diff options
Diffstat (limited to 'old/52492-0.txt')
| -rw-r--r-- | old/52492-0.txt | 3898 |
1 files changed, 0 insertions, 3898 deletions
diff --git a/old/52492-0.txt b/old/52492-0.txt deleted file mode 100644 index 7c57b8d..0000000 --- a/old/52492-0.txt +++ /dev/null @@ -1,3898 +0,0 @@ -The Project Gutenberg EBook of James Watt und die Erfindung der -Dampfmaschine, by Georg Biedenkapp - -This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with -almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org/license - - -Title: James Watt und die Erfindung der Dampfmaschine - -Author: Georg Biedenkapp - -Release Date: July 3, 2016 [EBook #52492] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK JAMES WATT UND DIE ERFINDUNG *** - - - - -Produced by Peter Becker and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - +------------------------------------------------------------------+ - | Anmerkungen zur Transkription | - | | - | Gesperrter Text ist als _gesperrt_ dargestellt, Antiqua-Schrift | - | als ~Antiqua~. | - | Eine Liste der Änderungen befindet sich am Ende des Buchs. | - +------------------------------------------------------------------+ - - - James Watt - - und die Erfindung der Dampfmaschine - -[Illustration] - - - Die »Technischen Monatshefte« - - sind die erste auch allgemeinverständliche technische Zeitschrift. - -Der vorliegende Band ist von den »Technischen Monatsheften«, Stuttgart, -herausgegeben. Er geht den Abonnenten des Jahrgangs 1911 dieser -Zeitschrift kostenlos zu. - - - Technische Monatshefte - - Zeitschrift für Technik, Kultur und Leben - - Unter Mitwirkung hervorragender Fachleute herausgegeben von - Ing. ~Dr. phil. et jur.~ J. Kollmann und Dipl.-Ing. ~Dr.~ Ad. Reitz. - - Von den zahlreichen Mitarbeitern nennen wir nur: - - Dipl.-Ing. Direktor L. _Brinkmann_, Madrid. Dir. Ing. Friedrich - _Dessauer_, Aschaffenburg. Dr.-Ing. E. _Foerster_, Blankenese. - Prof. Dr. _Franz_, Charlottenburg. Hanns _Günther_, Stuttgart. - Dr.-Ing. Ludwig _Günther_, Berlin. Dr. Bruno _Heinemann_, Assistent - an der Handelskammer, Magdeburg. _Otto Kahn_, Mailand. Prof. Dr. - _Lassar-Cohn_, Königsberg. Joseph Aug. _Lux_, München. Walter - _Mahlberg_, Dozent a. d. Handelshochschule, Köln. Prof. Dr. Bruno - _Meyer_, Berlin. Diplomingenieur _Michel_, Cöthen. Dr. Oskar - _Nagel_, Chemiker, New York. Geh. Hofrat Prof. Dr. _Ostwald_, - Großbothen. Dr. _Alfons Paquet_, Frankfurt a. M. Dr.-Ing. - _Ritzmann_, Karlsruhe. Prof. Dr. F. _Schoen_, Cahoes (Frankreich). - Dipl.-Ing. Otto Ernst _Sutter_, Frankfurt a. M. Rechtsanwalt Dr. - Ludwig _Wertheimer_, Frankfurt a. M. Dr. A. _Zart_, Vohwinkel. - Prof. Otto _Kammerer_, Charlottenburg. - -Die »Technischen Monatshefte« wollen - - dem strebenden Laien und der studierenden Jugend - -stete Belehrung und Anregung bieten, daneben aber auch der -Allgemeinbildung der - - Techniker, Industriellen, Kaufleute und Beamten - -dienen. - -Die »Technischen Monatshefte« erscheinen monatlich etwa im Umfang von -2 Bogen. Sie enthalten ein Hauptblatt und dazu die Beiblätter »Technik -und Schule«, »Technik und Hygiene« und »Industrielle Monographien«, -denen sich später weitere angliedern sollen. - -Die »Technischen Monatshefte« bieten ihren Abonnenten ganz besondere -Vorteile. Es werden außer den vornehm ausgestatteten Monatsheften -jährlich vier in sich abgeschlossene, reich illustrierte Buchbeigaben -geliefert. - -Im Jahre 1910 erschienen: - -1. Max Eyth, ein deutscher Ingenieur und Dichter. - -2. Der Ingenieur. Essays verschiedener Verfasser. - -3. Deutsche Elektrotechnik im Ausland. - -4. Deutsche Arbeit Bd. ~I~: Das Saargebiet. - -Für 1911 sind vorgesehen: - -1. James Watt und die Erfindung der Dampfmaschine. - -2. Musterkatalog: Technische Bücherei. - -3. Deutsche Arbeit. Bd. ~II~: Die deutsche Schmuckindustrie. - -4. Aus Industrie und Werkstatt. Technische Plaudereien. - -Der Preis der »Technischen Monatshefte« beträgt jährlich nur M 7.--. -Dafür werden also 12 Hefte und 4 Bücher als Sonderbeilagen geliefert. - - Verlag der »Technischen Monatshefte«, Stuttgart - (Franckh'sche Verlagshandlung). - -Probehefte sind durch jede Buchhandlung kostenlos zu beziehen. -- -Abonnement jederzeit, bereits Erschienenes wird nachgeliefert. - - - - - James Watt - und die Erfindung der Dampfmaschine - - _Eine biographische Skizze_ - - von - - Dr. Georg Biedenkapp - - Mit 23 Abbildungen - - [Illustration] - - 1911 - - Verlag der Technischen Monatshefte - - :: Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart :: - - - - -Inhalt - - - Seite - Watt und Nietzsche 5 - Watts engere Heimat und ihre berühmten Männer 7 - Watts Vorfahren 8 - Watts Jugend 9 - Watts Lehrzeit 13 - Watt als Universitätsmechaniker 15 - Geschichte der Dampfmaschine bis auf Watt 17 - Eine verbesserte Newcomenmaschine im Roman 27 - Watt erfindet den Kondensator 29 - Watts erste Maschine im Modell 31 - ~Many a clip 'twixt cup and lip~ 33 - »Mein Herz blutet für ihn« 34 - Boulton 37 - Die Retterin der Cornwallgruben 39 - Drehbewegung, Doppelwirkung, Dampfsteuerung, Drosselklappe 43 - Prozesse 47 - Andre Entdeckungen und Erfindungen Watts 49 - Watt, Darwins Großvater und Goethe 51 - Watts Lebensabend und Tod 53 - - - - -[Illustration] - - - - -Watt und Nietzsche. - - -»Eine tolle Zusammenstellung«, wird vielleicht mancher sagen, wenn er -diese beiden Großen so nebeneinander gerückt findet! - -Was hat der Erfinder eines zwar sehr nützlichen, aber sonst »öden -Mechanismus«, -- was hat der Förderer menschlicher Bequemlichkeit -und des krassen Materialismus mit dem idealen Streben eines einsamen -Philosophen gemein, der erhabenste Gedanken der Schnellkraft -geflügelter Worte anvertraute und sich der Massenwucht, der -Herrschaftslüsternheit der Pöbeltriebe entgegenstemmte? - -Was hat der nüchterne Techniker und Mechaniker Watt mit dem poetisch -gestaltenden Denker zu schaffen? - -Wie kommt die Grauheit des Fabrikbetriebs zur Buntheit der -Nietzscheschen Gedankenwelt? - -Verbietet es wirklich nicht der gute Geschmack, den Mann, der Millionen -von Pferdekräften aus dem Boden stampfte und dem Menschen eine bis -dahin unerhörte Macht über die Elemente und Schätze der Natur gab, in -einem Atem zu nennen mit dem Lenker der Geister, der neue seelische -Schätze ans Licht hob und Millionen von Geisteskräften freimachte? Soll -im Ernste der Schöpfer der modernen _Dampfmaschine_ mit dem »_Umwerter -aller Werte_« verglichen werden? - -Ohne mit einer Wimper zu zucken, behaupten wir, daß jeder nur zu -seinem Nutzen und Besten sich von dem übertriebenen Gerede über die -Umwertung aller Werte durch Nietzsche hinwenden wird zu dem Urheber der -gewaltigen Umwertung vieler Werte, als der James Watt unbestritten in -aller Zukunft wird gelten müssen. - -Wir wollen Nietzsche das Verdienst nicht absprechen, daß er dazu -beitrug, das bessere Individuum gegenüber den Herdentrieben zur -Selbstbesinnung zu bringen. Wir wollen uns vieler seiner glänzenden, -scharfsinnigen, in so künstlerische Form gegossenen Gedanken -freuen, darüber wollen wir aber auch ihre Mängel, ihr unlogisches -Widereinanderstreben, ihr schwachen Gemütern gefährliches Wesen nicht -übersehen! Gerade aber weil mit der »Umwertung aller Werte«, als einer -Leistung Nietzsches, soviel Unfug getrieben worden ist und immer noch -getrieben wird, wollen wir zeigen, daß der große Schotte und Mehrer -menschlicher Machtmittel eine jedenfalls ganz unübersehbare, heute -noch nicht zum Stillstand gelangte Umwertung der Werte eingeleitet -hat. Mehr noch als der erste Napoleon, dessen glänzende Taten und -Leistungen immer mit dem entsetzlichsten Blutgeruch behaftet bleiben -werden, hat der vom Norden Englands gekommene Erfinder das äußere -Antlitz der Erde umgestaltet. Die Revolution im Wirtschaftsleben, die -von Watts Hirn ihren Ausgang nahm, war wohl nicht minder folgenreich -als die große französische Revolution, die bald nach der Erfindung -der Dampfmaschine ausbrach. Denn durch den still beschaulichen Sproß -einer schottischen Mathematikerfamilie ist Dampf hinter alle Dinge -gekommen, konnten die Schächte tiefer in die Erde getrieben werden, -wurden Meere ausgetrocknet, Berge versetzt, Zünfte und Sticklüfte -beseitigt, die schaffenstüchtige Menschheit um Millionen leidloser, -eiserner Knechte bereichert, zahlreiche Gewerbe umgeschaffen und die -Bevölkerungsmöglichkeit der Kulturländer ganz gewaltig gesteigert. - -Eine unmittelbare Folge der Dampfmaschine waren Dampfschiff und -Eisenbahn, und diese neuen Verkehrsmittel haben überhaupt erst das -Aufblühen Europas und Amerikas ermöglicht. Sie gaben dem Volkskörper -der weißen Rasse, der sich über Europa hinaus reckte, neue Nerven und -Adern, neue Arme, Beine und Hirne. - -Als Watt Armeen eiserner, unfühlender Diener fast aus dem Boden -stampfte, schuf er einen neuen Begriff menschlicher Leistungsfähigkeit, -gab er dem Denken Vertrauen zu sich selber, half er somit den -menschlichen Geist aus den starren Banden aufgepfropfter oder -eingewurzelter Vorstellungen befreien. Schon dadurch also war er ein -Umwerter vieler Werte. - -Durch Eisenbahn und Dampfschiff, die Watt erst ermöglichte, schrumpften -Räume und Zeiten zusammen. Die Entfernungen verkürzten sich, die -Begriffe _nah und fern_, _lang und kurz_, _schnell und langsam_ wurden -umgewertet. Mit dem Anfang der Eisenbahnen in Deutschland war das Ende -der traurigen Kleinstaaterei gekommen. Der Unfug hörte auf, daß der -Sachse, der Thüringer, der Schwabe schon innerhalb eines Tagemarsches -oder binnen weniger Stunden ins »Ausland« gelangen konnten. Fortab war -der Deutsche nicht mehr Ausländer für den Deutschen. Mithin haben wir -hier ein Beispiel für politische Umwertungen, und nur eines für viele. -Geldfürstentümer von unerhörtem Reichtume wuchsen aus dem Boden. Der -alte Schwertadel verarmte. Dazwischen schob sich durch streberhafte -Gefügigkeit emporgekommener Ämteradel. Mit solchen Wandlungen aber -ergab sich eine Umwertung der Begriffe _reich_ und _arm_, _hoch_ und -_niedrig_, _vornehm_ und _gemein_, _edel_ und _unedel_, _gut_ und -_schlecht_. Und nur logische Folgerungen aus technischen Prämissen -waren die Untersuchungen Nietzsches über die Begriffe gut und böse. - -Unverständige und Übelwollende gefallen sich gern darin, die Technik -als die Mutter »öder Mechanismen«, als die Amme eines krassen -Materialismus anzuschwärzen. Nicht nur wird dabei geflissentlich -übersehen, daß die Technik oft die Retterin aus größten Nöten war; -man will auch nicht Wort haben, daß die Technik hohen Gemütswert -besitzt, daß sie eine poetische Seite hat und zur Quelle ästhetischer -Befriedigung werden kann. Dichter und Ingenieure in einer Person -waren nicht nur und nicht erst die Deutschen _Max Eyth_ und _Heinrich -Seidel_. James Watt selber war Poet und Mechaniker zugleich, wie -Nietzsche Poet und Philosoph. Und die vielseitigere Natur besaß -vielleicht der Schotte. Denn er vereinigte mit der nüchternen -Sachlichkeit des tiefgründigen Forschers die zähe Beharrlichkeit -des Tatmenschen und den Phantasiereichtum einer künstlerischen -Persönlichkeit. _Erasmus Darwin_, des berühmten Zoologen Großvater, -war vom Zauber der Wattschen Dampfmaschine so sehr entzückt, daß er -ihr eine längere Dichtung widmete, die in seinem Werke »Der Botanische -Garten« erschien. So alt ist also bereits das Thema von der Poesie der -Technik, und auch hier ist Watt der Einleiter einer Umwertung geworden. - -In der gleichen Stadt Glasgow, wo Watt seine Laufbahn als Mechaniker -begann, war der berühmte Begründer der Nationalökonomie, _Adam Smith_, -als Professor tätig, und Watt und Smith gehörten, wie Smiles in einem -Werke über »Boulton und Watt« erzählt, _einem_ Klub an. Der große -Nationalökonom aber hat später in seinem Werke über die Ursachen des -Reichtums der Nationen gerade die Berufstätigkeit nicht genügend -beachtet und veranschlagt, die von Watt vertreten wurde, die _Technik_. -Das war sein Schaden, denn das wurde zur Fehlerquelle des Werks. - -So schreibt mit Recht Eugen _Dühring_ in seiner Geschichte der -Nationalökonomie: »Wie Adam Smith schon die Technik überhaupt nicht -als erste produktive Macht ansah, so konnte er insbesondere noch viel -weniger die Bedeutung würdigen, die diejenigen ausschließlich geistigen -Tätigkeiten haben, die auf Erfindungen hinarbeiten oder sie unmittelbar -machen. Die auf technische Erfindungen gerichtete Forschung ist so -gewaltig produktiv, daß sich mit ihr keine andere wirtschaftliche -Macht messen kann.« Man wird es dem Schotten Adam Smith zugut halten -müssen, daß erst durch seinen jüngeren Landsmann James Watt der -Welt in glänzendster Weise dargetan werden mußte, was technische -Schöpferkraft und Erforschung der Natur _wirtschaftlich_ zu bedeuten -haben. Indem Watt also die noch von Smith nicht gebührend gewürdigte -Technik zu Glanz und Geltung brachte, hat er auch in dieser Richtung -»Werte umgewertet«. Die Herausbildung neuer Berufsstände, nämlich -der Ingenieure, Monteure usw., knüpft sich zu einem wesentlichen -Teile an das Schaffen des ehemaligen Mechanikers. Prozentual nehmen -im Volkskörper die Personen zu, die einen Teil ihrer Vorbildung auf -den strengsten Gebieten der Wissenschaft empfangen, auf den Gebieten -der Mathematik und Mechanik. Somit sehen wir hier James Watt als den -Ausgangspunkt sozialer Verschiebungen und Umwertungen. - -Nur eines kurzen Hinweises bedarf es auf die Arbeiterfrage, die sich -beim Heraufkommen des Maschinenzeitalters entwickelt hat. Auch hier -trug Watt dazu bei, daß neue Fragestellungen sich erhoben, Werte -zusammenbrachen und neue entstanden. Die von ihm unabsichtlich -eingeleitete Wertumwertung ist heute noch nicht zu ihrem Abschluß -gelangt. - -Es wäre eine reizvolle Aufgabe, den Vergleich Watts mit Nietzsche -ausführlicher zu behandeln, als es hier im Rahmen einer Wattbiographie -möglich ist. Aber auf einige weitere Vergleichspunkte sei doch noch -kurz hingewiesen. Wie Nietzsche seinen »Zarathustra« auf sonnigen -Spaziergängen binnen wenigen Tagen im Geiste entwarf, so empfing Watt -die Hauptidee seiner Erfindung auf einem Spaziergang im Freien. Wie -der Dichterphilosoph seine Werke zur Welt brachte unter jahrelangen -Kopfschmerzen, so zieht sich durch die Schaffenszeit Watts die immer -wiederholte Klage über das gleiche Elend. Wie Nietzsche ein Entzücken -gerade an der gedrungenen Begriffsfülle der lateinischen Sprache -empfand, so begegnen wir in Watts Briefen einer Menge lateinischer -Zitate, die man dem Mechaniker bei all seiner Belesenheit kaum -zutrauen sollte. »Um die Erfinder neuer Werte dreht sich die Welt«, -sagt der Einsiedler von Sils-Maria, »unhörbar dreht sie sich. Die -stillsten Stunden sind es, die den Sturm bringen. Der Pöbel aber -glaubt, die Welt drehe sich um die Erfinder neuen Lärms.« Ist es -nicht eine hübsche Gleichläufigkeit dazu, wenn Watt an seinen Freund -und Geschäftsteilhaber, den vornehmen Industriellen Boulton, in -einem Briefe über die Aufstellung einer der ersten Dampfmaschinen im -Cornwaller Grubenbezirk folgendes berichtet: »Geschwindigkeit, Kraft, -Größe und der furchtbare Lärm der Maschine haben jetzt alle, die sie -sahen, ob Freund, ob Feind, befriedigt. Ich hatte sie ein- oder zweimal -so eingestellt, daß ihr Gang ruhiger war, und sie weniger Lärm machte; -aber Mister Wilson (der Besitzer) kann nicht schlafen, wenn sie nicht -tobt. Da habe ich sie denn dem Maschinenwärter überlassen. Nebenbei -gesagt -- _die Leute scheinen von der Größe des Lärms auf die Kraft der -Maschine zu schließen. Das bescheidene Verdienst wird hier ebensowenig -anerkannt wie bei den Menschen_.« - - - - -Watts engere Heimat und ihre berühmten Männer. - - -Seiner Herkunft nach ist Watt ein Sohn Schottlands, in dessen -nördlichsten Teil vor einem Jahrtausend die Kelten von den andringenden -Angelsachsen zurückgedrängt wurden. Heute noch wird im schottischen -Hochland meist keltisch gesprochen. Das Land ist durchweg gebirgig. -Tiefe Meeresbuchten zerfransen die Küste. Wald und Weide, Seen und -zahlreiche Wasserläufe erhöhen die landschaftlichen Reize, die aber -wiederum durch Nebel, Regen und mehr windiges als kaltes Wetter -beeinträchtigt werden. Noch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, -also noch zu Lebzeiten Watts, zählte Schottland im ganzen nicht -mehr Einwohner als eine moderne Riesenstadt: etwas über anderthalb -Millionen. Aber darin gleicht dieses dünn bevölkerte Land andern -merkwürdigen europäischen Landstrichen wie Schweden, der Normandie, dem -Elsaß, Schwaben, Thüringen und dem Harzgebiet, daß es eine auffallend -große Zahl ganz ausgezeichneter Männer hervorbrachte. Hervorragende -Kenner der Wissensgeschichte pflegen den feineren schottischen -Geist über den gröberen englischen zu stellen, der sich in breiten -Ausspinnungen gefällt. - -Zur selben Zeit, da Watt durch seine Dampfmaschine eine Umwertung -vieler Werte einleitete, lebte, wie schon erwähnt, der Schotte Adam -Smith, dann Hume, Black und Burns, lauter berühmte Schotten. Burns war -der bekannte Lyriker, der auch in Deutschland Nachahmer und Bewunderer -fand. Adam Smith begründete die moderne Nationalökonomie; er machte die -Arbeit zum Grundstein seines Systems, während vor ihm der Boden oder -der Handel als alleinige Ursachen des Wohlstandes der Völker in den -Vordergrund gerückt worden waren. Smith bewies in seinem Werke bereits -großes Wohlwollen für die arbeitende Klasse und wollte die Einmischung -des Staates in die wirtschaftlichen Vorgänge aufs äußerste beschränkt -wissen. - -Mit Smith eng befreundet war der aus Edinburg stammende berühmte -Philosoph David Hume, der durch seine klassischen Arbeiten drei -wissenschaftlichen Gebieten angehört, der Philosophie, der -Geschichtsschreibung und der Nationalökonomie. Wir brauchen uns nur zu -vergegenwärtigen, was Kant dem schottischen Denker schuldet, um einen -Begriff von Humes Bedeutung zu bekommen. Humes Untersuchungen über den -menschlichen Verstand waren es, die den Königsberger Philosophen »aus -seinem dogmatischen Schlummer erweckten«. Hume setzte die von Locke -begonnene Erkenntniskritik fort. Er übte tief einschneidende Kritik -an den metaphysischen Ideen und erweckte dem Verstand wieder Lust -und Vertrauen zu sich selbst. Bis auf den heutigen Tag hat Hume in -Sachen des Denkens einen wachsenden Einfluß ausgeübt. Erinnern wir uns -deshalb hier, daß auch Watts mehr in die Augen fallende Leistung dazu -beigetragen hat, dem menschlichen Geiste einen erhöhten Begriff von -seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten beizubringen! - -Wie Smith auf nationalökonomischem, Hume auf philosophischem und -historischem, Watt auf technischem Gebiete ein Bahnbrecher war, so -erstand in Black, der erst in Glasgow, dann in Edinburg als Professor -der Medizin wirkte, ein Bahnbrecher auf dem Gebiete der Chemie und der -Physik. Black war der erste Chemiker, der den Gewichtsveränderungen -einen entscheidenden Einfluß auf die Erklärung von chemischen Vorgängen -einräumte, und der erste Entdecker eines von der Luft verschiedenen -Gases: der Kohlensäure, die er »fixe Luft« nannte. Ferner hat Black -die latente oder Schmelzwärme entdeckt und dadurch auch Beziehungen -zur Geschichte der Dampfmaschine erhalten. Wir werden noch sehen, wie -gerade seine Freundschaft sich für Watt als sehr nützlich erwies. Hier -aber wollen wir nochmals betonen, wie merkwürdig es doch ist, daß -ein so kleines, dünn bevölkertes Stückchen Europas, wie Schottland, -um die gleiche Zeit vier auf modernen Gebieten bahnbrechende Männer -hervorbringen konnte, einen Hume, Smith, Black und Watt! Und wie -vorher den Logarithmenerfinder Lord Napier, so hat es später noch den -Philanthropen Carnegie hervorgebracht. - - - - -Watts Vorfahren. - - -Watts Urgroßvater war als Pächter bei Aberdeen ansässig und kam -in einem Gefecht der presbyterianischen Covenanter gegen die -königlichen Truppen ums Leben. Dessen Sohn, also Watts Großvater, -wurde von Verwandten erzogen und ließ sich später in einem Orte bei -Greenock als Lehrer der Mathematik und Schiffahrtskunde nieder. Sein -Protestantismus stempelte ihn in den Augen der damaligen Regierung -zu einem widerspenstigen, gesetzeswidrigen Schulmeister (~disorderly -schoolmaster officiating contrary to law~). Aber das hinderte nicht, -daß Thomas Watt in seiner Gemeinde bürgerliche und kirchliche Ämter -versah, bis er hochangesehen im Alter von 92 Jahren als Professor -der Mathematik das Zeitliche segnete. Er bekleidete in Greenock -verschiedene Ämter, war Ratsherr, Gemeinderechner und Bürgermeister. -Watts Vater hatte, obwohl der Mathematikprofessor Watt seinen beiden -Söhnen Vermögen hinterließ, einen praktischen Beruf ergriffen, während -der Oheim des Erfinders, also der andre Sohn des Mathematikprofessors, -wiederum Mathematiker wurde. Der Vater des Erfinders entwickelte als -Häuser- und Schiffsbauer, als Schreiner, Tischler, Zimmermann, als -Reeder, Kaufmann und Schiffsgeräteverfertiger im Laufe eines langen -Lebens eine bedeutende Vielseitigkeit, die offenbar durch die dürftigen -Verhältnisse des kleinen Platzes bedingt wurde. Denn Greenock war zu -Beginn des 18. Jahrhunderts nur ein Fischerdorf, entwickelte sich -aber bald darauf derart, daß es das Örtchen Crawfordsdyke, wo Watts -Großvater sich angesiedelt hatte, überholte und in sich aufnahm. - -Die männliche Linie der Familie Watt starb im Jahre 1848 mit dem Sohne -des Erfinders aus. Auch dieser Sohn hatte eine mathematisch-technische -Bildung erhalten, so daß wir von vier Generationen dieser Familie -sagen können: sie gehörten dem mathematisch-mechanischen Gebiete an, -erreichten alle vier ein außerordentlich hohes Alter, waren aber -dennoch ein aussterbendes Geschlecht. Auf Rechtschaffenheit und -Glaubenstreue wurde von Urgroßvaters Zeiten her besonders gehalten. - -Übrigens wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß uns der Familienname -Watt als der eines adligen Geschlechtes in der Schweiz begegnet. Ein -Joachim von Watt, 1484 in Sankt Gallen geboren, studierte in Wien, -führte dort eine Zeitlang ein tolles Raufleben, wurde mit dreißig -Jahren Professor und ließ sich später in Sankt Gallen als Arzt nieder. -Mit Zwingli, Erasmus und Luther befreundet, war er ein Hauptförderer -der Reformation und amtierte auch als Bürgermeister. Von seinen -zahlreichen Schriften ist seine Chronik der Äbte von Sankt Gallen die -wichtigste. Das Kloster Sankt Gallen ist von irischen oder, wie sie im -Mittelalter genannt wurden, _skotischen_, also _schottischen_ Mönchen -gegründet worden. Indessen ist es höchst unwahrscheinlich, daß etwa -schottische Watts sich im Schutze des genannten Klosters angesiedelt -hätten. Eher möchte man vermuten, daß Abkömmlinge des schweizerischen -Rittergeschlechtes nach England auswanderten. - -So sehen wir zum Beispiel den Erfinder selbst die Hilfe eines aus -der Schweiz zugewanderten Färbers in Anspruch nehmen, um Deutsch zu -lernen, dessen er zum Verständnis von Leupolds »~Theatrum machinarum~« -benötigte. Vielleicht gelingt es einer künftigen Forschung, hier noch -Licht zu schaffen. - - - - -Watts Jugend. - - -Den Vater haben wir schon als ungemein rührigen, vom Vertrauen seiner -Mitbürger getragenen Mann kennen gelernt. Die Mutter des Erfinders wird -als unübertreffliche Frau von großem Liebreiz, mit trefflichen Gaben -des Geistes und des Gemütes geschildert. Sie entstammte einer Familie -Muirhead, die zu Professorenkreisen gehörte; ein Professor Muirhead, -Verwandter von Watts Mutter, war durch eine Homerausgabe berühmt. Von -fünf Kindern starben drei in frühester Jugend, ein Bruder Watts, der -auf einem Schiffe seines Vaters nach Amerika fuhr, fand bei Sturm auf -hoher See den Untergang. Für das Verhältnis des einzig überlebenden -Sohnes James zu seiner Mutter ist es bezeichnend, daß sie in ihm alles -fand, was sie von einer Tochter Liebes hätte erwarten dürfen. Denn -Watt war ein außerordentlich schwächliches Kind und gedieh nur dank -sorgsamster Pflege. So wurde er eben ein Muttersöhnchen. Und weil er -infolge häufiger Kränklichkeit und oft wochenlangen Kopfschmerzes nicht -mit den übrigen Knaben mittun, nicht mit ihnen an den Ufern des Clyde -herumspielen oder Entdeckungs- und Räuberfahrten in die Umgebung machen -konnte, im Gegenteil wegen seiner Schwächlichkeit dem Spott und der -Roheit der stärkeren Jungen ausgesetzt war, so mußte sich das ganze -Wesen dieses Kindes nach innen entfalten und Anschluß bei der Mutter -suchen. Erinnern wir uns hier, daß die alten Völker, die schwächliche -Kinder einfach beseitigten, sich gerade dadurch oft der besten, nämlich -der geistigsten, Kräfte beraubten! Ein Kepler, ein Newton, ein Watt -wären im alten Sparta Kinder des Todes gewesen. - -Ein hübscher Zufall wollte es, daß der wohl größte Techniker seiner -Zeit fast in der gleichen Woche wie der wohl größte Mathematiker der -gleichen Epoche zur Welt kam. Lagrange wurde am 25. Januar 1736 zu -Turin geboren, Watt am 19. oder 31. Januar dieses Jahres zu Greenock am -Clydeflusse. In allen Biographien Watts findet man als Geburtsdatum den -19. Januar angegeben. Das muß aber auf einem mit rührender Treue immer -wieder nachgeschriebenen Irrtum beruhen, vielleicht dadurch veranlaßt, -daß Watt am 19. August des Jahres 1819 starb. Er selbst schreibt am -31. Januar 1770 an seinen Freund ~Dr.~ Small in Birmingham: »Ich trat -heute (~to-day~) in das 35. Jahr meines Lebens und ich glaube, ich habe -noch nicht für 35 Pfennig Gutes auf der Welt getan, aber ich kann's -nicht ändern.« Hier bezeichnet also Watt den 31. Januar als seinen -Geburtstag. Aber ob so oder so, es sind nur wenige Tage Unterschied vom -Geburtstage des großen französischen Mathematikers. Im Mannesstamm sind -die Familien Watt und Lagrange heute ausgestorben. - -Allerhand Anekdoten werden von der Frühreife des späteren Erfinders -überliefert. Dabei ist zu beachten, daß selbst Personen, wie der -französische Naturforscher Arago, sie ohne Zweifelsbekundung -wiedergeben und von Watts Sohne selber Berichte empfingen oder -empfangen konnten. Von der Mutter im Lesen, vom Vater im Schreiben und, -den Familientraditionen entsprechend, früh in Mathematik unterrichtet, -soll er bereits als Sechsjähriger über geometrischen Aufgaben gesessen -haben. Mit einem Stück Kreide in der Hand stand er am Herde, als ein -Bekannter seines Vaters zu diesem äußerte, er solle doch den Knaben -in die Schule schicken, statt ihn zu Hause seine Zeit vertrödeln zu -lassen. »Sehen Sie erst, was der Junge macht,« versetzte der Vater, -»bevor Sie ihn verurteilen.« Klein-Jamie befaßte sich gerade mit -einer geometrischen Aufgabe. Ein andermal tadelte ihn seine Tante -mütterlicherseits, weil er seit einer Stunde, ohne ein Wort zu sprechen -und ohne ein nützliches Buch zur Hand zu nehmen, am Teekessel spielte, -indem er über die Mündung bald einen Löffel, bald eine Tasse hielt -und die Tropfen zählte, die sich bildeten. Während Arago in seiner -Wattbiographie dies jugendliche Experiment als eine Vorbereitung zu -späteren Dampfbändigungstaten darstellt, hat Watt selber jedenfalls -in seinen Auslassungen über die ersten Anregungen zum Studium der -Dampfmaschine nichts von solchen Kindheitserinnerungen erwähnt, und -dies Schweigen scheint mir gegen die Anekdote zu sprechen. Auch Smiles -mißt in seiner großen Biographie »Boulton und Watt« der Anekdote keine -Bedeutung bei. Von außerordentlicher Tragweite war dagegen der Umstand, -daß Watt neben und in einer Werkstatt aufwuchs, wo er die Handhabung -aller möglichen Geräte kennen lernte, die Zimmerleute und Mechaniker -bei ihrer Arbeit sah und selber von klein auf bosselte und drechselte. -Die Werkleute seines Vaters sagten von ihm, er habe ein Vermögen in -seinen Fingern. Schon in frühester Kindheit also beginnt bei ihm die -Vorbereitung für den späteren Beruf eines Mechanikers, und wir können -uns hier erinnern, daß einem Heinrich Hertz, einem Philipp Reis und -Grafen Zeppelin die früh erworbene Geschicklichkeit der Hand und -Fertigkeit im Drechseln und Bosseln für ihre Erfindungen von großem -Nutzen gewesen ist. Regelmäßigen Schulunterricht empfing Watt vor dem -vierzehnten Jahre nicht. Teils war seine Kränklichkeit die Ursache, -teils wohl auch der Wille des Vaters, der sich sagen mochte, daß der -schwächliche Junge von mechanischen Arbeiten gleichen Nutzen für den -Körper wie für den Geist haben würde. Soweit aber James die Schule -besuchte, erwies er sich als _unter dem Durchschnitt, als dumm und -hinter seinen Jahren zurückgeblieben_. Das änderte sich erst, als er -in die Mathematikklasse kam, wo er sich bald auszeichnete. Wir haben -hier also ein neues Beispiel zu der langen Reihe berühmter Forscher -und Erfinder, die auf der Schule sehr geringe Erwartungen weckten und -später durch ihr Leben und Wirken glänzend enttäuschten: Robert Mayer, -Darwin, Gustav Jäger, Liebig, Berzelius, Linné, Bessel, Alexander v. -Humboldt, Werner Siemens, Riggenbach, List, Thaer u. a. Der gleiche -Knabe, der seinen Lehrern so schwerfällig und zurückgeblieben erschien, -konnte Erwachsene durch seine frei erfundenen Erzählungen stundenlang -in höchste Spannung versetzen. Man kann als sicher annehmen, daß Watt, -als Sohn eines Geistlichen und infolgedessen zuerst vorwiegend mit -Literatur und Sprachen genährt, wohl einer der fruchtbarsten Dichter -Schottlands geworden wäre. Ehe er vierzehn Jahre zählte, brachte ihn -seine Mutter Luftwechsels wegen zu Verwandten nach Glasgow. Damals -war es ein kleines Universitätsstädtchen, das noch keinen einzigen -großen Fabrikschornstein kannte. Jeden Abend vor dem Schlafengehen -begann Jung-Jamie seine Tante in ein Gespräch zu verwickeln, in dessen -Verlaufe er eine Geschichte nach der andern, fröhlichen oder gruseligen -Inhalts, erzählte, während die ganze Familie auf den jedesmaligen -Ausgang gespannt war. So verstrichen die Stunden, und die gute Tante -kam nicht mehr zu genügendem Schlafe, so daß sie den Jungen nach -Greenock zurückbrachte, um die Ordnung ihres Lebens wieder ins Geleise -zu bringen. An der Glaubhaftigkeit dieser Anekdote dürfte um deswillen -nicht zu rütteln sein, weil auch Walter Scott aus eigner Beobachtung -und von Hörensagen wußte, daß noch der hoch betagte Erfinder ein -Meister in selbsterfundenen Geschichten war. Als er in hohem Alter in -Gesellschaft eines Tages den Faden seiner frei erfundenen Erzählung -nicht schnell genug weiterspinnen konnte, vielmehr durch reichliche -Griffe in die Schnupftabaksdose Kunstpausen erzielte und dadurch die -Frage veranlaßte, ob er heute etwa eine von ihm selbst erfundene -Geschichte berichte, soll er geantwortet haben: »Diese Frage setzt -mich in Erstaunen. Seit vielen Jahren verbringe ich meine Abende in -ihrer Gesellschaft und tue nichts anderes.« Wir haben also sowohl -aus der Jugend wie aus dem Alter die gut bezeugte Überlieferung, daß -Watt einen unerschöpflichen Phantasiereichtum, eine seltene Gabe für -packende, anschauliche Erzählungen besaß. Der große Mechaniker war auch -ein hochbegabter Poet, und seine Briefe, fast die einzigen von ihm -erhaltenen Schriftstücke literarischen Charakters, bestätigen diese -Behauptung, denn Watts Sprache verrät einen wahren Bilderreichtum. - -Doch verfolgen wir den Gang seiner weiteren Schulbildung. Von der -Handelsschule, die er bis zu seinem vierzehnten Jahre mit reichlichen -Unterbrechungen besuchte, kam er in die Latein- oder Grammarschule. -Dort machte er gute Fortschritte in Latein und Griechisch, noch -bessere aber in Mathematik. In diesem Fache war er der Beste. Zu -Hause wurde Zeichnen, Schnitzen, Konstruieren geübt; Jamie besserte -Kompasse, Quadranten und sonstige Schiffsinstrumente aus. Watts ganze -Denkrichtung hatte sich durch den Mangel an körperlicher Betätigung -früh von den Trieben der gleichaltrigen Jugend abzweigen müssen. Vater, -Mutter und gute Bücher bildeten den hauptsächlichen Umgang. Und da -der Umgang mit Büchern immer auch ein Umgang mit den Menschen ist, die -diese Bücher schrieben, so wuchs eben Jamie in der besten Gesellschaft -auf, die damals in Greenock zu haben war. Unterhaltungslektüre, -Balladen und Geschichten las er so oft, bis er die besten Sachen -auswendig wußte. - -In die Jugendzeit Watts fiel das letzte Aufflackern der schottischen -Rebellion gegen die britische Herrschaft. Bis in die unmittelbare -Nähe von Greenock kam eine Streifschar wilder Bewohner der Hochlande. -So lernte der Knabe denn die Aufregungen des Krieges, die ihm -aus vielen Erzählungen bekannt waren, auch aus dem unmittelbaren -Erleben in der engeren Heimat kennen. Aber mehr fesselten ihn doch -Instrumente und Maschinen, deren Geheimnis zu enträtseln er keine -Ruhe hatte. Wir erfahren, daß er vor Vollendung des fünfzehnten -Jahres mit größter Aufmerksamkeit bereits zweimal die Elemente der -Naturphilosophie, wir würden sagen der Naturwissenschaft, von 's -Gravesande durchgegangen hatte. Das Buch gehörte seinem Vater und -ist vermutlich das große zweibändige Werk 's Gravesandes, betitelt -»~Physices Elementa Mathematica experimentis confirmata~«, das 1720 -erschien, und von dem mir eine vierte Auflage aus dem Jahre 1748 -vorliegt, also aus einem Jahre, da Watt 12 Winter zählte. Dies Werk -ist lateinisch geschrieben, mit schönen großen lateinischen Typen -gedruckt und so reich mit Kupferstichen ausgestattet, wie man es heute -kaum bei einem wissenschaftlichen Werke findet. Selbst wenn Watt -aus der englischen Ausgabe in englischer Übersetzung gelernt haben -sollte, so dürfte doch anzunehmen sein, daß auch diese die Gesetze der -Mechanik, des Luft- und Dampfdruckes, des Lichtes, der Elektrizität -usw. mit reichlichen Illustrationen erläutert hat. Vergegenwärtigen -wir uns überhaupt einmal, welcherlei naturwissenschaftlich wichtige -Tatsachen als Neufunde in den Gesichtskreis des jungen Watt getreten -sein mögen, um uns ein Bild der damaligen Zeit in wissenschaftlicher -Hinsicht zu machen! Das Werk 's Gravesandes selbst veranschaulicht uns -auf das lebhafteste, mit welchem Anteil man der Zusammensetzung des -weißen Lichtes aus den bunten Farben nachging, mit welchem Eifer man -elektrische Versuche anstellte, wie man sich freute, einen luftleeren -Raum herstellen zu können, nachdem das Mittelalter mit seinem Glauben -an den Abscheu der Natur vor dem Leeren abgewirtschaftet hatte. Man -lebte unter dem Eindruck eines glänzenden Aufschwungs der auf Versuche -sich stützenden Forschung und der Mathematik. Die Zeit unmittelbar -_vor_ Watt war an naturwissenschaftlichen Entdeckungen vielleicht -noch reicher als unsre eigene. Galilei hatte mit dem Fernrohr neue -Welten am Firmament entdeckt, hatte den leichten Hauch, das Nichts, -die Luft gewogen. Sein Schüler Torricelli maß den Luftdruck. Das -Barometer wurde erfunden. Otto von Guericke hatte die Luftpumpe und -die erste Elektrisiermaschine erdacht. Huygens konstruierte eine -Pulverexplosionsmaschine, in der die Pulvergase einen luftverdünnten -Raum erzeugten und der äußere Luftdruck verwendet wurde, durch die -Maschine Wasser in die Höhe zu heben. Von da aus nahm die Geschichte -der Dampfmaschine ihren Anfang. Newton hatte Versuche über die -Zusammensetzung des Lichtes angestellt, das Gravitationsgesetz -gefunden, die Infinitesimalrechnung geschaffen. Huygens bewies, daß das -Licht eine Art Wellenbewegung sein müsse. Der Schotte und Landsmann -Watts, Lord Napier von Merchiston, hatte die Logarithmen eingeführt -und damit eine neue Art Hexerei gelehrt. Gerade auf den Gebieten der -exakten Wissenschaften ist also das Jahrhundert vor Watts Geburt ein -klassisches zu nennen. Aber man würde sich gewaltig irren, wenn man -meinte, alle die hochinteressanten Dinge, die _uns_ heute über das -Leben der Tiere und Pflanzen, insbesondere über die Kleinlebewelt, -über die Insekten und Polypen in ungezählten volkstümlichen Schriften -dargeboten werden, seien jenem Zeitalter fremd geblieben. Hales -hatte in England physiologische Versuche über das Leben der Pflanze -veröffentlicht. Linné war fast zwei Jahrzehnte vor Watt geboren. Der -ehemalige Angestellte eines Tuchgeschäftes Anton Leeuwenhoek hatte mit -einem selbstgefertigten Kleinseher (Mikroskop nennt man es auf deutsch) -die Welt der kleinen Ungeheuer im Wassertropfen entdeckt. Swammerdam -lehrte den kunstvollen Bau eines Bienenleibes kennen. Als Watt acht -Jahre alt war, gab der Genfer Trembley seinen Zeitgenossen die -merkwürdige Entdeckung bekannt, daß der zentimetergroße Süßwasserpolyp -sich Umstülpung und zehnfache Zerschneidung gefallen läßt, ohne daß -sein Leben endet. Jedes Schnittstück wird sogar wieder ein ganzer -Polyp. In die Kindheit Watts fällt die Herausgabe eines sechsbändigen -Werkes über das Leben der Insekten, in dem der französische Physiker -Réaumur, der gleiche, dem wir die bekannte Thermometerskala verdanken, -die erstaunlichen Leistungen der Insekten im Weben und Spinnen, im -Bauen und Zusammenarbeiten schildert. Und als Watt aus seinem 's -Gravesande die damals noch mit dem ganzen Reiz der Neuheit verklärten -elektrischen Versuche und Tatsachen kennen lernte, da dauerte es -keine drei Jahre mehr, bis aus Amerika die Nachricht kam, dort habe -einer den Beweis erbracht, der Blitz sei nur eine große elektrische -Entladung -- worüber sich die Londoner Königliche Gesellschaft der -Wissenschaften pflichtschuldig erst lustig machte. Ja, so groß war im -Anfang des 18. Jahrhunderts die Anteilnahme an den Naturwissenschaften, -daß der Hamburger Dichter Brockes in seinen poetischen Werken, die -er »Irdisches Vergnügen in Gott« betitelte, gar nicht so üble Verse -auf allerhand physikalische, zoologische und sonstige Erscheinungen -brachte, Verse, die man auch heute noch lesen kann. Ich wünschte, -ich könnte dem Leser hier einen Begriff geben, mit wie zahlreichen -belehrenden Abbildungen Werke damaliger Zeit ausgestattet waren, um -glaubhaft zu machen, daß James, ein unersättlicher Leser in seiner -Jugend, voll Interesse für Physik und Mechanik, für Botanik und -Geologie, der lebhaftesten Anregungen selbst in dem weltentlegenen -Greenock mit seinen Strohdächern nicht entbehrte. Und wenn der -Fünfunddreißigjährige später einmal klagt, er habe noch nichts auf -der Welt genützt, so wollen wir angesichts dieser Bekundung von -Ehrgeiz nicht unerwähnt lassen, daß auch das Gerücht von andren als -wissenschaftlichen Heldentaten an sein jugendliches Ohr drang: die -Taten Friedrichs des Großen, des Philosophen auf dem Throne, der einen -Voltaire, einen Lagrange in seine Umgebung berief und ein Kriegsheld -ersten Ranges war. - -Ein Genie ohne die Fähigkeit zum Alleinsein, ohne Hang zur Einsamkeit -und Zwiesprache mit sich selbst, dürfte ein Widerspruch in sich -sein. Daher wird uns auch von Watt berichtet, daß er gerne bei -Nacht einsame Spaziergänge machte, Mond und Sterne beobachtete, -ohne Begleitung ausgedehnte Streifzüge in die Umgebung unternahm, -in einsame Täler und zu endlos sich streckenden Wasserflächen. -Ein Sohn der Schmerzen, insonderheit des Kopfwehs von Jugend auf, -las er auch gerne medizinische Bücher, wo er ihrer habhaft werden -konnte, und zu seinem Sohne soll er später gesagt haben, er wäre -Arzt geworden, hätte er sich fähig gefühlt, das Leiden der Kranken -mitanzusehen. Bekanntlich kamen auch Darwin und Herder, beide Väter -der Entwicklungslehre, dadurch vom medizinischen Studium ab, daß -sie den Anblick der zu ihrer Zeit freilich noch entsetzlich blutig -verlaufenden Operationen nicht ertragen konnten. Gerade weil aber für -feinere Naturen das ärztliche Studium schwere Hindernisse bietet, -will es mir um so unglaubhafter erscheinen, was durch Smiles und -Arago, die beide aus bester Quelle schöpfen konnten, berichtet wird: -Watt sei eines Tages dabei betroffen worden, wie er den Kopf eines -an einer ungewöhnlichen Krankheit gestorbenen Kindes in sein Zimmer -trug, um ihn zu sezieren. Dazu gehörten doch wohl nicht nur starke, -sondern auch rohe Nerven. Das Fehlen näherer Einzelheiten, nach denen -doch die Überlieferer dieser Nachricht hätten forschen müssen, macht -die Sache höchst unglaubhaft. Zur Ehre Watts wollen wir annehmen, -daß es eine auf Mißverständnis beruhende Anekdote ist. Wir wissen -ja aus unsrer eignen Zeit, wie selbst berühmte lebende Forscher -in wissenschaftlichen Nachschlagewerken tot oder als im Irrenhaus -befindlich verzeichnet wurden; wir wissen, wie Unwahrheiten sich -jahrzehntelang in wissenschaftlichen Werken trotz längst erfolgter -Widerlegungen erhalten: da mag leicht auch über einen berühmten Mann -des 18. Jahrhunderts eine unwahrscheinliche Anekdote vermeintlich zu -seiner Ehre, in Wahrheit zu seinem Schaden in Umlauf gebracht worden -sein. Es entspricht ein solcher Zug durchaus nicht dem Charakter des -großen Erfinders. Watt war es ein unerträglicher Gedanke, daß andre -Leute durch seine technischen Projekte sollten zu Schaden kommen; wie -hätte er sich da auch nur im Geiste an einer Kindesleiche, an den -Gefühlen der nichtsahnenden Eltern versündigen können, abgesehen davon, -daß es früher selbst große Gelehrte Kämpfe gekostet hat, in den Besitz -von Leichen zu gelangen. Auf diese Art sich Wissen zu verschaffen, -stimmt auch nicht zum Wesen eines Mannes, der in seinen Kindertagen -täglich im Hause auf die Bilder zweier solcher Geistesriesen zu schauen -gewohnt war, wie Newtons und des Logarithmenschöpfers Lord Napiers. - -Schon aus den bisher vorgetragenen Bemerkungen über wissenschaftliche -und literarische Neigungen des jungen Watt dürfte hervorgehen, daß -hier eine außerordentlich vielseitige geistige Beanlagung, ein höchst -seltenes Beieinander verschiedenster Talente vorhanden war, die -Hand geschickt zu feinsten Zeichnungen, zum Schnitzen, Bosseln und -Drechseln, -- der Verstand den mathematischen Naturwissenschaften -zugewandt und gewachsen, -- die Phantasie üppig sprudelnd wie die -des fruchtbarsten Romanschriftstellers, -- und ein Charakter, dem -es vielleicht zur Empfehlung gereicht, daß er sich mit der übrigen -Jugend nicht gemein machen konnte, sondern lieber für sich blieb. Wir -haben Schilderungen, die den jungen Mann und den ehrwürdigen Greis im -gleichen Sinne darstellen. Hier sei zunächst nur das Zeugnis Walter -Scotts angeführt, von welcher reichen Vielseitigkeit Watt in seinen -alten Tagen noch glänzende Proben ablegte. In der Vorrede zum »Kloster« -äußert sich der schottische Romanschriftsteller folgendermaßen: - -»Watt war nicht nur der tiefste Gelehrte und derjenige, der mit dem -glücklichsten Erfolge aus gewissen Kombinationen von Zahlen und Kräften -brauchbare Anwendungen gezogen hatte, er nahm nicht nur unter denen, -die durch die Allgemeinheit ihrer Bildung sich auszeichnen, einen der -ersten Plätze ein: er war auch der beste, der liebenswürdigste Mensch. -Das einzige Mal, wo ich mit ihm zusammengetroffen bin, war er von einer -kleinen Gesellschaft Gelehrter aus dem Norden umgeben.... Da sah und -hörte ich, was ich niemals wieder sehen und hören werde. Der muntere, -liebenswürdige, wohlwollende Greis von 81 Jahren nahm an allen Fragen -einen lebhaften Anteil; seine Kenntnisse standen jedem zur Verfügung, -der sie in Anspruch nahm. Er verbreitete über jeden Gegenstand die -Schätze seiner Talente und seiner Einbildungskraft. Unter den Gentlemen -befand sich ein gelehrter Philologe; Watt unterredete sich mit ihm über -den Ursprung des Alphabets, als wenn er der Zeitgenosse des Kadmos -gewesen wäre. Als ein berühmter Kunstrichter sich zu ihnen gesellte, -hätte man behaupten mögen, daß der Greis sein ganzes Leben dem Studium -der schönen Wissenschaften oder der Nationalökonomie gewidmet habe. -Es würde überflüssig sein, die exakten Wissenschaften zu erwähnen: -sie bildeten seine glänzende und spezielle Lebensaufgabe; wenn er -indessen mit unserem Landsmann Jedediah Cleishbotham sprach, so hätte -man darauf geschworen, daß er der Zeitgenosse Claverhouses und Burleys, -der Verfolger und der Verfolgten, gewesen wäre; daß er wirklich genau -die Flintenschüsse gezählt hätte, die die Dragoner auf die flüchtigen -Covenanter abfeuerten. Wir entdeckten endlich, daß kein Roman von nur -einigem Ruf ihm entgangen war, und daß die Leidenschaft des berühmten -Gelehrten für diese Art von Schriften derjenigen an Lebhaftigkeit -gleichkam, die sie einer jungen Putzmacherin von 18 Jahren einflößen.« - -Indessen sollte sich doch diesem so reich beanlagten und -verschwenderisch ausgestatteten Jüngling, dem Sohn eines der -angesehensten und wohlhabendsten Bürger von Greenock, nicht die -gelehrte Laufbahn öffnen. Watts Vater war durch kaufmännische -Unternehmungen, durch den Verlust von Seeschiffen in seinen -Vermögensverhältnissen zurückgekommen. Er mußte deshalb darauf -Bedacht nehmen, den Sohn und dessen jüngeren Bruder bald etwas -Praktisches lernen zu lassen. Die Aussicht, Professor der Mathematik -oder Naturwissenschaft zu werden, war durch düstere finanzielle -Wolken verhängt. Daher galt es, eine Wahl zu treffen, die der -Forderung der angeborenen Neigungen und des praktischen Nutzens -gleicherweise entsprach: Watt entschied sich für den Beruf eines -mathematischen Instrumentenmachers, um als Feinmechaniker immer noch -den Überlieferungen der Vorfahren, dem Geiste Newtons und Napiers, den -Mahnungen ihrer Wandbilder, treu bleiben zu können. Wir kommen damit zu -Watts Lehrjahren. - - - - -Watts Lehrzeit. - - -Achtzehn Jahre alt, verließ James Watt das Vaterhaus, um in dem nicht -allzuweit entfernten Städtchen Glasgow bei einem geeigneten Meister -in die Lehre zu treten. Dort fehlte es ihm nicht an einflußreichen -Verwandten, und von der Gefahr, auf Abwege zu geraten, konnte keine -Rede sein. Nur zwei sich kreuzende Hauptstraßen besaß das Städtchen -damals, dessen meiste Häuser aus Holz gebaut und mit Stroh gedeckt -waren. Selten, daß sich auf dem vorbeifließenden Clyde ein größeres -mehrmastiges Schiff zeigte, obwohl die angesehensten Bürger Händler -mit Virginiatabak waren, die gar stolz in ihren Scharlachröcken, -Hahnfederhüten und Puderzöpfen die kurze Hauptstraße durchwandelten. -Wirtshäuser und Zeitungen gab es nicht; die Neuigkeiten der Welt -kamen den Glasgowern eine Woche später durch ein Londoner Blättchen -zur Kenntnis. Man traf sich, nach Beruf und Neigung zusammengeführt, -abends in den Klubs. Theater waren ebenfalls nicht zu finden, und als -im Jahre 1752 ein hölzernes Theater errichtet wurde, fand sich das Volk -in seinen religiösen Gefühlen so verletzt, daß es die Bude stürmte -und die Besucher mißhandelte. Und als der Bau eines Theaters im Jahre -1762 wiederum ins Auge gefaßt wurde, wollte niemand Grund und Boden -dazu verkaufen. Zu neuen Ausschreitungen kam es zwei Jahre später, -als man vor den Stadttoren dennoch ein Theater baute. Waren also die -biederen Glasgower zwar Feinde des Theaters, so doch nicht eines -kräftigen und reichlich bemessenen Trunkes, eine Schwäche, die dem nie -ganz gesunden Watt jedenfalls nichts anhaben konnte. Zunächst freilich -sollte sein Aufenthalt in dem kleinen Universitätsstädtchen, in dem -er nach einigen Jahren die wichtigste Erfindung für die Dampfmaschine -machte, nicht von langer Dauer sein. Der Meister, bei dem er in die -Lehre trat, nannte sich zwar Optiker und war auch ein sehr vielseitiger -Mann, der Brillen, Geigen und Spinette verkaufte oder zur Ausbesserung -annahm, auch einfachere mathematische Instrumente zur Not wieder -instand setzte, aber um des Lebens Notdurft willen auch Angelruten und -Fischnetze oder was sonst gewünscht wurde, herstellte. Da man sich aber -die Ausbildung des jungen Watt zum mathematischen Instrumentenmacher -doch etwas gründlicher und tiefer vorgestellt hatte, so erhielt Watt -von dem Professor der Naturwissenschaft Dick den Rat und die nötigen -Empfehlungsbriefe zur Übersiedlung nach London. Sie erfolgte in -Begleitung eines Verwandten. Hoch zu Roß gelangte der Jüngling in -ebensoviel Tagen von Glasgow nach der britischen Hauptstadt, wie es -heute mit der Eisenbahn Stunden erfordert, wenn man den bummeligsten -Zug nimmt. Watts Unterbringung bei einem Londoner Meister machte aber -große Schwierigkeiten. Niemand wollte oder durfte ihn nehmen, da er -die vorgeschriebene Bedingung, nämlich siebenjährige Lehrlingschaft -bei einem eingesessenen Meister, weder erfüllt hatte noch erfüllen -konnte. Nach vierzehntägigem vergeblichem Suchen schrieb Watt an seinen -Vater, höchstens gegen Draufzahlung eines Lehrgeldes würde ihn ein -Meister für ein Jahr bei sich aufnehmen. So entschloß er sich denn, -zunächst bei einem ihm durch seinen Verwandten bekannt gewordenen -Uhrmacher namens Neale ohne jede Vergütung in Dienst zu treten. -Bei diesem übte er sich in der Kunst des Gravierens. Bald jedoch -glückte es ihm, bei einem regelrechten Verfertiger mathematischer -Instrumente, namens Morgan, gegen ein Lehrgeld von zwanzig Guineen und -Überlassung seiner Arbeitsergebnisse für ein Jahr unterzukommen. Rasch -erwarb sich der eifrige Jüngling Fertigkeit in der Herstellung von -messingnen Transporteuren, Quadranten, Azimutalkompassen, Theodoliten, -Verhältniszirkeln und was der mathematischen Instrumente noch mehr -sind. Er lernte auch die Vorteile einer weitgehenden Arbeitsteilung -kennen. Im Bestreben, möglichst bald keiner väterlichen Zuschüsse -mehr zu bedürfen, schränkte sich Watt aufs äußerste ein, und wo er -durch Arbeiten in seiner Freizeit etwas verdienen konnte, setzte er -die Stunden der Nacht daran. Schlimme Zustände herrschten damals in -London und seiner Umgebung. Das Schicksal, das den deutschen Dichter -Seume und viele andre unglückliche Opfer fürstlicher Habsucht und -Gewissenlosigkeit traf, über See als Soldat verkauft zu werden, -drohte auch einem Watt, wenn er unvorsichtig war. Truppen von Werbern -griffen junge Männer auf und zwangen sie, Matrosen zu werden; -Agenten der Ostindiengesellschaft führten dieser zwangsweise Leute -für den Kolonialdienst zu, Seelenverkäufer lieferten eingefangenes -Menschenmaterial auch an die amerikanischen Pflanzer. Wehe dem, der in -seinen Personalverhältnissen nicht ganz einwandfrei war! Er entrann -nicht mehr seinen Häschern, und Watt hätte sich ebenfalls nicht vor -dem Lordmayor genügend legitimieren können, denn er befand sich in -einer gesetzlich nicht erlaubten Lehrlingsstellung, er hatte die -vorgeschriebenen sieben Jahre Lehrzeit nicht durchgemacht. So konnte -er sich immer noch in der Werkstatt seines Meisters am sichersten -fühlen, seine zehn Stunden herunterarbeiten und abends, abgerackert und -mit zitternden Händen, wie er selbst schrieb, sein Lager aufsuchen. -Sein Arbeitsplatz in der Nähe der Ladentür zog ihm aber eine schlimme -Erkältung, Husten und Rheumatismus zu. Das Übel wich nicht, so daß Watt -im Herbst 1756 nach der schottischen Heimat zurückkehrte, mit Bions -Werk über mathematische Instrumente und allem Handwerkszeug versehen, -das zur Niederlassung als Meister im Norden erforderlich war. - - - - -Watt als Universitätsmechaniker. - - -Nachdem der Zwanzigjährige in der Pflege des Elternhauses seine -Gesundheit wiederhergestellt hatte, wollte er sich im benachbarten -Glasgow als Meister niederlassen. Aber der Mann, dessen revolutionäre, -in Eisen gebundene Werke bald alle Zunftschranken über den Haufen -stürzen sollten, mußte sich zunächst von der Glasgower Zunft der -Hammerschmiede bedeuten lassen, daß es am Ort keinen Raum für jemanden -gäbe, der nicht die regelmäßige Lehrzeit bei einem Glasgower Meister -durchgemacht noch einen eingesessenen Bürger zum Vater habe. Es -ist ja so ziemlich in den meisten Fällen für die einem Zeitalter -allernötigsten Menschen kein Raum gewesen. In Watts Falle aber wurde -der Schaden, den die eine Zunft stiftete, durch eine andere Zunft, -die Glasgower Professoren, gutgemacht. Watt war mit den Professoren -Muirhead und Anderson verwandt. Den Professor Anderson muß man schon um -deswillen rühmend hervorheben, weil er der erste war, der Vorlesungen -für Arbeiter und Handwerker einführte, Naturwissenschaft ins Volk zu -bringen suchte und die volkstümlichen Zwecken gewidmete Andersonian -University stiftete. Professor Dick verschaffte dem jungen Meister -zunächst den Auftrag, eine Sammlung mathematisch-astronomischer -Instrumente wieder instand zu setzen. Diese Instrumente waren über -See gekommen und zum Teil verrostet. Sie entstammten dem Nachlaß -eines auf Jamaika gestorbenen Kaufmanns Macfarlane, der sich in -seinen Mußestunden mit astronomischen Beobachtungen beschäftigte. -Und weil die Glasgower Handwerkerzunft Watt nicht einmal eine -Werkstatt zu Experimenten beziehen lassen wollte, so ernannte die -Professorenschaft den jungen Verwandten zweier ihrer Mitglieder zum -Universitätsmechaniker, der den Professoren der Naturwissenschaft mit -der Herstellung von Instrumenten an die Hand gehen sollte. Innerhalb -der Universitätsräume, in denen die Handwerker nichts zu sagen hatten, -wurde Watts Werkstatt eingerichtet, auch durfte er sich noch einen -Laden nach der Straße zu halten. Freilich, zu verdienen bekam er nicht -viel. Es bestand keine zureichende Nachfrage nach seinen Instrumenten, -und der Vater mußte hier und da noch aushelfen. Watt verlegte sich -auf den Verkauf von Karten, besserte Geigen, Flöten und Gitarren -aus, fertigte auch solche Instrumente und baute sogar auf Bestellung -Drehorgeln. - -Es ist nicht ohne einen geheimen Reiz, daß der Schöpfer der -vervollkommten _Dampfmaschine_ eine Zeitlang _Musikinstrumentenmacher_ -war; die reine Unterhaltungs- und Vergnügungskunst der Musik war hier, -wie in manch andern interessanten Fällen, die Amme der Technik. So -begann auch der englische Physiker Wheatstone, den die Geschichte -der Telegraphie kennt, seine Laufbahn als Musikinstrumentenmacher, -Hughes war erst Musiklehrer, ehe er in die Telegraphie eingriff, -Chladni kam von der Musik her zur Physik, und derartige Beziehungen -zwischen Musik und Technik, zwischen einem ästhetischen und dem rein -praktischen Gebiet, gibt es noch mehrere, ein Vergnügen für Leute, -die gerne verknüpfende Fäden zwischen Gegensätzen aufsuchen. Aus -jener Zeit so schlechten Geschäftsganges wird uns berichtet, daß -Watt auch, seine Muße auszufüllen, Erzählungen und Verse schrieb -- -schade, daß uns davon nichts erhalten ist. Dank seiner Vielseitigkeit -und den Freundschaften, die er sich erst in Professorenkreisen, dann -bei Studenten und Glasgowern Bürgern zu erwerben verstand, brachte -er allmählich sein Geschäft doch in die Höhe. Er mietete einen Laden -in der Stadt, verband sich 1760 mit einem gewissen Craig, der die -kaufmännische Leitung übernahm, und beschäftigte vier Jahre später -bereits 16 Arbeiter. Da er nun achtundzwanzig Jahre zählte, war es -Zeit, sich nach einer Lebensgefährtin umzuschauen. Die Wahl fiel -auf eine Base, namens Miller, ein Mädchen, das ihm eine treue, nie -verzagende, aber leider früh entrissene Gefährtin wurde. - -Ein Jahr nach seiner Verheiratung machte Watt, als Frucht sorgfältiger -experimenteller Forschungen, jene für die Umgestaltung der -Dampfmaschine so folgenreiche Erfindung des Kondensators. Ehe wir -darauf weiter eingehen, müssen wir unsre Aufmerksamkeit noch einer -Person zuwenden, die etwa ums Jahr 1758 den jungen Watt zum ersten Male -auf die Verwertung der Dampfkraft hinlenkte. - -Robison war es, der, noch etwas jünger als Watt und voll Interesses -für mechanische Erfindungen und Gesetze, die Absicht hegte, einen -durch Dampfkraft getriebenen Wagen zu erfinden und zu diesem Zwecke -Watts Mitarbeit wünschte. Deshalb wollen wir einige Stellen sowohl -aus Watts Äußerungen über Robison als aus dessen Mitteilungen über -Watt hierhersetzen. Den Siebzigern nahe, schrieb Watt in seinen -Erinnerungen an den eben verstorbenen, im Leben treu bewährten Robison -folgendes: »Unsre Bekanntschaft begann im Jahre 1756 oder 57, als ich -von der Universität Glasgow beauftragt wurde, einige astronomische -Instrumente, die ihr Doktor Macfarlane in Jamaika vermacht hatte, in -Ordnung zu bringen. Mr. Robison war damals ein sehr hübscher junger -Mann und ziemlich jünger als ich. Er führte sich bei mir ein, und -ich war glücklich, in ihm eine Person zu finden, die so viel besser -über mathematische und philosophische Gegenstände unterrichtet war -als ich und, während sie äußerst mitteilsam war, eine sehr klare Art -besaß, ihre Gedanken darzulegen. Zwischen zwei jungen Leuten feurigen -Geistes und ähnlicher Ziele bildete sich bald eine Freundschaft. -- --- Bald darnach ließ ich mich als mathematischer Instrumentenmacher -im Glasgower Universitätshause nieder und wurde häufig durch Mr. -Robisons Gesellschaft beglückt, bis er gegen Ende 1758 die Universität -verließ und, wie ich glaube, in einem von Sr. Majestät Schiffen auf -See ging. Während dieser Periode lenkte er meine Aufmerksamkeit auf -die Dampfmaschine, eine Maschine, von der ich damals sehr wenig -Kenntnis besaß, und meinte, daß sie verwendet werden könnte, Räderwagen -Bewegung zu geben, und daß es zu diesem Zwecke sehr angebracht sein -würde, den Zylinder mit seinem offenen Ende nach unten zu setzen, um -die Notwendigkeit zu vermeiden, einen Balancier zu gebrauchen. Diese -letztere Idee hatte er einige Zeit zuvor im ‚Universal Magazine‛ -veröffentlicht. Demgemäß begann ich ein Modell, mit zwei Zylindern von -Zinnblech, die mittels Zahngetriebes abwechselnd auf zwei Räder auf -der Achse der Wagenräder wirken sollten. Aber das Modell entsprach, -weil zu leicht und ungenau gearbeitet, nicht den Erwartungen. Beide, -Mr. Robison und ich, hatten andre Geschäfte, die dringend zu erledigen -waren; und da keiner von uns beiden eine Idee von den wahren Prinzipien -der Maschine hatte, so wurde der Plan verlassen.« Watt erzählt weiter, -wie er dann seine Experimente wieder aufnahm, wie ferner noch einmal -im Jahre 1765 Robison ihm die Anregung gab, einen perspektivischen -Zeichenapparat des Doktor Lind zu verbessern, wie drei Jahrzehnte -später, 1799, Robison, obwohl schwer leidend, im Winter von Edinburg -nach London reiste, um in Watts Patentprozeß ein glänzendes Zeugnis -für den Erfinder abzulegen. Zum Schluß entwirft Watt noch mit -einigen Strichen ein glänzendes Charakterbild seines Freundes, dem -er nachrühmt, daß niemand ihm in der schnellen und klaren Erfassung -wissenschaftlicher Probleme gleichkam. - -In sehr anmutiger Weise wird diese Schilderung des Charakters Robisons -durch dessen Worte über Watt ergänzt. Wir müssen sie hierhersetzen, -schon weil sie uns den bezaubernden Eindruck beschreiben, den der -junge Feinmechaniker auf seine studierte oder studierende Umgebung -ausübte. Freilich müssen wir dabei, um kritisch zu bleiben, mit -veranschlagen, daß der also gelobte Watt damals bereits der berühmte -Erfinder war, den in jungen Jahren gekannt und bewundert zu haben man -stolz sein durfte. Robison nun gibt folgende Schilderung: »Ich sah -einen Handwerker und erwartete nicht mehr; war aber erstaunt, einen -Forscher zu sehen, so jung wie ich selbst und allzeit bereit, mich -zu belehren. Ich hatte die Eitelkeit, mich für einen ansehnlich weit -vorgeschrittenen Kopf in meinem Lieblingsfache (Naturwissenschaft -und Mechanik) zu halten, fühlte mich aber ziemlich vernichtet, Mr. -Watt mir so sehr überlegen zu finden.« Weiter schildert Robison, wie -er Watt immer auf vorher nicht von andern betretenen Wegen fand, und -wie er selber, statt Führer zu sein, ihm folgen mußte. »Alle jungen -Leute, die wegen irgendeiner wissenschaftlichen Liebhaberei bekannt -waren, wurden Besucher Watts; und sein Zimmer war ein Stelldichein -für all dergleichen Leute. Kam irgendeinem von uns eine zu harte -Nuß zwischen die Zähne, so gingen wir zu Mr. Watt. Er brauchte nur -angeregt zu werden; alles wurde ihm Ausgangspunkt eines neuen und -ernsthaften Studiums, und wir wußten, daß er es nicht fahren lassen -würde, bis er entweder seine Bedeutungslosigkeit entdeckt oder etwas -daraus gemacht hatte. Einerlei, in welcher Richtung, -- Sprachen, -Altertum, Naturgeschichte, ja sogar auch Poesie, Kunstkritik, Werke -von Geschmack wie auch jedes beliebige in der Richtung auf Zivil- -oder Kriegsingenieurkunst -- er war überall zu Hause und bereit zu -unterrichten. Kaum je wurden Projekte wie Kanäle, Flußvertiefungen, -Kartenaufnahmen oder dergleichen in der Nachbarschaft unternommen, ohne -Mr. Watt zu befragen; und er wurde sogar dazu gedrängt, sich einige -beträchtliche Arbeiten auf den Hals zu laden, obwohl sie derart waren, -daß er darin nicht die geringste Erfahrung besaß. Fügt man noch zur -Überlegenheit seines Wissens, die jedermann zugab, die ungezwungene -Einfachheit und Lauterkeit von Mr. Watts Charakter, so ist es kein -Wunder, daß die Anhänglichkeit seiner Bekannten stark war. Ich habe -ein Stück von der Welt gesehen und ich muß sagen, daß ich nie einen -zweiten Fall so allgemeiner und herzlicher Zuneigung zu einer Person, -die alle als ihnen überlegen anerkannten, gesehen habe. Doch wurde -diese Überlegenheit unter der liebenswürdigsten Lauterkeit verborgen, -unter bereitwilliger Anerkennung jeden Verdienstes eines andern. Mr. -Watt war der erste, der Begabung eines Freundes Dinge zuzuschreiben, -die oft nichts anderes waren als seine eignen Anregungen, weiter -entwickelt und ausgestaltet durch einen andern. Ich bin wohl berechtigt -dies zu sagen, denn ich habe es oft in meinem eignen Falle erfahren.« -Weiter führt Robison in seinem begeisterten Lobeshymnus auf den jungen -Watt aus, wie dieser Deutsch lernte, nur um Leupolds »Schauplatz der -Maschinen« verstehen zu können, wie Robison selber deshalb ebenfalls -die schwere Sprache in Angriff nahm, wie sie beide in einem andern -Falle sich an das Italienische machten. Und dann hebt Robison hervor, -daß Watt sein Wissen nicht für sich, sondern stets zum allgemeinen -Besten erstrebt und aufgespeichert habe. So mitteilsam und offenherzig -sei er hinsichtlich seiner Erfindungen und Ideen gewesen, daß er in -andern Kreisen, etwa in London, seines geistigen Eigentums hätte -leicht beraubt werden können, da andre auf Erfindungen, von denen er -kein Aufhebens machte, gleich mehrere Patente genommen haben würden. -Tatsächlich werden ja mehrere Erfindungen Watts auf dem Gebiete der -Nivellierkunst und der Vermessung namhaft gemacht, auf die andre sich -früher oder später Patente erteilen ließen. Brachte es doch sogar der -Knopffabrikant Pickard fertig, sich die Watt durch Verrat entwendete -Idee der Kurbelbenutzung zur Erzielung von Drehbewegung patentieren -zu lassen, während der erste Erfinder gezwungen war, seine eigne, -aber einem andern patentierte Idee zu umgehen. Zahlreiche Erfahrungen -solcher Art, dazu die jahrelangen Kämpfe nur um das nackte Dasein und -das Gelingen seiner Pläne machten freilich aus dem allseits beliebten -jungen Manne fast einen Menschenfeind, der sich in den stärksten -Ausdrücken über Plagiate und »Schuftigkeit des größten Teiles der -Menschheit« erging. Neun Zehntel seien schurkig, der Rest meist Narren. -Oder »Die Schuftigkeit der Menschheit übersteigt jede Vorstellung«. -Er hatte von seinem Standpunkte aus recht. Gerade die überquellende -Begeisterung des bei seinen Landsleuten berühmten Professors Robison -darf uns eine Gewähr sein, daß der junge Meister Watt jene Erfahrung -durchlebte, die Schiller in seinem kleinen Gedichte »Licht und Wärme« -folgendermaßen beschreibt: - - »Der bessre Mensch tritt in die Welt - Mit fröhlichem Vertrauen - Und glaubt, was ihm die Seele schwellt, - Auch außer sich zu schauen, - Und weiht, von edlem Eifer warm, - Der Wahrheit seinen treuen Arm. - Doch alles ist so klein, so eng. - Hat er es erst erfahren, - So sucht er in dem Weltgedräng - Sich selbst nur zu bewahren. - Das Herz in kalter, stolzer Ruh' - Schließt endlich sich der Liebe zu.« - -Erst als Watt, der Existenzsorgen und ewigen Kopfleiden enthoben, sich -eines behaglichen Alters erfreuen konnte, scheint das Gewinnende und -Einnehmende seiner Jugend wiedergekehrt zu sein. Doch wir haben uns -nunmehr dem Hauptabschnitt seines Lebens zuzuwenden, der die Geschichte -seiner Dampfmaschine umfaßt. Und da ist es an der Zeit, die Geschichte -der Dampfmaschine vor dem Eingreifen Watts kurz hier vor Augen zu -führen. - - - - -Geschichte der Dampfmaschine bis auf Watt. - - -[Illustration: Abb. 1. Püstrich. - -(Aus Feldhaus, Ruhmesblätter der Technik.)] - -[Illustration: Abb. 2. Vorrichtung zum Öffnen von Tempeltüren. - -(Aus Feldhaus, Ruhmesblätter der Technik.)] - -Mindestens seit fünftausend Jahren hat die europäische und asiatische -Menschheit in oft riesigen bauchigen Gefäßen, die, mit Wasser gefüllt, -über dem Feuer hingen oder standen, sich Dampf entwickeln sehen. -Unmittelbar vor Augen hatten da denkende Köpfe ein Beispiel für die -auch sonst in der Natur beobachtete Verwandlung eines Stoffes in einen -anderen, von Wasser in Luft, -- denn der Dampf wurde noch vor einigen -Jahrhunderten eben als Luft bezeichnet, -- von Feuer oder Wärme in -Wasser -- denn das Wasser nahm die Wärme, das Feuer also, in sich -auf, -- und daß das Wasser Erde in sich enthält, lehren die Flüsse: -Ägypten z. B. ist ja ein Geschenk des Niles! Den umgekehrten Weg der -Stoffverwandlung beobachtete man beim Gewitter: aus der Regenwolke -(dem Dampfe) fällt Wasser und Feuer herunter; Wasser scheint, zumal -in heißen Ländern, die Pflanzen plötzlich zu nähren; die Pflanzen -wieder, die Hölzer, geben Feuer! So bildete sich bereits vor -mindestens dreitausend Jahren hier und da, bei Indern und Griechen -nachweisbar, wohl auch bei Babyloniern und Ägyptern und später auch -bei den Germanen, die Einheitslehre, daß das Feuer das Urelement der -Welt sei, das Feuer, das in den Gestirnen, in der Sonne, im Blitz, im -Wolkenwasser, im Bauch der Tiere und Menschen sitzt, das Feuer, das aus -den roten Rosen und anderen gelben oder flammroten Blüten hervorlodert. -Erst heute fassen wir, belehrt durch älteste Mythologie, Philosophie -und Dichtung, bei vergleichender Betrachtung dieser Gebiete, welch -große Denkarbeit bereits von scheinbar kindlichen Zeitaltern geleistet -worden ist. Aber noch weit war der Weg, den Urgott, das Urelement -Feuer, in der Feuermaschine (wie die Dampfmaschine noch im vorigen -Jahrhundert hieß) uns dienstbar zu machen. Erst hat sich der Feuergott -reichlich verehren und von den Priestern zu mancherlei Volksbetrug -mißbrauchen lassen, ehe im alexandrinischen Zeitalter, nachdem eine -vielhundertjährige Aufklärungsarbeit durch griechische Philosophen -geleistet war, Gelehrte ohne Schaden für ihr leibliches Wohl, -gewissermaßen ohne Furcht vor der Rache des verratenen Feuergottes, so -manches Priesterkunststückchen in ihren Büchern beschreiben konnten, -bei dem unter Benutzung von Dampf oder erhitzter Luft dem Volke Wunder -vor Augen geführt wurden. Ja, wenn wir heute dank babylonischer -Forschungsarbeit erkennen, wie selbst ausgeprägte Religionslehren und -Kultgebräuche in merkwürdiger, auffallender Übereinstimmung sich von -Vorderasien bis nach Nordeuropa hin erstrecken, -- wenn wir in den -_Püstrichen_ des germanischen Mittelalters (Abb. 1) noch Nachkommen -jener Dampfmaschinerien erblicken dürfen, mit denen man Götterfurcht -erzeugte, dann möchte man fast glauben, daß der Dampf im Geheimwissen -der Priester bereits seit fünftausend Jahren eine völkerbezwingende -Rolle spielte. Vielleicht hat sich mit seiner Hilfe das Priestertum vom -Ganges-, Nil- und Euphratgebiet bis nach Britannien hin organisiert. -Freilich geben uns zu solchen fast tollkühn scheinenden Vermutungen -erst Forschungsergebnisse der jüngsten Vergangenheit die Berechtigung. -Heron von Alexandria, der zu einer Zeit lebte, wo er von Arminius und -den ersten Christen gehört haben konnte, beschreibt uns ein Modell, -bei dem mit Hilfe des Druckes, den eingeschlossene und erwärmte Luft -ausübt, ein Gewicht abwärts bewegt und dadurch zwei _Tempeltüren_ -geöffnet werden (Abb. 2). Er beschreibt uns auch eine Turbine oder, -wenn man will, Dampfmaschine, die auf dem Rückstoß ausströmenden -Dampfes beruht. Der Äolipile oder dem Äolsball strömten aus einem -Wassergefäß durch seitlich einmündende Röhren Dämpfe zu. Die gleichen -Dämpfe entwichen dann aus angelöteten Röhrchen und führten eine -Drehung herbei. Dergleichen kann man ja heute bei Rasensprengern -in Gärten beobachten. Übrigens hatte man nicht erst die Vorgänge -im Heronsball (Abb. 3) nötig, um das Erdbeben unter Berufung auf -Dampfausbrüche zu erklären. Schon das Bullern des siedenden Wassers -im Kessel leistete diesen Dienst. Sicher hat das Mittelalter noch -manche Kunde von Dampfmechanismen aus dem Altertum besessen, die -verloren gegangen sind. Eine Dampfkanone, den Erzdonnerer, beschreibt -uns Leonardo da Vinci, der gewaltige, seiner Zeit oft um ein halbes -Jahrtausend vorauseilende Denker, Künstler und Forscher, der schon ein -Jahrhundert vor Galilei eindringlich experimentelle Naturwissenschaft -trieb und sie dem Wortgelehrtentum der Aristoteliker entgegensetzte. -Leonardo schreibt die Dampfkanonen einem als bekannt vorausgesetzten -Archimedes zu, der aber nicht unbedingt identisch zu sein braucht mit -dem großen griechischen Mathematiker und Verteidiger von Syrakus. In -einen erhitzten Raum wurde Wasser eingelassen, so daß es plötzlich -verdampfte und eine Kugel vom Gewicht eines Talentes sechs Stadien, -also rund einen Kilometer, weit schleuderte. Wieder hundert Jahre -später beschreibt uns der Italiener Branca, ein Zeitgenosse Galileis, -in einem Werke über seine verschiedenen Maschinen einen Turbinenapparat -(Abb. 4). Aus dem Munde eines Mannskopfes hervorströmender Dampf -treibt ein Schaufelrad, wie ein Waldbach das Rad einer Mühle. Diese -Drehung wird dann zum Drehen von Bratspießen verwendet, und es lag -nahe, entsprechende Variationen zu ersinnen, zum Beispiel ein kleines -Farbenstampfwerk treiben zu lassen. Wenn Giambattista della Porta in -seinem 1606, also noch vor Branca erschienenen Buche einen Apparat -beschreibt, womit durch den Druck des Dampfes Wasser gehoben wird, so -war dies auch im Prinzip nichts andres als jene von Heron beschriebene -Heißluftverwendung zum Öffnen von Tempeltüren; Dampf war ja bis in die -Neuzeit hinein nichts anderes als »Luft«. - -[Illustration: Abb. 3. Heronsball (Äolipile).] - -[Illustration: Abb. 4. Brancas Dampfrad 1629.] - -Daß bei genauerem Durchsuchen der älteren Literatur immer mehr -Schriftsteller gefunden werden, die von fern her in die Geschichte der -Dampfmaschine gehören, darf nicht wundernehmen. Sie haben aber meist -nur das Verdienst, ein Problem am Einschlafen verhindert zu haben. -Ein Salomon de Caus verschwindet unter dieser neueren Betrachtung -fast ganz aus der Vorgeschichte der Feuermaschine, nachdem er durch -Dokumentenfälscher zu einem Märtyrer der Technik und Forschung geworden -war. Was es für eine Bewandtnis mit der Maschine des Engländers David -Ramseye hat, der 1630 ein Patent auf die Erfindung nahm, Wasser aus -tiefen Gruben durch Feuer zu heben, wissen wir nicht. Ebensowenig -ist man sich darüber klar, was es mit der Maschine des Engländers -Edward Somerset, Marquis of Worcester, auf sich hat. Dieser tief in -die politischen Kämpfe seiner Zeit verwickelte Edelmann kam in der -Kerkerhaft dazu, unter hundert angeblich von ihm erfundenen Maschinen -und Vorrichtungen auch eine »wunderbare und höchst kraftvolle Art zu -erwähnen, Wasser durch Feuer in die Höhe zu treiben.« - -Vieles Phantastische in den 1663 veröffentlichten »Hundert Namen -und Proben« solcher Erfindungen, die er versucht und vollkommen -gemacht zu haben sich rühmt, machten den katholischen Royalisten in -den Augen nüchterner Forscher seiner Zeit verdächtig, es mehr auf -Geld und Reklame als auf Ehre abgesehen zu haben. Indessen scheint -doch der Marquis nur einem verständnislosen Zeitalter gegenüber -gestanden zu haben, denn daß die größten Gelehrten ihn verwarfen, -darf nicht irremachen; auch in den letzten Menschenaltern haben -»größte Gelehrte« gediegenste Erfindungen und Entdeckungen verworfen -oder nicht zu würdigen verstanden. Merkwürdig ist noch, daß der 1667 -verstorbene unglückliche Marquis sich eines deutschen Mechanikers -Kalthof bei seinen Erfindungen bediente; vielleicht war gerade dieser -Mechaniker der ~spiritus rector~, wie man denn auch im 19. Jahrhundert -Mechanikererfindungen, um ihnen besseren Absatz zu sichern, mit -Professorennamen taufte. Gerade das höchst unglückliche Schicksal des -Marquis spricht wohl dafür, daß er ein bedeutender Kopf war, der sich -bei wirklichen Schwindelabsichten leicht ein besseres Dasein hätte -schaffen können. - -In einer 1683 erschienenen Schrift über die Hebung von Wasser durch -Maschinen schreibt der Engländer Samuel Moorland, das durch die Kraft -des Feuers verdampfte Wasser werde sogleich einen zweitausendmal -größeren Raum als zuvor einnehmen, so plötzlich, daß es, nach den -Gesetzen der Statik regiert und von der Wissenschaft dem Gesetze von -Maß, Druck und Gleichgewicht unterworfen, als Dampf seine Last tragen -werde, »guten Pferden vergleichbar«. - -Wie man sieht, ziehen sich durch das ganze 17. Jahrhundert Versuche -hin, Wasser durch Feuer zu heben. Kein Wunder, denn schon im 16. -Jahrhundert waren die Schriften Herons von Alexandria wieder im Druck -erschienen. Daß man wesentlich über die Künste des Altertums auf diesem -Gebiete hinauskam, hing aber nunmehr mit der Forschungstätigkeit -Galileis zusammen. Er hat die Gesetze der Bewegung und der -Kraftbetätigung mathematisch und durch Versuche festgestellt, hat dem -Verstand, der in Anbetung des Aristoteles erstarb, durch Widerlegung -der Aristotelischen Weisheit bezüglich des freien Falles wieder -Lust und Vertrauen zu sich selber geschaffen, auch bewiesen, daß -die Luft Gewicht habe, und sich die Krone des Märtyrers erworben, -als er die kopernikanische Lehre vertrat und stützte. Von seinen -_Bewegungsgesetzen_ führt eine ununterbrochene Linie zur rasend -beschleunigten _Bewegung von Gütern_, Menschen und Gedanken im 19. -Jahrhundert. - -Aristoteles hatte gelehrt, daß die Luft absolute Leichtigkeit, d. h. -das Bestreben habe, sich in gerader Richtung vom Mittelpunkte der -Erde fortzubewegen. Galilei meinte, dann müsse verdichtete Luft -noch leichter sein als gewöhnliche denn das Bestreben nach oben sei -stärker. Durch Abwägen aber stellte er fest, daß ein Glaskolben mit -hineingepreßter, also verdichteter Luft _schwerer_ ist als bei Füllung -mit gewöhnlicher Luft! Die Aristoteliker lehrten, um das Saugen, -das Aneinanderhaften von Platten, das Aufsteigen von Flüssigkeiten -in Pumpen zu erklären, die Natur habe einen Abscheu vor dem leeren -Raum, den bekannten »~horror vacui~«. Galilei suchte durch Versuche -die Größe des Widerstandes zu bestimmen, den dieser angebliche Horror -bietet. Und es machte ihn stutzig, daß das Wasser in Pumpen trotz -allen Abscheus nicht mehr in die Höhe stieg, wenn das Saugrohr _über_ -zehn Meter lang war. Sein Schüler Torricelli verfolgte die Sache -weiter. Da mit einer Wassersäule von zehn Metern Höhe nicht leicht zu -experimentieren war, so ersann er den Versuch, wie groß der Abscheu -der Natur bei der Benutzung von Quecksilber wäre. Man nahm eine mit -Quecksilber gefüllte Glasröhre von einem Meter Länge und stülpte sie -über ein mit Quecksilber gefülltes flaches Gefäß, so daß ein Teil des -Quecksilbers aus der langen Röhre auslief. Es zeigte sich, daß die -lange Röhre noch etwa zu drei Vierteln gefüllt war, das leere Viertel -mußte einen richtigen leeren Raum darstellen, hier war also der Beweis -erbracht, daß die Natur nicht immer die Leere scheut. Offenbar hielt -die Quecksilbersäule in der langen Röhre einer Luftsäule vom gleichen -Querschnitt und von der Höhe der Atmosphäre das Gleichgewicht. Der -Franzose Pascal ließ dann gleich im nächsten Jahre durch einen Versuch -auf dem Puy de Dome feststellen, daß die Länge der Quecksilbersäule -in der Glasröhre um so mehr abnimmt, je höher man sich über den -Meeresspiegel erhebt. Das Barometer war damit erfunden. - -Um die gleiche Zeit machte Magdeburgs Bürgermeister, Otto v. -Guericke, ebenfalls Versuche über den »~horror vacui~«. Er erfand -dabei die Luftpumpe und erregte durch das bekannte Experiment mit -den Magdeburger Halbkugeln das größte Aufsehen. Diese Leistungen -Torricellis und Guerickes fielen um die Mitte des 17. Jahrhunderts. -Jetzt fehlte nur noch die erste Verwertung dieser Entdeckungen, die -um so erstaunlicher waren, als sie einen fast zweitausendjährigen -Aberglauben beseitigten. Die Luft, von der man sich bisher nur -hatte Segel blähen und Windmühlen treiben lassen, mußte nun zum -ersten Male dem Menschen auch bei völliger Windstille Dienste -leisten, ohne erst angefeuert, das heißt erwärmt zu werden, wie es -in jenen Heißluftmaschinen, die Heron beschrieb, erforderlich war. -Der französische Mechaniker Hautefeuille beschreibt in einem 1678 -erschienenen Buche, wie er durch Pulverexplosion in einem geschlossenen -Behälter unter Verdrängung der Luft einen luftverdünnten Raum schafft, -in den der äußere Luftdruck Wasser hineindrücken soll. Ferner -beschreibt er die erste Gaskraftmaschine, wie sie erst im vorigen -Jahrhundert zur Ausbildung gekommen ist. Drei Jahre später schlug -Huygens vor, die Fliehkraft der Pulvergase für eine Kolbenmaschine -nutzbar zu machen. Das war das gleiche, was Hautefeuille wollte. -Huygens Schüler und Assistent aber war Denis Papin, der die erste den -Namen mit Recht tragende Dampfmaschine entwarf und erprobte. - -Es lassen sich im Leben oft genug Beispiele beobachten, wie Leutchen -kleinen Talentes, aller Stümpereien ungeachtet, immer nur die Treppe -hinauffallen, Beförderung auf Beförderung erlangen, ohne es verdient -zu haben. Umgekehrt gibt es nicht selten begabte Menschen, die mit -jeder noch so fruchtbaren Idee, jeder noch so tüchtigen Leistung -sich nur die Treppe hinabbefördern, Leute, die sich gewissermaßen -mit jedem Werk ihres Geistes ein Gewicht mehr schaffen, das sie beim -Schwimmen im Lebensstrom in die Tiefe zu ziehen trachtet. Solch ein -Genie war der 1647 in Blois in Frankreich geborene Denis Papin. -Ein außerordentlich fruchtbarer Erfinder, reich an Gedanken und an -praktischem Geschick, ein scharfer Denker und Freund von Huygens, -Boyle, Leibniz, ist er schließlich in London verschollen. Von ihm ging -der Gedanke aus, statt des explodierenden Pulvers zur Herstellung eines -luftverdünnten Raumes die Spannkraft des Wasserdampfes zu benutzen, -der einen Kolben fortzudrücken hätte. Sein Digestor, in dem er größere -Dampfspannungen zum Garmachen unter Heizmaterialersparnis verwendete, -seine Zentrifugalpumpe, der Zentrifugalventilator, ein Entwurf zur -Kraftübertragung, die Verbesserung der Luftpumpe, der Versuch eines -Unterseeboots, das Modell eines Dampfwagens und noch eine Menge -andrer Erfindungen und Ideen zu solchen begründen seine Ansprüche -auf dauernden Nachruhm. Nur ist es falsch, ihm das erste Dampfschiff -zuzuschreiben, und dafür ist ihm in Kassel sogar ein Denkmal errichtet -worden. Anfangs ließ sich Papins Laufbahn gut an, insofern er unter -einem so großen Mathematiker und Physiker wie Huygens, dem Erfinder -der Pendeluhr, als dessen Assistent arbeiten durfte. Noch ehe ihm die -Aufhebung des Ediktes von Nantes den Aufenthalt in Frankreich unmöglich -machte, ging er nach London und hatte auch dort den Beifall der -Besten für sich. Aber allzugut mögen seine Leistungen nicht honoriert -worden sein, sonst wäre er nicht einem Rufe des Landgrafen von Hessen -nach Marburg gefolgt. In der kleinen hessischen Universitätsstadt -und später in Kassel verbrachte er, wenigstens der allerdrückendsten -Nahrungssorgen einigermaßen enthoben, die fruchtbarsten Jahre seines -Lebens. Eine Berufung nach London schlug er aus, da ihm gerade damals -gute Aussichten auf Verwirklichung seiner Lieblingspläne winkten. Aber -es kam anders. Enttäuschungen folgten auf Enttäuschungen, so daß er -schließlich sich aufmachte, in London nochmals sein Glück zu versuchen. -Das Schiff, mit dem er die Weser hinabfuhr, wurde ihm von der -Schiffergilde im Streit um die Durchfahrt zerstört. Die Privilegien der -Gilde gestatteten nicht, daß jemand, der nicht zur Gilde gehörte, die -Weser befuhr. Wie Watt, der Vollender, so mußte Papin, der Beginner, -die Gegnerschaft jener Zünfte erfahren, deren Dasein gerade durch -die Dampfmaschine untergraben worden ist. In London wollte man aber -den Mann, den man erst zu gewinnen gesucht hatte, seinem Schicksale, -das heißt dem Untergange, überlassen. Die Königliche Akademie der -Wissenschaften ließ alle Gesuche Papins unbeachtet. Nicht einmal eine -Stelle als Physiklehrer erhielt er. Gerade, daß er lange mit Leibniz -in Verbindung gestanden hatte, schadete ihm hier. Leibniz war in -den Augen der Briten der, der ihrem Newton die Differentialrechnung -entwendet hatte. Im tiefsten Grunde waren es wieder die engherzigen und -neidischen Gelehrten, die einen Beweis eigner Überlegenheit zu liefern -wähnten, wenn sie einen überlegenen Mann elend verkommen ließen. Unter -welchen Umständen Papin 1712 aus dem Leben schied, wissen wir nicht -genau. Es besagt genug, wenn er im letzten uns erhaltenen Briefe -klagt, selbst wenn er das Beste leiste, ziehe er sich nur Feindschaft -zu. Achten wir darauf, daß die Orte seines Wirkens Paris, London und -Marburg waren, so erinnert uns das an den Schicksalsverwandten Giordano -Bruno, der gleichfalls von Paris über London nach Marburg ging, stets -das Gegenteil der Sippe, die die Treppe hinauffällt, zum Scheiterhaufen -schließlich klaglos bereit, weil ihm das Leben genügend verleidet war. - -[Illustration: Abb. 5. Papins Pulvermaschine 1688.] - -Huygens Pulvermaschine hatte Papin durch Anbringung einer Zündpfanne -verbessert (Abb. 5). Aber das erzielte Vakuum war zu gering und der -Betrieb zu gefährlich. Statt des Pulvers versuchte es nun der Gelehrte -mit dem Wasserdampf. Ein zylindrisches Gefäß wurde zum geringen Teile -mit Wasser gefüllt, auf dessen obere Fläche sich der Kolben aufsetzte. -Die Kolbenstange führte durch den Deckel des Gefäßes. Eben durch -diesen Deckel konnte auch durch eine Öffnung Luft entweichen. Wurde -das Wasser verdampft, so schob der Dampf den Kolben in die Höhe, -drängte die Luft aus dem Zylinder und drückte den Kolben so weit nach -oben, bis eine Klinke in die Nut der Kolbenstange einschnappte und -den Kolben jetzt festhielt. Durch Entfernung der Feuerung kam der -Dampf zur Verdichtung. Es entstand ein luftverdünnter Raum. Gab man -jetzt die Kolbenstange wieder frei, so wurde sie durch den äußeren -Luftdruck heruntergetrieben. Dabei konnte sie ein Gewicht hochziehen, -das mit ihr durch eine über Rollen geleitete Schnur in Verbindung stand -(Abb. 6). Papin wollte bereits seine Maschine für den Bergwerkbetrieb -verwenden, sie sollte Wasser und Erze aus den Gruben schaffen, aber -auch unter Benutzung von Schaufelrädern Schiffe gegen den Wind treiben. -Die Umwandlung der hin und her gehenden Bewegung in eine Drehbewegung -sollte durch eine Vorrichtung geschehen, die im vorigen Jahrhundert -Otto, der Erfinder der atmosphärischen Gasmaschine, benutzte: eine -gezahnte Kolbenstange griff beim Heraufgehen in Triebräder ein, die -lose auf ihrer Achse liefen, beim Herabgehen des Kolbens aber durch -Sperrklinken mit der Welle gekuppelt wurden, so daß die auf der Welle -sitzenden Räder, Schaufelräder oder Wagenräder, zur Drehung gelangten. -Die Ausführung dieser Maschine gelang aber Papin nicht, weil es weder -geeignete Werkleute noch eine zulängliche Technik zur Herstellung -der großen Zylinder gab. Hatte noch zwei Menschenalter später ein -Watt trotz seiner Verbindung mit Englands größten Industriellen ein -Jahrzehnt nötig, um nur geeignete Zylinder zu erhalten, so war Papin -in noch schlimmerer Lage. Schon 1690 empfahl er daher die Errichtung -einer Fabrik für große Zylinder. Dazu hätten aber Geld, sichere -Absatzaussichten und weitblickende Männer gehört, und das war alles -nicht vorhanden. - -[Illustration: Abb. 6. Papins atmosphärische Kolbenmaschine 1690.] - -Papin baute eine zweite Maschine, in der er den Dampf zum Heben des -Wassers benutzte, ohne dabei das Hinströmen der Luft nach einem -luftverdünnten Raume zu verwenden. Die Hilfe des Landgrafen von Hessen, -in dessen Diensten er zwanzig Jahre stand, und der eine Maschine zum -Wasserheben wünschte, erlangte er nach anfangs mißlungenen Versuchen -erst wieder, als von England die Nachricht kam, dort baue Savery eine -Maschine, die im Bergwerkbetriebe Verwendung finden solle. Wir wollen -uns also zunächst zu Saverys Dampfdruckmaschinen wenden. - -Savery, um die gleiche Zeit wie Papin geboren, entstammte einer -in Devon ansässigen Familie, war also nicht weit von dem großen -Bergwerksgebiet Cornwall entfernt, in dem seine, Newcomens und -Watts Maschinen der Reihe nach ihre erste Verbreitung fanden. Als -Ingenieuroffizier machte er verschiedene Erfindungen, aber mit seinem -Schaufelradboot fand er beim Marineamt keine Gegenliebe, wohl aber -Anlaß zu bitteren Beschwerden über das Beamtentum und seinen grünen -Tisch. Die Not des Cornwaller Bergbaus mit den die Gruben ersäufenden -Wassern veranlaßte Savery, der ja in dieser Gegend aufgewachsen war, -sich um eine geeignete Maschine zu bemühen. Dabei machte man ihm -den Vorwurf, er habe Worcesters Gedanken benutzt. Selbst wenn das -geschehen ist, so bleibt ihm immer das Verdienst der praktischen -Ausgestaltung, die ja immer noch wahre Erfindungsarbeit im kleinen -und Unvorhergesehenen erheischt. Ein Patent auf eine Feuermaschine -zum Wasserheben aus Bergwerken, zur Wasserversorgung von Städten, -zum Mühlenbetriebe und andern Zwecken erhielt er 1698 auf 14 Jahre, -eine Frist, die ihm später noch verlängert wurde, da er nachwies, -wieviel Geld und Arbeit ihn die Maschine gekostet habe. In der Schrift -»Der Freund des Bergmanns« beschrieb er 1702 die Maschine, die sich -in der tatsächlichen Ausführung folgendermaßen gestaltete (Abb. 7). -In zwei eichelförmigen kupfernen Behältern wurde abwechselnd, das -heißt innerhalb desselben Behälters und zwischen den beiden Behältern -abwechselnd, durch Dampfeinlaß und Dampfverdichtung ein luftverdünnter -Raum erzeugt. Dieser saugte von unten durch die Saugröhre Wasser -herauf, das dann durch neuen Dampf weiter nach oben in die Druckröhre -gehoben wurde. Der Dampfzutritt nach den kupfernen Eicheln wurde durch -eine auf dem Deckel des Dampfkessels befindliche schwingende Platte -geregelt, das älteste Dampfverteilungsorgan, das, durch eine Stange von -der Hand bewegt, im selben Augenblick den Dampf von der einen Eichel -absperrte, wo es dem Dampf zum andern Arbeitsraum, zur andern Eichel, -den Zutritt öffnete. Die Dampfverdichtung erfolgte durch Übergießen der -Eicheln mit Wasser, das aus einem über die Eichel gerückten Rohrende -strömte. - -Diese Maschine des Thomas Savery wurde vielfach für Wasserversorgung -von Städten und Schlössern verwandt; für die Bergwerke war ihr Betrieb -meist zu teuer und nicht wirksam genug. Auch schreckten häufige -Explosionen ab. Immerhin war sie ein großer Fortschritt. Savery -kannte auch schon die Expansionswirkung, das Vermögen des Dampfes, -bei der Ausdehnung noch Arbeit zu leisten. Er führte als Maß der -Arbeitsleistung die Pferdestärke ein, denn die Pferde wurden beim -Göpelbetriebe verwandt, mit dem man Wasser, Erze und Gesteine aus den -Schächten heraufbeförderte, die Dampfmaschine aber ersetzte die Arbeit -der Pferde. - -[Illustration: Abb. 7. Saverys Dampfpumpe.] - -Als die erste Zeichnung einer Saveryschen Maschine durch Leibnizens -Vermittlung an Papin gelangte, vermochte dieser den hessischen -Landgrafen zu überzeugen, daß jene Maschine im Prinzip mit der -von Papin geplanten übereinstimme. Er erhielt die Mittel zu -weiteren Versuchen, bei denen er aber von Dampfverdichtung und -luftverdünntem Raume absah. Die 1707 beschriebene Konstruktion war -eine Dampfdruckpumpe ohne Kondensation (Abb. 8). Aus dem links -befindlichen Kessel, der mit Ventil versehen ist, strömt der Dampf -in den in der Mitte stehenden zylindrischen Arbeitsraum, wo er eine -Kolbenfläche nach unten drückt. Dadurch wird Wasser in einen (rund -einen halben Dezimeter breiten und fast vierzehnmal so hohen) Zylinder -gehoben, von wo aus es ein Wasserrad oder dergleichen in Bewegung -setzen kann. Die Kolbenbreite oder der Schwimmer im mittleren Gefäß -hatte eine Vertiefung, in die von außen glühendes Eisen gehalten -wurde, um die Spannkraft des Dampfes zu erhöhen. Hatte der Dampf -unter Entspannung Arbeit geleistet, so konnte er durch einen Hahn am -mittleren Zylinder entweichen. Leibniz machte Papin darauf aufmerksam, -daß der Abdampf verwandt werden könnte, die Luft in dem Behälter -rechts zu erwärmen, die dann auch ihrerseits das Wasser noch weiter -heben oder drücken könnte. Auch wies Leibniz darauf hin, daß das -Öffnen und Schließen der Hähne bei dieser Maschine durch deren Gang -selbsttätig bewirkt werden könnte. Das wird besonders jetzt betont, -seit man die Erfindung des Knaben Potter, die automatische Steuerung, -ins Reich der Fabeln verweisen zu müssen glaubt. Eine im Jahre 1706 dem -Landgrafen vorgeführte Maschine hob Wasser ein Stockwerk hoch. Aber die -ungünstigen politischen Verhältnisse wendeten das Interesse des Fürsten -von der Technik ab, und Papin, der meist sein eigner Zeichner, Schmied -und Monteur gewesen war, schiffte sich im nächsten Jahre nach England -ein, wo man ihn wohl nicht nur als den Freund von Leibniz, sondern auch -als den Rivalen Saverys jeder Hilfe oder auch nur vom Anstand gebotenen -Unterstützung verlustig gehen ließ, so daß er dort im Elend verkam. - -[Illustration: Abb. 8. Papins Dampfpumpe 1707.] - -Gleich Savery stammt aus der Gegend von Cornwall auch Newcomen, der -nächste in der Reihe der Männer, die Watts Vorläufer waren. Er wurde -zu Dartmouth an der Südküste Cornwalls geboren. Einem Newcomen als -Grobschmied und Eisenhändler kam es zustatten, daß er bei seinen -Schmiedearbeiten nicht auf fremde Leistungen angewiesen war. Von -seinem Leben wissen wir sonst wenig. Er soll als frommer Baptist -selber sonntäglich gepredigt haben und für Savery ein Gegenstand der -Ausnutzung gewesen sein. - -Da er in der Nähe Saverys lebte, so ist es glaubhaft, daß er von dessen -Bemühungen um eine Maschine für den Cornwaller Bergbau Kunde bekam, -zumal Savery stets nach geschickten Werkleuten suchte. Andererseits -wird auch berichtet, Newcomen sei bei der Patentierung seiner Maschine -von dem einflußreichen Savery überholt und verdrängt worden. Ob er mit -seinen Maschinen viel verdiente, wissen wir nicht. Aber seine Maschine -war für Watt die nachhaltige Anregung und der Anlaß zu einer Reihe -von weittragenden Verbesserungen. Bemerkt sei noch, daß Newcomen -geschäftlich mit einem Glaser namens Cawley verbunden war, der sehr -rührig und verständnisvoll dem schlichten und frommen Maschinenbauer -beistand. Als Newcomen im Jahre 1729 in London starb, war seine -atmosphärische Maschine schon ziemlich verbreitet. Nur zögernd aber -hatte sie sich vom Jahre 1712 ab Eingang verschafft. Newcomen soll -sich, als er sich mit der Absicht trug, eine Maschine eigner Erfindung -zu bauen, zunächst an den berühmten Gelehrten Hooke gewandt haben. -Dieser verwies ihn -- wie man erzählte -- auf Papins Versuche (die -Newcomen aber wahrscheinlich gekannt hat) und riet ihm im ganzen -von Bemühungen gerade in dieser Richtung ab. Newcomen muß wohl den -gelehrten Herrn trotz dessen Berühmtheit richtig eingeschätzt haben. -Denn er baute seine Maschine doch, und wenn sie im Prinzip gar nichts -anderes ist als die erste Papinsche Kolbenmaschine mit Erzeugung -luftverdünnten Raumes, so bleibt ihm doch der Ruhm, das Projekt zur -Lebensfähigkeit gebracht und im großen ausgeführt zu haben. Er lief -damit ja eine Gefahr, deren Größe wir aus den uns näher bekannten -Schicksalen Watts ermessen können, und die wir wahrlich nicht gering -veranschlagen dürfen. - -[Illustration: Abb. 9. Newcomenmaschine 1712.] - -Bei Newcomen dürfen wir auch nicht übersehen, daß er eben nur ein -Grobschmied war und nicht zur Zunft derer gehörte, die gelehrte -Geschichte schreiben. Sonst würde er wohl längst unter die genialen -Erfinder gerückt worden sein, denn, wie wir noch sehen werden, hat -er durch eine Beobachtung und ihre richtige Deutung sowie praktische -Verwertung die Dampfmaschine bedeutend leistungsfähiger gemacht. In -der Dampfmaschine Newcomens (Abb. 9) strömt der Dampf aus dem Kessel -in den Zylinder und schiebt dort einen dicht abschließenden Kolben in -die Höhe. Dabei wird der Kolben gleichzeitig durch das Pumpengestänge, -das vom andern Ende des Schwingbalkens oder Balanciers in die Tiefe -des Schachtes hinabhängt, hochgezogen. Hat der Kolben seine Höchstlage -erreicht, so wird der darunter befindliche Dampf verdichtet. Anfangs -geschah dies nur durch Kühlung des Kupferbehälters von außen durch -Einlaß von Wasser in den Zwischenraum zwischen dem Zylinder und einem -ihn umschließenden Mantel. Unter dem Kolben entstand ein luftverdünnter -Raum. Damit erhielt aber die oben auf den Kolben drückende Luftsäule -über das Pumpengestänge das Übergewicht und drückte den Kolben hinab. -Das entgegengesetzte Ende des Balancier genannten Wagebalkens ging -gleichzeitig in die Höhe und damit auch das Pumpengestänge, das unten -im Schacht das zu hebende Wasser ansaugte und in die Höhe beförderte. -Eines Tages fiel es Newcomen auf, daß seine Maschine plötzlich viel -schneller arbeitete. Er forschte der Ursache nach und prüfte, ob der -Kolben überall noch gut abdichte. Es fand sich ein Loch im Kolben, -durch das Wasser von der über dem Kolben zur besseren Dichtung -befindlichen Wasserschicht in den luftverdünnten Raum dringen konnte. -Sofort soll Newcomen sich gesagt haben, daß das eindringende Wasser -die Verdichtung des Dampfes beschleunigte und es deshalb rätlich sei, -regelrecht Wasser in den Arbeitsraum des Dampfes und nachfolgenden -Vakuums einzuspritzen. Dieser Gedanke, mag er nun dem Zufall oder der -Überlegung entsprungen sein, erwies sich außerordentlich wertvoll. -An Stelle der Oberflächenkondensation des Dampfes trat jetzt die -Einspritzverdichtung. Das vermehrte die Hubzahl der Maschine bedeutend. -Die beiden Hähne, von denen der eine den Dampf vom Kessel nach dem -Zylinder, der andre das Einspritzwasser in den dampfgefüllten Zylinder -strömen ließ, wurden sehr bald derart mit der Bewegung des Wagbalkens -oder Schwingbaums verbunden, daß die ganze Steuerung der Maschine -selbsttätig arbeitete. Daß der berühmte Knabe Humphrey Potter zuerst -die Hebel der von ihm gewarteten Hähne mit dem Balancier verbunden hat, -wird jetzt stark angezweifelt, doch auch nicht genügend widerlegt. -Und man fragt vergebens, ob sich eine derartige Überlieferung habe -aus der Luft greifen lassen. Noch zu Newcomens Lebzeiten wurde durch -Henry Beighton die selbsttätige Steuerung folgendermaßen gestaltet -(Abb. 10). Ein sogenannter Steuerbaum hing vom diesseitigen Hebelarm -des Balanciers herunter und bewegte sich mit ihm auf und ab. -Zapfen an diesem Steuerbaum drückten auf die Steuerhebel, brachten -Überfallgewichte zum Kippen und bewirkten dadurch ein schnelles Öffnen -oder Schließen der Dampf-, bzw. Einspritzöffnung. - -[Illustration: Abb. 10. Beightons Steuerung 1718.] - -Beim Dampfeinlaß wurde eine Platte, die sich auf der Innenseite des -Kessels befand und sich mit einer durch die Kesselwand gehenden -beweglichen Achse drehte, weggeschoben. Diese Achse wurde mittelbar -durch den Steuerbaum hin und her gedreht. Ebenso ließ sich der -Einspritzhahn durch Hin- und Herdrehen einer Achse unter Vermittlung -des Steuerbaums bewegen. Abbildung 10 veranschaulicht die selbsttätige, -von Beighton eingeführte Steuerung sehr klar. Links den Steuerbaum mit -den quergesteckten Zapfen denke man sich aufwärts bewegt. Der oberste -Zapfen wird dann den gebogenen Hebelarm heben und dadurch die obere -Steuerwelle drehen, so daß das oben befindliche Gewicht kippt und -der eine Gabelarm des umgekehrten Ypsilons in den Querzapfen einer -wagrecht angeordneten Zugstange eingreift. Man verfolge nun den Weg -zum Dampfeinlaß. Dann wird man leicht bemerken, daß die gestrichelt -gezeichnete schwingende Dampfeinlaßplatte sich innen im Kessel vor den -Dampfauslaß stellen muß. Der untere Zapfen am Steuerbaum aber wird beim -Hinaufgehen den Hebel in die Höhe drücken, der die zweite Steuerwelle -dreht. Daran befindet sich ein Zahnradabschnitt. Dieser gezähnte -Sektor greift in einen zweiten gleichartigen Zahnradabschnitt ein und -betätigt den Hahn der Kühlwassereinspritzleitung. Schon vor Smeaton, -dem Rechtsanwaltssohn, der die Newcomenmaschine durch systematische -Forschung bedeutend verbesserte, wurde ein Organ zur Regulierung der -Hubzahl oder Arbeitsgeschwindigkeit der Maschine verwandt, Katarakt -(Wasserfall) genannt (Abb. 11). Der Gang der Maschine war abhängig vom -Tempo der Kühlwassereinspritzung. Diese Einspritzung wurde ausgelöst -durch das Emporgehen des links unten in dem Behälter befindlichen -schräg gestellten Hebelarms des Winkelhebels. Sein senkrechter -Winkelarm trägt ein Trichtergefäß, das von oben durch Wasserfluß so -weit gefüllt wird, bis es umkippt und den nach unten gerichteten -Hebelarm in die gestrichelt gezeichnete höhere Lage bringt. Dadurch -wird unten eine Klinke ausgehoben und der Kühlwassereinlaß geöffnet. -Die Hubzahl konnte daher durch Einstellung des kleinen Zuflußhahnes -über dem Katarakt beliebig bemessen werden. Im Munde der Bergleute hieß -der Katarakt scherzweise »~Jack in the box~« (»Hans in der Büchse«). -Das Einspritzwasser, das seine Arbeit getan hatte, wurde durch eine -Abflußröhre aus dem Zylinder entfernt. Die Luft gelangte durch das -sogenannte Schnüffelventil aus dem Dampfarbeitsraum ins Freie, indem -sie ein Ansatzrohr am unteren Zylinderende passierte und, Blasen -werfend, durch das Wasser entwich, das sich über dem Klappventil -befand, um das Eindringen der äußeren Luft zu verhindern. Aus unserer -Beschreibung geht zur Genüge hervor, daß sich an dieser atmosphärischen -Maschine vor dem Eingreifen Watts bereits mancher höchst sinnreiche -Mechanismus befand, daß das Ganze sich überhaupt schon der Papinschen -Vakuumkolbenmaschine gegenüber im Verhältnis des etwas noch plumpen, -aber doch ausgewachsenen Mannes zum unbehilflichen, aber alle Anlagen -enthaltenden Kindlein befand. - -[Illustration: Abb. 11. Katarakt.] - - - - -Eine verbesserte Newcomenmaschine im Roman. - - -Die Newcomenschen Feuermaschinen wurden in der Folgezeit mannigfach -verbessert. Besondere Ersparnisse an Feuerungsmaterial erzielte der -Erbauer des Eddystoneleuchtturmes Smeaton, der berühmte Ingenieur und -Freund Watts, der Watt nach dessen eigenem Zeugnis wie die jüngeren -Ingenieure überhaupt technisch denken gelehrt hat. Als die Wattschen -Maschinen aufkamen, hörte man noch lange nicht auf, Newcomensche -Feuermaschinen zu bauen, zumal da, wo die Kohle reichlich und billig -war. Auch Wattsche Verbesserungen wurden dabei verwandt, so zum -Beispiel die Schließung des Zylinders auch oben, die Durchführung der -Kolbenstange durch eine gutgedichtete Stopfbüchse, die Lenkung des -Dampfes so, daß er bald über, bald unter dem Kolben eintritt und so -die Arbeit übernimmt, die vorher der Luftdruck allein besorgt hatte. -Eine solche Maschine beschreibt uns Max Eyth in seinem Roman »Der -Schneider von Ulm«. Sie war zu Anfang des 19. Jahrhunderts in der -Friedrichsgrube bei Tarnowitz in Oberschlesien tätig; gerade aber die -bedeutendsten Wattschen Verbesserungen, der getrennte Kondensator und -das Parallelogramm zur Geradführung der Kolbenstange, fehlten nach der -Beschreibung. Diese Maschine, im Grunde eine Mischung Newcomenscher und -Wattscher Ideen, ist aber gerade, weil ihr das Wichtigste der Wattschen -Maschine abgeht, nämlich der gesonderte Dampfverdichtungsraum oder -Kondensator, mehr als eine Newcomensche denn als Wattsche Feuermaschine -zu bezeichnen. Weil sie den Übergang von der einen zur andern gut -veranschaulicht, wollen wir die Stelle aus dem Eythschen Roman -hierhersetzen: - -»Auf dem Weg nach dem Maschinenhaus hörten sie die dumpfen, -geheimnisvollen Schläge des Ungetüms mit jedem Schritt deutlicher. -Vor dem Haus schien der Boden zu zittern, Ketten klirrten, Stangen -rasselten; hinter dem Haus hörte man Wasser rauschen, als ob ein -mächtiger Bach über Felsen stürzte. -- Als sie in den hohen, matt -erhellten Raum eintraten, war es zunächst schwierig, irgend etwas zu -unterscheiden. Ein finsteres, formloses Ding, wie die Trommel einer -riesigen Säule, stand auf einem Untersatz aus roh behauenen Quadern. -Dies war der neue Zylinder, aus dem eine blinkende, runde Stange -emporschoß, um sodann wieder in seinem Inneren zu versinken. Die Stange -hing an einer schweren Kette, die hoch oben, fast am Dach des Gebäudes, -von einem Arm aus wuchtigen Holzbalken in die Höhe gezogen wurde, -der sich langsam und feierlich auf und ab bewegte, aber bei jedem -Niedergang mit dröhnendem Lärm auf eine Unterlage aufschlug, die im -Mauerwerk angebracht war. Hinter dem Steinpfeiler, der den Drehzapfen -dieses wagebalkenartigen Doppelarmes trug, hing, wieder an einer Kette, -das gewaltige Pumpengestäng, das in der unergründlichen Tiefe einer -schwarzen Schachtöffnung verschwand. Von den Armen des Schwingbaums -hingen vor und hinter dem Pfeiler weitere Stangen herab, von denen die -eine an wunderlich geformten Hebeln und Knaggen zog und drückte, die -manchmal dem Gang der Stange folgten, dann wieder plötzlich, als ob -sie ärgerlich wären, selbständige, unerwartete, schnappende Bewegungen -machten. Die Stange auf der andern Seite des Pfeilers saugte an einer -kleinen Pumpe, die in einer Grube verdeckt stand und in heftigen Stößen -dampfendes Wasser in eine Rinne warf, das gurgelnd durch ein Loch in -der Mauer davonlief. Das also war die Feuermaschine. Neben ihr, in -einen unförmlichen Backsteinmantel eingemauert, stand der Dampfkessel, -vor dessen feuersprühender Esse ein schweißtriefender, kohlenschwarzer -Mann hantierte. Wenn er die Feuertür öffnete, um frische Kohlen auf -die sausende Glut zu werfen, glühten der ganze Raum, die Hebeln und -Knaggen, die blinkende Kolbenstange und die schwarzen Ketten in -flammrotem Licht, das wildbewegte, fast greifbare Schatten in die Ecken -und Winkel des finsteren Gebäudes warf. Das Unheimlichste waren die -Töne des Ungetüms. Das knarrte und ächzte, knallte und krachte, zischte -und sauste, seufzte und stöhnte, bald da, bald dort, als ob in jedem -Winkel ein andrer Kobold säße. Alles aber übertönte der donnerähnliche -Schlag in der Höhe, wenn der Schwingbaum auf seine Unterlage traf. -Dem Schlag folgte eine fünf Sekunden lange feierliche Stille. Dann -war es, als ob jemand auf den Boden, auf ein Blech klopfte; langsam, -widerwillig setzte der Schwingbaum sich wieder in Bewegung, unten im -Schacht räusperten sich die Pumpen, und das grause Spiel, das Ächzen -und Stöhnen, das Sausen und Zischen, das Knallen und Schlagen begann -aufs neue. Wer erinnert sich an all das, wenn er in den spiegelblanken -Salon tritt, in dem heutzutage eine Dampfmaschine von tausend -Pferdekräften mit einem kaum hörbaren Seufzer, wenn nicht ganz lautlos, -ihre Riesenarbeit verrichtet? So aber sah und hörte es sich an, als -die Dampfmaschine in ihrer Kindheit die Glieder zu regen begann!« Die -folgende Schilderung von der Dampfsteuerung bald über, bald unter den -Kolben betrifft eine Anordnung, die erst Watt aufgebracht hat; dagegen -beachte man, daß die Kondensation nicht in einem besonderen Behälter -wie bei Watt, sondern unmittelbar noch wie bei Newcomen unter dem -Kolben erfolgt. Von der fundamentalsten Erfindung Watts ist also hier -kein Gebrauch gemacht. - -Es heißt da im Roman weiter: »Die Knaggen und Hebel, die ein vom -Schwingbaum auf- und abgezogener Rahmen in Bewegung setzte, öffneten -und schlossen die Ventile, die den Dampf bald in den oberen, bald in -den unteren Zylinderraum eintreten ließen. Das aber ging so zu: zuerst -strömte der Dampf in den oberen Zylinderraum und drückte den Kolben -nach unten. War der Kolben am Boden angelangt, so schloß sich das -Einlaßventil, und ein anderes öffnete sich, so daß der Dampf aus dem -oberen in den unteren Zylinderraum treten konnte, während das Gewicht -des Pumpengestänges am andern Ende des Schwingbaums den Kolben nach -oben zog. War der Kolben wieder oben und infolgedessen aller Dampf -im Zylinder in den unteren Zylinderraum getreten, so schloß sich das -Ventil zwischen dem oberen und unteren Raum. Gleichzeitig spritzte -eine kleine Hilfspumpe kaltes Wasser in den Zylinder, so daß sich der -dort befindliche Dampf kondensierte und ein luftleerer Raum entstand, -der den Kolben wieder herabzusaugen suchte. Wenige Sekunden nachher -öffnete sich aber auch das Ventil wieder, das frischen Dampf in den -oberen Zylinderraum zuließ, so daß sich der Kolben wieder mit voller -Kraft abwärts bewegte und das Pumpengestäng aufs neue emporhob, -worauf sich diese Bewegungen wie zuvor wiederholten. Das Gewicht -des Pumpengestänges drückten die Grubenwasser in die Höhe; was die -Feuermaschine tat, war, nach jedem Pumpenstoß das Gestäng wieder zu -heben oder, in andern Worten, die vierzig Pferde zu ersetzen, die -vordem an dem Pumpengestäng gezogen hatten.« - - - - -Watt erfindet den Kondensator. - - -Watts jugendlicher Freund Robison hatte die Aufmerksamkeit des -Erfinders zum ersten Male auf die Dampfmaschine gelenkt, als er ihm -vorschlug, die in Newcomenschen Maschinen bereits so erfolgreich -verwertete Dampfkraft zur Bewegung von Wagen heranzuziehen. Das ist -nach Watts eigner Angabe 1759, vielleicht oder schon etwas früher -gewesen. Sobald seine Geschäfte es ihm wieder erlaubten, befaßte -er sich mit Versuchen, indem er auf einen Papinschen Digestor -oder Kochtopf eine Röhre mit beweglichem Kolben aufsetzte, den -hochgespannten Dampf durch eine verschließbare Öffnung in diese Röhre -treten und darin den ziemlich belasteten Kolben hochschieben ließ. -In dieser Richtung auf eine Dampfmaschine hinzuarbeiten, gab er aber -auf, als ihm klar wurde, daß genügende Dichtung nicht zu erreichen -und die Explosionsgefahr zu groß war. Jedenfalls aber sah er sich -bereits in der Literatur über Dampfmaschinen um, zumal, als ihm 1763 -von der Universität der Auftrag wurde, das Modell einer Newcomenschen -Maschine (Abb. 12) wieder instand zu setzen. Diesen Auftrag hatte Watt -vielleicht selbst durch Vermittlung des ihm befreundeten Professors -Anderson herbeigeführt, als ihm bekannt wurde, daß dies Modell -vorhanden war und sich bei einem Londoner Mechaniker zur Ausbesserung -befand, ohne dort in Angriff genommen zu werden. Watt studierte -fleißig die Werke von Desaguliers und Belidor über die Geschichte der -Dampfmaschine. Nachdem er jenes Modell vom mechanischen Standpunkt aus -völlig instand gesetzt hatte, fand er, daß trotz des großen Kessels -nicht genügend Dampf erzeugt wurde, um einen Hub zu erzielen, dabei -war der Dampfkessel im Gegensatz zu den wirklichen Maschinen sogar -unverhältnismäßig groß. Dies setzte Watt in nicht geringes Erstaunen. -Wo lag der Grund, daß im kleinen trotz verhältnismäßig größeren Kessels -der Apparat nicht arbeitete? Watt stellte Versuche an, ob vielleicht -das ungünstige Verhältnis der Gesamtoberfläche des Zylinders zum -Zylinderinhalt schuld trüge. Er stellte sich ferner Zylinder aus anderm -Material, aus Eisen und Holz statt aus Bronze her, woraus der Zylinder -des Modells gemacht war. Vielleicht waren die Wärmeleitungsverhältnisse -dieser Stoffe entscheidend? Aber alle diese Versuche führten zu -keinem befriedigenden Ergebnis. Was er da fand, stand in schwer -vereinbarem Gegensatz zu den Tatsachen bei großen Maschinen. Erzielte -er durch stärkere Kühlwassereinspritzung ein schnelleres, größeres -und kräftigeres Vakuum, so bedurfte es gleich hinterher wieder viel -mehr Dampfes, da die Abkühlung der Zylinderwände größer geworden war -und nunmehr ein Teil des Dampfes seiner Elastizität durch die größere -Abkühlung verlustig ging. Auch ward es Watt offenbar, daß bei minder -starker Abkühlung im Vakuum ein Teil des Einspritzwassers unter dem -niedrigeren Druck schneller verdampfte als unter Atmosphärendruck. - -[Illustration: Abb. 12. Modell einer atmosphärischen Maschine -(Newcomenmaschine) um 1750, wie es Watt zur Instandsetzung übergeben -wurde.] - -Es half nichts. Wollte der junge Mechaniker eine auf Maß, Zahl und -Gewicht zurückgeführte Klarheit über diese Verhältnisse gewinnen, so -mußte untersucht werden, bei welchen Temperaturen Wasser unter größeren -als atmosphärischen Drucken kocht, mußte festgestellt werden, welche -Menge Dampfes sich aus einer bestimmten Menge Wassers entwickelt, -mußte erforscht werden, wieviel Wärme der Dampf an Wasser abgibt, wenn -er dessen Wärme auf seine eigene Temperatur erhöht. - -Als Arago, ein französischer Physiker, der das Leben Watts im -Rahmen eines Akademievortrages behandelte, diese von Watt noch vor -seiner Haupterfindung angestellten Untersuchungen aufzählte, kam -er zu dem Schlusse, das sei Stoff genug gewesen, das Leben eines -fleißigen Naturforschers auszufüllen, und damit dürfte er nicht so -unrecht haben. Aber wie einfach waren die Mittel, mit denen Watt -seine Untersuchungen machte! Nicht einmal ein Laboratorium stand ihm -zur Verfügung, und doch gelangte er zu Ergebnissen, die ein halbes -Jahrhundert später mit weitaus besseren Mitteln nicht wesentlich -genauer erzielt wurden. Er untersuchte das Verhältnis, in dem bei -wachsenden Temperaturen die Spannungen des Wasserdampfes zunehmen. -Die Werte der Temperaturen trug er als Abszissen, der Spannungen als -Ordinaten in ein Koordinatensystem ein und fand, daß die Temperaturen -im arithmetischen, die Spannungen im geometrischen Verhältnis zunehmen. -In dem Werke Desaguliers stieß er bei der Berechnung, welches -Quantum Dampf einer bestimmten Menge Wassers bei Atmosphärendruck -entspricht, auf einen groben Rechenfehler. Das ermutigte ihn, diese -Frage noch einmal zu untersuchen. In einen Glaskolben füllte er eine -geringe Menge Wassers und befestigte in der Mündung eine beiderseits -offene, unten bis auf das Wasser reichende Glasröhre, so daß Luft -aus diesem Gefäße nur durch die Röhre entweichen konnte. Das Gefäß -wurde dann in einem Ofen so erhitzt, daß das Wasser darin verdampfte. -Der aufsteigende Dampf riß an Luft alles, was nicht schon infolge -der Wärme entwichen war, mit sich zur Röhre hinaus. Als der letzte -Wassertropfen verdampft war, wurde die Glasröhre geschlossen, das Gefäß -aus dem Ofen genommen, und ein kalter Luftstrom gegen eine Stelle des -Gefäßes gerichtet, damit sich der darin befindliche Dampf verdichte. -Abwiegen des Gefäßes mit und ohne den jetzigen Inhalt, weiter des -gänzlich ausgetrockneten und danach des mit Wasser ganz gefüllten -Gefäßes ergab die Werte, aus denen Watt berechnete, daß ein bestimmtes -Wasserquantum bei Verwandlung in Dampf von der Temperatur des siedenden -Wassers sich auf das Achtzehnhundertfache seines Rauminhalts ausdehnt. -Es war Watt aufgefallen, daß eine verhältnismäßig sehr große Menge -Einspritzwassers durch die Dampffüllung des Zylinders, die aus einer -sehr viel geringeren Menge Wassers herrührte, so stark erwärmt wurde. -Um die Sache genauer zu untersuchen, stellte er Wasser in einem gegen -Wärmeverluste geschützten Behälter neben einen Teekessel, in dem Wasser -verdampft wurde. Der ausströmende Dampf wurde so lange durch eine erst -wagrecht, dann senkrecht verlaufende Glasröhre in den Wasserbehälter -geleitet, bis das Wasser darin fast kochte, d. h. aufhörte, noch -länger Dampf zu verdichten. Beim Wiegen fand sich, daß das erwärmte -Wasser, das den ausströmenden Dampf aufgenommen hatte, sich um ⅙ -seines Gewichtes vermehrt hatte. Watt folgerte, daß Wasser, in Dampf -verwandelt, sechsmal sein eignes Gewicht Brunnenwassers zur Siedehitze -bringe. Damit war Watt für seine Person selbständig zur Entdeckung -der latenten Wärme gelangt, und er wurde nicht wenig überrascht, -daß der ihm befreundete ~Dr.~ Black, ein Mediziner an der Glasgower -Universität, dem er seine Resultate mitteilte, schon früher zur -Entdeckung dieser Tatsachen gelangt war. Black hatte gefunden, daß eine -bestimmte Gewichtsmenge Eis von 0° ~C~ in einer gleichen Gewichtsmenge -Wassers von 80° ~C~ schmilzt und daß die Temperatur der beiden -Gewichtsmengen flüssigen Wassers 0 ist, während eine Gewichtsmenge -Wassers von 0° ~C~, mit gleicher Gewichtsmenge Wassers von 80° ~C~ -gemischt, eine gemeinsame Temperatur von 40° ~C~ ergibt. Er schloß -daraus, es müßte die aus dem Eise hervorgegangene Wassermenge 80° ~C~ -Wärme in sich aufgenommen haben, ohne daß diese verborgene (latente) -Wärme für unsere Instrumente unmittelbar meßbar wäre. Wenn Watt nun -feststellte, daß verdampftes Wasser das Sechsfache seines eignen -Gewichtes an Brunnenwasser auf Siedehitze bringen könne, so war diese -Temperaturerhöhung auch nur möglich dank der im Dampf latenten, mit dem -Thermometer nicht meßbaren Wärme. - -An Wasserstandsgläsern, die Watt statt der Probierhähne bei den -Dampfkesseln einführte, konnte er jederzeit ablesen, wieviel Wasser -verdampft war. Er konnte also auch feststellen, wievielmal eine -bestimmte Menge Wassers den Zylinder mit Dampf füllte. Den Schluß, -den er nun aus allen diesen mehrfach abgeänderten Versuchen und -Feststellungen zog, hätte er vielleicht auch ohne sie gewinnen können. -Es ist nicht abzusehen, warum der Gedanke, die Dampfkondensation in -einen besonderen Raum abseits vom Zylinder zu verlegen, nicht hätte -auftauchen können, nachdem man sich einmal klar geworden war, daß die -abwechselnde Erhitzung und Abkühlung des Zylinders überflüssigerweise -viel Brennstoff vertat. Dergleichen läßt sich aber nur hinterher leicht -sagen. Gerade die zahlenmäßigen Feststellungen gaben Watt erst recht -deutliche Vorstellungen, erhöhten sein Erstaunen und schärften sein -Nachdenken, wie der Brennstoffverschwendung abzuhelfen sei. - -Helmholtz schilderte einmal in einer Tischrede, wie ihm am besten und -ehesten erlösende Gedanken kämen, wenn er wochenlang der gleichen -Sache nachging und sie auf Spaziergängen in sonniger, bergiger -Landschaft mit sich herumtrüge. Nietzsche schuf unter ähnlichen -Umständen seinen Zarathustra. Watt hat sich auf eine Anfrage Harts -über das erstmalige Aufblitzen der erlösenden Idee, nämlich des -getrennten Dampfverdichtungsraumes, folgendermaßen geäußert: »Eines -Sonntagnachmittags hatte ich im Glasgower Grün einen Spaziergang -unternommen: als ich halbwegs zwischen Hirts Haus und Arns Brunnen -war und meine Gedanken sich natürlicherweise mit jenen Experimenten -beschäftigten, die ich gerade anstellte, um Wärme im Zylinder zu -sparen, so kam mir eben auf jener Wegstrecke der Gedanke in den Sinn, -daß, weil Dampf ein elastischer Dunst (~Vapour~) war, er sich ausdehnen -und in einen vorher luftleer gemachten Raum stürzen würde; und daß, -wenn ich einen luftverdünnten Raum in einem getrennten Gefäß herstellen -würde, dazu auch eine Verbindung zwischen dem Dampf im Zylinder und dem -luftleer gemachten Gefäß, jene Folge eintreten müßte.« Es war im Anfang -des Jahres 1765, daß Watt diese nachträglich so selbstverständlich -erscheinende Idee faßte. Mit ihr zugleich ergaben sich binnen zwei -Tagen alle übrigen Erfindungen zur Verbesserung der Dampfmaschine -gewissermaßen nur als Ergänzungen und von selbst. Die Entfernung -des Einspritz- und Kondensationswassers sowie der mit dem Wasser -eingedrungenen Luft mußte durch Pumpen erfolgen. Die Dichtung des -Kolbens in der Newcomenmaschine durch eine auf der oberen Kolbenfläche -ruhende, immer neu ergänzte Wasserschicht vertrug sich nicht mit dem -neuen Prinzip, den Zylinder andauernd so heiß als möglich zu erhalten. -Das Wasser über dem Kolben wäre verdampft oder hätte den Zylinder -gekühlt. Andre Dichtungsmittel, Wachs, Talg, Fett, Dung, mußten somit -erprobt werden. Auch die Luft über dem Kolben konnte in dem oben -offenen Newcomenschen Zylinder dessen Temperatur erniedrigen. Also war -der Zylinder oben zu schließen. Die Kolbenstange mußte durch ein Loch -des Deckels, durch eine Stopfbüchse, durchgehen. Dann ließ sich aber -auch der Dampf _über_ den Kolben leiten und dazu verwenden, den Druck -der atmosphärischen Luft zu ersetzen und den Kolben herabzudrücken. Um -nun auch von außerhalb des Zylinders die Kühlung durch umgebende Luft -zu verhindern, mußte der Zylinder von einem Mantel umgeben werden, -der Wärme nach außen nicht abgab und weit genug vom Zylinder abstand, -damit zwischen Mantel und Zylinderwandung Dampf eintreten konnte, -der die Temperatur innerhalb des Zylinders gleichmäßig erhielt. Alle -diese Verbesserungen ergaben sich, wie Watt selbst schreibt, in einem -oder zwei Tagen ungezwungen aus der einzigen, so fruchtbaren Idee vom -getrennten Kondensator. Und nun machte sich Watt an die experimentelle -Prüfung, um auch hier wieder zu zeigen, mit wie geringen Mitteln das -Genie Großes leistet. - - - - -Watts erste Maschine im Modell. - - -Viel Zeit und mehr Geld, als sich mit einem schuldenfreien Dasein -vertrug, hatte Watt an seine theoretischen und experimentellen -Untersuchungen gewandt, um die Größenbeziehungen zwischen Wasser, -Dampf, Zylinderfüllung und verdampftem Wasser herauszubekommen. Lange -war er im dunkeln weitergetappt, gefoppt von manchem Irrlicht, bis ihm -in wenig Stunden eine ganze Reihe neuer Ideen oder eine Hauptidee, die -aber eine Reihe andrer in ihrem Schoße barg, aufblitzte. Sofort machte -er sich an die Herstellung eines Maschinenmodells. Dieser denkwürdige -Apparat (Abb. 13) ist noch erhalten. Er befindet sich in London im -Kensingtonmuseum. »Ich nahm eine große Messingspritze, eindreiviertel -Zoll Durchmesser und zehn Zoll lang, machte aus Zinnblech einen Deckel -und Boden daran, dazu eine Röhre, die (zu der als Zylinder dienenden -Spritze) vom Kessel her den Dampf nach beiden Enden des Zylinders -führen sollte; eine zweite Röhre hatte den Dampf von dem oberen Ende -des Zylinders nach dem Kondensator zu leiten -- denn um Apparat zu -sparen, kehrte ich den Zylinder um (so daß die Kolbenstange nach -unten hing und das Vakuum oberhalb des Kolbens erzeugt wurde); ich -bohrte der Länge nach durch die Kolbenstange ein Loch und befestigte -am unteren Ende ein Ventil, das Wasser herauszulassen, das bei -der ersten Zylinderfüllung durch den verdichteten Dampf entstehen -würde. Der Kondensator, den ich benutzte, bestand aus zwei Röhren -dünnen Zinnblechs, zehn oder zwölf Zoll lang und etwa ein sechstel -Zoll Durchmesser. Diese Röhren standen senkrecht und waren oben in -Verbindung mit einer kurzen wagrechten Röhre großen Durchmessers. -Letztere hatte auf der Oberseite eine Öffnung, die durch ein nach außen -gehendes Ventil geschlossen wurde. Diese Röhren wurden unten verbunden -mit einer andern senkrechten Röhre, die als Luft- und Wasserpumpe -diente. Beide Kondensatorröhren und die Luftpumpe wurden in eine -kleine, mit kaltem Wasser gefüllte Büchse gestellt. Diese Konstruktion -des Kondensators wurde gewählt, weil ich wußte, daß Wärme sehr -rasch dünne Metallplatten durchdrang, und bedachte, daß, wenn keine -Einspritzung in ein luftleer gemachtes Gefäß erfolgte, nur das Wasser, -aus dem der Dampf bestanden hatte, und die Luft, die mit dem Dampf oder -durch undichte Stellen eintrat, herauszuschaffen wären. Die Dampfröhre -wurde an einen kleinen Kessel befestigt. - -[Illustration: Abb. 13. Watts erstes Modell einer Dampfmaschine mit -getrenntem Kondensator 1765. - -(Aus »Zeitschr. d. Vereins D. Ingenieure« 1896, S. 979.)] - -Der erzeugte Dampf wurde in den Zylinder gelassen und trat bald durch -die Höhlung der Kolbenstange und am Ventil des Kondensators aus. Als -angenommen werden konnte, daß die Luft hinausgetrieben war, wurde der -Dampfhahn (der den Kessel mit dem Zylinder verband) geschlossen, und -die Luftpumpenkolbenstange in die Höhe gezogen; sie ließ dadurch die -kleinen Röhren des Kondensators im Zustand eines luftverdünnten Raumes, -der Dampf schoß da hinein und wurde (weil die Kondensatorenröhren -von kaltem Wasser umspült waren) verdichtet. Unmittelbar darauf -ging der Kolben des Zylinders in die Höhe und hob damit ein Gewicht -von achtzehn Pfund, das ans untere Ende der Kolbenstange gehängt -war. Der Auspumphahn (der den Zylinder mit den Kondensatorröhren in -Verbindung setzte) wurde geschlossen, der Dampf von neuem in den -Zylinder gelassen, und der Vorgang wiederholt; die Menge verbrauchten -Dampfes und gehobenen Gewichtes wurde beobachtet, und, abgesehen von -der Nichtanwendung eines Dampfmantels und äußerer Umkleidung, war die -Erfindung vollständig, soweit die Ersparung von Dampf und Brennstoff -in Betracht kam. Ein großes Modell mit einem äußeren Zylinder und -einem hölzernen Behälter darum wurde gleich darnach hergestellt; die -damit gemachten Versuche bestätigten die Erwartungen, die ich hegte, -und erhoben den Vorteil der Erfindung über jeden Zweifel. Später wurde -es dienlich gefunden, den Röhrenkondensator durch ein leeres Gefäß zu -ersetzen, gewöhnlich von zylindrischer Form, in das eine Einspritzung -spielte, und weil nunmehr Wasser und Luft herauszuziehen war, mußte -die Luftpumpe vergrößert werden. Diese Änderung wurde vorgenommen, -weil zur Verdichtung des Dampfes einer großen Maschine eine genügend -ausgedehnte Oberfläche beschafft werden muß, der Röhrenkondensator aber -alsdann einen zu großen Raum beansprucht hätte, und weil das schlechte -Wasser, womit die Maschinen häufig gespeist werden, die Zinnplatten -überkrustete und sie verhindert haben würde, die Wärme rasch genug -nach außen abzugeben. Die Zylinder wurden mit ihren Mündungen nach -oben gestellt und mit einem Arbeitsbalken, dem Balancier, und andern -Vorrichtungen versehen, die in den alten Maschinen üblich waren, denn -die Umkehrung des Zylinders oder richtiger nur der Kolbenstange im -Modell war ja nur ein Mittel gewesen, leichter die neue Erfindung zu -versuchen, bei großen Maschinen unterlag sie manchen Bedenken.« - -Mit diesen Worten, zu denen wir nur in Klammern einige Verdeutlichungen -zufügten, beschreibt Watt selber sein erstes Versuchsmodell. Seinem -Freunde Robison teilte er übrigens die gefundene Lösung zunächst nur -andeutungsweise mit, denn er hatte es übelgenommen, daß Robison in -einer andern Angelegenheit Anvertrautes nicht vorsichtig genug bewahrt -hatte. Robison schrieb später ein Werk über »~Mechanical philosophy~«, -wir würden sagen über die »Prinzipien der Mechanik«, worin er auch -natürlich der Erfindung, der er so nahe stand, eingehend gedenkt. Watt -hat Zusätze und Berichtigungen dazu geschrieben, da Robison vor ihm aus -dem Leben schied. Robison stellt es so dar, als habe Professor Black -die Untersuchungen über die Wärmeverhältnisse der Newcomenmaschine -bei Watt angeregt und sei dadurch Miturheber der Erfindung geworden. -Aber Watt stellt mit klaren entschiedenen Worten die Mitvaterschaft -Blacks in Abrede. Auch beruft er sich auf Black selbst, der in einer -schriftlichen Niederlegung ausdrücklich Watts alleiniges Verdienst um -die Erfindung des Kondensators hervorhebt. - - - - -~Many a clip 'twixt cup and lip.~[1] - - -Hätte Watt geahnt, was die Erfindung ihn noch für Aufregungen, -Entbehrungen und bittere Erfahrungen kosten würde, hätte er -vorausgesehen, daß nacheinander zwei der tatkräftigsten Unternehmer und -selber als geniale Männer anerkannte Industrielle hart an den Rand des -Untergangs gelangen würden, ehe seine von ihnen übernommenen Patente -wenigstens dem Erfinder selbst ein sorgenfreies Dasein zu bereiten -begannen, -- hätte ihm jemand den Ärger vorausgesagt, den er im Laufe -mehrjähriger Prozesse über Patentverletzungen, Advokatenleistungen -und Richterstumpfsinn durchkosten mußte, dann würde er vielleicht -seine Erfindung von vornherein verflucht haben. Denn Äußerungen -wie »~I curse my inventions~« (ich verwünsche meine Erfindungen) -oder »~of all things in life there is nothing more foolish than -inventing~« (von allen Dingen im Leben ist nichts törichter als das -Erfinden), -- solche Aussprüche finden sich viele Jahre lang in Watts -Briefwechsel. Er war genau im Denken und Forschen, aber auch wohl genau -in Geldsachen. Wir haben noch einen Brief seines Sohnes, worin dieser -sich in einer Geldverlegenheit nicht an seinen Vater, sondern an dessen -Geschäftsteilhaber Boulton wendet, -- bezeichnend genug! Aus dieser -Genauigkeit in Geldsachen verstehen wir auch seine Äußerung, »er könne -den Gedanken nicht ertragen, daß andre Leute durch seine Pläne Geld -verlieren würden«. Und gerade diesem peinlich denkenden Manne sollte es -beschieden sein, in Schulden zu geraten, einen seiner Förderer Bankrott -machen zu sehen und seinen Geschäftsteilhaber Boulton in eine sehr -bedenkliche Lage zu bringen. Zwanzig Jahre schwerster Mühen dauerte es -noch, bis Watt mit einiger Ruhe in die Zukunft sehen konnte! Gründlich -mußte er die Wahrheit des Sprichwortes erproben: »~There is many a -clip -- 'twixt cup and lip~« -- eine Lebensweisheit, die Watt auch -launig anders wiedergab: »~In mechanics many things fall out between -the cup and the mouth~«, »In der Mechanik geht viel zugrund zwischen -Bechersrand und Mund«. So gab es schon bei den Versuchsmaschinen, die -Watt zunächst immer noch in kleinerem Maßstabe ausführte, mancherlei -Schwierigkeiten und unvorhergesehene Zwischenfälle. Mit einer gewissen -Heimlichkeit mußten die Versuche schon gemacht werden, sollte das Wesen -der neuen Erfindung nicht rasch Gemeingut der Erfindungsdiebe werden. -So mietete Watt einen geräumigen Keller, und dort baute er mit Hilfe -eines Klempnermeisters die erste Versuchsmaschine. Der Feinmechaniker -mußte sich jetzt zum Maschinenbauer ausbilden. Die neuartigen Teile, -die er Schmieden und Klempnern in Arbeit gab, wurden oft genug verkehrt -angefertigt. Besondere Mühe machte die Herstellung passender Zylinder. -Überall fehlte es an geschulten Arbeitern und einer zuverlässigen -Zylinderbohrtechnik. Natürlich konnte sich Watt nicht mehr so eingehend -um sein Geschäft kümmern, das ja ohnehin seine Arbeitskraft in die -verschiedensten Richtungen zersplittert hatte. Als sein Partner Craig -starb, gab deshalb Watt das Geschäft ganz auf. Die neue Maschine ließ -seine Gedanken nicht mehr los. Aber die Versuche kosteten immer mehr -Geld. Watt hatte Familie, und wenn ihn auch seine brave, tapfere Frau -stets ermutigte und ihm Trost zusprach, so drückten doch die Schulden. -... Und dann kamen wieder einmal die bösen Kopfschmerzen dazwischen, -das alte Übel, unter dessen Pein der Erfinder die Zukunft nur in den -schwärzesten Farben sah. Aber Watts hochmögende Freunde, besonders der -Professor Black, waren ihm immer noch zugetan. Black, der von sich -selbst später gestand, das Geldsparen und Kapitalistwerden mache ihm -Freude, half öfters mit kleineren Summen aus. Noch wichtiger aber war, -daß Black, der berühmte schottische Chemiker, Beziehungen zu Roebuck -hatte, dem Besitzer der Carronwerke, und daß er diesen Mann auf Watt -aufmerksam machte, so daß unser Erfinder nun mit einem kapitalkräftigen -und unternehmungslustigen Industriellen Verbindung erhielt. Wer war -nun dieser ~Dr.~ Roebuck, dem die Geschichte immer das große Verdienst -nachzurühmen haben wird, dem Vervollkommner der Dampfmaschine zuerst -tatkräftig unter die Arme gegriffen zu haben? - -[1] Manch eine Klippe zwischen Becher und Lippe, oder auch: -Zwischen Lipp' und Kelchesrand schwebt der dunklen Mächte Hand. - - - - -Mein Herz blutet für ihn. - - -In kürzeren Darstellungen des Lebens unsres Erfinders, in -Lesebuchstücken und Lexikonartikeln finden wir ~Dr.~ Roebuck fast -ausnahmslos mit schnödem Undank behandelt. Es heißt da, Watt habe sich -mit einem Industriellen namens Roebuck verbunden, der Mann habe aber -bald Bankrott gemacht und Watt hätte Mühe gehabt, aus dem Schiffbruch -des Kapitalisten auch nur sein nacktes Patent zu retten. Roebuck -gehört aber nicht nur selber unter die Erfinder, sondern auch unter -die großen Männer der Tat. Das gleiche Nachschlagewerk, das ihm nicht -einmal ein besonderes Artikelchen widmet, muß Roebuck in der Liste -der Erfinder und Entdecker bringen. Mitten unter den stolzesten Namen -des 18. Jahrhunderts befindet sich auch der seine als des Erfinders -der Schwefelsäurefabrikation in Bleikammern. Der Schilderer des -Lebens so vieler berühmter englischer Ingenieure und Erfinder, Samuel -Smiles, verzeichnet in einem Buche spöttisch das gleiche, was wir hier -tadelten. In der zu Glasgow erschienenen »~Cyclopedia of Biography~«, -einem biographischen Nachschlagewerke, heißt es nämlich von Roebuck: -»Roebuck, John, ein Arzt und Experimentalchemiker, geboren 1718 zu -Sheffield; starb, nachdem er sich durch seine Projekte selber ruiniert -hatte, 1794.« Das ist alles! Als Sohn eines Messerfabrikanten in der -Stadt Sheffield, fühlte sich der junge Roebuck unwiderstehlich zu -wissenschaftlichen Studien hingezogen. Er studierte Medizin und Chemie, -war in Edinburg mit keinem Geringeren als Hume befreundet, erwarb in -Leiden den Doktortitel und ließ sich in Birmingham als Arzt nieder. -Hier wurde er auf die Dürftigkeit der Materialien und Methoden in -der Birminghamer Metallfabrikation aufmerksam und machte sich daran, -ein neues Eisenschmelzverfahren zu erfinden. Dies gelang ihm unter -Verwendung der Steinkohle statt der Holzkohle. Ferner ersann er andre -Verfahren zur Reindarstellung von Gold und Silber. Auch verdanken wir -ihm vorteilhaftere Verfahren zur Gewinnung verschiedener Chemikalien, -insbesondere die schon erwähnte Herstellung von Schwefelsäure in -Bleikammern in großen Mengen, während sie bis dahin nur in kleinen -Mengen in Glasgefäßen hatte gewonnen werden können. In Schottland -errichtete er 1749 eine glänzend rentierende Schwefelsäurefabrik. Und -dort schuf er auch bei Prestonpans eine Porzellan- und Tonwarenfabrik. -Von seinen Erfolgen verleitet, wohl auch von dem edlen Ehrgeiz -befangen, dem Lande nützliche Industrien zuzuführen, errichtete Roebuck -mit Heranziehung des Geldes von Verwandten und Freunden am Carronflusse -ein großes Eisenwerk, das erste in Schottland. Geschickte Werkleute, -Gießer und Schmiede wurden aus England herübergeholt, und 1760 der -erste Hochofen angeblasen. Roebuck leistete gleichzeitig als Erfinder, -der immer neue Patente entnahm, und als Geschäftsmann in vielseitigster -Tätigkeit Hervorragendes. Die Carronwerke erlangten Berühmtheit. Die -Beförderung der neuen Industrieerzeugnisse erzwang geradezu neue -Verkehrswege. Daher begann in den nächsten Jahrzehnten der Bau oder -die Vermessung verschiedener Kanäle. Das waren Arbeiten, bei denen -auch Watt einige Jahre sein Brod fand, so daß schon hier Roebuck im -Grunde vorteilhaft in Watts Leben eingriff. Roebuck machte sich aber -auch daran, die reichen Kohlenlager in Schottland auszubeuten. Immer -neue Kapitalien wurden in aussichtsreiche Unternehmungen gesteckt, -bis auf einmal, ehe noch die Unternehmungen Früchte trugen, das Geld -knapp wurde und Roebuck Konkurs machte. Doch eilen wir dem Verlauf -der Dinge nicht vor. Roebuck brauchte für seine Kohlenschächte zur -Herausschaffung der Grubenwasser leistungsfähigere Maschinen, als es -die Newcomenschen waren. Black, der Chemiker, machte ihn auf seinen -jungen Freund Watt aufmerksam, der da eben eine neue, vielversprechende -Erfindung gemacht habe. Das Prinzip dieser neuen Schöpfung mußte einem -erfinderischen Kopfe wie Roebuck schnell einleuchten. Er übernahm daher -die Deckung der Schulden, die Watt bisher für seine Versuche gemacht -hatte. Daß sie sich auf 20000 Mark beliefen, möchte ich nicht glauben, -obwohl alle einschlägigen Schriftsteller das nachbeten. Wahrscheinlich -ist in dieser Summe gleichzeitig eine Vergütung für Watt einbegriffen -gewesen. Roebuck machte sich ferner anheischig, die Kapitalien für -fernere Versuche aufzubringen. Dafür sollte er ⅔ des Gewinns von dem -Bau der Maschine erhalten. Um seinen Kohlenbergwerken nahe zu sein, -hatte Roebuck den Edelsitz Kinneil House am Firth of Forth, der früher -dem Herzog von Hamilton gehörte, bezogen. In dessen Nähe baute Watt -in ziemlicher Heimlichkeit eine kleinere Maschine, an der aber bald -dies, bald jenes mißriet. Während das den Mut Watts stets sinken ließ, -regte es Roebucks Tatkraft nur zur Weiterarbeit an. Wohl nicht ohne -Berechtigung mag Roebucks Gattin die Äußerung getan haben, ohne Roebuck -würde Watt selber seine Erfindung aufgegeben haben. Nicht am Prinzip, -sondern an der noch mangelhaften Technik der Zylinderherstellung und -der feineren Mechanikerarbeiten sowie am Fehlen geschulter Arbeiter lag -die Schuld. Watt konnte nicht immer zugegen sein; war er aber abwesend, -dann ging alles verkehrt, und man mußte hernach die Arbeit von neuem -anfangen. Daß die Maschine Geld brachte, daran war für die nächste -Zeit nicht zu denken. So mußte sich denn Watt entschließen, von seiner -Kenntnis der Meßinstrumente und der Mathematik Gebrauch zu machen: er -wurde Zivilingenieur und Geometer, der teils Vermessungsarbeiten für -die Kanalgesellschaften, teils Ingenieurarbeiten für Glasgow und die -Nachbarorte übernahm. Nach seinen Entwürfen wurde z. B. die Clydebrücke -bei Hamilton gebaut. Auch Hafenanlagen, Krane und was ihm sonst der -Zufall an ähnlichen Aufträgen brachte, führte er aus. Dazwischen wurde -langsam an der Maschine weitergearbeitet. - -Der Kanalbauten wegen mußte Watt 1767 nach London reisen, um dort vom -Parlament gewisse Genehmigungen zu erlangen. Aber er wußte weder die -Arbeiter, die seinem Befehle unterstanden, noch die hartgesottenen -Politiker des Parlamentes richtig zu behandeln. Er konnte wohl die -Natur bemeistern, indem er ihre schwache Seite herausfand. Aber -Menschen zu meistern, war ihm, dem feinen Kopf und Verächter des -Gemeinen, nicht gegeben. Er haßte Geschäftsverhandlungen und wollte -lieber -- wie er schrieb -- vor eine geladene Kanone treten als -eine Rechnung aufsetzen oder einen Handel abschließen, für den er -verantwortlich war. Wohl erreichte er sein Ziel in der britischen -Hauptstadt; aber bezeichnend ist, was er über die Parlamentarier -äußerte: er habe nie eine größere Menge fauler Köpfe (~wrongheaded -men~) beisammen gesehen. Das stimmt überein mit dem, was ein andrer -Schotte, der berühmte »Schmieder der Volkswirtschaftslehre« Adam Smith, -sagt: der Politiker sei ein »~insidious animal~«, ein hinterhaltiges -Tier. Aber mit dem verwünschten Parlament mußte Watt bereits im -nächsten Jahre wieder in Verbindung treten; es galt, ein Patent -auf seine Maschine zu erwirken. Es wäre ein Wunder, wenn wir nicht -aus dieser Zeit Klagen über Zeitverlust durch bequemes Beamtentum -hätten. Kopfschmerzen und schlaflose Nächte brachten Watt in eine -verzweifelte Stimmung, aber Roebuck drängte zur Weiterarbeit. Eine -leistungsfähigere Maschine war ja der Bergwerkindustrie nötig wie -das liebe Brot. Auf der Heimkehr von London hatte Watt die erste -Begegnung mit dem Metallwarenfabrikanten Boulton in Soho, dessen Fabrik -er schon im vorhergehenden Jahre als einen großen, gut geleiteten, -siebenhundert Arbeiter zählenden Betrieb kennen gelernt hatte. Schon -seit einiger Zeit bearbeitete nämlich Watt seinen Freund ~Dr~. Small, -daß dieser den ihm eng befreundeten, weitschauenden und sehr begabten -Boulton für seine Maschine gewinnen möge. Boulton wurde durch Watts -Wesen von vornherein eingenommen, aber es dauerte doch noch ein -halbes Dutzend Jahre, ehe er der Wattschen Erfindung auch mit Kapital -näher trat. Mittlerweile tröstete Small, ein ausgezeichneter Mann, -den Erfinder brieflich: er hoffte immer noch mit einem Feuerwagen -Wattscher Herkunft fahren zu können. Daß Watt sich nach einem andern -Kapitalisten umsah, hing mit Roebucks plötzlich sehr mißlich gewordenen -Vermögensverhältnissen zusammen. Es war überhaupt eine Zeit schlechten -Geschäftsganges. Daher bei Boulton keine Lust zu neuen Unternehmungen, -bei Roebuck aber Geldschwierigkeiten, die so groß wurden, daß er nicht -einmal mehr die Kosten für die Patententnahme 1769 aufbringen konnte. -Wenn Black nicht die Summe vorgeschossen hätte, wäre Watt übel daran -gewesen. Und dann fielen wieder neue Versuche mit der Maschine in -Kinneil House nicht befriedigend aus, wiederum ein Grund für Boulton -zurückzuhalten. Watt geriet in eine verzweifelte Stimmung. Doch ein -Trost war es, daß wenigstens im vorhergehenden Jahre, 1769, das Patent -gesichert war, im gleichen Jahre mit Arkwrights Patent auf die durch -Wasserkraft getriebene Garnspinnmaschine. - -[Illustration: Abb. 14. Faksimile von Watts Handschrift: Vorschlag des -Schraubenpropellers. (Nach Muirhead.)] - -Im Jahre 1770 schickte Watt Zeichnungen der in Kinneil House -errichteten Maschine nach Soho. Boulton wollte dort, wo bessere -Werkleute und besseres Material zur Verfügung standen, einen Versuch -mit dem Bau einer Wattschen Maschine machen. Damals trug sich Boulton -mit dem Gedanken, auf einem bei Birmingham vorbeiführenden Kanal -die Boote durch Dampfmaschinen befördern zu lassen. Small schrieb -Watt von diesem Plane. Watt schlug in seinem Antwortschreiben vor, -Spiralruder anzuwenden. So haben wir eigentlich schon bei Watt den -Schraubenpropeller (Abb. 14), als dessen Erfinder Ressel gilt, obwohl -die Idee sogar schon vor Watt vertreten war. Man würde irren, wenn -man glaubte, der Erfinder habe sich damals nur mit der Dampfmaschine -beschäftigt. Seine Vermessungsarbeiten führten ihn auf mancherlei -Verbesserungen der Nivellierinstrumente und auf neue Erfindungen -auch auf diesem Gebiete. Dazwischen gab es gelegentlich chemische -Versuche. Black und Roebuck, mit denen Watt damals verkehrte, waren ja -beide Chemiker. Freilich kamen dann auch ganze Monate, in denen Watt -froh war, sein Tagewerk bei Schnee und Regen, in Schmutz und Sturm, -voll Ärger über Arbeiter und Unternehmer hinter sich zu haben. Aber -gesundheitlich bekam ihm der Aufenthalt im Freien nicht schlecht. Dafür -war er wieder wochenlang von seinen Lieben getrennt, und nachts zehrte -die Sorge: er wurde grau, ohne für Weib und Kind Ersparnisse gemacht zu -haben. Infolge der großen Geldschwierigkeiten, in die Roebuck geraten -war, stockte auch die Weiterentwicklung der Maschine. Watt verdiente -damals bei den Vermessungsarbeiten am Monklandkanal, wo er hundert Mann -unter sich hatte, 4000 Mark im Jahre. Auch war er bei einer Töpferei -beteiligt, die nach seiner eignen Äußerung scheußlich schlechte Ware -erzeugte, aber doch blühte. -- Freilich dauerte die Herrlichkeit -nicht lange, denn schon das nächste Jahr (1772) brachte wieder eine -Geschäftskrise. Die Kanalarbeiten stockten, und Watt wurde entlassen. -Aber er fand bald wieder Arbeit am Kaledonischen Kanal, der freilich -erst ein Menschenalter später fertig wurde. Die späteren Ingenieure -benutzten dabei noch Watts als vorzüglich anerkannte Geländeaufnahmen. -In diesem Jahre traf ein harter Schlag unsern Erfinder. Durch die -Krankheit seiner Frau wurde er plötzlich von seinen Arbeiten abgerufen. -Daheim fand er eine Tote. In einem Briefe schildert er, wie er -damals beim Betreten seines Hauses allen Mut zusammennehmen mußte, -wenn ihm nicht mehr, wie früher, die treue, bewährte Lebensgefährtin -entgegenkam, die nur seine Sorgen und Mühen, nicht seinen Sieg -miterlebte.... - -Der finanzielle Zusammenbruch Roebucks war die Ursache, daß Boulton -sich entschloß, der Wattschen Erfindung auch als Teilhaber näher zu -treten. Roebuck hatte das Vermögen seiner Frau und seiner Verwandten -herangezogen, um seine weitangelegten, riesigen Unternehmungen über -Wasser zu halten. Der Zusammenbruch verschlang alles. Von der Höhe -einer glänzenden und für das Gemeinwohl hoch verdienstlichen Laufbahn -stürzte der gewaltige Mann in die Tiefe. Unbeachtet und zurückgezogen -lebte er noch bis 1794. Wie schmerzlich muß es wohl für ihn gewesen -sein zu sehen, daß er eine Erfindung in der Hand gehabt hatte, die -später so glänzende Einnahmen erzielte! Watt gibt Roebuck das Zeugnis, -daß er ohne ihn unter seiner Last zusammengebrochen wäre. »Mein Herz -blutet für ihn,« schrieb er einem Freunde, »aber ich kann nichts für -ihn tun; ich habe lange bei ihm ausgehalten, die Pflicht für meine -Familie zwingt mich, nach einem andern Unternehmer mich umzutun.« - - - - -Boulton. - - -Mit Recht ist gesagt worden, Watt hätte ganz Europa durchsuchen -können, ohne einen geeigneteren Mann als Boulton zu finden, um seine -Erfindung in die Praxis einzuführen. Man hört in unsern Tagen oft das -phrasenhafte Wort vom königlichen Kaufmann; auf Boulton angewandt, ist -es aber am Platze. Ein hoch begabter, trefflich gebildeter, ehrenhaft -denkender Mann, hatte sich Boulton die Aufgabe gestellt, den wenig -guten Ruf der Birminghamer kunstgewerblichen Erzeugnisse zu heben. -Nur erstklassige Fabrikate sollten seine Metallwerkstätten verlassen. -Boulton beschäftigte Künstler aus Italien und Frankreich und erwarb -sich ein Verdienst durch die Vervielfältigung vornehmster Kunstwerke, -wobei ihn sein König und der Adel durch leihweise Überlassung ihrer -Kunstschätze zur Nachbildung unterstützten. Der Ruf seiner Firma drang -weit über Englands Grenzen. Kaiser und Könige, Künstler und Gelehrte -verfehlten nicht, die berühmte Fabrik zu Soho zu besichtigen und -sich von ihrem gastlichen und vornehmen Besitzer bewirten zu lassen. -Boultons größtes Verdienst war aber nicht nur die Durchbringung -der Dampfmaschine, sondern auch sein Kampf und Sieg über die -Münzfälschungen. Nachdem er nämlich der Wattschen Erfindung durch seine -außerordentliche Tatkraft unter größten finanziellen Bedrängnissen zum -Siege verholfen hatte, warf er sich mit Macht auf das Münzproblem, -d. h. die Herstellung von schwer durch Fälscher nachzumachenden Münzen. -Ein großer Teil des damals umlaufenden Geldes war das Erzeugnis -von Fälschern. Boulton hat ihnen durch neue Münzprägemaschinen das -Handwerk erschwert. Zu den Letzten, die seiner Münze Aufträge gaben, -gehörten natürlich seine lieben Landsleute. Daran war aber nur der -träge Beamtenstand schuld. Die königlichen Münzbeamten sahen nämlich -mit Verdruß, daß wieder ein Kaufmann, keiner der Ihren, die Initiative -ergriff, dem Münzübel zu wehren. So rührten sie sich nicht, den Mann zu -unterstützen, der erst auf dem Wege über das Ausland zur Autorität für -sie werden mußte. Boulton war selbst auch, wie Roebuck, Erfinder und -Ingenieur, seine Vielseitigkeit sei beleuchtet durch die Anschaffung -einer wertvollen Virgilausgabe, durch Fossiliensammlungen, chemische -und elektrische Versuche, seine Freundschaft mit Männern wie Watt, -Erasmus Darwin, Priestley, Small, Wilhelm Herschel u. a. Boulton war um -so eher für Watts Erfindung zu gewinnen, als er selbst schon mit einem -eigenen Dampfmaschinenmodell Versuche gemacht hatte. - -Roebuck, früher in Birmingham ansässig, war mit Boulton befreundet. -Dieser hatte ihm 24000 Mark geliehen und konnte sie von ihm nicht -zurückerhalten. Auf Anregung Watts war Boulton bereit, unter Verzicht -auf die geliehene Summe den Anteil Roebucks an Watts Erfindung, also -Zweidrittelgewinn, zu übernehmen. Das war für Watt Grund zu neuen -Hoffnungen! Schon hatte er in verzweifelter Stimmung daran gedacht, -wenn sonst kein Geld aus der Erfindung zu machen sei, wenigstens -ein Buch darüber zu schreiben und die Ehre der Erfindung zu retten. -Seiner schottischen Heimat war er damals so überdrüssig, daß er Land -und Leute, Klima und Vermessungsarbeiten förmlich haßte. Bis ins Herz -fühlte er sich krank. Ihn drängte es hinaus aus Verhältnissen, die ihn -fast nur an Mißerfolge und gar an den Tod einer geliebten, edlen Frau -mahnten. Da mußte er es wohl mit Freuden begrüßen, daß er nunmehr die -in Kinneil hergestellten Maschinenteile nach Soho schicken konnte, um -selbst in Boultons Dienste zu treten. Zunächst galt es, die Maschine -in Soho zusammenzusetzen. Dabei übernahm aber Watt auch gelegentlich -andre Dienstleistungen für Boulton. Und ein Glück war es, daß die -zusammengesetzte Maschine gute Arbeit leistete! Jetzt knüpfte Boulton -seine Bereitwilligkeit, mit aller Kraft die Fabrikation in Angriff zu -nehmen, nur noch an eine freilich schwere Bedingung: Watt mußte nach -London und bei den querköpfigen (»~wrongheaded~«) Parlamentsmitgliedern -um Verlängerung seines Patentes einkommen. Von den vierzehn Jahren -gewährten Schutzes waren bereits fast sechs herum. Die übrigen acht -Jahre waren eine zu kurze Frist, um das große Geschäftsrisiko zu wagen, -das in der Fabrikation eines so gänzlich neuen und bald von andern -Fabriken nachgeahmten Artikels bestand. Zwar die Bergwerksbesitzer -und Minenpächter, die bereits davon gehört hatten, es sei eine neue -Kraftmaschine erfunden, die von keinem Geringeren als dem bekannten -und einflußreichen Boulton hergestellt werde, boten alles auf, einen -Parlamentsbeschluß zu hintertreiben, der ihnen die Benutzung der -neuen Erfindung verteuern mußte. Aber sie richteten nichts aus. Das -Parlament bewilligte die Verlängerung des Patentes auf 25 Jahre in -Anbetracht der Schwierigkeit und der großen Geldaufwendungen, die das -neue Unternehmen erforderte. Watt hatte nun nicht mehr nötig, sich nach -einer Stelle umzusehen, wo er taglöhnern konnte. Selbst das Anerbieten, -das ihm von Rußland auf Vorschlag des dorthin gegangenen Robison damals -gemacht wurde, gegen eine Besoldung von 20000 Mark jährlich dorthin -überzusiedeln, konnte er ablehnen. Und das tat er um so lieber, als er -kein Vertrauen in die Freiheitsbürgschaften dieses Reiches setzte. - -Aber nicht nur in den Hafen der fabrikmäßigen Herstellung seiner -Erfindung lief Watt damals ein. Er gelangte auch, ein Jahr darnach, -in den Hafen einer neuen Ehe. Bei einem Besuche Glasgows lernte -der nun vierzigjährige Erfinder die Tochter Anna des Färbers -Macgregor kennen. Seine Werbung fand Gehör, doch der vorsichtige -Schwiegervater wollte, bevor er seine Einwilligung gab, Einsicht in die -Vermögensverhältnisse und Zukunftsaussichten des Tochtermanns haben, -und dieser schwiegerväterlichen Härte verdanken wir ein Schriftstück, -worin Boulton auf Watts Bitte hin ausdrücklich schriftlich die zwischen -ihm und Watt bereits mündlich getroffenen Vereinbarungen anerkennt. »Es -ist schwierig,« so schreibt der Fabrikant, »den wirklichen Wert Ihrer -Eigentumsrechte bei unsrer Teilhaberschaft festzusetzen. Jedenfalls -will ich es bestimmt bezeichnen, und ich kann wohl sagen, ich würde -Ihnen gern zwei-, auch dreitausend Pfund für die Übertragung Ihres -Drittels an dem Patent geben. Es würde mir aber leid tun, mit Ihnen -einen für Sie so unvorteilhaften Handel abzuschließen, und ich würde -jedes Geschäft bedauern, das mich Ihrer Freundschaft, Zuneigung und -tatkräftigen Hilfe berauben würde. Ich hoffe, daß wir in Liebe und -Eintracht die 25 Jahre zusammen aushalten werden, und das wird mir -lieber sein, als wenn ich als alleiniger Inhaber so reich wie ein Nabob -werden könnte. Ich würde Ihnen gerne sofort die betreffende Anweisung -und den Vertrag über unsere Teilhaberschaft übersenden. Leider ist es -mir unmöglich, da der Rechtsanwalt Herr Dadley plötzlich nach London -gerufen wurde und ich das Aktenstück nicht vor seiner Rückkehr erhalten -kann. Wenn Sie aber vielleicht mit Ihren Freunden darüber verhandeln -wollen, so können Sie ihnen von folgenden Hauptpunkten eine Abschrift -geben. Ich habe sie aus unsrer Korrespondenz ausgezogen, und soviel -ich weiß, enthalten sie das Hauptsächlichste unsres Vertrages. Sie -überweisen mir ⅔ des Patentes unter folgenden Bedingungen: Ich habe -die Kosten für die Versuche, für die Erwerbung des Patentes sowie für -das, was für die Maschine vom Juni 1775 gebraucht wurde, zu tragen, -auch die Ausgaben für die ferneren Versuche zu bestreiten. All dies -Geld ist von mir unverzinslich herzugeben und darf nicht gegen Sie -verrechnet werden. Die Versuchsmaschinen sind mein Eigentum, da sie -von meinem Gelde gekauft werden. Ferner habe ich das Kapital, das zum -Geschäftsbetriebe nötig ist, gegen übliche Zinsen vorzuschießen. Der -Gewinn des Geschäftes nach Bezahlung oder Abschreibung der Zinsen, der -Arbeitslöhne und aller Geschäftsunkosten, soweit sie sich auf unser -Dampfmaschinengeschäft beziehen, ist in 3 Teile zu teilen, von denen -Sie einen, ich zwei erhalte. Sie haben die Zeichnungen zu entwerfen, -die Angaben zu machen und die Leitung zu übernehmen. Die Auslagen -für Geschäftsreisen ersetzt das Geschäft. Ich habe die Bücher genau -zu führen und dafür Sorge zu tragen, daß jährlich Abschluß gemacht -wird. Ferner habe ich Sie in der Leitung der Arbeiter zu unterstützen, -Geschäfte abzuschließen sowie überhaupt alles das zu tun, was wir -beide von Interesse für das Geschäft halten. Ein Buch ist zu führen, -worin alle neueren Übereinkommen zwischen uns zu Protokoll genommen -werden, die, mit unsrer beider Unterschrift versehen, dieselbe Kraft -haben wie unser Vertrag. Keiner darf seinen Anteil ohne Zustimmung des -andern veräußern. Sollte einer von uns sterben oder zu gemeinsamer -Tätigkeit unfähig werden, so soll der andere der einzige Leiter sein, -ohne Kontrolle der Erben, Testamentsvollstrecker oder gesetzlichen -Nachfolger. Die Bücher jedoch können von ihnen eingesehen werden, -auch kann der tätige Teilhaber eine vernünftige Entschädigung für -seine Mühewaltung beanspruchen. Der Vertrag tritt mit dem 1. Juni -1775 auf 25 Jahre in Kraft. Unsre Erben, Testamentsvollstrecker usw. -sind zur Beobachtung des Vertrages verpflichtet. Im Falle wir beide -sterben, sind unsre Erben usw. unsre Nachfolger auf Grund des gleichen -Vertrages.« - -Und damit wenden wir uns den Arbeiten zu, die jetzt von Soho aus in die -Welt gingen, den ~black devils~, schwarzen Teufeln, oder ~iron angels~, -eisernen Engeln. - - - - -Die Retterin der Cornwallgruben. - - -Vom nördlichsten zum südlichsten Teile der britischen Halbinsel, -das war der Wechsel, den die nächsten Jahre für Watt nach seiner -Übersiedlung zur Sohoer Fabrik brachten. Vom nördlichen Schottland, -wo er Kanäle vermessen hatte, warf ihn das Schicksal nach dem -Bergwerkbezirk Cornwall. Denn von hier kamen die meisten Bestellungen -auf Wattsche Maschinen, weil viele Grubenbesitzer und Pächter vor -dem Ruin, vor Aufgabe ihres Grubenbetriebes standen, wenn es nicht -gelang, die die Gruben ersäufenden unterirdischen Wasser rechtzeitig -heraufzuschaffen. Erst Wasserräder, die Schöpfwerke ähnlich den -Eimerreihen unsrer Baggermaschinen antrieben, -- dann die Verwendung -vieler Hunderte von Pferden, um die Bewegung eines wagrechten Rades -auf ein senkrechtes zu übertragen, Pumpen zu betreiben, die das Wasser -emporschafften, -- schließlich die ungefügen Newcomenschen Maschinen, -die die Pferde ersetzten: das waren die Mittel, mit denen sich der -Bergbau damals gegen die Wasser der Tiefe wehrte. Im Grubenbezirk -von Cornwall war zur Zeit Watts die Not aufs äußerste gestiegen. -Viele Schächte schienen verlassen werden zu müssen, weil mit den -Newcomenschen, von Smeaton verbesserten Feuermaschinen nichts mehr -zu erreichen war. Ein ganzer Landstrich, Tausende von Familien sahen -schlimmsten Zeiten entgegen. Kaum war es daher bekannt, daß Boulton -und Watt eine eigne Fabrik zur Herstellung neuer Kraftmaschinen -errichteten, als auch schon Bestellungen einliefen. Und weil von dem -Ausfall der ersten Maschinen und ihrer Leistungen in den bedrohtesten -Gruben der Ruf des ganzen Unternehmens der Firma Boulton und Watt -abhing, so weilte Watt selber in den nächsten Jahren mit kurzen -Unterbrechungen meist im Cornwaller Grubenbezirk. Es war eine -aufregende Zeit für Watt. Die Cornwaller Bergwerkbesitzer und Pächter -und erst recht die Arbeiter waren gerade kein gemütlicher Umgang. Immer -wieder mußte er »hinaus ins feindliche Leben«, widerspenstige Maschinen -in Ordnung zu bringen und die Maschineninhaber zum Bezahlen anzuhalten. -Davon schienen diese Leute meist keine Freunde zu sein, ging es ihnen -doch oft selber schlecht. So suchten sie sich ihren Verpflichtungen -zu entziehen, indem sie mit Boulton und Watt rechteten. Ein Drittel -der Kohlenersparnis sollten sie zahlen, und dies nachzurechnen hatte -Watt einen Hubzähler am Schwingbaum angebracht. Aber bald fühlte -sich dieser, bald jener Pächter im berechneten Quantum ersparter -Kohle benachteiligt. Das gab schwere Verdrießlichkeiten, und zehn -Jahre dauerte es, bis die Sohoer Firma Überschüsse erzielte. Fast -eine Million, genauer vier Fünftel dieses Betrags, hatte Boulton in -das Geschäft stecken müssen. Boulton wußte oft am Sonnabend nicht, -womit er seine Arbeiter löhnen sollte. Von den Bankiers waren nur -mit Mühe Vorschüsse zu erlangen und die neu eingegangenen Schulden -drückten auf Watts Gemüt bis zur verzweifeltsten Schwarzseherei. Dazu -traten immer neue Aufgaben. Er mußte Zeichnungen neuer Maschinen -entwerfen, konstruktive Einzelheiten durchprobieren, dann aber bei -andrängender Arbeitsfülle wegen Kopfschmerzen alles liegen lassen. -Das gab oft recht schwere Zeiten. Als sich aber die ersten Maschinen -in den Bergwerkbetrieben bewährt hatten, kamen auch bald zahlreiche -Bestellungen, und es dauerte nicht lange, da waren fast alle -Newcomenschen Feuermaschinen aus Cornwall verdrängt und durch Wattsche -ersetzt. Zunächst war es die einfachwirkende Niederdruckmaschine, die -dort überall Eingang fand, und wir haben jetzt diese Retterin Cornwalls -kurz zu betrachten (Abb. 15). - -[Illustration: Abb. 15. Watts einfachwirkende Dampfmaschine 1788. (Nach -Farey.)] - -Rechts zeigt die Abbildung den Kessel ~c~, in dem der Dampf erzeugt -wird. In den Kessel führen zwei Wasserstandsröhren ~y~ hinein. Die -Flammen und Rauchgase gehen von unten um den Kessel herum durch den -Kanal 9 in den Schornstein. Ein Dämpfer ~w~ kann durch Zug an seinem -Gegengewicht, mit dem er durch eine über eine Rolle führende Kette -verbunden ist, höher oder niedriger gestellt werden und dadurch die -Stärke des Luftstroms beeinflussen, der den Kamin durchstreicht, -mithin den Brand unter dem Kessel anfachen oder dämpfen. Oben vom -Kessel führt die Röhre ~a~ den Rauch hinüber nach den »Nüstern« oder -~nozzles~ des Zylinders, nämlich zu den Ventilgehäusen ~b~ und ~e~ -und der senkrechten Röhre ~d~. Das Ventilgehäuse ~b~ enthält das -Ventil, durch welches der Dampf in den Zylinder ~E~ gelassen wird, wenn -der Kolben herabgehen soll. Der Zylinder ist oben geschlossen, die -Kolbenstange geht durch eine mit einer Hanfpackung luftdicht gemachte -Öffnung des Zylinderdeckels. Der Zylinder ist von einem Behälter -eingeschlossen, und zwar so, daß zwischen Zylinder und Behälter eine -heiße Dampfschicht lagert, die von der Röhre ~a~ aus durch eine kurze -Rohrabzweigung rechts oben beim Zylinder eintritt. Hat der Dampf -durch das Ventil ~b~ Eintritt erlangt, so geht er durch ~c~ nach dem -Raum über dem Kolben. Ist das Ventil im Ventilgehäuse ~e~ geöffnet, -so tritt der Dampf durch dieses und die wagerechte Röhre ~f~ in den -Raum unter dem Zylinder. Das Ventil ~e~ heißt Gleichgewichtsventil, -weil nunmehr der Dampf über und unter dem Kolben durch die Röhre ~d~ -miteinander in Verbindung steht. Der Kolben geht in die Höhe nur -durch das Übergewicht des Pumpengestänges, das am linken Ende des -Schwingbaumes ~LL~ aufgehängt ist. Die senkrechte Röhre ~g~ verbindet -den Raum unter dem Kolben mit dem Kondensator ~F~, wenn das Ventil -im Gehäuse ~i~ geöffnet ist. Der Kondensator ~F~, gleich der links -von ihm befindlichen Luftpumpe ~H~ von kaltem Wasser umspült, ist der -Raum, wo der Dampf verdichtet wird, so daß unter dem Kolben im Zylinder -ein luftleerer Raum entsteht und nun der über dem Kolben drückende -Dampf den Kolben herunterdrückt. Dabei wird das Pumpengestänge gehoben -und unten im Schacht Wasser angesaugt. Bei ~x~ führt eine kleine -Kupferröhre nach außen. Die äußere Mündung endigt unter Wasser. Durch -diese Röhre kann die Luft beim Ingangsetzen der Maschine ins Freie -austreten, nachdem sie durch das Wasser gegangen ist. Das nach außen -sich öffnende Ventil ist das Schnüffelventil. Es hat seinen Namen -von dem Geräusch, das die durch das Wasser aufquellende Luft erregt. -Links vom Kondensator befindet sich, gleichfalls im Kühlwasserbehälter -~GG~, die Luftpumpe ~H~. Ihr Kolben ist doppelt durchbohrt, die oberen -Öffnungen sind durch nach oben gehende Klappen verschlossen. Durch -diese Klappen kann Wasser und Luft aus dem Kondensator nach oben -entweichen, ohne daß das Kühlwasser von außen in die Luftpumpe dringt. -Die ausgepumpte Luft oder Flüssigkeit passiert dann noch das Ventil -~m~; da das Kondenswasser aber warm ist, so wird es jetzt aus dem -Behälter ~J~, der vom Kühlwassergefäß getrennt ist, durch die Pumpe -~S~, die vom Schwingbaum aus betätigt wird, gleich wieder durch die mit -8 bezeichnete, wagrechte, gestrichelt angedeutete Röhre hinüber nach -~T~ und hinunter in den Kessel zur Dampferzeugung geleitet. Nachtragen -müssen wir noch, daß sich auch zwischen dem Kondensatorraum und der -Luftpumpe unten ein Ventil ~k~ befindet, das wie ~m~ nur nach links den -Weg gibt, nicht nach rechts. Der Dampf im Kondensatorraum wird durch -eine Einspritzung niedergeschlagen, die vom Kühlwasserbehälter durch -ein Ventil im Gefäß ~j~ ausgeht. Das Einspritzventil wird ebenfalls -mittelbar vom Schwingbaum aus betätigt. Der eichene Wagebalken, -Schwingbaum oder Balancier ~LL~ dreht sich um den Zapfen ~p~. Von -dem Kreisstück 7 geht die Stange ~l~ senkrecht nach unten. Ihr -breites Mittelstück ist der Steuerbaum. Das untere Ende betätigt die -Luftpumpe. Der Steuerbaum hat an drei Stellen, von denen man auf der -Abbildung nur 1 und 2 sieht, vorspringende Zapfen. Sie stoßen beim -Auf- und Niedergehen des Steuerbaums an die Handgriffe ~r~, ~s~, 3 der -Dampfsteuerungen, die nach den Ventilgehäusen ~b~, ~e~ und ~i~ gehen. -Bei ~t~, ~u~ und 4 befinden sich die Steuerwellen. Wenn zum Beispiel -1 auf ~r~ drückt, dann geht der Hebelarm rechts von ~t~ in die Höhe. -Damit geht aber auch die Zugstange hoch, die den Hebelarm des Ventils -~b~ außerhalb des Ventilgehäuses ~b~ hebt und infolgedessen innen im -Ventilgehäuse das gezähnte Kreisstück, das Zahnstangenstück, in das der -Hebelarm eingreift, hinabdrückt. Dadurch wird das Ventil geschlossen. -Geht der Zapfen bei 1 wieder in die Höhe, so wird das Ventil ~b~ -dadurch geöffnet, daß ein Gewicht auf einen Hebelarm wirkt, der die -Steuerwelle ~t~ von links nach rechts dreht. Gewicht und Hebelarm sind -auf der Abbildung nicht zu sehen. In gleicher Weise werden die beiden -andern Ventile geschlossen und geöffnet. Man muß sich, um eine klare -Vorstellung zu bekommen, mit einiger Geduld in die Zeichnung versenken -und sich vor allem vergegenwärtigen, daß die Steuerwellen ~t~, ~u~ -und 4, die senkrecht zur Papierfläche stehen, noch wagrechte kurze, -nicht gezeichnete Hebelarme tragen, an denen Gewichte so ziehen, daß -die Steuerwelle eine Drehung beschreibt, sobald nicht die Handgriffe -~r~, ~s~ und 3 von den Zapfen des Steuerbaums oder von der Hand des -Maschinisten auf einen bestimmten Weg gezwungen werden. Wir verweisen -hier auf die zwei Dampfsteuerungen von Maschinen, die im Gegensatz zu -der hier beschriebenen einfachwirkenden doppelt wirkend sind. Es heißt -das, daß der Dampf bei ihnen nicht nur über und unter den Kolben tritt, -sondern daß er auch auf beiden Seiten Arbeit leistet (Abb. 16 u. 17). - -[Illustration: Abb. 16. Steuerung an den ersten doppeltwirkenden -Wattschen Maschinen.] - -[Illustration: Abb. 17. Zylinder, Steuerung, Kondensator, Luftpumpe, -Schnüffelventil an Watts doppeltwirkenden Maschinen mit Drehbewegung -1787-1800.] - -Wie fast alles Neue, hatte auch die Wattsche Kondensatormaschine gerade -in zünftigen Kreisen ihre Gegner, die mit überlegener Miene erklärten -und im Lande aufschrien, diese Maschine stelle so hohe Anforderungen an -genaue Werkstättenarbeit, daß keine Werkleute noch Werkzeugmaschinen -ihnen entsprechen könnten, und daß daher die Maschinen selbst sich nie -bewähren würden. Boulton und Watt konnten mit Ruhe gegen derartige -Aussprengungen ihre Erfolge reden lassen. In ganz England und bald -auch im Ausland wurde bekannt, was die Maschinen in den Cornwaller -Bergwerken leisteten. Mancher Besitzer von Kupferwalzwerken oder -Mühlen oder wer sonst auf Wasserräder als Betriebskraft angewiesen -war, wünschte sich im stillen, wenn Dürre oder Frost das Wasserrad zum -Stillstand brachte, ebenfalls die Vorteile der neuen Dampfmaschine, -die die Grubenbesitzer ihr nachrühmten. Die Dampfmaschine konnte Tag -und Nacht, winters und sommers arbeiten. Frost oder Dürre ließ sie, -bei aller Wärme, »kalt«. Obwohl nun Watt angesichts der vielen neuen -Aufgaben wenig Lust hatte, die Dampfmaschine auch für andre Betriebe -einzurichten, so drängte ihn doch Boulton unaufhörlich, diesem Gedanken -näher zu treten. Boulton sah voraus, daß das Bergwerksgeschäft, der -Absatz für Grubenbezirke, ein zu beschränktes Feld sei. Er wollte die -neue Maschine für alle möglichen Gewerbebetriebe verwendet sehen, und -Watt mußte nachgeben. Vor allem war es nötig, die hin und her gehende -Bewegung der Balanciermaschine in eine drehende zu verwandeln. Man -hatte damals noch keine Erfahrung auf diesem Gebiete, so daß selbst -ein so gewiegter Ingenieur wie Smeaton, dem Watt nachrühmt, daß -»seine Lehren und Beispiele sie alle zu Ingenieuren gemacht hätten«, -1781 erklärte, eine Dampfmaschine sei niemals als Ersatz eines -Wasserrades für den gleichmäßigen Betrieb zu gebrauchen, dabei sei es -ganz einerlei, ob sie mit Kurbel oder sonst etwas zur Erzeugung der -Drehbewegung versehen sei. - - - - -Drehbewegung, Doppelwirkung, Steuerung, Drosselklappe. - - -[Illustration: Abb. 18. Sonnen- und Planetenradgetriebe.] - -Schon 1771 sprach Watt sich dahin aus, daß man bei der Verwendung -einer Kurbel eine drehende Bewegung erzeugen könne. Später, als er -sich schon lange vom Sohoer Werk zurückgezogen hatte, äußerte er -sich über den wirklichen Erfinder der Kurbeldrehbewegung als einen -Mann, der leider nicht göttlich gesprochen worden sei, obwohl er die -gewöhnliche Fußdrehbank erfunden habe. Diese Kurbelbewegung auf die -Maschine zu übertragen, hätte nicht mehr Erfindungsgeist erfordert als -der Gedanke, ein Brotmesser zum Käseschneiden zu verwenden. Durch die -Versuche Watts, mit der Kurbel bei der Dampfmaschine Drehbewegungen -zu erzielen, wurden Fremde, die fast immer bei Boulton und Watt Neues -auszuspionieren suchten, aufmerksam gemacht. Und eines Tages ließ sich -der Birminghamer Knopffabrikant Pickard, dem durch Washborough, einen -sonst fähigen Erfinder, die Sache zu Ohren gekommen war, ein Patent -auf die Anwendung der Kurbel bei der Dampfmaschine geben. Da Watt dies -Patent nicht anfechten wollte, weil er seinen zahlreichen Feinden -damit vielleicht einen Anlaß bot, unter Berufung auf Scheingründe -auch seine eigenen Patente anzufechten, so war er jetzt von der -Benutzung seiner eignen Idee ausgeschlossen. Von verschiedenen Arten, -eine Drehbewegung zu erzielen, die er sich 1781 patentieren ließ, -verwertete er praktisch das sogenannte Sonnen- und Planetenradgetriebe -(Abb. 18), das eigentlich Murdock erfunden haben soll, auf den wir noch -zurückkommen werden. Vermutlich sah sich Watt als den geistigen Vater -dieser Erfindung an, die sofort wieder aufgegeben und durch einfache -Kurbelbewegung ersetzt wurde, als das Pickardsche Patent erlosch. Im -nächsten Jahre (1782) nahm Watt ein Patent auf die doppeltwirkende -Maschine, deren Idee er schon fünfzehn Jahre vorher ausgesprochen -hatte. Jetzt wurde, wie schon beschrieben, auf beiden Seiten des -Kolbens der Dampf und ebenso auf beiden Seiten die Luftverdünnung -durch Kondensation benutzt. Solche Maschinen konnten auch bei -kleineren Ausmessungen mehr leisten als die einfachwirkenden. Aber es -bedurfte bei ihnen auch wieder neuer Erfindungen in Einzelheiten. Hier -wendete Watt zuerst die Geradlenkung der Kolbenstange, das Wattsche -Parallelogramm an, auf das er, obschon nicht um Ruhm besorgt, am -stolzesten zu sein gelegentlich vorgab. Bei diesem Parallelogramm (Abb. -19) dürfte auch sein Freund Robison ein kleines Verdienst haben. Vor -vielen Jahren, als Watt noch Meister in Glasgow war, hatte Robison ihn -angeregt, einen perspektivischen Zeichenapparat durch Verwendung einer -Parallelogrammvorrichtung zu verbessern, und Watt war mit Erfolg dieser -Anregung nachgekommen. Das Patent auf die Lenkergeradführung fiel in -das Jahr 1784. Die Dampfverteilungsvorgänge bei der doppeltwirkenden -Maschine veranschaulichen uns die Abb. 16 u. 17. Bei Abb. 17 muß man -sich vorstellen, daß der Steuerbaum auf die Handgriffe mit seinen -Knaggen oder Zapfen aufdrückt und dadurch eine Drehung der Steuerwellen -verursacht. Oben und unten befinden sich je zwei Ventile untereinander, -ein Ein- und ein Auslaßventil. Wie Abb. 17 zeigt, sind abwechselnd -zusammen oben das Einlaß- und unten das Auslaßventil, oder umgekehrt -oben das Auslaß- und unten das Einlaßventil geschlossen. Gewichte, -die an den scheinbar abgebrochenen, senkrecht herabhängenden Stangen -hängen, bewirken, sobald der daumenartige, kurze Hebel der Steuerwelle -aus der ihn festhaltenden Klinke befreit wird, das Öffnen der Ventile. - -[Illustration: Abb. 19. Ausgeführte Niederdruckmaschine mit dem -Wattschen Parallelogramm (rechts und links am Balancier).] - -Ein Schwungrad gestaltete den Gang der doppeltwirkenden Maschine -möglichst gleichmäßig. Es glich aber nur periodische Schwankungen -von Kraft und Widerstand aus, wie sie die Kurbelbewegung mit sich -brachte. Für plötzlich eintretende Änderungen des Dampfdruckes oder -der Belastung durch die in Bewegung gesetzten oder ausgerückten -Arbeitsmaschinen bedurfte es des Regulators (Abb. 20). Er wirkte -auf eine Klappe im Dampfzuleitungsrohr, die so verstellt wurde, daß -sie mehr oder weniger Dampf durchließ. Die Klappe drosselte einen -Teil des Dampfes ab, daher der Name Drosselklappe. Die Änderung der -Klappenstellung wird durch eine Hebelanordnung herbeigeführt, auf die -die Drehung eines Kugelpaares ~K K~ wirkt. Von den Trägern der Kugeln -gehen Arme nach der Hülse ~H~, die auf der von ihr umfaßten, durch -die Achse des Schwungrades mitgedrehten Stange auf und ab gleitet, -je nachdem die Kugeln bei schnellerer oder langsamerer Drehung der -senkrechten Stange durch die Zentrifugalkraft weiter aus- oder näher -aneinander gehen. Die Hebung und Senkung der Hülse wirkt wieder auf das -Hebelsystem, das mit der Drosselklappe ~D~ in Verbindung steht. Diesen -Zentrifugalregulator übernahm Watt aus dem Mühlenbetriebe. - -[Illustration: Abb. 20. Regulator.] - -Den Muschelschieber im Dampfverteilungsraum (Abb. 21), den wir aus -Abbildungen der Dampfmaschine in Schulbüchern kennen, hat Watt nicht -selbst erfunden. Dies Verdienst gebührt dem als bedeutenden Erfinder -bekannten obersten Betriebsingenieur des Sohoer Werkes: Murdock, -der 1779 als einfacher Arbeiter bei Boulton und Watt eintrat. -Ein herkulisch gebauter Mann, Sohn eines Mühlenbauers und selber -Mühlenbauer, fand Murdock bei Boulton sofort Arbeit, als Boulton -darauf aufmerksam wurde, daß Murdock einen Hut eigner Erfindung und -Herstellung in der Hand trug. Murdock war in den nächsten Jahren der -einzige Arbeiter, auf den man sich immer verlassen konnte. Während -die andern, stolz auf ihre Stellung in dem berühmten Werke, sich -oft gewaltige Räusche leisteten, kam es Murdock nicht darauf an, -Tage und Nächte durchzuarbeiten, um einen Maschinendefekt, eine -Betriebsstörung in Ordnung zu bringen. Wo alles nichts mehr half, mußte -Murdock kommen. Die Grubenbesitzer in Cornwall, mit deren ungeberdigen -Betriebsführern Murdock manchen schweren Handel buchstäblich ausboxte, -boten ihm eine große Summe, falls er die Überwachung ihrer Maschinen -übernähme. Doch Murdock blieb seiner Firma treu. Er baute 1784 das -erste Modell einer Lokomotive mit Benutzung der Wattschen Maschine und -im Jahre 1785 die erste Dampfmaschine mit schwingendem Zylinder. Auch -führte er zuerst in der Fabrik von Soho und in andern Birminghamer -Betrieben die Gasbeleuchtung ein. Als er später zum Schutze seiner -Erfinderehre von einer Parlamentskommission vernommen wurde, meinte -einer der weisen Politiker, Murdock versuche doch zuviel zu beweisen, -wenn er sich anheischig mache, ein Licht ohne Docht zu liefern. Auch -die Erfindung des ~D~-Schiebers, aus dem sich der Muschelschieber als -Dampfverteilungsorgan entwickelte, war Murdocks Verdienst. Er hat -viele Jahre lang das Werk in Soho als erster Ingenieur geleitet, eine -schlichte, markige, vorbildliche Persönlichkeit, eine würdige Gestalt -neben Boulton und Watt. - -[Illustration: Abb. 21. Muschelschieber im Dampfverteilungsraum. Die -Abbildungen veranschaulichen gleichzeitig die Bewegung des Kolbens -unter dem Druck des Dampfes.] - -Watt baute nur sogenannte Niederdruckmaschinen, in denen höchstens 1¼ -Atmosphärendruck verwendet wurde. Den Typus von Maschinen mit höheren -Dampfspannungen stellt Abbildung 22 dar. - -[Illustration: Abb. 22. Hochdruckmaschine, wie sie erst nach Watt -gebaut wurde, vertikale Einzylindermaschine. ~E~ Dampfweg vom Kessel -nach dem Dampfverteilungsbehälter oder Schieberkasten ~K~, zwischen ~E~ -und ~K~ die Drosselklappe. ~A~ Dampfzylinder, ~e~ und ~d~ lassen den -Dampf ein und aus, der entweichende Dampf geht durch ~g~ und ~r~ ins -Freie. ~B~ Kolben, ~R~ Kreuzkopf, ~P~ Pleuel- (oder Kurbelstange), ~Q~ -Kurbelzapfen, ~f~ Exzenterscheibe, auf der durch ~Q~ gedrehten Welle -sitzend, die auch das Schwungrad ~x~ dreht, die Exzenterscheibe bewegt -den Dampfschieber in ~K~ auf und ab; ~h a v~ Regulator, hochgehendes -~h~ hebt ~b~ und dreht die Drosselklappe zwischen ~K~ und ~E~. ~c~ -Exzenterscheibe, betätigt Speisepumpe ~o~, die den Dampfkessel mit -Wasser versorgt.] - -Die Verwendung der Expansion des Dampfes, das heißt der Eigenschaft -des Dampfes, im Zylinderraum Arbeit durch Entspannung zu leisten, -obwohl die Dampfzufuhr abgesperrt wird, wenn erst ein kleiner Bruchteil -des Zylinderraums gefüllt ist, diese in der späteren Entwicklung der -Dampfmaschine nach Watt bedeutungsvoll gewordene Eigenschaft des -Dampfes beschrieb Watt selber bereits in einem Briefe an ~Dr.~ Small -im Jahre 1769. »Ich erwähnte gegen Sie ein Verfahren, das mich in -Stand setzt, auf ziemlich leichte Weise die Wirkung des Dampfes zu -verdoppeln, indem man die Spannkraft des Dampfes, die jetzt unbenutzt -im Kondensator verloren geht, wirken läßt. Das würde aber zu große -Zylinder erfordern. Die Idee ist daher am ersten für rotierende -Dampfmaschinen von Bedeutung. Öffnen Sie das eine Dampfventil und -lassen Sie so viel Dampf ein, bis der vierte Teil des in Frage -kommenden Raumes mit Dampf gefüllt ist, schließen Sie jetzt den -Dampfzutritt ab, dann wird der Dampf fortfahren, sich auszudehnen, und -mit abnehmender Kraft seine Wirkung ausüben, bis er mit einem Viertel -der anfänglichen Kraftäußerung endet. Die Summe dieser Reihe werden Sie -größer finden als ½, obwohl nur ⅓ des Dampfes angewendet wurde. Die -Kraftleistung wird allerdings ungleichmäßig sein, doch kann man diesem -Übelstand durch ein Schwungrad oder auf andre Weise abhelfen.« - -Nachdem die Expansion mit der Sohoer Versuchsmaschine erprobt -worden, baute Watt für ein Londoner Wasserwerk die erste -Expansionsdampfmaschine mit ⅔ Füllung. Ein Patent auf die -Expansionsmaschine nahm er im Jahre 1782. Von der Ausführung dieser -Maschine kam er aber bald zurück, weil die Dampfmaschinenwärter lieber -mit vollem Dampf arbeiteten. Dafür waren die Verhältnisse des Kessels -natürlich nicht vorgesehen, der Kessel lieferte bald nicht mehr -genügend Dampf, und Klagen über Klagen liefen bei der Firma ein. So -beschloß Watt, keine weiteren Expansionsmaschinen zu bauen, solange -mit der Untauglichkeit des Wärterpersonals zu rechnen sei. Dagegen -führte sich die doppeltwirkende Maschine mit Drehbewegung rasch in die -verschiedensten Betriebe ein, so in Walzwerke und Mühlen aller Art. Für -die Gebläse von Eisenhütten war die einfachwirkende Maschine mit hin -und her gehender Bewegung verwendbar. Um in London aller Welt vor Augen -zu führen, was die doppeltwirkende Maschine mit Drehbewegung leisten -könne, errichtete Boulton 1786 unter großen Kosten eine Dampfmühle. Das -Kapital wurde von einer Gesellschaft aufgebracht. Diese Dampfmühle, die -den stärksten Widerstand der Mühlenbesitzer erfuhr, arbeitete anfangs -nicht richtig. Da mußte Murdock herbei, um sie in Gang zu bringen. -Die Albionmühle wurde ein Stelldichein für die vornehme Welt. Man -bewunderte das neue Werk der Firma Boulton und Watt und wollte sogar -ein Maskenfest darin abhalten. Das gestattete aber Watt keineswegs. -Einige Jahre warf die Maschine keinen Gewinn ab, obwohl sie in einer -Woche Mehl für 150000 Menschen mahlte. Als man hoffen durfte, daß sie -sich bezahlt mache, wurde sie böswillig in Brand gesteckt, ein großer -Geldverlust für die Gesellschafter. Die Täter ermittelte man nie. - - - - -Prozesse. - - -Vom Jahre 1785 ab begann endlich das Werk zu Soho Überschüsse zu -zeitigen. Watt wurde in kurzer Zeit ein vermögender Mann. Er beeilte -sich, sein sauer verdientes Vermögen in Grundbesitz anzulegen, so daß -er Boulton nicht einmal beispringen konnte, als dieser nach einigen -Jahren noch einmal mit großen Geldschwierigkeiten zu kämpfen hatte. - -Eine stete Sorge war von den ersten Jahren des Sohoer Betriebes an die -Furcht vor unlauterem Wettbewerb gewesen. Man hatte unter verschiedenen -Patentverletzungen zu leiden. Die widerrechtlich von Konkurrenten -hergestellten Maschinen taugten nichts, und dann hieß es, die Wattsche -Maschine enttäusche. Das schädigte natürlich den Ruf der Firma sehr. -Mit großer Besorgnis blickte Watt auch auf die Bemühungen fähiger -Ingenieure, sein Patent zu umgehen, d. h. ebenfalls eine Wattsche -Dampfmaschine zu bauen, aber ohne in juristisch nachweisbarer Form -Watts Patent zu verletzen, wenn immer schon die Idee die gleiche -war. Jonathan Hornblower war der Ingenieur, von dem man am ehesten -Wettbewerb zu besorgen hatte. Schon 1776 baute er eine Maschine mit -Expansion. Er benützte zwei verschieden große Zylinder, ließ den -Dampf aus dem kleineren in den größeren Zylinder weichen und auch -darin auf den Kolben wirken. Diese Maschine wurde 1781 patentiert. -Watt sah darin eine Verletzung seines Patentes. Die Hornblowers -hatten im Dienste der Firma Boulton und Watt seine Maschine genau -kennen gelernt. Im letzten Jahrzehnt des Schutzes für die Wattsche -Maschine kam es daher noch zu schwierigen Patentprozessen, die sich -jahrelang hinzogen. Die Rechtsanwälte schienen, wie Watt bemerkte, -sich verabredet zu haben, den Prozeß zu einer milchenden Kuh zu -machen. Und von den Richtern war nicht zu verlangen, daß sie in heißer -Inbrunst, dem Verletzten Recht zu schaffen, ihre Pflicht taten. Eine -einzige Anwaltsrechnung für Bemühungen in Patentprozessen in den -vier letzten Schutzjahren 1796-1800 belief sich auf mehr als 100000 -Mark. Nun überlege man aber, was diese Prozesse Männer wie Watt und -Boulton noch an Zeit, Aufregungen und Verdrießlichkeiten gekostet -haben! Wir begegnen ja im Leben auch andrer höchst verdienter Erfinder -solchen Patentprozessen, die Hunderttausende von Mark verschlangen. -Die verklagten Patentverletzer erhoben gegen das Wattsche Patent vom -Jahre 1769 die lächerlichsten Einwendungen: die Patentschrift sei nicht -klar genug, um auf ihrer Grundlage eine Maschine zu bauen. Deshalb -verdienten die Patentinhaber keinen Schutz. Ein zweiter Einwand war -der, daß Watt seine Einspritzmethode nicht näher gekennzeichnet habe. -In dieser Beziehung wollte aber Watt gar nichts Neues erfunden haben. -Drittens machte man geltend, Watt habe nicht die Größenverhältnisse -angegeben, in denen sich Zylinder, Kondensator und Luftpumpe zueinander -befinden. Ferner sollte sich von den verschiedenen Dichtungsmitteln, -die Watt erwähnt habe, nur eins, Tierfett, bewährt haben. Und fünftens -bemängelten die Verletzer das Fehlen einer Zeichnung oder eines -Modells bei der Patentschrift. Aber Watt hatte sich weislich auf -Blacks und Smalls Rat gehütet, in seiner Spezifikation eine einzelne -Maschine mit bestimmten Abmessungen zu beschreiben. Denn dann wären -sofort die Nachahmer gekommen, hätten die gleiche Maschine in andern -Größenverhältnissen und mit unwesentlichen Abweichungen gebaut und -hätten sich, falls sie verklagt wurden, darauf berufen, die geschützte -Maschine sei ja ganz verschieden von der ihren. Deshalb hatte Watt -sich eine »Methode« patentieren lassen, den Dampfverbrauch und -Brennstoffverbrauch durch gewisse Grundsätze zu verringern, von denen -der Kondensator der wichtigste und die ausschlaggebende neue Erfindung -war. Watt gibt selbst zu, alles andre an der Dampfmaschine nenne er -nicht sein. - -Von großem Gewicht im Prozesse gegen Hornblower war das Zeugnis des -damals berühmten Professors Robison, der mitten im Winter von Edinburg -herbeieilte, trotz körperlicher Leiden vor Gericht eine begeisterte -Rede auf Watt zu halten. Obwohl Watt im Prozesse siegte, äußert er -doch die Bemerkung, es habe ihm die juristische Zulänglichkeit der -Richter nicht gerade imponiert. Mit der Ungunst der Richter war -insofern zu rechnen, als Watt und Boulton ein Monopol genossen, und -schon von den ersten Dampfmaschinen an die Grubenbesitzer in Cornwall -undankbar genug die Inhaber der Sohoer Firma »Monopolisten, Tyrannen, -Unterdrücker« nannten. Die Richter hatten vielleicht Verwandte, denen -das Patent unbequem war, wer weiß? Schon oft hatten die Richter, die -ja in weltgeschichtlich berühmten Prozessen selten die Gelegenheit -verpaßten, sich der schlechteren Sache zuzuneigen, in Patentprozessen -andrer Erfinder, zum Beispiel Arkwrights, dem Unrecht zum Rechte -verholfen. Wenn sich brieflich auch einmal bei Watt die Äußerung -findet, daß er mehr auf die Richter als auf die Gesetze vertraue, so -ist doch wieder eine andere Äußerung des Erfinders bezeichnend, daß er -Prozesse verabscheue und eine Sache für halb verloren erachte, die vor -Gericht müsse. Den Eindruck, den Watt von den Spitzfindigkeiten sowohl -der Advokaten wie der Richter empfing, kennzeichnen des Erfinders -Worte: »Seit ich mich soviel unter den zweifelsüchtigen Gliedern der -Juristenzunft bewege, ist es mir wahrhaft unmöglich, eine feste Ansicht -über irgend etwas zu gewinnen.« Und wenn Watt später eine übertriebene -Rechnung zu bezahlen hatte, pflegte er zu bemerken, »diese Rechnung -könnte beinahe einem Londoner Rechtsanwalt Ehre machen«. - -Von den im Prozeß gegen Hornblower verhörten gegnerischen Zeugen rührte -sich später noch in einem Schmähschriftstücke der als geschickter -Mechaniker und Erfinder bekannte Joseph Bramah. Man weiß im Publikum -sehr wenig von den Leuten, die als Zeitgenossen eines Genies sich -selber für weiser und besser hielten und sich in den unglaublichsten -Schmähungen der Männer ergingen, an die sie nicht heranreichten. -Welche elende, unreife Bürschchen haben sich sogar dem großen Galilei -gegenüber als Meister aufspielen wollen! Welche dreisten Subjekte -verhöhnten einen Robert Mayer! Und ein Bramah warf einem Watt -Unklarheit, unverdaute, unzusammenhängende, unmögliche Ideen vor, -nannte den Kondensator eine verzwickte und fragwürdige Sache: Watt -hätte in Wahrheit nichts erfunden, als was dem Publikum mehr Schaden -denn Nutzen zu bereiten geeignet wäre! Und in einer 1827 erschienenen -Geschichte der Dampfmaschine von Tredgold wird behauptet, die Idee -des Kondensators hätte auch einem andern früher oder später kommen -müssen, und die Erzgruben wären dann schon lange vor dem Erlöschen des -Wattschen Patentes besser entwässert worden. - - - - -Andre Erfindungen und Entdeckungen Watts. - - -Warum hat Watt nicht bereits selber seine Dampfmaschine dazu verwendet, -Schiffe und Wagen zu bewegen? Aus dem sehr einfachen Grunde, weil er -Geld verdienen mußte, um für seine Familie zu sorgen, und seine ganze -Arbeitskraft brauchte, um die Maschinen fertigzustellen, die für die -Bergwerke, die Walzwerke, Brauereien, Hochöfen und sonstige Betriebe -benötigt wurden. Zwanzig Jahre lang hatte es gedauert, bis er auf -einen grünen Zweig zu kommen begann. Zehn Jahre, das heißt: solange -die Sohoer Fabrik noch keine Überschüsse erzielte, war Watt dem Namen -nach Geschäftsteilhaber von Boulton, im Grunde aber, da er jährlich -von der Firma 6600 Mark Gehalt erhielt, deren freilich unentbehrlicher -Ingenieur. Indessen haben die Lebensschicksale andrer Erfinder, zum -Beispiel Porters, gezeigt, daß kaufmännische Leiter intelligent genug -sein können, den besten und unentbehrlichsten Mann aus dem Geschäfte -zu drängen. Wäre Boulton nicht mehr als ein reiner Geschäftsmensch -gewesen, Watt hätte schwerlich bei ihm ausgehalten. Vorläufig war er ja -nur Angestellter und dachte gar nicht daran, immer auf neue Erfindungen -auszuschauen, die sich vielleicht erst nach Jahrzehnten verwerten -ließen. Lief er ja doch bei jeder Erfindung Gefahr, bestohlen und um -die Früchte seines Geistes gebracht zu werden. Als Murdock, nach den -Besitzern der beste Mann der Firma, 1784 eine Lokomotive baute, war -Watt dagegen, nicht nur, weil er einen Eingriff in seine Patentrechte -befürchtete, sondern weil er einen so fähigen und unersetzlichen Mann -wie Murdock nicht auf Gebieten sehen wollte, wo er von den dringenden -Aufgaben des Tages abgezogen würde. Wenn nun aber Watt auch sich -nicht weiter mit der Verwertung der Dampfmaschine für Schiffahrt und -Fuhrwerke befaßte, so hat er doch immer noch eine ganze Reihe andrer -Erfindungen und Entdeckungen gemacht. Die allerbekannteste und heute -in kaufmännischen Betrieben überall verbreitete ist die Kopiermaschine -(Abbild. 23). Watt hatte, während er von Boulton getrennt war -- es -mußte sich ja jahrelang fast immer einer von den beiden im Minenbezirk -Cornwall aufhalten, um bei den Maschinen nach dem Rechten zu sehen, -- -fast täglich ausführliche Briefe an Boulton zu schreiben. Beide Männer -standen schriftlich in ununterbrochenem Gedankenaustausch. Da brachte -die lästige Pflicht, Abschriften von diesem Briefwechsel zu machen, -den Erfinder auf ein mechanisches Verfahren zur Herstellung solcher -Abschriften. Die Kopierpresse, anfänglich als Walzenpresse ausgeführt, -wurde erfunden. Boulton führte sie 1780 ins Geschäftsleben ein, indem -er sie zuerst in London der vornehmen Welt und den Parlamentariern -zeigte. Die Maschine begegnete großem Widerwillen. Man fürchtete, die -Münz- und Notenfälscher würden das Papiergeld auch mit einer solchen -Maschine nachahmen, und an falschem Gelde lief im Lande schon genug -um. Einige Tage lang schimpfte ganz London über die Erfindung. Hörte -Boulton doch selber, wie man ihn an den Galgen wünschte. Trotzdem trat -die Maschine bald ihren Siegeszug um die Erde an. - -[Illustration: Abb. 23. Kopierpresse (Zeitschr. d. Ver. D. Ing. 1896.)] - -Für die verschiedenen Typen von Maschinen, die in Soho hergestellt -wurden, stellte Watt in Verbindung mit Southern Rechenformeln -zur Abmessung der voneinander abhängigen Größen auf. Daß er den -gewöhnlichen Rechenschieber durch Zufügung logarithmischer Skalen -verbesserte, erinnert uns an Watts Landsmann Lord Napier, den Erfinder -der natürlichen Logarithmen, zu dessen Bild Watt von Kind auf im -Vaterhause aufgeschaut hatte. - -Napier war auch Erfinder der Rechenstäbchen, die die Vielfachen der -einzelnen Ziffern bis zum Neunfachen enthalten. Watt aber war eine -Zeitlang damit beschäftigt, eine Rechenmaschine zum Multiplizieren und -Dividieren zu erfinden. - -Das Bestreben, in den Kesselfeuerungen eine möchlichst rauchfreie -Verbrennung zu erzielen, führte Watt 1787 im Briefwechsel mit Argand -zu Vorschlägen für verbesserte Lampen mit ständiger Ölzufuhr durch -ein kleines Pumpwerk mit Federbelastung und Aufziehwerk. Dieser -Gedanke ist, wie Prof. Ernst in seiner Arbeit über Watt und die -Grundlagen des modernen Dampfmaschinenbaues schreibt, erst vor fünf -Jahrzehnten in Deutschland bei der Moderateurlampe verwendet, -durch die Petroleumbeleuchtung aber verdrängt worden. Im Jahre 1788 -teilte Watt seinem berühmten Freunde Black mit, er habe ein neues -Instrument erfunden, das gestatte, sehr einfach das spezifische -Gewicht von Flüssigkeiten zu ermitteln. Es war eine sich in zwei -Äste gabelnde Glasröhre, die mit der Mündung des einen Astes auf -die Einheitsflüssigkeit, mit der andern auf die zu bestimmende -Flüssigkeit gesetzt wurde. Dabei standen die beiden Flüssigkeitsspiegel -gleich hoch. Saugte man oben an dem gemeinsamen Stiel, so traten -die Flüssigkeiten in die Röhrenäste ein, die leichteren höher, die -schwereren tiefer. Maß man nun, das Wievielfache der niederen die -höhere Flüssigkeitssäule war, so hatte man das spezifische Gewicht der -zu bestimmenden Flüssigkeit in Hinsicht auf die als Einheitsflüssigkeit -benützte. - -Die bleichende Wirkung des Chlors lernte Watt durch einen französischen -Freund Berthollet kennen, und er veranlaßte daraufhin seinen -Schwiegervater Macgregor, die Chlorbleiche in die Gewebeindustrie -einzuführen. Ebenfalls für seinen Schwiegervater tätig war er durch -Erfindung der Walzentrockenmaschine mit Dampfheizung (1781). Bis in die -letzten Tage seines Lebens beschäftigte er sich mit der Herstellung -einer Kopiermaschine für Medaillen und Büsten in Metall, Holz, Stein -und Elfenbein. Viele dieser Büsten gelangen sehr gut und wurden -Freunden »als Versuche eines jungen Anfängers«, geschenkt, wie Watt -scherzend zu sagen pflegte. - -Auf seine Erfindungen zur Verbesserung der Nivellierinstrumente, das -prismatische Mikrometer, eine Teilungsschraube, die einen Zoll in -tausend Teile teilte, und dergleichen wollen wir nicht weiter eingehen. -Watt gehörte als Boultons Freund der sogenannten Mondgesellschaft -an, einem erlesenen Kreis hervorragender Männer der Wissenschaft -und Literatur, der sich zur Vollmondszeit versammelte, damit das -große Licht den Heimweg erleuchte. Zu diesem Kreise gehörte auch -Priestley, der Verfasser liberaler theologischer Streitschriften, -einer Geschichte der Elektrizität und Entdecker des Sauerstoffs, -ein ungemein vielseitiger Mann, der sich den glücklichsten Menschen -nannte, immer heiter dreinblickte und doch stets in einen Federkrieg -verwickelt war. Watt erlebte es mit, daß zur Zeit der französischen -Revolution eine betörte Volksmenge unter dem Rufe »Kirche und König« -das Haus Priestleys anzündete. Der große Chemiker und Theologe mußte -damals fliehen, und tagelang wütete die offenbar von orthodoxen -Geistlichen aufgestachelte Menge in Birmingham, so daß auch Boulton -und Watt für ihre Sicherheit fürchteten, obwohl sie bekannt dafür -waren, daß sie mit »Kirche und König« gingen. Durch Priestley lernte -Watt den Versuch kennen, bei dem eine bestimmte Mischung brennbarer -und entphlogistisierter (unentzündlicher) Luft (modern ausgedrückt: -eine Mischung von Wasserstoff und Sauerstoff oder von gewöhnlicher -Luft und Wasserstoff) durch den elektrischen Funken entzündet wird. -Dabei wurde beobachtet, daß sich nach der Entladung am Glasgefäß innen -Flüssigkeitströpfchen wie Tau ansetzten. Warltire stellte das gleiche -Experiment an, um zu sehen, ob Wärme schwer ist oder nicht. Wir müssen -uns in diese Zeit zurückversetzen, die noch nicht die Zusammensetzung -des Wassers, auch nicht die Natur der Wärme als einer Kraft kannte, -sie vielmehr für einen Stoff hielt. Auch Cavendish, der die -Zusammensetzung der Luft entdeckt hatte, machte 1781 diesen Versuch, -und er beobachtete ebenfalls den feuchten Niederschlag. Cavendish soll -sofort vermutet haben, daß das Verschwinden der entphlogistisierten -Luft, des Sauerstoffs, und das Erscheinen des wässrigen Niederschlages -im Zusammenhang ständen und auf die Zusammensetzung des Wassers -hinwiesen. Ende Januar 1784 stellte Cavendish seine Versuche an und -gab dann seine Auffassung, daß Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff -bestehe, der Gelehrtenwelt bekannt. Vor ihm aber hatte Watt schon als -der Mann, der seit Jahrzehnten Zeuge war, wie Wasser in Luft (das -heißt in Dampf) überging, herausgefunden, daß, wenn ganz trockene -brennbare Luft (Wasserstoff) und ganz trockene entphlogistisierte -Luft (Sauerstoff) durch den elektrischen Funken entzündet wurden, -nach Abkühlung des Gefäßes die Menge des an der Innenwand des Gefäßes -haftenden Wassers nahezu dem Gewicht der ganzen Luft gleich war. -Daraus schloß Watt: das Wasser entsteht aus entphlogistisierter Luft -(Sauerstoff) und brennbarer Luft (Wasserstoff) oder Phlogiston, -das seiner latenten Wärme teilweise beraubt ist und sich mit Wärme -und Licht vereinigt hat. »Und wenn Licht nur eine Modifikation von -Wärme ist oder ein wesentlicher Bestandteil von Phlogiston, dann -besteht reine Luft aus Wasser, das seines Phlogistons oder seiner -latenten Wärme beraubt ist.« Das heißt: reine Luft ist Wasser ohne -Wasserstoff, also Sauerstoff. In einem Briefe an Priestley setzte -Watt 1783 seine Theorie auseinander. Dieser Brief, bestimmt vor der -angesehensten Londoner Gelehrtengesellschaft, der Royal Society, -vorgelesen zu werden, kam durch Watts eigene Schuld erst April 1784 -zum Vortrag, nachdem Cavendish im Januar vorher seine Ansicht gleicher -Richtung bekanntgegeben hatte, ohne Watt zu nennen. Watt hat Cavendish -des »~plagiarism~«, des wissenschaftlichen Diebstahls einer Idee, -beschuldigt, auch gibt es von ihm folgende briefliche Bemerkung: »Ich -hatte, wie andere große Männer, die Ehre, mir meine Ideen gestohlen zu -sehen. Nachdem ich meinen ersten Aufsatz über den Gegenstand schrieb, -setzte ~Dr.~ Blagden (Cavendishs Freund und Vermögenserbe) meine -Theorie Herrn Lavoisier in Paris auseinander. Bald darnach erfand -Lavoisier sie selber und las einen Aufsatz über den gleichen Gegenstand -vor der Königlichen Akademie der Wissenschaften. Seitdem hat Herr -Cavendish eine Abhandlung vor der Königlichen Gesellschaft über die -gleiche Idee vorgelesen, ohne mich im mindesten zu erwähnen. Lassen -Sie uns beide immer in unsrer Vorwurfslosigkeit verharren und solche -Verfahren verachten!« Später, nach Jahren, soll Watt sich weniger -scharf über Cavendish ausgesprochen haben. Doch ist hier nicht der Ort, -diese Frage zu entscheiden. Es genügt, daß Watt unbestritten als erster -Entdecker in Frage kommt. - -Und nun haben wir noch ein Verdienst Watts zu erwähnen: seinen Anteil -an der Einführung eines für Europa und damit für die Erdenmenschheit -einheitlichen Maß- und Gewichtssystems. Wir erinnern uns, daß Watt -Deutsch lernte, um Leupolds großes technisches Werk »Schauplatz -der Maschinen« lesen zu können. Ebenso erlernte er nach Robisons -Zeugnis das Italienische. Watt fand beim Studium fremdsprachlicher -Gelehrtenwerke den Mißstand, daß zur Vergleichung der Größenangaben -immer von einem Land zum andern umgerechnet werden mußte. So schlug -er denn schon 1783 vor, man solle von der Längeneinheit ausgehen, -zur Gewichtseinheit die mit Wasser gefüllte Kubikeinheit nehmen, die -Gewichtseinheit nach dem Zehnersystem von 1 bis 10000 abstufen, die -Flüssigkeiten wägen, nicht messen und die Gewichte der Gase auf die -Kubikeinheit des Wassers beziehen, so daß spezifische und absolute -Gewichte durch die gleiche Gewichtseinheit ausgedrückt würden. Als -Längeneinheit sollte das Sekundenpendel gelten, wie es Huygens -bereits vorgeschlagen hatte. Statt des Sekundenpendels wurde später -von der französischen Akademie der Wissenschaften das Meter gewählt. -Schon 1783 brachte Watt dieses Maß- und Gewichtssystem französischen -Gelehrten nahe, und da Watt mit Laplace, Monge, Berthollet und andern -hervorragenden Franzosen Briefe tauschte, auch bei einem Aufenthalt in -Paris persönlich mit ihnen verkehrte, so ist sein Verdienst um diese -ideelle Einigung Europas nicht abzustreiten. Auch in dieser Hinsicht -hat er fast buchstäblich »Werte umgewertet«. - - - - -Watt, Darwins Großvater und Goethe. - - -Wie hoch Watt seiner persönlichen Eigenschaften wegen auch von dem -Großvater Darwins, dem Dichter und Arzte Erasmus Darwin, geschätzt -wurde, der ebenfalls der Mondgesellschaft angehörte, geht aus einer -Bitte E. Darwins hervor. Für seinen »Botanischen Garten« wünschte er -eine von Watt geschriebene, kurze Geschichte der Dampfmaschine, soweit -diese Geschichte von Watt selber gemacht worden war. Für die Vorgänger -wollte Darwin selber etwas zusammenschreiben. Eine Stelle aus Watts -Antwort auf diese briefliche Bitte ist für den Charakter des Mannes -bezeichnend: »Bei dem, was ich Ihnen zu schicken gedenke, sollen -Sie nicht befürchten, daß ich mich auf Rechnungen oder Mathematik -einlassen werde. Meine Seele verabscheut beide und alle andern -abstrakten Wissenschaften. Ich werde Ihnen einige Tatsachen mitteilen -zur Erklärung einiger Warum und Weswegen, aber ich hoffe, Ihre Zeit -nur mit zwei Quartseiten in Anspruch zu nehmen. Die Wahrheit zu sagen, -obwohl ich nicht glaube, daß alle Ruhmsucht (~vain glory~) bei mir -erstorben ist, so ist doch der Wunsch nach Ehre fast gesättigt; nichts -bleibt jetzt übrig als das Verlangen nach Geld; es zu bekommen, kann -ich mir gleichwohl nicht viel Mühe geben. Ich finde nämlich, es kann -weder Gesundheit noch Glück kaufen. Deshalb würde ich meinetwegen -mir nicht die Mühe machen zu schreiben, was Sie wünschen, aber ich -kann mich nicht weigern, auf ein so ehrendes Ersuchen einzugehen. -Doch verspreche ich Ihnen, es nur unter der Bedingung zu tun, daß -Sie mir kein unmäßiges Lob zollen, wie Sie es letzthin taten, als Sie -die Güte hatten, die Maschine im Druck zu erwähnen. Ohne mädchenhafte -Schüchternheit zu erheucheln: -- Sie machten mich in meinen eigenen -Augen verächtlich, wenn ich bedenke, wieweit meine Ansprüche oder die -der Dampfmaschine zurückblieben auf der Leiter menschlicher Erfindung --- ich, der selber weiß, daß ich dem größten Teile erleuchteter Männer -in den meisten Dingen nachstehe! Habe ich mich wirklich ausgezeichnet, -so denke ich, es war durch Zufall und durch das Versehen andrer. -Bewahren Sie die Würde eines Forschers und Geschichtsschreibers; melden -Sie die Tatsachen und lassen Sie die Nachwelt richten. Verdiene ich es, -so mögen einige meiner Landsleute, von Patriotismus begeistert, sagen: -‚~Hoc a Scoto factum fuit~‛ (dies wurde von einem Schotten geleistet).« - -In Preußen lebte zur Zeit, da Watt seine Maschinen in Cornwall -aufstellte, noch Friedrich der Große. Ihn machte der Geheimrat -Gansauge, der auf seinem Kohlenbergwerk bereits eine Feuermaschine -verwendete, auf die neue Erfindung aufmerksam, und der alte Fritz -beauftragte seine Beamten, alles daran zu setzen, um den Bau der -Wattschen Maschinen genau kennen zu lernen. Der Oberbergrat Waitz von -Eschen und der Bergassessor Bückling wurden nach England gesandt, die -Wattsche Maschine auszukundschaften. - -England hatte damals Ausfuhrverbote erlassen und suchte seine -Industriegeheimnisse durch hohe, auf ihren Verrat gesetzte Strafen zu -schützen. Die preußischen Sendlinge mußten Arbeiter der Sohoer und -andrer Werke aushorchen. Bückling soll sogar als Arbeiter in Watts -Betrieb gelangt und so genauer Kenner seiner Maschinen geworden sein; -schließlich habe er fliehen müssen, um schwerer Strafe zu entgehen. -Auch der Freiherr vom Stein wird unter denen genannt, die sich das -Werk in Soho besahen. Ein Jahr vor dem Tode des großen Königs wurde -bei Hettstedt im Mansfelder Kreise eine einfachwirkende Wattsche -Dampfniederdruckmaschine in Betrieb gesetzt. Danach wurden in -Oberschlesien bei Tarnowitz Maschinen aufgestellt. Die erste ist wohl -die, die wir aus der Eythschen Beschreibung kennen lernten. Goethe hat -die Feuermaschine auf einer Reise durch Oberschlesien vielleicht nur an -diesem Exemplar kennen gelernt; 1790 schrieb er in das Fremdenbuch, das -den Besuchern der Feuermaschine in Oberschlesien vorgelegt wurde: - - »Fern von gebildeten Menschen, am Ende des Reiches, wer hilft Euch - Schätze finden und sie glücklich bringen ans Licht? - Nur Verstand und Redlichkeit helfen; es führen die beiden - Schlüssel zu jeglichem Schatz, welchen die Erde bewahrt.« - -Indessen war man nicht gerade durch Redlichkeit zu den Feuermaschinen -gekommen; und die Schlesier haben sich bei Goethe beschwert, daß er -sie »fern von gebildeten Menschen« nennt! Aber diese Zeilen beleuchten -noch nicht das Verhältnis des Dichters zur Dampfmaschine oder zu -Watt. Vielmehr nahm Goethe Interesse an einer kleinen Dichtung des -Harfenmachers J. A. Stumpf, die unter der Überschrift »Der Kampf der -Elemente« die Dampfmaschine verherrlichte. Goethe feilte die Dichtung -durch und rückte sie in seine Zeitschrift ein, weil sie Zeugnis ablegt, -wie mächtig poetische Gemüter von dem neuen Triumph menschlichen -Geistes bewegt wurden. So seien diese Verse hier mitgeteilt, als -Beweis, wie frühe schon die Poesie der Technik sich regte, die sich -erst in jüngster Vergangenheit ein wenig Beachtung erobert, nachdem -schon sogar im 16. Jahrhundert der Franzose Nicolaus Bourbon in -lateinischen Versen eine Dichtung »Der Eisenhammer« verfaßt hatte -(Ferraria, übersetzt und erläutert von ~Dr.~ L. H. Schütz, Göttingen -1895): -- - - »Gott sah, was er gemacht, und siehe, es war gut. - So schrieb ein Mann mit großem Geist und Mut. - Doch diese Lehre will der Welt nicht mehr behagen. - Der Zweifler macht bedenklich bittere Klagen. - Er ruft: Man werfe nur, nur einen flücht'gen Blick - In's Lebensspiel; was blickt man? Menschenglück? - Nein, Not und Tod und Elend sieht man hausen, - Die Elemente stets im Wechselkampfe brausen, - Und Sturm der Leidenschaft, die ewig Feindschaft brüten. - So murrt gar mancher trüb, raubt sich des Lebens Frieden! - Warum denn wurden wir so rund umgeben - Vom rohen Stoff, von Kräften aller Art? - Was will in unserer Brust das stete Streben, - Das sich mit ewig reger Neugier paart? - Gestalten soll der Herr die Erden? - Harrt hier nicht alles auf des Bildners Hand? - Ein Schöpfer soll der Mensch, wie Gott wohltätig werden? - Drum gab er ihm Stoff, Kräfte und Verstand. - So jener Mann, dem manches Werk gelungen, - Und dessen Geist nach Wahrheit stets gerungen, - Geprüft des Feuers, des Wassers Macht, - Kurz, der zuerst das Werk erdacht, - Wie durch der Elemente Kampf, - Des Feuers Wut, des Wassers Dampf, - Der Mensch Gewinn und nicht Verderben fand. - Die Wut des Feuers, des Wassers Macht - Ward von dem Künstler angefacht, - Er trennt durch eine dünne Wand - Die Feinde, die von Wut entbrannt. - Die Flammen an dem Kessel wüten, - In dem voll Zorns die Wellen sieden - Und streben, sich am Feind zu rächen, - Den starken Kerker zu zerbrechen. - Ein blanker Stab steigt magisch hoch empor - Vom Dampf verfolgt, durch ein gewaltig Rohr; - Im Nu stürzt in die heiße Flut - Ein kalter Strom, schreckt seine Wut; - Gleich sinkt der Stab -- im Augenblick - Scheucht ihn der heiße Dampf zurück, - Der blanke Stahl steigt auf und nieder, - Belebt zum Streben alle Glieder - Nach einem Ziel, der große Bau - Folgt stets des Meisters Sinn genau -- - Wie mancher tadelt nicht den Wunderlauf der Dinge - Und ungeprüft schilt, was er nicht versteht. - Der Forscher sieht entzückt, wie in der Wesen Ringe - Sich Teil und Ganzes stets im schönsten Bunde dreht.« - -Daß Goethe an diesen Versen nicht achtlos vorüberging, sollte denen -zu denken geben, die vom »öden Materialismus der Technik« reden und -es nicht Wort haben wollen, daß hier nicht nur für den Kopf, sondern -auch für das Herz etwas entstanden ist. Wenn Goethe im zweiten Teil des -Faust seinen Helden die reinste und die höchste Freude empfinden läßt, -als dem Meere Land abgerungen wird, so hat die Dampfmaschine bei der -Entwässerung der Haarlemer Bucht in Holland gezeigt, wie Land im großen -der See abgetrotzt werden kann. Damit begann die Dampfmaschine ja in -Cornwall ihren Siegeszug um die Erde, daß sie innerhalb der Bergwerke -das Land den Fluten der Schächte entriß. - - - - -Watts Lebensabend und Tod. - - -Im Alter von 63 Jahren hatte Watt noch die Aufregungen eines -Patentprozesses zu durchkosten. Ein Jahr später erlosch der ihm -gewährte Erfindungsschutz, und damit zog sich Watt ganz vom Geschäft -zurück. Sein Sohn James und Boultons Sohn waren schon seit Jahren als -Mitinhaber in das Geschäft eingetreten und bewährten sich zur Freude -ihrer Väter. Boulton hatte sich auf Watts Ersuchen dazu verstanden, -ihm statt des vertraglich zustehenden ⅓ die Hälfte des Reingewinns zu -zahlen. So wurde Watt an seinem Lebensabend noch ein reicher Mann, -auch seine Gesundheit besserte sich. Wie nach einem regnerischen und -stürmischen Tage abends schließlich noch die Sonne hervorkommt und -den Mann, der tagsüber stark geistig gearbeitet hat, hinaus ins Freie -lockt, so gestaltete sich Watts Leben im ganzen: geistige Freuden -bei stürmischen, widrigen Schicksalen, gegen Schluß aber Durchbruch -sonnigen Friedens und Wohlstands. - -Watts Vater war 75 Jahre alt geworden. Er selber brachte es auf 83. -Natürlich sah er die meisten Freunde vor sich aus dem Leben scheiden: -den rüstigen Boulton, der 1809 starb, Erasmus Darwin und Black, Robison -u. a. Von seinen Kindern überlebte ihn nur der Sohn James aus erster -Ehe, der 1848 kinderlos starb. Damit endigte die männliche Linie der -Familie Watt, die sich von dem Mathematikprofessor ableitete, dessen -Vater noch als Pächter bei Aberdeen in Schottland gesessen hatte. Aus -der ersten Ehe waren Watt zwei Kinder in jugendlichem Alter gestorben, -ein Kind wurde totgeboren. Aus der zweiten Ehe starben erst eine -Tochter an einem Lungenleiden, dann ein herrlich aufgeblühter, mit -allen Gaben des Körpers und Geistes ausgestatteter Jüngling ebenfalls -an Schwindsucht. Für den greisen Erfinder war es ein schwerer Schlag, -an tückischem Leiden einen Sohn hinsiechen zu sehen, von dem die -höchsten Leistungen zu erwarten waren. Sein Sohn James hatte eine -Zeitlang in der französischen Revolution eine Rolle gespielt. Soll er -doch ein Duell zwischen Danton und Robespierre vereitelt haben, von -Robespierre aber dann als englischer Spion verdächtigt, in tosender -Versammlung den Verleumder zur Seite gestoßen und sich glänzend vom -Verdachte gereinigt haben. Vor dem Haß Robespierres mußte er dann -fliehen. In England wurde er von Burke als Jakobiner denunziert, vom -selben Burke, der einst gegen Watts Patent gearbeitet hatte. Der alte -Watt war einige Zeit in großer Sorge über das Schicksal des Sohnes. -Offenbar aber hatte James doch Temperament und Anlagen. Wir wollen -nicht verfehlen, dies hervorzuheben, denn es ist sehr selten und fast -nur in Mathematikerfamilien nachzuweisen, daß vier Generationen oder -mehr in gerader Linie immer tüchtige, den Durchschnitt überragende -Leute hervorbringen. - -Auf seinem Landgute in Heathfield bei Birmingham hatte sich der -greise Erfinder eine Schmiede und Werkstatt hergerichtet, und bis ins -letzte Jahr hinein beschäftigten ihn allerlei Erfindungen, zumal die -oben erwähnte Skulpturkopiermaschine. Alljährlich reiste er einmal -nach London, dort an den Schaufenstern und besonders den Buchläden -sich freuend, zugleich wahrnehmend, wie seine Dampfmaschine die Welt -allmählich umgestaltete. Im Jahre 1802 unternahm er eine Reise nach -Belgien, den Rhein hinauf und nach Frankfurt a. Main, dann über -Straßburg nach Paris. Kleinere Reisen durch Englands schönste Gegenden -brachten Abwechslung in das Leben des Mannes, dem ein Freund nach dem -andern im Tode voranging. Daß Watt ein wenig unter dem Pantoffel stand, -überliefert uns sein Biograph Smiles. Watts Frau, die Färberstochter, -hielt mit militärischer Strenge auf Sauberkeit. Ihren Mann durfte sie -im Arbeitskostüm nicht zu Gesicht bekommen. Seine Schnupftabaksdose -schloß sie weg, wo immer sie ihr in die Hände fiel. Um des lieben -Friedens willen und als weiser Mann fügte sich Watt dem gestrengen -weiblichen Regimente. Waren abends Freunde bei ihm zu Gast, so -erwartete seine Frau, wenn sie sich aus dem Speisezimmer zurückgezogen -hatte, daß er bald nachfolgte. Geschah es nicht, so kam ein Diener und -drehte das von Murdock erfundene Gaslicht ab. Und der große Erfinder -fügte sich lächelnd: »Wir müssen gehen!« Dafür aber war er in seiner -Werkstatt in eignem Reich, und er soll sich dort auch oft Essen gekocht -haben, um ungestört bei der Arbeit bleiben zu können. Vielleicht aber -lag die hausfräuliche Strenge in Watts eigenstem, gesundheitlichen -Interesse. - -Im selben Jahre, in dem der erste Dampfer, die Savannah, teilweise noch -mit Segelbenützung, den Ozean von Amerika nach Europa durchkreuzte, -starb Watt, am 19. August 1819. Seine Geisteskräfte waren ihm bis -ans Ende erhalten geblieben. Dankbar segnete er das Leben, das ihm -soviel Freude bereitet habe. Ohne schweres Leiden verschied er nach -kurzer Krankheit. Neben Boulton wurde er in der Handsworth Church bei -Heathfield beigesetzt. Nicht weit davon wurde auch der treue, nie -versagende Murdock, der ebenfalls ein hohes Alter erreichte, zur Ruhe -bestattet. - -Wir wollen nicht lang und breit erzählen, welche Ehren dem großen -Erfinder von Gelehrten- und andern Gesellschaften erwiesen wurden. -Auch nur erwähnen wollen wir die Aufstellung von Watts Büste in -der Westminsterabtei unter den Helden des Krieges, der Dichtung -und Wissenschaft. Die von Lord Brougham verfaßte Inschrift feiert -den Erfinder als den Mann, der die Hilfsquellen seines Landes -erweiterte und die Kraft des Menschen vermehrte. Statt uns aber auf -solche Ruhmeshymnen einzulassen, die dem Erfolge oft genug auch da -nachtrotten, wo das Verdienst kaum zulänglich ist, wollen wir von Watt -lieber damit Abschied nehmen, daß wir uns noch einige seiner Aussprüche -merken, damit nicht nur durch sein Werk, sondern auch durch sein Wort -der große Mann noch in unsrer Erinnerung lebe. Vielleicht sind es -besonders drei Äußerungen Watts, die man sich mit Nutzen merken kann: - - ~Without a hobby-horse, what is life~: Ohne ein Steckenpferd, was - ist da das Leben? - - ~Nature can be conquered, if we can but find out her weak side~: - Die Natur kann besiegt werden, wir müssen nur ihre schwache Seite - finden. - - ~It is a great thing to know what to do without~: Es ist wichtig zu - wissen, ohne was man etwas machen kann! - - - - -Auf den Gebieten der freien und angewandten Kunst, der Literatur, -des Theaters usw. haben wir in Deutschland eine ganze Reihe von -Sammelwerken, die in Einzeldarstellungen schildern, was daraus dem -Gebildeten zu wissen notwendig ist. Für die Industrie und die Technik, -die bestimmenden Faktoren unserer Zeit, fehlen derartige Werke noch -vollkommen. Und doch bezeichnet sich unser Jahrhundert selber mit -eherner Stimme als - - das Jahrhundert der Technik - -Ist es da nicht die Pflicht jedes Gebildeten, sollte es nicht das -eifrige Streben jedes wahrhaft modernen Menschen sein, dies Jahrhundert -in seinem innersten Fühlen verstehen zu lernen? Man wird die Frage -selten verneinen, aber man wird meist hilflos dastehen, wenn man diese -Erkenntnis in die Tat umsetzen will, weil es keinen kundigen Führer -gibt, der hier die Wege weist. Solche Führer - - braucht - -also unsere Zeit ebenso wie Führer für die Reise nach fernen Ländern. - - - Führer in die deutsche Industrie u. Technik - - wollen nun die Bände sein, die wir unter dem Sammeltitel »Deutsche - Arbeit« im Anschluß an unsere »Technischen Monatshefte« herausgeben. - -Berufene Fachleute sollen in diesen Bänden darstellen, was sie von -ihrem Spezialgebiet für allgemein wissenswert halten. Reiche bildliche -Darstellungen werden den Text ergänzen. - - - Als erster dieser Führer erschien: - - J. Kollmann, - - Die Großindustrie des Saargebiets. - - Mit 1 Karte und 50 Abbildungen, geh. M 2.--, geb. M 2.80. - - - Demnächst werden sich anschließen: - - Die deutsche Schmuckindustrie. - Das rheinisch-westfälische Industriegebiet. - Deutsche Werftbetriebe. - Deutsche Porzellanfabriken. - Der oberschlesische Industriebezirk. - Deutsche Glashütten. - usw. usw. - -Der Preis der einzelnen Bände wird je nach Umfang und Ausstattung M -1.-- bis M 2.-- für das geheftete, M 2.-- bis M 3.-- für das gebundene -Exemplar betragen. So wird auch dem Minderbemittelten die Anschaffung -möglich sein und jeder wird sich hier Kenntnisse verschaffen können, -die praktisches Wissen darstellen, das sich im Lebenskampf jederzeit -nutzbar machen läßt. - - -In unserer Sammlung - - Lebensbilder - aus Industrie und Technik - -erschien als erster Band - - Max Eyth - ein deutscher Ingenieur und Dichter - - Eine biographische Skizze, mit Proben aus - seinen Werken und vielen Abbildungen - - von - - ~Dr.~ Georg Biedenkapp - - Abnehmer des Jahrgangs 1910 der Technischen Monatshefte - erhalten den Band kostenlos. - - Ladenpreis kart. M 1.--, in hübschem Leinwandband M 1.80 - -In Vorbereitung befinden sich als weitere Bände der Sammlung - - George Stephenson - Alfred Krupp - Leonardo da Vinci - Morse und Reis - John Ericsson - usw. usw. - -Die Abonnenten der »Technischen Monatshefte« erhalten die einzelnen -Bände jeweils kostenlos oder zu sehr ermäßigten Preisen. - - Verlag der »Technischen Monatshefte« - (Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart) - - - - - +--------------------------------------------------------------+ - | Anmerkungen zur Transkription | - | | - | Inkonsistenzen wurden beibehalten, wenn beide Schreibweisen | - | gebräuchlich waren, wie: | - | | - | andere -- andre | - | benutzte -- benützte | - | Bergwerkbesitzer -- Bergwerksbesitzer | - | Brod -- Brot | - | danach -- darnach | - | eigene -- eigne | - | gezahnte -- gezähnte | - | Pumpengestäng -- Pumpengestänge | - | Schwingbaumes -- Schwingbaums | - | unsere -- unsre | - | Wagbalken -- Wagebalken | - | wagerechte -- wagrechte | - | Wohlstandes -- Wohlstands | - | | - | Interpunktion wurde ohne Erwähnung korrigiert. | - | Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen: | - | | - | S. 20 »Moorland« in »Morland« geändert. | - | S. 27 »Gradführung« in »Geradführung« geändert. | - | S. 34 »Nachschlagwerke« in »Nachschlagewerke« geändert. | - | S. 53 »der vertraglich zustehenden 2/3« in »des vertraglich | - | zustehenden 1/3« geändert. | - | S. 53 »Dante« in »Danton« geändert. | - +--------------------------------------------------------------+ - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of James Watt und die Erfindung der -Dampfmaschine, by Georg Biedenkapp - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK JAMES WATT UND DIE ERFINDUNG *** - -***** This file should be named 52492-0.txt or 52492-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/2/4/9/52492/ - -Produced by Peter Becker and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions -will be renamed. - -Creating the works from public domain print editions means that no -one owns a United States copyright in these works, so the Foundation -(and you!) can copy and distribute it in the United States without -permission and without paying copyright royalties. Special rules, -set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to -copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to -protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project -Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you -charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you -do not charge anything for copies of this eBook, complying with the -rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose -such as creation of derivative works, reports, performances and -research. They may be modified and printed and given away--you may do -practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is -subject to the trademark license, especially commercial -redistribution. - - - -*** START: FULL LICENSE *** - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project -Gutenberg-tm License (available with this file or online at -http://gutenberg.org/license). - - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm -electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all -the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy -all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. -If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project -Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the -terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or -entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8. - -1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be -used on or associated in any way with an electronic work by people who -agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few -things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works -even without complying with the full terms of this agreement. See -paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project -Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement -and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic -works. See paragraph 1.E below. - -1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" -or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project -Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the -collection are in the public domain in the United States. If an -individual work is in the public domain in the United States and you are -located in the United States, we do not claim a right to prevent you from -copying, distributing, performing, displaying or creating derivative -works based on the work as long as all references to Project Gutenberg -are removed. Of course, we hope that you will support the Project -Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by -freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of -this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with -the work. You can easily comply with the terms of this agreement by -keeping this work in the same format with its attached full Project -Gutenberg-tm License when you share it without charge with others. - -1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern -what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in -a constant state of change. If you are outside the United States, check -the laws of your country in addition to the terms of this agreement -before downloading, copying, displaying, performing, distributing or -creating derivative works based on this work or any other Project -Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning -the copyright status of any work in any country outside the United -States. - -1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg: - -1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate -access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently -whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the -phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project -Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, -copied or distributed: - -This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with -almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org/license - -1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived -from the public domain (does not contain a notice indicating that it is -posted with permission of the copyright holder), the work can be copied -and distributed to anyone in the United States without paying any fees -or charges. If you are redistributing or providing access to a work -with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the -work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 -through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the -Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or -1.E.9. - -1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted -with the permission of the copyright holder, your use and distribution -must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional -terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked -to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the -permission of the copyright holder found at the beginning of this work. - -1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm -License terms from this work, or any files containing a part of this -work or any other work associated with Project Gutenberg-tm. - -1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this -electronic work, or any part of this electronic work, without -prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with -active links or immediate access to the full terms of the Project -Gutenberg-tm License. - -1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, -compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any -word processing or hypertext form. However, if you provide access to or -distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than -"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version -posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), -you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a -copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon -request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other -form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm -License as specified in paragraph 1.E.1. - -1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, -performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works -unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9. - -1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing -access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided -that - -- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from - the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method - you already use to calculate your applicable taxes. The fee is - owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he - has agreed to donate royalties under this paragraph to the - Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments - must be paid within 60 days following each date on which you - prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax - returns. Royalty payments should be clearly marked as such and - sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the - address specified in Section 4, "Information about donations to - the Project Gutenberg Literary Archive Foundation." - -- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies - you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he - does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm - License. You must require such a user to return or - destroy all copies of the works possessed in a physical medium - and discontinue all use of and all access to other copies of - Project Gutenberg-tm works. - -- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any - money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the - electronic work is discovered and reported to you within 90 days - of receipt of the work. - -- You comply with all other terms of this agreement for free - distribution of Project Gutenberg-tm works. - -1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm -electronic work or group of works on different terms than are set -forth in this agreement, you must obtain permission in writing from -both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael -Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the -Foundation as set forth in Section 3 below. - -1.F. - -1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable -effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread -public domain works in creating the Project Gutenberg-tm -collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic -works, and the medium on which they may be stored, may contain -"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or -corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual -property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a -computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by -your equipment. - -1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right -of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project -Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project -Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all -liability to you for damages, costs and expenses, including legal -fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT -LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE -PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE -TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE -LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR -INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH -DAMAGE. - -1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a -defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can -receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a -written explanation to the person you received the work from. If you -received the work on a physical medium, you must return the medium with -your written explanation. The person or entity that provided you with -the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a -refund. If you received the work electronically, the person or entity -providing it to you may choose to give you a second opportunity to -receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy -is also defective, you may demand a refund in writing without further -opportunities to fix the problem. - -1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth -in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER -WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO -WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE. - -1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied -warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. -If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the -law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be -interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by -the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any -provision of this agreement shall not void the remaining provisions. - -1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance -with this agreement, and any volunteers associated with the production, -promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, -harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, -that arise directly or indirectly from any of the following which you do -or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm -work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any -Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause. - - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of computers -including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists -because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from -people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. -To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation -and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 -and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. - - -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive -Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at -http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent -permitted by U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. -Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered -throughout numerous locations. Its business office is located at -809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email -business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact -information can be found at the Foundation's web site and official -page at http://pglaf.org - -For additional contact information: - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To -SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any -particular state visit http://pglaf.org - -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. - -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. - -Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation -methods and addresses. Donations are accepted in a number of other -ways including checks, online payments and credit card donations. -To donate, please visit: http://pglaf.org/donate - - -Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic -works. - -Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm -concept of a library of electronic works that could be freely shared -with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project -Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support. - - -Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. -unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily -keep eBooks in compliance with any particular paper edition. - - -Most people start at our Web site which has the main PG search facility: - - http://www.gutenberg.org - -This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. |
