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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Harbaugh's Harfe - Gedichte in Pennsylvanisch-Deutscher Mundart - -Author: Henry Harbaugh - -Release Date: March 15, 2016 [EBook #51467] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HARBAUGH'S HARFE *** - - - - -Produced by Jan-Fabian Humann and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This file was -produced from images generously made available by The -Internet Archive) - - - - - - - - - - -[Illustration: Wohnhaus der Eltern Harbaugh’s, in Franklin County, Pa.] - - - - - Harbaugh’s Harfe. - - GEDICHTE - - IN - - Pennsylvanisch-Deutscher Mundart. - - VON - - H. HARBAUGH, D. D. - - HERAUSGEGEBEN VON - B. BAUSMAN. - - REFORMED CHURCH PUBLICATION BOARD, - No. 54 NORTH SIXTH STREET, PHILADELPHIA. - - 1870. - - Entered according to Act of Congress, in the year 1870, by the - REFORMED CHURCH PUBLICATION BOARD, - in the Clerk’s Office of the District Court of the United States, - in and for the Eastern District of - Pennsylvania. - - ELECTROTYPED BY - JAS. B. RODGERS CO. - PHILADELPHIA. - - - - -Vorrede. - - -Folgende Gedichte, in Pennsylvanisch-deutscher Mundart geschrieben, -erschienen ursprünglich im „Guardian”. Dr. HARBAUGH wurde oft gebeten -eine Sammlung derselben in Buchform herauszugeben, welches er auch -beabsichtigte. Leider blieb dieser Wunsch seiner vielen Freunde durch -seinen frühen Tod unerfüllt. HARBAUGH hat diese Gedichte geschrieben, -nicht ich; allein er ist mir ein theurer Freund gewesen -- ist es immer -noch, obgleich im Jenseits. Dankbare Liebe zu ihm sowie zu dem Volk, -in dessen Sprache er diese Lieder singt, bewegt mich dieses Werkchen -herauszugeben. Auf vielen Seiten -- in Amerika wie in Europa -- ist -der Wunsch für sein Erscheinen laut geworden. Den vielen Freunden, -welche auf verschiedene Weise bei den Vorbereitungen des Unternehmens -mitwirkten, sei hiermit herzlich gedankt. Namentlich Herrn E. D. -LEISENRING, B. F. TREXLER, Pastor S. K. BROBST und Pastor A. J. G. -DUBBS von Allentown, sowie Hrn. J. M. BECK vom „Reading Adler,” der -es unternahm die Schreibweise zu ordnen und der die Wörter-Tabelle im -Anhang des Buches bereitete. - -Die Holzschnitte sind alle nach Original-Zeichnungen angefertigt. Das -alt Schulhaus, Die alte Miehl, die HARBAUGH’sche Heimath und Der alte -Feierheerd wurden an Ort und Stelle, in Franklin County, von Herrn J. -A. BECK von Harrisburg skizzirt. Die Bilder zum Kerchegang in alter -Zeit und Heemweh zeichnete Herr DAN. DEVLIN von Reading, Pa. Der Ertrag -des Verkaufs dieses Buches soll Dr. HARBAUGH’s Familie zu gut kommen. - -Diese Harfe giebt eine Darstellung des Volks- und Familien-Lebens der -Deutsch-Pennsylvanier. Von der Wiege bis zum Grabe, aus der Familie, -Schule und Kirche wird manches liebliche Bild gemalt. Möchte die lieben -Leser bitten „Die Harfe” nicht an die Weiden zu hängen, sondern recht -oft ihre schönen Klänge im Kreise der Familie ertönen zu lassen. - -B. BAUSMAN. - -_Reading, Pa., Mai, 1870._ - - - - -Inhalts-Verzeichniss. - - - _Seite_ - - Einleitung, 7 - - Zum A’denke an Dr. Heinrich Harbaugh, 9 - - Das alt Schulhaus an der Krick, 13 - - Die neie Sort Dschent’lleit, 21 - - Der Belsnickel, 23 - - Der alte Feierheerd, 25 - - Die Schlofschtub, 31 - - Der reiche Herr im Deich, 37 - - Das Krischkindel, 39 - - Die alt Miehl, 45 - - Busch un Schtedtel, 51 - - Der Rejeboge, 53 - - Der Pihwie, 59 - - Der Kerchegang in alter Zeit, 61 - - Will widder Buwele sei’, 65 - - Lah Bisness, 69 - - Heemweh, 77 - - The Old School-House at the Creek, 87 - - The Old-Time Hearth-Fire, 95 - - Home-Sickness, 99 - - The Old Sleeping Room, 106 - - Wortverzeichniss, 111 - - - - -Verzeichniss der Bilder. - - - Wohnhaus der Eltern Harbaugh’s, Vorderseite. - - Das Alt Schulhaus an der Krick, _Seite_ 12 - - Der Alte Feierheerd, 27 - - Die Alt Miehl, 44 - - Der Kerchegang in Alter Zeit, 63 - - Heemweh, 82 - - - - -Einleitung. - - -Heinrich Harbaugh wurde den 28. October, 1817, nahe bei Waynsboro’, -Franklin County, Pa., geboren. In 1736 kam sein Ur-Grossvater, YOST -HARBAUGH, aus der Schweiz nach Amerika. Er kaufte sich eine Bauerei -„drei Meilen oberhalb der Maxatawny Creek,” in Maxatawny Township, -Berks County, Pa. Aus diesem Stamm wuchsen die Zweige der zahlreichen -HARBAUGH Familie in Amerika. - -HEINRICH HARBAUGH’s Vater, GEORGE HARBAUGH, war ein einfacher -fleissiger Bauer. Seine Mutter war eine geborne Schneider, von -Lancaster County, Pa. Beide Eltern gehörten zur Reformirten Kirche, in -welchem Glauben sie ihre Kinder treu zu erziehen suchten. Sie hatten -zwölf Kinder, wovon HEINRICH das zehnte war. - -Von früher Jugend an hatte er eine Vorliebe zum Studiren. Er sollte -Bauer oder Handwerker werden; allein er selbst fühlte sich zum -Predigtamt berufen. Er blieb seinen Eltern getreu, und arbeitete -fleissig als ein Ackersmann. Dabei aber liebte er Bücher, und sparte -jeden Cent, um dieselben zu kaufen. Damals hatte man blos während -etlichen Winter-Monaten Schule. In der übrigen Zeit studirte er -nach Gelegenheit. Er hatte den Gebrauch, ein Buch in seiner Tasche -nachzutragen. Beim Pflügen, während er die Pferde in der Furche ruhen -liess, and Mittags während sie ihr Futter frassen, las er fleissig. Das -Schulhaus für jene Gegend stand neben einem Bach, eine kurze Strecke -von seiner Heimath. Seine Schul-Erfahrungen und Erinnerungen, bewogen -ihn das „Schulhaus an der Krick” zu schreiben. - -Endlich fühlte er sich durch einen Gewissens-Zwang bewogen, sich dem -Studium zu widmen. Allein dazu fehlten ihm die Mittel. Er entschloss -sich am Schreinerhandwerk zu arbeiten, welches er theilweise gelernt -hatte, um sich das nöthige Geld zu verdienen. Sein Scheiden von dem -elterlichen Hause wird in einem Bilde dieses Buches dargestellt. Wie er -von dem Hof in die Kutsche steigt, steht seine weinende Mutter auf der -Portsch, mit dem Schurz vor dem Gesicht. - -Damals reiste er nach Ohio, wo er etliche Jahre lang abwechselnd -als Schreiner arbeitete und in die Schule ging. Endlich konnte er -als Student in Marshall College und das Theologische Seminar in -Mercersburg, Pa., eintreten. Allein wegen Mangel an Mitteln musste er -seinen Cursus in diesen Anstalten abkürzen. - -Als Pastor bediente er drei verschiedene Gemeinden. Von 1843 bis 1850 -war er Seelsorger der reformirten Gemeinde in Lewisburg, Pa. In 1850 -folgte er einem Ruf von der ersten reformirten Gemeinde in Lancaster, -Pa. Nachdem er zehn Jahre hier gewirkt hatte, wurde er Prediger der -St. Johannis Gemeinde von Lebanon, Pa. In 1863 erwählte ihn die Synode -der Reformirten Kirche in den Vereinigten Staaten als Professor der -Theologie im Seminar zu Mercersburg, Pa. - -HARBAUGH war während einem Jahr vor seinem Tode leidend gewesen. Am 28. -December, 1867, entschlief er sanft in dem Herrn. - -Er war zweimal verheirathet. Das erste Mal mit Mary Goodrich von -Ohio, welche in 1847 starb. Das zweite Mal mit Mary Louisa Linn von -Lewisburg, Pa. Er hinterlässt neben dieser sieben Kinder. - -HARBAUGH war ein Kanzelredner ersten Ranges. Auch wurde er später als -Theolog berühmt. Mit Anfang seines Amtes gründete er den „_Guardian_,” -eine englische Monatsschrift, welche er für einen Zeitraum von 17 -Jahren redigirte. Als Schriftsteller leistete er Vieles. Er schrieb 3 -Bände über „The Future Life,” oder das Leben der Seligen im Himmel; -„The Life of Schlatter,” 1 Band; „Fathers of the Reformed Church,” 2 -Bände; „The True Glory of Woman,” 1 Band; „The Birds of the Bible,” 1 -Band, „Harbaugh’s Poems,” 1 Band; nebst einer Anzahl kleiner Schriften. -Auch hat er einen Commentar über den Heidelberger Katechismus -geschrieben, welcher wahrscheinlich das kommende Jahr im Druck -erscheinen wird. - -Obschon HARBAUGH beinahe ausschliesslich in englischer Sprache schrieb, -war er doch von Haus aus ein sogenannter Deutsch-Pennsylvanier. In -seinem väterlichen Haus wurde Pennsylvanisch-Deutsch gesprochen. Den -eigenthümlichen Geist dieses Volkes saugte er von seiner frühesten -Kindheit ein. Er liebte dessen Gebräuche, dessen kindlichen Sinn und -dessen schlichte Frömmigkeit, und fühlte sich nirgends so wohl zu Haus -als in den Familien und grossen deutschen Kirchen Ost-Pennsylvaniens. -Bei seinen Besuchen unter diesem Volk bemühte er sich jedesmal, etwas -aus dessen geschichtlichem Leben zu sammeln und aufzubewahren. - -Die Ost-Pennsylvanier lernten ihn herzlich lieben. Wenn er predigte, -strömte das Volk in Schaaren herbei. Seine Predigten waren tief und -doch einfach, gründlich und doch verständlich. Er war ein Auswuchs aus -ihrem eigenen Leben. - -Als Pennsylvanish-deutscher Dichter musste er Bahn brechen. Man war -damals noch nicht einig darüber, ob diese Sprache einen besondern -Dialekt bilde. Er schrieb für das Volk in der Volkssprache, und das -Volk las seine gemüthvollen Gedichte an den Feuerheerden und lachte und -weinte darüber. - -Sein Tod machte einen tiefen und traurigen Eindruck auf seine -zahlreichen Freunde englischer und deutscher Zunge. Sonntags nach -seinem Heimgang verkündete mancher Prediger der Gemeinde von der -Kanzel, mit Thränen in den Augen: „Unser lieber Bruder HARBAUGH -ist in die Ruhe gegangen.” Nebst dem Leichen-Gottesdienst, welcher -in Mercersburg gehalten worden, wurden in vielen grossen Gemeinden -Ost-Pennsylvaniens, in gedrängten Kirchen, besondere Leichenreden -gehalten, wo Thränen der trauernden Liebe reichlich flossen. Als ein -Zeichen dieser allgemeinen Trauer geben wir folgendes Gedicht, welches -damals erschien. - -_B. B._ - - - - -ZUM A’DENKE AN DR. HEINRICH HARBAUGH. - -VOM EHRW. C. Z. WEISER. - - - Dei’ Harf hengt an der Wand im Eck; - Die Schpinne, die webt ’n Drauer-Deck, - Mit Schtaab schwerzt sie es aus. - Die Schrauwe all minanner los; - Die Seede waxe zu mit Moos -- - Der Senger is vum Haus! - - Wie ungern sag’ ich, was ich meen! - Doch du kumscht ewig nimme heem, - So lang die Welt noch schteht! - Dann du warscht allfart frieh un schpoht, - Un dei’ Harf wär net so vergroht, - Sie war dir nie verleedt. - - Ich meen ich dhet ah, wann ich schteh - Und an die Wand in’s Eck nei’ seh, - En Liedche Heere geh’! - ’S is wie ’n Orgel an’re Leich, - Gans duhs un doch in Droscht so reich -- - ’S is traurig, aber schee’! - - Dess is -- so bild ich mir gern ei’, - Un ’s kennt ah werklich Wohret sei’ -- - Dei’ Loblied wo ich heer’; - Das iwwer die gans Kerch ergeht - Un aus so gar viel Herze weht, - Als dei’ verdiente Ehr’. - - M’r lest ah heifig in der Schrift, - Dass nooch sei’m Dodt ’n frommer Krischt - Zerick losst en Echo; - Sei’ Erwet schtoppt, doch schterbt er net, - Er ruht un draamt schee’ in sei’m Bett -- - Sei’ Werke folge no’h! - - So scheint mer’s juscht as ob ich kennt - Die Weis noch heere wann am End - Vum Lied der Singer schtoppt. - ’S Schneckhorn weht als fort vum Meer, - Wann’s Dhierle hauss is, un es leer - Im dunkle Eckschank hockt. - - Ich nemm die Harf dann vun d’r Wand, - Un trag sie sachte in der Hand - ’Naus uf der Weide Baam! - Sie schpielt dei’ Loblied prächtig dort, - Zu dei’m A’denke immerfort, - Wie imme siese Draam. - - Du kummscht ah nimmemeh dervor, - Du g’heerscht nau zumme annere Khor, - Dort b’halte sie dich ah. - Dort hot dei’ Lied en anneri Art, - Sei’ Harf is nei un himmlisch zart -- - ’S sin dausent Seede dra’! - - Leb wol, du liewer guter Mann! - Sing fort vum Moses un vum Lamm, - Mit gute Krischet all’; - Mir weile noch en wenig do, - Dann kummt dir Eens ums Anner no’h -- - Ja, wer wees ah wie bal’! - - - - -[Illustration: Das Alt Schulhaus an der Krick.] - - - - -Harbaugh’s Harfe. - - - - -_DAS ALTE SCHULHAUS AN DER KRICK._ - - - Heit is ’s ’xäctly zwansig Johr, - Dass ich bin owwe naus; - Nau bin ich widder lewig z’rick - Un schteh am Schulhaus an d’r Krick, - Juscht neekscht an’s Dady’s Haus. - - Ich bin in hunnert Heiser g’west, - Vun Märbelstee’ un Brick, - Un alles was sie hen, die Leit, - Dhet ich verschwappe eehig Zeit - For’s Schulhaus an der Krick. - - Wer mied deheem is, un will fort, - So loss ihn numme geh’ -- - Ich sag ihm awwer vorne naus - Es is all Humbuk owwe draus, - Un er werd’s selwert seh’! - - Ich bin draus rum in alle Eck’, - M’r macht’s jo ewwe so; - Hab awwer noch in keener Schtadt - Uf e’mol so viel Freed gehat - Wie in dem Schulhaus do. - - Wie heemelt mich do alles a’! - Ich schteh, un denk, un guck; - Un was ich schier vergesse hab, - Kummt widder z’rick wie aus seim Grab, - Un schteht do wie en Schpuck! - - Des Krickle schpielt verbei wie’s hot, - Wo ich noch g’schpielt hab dra’; - Un unner selle Hollerbisch - Do schpiele noch die kleene Fisch, - So schmärt wie selli Zeit. - - Der Weisseech schteht noch an der Dhier -- - Macht Schatte iwwer’s Dach: - Die Drauwerank is ah noch grie’ -- - Un’s Amschel-Nescht -- guk juscht mol hi’ -- - O was is dess en Sach! - - Die Schwalme schkippe iwwer’s Feld, - Die vedderscht is die bescht! - Un sehnscht du dort am Giebeleck - ’N Haus vun Schtopple un vun Dreck? - Sell is en Schwalme-Nescht. - - Die Junge leie allweil schtill, - Un schlofe alle fescht. - Ward bis die Alte kriege Werm - No’d herscht du awwer gross Gelerm -- - Vun Meiler in dem Nescht! - - Ja, alles dess is noch wie’s war - Wo ich noch war en Buh; - Doch anner Dings sin net meh so, - For alles dhut sich ennere do - Wie ich mich ennere dhu. - - Ich schteh wie Ossian in seim Dhal - Un seh in’s Wolkeschpiel, -- - Bewegt mit Freed un Trauer -- ach! - Die Dhrene kumme wann ich lach! - Kanscht denke wie ich fiehl. - - Do bin ich gange in die Schul, - Wo ich noch war gans klee’; - Dort war der Meeschter in seim Schtuhl, - Dort war sei’ Wip, un dort sei’ Ruhl, -- - Ich kann’s noch Alles seh’. - - Die lange Desks rings an der Wand -- - Die grose Schieler drum; - Uf eener Seit die grose Mäd, - Un dort die Buwe net so bleed -- - Guk, wie sie piepe rum! - - Der Meeschter watscht sie awwer scharf, - Sie gewe besser acht: - Dort seller, wo lofletters schreibt - Un seller, wo sei Schpuchte treibt, - Un seller Kerl wo lacht. - - Die Grose un die Kleene all - Sin unner eener Ruhl; - Un dess is juscht der rechte Weg: - Wer Ruhls verbrecht, der nemmt die Schleg, - Odder verlosst die Schul. - - Inwennig, um der Offe rum - Hocke die kleene Tschäps, - Sie lerne artlich hart, verschteh, - Un wer net wees sei’ A B C -- - Sei’ Ohre kriege Räpps. - - S’is hart zu hocke uf so Benk -- - Die Fiess, die schteh’n net uf -- - En Mancher kriegt en weher Rick - In sellem Schulhaus an der Krick, - Un fiehlt gans krenklich druff. - - Die arme Drep! dort hocke se - In Misserie -- juscht denk! - Es is kee’ Wunner -- nemm mei Wort -- - Dass se so wenig lerne dort, - Uf selle hoche Benk. - - Mit all was mer so sage kann, - War’s doch en guti Schul; - Du finscht keen Meeschter so, geh, such -- - Der seifre kann darch’s ganze Buch, - Un schkippt keen eeni Ruhl. - - Bees war er! ja, dess muss ich g’schteh; - G’wippt hot er numme zu; - Gar kreislich gute Ruhls gelehrt - Un wer Schleg kriegt hot, hen se g’heert, - Hot eppes letz gedhu’. - - Wann’s Dinner war, un Schul war aus, - Nor’d hot mer gut gefiehlt; - Dheel is ’n Balle-Gehm gelunge, - Dheel hen mitnanner Rehs g’schprunge, - Un Dheel hen Sold’scher g’schpielt. - - Die grose Mäd hen ausgekehrt -- - Die Buwe nausgeschtaabt! - Zu helfe hen en Dheel pretend, - Der Meeschter hot sie naus gesendt: - Die Ruhls hen’s net erlaabt. - - Die kleene Mäd hen Ring geschpielt - Uf sellem Waasum da; - Wann grose Mäd sin in der Ring -- - ’S is doch en wunnervolles Ding! -- - Sin grose Buwe ah! - - Die Grose hen die Grose ’taggt, - Die Kleene all vermisst! - Wie sin se g’schprunge ab un uf, - Wer g’wunne hot, verloss dich druf, - Hot dichdiglich gekisst! - - Am Chrischdag war die rechte Zeit -- - Oh wann ich juscht dra’ denk! - Der Meeschter hen mer naus geschperrt, - Die Dhier un Fenschter fescht gebärrt -- - „Nau, Meeschter, en Geschenk!” - - Nor’d hot er awwer hart browirt, - Mit Fors zu kumme nei’; - Un mir hen, wie er hot gekloppt, - ’N Schreiwes unne naus geschtoppt, - „Wann’s seinscht, dann kannscht du rei!” - - Nau hot der Meeschter raus gelänst, - Gar kreislich schiepisch ’gukt! - Eppel un Keschte un noch meh’, - ’S war juschtement in fäct recht schee’, - Mir hen’s mit Luschte g’schluckt. - - Oh wu sin nau die Schieler all, - Wo hawe do gelernt? - ’N Dheel sin weit ewek gereest, - Vum Unglick uf un ab gedscheest, - Dheel hot der Dodt geärnt! - - Mei Herz schwellt mit Gedanke uf, - Bis ich schier gar verschtick! - Kennt heile, ’s dhut m’r nau so leed, - Un doch gebt’s mir die greeschte Freed, - Dess Schulhaus an der Krick. - - Gut bei! alt Schulhaus -- Echo kreischt - Gut bei! Gut bei! zurick; - O Schulhaus! Schulhaus! muss ich geh’, - Un du schtehscht nor’d do all allee’, - Du Schulhaus an der Krick! - - Oh horcht, ihr Leit, wu nooch mir lebt, - Ich schreib eich noch des Schtick: - Ich warn eich, droh eich, gebt doch Acht, - Un nemmt uf immer gut enacht, - Des Schulhaus an der Krick! - - - - -_DIE NEIE SORT DSCHENT’LLEIT._ - - - O heert, ihr liewe Leit, was sin des Zeite; - Dass unser eens noch dess erlewe muss! - ’N jeder Baurebuh muss Kärridsch reide, - Un Baure-Mäd, die schleppe rum in Seide, - Un Niemand nemmt an all dem Schtolz Verdruss. - - ’N eegne Boghie hot ’n jeder Baurebuh, - ’N schpreier Gaul un G’scherr mit Silwerb’shlege druf, - Un plenti Zehrgeld ah im Sack, -- do is kee’ Ruh, - Am Samschdag gehn die Dschent’lleit ’m Schtedt’l zu - Un schtelle dort am deirschte Wertshaus uf. - - Wie is des junge Baurevolk doch ufgedresst, - Wie heewe se die Kepp so schteif un hoch! - Wie dhun se in die schtolze Fäsch’ns renne, - M’r kann se nimme vun de Schtadtleit kenne, - Sie mache all ihr Hochmuths-Wege nooch. - - D’er Vatter denkt: Was hab ich schmärte Sehne, - Die Mutter sagt: Mei Mäd die kumme raus! - So Schteil koscht Geld. Ja well, m’r kann jo lehne. - Sell geht ’n Weil, bass uf, du werscht’s ball sehne, - Der Vatter „geht d’r Bungert Fens ball ’naus.” - - Vor Alters war es als en Sinn un Schand, - Meh’ Schulde mache as m’r zahle kann; - ’Sis net meh so: m’r gebt juscht Notis dorch die Editors - M’r het geclos’t, un dhet cumpaunde mit de Creditors, - Wer so betriegt, der is en Dschent’lmann. - - Wie lebt m’r nau? Ich sehn du weescht noch nix! - M’r lebt juscht wie d’rvor: des fixt die Lah! - M’r eegent nix -- die Fraa hot’s all in Hand -- - M’r is ihr Edschent, mänedscht Geld un Land - Un geht nau in die Koscht bei seiner Fraa! - - - - -_DER BELSNICKEL._ - - - O kennscht du den wieschte, den gaschtige Mann? - Hu! -- derf m’r den Kerl e Mensch heese? - Ja, dass er en Mensch is mag glaawe wer kann, - Er gukt mir zu viel wie der Beese! - - Seh juscht ’mol sei’ Aage, sei Naas -- alle Welt! -- - Er dhut ’s Maul uf un zu wie die Scheere; - ’N Schwanz wie ’n Ochs, ja, des hot er, gelt? - Un en horiger Belz wie die Bäre. - - Kummt der in dei’ Haus, dann gebt’s Lärme genunk, - Er sucht die nixnutzige Kinder! - Un find ’r eens, geht er uf eemol zum Punkt, - Un dengelt gar bumm’risch die Sinder. - - Er schtellt sich do hi’ mit d’r forchtbare Rudh, - Un brummelt sei’ drohende Rede; - Do werre die Kinner uf eemol arch gut - Un fange recht heftig a’ bete! - - War eens -- wie’s manchmol der Fall is -- recht knitz; - Wollt d’ klee’ Fitz der Mutter verschpettle: - Ich wett, es lacht net for d’r Belsnickelfitz -- - Es dhut um gut Wetter gschwind bettle. - - Nau schittelt d’r Belsnickel grausam sei’ Sack, - Raus falle die Kuche un Keschte; - Wer gut is, kann lese, -- wer schlecht is, den -- whack! -- - Den schmiert ’r mit Fitzeel zum Beschte. - - Vum Belsnickel hab ich nau ebbes gelernt, - Des wer’ ich ah nie net vergesse: - Nooch dem dass mer se’t werd eem ah in der Aernt - Die Frucht vun seim Werk ausgemesse. - - - - -_DER ALTE FEIERHEERD._ - - - Die alte Dichter lowe schmärt - ’S Holsfeier uf’m Feierheerd; - Ihr Schreiwes heemelt unser eem -- - Ich les ’s gern -- es kummt mir heem! - ’S is mir wie aus ’m Herz geredt; - Ich fiehl wie wann ich’s sehne dhet. - - ’S is heitsedag net meh’ der Fall; - Kohleffe sehnt mer iwerall - Un bei de Leit dass recht hoch schtehn - Is net emol en Feier zu sehn! - Du schtaunscht? ’s is so -- verloss dich druff -- - Die Hitz kummt aus’m Keller ruff! - - Do is m’r oft recht iwel dra’; - Wo sitzt m’r hi’? -- wo gukt m’r na’? - G’wohnt is m’r an die alte Leier - Un nix scheint recht -- m’r gukt for’s Feier! - Wek mit so Fäschens -- ’sin nix werth -- - Geb mir der alte Feierheerd. - - For seller Platz trag ich im Herz - Fascht immerfort ’n Heemweh-Schmerz; - Was ich ah dhu, wo ich ah bin, - Dort gehne mei’ Gedanke hin. - Es bleibt m’r immer lieb un werth - Der alte, warme Feierheerd. - - Der Hinnerklotz war dick un rund, - Un vorne dra’ die Feierhund, - Uf selli dhut m’rs kleenere Hols, - Nor’d schteigt die Flamm gar hell un schtolz; - Un wann d’r Schtormwind drausse haust, - Wie dann d’r Zuhk im Schornschtee’ braust. - - Im Vorroth hot m’r Hols bereit - Un ufgepeilt uf eener Seit; - Un driwe schteht, nach alter Ruhl, - Der gutgewor’ne Schieneschtuhl. - Die Zang un Schaufel hen ihr Zweck; - M’r schtellt sie dort in’s Schornschtee’ Eck. - - Sell Mäntelbord -- was halt’s so viel! -- - Die Lichterschteck un Kaffemiehl, - Die Biegeleise, gross un klee’, - Seht m’r dort all beisamme schteh’; - Die Schwewelhelzer noch d’rzu -- - M’r kennt net ohne selli dhu! - - Nau wammer Owets sitzt un gukt - Wie’s doch dort in de Kohle schpukt! - Es glieht un schtrahlt -- weiss, schwarz un roth -- - Nau gans lewendig, un nau dodt; - M’r gukt un denkt -- m’r werd gans schtill, - Un kann juscht sehne was m’r will! - - Wie schee’ wammer der Owet schpendt - Am Feier bis es nunnerbrennt; - M’r meent die Kohle suche Ruh, - Die Weissesch dschillt un deckt sie zu; - Sie gewe sich so dreemisch hin, - Wie Aage, wann se schläfrig sin! - - Hot m’r ’n g’wisser Freind beiseit, - M’r sehnt viel meh’ bei solcher Zeit! - Wann zwee mitnanner guke, scheint - Das Heerdfeier herrlich, guter Freind! - Un bischt du eens vun sellem Paar, - Dann sagscht net gern, wer’s anner war! - - Do heest’s, es werre Junge oft, - Wie gans vernaddert, unverhofft! - Sie sehne in der Kohlegluth - ’N Haus vor sich -- ’n scheenes Gut -- - Un wolle mitenanner fort - Zu hause an dem scheene Ort. - - Ich glaab net viel an Hexerei -- - Mag sei’, ’s is eppes so debei! - Eens wees ich awer gans gewiss: - Es gebt keen Platz wie seller is; - Er schpukt m’r immer vor dem Herz - Un weckt ’n Art vun Freedeschmerz. - - Denk ich an sell alt Mäntelschtick, - Dann kummt mei’ Kindheet widder z’rick; - Dann lebt der gute Vater noch -- - Dann is die Mammi widder Koch! - Un die Geschwischter -- all zerschtreit -- - Versammle an der Owetzeit! - - Vor mir ’n Buwele, zart un klee’, - Liegt’s Lewe widder wunnerschee’! - Die Hoffnung lächelt freedig fort - Wie’s Bildwerk an de Kohle dort! - Hier haw’ ich was mei’m Herz gefellt, - Loss brause drauss die rauhe Welt! - - - - -[Illustration: - - Was ich ah dhu -- wo ich ah bin -- - Dort gehne mei Gedanke hin, - Es bleibt m’r immer lieb un werth - Der alte, warme Feierheerd.] - - - - -_DIE SCHLOFSCHTUB._ - - - Als Pilger geh ich widder hin - In’s Haus, wo ich gebore bin -- - Do tret m’r awer leis! - Mei Herz tregt wie ’n heilig Ding, - Die G’fiehle, die ich mit mir bring, - Heem vun der lange Reis! - - Was is mer des ’n g’wohnter Weg - Zum zwette Schtock, uf däre Schteeg; - Wie oft bin ich do nuf! - Wie’s sellmol war, so is es noch noch -- - Im Waschbord dort ’n Knorreloch: - Guck mol! es schteht noch uf. - - Nein Treppe -- ’s braucht kee’ Zehles do -- - Ich wett dich was du wit, ’s is so -- - Juscht vier hot sell klee’ Schteeg. - Der Riegel hot uns Schpass gemacht; - M’r Buwe hen do g’rutscht un g’lacht -- - Der Däd war net um d’Weg. - - Sell Fenschter dort -- guck juscht mol hi -- - Die Läde g’macht vun Lettcher grie’, - Wie immer sin noch zu; - Uns Owetlicht fallt in d’r Gang - So schpuckig bleech -- ’s werd m’r schier bang -- - Was ich doch fiehle dhu! - - Bal bin ich froh, bal dhut’s m’r leed, - So halb in Forcht, so halb in Freed, - Geh ich die Treppe nuf! - Die Dheer grad owe an der Schteeg -- - Mit Seifze ich die Schlenk a’reg, - Mit Dhreene mach ich uf! - - Du alti Schtub! wie manche Nacht - Hab ich im Schlof do zugebracht, - Wo ich noch war en Kind! - In sellem Eck, dort war mei Bett; - Wann ich’s vergesse kennt -- wär’s net - ’N arge Schand un Sind! - - Wie hot m’r g’schlofe selli Zeit, - So find m’rs net bei grosse Leit -- - Ich schlof ah nimme’ so; - Viel Johre mache’s Kisse hart, - D’no leit m’r ewe wackrig dort -- - M’r is net meh so froh! - - Der Mond is uf -- er is juscht voll -- - ’R piept zum Fenschter rei -- guck mol -- - Un scheint uf’s Bett un Floor. - Was regt sich an der Wand? ich glaab, - ’S is Schatteschpiel von Babblelaab: - So hab ich’s g’seh’ zuvor. - - ’S is Alles schtill, es regt sich nix, - Juscht nau am Fenschter kreischt ’n Kricks - In seller hohle Sill; - Horch! dart im Schank die Dodteuhr! - Wees woll es is en Holzworm nur; - Doch wott ich, er wär schtill. - - Wann’s G’schpenschter gebt -- ich denk es dhut -- - Der Platz, die Zeit, die wär grad gut; - Sie sin verleicht ah hier! - Ich sehn mit Aage wol nix so, - Doch fiehl ich als wär Ebbes do; - Wie fei’rlich werd’s doch mir! - - Ja, Geischter sin’s vom Kindheets-Kreis; - Sie kumme heilig, sanft un leis - Iwer die Johre’ bei. - Sie schpiegle vor mei’m Herze dar - Die frohe Zeit, die sellmol war, - Un kann nau nimme’ sei’! - - ’S sin Unschulds-Geischter, froh un schlicht - Sie wandle do im Mondelicht, - Sie danse’ an der Wand; - Will wette’, Engel sin net weit - Von unsre scheene Kinnerzeit, - Die lei’t an’s Himmels Rand! - - So Geischter sin uns Mensche’ gut, - Wie’s ah die Biwel sage’ dhut, - Do zweif’l ich ewig net; - Sie wache, dass uns Nachts nix blogt, - Wann mer sei’ „Unser Vater” sagt, - Bevor m’r geht in’s Bett. - - Dess hot die Mammi fescht behaabt, - Mir Kinner hens ah so geglaabt, - M’r hen ah so gedhu’. - Du sagscht verleicht: „Des ganse Ding - Is weiter nix als Einbilding” -- - Dummheet! was weescht dann du? - - Bei mir hot’s doch recht gut gedhu’; - Ich macht’ dann ah die Aage’ zu, - Un ruhig war die Nacht. - Ich dhu’s ah noch, un’s geht noch gut, - Ich glaab gewiss, dass wer des dhut, - Der hot ’n Engelswacht. - - Hab oft gewott -- verleicht is’s Sind -- - Ich wär als noch juscht so’n Kind, - Wie sellmol an dem Ort. - Doch will ich b’halte, wann ich kann, - Die Kindheetsunschuld in ’m Mann; - D’noh lebt’s Kind in m’r fort. - - Ei guck, wie schnell der Mond nuf eilt; - Wie lang hab ich mich doch verweilt! - Ich muss nau widder geh’. - Gut Nacht, klee’ Stübche’! halt, ich meen - ’S wär Ebbes in mei’m Aag -- ’n Dhreen! - Der Abschied, der dhut weh! - - - - -_DER REICHE HERR IM DEICH._ - - - Der Bauer Batdorf war gar reich, - Un schrecklich schtolz dabei; - Es war keen Land im ganze Deich - Wie’s Batdorf’s Bauerei. - - Bei’m Batdorf war en deitscher Knecht, - Der war net juscht so dumm; - Hot g’wisst was letz is, un was recht, - Was grad is, un was krumm. - - „Ich hab’,” sagt Batdorf zu sei’m Knecht, - „Das beschte Land im Deich; - Von dir ich nau ’mol wisse mecht, - Warum bin ich so reich?” - - „Ei ja,” sagt Hans, „des wees ich wol.” - „Loss here -- wie? -- warum?” - „Ich wees net, ob ich’s sage soll -- - Du schlegscht mich schteif un krumm!” - - »Dei Antwort is mir eweviel, - ’S macht mich g’wiss net bees; - Ich bin die fett Maus in d’r Miehl’, - Die Katz am grosse’ Kees! - - „’Raus mit d’r Farb’, mei’ schmärter Knecht, - Was macht mich Herr vum Deich? - Ich doch dei’ Meening wisse mecht’, - Warum bin ich so reich?” - - »Well, wann ich muss, dann muss ich, denk, - Ich dhu’s gewiss net gern; - Du hoscht die Schuld, wann ich dich krenk, - Mei’ reicher Herr verzern! - - »Als Krischtus in der Wieschte war, - Da kam der Satan nah, - Un hot ihn dort versucht sogar, - Er soll ihn bete’ a’. - - »Un wann er’s dhet, dann keem ihm zu - D’r Reichdhum aller Welt! - D’r Heiland hot ihn abgedhu’: - Wek, Satan, mit dei’m Geld! - - »Domols warscht du net weit ewek -- - Heerscht dem Propos’l zu, - Fallscht uf dei’ Knie un rufscht gans keck: - Horch, Satan, ich will’s dhu! - - „Darum sitscht du in fetter Weed, - Un bischt d’r Herr im Deich, - Wann m’r den Satan so anbet’, - D’noh macht er Eem gern reich.” - - - - -_DAS KRISCHKINDEL._ - - - O du liewer Kindheeds-Krischdag! - Lebscht noch wack’rig in mei’m Herz; - Denk ich an dich, was ’n Pulsschlag - Fiehl ich, was en Heemweh-Schmerz! - Dunkle Wolke sehn ich henke - Zwische mir un seller Zeit; - Du scheinscht awer in mei’m Denke - Beschtes Licht der Kindheeds-Freid. - - Ja, ich sehn der Krischtbaam funkle, - Schmunzle an der Schtuwe Wand; - Was en Licht war sell im Dunkle, - Himmel schee’ im Erdeland. - Wer kann zehle die Geschenke, - Niss un Zucker allerlei! - Muss m’r schtaune, muss m’r denke, - Wer schafft all’ die Sache bei! - - Dess war schur des gut Krischkindel, - Es hot alles dess gemacht; - Heerscht du net sei’ Belleklingel - In der schtille Krischdag Nacht? - Iwer Berge, Hiwwel, Fense - Jagt es mit sei’m Schlitte bei; - Schtoppt am Haus un schluppt gans sacht’ - Mit sei’m Sack am Schornschtee’ nei’. - - ’S is Alles schtill! Die Kinner schtecke - Schnock im Bett un draame schee’; - Santa Claus werd sie net wecke, - Er dhut all sei’ Sach allee’; - Hengt d’r Baam mit scheene Sache, - Schleicht herum im ganse Haus, - Legt sei’ Gabe ’raus mit Lache, - Un dann -- Ho! -- zum Schornschtee’ naus! - - Mecht den Wunnermann ’mol sehne, - Doch er is zu schlick un schlau! - Schmohkt un lacht er, wie Leit meene? - Is sei’ Bart so lang un grau? - Hot er Backe roth wie Eppel? - Is sei’ G’sicht so breed un fett? - Hengt sei’ lang Haar imme Zeppel? - Is er so gar kreislich nett? - - Un sei Renndhier -- acht im Schlitte! - Ach, ich mecht ihn sehne geh’; - Dess is g’fahre, dess is g’ritte, - Iwer Froscht un Eis un Schnee! - Er dhut bei sich selwer lache, - Net weil’s fahre geht so gut; - Awer weil er so viel Sache - An der Kinner Krischtbaam dhut. - - Dheel Leit meene, dess wär Fawel, - Es wär keen Krischkindel so; - Vegel peifen nach dem Schnawel, - Schlohe Krischte glaawe schloh. - Ich hab es noch nie gesehne - In der heil’gen Krischtennacht; - Doch sehn ich den Krischtbaam funkle, - Sag ich: es hot dess gemacht. - - Sei gegriesst, du scheenes Mennle, - Bleiwe immer frisch un jung; - Deine Giete, deine Wunner - Singt jo jede Kinnerzung. - Komme wieder -- komme ewig - Komme freidig, sanft un sacht; - Zier’ d’r Krischtbaam for die Kinner - In der heil’gen Krischtdag Nacht! - - - - -[Illustration: - - En alt Gebei, das dort im Schatte kiehl, - Recht mitte in de geele Weide schteht -- - Sell is die gut altfäschen Kunne-Miehl.] - - - - -_DIE ALT MIEHL._ - - - Dort unne in der Wälli an der Krick - Sehnscht du ’n Grup vun geele Weide schteh’? - Sehnscht ah ’n Toolhaus un en Tornpeik Brick, - Wo lange Babble schiesse in die Heh? - Un sehnscht dorch’s Silwer Weidelaab Geschpiel, - Wann juscht der Wind die Nescht ’n wenig weht -- - En alt Gebei, das dort im Schatte kiehl, - Recht mitte in de geele Weide schteht? - Sell is die gut altfäschen Kunne-Miehl. - - Ihr Dach geboge wie ’n g’sunke Grab, - Die schwarze Schindle halb gedeckt mit Moos, - Die Wend geschteipert -- ’sin verschprunge, glaab -- - Ja, werklich, aus de Kräcks wakst frisches Gras. - Die triewe Fenschtre, mit Geweb bedeckt, - Vun Schpinne Neschter, mache schpukig Licht; - Un wo ’n Scheib verbroche is, dort schteckt - En alter Hut, der dhut sei’ letschte Plicht. - Was doch des ganse Ding Gedanke weckt! - - Un sehnscht owig der Miehl en Weide Roi? - Sie schlängelt dort so schreeks am Hiwel hi’, - Uf eener Seit die Wiss. Wie schee’ im Mai - Die Vegel singe dort, vergesst m’r nie! - Sell is der Rees. Dort hab ich oft geschpei’t - Muschkrotte, Schlange an de griene Bänks; - Sie leie schlefrig uf der Summer Seit; - Nor’d wammer se verschreckt, gebt’s awer Pränks. - Sie hasse Buwe meh’ wie grosse Leit. - - Die Miehl! ’n Schtick vum Dach schteht owe naus; - Dort hengt ’n Schtrick, den lupt m’r an die Seck; - Sell hebt sie schee’ vum Wagebett heraus, - Un heist se händig in die owere Schteck. - Sell is ’n arg gut Ding -- es sehft viel Mieh: - Nau hot der Miller net viel Druwel meh; - Inwennig is es ah gefixt gans nei; - Der Weeze nau laaft selwer uf die Schtee’ - Un ’s Mehl kummt unne ’raus, vun Kleie frei. - - Es is blessirlich in die Miehl zu geh’, - Abbattig wammer warte soll uf’s Mehl; - Nor’d hot m’r Zeit un kann recht alles seh’, - Sell is for Buwe als des beschte Dheel. - Dann geht m’r an d’r Damm un fischt en Weil, - Un macht sich Peife vun de Weide Beem, - Sell macht der Z’rickweg nor’d zur kleene Meil; - M’r hockt sich uf der Sack un peift sich heem: - D’r Gaul kann langsam geh’, ’s hot jo kee’ Eil. - - Der Miller war ebaut en neiser Mann; - Er hot eem gern sei’ Gärt un Angle g’lehnt, - Un so sei’ Messer; ja, ich muss, ich kann - Geschteh’, er hot’s mit Buwe gut gemeent - Un ehrlich war er ah, bis uf der Sent. - Bei’m Mister Braun war kee’ Verdacht, - Sei’ Buschel un sei’ Toolbox, wie mer’s nennt, - Hen alles gans recht an der Mann gebracht, - Un wie er’s g’saat hot, so war’s juschtement. - - Es war net alsfort so in sellere Miehl! - So sage ennihau schier alle Leit. - ’S muss Eppes dra’ sei’, for m’r heert gar viel - Wie’s dort g’driewe war in frieherer Zeit. - Es heest, ’n schlechter Mann mit Name Reischt, - Het falsch gewoge, falsch gemesse dort! - Un endlich het en schwarzer beeser Geischt, - Mit Leib un Seel ’mol Nachts der Miller fort! - Heer’ dess, Betrieger, wo un wer du seischt! - - Guk, owe an der Dheer, dort fehlt en Scheib -- - Es heest m’r dhut umsunscht en neies nei’! - Der Reischt hot noch kee’ Ruh, un in sei’m G’treib - Kummt er als Nachts an sellem Scheibloch rei’! - Hab oft mit Wunner an sell Loch gegukt; - For alle Leit hen fescht geglaabt, dass noch - Der Reischt in seller alte Miehl ’rum schpukt, - Un aus un ei’ geht an dem Scheibeloch! - Die Zeiding hot emol dervu’ gedruckt! - - Nekscht an der Miehl wohnt noch en alte Fraa, - (Sunscht heert m’r vun der Sach nau weiters nix) - Sie sagt der Reischt wär als noch iwel dra’ - Un dragt am Hals noch zwee grosse Fifty-six! - Er jummert Nachts! un ruft aus -- „Tool, Tool, Tool!” - Bald schtosst er aus die schauerlichschte Fluch! - Bald bet er -- „O mei’ Seel, mei’ Seel, mei’ Sool!” - Bald kratzt er eppes in sei’m Ledscherbuch! - Un sagt -- „Dess is net mei’! dess haw ich g’schtohl’!” - - ’S mag sei’ wie’s will -- wer in die Biewel gukt - Sehnt, dass Betrug am End sei’ Elend find. - Un wann der Reischt ah in der Miehl net schpukt, - So biest sei’ Seel’ doch for sei’ wieschte Sind’. - Die Gnade dauert aus die Gnadezeit; - Un ’s geht daher en Weil verleicht recht gut; - Doch endlich treibt’s der beese Mensch zu weit! - Wann er sei’ letschte Schtreech Gottloses dhut, - Nor’d kummt die Pein in langer Ewigkeit! - - - - -_BUSCH UN SCHTEDTEL._ - - - Dheel Buschleit hen keen Luscht deheem, - Sie hänkere’ nooch der Schtadt; - Vor mei’ Dheel, ich hab immer noch - Kee’ Noschen so gehatt. - - ’S mag gut genung im Schtedtel sei’ -- - Geb mir das griene Land; - Do is net alles Haus un Dach, - Net alles Schtroos un Wand. - - Was hot m’r in der Schtadt vor Freed? - ’S is nix as Lärm un Jacht, - M’r hot kee’ Ruh de’ ganse Dag, - Kee’ Schloof die ganse Nacht. - - Die Buwe guke matt un bleech; - Die Mäd sin weiss un dinn; - Sie hen wol scheene Kleeder a’, - ’S is awer nix rechts drin. - - Die Schtadtleit sin zu zimberlich; - Sie rege schier nix a’; - Sie brauche’ net ihr weisse Hend, - Aus Forcht, ’s kummt eppes dra’! - - Mir is zu wenig Grienes do, - Kee’ Blumme un kee’ Beem; - Wann ich ’n Schtund im Schtedtel bin, - Dann will ich widder heem. - - - - -_DER REJEBOGE._ - - - In d’r scheene Natur sin gar viel scheene Sache, - Die Blumme, wo bliehe, die Kricklen, wo lache, - Die Vegel, wo singe, die Wolke, wo fliege, - Die Wasser, wo herrlich im Sunnelicht liege, - Die Dhäler, die Hiwle, die Felder un Wisse, - Die Berge, die schier gar der Himmel dhun kisse; - Bin ich awer nau net gar kreislich betroge, - So biet se bei weitem der schee Rejeboge! - - Was macht er abattige Freed for die Kinner! -- - Wees dess, wann ich mich an mei’ Kindheed erinner. - Die Sunn is ah schee, awer sie is m’r g’weehnt, - So Schterne un Mond, die m’r alle Nacht sehnt; - Wees wol, dass die Calennermacher dhun melde, - Das were gar grosse, erschtaunliche Welte: - ’S mag sei’ wie sie sage -- un wär er ah kleener, - Ich b’schteh druff -- der Boge is dausent mol scheener. - - Wann Dunner un Wetter im Summer gehn iwwer, - Dann kanscht du was sehne am Himmel, mei’ Liewer, - Es hebt sich des Wetter im Weschte en wenig, - Nor’d gukt die Sunn ’raus wie ’n glorreicher Keenig; - Dann gebt’s in ihr Schtrahle en Droppe-Gewimmel - Un dort schteht der Boge im dunkele Himmel! - Een Fuhs uf de Berge, un een Fuhs im Dhale, - Den Schoh kanscht du sehne un brauchscht nix bezahle! - - Filosofers, die sin gar weis heitsedage, - Un hen hoche Dinge vum Boge zu sage: - „Des is die Natur -- die dhut all dess so mache.” - Ihr grosses Geplapper macht mich numme lache! - Was geb ich um all ihre dumme Natur; - Mei’ Boge messt keener mit so eener Schnur; - Sie schwetze mir gut -- es is alles geloge, - For niemand als Gott macht d’r schee’ Rejeboge! - - Horch net uf die G’lernte, loss sie numme schwetze. - Sie roppe dir juscht alles Scheene in Fetze; - Wek, wek mit dem g’scheide Geprall un Gedengel, - Glaab liewer, d’r Boge sei Brick for die Engel! - Eens wees ich g’wiss, dorch ihn dhut Gott kunde - Sei Zeiche der Liewe im ewigen Bunde: - So lang dass der Boge am Himmel dhut schtehe, - Kann nie meh die Erde mit Wasser vergehe! - - Sell schteht in der Biwel, sell is ewig sicher! - Ihr G’lernte ihr kritzelt m’r gut in eier Bicher, - Macht numme eier Dafeln, eier Muschter un Dinge, - Zu zeige wie dess die Natur dhut vollbringe; - Weisst mir eier armselig Gettle vun G’setze, - Ich will’s mit der Biwel vum Drohn herab setze! - Weit iwwer dem Himmel will ich en Gott zeige, - Der eier Gettle g’macht hot -- vor ihm sott ihr beige. - - Was hen m’r als G’schpass g’hat an dem Rejeboge! - Wie hot uns die Mammi als freindlich betroge! - „Gukt, Kinner, der Boge im Bungert dort draus, - Er schteht mit eem Fuhs gar net weit vor’m Haus; - Geht hi’ wo er schteht, dort findet ihr liege - Viel goldene Leffel, ihr kennt sie leicht kriege -- - Ja, goldene Leffel, un Gabeln, un Bole, - Un goldene Bense! -- Wollt ihr se net hole?” - - Nor’d sin m’r gedschumpt, un gerennt un geschprunge, - Gegaunscht un geschneppert, gekrische un g’sunge! - O wann ich dra’ denk, muss ich heit noch recht lache; - Der vedderscht, der krikt wol ’s meenscht vun de Sache! - ’S Gras, lang un nass, war verwikelt abscheilich; - Do is m’r geschtolpert, geparzelt gar kreilich. - Die Mammi, die sah vun der Bortsch mit Vergniege - Das Springe, die goldene Sache zu kriege. - - An der Bungert Fens owe, do schtand er gar schee’, - Goss goldene Dinge herab in den Klee. - Dort hi’ sin m’r g’schprunge, do schtand er -- ach leider! - Gar herrlich un schee’, en paar Felder breed weiter! - Dann ging’s widder los, wie? -- weescht wol ohne sage -- - Wie Hauns, die den Hersch dhun uf’s neie ufjage: - Es ging iwwer Fense, un Felder un Ferge; - Und da! -- ja, nor’d schtand er dort draus in de Berge! - - Nau, neeher bei’m Heile, un weiter vum Lache, - Segt eens zu dem annere -- „Was is do se mache? - Der Goldmacher-Boge, der weicht immer weiter; - M’r gehn besser heem, dess wär’ verleicht g’scheiter - Es heest, wieschte Zwerge im Berg trage Belse, - Un schmeisse die Kinner mit mechtige Felse! - Was helft uns des Gold, m’r kann’s jo net esse; - Un was? wann die Zwerge uns fange un fresse!” - - Nor’d sin m’r zerick -- die Mammi hot g’schmunselt, - Ihr liebliche Aage gans rings um gerunselt. - „Wo is dann eier Gold? -- in Secke un Scherze?” - „Nix, Mutterche!” sagten mir Kinner mit Schmerze. - „Ja, dess is en g’schpassige goldene Leiter, - Sie schtellt ihren Fuhs immer weiter un weiter, - Un endlich verliert m’r sie gans in de Berge, - Dort wohne die wiescht’ Menschefresser, die Zwerge!” - - Nor’d sagte die Mammi, gar lieblich un leise: - „Ich wott eich mit diesem Bedrug nur beweise, - Wie’s geht mit de schlechte Gold liebende Leite; - Gold lockt sie in’s Erre, Gold fiehrt sie in’s Weite; - Das Glick, das sie suche, das dhun sie net finde, - Un falle dabei noch in allerlee Sinde. - Der Dodt find sie endlich im dunkele Berge, - Do fange sie Geischter noch beeser wie Zwerge!” - - „Die Erde gebt Gold zu den weltlich Gesinnte, - Es lei’t awer immer Verfiehring dahinte! - Der schee’ Rejeboge im Wolkegedimmel - Weist iwwer die Erde zum goldene Himmel: - Er zeigt Gottes Treie, die nimmer dhut weiche, - Un macht ah die Seele in Ewigkeit reiche. - Vergesst net, ihr Kinner, wie eich hot betroge - Das Suche um Gold bei dem goldene Boge.” - - - - -_DER PIHWIE._ - - - Pihwie, Pihwie, Pihwittitie! - Ei, Pihwie, bischt zerick? - Nau hock dich uf der Poschte hi’ - Un sing dei’ Morgeschtick. - - Hoscht lang verweilt im Summerland, - Bischt seit Oktower fort; - Bischt drunne ordlich gut bekannt? - Wie geht’s de Vegel dort? - - ’S is schee’ dort uf de Orenschbeem: - Gell, dort gebt’s gar kee’ Schnee? - Doch fiehlscht du als recht krank for heem - Wann’s Zeit is for se geh’! - - Bischt doch uns all recht willkumm do; - Denk, du bischt net zu frieh, - Der Morge gukt emol net so -- - Gell net, du klee’ Pihwie? - - Pihwie! wo bauscht du dess Johr hi’? - Kannscht wehle, wo du witt; - Witt du am Haus ’n Plätzeli? - Ich dheel d’rs willig mit. - - Ich geb’ d’r neier Dreck for nix, - Geilshoor un Flax un Helm; - Nemmscht’s ennihau! -- Ich kenn dei Tricks, - Du schmärter kleener Schelm! - - Dess is juscht G’schpass, mei Pihwiefreind, - Ich rechel dich kee’ Dieb! - Hettscht mit mei’m Gold dei Nescht geleint, - Du wärscht m’r juscht so lieb. - - ’N Fruchtjohr ohne dich, Pihwie, - Wär wie ’n leeri Welt! - Dei Dienscht, mei liewes Vegeli, - Bezahlt m’r net mit Geld! - - Pihwie, wie’n milde Luft du bringscht! - Die Friehjohrssunn, wie schee’! - ’S gebt nau, weil du ’mol Morgets singscht, - Kee’ Winterdage meh’. - - Pihwie, Pihwie, Pihwittitie! - Bin froh, du bischt zerick; - Nau hock dich uf d’r Poschte hi’. - Un sing dei’ Morgeschtick! - - - - -_DER KERCHEGANG IN ALTER ZEIT._ - - - Es dhut eem gans vun Herze leed, - Wann m’r an’s Alte denkt; - Nau geht fascht alles iwerzwerg, - In Land un Stadt, in Haus un Kerch -- - M’r fiehlt sich recht gekrenkt. - - Denk juscht emol an’s Kerche-Geh’! - Wie war’s in alter Zeit? - Darch Hitz un Kelt’, darch Schtaab un Schnee, - Is Alles gange, Gross un Klee’, - Bei reich’ un arme Leit. - - M’r is net jehtig nei’ gerennt, - Gekleppert mit de Schuh; - Schee’ is m’r gange, sacht un bleed, - Im Schtuhl sich leis in Hut gebet, -- - Sell wert nau net gedhu! - - In’s Lied hot alles ei’geschtimmt -- - Sell Singe war en Freed! - Nau dhut fascht Niemand ’s Maul meh uf -- - Zum Singe gehn die Bordkerch nuf - Paar Buwe un Paar Mäd! - - Mit Demuth hot m’r zugehorcht - Was ah der Parre sagt; - Nau sitzt m’r schtolz wie Dschurymann, - Gukt, wie der Mann doch schwetze kann! - Un wie er sich betragt! - - Die alte Wohrhet hot m’r g’liebt, - Un selwer angewennt; - Nau denkt m’r, als m’r schläfrig sitzt: - Wie doch der Mann die Sinder schwitzt! - Er gebt’s ’n juschtement! - - Un wann m’r in der Sity wohnt, - Schliesst m’r sich an kee’ Ort: - Wo juscht ’n grosser Schwetzer brillt, - Do werd gewiss die Kerch gefillt, - Un unser eens is dort! - - Was Hutlerei! was Hutlerei! - Die Leit hen leichte Kepp; - ’S is alles leer -- kee’ Saft, kee’ Salz, - ’N Brote’ ohne G’schmack un Schmalz, - ’N schlappiges Geschlepp! - - - - -[Illustration: - - In’s Lied hot alles ei’geschtimmt; - Sell Singe war en Freed.] - - - - -_WILL WIDDER BUWELE SEI’._ - - - Es rejert heit, m’r kann net naus, - Un ’s is so lohnsom do im Haus, - M’r wees net wie m’r fiehlt. - Ich will ’mol dhu’ als wär ich klee’, - Un uf d’r owerscht Schpeicher geh’ -- - Dort haw ich oft geschpielt. - - ’N Buwele bin ich widder jetz; - Wu sin mei’ Krutze un mei’ Kletz? - Nau wert ’n Haus gebaut! - ’S schpielt sich doch net gut allee’ -- - Ich bin jo ah kee’ Buwele meh’! - Was kloppt mei’ Herz so laut! - - Horch! -- Was ’n sunnerbari Sach! -- - D’r Reje rappelt uf ’m Dach - Gar nimme wie ’r hot. - Ich hab’s als g’heert mit leichtem Herz; - Nau macht m’r’s kreislich Heemweh-Schmerz, - Kennt heile, wann ich wott. - - M’r lewe juscht betriegrisch nei’ - In’s Schpiele un in’s Buwele sei’; - ’S is net so leicht zu dhu. - For Epper sagt: „Nix an d’r Sach: - Heerscht du d’r Reje uf’m Dach? - Sagt er du wärscht ’n Buh?” - - ’S Schpiele geht net -- soll ich fort? - Was is uf selle Balke dort? - Nau bin ich widder Buh! - Dort hen m’r Keschte ausgeschpei’t, - Zu derre uf die Krischdag Zeit -- - Dhet’s gleiche widder z’dhu! - - ’N Buwele sei’ sell is d’rwerth; - Die Keschte rooschte uf d’r Heerd -- - Was war des ’n Gekrach! - Sell is vorbei, ich fiehl’s im G’mieth; - ’R schpielt ’n rechtes Heemweh-Lied, - Der Reje uf’m Dach. - - Dort schteht die sehm alt Wallnuss Kischt - Ich wunner nau, was dort drin ischt? - ’S muss eppes ’battich’s sei’. - Kallenner, Zeiding, Biecher -- ho! - Die alte Sache hen sie do - All’s drunnerscht driwwersch nei’! - - Nau bin ich widder recht ’n Buh, - Weil ich do widder sehne dhu - Des alt’ bekannte Sach. - Horch! Heerscht d’r Reje! -- jes indied -- - ’R schpielt ’n rechtes Heemweh-Lied, - Dort owe uf’m Dach. - - „Schtill, Reje! Buwele schpielt deheem;” - Die Schtenner dort vun Gumme Beem - Schtehn noch am alte Platz; - Dort bin ich alle Samschdag hi’, - Hab Salz geholt for Schoof un Kieh -- - Sell war als Ruhl un Satz. - - Wu sin die Sättel un die Zeem? - Die Mäd sin nimme do deheem, - Sie wohne annersch wo! - Sie hen die Sache mit. Ja, ach, - Wie kloppt d’r Reje uf’m Dach! - Ich gleich net schpiele do. - - Dort is so g’wiss ’s alt Drunnel Bett! - Denkscht du ich kenn sell Drunnel net? - Wie siess war dort die Ruh! - Die Buwe hen scheint’s Fiehling zeigt, - Un hen’s net uf d’r Vendu g’schteigt; - Sell war nau schee’ gedhu. - - Sell Drunnel Bett, sell war als mei’ -- - Ich leg mich ewig nimme nei’: - Sell is vergangne Sach! - ’S rejert; ach, in jedem Glied - Fiehl ich des zarte Kindheets-Lied, - Vum Reje uf’m Dach. - - Sie henke net am Balke meh’, - Die Bindlen vun Gekreider Thee, - Un allerhand Gewerz. - Nau will ich widder Buwele sei’ -- - Ich hol’ se for die Mammi rei’, - Sell pliehst mei’ Buwele Herz. - - Die Mammi? leeder! sie is fort, - Sie schloft jo uf’m Kerchhof dort; - Vergesst m’r sich doch so! - Nau werd’s m’r zart in mei’m Gemieth, - Der Reje war ’n Kerchhof-Lied! - Ich schpiel net lenger do. - - - - -_LAH BISNESS._ - - - Zwee deitsche Baure, brav un gut, - Un ehrlich bis ufs Hoor, - Gans eenig, wie aus eenem Guss, - Die lebten am Catorus Fluss - Beisamme manches Johr. - - Der eene hot geheese Hans, - Der anner awer Dschäck; - Dann unner alle Bauersleit - War’s so Gebrauch um selli Zeit: - Der letschte Nam’ blieb wek. - - Die Baure hen vielfach Verkehr - Gehat vun Zeit zu Zeit; - Een hot dem ann’re g’holfe gern, - So bei der Hoiet un der Aern’, - Wie’s is bei Bauersleit. - - Sie hen enanner Sache g’lehnt, - Un dess un sell abkaaft; - Enanner b’sucht dorch Schnee un Dreck, - Un freindlich gesse Kraut un Schpeck -- - Viel uf un ab gelaaft. - - Ufs Wort hen sie enanner borgt, - Hen nie nix ufgesetzt; - Un ehrlich, uf der werri Dag, - Z’rick bezahlt, so g’wiss ich sag -- - Do war kee’ Bens verletzt! - - Die Lah un Courts hen sie gehasst, - Gar kreislich, nemm mei’ Wort; - Kunschtabler sin am Haus v’rbei, - Verloss dich druf, sie sin net nei’ -- - Kee’ Bisness hen sie dort. - - Es ging wol gut bei Hans un Dschäck, - So nooch dem alte Schlag; - Doch, wer net naus geht, kummt net weit, - Un lernt ah nix vun annere Leit, - Wie er es lerne mag. - - Doch, wie m’r sa’t: ’n blinde Sau - Find alsemol ’n Kescht. - So hot d’r Hans ’nmol, bei Glick, - G’lernt ’n wahres Meeschterschtick, - Ihm un sei’m Dschäck zum Bescht. - - Im Schpodjohr war er an dem Pool, - Am Dschenerel ’Leckschen Dag; - Do war ’n loh gesoffe G’schlecht, - Die kumme in ’n wiescht Gefecht -- - Wie m’r sich’s denke mag. - - Nor’d hot der Een d’r Anner g’rescht, - ’S is vor den Schqueier kumme; - Der Hans war g’sommenst, denk du dir, - Als Zeige in dem wieschte G’schmier; - Hot’s iewel ufg’numme. - - Uf Samschdag war die Suht beschtellt; - Mei’ Hans war dort, net faul; - Wie hot er do die Achseln zuckt, - Un in d’r Affis rum gegukt, - Un ufgeschperrt des Maul! - - Dem gute Hans war alles nei, - Er is verschrocke schier! - Was war do ’n gelernt Gemisch, - Mit grosse Biecher uf’m Disch, - Un Dinte, un Babier. - - ’S Zeigniss hot sie gilty g’macht, - ’S war nix zu helfe da; - Nor’d hot d’r Schqueier gar kreislich scharf - G’sa’t, dass m’r net fechte darf, - Eccording zu der Lah! - - D’r Schqueier hot der gans Pack g’feint, - Sell hot sie dief affect; - D’r Werth hot sie gebeelt -- wann net, - Dann het d’r Schqueier die Lumpe Sett - Grad in die Bresent g’schickt. - - Dess hot d’r Hans ebaut gepliehst, - Wie m’r sich’s denke kann. - „Mei’ liewer Schqueier,” sagt er „ei ja, - Ich seh dei’ Schreiwes un dei’ Lah - Bringt alles an d’r Mann!” - - Nau Owets ging d’r Hans zum Dschäck, - Un hot ihm alles g’sa’t; - „Ja, unser eens” -- so meent d’r Dschäck, - „Sitzt do d’rheem un kummt nie wek; - In dem Ding hen m’r g’fehlt.” - - „M’r hen nau so viel Diehlings g’hat, - Un nix vun Dem gewisst! - Kee’ Schqueier, kee’ Schreiwes un kee’ Lah -- - Ich glaab’s gewiss -- glaabscht du net ah -- - In Dem hen mir’s gemisst?” - - „Juscht so, mei liewer Dschäck,” sagt Hans, - „Sell is ebaut mei’ Sinn; - Un weil ich nau d’r Schqueier gut kenn, - So, wann mir widder Bisness hen, - Dann reit ich dapper hin.” - - Sagt Hans: „Es fallt m’r ewe ei’, - Ich brauch juscht nau ’n Ferd; - Ich glaab dei’ schwarzer Dschim is feel, - Ich dhet ihn kaafe, meiner Seel! - Was meenscht du, is er werth?” - - „Ei ja, d’r Dschim is feel,” sagt Dschäck, - „Ich hab jo sechs beseid; - ’N hunnert Dhaler grad awek -- - W’rhaftig wolf’l,” meent d’r Dschäck -- - „Doch mir sin Nochbersleit!” - - „All recht,” sagt Hans, „Ich nemm ’n mit -- - Ich denk du borgscht doch mir? - Ich kennt ’n wol bezahle käsch, - Doch in der Lah geht’s net so räsch, - ’S muss erscht uf’s Lahbabier! - - „Ich reit ihn morje naus zum Schqueier, - Er macht uns Schreiwes aus. - For unser alter dummer Plan, - Der bringt die Sach net an der Mann -- - M’r kummt aus Heem un Haus!” - - Der nekschte Owet kummt d’r Hans - Beizeite zu sei’m Dschäck; - „Do is nau ’s Schreiwes, all compliet, - Gemixt mit Lah, dass alles biet, - Es hot kee’ Fla’ un Fleck.” - - „Well, les es vor,” sagt Dschäck zum Hans; - „Kann net!” sagt Hans zum Dschäck; - „’S is Englisch g’schriwe -- seh mol da! - Weescht doch, es gebt in Deitsch kee’ Lah! - Loss mir die Schpuchte wek!” - - „Ich hab’s geseint, sell is genunk: - Der Schqueier hot alles drin. - Wann die beschtimmt Zeit is verfalle - Muss ich die hunnert Dhaler zahle; - Dess is so ’baut der Sinn.” - - „All recht!” sagt Dschäck, „Was dhut m’r nau - Mit dem schee’ Lahbabier?” - „Ja, schur genunk,” sagt Hans, „Well -- hem -- - Dess Ding is m’r doch ’n wenig fremm; - Ich wott d’r Schqueier wär’ hier!” - - „Doch nau scheint mir die Sach gans klohr,” - Sagt Hans; „Ich kräck die Nuss; - Ich muss ’s b’halte, ohne Schtreit, - Nor’d kann ich sehne do die Zeit, - Wann ich bezahle muss!” - - Sechs Monet nooch dem werri Dag - War Hans do mit dem Geld; - „Do sin die hunnert Dhaler grad, - Un do’s Babier -- nau nemm mei’ Rath -- - Die Lah biet alle Welt!” - - „All recht,” sagt Dschäck; „Wo dhut m’r nau - Dess Lahbabierle hin?” - „Ja, freilich, Dschäck; doch ennihau -- - Du b’haltscht’s -- es weist, dass ich dir nau - Kee’ Bens meh schuldig bin!” - - „Gans gut -- do hoscht du recht, mei’ Hans; - Die Bisness hot kee Fla’!” - Die Bauere hen g’seh’ wie gut - Es geht wann m’r sei’ Bisness dhut - Eccording zu der Lah! - - - - -_HEEMWEH._ - - - Ich wees net was die Ursach is -- - Wees net, warum ich’s dhu: - ’N jedes Johr mach ich der Weg - Der alte Heemet zu; - Hab weiter nix zu suche dort -- - Kee’ Erbschaft un kee’ Geld; - Un doch treibt mich des Heemgefiehl - So schtark wie alle Welt; - Nor’d schtärt ich ewe ab un geh, - Wie owe schun gemeldt. - - Wie nächer dass ich kumm zum Ziel, - Wie schtärker will ich geh, - For eppes in mei’m Herz werd letz - Un dhut m’r kreislich weh. - Der letschte Hiwel schpring ich nuf, - Un ep ich drowe bin, - Schtreck ich mich uf so hoch ich kann - Un guk mit Luschte hin; - Ich seh’s alt Schtee’haus dorch die Beem, - Un wott ich wär schun drin. - - Guk, wie der Kicheschornschtee’ schmokt -- - Wie oft hab ich sell g’seh’, - Wann ich draus in de Felder war, - ’N Buwele jung un klee’. - O, sehntscht die Fenschterscheiwe dort? - Sie guk’n roth wie Blut; - Hab oft cunsiddert, doch net g’wisst, - Dass sell die Sunn so dhut. - Ja, manches wees ’n Kind noch net -- - Wann’s dhet, wär’s ah net gut! - - Wie gleich ich selle Babble Beem, - Sie schtehn wie Brieder dar; - Un uf’m Gippel -- g’wiss ich leb! - Hockt alleweil ’n Schtaar! - ’S Gippel biegt sich -- guk, wie’s gaunscht -- - ’R hebt sich awer fescht; - Ich seh sei’ rothe Fliegle plehn, - Wann er sei’ Feddere wescht; - Will wette, dass sei’ Fraale hot - Uf sellem Baam ’n Nescht! - - O, es gedenkt m’r noch gans gut, - Wo selle werri Beem - Net greeser als ’n Welschkornschtock - Gebrocht sin worre heem. - Die Mammi war an’s Grändäd’s g’west, - Dort ware Beem wie die; - Drei Wipplein hot sie mitgebrocht, - Un g’sa’t: „Dort blanscht sie hie.” - M’r hen’s gedhu’ -- un glaabscht du’s nau -- - Dort selli Beem sin sie! - - Guk! werklich, ich bin schier am Haus! -- - Wie schnell geht doch die Zeit! - Wann m’r so in Gedanke geht, - So wees m’r net wie weit. - Dort is d’r Schap, die Welschkornkrip, - Die Seiderpress dort draus; - Dort is die Scheier, un dort die Schpring -- - Frisch quellt des Wasser raus; - Un guk! die sehm alt Klapbord-Fens, - Un’s Dheerle vor’m Haus. - - Alles is schtill -- sie wisse net, - Dass epper fremmes kummt. - Ich denk, der alte Watsch is dodt, - Sunscht wär er raus gedschumpt; - For er hot als verschinnert g’brillt - Wann er hot ’s Dheerle g’heert; - Es war de Träw’lers kreislich bang, - Sie werre gans verzehrt: - Kee’ G’fohr -- er hot paar Mol gegauzt, - Nor’d is er umgekehrt. - - Alles is schtill -- die Dheer is zu! - Ich schteh, besinne mich! - Es rappelt doch en wenig nau - Dort hinne in der Kich. - Ich geh net nei -- ich kann noch net! - Mei’ Herz fiehlt schwer un krank; - Ich geh ’n wenig uf die Bortsch, - Un hock mich uf die Bank; - Es seht mich niemand, wann ich heil, - Hinner der Drauwerank! - - Zwee Blätz sin do uf däre Bortsch, - Die halt ich hoch in Acht, - Bis meines Lebens Sonn versinkt - In schtiller Dodtes-Nacht! - Wo ich vum alte Vaterhaus - ’S erscht mol bin gange fort, - Schtand mei’ Mammi weinend da, - An sellem Rigel dort; - Un nix is mir so heilig nau - Als grade seller Ort. - - Ich kann se heit noch sehne schteh, - Ihr Schnuppduch in d’r Hand; - Die Backe roth, die Aage nass -- - O, wie sie doch do schtand! - Dort gab ich ihr mei’ Färewell, - Ich weinte als ich’s gab, - ’S war’s letschte Mol in däre Welt, - Dass ich’s ihr gewe hab! - Befor ich widder kumme bin - War sie in ihrem Grab! - - Nau, wann ich an mei’ Mammi denk, - Un meen, ich dhet se seh, - So schteht sie an dem Rigel dort - Un weint, weil ich wek geh! - Ich seh sie net im Schockelschtuhl! - Net an keem annere Ort; - Ich denk net an sie als im Grab: - Juscht an dem Rigel dort! - Dort schteht sie immer vor mei’m Herz - Un weint noch liebreich fort! - - Was macht’s dass ich so dort hi’ guk, - An sell End vun der Bank! - Weescht du’s? Mei’ Herz is noch net dodt, - Ich wees es, Gott sei Dank! - Wie manchmal sass mei Dady dort, - Am Summer-Nochmiddag, - Die Hände uf der Schoos gekreizt, - Sei Schtock bei Seite lag. - Was hot er dort im Schtille g’denkt? - Wer mecht es wisse -- sag? - - V’rleicht is es ’n Kindheets-Draam, - Dass ihn so sanft bewegt; - Oder is er ’n Jingling jetz, - Der scheene Plane legt! - Er hebt sei’ Aage uf juscht nau - Un gukt weit iwer’s Feld; - Er seht v’rleicht d’r Kerchhof dort, - Der schun die Mammi helt! - Er sehnt v’rleicht nooch seiner Ruh - Dort in der bessere Welt! - - Ich wees net, soll ich nei’ in’s Haus, - Ich zitter an d’r Dheer! - Es is wol alles voll inseid, - Un doch is alles leer! - ’S is net meh heem, wie’s eemol war, - Un kann’s ah nimme sei; - Was naus mit unsere Eltere geht - Kummt ewig nimme nei’! - Die Freide hot der Dodt geärnt, - Das Trauerdheel is mei’! - - So geht’s in däre rauhe Welt, - Wo alles muss vergeh! - Ja, in der alte Heemet gar - Fiehlt m’r sich all allee’! - O, wann’s net vor der Himmel wär, - Mit seiner scheene Ruh, - Dann wär m’r’s do schun lang verleedt, - Ich wisst net, was ze dhu. - Doch Hoffnung leichtet meinen Weg - Der ew’gen Heemet zu. - - Dort is ’n schee’, schee’ Vaterhaus, - Dort geht m’r nimmeh fort; - Es weint kee’ guti Mammi meh’ - In sellem Freideort. - Kee’ Dady such meh’ for ’n Grab, - Wo, was er lieb hat, liegt! - Sell is kee’ Elendwelt wie die, - Wo alle Luscht betriegt; - Dort hat das Lewe ewiglich - Iwer der Dodt gesiegt. - - Dort find m’r, was m’r do verliert, - Un b’halt’s in Ewigkeit; - Dort lewe unsre Dodte all. - In Licht un ew’ger Freid! - Wie oft, wann ich in Druwel bin, - Denk ich an selli Ruh, - Un wott, wann’s nor Gott’s Wille wär, - Ich ging ihr schneller zu; - Doch wart ich bis mei’ Schtindle schlägt, - Nor’d sag ich -- Welt, adju! - - - - -[Illustration: - - Wie manchmal sass mei Dady dort, - Am Sommer Nachmiddag; - Die Hände uf der Schoos gekreizt, - Sei Schtock bei Seite lag. - - … - - Er seht v’rleicht d’r Kerchhof dort, - Der schun die Mammi helt; - Er sehnt v’rleicht nooch seiner Ruh, - Dort in der bessere Welt!] - - - - -_The following translations of four of the preceding poems were made -by the author himself, and are here appended as possessing additional -interest on this account._ - - - - -_THE OLD SCHOOL-HOUSE AT THE CREEK._ - - - To-day it is just twenty years, - Since I began to roam; - Now, safely back, I stand once more, - Before the quaint old school-house door, - Close by my father’s home. - - I’ve been in many houses since, - Of marble built, and brick; - Though grander far, their aim they miss, - To lure my heart’s old love from this - Old school-house at the creek. - - Let those who dream of happier scenes, - Go forth those scenes to find; - They’ll learn what thousands have confessed, - That with our home our heart’s true rest - Is ever left behind. - - I’ve travelled long and travelled far, - Till weary, worn, and sick; - How joyless all that I have found, - Compared with scenes that lie around - This school-house at the creek. - - How home-like is this spot to me! - I stand, and think, and gaze! - The buried past unlocks its graves, - While memory o’er my spirit waves - The wand of other days. - - The little creek still idles by, - With bright and playful flow; - And little fish still sport and glide, - Where yon low elder shades the tide, - As they did long ago. - - The white-oak stands before the door, - And shades the roof at noon; - The grape-vine, too, is fresh and green; - The robin’s nest!--Ah, hark!--I ween - That is the same old tune! - - The swallows skip across the mead-- - The foremost one is best! - And, look ye at the gable there, - A house of stubble, mud, and hair-- - That is the swallow’s nest! - - The young are very still just now-- - They all are sleeping sound; - Wait till the old with worms appear, - Then you the hungry cry shall hear - From mouths that lie around! - - These scenes are as they were of yore, - Though void of former glee; - But I have changed!--From yonder brook - The boy’s reflected rosy look, - No more smiles out on me! - - I stand, like Ossian in his vale, - And watch the shadowy train! - Now joy, now sadness me beguile, - And tears will course o’er every smile, - And bring their pleasing pain! - - ’Twas here I first attended school, - When I was very small: - There was the Master on his stool, - There was his whip and there his rule-- - I seem to see it all. - - The long desks ranged along the walls, - With books and inkstands crowned; - Here on this side the large girls sat, - And there the tricky boys on that-- - See! how they peep around! - - The Master eyes them closely now, - They’d better have a care; - The one that writes a billet-doux-- - The one that plays his antics, too-- - And that chap laughing there! - - For all the scholars, large and small, - Are under equal rule; - Which is quite right--whoever breaks - The Master’s rules, a whipping takes, - Or leaves at once the school. - - Around the cosy stove, in rows, - The little tribe appears; - What hummings make those busy bees-- - They better like their A, B, C’s, - Than boxing at their ears! - - Those benches are by far too high-- - Their feet don’t reach the floor! - Full many a weary back gets sick, - In that old school-house at the creek, - And feels most woful sore! - - Poor innocents! behold them sit, - In miseries and woes! - It is no wonder, I declare, - If they should learn but little there, - On benches such as those! - - With all these drawbacks, that was still - A well conducted school; - For Master such, in vain you look, - Who cyphers through the Ainsworth book, - And never skips a rule! - - That he was cross, I must confess; - He whipped us through and through; - But still most wholesome rules observed; - Who felt the rod, the rod deserved-- - According to his view! - - This duty he with zest performed, - Though charmless to us all! - ’Tis strange, our nature never could - Delight in what is for our good-- - ’Tis owing to the Fall! - - When a new Master took the school, - Around the question ran: - “Oh, is he Irish? Is he cross?” - How much our gain, how much our loss, - Depended on that man! - - Then when the autumn school began, - We eyed the Master shy! - His rules, his whip, told very quick, - That he to former rules would stick, - And ancient methods ply. - - Still was there little of complaint; - We had our pleasures too; - This world does not just always dish - Our fare as sweet as we could wish, - Yet sweeter than is due! - - At noon-day, when the school left out, - We had of sport our fill; - Some play the race, some houses wall, - Some love a stirring game of ball, - Some choose the soldier drill. - - The large girls sweep; the larger boys-- - What mischief they are at! - They tease, they laugh, they hang about, - Until the Master turns them out-- - The rules were strict in that! - - The little girls, of “ring” most fond, - Their giggling circle drew; - When larger girls joined in the ring-- - Now is it not a curious thing?-- - The large boys did it too! - - The large ones always tagged the large-- - The small ones always missed! - Then for the prize began the race; - The one that’s caught, has now to face - The music, and be kissed! - - Old Christmas brought a glorious time-- - Its mem’ry still is sweet! - We barred the Master firmly out, - With bolts, and nails, and timbers stout-- - The blockade was complete! - - Then came the struggle fierce and long! - The fun was very fine! - And whilst he thumped and pried about, - We thrust the terms of treaty out, - Demanding him to sign! - - The treaty signed--the conflict o’er, - Once Master now were we! - Then chestnuts, apples, and such store, - Were spread our joyous eyes before-- - We shared the feast with glee! - - Oh, where are now the school-mates, who - Here studied long ago? - Some scattered o’er the world’s wide waste! - By fortune hither, thither chased! - Some, in the church-yard low! - - My muse has struck a tender vein! - And asks a soothing flow; - O Time! what changes thou hast made, - Since I around this school-house played, - Just twenty years ago! - - Good bye! Old school-house! Echo sad, - “Good bye! Good bye!” replies; - I leave you yet a friendly tear! - Fond mem’ry bids me drop it here, - ’Mid scenes that gave it rise! - - Ye, who shall live when I am dead-- - Write down my wishes quick-- - Protect it, love it, let it stand, - A way-mark in this changing land-- - That school-house at the creek. - - - - -_THE OLD-TIME HEARTH-FIRE._ - - - The poets praise, in touching rhyme, - The hearth-fire of the olden time; - I read their verse with many a sigh, - And think of times and joys gone by. - Thus dreaming o’er the past, I’m fain - To think I see it all again. - - Now, sights like these are truly rare, - Coal fires are fashion every where; - Among the so-called class elite, - There is nor stove nor fire in sight. - You wonder?--yes, ’tis even so-- - The heat comes somehow from below! - - One feels quite lost--things do not fit-- - No place to look, no place to sit-- - The room is warm--how strange to me-- - And yet no fire to stir or see! - Such modes!--away, ’tis nothing worth, - Give me the old-time glowing hearth. - - I ever feel for that dear spot, - A home-sick love that ceases not; - Whate’er I do, where’er I roam, - My heart returns to that hearth-home; - I never can recall the cheer - Of that old hearth, without a tear. - - There lay the back-log round and thick; - In front a row of stone or brick; - On that we laid the smaller wood; - Then rose the flame--how warm and good! - And when without the storm-wind blew, - What roaring in the chimney flue! - - Against the jam--forethought is good-- - Is piled the ready-needed wood; - Just opposite--a thing how rare-- - Inviting leans the rustic chair, - And in the chimney-corner stand - The tongs and shovel near at hand. - - The mantle-shelf, familiar still, - Holds candlesticks and coffee-mill; - The smoothing irons, large and small, - The lard-lamp overtops them all; - And sulphur sticks--they burn you know, - From faintest coal when fire is low. - - Oft have I watched at even-tide - Strange ghost-forms through the embers glide; - The glowing coals, white, black and red, - Now livid are, and now seem dead! - We look, and think, and can with ease - See in the fire just what we please. - - How sweet to sit the hearth-fire by, - Till living coals to embers die; - White ashes, creeping o’er their crest, - Come as if covering them for rest; - How dream-like fades their glowing light, - Like eyes that sink to sleep at night. - - Sit we beside a _certain_ friend, - In love the evening hour to spend; - To double eyes, at such an hour, - The coals have a most charming power! - As one, appear such mutual souls, - They see the same forms in the coals. - - O’er youth, as all the poets say, - The hearth-fire holds enchanting sway; - For then their dreaming fancy sees - A cottage mid a clump of trees; - They ask no greater bliss to share - Than just to live together there. - - Some think the hearth-fire spell o’er hearts - Is close allied to witching arts! - One thing is sure--oft to that shrine, - Fond memory draws this heart of mine; - And round that hearth’s soft evening gleams, - My spirit dreams its sweetest dreams. - - When I that hearth in fancy see, - My childhood all comes back to me; - Then lives my father as before-- - Then is my mother there once more; - And brothers, sisters, scattered wide, - Come home again at even-tide. - - - - -_HOME-SICKNESS._ - - - I know not what the reason is: - Where’er I dwell or roam, - I make a pilgrimage each year, - To my old childhood home. - Have nothing there to give or get-- - No legacy, no gold-- - Yet by some home-attracting power - I’m evermore controlled: - This is the way the home-sick do, - I often have been told. - - As nearer to the spot I come - More sweetly am I drawn; - And something in my heart begins - To urge me faster on. - Ere quite I’ve reached the last hill-top-- - You’ll smile at me, I ween!-- - I stretch myself high as I can, - To catch the view serene-- - The dear old stone house through the trees - With shutters painted green! - - See! how the kitchen chimney smokes! - That ofttimes gave me joy; - When, from the fields, that curling cloud - I witnessed as a boy! - And see! the purple window panes, - They seem as red as blood. - I often wondered what did that, - But guess it, never could. - Ah! many a thing a child knows not. - Did it, it were not good! - - How do I love those poplar trees; - What tall and stately things! - See! on the top of one just now - A starling sits and sings. - He’ll fall!--the twig bends with his weight! - He likes that danger best. - I see the red upon his wings,-- - Dark shining is the rest. - I ween his little wife has built - On that same tree her nest. - - O, I remember very well - When those three poplar trees - Not thicker than my finger were, - And could be bent with ease. - My mother was at grandpa’s house, - And trees like these had he; - She brought three scions home, and said, - “Boys, plant them there for me.” - Can you believe--they grew so tall - And made the trees you see! - - See! really I am near the house; - How short the distance seems! - There is no sense of time when one - Goes musing in his dreams. - There is the shop--the corn-crib, too-- - The cider-press--just see! - The barn--the spring with drinking cup - Hung up against the tree. - The yard-fence--and the little gate - Just where it used to be. - - All, all is still! They know not yet - That there’s a stranger near; - I guess old Watch, the dog, is dead, - Or barking, he’d appear. - What fearful bellowings he made - Whene’er he heard the gate; - The travellers always feared him sore, - He bounced at such a rate; - But though the bark was woful loud, - The bite was never great! - - All, all is still! The door is shut. - I muse with beating heart; - Hark! there’s a little rattling now - Back in the kitchen part. - I’ll not go in! I cannot yet; - I’m overcome, I fear! - The same old bench here on the porch, - I’ll rest a little here. - Behind this grape-vine I can hide - The falling of a tear! - - Two spots on this old friendly porch - I love, nor can forget, - Till dimly in the night of death - My life’s last sun shall set! - When first I left my father’s house, - One summer morning bright, - My mother at _that_ railing wept - Till I was out of sight! - Now like a holy star that spot - Shines in this world’s dull night. - - Still, still I see her at that spot, - With handkerchief in hand; - Her cheeks are red--her eyes are wet-- - There, there I see her stand! - ’Twas there I gave her my good-bye, - There, did her blessing crave, - And oh, with what a mother’s heart - She that sought blessing gave. - It was the last--ere I returned - She rested in her grave! - - When now I call her form to mind, - Wherever I may be, - She still is standing at that rail - And weeping on for me! - She is in no familiar spot, - As oft in former years; - And never to my fancy she - As in her grave appears; - I see her only at that rail, - Bedewed with holy tears. - - What draws my eye to yonder spot-- - That bench against the wall? - What holy mem’ries cluster there, - My heart still knows them all! - How often sat my father there - On summer afternoon; - Hands meekly crossed upon his lap, - He looked so lost and lone, - As if he saw an empty world, - And hoped to leave it soon. - - Doth a return of childhood’s joys - Across his spirit gleam? - Or is his fancy busy now - With some loved youthful dream? - He raises now his eyes and looks - On yon hill’s sacred crest; - Perhaps he sees the graveyard there - Where mother’s sleep is blest, - And longs to slumber by her side, - In death’s last peaceful rest. - - All, all is still! I hesitate-- - I fain would pass the door, - But fear the pain of missing all - This home contained of yore. - For, ah, it is not what it was - Though its inmates are kind; - What with our parents once we lose - We nevermore shall find; - Death goes before and reaps the sheaves; - We can but glean behind. - - Such is the fate of earthly loves - Where all things die or change. - Yes, even in the homestead here, - I feel alone and strange. - O were it not for yon bright heaven, - With its unchanging rest, - How heavy would our burdens be, - Our life how sore distressed; - But hope illumes our pathway to - The regions of the blest. - - That is a lovely Fatherland: - There I shall never roam; - No mother there with tearful eyes, - Shall see me leave that home. - No father there shall seek the grave - Where his beloved lies; - That is no vale of woes like this, - Where all we cherish dies; - The beautiful is permanent - In those unchanging skies. - - There we shall find what here we lose, - And keep it evermore; - There we shall join our sainted dead, - Who are but gone before. - I’m fain, in lonely hours, to lift - The veil that let them through, - And wish it were God’s holy will - To let me pass it too; - Yet patience! till my hour shall come, - To bid the world, Adieu! - - - - -_THE OLD SLEEPING ROOM._ - - - I come, a pilgrim wan and worn, - Back to the house where I was born-- - I softly tread to-day! - My heart bears, as a holy thing, - The many memories I bring - From life’s long weary way. - - Familiar are these stairs indeed, - Which to the second story lead,-- - How natural to me! - Just as of old--I do declare,-- - The knot-hole in the wash-board there-- - ’Tis open still--just see! - - Nine steps--I need not count them, though-- - I’ll lay you what you will ’tis so: - The short flight there has four. - This hand-rail on the entry-side-- - What sport for boys adown to slide, - As we were wont of yore. - - The window at the head is seen, - Venetian shutters, painted green, - And they are closed up still. - The ghostly light of evening falls, - So pale upon the stairs and walls, - I feel a timid chill! - - Half smiling now, and now half sad-- - Half weeping now, and yet half glad, - Do I ascend these stairs. - I reach the top--I touch the door-- - It opens as it did of yore-- - I did it unawares! - - The dear old room! How many a night, - From evening hour till morning light, - Here child and boy I slept! - There in the corner stood my bed: - Here was the foot, and there the head-- - All this my memory kept. - - How sweet our childhood sleep appears; - One rests not so in after years-- - Ah! this too well I know! - Life fills the anxious heart with cares, - A wakeful head the pillow bears, - And night’s dull hours move slow. - - The moon is up--’tis full and bright; - It pours its mellow flood of light - Upon the bed and floor; - What moves upon the wall about? - The shadowy play of trees without: - I’ve seen that oft before. - - All, all is still, save but the wail - Of lonely cricket’s evening tale, - Hid in the window sill. - Hark! in the closet, tick--tick--tick! - It is the death-watch’s ghostly click; - I wish that worm were still! - - If there be ghosts,--ah, who can tell? - This place, this hour, would suit them well; - Perhaps some may be near! - I see naught with my eyes that’s real, - Yet in my spirit’s sense I feel - As if they might be here. - - Yes, ghosts are here from childhood’s hours, - They have no forms, but come as powers, - And give me pleasing pain; - They mirror to my heart the plays, - Of all my early halcyon days, - Which cannot come again! - - Angels are here, so pure and rare, - They play upon the moon-beams there, - They glide along the wall. - Back to this ark, like Noah’s dove, - They bring their sprigs of peace and love; - I hail their friendly call. - - These spirits guard us in our ways, - So mother’s Holy Bible says-- - And I believe it, too; - Have we the “Our Father” said, - They watch that night around our bed: - Most certainly they do! - - This did our mother often tell, - We children all believed it well, - And did as we were told. - You don’t believe?--you’re wiser--you? - Than mother and the Bible too? - Such folly makes you bold. - - For me this faith wrought like a charm; - I slept quite free from fear or harm, - In peace till morning light. - I hold it still--I still believe, - That they who pray this prayer, receive - An Angel-guard at night. - - I’ve often wished I were again - A child as innocent as then; - But that can never be; - So I will keep, as best I can, - The life of childhood in the man: - The child-life nurse in me. - - But see! high up has gone the moon; - How long I’ve lingered here alone! - ’Tis time for me to leave. - Good by, my little room, good by! - Hold! there is something in my eye! - This parting makes me grieve! - - - - -Wortverzeichniss. - - -Zur Erklärung vieler in den vorstehenden Gedichten vorkommender -Wörter, und zur Vereinfachung dieses Wortverzeichnisses ist es -nur nothwendig auf einige Haupteigenthümlichkeiten oder vielmehr -Regeln aufmerksam zu machen, und diese Regeln sind es gerade, welche -dem Pennsylvanisch-Deutschen Gleichberechtigung mit den übrigen -volksüblichen deutschen Mundarten geltend machen. - -Das Pennsylvanisch-Deutsche gehört zu den süddeutschen Mundarten. -Der ihm am verwandteste Dialekt ist der pfälzische, oder mehr noch -vielleicht die Westricher Abart desselben, und es lässt sich diese -Verwandtschaft auf die frühzeitige Einwanderung von Pfälzern nach -Ost-Pennsylvanien zurückführen. - -Wie alle Dialekte zeigt auch dieser manchfache Eigenthümlichkeiten -in verschiedenen Lokalitäten; allein in ihrer Gesammtheit hat die -pennsylvanisch-deutsche Mundart gewisse Grundzüge, die überall -erkennbar sind und als siegreiches Resultat eines hundertjährigen -Ringens der Pfälzer Mundart mit andern süddeutschen, ja sogar mit -sächsischen und mährischen Dialekten, und namentlich mit der englischen -Sprache, betrachtet werden dürfen. - -Die Ansicht, als seien alle Deutsch-Pennsylvanier von rein -deutscher Abstammung ist eine sehr irrige. Die Namen schon, mehr -noch aber die Stammbäume vieler jetzt ganz deutscher -- d. h. -pennsylvanisch-deutscher -- Familien in den Landdistrikten bekunden -eine schottische, irische, schwedische oder französische Herkunft. -In manchen Gegenden, wie im Lechathale, hat sich das Deutsche reiner -erhalten; in andern Gegenden, wie im Susquehanna Thale und jenseits des -Alleghany Gebirges, ist es mehr vermengt mit dem Englischen; überall -aber trägt es dieselben Grundzüge, die da sind: - -1. Ein Streben nach Vereinfachung und Verschmelzung wo zwei -verschiedene Vokale (Diphthonge) oder Consonanten zusammen kommen, -wobei sich der stärkere Vokal oder Consonant gewöhnlich verdoppelt; -z. B. auch in aach; klein in kleen; Kinder in Kinner; Kopf in -Kopp. Dasselbe Streben nach Vereinfachung zeigt sich auch bei den -Triphthongen, die zu verwandten Diphthongen werden, wie Gebäude und -Geläute in Gebei und Geleit. Erwähnenswerthe Ausnahmen bilden ähnlich -lautende Worte mit demselben Diphthong, von denen einer bleibt, der -andere verschmilzt, wie Weide (Baum) bleibt Weide; Weide (Grasfeld) -wird zu Weed; Laib (Brod) wird Leeb; Leib (Körper) bleibt Leib. -Merkwürdig ist der Diphthong _oi_, der in Hoi, Heu; Roi, Reihe; und Boi -(Pie) Kuchen, vorkommt. - -2. Das _st_ hat durchschnittlich den Klang des _scht_. Ausnahmen -hiervon bilden nur Worte, die aus dem Englischen acceptirt wurden, -und das Wörtchen ist, -- das grösstentheils wie das westricher und -englische _is_ ausgesprochen wird; denn nur in wenigen Lokalitäten hört -man noch das eigentliche Pfälzer oder schwäbische _isch_. - -3. Ueberall ist die Neigung vorherrschend das t in d, b in w, p in b, g -in kh und z in s umzuwandeln. - -4. Von den eigenthümlichsten Kennzeichen des westricher Dialektes, dem -Verwandeln des d und t in r, und dem Verschmelzen des d und t nach l -in ll; wie laden in lare, Gewitter in Gewirrer, halten in halle, mild -in mill -- findet man im Pennsylvanisch-Deutschen kaum eine Spur. -Auch ist die Weglassung der Endsylbe _en_ bei weitem nicht so streng; -das _n_ geht zwar oft in einen Nasenlaut auf, der hier mit einem -(’) Apostrophen bezeichnet wird; manchmal wird es auch ganz fallen -gelassen, aber nie das _e_ mit dem _n_. - -5. Auf die Satzbildung hat das Englische einen merklichen Einfluss -ausgeübt. Wo in dieser Beziehung gegen die Regeln der hochdeutschen -Grammatik verstossen zu werden scheint, da ist es immer eine -Vertauschung der englischen Regel für die deutsche, was dem deutschen -Ohr die Satzbildung allerdings oft sehr sonderbar erklingen lässt. So -z. B.: Hen, scherr _der_ blind Gaul uf; mer welle uf _der_ Markt fahre --- (Heinrich, schirre _den_ blinden Gaul auf; wir wollen auf _den_ -Markt fahren). - -Die hie und da vorkommenden hochdeutschen Worte hat HARBAUGH nur des -Reimes halber eingeführt, und viele englische Ausdrücke, mit denen er -einige seiner Gedichte ursprünglich überladen hatte, sind auf seinen -Wunsch durch pennsylvanisch-deutsche ersetzt worden. - -Schliesslich ist noch zu erwähnen, dass die Schreibweise oder -Orthographie so gewählt wurde, damit die oben angeführten Grundzüge -auch für Leser im alten Vaterlande, oder im Vergleich mit anderen -Werken über deutsche Volksdialekte, so deutlich wie möglich -hervortreten möchten. - -J. M. B. - - - A - - Abbattig, besonders. - Aern, Erndte. - Affis, _office_, Amtslokal. - affect, _affect_, afficiren. - altfäschen, _old-fashioned_, altmodisch. - arg gut, sehr gut. - artlich, ziemlich. - - - B - - Babblelaab, Pappellaub. - ball, bald. - bass uff, passe auf. - Bänks, _bank_, Ufer. - Beese, Böse. - Bense, _pence_, Pfennige. - beseid, _beside_, daneben. - Bisness, _business_, Geschäft. - biet, _beat_, übertreffen. - blanscht, pflanzt. - blogt, plagt. - Boghie, _buggy_, elegantes, leichtes - Fuhrwerk. - Bole, _bowl_, Schale. - Bordkerch, Gallerie der Kirche. - Bortsch, _porch_, Portal. - Bresent, _present_, Geschenk. - Brick, _brick_, Backstein, Brücke. - Bungert, Baumgarten. - bummerisch, pommerisch, schwer. - Buschleit, Leute auf dem Lande. - Buwele, Büblein. - - - C - - Courts, _Courts_, Gericht. - compliet, _complete_, vollständig. - cunsiddert, _considered_, bedacht. - cumpaunde, _compound_, verständigen, abrechnen. - - - D - - Dady, Dädy, Vater. - dapper, tapfer, schnell. - darch, dorch, durch. - däre, dieser. - Desk, _desk_, Schreibpult. - Dheerle, Thürchen. - Dhier, Thüre. - Dhreen, Thräne. - Diehlings, _dealings_, Verkehr, Geschäfte. - dichdiglich, tüchtig. - d’no, nachher. - dreemisch, träumerisch. - Drep, Tröpfe. - Drunnel Bett, _trundle bed_, Rollbett. - Druwel, Trubel, Sorge. - Dschäck, _Jack_, Engl. Abkürz. für John. - Dscheneral ’Leckschen, _general election_, Allgemeine Wahl. - Dschent’lleit, _gentlemen_. - dschillt, _chilled_, kalt geworden. - Dschim, _Jim_, Engl. Abkürz. für James. - Dschuryman, _juryman_, Einer vom - Geschworenen-Gericht. - - - E - - ebaut, _about_, eig. ungefähr; hier „ebaut - en” -- ein sehr. - eccording, _according_, gemäss. - eenig, irgend eine. - Edschent, Agent. - enacht, in Acht. - enanner, einander. - ennihau, _anyhow_, wenigstens, jedenfalls. - ep, ehe. - eppes, etwas. - Eppel, Aepfel. - - - F - - Fäct, _fact_, That. - färewell, _fare well_, Lebewohl. - Fäschins, _fashions_, Moden. - Fens, _fence_, Zaun. - Ferge, Furchen. - Fifty-six, Sechs und fünfzig Pfund - Gewicht. - Fitz, Ruthe. - Fitzeel, Ruthenöl. - fixt, _fixed_, festgestellt. - Fla’, _flaw_, Fehler. - Floor, _floor_, Flur. - Fors, _force_, Gewalt. - - - G - - gaschtig, garstig. - gaunscht, schaukelt. - gebärrt, _barred_, verriegelt. - geclos’t, _closed_, abgeschlossen. - gedscheest, _chased_, gejagt. - gedschumpt, _jumped_, gehüpft. - geele, gelbe. - gefixt, _fixed_, hergerichtet. - Gehm, _game_, Spiel. - Gekreider, Kräuter. - gelänst, _launched_, hergeben. - gemixt, _mixed_, gemischt. - gepliehst, _pleased_, erfreut. - gemisst, _missed_, verfehlt. - Geprall, Geprahle. - geschpeit, _spied_, erblickt. - geschteibert, gestützt. - geseint, _signed_, unterzeichnet. - gewott, gewünscht, gewollt. - g’rescht, _arrested_, arretirt, verklagt. - Gut bei, _good by_, Lebewohl. - g’wippt, gepeitscht. - - - H - - hänkere, _hanker_, gelüsten. - Haunds, _hounds_, Hunde. - Heemet, Heimath. - heemelt, anheimeln. - heert, hört. - heewe, heben. - heile, heulen. - heist, _hoist_, aufziehen. - heitsedag, heutzutage. - Helm, Halme. - hen, haben. - Hiwwel, Hiwle, Hügel. - Hoiet, Heuet. - Hollerbisch, Holunderbüsche. - hocke, sitzen, setzen. - Humbuk, _humbug_, Täuschung. - - - I - - imme, in einem. - - - J - - Jacht, Getümmel, Geräusch. - jes, indied, _yes indeed_, ja, in der That. - jummert, jammert. - juscht ’mol, nur einmal. - juschtament, wirklich. - - - K - - Kärridsch reide, _ride in a carriage_, in einem schönen Fuhrwerk - fahren. - Käsch, _cash_, baar. - kee’, keine. - Kees, Käse. - Kepp, Köpfe. - Keschte, Kastanien. - Klapbord-Fens, _clap-board fence_, Lattenzaun. - knitz, schalkhaft. - Kohleffe, Kohlenöfen. - Kräcks, _cracks_, Risse. - kreislich, (von grässlich) sehr. - Krick, _creek_, Bach. - Krischdag, Christtag. - Krutze, _cob_, Welschkorn-Griebs. - Kunne-Miehl, Kunden-Mühle. - Kunschtabler, _constable_, Gerichtsbeamter. - kumme raus, machen Staat. - - - L - - Lah, _law_, Gesetz. - Ledscherbuch, _ledger_, Hauptbuch. - leie, liegen; lei’ für liegt. - Lettcher, Lättchen. - lewig, lebendig. - liewe, liebe. - loh, niedrig, gemein. - lohnsom, _lonesome_, einsam. - Lofletters, _love letters_, Liebesbriefe. - lubt, _looped_, mittelst Schleife - befestigen. - - - M - - mänedscht, _managed_, verwaltet, besorgt. - Mäntelbord, _mantel-piece_, Kamingesimse. - meh’, mehr. - Meeschter, Meister. - mied, müde. - Misserie, _misery_, Elend. - mitnanner, mit einander. - Muschkrotte, Moschusratten. - - - N - - Nau, _now_, jetzt, nun. - naus, hinaus. - neiser, _nice_, artig. - Nescht, Aeste. - net, nicht. - Niss, Nüsse. - nooch, nach; zum Unterschied - von noch. - nor’d, nachher. - Noschen, _notion_, Neigung. - Notis, _notice_, Nachricht. - numme, nur einmal. - - - O - - owig, oberhalb. - - - P - - Pihwie,[A] (_Muscicapa phebe._) - plenti, _plenty_, genug. - plehn, _plain_, deutlich. - Plicht, Pflicht. - Pool, _poll_, Stimmplatz. - Pränks, _pranks_, Possenstreiche. - pretend, _pretend_, vorgegeben. - Proposal, _proposal_, Vorschlag. - - - R - - Räpps, _raps_, Ohrfeigen. - rechel, rechne, erachte. - Rees, _race_, Mühlbach. - rejert, regnet. - Rehs, _race_, Wettlauf. - rei’, herein. - Rigel, _rail_, Queerriegel des Zauns. - Roi, Reihe. - Rhud, Ruthe. - Ruhl, _rule_, Regel. - - - S - - Schap, _shop_, Schuppen. - Scherze, Schürzen. - schiepisch, _sheepy_, schaafsmässige. - schier, beinahe. - schkippe, _skip_, stossweis fliegen, - überhüpfen. - schlick, _sleek_, glatt. - schlohe, _slow_, langsam. - schmärt, _smart_, flink. - schnock, _snug_, wohl verwahrt. - Schoh, _show_, Schauausstellung. - Speicher, Dachstube. - schpreie, _spry_, lebhafter, feuriger. - schpukig, gespenstig. - Schpuchte, Neckereien. - Schqueier, _Esquire_, Friedensrichter. - Schreiwes, etwas Geschriebenes. - schreeks, schräg. - schtärt, _start_, abreisen. - Schteil, _style_, Art, Lebensart. - Schtenner, Standfass. - schtoppt, _stopped_, hält an. - schur, _sure_, sicher. - Schwalme, Schwalben. - sehft, _saves_, spart. - sehm, selbe, dasselbe. - seifere, _cypher_, rechnen. - selli, seller, selbige, jener. - sellmol, damals. - seinscht, _sign_, unterzeichnest. - Sent, _cent_, Pfennig. - Set, Paar, Partie, Gesellschaft. - Sill, _sill_, Schwelle. - Sinn, Sünde. - sitscht, sitzest. - Sold’scher, _soldier_, Soldat. - Sool, _soul_, Seele. - Suht, _suit_, Klage, Prozessverhandlu’g - sunnerbari, sonderbare. - - - T - - ’täggt, _tagged_, angeschlagen im - Kinderspiel. - Tollhaus, _toll_, Zoll-Haus. - Tornpeik, _turnpike_, Chaussee. - Träw’lers, _travelers_, Reisenden. - Tschäps, _chaps_, Burschen. - - - U - - ufgedresst, _dressed up_, herausgeputzt. - - - V - - Vendu, _vendue_, öffentliche Versteigerung. - vernaddert, vernarrt. - vermisst, _missed_, nicht getroffen. - verschpettle, verspotten. - verschwappe, _swap_, vertauschen. - - - W - - wackrig, wach, hell. - Wälli, _valley_, Thal. - wammer, wenn man. - Wassum, Waasen. - watscht, _watched_, beobachtet. - werri, selli werri, _very_, sehr, gerade dieser. - wieschte, wüste. - Wip, _whip_, Peitsche, Ruthe. - Wolkegedimmel, Wolkengetümmel. - - - X - - ’xäktly, _exactly_, genau. - - - Z - - Zeppel, Zöpfchen. - Zuhk, Zug. - -[A] (The Fly-catcher), ein kleiner Vogel, der mehr als sicherer Vorbote -des Frühlingswetters als seines Gesanges wegen beliebt ist. Der -Obertheil des Körpers ist dunkel-olivenfarbig, der ganze Untertheil -hellgelb. In der Volkssprache heisst er schlechtweg Pihwie (Engl.) -_Pewit_. - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Harbaugh's Harfe, by Henry Harbaugh - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HARBAUGH'S HARFE *** - -***** This file should be named 51467-0.txt or 51467-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/1/4/6/51467/ - -Produced by Jan-Fabian Humann and the Online Distributed -Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This file was -produced from images generously made available by The -Internet Archive) - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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