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-The Project Gutenberg EBook of Harck Olufs aus der Insul Amron im Stifte
-Ripen in Jütland, gebürtig, sonderbare Avanturen, so sich mit ihm insonderheit zu Constantine und an andern Orten in Africa zugetragen., by Otto Riese and Hark Olufs
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
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-
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-
-Title: Harck Olufs aus der Insul Amron im Stifte Ripen in Jütland, gebürtig, sonderbare Avanturen, so sich mit ihm insonderheit zu Constantine und an andern Orten in Africa zugetragen.
-
-Author: Otto Riese
- Hark Olufs
-
-Translator: Hermann Noodt
-
-Release Date: August 5, 2016 [EBook #52725]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HARCK OLUFS AUS DER INSUL ***
-
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-
-Produced by Peter Becker, Jens Sadowski, and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This
-transcription was produced from images generously made
-available by Universitäts- und Landesbibliothek
-Sachsen-Anhalt.
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- Harck Olufs
-
- aus der Insul Amron im Stifte Ripen
- in Jütland, gebürtig,
-
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-
-
- sonderbare
- Avanturen,
-
-
- so sich mit ihm insonderheit zu
- Constantine und an andern Orten in
- Africa zugetragen.
-
- Ihrer Merkwürdigkeit wegen in
- Dänischer Sprache zum Drucke befördert,
- itzo aber
- ins Deutsche übersetzet.
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-
- Flensburg,
- in Verlag Johann Christoph Kortens,
- 1751.
-
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-Da es dem HErrn gefallen, mich, vor vielen tausend andern Menschen, auf
-sonderbare Weise zu führen, hat man von mir verlanget, daß die seltsame
-Begebenheiten, so mir wiederfahren, ihrer Merckwürdigkeit wegen mögten
-in die Feder gefaßt und dem Drucke überlieffert werden, damit selbige
-hinkünftig zu einem Beweise dienen könnten, wie wunderbarlich GOtt die
-Kinder der Menschen führe, und daß er auch nach seinem Wohlgefallen, das
-Hertze eines Unchristen zur Barmhertzigkeit neigen könne.
-
-Im Jahr 1708 den 19 Julii erblickte ich zuerst das Licht dieser Welt,
-auf einer kleinen Insul Amrom genannt, so in der West-See liegt, und zum
-Stifte Ripen in Jütland gehöret. Wie meine Landes-Leute ihre Nahrung von
-der See haben, so bin ich auch in Zeiten, von meinem zwölfften Jahre an,
-beflissen gewesen, dereinst einen tüchtigen See-Mann abzugeben; Ich habe
-bis ins dritte Jahr eine und andere Reise gethan, da ich zugleich mit
-dreyen meiner Landes-Leute, _Richard Flor_, _Jens Nikelsen_ und _Hark
-Nikelsen_, _Jürgen Oksen_ von _Föhr_, und dreyen vom Elbstrom, mich bey
-der Stelle im Canal, so _Sordels_ genannt wird, den 10 Martii 1724 von
-einem türckischen Caper muste gefangen nehmen und nach _Algier_
-schleppen lassen. Ich wurde auf dem Marckte für 1000 _Cartuches_, oder
-1000 Marck Lüb. verkauft, den Tag aber hernach überließ mich mein
-Kauffmann an einen andern mit 100 Cartuchers Profit. Bey diesem Herrn
-war ich ohngefehr 14 Tage, und war meine Arbeit, eins und das andere im
-Garten zu bestellen, ingleichen Maulbeer-Blätter für meines Patrons
-Seiden-Würmer einzusammlen, und hiernächst Wasser zu tragen und das Hauß
-rein zu halten. Indem aber der Constantinische _Bey_, mit Nahmen
-_Assin_, seinen Commißionair zu _Algier_ hatte, Sclaven einzukauffen,
-bekam er Lust zu mir, und mein Patron überließ mich ihm für 450 Stück
-von Achten. Dieser Bey _Assin_ kan wie ein kleiner König angesehen
-werden, dessen Haupt-Stadt _Constantine_, eine ansehnliche Stadt und
-Vestung ist, und nach meiner Muthmaßung 12 Tage-Reisen oder 60 Meilen
-von _Algier_ gegen Süden liegt. So viel ich weiß, stand er auf keine
-Weise unter dem Groß-Sultan, sondern er war Souverain in seinem Lande;
-er war, wie ich in seine Dienste trat, schon ein Herr von hohem Alter,
-hitzigen Kopfs und gesunder Complexion; er war beherzt und hatte eine
-gute Kriegs-Erfahrung, indem er vorher, und stets bey meiner Zeit, mit
-seiner Armee zu Felde lag, und zum öftern mit seinen Nachbaren
-Streitigkeiten hatte. Einen Monat hielte er sich zum wenigsten in jedem
-Jahr zu _Constantine_ auf. Er hatte zwey Weiber, so von mehr als 40
-Bedienten Männern und Weibern, unter welchen 4 Verschnittene zu
-Cammerdienern bestellet waren, aufgewartet wurden. Er selbst ließ sich,
-von 30 bis 40 Laquaien, wovon die Hälffte Renegaten, und hernach mit den
-besten Bedienungen im Lande abgefunden wurden, bedienen.
-
-Ich muß hier, ehe ich weiter gehe, mit wenigen Worten etwas von den
-Eigenschaften des Landes, hiernächst der Nation und endlich von meinem
-eigenen Schicksal melden. Das Land ist voller Klippen, wovon einige so
-hoch, daß sie stets mit Schnee bedeckt sind, obschon das Land unten an
-denen Klippen so heiß ist, daß wann die Cameelen hievon im Anfang gantze
-Trachten herunter brachten, doch der Schnee meistens, bis auf kleine
-Klumpen zerschmoltzen, ehe sie am Fuß der Klippen gekommen. Sonst ist
-das Land sehr fruchtbar, und trägt allerley Korn, Trauben, Mandeln,
-Datteln, Feigen, Granat-Aepffel, Wasser-Limonien &c: doch mit dem
-Unterscheide, daß die eine Provintz besser in einem, und eine andere in
-anderen Dingen ist, und müssen beständig von allen Städten Lieferungen
-geschehen zum Lager, wo der König sich mit seinen Königinnen aufhält. Es
-wird sehr feine Wolle, wie auch Wachs und Honig aus dem Lande verführt,
-verschiedener Apothecker-Waaren, rarer Felle von Löwen, Tygern und
-dergleichen zu geschweigen. Ob andere Metallen als Bley ausgegraben
-werden, weiß ich nicht. Für diejenigen, so im Lande gebohren, muß die
-Luft sehr gesund seyn, indem es nichts ungewöhnliches, daselbst Leute zu
-sehen von 100 und 120 Jahren und darüber. Man bemercket dann und wann
-Erdbeben und viel Gewitter, sonderlich im Sommer. Ausser freßigen wilden
-Thieren, als Löwen, Tygern und dergleichen, welche oft Menschen
-angreiffen, haben die Einwohner viele Plage von unterschiedenen Arten
-giftiger Schlangen, doch am meisten von Scorpionen, so in gewissen
-Gegenden in solcher Menge gefunden werden, daß man kaum einen Stein von
-der Erde aufheben kan, worunter nicht ein oder zweene liegen sollten.
-Hiezu kommen auch die verdrießliche Mücken und Fliegen, welche die
-Schlafenden sehr verunruhigen.
-
-Das Land wird von Türcken und Mohren, welche letztere beydes weiß und
-schwartz fallen, bewohnt: Ihre Sprache ist von der Türckischen
-unterschieden, und nennen sie solche Arabisch, aber beede Nationen, so
-unter der Herrschafft vorgemeldten _Beys_ gehören, werden mit einem
-Nahmen _Schirck_ genannt, welcher so viel sagen will, als das Volck, so
-gegen Süden wohnet. In der Religion, sind die Mohren nicht viel von den
-Türcken, ausgenommen etwas in den Ceremonien, unterschieden. Ich muß
-auch den Türcken überhaupt den Ruhm geben, daß sie aufrichtiger als die
-Mohren, also daß, was den Umgang betrifft, unter den Türcken insgemein
-eben so viele Ehrlichkeit, als unter uns Christen, angetroffen werde. In
-ihrer falschen Religion sind sie eifrig, und soll kaum jemand gefunden
-werden, der vorsetzlich wider die Dinge handeln sollte, welche sie für
-die Pflicht eines Mahometaners halten. Sobald der Tag grauet, wird von
-einem Thurm oder anderem erhabenen Orte, von dem der hierzu bestellet,
-wann er einen Finger in jedes Ohr gestecket, geruffen: _Eschet velej
-elej lala. Eschet enne Mahammet arasu lala ella velun Zelleth, ala hoat
-warth, ala hoat warth._ Hierauf steht jedermann auf, und nachdem sie die
-Hände bis an die Ellenbogen und die Füsse bis an die Enckel gewaschen,
-den Mund und die Nase gereiniget, und zugleich mit der verkehrten Hand
-das Angesicht und hinter den Ohren gestrichen, wird ihr gewöhnliches
-Gebet, so 5 mal des Tages, und zum ersten mal vor Aufgang der Sonne
-verrichtet wird, gehalten. Die Worte lauten in der Arabischen Sprache
-also: _Al ham dilola Robbi laïro min rachmana rachim mänik jumidin,
-jäken abeddo, jäken estohiim tokino soratin lädino en en dalohiim al ham
-dilolah robbi läiro mìn._ Sie stehn in den Gedancken, daß nicht leicht
-ein Türcke verdammt werde. Von Christo, den sie _Eisa_ und die Jungfer
-Maria, so sie _Lella Maria_ nennen, reden sie mit Ehrerbietigkeit, von
-dem Teufel aber, als von einem solchen, der böses thut. Ihre
-Beschneidung wird zuerst in dem vierten, fünften, ja sechsten Jahr
-vorgenommen. Schweinefleisch essen sie nicht, auch trinckt kein
-Mahometaner Wein oder anderes starckes Geträncke, sondern an deren
-Stelle entweder Wasser oder _Schorbet_, welches ein Wasser, das mit
-Rosinen gekocht ist, und auf unterschiedliche Art kan zubereitet werden.
-Ihre Fast-Tage, _Ramadam_ genannt, werden jedes Jahr einen gantzen Monat
-gehalten, da man des Tages über nichts genießt, hingegen des Nachts ißt
-und trincket. In den letzten Jahren kunte mein Patron nicht vertragen zu
-fasten, sondern aß heimlich ein wenig. Ihre Todten werden in Leinewand
-gewickelt und also in die Erde gelegt. Die Mohren stimmen gemeiniglich
-ein Klage-Lied über ihre Todten an, da beedes Männer und Weiber sich mit
-ihren Nägeln auf das Kinn und vor der Stirne ritzen. Wann sie sich
-verheyrathen, bekommt der Bräutigam seine Braut nicht vorher zu sehen,
-sondern wann er mit seinen Gästen am Hochzeit-Tage gegessen und
-getruncken, wobey zuweilen auf einer Cither gespielet wird, wird er in
-das Frauenzimmer Gemach geführet, woselbst die Braut zugleich mit andern
-Weibern, so alle das Angesicht verhüllet, befindlich, ihm aber wird ein
-Zeichen gegeben, woran er die Braut erkennen kan. Zu ihr geht er dann
-hin und nimmt das Geld, so er zur Morgen-Gabe geben will und kan, in
-einem Schnupftuch, giebt ihr damit einen Streich, und geht hierauf in
-die Schlaf-Kammer. Sie folget nach, er fragt sie hierauf zweyenmal um
-ihren Nahmen? aber sie antwortet nicht, bis er zum drittenmal fragt;
-hierauf wirfft er das Schnupftuch mit dem Gelde auf die Tiele, und
-breitet einen kleinen Teppich auf den Boden, tritt darauf und verrichtet
-sein Gebet. Die Braut leget inzwischen die Kleider ab und geht zu Bette,
-und er folget nach. Die meisten Weiber sind sehr jung, wann sie sich
-verheyrathen. Im Essen und Trincken leben die Türcken, wie ich erfahren
-habe, sparsam; es werden nicht viele Gerichte aufgetragen, vielerley
-Arten Früchte aber bey der Mahlzeit aufgesetzet. Sie speisen des Morgens
-zuerst eine Art Gebackenes, hierauf trinckt man Caffe, (der Thee wird
-nicht geachtet) um 10 Uhr speißt man zu Mittage, hierauf ruhet man
-einige Stunden, und speißt wiederum des Nachmittags ohngefehr gegen 4
-Uhr.
-
-Was nun insbesondere meine Schicksale angehet, so habe ich erstlich
-drittehalb Jahr bey diesem meinem Patron als Laquai gedienet, und wie
-ich in dieser Zeit _Lingua Franca_, wie auch die Türckische und
-Arabische Sprache erlernte, und nach und nach in denen Dingen, so
-vorfielen, geübet wurde, so erweckte mir GOtt Gnade bey meinem Patron,
-also daß er jederzeit große Gewogenheit gegen mich hegte. Er vertrauete
-mir das Amt an, welches von großer Wichtigkeit und _Gassenadahl_ oder
-_Gasnadi_ benannt wird, nach der Redens-Art aber unseres Landes
-_Ober-Caßirer_ heißt. Ich bekleidete dieses Amt erstlich in 4 Jahren,
-und mein jährlicher Gehalt war 1700 Stück von Achten, ausser was mir an
-Lande, Cameelen, Schafen, und dergleichen gehörete. Zween Schreibern, so
-stets bey mir waren, gab mein Patron die Besoldung, zwantzig Bedienten
-aber und bisweilen darüber, reichte ich selbsten den Lohn. Dreymal im
-Jahr hatte ich eine reichlich mit Gold und Silber gestickte Montur.
-Ausser dieser meiner Bestallung, wurde mir annoch ein Commando von 500
-Pferden anvertrauet, dann ich hatte annoch als Caßirer, bey
-unterschiedenen Gelegenheiten, gegebener Ordre nach, eine Art Bravoure,
-so meinem Patron gefallen, bewiesen, obschon meine Tapferkeit im Grunde
-eher eine Verwegenheit, als ein ordentlicher Muth und Hertzhaftigkeit zu
-nennen; dann ich war in meinem Sinn nicht vergnügt, und eben darum war
-es mir einerley, ob ich lebte oder todt wäre. Obgleich ich ein bey der
-Nation angesehener Mann war, und viele mir mein Glück mißgönneten; so
-sahe ich doch die Sache selbst besser ein, daß ich diesem allen
-ohnerachtet ein Sclave geworden, und daß ein kleines Versehen, bey einem
-barbarischen Herrn, der Macht hatte zu thun, was ihm selbst gelüstete,
-leicht verursachen konnte, daß ich eben so tief erniedriget würde, als
-ich war erhöhet worden, ja jeden Tag mein Leben in meinen Händen tragen
-müste. Diese bemeldte 500 Mann zu Pferde, waren stets um mich und
-konnten als meines Patrons Leib-Garde angesehen werden. Es trug sich zu,
-daß sich ein Krieg entspann, zwischen meinem Patron und einem andern,
-mit Nahmen _Boâssâse_ von _Thefés_, welcher als ein kleiner Fürst konnte
-angesehen werden, und das Haupt einer vornehmen Familie war. Diesem
-_Boâssâse_ kam im Sinn, daß er sich eines gewissen Stückes Landes, so
-meinem Patron gehörte, bemächtigen wollte. Ich gehe hier die
-verschiedentlich vorgefallene kleine Scharmützel mit Stillschweigen
-vorbey, indem täglich, so lange zwo Partheyen wider einander zu Felde
-lagen, gefochten wurde. Hie und dort geschahen beständige Attaquen. Man
-bedienete sich einer andern Kriegs-Art, als in unsern Ländern,
-ordentlich zu Wercke zu gehen. Das mehreste beruhete hauptsächlich auf
-einen hitzigen Angriff. Von diesen kleinen Scharmützeln waren folgende
-zwey die wichtigsten: In dem ersteren waren wir glücklich, in dem andern
-hingegen hatte der Feind einen Vortheil. Nachdem man auf beyden Seiten
-einige tausend Cameele, Pferde, Schafe und dergleichen geplündert, wurde
-ich einstens mit 500 Pferden commandiret zu recognosciren, und wie wir
-bey dieser Gelegenheit bemerckten, daß der Feind sich zur Ruhe begeben,
-resolvirten wir einen Einfall zu thun. Solcher glückte so wohl, daß der
-Feind, indem er vermuthlich gedachte, unsere gantze Macht, so
-gemeiniglich 9 bis 10000 Mann starck, wäre zur Stelle, die Flucht
-ergriffe. Zwey und funfzig Köpfe führten wir mit uns zurücke, wogegen
-wir nur fünf Mann verlohren. Wir fertigten einen Courier ab, meinem
-Patron Nachricht von unserem Siege zu bringen. Wie wir ankamen, befahl
-der König, daß jeder, so einen Kopf mit sich gebracht, hervor treten,
-und solchen im Gezelte zu seinen Füßen werffen sollte. Er regalirete
-alle durchgehends mit Gelde, mir aber wurden insonderheit
-unterschiedliche Ehren-Bezeugungen erwiesen, indem den vornehmsten
-Bedienten anbefohlen wurde, mir aufzuwarten, und von selbigem Tage an,
-wurde mir das Commando über die ganze Cavallerie, welche Bedienung _Laga
-di Dejra_, oder Obrister über die Cavallerie, benannt wird, anvertrauet,
-welcherhalben ich aber mir vieler Haß und Mißgunst auf den Halß lude. Es
-währete nicht lange, daß ich abermals sollte einen Versuch wider
-dieselben Feinde thun, es geschahe auch, aber zu meinem und derer, so
-bey mir waren, Nachtheil. Dann da der Feind flohe, und wir ihm
-nachsetzten, musten wir zwischen einigen Klippen defiliren. Der Feind
-hatte den Paß mit Fußvolck belegt, von welchem ein Theil unseres Volcks
-erschossen, dem andern Theil, so sich gefangen gabe, der Paß
-abgeschnitten wurde, der Ueberrest aber sich mit der Flucht salviren
-muste. Ich befand mich unter den Gefangenen, mein Pferd war unter mir
-erschossen, man nahm mein Leibgehänge und spannte damit meine Hände auf
-dem Rücken zusammen; Fünf und viertzig von unseren Leuten, so gefangen
-waren, wurden massacriret, und man hatte Anfangs im Sinn, auf gleiche
-Weise mit uns zu verfahren, indem man aber hoffte, eine gute Rantzion
-für uns zu bekommen, behielten ihrer funfzehn, worunter ich mich befand,
-das Leben; obschon einer von meinen Dienern, so ich bey mir hatte und
-sonderlich liebte, vor meinen Augen erstochen wurde. Wie wir nun in
-Verwahrsam gebracht waren, kam des vorgemeldten _Boâssâses_ Gemahlin,
-mit Nahmen _Elgia_, ins Gefängniß, nach türckischer Manier also
-verhüllet, daß nichts an ihr bloß zu sehen, als ihre Augen und Hände, so
-nach ihrer Gewohnheit, mit verschiedenen tief einbeissenden Farben bunt
-gemahlet waren. Sie kam größtentheils aus Neu-Begierde ins Gefängniß
-mich zu sehen, sintemalen sie vernommen, daß ich ein Christ wäre. Sie
-fragte: welcher es von uns sey? und nach wiederhohlter Frage, warf ich
-mich zu ihren Füßen, da ich ohnehin unter den andern kenntlich genug,
-sintemalen die Augen der andern Gefangenen nicht alleine auf mich
-gerichtet, sondern auch ich von den andern, an der Farbe unterschieden
-war. Ihre Fragen an mich waren mancherley, unter andern: Ob man in
-unserm Lande an einen GOtt glaubte, der über Himmel und Erde regiere?
-Wie ich diese Frage mit Ja beantwortete, machte sie den Einwurf, daß sie
-in Europa Holtz und gemahlte Bilder anbeteten. Diese irrige Meynung mag
-vielleicht daher gekommen seyn, daß sie solches entweder von den
-Catholicken gehört oder gesehen. Ferner: Ob wir Pferde, Cameele, Milch,
-Oel, Brod und dergleichen hätten? Endlich ging sie weg, ich rieff ihr in
-einem beweglichen Ton und mit heller Stimme nach, für mich bey ihrem
-Herrn eine Fürbitte einzulegen, worauf sie antwortete, ich sollte nicht
-so ruffen; Welche Worte ich also aufnahm, als ob sie zornig geworden
-wäre, in wenigen Stunden aber kam der Schmidt, und machte mich loß. Ich
-hatte hierauf die Gnade, vor dem _Schey_, welcher so viel als ein Printz
-bedeutet, geführet zu werden, und mir wurde zu meiner Erquickung viel
-gutes erwiesen. Dieser _Schey_ war ein Enckel des alten _Boâssâse_, bey
-welchem ich also in Gnade zu kommen, das Glück hatte, daß mir nicht
-alleine viele Gutthaten bewiesen und unterschiedliche Dinge zu meiner
-Erquickung präsentiret wurden, sondern auch, daß er seinen Aelter-Vater
-ersuchte, daß er mich mit auf die Jagd nehmen mögte. Wie man an einem
-Tage, einige Stunden nach Mittage, die Pferde ein wenig bey seite
-geführet, belustigte sich dieser _Schey_ mit denen Herren, so bey ihm
-waren, nach dem Ziel zu schießen. Wie ich inzwischen in tieffen
-Gedancken über mein Schicksal stunde, und von ohngefehr meine Augen auf
-die Pferde gewandt, vermeynte der junge Herr ich besähe die Pferde, und
-fragte mich daher, ob diese Pferde wohl so gut wären, als diejenigen, so
-ich zu _Constantine_ hinterlassen? Ich unterstunde mich nicht diese
-Frage zu beantworten, bis ich mir die Gnade ausgebeten, die Wahrheit
-sagen zu mögen; denn ich hätte allezeit gehört, sagte ich, es gezieme
-sich nicht etwas anders vor großen Herren, als die Wahrheit zu reden.
-Ich berichtete anbey, daß die Pferde, so ich zu _Constantine_ oder im
-Lande meines Herrn gesehen, mir wohl so rasch und schöne vorkämen. Er
-befahl, daß ich auf einem von diesen reiten sollte; wie ich es aber
-nicht sonderlich rühmte, ließ er mich sein eigen Reit-Pferd probiren.
-Ich flanquirte hiemit in etwas herum, und wie ich an diesem Pferde eine
-besondere Munterkeit verspürte, kam mir gleich im Sinn, daß mir hier
-eine treffliche, obschon gefährliche Gelegenheit gegeben würde, zu
-entfliehen. Mein Hertz schlug in meinem Leibe. O! gedachte ich, dürfte
-ich nur! Ich faßte kurtze Resolution, folgte meinem Triebe, gab dem
-Pferde die volle Sporen und entrann. Ich war schon ein kleines Stück
-Weges fort, ehe man meinen Anschlag gewiß wissen kunnte, sie schrien
-hinter mir her, und alsobald setzten 20 bis 30 Mann zu Pferde mir nach,
-es geschahen auch einige Schüsse, so, daß etliche Kugeln zu meiner Seite
-im Sande staubeten. Vor Verlauff drey Stunden aber, war ich ihnen schon
-zu weit aus dem Gesichte gekommen. Des Nachts ritte ich, des Tages aber
-bekam das Pferd etwas in den Wäldern zu fressen. Meine Speise in dieser
-Zeit, waren einige Früchte und eine Art Salat, so im Lande wächset. Ich
-brachte auf diesem Wege in allen zwo Nächte und etwas über einen Tag zu,
-da ich zu meines Patrons größtem Vergnügen mich wiederum im Lager
-einfand. Nach einer und der andern Dispute, wurde endlich zwischen
-meinem Patron und dem ermeldten _Boâssâse_ von _Thefes_ Friede
-geschlossen. Dieser Friede wurde meines Erachtens um so vielmehr für
-rathsam angesehen, als mein Patron an dem Bey, der zu _Tunis_
-residirete, einige Bewegungen wahrgenommen. Es kam auch endlich zu einem
-Kriege zwischen ihnen, wobey zwischen _Boâssâse_ und meinem Patron eine
-genaue Alliance geschlossen wurde. Das Glück war im Anfang fast auf
-beyden Seiten gleich, am Ende aber bekamen wir Gelegenheit, uns mit
-unserer Armee in des Feindes Lande aufzuhalten. Ein halb Jahr hatten wir
-gegen einander in Gewehr gestanden, da es uns endlich an Proviant
-gebrach; dann die Cameelen, so uns Oel und Brod zuführten, wurden von
-einem, so meines Patrons Freund nicht war und _Murath_ hieß, und an den
-Gräntzen des _Tunesischen_ Landes wohnte, geraubet. Dieser Mangel
-nöthigte uns eine kurtze Resolution zu fassen, und den Feind
-anzugreiffen, es glücke wie es wolle. Aber, wie die Macht des Feindes
-stärcker als unsere, obschon wir niemals zu meiner Zeit, eine so
-zahlreiche Armee gehabt, welche dießmal zum wenigsten 40000 Mann starck
-war; so war es nöthig, gute Vorsicht zu gebrauchen und die Umstände von
-der Postirung des Feindes einigermassen zu wissen. Mein Patron und
-_Boâssâse_ beschlossen, einen abzusenden, diese Dinge nach Möglichkeit
-zu erforschen. Wie man aber hierüber Rath pflegte, wer hiezu am besten
-könne gebraucht werden, fiel des _Boâssâse_ Wahl auf mich. Er sagte, der
-Christ, der _Gassenadahl_ ist gut genug hiezu: er wußte auf welche Art
-ich mich zuvor von seinem Enckel fortgeschlichen, und wollte mir, wann
-er konnte, am liebsten wiederum einen Possen spielen. Mein Patron, so
-mich liebete und darum ungern mir eine so mißliche Verrichtung auflegen
-wollte, fragte mich, ob ich Lust hiezu hätte? Ich antwortete: Hier ist
-nicht die Frage, ob ich Lust habe? sondern was _Afendi_ (das ist mein
-gnädiger Herr) befiehlet. Kurtz, ich bekam seine Ordre, mit dem Zusatz,
-daß, wann es glücklich ginge, ich, wann ich wollte, mit Ehren meinen
-Abschied nach meinem Vaterlande haben solle. Ich näherte mich des Nachts
-zu Fuße dem Lager, das nahe bey uns stunde, aber ehe ich dahin kam,
-begegneten mir einige Reuter. Ich wuste in dieser Eilfertigkeit nicht
-was ich thun sollte, doch fiel mir ein, meinen Säbel und meine Pistolen
-von mir zu werffen, und mich für einen Deserteur auszugeben, der
-zugleich etwas wichtiges mit dem König von _Tunis_ zu reden hätte, wann
-ich die Gnade genießen könnte vor ihm geführet zu werden. Wie diese an
-meinen Kleidern abnahmen, daß ich einer von den vornehmsten Officirern
-seyn müsse, freueten sie sich hierüber und kamen meinem Begehren nach.
-Der _Tunesische Bey_ kannte mich alsobald und fragte mich: warum ich als
-_Gassenadahl_ und _Laga di Dejra_, der bey seinem Herrn in solchem
-Ansehen stünde, zu ihm käme? Ich küßte seine Hand, und bat mir
-unterthänigst seine Beschirmung aus, wo nicht, wäre es eben so viel, ob
-ich sollte mein Leben in seinen oder meines vorigen Patrons Händen
-lassen, der, wie ich vorgab, mich tödten wollte, weilen an einem und
-andern Mangel im Lager, welches mir zur Last gelegt würde, gleich als
-wenn solcher sich durch mein Versäumniß eingefunden, obschon es
-offenbar, daß _Murath_ sich unsers Proviants bemächtiget. Mein Leben
-wäre mir lieb, wollte er es schonen, so versicherte ich, ihm treulich zu
-dienen, wann er mich hiezu wollte für tüchtig ansehen. Der _Tunische
-Bey_ zeigte sich sehr vergnügt über meine Ankunfft, und forschte genau,
-ob es sich so verhielte, daß in unserem Lager Mangel an Proviant und
-Munition wäre, wie er von einigen Deserteurs erfahren? Ich sagte ja,
-doch verhielte sich letzteres nicht also, dann an Kraut und Loth fehlete
-es nicht. Ich wurde weiter gefragt: Ob ich gesonnen wider meinen vorigen
-Patron zu fechten? Ich antwortete: wann ich ein Pferd mit behöriger
-Rüstung bekäme, wollte ich mich hiezu willig finden lassen, und dieses
-um so viel ernstlicher, weil ich, als ein Ueberläuffer, niemalen bey ihm
-Pardon zu gewarten. Es geschahe, und ich kan nicht läugnen, daß, wie ich
-von diesem Herrn so wohl ausgerüstet und aufgenommen wurde, wider meinen
-ersten Entschluß, der Vorsatz bey mir aufstiege, bey ihm zu bleiben,
-vornemlich da es zu vermuthen stunde, daß die _Tunische_ Armee das Feld
-behalten, und die _Constantinische_ genöthiget werden würde, entweder
-mit dem fördersamsten eine desperate Attaque zu thun, oder auch, wegen
-des ermeldten Mangels, sich über Hals und Kopf zu retiriren. Ich fand
-bey diesem _Tunischen Bey_ guten Glauben; mir wurde erlaubt, bey der
-Armee herum zu fahren und die Artillerie zu besehen, wobey ich zugleich
-von dem Zustande unserer Armee und denen Anstalten genau befraget wurde.
-Zu meinem Verdruß kamen am dritten Tage einige Ueberläuffer an, die
-gantz wohl wußten, daß ich mitnichten bey meinem Patron in Ungnade sey,
-sondern urtheilten, daß ich ausgesandt wäre, die Anstalten des Feindes
-auszuforschen. Es hatte ein Renegate gehört, daß dieses Gerüchte vor dem
-_Tunischen Bey_ gekommen, und fragte mich also um die Beschaffenheit der
-Sache? Ich that böse und wollte wissen, wer so von mir gesprochen? Er
-antwortete, einige von euren eigenen Ueberläuffern. Inzwischen merckte
-ich schon was die Glocke geschlagen, und speculirte demnach, wie ich
-davon kommen mögte, und machte also Mine, als wann ich einen Gang mit
-dem Feinde wagen wollte. Dann dieses ist ihre Weise, bald mit 100, bald
-mit 200 Pferden und darüber, einen Einfall auf einander zu thun. Ich
-bekam 100 Mann mit mir und setzte mit ihnen an; wie ich aber den
-Meinigen so nahe kam, als mir gut dauchte, gab ich ein Zeichen, daß ich
-zu ihnen übergehen wollte, welche mich dann auch mit Freuden empfingen,
-und zu meines Patrons grosser Verwunderung, in mein voriges Lager
-escortirten. Nun war ich im Stande, von allen Dingen genaue Nachricht zu
-geben, und rieth, noch in derselbigen Nacht den Feind anzugreiffen, und
-auf der Ecke einzufallen, wo er es unmöglich, nemlich von hinten an ihn
-zu kommen, vermuthen konnte. Die _Constantinische_ waren wohl so gute
-Soldaten als die _Tunische_, hiezu kam die Noth, so uns zwang auf der
-einen Seite, und noch mehr die Hoffnung zur Beute und überflüßigen
-Proviant auf der andern Seite. Mein Patron hatte gewisse Belohnungen auf
-gewisse Dinge gesetzet, welche man sich von dem Feinde bemächtigen
-würde, zum Exempel auf ein Stück 1000 Thaler und so weiter. Es kam,
-kurtz zu erzählen, zu einer Haupt-Bataille, die so wohl für uns ausfiel,
-daß unser Volck nach Verlauff einiger Stunden den Feind verjagte und das
-feindliche Lager erbeutete. In diesem Treffen aber kam mein Patron von
-seinem Pferde, und wie ich mich mehrentheils nahe bey ihm aufhielte,
-offerirte ich ihm mein Pferd, und stand in den Gedancken, wann er
-erstlich im Sattel, hinten aufspringen zu wollen; wir kamen aber in
-solches Gedränge, daß es mir nicht möglich war, doch hielt ich annoch
-beym Schwantze, in der Hoffnung, mich hindurch zu dringen; indem ich
-aber corpulent und schwer zu Fuße war, mußte ich loßlassen, und war kein
-anderer Rath für mich, als mich auf die Erde unter die Erschlagenen zu
-werffen. Die eine Hand ließ ich ausgestreckt liegen, die andere lag
-unter meinen beyden Messern, so die Türcken auf der Brust tragen. Wie
-ich nun einige Zeit in solcher Positur gelegen, hörte ich, daß einer zu
-dem andern sagte: Hier finde ich einen in proprer Montur, die muß ich
-gewiß haben. Er stieg vom Pferde, und fing an mich aufzuheben, und
-umzuwerffen; aber in selbigem Augenblick griff ich ihn mit der einen
-Hand an, und gab ihm mit der andern einen Messerstich in die Brust,
-also, daß er und ich nicht weniger ein starckes Geschrey machte, dann
-ich war so beklemmt ums Hertz, daß, wann ich nicht, meiner Meynung nach,
-zum Schreyen gekommen, ich Todes verfahren müssen. Des Getödteten Pferd
-diente mir also vom Wahl-Platze zu kommen, worauf ich abermal meinen
-alten Patron vorfand.
-
-Diese Avanturen waren die vornehmsten von denen, so im Kriege vorfielen;
-was die übrige kleine Debatten betrifft, so ist es viel zu weitläufftig,
-solche anzuführen. Dann viele habe ich auf Ordre massacriret und viele
-ohne Ordre, indem mir in den letzten Jahren alles anvertrauet wurde, und
-ich vollkommene Macht über Leben und Tod hatte. Mein Patron wurde alt,
-und sahe am liebsten, daß die Sachen durch mich abgethan würden.
-Oefters, wann er sich des Mittags zur Ruhe legte, war schon eine oder
-andere Execution an den Straffälligen vollbracht, ehe er erwachte. Unter
-denen, so ich auf Befehl getödtet, liegen mir zweene Mauermeister am
-meisten im Sinn. Zu zweyenmalen fiel nemlich meinem Patron zu meiner
-Zeit ein, einen ansehnlichen Theil Ducaten in einen Thurm einzumauren.
-Wie der Mauermeister für seine Mühe war bezahlet worden, hatte ich den
-Befehl, ihm, wann er vor mir die Treppe nieder gienge, den Hals zu
-brechen, welches ich thun mußte, wo ich nicht meinen eigenen zu setzen
-wollte. Hiezu hatte mein Patron zwo Ursachen; die eine, daß die Stelle,
-wo das Geld lag, verborgen bliebe, die andere, weilen die Türcken in dem
-Aberglauben stehen, daß die Seele, dessen, so ermordet worden, gleichsam
-über den Schatz schwebe oder wache, daß Niemand solchen als der
-Eigenthümer bekommen könne. So kan der Satan sich des Hertzens eines
-Menschen bemächtigen, wenn er erst von einem oder andern Haupt-Laster
-eingenommen worden. Itzo will ich auch etwas von andern
-Merckwürdigkeiten melden.
-
-Es trug sich während der Zeit, da ich ausserhalb dem Vaterlande war, zu,
-daß ich das Vergnügen hatte, 5 Europäer zu sehen, so vom Könige
-_Augusto_ in Polen ausgesandt waren, sich nach der Beschaffenheit des
-_Africanischen Landes_ zu erkundigen. Der Vornehmste unter ihnen war
-_Doctor Johann Hebenstreit_; auch befand sich in der Gesellschafft ein
-Gärtner, von der Insul _Alsen_ gebürtig, der mir der Landsmannschafft
-wegen, desto angenehmer war; der sechste war, so viel ich weiß, auf der
-Reise gestorben. Mein Patron erzeigte sich sehr höflich gegen sie, und
-befahl, ich sollte Anstalt machen, daß nichts an ihrer Verpflegung
-gebrechen mögte. Es war mir eine Freude, dem Doctor einige silberne und
-güldene Münzen, die, so viel ich weiß, römische waren, zu verehren,
-obschon solche im Lande meines Patrons gefunden worden. Er bekam auch
-unterschiedliche Felle von Löwen, Tygern und dergleichen. Dem Gärtner
-war ich behülflich unterschiedliche Gewächse, Wurzeln und Blumen zu
-sammeln. Letztern verwahrte er in einem eigenen Buche zwischen grau
-Papier. Der Doctor war einige Meilen fortgereiset, ein altes verfallenes
-Gebäude, deren unterschiedliche im Lande gefunden werden, und woran
-annoch zu erkennen, daß sie zu ihren Zeiten kostbar gewesen, zu besehen.
-Bey diesem Gebäude wurden einige Steine gefunden, worinnen in alten
-Zeiten lateinische Buchstaben gehauen. Wie mein Patron durch mich fragen
-ließ, was rares der Doctor dorten vorgefunden, wurde ihm zur Antwort
-ertheilet, daß der Doctor sich bey diesen Inscriptionen so vergnügt
-bezeiget, als wann er einige 100 Ducaten gefunden. Hierüber lachte er
-hertzlich sagte: _O! was sind die Christen für große Narren._ Ich weiß
-gewiß, der gute Doctor würde mir gerne meine Dienste bezahlet haben,
-aber ich gebrauchte kein Geld, verlangte aber doch ein teutsches
-geistreiches Buch zu sehen, dann meine Eltern hatten die Vorsorge für
-mich gehabt, mich, ehe ich auf die See kam, im Lesen und Schreiben
-unterrichten zu lassen. Meines Wunsches wurde ich gewähret: dann sobald
-der Doctor _Hebenstreit_ in Sachsen angekommen, sandte er _Speners
-Reise-Postill_, worinnen er forne seinen Nahmen mit dem Wunsche meiner
-Befreyung geschrieben, über _Livorno_ und _Algier_ nach _Constantine_.
-Selbiges Buch habe ich annoch in meiner Verwahrung, und zu seinem
-Gedächtniß mit mir nach _Amrom_ gebracht. Er hatte auch ein Buch bey
-sich, worinnen verschiedene Freunde und Gönner ihren Nahmen geschrieben,
-dieses präsentirte er mir in der Absicht, in selbiges meinen Nahmen und
-Geburths-Ort einzuzeichnen.
-
-Acht Jahr war ich in _Africa_ gewesen, wie mein Patron beschloß, eine
-Caravane nach _Mecca_ in _Arabien_ anzustellen, welchen Ort die Türcken
-heilig halten, weilen ihr Prophet _Mahomet_ daselbst gebohren. Diese
-Caravane oder Reise-Gesellschaft bestand ohngefehr aus 6000 Mann, von
-welchen 4000 auf eigene, aber 2000 auf Kosten meines Herrn reiseten. Das
-Beschwerlichste bey dieser Reise war, daß es an vielen Stellen an
-Wasser, welches auf Cameelen in großen ledernen Schläuchen mit uns mußte
-geführet werden, gebrechen wollte. Wir kamen unterwegens, auf dieser
-Seite von _Mecca_, zu der Stelle, wo _Hagar_ vormals mit ihrem Sohn
-wegen Wasser-Mangels in Noth gewesen. Der Brunnen, so heilig gehalten
-und daselbst vorgezeiget wird, heisset auf ihrer Sprache _Il me Sim
-Sim_. Es gingen 13 Monathe vorüber, ehe wir diese Reise vollendeten.
-Mein Patron wurde, der, bey dieser Reise bewiesenen Andacht halber, mit
-dem Zunahmen _Hatje_ das ist: der _Heilige_, beehret. Einige Zeit
-hernach, wurde eine Verbindung gestiftet, zwischen einer von meines
-Patrons Verwandtinnen und dem Könige zu _Marocco_. Ich wurde mit einigen
-andern erkohren, diese Prinzeßin dorthin zu führen, hatte aber eben so
-wenig die Ehre ihr Angesicht zu sehen, als der Gemahlinnen meines
-Patrons, obschon ich so viele Jahre in seinen Diensten gewesen. Sie
-wurde von einem Cameel getragen, worauf ein Verdeck, wie eine
-Portechaise, gebauet, und selbst war sie am gantzen Angesicht verhüllet.
-Der König zu _Marocco_, bey dem ich meine Aufwartung machte, war zur
-selbigen Zeit _Sidim Mahomet_, _Mula Debbi_, wovon die beeden letzte
-Worte zu seinem Titul gehören, und so viel, als ein _Herr über das
-Gold_, sagen wollen.
-
-Einige von den merckwürdigsten Dingen im Lande, worinnen ich gefangen
-war, sind meines Erachtens folgende: Es wird zwischen _Algier_ und
-_Constantine_ ein Stein von ziemlicher Größe gefunden, so von aussen und
-innen grüner Farbe. Wann etwas von diesem Stein pulverisiret und
-eingenommen wird, sagt man, daß er das Fieber curire, und wird solcher
-auf ihre Sprache: _Hedjar Sidna se Eisa_, _des Herrn Christi Stein_
-genannt, dann man hat eine Tradition, daß der Herr Christus auf dieser
-Stelle mit seinen Jüngern geruhet habe.
-
-In einem großen Land-Dorffe _Omgaus_ genannt, sollen einige begraben
-liegen, welche sie die Sieben-Schläfer nennen. Wann etwas gestohlen ist,
-wird der Verdächtige dorthin über diese Gräber geführet, da er schweren
-muß, daß, wann er schuldig, er nicht davon gehen möge, ohne am Kopff,
-Arm, Bein oder anderem Gliede Schaden zu nehmen, wie es denn niemals
-(wie die Türcken sagen) fehl schlagen soll, daß der Schuldige nicht
-Schaden nehme.
-
-Noch wunderbarer verhält es sich mit einigen Leuten, so sich hin und
-wieder im Lande aufhalten, und für die Geistliche der Türcken können
-angesehen werden und _Maroboth_ heissen. Durch diese werden, dessen ich
-selbst Zeuge bin, wunderliche Dinge ausgerichtet, ob es durch des
-Teuffels Kunst geschehe, weiß ich nicht. Ich selbst habe gesehen, daß
-sie durch ihr blosses Hauchen Feuer angemacht, zum Exempel, durch
-Anhauchen, eine Pfeiffe Taback angestecket. Auch war ich gegenwärtig,
-wie folgende Historie sich zutrug: Die eine von meines Patrons
-Gemahlinnen, bekam eine Geschwulst über dem Magen, als von einer
-Wassersucht. Es wurde ein _Maraboth_ gehohlet und um Rath gefraget.
-Dieser ließ eine von ihren Cammer-Mädgen hohlen, und wie er ein
-kupffernes Geschirr auf glüende Kohlen gesetzet und einen Theil Weyrauch
-darauf geworffen, nahm er die Hand des Cammer-Mädgens und befahl, daß
-sie, nachdem er in der Hand einen Kreiß von Baumwolle gemacht, und
-mitten drinnen etwas Oel gegossen, solche über den Rauch halten sollte.
-Hierauf fing der _Maroboth_ an, vieles und mit großer Heftigkeit
-herzuplaudern, worbey es mir vorkam, daß viele fremde Wörter aus
-allerhand Sprachen zusammen gemischet waren. Gewiß genug war es, daß ich
-nichts von allem dem verstehen kunte, was er mit erhabner Stimme
-vorbrachte. Er fragte inzwischen: Ob sie etwas in ihrer Hand sähe? Sie
-antwortete: Nein. Hierauf fing er aufs neue mit eben der Heftigkeit an,
-da sie zuletzt rieff: Ich sehe viele Leute. Er fragte: Was für Leute?
-Sie antwortete: Vornehme Leute, welche _Divan_ halten wollen? Er sagte:
-Frage Sie: Was der Frauen fehle? Sie: Sie sagen, daß sie auf einer bösen
-Stelle gewesen, wovon sie Schaden genommen. Er: Frage, welchen Rath man
-zu gebrauchen habe? Sie: Sie sagen, man solle die und die Kräuter nehmen
-und solche kochen, hievon solle sie trincken und mit diesen Dingen solle
-sie sich baden. Es geschahe, die Frau wurde gesund, das Cammer-Mädgen
-aber fiel in Ohnmacht, wurde als todt weggetragen und kam in den ersten
-24 Stunden nicht wieder zu sich selber. Einige Zeit hernach fragte ich
-sie: Ob sie nicht etwas gehört und gesehen? Sie antwortete, daß sie von
-keinem Dinge zu sagen wüßte, ausser daß sie in meines Patrons, eines
-_Maraboths_ und meiner Gegenwart, ihre Hand hätte in einem Rauch
-gehalten, den der _Maraboth_ angemacht. Viele andere Dinge geschehen
-durch diese Leute, als zum Exempel, daß sie können den Arm in den Leib
-eines Pferdes jagen, also, daß er mit Blut gefärbet ist, wann sie solche
-wiederum herausziehen, hierauf sprechen sie einige Worte, lassen dem
-Pferde gleich darauf zu essen und zu trincken geben, worauf man an
-selbigem nicht das allergeringste wahrnehmen kan. Sie wissen dem
-gestohlnen nachzureisen, und was solcher Dinge mehr seyn können. Einige
-von diesen Leuten gehen in schönen grünen Kleidern, welches, wie sie
-sagen, Christo zu Ehren geschehen soll, weilen sie vermeinen, diese
-Farbe gefalle ihm, vorermeldten grünen Steins wegen. Einige hingegen
-gehen in gantz geringen Kleidern einher. Es wird auch in Lande ein Thier
-gefunden _Dyx_ genannt, das sich mehrentheils von wildem Honig ernähret,
-und einige Aehnlichkeit mit einem Schweine hat. Von selbigem
-wunderlichen Thiere haben die Türcken die Meinung, daß es zuvor ein
-_Maraboth_ gewesen, oder daß die Seele eines _Maraboths_ in selbiges
-gefahren. Die Ursache ihrer Präsumtion ist diese, weilen das Thier, wann
-man ihme einen Brief oder ein Blat aus einem Buche giebt, das Papier in
-den fördersten Füßen nimmt und vor sich hält, hierauf beginnet
-vielfältig zu plaudern, gleich als wenn es lesen könnte, und wann man
-das Papier von ihm nehmen will, zornig wird und es in Stücken reißet.
-
-Ich komme aber wiederum zu meiner eignen Historie, insonderheit zu
-meiner Loßgebung, so nicht lange nach dem letzten Kriege mit _Tunis_,
-erfolgte. Mein Patron hatte mir hierüber seine Zusage gegeben, und einer
-von den Bedienten des _Bey_ zu _Algier_ legte Fürbitte für mich ein.
-
-Selbiger war dessen _Gassenadahl_ und darneben sein Schwester-Sohn, mit
-Nahmen _Ali Goje_, der nach meiner Abreise _Bey_ oder _König_ zu
-_Algier_ soll geworden seyn. Er stellete meine treue Dienste, und
-verschiedener Expeditionen glücklichen Ausgang vor. Es war auch die
-höchste Zeit, wie meine Dimißion mir zugestanden wurde, dann mein Patron
-hatte schon das 95 Jahr erreichet, als, daß ich jeden Tag mußte eine
-Veränderung vermuthen, bey welcher es schlecht für mich würde ausgesehen
-haben, vornehmlich da diejenigen, so am meisten in Gnade gestanden, von
-dem folgenden Regenten am meisten, des Geldes wegen, pflegen geplagt zu
-werden, und wann dessen Begierde unersättlich, werden oft diejenigen zu
-Tode gepeiniget und geplaget, von welchen sie suchen größere Capitalien,
-als das Land zu wege bringen kann, zu erpressen: wie dann gleicher
-Gestalt die Geld-Begierde fast meines Patrons Haupt-Laster war, obschon
-ich ihn eben nicht des Geitzes beschuldigen kann. Ich hatte zwar wohl im
-Sinn, wann sich ein Todes-Fall sollte ereignet haben, zu einem meiner
-gnädigen Frauen Brüder zu fliehen, dem ich angelobet, so es mir irgend
-möglich seine Schwester zuzuführen. Ich hatte auch ihm 1000 Ducaten zur
-Verwahrung anvertrauet, indem ich aber nicht so lange wartete, verdroß
-es mich nicht, sie im Stiche zu laßen. Des Abends zuvor, ehe ich von
-_Constantine_ zog, hatte ich annoch mit meinem Patron verschiedene
-Discurse, und wie man zur selbigen Zeit in einem Gezelt, nicht weit von
-meines Herrn Gezelt, einen Lerm hörte, fragte er: Was zu thun sey? Ich
-antwortete: es wären die Mohren, welche einen verstorbenen Amtmann ihrer
-Nation, beklagten. Ja, sagte er, er ist ietzo wohl daran, aber du, wo
-gedenckest du hin? Siehe! Du reisest ietzo von hier, du gehest weg und
-stirbest heute oder morgen, ich nehme keinen Theil an deinem Verderben,
-es sey auf deinen Schultern, denn ich habe dir zu deinem Besten
-gerathen, deine Verantwortung wird darum größer seyn, weilen du, weit
-vor deinen Mitchristen Gelegenheit gehabt hast, ein Muselmann zu werden.
-Den Tag hernach, ging ich, wie ich reisefertig war, zu meinem Patron,
-küßte ihm die Hand und sagte: _Afendi!_ Ich dancke für das Brod und den
-Sold, so ich nun in 12 Jahren von Ihren Händen empfangen, ich erbitte
-mir Ihren Seegen, und die Vergebung derer Dinge, worinnen ich mich
-versehen haben mögte. Seine Antwort war diese: Ich dancke dir Capitain
-für deine Dienste und habe ich dir etwas zuwider gethan, wollest du es
-mir gleichergestalt verzeihen. Bey den letzten Worten, weinte ich und
-umfaßte seine Knie, der alte Herr aber richtete mich auf, und legte,
-indem man die Thränen auf seinen Wangen sehen kunte, seine Hand auf mein
-Haupt, und sprach: _Fahre mit GOtt, nimm dich in acht für starckes
-Geträncke, für Weibes-Volck und für die Juden zu Algier, daß sie dir
-nicht dein Geld ablauren._ Hierauf ertheilte er mir einen Paß auf
-Pergament, so ich zu _Algier_ könnte vorzeigen. Wie ich daselbst ankam,
-fragte mich der dorten gegenwärtige _Bey_: Wie lange ich zu
-_Constantine_ gewesen? Ich antwortete 12 Jahr. Wohl sagte er, ietzo
-kanst du mir wohl eben so lange dienen; wie ich hierauf antwortete: daß
-ich es für eine Gnade achten würde, einen so vornehmen Herrn
-aufzuwarten, sagte er; du meynest es nicht und setzte ein kleines
-Scheldwort hinzu, gab mir aber doch so viel an Golde als 7 Reichsthl.
-und theilte mir ohne Bezahlung einen Passeport mit, so sonsten über 70
-Rthlr. gekostet haben würde, sagend: Deines Herrn und deiner treuen
-Dienste wegen, verlanget man nichts. Indem er aber sich gegen einen
-andern Herrn so bey ihm war, wandte, sprach er: Ist es nicht eine
-Schande für uns? Wir erwerben die Christen mit unserm Blute, und hernach
-lassen wir sie aus dem Lande gehen mit unsern Mitteln. Dann es war ihm
-bekannt, daß mein Herr mich behalten lassen, was ich dorten besaß,
-obschon ich meine Mittel weit höher hätte bringen können, wenn ich mich
-nicht in solcher Eil genöthiget gesehen, sie zusammen zu sammlen, und
-viele Dinge für den halben Werth verkauffen müssen. Folgende Historie
-wurde mir dorten erzählet: Vier oder fünff Sclaven zu _Algier_ hätten
-mit einander in der Stille überlegt, ein Boot zu verfertigen, und
-hiermit in die Christenheit zu entfliehen. Einer von Ihnen hätte die
-Abrede genommen, daß sie des Abends, da sie zu entfliehen gedächten,
-sich sollten mit dem Boote bey einem gewissen Garten einfinden, der
-seinem Patron gehörete, und parat seyn, diejenige Person einzunehmen,
-die er bey einer Laterne ihnen zuführen wollte. Inzwischen wäre dem
-Patron eine silberne Kumme weggekommen, und der Sclave nicht ohne
-Ursache dessen beschuldiget worden; er hätte aber vermeynet hierum zu
-wissen und hingegen gesagt, eine Kunst in Europa erlernet zu haben, dem
-verlohrnen nachreisen oder entdecken zu können, welches, wie er vorgab
-des Abends geschehen sollte. Er hätte zu dem Ende den Patron mit sich
-bey einer Laterne an den Garten geführet, und vorgegeben, daß das
-Gestohlne daselbst sollte gefunden werden. Wie er ihn hätte herum
-geführet, wären sie zuletzt an die Stelle gekommen, woselbst die andern
-gewesen, und hätte gesagt: hier soll es sich finden, da jene sich des
-Türcken bemächtiget und ihn mit sich in die Christenheit geführet.
-
-Meine Reise ging über _Marseille_, _Lion_, _Paris_ und _Hamburg_. In
-_Paris_ sahe ich annoch mein voriges Pferd, auf welchem ich von
-_Boâssâse_ entwichen, dann es wurde von mir an den frantzösischen Consul
-zu _Algier_ verkauft, von dem es auf des Königs Stall gekommen. Wie ich
-zu _Hamburg_ ankam, kam mir mein Vater _Oluff Janßen_, welcher annoch im
-Leben ist, und zwey Jahr zuvor zu meiner Rantzion 800 Marck weggesandt
-hatte, entgegen; wie er aber auf Schreiben des Kauffmanns in _Hamburg_
-kam mich abzuholen, mußte er zu seinem großen Leidwesen vernehmen, daß
-man gefehlet hätte, wo nicht in dem Nahmen, doch in der Person, indem
-ein Soldat aus Bremen für diese Geld-Summe loßgegeben worden. Meines
-Vatern Geld war weg und sein Sohn gleichwohl in der Türckey; doch wie er
-kurtz hierauf Brieffe von mir, von meinem Wohlstande und der Hoffnung zu
-meiner gewissen Erlösung erhalten, gab er sich einigermassen zufrieden.
-Seine Hoffnung wurde erfüllet, da ich das Früh-Jahr hernach ankam und er
-abermals sich zu _Hamburg_ einfand. So wenig er aber ersteren kennete,
-so wenig kunte er ietzo mich erkennen. Er hatte mich nicht gesehen, seit
-dem ich ein Knabe von 14 Jahren, ietzo aber wohl gewachsen, anbey
-corpulent und mit zierlichen Kleidern angethan war. Ich kam also gesund
-und vergnügt wiederum in meinem Vaterlande an, fast um selbige Zeit als
-ich vor 13 Jahr gefangen worden, und brachte an raren Kleidern, Meublen
-und baarem Gelde ziemliche Mittel mit mir, welches alles ich mit
-Vorwissen meines Patrons, mit mir aus der Türckey genommen. In _Tundern_
-hatte ich die Gnade dem Hochseel. Könige Christian dem Sechsten
-vorgestellet zu werden, welcher sich allergnädigst gefallen ließ, etwas
-von denen Dingen anzuhören, die sich mit mir zugetragen. Kan ich dann
-mich nicht selbst mit _Joseph_ in Ansehung seiner Unschuld vergleichen,
-so kan es doch einigermassen in Absicht auf sein Glück geschehen, und
-mein alter Vater hat etwas vom Schicksal _Jacobs_ erfahren, sowohl in
-Ansehung seiner Betrübniß als Freude über mich, indem er vorher eben so
-wenig glauben konnte, daß es mir so wohl ginge, als jemals gedencken,
-mich wieder zu sehen. Der Gott Abrahams, Isaacs und Jacobs, der mich bis
-diese Stunde unter vielen Gefährlichkeiten erhalten, gebe mir seine
-Gnade, damit seine Furcht mir vor Augen sey, daß ich mit _Joseph_ für
-alles das Böse, so ihm zuwider, mich hüten, und in Ruhe, Glauben und
-Zuversicht zu ihm, von dem Getümmel und Unruhe dieser eitelen Welt
-entfernet, den Rest meiner Tage zubringen möge.
-
-
-
-
-Anmerkungen zur Transkription
-
-Die Schreibweise der Namen und der fremdsprachigen Textabschnitte
-wurde mit einer dänischen Originalausgabe abgeglichen:
-
- Hark Olufs besynderlige Avanturer eller forunderlige Skiæbne i
- Tyrkiet, samt hans lykkelige Hiemkomst derfra til sit Fædreneland:
- Øen Amrom, i Riber-Stift. Haderslev, 1761.
-
-Der häufig vorkommende Name Boâssâse wurde einheitlich so geschrieben.
-Die ebenfalls vorkommende Schreibweise Boässäse wurde entsprechend
-korrigiert. Alle weiteren Differenzen wurden wie in der dieser
-Transkription zu Grunde liegenden deutschen Fassung belassen. Im
-Besonderen gilt dies für Seite 9, wo es im dänischen Original heißt:
-
- Al ham dilola Robbi läiro min rachmana
- rachim mänik jumidin, jäken abeddo jäken
- astohiim tokino soratin lädino en ne dalohiim al
- ham dilolah robbi läiro min.
-
-Seite 14, wo die Bezeichnung Thefés im dänischen Text einfach nur
-Thefes ist, sowie Seite 35, wo das dänische Original so lautet:
-
- Herjar Sidna se Eisa
-
-Weitere Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt, zum Teil unter
-Anwendung der dänischen Originalausgabe (vorher/nachher):
-
- [S. 13]:
- ... als ein ordentlicher Muht und ...
- ... als ein ordentlicher Muth und ...
-
- [S. 23]:
- ... man aber hierüber Raht pflegte, wer hiezu ...
- ... man aber hierüber Rath pflegte, wer hiezu ...
-
- [S. 23]:
- ... Reuter. Ist wuste in dieser Eilfertigkeit ...
- ... Reuter. Ich wuste in dieser Eilfertigkeit ...
-
- [S. 31]:
- ... Es trug sich währender Zeit, da ich ...
- ... Es trug sich während der Zeit, da ich ...
-
- [S. 31]:
- ... ich das Vergnügen hatte, S. Europäer zu ...
- ... ich das Vergnügen hatte, 5 Europäer zu ...
-
- [S. 31]:
- ... machen, daß nichtes an ihrer Verpflegung ...
- ... machen, daß nichts an ihrer Verpflegung ...
-
- [S. 33]:
- ... Nahmen und Gebuhrts-Ort einzuzeichnen. ...
- ... Nahmen und Geburths-Ort einzuzeichnen. ...
-
- [S. 40]:
- ... Selbiger war dessen Gassenadhal und ...
- ... Selbiger war dessen Gassenadahl und ...
-
- [S. 45]:
- ... hier soll es sich finden, da jene sich der ...
- ... hier soll es sich finden, da jene sich des ...
-
- [S. 48]:
- ... ginge, als jemals gedencken, euch wieder zu sehen. ...
- ... ginge, als jemals gedencken, mich wieder zu sehen. ...
-
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Harck Olufs aus der Insul Amron im
-Stifte Ripen in Jütland, gebürtig, sonderbare Avanturen, so sich mit ihm insonderheit zu Constantine und an andern Orten in Africa zugetragen., by Otto Riese and Hark Olufs
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HARCK OLUFS AUS DER INSUL ***
-
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-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
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-
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-volunteers and employees are scattered throughout numerous
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-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
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-
- Dr. Gregory B. Newby
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-
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-
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-<title>The Project Gutenberg eBook of Harck Olufs sonderbare Avanturen, by Otto Riese</title>
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-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Harck Olufs aus der Insul Amron im Stifte
-Ripen in Jütland, gebürtig, sonderbare Avanturen, so sich mit ihm insonderheit zu Constantine und an andern Orten in Africa zugetragen., by Otto Riese and Hark Olufs
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
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-
-
-
-Title: Harck Olufs aus der Insul Amron im Stifte Ripen in Jütland, gebürtig, sonderbare Avanturen, so sich mit ihm insonderheit zu Constantine und an andern Orten in Africa zugetragen.
-
-Author: Otto Riese
- Hark Olufs
-
-Translator: Hermann Noodt
-
-Release Date: August 5, 2016 [EBook #52725]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HARCK OLUFS AUS DER INSUL ***
-
-
-
-
-Produced by Peter Becker, Jens Sadowski, and the Online
-Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net. This
-transcription was produced from images generously made
-available by Universitäts- und Landesbibliothek
-Sachsen-Anhalt.
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="frontmatter">
-<p class="aut">
-Harck Olufs
-</p>
-
-<p class="aut2">
-aus der Insul Amron im Stifte Ripen<br />
-in Jütland, gebürtig,
-</p>
-
-<h1 class="title">
-<span class="line1">sonderbare</span><br />
-<span class="line2">Avanturen,</span>
-</h1>
-
-<p class="subt">
-<span class="line1">so sich mit ihm insonderheit zu</span><br />
-<span class="line2">Constantine und an andern Orten in</span><br />
-<span class="line3">Africa zugetragen.</span>
-</p>
-
-<p class="trn">
-<span class="line1">Ihrer Merkwürdigkeit wegen in</span><br />
-<span class="line2">Dänischer Sprache zum Drucke befördert,</span><br />
-<span class="line3">itzo aber</span><br />
-<span class="line4">ins Deutsche übersetzet.</span>
-</p>
-
-<p class="pub">
-<span class="line1">Flensburg,</span><br />
-<span class="line2">in Verlag <span class="gesperrt">Johann Christoph Kortens</span>,</span><br />
-<span class="line3">1751.</span>
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="centerpic pbb" id="img-003">
-<a id="page-3" class="pagenum" title="3"></a><img src="images/003.jpg" alt="" /></div>
-
-<p class="dropart">
-<span class="firstchar"><img src="images/drop_d.jpg" alt="D" /><span class="hidden">D</span></span>a es dem HErrn gefallen,
-mich, vor vielen tausend
-andern Menschen, auf sonderbare
-Weise zu führen,
-hat man von mir verlanget,
-daß die seltsame Begebenheiten,
-so mir wiederfahren, ihrer
-Merckwürdigkeit wegen mögten in die Feder
-gefaßt und dem Drucke überlieffert
-werden, damit selbige hinkünftig zu einem
-Beweise dienen könnten, wie wunderbarlich
-GOtt die Kinder der Menschen
-führe, und daß er auch nach seinem
-Wohlgefallen, das Hertze eines Unchristen
-zur Barmhertzigkeit neigen könne.
-</p>
-
-<p>
-Im Jahr 1708 den 19 Julii erblickte
-ich zuerst das Licht dieser Welt, auf
-einer kleinen Insul Amrom genannt, so
-in der West-See liegt, und zum Stifte
-Ripen in Jütland gehöret. Wie meine
-Landes-Leute ihre Nahrung von der See
-<a id="page-4" class="pagenum" title="4"></a>
-haben, so bin ich auch in Zeiten, von
-meinem zwölfften Jahre an, beflissen gewesen,
-dereinst einen tüchtigen See-Mann
-abzugeben; Ich habe bis ins dritte Jahr
-eine und andere Reise gethan, da ich zugleich
-mit dreyen meiner Landes-Leute,
-<em>Richard Flor</em>, <em>Jens Nikelsen</em> und
-<em>Hark Nikelsen</em>, <em>Jürgen Oksen</em> von
-<em>Föhr</em>, und dreyen vom Elbstrom, mich
-bey der Stelle im Canal, so <em>Sordels</em>
-genannt wird, den 10 Martii 1724 von
-einem türckischen Caper muste gefangen
-nehmen und nach <em>Algier</em> schleppen lassen.
-Ich wurde auf dem Marckte für 1000
-<em>Cartuches</em>, oder 1000 Marck Lüb.
-verkauft, den Tag aber hernach überließ
-mich mein Kauffmann an einen andern
-mit 100 Cartuchers Profit. Bey diesem
-Herrn war ich ohngefehr 14 Tage,
-und war meine Arbeit, eins und das andere
-im Garten zu bestellen, ingleichen
-Maulbeer-Blätter für meines Patrons
-Seiden-Würmer einzusammlen, und
-hiernächst Wasser zu tragen und das
-Hauß rein zu halten. Indem aber der
-Constantinische <em>Bey</em>, mit Nahmen <em>Assin</em>,
-<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a>
-seinen Commißionair zu <em>Algier</em>
-hatte, Sclaven einzukauffen, bekam er
-Lust zu mir, und mein Patron überließ
-mich ihm für 450 Stück von Achten.
-Dieser Bey <em>Assin</em> kan wie ein kleiner
-König angesehen werden, dessen Haupt-Stadt
-<em>Constantine</em>, eine ansehnliche
-Stadt und Vestung ist, und nach meiner
-Muthmaßung 12 Tage-Reisen oder 60
-Meilen von <em>Algier</em> gegen Süden liegt.
-So viel ich weiß, stand er auf keine Weise
-unter dem Groß-Sultan, sondern er
-war Souverain in seinem Lande; er war,
-wie ich in seine Dienste trat, schon ein
-Herr von hohem Alter, hitzigen Kopfs
-und gesunder Complexion; er war beherzt
-und hatte eine gute Kriegs-Erfahrung,
-indem er vorher, und stets bey meiner
-Zeit, mit seiner Armee zu Felde lag,
-und zum öftern mit seinen Nachbaren
-Streitigkeiten hatte. Einen Monat hielte
-er sich zum wenigsten in jedem Jahr zu
-<em>Constantine</em> auf. Er hatte zwey Weiber,
-so von mehr als 40 Bedienten Männern
-und Weibern, unter welchen 4 Verschnittene
-zu Cammerdienern bestellet waren,
-<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a>
-aufgewartet wurden. Er selbst ließ
-sich, von 30 bis 40 Laquaien, wovon die
-Hälffte Renegaten, und hernach mit den
-besten Bedienungen im Lande abgefunden
-wurden, bedienen.
-</p>
-
-<p>
-Ich muß hier, ehe ich weiter gehe,
-mit wenigen Worten etwas von den Eigenschaften
-des Landes, hiernächst der
-Nation und endlich von meinem eigenen
-Schicksal melden. Das Land ist voller
-Klippen, wovon einige so hoch, daß sie
-stets mit Schnee bedeckt sind, obschon
-das Land unten an denen Klippen so heiß
-ist, daß wann die Cameelen hievon im
-Anfang gantze Trachten herunter brachten,
-doch der Schnee meistens, bis auf
-kleine Klumpen zerschmoltzen, ehe sie am
-Fuß der Klippen gekommen. Sonst ist
-das Land sehr fruchtbar, und trägt allerley
-Korn, Trauben, Mandeln, Datteln,
-Feigen, Granat-Aepffel, Wasser-Limonien
-&amp;c: doch mit dem Unterscheide,
-daß die eine Provintz besser in einem, und
-eine andere in anderen Dingen ist, und
-müssen beständig von allen Städten Lieferungen
-<a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a>
-geschehen zum Lager, wo der
-König sich mit seinen Königinnen aufhält.
-Es wird sehr feine Wolle, wie auch
-Wachs und Honig aus dem Lande verführt,
-verschiedener Apothecker-Waaren,
-rarer Felle von Löwen, Tygern und dergleichen
-zu geschweigen. Ob andere Metallen
-als Bley ausgegraben werden,
-weiß ich nicht. Für diejenigen, so im
-Lande gebohren, muß die Luft sehr gesund
-seyn, indem es nichts ungewöhnliches,
-daselbst Leute zu sehen von 100
-und 120 Jahren und darüber. Man
-bemercket dann und wann Erdbeben und
-viel Gewitter, sonderlich im Sommer.
-Ausser freßigen wilden Thieren, als Löwen,
-Tygern und dergleichen, welche oft
-Menschen angreiffen, haben die Einwohner
-viele Plage von unterschiedenen Arten
-giftiger Schlangen, doch am meisten
-von Scorpionen, so in gewissen Gegenden
-in solcher Menge gefunden werden,
-daß man kaum einen Stein von der Erde
-aufheben kan, worunter nicht ein oder
-zweene liegen sollten. Hiezu kommen
-auch die verdrießliche Mücken und Fliegen,
-<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a>
-welche die Schlafenden sehr verunruhigen.
-</p>
-
-<p>
-Das Land wird von Türcken und
-Mohren, welche letztere beydes weiß und
-schwartz fallen, bewohnt: Ihre Sprache
-ist von der Türckischen unterschieden, und
-nennen sie solche Arabisch, aber beede
-Nationen, so unter der Herrschafft vorgemeldten
-<em>Beys</em> gehören, werden mit
-einem Nahmen <span class="antiqua">Schirck</span> genannt, welcher
-so viel sagen will, als das Volck, so gegen
-Süden wohnet. In der Religion,
-sind die Mohren nicht viel von den Türcken,
-ausgenommen etwas in den Ceremonien,
-unterschieden. Ich muß auch
-den Türcken überhaupt den Ruhm geben,
-daß sie aufrichtiger als die Mohren, also
-daß, was den Umgang betrifft, unter
-den Türcken insgemein eben so viele Ehrlichkeit,
-als unter uns Christen, angetroffen
-werde. In ihrer falschen Religion
-sind sie eifrig, und soll kaum jemand
-gefunden werden, der vorsetzlich wider
-die Dinge handeln sollte, welche sie für
-die Pflicht eines Mahometaners halten.
-<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a>
-Sobald der Tag grauet, wird von einem
-Thurm oder anderem erhabenen Orte,
-von dem der hierzu bestellet, wann er einen
-Finger in jedes Ohr gestecket, geruffen:
-<span class="antiqua">Eschet velej elej lala. Eschet enne
-Mahammet arasu lala ella velun Zelleth,
-ala hoat warth, ala hoat warth.</span>
-Hierauf steht jedermann auf, und nachdem
-sie die Hände bis an die Ellenbogen
-und die Füsse bis an die Enckel gewaschen,
-den Mund und die Nase gereiniget,
-und zugleich mit der verkehrten Hand
-das Angesicht und hinter den Ohren gestrichen,
-wird ihr gewöhnliches Gebet,
-so 5 mal des Tages, und zum ersten mal
-vor Aufgang der Sonne verrichtet wird,
-gehalten. Die Worte lauten in der Arabischen
-Sprache also: <span class="antiqua">Al ham dilola
-Robbi laïro min rachmana rachim mänik
-jumidin, jäken abeddo, jäken estohiim
-tokino soratin lädino en en dalohiim
-al ham dilolah robbi läiro mìn.</span>
-Sie stehn in den Gedancken, daß nicht
-leicht ein Türcke verdammt werde. Von
-Christo, den sie <span class="antiqua">Eisa</span> und die Jungfer
-Maria, so sie <span class="antiqua">Lella Maria</span> nennen, reden
-<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a>
-sie mit Ehrerbietigkeit, von dem Teufel
-aber, als von einem solchen, der böses
-thut. Ihre Beschneidung wird zuerst
-in dem vierten, fünften, ja sechsten Jahr
-vorgenommen. Schweinefleisch essen sie
-nicht, auch trinckt kein Mahometaner
-Wein oder anderes starckes Geträncke,
-sondern an deren Stelle entweder Wasser
-oder <em>Schorbet</em>, welches ein Wasser,
-das mit Rosinen gekocht ist, und auf unterschiedliche
-Art kan zubereitet werden.
-Ihre Fast-Tage, <em>Ramadam</em> genannt,
-werden jedes Jahr einen gantzen Monat
-gehalten, da man des Tages über nichts
-genießt, hingegen des Nachts ißt und
-trincket. In den letzten Jahren kunte
-mein Patron nicht vertragen zu fasten,
-sondern aß heimlich ein wenig. Ihre
-Todten werden in Leinewand gewickelt
-und also in die Erde gelegt. Die Mohren
-stimmen gemeiniglich ein Klage-Lied
-über ihre Todten an, da beedes Männer
-und Weiber sich mit ihren Nägeln auf
-das Kinn und vor der Stirne ritzen.
-Wann sie sich verheyrathen, bekommt
-der Bräutigam seine Braut nicht vorher
-<a id="page-11" class="pagenum" title="11"></a>
-zu sehen, sondern wann er mit seinen Gästen
-am Hochzeit-Tage gegessen und getruncken,
-wobey zuweilen auf einer Cither
-gespielet wird, wird er in das Frauenzimmer
-Gemach geführet, woselbst die
-Braut zugleich mit andern Weibern, so
-alle das Angesicht verhüllet, befindlich,
-ihm aber wird ein Zeichen gegeben, woran
-er die Braut erkennen kan. Zu ihr
-geht er dann hin und nimmt das Geld,
-so er zur Morgen-Gabe geben will und
-kan, in einem Schnupftuch, giebt
-ihr damit einen Streich, und geht hierauf
-in die Schlaf-Kammer. Sie folget
-nach, er fragt sie hierauf zweyenmal um
-ihren Nahmen? aber sie antwortet nicht,
-bis er zum drittenmal fragt; hierauf
-wirfft er das Schnupftuch mit dem Gelde
-auf die Tiele, und breitet einen kleinen
-Teppich auf den Boden, tritt darauf und
-verrichtet sein Gebet. Die Braut leget
-inzwischen die Kleider ab und geht zu
-Bette, und er folget nach. Die meisten
-Weiber sind sehr jung, wann sie sich verheyrathen.
-Im Essen und Trincken leben
-die Türcken, wie ich erfahren habe,
-<a id="page-12" class="pagenum" title="12"></a>
-sparsam; es werden nicht viele Gerichte
-aufgetragen, vielerley Arten Früchte aber
-bey der Mahlzeit aufgesetzet. Sie
-speisen des Morgens zuerst eine Art Gebackenes,
-hierauf trinckt man Caffe,
-(der Thee wird nicht geachtet) um 10
-Uhr speißt man zu Mittage, hierauf ruhet
-man einige Stunden, und speißt wiederum
-des Nachmittags ohngefehr gegen
-4 Uhr.
-</p>
-
-<p>
-Was nun insbesondere meine Schicksale
-angehet, so habe ich erstlich drittehalb
-Jahr bey diesem meinem Patron als
-Laquai gedienet, und wie ich in dieser
-Zeit <span class="antiqua">Lingua Franca</span>, wie auch die Türckische
-und Arabische Sprache erlernte,
-und nach und nach in denen Dingen, so
-vorfielen, geübet wurde, so erweckte mir
-GOtt Gnade bey meinem Patron, also
-daß er jederzeit große Gewogenheit gegen
-mich hegte. Er vertrauete mir das Amt
-an, welches von großer Wichtigkeit und
-<span class="antiqua">Gassenadahl</span> oder <span class="antiqua">Gasnadi</span> benannt wird,
-nach der Redens-Art aber unseres Landes
-<em>Ober-Caßirer</em> heißt. Ich bekleidete
-<a id="page-13" class="pagenum" title="13"></a>
-dieses Amt erstlich in 4 Jahren, und
-mein jährlicher Gehalt war 1700 Stück
-von Achten, ausser was mir an Lande,
-Cameelen, Schafen, und dergleichen
-gehörete. Zween Schreibern, so stets
-bey mir waren, gab mein Patron die Besoldung,
-zwantzig Bedienten aber und
-bisweilen darüber, reichte ich selbsten den
-Lohn. Dreymal im Jahr hatte ich eine
-reichlich mit Gold und Silber gestickte
-Montur. Ausser dieser meiner Bestallung,
-wurde mir annoch ein Commando
-von 500 Pferden anvertrauet, dann ich
-hatte annoch als Caßirer, bey unterschiedenen
-Gelegenheiten, gegebener Ordre
-nach, eine Art Bravoure, so meinem
-Patron gefallen, bewiesen, obschon meine
-Tapferkeit im Grunde eher eine Verwegenheit,
-als ein ordentlicher <a id="corr-1"></a>Muth und
-Hertzhaftigkeit zu nennen; dann ich war
-in meinem Sinn nicht vergnügt, und eben
-darum war es mir einerley, ob ich
-lebte oder todt wäre. Obgleich ich ein
-bey der Nation angesehener Mann war,
-und viele mir mein Glück mißgönneten;
-so sahe ich doch die Sache selbst besser ein,
-<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a>
-daß ich diesem allen ohnerachtet ein Sclave
-geworden, und daß ein kleines Versehen,
-bey einem barbarischen Herrn, der
-Macht hatte zu thun, was ihm selbst gelüstete,
-leicht verursachen konnte, daß ich
-eben so tief erniedriget würde, als ich
-war erhöhet worden, ja jeden Tag mein
-Leben in meinen Händen tragen müste.
-Diese bemeldte 500 Mann zu Pferde,
-waren stets um mich und konnten als meines
-Patrons Leib-Garde angesehen werden.
-Es trug sich zu, daß sich ein Krieg
-entspann, zwischen meinem Patron und
-einem andern, mit Nahmen <span class="antiqua">Boâssâse</span>
-von <span class="antiqua">Thefés</span>, welcher als ein kleiner Fürst
-konnte angesehen werden, und das Haupt
-einer vornehmen Familie war. Diesem
-<span class="antiqua">Boâssâse</span> kam im Sinn, daß er sich eines
-gewissen Stückes Landes, so meinem
-Patron gehörte, bemächtigen wollte. Ich
-gehe hier die verschiedentlich vorgefallene
-kleine Scharmützel mit Stillschweigen
-vorbey, indem täglich, so lange zwo Partheyen
-wider einander zu Felde lagen,
-gefochten wurde. Hie und dort geschahen
-beständige Attaquen. Man bedienete
-<a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a>
-sich einer andern Kriegs-Art, als in
-unsern Ländern, ordentlich zu Wercke zu
-gehen. Das mehreste beruhete hauptsächlich
-auf einen hitzigen Angriff. Von
-diesen kleinen Scharmützeln waren folgende
-zwey die wichtigsten: In dem ersteren
-waren wir glücklich, in dem andern hingegen
-hatte der Feind einen Vortheil.
-Nachdem man auf beyden Seiten einige
-tausend Cameele, Pferde, Schafe und
-dergleichen geplündert, wurde ich einstens
-mit 500 Pferden commandiret zu recognosciren,
-und wie wir bey dieser Gelegenheit
-bemerckten, daß der Feind sich
-zur Ruhe begeben, resolvirten wir einen
-Einfall zu thun. Solcher glückte so
-wohl, daß der Feind, indem er vermuthlich
-gedachte, unsere gantze Macht, so
-gemeiniglich 9 bis 10000 Mann starck,
-wäre zur Stelle, die Flucht ergriffe.
-Zwey und funfzig Köpfe führten wir mit
-uns zurücke, wogegen wir nur fünf
-Mann verlohren. Wir fertigten einen
-Courier ab, meinem Patron Nachricht
-von unserem Siege zu bringen. Wie
-wir ankamen, befahl der König, daß
-<a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a>
-jeder, so einen Kopf mit sich gebracht,
-hervor treten, und solchen im Gezelte zu
-seinen Füßen werffen sollte. Er regalirete
-alle durchgehends mit Gelde, mir
-aber wurden insonderheit unterschiedliche
-Ehren-Bezeugungen erwiesen, indem den
-vornehmsten Bedienten anbefohlen wurde,
-mir aufzuwarten, und von selbigem
-Tage an, wurde mir das Commando über
-die ganze Cavallerie, welche Bedienung
-<span class="antiqua">Laga di Dejra</span>, oder Obrister über
-die Cavallerie, benannt wird, anvertrauet,
-welcherhalben ich aber mir vieler
-Haß und Mißgunst auf den Halß lude.
-Es währete nicht lange, daß ich abermals
-sollte einen Versuch wider dieselben
-Feinde thun, es geschahe auch, aber zu
-meinem und derer, so bey mir waren,
-Nachtheil. Dann da der Feind flohe,
-und wir ihm nachsetzten, musten wir zwischen
-einigen Klippen defiliren. Der
-Feind hatte den Paß mit Fußvolck belegt,
-von welchem ein Theil unseres Volcks erschossen,
-dem andern Theil, so sich gefangen
-gabe, der Paß abgeschnitten wurde,
-der Ueberrest aber sich mit der Flucht salviren
-<a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a>
-muste. Ich befand mich unter den
-Gefangenen, mein Pferd war unter mir
-erschossen, man nahm mein Leibgehänge
-und spannte damit meine Hände auf dem
-Rücken zusammen; Fünf und viertzig
-von unseren Leuten, so gefangen waren,
-wurden massacriret, und man hatte Anfangs
-im Sinn, auf gleiche Weise mit
-uns zu verfahren, indem man aber hoffte,
-eine gute Rantzion für uns zu bekommen,
-behielten ihrer funfzehn, worunter
-ich mich befand, das Leben; obschon
-einer von meinen Dienern, so ich bey
-mir hatte und sonderlich liebte, vor
-meinen Augen erstochen wurde. Wie
-wir nun in Verwahrsam gebracht waren,
-kam des vorgemeldten <span class="antiqua">Boâssâses</span> Gemahlin,
-mit Nahmen <span class="antiqua">Elgia</span>, ins Gefängniß,
-nach türckischer Manier also verhüllet,
-daß nichts an ihr bloß zu sehen, als
-ihre Augen und Hände, so nach ihrer
-Gewohnheit, mit verschiedenen tief einbeissenden
-Farben bunt gemahlet waren.
-Sie kam größtentheils aus Neu-Begierde
-ins Gefängniß mich zu sehen, sintemalen
-sie vernommen, daß ich ein Christ wäre.
-<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a>
-Sie fragte: welcher es von uns
-sey? und nach wiederhohlter Frage,
-warf ich mich zu ihren Füßen, da ich ohnehin
-unter den andern kenntlich genug,
-sintemalen die Augen der andern Gefangenen
-nicht alleine auf mich gerichtet, sondern
-auch ich von den andern, an der
-Farbe unterschieden war. Ihre Fragen
-an mich waren mancherley, unter andern:
-Ob man in unserm Lande an einen
-GOtt glaubte, der über Himmel und
-Erde regiere? Wie ich diese Frage mit Ja
-beantwortete, machte sie den Einwurf,
-daß sie in Europa Holtz und gemahlte
-Bilder anbeteten. Diese irrige Meynung
-mag vielleicht daher gekommen
-seyn, daß sie solches entweder von den
-Catholicken gehört oder gesehen. Ferner:
-Ob wir Pferde, Cameele, Milch,
-Oel, Brod und dergleichen hätten? Endlich
-ging sie weg, ich rieff ihr in einem
-beweglichen Ton und mit heller Stimme
-nach, für mich bey ihrem Herrn eine
-Fürbitte einzulegen, worauf sie antwortete,
-ich sollte nicht so ruffen; Welche
-Worte ich also aufnahm, als ob sie zornig
-<a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a>
-geworden wäre, in wenigen Stunden
-aber kam der Schmidt, und machte
-mich loß. Ich hatte hierauf die Gnade,
-vor dem <em>Schey</em>, welcher so viel als ein
-Printz bedeutet, geführet zu werden,
-und mir wurde zu meiner Erquickung
-viel gutes erwiesen. Dieser <em>Schey</em> war
-ein Enckel des alten <span class="antiqua">Boâssâse</span>, bey welchem
-ich also in Gnade zu kommen, das
-Glück hatte, daß mir nicht alleine viele
-Gutthaten bewiesen und unterschiedliche
-Dinge zu meiner Erquickung präsentiret
-wurden, sondern auch, daß er seinen Aelter-Vater
-ersuchte, daß er mich mit auf
-die Jagd nehmen mögte. Wie man an
-einem Tage, einige Stunden nach Mittage,
-die Pferde ein wenig bey seite geführet,
-belustigte sich dieser <em>Schey</em> mit
-denen Herren, so bey ihm waren, nach
-dem Ziel zu schießen. Wie ich inzwischen
-in tieffen Gedancken über mein Schicksal
-stunde, und von ohngefehr meine Augen
-auf die Pferde gewandt, vermeynte der
-junge Herr ich besähe die Pferde, und
-fragte mich daher, ob diese Pferde wohl
-so gut wären, als diejenigen, so ich zu
-<a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a>
-<em>Constantine</em> hinterlassen? Ich unterstunde
-mich nicht diese Frage zu beantworten,
-bis ich mir die Gnade ausgebeten,
-die Wahrheit sagen zu mögen; denn
-ich hätte allezeit gehört, sagte ich, es gezieme
-sich nicht etwas anders vor großen
-Herren, als die Wahrheit zu reden. Ich
-berichtete anbey, daß die Pferde, so ich
-zu <em>Constantine</em> oder im Lande meines
-Herrn gesehen, mir wohl so rasch und
-schöne vorkämen. Er befahl, daß ich
-auf einem von diesen reiten sollte; wie
-ich es aber nicht sonderlich rühmte, ließ
-er mich sein eigen Reit-Pferd probiren.
-Ich flanquirte hiemit in etwas herum,
-und wie ich an diesem Pferde eine besondere
-Munterkeit verspürte, kam mir
-gleich im Sinn, daß mir hier eine treffliche,
-obschon gefährliche Gelegenheit gegeben
-würde, zu entfliehen. Mein Hertz
-schlug in meinem Leibe. O! gedachte
-ich, dürfte ich nur! Ich faßte kurtze Resolution,
-folgte meinem Triebe, gab dem
-Pferde die volle Sporen und entrann.
-Ich war schon ein kleines Stück Weges
-fort, ehe man meinen Anschlag gewiß
-<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a>
-wissen kunnte, sie schrien hinter mir her,
-und alsobald setzten 20 bis 30 Mann zu
-Pferde mir nach, es geschahen auch einige
-Schüsse, so, daß etliche Kugeln zu
-meiner Seite im Sande staubeten. Vor
-Verlauff drey Stunden aber, war ich ihnen
-schon zu weit aus dem Gesichte gekommen.
-Des Nachts ritte ich, des
-Tages aber bekam das Pferd etwas in
-den Wäldern zu fressen. Meine Speise
-in dieser Zeit, waren einige Früchte und
-eine Art Salat, so im Lande wächset.
-Ich brachte auf diesem Wege in allen
-zwo Nächte und etwas über einen Tag
-zu, da ich zu meines Patrons größtem
-Vergnügen mich wiederum im Lager einfand.
-Nach einer und der andern Dispute,
-wurde endlich zwischen meinem Patron
-und dem ermeldten <span class="antiqua">Boâssâse</span> von
-<span class="antiqua">Thefes</span> Friede geschlossen. Dieser Friede
-wurde meines Erachtens um so vielmehr
-für rathsam angesehen, als mein
-Patron an dem Bey, der zu <em>Tunis</em> residirete,
-einige Bewegungen wahrgenommen.
-Es kam auch endlich zu einem
-Kriege zwischen ihnen, wobey zwischen
-<a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a>
-<span class="antiqua">Boâssâse</span> und meinem Patron eine genaue
-Alliance geschlossen wurde. Das Glück
-war im Anfang fast auf beyden Seiten
-gleich, am Ende aber bekamen wir Gelegenheit,
-uns mit unserer Armee in des
-Feindes Lande aufzuhalten. Ein halb
-Jahr hatten wir gegen einander in Gewehr
-gestanden, da es uns endlich an
-Proviant gebrach; dann die Cameelen,
-so uns Oel und Brod zuführten, wurden
-von einem, so meines Patrons
-Freund nicht war und <em>Murath</em> hieß,
-und an den Gräntzen des <em>Tunesischen</em>
-Landes wohnte, geraubet. Dieser Mangel
-nöthigte uns eine kurtze Resolution zu
-fassen, und den Feind anzugreiffen, es
-glücke wie es wolle. Aber, wie die
-Macht des Feindes stärcker als unsere,
-obschon wir niemals zu meiner Zeit, eine
-so zahlreiche Armee gehabt, welche dießmal
-zum wenigsten 40000 Mann starck
-war; so war es nöthig, gute Vorsicht
-zu gebrauchen und die Umstände von der
-Postirung des Feindes einigermassen zu
-wissen. Mein Patron und <span class="antiqua">Boâssâse</span> beschlossen,
-einen abzusenden, diese Dinge
-<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a>
-nach Möglichkeit zu erforschen. Wie
-man aber hierüber <a id="corr-3"></a>Rath pflegte, wer hiezu
-am besten könne gebraucht werden,
-fiel des <span class="antiqua">Boâssâse</span> Wahl auf mich. Er
-sagte, der Christ, der <span class="antiqua">Gassenadahl</span> ist
-gut genug hiezu: er wußte auf welche Art
-ich mich zuvor von seinem Enckel fortgeschlichen,
-und wollte mir, wann er konnte,
-am liebsten wiederum einen Possen
-spielen. Mein Patron, so mich liebete
-und darum ungern mir eine so mißliche
-Verrichtung auflegen wollte, fragte mich,
-ob ich Lust hiezu hätte? Ich antwortete:
-Hier ist nicht die Frage, ob ich Lust habe?
-sondern was <span class="antiqua">Afendi</span> (das ist mein
-gnädiger Herr) befiehlet. Kurtz, ich
-bekam seine Ordre, mit dem Zusatz, daß,
-wann es glücklich ginge, ich, wann ich
-wollte, mit Ehren meinen Abschied nach
-meinem Vaterlande haben solle. Ich
-näherte mich des Nachts zu Fuße dem
-Lager, das nahe bey uns stunde, aber
-ehe ich dahin kam, begegneten mir einige
-Reuter. <a id="corr-5"></a>Ich wuste in dieser Eilfertigkeit
-nicht was ich thun sollte, doch fiel
-mir ein, meinen Säbel und meine Pistolen
-<a id="page-24" class="pagenum" title="24"></a>
-von mir zu werffen, und mich für einen
-Deserteur auszugeben, der zugleich
-etwas wichtiges mit dem König von <em>Tunis</em>
-zu reden hätte, wann ich die Gnade
-genießen könnte vor ihm geführet zu werden.
-Wie diese an meinen Kleidern abnahmen,
-daß ich einer von den vornehmsten
-Officirern seyn müsse, freueten sie
-sich hierüber und kamen meinem Begehren
-nach. Der <em>Tunesische Bey</em> kannte
-mich alsobald und fragte mich: warum
-ich als <span class="antiqua">Gassenadahl</span> und <span class="antiqua">Laga di Dejra</span>,
-der bey seinem Herrn in solchem Ansehen
-stünde, zu ihm käme? Ich küßte seine
-Hand, und bat mir unterthänigst seine
-Beschirmung aus, wo nicht, wäre es
-eben so viel, ob ich sollte mein Leben in
-seinen oder meines vorigen Patrons Händen
-lassen, der, wie ich vorgab, mich
-tödten wollte, weilen an einem und andern
-Mangel im Lager, welches mir zur
-Last gelegt würde, gleich als wenn solcher
-sich durch mein Versäumniß eingefunden,
-obschon es offenbar, daß <em>Murath</em>
-sich unsers Proviants bemächtiget.
-Mein Leben wäre mir lieb, wollte er es
-<a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a>
-schonen, so versicherte ich, ihm treulich
-zu dienen, wann er mich hiezu wollte für
-tüchtig ansehen. Der <em>Tunische Bey</em>
-zeigte sich sehr vergnügt über meine Ankunfft,
-und forschte genau, ob es sich so
-verhielte, daß in unserem Lager Mangel
-an Proviant und Munition wäre, wie
-er von einigen Deserteurs erfahren? Ich
-sagte ja, doch verhielte sich letzteres nicht
-also, dann an Kraut und Loth fehlete es
-nicht. Ich wurde weiter gefragt: Ob
-ich gesonnen wider meinen vorigen Patron
-zu fechten? Ich antwortete: wann
-ich ein Pferd mit behöriger Rüstung bekäme,
-wollte ich mich hiezu willig finden
-lassen, und dieses um so viel ernstlicher,
-weil ich, als ein Ueberläuffer, niemalen
-bey ihm Pardon zu gewarten. Es geschahe,
-und ich kan nicht läugnen, daß,
-wie ich von diesem Herrn so wohl ausgerüstet
-und aufgenommen wurde, wider
-meinen ersten Entschluß, der Vorsatz bey
-mir aufstiege, bey ihm zu bleiben, vornemlich
-da es zu vermuthen stunde, daß
-die <em>Tunische</em> Armee das Feld behalten,
-und die <em>Constantinische</em> genöthiget werden
-<a id="page-26" class="pagenum" title="26"></a>
-würde, entweder mit dem fördersamsten
-eine desperate Attaque zu thun, oder
-auch, wegen des ermeldten Mangels,
-sich über Hals und Kopf zu retiriren.
-Ich fand bey diesem <em>Tunischen Bey</em>
-guten Glauben; mir wurde erlaubt, bey
-der Armee herum zu fahren und die Artillerie
-zu besehen, wobey ich zugleich von
-dem Zustande unserer Armee und denen
-Anstalten genau befraget wurde. Zu
-meinem Verdruß kamen am dritten Tage
-einige Ueberläuffer an, die gantz wohl
-wußten, daß ich mitnichten bey meinem
-Patron in Ungnade sey, sondern urtheilten,
-daß ich ausgesandt wäre, die Anstalten
-des Feindes auszuforschen. Es
-hatte ein Renegate gehört, daß dieses
-Gerüchte vor dem <em>Tunischen Bey</em> gekommen,
-und fragte mich also um die
-Beschaffenheit der Sache? Ich that böse
-und wollte wissen, wer so von mir gesprochen?
-Er antwortete, einige von euren
-eigenen Ueberläuffern. Inzwischen
-merckte ich schon was die Glocke geschlagen,
-und speculirte demnach, wie ich davon
-kommen mögte, und machte also Mine,
-<a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a>
-als wann ich einen Gang mit dem
-Feinde wagen wollte. Dann dieses ist
-ihre Weise, bald mit 100, bald mit 200
-Pferden und darüber, einen Einfall auf
-einander zu thun. Ich bekam 100 Mann
-mit mir und setzte mit ihnen an; wie ich
-aber den Meinigen so nahe kam, als mir
-gut dauchte, gab ich ein Zeichen, daß ich
-zu ihnen übergehen wollte, welche mich
-dann auch mit Freuden empfingen, und
-zu meines Patrons grosser Verwunderung,
-in mein voriges Lager escortirten.
-Nun war ich im Stande, von allen Dingen
-genaue Nachricht zu geben, und rieth,
-noch in derselbigen Nacht den Feind anzugreiffen,
-und auf der Ecke einzufallen,
-wo er es unmöglich, nemlich von hinten
-an ihn zu kommen, vermuthen konnte.
-Die <em>Constantinische</em> waren wohl so gute
-Soldaten als die <em>Tunische</em>, hiezu kam
-die Noth, so uns zwang auf der einen
-Seite, und noch mehr die Hoffnung zur
-Beute und überflüßigen Proviant auf der
-andern Seite. Mein Patron hatte gewisse
-Belohnungen auf gewisse Dinge gesetzet,
-welche man sich von dem Feinde
-<a id="page-28" class="pagenum" title="28"></a>
-bemächtigen würde, zum Exempel auf ein
-Stück 1000 Thaler und so weiter. Es
-kam, kurtz zu erzählen, zu einer Haupt-Bataille,
-die so wohl für uns ausfiel, daß
-unser Volck nach Verlauff einiger Stunden
-den Feind verjagte und das feindliche
-Lager erbeutete. In diesem Treffen aber
-kam mein Patron von seinem Pferde,
-und wie ich mich mehrentheils nahe bey
-ihm aufhielte, offerirte ich ihm mein
-Pferd, und stand in den Gedancken,
-wann er erstlich im Sattel, hinten aufspringen
-zu wollen; wir kamen aber in
-solches Gedränge, daß es mir nicht möglich
-war, doch hielt ich annoch beym
-Schwantze, in der Hoffnung, mich hindurch
-zu dringen; indem ich aber corpulent
-und schwer zu Fuße war, mußte ich
-loßlassen, und war kein anderer Rath für
-mich, als mich auf die Erde unter die Erschlagenen
-zu werffen. Die eine Hand ließ ich ausgestreckt
-liegen, die andere lag unter meinen
-beyden Messern, so die Türcken auf
-der Brust tragen. Wie ich nun einige
-Zeit in solcher Positur gelegen, hörte ich,
-daß einer zu dem andern sagte: Hier finde
-<a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a>
-ich einen in proprer Montur, die muß
-ich gewiß haben. Er stieg vom Pferde,
-und fing an mich aufzuheben, und umzuwerffen;
-aber in selbigem Augenblick
-griff ich ihn mit der einen Hand an, und
-gab ihm mit der andern einen Messerstich
-in die Brust, also, daß er und ich nicht
-weniger ein starckes Geschrey machte,
-dann ich war so beklemmt ums Hertz,
-daß, wann ich nicht, meiner Meynung
-nach, zum Schreyen gekommen, ich Todes
-verfahren müssen. Des Getödteten
-Pferd diente mir also vom Wahl-Platze
-zu kommen, worauf ich abermal meinen
-alten Patron vorfand.
-</p>
-
-<p>
-Diese Avanturen waren die vornehmsten
-von denen, so im Kriege vorfielen;
-was die übrige kleine Debatten betrifft,
-so ist es viel zu weitläufftig, solche anzuführen.
-Dann viele habe ich auf Ordre
-massacriret und viele ohne Ordre, indem
-mir in den letzten Jahren alles anvertrauet
-wurde, und ich vollkommene Macht
-über Leben und Tod hatte. Mein Patron
-wurde alt, und sahe am liebsten,
-daß die Sachen durch mich abgethan
-<a id="page-30" class="pagenum" title="30"></a>
-würden. Oefters, wann er sich des Mittags
-zur Ruhe legte, war schon eine oder
-andere Execution an den Straffälligen
-vollbracht, ehe er erwachte. Unter
-denen, so ich auf Befehl getödtet, liegen
-mir zweene Mauermeister am meisten im
-Sinn. Zu zweyenmalen fiel nemlich
-meinem Patron zu meiner Zeit ein, einen
-ansehnlichen Theil Ducaten in einen
-Thurm einzumauren. Wie der Mauermeister
-für seine Mühe war bezahlet worden,
-hatte ich den Befehl, ihm, wann
-er vor mir die Treppe nieder gienge, den
-Hals zu brechen, welches ich thun
-mußte, wo ich nicht meinen eigenen zu setzen
-wollte. Hiezu hatte mein Patron
-zwo Ursachen; die eine, daß die Stelle,
-wo das Geld lag, verborgen bliebe, die
-andere, weilen die Türcken in dem Aberglauben
-stehen, daß die Seele, dessen,
-so ermordet worden, gleichsam über den
-Schatz schwebe oder wache, daß Niemand
-solchen als der Eigenthümer bekommen
-könne. So kan der Satan sich des
-Hertzens eines Menschen bemächtigen,
-wenn er erst von einem oder andern
-<a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a>
-Haupt-Laster eingenommen worden.
-Itzo will ich auch etwas von andern
-Merckwürdigkeiten melden.
-</p>
-
-<p>
-Es trug sich <a id="corr-7"></a>während der Zeit, da ich
-ausserhalb dem Vaterlande war, zu, daß
-ich das Vergnügen hatte, <a id="corr-8"></a>5 Europäer zu
-sehen, so vom Könige <em>Augusto</em> in Polen
-ausgesandt waren, sich nach der Beschaffenheit
-des <em>Africanischen Landes</em>
-zu erkundigen. Der Vornehmste unter
-ihnen war <em>Doctor Johann Hebenstreit</em>;
-auch befand sich in der Gesellschafft
-ein Gärtner, von der Insul <em>Alsen</em>
-gebürtig, der mir der Landsmannschafft
-wegen, desto angenehmer war; der
-sechste war, so viel ich weiß, auf der Reise gestorben.
-Mein Patron erzeigte sich sehr höflich
-gegen sie, und befahl, ich sollte Anstalt
-machen, daß <a id="corr-9"></a>nichts an ihrer Verpflegung
-gebrechen mögte. Es war mir eine
-Freude, dem Doctor einige silberne
-und güldene Münzen, die, so viel ich
-weiß, römische waren, zu verehren, obschon
-solche im Lande meines Patrons gefunden
-worden. Er bekam auch unterschiedliche
-<a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a>
-Felle von Löwen, Tygern und
-dergleichen. Dem Gärtner war ich behülflich
-unterschiedliche Gewächse, Wurzeln und
-Blumen zu sammeln. Letztern verwahrte
-er in einem eigenen Buche zwischen grau
-Papier. Der Doctor war einige Meilen
-fortgereiset, ein altes verfallenes Gebäude,
-deren unterschiedliche im Lande gefunden
-werden, und woran annoch zu erkennen,
-daß sie zu ihren Zeiten kostbar
-gewesen, zu besehen. Bey diesem Gebäude
-wurden einige Steine gefunden,
-worinnen in alten Zeiten lateinische Buchstaben
-gehauen. Wie mein Patron durch
-mich fragen ließ, was rares der Doctor
-dorten vorgefunden, wurde ihm zur Antwort
-ertheilet, daß der Doctor sich bey
-diesen Inscriptionen so vergnügt bezeiget,
-als wann er einige 100 Ducaten gefunden.
-Hierüber lachte er hertzlich sagte:
-<em>O! was sind die Christen für große
-Narren.</em> Ich weiß gewiß, der gute
-Doctor würde mir gerne meine Dienste
-bezahlet haben, aber ich gebrauchte kein
-Geld, verlangte aber doch ein teutsches
-geistreiches Buch zu sehen, dann meine
-<a id="page-33" class="pagenum" title="33"></a>
-Eltern hatten die Vorsorge für mich gehabt,
-mich, ehe ich auf die See kam, im
-Lesen und Schreiben unterrichten zu lassen.
-Meines Wunsches wurde ich gewähret:
-dann sobald der Doctor <em>Hebenstreit</em>
-in Sachsen angekommen, sandte
-er <em>Speners Reise-Postill</em>, worinnen
-er forne seinen Nahmen mit dem Wunsche
-meiner Befreyung geschrieben, über
-<em>Livorno</em> und <em>Algier</em> nach <em>Constantine</em>.
-Selbiges Buch habe ich annoch in
-meiner Verwahrung, und zu seinem Gedächtniß
-mit mir nach <em>Amrom</em> gebracht.
-Er hatte auch ein Buch bey sich, worinnen
-verschiedene Freunde und Gönner ihren
-Nahmen geschrieben, dieses präsentirte
-er mir in der Absicht, in selbiges meinen
-Nahmen und <a id="corr-10"></a>Geburths-Ort einzuzeichnen.
-</p>
-
-<p>
-Acht Jahr war ich in <em>Africa</em> gewesen,
-wie mein Patron beschloß, eine Caravane
-nach <em>Mecca</em> in <em>Arabien</em> anzustellen,
-welchen Ort die Türcken heilig
-halten, weilen ihr Prophet <em>Mahomet</em>
-daselbst gebohren. Diese Caravane oder
-<a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a>
-Reise-Gesellschaft bestand ohngefehr aus
-6000 Mann, von welchen 4000 auf eigene,
-aber 2000 auf Kosten meines
-Herrn reiseten. Das Beschwerlichste
-bey dieser Reise war, daß es an vielen
-Stellen an Wasser, welches auf Cameelen
-in großen ledernen Schläuchen mit
-uns mußte geführet werden, gebrechen
-wollte. Wir kamen unterwegens, auf
-dieser Seite von <em>Mecca</em>, zu der Stelle,
-wo <em>Hagar</em> vormals mit ihrem Sohn wegen
-Wasser-Mangels in Noth gewesen.
-Der Brunnen, so heilig gehalten und daselbst
-vorgezeiget wird, heisset auf ihrer
-Sprache <span class="antiqua">Il me Sim Sim</span>. Es gingen 13
-Monathe vorüber, ehe wir diese Reise
-vollendeten. Mein Patron wurde,
-der, bey dieser Reise bewiesenen Andacht
-halber, mit dem Zunahmen <em>Hatje</em> das
-ist: der <em>Heilige</em>, beehret. Einige Zeit
-hernach, wurde eine Verbindung gestiftet,
-zwischen einer von meines Patrons
-Verwandtinnen und dem Könige zu <em>Marocco</em>.
-Ich wurde mit einigen andern
-erkohren, diese Prinzeßin dorthin zu führen,
-hatte aber eben so wenig die Ehre
-<a id="page-35" class="pagenum" title="35"></a>
-ihr Angesicht zu sehen, als der Gemahlinnen
-meines Patrons, obschon ich so
-viele Jahre in seinen Diensten gewesen.
-Sie wurde von einem Cameel getragen,
-worauf ein Verdeck, wie eine Portechaise,
-gebauet, und selbst war sie am gantzen
-Angesicht verhüllet. Der König zu
-<em>Marocco</em>, bey dem ich meine Aufwartung
-machte, war zur selbigen Zeit <span class="antiqua">Sidim
-Mahomet</span>, <span class="antiqua">Mula Debbi</span>, wovon die
-beeden letzte Worte zu seinem Titul gehören,
-und so viel, als ein <em>Herr über
-das Gold</em>, sagen wollen.
-</p>
-
-<p>
-Einige von den merckwürdigsten Dingen
-im Lande, worinnen ich gefangen
-war, sind meines Erachtens folgende:
-Es wird zwischen <em>Algier</em> und <em>Constantine</em>
-ein Stein von ziemlicher Größe gefunden,
-so von aussen und innen grüner
-Farbe. Wann etwas von diesem Stein
-pulverisiret und eingenommen wird, sagt
-man, daß er das Fieber curire, und
-wird solcher auf ihre Sprache: <span class="antiqua">Hedjar
-Sidna se Eisa</span>, <em>des Herrn Christi
-Stein</em> genannt, dann man hat eine
-<a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a>
-Tradition, daß der Herr Christus auf
-dieser Stelle mit seinen Jüngern geruhet
-habe.
-</p>
-
-<p>
-In einem großen Land-Dorffe <em>Omgaus</em>
-genannt, sollen einige begraben liegen,
-welche sie die Sieben-Schläfer nennen.
-Wann etwas gestohlen ist, wird
-der Verdächtige dorthin über diese Gräber
-geführet, da er schweren muß, daß,
-wann er schuldig, er nicht davon gehen
-möge, ohne am Kopff, Arm, Bein oder
-anderem Gliede Schaden zu nehmen,
-wie es denn niemals (wie die Türcken
-sagen) fehl schlagen soll, daß der Schuldige
-nicht Schaden nehme.
-</p>
-
-<p>
-Noch wunderbarer verhält es sich mit einigen
-Leuten, so sich hin und wieder im
-Lande aufhalten, und für die Geistliche
-der Türcken können angesehen werden
-und <em>Maroboth</em> heissen. Durch diese
-werden, dessen ich selbst Zeuge bin,
-wunderliche Dinge ausgerichtet, ob es
-durch des Teuffels Kunst geschehe, weiß
-ich nicht. Ich selbst habe gesehen, daß
-<a id="page-37" class="pagenum" title="37"></a>
-sie durch ihr blosses Hauchen Feuer angemacht,
-zum Exempel, durch Anhauchen,
-eine Pfeiffe Taback angestecket. Auch
-war ich gegenwärtig, wie folgende Historie
-sich zutrug: Die eine von meines
-Patrons Gemahlinnen, bekam eine Geschwulst
-über dem Magen, als von einer
-Wassersucht. Es wurde ein <em>Maraboth</em>
-gehohlet und um Rath gefraget. Dieser
-ließ eine von ihren Cammer-Mädgen
-hohlen, und wie er ein kupffernes Geschirr
-auf glüende Kohlen gesetzet und einen
-Theil Weyrauch darauf geworffen,
-nahm er die Hand des Cammer-Mädgens
-und befahl, daß sie, nachdem er in
-der Hand einen Kreiß von Baumwolle
-gemacht, und mitten drinnen etwas Oel
-gegossen, solche über den Rauch halten
-sollte. Hierauf fing der <em>Maroboth</em> an,
-vieles und mit großer Heftigkeit herzuplaudern,
-worbey es mir vorkam, daß
-viele fremde Wörter aus allerhand Sprachen
-zusammen gemischet waren. Gewiß
-genug war es, daß ich nichts von allem
-dem verstehen kunte, was er mit erhabner
-Stimme vorbrachte. Er fragte inzwischen:
-<a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a>
-Ob sie etwas in ihrer Hand
-sähe? Sie antwortete: Nein. Hierauf
-fing er aufs neue mit eben der Heftigkeit
-an, da sie zuletzt rieff: Ich sehe viele Leute.
-Er fragte: Was für Leute? Sie antwortete:
-Vornehme Leute, welche <em>Divan</em> halten
-wollen? Er sagte: Frage Sie: Was der
-Frauen fehle? Sie: Sie sagen, daß sie
-auf einer bösen Stelle gewesen, wovon
-sie Schaden genommen. Er: Frage,
-welchen Rath man zu gebrauchen habe?
-Sie: Sie sagen, man solle die und die
-Kräuter nehmen und solche kochen, hievon
-solle sie trincken und mit diesen Dingen
-solle sie sich baden. Es geschahe,
-die Frau wurde gesund, das Cammer-Mädgen
-aber fiel in Ohnmacht, wurde
-als todt weggetragen und kam in den ersten
-24 Stunden nicht wieder zu sich selber.
-Einige Zeit hernach fragte ich sie:
-Ob sie nicht etwas gehört und gesehen?
-Sie antwortete, daß sie von keinem Dinge
-zu sagen wüßte, ausser daß sie in meines
-Patrons, eines <em>Maraboths</em> und
-meiner Gegenwart, ihre Hand hätte in
-einem Rauch gehalten, den der <em>Maraboth</em>
-<a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a>
-angemacht. Viele andere Dinge geschehen
-durch diese Leute, als zum Exempel,
-daß sie können den Arm in den Leib eines
-Pferdes jagen, also, daß er mit Blut
-gefärbet ist, wann sie solche wiederum
-herausziehen, hierauf sprechen sie einige
-Worte, lassen dem Pferde gleich darauf
-zu essen und zu trincken geben, worauf
-man an selbigem nicht das allergeringste
-wahrnehmen kan. Sie wissen dem gestohlnen
-nachzureisen, und was solcher
-Dinge mehr seyn können. Einige von
-diesen Leuten gehen in schönen grünen
-Kleidern, welches, wie sie sagen, Christo
-zu Ehren geschehen soll, weilen sie vermeinen,
-diese Farbe gefalle ihm, vorermeldten
-grünen Steins wegen. Einige
-hingegen gehen in gantz geringen Kleidern
-einher. Es wird auch in Lande ein Thier
-gefunden <em>Dyx</em> genannt, das sich mehrentheils
-von wildem Honig ernähret, und
-einige Aehnlichkeit mit einem Schweine
-hat. Von selbigem wunderlichen Thiere
-haben die Türcken die Meinung, daß es
-zuvor ein <em>Maraboth</em> gewesen, oder daß
-die Seele eines <em>Maraboths</em> in selbiges
-<a id="page-40" class="pagenum" title="40"></a>
-gefahren. Die Ursache ihrer Präsumtion
-ist diese, weilen das Thier, wann
-man ihme einen Brief oder ein Blat aus
-einem Buche giebt, das Papier in den
-fördersten Füßen nimmt und vor sich hält,
-hierauf beginnet vielfältig zu plaudern,
-gleich als wenn es lesen könnte, und
-wann man das Papier von ihm nehmen
-will, zornig wird und es in Stücken
-reißet.
-</p>
-
-<p>
-Ich komme aber wiederum zu meiner
-eignen Historie, insonderheit zu meiner
-Loßgebung, so nicht lange nach dem letzten
-Kriege mit <em>Tunis</em>, erfolgte. Mein
-Patron hatte mir hierüber seine Zusage gegeben,
-und einer von den Bedienten des
-<em>Bey</em> zu <em>Algier</em> legte Fürbitte für mich
-ein.
-</p>
-
-<p>
-Selbiger war dessen <span class="antiqua"><a id="corr-13"></a>Gassenadahl</span> und
-darneben sein Schwester-Sohn, mit
-Nahmen <span class="antiqua">Ali Goje</span>, der nach meiner Abreise
-<em>Bey</em> oder <em>König</em> zu <em>Algier</em> soll geworden
-seyn. Er stellete meine treue
-Dienste, und verschiedener Expeditionen
-<a id="page-41" class="pagenum" title="41"></a>
-glücklichen Ausgang vor. Es war auch
-die höchste Zeit, wie meine Dimißion
-mir zugestanden wurde, dann mein
-Patron hatte schon das 95 Jahr erreichet,
-als, daß ich jeden Tag mußte
-eine Veränderung vermuthen, bey welcher
-es schlecht für mich würde ausgesehen
-haben, vornehmlich da diejenigen,
-so am meisten in Gnade gestanden, von
-dem folgenden Regenten am meisten, des
-Geldes wegen, pflegen geplagt zu werden,
-und wann dessen Begierde unersättlich,
-werden oft diejenigen zu Tode gepeiniget
-und geplaget, von welchen sie suchen größere
-Capitalien, als das Land zu wege
-bringen kann, zu erpressen: wie dann
-gleicher Gestalt die Geld-Begierde fast
-meines Patrons Haupt-Laster war, obschon
-ich ihn eben nicht des Geitzes beschuldigen
-kann. Ich hatte zwar wohl
-im Sinn, wann sich ein Todes-Fall sollte
-ereignet haben, zu einem meiner gnädigen
-Frauen Brüder zu fliehen, dem
-ich angelobet, so es mir irgend möglich seine
-Schwester zuzuführen. Ich hatte auch
-ihm 1000 Ducaten zur Verwahrung anvertrauet,
-<a id="page-42" class="pagenum" title="42"></a>
-indem ich aber nicht so lange
-wartete, verdroß es mich nicht, sie im
-Stiche zu laßen. Des Abends zuvor,
-ehe ich von <em>Constantine</em> zog, hatte ich
-annoch mit meinem Patron verschiedene
-Discurse, und wie man zur selbigen Zeit
-in einem Gezelt, nicht weit von meines
-Herrn Gezelt, einen Lerm hörte, fragte
-er: Was zu thun sey? Ich antwortete: es
-wären die Mohren, welche einen verstorbenen
-Amtmann ihrer Nation, beklagten.
-Ja, sagte er, er ist ietzo wohl daran,
-aber du, wo gedenckest du hin? Siehe!
-Du reisest ietzo von hier, du gehest weg
-und stirbest heute oder morgen, ich
-nehme keinen Theil an deinem Verderben,
-es sey auf deinen Schultern,
-denn ich habe dir zu deinem Besten gerathen,
-deine Verantwortung wird darum
-größer seyn, weilen du, weit vor deinen
-Mitchristen Gelegenheit gehabt hast, ein
-Muselmann zu werden. Den Tag hernach,
-ging ich, wie ich reisefertig war,
-zu meinem Patron, küßte ihm die Hand
-und sagte: <span class="antiqua">Afendi!</span> Ich dancke für das
-Brod und den Sold, so ich nun in 12
-<a id="page-43" class="pagenum" title="43"></a>
-Jahren von Ihren Händen empfangen,
-ich erbitte mir Ihren Seegen, und die
-Vergebung derer Dinge, worinnen ich
-mich versehen haben mögte. Seine Antwort
-war diese: Ich dancke dir Capitain
-für deine Dienste und habe ich dir etwas
-zuwider gethan, wollest du es mir gleichergestalt
-verzeihen. Bey den letzten
-Worten, weinte ich und umfaßte seine
-Knie, der alte Herr aber richtete mich
-auf, und legte, indem man die Thränen
-auf seinen Wangen sehen kunte, seine
-Hand auf mein Haupt, und sprach:
-<em>Fahre mit GOtt, nimm dich in acht
-für starckes Geträncke, für Weibes-Volck
-und für die Juden zu Algier,
-daß sie dir nicht dein Geld ablauren.</em>
-Hierauf ertheilte er mir einen Paß auf
-Pergament, so ich zu <em>Algier</em> könnte vorzeigen.
-Wie ich daselbst ankam, fragte
-mich der dorten gegenwärtige <em>Bey</em>: Wie
-lange ich zu <em>Constantine</em> gewesen? Ich
-antwortete 12 Jahr. Wohl sagte er,
-ietzo kanst du mir wohl eben so lange dienen;
-wie ich hierauf antwortete: daß ich
-es für eine Gnade achten würde, einen
-<a id="page-44" class="pagenum" title="44"></a>
-so vornehmen Herrn aufzuwarten, sagte
-er; du meynest es nicht und setzte ein kleines
-Scheldwort hinzu, gab mir aber doch
-so viel an Golde als 7 Reichsthl. und theilte
-mir ohne Bezahlung einen Passeport
-mit, so sonsten über 70 Rthlr. gekostet
-haben würde, sagend: Deines Herrn und
-deiner treuen Dienste wegen, verlanget
-man nichts. Indem er aber sich gegen einen
-andern Herrn so bey ihm war, wandte,
-sprach er: Ist es nicht eine Schande
-für uns? Wir erwerben die Christen mit
-unserm Blute, und hernach lassen wir
-sie aus dem Lande gehen mit unsern Mitteln.
-Dann es war ihm bekannt, daß
-mein Herr mich behalten lassen, was ich
-dorten besaß, obschon ich meine Mittel
-weit höher hätte bringen können, wenn
-ich mich nicht in solcher Eil genöthiget gesehen,
-sie zusammen zu sammlen, und
-viele Dinge für den halben Werth verkauffen
-müssen. Folgende Historie wurde
-mir dorten erzählet: Vier oder fünff
-Sclaven zu <em>Algier</em> hätten mit einander
-in der Stille überlegt, ein Boot zu verfertigen,
-und hiermit in die Christenheit
-<a id="page-45" class="pagenum" title="45"></a>
-zu entfliehen. Einer von Ihnen hätte die
-Abrede genommen, daß sie des Abends,
-da sie zu entfliehen gedächten, sich sollten
-mit dem Boote bey einem gewissen Garten
-einfinden, der seinem Patron gehörete,
-und parat seyn, diejenige Person einzunehmen,
-die er bey einer Laterne ihnen
-zuführen wollte. Inzwischen wäre dem
-Patron eine silberne Kumme weggekommen,
-und der Sclave nicht ohne Ursache
-dessen beschuldiget worden; er hätte aber
-vermeynet hierum zu wissen und hingegen
-gesagt, eine Kunst in Europa erlernet zu
-haben, dem verlohrnen nachreisen oder
-entdecken zu können, welches, wie er
-vorgab des Abends geschehen sollte. Er
-hätte zu dem Ende den Patron mit sich
-bey einer Laterne an den Garten geführet,
-und vorgegeben, daß das Gestohlne
-daselbst sollte gefunden werden. Wie er
-ihn hätte herum geführet, wären sie zuletzt
-an die Stelle gekommen, woselbst
-die andern gewesen, und hätte gesagt:
-hier soll es sich finden, da jene sich <a id="corr-15"></a>des
-Türcken bemächtiget und ihn mit sich in
-die Christenheit geführet.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-46" class="pagenum" title="46"></a>
-Meine Reise ging über <em>Marseille</em>,
-<em>Lion</em>, <em>Paris</em> und <em>Hamburg</em>. In
-<em>Paris</em> sahe ich annoch mein voriges
-Pferd, auf welchem ich von <span class="antiqua">Boâssâse</span> entwichen,
-dann es wurde von mir an den
-frantzösischen Consul zu <em>Algier</em> verkauft,
-von dem es auf des Königs Stall gekommen.
-Wie ich zu <em>Hamburg</em> ankam,
-kam mir mein Vater <em>Oluff Janßen</em>,
-welcher annoch im Leben ist, und zwey
-Jahr zuvor zu meiner Rantzion 800 Marck
-weggesandt hatte, entgegen; wie er aber
-auf Schreiben des Kauffmanns in <em>Hamburg</em>
-kam mich abzuholen, mußte er zu seinem
-großen Leidwesen vernehmen, daß man
-gefehlet hätte, wo nicht in dem Nahmen,
-doch in der Person, indem ein Soldat
-aus Bremen für diese Geld-Summe loßgegeben
-worden. Meines Vatern Geld
-war weg und sein Sohn gleichwohl in der
-Türckey; doch wie er kurtz hierauf Brieffe
-von mir, von meinem Wohlstande und
-der Hoffnung zu meiner gewissen Erlösung
-erhalten, gab er sich einigermassen zufrieden.
-Seine Hoffnung wurde erfüllet, da
-ich das Früh-Jahr hernach ankam und
-<a id="page-47" class="pagenum" title="47"></a>
-er abermals sich zu <em>Hamburg</em> einfand.
-So wenig er aber ersteren kennete, so wenig
-kunte er ietzo mich erkennen. Er hatte
-mich nicht gesehen, seit dem ich ein Knabe
-von 14 Jahren, ietzo aber wohl gewachsen,
-anbey corpulent und mit zierlichen
-Kleidern angethan war. Ich kam
-also gesund und vergnügt wiederum in meinem
-Vaterlande an, fast um selbige Zeit
-als ich vor 13 Jahr gefangen worden,
-und brachte an raren Kleidern, Meublen
-und baarem Gelde ziemliche Mittel mit
-mir, welches alles ich mit Vorwissen meines
-Patrons, mit mir aus der Türckey
-genommen. In <em>Tundern</em> hatte ich die
-Gnade dem Hochseel. Könige Christian
-dem Sechsten vorgestellet zu werden, welcher
-sich allergnädigst gefallen ließ, etwas
-von denen Dingen anzuhören, die sich mit
-mir zugetragen. Kan ich dann mich
-nicht selbst mit <em>Joseph</em> in Ansehung seiner
-Unschuld vergleichen, so kan es doch
-einigermassen in Absicht auf sein Glück geschehen,
-und mein alter Vater hat etwas
-vom Schicksal <em>Jacobs</em> erfahren, sowohl
-in Ansehung seiner Betrübniß als
-<a id="page-48" class="pagenum" title="48"></a>
-Freude über mich, indem er vorher eben so
-wenig glauben konnte, daß es mir so wohl
-ginge, als jemals gedencken, <a id="corr-18"></a>mich wieder zu sehen.
-Der Gott Abrahams, Isaacs und Jacobs, der
-mich bis diese Stunde unter vielen
-Gefährlichkeiten erhalten, gebe mir seine
-Gnade, damit seine Furcht mir vor Augen
-sey, daß ich mit <em>Joseph</em> für alles das
-Böse, so ihm zuwider, mich hüten, und
-in Ruhe, Glauben und Zuversicht zu
-ihm, von dem Getümmel und Unruhe
-dieser eitelen Welt entfernet, den
-Rest meiner Tage zubringen
-möge.
-</p>
-
-<div class="centerpic" id="img-048">
-<img src="images/048.jpg" alt="" /></div>
-
-
-<div class="trnote">
-<p id="trnote" class="chapter"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p>
-
-<p>
-Die Schreibweise der Namen und der fremdsprachigen Textabschnitte
-wurde mit einer dänischen Originalausgabe abgeglichen:
-</p>
-
-<p class="bq">
- Hark Olufs besynderlige Avanturer eller forunderlige Skiæbne i
- Tyrkiet, samt hans lykkelige Hiemkomst derfra til sit Fædreneland:
- Øen Amrom, i Riber-Stift. Haderslev, 1761.
-</p>
-
-<p>
-Der häufig vorkommende Name Boâssâse wurde einheitlich so geschrieben.
-Die ebenfalls vorkommende Schreibweise Boässäse wurde entsprechend
-korrigiert. Alle weiteren Differenzen wurden wie in der dieser
-Transkription zu Grunde liegenden deutschen Fassung belassen. Im
-Besonderen gilt dies für <a href="#page-9">Seite 9</a>, wo es im dänischen Original heißt:
-</p>
-
-<p class="bq">
- Al ham dilola Robbi läiro min rachmana
- rachim mänik jumidin, jäken abeddo jäken
- astohiim tokino soratin lädino en ne dalohiim al
- ham dilolah robbi läiro min.
-</p>
-
-<p>
-<a href="#page-14">Seite 14</a>, wo die Bezeichnung Thefés im dänischen Text einfach nur
-Thefes ist, sowie <a href="#page-35">Seite 35</a>, wo das dänische Original so lautet:
-</p>
-
-<p class="bq">
- Herjar Sidna se Eisa
-</p>
-
-<p>
-Weitere Fehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt, zum Teil unter
-Anwendung der dänischen Originalausgabe (vorher/nachher):
-</p>
-
-<ul>
-
-<li>
-... als ein ordentlicher <span class="underline">Muht</span> und ...<br />
-... als ein ordentlicher <a href="#corr-1"><span class="underline">Muth</span></a> und ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... man aber hierüber <span class="underline">Raht</span> pflegte, wer hiezu ...<br />
-... man aber hierüber <a href="#corr-3"><span class="underline">Rath</span></a> pflegte, wer hiezu ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Reuter. <span class="underline">Ist</span> wuste in dieser Eilfertigkeit ...<br />
-... Reuter. <a href="#corr-5"><span class="underline">Ich</span></a> wuste in dieser Eilfertigkeit ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Es trug sich <span class="underline">währender</span> Zeit, da ich ...<br />
-... Es trug sich <a href="#corr-7"><span class="underline">während der</span></a> Zeit, da ich ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... ich das Vergnügen hatte, <span class="underline">S.</span> Europäer zu ...<br />
-... ich das Vergnügen hatte, <a href="#corr-8"><span class="underline">5</span></a> Europäer zu ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... machen, daß <span class="underline">nichtes</span> an ihrer Verpflegung ...<br />
-... machen, daß <a href="#corr-9"><span class="underline">nichts</span></a> an ihrer Verpflegung ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Nahmen und <span class="underline">Gebuhrts</span>-Ort einzuzeichnen. ...<br />
-... Nahmen und <a href="#corr-10"><span class="underline">Geburths</span></a>-Ort einzuzeichnen. ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... Selbiger war dessen <span class="underline">Gassenadhal</span> und ...<br />
-... Selbiger war dessen <a href="#corr-13"><span class="underline">Gassenadahl</span></a> und ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... hier soll es sich finden, da jene sich <span class="underline">der</span> ...<br />
-... hier soll es sich finden, da jene sich <a href="#corr-15"><span class="underline">des</span></a> ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... ginge, als jemals gedencken, <span class="underline">euch</span> wieder zu sehen. ...<br />
-... ginge, als jemals gedencken, <a href="#corr-18"><span class="underline">mich</span></a> wieder zu sehen. ...<br />
-</li>
-</ul>
-</div>
-
-
-
-
-
-
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-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Harck Olufs aus der Insul Amron im
-Stifte Ripen in Jütland, gebürtig, sonderbare Avanturen, so sich mit ihm insonderheit zu Constantine und an andern Orten in Africa zugetragen., by Otto Riese and Hark Olufs
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HARCK OLUFS AUS DER INSUL ***
-
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