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| author | nfenwick <nfenwick@pglaf.org> | 2025-02-06 00:40:05 -0800 |
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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Die Kathedrale - Gedichte - -Author: Ruth Schaumann - -Release Date: June 20, 2016 [EBook #52381] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE KATHEDRALE *** - - - - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - - Ruth Schaumann - - - - - Die Kathedrale - - - Gedichte - - - - - Kurt Wolff Verlag München - - - - - Bücherei der »Jüngste Tag« Band 83 - - Gedruckt bei E. Haberland in Leipzig - - - - - Copyright 1920 by Kurt Wolff Verlag in München - - - - - Sonett - - - Es greifen rote Sträucher in die weißen - Und Au und Himmel um bewärmte Stämme; - Den Himmel wieder enge Felsenkämme - Mit scharfen Zügen in die Höhe reißen. - - Und Pferdeleiber bräunen durch die Schwemme, - Sich überspülend mit erloschnem Gleißen. - Ich weiß wie ich und diese alle heißen, - Und alle Namen sind wie hohe Dämme, - - Die unsre Ahnen furchtsam aufgeführt, - Um nah gelegne Ströme weit zu trennen. - Wir haben erbhaft nie daran gerührt -- - - Wie lange währt dies »Nur beim Namen nennen« - Wann sind die vielen Wasser reif geschürt - Sich brausend ineinander zu bekennen. - - - - - Die Arche Noah - - - Hoch liegt die Luke offen und beklommen - Das Grau erschöpfter Tage ihr im Rahmen - Und heilt des Vogels Weg, den er entkommen. - - Die Luft ist jedem Raume am Erlahmen, - Nicht kann die überschwere Kuh gebären, - Die Speicher seufzen nachts vom Drang der Samen. - - Und Holz beginnt im letzten Schacht zu gären, - Und Nässe graut herein, als wenn die Sünden - Des toten Volks in sie gesammelt wären. - - Wir heben uns von den zerstreuten Bünden - Und schichten sie und spreiten sie nach Stunden - Erneut zum Schlafen über Deinen Gründen. - - Du hast mein Leben auf dem Fels gefunden, - Den Gipfel, den kein Blick einst ganz erklärte, - Und Deine Reue bleibt an mich gebunden. - - Viel schmerzt die Lende mich, die unbewährte; - Im Traum zeugt sie mir immer Kain zu Abel -- - Und doch lockt schon der Taube Brutgefährte - Ihr zu und junges Reis aus ihrem Schnabel. - - - - - Prüfung Abrahams - - - Gib den erwählten Berg aus diesen Massen; - Im zweiten Tag selbst will der Pfad nicht enden - Und jeder Schritt versucht mich Dich zu lassen. - - Der volle Gürtel greift in meine Lenden; - Schon fühle ich den Knaben Fragen sinnen -- - Sei gnädig diese von mir abzuwenden. - - Nur jene Wolke laß uns nicht gerinnen; - Wohl dürstet seine müde Haut, doch trocken - Ist alles Reisig auf den Eselinnen. - - Durch keinen Stein erlaubst Du mir zu stocken, - Es geht so still einher, die Halfter schwanken, - Und durch die Zehen fällt der Staub in Flocken. - - Ich möchte Dir wie sonst den Abend danken, - Nur weiß ich keines seiner Worte wieder; - Denn unter Dir die armen Sinne sanken - Wie aufgewühlter Wegsand in sich nieder. - - - - - David - - - Mich fremdet matt, wie Leinen mich berührt, - Das grüne, brustgekreuzt mit Lederriemen, - Daß meine Schulter jenen kleinen Striemen - Von eines Erstlings Tragung wieder spürt. - - Auf eines Hügels Schwinge lag ich her - Und wurde brudergleich dem Angeschauten, - Den Wolken und der Würze blauer Rauten, - Selbst Berge überstanden mich nicht mehr. - - In Allem war ich, Alles war in mir - Und lag auf sich bewegt in Deinem Schoße, - Bis unbewußt ich mich daraus verstoße - Und meine Herde weide unter Dir. - - - - - Tempelgang Mariä - - - Da ist die große Treppe und der Bogen - Voll Dunkelheit, darein die Leute sinken, - Von ihrer höchsten Schwelle aufgezogen. - - Nein, meine Mutter, ich mag nicht mehr trinken, - Nimm Du den Reiseschlauch, ich möchte warten - Bis jene Greise in den Grund verwinken. - - In Röcken, die von Gold und Steinen starrten - Sind die und doch so milde, als die Blüten - Ausruhn und offen stehn im Mittaggarten. - - Und alle gehn wie Hirten, so sie hüten; - Und wieder gleichend meinem jüngsten Lamme - Nach meinem Ruf und dann der Hand Begüten. - - Und wo sie einziehn, ist wohl eine Flamme; - Mit andern Augen treten sie von innen - Und schatten ab vom steingebauten Stamme. - - Und blicken um ein Tierlein zu gewinnen; - Keins wird gebracht, nun wird ihr Feuer kleiner; - Und sterben. -- Unter meinen Füßen rinnen - Die Stufen abwärts und nun trägt mich einer. - - - - - Der Engel Gabriel - - - Mir sträubten alle Federn aus den Poren - Vom Schimmern ihres Haares und dem Streifen - Geneigter Stirn, und ich vernahm das Reifen - Von meiner Gegenwart in ihren Ohren. - - Und hob die Botschaft an, in unsern Worten; - Nur denkend, aber schon verstand die Leise - Im Auseinanderrinnen roter Kreise, - Vor deren Zug die meinen wie verdorrten. - - In steilen Flügeln hing ich bis sie schwangen - Und ich geblendet glitt vom Sonnenstaube, - Gefolgt vom tiefen Schlummerruf der Taube, - Die sich dem reinsten Nestraum unterfangen. - - - - - St. Joseph - - - Und vorüber wächst der Mondenflecken, - Meine Kniee dürfen sich nicht strecken, - Denn sie würden mich dem Schlaf verschwachen, - Und noch ist in ihrer Zelle Wachen. - - Und ich muß auf frischgedeckten Kissen - Wieder, mir so fremd, die Jungfrau wissen. - Hörbar wird aus tiefem Atemsammeln - Süßes, immer wiederholtes Stammeln. - - Nun nichts mehr, als Duft von Simons Schafen, - Um das ferne Kind ist sie entschlafen, - Und ich darf mich bis zum Ruf der Gassen - Meines Lagers Einsamkeiten lassen. - - - - - Advent - - - Nach hohem Schweben ward die Kerze den Schnee am Sims gewahr - Und sprach ihn durch die Scheiben auf seine Weise warm; - Vor mein Gerät zurück fand neigend mich Dein Arm - Und ferne schwang dahin verzogene Gefahr. - - Und meiner Tage viele gabst Du Dir anzusehn, - So wie Gedanken blühn bevor der Mund sie spricht; - Und Abende für mich trug sinnend Dein Gesicht - Und ließ vor schwerem Glück sie auseinandergehn. - - Und alles hob heran und senkte vor mein Knien - Der einen Stunde Schoß, die mich nach Deiner Macht - In sich empfangen wird so weit wie eine Nacht, - Wo aus dem Fall der Frucht die müden Zweige ziehn. - - - - - Die Hirten auf dem Felde - - - Auf brach die Nacht im Himmel, wie von Früchten - Die wir in heißer Asche berstend rösten. - Als Finsternisse dann vom Quellen lösten - Hing es wie Sturz und sah uns alle flüchten. - - Da ward die Glanzfaust mild, uns übereilend, - Gekehrt in Strahlen wider unser Staunen. - In ihrem Anfang aber und Posaunen - Stand eine Stimme hin, sich uns erteilend. - - Und wurde tief, daß er uns leuchten solle, - In die verstummte Luft als Stern geschlagen; - Und läßt sein Licht vor uns vom Felde tragen - Auf reger Herden Hügelmeer und Wolle. - - - - - Mariä Trauer - - - War dieses Krüglein meiner Hand zu schwer -- - So schüchtern kommt sie aus den heilgen Wochen, - Nun netzt es keines Wandrers Dürre mehr. - - An meiner Vorsicht habe ich's zerbrochen; - Wie nach Erfüllung war es leere Kühle - Und hat doch süß vom letzten Trank gerochen. - - Geschah dies also -- wie ich mich befühle, - Daß nach dem schweren, morgenroten Wein - Kein Wasser den geneigten Rand bespüle? - - Der Fluß, der Regen -- sind denn die gemein? - Was weiß ich wohl davon in meinem Stalle -- - Ich möchte nun nie mehr voll Wassers sein. - - Herr, Vater meines Sohns, gib mir zu sterben, - Nur daß ich Dir entlang getröstet falle - Und Du zu Füßen Dir am Boden findest - Vom Dufte Deines Weins belebte Scherben. - - - - - Das Engelkonzert - - - Da sie im Rosenhage aus dem Kinde - Sein Lächeln frug, wie es noch nie gegeben, - Stand ein gemeines Rispengras daneben, - Das bog sich an ihr Kleid geheimem Winde. - - Die Innigsten vom himmlischen Gesinde - Gelangten aus des Mittags Lichtbestreben; - Vertieften sich in ihr verklärtes Leben - Und wagten es im Spiel zum Angebinde. - - Entzückte Einfalt, ehemals in Taten - Von einer armen Magd, ward hier zu Klängen - Die zart des Kindes Zehentraum umbaten. - - So kam von angeschwungnen Saitensträngen - Der Engelschar Erinnern und Erraten -- - Und Gottes Mutter ließ die Lider hängen. - - - - - Nach Christi Tempelweile - - - Nicht müde bin ich, Sohn, ich stand ganz stille; - Die Wege alle waren es, die gingen, - Die namenlos vor meiner Sorge zogen. - Nur einmal sah ich braune Vögel singen - Und einen Apfelbaum in Blüten schweigen, - Wo kleine, strohgewebte Nester hingen. - - Da dachte ich, dies sollte ich Dir zeigen; - Doch Du warst fort und ich um Dich zu finden - Und ließ die Straßen durch die Augen steigen. - Ich fühlte große Leeren aus mir schwinden, - Auf jede folgten viele schmerzlich neue, - Dann glaubte ich für immer zu erblinden. - - Die Stadt kam auf mich zu so ohne Reue, - Dein weißes Kleid das kam und Du darin -- - Sieh mir nicht an, wie mühsam ich mich freue. - Es ist mir nur wie graues Haar gekommen, - Daß ich nun, da Dich Gott ergriffen hat, - Wohl nichts mehr als ein Nest im Frühling bin, - - Das große Hände plötzlich ausgenommen. - - - - - Die Schwestern des Lazarus - - - Nun kann ich die verborgne Sonne hören; - Ihr Sinken rauscht noch hinter Hügeln weiter, - Nicht Tier noch Blatt wagt dies Geräusch zu stören. - - Nur Du blickst laut, weil ich dem Abend heiter - Darin zum viertenmal des Bruders Schuhe - So rechtlos liegen bei der Dattelleiter. - - Er aber in des Felsens kalter Ruhe - Mit Tod durchtränkt den Wohlgeruch der Öle, - Der Kräuter und die Linnen Deiner Truhe. - - Als wir ihn damals trugen bis zur Höhle - Erwartet ich den Meister jede Wendung, - Und daß er uns zu halten anbeföhle. - - Doch nach des Grabes zögernder Beendung - Empfing ich Freude aus dem Wuchs der Weile, - Die uns der Herr nicht kommt auf alle Sendung. - - Auch dieser Tag ist fromm in karger Eile, - Und noch vor Nacht sich neue Knospen weiten, - Mich für das Kommen einer lichten Steile - Die größer als Dein Trauern zu bereiten. - - - - - Die Jünger im Garten - - - Zur atemlosen Einsamkeit des Hügels - Hat sich der Meister zagend aufgetrauert. - Wir wachen Ihm im Schutz des Ölbaumflügels. - - Der Garten hat sich zu uns hingekauert; - Stumm lauschend wie in seinem dunkeln Grunde - Ein Vogel seine bange Brut bedauert. - - Die Ferne murrt gleich einem müden Hunde - Sich in die eigne Wärme mit Behagen; - Und tief am Himmel heilt des Nachtrots Wunde. - - Nun bettet Christi Mutter sich in Klagen, - Denn wieder ist Er undurchdenkbar eigen - Und was Er tut will nichts als Tod besagen. - - Saht ihr sie einmal blaß die Lippen neigen - Im Anblick der verlaßnen Muttertiefe, - Die nichts ersehnt, als daß ihr Sohn im Schweigen - Noch einmal Leib und Seele in sie schliefe. - - - - - Der Grabwächter Christi - - - Ich schlief vom Stehn hernieder, nur gewahr - Der feuchten Erde dann mit flachem Haupte; - Als nächstes noch ein Strauch, der sich belaubte, - In meiner Stirn und herb den Nüstern war. - - Geträum verschlang mich mehrmals, doch der Geist - Blieb bloß und schwimmend auf der Tiefe liegen - Und hörte Hauch vom Grab, und schwach entfliegen - Das Siegelband, bis taumelnd es verkreist. - - Kühl, wie ein Talraum seine Frühe, blies - Durch Felsenfugen Staunen in den Garten - Und überschwand betäubend mein Erwarten, - Bis schwarz die offne Tür mich in sich stieß. - - - - - Apostelweg - - - Das Haar uns in vollbrachte Strecke steht, - Vom Sturm und Sturz der Bäume so gehalten; - Aus den Gesichtern flattern alle Falten - Und im Gewand die Leiber sind verweht. - - Dazwischen ruht Dein Wort und Bildnis bloß - Greift aufgerichtet in die schwanken Seiten, - Bezwingt sie in ein heißes Vorwärtsschreiten - Und Deine Stille läßt darin nicht los. - - Wenn in entrückter Stadt, wohin Du willst, - Erst unsre Glieder wieder um Dich schließen, - Von Dir wird unser Körper überfließen, - Bis Du auch dort Dir neu ein Strombett schwillst. - - - - - St. Agnes - - - Stumm steigt ihr Schatten vor ihr über Feld, - Streift aus der Luft verlaßne Falterkreise - Und ruht nun knieend in dem Ackergleise - Vom Blühn der wilden Blumen dicht durchstellt. - - Und über ihren braunen Nacken träuft - Der Sonne Hügelabend wie ein Sinnen, - Da samtnes Bunt sich im vertieften Linnen - Aus dem Gezirp gepflückter Stengel häuft. - - Blick hin! Der grünen Hecke müder Flaum - Weht auf vor eines Widderlammes Helle, - Und einsam treibt an ihres Herzens Quelle - Des langgelockten Fließes weißer Schaum. - - - - - Trennung - - - Mit allen Tagen nun vergeht die liebe Farbe, - Von Sonnenwegen voll in Dein Gesicht gelangt; - Auch Deine Hände sind, wie wenn der Meerstrand darbe - Und Sand durch seiner Flut Versinken sichtbar bangt. - - Dir gleich sah ich allein nur einen Hirten hören, - Besorgt ob seine Schar am letzten Naß schon leckt -- - Die Heide blühte wohl, stand rot in Bienenchören, - Doch Lamm an Lamm umsonst zum Quellenbett gestreckt. - - Die Hänge fern der Stadt sind jetzt vom Herbst erworben, - Auch Deiner Neigung Duft ist dort vom Gras verbraucht. - Erkundend steht Dein Blick, bevor er halb erstorben - Aus leerem Feld zurück in Deinen Herzschlag taucht. - - - - - Herbst - - - Wie Flaum an totem Vogelleib im Sand - Bewegt mein Nahn das Haar an Deiner Schläfe, - Als ob auch Dich des Laubes Siechtum träfe - Welkt Lächeln über Deines Mundes Rand. - - Sich selbst umschlingend gleiten durch den Zaun - Der Wiese silbergrau geweifte Fäden -- - Du legst die Lider auf wie weiße Läden - Und läßt mich leere Sterberäume schaun. - - - - - Dachraum - - - Im Fenstergarten wird das Farben matt, - Beharrlich gilbt daraus nur eine Winde, - In sich gedeckt, wie er sich sternig finde, - Steht der ergraute Abend auf der Stadt. - - Die eingelegten Scheiben lassen schon - Die Spiegelzüge unsres Bundes blassen; - Und aus den Giebeln stimmenmüder Gassen - Erweitert sich ein Mond wie roter Mohn. - - Wir wissen nicht, was nun an uns geschieht, - Wo wir nicht lächeln können und Nichts denken - Als nur des Tones klagenloses Senken - Am Ende einem alten Pilgerlied. - - - - - Neigung - - - Mehr als Du meinst, daß ich vollendet sei - Wenn erst ich Dich durch meinen Tod begreife, - Will ich Dir werden, daß an meiner Reife - Dein Mund sich netze einer Furche frei. - - Um diesen Willen weißt Du und die Gier, - Der nicht genügt was Du mir zugeboren, - Und siehst mich doch nicht an wie einen Toren - Und überläßt die Erde offen mir. - - Gibst mir die hohe Sonnenwiese hin, - Auf daß ich teil aus ihrem Leben habe - Und, eh Du Dich versehen, Deine Labe - Vor der Erschaffung eines Abends bin. - - - - - Versenkung - - - Als ich mein letztes Anschaun hingeschenkt, - In feierlicher Freude wie an Erben, - Den Rüstern vor der Tür, den frühlingsherben, - Ward Nacht um sie und ich in Dich versenkt. - - Kelchgleich empfingest Du und ließest mich - Bis in den tiefsten Deiner Kreise gleiten, - Daß mein Gefühl aus seinen flachen Weiten - Gesegnet in sich selbst zusammenwich. - - Wie eine Abendlilie am Stiel - Sankst Du, und ich verging in langem Rollen - Beschwert, ein Tau, mit süßen Blütenpollen, - Der duftend im gebeugten Leib zerfiel. - - - - - Zuflucht - - - Die Seele nimm mir auf und halte bitte - Für eine kurze Weile ihr Verzagen, - Wie man mich trug in kranken Kindertagen, - Daß ich des Lagers Härten nicht so litte. - - Geduldig laß mich Dir in Armen zittern, - Wie Du auch duldest Beben eines Blattes, - Dem kleinen Lamm entschuldigst sein Ermatten - Beim Schmerzen fremder Kräuter, selten bittern. - - Aus Deiner Hände liebendem Befassen - Strömt Güte in mich ein von Deinem Herzen, - Und unbesorgt kannst Du gleich freien Kerzen - Mich wieder klar alleine brennen lassen. - - - - - Die Brücke - - - Kleid und Leib durchstreicht mir Frost, - Daß sie um mich sind wie Rinde. - Schattenblätter einer Linde - Kommen aus des Gitters Rost. - - Der gefüllte Mond zerbrach - Im Gestrüpp der Uferpflanzen, - Wellen, die vor ihnen tanzen, - Salben ihn einander nach. - - Wartend liegt mein weitrer Gang - Sich voll Tau und Nebelschwaden, - Mich bedacht hinweg zu baden - Als der Stelle Überschwang. - - - - - Domplatz - - - Obgleich schon Mittag in den Uhren der vielen Türme summt, - Bleibt dieses Morgens Knospe verhalten wie mein Herz, - Das sich nicht rühren kann und ungestillten Schmerz - Gleich einen Säugling durch ein immer altes Wort umstummt. - - Du stehst mir bei, wie einst aus Joseph auch Marie, - Der nur mit fernem Blick ihr Haupt vom Strohbett trug, - Bis die gedrängte Stirn ein blauer Schweiß beschlug - Und Deines Sohnes Bild in Deine Gnade schrie. - - Kein Laut und Mensch des Wegs vom Stadtdom tritt mich ein, - Die Augen sind mir fremd im Angesicht gemacht, - Behorchend, wie gebannt, den geistgelegnen Schacht - Dem aus der Wandung blickt, von Dir begehrt, ein Stein. - - - - - Ruf - - - Wie in ein Feld von weißen Orchideen - Steigt blank in Wolken ab des Himmels Schein; - Noch einmal wacht zu atemreichem Drehen - Das Kraut und jedes Blatt der Buchen ein. - - Der Umriß meines Körpers steht vom Wege - Als schwarzes Maß dem goldnen Rainberg vor, - Und nimmt ein seitwärts schattendes Gehege - Und dunkles Abbild eines Farns empor. - - Und eines Kiesels Lösung lautet zagend - Die nächste Steinwand her und vor dem Grund - Erneuter Stille öffnet sich versagend - Um Deines Namens Heiligkeit mein Mund. - - - - - Fiat - - - Behalte mich Dir vor, so Du begehrst - Daß einer Deines Namens wegen leide, - Demütig sich in hänfne Stricke kleide - Vor Händen, die Du auserwählt bewehrst. - - Mir sind gewiß die Pfeile nicht zu scharf, - Der Lanzen keine sollte meiner schonen, - Denn jede läßt mich tiefer in Dir wohnen, - In den ich bis zur Neige gehen darf. - - Wund stehst Du vor mir und ich liebe Dich, - Noch außer Dir und schon in Dich genommen -- - Und Viele wird der Eingang überkommen, - Daß sie ihn selig suchen, Herr, wie ich. - - - - - Ahnung - - - Diese Nacht war ich nur Dank - Über allen meinen Träumen, - Als von starken Fensterbäumen - Blatt zu Blatt vorübersank. - - Hörbar gaben sie sich kahl, - Hofwärts und durch Nichts belichtet, - Doch das Rauschen ging gesichtet - Hin vor Deiner Augen Tal. - - Und ich spürte irgendwo - Schon den Tag beim Atemfinden, - Und ward willig zum Erblinden - Meiner Zeit bereit und froh. - - - - - Bergung - - - Bewege Dich und sei mir gütesacht - Nur eine weite Höhle ohne Feuchte, - Daß ich mich selbst darinnen ganz verleuchte - Vor fremden Wesen und der großen Nacht. - - Ich werde dort mich wie ein armes Wild - Warm, aber stumm und hungerlos verhalten, - Nur wunde Glieder aus den Schmerzen falten, - Denn Deine Finsternis ist keusch und mild. - - Der Tag krankt unter mir und nahend ist - Geruch von Nachtgetier und Lavaflüssen, - Und dennoch stirbt mir jedes Fürchtenmüssen, - Weil Du schon dunkel wachsend um mich bist. - - - - - Endung - - - Mir wird die Wendung meines Wegs bewußt, - Da nun mein Gang so anders in mich lautet, - Wie über Hänge, wo der Sommer krautet - Für sich und ohne zeitlichen Verlust. - - Ich rege mich nur wie ein Gras sich regt, - Doch stetig ist die Gegend mehr entlegen - Und naht Dich immer faßlicher zugegen, - Daß schon die Hand sich mir zum Herzen legt; - - Das atmend widergeht, als wenn es bald - Gelind die dünngewachte Wand durchtrete, - Sich innig dann in sein Verhängnis bete, - Wie eine Vogelstimme in den Wald. - - - - - Elevation - - - Nur eines Lächeln fehlt noch, sonst begänne - Ich schlanken Aufstieg mit geschloßnen Füßen, - Daß bald mich von des Hanges Gräsergrüßen - Der hochverklärte Stundenduft gewänne. - - Und ich auf Licht in gleicher Höhe stände - Mit dem verschmiegten Nest der braunen Meise, - Daß ihres Brütens scheues Lauschen leise - In mein Gefühl durch weiche Augen fände. - - Und weilte in Erhebung aller Stille; - Vernehmend durch die Bildung innrer Schleier - Den zarten Bruch der ersten Vogeleier - Bevor ich mir an Deine Brust entquille. - - - - - Frühwinter - - - Immer klarer lasse ich - Die Gestalt im Schneetrieb ragen - Und ein auferlöstes Tagen - Fühlt und leuchtet sie an Dich. - - Durch das netzgewordne Wehn - Deiner Zeit und Deiner Himmel - Faßt sich ganz mein Wortgewimmel - In ein stummes Eingestehn. - - Leise, während ich dabei - Unverschrien mit Dir alleine, - Schmilzt der schwersten Flocken eine - Sich auf meiner Lippe frei. - - - - - Füllung - - - Nah fühle ich, in meine Seele sinkt - Geweihte Schwere, dunkel sie erweiternd; - Still wird sie wie ein Kind, das schlaferheiternd - Die erst geballten Hände offen trinkt. - - Nicht bete ich mehr, denn mein ganzes Sein - Ist nach erblaßter Scheu Dir unterlegen, - Und keine Frage duldet Dir entgegen, - Weil alles ohne Wort und Wille Dein. - - Nur die vollbrachte Tiefe ruft Dich an, - Des letzten irdischen Gesichts gedenkend, - Wo eine weiße Birke niedersenkend - In offne Gräserkelche Tau verrann. - - - - - Gottesstunde - - - Verbrachte Stunden sammeln sich der Seele; - Etwelche jeder Art von der ich lebe, - Undringlich kommen sie, daß auch sich hebe - Die jüngste auf, gleich einer armen Schmele. - - Und einzig dieser gönnst Du ein Bewegen - Vor Dir und mir durch segnendes Umschweigen, - Befiehlst dem Dunkel rings und ihrem Steigen - Ist keine Wand und keine Zeit entgegen. - - Und so entgeht sie mir, wie gute Hände - Aus andrer Halt sich nehmen ohne Sträuben, - Erblüht mich ferner und ihr Samenstäuben - Beginnt auf eines Deiner Nachtgelände. - - - - - Heimgang - - - Nur Weißdornbuschwerk duftet meine Lider - Noch manchmal auf für ein verhaltnes Schauen; - Sonst ohne Blicke und der Steine Stauen - Gerate ich den Tannengang hernieder, - - Der finster wird, wie ich voll süßem Schämen, - Denn Deine Trift und goldne Wolkenriesen - Hast Du dem Wald zuvor in mich gewiesen - Als in den Raum, da sie zu schlafen kämen. - - Herbergend habe ich, nun sie sich legen, - Was ich besaß gebreitet wie auf Dielen - Gelöste Garben Strohs, daß in sie fielen - Der Schläfer großes Atmen und Bewegen. - - - - - Terrasse - - - Der wilde, rote Wein ward schwarz und hängt im Abend - Und Zeit der Sterne ist, die hinter Wolken stehn, - Aus Häusern kommt das Licht, in Bäumen sich erlabend, - Die dunkel eingewölbt nur noch im Innern wehn. - - Bewegung träumt mein Sitz im Steinbalkon als stammten - Die Züge Dir vom Mund, der Deinen Atem wiegt, - Und wieder werde ich in allen Tiefen samten - Und wunschlos wie ein Tod, wenn er mit Lächeln liegt. - - Bis in die Augen steigt mir Ruhe ohne Gleiche, - Rinnt in die kühle Nacht, noch warm von meinem Sinn. - Ernst wie dem großen Wild sein später Durst zum Teiche - Rührt Deine Zuversicht auf alle Stille hin. - - - - - Mond - - - Wie der Geist von Deinem Geist - Strömt der Mond in meine Züge, - Kühlt zu reinlichster Genüge - Dinge, die noch Nichts gespeist. - - Laut und lauter klingt das Licht - Über finstere Platanen; - Und das sonst gedrängte Ahnen - Dehnt sich aus und ruht sich schlicht. - - Alle Sterne stehn wie Wald - Blau erhöht an beiden Ufern, - Wo Getön von frommen Rufern - In der Stillung Bann verhallt. - - - - - Anhöhe - - - Behutsam darf ich aus dem Saum des Ranftes - Des Löwenzahnes graues Lichtrund steigern, - Was taubeschwert die Winde ihm verweigern - Erfüllen als ein unbedenkbar Sanftes. - - So löst mein leise abgesetztes Blasen - Die stillen Scharen der geschirmten Samen, - Und folgsam treiben sie in Deinem Namen - Wie eine Zirruswolke in den Rasen. - - Du aber schweigst dabei den Abend tiefer, - Der Du die Erde bist und bist mein Hauchen - Und meines Wesens fließend Untertauchen - Im fernen Einglühn einer schwarzen Kiefer. - - - - - Der Mönch - - - Wer bin ich, daß der Himmel mir sein Falben - Bis in die stillsten Farbentöne deutet - Und meiner Sinne Suchen ausgereutet - Vom Fluggetümmel abendtrunkner Schwalben. - - Da Glied um Glied, das Schlummer vorgekostet, - Demütig wird im Hängen und Berühren - Des groben Hanfes in den Lendenschnüren, - Die Sonnenheimgang zärtlich überrostet. - - Du läßt die Klarheit also um mich schwellen, - Daß ich im satten Bade nicht zerfalle, - Nur ausgebaut zum ruhenden Kristalle - Durchscheinend allen Ufern, allen Wellen. - - - - - Die Sternnacht - - - Meine Augen schlossest Du - Nur ein Blick blieb außer ihnen, - Im Gesumm der Sternenbienen - Sieht er meinen Händen zu. - - Wie sie schwer und ewig tun - Um ein Nachtgebet geflochten, - Also vor den Brunnen mochten - Herden einst um Jakob ruhn. - - Und der Decke Leinwand liegt - Unter ihnen mir am Leben, - Liegt auch so, nur ohne Schweben, - Wenn es eingeholt versiegt. - - - - - Abend - - - Der Anblick schlafgedämpfter Vogelspiele - Durch knospenschwere Zweige sanfte Sicht - Auf letzte hingetriebne Wolkenkiele - Baut lautlos meinen Tag vollendungsdicht. - - Ein Raum steigt er empor und ich empfinde - Ihn größer in mir als den Leib umher, - Und ist lebendig still, wie kühle Winde - In Dünen sind aus nahversenktem Meer. - - Und wie ihn nun der Mond, aus fernem Tale - Durch halben Abend gleitend, ruhig schließt, - Steht er als endlich werte Kathedrale - Gewärtig, daß Du rauschend sie beziehst. - - - - - Inhalt: - - - Sonett 5 - Die Arche Noah 6 - Prüfung Abrahams 7 - David 8 - Tempelgang Mariä 9 - Der Engel Gabriel 10 - St. Joseph 11 - Advent 12 - Die Hirten auf dem Felde 13 - Mariä Trauer 14 - Das Engelkonzert 15 - Nach Christi Tempelweile 16 - Die Schwestern des Lazarus 17 - Die Jünger im Garten 18 - Der Grabwächter Christi 19 - Apostelweg 20 - St. Agnes 21 - Trennung 22 - Herbst 23 - Dachraum 24 - Neigung 25 - Versenkung 26 - Zuflucht 27 - Die Brücke 28 - Domplatz 29 - Ruf 30 - Fiat 31 - Ahnung 32 - Bergung 33 - Endung 34 - Elevation 35 - Frühwinter 36 - Füllung 37 - Gottesstunde 38 - Heimgang 39 - Terrasse 40 - Mond 41 - Anhöhe 42 - Der Mönch 43 - Die Sternnacht 44 - Abend 45 - - - - -Anmerkungen zur Transkription - - -Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt -(vorher/nachher): - - [S. 21]: - ... Des langgelocken Fließes weißer Schaum. ... - ... Des langgelockten Fließes weißer Schaum. ... - - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Kathedrale, by Ruth Schaumann - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE KATHEDRALE *** - -***** This file should be named 52381-8.txt or 52381-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/2/3/8/52381/ - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Die Kathedrale - Gedichte - -Author: Ruth Schaumann - -Release Date: June 20, 2016 [EBook #52381] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE KATHEDRALE *** - - - - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - -</pre> - - -<div class="frontmatter"> -<div class="rightpic logo" id="img-logo"> -<img src="images/logo.jpg" alt="" /></div> - -</div> - -<div class="frontmatter"> -<p class="aut"> -Ruth Schaumann -</p> - -<h1 class="title"> -Die Kathedrale -</h1> - -<p class="subt"> -Gedichte -</p> - -<p class="pub"> -<span class="line1">Kurt Wolff Verlag München</span> -</p> - -</div> - -<div class="frontmatter"> -<p class="ser"> -Bücherei der „Jüngste Tag“ Band 83 -</p> - -<p class="printer"> -Gedruckt bei E. Haberland in Leipzig -</p> - -<p class="cop"> -Copyright 1920 by Kurt Wolff Verlag in München -</p> - -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-1"> -<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a> -Sonett -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Es greifen rote Sträucher in die weißen</p> - <p class="verse">Und Au und Himmel um bewärmte Stämme;</p> - <p class="verse">Den Himmel wieder enge Felsenkämme</p> - <p class="verse">Mit scharfen Zügen in die Höhe reißen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und Pferdeleiber bräunen durch die Schwemme,</p> - <p class="verse">Sich überspülend mit erloschnem Gleißen.</p> - <p class="verse">Ich weiß wie ich und diese alle heißen,</p> - <p class="verse">Und alle Namen sind wie hohe Dämme,</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die unsre Ahnen furchtsam aufgeführt,</p> - <p class="verse">Um nah gelegne Ströme weit zu trennen.</p> - <p class="verse">Wir haben erbhaft nie daran gerührt —</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wie lange währt dies „Nur beim Namen nennen“</p> - <p class="verse">Wann sind die vielen Wasser reif geschürt</p> - <p class="verse">Sich brausend ineinander zu bekennen.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-2"> -<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a> -Die Arche Noah -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Hoch liegt die Luke offen und beklommen</p> - <p class="verse">Das Grau erschöpfter Tage ihr im Rahmen</p> - <p class="verse">Und heilt des Vogels Weg, den er entkommen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die Luft ist jedem Raume am Erlahmen,</p> - <p class="verse">Nicht kann die überschwere Kuh gebären,</p> - <p class="verse">Die Speicher seufzen nachts vom Drang der Samen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und Holz beginnt im letzten Schacht zu gären,</p> - <p class="verse">Und Nässe graut herein, als wenn die Sünden</p> - <p class="verse">Des toten Volks in sie gesammelt wären.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wir heben uns von den zerstreuten Bünden</p> - <p class="verse">Und schichten sie und spreiten sie nach Stunden</p> - <p class="verse">Erneut zum Schlafen über Deinen Gründen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Du hast mein Leben auf dem Fels gefunden,</p> - <p class="verse">Den Gipfel, den kein Blick einst ganz erklärte,</p> - <p class="verse">Und Deine Reue bleibt an mich gebunden.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Viel schmerzt die Lende mich, die unbewährte;</p> - <p class="verse">Im Traum zeugt sie mir immer Kain zu Abel —</p> - <p class="verse">Und doch lockt schon der Taube Brutgefährte</p> - <p class="verse">Ihr zu und junges Reis aus ihrem Schnabel.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-3"> -<a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a> -Prüfung Abrahams -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Gib den erwählten Berg aus diesen Massen;</p> - <p class="verse">Im zweiten Tag selbst will der Pfad nicht enden</p> - <p class="verse">Und jeder Schritt versucht mich Dich zu lassen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der volle Gürtel greift in meine Lenden;</p> - <p class="verse">Schon fühle ich den Knaben Fragen sinnen —</p> - <p class="verse">Sei gnädig diese von mir abzuwenden.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nur jene Wolke laß uns nicht gerinnen;</p> - <p class="verse">Wohl dürstet seine müde Haut, doch trocken</p> - <p class="verse">Ist alles Reisig auf den Eselinnen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Durch keinen Stein erlaubst Du mir zu stocken,</p> - <p class="verse">Es geht so still einher, die Halfter schwanken,</p> - <p class="verse">Und durch die Zehen fällt der Staub in Flocken.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ich möchte Dir wie sonst den Abend danken,</p> - <p class="verse">Nur weiß ich keines seiner Worte wieder;</p> - <p class="verse">Denn unter Dir die armen Sinne sanken</p> - <p class="verse">Wie aufgewühlter Wegsand in sich nieder.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-4"> -<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a> -David -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Mich fremdet matt, wie Leinen mich berührt,</p> - <p class="verse">Das grüne, brustgekreuzt mit Lederriemen,</p> - <p class="verse">Daß meine Schulter jenen kleinen Striemen</p> - <p class="verse">Von eines Erstlings Tragung wieder spürt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Auf eines Hügels Schwinge lag ich her</p> - <p class="verse">Und wurde brudergleich dem Angeschauten,</p> - <p class="verse">Den Wolken und der Würze blauer Rauten,</p> - <p class="verse">Selbst Berge überstanden mich nicht mehr.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">In Allem war ich, Alles war in mir</p> - <p class="verse">Und lag auf sich bewegt in Deinem Schoße,</p> - <p class="verse">Bis unbewußt ich mich daraus verstoße</p> - <p class="verse">Und meine Herde weide unter Dir.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-5"> -<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a> -Tempelgang Mariä -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Da ist die große Treppe und der Bogen</p> - <p class="verse">Voll Dunkelheit, darein die Leute sinken,</p> - <p class="verse">Von ihrer höchsten Schwelle aufgezogen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nein, meine Mutter, ich mag nicht mehr trinken,</p> - <p class="verse">Nimm Du den Reiseschlauch, ich möchte warten</p> - <p class="verse">Bis jene Greise in den Grund verwinken.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">In Röcken, die von Gold und Steinen starrten</p> - <p class="verse">Sind die und doch so milde, als die Blüten</p> - <p class="verse">Ausruhn und offen stehn im Mittaggarten.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und alle gehn wie Hirten, so sie hüten;</p> - <p class="verse">Und wieder gleichend meinem jüngsten Lamme</p> - <p class="verse">Nach meinem Ruf und dann der Hand Begüten.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und wo sie einziehn, ist wohl eine Flamme;</p> - <p class="verse">Mit andern Augen treten sie von innen</p> - <p class="verse">Und schatten ab vom steingebauten Stamme.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und blicken um ein Tierlein zu gewinnen;</p> - <p class="verse">Keins wird gebracht, nun wird ihr Feuer kleiner;</p> - <p class="verse">Und sterben. — Unter meinen Füßen rinnen</p> - <p class="verse">Die Stufen abwärts und nun trägt mich einer.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-6"> -<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a> -Der Engel Gabriel -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Mir sträubten alle Federn aus den Poren</p> - <p class="verse">Vom Schimmern ihres Haares und dem Streifen</p> - <p class="verse">Geneigter Stirn, und ich vernahm das Reifen</p> - <p class="verse">Von meiner Gegenwart in ihren Ohren.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und hob die Botschaft an, in unsern Worten;</p> - <p class="verse">Nur denkend, aber schon verstand die Leise</p> - <p class="verse">Im Auseinanderrinnen roter Kreise,</p> - <p class="verse">Vor deren Zug die meinen wie verdorrten.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">In steilen Flügeln hing ich bis sie schwangen</p> - <p class="verse">Und ich geblendet glitt vom Sonnenstaube,</p> - <p class="verse">Gefolgt vom tiefen Schlummerruf der Taube,</p> - <p class="verse">Die sich dem reinsten Nestraum unterfangen.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-7"> -<a id="page-11" class="pagenum" title="11"></a> -St. Joseph -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und vorüber wächst der Mondenflecken,</p> - <p class="verse">Meine Kniee dürfen sich nicht strecken,</p> - <p class="verse">Denn sie würden mich dem Schlaf verschwachen,</p> - <p class="verse">Und noch ist in ihrer Zelle Wachen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und ich muß auf frischgedeckten Kissen</p> - <p class="verse">Wieder, mir so fremd, die Jungfrau wissen.</p> - <p class="verse">Hörbar wird aus tiefem Atemsammeln</p> - <p class="verse">Süßes, immer wiederholtes Stammeln.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nun nichts mehr, als Duft von Simons Schafen,</p> - <p class="verse">Um das ferne Kind ist sie entschlafen,</p> - <p class="verse">Und ich darf mich bis zum Ruf der Gassen</p> - <p class="verse">Meines Lagers Einsamkeiten lassen.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-8"> -<a id="page-12" class="pagenum" title="12"></a> -Advent -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nach hohem Schweben ward die Kerze den Schnee am Sims gewahr</p> - <p class="verse">Und sprach ihn durch die Scheiben auf seine Weise warm;</p> - <p class="verse">Vor mein Gerät zurück fand neigend mich Dein Arm</p> - <p class="verse">Und ferne schwang dahin verzogene Gefahr.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und meiner Tage viele gabst Du Dir anzusehn,</p> - <p class="verse">So wie Gedanken blühn bevor der Mund sie spricht;</p> - <p class="verse">Und Abende für mich trug sinnend Dein Gesicht</p> - <p class="verse">Und ließ vor schwerem Glück sie auseinandergehn.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und alles hob heran und senkte vor mein Knien</p> - <p class="verse">Der einen Stunde Schoß, die mich nach Deiner Macht</p> - <p class="verse">In sich empfangen wird so weit wie eine Nacht,</p> - <p class="verse">Wo aus dem Fall der Frucht die müden Zweige ziehn.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-9"> -<a id="page-13" class="pagenum" title="13"></a> -Die Hirten auf dem Felde -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Auf brach die Nacht im Himmel, wie von Früchten</p> - <p class="verse">Die wir in heißer Asche berstend rösten.</p> - <p class="verse">Als Finsternisse dann vom Quellen lösten</p> - <p class="verse">Hing es wie Sturz und sah uns alle flüchten.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Da ward die Glanzfaust mild, uns übereilend,</p> - <p class="verse">Gekehrt in Strahlen wider unser Staunen.</p> - <p class="verse">In ihrem Anfang aber und Posaunen</p> - <p class="verse">Stand eine Stimme hin, sich uns erteilend.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und wurde tief, daß er uns leuchten solle,</p> - <p class="verse">In die verstummte Luft als Stern geschlagen;</p> - <p class="verse">Und läßt sein Licht vor uns vom Felde tragen</p> - <p class="verse">Auf reger Herden Hügelmeer und Wolle.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-10"> -<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a> -Mariä Trauer -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">War dieses Krüglein meiner Hand zu schwer —</p> - <p class="verse">So schüchtern kommt sie aus den heilgen Wochen,</p> - <p class="verse">Nun netzt es keines Wandrers Dürre mehr.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">An meiner Vorsicht habe ich’s zerbrochen;</p> - <p class="verse">Wie nach Erfüllung war es leere Kühle</p> - <p class="verse">Und hat doch süß vom letzten Trank gerochen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Geschah dies also — wie ich mich befühle,</p> - <p class="verse">Daß nach dem schweren, morgenroten Wein</p> - <p class="verse">Kein Wasser den geneigten Rand bespüle?</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der Fluß, der Regen — sind denn die gemein?</p> - <p class="verse">Was weiß ich wohl davon in meinem Stalle —</p> - <p class="verse">Ich möchte nun nie mehr voll Wassers sein.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Herr, Vater meines Sohns, gib mir zu sterben,</p> - <p class="verse">Nur daß ich Dir entlang getröstet falle</p> - <p class="verse">Und Du zu Füßen Dir am Boden findest</p> - <p class="verse">Vom Dufte Deines Weins belebte Scherben.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-11"> -<a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a> -Das Engelkonzert -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Da sie im Rosenhage aus dem Kinde</p> - <p class="verse">Sein Lächeln frug, wie es noch nie gegeben,</p> - <p class="verse">Stand ein gemeines Rispengras daneben,</p> - <p class="verse">Das bog sich an ihr Kleid geheimem Winde.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die Innigsten vom himmlischen Gesinde</p> - <p class="verse">Gelangten aus des Mittags Lichtbestreben;</p> - <p class="verse">Vertieften sich in ihr verklärtes Leben</p> - <p class="verse">Und wagten es im Spiel zum Angebinde.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Entzückte Einfalt, ehemals in Taten</p> - <p class="verse">Von einer armen Magd, ward hier zu Klängen</p> - <p class="verse">Die zart des Kindes Zehentraum umbaten.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">So kam von angeschwungnen Saitensträngen</p> - <p class="verse">Der Engelschar Erinnern und Erraten —</p> - <p class="verse">Und Gottes Mutter ließ die Lider hängen.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-12"> -<a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a> -Nach Christi Tempelweile -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nicht müde bin ich, Sohn, ich stand ganz stille;</p> - <p class="verse">Die Wege alle waren es, die gingen,</p> - <p class="verse">Die namenlos vor meiner Sorge zogen.</p> - <p class="verse">Nur einmal sah ich braune Vögel singen</p> - <p class="verse">Und einen Apfelbaum in Blüten schweigen,</p> - <p class="verse">Wo kleine, strohgewebte Nester hingen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Da dachte ich, dies sollte ich Dir zeigen;</p> - <p class="verse">Doch Du warst fort und ich um Dich zu finden</p> - <p class="verse">Und ließ die Straßen durch die Augen steigen.</p> - <p class="verse">Ich fühlte große Leeren aus mir schwinden,</p> - <p class="verse">Auf jede folgten viele schmerzlich neue,</p> - <p class="verse">Dann glaubte ich für immer zu erblinden.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die Stadt kam auf mich zu so ohne Reue,</p> - <p class="verse">Dein weißes Kleid das kam und Du darin —</p> - <p class="verse">Sieh mir nicht an, wie mühsam ich mich freue.</p> - <p class="verse">Es ist mir nur wie graues Haar gekommen,</p> - <p class="verse">Daß ich nun, da Dich Gott ergriffen hat,</p> - <p class="verse">Wohl nichts mehr als ein Nest im Frühling bin,</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Das große Hände plötzlich ausgenommen.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-13"> -<a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a> -Die Schwestern des Lazarus -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nun kann ich die verborgne Sonne hören;</p> - <p class="verse">Ihr Sinken rauscht noch hinter Hügeln weiter,</p> - <p class="verse">Nicht Tier noch Blatt wagt dies Geräusch zu stören.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nur Du blickst laut, weil ich dem Abend heiter</p> - <p class="verse">Darin zum viertenmal des Bruders Schuhe</p> - <p class="verse">So rechtlos liegen bei der Dattelleiter.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Er aber in des Felsens kalter Ruhe</p> - <p class="verse">Mit Tod durchtränkt den Wohlgeruch der Öle,</p> - <p class="verse">Der Kräuter und die Linnen Deiner Truhe.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Als wir ihn damals trugen bis zur Höhle</p> - <p class="verse">Erwartet ich den Meister jede Wendung,</p> - <p class="verse">Und daß er uns zu halten anbeföhle.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Doch nach des Grabes zögernder Beendung</p> - <p class="verse">Empfing ich Freude aus dem Wuchs der Weile,</p> - <p class="verse">Die uns der Herr nicht kommt auf alle Sendung.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Auch dieser Tag ist fromm in karger Eile,</p> - <p class="verse">Und noch vor Nacht sich neue Knospen weiten,</p> - <p class="verse">Mich für das Kommen einer lichten Steile</p> - <p class="verse">Die größer als Dein Trauern zu bereiten.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-14"> -<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a> -Die Jünger im Garten -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Zur atemlosen Einsamkeit des Hügels</p> - <p class="verse">Hat sich der Meister zagend aufgetrauert.</p> - <p class="verse">Wir wachen Ihm im Schutz des Ölbaumflügels.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der Garten hat sich zu uns hingekauert;</p> - <p class="verse">Stumm lauschend wie in seinem dunkeln Grunde</p> - <p class="verse">Ein Vogel seine bange Brut bedauert.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die Ferne murrt gleich einem müden Hunde</p> - <p class="verse">Sich in die eigne Wärme mit Behagen;</p> - <p class="verse">Und tief am Himmel heilt des Nachtrots Wunde.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nun bettet Christi Mutter sich in Klagen,</p> - <p class="verse">Denn wieder ist Er undurchdenkbar eigen</p> - <p class="verse">Und was Er tut will nichts als Tod besagen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Saht ihr sie einmal blaß die Lippen neigen</p> - <p class="verse">Im Anblick der verlaßnen Muttertiefe,</p> - <p class="verse">Die nichts ersehnt, als daß ihr Sohn im Schweigen</p> - <p class="verse">Noch einmal Leib und Seele in sie schliefe.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-15"> -<a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a> -Der Grabwächter Christi -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ich schlief vom Stehn hernieder, nur gewahr</p> - <p class="verse">Der feuchten Erde dann mit flachem Haupte;</p> - <p class="verse">Als nächstes noch ein Strauch, der sich belaubte,</p> - <p class="verse">In meiner Stirn und herb den Nüstern war.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Geträum verschlang mich mehrmals, doch der Geist</p> - <p class="verse">Blieb bloß und schwimmend auf der Tiefe liegen</p> - <p class="verse">Und hörte Hauch vom Grab, und schwach entfliegen</p> - <p class="verse">Das Siegelband, bis taumelnd es verkreist.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Kühl, wie ein Talraum seine Frühe, blies</p> - <p class="verse">Durch Felsenfugen Staunen in den Garten</p> - <p class="verse">Und überschwand betäubend mein Erwarten,</p> - <p class="verse">Bis schwarz die offne Tür mich in sich stieß.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-16"> -<a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a> -Apostelweg -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Das Haar uns in vollbrachte Strecke steht,</p> - <p class="verse">Vom Sturm und Sturz der Bäume so gehalten;</p> - <p class="verse">Aus den Gesichtern flattern alle Falten</p> - <p class="verse">Und im Gewand die Leiber sind verweht.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Dazwischen ruht Dein Wort und Bildnis bloß</p> - <p class="verse">Greift aufgerichtet in die schwanken Seiten,</p> - <p class="verse">Bezwingt sie in ein heißes Vorwärtsschreiten</p> - <p class="verse">Und Deine Stille läßt darin nicht los.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wenn in entrückter Stadt, wohin Du willst,</p> - <p class="verse">Erst unsre Glieder wieder um Dich schließen,</p> - <p class="verse">Von Dir wird unser Körper überfließen,</p> - <p class="verse">Bis Du auch dort Dir neu ein Strombett schwillst.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-17"> -<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a> -St. Agnes -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Stumm steigt ihr Schatten vor ihr über Feld,</p> - <p class="verse">Streift aus der Luft verlaßne Falterkreise</p> - <p class="verse">Und ruht nun knieend in dem Ackergleise</p> - <p class="verse">Vom Blühn der wilden Blumen dicht durchstellt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und über ihren braunen Nacken träuft</p> - <p class="verse">Der Sonne Hügelabend wie ein Sinnen,</p> - <p class="verse">Da samtnes Bunt sich im vertieften Linnen</p> - <p class="verse">Aus dem Gezirp gepflückter Stengel häuft.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Blick hin! Der grünen Hecke müder Flaum</p> - <p class="verse">Weht auf vor eines Widderlammes Helle,</p> - <p class="verse">Und einsam treibt an ihres Herzens Quelle</p> - <p class="verse">Des <a id="corr-0"></a>langgelockten Fließes weißer Schaum.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-18"> -<a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a> -Trennung -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Mit allen Tagen nun vergeht die liebe Farbe,</p> - <p class="verse">Von Sonnenwegen voll in Dein Gesicht gelangt;</p> - <p class="verse">Auch Deine Hände sind, wie wenn der Meerstrand darbe</p> - <p class="verse">Und Sand durch seiner Flut Versinken sichtbar bangt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Dir gleich sah ich allein nur einen Hirten hören,</p> - <p class="verse">Besorgt ob seine Schar am letzten Naß schon leckt —</p> - <p class="verse">Die Heide blühte wohl, stand rot in Bienenchören,</p> - <p class="verse">Doch Lamm an Lamm umsonst zum Quellenbett gestreckt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die Hänge fern der Stadt sind jetzt vom Herbst erworben,</p> - <p class="verse">Auch Deiner Neigung Duft ist dort vom Gras verbraucht.</p> - <p class="verse">Erkundend steht Dein Blick, bevor er halb erstorben</p> - <p class="verse">Aus leerem Feld zurück in Deinen Herzschlag taucht.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-19"> -<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a> -Herbst -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wie Flaum an totem Vogelleib im Sand</p> - <p class="verse">Bewegt mein Nahn das Haar an Deiner Schläfe,</p> - <p class="verse">Als ob auch Dich des Laubes Siechtum träfe</p> - <p class="verse">Welkt Lächeln über Deines Mundes Rand.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Sich selbst umschlingend gleiten durch den Zaun</p> - <p class="verse">Der Wiese silbergrau geweifte Fäden —</p> - <p class="verse">Du legst die Lider auf wie weiße Läden</p> - <p class="verse">Und läßt mich leere Sterberäume schaun.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-20"> -<a id="page-24" class="pagenum" title="24"></a> -Dachraum -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Im Fenstergarten wird das Farben matt,</p> - <p class="verse">Beharrlich gilbt daraus nur eine Winde,</p> - <p class="verse">In sich gedeckt, wie er sich sternig finde,</p> - <p class="verse">Steht der ergraute Abend auf der Stadt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die eingelegten Scheiben lassen schon</p> - <p class="verse">Die Spiegelzüge unsres Bundes blassen;</p> - <p class="verse">Und aus den Giebeln stimmenmüder Gassen</p> - <p class="verse">Erweitert sich ein Mond wie roter Mohn.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wir wissen nicht, was nun an uns geschieht,</p> - <p class="verse">Wo wir nicht lächeln können und Nichts denken</p> - <p class="verse">Als nur des Tones klagenloses Senken</p> - <p class="verse">Am Ende einem alten Pilgerlied.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-21"> -<a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a> -Neigung -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Mehr als Du meinst, daß ich vollendet sei</p> - <p class="verse">Wenn erst ich Dich durch meinen Tod begreife,</p> - <p class="verse">Will ich Dir werden, daß an meiner Reife</p> - <p class="verse">Dein Mund sich netze einer Furche frei.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Um diesen Willen weißt Du und die Gier,</p> - <p class="verse">Der nicht genügt was Du mir zugeboren,</p> - <p class="verse">Und siehst mich doch nicht an wie einen Toren</p> - <p class="verse">Und überläßt die Erde offen mir.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Gibst mir die hohe Sonnenwiese hin,</p> - <p class="verse">Auf daß ich teil aus ihrem Leben habe</p> - <p class="verse">Und, eh Du Dich versehen, Deine Labe</p> - <p class="verse">Vor der Erschaffung eines Abends bin.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-22"> -<a id="page-26" class="pagenum" title="26"></a> -Versenkung -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Als ich mein letztes Anschaun hingeschenkt,</p> - <p class="verse">In feierlicher Freude wie an Erben,</p> - <p class="verse">Den Rüstern vor der Tür, den frühlingsherben,</p> - <p class="verse">Ward Nacht um sie und ich in Dich versenkt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Kelchgleich empfingest Du und ließest mich</p> - <p class="verse">Bis in den tiefsten Deiner Kreise gleiten,</p> - <p class="verse">Daß mein Gefühl aus seinen flachen Weiten</p> - <p class="verse">Gesegnet in sich selbst zusammenwich.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wie eine Abendlilie am Stiel</p> - <p class="verse">Sankst Du, und ich verging in langem Rollen</p> - <p class="verse">Beschwert, ein Tau, mit süßen Blütenpollen,</p> - <p class="verse">Der duftend im gebeugten Leib zerfiel.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-23"> -<a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a> -Zuflucht -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Die Seele nimm mir auf und halte bitte</p> - <p class="verse">Für eine kurze Weile ihr Verzagen,</p> - <p class="verse">Wie man mich trug in kranken Kindertagen,</p> - <p class="verse">Daß ich des Lagers Härten nicht so litte.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Geduldig laß mich Dir in Armen zittern,</p> - <p class="verse">Wie Du auch duldest Beben eines Blattes,</p> - <p class="verse">Dem kleinen Lamm entschuldigst sein Ermatten</p> - <p class="verse">Beim Schmerzen fremder Kräuter, selten bittern.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Aus Deiner Hände liebendem Befassen</p> - <p class="verse">Strömt Güte in mich ein von Deinem Herzen,</p> - <p class="verse">Und unbesorgt kannst Du gleich freien Kerzen</p> - <p class="verse">Mich wieder klar alleine brennen lassen.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-24"> -<a id="page-28" class="pagenum" title="28"></a> -Die Brücke -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Kleid und Leib durchstreicht mir Frost,</p> - <p class="verse">Daß sie um mich sind wie Rinde.</p> - <p class="verse">Schattenblätter einer Linde</p> - <p class="verse">Kommen aus des Gitters Rost.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der gefüllte Mond zerbrach</p> - <p class="verse">Im Gestrüpp der Uferpflanzen,</p> - <p class="verse">Wellen, die vor ihnen tanzen,</p> - <p class="verse">Salben ihn einander nach.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wartend liegt mein weitrer Gang</p> - <p class="verse">Sich voll Tau und Nebelschwaden,</p> - <p class="verse">Mich bedacht hinweg zu baden</p> - <p class="verse">Als der Stelle Überschwang.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-25"> -<a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a> -Domplatz -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Obgleich schon Mittag in den Uhren der vielen Türme summt,</p> - <p class="verse">Bleibt dieses Morgens Knospe verhalten wie mein Herz,</p> - <p class="verse">Das sich nicht rühren kann und ungestillten Schmerz</p> - <p class="verse">Gleich einen Säugling durch ein immer altes Wort umstummt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Du stehst mir bei, wie einst aus Joseph auch Marie,</p> - <p class="verse">Der nur mit fernem Blick ihr Haupt vom Strohbett trug,</p> - <p class="verse">Bis die gedrängte Stirn ein blauer Schweiß beschlug</p> - <p class="verse">Und Deines Sohnes Bild in Deine Gnade schrie.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Kein Laut und Mensch des Wegs vom Stadtdom tritt mich ein,</p> - <p class="verse">Die Augen sind mir fremd im Angesicht gemacht,</p> - <p class="verse">Behorchend, wie gebannt, den geistgelegnen Schacht</p> - <p class="verse">Dem aus der Wandung blickt, von Dir begehrt, ein Stein.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-26"> -<a id="page-30" class="pagenum" title="30"></a> -Ruf -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wie in ein Feld von weißen Orchideen</p> - <p class="verse">Steigt blank in Wolken ab des Himmels Schein;</p> - <p class="verse">Noch einmal wacht zu atemreichem Drehen</p> - <p class="verse">Das Kraut und jedes Blatt der Buchen ein.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der Umriß meines Körpers steht vom Wege</p> - <p class="verse">Als schwarzes Maß dem goldnen Rainberg vor,</p> - <p class="verse">Und nimmt ein seitwärts schattendes Gehege</p> - <p class="verse">Und dunkles Abbild eines Farns empor.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und eines Kiesels Lösung lautet zagend</p> - <p class="verse">Die nächste Steinwand her und vor dem Grund</p> - <p class="verse">Erneuter Stille öffnet sich versagend</p> - <p class="verse">Um Deines Namens Heiligkeit mein Mund.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-27"> -<a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a> -Fiat -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Behalte mich Dir vor, so Du begehrst</p> - <p class="verse">Daß einer Deines Namens wegen leide,</p> - <p class="verse">Demütig sich in hänfne Stricke kleide</p> - <p class="verse">Vor Händen, die Du auserwählt bewehrst.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Mir sind gewiß die Pfeile nicht zu scharf,</p> - <p class="verse">Der Lanzen keine sollte meiner schonen,</p> - <p class="verse">Denn jede läßt mich tiefer in Dir wohnen,</p> - <p class="verse">In den ich bis zur Neige gehen darf.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wund stehst Du vor mir und ich liebe Dich,</p> - <p class="verse">Noch außer Dir und schon in Dich genommen —</p> - <p class="verse">Und Viele wird der Eingang überkommen,</p> - <p class="verse">Daß sie ihn selig suchen, Herr, wie ich.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-28"> -<a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a> -Ahnung -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Diese Nacht war ich nur Dank</p> - <p class="verse">Über allen meinen Träumen,</p> - <p class="verse">Als von starken Fensterbäumen</p> - <p class="verse">Blatt zu Blatt vorübersank.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Hörbar gaben sie sich kahl,</p> - <p class="verse">Hofwärts und durch Nichts belichtet,</p> - <p class="verse">Doch das Rauschen ging gesichtet</p> - <p class="verse">Hin vor Deiner Augen Tal.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und ich spürte irgendwo</p> - <p class="verse">Schon den Tag beim Atemfinden,</p> - <p class="verse">Und ward willig zum Erblinden</p> - <p class="verse">Meiner Zeit bereit und froh.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-29"> -<a id="page-33" class="pagenum" title="33"></a> -Bergung -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Bewege Dich und sei mir gütesacht</p> - <p class="verse">Nur eine weite Höhle ohne Feuchte,</p> - <p class="verse">Daß ich mich selbst darinnen ganz verleuchte</p> - <p class="verse">Vor fremden Wesen und der großen Nacht.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ich werde dort mich wie ein armes Wild</p> - <p class="verse">Warm, aber stumm und hungerlos verhalten,</p> - <p class="verse">Nur wunde Glieder aus den Schmerzen falten,</p> - <p class="verse">Denn Deine Finsternis ist keusch und mild.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der Tag krankt unter mir und nahend ist</p> - <p class="verse">Geruch von Nachtgetier und Lavaflüssen,</p> - <p class="verse">Und dennoch stirbt mir jedes Fürchtenmüssen,</p> - <p class="verse">Weil Du schon dunkel wachsend um mich bist.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-30"> -<a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a> -Endung -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Mir wird die Wendung meines Wegs bewußt,</p> - <p class="verse">Da nun mein Gang so anders in mich lautet,</p> - <p class="verse">Wie über Hänge, wo der Sommer krautet</p> - <p class="verse">Für sich und ohne zeitlichen Verlust.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ich rege mich nur wie ein Gras sich regt,</p> - <p class="verse">Doch stetig ist die Gegend mehr entlegen</p> - <p class="verse">Und naht Dich immer faßlicher zugegen,</p> - <p class="verse">Daß schon die Hand sich mir zum Herzen legt;</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Das atmend widergeht, als wenn es bald</p> - <p class="verse">Gelind die dünngewachte Wand durchtrete,</p> - <p class="verse">Sich innig dann in sein Verhängnis bete,</p> - <p class="verse">Wie eine Vogelstimme in den Wald.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-31"> -<a id="page-35" class="pagenum" title="35"></a> -Elevation -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nur eines Lächeln fehlt noch, sonst begänne</p> - <p class="verse">Ich schlanken Aufstieg mit geschloßnen Füßen,</p> - <p class="verse">Daß bald mich von des Hanges Gräsergrüßen</p> - <p class="verse">Der hochverklärte Stundenduft gewänne.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und ich auf Licht in gleicher Höhe stände</p> - <p class="verse">Mit dem verschmiegten Nest der braunen Meise,</p> - <p class="verse">Daß ihres Brütens scheues Lauschen leise</p> - <p class="verse">In mein Gefühl durch weiche Augen fände.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und weilte in Erhebung aller Stille;</p> - <p class="verse">Vernehmend durch die Bildung innrer Schleier</p> - <p class="verse">Den zarten Bruch der ersten Vogeleier</p> - <p class="verse">Bevor ich mir an Deine Brust entquille.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-32"> -<a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a> -Frühwinter -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Immer klarer lasse ich</p> - <p class="verse">Die Gestalt im Schneetrieb ragen</p> - <p class="verse">Und ein auferlöstes Tagen</p> - <p class="verse">Fühlt und leuchtet sie an Dich.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Durch das netzgewordne Wehn</p> - <p class="verse">Deiner Zeit und Deiner Himmel</p> - <p class="verse">Faßt sich ganz mein Wortgewimmel</p> - <p class="verse">In ein stummes Eingestehn.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Leise, während ich dabei</p> - <p class="verse">Unverschrien mit Dir alleine,</p> - <p class="verse">Schmilzt der schwersten Flocken eine</p> - <p class="verse">Sich auf meiner Lippe frei.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-33"> -<a id="page-37" class="pagenum" title="37"></a> -Füllung -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nah fühle ich, in meine Seele sinkt</p> - <p class="verse">Geweihte Schwere, dunkel sie erweiternd;</p> - <p class="verse">Still wird sie wie ein Kind, das schlaferheiternd</p> - <p class="verse">Die erst geballten Hände offen trinkt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nicht bete ich mehr, denn mein ganzes Sein</p> - <p class="verse">Ist nach erblaßter Scheu Dir unterlegen,</p> - <p class="verse">Und keine Frage duldet Dir entgegen,</p> - <p class="verse">Weil alles ohne Wort und Wille Dein.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nur die vollbrachte Tiefe ruft Dich an,</p> - <p class="verse">Des letzten irdischen Gesichts gedenkend,</p> - <p class="verse">Wo eine weiße Birke niedersenkend</p> - <p class="verse">In offne Gräserkelche Tau verrann.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-34"> -<a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a> -Gottesstunde -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Verbrachte Stunden sammeln sich der Seele;</p> - <p class="verse">Etwelche jeder Art von der ich lebe,</p> - <p class="verse">Undringlich kommen sie, daß auch sich hebe</p> - <p class="verse">Die jüngste auf, gleich einer armen Schmele.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und einzig dieser gönnst Du ein Bewegen</p> - <p class="verse">Vor Dir und mir durch segnendes Umschweigen,</p> - <p class="verse">Befiehlst dem Dunkel rings und ihrem Steigen</p> - <p class="verse">Ist keine Wand und keine Zeit entgegen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und so entgeht sie mir, wie gute Hände</p> - <p class="verse">Aus andrer Halt sich nehmen ohne Sträuben,</p> - <p class="verse">Erblüht mich ferner und ihr Samenstäuben</p> - <p class="verse">Beginnt auf eines Deiner Nachtgelände.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-35"> -<a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a> -Heimgang -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Nur Weißdornbuschwerk duftet meine Lider</p> - <p class="verse">Noch manchmal auf für ein verhaltnes Schauen;</p> - <p class="verse">Sonst ohne Blicke und der Steine Stauen</p> - <p class="verse">Gerate ich den Tannengang hernieder,</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der finster wird, wie ich voll süßem Schämen,</p> - <p class="verse">Denn Deine Trift und goldne Wolkenriesen</p> - <p class="verse">Hast Du dem Wald zuvor in mich gewiesen</p> - <p class="verse">Als in den Raum, da sie zu schlafen kämen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Herbergend habe ich, nun sie sich legen,</p> - <p class="verse">Was ich besaß gebreitet wie auf Dielen</p> - <p class="verse">Gelöste Garben Strohs, daß in sie fielen</p> - <p class="verse">Der Schläfer großes Atmen und Bewegen.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-36"> -<a id="page-40" class="pagenum" title="40"></a> -Terrasse -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der wilde, rote Wein ward schwarz und hängt im Abend</p> - <p class="verse">Und Zeit der Sterne ist, die hinter Wolken stehn,</p> - <p class="verse">Aus Häusern kommt das Licht, in Bäumen sich erlabend,</p> - <p class="verse">Die dunkel eingewölbt nur noch im Innern wehn.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Bewegung träumt mein Sitz im Steinbalkon als stammten</p> - <p class="verse">Die Züge Dir vom Mund, der Deinen Atem wiegt,</p> - <p class="verse">Und wieder werde ich in allen Tiefen samten</p> - <p class="verse">Und wunschlos wie ein Tod, wenn er mit Lächeln liegt.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Bis in die Augen steigt mir Ruhe ohne Gleiche,</p> - <p class="verse">Rinnt in die kühle Nacht, noch warm von meinem Sinn.</p> - <p class="verse">Ernst wie dem großen Wild sein später Durst zum Teiche</p> - <p class="verse">Rührt Deine Zuversicht auf alle Stille hin.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-37"> -<a id="page-41" class="pagenum" title="41"></a> -Mond -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wie der Geist von Deinem Geist</p> - <p class="verse">Strömt der Mond in meine Züge,</p> - <p class="verse">Kühlt zu reinlichster Genüge</p> - <p class="verse">Dinge, die noch Nichts gespeist.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Laut und lauter klingt das Licht</p> - <p class="verse">Über finstere Platanen;</p> - <p class="verse">Und das sonst gedrängte Ahnen</p> - <p class="verse">Dehnt sich aus und ruht sich schlicht.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Alle Sterne stehn wie Wald</p> - <p class="verse">Blau erhöht an beiden Ufern,</p> - <p class="verse">Wo Getön von frommen Rufern</p> - <p class="verse">In der Stillung Bann verhallt.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-38"> -<a id="page-42" class="pagenum" title="42"></a> -Anhöhe -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Behutsam darf ich aus dem Saum des Ranftes</p> - <p class="verse">Des Löwenzahnes graues Lichtrund steigern,</p> - <p class="verse">Was taubeschwert die Winde ihm verweigern</p> - <p class="verse">Erfüllen als ein unbedenkbar Sanftes.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">So löst mein leise abgesetztes Blasen</p> - <p class="verse">Die stillen Scharen der geschirmten Samen,</p> - <p class="verse">Und folgsam treiben sie in Deinem Namen</p> - <p class="verse">Wie eine Zirruswolke in den Rasen.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Du aber schweigst dabei den Abend tiefer,</p> - <p class="verse">Der Du die Erde bist und bist mein Hauchen</p> - <p class="verse">Und meines Wesens fließend Untertauchen</p> - <p class="verse">Im fernen Einglühn einer schwarzen Kiefer.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-39"> -<a id="page-43" class="pagenum" title="43"></a> -Der Mönch -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wer bin ich, daß der Himmel mir sein Falben</p> - <p class="verse">Bis in die stillsten Farbentöne deutet</p> - <p class="verse">Und meiner Sinne Suchen ausgereutet</p> - <p class="verse">Vom Fluggetümmel abendtrunkner Schwalben.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Da Glied um Glied, das Schlummer vorgekostet,</p> - <p class="verse">Demütig wird im Hängen und Berühren</p> - <p class="verse">Des groben Hanfes in den Lendenschnüren,</p> - <p class="verse">Die Sonnenheimgang zärtlich überrostet.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Du läßt die Klarheit also um mich schwellen,</p> - <p class="verse">Daß ich im satten Bade nicht zerfalle,</p> - <p class="verse">Nur ausgebaut zum ruhenden Kristalle</p> - <p class="verse">Durchscheinend allen Ufern, allen Wellen.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-40"> -<a id="page-44" class="pagenum" title="44"></a> -Die Sternnacht -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Meine Augen schlossest Du</p> - <p class="verse">Nur ein Blick blieb außer ihnen,</p> - <p class="verse">Im Gesumm der Sternenbienen</p> - <p class="verse">Sieht er meinen Händen zu.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Wie sie schwer und ewig tun</p> - <p class="verse">Um ein Nachtgebet geflochten,</p> - <p class="verse">Also vor den Brunnen mochten</p> - <p class="verse">Herden einst um Jakob ruhn.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und der Decke Leinwand liegt</p> - <p class="verse">Unter ihnen mir am Leben,</p> - <p class="verse">Liegt auch so, nur ohne Schweben,</p> - <p class="verse">Wenn es eingeholt versiegt.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-41"> -<a id="page-45" class="pagenum" title="45"></a> -Abend -</h2> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Der Anblick schlafgedämpfter Vogelspiele</p> - <p class="verse">Durch knospenschwere Zweige sanfte Sicht</p> - <p class="verse">Auf letzte hingetriebne Wolkenkiele</p> - <p class="verse">Baut lautlos meinen Tag vollendungsdicht.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Ein Raum steigt er empor und ich empfinde</p> - <p class="verse">Ihn größer in mir als den Leib umher,</p> - <p class="verse">Und ist lebendig still, wie kühle Winde</p> - <p class="verse">In Dünen sind aus nahversenktem Meer.</p> - </div> - <div class="stanza"> - <p class="verse">Und wie ihn nun der Mond, aus fernem Tale</p> - <p class="verse">Durch halben Abend gleitend, ruhig schließt,</p> - <p class="verse">Steht er als endlich werte Kathedrale</p> - <p class="verse">Gewärtig, daß Du rauschend sie beziehst.</p> - </div> - </div> -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-42"> -<a id="page-46" class="pagenum" title="46"></a> -Inhalt: -</h2> - -<div class="table"> -<table class="toc" summary="TOC"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">Sonett</td> - <td class="col_page"><a href="#page-5">5</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Die Arche Noah</td> - <td class="col_page"><a href="#page-6">6</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Prüfung Abrahams</td> - <td class="col_page"><a href="#page-7">7</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">David</td> - <td class="col_page"><a href="#page-8">8</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tempelgang Mariä</td> - <td class="col_page"><a href="#page-9">9</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Der Engel Gabriel</td> - <td class="col_page"><a href="#page-10">10</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">St. Joseph</td> - <td class="col_page"><a href="#page-11">11</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Advent</td> - <td class="col_page"><a href="#page-12">12</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Die Hirten auf dem Felde</td> - <td class="col_page"><a href="#page-13">13</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mariä Trauer</td> - <td class="col_page"><a href="#page-14">14</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Das Engelkonzert</td> - <td class="col_page"><a href="#page-15">15</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nach Christi Tempelweile</td> - <td class="col_page"><a href="#page-16">16</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Die Schwestern des Lazarus</td> - <td class="col_page"><a href="#page-17">17</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Die Jünger im Garten</td> - <td class="col_page"><a href="#page-18">18</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Der Grabwächter Christi</td> - <td class="col_page"><a href="#page-19">19</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Apostelweg</td> - <td class="col_page"><a href="#page-20">20</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">St. Agnes</td> - <td class="col_page"><a href="#page-21">21</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Trennung</td> - <td class="col_page"><a href="#page-22">22</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Herbst</td> - <td class="col_page"><a href="#page-23">23</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dachraum</td> - <td class="col_page"><a href="#page-24">24</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Neigung</td> - <td class="col_page"><a href="#page-25">25</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Versenkung</td> - <td class="col_page"><a href="#page-26">26</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Zuflucht</td> - <td class="col_page"><a href="#page-27">27</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Die Brücke</td> - <td class="col_page"><a href="#page-28">28</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Domplatz</td> - <td class="col_page"><a href="#page-29">29</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ruf</td> - <td class="col_page"><a href="#page-30">30</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-47" class="pagenum" title="47"></a>Fiat</td> - <td class="col_page"><a href="#page-31">31</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ahnung</td> - <td class="col_page"><a href="#page-32">32</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bergung</td> - <td class="col_page"><a href="#page-33">33</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Endung</td> - <td class="col_page"><a href="#page-34">34</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Elevation</td> - <td class="col_page"><a href="#page-35">35</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Frühwinter</td> - <td class="col_page"><a href="#page-36">36</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Füllung</td> - <td class="col_page"><a href="#page-37">37</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gottesstunde</td> - <td class="col_page"><a href="#page-38">38</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Heimgang</td> - <td class="col_page"><a href="#page-39">39</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Terrasse</td> - <td class="col_page"><a href="#page-40">40</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mond</td> - <td class="col_page"><a href="#page-41">41</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Anhöhe</td> - <td class="col_page"><a href="#page-42">42</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Der Mönch</td> - <td class="col_page"><a href="#page-43">43</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Die Sternnacht</td> - <td class="col_page"><a href="#page-44">44</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Abend</td> - <td class="col_page"><a href="#page-45">45</a></td> - </tr> -</tbody> -</table> -</div> - - -<div class="trnote"> -<p id="trnote" class="chapter"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p> - -<p> -Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher): -</p> - -<ul> - -<li> -... Des <span class="underline">langgelocken</span> Fließes weißer Schaum. ...<br /> -... Des <a href="#corr-0"><span class="underline">langgelockten</span></a> Fließes weißer Schaum. ...<br /> -</li> -</ul> -</div> - - - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Die Kathedrale, by Ruth Schaumann - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE KATHEDRALE *** - -***** This file should be named 52381-h.htm or 52381-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/2/3/8/52381/ - -Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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