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(Henry Rice) Stout - - - -Release Date: February 8, 2016 [eBook #51147] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - - -***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UNSER FAMILIEN-ARZT*** - - -E-text prepared by Constanze Hofmann, Juliet Sutherland, Reiner Ruf, and -the Online Distributed Proofreading Team (http://www.pgdp.net) - - - -Note: Project Gutenberg also has an HTML version of this - file which includes the original illustrations. - See 51147-h.htm or 51147-h.zip: - (http://www.gutenberg.org/files/51147/51147-h/51147-h.htm) - or - (http://www.gutenberg.org/files/51147/51147-h.zip) - - -Anmerkungen zur Transkription: - - In der originalen Frakturschrift wird zwischen den Großbuchstaben - ‚I‘ und ‚J‘ nicht unterschieden, daher wurden den Namensinitialen - willkürlich der wahrscheilichere Buchstabe ‚J‘ zugeordnet. Bei - ‚Iodide‘ wurde, passend zur entsprechenden englischen Bezeichnung, - ein ‚I‘ verwendet; bei den deutschen Bezeichnungen ‚Jod‘ und - ‚Jodid‘ aber der Buchstabe ‚J‘. - - Von der normalen Schriftart abweichenden Schriftschnitte werden - durch die folgenden Sonderzeichen dargestellt: - - fett: =Gleichheitszeichen= - gesperrt: +Pluszeichen+ - Antiqua: ~Tilden~ - Kapitälchen: /Schrägstriche/ - - Eine Übersicht über die korrigierten Fehler findet sich am Ende - dieses Textes. - - - - - -UNSER FAMILIEN-ARZT. - -Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, -Eclectische und Kräuter- -+Heilmethode+. - -+Eine+ -=vollkommen zuverlässige Anweisung= -+zur+ -Entdeckung aller solcher Krankheiten, die ohne ärztliche Hilfe von -irgend einer intelligenten Person in ihrem Verlaufe -gehemmt oder behandelt werden können. - -+Mit besonderer Berücksichtigung -der+ -prompte, energische Maßregeln erheischenden, sowie der in Amerika -vorkommenden Krankheitsfälle. - -+Nebst+ -=einer vollständigen und deutlichen Anweisung zur Krankenpflege, -Zubereitung der Krankenkost u.s.w.= - - - - - - - -Chicago. -J. S. Goodman & Co. -Cincinnati. C. F. Vent & Co. -San Francisco. H. H. Bancroft & Co. -1869. - -Entered according to Act of Congress, in the year 1869, by -J. S. GOODMAN & CO., -In the Clerk’s Office of the District Court of the United States, -for the Northern District of Illinois. - - - - -Vorwort der Verleger. - - -Schon längst sind wir davon überzeugt, daß sich in unserem Lande -das Bedürfniß nach einem +bündig gefaßten+ Werke, das +billig -verkauft+ werden kann, und welches eine zuverlässige Anweisung für -die erfolgreiche Behandlung solcher Unpäßlichkeiten, Krankheiten und -körperlichen Beschädigungen enthält, die von irgend einer intelligenten -Person ohne ärztliche Hülfe behandelt werden mögen, vorhanden ist: Ein -Werk, das nicht den Anspruch macht, alle die betreffenden Kenntnisse -zu bieten, noch unter allen Umständen die Hülfe eines Arztes unnöthig -zu machen, denn es giebt Fälle, deren Behandlung berufsmäßige -Geschicklichkeit und lange Erfahrung erfordert. - -Es giebt jedoch -- dies ist einleuchtend -- eine große Anzahl -Krankheitsfälle, welche mit Hülfe solcher Belehrung, wie die in der -vorliegenden Abhandlung leicht gehoben werden können, während andere -gleich beim Anfang die promptesten, energischsten Mittel nöthig machen, -widrigenfalls sie sich, ehe noch ein Arzt eintreffen kann, so sehr -steigern, daß das Leben des Patienten gefährdet wird. - -Der Schreiber dieses erinnert sich noch recht wohl des plötzlichen -Erkrankens seines Familienarztes, welcher unerwartet in seiner Office -von jener fürchterlichen Seuche, der Cholera, befallen wurde, und ehe -Hülfe geleistet werden konnte, dem Tode verfallen war. - -Auch erinnert sich der Verfasser dieser Vorrede noch recht wohl, wie -dankbar er dafür war, daß er ein Buch hatte, welches +genau angab, was -bei Croup-Anfällen zu thun sei+, als er zum erstenmal mitten in der -Nacht durch den =Croup-Husten= seines einzigen Kindes aufgeweckt wurde. - -Durchdrungen von der oben ausgedrückten Ueberzeugung, sahen wir uns -nach einem Autor um, welcher einerseits mit unseren Ansichten völlig -übereinstimmte und andererseits die Fähigkeit hatte, dieselben in -praktische Form zu kleiden, und nachdem wir längere Zeit vergeblich -uns bemühten, sind wir sicher, den rechten Mann gefunden zu haben, und -legen nun dem Publikum das Resultat seiner Arbeit mit der Zuversicht -vor, daß dieses längst gefühlte Bedürfniß durch dieses Werk vollkommen -befriedigt ist. - -Um das Buch noch brauchbarer und praktischer zu machen, sind die -verschiedenen Behandlungsweisen der verschiedenen medizinischen -Schulen angegeben: die +allöopathische+, die +homöopathische+, die -+hydropathische+, die +eclectische+ und die +Kräuter-Heilmethode+, so -daß man je nach Bequemlichkeit oder Ueberzeugung zu der einen oder der -andern greifen, oder eine nach der andern anwenden kann, falls die erst -angewandte nicht den erwünschten Erfolg erzeugt hätte. Wenn z. B. eine -auf dem Lande, weit von einem Arzte oder einer Apotheke lebende Person -sich plötzlich eine heftige Erkältung zuzieht und ein Fieber im Anzuge -ist, mag sie -- obgleich die allöopathische Kurmethode vielleicht -vorziehend -- zur Kräuter- oder Wasser-Heilmethode mit dem besten -Erfolg greifen. - -Diese Zusammenstellung der verschiedenen Heilmethoden ist originell und -wird, wie wir glauben, in keinem anderen Buche gefunden. - -Der Name des Autors ist, wie der Leser bemerken wird, nicht angegeben -und zwar deshalb, weil er ein Graduirter eines medizinischen -Collegiums, ein angesehener Arzt einer der medizinischen Schulen -ist und seine Stellung unter seinen Fachgenossen verlieren würde, -sobald bekannt wäre, daß er nebst den in seiner Schule üblichen -Behandlungsweisen auch andere angegeben habe. Erst kürzlich wurde ein -hochgestellter allöopathischer Arzt in New-York „disciplinirt,“ weil -er mit einem ebenso intelligenten und ausgezeichneten homöopathischen -Arzte sich berathen hatte. So lange solcher Geist selbst noch unter den -intelligenteren Kunstgenossen herrscht, kann man es unserem Autor nicht -verargen, wenn er seinen Namen verschweigt, und dies um so mehr, als -durch die Nennung desselben doch nichts Gutes bezweckt würde. - -Der =Werth= des Werkes wird demselben entweder +Erfolg+ sichern, -oder das Mißfallen des Publikums zuziehen; aber wir übergeben es der -Oeffentlichkeit mit dem festen Glauben, ja wir möchten sagen, mit der -+unzweifelhaften Gewißheit+, daß es +mit Beifall+ aufgenommen werden -und ein +kostbarer Familienschatz in tausenden Häusern+ werden wird. -Daß dies der Fall sein möge, ist der Wunsch - - =Der Verleger.= - - =Chicago, September 1868.= - - - - -Vorrede des Verfassers. - - -Dieses Werk der Beurtheilung des Publikums übergebend, bin ich -überzeugt, durch dasselbe einem langgefühlten Bedürfniß für ein -Familienbuch der Heilkunde, das allen Klassen entspricht, nachzukommen. -Dasselbe ist hauptsächlich für die Erfordernisse der Landbevölkerung -und solcher geschrieben, die weit entfernt von größeren Ortschaften -oder solchen Plätzen wohnen, wo zuverlässige Hülfe in Krankheitsfällen -beschafft werden kann. Viele können sich gewisser Zeiten erinnern, -in welchen, wäre ein solches Buch vorhanden gewesen, großen Leiden -vorgebeugt, oder selbst dann und wann ein Leben hätte gerettet werden -können. Da unser Leben, auch wenn wir ein hohes Alter erreichen, -immerhin ein sehr kurzes ist, so ist die Pflicht, dasselbe womöglich -bis zu der dem Menschen zugemessenen Zeit zu verlängern, eine -deutliche; Niemand kann sagen, wann ihn eine Krankheit befallen, wann -er durch einen Unfall körperlich bedeutend beschädigt werden wird, und -wir sollten gegen solche Fälle stets vorbereitet sein. - -In der Ausarbeitung dieses Werkes habe ich mich bemüht, jede Krankheit -in so einfacher Weise zu beschreiben als möglich, indem ich mir Mühe -gab, technische und wissenschaftliche Ausdrücke so weit dies geschehen -konnte, zu vermeiden und +eine Sprache+ zu gebrauchen, die jedes Kind -verstehen kann. Alle Fremdwörter aber, die nothwendiger Weise gebraucht -werden mußten, sind entweder sogleich erklärt oder findet sich deren -Erklärung im Fremdwörterverzeichniß. - -Um allen Klassen und den Anhängern der verschiedenen medizinischen -Schulen etwas zu bieten, habe ich bei jeder Krankheit die -Behandlungsweise der verschiedenen Methoden beigefügt und dabei alle -Vorurtheile, die ich für oder gegen diese oder jene Schule haben mag, -in den Hintergrund treten lassen, indem ich jeder derselben volle -Gerechtigkeit widerfahren ließ und sowohl meine Erfahrung als die -anderer benützte, denn es wurden die besten Autoritäten Europas und -Amerikas zu Rathe gezogen, so daß man sich auf die Angaben dieses -Buches verlassen kann. - -Zur Bequemlichkeit und Nachhülfe beim Nachschlagen ist das Werk -eingetheilt wie folgt: - - -+Erster Theil: Allgemeine Krankheiten.+ - -Jedes Kapitel dieses Theils führt Krankheiten verschiedener -Körpertheile auf, sowie allgemeine Krankheiten. Jede derselben ist -deutlich behandelt, indem die Symptome, die Ursachen und die Behandlung -der verschiedenen medizinischen Schulen pünktlich angegeben sind. - - -+Zweiter Theil: Frauenkrankheiten.+ - -Unter dieser Ueberschrift wird über Menstruation, mit ihren Störungen, -Schwangerschaft und die Behandlung der Krankheiten während derselben, -Entbindung u. s. w. abgehandelt. - - -+Dritter Theil: Kinderkrankheiten.+ - -In diesem Theile finden sich wertvolle Winke bezüglich der -Verpflegung, der Kost und der allgemeinen Behandlung der Kinder, sowie -Abhandlungen über Kinderkrankheiten. - - -+Vierter Theil: Verschiedene Krankheiten.+ - -Unter dieser Ueberschrift werden die nicht im ersten Theile -eingeschlossenen Krankheiten aufgeführt, und sind Anweisungen gegeben, -wie man die Scheintodten wieder zum Leben bringen kann. Dieser -Abtheilung sind auch werthvolle Bemerkungen über die Krankenpflege -beigefügt, nebst einer vollständigen Anweisung für die hydropathische -Behandlung der Krankheiten. - -Unter dem Titel -- +Pharmacie+ ist die Zubereitung mancher in diesem -Buch angegebenen Arzneien vorgeschrieben. - - -+Fünfter Theil: Wundarzneikunst.+ - -In diesem Theil werden solche Behandlungen und Mittel der -Wundarzneikunde angegeben, welche von jeder intelligenten Person in -Anwendung gebracht werden können. Außerdem finden hier die Gifte nebst -ihren Gegenmitteln und ein Verzeichniß der medizinischen Ausdrücke -einen Platz. - -In dem +Symptom-Verzeichniß+ sind die hauptsächlichen Symptome der am -häufigsten vorkommenden Krankheiten angegeben, und wird dasselbe den -Personen, die unwohl fühlen, aber nicht gerade sagen können, was ihnen -fehlt, gute Dienste leisten. - -Daß das Werk zum Besten der Menschheit eine weite Verbreitung finden -und hierdurch die darauf verwendete Arbeit vergüten möge, ist der -aufrichtige Wunsch des - - =Verfassers.= - - =Chicago, Januar 1869.= - - - - -+Zeugnisse.+ - - -Die folgenden anerkennenden Zeugnisse wurden von ausgezeichneten -Aerzten der Homöopathischen, Allöopathischen und Eclectischen Schulen -ausgestellt. - - -Herren J. S. Goodman & Co., Verleger: - -+Meine Herren+! -- Daß in Ihrem zu publizirenden Werk „Unser -Familien-Arzt“ die Krankheiten genau und richtig beschrieben sind, und -daß die darin angegebene Heilkunde zuverlässig ist, kann ich nach einer -Prüfung der mir zugesandten Probebogen des Buches bezeugen. - - +N. F. Cooke, ~M. D.~+, - - =Professor der Theorie und Praxis am Hahnemannischen medizinischen - Collegium.= - - =Chicago den 6. Febr. 1869.= - - * * * * * - -Ich beglaubige hiermit, daß ich das Werk „Unser Familien-Arzt,“ welches -von J. S. Goodman & Co. publizirt werden wird, geprüft habe und in -demselben die Symptome der Krankheiten richtig angegeben sind, wie denn -das Buch überhaupt das Vertrauen des Publikums verdient. - - +H. S. Hahn, ~M. D.~+ - - =Chicago den 8. Febr. 1869.= - -+Meine Herren+! -- Auf Ihr Ersuchen habe ich die Probebogen Ihres -Werkes „Unser Familien-Arzt“ durchgelesen und es macht mir Vergnügen -dasselbe zu empfehlen. Es gibt die richtige Behandlungsweise der -Krankheiten an und verdient eine weite Verbreitung. - - +J. F. Cooke, ~M. D.~+, - - =Professor im Bennett medizinischen Collegium, Chicago.= - - =Den 8. Febr. 1869.= - - - - -Inhalts-Verzeichniß. - - -Erster Theil. -- Allgemeine Krankheiten. - - -Erstes Kapitel. - -(Seite 17.) - - =Krankheiten der Haut.= -- 1. +Ausschlagfieber.+ -- Ausschlag -- - Nesselfieber -- Rose -- Masern -- Scharlachfriesel -- Scharlachfieber - -- Windpocken -- Blattern -- Varioliden. - - 2. +Chronische Hautausschläge.+ -- Jucken und Reizung der Haut -- - Frostbeulen -- Zittermahl oder Gürtelrose -- Flechten -- Krätze -- - Milchschorf -- Grindkopf -- Hühneraugen -- Warzen. - - -Zweites Kapitel. - -(Seite 65.) - - =Fieber.= -- Gewöhnliches oder eintägiges Fieber -- Entzündliches - Fieber -- Nervenfieber oder Typhus -- Gehirnfieber oder - Gehirnentzündung -- Remittirendes oder Gallenfieber -- - Intermittirendes oder Wechselfieber -- Gelbes Fieber. - - -Drittes Kapitel. - -(Seite 99.) - - =Geisteskrankheiten.= -- Hypochondrie oder Schwermüthigkeit -- - Hysterie oder Bauchnervensucht -- Melancholie oder Trübsinn -- Manie, - Irr- oder Wahnsinn. - - -Viertes Kapitel. - -(Seite 106.) - - =Krankheiten des Kopfes.= -- Congestion oder Blutandrang nach dem - Kopfe -- Schwindel (~Dizziness~) -- Schlagfluß -- Gehirnentzündung - -- Sonnenstich -- Kopfweh durch Catarrh verursacht -- Kopfweh durch - Blutandrang verursacht -- Kopfweh durch Rheumatismus verursacht -- - Kopfweh durch Hartleibigkeit und Unterleibsbeschwerden verursacht - -- Sympathetisches Kopfweh (~Sick Headache~) -- Nervöses Kopfweh - (~Neuralgia in the Head~) -- Ausfallen des Haares. - - -Fünftes Kapitel. - -(Seite 131.) - - =Augenkrankheiten.= -- Niederfallen des Augenlids -- Entzündung und - Anschwellen des Augenlids -- Entzündung des Rands des Augenlids -- - Entzündung des Augapfels -- Chronische Augenentzündung -- Chronische - skrophulöse Augenentzündung -- Gerstenkorn am Augenlid -- Nasse oder - thränende Augen -- Schwarzer Staar -- Augenschwäche -- Blindheit -- - Kurzsichtigkeit -- Weitsichtigkeit -- Schielauge -- Fremde Körper im - Auge. - - -Sechstes Kapitel. - -(Seite 147.) - - =Ohrenkrankheiten.= -- Das äußere Ohr und die dasselbe umgebenden - Theile -- Ohrenentzündung -- Ohrenweh -- Ohrensausen -- - Schwerhörigkeit -- Ohrlaufen -- Durchstechen des Ohrläppchens -- - Fremde Körper im Ohr. - - -Siebentes Kapitel. - -(Seite 155.) - - =Krankheiten der Nase.= -- Entzündung und Anschwellen der Nase - -- Nasenbluten -- Schnupfen oder Erkältung im Kopf (~Catarrh~) -- - Eiterung der Nase -- Nasenpolyp -- Nasenkrebs -- Fremde Körper in der - Nase. - - -Achtes Kapitel. - -(Seite 166.) - - =Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbacken.= -- - Gesichtsrose -- Gesichtsausschlag -- Nervöser Gesichtsschmerz oder - Neuralgie -- Gesichtsflecken -- Gesichts- und Kinnbackenlähmung. - - -Neuntes Kapitel. - -(Seite 178.) - - =Krankheiten der Zähne, des Zahnfleisches und des Mundes.= -- Zahnweh - -- Verfall und Leiden der Zähne -- Widerwärtiger Geruch des Athems -- - Schlechter Geschmack im Munde -- Zahnfleischschwären -- Entzündung - und Anschwellen der Zunge -- Mundkrebs -- Scorbut -- Speichelfluß -- - Stammeln. - - -Zehntes Kapitel. - -(Seite 194.) - - =Krankheiten des Halses.= -- Weher Hals oder gewöhnliche - Halsentzündung -- Eiternde und putride (Fäulniß erzeugende), oder - bösartige Halsentzündung -- Entzündung und Anschwellung der Mandeln - oder Tonsillen -- Anschwellen und Verlängerung des Zäpfchens. - - -=Eilftes Kapitel.= - -(Seite 208.) - - =Krankheiten der Luftröhre und der Brust.= -- Heiserkeit -- - Luftröhrenentzündung oder Bronchitis -- Influenz oder Grippe, auch - Flußfieber -- Husten (~Tussis Convulsiva~) -- Lungenentzündung - -- Lungenentzündung bei alten Leuten -- Pleuresie, Brustfell-, - Rippenfell-Entzündung -- Scheinbare Pleuresie oder Seitenstechen - -- Herzentzündung -- Herzklopfen -- Rheumatische Herzschmerzen -- - Brustbeklemmung -- Lungenbluten -- Engbrüstigkeit oder Asthma -- - Brustwassersucht -- Auszehrung -- Brustquetschung -- Fremde Körper in - der Luftröhre. - - -Zwölftes Kapitel. - -(Seite 253.) - - =Krankheiten des Magens und der Eingeweide.= -- Mangel an Appetit - -- Heißhunger, Schlinglust -- Dyspepsie oder schwacher Magen -- - Sodbrennen, oder Unverdaulichkeit, oder versäuerter Magen -- - Uebelkeit und Erbrechen -- Seekrankheit -- Magen-Neuralgie -- - Magenweh oder Magenkolik -- Magenentzündung -- Gedärmentzündung - -- Leberentzündung -- Gelbsucht -- Milzentzündung -- Würmer -- - Hartleibigkeit -- Diarrhöe oder Durchfall -- Ruhr -- Cholera Morbus - -- Asiatische Cholera -- Hämorrhoiden -- Mastdarmvorfall -- Bruch -- - Unterleibswassersucht. - - -Dreizehntes Kapitel. - -(Seite 323.) - - =Krankheiten der Harn- oder Urin- und Geschlechts-Organe.= -- - Nierenentzündung -- Blasenentzündung -- Harnverhaltung -- Harnfluß - -- Harnruhr -- Blasenpolyp -- Blasenstein -- Blutharnen -- - Selbstbefleckung -- Syphilis oder Lustseuche -- Samenfluß, Tripper. - - * * * * * - - -Zweiter Theil. -- Frauenkrankheiten. - - -Erstes Kapitel. - -(Seite 344.) - - =Menstruation.= -- Eine vollständige Beschreibung dieser Funktion. - - -Zweites Kapitel. - -(Seite 349.) - - =Störungen der Menstruation.= -- Verzögerte Menstruation -- Chlorose - oder Bleichsucht -- Uebermäßige Menstruation -- Schwere Menstruation - oder Menstrualkolik -- Unterdrückte Menstruation -- Aufhören der - Menstruation oder Uebergangszeit. - - -Drittes Kapitel. - -(Seite 367.) - - =Vorfall der Gebärmutter.= -- Weißer Fluß. - - -Viertes Kapitel. - -(Seite 375.) - - =Schwangerschaft.= -- Anzeichen der Schwangerschaft -- Kleidung - -- Bewegung -- Diät -- Erbrechen -- Scham-Jucken während der - Schwangerschaft -- Krampfadern oder varicöse Adern -- Hämorrhoiden - oder Goldader -- Anschwellen der Füße -- Hartleibigkeit während der - Schwangerschaft -- Diarrhöe während der Schwangerschaft -- Zahnweh - und Speichelfluß -- Dyspepsie oder versäuerter Magen, auch Sodbrennen - genannt -- Hysterische Anfälle -- Herzklopfen -- Kopfweh -- Husten - -- Krämpfe -- Urin- oder Harnträufeln -- Unterdrückung des Urins -- - Blutfluß -- Frühgeburt oder Abortion -- Falsche Wehen -- Behandlung - der Brüste. - - -Fünftes Kapitel. - -(Seite 396.) - - =Entbindung oder Kindbett.= -- Geburtswehen -- Schmerzen bei den - Geburtswehen -- Entbindung -- Behandlung nach der Entbindung -- - Verbinden des Nabels -- Licht, Temperatur und Lüftung -- Nachwehen - -- Blutfluß -- Dauer des Kindbetts -- Diät und Regeln während des - Kindbetts -- Lochien oder Geburtsfluß -- Unterdrückung der Lochien -- - Uebermäßige und lang anhaltende Lochien -- Milchfieber -- Ausbleiben - der Milch -- Uebermäßige Ansammlung der Milch -- Wunde Brustwarzen -- - Brustfieber -- Brustgeschwulst -- Hartleibigkeit nach der Entbindung - -- Diarrhöe nach der Entbindung -- Puerperal- oder Kindbettfieber -- - Weiße Schenkelgeschwulst -- Der wunde Mund der Stillenden. - - * * * * * - - -Dritter Theil. Kinderkrankheiten. - -(Seite 415.) - - Kleidung des Kindes -- Scheintod (~Asphyxia~) -- Diät der - Neugeborenen -- Anschwellen und Verlängerung des Kopfes -- - Anschwellen der Brüste -- Kindspech (~Meconium~) -- Gemüthsbewegungen - beeinflussen die Milch -- Abgewöhnung -- Kost während des Säugens -- - Ruhelosigkeit und Schlaflosigkeit der Kinder -- Durchscheuern und - Wundheit der Haut -- Gelbsucht -- Krämpfe -- Zahnen -- Verstopfte - Nase oder Schnupfen -- Mundschwamm -- Hartleibigkeit -- Diarrhöe - -- Kopfwassersucht -- Remittirende Fieber -- Cholera Infantum - -- Sommerkrankheit -- Häutige Bräune -- Keuch- oder Stickhusten - (~Hooping cough~; ~Pertussis~) -- Gaumenlähmung -- Kolik -- Würmer -- - Gehirnentzündung -- Kehlsucht, auch Ziegenpeter. - - * * * * * - - -Vierter Theil. -- Verschiedene Krankheiten. - - -Erstes Kapitel. - -(Seite 448.) - - =Verschiedene Krankheiten.= -- Rheumatismus -- Gicht -- Skropheln -- - Hüftenentzündung -- Krämpfe -- Kropf -- Schlaflosigkeit -- Lähmung -- - Säuferwahnsinn -- Fallsucht -- Veitstanz -- Ohnmacht -- Starrkrampf. - - +Scheintod+ durch Hunger -- durch Ertrinken -- durch Erfrieren -- - durch Erhängen -- durch Blitzschlag -- durch schädliche Dünste -- - durch einen Fall oder Schlag -- durch heftige Aufregung. - - -Zweites Kapitel. - -(Seite 474.) - - =Das Krankenzimmer.= -- Krankenpflege -- Zubereitung der Speisen für - Kranke und Wiedergenesende -- Brauchbare Anweisungen. - - -Drittes Kapitel. - -(Seite 484.) - - =Hydropathische Behandlung.= - - -Viertes Kapitel. - -(Seite 495.) - - =Arzneibereitungskunst.= - - - * * * * * - - -Fünfter Theil. -- Wundarzneikunst und Gifte. - -(Seite 503.) - - =Wundärztliche Hülfsmittel.= -- Umschläge -- Bähmittel -- Pflaster -- - Wickelbänder und Bandagen -- Schienen. - - =Unglücksfälle.= -- Bruch des Nasenbeins -- des untern Kinnbackens - -- der Rippen -- des Schlüsselbeins -- des Schulterblatts -- des - Oberarms -- des Ellbogens -- des Vorderarms -- des Fingers -- des - Schenkels -- des Beins -- des Fußes -- der Zehe -- Zusammengesetzte - Brüche. - - =Ausrenkungen.= -- Ausrenkung des Kinnbackens -- des Genicks -- der - Schulter -- des Ellbogens -- des Faustgelenks, Handwurzel -- des - Hüftknochens -- der Kniescheibe -- des Kniegelenks -- des Knöchels. - - =Wunden, Quetschungen.= -- Verstauchungen und Erschütterungen -- - Brand- und Brühwunden -- Erfrorene Gliedmaßen -- Beulen -- Karfunkel - -- Fingergeschwür -- Einwachsen des Zehenagels. - - * * * * * - -(Seite 524.) - -=Gifte und Gegengifte.= -- Animalische Gifte -- Vegetabilische Gifte -- -Mineralische Gifte. - - * * * * * - -(Seite 527.) - -=Angabe der Symptome der verschiedenen Krankheiten.= - - * * * * * - -(Seite 536.) - -=Alphabetisches Fremdwörter-Verzeichniß.= - - * * * * * - -(Seite 540.) - -=Alphabetisches Inhalts-Verzeichniß.= - - - - -Unser Familien-Arzt. - - - - -+Erster Theil. -- Allgemeine Krankheiten.+ - - - - -Erstes Kapitel. -- Krankheiten der Haut. - - -1. Ausschlag-Fieber. - -Ausschlag. - -Diese Krankheit wird häufig durch Erkältung, Mattigkeit, verdorbenen -Magen u. s. w. hervorgerufen. Sie zeigt sich in der Form von kleinen -rothen Flecken, welche besonders des Nachts unerträglich jucken, ist -aber nicht lebensgefährlich. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Wenn das Jucken sehr stark wird, dabei Frost - oder Hitze und Schlaflosigkeit, gebe man alle Stunden eine Dosis (6 - Kügelchen) ~Chamomilla~. Wird es nach 2 bis 3 Stunden nicht - besser, so gebe man eine Dosis (6 Kügelchen) ~Ledum Palustre~. - Ist es am nächsten Tage noch nicht besser, so gebe ~Rhus~ und - ~Sulphur~ abwechselnd alle 2 bis 3 Stunden. Laue Bäder werden - sehr erfrischen. - - =Allöopathisch.= Das folgende gelinde Abführmittel mag gegeben - werden: - - Magnesia ½ Pfund. - Ingwer (~Ginger~) fein pulverisirt 1 Unze. - Rhabarber fein pulverisirt 2 Unzen. - - Dies zu mischen. Für Kinder ungefähr einen halben, für Erwachsene - einen Theelöffel voll oder mehr. - - -Nesselfieber (~Hives~, ~Urticaria~). - -Dies ist ein Ausschlag der Haut, ähnlich den Verletzungen durch -Brennnesseln; derselbe ist aber weder ansteckend, noch gefährlich. - -+Ursachen.+ -- Einige Personen haben eine Anlage zu dieser -Krankheit, so daß sie sich nach dem kleinsten Diätfehler einstellt. -Nahrungsmittel wie Schellfisch, Gurken, Pilze, Erdbeeren, Makrele &c. -werden häufig die Ursache zu einem Anfall. Kinder, die eine zarte, -feine Haut haben, sind besonders geneigt dazu. - -+Kennzeichen.+ -- Der Ausschlag besteht in erhabenen Flecken auf -der Oberfläche der Haut, die zuweilen roth, aber im Allgemeinen weiß -und roth gemischt und ziemlich hart sind und eine brennende, juckende -Empfindung erzeugen. Nesselausschlag erscheint häufiger bei kleinen -Kindern in der Form von großen Blattern, die außen von unregelmäßiger -Gestalt und hellrother Farbe, im Mittelpunkt aber weiß und ein wenig -erhaben sind. Der Ausschlag zeigt sich bald an dem einen bald an dem -andern Ort. Zuweilen geht der Krankheit ein wenige Stunden anhaltendes -Fieber, Kopfschmerz, Uebelkeit, Erbrechen, bitterer Geschmack im Munde -voraus; hin und wieder gleicht auch der Ausschlag den Striemen von -Peitschenhieben. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Geht die Krankheit vom Magen aus, so gebe man - das folgende Brechmittel: - - Brechweinstein (~tartar emetic~) 1 Gran. - Ipecacuanha-Pulver 1 Skrupel. - Gewöhnlicher Syrup 1 Drachme. - Quellwasser 10 Drachmen. - - Mische und nehme es auf einmal. - - Diesem lasse man untenstehendes schnell wirkendes Abführmittel folgen: - - Zusammengesetzter Extrakt von Coloquinthen ½ Drachme. - (~Colocynth~) - Extrakt von Jalappenwurzel (~Jalap~) 15 Gran. - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. 2 oder 3 Pillen werden ihre - Wirkung nicht verfehlen. - - Bei starken nervösen Symptomen gebe man je nach dem Alter des Kranken - 5-20 Tropfen Schwefel-Aether -- alle halbe Stunden. - - Zur äußerlichen Anwendung gebrauche man eins von den folgenden: - - Bleizucker ½ Drachme. - Kohlensaures Ammoniak (~Carbonate of Ammonia~) 1 Drachme. - Rosenwasser ½ Pint. - - Mische es. - - - Oder: - - Alcohol 1½ Unze. - Rosenwasser 4 Unzen. - - Mische es. - - Oder folgendes von Dr. Erasmus Wilson empfohlene: - - Aetzendes Quecksilber (~Corrosive Sublimate~) 6 Gran. - Rosmarin-Spiritus 1 Unze. - Alcohol 1 Unze. - Kühltrank von bittern Mandeln 6 Unzen. - - Mische es. - - Es ist rathsam, hiervon sorgfältig äußerlich Gebrauch zu machen, - weil der Ausschlag nach Innen getrieben werden kann, was bedenkliche - Folgen hat. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wo immer der Ausschlag erscheint, reibe - man den Körper mit Waizenmehl und lasse den Kranken ungehindert - Saffran-Thee, oder Salbei- und Sassafras-Thee trinken. Bessert - sich der Kranke, so gib folgendes beruhigendes Arzneimittel: 3 - Theile ~Cremor Tartari~, ein Theil Schwefel mit Molasses gemischt; - davon einen Theelöffel dreimal des Tages mehrere Tage hinter - einander. Wirkt es nicht hinreichend, nehme man eine Dosis Salz und - Sennablätter. Warmes Saleratuswasser ist ein gutes Einreibmittel für - die Haut. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Wo dem Ausschlag Fieber, heiße Haut, - Durst, belegte Zunge und Schlaflosigkeit vorausgeht oder wo es - denselben begleitet. - - ~Dulcamara.~ -- Wenn der Anfall durch Erkältung hervorgerufen ist, - und von Uebelkeit, Erbrechen, bitterem Geschmack im Munde, Diarrhöe - begleitet ist, die Symptome des Nachts oder in der Stubenhitze - stärker, dagegen im Freien schwächer sind. Dieses Mittel kann - abwechselnd mit ~Antimonium Crudum~ gegeben werden. - - ~Rhus toxicodendron.~ -- Wird der Ausschlag von Jucken und Brennen - begleitet, besonders nach Bewegung im Freien oder dem Genusse - gewisser Speisen. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn der Anfall durch reiche und fette Kost - hervorgerufen wurde. - - ~Calcarea Carbonica.~ -- Wenn der Ausschlag beim Aufenthalt in - der frischen Luft verschwindet und er durch die Anwendung des - kalten Wassers verstärkt wird, das Gesicht gelb, die Haut rauh mit - Gänse-Finnen bedeckt ist, mit einem betäubenden Schmerz im Kopf, - Uebelkeit und Schwindel des Nachts oder beim Erwachen des Morgens. - - Wenn durch feuchtes Wetter Erkältung, mit Schmerzen in den Gliedern, - Frost und Kopfschmerz hervorgerufen, so gebe man ~Bryonia~ und ~Rhus - toxicodendron~ abwechselnd, alle 3 bis 4 Stunden eine Gabe (4 oder - 6 Kügelchen). ~Ledum Palustre~ ist ein anderes Mittel, das bei den - meisten Fällen mit Erfolg angewendet werden kann. - - Sollte sich der Ausschlag nach Innen werfen und der Kranke über einen - krankhaften Zustand des Magens, große Schwäche klagen, gebe man - ~Ipecacuanha~ (~Ipecac~) oder ~Bryonia~ jede Stunde mehrere Stunden - hintereinander, tritt nach drei Stunden keine Besserung ein, so - nehme man ~Arsenicum~. Gleichzeitig hülle man den Kranken wohl ein - und lasse ihn viel Wasser trinken, um Schweiß hervorzurufen. - - Hat Jemand diese Krankheit eine lange Zeit, oder hat er besonders - Anlage dazu, so lasse man ihn jeden vierten Tag am Abend eine Dosis - ~Calcarea Carbonica~ nehmen. Bessert er sich nicht innerhalb einiger - Wochen, gebe man entweder ~Lycopodium~, ~Sulphur~, ~Acidum Nitri~ - oder ~Carbo Vegetabilis~ in derselben Weise. - - +Die Darreichung der Arzneimittel.+ -- Wenn die Dosis nicht mit dem - Mittel erwähnt ist, löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel Wasser und - gebe alle 2 oder 3 Stunden, je nach der Heftigkeit des Auftretens der - Symptome, eine Dosis. - - +Kost.+ Kein Fleisch, oder erhitzende Getränke, nur Wasser, schwarzer - Thee, Haferschleim, Zwieback (~Toast~), gebackene Aepfel und - altbackenes Brod. - - -Die Rose (St. Antonius Feuer, ~Erysipelas~). - -Die Rose oder Rothlauf ist eine Entzündung der Haut, die sich leicht -ausbreitet und zuweilen weit in das Zellengewebe dringt. Sie ist -ansteckend und Personen, deren Verdauungsorgane nicht in Ordnung, oder -die der Feuchtigkeit und Kälte ausgesetzt sind, haben besonders Anlage -dazu. In der Regel finden wir die Rose im Gesicht, häufig aber auch an -den Gliedern. - -+Kennzeichen.+ -- Der Rose gehen gewöhnlich Fieber, eine allgemeine -Erschlaffung, Frost, Kopfschmerz und belegte Zunge voraus; diesen -Symptomen folgen dann heiße Haut, schneller Puls, Durst, Schmerzen -im Rücken und den Gliedern, die Haut wird roth oder purpurn, und ein -starkes stechendes, brennendes Gefühl mit Spannung und Schmerz wird -wahrgenommen. Die betreffenden Theile fangen an zu schwellen, und -befindet sich die Entzündung am Kopf oder im Gesichte, so schwellen -die Augen zu und die Züge können nicht wieder erkannt werden. Blasen -mit Wasser gefüllt, gleich jenen, die vom Verbrennen herrühren, bilden -sich zuweilen auf der Oberfläche. Der Kranke, besonders wenn sich -die Entzündung am Kopfe befindet, phantasirt des Nachts und der Hals -schwillt beträchtlich an. In den schlimmsten Fällen steigert sich -dieser Zustand bis zum Irrsinn; Schlafsucht tritt ein und der Kranke -kann in Folge eines inneren im Kopfe erfolgenden Ergusses sterben. Wird -das Zellengewebe tief angegriffen, so kann sich Eiter bilden und die -betreffenden Theile können sich von dem gesunden Fleisch ablösen. Sind -die Theile bedeutend angegriffen, die Farbe hochroth, das Prickeln -und Brennen sehr heftig, die Oberfläche fest und hart, so wird die -Entzündung Phlegmone oder unächter Rothlauf genannt. Ist die Geschwulst -weich und schwammig -- beim Druck beweglich -- die Farbe blaßroth oder -wachsgelb und gewöhnlich schwächliche Constitutionen angreifend, so -wird sie Blasen- oder Blatterrose (~Erysipelas ædematodes~) genannt. - -Wenn der Rothlauf als eine blasse Röthe ohne Fieber auftritt, nennt man -ihn ~Erythema~ (kalte Hautröthe). - -+Ursachen.+ -- Die Ursachen der Rose sind mannigfach, einige von ihnen -sind folgende: Einfluß der Witterung, ungeregelte Lebensweise, Mangel -an Reinlichkeit. Die meisten Veranlassungen dazu sind: Unmäßigkeit, -heftige, geistige Aufregung, das sich Aussetzen der kalten Luft nach -Erhitzung oder Aufregung, besonders wenn der Magen nicht in Ordnung -ist, Wunden und Quetschungen. Große Sorgfalt muß getragen werden, die -Ausbreitung der Entzündung zu verhindern. Man lüfte das Zimmer gut aus -ohne den Kranken der Zugluft auszusetzen, halte ihn sehr reinlich und -gebe ihm hinreichend Nahrung. Personen, die an Wunden leiden, oder in -irgend einer Weise erkrankt sind, und besonders Frauen unmittelbar -vor oder nach der Entbindung sollte der Aufenthalt in der Nähe eines -an der Rose Erkrankten nicht gestattet werden; auch sollten die mit -dieser Entzündung Behafteten an Wunden Leidende oder Frauen im Kindbett -nicht besuchen, ohne die größte Sorgfalt anzuwenden, um gegen die -Uebertragung der Krankheit zu schützen, z. B. durch den Wechsel der -Kleider, Baden u. s. w. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Beginne die Behandlung, besonders - wenn Fieber vorhanden ist, mit folgendem Abführmittel: - - ~Potophyllum peltatum~ (Gemeines Fußblatt) 1½ Gran. - ~Leptandrin~ 4 Gran. - ~Cremor Tartari~ 20 Gran. - - Mische es, theile es in zwei Pillen und gib alle 6 Stunden eine, bis - Stuhlgang erfolgt ist. Hierauf erhalte regelmäßigen Stuhlgang durch - folgendes: - - Schwarzwurzel (~Blackroot~) 5 Unzen. - Wilde Indigo Wurzel (~Wild Indigo Root~) 1 Unze. - - Mische es und rühre die Mischung in 4½ Pint kochendes Wasser. Man - nehme einen Theelöffel voll mehrere Male des Tages. - - Treten die Symptome heftig auf, so beginne man die Behandlung mit - einem Brechmittel. Gegen Magensäure gib Magnesia, Kreide oder - doppeltkohlsaures Soda (~Bicarbonate of Soda~). Erscheint die - Entzündung am Körper, so wird ein Dampfbad Erleichterung gewähren. - Wenn sich die Rose im Gesicht oder am Kopf befindet, bähe die - betreffenden Theile mit einer Abkochung von Boneset, Farnkraut - (~Tansy~), oder Katzenmünze (~Catnip~) mehrere Male des Tages. Ein - Umschlag von Preiselbeeren wird von Vielen für ein ganz besonderes - Mittel gegen diese Krankheit gehalten. Koche ein oder zwei Pint, bis - sie weich sind und mische sie mit pulverisirter Ulmenrinde oder Mehl - und mache einen Umschlag auf den erkrankten Theil. Ist die Entzündung - heftig, gebrauche - - Eisen-Chlor-Tinctur (~tincture of chloride of iron~) 1 Drachme. - Süßer Salpeter-Spiritus (~sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen. - - Mische es. Dosis: 25 Tropfen in ein Weinglas mit einem Aufguß von - Hollunderblüthe und Frauenhaar (~Elder flowers and Maiden hair~) 1 - Unze von jedem, in 2 Pints kochenden Wassers. - - Bilden sich Blasen und tritt Eiterung ein, mache Umschläge von - Ulmenrinde und Hopfenmalz. Verschwindet die Entzündung plötzlich, - oder wird eine Neigung hierzu bemerkbar, gebe man folgendes: - - Blutwurzel, Pleuresiewurzel, Ipecacuanha und Salpeter, jedes - pulverisirt, eine Drachme. Gieb eine Dosis von 12 zu 15 Gran alle 3 - oder 4 Stunden. Zur Milderung des Juckens und Brennens kann eines - der folgenden Mittel gebraucht werden: Gleiche Theile von Lobelia- - und Blutwurzel-Tinctur mit ein wenig Essig; drei- oder viermal des - Tages anzuwenden. -- Eine Abkochung von Flöhkraut und Stinkkamille - (~Smartweed and Mayweed~) kann kalt gebraucht werden. Ein anderes - Mittel: Lobelia-Tinctur, Lorbeer-Rinden- (~Bay berry~) Tinctur, eine - satte Auflösung von Salmiak, von jedem eine Unze; bade die Theile - mehrere Male des Tages damit. Ebenso noch einen erweichenden Umschlag - von gebranntem Mehl oder Ulmen-Rinde. Wenn der Rothlauf chronisch - ist und nach einigen Monaten immer wieder ausbricht, kann zu dessen - Vertreibung folgende Behandlung angewendet werden: Man halte die - Eingeweide mit guten Abführungspillen oder einem gemischten Pulver - von Rhabarber und Potasche in Dosen von fünf oder zehn Gran dreimal - des Tages zu nehmen in Ordnung; gleichzeitig nehme man das folgende: - Wilde Indigo-Wurzel, Blut-Wurzel und Scharlachbeere-Wurzel (~Poke - root~) von jedem eine Unze; holländischen Wachholderbranntwein - (~Gin~) und Branntwein 1 Pint; man lasse es eine Woche stehen und - füge 2 Drachmen hydriosaures Potasche-Salz, aufgelöst in einer Unze - Wasser; Dosis einen Theelöffel voll dreimal des Tages. Das folgende - Mittel wird gleichfalls empfohlen: Blaue Schwertlilien-Wurzel, - gelbe Ampferkraut-Wurzel, Kletten-Wurzel, die Rinde der - Bittersüß-Wurzel, Sassafras-Rinde, von jedem, grob gepulvert, eine - Unze; Hollunder-Blüthe 2 Unzen, dazu 6 Pint kochendes Wasser; bedecke - das Gefäß und lasse es 24 Stunden stehen; presse ferner die Kräuter, - durchseihe und versüße es. Dosis: Ein Weinglas voll dreimal des - Tages. Das Baden der angegriffenen Theile mehrere Male in der Woche - in schwachem Laugenwasser wird gleichfalls von guter Wirkung gefunden - werden. - - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Wenn starkes Fieber, heiße, trockene - Haut, Durst u. s. w. vorhanden ist. - - ~Belladonna.~ -- Ein wichtiges Mittel, besonders gegen Gesichtsrose, - bei geschwollenen Augen, trockener Haut, Durst und Phantasiren. - ~Aconitum~ und ~Belladonna~ kann abwechselnd gegeben werden. Alle 2 - Stunden eine Dosis. Bessern sich die Symptome nicht, klagt der Kranke - über Schmerz im Hals, Trockenheit, Husten ohne Auswurf, gebe man - ~Lachesis~. ~Apis mellifica~ kann abwechselnd damit gegeben werden. - - Wenn diese Mittel eine Zeitlang gegeben worden sind und sich - der Zustand des Kranken noch verschlimmert, während eine große - Empfindlichkeit gegen Geräusch und Licht vorhanden, die Haut glänzend - und sehr zart ist, zuweilen Blasen bildet, gebe man ~Belladonna~ - und ~Rhus toxicodendron~ abwechselnd, einen Theelöffel voll alle - zwei Stunden. Wird der Kranke schläfrig, gebe man eine Dosis (4 - Kügelchen) ~Opium~. Wenn aufgeregt und schlaflos, gebe man Kaffee und - ~Belladonna~ abwechselnd, alle Stunden eine Dosis. ~Arsenicum~ kann - gegeben werden, wenn die Entzündung eine dunkle Farbe annimmt und der - Kranke sehr schwach wird. - - ~Pulsatilla~ -- ist zu geben, wenn die Krankheit durch gewisse - Nahrungsmittel, wie Austern, Clams u. s. w. Auch dann, wenn die - Entzündung an einem Orte verschwindet und an einem anderen wieder - erscheint oder wenn sie die Ohren angreift. Gegen Rothlauf in den - Gelenken ~Bryonia~ und ~Rhus toxicodendron~ abwechselnd. - - Wenn sich Blasen bilden, die faulig werden, gebe man ~Arsenicum~ und - ~Carbo vegetabilis~ abwechselnd. - - ~Mercurius~ und ~Hepar sulphuris~ kann gegeben werden, wenn sich der - Rothlauf in Eitergeschwüre verläuft. - - Wenn die Krankheit chronisch wird und der Leidende derselben hin und - wieder unterworfen ist, gebe man ~Rhus toxicodendron~ und ~Graphites~ - einen Tag um den andern. Eine Dosis 6 Kügelchen. - - Die Anwendung des Wassers -- in Form von nassen Tücherumschlägen -- - um Schweiß hervorzurufen, wird sehr zuträglich gefunden werden. - - +Anwendung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe stündlich oder alle 2 bis 3 Stunden einen Theelöffel - voll, wenn nicht anders verordnet. - - +Kost.+ -- Trockenes geröstetes Brod, Haferschleim, schwarzer Thee, - warme Limonade, wenn keine Diarrhöe vorhanden ist, und geschmorte - Pflaumen. - - - =Allöopathisch.= Beim Ausbruch gebe man ein Abführmittel wie - Bittersalz oder folgendes: - - ~Magnesia sulphurica~ 1 Unze. - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of Potash~) 10 Gran. - Lakritzen-Saft (~Liquorice~) 1 Skrupel. - Gemischten Aufguß von Sennablättern 5½ Unze. - Tinctur von Senna-Blättern und Jalappenwurzel 3 Drachmen. - Spiritus von flüchtigem Salz (~Spirit of sal - volatile~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll. Wenn die Krankheit nicht - heftig ist, ist es nicht gut, ein Brechmittel anzuwenden. Das - folgende kann, wenn nothwendig, gebraucht werden: - - Brechweinstein (~Tartar Emetic~) 1 Gran. - Ipecacuanha-Pulver 1 Skrupel. - Syrup 1 Drachme. - Quellwasser 10 Drachmen. - - Mische es und nimm es auf einmal. - - Wenn auf die Eingeweide gewirkt wurde, kann das folgende gegeben - werden: - - Eine Auflösung des essigsauren Ammoniak - (~solution of acetate of Ammonia~) 1½ Unzen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet Spirits of - Nitre~) 2 Drachmen. - Syrup 2 Drachmen. - Campher-Mischung 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll alle 2 bis 3 Stunden. - - Ist der Magen reizbar, gebe man folgendes: - - Doppelkohlsaure Potasche (~Bicarbonate of Potash~) 2 Drachmen. - Syrup 2 Drachmen. - Destillirtes Wasser 6 Unzen. - - Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll. Zu jedem füge einen Theelöffel - voll frischen Lemon-Saft oder 15 Gran Citronen-Säure, zuvor in einem - Eßlöffel voll Wasser aufgelöst; trinke es während des Aufschäumens. - - Wird der Kranke schwach und der Fall nimmt einen typhösen Charakter - an, so gebraucht man folgendes stärkende Mittel: - - Eine Abkochung von Baumrinde 6 Unzen. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 8 Gran. - Verdünnte Schwefelsäure (~Dilute sulphuric acid~) ½ Drachme. - Zusammengesetzte Baumrinden-Tinctur ½ Unze. - Syrup von Orangen-Schale 2 Drachmen. - - Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll alle 4 Stunden. Wein, Molken, - Milch, Punsch, Eier und Wein u. s. w. können ebenfalls mit Vortheil - angewendet werden. - - Schlägt die Krankheit aus irgend einem Grunde nach Innen, muß die - krankhafte Oberfläche mit Senf abgerieben und der ganze Körper in - ein heißes Bad gebracht werden. Um das Jucken und Brennen der Haut - zu vermeiden, ist eines von den folgenden Mitteln anzuwenden: - Pfeilwurzpulver, Roggenmehl, pulverisirte Stärke, ein Thee von - Buchweizenmehl; leinene Umschläge, mit folgender Mischung getränkt: - - Eine Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~solution - of Acetate of Ammonia~) 4 Unzen. - Wein-Spiritus 1 „ - Hollunderblüthe oder Rosenwasser 3 „ - - Gegen die Ausbreitung der Entzündung wende man Jod-Tinctur an, Dr. - Wood empfiehlt einen Rand von ungefähr zwei Zoll, eine Hälfte auf - der entzündeten Oberfläche und die andere auf der gesunden Haut zu - malen; nach Belieben anzuwenden und täglich, wenn nothwendig, zu - wiederholen. Salpetersaures Silber wird von Higgenbottom empfohlen - und wie folgt angewendet: - - Salpetersaures Silber (~Nitrate of Silver~) 2 Skrupel. - Salpetersäure (~Nitric Acid~) 12 Tropfen. - Wasser 1 Unze. - - Mische es. Wende es mit einem an einen Stock gebundenen Lappen oder - einer Kameelshaarbürste an. - - +Anmerkung.+ Bei heftig auftretenden Fällen wende man sich an einen - geschickten Arzt. - - -Masern (~Measels~, ~Rubeola~). - -Dies ist eine Krankheit, die hauptsächlich in der Kindheit auftritt; -doch werden auch Erwachsene davon befallen, die derselben weit -härter als Kinder unterworfen sind. Ein Anfall wird in der Regel den -Betreffenden gegen einen zweiten sichern. Es ist eine ansteckende -Krankheit, deren Verlauf 7 bis 20 Tage nach dem Erscheinen erfordert. - -+Kennzeichen:+ Die Symptome sind anfänglich jenen des Katarrhs oder -Schnupfens sehr ähnlich. Frost, Durst, Schlaflosigkeit, zuweilen -Kopfschmerzen, Niesen, kurzer trockner Husten, Laufen der Nase, rothe -und wässrige Augen sind vorhanden. Dies ist das erste Stadium, welches -in der Regel ungefähr drei Tage dauert. Am vierten Tage zeigt sich ein -Ausschlag. Derselbe beginnt im Gesicht, gewöhnlich auf der Stirne, und -geht hinab nach dem Nacken, Rumpf und untern Körpertheilen. Dieser -Zustand dauert ungefähr 48 Stunden, während dessen das Fieber sehr -stark ist. Der Ausschlag besteht in ganz kleinen tief rothen Punkten, -welche den Flohbissen sehr ähnlich sind, sind leicht erhaben auf der -Oberfläche und fühlen sich rauh an, wenn man mit der Hand über die -Haut streicht. Am siebten oder achten Tage nach den ersten Symptomen -der Krankheit verschwindet der Ausschlag und zwar zunächst da, wo er -sich zuerst zeigte. Am neunten Tage werden in der Regel nur noch -einige gelbrothe Flecke gesehen. Die Haut wird trocken und löst sich -in kleinen kleiartigen Stückchen ab. Masern können mit einer Unordnung -des Magens, Entzündung der Lungen oder einer solchen der Eingeweide -verwickelt sein. Fällt die Krankheit auf die Lungen, so verschwindet -der Ausschlag viel früher als er sollte -- in 36 oder 48 Stunden. - -Die Masern können mit Scharlachfieber verwechselt werden, wer aber -die Symptome genau beachtet, kann kaum einen solchen Irrthum begehen. -Die unterscheidenden Merkmale zwischen den beiden Krankheiten sind -folgende: 1) Den Masern gehen stets Katarrh-Symptome, wie Niesen, -Husten, Laufen der Nase voraus, was bei dem Scharlachfieber nicht -der Fall ist. 2) Das Ausbrechen der Masern zeigt sich in Flecken in -der Gestalt eines Halbmonds, ähnlich den Flohbissen, welche auf der -Oberfläche leicht erhaben sind. Die Flecken des Scharlachfiebers -sind nicht erhaben, breiten sich über den ganzen Körper aus und sind -von einer hellen Scharlachfarbe. Bezüglich der Farbe könnte man -die Masern mit der der Himbeere und die des Scharlachfiebers mit -jener eines gekochten Krebses vergleichen. 3) Böser Hals wird stets -beim Scharlachfieber gefunden, bei Masern selten oder nie. 4) Der -Masernausschlag erscheint am vierten und jener des Scharlachfiebers am -zweiten Tage. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Masern erfordern in der Regel nur wenig medizinische - Behandlung. Der Kranke sollte in ein großes luftiges Zimmer geschafft - werden, und es ist besser, wenn er im Bett bleibt. Man sollte ihm - keine warmen Getränke oder Brechmittel geben, da diese das Fieber - nur erhöhen. Kaltes Wasser kann er so viel trinken, als er wünscht. - Die Kost muß leicht sein, wie: Weizen- oder Reismehl, Haferschleim, - Zwieback-Wasser, Milch und Wasser, Tapiocamehl, Sago oder andere - leicht verdauliche Nahrungsmittel. Wenn das Fieber abnimmt, kann eine - kräftigere Kost gestattet werden. Die Augen schütze man gegen das - Licht. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn das Fieber stark und die Symptome - ernstlich, mag die Tinctur von Virginischer Schlangenwurzel (~Snake - root~) in Dosen von 10 bis 60 Tropfen in warmem Katzenmünze- - (~catnip~) oder Balsam-Thee, alle 2 oder 4 Stunden eingenommen - werden. Kommt der Ausschlag lange nicht heraus, oder schlägt er nach - seinem Erscheinen wieder zurück, mache man Senfumschläge auf den - Unterleib, die Füße, Knöchel und die Handgelenke. Ist der Husten - stark, gieb eine gemischte Tinctur von Lobelia in einem Aufguß - von Ulmenrinde (~slippery elm~) alle ein oder zwei Stunden. Sind - Anzeichen von einer Lungenentzündung vorhanden, so mache man einen - Senfumschlag über die ganze Brust, der entfernt werden kann, sobald - er eine bestimmte Röthe hervorgerufen hat, dann einen Umschlag - von Hopfen- und Lobeliablättern, wechsle sie alle halbe oder alle - Stunden. Man gebe die gemischte Lobelia-Tinctur, die Uebelkeit - verursachen wird. Auch wasche man den Kranken öfters vermittelst - eines Schwammes mit warmem, schwachem Laugenwasser, um das Jucken und - Brennen zu vermindern. Ist Diarrhöe vorhanden, gebe man einen Aufguß - von Brombeerenwurzel (~blackberry root~) oder Einspritzungen von - Stärkewasser mit einigen Tropfen Laudanum. - - =Allöopathisch.= Gegen den Husten gebe man Flachssamen- oder - Ulmenrindenthee (~slippery elm~). Die Eingeweide halte man durch - geröstete Aepfel, gekochte Pflaumen oder mit folgendem Mittel offen: - - Schwefelsaures Magnesia (~sulphate of Magnesia~) 3 Drachmen. - Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~solution of - Acetate of Ammonia~) 1 Unze. - Ipecacuanha-Wein (~wine of Ipecac~) 1 Drachme. - Süßer Salpeter-Spiritus (~sweet spirits of nitre~) 1 „ - Mohn-Syrup (~syrup of Poppies~) 2 „ - Zimmet-Wasser 1 Unze. - - Hinreichend Wasser, um vier Unzen zuzubereiten. - - Mische es. Dosis: 1 Eßlöffel voll 3 oder 4 Mal des Tages. - - Wenn der Ausschlag von zu starkem Fieber zurückgehalten wird, gebe - man die Tinctur von grüner Nieswurz (~veratrum viride~), - Ipecacuanha, Bienen-Syrup oder Lobelia in Dosen, die hinreichen, um - Uebelkeit im Magen hervorzurufen, so wie die zusammengesetzte Tinktur - der Virginischen Schlangenwurzel theelöffelweise. - - Ist der Husten sehr stark, gebe man folgendes: - - Gewöhnlichen Sauerhonig (~oxymel simple~) 1 Unze. - Ipecacuanha-Wein (~Wine of Ipecac~) ½ Drachme. - Meerzwiebel-Tinctur (~tincture of Squills~) 1 „ - - Genügend Wasser, um 6 Unzen zu bereiten. - - Mische es. Dosis: Vier- oder fünfmal des Tages einen Theelöffel voll. - - Oder: - - Tolu-Syrup 1½ Unze. - Gummi Arabicum Schleim (~Mucilage of Gum Arabic~) 1½ „ - Ipecacuanha Wein 1 Drachme. - Meerzwiebel-Tinctur 1 „ - - Hinlänglich Wasser, um 6 Unzen zuzubereiten. - - Mische es. Alle 4 Stunden einen Eßlöffel voll. Am dritten oder - vierten Tage, nachdem der Ausschlag verschwunden ist, gebe man ein - zusammengesetztes Pulver von Jalappenwurzel oder Scammonium-Harz. - - Bei großer Schwäche des Patienten gebe man: - - Anderthalb Kohlensaures Ammoniak (~sesquicarbonate - of Ammonia~) ½ Drachme. - Süßen Salpeter-Spiritus (~sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen. - Opium-Tinctur 30 Minims. - Kampfer-Mischung 6 Unzen. - - Mische es. 2 Eßlöffel voll alle 3 oder 4 Stunden. - - Oder: - - Salzsaures Ammonium (~muriate of Ammonia~) 1 Unze. - Destillirtes Wasser 9 Unzen. - - Mische es. Alle 3 oder 4 Stunden einen Eßlöffel voll. - - - =Homöopathisch.= Wenn der Anfall gelind ist, gebe man abwechselnd - ~Aconitum~ und ~Pulsatilla~ (4 Kügelchen) alle 2 bis 3 Stunden, was - in der Regel die gewünschte Wirkung haben wird. Bei Magenbeschwerden - gebe man gelegentlich eine Dosis Ipecacuanha oder Belladonna. Bei - bösem, trockenem, schmerzhaftem (beim Schlucken) Hals, Durst, - krampfartigem Husten, auch wenn Andrang nach dem Kopfe bei erhöhtem - Fieber, Schlaflosigkeit, Delirium vorhanden ist. - - ~Aconitum~ und ~Bryonia~ sollten alle zwei bis drei Stunden - abwechselnd gegeben werden (12 Kügelchen aufgelöst in 12 - Theelöffelvoll Wasser). Gebe einen Theelöffel voll bei heftigem, - trocknem Husten mit stechenden Schmerzen in der Brust, welche - Bronchitis oder Lungenentzündung anzeigt. - - ~Ipecacuanha~ und ~Bryonia~ gebe man abwechselnd alle Stunden oder - alle halbe Stunden, wenn der Ausschlag nicht recht herauskommt oder - plötzlich zurückschlägt -- bei Blässe und Magenschmerzen. ~Euphrasia~ - bei entzündeten wässerigen Augen. - - ~Rhus Toxicodendron~ sollte abwechselnd mit ~Bryonia~ gegeben werden, - wenn Symptome von Nervenfieber vorhanden sind, wie: trockene rothe - Zunge, heiße und trockene Haut, sowie Delirium. Kommt hierzu starker - Durst, Schlaflosigkeit, bräunliche Diarrhöe, gebe man ~Arsenicum~ und - ~Rhus~ abwechselnd alle 1 oder 2 Stunden eine Dosis. - - Bei Ohrenfluß mit Ohrenschmerzen verbunden nach den Masern gebe man - ~Pulsatilla~, ~Sulphur~ oder ~Mercurius~. Gegen das Anschwellen der - Drüsen des Nackens ~Belladonna~, ~Mercurius~, ~Rhus~, ~Arnica~. Gegen - das Brennen und Jucken der Haut ~Sulphur~ und ~Arsenicum~. - - Während einer Epidemie der Masern ist eine Dosis (4 Kügelchen) von - ~Pulsatilla~ alle Abend zu empfehlen, sie wird entweder den Anfall - ganz verhindern oder doch schwächen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Ist die Dosis nicht mit den Mitteln - angegeben, so löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und - gebe einen Theelöffel voll alle 2 bis 3 Stunden. - - +Anmerkung.+ Wenn die Masern bösartig sind, sich Symptome eines - Faulfiebers, sowie ein dunkler, schwarzgelber Ausschlag, mit - dunkelrothen Flecken, großer Schwäche einstellen und der Ausschlag - einmal heraustritt, dann wieder verschwindet, so ziehe man einen - geschickten Arzt zu Rathe. - - -Das Scharlachfriesel (~Scarlatina familiaris~, ~scarlet rash~.) - -Dasselbe ist eine vom Scharlachfieber verschiedene Krankheit, obgleich -es zuweilen mit demselben, sowie auch mit den Masern verwechselt wird. -Der Ausschlag des Scharlachfriesels besteht in ganz kleinen kronartigen -Erhöhungen, welche bei einem Streichen mit der Hand über die Oberfläche -der Haut leicht gefühlt werden können, während der Ausschlag des -Scharlachfiebers vollkommen glatt ist. - -+Ursachen.+ Kinder irgend eines Alters sind empfänglich dafür, -wird aber häufiger bei Säuglingen gefunden. Es wird durch einen -gewissen Reiz des Magens und der Eingeweide, durch plötzlichen -Witterungswechsel, plötzliche Unterdrückung der Hautausdünstung, durch -kaltes Trinken, wenn der Körper erhitzt ist, und durch übermäßige -Bewegung hervorgerufen. Es ist nicht ansteckend. - -+Kennzeichen.+ Dem Ausschlag geht in der Regel Frost und Hitze -- -abwechselnd -- Schwäche, Schwere und Eingenommenheit des Kopfes, -Schlaflosigkeit, Hitze und Trockenheit der Haut, Appetitlosigkeit u. -s. w. voraus. Diese Symptome verschwinden, sobald sich der Ausschlag -zeigt, was in der Regel am dritten oder vierten Tage der Fall ist. -Scharlachfriesel kann von Scharlachfieber dadurch unterschieden werden, -daß bei dem Letzteren der Ausschlag eine hellrothe oder scharlachartige -Farbe besitzt und sich gleichmäßig über die Oberfläche des Körpers -verbreitet; bei dem Ersteren ist der Ausschlag viel dunkler, zuweilen -fast purpurfarbig, und erstreckt sich in unregelmäßigen runden -Flecken über den Körper, läßt auch beim Druck mit den Fingern keinen -weißen Eindruck zurück. Das Scharlachfieber wird stets von bösem Hals -begleitet, was bei dem Scharlachfriesel nicht der Fall ist. Durch das -Laufen der Nase, Augen u. s. w., Symptome der Masern, können dieselben -vom Scharlachfriesel unterschieden werden. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Bei gewöhnlichen Fällen reicht ~Aconitum~ hin, das, - wenn Reizbarkeit und Schlaflosigkeit vorhanden ist, abwechselnd mit - ~Coffea~ gegeben werden kann. - - Bei Uebelkeit und Erbrechen ~Ipecacuanha~ oder ~Pulsatilla~. - - Verschwindet in Fällen der Ausschlag plötzlich: ~Ipecacuanha~ und - ~Bryonia~, abwechselnd alle halbe Stunden oder alle Stunden eine - Dosis, gleichzeitig halte man den Kranken wohl zugedeckt. - - Bei Andrang nach dem Kopfe, Schläfrigkeit gebe man ~Opium~. Wenn - plötzliche Anfälle eintreten, die Augen mit Blut unterlaufen und der - Kopf schwer wird, wende man ~Belladonna~ an. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe alle 1, 2 oder 3 Stunden, der Strenge der Symptome - angemessen, einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Gewöhnlich ist nur wenig, wenn irgend welche - Behandlung erforderlich. Bei starken Anfällen beschränke man den - Kranken auf das Haus, setze ihn auf schmale Kost und gebe folgendes: - - Eine Auflösung von essigsaurem Ammoniak - (~solution of acetate of Ammonia~) 1½ Unzen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen. - Syrup 2 „ - Kampfer-Mischung 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: einen Theelöffel voll alle 3 oder 4 Stunden. - - Ist Säure in dem Magen vorhanden, gelegentlich eine Dosis Magnesia - -- bei starkem Fieber die neutrale Mischung (~neutral mixture~). - Auf die Eingeweide suche man mit Castoröl oder Bittersalz u. s. w. - einzuwirken. - - =Wasserheilkur.= Die Anwendung des Wassers wird bei dieser Krankheit - von ausgezeichnetem Erfolge gefunden werden. Hülle den Kranken in - nasse Tücher und decke ihn mit wollenen Decken gut zu. In dieser - Lage mag er gelassen werden, bis eine ungehinderte Ausdünstung - eintritt, worauf man ihn mit lauwarmem Wasser abwäscht. Ruft die - erste Einhüllung nicht die gehörige Ausdünstung hervor, so sollten - die nassen Tücher wiederholt werden, und zwar so oft, bis das Fieber - eintritt. Wenn der Ausschlag plötzlich verschwindet und der Kranke - wird schwach, schlaflos und reizbar, so wasche man ihn über und über - mit kaltem Wasser, hülle ihn unabgetrocknet in wollene Decken ein - und gebe ihm reichlich kaltes Wasser zu trinken. Er wird dadurch in - Schweiß gerathen und der Ausschlag wird wieder erscheinen. - - Betreffs der Kost müssen alle reichen, überreifen und fetten Speisen - vermieden werden und man darf dem Kranken nur leichte Diät erlauben, - wie z. B. Weizen- oder Reismehlschleim, Milch und Wasser, Sago, - Tapioca oder Zwiebackwasser (~toast water~). - - -Das Scharlachfieber (~Scarlatina~, ~laevis~). - -Dies gehört zu den ansteckenden Fiebern und ist in der Regel von -Ausschlag und bösem Halse begleitet. Es giebt drei verschiedene Arten: -~Scarletina Simplex~ oder einfaches Scharlachfieber; ~Scarletina -Anginosa~, wo Hals und Haut angegriffen sind, und ~Scarletina Maligna~, -wo der böse Hals ein vorwiegendes Kennzeichen ist und daher zuweilen -auch bösartige Halsentzündung genannt wird. Diese verschiedenen Formen -aber entspringen alle aus ein und derselben Quelle. Scharlachfieber -kommt im Frühjahr und Herbst am häufigsten vor. Die einzige Krankheit, -mit der sie verglichen werden kann, sind die Masern, und unter dem -Abschnitt „die Masern“ wurde bereits der Unterschied dieser beiden -Krankheiten angegeben. Der böse Hals kann die Folge eines gelinden -Scharlachfiebers sein, wie auch nicht selten in Folge einer bösartigen -Halsentzündung gelindes Scharlachfieber entsteht. Diese Formen erhöhen -unmerklich eine die andere (Watson). Oft tritt das Scharlachfieber -so gelinde auf, daß es den Kranken kaum an’s Haus bindet, während es -wieder in andern Fällen in wenigen Tagen, ja sogar in wenigen Stunden -eine schlimmere Wendung nimmt. - -~Scarlatina Simplex~ -- beginnt mit Frostschauer, heißer Haut, -Kopfschmerz, Uebelkeit und einer leichten Halsentzündung. Am zweiten -Tage zeigt sich ein Ausschlag von feinen rothen Punkten -- zuerst im -Gesicht und auf dem Nacken und bedeckt bald den ganzen Körper. Der -Ausschlag nimmt am vierten oder fünften Tage ab und verschwindet in der -Regel am siebten oder achten Tage der Krankheit ganz. Die Epidermis -oder Oberhaut schält sich in großen Flecken von den Händen und -Endgliedern und schuppt sich vom Gesicht und den übrigen Körpertheilen -ab. - -~Angina scarlatinosa.~ -- Die Symptome treten schärfer und stärker -bei dieser Art als bei der vorhergehenden auf. Die Vorläufer oder -ersten Kennzeichen dauern länger, der Ausschlag zeigt sich nicht vor -Ablauf des zweiten, in manchen Fällen nicht vor dem dritten Tage und -zeigt sich mehr in der Form von großen rothen Flecken. Der Frost -ist bedeutend, der Hals entzündet und Hals und Drüsen hochroth und -geschwollen. Das Schlucken geht schwierig und die Drüsen schwellen -so bedeutend an, daß sie den Eingang zum Halse fast verstopfen. -Anhaltendes Kopfweh, geschwollene, rothe Augen verbinden sich mit -Steifheit des Nackens und Kinnbackens. Die Hitze der Haut ist groß -und die Haut erscheint fast roth gesotten. Sollte sich der Ausschlag -auf den Magen, die Lungen oder das Gehirn erstrecken, so werden die -Symptome sehr bedenklich und der Fall erfordert eine sehr umsichtige -Behandlung. Wenn der Fall günstig verläuft, verschwindet der Ausschlag -ungefähr am sechsten oder achten Tag. - -~Scarlatina Maligna.~ -- Diese Krankheit ist sehr gefährlich. Die -Symptome sind ungefähr dieselben, wie bei der vorhergehenden Form, -nur nähern sie sich bald denen des Typhoid und verursachen große -Schwäche und gänzliche Erschöpfung. Die Entzündung des Halses ist -bedeutend, Geschwüre bilden sich, welche die zarten Theile des Halses -zerstören können. Der Ausschlag zeigt sich in unregelmäßigen Flecken, -verschwindet zuweilen und kommt wieder. Die Drüsen des Nackens sind -sehr geschwollen und die Nasenhöhlen verstopft und angeschwollen. Eine -scharfe und brennende Absonderung aus der Nase und dem Halse macht die -Lippen sowie die Nase wund. Die Zunge ist trocken und hat eine dunkle -mahagoniholzartige Farbe. Der Puls ist schwach und die Hitze der Haut -unter dem normalen Stand. - -Das Aussehen der Zunge ist bei Scharlachfieber eigenthümlich. Beim -Beginn der Krankheit ist sie mit einer dicken, rahmartigen Lage -bedeckt und die Kanten sind von einer dunkelrothen Farbe; nach den -ersten zwei oder drei Tagen reinigt sie sich und gleicht jetzt einem -Stück rohen Fleische. Gewisse Krankheiten, die zuweilen einem Anfall -von Scharlachfieber folgen, sind fast eben so gefährlich, als das -Fieber selbst. Hierher gehören die Entzündung des Inneren des Ohres, -von welchem eine eiterartige Absonderung stattfindet und die den -Kranken vollständig taub machen kann, scrophulöses Anschwellen der -Nackendrüsen, chronische Entzündung der Augen. Die am meisten zu -befürchtende Folge ist die Wassersucht, die entweder den ganzen Körper -oder nur den Kopf und die Brust befallen kann. Gewöhnlich wird sie -durch eine Erkältung während der Wiedergenesung hervorgerufen, und es -kann daher nicht genug Sorgfalt während der Hautabschuppung beobachtet -werden. Dieser Abschnitt der Genesung ist der gefährlichste der ganzen -Krankheit, denn während die Eltern meinen, daß das Kind wieder gesund -wird, lassen sie in ihrer Wachsamkeit nach, indem sie dem Kinde -gestatten, in ein kaltes Zimmer zu gehen, das Feuer abgehen lassen und -sich noch anderer grober Sorglosigkeiten schuldig machen. In Folge -einer solchen Krankheit wird der Kranke hinfällig, matt, fieberisch -und schlaflos. Die Haut ist trocken und heiß, die Abschuppung stellt -sich ein, das Gesicht schwillt an, bald dehnt sich dieses Anschwellen -auf Hände und Füße und schließlich auf den ganzen Körper aus. Wenn -auch der Anfall von Scharlachfieber nur ein leichter war, so sollte -doch dem Kranken nicht gestattet werden, sein Bett vor dem fünfzehnten -Tage und das Haus nicht vor vier Wochen, vom Beginn der Krankheit an, -zu verlassen. Sein Leben kann von der genauen Befolgung dieser Regel -abhängen. - -+Ursachen.+ -- Scharlachfieber kann durch Ansteckung fortgepflanzt -werden, oder auch als eine Epidemie herrschen. Dr. Hood empfiehlt in -seinem Werk über das „Scharlachfieber“, die Kleider mit Chlorsalz zu -tränken und sie auf Stühle in dem Zimmer eines an dieser Krankheit -Leidenden zu hängen. Dies zerstört die Ansteckungskraft und die Gefahr -der Ausbreitung dieser Krankheit ist weit geringer, als es andrerseits -der Fall sein würde. - - -+Behandlung.+ - -=Allgemeine.= Die milderen Formen dieser Krankheit erfordern nur -geringe Behandlung. Man halte den Kranken in einem gut gelüfteten -Zimmer, setze ihn auf schmale Kost und wasche die Oberfläche des -Körpers gelegentlich mit lauwarmem Wasser, wenn die Hitze der Haut groß -ist. Einige Aerzte empfehlen anstatt der Waschung mit lauwarmem Wasser -eine Einreibung mit Nierenfett sehr. Dr. West sagt in seinem Buche -„über Krankheiten der Kinder,“ daß er dieses Mittel mit großem Erfolg -angewendet habe. Es entfernt jene stechende Hitze weit erfolgreicher -als das Wasser, macht die Haut geschmeidig und braucht nicht mehr als -zweimal innerhalb 24 Stunden wiederholt zu werden. Die Einreibung -besteht aus folgendem: Man nehme Talg oder fetten Speck und reibe damit -den Kranken vom Kopf bis zum Fuß, ausgenommen das Gesicht und die -Kopfhaut, Morgens und Abends. Anstatt des Speckes empfiehlt Dr. Meigs -in seinem „Krankheiten der Kinder“ folgende Salbe: - - Glycerin 1 Drachme. - Salbe von Rosenwasser 1 Unze. - - Diese Einreibung sollte sofort nach dem Erkennen der Krankheit - angewendet und während dem ganzen Verlaufe fortgesetzt werden. - Während der Genesung, oder wenn sich die Haut abschuppt, wende sie - des Morgens an, gebe dem Kinde ein warmes Bad am Abend und reibe es - gut mit einem weichen Handtuche ab. - - Nasse kalte Wasserumschläge sollten um den Hals, wenn er böse und - entzündet ist, gemacht werden. Der Umschlag muß immer nach einigen - Augenblicken entfernt werden, bis sich der Hals bessert. Anstatt der - Einreibung wasche die Oberfläche mit einer schwachen Auflösung des - Saleratus oder Laugenwasser, was den Reiz vermindern wird. Im Falle - der Ausschlag plötzlich verschwindet und es ist augenscheinlich, - daß er sich nach Innen geschlagen hat, empfiehlt Dr. Mundle die - Behandlung vermittelst der Wasserkur, als ein ausgezeichnetes Mittel, - und zwar wie folgt: Im Falle, daß das Scharlachfieber plötzlich nach - Innen schlägt, muß der Kranke am ganzen Körper mit kaltem Wasser - gewaschen werden, und falls Krampf erfolgt, muß kaltes Wasser in - größerer Menge über ihn gegossen werden, bis der Krampf aufhört, dann - wird er in wollene Decken, ohne abgetrocknet oder abgerieben worden - zu sein, gewickelt, und muß soviel als möglich kaltes Wasser trinken. - In den meisten Fällen tritt Schweiß ein, der Ausschlag erscheint - wieder und der Kranke ist gerettet. - - Die gehörige Regelung der Kost ist ein wesentlicher Bestandtheil - der Behandlung. In der Regel zeigt der Kranke kein besonderes - Verlangen nach Nahrung, besonders wenn das Fieber seinen Höhepunkt - erreicht hat. Wünscht aber der Kranke etwas zu genießen, so gebe - man ihm Reismehl- oder Pfeilwurzschleim, Tapioca, Farina, Wasser - von geröstetem Brod, Eiswasser oder Flachssamenthee. Ein sehr - erfrischender Trank wird dadurch hergestellt, daß man dem kalten - Wasser Erdbeeren-, Himbeeren- oder anderen Fruchtsyrup hinzufügt. - Wenn die Lippen und Zähne mit einem Schorf oder einer Kruste bedeckt - werden, entferne man sie vermittelst warmer Milch oder warmen - Wassers. Wird er besser und die Genesung schreitet vorwärts, so kann - Haferschleim, geröstete Milchschnitten (milk toast) und sehr leichte - Fleischbrühe gestattet werden. Wenn die Verdauung gut ist, erlaube - man Suppen, zartes, leicht verdauliches Fleisch u. s. w. In Betreff - der Kost kann nie genug Sorgfalt beobachtet werden. Beklagt sich der - Kranke laut, daß ihm nicht hinreichend Nahrung zu Theil wird, so - willfahre seinem Ansuchen nicht. - - Es ist von äußerster Wichtigkeit, daß ihm nicht erlaubt werde, zu - früh auszugehen oder sich auf irgend eine Weise der kalten Luft - auszusetzen. Es ist sehr zuträglich, wenn noch eine lange Zeit nach - dem Anfall unmittelbar auf der Haut Flanell getragen wird. - - Als ein Schutzmittel gegen das Scharlachfieber wird von den Aerzten - aller Schulen Belladonna empfohlen. Seine Vorzüge wurden zuerst - durch Hahnemann, den Gründer der homöopathischen Schule, bekannt. Es - ist außer allem Zweifel, daß dies die Kraft, gegen die Krankheit zu - schützen oder doch den Anfall bedeutend zu verringern, besitzt. Die - beste Form, dasselbe zu nehmen, ist das homöopathische Kügelchen, von - welchem man vier einmal des Tages durch mehrere Wochen hindurch, oder - so lange als man der Krankheit ausgesetzt sein mag, einnimmt. Kann - man diese Form nicht haben, nehme man einen Tropfen von der Tinctur - ein Tag um den andern. Wenn dies Alles einen Anfall nicht verhüten - sollte, so wird es ihn doch sicherlich weit gelinder machen. - - =Homöopathisch.= Bei Behandlung dieser Krankheit ist das wichtigste - Mittel ~Belladonna~. Es wird in allen Formen und Stadien gegeben, - bei der einfachen Form wird schon diese eine genügen. Die Symptome, - welche es erfordern, sind folgende: Trockenes, brennendes Fieber, - schneller Puls, großer Durst, trockene, rothe oder weißbelegte Zunge, - Hals und Drüsen entzündet und geschwollen, erschwertes Schlucken, - Schlagen der Halsadern, Gesicht heiß, roth und aufgedunsen, - Schwindel, Vollsein und Druck im Kopf, mit stechenden Schmerzen, - welche durch Bewegung erhöht werden, Appetitlosigkeit, Uebelkeit - und Erbrechen, heftigen Husten, trockene, brennende Hitze der Haut, - das Auffahren aus dem Schlaf, große Erregtheit und Umsichschlagen, - Scharlach-Ausschlag auf dem Gesicht und ganzen Körper. Bei heftigen - Anfällen kann ~Belladonna~ alle Stunden einmal gegeben werden, bis - sich die Symptome bessern. Bei milderen Fällen alle 2 bis 3 Stunden - eine Dosis. - - Wenn das Fieber stark, der Puls schnell und voll, die Haut trocken - und der Kopf heiß ist und große Erregtheit sich kund gibt, so gebe - ~Aconitum~ abwechselnd mit ~Belladonna~ alle Stunden. Tritt unter - dieser Behandlung während des Tages Besserung ein und die Symptome - wachsen zur Nachtzeit zur Ruhe- und Schlaflosigkeit, so gebe man - ~Coffea~ und ~Belladonna~ abwechselnd alle Stunden, bis der Kranke - ruhiger wird. - - Ist große Schläfrigkeit und Hin- und Herwerfen vorhanden, die Zunge - sehr trocken, Anschwellen der Drüsen des Nackens, die Haut im Gesicht - glänzend, der Kopf nach rückwärts geworfen und fast beständiges - Delirium, so gebe man ~Rhus toxicodendron~ und ~Belladonna~ - abwechselnd alle Stunden. - - ~Mercurius~ und ~Belladonna~ mögen alle Stunden abwechselnd gegeben - werden, wenn die Mandeln schwürig werden, die Drüsen des Nackens - anschwellen, eine große Menge von Speichel aus dem Munde läuft und - übelriechender Athem vorhanden ist. Tritt innerhalb 12 Stunden keine - Besserung ein, gebe man ~Acidum Nitri~ ebenso wie ~Mercurius~. - Werden aber, nachdem man 6 bis 8 Stunden ~Acidum Nitri~ gegeben - hat, die Symptome schlimmer und die Speichelabsonderung immer - unerträglicher, gebe man ~Arsenicum~ und ~Lachesis~ alle Stunden eine - Dosis abwechselnd bis der Kranke besser wird. ~Opium~ mag gegeben - werden, wenn das Athmen in Schnarchen übergeht, bei Auffahren oder - beständigem Delirium; das Gesicht aufgeschwollen und roth, brennende - Hitze der Haut -- mit oder ohne Schweiß. - - Schlägt der Ausschlag zurück und die Haut nimmt eine dunkelbläuliche - Farbe an, abwechselnd ~Bryonia~ und ~Belladonna~ alle halbe Stunden. - Gewährt dies keine Erleichterung, so gebe man ~Ipecacuanha~ oder - ~Camphor~. - - ~Sulphur~ ist ein schätzenswerthes Mittel und sollte (gelegentlich - eine Dosis) gegeben werden, wenn sich die Haut abzuschuppen beginnt. - Wenn die Symptome, welche ~Belladonna~ erfordern, nach Einnahme - dieser Arznei nicht nachlassen, so gebe gelegentlich eine Dosis - ~Sulphur~. - - Zeigen sich die Symptome der Bräune (~Croup~), so gebe man ~Aconitum~ - und ~Hepar sulphuris~ abwechselnd, alle Stunden eine Dosis. - - Gegen Ohrenschmerzen nach Scharlachfieber reiche man ~Pulsatilla~ - alle ein oder zwei Stunden eine Dosis, der Strenge der Symptome - angemessen. Gewährt dies keine Erleichterung, so gebe man - ~Belladonna~ und ~Hepar Sulphuris~ abwechselnd. - - Gegen Ohrenfluß (~Otorrhœa~) gebe man ~Pulsatilla~ alle 6 Stunden - eine Dosis, drei oder vier Tage lang; wenn es darauf nicht besser - wird, gebe man ~Calcarea~ oder ~Silicea~ in derselben Weise. Zeigt - das Kind nach der Krankheit Symptome von Wassersucht des Gehirns - (heißen Kopf, kalte Endglieder, Schlaf mit halboffenen Augen, - Erbrechen bei Bewegung), so gebe man ~Bryonia~ und ~Helleborus~ - abwechselnd, alle zwei Stunden, bis sich die Symptome bessern. - - Wenn der ganze Körper anschwillt, gebe man ~Belladonna~ und - ~Helleborus~ abwechselnd alle zwei Stunden und darauf ~Bryonia~ oder - ~Apis mellifica~. - - Sind, ehe der Ausschlag herauskommt, Verzuckungen vorhanden, so gebe - man ~Belladonna~ und ~Cuprum~ abwechselnd alle 15 bis 20 Minuten eine - Dosis. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem betreffenden Heilmittel löse - 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wassers und gebe als Dosis einen - Theelöffel voll alle halbe, ganze oder zwei Stunden, der Heftigkeit - der Symptome angemessen. - - =Allöopathisch.= Bei gelinden Fällen bleibe man im Hause in kühler - frischer Luft, nehme verdünnte Getränke wie Flachssamen-Thee und eine - leichte Kost, sowie die folgende Mischung, was alles sein wird, was - nothwendig ist. - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1½ Unzen. - Zusammengesetzter Aufguß von Rosen (~Compound - infusion of roses~) 5 Unzen. - Zimmet-Wasser 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Alle drei Stunden zwei Theelöffel voll. - - Bei schmerzhaftem Schlucken, entzündetem und geschwollenem Hals und - Mandeln, vollem und springendem Puls, heißer und trockener Haut, gebe - man folgendes Brechmittel: - - Pulverisirten Ipecacuanha 10 Gran. - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 10 Gran. - Gewöhnlicher Syrup 2 Drachmen. - Wasser 1 Unze. - - Auf diese Arznei gebe man warmes Wasser, bis ein Erbrechen - hervorgerufen ist. Dieses Mittel kann einem Kinde von 6 Jahren - und darüber gegeben werden. Dr. Rush empfiehlt ein Brechmittel - mit einem Abführmittel zu vereinigen, und zwar wie folgt: 5 Gran - Calomel, 1 Gran ~Antimonium tartarisatum~, oder 5 Gran pulverisirtes - Ipecacuanha. Brechmittel sollten während dieser Krankheit, wo immer - die Symptome schlechter werden, oder Magenkrankheit vorhanden ist, - angewendet werden. Zur Beförderung der Thätigkeit der Haut wird - folgendes Mittel gut gefunden werden: - - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitri~) ½ Unze. - Tinctur von grüner Nieswurz (~Tincture of veratrum - viride~) 20 Tropfen. - Pulverisirter Gummi-Arabicum 1 Skrupel. - Weiches Wasser 2 Unzen. - - Mische es. Dosis: Alle halbe Stunden einen Theelöffel voll. ~Acidum - muriaticum~ ist ein gutes Heilmittel. Gebe 45 Tropfen in ein Glas - versüßten Wassers und alle halbe Stunde einen Theelöffel voll. - - Als ein Gurgelwasser für den Hals gebrauche man eine Auflösung von - Chlorkalk (~chloride of lime~) eine Unze auf das Pint. - - Wenn das Kind zum Gurgeln noch zu jung ist, so binde ein Läppchen - an einen Stock und wische den Hals aus. Ungefähr zweimal des Tages - anzuwenden. Es schadet nichts, wenn das Kind zufällig etwas davon - verschlucken sollte. Ferner ist es sehr zuträglich, das Kind Abends - und Morgens mit derselben Auflösung abzuwaschen. Ein ausgezeichnetes - Gurgelwasser ist das folgende: - - Zusammengesetzter Aufguß von Rosen (~Compound - infusion of roses~) ½ Pint. - Verdünnte Salzsäure (~Dilute muriatic acid~) ½ Drachme. - - Mische es. - - Wenn die Symptome, wie in der zweiten Form angegeben, gebe man - folgendes: - - Citronen-Säure (~Citric acid~) 1 Drachme. - Doppeltkohlensaure Potasche (~Bicarbonate of potash~) 4 Skrupel. - Salpeter (~Nitre~) 2 Skrupel. - Zimmet-Wasser 2 Unzen. - Wasser 2 Unzen. - - Mische es. Dosis: Alle vier Stunden zwei Theelöffel voll. Tritt - bedeutender Schweiß ein, gebe man das folgende mit obigem alle vier - Stunden: - - Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~Solution of - acetate of ammonia~) 2 Unzen. - Kohlensaures Ammoniak (~Carbonate of ammonia~) 3 Skrupel. - Syrup ½ Unze. - - So viel Wasser, um ein halbes Pint zu machen. Dosis: Einen Eßlöffel. - - Als ein Mittel gegen Ansteckung und für einen Trank möge das - folgende angewandt werden: Bringe 2 Gran Chlorsaures Kali - (~chloride of potash~) in eine Quartflasche, füge eine Drachme - Chlorwasserstoff-Säure (~hydrochloric acid~) hinzu und halte die - Flasche gut verkorkt. Man lasse die Mischung ungefähr eine halbe - Stunde stehen und füge dann allmählig ein Quart Wasser zu. Schüttle - die Mischung nach jeder Hinzufügung von Wasser, damit das Wasser das - Gas in sich aufnimmt. Ferner noch drei Unzen Orangenschalen-Syrup. - Dies kann von dem Kranken so oft er es wünscht getrunken werden. - - Bei der bösartigen Form des Scharlachfiebers, wenn große - Hinfälligkeit vorhanden ist, der Ausschlag nach Innen schlägt und - die Haut eine purpurne oder mahoganyholzartige Farbe annimmt, die - Zunge tiefroth oder dunkelbraun ist und die Geschwüre im Halse faulig - werden, muß die Behandlung eine stärkende sein. Gieb ein Brechmittel - und sind die Eingeweide verstopft, gebe man ein Abführmittel wie - Castoröl. Dann gebe man das folgende: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of Quinine~) 18 Gran. - Tinktur von Orangenschale 1 Unze. - Verdünnte Schwefelsäure (~Dilute sulphuric acid~) 1 Drachme. - Syrup von Orangenschale 2 Unzen. - Wasser 2 „ - - Mische es. Dosis: Zwei Theelöffel voll in ein Weinglas voll Wasser - dreimal des Tages für ein sechsjähriges Kind. - - Folgendes wird ebenfalls gut sein. - - Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits - of ammonia~) 2 Drachmen. - Aether 1 Drachme. - Kampher-Spiritus 1 „ - Laudanum 20 Tropfen. - - Mische es. Dosis: Alle 3 oder 4 Stunden, oder wenn erforderlich auch - öfters, einen Theelöffel voll. - - Das folgende Gurgelwasser kann angewandt werden: - - Chlorsaure Potasche (~Chlorate of potash~) ¼ Unze. - Starke Chlorwasserstoff-Säure (~Strong hydrochloric - acid~) 40 Tropfen. - Wasser 1 Pint. - - Mische es. - - Molken, Wein, oder Madera mit Milch kann zuweilen gebraucht werden. - - Gegen Wassersucht, die hin und wieder einem Anfall von - Scharlachfieber folgt, gebe täglich ein lauwarmes Bad und die - zusammengesetzte Tinctur von virginischer Schlangenwurzel, bis eine - ungehinderte Ausdünstung der Haut eintritt, alle zwei Stunden einen - Theelöffel voll in Katzenmünze (~catnip~) oder Balsam-Thee, dann - verlängere die Zwischenräume. - - Folgende Mischung wird von Condie bei Kinderkrankheiten empfohlen: - - Calomel 12 Gran. - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potash~) 1 Drachme. - Fingerhut (~Digitalis~) 4 Gran. - - Mische und theile es in 12 Pulver; gebe jede Stunde, oder alle 2, 3 - auch 4 Stunden ein Pulver. - - Wenn Schmerz in den Ohren und andere Anzeichen einer Entzündung - vorhanden sind, empfiehlt Condie folgendes: - - Präparirte Kreide (~Prepared chalk~) 36 Gran. - Calomel 12 „ - Ipecacuanha 4 „ - Bilsenkraut-Extrakt (~Extract hyosciamus~) 6 „ - - Mache 12 Pulver daraus und nehme eins alle Abend beim Schlafengehen - und während des Tages etwas gelind Abführendes, wie schwefelsaure - Magnesia. Tritt eine Entleerung aus den Ohren ein, so spritze - sie häufig mit lauwarmem Gerstenwasser aus. Wenn die Absonderung - dunkelgefärbt und übelriechend ist, gebrauche eine schwache Auflösung - von Chlor-Soda (~Chloride of soda~), oder eine Abkochung von - schwarzer Eichenrinde. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bei gelinden Anfällen ist nur eine - geringe Behandlung erforderlich. Man gebe während des kalten - Stadiums warmen Thee von Katzenmünze (~catnip~), Flöhkraut - (~pennyroyal~), Salbei oder Saffran. Ist der Magen reizbar, und - findet häufiges Erbrechen statt, so gebe man Sodawasser oder - Frauenmünze- (~spearmint~) Thee. Ein Senfpflaster über den Magen - wird zuweilen das Erbrechen erleichtern. Folgende Behandlung wird - als eine erfolgreiche sehr empfohlen. Bei dem ersten Erscheinen - der Symptome, gewöhnlich böser Hals, gebe man einer erwachsenen - Person 60 bis 80 Gran Jalappenwurzel (~jalap~). Die Dosis muß dem - Alter des Kranken angemessen vermindert werden. Des Nachts gebe man - einen Theetassenkopf bis ein Pint voll starken rothen Pfefferthee, - angemessen dem Alter des Kranken und der Heftigkeit der Symptome, den - nächsten Tag ungefähr die Hälfte der obigen Menge von Jalappenwurzel - und wieder Pfefferthee des Nachts. Am dritten Tage, wenn noch - Schmerzhaftigkeit des Halses vorhanden ist, gebe man eine Dosis - Bittersalz, welches in der Regel die Heilung vollenden wird. - - Es ist eine allgemeine Regel, die Behandlung mit einem Brechmittel - aus zusammengesetztem Pulver von Lobelia, oder für ganz kleine - Kinder eine zusammengesetzte Tinctur der Lobelia zu beginnen. Von - dem Pulver nehme man einen halben Theelöffel voll in warmem Wasser - alle 20 Minuten, bis Erbrechen eintritt. Von der Tinctur alle 15 - Minuten einen halben Theelöffel voll in Syrup mit Wasser, bis es - wirkt. Dieses Brechmittel mag drei oder vier Tage aufeinander -- so - lange als das Fieber stark anhält -- gegeben werden. Prof. John King - empfiehlt als ein Fieber-Linderungsmittel 1 Drachme Jasmin-Tinctur - (~tincture of gelseminum~), mit 6 Tropfen Aconit-Tinctur alle - Stunden, bis die Wirkung der Medizin die Symptome schwächt. Sechs bis - acht Tropfen in einem Theelöffel voll Wasser. - - Folgendes ist ein brauchbares Gurgelwasser: - - Chlorsaure Potasche (~Chlorate of potash~) ½ Drachme. - Salzsaures Ammonium (~Muriate of ammonia~) ½ „ - Glycerine 1 Unze. - Wasser 3 Unzen. - - Alle zwei oder drei Stunden. Ist das Kind noch zu jung zum Gurgeln, - spüle ihm den Mund damit aus. - - Ein anderes gutes Gurgelwasser ist ein halbes Pint Essig und eben - soviel Wasser, heiß, dazu füge einen Theelöffel voll Blutwurzel - (~blood root~) und lasse es vor dem Gebrauch 6 bis 8 Stunden stehen. - - Citronensaft wird bei bösem Hals zuweilen sehr dienlich gefunden. - Schneide die Citrone in zwei Hälften, fülle eine Hälfte mit - gepulvertem Brodzucker und lasse den Patienten daran saugen, so lange - es nothwendig ist. - - Bei der bösartigen Form kann, wenn sich typhöse Symptome einstellen, - Folgendes gebraucht werden: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 1 Skrupel. - Vitriol-Absud (~Elixir of vitriol~) 1 Drachme. - Tinctur von Cohosh Wurzel 12 Drachmen. - Tinctur von Belladonna 2 „ - - Zuerst löse das Chinin in dem Vitriol-Absud auf und füge die - Tincturen von schwarzer Cohosh Wurzel und Belladonna hinzu. Einem - Kinde von 6 Jahren gebe 5 und einem Erwachsenen 15 Tropfen in einem - Theelöffel voll Wasser, alle Stunden von Mitternacht bis 12 Uhr am - andern Tage. - - Zeigen sich Symptome von Fäulniß, gurgle den Hals mit gleichen - Theilen von Hefen und Milch, mit Honig versüßt, oder mit Hefen allein. - - Wenn das Gesicht sehr geschwollen und entzündet ist, sind fein - gestoßene Preiselsbeeren (~granberries~) ein schätzbares Mittel. Sie - sind mit großem Erfolg angewandt worden. - - Gegen den Ohrenfluß gebrauche man eine Einspritzung von Gelbwurzel - (~Golden seal~), oder wenn der Ausfluß faulig ist, eine Auflösung von - Chlor-Soda (~Chloride of soda~). - - Gegen Wassersucht, die zuweilen einem Anfall von Scharlachfieber - folgt, gibt Prof. John King folgendes Mittel: - - Salpeter 10 Gran. - ~Cremor Tartari~ 20 Gran. - Aufguß von Petersilien-Wurzel (~Parsley root~) 12 Unzen. - - Mische es. Dosis für ein Kind von 5-8 Jahren jede Stunde einen - Eßlöffel voll. Setze es fort, bis das Anschwellen verschwindet und - eine ungehinderte Urin-Ausleerung stattfinden kann; in diesem Falle - gebe man öfters einen Aufguß von Petersilien-Wurzel oder ~Haircap - Moss~. Das folgende stärkende Mittel mag gleichzeitig angewendet - werden. Man nehme Entian-Wurzel (~Gentian root~), Columbo-Wurzel, - süße Schwertlilien- (~Sweet flag~) Wurzel, Gelbwurz- (~Golden seal~) - Wurzel, Cayenne-Pfeffer, jedes grob gepulvert und davon einen - gehäuften Theelöffel voll; gieb es zu einem Pint guten Sherry-Weines, - und nachdem dies einige Tage lang gestanden hat, nehme von einem - Theelöffel bis zu einem Weinglas voll drei- oder viermal des Tages. - - -Windpocken, Wasserpocken (~Chicken Pox~, ~Varicella~). - - Diese Krankheit kennzeichnet sich durch zahlreiche durchsichtige - Bläschen, oder kleine Blattern. Zu einer Zeit betrachtete man sie als - eine Art von Pocken (~Variolæ~), allein es ist bereits nachgewiesen, - daß sie mit diesen nicht verwandt ist. Sie ist ansteckend. - - +Kennzeichen.+ Dem Ausschlag gehen Frost, fliegende Hitze, Schmerz im - Kopf, Durst und Schlaflosigkeit voraus; in der Regel sind nur wenig - bezeichnende Symptome vorhanden. Hierauf erscheint der Ausschlag, - aber ohne die Regelmäßigkeit, welche die Pocken (~Variolæ~) - bezeichnet, entweder zuerst im Gesicht, oder auf dem Rücken, - oder auch auf irgend einem anderen Theile des Körpers; während - der Ausschlag der Pocken (~Variolæ~) immer zuerst auf dem Gesicht - erschien. Bei den Pocken (~Variolæ~) wird stets ein Schwimmen im - Kopfe und anhaltendes Kreuzweh empfunden. Die Pustel der Windpocke - erscheint sogleich in der Form einer Blatter, während jene der - ächten Pocken in der Form einer Spitze gleich dem Kopfe einer Nadel - auftritt. Die Pusteln der Windpocken haben nie eine Beule in dem - Mittelpunkt, wie jene der ächten Pocken, und die in ihnen enthaltene - Flüssigkeit ist hell und wird nicht gelb wie bei den ächten Pocken. - Ungefähr am vierten oder fünften Tage trocknen die Blattern der - Windpocken ab; es bilden sich Schorfen und fallen ab -- selten oder - nie lassen sie Narben zurück. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Spärliche Kost, kühlende Getränke und ein - gelindes Abführmittel wie folgt: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~solution of - Acetate of Ammonia~) 3 Unzen. - Destillirtes Wasser 3 Unzen. - - Mische es. Dosis: Alle drei Stunden einen Theelöffel voll. Wenn - ein beträchtliches Fieber vorhanden ist, gib kleine Dosen von - Antimonium-Pulver mit essigsaurem Ammoniak und der Salpeter-Mischung - -- unter Scharlachfriesel bereits angegeben. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ungefähr alles was nöthig ist, dem - Patienten zu geben, besteht in Flöhkraut- (~Pennyroyal~), Salbei- - (~Sage~), Saffran- oder Katzenmünze- (~Catnip~) Thee. Sind die - Eingeweide verstopft, so gebe man Seidlitz-Pulver. Wasche die - Oberfläche des Körpers mit Saleratus-Wasser und lasse den Kranken - nicht aus dem Hause. - - =Homöopathisch.= Gegen das Fieber und den Kopfschmerz gebe - abwechselnd ~Aconitum~ und ~Belladonna~. - - Wenn ein Schmerzen der Knochen und gallenkranke Symptome vorhanden - sind, gebe man abwechselnd ~Bryonia~ und ~Rhus~. - - Gegen Unruhe, nervöse Aufregung, gestörten Schlaf &c. gebe ~Coffea~. - Ist eine schmerzhafte Urin-Entleerung vorhanden, gebe ~Cantharis~ - oder ~Conium~, oder auch beides abwechselnd. - - Wenn der Ausschlag sehr streng auftritt, gebe man Brechweinstein - (~Tartar emetic~). - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gib alle 3 oder 4 Stunden einen Theelöffel voll. Bei - Fieber, Kopfschmerz, Unruhe &c. kann alle Stunden eine Dosis gegeben - werden. - - -Die Blattern oder Pocken (~Small Pox~, ~Variolæ~). - -Dieser sehr lästigen und ansteckenden Krankheit geht ein dreitägiges -Fieber voraus, dem ein Ausschlag folgt, der in ungefähr acht Tagen -seine Höhe erreicht. Sie ist sehr ansteckend. Es gibt zwei Arten: die -+deutliche+, wo die Pusteln vollkommen von einander getrennt sind, -und die +zusammenfließende+, wo sie sich vereinigen oder in einander -laufen. Die Heftigkeit der Krankheit zeigt sich zum großen Theil in dem -Ausschlag, je weniger Pusteln, desto gelinder ist die Krankheit. Die -Krankheit wird, wie folgt, in vier Stadien eingetheilt. - -+Kennzeichen.+ -- +Erstes oder Fieber-Stadium.+ Dieses Stadium beginnt -in der Regel vom neunten bis zum vierzehnten Tag nach dem Ausbruch. Der -Kranke klagt gewöhnlich über Frost, mehr oder weniger streng, dem ein -starkes Fieber folgt, schneller Puls, belegte Zunge, Appetitlosigkeit, -Durst, oft Uebelkeit und Erbrechen, starke Schmerzen in dem Kopf und -dem Rückkreuz, sowie allgemeine Schmerzen und Uebelbefinden. - -Es gibt nichts, was dieses Stadium von anderen Krankheiten -unterscheidet, außer dem heftigen Kreuzweh. Die Kopf-Symptome sind -häufig sehr heftig. Es ist große Unruhe und Reizbarkeit vorhanden, das -Licht schmerzt die Augen, der Kopf schwimmt, Irrereden; der Kranke wird -irre und zuweilen treten Krämpfe ein. - -+Zweites oder Ausbruchsstadium.+ Ungefähr am dritten Tage erscheint -der Ausschlag in der Gestalt von kleinen, hellrothen Flecken, ungefähr -in der Größe eines Nadelkopfes und zu derselben Zeit verschwindet -das Fieber. Der Ausschlag erscheint zuerst auf dem Gesichte, dann am -Nacken, Brust und Körper, und zuletzt auf Armen und Beinen. Dieses -Stadium dauert ungefähr drei Tage, und während dieser Zeit gehen -die Spitzen in Bläschen oder kleine Blattern über, welche mit einer -wasserartigen Flüssigkeit gefüllt sind. Gleichzeitig mit dem Erscheinen -des Ausschlags auf der Haut können wir auch eine starke Entzündung des -Halses bei Zartheit und Anschwellen der Drüsen des Nackens wahrnehmen. - -+Drittes oder Eiter-Stadium.+ Die Bläschen nehmen jetzt an Größe zu -und ändern ihre Pustelgestalt (enthalten Eiter). Die Flüssigkeit wird -weißlich, endlich gelblich, und ist ähnlich wie bei einer Orange in -Zellen abgetheilt. Auf der Spitze ist eine kleine Beule und die Haut -um die Pusteln ist roth oder entzündet. Dieser Wechsel findet vom -vierten bis zum sechsten Tage nach dem Ausbruche statt. Die Pusteln -nehmen an Größe zu, werden hart und ausgedehnt, so groß wie eine -gespaltene Bohne. In diesem Stadium ist das Gesicht sehr geschwollen -und ein brennendes, ausgebreitetes, schmerzhaftes Gefühl ist vorhanden. -Auch mag eine Schmerzhaftigkeit des Mundes mit Speichelfluß vorhanden -sein. Sowie der Ausschlag zuerst im Gesicht erscheint, so gelangen auch -die Pusteln im Gesicht in diesem Stadium zuerst zur Reife, während -jene auf der Brust sich füllen und die auf den Gliedern noch wachsen; -auf diese Weise wird der Schmerz vertheilt, welcher sonst unerträglich -sein würde. Die Pusteln auf dem Gesichte beginnen am achten Tage sich -zu verändern und die auf den Füßen zwei oder drei Tage später. In -dieser Zeit findet eine eigenthümliche und unangenehme Ausdünstung -des Körpers statt, woran ein mit dieser Krankheit Vertrauter sie in -der Regel erkennen kann. Ungefähr um den achten oder neunten Tag der -Krankheit erscheint das, was man secundäres Fieber nennt, welches von -der Strenge, Ausdehnung und Spannkraft des Patienten abhängt. In der -+deutlichen+ Form nimmt es in der Regel mit den Pusteln ab. - -+Viertes oder Stadium der Austrocknung.+ Dies ist das Stadium der -Abnahme. Ungefähr nach dem achten oder neunten Tag des Ausbruchs oder -dem elften oder zwölften Tage der Krankheit werden die Pusteln an -der Spitze braun und trocken, oder einige von ihnen brechen auf und -der ausfließende Eiter bildet eine Kruste. Von da ab schreitet die -Abtrocknung rasch vorwärts, das Anschwellen des Gesichts läßt nach und -die Schorfe im Gesicht fangen am vierzehnten oder fünfzehnten Tage der -Krankheit an abzufallen. Es dauert drei oder vier Tage nachdem sich -die Schorfe auf dem Gesicht bildeten, so zeigen sie sich auch an den -Knöcheln und Handgelenken. Nachdem die Kruste oder Schorfe abgefallen -sind, erhält die Haut ein eigenthümliches Aussehen; es sind purpurrothe -Flecken, die nach und nach verschwinden oder bei schweren Fällen, wo -sich der Eiter durch die eigentliche Haut gefressen hat, bilden sich -Vertiefungen, oder, wie man sagt, der Kranke wird pockennarbig. Der -ganze Verlauf der Krankheit dauert zwei bis drei Wochen. - -Die obige Beschreibung ist die des regelmäßigen, günstigen Verlaufs -der Krankheit, da wo die Pusteln nicht in einander laufen. Wenn aber -die Pusteln eine Masse bilden, ist die Gefahr und Dauer der Krankheit -bei weitem erhöht. In dieser Form ist das Fieber stärker und nimmt -vom Erscheinen des Ausbruchs bis zur Zeit der Reife oder dem dritten -Stadium zu. Verzuckungen, Delirien und Betäubung sind häufiger; die -Augenlider schwellen an, so daß der Kranke am fünften Tage nicht mehr -sehen kann, der Hals ist sehr böse, sowie bedeutend geschwollen und -die Entzündung kann sich auf die ganze Länge der Luftröhren ausdehnen, -so daß durch Erstickung der Tod veranlaßt werden kann. Das Fieber hört -nicht auf beim Erscheinen des Ausbruchs, sondern nimmt an Strenge zu -und ist von Delirien, Betäubung, Blutstürzen, blutigem Urin und Ruhr -begleitet, oder es kann mit einem Male den Tod herbeiführen. - -+Ursachen.+ -- Die Veranlassung zu dieser Krankheit ist jedenfalls die -Ansteckung. Irgend Jemand, der nicht durch Impfung oder einen früheren -Anfall von Pocken unempfänglich ist, ist der Ansteckung zugänglich. -Die Impfung schützt nicht immer, denn man kann, trotz geimpft zu sein, -die Varioliden (eine gelindere Form der Pocken) bekommen. Die Zeit, -welche von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen der Krankheit -verstreicht, beläuft sich auf neun bis zwölf Tage. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Das Zimmer, in dem sich der Kranke befindet, sollte - groß und luftig sein. Sorgfalt muß beobachtet werden, daß es mäßig - kühl und dunkel ist. Die Kleidung und das Bettzeug des Kranken - sollten jeden Tag oder alle zwei Tage gewechselt werden. Man wasche - die Augen häufig mit Rosenwasser oder Ulmenrindenwasser (~slippery - elm~), besonders wenn der Eiter aus den Pusteln hineinrinnt. - Waschungen von kaltem Wasser, Milch mit Wasser oder schwachem - Bleiwasser können im Gesicht angewandt werden, wenn dieses sehr - entzündet ist. Die Nasenhöhlen sind vermittelst eines wohlgeölten - Kameelhaar-Pinsels, mit welchem man mehrere Male des Tages - hineinfährt, offen zu halten. Wenn aus den Symptomen ersichtlich, - daß die Pocken zu den in einander laufenden zu zählen sind, sollte - das Haar bei dem ersten Erscheinen des Ausschlages kurz geschnitten - werden, überhaupt ist dies in jedem anderen Falle auch gut, denn - sobald der Eiter aus den Pusteln fließt, wächst das Haar zusammen - und bildet eine eckelerregende Masse, auch wird gleichzeitig dadurch - die Masse des Ausschlags auf der Kopfhaut, sowie die Neigung zu - Gehirnstörungen verringert. Eine Hauptsache bei der Behandlung der - Pocken ist, zu verhindern, daß Narben entstehen, und in dieser - Richtung werden eine große Anzahl Mittel empfohlen. Ein Mittel, - das mit großem Erfolg in dem Kinderhospital von Paris angewendet - wird, besteht in einer Mischung von 25 Theilen Mercurial-Salbe, 10 - Theilen gelben Wachs und 6 Theilen schwarzen Pech. Andere öffnen - jede Pocke, sobald sie blasenartig wird, mit einer Lanzette, und - wenden salpeter-saures Silber (~nitrate of silver~), sehr fein - zugespitzt, oder vermittelst des Betupfens mit einer Stecknadel - einer sehr starken Auflösung an. Jodtinctur (~tincture of iodine~) - wird sehr empfohlen, welche vermittelst eines Kameelhaarpinsels auf - die ganze kranke Oberfläche gestrichen wird. Dr. Stokes von Dublin - empfiehlt ein Pflaster von Flachssamen, auf irgend einen weichen - Stoff gestrichen und mit geölter Seide oder Gutta-Percha bedeckt. - Die Anwendung dieses Pflasters muß vom Beginn der Krankheit bis - zum Abtrocknungs-Stadium stattfinden. Das vielleicht wirksamste - Mittel ist das von Dr. Bennett von Edinburgh empfohlene. Nämlich - ein Pflaster aus 3 Theilen kohlensaurem Zink (~carbonate of zinc~) - und 1 Theil Zink-Oxid (~oxide of zinc~) in einem Mörser mit soviel - Olivenöl, um einen dicken Brei zu bilden, gemischt. Dieses muß dick - auf das Gesicht gelegt und sogleich wieder erneuert werden, wenn es - sich irgendwo abreiben sollte. Was immer auch angewendet werden mag, - so darf es doch nicht später als am dritten Tage angewendet werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Beim Beginn der Krankheit gebe man - ein Brechmittel von dem zusammengesetzten Pulver der Lobelia, wenn - einem Erwachsenen, dann Dosen von einem halben Theelöffel voll - alle 15 Minuten, bis ungehindert Erbrechen eintritt, wenn einem - Kinde -- dann Dosen von einem halben bis ganzen Theelöffel voll in - Syrup und Wasser alle 15 Minuten. Sind die Fieber-Symptome streng - und der Kranke ist verstopft, so gebe man eine Einspritzung von - lauwarmem Wasser und verordne ein Seidlitzpulver; das Pulver kann - in vier oder sechs Stunden wiederholt werden, wenn es das erste Mal - wirkungslos blieb. Gegen die Uebelkeit des Magens gebe man warmen - Frauenmünz- oder Pfeffermünzthee (~spearmint~ oder ~peppermint~) - mit ein wenig darin aufgelöstem Saleratus, auch eine Einspritzung - von Eibisch-Wurzel und Pfirsichblätter (~Marshmallow root and peach - leaves~), sowie auch einen Senfumschlag auf den Unterleib. Bis zum - Erscheinen des Ausschlages kann auch der Körper öfter mit warmem - schwachem Laugenwasser gebadet werden. Gegen großen Schmerz im Kopf - und Kreuz wende Senfpflaster längst des Rückgrats, auf den Knöcheln - und Fußsohlen an, auch bade man den Kopf in Essig und Wasser. Gegen - den bösen Hals und zur Entfernung des Luftröhrenschleims aus dem Hals - gebe man folgendes: - - Blutwurzel (~blood root~) 1 Unze. - Lobeliasamen gepulvert 1 Unze. - Ipecacuanha 2 Unzen. - Cayenna ½ Unze. - Whiskey 1 Quart. - - Lasse dies eine Woche stehen. Dosis: Gelegentlich einen oder zwei - Theelöffel voll. Ein gutes Gurgelwasser ist eine Abkochung von - Salbei (~Sage~) und Isop (~Hyssop~) mit Borax und Honig. Wenn das - premiäre und secundäre Fieber sehr heftig ist, gebe 15 bis 20 Tropfen - von Schlangenwurzel-Tinctur (~tincture of black Cohosh~) alle zwei - oder drei Stunden. - - Nach dem Erscheinen des Ausschlages kann das folgende mit - ausgezeichnetem Erfolg angewendet werden. In ein Pint kochenden - Wassers gebe man eine Unze gepulverte Wurzel der Schlangenwurzel - (~black Cohosh~) und lasse davon ein oder zwei Eßlöffel voll alle - drei Stunden warm nehmen; setze es fort, bis die Pusteln zu trocknen - beginnen. Füllen sich die Pusteln nicht recht und sind schlaff, so - gebe man Molkenwein (~wine whey~) oder Milchpunsch, unbeschränkt; - verschwinden sie und schlagen nach Innen, so mögen Theelöffeldosen - von der zusammengesetzten Virginischen Schlangenwurzel-Tinctur - (~Virginia Snake root~) oder ein Aufguß von Schlangenwurzel (~black - Cohosh~) in größeren Dosen gegeben werden. Wenn sich bösartige - Symptome, sowie eine faulige Diarrhöe einstellen, gebe man einen - Theelöffel voll gepulverte Kohle, einen halben Theelöffel voll - Salpeter, gemischt, drei- oder viermal des Tages. Auch gleiche Theile - von Hopfen-Hefe und Salat-Oel in Eßlöffeldosen. - - =Homöopathisch.= Für das erste oder Fieberstadium ist die Behandlung - wie folgt: - - ~Aconitum.~ -- Besonders während des Frostschauers und Fiebers, - auch wenn starke Schmerzen im Kopfe, vollen Puls, Delirium und - Unerträglichkeit des Lichtes vorhanden ist. ~Belladonna~ kann - abwechselnd damit gegeben werden, besonders gegen Kopfschmerz und - Delirium. - - Gegen starke Rückenschmerzen, mit Schmerzen in den Knochen und - allgemeines Unwohlsein gebe man ~Bryonia~ und ~Rhus Toxicodendron~ - abwechselnd. Gegen Uebelkeit gebe ~Tartarus Emeticus~. Wird der - Patient unempfindlich -- bei Betäubung und schnarchendem Athem gebe - man ~Opium~, wenn große Unruhe, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit - vorhanden, gebe man ~Coffea~ und ~Belladonna~ abwechselnd. - - +Behandlung im zweiten oder Ausbruchs-Stadium.+ Wenn das Delirium - nach ~Belladonna~ nicht verschwindet, gebe man ~Stramonium~, - besonders wenn der Ausschlag nicht leicht herauskommt. - - Sind aber die Symptome dieses Stadiums nicht streng, so gebe man - ~Tartarus Emeticus~ und ~Thuja~ abwechselnd. Gegen den rauhen, - röchelnden Husten gebe man ~Tartarus Emeticus~ oder ~Ipecacuanha~. - - +Behandlung im dritten oder Abtrocknungs-Stadium.+ Bei beträchtlichem - Fieber und besonders gegen bösen Hals und übermäßigen Speichel gebe - man ~Mercurius~. - - Wird die Haut zwischen den Pusteln schwarzgelb oder dunkelbraun und - die Pusteln werden schlaff, so gebe man ~Arsenicum~. Wenn die Pusteln - schwarz werden und der Kranke sehr schwach ist und es zeigen sich - typhoide Symptome, gebe man ~Rhus Toxicodendron~ abwechselnd mit - ~Arsenicum~. ~Acidum muriaticum~ ist ebenfalls gut gegen dieselben - Symptome. - - +Behandlung im vierten oder Abschuppungs-Stadium.+ Beim Beginn dieses - Stadiums gebe alle Abende eine Dosis ~Sulphur~. Hört die Diarrhöe - nicht auf, gebe man alle drei oder vier Stunden ~Mercurius~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe, der Heftigkeit der Symptome angemessen, alle 1, 2 - oder 3 Stunden einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Gegen das dem Ausschlag folgende Fieber gebe man - nachstehendes Brechmittel: - - Brechweinstein (~Tartar Emetic~) 1 Gran. - Ipecacuanha-Pulver 1 Skrupel. - Syrup 1 Drachme. - Quellwasser 10 Drachmen. - - Mische es und gebe es auf einmal. - - Nach dem Brechmittel gebe folgendes Abführmittel: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of Potash~) 10 Gran. - Lakritzen-Extrakt 1 Skrupel. - Zusammengesetzter Aufguß von Sennablättern - (~Compound infusion of senna~) 5½ Unze. - Tinctur von Senna-Blättern oder Jalappenwurzel 3 Drachmen. - Spiritus von flüchtigem Salz (~Spirit of sal - volatile~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll. - - Das Fieber kann durch folgendes abführendes Salz eingeschränkt werden: - - Steinalaun (~Rochelle salt~) oder Weinsteinsaure - Potasche (~Tartar of Potash~) 1 Unze. - Kohlensaure Magnesia (~Carbonate of magnesia~) 1 Drachme. - Pfeffermünzwasser 6 Unzen. - - Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle 3 oder 4 Stunden. Dies - wird gleichzeitig die Eingeweide mäßig offen halten. - - Nachdem der Ausschlag sich vollständig entwickelt hat und das - secundäre Fieber erscheint, gebe folgendes: - - Flüssiges Ammoniak (~Spirits of mindererus~) 2 Unzen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 1 Unze. - - Mische es. Alle 3 Stunden einen Eßlöffel voll. - - Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~) 1 Drachme. - Wasser 2 Unzen. - - Mische es. Nimm es auf einmal und wiederhole so oft als nothwendig. - - Wenn der Patient, besonders des Nachts, von Husten abgemattet wird, - gebe man folgendes von Dr. Condie empfohlene Mittel: - - Schleim des Akazien-Gummi’s (~Mucilage of Gum - Acacia~) 3 Unzen. - Syrup von Meerzwiebeln (~Syrup of squills~) 1 Drachme. - Spiritus von Salpeter-Aether (~Spirits of nitric - ether~) 3 Drachmen. - Ipecacuanhawein 1 Drachme. - Mit Kampfer gesättigte Tinctur des Opiums - (~Camphorated tincture of Opium~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 2 oder 3 Stunden. - - Wenn die Symptome, wie Schmerz im Kopf, fliegende Hitze und Delirium - eine Störung im Gehirn anzeigen, muß am Arme Blut entzogen, an den - Schläfen und hinteren Theile des Nackens müssen Blutegel gesetzt und - für die Füße ein Senfbad gemacht werden. Zu derselben Zeit gebe ein - Abführmittel, wie Calomel und Jalappenwurzel, oder einen Aufguß von - Sennesblättern. - - Kommt der Ausschlag nicht recht heraus, und der Kranke beklagt sich - bei häufigem Erbrechen und Brustbeklemmung über große Reizbarkeit - des Magens, gieb ihm ein warmes Bad, lege Flaschen mit heißem Wasser - zu seinen Füßen und in warmem Wasser ausgerungene Tücher über seinen - Magen. - - Gegen bösen Hals kann folgendes als ein Gurgelwasser gebraucht werden: - - Chlorsaure Potasche (~Chlorate of potash~) ¼ Unze. - Starke Chlorwasserstoffsäure (~Hydrochloric acid~) 40 Tropfen. - Wasser 1 Pint. - - Mische es. Gebrauche mehrere Male des Tages. - - Oder: - - Zusammengesetzter Aufguß der Rosen (~Compound - infusion of roses~) ½ Pint. - Verdünnte Salzsäure (~Dilute muriatic acid~) ½ Drachme. - - Mische es. - - Wenn Diarrhöe vorhanden, so mag dieselbe mit dem folgenden gehemmt - werden: - - Kreidemischung 5½ Unzen. - Zusammengesetzte Cardamon-Tinctur (~Compound - tincture of cardomons~) 3 Drachmen. - Catechu-Tinctur 3 Drachmen. - Laudanum 20 Minims. - - Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll alle 4 Stunden. - - Die Kost bei den Pocken sollte aus Wasser, Eiscream, Limonade, - Orangen, gebratenen Aepfeln, gedünsteten Pflaumen, Erdbeeren, - Haferschleim, trockener, gerösteter Brodschnitte u. s. w. bestehen. - Ist Diarrhöe vorhanden, so sollten Früchte und Eiscream nicht - gestattet werden. In jedem Falle muß dem Kranken animalische - Kost (Fleischspeisen &c.) bis zu seiner völligen Wiedergenesung - vorenthalten bleiben. - - Als ein Schutzmittel gegen diese Krankheit muß die Impfung angewendet - werden, was Jedermanns Pflicht gegen sich selbst, seine Familie und - seine Freunde ist. Sie ist die einzige Versicherung gegen diese - fürchterliche und so lästige Krankheit. Es ist sehr gut, wenn sich - die betreffenden Personen, sobald sich die ersten Symptome zeigen, - impfen lassen, denn es mag den Anfall bedeutend mäßigen. - - +Anmerkung.+ Bei dieser Krankheit (den ächten Pocken) ist es das - Beste, einen +erfahrenen+ Arzt zu Rathe zu ziehen, besonders bei der - ineinander fließenden Form. - - -Varioloiden. - -Diese Krankheit ist nur eine gelindere Form der ächten Pocken und die -Behandlung für beide ist ein und dieselbe. Eine Person, die geimpft -wurde, kann die Varioloiden bekommen, aber sie werden sehr mild -auftreten. - - -2. Chronische Hautausschläge. - -Jucken und Reizung der Haut. - -Dies ist ein Ausschlag eines feinen farblosen Friesels unter der -Haut. Er ruft ein sehr unangenehmes und lästiges Kitzeln, das -zuweilen unerträglich wird, hervor. Die heftigere Form ist von einem -Gefühl begleitet, wie es kriechende Ameisen oder stechende Insekten -hervorbringen. Er dauert zuweilen Monate und Jahre lang und wird -gewöhnlich durch das Aussetzen ungewöhnlicher Hitze und Kälte, gewisse -Mischungsmittel &c. hervorgerufen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Jeden Abend vor dem Schlafengehen eine gute Waschung - von Wasser mit spanischer Seife (~castile soap~), welche man - eintrocknen läßt. Branntwein oder Alcohol kann in derselben Weise - gebraucht werden. Eine Unze von Citronensaft in einem Pint Wasser - in demselben Verhältniß angewendet, wird zweckentsprechend gefunden - werden; ebenso Wasser und Kampher-Spiritus. Die Kost sollte dabei - sorgfältig geordnet und alles Reizende vermieden werden. - - =Homöopathisch.= ~Pulsatilla.~ -- Wenn das Kitzeln im Bette, oder - wenn nahe am Feuer sich verschlimmert, besonders nach Kratzen. Eine - Dosis (6 Kügelchen) alle Morgen und Abend. - - ~Ledum palustre.~ -- Im Fall das Kitzeln nach dem zu Bett gehen - beginnt, von einem zum andern Platze springt und der Ausschlag - Flohbissen gleicht. Man gebe es in derselben Weise wie ~Pulsatilla~. - - ~Mercurius.~ -- Wenn das Kitzeln die ganze Nacht fortdauert und - nach dem Kratzen leicht blutet. Es ist gut, dieses abwechselnd mit - ~Causticum~ jeden Abend zu geben. - - Ist das Jucken von einem starken Brennen begleitet, gebe man - ~Bryonia~ und ~Rhus~ abwechselnd alle 4 Stunden; eine Dosis (6 - Kügelchen). Gebe diese Mittel zwei Tage lang und dann ~Hepar - sulphuris~ jeden Morgen und Abend eine Dosis. Wenn nach einer - Woche nicht besser, nehme man Morgens und Abends eine Dosis ~Carbo - vegetabilis~. - - ~Nux vomica~ und ~Arsenicum~ abwechselnd wird sich zuweilen - vortheilhaft bewähren. - - Befällt es alte Leute, so gebe man ~Opium~ und ~Secale~ abwechselnd - jeden Abend eine Dosis. - - Wenn es durch die Hitze im Sommer hervorgerufen wird, gebe man - ~Lachesis~ und ~Lycopodium~ abwechselnd Abends. - - ~Silicea~ und ~Sulphur~ sind gut bei hartnäckigen Fällen. Andere - Heilmittel sind: ~Thuja~, ~Graphites~, ~Petroleum~, ~Calcarea - Carbonica~, ~Sepia~, ~Conium~. - - =Allöopathisch.= Erasmus Wilson empfiehlt folgendes: - - Verdünnter holzsaurer Holzessig (~Pyroligneous - acid~) ½ Unze. - Gepulverter Kampher ½ Drachme. - Rosenwasser 1 Pint. - - Mische es. - - Folgendes wird auch gut gefunden werden: - - Kohlensaure Soda (~Carbonate of soda~) 1 Drachme. - Hydrocyan-Säure (~Hydrocyatic acid~) 1 „ - Destillirtes Wasser 8 Unzen. - - Mische es. - - Zwei Drachmen schwefelsaure Potasche mit einem Pint Wasser kann auch - versucht werden. - - Bei hartnäckigen Fällen möge folgendes angewendet werden: - - Scharfes salzsaures Quecksilber (~Corrosive - sublimate~) 2 Gran. - Basisches Quecksilber-Oxyd (~Hydrochloras - ammoniacus~) 2 Gran. - Rosenwasser und Almond-Mischung, von jedem 4 Unzen. - Hydrocyan-Säure 1 Drachme. - - Mische es. Dies sollte bei Kindern nicht angewendet und, da es giftig - ist, sollte sehr sorgsam damit umgegangen werden. - - -Frostbeulen (~Chilblains~) - -sind eine lästige entzündete Anschwellung, welche gewöhnlich an den -Fersen und Füßen erscheint und durch Kälte verursacht wird. Sie sind -roth oder purpurn und verursachen durch das ungewöhnliche Kitzeln, -Stechen und Prickeln große Unbehaglichkeit. Wenn der Frost einen Theil -des Körpers angegriffen hat (~frost-bitten~), so muß er zu seinem -natürlichen Wärmezustand, sehr langsam, stufenweise zurückgeführt -werden, auf welche Weise man Frostbeulen meistentheils vermeiden kann. - - -+Behandlung.+ - - Bei dem ersten Erscheinen kann eins von den folgenden Mitteln - angewendet werden: - - Zusammengesetztes Kampher-Liniment 6 Drachmen. - Seifensalbe 6 „ - Kanthariden-Tinctur (~Tincture of cantharides~) ½ Unze. - - Mische es. Morgens und Abends anzuwenden. - - Collodium 1 Unze. - Venetianischer Terpentin ½ „ - Castoröl 2 Drachmen. - - Mische es. Morgens und Abends anzuwenden. - - Wenn man damit befallene Theile mit gepulverter Stärke vermittelst - der Hand einreibt, wird zuweilen das unerträgliche Kitzeln - vermindert. Petroleum oder Kohlenöl ist ein ausgezeichnetes Mittel. - Feuchte ein Tuch damit an und binde es über den kranken Theil. Bei - hartnäckigen Fällen kann das folgende empfohlen werden: - - Olivenöl 5 Unzen. - Venetianischer Terpentin 1 Unze. - Gelbes Wachs ½ „ - Alkanna-Wurzel (~Alcanet root~) 2 Drachmen. - - Mische dasselbe, koche es zusammen und presse es aus, dann nehme - - Peruanischer Balsam (~Balsam of Peru~) 1 Drachme. - Kampher 5 Gran. - - Mische es, füge die warme Mischung hinzu und rühre es so lange, bis - es erkaltet. - - Frostbeulen können dadurch, daß man sie mit dem gewöhnlichen - Seifenpflaster bedeckt, an dem Aufbrechen verhindert werden. - - Ist die Entzündung und Geschwulst bedeutend und bilden sich Blasen, - wird das folgende, „Devergier’s Salbe“ genannt, sehr wohlthuend sein: - - Schweinefett 1 Unze. - Essigsaures Blei (~Acetus plumbi~) 5 Gran. - Opium-Extrakt 3 „ - Kreosot 10 „ - - Mische und gebrauche es jeden Morgen und Abend. - - Gleiche Theile von Petroleum und Kalkwasser werden auch in diesen - Fällen Erleichterung verschaffen. Nachdem die Blasen aufgebrochen - sind, mache Umschläge von Brod und Milch oder Flachssamen mehrere - Tage lang. Hierauf bedecke die Oberfläche mit einer aus gleichen - Theilen zusammengesetzten Salbe von salpetersaurem Quecksilber - (~Nitrate of mercury~) und einfacher Wachssalbe und auf Charpie oder - ein weiches Tuch gestrichen. - - Einige einfache Mittel gegen Frostbeulen sind die folgenden: - - 1. Eine Unze schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) in einem Pint - Wasser aufgelöst. Bade darin den erkrankten Theil mehrere Male des - Tages. - - 2. Eine Unze salzsauren Ammoniak (~Ammonium muriaticum~) aufgelöst - in einem Pint Apfel- (~Cider~) Essig. Wie das vorhergehende zu - gebrauchen. - - 3. Zusammengesetzte Seifensalbe, 2 Unzen, und Kanthariden-Tinctur, 1 - Unze. Mische es und gebrauche es wie Nro. 1 und 2. - - 4. Essig und Alcohol, von jedem ein halbes Pint, salzsaures Ammoniak - (~Muriate of ammonia~), eine Unze. Mische es und gebrauche es wie die - früheren. - - -Zittermahl -- auch Gürtelrose (~Herpes Circinnatus~, ~Ringworm~). - -Diese Krankheit ist an einem Ausschlag von kleinen Blasen -(blatternartig) in der Form eines Ringes, dessen Mittelpunkt seine -natürliche Farbe behält, kenntlich. Sie ist von einer leichten -prickelnden und kitzelnden Empfindung begleitet. Die Blasen trocknen -allmählig, Schorfe bilden sich und fallen zur Zeit ab. Die Haut bleibt -roth. Die Krankheit kann an irgend einem Theile des Körpers auftreten, -aber vorzugsweise wird sie am Hals oder im Gesicht gefunden. Sie wird -durch das sich der Kälte und Feuchtigkeit Aussetzen, unregelmäßige -Kost, Ermüdung &c. hervorgerufen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Aufmerksamkeit sollte der Kost zugewendet und alle - stimulirenden Nahrungsmittel vermieden werden. Halte die Glieder - rein, und ein gelegentliches lauwarmes Bad wird sehr zuträglich - gefunden werden. Es ist gut, jede einzelne Blase mit einer Nadel zu - öffnen, damit die Flüssigkeit auslaufen kann, was häufig das Kitzeln - vermindern wird. - - =Allöopathisch.= Bei heftigen Anfällen gebe man einige gelinde - Abführmittel, wie Schwefel und Magnesia, oder Schwefel und - doppeltweinsteinsaure Potasche (~Bitartrate of potash~). Das - Prickeln, Kitzeln und Brennen kann durch eine Abwaschung mit - essigsaurem Blei (~Acetas plumbi~) und ein wenig Alcohol, oder durch - die Anwendung der essigsauren Bleisalbe erleichtert werden. Der Saft - der grünen Schale der Wallnuß, Tinctur von Galläpfeln, oder eine - starke Waschung mit essigsaurem oder schwefelsaurem Kupfer sind - Mittel, welche Condie empfiehlt. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Die folgende Salbe ist von Dr. John - King empfohlen: - - Gagel (~Bayberry tallow~) ½ Unze. - Süßer Gummi (~Sweet gum~) ½ „ - Hammeltalg (~Mutton suet~) 1 „ - - Mache es zusammen flüssig und presse es. - - Folgendes wird für ein unfehlbares Mittel gehalten: - - Man nehme Taback-Blätter, koche sie und füge Essig und starke Lauge - zu der Flüssigkeit. Wasche den Ausschlag mehrere Male des Tages. Auch - Castoröl, häufig angewendet, soll ein sicheres Mittel sein. - - Peruanischer Balsam (~Balsam of Peru~) mit einer gleichen Menge Talg - mag zuweilen helfen. - - =Homöopathisch.= ~Sepia~ kann in Dosen von 6 Kügelchen Morgens und - Abends gegeben werden. Wenn es nach Verlauf einer Woche nicht hilft, - gebe ~Rhus toxicodendron~ und ~Sulphur~ einen Tag um den andern eine - Dosis (6 Kügelchen). Wenn nach zehn- oder vierzehntägiger Anwendung - dieser Heilmittel keine Besserung eintritt, gebe man ~Calcarea~ und - ~Causticum~ einen Tag um den andern oder man gebe eins allein -- - jeden Abend eine Dosis. - - Andere Heilmittel sind ~Graphites~, ~Silicea~, ~Acidum Nitre~, - ~Mercurius~. Diese mögen ebenso gegeben werden wie die vorhergehenden. - - -Flechten (~Tetter~, ~Herpes~). - -Flechten können in +trockene+ und +nasse+ eingetheilt werden. Zu der -trockenen Gattung mögen z. B. Schorf (~dandruff~) gezählt werden. -Er ist kenntlich an sehr kleinen weißen Schuppen oder Schorfen und -wird auf dem Gesicht, Kopf, Brust, Händen, Füßen und an den Gelenken -gefunden. Häufiger befällt er die Kopfhaut. - -+Nasse Flechte+ schließt folgendes in sich: ~Ecthyme~, die -Blatterflechte (~eczema~), welche in einem Ausschlag von kleinen -wässerigen Bläschen an verschiedenen Theilen des Körpers und zwar dicht -zusammengedrängt besteht. Oeffnen sich diese Bläschen oder werden sie -geöffnet, so breitet sich die Flüssigkeit über die gesunde Haut aus -und pflanzt dadurch die Krankheit fort. Bleiben sie geschlossen, so -trocknen sie auf und bilden eine Kruste. - -Eine andere Art ist die ~Pemphigus~. -- Die Nesselsucht ist ein -Ausschlag von Wasserblasen, welche eine wässerige Flüssigkeit, gleich -der einer gewöhnlichen Blase enthalten. Sie sind bezüglich ihrer Größe -verschieden und wechseln von der Größe einer gespaltenen Erbse bis zu -der einer halben Wallnußschale. Sie wachsen sehr schnell, brechen auf -und lassen eine rauhe Oberfläche, welcher bald heilt, zurück. - -+Der Rothlaufgürtel+ -- ~Shingles~ -- ~Cingulum~ ist eine ander Form -der nassen Flechte. Ein leichtes Fieber geht in der Regel zwei bis -drei Tage einem Anfalle dieser Krankheit voraus, dann folgt ein -Ausschlag von kleinen durchsichtigen Bläschen, mit einer farblosen -zuweilen bräunlich gefärbten Flüssigkeit. Es zeigt sich auf dem -Gesicht, den Händen und Füßen, aber in der Regel auf dem Körper, wo der -Ausschlag die Gestalt eines Gürtels oder Ringes annimmt und rings um -den Körper herumläuft. - -Es gibt noch verschiedene Gattungen von Flechten, ich hielt es aber für -genügend, nur diese wenigen anzuführen, denn die meisten Krankheiten -der Haut sollten von einem erfahrenen Arzt behandelt werden. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Das erste, was bei der Behandlung dieser Krankheit in - Betracht zu ziehen ist, ist die Reinlichkeit. Ohne genaue Beachtung - dieses Punktes ist die Behandlung dieser Krankheit um Vieles schwerer - als es andererseits der Fall sein würde. Eine Verordnung von - spanischer Seife (~castile soap~) und Wasser ist dringend nothwendig - und in manchen Fällen sogar unentbehrlich. Auch der Kost muß - gehörige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Allzureiche, reizende und - stark gewürzte Speisen müssen vermieden und nichts außer einfacher - nährender Kost genommen werden. Ein gelegentliches warmes Bad wird - sehr wohlthuend gefunden werden -- ebenso das Schwefelbad. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Eine gute Behandlung gegen - Rothlaufgürtel besteht in der Regulirung der Eingeweide vermittelst - gelinder Abführmittel, wie Magnesia; dann lasse man den Kranken - viel von einer Abkochung von Klette (~Burdock~), ~Yellow dock~ - und Sassafras-Wurzel einige Tage lang nehmen oder verordne den - zusammengesetzten Syrup von ~Yellow dock~. Wasche den Körper Abends - mit Saleratus-Wasser. Die Salbe von Gagel (~Bay berry tallow~), unter - Zittermahl angegeben, wird sich auch hier wohlthuend erweisen, oder - auch folgendes: - - Zink-Oxyd 3½ Unzen. - Benzoe-Säure (~Benzoic acid~) 1 Drachme. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 1 Skrupel. - Rosenöl 10 Minims. - - Stoße alles im Mörser zu einem feinen Pulver, dann füge folgendes - hinzu, welches vorher gemischt werden muß: - - Olivenöl 1 Pfund. - Weißes Wachs 2 Unzen. - Spermaceut (~Spermaceti~) 5 „ - - Rühre es bis es kalt wird. - - Gegen ~Eczema~ kann das folgende angewendet werden: Zwei Unzen von - ~Yellow dock~ und ebensoviel Blutwurzel (~blood root~); wasche und - lege es in ein Pint Alcohol und ebensoviel Essig; lasse es vor - dem Gebrauch eine Woche oder zehn Tage lang stehen. Diese Mischung - sollte ein- oder zweimal des Tages angewendet werden, ebenso auch die - folgende Salbe: - - Frische Butter 4 Unzen. - Venetianischer Terpentin 1 Unze. - Rothes Präcipitat (Quecksilberniederschlag) 3 Drachmen. - - Mische es. - - Gegen ~Pemphigus~ kann die folgende Salbe angewendet werden: - - Zink-Oxyd (~Oxide of zinc~) 1 Drachme. - Sparmaceut-Salbe (~Spermaceti ointment~) 1 Unze. - - Mische und wende es Abends an. - - =Homöopathisch.= Gegen Gürtelrose (~Shingles~, ~Cingulum~) ist es - gut, die Behandlung mit ~Aconitum~ zu beginnen, besonders wenn - Fieber, Mattigkeit, Kopfschmerz &c. vorhanden ist. Nachdem man einige - Dosen davon gegeben hat, gebe man alle drei Stunden eine Dosis ~Rhus - toxicodendron~ (6 Kügelchen). - - Bei Uebelkeit und Erbrechen ~Tartarus emeticus~. - - Bildet sich Eiter in den Bläschen, gebe man ~Hepar sulphuris~, ebenso - wie ~Rhus~. - - Wenn bei trockener Haut, Durst &c. ein brennendes Gefühl vorhanden - ist, gebe man ~Arsenicum~. - - Bei Eiterung des Ausschlages kann man die folgenden Mittel geben: - ~Mercurius~, ~Sepia~, ~Lycopodium~, ~Sulphur~. Zwei Tage lang alle - drei oder vier Stunden eine Dosis von einem dieser Heilmittel; - tritt keine Besserung ein, wechsle es gegen ein anderes. Kopfgrind - (~dandruff~) erfordert eins von den folgenden Mitteln: ~Dulcamara~, - ~Sepia~, ~Sulphur~, ~Silicea~. - - ~Eczema~ erfordert ~Rhus~, ~Graphites~, ~Calcarea~, ~Lycopodium~, - ~Sulphur~, ~Dulcamara~. - - ~Pemphigus~ erfordert ~Carbo veg.~, ~Rhus~, ~Sulphur~, ~Graphites~, - ~Mercurius~, ~Lycopodium~. - - Ist das Kitzeln sehr heftig, gebe ~Acidum Nitri~, ~Phosphorus~, - ~Graphites~; wird es durch die Wärme erhöht, ~Clematis~, und - verschlimmert es sich am Abend, gebe ~Alumina~ und ~Staphysagria~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Nimm eine Dosis (6 Kügelchen) des - betreffenden Heilmittels zwei Wochen lang Morgens und Abends. Stellt - sich zu Ende dieser Zeit keine Besserung ein, wähle ein anderes - Heilmittel und gib es in derselben Weise. - - =Allöopathisch.= Gegen nasse Flechten, wie Gürtelrose, ~Eczema~, - ~Pemphigus~ möge die folgende Behandlung angewendet werden: - - Ist der Kranke alt oder schwächlich, gebe: - - Doppelkohlsaure Soda ½ Unze. - Zusammengesetzter Aufguß von Enzian 4 Unzen. - Colombo-Wurzel-Tinctur 1 Unze. - Orangenschalen-Syrup ½ „ - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages. - - Gleichzeitig gebrauche: - - Hollunder-Blüthen-Salbe 1 Unze. - Zink-Oxyd 1 Drachme. - - Ist der Organismus in gutem Zustande, so mag das folgende angewendet - werden: - - Blaue Pillen 1 Skrupel. - Zusammengesetzte Rhabarber-Pillen 2 „ - - Mische es. Theile es in 12 Pillen und nimm als Dosis eine oder zwei, - bis sie wirken. Gleichzeitig folgendes: - - Eine Abkochung von Sarsaparilla ½ Pint. - Potaschen-Hydriodat 25 Gran. - - Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - Folgende Waschung kann gebraucht werden: - - Wein-Spiritus 2½ Unzen. - Destillirtes Wasser 1 Pint. - - Mische und wende es mehrere Male des Tages an. - - Wenn die Krusten anfangen abzufallen, gebrauche: - - Schwefelsaures Zink ½ Drachme. - Destillirtes Wasser 1 Pint. - - Mische es. - - Gegen Kopfgrind dient folgende Waschung: - - Auflösung von Potasche 2 Drachmen. - ~Acidum hydrocianicum~ (verdünnt) 1 Drachme. - Almond-Mischung ½ Pint. - - Mische und gebrauche es ein- oder zweimal des Tages. - - Wenn nach Anwendung dessen eine Zeitlang keine Besserung eintritt, - gebrauche man das Folgende: - - Salbe von Quecksilber-Salpeter (~Mercurius nitrosus~) 1 Theil. - Spermaceut-Salbe 2 Theile. - - Mische es. - - Bei chronischen Ausschlägen dieser Art kann man sich des folgenden - mit Erfolg bedienen: - - Präparirter Schwefel 1 Skrupel. - Kohlensaure Magnesia 10 Gran. - Zusammengesetztes Pulver von Jalappenwurzel und - Ingwer von jedem 5 Gran. - - Mische es und nehme eine kleine Portion zweimal des Tages. - - -Krätze (~Itch~, ~Scabies~). - -ist ein ansteckender, in der Regel von Unreinlichkeit herrührender -Ausschlag. - -+Ursache+: Er wird durch die Anwesenheit eines sehr kleinen Insekts, -~Acarus Scabies~ genannt, hervorgerufen. Kommt dieses Insekt auf die -Haut, so beginnt es sofort zu arbeiten und bohrt sich eine Wohnung -unter der ~Epidermis~ oder Schleierhaut. Natürlich verursacht das -Herumkriechen dieses ungebetenen Gastes ein unerträgliches Jucken, das, -wie James ~I.~ bemerkte, als der Luxus des Kratzens sehr in Aufnahme -kam, nur für Könige gemacht sei. - -+Symptome.+ Als etwas ganz Gewöhnliches erscheint dieser Ausschlag -zuerst an den Handgelenken und zwischen den Fingern. Derselbe besteht -in kleinen punctirten Bläschen, mit einer durchsichtigen Flüssigkeit -gefüllt. Anfänglich sind diese Blasen von einer blaßrothen oder -Fleischfarbe; aber die Haut bricht bald auf und die Flüssigkeit bildet -einen dünnen Schorf. Er kann unter anderen Ausschlägen an seiner Form, -dem überstarken Jucken und dadurch, daß er nie im Gesicht gefunden -wird, erkannt werden. Das Jucken ist des Nachts schlimmer und wird -durch die Bettwärme erhöht. - - -+Behandlung.+ - - Gegen diese Krankheit ist beinahe Schwefelsalbe das einzige Mittel, - das hilft. Dies zerstört das Insekt und bewirkt dadurch die Heilung. - Gebrauche einen Theil Schwefelmilch und zwei Theile Schweinefett. - Mische und reibe es gehörig in die Haut. Andere Zubereitungen sind - wie folgt: - - Schwefel 2 Unzen. - Kohlensaure Potasche (~Carbonate of Potash~) 2 Drachmen. - Präparirtes Schweinefett 4 Unzen. - - Mische es. - - Schwefel 1 Unze. - Boraxsaure Soda (~Borate of Soda~) 1 Drachme. - Salzsaures Ammoniak (~Muriate of ammonia~) 1 „ - Weißes Präcipitat-Quecksilber (~White Precipitate of - Mercury~) 2 Skrupel. - Präparirtes Schweinefett 2 Unzen. - - Mische es. (Frisch.) - - Welches immer von den vorstehenden Mitteln gebraucht wird (und - ich möchte gewöhnlichen Schwefel und Schweinefett empfehlen), so - muß sich der Kranke vom Kopf bis zum Fuß und zu den Fingerspitzen - einschmieren; an einem Feuer gehörig in die Haut einreiben, sich mit - Socken, Unterhosen und Flanellhemd bekleiden und 36 Stunden im Bett - verbleiben, während welcher Zeit die Einreibung zweimal erfolgen muß. - Hierauf reinige die Haut vermittelst eines warmen Bades gründlich. - Reicht dies nicht hin, so wiederhole man die Kur noch einmal. Bei - milderen Fällen wird ein Schwefeldampfbad, ein- oder zweimal des - Tages genommen, schnell Erleichterung verschaffen. - - -Milchschorf (~Milk Crust~, ~Crusta Lactea~). - -Diese Krankheit tritt mehr als zu irgend einer andern Zeit bei dem -Durchbruch der ersten Zähne auf und erscheint auf der Stirne, den -Wangen oder der Kopfhaut. Der Ausschlag besteht im Anfang in rothen -Blattern, auf welchen sich bald kleine gelbliche oder strohfarbene -Pusteln bilden, die zuweilen von einem starken Jucken begleitet sind. -Diese können sich über das ganze Gesicht und die Kopfhaut ausbreiten, -so daß der Kranke ein Ekel erregendes Ansehen annimmt. Die Pusteln -brechen zu Ende des dritten oder vierten Tages auf und entleeren eine -klebrige Flüssigkeit, welche Krusten von weiß-gelblicher oder grüner -Farbe bilden. Wenn sich die Flüssigkeit auf diese Weise unter der -Oberfläche absondert, verursacht sie, daß die Kruste immer dicker -wird, sich so über die sie umgebende Haut verbreitet und die Krankheit -fortpflanzt. Verschwinden die Krusten, so zeigt sich die Haut roth und -entzündet, wie mit kleinen Punkten besetzt, von denen die Flüssigkeit -beständig sickert. Der Gesundheitszustand des Kranken verbleibt im -allgemeinen gut, wenn er nicht von dem Jucken gepeinigt und gereizt -wird. In Fällen bei Kindern mit weißem Haar und blasser, zarter Haut, -sind die Drüsen des Nackens und jene hinter den Ohren zum Anschwellen -geneigt, werden hart und empfindlich. - -Die Krusten fangen in der Regel innerhalb 2 bis 4 Wochen an abzufallen, -lassen die Oberfläche roth-glänzend und zart, was bei dem geringsten -Anlaß die Bildung eines neuen Ansatzes von Pusteln verursacht und -dadurch die Krankheit Monate, ja vielleicht Jahre lang hinzieht. Keine -bleibenden Spuren, sogar bei den stärksten Anfällen der Krankheit -werden auf der Haut zurückgelassen. Das Haar kann in Folge dieser -Krankheit ausfallen, aber es wächst wieder, wenn nicht, wie bei -Kopfgrind (~tinea capitis~), die Haarwurzel zerstört ist. Das Waschen -des Kopfes mit Theerseife ist das Beste, was man anwenden kann. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Bei dem ersten Erscheinen der Krankheit, wenn das - Jucken, besonders des Nachts, stark ist, gebe man ~Aconitum~, sowohl - allein als auch abwechselnd mit ~Chamomilla~, alle 2 Stunden eine - Dosis. - - ~Sepia~ kann in vielen Fällen mit gutem Erfolg gegeben werden. - - Sollte ~Aconitum~ keine Erleichterung gewähren, so kann auch ~Rhus - toxicodendron~ gegeben werden. Es wird gut sein, das Letztere mit - ~Sulphur~ zusammen zu geben. Des Nachts eine Dosis (6 Kügelchen) - ~Sulphur~ und Morgens und Mittags eine Dosis (6 Kügelchen) ~Rhus - toxicodendron~. Man setze diese Behandlung mehrere Wochen lang fort. - Stellt sich Diarrhöe ein, so stelle die Gabe von ~Sulphur~ ein und - gieb dreimal des Tages ~Rhus toxicodendron~. - - ~Calcarea carbonica~ kann gegeben werden, wenn der Ausschlag trocken - ist. - - Ist der Ausschlag feucht, der Ausfluß übermäßig, bei schlechtem - Geruch, gebe man ~Lycopodium~. - - Andere Heilmittel sind: ~Arsenicum~, ~Croton-Tiglium~, ~Petroleum~, - ~Mezereum~, ~Hepar Sulphur~, ~Graphites~, ~Nitric Acid~, ~Antimonium - Crudum~. - - Aeußerlich gebrauche man nichts außer Milch und Wasser, schlüpferiges - Ulmenwasser oder Glycerin. - - +Verordnung der Heilmittel.+ 12 Kügelchen werden in 12 Theelöffel - voll Wasser aufgelöst und beim ersten Erscheinen der Krankheit gebe - man alle 3 Stunden einen Theelöffel voll. Bessert sich das Kind, - so gebe man dieses zwei- oder dreimal des Tages, wenn nicht andere - Anweisungen bei den Heilmitteln angegeben sind. Wird es vorgezogen, - gebe man 3 Kügelchen trocken auf die Zunge. - - =Allöopathisch.= Bei milderen Fällen ist es gut, Magnesia in Dosen - von 2 bis 3 Gran einmal des Tages zu verordnen. Auch die Mischung - von Schwefel und ~Cremor tartari~ wird sich als dienlich erweisen. - Bei harten Fällen gebe man Calomel in Dosen von ein bis zwei Gran, - hinreichend oft um auf die Eingeweide zu wirken. - - Zu Umschlägen bediene man sich dicker Sahne (~cream~), - Spermazeut-Salbe (~Spermaceti ointment~), Rosenwasser-Salbe oder - Glycerin. Die wässerige Auflösung des Opiums wird sich als ein guter - Umschlag zur Verminderung des Reizes bewähren. In derselben Absicht - kann auch das folgende Mittel angewendet werden: - - Boraxsaure Soda (~Borate of Soda~) 10 Grane. - Rosenwasser 2 Unzen. - Glycerin 2 Drachmen. - - Mische es. Anwendung: Zwei- bis dreimal des Tages. - - Auch folgendes wird in einigen Fällen von Erfolg sein: - - Blausäure (~Hydrocyanic acid~) 4 Drachmen. - Bleizucker (~Sugar of lead~) 15 Grane. - Alcohol 4 Drachmen. - Wasser 7 Unzen. - - Mische es. Einmal des Tages anzuwenden. - - Cazenave empfiehlt Zink-Oxyd mit 15 gleichen Theilen Stärke gemischt - zur Anwendung, nachdem die betreffenden Theile zuvor mit schwacher - Lauge abgewaschen und getrocknet sind. - - Condie empfiehlt, nachdem die Entzündung vollkommen nachgelassen hat, - eine Salbe von salpetersaurem Quecksilber (~Nitrate of mercury~) mit - ein Drittel Fett aufgelöst als Umschlag. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Zur Reinigung des Blutes kann - folgendes angewandt werden: Schlangenwurzel (~Black cohosh~) und - Ziegenblatt- (~Shrubby trefoil~) Tinctur; von jedem drei Unzen. Zu - mischen. Man gebe dem Alter des Kindes angemessen 5 bis 20 Tropfen - in einem Theelöffel voll versüßten Wassers. Ist ein stärkendes - Mittel erforderlich, füge zu jeder Dosis 2 bis 3 Tropfen salzsaures - Eisenoxyd (~Ferrum muriaticum~). Als Salbe gebrauche man das folgende: - - Hammelfett 1 Unze. - Zinkoxyd (~Oxide of zinc~) 1 Drachme. - Kampfer-Tinctur 2 Drachmen. - Glycerin 1 Drachme. - - Mische es. Zwei- bis dreimal des Tages anzuwenden. - - -Grindkopf (~Tinea capitis~) - -ist ein ansteckender Ausschlag der Kopfhaut, der sich durch kleine -Eiterbeulen an der Kopfhaarwurzel kennzeichnet. Er beginnt mit kleinen -rothen Flecken, in deren Mitte sich eine kleine gelbe Pustel befindet -und die in der Regel von einem Haare durchstochen sind. Diese Pusteln -brechen auf, bilden dünne Schorfe, in deren Mitte sich bei jedem -einzelnen Schorfe eine Vertiefung befindet; sie verbinden sich mit -den zunächst liegenden und bilden so bald große Flecken. Die Krusten -nehmen allmählig zu und werden hart, werden sie entfernt, so bleibt die -Oberfläche roth und glänzend. Zieht sich die Krankheit in die Länge, so -fallen die Haare aus und wachsen selten oder nie wieder; geschieht es -indessen, so ist es von einer helleren Farbe, kurz und ungesund. Der -Geruch, der die Ausdünstung der Kopfhaut verursacht, ist besonders bei -harten Fällen und da, wo die Reinlichkeit nicht mit in der Behandlung -einbegriffen ist, widerwärtig. Auch bildet sich Ungeziefer unter -den Krusten, welches große Beschwerde verursacht. Da es eine sehr -ansteckende Krankheit ist, sollte Kindern, die damit behaftet sind, -nicht gestattet werden, sich derselben Kämme, Bürsten, Kopfbedeckungen, -Handtücher &c. mit Andern gemeinschaftlich zu bedienen, ebenso ist das -Schlafen solcher mit Andern in einem Bette nicht zulässig. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Reinlichkeit ist bei dieser Krankheit von der größten - Wichtigkeit. Die Haare müssen so kurz als möglich geschnitten werden, - und während des Verlaufs der Krankheit sollten alle ungesunden - Haare mittelst einer kleinen Zange oder Haarzängelchen (~tweezers~) - herausgezogen werden. Die Kost ist sorgfältig zu regeln, wobei alle - reizende und allzureiche Nahrung vermieden werden muß. - - =Allöopathisch.= Man entferne die Krusten durch einen erweichenden - Umschlag, wie Brod mit Milch oder eine Waschung von 2 bis 3 Drachmen - Pflanzenlaugensalz (~Subcarbonate of potassa~) mit einem Pint Wasser. - Hierauf wende man Morgens und Abends die Salbe von salpetersaurem - Quecksilber (~Nitrate of mercury~), oder die der Jod-Potasche - (~Iodium potassae~) an, und zwar in dem Verhältniß: aus 1 Drachme - ~Potassium~ (Metall der Potasche) 2 Unzen Fett. Vor Anwendung der - Salbe wasche man die Theile mit spanischer Seife und lauwarmem - Wasser. Wenn eine starke Absonderung stattfindet, wende man eine - Auflösung von 2 bis 3 Gran schwefelsaurem Zink mit einer Unze Wasser - zwei- oder dreimal des Tages an; ist keine Absonderung vorhanden, - dann nehme man eine Salbe von 1 Gran gepulvertem schwefelsaurem - Zink mit einer Unze Fett, oder eine Lösung von 2 Drachmen doppelt - kohlensaurer Potasche mit 1 Pint Wasser, oder schlägt dies nicht - an, 2 Drachmen geschwefelte Potasche (~Sulphuret of potash~), 2 - Drachmen weiße Seife und ein halbes Pint Limewasser. Sollte irgend - ein Umschlag eine Entzündung hervorrufen, so muß sie ausgesetzt und - dagegen erweichende Umschläge und lauwarme Waschungen angewendet - werden. - - Eine sehr zu empfehlende Salbe ist: - - Pulverisirtes schwefelsaures Kupfer (~Pulverized - sulphate of Copper~) 10 Grane. - Spanischer Fliegen-Extrakt 5 „ - Schweinefett 1 Unze. - - Mische und gebrauche es nach einer gründlichen Waschung mit - spanischer (~castile~) Seife und Wasser einmal des Tages. - - Zuweilen wird die folgende Salbe mit ausgezeichnetem Erfolg - angewendet: - - Salpetersaures Quecksilber 1 Drachme. - Wasser 4 Unzen. - - Mische und trage es einen Tag um den andern mit einem - Kameelhaarpinsel auf. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man schneide das Haar ganz kurz mache - einen Umschlag von schlüpferigem Ulm, bis sich die Schorfe lockern - und abfallen. Ehe man den Umschlag gemacht, wasche man den Kopf mit - spanischer Seife und Wasser. Nach Entfernung der Krusten und Waschung - des Kopfes wende man folgende Salbe an: - - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 1 Unze. - Biester (~Woodsoot~) 1 „ - Schwefel ½ „ - Schweinefett 6 Unzen. - - Mische es. Morgens und Abends anzuwenden. - - Man halte die Eingeweide mit einer gelegentlichen Dosis von Magnesia - und Castoröl offen. Eine andere sehr empfohlene Salbe wird aus - grünem, 6 bis 8 Zoll hohem Roggen gemacht, indem man ihn mit frischer - Sahne langsam kochen läßt, bis die Blätter braun geröstet sind. - Schwefelsalbe wird zuweilen mit Erfolg angewandt. - - =Homöopathisch.= ~Sepia~ kann in Dosen (6 Kügelchen) dreimal des - Tages durch zwei oder drei Wochen gegeben werden, tritt keine - Besserung ein, gebe man ~Calcarea carbonica~; bei trockenem - Ausschlag Morgens und Abends eine Dosis (6 Kügelchen). Wenn nach - zweiwöchentlichem Gebrauche noch keine Besserung wahrgenommen wird, - gebe man ~Sulphur~. Bei feuchtem Ausschlag gebe man ~Rhus~ oder - ~Lycopodium~, zweimal des Tages eine Dosis, und lasse ~Sulphur~ - folgen. Macht die Absonderung des Ausschlages die Haut wund oder - verursacht Geschwüre, wo sie auf die Haut übertragen wird, gebe man - ~Arsenicum~ und ~Rhus~ abwechselnd einen Tag, täglich dreimal. - - Eine gute Kopfwaschung geschieht mit Kleiewasser. Als Umschlag - kann Salpetersäure (~Acidum nitri~) im Verhältniß von 12 Tropfen - auf 4 Unzen Wasser angewendet werden. Was immer für ein Heilmittel - innerlich gegeben werden mag, so ist es gut, dasselbe auch als - Umschlag anzuwenden; dadurch, daß man 12 oder 15 Kügelchen in einem - halben Glas voll Wasser auflöst. - - Andere Heilmittel als jene bereits erwähnten sind folgende: - ~Dulcamara~, ~Staphysagria~, ~Hepar sulphuris~, ~Antimonium crudum~, - ~Graphites~, ~Bryonia~. Dieselben können in der nämlichen Weise, wie - die anderen, wenn diese nicht den gewünschten Erfolg haben sollen, - angewendet werden. - - -Hühneraugen, Leichdornen (~Corns~) - -sind eine Verdickung der Schleierhaut, welche durch den Druck oder die -Reibung von zu engem oder schlecht passendem Schuhwerk hervorgerufen -wird. - - -+Behandlung.+ - - Erweiche die Füße in warmem oder schwachem Laugenwasser. Dies - erweicht die verhärtete Oberfläche, so daß sie mit dem Fingernagel - oder einem Federmesser entfernt werden kann. Nach Entfernung dieser - verhärteten Haut wird ein kleiner weißer Fleck gesehen werden, der - der Mittelpunkt des Hühnerauges ist. Diesen schneide vorsichtig, - ohne Schmerzen oder Blutung zu verursachen, heraus und lege dann - ein Stück weiches Tuch, einen Schwamm oder nach und nach auch ein - Pflaster auf; jedes von diesem muß indessen ein Loch in der Mitte - haben. Wenn eine Entzündung vorhanden ist, betupfe es jeden zweiten - oder dritten Tag mit einem zugespitzten Stück Höllenstein (~Argentum - nitri~). - - Weiche Hühneraugen zwischen den Zehen können durch zwei- oder - dreimaliges Auflegen des Tages von Charpie oder Watte, mit - Kampfer-Tinctur befeuchtet, entfernt werden. Ein Stück Watte sollte - so lange aufgelegt bleiben bis die betreffenden Theile wieder - vollständig hergestellt sind. - - Es giebt eine Menge von Mitteln, Hühneraugen zu entfernen, einige von - ihnen sind folgende: Ein Epheublatt mit Essig befeuchtet und auf das - Hühnerauge gebunden; Charpie oder Watte mit einer zusammengesetzten - Flüssigkeit von salzsaurem Ammoniak (~Muriate of ammonia~), eine - Unze in 4 Unzen Wasser aufgelöst, befeuchtet. Man mache einen dicken - Teig von Bleiweiß (~White lead~) und Leinöl und soviel pulverisirte - Schlangenwurzel, um es zu färben, schmiere es auf ein Stückchen - dünnes Leder und lege es auf das Hühnerauge. Man erneure es alle - 3 bis 4 Tage. Man nehme Salpeter (~Nitric acid~) und Salzsäure - (~Muriatic acid~), von jedem eine halbe Unze, rothes Sandelholz - (~Red sanders~), Opium, salzsaures Ammoniak (~Muriate of ammonia~), - von jedem 1 Drachme. Nachdem die Haut um das Hühnerauge ringsherum - leicht geritzt ist, befeuchtet man den Stöpsel der Flasche, worin - sich die Flüssigkeit befindet, durch Umschütteln, und betupfe damit - dasselbe. Ein Pulver von Badebaumblättern (~Savine~) 2 Unzen, - Grünspan (~Verdigris~) 1 Drachme, rothes Präcipitat 2 Unzen, gemischt - und über Nacht auf das Hühnerauge gebunden. Weinsteinsäure (~Acidum - tartaricum~), Salzsäure, Wasser, von jedem eine Unze und ein Stück - Schöpsenfett mit einem Stückchen Holz mehrere Male auf das Hühnerauge - zu tragen. Folgendes, „Sir Humphrey Davy’s Solvent“ genannt, besteht - in 2 Theilen Potasche, 1 Theil Sauerkleesalz, fein gepulvert, - gemischt und in einer kleinen Menge vermittelst eines Verbandes durch - mehrere Nächte hintereinander auf das Hühnerauge zu bringen. Starke - Essigsäure bleibt immer das beste Mittel, das angewendet werden kann. - Um die Heilung indessen zu vervollständigen und um für immer davon - befreit zu bleiben, ist es nothwendig, daß das Schuhwerk nicht zu eng - ist, überhaupt gut paßt. - - -Warzen (~Veruccae~) - -sind so allgemein bekannt, daß davon gar keine Beschreibung nothwendig -ist. Fast Jeder hat damit schon mehr oder weniger Bekanntschaft -gemacht. Die Mittel zu deren Entfernung sind fast eben so zahlreich als -die Warzen selbst -- einige von ihnen werden hier angegeben. - -Gleiche Theile von salzsaurem Ammoniak (~Muriate of ammonia~), -Cayenne-Pfeffer und Schlangenwurzel, fein gepulvert, gemischt und -mit ein wenig Talg und Bienenwachs zu einem Pflaster gemacht. Ein -Heftpflaster, in dessen Mitte sich ein Loch befindet, so daß es über -die Warze gezogen werden kann und dieselbe allein frei bleibt, wird -aufgelegt und darauf dann das Obige. Die Anwendung dieses Pflasters muß -so lange geschehen, bis die Warze abstirbt. - -Kohlensaure Soda (~Carbonate of soda~) eine Unze, Wasser ein Pint, -gemischt, und damit die Warze dreimal des Tages gewaschen. - -Concentrirte Essigsäure (~Acetic acid~), ebenso Salpeter und -salpetersaure Salzsäure sind ausgezeichnete Mittel. Sobald als die -Warzen hart werden, entferne man sie. - -Eine gesättigte Auflösung von doppelt chromsaurer Potasche (~Bichromate -of Potassa~) ist mit Erfolg angewendet worden; das Berühren anderer -Theile außer der Warze sollte vermieden werden. - -Mangansäure (~Manganic acid~) zerstört sie sehr schnell. - -Eine Mischung von gleichen Theilen Salpeter und unaufgelöstem Lime mit -hinreichend Essig, um einen Teig zu bilden, ist gut. - -Die Rinde der gewöhnlichen Weide zu Asche verbrannt mit starkem Essig -gemischt und häufig angewendet, wird sie zuweilen entfernen. - -Man binde einen starken Faden um die Warze und ziehe ihn mit jedem Tage -dichter zusammen. - - - - -Zweites Kapitel. - -Fieber. - - -Fieber ist ein allgemeiner Ausdruck, in dem verschiedene -Krankheitsformen eingeschlossen sind; es ist eine der gewöhnlichsten, -häufigsten und verwickeltsten Krankheiten, welchen der menschliche -Körper unterworfen ist. Es ist bei allen hitzigen (~acuten~) -Krankheiten in mehr oder weniger erhöhtem Maße vorhanden. Ein -Fieber, das als ein einfaches oder gewöhnliches beginnt, kann sich -hinziehen, bis es sich zu einem Wechsel- oder typhösen Fieber bildet. -Es greift den Organismus im Allgemeinen an und ist eher als ein -Krankheitssymptom, als eine Krankheit an und für sich selbst zu -betrachten. - -+Ursachen.+ -- Zum Fieber gibt es zahlreiche, einige von ihnen sind -folgende: Große geistige oder körperliche Anstrengung, Kummer, -Besorgniß, Mangel an gehöriger Nahrung, Kleidung oder Bewegung, Miasmen -(die giftigen Bestandtheile, welche von verwesenden thierischen oder -Pflanzenstoffen aufsteigen), außergewöhnliche Hitze oder Kälte, -plötzlicher Witterungswechsel, allgemeine schädliche Einflüsse, -Entzündungen, reizende Speisen und Getränke. - -+Symptome.+ -- Der Kranke klagt zunächst über ein Gefühl der -Ermüdung, Mattigkeit, Schmerzhaftigkeit des Fleisches, Schwere und -Eingenommenheit des Kopfes, Mangel an Eßlust, schlechtem Geschmack im -Mund, dem bald große Hitze, Frost, Uebelkeit und Erbrechen folgt. Diese -Kennzeichen werden bei Fiebern allgemein gefunden. Eine Beschreibung -der verschiedenen Arten von Fiebern folgt nachstehend. - - -Gewöhnliches oder eintägiges Fieber. - -Die einfachste Form des Fiebers, die nur einen Tag, oder auch eine -Woche oder länger dauern kann. Unter gehöriger Behandlung dauert es -indessen selten länger als drei bis vier Tage. - -+Ursachen.+ -- Erkältung, außerordentliche geistige oder körperliche -Ermüdung, ungesunde Nahrung, Unmäßigkeit im Essen und Trinken u. s. w. - -+Symptome.+ -- Frost und Hitze, krankhafter Magen, vielleicht auch -Erbrechen, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, dem Fieber, Durst, belegte -Zunge u.s.w. folgt. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Kranke sollte im Bett bleiben, sich aller - Fleischspeisen enthalten und nichts anderes als Haferschleim, - Fleischbrühe &c. zu sich nehmen. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ ist ungefähr alles, was in dieser - Krankheit zu geben ist. Löse 12 Kügelchen in einem halben Tassenkopf - Wasser und gib von dieser Auflösung alle zwei oder drei Stunden einen - Theelöffel voll, bis ein ungehindertes Schwitzen eintritt. - - Sind plötzliches Zusammenfahren, fliegende Hitze und andere Symptome, - die anzeigen, daß der Kopf mehr oder weniger angegriffen ist, - vorhanden, so gebe man ~Belladonna~ abwechselnd mit ~Aconitum~. - - =Allöopathisch.= Einige gelinde Abführmittel, wie Magnesia, - Bittersalz, mögen gegeben werden, oder auch die folgende Mischung: - - Rochelle-Salz oder weinsteinsaure Potasche (~Tartrate - of potash~) 1 Unze. - Kohlensaure Magnesia (~Carbonate of magnesia~) 1 Drachme. - Pfeffermünzwasser 6 Unzen. - - Mische es. Alle 3 Stunden einen Theelöffel voll. - - Lasse diesem folgen: - - Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~Solution of - acetate of ammonia~) 1½ Unze. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen. - Syrup 2 „ - Kampher-Mischung 4 Unzen. - - Mische es. Alle 4 oder 6 Stunden einen Eßlöffel voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man gebe ein einfaches Brechmittel, wie - gleiche Theile der Lobelia und Brechwurz, Thee von Kamillenblüthen, - Wasserdost (~Boneset~), Hundekamille (~Anthemis~) oder gepulverten - Senf in warmem Wasser. Bringe den Kranken zu Bett und lege rings - um ihn warme Steine oder Flaschen mit heißem Wasser und lasse - ihn ungehindert Thee von Katzenmünze (~catnip~), grüne Münze - (~spearmint~), Isop, Salbei, Saffran oder Balsam trinken. - - -Entzündliches Fieber - -tritt ebenso wie das gewöhnliche Fieber auf, worauf ein starker Frost -und die gewöhnlichen Symptome von Hitze, Mattigkeit, Unruhe, ziehende -Schmerzen im Kreuz, Kopf und Gliedern folgen. Darauf stellt sich -Röthe des Gesichts, große Beklemmung, Klopfen der Schläfe, große Hitze -der Haut, Durst, eine mit einem weißen Schleim belegte Zunge, sehr -schnelles Athmen, Uebelkeit des Magens, zuweilen Erbrechen, trockene, -heiße Haut und mehr oder weniger Störung fast aller Funktionen des -Körpers, ein. Diese Krankheit nimmt ihren Verlauf in ungefähr zwei -bis drei Wochen; wenn sie aber um diese Zeit nicht nachläßt, geht sie -leicht in ein typhöses Fieber über. - -+Ursachen.+ -- Ueberladung des Magens mit fetten, unverdaulichen -Speisen, ungeregeltes Leben, plötzliche Unterdrückung des Schweißes, -heftige geistige Aufregungen und Beschädigungen des Körpers, das -Wohnen in feuchten, schlecht ventilirten Häusern und im Allgemeinen -Unmäßigkeit. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Da häufig Verstopfung die Ursachen dieses Fiebers - ist, sollte zur Entleerung der Eingeweide eines der folgenden Mittel - genommen werden: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 2 Drachmen. - Frisch gebrannter Kaffee, grob gemahlen 2 Skrupel. - Heißes Wasser 4 Unzen. - - Mische und koche dieses drei Minuten, seihe es durch und nimm alle - drei Stunden einen Theetassenkopf voll zur augenblicklichen Wirkung. - Jeden Morgen kann ein Tassenkopf voll zum Offenhalten der Eingeweide - gegeben werden. - - Oder auch: - - Rhabarber 10 Grane. - Calcinirte (~calcined~) Magnesia ½ Drachme. - - Mische es und nimm das Ganze auf einmal. - - Wenn stärkere Abführmittel erforderlich sind, gebrauche man das - folgende: - - Zusammengesetzter Koloquinthen- (~Colocynth~) - Extrakt ½ Drachme. - Jalappenwurzel- (~Jalap~) Extrakt 15 Grane. - - Mische dies und mache 12 Pillen davon. Dosis zwei oder drei Pillen, - bis die Wirkung erfolgt. Als ein kühlender Trank ist das folgende zu - empfehlen: - - ~Cremor tartari~ ½ Unze. - Frisch zerquetschte Citronenschale 4 Unzen. - Stückzucker 4 „ - Kochendes Wasser 3 Pint. - - Mische und, nachdem es eine Weile gestanden, durchseihe es. - - Wenn die Entzündung ihren Sitz im Kopfe hat, sollte unbeschränkt - kaltes Wasser angewendet werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Der Körper sollte öfters, während - das Fieber unterdrückt ist, einige Minuten lang mit kaltem Wasser - gewaschen werden. Ist der Kopf stark von Schmerz und Delirium - angegriffen, sollten drei oder vier Blutegel an jede Schläfe - angesetzt und Umschläge von kaltem Wasser und Essig auf den Kopf - gemacht werden. Das letztere kann zuweilen auch statt der Blutegel - angewendet werden. - - Die Ausleerungen zu erhöhen und die Eingeweide zu erleichtern, kann - auch Brechwurz in Dosen von 1 bis 1½ Gran in ein wenig warmem - Wasser oder Molasses aufgelöst auf einmal in zwei Stunden gegeben - werden. - - Zur Reinigung der Eingeweide kann auch ein Pulver, aus dem folgenden - zusammengesetzt, gegeben werden: - - Gepulverter Entenfuß (~Podophyllum~) 1 Grane. - Leptandrin 4 „ - ~Cremor tartari~ 1 Theelöffel - voll. - - Senna- und Epheublätter-Salz kann ebenso zu demselben Zwecke - verwendet werden. - - Wenn es nothwendig ist, Schweiß hervorzurufen, sollten warme - Bäder angewendet oder die Füße in warmem Wasser erweicht werden, - dabei lasse man den Kranken unbeschränkt Thee von Salbei, Balsam, - Wasserdost, Isop oder Flachssamen trinken. Diese Maßregeln werden - in der Regel das Fieber dämpfen. Bei Schlaflosigkeit lege man ein - Hopfenkissen unter den Kopf des Kranken oder lasse ihn starken - Hopfenthee trinken, was von gutem Erfolge sein wird. In dem letzteren - Stadium des Fiebers, wenn der Magen reizbar ist, ist es zuweilen - besser, anstatt der Medizinen Einspritzungen anzuwenden, und diese - können in einem Theelöffel voll gewöhnlichen Salzes, in einem Pint - von warmem Wasser aufgelöst, oder Molasses mit Wasser, und wenn die - Nahrungsmittel vom Magen nicht angenommen werden, in einer Brühe von - Milch- und Wasser-Haferschleim bestehen. - - Die Diarrhöe, die zuweilen diesem Fieber folgt, kann vermittelst - Einspritzungen von warmem Wasser, in das 15 bis 20 Tropfen Mohnsaft - (~Laudanum~) gethan werden, eingehalten werden; kleine Dosen von - Rhabarber und Magnesia werden zuweilen erfolgreich gefunden werden. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ sollte immer zu Anfang gegeben werden. - Nachdem dies 6 Stunden lang geschehen ist, die Symptome sich aber - nicht vermindern, gebe man abwechselnd mit dem obigen ~Belladonna~, - besonders wenn der Kopf heiß ist, bei heftigem Schmerz in der - Stirngegend, Gesicht roth, die Augen gegen das Licht empfindlich, - Unruhe oder Schwindel bei großem Druck und Delirium. - - ~Bryonia.~ -- Wenn mit den anderen Symptomen des Fiebers, Schwindel - im Kopf, Verstopfung und ein Gefühl von Schwere im Magen, Schmerzen - in den Gliedern und im Rückgrate verbunden sind. - - Andere Heilmittel, welche angewendet werden können, wenn die Lungen - angegriffen sind, sind folgende: ~Bryonia~, ~Tartarius Emeticus~ und - ~Phosphorus~. - - Ist eine Neigung zu Typhus vorhanden, so gebe man ~Rhus - toxicodendron~ abwechselnd mit ~Bryonia~. - - Gegen Diarrhöe gebe man auch folgende Heilmittel: ~Mercurius~, - ~Arsenicum~, ~Ipecacuanha~, ~Chamomilla~, ~Veratrum~. - - Die Kost sollte bei dieser Krankheit im Anfang sehr leicht sein. Man - gebe nichts außer Fleischbrühe und kühlenden Getränken. Es schadet - dem Kranken nichts, wenn er so viel kaltes Wasser, als er wünscht, - trinkt, zuweilen ist es sogar zuträglich. - - Folgendes mag als Kost dienen: Gerstenschleim, Wasser von geröstetem - Brode, Pfeilwurzel, Aepfelsauce und, wird der Kranke besser, - Rindfleisch oder Hühnerbrühe und dann und wann leichte Weine. Der - Kranke sollte in dem Zusichnehmen von schwereren Lebensmitteln bis - zur vollständigen Wiedergenesung sehr vorsichtig sein. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe, der Heftigkeit der Symptome angemessen, alle 1, 2 - oder 3 Stunden einen Theelöffel voll. - - -Nervenfieber oder Typhus. - -Dieses Fieber tritt zuweilen ganz plötzlich mit einem Frost auf, -obgleich das Fieber in der Regel allmählig ankommt, so daß sein -Anfang nicht bemerkt wird. Der Kranke klagt wohl eine lange Zeit über -Müdigkeit, eine allgemeine Schwere und dann und wann über Kopfweh. -Die Haut ist möglicherweise etwas erhitzt, das Gesicht von fliegender -Hitze überzogen, die Zunge leicht belegt und der Appetit vermindert. -Die Symptome können sich mehrere Tage oder eine Woche lang hinziehen, -dann stellt sich der Frost ein, der 6 bis 8 Stunden, zuweilen 1 bis 2 -Tage anhält. Sobald die Krankheit zum Ausbruch gekommen ist, hört der -Frost auf und bei dem Kranken stellen sich die gewöhnlichen Symptome -des Fiebers ein, wie schneller Puls, Hitze und Trockenheit der Haut, -fliegende Hitze, stechende Schmerzen in der Stirn, Summen in den Ohren, -Appetitlosigkeit, Durst und allgemeine Schwäche. Es kann ebensowohl -Diarrhöe wie Verstopfung vorhanden sein. Der Stuhl ist gelblich oder -grünlich und zuweilen mit Blut gemischt. Ein kneipender Schmerz wird -in den Eingeweiden vorhanden sein. Der Schmerz in den Eingeweiden wird -durch einen Druck auf der rechten Seite erhöht. - -Wie die Krankheit fortschreitet, stellt sich Delirium ein, das sehr -stark werden kann. Die Zunge wird trocken und bekommt eine bräunliche -Farbe; der Kranke ist entweder sehr unruhig oder er liegt in einem -bewußtlosen Zustand. - -In der Regel erscheint in diesem Stadium ein Ausschlag am Unterleib, -bestehend in kleinen rothen Flecken, der sich in einigen Fällen auch -über die Glieder erstreckt; auch werden bei genauer Besichtigung zu -derselben Zeit kleine Blasen, eine wässerige Flüssigkeit enthaltend, -auf dem Nacken und dem oberen Theile der Brust wahrgenommen werden. - -Wenn die Krankheit anhält, wird die Zunge ganz trocken, mit einem -braunen oder schwarzen Schleim überzogen und die Zähne sind mit einer -schwarzen Masse bedeckt, ebenso Lippen und Zahnfleisch. Ein Schweiß, -der sehr widerwärtig werden kann, tritt ein; der Unterleib schwillt -drommelartig an; der Kranke liegt auf dem Rücken, gleitet nicht selten -nach dem Ende des Bettes, pflückt an dem Bettzeug und spricht leise vor -sich hin. Eine Entleerung der Gedärme und des Urins findet unbewußt -- -ohne daß der Kranke fähig ist, es zu verhindern -- statt, oder es ist -eine Unterdrückung des Urins vorhanden, in welchem Falle man denselben -vermittelst eines Instrumentes ablassen muß. - -Bei fortdauernder Krankheit werden die Endgliedmaßen kalt und klebrig -und die ganze Oberfläche des Körpers ist in einem klebrigen Schweiß -gebadet. Das Gesicht nimmt einen ängstlichen Ausdruck an und des -Kranken Kräfte schwinden mehr und mehr. - -+Ursachen.+ -- Dieses Fieber ist unzweifelhaft ansteckend -- kann -von einer auf die andere Person übertragen werden und ein Anfall -sichert in der Regel den Betreffenden vor einem zweiten. Es wird durch -übermäßige Anstrengung des Körpers oder Geistes, Ausschweifungen aller -Art, schlechte Luft und schlechtes Wasser, den Aufenthalt unter zu -dichter Bevölkerung, in schmutzigen Straßen und kleinen Wohnzimmern -hervorgerufen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Kranke sollte in ein gut ventilirtes Zimmer - geschafft, das Bett häufig aufgeschüttelt und die Decken gerade - gelegt werden. Es ist nothwendig, die vorstehenden Theile des - Körpers, wie die Hüften und den unteren Theil des Rückgrats gegen den - Druck zu schützen, um das Aufliegen zu verhindern. Wenn aber diese - Theile weich werden, oder eine dunkle oder eine ganz weiße Farbe - annehmen sollten, kann eine schwache Arnika-Tinktur angewendet und - die Theile müssen durch weiche Kissen oder durch aufgelegte Pflaster - gegen den Druck geschützt werden. - - Es ist wichtig, bei dieser Krankheit der Kost große Aufmerksamkeit - zuzuwenden. In den ersten Stadien sollte dieselbe sehr leicht und - flüssig sein, so daß sie auch als Getränk gereicht werden kann - wie Gummi Arabicum-, Gersten-, geröstetes Brod- (~toast~) Wasser, - schwache Auflösung von ~Sago~, ~Tapioca~ oder Pfeilwurz (~arrow - root~), Hafer- oder Welschkorn-Mehlschleim; ebenso kann auch der Saft - von süßen Trauben und Orangen erlaubt werden, aber man muß dafür - sorgen, daß die festen Theile davon nicht mit verschluckt werden; - als Getränke möge man sich kalter Limonade oder Eiswasser bedienen. - Ungefähr in der zweiten Woche, wenn der Kranke sehr schwach wird, - mögen ~Sago~, ~Tapioca~ oder Pfeilwurz mit drei Theilen Wasser und - einem Theile Milch, dicker Haferschleim, Panade mit Muskatnuß und - zuweilen mit Wein schmackhaft gemacht, gegeben werden. Es wird gut - sein, hiervon alle zwei, drei oder vier Stunden, je nach der Stärke - des Kranken, ein Weinglasvoll zu geben. In einigen Fällen wird alle - ein oder zwei Stunden ein Eßlöffelvoll Milch gute Dienste thun -- - wenn der Magen reizbar ist, mische sie mit einem gleichen Theile von - Limewasser. Wird der Kranke sehr schwach, gebe man ihm Fleischbrühe, - Milchpunsch, oder Eier in Wein. - - Man beobachte sorgfältig die Blase, da, wenn sie sich mit Wasser - füllen sollte, dieselbe entleert werden muß. Hat das Fieber einen - hohen Grad erreicht, kann die Oberfläche des Körpers öfter mit kaltem - Wasser abgewaschen werden und der Patient sollte so viel als möglich - kaltes Wasser trinken, ebenso Eis essen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Während des ersten Theiles der - Krankheit, wenn Uebelkeit und Erbrechen vorhanden ist gebe man ein - gelindes Abführmittel, wie das zusammengesetzte Pulver der Lobelia. - Bei Verstopfung mag das folgende Mittel angewendet werden: - - Virginischer Ehrenpreis (~Black root~) 2 Drachmen. - Rhabarber (~Rhubarb~) 1 Drachme. - Siedendes Wasser ½ Pint. - - Lasse die Wurzel ein oder zwei Stunden lang in dem Wasser stehen; - seihe es ab und gib alle Stunden einen Eßlöffel voll, bis eine - Wirkung wahrgenommen wird. Sorge sollte getragen werden, daß die - Eingeweide nicht zu willkürlich bewegt werden. - - Während des Fiebers wasche man den Körper mit warmem Laugenwasser - und den Kopf mit kaltem Wasser. Stellt sich Delirium ein, sollten - Senfpflaster auf die Füße und längs des Rückgrats gelegt werden. - Diarrhöe kann durch folgendes Mittel gestopft werden: - - Dreifach-salpetersaurer Wismuth (~Tris-nitrate of - bismuth~) 3 Grane. - Terpentin (~Turpentine~) 15 Tropfen. - Pfeffermünz-Wasser (~Peppermint water~) 2 Drachmen. - - Mische und nimm es auf einmal. - - Tannin-Säure (~Tannic acid~) kann alle Stunden in Dosen von ein oder - zwei Granen gegeben werden, so auch Terpentinöl, jede oder alle zwei - Stunden, in Dosen von 6 bis 8 Tropfen. Ist der Magen zu schwach, - um es anzunehmen, gebe man es vermittelst Einspritzungen. Gegen die - Schmerzen in den Eingeweiden und das Anschwellen des Unterleibes - einen erweichenden Umschlag von Hopfen oder Lobelia. Letzteres ist - öfters zu wiederholen, und nicht kalt werden zu lassen. Zuweilen - wird Hinzufügung von Terpentinöl von guter Wirkung sein. Dies sollte - so lange fortgesetzt werden, bis ein Druck ohne Empfindung eines - Schmerzes gemacht werden kann, oder bis der Kranke sehr hinfällig - wird. Tritt das Letztere ein, so gebe man folgendes: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 20 Grane. - Vitriol-Elixir (~Elexir of vitriol~) 1 Drachme. - Schlangenwurzel-Tinctur (~Tincture of black cohosh - root~) 4 Drachmen. - - Löse das Chinin in dem Vitriol-Elixir auf und füge dann die - Schlangenwurzel-Tinktur hinzu. Dosis: 20 Tropfen in kaltem Wasser - jede Stunde. - - Bei großer Nervenschwäche und Reizbarkeit gebe man statt des Obigen - Chinirten Baldrian (~Valerianate of quinine~) jede oder alle zwei - Stunden ½ Gran in einem Aufguß von Hopfen oder Schildkraut - (~skull-cap~). - - Um während des Fiebers Schweiß hervorzurufen, gebe man einen Aufguß - von Eibischwurzel (~Marsh-mellow~) und Pfirsichblätter, oder einen - Aufguß von Frauenhaarmoos (~Haircap moss~). Wird der Kranke sehr - schwach, so kann eine getränkte Tinktur von stachligen Eschbeeren - (~prickly Ash-berries~) als Einspritzung angewendet werden. - Erwachsenen einen Eßlöffel voll dieser Tinktur in Ale, Porter oder - Branntwein in Wasser, oder Schöpsen- oder Rindsbrühe. Kann es der - Kranke nicht bei sich behalten, so sollte es vermittelst einer - leinenen Preßbinde eine längere Zeit in den Eingeweiden gehalten - werden. - - =Homöopathisch.= Wenn zu Anfang Kopfschmerz, Schwindel, Frost, - Schmerzen in dem Rücken und den Gliedern, bei leichtem Husten, mit - oder ohne Diarrhöe, Uebelkeit des Magens und zuweilen Erbrechen - vorhanden ist, gebe man alle zwei Stunden abwechselnd eine Dosis - ~Bryonia~ und ~Rhus toxicodendron~. - - Lasse den Kranken zu Bett gehen, und wenn er unruhig ist, gebe man - eine oder zwei Dosen ~Coffea~ oder ~Belladonna~. Sobald der Patient - zu schwitzen anfängt und diese Symptome verschwinden, wird er besser. - Wenn aber die Krankheit fortschreitet und die Symptome schlimmer - werden, so sollte ~Aconitum~ gegeben werden, besonders wenn der Puls - voll, die Haut heiß und trocken und heftiger Durst vorhanden ist. - Dies sollte abwechselnd mit ~Belladonna~ gegeben werden, sobald mit - den obigen Symptomen starke Kopfschmerzen, große Empfindlichkeit - gegen Licht und Geräusch und Auffahren im Schlafe verbunden sind. - - Nehmen die Symptome an Heftigkeit zu, gebe man noch einmal ~Bryonia~ - abwechselnd mit ~Rhus toxicodendron~. - - Andere Heilmittel sind folgende: - - ~Arsenicum.~ -- Trockene und gelbliche Haut, eingefallene Augen und - Wangen, zusammengeschrumpftes, blasses Gesicht, kalter Schweiß auf - der Stirn, dunkle, trockene aufgesprungene Lippen, schwarze Zähne mit - einer schmutzigen Masse überzogen, geschwollener Unterleib, kurzer - und schneller Athem, leise und murmelnde Stimme, brennende Hitze in - der Magengrube, Uebelkeit und Erbrechen, besonders nach Genuß von - Speisen und Getränken, außerordentliche Hinfälligkeit und Sinken der - Kräfte. - - ~Acidum phosphoricum.~ -- Große Schwäche, der Patient liegt beständig - auf dem Rücken, redet irre, Zupfen an dem Bettzeug, starrer Blick und - hohle glasige Augen. - - ~Bryonia.~ -- Gesicht roth und geschwollen, Athem schwer und kurz - oder seufzend, Lippen braun und trocken, Mund trocken und mit einem - gelblichen Pelz besetzt, Vollsein und ein Druck im Kopf, bei Bewegung - schlimmer, Summen in den Ohren, Trockenheit im Halse, Verstopfung. - - ~Opium.~ -- Bei großer Trockenheit mit schnurrendem Athem, eine - unbewußte Entleerung der Blase und Eingeweide. - - ~Lachesis~ -- kann bei denselben Symptomen gegeben werden, besonders - wenn die Zunge trocken, roth und glänzend -- wie lackirt -- ist. - - ~Hyosciamus.~ -- Wenn das Gesicht heiß und roth, die Augen funkeln, - die Muskeln zucken, rasendes Delirium und der Kranke fortwährend ein - Verlangen zu entwischen zeigt. - - ~Carbo vegetabilis.~ -- Dies kann abwechselnd mit ~Arsenicum~ - gegeben werden, wenn sich folgende Symptome zeigen: Aengstlicher und - niedergeschlagener Ausdruck, Gesicht blaß, dunkelbraun oder gelb, - Augen eingefallen und gläsern, kalter Schweiß, der Stuhl faul und - höchst widerwärtig, heftig drückende oder ziehende Schmerzen im Kopf, - Röcheln im Hals, krampfartige oder brennende Schmerzen im Magen und - in den Eingeweiden, die Eingeweide geschwollen und weich beim Druck. - - ~Rhus toxicodendron.~ -- Dieses Heilmittel ist in allen Stadien - der Krankheit anzuwenden, besonders wenn der Kranke stumpf ist und - stechende Schmerzen im Kopfe vorhanden sind, trockene, brennende - Hitze, Steifheit des Nackens mit ziehenden Schmerzen, welche bei - Bewegung zunehmen, Diarrhöe, Frost und Schwindel, Trockenheit des - Halses, Drücken der Augen und Empfindlichkeit gegen Licht und - Geräusch. Hat der Patient zu irgend einer Zeit keinen Schlaf, gebe - man alle Stunden eine Dosis ~Coffea~ abwechselnd mit ~Belladonna~. - - Wenn die Haut kalt und klebrig ist und klebrige Schweiße vorhanden - sind, gebe man ~Camphora~, das mit ~Coffea~ abgewechselt werden kann, - sobald der Kranke unruhig werden sollte. - - Nachdem das Fieber gebrochen ist und der Kranke wieder zu genesen - beginnt, kann entweder ~China~, ~Mercurius~ oder ~Sulphur~ gegeben - werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe, der Strenge der Symptome angemessen, alle halbe, - ganze oder alle zwei Stunden einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Häufiges Waschen mit Wasser, kalt oder warm, dem - Befinden des Kranken angemessen, sollte angewendet werden. Ist - Diarrhöe vorhanden, kann dieselbe mit ein wenig Branntwein oder dem - folgenden eingehalten werden: - - Doverisches Pulver (~Dover’s Powder~) ½ Drachme. - Präparirte Kreide (~Prepared chalk~) 1 Skrupel. - - Mische und theile es in 12 Pulver. Gib alle 2 oder 3 Stunden, je - nachdem es nothwendig ist, ein Pulver. - - Sind die Eingeweide verstopft, gebe man eine Einspritzung von warmem - Wasser, oder die folgende Mischung kann genommen werden: - - Castoröl 1 Unze. - Ein Eidotter. - - Mische dieses und füge hinzu - - Gewöhnlichen Syrup ½ Unze. - Pfeffermünz-Wasser (~Peppermint water~) 1-2 Unzen. - - Mische und nimm es auf einen Schluck - - Oder: - - Rhabarber (~Rhubarb~) 10 Grane. - Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~) ½ Drachme. - - Mische es und nimm es als eine Dosis in Syrup oder Molasses. - - Wenn der Kopf heiß ist, muß das Haar kurz geschnitten und der Kopf - dann mit Eiswasser oder Essig und Wasser kühl gehalten und Blutegel - an die Schläfe gesetzt werden. - - Bei Schlaflosigkeit gebe man 25 bis 30 Tropfen ~Laudanum~ (Mohnsaft). - - Um das Fieber zu vermindern und Schweiß hervorzurufen, alle Stunden 3 - bis 10 Tropfen Tinctur oder flüssigen Extrakt von ~Veratrum Viride~ - (Mistkraut), bis das Fieber nachläßt. - - Wo die Eingeweide bedeutend angeschwollen sind, mögen erweichende - Umschläge von Hopfen oder Leinsamen gemacht werden. - - Finden Blutungen aus den Eingeweiden statt und ist große Schwäche - vorhanden, lasse man den Kranken Wein und Brod zu sich nehmen. Wenn - das Fieber langsam verläuft, sollte Chinin (~Quinine~) in mäßigen - Dosen gegeben werden. Ein guter reizender Trank wird durch Lösung von - einer Drachme von Potaschen-Chlorid (~Chloride of Potash~) in einem - Pint Wasser hergestellt, das dem Kranken auf dessen Verlangen zu - geben ist. - - Als eine reizende Mischung möge das folgende angewendet werden: - - Abkochung von Baumrinde (~Bark~) 7 Unzen. - Zusammengesetzte Baumrinden-Tinktur (~Compound - tincture of bark~) 6 Drachmen. - Syrup von Orangenschale 2 „ - Verdünnte Schwefelsäure (~Diluted sulphuric acid~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - Oder: - - Orangenschalen-Tinktur (~Tincture of Orange Peel~) 4 Drachmen. - Laudanum-Tinktur (~Tincture of Laudanum~) 2 „ - Doppeltkohlsaure Soda (~Bicarbonate of Soda~) 2 Skrupel. - Aufguß von Calumba, hinreichend um davon 6 Unzen. - - zu machen. - - Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - +Anmerkung.+ -- Es ist rathsam, die Behandlung des Nervenfiebers - nur einem erfahrenen Arzt zu überlassen. - - -Gehirnfieber oder Gehirnentzündung (~Inflammation of the brain~). - -Dies ist unter verschiedenen Namen unter den Aerzten bekannt, allein -der Ausdruck Gehirnentzündung schließt alle die verschiedenen Formen in -sich. - -+Ursachen.+ -- Personen von voller Leibesbeschaffenheit, kurzem Nacken, -vollblütig, sind vor allen Anderen zu Anfällen dieser Krankheit -geneigt; die hervorragendsten Ursachen sind Schläge oder das Fallen auf -den Kopf, unmittelbares Aussetzen des Kopfes den Sonnenstrahlen oder -auch starker künstlicher Hitze, lang anhaltendes und hartes geistiges -Arbeiten, Kälte, Ermüdung, Unmäßigkeit, heftige Bewegung, Jähzorn, -das nach Innen Schlagen von Hautkrankheiten, zuweilen auch durch -Krankheit der Knochen des Ohres, Schädelbrüche und Mangel an Schlaf -verursacht. Hin und wieder tritt sie auch während Lungenentzündung, -Scharlachfieber, Rothlauf und Gedärmentzündung ein. - -+Symptome.+ Sie kann allmählig oder auch ganz plötzlich kommen, -allgemein aber ist das Erstere. Wo sie allmählig eintritt, ist -der Kranke eine lange Zeit mit Schwere, Niedergeschlagenheit, -Schlaflosigkeit, Schwindel, Ohrenklingen, geringem Appetit, Angst, -Traurigkeit, Reizbarkeit, Singen und Lärmen in dem Kopfe, schreckliche -Träume, Zittern der Glieder, Uebelkeit, Erbrechen geplagt, die Augen -sind mit Blut unterlaufen und sehr empfindlich gegen das Licht. - -Schreitet die Krankheit vor, so hat der Kranke mehr oder weniger Frost -und beständig Kopfweh, welches zuweilen außerordentlich heftig wird. -Diesem folgt ein heftiges Fieber, heiße, trockene Haut, ängstlicher -Gesichtsausdruck, fliegende Hitze, die Pupillen des Auges ziehen sich -fast zur Größe eines Nadelstiches zusammen, der Puls schlägt sehr -schnell und stark, schnelles Athmen, heiße, zuweilen feuchte Haut, die -Zunge klebrig und mitunter mit einem weißen Pelz belegt. Der Kranke -leidet stark an Delirien. - -Bei weiterem Fortschritt der Krankheit geht das Delirium in Betäubung -über, aus welcher der Kranke nur mit Schwierigkeit zu erwecken ist. -Die Pupillen, die vorher ganz zusammengezogen waren, erweitern sich -jetzt und die Augen verlieren ihren Glanz. Zuweilen tritt Schielen ein -und der Blick wird gedankenlos. Flüssigkeiten im Munde bleiben dort, -ohne daß sie verschluckt werden, oder daß sie der Kranke auslaufen -läßt. Der Kranke zupft an dem Bettzeuge und hascht in der Luft. Das -Gehör ist um Vieles vermindert und alle Sinne sind mehr oder weniger -abgestumpft. Der Urin ist sehr spärlich, wird zuweilen willenlos von -dem Kranken zurückgehalten, in welchem Falle es nothwendig wird, die -Blase zu leeren. Krämpfe können in diesem Stadium an Stelle der großen -Aufregung folgen und Zeichen von großer Schwäche und Erschöpfung werden -wahrgenommen. Der Puls wird schwach, häufig und zuckend, das Gesicht -blaß und eingesunken und die Haut mit einem kalten und klebrigen -Schweiß bedeckt. Der Urin geht ohne Wissen des Kranken ab, der in einem -Zustande von gänzlicher Unempfindlichkeit stirbt. - -Dies ist der mehr regelmäßige Verlauf der Krankheit, aber er kann -abweichen und in vielen Fällen mögen einige von diesen Symptomen nicht -vorhanden sein. - -In einigen Fällen gehen dem Anfall Krämpfe voraus, bei deren Aufhören -der Kranke ebensowohl bei Bewußtsein als in einem betäubenden Zustande -sein kann. Die Krankheit dauert 24 Stunden bis 7 oder 8 Wochen, der -Durchschnitt ist aber ungefähr 4 bis 5 Wochen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Kalte Wasser- und Eisumschläge sollten auf den Kopf - gemacht werden und die Kost muß wie bei allen Fiebern leicht sein. - Dem Patienten ist geröstetes Brod, Wasser, Gerstenschleim, Limonade - oder Orangensaft, aber immer nur in kleinen Portionen zu gestatten. - Während der Wiedergenesung ist die Kost sorgfältig zu ordnen und die - Eingeweide und Blase ebenso zu bewachen. - - =Homöopathisch.= Kaltes Wasser ist das erste von Wichtigkeit. Es - sollten hiervon regelmäßige Umschläge auf den Kopf gemacht und das - Heißwerden des Kopfes verhindert werden. Kaltes Wasser ist dem Eise - vorzuziehen. - - ~Aconitum.~ -- Wenn der Kranke starkes Delirium hat, brennende - Schmerzen im Kopfe, besonders in der Stirne, rothes Gesicht, - blutunterlaufene Augen, heiße, trockene Haut. Tritt nach sechs - Stunden keine Besserung ein, sollte ~Belladonna~ abwechselnd mit - ~Aconitum~ gegeben werden, besonders bei folgenden Symptomen: große - Hitze des Kopfes, rothes und blutunterlaufenes Gesicht, heftiges - Schlagen der Adern des Nackens und der Schläfe, Trockenheit des - Mundes, der Zunge und des Halses, erschwertes Schlucken, Uebelkeit, - Erbrechen, Schwindel, Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusch, - blutunterlaufene und strahlende Augen bei einem wilden Ausdrucke, - heftiges Delirium, Diarrhöe, stechende Schmerzen im Kopfe, leises - Murmeln und Krämpfe. - - ~Hyosciamus.~ -- Betäubung, Bewußtlosigkeit, Delirium, jähes - Auffahren, Singen, Murmeln, Lächeln, Zupfen am Bettzeuge, Versuch zu - entwischen, unfreiwilliges Ablassen des Urins. - - ~Stramonium.~ -- Gesicht roth, starren Blick, natürliches Schlafen, - aber bei Krämpfen und Herumwerfen. - - ~Bryonia.~ -- Beständige Neigung zu schlafen, jähes Auffahren aus - dem Schlafe, Delirium, Aufspringen, Seufzen, Schreien, brennende und - stechende Schmerzen im Kopfe und kalter Schweiß auf der Stirne. - - ~Bryonia~ kann ferner gegeben werden, wenn ~Aconitum~ und - ~Belladonna~ angezeigt erscheinen, aber keine Erleichterung gewähren. - - ~Opium.~ -- Schläferigkeit mit schwerem Athem, hell offenen Augen, - Verwirrung und Schwindel nach Erwachen, Frost oder Gleichgültigkeit - gegen Alles. Ist der Kranke zu irgend einer Zeit während des - Krankheit sehr unruhig und schlaflos, kann man alle Stunden eine - Dosis ~Coffea~ abwechselnd mit ~Belladonna~ geben, während diese - Heilmittel gegeben werden, muß die Gabe anderer unterbleiben. - - Andere Heilmittel sind ~Zincum~, ~Apis Mellitica~, ~Rhus - toxicodendron~, ~Lachesis~ und ~Sulphur~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels - in 12 Theelöffel voll kalten Wassers und gieb, der Strenge der - Symptome angemessen, alle 1, 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Es ist von großer Wichtigkeit, daß die Behandlung - rechtzeitig früh begonnen wird. Ist der Puls voll, sollte zu - Aderlässen gegriffen und nicht eher damit nachgelassen werden, bis er - schwächer wird. Kann man das Blut nicht am Arme entziehen, so sollten - auf Nacken, Rückgrat und Schläfe 12 Blutegel und mehr gesetzt werden. - Das Haupt muß rasirt werden und kalte oder Eiswasserumschläge sind - anzuwenden, auch gestoßenes Eis kann in einen Beutel auf den Kopf - gelegt werden. Eine volle Dosis, 5-10 Grane geläutertes Quecksilber - (~Calomel~) mit einer gleichen Menge Jalappenwurzel (~Jalap~) kann - in diesem Stadium gegeben werden. Zug- und Senfpflaster sind auf die - Waden zu legen. Wer sich des Calomels nicht bedienen will, nehme - Folgendes: - - Pulverisirtes Gummi-Gutti (~Pulverized gamboge~) 12 Grane. - Pulverisirtes Scammonium-Salz (~Pulverized - Scammony~) 12 „ - Springgurke (~Elaterium~) 2 „ - Purgirkörneröl (~Croton oil~) 8 Tropfen. - Stechapfel-Extrakt (~Extract of stramonium~) 3 Grane. - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: Alle Stunden eine Pille - bis sich die Wirkung einstellt. - - Nachdem das Aufregungs-Stadium vorüber ist und der Kranke schwach - wird, Puls kaum fühlbar, Gesicht blaß, Hände und Füße kalt, sollte - Wein oder andere Reizmittel gegeben und Zugpflaster auf den Nacken - und hinter die Ohren gelegt werden. - - Bei Schlaflosigkeit sind 2 Grane essig- oder salzsaures Morphium - (~Acetate or muriate of morphine~) in 4 Unzen Wasser aufgelöst und - davon alle 2 oder 3 Stunden einen Eßlöffel voll, bis Schlaf eintritt, - zu geben. - - Die Eingeweide sind offen zu halten und nachdem die erste Dosis - Calomel gegeben wurde, möge man folgendes anwenden: - - Calomel 6-8 Grane. - Brechwurz (~Ipecacuanha~) 4 „ - Präparirte Kreide (~Prepared chalk~) ½ Drachme. - Fingerhut (~Digitalis~) 3 Grane. - - Theile es in 12 Pulver und gebe eine hinreichende Menge, die - Eingeweide offen zu halten. - - Sollte dieses Mittel Erbrechen erregen, so füge man jeder Dosis - ein Drittel bis zu einem ganzen Gran ~Hyosciamus Extract~ - (Bilsenkraut-Extrakt) bei. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Sobald die ersten Symptome erscheinen, - nehme man ein Fußbad in warmem Wasser, dem ein wenig Saleratus oder - Asche beigefügt ist. Dies sollte 2 bis 3 Mal des Tages wiederholt - werden. Mache kalte Wasserumschläge auf Gesicht, Kopf und Nacken und - öffne die Eingeweide mit einer Mischung aus gleichen Theilen von - Alraunwurzel (~Mandrake root~) und (~Cremor tartari~) mit ein wenig - Gewürznelken (~Cloves~). Sollte Alraunwurzel ohne Wirkung bleiben, - so kann auch Jalappenwurzel (~Jalap~) mit ~Cremor tartari~ gegeben - werden. Dies sollte, jeden Morgen und Abend eine Dosis, so lange - fortgesetzt werden, bis der Kranke außer Gefahr ist. Senfpflaster - sind auf Kreuz, Nacken und über den Magen aufzulegen. - - Um Schweiß hervorzurufen, bediene man sich gleicher Theile der - Lobelia, Blutwurzel (~Blood root~) und des Weins der Brechwurz (~Wine - of Ipecac~) in gleichen Dosen, einmal in einer Stunde. Wenn die - Tincturen nicht beschafft werden können, mögen diese drei Sachen auch - in Pulvern, und zwar in Dosen von 6 bis 10 Granen gegeben werden. Ist - das Kopfweh stark, sollten warme erweichende Umschläge von Hopfen mit - Essig vermischt aufgelegt werden, und wenn der Kranke unruhig ist und - nicht schlafen kann, lasse man ihn unbeschränkt Hopfenthee trinken. - - Befindet sich der Kranke in einem betäubten Zustande, und ist nur - mit Schwierigkeit aus diesem zu erwecken, mag ihm in ein wenig - Porter oder Ale kohlensaures Ammoniak (~Carbonate of ammonia~), dem - ein Viertel-Gran Calomel und ein halbes Gran schwefelsaures Chinin - (~Sulphate of Quinine~) beigefügt wird, gegeben und kann, so oft als - erforderlich, wiederholt werden. Man lasse den Patienten Limonade, - mit ~Cremor tartari~ säuerlich gemachtes Wasser oder grünen Münzthee - (~Spearmint~), mit ein wenig süßem Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits - of nitre~) darin, trinken. - - -Remittirendes oder Gallenfieber (~Remittent or Bilious Fever~). - -Diese Krankheit ähnelt dem Intermittirenden- oder Wechselfieber und -entspringt in der Regel aus denselben Ursachen. Beim Wechselfieber aber -kehren die Anfälle zu bestimmten Zeiten wieder und lassen den Kranken -während der Zwischenzeit frei von allen Symptomen, während bei dem -Gallenfieber das Fieber nur nachläßt und bezüglich seines Erscheinens -unregelmäßig ist. - -+Ursachen.+ Es wird ohne Zweifel durch Malaria (einen giftigen Dunst, -welcher von verwesenden thierischen und Pflanzenstoffen aufsteigt -- -Sumpfluft) verursacht; befällt mehrentheils Personen von schwacher -Verdauung, oder solche, die sich der Unmäßigkeit hingeben. Ueberladen -des Magens, Zorn, Furcht oder Aerger können ebenfalls Ursachen werden. - -+Symptome.+ Gewöhnlich gehen Schwäche, Niedergeschlagenheit, sich -Dehnen, Appetitlosigkeit, mehr oder weniger Schmerz im Kopfe, fliegende -Hitze oder Kälte voraus. Diese Symptome können mehrere Tage dauern, ehe -sich die Krankheit vollkommen entwickelt. Die Kälte nimmt stufenweise -zu, bis sie in einen kennbaren Frost übergeht. Diesem Frost folgt eine -fliegende Hitze, und nach Verlauf von 2 bis 3 Stunden wird die ganze -Oberfläche des Körpers heiß. Der Kranke klagt über Schmerz und ein -Gefühl von Vollsein und Schwere im Kopfe, Schmerz in dem Rückgrat und -Gliedern, besonders in den Waden, große Schwäche, beschleunigtes und -schwieriges Athmen, flammendes Gesicht, Hitze und Trockenheit der Haut, -Uebelkeit, Erbrechen und Durst. Der Puls ist voll und dessen Schlag -erhöht, die Eingeweide verstopft und die Zunge mit einem weißen Schleim -belegt. - -Das Fieber kann 8 bis 12, ja sogar 24 Stunden anhalten, dann wird die -Haut feucht, der Puls sinkt und der Kranke fällt in einen erquickenden -Schlaf. - -Bei harten Fällen aber bleibt die Haut heiß und trocken, der Patient -wird sehr unruhig und das Fieber stellt sich nach Verlauf von wenigen -Stunden von Neuem ein. - -Einer der eigenthümlichsten Züge dieser Krankheit ist die gelbliche -Haut und das Weiße des Auges. Dies stellt sich zwischen dem dritten und -fünften Tage der Krankheit, zuweilen auch gleich bei dem Beginn ein. -Der gelbe Eiter kann auf die Oberfläche getrieben werden, so daß ein -weißes Taschentuch, wenn man damit auf die Haut reibt, gelbe Flecke -bekommt. - -Die Krankheit kann einige Tage lang oder zwei bis drei Wochen anhalten -und schließlich in ein wirkliches Wechsel- oder Nervenfieber übergehen, -wenn der Kranke nicht wieder genesen sollte. Ungefähr um die Zeit der -Wiedergenesung erscheint ein Ausschlag auf den Lippen, der als ein -günstiges Zeichen angenommen wird. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Kost muß, wie Haferschleim, leichtes Brod, - schwarzer Thee und geröstetes Brod, Kaffee ohne Milch oder Zucker, - von der leichtesten Art sein. Der Kranke mag ein Stück Eis in den - Mund nehmen und Limonade, Aepfel, Wasser oder Wasser mit Corinthen- - (~Current~) oder mit Brombeer- (~Blackberry~) Saft schmackhaft - gemacht, trinken. Ein zuweilen sehr zuträglicher Trank wird aus - schwachem Molasses, Wasser, ein wenig Citronensaft, ein Stück - Zwieback (~Toast~) und Eis gemacht. - - Dauert die Krankheit fort, kann man Gummi-Arabicumwasser oder - Gerstenschleim gebrauchen. - - Wenn der Kranke sehr schwach wird und es zeigen sich typhöse - Symptome, mögen Brühe von Rindfleisch, Milchpunsch oder Wein mit - Eiern gestattet werden. - - Während der Wiedergenesung erlaube man dem Patienten Brod und Butter, - Zwieback, gekochten Reis, Fleischbrühen, weich gesottene Eier, - Austern, gekochtes Huhn oder anderes Geflügel. Das Zimmer muß kühl - und lichtfrei gehalten werden. Das Bettzeug ist öfters zu wechseln, - das Zimmer muß täglich gelüftet und die verdorbene Luft durch - Verbrennen von Zucker, Besprengen des Zimmers mit Lavendelwasser - (~Lavender~), aromatischen Essig (~Aromatic vin.~) und anderen - derartigen Mitteln gereinigt werden. - - =Allöopathisch.= Ehe sich das Fieber vollständig entwickelt hat, ist - es gut, folgendes Brechmittel zu geben: - - Pulverisirte Brechwurz (~Ipecac~) 1 Skrupel. - Pulverisirter Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) 10 Grane. - Wasser 2 Unzen. - - Mische es und nimm es auf einmal. - - Oder auch: - - Brechweinstein (~Tartar emetic~) 1 Gran. - Brechwurzpulver (~Ipecac powder~) 1 Skrupel. - Syrup 1 Drachme. - Quellwasser 10 Drachmen. - - Mische es und nimm es auf einmal. - - Lasse diesem Brechmittel nachstehendes Abführmittel folgen: - - Rochelle-Salz (~Rochelle salt~) 2 Drachmen. - Doppeltkohlensaure Soda (~Bicarbonate of soda~) 2 Skrupel. - Wasser ½ Pint. - - Mische es und füge 25 Tropfen Weinstein-Säure (~Tartaric acid~) bei. - Das Ganze ist während des Aufbrausens zu nehmen. - - Oder: - - Gepulverte Sennesblätter (~Powdered Senna~) ½ Unze. - „ Jalappenwurzel (~Powdered Jalap~) 10 Grane. - „ Gewürznelken (~Powdered Cloves~) 10 „ - - Zu mischen und in versüßtem Wasser auf einmal zu nehmen. - - Bleiben diese Mittel ohne Wirkung auf die Eingeweide, gebe man - folgendes: - - Sennesblätter (~Senna~) ½ Unze. - Manna 1 „ - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 „ - Cardamon oder Fenchelsamen (~Cardamon or Fennel - seed~) 2 Drachmen. - Kochendes Wasser 1 Pint. - - Mische es. Dosis: Alle zwei Stunden, bis Wirkung eintritt, ein - Weinglas voll. - - Wenn sich die Krankheit vollständig entwickelt hat, kann der Kranke - zwei- oder dreimal des Tages mit kaltem Wasser, seinem Befinden - angemessen, von oben bis unten gewaschen werden; dabei gebe man eins - von den folgenden Getränken: - - Cremor Tartari (~Cream of tartar~) ½ Unze. - Zerquetschte frische Citronenschale 4 Unzen. - Stückzucker (~Loaf sugar~) 4 „ - Kochendes Wasser 3 Pints. - - Mische und durchseihe es, nachdem es eine Weile gestanden hat. - - Auch: - - Citronen-Säure (~Citric acid~) ½ Drachme. - Doppeltkohlensaure Potasche (~Bicarbonate of - potash~) ½ „ - Citronen-Syrup (~Lemon syrup~) 1 Unze. - Wasser 6 Unzen. - Bittersalz (~Epsom salts~) 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Wenn nöthig alle vier Stunden zwei Eßlöffel voll. - - Um das Fieber zu vermindern, gebe von der Tinktur oder dem - flüssigen Extrakt der ~Veratrum Viride~ (grüne Nießwurz) oder dem - zusammengesetzten Pulver von Brechwurz (~Ipecacuanha~) und Opium. - - Während der fieberfreien Zeit, oder nachdem das Fieber vorüber ist, - gebe man - - Chinin (~Quinine~) 1 Skrupel. - Vitriol-Elixir (~Elixir of vitriol~) 1 Drachme. - - Löse das Chinin in dem Elixir und füge noch 14 Drachmen - Schlangenwurzel (~Black cohosh~) hinzu. Dosis: 20 Tropfen in ein - wenig Wasser, einmal in der Stunde. - - Oder: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 12 Grane. - Aromatische Schwefelsäure (~Aromatic sulphuric - acid~) 24 Tropfen. - Syrup 1 Unze. - Pfeffermünz-Wasser (~Peppermint water~) 1 „ - - Mische es. Dosis: In zwei bis drei Stunden einen Eßlöffel voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= In dem Hitze-Stadium, wenn das Fieber - ankommt, sollte der Körper häufig mit warmem schwachen Laugenwasser - gebadet und innerlich folgendes gegeben werden: - - Jasmin-Tinktur (~Tincture of gelseminum~) ½ Unze. - Aconit-Tinktur (~Tincture of aconite~) 20 Tropfen. - - Mische es. Dosis: Alle halbe oder ganze Stunde 20 Tropfen in einem - Theelöffel voll Wasser. - - Nachdem das Fieber unterdrückt und eine fieberfreie Zeit eintritt, - gebe man eines von den folgenden Mitteln: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 14 Grane. - Wasser 1 Unze. - Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) 14 Tropfen. - - Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll jede Stunde während der - fieberfreien Zeit. - - Oder: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 20 Grane. - Vitriol-Elixir (~Elixir of vitriol~) 1 Drachme. - - Mische es und lasse das Chinin auflösen, dann füge hinzu: - - Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of black cohosh - root~) 7 Drachmen. - Jasmin-Tinctur (~Tincture of gelseminum~) 7 „ - - Mische es. Dosis: Alle halbe oder ganze Stunde 20 Tropfen in ein - wenig Wasser. - - Wenn die Eingeweide verstopft sind und die Zunge dunkel belegt - ist, die Augen und Haut gelblich, kann man der ersten Dosis obiger - Mischung ¼ Gran von Podophyllum (~Podophyllin~) und 1 Gran - Leptandrin, das alle sechs Stunden wiederholt werden kann, beifügen, - bis sich die Wirkung auf die Eingeweide einstellt. - - Ist aber Diarrhöe vorhanden, gebe man folgendes: - - Geranium (~Geranin~) 2 Grane. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) ⅛ Gran. - - Nimm es auf einmal und wiederhole es alle 2 bis 4 Stunden, bis sich - die Zahl der Entleerungen vermindert. - - Bei Schmerz im Unterleib und Empfindlichkeit in der Magengrube - verbunden mit Uebelkeit und Erbrechen, setze man die mit Chinin - gemischten Mittel aus und lasse den Kranken nach Belieben einen - Aufguß von Pfirsichblättern und Altheewurzel (~marsh-mallow root~) - trinken. Auch lege Senfpflaster auf den Magen, die Eingeweide und - längs des Rückgrats. - - Columbo-Wurzel (~Calumba root~) zu Thee zubereitet, ist bei dieser - Krankheit schätzenswerth und kann gegen Erbrechen, das zuweilen - sehr beschwerlich ist, angewendet werden. Hin und wieder kann das - Erbrechen auch durch gleiche Theile von Milch und Wasser eingehalten - werden. Gegen Kopfschmerz mache man Essig- und Wasserumschläge auf - den Kopf. Ist der Patient fast ganz schlaflos, so bediene man sich - des Hopfen-Kopfkissens oder lasse ihn Hopfenthee trinken. - - Wenn das Fieber gebrochen ist und der Patient kommt nicht schnell - zu Kräften, sondern bleibt hinfällig, sind stärkende Mittel - erforderlich. Zu diesem Behufe nehme man: - - Gelbwurz (~Golden seal~), Wachholderbeeren (~Juniper berries~), - stachlige Eschenrinde (~Prickly ash bark~), Rinde vom wilden - Kirschbaum (~Wild cherry bark~), von jedem, grob gestoßen, eine Unze, - Entenfuß (~Podophyllin~) und Rainfarn (~Tansy~) von jedem eine halbe - Unze. Gieße zwei Pint kochendes Wasser darüber, decke es zu und lasse - es eine Stunde lang auf dem Ofen stehen; wenn kalt, füge noch zwei - Pints Whiskey und ein Pint Molasses hinzu und lasse diese Mischung - dann für den Gebrauch einige Tage lang stehen. Dosis: Drei- oder - viermal des Tages einen Eßlöffel voll. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Starkes Fieber, rasend schneller - Puls, mit einem gelben Schleim belegte Zunge, bitterer Geschmack im - Mund, Erbrechen eines bitteren, grünlichen Stoffes, Kopfschmerz, - schlimmer beim Sprechen. - - ~Bryonia.~ -- Besonders im Sommer, bei heißem und feuchtem Wetter - passend, trockene und weiß oder gelb belegte Zunge, Durst, bitterer - Geschmack im Munde, Verlangen nach Saurem und Wein, Erbrechen nach - Trinken, Frost oder Hitze, bei Schwindel, der sich nach dem Trinken - verschlimmert. Dies kann abwechselnd mit ~Rhus toxicodendron~ gegeben - werden. - - ~Pulsatilla.~ -- Weiß belegte Zunge, bitterer Geschmack im Munde, - Appetitlosigkeit, Frost, Mattigkeit. - - ~Nux vomica.~ -- Verstopfung bei häufigen erfolglosen Anstrengungen - zu Stuhlentleerungen, rheumatischen Schmerzen im Kopf und Körper, - bitterer und fauler Geschmack im Munde. - - ~Arsenicum.~ -- Kolik oder brennende Schmerzen im Magen und - Eingeweiden, Empfindlichkeit des Magens gegen Druck, brennende - Schmerzen auf einem kleinen Fleck im Magen, große Schwäche, das - Verlangen sich niederzulegen, Erbrechen nach Trinken oder Bewegung. - - ~Chamomilla.~ -- Bitterer Geschmack im Munde, Appetitlosigkeit, - Uebelkeit und Erbrechen einer grünen, bitteren oder sauren - Flüssigkeit, Unruhe, Druck im Magen. - - ~Mercurius.~ -- Weiß oder gelblich belegte feuchte Zunge, - Empfindlichkeit auf der Magengrube und den Eingeweiden, die sich - des Nachts verschlimmert, Unruhe, Schläfrigkeit bei Tag und - Schlaflosigkeit des Nachts. - - ~China.~ -- Appetitlosigkeit, Widerwille gegen Speise und Trank, - Frost und Schauder nach Trinken, Diarrhöe, unverdaute Nahrung. Dies - kann abwechselnd mit ~Acidum phosphoricum~ gegeben werden. - - ~Colocynthis.~ -- Erbrechen oder Diarrhöe nach Genuß von Speisen, - Kolik, Wadenkrampf. - - ~Tartarus emeticus.~ -- Beständige Magenübelkeit, Neigung zum - Erbrechen, leichtes Erbrechen und Diarrhöe. Kann mit ~Bryonia~ - abwechselnd gegeben werden. - - ~Veratrum.~ -- Trockene, gelb belegte Zunge, Erbrechen einer galligen - Masse, Diarrhöe, Ohnmacht nach Stuhl, schneidende Schmerzen in den - Eingeweiden. - - ~Cedron.~ -- Frost gegen Abend, darauf Fieber, fast gänzliche - Schlaflosigkeit und Erbrechen von Galle. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Man gebe alle 2, 3 oder 4 Stunden 6 - Kügelchen des betreffenden Mittels oder man löse 12 Kügelchen in 12 - Theelöffel voll Wasser und gebe als Dosis einen Theelöffel voll. - - -Intermittirendes oder Wechselfieber (~Intermittent Fever~) - -kennzeichnet sich durch die regelmäßig eintretenden Anfälle und die -gänzliche Fieberlosigkeit zwischen denselben. Jeder Anfall besteht aus -drei verschiedenen Stadien, welche regelmäßig auf einander folgen: 1) -das Kalte, 2) das Hitze, 3) das Schweiß-Stadium. - -Es gibt verschiedene Arten dieser Krankheit. Das +alltägliche+ -(~Quotidiana~) hat alle 24 Stunden einen Anfall. Das +dreitägige+ -(~Tertiana~) innerhalb 48 Stunden oder einen Tag um den andern. Das -+viertägige+ (~Quartana~) nach Verlauf von 72 Stunden oder jeden -dritten Tag einen solchen. Es gibt noch andere von Schriftstellern -erwähnte Arten, allein die Symptome und die Behandlung sind ebenso wie -bei den vorhergehenden. Der Zeitraum von dem Ende eines Anfalles bis -zum Anfang eines andern wird die fieberfreie Zeit oder ~Apyrexia~ und -jener von dem Anfange eines Anfalles zu einem andern das ~Interval~ -genannt. - -+Symptome.+ -- Dem +kalten Stadium+ geht gewöhnlich eine Mattigkeit, -Schwäche, Unbehagen, Strecken, Gähnen, Kopfschmerz, Kreuz- und -Lendenschmerzen voraus. Diese Symptome dauern eine Zeitlang und -jenen folgt ein Gefühl von Frost, besonders in den Gliedern, das -sich nach und nach über den ganzen Körper ausdehnt. Das Gesicht und -die Oberfläche des Körpers werden blaß, eingefallen, und erscheinen -rauh, was mit „Gänsehaut“ bezeichnet wird. Zuweilen ist ein Gefühl -vorhanden, als ob kleine Bäche von Eiswasser langsam den Rücken -hinunter liefen. Der Patient empfindet ein Frösteln und Zittern, ein -Schauer durchdringt den ganzen Körper, die Zähne klappern und die -Heftigkeit des Frostes wird so stark, daß zuweilen dessen Stärke an -der Bettstelle wahrgenommen wird. Das Athmen geschieht rasend schnell -und beschwerlich, Puls schwach, Zunge trocken und weiß, Lippen und -Fingernägel blau, hin und wieder Uebelkeit und Erbrechen. Dieses -Stadium dauert 10 Minuten bis 3 oder 4 Stunden, durchschnittlich aber -ungefähr eine Stunde. - -+Das Stadium der Hitze.+ -- Sobald der Frost anfängt nachzulassen, -strömt eine Hitze über den ganzen Körper, die eher angenehm als -anders zu bezeichnen ist. Schließlich hört die Kälte ganz auf und -eine trockene brennende Hitze tritt ein, das Gesicht röthet sich, die -Augen funkeln und der Mund wird trocken und gleichsam gedörrt; die -Schläfe klopfen und heftiges Kopfweh hat sich eingestellt; der Puls ist -ungewöhnlich voll und stark; der Urin ist spärlich und stark gefärbt. -Dieses Stadium kann 2 bis 18 Stunden und länger anhalten. - -+Das Schweiß-Stadium.+ -- Schweiß tritt auf die Stirne, Hände und Füße -und erstreckt sich bald über den ganzen Körper. Die Fiebersymptome -und Schmerzen lassen allmählig nach, der Kranke fällt häufig in einen -ruhigen Schlaf und fühlt sich beim Erwachen fast so wohl wie gewöhnlich. - -In einigen Fällen mögen diese Stadien abweichen, und eines oder mehrere -von den oben erwähnten Symptomen nicht vorhanden sein, oder wenn sie -vorhanden sind, können nur wenige von ihnen erkannt werden. - -Das eintägige Fieber beginnt in der Regel am Morgen, das dreitägige am -Mittag und das viertägige am Nachmittag. Das kalte Fieber stellt sich -gewöhnlich im Frühjahr und Herbst ein und die Anfälle im Herbste sind -die heftigsten. - -+Ursachen.+ -- Die Haupt-, wenn nicht die einzige Ursache zum -Wechselfieber ist die Sumpfluft oder Malaria, welche aus der Verwesung -von Pflanzenstoffen entspringt. Die Zeit, die von dem sich Aussetzen -einer solchen Sumpfluft bis zum Ausbruch des Fiebers verstreicht, ist -sehr verschieden. Der Anfall kann sich Monate lang verzögern und dann -durch eine Schwächung des Organismus, durch feuchtes Wetter, durch das -sich der Sonnenhitze bloßstellen, durch Ueberanstrengung, ein kaltes -Bad, oder auch durch eine Dosis eines abführenden Mittels hervorgerufen -werden. Diese vergiftete Luft wird vom Winde fortgetragen und von den -Blättern der Bäume angezogen oder hängt sich an dieselben und es ist -deshalb gut, das Haus mit einer Gruppe von Bäumen zu umgeben. - -Die Wirkung des kalten Fiebers, wenn die Krankheit eine Zeitlang -angehalten hat oder ungeschickt behandelt wurde, besteht in einer -Erweiterung der Leber oder Milz, Verdauungsbeschwerden, Wassersucht, -Diarrhöe u.s.w. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Kranke sollte in eine trockene Wohnung und in eine - Gegend, die frei von der Malaria ist, ziehen. Die Kleidung muß warm, - die Nahrung einfach sein und Unmäßigkeit im Essen und Trinken muß - ernstlich verboten werden. Während des Anfalles von Kälte, gebe man - warme Getränke wie Gerstenschleim, schwachen Thee, heiße Limonade, - Wasser von geröstetem Brod. Erhitzte Steine und Flaschen mit heißem - Wasser lege man zu den Füßen und längs des Körpers. - - Während des Fiebers entferne man so viel von dem Bettzeug als - nöthig, um nicht unnöthiges Schwitzen hervorzurufen. Am Ende des - Schweiß-Stadiums reibe man den Körper mit warmen Handtüchern und - wechsle das Weißzeug. Während dieses Stadiums lasse man Eiswasser - trinken. Leute, die besondere Anlage zu dieser Krankheit haben, - sollten stets Flanell unmittelbar auf der Haut tragen. - - =Allöopathisch.= Vor dem Anfall sollten die Eingeweide durch - folgendes Mittel geleert werden: - - Sennesblätter (~Senna~) 3 Drachmen. - Bittersalz (~Epsom salts~) ½ Drachme. - Manna ½ „ - Fenchelsamen (~Fennel seed~) 1 „ - Kochendes Wasser 1 Pint. - - Lasse die Mischung eine Stunde lang in einem zugedeckten Gefäße - stehen und durchseihe es. Dosis: Einen Theetassenkopf voll alle 3 - oder 4 Stunden, bis die Wirkung eintritt. - - Während des Froststadiums bediene man sich heißer Getränke, gebe - heiße Fußbäder und erwärme das Bett vermittelst Flaschen mit heißem - Wasser längs des Körpers. - - In dem Hitzestadium gebe man Folgendes: - - Laudanum 1 Unze. - Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) 1 „ - Salpetersaurer Spiritusäther (~Spirits of nitric - ether~) 1 „ - - Mische es. Dosis: alle Stunden einen Eßlöffel voll, ausgenommen die - Wirkung zeigt sich betäubend, wo es dann in längeren Zwischenräumen - gegeben werden mag. Zuweilen ist es gut, abwechselnd mit dem - Vorhergehenden ~Veratrum viride tincture~ (Nießwurz-Tinctur) in Dosen - von 5 Tropfen zu geben. Während des Schwitzens braucht keine Medizin - gegeben zu werden. - - Die fieberfreie Zeit ist die beste Zeit zur erfolgreichen Behandlung - der Krankheit. Sobald das Hitze- und Schweißstadium vorüber sind, - fange man mit der folgenden Mischung an: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 16 Grane. - Aromatische Schwefelsäure (~Aromatic sulphuric - acid~) ½ Drachme. - Gewöhnlicher Syrup 2 Unzen. - Pfeffermünzwasser (~Peppermint water~) 2 „ - - Mische es. Dosis: alle zwei Stunden einen Eßlöffel voll. Bei Kindern - möge man dem Vorstehenden noch 2 Skrupel Lakritzensaft (~Liquorice~) - beifügen, um den Geschmack zu verwischen. Während des Fiebers halte - mit der Medizin ein und verfahre wie bereits angegeben. Ist die - Krankheit einmal gebrochen, gebe man obige Mischung dreimal des Tages - ungefähr zwei Wochen lang. - - Ein anderes gutes Mittel ist: - - Chinin (~Quinine~) 20 Grane. - Vitriol-Elixir (~Elixir of vitriol~) 1 Drachme. - - Löse das Chinin im Elixir und füge 12 Drachmen Schlangenwurzel - (~Black cohosh~) Tinctur hinzu. Dosis: 15 bis 20 Tropfen in ein wenig - Wasser. - - Spinnenwebe, in Pillen von 5 bis 10 Gran zubereitet mit Syrup oder - Schleim, während der fieberfreien Zeit alle 2, 3 oder 4 Stunden - gegeben, wurde von Dr. Condie und Anderen empfohlen. - - Eine andere Behandlungsweise besteht darin, daß ein Brechmittel vor - dem Anfalle gegeben wird, so daß es bei Eintreten des Froststadiums - in voller Wirksamkeit ist. Eines der besten Mittel ist eine Abkochung - von Wasserdost (~Boneset~, ~Eupatorium perfoliatum~), warm, in - Dosen von einem großen Tassenkopf voll. Der Kranke muß sich im Bett - aufhalten und wird in einen starken Schweiß verfallen, der in der - Regel gegen den erwarteten Frost schützen wird. - - Wenn zu befürchten ist, daß, nachdem der Frost einmal gebrochen, ein - Rückfall eintritt, ist es gut, den Gebrauch des Chinin, in Dosen - von 4 oder 5 Granen täglich, mehrere Monate hindurch fortzusetzen. - Wood empfiehlt einen Aufguß von der Rinde des wilden Kirschbaums, - viermal des Tages in Dosen von einem Weinglas voll. Ebenso ist auch - ein Aufguß von Wermuth (~Wormwood~), 2-3 Mal des Tages zu nehmen, - empfohlen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Während des Froststadiums lasse den - Patienten unbeschränkt warme Thees von Katzenmünz (~Catnip~), Isop - (~Pennyroyal~), Wasserdost (~Boneset~), Virginischer Schlangenwurzel - (~Virginia snake root~) oder schwachen rothen Pfeffer- (~Red pepper~) - Thee trinken. - - In dem Hitzestadium gebe man ihm kalte Limonade, Wasser mit - Johannisbeer-Gelee (~Currant jelly water~) u. s. w. Bei Schmerz, - Uebelkeit und Erbrechen mögen Senfpflaster auf den Magen und - Unterleib gelegt werden. Gleichzeitig gebe man folgendes: - - Pulverisirten Rhabarber (~Powdered rhubarb~) 12 Grane. - Saleratus 5 „ - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 1-15 Gran. - - Man nehme dies auf einmal in Pfeffermünzwasser. Dasselbe kann alle - 15 bis 20 Minuten, wenn erforderlich, wiederholt werden. Während - des Schweißstadiums ist keine Behandlung erforderlich; bei großer - Schwäche gebe man indessen Branntwein oder Whisky-Punsch (~Toddy~). - - Während der fieberfreien Zeit muß der Organismus gestärkt werden, - um der Rückkehr des kalten Fiebers Widerstand leisten zu können. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) ist das beste und wird - ausschließlich zu diesem Behufe angewandt. Folgendes ausgezeichnete - Mittel wird von Dr. Baum in Louisville empfohlen: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 14 Grane. - Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) 14 Tropfen. - Wasser 1 Unze. - - Dosis: alle Stunden einen Eßlöffel voll in ein wenig kaltem - Wasser, zwischen den Anfällen. 30 Tropfen Laudanum und 30 Tropfen - Schwefeläther in ein wenig kaltem Wasser, ehe der Frost eintritt, - wird zuweilen einen Anfall verhindern. - - Folgende Mittel sind sehr empfohlen und werden in verschiedenen - Fällen erfolgreich angewendet werden: - - 1 -- Chinin (~Quinine~) 12 Grane. - Löwenzahn- (~Dandelion~) Extract 1 Skrupel. - Schwarz Pfefferöl (~Oil of black pepper~) 10 Tropfen. - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Alle Stunden -- an den - fieberfreien Tagen -- eine Pille, bis sie alle 12 genommen sind. - - 2 -- Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 1 Skrupel. - Schwefelsäure 20 Tropfen. - Paregoricum (~Paregoric~) 1 Unze. - - Löse das Chinin in der Schwefelsäure und füge dann Paregoricum hinzu. - Mische es und gib durch 6 Stunden jede Stunde einen Theelöffel voll. - - 3 -- Schwefelsaures Chinin 8 Grane. - Stechapfel- (~Stramonium~) Extrakt 1 Gran. - Schwefelsaures Morphium 1 „ - - Mische es wohl und theile es in 4 Dosen und nimm jede Stunde eine, - und zwar 4 Stunden vor dem erwarteten Frost angefangen. - - 4 -- Nehme man eine Muskatnuß (~Nutmeg~), lasse sie verbrennen oder - verkohlen, pulverisire sie, füge einen gleichen Gewichtstheil von - verbranntem Alaun (~Alum~) hinzu und theile es in 3 Pulver. Reinige - die Eingeweide mit einer Dosis Salz oder Castoröl und gebe ein - Pulver, wenn der Frost kommt. - - 5 -- Stachlige Eschenrinde (~Prickly ash bark~), wilde - Kirschbaumrinde (~Wild cherry bark~), Fischfrehme (~Dogwood bark~), - Schlangenwurz (~Black cohosh~), Virginischer Ehrenpreis (~Black - root~) oder Akeleiwurzel (~Culver~), Zimmet, Gewürznelken, von jedem - eine Unze grob gepulvert, und 5 Pints Cider. Lasse es ungefähr 24 - Stunden stehen und gebe 2 Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - 6 -- Ein Pint süße Milch und einen großen Eßlöffel voll Ingwer - (~Ground ginger~), erhitze es über dem Feuer und trinke es ungefähr - um die Zeit, wenn der Frost kommt. Wiederhole dieses bei jedem - Frostanfall. - - =Homöopathisch.= ~Acidum nitri~ wird von Professor N. F. Cooke in - Chicago zur Behandlung dieser Krankheit empfohlen. Mische 12 Tropfen - dieser chemisch reinen Säure mit 4 Unzen destillirtes Wasser und gib, - ohne Rücksicht auf den Anfall, alle 3 Stunden einen Theelöffel voll. - Wenn der Frost nicht wiederkehrt, (so daß zum Beispiel, wenn der - letzte Frostanfall am Dienstag stattfand, am Mittwoch oder Donnerstag - ein solcher ausbleibt), gebe die Säure dreimal des Tages eine Woche - oder 10 Tage lang. Darauf erweitere die Zwischenräume auf zweimal des - Tages durch 2 Wochen hindurch. Dann einmal einen Tag um den anderen - und darauf alle 3 Tage. Ist die Behandlung ohne Erfolg, empfiehlt - Cooke kleine Dosen von Chinin, wie folgt: - - Jede Dosis sollte in einem halben Gran bestehen, und die angenehmste - Form ist die halbe Gran verzuckerte Pille. Kann man sich dies - nicht verschaffen, so bediene man sich der Pulver. Nachdem das - Schweißstadium aufgehört hat, beginne mit einer Gabe Chinin und gebe - bei alltägigem Fieber alle 2 Stunden eine Dosis, bei dreitägigem - alle 3 Stunden eine Dosis. Die Gabe wird eingestellt, sobald die - Symptome des nächsten Frostes erscheinen. Nachdem der Anfall vorüber - ist, gebe man die Medizin wie zuvor und fahre damit fort, bis der - Frost gebrochen ist. Während des Anfalls gebe, was immer für Mittel - angezeigt erscheinen mögen. ~Aconitum~, wenn das Fieber stark ist, - ~Belladonna~, wenn die Symptome hervorragend sind. ~Bryonia~ bei - starken Schmerzen in den Knochen. - - Wenn der Frost gebrochen ist, gebe man mehrere Wochen lang ~China~ in - Dosen, wie bei ~Acidum nitri~ empfohlen. - - Andere Mittel, welche gegeben werden können, wenn es angezeigt - erscheint, sind folgende: - - ~China.~ -- Gelbliche Haut- und Gesichtsfarbe, während des Frostes - galliges Erbrechen, Röthe des Gesichts, Herzklopfen; während - der fieberfreien Zeit gelbliche Gesichtsfarbe, schwache Augen, - Gedankenverwirrung, Schwindel, Durst, unbehagliches Gefühl in der - Magengrube, Verstopfung, allgemeine Schwäche. Durst vor oder nach - dem Froste oder während des Schweißstadiums, kurzer Husten, sehr - gering, wenn überhaupt vorhanden, Durst während des kalten oder - heißen Stadiums. Knorre heilte das eintägige Fieber, bei Schwindel, - Blässe, kalten Händen und Füßen, Erbrechen von Schleim, während des - Frostschauers Schmerzen im Kopf, in den Seiten und in der Magengrube, - trockenem, bellendem Husten, Schläferigkeit während des Fiebers, das - lange und heftig anhält, Verwirrung der Begriffe und Schläferigkeit - während des Anfalles und der fieberfreien Zeit; Angst, Entmuthigung, - große Geistesthätigkeit, zuweilen Delirium (Marcy und Hunt). Große - Schwäche und Hinfälligkeit, der Patient sieht blaß aus und hat - Mangel an Lebenskraft. Schweiß sogar während der fieberfreien Zeit. - Wassersucht, Frost in Körpertheilen, Hitze im Kopfe durch das Fieber - beschränkt und mit Frost gemischt, Durst mit folgendem Schweiße, - Fieber ohne Frostschauer, bei großem Durst und starkem Schweiß. - - ~Arsenicum.~ -- Aufgedunsenes Gesicht und erdfarben, oder eingefallen - und gelblich, die Haut brennend heiß und das Gesicht roth während - des Fiebers, letzteres aber während der fieberfreien Zeit blaß und - eingesunken; Zittern der Glieder während des Schweißstadiums, Zunge - bläulich, weiß oder hellroth, Frost und Hitze abwechselnd, brennende - Schmerzen im Magen, starke Schmerzen in den Gliedern, Rücken, - Kopf oder Brust während des Fiebers; während des Schweißstadiums - Schwere des Kopfes, Summen in den Ohren; zwischen dem Frost- und - Hitzestadium, Mattigkeit, Schwindel, Durst, Uebelkeit, Erbrechen - und Schlucken, Schweiß während des Schlafes. Hartlaub empfiehlt - ~Arsenicum~ gegen Frost ohne Durst, dem Fieber mit oder ohne Durst - und dann Schweiß folgt; vor dem Frost Schwindel, Schmerzen über - den ganzen Körper, Strecken und Gähnen, Uebelkeit und Erbrechen, - Beklemmung der Brust; während des Fiebers Delirium, Schmerz im - Kopfe, Schwindel beim Aufstehen, bitterem Geschmack im Munde, ein - Schmerz in der Gegend der Leber, während der fieberfreien Zeit, - blasse Gesichtsfarbe, weiße Zunge, kalten klebrigen Schweiß, - Appetitlosigkeit, Anschwellen des Unterleibes, große Schwäche. - Anfälle kommen in der Regel des Morgens oder Abends. Fieber mit - fliegender Hitze und große Schmerzen der Knochen. - - ~Nux Vomica.~ -- Aeußerliche Hitze bei innerlichem Frost oder - innerliche Hitze und Frost von Außen. Während des Frostes sind Hände, - Gesicht, Haut und Nägel blau und kalt; Gähnen und Strecken; eine oder - beide Wangen roth, dichter Schweiß von säuerlichem Geruch; wenn dem - ersten Stadium äußerliche und innerliche Kälte und Gähnen folgt, - Frost am Abend oder Morgen während des heißen Stadiums, Kopfschmerz, - Schwindel, Uebelkeit, Durst. Schüttelnder Frost mit Durst, dem - Fieber mit Durst und Schweiß folgt. Bewegung während des Fiebers - oder Schweißes verursacht Frost. Während der fieberfreien Zeit ist - Kopfschmerz, Appetitlosigkeit, schlechter Geschmack im Munde, Schmerz - im Magen nach dem Essen, Verstopfung, viel Durst, Schweiß. - - ~Ipecacuanha.~ -- Vor dem Frost-Stadium Strecken und Mattigkeit bei - kaltem Schweiße auf der Stirne, leichter Frost, dem große Hitze - folgt; der Frost nimmt durch äußerliche Hitze zu; Durst nur während - des Frostes; Beklemmung der Brust; Uebelkeit und Erbrechen. Während - der fieberfreien Zeit hat die Speise einen bitteren Geschmack, - Appetitlosigkeit, Erbrechen nach dem Essen, Schlaflosigkeit. - - ~Bryonia.~ -- Wenn vor dem kalten Stadium Schwindel, Kopfschmerz und - Mattigkeit; -- ferner, wenn das erste Stadium mit starkem Frost, - Zittern und Hitze im Kopf eintritt; das zweite Stadium mit Hitze - und Frost abwechselnd, hierauf große Hitze und Durst, krampfartiger - Husten, stechende Schmerzen in der Seite und im Unterleib; nach - der Hitze starker Schweiß, Beklemmung der Brust, trockener Husten, - Neigung zum Schwitzen des Nachts und am Morgen; während der - fieberfreien Zeit Verstopfung, Durst, gelbliche Gesichtsfarbe und - Nachtschweiße. - - ~Eupatorium Perfoliatum.~ -- Leichter Frost stellt sich vor dem - Beginne des ersten Stadiums ein, Schwindel, Schwere und Läuten im - Kopfe während des kalten Stadiums; theilweiser Frost im Rücken, - Händen und Füßen; das Hitze-Stadium beginnt mit leichtem Frost - abwechselnd mit fliegender Hitze, bis das Fieber allgemein wird; - Uebelkeit und Erbrechen einer galligen Masse am Ende des Frostes. - Wenn der Frost um 9 Uhr Morgens beginnt bei Schmerzen in den Knochen, - klopfendem Kopfschmerz während des Frostes und der Hitze; Durst, - mehrere Stunden vor dem Froste beginnend, der während des Frostes und - der Hitze fortdauert; wenig oder kein Schweiß, Empfindlichkeit des - Unterleibes gegen Druck; beständige Neigung zum Schlaf; Nachtschweiße. - - ~Cedron.~ -- Die Anfälle kommen Abends 8 Uhr und folgen einer - großen Niedergeschlagenheit, drückendem Kopfweh und Stumpfheit - der Sinne; Mund trocken, großer Durst; Krämpfe, bei Thränen und - zusammenziehenden Schmerzen in den Armen und Beinen, kaltes Gefühl in - Händen und Füßen, Herzklopfen und Frostschauer. Diese Symptome halten - ein bis zwei Stunden an und lassen ein Gefühl von trockener Hitze, - der ein dichter Schweiß folgt, zurück; voller und schneller Puls; - rothes Gesicht; in der fieberfreien Zeit kalt und blaß; Durst und ein - Verlangen nach warmen Getränken. (Marcy und Hunt.) - - ~Pulsatilla.~ -- Langer Frost, wenig Hitze und kein Durst. - Kennzeichen einer schlechten Verdauung (~dyspepsia~). Der Frost - beginnt mit Erbrechen. Frost und Hitze kehren zu derselben Zeit an - jedem Tage zurück. Während des Frostes: Gesichtsblässe, Kopfweh mit - Schwere; zuweilen Erbrechen mit Schleim und Brustbeklemmung. Während - der Hitze: Kopfschmerz und Rothsein des Gesichts, aufgedunsenes - Ansehen, Seufzen, Klagen, ängstliches Athmen, Uebelkeit, Diarrhöe - mit folgendem Schweiß, Anfall von Ohnmacht und bei dem weiblichen - Geschlecht Unterdrückung der monatlichen Reinigung. Während der - fieberfreien Zeit: Kopfschmerz, Kochen des Bluts, Herzklopfen, - feuchter Husten und eine Neigung zum Weinen. - - ~Natrum Muriaticum.~ -- Heftiges Kopfweh während des Frostes und der - Hitze, verdunkelter Blick, theilweise Bewußtlosigkeit, Schmerzen - in den Knochen, gelbliche Gesichtsfarbe, Fieber mit Blasen auf - den Lippen, Durst während des Frostes, aber noch mehr während der - Hitze; leichter Frost, Gähnen und Strecken, ohne Durst, dem ein - starkes Fieber mit Durst folgt; dann Schweiß mit Schläfrigkeit und - Schlafsucht. (Pulte.) - - ~Ignatia.~ -- Gegen nervöse Anfälle, besonders wenn sie durch Schreck - hervorgerufen wurden. Durst nur während des Frostes, ebenso Schmerz - in den Eingeweiden. Das Fieber beginnt am Nachmittage und dauert - die ganze Nacht hindurch. Das geringste Geräusch erhöht des Kranken - Leiden. - - ~Veratrum album.~ -- Aeußerlicher Frost und kalter Schweiß, besonders - auf der Stirne und innerliche Hitze; großer Durst, besonders während - des Frostes und Schweißes; wässeriges Erbrechen und Diarrhöe, - leichenartige Farbe des Gesichts; Krämpfe, Delirium, große Angst, - schnelles Sinken der Kraft. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe alle 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel voll, auch - während des Anfalles. - - -Gelbes Fieber. - -Diese Krankheit kennzeichnet sich durch die gelbliche Hautfarbe und -das Erbrechen einer dunkeln Flüssigkeit. Sie ist besonders in warmen -Klimaten vorherrschend und eine Witterung von 79 oder 80 Grad, welche 2 -oder 3 Monate hindurch anhält, wurde bisher zu seiner Hervorrufung für -nothwendig gehalten. In der Regel erscheint sie im Spätsommer oder im -Anfange des Herbstes und verschwindet nur mit dem Eintritte des Frostes. - -+Ursachen.+ -- Die Verwesung von Pflanzen- und thierischen Stoffen -und Uebervölkerung. Die hervorragendsten Ursachen sind eine zu starke -thierische oder reizende Kost, unregelmäßige Lebensweise, geistige -Angst und Druck, Thränen, Kummer und das Aussetzen gegen Luft und heiße -Sonne. - -+Symptome.+ -- Die ersten Symptome sind Schwindel, Schmerzen in dem -Rücken und den Gliedern, Frost, Uebelkeit und ein Gefühl von Ohnmacht. - -+Zweites Stadium.+ -- Nachdem die obigen Symptome einige Stunden -lang angehalten haben, tritt eine Rückwirkung ein. Das Gesicht ist -geröthet, die Haut heiß und trocken, die Augen sind roth und funkelnd, -heftige Schmerzen im Kopfe, Rücken und den Gliedern; Unbehaglichkeit -im Magen, sehr schnelles Athmen, Erbrechen einer säuerlichen, galligen -Masse, Mund und Hals trocken, bei großem Durst und zuweilen Delirium, -die Zunge mit einem klebrigen, weißen Schleim überzogen, mit rothen -Rändern, hin und wieder böser Mund, so daß dadurch das Schlucken -erschwert wird. Der Kranke klagt über ein Gefühl von Schwere und -Beklemmung in der Magengrube und der Magen ist sehr reizbar, alles was -verschluckt wird, wieder von sich gebend. - -Nachdem diese Symptome 25 bis 36 Stunden angehalten haben, wird dem -Kranken wieder leichter, ausgenommen das höchst unangenehme Gefühl im -Magen, bei Uebelkeit und Erbrechen. - -Dieses Stadium kann einige Stunden lang anhalten und kann dabei ein -leichtes Schwitzen vorhanden sein, worauf die früheren Symptome noch -heftiger zurückkehren. Der Magen wird jetzt außerordentlich schmerzhaft -und empfindlich. Unaufhörliches heftiges Erbrechen einer Flüssigkeit -von dunkler Farbe, bei großem Durst. Die Haut und die Augen werden gelb -und der Kranke wird ruhelos und unstät. Die Schmerzen im Kopfe, Rücken -und in den Gliedern sind weniger heftig als zuvor und der Puls, die -Zunge und die Haut können sehr natürlich sein. - -Dieses Stadium kann 12 bis 48 Stunden anhalten, dann tritt das letzte -Stadium ein, das sich durch Erbrechen einer grünlichen, gelblichen, -bräunlichen oder claretfarbigen Masse, welche das schwarze Erbrechen -genannt wird, kennzeichnet. Die Temperatur der Haut fällt unter ihren -natürlichen Zustand, der Kranke wird sehr schnell schwach, der Puls -sinkt, die Zunge wird trocken, schwarz und zusammengeschrumpft, das -Athmen unregelmäßig und beschwerlich, Krämpfe befallen die Eingeweide -und die Waden, das Gesicht verzieht sich und verliert seinen lebendigen -Ausdruck, Hände und Füße werden kalt; Diarrhöe, Schweiß, Blutflüsse und -schließlich Krämpfe treten ein. - - -+Behandlung.+ - - ~Eclectische und Kräuterkur.~ Beim Beginn des Anfalles kann ein - Brechmittel von dem zusammengesetzten Pulver der Lobelia gegeben - werden, worauf die Eingeweide mit Folgendem, was sehr empfohlen - worden ist, geleert werden sollten: - - Essig und Castoröl, von jedem ½ Weinglas - voll. - Salz 1 Theelöffel - voll. - - Mische es zu einer Dosis und wiederhole es jede Stunde, bis die - Wirkung eintritt. - - Zur Verminderung des Fiebers sollte kaltes Wasser auf der Oberfläche - des Körpers angewendet werden, zu welchem Behufe der Kranke in ein - großes Faß oder irgend ein anderes dazu passendes Gefäß gebracht - werden muß, Ströme von kaltem Wasser werden über den Nacken und - Körper des Kranken gegossen, bis das Gesicht blaß wird, worauf der - Kranke lebhaft abgerieben und in ein warmes Bett geschafft werden - sollte. Während des Frost-Stadiums der Krankheit lege man ein großes - Blasenpflaster über den Magen und gebe folgendes: - - Gemeines Fußblatt (~Podophyllin~) 1 Gran. - Leptandrin 2 Grane. - - Mische es in einem Mörser mit 10 Granen weißen Zuckers und gib es - auf eine Dosis mit stündlicher Wiederholung. Dies wird das Erbrechen - vermindern. - - Wenn der Frost eine lange Zeit anhält, lege man den Kranken in ein - warmes Bad, das mit Senf gemischt ist, wobei Thee von grüner Münze - (~spearmint~), Katzenmünze (~catnip~) oder Salbei (~sage~) getrunken - werden sollten, um Schweiß hervorzurufen. - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) kann in Dosen von 4 bis - 6 Granen jede Stunde oder alle 2 Stunden gegeben werden. Limonade und - Cideressig lasse man unbeschränkt trinken. Kann der Magen diese nicht - behalten, gebe man vermittelst Einspritzung folgendes: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 12 Grane. - Weinsteinsäure (~Tartaric acid~) 12 „ - Limonade oder Citronensaft 1 Unze. - - Mische es und gib es als Einspritzung; wenn nöthig, jede Stunde oder - alle zwei Stunden zu wiederholen. - - Dr. Nott von Mobile empfiehlt Kreosot (~creosote~) während des - Fiebers zu geben. Nachdem die Eingeweide geöffnet sind, 20 Tropfen - Kreosot mit 6 Unzen Minderers Geist (~Spirits of mindererus~) mit - hinlänglich Alcohol, um den Kreosot zu lösen. Man gebe alle zwei - Stunden einen Eßlöffel voll. Waschen der Haut mit kaltem Wasser - und Essig wird die Hitze und Trockenheit vermindern. Auch können - Senfpflaster längs des Rückgrats gelegt werden. - - Während der fieberfreien Zeit oder bei Sinken der Kräfte sollte mit - Chinin fortgefahren werden, auch Terpentinöl (~Oil of turpentine~) - ist mit Vortheil in diesem Stadium angewendet worden. Gebe jede - Stunde, oder alle 2 Stunden 10-15 Tropfen mit 2 oder 3 Granen - spanischen Pfeffers (~Capsicum~) in Limonade oder andern säuerlichen - Getränken. - - Wenn der Kranke sehr hinfällig ist, gebe man das folgende: - - Branntwein (~Brandy~) 4 Unzen. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) ½ Drachme. - - Wozu eine oder zwei Unzen Terpentinöl, wenn nöthig, gefügt werden - können. Alle halbe Stunde oder jede Stunde einen Theelöffel voll. - - Bei Wiedergenesung muß große Sorgfalt gegen einen Rückfall beobachtet - werden. Die Kost sollte aus Pflaumen, Datteln (~Tamarinds~) oder - Aepfelwasser mit ein wenig Wein bestehen. Starke Rindssuppe, - indischer Mehlschleim, gekochter Reis und andere leichte - Nahrungsmittel mögen gegeben werden. Als ein stärkendes Mittel dienen - kalter Aufguß von virginischer Schlangenwurzel (~Virginia snake - root~), oder ein Aufguß von Buschklee (~Shrubby Trefoil~). - - =Homöopathisch.= Sobald die ersten Symptome erscheinen, sollte - sogleich ~Ipecacuanha~ gegeben werden, besonders bei Schwindel, - Frost, Schmerzen im Rücken und in den Gliedern, unbehaglichem Gefühle - im Magen, Uebelkeit und Erbrechen. - - ~Belladonna.~ -- Rothes und aufgedunsenes Gesicht; Augen hell, roth - und funkelnd oder starr; Zunge weißlich, gelblich oder bräunlich; - trockene, brennende Hitze; scharfe, ziehende Schmerzen im Kopf - bei klopfender, schmerzhafter Schwere, krampfartige Schmerzen in - dem Rücken und den Gliedern, Druck, krampfartige Schmerzen im - Magen, Neigung zum Erbrechen oder heftiges Erbrechen während der - fieberfreien Zeit, Tiefsinn, Niedergeschlagenheit. Bei eintretender - Rückwirkung große Erregtheit, beständiges Herumwerfen und Angst. - - ~Bryonia.~ -- Haut gelb, Augen roth oder stumpf, glasig oder - wässerig, Zunge trocken, weiß oder gelb belegt, starker Schmerz - im Magen, mit Erbrechen besonders nach Trinken, brennender Durst, - Schmerz in dem Rücken und den Gliedern, Kopfschmerz durch Bewegung - erhöht, Augen bei Bewegung schmerzhaft, Gefühl von Vollsein und Druck - im Magen und den Eingeweiden, Angst, Furcht und Besorgniß, Schwinden - des Gedächtnisses. - - ~Rhus toxicodendron.~ -- Haut trocken und gelb, Augen glasig und - eingefallen, Zunge trocken und schwarz, Lippen trocken und bräunlich, - Puls schnell und schwach, Delirium; Betäubung, schnarchendes Athmen, - beständige Bewegung, unangenehmer Schmerz oder Brennen im Magen, - Uebelkeit und Erbrechen, die unteren Theile gelähmt, Krämpfe in den - Eingeweiden, Kolik, Diarrhöe, schwieriges Schlucken oder Schmerz beim - Schlucken, Begriff stumpf und umwölkt. - - ~Arsenicum.~ -- Gesicht bläulich oder gelblich, Augen blaß und - eingefallen, Körper kalt, bei kaltem und klebrigem Schweiß, Nase - zugespitzt, Lippen und Zunge braun oder schwarz, schneller Puls, - schwach und unruhig oder zitternd, große Hinfälligkeit, dumpfer, - klopfender oder stechender Schmerz im Kopfe, brennende oder scharf - ziehende Schmerzen im Magen oder in der Gegend der Leber; steife - Glieder, häufiger zwingender Stuhl, oder die Entleerungen sind - schmerzlos und finden ohne Wissen des Kranken statt, Brustbeklemmung, - schnelles ängstliches Athmen, Krämpfe in den Waden, ziehende und - krampfartige Schmerzen in den Eingeweiden, Gefühl als wenn ein - schwerer Gegenstand auf die Eingeweide drücke, Gedächtnißschwäche, - Betäubung und Bewußtlosigkeit. - - ~Aconitum.~ -- Im ersten und zweiten Stadium anwendbar, wenn eine - brennende, trockene Haut, rothe Augen, gegen das Licht empfindlich, - Gesicht roth, Lippen und Mund trocken, Gefühl von großer Hitze, - Durst, Schmerzen in den Schläfen, der Stirne oder den Seiten des - Kopfes, Schwindel beim Aufstehen, große Hitze und Reizbarkeit des - Magens, kurzes und sehr schnelles Athmen vorhanden sind. - - ~Nux vomica.~ -- Haut gelb, besonders um Nase und Mund, Augen - entzündet, Ringe um die Augen, Zunge weiß oder gelb belegt, oder - trocken, aufgesprungen, braun mit rothen Rändern, brennende Schmerzen - im Magen, Erbrechen einer säuerlichen, galligen Masse, heftiges - Schlucken, Schwindel, Schmerzen im Kopfe, Zittern der Glieder, - Verlangen nach Bier, Branntwein oder andern Reizmitteln, Entleerungen - von einer blutigen oder galligen Masse aus den Eingeweiden, Kälte und - Krämpfe in den Beinen, große Angst, Todesfurcht, Bewußtlosigkeit und - Delirium mit Murmeln. - - ~Mercurius.~ -- Gelbe Hautfarbe, Augen roth, die Blutgefäße sind - angefüllt, Zunge mit dickem weißen Pelz oder trockenem und braunem - Schleim belegt, starke Neigung zum Schlafe oder Ruhelosigkeit, je - nach dem Zustand der Nerven, Gefühl von Ermüdung, schnelles Sinken - der Kräfte, heftiges Erbrechen einer galligen Schleimmasse, brennende - Schmerzen und Empfindlichkeit des Magens, Kälte der Arme und Füße bei - Krämpfen. - - ~Veratrum.~ -- Gesicht gelblich oder bläulich, kalt und mit kaltem - Schweiße bedeckt, Augen trüb, gelblich oder wässerig, Lippen und - Zunge trocken, braun und aufgesprungen, Schlucken, Kälte der Hände - und Füße, Entleerungen der Eingeweide, dünn, schwärzlich oder - gelblich, Zittern, Krämpfe in den Füßen, Händen und Beinen, Sinken - der Kraft, schwieriges Schlucken, sehr starker Durst, Erbrechen von - grüner Galle, oder Schleim, oder schwarzer Galle und Blut, Krämpfe im - Magen, den Eingeweiden und Gliedern. - - ~Sulphur.~ -- Gesicht blaß und gelblich, Puls hart, geschwind und - voll, Schwindel und starke Schmerzen in dem Kopf, Jucken oder - brennende Schmerzen in den Augen, Brausen in den Ohren, Schmerzen im - Rücken und in den Seiten. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Dosis: 6 Kügelchen, oder man löse 20 - Kügelchen in einem halben Bierglas voll Wasser und gebe der Strenge - der Symptome angemessen, alle halbe, ganze, zwei oder drei Stunden - eine Dosis. - - =Allöopathisch.= Die Eingeweide sollten mit 10 Gran Calomel geöffnet - und folgendes gegeben werden: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potash~) 10 Grane. - Lakritzen-Extrakt (~Extract of liquorice~) 1 Skrupel. - Zusammengesetzter Aufguß von Sennesblättern - (~Compound infusion of senna~) 5½ Unzen. - Sennesblätter oder Jalappenwurzel (~Tincture of - senna or jalap~) 3 Drachmen. - Spiritus von flüssigem Salz (~Spirits of sal - volatile~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: 2 bis 3 Eßlöffel. Dies sollte alle Stunde oder wenn - nöthig alle halbe Stunde wiederholt werden. - - Anstatt des Calomels kann auch folgendes gebraucht werden: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Cremor Tartari (~Cream of tartar~) 1 „ - Reines Wasser 1 Pint. - - Mische es. Dosis: Ein Weinglas voll. - - Während des Frostes gebe man ein Senf-Fußbad; als Getränk - Pfeffermünz-, (~Peppermint~) Isop- oder Salbei-Thee. In der - fieberfreien Zeit oder dem Stadium der Ruhe gebe ein Reizmittel und - suche durch warme Getränke und die Tinktur von ~Veratrum Viride~ oder - das folgende Mittel Schweiß hervorzurufen: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 12 Grane. - Aromatische Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) 24 Tropfen. - Syrup 1 Unze. - Pfeffermünz-Wasser (~Peppermint water~) 1 „ - - Mische es und gebe jede Stunde einen Theelöffel voll. - - Während des dritten Stadiums sollte anschließend an das - Chinin-Präparat (~Preparation of quinine~) Branntwein (~Brandy~) - nach Ermessen gegeben werden. Ist Schmerz und ein Frostgefühl auf - der Magengrube vorhanden, sollten Blutegel angesetzt und nach deren - Entfernung ein erweichender Umschlag auf den Magen gemacht werden. - Essigsaures Morphium (~Acetate of morphine~) auf die Magengegend - gesprengt, wird, nachdem es Blasen gezogen hat, hin und wieder die - Reizbarkeit vermindern. - - Gegen Schmerz im Kopf sind Blutegel an die Schläfe und in den Nacken, - sowie auch Kaltwasserumschläge sehr zu empfehlen. - - Der aufschäumende Trank des ~United States Dispensatory~ wird die - Reizbarkeit des Magens vermindern und das Erbrechen einstellen. - - Bei großer Hinfälligkeit und Schwäche möge folgendes gegeben werden: - - Anderthalbkohlensaures Ammoniak (Sesqui-carbonate of - ammonia) 1 Drachme. - Potaschen-Chlorid (Chloride of potash) 2 Drachmen. - Laudanum 1 Drachme. - Cinnamon- oder Pfeffermünz-Wasser 12 Unzen. - - Alle Stunden einen Eßlöffel voll. - - - - -Drittes Kapitel. - -Geisteskrankheiten. - - -Hypochondrie, Schwermüthigkeit (~Hypochondria~). - -Dieser Geisteszustand ist die Folge von Nervenschwäche und tritt in der -Regel gemeinschaftlich mit Verdauungsbeschwerden auf. - -+Ursachen+ mögen eine Herabstimmung und Kraftverminderung des -Nervensystems werden, wie solche durch anhaltendes und angestrengtes -geistiges Arbeiten oder auch durch Ausschweifungen, Unmäßigkeit im -Essen und Trinken, Mangel an Schlaf, große geistige Angst, lang -anhaltenden oder Unterdrückung des regelmäßigen Stuhles entstehen. - -+Symptome+ bestehen in Mattigkeit, Verdrossenheit, Mangel an -Willenskraft, Unthätigkeit. Der Kranke leidet Schmerzen im Unterleib -und der Brust, besonders unter der falschen Rippe. Das Gesicht nimmt -einen schwermüthigen Ausdruck an, der Kranke bewacht beständig alle -Symptome und vermeint unter einer Menge von Krankheiten zu leiden, -spricht stets von seiner Gesundheit und glaubt, nicht lange mehr leben -zu können. Er wird von Verdauungsbeschwerden belästigt, leidet an -Verstopfung, Schwindel, Schmerzen im Kopfe, Zunge belegt, Gesichtsfarbe -bleich oder dunkelbraun, Füße kalt und unruhigen Schlaf. Vielleicht -wird er Wochen lang und länger das Bett hüten, fortwährend in der -Einbildung, daß er an einer heftigen Krankheit leidet, und der Versuch, -ihn davon abzubringen, wird ihn mehr oder weniger beleidigen. Dieser -Gemüthszustand kann dauern, bis Personen und Gegenstände gesehen -werden, die gar nicht vorhanden sind, ebenso bildet sich der Kranke -ein, Geräusch zu hören. Ein beständiges Verlangen nach Medizinen für -diese und jene Krankheit äußert sich. Die Hypochondrie ist in der Regel -am Morgen schlimmer und legt sich gegen Mittag und Abend. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Große Sorgfalt muß bei Behandlung solcher Fälle - beobachtet werden; der Kranke darf weder verspottet, noch sollte ihm - das Vorhandensein einer Krankheit bestritten werden, da dies seinen - Zustand nur verschlimmern würde. Man suche vielmehr seine Gedanken - von düsteren Gegenständen und Vorstellungen abzulenken und neuen, - zerstreuenden Dingen zuzuwenden, höre die Klagen des Kranken so - an, als ob sie in Wirklichkeit durch ein ernstes Leiden begründet - wären. Tägliche Bewegung im Freien, wie Schießen, Reiten und Fischen - sollte erzwungen werden, und heitere Genossen, die da versuchen, - ihre Heiterkeit auf das Gemüth des Kranken zu übertragen, sollten zu - dessen Umgang gewählt werden. Der Leidende muß früh zu Bette gehen, - auf einem harten Lager schlafen und früh wieder aufstehen, um, wenn - es das Wetter zuläßt, Bewegung im Freien zu machen. Kalte Bäder, - denen man ein lebhaftes Reiben folgen läßt, sollten häufig besucht - werden. Die Kost muß leicht, nahrhaft und fein sein, wobei alle - Fettigkeiten, Säuren, Spirituosen, Thee und Kaffee zu vermeiden sind. - - Der Magen darf nie überladen und die Speisen müssen gut gekaut - werden. Unverdaulichkeit, Verdauungsbeschwerden und andere - Krankheiten, die daraus entspringen mögen, sind je nach ihren - verschiedenen Anzeichen zu behandeln. - - =Homöopathisch.= ~Nux vomica.~ -- Bei Uebellaunigkeit, - Lebensüberdruß, unerquickendem Schlafe, Eingenommenheit des Kopfes, - heftigen Schmerzen oder einem Gefühle, wie Nadelstiche in das Gehirn, - beständigem Verlangen, sich niederzulegen, großer Erschöpfung nach - einem Spaziergange, Anlage zu oder Anwesenheit von Geschwüren. - - ~Sulphur.~ -- Bei Niedergeschlagenheit, Besorgniß wegen seiner - Geschäfte, Gesundheit und seines Seelenzustandes, Unruhe, ängstlicher - Ungeduld, körperlicher und geistiger Schlaffheit, Zerstreutheit, - Vollsein und Beklemmung des Magens, Verstopfung. - - ~Calcarea carbonica.~ -- Bei Niedergeschlagenheit, einer Neigung, - öfters zu weinen, Angst, Herzklopfen, eingebildetes Unwohlsein und - Unglück, Wahnsinn und Krankheit, Todesfurcht, Unfähigkeit zum Denken - oder zur geistigen Arbeit. (Dies, wenn ~Sulphur~ keine Wirkung zeigt.) - - ~Aurum muriaticum.~ -- Bei unerquickendem Schlafe, schreckhaften - Träumen, Furcht vor einem bevorstehenden Ungemache, gänzlicher Mangel - an Ehrgeiz und Thatkraft, beständiger Neigung, über eingebildete - Krankheiten zu grübeln. - - ~Natrum muriaticum.~ -- Niedergeschlagenheit, düstere Ahnungen wegen - der Zukunft, Lebensüberdruß, Mißmuth, Unfähigkeit zu geistiger - Arbeit, Kopfschmerz und Mangel an Eßlust, Unverdaulichkeit nach dem - Essen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe von dem gewählten Mittel einen - Tag um den anderen 6 Kügelchen durch 2 Wochen hindurch. Tritt keine - Besserung ein, so wähle man ein anderes Mittel. - - =Allöopathisch.= Wenn Verstopfung vorhanden ist, lasse man - zerstoßenen Weizen essen, oder wenn dies nicht entspricht, gebe man - das folgende Mittel: - - Pulverisirten Rhabarber (~Pulv. rhubarb~) 2 Skrupel. - Doppelt kohlensaure Potasche (~Bi-carbonate of - potassa~) 1 „ - Brechnuß-Extrakt (~Extract of nux vomica~) 5 Grane. - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: zweimal des Tages eine - Pille. - - Ein Theelöffel voll kalcinirter Magnesia (~Calcined magnesia~) oder - ein Aufguß von Entenfuß (~Thoroughwort~) wird häufig von gutem - Erfolge sein. - - Bei vorhandener Schwäche kann eines von den folgenden gegeben werden: - - Flüssiger Extrakt von Sennesblättern (~Fluid extract - of senna~) 1 Drachme. - Zusammengesetzter flüssiger Enzianextrakt - (~Compound fluid of gentian~) ½ „ - Flüssiger Ingwerextrakt (~Fluid extract of - ginger~) ½ „ - Aromatischer Ammoniakspiritus (~Aromatic spirits - of ammonia~) ½ „ - - Mische und gib es als eine Dosis in einem Weinglas voll versüßten - Wassers. - - Oder: - - Aloe (~Aloes~) 1 Unze. - Enzian (~Gentian~) 1 „ - Orangenschale (~Orange peel~) 1 „ - Wachholderbeeren (~Juniper berries~) 1 „ - Aniskörner, zerstoßen (~Anise-seed, bruised~) 1 „ - Wachholderbranntwein (~Gin~) 1 Pint. - - Mische und lasse es zwei Wochen lang stehen, dann seie es durch. - Dosis: Zweimal des Tages einen Eßlöffel voll. Bei Ohnmachten - und Todesgedanken kann Mutterkrautthee (~Motherwort~) mit einem - Theelöffel voll Kampfer-Spiritus gegeben werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Sind die Eingeweide verstopft, öffne - man sie vermittelst einer Mischung von Rhabarber (~Rhubarb~), zwei - Theile, doppelt kohlensaure Potasche (~Bi-carbonate of potassa~), - ein Theil, von dem 3 bis 15 Grane als eine Dosis gegeben und je nach - Ermessen genommen werden können. - - Wenn sich eine Neigung zu saurem Magen einstellt oder es zeigen sich - andere Verdauungsbeschwerden, so gebe man Magnesia und präparirten - Kalk, oder auch zehn Grane Rhabarber (~Rhubarb~) mit ungefähr einem - Theelöffel voll Magnesia einmal des Tages. - - Als ein stärkendes Mittel möge das folgende angewendet werden: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 1 Drachme. - Leptandrin (~Leptandrin~) 1 „ - Weinsteinsäure (~Tartaric acid~) 1 „ - - Alkoholextrakt von Schlangenwurzel (~Black cohosh~) in hinreichender - Menge. Mische und theile es in vier Gran-Pillen; dreimal des Tages - eine Pille. - - -Hysterie, Bauchnervensucht. - -Dies ist ein Leiden, welches besonders dem weiblichen Geschlechte von -nervöser oder nervös-sanguinischer Gemüthsart, mit heitern, lebhaften, -heftigen Gefühlen und lebendiger Einbildungskraft eigen ist. Der Name -ist aus dem Griechischen genommen und bezeichnet die Gebärmutter, -wahrscheinlich weil gewisse Störungen des Geschlechtssystems Ursache zu -dieser Krankheit wurden. - -+Ursachen.+ Zarte, nervöse Gemüthsbeschaffenheit, Beschränkung -auf schlecht ventilirte und überheizte Zimmer, das Lesen von die -Einbildungskraft aufregenden Büchern, der Besuch von theatralischen -Vorstellungen, enge Schnürbrust, Mangel an Bewegung und Schlaf, -außerordentliche Langeweile, üppige Lebensweise. Als die -hervorragendsten Ursachen können geistige Erregungen, wie Aerger, Zorn, -Kummer, Schreck, enttäuschte Liebe, Aussicht auf Unannehmlichkeiten, -üble Gerüche oder Unverdaulichkeit bezeichnet werden. - -+Symptome.+ Ein Anfall von Hysterie folgt in der Regel auf -Niedergeschlagenheit und begleitet Krämpfe von mehr oder weniger -Dauer, sie wird häufiger bei Wittwen und Unverheiratheten, als bei -Verheiratheten gefunden, sowie auch derartige Anfälle wahrscheinlicher -zur Zeit der monatlichen Reinigung, als zu irgend einer anderen -eintreten. In der Regel wird vor oder während des Anfalles ein Gefühl, -als ob eine Kugel von der linken Seite des Unterleibes nach dem Hals -aufstiege, welches ein Gefühl von Ersticken verursacht, wahrgenommen. -Die Kranke weint und lacht abwechselnd oder verschafft sich durch -Schluchzen und eine Fluth von Thränen, sowie durch Ringen der Hände -und Raufen des Haars, Luft. Zuweilen wird der Körper und die Glieder -krampfartig zusammengezogen und die Kranke sträubt sich vielleicht -so heftig, daß die Kraft von mehreren Personen erforderlich ist, um -sie zu halten. Der Kopf wird zurückgezogen und es tritt Delirium oder -Bewußtlosigkeit ein. Es giebt nur wenige Symptome, welche die Krankheit -anzeigen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Kranke sollte an die frische Luft gebracht und - die Kleider gelockert werden, so daß ein ungehinderter Blutumlauf - und freies Athmen stattfinden kann. Kopf und Gesicht wasche man mit - kaltem Wasser und zuweilen wird das Uebergießen mit einem Eimer - kalten Wassers den Krampf der Kranken beendigen. - - =Allöopathisch.= Während eines Krampfanfalles gebe man einen - großen Theelöffel voll flüssigen Baldrianextrakt (~Fluid extract - of valerian~) in ein Weinglas voll versüßten Wassers, was öfters - wiederholt werden sollte; oder eine Drachme frisch gepulverter - Baldrianwurzel, in 4 Pulvern getheilt, wovon als Dosis eines - gegeben werden kann. Wenn die Kinnbacken geschlossen sind und nicht - geöffnet werden können, nehme man in die Zipfel einer Serviette 2 - Stücke Eis, ungefähr von der Größe eines Eies, und presse eins auf - jeder Seite der Kinnbacken, was in der Regel ein Nachlassen des - Krampfes verursachen wird. Ein Theelöffel voll flüchtigen Salzes - (~Sal volatile~), Aether oder Stinkasant (~Asa fœtida~) kann, wenn - zuträglich, gegeben werden. Hin und wieder wird auch eine Priese - Erleichterung verschaffen. Hält der Anfall eine beträchtliche Zeit - an, sollte eine Einspritzung, bestehend aus Terpentin, Spiritus, - Castoröl, Stinkasanttinktur (~Tincture of asa fœtida~), von jedem - eine halbe Unze mit einem Pint Haferschleim gemacht werden. Während - der Zeit zwischen den Anfällen muß versucht werden, die Hauptursachen - zu denselben, wie unregelmäßige Reinigung, Verstopfung oder gestörte - Verdauung zu entfernen. Die Eingeweide mögen mit nicht zu heftig - wirkenden Mitteln offen gehalten werden. Bei großer vorhandener - Schwäche gebe man eins von den folgenden Mitteln: - - Zink-Baldrian (~Valerianate of zinc~) 8 Grane. - Baldriantinctur (~Tincture of valerian~) 2 Drachmen. - Orangenblüthewasser 3½ Unzen. - Rothen Mohnsyrup (~Syrup of red poppies~) 2 Drachmen. - - Mische es. Dosis: Alle 6 Stunden einen Eßlöffel voll. - - Als stärkendes Mittel Folgendes: - - Enzianaufguß (~Infusion of Gentian~) 5½ Unzen. - Anderthalb kohlensaures Ammoniak - (~Sesqui-carbonate of ammonia~) ½ Drachme. - Zusammengesetzte Kardamontinktur (~Compound - tincture of cardamon~) ½ Unze. - - Mische es. Dosis: 2 oder 3 Mal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Oder: - - Schwefelsaures Eisen (~Sulphate of iron~) 1 Skrupel. - Pulverisirte Aloe (~Pulverized aloes~) 2 „ - - Mische es und mache 20 Pillen daraus. - - Dosis: zweimal des Tages eine Pille. Bei großer Zartheit des - Rückgrats sollte die Crotonölsalbe (~Croton oil liniment~) angewendet - werden, bis eine starke Entzündung eintritt. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bei harten Fällen wird das folgende - Mittel zuträglich gefunden werden: - - Stinkender Pothos (~Skunk-cabbage root~) ½ Unze. - Schildkraut (~Skull-cap~) ½ „ - Frauenschuhwurzel (~Ladyslipper root~) ½ „ - Lobelia ½ „ - Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 2 Drachmen. - Alcohol 1 Pint. - Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus (~Compound - spirits of Lavender~) 1 Pint. - Aether und Ammoniak, von jedem 4 Unzen. - - Mische und lasse es bei häufigem Umschütteln zwei Wochen lang stehen. - - Dosis: 1 bis 2 Theelöffel voll, so oft als erforderlich. - - In der Zwischenzeit der Anfälle öffne man mit einem der folgenden - Mittel die Eingeweide: - - Aletridin 12 Grane. - Senegin (~Senecin~) 12 „ - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 6 „ - - Mische und theile es in 12 Pillen. Dosis: 3 Mal des Tages eine Pille. - - Oder: - - Belladonnaextrakt 1½ Grane. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 6 „ - Alkoholextrakt von Schlangenwurzel (~Alcoholic - extract of black cohosh~) 18 „ - - Mische und theile es in 12 Pillen. Dosis: 3 Mal des Tages eine Pille. - - Eine Pille aus Entenfuß- (~May-apple~) Extrakt mit ein Wenig Chinin - (~Quinine~) oder gestoßenen Gewürznelken (~Cloves~) zusammengesetzt, - sollte jeden Abend oder einen Abend um den anderen genommen werden. - Ein gelindes Brechmittel einmal in der Woche aus gleichen Theilen der - Lobelia und Brechwurz (~Ipecacuanha~) mit Isop- (~Pennyroyal~) Thee, - wird zuträglich gefunden werden. - - Wenn der Kranke schwach ist, kann auch ein Pulver aus Narde - (~Spikenard~), Enzian (~Gentian~), Camillen- (~Chamomile~) Blüthe - zusammengesetzt, mit ein wenig Gewürznelken (~Cloves~) oder Muskatnuß - (~Nutmeg~) in Wein oder Spiritus gegeben werden. - - =Homöopathisch.= Wenn der Anfall von Verstopfung herrührt und - zugleich von einem bitteren sauren Geschmack im Munde begleitet wird, - bei Vollheit und Schmerz im Magen, Uebelkeit, Schwäche, Kopfschmerz, - Schwindel, sollte ~Nux Vomica~ Abends und ~Sulphur~ Morgens gegeben - werden. - - ~Pulsatilla~, ~Sabina~, ~Silicea~. Wenn der Anfall von einer Störung - des Geschlechtsorganismus herrührt. - - ~Ignatia~, ~Hyosciamus~, ~Belladonna~ und ~Coffea~. Wenn der Anfall - eine starke geistige Aufregung, wie Aerger oder Schrecken, zur - Ursache hat. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Während der Anfälle gebe von dem - gewählten Heilmittel eine Lösung von 12 Kügelchen in 12 Theelöffel - voll Wasser. Dosis: Alle 10 bis 15 Minuten einen Theelöffel voll. - - In der Zwischenzeit der Anfälle werden alle 12 Stunden 6 Kügelchen - hinreichend sein. - - -Melancholie, Trübsinn - -ist eine krankhafter Zustand, unter dessen Einfluß der Kranke -niedergeschlagen, mürrisch, wunderlich ist, oder wo er unter der -Einbildung einer Schuld, eines großen Verbrechens, das er sich gegen -den Himmel oder die Menschen zu Schulden kommen ließ, leidet. Der -Appetit ist veränderlich, Stimme schwach, Puls tief und der Schlaf -unvollkommen. Dessen Behandlung ist fast dieselbe, als die der -Hypochondrie, auf die wir verweisen. - - -Manie, Irr- oder Wahnsinn - -ist eine Störung des Geistes, die sich verschiedenartig äußert. Die -Symptome sind so zahlreich und so verschieden, daß es unmöglich ist, -irgend eine Beschreibung davon zu geben. - -+Ursachen.+ Unter den zahlreichen Veranlassungen hierzu mögen Schläge -auf den Kopf oder Rückgrat, Schlagfluß, Lähmung, heftige geistige -Aufregung, wie großer Aerger, Eifersucht, Furcht, religiöse Aufregung, -geschlechtliche Ausschweifungen und Verdauungsbeschwerden hervorgehoben -werden. - -+Behandlung+ -- sollte nur einem dazu befähigten Arzte oder den -Instituten für derartige Kranke überlassen werden. - - - - -Viertes Kapitel. - -Krankheiten des Kopfes. - - -Congestion oder Blutandrang nach dem Kopfe. - -Viele Personen leiden an sogenanntem Blutandrang nach dem Kopfe. Es ist -dies ein Zeichen von Blutüberfluß oder gestörtem Blutumlauf und kann -auch als ein Kennzeichen von Neigung zu einem Schlagfluß betrachtet -werden. - -+Ursachen+ -- können von einer Krankheit des Herzens, Schwächung durch -Blutflüsse, Unverdaulichkeit, Verstopfung und geistiger Anstrengung -herrühren. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bei Verstopfung der Eingeweide gebe man - Salz, oder Salz mit Sennesblättern (~Senna~), oder auch Castoröl. - In einem ernsten Falle sollte ein warmes Fußbad gegeben und ein - Senfpflaster auf den Unterleib gelegt werden. Nachdem Linderung - eingetreten ist, sollten die Eingeweide in Ordnung, die Füße warm und - die Haut in einem gesunden Zustande erhalten werden. Die Kost muß - einfach sein. Folgendes wird als ein vortreffliches Linderungsmittel - gefunden werden: - - Belladonna-Tinktur ½ Unze. - Stechapfel- (~Stramonium~) Tinktur ½ „ - Blutwurzel- (~Blood root~) Tinktur 1 „ - - Mische es und nimm 20 Tropfen einmal des Tages. - - =Homöopathisch.= Der Kranke muß sich aller spirituosen Getränke, des - Kaffees und Thees enthalten und häufig Waschungen mit kaltem Wasser - vornehmen. - - ~Aconitum~ -- ist das erste Mittel gegen Kopfschmerz, besonders bei - einem Schmerz über den Augen, als wenn der Kopf springen wollte, - fühlbarer beim Bücken oder Husten. - - ~Belladonna~ -- allein oder abwechselnd mit ~Aconitum~, wenn der - Schmerz mehr auf der rechten Seite des Kopfes, oder bei einem - heftigen Drucke auf die Stirne, welcher bei Bewegung, Geräusch und - Licht zunimmt, sowie auch bei Summen in den Ohren. - - ~Opium.~ -- Wenn der Anfall durch Schreck oder das Trinken von kaltem - Wasser, wenn erhitzt, hervorgerufen wird mit folgenden Kennzeichen: - Schwindel, Summen in den Ohren, Betäubung, bei vom Kopfe strömendem - Schweiß, auch anwendbar in jenen Fällen, wo lang anhaltende - Verstopfung vorhanden, die sehr hartnäckig ist, während der Kranke - gar kein Verlangen nach Stuhl hat. - - ~Coffea.~ -- Wenn der Anfall durch große Freude -- oder bei Kindern - durch das Zahnen, Schlaflosigkeit und Gemüthsbewegung hervorgerufen - wird. - - ~Nux vomica.~ -- Sind anhaltendes Studiren, Trinken von Spirituosen - oder heftiger Zorn die Ursache; auch bei vorhandenem schmerzhaften - Gefühle im Kopfe beim Gehen oder Bewegen, Druck in den Schläfen, - matten Augen, verstopften Eingeweiden mit erfolglosem Verlangen nach - Entleerung, verschlimmerten Symptomen am Morgen oder im Freien. - - ~Bryonia.~ -- Bei schmerzhaftem Druck in den Schläfen oder einem - Gefühle beim Bücken, als ob etwas aus den Schläfen fallen wollte, bei - Nasenbluten ohne Linderung. - - ~Rhus toxicodendron~ -- kann bei denselben Symptomen gegeben werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe alle 15 Minuten bis eine halbe oder 2 Stunden der - Strenge der Symptome angemessen einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Folgendes möge gegeben werden: - - Minderers Geist (~Spirit of mindererus~) 2 Unzen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 1 Unze. - - Mische es und nehme dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - Eine Dosis von einem gelinden Mittel wie Castoröl, Salz, oder Salz - mit Sennesblättern (~Senna~) sollte am Abend und dem darauffolgenden - Morgen gegeben werden. - - Rochelle-Salz 2 Drachmen. - Doppeltkohlensaure Soda (~Bi-carbonate of soda~) 2 Skrupel. - Wasser ½ Pint. - - Mische es. - - Dieser Mischung füge - - Weinstein-Säure (~Tartaric acid~) 35 Grane. - - hinzu und nehme das ganze während des Aufschäumens. - - -Schwindel (~Vertigo~) - -ist in der Regel einer Ueberfüllung der Blutgefäße des Kopfes -zuzuschreiben und mag ein Symptom von Verdauungs-Störung, Hysterie, -Schlaganfall oder Epilepsie sein. - -+Ursachen+ -- sind in der Regel ein in Unordnung gekommener Magen, -übermäßige Entleerungen; zu starke Befriedigung in Spirituosen und -Betäubungsmitteln, Opium, oder Fallen und Schläge auf den Kopf. - -+Symptome.+ -- Der Kranke wird plötzlich von einem schwimmenden Gefühle -im Kopfe befallen, Alles erscheint matt und als ob es sich herumdrehe, -was ein Taumeln und eine Neigung zum Fallen verursacht. Der Anfall -dauert nur einige Augenblicke lang. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Schwindel mit Uebelkeit und - Erbrechen, umwölktes Auge und Verlust des Bewußtseins. - - ~Pulsatilla.~ -- In Unordnung gekommener Magen bei Uebelkeit und - Erbrechen, Ekel gegen Nahrung, Schwindel beim Herumblicken. - - ~Arnica.~ -- Schwindel nach Ueberladung des Magens, oder während des - Essens, mit Uebelkeit, Verdunklung des Blickes und rothem Gesicht. - - ~Nux vomica.~ -- Schwindel während oder nach dem Essen, oder während - eines Spazierganges im Freien, beim Bücken oder Nachdenken, des - Morgens schlimmer als am Abend und wenn auf dem Rücken liegend, - ein Gefühl, als ob sich alles um Einen herumdrehe, Ohnmachten und - Verlieren des Bewußtseins. - - ~Opium.~ -- Wenn der Anfall von Schreck verursacht, bei Zittern, - Verdunkelung des Blickes, Schwindel, beim Aufstehen stärker und den - Kranken zum Niederlegen zwingend. - - ~Mercurius.~ -- Am Morgen und Abend stärkerer Schwindel, - verschwommener Blick beim Aufheben des Kopfes, Verlangen, sich - niederzulegen. - - ~Bryonia~ -- kann bei denselben Symptomen gegeben werden, besonders - wenn beim Bücken und Wiederaufrichten ein Gefühl von Blutandrang - wahrgenommen wird. - - ~Ipecacuanha.~ -- Schwindel und Taumeln beim Gehen. - - ~Belladonna.~ -- Flimmern der Augen bei Bewegung, beim Bücken - zunehmend, theilweises Verlieren des Bewußtseins. - - ~Antimonium Crudum.~ -- Uebelkeit und Erbrechen, Abneigung gegen - Speise, Magen in Unordnung. Diesem kann man ~Pulsatilla~ folgen - lassen. - - ~Sulphur.~ -- Schwindel des Morgens oder Abends, beim Ersteigen einer - Anhöhe, oder nach dem Essen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe alle 2, 3 oder 4 Stunden 6 - Kügelchen von dem gewählten Mittel. Dies wird in der Regel zur - Linderung hinreichen, oder es ist ein anderes Heilmittel erforderlich. - - =Allöopathisch.= Wenn Verdauungsbeschwerden dem Schwindel zu Grunde - liegen, sollte der Kost Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei - Verstopfung öffne die Eingeweide mit Kaltwassereinspritzungen oder - gebe folgendes: - - Castoröl 1 Unze. - Pfeffermünz-Wasser (~Peppermint water~) 2 Unzen. - Gewöhnlicher Syrup ½ Unze. - Ein Eidotter. - - Mische und nimm es auf einmal. - - Oder auch: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Cremor Tartari 1 „ - Reines Wasser 1 Pint. - - Mische es. Ein Weinglas voll zweimal des Tages. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wird der Schwindel durch Magenunordnung - verursacht, kann ein Abführmittel wie pulverisirter Entenfuß - (~Powdered May apple~), oder Thee von Isop (~Penny royal~), - Pfeffermünz (~Peppermint~), Salbei (~Sage~) oder Balsam gegeben - werden. - - -Schlagfluß (~Apoplexy~). - -Dieses Leiden kennzeichnet sich durch einen plötzlichen, mehr oder -weniger vollständigen -- Verlust des Bewußtseins und der freien -Bewegung, ohne den Blutumlauf oder das Athmen zu unterbrechen. Es wird -durch einen Druck auf das Gehirn hervorgerufen. - -+Ursachen.+ -- Was immer einen Andrang des Blutes nach dem Gehirn -veranlaßt, wie heftige Bewegung, Unmäßigkeit im Essen und Trinken, -der Gebrauch von Betäubungsmitteln, plötzliche und große geistige -Aufregung, wie Furcht oder Aerger, üppige Lebensweise, übertriebene -Anwendung von Reizmitteln, Mangel an Bewegung, Unterdrückung von -Nasenbluten, übermäßige geistige Anstrengung, allgemeine Hinfälligkeit, -Schwäche nach großer körperlicher Anstrengung, Krankheit oder hohes -Alter. Auch Krankheiten des Herzens und der Schlagadern, sowie der -Lungen können die Veranlassung dazu werden. Ferner kann derselbe auch -erblich übertragen worden sein. Leute mit großen Köpfen, kurzem Halse, -rothem und blutunterlaufenem Gesichte sind besonders zu Anfällen -geneigt. - -+Symptome.+ -- Obgleich der Anfall zuweilen ganz plötzlich eintritt, -so gehen doch in der Regel Symptome voraus, die auf dessen Annähern -schließen lassen. Zu diesen zählen große Neigung zum Schlafe -- -unerquickender und durch Träume unterbrochener oder langer und schwerer -Schlaf -- mit mühsamem und tiefem Athmen, beständigem dumpfem Schmerz -im Kopfe, mit einem Gefühl von Gewicht und Schwere, Schwindel, häufige -Anfälle von Alpdrücken, heftige Schmerzen im Gehirn, die Stirnadern -dick und angeschwollen, die Adern des Halses und der Schläfe heftig -pulsirend, heißer Kopf, Läuten und Summen in den Ohren, Flimmern vor -den Augen, zur Nachtzeit Krämpfe in den Beinen, beständige Neigung -zum Seufzen, Verlust des Gedächtnisses, Reizbarkeit des Gemüths, ein -Gefühl von Erstarren der Beine und Füße, das Niederfallen des oberen -Augenlids, veränderlicher Gang, Unregelmäßigkeit in dem Zusichnehmen -der Nahrungsmittel, unnatürliche Eßlust, Verstopfung und andere -Kennzeichen einer schlechten Verdauung. - -Hat der Kranke einen Anfall, so ist das Gesicht gewöhnlich stark -gefärbt, die Redeweise wird verwirrt, das Gehör vermindert sich und ein -plötzliches Zusammensinken, gleichzeitig mit Verlust des Bewußtseins, -mehr oder weniger des Gefühls oder der freien Bewegung tritt ein. - -In anderen Fällen wird der Kranke plötzlich von einem Schmerz im Kopfe -befallen, wird blaß, schwach und ohnmächtig, erbricht sich und sinkt -in einem halb bewußtlosen Zustande nieder, der Puls ist schwach und -eine Verzuckung kann eintreten. Diese Betäubung kann einige Minuten bis -mehrere Tage anhalten und wenn sie nicht mit dem Tode endet, so wird -doch die Genesung nur allmählig vor sich gehen. - -Bei der Wiedergenesung wird in der Regel beobachtet werden, daß die -Muskeln auf der einen Seite des Körpers gelähmt sind, was nach einigen -Stunden verschwinden, aber auch Monate und Jahre anhalten kann. Der -Geist ist zuweilen geschwächt und das Gedächtniß mehr oder weniger -mangelhaft. - -Schlagfluß kann von Epilepsie durch die bei dem ersteren vorhandenen -Verzuckungen unterschieden werden. Bei Epilepsie findet man in der -Regel Schaum vor dem Munde, Knirschen mit den Zähnen und ein Geschrei, -das dem Bellen eines Hundes gleicht. Das Athmen findet hierbei sehr -laut und schnarchend statt. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Kranke sollte in einen kühlen luftigen Raum - geschafft werden. Die Kleider um den Hals müssen entfernt und der - Kopf erhöht werden. Uebergießen des Kopfes und Halses mit kaltem - Wasser wird sehr zuträglich sein, ebenso starkes Reiben der Fußsohlen. - - =Allöopathisch.= Ein Abführmittel bestehend aus 10 bis 15 Granen - Calomel sollte das Erste sein. Kann der Patient nicht schlucken, - so sollte der hintere Theil der Zunge mit 2 bis 3 Tropfen Crotonöl - eingerieben und eine Einspritzung, bestehend aus 2 oder 3 Eßlöffel - gewöhnlichen Salzes und ein wenig Oel oder Butter in einem Pint - warmen Wassers gemacht und alle 2 Stunden wiederholt werden. - - Folgendes ist als eine gute Einspritzung zu empfehlen: - - Castoröl 1 Gill. - Pulverisirter Cayennepfeffer 10 Grane. - Molasses 1 Gill. - Salz 1 Theelöffel - voll. - Warmes Wasser 1 Pint. - - Wird der Kranke kalt, oder der Puls klein und schwach, das Gesicht - von Schmerz verzogen und die Haut blutlos, so sollten warme Flanells - und heiße Steine auf die Oberfläche des Körpers gebracht und - folgendes gegeben werden: - - Flüchtiges Salz (~Sal volatile~) ½ Drachme. - Kampher-Wasser 1 Unze. - - Mische es. - - Wenn der Kranke schlucken kann, gebe man ein Abführmittel von einem - Aufguß aus Sennesblättern mit schwefelsaurer Magnesia (~Sulphate of - magnesia~), Kaltwasserumschläge oder Blasen mit Eis auf den Kopf - werden zuträglich sein. Um spätere Anfälle zu verhindern, sollte der - Kranke der Kost Sorgfalt zuwenden und die Verstopfung der Eingeweide - zu verhüten suchen, täglich Bäder nehmen, jede Aufregung, sowie - körperliche und geistige Anstrengung vermeiden. Das Trinken von - betäubenden Getränken muß unterbleiben und die Kleidung warm und - bequem sein. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Waschungen des Kopfes und Gesichts mit - kaltem Wasser, und ein Bad der Beine und Füße in warmem Wasser, dem - pulverisirter Senf oder Pfeffer beigefügt wird, ist sehr zuträglich. - Wenn sich der Kranke nicht schnell wieder erholt, kann eine - Einspritzung von dem folgenden gemacht werden: - - Castoröl 1 Gill. - Zusammengesetzte Tinktur der Lobelia und des - spanischen Pfeffers (~Compound tincture of - Lobelia and Capsicum~) 2 Drachmen. - Warmes Wasser 1 Pint. - Molasses 1 Gill. - Feines Salz 1 Drachme. - - Mische und verwende es zu einer Einspritzung, was alle 15 Minuten, - wenn nothwendig, wiederholt werden kann. - - Ein oder zwei Tropfen Crotonöl auf ein Stück Zucker, das so weit als - möglich nach hinten auf die Zunge geschoben wird. - - Wird der Anfall durch Trunkenheit hervorgerufen, kann ein Brechmittel - von Salz, Senf oder Lobelia gegeben werden. - - Um Schweiß hervorzurufen, gebe man ~Composition powder~ und lasse - Isop- (~Pennyroyal~) oder Katzenmünze- (~Catnip~) Thee trinken. - - Ist Opium die Ursache des Anfalles, so muß der Kranke starken Kaffee - trinken und gezwungen werden, zwischen zwei Begleitern eine lange - Zeit hindurch zu gehen. - - Nach der Erholung sei man in Bezug auf Kost und Kleidung sehr - vorsichtig, vermeide alle starkgewürzten Speisen, Wein und - Spirituosen, bade häufig und mache viel Bewegung im Freien. - - =Homöopathisch.= Wenn Gift vermuthet wird, so sollte es durch - ein starkes Brechmittel, wie schwefelsaures Zink (~Sulphate of - zinc~), oder durch die Magenpumpe entfernt werden. Ist ~Opium~ oder - ~Belladonna~ die Ursache, gebrauche man starken Kaffee. - - ~Opium.~ -- Trifft der Anfall alte Leute, begleitet mit Summen in den - Ohren, Harthörigkeit, Röthe des Gesichts, Unfähigkeit zu antworten, - Schwierigkeit beim Aufstehen, mühsames und schnarchendes Athmen, - kalter Schweiß im Gesicht, starkes Pulsiren der Adern an den Schläfen. - - ~Belladonna.~ -- Gesicht geschwollen, bläulich oder dunkelroth, - Anschwellen der Adern des Kopfes und Halses, die Pupillen - erweitert und die Augen mit Blut unterlaufen, Knirschen der Zähne, - Unterdrückung oder unfreiwillige Entleerung des Urins. Wenn sich der - Kranke erst wieder etwas erholt, kann dieses Mittel gegen Schwindel, - klopfende Schmerzen, Schwere und Druck, krampfartige Schmerzen im - Gesicht und in den Gliedern, Brausen in den Ohren, Verstopfung, - Erhöhung der Schmerzen bei Bewegung oder Berührung gegeben werden. - - ~Coffea.~ -- Schlagfluß bei nervösen Personen durch heftige - Bewegungen verursacht. - - ~Aconitum.~ -- Andrang oder plötzliches Schießen des Blutes nach dem - Kopfe, Summen in den Ohren, tödtliche Blässe des Gesichts, Schmerz im - Kopfe und Erbrechen, brennende und klopfende Schmerzen in der Stirn - und den Schläfen, Pupillen der Augen erweitert, Gesicht geschwollen, - roth und erhitzt, Lähmung der Zunge, Schwierigkeit beim Schlucken. - - ~Nux vomica.~ -- Bei Personen von sitzender Lebensweise, oder jenen - die gewöhnt sind, Spirituosen zu trinken, besonders bei Kopfschmerz - auf der rechten Seite, Schwindel kann dasselbe abwechselnd mit - ~Opium~ gegeben werden. - - ~Hyosciamus.~ -- Der Kranke stürzt plötzlich mit einem heftigen - Schrei zusammen, Verzuckungen, mühsames Athmen, dem Anfalle folgt - Mattigkeit und zeitweilige Bewußtlosigkeit, Neigung zum Schlaf, oft - und zu lang, Erschrecken, Auffahren aus dem Schlaf, der Körper mit - übermäßigem Schweiße bedeckt, häufige Anfälle von Schwindel, Gesicht - schwarzgelb, Stimmung traurig und gereizt, Augen roth, funkelnd, - starr und aus den Höhlen hervortretend. - - ~Arnica.~ -- Bei Beschädigungen des Kopfes, die Schlagfluß - herbeiführen. - - ~Mercurius.~ -- Schmerz im Kopfe und ein Gefühl, als ob derselbe - springen wollte, Unbehaglichkeit und Schwere in den Gliedern, Anfälle - von Verlust der Sehkraft, Summen in den Ohren. Dies kann nach - ~Belladonna~ gegeben werden. - - ~Ipecacuanha.~ -- Wenn die Ueberladung des Magens mit zu reicher - Nahrung die Ursache ist. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Löse 15 Kügelchen in 12 Theelöffel - voll Wasser und gebe alle 10, 15 oder 20 Minuten während des - Anfalles, nach dem Anfalle alle 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel - voll. - - -Gehirn-Entzündung. - -Zur Behandlung dieser Krankheit siehe zweites Kapitel -- „Gehirnfieber.“ - - -Sonnenstich (~Sun Stroke~) - -gleicht in vielen Beziehungen dem Schlagfluß und wird durch -unmittelbares Aussetzen des Kopfes den Sonnenstrahlen verursacht. Der -damit Befallene sinkt in einem bewußtlosen Zustande nieder und stirbt, -wenn nicht schleunige Hilfe geschafft wird. - -+Symptome.+ -- Schwindel, Durst, zuweilen Fallen, schweres Athmen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Man schaffe den damit Befallenen an einen kühlen, - schattigen Platz, entferne jede Kleidung um den Hals und übergieße - eine lange Zeit beständig Kopf und Hals mit kaltem Wasser. - - Reibe den Körper und die Glieder kräftig mit der Hand. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Sobald der Kranke schlucken kann, - sollte ein Abführmittel wie ein halber Theelöffel voll Jalappenwurzel - (~Jalap~), oder ein Viertel-Theelöffel voll Cremor Tartari (~Cream - of tartar~), das der Jalappenwurzel beigefügt werden kann, gegeben - werden. Castoröl ist hin und wieder von gutem Erfolge. - - Gegen die Wirkungen, die der Sonnenstich zurückläßt, kann folgendes - gegeben werden: - - Belladonna-Extrakt (~Extract of Belladonna~) 5 Grane. - Schlangenwurzel-Alcohol-Extrakt (~Alcoholic extract - of black cohosh~) 40 „ - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 20 „ - Entenfuß (~Podophyllin~) 10 „ - - Mische es und theile es in 40 Pillen. Dosis: 3 Pillen des Tages. - - Oder: - - Stachelige Eschenrinde (~Prickly ash bark~) 1 Unze. - Rothen Hühnerdarm (~Red chickweed~) 1 „ - St. John’skraut (~St. John’s wort~) 1 „ - Weiße Kamille (~White weed~) 1 „ - Kochendes Wasser 1 Quart. - - Lasse es 5 oder 6 Stunden nahe am Feuer erweichen. Dosis: 3 oder 4 - Mal des Tages ein Weinglas voll. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Alle 15 Minuten eine Dosis. - - ~Belladonna.~ -- Bei stark vorhandenem, stoßenden, brennenden, - ruckweisen Schmerz auf einer Seite des Kopfes, oder heftigem Druck in - der Stirne, bei Bewegung, Bücken, durch Geräusch und Licht zunehmend. - Dies kann abwechselnd mit ~Aconitum~ gegeben werden. - - ~Glonoine~ -- ist das Hauptmittel, das in dieser Krankheit alle 5 - Minuten gegeben werden sollte. - - ~Camphora.~ -- Besonders wenn der Kranke schwer athmet und schwitzt, - sollte abwechselnd mit ~Glonoine~ gegeben werden. - - ~Lachesis~ -- wird ebenfalls in einigen Fällen gegeben. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 oder 15 Kügelchen in 12 - Theelöffel voll Wasser und gebe alle 5, 10 und 15 Minuten oder alle - halbe Stunden, und nach dem Anfalle alle 2, 3 oder 4 Stunden einen - Theelöffel voll. Zuweilen kann auch ein wenig Branntwein gegeben - werden. - - Personen, die besonders zu Anfällen geneigt sind, sollten vorsichtig - vermeiden, sich den Einwirkungen der Sonnenstrahlen auszusetzen, und - entweder nasse Tücher oder Blätter im Hute tragen. - - =Allöopathisch.= Terpentinöl (~Oil of turpentine~), eine Auflösung - von Ammoniak oder Alkohol kann vermittelst Einspritzung gegeben - werden, wenn der Kranke nicht schlucken kann. Die Behandlung - desselben ist ungefähr dieselbe, wie die beim Schlagfluß. - - -Kopfweh. -- Kopfweh durch Catarrh verursacht. - -Dieser Kopfschmerz wird durch Schnupfen hervorgerufen und hält oft -noch eine lange Zeit an, nachdem der Letztere bereits aufgehört hat. -In einigen Fällen tritt er regelmäßig zu gewissen Jahreszeiten ein und -zwar vorzugsweise im Frühjahr und Herbst, während des feuchten Wetters. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes möge geschnupft werden: - - Pulverisirter Gagel (~Pulverized bay berry~) 1 Unze. - Chinarinde (~Peruvian bark~) 1 „ - Blutwurzel (~Blood root~) 1 „ - - Mische es gut in einem Mörser und nehme davon mehrere Male des Tages. - - Zieht es der Patient vor, kann diesem noch Schottischer Schnupftabak - beigemischt werden. - - =Homöopathisch.= ~Nux vomica.~ -- Schwere in der Stirn, Laufen der - Nase, Fieberhitze im Kopfe, auf den Wangen und im Körper. - - ~Mercurius.~ -- Ist besonders nützlich, wenn der Schnupfen einen - epidemischen Charakter (d. h. wenn denselben viele Leute zu gleicher - Zeit haben) angenommen hat und drückende Schmerzen in der Stirn und - über der Nase vorhanden sind, häufiges Niesen, Laufen der Nase, bei - Röthe, Wundsein oder Heiserkeit, Jucken begleitet von Fieberschmerzen - in den Gliedern und Durst. - - ~Sulphur~ -- erleichtert in einigen Fällen, besonders bei folgenden - Symptomen: Gefühl von Vollsein, Druck und Schwere in der Stirn, - Stichen, stoßweisen Schmerzen, besonders in der linken Seite. - - ~Tartarus emeticus.~ -- Häufiges Niesen, Geschmack- und - Geruchlosigkeit. - - ~Arsenicum.~ -- Das wichtigste Mittel bei Behandlung dieser - Krankheit, besonders erfolgreich in chronischen Fällen. - - ~Aconitum.~ -- Bei einem drückenden und dumpfen Gefühle, sowie Hitze - in der Stirn, schlimmer des Nachts, besser im Freien, Laufen der Nase - und der Augen. - - ~Chamomilla.~ -- Stoßweises, thränendes Gefühl in der Seite des - Kopfes, böser Hals, Heiserkeit und bitterer Geschmack im Munde. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 6 Kügelchen in drei Eßlöffel - voll Wasser und nehme alle halbe, ganze, 2, 3 oder 4 Stunden, der - Strenge der Symptome des Anfalles angemessen, während demselben einen - Theelöffel voll. Tritt innerhalb einiger Stunden keine Erleichterung - ein, wähle man ein anderes Mittel. - - Gegen chronische Kopfschmerzen, welche zu gewissen Zeiten eintreten, - nehme man einen Tag um den anderen eine Dosis der gewählten Mittel. - - =Allöopathisch.= Folgende Salbe wird mit gutem Erfolge angewendet - werden: - - Aconitextrakt (~Extract aconite~) 1 Skrupel. - Seifensalbe (~Soap liniment~) 1 Unze. - Zusammengesetzte Kamphersalbe (~Compound camphor - liniment~) 1 „ - - Mache hiervon einen Umschlag auf die Stirne. - - Gleichzeitig mögen die folgenden Pillen genommen werden: - - Jodeisen (~Iodide of Iron~) ½ Drachme. - Baumrindenextrakt (~Extract of bark~) 1½ „ - - Mische und theile es in 24 Pillen und nehme 2 Mal des Tages 2 Pillen. - - -Kopfweh durch Blutandrang verursacht. - -Klopfen im Kopfe, Schlagen der Halsadern, Erbrechen beim Wachsen des -Schmerzes, ebenso Schmerz beim Schütteln oder Bewegen des Kopfes, -Niederlegen oder Bücken. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Bade den Kopf mit warmem Wasser und Essig, ebenso - die Füße mit warmem Wasser und reibe sie nachher stark. Wasche die - Schläfe mit warmem oder kaltem Wasser, je nach des Kranken Wunsch. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Heftig klopfendes, summendes Gefühl - im Gehirn, Stirn und Gesicht roth und mit Blut unterlaufen, Augen - roth und empfindlich gegen das Licht, Schmerz am Morgen, beim - Trinken, Sprechen oder Aufstehen schlimmer, Puls voll und geschwind. - - ~Belladonna.~ -- Heftige Schmerzen, gleichsam als ob der Kopf spalten - oder das Gehirn durch die Stirn brechen wollte, heißer Kopf, kalte - Füße, ein Gefühl, als ob sich Wasser in der Stirn befände, heftiges - Schlagen der Adern des Halses und der Schläfe, Delirium, rothes, - blutunterlaufenes Gesicht, das Blut in die Augen eingeschossen, - bei großer Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusch und Berührung, - darauf tief sitzende, drückende Schmerzen, bei blassem Gesicht und - Schwindel, beim Bewegen der Augen, Heben oder Bewegen des Kopfes - Verschlimmerung. Dies kann abwechselnd mit ~Aconitum~ gegeben werden, - wenn ~Aconitum~ keine Erleichterung gewährt. - - ~Pulsatilla.~ -- Dumpfer Schmerz und Druck nur auf einer Seite am - Hinterkopf oder an der Nasenwurzel, Linderung durch Niederlegen oder - Drücken, schlimmer während des Sitzens oder Gehens, blassem Gesicht, - Aufregung, Neigung zum Weinen, Schwindel. Frauenzimmer und Leute - sanfter Gemüthsart sind dazu besonders geneigt. - - ~Bryonia.~ -- Ein sich innerhalb ausbreitender Druck, besonders nach - der Stirne zu, beim Bewegen oder Bücken, heftiges Schlagen oder - Stechen im Kopfe, Verstopfung der Eingeweide und Nasenbluten. - - ~Rhus toxicodendron.~ -- Gefühl von Vollsein im Kopf, brennender - und klopfender Schmerz, Gewicht im Hinterkopfe, Gefühl von einer - rollenden Flüssigkeit innerlich; kann abwechselnd mit ~Belladonna~ - oder ~Bryonia~ gegeben werden. - - ~Nux vomica.~ -- Schmerzen schlimmer am Morgen oder im Freien, - Schwere des Kopfes, besonders beim Bewegen der Augen und Nachdenken, - Gefühl als ob der Schädel zerspringen wollte, ein quetschender - Schmerz im Gehirn, schlimmer beim Bücken oder Bewegen, Schießen des - Blutes nach dem Kopfe. - - ~Opium.~ -- Verstopfung, mit Schießen des Blutes nach dem Kopfe, - heftige drückende Schmerzen im ganzen Gehirn und Schwere, Schlagen im - Kopfe. - - =Allöopathisch.= Man gebe Folgendes: - - Minderers Geist (~Spirits of mindererus~) 2 Unzen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 1 Unze. - - Mische es und nimm alle 3 Stunden einen Theelöffelvoll. - - Ist Jemand zu diesem Kopfweh besonders geneigt, so mag er von dem - Obigen zweimal des Tages einen Theelöffel voll nehmen. Des Abends - mögen einige gelinde Abführmittel, wie Castoröl oder Bittersalz - (~Epsom salts~), genommen werden. - - Rochellesalz (~Rochelle salts~) 2 Drachmen. - Doppelt kohlensaure Soda (~Bi-carbonate of soda~) 2 Skrupel. - Wasser ½ Pint. - - Mische es. Dieser Mischung füge noch 35 Grane von Weinsteinsäure - (~Tartaric acid~) hinzu und trinke das Ganze während des Aufschäumens. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Rührt das Kopfweh von zu vielem Blute - her, so muß eine Behandlung eingeschlagen werden, dasselbe zu - zertheilen. Der Kranke sollte eine kühlende und leicht verdauliche - Nahrung zu sich nehmen und sich aller reichen, schwer verdaulichen - Speisen enthalten. Die Beine und Füße bade man in warmem Wasser, dem - Senf oder Pfeffer hinzugefügt wurde. - - Ferner gebe Folgendes: - - Entenfuß (~Podophyllin~) 15 Grane. - Gummi-Gutti (~Gamboge~) 15 „ - Wunderharz (~Scammony~) 15 „ - Rhabarber (~Rhubarb~) 15 „ - Cayennepfeffer (~Cayenne~) 15 „ - - Mache 12 Pillen daraus und füge ein wenig Alraunwurzel- (~Mandrake~) - oder Löwenzahn- (~Dandelion~) Extrakt hinzu. Fehlt Entenfuß, so - bediene man sich derselben Menge von Aloe. Eine Dosis wird in der - Regel das Kopfweh lindern, aber um eine bleibende Erleichterung zu - verschaffen, sollte durch mehrere Wochen hindurch jeden Abend eine - Dosis genommen werden. - - Folgende Pillen sind von gutem Erfolge: - - Pulverisirter Cayennepfeffer 60 Grane. - Chinin (~Quinine~) 10 „ - Brechwurz (~Ipecac~) 15 „ - Pulverisirtes Opium 10 „ - - Mache 30 Pillen daraus und nehme alle Morgen und Abend eine. - - -Kopfweh durch Rheumatismus verursacht. - -Dieses trifft nur Personen, die mit Rheumatismus behaftet sind. Es wird -nicht selten durch das Nichtbedecken des Hauptes während des Schwitzens -hervorgerufen. Ein dumpfer Schmerz befindet sich in der Regel in der -Stirn, den Schläfen und dem Hinterkopf und ist eher ein schmerzhaftes -Gefühl als ein wirklicher Schmerz. Der Kopf ist gegen Druck schmerzhaft -empfindlich. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Man gebe folgende Pillen: - - Essigsaurer Wiesensafranextrakt (~Acetous extract of - colchicum~) 1 Gran. - Zusammengesetzter Koloquinthenextrakt (~Compound - extract of Colocynth~) 2 Grane. - Brechwurzpulver (~Ipecac~) ½ Gran. - - Mische es und mache eine Pille daraus, welche jeden Abend genommen - werden kann. Die Füße bade man in kaltem Wasser und wasche den - Kopf mit kölnischem Wasser (~Cologne~). Auch kann folgende Lösung - angewendet werden: - - Weinspiritus (~Spirits of wine~) 2½ Unzen. - Oder Branntwein ¼ Pint. - Kaltes Wasser (das vorher abgekocht worden ist) 1 Pint. - - In einigen Fällen wird auch die folgende Salbe erfolgreich angewendet - werden: - - Seifensalbe (~Soap liniment~) 2½ Unzen. - Ammoniak-Liquor (~Liquor ammonia~) ½ Drachme. - Mohnsaft (~Laudanum~) ½ Unze. - - Mische es. Ein Senfpflaster hinten im Nacken gelegt, wird zuweilen - Linderung verschaffen. - - Ferner gebe man Folgendes: - - Zusammengesetzte Koloquinthen-Pille (~Compound - pill of colocynth~) 14 Grane. - Wiesensafranextrakt (~Extract of Colchicum~) 4 „ - Kümmelöl (~Oil of caraway~) 2 Tropfen. - - Mische es und mache 4 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille beim zu - Bettegehen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgende Salbe möge angewendet werden: - - Branntwein 1 Pint. - Salpeter (~Salt-petre~) 1½ Unzen. - Kampher (~Camphor~) 1 Unze. - Terpentinspiritus (~Spts. turpentine~) 1 Gill. - - Mische es und lege es auf ein gut geplättetes Stück Flanell auf den - Kopf, bis es trocken ist. - - Dieses Uebel sollte als ein Fall von Rheumatismus, auf den wir uns - beziehen, behandelt werden. - - =Homöopathisch.= ~Chamomilla.~ -- Ziehende und reißende Schmerzen in - einer Seite des Kopfes, Kopf gegen Berührung empfindlich, mit heißem - Schweiß bedeckt, eine Wange roth, die andere blaß. Abwechselnd mit - ~Pulsatilla~ des Morgens und ~Nux vomica~ des Abends. - - ~Colocynthis.~ -- Heftig bohrende, ziehende, kneipende Schmerzen, - Uebelkeit und Erbrechen, schlimmer beim Bücken oder auf dem Rücken - liegend, und in der Regel am Nachmittag erscheinend. - - ~Ipecacuanha.~ -- Nagende Schmerzen, sehr streng, gelindert durch - Hitze und Erbrechen; ein Gefühl durch den Schädel, als ob das Gehirn - zermalmt würde. - - ~Nux vomica.~ -- Ziehende Schmerzen in einer Seite des Kopfes, mit - einem zermalmenden Gefühle des Kopfes, schlimmer beim Bücken oder im - Freien und von Uebelkeit oder saurem Erbrechen begleitet. - - ~Pulsatilla.~ -- Schießende, rasende, stoßweise Schmerzen, nur in - einer Seite des Kopfes, besonders in den Schläfen, mit einem Gefühl, - als ob das Gehirn zerreißen würde. - - ~China.~ -- Schmerzen des Nachts, Schlaflosigkeit, stoßweise, rasende - und bohrende Schmerzen auf dem Scheitel, ein zermalmendes Gefühl im - Gehirn, schlechter im Freien, bei Bewegung oder in Zugluft, große - Empfindlichkeit, sogar an den Haarwurzeln. - - ~Bryonia.~ -- Wiederkehrende, von dem Nacken nach den Seiten des - Kopfes schießende Schmerzen, Fieberschauer, Schmerzen bei Bewegung, - des Nachts oder während des Witterungswechsels heftiger. Kann - abwechselnd mit ~Rhus toxicodendron~ gegeben werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Dosis: 6 Kügelchen; oder 15 Kügelchen - in einem halben Tassenkopf voll Wasser aufgelöst. Alle halbe, ganze, - zwei, drei oder sechs Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, - einen Theelöffel voll. - - -Kopfweh durch Hartleibigkeit und Unterleibsbeschwerden verursacht. - -+Symptome.+ -- Schwere im Kopf, Mattigkeit, Abneigung gegen Bewegung, -belegte Zunge, schlechter Geschmack im Munde, leichte Uebelkeit, Augen -beim Sehen schmerzhaft, Appetitlosigkeit, zuweilen Erbrechen. - -+Ursachen.+ -- Unpassende Kost, Essen in der Nacht oder irgend etwas, -was störend auf die Verdauung wirkt. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Stellt sich der Schmerz unmittelbar nach einer - Mahlzeit ein, so sollte sofort das folgende Brechmittel gegeben - werden: - - Pulverisirte Lobelia 1 Unze. - „ Blutwurzel (~Bloodroot~) ½ „ - „ Senecawurzel (~Seneca~) 1 Skrupel. - „ Brechwurz (~Ipecac~) 6 Drachmen. - Cayenne Pfeffer (~Cayenne~) 4 Skrupel. - - Mische es. Dosis: Einen halben Theelöffel voll in warmem Wasser; alle - 15 Minuten zu wiederholen, bis mehrere Dosen genommen worden sind. - - Kommt der Schmerz mehrere Stunden nach dem Essen, nehme man eines von - den folgenden Mitteln: - - Pulverisirte Jalappenwurzel (~Powd. Jalap~) 10 Grane. - Cremor Tartari (~Cream of tartar~) 2 „ - - Mische und nimm es auf einmal in Molasses oder Syrup. - - Oder: - - Pulverisirter Rhabarber (~Rhubarb~) 1 Skrupel. - Leptandrin 10 Grane. - Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~) 2 Skrupel. - Pulverisirter Zimmt (~Cinnamon~) 10 Grane. - - Mische es. Dosis: Alle Stunde 3 oder 4 Grane. - - Ist der Kranke schwach und hinfällig, gebe man das folgende: - - Zusammengesetzter Aufguß von Sennesblättern - (~Compound infusion of senna~) 5 Drachmen. - Aufguß von Rhabarber (~Infusion of rhubarb~) 6 „ - Zusammengesetzte Kardamon- (~Cardamon~) Tinktur ½ Drachme. - Syrup 2 Drachmen. - - Mische und nimm es als eine Dosis und zwar des Morgens nach einem - leichten Frühstück. - - Bei großer Reizbarkeit diene das folgende: - - Dreifachsalpetersaurer Wismuth (~Tris nitrate of - bismuth~) 6 Grane. - Doppeltkohlensaure Soda (~Bicarbonate of soda~) 6 „ - Pulverisirter Cayenne-Pfeffer (~Pulv. Cayenne~) 1 Gran. - - Mische und nimm es als eine Dosis zweimal des Tages. - - Bei Kopfschmerz durch Ausschweifungen hervorgerufen, gebe man das - folgende: - - Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~Solution of - acetate of ammonia~) ½ Unze. - Orangenschalen-Tinktur 1½ Drachme. - Orangenschalen-Syrup 1 „ - Cayenne-Pfeffer- (~Cayenne~) Tinktur 25 Tropfen. - Zusammengesetzter Aufguß von Orangenschale 5 Drachmen. - - Mische es und nimm es auf einmal. - - Wird der Kopfschmerz durch Leberstörungen hervorgerufen, gebe man das - zuerst angeführte Brechmittel und lasse darauf folgen: - - Pulverisirter Rhabarber (~Pulv. rhubarb~) 12 Grane. - Kohlensaure Magnesia (~Carbonate of magnesia~) 10 „ - Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits - of ammonia~) ½ Drachme. - Ingwer-Syrup (~Ginger-syrup~) 1½ „ - Münzwasser (~Spearmint water~) 10 Drachmen. - - Mische und nimm es auf einmal. - - Zur Linderung der Leberschmerzen gebe man folgendes: - - Leptandrin 1 Drachme. - Entenfuß (~Podophyllin~) 1 Skrupel. - Hundswolle (~Apocynin~) 1 „ - Brechnuß- (~Nux vomica~) Extrakt 6 Grane. - Spanische Seife (~Castile soap~) 1 Drachme. - - Mache 30 Pillen daraus und nimm jede Nacht eine. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bei Kopfweh, wo Verstopfung die - Ursache, wird das folgende Mittel sehr zuträglich gefunden werden: - - Entenfuß (~May apple~) 1 Unze. - Alraun-Wurzel (~Mandrake~) 1 „ - Blaue Kalmus-Wurzel (~Blue flag root~) 1 „ - Gelbwurz-Wurzel (~Golden seal root~) 1 „ - ~Yellow Puccoon~ 1 „ - Stachliche Eschrinde (~Prickly ash bark~) 1 „ - Rindsgalle (~Beef gall~) 1 Gill. - Whiskey 1½ Pint. - - Mische und lasse es zwei Wochen lang stehen. Dosis: Einen Theelöffel - voll dreimal des Tages. - - Ebenso wird folgendes empfohlen: - - Entenfuß (~Podophyllin~) 20 Grane. - Gummi (~Gamboge~) 20 „ - Windenharz (~Scammony~) 20 „ - Rhabarber (~Rhubarb~) 20 „ - Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) 20 „ - - Mache 25 Pillen daraus. Man bediene sich des Alraun- (~Mandrake~) - Extrakts, um Pillen zu verfertigen. - - Dosis: Morgens und Abends 3 Pillen. - - =Homöopathisch.= ~Nux vomica.~ -- Das Gehirn schmerzt beim Gehen - oder Bewegen des Kopfes, Druck in den Schläfen, Augen stumpf, - Schlaflosigkeit, Schwere des Kopfes, schlimmer beim Bewegen der Augen - oder bei geistiger Anstrengung, am Morgen, im Freien, oder nach dem - Essen. - - ~Pulsatilla.~ -- Frostschauer mit Durst, Schmerz auf einer Seite, - Neigung dazu bei Leuten sanften und ruhigen Gemüths. - - ~Bryonia.~ -- Druck in beiden Seiten des Kopfes und beim Bücken ein - Gefühl, als ob irgend etwas aus der Stirne herausfallen möchte, - Bluten der Nase ohne Linderung und Wässern der Augen. - - ~Opium.~ -- Heftige, rasende Schmerzen, Druck in der Stirne, Klopfen - der Schläfe, Blutandrang nach dem Kopfe, Mund trocken, Durst, Neigung - zu einem sauren widrigen Erbrechen. - - ~Mercurius.~ -- Eingenommensein des Kopfes, gleichsam als ob er - zerspringen wollte, Schmerz durch Drücken des Kopfes mit den Händen - erleichtert, des Nachts und durch Bettwärme verschlimmert. - - ~Silicea.~ -- Stechende Schmerzen vom Nacken nach dem Scheitel zu, - Gefühl als ob der Kopf zerspringen wollte, Schlaflosigkeit und beim - Erwachen des Morgens und beim Lesen, Schreiben und Denken schlimmer, - dabei Verstopfung und erfolgloser Stuhlzwang. ~Lachesis~ oder - ~Lycopodium~ kann abwechselnd damit gegeben werden, wenn Schmerzen, - als ob mit Messern im Kopfe geschnitten oder -- beim Bücken -- mit - Hämmern geschlagen würde, vorhanden sind; Verstopfung, Blutandrang - nach dem Kopfe, Anwandlung von Ohnmachten und große Unruhe. - - ~Sepia.~ -- Beim Rütteln oder Bewegen des Kopfes, beim Gehen mit - einem Anflug von Blutandrang nach dem Kopfe, Uebelkeit, Erbrechen, - Eingenommenheit des Kopfes, Verwirrung der Gedanken, schlimmer am - Morgen und beim Sehen in das strahlende Sonnenlicht. - - ~Antimonium.~ -- Schmerz schlimmer beim Treppensteigen und besser im - Freien. - - -Sympathetisches Kopfweh (~Sick Headache~). - -Diese Form des Kopfwehs ist gewöhnlich chronischen Charakters und hängt -von Störungen des Magens oder der Eingeweide ab. Seinen Namen hat es -erhalten, weil Uebelkeit und Erbrechen es in der Regel begleiten. -Meistenteils beginnt es am Morgen oder beim Erwachen aus einem tiefen -Schlafe, oder nach dem Schlafen in dicht verschlossenen Zimmern, auch -wenn Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die Kost stattgefunden haben. -Zuerst wird ein Druck im Kopfe gefühlt, das allmählig in einen dumpfen -Schmerz, der von einem nach dem andern Punkte zieht, übergeht. Ein -Gefühl von Schwere und Empfindlichkeit in einem Auge, das sich über -die Stirne ausdehnt, Zunge mit einer gelblichweißen Masse belegt und -ein unangenehmer schleimiger Geschmack ist vorhanden. Die Hände und -Füße sind feucht und kalt und der Puls schwach. In Begleitung dieser -Symptome befindet sich ferner ein niederdrückendes Unwohlsein des -Magens, das durch langes Aufbleiben erhöht wird. Durch Erbrechen wird -in der Regel der Schmerz gelindert. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes ist empfehlenswerth: - - Uebermäßig kohlensaure Soda (~Super-carbonate of - soda~) ½ Drachme. - Präparirte Holzkohle (~Prepared charcoal~) 1 „ - Paregoricum (~Paregoric~) 1 „ - Wasser 1 Unze. - - Mische und gib es auf einmal. Sollte alle 15 Minuten wiederholt - werden, bis Linderung eintritt. - - Baden des Kopfes mit einer Mischung von Spiritus, Essig und Wasser, - zu gleichen Theilen, wird sehr zuträglich gefunden werden. - - Als Brechmittel diene Folgendes: Gleiche Theile von Brechwurz - (~Ipecac~) und gepulverter Lobeliasamen, eine hinreichende Menge - Wasser und lasse es einige Augenblicke lang erweichen. Man gebe - dies in Theilen von 5 zu 10 Minuten. Gleichzeitig sollte der - Kranke unbeschränkt Salbei- (~Sage~), Isop- (~Pennyroyal~) oder - Compositionthee trinken. Nachdem sich der Kranke gehörig erbrochen - hat, gebe man folgendes Abführmittel: - - Pulverisirte Aloe (~Pulv. Aloes~) 60 Grane. - Spanische Seife (~Castile Soap~) 30 „ - Gummi (~Gamboge~) 30 „ - Windenharz (~Scammony~) 30 „ - Entenfuß (~Podophyllin~) 30 „ - Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 30 „ - - Mache mit ein wenig Löwenzahn- (~Dandelion~) oder Alraun- - (~Mandrake~) Extrakt 60 Pillen daraus. Dosis: 3 bis 5 Pillen. - - Um auf die Leber zu wirken und die Eingeweide in Ordnung zu bringen, - gebe eine Pille ein oder zwei Mal des Tages. Auch nehme man Fußbäder - in warmem Wasser mit Asche. - - =Homöopathisch.= ~Belladonna.~ -- Der Kopfschmerz kommt zu bestimmten - Zeiten, die Schmerzen kehren am Nachmittag zurück, dauern bis - Mitternacht und werden durch die Bettwärme oder das Niederlegen - erhöht; der Kopfschmerz ist betäubend, hat meistens seinen Sitz - in der Stirn und wird zuweilen von Bewußtlosigkeit begleitet. Ein - Gefühl, als ob der Kopf zerspringen wollte, reißende, schießende, - brennende, heftige Schmerzen sind vorhanden, die ganz leise - beginnen und nach und nach immer stärker werden. Dieses Mittel - kann auch gegen Kopfschmerz, aus Erkältung entsprungen, angewendet - werden, wenn im Kopfe und in der Stirn ein schüttelndes Gefühl - vorhanden ist, bei Bücken oder Treppensteigen, Summen in den Ohren, - Verdunkelung der Sehkraft, Schmerzen, die sich bis zu den Augen und - der Nase ausdehnen, aber meistens auf eine Seite, gewöhnlich auf - die rechte, beschränken; und durch jede Bewegung, durch das Drehen - der Augen, helles Licht, das leiseste Geräusch, Vorwärtsbeugen oder - Rückwärtslehnen des Kopfes erhöht werden; die Kopfhaut ist sehr - empfindlich, abwechselnd Frost und Hitze, Uebelkeit und Druck der - Nahrung im Magen. - - ~Ipecacuanha.~ -- Stechende Schmerzen, Schwerfälligkeit, Schwindel - beim Gehen, Druck im Kopfe, besonders in der Stirne, die Schmerzen - ziehen durch den Knochenbau des Schädels, Hände und Füße kalt, - Zunge weiß oder gelb belegt, Uebelkeit und Erbrechen. Kann auch bei - Kopfschmerz gegeben werden, der mit Uebelkeit und Erbrechen beginnt - und von einem zermalmenden Gefühle im Kopfe begleitet ist. Man gebe - es abwechselnd mit ~Nux Vomica~, bei schießenden Schmerzen in der - Seite des Kopfes, schlimmer im Freien, Erbrechen. - - ~Hyosciamus.~ -- Bei großer Empfindlichkeit gegen Licht, Schmerzen - durch die Bettwärme, beim Niederlegen oder in der Zugluft erhöht. - - ~Spigelia.~ -- Schmerzen auf der linken Seite stärker, große - Empfindlichkeit gegen Geräusch, Klopfen in den Schläfen, das durch - die geringste Bewegung erhöht wird, sogar durch das Oeffnen des - Mundes. Der Kopfschmerz erscheint zu bestimmten Seiten des Morgens - und nimmt mit dem Tage zu. Kann auch abwechselnd mit ~Belladonna~ - gegeben werden. - - ~Aconitum.~ -- Krampfartiger Schmerz in der Stirn oder über der - Nasenwurzel, Kopfweh, als ob das Gehirn gehoben oder bewegt würde, - besonders nach Bewegung; das geringste Geräusch oder die geringste - Bewegung ist unerträglich, der Schmerz wird durch Sprechen oder Lesen - erhöht. Gleichzeitig Summen in den Ohren, mit einem Gefühl, als ob - die Haare ausgezogen würden. - - ~Sanguinaria.~ -- Frost und Uebelkeit, große Empfindlichkeit gegen - das Sprechen anderer Personen in demselben Zimmer, begleitet von - einem Vollsein des Kopfes, als ob derselbe zerspringen und die Augen - aus ihren Höhlen heraustreten müßten. Schlimmer auf der rechten Seite. - - ~Antimonium.~ -- Dumpfe, bohrende Schmerzen, besonders in den Knochen - des Kopfes, ein Bohren in den Schläfen und der Stirn von Innen nach - Außen; die Schmerzen nehmen im Freien zu, Blut steigt nach dem Kopfe, - Uebelkeit und Erbrechen von Galle und Schleim. Wo ~Antimonium~ keine - Linderung gewährt, gebe man ~Pulsatilla~. - - ~Aloes.~ -- Wenn der Schmerz mehr in der linken Schläfe sitzt und der - Kopfschmerz zur gewissen Zeit wiederkehrt. - - Um die Neigung zu dem sympathetischen Kopfweh zu vertreiben, - empfiehlt Pulte: ~Sepia~, ~Silicea~ und ~Sulphur~, jedes Mittel 6 - Wochen lang mit ~Sepia~ angefangen, in den ersten 3 Wochen jede Woche - 2 Dosen Abends beim zu Bette gehen, in den letzten 3 Wochen jede - Woche eine Dosis. - - +Verordnung der Heilmittel.+ 3 oder 4 Kügelchen mögen als eine Dosis - gegeben werden, oder, wenn aufgelöst, 12 Kügelchen in ebensoviel - Theelöffel voll Wasser, und als Dosis einen Theelöffel voll. Dies - kann alle 15 Minuten, halbe, ganze, 2 oder 3 Stunden der Strenge der - Symptome angemessen, wiederholt werden. - - =Allöopathisch.= Bei starkem Schmerze, von Uebelkeit begleitet, - gebe man ein Brechmittel von Brechwurz (~Ipecac~) 1 Skrupel, - Brechweinstein (~Tartar emetic~) 1 Gran, und lasse diesem Blaue - Pillen (~Blue pill~) 1 Skrupel, zusammengesetzte Rhabarberpille - (~Compound rhubarb pill~) 2 Skrupel, folgen. Mische und theile es in - 12 Pillen, wovon 1 oder 2 als eine Dosis gegeben werden. - - Wenn von einer Speise verursacht, wird warmer Kamillenthee - (~Chamomile~) oder ein wenig schwacher Branntwein und Wasser zuweilen - Linderung verschaffen, ebenso ein Senfpflaster auf den Magen. Sobald - als der Magen irgend etwas annimmt, gebe man Folgendes: - - Magnesia 15 Gran. - Potaschenauflösung (~Solution of potassa~) 15 Tropfen. - Zusammengesetzte Sennesblättertinktur (~Compound - tincture of Senna~) 1½ Drachmen. - Zusammengesetzter Aufguß von Sennesblättern 5 „ - Ingwersyrup (~Syrup of ginger~) 1 Drachme. - Zusammengesetzter Aufguß von Orangeschale - (~Compound infusion of orange peel~) ½ Unze. - - Mische und nimm es als eine Dosis. - - Ist der Leidende schwach und willenlos, die Kraft des Organismus im - Allgemeinen vermindert, gebe man: - - Verdünnte Schwefelsäure (~Diluted sulphuric acid~) 15 Tropfen. - Verdünnte Hydrochlorsäure (~Dilute hydrochloric - acid~) 10 Tropfen. - Orangenschalentinktur (~Tincture of orange peel~) 1½ Drachmen. - Zusammengesetzter Enzianaufguß (~Compound infusion - of gentian~) 5 „ - Mohnkopfsyrup (~Syrup of poppies~) 1 Drachme. - - Als eine Dosis 3 Mal des Tages zu nehmen. - - -Nervöses Kopfweh oder Neuralgie. - -Demselben ist vorzugsweise das weibliche Geschlecht unterworfen. - -+Symptome.+ Heftige, reißende, marternde oder stechende Schmerzen, -durch Licht verschlimmert, ein Gefühl, als ob beide Schläfe zusammen -gepreßt würden, Schwindel mit einem Gefühl des Zusammenbrechens, große -Verzagtheit und Unruhe, sowohl körperliche als geistige Anspannung -unmöglich; schwarze Flecken flimmern vor den Augen, Kopf in der Regel -kühl und das Gesicht blaß. Der Schmerz beschränkt sich häufig auf -kleine Flecke und ist in der Regel des Morgens schlimmer. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Coffea.~ -- Schmerz gleicht dem Gefühle, als ob ein - Nagel in den Kopf getrieben, oder als wenn das Gehirn angebohrt oder - zerquetscht würde; es scheint dem Leidenden unerträglich und treibt - ihn fast zum Wahnsinn. Der Kranke ist sehr unruhig, schreit, weint - und hat eine Abneigung gegen die freie Luft. Der Schmerz wird durch - das leiseste Geräusch, sogar durch Musik gesteigert und heftiger. - Man kann diesem ~Hepar~, ~Sulphur~, ~Nux vomica~ oder ~China~ folgen - lassen. - - ~Aconitum.~ -- Symptome, die dieses Mittel erfordern, siehe unter - Sympathetisches Kopfweh. - - ~Belladonna.~ -- Besonders wenn die Schmerzen am Nachmittag eintreten - und bis zum nächsten Morgen anhalten, ebenso wenn die Schmerzen leise - anfangen und nach und nach immer heftiger werden. - - ~Ignatia.~ -- Stechende Schmerzen über der Nase, die durch das - Vorwärtsbiegen des Kopfes gelindert werden, Druck im Kopf von Innen - nach Außen, Gefühl als ob ein Nagel in den Kopf geschlagen würde, - Uebelkeit, Verdunkelung des Auges, blasses Gesicht, wenn durch den - Wechsel der Lage der Schmerz für den Augenblick erleichtert wird, - der Kranke, ganz von Furcht eingenommen, auffährt und allein zu sein - wünscht. - - ~Pulsatilla.~ -- Rasende Schmerzen, schlimmer gegen Abend, begleitet - von Schwindel und Magenübelkeit, Verdunkelung des Blickes, Läuten - in den Ohren, Gesichtsfarbe blaß, gelblich oder hager, kein Durst, - Frost, Herzklopfen, ein Gefühl als ob das Gehirn zerrissen würde oder - der Kopf in einem Schraubstock säße, der Schädel in Stücke zerbrechen - wollte, besonders beim Bewegen der Augen, Kopfschmerz Abends nach dem - Niederlegen, oder früh Morgens im Bett, durch Ruhe und Stillsitzen - erhöht und durch Bewegen im Freien oder einen stark angezogenen - Verband gelindert. - - ~Bryonia.~ -- Vollsein oder Schwere des Kopfes, Druck und brennenden - Schmerzen in der Stirn, beim Bücken ein Gefühl, als ob irgend etwas - aus der Stirn fallen möchte, reißende Schmerzen, die sich auf das - Gesicht und die Schläfe ausdehnen, Hitze im Kopf und Gesicht, - geröthete Wangen, Durst, Uebelkeit, Erbrechen, Alles hat einen - bitteren Geschmack, beim Herumgehen oder Bewegen der Augen erhöhte - Schmerzen. - - ~Platina.~ -- Der Kopfschmerz wächst und nimmt allmählig ab, - Brausen im Kopfe, wie von Wasser herrührend, Kälte in den Augen, - Ohren und auf einer Seite des Gesichts, krampfhaftes Zucken mit dem - Augenlidern, Summen in den Ohren, Gegenstände erscheinen kleiner als - sie in Wirklichkeit sind, betäubender Druck auf die Backenknochen. - Ist nach ~Belladonna~ zweckdienlich. - - ~Mercurius.~ -- Kopfschmerz, als ob der Kopf in Stücke brechen - wollte, Vollsein des Gehirns, rasender Schmerz, besonders in der - linken Seite, derselbe geht in die Zähne, Stechen in den Ohren. - Die Schmerzen werden durch das Drücken des Kopfes mit den Händen - erleichtert. Man lasse es nach ~Belladonna~ folgen, und schlägt - beides nicht an, gebe man ~Hepar Sulphuris~, besonders bei einem - bohrenden Schmerz an der Nasenwurzel, oder einem Gefühle, als ob ein - Nagel in den Kopf getrieben würde. - - ~Colocynthis.~ -- Rasender, marternder Schmerz auf einer Seite des - Kopfes, Druck in der Stirne, schlimmer beim Bücken, oder auf dem - Rücken liegend; der Schmerz stellt sich am Nachmittag oder gegen - Abend ein und ein überreicher, sehr widriger Urin und ein dicker - Schweiß, der wie Urin riecht, ist vorhanden. - - ~Arsenicum.~ -- Heftiger Schmerz in der Stirn, Neigung zum Erbrechen, - Summen in den Ohren, Weinen, Aechzen und große Empfindlichkeit der - Kopfhaut. Kalte Umschläge erleichtern den Schmerz eine kurze Zeit. Es - ist schlimmer im geschlossenen Raum und vergeht im Freien. Man kann - diesem Mittel ~Pulsatilla~ folgen lassen. - - ~Veratrum viride.~ -- Drückender Schmerz auf dem Scheitel oder - auf einer Seite des Kopfes, begleitet von Schmerzen in dem Magen, - Diarrhöe, Uebelkeit, Erbrechen, schmerzhafte Empfindlichkeit des - Haares. Der Schmerz ist zuweilen so stark, daß er den Kranken der - Vernunft beraubt, ist schlimmer, wenn er im Bett liegt und erzeugt - kalten Schweiß und Frostschauer. Dieses Mittel ist sehr geeignet, um - dem ~Arsenicum~ folgen zu lassen. - - ~Silicea.~ -- Der Schmerz steigt vom Nacken nach dem Scheitel und - wird häufig durch Erhitzung herbeigeführt. Rasender Schmerz tritt - am Nachmittage ein, Stechen im Kopfe, besonders in den Schläfen, - Kopfhaut schmerzhaft gegen Berührung und das Haar fällt aus. - - ~Sulphur.~ -- Kopfschmerz mit Uebelkeit, ein Gefühl von Vollsein - oder Schwere im Kopf, besonders nach dem Scheitel zu, Schmerz als ob - ein Reif um den Kopf geschlagen wäre, rasend klopfende Schmerzen, - Hitze, jeden Tag nach dem Aufstehen des Morgens Kopfschmerzen, als - ob der Kopf in Stücke zerspringen sollte, Brummen im Kopfe, Haar bei - Berührung schmerzhaft oder Ausfallen desselben. - - ~China.~ -- Bei Personen von fieberhaftem, unzufriedenem Gemüth. Es - wird sehr dienlich gefunden bei Schwere im Kopfe, Druck von Innen - nach Außen, vorhandene Schmerzen in den Schläfen, als ob der Kopf - zerspringen wollte, ein Gefühl, als ob das Gehirn herumgestoßen - und gegen den Schädel geworfen würde, die Kopfhaut gegen Berührung - empfindlich, Schmerz durch Bewegung, Bücken, Unterhaltung oder - Zugluft erhöht. Wasserumschläge auf den Kopf, sowohl heiße als kalte, - wie es am angenehmsten, mögen gemacht werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Gebe 4 oder 6 Kügelchen als eine Dosis, - oder löse 12 Kügelchen in ebenso viel Theelöffel voll Wasser auf - und gebe alle halbe, ganze oder zwei Stunden, der Nothwendigkeit - angemessen, einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Hoffmann’s Anodyne in Dosen von einer Drachme kann - gegeben werden und zuweilen Aether, Cölnisches Wasser oder Bay Rum - vermittelst der Hand auf die Stirne gebracht, mag von vortheilhafter - Wirkung sein, ebenso ein Senfpflaster auf den Hinterkopf und die - Schläfen. - - In einigen Fällen ist auch anwendbar: - - Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of hyosciamus~) 3 Grane. - Pulverisirter Kampher (~Camphor~) 3 „ - - Mische es, mache drei Pillen daraus und nehme eine, wenn der Schmerz - am stärksten ist. - - Oder auch: - - Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of hyosciamus~) ½ Drachme. - Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits - of ammonia~) ½ „ - Orangenschalen-Syrup ½ „ - Pfeffermünzwasser (~Peppermint water~) 10 Drachmen. - - Mische es. - - Oder auch: - - Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of hyosciamus~) ½ Drachme. - Baldriansaures Eisen (~Valerianate of iron~) 1 „ - - Mische es, mache 30 Pillen daraus und gebe eine bis drei des Tages. - - Ist der Kranke schwach und erschöpft, sollte ein stärkendes Mittel - wie das folgende angewendet werden: - - Schildkraut-Extrakt (~Extract of skull-cap~) 2 Drachmen. - Kamillen-Extrakt (~Extract of chamomile~) 2 „ - Wasserdost-Extrakt (~Extract of boneset~) 1 Drachme. - Chinin (~Quinine~) 1 „ - Pulverisirter Cayenne-Pfeffer (~Pulv. cayenne~) 1 Skrupel. - Baldrianöl (~Oil of valerian~) ½ Drachme. - - Mache 90 Pillen daraus. - - Dosis: Alle 2 bis 3 Stunden eine Pille. - - Zusammengesetzter Enzian-Aufguß (~Compound infusion - of gentian~) 8 Unzen. - Salpetersaure Natronsäure (~Nitro muriatic acid~) 30 Tropfen. - - Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll dreimal des Tags. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgende Pillen mögen genommen werden: - - Aconit-Extrakt (~Extract of aconite~) ½ Gran. - Stechapfel-Extrakt (~Extract of stramonium~) ⅛ „ - Baldriansaures Chinin (~Valerianate of quinine~) ¼ „ - - Mische es zu einer Pille. Die Dosis sollte der Strenge des Anfalles - angemessen alle eine, zwei oder drei Stunden wiederholt werden. - Gleichzeitig kann der Kranke nach Belieben Schildkraut- oder - Katzenmünze-Thee trinken. - - Folgende Pillen werden sehr empfohlen: - - Bilsenkraut- (~Hyosciamus~) Extrakt 30 Grane. - Baldrian- (~Valerian~) Extrakt 30 „ - Chinin (~Quinine~) 20 „ - Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) 10 „ - - Mache 30 Pillen daraus. - - Ist der Kopfschmerz streng und durch und durch von nervösem - Charakter, füge dem obigen noch drei Gran schwefelsaures Morphium - (~Sulphate of morphia~) hinzu und gebe alle drei Stunden eine Pille. - Nach Linderung des Kopfschmerzes nehme eine Pille dreimal des Tages. - Wegen des Morphiums sollten nicht mehr als 5 Pillen innerhalb 24 - Stunden hintereinander genommen werden. - - Sind stärkende Mittel erforderlich, möge das folgende gegeben werden: - - Salzsaure Eisen-Tinktur (~Muriated tincture of iron~) 1 Unze. - Blutwurzel-Tinctur (~Tincture of blood root~) 1 „ - - Mische es und nehme dreißig Tropfen in ein wenig Wasser dreimal des - Tages. - - -Ausfallen des Haares (~Allopecia~). - -Dies zu verhindern und dasselbe wieder hervorzurufen, wenn es bereits -verloren ist, sollte reizend auf die Schädelhaut eingewirkt werden, -und zwar jeden Morgen vermittelst Waschungen mit kaltem Wasser, -Trocknen mit einem groben Handtuche und darauf Bürsten mit einer groben -Haarbürste. Es folgen hier einige Mittel, die in ihrer Anwendung -vorzüglich gefunden werden: - - Pulverisirtes schwefelsaures Kupfer (~Pulv. - sulphate of copper~) 10 Grane. - Spanischer Fliegen-Extrakt (~Extract of spanish - flies~) 5 „ - Fett 1 Unze. - - Mische es. - - Castoröl 1½ Pfund. - Starker Alcohol 2½ Pints. - Pulverisirte spanische Fliegen (~Pulv. spanish - flies~) ½ Unze. - Bergamottenöl (~Oil of bergamot~) 2½ Unzen. - Rosenöl (~Oil of rose~) 20 Tropfen. - - Mische und filterire es, nachdem es einige Tage gestanden hat. - - Zusammengesetzte Benzoe-Tinktur (~Compound tincture - of benzoin~) 2 Drachmen. - Spanischer Fliegen-Extrakt (~Extract of spanish - flies~) 2 „ - Castoröl 6 Unzen. - Bergamottenöl (~Oil of bergamot~) 1 Drachme. - Mutterzimmt oder Verbenenöl (~Oil of Cassia or - Verbena~) 15 Tropfen. - Starker Alcohol 10 Unzen. - - Mische es. - - Ein ausgezeichnetes Haarstärkungsmittel ist auch das folgende: - - Benzoe-Harz (~Gum Benzoin~) 2 Drachmen. - Castoröl 4 Unzen. - Alcohol 1 Quart. - - Schüttele dies gehörig und füge dann noch hinzu: - - Lavendelöl (~Oil of lavender~) 1 Drachme. - Bergamottenöl (~Oil of bergamot~) 1 „ - Nelkenöl (~Oil of cloves~) 30 Tropfen. - Rosmarinöl (~Oil of rosemary~) 30 „ - Citronenöl (~Oil of lemon~) 30 „ - Orangenblüthenöl (~Oil neroli~) 30 „ - Spanische Fliegen-Tinktur (~Tincture of - cantharides~) ½ Unze. - - Das folgende ist das berühmte “~General Twigg’s recipe~,” welches - grauen Haaren ihre ursprüngliche Farbe wieder geben und auf - Kahlköpfen neuen Haarwuchs erzeugen soll: - - Schwefelmilch (~Lac sulphur~) 2 Drachmen. - Bleizucker (~Sugar of lead~) 1 Drachme. - Rosenwasser 8 Unzen. - - Mische es. - - Folgendes ist ein ausgezeichnetes Mittel: - - Bay Rum 4 Unzen. - Spanische Fliegen-Tinktur (~Tincture of - cantharides~) 1 Unze. - Hirschhorn (~Hartshorn~) 1 „ - Olivenöl (~Olive oil~) 2 Unzen. - - Schüttele es gehörig vor Gebrauch. - - Ein vortreffliches Mittel zur Beförderung des Wachsthums der Haare - ist auch: - - Ricinusöl (~Palma Christi oil~) 3 Unzen. - Lavendelöl (~Oil of lavender~) 1 Drachme. - - So bald das Haar dünn wird und ausfällt, öfters anzuwenden. - - - - -Fünftes Kapitel. - -Augenkrankheiten. - - -Das Niederfallen des Augenlids (~Paralysis~, ~Ptosis~). - -Dies kann durch das Aussetzen der kalten Luft oder unmittelbar den -Sonnenstrahlen, Trunkenheit, heftige geistige Erregung, Schläge auf den -Kopf und Geschwulst im Gehirn hervorgerufen werden. Bei diesem Leiden -sind gewöhnlich die Muskeln des Auges gelähmt, so daß das Auge nicht -bewegt werden kann, vollkommen stille steht oder auch nach den Schläfen -zugedreht ist. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Quecksilber wird zuweilen gebraucht, bis der Mund - angegriffen ist. Warme Umschläge um die Augen werden in einigen - Fällen von wohlthätiger Wirkung sein, ebenso das Reiben der Stirne, - der Schläfe und des Augenlids mit aromatischem Ammoniak-Spiritus. - - =Homöopathisch.= Diesem Leiden angemessene Mittel sind: ~Spigelia~, - ~Belladonna~, ~Sepia~, ~Opium~, ~Cocculus~, ~Nitric Acid~. Uebrigens - sollte dieser Zustand nur von einem geschickten Arzt behandelt werden. - - -Entzündung des Augenlids und des Rands des Augenlids. - -Dieselbe kann von einer Erkältung oder auch von anderen Ursachen -herrühren; häufig sind nur die Ecken entzündet, ohne den übrigen Theil -anzugreifen. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Bei starker Entzündung und großen - Schmerzen, die Augenlider sind geschwollen, hart und roth, Hitze, und - gleichzeitig ein brennendes Gefühl, eine überreiche Absonderung von - Schleim der Augen und der Nase findet statt. - - ~Belladonna.~ -- Da wo ~Aconitum~ nicht hinreichend gefunden wird; - besonders bei einem Gefühl von Brennen und Jucken in dem Lid, - geschwollene Augenlider, welche zusammenkleben und bluten wenn - geöffnet, ebenso wenn die Ränder nach Außen gedreht sind und wie - gelähmt erscheinen. - - ~Hepar Sulphuris.~ -- Bei einem zerreißenden oder zerquetschenden - Gefühle in den Lidern, wenn solche berührt werden; große - Empfindlichkeit gegen Licht. Kann abwechselnd mit ~Mercurius~, - ~Aconitum~ oder ~Belladonna~ gegeben werden. - - ~Euphrasia.~ -- In jenen Fällen, wo die Augenlider roth und - angeschwollen und die Ränder zerrissen sind, Jucken bei Tage, - Zusammenkleben des Morgens, Kopfschmerz, Hitze im Kopf, Scheu vor - Licht, starker Ausfluß von Thränen und Schleim. Kann abwechselnd mit - ~Nux vomica~ gegeben werden, wenn der Augapfel sehr roth und Brennen - und Jucken vorhanden ist. - - ~Mercurius.~ -- Ist die Geschwulst hart bei schneidenden Schmerzen - und Schwierigkeit die Augenlider zu öffnen, Eiter und Schorf in den - Ecken am Morgen und in der Bettwärme schlimmer, Unruhe, Schweiß, - Brennen und Jucken der Augen, im Freien schlimmer. ~Hepar Sulphuris~ - kann abwechselnd mit diesem gegeben werden. - - ~Arsenicum.~ -- Entzündung des Innern des Augenlids, Schwierigkeit - die Augen zu öffnen und heftig brennende Schmerzen. - - ~Spigelia.~ -- Entzündung und Zerreißen des Augenlids, Beißen und - Schmerzhaftigkeit, die Lider sind steif und deshalb nur schwer zu - öffnen, Bohren in den Augen und Schmerz in dem Kopfe, schlimmer bei - Bewegung. - - ~Hyosciamus~ und ~Chamomilla~ kann abwechselnd gegeben werden, wenn - die Augenlider mit einem Gefühl von Schwere oder Druck krampfartig - geschlossen sind. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Eine Dosis: 4 Kügelchen von dem - gewählten Mittel alle 2, 4 oder 6 Stunden. Wasser, ob kalt oder warm, - je nachdem es der Patient vorzieht, kann mit gutem Erfolge angewendet - werden. - - =Allöopathisch.= Bei Entzündung der Ränder des Augenlids möge man die - folgende Behandlung einschlagen: Als Waschung der Augen des Morgens, - wenn die Lider zusammengebacken sind, nehme man einen Theelöffel voll - Milch mit ein wenig Butter vermengt, schmiere damit die Lider ein und - reibe sie sanft mit den Fingern. Hierauf drücke man ein mit Wasser - befeuchtetes Stück Schwamm einige Minuten lang gegen die Augen, - die dann der Leidende ohne weitere Beschwerden öffnen kann. Sind - die Lider so geöffnet, so entferne man den dort befindlichen Eiter - vermittelst der Fingernägel. Warme Umschläge von Mohnköpfen oder - Kamillenblüthen sollten ein- oder zweimal des Tages gemacht werden. - Erweichende Umschläge von Brod und Wasser mit ein wenig frischer - Butter oder Olivenöl in ein kleines Packet gemacht und über das - Augenlid gelegt, wurde in einigen Fällen sehr zuträglich gefunden. - - Zuweilen kann auch folgendes angewendet werden: - - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 12 Grane. - Laudanum 2 Drachmen. - Destillirtes Wasser 12 Unzen. - - Mische es und bade damit die Augen mehrere Male des Tages. Nachdem - die Röthe und Hitze etwas nachgelassen hat und die Eingeweide mit - einem gelinden Abführmittel, wie Castoröl, Bittersalz geöffnet sind, - möge folgende Waschung angewendet werden: - - Rosenwasser 4 Unzen. - Salpetersaures Silber (~Nitrate of silver~) 2 Grane. - - Mische und wende es ein- oder zweimal des Tages an. Ein kleines Stück - von aufgelöster salpetersaurer Quecksilber-Salbe (~Dilute nitrate of - mercury ointment~), Citrin-Salbe kann vermittelst eines Pinsels auf - die Ränder des Augenlids des Abends oder einen Abend um den andern, - je nach der Strenge der Symptome und der hervorgebrachten Wirkung, - getragen werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Erweichende Umschläge von pulverisirter - schlüpfriger Ulmenrinde (~Pulv. slippery elm bark~), mit warmer Milch - und Wasser aufgeweicht, wird zuweilen zuträglich gefunden werden. Die - verwelkten Blätter des Stechapfels (~Stramonium~) mit Fett gemischt - zu einer Salbe zubereitet, sind gut in strengen Fällen. - - -Entzündung des Augapfels (~Ophthalmia~). - -Dieses Leiden wird in der Regel durch Erkältungen hervorgerufen, oder -ist auch die Folge von Beschädigungen des Auges. - -+Symptome.+ -- Die Augen sind sehr roth und die Augenlider geschwollen. -Der Kranke beklagt sich über ein rauhes Gefühl, oder als ob Sand, heiße -Asche oder zerbrochenes Glas sich unter dem oberen Augenlide befände. -Die Augen werden gegen Licht sehr empfindlich und es ist ein Gefühl von -Hitze, Vollsein und Steifheit in der Kugel und den Rändern des Auges -oder den Rändern des Augenlids vorhanden, begleitet von schießenden -Schmerzen durch das Auge. Diese Symptome werden allmählig immer stärker -und anhaltender. Die Augenlider sind des Morgens zusammengebacken in -Folge des Eiters, der des Nachts aus den Augen fließt, und es ist ein -Gefühl von Gewicht und Druck auf dem Augapfel vorhanden. - -+Ursachen.+ -- Ungemein starke Hitze oder Kälte, Anstrengung der Augen -in einem strahlenden oder dämmernden Licht, Verletzungen derselben, -plötzlicher Witterungswechsel. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Bei Schmerz und Kopfweh sollte ein Abführmittel, wie - folgt, gegeben werden: - - Pulverisirter Gummi (~Pulv. gamboge~) 12 Grane. - Pulverisirte Sennesblätter (~Pulv. senna~) 12 „ - Springgurke (~Elaterium~) 2 „ - Crotonöl (~Croton oil~) 8 Tropfen. - Stechapfel-Extrakt (~Extract of stramonium~) 3 Grane. - - Mische es, mache 12 Pillen daraus und gebe alle Stunden eine, - bis eine Wirkung erzeugt wird. Mache erweichende Umschläge von - schlüpfriger Ulme über das Auge und bade es oft in einer Auflösung - von Mohnblättern. Das Gefühl von Sand in dem Auge wird in der Regel - erleichtert und die Entzündung nach der Anwendung der Lösung des - salpetersauren Silbers (~Nitrate of silver~), 4 Grane derselben auf - eine Unze destillirtes Wasser ein großer Tropfen, vermittelst eines - Kameelhaar-Pinsels ein- oder zweimal des Tages, aufgetragen werden. - Unmittelbar bei der Anwendung dieses wird nichts gefühlt, aber nach - einigen Augenblicken stellt sich ein stechender Schmerz im Auge ein, - der etwa 10 Minuten anhält und dann wieder verschwindet. Die Augen - bessern sich hiernach, und sollten die Symptome wieder zurückkehren, - so fahre 5 oder 6 Stunden lang mit der Anwendung des salpetersauren - Silbers (~Nitrate of silver~) fort. Schwefelsaures Zink (~Sulphate of - zinc~) 4 Grane auf eine Unze Wasser, wird auch zuweilen entsprechen. - Wenn der Schmerz und das Kopfweh vorübergegangen sind, sollte eine - schwache Auflösung von salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~) - wie folgt angewendet werden: - - Rosenwasser 4½ Unzen. - Salpetersaures Silber (~Nitrate of silver~) 2 Grane. - - Mische es. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Umschläge von Hopfen oder Mohnblättern - über die Augen können gemacht werden, ebenso können bei großem - Schmerz Stechapfel- (Stramonium) Blätter verwendet werden. Folgende - Augenwaschung ist empfohlen: - - Bleizucker (~Sugar of lead~) ½ Drachme. - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) ½ „ - Gewöhnliches Salz 1 „ - Stückzucker (~Loaf sugar~) 1 „ - Destillirtes Wasser ½ Pint. - - Lasse die Mischung zwei bis drei Tage lang stehen und dann seihe - sie durch ein Stück weißen Flanells. Man wasche die Augen zwei- bis - dreimal des Tages damit. - - Folgendes ist ein ausgezeichnetes Augenwaschmittel: - - Grüner Thee ½ Unze. - Gelbwurz (~Yellow root~) ½ „ - Kochendes Wasser 1 Pint. - - Lasse es zusammen erweichen und füge noch eine Drachme schwefelsaures - Zink (~Sulphate of zinc~) hinzu; wenn kalt, seihe es durch ein Stück - weißen Flanells. - - Haben die Symptome der vorhandenen Entzündung nachgelassen, möge das - folgende angewendet werden: - - Aconit-Tinctur (~Tincture of aconite~) 1 Drachme. - Eine Abkochung von Gelbwurz (~Decoction of golden - seal~) 1 Unze. - - Mische es und bade damit die Augen häufig während des Tages. - - Ein anderes Heilmittel ist: - - Gelbwurz (~Golden seal~), Hexennuß-Blätter (~Witch Hazel~), von jedem - ein Pulver, 1 Drachme, und kochendes Wasser 1 Gill. Lasse die Pulver - 10 oder 15 Minuten in dem kochenden Wasser und seihe es dann durch. - - =Homöopathisch.= Kaltwasserumschläge sollten vermittelst weicher - leinerner Binden häufig über die Augen und deren umgebenden Theile - gemacht werden. Eine Auflösung von schwefelsaurem Zink (~Sulphate - of zinc~), oder salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~) möge in - dem Verhältniß von einem Gran auf eine Unze destillirtes Rosenwasser - angewendet werden. - - ~Aconitum.~ -- Augenlider roth und geschwollen, Augapfel sehr - roth und entzündet, Pupillen erweitert, Thränen der Augen, Wangen - geröthet, Lichtscheu, drückende, stechende und brennende Schmerzen in - den Augen, der Augapfel fühlt sich zerquetscht und gedrückt in seinem - Ringe; die Augen sind heiß und mit brennenden Thränen gefüllt, oder - sehr trocken bei Stechen und Prickeln der Augenlider, Druck, scharf - schlagende oder stechende Schmerzen im Kopf und den Schläfen, große - geistige Aufregung. - - ~Belladonna.~ -- Röthe, Anschwellen und Vorwärtsstoßen des Augapfels, - Anschwellen der Augenlider, Fließen heißer, brennender Thränen, - oder Trockenheit der Augen, geröthete Wangen, Klopfen der Hals- und - Schlagadern; trockene heiße Haut, Schmerzen in den Augenhöhlen, - welche sich bis in das Gehirn erstrecken, Brennen und Prickeln in den - Augen, Schwere, Druck und Klopfen des Augapfels und der Augenlider, - rasender Schmerz in den Augen von Innen nach Außen, Schwindel und - gehinderte Sehkraft, die Schmerzen sind schlimmer beim Bewegen der - Augen, Flimmern und schwarze Flecken vor denselben. - - ~Euphrasia.~ -- Wenn sich der Schmerz in und über den Augen, im Kopfe - befindet und gleichzeitig von sehr drückender Art ist. Es mag gegen - dieselben Symptome als bei ~Belladonna~ angewendet werden, wenn - ~Belladonna~ keine Linderung gewährt. - - ~Nux vomica.~ -- Wenn die Augen mit Blut unterlaufen sind, bei einem - Gefühle als ob Sand in den Augen wäre, Zunge belegt, Röthe der - Augenlider bei Steifheit und Jucken, Ausfluß von brennenden Thränen - und Kopfweh jede Nacht. - - ~Pulsatilla.~ -- Kann ~Aconitum~ folgen, wenn die schlimmste - Entzündung nachgelassen, aber noch anhaltende, rasende, stechende - Schmerzen zurückbleiben, bei großer Empfindlichkeit gegen Licht. Das - Leiden ist am Nachmittage und Morgen stärker, der Kranke gereizt und - zum Weinen geneigt. - - ~Ignatia.~ -- Der Schmerz ist mehr gleich einem Druck in den Augen, - welche nicht sehr entzündet sind, aber fortwährend übermäßig starke - Thränen bei gleichzeitigem Fließen der Nase. - - ~Spigelia.~ -- Peinigende, juckende und rasende Schmerzen, welche - sich bis in den Kopf erstrecken, und einem Gefühle, als ob der - Augapfel zu groß wäre. - - ~Arsenicum.~ -- Augapfel sehr roth, die Lider stark geschwollen, - Thränen heiß und brennend, Lider trocken und roth, Gefühl als ob Sand - in den Augen wäre, rasende oder brennende Schmerzen des Augapfels, - welche durch Licht oder Bewegung erhöht werden, Schwäche, Ermüdung - und Zittern der Augenlider, große Lichtscheu. - - ~Mercurius.~ -- Entzündung der Augen, brennende, prickelnde Hitze und - Druck, schlimmer im Freien, Gefühl als ob sich Sand unter dem oberen - Augenlide befände, Lichtscheu, schießender Schmerz im Augapfel, Röthe - und Anschwellen der Augenlider, Schmerz bei Bewegen oder Berühren der - Augen erhöht. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Gebe eine Dosis, 6 Kügelchen, von dem - gewählten Heilmittel alle zwei, vier oder sechs Stunden, der Strenge - der Symptome angemessen, oder löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe als Dosis einen Theelöffel voll. - - -Chronische Augenentzündung. - -Dieselbe kann durch die Rückwirkung einer heftigen Entzündung, welche -unterdrückt worden ist, hervorgerufen werden, oder kann in Folge einer -Schwächung des Organismus eintreten. - -+Symptome.+ -- Die Augen sehen theilweise roth theilweise weiß aus und -sind gegen Licht, Staub oder Rauch empfindlich; die Ränder der Lider -sind roth oder purpurn, die Augen kleben des Morgens zusammen und der -Kranke ist unfähig, sich derselben eine längere Zeit zu bedienen. Die -Lider jucken und stechen am meisten des Morgens beim Aufstehen, und -Luft, Licht, Wind, Rauch, Staub und Dünste verursachen ein Fließen der -Thränen. - -+Ursachen.+ -- Acute Entzündung der Augen, entzündliches Verletzen, das -Aussetzen der Kälte, übermäßige Anstrengung der Augen in starkem oder -Dämmerlicht. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Es wird gut sein, ein- oder zweimal in - der Woche ein Abführmittel zu geben und die folgende Salbe aus den - Rändern und der inneren Fläche der Augenlider anzuwenden. - - Ungesalzene Butter 2 Unzen. - Weißes Wachs 2 Drachmen. - - Mische dieses in eine Untertasse, und wenn kalt, rühre eine - halbe Drachme rothes Präcipitat und zuletzt eine halbe Drachme - pulverisirtes schwefelsaures Zink (~Pulv. sulphate of zinc~) ein. - Mische es gehörig und wende es zweimal des Tages an. - - Folgendes ist ein ausgezeichnetes Mittel: Löse eine Unze Kamphersyrup - (~Gum Camphor~) und 2 Unzen reines türkisches Oel auf, zuvor müssen - einige Tropfen Alkohol auf den Kampher gegossen werden, um ihn zu - pulverisiren, wenn pulverisirt, füge das Oel hinzu und reibe dies so - lange in einem Mörser, bis es aufgelöst ist. Damit salbe dann die - Augen 2 bis 3 Mal des Tages. - - =Homöopathisch.= Zur äußerlichen Anwendung: Schwefelsaures Zink - (~Sulphate of zinc~) oder salpetersaures Silber (~Nitrate of Silver~) - in eine schwache Auflösung von 1 bis 2 Gran mit einer Unze Wasser. - Opiumwein kann in einigen Fällen angewendet werden, ein Tropfen in - die Augen gebracht, 1 oder 2 Mal des Tages in 24 Stunden. Mittel zur - innerlichen Anwendung sind: ~Arsenicum~, ~Belladonna~, ~Sulphur~, - ~Silicea~, ~Nux vomica~, ~Graphites~ und ~Phosphorus~. - - =Allöopathisch.= Die Ränder der Augenlider sollten jeden Abend mit - Citrinensalbe eingerieben werden. Dieselbe wird wie folgt zubereitet: - - Salbe von salpetersaurem Quecksilber (~Ointment of - nitrate of mercury~). 1 Theil. - Salbe von Spermaceut oder - Präparirtem Schweinefett 2 Theile. - - Mische es. - - Auslösung von essigsaurem Blei (~Acetate of Lead~) oder - schwefelsaurem Zink (~Sulphate of zinc~), oder auch schwefelsaurem - Kupfer kann in dem Verhältnisse von 2 Granen auf eine Unze angewendet - werden. - - -Chronisch skrophulöse Augenentzündung. - -Dieses Leiden beschränkt sich vornehmlich auf Kinder unter 8 Jahren, -doch können auch zuweilen Erwachsene davon befallen werden. Die -hervortretendsten Symptome sind: große Lichtscheu, die Augenlider sind -beständig geschlossen, so daß es unmöglich ist, die Augen zu sehen, und -der Kopf ist fortwährend vom Licht weggewendet. Der Augapfel ist nicht -sehr geröthet, doch zeigen sich auf der Oberfläche desselben kleine -Flecken von Eiter und Blutwasser. Wenn die Krankheit nicht eingehalten -wird, so werden die Augen allmählig von jenem Eiter zerstört. Der -Organismus ist schwach, hinfällig und die Verdauungsorgane sind in -Unordnung. Die Behandlung dieses Leidens sollte nur einem geschickten -Arzte überlassen bleiben. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Beim Beginn des Anfalls gebe, wie bei Entzündung der - Augenlider und des Augapfels, ~Aconitum~ und ~Belladonna~. - - ~Dulcamara.~ -- Wenn die Entzündung durch eine Erkältung verursacht - wurde, die Augen durch das Lesen schlimmer werden und Verdunkelung - des Blickes eintritt, gleichzeitig ein Gefühl, als ob feurige Kugeln - aus den Augen heraus fliegen. Gegen Eiterungen und weiße Flecke auf - den Augäpfeln, welche daselbst verbleiben, nachdem die Entzündung - nachgelassen hat, gebe man ~Euphrasia~, ~Hepar Sulphur~ und - ~Silicea~. jedes Heilmittel eine Woche lang. Eine Dosis (6 Kügelchen) - von dem gewählten Mittel jeden Abend. Ist ~Silicea~ gegeben worden, - so sollte eine Waschung von 12 Kügelchen von ~Silicea~ in einem - halben Theelöffel voll Wasser angewendet werden. Gegen Flecke vor den - Augen gebe man ~Euphrasia~, ~Hepar Sulphur~, ~Silicea~, ~Calcarea - Carbonica~ und ~Acidum Nitri~ in derselben Weise. - - =Allöopathisch.= Cooper empfiehlt das Legen eines Blasenpflasters - im Nacken oder hinter den Ohren, was die Entzündung sehr schnell - verschwinden machen wird. Die Augen können mit einer Auflösung von - einer Drachme Opium in einem Pint heißen Wassers gebähet oder mit - der Flüssigkeit gewaschen werden. Ebenso kann auch eine Abkochung - von Mohnköpfen und Kamillenblüthen angewendet werden. Nachdem die - Entzündung nachgelassen hat, können die Augen in eine Auflösung von - Alaun (~Alum~), 2 Grane auf eine Unze Wasser, gebadet, oder eine - Auflösung von salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~), 2 Grane - auf eine Unze Wasser, kann in wenigen Tropfen 1 oder 2 Mal des Tages - in das Auge gebracht werden. Die Eingeweide müssen mit einem gelinden - Abführmittel offen gehalten werden, wie Quecksilber (~Mercury~) mit - Kreide (~Chalk~), ein wenig Rhabarber oder Magnesia. Eisenpräparate - (~Preparations of iron~), Sassaparilla und Leberthran entsprechen, um - den Organismus zu stärken. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgender Syrup möge angewendet werden, - den Organismus zu reinigen: - - Gelbe Parillawurzel 2 Pfund. - Kletten (~Burdock~) und Grundwurz (~Yellowdock~) - von jedem 1 „ - - Wurzelrinde von - - Bittersüß (~Bitter sweet~) und Sassafras von jedem ½ „ - Maiapfel (~May apple~) und Blutwurzel (~Bloodroot~) - von jedem 2 Unzen. - - Brühe es in 5-6 Gallonen Wasser und koche es zu einer Gallone ein, - füge, während es heiß ist, 6 Pfund Zucker hinzu, seihe es durch - und fülle es in Flaschen. Auf jedes Pint kommt eine halbe Drachme - Potaschen-Hydriodat in ein oder zwei Unzen Wasser aufgelöst. Dreimal - des Tages ein Weinglas voll. - - -Gerstenkorn (~Stye~) am Augenlid. - -Dies ist eine kleine Geschwulst, die sich am Rande des Augenlid’s -oder an dem Lide bildet. Der Eiter bildet sich in 2 bis 3 Tagen und -die Geschwulst springt auf. Ein erweichender Umschlag, von Brod und -Milch oder Leinsamen gemacht, in einem feinen, weichen Leinentuch, -sollte über das Auge gelegt werden, bis sich der Eiter bildet. Nachdem -derselbe ausgeflossen ist, wende man des Nachts beim zu Bettegehen, -zwei oder drei Nächte lang, ein wenig verdünntes salpetersaures -Quecksilber (~Diluted nitrate of mercury ointment~) an. Salz und Wasser -wird zuweilen die Wiederkehr derselben verhindern. Ein allgemein -bekanntes Mittel, welches die Bildung von Gerstenkörnern verhindern -soll, ist das Reiben mit einem Goldring oder Messingschlüssel an dem -sich eben bildenden Gerstenkorn zur Nachtzeit. Ich überlasse es dem -Einzelnen, den Werth desselben zu untersuchen. - - -Behandlung - - =Homöopathisch.= ~Pulsatilla~ -- ist das wichtigste Mittel. Eine - Dosis 2 Mal des Tages. Verschafft es keine Linderung, so gebe man - Merkur abwechselnd mit ~Hepar Sulphuris~ oder ~Staphysagria~. - Eine Dosis 2 oder 3 Mal des Tages eine Woche hindurch von diesen - Heilmitteln wird zuweilen deren Erscheinen verhindern. ~Calcarea - Carbonica~ kann in derselben Weise gegeben werden. - - -Nasse oder thränende Augen. - -Dieses Leiden wird durch eine Störung im Thränenkanal oder der Drüsen, -in welchen sich die Thränen bilden, verursacht. Der Kranke wird zuerst -durch eine Schwäche des Auges darauf aufmerksam gemacht, Thränen stehen -in dem inneren Winkel des Auges, welche durch die kalte Luft vermehrt -werden. Dieses kann Monate ja Jahre lang anhalten und ist eine Quelle -großer Unbehaglichkeit. Eiterbeulen bilden sich auf der Seite der Nase -und die Knochen der Nase können angegriffen werden. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Bähungen von Kamillenthee oder Mohnblättern lindern - zuweilen, und das Baden der betreffenden Theile mit Branntwein und - Wasser oder Branntwein allein, ist sehr wohlthätig. Die verdünnte - salpetersaure Quecksilbersalbe kann in einigen Fällen angewendet - werden, und zwar, indem man ein Stück von der Größe eines Hanfkorns - in die innere Seite des Augenlides einsetzt und es längs des Randes - einreibt. - - =Homöopathisch.= Entspringt das Thränen der Augen aus einer - allgemeinen Schwäche des Organismus, so kann ~Euphrasia~ und - ~Spigelia~ abwechselnd alle 2 oder 3 Tage eine Dosis von 6 Kügelchen - gegeben werden. Andere Mittel sind ~Belladonna~, ~Pulsatilla~, - ~Calcarea Carbonica~, ~Silicea~ und ~Sulphur~, welche in der - aufgeführten Ordnung gegeben werden können. - - Gieb ein jedes Mittel 4 bis 6 Wochen. Die einzige dauernde Linderung - aber wird durch eine Operation, welche von einem geschickten - Chirurgen vorgenommen werden sollte, hervorgerufen. - - -Schwarzer Staar (~Cataract~, ~Glaucoma~). - -Dies ist eine Verdunkelung oder Trübung des Crystallkörpers, welcher -den Zugang der Lichtstrahlen verhindert. Es wird allgemein bei älteren -Personen gefunden und ist zuweilen ererbt. - -+Symptome.+ Die ersten Anzeichen von dem Annähern dieser Krankheit sind -in der Regel diese: Die Gegenstände erscheinen verschwommen und ein -beständiger Nebel ist vor den Augen. Starkes Licht ist erforderlich, -um zu lesen oder zu schreiben, und ein kleiner Fleck erscheint in der -Regel zuerst hinter dem Mittelpunkt der Pupille, der sich allmählig -immer weiter ausdehnt und zuletzt den Zugang der Lichtstrahlen in das -Auge gänzlich versperrt. - -+Ursachen.+ Häufiges und lang anhaltendes Lesen von feinem Druck, -Schreiben oder Blicken auf kleine Gegenstände bei starkem Lichte, -Blutandrang nach den Augen, Bewegung in der Sonnenhitze, in Gießereien -und an anderen Plätzen, wo helles, heißes Licht zu finden ist, -Aussetzen der Augen reizender Dämpfe und Dünste, Verletzungen des -Baues. Dieses Leiden kann nur durch eine Operation gehoben werden. Die -Homöopathie aber hat Mittel, welche dasselbe in einigen Fällen heben -sollen, und diese sind folgende: ~Silicea~, ~Graphites~, ~Hydriodate of -Mercury~, ~Calcarea Carbonicum~, ~Conium~ und ~Digitalis~ -- eine Dosis -ein- oder zweimal in 24 Stunden. - - -Augenschwäche (~Weakness of Sight~, ~Amblyopia~) - -ist ein mangelhafter Zustand der Sehnerven, welche sie schwächt -oder lähmt in mehr oder minderem Grade. Ist der Nerv nur wenig -gelähmt, so ist es ~Amblyopia~, bei gänzlicher Lähmung Blindheit -oder ~Amaurosis~. Bei einer einfachen Augenschwäche vermindert sich -das Unterscheidungsvermögen vermittelst der Sehkraft, das allmählig -abnimmt, bis sich ~Amaurosis~ vollständig einstellt. In einigen Fällen -beschränkt sich der Verlust der Sehkraft auf nur einen kleinen Theil -des Auges; Gegenstände erscheinen schief oder verdreht und in Bezug auf -Größe verändert, Flammen und Flecken flimmern vor den Augen. Nähert -sich das Leiden mehr und mehr der ~Amaurosis~, wird der Blick von Nebel -verdunkelt und zuweilen ist auch etwas Schmerz damit verbunden. In -einigen Fällen tritt ein Verlangen nach stärkerem Lichte ein und in -anderen wieder ist eine Trockenheit der Augen und Nasenhöhlen vorhanden. - -~Amaurosis~ wird dadurch vom Staar (~Glaucoma~) unterschieden, daß die -Verdunkelung oder der Verlust der Sehkraft plötzlich eintritt und die -mit den Augen wahrgenommenen Gegenstände mit Flecken bedeckt zeigt. -Beim Staar hingegen nimmt die Sehkraft nur langsam ab und ist eher mit -einem Nebel vor den Augen zu vergleichen, und es wird alles wie durch -einen weißen Flor gesehen, was bei ~Amaurosis~ nicht der Fall ist. - -Kennzeichen der Annäherung von ~Amaurosis~ sind Schmerzen in der Stirn -und den Schläfen, welches mit der Zunahme der Blindheit (~Amaurosis~) -abnimmt, Umwölkung des Blickes, Flecken schwimmen vor den Augen, -welches dem Kranken lästig wird. Beim Lesen oder Schreiben ist ein -stärkeres Licht als gewöhnlich erforderlich. - -+Ursachen.+ -- Hierzu können, obgleich es übertragen worden sein -oder durch Unverdaulichkeit hervorgerufen worden ist, Mißbrauch von -Reizmitteln, unterdrückter Stuhl, Gicht, Rheumatismus oder Skropheln, -Nervenfieber, der Gebrauch des Schnupftabaks, zu langes Stillen von -Kindern, außerordentlicher Kummer, Ueberanstrengung der Sehkraft, -Arbeiten bei einem sehr hellen, strahlenden Lichte und Verletzungen -des Baues des Sehorgans, Schlaganfall, Anreizung der Eingeweide, sei -es von Würmern oder aus anderen Ursachen herrührend; Schrecken, Druck -auf die Blutgefäße des Nackens, wodurch die Rückkehr des Blutes vom -Gehirn verhindert wird, Wirkung giftiger Bestandtheile wie Belladonna, -Stechapfel (~Stramonium~), Opium, Blei und Chinin. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Aufmerksamkeit sollte dem allgemeinen - Gesundheitszustand gewidmet werden. Wird Blindheit durch eine Störung - der Verdauungsorgane hervorgerufen, so sollte sie gehoben werden. Der - Kranke vermeide jede Anstrengung der Augen in starkem Lichte und - halte sie zu jeder Zeit so viel als möglich beschattet. Alles Lesen, - Schreiben und feine Nadelarbeit muß eingestellt werden. Eine tägliche - mäßige Bewegung im Freien, das allabendliche Baden der Füße in warmem - Wasser und das Eintauchen des Kopfes in warmes oder kaltes Wasser - am Morgen sollte man nie vernachlässigen. Die Kost muß nahrhaft und - leicht verdaulich sein. - - - =Eclectische und Kräuterkur.= Dr. King empfiehlt folgende Pillen zum - Einnehmen: - - Jod (~Iodine~) 10 Grane. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 2½ „ - Strychnin (~Strychnia~) 1 „ - Alcohol-Extrakt von Schlangenwurzel (~Cohosh~) hinreichend um aus - Obigem Pillen zu machen. - - Mische und theile es in 20 Pillen. Dosis: Eine Pille zwei- oder - dreimal des Tages. Sollte das Strychnin den Kranken angreifen, so - vermindere man die Menge von demselben. Ebenso empfiehlt derselbe das - zusammengesetzte Theerpflaster (~Compound Tar Plaster~) im Nacken - aufgelegt, und zwar das Rückgrat an beiden Seiten bis zur Hälfte - hinab bedeckend, der so lange als es nur der Kranke ertragen kann, - dort bleiben soll. - - =Homöopathisch.= Gegen einfache Schwäche der Augen eines von den - folgenden Mitteln: ~Pulsatilla~, ~Sulphur~, ~Belladonna~, ~Calcarea~, - ~Phosphorus~. Jedes dieser Heilmittel sollte vier oder sechs Wochen - verordnet werden. Alle drei Tage des Abends eine Dosis bis Besserung - eintritt, oder bis das nächste Heilmittel gegeben wird. - - -Gegen gänzliche Erblindung. - - ~Belladonna.~ -- Pupille erweitert und unbeweglich, Schielen, - theilweiser oder gänzlicher Verlust der Sehkraft, Gefühl von Schwere - und Druck im Augapfel, klopfender und betäubender Kopfschmerz, - Gegenstände erscheinen doppelt oder verkehrt, gefleckt oder von - einem Nebel und Dunstkreis umgeben, grelle Blitze vor den Augen. - Sollte ferner, wenn das Leiden Entzündung oder Blutandrang nach den - Sehnerven oder dem Gehirn zur Ursache hat, angewandt werden. Man gebe - es abwechselnd mit ~Hyosciamus~. - - ~Nux vomica.~ -- Pupille zusammengezogen, krampfhafte Bewegung des - Augapfels, betäubender Kopfschmerz, schlimmer beim Tageslicht, - Schwindel. Tritt plötzlich, ohne eine scheinbare Ursache, Blindheit - ein, so gebe man zuerst ~Aconitum~, dann ~Mercurius~ alle zwei oder - drei Stunden eine Dosis. Kann abwechselnd gegeben werden. - - ~China.~ -- Pupille erweitert und empfindlich, lichtscheu, - weiße Wolke im Auge, Flecken schwimmen vor dem Auge, allgemeine - Hinfälligkeit. - - ~Phosphorus.~ -- Plötzliche Anfälle von Blindheit während des Tages, - schwarze Flecken vor den Augen, Verdunkelung des Blickes, die Flamme - des Lichtes scheint mit einem grünen Dunst umgeben zu sein und - entferntere Gegenstände sind scheinbar in Rauch und Nebel eingehüllt. - - ~Stramonium.~ -- Augen sternartig funkelnd, Gefühl von Schwere - in den Augen, Gegenstände erscheinen klein oder werden doppelt - gesehen. Funken und Flecken schimmern vor den Augen, Schwindel und - Kopfschmerz, besonders wenn die Blindheit durch Hysterie, Epilepsie, - Katalepsie (Starrsucht) verursacht ist. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe eine Dosis des gewählten - Mittels Morgens und Abends, wenn nicht andere Anweisung bei den - Heilmitteln angegeben sind. - - =Allöopathisch.= Wenn Symptome anzeigen, daß ein Uebermaß von Blut im - Kopfe vorhanden ist und die Schwäche der Augen beim Bücken zunimmt - &c., 10 Unzen Blut sollten am Arm entzogen und 6 Blutegel an die - Schläfe gesetzt werden. Diese Mischung ist jeden zweiten oder dritten - Tag zu geben. - - Zusammengesetzte Sennesblätter-Mischung 1½ Unze. - Safran- (~Colchicum~) Tinktur 20 Minims. - - Diesem sollte man 5 bis 6 Grane Calomel folgen lassen. Wiederhole die - Sennesblätter-Mischung (~Senna mixture~) so oft als nöthig, um eine - vollständige Wirkung auf die Eingeweide hervorzurufen. Diese Mischung - sollte jeden zweiten oder dritten Tag gegeben werden, damit die - Eingeweide offen bleiben. - - Wird die Augenschwäche durch Blutungen oder durch lang anhaltende - Entleerungen irgend einer Art fortgesetzt, so sollten stärkende - Mittel gebraucht und die Eingeweide mit folgendem in Ordnung gehalten - werden: - - Aufguß von Enzian (~Gentian~) 5½ Unzen. - Anderthalbkohlensaures Ammoniak (~Sesquicarbonate - of ammonia~) ½ Gran. - Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Cardamon~) ½ Unze. - - Mische es. Dosis: zwei- oder dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Oder: - - Rinden-Abkochung (~Decoction of bark~) 7 Unzen. - Zusammengesetzte Rinden-Tinktur (~Compound tincture - of bark~) 6 Drachmen. - Orangenschalen-Syrup 2 „ - Verdünnte Schwefelsäure (~Deluted sulphuric acid~) 1 „ - - Mische es. Ein Eßlöffel voll dreimal des Tages. Gagel-Wurzel (~Bay - berry root~) getrocknet, pulverisirt und als Schnupftabak verwendet, - ist hin und wieder dienlich. Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) ein Gran auf - eine Unze Wasser ist gleichfalls zu empfehlen und sollte davon jeden - Tag ein wenig in die Augen getropft werden. Electro-Galvanismus ist - bei dieser Krankheit ein sehr wichtiges Mittel. - - Folgendes ist in einigen Fällen ein gutes stärkendes Mittel: - - Eisen- und Strychnin-Citrat (~Citrate of iron and - strychnine~) 1 Drachme. - Orangenschalen-Syrup (~Syrup of orange peel~) 2 Unzen. - Weiches Wasser ½ Pint. - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages. - - -Kurzsichtigkeit (~Myopia~). - -Hängt von einer zu starken Wölbung (Convexität) der Hornhaut und -Linse, sowie von der übermäßigen Glasfeuchtigkeit ab, und veranlaßt, -daß die in Augenschein zu nehmenden Gegenstände der Sehkraft etwas -näher gebracht werden müssen. Dieses Leiden kann ererbt, oder durch -angestrengtes Studium, sowie auch durch den anhaltenden Gebrauch der -Augen auf kleine Gegenstände herbeigeführt werden. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Wenn die Krankheit dadurch veranlaßt wurde, daß die - Augen zu viel auf kleine Gegenstände gerichtet waren, sowie auch - durch Lesen, Schreiben, Nähen, Malen und dergleichen mehr, so - wird die Heilung desselben um Vieles vereinfacht werden, wenn man - sich solcher Beschäftigungen ganz enthält und die Augen nur auf - große Gegenstände in der Entfernung richtet. Häufige Bewegung im - Freien, Gehen und Reiten, Reisen durch neue und Interesse bietende - Landschaften werden sehr wohlthuend einwirken. - - Kann indessen dieses Leiden nicht geheilt werden, so sollte man - hohlgeschliffene Brillen tragen. - - -Weitsichtigkeit (~Presbyopia~). - -beruht auf einer Verminderung der Augenfeuchtigkeit und Abplattung der -Hornhaut. Dieses Leiden wird häufiger bei Personen vorgeschritteneren -Alters gefunden und ist ein frühes Zeichen vom Altwerden. Dem Mangel -kann annähernd durch convex geschliffene Gläser abgeholfen werden. - - -Schielauge (~Squinting~, ~Strabismus~). - -Ein Leiden, das sowohl acut als auch chronisch sein kann. Hierbei kommt -es vor, daß der damit Behaftete beabsichtigen mag, beide Augen auf -einen Gegenstand zu richten, eines derselben sich unfreiwillig von der -natürlichen Richtung wegwendet. Das Auge ist häufiger nach Innen als -nach Außen gerichtet. - -~Ursachen.~ Schwachsichtigkeit, unvollkommenes Sehvermögen, durch -Kurzsichtigkeit u. s. w. Kann bei kleinen Kindern durch die Lage in -der Wiege, und zwar dadurch, daß sie das Licht immer von einer Seite -haben, verursacht werden. Dies kann durch die Stellung der Wiege, so -daß das Licht mehr voll ins Gesicht fällt, verändert werden. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Belladonna.~ -- Bei Schielen auf- oder auswärts, - das linke Auge aufwärts und das rechte auf- und auswärts, - Weitsichtigkeit, zusammengezogene, dann erweiterte Pupille, welche - schließlich unempfindlich gegen Licht wird. - - ~Alumina.~ -- Schielen beider Augen, krampfhaftes Zucken der - Augenlider, häufig Gerstenkörner, Gegenstände erscheinen gelb, - Schielen in- und aufwärts, Augen funkelnd und hell oder stumpf und - dunkel. - - ~Digitalis.~ -- Beide Augen mit einer Neigung nach Innen, drehen - sich nach der linken Seite, mit schmerzlichem Gefühl, wenn nach der - rechten Seite gerichtet, die Gegenstände erscheinen doppelt. - - ~Camphor.~ -- Muskelkrampf, Augapfel nach Oben gedreht. - - Andere Mittel sind: ~Secale~, ~Spigelia~, ~Phosphorus~ und ~Sulphur~. - - =Allöopathisch.= Die Eingeweide sollten in gutem Zustande gehalten - werden, dadurch, daß gelegentlich eine Dosis Castoröl oder Salz, auch - Salz und Sennesblätter (~Senna~) gegeben und die Kost sorgfältig - geordnet wird. Der Zustand kann dadurch überwältigt werden, daß - sich der damit Behaftete vor einen Spiegel stellt, das gesunde Auge - zudrückt und mit dem schielenden beständig einen Gegenstand im Auge - zu behalten sucht. Dies sollte so lange geschehen, bis sich das Auge - ermüdet fühlt. Dies sollte mehrere Male des Tages geschehen, da - dadurch das schielende Auge gelehrt wird, in der gehörigen Lage zu - verbleiben. - - Folgende stärkende Mittel sind zu empfehlen: - - Strychnin (~Strychnia~) 2 Grane. - Verdünnte Phosphorsäure (~Diluted phosphoric acid~) 1 Unze. - Pfeffermünzwasser (~Peppermint water~) 3 Pints. - - Löse das Strychnin in der Säure und füge dann Pfeffermünzwasser - hinzu. Dosis: einen Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - Oder: - - Eisen- und Strychnin-Citrat (~Citrate of Iron and - Strychnine~) 1 Drachme. - Orangenschalensyrup (~Syrup of Orange peel~) 2 Unzen. - Weiches Wasser ½ Pint. - - Mische es. Dosis: dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - Im Fall die Medizin ohne Erfolg ist, muß zur Operation geschritten - werden, bei welcher die Muskeln des Auges zu theilen sind. - - -Fremde Körper im Auge. - -Gegen Staub, der sich in das Auge setzt, wird in der Regel eine -Waschung mit kaltem Wasser, Sahne oder Milch, besonders wenn sich -Asche, Kalk oder Tabak in das Auge setzt, hinreichen. Um dergleichen -Staub- oder Sandkörner aus dem Auge zu entfernen, ziehe man das obere -Augenlid über das untere und lasse es dann wieder zurückgleiten, -wornach alles Ungehörige von dem unteren Augenlid weggenommen werden -kann. Bei Entzündungen, die von Beschädigungen des Auges herrühren, -möge man eine Auflösung von salpetersaurem Silber (~Solution of nitrate -of silver~) oder schwefelsaurem Zink (~Sulphate of zinc~), und zwar im -Verhältniß von 1 bis 2 Granen auf eine Unze Wasser, anwenden. - -Fremde Körper aus dem Auge zu entfernen, kann auch dadurch geschehen, -daß man eine Stricknadel über das obere Augenlid drückt und dann das -Lid nach aufwärts dreht, so wird die innere Fläche blosgestellt und der -gewünschte Endzweck mit Leichtigkeit erreicht. - - - - -Sechstes Kapitel. - -Ohrenkrankheiten. - - -Das äußere Ohr und die dasselbe umgebenden Theile. - -Unter dem äußeren Ohr versteht man die s. g. Ohrmuschel, die man -gewöhnlich Ohr nennt, sowie den Gehörgang (~Meatus~). In der Ohrmuschel -wird der Schall gleichsam gesammelt, der Gehörgang aber führt denselben -weiter zur Ohrtrommel (~Tympanum~). Der die Ohrmuschel einfassende Rand -wird ~Hilex~, der Rand innerhalb des ~Hilex~ -- ~Anti-hilex~ genannt. -Die Aushöhlung, die vom ~Anti-hilex~ umgeben ist, nennt man ~Concha~, -weil sie einer „Muschel“ ähnlich sieht. Das Ohrläppchen, der Theil, an -dem die Ohrringe getragen werden, ist der unterste Theil des Ohres. - - -Ohrenentzündung (~Inflammation of the Ear, Otitis~). - -Die Ohrenentzündung kommt sehr häufig bei Kindern vor, findet sich -jedoch auch bei Erwachsenen. Es ist eine Entzündung der Ohrtrommel -und eine sehr schmerzhafte Krankheit, welche andere Theile des Ohres -afficirt und namentlich verursacht, daß der Gehörgang oft bedeutend -anschwillt, so daß derselbe manchmal geschlossen wird. - -+Symptome.+ Bedeutende Hitze, stechende Schmerzen tief im Ohre und -auffallende Röthe. Manchmal ergreift die Entzündung das Gehirn und es -mögen in diesem Falle Krämpfe oder Delirium eintreten. Oft folgt diese -Krankheit dem Scharlachfieber und anderen Krankheiten. - -+Ursachen.+ Dieselben sind: das sich Aussetzen der kalten Luft, oder -wenn der Kopf kaltem Luftzug ausgesetzt wird. Manchmal entsteht das -Uebel auch durch das Eindringen fremder Körper in’s Ohr, z. B. Watte, -Papier, Bohnen, Insekten &c. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Ein oder zwei Blutegel (~Leech~), die an die Schläfe - oder hinter die Ohren gesetzt, oder ein Pflaster, das hinter dem Ohr - aufgelegt wird, werden gute Dienste thun. Auch mögen Umschläge von - Flachssamen, Hopfen oder Brod und Milch angewendet werden; sowie das - folgende: - - Zubereitete Kreide (~Prepared chalk~) 36 Grane. - Kamille (~Chamomile~) 12 „ - Ipecacuanha (~Ipecac~ -- Brechwurz) 4 „ - Bilsenkrautextrakt (~Extract of Hyosciamus~) 6 „ - - Hieraus mache man 12 Pulver und nehme eines derselben vor dem - Schlafengehen. Während des Tages gebe kleine Dosen Magnesia oder - Bittersalz und Sennesblätter (~Salts and Senna~). - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn die Entzündung durch Erkältung - erzeugt wurde, so verordne man ein Fußbad und lege warme - Hopfenumschläge auf das Ohr. Manchmal wird der Schmerz gelindert, - wenn man einige Tropfen süßes Mandelöl (~Sweet oil of Almonds~) und - einen Tropfen Laudanum ins Ohr träufeln läßt. Dies mag zwei- oder - dreimal des Tages gebraucht werden. Auch kann man hierzu manchmal - Zwiebelsaft und Laudanum -- gleiche Theile von jedem -- verwenden. - Oder: - - Sassafrasöl (~Oil of sassafras~) ½ Drachme. - Olivenöl (~Olive oil~) 1 „ - Pulverisirter Kampher (~Powdered Camphor~) 15 Grane. - - Mische und löse den Kampher in den Oelen auf. Einige Tropfen dieser - Mischung mögen warm ins Ohr geträufelt werden. Ist der Schmerz - sehr heftig, so lege man ein Senfpflaster hinter das Ohr und gebe - Castoröl, oder Bittersalz oder ein anderes mildes Abführungsmittel. - - =Homöopathisch.= Das Waschen des Ohrs mit aus spanischer (~Castile~) - Seife zubereitetem Seifenwasser mag sehr wohlthätig wirken. Auch kann - man Watte (Baumwolle), die mit warmgemachtem, süßem Mandelöl begossen - wird, auf das Ohr legen. ~Pulsatilla~ ist gegen diese Krankheit ein - sehr wichtiges Heilmittel. Man gibt dasselbe namentlich dann, wenn - der Kranke brennende stechende Schmerzen empfindet, die so heftig - werden, daß beinahe Delirium eintritt. - - ~Belladonna.~ Wenn der Schmerz sich dem Gehirn mittheilt, Unruhe der - Hände, Zerren der Muskeln und Mundecken und große Empfindsamkeit - und Erregtheit. ~Aconitum~ mag mit ~Belladonna~ abwechselnd - gegeben werden, wenn das Fieber sehr stark ist. Auch kann ~Coffea~ - abwechselnd mit ~Belladonna~ in Anwendung kommen, namentlich wenn - der Patient große Unruhe zeigt. Setzt sich ein Geschwür an, was sich - durch heftigen, stechenden Schmerz und ein eigenthümliches Klopfen - anzeigt, so gebe man ~Mercurius~, ~Lachesis~ oder ~Hepar Sulphur~. - Letzteres Mittel ist das beste. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man löse 12 Kügelchen des betreffenden - Heilmittels in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe jede halbe - Stunde einen Theelöffel voll, oder jede Stunde, alle zwei oder drei - Stunden, je nach den Symptomen. - - -Ohrenschmerz (~Earache, Otalgia~). - -Dieses Uebel sollte nicht mit der Ohrenentzündung verwechselt werden, -da es ganz und gar verschiedener Natur ist, weil dabei kein Fieber -vorherrscht und der Schmerz eher rheumatischer Art ist. Die Anfälle -treten plötzlich ein und sind von kurzer Dauer. Oft ist der ganze Kopf -eingenommen und die Ursache hat man gewöhnlich in einer Erkältung zu -suchen. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Das folgende ist ein gutes Mittel: Man - röste drei oder vier Knoblauchzwiebel (~Garlic~) und zerdrücke sie - während dieselben warm sind; gieße einen Eßlöffel voll Salatöl, einen - Eßlöffel voll Honig und einen Eßlöffel voll Laudanum hinzu. Drücke - den Saft aus und träufle denselben warm dann und wann ins Ohr. Der - Dampf von bitterem Kräuterthee, über welchen man das Ohr hält, sowie - ein Hopfenumschlag werden sich als ausgezeichnete Mittel erweisen. - - =Homöopathisch.= ~Pulsatilla.~ -- Dies ist das Hauptmittel gegen - dieses Uebel; namentlich wenn der Schmerz reißend und zuckend ist, - als ob sich etwas aus dem Ohre drücken wolle. Wenn das Ohr heiß, - roth und geschwollen ist, oder wenn der Patient stechende, reißende - Schmerzen in der ganzen Seite des Gesichts fühlt. Dieses Mittel ist - hauptsächlich bei Frauenzimmern und Personen anwendbar, die leicht - frösteln. - - ~Chamomilla.~ -- Namentlich bei acuten und stechenden Schmerzen, wie - die von einer Messerwunde, hauptsächlich auf eine Erkältung, wo dem - Schweiß plötzlich Einhalt gethan wurde, wenn die Schmerzen stechend, - reißend sind und der Patient sehr erregt und übler Laune ist. - - ~Belladonna.~ -- Wenn Blutandrang nach dem Kopfe stattfindet und - reißende, stechende Schmerzen sich nach dem Halse zu ziehen. - - ~Hepar Sulphur~ -- mag gegeben werden, wenn sich die bei ~Belladonna~ - angegebenen Symptome zeigen, namentlich wenn dieses Heilmittel nicht - lindert; ebenso wenn der Schmerz klopft, zuckt und zaust. - - ~Mercurius.~ -- Im Falle ~Pulsatilla~ und ~Chamomilla~ nicht - mildern; auch wenn der Schmerz zerrend ist und sich nach den Wangen - zieht, wenn die Schmerzen im warmen Zimmer sich vermehren und eine - fröstelnde Empfindung im Ohr verspürt wird; oder der Patient viel - schwitzt, ohne daß ihm hierdurch Linderung würde. - - ~Nux vomica.~ -- Wenn die Schmerzen heftig, stechend und zerrend sind - und sich bis zu den Schläfen und der Stirne erstrecken, sowie hinab - zu den Kinnbacken. - - ~Spigelia.~ -- Wenn der Schmerz empfunden wird, als ob ein Nagel - im Ohr stecke und der Patient in den Kinnbacken Reißen und Zerren - empfindet. - - ~Rhus.~ -- Brauchbar wenn das Ohrenweh durch Erkältung verursacht - wird. - - ~Arnica.~ -- Wenn der Schmerz bei der geringsten Veranlassung - wiederkehrt, bei großer Empfindlichkeit und man ein Sausen um das Ohr - herum verspürt. Hauptsächlich bei nervösen, empfindsamen Personen - anzuwenden. - - ~China.~ -- Ist namentlich anzuwenden nach ~Arnica~ oder - ~Pulsatilla~, hauptsächlich wenn die Schmerzen reißend sind und mehr - am äußeren Theil des Ohres gefühlt und bei Berührung vermehrt werden - und Sausen im Ohr verspürt wird. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll jede 15 Minuten, halbe - Stunde oder zwei Stunden, je nachdem es die Symptome erfordern. - Manchmal fühlt der Kranke, nachdem die heftigsten Schmerzen gehoben - sind, eine gewisse Wundheit und dumpfen Schmerz; dagegen gebrauche - ~Sulphur~ oder ~Calcarea~. ~Carbonica~ -- eine Dosis Morgens und - Abends. - - =Allöopathisch.= Das Ohrenweh mag gelindert werden, indem man drei - oder vier Tropfen Oliven- oder Mandelöl mit einem Tropfen Laudanum - ins Ohr träufeln läßt. Amerikanische Blutegel (~American leeches~) - hinters Ohr gesetzt sind manchmal von guter Wirkung. Glycerin und - warmes Wasser, von jedem einen halben Eßlöffel voll. Mische und - träufle die Mischung vermittelst eines Theelöffels ins Ohr. Dieses - Mittel schafft oft baldige Linderung. Oder nehme einen halben - Theelöffel voll warmes Olivenöl mit zehn Tropfen Laudanum und träufle - dies ins Ohr. Das folgende wird manchmal ausgezeichnet wirken, wenn - ein Stärkungsmittel (~tonic~) nöthig ist. - - Citronensaures Eisen (~Citrate of iron~) 1 Drachme. - Strychnin 1 Gran. - Pomeranzschalen-Syrup (~Syrup of orange peel~) 2 Unzen. - Weiches Wasser ½ Pint. - - Mische. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages. - - -Ohrensausen, Ohrenklingen (~Humming and Buzzing in the Ears~). - -Diese Symptome nimmt man gewöhnlich beim Ohrenweh, Ohrenlaufen oder -Entzündung des Ohres wahr und sollten dieselben wie diese Uebel -behandelt werden. Manchmal wird das Ohrenlaufen &c. auch durch -Blutandrang im Kopfe und durch Erkältung verursacht. - - -Schwerhörigkeit (~Hardness of Hearing, Surditas~). - -Taubheit mag von unrichtiger Ohrbildung herrühren oder durch Schläge, -einen Fall, Entzündung oder Paralisirung des Ohrnervs verursacht -werden. Dieses Uebel folgt oft dem Scharlachfieber, den Masern, bösem -Hals &c. Auch ist oft Ansammlung und Verhärtung des Ohrschmalzes, ein -harter Körper, der in das Ohr eindrang, zu große Trockenheit und zu -große Feuchtigkeit der betreffenden Theile Schuld. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Ist Schwerhörigkeit durch Ansammlung des - Ohrschmalzes verursacht, so muß dasselbe vorerst dadurch entfernt - werden, daß man ein wenig warme Milch oder Salatöl ins Ohr träufeln - läßt. Gegen die nach der Operation eintretende Wundheit gebe - ~Arnica~. Ist zu große Trockenheit des Ohrs vorhanden, oder nach - Fieber- und Fieberfrösten gebe ~Carbo vegetabilis~ alle Abend eine - Dosis. Nachdem hiermit eine Woche oder länger fortgefahren und keine - Besserung eingetreten, gebe ~Graphitis~, namentlich wenn Ohrensausen - und Ohrenklingen des Nachts oder auch bei Tage hinzukömmt. Tritt - nach Gebrauch dieses Mittels immer noch keine Besserung ein, so - gebe ~Lachesis~, ~Nitric acid~, ~Petroleum~, eines nach dem andern - in derselben Weise. Ist die Taubheit durch Blutandrang nach dem - Kopfe hervorgerufen, so gebe ~Belladonna~, ~Coffea~, ~Nux vomica~, - ~Sulphur~ oder ~Silicea~ -- eine Dosis jeden Morgen und Abend, - beginnend mit dem erstgenannten Heilmittel und damit drei Tage lang - fortzusetzen, ehe zu einem anderen gegriffen wird. Folgt das Uebel - den Masern, so gebe ~Pulsatilla~ und ~Carbo Vegetabilis~; wenn dem - Scharlachfieber, ~Belladonna~ und ~Hepar Sulphur~; wenn nach den - Blattern, ~Mercurius~ und ~Sulphur~, eine Dosis jeden andern Abend - abwechselnd. Wenn die Krankheit durch Erkältung im Kopfe entstanden, - greife man zu ~Chamomilla~, ~Arsenic~, ~Lachesis~, ~Mercurius~, - ~Sulphur~ oder ~Pulsatilla~. Folgt das Uebel dem Wechselfieber das - durch Chinin kurirt wurde, so gebe ~Carbo Vegetabilis~, ~Pulsatilla~, - ~Sulphur~ und ~Calcarea Carbonica~; jedes Mittel eine Woche, eine - Dose jeden Abend, bis Besserung eintritt. Wenn das Uebel durch - Unterdrückung des Abgangs aus Ohr und Nase entstanden, ~Pulsatilla~, - ~Mercurius~, ~Belladonna~ oder ~Hepar Sulphur~ zwei oder drei Tage - lang, ein Heilmittel einmal des Tages. - - =Allöopathisch.= Ist die Schwerhörigkeit durch Ansammlung des - Ohrschmalzes entstanden, so sollte eine geringe Quantität Salatöl - jeden Abend ins Ohr geträufelt werden, um dasselbe zu erweichen; - ebenfalls muß jeden Tag warmes Wasser ins Ohr gespritzt werden, bis - das Schmalz entfernt ist. Darnach wende man folgendes an und setze - einige Wochen damit fort: - - Kamphorirtes Oel (~Camphorated oil~) ½ Unze. - Seifen-Liniment ½ Drachme. - - Mische und wende es mittelst ein wenig Wolle oder Baumwolle an. Ist - das Uebel durch Erkältung entstanden, so sollten die Mittel, die - gegen Catarrh angegeben sind, in Anwendung kommen. Ist es durch bösen - Hals erzeugt worden, so wird das Einathmen des Dampfes von heißem - Wasser, das mit Essig vermischt wurde, von guter Wirkung sein; auch - sollten kleine Pflaster hinter dem Ohr angebracht werden. Ist es - durch Rheumatismus verursacht, so mag das folgende Liniment gebraucht - werden: - - Essigsäuerlicher Colchicum- (Zeitlose) Extrakt - (~Acetous extract of colchicum~) 1 Skrupel. - Präparirtes Schweinefett 1 Unze. - - Mische. Jeden Abend sollte das Ohr und die Theile um dasselbe - mit einem Stückchen dieser Mischung -- so groß wie eine Erbse -- - eingerieben werden. Ist das Ohr sehr trocken, so mag der Ohrengang - zwei- oder dreimal die Woche mit Glycerin eingerieben werden, während - man ein kleines Stück geräucherten Speck Abends in die Höhlen bringt - und Morgens entfernt. Findet sich jedoch zu viel Feuchtigkeit im - Ohr, so spritze dasselbe mit einer Auflösung von schwefelsaurem Zink - (~Sulphate of zinc~) aus, indem man einen Gran Zink zu einer Unze - Rosenwasser nimmt; auch lege man kleine Pflaster hinter die Ohren. - Ist die Ursache eine Entzündung, oder sind es kleine Geschwüre am - Ohreingang, so sollte ein warmer Umschlag auf das Ohr gelegt und die - Ohren mit gleichen Theilen Goulard- und Rosenwasser ausgespritzt - werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ist die Schwerhörigkeit oder Taubsucht - durch Ansammlung des Ohrenschmalzes entstanden, so müssen die bei - der Allöopathischen Behandlung angegebenen Mittel zur Entfernung - desselben angewandt werden. Auch kann man das folgende in einigen - Fällen gebrauchen: - - Gebrannten Alaun (~Burnt Alum~) 10 Grane. - Süßes Mandelöl (~Sweet oil of almonds~) 1 Unze. - - Mische dies und laß jeden Tag einige Tropfen der Mischung in das Ohr - träufeln. Zu gleicher Zeit spritze das Ohr mit einer Auflösung aus - gleichen Theilen Weißeichenrinde (~White oak bark~), Kurzblätterigem - Dreiblatt (~Bethroot~) und Rosenblätter aus. - - Ist eine Ohrenschmalz-Ansammlung vorhanden, so mögen von folgender - Mischung ein- oder zweimal des Tages einige Tropfen ins Ohr - geträufelt werden: - - Sassafrasöl 15 Tropfen. - Glycerin 1½ Drachmen. - Olivenöl ½ Unze. - - Ist das Ohr sehr trocken, so gebrauche man folgendes: - - Glycerin 1 Drachme. - Terpentinöl ½ „ - Leinsamenöl ½ Unze. - - -Ohrfluß, Ohrlaufen (~Running of the Ears~, ~Otorrhœa~). - -Dies ist ein sehr widerwärtiges Uebel, das aus verschiedenartigen -Ursachen entstehen mag. Oft folgt es der Ohrentzündung und manchmal dem -Scharlachfieber und den Masern. - -+Symptome.+ -- Fieber, Kopfschmerzen, Schmerzen im Ohr und Anschwellen -der Halsdrüsen. Bald sondert sich eine röthliche, wässerige Masse aus, -die nach und nach sich verdickt. Das Fieber tritt mit der Aussonderung -dieser Materie ein. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Ist die Entzündung eine acute, so sollte die bei - Ohrenentzündung vorgeschriebene Behandlung eingeschlagen und das - Ohr mit warmem Wasser oder einer Mohnsamen- (~poppies~) Auflösung - ausgespritzt werden. Es ist aber besser, wenn man die Flüssigkeit - mittelst eines Theelöffels dem Ohre zuführt, weil durch das - Einspritzen mit der Spritze leicht Kopfweh entsteht. Sobald die - Aussonderung eintritt, sollte das Ohr mit spanischer (~castile~) - Seife gut ausgewaschen werden und gleich darauf mit einer Auflösung - von Alaun (~Alum~), Zinkvitriol (~Sulphate of zinc~) -- ein Gran - zu einer Drachme Wasser. Essigsaures Blei (~Acetate of lead~), ein - oder zwei Grane auf eine Unze Wasser, wird sich öfters sehr wirksam - erweisen. Auch wird ein Theil Glycerin und fünf Theile Rosenwasser - empfohlen. Ist die Absonderung sehr übelriechend, so hat man - das Ohr mit einer Mischung auszuspritzen, die aus zwei Drachmen - Chlorkalk (~Chloride of lime~) und einer halben Pint Wasser besteht, - während man zu gleicher Zeit eine Auflösung von salpetersaurem - Silber (~Nitrate of silver~) -- fünf Grane zu einer Unze Wasser -- - gebraucht. Jedoch muß man bei Anwendung dieser Mittel acht darauf - haben, daß dem Ausfluß nicht allzu plötzlich Einhalt gethan wird. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Die Ohren mögen mit warmem Seifenwasser - ausgespritzt werden, wornach eine Einflößung von Gelbwurzel (~Golden - seal~) und brenzlicher Holzsäure (~Pyroligneous acid~) stattfinden - sollte. Die Säure darf nur gebraucht werden, wenn der Ausfluß sehr - übel riecht. Eine Abkochung von Gelbwurzel, wilder Indigowurzel kann - in manchen Fällen gebraucht werden, oder auch eine Auflösung von - anderthalbkohlensaurem Kali (~Sesquicarbonate of potassa~). - - =Homöopathisch.= Nie sollte man versuchen, den Ausfluß dadurch - hinwegzuräumen, daß man das Ohr verstopft, denn dies mag sehr - gefährlich werden. Wurde der Ohrfluß durch Masern herbeigeführt, so - gebe man ~Pulsatilla~ und ~Sulphur~ vier Tage lang, jedes dieser - Heilmittel an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, -- sechs Kügelchen - eine Dosis. Folgt das Ohrenlaufen dem Scharlachfieber, so gebe - ~Belladonna~, ~Mercurius~, ~Hepar Sulphur~ und ~Lycopodium~ -- in - derselben Weise. Wenn es nach den Blattern eintritt, ~Mercurius~, - ~Lachesis~, ~Sulphur~ und ~Calcarea Carbonica~. Diese Mittel sollten - eine Woche lang oder länger eingegeben werden, ehe man zu andern - Arzneien greift. Wenn der Geruch der sich ausscheidenden Flüssigkeit - außerordentlich unangenehm ist, so gebe man ~Mercurius~, ~Hepar - Sulphur~, ~Lycopodium~, ~Pulsatilla~ oder ~Sulphur~. Ist der Ausfluß - mit Blut vermischt, ~Pulsatilla~, ~Mercurius~ und ~Lachesis~. Hat - der Kranke heftiges Kopfweh und Fieber, ~Belladonna~ und ~Bryonia~ - abwechselnd. Wurde der Ausfluß plötzlich unterdrückt und die Mandeln - beginnen anzuschwellen, so gebe ~Pulsatilla~, ~Mercurius~ und - ~Belladonna~. Wenn die Unterdrückung des Ausflusses durch Erkältung - veranlaßt wurde, so gebe ~Rhus~ oder ~Dulcamara~. Wenn nach der - Unterdrückung die Hoden anschwellen, ~Pulsatilla~, ~Nux vomica~ oder - ~Mercurius~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen der erwählten Arznei - in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll - der Auflösung jede 4 Stunden, eine Woche lang, es sei denn, andere - Anweisungen seien bei den Heilmitteln angegeben. Wenn es bequemer - ist, so gebe man sechs Kügelchen zu einer Dosis. - - -Durchstechen des Ohrläppchens. - -Dr. H. R. Stout in Chicago befolgt beim Durchstechen des Ohrs zum -Zwecke des Anbringens der Ohrringe eine sehr einfache Methode. Dieselbe -besteht darin, daß das Ohrläppchen so lange gegen ein Stück Kork -gedrückt wird, bis man kein Gefühl mehr in demselben hat; sodann sticht -man, ohne den Kork zu entfernen, mit einer Nadel, in welcher ein Faden -ist, schnell durch das Ohrläppchen, macht eine kleine Masche und läßt -den Faden in der Oeffnung, bis die unbedeutende Wunde geheilt ist. -Jeden Tag sollte man den Faden ein wenig hin- und herziehen, damit die -Höhlung nicht zuheilt. Manchmal entsteht durch diese Operation die -„Rose,“ deren Behandlung in einem anderen Theile dieses Buchs angegeben -ist. - - -Fremde Körper im Ohr. - -Manchmal kommen Insekten ins Ohr, in welchem Falle man Salatöl -einträufelt, welches das Insekt tödtet, wornach es leicht entfernt -werden kann. Ist eine Bohne oder derartige Substanz im Ohr, so sollte -sie mittelst einer Haarnadel sorgsam entfernt werden; man biegt zu -diesem Zwecke die Nadel hakenförmig. Jedoch muß man sich äußerst in -acht nehmen, den Gegenstand nicht noch weiter hineinzuschieben. Es ist -immer besser, wenn derartige Operationen von einem gebildeten Arzt -vollbracht werden. - - - - -Siebentes Kapitel. - -Krankheiten der Nase. - - -Entzündung und Anschwellen der Nase. - -Dieses kann durch Verletzungen, z. B. Schläge, Fallen, Schneiden, -hervorgerufen werden. Arnica ist hierbei das vorzüglichste Mittel, -eine schwache Auflösung sollte zur Waschung der Nase dienen; es wird -gleichzeitig das Bluten, das durch einen harten Schlag verursacht -wurde, stillen. - - -Nasenbluten (~Epistaxis~). - -Nasenbluten kommt sehr häufig, besonders unter jungen Leuten vor und -erfordert selten irgend welche Behandlung. Ein leichter Schlag oder -Niesen, sowie auch ungewöhnliche Hitze kann bei manchen Leuten schon -die Veranlassung dazu werden. Es ist der Ueberfüllung der Blutgefäße -des Kopfes zuzuschreiben und gewährt eher Linderung als das Gegentheil. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Kalte Umschläge auf die Stirne, - die Nase und den Nacken sollten angewendet werden, ein Druck aus - den unteren Theil der Nase ist zuweilen hinreichend, dasselbe zu - unterdrücken, Verstopfen der Nasenhöhlen mit geröstetem trocknen - Rindfleisch oder mit Linnen oder Watte, die zuvor mit einem - Geraniumaufguß oder einer Auflösung von schwefelsaurem Zink - (~Sulphate of zinc~) getränkt sind, wird zuweilen zuträglich gesunden - werden. - - =Homöopathisch.= Ist die Blutung sehr heftig und kann derselben - auf keine andere Weise Einhalt gethan werden, so sollte ein wenig - feine Leinwand oder auch Charpie (~Lint~) mittelst eines starken - Fadens durch die Nasenlöcher und den Mund und so lange aufwärts - gezogen werden, bis dasselbe gegen die blutenden Gefäße andrückt. - Ein bekanntes Mittel ist auch das Gleiten längs des Rückens mit - einem Stück Eis oder einem kalten Schlüssel; Halten der Hände über - dem Kopfe, welches hin und wieder das Nasenbluten stillt. Wird es - durch einen Fall verursacht, so gebe man ~Arnica~, rührt es von - Blutandrang nach dem Kopfe her, so gebe man ~Aconitum~, ~Belladonna~ - oder ~Bryonia~. Ist Ueberanstrengung die Ursache, ~Rhus~. Durch - übermäßige Hitze, so liege man ruhig, mit dem Kopfe erhöht, und - nehme alle halbe Stunden ~Bryonia~ und ~Aconitum~ abwechselnd; tritt - es zur Nachtzeit ein, gebe man ~Rhus~, ~Bryonia~ oder ~Belladonna~ - abwechselnd alle Abend eine Dosis, wenn des Morgens, ~Nux vomica~ - oder ~Bryonia~, während eines Schnupfens alle Morgen und Abend - ~Pulsatilla~ und ~Arsenicum~ abwechselnd eine Dosis von jedem, bei - Kindern, welche an Würmern leiden, ~Cina~ und ~Mercurius~, bei - Schwäche auch da, wo diese von Nasenbluten herrührt, gebe man alle - halbe oder ganze Stunden eine Dosis ~Chinin~, oder wenn dies ohne - Wirkung, ~Ferrum~. Blutklumpen, die sich in der Nase bilden, sollten - nicht eher entfernt werden, bis das Bluten vollkommen gestillt ist. - Charpie so unter die Oberlippe gepreßt, daß dadurch ein Druck auf die - Pulsader ausgeübt wird, wird öfters das heftigste Nasenbluten stillen. - - =Allöopathisch.= Charpie oder ein kleines Stück Filz, in eine starke - Lösung von Alaun oder Tannin getaucht, wird zuweilen mit Erfolg - angewendet. Es sollte dies so weit als möglich in die Nase gezogen - werden. Auch wird in manchen Fällen ~Mousel’s persalt of iron~, 1 - Theil auf 10 Theile Wasser, mit Erfolg angewendet. - - -Schnupfen, Erkältung im Kopfe (~Coryza~ -- ~Catarrh~). - -Dies ist ein Leiden der Schleimhaut der Nase und des Halses, das sich -zuweilen bis in die Luftröhren und Lungen erstreckt. - -+Symptome+: Der Schnupfen beginnt in der Regel mit einem dumpfen -Schmerz und einem Gefühle von Schwere in der Stirn, Beklemmung der -Brust, erschwertes Athmen, häufiges Niesen, Schwere des Kopfes, -trockene, verstopfte Nase, böser Hals, Heiserkeit, Augen mehr oder -weniger roth und wässerig, kurz darauf sondert sich eine dünne -Flüssigkeit in der Nase ab, der Husten wird leichter und der Auswurf -gelb und dick, der Kranke klagt über Heiserkeit und bösen Hals, hat -keinen Geruch, hört schwer, stechender Husten; des Nachts gewöhnlich -schlimmer, etwas Fieber und starke Schmerzen in verschiedenen -Körpertheilen, Durst, fliegende Hitze, abwechselnd mit Frost. -Beschränkt sich die Entzündung lediglich auf die Schleimhaut der -Nasenhöhlen, so ist Niesen, ein Gefühl von Vollsein und Hitze, mit -einem dünnen wässerigen Ausfluß vorhanden. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- bewährt sich immer bei Beginn der - Erkältung, sogar wenn nur ein leichtes Fieber vorhanden ist, ebenso, - wenn die Absonderung aus der Nase unterdrückt wird und Kopfweh folgt. - Auch ist ~Camphor~ bei denselben Symptomen gut. Wenn nichts anderes - als gewöhnlicher Kampherspiritus zu haben ist, gebe man 1 oder 2 - Tropfen auf ein Stück Zucker, löse dasselbe in einem Glas halb voll - Wasser und gebe es nach Vorschrift. - - ~Arsenicum.~ -- Nicht viel Fieber, Hitze oder Durst, der Patient ist - unruhig, besonders des Nachts, trinkt oft und nur wenig auf einmal, - Absonderung scharf und verdorben, brennende Hitze der Nase, die - Absonderung verursacht Anschwellen der nächsten Theile, Röthe und - Thränen der Augen. Gewährt ~Arsenicum~ keine Linderung, so gebe man - ~Ipecacuanha~. - - ~Nux vomica~ -- sollte bei Verstopfung oder bei nur geringem Laufen - der Nase gegeben werden, auch wenn dasselbe am Morgen stattfindet, - bei Trockensein des Nachts, Mund trocken und dürr, ohne viel Durst, - Verstopfung, am Abend Fieber und Frost abwechselnd. - - ~Chamomilla~ -- wenn der zurückgeschlagene Schweiß Beschwerde - verursacht, Frösteln, Hitze und Durst, Schwere des Kopfes, - Anschwellen des Gesichts, geröthete Wangen, Röthe und Entzündung der - Augen. - - ~Mercurius.~ -- Beständiges Niesen, böser Hals, beständiges - Laufen einer wässerigen Flüssigkeit, welches den Theil, welchen - es berührt, wund macht, Anschwellen und Röthe der Nase, rasendes - Kopfweh, Schmerzen in dem Nasenknochen, Katarrh am Morgen schlimmer, - widerwärtiger Geruch. - - ~Belladonna.~ -- Anschwellen, Röthe und Brennen der Nase, Schmerz - in der Nase, durch Berührung erhöht, klopfende Schmerzen im Kopfe, - schlimmer bei Bewegung. - - ~Hepar Sulphuris.~ -- Besonders wenn nur eine Nasenhöhle angegriffen - ist, brennendes Kopfweh, besonders in der Gegend der Nasenwurzel, bei - der geringsten Bewegung verschlimmert, Katarrh durch jedes Einathmen - der Luft verschlimmert. Sollte aufgegeben werden, wenn ~Mercurius~ - nur wenig Erfolg bietet. - - ~Pulsatilla.~ -- Dicke, grüne oder gelbliche Absonderung aus der - Nase, die sehr widerwärtig ist, Schwere im Kopfe und Schwindel, - häufig gegen Abend und in der Zimmerwärme nimmt die Verstopfung der - Nase überhand, Schmerz in einer Hälfte des Kopfes, öfters Niesen, - schmerzhafter Druck an der Nasenwurzel, ziehende Schmerzen, Summen in - den Ohren. - - ~Euphrasia.~ -- Besonders wenn die Augen entzündet und wässerig sind. - - ~Lycopodium.~ -- Verstopfung der Nase, besonders des Nachts, Geruch - sehr scharf, rasende Schmerzen in der Stirne, Trockenheit des Mundes, - ohne Durst. - - ~Silicea.~ -- Chronischer Katarrh bei starken Schmerzen in den - Knochen der Nase. ~Tartarus emeticus~ kann in einigen Fällen gegeben - werden, besonders bei Niesen, Frost, Geschmack- und Geruchlosigkeit; - zuweilen, wenn die Absonderung der Schleimhaut unterdrückt wird, - oder bevor dieselbe beginnt und die Nase ist heiß und trocken, wird - auch ein wenig Almondöl, kalte Sahne vermittelst einer Feder oder - eines Kameelhaarpinsels in das Innere der Nase gebracht, sowie auch - Bähungen von heißem Wasser werden mit gutem Erfolg angewendet. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Wo keine Verordnungen mit den Mitteln - angegeben sind, löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser - auf, gib jede oder alle 2 oder 3 Stunden, der Strenge der Symptome - angemessen, einen Theelöffel voll. Die Anwendung des Wassers ist - bei dieser Krankheit von gutem Erfolg und kann gleichzeitig mit der - Gabe der Mittel verbunden werden. Der Kranke muß sich in einem nicht - zu warmen Zimmer aufhalten; nasse Umschläge über die Brust und den - Unterleib sollten gemacht werden, der Kranke hütet das Bett, gehörig - zugedeckt, und trinkt soviel als möglich kaltes Wasser, wodurch - Schweiß hervorgerufen wird. Nachdem derselbe einige Zeit geschwitzt - hat, lasse man ein milchwarmes Bad folgen. - - =Allöopathisch.= Man gehe frühzeitig zu Bett, nehme ein halbes Pint - von einem warmen Getränk, einen Theelöffel voll ~Paregoric Elixir~ - oder einen Eßlöffel voll Mohnsyrup (~Syrup of poppies~), oder eine - halbe Unze Bittersalz (~Epsom salts~), oder auch ein Seidlitzpulver - am Morgen. In einigen Fällen wird auch folgendes angewendet: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potash~) 10 Grane. - Lakritzenextrakt (~Extract of liquorice~) 1 Skrupel. - Zusammengesetzter Aufguß von Sennesblättern - (~Compound infusion of senna~) 5½ Unzen. - Sennesblätter oder Jalappenwurzel (~Tincture of - senna or jalap~) 3 Drachmen. - Spiritus von flüchtigem Salz (~Spirits of sal - volatile~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll. Diesem sollte man folgen - lassen: - - Essigsaures Ammoniak (~Acetate of Ammonia~) 1½ Unzen. - Süßer Salpeterspiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen. - Syrup 2 „ - Kampher-Mischung (~Camphor mixture~) 4 Unzen. - - Mische es. Ist kein Fieber vorhanden, so wird zuweilen schon eine - Dosis von schwefelsaurem Magnesia (~Sulphate of magnesia~), wobei - zu vermeiden ist, sich dem kalten oder nassen Wetter auszusetzen, - gänzliche Enthaltsamkeit einer thierischen (Fleisch-) Kost, - hinreichen; treten die Symptome heftig auf, sollten heiße Fußbäder, - denen ein wenig Salz oder Senf beigefügt ist, gegeben werden. In - einigen Fällen wird das Einathmen des Gases der Mischung von Laudanum - und Hoffmann’s Anodyne -- zu gleichen Theilen -- von gutem Erfolg - sein; in einzelnen Fällen verschafft schon ein Stück Kampher unter - die Nasenlöcher gehalten, Linderung. Eine Auflösung von Opiumextrakt, - im Verhältniß von einem Gran auf eine Unze Wasser, durch Einathmung - in die Nasenhöhle gezogen, wirkt sofort erfolgreich. Dr. John A. - Lockwood hat gefunden daß eine Auflösung von salpetersaurem Silber - (~Nitrate of silver~) im Verhältniß von 8 oder 10 Granen auf eine - Unze vermittelst eines Kameelhaarpinsels auf die Schleimhaut der - Nase gebracht, ein ausgezeichnetes Mittel ist. Dr. C. J. A. Williams - empfiehlt eine trockene Kur, die zuweilen von gutem Erfolge ist. - Er gestattet keine Getränke mit Ausnahme einen Theelöffel voll - Milch oder Thee, des Morgens oder Abends bei der Mahlzeit, und ein - Weinglas voll Wasser beim zu Bett Gehen; die Symptome verschwinden - in der Regel nach Verlauf von 36 bis 48 Stunden. Der Vortheil - der Kur liegt darin, daß der Kranke hierbei seiner gewöhnlichen - Beschäftigung ohne Störung nachgehen kann. Dr. Chapman, von der - Pennsylvanischen Universität, empfiehlt 1 bis 2 Grane Opium oder 2 - bis 20 Grane Doverisches Pulver, das beim zu Bette Gehen genommen - werden sollte, wornach der Kranke häufig am Morgen gesund aufwacht. - Um die Verstopfung in Folge des Opiums zu beseitigen, kann es - nothwendig werden, eine Dosis von schwefelsaurer Magnesia (~Sulphate - of magnesia~) oder Salz zu geben. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ist der Anfall gelind, so ist nur wenig - Medizin erforderlich. Beim zu Bette Gehen nehme der Kranke ein Fußbad - in warmem Laugenwasser und trinke nach Belieben Kräuterthee, wie - Pfeffermünz (~Peppermint~), Isop (~Penny royal~), Salbei (~Sage~), - oder ~Composition powder~ und eine Dosis von Doverischem Pulver. In - einigen Fällen mag die zusammengesetzte Tinktur von virginischer - Schlangenwurzel (~Virginia snake root~) alle Stunden einen Theelöffel - voll gegeben werden, um Schweiß hervorzurufen. Gegen den Husten, - der den Schnupfen gewöhnlich begleitet, ist das bekannte Hausmittel - von Honig oder Molasses mit Weinessig zusammen warm gemacht und - mit frischer Butter gemischt, zu empfehlen; man gebe davon einen - oder zwei Theelöffel voll und wiederhole es so oft als möglich. Die - zusammengesetzte Gelbwurz- (~Golden seal~) Tinktur, verdünnt oder - auch nicht, vermittelst eines Kameelhaarpinsels auf die Hautrände der - Nase aufgetragen, wird zuweilen sehr schnelle Linderung verschaffen. - - Dr. King empfiehlt zur Entfernung des Gefühls von Vollsein und - Verstopfung der Nasenhöhlen folgendes: - - Pulverisirte Cubeben (~Cubebs~) 2 Drachmen. - ~Balsam Tolu~ 6 Grane. - - Mische es gehörig und füge ferner hinzu: - - Pulverisirten Lakritzen- (~Liquorice~) Extrakt 1 Unze. - Peruanischen Balsam- (~Balsam Peru~) Syrup 1 Drachme. - Pulverisirtes Gummi Arabicum in hinreichender Menge. - - Mische es gehörig und theile es in Kügelchen von 10 Gran, als Dosis - ist eine zu nehmen und so oft als erforderlich zu wiederholen. In - einigen Fällen wird ein Aufguß von Wasserdost (~Boneset~) beim zu - Bette Gehen nach einem warmem Fußbad genommen Linderung verschaffen. - Der Kranke sollte sorgfältig vermeiden, nachdem er am Abende eins - von diesen Mitteln angewendet hat, sich am nächsten Tage einer neuen - Erkältung auszusetzen. - - Tägliche Waschungen des Kopfes und Nackens mit sehr kaltem Wasser - oder, wenn von nassen Füßen herrührend, deren Eintauchen in eiskaltes - Wasser des Morgens werden dieses lästige Leiden verhindern. Man - sollte damit in der wärmeren Jahreszeit beginnen und es den ganzen - Winter hindurch fortsetzen. - - -Chronischer Katarrh (~Ozœna narium~), Eiterung in der Nase - -kann die Folge eines vernachlässigten Katarrhs sein und von dessen -häufiger Wiederkehr herrühren. Dieses Leiden kann Jahre lang dauern und -sehr lästig werden. Es verursacht heftige Kopf- und Augenschmerzen, -Thränen der Augen, starke Schleim-Absonderung in der Nase, -Appetitlosigkeit, Abmagerung und dergleichen mehr, zuweilen ist er auch -die Folge von anderen Krankheiten wie Scharlachfieber und Masern. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Dr. Wood empfiehlt zur Anwendung eine Einspritzung - von essigsaurem Blei (~Acetate of lead~), schwefelsaurem Zink - (~Sulphate of zinc~), schwefelsaurem Kupfer (~Sulphate of copper~) - oder salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~). Er zieht - schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) vor und zwar so, daß mit - zwei Granen auf eine Unze Wasser angefangen und je nachdem es die - Nase verträgt, auf 10, 15 sogar 20 Grane auf die Unze erhöht wird. - Diese Einspritzung sollte jeden Tag ein- oder zweimal des Tages - wiederholt und wenn nothwendig einige Monate lang fortgesetzt - werden. Wenn der angegriffene Theil mit einem Pinsel von Kameelhaar - erreicht werden kann, so ist dies die beste Art der Anwendung. Ist - die Absonderung widerwärtig, so wird eine Auflösung von Chlorsoda - (~Chloride of soda~), Potasche oder Kalk zuträglich gefunden werden. - Zuweilen ist die Einathmung vom Gas des Kreosot, Theer und Essig - dienlich. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Dr. Gunn empfiehlt einen Schnupftabak - aus gleichen Theilen von Lorbeer (~Bay berry~), Blutwurzel (~Blood - root~), Chinarinde (~Peruvian bark~) mehrere Male des Tages zu - schnupfen. Gleichzeitig brühe man eine Handvoll Hopfen, Hundsbeere - (~Hoarhound~) und Kamillen (~Chamomile~) in Essig und ziehe den - warmen Dampf mehrere Male des Tages durch die Nase. - - Die nachstehenden Mittel sind ebenfalls zu empfehlen: - - Fein pulverisirte Blutwurzel (~Blood root~) und - Lorbeerrinde (~Bay berry bark~) von jedem 1 Unze. - Pulverisirte Myrrhen (~Myrrh~) ½ „ - - Mische es und schnupfe mehrere Male des Tages davon. - - Oder auch: - - Pulverisirten Kampher (~Powd. Camphor~) 1 Drachme. - Benzoe-Säure (~Benzoic acid~) 20 Grane. - Pulverisirtes Opium 6 „ - Rothe Chinarinde (~Peruvian bark~) 4 Drachmen. - - Mische es gehörig und mache es mit Bergamottenöl wohlriechend. - Dasselbe wird wie Schnupftabak gebraucht. Die Eingeweide sollten - vermittelst eines gelegentlichen Abführmittels offen gehalten und die - Haut täglich mit warmem Saleratuswasser gewaschen werden. Es wird - gut sein, wenn der Kranke beim zu Bett Gehen Compositionsthee nach - Belieben trinkt. - - Bei sehr hartnäckigen Fällen bringe folgendes vermittelst eines - Kameelhaarpinsels in die Nasenhöhlen: - - Cubeben (~Cubebs~) 1½ Unze. - Gelbwurz (~Golden seal~) 1½ „ - Lobelia 1½ „ - Blutwurz (~Blood root~) 1½ „ - Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 3 Drachmen. - Verdünnter Alcohol 2 Quart. - - Mische es, laß die Mischung mehrere Tage lang stehen und schüttele - es während dieser Zeit häufig um. Bei starkem Husten sollte die - Tinktur von Lobelia, Blutwurz (~Blood root~), Brechwurzwein (~Wine of - Ipecac~) und Peruanischer Balsam-Syrup in Dosen von einem Theelöffel - voll mehrere Male des Tages gegeben werden. - - =Homöopathisch.= Die Behandlung kann mit ~Belladonna~ begonnen - werden, jeden zweiten Abend eine Dosis; setze diese Behandlung eine - Woche lang fort, dann gebe ~Aurum~ in derselben Weise, lasse diesem - ~Mercurius~ folgen und nimm endlich ~Sulphur~ in derselben Weise. Bei - Fieberhitze und ohne Fließen der Absonderung gebe man ~Aconitum~ und - ~Belladonna~ abwechselnd, aufgelöst, alle 2 Stunden einen Theelöffel - voll. ~Arsenicum~ ist bei starken Schmerzen, Brennen und Klopfen - eines der besten Mittel gegen dieses Leiden. - - ~Lycopodium.~ -- Absonderung dick und gelblich, wenn der Katarrh - mit Skropheln verbunden ist oder skrophulöse Personen befällt. - ~Phosphorus~, ~Silicea~, ~Acidum Nitric~ und ~Conium~ sind mit Erfolg - angewendet worden. Ist Syphilis die Ursache, so sind auch ~Hepar - Sulphuris~, ~Aurum~, ~Acidum Nitri~, ~Lachesis~, ~Lycopodium~, - ~Sulphur~, ~Mercurius~ und ~Sulphuratus~ angezeigt. - - -Nasenpolyp (~Polypus of the Nose~) - -tritt in der Regel mit solchen an anderen Orten wie im Ohr, Magen, -in den Eingeweiden gleichzeitig auf. Der Nasenpolyp ist gewöhnlich -weich, von einer gelblich-weißen Farbe und in einigen Fällen -durchsichtig. Er nimmt allmählig an Größe zu, ist die Ursache zum -Nießen, Eingenommenheit und dumpfen Schmerzen im Kopfe, verstopft die -Nasenhöhle und erschwert das Athmen, besonders während des Schlafs. -Gewöhnlich wird dadurch nur Störung in dem Einathmen verursacht, -zuweilen aber sind damit auch starke Schmerzen und Kopfweh verbunden, -die Knochen der Nase werden angegriffen und sondern eine widrige -Flüssigkeit ab. - -In der Regel müssen diese Polypen durch den Chirurgen entfernt werden, -in einigen Fällen reicht aber auch eine Behandlung durch innerliche -Mittel hin. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes kann geschnupft werden: Man - nehme fein pulverisirte Lorbeerrinde (~Bay berry bark~), Entenfuß- - (~May apple~) Wurzel je 1 Unze, und 4 Unzen Blutwurzel; mische es - und schnupfe davon mehrere Male des Tages. Man kann ferner, wenn der - Polyp erreicht werden kann, ein Läppchen, das zuvor angefeuchtet, - zusammen drehen, in das Pulver stecken und dann durch Schnupfen - einziehen, was den Auswuchs allmählig tödtet und ihn schließlich - abfallen macht. Pulverisirte Scharlachbeere (~Poke root~) ist auch - wirksam. Dr. King empfiehlt schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) - 2 Skrupel, Wasser 1 Unze, das vermittelst gehörig angefeuchteter - Charpie eingeführt werden kann und vier- oder fünfmal des Tages zu - wiederholen ist. Es wird zuweilen gut sein, nach dem zuerst erwählten - Mittel folgendes zu gebrauchen: - - Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of blood root~) 2 Unzen. - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 2 Drachmen. - - Mische und bringe es mehrere Male des Tages auf die Geschwulst. - - =Homöopathisch.= ~Staphysagria~, ~Calcarea~, ~Sepia~, ~Silicea~ und - ~Thuja~ sind Mittel gegen dieses Leiden. Man nehme jedes drei Wochen - lang eine Dosis jeden Tag. Am Ende der dritten Woche wechsle man es - mit einem anderen Mittel und fahre so fort, bis Heilung eintritt. - ~Teucrium~, wovon jeden Abend durch mehrere Monate hindurch eine - Dosis genommen werden sollte, wird sehr empfohlen. - - =Allöopathisch.= Einspritzungen von Alaunauflösung oder das tägliche - Betupfen der Geschwulst mit salzsaurer Eisentinktur (~Muriated - tincture of iron~) wird in einigen Fällen dieselbe entfernen. - - -Nasenkrebs (~Cancer of the nose~). - -Dieses ist eines der fürchterlichsten Leiden, denen das menschliche -Geschlecht unterworfen ist. Der Krebs beginnt in der Regel mit einer -harten Geschwulst, die allmählig in Eiterung übergeht, ungemein -schmerzhaft ist und sich leicht auf Lippen oder andere Theile des -Gesichts ausdehnt. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Arsenicum~ -- ist das wichtigste Mittel, wenn - die folgenden Symptome vorhanden sind: Brennen, Anschwellen der - Nase, Schmerz bei Berührung, Eiterung der Nasenhöhlen hochoben, mit - Absonderung eines widerwärtigen Eiters, eiterartiger Ausschlag um - die Lippen, Schmerz stechend und prickelnd während der Tageszeit, - Zunge schwärzlich und aufgesprungen. Auch ~Sulphur~ wird zuträglich - gefunden werden. Die Behandlung sollte aber immer einem geschickten - Arzte überlassen werden. - - =Allöopathisch.= Dr. J. W. Fell verordnet Folgendes: - - Zink-Chlorid (~Chloride of zinc~) 6 Unzen. - Pulverisirte Blutwurzel 2 „ - Myrtenwachs (~Myrtle wax~) 1 Unze. - Wasser von Opiumextrakt 6 Drachmen. - Conicumextrakt 6 „ - - Mische es und mache eine Salbe daraus. Diese Salbe wird so lange auf - die Geschwulst gebracht, bis die Haut zerstört ist, was einen Schorf - bildet, in dem Einschnitte, einen halben Zoll von einander entfernt, - gemacht werden sollten. Gleichzeitig sollte Folgendes angewendet - werden: - - Blei-Iodide (~Iodide of lead~) 1 Skrupel. - Glycerin 1 Drachme. - Spermazeutsalbe 2 Unzen. - - Man mache eine Salbe daraus, und nachdem man die erstere durch 12 - Stunden hindurch verwendet hat, fahre man mit der letzteren in - derselben Weise 12 Stunden lang fort; gewöhnlich schneidet dieses die - Krankheit kurz ab. - - Gleichzeitig verordnet er folgendes: - - Pulverisirte Blutwurzel (~Blood root~) 1 Skrupel. - Arsenik-Iodide (~Iodide of arsenic~) 2 Grane. - Cicuta- (Schierling) Extrakt 2 Skrupel. - - Mische und theile es in 40 Pillen. Dosis: Dreimal des Tages eine - Pille. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes wird empfohlen: - - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 1 Unze. - Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) 1 „ - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 1 Drachme. - - Mische es und mache davon einen Umschlag. - - Oder auch: - - Schweinefett 3 Pfund. - Verdigris 2 Unzen. - Bienenwachs 2 „ - Schottischer Schnupftabak 1 Pfund. - - Mische das Fett und das Wachs und rühre es mit den übrigen Sachen - zusammen. - - Folgendes soll in mehreren Fällen den Krebs geheilt haben: - - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 1 Drachme. - Sanguinaria 2 Drachmen. - Rother Kleeextrakt (~Extract of Red Clover~) hinlänglich genug, um - ein Pflaster davon zu bereiten. - - Ein Umschlag von rohen Preiselbeeren (~Cranberries~) soll selbst - diese eingewurzelte Krankheit heilen. Die Beeren werden zerquetscht - und zu einem Umschlag verwendet. Die Wirkung eines solchen Umschlages - zeigt sich in der Bildung kleiner Blattern, gleich denen der Pocken, - wodurch der krebsartige Eiter ausgezogen und die Größe des Krebses - selbst bei jedem Umschlag vermindert wird. - - Nachstehendes ist als ein unfehlbares Mittel empfohlen worden. Man - breche ein Ei auf, gieße das Weiße aus und behalte den Dotter in der - Schale, dann lege es in Salz und mische es so lange, bis sich eine - Salbe bildet, mit welcher ein Stück Heftpflaster bestrichen wird, und - erneure dasselbe zweimal des Tages über den Krebs. - - Folgendes Mittel soll bei einigen veralteten Fällen geholfen haben: - - Rotheichenrinde (~Red oak bark~) 2 Unzen. - Weißeichenrinde 2 „ - Scharlachbeerwurzel 2 „ - Persimon- (Dattelpflaumen) Rinde 2 „ - Schwarze Mehlbeerenrinde (~Black haw bark~) 2 „ - Brombeerwurzel (~Blackberry~) 4 „ - Schafampfer (~Sheep sorrel~) 2 „ - Rothe Kleeblüthe (~Red clover blossom~) 2 „ - Zimmetrinde (~Cinnamon~) 1 „ - - Koche dies mit 4 oder 5 Gallonen Wasser bis auf eine Gallone ein. - Seihe es durch und füge auf jedes Quart eine Unze Borax und eine - Unze Alaun hinzu. Hiermit wird der Krebs drei- bis viermal des Tages - gewaschen. - - -Fremde Körper in der Nase. - -Dieselben können dadurch aus der Nase entfernt werden, daß der Mund und -das entgegengesetzte Nasenloch geschlossen werden und darauf durch das -Nasenloch, in dem sich etwas Ungehöriges befindet, kräftig geblasen -wird; Kitzeln mit einer Feder, so daß dadurch Niesen verursacht wird, -reicht zuweilen schon hin. Wenn diese Mittel ohne Erfolg bleiben, so -presse man den Daumen oder Finger auf die Nase oberhalb des fremden -Körpers, fahre dann mit einer Strick- oder Haarnadel, die am obern -Ende hakenförmig gebogen ist, in das Nasenloch und ziehe damit den -betreffenden Gegenstand herunter. Zuweilen kann auch der betreffende -Gegenstand zurückgedrückt werden, so daß er in den Mund fällt, aber es -ist das Beste, nicht zu diesem Mittel zu greifen, das Unannehmlichkeit -zur Folge haben kann. - - - - -Achtes Kapitel. - -Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbaken. - - -Gesichtsrose (~Erysipelas~). - -Die Gesichtsrose unterscheidet sich nicht von ~Erysipelas~ an irgend -einem andern Theil des Körpers. Diese Krankheit erzeugt stets mehr -oder weniger Hitze, Anschwellen und Röthe im Gesicht, manchmal folgt -auch Delirium und Gehirnentzündung. Die Behandlung der „Gesichtsrose“ -unterscheidet sich von der Behandlung der „Rose“ an andern -Körpertheilen durchaus nicht. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Man wird gut thun, die Behandlung mit einer kleinen - Dosis Bittersalz (~Epsom salts~) oder Rochellesalz zu beginnen. - Ist der Magen in guter Ordnung, so lasse man darauf ein halb Gran - Blaupillen (~Blue pill~) und ein Drittel Gran Ipecacuanha (~Ipecac~) - -- alle drei Stunden folgen. Auch wird die folgende Mischung - (~Neutral mixture~), die man zu gleicher Zeit gebraucht, gute Dienste - leisten: - - Kali-Syrup (~Syrup of potassa~) 2 Drachmen. - Citronensyrup ½ Unze. - Wasser 3½ Unzen. - - Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll dieser Mischung mit einem - Theelöffel voll Wasser alle zwei oder drei Stunden. Der Citronensyrup - kann, wenn gewünscht, weggelassen werden. Um die Hitze und das - Brennen im Gesicht zu lindern, reibe man dasselbe mit Schweinefett, - Talg oder kaltem Rahm, oder einem aus Ulmenrinde (~Slippery elm~) - oder Flachssamen bereiteten Schleim ein. Manchmal mag man verhüten, - daß sich die Anschwellung über den Kopf verbreitet, indem man da, wo - die Entzündung aufhört, einen Zoll breiten Streifen mit Jodtinktur - (~Tincture of iodine~) oder salpetersaurem Silber (~Nitrate of - silver~) mittelst eines Läppchens oder Pinsels zieht. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Es wird von guter Wirkung sein, das - Gesicht über einen Absud von durchwachsenem Wasserdust (~Boneset~) - oder Rainfarn (~Tansy~) oder Hopfen zu halten. Ein ausgezeichnetes - Mittel gegen dieses Uebel ist ein Umschlag von gekochten - Preiselbeeren (~Cranberries~) mit pulverisirter Ulmenrinde (~Elm - bark~) oder Weizenmehl. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Wenn starkes Fieber, trockene Haut - und dumpfer Puls, so folge in einigen Stunden mit ~Belladonna~, - namentlich wenn der Kopf mehr oder weniger affizirt ist. Auch kann - man, wenn nöthig, ~Belladonna~ und ~Aconitum~ abwechselnd geben. - - ~Lachesis.~ -- Namentlich wenn der Patient über Trockenheit im Halse - und Schmerzen beim Schlucken klagt, oder wenn er hustet, ohne Auswurf - zu haben. Diese Mittel können alle zwei oder drei Stunden allein oder - abwechselnd gegeben werden. - - Für fernere Behandlungsweise siehe ~Erysipelas~ -- erstes Kapitel -- - allgemeine Krankheiten. - - -Gesichtsausschlag (~Eruption of the Face~). - -Gesichtsausschlag kann auf verschiedene Art zu Tage treten. Gewöhnlich -ist es ein chronisches Uebel und währt geraume Zeit. Junge Personen -oder solche, die unmäßig essen und trinken, sind häufiger mit -demselben heimgesucht als andere. Die Arten des Gesichtsausschlags -sind: Die einfache Finne (auch Kupferausschlag ~Acne Simplex~), die -rosige Finne (~Acne Rosacea~) und die eiterige auch blatterige Finne -(~Acne Pustulosa~). Bei der erstgenannten Art zeigt sich eine kleine, -entzündete Fistel, welche nach und nach größer wird und von blaßrother -Farbe ist. Dieselbe geht auf und entleert eine kleine Quantität -Flüssigkeit, worauf ein Schorf (~scab~) entsteht, welcher nach einigen -Tagen abfällt und einen runden, harten, rothen Fleck zurückläßt. - -Die rosige Finne affizirt das Gesicht und wird gewöhnlich bei -Erwachsenen gefunden, namentlich aber bei Schwelgern. Die Finnen sind -hart, roth und klein, nach und nach aber werden sie größer, entleeren -blutige Materie und bilden einen kleinen Schorf. Diese Krankheit ist -sehr schwierig zu heilen und außerordentlich entstellend. - -Die eiterige oder blatterige Finne ist ein sehr schmerzhaftes Uebel, -namentlich wenn die Kopfhaut davon befallen wird. Alle diese Ausschläge -werden um die Poren herum gefunden und durch Verhinderung des Schweißes -erzeugt. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Der Kranke muß sehr mäßig leben und - keinerlei Stimulanten, z. B. Thee, Kaffee und Branntwein genießen - und darf nur wenig Fleischspeisen essen. Alle Tage sollte der Körper - mit schwachem Laugenwasser gewaschen werden. Ist das Uebel durch - Unordnung in den Verdauungs- oder anderen Organen entstanden, so muß - man die betreffende Behandlung einschlagen. Als Lokalmittel kann - folgendes gebraucht werden: - - Salmiak (~Muriate of ammonia~) 3 Drachmen. - Conium-Tinktur (Schierling-Tinktur) 1½ Unze. - Destillirtes Wasser 1 „ - - Mische und betupfe die Theile mehrere Male des Tages. - - Das folgende hat sich als gutes Waschmittel erprobt: - - Ammoniakwasser (~Aqua ammonia~) 1 Unze. - Lobelia-Tinktur (~Tincture of lobelia~) 1 „ - Myrrhen-Tinktur 1 „ - - Mische und gebrauche die Mischung zwei- oder dreimal des Tages. - - Nachdem die Pusteln „voll“ sind, sollten sie geöffnet werden, damit - die Flüssigkeit entfernt wird, worauf das eben angegebene oder das - folgende Waschmittel in Anwendung kommt: - - Schwefelmilch (~Milk of sulphur~) 2 Drachmen. - Kamphergummi (~Gum camphor~) 1 Drachme. - Alcohol 2 Unzen. - Wasser 2 „ - - Löse den Kampher im Alcohol auf, mische und wasche die betreffenden - Theile mit ein wenig dieser Mischung jeden Tag vor dem Schlafengehen. - - Ist die Krankheit erst eine neuerdings eingetretene und noch nicht - chronisch geworden, so werden gleiche Theile von Cölnischem Wasser - (~Cologne~) und eine gesättigte Auflösung von Kleesäure (~Oxalic - acid~) gute Dienste leisten. - - =Homöopathisch.= ~Causticum~, ~Rhus~, ~Sepia~ und ~Carbo Animalis~ - gegen die rosige Finne. - - ~Belladonna~, ~Hepar Sulphur~, ~Natrum~, ~Nitric Acid~, ~Sulphur~ und - ~Sepia ~gegen die einfache Finne. - - Wasserstoffsaures Kali (~Hydriodate of potassa~) wird gegen diese - Gesichtsausschläge empfohlen. Zwei Grane dreimal des Tages zu nehmen. - - ~Mercurius Cor.~ -- Wenn der Organismus syphilitisches Gift enthält. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe von dem erwählten Heilmittel - eine Dosis dreimal des Tages drei oder vier Wochen lang, ehe man zu - einem anderen greift. - - =Allöopathisch.= Als gutes Waschmittel hat sich eine Auflösung von - kohlensaurer oder doppeltkohlsaurer Soda (~Carbonate or Bicarbonate - of Soda~) ein Skrupel auf ein Pint Wasser -- bewährt. Auch wird die - folgende Salbe empfohlen: - - Ammoniated Mercury 1 Skrupel. - Glycerin 1 Drachme. - Bitteres Mandelöl (~Oil of bitter almonds~) 3 Tropfen. - Schweinefett 1 Unze. - - Mische und gebrauche dies jeden Tag. Gegen die schwarzen Flecken, die - man Fleischwurm nennt, und die sich um die Nase, oder an der Stirne, - oder am Kinn zeigen, wird sich das folgende als sehr wirksam beweisen: - - Kaliauflösung (~Liquor of potassa~) 1 Unze. - Cölnisches Wasser (~Cologne~) 2 Unzen. - Weißer Branntwein (~White brandy~) 4 „ - - Mische dieses und gebrauche es. Gegen manche dieser Ausschläge wird - das folgende Mittel sehr empfohlen: - - Schwefelwasser (~Sulphur water~) 1 Unze. - Säuerliche Ammoniak-Auflösung (~Acetated Liquor - of ammonia~) ½ „ - Kaliauflösung (~Solution of potassa~) ½ „ - Weißer Weinessig 2 Unzen. - Destillirtes Wasser 2 „ - - Bei sehr hartnäckigen Fällen gebrauche das folgende: - - Aetzendes Sublimat (~Corrosive sublimate~) 2 zu 5 Grane. - Wasser 1 Unze. - - Wende dies mittelst Baumwolle an einer Stricknadel befestigt an, - indem man die Mischung nur einige Augenblicke auf den betreffenden - Theilen läßt: - - Das folgende wird sehr empfohlen: - - Jod-Schwefel-Salbe (~Iodide of Sulphur~) 15 zu 20 Grane. - Schweinefett 1 Unze. - - -Nervöser Gesichtsschmerz oder Neuralgia im Gesicht (~Tic Douloureux~). - -Neuralgie ist eine der schmerzhaftesten Krankheiten. Es ist ein -Nervenschmerz, der sich gewöhnlich einem oder dem andern Nerv -seiner ganzen Länge nach nachzieht, obgleich auch in anderen Fällen -der Schmerz blos auf einem Fleck gefühlt wird und das Uebel durch -Störungen im Gehirn, Magen oder den Gedärmen erzeugt werden mag. In -den meisten Fällen ist der Schmerz blos ein Symptom und es zeigen -sich weder Anschwellungen noch Entzündung. Neuralgie mag verschiedene -Körpertheile affiziren, beschränkt sich jedoch gewöhnlich nur auf -den Kopf. Gesichtsneuralgie wird meistens durch Störungen im fünften -Nervenpaar, das im Gesicht sich verzweigt, hervorgerufen. Hauptsächlich -wird der Nervenzweig über den Augenbrauen affizirt, manchmal aber -auch alle Zweige, so daß der Schmerz äußerst heftig wird. Der Anfall -tritt gewöhnlich plötzlich ein, setzt öfters wieder aus, um wiederum -zurückzukehren. Die Schmerzen sind den Nerven entlang sehr heftig, -stechend, reißend, als ob glühende Drähte in die betreffenden Theile -gestochen würden. Nachdem der Schmerz aufgehört, folgt häufig eine Art -Erstarrung. Manchmal treten die Schmerzen jedoch nach und nach ein und -werden allmählig heftiger. Während des Anfalls werden die Gesichtszüge -durch die krampfhafte Bewegung der Muskeln nicht selten verzerrt. - -+Ursachen.+ Luftzug, ein plötzlicher Schlag, Fall &c., feuchte Luft, -Schwäche, Störungen in den Verdauungsorganen &c. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Schneidende, schießende, brennende - Schmerzen, die in plötzlichen Anfällen eintreten und auf welche - leichterer Schmerz folgt. Der Zustand des Kranken verschlimmert sich - bei Nacht; die Kinnbacken oder Wangen schwellen; der Patient hat viel - Durst, ist erregt, unruhig; die Schmerzen beschränken sich auf eine - Seite des Gesichts, heftiges Pulsiren der Hals- und Kopfadern, die - Augen funkeln, summender Schmerz in den Ohren, Schläfen und Seiten - des Halses; Fieber. - - ~Belladonna.~ -- Wenn die Anfälle allmählig eintreten mit Jucken - und Krappeln in den affizirten Theilen; rothe, geschwollene Wangen, - stechende, schießende Schmerzen im Kinnbacken und der Nase, - Verzerren der Augenlider und der Gesichtsmuskeln, dumpfer Schmerz - im Vorderkopf, Ohrenklingen, Hitze und Röthe im Gesicht, große - Empfindlichkeit gegen Kälte und Licht, heftige Schmerzen, namentlich - auf einer Seite, gewöhnlich der rechten, die Schmerzen vermehren - sich bei dem geringsten Geräusch oder bei Bewegung und ebenso durch - die Bettwärme. Wenn ~Belladonna~ nicht lindert, die Symptome jedoch - dieses Mittel andeuten, so gebe man ~Atropine~. - - ~Bryonia.~ -- Namentlich für mit Rheumatismus behaftete Personen. - Rothes, heißes Gesicht, Schwellung an einer Seite unter den Augen - und an der Nasenwurzel, brennende Schmerzen, die sich beim Druck - vermehren, Schmerzen in den Gliedern, Frösteln, worauf Fieber folgt. - - ~Chamomilla.~ -- Namentlich für sehr empfindsame Frauenzimmer; - Schmerz reißend und klopfend mit einem gewissen Erstarrungsgefühl - in dem affizirten Theil, aufgedunsenes, geschwollenes Gesicht, eine - Wange roth, die andere blaß, Frostschütteln mit innerlicher Hitze. - - ~Colocynth.~ -- Heftige, schießende Schmerzen, die sich bis zu - den Ohren, den Schläfen, den Zähnen und allen Theilen des Kopfes - erstrecken, namentlich auf der linken Seite; der Schmerz vermehrt - sich bei der leisesten Berührung. - - ~Arsenicum.~ -- Wenn die Schmerzen nach bestimmten Zeiträumen - wiederkehren, brennend, bei Nacht stärker sind und durch Hitze - gelindert werden; große Aengstlichkeit, viel Schweiß, heftiger - Schmerz in und um die Augen und um die Schläfe herum. - - ~China.~ -- Namentlich wenn die Anfälle periodisch sind, große - Schmerzen, Empfindlichkeit der Haut, die bei der leisesten Berührung - vermehrt wird; heftige Schmerzen in den Kinnbacken. - - ~Nux vomica.~ -- Zuckende, reißende Schmerzen, geschwollene Wangen, - der Schmerz stellt sich Morgens nach dem Aufstehen ein und nimmt - allmählig bis gegen Abend ab; Uebelkeit, Erbrechen, Hartleibigkeit, - der Schmerz durch kühle Luft und kühle Getränke vermehrt und - vermindert durch Ruhe und Wärme. - - ~Platinum.~ -- Betäubender Druck auf die Kinnbacken, mit Frösteln. - Wenn die Schmerzen bei Nacht heftiger sind und der Kranke sehr nervös - und melancholisch ist. - - ~Spigelia.~ -- Zucken, Reißen, Brennen und Druck im Kinnbacken, - vermehrt durch Berührung oder Bewegung, Schmerzen treten zu einer - bestimmten Tageszeit ein, sind am heftigsten, wenn sie bald aufhören. - - ~Coffea.~ -- Große Erregtheit des Geistes und Körpers, ebenso große - Empfindlichkeit und außerordentliche Schmerzen in den afficirten - Theilen. - - ~Pulsatilla.~ -- Für Frauenzimmer namentlich, wenn sich die Krankheit - mit Urinstörungen zeigt; schmerzvolle Empfindlichkeit auf einer Seite - des Gesichts mit Frösteln. - - ~Mercurius.~ -- Reißende, schießende Schmerzen an einer Seite von der - Schläfe bis zu den Zähnen, heftiger bei Nacht und in der Bettwärme, - Nachtschweiße, zu viel Mundspeichel, Schlaflosigkeit. - - ~Phosphorus.~ -- Reißende Schmerzen in der linken Seite und - Verschlimmerung durch die beim Essen bewerkstelligte Muskelbewegung. - - Als äußeres Mittel wird kaltes oder warmes Wasser, je nachdem es - dem Patienten zusagt, sehr wirksam sein. Auch mag man das Leiden - öfters bedeutend lindern, indem man die betreffenden Theile mit einer - Mischung von 6 Tropfen Aconitumtinktur und 6 Theelöffel voll Wasser - wäscht. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse von dem gewählten Mittel 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe von dieser - Auflösung einen Theelöffel voll alle 15 Minuten, halbe Stunde oder - zwei Stunden, je nach den Symptomen. Sobald der Patient besser wird, - so gebe die Arznei alle 4, 6, 8 oder 10 Stunden. - - +Diät.+ Wer an Neuralgie leidet, sollte weder Kaffee noch grünen Thee - trinken, und muß überhaupt auf die Speisen Acht haben, die er nicht - ertragen und nicht verdauen kann. - - =Allöopathisch.= Ein wirksames Lokalmittel ist Laudanum oder - Paregoric, welche man auf ein Stück Zeug anbringt und geölte Seide - (~Oil silk~) darüber breitet, um die Verdünstung zu verhüten, und - das ganze alsdann auf die betreffenden Theile legt. Bei heftigen - Anfällen mag das Laugensalz der Nießwurz (~Veratrea~) -- zwanzig - Grane zu einer Unze Schweinefett -- gebraucht werden. - - Auch wird das Folgende empfohlen: - - Destillirtes Wasser 2 Unzen. - Baldriansäure (~Valerianic acid~) 1 Unze. - Kohlensaures Natron (~Subcarbonate of ammonia~) - genug, um die Säure zu neutralisiren. - Alkoholischer Baldrianextrakt (~Alcoholic extract - of valerian~) 2 Skrupel. - - Man gebe dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - Oder das Folgende: - - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 2 Grane. - Blausaures Kalium (~Cyanide of potassium~) 4 „ - Baldrianextrakt (~Extract of valerian~) 4 „ - - Man bereite hiervon 24 Pillen. Dosis -- eine Pille dreimal des Tages. - - Oder: - - Bilsenkrautextrakt (~Extract of hyosciamus~) ½ Drachme. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 3 Grane. - Strychnin 2 „ - Pulverisirter Cayennepfeffer ½ Drachme. - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 15 Grane. - - Verfertige 30 Pillen. Dosis -- eine Pille viermal des Tages. - - Manchmal greift man auch zur Aether- oder Chloroform-Einathmung gegen - außerordentlich heftige Schmerzen. Ist die Neuralgie durch Störung in - den Verdauungswerkzeugen (namentlich in dem Darmkanal) entstanden, - was an der belegten Zunge, Appetitlosigkeit und Hartleibigkeit - erkannt werden kann, so gebe das Folgende: - - Koloquintenextrakt (~Extract of Colocynth~) ½ Drachme. - Zusammengesetzte Mutterharzpille (~Compound - galbanum pill~) 1 „ - Crotonöl 1 Tropfen. - - Verfertige hieraus Pillen, jede von 5 Granen, und nehme eine - derselben vor dem Schlafengehen. - - Die folgende Salbe wird sehr gut empfohlen: - - Hirschhorngeist (~Spirits of hartshorn~) 1½ Unzen. - Schwefeläther (~Sulphuric ether~) 1½ „ - Terpentingeist (~Spirits of turpentine~) ½ Unze. - Salatöl ¾ „ - Nelkenöl (~Oil of cloves~) ½ „ - Chloroform 1 „ - - Mische dies gut in einem acht Unzen haltenden Arzneikolben, welcher - gut zu verschließen, an einen dunklen Ort zu stellen und zur Vorsicht - noch in ein dickes Papier oder Stück Zeug zu wickeln ist, da das - Licht die Wirkung der Medizin zerstört. Dieses Recept wird sehr gut - gegen Kopfweh, Verrenkungen u. s. w. empfohlen. - - Das folgende Liniment wird sich in manchen Fällen wirksam erweisen: - - Aconitumextrakt (~Extract of Aconite~) 1 Skrupel. - Seifenliniment 1 Unze. - Zusammengesetztes Kampherliniment (~Compound - liniment of camphor~) 1 Unze. - - Mische dieses. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Das Folgende ist empfehlungswerth: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 20 Grane. - Vitriol-Elixir (~Elixir of vitriol~) 1 Drachme. - - Löse das Chinin in dem Elixir auf und füge bei: - - Schlangenwurzeltinktur (~Tincture of black cohosh~) 14 Drachmen. - - Mische und gebe alle 2 Stunden 20 Tropfen in einem Eßlöffel voll - Wasser. - - Heiße Hopfenbähung auf die betreffenden Theile gelegt verursacht - gewöhnlich Linderung. Auch wird dem Patienten durch ~Hot drops~ - (heiße Tropfen?), die in jeder Apotheke zu haben sind, manchmal - Erleichterung verschafft. Pulverisirter Baldrian (~Valerian~) ist - ebenfalls ein ausgezeichnetes Arzneimittel -- einen Theelöffel voll - alle zwei Stunden. Manchmal mögen die Schmerzen gelindert werden, - indem man ein ~Compound tar plaster~ hinter die Ohren legt und - zugleich das Folgende einnimmt: - - Feinpulverisirtes Ammoniaksalz (~Sal ammoniac~) 2 Drachmen. - Blausaures Eisen (~Prussiate of iron~) 8 Grane. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 4 „ - Kampher 2 „ - - Mische dieses sehr gut und theile die Mischung in 4 Pulver. Dosis -- - ein Pulver alle zwei oder drei Stunden, je nach der Heftigkeit der - Anfälle. - - Das folgende wird von guter Wirkung sein: - - Chloroform 1 Unze. - Aconitumtinktur 1 „ - Kamphertinktur 1 „ - Laudanum 1 „ - - Mische und reibe etwas von der Mischung über die afficirten Theile - zwei- oder dreimal des Tages. - - -Gesichtsflecken (~Freckles~). - -Gesichtsflecken sind eine durch Aussetzung an die Sonne hervorgerufene -Entfärbung der Haut und haben ihren Sitz in der äußeren und mittleren -Hautlage. Ehe man irgend ein Mittel anwendet, wird man wohl thun, die -betreffende Oberfläche mittelst eines linden Balsams oder Schleims zu -erweichen, wofür folgendes empfohlen wird: - - Honig 2 Unzen. - Gereinigtes Wachs (~Purified wax~) 1 Unze. - Bleiglätte (~Litharge~) ½ „ - Myrrhen ½ „ - - Mische dieses gut, während es über einem langsam brennenden Feuer - steht, und parfümerire die Mischung mit kölnischem Wasser, Rosenöl - oder irgend einer anderen Parfümerie. - - Nachdem die Hautoberfläche erweicht ist, kann folgendes gebraucht - werden: - - Bittere Mandeln (~Bitter almonds~) 1 Unze. - Gerstenmehl 1 „ - - Mische mit so viel Honig, daß ein Brei entsteht, mit welchem man das - Gesicht vor dem Bettgehen einreibt. - - Auch kann das folgende in Anwendung kommen: - - Citronensaft 2 Unzen. - Pulverisirter Borax ½ Drachme. - Zucker 1 „ - - Mische und lasse die Mischung in einem gläsernen Gefäß einige Tage - stehen, bis sie zum Gebrauch tauglich ist, und reibe das Gesicht - zwei- oder dreimal des Tages damit ein. - - Manchmal wird eine Mischung von kölnischem Wasser und Kleesäure - (~Oxalic acid~) gebraucht. - - Das folgende wurde von der bekannten Madame de Maintenon angewendet: - - Venetianische Seife 1 Unze. - Citronensaft ½ „ - Bitteres Mandelöl (~Oil of bitter almonds~) ¼ „ - Flüssiges Weinsteinöl (~De-liquidated oil of - tartar~) ¼ „ - Rhodiumöl 3 Tropfen. - - -Gesichts- und Kinnbackenlähmung (~Paralysis of the Face and Jaw~). - -Diese Krankheit tritt gewöhnlich mit der Lähmung anderer Körpertheile -auf, ob dieselbe nun eine theilweise oder gänzliche ist, und muß -deshalb, wie Lähmung im Allgemeinen, behandelt werden. Siehe für -Behandlung Abtheilung ~IV.~ -- verschiedene Krankheiten. - - -Starrkrampf, Kinnbackenkrampf, Mundklemme (~Lock Jaw~). - -Dies ist eine gefährliche Krankheit und besteht in der Zusammenziehung -aller Körpermuskeln. Wird der Körper bei den Anfällen vorwärts -gebeugt, so nennt man es ~Emprosthotonos~ (Starrkrampf der -Beugungsmuskeln nach vornen); wird der Körper rückwärts gebeugt, so -heißt es ~Opisthotonos~ (Rückenkrampf, Starrkrampf mit Beugung nach -hinten). Ist der Krampf aber blos auf die Kinnbacken beschränkt, so -wird die Krankheit Kinnbackenkrampf, auch Mundklemme oder Mundsperre -- -engl. ~Lock Jaw~, lat. ~Trismus~ -- genannt. - -+Symptome.+ -- Der Starrkrampf tritt oftmals plötzlich und manchmal -allmählig ein. Die ersten Symptome sind ein leichtes Gefühl der -Steifheit im Nacken und Hals, welche Steifheit immer bedeutender wird, -so daß der Patient nur mit größter Schwierigkeit und unter Schmerzen -seinen Kopf bewegen kann. Auch ist er nicht vermögend, den Mund leicht -zu öffnen; die Kinnbacken kneifen allmählig zusammen und stehen fest, -Engigkeit in der Brust, große Schmerzen im Brustbein, unbequeme -Erregtheit an der Zungenwurzel, Krämpfe in der Magengrube und den -Muskeln des Mastdarms. Die Leiden sind manchmal schrecklich anzusehen; -blasse Gesichtsfarbe, Augbrauen zusammengezogen, Runzeln an der Stirne, -starre Augen, Nasenhöhlen weit ausgedehnt, Mundecken eingezogen und -Zähne blosgestellt, die Züge zu schrecklicher Grimmasse verzerrt, -Athmen schwer und schwierig, Puls schwach und schnell, der Verstand -ist jedoch ungetrübt. Der tödtliche Ausgang dieser Krankheit wird -theilweise durch Erstickung, theilweise durch Erschöpfung verursacht. - -+Ursachen.+ -- Geisteskrankheiten, Kälte und Feuchtigkeit, lokale -Beschädigungen, z. B. Schnitte und andere Wunden, namentlich an den -Fußsohlen und an der inneren Hand. Wenn fremde Körper in der Wunde -verbleiben; Wunden, die durch Splitter, Glas- oder Nagelstücke -entstanden, erzeugen sehr häufig Starrkrampf, da die fremden Körper die -Nervenäste sehr stark drücken. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Für einen Erwachsenen einen Theelöffel voll Brandy - alle zwei oder drei Stunden mit Milch und Fleischthee (~beef-tea~), - wobei man einen Gran Opium alle drei oder vier Stunden gibt. - Chloroform oder Aether, entweder eingenommen oder eingeathmet, sind - werthvolle Mittel. Gegen Hartleibigkeit verordne man einen oder - zwei Tropfen Crotonöl in einem Theelöffel voll Schleim (~Gruel~). - Man bringe den Kranken in ein heißes Bad und tauche ihn unter und - gebe eine Einspritzung (~Injection~) von einer Unze Castoröl oder - derselben Quantität Terpentin. Gleich nach dem Bade sollte etwa eine - Drachme Laudanum gegeben werden. Indianischer Hanfextrakt (~Indian - hemp~) erweist sich in manchen Fällen sehr wirksam. Dosis: Drei Grane - alle zwei oder drei Stunden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Dr. King empfiehlt einen halben - Theelöffel voll zusammengesetzte Lobelia-Tinktur (~Compound tincture - of lobelia~) und spanischen Pfeffer (~Capsicum~), welches Mittel man - langsam in die Mundecken träufeln läßt. Die Dosis alle fünf Minuten - zu wiederholen, bis der Patient wieder schlucken kann. Zur selben - Zeit nehme man eine Einspritzung von einer Unze Wasser und einer Unze - der obigen Tinktur vor, und wiederhole dies alle 10 oder 20 Minuten. - - Kann der Kranke wieder schlucken, so sollte eine große Dosis - zusammengesetztes Jalappenpulver (~Compound powder of Jalap~) gegeben - werden. - - Ist der Starrkrampf durch eine Wunde an den Fußsohlen oder am Innern - der Hand erzeugt worden, und wurde diese Wunde geheilt, so muß sie - wieder mittelst eines scharfen Messers geöffnet werden. Man sollte - nie zugeben, daß Wunden an diesen Körpertheilen von Außen nach Innen - heilen, sondern immer besorgt sein, daß die Heilung Innen beginnt - und nach Außen hin fortschreitet, was dadurch bewirkt werden kann, - daß man die Stelle mit Silbersalpeter (~Nitrate of silver~) so lange - „brennt,“ bis eine laufende Wunde entsteht. - - Man mag eine starke Lobelia- oder Cayennepfeffer-Tinktur, zwei Theile - Lobelia und ein Theil Cayennepfeffer in Theelöffel voll Dosen geben. - Dieselben Mittel mögen zu Einspritzungen (~Injections~) gebraucht - werden. Sobald der Krampf beseitigt ist, sollte man dem Patienten - erlauben, viel von dem Abguß der ~Nervine~ Wurzel zu trinken. - - =Homöopathisch.= Wurde der Starrkrampf durch eine Wunde verursacht, - so sollte dieselbe vergrößert und ein Brod- und Milch- oder - Flachssamenumschlag darauf gelegt werden. - - ~Arnica.~ -- Anfänglich äußerlich als Waschmittel und innerlich eine - aus vier Kügelchen bestehende Dosis oder ein Tropfen alle 2 Stunden. - - ~Belladonna~ oder ~Lachesis~. -- Nehmen die Krämpfe zu, so gebe diese - Heilmittel abwechselnd in den bei ~Arnica~ vorgeschriebenen Dosen. - - ~Hyosciamus~ und ~Opium~. -- Wenn nach zwölf Stunden keine Besserung - eingetreten ist. - - ~Nux vomica.~ -- Namentlich wenn die Krämpfe häufig sich wiederholen - aber nur von kurzer Dauer sind und der Patient beim völligen - Bewußtsein ist, krampfartige Schmerzen in der Magengegend. - - ~Stramonium.~ -- Wenn die Daumen und Finger krampfhaft - zusammengezogen sind, wilder, starrer Blick, schmerzhaftes, - schwieriges Athmen und Schlucken. Gebe dieses Heilmittel abwechselnd - mit ~Hyosciamus~ und ~Cicuta~. - - ~Secale.~ -- Wenn der Zustand des Kranken sich in der Wärme - verschlimmert. - - ~Rhus~ und ~Ignatia~. -- Abwechselnd, wenn der Körper bogenartig - rückwärts gekrümmt ist. Gebe dies so wie die anderen Heilmittel. - - =Wasserkur.= Das Wasser leistet bei dieser Krankheit sehr gute - Dienste. Der Patient sollte in einen Badzuber voll kaltes Wasser - gebracht und lange tüchtig gerieben und sodann ins Bett gebracht und - mit trockenen wollenen Zeugstücken wiederum gut gerieben werden. - Tritt in einer oder zwei Stunden keine Veränderung ein, so sollte - diese Behandlung wiederholt werden. - - Dr. Colby von Massachusetts empfiehlt folgende Behandlung: Das Wasser - sollte beinahe zum Gefrieren kalt sein und mittelst eines Kruges über - den Patienten gegossen werden; etwa ein Eimer (~bucket~) voll alle - fünf Minuten, womit man eine halbe Stunde anhält. Sodann trockne - man den Kranken mit trockenen Handtüchern gut ab und wickele ihn in - Flanell, bringe ihn ins Bett, wo er zwei oder drei Stunden zubringen - sollte, bis ein tüchtiger Schweiß erzeugt ist, woraus der ganze - Körper mit kaltem Wasser mittelst eines Schwammes gewaschen wird. - - +Bemerkung.+ -- Die Behandlung dieser Krankheit sollte immer nur von - einem fähigen Arzte unternommen werden, falls ein solcher zu haben - ist. - - - - -Neuntes Kapitel. - -Krankheiten der Zähne, des Zahnfleisches und des Mundes. - - -Zahnweh (~Odontalgia~). - -Dieses so schmerzhafte Leiden ist nur zu gut bekannt und bedarf keiner -weiteren Beschreibung. Einige besitzen dazu erbliche Anlagen, andere -ziehen es sich dadurch zu, daß sie sich den Witterungseinflüssen zu -sehr aussetzen, oder es kann rheumatischen Ursprungs sein, auch die -Zerstörung der Zähne und der unmäßige Genuß von Kaffee und Calomel -können es verursachen. Gewöhnlich aber rührt es von schadhaften Zähnen -her. Der Nerv des Zahnes wird durch die Beschädigung der Zahnmasse -blosgestellt und kommt so mit der Luft und fremden Körpern in -Berührung, wodurch jener so äußerst empfindliche Schmerz hervorgerufen -wird. Ebenso kann es auch durch die Entzündung der Schleimhaut, welche -die Zähne einfaßt (~Periosteum~), durch Druck beim Kauen, durch -Knirschen der Zähne oder auch durch solche Zähne, die höher als die -übrigen stehen und deshalb stärker auf die entgegengesetzten pressen, -verursacht werden. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Zahnschmerz kann dadurch gestillt werden, daß in - die Höhle des Zahnes ein Stück Watte mit einem Tropfen Nelken- oder - Cajeputöl, oder auch Kreosot befeuchtet, gesteckt wird. Man sollte - womöglich verhindern, daß der Kreosot in den Mund läuft. - - Folgendes wird sehr empfohlen: - - Kohlensäure (~Carbolic acid~) 2 Drachmen. - Collodion 1 Drachme. - - Eine gallertartige Masse wird ausgezogen und ein kleines Theilchen, - das in die Höhle des kranken Zahnes gebracht wird, wird sofortige - Linderung verschaffen. - - Rührt der Zahnschmerz von schadhaften Zähnen her, so wird er - vielleicht dadurch, daß man Branntwein, Whiskey, Rum oder verdünnte - Cayenne-Tinktur (~Tincture of cayenne~) in den Mund nimmt, oder auch - durch äußere Anwendung von Laudanum, Senfpflaster, Blasenpflaster - hinter den Ohren, sowie auch durch Hopfen in Alcohol eingetaucht, - entfernt. Alaun und Salz zu gleichen Theilen fest in die Höhlung des - Zahnes gedrückt, verschafft zuweilen Linderung, so auch ein kleines - Stück Watte mit Morphium getränkt, aber es sollte Sorge getragen - werden, daß nichts von dem Morphium verschluckt wird. - - Die im achten Kapitel unter „Neuralgie“ empfohlene Salbe gegen - Kopfschmerz, Verstopfung u. s. w. wird bei äußerlichem Gebrauche auch - hier für gut befunden werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes ist zu empfehlen: - - Alaun, fein gepulvert 4 Drachmen. - Salpeter-Aether (~Nitric ether~) 14 „ - - Oder auch: - - Nelkenöl (~Oil of cloves~) 1 Drachme. - Cajupetöl (~Oil of cajupet~) 1 „ - Amberöl (~Oil of amber~) 1 „ - Pulverisirter Kampher (~Pulv. Camphor~) 1 „ - - Mische und gebrauche es. - - Oder: - - Kampher (~Camphor~) 4 Drachmen. - Chloroform 2 „ - Ammoniakwasser (~Water of ammonia~) 1 Drachme. - - Mische und gebrauche es wie das vorhergehende. Eine Pille aus - Kampher-Gummi (~Gum Camphor and Opium~) in den wehen Zahn gebracht, - wird selten verfehlen, den Schmerz zu lindern. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Bei Fieberhaftigkeit, großer Angst - und Unruhe, heftig klopfenden und schlagenden Schmerzen, wenn - Erkältung die Ursache, begleitet von Gesichtshitze, Röthe der Wangen, - Anschwellen des Gesichts. Verschafft dieses Mittel nur für eine kurze - Zeit Linderung, so lasse man ~Belladonna~ oder ~China~ folgen. - - ~Arnica.~ -- Wenn der Schmerz durch Verletzungen, wie Ausziehen oder - Verstopfen verursacht. Man löse es auf und zwar ein Theil Tinktur auf - fünf bis sechs Theile Wasser, und bringe es auf den verletzten Theil. - - ~Belladonna.~ -- Bei einem Gefühl von Eiterung in den Zähnen, - rasende, schießende, schneidende Schmerzen in den Zähnen, im Gesicht - und den Ohren, schlimmer des Abends beim Niederlegen, Zahnfleisch - heiß und geschwollen, Schmerz im Freien oder beim Berühren der Zähne - mit kalten oder warmen Speisen erhöht; Hitze und Röthe des Gesichts, - des Nachts Verschlimmerung. - - ~Bryonia.~ -- Ziehender, stechender Zahnschmerz, bei einem Gefühle, - als ob die Zähne locker und zu lang wären, oder bei Zahnschmerz - durch nasses Wetter hervorgerufen, auch wenn der Schmerz durch das - Nehmen von Wasser in den Mund erhöht wird. Es wird gut sein, es nach - ~Chamomilla~ und ~Mercurius~ oder abwechselnd mit ~Rhus~ zu geben, - wenn nasses Wetter oder rheumatische Anfälle Anlaß zu Zahnschmerzen - sind. - - ~Chamomilla.~ -- Heftig stechende, ziehende, schießende Schmerzen, - schlimmer des Nachts wenn der Leidende im Bett ist, Anschwellen - und Röthe der Wangen, oder eine Wange roth und die andere blaß, - Anschwellen des Zahnfleisches, Vergrößerung der Drüsen unter dem - unteren Gaumen, Schmerzen nach heißen Getränken, besonders nach - Kaffee heftiger. - - ~Coffea.~ -- Heftige Schmerzen während welchen der Kranke ganz außer - sich ist, Zittern, Weinen, Unruhe und Aufgeregtsein. Dies kann - abwechselnd mit ~Aconitum~ gegeben werden. - - ~Mercurius.~ -- Schmerzen in der Zahnhöhle, an der Wurzel der Zähne, - schießende Schmerzen durch die Seiten des Gesichts nach den Ohren zu, - durch warme oder kalte Getränke erhöht, Anschwellen und Entzündung - des Zahnfleisches. - - ~Calcarea.~ -- Bei Zahnweh von schwangeren Frauenzimmern, Schmerzen - in hohlen Zähnen oder lockeren Stumpfen; klopfende, ziehende und - brechende Schmerzen, Zahnfleisch geschwollen, weh und leicht blutend, - Schmerzen durch Erkältung verursacht und durch Geräusch erhöht. - - ~Carbo Vegetabilis.~ -- Ziehende, rasende oder klopfende Schmerzen - in den Zähnen, Zahnfleisch leicht blutend, Gefühl von Lockersein und - Eiterung der Zähne, bei feuchter Witterung und wenn heiße, kalte oder - salzige Gegenstände in den Mund kommen, schlimmer. - - ~Pulsatilla~ -- entspricht mehr bei jungen Mädchen oder Leuten - sanfter Gemüthsart, schießende Schmerzen, die sich von der leidenden - Seite bis zum Ohr ziehen; stechender Schmerz, als ob der Nerv - zusammen gezogen und dann wieder plötzlich ausgedehnt würde, - besonders auf der linken Seite Schmerz, durch Wärme oder Ruhe erhöht, - besser während des Gehens, besonders im Freien, Zahnweh begleitet von - Ohren- und Kopfschmerz. - - ~Nux vomica~ -- für Leute, die ein ruhiges Leben führen, oder welchen - Kaffee und starke Spirituosen zusagen; Zahnfleisch schmerzhaft und - geschwollen, Schlagen wie bei einem Geschwür, klopfende, brennende - oder kneipende Schmerzen in den Zähnen, durch Essen und Aussetzen der - freien Luft erhöht. Auch abwechselnd mit ~Mercurius~. - - ~Hyosciamus.~ -- Heftige, rasende Schmerzen, die sich von den Wangen - nach der Stirn erstrecken, nach Erkältungen im Freien zugezogen, - Gesicht roth und heiß, große nervöse Aufregung, Augen roth, strahlend - und wild blickend. - - ~Ignatia.~ -- Für eine Person von empfindlicher Natur, Gefühl als ob - die Zähne gebrochen würden, auch wenn der Schmerz von Erkältung oder - geistigen Leiden herrührt, wenn schlimmer nach Kaffee trinken, Tabak - rauchen, nach dem Niederlegen oder am Morgen beim Erwachen. - - ~Hepar Sulphuris.~ -- Passend bei Leuten, die zu viel ~Mercurius~ - genommen haben, wenn sich nach dem Zahnschmerz Zahnfleischgewächse - bilden. - - ~Rhus.~ -- Besonders bei rheumatischem Zahnschmerz während feuchter - Witterung, begleitet von Schmerzen in den Gliedern und im Kopf, - Frösteln und Unruhe, rasende, schießende, stechende Schmerzen, - schlimmer im Freien, oder des Nachts, wenn der Leidende sehr unruhig - ist und die Schmerzen durch äußerlich angewendete Hitze gelindert - werden. Kann auch abwechselnd mit ~Bryonia~ gegeben werden. - - ~Creosotum.~ -- Gegen Schmerz in schadhaften Zähnen mit Anschwellen - des Zahnfleisches und Blutandrang nach demselben verbunden. - - ~Sulphur.~ -- Rasende, schlagende Schmerzen, begleitet von - Anschwellen der Wangen, schießende Schmerzen in den Ohren, - Zahnschmerz am Abend oder des Nachts durch die Bettwärme sowie auch - im Freien oder durch Zugluft verschlimmert. - - ~Staphysagria.~ -- Bei hohlen Zähnen und Stumpfen, der Schmerz dehnt - sich bis auf die Ohren und den Kopf aus, die Wangen schwellen an, - sind nicht heiß und der Schmerz wird durch das Einathmen der kalten - Luft oder durch kalte Getränke gesteigert, schlimmer während oder - nach Tische, auch bei Berühren oder nur nach Mitternacht. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse von dem gewählten Mittel 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf. Alle 15 Minuten, halbe - oder zwei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen - Theelöffel voll. - - In einigen Fällen, wo der Schmerz von hohlen Zähnen herrührt, wird - es von gutem Erfolge sein, einen kleinen Theil ~Arsenicum~ in die - Höhlung zu bringen, und dies kann doch auch geschehen, daß man - ein kleines Stückchen Watte zu diesem Behufe mit einem Häkchen - versehen, anfeuchtet, und darauf ein ganz klein wenig weißes - Arsenikoxyd (~White Oxide of Arsenic~) bringt, was den Schmerz fast - augenblicklich stillt. - - -Verfall der Zähne (~Caries~) - -beschränkt sich weder auf Alter, noch Geschlecht und Stand, sondern -wird unter allen Klassen gefunden. - -+Ursachen.+ -- Heiße Getränke oder Speisen, welche mit den Zähnen in -Berührung kommen und den Zahnschmelz verletzen, üppiges Leben, wodurch -der allgemeine Gesundheitszustand heruntergebracht und wodurch eine -ungesunde Speichelabsonderung verursacht wird, ebenso das Hängenbleiben -von Speiseresten, die unter allen Umständen durch sorgfältiges Reinigen -der Zähne nach jeder Mahlzeit entfernt werden sollten; Quecksilber in -größerer Menge genommen, wird Verfall nach sich ziehen, auch Tabak ist -für die Zähne schädlich. Das Ansammeln von Weinstein (der sich aus dem -Speichel, welcher sich anfänglich weich an die Zähne ansetzt, sich -bald aber verhärtet und braun oder schwarz wird) ist nicht selten die -Ursache. - - -+Behandlung.+ - - Folgendes sind Mittel, die zum Reinigen der Zähne angewendet werden - mögen: - - Präparirte Kreide (~Prepared chalk~) 2 Unzen. - Pulverisirtes Myrrhenharz (~Pulv. Gum Myrrh~) 6 Skrupel. - Kampher (~Camphor~) 10 Grane. - - Wasser in hinreichender Menge. - - Ein anderes ist: - - Präparirte Kreide (~Prepared chalk~) 2 Unzen. - Pulverisirte Veilchenwurzel (~Pulv. orris root~) 2 „ - Pulverisirter Bimsstein (~Pulv. pumice stone~) 1 Unze. - - Von irgend einem besseren Oele einige Tropfen. - - Folgendes wurde von Dr. C. H. Cleveland als ein ausgezeichnetes - Waschmittel für die Zähne empfohlen: - - Myrrhen-Tinktur (~Tincture of myrrh~) 1 Unze. - Chinarinden-Tinktur (~Tincture of peruvian bark~) 1 „ - Enzianwurzel-Tinktur (~Tincture of Gentian root~) 1 „ - Ammoniakwasser (~Aqua ammonia~) 1 Drachme. - Reines Wasser ½ Pint. - - Mische es und bürste damit die Zähne nach jeder Mahlzeit. - - Ein gutes Zahnpulver besteht aus gleichen Theilen von pulverisirter - ~Chinchona~, Gelbwurz (~Golden seal~), Veilchenwurz (~Orris root~) - und Holzkohle mit ein wenig Honig angemacht. - - Gewöhnliche spanische Seife ist ein ausgezeichnetes Mittel, ebenso - gewöhnliches Tischsalz jeden Morgen und Abend angewendet. Letztes - besonders macht den Geschmack mild und angenehm. - - -Widerwärtiger Geruch des Athems - -entsteht aus verschiedenen Ursachen, zu denen zu zählen sind: -Schadhafte Zähne, verdorbene Absonderung der Munddrüsen, -Vernachlässigung des Reinigens der Zähne, Weinstein oder Hängenbleiben -der Speisereste. Die hartnäckigsten Fälle rühren von einer -unvollkommenen Verdauung durch Störung der Leber oder anderer Organe -her. - - -+Behandlung.+ - - Wenn schadhafte Zähne die Ursachen sind, so sollten sie entfernt, - oder wenn dieselben noch nicht zu sehr angegriffen sind, ausgefüllt - werden. Der Mund ist öfters mit spanischer Seife und Wasser zu - reinigen, und wenn es von den Schleimabsonderungen des Mundes - herrührt, sollte derselbe mehrere Male des Tages mit 8 bis 10 Tropfen - Soda-Chlorid (~Chlorid of soda~) in einem Glas voll Wasser gewaschen - werden. Ist die Haut trocken und aufgesprungen, muß sie ein- bis - zweimal des Tages mit weichem Wasser, dem ein klein wenig Whiskey - hinzugefügt ist, gewaschen werden. - - Mit folgendem geben wir einige Mittel, um dem Athem einen besseren - Geruch zu geben: - - Pulverisirte Myrrhen (~Powdered myrrh~) 2 Unzen. - Chinarinde (~Peruvian bark~) 8 „ - Zimmetöl (~Oil of cinnamon~) 32 Tropfen. - Nelkenöl (~Oil of cloves~) 32 „ - Präparirte Kreide 4 Unzen. - Veilchenwurz (~Orris root~) 8 „ - Rosennelke (~Rose-pink~) 3 „ - - Mische es gut. -- Oder: - - Katechuharz (~Gum catchu~) 2 Unzen. - Weißer Zucker 4 „ - Veilchenwurzpulver (~Orris powder~) 1 Unze. - - Mache es zu einem Teig und füge 2 Tropfen ~Verdi~ hinzu. - - =Homöopathisch.= ~Mercurius.~ -- Wenn durch Entzündung des - Zahnfleisches und der Nackendrüsen veranlaßt. - - ~Arnica~, ~Nux vomica~, ~Belladonna~, ~Silicea~ oder ~Sulphur~. -- - Wenn dafür kein besonderer Grund vorhanden, oder wenn es nur am - Morgen gefunden wird. - - ~Chamomilla~, ~Nux vomica~ oder ~Sulphur~. -- Wenn er nach den - Mahlzeiten wahrgenommen wird. - - ~Pulsatilla~ oder ~Sulphur~. -- Wenn er des Abends oder Nachts - eintritt. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Eine Dosis 6 Kügelchen jeden Abend ein - oder zwei Wochen hindurch, ehe zu einem andern Heilmittel gegriffen - wird. Rührt der Geruch vom Essen von Zwiebeln oder Knoblauch her, so - kann er durch das Trinken von ein wenig Wein, das Essen einer Birne - oder gekochten rothen Rübe beseitigt werden. - - -Schlechter Geschmack im Munde - -mag die Folge verschiedener Krankheiten sein, wird aber am häufigsten -bei Fiebern und verdorbenem Magen gefunden. Wegen der Behandlung -desselben sehe man die Ursachen, aus denen er entspringt. Zuweilen -tritt er indessen auch allein stehend auf. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Cuprum~, ~Rhus~ und ~Cocculus~. -- Wenn der - Geschmack kupferig ist. - - ~Lachesis~, ~Mercury~ und ~Nux vomica~. -- Wenn der Geschmack - metallisch ist. - - ~Arnica~, ~Bryonia~, ~Sulphur~, ~Rhus~, ~Mercurius~ und ~Pulsatilla~. - -- Wenn der Geschmack faulig ist. - - ~China~, ~Pulsatilla~ oder ~Mercurius~. -- Wenn der Geschmack - erdartig (~earthy~) ist. - - ~Bryonia~, ~Pulsatilla~, ~Arnica~ und ~Chamomilla~. -- Wenn der - Geschmack bitter ist. - - ~Mercurius~, ~Nux vomica~, ~Arsenicum~, ~Tartarus emeticus~ und - ~Carbo vegetabilis~. -- Wenn der Geschmack salzig ist. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Nehme eine Dosis (4 Kügelchen) des - gewählten Heilmittels zweimal des Tages. - - -Zahnfleischschwären (~Gumboils~) - -sind Geschwüre in Folge von Entzündungen, die sich auf dem Zahnfleisch -bilden. Sie werden von schadhaften Zähnen, Durchbrechen der Zähne und -andern Ursachen hervorgerufen. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Der Mund mag mit Salz und Wasser, und zwar im - Verhältniß von einem Theelöffel voll Salz auf ein halbes Pint Wasser, - gewaschen werden. - - Die Eingeweide sollten dabei mit folgendem in Ordnung gehalten werden: - - Pulverisirter Rhabarber (~Powdered rhubarb~) 15 Grane. - Magnesia 15 „ - Pfeffermünzwasser (~Peppermint~) 10 Drachmen. - Mohnsaft (~Laudanum~) 15 Minims. - Flüchtiges Salz (~Sal volatile~) 20 „ - Ingwersyrup (~Syrup of ginger~) 1 Drachme. - Rhabarbertinktur (~Tincture of Rhubarb~) 1 „ - - Mische und nimm es als eine Dosis. - - Wenn die Zahnfleischschwären durch einen schadhaften Zahn - hervorgerufen werden, so sollte man denselben ausziehen lassen. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ und ~Belladonna~ -- abwechselnd, wenn - beträchtliche Entzündung und Anschwellung bei Hitze und Schmerz, alle - 2 Stunden eine Dosis, bis Linderung eintritt. - - ~Mercurius.~ -- Bei klopfendem und schlagendem Schmerz. Kann - abwechselnd mit ~Hepar Sulphur~ gegeben werden. - - ~Silicea.~ -- Wenn die vorhergehenden Mittel ohne Erfolg gegen das - Wachsen des Geschwüres angewendet werden und sich Eiter gebildet hat. - - ~Aconitum~ und ~Chamomilla~ -- abwechselnd zu geben, wenn die - Zahnfleischschwären in Folge von Entzündung beim Durchbruch des - Weisheitszahnes entstehen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Während der Entzündung mögen die Mittel - alle Stunden einmal und nachher alle zwei Stunden gegeben werden. - Von ~Silicea~ oder ~Calcarea~ gebe jeden Abend und jeden Morgen eine - Dosis. - - -Entzündung und Anschwellen der Zunge - -kennzeichnet sich durch Schmerz, Hitze und Anschwellen mit Trockenheit -des Mundes und überreichen Speichelfluß. Sie kann so anschwellen, daß -der Mund ganz gefüllt ist, wodurch das Schlucken und Sprechen sehr -erschwert wird, und Erstickung droht. - -+Symptome.+ Zuerst innerliche Schmerzen und Anschwellen der Zunge. Der -Patient fröstelt, ist appetitlos, leidet an verdorbenem Magen, dumpfe -Schmerzen im Kopfe und Rücken, Hitze der Haut, sehr schnellen Puls, -klopfender und stechender Schmerz in der Zunge. - -+Ursachen.+ Unmittelbare Beschädigungen, wie von verbrennenden -Getränken, Wunden oder Verbrühungen, Bisse oder Stiche von giftigen -Insekten, Speichelfluß nach Quecksilber, Pocken. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- Beim Beginn der Krankheit, wenn das - Fieber und die Entzündung stark und von heftigen, schneidenden - Schmerzen begleitet sind. - - ~Aconitum~ und ~Arnica~ -- abwechselnd, wo die Entzündung von - örtlichen Verletzungen herrührt. Abwechselnd jede Stunde oder alle 2 - Stunden. - - ~Mercurius.~ -- Dies ist das wichtigste Mittel bei heftigem Schmerz, - Anschwellen und Verhärtung, die Zunge roth, trocken oder feucht, - Puls rasend schnell und ungehindert, Athem beschwerlich, klopfende - oder stechende Schmerzen in der Zunge und der Mund und Hals von der - Geschwulst angefüllt, schlimmer des Nachts, schnelles Sinken der - Lebenskraft. - - ~Belladonna.~ -- Gesicht roth, Augen mit Blut unterlaufen, Zunge - entzündet, roth trocken und geschwollen, heftiges Schlagen der Adern - des Nackens und der Schläfe, klopfender Schmerz im Kopfe, Haut heiß - und trocken, Augen gegen Licht empfindlich, klopfende, schießende, - ziehende Schmerzen in der Zunge, Gefühl von Erstickung. - - ~Mercurius~ und ~Belladonna~ -- kann abwechselnd gegeben werden, wenn - eins oder das andere, allein gegeben, keine Linderung verschafft. - - ~Aurum Muriaticum~, Potaschen-Hydriodat (~Hydriodate of potassa~), - ~Acidum Nitri~ oder ~Hepar Sulphuris~. -- Wenn das Anschwellen von - der Anwendung des ~Mercurius~ herrührt. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels - in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe jede Stunde oder auch alle - zwei bis drei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen - Theelöffel voll. - - In Fällen, daß die Anschwellung so bedeutend wird, daß Erstickung zu - befürchten steht, so zögere man nicht, nehme ein Messer und mache - einen Einschnitt längs der Zunge, indem dadurch der Andrang des - Blutes gelindert wird. - - -Mundkrebs (~Stomacace~). - -Diese Form eines bösen Mundes wird in der Regel bei Kindern von 5 bis -10 Jahren gefunden und von Einigen für ansteckend gehalten. Es ist eine -Entzündung der Schleimhaut des Mundes, über welche sich eine gelbliche -Flüssigkeit ergießt, die, wenn sie nicht eingehalten wird, eine sehr -zerstörende Form annimmt und tiefe schwarze Geschwüre verursacht. - -+Symptome.+ Zuerst Schmerz und ein unbehagliches Gefühl im Zahnfleisch, -das bald heiß, trocken und sehr empfindlich wird, begleitet von -Ermattung, Unlust zum Spiel oder zur Bewegung, Appetitlosigkeit, Durst, -das Zahnfleisch schwillt an, wird schwammig und blutet bei Berührung. -Die innere Fläche der Wangen und des Zahnfleisches ist mit Flecken -falscher Haut, unter denen Eiter erscheint, bedeckt. Bei einigen Fällen -fehlt die falsche Haut, der Eiter hat ein gräuliches oder schwarzgelbes -Ansehen. Ist die Krankheit heftig, so schwellen die Drüsen unter dem -Gaumen an, werden hart und schmerzhaft, der Athem wird sehr widerwärtig -und die Absonderung des Speichels erhöht sich beträchtlich. Zuweilen -werden auch die Zähne locker und fallen aus. Auch kann ein überreicher -Auswurf eines widerwärtigen, blutigen Eiters aus dem Munde stattfinden, -der Athem stinkend, fast knochenfraßartig werden. Die Bewegungen des -Gaumens werden steif und können durch Anschwellung ganz verhindert -werden, gleichzeitig von bösem Nacken und Hals begleitet. Die Kräfte -des Kranken sinken rasend schnell und er wird außerordentlich hinfällig. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Sind die Eingeweide verstopft oder nicht gehörig - in Ordnung, so gebe man ein wenig Calomel, dem man einige Stunden - darauf eine Dosis Castoröl folgen lassen kann. Potaschen-Chlorid - (~Chloride of potassa~) ist bei dieser Krankheit ein wichtiges - Mittel. Man bediene sich einer Waschung zusammengesetzt aus 3 Granen - Potaschen-Chlorid, welches in einer hinreichenden Menge versüßten - Wassers aufgelöst wird. Kann einem drei Jahre alten Kinde und 5 Grane - einem Kinde von acht bis neun Jahren gegeben werden. - - Wenn die Eiterbeulen langsam heilen, mögen sie mit einer Lösung von - Borax und Wasser 15 Grane auf eine Unze, oder Chlorkalk (~Chloride - of lime~), oder auch mit einer schwachen Lösung von salpetersaurem - Silber (~Nitrate of silver~) -- ein Gran auf eine Unze, gewaschen - werden. - - Folgendes wird von Dr. Dewees als eine Waschung der Eiterbeulen - empfohlen: - - Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) 10 Grane. - Pulverisirtes Chinchona 2 Drachmen. - Pulverisirtes Mutterzimmtharz (~Pulv. Gum Cassia~) 1 Drachme. - Honig 2 Drachmen. - Wasser 3 Unzen. - - Die Eiterbeulen sollten hiermit zweimal des Tages vermittelst eines - Kameelhaarpinsels bestrichen werden. - - Folgendes ist ein ausgezeichnetes Waschmittel: - - Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) ½ Drachme. - Wasser 1 Unze. - - Zweimal des Tages auf die Beulen zu bringen. - - Oder auch: - - Weißes Vitriol (~White vitriol~) 1 Unze. - Weiches Wasser 2 Drachmen. - - Mische es und füge hinzu: - - Honig 2 Drachmen. - Myrrhen-Tinktur (~Tincture of myrrh~) 2 „ - - Zweimal des Tages anzuwenden. - - Nachdem die Entzündung nachgelassen hat, möge folgendes angewendet - werden: - - Weißeichenrinde (~White oak bark~) 1 Unze. - Wasser 1 Pint. - - Koche und seihe es durch, füge ferner hinzu: - - Alaun (~Alum~) 1 Skrupel. - - Mit einem weichen Schwamme wasche man hiermit die Eiterbeulen mehrere - Male des Tages. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Der Mund sollte öfters mit einem warmen - zusammenziehenden Aufguß ausgespült werden, wozu folgendes dienen mag: - - Gelbwurz (~Golden seal~) } - Geranium (Storchschnabel) } Gleiche Theile. - Alaun (~Alum~) } - - Oder: - - Ein Aufguß von Rothwurzel (~Red root~), Rüsterrinde (~Witch hazel - bark~) und Geranium. - - Eisenchlor-Tinktur (~Tincture of chloride of iron~) ist ein - schätzenwerthes Mittel zur äußerlichen Anwendung. Wird das Kind - schwach, so kann schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) oder - Wein gegeben werden. - - =Homöopathisch.= ~Mercurius.~ -- Dieses Heilmittel ist fast in jedem - Falle mit Erfolg anwendbar und kann bei Beginn der Krankheit gegeben - werden, ausgenommen wenn sie durch ~Mercurius~ veranlaßt sein sollte, - in welchem Falle dann ~Carbo Vegetabilis~, ~Hepar Sulphuris~ oder - ~Acidum Nitri~ zu geben ist. - - ~Nux Vomica.~ -- Eiterbeulen faulig und schmerzhaft, Anschwellen - des Zahnfleisches, stinkender Eiter ist über die ganze Mundfläche - verbreitet. Verstopfung ist vorhanden. - - ~Arsenicum.~ -- Eiterung der Zungenränder, heftige brennende - Schmerzen, geschwollenes Zahnfleisch, leicht blutend, große Unruhe - und einem öfteren Verlangen zu trinken. - - ~Capsicum.~ -- Besonders bei starken Personen, die ein ruhiges Leben - führen und wo Blasen oder Bläschen auf der Zunge vorhanden sind mit - Anschwellen des Zahnfleisches verbunden. - - ~Acidum Nitri.~ -- Wenn ~Mercurius~ keine Linderung verschafft oder - wenn das Zahnfleisch anschwillt, weißlich licht und leicht blutend, - begleitet von einem Lockerwerden der Zähne, Speichelfluß von fauligem - Geruch aus dem Munde. - - ~Carbo Vegetabilis.~ -- Eiterung des Zahnfleisches und der Zunge - bei starker Blutung, begleitet von einem brennenden Gefühle und - außerordentlich üblem Geruch des Eiters. - - ~Sulphur~ -- wird am Ende der Kur gegeben, wenn Anschwellen des - Zahnfleisches verbunden mit schlagendem Schmerz, Blasen, welche - beim Essen brennen, widerwärtiger oder saurer Geruch aus dem Munde, - Verstopfung oder grüne schleimige Diarrhöe. - - Behufs Waschung bediene man sich kalten Wassers, zuweilen - Citronensafts, Salbei- (~Sage~) Thee; auch eine schwache Mischung von - Branntwein mit Wasser wird sich bewähren. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse von dem gewählten Mittel 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe, der Heftigkeit - der Symptome angemessen, alle zwei, drei oder vier Stunden einen - Eßlöffel voll. - - -Scharbock, Scorbut (~Scurvy~, ~Scorbutus~) - -ist eine Krankheit, die auf einem verdorbenen Zustande der Säfte -beruht und die sich bis zur Eiterung und Auflösung der festen Theile -ausstreckt. Er wird am häufigsten im Felde, in belagerten Städten, auf -Schiffen, die lange Reisen machen, gefunden, überhaupt überall da, wo -den Menschen frische Lebensmittel versagt und sie der Feuchtigkeit und -Kälte ausgesetzt sind. Auch beständige Kost salziger Nahrungsmittel -und geräucherten Fleisches, sowie auch Unterdrückung von regelmäßigen -Ausflüssen, wie die monatlichen Regeln, sind zuweilen Ursache. - -+Symptome.+ -- In der Regel bestehen die ersten Symptome in Erweichung, -Eiterung, Blutung und Anschwellen des Zahnfleisches, das schwammig und -die Ursache eines verdorbenen Athems wird. Die Glieder schwellen an -und eine große geistige und körperliche Schwäche, Ermüdung nach der -geringsten Bewegung tritt ein. Dunkle, purpurne Flecken erscheinen -an verschiedenen Theilen des Körpers, Blutungen aus der Nase, dem -Hals, dem Magen und den Eingeweiden finden statt und das Gesicht -nimmt eine Bleifarbe an und ist mit Blut unterlaufen. Die Eingeweide -sind verstopft und an verschiedenen Stellen des Körpers erscheinen -Eiterbeulen, die Gelenke schwellen an und werden straff. Die Haut -ist trocken und der Puls klein und schwach; zuweilen brechen alte -längst vernarbte Wunden wieder auf und ganz hinfällig in Folge von -Blutflüssen, Diarrhöe u.s.w. stirbt der Kranke. - -+Ursachen.+ -- Die Entbehrung von Pflanzenstoffen, welche zur -Erhaltung der Gesundheit nothwendig sind, solche Ursachen, welche das -Nervensystem herabstimmen, Einfluß von Kälte und Feuchtigkeit, Mangel -an Bewegung und übermäßige Ermüdung. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Ursachen der Krankheit müssen gehoben werden, - sind diese z. B. eingesalzene Nahrungsmittel, so müssen frische an - deren Stelle gesetzt werden. Man lasse den Kranken Ueberfluß an - frischen Früchten, Gemüsen, Orangen, Citronen, Aepfelwein (~Cider~), - Sprossenbier, Sauerkraut, Erdbeeren, Aepfel &c. genießen. Kartoffel - sind während dieser Krankheit ein wichtiger Bestandtheil der Kost, - mögen sie nun einfach gekocht, oder geröstet mit Essig gegessen - werden. Eine Auflösung von Citronensäure, versüßt, dem ein wenig - Essig oder Porter beigefügt wird, wird zuträglich sein, ebenso hat - sich 2 bis 4 Unzen Salpeter (~Nitre~), aufgelöst, und ein Quart - Essig als ein vorzügliches Heilmittel bewährt. Kalksaft (~Lime - juice~) ist ein wichtiger Bestandtheil der Kost und sollte, mit der - dazu erforderlichen Menge Zucker gemischt, täglich gegeben werden. - Milch und Rindfleischbrühe mögen zur Nahrung dienen, wenn der Kranke - wegen des wehen Zahnfleisches keine festeren Speisen genießen kann. - Der Kranke sollte sich vollständig ruhig verhalten, da zuweilen die - geringste Bewegung eine schlimme Wendung verursachen kann. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Sollte das Zahnfleisch in Eiterung - übergehen, gebrauche man folgendes: - - Myrrhen (~Myrrh~) 1 Unze. - Aloe 1 „ - Lakritzen-Extrakt 1 „ - - Pulverisire es und füge acht Unzen oder zwei Theetassenkopf voll - heißes Wasser hinzu. Mische es und wenn erkaltet, gieße das ganze - in eine Flasche und gebe ein wenig guten Branntwein hinzu. Lasse - die Mischung vier oder fünf Tage lang stehen, seihe es dann durch - ein Stück Flanell und gebrauche es viermal des Tages als Waschung. - Bei Diarrhöe kann ein Aufguß von Brombeeren-Wurzel (~Black berry - root~) oder Geranium (Storchschnabel) gegeben werden. Gegen Säure im - Magen kann zusammengesetztes Rhabarber- (~Rhubarb~) und Potaschen- - (~Potassa~) Pulver gegeben werden. Ein Preiselbeer- (~Cranberry~) - Umschlag über die Eiterbeulen wird sehr zuträglich gefunden werden. - Bei Schmerzen und Zusammenziehungen der Glieder, Anschwellen der - Gelenke bediene man sich Bähungen von bitteren Kräutern (~bitter - herbs~) und reizender Salben. - - Sobald der Kranke wieder zu genesen anfängt, können stärkende Mittel - erforderlich werden, wie: - - Salzsaure Eisen-Tinktur (~Tincture of muriate of iron~) in Dosen - von 20 bis 30 Tropfen zwei- oder dreimal des Tages in einem Aufguß - von Gelbwurz (~Golden seal~), Enzian (~Gentian~) oder Bitterwurzel - (~Quassia~). - - =Homöopathisch.= ~Mercurius.~ -- Wenn nicht zuvor gebraucht, bei - folgenden Symptomen: Rothes, schwammiges, eiterndes und leicht - blutendes Zahnfleisch, begleitet von brennenden Schmerzen des Nachts, - Lockerwerden der Zähne bei üblem Geruch aus dem Munde, übermäßige - Absonderung eines widerwärtigen und blutigen Speichels, dunkelrother - Urin, große Erschöpfung und Schwäche. - - ~Carbo Vegetabilis.~ -- Besonders bei Personen, welche zu viel Merkur - genommen haben, oder bei brennenden Eiterbeulen im Munde, welche - häufig bluten und einen ätzenden, übelriechenden Eiter absondern. - - ~Arsenicum.~ -- Eiterungen an den Rändern der Zunge bei heftig - brennenden Schmerzen, geschwollenem und leicht blutendem Zahnfleisch, - große Hinfälligkeit und Unruhe, Eiterbeulen schwarz und schwarzgelb, - Haut bläulich, kalt und sehr trocken. Andere Heilmittel sind: - ~China~, ~Hamamelis~, ~Acidum Sulphuris~, ~Secale~ und ~Phosphorus~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in einen - Theetassenkopf voll Wasser aus und gebe alle 2, 4 oder 6 Stunden - einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Zuweilen wird eine Waschung mit einer Auflösung - von Tannicsäure (~Tannic acid~) oder Myrrhen- (~Myrrh~) Tinktur und - verdünnter Glycerin oder Alaun (~Alum~), Branntwein und Wasser gegen - das Zahnfleisch gebraucht. - - Folgende Pillen mögen gegeben werden: - - Blaue Pillen (~Blue pill~) 1 Skrupel. - Zusammengesetzte Rhabarberpillen (~Rhubarb~) 2 „ - - Mische es und theile es in 12 Pillen. Dosis: gelegentlich eine oder - zwei. - - Weinsteinsaures oder chlorsaures Potaschensalz (~Tartrate or chlorate - of potassa~), in dem Verhältniß von einer Drachme auf ein Pint Wasser - aufgelöst, kann täglich genommen werden. - - Als ein stärkendes Mittel ist folgendes empfohlen: - - Rindenabkochung (~Decoction of bark~) 7 Unzen. - Zusammengesetzte Rindentinktur (~Compound tincture - of bark~) 6 Drachmen. - Orangenschalensyrup 2 „ - Verdünnte Schwefelsäure (~Dilute sulphuric acid~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Sind die Eingeweide verstopft, so trinke man nach Belieben Cremor - Tartari (~Cream of tartar~) in Wasser aufgelöst. Bei Schlaffheit der - Eingeweide wende man Morphium, Laudanum, Campescheholz- (~Logwood~) - Thee oder Geranium an. - - Chinin (~Quinine~) ist ein vorzügliches Mittel gegen diese Krankheit - und kann in Dosen von je 2 oder 3 Granen zwei- bis dreimal des Tages - gegeben werden. - - -Speichelfluß (~Salivation -- Ptyalism~) - -wird durch Mißbrauch des Quecksilbers (~Mercury~) und durch -Erkältung hervorgerufen, oder begleitet zuweilen Fieberanfälle, wie -Scharlachfieber, rührt auch zuweilen von angegriffenen Zähnen her. - -+Symptome.+ Uebermäßige Speichelabsonderung, die Drüsen des Mundes und -Halses geschwollen und entzündet, in schlimmen Fällen von Lockerwerden -oder Ausfallen der Zähne, Eiterung des Halses, des Zahnfleisches und -der Zähne, sowie Anschwellen der Zunge begleitet. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Hepar Sulphuris~, ~Lachesis~, ~Acidum Nitri~, - ~Belladonna~, ~Opium~ oder ~Sulphur~. -- Wenn der Speichelfluß von - ~Calomel~ oder irgend einem Quecksilber- (~Mercurius~) Präparat - herrührt. - - ~Mercurius.~ -- Ist der Speichelfluß durch Erkältung hervorgerufen, - sowie auch bei schmerzhaftem Anschwellen der Drüsen des Mundes, - Uebelriechender Absonderung aus dem Munde, Eiterbeulen auf der - inneren Seite der Wangen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Man löse 12 Kügelchen in 12 - Theelöffel voll Wasser und gebe alle 2, 3 oder 4 Stunden einen - Theelöffel voll. - - Zum Waschen bediene man sich nichts anderem als Wasser und Milch. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn Quecksilber die Ursache des - Speichelflusses ist, sollte Schwefel (~Sulphur~) und Cremor Tartari - (~Cream of tartar~), 2 Theile von dem ersteren und ein Theil von dem - letzteren genommen werden. Mische es mit ein wenig Molasses oder - Honig. Dosis: einen Theelöffel voll zwei- oder dreimal des Tages. - - Man nehme ferner Schwefel in den Mund und zwar so, daß er mit - den angegriffenen Theilen in Berührung kommt. Das Besprengen der - Eiterbeulen mit pulverisirter rother Kreide (~Red chalk~) hat sich - zuweilen bewährt. - - Zum Gurgeln bediene man sich: - - Salbei (~Sage~) 2 Unzen. - Hartriegelblätter (~Privet leaves~) 2 „ - Gelbwurz (~Golden seal~) 2 „ - - In zwei Pint Wasser eingekocht, durchgeseiht und einen Theelöffel - voll gebrannten ~Alaun~, sowie dieselbe Menge Borax. - - -Schwierigkeit beim Sprechen -- Stammeln. - -Das Stammeln besteht in einer gestörten deutlichen, fließenden -Aussprache, und wird in der Regel von einem Ausdruck der Anstrengung -und Verzerrung der Mienen, auf dem Gesicht erkennbar, begleitet. -Zuweilen ist Mißbildung der Zunge oder anderer Sprechorgane die Ursache. - -Die Kur liegt gewöhnlich im Bereich der Möglichkeit und ist zuweilen -sehr leicht, denn das Hinderniß erwächst nicht selten aus der -Anstrengung, während des Athemschöpfens zu sprechen. Der Patient sollte -daher, bevor er zu sprechen beginnt, die Brust gehörig mit Luft füllen, -und sodann ein Wort nach dem andern langsam und deutlich auszusprechen -suchen. Der Stammelnde muß, gerade wie beim Singen, nach jedem Worte, -sowohl beim Lesen als Sprechen, eine Pause machen. Reicht dies nicht -hin, so verfahre er ebenso bei den Silben, und nach einiger Zeit -versuche er es mit Worten und dann mit Sätzen. Befolgt er diese Methode -immer eine Stunde lang zu gewissen Zeiten, so wird er bald über die -Gewohnheit in vielen, wenn nicht in allen Fällen, hinwegkommen. - -Solchen Leidenden sollte sowohl von Seiten der Eltern als auch der -Lehrer, besonders wenn ihnen Lectionen überhört werden, oder wenn -dieselben Auskunft über etwas zu geben haben, gütige Behandlung zu -Theil werden. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Belladonna~, ~Mercurius~, ~Lachesis~, - ~Strammonium~, ~Natrum Muriaticum~, ~Ignatia~, ~Pulsatilla~ sind - Heilmittel, die eine allgemeine Empfindlichkeit des Nervensystems - vermindern. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Eine Dosis des gewählten Mittels sollte - 6 Wochen jeden Morgen und Abend gegeben werden, bevor zu einem - anderen Mittel gegriffen wird. - - - - -Zehntes Kapitel. - -Halskrankheiten. - - -Weher Hals oder gewöhnliche Halsentzündung (~Sore Throat~ -- ~Quinsy~, -~Angina Faucium~). - -Diese Krankheit ist durch die Entzündung und das Anschwellen des -untern Halstheils, des Gaumens und der Mandeln gekennzeichnet, wodurch -mehr oder weniger Schwierigkeit im Athmen, sowie öfters auch Fieber -verursacht wird. Die Störung mag eine nur geringe sein, oder es mögen -sich im Halse und an den Mandeln Geschwüre ansetzen, wodurch das Uebel -ein sehr schmerzliches wird. - -+Symptome.+ Diese Krankheit beginnt gewöhnlich mit Ruhelosigkeit, -Fieber, leichtem Husten und mehr oder weniger Wundheit im Halse, die -sich namentlich beim Schlucken äußert. Die Mandeln und der Hals sind -glatt und roth, im Angesicht zeigen sich Fiebersymptome, der Athem -ist kurz und schnell, die Stimme tief und das Sprechen verursacht -oft Schmerzen und Schwierigkeit; die Wangen sind geschwollen, die -Entzündung bedeutend und oft in Geschwüren an den Mandeln und -umliegenden Theilen endigend, so daß das Athmen immer schwieriger wird; -endlich brechen die Geschwüre auf. Zur genauen Untersuchung des Halses -sollte der Patient den Kopf weit zurücklegen, worauf man die Zunge mit -einem Löffelstiel herabdrückt. - -Oefters werden die Mandeln durch wiederholte Anfälle chronisch -erweitert, in welchem Falle, wenn nämlich andere Mittel fehlschlagen, -dieselben von einem Wundarzte ausgeschnitten werden müssen. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Ist der Puls stark und voll, und wenn der - Patient Schmerzen im Kopfe hat, so mag man Ader lassen und ein - Abführmittel -- Sennablätterthee mit schwefelsaurer Magnesia - (~Sulphate of magnesia~) geben; oder Calomel, oder Jalappe (~Jalap~). - Gewöhnlich aber ist außer Bittersalz (~Epsom salts~) kein anderes - Reinigungsmittel nöthig. - - Nach diesem Mittel gebe man Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~), - zwanzig Tropfen alle drei Stunden, mit einem zeitweiligen Schluck - Flachssamenthee oder Flachssamen-Limonade. Ist die Anschwellung, - die Hitze und der Schmerz sehr bedeutend, so sollten sechs bis - zehn Blutegel angesetzt werden. Bei milderen Fällen, oder wenn der - Patient schwach ist, lege man einen Flachssamenmehl-Umschlag, wozu - Schweinefett und Laudanum gefügt wurde, auf. Wird mit dem Umschlag - gewechselt, so wasche man den Hals mit Ammonium- oder Seifenliniment, - wozu man Ammoniumwasser (~Aqua ammonia~) fügt. - - Das folgende Mittel zum Gurgeln wird gute Dienste leisten: - - Honig 1 Eßlöffel - voll. - Essig 2 „ - Genug Salbeithee oder Wasser, um ein halbes Pint zu bereiten. - - Auch mag ein Aufguß von rothen Rosen (~Red roses~) oder Salbei mit - Rosenhonig (~Honey of roses~) als Gurgelmittel gebraucht werden, - sowie eine schwache Alaun- (~Alum~) Auflösung, wenn sich in den - Mandeln Eiter sammelt und die Geschwüre aufbrechen. Die Kost sollte - nahrhaft sein und man sollte dem Kranken Wein oder das folgende - stärkende Mittel geben: - - Colomba- oder Cascarilla-Aufguß 5½ Unzen. - Zusammengesetzte Cardamon-Tinktur ½ Unze. - Verdünnte Salpetersäure 1½ Drachme. - - Mische dies. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - Sind die Mandeln nach Heilung der Krankheit immer noch vergrößert, so - mag das folgende Liniment gebraucht werden: - - Kampher-Liniment 6 Drachmen. - Seifen-Liniment 6 „ - Spanische Fliegen- (~Cantharides~) Tinktur ½ Unze. - - Mische und reibe die Außentheile des Halses zweimal des Tages mit der - Mischung. - - Manchmal werden die Mandeln auf ihre natürliche Größe reduzirt, indem - man sie mit einer starken Tannin- (Gerbestoff) Auflösung oder mit - Schwefelsilber tupft; auch wird hierzu eine starke Alaunauflösung - oder Jod-Tinktur (~Tincture of Iodine~) öfters angewandt. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Im Anfangsstadium gebe man ein - Brechmittel -- Lobelia und Brechwurz (~Ipecac~) und lasse den - Patienten zu gleicher Zeit warmen Salbeithee trinken; auch wird - es gut sein, wenn er den Dampf einer Abkochung von Hopfen, Salbei - (~Sage~), Wermuth (~Wormwood~), Wasserdost (~Boneset~), Andorn - (~Hoarhound~), Katzenmünze (~Catnip~), von jedem eine Handvoll -- - einathmet und die Dämpfe den Hals umziehen läßt. Kann man nicht alle - diese Kräuter erhalten, so gebrauche man drei oder vier derselben. - - Das folgende Liniment mag als ein äußerlich anzuwendendes Mittel - gebraucht werden: - - Sassafrasöl 2 Unzen. - Salatöl 2 „ - Kampher-Spiritus 2 „ - Hirschhorn-Spiritus (~Spirits of hartshorn~) 2 „ - Amerik. Isop- (~Penny royal~) Oel 2 „ - Chinin- (~Quinine~) Tinktur 2 „ - Terpentingeist 2 „ - - Hiermit wasche man den Hals sehr oft ab und wickle ein Stück Flanell - um denselben. - - Als ein Gurgelmittel kann das folgende in Anwendung kommen: Eine - kleine Handvoll Salbei und ebenso viel Sumachbeeren und Rinde wird - in drei Pinten Wasser so lange gekocht, bis noch ein Pint übrig ist, - sodann füge man von jeder der folgenden Substanzen einen Theelöffel - voll bei: Pulverisirter Alaun (~Alum~), Borax und Salpeter; dieses - seihe durch, versüße die Mischung mit Honig und gurgle den Hals damit. - - Auch mag Citronensaft und Honig -- mit einander vermischt -- oft - anstatt eines Gurgelmittels eingegeben werden; diese Mischung ist - sehr erfrischend. - - Man sollte öfters ein Fußbad in schwachem Laugenwasser nehmen, und - der Körper sollte ebenfalls zwei- oder dreimal des Tages gewaschen - werden, namentlich falls der Patient viel Fieber hat. - - Auch leistet ein Umschlag von frischer Kermesbeerenwurzel (~Poke - root~), die man röstet, abwäscht und mehrere Male des Tages warm - auflegt, gute Dienste. - - Befürchtet man, daß die Krankheit chronisch werde, so gebrauche man - folgendes: - - Gesättigte Salzammoniak-Auflösung (~Saturated - solution of sal. ammoniac~) 4 Unzen. - Cayenne-Tinktur 1 Unze. - - Mische und gurgle mehrere Male des Tages. - - Schwellen die Mandeln und bleiben in diesem Zustande, so mag das - folgende gebraucht werden: - - Jod (~Iodine~) 1 Skrupel. - Rosenointment 1 Unze. - - Salbe hiermit mittelst eines Pinsels die Mandeln Morgens und Abends - mehrere Monate lang ein. - - Oder wende folgendes an: - - Gerberstoffsäure (~Tannic acid~) 20 Grane. - Kochsalz 40 „ - Blutwurzel-Extrakt (~Extract of blood root~) 10 „ - Rosenointment 1 Drachme. - - Mische und wende es an wie das vorige Mittel. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ und ~Belladonna~. -- Dies sind die zum - Beginne der Behandlung geeignetsten Mittel, namentlich wenn sich - folgende Symptome zeigen: Heftiges Fieber, voller Puls, große Hitze, - Durst, Ruhelosigkeit, beständiger Kitzel zum Schlucken, Schlucken - verursacht Krämpfe im Hals, wodurch Flüssigkeit aus der Nase gedrängt - wird, Trockenheit des Halses, Schmerzen in Mandeln und Ohren, - Anschwellung des äußeren Halses, viel Speichel, rothes geschwollenes - Gesicht, heiße trockene Haut, widerlicher, bitterer Geschmack im - Munde. - - ~Mercurius.~ -- Uebelriechender Athem, Mund trocken, Speichel zäh, - das Zäpfchen erscheint verlängert und roth, Mandeln dunkelroth, - entzündet und vergrößert, heftiger Pulsschlag am Hals und den - Ohren, viel Speichelabsonderung, Fieberfrösteln des Abends, welchem - Hitze und Schweiß folgt, Schmerzen in den Mandeln bei Bewegung der - Kinnbacken, oder beim Schlucken, Appetitlosigkeit und Widerwillen - gegen Speise. - - ~Bryonia.~ -- Trockenheit im Halse, Schwierigkeit beim Sprechen, - Heiserkeit, schwieriges Athemholen, schmerzliches Gefühl im Halse, - Schmerz beim Schlucken, etwas Fieber mit oder ohne Durst, Frösteln, - Schmerzen in den Gliedern und dem Hinterkopf. Dies mag abwechselnd - mit ~Rhus~ gegeben werden. - - ~Chamomilla.~ -- Namentlich wenn die Krankheit durch Kälte oder - Aussetzung in der kalten Luft verursacht wurde, Anschwellen der - Mandeln, kurzer Husten, rothe Wangen, oder eine blasse und eine rothe - Wange, Abends Fieber mit Hitze, die Drüsen unter dem Kinn und Mandeln - sind stark geschwollen. - - ~Lachesis.~ -- Dies hat sich als ein sehr gutes Heilmittel erwiesen, - wenn ~Mercurius~ und ~Belladonna~ ohne Wirkung hervorzubringen - gebraucht wurden, und namentlich bei folgenden Symptomen: Schwellen - und Röthe mit einem Wundheitgefühl in Mandeln und Gaumen, Trockenheit - im Halse, beständige Neigung zum Schlucken, Gefühl als ob eine Beule - &c. im Hals sei, schlimmer des Nachmittags und Morgens, sowie nach - dem Schlafen oder bei auch nur sehr leichtem Druck gegen den Hals; - kleine Eiterbeulen am Hals und an den Mandeln zur Linken. - - ~Hepar Sulphuris.~ -- Wenn die Geschwüre an den Mandeln am Aufbrechen - sind, wird dieses Mittel solches befördern; mag auch zu Anfang der - Krankheit gegeben werden, wenn der Kranke stechende Schmerzen im Hals - spürt -- abwechselnd mit ~Mercurius~. - - ~Nux vomica.~ -- Mag gegeben werden, wenn ~Chamomilla~ nicht wirkt, - auch wenn Wundheit vorhanden ist, als ob der Hals geschabt worden - wäre. - - ~Pulsatilla.~ -- Gewöhnlich für Frauenzimmer oder Personen mit - sanftem Charakter geeignet -- wenn der Hals innen geschwollen ist, - Mandeln und Gaumen dunkelroth, stechende Schmerzen in den Mandeln und - gegen das Ohr hin, wenn der Patient schluckt, Frösteln gegen Abend, - worauf Hitze folgt. - - ~Nitric Acid.~ -- Geeignet, wenn ~Mercurius~ gegeben wurde oder - in Abwechslung damit, wenn der Hals mit kleinen Geschwüren von - weißlichem Aussehen angefüllt ist. - - ~Capsicum.~ -- Wenn die Symptome auf ~Nux vomica~ hindeuten, dieses - Mittel aber nicht gewirkt hat, Brennen und Rauhheit im Halse mit - Steifheit und Zusammenziehung, und Nasen- und Augenlaufen. - - Der Gebrauch des kalten Wassers wird sich als sehr heilsam erweisen, - wenn es in folgender Weise angewandt wird. Beim Bettgehen umbinde man - den Hals mit einer nassen Binde, welche mit einem trockenen Zeugstück - befestigt wird; diese Binde lasse man während des Tages am Halse und - wechsele öfters. - - Solche Personen, die diesem Uebel besonders ausgesetzt sind, sollten - als Vorbeugungsmittel jeden Morgen Hals und Brust gut waschen und mit - kaltem Wasser spritzen und begießen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse von der gewählten Medizin 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf, gieb einen Theelöffel - voll dieser Auflösung alle Stunde, zwei oder drei Stunden. Fällt dem - Patient das Schlucken sehr schwer, so kann man ihm 3 Kügelchen -- - eine Dosis -- geben, damit er dieselben sich auf der Zunge auflösen - lasse. - - -Eiternde und putride oder bösartige Halsentzündung (~Malignant Quinsy~, -~Angina Gangrenosa~). - -Diese Krankheit wird häufig epidemisch und ist dem wehen Hals in der -bösartigen Form beim Scharlachfieber sehr ähnlich und tritt gewöhnlich -bei feuchter Witterung ein. Schwachgebaute Personen, sowie solche, die -in niederen, feuchten, schlechtgelüfteten Häusern wohnen, sind diesem -Uebel am meisten blosgestellt. - -+Symptome.+ -- Die Krankheit beginnt gewöhnlich mit Frösteln, -worauf Fieber folgt, Druck in der Brust mit oder ohne Erbrechen, -scharlachrothe Wangen, Hals und Mandeln mehr oder weniger entzündet, -säuerliche Absonderung aus Mund und Nase, schwacher, schneller Puls. -Der Hals ist immer hochroth und geschwollen, und wird bald nebst den -Mandeln mit Geschwüren überzogen. Der Athem ist sehr übelriechend, -die Nackendrüsen schwellen an, die Haut des Gesichts und Nackens ist -glänzend, das Gesicht sinkt ein und Erbrechen und Diarrhöe findet statt. - -Die Haut, welche zu Anfang der Krankheit heiß und trocken war, wird im -Verlauf von Schweiß belegt; endlich tritt Schläfrigkeit ein und der -Kranke stirbt. - -+Ursachen.+ Die Krankheit wird für ansteckend gehalten und wird auch -durch Erkältung &c. erzeugt. Die Behandlung sollte immer nur ein Arzt -unternehmen, wenn einer zu haben ist. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Im Anfangsstadium gebe man ein - Brechmittel und folge mit einigen Abführungsmitteln, falls - Hartleibigkeit vorhanden ist. Das Waschen des Halses mit Myrrhen- - und Cayenne-Tinktur oder mit dem gegen wehen Hals vorgeschriebenen - Liniment, wird sich als sehr wirksam erweisen. Auch sollte man dem - Patienten häufig einen Löffel voll Hopfenhefe (~hop yeast~) eingeben - und Porter, Ale oder Bier verordnet werden. - - Das folgende mag gebraucht werden: Einen Theelöffel voll Cayenne und - einen Eßlöffel voll Salz lasse man in einem Pint Wasser und gutem - Essig gelinde kochen und seihe, sobald die Mischung kalt ist, durch. - - Auch das folgende Gurgelmittel ist gut: - - Sumach- (~Sumach~) Beeren 1 Unze. - Weißeichenrinde 1 „ - Roth-Ulmenrinde 1½ Unzen. - Brombeerwurzel (~Blackberry root~) 1½ „ - - Bereite mittelst genügendem Wasser eine Abkochung und füge zu jedem - Pint ein Stückchen Alaun (~Alum~) von der Größe einer Walnuß bei, - seihe und gurgle damit, nachdem es kalt geworden. - - =Homöopathisch.= ~Belladonna~ und ~Mercurius~ -- abwechselnd beim - Anfang, namentlich bei Trockenheit im Mund, Ruhelosigkeit oder - Delirium. - - ~Aconitum~ und ~Belladonna~ -- mag zu Anfang, wenn das Fieber sehr - stark ist, nöthig sein -- einige Dosen. - - ~Mercurius.~ -- Zu geben, sobald die Trockenheit des Halses und - Schwierigkeit beim Schlucken sich zeigt. - - ~Nitric Acid.~ -- Wenn ~Mercury~ nicht wirkt und die Geschwüre größer - und schmerzhaft werden. Allein oder abwechselnd mit ~Mercury~ zu - nehmen. - - ~Arsenicum.~ -- Dies ist eins der hauptsächlichsten Mittel und sollte - gegeben werden, wenn der Patient zusehends und schnell schwächer - wird; ebenfalls, wenn die Geschwüre dunkelroth und mit Schorf - (~Scabs~) bedeckt sind, Zähne und Lippen sind mit einer schwarzen - krustartigen Substanz überzogen, fortwährendes Gemurmel und Delirium, - Schwierigkeit beim Athmen, säuerlicher Ausfluß aus Mund und Nase, - wodurch die Haut aufgeschärft wird. Dieses Heilmittel mag entweder - allein, oder abwechselnd mit ~Lachesis~ verordnet werden. - - ~Lachesis.~ -- Namentlich wenn Hals und Nacken geschwollen und - entfärbt sind und die Zunge bei äußerem Druck schmerzt. - - ~Carbo vegetabilis.~ -- Wenn der Eiterfluß aus den Schwären dünn - und der Quantität nach groß ist und der Patient bedeutende Schwäche - fühlt. - - ~Secale.~ -- Bei großer Schläferigkeit, oder wenn der Kranke im - schlummernden, halbbewußtlosen Zustand sich befindet. - - ~Opium~ -- falls ~Secale~ nicht die gewünschte Wirkung hervorbringt. - - ~Bryonia~ und ~Hellebore~. -- Wenn der Patient mit halbgeschlossenen - Augen schläft. - - ~Nitric Acid.~ -- Morgens und Abends eine Dosis, wenn die Schwären, - nachdem die Gefahr vorüber, nicht schnell heilen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel - voll Wasser auf und gebe zu Anfang des Anfalls alle Stunden einen - Theelöffel voll, indem man später alle 2, 3 oder 4 Stunden verordnet, - wenn die Symptome nämlich nachlassen. - - Die Kost sollte aus Reis, Pfeilwurz (~Arrowroot~), Cornstarch, - dünnem Mehlschleim (~Flour gruel~) und dergleichen bestehen. Ist der - Mund sehr heiß und trocken, so mag man denselben mit etwas Milch - und Wasser befeuchten. Der Kranke sollte in ein großes, trockenes, - luftiges Zimmer gebracht werden, das beständig gut ausgelüftet - gehalten werden muß. - - =Allöopathisch.= Man sollte den Stuhlgang mittelst einer Dosis von - schwefelsaurer Magnesia (~Sulphate of magnesia~) oder Rochellesalz in - Ordnung halten. - - Als Gurgelmittel gebrauche eine Mischung von rothem Pfeffer, Essig - und Wasser. - - Wenn eine starke Auflösung von Salpetersilber (~Nitrate of - silver~) -- zwanzig Grane zu einer Unze Wasser -- mit einem langen - Kameelhaarpinsel auf die Mandeln aufgetragen wird, so wird dies die - Entzündung dämmen. - - Auch mögen hierzu gleiche Theile Salzsäure (~Muriatic acid~) und - Honig verwandt und dies kann, verdünnt mit Wasser als Gurgelmittel - gebraucht werden. - - Eberle sagt, daß starker Aufguß von der Indigowurzel als Gurgelmittel - verwendet, gute Dienste leiste. - - -Anschwellen und Verlängerung des Zäpfchens (~Swelling or Elongation of -the Palate~). - -Dieses Uebel wird gewöhnlich durch eine leichte Erkältung oder -Unverdaulichkeit hervorgerufen, und besteht in einer leichten -Entzündung des Zäpfchens, wodurch die Verlängerung und ein Gefühl -entsteht, als ob es herabgefallen wäre. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Eine starke Weißeichrinde-Abkochung, - worin man ein wenig Alaun auflöst, mag als Gurgelmittel benützt - werden. Oft wird mittelst Pfeffer, Salz oder Senf Linderung - verschafft. - - =Homöopathisch.= ~Nux vomica.~ -- Das beste Heilmittel. Dosis: Drei - oder vier Kügelchen alle zwei Stunden. - - ~Mercurius~, ~Belladonna~ oder ~Sulphur~ -- sollte verordnet werden, - falls ~Nux vomica~ nicht wirkt. Dosis, wie bei ~Nux vomica~. Kaltes - Wasser äußerlich und innerlich angewendet, thut gute Dienste. - - -Diphtheria. - -Dies ist eine verhältnißmäßig neue Krankheit, mit der wir bis vor -wenigen Jahren nur wenig bekannt geworden. Sie ist außerordentlich -gefährlich und ansteckend, verschont kein Alter, befällt aber -namentlich die Jugend und hauptsächlich vollblütige, fette Kinder. -Erwachsene werden selten damit behaftet, es sei denn durch Ansteckung. - -+Ursachen.+ Hierüber ist man sich noch nicht ganz im Klaren. Manche -halten Diphtheria für eine bösartige Form der Halsbräune (aber -Diphtheria unterscheidet sich ganz bedeutend von der Bräune), während -andere sagen, es sei eine Art Scharlachfieber. Es ist jedoch eine -Krankheit, welche den ganzen Organismus angreift, jedoch hauptsächlich -im Hals auftritt. - -+Symptome.+ Diese sind sehr verschieden. Das erste Symptom ist in -beinahe allen Fällen eine Heiserkeit, mit schwacher Stimme, leichtes -Frösteln (wenigstens wurde das schon beobachtet) und Fieber, heftiges -Kopfweh, worauf in sehr kurzer Zeit Wundheit im Halse und Schwierigkeit -beim Schlucken eintritt. Der Kranke mag einige Tage vor dem Anfall -leichtes Unwohlsein fühlen und schnell ermüdet werden. Nebst der -Wundheit im Halse fühlt der Patient ein stechendes Gefühl an der -Zungenwurzel, und die Drüsen in den Ecken der unteren Kinnbacken -schwellen an und werden empfindsam. Schmerz in den Knochen, Mattigkeit, -Störung im Magen, Appetitlosigkeit. In vielen Fällen wird der Hals -so wenig affizirt, daß sich die Freunde und Eltern des Kindes nur -schwierig von dem gefahrvollen Zustand desselben überzeugen können. -Manchmal klagt das Kind gleich von Anfang über Wundheit und Steifheit -im Halse. Aeußerlich sind die Mandeln vergrößert und weich, während -innen die Entzündung deutlich wahrzunehmen ist. Dieselbe gibt den -betreffenden Theilen bei Erwachsenen das Aussehen, als ob sie (die -Theile) mit Mahoganifirniß überzogen seien, während sie bei Kindern -eine rosige Farbe haben. Der Hals ist mit kleinen Flecken, die sich -wie Stückchen Haut ausnehmen, überzogen, und wenn diese Hautstückchen -sich ablösen, so zeigen sich unter denselben rohe, rothe Stellen. In -allen Fällen ist mehr oder weniger Fieber mit Kopfweh vorhanden, was -manchmal ganz unerträglich und heftig wird. Der Geruch des Athems ist -so eigenthümlich, daß Personen, die mit dieser Krankheit bekannt sind, -dieselbe daran zu erkennen vermögen. Der hintere Theil des Halses ist -gewöhnlich mit einem Schleimhäutchen überhäutet, das, durch das Athmen -zerrissen, sich sogleich wieder bildet. Bei heftigen Anfällen ist das -Fieber sehr stark, mit Hitze, brennender Haut, erröthetem Angesicht, -schnellem Puls, großer Schwierigkeit beim Schlucken und beschleunigtem -Athem. Die Zunge ist mit einer dicken, zähen, schmutzig aussehenden, -weißlichen, gelblichen oder grünen Substanz bedeckt und der Kranke ist -sehr schwach und erschöpft. Die Mandeln schwellen außerordentlich an -und der Mund wird innen ganz mit einer „falschen“ Schleimhaut überzogen. - -Beim Fortschreiten der Krankheit werden die Symptome immer heftiger, -der Athem sehr schwierig; das Schlucken wird so schmerzhaft, daß der -Patient durchaus nichts mehr genießen will; der Speichel träufelt aus -dem Munde und aus der Nase scheidet sich faulige stinkende Flüssigkeit. -Der Puls ist schnell und schwach, der Athem wird außerordentlich -widerwärtig und die Krankheit nimmt solche Gestalt an, daß selbst die -besten Freunde des Patienten ihm nur mit Widerwillen zu nahen vermögen. -Das Gesicht ist erdfarben, die Haut kalt und runzlig; der Kranke -wälzt sich von einer Seite zur andern und kämpft um Athem, die Stimme -wird immer undeutlicher und heiser, Hals, Nacken und Gesicht sind -furchtbar angeschwollen und der Patient stirbt an schneller Erschöpfung -in den Lebensorganen oder an Erstickung, dadurch hervorgerufen, -daß sich die falsche Schleimhaut in die Luftröhrengänge ausgedehnt -hat. Manchmal wird der Patient im Anfangsstadium eines heftigen -Diphtheritisanfalls von starkem Erbrechen erfaßt und bricht alsdann -eine dünne, gelblichweiße, sehr übelriechende Flüssigkeit, worauf große -Erschöpfung und Abstumpfung folgt. Manchmal liegt der Kranke lange in -tiefem Schlaf, so daß man ihn nur mit Mühe wecken kann. Frägt man ihn, -ob sein Hals wund ist, so mag es leicht sein, daß er die Antwort gibt, -solches sei nicht der Fall, wodurch sich sehr Viele täuschen lassen. -In vielen Fällen tritt die Betäubung gleich zu Anfang der Krankheit -ein und währt bis der Tod den Leidenden erlöst. Manchmal findet sich -ein weißlicher Ansatz am Munde, welche Substanz dem gemahlenen Gips -(~Plaster paris~) ähnlich sieht. An verschiedenen Körpertheilen -entstehen schwarzblaue Flecken und der Stuhlgang führt weißliche -Materie ab. - -Manchmal befällt diese Krankheit den Patienten in einer Form, daß er -gar keine Ahnung von dem Anfall hat, und erst dann gewahrt, daß er -krank ist, wenn sein ganzer Organismus angegriffen ist. Sodann wird der -„wehe“ Hals, den man vielleicht gänzlich unbeachtet ließ, plötzlich -schlimmer; ein Crouphusten tritt ein und entweder verschlimmert sich -der Zustand dermaßen, daß in zwei oder drei Stunden keine Rettung mehr -vorhanden ist, oder der Kranke mag noch einige Tage mit zeitweiligem -Aufflackern der Lebenskraft leben, um dann an Erschöpfung zu sterben. -Der Diphteritis folgen manchmal verschiedenartige Störungen im -Organismus, worunter namentlich Lähmung (~Paralysis~) hervorzuheben -ist. Wer einen starken Körperbau hat, bei dem darf man eher auf Rettung -ohne nachtheilige Folgen zählen, falls nemlich mit der Behandlung bald -begonnen wurde. Wurde jedoch hiermit ein oder zwei Tage verzögert, so -ist der Erfolg ein sehr unsicherer. Das Erbrechen im Anfangsstadium -ist ein sehr bedenkliches Symptom, und je länger die „falsche“ Haut -zu ihrer Ausbildung braucht, desto ungünstiger ist die Aussicht auf -Rettung. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Kranke sollte in ein gut gelüftetes, trockenes - Zimmer und in ein reinliches Bett gebracht werden; die Temperatur sei - mäßig warm. Niemand darf im Zimmer bleiben als der oder die Wärter, - und um dem üblen Geruch entgegenzuwirken, thut man wohl, Gefäße mit - Chlorkalk und Essig (~Chloride of lime and vinegar~) umherzustellen. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~, ~Belladonna~, ~Kali Chloricum~, ~Kali - Bi-Chromicum~, ~Proto-Iodide~ oder ~Bin-Iodide of Mercury~ -- sind - gegen diese Krankheit die Hauptmittel. - - ~Aconitum~ und ~Belladonna~. -- Abwechselnd wenn die Krankheit mit - Fieber beginnt, alle Stunden einen Theelöffel voll, bis das Fieber - nachläßt. Wenn sich jedoch die Symptome verschlimmern, so sollten - andere Mittel gebraucht werden. ~Belladonna~, ~Kali Chloricum~, - ~Kali Bi-Chromicum~ und ~Bin-Iodide of Mercury~ -- dies sind die - noch vorhandenen Heilmittel. Von den drei ersten gebe fünf Tropfen - ~Belladonna~, zwanzig Tropfen ~Kali Chloricum~ und ½ Gran ~Kali - Bi-Chromicum~ Pulver, jedes in einem halb mit Wasser gefüllten Glas; - Dosis: ein oder zwei Theelöffel voll. Vom ~Mercurius~ -- ebenfalls - ein Pulver -- gebe man eine Dosis so groß wie eine kleine Erbse. - Zu Anfang gebe ~Belladonna~, die nächste Stunde ~Kali Chloricum~, - die dritte ~Kali Bi-Chromicum~, die vierte ~Bin-Iodide of Mercury~ - und die fünfte wiederum ~Belladonna~ und so fort. Ist der Kranke - den nächsten Tag etwas besser oder sein Zustand nur um weniges - verschlimmert, so mögen die Medizinen nur alle 2 und später alle 3 - Stunden gegeben werden. Sind die Halssymptome alle gewichen, so lasse - die letztgenannten Medizinen weg und verordne die drei ersten, bis - jede Spur der Krankheit verwischt ist. - - Einige empfehlen gegen diese Krankheit doppeltchromsaures Kali - (~Bi-Chromate of potassa~), welches am besten verordnet werden kann, - wenn man zwei oder drei Grane mit einer halben Theetasse voll heißem - Wasser in einer Theekanne mischt und den Patienten den aus der - Ausgußröhre dringenden Dampf einathmen läßt. - - Auf die Kost muß man ein aufmerksames Auge haben, und der Kranke - muß genau beobachtet werden. Sobald der Puls abnimmt, die Haut kalt - wird und Zeichen der Erschöpfung eintreten, muß zu Stimulanten - gegriffen werden, z. B. Portwein, Claret, Champagner, Milchpunsch, - und Branntwein und Wasser; Eier mit Brandy geschlagen, heißes Wasser - und Zucker sind ein ausgezeichnetes stimulirendes Mittel. Für Kinder - gebraucht man am besten Molken (~Whey~) oder Fleischthee (~Beef-tea~) - mit Portwein vermischt; oder Pfeilwurz (~Arrow root~) und Portwein. - Ist der Patient des Fleischthees müde, so kann durch den weichen - Theil der Austern, roh oder gekocht, ein gutes Ersatzmittel geboten - werden. Zum Trinken gebe man dem Kranken Gerstenwasser (~Barley - water~), Brodwasser (~Toast water~), was man mit etwas Citronensaft - säuerlich macht; oder kaltes Wasser mit Himbeer- oder Erdbeersyrup - vermischt. Eis und Gefrorenes (~Ice cream~) darf namentlich bei der - Genesung verabreicht werden. Als Gurgelmittel gebrauche Salz und - Wasser; eine in Salz und Wasser getauchte Binde sollte um den Hals - gelegt werden. - - =Allöopathisch.= Es ist gut, wenn man gleich zu Anfang eine - Dosis citronensaures Magnesia (~Citrate of magnesia~) oder - Rochellesalz gibt. Chlorsaures Kali (~Chlorate of potassa~) ist ein - ausgezeichnetes Mittel. Einem Erwachsenen gebe eine Auflösung von 20 - Granen alle drei Stunden. Einem fünf- oder sechsjährigen Kinde gebe - folgendes: - - Chlorsaures Kali (~Chlorate of potassa~) 2½ Drachmen. - Pfeffermünzwasser 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll alle drei Stunden. Auch wird - Chlorsaure Eisentinktur (~Tincture of chloride of iron~) sehr viel - gebraucht. Einem Erwachsenen gebe 20 Tropfen alle 3 Stunden. - - Das folgende ausgezeichnete Rezept enthält das Chlorsaure Kali sowohl - als das Chlorsaure Eisen: - - Chlorsaures Kali (~Chlorate of potassa~) 2 Drachmen. - Chlorsaure Eisentinktur (~Tinct. of chloride - of iron~) 1 Drachme. - Syrup 2 Unzen. - Pfeffermünzwasser 2 „ - - Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle drei Stunden. - - Zur Erhaltung der Kraft wird schwefelsaures Chinin (~Sulphate of - quinine~) empfohlen. Dosis: Ein Gran alle 2 oder 3 Stunden. - - Manche empfehlen ~Per-Manganate of potassa~; eine Drachme in 1½ - Pint Wasser ausgelöst. Dosis: Einen Theelöffel voll jede Stunde. - - Als Gurgelwasser mag eine halbe Unze der Auflösung von Chlorsaurer - Soda (~Solution of chloride of soda~) zu sechs Unzen Wasser gebraucht - werden, was man mittelst eines Kameelhaarpinsels anwenden oder mit - einer Spritze einspritzen kann. - - Durch das Einspritzen einer Auflösung von 2 Granen salpetersauren - Silbers (~Nitrate of silver~) und 1 Unze Wasser -- alle 24 Stunden - zweimal -- kann dem Ausfluß aus der Nase gewöhnlich Einhalt gethan - werden. - - Gegen das Anschwellen der Halsdrüsen lege man einen - Leinsamenmehl-Umschlag auf. Im Anfangsstadium kann dem Patienten, - falls er dazu alt genug ist, dadurch viel Erleichterung verschafft - werden, daß man ihn den Dampf von heißem Wasser oder heißem Wasser - mit Essig vermischt einathmen läßt. Manchmal ist auch Salzsäure - (~Muriatic acid~) und Honig -- gleiche Theile von jedem, mittelst - eines Kameelhaarpinsels am Halse anzubringen; oder das gleiche - Mittel mit Wasser verdünnt als Gurgelwasser angewendet, von guten - Diensten. Erdöl (~Creosote~), von vier zu acht Tropfen in zwei Unzen - Glycerin und zwei Unzen Wasser wurde schon mit Nutzen gebraucht. - Das Einathmen des Dampfes von Kalkwasser wirkt ebenfalls manchmal - sehr wohlthätig. Wenn zu Anfang der Krankheit Hitze der Haut und - Hartleibigkeit vorhanden, so gebe ein Brechmittel -- 5 oder 10 Grane - Brechwurz (~Ipecac~), wornach man einige Grane ~Grey powder~ oder - eine Dosis schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) verordnet. - Französische Aerzte empfehlen folgendes: Pulverisire Alaun (~Alum~) - sehr fein und blase das Pulver mittelst einer Röhre in den Hals, - doch so, daß das Ende der Röhre, welches in den Mund kommt, zu - besserem Schutz mit einem Gasstoff (sehr feinem, lose gewobenem Zeug) - überzogen wird. Jedoch kann der Alaun auf bessere Weise, indem man - nämlich einen Schwamm oder einen Kameelhaarpinsel anwendet, applizirt - werden. - - Folgendes ist ein ausgezeichnetes Gurgelwasser: - - Chlornatron (~Chlorinated soda~) 1 Unze. - Salzsaure Eisentinktur (~Muriated tincture - of iron~) ½ „ - Wasser 6 Unzen. - - Gebrauche dieses alle halbe oder alle Stunden, namentlich dann, wenn - der Athem sehr widerlich riecht. - - Wird der Kranke schnell schwächer, so gebe folgendes: - - Aromatischer Ammoniakgeist (~Aromatic spirits of - ammonia~) 2 Drachmen. - Aether 1 Drachme. - Laudanum 20 Tropfen. - Kampher-Spiritus (~Spirits of camphor~) 1 Drachme. - - Mische. Dosis: Einen halben Theelöffel voll alle ein, zwei oder drei - Stunden. - - Das folgende ist ein sehr werthvolles Rezept: - - Chinin (~Quinine~) 2 Drachmen. - Hydrochlorsäure (~Hydro-chloric acid~) 2 „ - Salzsaure Eisentinktur (~Muriated tincture of iron~) 2 „ - Zimmetwasser 12 Unzen. - - Mische. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - Die Diät wurde bei der homöopathischen Behandlung vorgeschrieben. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ist der Kranke im Anfangsstadium - der Krankheit noch kräftig, so wird ein Brechmittel gute Dienste - leisten; ist er aber schwach, so sollten weder Brech- noch andere - Mittel gegeben werden, die den Organismus schwächen. Man verordne ein - warmes, mit vielem Senfmehl vermischtes Fußbad und reibe Füße und - Beine tüchtig. Wird der Hals sehr wund und bildet sich die falsche - Schleimhaut, so gebrauche folgendes Gurgelwasser: - - Doppeltchromsaures Kali (~Bichromate of potash~) 10 Grane. - Wasser 4 Unzen. - - Mische und lasse den Patienten hiermit alle 4 Stunden den Hals - gurgeln. Ist er zu jung zu gurgeln, so sollte der Hals mit dieser - Mischung ausgewischt werden. Salpetersaures Silber (~Nitrate of - silver~), eine Drachme zu einer Unze Wasser -- sollte alle acht oder - zehn Stunden im Hals, namentlich wenn eine Schleimhaut vorhanden - ist, angewendet werden. Manche empfehlen Gurgelwasser, das man aus - Honig, Essig, rothem Pfeffer und Wasser bereitet; für Kinder jedoch - ist der Pfeffer wegzulassen. Ein anderes ausgezeichnetes Mittel ist - dieses: Man bringe Asche und Salz in ein Flanellsäckchen, erhitze - die Substanz und lege das Säckchen -- so heiß als möglich -- auf den - Hals. Schwefelsaures Natron (~Sulphate of soda~) 6 Drachmen zu 12 - Unzen Bitterholz- (~Quassia~) Aufguß, ist ein ausgezeichnetes Mittel - zur Zerstörung der falschen Schleimhaut. Dosis: Einen Theelöffel voll - drei-, vier- oder sechsmal des Tages. - - Gegen übelriechenden Athem ist das folgende Mittel werthvoll: - - Chlorsaures Kali (~Chlorate of potash~) ½ Drachme. - Salzsaure Eisentinktur (~Tinct. of muriate - of iron~) ½ „ - Wasser 1 Unze. - - Mische. Dosis: Für einen Erwachsenen die halbe Mischung. - - Bei großer Schwäche hat man Chinin (~Quinine~) öfters mit großem - Erfolg wie folgt angewendet: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) ½ Drachme. - Chlorsaures Kali (~Chlorate of potash~) 1 „ - Verdünnte Salzsäure (~Diluted muriatic acid~) ½ Unze. - Wasser ½ Pint. - - Mische und gebe alle Stunden oder alle zwei Stunden einen Theelöffel - voll. - - Auch wird das folgende sehr empfohlen: Terpentin mit einem Eidotter - (~yolk~) vermischt, wozu so viel Syrup gefügt werde, um eine Unze - Mischung zu bereiten; abwechselnd alle Stunden mit 20 Granen in - Wasser aufgelöstem Ammoniak (~ammonia~) zu geben. - - Zeigen sich Symptome der Fäulniß, so mag Gurgelwasser aus gleichen - Theilen brenzeliger Holzsäure (~pyreligneous acid~) und Wasser - gebraucht werden. - - - - -Elftes Kapitel. - -Krankheiten der Luftröhre und der Brust. - - -Heiserkeit (~Raucitas~, ~Aphonia~). - -Begleiten diesen Zustand andere Krankheiten, wie Masern, Bräune, -Katarrh u.s.w., so sehe man wegen dessen Behandlung unter den -betreffenden Krankheiten nach. Zuweilen tritt dieses Uebel aber auch -selbstständig auf und dann möge folgendes dagegen angewendet werden. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Das folgende mag angewendet werden: - - Meerrettig (~Horse-radish root~) 1 Unze. - Wasserdost (~Boneset leaves~) 1 „ - Heißes Wasser 1 Pint. - - Man stelle diese Mischung zwei Stunden lang in einem bedeckten Gefäß - dem Feuer nahe und füge dann noch hinzu: - - Essig ½ Pint. - Molasses ½ „ - - Lasse es 15 Minuten kochen. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle ein, zwei - oder drei Stunden. - - Oder auch: - - Geschabter Meerrettig (~Grated Horse-radish root~) 4 Unzen. - Guten Essig 1 Pint. - - Lasse es über Nacht stehen und füge dann ein halb Pint Honig hinzu. - Lasse es kochen und durchseihe es dann. Dosis: Ein oder zwei - Theelöffel voll dreimal des Tages. - - =Homöopathisch.= ~Arsenicum.~ -- Wenn mit der Heiserkeit starke - Absonderung einer ätzenden Flüssigkeit aus der Nase verbunden ist. - - ~Chamomilla.~ -- Heiserkeit in Folge von Erkältung, Anhäufung eines - klebrigen Schleimes im Halse, Husten am Morgen und Abend, bei Stechen - im Halse, Heiserkeit bei Schmerzen im Halse nach Ausspucken. - - ~Hepar Sulphuris.~ -- Heiserkeit mit leiser, hohler Stimme, - tiefsitzendem Husten, Heiserkeit bei trockenem Abendhusten, begleitet - von einem wehen Gefühl im Hals und der Brust, Stechen im Halse, als - wenn Splitter in demselben wären. - - ~Mercurius.~ -- Heiserkeit, begleitet von einem brennenden, - stechenden Gefühle im Halse, dünne wässerige Absonderung aus dem - Kopfe. - - ~Nux Vomica.~ -- Heiserkeit, schlimmer am Morgen, trockene - Verstopfung der Nase, rauher trockener Husten, der Kranke leidet - abwechselnd an Hitze und Frost. - - ~Pulsatilla.~ -- Heiserkeit bei beinahe gänzlicher Stimmlosigkeit, - Schmerzen beim Schlucken, lockerer Husten mit gelblicher, grünlicher - oder übelriechender Absonderung aus der Nase, Schmerz in der Brust. - - ~Carbo Vegetabilis.~ -- Chronische Heiserkeit, schlimmer am Morgen - und Abend, durch Sprechen erhöht, trockener Husten bei Heiserkeit und - Rauhigkeit in der Brust, Stechen im Halse. - - ~Bryonia~ und ~Rhus~ -- gebe man alle zwei bis drei Stunden - abwechselnd bei Wehsein des Halses und der Brust, schlimmer nach - Sprechen und mit Frösteln verbunden, Schmerzen in den Gliedern und im - Kopf. - - ~Capsicum.~ -- Heiserkeit bei stechendem oder kriechendem Gefühle in - der Nase, heftigem Husten, schlimmer gegen Abend, Schmerz im Kopf und - anderen Theilen des Körpers. - - ~Causticum.~ -- Bei hartnäckigen Fällen begleitet von Husten und - heftigen Schmerzen in der Brust, chronische Heiserkeit, Morgens und - Abends schlimmer. - - ~Sulphur.~ -- Besonders in chronischen Fällen, in denen Rauhheit und - Druck im Halse vorhanden -- Heiserkeit tritt bei feuchtem, kaltem - Wetter ein, rauhe Stimme, besonders des Nachts -- eine passende Gabe - nach ~Mercurius~ oder ~Pulsatilla~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Obige Mittel können sowohl trocken als - auch in Wasser gegeben werden. Wenn in Wasser, löse 12 Pillen in - ebenso viel Theelöffeln voll Wasser und gebe alle zwei, drei oder - vier Stunden einen Theelöffel voll. Wenn trocken, 4 Kügelchen als - eine Dosis. Bei chronischen Fällen wird Morgens und Abends eine Dosis - hinreichen. Tritt keine Besserung ein, so sollten die Mittel immer - nach Verlauf von 6 oder 7 Tagen gewechselt werden. Die Anwendung des - Wassers ist bei diesem Zustande äußerst zuträglich und ein nasser - Umschlag um den Hals sollte für die Nacht gemacht und derselbe am - andern Morgen mit kaltem Wasser gewaschen werden. - - -Luftröhrenentzündung (~Bronchitis~). - -Diese Entzündung erstreckt sich über die Schleimhaut, welche die -Luftgänge der Lungen oder die Luftröhre einfaßt, und kann entweder acut -oder chronisch sein. - -+Symptome.+ Die acute Form der Luftröhrenentzündung beginnt in der -Regel mit denselben Kennzeichen einer gewöhnlichen Erkältung, wie -Frösteln, dem bald Fieber. Husten, schnelles Athmen, ein Gefühl von -Schmerz und Wehsein des oberen Theiles des Brustknochens, Athmen -sehr beklommen, schnell und unregelmäßig, Zusammenziehen, Verengen -oder Beklemmung der Brust, die Luftgänge anfänglich trocken bei -schmerzhaftem Husten. Schreitet aber die Krankheit vor, so tritt -ein Auswurf hinzu, der zuweilen mit Blut gestreift, nach und nach -gelblich, dick und klebrig wird. Gewöhnlich ist ein Schmerz in der -Stirne vorhanden, der durch das Husten erhöht wird. Auch tritt -Appetitlosigkeit, belegte Zunge, Schwäche und Blässe der Lippen ein. -Steigert sich die Absonderung im Halse, so wird der Husten etwas -vermindert. Bei strengen Fällen treten die Symptome heftiger auf, das -Fieber erhöht sich, der Puls wird voll und rasend schnell, die Haut -ist heiß und trocken, das Athmen geschieht immer schneller, ist mit -Schwierigkeit verbunden und ein Röcheln wird hörbar, führt häufig -wiederkehrende Krampfanfälle herbei und Durst und Verstopfung ist -vorhanden. Bei Kindern und Leuten von schwacher Körperbeschaffenheit -tritt eine Verminderung der Lebenskraft hinzu. Die Oberfläche des -Körpers wird kalt und purpurfarbig, der Puls schwach und fliegend. -Nimmt die Krankheit eine Wendung zum Schlimmsten, so treten Krämpfe und -Gefühllosigkeit hinzu. Im günstigen Falle wird der Kranke nach Verlauf -von acht oder zehn Tagen wieder genesen. - -+Ursachen.+ Kalter Luftzug, der unmittelbar mit der Schleimhaut des -Halses in Berührung kommt, plötzlicher Witterungswechsel, der Wechsel -des geheizten Zimmers mit kalter Luft, das Einathmen reizender Gase. -Leute, weiche beim Gehen in der kalten Luft den Mund offen zu halten -pflegen, sind vor allen anderen für diese Krankheit empfänglich. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Brechmittel aus gleichen Theilen - der Lobelia (~Lobelia~) und Blutwurzel (~Blood root~) sollte für - den Anfang in Dosen von einem halben Eßlöffel voll alle vier oder - fünf Minuten und zu gleicher Zeit Salbei- (~Sage~) Thee gegeben - werden, bis das Erbrechen eintritt. Hie und da wird ein Fußbad von - heißem Wasser, das Hüten des Bettes, das rings um den Körper des - Kranken durch Flaschen heißen Wassers erwärmt wird, hinreichen, - einen Anfall zu brechen. Es wird gut sein, die Eingeweide mit - gelinden Abführmitteln, wie Seidlitzpulver, Rhabarber (~Rhubarb~) - oder Magnesia zu öffnen. Zucker, von Citronensaft angefeuchtet, - wird zuweilen den Husten lindern, welchem Zwecke auch das - Trinken von Isop- (~Penny royal~), Wasserdost- (~Boneset~) und - Blutwurzel-Thee entsprechen wird. Der Schweiß sollte vermittelst der - zusammengesetzten virginischen Schlangenwurzel-Tinktur (~Compound - tincture of Virginia snake root~) hervorgerufen werden und gegen den - Husten möge man folgendes geben: - - Honig 1 Unze. - Olivenöl 1 „ - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 1 „ - Citronensaft 1 „ - - Mische es. Dosis für einen Erwachsenen drei- oder viermal des Tages - einen Theelöffel voll. - - Oder auch: - - Meerzwiebelsyrup (~Syrup of squills~) 1½ Unzen. - Brechwurzsyrup (~Syrup of ipecac~) 1½ „ - Tolubalsamsyrup (~Syrup of balsam tolu~) 1 Unze. - Blutwurzeltinktur (~Tincture of blood root~) 1 „ - Paregoricum-Elixir (~Elixir of paregoric~) 1 „ - - Mische es. Dosis wie oben. - - Oder: - - Harz (~Rosin~) 1 Unze. - Stückzucker (~Loaf sugar~) 1 „ - Gummi Arabicum (~Gum arabic~) ½ „ - Tolubalsam (~Balsam Tolu~) ½ „ - - Mache es zu einem feinen Pulver und mische es in einem Mörser. Dosis: - einen halben Theelöffel voll in ein wenig Wasser drei- oder viermal - des Tages. - - Bei chronischer Luftröhrenentzündung kann das folgende gegeben werden: - - Gummi Arabicum (~Gum arabic~) 2 Unzen. - Essig ½ Pint. - Molasses ½ „ - - Koche es, bis der Gummi aufgelöst ist, dann füge hinzu: - - Mohnsaft (~Laudanum~) 1½ Unzen. - Tolubalsamtinktur (~Tincture of balsam tolu~) 3½ „ - - Dosis einen Theelöffel voll drei- oder viermal des Tages. - - Oder: - - Essigsaure Blutwurzeltinktur (~Acetic tincture of - blood root~) 1 Unze. - Schlangenwurzeltinktur (~Tincture of black cohosh~) 1 „ - Tolubalsamtinktur (~Tincture of balsam tolu~) 1 „ - Brechwurzwein (~Wine of ipecac~) 1 „ - Süßer Salpeter-Spiritus 2 Unzen. - - Mische es. Dosis: ein oder zwei Theelöffel voll dreimal des Tages. - - Das Einathmen der warmen Dämpfe des Andorn- (~Hoarhound~), - Katzenmünze- (~Catnip~) Thees und dergleichen mehr hat sich in - einigen Fällen bewährt. Bei der chronischen Form kann Nachstehendes - bestens empfohlen werden: - - Pulverisirter Rhabarber (~Powdered rhubarb~) 1 Unze. - Doppelt kohlensaure Potasche (~Bi-carbonate of - potash~) ½ „ - - Mische es. Dosis: 5-10 Grane dreimal des Tages in einem Theelöffel - voll Wasser. Zuweilen kann auch des Abends folgendes behufs - Regulirung der Eingeweide gegeben werden: - - Entenfuß (~Podophyllin~) ¼ Gran. - Leptandrin 1 oder 2 Grane. - Stückzucker (~Loaf sugar~) 5 „ - - Auf einmal zu nehmen. - - Folgende Pillen mögen gegen den Husten gegeben werden: - - Bilsenkrautextrakt (~Extract Hyosciamus~) 1½ Unzen. - Brechwurz (~Ipecac~) 1½ „ - Canadischer Balsam (~Canada balsam~) 1½ „ - Salzsaures Ammoniak (~Muriate of Ammonia~) 1½ „ - - Mische und theile es in Pillen von vier Granen. Dosis: alle drei bis - vier Stunden eine Pille. - - Folgendes ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen chronische - Luftröhren-Entzündung: - - Bilsenkrautextrakt (~Extract Hyosciamus~) 1½ Drachmen. - Alcoholextrakt von Schlangenwurzel (~Alcoholic - extr. of black cohosh~) 1½ „ - Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 1½ „ - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 1½ „ - - Mische es und mache Pillen von vier Granen daraus, wovon alle drei - oder vier Stunden eine zu geben ist. - - Bei Diarrhöe gebe drei- oder viermal des Tages Dosen von 20 Tropfen - von Eisenchlortinktur (~Tincture of chloride of iron~) in einem - Weinglas voll Wasser. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- In der Regel das beste Mittel, - besonders bei starkem Fieber, trockner Haut, fliegendem und hartem - Pulse, schnellem und ängstlichem Athmen, Hals trocken, Husten, einem - stechenden Gefühle in Hals und Brust, Angst und Unruhe, mehr oder - weniger Schmerzen in der Brust -- besonders des Nachts. - - ~Tartarus emeticus.~ -- Bei starken Hustenfällen, mit einem Gefühl - von Erstickung, röchelndem Athmen, Kurzathmigkeit, Brustbeklemmung, - Herzklopfen, Schmerzen im Rücken und Gliedern und Durst. - - ~Pulsatilla.~ -- Mäßiges Fieber, erhitzte Haut, Heiserkeit, gestörtes - Athmen beim Liegen auf dem Rücken. - - ~Bryonia.~ -- Trockenheit im Halse, schweres, kurzes und ängstliches - Athmen, Druck auf der Brust, wie von einem Gewicht herrührend, - Stechen in der Brust, heftiges Kopfweh, durch Bewegung erhöht. - - ~Nux vomica.~ -- Symptome ungefähr dieselben, wie bei ~Bryonia~. - - ~Phosphorus.~ -- Nachdem die Anzeichen einer Entzündung verschwunden, - dessenohngeachtet aber schweres Athmen, Heiserkeit, Rauheit in dem - oberen Theile der Luftröhre, Hitze in der Brust, trockner, hackender - Husten, sowie Husten durch ein Stechen im Halse, durch Sprechen oder - Lachen verursacht, vorhanden sind. - - ~Chamomilla.~ -- Nachdem das Fieber vermittelst Aconitum unterdrückt - ist und nur ein trockener Husten, schlimmer des Abends und während - des Schlafens, zurückbleibt. - - ~Spongia~ und ~Hepar Sulphuris~. -- Mögen abwechselnd gegeben werden - bei schwerem Athem, wehem Hals, Röcheln, trockenem und hohlem Husten - bei Tag und Nacht, aber während der letzteren nur theilweise. - - Dieselben Mittel können auch bei der chronischen - Luftröhren-Entzündung angewendet werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Wenn flüssig gegeben, löse 12 Kügelchen - in 12 Theelöffel voll Wasser auf. Dosis: der Strenge der Symptome - angemessen, alle 2 bis 3 Stunden einen Theelöffel voll. Trocken: 3 - oder 6 Pillen auf einer Dosis. - - Bei chronischer Luftröhren-Entzündung wird Morgens und Abends eine - Dosis hinreichen. - - =Allöopathisch.= Ein Anfall von Luftröhren-Entzündung kann zuweilen - auch dadurch gehoben werden, daß der Kranke beim zu Bettgehen ein - Glas heiße Limonade oder 10 Grane Dover’sche Pulver (~Dover’s - powders~) nimmt und dann ein warmes Senffußbad folgen läßt. - Schlägt dieses nicht an, gebe man eine Dosis Bitter- (~Epsom~) - oder Rochellesalz oder auch Citronensaure Magnesia (~Citrate of - magnesia~). Bei starkem Fieber, erstickendem Husten und weher Brust - gebe man folgendes: - - Weinsteinsaures Antimon (~Tartrate of Antimony~) 2 Grane. - Potasche (~Potassa~) 2 „ - Wasser 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: alle zwei oder drei Stunden einen Theelöffel voll. - Gleichzeitig gebe man beliebig Leinsamenthee zu trinken. - - Eine Einreibung der Brust mit Terpentinöl verschafft zuweilen - Linderung. - - Bei gelinden Fällen hilft Brechwurzsyrup (~Syrup of ipecac~), in - Dosen von 1 bis 2 Theelöffel voll alle 2 oder 3 Stunden, hin und - wieder sehr schnell. Diesem lasse man nachstehendes folgen: - - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potassa~) 2 Drachmen. - Meerzwiebel-Honigessig (~Oxymel of squills~) 1 Unze. - Fingerhut (~Tincture of digitalis~) ½ Drachme. - Essig 1 Eßlöffelvoll. - Zucker ½ Drachme. - Gummi Arabicum (~Gum arabic~) ½ „ - - Hinreichend Wasser, um 6 Unzen zu machen. Mische es. Dosis: alle zwei - oder drei Stunden einen Eßlöffel voll. - - Ist der Husten des Nachts beschwerlich, gebe man folgendes: - - Meerzwiebelsyrup (~Syrup of squills~) 3 Unzen. - Paregoricum (~Paregoric~) 1 Unze. - - Mische es. Dosis: zwei- oder dreimal des Tages einen Theelöffel voll - oder zwei Theelöffel voll des Nachts. - - Heiße Kleie oder Senfumschläge sollten um den Hals und auf die Brust - gelegt werden. Bei lästigem Husten gebe man folgendes: - - Honigessig (~Oxymel~) 1 Unze. - Bilsenkrauttinktur (~Tincture of henbane~) 1 Drachme. - Salpeterspiritus (~Spirits of nitre~) 1 „ - Brechwurzwein (~Ipecac wine~) 1 „ - Zimmetwasser (~Cinnamon~) 2 Unzen. - - Hinlänglich Wasser, um 6 Unzen daraus zu machen. Mische es. Dosis: - zwei- oder dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - Brechweinstein (~Tartar emetic~) im Verhältniß von einem Grane auf - zehn Drachmen kochendes Wasser, wird zuweilen -- alle zwei Stunden - einen Eßlöffel voll -- gegen den Husten gegeben. - - Bei chronischer Luftröhren-Entzündung gebe man 3 Tropfen Crotonöl - auf die Brust, jeden Abend bis ein Ausschlag eintritt. Pflaster von - Burgundischem Pech (~Burgundy pitch~), Schierling (~hemlock~) &c. - sind in einzelnen Fällen sehr zuträglich. Folgendes lindert zuweilen - den Husten: - - Copaivabalsam (~Balsam of copaiva~) 3 Drachmen. - Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus (~Compound - spirits of lavender~) 2 „ - Weißer Zucker 2 Unzen. - Gummi-Arabicum 2 Drachmen. - - Hinreichend Wasser, um davon 6 Unzen zu machen. Mische es. Dosis: - dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Oder: - - Salzsaures Ammoniak (~Muriate of ammonia~) 8 Drachmen. - Schleimwasser von Gummi Arabicum 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: drei oder viermal des Tages einen Eßlöffel voll. - Das Einathmen folgender Dämpfe wird, wenn die Absonderung übermäßig - stark ist, zuweilen sehr zuträglich gefunden werden: Dampf von Theer, - dadurch hervorgerufen, daß man eine oder zwei Unzen Theer in einen - Tassenkopf voll heißen Wassers thut -- oder Dampf von Kreosot, der - durch drei oder vier Tropfen Kreosot, in ein halbes Pint kochendes - Wasser eingegossen, erzeugt wird. - - -Influenz, auch Grippe oder Flußfieber. - -Diese Krankheit wird, wenn sie nur vereinzelt hier und da auftritt und -nur wenige Tage anhält, Erkältung oder Katarrh genannt, breitet sie -sich aber weiter aus, so daß Viele zu gleicher Zeit daran leiden, und -dauert mehrere Tage oder Wochen, so wird sie epidemisch und man nennt -sie Influenz oder wie oben. - -+Ursachen+ -- sind dieselben wie bei andern Leiden des Halses und der -Lungen. - -+Symptome.+ -- Zuerst dieselben Symptome wie beim Katarrh mit einem -dumpfen Schmerz und Gefühl von Schwere in der Stirn, Brust-Beklemmung, -erschwertes Athmen, Gefühl von Trockenheit oder Empfindung von Vollsein -in der Nase, Nießen, Augen wässerig und roth, Hals weh, beständig -trockener Husten, Heiserkeit, Durst, Frösteln und ein Verlangen, nahe -ans Feuer zu kommen. - -Kurze Zeit darauf läuft aus Augen und Nase Wasser, der Husten nimmt -zu, der Zustand verschlimmert sich des Nachts, bei Fieber, schnellem -Puls, heftigen Schmerzen an verschiedenen Theilen des Körpers, Auswurf -zuerst dünn und weiß, dann gelblich und dick, der Husten läßt bedeutend -nach. In Begleitung dieser Krankheit findet man Schmerzen in den -Gliedern und dem Körper, Appetitlosigkeit, Durst, fliegende Hitze mit -Frostschauer abwechselnd. Beschränkt sich die Entzündung auf die Nase, -so ist Nießen, Vollsein und Hitze daselbst vorhanden und eine dünne -Absonderung findet statt. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Camphor.~ -- Wenn bei Beginn der Krankheit - genommen, ist dieselbe häufig dadurch kurz abgeschnitten. Wird die - Kampher-Tinktur angewendet, so sollten 3 oder 4 Tropfen in einem - halben Becher Wasser aufgelöst und ein Theelöffel voll als eine Dosis - gegeben werden. - - ~Arsenicum~ -- kann in der Regel zu Anfang der Krankheit, wenn kein - starkes Fieber, Hitze oder Durst vorhanden ist, angewendet werden. - Der Kranke trinkt öfters, ist unruhig und die Absonderung ist scharf - und verdorben, Wehsein und ein heftiges Brennen der Nase innerlich - und äußerlich. - - ~Mercurius.~ -- Besonders beim Beginn wenn die Hauptsymptome, wie - Nießen und Laufen der Nase, Schmerzen im Kopfe und Körper, rothe, - wässerige Augen, ein loser Husten und übermäßiger Schweiß in die - Augen fallend sind. - - ~Bryonia~ -- kann alle 2 bis 3 Stunden abwechselnd mit ~Aconitum~ - gegeben werden bei heißer, trockener Haut, starkem, angreifendem - Husten und stechenden Schmerzen in der Brust. - - ~Belladonna~ und ~Aconitum~ -- abwechselnd wenn der Husten trocken - und krampfartig ist, bei starkem Kopfschmerz, Trockenheit des Halses - und des Mundes. - - ~Hepar Sulphuris.~ -- Wenn die Erkältung sich bereits besserte, dann - aber wieder schlimmer wurde, oder wenn der Kranke zu viel Calomel - genommen und jeder Windhauch das Husten erneuert. - - ~Phosphorus~ und ~Tartarus Emeticus~ mögen abwechselnd gegeben - werden, wenn Druck der Lungen vorhanden ist, begleitet von einer - Schwäche und Gefühl von Wehsein in denselben -- wenn beim Husten oder - Athmen ein Röcheln in der Brust vorhanden ist. - - ~Pulsatilla.~ -- Nach ~Mercurius~ oder abwechselnd damit alle 3 oder - 4 Stunden. Husten lose, Ausfluß aus der Nase gelb und dick, Wehsein - der Brust am Morgen, saurer, schlechter Geschmack im Munde. - - ~Silicea.~ -- Wenn die Krankheit chronisch ist und immer wiederkehrt. - - ~Euphrasia.~ -- Bei Ausfluß eines weißen Schleimes aus der Nase, böse - Augen und übermäßige Thränen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe jede, oder alle - zwei bis drei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, eine - Dosis. Von den Kügelchen gebe man 3 bis 6 als eine Dosis. - - =Allöopathisch.= Warme Senffußbäder, des Nachts darauf einen großen - Schluck Limonade, oder, wenn Fieber vorhanden ist, Limonade kalt - genommen und gleichzeitig eine Dosis citronensaure Magnesia (~Citrate - of magnesia~), Rochellesalz oder Sennesblätter- (~Senna~) Thee am - Morgen wird gewöhnlich hinreichen, die Krankheit zu brechen. Sind die - Eingeweide verstopft, gebe man folgendes: - - Zusammengesetztes Jalappen-Pulver (~Compound powder - of jalap~) 1 Unze. - Cremor Tartari (~Cream of tartar~) 1 „ - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll in versüßtem Wasser. - - Ist der Anfall schwer, so sollte sich der Kranke ins Bett begeben, - Flaschen mit heißem Wasser sollten an die Füße und an die Seiten des - Körpers gelegt, dabei Getränke von Pfeffermünz (~Peppermint~), Isop - (~Penny royal~) oder Salbei (~Sage~) gegeben werden. - - Alle Stunden fünf Tropfen von Nießwurz-Tinktur (~Tincture of - veratrum viride~) wird öfter eine ungehinderte Ausdünstung wieder - herstellen. Ist der Husten sehr bedeutend, so werden jene unter - Luftröhren-Entzündung empfohlenen Mittel sehr zuträglich gefunden - werden. - - Ist in den letzteren Stadien der Krankheit bedeutende Schwäche - vorhanden, gebe man folgendes: - - Citronensaures Eisen (~Citrate of iron~) 1 Drachme. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 1 Skrupel. - Brechnuß-Extrakt (~Extract of Nux vomica~) 8 Grane. - - Mische es, mache 32 Pillen daraus und nehme dreimal des Tages eine. - - Wenn der Kranke alt und schwach ist, möge das folgende gegeben werden: - - Enzian-Aufguß (~Infusion of gentian~) 5½ Unzen. - Anderthalbkohlensaures Ammoniak (~Sequicarbonate - of ammonia~) ½ Drachme. - Zusammengesetzte Cardamon-Tinktur (~Compound - tincture of cardamon~) ½ Unze. - - Mische es. Dosis: Zwei- oder dreimal des Tages zwei Eßlöffel voll. - - Die Kost sollte nahrhaft und nicht reizend sein, bestehend in - Fleischbrühen, Pfeilwurz (~Arrow root~), Sago und Gelee (~Jelly~) mit - einem Theil Wein. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ist der Anfall gelind, so ist nur wenig - Medizin erforderlich. Es wird hinreichen, Fußbäder zu nehmen, das - Bett zu hüten, Gerstenschleim (~Barley water~), dünne Hafergrütze - (~Gruel~) und warme Limonade zu trinken. Bei Athem-Beschwerden - gebe man Lobelia-Tinktur, Blutwurzel- (~Blood root~) Tinktur oder - Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~). Gegen Husten und bösen Hals gebe - man folgendes: - - Guter Essig 1 Theetassen- - kopf voll. - Honig ½ „ - Cayenne-Pfeffer 1 Theelöffel - voll. - - Koche es einige Minuten an einem gelinden Feuer und wenn abgekühlt, - gebe man gelegentlich, oder wann immer der Husten lästig wird, einen - Theelöffel voll. - - Um die Ausdünstung zu befördern, kann jede Stunde oder alle zwei - Stunden eine Dosis zusammengesetzte Schlangenwurzel-Tinktur - (~Compound tincture of Virginia snake root~) gegeben werden, ferner - lasse man den Kranken nach Belieben Wasserdost- (~Boneset~), Andorn- - (~Hoarhound~) oder Salbei- (~Sage~) Thee trinken. - - -Husten - -ist in den meisten Fällen nur ein Symptom von anderen Krankheiten, wie -Brust-Entzündung, Luftröhren-Entzündung, Influenz (Grippe) u.s.w., und -man sehe deshalb wegen Behandlung solcher Fälle diese Krankheiten unter -den betreffenden Kapiteln nach. - -Zuweilen aber tritt er als ein selbstständiges Leiden auf und wird von -einem einfachen Katarrh oder durch organische Störungen, die ihn nervös -oder krankhaft machen, hervorgerufen. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Folgendes ist ein guter Hustensyrup: - - Honig 4 Unzen. - Molasses 4 „ - Essig 4 „ - - Lasse es in einem irdenen Gefäß über einem gelinden Feuer einige - Minuten lang kochen und rühre es gehörig um; dann füge hinzu: - - Zusammengesetzte Kampher-Tinktur (~Compound - tincture of camphor~) Ein Dessertlöffel voll. - Brechwurz-Wein (~Ipecac wine~) Ein Dessertlöffel voll. - - Mische es wohl. Alle 4 Stunden eine Dosis. - - Oder auch: - - Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of blood root~) 2 Drachmen. - Tolu-Syrup (~Syrup of Tolu~) 1 Unze. - Gummi Arabicum Schleim 3 Unzen. - Verdünnte Hydrocyan-Säure (~Diluted hydro-cyanic - acid~) 40 Tropfen. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 2 Grane. - - Mische es. Dosis: Alle 4 Stunden einen Theelöffel voll. - - - Eclectische und Kräuterkur. - - Meerzwiebel-Syrup (~Syrup of squills~) ½ Unze. - Brechwurz-Syrup (~Syrup of Ipecac~) ½ „ - Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of blood root~) ½ „ - Paregoricum (~Paregoric~) ½ „ - - Mische es. Dosis: Einen halben bis einen ganzen Theelöffel voll, wenn - immer der Husten lästig wird. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Bei heftigem Husten, kurz und - trocken, besonders des Nachts, begleitet von Stechen im Hals, - Zusammenziehung der Brust oder stechende Schmerzen in derselben, - verbunden mit Athmungsbeschwerden. - - ~Bryonia~ und ~Rhus Toxicodendron~. -- Alle zwei Stunden abwechselnd - eine Dosis bei Schmerzen im Kopfe und in den Gliedern, Frösteln und - Durst. - - ~Bryonia.~ -- Trockener Husten, Reiz im Halse oder Schmerzen in der - Brust, schlimmer im Freien, wenn der Husten von Erkältung in feuchtem - oder sonstigem Wetter herrührt, loser Husten mit gelblichem Auswurf - oder krampfartiger Wirkung nach dem Essen oder Trinken. - - ~Rhus Toxicodendron.~ -- Trockener Hals, Husten in Folge Stechens in - der Brust, schlimmer am Abend oder vor Mitternacht, Schwäche in der - Brust, Kurzathmigkeit, schlimmer in der Luft, besser bei Bewegung - oder in der Wärme, Husten bei einem Geschmack von Blut im Munde. - - ~Belladonna.~ -- Hals trocken, Husten, besonders des Nachts, - schlimmer bei Bewegung, Stechen im Halse und ein Gefühl, als ob - sich fremde Körper in der Luftröhre befänden, Hitze und Röthe des - Gesichts, Vollsein und Schmerz im Kopfe, Schmerz im Nacken, scharfe, - schneidende und grimmende Schmerzen in den Eingeweiden. - - ~Hyosciamus.~ -- Wenn ~Belladonna~ nur theilweise Linderung gewährt, - besonders bei trockenem, stechendem Husten, der beim Sitzen im Bette - nachläßt. - - ~Chamomilla.~ -- Husten in Folge Stechens in der Halshöhle, welches - sich bis auf den Brustknochen ausdehnt, besonders beim Sprechen, - Röcheln, ein Gefühl als ob etwas im Halse in die Höhe stiege und den - Athem benehme, Husten nach Mitternacht, Frösteln, Blässe der einen - und Röthe der anderen Wange. - - ~Ignatia.~ -- Trockner Husten, Laufen der Nase Tag und Nacht, kurzer - hackender Husten, als ob vom Kitzeln mit einer Feder verursacht, - nächtlicher Husten, welcher sich nach dem Essen, Niederlegen oder - beim Aufstehen des Morgens verschlimmert. - - ~Ipecacuanha.~ -- Nervöser und krampfartiger Husten besonders des - Nachts, Uebelkeit, Würgen und Erbrechen, begleitet von einem Schmerz - im Unterleib, Husten des Nachts oder beim Gehen in der kalten Luft - schlimmer, Beklemmung des Athems, als ob die Lungen mit Schleim - gefüllt wären. - - ~Mercurius.~ -- Trockener, krampfhafter Husten, durch Sprechen - erhöht, Schmerzen im Kopfe und der Brust beim Sprechen, heißer Husten - bei wässeriger Absonderung aus Nase und Mund oder einer wässerigen - Diarrhöe. - - ~Nux vomica.~ -- Kitzelnder Husten, schlimmer des Morgens früh, zäher - Schleim im Hals und Lungen, kitzelndes Gefühl im Halse und Husten, - Frösteln, Husten durch Kitzel und Kratzen verursacht, oder mit einem - Gefühle von Rauheit und Wehsein, von stechenden Schmerzen gefolgt, - Auswurf eines klebrigen Schleims, zuweilen mit Blut gestreift. Husten - in Folge von Bewegung schlimmer, dem hin und wieder ein Würgen oder - Erbrechen folgt, ermüdender Husten mit Schmerzen im Kopf als ob er - zerspringen wollte, ein quetschendes Gefühl in der Magengrube, Husten - trocken, während des späteren Theiles des Tages oder zur Nachtzeit - Druck auf der Brust, wie von einem Gewicht herrührend. - - ~Phosphorus.~ -- Trockener Husten von einem Reiz im Halse veranlaßt, - oder stechender Schmerz in der Brust, schlimmer beim Liegen auf der - linken Seite oder bei Bewegung, Kitzeln im Halse, aber mehr in der - Brust, Heiserkeit oder ein Schmerz in der Brust, als wenn Alles roh - wäre, Husten durch Liegen auf der linken Seite erregt, Rauheit, - Vollsein und Beengung der Brust. - - ~Pulsatilla.~ -- Husten mit einem leichten Auswurf von Schleim, - starkes Würgen, trocknen Husten, meistens am Morgen, Neigung zum - Erbrechen, loser Husten mit salzigem, bitterem, unangenehmem Auswurf, - zuweilen mit Blut gestreift. - - ~Tartarus emeticus.~ -- Hohler, rasselnder Husten, Husten mit - Uebelkeit und Erbrechen, Husten mit einem Rasseln des Schleimes in - der Brust, schnelles und schwieriges Athmen. - - ~Lycopodium.~ -- Husten des Nachts und nach dem Trinken schlimmer, - ein kitzelnder Husten in Folge tiefen Athemzuges, Stechen in der - linken Seite der Brust. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser auf und gebe jede Stunde oder alle zwei bis drei Stunden, der - Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll. Werden die - Kügelchen angewendet, so gebe drei bis sechs als eine Dosis. - - +Kost.+ Hustenleidende, besonders in chronischen Fällen, sollten - gute, dabei aber einfache, nahrhafte Kost haben, und alle zu reichen, - stark gewürzten Speisen, frisches Brod, fettes Fleisch, Bier u. s. - w. vermeiden. Der Betreffende muß sich viel in der frischen Luft - bewegen, davon einen guten Theil in die Lungen einathmen und dann - die Brust mit der Hand schlagen. Tägliche kalte Wasserbäder und - Waschungen sind eins der besten Mittel, um eine Anlage zu Husten und - Erkältungen zu unterdrücken. Ist der Husten sehr trocken, so wird ein - Umschlag von heißem Wasser über die Brust, der, sobald er kalt ist, - entfernt wird, in einigen Fällen Linderung verschaffen. Wenn möglich, - lasse man den Kranken beim zu Bettegehen nach Belieben kaltes Wasser - trinken. - - -Lungenentzündung (~Pneumonia~). - -Dies ist eine Entzündung der Lungenmasse und wird zuweilen -Lungenfieber genannt. Nicht selten ist damit Pleuresie (Rippen- und -Brustfellentzündung) verbunden. Lungenentzündung kann entweder einfach -oder doppelt auftreten, das heißt, eine oder beide Lungen können von -der Entzündung ergriffen werden. Die auf der rechten Seite kommt -häufiger vor als jene auf der linken. - -+Symptome.+ Lungenentzündung beginnt in der Regel, wie alle -Entzündungskrankheiten, mit einem Frostschauer oder Frösteln, dem -Fieber folgen Schmerzen auf einer Seite der Brust, schwieriges -Athmen, Husten, erhöhter Puls, schnelles Athmen und Schmerz zuweilen -scharf, gleich einem Stich in der Seite. Der Kranke kann wegen des -Schmerzes nicht auf der angegriffenen Seite liegen und das Athmen wird -schwieriger, wenn er auf der entgegengesetzten Seite liegt, daher liegt -er meistens auf dem Rücken. Ein trockener, schmerzhafter Husten stellt -sich beim Beginn ein, zuweilen aber ist er feucht, der Auswurf weiß -und durchscheinend, der bald darauf rostfarbig oder mit Blut gestreift -wird. Die Haut ist trocken, Durst, fliegende Hitze und Angst sind -vorhanden. Die Entzündung erreicht gewöhnlich am fünften oder sechsten -Tag ihre Höhe und die Symptome bleiben ein oder zwei Tage unverändert, -dann lassen sie nach und der Kranke wird schließlich gesund. Nimmt die -Entzündung einen ungünstigen Verlauf, so quält sich der Kranke eine -längere Zeit und die Symptome werden nach und nach immer schlimmer, bis -der Tod seinen Leiden ein Ende macht. - -Zuweilen tritt die Lungenentzündung epidemisch auf, nimmt dann leicht -einen bösartigen Charakter an und artet in typhöse Pneumonia aus. Die -Symptome sind ähnlich denjenigen der einfachen Lungenentzündung, mit -Ausnahme des geschwächten Zustandes des Organismus. Die Entzündung -selbst aber hat einen weniger acuten Charakter als bei Pneumonia. -Schreitet die Krankheit vor, so verschwinden die thätigen Symptome der -Pneumonia und der Kranke liegt im Schlafe oder Betäubung tritt ein, -die Haut wird rauh und trocken und die Spitze und Ränder der Zunge -erscheinen sehr roth, während die obere Fläche mit einem gelblichen -oder bräunlichen Schleim belegt ist. Die Eingeweide schwellen an und -sind äußerst empfindlich. - -+Ursachen.+ Erkältung ist in der Regel die Hauptursache, daher tritt -auch die Lungenentzündung häufiger in den Winter- als während der -Sommermonate auf. Ein starker Schlag oder Fall auf die Brust, sowie das -Einathmen reizender Gase, können ebenso die Veranlassung dazu werden. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Kranke sollte sich in einem gut ventilirten Zimmer - aufhalten; die Temperatur desselben muß gemäßigt, darf weder zu warm - noch zu kalt sein. Sorge sollte getragen werden, daß derselbe nicht - der Zugluft ausgesetzt wird. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Der Kranke stelle seine Füße und Beine - in warmes Wasser und trinke Compositions-Salbei- (~Sage~) oder - Isop- (~Penny Royal~) Thee. Es ist vortheilhaft, gleich zu Anfang - ein Brechmittel zu verordnen, Erwachsenen das zusammengesetzte - Lobeliapulver (~Compound powder of lobelia~), Kindern die - zusammengesetzte Lobeliatinktur (~Compound tincture of lobelia~). - Das Brechmittel muß, ehe der Schweiß ausbricht, gegeben werden. Eine - Bähung von bittern Kräutern, wie Andorn (~Hoarhound~), Rainfarn - (~Tansy~), Hopfen (~Hops~), Wasserdost (~Boneset~), Flöhkraut - (~Smartweed~) und Pfirsichblätter (~Peach leaves~), von jedem eine - Handvoll, in einem Gefäße über dem Feuer gekocht, wird empfohlen und - zwar in der Weise, daß sich der Kranke entkleidet über das Gefäß - setzt mit einer Decke um die Schultern, welche bis zum Boden reicht, - so daß der Körper unmittelbar von dem so erzeugten Dampfe berührt - wird. Dies sollte eine halbe Stunde fortgesetzt werden, und um das - Wasser warm und dampfend zu erhalten, kann man von Zeit zu Zeit - einen erhitzten Ziegelstein in dasselbe legen. Der Patient sollte - dann rasch abgetrocknet und ins Bett gebracht werden, und darauf - ein Brechmittel nehmen. Letzteres kann aus gleichen Theilen der - pulverisirten Lobelia, Salbei (~Sage~), Blutwurzel (~Blood root~) - und Brechwurz (~Ipecac~) zusammengesetzt werden. Nehme davon einen - großen Theelöffel voll, gieße ein Pint heißes Wasser darauf, rühre - es um und lasse es 15 Minuten lang stehen, dann gebe man alle 5 bis - 10 Minuten eine Theetasse voll, bis gehöriges Erbrechen eintritt; - gleichzeitig sollte Isop- (~Pennyroyal~), Salbei- (~Sage~) oder - Wasserdost- (~Bonset~) Thee nach Belieben getrunken werden. Nachdem - das Brechmittel gewirkt hat, ist es gut, den Kranken vermittelst - heißer Ziegelsteine zu erwärmen, wohl zugedeckt zu halten, mit den - warmen Thees fortzusetzen und ihn schwitzen zu lassen. Damit möge - mehrere Stunden angehalten werden; dann sollte man ihn trocken - abwischen, mit trockner Wäsche versehen und ihn schlafen lassen. Da - hierbei mehr oder weniger Störungen der Leber vorkommen, so wird es - zuweilen nothwendig werden, ein Abführmittel zu verordnen. - - Entenfuß (~Podophyllin~) 1 Gran. - Leptandrin 2 Grane. - - Gebe es als eine Dosis und wiederhole es alle 3 oder 4 Stunden, bis - die Wirkung eintritt. Wenn der Schmerz nach diesem noch fortdauert, - so müssen heiße Umschläge von bitteren Kräutern, wie Hopfen (~Hops~), - Rainfarn (~Tansy~) und Wermuth (~Wormwood~), so heiß als es ertragen - werden kann, über die Brust gemacht und dieselben jede Stunde oder - alle zwei Stunden gewechselt werden. Im Falle die Fiebersymptome - stark sind, ist das folgende zu empfehlen: - - Jasmintinktur (~Tincture of gelseminum~) 4 Drachmen. - Eisenhuttinktur (~Tincture of aconite~) 24 Tropfen. - - Mische es. Dosis 30 Tropfen alle halbe oder ganze Stunde, bis der - Kranke Linderung verspürt. - - Zur Hebung des Hustens und schwierigen Athmens möge folgendes - angewendet werden: - - Pulverisirter Lobeliasamen (~Pulv. lobelia seed~) 1 Unze. - Blutwurzel (~Blood root~) 1 „ - Brechwurz (~Ipecac~) 2 Unzen. - Cayennepfeffer (~Cayenne~) ½ Unze. - Whiskey 1 Quart. - - Dies sollte vor dem Gebrauche eine oder zwei Wochen lang stehen. - Dosis alle Stunden einen Theelöffel voll. - - Folgendes kann auch gegen den Husten angewendet werden: - - Senegawurzsyrup (~Syrup senega~) 1 Unze. - Meerzwiebelsyrup (~Syrup of squills~) 1 „ - Lobeliatinktur (~Tincture of lobelia~) 1 „ - - Mische es. Dosis: jede Stunde oder alle 2 Stunden einen Theelöffel - voll. - - Wenn die Entzündung nachläßt und der Kranke fühlt sich schwach, so - sind stärkende Mittel erforderlich. Schwefelsaures Chinin (~Sulphate - of quinine~) kann in Dosen von 2 bis 3 Granen dreimal des Tages - gegeben werden, oder Porter, Wein oder auch Molken-Wein. Ist die - Krankheit vorüber und es bleibt noch ein Husten zurück, so gebe man - folgendes: - - Tolu Balsam und Gummi Arabicum, von jedem ein halbes Pfund und - Cideressig eine Gallone. Löse vermittelst Hitze den Balsam und Gummi - in dem Essig und füge 6 Pfund Zucker hinzu. Wenn alles aufgelöst ist, - nehme man es vom Feuer und füge dann noch 18 Unzen Laudanum hinzu. - Dosis: Einen Theelöffel voll drei- oder viermal des Tages. - - Bei typhöser Lungenentzündung ist die Behandlung ähnlich jener - gewöhnlicher Pneumonie, sowie auch der des Nervenfiebers. Die Haut, - anstatt heiß, ist in dieser Form der Krankheit gewöhnlich kalt, daher - sollten die Füße und Beine öfters in warmem Laugenwasser gebadet - werden. Doverische Pulver (~Dover’s powders~) können gegeben werden, - oder folgendes in Hinzufügung der anderen Heilmittel, welche bereits - unter Lungenentzündung erwähnt wurden. - - Pulverisirte Brechwurz (~Pulv. Ipecac~) 2 Drachmen. - Pulverisirtes Kampherharz (~Pulv. gum camphor~) 2 „ - Kohlensaures Ammoniak (~Carbonate ammonia~) 2 „ - Pulverisirtes Opium (~Pulv. Opium~) ½ Drachme. - - Reibe es in einem Mörser gehörig durcheinander und gebe ungefähr 8 - Grane als eine Dosis alle 3 oder 4 Stunden. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- sollte zu Anfang entweder allein oder - abwechselnd mit ~Bryonia~, bei hohem Fieber und starkem Schmerz in - der Brust gegeben werden. Der Schmerz wird bei Bewegung oder Husten - schlimmer, der Auswurf ist blutig und von der Farbe von Ziegelstaub, - Zunge belegt, viel Durst. Von diesen Heilmitteln sollten abwechselnd - alle halbe oder ganze Stunde ein Theelöffel voll gegeben werden, - bis sich der Kranke bessert. ~Belladonna~ kann entweder allein oder - abwechselnd mit ~Aconitum~ gegeben werden, wenn das Fieber zunimmt - und beträchtlicher Blutandrang nach dem Kopfe vorhanden ist, bei - heftigem Schlagen der Adern des Halses und der Schläfe. - - ~Phosphorus.~ -- Ist bei heftigen Fällen ein schätzenswerthes Mittel, - wenn zuvor ~Bryonia~ oder ~Belladonna~ gegeben, entweder allein oder - abwechselnd mit ~Aconitum~ gegeben, besonders wenn folgende Symptome - vorhanden sind: Ein kurzer hackender Husten, hauptsächlich am Abend - mit einem Gefühl von Erstickung, wenig oder gar keinen Auswurf; - starker Schmerz in der Brust; Schwere, Vollsein und Beengung, als - ob die Brust zusammengeschnürt wäre, große Hinfälligkeit, Vollsein - des Gesichts, Stechen in der Seite, vorzüglich in der linken, Zupfen - an dem Bettzeug, schwacher und schneller Puls. ~Tartarus emeticus~ - kann abwechselnd mit ~Phosphorus~ gegeben werden, besonders wenn - ~Aconitum~ und ~Bryonia~ keine Linderung gewährten, auch bei starker - Unterdrückung des Athmens und Hustens. Der Husten ist locker mit - überreichem Auswurf, hohl und rasselnd, wenig oder gar keinem - Schmerz, Uebelkeit und Erbrechen, besonders nach Hustenanfällen. - - ~Pulsatilla.~ -- Schwieriges Athmen, besonders beim Liegen auf dem - Rücken. Vorzugsweise gut für Kinder bei regelmäßigem kurzem Husten, - Heiserkeit, Schwere auf der Brust. - - ~Mercurius.~ -- Wenn ~Aconitum~ das Fieber vermindert hat, aber noch - Schwierigkeit beim Athmen vorhanden und der Patient von Nachtschweiß - erschöpft ist. - - Bei typhöser Lungenentzündung möge ~China~ angewendet werden, - besonders wenn der Kranke sehr durch Blutverlust geschwächt wird - und folgende Symptome vorhanden sind: Druck in der Brust, Stechen - in der Brust und in den Seiten; Herzklopfen beim Athmen und Husten, - große Schwäche, dünner und schwacher Puls. Lindert dies nicht nach - mehrstündigem Gebrauche, so kann ~Rhus toxicodendron~ abwechselnd - damit gegeben werden. - - ~Opium.~ -- Bei großer Schläfrigkeit, schwächendem Athmen, leisem - Murmeln, Zupfen an dem Bettzeuge und wenn Entleerungen ohne Wissen - des Kranken stattfinden. - - ~Hyoscyamus.~ -- Wenn der Husten reizend und krampfartig, das Gesicht - roth und heiß ist, die Augen strahlend, Zunge trocken und bräunlich - sind. - - ~Veratrum.~ -- Wenn der Puls klein und schwach ist, die Glieder kalt, - Delirium, Erbrechen, Diarrhöe und schnelles Sinken der Kräfte. - - ~Arnica~ -- kann bei denselben Symptomen wie bei ~Opium~ gegeben - werden, wenn kein Delirium vorhanden ist. ~Camphor~ und ~Coffea~ in - abwechselnden Dosen, wenn der Kranke schnell die Kräfte verliert, bei - kalten Gliedern und Delirium, besonders wenn er mit kaltem Schweiß - bedeckt ist. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse 12 - Kügelchen in ebenso vielen Theelöffeln voll Wasser auf und gebe - jede Stunde oder alle 2, 3 bis 4 Stunden, der Strenge der Symptome - angemessen, einen Theelöffel voll. Die Kost sollte einfach sein und - aus leicht verdaulichen Speisen, wie Haferschleim &c. bestehen. - Es ist gut, einen erweichenden Umschlag von heißem Kornmehl über - die Brust zu machen. Dies sollte so lange fortgesetzt werden, bis - entschiedene Besserung eintritt. - - =Allöopathisch.= Das erste, was gegeben werden sollte, ist ein - Brechmittel von Brechweinstein (~Tartar emetic~), oder Brechwurz - (~Ipecac~), dem man ein Abführmittel von Bittersalz (~Epsom salts~) - oder von citronensaurer Magnesia (~Citrate of magnesia~) folgen läßt. - Zusammengesetzte Tinktur von virginischer Schlangenwurzel (~Compound - tincture of Virginia snake root~) kann zur Hervorrufung von Schweiß - gegeben werden und zu gleicher Zeit sollte der Körper durch Flaschen - mit heißem Wasser rings herum gelegt, erwärmt werden. Ist das Fieber - stark und der Puls rasend schnell, ist es besser, den Schweiß durch - Nießwurz- (~Veratrum viride~) Tinktur in Dosen von 3 bis 10 Tropfen - alle Stunden hervorzurufen. Der Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) kann - in Dosen von 3 bis 10 Tropfen alle 2 oder 3 Stunden in einem Eßlöffel - voll Wasser gegeben werden, oder folgendes: - - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potassa~) 2 Drachmen. - Gummi Arabicum oder weißer Zucker 2 „ - - Theile es in zwölf Pulver und nehme alle zwei bis drei Stunden eins. - Ein Senfpflaster sollte bei Beginn über die Brust gelegt werden. - Gegen den Husten gebe man, nachdem sich das Fieber gelegt hat, - folgendes: - - Tolu-Syrup (~Syrup of Tolu~) 1 Unze. - Meerzwiebel-Syrup (~Syrup of squills~) ½ „ - Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) 2 Drachmen. - Paregoricum (~Paregoric~) 3 „ - Gummi Arabicum Schleim 1½ Unze. - - Mische es. Dosis: Gelegentlich einen Theelöffel voll. - - Sollte sich der Kranke, nachdem das Fieber nachgelassen hat, schwach - und gedrückt fühlen, so wende man folgendes an: - - Doppeltkohlensaure Soda (~Bicarbonate of soda~) ½ Unze. - Zusammengesetzter Enzian-Aufguß (~Compound infusion - of gentian~) 4 Drachmen. - Colombowurzel-Tinktur (~Tincture of colombo~) 1 Unze. - Orangenschalen-Syrup 1 „ - - Mische es. Dosis: Dreimal des Tags einen Eßlöffel voll. - - Oder auch: - - Salzsaure Eisen-Tinktur (~Muriated tincture - of iron~) 1 Unze. - Rosenwasser 6 Unzen. - Orangenschalen-Syrup 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll in einem Weinglas voll Wasser - nach jeder Mahlzeit. - - Bei Behandlung der typhösen Lungenentzündung gebe man folgendes: - - Brechwurz und Calomel (~Ipecac and Calomel~) von - jedem 6 Grane. - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potash~) ½ oder 1 Drachme. - - Mische, theile es in 12 Pulver und nimm alle 3 Stunden eins. - - Oder: - - Essigsaure Potasche (~Acetate of potassa~) 5½ Drachmen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 „ - - Hinreichend Wasser, um acht Unzen daraus zu machen, löse es auf und - nimm alle 3 oder 4 Stunden einen Eßlöffel voll. - - Folgendes ist ein ausgezeichnetes stärkendes Mittel: - - Kohlensaures Eisen (~Carbonate of iron~) 1 Drachme. - Pulverisirter Rhabarber (~Pulv. rhubarb~) ½ „ - Pulverisirte Aloe (~Pulv. Aloes~) ½ „ - Hopfen-Extrakt (~Extract of hops~) ½ „ - - Mische es und mache dreißig Pillen daraus. Dosis: Eine Pille dreimal - des Tages. - - Oder: - - Chinin (~Quinine~) 1 Skrupel. - Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) 5 Tropfen. - Alcohol 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - Der Husten sollte durch Trinken von Leinsamen-, schlüpfriger Ulme- - oder Eibisch- (Marsh mallow) Thee locker gehalten und zu derselben - Zeit ein Pflaster auf die Brust gelegt werden. - - -Lungenentzündung bei alten Leuten (~Pneumonia in Old People~). - -Diese Krankheit sollte ebenso wie die typhöse Lungenentzündung -behandelt werden. - - -Brustfell-, Rippenfellentzündung, Pleuresie (~Pleurisy~, ~Pleuritis~). - -Dies ist eine Entzündung der Pleura, oder Schleimhaut, welche die Brust -einfaßt und so eine Hülle, welche die Lungen umgiebt, bildet. Sie kann -zu irgend einer Zeit eintreten, wird aber meistens im Frühjahr oder -Winter gefunden. - -+Symptome.+ -- Pleuresie beginnt, wie alle anderen Fieber, mit Frost, -dem Hitze folgt, und allen anderen Fieber-Symptomen. Diesen Symptomen -folgt bald ein heftig stechender Schmerz in der Brust, der durch -tiefes Athemholen erhöht und von schwierigem heftigem Athmen, sowie -von einem trockenen, hackenden Husten begleitet wird; Husten, Athmen, -Herumwerfen, Liegen auf der angegriffenen Seite und auch Druck auf die -Brust erhöht den Schmerz. Dieser Schmerz dauert in der Regel drei bis -vier Tage, dann läßt er nach. - -+Ursachen.+ -- Plötzliche Kälte, die mit dem Körper in Berührung kommt, -Schläge oder Fallen auf die Brust, Unterdrückung gewisser Absonderung, -das nach Innenschlagen von Hautkrankheiten. Pleuresie kann sowohl acut -als auch chronisch sein. Chronische Pleuresie ist in der Regel die -Folge der acuten. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ und ~Bryonia~ sind die beiden Hauptmittel - gegen diese Krankheiten und reichen in den meisten Fällen hin, die - Heilung zu bewirken. ~Aconitum~ ist besonders angezeigt bei folgenden - Symptomen: Heiße Haut, starkes Fieber, schneller und voller Puls, - sowie großer Durst. ~Bryonia~ vorzugsweise, wenn die folgenden - Symptome vorhanden sind: Wangen geröthet, heiß, trocken oder feucht, - kurzer, fliegender Athem, schneller Puls, stechende, schießende oder - brennende Schmerzen in der Seite, welche durch Athmen, Husten und - Bewegung erhöht werden; Athem kurz, ängstlich und schwierig; Gefühl - von Zusammenziehen und Beklemmung der Brust; schmerzhafter Husten - sowohl feucht als auch trocken, große Hitze der Haut, abwechselnd mit - öfterer Kälte oder Frösteln, Schmerz durch Druck verschlimmert. - - ~Mercurius.~ -- Dies Heilmittel kann gegeben werden, nachdem das - Fieber vermittelst anderer Mittel unterdrückt ist, aber dennoch - Nachtschweiße, mehr oder weniger kurzes und schwieriges Athmen - zurückbleiben. - - ~Tartarus Emeticus.~ -- Gesicht geröthet, heiß und trocken, oder - voll mit einem ängstlichen Ausdrucke und mit Schweiß bedeckt. Puls - schnell und schwach oder voll, Athem kurz und schwierig, begleitet - von stechenden oder schießenden Schmerzen, Husten mit Schleimauswurf, - zuweilen mit Blut gemischt, heftiges Herzklopfen, Schwäche und - Hinfälligkeit, Gefühl von Erstickung. - - ~Phosphorus. -- Das Gesicht erscheint blaß, zuweilen roth, Augen - eingefallen und mit blauen Ringen umgeben, Auswurf blutig, scharfe - stechende Schmerzen in der Brust, meistens aus der linken Seite, - Athem fliegend und schwierig, scharfer Schmerz zwischen den Rippen - beim Druck, Herzklopfen. - - ~Arnica~ -- sollte gegeben werden, wenn die Krankheit durch Schläge - oder Fallen auf die Brust veranlaßt wurde. Ist der Kranke des Nachts - schlaflos und unruhig, gebe man ~Coffea~ und ~Belladonna~ abwechselnd - jede Stunde. - - ~Arsenicum.~ -- Bei Ansammlung von Wasser in der Brust und großer - Schwäche. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Von dem gewählten Mittel löse 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe jede Stunde oder alle - zwei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel - voll, wenn nicht andere Vorschriften bei den Mitteln angeführt sind. - Die Kost sollte ebenso wie bei Lungenentzündung sein. - - =Allöopathisch.= Beim Beginn der Krankheit verordne man - Blutentziehung, soweit es der Kranke nur ertragen kann und - wiederhole dies mehrere Male. Die zusammengesetzte virginische - Schlangenwurzel-Tinktur (~Compound tincture of Virginia snake - root~) kann, um Schweiß hervorzubringen, alle halbe Stunden in - Theelöffel-Dosen gegeben werden. Dies wird gewöhnlich sofort - Linderung verschaffen. Man gebe dies in einem Aufguß von Katzenmünze- - (~Catnip~), Balsam- oder Pleuresie- (~Pleurisy~) Wurzel und mache zu - gleicher Zeit warme Umschläge von Hopfen (~Hops~), Rainfarn (~Tansy~) - oder Wermuth (~Wormwood~). Tritt keine Linderung ein, so gebe man ein - Brechmittel von dem zusammengesetzten Pulver der Lobelia (~Compound - tincture of lobelia~) und lasse folgende Verschreibung folgen: - - Pulverisirte Gummi Gutti (~Pulv. gamboge~) 12 Grane. - Pulverisirtes Windenharz (~Pulv. Scammony~) 12 „ - Springgurke (~Elaterium~) 2 „ - Crotonöl (~Croton oil~) 8 Tropfen. - Stechapfel-Extrakt (~Extract Stramonium~) 3 Grane. - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: Jede Stunde eine - Pille bis die Wirkung eintritt. In einigen Fällen, wo der Kranke - bereits nach Bittersalz (~Epsom salts~) oder Salz und Sennesblättern - (~Senna~) abgeführt hat, kann Brechweinstein (~Tartar emetic~) in - Dosen von einem Achtel- bis zu einem Viertel-Gran mit einem halben - bis zu einem ganzen Grane Opium alle zwei oder drei Stunden gegeben - werden. - - Oder folgendes: - - Calomel 6 Grane. - Opium 4 „ - Brechweinstein (~Tartar emetic~) 1½ „ - - Mische und theile es in 12 Pulver. Alle zwei oder drei Stunden nehme - eins in Wasser. Tritt Fieber hinzu, so lasse man Brechweinstein - (~Tartar emetic~) aus und setze mit Opium, so lange der Schmerz - anhält, fort. Um das Auftrocknen der Flüssigkeit innerhalb der Brust - zu beschleunigen, möge folgendes angewendet werden: - - Meerzwiebel-Pulver (~Powder of squills~) ½ Drachme. - Fingerhut-Pulver (~Powder of digitalis~) 8-16 Grane. - - Mische es, theile es in 16 Pulver und nimm dreimal des Tages eins. - - Der zusammengesetzte Wachholdergeist (~Spirit of juniper~) kann - dreimal des Tages in Dosen von 1 bis 2 Theelöffel voll in einem - Weinglas voll Wasser gegeben werden. Besonders gut bei schwachen - Fällen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Zuerst gebe man von der Lobelia-Tinktur - (~Tincture of lobelia~) und von Nro. 6 einen Theelöffel voll, alle - 10 Minuten wiederholt, bis 4 oder 5 Dosen genommen sind. Kann man - Nro. 6 nicht erhalten, so kann die Cayennepfeffer-Tinktur (~Tincture - of cayenne~) angewendet werden. Der Patient sollte ein Fußbad - in warmem Wasser nehmen und gleichzeitig Thee von Wasserdost- - (~Boneset~), Blutwurzel- (~Blood root~) und Pleuresie- (~Pleurisy~) - Wurzel zu gleichen Theilen trinken. In diesem Stadium nehme man ein - Brechmittel aus gleichen Theilen der Lobelia und Brechwurz (~Ipecac~) - zusammengesetzt in dem obengenannten Thee. Wenn aber nach dieser - Behandlung der Schmerz fortdauert und es ist beträchtlicher Husten - vorhanden, so gebe man folgendes: - - Jasmin-Tinktur (~Tincture of gelseminum~) 4 Drachmen. - Eisenhut-Tinktur (~Tincture of aconite~) 24 Tropfen. - - Mische es und gebe alle halbe oder ganze Stunde 30 Tropfen, bis sich - die Wirkung einstellt, d. h. bis sich die Zwischenräume zwischen den - Anfällen verlängern. Anstatt dessen kann auch die zusammengesetzte - Tinktur der virginischen Schlangenwurzel (~Compound tincture of - Virginia snake root~) gegeben werden, um einen gelinden Schweiß zu - erhalten. Ist das Husten stark, so kann es vermittelst des folgenden - bewältigt werden: - - Pleuresie- (~Pleurisy~) Wurzel und Wildkirschbaum-Wurzel (~Wild - cherry root~), von jedem zwei Theile, und von Blutwurzel (~Blood - root~) einen Theil; mache einen Aufguß daraus und gib es öfters - wiederholt in kleinen Dosen. Gegen chronische Pleuresie sollte jede - Woche ein gelindes Brechmittel gegeben und folgendes Blasenpflaster - auf die Brust gelegt werden: - - Burgunder Pech (~Burgundy pitch~) und Bienenwachs zu gleichen Theilen - und ein wenig Harz (~Rosin~). Dies sollte gemischt und während es - warm ist, in ein wenig gepulverte Blutwurzel (~Blood root~), Entenfuß - (~May apple root~) und Kermesbeere (~Poke root~) gerührt werden. Dann - streiche es auf ein Stück Leinwand und mache einen warmen Umschlag, - der eine Woche oder länger liegen bleibt. Potaschen-Iodide (~Iodide - of potassa~) ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen diese Krankheit. - Eine Drachme wird in vier Unzen Wasser aufgelöst und davon ein - Theelöffel voll einmal des Tages genommen. - - -Scheinbare Pleuresie oder Seitenstechen. - -Dies ähnelt der wirklichen Pleuresie sehr, doch ist es in seinem -Ursprung und in seiner Oertlichkeit von derselben verschieden. Es ist -ein rheumatisches Leiden der Brustmuskeln und befindet sich in der -Regel zwischen den Rippen. Der Schmerz wird durch tiefes Athemholen, -durch das Heben der Hände über den Kopf oder durch das Gehen erhöht. Es -rührt theilweise von Erkältung und zuweilen von heftiger Bewegung her. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Warme Umschläge, wie Senfpflaster oder heißes - Wasser wird in der Regel Linderung verschaffen. Hin und wieder ist - Eisenhutsalbe (~Aconite liniment~) oder Eisenhuttinktur (~Aconite - tincture~) erforderlich. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes möge angewendet werden: - - Sassafrasöl (~Oil of sassafras~) und Schierlingöl (~Oil of hemlock~) - von jedem 1½ Unze, Laudanum und Majoranöl (~Oil of origanum~) von - jedem 1 Unze. Mische es und reibe damit den leidenden Theil ein. - - =Homöopathisch.= Wenn irgendwie Fieber vorhanden ist, gebe man alle - halbe oder ganze Stunde eine oder zwei Dosen ~Aconitum~. - - ~Arnica.~ -- Alle zwei Stunden eine Dosis, kann entweder allein oder - abwechselnd mit ~Apis mellifica~ gegeben werden. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn der Patient nach den obigen Mitteln keine - Linderung verspürt. - - ~Nux Vomica.~ -- Stechen in der Seite, bei schmerzhaftem Gefühl an - der Außenseite der Brust zwischen den Rippen nach Druck; schlimmer - bei Athemschöpfen oder irgend einer Bewegung. Wenn zu irgend einer - Zeit der Kranke zu fiebern beginnt, bei Schmerz in den Gliedern, der - Seite und dem Kopfe, so gebe man ~Bryonia~ und ~Rhus Toxicodendron~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Jede halbe Stunde oder alle zwei - Stunden eine Dosis (6 Kügelchen), oder 12 Kügelchen in 12 Theelöffel - voll Wasser aufgelöst. Oefters wird auch ein Senfpflaster oder ein - Säckchen mit erhitztem Salz, über den angegriffenen Theil gelegt, - Linderung verschaffen. - - -Herzentzündung (~Carditis~). - -Ist eine Entzündung der Herzmasse, welche aber selten vorkommt. Wir -finden sie gewöhnlich mit Endocarditis, das ist die Entzündung der -Haut, womit die innere Herzfläche überzogen ist, oder mit Pericarditis, -die Entzündung des Herzbluts, verbunden. Die Symptome all dieser -Krankheiten sind sich sehr ähnlich und die Behandlung ist ein und -dieselbe. - -+Symptome.+ -- Die Krankheit beginnt in der Regel mit den gewöhnlichen -Symptomen des Fiebers, wie Frösteln, Hitze, Trockensein der Haut, -Durst und geröthetes Gesicht. Dem folgt ein fliegendes, unvollkommenes -Athmen und heftige spießende Schmerzen in der Gegend des Herzens. Diese -Schmerzen erstrecken sich zuweilen bis zu den Schultern und werden -durch Bewegung oder durch Sitzen erhöht; es ist ein Gefühl von Vollsein -und Beklemmung in der Brust vorhanden, Herzklopfen nach der geringsten -Bewegung; der Herzschlag ist heftig und unregelmäßig, kurzer, trockener -Husten, Athem sehr schnell und schwierig, das Gesicht ist hager und ein -Ausdruck von großem Leiden spiegelt sich darauf; die Zunge ist weiß -belegt und die Eingeweide sind verstopft. Der Kranke liegt am liebsten -ruhig auf dem Rücken und zuweilen treten Delirium und Ohnmachten ein. - -+Ursachen+ -- dieser Krankheit bestehen in der Regel in Erkältung, -Wunden, Schlägen, Angst oder großer Demüthigung; häufig ist sie auch -die Folge eines heftigen Rheumatismus oder der Gicht. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Zur Hervorbringung von Schweiß - sollte alle halbe oder ganze Stunde ein Theelöffel voll von der - zusammengesetzten Tinktur der virginischen Schlangenwurzel (~Compound - tincture of Virginia snake root~) und gleichzeitig ein warmer - Aufguß der Pleuresie- (~Pleurisy~) Wurzel gegeben werden; damit - sollte zwei bis drei Stunden oder auch länger angehalten werden, - bis Linderung eintritt. Sind die Eingeweide verstopft, so gebe man - die zusammengesetzte Jalappenwurzel-Tinktur (~Compound tincture of - jalap~) und füge jeder Dosis 10 Grane Cremor Tartari (~Cream of - tartar~) bei. Auch lege man Senfpflaster auf die Füße, über die Brust - in der Gegend des Herzens und ebenso auf den Rückgrat. Bewältigt - diese Kur die Krankheit nicht, so sollten mehrere Male des Tages - warme Bäder in Laugenwasser genommen werden, gleichzeitig gebe man - folgendes: - - Jasmin-Tinktur (~Tincture of gelseminum~) 4 Drachmen. - Eisenhut-Wurzel (~Tincture of aconite root~) 1 Drachme. - - Mische es und gebe davon 15 bis 30 Tropfen alle halbe oder ganze - Stunde, bis der Kranke Linderung darnach verspürt. Zur Auftrocknung - der Flüssigkeit innerhalb des Herzens ist ein Aufguß von Haarmoos - (~Haircap moss~) sehr dienlich. Gegen Unruhe, Mangel an Schlaf, mögen - 8 bis 10 Grane des zusammengesetzten Pulvers von Brechwurz (~Ipecac~) - und Opium gegeben werden. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- sollte bei jedem Falle zuerst gegeben - werden. Ebenso ~Bryonia~ bei stechenden Schmerzen in der Brust, durch - Athmen und Bewegung erhöht, sehr schnellem und schmerzhaftem Athem, - trockenem, krampfartigem Husten, scharfem Schmerz, der sich bis - zwischen die Schultern und rückwärts bis zwischen die Schulterblätter - erstreckt. - - ~Digitalis.~ -- Scharfes Stechen und zusammenziehender Schmerz in - der Gegend des Herzens, Herzklopfen durch Sprechen, Bewegung oder - Niederlegen verursacht, ein beängstigendes und beklemmendes Gefühl in - der Brust, häufige Anwandlungen von Ohnmacht, allgemeine Schwäche, - unbehagliches Gefühl auf der linken Seite der Brust, das sich häufig - bis zu den Schultern und Armen ausdehnt. Andere Mittel sind: ~Nux - Vomica~, ~Cocculus~, ~Arsenic~, ~Pulsatilla~ und ~Cannabis~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe jede Stunde, - oder alle zwei, drei bis vier Stunden, der Strenge der Symptome - angemessen, einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Wenn der Kranke von starkem, kräftigem Körperbau - ist, so müssen beim Beginn der Krankheit Aderlässe gemacht werden; - ist aber der Patient schwächlich, so mögen statt dessen Blutegel - in der Gegend des Herzens angesetzt werden. Zuerst gebe man sodann - eine Dosis Bitter- oder Rochellesalz (~Epsom or Rochelle salts~) - oder auch citronensaure Magnesia (~Citrate of magnesia~) und lasse - diesem Calomel (~Calomel~) und Opium -- von jedem ½ Gran -- folgen. - Dreimal des Tages eine Dosis. Wo Rheumatismus die Ursache ist, gebe - man folgendes. - - Kohlensaure Potasche (~Carbonate of potassa~) 2½ Drachmen. - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potassa~) 2½ „ - Wasser 8 Unzen. - - Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. Wenn das - Fieber zunimmt, kann ein Pflaster über das Herz gelegt werden. - Doverische Pulver (~Dover’s powder~) sind bei Unruhe des Nachts - anzuwenden. - - -Herzklopfen. - -Dies ist ein Leiden, das als ein Symptom einer organischen Krankheit -des Herzens betrachtet, oder das einer allgemeinen Nervenschwäche, -Verdauungsschwäche (~Dyspepsia~) oder irgend einer anderen Krankheit -zugeschrieben werden kann. - -+Symptome.+ -- Eine erhöhte, stärkere und schnellere Thätigkeit des -Herzens, ein sehr schneller Schlag und eine flatternde Bewegung, die, -wenn man die Hand auf die Brust legt, deutlich gefühlt werden kann, ist -vorhanden. Kurzathmigkeit, Gefühl von Schmerz in der Nähe des Herzens, -ebenso ein Zusammenziehen quer über die Brust, blasses Gesicht, -Schwierigkeit beim Niederlegen, sehr große Schwäche. - -+Ursachen.+ -- Herzklopfen ist gewöhnlich die Folge von -Verdauungsschwäche (~Dyspepsia~), oder irgend einer Störung der -Verdauungsorgane, auch große geistige Aufregung, Unmäßigkeit, -Nervenschwäche, übermäßige Studien, geschlechtliche Ausschweifungen &c. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Jemand, der davon befallen wird, sollte sich auf seinen - Rücken legen und die Lungen durch tiefe Athemzüge mit Luft füllen. - Personen, die damit behaftet sind, müssen ihre Aufmerksamkeit auf - solche Dinge richten, welche Beschäftigung ohne geistige Erregung - bieten, wie Musik, häusliche Verrichtungen, Zeichnen, Tanzen, - Gärtnerei, Reden und heitere Gesellschaft. Die Kost muß geregelt - werden und sollte nahrhaft aber nicht reizend sein. Starker Thee, - Kaffee, Spirituosen und Tabak sind zu vermeiden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes soll sofortige Linderung - gewähren: - - Castor-Tinktur, Schwefel-Aether und zusammengesetzter Lavendel- - (~Lavender~) Spiritus, von jedem eine Unze. Mische es. - - Dosis: Alle fünf bis zehn Minuten einen Theelöffel voll, bis - Linderung eintritt. - - Fingerhut- (~Digitalis~) Tinktur, in Dosen von 10 bis 15 Tropfen, - drei- bis viermal des Tages wird zuweilen von gutem Erfolg gefunden - werden. Ist Magensäure vorhanden, so gebe man Magnesia, präparirte - Holzkohle (~prepared charcoal~) oder kohlensaures Ammoniak. - Branntwein oder andere Spirituosen mit ein wenig Cayennepfeffer wird - zuweilen sofortige Linderung gewähren. - - =Homöopathisch.= Wenn das Herzklopfen durch Schreck verursacht - wurde, gebe man ~Opium~ oder ~Coffea~. Ist Furcht und Angst die - Ursache, gebrauche man ~Veratrum~. Von plötzlicher Freude, ~Coffea~. - Von Blutverlust oder andern Ausleerungen, ~China~, ~Phosphoric - acid~, ~Nux Vomica~ oder ~Veratrum~. Trifft es nervöse Personen - und hysterische Frauenzimmer, ~Coffea~, ~Ignatia~, ~Chamomilla~, - ~Cocculus~, ~Pulsatilla~, ~Lachesis~ oder ~Veratrum~. Bei - Blutandrang, ~Aconitum~, ~Belladonna~, ~Coffea~, ~Phosphorus~, - ~Opium~ oder ~Ferrum~. Bei Täuschung, ~Aconitum~, ~Ignatia~, ~Nux - Vomica~ oder ~Chamomilla~. Bei jungen, heranwachsenden Leuten - ~Aconitum~ oder ~Pulsatilla~, bei alten ~Arsenicum~ oder ~Lachesis~. - - Leidet Jemand an zeitweiligem Herzklopfen, so sind folgende Mittel - zu geben: ~Pulsatilla~, ~Arsenicum~, ~Lachesis~, ~Aconitum~, - ~Phosphorus~, ~Aurum~ oder ~Sulphur~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen von den gewählten - Mitteln in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle halbe, ganze, 2, 3 - oder 4 Stunden, der Strenge des Anfalls angemessen, einen Theelöffel - voll. Bei chronischen Fällen kann Morgens und Abends eine Dosis des - gewählten Heilmittels gegeben werden. Werden die Kügelchen genommen, - so gebe man 4 bis 6 auf eine Dosis. - - =Allöopathisch.= Liegen dem Herzklopfen Verdauungsschwäche - (~Dyspepsia~), Hysterie oder andere Krankheiten zu Grunde, so ist - die Behandlung der Letzteren erforderlich. Bei Blutmangel gebe man - folgendes: - - Zusammengesetzte Chinarinden-Tinktur (~Compound - tincture of peruvian bark~) 4 Unzen. - Citronensaures Eisen (~Citrate of iron~) 42 Grane. - Citronensäure (~Citric acid~) 20 „ - - Löse die Citronensäure in der Tinktur und füge dann das citronensaure - Eisen hinzu. Lasse die Mischung einige Tage stehen und seihe sie dann - durch. Dosis: ein oder zwei Theelöffel voll. Dies kann durch mehrere - Wochen fortgesetzt werden, bis Besserung eintritt. Mit Kampher - getränkte Opium-Tinktur, in Dosen von einer Drachme gegeben, wird - zuweilen Linderung gewähren. - - -Brustbeklemmung (~Breast Pang~ -- ~Angina Pectoris~) - -ist eine schmerzhafte Nervenkrankheit und kennzeichnet sich durch einen -starken Schmerz in der Gegend des Herzens, die Krämpfe herbeiführt. Sie -sollte von einem Arzte behandelt werden. - -+Symptome.+ Der Schmerz schießt von der Brust durch den Rücken und -in die linke Schulter, zuweilen unter den Arm, und ist begleitet von -großer Beängstigung, Herzklopfen und einem Gefühle von Erstickung. -Das Gesicht wird todtenbleich, der Puls sinkt und die Oberfläche des -Körpers ist mit kaltem Schweiße bedeckt. Zuweilen dehnt sich der -Schmerz über die ganze vordere Seite der Brust aus, steigt bis zum -Kopf und erstreckt sich bis auf die Beine. Dem Patienten scheint es -nicht selten, daß er nicht länger mehr leben kann, wenn nicht alsbald -Linderung eintritt. Zuweilen endigen derartige Anfälle mit Verzuckungen -und Ohnmachten. Der Anfall kann einige Minuten bis eine halbe Stunde -oder auch länger dauern. In den Zwischenräumen der Anfälle ist der -Patient in der Regel frei von jedem Schmerz. - -+Ursachen.+ Zuweilen ist es einer zusammenziehenden oder krampfartigen -Wirkung des Herzens zuzuschreiben und befällt jene, die an -Rheumatismus, Gicht oder Schlagfluß leiden. Oefters hängt es auch -von organischen Krankheiten des Herzens oder der Arterien ab. Die -hervorragendsten Ursachen sind alles das, was die Circulation des -Blutes beschleunigt, den Geist und Körper erregt, Husten, Anstrengung, -Bergaufsteigen und irgend etwas, was die Verdauung stört. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Herzklopfen und große Beängstigung, - Fieberhitze, besonders im Gesicht, schneller Herzschlag bei langsamem - Puls, Stechen und drückende Schmerzen in der Gegend des Herzens, wie - von einer schweren Last, der Patient kann aufrechtstehend nicht gut - athmen. - - ~Belladonna.~ -- Herzklopfen bei unregelmäßigem Puls, große - Beängstigung, Brustbeklemmung. Kann nach ~Aconitum~ oder vor - ~Lachesis~ gegeben werden. - - ~Spigelia.~ -- Heftiges Schlagen des Herzens, mit einem Gefühl von - Erstickung und Brustkrämpfe durch Sitzen und Vorwärtsbeugen der Brust - erhöht. Kann abwechselnd mit ~Pulsatilla~ gegeben werden. - - ~Pulsatilla.~ -- Herzklopfen und große Angst, Verdunklung des - Blickes, schwieriges Athmen, besonders beim Liegen auf der linken - Seite, Angst und brennender Druck im Herzen. - - ~Bryonia.~ -- Schwieriges Athmen in Folge von Stechen in der Brust, - Herzklopfen und sehr starke Beklemmung. Mag nach ~Aconitum~ gegeben - werden, wenn heftige rheumatische Gliederschmerzen sich nach dem - Herzen gezogen haben. - - ~Arsenicum.~ -- Heftiges Schlagen des Herzens bei großer Angst und - Unruhe, große Hitze und Brennen in der Brust bei kalten Gliedern. In - solchen Fällen gebe man es abwechselnd mit ~Veratrum~. - - ~Arnica.~ -- Stechen im Herzen von der linken nach der rechten Seite, - Ohnmachtsanfälle, Zittern des Herzens mit einem Schmerz, als ob es - zusammengedrückt würde. - - ~Lachesis.~ -- Unregelmäßiger Herzschlag, große Beängstigung mit - einer Schwere auf der Brust, große Schwäche. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels - in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe alle halbe oder ganze - Stunde, bis Erleichterung eintritt, einen Theelöffel voll. Wenn nach - Verlauf von 1 bis 2 Stunden keine Linderung eintritt, so wähle ein - anderes Heilmittel und gebe es in derselben Weise. Ein Senfpflaster - kann auf die Brust gelegt, die Füße müssen in heißem Wasser gebadet - und der Kranke sollte wohl zugedeckt werden. - - =Allöopathisch.= Ist der Puls stark und der Kranke vollblütig, sollte - Aderlaß verordnet werden, aber bei Hinfälligkeit und allgemeiner - Schwäche würde dies schädlich sein. Heißer Spiritus und Wasser, - so heiß und so stark als er vertragen werden kann, kann gegeben - werden, dem man eine volle Dosis Schwefeläther (~Sulphuric ether~), - Belladonna-Tinktur und Laudanum oder flüchtiges Salz (~Sal volatile~) - nachfolgen lassen kann. Der Kranke sollte ins Bett gebracht und ein - heißes Senfpflaster oder ein Stück Flanell, mit gleichen Theilen - Terpentinöl (~Spirits of turpentine~) und Ammoniak-Liquor (~Liquor - of ammonia~) befeuchtet, auf die Brust gelegt werden, und zu - gleicher Zeit gebe man 5 Grane Quecksilber (~Mercury~), dem man die - zusammengesetzte Aloe-Tinktur (~Compound tincture of aloe~) 1 Unze, - Jalappenwurzel-Tinktur (~Tincture of jalap~) 2 Drachmen und einen - Aufguß von Sennesblättern (~Infusion of senna~) ½ Unze, folgen - läßt. Gegen Magenblähungen gebe man Pfeffermünz- oder Aniswasser. Bei - Magensäure einen Theelöffel voll Soda in einem Glas voll Wasser, und - wenn der Magen mit unverdauten Speisen angefüllt ist, so gebe einen - Eßlöffel voll gemahlenem Senf (~Ground mustard~), in einem Tassenkopf - voll heißen Wassers umgerührt. Um den Kranken zu beruhigen, mag ein - Sechstel Gran Morphin oder das folgende gegeben werden: - - Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits - of ammonia~) 2 Drachmen. - Aether (~Ether~) 1 Drachme. - Laudanum 20 Tropfen. - Kampher-Spiritus (~Spirits of camphor~) 1 Drachme. - - Mische es und gieb davon so oft als nöthig einen Theelöffel voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Gleiche Theile von Laudanum und Aether - können zuerst gegeben werden, auf eine Dose einen Theelöffel voll in - ein wenig kaltem Wasser. Ein Glas Spiritus und Wasser, so stark, als - man es schlucken kann, mag gegeben werden. In einigen Fällen möge - ein Senfpflaster auf die Brust gelegt und die Füße in warmes Wasser - gestellt werden. Ebenso mag sich auch zusammengesetzte Virginische - Schlangenwurzel-Tinktur (~Compound tincture of virginia snake root~), - in Dosen von ein bis zwei Theelöffel voll, während des Anfalls immer - nach einigen Minuten wiederholt, als zuträglich erweisen, oder - gleiche Theile von Aether, Laudanum und Castor-Tinktur, in Dosen von - einem Theelöffel voll. - - -Lungenbluten (~Bleeding from the Lungs~ -- ~Hæmoptysis~). - -Beim Lungenbluten entleert sich hellrothes, oft schaumiges Blut aus den -Lungen durch die Luftröhre, womit mehr oder weniger Husten und Räuspern -verbunden ist. Lungenbluten kann man vom Magenbluten an der Farbe des -sich entleerenden Blutes unterscheiden. Kommt dasselbe aus dem Magen, -so ist dessen Farbe dunkelroth; auch ist die Quantität bedeutender und -gewöhnlich mit andern Substanzen aus dem Magen vermischt. - -+Symptome.+ Dem Lungenbluten geht gewöhnlich ein Druck in der Brust -und Schwierigkeit des Athmens voraus. Das Gesicht ist erröthet, der -Patient ängstlich, verspürt unter dem Brustbein Schmerz, Hitze oder -Prickeln und im Mund einen salzigen, bitteren Geschmack. Ehe sich das -Blut entleert, fühlt der Kranke im oberen Theile der Luftröhre Kitzeln, -was Husten und Räuspern hervorruft und worauf die Blutaussonderung -stattfindet. Das Bluten mag mit Frösteln und Schmerzen im Kreuz und -Rücken, Müdigkeit in den Gliedern und vollem, schnellem Puls beginnen. -Die Quantität des entleerten Blutes mag blos einige Tropfen oder so -viel betragen, daß dadurch der Tod eintritt. - -+Ursachen.+ Lungenbluten kann durch Herzkrankheiten oder dadurch, -daß Blutgefäße in den Lungen geborsten, verursacht werden. Die -fernerliegenden Ursachen sind -- heftige Anstrengung, übermäßig lautes -Singen, das Einathmen störender Substanzen, eine enge, verkrüppelte -Brust, die Unterdrückung gewöhnlicher Entleerung und Auszehrung. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Man bringe den Patienten ins Bett und lege ihn so, - daß Kopf und Schultern nicht höher als die andern Körpertheile - liegen, entferne die Kleider, damit dieselben den Kranken nicht am - Athmen hindern, und halte das Zimmer gut ausgelüftet. Der Patient - muß vollkommen ruhig liegen, und Körper wie Gliedmaßen so wenig - als möglich bewegen, auch sollte er versuchen, den Husten zu - unterdrücken, und man muß auf alle Weise vermeiden, daß er aufgeregt - wird. - - =Allöopathisch.= Ein voller Theelöffel voll Kochsalz verfehlt selten, - dem Bluten eine Zeitlang Einhalt zu thun. Wiederholen sich die - Anfälle, so kann man das folgende eingeben: - - Essigsaures Blei (~Acetate of lead~) 2 Grane. - Opium ½ Gran. - - Dies ist in einer Dosis zu geben und alle zwei, drei oder vier - Stunden mehrere Tage hintereinander zu wiederholen. Eis und Alaun - (~Alum~) jedes allein oder zusammen, mag man im Mund während der - Dauer der Anfälle schmelzen lassen. - - In manchen Fällen mögen, nachdem der Stuhlgang mittelst 3 oder 4 - Grane Calomel geordnet ist, 15 bis 20 Tropfen verdünnte Schwefelsäure - in Wasser drei- oder viermal des Tages, oder das folgende gegeben - werden: - - Pulverisirter Alaun (~Alum in powder~) 1½ Drachmen. - Zusammengesetzter Rosenaufguß (~Compound - infusion of roses~) 7 Unzen. - Rosensyrup (~Syrup of roses~) 1 Unze. - - Mische dieses. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle 3 oder 4 Stunden. - Leidet der Kranke viel von Hitze und Fieber, so verordne man - folgendes: - - Citronensäure 1 Drachme. - Doppeltkohlensaures Kali (~Bi-carbonate of potash~) 4 Skrupel. - Salpeter (~Nitre~) 2 „ - Zimmetwasser 2 Unzen. - Wasser 4 „ - - Mische dieses. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle 4 oder 6 Stunden. Zur - selben Zeit verordne man folgenden Trank: - - Weinsteinrahm (lat. ~Cremor tartari~; engl. ~Cream of tartar~) ½ - Unze; eine halbe Citrone, wobei auch der Saft der Schaale zu benutzen - ist; genug Zucker, um diese Mischung zu versüßen und zwei Pinten - kochendes Wasser. Rühre das Ganze zuweilen, bis die Masse kalt ist. - - Ist der Patient schwach, so gebe man das folgende: - - Galläpfelsäure (~Gallic acid~) 2½ Drachmen. - Zimmtsyrup (~Syrup of cinnamon~) 4 Unzen. - - Mische. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle 2, 3 oder 4 Stunden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man mag einen Theelöffel voll Kochsalz - oder Terpentingeist (~Spirits of turpentine~) verordnen und diese - Dosis alle 20 oder 30 Minuten wiederholen, bis dem Bluten Einhalt - gethan ist. Ist der Kranke unruhig und ruhelos und die Blutentleerung - bedeutend, so verordne man das folgende: - - Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 5 Grane. - Brechwurz (~Ipecac~) 1 Gran. - Opium ½ „ - - Dies ist in einer Dosis zu geben und man hat damit alle halbe, - oder 1 oder 2 Stunden zu wiederholen. Man empfiehlt starken, aus - virginischem Wolfsfuß, auch Wasserandorn (~Bugle weed~) bereiteten - Thee, und der Kranke sollte, um eine Wiederholung der Blutungen zu - verhüten, eine Pinte des Tages kalt trinken. - - Können die oben angegebenen Mittel nicht beschafft werden, so - gebrauche man folgendes: - - Zimmt-Tinktur, Rhatania-Tinktur (~Tincture of rhatany~) und - Terpentingeist; von jedem eine Unze. - - Dosis: Einen Theelöffel voll so oft als es erforderlich ist. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Wenn den Anfällen ein Gefühl der - Anfüllung in der Brust oder Blutandrang in der Brust vorangeht, mit - brennendem Schmerz, Herzklopfen, Ruhelosigkeit und Aengstlichkeit - beim Liegen, bleiches Gesicht, bedeutende Blutentleerungen, selbst - dann, wenn der Husten nur unbedeutend ist. - - ~Ipecac.~ -- Häufiger, kurzer Husten, Blutgeschmack im Munde, - Uebelkeit und Schwäche, mit Blut vermischte Schleimaussonderung. - - ~Arsenicum.~ -- Herzklopfen mit großer Aengstlichkeit, trockene Hitze. - - ~Opium.~ -- Namentlich für Personen geeignet, welche gerne Branntwein - trinken und wenn der Patient schaumiges, dickes Blut ausspeit, der - Husten ist schlimmer, nachdem der Kranke etwas verschluckt hat; Druck - und Aengstlichkeit, schwache Stimme, Schläfrigkeit mit ängstlichem - Auffahren, kalte Gliedmaßen, Hitze in der Brust. - - ~Nux Vomica.~ -- Ist nach ~Opium~ und ~Ipecac~ oder ~Arsenic~ zu - gebrauchen, namentlich wenn den Kopf affizirender und durch Prickeln - in der Brust verursachter Husten vorhanden ist, oder wenn die Blutung - durch Erkältung oder Hartleibigkeit hervorgerufen wurde. - - ~China.~ -- Wenn der Patient viel Blut verloren, oder wenn der Husten - heftig, trocken, hohl und schmerzhaft ist und der Kranke einen - Blutgeschmack im Munde hat; Frösteln und abwechselnd Hitze, Schwäche, - Ohnmachten und Augenschwäche. - - ~Ferrum.~ -- Mag nach ~China~ gegeben werden, wenn letzteres - Heilmittel Linderung verschafft, aber immer noch ein leichter Husten - mit etwas Blutspeien vorhanden ist, wobei sich hellrothes Blut - entleert, und wenn der Kranke zwischen den Schulterblättern Schmerz - fühlt und beim Athmen Schwierigkeit hat. - - ~Hyosciamus.~ -- Bei Nacht trockener Husten mit Blutspeien, öfteres - plötzliches Erwachen und Auffahren. - - ~Pulsatilla.~ -- In hartnäckigen Fällen, wenn der Kranke sehr - dunkles, klumpsiges Blut auswirft und zwar Morgens und Abends in - größeren Quantitäten. Hauptsächlich für Frauenzimmer zu gebrauchen. - - ~Arnica.~ -- Langsame Entleerungen schwarzen, klumpsigen Blutes mit - stechendem, brennendem Schmerz, Hitze in der Brust, Herzklopfen, - Schwierigkeit beim Athmen. Wenn die Blutung durch Beschädigung, z. B. - einen Fall, Streich, schweres Heben hervorgerufen wurde, und wenn der - Auswurf hellroth und schaumig ist; räuspernder Husten, Prickeln unter - dem Brustbein. Dieses Mittel mag manchmal abwechselnd mit ~Aconitum~ - gegeben werden. - - ~Belladonna.~ -- Husten und Prickeln im Halse mit Blutung; Gefühl des - Vollseins in der Brust, welches von Blut herzurühren scheint, mit - drückendem oder schießendem Schmerz; bei Bewegung verschlimmert sich - der Zustand des Kranken. - - ~Hamamelis.~ -- Husten und Blutung mit schwefelartigem Geschmack - im Munde; dumpfer Schmerz im Vorderkopf; beim Erwachen kitzelnder, - prickelnder Husten mit blutigem Geschmack; schwieriges Athemholen; - Druck in den untern Theilen der Brust und Gefühl des Vollseins im - Kopf und Hals. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Man löse 12 Kügelchen in 12 - Theelöffel voll Wasser und gebe alle 10 oder 20 Minuten einen - Theelöffel voll, bis die Blutung aufhört. Später gebe diese Dosis - alle 3, 4, 5 oder 6 Stunden. ~Aconitum~ ist das geeignetste - Heilmittel und hat man in allen Fällen mit demselben zu beginnen - und darauf ~Ipecac~, ~Arsenic~, ~Opium~, ~Belladonna~ &c. folgen zu - lassen. Mittelst eines Stücks Linnenzeug mag kaltes Wasser auf der - Brust applizirt werden. Die Kost des Kranken soll aus kalten Speisen - bestehen, wobei alle spirituosen und erregenden Nahrungsmittel oder - Getränke wegzulassen sind. Reis und Gerstenwasser (~Barley water~) - mit Himbeerensyrup (+Raspberry syrup+), Limonade &c. sind sehr zu - empfehlen. - - -Engbrüstigkeit (~Asthma~). - -Engbrüstigkeit ist ein Lungenübel, welches dadurch gekennzeichnet -wird, daß der Kranke krampfhaften Anfällen von Schwerathmigkeit -ausgesetzt ist, wobei das Athemholen einen keuchenden, schnarrenden -Ton verursacht. Die Anfälle treten gewöhnlich bei Nacht ein. Es gibt -zwei hauptsächliche Arten des Asthmas, nämlich das nervöse, krampfhafte -(~dry, nervous or spasmodic~) und das feuchte, schleimige Asthma. Das -erstere überfällt den Patienten plötzlich und tritt sehr heftig auf; -die Brust wird zusammengezogen; leichter Husten mit nur wenig Auswurf. -Die andere Art, das feuchte, schleimige Asthma (~humid or moist -asthma~) tritt allmählig mit Schwerathmen, heftigem Husten und vielem -Auswurf ein. - -+Symptome.+ Vor dem Anfall verspürt der Patient gewöhnlich eine Art -Vollsein in der Magengegend mit Schläfrigkeit, Schwäche, Kopfweh -und Uebelkeit. Ueber die Brust fühlt er sehr beengt, athmet schwer -und sein Athmen bringt einen keuchenden Ton hervor. Die Anfälle -treten gewöhnlich des Nachts ein, nachdem der Betreffende zu Bett -gegangen ist. Oft wird er nach dem Husten von so bedrückendem Gefühl -heimgesucht, daß er sich an ein offen stehendes Fenster flüchten -muß, um frische Luft zu schöpfen. Das Athmen ist schwerfällig und -langsam, das Gesicht purpurartig gefärbt und aufgeblasen, oder blaß -und eingefallen; die Zunge ist belegt und der Körper mit kaltem -Schweiß bedeckt; die Füße sind kalt, der Puls schwach, der Patient hat -Herzklopfen und erbricht sich manchmal. Diese Symptome dauern mehrere -Stunden, und des Morgens wird der Kranke ziemlich wohl fühlen, obgleich -die Beengung über die Brust und das Schwerathmen nicht weichen, so daß -Zeichen für die Wiederholung des Anfalls vorhanden sind, die öfters -dann auch des Abends eintritt. - -+Ursachen.+ -- Engbrüstigkeit mag von einer Zusammenziehung der -Muskel-Fibern der Luftröhre herrühren und durch Erkältung, feuchte -Luft, plötzliche Witterungsveränderung, das Einathmen ungesunder, -störender Dünste oder staubiger, rauchiger Luft, heftige geistige -Aufregung, übermäßige Anstrengung &c. verursacht werden. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Lobelia-Tinktur (~Tincture of lobelia~) - ist gegen diese Krankheit das hauptsächlichste Heilmittel. Auch kann - Senf -- ein Theelöffel voll eine Dosis -- gegeben werden, falls - Lobelia nicht beschafft werden kann. Das folgende hat nicht allein - schon öfters den Krampfanfällen Einhalt gethan, sondern auch die Kur - bezweckt: - - Lobeliasame (~Lobelia seed~) 1 Unze. - Stinkkohl (~Skunk cabbage balls~) 1 „ - Preiselbeerrinde (~High cranberry bark~) 2 Unzen. - Stechapfelsame (~Stramonium seed~) ½ Unze. - Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) ½ „ - Alcohol 5 Pinten. - - Mische diese und lasse die Mischung zwei Wochen lang stehen, während - welcher Zeit dieselbe oft geschüttelt werden muß. Dosis: Von 20 zu 60 - Tropfen dreimal des Tages oder während der Anfälle so oft als nöthig - ist. - - Pulverisirtes Alaun (~Powdered alum~) -- ein Theelöffel voll mit - Molasses, welche Dosis alle 15 Minuten so lange wiederholt wird, bis - das Mittel wirkt, ist eine erfolgreiche Medizin. - - Gebraucht man getrocknete Lobeliablätter, so sollte eine Unze - derselben in einem Pint Wasser erweicht und dem Patient alle 15 - Minuten ein Eß-Löffel voll gegeben werden, bis Erbrechen eintritt. - - Auch leistet Meerzwiebel-Syrup (~Syrup of squills~) in - Theelöffel-Dosen -- alle halbe Stunde zu geben, oft gute Dienste. - - Ein sehr wirksames Mittel ist ein mit 30 Tropfen Laudanum in einem - Weinglas voll Wasser vermischter Theelöffel voll Aether (~Ether~). - Dieses Mittel sollte aber blos alle 4 oder 6 Stunden gegeben und - nicht mehr als zwei Dosen sollten hintereinander verordnet werden. - - Gegen das krampfhafte Asthma hat man folgendes empfohlen: - - Tauche unglasirtes Papier in Salpeterauflösung und lasse das Papier - 15 oder 20 Minuten lang in derselben; sodann falze und trockne - dasselbe in einem Backofen und bewahre es zum Gebrauch auf. Sobald - der Anfall eingetreten, zünde das eine Ende des Papiers in dem Zimmer - des Patienten, das wohl verschlossen sein muß, an, damit er den durch - das Verbrennen entstehenden Rauch einathmet. - - Oefters schafft ein starkes, auf Brust und Magen gelegtes - Senfpflaster Linderung. Das folgende wird empfohlen: - - Aether, Castor-Tinktur und Opium-Tinktur, von jedem 1 Unze. - Mische es. Dosis: einen Theelöffel voll, so oft die Symptome dazu - veranlassen. Treten die Anfälle zu bestimmter Zeit ein, so wird das - folgende gut empfohlen: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 1 Skrupel. - Stechapfel-Extrakt (~Extract of stramonium~) 1 „ - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 2 Grane. - Brechwurz (~Ipecac~) 6 „ - Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 20 „ - - Mische und bereite 12 Pillen daraus. Dosis: eine Pille drei- oder - viermal des Tages. Manchmal wird Linderung verschafft, indem der - Patient Stechapfelblätter raucht. - - =Homöopathisch.= ~Pulsatilla.~ -- Für Personen mit sanftem - Temperament, heller Hautfarbe, hellen Haaren und Augen, und - wenn das Asthma durch Unterdrückung des Hautausschlags, oder - Unterdrückung oder Störung der Menstruation, oder durch Einathmung - von Schwefeldunst verursacht wurde. Die Symptome sind -- kurzes, - erstickungsartiges und schwieriges Athmen, dicht belegte Zunge, - widerlicher Geruch des Athmens, bleiches und oft geröthetes Gesicht, - krampfhaftes, aber nicht bedeutendes Zusammenziehen der Brust, kurzer - krampfhafter Husten, Uebelkeit, Schmerz im Vorderkopf. - - ~Ipecac.~ -- Nächtliche Erstickungsanfälle und krampfhafte - Zusammenziehung des Halses, durch Schleimansammlung verursachtes - Röcheln, kurzer, trockener Husten, große Aengstlichkeit, Todesfurcht, - Erregung, kalte Gliedmaßen, Herzklopfen, Uebelkeit, Erbrechen. - - ~Arsenicum.~ -- Schwerathmen nach dem Essen und Druck in der Brust, - Verschlimmerung durch Bewegung, wenn der Patient z. B. geht, eine - Treppe steigt, lacht &c., Brustzusammenziehung, Brennen im Magen, - Uebelkeit und Erbrechen, entweder blasses oder geröthetes Gesicht, - schmerzhaftes Brennen im Hals. - - ~Nux vomica.~ -- Druck und Zusammenziehung in der Brust, - Verschlimmerung der Symptome bei Nacht oder nach dem Gehen oder - Essen, oder wenn der Patient liegt. Hitze und Brennen in der Brust, - Herzklopfen, kurzer, trockener, krampfhafter Husten, Sodbrennen. - - ~Lobelia.~ -- Wenn dem Anfall ein Prickeln im ganzen Organismus - entweder vorangeht oder dasselbe während des Anfalls vorhanden ist; - kurzes, röchelndes, ängstliches Athmen, Uebelkeit und Erbrechen, - Schwindel und Kopfweh, krampfhafter Husten, Zittern der Gliedmaßen, - kalte Schweiße. - - ~Phosphorus.~ -- Wenn die Engbrüstigkeit sich Abends oder während - sich der Patient Bewegung macht, verschlimmert; Blutandrang in der - Brust, mit Stechen, Vollheit oder Hitze im Halse und Herzklopfen. - - ~Tartar emetic.~ -- Für ältere Personen und Kinder, namentlich wenn - Abends fürchterliche Erstickungsanfälle mit Röcheln und Keuchen in - der Brust eintreten. Kann abwechselnd auf ~Phosphorus~ gegeben werden. - - ~Belladonna.~ -- Blutandrang in den Lungen, Stiche unter dem - Brustbein, Vollheit in der Brust, nächtlicher trockener Husten; - manchmal tiefes und dann wieder schnelles, kurzes Athmen, - Erstickungsgefühl mit Verlieren des Bewußtseins. - - ~Aconitum.~ -- Für leicht erregbare, empfindsame Personen, und wenn - das Asthma leicht durch geistige Erregung verursacht wird. - - ~Bryonia.~ -- Wenn das Uebel durch Bewegung und des Nachts schlimmer - wird; Schmerzen in der Brust. Mag auf ~Ipecac~ folgen. - - ~Coffea.~ -- Wenn durch plötzliche Freude hervorgerufen; kurzer, - trockener Husten. - - ~Opium.~ -- Erstickungshusten mit blaurothem Gesicht, tiefes, - röchelndes Athmen; namentlich wenn durch Furcht verursacht. - - ~Ignatia.~ -- Wenn durch Furcht oder Entrüstung verursacht; - namentlich für Frauenzimmer; Mangel an Luft beim Gehen, beim Ruhen, - Husten. - - ~Spongia.~ -- Mangel an Luft, Erstickungsanfälle auf jegliche - Bewegung, Hitze im Gesicht, Blutandrang nach Brust und Gesicht. - - ~Veratrum.~ -- Erstickungsanfälle beim Aufstehen und während des - Gehens; mag ~Ipecac~, ~Arsenicum~ oder ~China~ folgen. - - Andere Heilmittel sind ~Cocculus~, ~Chamomilla~, ~Cuprum~, ~Lachesis~ - und ~Silicea~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen der gewählten Arznei - in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll - alle halbe, alle 1, 2, 3 oder 4 Stunden, je nach der Heftigkeit - der Symptome. Bei chronischen Fällen gebe einen Theelöffel voll - zweimal des Tages, bis Besserung erfolgt. Mittelst nasser Tücher und - Binden mag man auf Brust und den Unterleib während der Nacht Wasser - appliziren. Hierdurch wird manchmal dem Anfall vorgebeugt. Der Kranke - sollte sich öfters in kaltem Wasser waschen und sich Bewegung in - frischer Luft machen. - - +Kost.+ Personen, die mit Asthma behaftet sind, dürfen weder Kaffee, - noch Fleisch, noch fettige Speisen genießen, sondern müssen leichte - aber nahrhafte Nahrungsmittel wählen. - - =Allöopathisch.= Das folgende ist empfohlen: - - Jod (~Iodine~) 6 Grane. - Jod-Kalium (~Iodide of potassium~) 12 „ - Brechwurz-Tinktur (~Tincture of Ipecac~) 1 „ - Tolubalsam-Tinktur (~Tincture of Balsam of Tolu~) 6 Drachmen. - Aetherische Schierling-Tinktur (~Ethereal tincture - of conium~) 1½ „ - Alcohol ½ Pint. - - Mische es. Dosis: ein bis zwei Theelöffel voll alle 10 oder 15 - Minuten in etwa einem Gill heißen Wasser einzuathmen. Zur selben Zeit - gebrauche das folgende: - - Jod-Kalium (~Iodide of Potassium~) 1 Drachme. - Sarsaparillasyrup 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: zwei Theelöffel voll dreimal des Tages. - - Das folgende ist manchmal ausgezeichnet: - - Lobelia-Tinktur und Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~), eine halbe Unze - von jedem. - - Mische es. Dosis: einen halben Theelöffel voll jede halbe Stunde, bis - Uebelkeit und Auswurf erfolgt. - - Tabakrauchen oder das Rauchen der Stechapfelblätter wird in manchen - Fällen ganz besonders empfohlen, sowie das Einathmen der Luft, in - welcher Papier verbrannt wurde, das in Salpeterauflösung getaucht - worden. - - -Brustwassersucht (~Dropsy of the Chest -- Hydrothorax~). - -Brustwassersucht wird durch Wasseransammlung in der Brust -gekennzeichnet. Die Krankheit mag allein oder in Verbindung mit -Wassersucht überhaupt vorkommen. Sie wird gewöhnlich durch irgendwelche -vorhergehende Störung in den Lungen, im Herzen oder im Brustfell, oder -der das Herz umgebenden Haut verursacht. Diese Krankheit sollte von -einem tüchtigen Arzte behandelt werden. - -+Symptome.+ Große Schwierigkeit beim Athmen, was bei Anstrengung oder -während der Nacht sich noch verschlimmert. Der Patient kann nicht auf -der von der Krankheit noch nicht erfaßten Seite liegen; schmerzhafter -Druck in der Brust, bleiches, manchmal purpurrothes Gesicht, öfters -Frösteln, kurzer, trockener Husten, Schwere in der Magengrube, -Herzklopfen, unruhige Träume, von welchen der Kranke mit einem Gefühl, -als müßte er ersticken, aufwacht. Manchmal findet sich in beiden Armen -eine Art Gefühllosigkeit; die Augen sind starr, die unteren Augenlider -sind häufig geschwollen, der Hals ist trocken. Mit der Vermehrung des -Wassers verschlimmern sich die Symptome, und der Patient muß endlich -in aufrechter Stellung verbleiben; die Hände, Arme und Füße schwellen -an und werden kalt, Schläfrigkeit und Delirium treten ein und der Tod -mag, verursacht durch einen Schlaganfall, plötzlich erfolgen; oder der -Kranke mag nach und nach an Erstickung sterben. - -+Ursachen.+ Erkältung, Verletzungen, Herz-, Leber- oder -Magenkrankheiten, unmäßiger Genuß geistiger Getränke &c. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Arsenicum.~ -- Blasse, kränkliche Gesichtsfarbe, - Wangen, Lippen und Augenlider schlaff und aufgedunsen, trockener Mund - und Zunge, Herzklopfen, Ohnmacht, Schwerathmen während des Gehens und - nach dem Niederlegen, beängstigender Druck in der Brust, Brennen und - Summen in den Ohren und im Kopfe, Appetitlosigkeit, Träume, Störung - im Schlaf, Frösteln. - - ~Apis Mellifica.~ -- Schwieriges und ängstliches Athmen, Schmerz und - Empfindsamkeit im Unterleib, welcher durch Druck heftiger wird, die - Symptome verschlimmern sich, wenn der Patient niederliegt. Dies ist - ein sehr werthvolles Mittel gegen diese Krankheit. - - ~Digitalis.~ -- Zu gebrauchen, wenn Brustwassersucht von - Herzkrankheit herrührt. - - Andere Mittel sind: ~Bryonia~, ~China~, ~Hellebore~, ~Asparagus~, - ~Cantharides~, ~Mercurius~, ~Apocynum~ und ~Cannabis~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll alle eine, zwei, drei oder - vier Stunden, je nach den Symptomen. - - =Allöopathisch.= Man sollte die Brust mit Jod-Tinktur (~Tincture of - iodine~) überstreichen und die Wundheit zu erhalten suchen. - - Das folgende Abführungsmittel möge verordnet werden: - - Pulverisirter Gummi Cambaja (~Pulv. gamboge~) 12 Grane. - Elaterium 2 „ - Castoröl 8 Tropfen. - Stechapfel-Extrakt (~Extract of stramonium~) 3 Grane. - - Mische und bereite 12 Pillen. Dosis: eine Pille alle Stunde, bis die - Arznei wirkt. - - Oder dieses: - - Pulverisirte Jalappe (~Powdered jalap~) 12 Grane. - Cremor Tartari 2 Drachmen. - - Mische es. Auf einmal in Syrup oder Molasses zu nehmen. - - Zu gleicher Zeit nehme das folgende: - - Fingerhut-Aufguß (~Infusion of digitalis~) 4 Unzen. - Essigsaures Kali (~Acetate of potash~) 2 Drachmen. - Süßer Salpetergeist (~Sweet spirits of nitre~) 2 „ - Zimmetwasser 1½ Unzen. - - Mische dieses. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle drei oder vier Stunden. - - Jod-Kalium (~Iodide of potassium~) in folgender Weise verordnet, ist - ein ausgezeichnetes Mittel. - - Jod-Kalium 1 Unze. - Flüssiger Pipsissewa-Extrakt 2 Unzen. - Wasser ½ Pint. - - Dosis: Einen Theelöffel voll alle drei oder vier Stunden. - - Jod-Kalium kann auch allein in Dosen von fünf oder sechs Granen - verordnet werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Löwenzahn (~Dandelion~) wird gegen - diese Krankheit empfohlen, und sollte dieses Mittel folgendermaßen - zubereitet werden: - - Man wasche die Wurzeln, schleiße so viele derselben als man in beide - Hände nehmen kann und koche sie zwei oder drei Stunden in siedendem - Wasser. Während des Tages sollten zwei oder drei Tassen voll der - Abkochung getrunken werden. Auch der Ginster (~Broom~) ist ein - werthvolles Heilmittel. Man gebraucht die grünen Enden der Pflanze, - indem man eine Hand voll derselben mit einem Pint kochenden Wasser - überschüttet und das betreffende Gefäß mehrere Stunden lang nahe - bei dem Feuer stehen läßt. Dosis: Eine Theetasse voll zweimal des - Tages. Hie und da sollte, um den Stuhlgang in Ordnung zu halten, - eine Dosis Bittersalz oder Cremor Tartari verordnet werden. Das - Jod-Kalium (~Iodide of potassium~) in Dosen von fünf oder sechs - Granen wird sehr empfohlen. Ebenfalls wird gesagt, daß die Rinde - der Weinrebe wunderbare Kuren bewirkt habe. Die Rinde wird zu Asche - verbrannt und ein Theelöffel voll derselben in einem Weinglas voll - oder mehr Catawbawein dreimal des Tages gegeben. Die Dosen sollten je - nach Umständen vermindert oder vermehrt werden. Einen vom Patienten - beständig zu gebrauchenden Trank bereitet man wie folgt: - - ~Hair-cap moss~ 2 Unzen. - Zwerg-Flieder Rinde (~Dwarf elder bark~) 1 Unze. - Wachholderbeeren (~Juniper berries~) 1 „ - - Bereite einen starken Aufguß und nehme ein halbes bis ein Weinglas - voll alle Stunden, oder wenn immer der Kranke durstig ist. - - Folgendes ist ein ausgezeichnetes Rezept: - - Senf ½ Unze. - Wachholderbeeren (~Juniper berries~) 1 „ - Rosenrothe Apocynum-Wurzel (~Milkweed root~) 1 „ - Meerrettig (~Horse-radish root~) 1 „ - Schwarze Flieder-Rinde (~Black elder bark~) 1 „ - Alraun- (auch Schlafapfel-) Wurzel (~Mandrake root~) 1 „ - Zwerg-Flieder Wurzel oder Rinde (~Dwarf elder root - or bark~) 1 „ - Bittersüßwurzel-Rinde (~Bitter sweet bark from the - root~) 1 „ - - Presse dieses und füge eine Gallone gegohrenen Cider hinzu. Dosis: - Ein Weinglas voll dreimal des Tages vor dem Essen. - - -Auszehrung (~Consumption, Phthisis Pulmonalis~). - -Unter Auszehrung versteht man im Allgemeinen die Abnahme des Körpers -aus irgend einer Ursache; gewöhnlich aber gebraucht man den Namen nur -mit Hinsicht auf die Lungenauszehrung, die durch die Erkrankung der -Lungen verursacht wird. - -+Symptome.+ -- Die gewöhnlichen Symptome sind Husten, Brustschmerzen, -Fieber, heiße Hände, Füße und Wangen, Veränderung der Stimme, gekrümmte -Nägel, Ausfallen des Haares &c. - -Anfänglich ist der Husten trocken und leicht und tritt öfters nur -des Morgens nach dem Aufstehen oder bei irgend einer Anstrengung -ein; Schwerathmen, dünner oder schaumiger, dem Schleim ähnlicher -Auswurf. Mit dem Fortschritt der Krankheit verursacht das Athmen mehr -Schwierigkeit und der Husten wird heftiger und schmerzhafter, die Haut -ist roth und heiß, in dem Innern der Hand und öfters auch auf den -Fußsohlen, verspürt der Patient ein brennendes Gefühl, der Appetit ist -verschieden und der Patient in dieser Hinsicht launisch, der Stuhlgang -unregelmäßig. Bei noch weiterem Fortschritt der Krankheit wird der -Husten immer heftiger und das Athemholen schwieriger; gegen Abend -tritt öfters Frösteln ein, während bei Nacht die Haut heiß ist und -sich gegen Morgen Schweiß zeigt, das Gesicht ist gegen Abend bedeutend -geröthet, der Appetit verliert sich, die Gesichtszüge sind scharf, in -der Brust fühlt der Kranke eine Zusammenziehung und Druck und öfters -auf beiden Seiten Schmerz. In diesem Stadium tritt häufig Lungenbluten -ein, oft auch hartnäckige Diarrhöe und der Kranke leidet von Schmerz in -den Gedärmen, hektischem Fieber und Durst. Je mehr sich die Krankheit -entwickelt, desto mehr verschlimmern sich die Symptome. Der Husten -hört beinahe nie auf und ist sehr schmerzhaft, die Gesichtszüge werden -sehr scharf, die Augen sind eingesunken, das Haar fällt aus, die Nägel -stehen einwärts gebogen, die Stimme wird schwach und heiser, Füße und -Aenkeln schwellen an und der Patient stirbt allmählig an Erschöpfung, -oder an plötzlichem Blutandrang in den Lungen, oder am Lungenbluten, -oder aus anderen Ursachen. - -+Ursachen.+ -- Diese Krankheit ist gewöhnlich erblich. Andere Ursachen --- alles was überhaupt den Körper schwächt und einen geschwächten -Zustand des Organismus hervorruft, z. B. große Aengstlichkeit, Trauer, -Enttäuschung, übermäßige Anstrengung, Befriedigung der Leidenschaften, -zu frühe Geistesanstrengung, Wohnen in feuchten, nicht gelüfteten -Zimmern, festes Schnüren und Gebrauch ungeeigneter Medizinen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Kost muß bei der Behandlung bedeutende - Berücksichtigung finden und sollte die Nahrung kräftig und leicht - verdaulich sein. Ochsenfleisch sollte allen anderen Fleischspeisen - vorgezogen und halb gar (~rare~) genossen werden; auch sind - Hammelfleisch, junges Geflügel, mürbes Wildpret, weichgekochte Eier, - Milch, Bier und Fisch zulässig. Leichte Mahlzeiten sind jederzeit - besser, als wenn der Patient zu viel ißt. Als Getränk mag Milch, - Wasser, Thee oder Cocoa gebraucht werden. Der Kranke sollte sich oft - Bewegung im Freien machen, wozu das Reiten sehr dienlich ist; jedoch - darf er bei dieser Bewegung nie erschöpft werden. Sehr dienlich ist - es, wenn man Brust und Schultern täglich mit Essig und Wasser wäscht - oder besprengt, wobei die Flüssigkeit anfänglich warm zu machen ist, - nach und nach gebraucht man sie etwas kälter, bis sie endlich ganz - kalt in Anwendung kommen kann. Das Schlafzimmer sollte groß und gut - ausgelüftet sein. Der Kranke darf weder der Kälte noch plötzlichem - Witterungswechsel bloßgestellt werden. Auf der Brust sollte er - Baumwollen- oder Wollenstoffe oder Pelzwerk tragen. Der Aufenthalt in - mildem Klima ist dem in irgend einem andern vorzuziehen. Man sagt, - daß New Mexiko oder das nördliche Texas den Auszehrenden am besten - zusagt; sowie auch Minnesota, Florida und Cuba. In Europa suchen die - Auszehrenden Pau und Biarritz in Frankreich, oder Malaga, Malta, - Sorrento, Palermo, Algier und Madeira auf. - - =Allöopathisch.= Leberthran (~Cod liver oil~) ist bei der Behandlung - der Auszehrung sehr werthvoll, und manchmal wird der Patient, wenn - er dieses Mittel im ersten Stadium der Krankheit nimmt, kurirt, - während es in den folgenden Stadien Linderung verschafft. Es hilft - der Verdauung nach und verschafft dadurch dem Kranken Körperkraft - und Muskelzulage; es mildert den Husten, sowie alle die gewöhnlichen - Symptome. Ein Theelöffel voll Oel dreimal des Tages ist eine Dosis. - Das folgende ist eine der Art und Weisen, wie man dieses Mittel - verordnen kann: - - Leberthran (~Cod liver oil~) 2 Unzen. - Ingwer-Syrup 2 „ - Gummi Arabicum Schleim (~Mucilage of gum arabic~) 2 „ - Nelkenöl (~Oil of cloves~) 6 Tropfen. - - Mische. - - Oder: - - Citronensaures Ammoniak (~Citrate of ammonia~) 10 Grane. - Eisen 10 „ - Chinin (~Quinine~) 10 „ - Leberthran 2 Unzen. - Glycerin 2 „ - - Mische. - - Dieses kann in Porter- oder Ale-Schaum oder nachdem man den Mund - mit Brandy ausgespült hat, was auch nach dem Einnehmen der Dosis - geschehen kann, genommen werden. Manchen schmeckt diese Arznei - angenehmer, wenn man sie salzt. - - Mit diesem Heilmittel sollte man mehrere Monate oder selbst Jahre - lang fortfahren, wenn die Krankheit nicht vorher überwunden wird. - Alkohol enthaltende Getränke, Ale und Lagerbier werden empfohlen. - Diese Stimulanten sollten in kleinen Quantitäten genossen werden, - etwa zwei oder drei Löffel voll Branntwein oder ein halbes Glas voll - oder weniger Wein, oder ein halbes Glas voll Ale oder Bier. Man - trinke diese Quantität zwei- oder dreimal des Tages. - - Kleien- oder Senfaufschläge werden die Schmerzen in der Brust - lindern. Dr. Ira Warren von Boston empfiehlt gegen den Husten das - “~Pulmonic Cherry Cordial~,” welches große Dienste leisten soll und - folgendermaßen zubereitet wird: - - Gemahlene wilde Kirschenrinde 10 Pfund. - Brechwurz (~Ipecac root~) 20 Unzen. - Blutwurz (~Blood root~) 24 „ - Meerzwiebel (~Squill root, bruised~) 12 „ - Pulverisirte Lakritzenwurzel (~Pulverized - liquorice root~) 5 „ - Kochenille (~Cochineal, bruised~) 2 „ - Anissamen 32 „ - Fenchelsamen (~Fennel seed~) 8 „ - Orangenschale 16 „ - Essigsaures Morphium (~Acetate of morphine~) 12 Drachmen. - Alkohol 8 Gallonen. - Wasser 8 „ - Pulv. weißer Zucker 40 Pfund. - Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) 1 Unze. - - Mahle alle diese Artikel zu einem groben Pulver; mit Ausnahme derer, - bei welchen angegeben ist, daß sie pulverisirt oder zerquetscht - (~bruised~) werden sollen, und bringe alle in den Alcohol, - ausgenommen die wilde Kirschenrinde, das Wasser, den Zucker und - die Schwefelsäure. Lasse die Masse eine Woche lang stehen und - rühre tüchtig zweimal des Tages. Nachdem die Rinde von dem wilden - Kirschbaum zwei Tage lang in einem bedeckten Gefäß mit genug Wasser, - um dieselbe zu durchfeuchten, gestanden hat, so bringe man sie in - ein Sieb und schütte durch dasselbe acht Gallonen Wasser, füge den - Alkohol und andere Bestandtheile bei und lasse das Ganze noch weitere - drei Tage stehen, indem man jeden Tag zweimal rührt und nachher die - Flüssigkeit filtrirt und den Zucker und zuletzt die Schwefelsäure - beifügt. Dieser Anweisung nach werden 16 Gallonen bereitet, doch kann - die Quantität leicht durch Berechnung vermindert werden. Dosis: 1 bis - 2 Theelöffel voll. Ist eine beruhigende Wirkung wünschenswerth oder - nöthig, so füge man ein wenig Morphium (~Morphine~) zu dem Präparat. - - Das folgende wird gegen den Husten sehr dienlich sein: - - Wilder Kirschensyrup 2 Unzen. - Lattichbitter (~Lactucarium~) 2 „ - - Mische dieses. Dosis: 1 oder 2 Theelöffel voll des Abends und Morgens. - - Oder: - - Tolu-Syrup (~Syrup of Tolu~) 1 Unze. - Meerzwiebel-Syrup (~Syrup of squills~) ½ „ - Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) 2 Drachmen. - Paregoricum (~Paregoric~) 3 „ - Gummi Arabicum Schleim ½ Drachme. - - Mische dieses. Dosis: zeitweilig einen halben Theelöffel voll. - - Eisen-Iodide-Tinktur (~Liquor of iodide of iron~), in Dosen von 12 - zu 20 Tropfen in Wasser, dreimal des Tages verordnet, mag in manchen - Fällen von guter Wirkung sein, wenn der Patient nämlich sehr schwach - ist. Gegen die Nachtschweiße verordne man folgendes: - - Aufguß von Peruvianischer oder Cascarilla-Rinde 4 Unzen. - Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of hyosciamus~) 1 Drachme. - Verdünnte Schwefelsäure (~Dilute sulphuric acid~) 1 „ - - Mische dieses. Dosis: einen Eß-Löffel voll dreimal des Tages. - - Oder dieses: - - Zink-Oxid (~Oxide of zinc~) 1 Drachme. - Schierling-Extrakt (~Extract of Conium~) ½ „ - - Bereite hieraus 20 Pillen und nehme eine derselben jeden Abend. - - Sind die Schweiße sehr bedeutend, so wasche man den Körper mit - Brandy, Whiskey oder Alaun. Gegen die Diarrhöe kann dreifach - schwefelsaurer Wismuth (~Tris-nitrate of bismuth~), in Dosen von 30 - Granen, entweder vor oder nach jeder Mahlzeit zu nehmen, verordnet - werden. Ist der Magen in Unordnung, so wird das Ansetzen zweier oder - dreier Blutegel auf die Magengrube, worauf man einen Kleieumschlag - auf die betreffende Stelle legt, gute Dienste leisten. Gegen das - hektische Fieber ist schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) - ein ausgezeichnetes Mittel, wenn dasselbe in der Zwischenzeit in - Dosen von 10 zu 12 Granen gegeben wird. Manchmal mag auch mit Wasser - verdünnter und versüßter Essig in Dosen von einem zu zwei Theelöffeln - voll mit guter Wirkung gegeben werden. Auch ist das Abwaschen oder - Besprengen der Haut mit warmem Essig oder Spirituosen öfters sehr - wirksam. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Phosphorsaurer Kalk (~phosphate of - lime~), in Dosen von 10 Granen dreimal des Tages gegeben, wird sehr - empfohlen. Auch wird die salzsaure Eisen-Tinktur (~Tincture of - muriate of iron~), 5 Tropfen in einem Weinglas voll Wasser alle 3 bis - 4 Stunden, in manchen Fällen sehr wirksam sein. Das folgende wird - empfohlen: - - Blutwurz-Tinktur (~Tincture of blood root~) 1 Drachme. - Flüssiger Wildkirschen-Extrakt (~Fluid extract - of wild cherry~) 3 Drachmen. - Lakritzenaufguß (~Infusion of Liquorice~) ½ Pint. - Salz-Ammoniak (~Muriate of ammonia~) 1 Drachme. - - Mische dieses. Dosis: einen Eßlöffel voll alle zwei Stunden. - - Manchmal wird eine Einathmung von folgenden Substanzen guten Erfolg - bezwecken: - - Schwefelsäure (~Nitric acid~) 25 Tropfen. - Kampher 4 Drachmen. - Gerbersäure (~Tannic acid~) 4 „ - Reiner geruchloser Alcohol (~Pure deodorized - alcohol~) 6 Unzen. - - Mische dieses. Man befeuchtet mit einem oder zwei Theelöffel voll - dieser Mischung einen Schwamm, bringt diesen in ein Glas, hält - dasselbe vor die Nase des Patienten, läßt ihn den Dunst 10 oder 15 - Minuten lang einathmen und wiederholt dies mehrere Mal des Tages. - Auch ist das Einathmen des durch geschmolzenes Harz (~Rosin~) - entstandenen Dunstes ein werthvolles Mittel. Gegen den Husten - gebrauche folgendes: - - Andorn (~Hoarhound~) 1 Unze. - Wallwurz (~Comfrey~) 1 „ - Nardensalbe (~Spikenard~) 1 „ - Wasser 1 Gallone. - - Koche dieses, bis noch 1 Quart der Mischung vorhanden, und füge ein - Pint Honig hinzu. Dosis: einen Eßlöffel voll dreimal des Tages oder - so oft als der Husten beunruhigt. - - Oder dieses: - - Flüssiger Schlangenwurzel-Extrakt (~Fluid extract - of black cohosh~) 1 Unze. - Flüssiger Wildkirschen-Extrakt (~Fluid extract - of wild cherry~) 1 „ - Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of blood root~) 1 „ - Schwefelsaure Morphin-Tinktur (~Tincture of - sulphate of morphine~) 2 Drachmen. - - Mische dieses. Dosis: einen Theelöffel voll drei- oder viermal des - Tages, oder wenn immer der Husten heftig ist. - - Oder dieses: - - Flüssiger Wildkirschen-Extrakt (~Fluid extract of wild - cherry~) 1½ Unzen. - Brechwurzsyrup (~Syrup of ipecac~) 1½ „ - Balsamtolu-Syrup (~Syrup of balsam of tolu~) 1 Unze. - Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of Hyosciamus~) 1 „ - - Mische dieses. Dosis: einen Theelöffel voll, wenn immer der Husten - heftig ist. - - Manchmal thut eine mäßige Chloroform-Einathmung gute Dienste. Die - Nachtschweiße mögen mittelst 10 oder 12 Tropfen Vitriol-Elixir, - welche in einem Weinglas voll Wasser vor dem Schlafengehen zu nehmen - sind, gemildert werden. Es wird von guter Wirkung sein, wenn man den - Körper mit einer aus Alcohol und Wasser bereiteten Mischung, wozu - Zimmetöl und Gerbersäure (~Tannic acid~) gefügt wird, mittelst eines - Schwammes abwäscht. Der Diarrhöe mag durch einen Brombeerwurzel- - (~Blackberry root~) Aufguß Einhalt gethan werden. Auch kann man zu - diesem Zwecke Paregoricum (~Paregoric~) und Catechugummi-Tinktur - (~Tincture of catechu~) gebrauchen. Tritt Lungenbluten ein, so sollte - der Patient viel von einem aus gleichen Theilen kurzblättrigen - Dreiblatts (~Beth root~) und virginischen Wolfsfußes (~Bugle weed~) - bereiteten Aufguß trinken; oder hie und da wird ein wenig Salz und - Wasser dem Bluten Einhalt thun. Die folgenden Recepte werden unter - „Auszehrung“ gegen Husten gefunden: - - Ein aus weißem Andorn (~White hoarhound~) und mit Honig versüßter - Thee ist eine treffliche Hustenmedizin. Ebenso wird Thee, aus - Quittensamen (~Quince seed~), Flachssamen (~Flax seed~), Eibisch - (~Marshmallow~) oder Ulmenrinde (~Slippery elm~) bereitet, den - Husten lindern. Auch kann Meerzwiebelsyrup (~Syrup of squills~), - Lobelia-Tinktur, Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) und Paregoricum - (~Paregoric~), von jedem eine Unze, gebraucht werden. Mische dieses. - Dosis: einen Eßlöffel voll drei- bis viermal des Tages. - - =Homöopathisch.= Leberthran (~Cod liver oil~) wird auch bei der - homöopathischen Behandlung mit Nutzen angewendet. Man mag dieses - Mittel in Dosen von einem Eßlöffelvoll dreimal des Tages verordnen. - - ~Calcarea Carbonica.~ -- Wird gebraucht, wenn folgende Symptome - vorhanden sind: Blasse Gesichtsfarbe mit schwermüthigem - Gesichtsausdruck; aufgedunsene Wangen, Launenhaftigkeit bezüglich - des Appetits, eher Neigung zur Hartleibigkeit als zur Diarrhöe, - aber manchmal unregelmäßiger Stuhlgang; leichter doch bestimmt sich - ausdrückender Husten; Schwerathmen, namentlich beim Treppensteigen, - oder wenn der Patient schneller geht als gewöhnlich; weiche, - schlotterige Muskeln; langsame Blutcirkulation; Schwäche. Bei mehr - vorgerücktem Stadium der Krankheit wird ~Lycopodium~ oder ~Nitric - Acid~ nützlicher sein als ~Calcarea~. - - ~Sulphur~ -- wurde von Hahnemann als ein Hauptmittel gegen diese - Krankheit bezeichnet. Man verwende dasselbe, wenn sich folgende - Symptome zeigen: Skrophulöser Ausschlag, Neigung, sich schnell eine - Erkältung dadurch zuzuziehen, wenn der Patient an die frische Luft - kommt; rheumatische Schmerzen in den Gliedmaßen ohne Anschwellung; - wankender Gang und Zittern der Hände; Gefühllosigkeit verschiedener - Körpertheile; die Schmerzen sind bei Nacht heftiger und werden durch - äußerliche Wärme gelindert; Schläfrigkeit; gestörter Schlaf; Gesicht - blaß, kränklich und schlaff; blaue Ringe um die Augen, trockene Zunge - und trockner Hals; weher Hals und Druck in demselben, als ob Klumpen - vorhanden wären; Magensäure; der Magen gegen Druck sehr empfindlich; - Uebelkeit nach dem Essen; Schmerz im Unterleib; schneidende Schmerzen - und Uebelkeit, worauf Diarrhöe folgt; Heiserkeit oder Stimmverlust; - trockner, kurzer Husten. - - ~Phosphorus.~ -- Für leichtgebaute Personen mit heller Gesichtsfarbe - gegen kurzen, trocknen Husten, Kurzathmigkeit, große Abzehrung, - Diarrhöe und Schweiß zu gebrauchen. - - Andere Heilmittel sind: ~Ferrum~, ~Silicea~, ~Phosphoric Acid~, - ~Lobelia~, ~Nitric Acid~, ~Iodine~, ~Belladonna~, ~Hamamelis~ und - ~China~. Diese Heilmittel sollten unter Anordnung eines tüchtigen - Arztes gebraucht werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man nehme von dem gewählten Heilmittel - eine Dosis (6 Kügelchen) dreimal des Tages, oder wenn die Symptome - dazu veranlassen, eine Dosis alle eine, zwei oder drei Stunden. - - -Brustquetschung (~Contusion of the Chest~). - -Wird die Brust durch einen Schlag oder Fall beschädigt, so gebrauche -man Arnica-Tinktur äußerlich. Wenn aber aus Veranlassung der -Beschädigung Bronchitis oder Brustentzündung oder andere Krankheiten -entstehen sollten, so behandle man dieselben nach Anweisung im -betreffenden Kapitel. - - -Fremde Körper in der Luftröhre. - -Man kann fremde Körper, die sich in der Luftröhre festgesetzt haben, -erreichen, indem man die Zunge hinabdrückt und den Daumen und einen -Finger so weit als möglich hinabschiebt. Kann der Gegenstand nicht mit -den Fingern gefaßt werden, so ist eine Chirurgenzange (~Forceps~) zu -gebrauchen. Auch kann man die betreffende Person an einer Stange in -den Knieegelenken, mit dem Kopf abwärts hängen lassen und ihr schnelle -Schläge zwischen die Schultern versetzen, wodurch gewöhnlich geholfen -wird. Kann aber der Gegenstand durch keines dieser Mittel entfernt -werden, so sollte man einen Wundarzt zu Hülfe rufen. - - - - -Zwölftes Kapitel. - -Krankheiten des Magens und der Eingeweide. - -Mangel an Appetit (~Anorexia~). Heißhunger (~Bulemia~). - - -Mangel an Appetit und krankhafte Eßlust wird bei vielen Krankheiten -gefunden, ersterer besonders bei Krankheiten der Eingeweide oder -Lungen, sowie auch bei anderen acuten Krankheiten, Unordnung des Magens -u.s.w. Letzteres ist zuweilen eine Folge von Wurmleiden oder Verlust -der Kräfte, Verdauungsschwäche u.s.w. Die Behandlung dieser Krankheiten -findet man unter der Rubrik „Dyspepsie.“ - - -Dyspepsie oder schwacher Magen. - -Dyspepsie ist eine der gewöhnlichsten Krankheiten, welchen der Arzt -begegnet. Sie wird überall, unter allen Klassen und häufiger bei -Personen von mittlerem Alter gefunden. Solche, welche eine sitzende -Lebensweise führen, keine Gelegenheit haben Bewegung zu machen, sowie -auch jene, die Spirituosen und dem Tabak ergeben sind, sind mehr als -Andere dazu geneigt. - -+Symptome.+ Die Dyspepsie kann vorübergehend sein oder sich -einwurzeln. Unter vorübergehend verstehen wir einen leichten Anfall -von Unverdaulichkeit, welcher von Ueberessen oder von unzulänglichen -Nahrungsmitteln herrührt. Unter eingewurzelt verstehen wir solche -Fälle, welche eine lange Zeit -- Monate, ja sogar Jahre lang, -anhalten. Bei dieser Krankheit verliert der Magen seine Kräfte zu -verdauen und der Kranke ist nur dann fähig etwas zu essen, wenn er -immer Spirituosen, Pillen und andere Arzneimittel zu sich nimmt. Ein -vorübergehender Anfall von Unverdaulichkeit macht sich durch ein Gefühl -von Ausdehnung des Magens, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Widerwille -gegen Speisen, zuweilen durch Uebelkeit und Erbrechen kenntlich. Bei -der eingewurzelten oder chronischen Form ist der Appetit veränderlich, -zuweilen gänzlich verloren, steigert er sich dann wieder bis zur -Gefräßigkeit. Nimmt der Patient eine volle kräftige Mahlzeit, wird er -niedergeschlagen, Schmerz und eine Schwere im Magen stellen sich ein; -ein Verlangen nach Essen, das nach dem ersten Mund voll befriedigt, -ist vorhanden; die Zunge ist blaß, welk, schleimig, oder wird trocken, -klebrig, oder dick belegt, besonders am Morgen beim Aufstehen; ein -beständiges unbehagliches Gefühl von Schwere im Magen, ebenso saures -oder unangenehmes Aufstoßen, bei Säure im Magen und einem Gefühl -von Sinken und Flattern in der Magengrube; Empfindlichkeit gegen -Druck, zuweilen Uebelkeit und Erbrechen, Kopfschmerz, Mattigkeit und -große Niedergeschlagenheit, Todesfurcht und Befürchtungen vor der -Zukunft, Herzklopfen oder ein starkes Schlagen in der Gegend des -Magens, Verstopfung, unangenehmer Geschmack im Munde, besonders des -Morgens beim Erwachen; das Gedächtniß ist vermindert; die Stimmung -ist veränderlich und die Laune reizbar; Tiefsinn, Gedanken- und -Ideenverwirrung; Schwindel; Schwachsichtigkeit, Flecken schimmern vor -den Augen; das Gesicht ist blaß und hat einen ängstlichen Ausdruck, -die Haut ist trocken und gerunzelt, Alpdrücken ist eine gewöhnliche -Erscheinung, Kneipen oder krampfartige Thätigkeit der Muskeln; -abwechselnd Hitze und Kälte; ziehende Schmerzen im Rücken und in den -Schultern; häufiges Seufzen; ein Gefühl von Beklemmung in der Gegend -des Herzens; Geräusch oder Singen in den Ohren. - -+Ursachen.+ Eine von den häufigsten Ursachen von Verdauungsschwäche -ist hastiges unzulängliches Kauen der Speisen, Mangel an Bewegung -und Ruhe des Geistes, unpassende Nahrung, wie zu kräftige, reizende -Speisen, Spirituosen, zu häufiger Genuß von warmen Flüssigkeiten und -Tabak, spätes Aufbleiben, stark gewürzte Gerichte, übermäßig starke -Entleerungen, sitzende Lebensweise, langes angespanntes geistiges -Arbeiten, Trägheit, zu langes Schlafen, das Athmen unreiner Luft, -geschlechtliche Ausschweifungen; Leute, welche sehr schnell essen und -dazu übermäßig viel Wasser, Thee oder Kaffee trinken, sind diesem -mehr ausgesetzt als andere; auch Essen, unmittelbar nach starker -körperlicher oder geistiger Arbeit ist sehr schädlich; starke Bewegung -nach der Mahlzeit oder kurz vor dem Schlafengehen, Aerger, Eifersucht, -große Freude, nächtliches Wachen sind hervorragende Ursachen. Der -Mißbrauch von Abführmitteln, der die Eingeweide träge macht, ist -äußerst schädlich. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Gutes Kochen ist ein wichtiger Theil der Behandlung - bei der Verdauung; die Speisen sollten gut, aber nicht übermäßig - gekocht werden; halb gar gekochtes Fleisch ist bei Dyspepsie das - Beste. Leute, die an Dyspepsie leiden, sollten alle eingemachten - Fleischarten, wie Schinken, Zunge, geräucherte oder gesalzene - Fleischsorten, Würste u.s.w., sowie auch rohes Gemüse, Pickles, Salat - u.s.w. vermeiden. Die Nahrung muß, ehe sie in den Magen geht, langsam - und gehörig gekaut werden, jeder Mundvoll muß so gekaut sein, bis - er von selbst in die Speiseröhre tritt, denn Speisen, die gehörig - gekaut sind, folgen ihrer eigenen Bestimmung. Verschiedene Sorten von - Pasteten, heißes Brod, heißer Zwieback, Eier, Suppen, stark gewürzte - Gerichte, Puddings u.s.w. müssen vermieden werden. - - Fische sind am meisten verdaulich, wenn gekocht, weniger wenn - gebraten und am wenigsten wenn gebacken. Die meisten Sorten von - wildem Geflügel können erlaubt werden, auch Hammelfleisch, Wild, - Hühner und Turkeyfleisch, rohe Austern, geröstetes, gebackenes oder - gekochtes Obst, Schwarz- oder Weizenbrod, Kartoffeln sind für die - Kost zulässig. Thee, Kaffee und alle berauschenden Getränke müssen - vermieden werden, der beste Trunk bleibt immer Wasser oder Milch, - wenn eins oder das andere ohne unangenehme Symptome genommen werden - kann. Während des Essens sollten nicht zu viele Flüssigkeiten - genommen werden, und es wird besser sein, wenn der Patient damit bis - nach der Mahlzeit wartet. Wenigstens sechs Stunden sollten immer von - einer zur andern Mahlzeit verstreichen, während bei einem gesunden - Magen drei bis vier Stunden hinreichen. Niemals sollte Jemand eine - Reise oder einen Ausflug weder mit zu vollem noch mit ganz leerem - Magen antreten. Das Trinken geschieht für den Magen vortheilhafter - vermittelst Schlürfens oder indem man jedesmal einen Mund voll nimmt, - als durch das Trinken in langen Zügen. Nach Bewegung von irgend - welcher Art, wie Reiten, Gehen u.s.w. sollte man sich stets vorher - eine halbe Stunde ausruhen, ehe man eine Mahlzeit zu sich nimmt, und - ebenso sollte nach der Mahlzeit ein solcher Zeitraum verstreichen, - ehe irgend eine Bewegung gemacht wird. Gehen, Laufen, Springen, - Tanzen, Holzsägen oder das Rudern eines Bootes sollte jeden Tag - regelmäßig geübt werden. Folgende Kosteintheilung ist mit geringer - Veränderung von Dr. Leared. - - +Leicht verdaulich.+ Hammelfleisch, Wild, Hase, süßes Brod, junge - Tauben, Feldhuhn, Fasanen, Birkhuhn, Rind- und Hammelfleisch, Milch, - Steinbutte (~turbot~), Schellfisch, Butten (~flounders~), Zunge - (~sole~, eine Fischart), Fische im Allgemeinen, geröstete Austern, - altbackenes Brod, Reis, Tapioca, Sago, Pfeilwurz (~arrow root~), - Spargel (~asparagus~), Meerkohl, französische Bohnen, Blumenkohl - (~cauliflower~), gebackene Aepfel, Orangen, Weintrauben, Erdbeeren, - Pfirsiche, Zwiebackwasser (~toast water~), schwarzer Thee, Sherry, - Claret. - - +Mäßig verdaulich.+ Rind- und Lammfleisch, Kaninchen, Turkey, - Ente, wildes Geflügel, Schnepfe, Suppen, Eier nicht hart gekocht, - Butter. Schildkröte, Stockfisch, Hecht, Forelle, rohe oder gedämpfte - (~stewed~) Austern, Kartoffeln, Rüben, Kohl, Spinat, Artischocken, - Salat, Sellerie, Aprikosen, Korinthen, Himbeeren, Brod, Mehlpuddings, - Gelee, Marmalade, Rhabarber, gekochte Früchte, Cocoa, Kaffee, - Malzgetränke, Portwein. - - +Hart verdaulich.+ Schweinefleisch, Kalbfleisch, Gansleber, Herz, - Gehirn, Salzfleisch, Wurst, Hechte und gedämpfte (~stewed~) Fleische, - Makrele, Aal, Lachs, Häring, Hellbutte, Salzfisch, Hummer, Krebse, - Seegarnelen, Muscheln, Oel, zerlassene Butter, hartgesottene Eier, - Käse, frisches Brod, Kuchen, in Butter gebackener Zwieback, Pasteten, - Rahmtörtchen, Nüsse, Erbsen, Pflaumen, Kirschen, gedörrte Früchte, - Gurken, Zwiebeln, Möhren, Pastinaken (~parsnips~), rothe Rüben - (~beets~), Bohnen, Pilze, Pickles, Chocolade, Champagner, Liqueurs. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Gegen Säure und heißes Aufstoßen nehme - ein Brechmittel von fünf bis zehn oder zwanzig Granen Brechwurz - (~Ipecac~) in einem Theetassenkopf voll warmen Kamillen- oder - anderen Thee; diese Dosis wird wiederholt, wenn die erste nicht - Erbrechen verursacht. Nachdem der Magen beruhigt ist, gebe man ein - Seidlitzpulver. Die Anwendung von Einspritzungen ist in strengen - Fällen oder bei Personen von zartem Körperbau viel besser zur - Bewegung der Eingeweide, als Gaben von Abführmitteln und mag zu - diesem Behufe Molasses und warmes Wasser, oder warmes Wasser und ein - wenig Salz angewendet werden. Bei Fällen, die dann erst eingetreten - sind, wo leichte Verstopfung und Magensäure vorhanden sind, nehme man - Folgendes: - - Gagel in Pulvern (~Bayberry bark in powders~) 1 Unze. - Stachliche Eschenrinde in Pulver (~Prickly ash bark - in powders~) 1 „ - Gelbwurz-Pulver (~Golden seal powder~) 1 „ - Bitterwurz in Pulver (~Bitter root in powder~) 1 „ - Doppeltkohlensaure Soda oder Potasche (~Bi-carbonate - of soda, or potash~) 1 „ - - Mische es. Dosis: Einen halben bis einen ganzen Theelöffel voll - dreimal des Tages. - - Bei chronischen Fällen oder hartnäckiger Verstopfung nehme Folgendes: - - Kalmus in Pulver (~Blue flag in powder~) 1 Unze. - Alraun in Pulver (~Mandrake in powder~) 1 „ - Bitterwurzel in Pulver (~Bitter root in powder~) 1 „ - Pulverisirte Blutwurzel (~Pulv. blood root~) ½ „ - Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 2 Drachmen. - - Mische dieses. Dosis: Dreimal des Tages einen halben bis einen ganzen - Theelöffel voll. - - Ist Säure im Magen vorhanden, so füge doppeltkohlensaure Soda oder - Potasche (~Bi-carbonate of soda or potash~) eine Unze hinzu. Säure - kann zuweilen durch ein Seidlitzpulver, ein- oder zweimal des Tages - genommen, verbessert werden und gegen Wind im Magen ein warmer Trank - von grünem Münz- oder Pfeffermünz- (~Spearmint or Peppermint~) Thee. - Ist Kolik vorhanden, so nehme man einen Theelöffel voll Paregoricum - (~Paregoric~) in ein wenig heißes Wasser. Bei beständiger Verstopfung - der Eingeweide wird das nachstehende sehr empfohlen: - - Wismuth-Oxyd (~Oxide of Bismuth~) 12 Grane. - Aloe (~Aloes~) 24 „ - - Mache mit Molasses oder einer Auflösung von Gummi Arabicum 12 Pillen - daraus. Dosis: Jeden Abend beim zu Bett Gehen vier Pillen, bis der - Magen wieder gestärkt ist. Wismuth kann auch da, wo ein tägliches - Abführmittel nicht erforderlich ist, allein in Pulvern von fünf - Granen auf eine Dosis gegeben werden. Es kann mit Honig oder Molasses - oder mit irgend einer anderen derartigen Zuthat genommen werden. - - Weißer Senfsamen ist ein altes und viel gebrauchtes Mittel. Eine - Dosis sollte davon jeden Tag durch drei oder vier Wochen hindurch - genommen werden. Man nehme einen halben bis ganzen Eßlöffel voll - und verschlucke den Samen ganz mit kaltem Wasser. Sodbrennen - wird zuweilen durch einen Theelöffel voll überkohlensaure Soda - (~Super-carbonate of soda~) in ein wenig Wasser oder einen halben - Theelöffel voll Saleratus in einem halben Tassenkopf voll Wasser - sofort gelindert. Magnesia in zwei bis drei Theelöffeln voll in einem - Bierglas voll Wasser genommen, hat sich als ein ausgezeichnetes - Mittel bewährt. - - Pyrosis oder Sodbrennen kann durch Nachstehendes gelindert werden: - - Sennesblätter (~Senna leaves~) 1 Unze. - Pulverisirte Jalappenwurzel (~Jalap, powdered~) ½ „ - Pulverisirte Gelbwurz (~Golden seal, powdered~) ½ „ - Pulverisirter Fenchelsamen (~Fennel seed, - powdered~) ½ „ - Aloe 2 Drachmen. - Tolu-Balsam 1 Unze. - - Gieße ein halbes Pint kochendes Wasser darüber und rühre es um. Wenn - kalt gieße es in eine Quartflasche und fülle dieselbe mit gutem - Branntwein oder Whisky. Nachdem es zwei Stunden gestanden hat, wird - es fertig sein zum Gebrauch. Dosis: Alle Morgen vor dem Frühstück - einen Eßlöffel voll. - - Folgendes kann zuweilen angewendet werden: - - Dreifachsalpetersaures Wismuth (~Tris nitrate - of Bismuth~) 5 Grane. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 1-10 Grane. - - Mische es zu einer Dosis. - - Präparirte Holzkohle (~Prepared charcoal~) kann in Dosen von einem - Theelöffel voll dreimal des Tages in einigen Fällen gegeben werden. - - Folgendes ist bei Dyspepsie ein sehr schätzbares Mittel: - - Chinarinde (~Peruvian bark~) 1 Unze. - Enzianwurzel (~Gentian root~) 1 „ - Orangenschale ½ „ - Koriandersamen (~Coriander seed~) ½ „ - - Stoße diese vier Artikel in einem Mörser oder in einem anderen - Gefäße, lege sie in ein Quart französischen Branntwein (~French - brandy~) und lasse das Ganze vier bis fünf Tage vor dem Gebrauche - stehen. Dosis: Ein halber bis ganzer Theelöffel voll in einem - Weinglas voll Wasser ungefähr eine oder zwei Stunden vor den - Mahlzeiten. - - Blähungen und Kolik können durch einen bis zwei Tropfen von Cajeputöl - (~Cajupet~) auf Zucker, oder doppeltschwefelsaure Soda (~Bi-sulphate - of soda~), eine bis zwei Stunden nach den Mahlzeiten genommen, - entfernt werden. - - Die folgenden sind einige von den Mitteln, die sich bei Behandlung - der Dyspepsie sehr zuträglich erwiesen haben: - - Pulverisirter türkischer Rhabarber (~Powd. turkey - rhubarb~) 2 Drachmen. - Kohlensaure Soda (~Carbonate of Soda~) 48 Grane. - Einfacher Syrup 1 Unze. - Quellwasser ½ Pint. - - Dosis: Dreimal des Tages vor dem Essen einen Eßlöffel voll. - - Rosenwasser (~Rose water~) 1 Pint. - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 6 Drachmen. - Cascarilla-Tinktur 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Drei Eßlöffel voll zweimal des Tages. - - Die folgenden Pillen werden empfohlen: - - Aloe 3 Grane. - Rhabarber (~Rhubarb~) 3 „ - Spanische Seife (~Castile soap~) 3 „ - Gelbwurz (~Golden seal~) 60 „ - Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) 20 „ - Pulverisirter Lobelia-Samen 20 „ - - Theile es in 60 Pillen mit Enzian-Extrakt. Dosis: Jeden Abend eine - beim zu Bett Gehen. - - Ein anderes: - - Wismuth-Oxyd (~Oxide of bismuth~) 4 Drachmen. - Rhabarber (~Rhubarb~) 2 „ - Aloe 1 Drachme. - Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) 1 „ - Brechwurz (~Ipecac~) 30 Grane. - - Mische es gehörig und mache mit Gummi Arabicumschleim 120 Pillen - daraus. Dosis: Vor jeder Mahlzeit eine Pille. - - =Homöopathisch.= Um die Wahl der Heilmittel zu erleichtern, ist - die Krankheit in Klassen mit den zu jeder derselben erforderlichen - Heilmitteln eingetheilt. Ehe man daher eines der Mittel wählt, sehe - man zuerst die untenstehenden Einzelnheiten durch. - - Gegen Dyspepsie bei Erwachsenen: ~Aconitum~, ~Antimonium~, ~Arnica~, - ~Belladonna~, ~Bryonia~, ~Calcarea Carbonica~, ~Carbo Vegetabilis~, - ~Chamomilla~, ~China~, ~Hepar Sulphuris~, ~Ipecacuanha~, ~Mercurius~, - ~Nux Vomica~, ~Pulsatilla~, ~Phosphorus~, ~Sepia~, ~Sulphur~, - ~Veratrum~. - - Bei Kindern: ~Aconitum~, ~Bryonia~, ~Calcarea Carbonica~, - ~Chamomilla~, ~Ipecacuanha~, ~Pulsatilla~, ~Sulphur~. - - Wenn langes Wachen die Ursache der Dyspepsie ist: ~Nux Vomica~, - ~Arnica~, ~Pulsatilla~, ~Veratrum~, ~Carbo Vegetabilis~. - - Durch übermäßige geistige Anstrengung: ~Nux Vomica~, ~Sulphur~, - ~Lachesis~, ~Calcarea Carbonica~. - - Wenn die Folge von übermäßigem Genuß von Spirituosen: ~Nux Vomica~, - ~Sulphur~, ~Lachesis~, ~Arsenicum~, ~Carbo Vegetabilis~. - - Ebenso vom Kaffee: ~Nux Vomica~, ~Ignatia~. - - In Folge des Tabaks: ~Nux Vomica~, ~Hepar Sulphuris~, ~Cocculus~, - ~Staphysagria~. - - Bei Verschlimmerung nach Trinken von kaltem Wasser: ~Arsenicum~, - ~China~, ~Pulsatilla~, ~Veratrum~. - - Nach Biertrinken: ~Arsenicum~, ~Calcarea Carbonica~, ~Rhus - Toxicodendron~, ~Sepia~, ~Sulphur~. - - Nach Milchtrinken: ~Bryonia~, ~Nux Vomica~, ~Calcarea~, ~Sulphur~. - - Nach Säuren: ~Nux Vomica~, ~Sepia~, ~Sulphur~, ~Arsenicum~, - ~Lachesis~. - - Nach Brod: ~Nux Vomica~, ~Sulphur~, ~Pulsatilla~, ~Bryonia~, - ~Mercurius~. - - Nach festen Speisen: ~Pulsatilla~, ~China~, ~Carbo Vegetabilis~. - - Wenn gleichzeitig mit Dyspepsie Verstopfung vorhanden ist: ~Nux - Vomica~, ~Sulphur~, ~Bryonia~, ~Lachesis~. - - Wenn mit Diarrhöe verbunden: ~Pulsatilla~, ~China~, ~Acidum - phosphoricum~, ~Carbo Vegetabilis~, ~Mercurius~, ~Arsenicum~, - ~Veratrum~. - - Gleichzeitig mit saurem Magen: ~Pulsatilla~, ~Nux Vomica~, ~Calcarea - Carbonica~. - - Oder mit Geschwüren: ~Nux Vomica~, ~Sulphur~, ~Sepia~. - - ~Aconitum.~ -- Wenn beim Beginne des Anfalles beträchtliches Fieber - mit Durst und Uebelkeit, auch wenn Röthe und Wehsein des Mundes und - Halses vorhanden sind. - - ~Arnica.~ -- Wenn ein Fall oder ein Schlag auf dem Magen die Ursache, - mit Schmerz und einem Gefühl, als wenn das Rückgrat gebrochen wäre, - Zunge dick, gelblich belegt, Uebelkeit mit Neigung zum Erbrechen, - öfteres Aufstoßen mit fauligem bitterem Geschmack, nervöse Aufregung, - Schwere in den Gliedern. - - ~Nux Vomica.~ -- Passend bei den meisten Fällen von Dyspepsie zu - Anfange, besonders bei Verstopfung und einer Neigung zu Beulen, - saurer, bitterer Geschmack im Munde; wenn die Nahrung, besonders - Brod, sauer oder bitter oder geschmacklos ist; der Kranke hat nicht - viel Appetit, aber ein Verlangen nach Bier, Wein oder Spirituosen; - von der Nahrung leicht befriedigt, nach dem Essen mit Uebelkeit - belästigt, Erbrechen der Speisen, Schwindel, Schwere, Schläfrigkeit, - Vollsein, Ausdehnung des Magens, empfindlich gegen Berührung, - Taumeln, Eingenommenheit des Kopfes, Kopfschmerz durch geistige - Anstrengung erhöht, Klingen in den Ohren, Zunge weiß belegt, - metallartiger, bitterer, saurer oder fauliger Geschmack im Munde - des Morgens oder nach dem Essen, Sodbrennen, Windkolik, Gefühl von - Beengung durch die Kleider um die Taille, saurer Magen, erfolgloses - Stuhldrängen, harter, schwerer, mit Blut gestreifter Stuhl. Am besten - paßt ~Sulphur~ nach diesem. - - ~Sulphur.~ -- Besonders bei lang anhaltenden Fällen, oder wenn kein - Appetit nach Fleisch und Brod vorhanden, sondern ein Verlangen nach - Wein und Säuren, Schwierigkeit des Athmens, Uebelkeit nach dem Essen, - Aufstoßen und Erbrechen der Speisen; Frösteln, Säure und Sodbrennen, - saurer Magen, geistiger Druck, unzufrieden mit Allem und Jedermann. - Darauf paßt ~Calcarea Carbonica~ am besten. - - ~Pulsatilla~. -- Ein wichtiges Mittel bei Dyspepsie, besonders bei - frischen Fällen, die durch Ueberessen verursacht sind, durch den - Genuß von Schweinefleisch, Hammelfleisch, Butter oder irgend einer - fettigen Substanz, der Geschmack der Speise kommt wieder heraus in - den Mund, Neigung zum Erbrechen, besonders nach Essen und Trinken, - Geschmack schal oder faulig, ähnlich dem von schlechtem Fleisch oder - Talg, Druck in der Magengrube, besonders nach dem Essen, der Kranke - fröstelt, ist schwach, eigensinnig und melancholisch. - - ~Antimonium Crudum.~ -- Besonders nützlich, wenn die Störung vom - Ueberessen herrührt und folgende Symptome gegenwärtig sind: Der - Geschmack der zuletzt eingenommenen Speise kommt wieder in den Mund - und stößt bald nach dem Essen Theile unverdauter Speisen in die Höhe, - die Zunge ist mit einem weißen oder gelblichen Schleim belegt, der - Magen ist empfindlich gegen Berührung und ausgedehnt. - - ~Belladonna.~ -- Wenn ein schmerzhaftes Ausdehnen des Unterleibes - stattfindet, bei einem Zusammendrücken, als wenn die Eingeweide - festgehalten würden, Schlucken, Uebelkeit oder eine Abneigung gegen - die Speise, Erbrechen von Galle oder Wasser, auch bei Eingenommenheit - des Kopfes oder Blutandrang nach dem Kopfe. - - ~Arsenicum.~ -- Besonders nützlich bei chronischen Fällen, bei - Zusammenfallen des Gesichts, kalten Endgliedern, dunklen Ringen um - die Augen, zugespitzte Nase, Zunge weiß oder bräunlich, auch bei - Magenkrämpfen, bei einem Gefühl von Kälte oder Hitze, alles, was in - den Magen geht, wird wieder erbrochen, die Haut ist heiß und trocken. - Wenn ~Arsenicum~ von keinem guten Erfolge ist, gebe man ~Lachesis~. - - ~Bryonia.~ -- Ein wichtiges Mittel gegen Dyspepsie, besonders - wenn dieselbe im Sommer eintritt, auch wenn sie von Frostschauer, - Kopfschmerz und Schmerz in den Gliedern und dem Rückgrat begleitet - ist, ebenso bei den folgenden Symptomen: Zunge mit einem gelblichen - Schleim belegt, heiß und trocken, Appetitlosigkeit, bittern - Geschmack, große Abneigung gegen Speise, zuweilen ein großes - Verlangen nach Speise und Getränken, Gefühl von Vollsein und Brennen - im Magen nach den Mahlzeiten, viel Durst, Aufstoßen einzelner - Theile von Speise nach jeder Mahlzeit, Sodbrennen, Verstopfung der - Eingeweide, Uebelkeit des Morgens, Brennen im Magen, Laune reizbar - und halsstarrig. Sollte ~Bryonia~ wenig oder gar keine Besserung - gewähren, so gebe man ~Rhus~. - - ~China.~ -- Dyspepsie in Folge von Blutverlust oder anderen - Entleerungen, wenn unreine Luft die Ursache und bei folgenden - Symptomen: Druck im Magen, als ob von einer Last herrührend, - Gleichgültigkeit gegen Essen und Trinken, Verlangen nach Wein oder - Säuren, schaler oder bitterer Geschmack im Munde, Wunsch nach - verschiedenen Leckerbissen, ohne eigentlich zu wissen nach welchen, - krankhafter Appetit nach etwas Starkem, Scharfem oder Saurem, - Schwäche und Ermüdung, der Kranke dehnt und streckt seine Glieder in - Folge eines Gefühls von Müdigkeit. - - ~Cepa.~ -- Kein Hunger, aber beträchtlicher Durst, Eingenommenheit - des Kopfes, Schmerz in den Eingeweiden in Folge von Winden. - - ~Carbo Vegetabilis.~ -- Appetitlosigkeit, bittrer Geschmack im Munde, - bloßes Aufstoßen von Luft, Geschmack der Speise, nachdem man sie - bereits zu sich genommen, Sodbrennen während der Nacht, Windkolik, - Rasseln im Unterleib. - - ~Calcarea Carbonica.~ -- Besonders bei Kindern, welche eine Neigung - zu Skropheln haben, Säure des Magens, häufiges Aufstoßen von Wind, - Gefühl von Vollsein im Kopfe bei einer Neigung zu krampfhaftem - Kopfweh, Vollsein und Anschwellen in der Gegend des Magens, bei - Empfindlichkeit gegen Berührung, nagende oder kneipende Schmerzen. - - ~Chamomilla.~ -- Besonders bei einem Anfall von Zorn oder durch - Stehen in der Zugluft, während man schwitzt, Aufstoßen der Speise, - Uebelkeit, Erbrechen von Speisen und grünem Schleim oder Galle, - Magenkrämpfe, Kopfschmerz, Vollsein, Schwindel, gestörter Schlaf und - Herumwerfen, Gesicht roth und heiß. - - ~Hepar Sulphuris.~ -- Gegen Dyspepsie, wenn dieselbe durch das Nehmen - von blauen Pillen oder anderen Quecksilber-Präparaten verursacht - wurde, ein heftiges Verlangen nach reizenden Stoffen, Weinen oder - Säuren, der Magen scheint äußerst empfindlich zu sein und geräth - leicht in Unordnung, obgleich der Patient gesund sein mag, Uebelkeit - am Morgen, bei Erbrechen einer sauren, galligen oder schleimigen - Masse. Kann abwechselnd mit ~Nux vomica~, wenn harter, leicht - gefärbter Stuhl vorhanden ist, oder mit ~Mercurius~, bei einer - weißlichen Diarrhöe, gegeben werden. - - ~Ipecacuanha.~ -- Besonders passend für Kinder, wenn sie Speisen, - Getränke oder Galle erbrechen, Erbrechen mit Kälte des Gesichts und - der Endglieder, Zunge weiß, gelblich belegt, Erbrechen mit Diarrhöe, - Abneigung gegen Speise, besonders fette und reiche Kost, oder wenn - die Verdauungsschwäche vom Essen des Turkey oder von Pasteten u. s. - w. veranlaßt wurde. - - ~Mercurius.~ -- Aufstoßen eines sauren und bitteren Stoffes, - fauliger, süßlicher oder bitterer Geschmack des Morgens, Neigung - zur Diarrhöe, bei Durchfall oder Schweiß, schwache Verdauung bei - beständigem Hunger, Druck in der Magengrube nach dem Essen. Ist vor - oder nach ~Lachesis~ zweckmäßig zu geben. - - ~Phosphorus.~ -- Bloßes Aufstoßen, besonders nach dem Essen, - Erbrechen nach dem Essen, Brennen im Magen. - - ~Sepia.~ -- Bei chronischer Dyspepsie mit oder ohne krankhaftes - Kopfweh, Aufstoßen oder Schmecken von saurer oder fauliger Speise, - Anschwellen des Unterleibes mit einem Drucke, wie von einem Stein - herrührend, Uebelkeit vor dem Frühstück, ebenso nach dem Essen, - Uebelkeit von schwangeren Frauen. - - ~Lachesis.~ -- Unregelmäßiger Appetit, ein Widerwillen gegen Brod, - bei einem Verlangen nach Wein und Milch, häufige Uebelkeit, Erbrechen - der Speisen, Verstopfung, Unbehaglichkeit, Trägheit, Schwere. Ist - passend vor oder nach ~Mercurius~. - - ~Veratrum~. -- Wenn sich ~Ipecacuanha~ als unzureichend erwiesen hat - oder wo nach Anwendung von ~Ipecacuanha~ noch Diarrhöe mit kneipenden - Schmerzen in den Eingeweiden vorhanden ist, bei großem Durst, Kälte - der Hände und einem Schauer über den ganzen Körper. - - Andere Heilmittel wie ~Rhus~, ~Acidum Phosphoricum~, ~Cocculus~, - ~Ignatia~, ~Staphysagria~ sind zuweilen, aber nicht oft anwendbar. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Bei frischen Anfällen, und wenn viel - Magenschmerz und krankhafter Reiz desselben vorhanden, nehme von dem - gewählten Heilmittel alle halbe, ganze, zwei oder drei Stunden eine - Dosis. Sobald die Strenge der Symptome nachzulassen beginnt, sollten - die Zwischenräume verlängert werden. Bei chronischen Fällen ist das - Mittel dreimal des Tages zu wiederholen. Bei Anwendung der Kügelchen - gebe einem Erwachsenen zehn. - - =Allöopathisch.= Wenn Mangel an Appetit ein Symptom ist und es ist - keine erklärliche Ursache dafür vorhanden, nehme folgendes: - - Rinden-Abkochung (~Decoction of bark~) 6 Unzen. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 8 Grane. - Verdünnte Schwefelsäure (~Dilute sulphuric acid~) ½ Drachme. - ~Compound tincture of bark~ ½ Unze. - Orangenschalen-Syrup 2 Drachmen. - - Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Wenn es von einem Schmerz in der Magengrube begleitet ist, nehme das - folgende: - - Dreifach salpetersaurer Wismuth 10 Grane. - Gummi Arabicumschleim (~Mucilage of gum arabic~) ½ Drachme. - Syrup ½ „ - Hopfen-Tinktur (~Tincture of hops~) ½ bis 1 „ - Zimmet-Tinktur (~Tincture of cinnamon~) ½ bis 1 „ - Wasser 1 Unze. - - Mische es und nimm zwei- bis dreimal des Tages eine Dosis. - - Beim Beginn der Dyspepsie ist in der Regel eine Störung der Leber - vorhanden. In diesem Falle möge folgende Pille gegeben werden: - - Enzian-Extrakt (~Extract of gentian~) ½ Drachme. - Pulverisirter Rhabarber (~Pulv. rhubarb~) ½ „ - ~Blue Mass~ 4 Grane. - - Mische es und theile es in 20 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine - Pille eine Woche lang. - - Salpetersaure Kochsalzsäure (~Nitro muriatic acid~), in Dosen von 3 - bis 4 Tropfen wirkt als ein mildes stärkendes Mittel und kann den - obigen Pillen folgen. Wo Nervenschwäche vorwiegend ist, und besonders - bei chronischen Fällen, wird folgendes vorzüglich gefunden werden: - - Pillen von kohlensaurem Eisen (~Pill of carbonate - of iron~) 2 Skrupel. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 1 „ - Alkohol-Extrakt von ~Nux vomica~ 5 Grane. - - Mische und theile es in 20 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine - Pille. - - Ist Mangel an Appetit und Niedergeschlagenheit vorhanden, nehme man - folgendes: - - Enzian-Aufguß (~Infusion of gentian~) 5½ Unzen. - Anderthalb kohlensaures Ammoniak - (~Sesqui-carbonate of ammonia~) ½ Drachme. - Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound - tincture of cardamons~) ½ Unze. - - Mische es. Dosis: zwei- oder dreimal des Tages zwei Eßlöffel voll. - - Gleichzeitig nehme man folgende Pillen: - - Pulverisirter Rhabarber (~Powdered rhubarb~) ½ Drachme. - Spanische Seife (~Castile soap~) 1 Skrupel. - Pulverisirter Ingwer (~Powdered ginger~) 12 Grane. - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Nimm jeden Abend oder einen - Abend um den andern zwei Pillen. - - Gegen Verstopfung ist das unter ~Mettauer’s Aperient~ bekannte Mittel - sehr zu empfehlen. Es besteht aus folgendem: - - Pulverisirte Aloe (~Pulv. Aloes~) 1½ Unzen. - Doppeltkohlensaure Soda (~Bi-carbonate of soda~) 4 „ - Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus 2 „ - Wasser 2 Quart. - - Gieße das Ganze in einen Krug und lasse die Mischung 14 Tage lang - stehen, schüttle es einmal des Tages gehörig um und gieße dann den - Bodensatz weg. Es verbessert sich mit der Zeit. - - Dosis: einen Theelöffel voll sogleich nach der Mahlzeit. Dies - Mittel wird besonders gut bei galliger Dyspepsie gefunden werden, - da es auf die Leber wirkt. In solchen Fällen nehme man einige - Tropfen salpetersaure Kochsalzsäure (~Nitro muriatic acid~) vor - der Mahlzeit und das vorhergehende Mittel nach dem Essen, was von - außerordentlichem Erfolg begleitet sein wird. - - Andere Mittel gegen Verstopfung sind folgende: - - Pulverisirter Rhabarber (~Pulverized Rhubarb~) 2 Unzen. - Doppeltkohlensaure Potasche (~Bi-carbonate - of potassa~) 1 Unze. - - Mische es. Dosis: hinreichend um eine Bewegung der Eingeweide jeden - Tag hervorzurufen. - - Oder auch: - - Rhabarber (~Rhubarb~) 2 Skrupel. - Aloe 1 „ - Nux Vomica-Extrakt 4 Grane. - - Mische es und theile es in 20 Pillen. Dosis zwei oder drei Pillen - jeden Tag so oft als erforderlich. - - Oder: - - Rhabarber (~Rhubarb~) ½ Drachme. - Zusammengesetzter Koloquinthen-Extrakt (~Compound - extract of colocynth~) ½ Drachme. - - Mische und theile es in 20 Pillen. Nimm eine oder zwei, je nach - Bedarf. - - Gegen Magensäure gebe man präparirte Holzkohle (~Prepared charcoal~), - in Dosen von einem Theelöffel voll, oder kohlensaure Magnesia - (~Carbonate of magnesia~), oder dreifach salpetersauren Wismuth - (~Tris-nitrate of Bismuth~), eine Priese doppelt kohlensaurer Soda - (~Bi-carbonate of soda~) oder einen kleinen Eßlöffel voll Kalkwasser. - - Gegen Sodbrennen -- einen Theelöffel voll Magnesia oder Kreide in - einem Glas kalten oder warmen Wassers. Kalkwasser oder flüssige - Magnesia wird in denselben Fällen zuträglich gefunden werden. - - ~Pyrosis~ (Sodbrennen mit starkem Wasserzusammenlaufen im Munde) wird - durch 10 oder 15 Tropfen Ammoniak in einem halben oder ganzen Glas - voll Wasser erleichtert werden. - - Zur Bewirkung einer vollständigen Kur der Dyspepsie ist dreifach - salpetersaurer Wismuth (~Tris-nitrate of Bismuth~), in Dosen von 20 - bis 30 Granen dreimal des Tages bei jeder Mahlzeit. Ist viel Schmerz - vorhanden, so gebe man folgendes: - - Dreifach salpetersaurer Wismuth - (~Tris-nitrate of Bismuth~) von 2 Skrupel bis zu 1 Drachme. - Magnesia von 2 Skrupel bis zu 1 „ - Aloe-Tinktur ½ Unze. - Hopfen-Tinktur ½ „ - Hinreichend Wasser, um 6 Unzen zu machen. - - Mische es. Dosis: Zweimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Oder auch: - - Eisensaurer Ammoniak Alaun (~Ammonio-ferric alum~) 2 Skrupel. - Zimmetwasser 4 Unzen. - - Mische und löse es auf. Dosis: Alle zwei bis drei Stunden einen - Eßlöffel voll. - - Gegen Magenschmerz oder Krampf lindert zuweilen folgende Einspritzung - augenblicklich: - - Castoröl 2 Unzen. - Stachlige Eschenrinden-Tinktur (~Tincture - of prickly ash bark~) ½ Unze. - Zusammengesetzte virginische Schlangenwurzel-Tinktur - (~Compound tinct. of Virginia snake root~) 2 Drachmen. - Aufguß von Wasserdost (~Infusion of boneset~) ½ Pint. - Sennesblätter ½ „ - - Mische und gebrauche es als Einspritzung. - - Cajeput- (~Cajeput~) Oel in Dosen von 4 Tropfen auf ein Stück Zucker - ist ein ausgezeichnetes Mittel. Kampher-Spiritus, Ingwer- (~Ginger~) - Essenz und zusammengesetzter Lavendel- (~Lavender~) Spiritus sind - allgemein bekannte und gebrauchte Linderungsmittel. Ein Senfpflaster - auf dem Magen lindert oft augenblicklich. - - -Uebelkeit und Erbrechen. - -Dem Erbrechen geht in der Regel ein eigenthümlicher Zustand, genannt -Uebelkeit oder krankhafter Zustand des Magens, voraus. Dies Gefühl -ohne Schmerz ist von Mattigkeit und großer Schwäche, blasser, kühler, -feuchter Haut, eingefallenem Gesicht u. s. w. begleitet. Nachdem -dieser Zustand eine geraume Zeit angehalten hat, tritt Erbrechen ein. -Erbrechen wird gewöhnlich als Symptom einer Krankheit angesehen, tritt -aber zuweilen auch selbstständig auf, d. h. ohne mit einer andern -Krankheit verbunden zu sein. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Wenn das Erbrechen durch Ueberessen hervorgerufen - wurde, so ist es als wohlthuend zu betrachten, und man sollte häufig - Getränke von warmem Wasser zu sich nehmen, um vermittelst dessen den - Magen zu reinigen. - - Folgendes sind Mittel, welche bei den verschiedenen Arten des - Erbrechens genommen werden mögen: - - ~Ipecacuanha.~ -- Dies ist das Hauptmittel und wird in der Regel - alles sein, was erforderlich ist. Wenn das Erbrechen durch Ueberladen - des Magens hervorgerufen wurde: ~Pulsatilla~, ~Antimonium~, ~Crudum~, - ~Nux Vomica~, ~Arsenicum~, ~Rhus~, ~Bryonia~, ~Sulphur~. - - Bei Erbrechen von schwangern Frauen: ~Nux Vomica~, ~Ipecacuanha~, - ~Arsenicum~, ~Veratrum~. - - Wenn Würmer die Ursache sind: ~Cina~, ~Aconitum~, ~Ipecacuanha~, ~Nux - Vomica~, ~Carbo Vegetabilis~, ~Lachesis~. - - Wenn in Folge von Trinken: ~Arsenicum~, ~Ferrum~, ~China~, ~Bryonia~, - ~Chamomilla~, ~Aconitum~, ~Silicea~, ~Arnica~. - - Stellt es sich nach dem Essen ein: ~Pulsatilla~, ~Nux Vomica~, - ~Bryonia~, ~Arsenicum~, ~Ferrum~. - - Bei Erbrechen am Morgen: ~Nux Vomica~, ~Arsenicum~, ~Veratrum~, - ~Lycopodium~, ~Drosera~. - - Bei Erbrechen am Abend oder des Nachts: ~China~, ~Nux Vomica~, - ~Arsenicum~, ~Veratrum~, ~Sulphur~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Man löse 12 Kügelchen in 12 - Theelöffel voll Wasser und gebe alle halbe Stunde einen Theelöffel - voll bis Besserung eintritt. Wird die Medizin trocken gegeben, so - gebe man drei bis sechs Kügelchen auf eine Dosis. Wenn nach drei oder - vier Dosen keine Besserung eintritt, greife zu einem anderen Mittel. - - =Allöopathisch.= Gewöhnlich wird eine Dosis von grüner Münze- - (~Spearmint~), Pfeffermünz- (~Peppermint~) oder Ingwer- (~Ginger~) - Thee sofortige Erleichterung verschaffen. Zuweilen wird Branntwein, - Ingwer- (~Ginger~) Tinktur oder Paregoricum diesem Zwecke entsprechen. - - Wird es durch einen Reiz des Magens verursacht, so gebe man folgendes: - - Belladonna-Extrakt 6 Grane. - Pulverisirte Brechwurz (~Pulv. Ipecac~) 10 „ - Rosen-Zucker (~Confection of roses~) 2 „ - - Mische es und mache 30 Pillen daraus. Dosis: Zweimal des Tages - eine Pille. Bei hartnäckigen Fällen kann ½ oder ¼ Gran Morphium - gegeben werden. Ein Senfpflaster auf den Magen wird zuweilen - sofortige Linderung hervorrufen. Eine Einspritzung von 30 bis 60 - Tropfen Laudanum mit 2 Unzen dünner Stärke wird sich bei einzelnen - Fällen als ein ausgezeichnetes Mittel bewähren. Flanell mit einer - Abkochung von Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) in Spiritus oder Terpentin- - (~Turpentine~) Oel befeuchtet, kann auch angewendet werden. Kalk- - (~Lime~) Wasser und Milch in Dosen von einem Theelöffel voll - von jedem alle halbe oder alle zwei Stunden, wird in Fällen, wo - keine starke Aufregung vorhanden, und besonders bei Magensäure, - entsprechen. Kreosot in Dosen von einem Tropfen, so oft als - erforderlich wiederholt, hat zuweilen ausgezeichneten Erfolg. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bei Reizbarkeit des Magens mögen - gleiche heile von Pfeffermünz- (~Peppermint~) Essenz, Laudanum und - Kampher-Tinktur in Dosen von einem halben Theelöffel voll in einem - Aufguß von grüner Münze (~Spearmint~) gegeben werden. Zuweilen wird - auch ein starker Aufguß von Nelken (~Cloves~), oder Ingwer (~Ginger~) - und Nelken alle 5 bis 10 Minuten gegeben. Wenn gleichzeitig Schmerz - in dem Magen vorhanden ist, füge 8 bis 10 Tropfen Laudanum zu jeder - Dosis. Dreifachsalpetersaurer Wismuth in Dosen von 5 bis 10 Granen - mit einem ½ Gran schwefelsaurem Morphium (~Sulphate of morphine~) - wird sofortige Linderung verschaffen. Ein Aufguß von geröstetem Korn, - oder ein Kuchen aus Hafermehl mit Wasser gebacken und dann wie Kaffee - gebrannt wird das Erbrechen einstellen. - - -Seekrankheit. - -Dies ist eine besondere Gattung von Erbrechen, welches sowohl durch -Rückwärtsfahren, Schaukeln oder Drehen als auch durch das Fahren auf -einem Schiffe verursacht wird. Personen, die davon befallen werden, -sollten sich sogleich niederlegen und zwar, wenn möglich, in der -frischen Luft. Seeleute rathen zu einem Drucke auf den Unterleib -vermittelst eines engen Gürtels. Rohe, gesalzene Austern sind in der -Regel bei diesem Zustand des Magens am leichtesten verdaulich. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein oder zwei Schluck Aepfelwein mit - zehn oder zwölf Tropfen Laudanum wird häufig Linderung verschaffen; - ebenso Branntwein, Spiritus oder Champagner. - - =Homöopathisch.= Schottisches Ale, Häringe und Citronen werden in der - Regel von Seekranken verlangt. Heilmittel sind folgende: - - ~Cocculus.~ -- Schwindel, Kopfschmerz, Uebelkeit. Dem Patienten wird - besser, wenn er sich niederlegt. - - ~Nux Vomica.~ -- Ebenso wie ~Cocculus~. Dem Patienten wird besser, - wenn er nicht in der freien Luft ist. - - ~Pulsatilla.~ -- Dem Patienten ist in der freien Luft wohler. - - ~Hyosciamus~ -- ist ein wichtiges Mittel, besonders bei Schwindel des - Kopfes. - - ~Colchicum~ -- kann nach Pulsatilla gegeben werden. - - ~Arsenicum.~ -- Wenn der Patient sehr schwach wird und sich häufig - erbricht. - - ~Petroleum~ -- kann in Fällen von sehr großer Schwäche gegeben - werden. Gegen Verstopfung während einer Reise gebe man ~Opium~, ~Nux - Vomica~, ~Cocculus~, ~Lachesis~, ~Sulphur~. Wenn gleichzeitig bei - Verstopfung ein Verlangen nach Säuren vorhanden ist, gebe man ~Sepia~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Ebenso wie bei Uebelkeit und Erbrechen. - - -Magenneuralgie, Magenkrampf (+Gastralgia+). - -Diese Krankheit wird von einem heftigen Schmerz begleitet, ähnlich -dem des Sodbrennens, aber er ist stärker und gewöhnlich von kürzerer -Dauer. Der Schmerz tritt ganz unregelmäßig auf, zuweilen verläßt er den -Kranken für eine Zeit ganz und in einigen Fällen wird er durch Druck -gelindert, was aber eben nicht immer der Fall ist. Gleichzeitig kann -Schwierigkeit des Athmens, Unruhe und Herzklopfen vorhanden sein. Heiße -und reizende Getränke lindern in der Regel den Schmerz. Schmerzen und -Krämpfe werden in der Magengrube gefühlt, zuweilen leicht, dann wieder -von großer Heftigkeit und erstrecken sich bis zur Brust und zum Rücken. -Gewöhnlich findet ein Aufstoßen von einer großen Menge Luft statt, was -dem Kranken für eine kurze Zeit Erleichterung verschafft. - -+Ursachen.+ -- Können aus Krankheiten des Rückgrats oder irgend einer -Störung der Nerven des Magens entspringen, ebenso aus einer Krankheit -der Milz, der Leber oder anderer Organe, durch das übermäßige Trinken -starker Spirituosen, Kaffee und Thee, durch unverdauliche Speisen, -Angst und heftige Bewegungen. Das weibliche Geschlecht ist dieser -Krankheit besonders ausgesetzt und wird gewöhnlich bei Störung der -monatlichen Reinigung gefunden. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Die Eingeweide sollten vermittelst - einer milden Einspritzung, wie warmes Wasser geleert und warme - Bähungen von Hopfen, Wasserdost (~Boneset~), Rainfarn (~Tansy~) - und andere Kräuter auf die Gegend des Magens gebracht werden, dem - man einen Senfumschlag folgen läßt. In Zwischenräumen gebe man die - zusammengesetzte Brechwurz- (~Ipecac~) und Opium-Tinktur so oft - als nothwendig, oder in einigen Fällen zusammengesetzte Tinktur - der Lobelia und des spanischen Pfeffers (~Capsicum~). Einreiben - der Gegend über dem Magen mit einer Salbe, zusammengesetzt aus - gleichen Theilen Laudanum, Kampher- (~Camphor~) Tinktur, Pfeffermünz- - (~Peppermint~) Essenz und Amberöl wird zuträglich gefunden werden. - - =Homöopathisch.= Bei Magenkrampf in Folge zu vielen Kaffeetrinkens - gebe man ~Nux Vomica~, ~Ignatia~, ~Cocculus~, ~Chamomilla~. - - In Folge unmäßigen Genusses von Spirituosen: ~Nux Vomica~, - ~Arsenicum~, ~Sulphur~, ~Lachesis~. - - Wenn Unverdaulichkeit die Ursache: ~Pulsatilla~, ~Antimonium~, - ~Crudum~, ~Bryonia~, ~China~, ~Nux Vomica~. - - In Folge von geistiger Erregung, wie Zorn, Freude &c.: ~Chamomilla~, - ~Colocynthis~, ~Nux Vomica~. - - In Folge Säfte-Verlustes, wie durch Stillen, Schweiß, Blutungen &c.: - ~China~, ~Acidum Phosphoricum~, ~Cocculus~, ~Nux Vomica~. - - In Folge von Rheumatismus oder Gicht: ~Ipecacuanha~, ~Bryonia~, ~Nux - Vomica~, ~Belladonna~, ~Calcarea~, ~Sulphur~, ~Rhus~. - - Sind die monatlichen Reinigungen zu spärlich: ~Pulsatilla~, - ~Cocculus~. Sind sie zu stark: ~China~, ~Belladonna~, ~Calcarea - Carbonica~, ~Platina~. - - - Einzelnheiten der Symptome. - - ~Nux Vomica.~ -- Das wichtigste Mittel gegen Magenkrampf bei - folgenden Symptomen: Zusammenziehender, drückender und krampfartiger - Schmerz mit einem Gefühl von Ziehen oder Kneipen im Magen, bei - Beklemmung der Brust, gleichsam als wenn dieselbe mit einem Bande - zusammengeschnürt wäre. Der Schmerz erstreckt sich bis zum Rücken und - den Lenden. Erbrechen einer flüssigen oder sauren Masse während des - Schmerzes, schlimmer nach einer Mahlzeit oder nach Genuß von Kaffee - und starken Spirituosen. Wird durch ~Nux Vomica~ keine Linderung - hervorgerufen, so gebe man ~Chamomilla~ oder ~Cocculus~ abwechselnd - damit alle halbe Stunde. - - ~Chamomilla.~ -- Druck im Magen, wie von einem Steine herrührend, - Kurzathmigkeit, Brustbeklemmung, Schmerzen, schlimmer des Nachts, - bei großer Angst, Herumwerfen, zuweilen Linderung nach Trinken, - der Kranke ist empfindlich und reizbar. Dies kann abwechselnd mit - ~Coffea~ gegeben werden, wenn es allein gegeben keine Linderung - verschafft. - - ~Cocculus.~ -- Besonders wenn ~Nux Vomica~ oder ~Chamomilla~ nur - vorübergehend Linderung gewährt; wenn die Krämpfe durch Aufstoßen - vermindert werden. - - ~Belladonna~ -- kann gegeben werden, wenn ~Chamomilla~ angezeigt - erscheint und dennoch keine Linderung gewährt, oder wenn der - Magenkrampf gerade während übermäßig starker Reinigung eintritt. - Dasselbe mag abwechselnd mit ~Coffea~ gegeben werden, wenn die Kranke - unruhig ist und keinen Schlaf finden kann. - - ~Pulsatilla.~ -- Besonders dienlich bei Personen von mildem und - traurigem Gemüthe, da wo die monatliche Reinigung nur langsam - vor sich geht; die Schmerzen sind schießend und schlimmer beim - Gehen, Schmerzen im Magen, durch Fasten oder Ueberladen des Magens - verursacht, Uebelkeit und Erbrechen der Speisen, nicht viel Durst, - Schmerzen schlimmer am Abend mit einem Gefühl von Frost. - - ~China.~ -- Besonders dienlich nach Säfte-Verlust, wie Blutlassen, - Diarrhöe &c. Anschwellen des Magens mit einem schmerzhaften Druck und - einem Rasseln durch Wind verursacht. - - ~Ignatia.~ -- Paßt besonders nach ~Pulsatilla~, wenn drückende - Schmerzen, wie von einem Stein herrührend, nach der Mahlzeit oder - des Nachts vorhanden sind; Brennen und Ziehen in der Magengrube, - empfindlich gegen Berührung, Abneigung gegen Speise und Trank, - ebenso Verdauungs-Beschwerden, Furcht u.s.w. - - ~Carbo Vegetabilis.~ -- Mag gegeben werden, wenn Krämpfe durch - verdorbene Nahrungsmittel verursacht werden, auch bei Anfällen, - welche bei feuchtem, nassem Wetter eintreten, besonders wenn ein - schmerzhafter, brennender Druck, schlimmer bei Berührung, zur - Nachtzeit vorhanden ist. Krampfhafte Zusammenziehung, der Kranke - krümmt sich vor Schmerz, Zittern, schlimmer beim Niederlegen, - Sodbrennen. Schon der Gedanke an Speise erregt Uebelkeit. - - ~Lachesis.~ -- Drückender Schmerz, besser bald nach einer - Mahlzeit, kehrt aber in kurzer Zeit zurück bei Verstopfung und - Verdauungsschwäche. - - ~Arsenicum.~ -- Passend bei Krampf, wenn die Schmerzen - außerordentlich stark sind, Schmerz brennend, als ob von heißen - Kohlen herrührend, kneipend oder schneidend. Aeußerliche Kalte, - heftiger Durst, der aber ohne den Schmerz zu erhöhen, nur mit einer - kleinen Menge einer Flüssigkeit gestillt werden kann, Magen erweitert - und ausgespannt, die Schmerzen erstrecken sich bis auf den Rücken - oder bis in den Unterleib, Empfindlichkeit gegen Druck, Erbrechen - einer dicken, gelblichgrünen Masse. - - ~Sulphur.~ -- Drückende Schmerzen, wie von einem Steine herrührend, - in der Regel nach einer Mahlzeit Uebelkeit, Erbrechen, saures - Aufstoßen von Speisen. - - ~Bryonia.~ -- Druck in der Gegend des Magens beim Essen oder nach - einer Mahlzeit mit einem Gefühl von Anschwellen in der Magengrube, - Zusammenlaufen von Wasser im Munde, Kopfschmerz, Schwindel, - Verstopfung. Kann, wenn der Druck im Magen sehr stark und das Athmen - schwierig ist, besonders nach dem Genuß von kalten Getränken, - abwechselnd mit ~Rhus~ gegeben werden. - - ~Staphysagria.~ -- Besonders passend gegen Magenkrämpfe, die durch - Aerger oder andere geistige Erregungen verursacht werden. - - ~Calcarea Carbonica.~ -- Passend bei Personen mit vollem rothem - Gesicht oder bei Frauenzimmern, welche ihre monatliche Reinigung - zu stark haben, besonders nachdem Belladonna theilweise Linderung - gewährt. - - ~Colocynthis.~ -- Der Krampf beginnt zwei oder drei Stunden oder - mehr nach einer Mahlzeit, besonders wenn eine große Menge von süßem - Fleisch gegessen worden ist. - - =Allöopathisch.= Folgende Einspritzung kann zuweilen mit gutem - Erfolge angewendet werden: - - Castoröl 2 Unzen. - Stachlige Eschenrinde-Tinktur (~Tincture of prickly - ash bark~) ½ Unze. - Zusammengesetzte virginische Schlangenwurzeltinktur - (~Compound tincture of Virginia snake root~) 2 Drachmen. - Aufguß von Wasserdost (~Boneset~) und Sennesblättern - (~Senna~) zu gleichen Theilen ½ Pint. - - Mische es und gebe es als eine Einspritzung. - - Ein gutes Heilmittel ist Cajeputöl (~Cajeput~) in Dosen von 4 Tropfen - auf ein Stück Zucker, ebenso Kampher-Spiritus, Ingwer- (~Ginger~) - Essenz und zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound tincture of - cardamons~). - - Folgendes wird sehr zuträglich gefunden werden: - - Süße Rhabarber-Tinktur (~Sweet tincture of rhubarb~) 4 Unzen. - Doppeltkohlensaures Soda (~Bi-carbonate of soda~) 2 Drachmen. - - Mische es. Dosis: Zwei Theelöffel bis einen Eßlöffel voll so oft - als erforderlich. In einigen Fällen wird es von Erfolg sein, wenn - einige Tropfen Cayennepfeffer- (~Cayenne~) Tinktur zu dieser Mischung - hinzugefügt werden. Zuweilen verschafft auch ein Senfpflaster über - den Magen Linderung. - - -Magenweh oder Magenkolik (~Griping Colic, Enteralgia~). - -Der Ausdruck Kolik wird für einen heftigen Schmerz in den Eingeweiden -gebraucht. Ein ganz eigenthümliches schlingendes oder spannendes -Gefühl hinter dem Nabel ist vorhanden, begleitet von Verstopfung der -Eingeweide, zuweilen Uebelkeit und Erbrechen, der Schmerz läßt beim -Druck nach, mit Zwischenräumen von Erleichterung, der Bauch ist hart, -in Stücke oder Knoten zusammengezogen und von Wind aufgetrieben. Sie -kann von einer Entzündung der Eingeweide dadurch unterschieden werden, -daß der Druck Linderung verschafft, daß kein Fieber dabei vorhanden ist -und der Schmerz von Zeit zu Zeit verschwindet. Drei Gattungen von Kolik -werden in der Regel unterschieden, nämlich gewöhnliche oder Windkolik, -Gallenkolik und Malers Kolik. - -Die Symptome der Windkolik bestehen in häufigem Aufstoßen von Wind -ohne Linderung, einem heftigen Schmerz mit einem Gefühl von ineinander -Schlingen oder Kneipen in der Gegend des Nabels, der Schmerz nimmt beim -Druck nicht zu, verschwindet von Zeit zu Zeit und kehrt ebenso wieder, -Gefühl von Vollsein mit Verstopfung, Kollern, Uebelkeit, kaltes Gefühl -des Magens. - -+Ursachen.+ Unverdauliche Nahrung, Wind, übermäßige Ausdehnung des -Magens durch Nahrungsmittel, welche Gase erzeugen, Verstopfung, das -sich Aussetzen der Kälte &c. - -Gallenkolik wird zuweilen mit Windkolik verwechselt, aber ist eine -heftigere und beunruhigendere Krankheit. Der Kranke klagt in der Regel -vor einem Anfall über Störungen im Magen und Eingeweiden, Verstopfung, -Appetitlosigkeit, belegte Zunge, bitterer Geschmack im Munde, Uebelkeit -und Erbrechen, so wie die Krankheit fortschreitet, ein schneidender -und schraubender Schmerz tritt ein, zuweilen beginnt er in der Gegend -des Magens und dehnt sich bis zum Rücken aus, oder in anderen Fällen -erfaßt er die Eingeweide und schlingt sie in der Nabelgegend in -einander, gerade wie bei der Windkolik. Der Schmerz wird anfänglich -durch Druck gelindert, später werden die Eingeweide gegen denselben -empfindlich, die Endglieder kalt, die Haut und das Weiße im Auge nehmen -eine gelbliche Farbe an, Unruhe ist vorhanden. - -+Ursachen.+ Gallenkolik kann durch ein Nervenleiden des Magens, durch -Erkältung, das Fallen des Rheumatismus oder Nervenschmerz (~Neuralgia~) -auf den Magen oder die Eingeweide, Verstopfung &c. hervorgerufen werden. - -Maler’s oder Bleikolik ist eine Krankheit, die durch Blei verursacht -und unter jenen, die mit Blei zu thun haben, wie Maler, Bleiarbeiter, -Bergleuten, Schriftgießer &c. gefunden wird. Die Kolik kommt allmählig -an, eine Verstimmung und Kleinmuth, ziehende Schmerzen in den -Eingeweiden und Endgliedern, Schwere in den Gliedern, Störung im Magen -und den Eingeweiden, Frösteln, Niedergeschlagenheit, unbehagliches -Gefühl in der Magengrube; dieses Gefühl steigert sich bis zur Marter, -erstreckt sich auf die Eingeweide, ist außerordentlich heftig, -Uebelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Kopfschmerz, großer Durst, Schmerz -in den Gelenken und Knöcheln, der Schmerz wird nicht durch Druck -erhöht, die Muskeln des Unterleibes sind gegen Berührung empfindlich, -zuweilen so sehr, daß der Kranke das Gewicht der Bettdecke nicht zu -ertragen vermag; hin und wieder treten Schlaganfälle, besonders der -Muskeln des Vorderarms, ein. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Der Patient sollte in ein warmes Bad gebracht, in - ein Faß gesetzt und so mit einer Decke umhüllt werden, daß der heiße - Dampf nicht verfliegt. Nach Verlauf von ungefähr 10 Minuten sollte - er, ohne abgetrocknet zu sein, in die Decken gehüllt werden, gut - zugedeckt und noch mit Ziegelsteinen oder Flaschen mit heißem Wasser, - besonders in der Gegend, wo der Schmerz am heftigsten ist, erwärmt - werden. Sobald der Schweiß eintritt, wird der Kranke Linderung - verspüren. Die Medizinen sind bei Beginn des Anfalles zu geben. Die - verschiedenen Formen von Kolik und den dagegen erforderlichen Mitteln - folgen hier: - - Gallenkolik: ~Nux Vomica~, ~Colocynth~, ~Chamomilla~, ~Bryonia~. - - Gewöhnliche oder Windkolik: ~Pulsatilla~, ~China~, ~Cocculus~, ~Nux - Vomica~, ~Colocynth~, ~Sulphur~, ~Carbo Vegetabilis~. - - Malers- oder Bleikolik: ~Opium~, ~Platina~, ~Belladonna~. - - Kolik in Folge von Würmern: ~Mercurius~, ~Cina~, ~Sulphur~. - - Kolik in Folge von Unverdaulichkeit: ~Pulsatilla~, ~China~, - ~Bryonia~, ~Belladonna~, ~Carbo Vegetabilis~, ~Nux Vomica~. - - Kolik nach Frost: ~Aconitum~, ~Colocynth~, ~Mercurius~, ~Nux Vomica~, - ~Chamomilla~. - - Kolik bei hartnäckiger Verstopfung: ~Nux Vomica~, ~Opium~. - - Kolik in Folge von Baden: ~Nux Vomica~. - - Kolik in Folge von kaltem, feuchtem Wetter: ~Pulsatilla~, ~Rhus~, - ~Bryonia~. - - Kolik bei kleinen Kindern: ~Chamomilla~, ~Rheum~, ~Coffea~, - ~Belladonna~ und ~Aconitum~. - - Kolik bei schwangeren Frauen: ~Nux Vomica~, ~Bryonia~, ~Pulsatilla~, - ~Sepia~, ~Chamomilla~. - - Kolik bei hysterischen Frauen: ~Ignatia~, ~Nux Vomica~, ~Cocculus~. - - - Einzelheiten der Symptome. - - ~Colocynth.~ -- Dies ist das Hauptmittel gegen alle Arten von - Kolik. Die Schmerzen sind schneidend und kneipend, oder als ob die - Eingeweide mit Messern geschnitten würden. Krämpfe in den Gliedern, - Frostschauer, Unterleib geschwollen, sehr leer und empfindlich, wie - in Folge einer Quetschung. ~Mercurius~, ~Chamomilla~ und ~Belladonna~ - können hierauf gegeben werden. - - ~Nux vomica.~ -- Verstopfung bei einem Druck im Unterleib, der - Schmerz ist kneipend und ziehend, Druck in der Magengrube, - Anschwellen und Empfindlichkeit des Unterleibes gegen Berührung, - kalte Hände und Füße. - - ~Belladonna.~ -- Schmerz als ob die Eingeweide mit den Fingernägeln - gezwickt würden, gelindert durch einen Druck auf die Eingeweide, oder - auf Krümmung ein Gefühl von Schwere im untern Theile, als ob etwas - herausfallen wolle, Kopf und Gesicht heiß und roth, starke Schmerzen - im Kopfe, welche durch Bewegung verschlimmert werden, Hals trocken. - Man lasse diesem ~Mercurius~ oder ~Hyosciamus~ folgen. - - ~China.~ -- Außergewöhnliches Anschwellen des Unterleibes bei - Vollsein und Druck, wie von harten Körpern herrührend, Schmerz mit - Verstopfung, schlimmer des Nachts. - - ~Pulsatilla.~ -- Schießende, beißende Schmerzen in der Magengrube, - ein Gefühl von Schwere und Vollsein im Unterleib mit Empfindlichkeit - und Schmerz, wie von einer Quetschung, Kolik in Folge von - Unverdaulichkeit, schlimmer beim Sitzen oder Liegen, oder am Abend, - bei Schauer; der Kranke fühlt sich wohler im Freien, hat Diarrhöe und - blasse Gesichtsfarbe. Man lasse ~China~, ~Mercurius~, ~Lycopodium~ - folgen. - - ~Cocculus.~ -- Besonders dienlich bei allgemeiner oder blähender - Kolik und bei Kolik des weiblichen Geschlechts vor und zur Zeit - der monatlichen Reinigung, die Schmerzen sind krampfartig und - zusammenziehend, bei Uebelkeit, Schwierigkeit des Athmens, vollem, - ausgespanntem Magen, oder einem Gefühle von Leere des Unterleibes, - drückender und reißender Schmerz im Magen. - - ~Coffea.~ -- Großer Schmerz, bei Zusammenschlagen der Zähne, Kälte - der Glieder. - - ~Ignatia.~ -- Kolik des Nachts, schießende Schmerzen in der Seite und - Brust, durch Windentleerungen gelindert, passend bei nervösen und - zarten Frauen. - - ~Bryonia.~ -- Vollsein und Druck im Unterleib nach dem Essen, - schneidende Schmerzen in den Eingeweiden, besonders nach dem Trinken - warmer Milch, Kolik mit Diarrhöe, nach Erkältung oder in der - Sonnenhitze. - - ~Chamomilla.~ -- Rasender Schmerz bei großer Unruhe, bitteres - Erbrechen, Vollsein in der Magengrube, eine Wange roth, die andere - blaß, die Kolik stellt sich in der Regel des Nachts oder nach einer - Mahlzeit ein. - - ~Rhus.~ -- Druck in der Magengrube, Schmerz im Unterleib des Nachts, - Diarrhöe einer schleimigen, wässerigen Masse. - - ~Carbo vegetabilis.~ -- Anschwellen und Vollsein des Unterleibes, - Aufstoßen von Wind, Kolik nach Fahren in einem Wagen, sowie ein - Rasseln in den Eingeweiden, Windentleerung mit einem fauligen Geruch. - - ~Arsenicum.~ -- Großer Schmerz mit unbehaglich brennendem Gefühle, - Empfindung von Kälte im Unterleib, Schmerzen schlimmer des Nachts, - sowie auch nach Essen oder Trinken, Erbrechen einer galligen, - wässerigen Masse, Diarrhöe mit Durst, Frostschauer und große Schwäche. - - ~Veratrum.~ -- Schmerz, als wenn mit Messern im Unterleib geschnitten - würde, Brennen daselbst, Rasseln von Wind. Kann bei strengen Fällen - abwechselnd mit ~Arsenicum~ gegeben werden. - - ~Opium.~ -- Unterleib hart und geschwollen, Verstopfung mit Erbrechen - einer Masse aus den Eingeweiden. - - ~Lachesis.~ -- Bei krampfartiger Kolik, besonders wenn ~Colocynthis~, - ~Belladonna~, ~Nux Vomica~ und ~Chamomilla~ ohne Erfolg gegeben - worden sind. - - ~Lycopodium.~ -- Anschwellen und Vollsein des Magens mit Schmerz, - Rasseln von Wind. Kann ~Pulsatilla~ oder ~Lachesis~ folgen. - - ~Platina.~ -- Wenn Kolik die Folge von Furcht oder Zorn, oder - wenn durch Blei verursacht; der Kranke zu sterben befürchtet, - zusammenziehende Schmerzen im Unterleib, Druck im Magen nach dem - Essen, die Kolik verschwindet, wenn Niedergeschlagenheit eintritt, - oder die Niedergeschlagenheit hört auf, sobald die Kolik beginnt. - - ~Aconitum.~ -- Große Empfindlichkeit des Unterleibes, Unruhe, die - Eingeweide scheinen sich zurückzuschieben, Verlangen, den Urin - abzulassen, aber ohne Erfolg. - - ~Arnica.~ -- Ein quetschender Schmerz in den Seiten des Unterleibes, - Vollsein des Magens, als wenn man zu viel gegessen hätte, Stiche in - der Magengrube, Brustbeklemmung, schlimmer nach Essen und Trinken, - oder bei Berührung. Anschwellen und Härte des Unterleibes. - - ~Cina.~ -- Kolik in Folge von Würmern, der Schmerz besonders um den - Nabel herum. - - ~Mercurius.~ -- Schießende, heftige Schmerzen in der Magengrube, bei - Uebelkeit, häufigem Verlangen nach Stuhl, bei großer Menge Speichel - im Munde, Unterleib empfindlich gegen Berührung, Schauern mit Hitze, - besonders im Gesicht, Schmerz schlimmer des Nachts. - - ~Rheum.~ -- Gegen Kolik, besonders bei Kindern, wenn von Diarrhöe mit - saurem Geruche begleitet, oder bei Erwachsenen, wenn die Schmerzen - schneidend sind und der Kranke sich in Folge dessen krümmen muß, - Schmerz schlimmer beim Aufstehen. - - ~Sepia.~ -- Kolik bei schwangeren Frauen, schneidende Schmerzen - nach Bewegung, Brennen und Stechen im Unterleib, welcher hart und - geschlossen ist, Gefühl von Schwere im Unterleib mit Druck. - - ~Calcarea carbonica.~ -- Kneipende oder schneidende Schmerzen - im Unterleib, unbehagliches Rasseln in den Eingeweiden mit - Windverstopfung, Säure im Magen, Erbrechen der Speisen, Diarrhöe von - einer hellen Farbe. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels - in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe alle 10, 15, 20 oder 30 - Minuten, der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll. - Jedes Mittel sollte drei- bis viermal wiederholt werden, ehe zu - einem anderen gegriffen wird. Die Zwischenräume werden nach und nach - verlängert, je nachdem der Kranke sich bessert. - - Personen, welche Neigung zur Kolik haben, sollten bezüglich der - Kost sehr sorgfältig sein, alle grünen Gemüse, säuerlichen Getränke - u.s.w. müssen vermieden werden. Während eines Anfalles sollte man - nur die leichtesten Nahrungsmittel, wie Zwieback- (~toast~) Wasser, - Haferschleim u.s.w. zu sich nehmen. Die Füße sind warm und trocken zu - halten. - - =Allöopathisch.= Bei gewöhnlicher oder Windkolik sollte zuerst - ein Brechmittel gegeben werden, ein Eßlöffel voll Senf oder ein - Theelöffel voll Salz in einem Theebecher voll Wasser, was, wenn - nöthig, alle 10 Minuten wiederholt wird. Gewährt dies keine - Linderung, so lasse eine Dosis Salz, oder Salz und Sennesblätter - (~Senna~), oder Magnesia folgen. Bei irgend einer krankhaften - Reizbarkeit des Magens hilft zuweilen ein wenig Pfeffermünz- - (~Peppermint~) Essenz oder grüne Münze (~Spearmint~) in heißem Wasser - oder Branntwein, oder Branntwein, Wachholderbranntwein (~gin~), auch - Whisky in heißem Wasser. Sind die Eingeweide hartnäckig verstopft und - tritt keine Linderung ein, so sollte eine Einspritzung von Castoröl, - Salz und Molasses, oder Seife und warmem Wasser gegeben werden. - Senfpflaster in der Gegend aufgelegt, wo sich der Schmerz befindet, - ist zuweilen von Erfolg. - - Bei hartnäckigen Fällen kann das folgende angewendet werden: - - Chloroform 1 Unze. - Kampher- (~Camphor~)Wasser 1 „ - Pfeffermünz- (~Peppermint~) Wasser 1 „ - Gummi Arabicum Schleim 1 „ - - Mische es. Dosis: einen Theelöffel bis einen Eßlöffel voll. Diese - Medizin sollte vorsichtig gegeben werden. - - Bei Gallenkolik ist nachstehende Einspritzung sogleich zu verordnen: - - ~Eupatorium perfoliatum~ (~Thoroughwort~) 1 Unze. - Sennesblätter (~Senna~) 1 „ - Lobelia ½ Drachme. - Cayennepfeffer (~Cayenne~) 10 Grane. - Bittersalz (~Epsom salts~) 1 Theelöffel - voll. - Molasses ½ Pint. - Kochendes Wasser 1 „ - - Mache eine starke Abkochung aus den Kräutern, dann füge das Salz und - den Molasses hinzu. Gebe es mit einer Einspritzung. - - Oder auch: - - Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) 1 Unze. - Terpentinspiritus (~Spirits of turpentine~) 1 „ - Castoröl 1 „ - Molasses ½ Pint. - Warmes Wasser ½ „ - - Mische und gebrauche es als eine Einspritzung. - - Wenn es der Magen verträgt, können die Eingeweide mit etwas Castoröl - geöffnet werden. Ein Eßlöffel voll Oel sollte mit zwei Eßlöffel - voll Rhabarbersyrup (~Syrup of rhubarb~) gehörig gemischt werden. - Der Kranke sollte ferner ein warmes Wasserbad nehmen und ein warmes - Senfpflaster über den ganzen Bauch legen. - - Eine Abkochung von Wilder Brodwurzel (~Yam root~) nach Belieben - getrunken, wird sehr empfohlen. Ein Tropfen Crotonöl auf ein - Stückchen Brod öffnet zuweilen die Eingeweide sogleich. - - Ist Kolik der Unthätigkeit der Leber zuzuschreiben, gebe man - folgendes: - - Kalomel 6 Grane. - Opium 6 „ - - Mische es und mache 12 Pillen daraus und nimm eine alle 2, 3 oder 4 - Stunden. Personen, welche Anlage zu dieser Krankheit haben, sollten - folgende Pillen nehmen: - - Hohe Preiselbeerrinde-Extrakt (~Extract of high - cranberry bark~) 1 Skrupel. - Cypripedin 1 „ - Aletridin 1 „ - Pulverisirter Cayennepfeffer 1 „ - - Mische es und mache 20 Pillen daraus. Dosis: eine Pille eine Stunde - nach jeder Mahlzeit. Diese Pillen sollten mehrere Monate genommen - werden. - - Folgendes wird von Dr. Henry Hartshorn von Philadelphia als ein - ausgezeichnetes Mittel gegen Kolikanfälle und krampfhaftes Kopfweh - empfohlen: - - ~Blue Mass~ 5 Grane. - Pulverisirte Rhabarber- (~Rhubarb~) Wurzel ½ Drachme. - Enzian- (~Gentian~) Extrakt ½ „ - Gewürznelkenöl (~Oil of caryophylli~) 4 Tropfen. - - Mische es und mache 20 Pillen daraus. Bei dem ersten Zeichen eines - Anfalles gebe eine Pille, und wenn erforderlich, dreimal des Tages - eine durch mehrere Tage hindurch. - - Bei Malers- oder Bleikolik ist die Behandlung beinahe ganz dieselbe - wie bei der Gallenkolik. - - Alaun ist ein wichtiges Mittel bei dieser Krankheit. Es wird wie - folgt verwendet: - - Alaun (~Alum~) 15 Grane. - Aloe (~Aloes~) 2 „ - Jalappenwurzel (~Jalap~) 2 „ - Doverische Pulver (~Dovers powder~) 4 „ - - Mische und nimm es als eine Dosis zwei- oder dreimal des Tages. - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) wird in einigen - Fällen mit Erfolg angewendet, besonders wenn die Kolik ganz plötzlich - eintritt. - - Aromatische Schwefelsäure (~Aromatic sulphuric acid~), als ein Trank - in Dosen von 15 Tropfen in einem Bierglas voll Wasser gebraucht, wird - empfohlen. - - Dr. Eberle empfiehlt Alaun (~Alum~) und Opium in Dosen von 20 Granen - Alaun auf 1 Gran Opium alle 3 Stunden. - - Essig mit Wasser verdünnt und als Trank genommen soll in einigen - Fällen Linderung verschaffen. - - Gegen Schlag oder Gliederlähmung in Folge von Blei wird - Potaschen-Jodid wie folgt gegeben, empfohlen: - - Flüssiger Sarsaparillen-Extrakt (~Fluid extract of - sarsaparilla~) 4 Unzen. - Flüssiger Pipsissewa-Extrakt 1 Unze. - Wasser 1 Quart. - Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 2 Unzen. - - Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Schwefelgetränkte Potasche (~Sulphurate of potassa~) im Verhältniß - von einer Unze auf ein Quart Wasser und in Dosen von einem Theelöffel - voll dreimal des Tages genommen, wird auch empfohlen. - - Um einen Anfall von Bleikolik oder Gliederlähmung zu verhindern, - sollten Personen, welche mit Blei zu thun haben, ihr Haar mit einem - sehr feinen Kamm kämmen und die Hände, sowie den ganzen Körper, - öfters waschen; auch beim Verlassen der Arbeit die Kleider wechseln. - Sorgfältig sollte beobachtet werden, daß man mit den von Blei - beschmutzten Händen dem Munde nicht zu nahe kommt. Ebenso sollte - auch das Waschen des Körpers mit Saleratuswasser einmal des Tages - angewendet werden. Die Speisen der Arbeiter sollten nicht mit in die - Arbeitsstätten genommen werden, wo sie den Gasen und dem Bleistaub - ausgesetzt sind. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Gegen Windkolik bade Hände und Füße - in warmem Wasser, oder lege Senfpflaster, oder auch Umschläge mit - heißem Salz über den Magen und die Eingeweide. Die Eingeweide - öffne man mit einer Dosis Castoröl, Pfeffermünz- (~Peppermint~) - oder Ingwer- (~Ginger~) Thee sollten daneben öfters getrunken - werden. Bei starkem Schmerz gebe man 30 bis 60 Tropfen Paregoricum - (~Paregoric~) in heißem Wasser, oder 25 bis 30 Tropfen Laudanum. - Bei strengen Fällen kann eine Mischung, zu gleichen Theilen, von - Laudanum, Kampher-Tinktur und Pfeffermünz-Essenz in Theelöffeldosen - gegeben werden. Oeffnet Castoröl die Eingeweide nicht, so sollte eine - Einspritzung von warmem Wasser, dem ein Theelöffel voll Salz und - ebenso viel Fett beigefügt ist, gemacht werden. - - Das Thompson’sche Mittel, genannt Nr. 6, das in jeder Apotheke - zu haben ist, wird sehr dienlich sein. Ein Theelöffel voll - Terpentin-Spiritus (~Spirits of turpentine~) mit einem Theelöffel - voll Castoröl wird zuweilen sofortige Linderung verschaffen. - - Gegen Gallenkolik sollte folgende Einspritzung gebraucht werden: - - Wasserdost (~Boneset~) 2 Unzen. - Sennesblätter (~Senna~) 1 Unze. - Wasser 1 Pint. - - Mische und koche es gehörig. Zu einem Pint dieser Abkochung füge - einen halben Eßlöffel voll Salz, ein halbes Pint Molasses und einen - Eßlöffel voll zusammengesetzte Lobelia- und Spanische Pfeffer- - (~Capsicum~) Tinktur hinzu. Gib das Ganze warm als eine Einspritzung - und wiederhole es alle 10 bis 15 Minuten, bis die Eingeweide geöffnet - sind. - - Bähungen von Hopfen, Stechapfelblätter (~Stramonium~), oder Hopfen - und Lobelia, oder Wermuth (~Warmwood~), Wasserdost (~Boneset~) können - warm über den ganzen Magen und die Eingeweide angewendet werden. - - So lange der Magen Medizinen annimmt, gebe folgendes: - - Bittersalz (~Epsom salts~) 8 Unzen. - Salzsäure (~Muriatic acid~) 2 Drachmen. - Kochendes Wasser 1 Pint. - - Nachdem es abgekühlt ist, füge eine Unze Pfeffermünz- oder - Anis-Essenz hinzu. - - Mische es. Dosis: Alle halbe Stunden einen Eßlöffel voll, bis es - wirkt. - - Eine starke Abkochung, zu gleichen Theilen, von Schildkraut - (~Scull-cap~) und hoher Preiselbeerrinde (~High cranberry - bark~), dem ein Eßlöffel der zusammengesetzten virginischen - Schlangenwurzel-Tinktur (~Compound tincture of Virginia snake root~) - beigefügt ist, wird mit gutem Erfolg gegeben werden. - - Ein ausgezeichnetes Mittel gegen Gallenkolik besteht in gestoßenen - Wallnüssen, denen so viel Whiskey oder verdünnter Alcohol als - nothwendig ist um dieselben zu bedecken, hinzugefügt wird; man lasse - die Mischung eins bis zwei Wochen lang stehen. Dosis: Alle halbe - Stunde einen Eßlöffel voll, bis Linderung eintritt. - - Folgende Pillen werden zuweilen einen Anfall verhindern oder auch - eine Anlage zu dieser Krankheit für immer entfernen: - - Hoher Preiselbeerrinden-Extrakt (~Extract of high - cranberry bark~) 1 Unze. - Aletridin 1 „ - Dioscorein 1 „ - Spanischer Pfeffer (Capsicum) 1 „ - - Mische es gehörig und mache Pillen, eine jede zu vier Granen, daraus. - Dosis: Jeden Tag ungefähr eine Stunde nach dem Essen eine. - - Gegen Bleikolik wird folgendes sehr empfohlen: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) ½ Pfund. - Pulverisirter Alaun (~Powdered alum~) 1 Unze. - Schwefelsäure 1½ Drachmen. - Kochendes Wasser 1½ Pint. - - Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll in einem Weinglas Wasser; - wiederhole es alle Stunden, bis es auf die Eingeweide wirkt. Säure in - Folge schadhafter Zähne möge vermittelst eines Federkiels oder einer - Glasröhre aufgesaugt werden. Nachdem die Eingeweide geöffnet sind, - sollte die Medizin Wochen oder Monate lang fortgebraucht werden und - zwar in hinreichenden Dosen, um innerhalb 24 Stunden je zwei Stühle - hervorzurufen. Die Schwefelsäure mit Bleioxyd im Organismus vereinigt - bildet schwefelsaures Blei, welches ein unschädliches Salz ist. - - Bilsenkraut-Extrakt in Pillen jede zu 6 Granen alle 2 Stunden - wiederholt, wird empfohlen. - - Krotonöl in Dosen von 3 oder 4 Tropfen in einem Eßlöffel voll - Castoröl oder Milch alle zwei Stunden wiederholt wird in einigen - Fällen auf die Eingeweide wirken. Hin und wieder thut ein warmes Bad - von einer halben Stunde oder länger gut. Die Behandlung ist fast ganz - dieselbe, wie bei Gallenkolik. - - Alaun, gegeben wie folgt, wird empfohlen: - - Pulverisirter Alaun (~Powdered alum~) 15 Grane. - Guajacum 10 „ - Aloe 3 „ - - Mische es zu einer Dosis und wiederhole es alle 2 oder 3 Stunden. - - Folgendes wird Personen, die dem schädlichen Einfluß des Bleis - ausgesetzt sind, empfohlen: - - Vitriol-Elixir ½ Unze. - Stachliche Eschbeeren-Tinktur (~Tincture - of prickly ash bark~) 1 „ - - Dosis: Einen Theelöffel voll in einem Gill Wasser und drei- oder - viermal des Tages zu wiederholen. - - -Magenentzündung (~Gastritis~) - -ist eine Entzündung der Schleimhaut des Magens und kann sowohl acut als -auch chronisch sein. Die acute Form ist aber eine seltene Krankheit -und wird in der Regel durch Säure und verdorbene Substanzen in den -Magen genommen, wie Arsenik, Corrosives Sublimat, Salpetersäure und der -gewohnheitsmäßige Genuß von Spirituosen erzeugt. Schläge in der Gegend -des Magens und plötzliche Unterdrückung des Schweißes können auch zur -Ursache werden. - -+Symptome.+ Bei strengen Fällen ist ein brennender Schmerz im Magen mit -Durst, Unruhe, beständiger Uebelkeit und Erbrechen, großes Verlangen -nach kalten Getränken, Angst, Hinfälligkeit, durch Druck und Speisen -in dem Magen wird der Schmerz erhöht, der Durst ist stark und quälend, -denn Flüssigkeiten, wenn sie nicht in sehr kleinen Quantitäten genommen -werden, werden sofort wieder erbrochen, zuweilen ist ein starker, sehr -lästiger Husten vorhanden, die Zunge ist entweder roth an der Spitze -und den Rändern und weißlich in der Mitte, oder sie ist ganz roth; die -Eingeweide sind verstopft, wenn sich die Entzündung nicht auf dieselben -erstreckt, in welchem Falle Diarrhöe vorhanden ist. Nimmt die Krankheit -an Heftigkeit zu, so tritt Schwierigkeit des Athmens und ein Schmerz, -welcher durch Athmen wächst, ein; großer Verlust der Kräfte, kalter -klebriger Schleim, Schlucken, die Haut wird blaß und kühl, die Zunge -glänzt, ist roth und trocken, Erbrechen einer dunklen Masse, Delirium, -Betäubung oder Verzuckungen und Tod. - -Chronische Magenentzündung ist eine ganz gewöhnliche und wird -häufig irrthümlich für Dyspepsie gehalten. Sie kann aus der acuten -Form entspringen, aber ist häufiger die Folge von Fieber, wie -Scharlachfieber, Pocken &c. - -Es ist ein Schmerz im Magen, der durch das Vorhandensein von Speisen -oder durch Druck erhöht wird; der Appetit ist unregelmäßig und -eigenthümlich, die Nahrung wird unvollkommen verdaut und ein Gas, -welches außerordentlich widerwärtig ist, strömt aus dem Munde; der -Appetit wird zuweilen sehr heftig, aber wenn der Kranke etwas zu sich -nimmt, ist er bald befriedigt oder wird in Folge dessen unwohl. Zu -andern Zeiten ist der Appetit wieder ganz verloren, die Zunge ist weiß -in der Mitte und roth an der Spitze und den Seiten, zuweilen ganz und -gar glänzend und roth, wie Rindfleisch. Dehnt sich die Entzündung auf -die Eingeweide aus, so tritt Diarrhöe ein; in einigen Fällen ist Husten -vorhanden, und wird die Krankheit nicht eingehalten, so erscheinen -alle Symptome der Auszehrung. Wird die Krankheit nicht gut behandelt, -so tritt eine Eiterung der Magenhülle ein und wird den Tod nach sich -ziehen. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Wenn die Krankheit durch Gifte entsteht, sollten - zuerst die unter den Gegengiften (~Antidotes~) angegebenen Mittel - angewendet werden. Nachdem das Gift entfernt oder unschädlich gemacht - worden ist, sollten Blutegel in der Gegend des Magens gesetzt werden, - aber es ist hierbei darauf Acht zu geben, daß nicht zuviel Blut - entzogen wird. Senfpflaster auf die Füße, längs des Rückgrats und - über der Magengrube, dem man Bähungen von Stechapfel- (~Stramonium~) - Blättern oder Hopfen folgen läßt, sollten so oft als nothwendig - wiederholt werden. Brechmittel sind nicht geeignet, dagegen mag die - folgende Einspritzung gegeben werden: - - Leinsamenthee (~Flax seed tea~) ½ Pint. - Laudanum 40 Tropfen. - - Gebrauche es als eine Einspritzung. Oder auch: - - Castoröl 2 Unzen. - Stachlige Eschenrinde-Tinktur (~Tincture of - prickly ash bark~) ½ Unze. - Zusammengesetzte virginische Schlangenwurzel- - Tinktur (~Compound tincture of Virginia snake - root~) 2 Drachmen. - Aufguß von Wasserdost (~Infusion of boneset~) ½ Pint. - Aufguß von Sennesblättern (~Infusion of senna~) ½ „ - - Mische und gebe es als eine Einspritzung. - - Kaltes Wasser, Eiswasser und Aufguß von schlüpferiger Ulmenrinde kann - als Trank gebraucht werden. Stückchen von Eis können im Mund gehalten - oder verschluckt werden. Während der Wiedergenesung sollte der - Patient eine Ueberladung des Magens sorgfältig vermeiden. Pfeilwurz - (~Arrow root~), Sago und Milch lasse man zuerst nehmen, dann kann - Rindsbrühe, Hühnerbrühe, weich gekochte Eier u.s.w. folgen. - - Bei chronischer Entzündung des Magens ist es vorteilhaft, Blutegel - über den Magen anzusetzen. Ist aber ein wenig Empfindlichkeit - vorhanden, so mögen Senfpflaster aufgelegt oder ein wenig Krotonöl - in der Gegend des Magens eingerieben werden. Die Kost ist sorgfältig - zu überwachen, nur die einfachsten und am wenigsten reizenden - Speisen, und zwar in ganz kleiner Menge, sollte man zu sich nehmen. - Gummi Arabicumwasser, Reiswasser, Thee, sowie Zwieback ohne Butter, - Gerstenwasser, Kalkwasser und Milch, Tapioca, Gelee’s, Sago, - Pfeilwurzschleim (~Arrow root~) oder Crackers in Eiswasser getränkt, - wird alles sein, was nöthig ist, bis der Kranke wieder besser wird. - - Zum innerlichen Gebrauche diene folgendes: - - Salpetersaures Silber (~Nitrate of silver~) 5 Grane. - Opium 2½ „ - - Mische es und theile es in 20 Pillen. Dosis: eine Pille dreimal des - Tages. Folgendes wird sehr empfohlen: - - Wismuthweiß (~Sub-nitrate of bismuth~) 1 bis 3 Drachmen. Mache 12 - Pulver daraus. Dosis: ein Pulver in Wasser, drei- oder viermal des - Tages. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wurde die Entzündung durch Gifte - veranlaßt, so sollte das Gegengift angewendet werden, dem man - Mittel zur Unterdrückung der Entzündung dieses Organs folgen läßt, - Senfpflaster sollte auf die Füße, längs des Rückgrats und über die - Magengrube gelegt, und sobald dadurch eine starke Röthe erzeugt - worden ist, heiße Bähungen von Hopfen- und Stechapfel- (~Stramonium~) - Blättern an Stelle des ersteren angewendet werden. Dies sollte, - so oft es nothwendig erscheint, wiederholt werden. Ferner wasche - man die Oberfläche des Körpers mehrere Male des Tages mit einem - schwachen Saleratuswasser. Die Eingeweide mögen vermittelst gleicher - Theile von Castoröl und süßem Oel (~sweet oil~), mit einer Portion - Magnesia geöffnet werden, und zwar in Dosen von einem Theelöffel voll - alle Stunden, bis Wirkung eintritt. Ein Aufguß von schlüpferiger - Ulmenrinde (~Slippery elm bark~) und Eibischwurzel (~Marshmallow - root~) oder Ulmenrinde (~Elm bark~) und Pfirsichblättern mag als - Getränk dienen. - - Bei der chronischen Form der Krankheit sollte dieselbe Kost, wie - unter allöopathischer Behandlung angegeben, empfohlen werden. - Senfpflaster oder andere Gegenreizmittel sollten in die Gegend - über den Magen gelegt und so lange wiederholt werden, bis die - Empfindlichkeit gegen den Druck entfernt ist. Folgende Mischung wird - von Dr. John King empfohlen: - - Flüssiger Cubeben-Extrakt (~Fluid extract of cubebs~) 1 Unze. - Gummi Arabicumschleim (~Mucilage of gum Arabic~) 2 Unzen. - Citronen- (~Lemon~) Essenz 1 Drachme. - Hopfenmehl (~Lupulin~) 8 Skrupel. - Dreifach salpetersaurer Wismuth (~Tris-nitrate of - Bismuth~) 8 Skrupel. - - Mische es. Dosis: einen Theelöffel voll drei- oder viermal des Tages. - Die Mischung sollte jedesmal vor Einnehmen gehörig umgeschüttelt - werden. Gleichzeitig nehme man einen Aufguß aus gleichen Theilen von - Gelbwurz (~Golden seal~) und Solomon’s Siegel (~Solomon’s seal~), - bestehend in Dosen von einem Eßlöffel voll alle Stunde oder auch alle - zwei Stunden. Bei hartnäckiger Verstopfung kann Rhabarber (~Rhubarb~) - in Dosen von drei bis zehn Granen gegeben werden. Wird der Kranke - von Winden im Magen belästigt, so können dieselben durch die - Anwendung von Pfeffermünz- oder Anis-Essenz u.s.w. in kleinen Dosen - in versüßtem Wasser entfernt werden. - - =Homöopathisch.= Das Hauptmittel bei dieser Krankheit ist - ~Arsenicum~, welches besonders bei Anwesenheit der folgenden Symptome - zu geben ist: Das Gesicht eingefallen und zusammengezogen, Magen - heiß und geschwollen, der Kranke liegt auf dem Rücken, Athmen kurz, - rasend schnell und schwierig, Zunge roth und rein, oder roth an den - Seiten, mit einem schmutzigen Schleim in der Mitte, Stimme heiser - und gedämpft, Haut heiß und trocken, brennender oder stechender - Schmerz im Magen, kneipender und brennender Schmerz im Hals, großes - Verlangen nach kalten Getränken, hartnäckige Uebelkeit und Erbrechen, - große Empfindlichkeit bei Druck in der Gegend über dem Magen. Kann - abwechselnd mit ~Veratrum~ gegeben werden. - - ~Aconitum.~ -- Besonders wenn die Schmerzen stark sind und die Hitze - im Magen groß ist, oder wenn die Krankheit durch kalte Getränke, die - in einem erhitzten Zustand genommen wurden, verursacht worden ist. - - ~Veratrum.~ -- Gesichtsfarbe blaß und eingesunken, Nase gespitzt, - Lippen trocken und bläulich, Zunge an der Spitze und an den Rändern - roth, mit einem dunklen, trocknen Schleim in der Mitte, Puls schnell - und schwach, die Endglieder kalt, Schlucker, große Erschöpfung, - brennender Schmerz im Magen, kurzer und beschwerlicher Husten. - - ~Ipecacuanha.~ -- Kann nach ~Aconitum~ gegeben werden, wenn das - Erbrechen sehr stark ist und von Unverdaulichkeit herrührt. - - ~Pulsatilla.~ -- Kann nach ~Ipecacuanha~ gegeben werden, wenn die - Krankheit Folge von Unverdaulichkeit ist oder ein Frösteln im Magen - in Folge von Eis. - - ~Belladonna~ und ~Hyosciamus~. -- Kann abwechselnd gegeben werden, - wenn der Kranke nervös ist, bei Schläfrigkeit, Delirium und - Bewußtlosigkeit. - - ~Nux Vomica~ und ~Lachesis~. -- Kann abwechselnd oder jedes für sich - gegeben werden, wenn die Krankheit von dem Genusse von Spirituosen, - Kaffee, Wein oder reizender Speisen herrührt. - - ~Opium~ und ~Camphor~. -- Können abwechselnd gegeben werden, wenn die - obigen Mittel keine Erleichterung gewähren und Schläfrigkeit sowie - Betäubung vorhanden sind. - - ~Cantharis.~ -- Bei heftigen Fällen, besonders wenn der brennende - Schmerz unerträglich ist. - - Gegen chronischen Magenkrampf mögen die folgenden Mittel angewendet - werden: ~Bismuth~, ~Bryonia~, ~Cuprum Metallicum~, ~Digitalis~, - ~Hyosciamus~, ~Phosphorus~, ~Mercury~, ~Ignatia~, ~Tartar Emetic~. - Die Kost sollte dieselbe sein wie jene unter allöopathischer - Behandlung angegebene. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel - voll Wasser und gebe alle halbe, ganze oder zwei Stunden einen - Theelöffel voll bis es besser wird. Wenn sich aber die Symptome nach - einigen Dosen nicht verbessern, dann wähle sogleich ein anderes - Mittel und gebe es in derselben Weise. Bei der chronischen Form - können die Mittel zwei- bis dreimal des Tages gegeben werden. - - -Gedärm-Entzündung (~Enteritis~). - -Dies ist eine der gefährlichsten und schmerzhaftesten Krankheiten, -deren Behandlung stets einem Arzte überlassen bleiben sollte. Sie -besteht in einer Entzündung der Schleimhaut der kleinen Därme. -Entzündung der großen Därme wird Ruhr (~Dysentery~) genannt. - -+Symptome.+ Die Krankheit beginnt mit einem leichten Frost, bei -heißer Haut und mehr oder weniger kneipendem Schmerz in der Nähe der -Eingeweide, welcher allmählig zunimmt und einen stark brennenden -Charakter annimmt. Der Schmerz wird durch den Druck erhöht, und zwar -so sehr, daß der Kranke die Bettdecke nicht mehr ertragen kann, er -liegt gewöhnlich auf dem Rücken und hat die Beine gegen den Unterleib -gezogen. Zuweilen tritt der Schmerz mit Zwischenräumen der Linderung -ein, Uebelkeit und Erbrechen sind vorhanden, bei Fieber, belegter -und roter Zunge, Durst, Verstopfung, schwieriges und schmerzhaftes -Uriniren, so heftiges Erbrechen, daß der Inhalt der Gedärme ausgeworfen -wird, in einzelnen Fällen ist statt Verstopfung Diarrhöe vorhanden, der -Stuhl ist entweder wässrig oder schleimig, mit Blut und Galle gemischt. -Bei schlimmen Fällen, wenn die Krankheit fortschreitet, schwillt -der Leib an, der Schmerz vermehrt sich, der Puls wird schwach und -unruhig, Schlucker tritt ein, die Glieder werden kalt, die Gesichtszüge -sind verzogen und scharf, der Schmerz hört auf, ein schwarzer, -übelriechender, flüssiger Stuhl findet statt und bald darauf folgt der -Tod an kaltem Brande. - -Gedärm-Entzündung kann mit Kolik oder mit Entzündung des Bauchfells -verwechselt werden. Sie unterscheidet sich von Kolik durch die -Fiebersymptome und den Schmerz beim Druck, welche beide bei Kolik nicht -gefunden werden. Von der Bauchfell-Entzündung durch Diarrhöe, die -selten bei Bauchfell-Entzündung vorkommt, und durch das Anschwellen -des Unterleibes mit großer Empfindlichkeit beim Druck, die bei der -Bauchfell-Entzündung stets vorhanden ist. - -+Ursachen.+ Reizende und unverdauliche Speisen, Kolik, eingeklemmter -Bauch; auch kann das nach Innen Schlagen von Hautkrankheiten, oder -Unterdrückung gewohnheitsmäßiger Entleerungen die Veranlassung zu -dieser Krankheit werden. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Die Füße sollten in warmem schwachem - Laugenwasser gebadet und Flanelltücher, in Laugenwasser getaucht, - über den Unterleib gelegt werden, oder man kann statt dessen - Senfpflaster auf den Unterleib, die Fußsohlen und längs des Rückgrats - legen. Bei Gebrauch der Senfpflaster ist zu beobachten, daß - dieselben, nachdem sie eine beträchtliche Röthe hervorgerufen haben, - entfernt werden müssen; dann sollten heiße Bähungen von Hopfen und - Rainfarn (~Tansy~), oder Hopfen und Stechapfelblättern (~Stramonium - leaves~) angewandt werden, alle halbe oder ganze Stunde, der Strenge - des Schmerzes angemessen, zu wechseln. Gleichzeitig ist es gut, - zusammengesetzte virginische Schlangenwurzel-Tinktur (~Compound - tincture of Virginia snake root~) in Dosen von einem Theelöffel voll - warmem Balsam- oder Katzenmünze-Thee zu geben und jede Stunde oder - alle zwei Stunden zu wiederholen. Die Anwendung dessen sollte so - lange fortgesetzt werden, bis der Kranke in einen starken Schweiß - geräth, welcher zwei bis drei Stunden erhalten werden muß. - - Rührt die Krankheit von der Anwesenheit saurer Bestandtheile in den - Eingeweiden her, so gebe man einen großen Eßlöffel Castoröl mit einem - Theelöffel Olivenöl und einem halben Theelöffel Terpentin-Spiritus. - Alle zwei Stunden zu wiederholen, bis es auf die Eingeweide wirkt. - Die Wirkung dieses Mittels wird durch eine Einspritzung von ein wenig - warmer Milch und Molasses mit einem Theelöffel voll Salz erhöht. - Rührt die Krankheit von Erkältung her, möge folgendes angewendet - werden: - - Jasmin-Tinktur (~Tincture of gelseminum~) 4 Drachmen. - Eisenhutwurzel-Tinktur (~Tinct. of aconite root~) 10-20 Tropfen. - - Mische es. Dosis: Alle 15 oder 20 Minuten einen halben Theelöffel - voll, bis Wirkung eintritt, worauf dann die Zwischenräume verlängert - werden. Gleichzeitig gebrauche man Senfpflaster &c. - - =Homöopathisch.= Die Behandlung dieser Krankheit ist ähnlich jener - bei Magenentzündung. ~Aconitum~ sollte zuerst gegeben und damit - fortgefahren werden, so lange das Fieber stark und die Haut heiß ist. - Hierauf lasse man ~Arsenicum~ und ~Veratrum~ abwechselnd folgen. Bei - heftigem und beharrlichem Erbrechen gebe man, nachdem diese Mittel - eine Zeitlang gebraucht worden sind, ~Ipecacuanha~. In einigen Fällen - kann ~Belladonna~ und ~Mercurius~ abwechselnd gegeben werden, nachdem - das Fieber zuvor durch ~Aconitum~ geschwächt wurde, aber noch großer - Schmerz des Unterleibs und starker Durst vorhanden ist. Wenn das - Erbrechen so stark ist, daß der Inhalt der Eingeweide ausgeworfen - wird, muß ~Opium~ gegeben werden, und verschafft dies innerhalb 8 bis - 10 Stunden keine Linderung, so gebe man ~Plumbum~. In diesem Stadium - gewähren zuweilen auch schwache Einspritzungen eines Aufgusses von - Tabak Erleichterung. Ebenso kann ein warmes Bad mit Erfolg verordnet - werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe jede Stunde, - oder alle 2, 3 bis 4 Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, - einen Theelöffel voll. Die Kost muß von der leichtesten Art sein, wie - Schleim aus Reis oder Mehl, Milch und Wasser, Milchzwieback (~Milk - toast~) und Gummi Arabicum Wasser. - - =Allöopathisch.= Blutegel sollten in gehöriger Anzahl über den - Eingeweiden angesetzt oder es sollte Blut am Arm entzogen werden. - Dann lasse Umschläge von Leinsamen und Mehl, oder Kornmehl und - Senf folgen und öffne vermittelst eines gelinden Abführmittels wie - Castoröl oder Bittersalz (~Epsom salts~) im Verhältniß von zwei - Drachmen auf eine Unze Pfeffermünz- (~Peppermint~) Wasser, die - Eingeweide, was alle 4 Stunden zu wiederholen ist. Zur Erreichung des - letzteren werden zuweilen auch alle 2 bis 3 Stunden Einspritzungen - von warmem Wasser gemacht. Nießwurz- (~Veratrum Viride~) Tinktur - wird in Dosen von 3 bis 4 Tropfen in ein wenig versüßtem Wasser - jede Stunde oder alle zwei Stunden gegeben, und zwar so lange, bis - gehöriger Schweiß eintritt, zu welcher Zeit dann die Zwischenräume - der Dosen verlängert werden sollten. - - -Leberentzündung (~Hepatitis~). - -Entzündung der Leber kann sich auf die Schleimhaut, welche die Leber -bedeckt, beschränken, oder ergreift die Lebermasse selbst, oder sie -dehnt sich auf beide aus. Sie tritt eben sowohl acut als chronisch auf -und wird häufiger im heißen Klima gefunden. - -+Symptome.+ Der Anfall beginnt mit den Kennzeichen einer Entzündung und -Frösteln, denen mehr oder weniger Fieber folgt, mit einem Gefühl von -Stechen in der rechten Seite und einem heftigen, spießenden Schmerz in -der Gegend der Leber, oder dumpfer Schmerz, wenn die Entzündung die -Lebermasse allein erfaßt hat. Der Schmerz mag auch bis zur rechten -Schulter schießen und sich über die Brust ausdehnen, wird durch einen -Druck über den angegriffenen Theil erhöht, ebenso durch Husten oder -wenn sich der Kranke auf die linke Seite legt, die Zunge ist gelblich -oder dunkelbraun, zuweilen auch schwarz belegt, die Ränder derselben -sind häufig sehr roth und im Munde ist ein fauliger, unangenehmer -Geschmack, hin und wieder wird das Weiße im Auge und die Haut ganz gelb -gefärbt. - -Die Symptome der chronischen Entzündung der Leber sind verschieden. -In der Regel hat der Kranke ein Gefühl von Schwere und Vollsein in -der rechten Seite, mit einem dumpfen Schmerz, der sich bis zu den -Schulterblättern und der Magengrube erstreckt; gewöhnlich ist auch -große Empfindlichkeit in der Gegend über der Leber vorhanden, der -Kranke kann nicht ohne Schmerz auf der linken Seite liegen, die Haut, -Augen und der Urin sind gelb, die Eingeweide nicht in Ordnung, zuweilen -ein trockener, hackender Husten, Appetitlosigkeit, Zunge braun, gelb -oder weißlich belegt, in dem Munde ein bitterer und unangenehmer -Geschmack, der Kranke ist niedergeschlagen, kleinmüthig, oder reizbar -und empfindlich. - -+Ursachen+ der Leberentzündung sind Erkältung, Beschädigung oder -Schläge über der Leber, Unmäßigkeit, sehr starke Hitze, heftige -geistige Erregungen, üppige Lebensart. - -Chronische Leberentzündung kann aus der acuten Form entspringen, -oder durch Erkältung, den Genuß von Spirituosen, unpassende Kost, -Ausschweifungen aller Art und den Mißbrauch des Quecksilbers -hervorgerufen werden. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- bei der acuten Form: Stechen in der - Gegend der Leber, großer Schmerz, starkes Fieber, Herumwerfen, Angst, - Todesfurcht. - - ~Belladonna.~ -- Drückende Schmerzen in der Brust und in den - Schultern Vollsein im Magen, Ziehen in der Gegend des Magens, - Schwindel mit Anwandlung von Ohnmachten, Schwierigkeit des Athmens; - großer Durst; kann nach Aconitum und abwechselnd mit ~Mercurius~ und - ~Lachesis~ gegeben werden. - - ~Bryonia.~ -- Heftiger Schmerz mit Vollsein in der rechten Seite, - Zunge gelb belegt, starke Brustbeklemmung, sehr schnelles und - ängstliches Athmen, Verstopfung. Passend nach ~Aconitum~ oder - abwechselnd mit ~Mercurius~. - - ~Mercurius.~ -- Der Patient kann nicht auf der rechten Seite liegen, - bitterer Geschmack im Munde, Appetitlosigkeit, Durst, Frostschauer. - - ~Chamomilla.~ -- Wenn die Krankheit von Erkältung oder heftigem - Aerger herrührt; dumpfer, drückender Schmerz in der Gegend der Leber, - welcher durch Druck, Bewegung oder Athmen erhöht wird, Beklemmung der - Brust, Gelbheit der Haut, bitterer Geschmack im Munde. - - ~China.~ -- Ist Malaria (Sumpfluft) die Ursache; die Krankheit - ist immer den zweiten Tag schlimmer, heftige stechende Schmerzen, - Kopfschmerz, bitterer Geschmack im Munde, Zunge gelblich belegt. - - ~Lachesis.~ -- Wenn durch Unmäßigkeit hervorgerufen. Kann nach - ~Aconitum~ gebraucht werden, wenn sich ~Mercurius~ und ~Belladonna~ - unzureichend erwiesen haben. - - ~Nux Vomica.~ -- Stechende oder beißende Schmerzen mit großer - Empfindlichkeit gegen Berührung in der Gegend der Leber, Uebelkeit, - saurer, bitterer Geschmack im Munde, Durst, Kopfschmerz. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn eine gehinderte Verdauung Ursache der Krankheit - ist, und mag abwechselnd mit ~China~ gegeben werden; Diarrhöe, - grünlicher, schleimiger Stuhl; Brustbeklemmung. - - ~Podophyllin.~ -- Heißhunger, Diarrhöe sogleich nach Essen oder - Trinken, saurer Magen, Uebelkeit, Vollsein des Kopfes, Sodbrennen, - Zusammenfließen des Wassers im Munde, Hitze des Magens, Schwere, - ziehender Schmerz in den Eingeweiden, gelindert durch Wärme und - Vorwärtsbeugen des Körpers, Verstopfung mit Kopfschmerz, Stuhl hart - und trocken oder Kalk ähnelnd und höchst widerwärtig. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen von den gewählten - Mitteln in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 2, 3 oder 4 - Stunden einen Theelöffel voll. Bessert sich der Kranke, so werden - dann die Zwischenräume verlängert. - - Bei chronischer Leberentzündung mag Morgens und Abends eine Dosis - gegeben werden. Die obigen Mittel sind passend für die chronische - Form. - - Die Kost sollte sehr einfach sein. Fleisch und Fleischsuppen dürfen - nicht gegessen werden. Reis und Haferschleim, Limonade, kalte und - warme Früchte, gebackene Aepfel, Zwieback (~Toast~), Brod- und - Zwiebackwasser können genossen werden. - - =Allöopathisch.= Blutegel oder Schröpfköpfe sollten in der Gegend - über die Leber reichlich angesetzt werden. Oeffne die Eingeweide mit - folgendem: - - Pulverisirter Gummi Gutti (~Pulv. gamboge~) 12 Grane. - Pulverisirtes Windenharz (~Pulv. scammonium~) 12 „ - Springgurke (~Elaterium~) 2 „ - Crotonöl 8 Tropfen. - Stechapfel-Extrakt 3 Grane. - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: Alle Stunde eine Pille, - bis die Wirkung eintritt. Oder: - - Sennesblätter (~Senna leaves~) 2 Drachmen. - Wasser 1 Pint. - - Lasse die Sennesblätter in dem Wasser erweichen und füge dann eine - Unze Bittersalz (~Epsom salts~) hinzu und seihe es durch. Dosis: Ein - Viertel der Mischung. Hierauf mache ein Senfpflaster über die rechte - Seite und ebenso über das Rückgrat. - - Salpetersaure Kochsalzsäure (~Nitro-muriatic acid~) mit Wasser - verdünnt, bis es ungefähr die Stärke von scharfem Essig hat, mag in - der Gegend über dem Magen eingerieben werden und wird gute Dienste - leisten. Vermittelst Nießwurz- (~Veratrum Viride~) Tinktur, in - Dosen von 3 bis 10 Tropfen alle Stunden, rufe Schweiß hervor. Bei - der Wiedergenesung des Kranken sollten stärkere Mittel, wie folgt, - gegeben werden: - - Kamillenblüthe (~Chamomile flowers~) ½ Unze. - Kaltes Wasser 1 Pint. - - Lasse die Mischung ein bis zwei Stunden lang stehen und seihe sie - dann durch. Dosis: ein Weinglas voll mehrere Male des Tages. Oder: - - Verdünnte Salpetersäure (~Nitric acid, diluted~) 2 Drachmen. - Verdünnte Salzsäure (~Muriatic acid, diluted~) 2 „ - Orangenschalen-Syrup 2 „ - Orangenschalen-Tinktur 2 „ - - Hinreichend Wasser, um ein Pint daraus zu machen. Mische es. Dosis: - dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Bei chronischer Entzündung der Leber gebe man Pillen von Entenfuß - (~Podophyllin~) oder folgendes: - - Leptandrin 1 Drachme. - Entenfuß (~Podophyllin~) 1 Skrupel. - Hundskohl (~Apocynin~) 1 „ - Brechnuß- (~Nux Vomica~) Extrakt 6 Grane. - Spanische Seife (~Castile soap~) 1 Drachme. - - Mache 30 Pillen daraus. Dosis: jeden Abend eine Pille. Wenn - Quecksilber (~Mercury~) gebraucht wird, gebe man folgendes: - - Quecksilberpillen (~Mercurial Pill~) 2½ Grane. - Pulverisirte Brechwurz (~Ipecac powdered~) ½ Gran. - - Hinlänglich Opium-Zucker (~Confection of Opium~), um daraus eine - Pille zu machen. Nehme es als eine Dosis Abends oder jeden zweiten - Abend. - - Ein tägliches schwaches Laugenbad sollte genommen werden, dem man ein - starkes Laugenbad folgen läßt. Bewegung im Freien ist möglichst oft - zu machen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bei milden Fällen bringe den Kranken - in ein warmes Bad, darauf ins Bett und gebe ihm warme Getränke, um - einen starken Schweiß hervorzurufen. Ist aber der Anfall heftig, so - gebe das zusammengesetzte Pulver der Lobelia (~Compound powder of - Lobelia~), bis ungehindertes Erbrechen eintritt. Zur Entfernung der - Verstopfung der Eingeweide gebe man eine Einspritzung von einem Pint - warmen Wasser, einen Eßlöffel voll Salz und einen Eßlöffel voll Fett - und nehme folgende Pillen beim Zubettegehen: - - Entenfuß (~Podophyllin~) 60 Grane. - Leptandrin 30 „ - Blutwurzel (~Sanguinarin~) 30 „ - Brechwurz (~Ipecac~) 30 „ - Cayennepfeffer (~Cayenne~) 30 „ - - Mache mit Löwenzahn- (~Dandelion~) Extrakt 60 Pillen daraus. - Dosis: zwei bis vier Pillen, wenn es als Abführmittel gebraucht - wird, und zur Wirkung auf die Leber gebe man einmal des Tages oder - jeden zweiten Tag eine Pille. Ist es wünschenswerth, den Schweiß - zu erhalten, so lege man zu diesem Behufe heiße Ziegelsteine oder - Flaschen mit heißem Wasser rings um den Körper des Kranken und gebe - folgendes: - - Pleuresie- (~Pleurisy~) Wurzel in Pulvern 4 Unzen. - Wasserdost (~Boneset~) in Pulvern 4 „ - Blutwurzel (~Blood root~) 3 Drachmen. - Salpeter 3 „ - - Mische es. Dosis: 10 bis 15 Grane alle drei Stunden. - - Löwenzahn- (~Dandelion~) Extrakt wird als ein schätzenswertes Mittel - bei dieser Krankheit empfohlen. Mache Pillen daraus, füge jeder einen - Gran Leptandrin bei und nehme jeden Abend eine. Bei chronischer - Leberentzündung ist es ein besonders empfehlenswertes Mittel. Bei - der letzteren Form der Leberentzündung gebrauche man die bei der - Behandlung der acuten Form angegebenen Pillen. Dieselben sollten - oft genug genommen werden, die Eingeweide in Ordnung zu halten, um - wenigstens einen Stuhl innerhalb 24 Stunden zu bewirken. - - Folgendes wird als Alterativ vorzüglich gefunden werden: - - Zusammengesetzter Talgbaum-Syrup (~Compound - syrup of stillingia~) 1 Pint. - Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of black cohosh~) 2 Unzen. - Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 4 Drachmen. - - Mische es. Dosis: dreimal des Tages einen Theelöffel voll in einem - Weinglas voll Wasser. - - -Gelbsucht (~Icterus~). - - Gelbsucht wird an der gelben Farbe der Haut und Augen, einem bitteren - Geschmack im Munde, Schmerz oder Unbehaglichkeit in der rechten Seite - erkannt, der Urin ist gelblich oder safranfarbig, der Stuhl weißlich - oder lehmartig, in der Regel geht oder begleitet sie Verdrossenheit, - Appetitlosigkeit, Schläfrigkeit, Diarrhöe oder Verstopfung, Schmerz - in der Magengrube, der sich nach den Mahlzeiten verstärkt. - - +Ursachen.+ Gelbsucht kann durch Gallensteine hervorgerufen werden, - durch Verstopfung des Gallenflusses in die Eingeweide, in Folge - dessen derselbe in den Kreislauf des Blutes tritt, Krankheit der - Leber, Herzkrankheit, durch den Druck von Geschwulsten auf die Leber, - Krampf der Gallenausfuhr. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Bei starker Uebelkeit gebe man folgendes Brechmittel: - - Brechweinstein (~Tartar emetic~) 1 Gran. - Brechwurz-Pulver (~Ipecac powder~) 1 Skrupel. - Syrup 1 Drachme. - Quellwasser (~Mint water~) 10 Drachmen. - - Mische es und nimm es als eine Dosis. - - Oder: - - Brechweinstein (~Tartar emetic~) 1 Gran. - Pulverisirte Brechwurz (~Pulv. Ipecac~) 1 Skrupel. - - Mische es und nimm es als eine Dosis in einem Weinglas voll - versüßtem Wasser. Zuweilen ist es gut, eine Dosis Calomel von 5 bis - 10 Granen beim zu Bettegehen und eine Unze Castoröl des Morgens - zu nehmen. Dies sollte so lange wiederholt werden, bis sich eine - ungestörte Thätigkeit der Eingeweide zeigt. Doppelt kohlensaure - Soda (~Bi-carbonate of soda~), vor den Mahlzeiten genommen, wird in - einzelnen Fällen von gutem Erfolge sein, ebenso da, wo die Genesung - langsam vor sich geht, salpetersaure Kochsalzsäure (~Nitro muriatic - acid~), in Dosen von 3 bis 4 Tropfen zwei- oder dreimal des Tages - genommen. Walddost (~Thoroughwort~) als Aufguß öfters des Tages - getrunken, wird sehr empfohlen. - - Wenn die Gelbsucht durch Gallensteine verursacht wird, so ist - großer Schmerz vorhanden, gleichsam als ob die Masse von der Größe - einer Wallnuß durch eine Röhre von dem Umfang eines Federkieles - gedrängt würde. In diesem Falle sollte der Kranke recht oft heißes - Wasser trinken, in dem zuvor 2 Drachmen doppelt kohlensaures Soda - (~Bi-carbonate of soda~) und Potasche aufgelöst wurden. Opium kann in - Dosen von einem Gran alle 3 oder 4 Stunden, bis der Schmerz nachläßt, - gegeben werden. Senfpflaster oder andere warme Umschläge sollten über - den Sitz des Schmerzes gelegt und ein warmes Bad zu nehmen versucht - werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Es ist gut, jeden Tag, eine oder zwei - Wochen lang, ein Brechmittel zu geben. Zuerst gebe man 20 bis 30 - Grane Brechwurz (~Ipecac~) in warmem Wasser, dem man 4 oder 5 von - den unter Leberentzündung angeführten Leberpillen, zusammengesetzt - aus Entenfuß, Leptandrin, Brechwurz (~Ipecac~) &c. folgen läßt. Ein - Aufguß von Walddost (~Thoroughwort~), zwei Theetassenkopf voll auf - einmal getrunken und alle Tage eine oder zwei Wochen lang wiederholt, - empfohlen. Während dieser Zeit braucht keine andere Medizin genommen - zu werden. Die innere Rinde der Berberitze (~Barberry~) in Cider - erweicht, wird zuträglich gefunden werden. Ebenso wird folgendes - empfohlen: - - Wilde Kirschbaumrinde, in grobem Pulver (~Wild - cherry bark~) 1 Unze. - Schaflorbeerblätter (~Sheep laurel leaves~) in - grobem Pulver 1 „ - Berberitzrinde (~Barberry bark~) in grobem Pulver 1 „ - Bitterwurzel (~Bitter root~) in grobem Pulver 1 „ - Reiner Cider 4 Pints. - - Mische und lasse es mehrere Stunden lang stehen. Dosis: einen - Eßlöffel voll drei- oder viermal des Tages. Cider mehrere Male - des Tages getrunken, wird in einzelnen Fällen zuträglich gefunden - werden, ebenso das Essen von rohen Eiern an jedem Morgen. Die - Rinde der Wurzel des Pfirsich- und wilden Kirschbaums mit Whiskey - oder Wachholderbranntwein (~Gin~) in einen bitteren Branntwein - verwandelt, wovon drei- bis viermal des Tages stark getrunken wird, - wird nicht ohne Erfolg angewendet werden, auch ein starker Thee von - Pfirsichbaumblättern bis zu einem halben Pint des Tags genommen, hat - sich als gut bewährt. - - =Homöopathisch.= Der Kranke sollte im Bette in einem warmen Zimmer - warm gehalten werden und für die ersten vier oder fünf Tage - ~Mercurius~, dreimal des Tages eine Dosis nehmen. Tritt keine - Besserung nach dieser Zeit ein, so gebe man ~Hepar Sulphuris~ oder - ~Hepar Sulphuris~ und ~Chelidonium~. Bei hartnäckigen Fällen gebe man - ~Lachesis~, ~Acidum Nitri~ oder ~Sulphur~. - - Bei Gelbsucht, die in Folge eines leidenschaftlichen Ausbruchs oder - durch Enttäuschung hervorgerufen wurde, gebe man ~Chamomilla~, - ~China~, ~Nux Vomica~, ~Pulsatilla~. - - Rührt es von Mißbrauch des ~Mercurius~ und ~Calomel~ her, so verordne - man ~China~, ~Hepar Sulphuris~, ~Lachesis~, ~Nitric Acid~, ~Sulphur~. - - Hat Jemand Anlage zur Gelbsucht, so daß sie aus sehr leichten - Ursachen entspringt, so gebe man ~Lachesis~ und ~Sulphur~, jede Woche - abwechselnd eine Dosis. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe eine Dosis (4 Kügelchen) von - dem gewählten Mittel dreimal des Tages. Werden zwei Heilmittel - gegeben, so gebe man alle vier Stunden abwechselnd, oder wechsle - einen um den andern Tag. Warme Bäder werden zuträglich sein und - Verstopfung kann durch Einspritzungen von warmem und kaltem Wasser - gelindert werden. - - -Milz-Entzündung (~Splenitis~). - -Dies ist eine Krankheit, die nicht häufig gefunden wird und dann in der -Regel in Begleitung von anderen Krankheiten. - -+Symptome.+ Sie beginnt in der Regel mit den gewöhnlichen Kennzeichen -des Fiebers, wie Frost, dem Hitze folgt, Durst, Schmerz in der linken -Seite, in der Gegend der Milz, mit Empfindlichkeit gegen Druck, -zuweilen beträchtlich anschwellend. Der Schmerz mag dumpf oder stark -und schneidend sein, sich über den ganzen Unterleib erstrecken und -bis in die linke Schulter schießen; die Haut ist trocken und heiß, -krankhafter Magen und Erbrechen. Der Urin ist spärlich, stark gefärbt -und kann nur mit Schwierigkeit gelassen werden. - -Chronische Entzündung der Milz ist ein sehr gewöhnliches Leiden, -besonders in Gegenden, wo beständig Fieber herrschen. - -+Symptome.+ Ein Gefühl von Schwere, Beengung und Schmerz in der linken -Seite, zuweilen wird der Schmerz ohne einen Druck auf die Gegend -über diesem Organe nicht wahrgenommen; in der Regel ist hartnäckige -Verstopfung, Gefühl von Frost vorhanden, zuweilen schwillt die Milz -so stark an, daß sie mit der Hand gefühlt werden kann. Oefters -begleitet sie Betäubung, schwieriges Athmen, Herzklopfen, Schwäche -der unteren Glieder, Alpdrücken, Gefühl von Beengung über der Brust, -Unmöglichkeit sich viel zu bewegen, Erbrechen der Speisen, trockene -Haut, Niedergeschlagenheit. In einigen Fällen tritt Wassersucht hinzu. - -+Ursachen.+ Aeußerliche Verletzung, Unterdrückung gewöhnter -Entleerungen, Trinken von kaltem Wasser, wenn der Körper erhitzt ist, -der unmäßige Genuß von Spirituosen, heftige geistige Erregungen, lang -anhaltendes Fieber. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Die Behandlung sollte mit folgendem - Abführmittel begonnen werden: - - Pulverisirte Jalappenwurzel (~Pulv. jalap~) 4 Unzen. - „ Sennesblätter (~Pulv. senna~) 8 „ - „ Gewürznelken (~Pulv. cloves~) 1 Unze. - - Mische es und siebe es durch ein feines Sieb. Dosis: Einen Eßlöffel - voll in ein wenig warmem Wasser, oder ein wenig Branntwein mit Wasser. - - Bei der chronischen Form möge ein Pflaster, aus Eidotter und Salz - bestehend, auf die Gegend über die Milz gelegt werden. Gewöhnliches - Salz, in Dosen von einer Drachme dreimal des Tages genommen, hat - sich in einigen Fällen bewährt. Die innere Rinde von weißer Esche - (~White ash~), in weißem Wein gekocht und in Dosen von einem Weinglas - voll dreimal des Tages genommen, hat gleichfalls Heilung bewirkt. - Die Behandlung dieser Krankheit ist fast ganz dieselbe, wie die der - Leberentzündung. - - =Homöopathisch.= Bei der acuten Form gebe man ~Aconitum~, ~Bryonia~, - ~China~, wie bei Leberentzündung vorgeschrieben. - - Bei der chronischen Form gebe ~Sulphur~, ~Calcarea~, ~Ferrum~, ~Carbo - Vegetabilis~, ~Lycopodium~. Verwende dieselben in derselben Weise wie - bei chronischer Leberentzündung vorgeschrieben. - - =Allöopathisch.= Die Behandlung ist jener der chronischen und acuten - Leberentzündung ähnlich. Bei der chronischen Form gebrauche man - Senfpflaster, Jod-Tinktur (~Tincture of Iodine~) oder Crotonöl in der - Gegend über der Milz. - - Folgendes wird empfohlen: - - Pulverisirte Chinarinde (~Pulv. Peruvian bark~) 1 Unze. - Pulverisirter Rhabarber (~Pulv. rhubarb~) ½ Drachme. - Pulverisirtes salzsaures Ammoniak (~Pulv. muriate - of ammonia~) 1 Drachme. - - Mische es und mache 8 Pulver daraus. Dosis: Ein Pulver dreimal des - Tages. - - Um die Eingeweide in Ordnung zu bringen, halte sie gehörig offen und - nehme folgendes: - - Entenfuß (~Podophyllin~) 4 Grane. - Leptandrin 8 „ - Chinin (~Quinine~) 8 „ - Brechnuß- (~Nux Vomica~) Extrakt 2 „ - - Mische es und mache 16 Pillen daraus. Dosis: Zwei oder drei Pillen - beim Schlafengehen. - - -Würmer. - -Es gibt drei Hauptgattungen von Würmern, denen der Mensch ausgesetzt -ist. Die Ascariden, Spring- und Madenwürmer; sie sind sehr klein und -ähneln einem weißen Faden von einem halben bis ganzen Zoll der Länge -nach. Die Zahl derselben ist zuweilen sehr groß und sie bilden sich zu -Rollen und Ballen in den Eingeweiden. Sie kriechen hin und wieder in -die Scheide oder Harnröhre und verursachen ein höchst lästiges Jucken. - -Eine andere Gattung sind die Spulwürmer oder ~Ascarides lumbricoides~, -welche sehr lang und rund sind, ungefähr ⅛ Zoll dick und 3 bis 12 -Zoll lang. Sie ähneln dem gewöhnlichen Regenwurm sehr und werden -vorzugsweise in den großen Därmen und zuweilen im Magen gefunden; auch -erscheinen sie nicht selten im Halse. - -Die dritte Gattung ist der Bandwurm (~Taenia solium~); er besteht aus -einer Menge an einander gereihter Glieder und ist in seiner Länge -von einigen bis mehreren hundert Fuß verschieden. Er hält sich in -den kleinen Eingeweiden auf und zehrt von dem Nahrungssaft, d. h. -von jener Masse der Nahrung, welche bleibt, nachdem die Speisen den -Magen verlassen haben, und verursacht in Folge dessen große Zehrung, -Erschöpfung und Abnahme des Fleisches. - -+Symptome.+ Die Kennzeichen der Anwesenheit von Würmern sind sehr -undeutlich, und es ist zuweilen unmöglich, sie zu hemmen, bevor nicht -welche abgegangen sind. - -Die Anwesenheit des Springwurms mag erkannt werden an dem -unerträglichen Jucken im After oder ~Anus~. Bei Kindern kündigen sich -die Würmer durch Blässe, Jucken in der Nase und Knirschen der Zähne -an; Auffahren aus dem Schlafe, unregelmäßigen Appetit, üblen Athem, -geschwollenen Unterleib, starkes Anschwellen der Oberlippe, eine von -den Wangen mehr oder weniger geröthet. - -Der Bandwurm wird erkannt an einem nagenden Schmerz im Magen, -unregelmäßigem, in der Regel aber sehr starkem Appetit; die Menge der -zu sich genommenen Speisen entspricht der daraus erwachsenden Nahrung -nicht, der Kranke magert ab und öfters ist ein harter Husten anwesend; -ein Gefühl, als ob irgend etwas von der linken Seite plötzlich in den -Hals hinaufstiege und wieder zurückfiele, Schwindel, besonders des -Morgens vor dem Essen. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Zu geben beim Anfang der Behandlung - gegen nervöse Reizbarkeit, welche in der Regel anwesend ist. Einige - Dosen mögen gegeben und alle 2 Stunden wiederholt werden. Wirkt dies - nicht, so gebe man ~Ignatia~ in derselben Weise. - - ~Cina.~ -- Dies ist das Hauptmittel, besonders bei Anwesenheit - folgender Symptome: Bohren mit den Fingern in der Nase, das Kind - ist nervös, schreit des Nachts im Schlafe, hat starke Anfälle - von Kolik, Zupfen an den Lippen, Gesicht zuweilen blaß und kalt, - dann wieder roth und heiß, sonderlicher Appetit, wunderlich und - furchtsam, Gesicht aufgedunsen, Anschwellen und Schmerz im Unterleib, - Verstopfung oder Diarrhöe, Knirschen mit den Zähnen. - - ~Nux Vomica.~ -- Wenn mit den andern Symptomen Verstopfung verbunden - ist, starkes Jucken, brennendes und stechendes Gefühl im After. - - ~Spigelia.~ -- Bei strengen Fällen von Wurmkolik, wenn Fieber und - Diarrhöe vorhanden sind, Heißhunger und Frösteln. - - ~Silicea.~ -- Besonders bei Kindern, die skrophulös sind. - - ~Belladonna.~ -- Kolik, welche durch Liegen auf dem Bauche gelindert - wird. Auffahren aus dem Schlaf, Kopfweh. - - ~Lycopodium.~ -- Besonders bei starkem Jucken im After. - - ~Teucrium~ -- empfohlen von Freligh gegen den Reiz und das Jucken, - welches von Würmern verursacht wird. - - ~Santonin~ -- ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen die verschiedenen - Gattungen von Würmern. - - Gegen den Bandwurm Kürbiskörner (~Pumpkin seeds~) wie untenstehend - gegeben, ist ein ausgezeichnetes Mittel. - - Man nehme 8 Unzen von den Körnern und esse davon zur Mahlzeit 4 - Unzen bei leerem Magen, erweiche dann die übrigen 4 Unzen in - heißem Wasser und trinke den Aufguß am Morgen. Bis Mittag sollte - nichts gegessen werden. Dies wird gewöhnlich hinreichen, den Wurm - abzutreiben; ist dies aber nicht der Fall, so wiederhole es die - nächste Nacht. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe von dem gewählten Mittel - dreimal des Tages eine Dosis, wenn die Symptome nicht anders - nothwendig machen, in welchem Falle dann alle zwei oder drei Stunden - eine Dosis gegeben werden muß. - - Bei chronischen Fällen sollten die Mittel durch eine lange Zeit - hindurch einmal des Tages gegeben werden. - - +Kost.+ Der Kranke sollte alle schweren Nahrungsmittel vermeiden, wie - gekochtes Gemüse, reiche Puddings und Kuchen; mag sich vielmehr mit - Fleischsuppen, gebratenem oder gekochtem Fleisch und Milch begnügen. - - Gegen sehr starkes Jucken, das bei einigen Fällen vorhanden ist, - werden Einspritzungen von kaltem Wasser oder Wasser, dem ein wenig - Salz oder Essig beigefügt ist, zuweilen von gutem Erfolg gefunden - werden. Süßes Oel (~Sweet oil~) entspricht hin und wieder demselben - Zwecke. - - =Allöopathisch.= Folgendes ist ein gutes Mittel: - - Spigelien-Wurzel (~Pink root~) ½ Unze. - Sennesblätter (~Senna~) ½ „ - Doppeltweinsteinsaure Potasche (~Bi-tartrate - of potassa~) 1 Drachme. - Pulverisirte Jalappenwurzel (~Pulv. jalap~) ½ „ - Kardamon- (~Cardamon~) Samen ½ „ - Lakritzen- (~Liquorice~) Extrakt 2 Drachmen. - - Mische es, füge ein halbes Pint kochendes Wasser hinzu und lasse das - Ganze eine Stunde durchweichen. Dosis: Ein oder zwei Eßlöffel voll - gelegentlich bis die Würmer abgetrieben sind. - - Eine Einspritzung von gewöhnlichem süßem Oel ist zuweilen - hinreichend, um die Springwürmer abzutreiben. Das folgende kann zu - demselben Zwecke gegeben werden: - - Aloe (~Aloes~) 2 Skrupel. - Kohlensaure Potasche (~Carbonate of potassa~) 15 Grane. - Gersten- (~Barley~) Abkochung ½ Pint. - - Mische und gebrauche es als eine Einspritzung. - - Ein Aufguß von je einer Unze Sennesblätter (~Senna~), Spigelia - (~Spigelia~) auf ein Pint Wasser kann in einigen Fällen angewendet - werden. Erwachsenen gebe jeden Morgen vor dem Frühstück ein Weinglas - voll. - - Wurmsamenbitter (~Santonin~) ist ein ausgezeichnetes Mittel, aber es - sollte vorsichtig angewendet werden. Bei Erwachsenen eine Dosis von - 3 bis 6 Granen. Bei Kindern einen halben Gran ein- oder zweimal des - Tages. - - Gegen Bandwurm hat sich Terpentin- (~Turpentine~) Spiritus vorzüglich - bewährt. Man gebe ihn in Dosen von einer halben Unze und lasse - dieselbe Menge Castoröl folgen oder beides zu gleicher Zeit nehmen. - Eine Abkochung von Kohlpalmenrinde (~Cabbage tree bark~) sowie auch - Kürbißkörner (~Pumpkin seed~) wird gegen Bandwurm sehr empfohlen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wurmsamen mit Molasses gemischt mag - Erwachsenen in Dosen von 1½ Theelöffel voll und Kindern in Dosen - von 1 Theelöffel voll gegeben werden. - - Walddost- (~Thoroughwort~) Thee oder Rainfarn- (~Tansy~) Thee ist - auch gut; Kermesbeer (~Poke root~) und Sennesblätter (~Senna~) sind - ein wirksames Mittel. Eine Unze von jedem sollte in heißem Wasser - erweicht und ein Eßlöffel voll einmal des Tages gegeben werden. - Folgendes ist bei manchen Fällen zu empfehlen: - - Castoröl 1 Unze. - Wurmsamen- (~Worm seed~) Oel 1 „ - Terpentin- (~Turpentine~) Oel ½ „ - Anisöl ½ „ - - Dosis: Für ein Kind von 2 oder 3 Jahren 10 bis 20 Tropfen alle 3 oder - 4 Stunden. Das folgende wird empfohlen: - - Wurmsamenöl ½ Unze. - Rainfarn- (~Tansy~) Oel ½ „ - Terpentin- (~Turpentine~) Oel ½ „ - Crotonöl 2 Drachmen. - Castoröl 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: Für ein Kind von 1 bis 2 Jahren einen halben - Theelöffel voll in ein wenig warmer Milch drei Tage hindurch. Dann - sollte dasselbe drei Tage ausgesetzt und für die nächstfolgenden drei - Tage wieder angewendet werden. - - Gegen Bandwurm wird der Saft von blauem Kalmus (~Blue flag~) - empfohlen, ebenso starke Portionen von Knoblauch (~Garlic~) mit - Salz, und einen Tag um den andern ein Abführmittel von Alraunwurzel - (~Mandrake root~). Wurzel von männlichem Farn (~Root of male fern~) - ist erfolgreich zur Entfernung des Bandwurms angewendet worden. - - -Hartleibigkeit. - -Dies ist eine der gewöhnlichsten Störungen, denen die Menschheit -unterworfen ist. Unter Hartleibigkeit verstehen wir einen trägen -Zustand der Eingeweide, durch welche der Koth eine längere Zeit -zurückgehalten wird, als es die Erhaltung der Gesundheit bedingt. Stuhl -ist seltener als in gesundem Zustande, hart und trocken, in kleinen -Quantitäten und die Entleerung geht mit Schwierigkeit vor sich. - -+Symptome.+ Kopfschmerz, Schwindel, Mangel an Appetit, zuweilen -Uebelkeit und Fiebersymptome, Schwere längs des unteren Theiles des -Bauches. - -+Ursachen.+ Sitzende Lebensweise, besonders während der Geist beständig -auf irgend einen Gegenstand gerichtet ist, zusammenziehende Medizinen, -nervöse Krankheiten, Unachtsamkeit auf das Verlangen nach Entleerung -der Eingeweide. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Kost sollte dieser Krankheit genau angemessen sein, - alles von bindender Natur ist zu vermeiden, wie thierische Kost, - besonders eingesalzene Fleische, Käse, reizende Getränke, Pasteten, - stark gewürzte Speisen &c. Dagegen kann der Patient alle Sorten von - Früchten, Gemüse, grobes Brod und Suppen essen. Gestoßener Weizen - wird die Heilung der Hartleibigkeit befördern. Einspritzungen von - kaltem Wasser, sowie starkes Trinken von kaltem Wasser, sollte - angewendet werden. Jedermann muß den Mahnungen der Natur sofort und - regelmäßig Folge leisten. Die beste Zeit diesem nachzukommen ist - vielleicht am Morgen unmittelbar. Wenn man diesem Umstande zu einer - gewissen Stunde des Tages Aufmerksamkeit schenkt, so wird dies mehr - als irgend etwas anderes dazu beitragen, dieses zur Gewohnheit zu - machen und die Eingeweide in Ordnung zu halten. - - =Allöopathisch.= Eine Pille von Rhabarber (~Rhubarb~) und spanische - Seife (~Castile soap~) von jedem ½ Gran sollen angewendet und davon - des Abends 2 Pillen gegeben werden. - - Zuweilen bewährt sich folgendes: - - Entenfuß-Harz (~Rosin of podophyllin~) 2 Grane. - Flüssiger Rhabarber-Extrakt (~Fluid extract - of rhubarb~) 1 Unze. - Flüssiger Sennesblätter-Extrakt (~Fluid extract - of senna~) 1 „ - Ingwer-Syrup (~Syrup of ginger~) ½ Unze. - Gewürznelkenöl 4 Tropfen. - - Gummi Arabicum Schleim hinlänglich, um daraus 4 Unzen zu machen. - Dosis: Für Erwachsene einen Eßlöffel voll und so oft zu wiederholen - als erforderlich, um die Eingeweide zu öffnen. - - Eine Abkochung von Walddost (~Thoroughwort~) täglich kalt getrunken - war in einigen Fällen von gutem Erfolg. Einspritzungen von warmem - oder kaltem Wasser sollten angewendet werden, da dieselben in der - Regel hinreichen, ohne weitere abführende Medizinen, Abhülfe zu - verschaffen. Eine Dosis von einem Aufguß von Sennesblättern mag sich - hin und wieder bewähren. - - Folgendes, unter „~Mottauer’s Aperient~“ bekannt, wird sehr empfohlen: - - Pulverisirte Aloe (~Pulv. Aloes~) 1½ Unzen. - Doppeltkohlensaure Soda (~Bi-carbonate of soda~) 4 „ - Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus (~Compound - spirits of lavender~) 2 „ - Wasser 2 Quarts. - - Mische es in einem Kruge, lasse es 2 Wochen lang stehen und schüttle - es jeden Tag gehörig um, dann sollte die Mischung vom Bodensatze - abgegossen werden. Dosis: ein halbes Weinglas voll ein- oder zweimal - des Tages. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Eine gelegentliche Dosis von Rhabarber - (~Rhubarb~) oder ein Seidlitz Pulver wird zuweilen alles sein, was - nothwendig ist, um Abhülfe zu verschaffen; gleichzeitig ist der Kost - Aufmerksamkeit zu widmen. - - Eine Mischung von Rhabarber (~Rhubarb~) zwei Theile und - doppeltkohlensaure Potasche (~Bi-carbonate of potassa~) einen Theil - in Dosen von 6 Granen dreimal des Tages in ein wenig warmem Wasser, - ungefähr eine Stunde vor jeder Mahlzeit genommen, wird empfohlen. - Die Dosis sollte nicht mehr als zwei Stühle des Tages bewirken und - es wird gut sein, wenn nicht mehr als einer darauf erfolgt. Auch das - folgende ist empfehlenswerth: - - Aletridin 20 Grane. - Brechnuß- (~Nux Vomica~) Extrakt 1½ „ - Entenfuß (~Podophyllin~) 5 „ - - Mische es und mache 20 Pillen daraus. Dosis: eine oder zwei jeden - Abend. Eine Einspritzung von einem Aufguß Wasserdost (~Boneset~) mit - ein wenig Molasses, ist zuweilen erfolgreich. - - =Homöopathisch.= Das wichtigste Mittel ist ~Nux Vomica~, wenn - häufiger und erfolgloser Drang nach Stuhl vorhanden ist oder ein - Gefühl, als ob der After geschlossen wäre; unangenehmer Geschmack - im Munde, Appetitlosigkeit, Anschwellen des Unterleibes. Wenn - ~Nux Vomica~ unzureichend ist, gebe eine gelegentliche Dosis von - ~Bryonia~, besonders wenn die Störung in warmem Wetter eintritt. - - ~Opium.~ -- Mag zuweilen abwechselnd mit ~Nux Vomica~ gegeben - werden, besonders wenn große Trägheit der Eingeweide ohne irgend ein - Verlangen nach Stuhl, Röthe des Gesichts, Schießen des Blutes nach - dem Kopfe, Kopfschmerz vorhanden sind. - - ~Platina.~ -- Wenn der Koth in kleinen harten Stücken mit viel - Schwierigkeit entleert wird, Schaudern, Gefühl von Schwäche im - Unterleib. - - ~Lycopodium.~ -- Bei starkem Drängen mit starkem Druck nach unten, - aber Unfähigkeit, die Eingeweide zu entleeren. - - ~Antimonium Crudum.~ -- Bei Fällen, wo Verstopfung und Diarrhöe - abwechseln. - - ~Sulphur.~ -- Bei lang anhaltender Verstopfung, besonders, wenn der - Patient mit Geschwüren belästigt ist. Auch wenn öfters Verlangen nach - Stuhl ohne irgend welchen Erfolg vorhanden ist. - - ~Plumbum.~ -- Bei hartnäckiger Verstopfung, der Stuhlgang ist hart - und Schwierig und der Koth geht in harten Stücken oder Bällen weg. - - Bei Verstopfung von schwangeren Frauen gebe man ~Nux Vomica~, - ~Opium~, ~Sepia~. Frauen im Kindbett ~Bryonia~, ~Nux Vomica~, - ~Opium~, ~Sulphur~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ -- Alle 2, 3 oder 4 Stunden gebe man - eine Dosis von dem gewählten Mittel. Werden die Heilmittel trocken - gegeben, so gebe man 3 bis 6 Pillen als eine Dosis. Wenn in Wasser - gegeben, löse 6 Kügelchen in 6 Theelöffel voll Wasser und gebe als - Dosis einen Theelöffel voll. Einspritzungen von und Baden im kalten - Wasser wird sehr zuträglich gefunden werden. - - -Diarrhöe oder Durchfall. - -Diese Krankheit kommt sehr häufig vor, besonders in den heißen Monaten -des Jahres. Die Symptome bestehen in mehr oder weniger flüssigen -öfteren Entleerungen der Eingeweide, und jeder Entleerung folgt ein -kollerndes Geräusch in den Eingeweiden, verbunden mit einem Gefühle -von Schwere oder Gewicht, gewöhnlich auch stärkerem oder schwächerem -Kneipen und zuweilen Uebelkeit und Erbrechen; finden die Entleerungen -oft oder sehr stark statt, so tritt in Folge dessen nach kurzer Zeit -große Schwäche ein. - -+Ursachen.+ Der Einfluß außergewöhnlicher Hitze und Kälte, Genuß von -Säuren, unverdauliche oder reizende Nahrungsmittel, Ueberladen des -Magens mit Speisen, heftige, geistige Erregung, wie Furcht, Zorn u. s. -w. Es kann auch durch fortwährenden Aufenthalt in schlecht ventilirten -Wohnungen, und bei Kindern durch das Zahnen verursacht werden. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Genuß von allen Speisen, die nicht ganz leicht - verdaulich sind, ist zu untersagen, ebenso Säuren, Kaffee, stark - gewürztes Gemüse, Früchte, frische Fleischsorten und Suppen aller - Art. Die Kost des Patienten mag bestehen in Zwieback, Reis, gekochter - Milch, Hafermehl, geschältes Korn, Pfeilwurz (~Arrow root~), - Gerstenwasser, Sago, Tapioca, Gummi Arabicum Schleim, gekochtem Reis - mit Zimmet gewürzt. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes wird die Thätigkeit der Leber - wieder herstellen und Alles auf die Eingeweide reizbare entfernen: - - Zusammengesetzter Syrup aus Rhabarber und Potasche - (~Compound syrup of rhubarb and Potassa~) 4 Unzen. - Pfeffermünz- (~Peppermint~) Essenz 1 Drachme. - Paregoricum (~Paregoric~) 4 Drachmen. - - Mische es. Dosis: alle 2, 3 oder 4 Stunden einen Eßlöffel voll. Bevor - dies indessen genommen wird, ist es gut, ein Brechmittel aus gleichen - Theilen von pulverisirter Lobelia und Brechwurz (~Ipecac~) zu geben. - - Folgender Syrup wird ausgezeichnet gefunden werden: - - Brombeerwurzel (~Black berry root~) fein - geschnitten und gestoßen 8 Unzen. - Gägel- (~Bay berry~) Rinde 4 „ - Storchschnabel (~Cranes Bill~) 2 „ - Myrrhenharz (~Gum myrrh~) 1 „ - Zimmetrinde (~Cinnamon bark~) 2 „ - Fenchelsamen (~Fennel seed~) ½ Unze. - Gewürznelken (~Cloves~) 1 „ - - Zerstoße es gehörig, gebe es in 6 Quart Wasser und lasse es 6 bis - 8 Stunden langsam über dem Feuer bis zur Hälfte einkochen, dann - seihe es durch und lasse es zu zwei Pint einkochen. Während es noch - heiß ist, füge ein Pfund weißen Zucker bei und ist es abgekühlt - noch ein Pint französischen Branntwein hinzu. Dosis für Erwachsene - einen Eßlöffel voll. Dies wirkt als ein ausgezeichnetes Mittel gegen - alle Arten Diarrhöe, Cholera und Cholera-Morbus. Eine Abkochung von - je einer Handvoll Brombeerenwurzel (~Black berry root~) und weiße - Eschenrinde (~White oak bark~) mit je einer halben Unze Gewürznelken - (~Cloves~), Zimmet (~Cinnamon~) und ~Allspice~ mit Stückzucker oder - Kandiszucker (~Rock candy~) versüßt, wird in einigen Fällen gut - gefunden werden. Dosis: Mehrere Male des Tages einen Eßlöffel voll. - - Bei Uebelkeit und Erbrechen kann ein Senfpflaster über den Magen - gelegt werden. Auch ein Aufguß von Hafermehl-Kaffee mag zuweilen - zuträglich gefunden werden. Das Hafermehl sollte mit Wasser - vermischt, gebacken und mit Kaffee gebräunt werden, dann pulverisire - man es und mache einen Aufguß daraus. Gegen den Schmerz oder das - Kneipen wende man eine Einspritzung an, die wie folgt zusammengesetzt - wird: - - Castoröl 1 Gill. - Molasses ½ Pint. - Warmes Wasser ½ Pint. - Laudanum 20-60 Tropfen. - - Folgendes wird als ein ausgezeichnetes Mittel empfohlen: - - Röste ein halbes Pfund Reis, bis es braun ist, dann koche es und esse - es langsam. - - Pulverisirter Rhabarber (~Rhubarb~) zu Holzkohle gebrannt und - pulverisirt, wird empfohlen. Ungefähr einen halben Theelöffel voll - dreimal des Tages. Der Rhabarber mag in einem eisernen Gefäße zu - schwarzer Asche verbrannt werden. - - Chronische Diarrhöe wird in einigen Fällen durch einfaches Essen - von Gummi Arabicum oder das öftere Trinken des Schleimes von Gummi - Arabicum geheilt. Folgende Pillen werden gegen chronische Diarrhöe - empfohlen: - - Leptandrin 20 Grane. - Brechwurz (~Ipecac~) 20 „ - Entenfuß (~Podophyllin~) 5 „ - Pulverisirtes Opium 8 „ - - Mische es und mache 40 Pillen mit ein wenig Löwenzahn- (~Dandelion-~) - Extrakt daraus. Dosis: Früh und Abends eine Pille. Während diese - Pillen genommen werden, ist es gut, die ganze Oberfläche des Körpers - einmal des Tages mit warmem Saleratuswasser zu waschen. Folgendes - Mittel soll bei einigen der schlimmsten Falle geholfen haben: - - Man nehme ein Stück gut geräucherten alten Speck, schneide ihn - in Stücke und brate ein Pint Schmeer aus; während des Ausbratens - schneide mehrere große Zwiebeln hinein. Gieße darauf die Flüssigkeit - ab und nimm einen Theelöffel voll davon einmal des Tages. - - Folgendes wird in einigen Fällen gut gefunden werden: - - Pulverisirter Alaun (~Alum~) 2 Grane. - Pulverisirte Galläpfel (~Galls~) 2 „ - Pulverisirter Kampher (~Camphor~) 1 Gran. - - Mische und nimm es auf einmal. Nach jeder Mahlzeit zu wiederholen. - Eine Abkochung von Kampescheholz (~Logwood~) ist ein ausgezeichnetes - Mittel gegen diese Krankheit. Ein halber Theebecher voll sollte davon - dreimal des Tages genommen werden. - - =Homöopathisch.= ~Dulcamara.~ -- Gegen Diarrhöe, die von Erkältung - herrührt, wenn die Stuhlgänge wässerig, grünlich oder gelblich und - bei leichtem Schmerz schlimmer des Nachts sind. Man lasse ~Bryonia~ - folgen. - - ~Aloes.~ -- Heftiger Stuhlgang, der ganze Körper wird während - desselben heiß, bei einem Gefühl von Magenschwäche oder Schmerz in - der Gegend der Leber; der Stuhl hat einen höchst fauligen Geruch und - ist nicht übermäßig stark oder wässerig. - - ~Ipecacuanha.~ -- Stuhlgang von dünnem Schleim, oder schaumig, - gegohren oder gelb, bei beträchtlichem Schmerz im Mastdarm, die - Entleerungen sind mit einer weißen Substanz gemischt, Blässe des - Gesichts, große Hinfälligkeit. - - ~Chamomilla.~ -- Gallige, wässerige oder schleimige Diarrhöe, der - Stuhl ähnelt geschnittenem Stroh und riecht wie faule Eier, belegte - Zunge, Anschwellen der Eingeweide, bitterer Geschmack im Munde. - Besonders anwendbar gegen Diarrhöe in Folge von Erkältung, Furcht - oder Zorn, und bei Kindern, wenn sie die Beine in die Höhe werfen, - sich ärgern, quälen und getragen sein wollen. - - ~Rheum.~ -- Sauer riechender Stuhl bei krampfartiger Kolik in den - Eingeweiden. Ein Schauder während des Stuhlganges; Diarrhöe in Folge - von Magensäure; saurer Geruch, der von dem Kinde ausströmt und auch - nicht durch Waschen gehoben wird. Besonders anwendbar bei Diarrhöe - von Kindern und Frauen im Wochenbett. Wenn ~Rheum~ keine Linderung - verschafft, so gebe man ~Chamomilla~. - - ~Mercurius.~ -- Bei fast jeder Art von Diarrhöe anwendbar, besonders - wenn mit Kneipen vor und Brennen im After nach dem Stuhlgange - verbunden; große Hinfälligkeit, Zittern, Entleerungen gallig, - schleimig, schaumig oder mit Blut gemischt, heftige Kolik, - schlechter Athem. ~Nux Vomica~ wird zuweilen Linderung geben, wenn - ~Mercurius~ angezeigt zu sein scheint, aber nicht den gewünschten - Erfolg hat. - - ~Colocynthis.~ -- Gallige oder wässerige Diarrhöe mit starken - krampfartigen Schmerzen. - - ~Podophyllin.~ -- Diarrhöe mit krampfartigen Schmerzen in den - Eingeweiden, leicht gefärbtem widerwärtigem Stuhl, Entleerungen - schaumig und schleimig. - - ~Pulsatilla.~ -- Diarrhöe in Folge von Unverdaulichkeit, bei - wässerigen, widerwärtigen Entleerungen, besonders des Abends, - bitterer Geschmack im Munde, faulige Zunge. - - ~Bryonia.~ -- Diarrhöe in Folge der Sonnenhitze. - - ~Arsenicum.~ -- Diarrhöe brennend, mit starken Kolikschmerzen. Mag - abwechselnd mit ~Veratrum~ oder abwechselnd mit ~Carbo Vegetabilis~ - gegeben werden, wenn die Diarrhöe faulig ist und aus unverdauten - Nahrungsmitteln besteht, oder bei wässerigem, schleimigem, brennendem - Stuhl. - - ~Magnesia.~ -- Aehnlich dem Schaum eines Froschteiches, grün und - schaumig. - - ~Nux Vomica.~ -- Wenn häufige und spärliche Stuhlgänge einer - wässerigen und grünlichen Masse erfolgen und Drängen und drückender - Schmerz. Mag abwechselnd mit ~Mercurius~ gegeben werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe alle halbe, - ganze, 2 oder 3 Stunden, der Strenge des Schmerzes und der Häufigkeit - der Stuhlgänge angemessen, einen Theelöffel voll. Werden die Pillen - gebraucht, so gebe man 3 bis 4 als eine Dosis. Bei chronischen Fällen - gebe man jeden Morgen und Abend eine Dosis. - - =Allöopathisch.= Zusammengesetzter Syrup von Rhabarber (~Rhubarb~) - und Potasche mag in Dosen von einem Eß-Löffel alle Stunden gegeben - werden, bis die Magensäure bewältigt und der Reiz vermindert - ist. Pfeffermünz- (~Peppermint~) und grüne Münze- (~Spearmint~) - Essenz kann hin und wieder mit gutem Erfolg hinzugefügt werden. - Bei Uebelkeit und Erbrechen mache Senfpflaster auf den Magen und - gebe einige Tropfen Laudanum. Folgendes wird bei leichten Anfällen - entsprechend gefunden werden: - - Gewürzter Rhabarber-Syrup (~Spiced syrup - of rhubarb~) ½ Unze. - Magnesia 15 Grane. - Zimmet- (~Cinnamon~) Wasser 2 Drachmen. - Kampherwasser 2 „ - - Mische es und nimm die Hälfte der Mischung als eine Dosis und - wiederhole dies alle drei Stunden. - - Folgendes mag in einigen Fällen angewendet werden: - - Verdünnte Schwefelsäure (~Diluted sulphuric acid~) 50 Tropfen. - Laudanum 15 Tropfen. - Pfeffermünz- (~Peppermint~) oder Zimmet- - (~Cinnamon~) Wasser 3 Unzen. - - Dosis: Alle 4 Stunden einen Eßlöffel voll. - - Bei heftigem, kneipendem Schmerz gebe folgende Einspritzung: - - Castoröl 2 Unzen. - Tinktur von stachliger Eschenrinde (~Tinct. - of prickly ash bark~) ½ Unze. - Zusammengesetzte virginische Schlangenwurzel- - Tinktur (~Comp. tincture of Virginia snake root~) 2 Drachmen. - Laudanum 20 Tropfen. - Aufguß von Wasserdost (~Infusion of boneset~) ½ Pint. - Aufguß von Sennesblättern (~Infusion of senna~) ½ Pint. - - Mische und gib es als eine Einspritzung. - - Aehnelt die Diarrhöe der Ruhr (~Dysentery~), so sollten - Einspritzungen von Stärke angewendet und gleichzeitig folgende Pillen - gegeben werden: - - Essigsaures Blei (~Acetate of lead~) 1 Gran. - Opium ½ „ - - Mache eine Pille daraus und wiederhole diese alle 3 oder 4 Stunden. - - Bei chronischer Diarrhöe wird zuweilen ein Theelöffel voll Branntwein - in ein wenig versüßtem Wasser mehrere Male des Tages gegeben, heilen. - Es wird sehr zuträglich sein, bei Behandlung eines chronischen Falles - von Diarrhöe ausgenommen Milch und Kalk- (~Lime~) Wasser, so wenig - als möglich Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Bei beträchtlicher - Schwäche mögen folgende Pillen gegeben werden. - - Chinin (~Quinine~) ½ Drachme. - Pulverisirte Catechu 1 „ - Pulverisirtes Opium 15 Grane. - - Mische es und mache 32 Pillen daraus. Dosis: Dreimal des Tages 1 - Pille. - - -Ruhr (~Dysentery -- Bloody Flux~). - -Dies ist eine Entzündung der Schleimhaut der großen Eingeweide. - -+Symptome.+ Die Krankheit beginnt in der Regel mit Appetitlosigkeit, -Verstopfung, Frösteln, Hitze der Haut, außerordentlichem Durst &c. Hin -und wieder beginnt sie mit Diarrhöe, die Stuhlgänge sind unbedeutend -und häufig, sie sind mit Schleim vermischt und mit Blut gestreift, -beständiges Dringen und Verlangen nach Stuhl, starkem Schmerz vor und -nach jedem Stuhlgang, schmerzhaftes Grimmen des Afters, auch ~Tenesmus~ -genannt. - -+Ursachen.+ Plötzlicher Wechsel von heißer zu kalter Witterung, unreife -oder saure Früchte, verdorbenes Gemüse oder Fleisch, das Trinken von -kaltem Wasser, wenn man erhitzt ist. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Es sollte dem Patienten nicht erlaubt sein, - aufzubleiben, er muß sich vielmehr sehr ruhig verhalten. Als Nahrung - nehme man Mehlsuppe, gehörig gekocht, Reiswasser, Pfeilwurz (~Arrow - root~), Sago. Bei Besserwerden möge ein wenig Schöpsenfleischbrühe - erlaubt werden. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Schmerz in den Eingeweiden, gallige - oder dünne, wässrige Entleerungen mit Schleim gemischt und zuweilen - mit Blut gestreift, Schmerzen im Kopf, Nacken und Schultern, Puls - stark und schnell. - - ~Arsenicum.~ -- Passend bei Fällen, wo die Stuhlgänge unfreiwillig - erfolgen und einen fauligen Geruch haben, da, wo der Kranke sehr - schwach ist, brennende Schmerzen in den Eingeweiden, Athem kalt. Kann - allein oder abwechselnd mit ~Carbo Vegetabilis~ gegeben werden. - - ~Belladonna.~ -- Wenn ~Aconitum~ keine Minderung gewährt und wenn - Trockenheit im Munde und Hals vorhanden ist, Empfindlichkeit der - Eingeweide, Zunge belegt und an der Spitze roth. - - ~Mercurius.~ -- Dies ist das wichtigste Mittel bei Ruhr und ist in - allen Stadien anwendbar, besonders wenn ein Drängen, als ob die - Eingeweide herauskommen wollten, vor und nach dem Stuhle, vorhanden - ist, eine Entleerung von hellem Blute, zuweilen mit Schleim gestreift - oder von einer grünlichen Masse nach starkem Drängen, hin und wieder - gleicht der Stuhl aufgeschlagenen Eiern, heftige Kolik, Uebelkeit, - Frösteln, Erschöpfung, Zittern, kalter Schweiß auf dem Gesichte, - Verschlimmerung des Schmerzes zur Nachtzeit. Kann abwechselnd mit - ~Colocynth~ gegeben werden, wenn starke kneipende Kolik-Schmerzen - vorhanden sind, oder abwechselnd mit ~Aconitum~ oder ~Belladonna~, - wenn Fieber damit verbunden ist. - - ~Chamomilla.~ -- Zuweilen nach ~Aconitum~ entsprechend, wenn noch - Fieber mit Kopfschmerz, Uebelkeit und Durst vorhanden sind. Besonders - nützlich, wenn der Anfall durch plötzliche Schweißunterdrückung - verursacht wurde. - - ~Colocynthis.~ -- Bei starkem Schmerz in den Eingeweiden und die - Entleerungen mit einer grünen Masse gemischt, oder sie sind mit - Schleim und Blut gemischt. Mag abwechselnd mit ~Mercurius~ gegeben - werden. - - ~Podophyllin.~ -- Krampfartige Schmerzen in den Eingeweiden, - Entleerungen hell gefärbt und höchst widrig, oder schaumig und - schleimig. - - ~Ipecacuanha.~ -- Besonders zuträglich bei Eintreten der Krankheit - im Herbste, oder wenn der Schleim oder schleimige Stuhlgänge später - mit Blut gestreift sind. Mag mit Vortheil abwechselnd mit ~Petroleum~ - gegeben werden. - - ~Nux Vomica.~ -- Schwache und häufige Entleerungen von blutigem - Schleim, starke Hitze, großer Durst, brennender, schneidender Schmerz - in der Gegend des Nabels. Kann abwechselnd mit ~Opium~ gegeben werden. - - ~Sulphur.~ -- Vortheilhaft gegen hartnäckige Fälle, gelegentlich eine - Dosis. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser und gebe alle halbe, ganze oder zwei Stunden, der Strenge der - Symptome angemessen, einen Theelöffel voll. Bessert sich der Kranke, - so gebe man die Dosen in größeren Zwischenräumen. Bei chronischer - Ruhr ist eine Dosis des betreffenden Mittels dreimal des Tages - hinreichend. - - =Allöopathisch.= Bei gelinden Fällen gebe man einen Theelöffel voll - Castoröl und zwei Theelöffel voll Paregoricum (~Paregoric~) einmal - des Tages; oder eine Dosis Castoröl mit 10 oder 15 Tropfen Laudanum, - wenn das Mittel zu Anfang gegeben wird. Leinsamen oder schlüpfriger - Ulmen- (~Slippery elm~) Thee kann als Getränk verwendet werden. Bei - Schmerz in den Eingeweiden gebe ein Senfpflaster. Einspritzungen von - Stärke mit einem Theelöffel voll Laudanum werden außerordentlich - wohlthätig gefunden werden. Der zusammengesetzte Spiritus von - Rhabarber (~Rhubarb~) und Potasche (~Potassa~) ist in einigen Fällen - anwendbar und in Dosen von einem Theelöffel voll alle drei oder vier - Stunden zu geben. Folgendes möge in dem ersten Stadium gegeben werden: - - ~Blue Mass~ 18 Grane. - Brechwurz (~Ipecac~) 6 „ - Kampher (~Camphor~) 12 „ - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: alle drei oder vier - Stunden eine Pille. Oder: - - Kampher (~Camphor~) 18 Grane. - Brechwurz (~Ipecac~) 6 „ - Opium 3 bis 6 „ - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: alle drei oder vier - Stunden eine Pille. - - Bei chronischer Ruhr gebe man folgendes: - - Orangenschalen-Syrup 1 Unze. - Essigsaures Morphium (~Acetate of morphia~) 2 Grane. - Zimmet- (~Cinnamon~) Tinktur 6 Drachmen. - Kardamon- (~Cardamon~) Tinktur 2 „ - - Mische es. Dosis: zwei- oder dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - Bei chronischen Fällen von Ruhr von langer Dauer, wird folgende - Einspritzung zuträglich gefunden werden: - - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 10 Grane. - Laudanum 40 Tropfen. - Leinsamenthee 4 Unzen. - - Ein Aufguß von Gelbwurz (~Golden seal~) oder die Tinktur von - stachligen Eschenbeeren (~Prickly ash berries~) werden als - Einspritzungen gut gefunden werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bei milden Fällen wird der unter - Diarrhöe empfohlene pulverisirte gebrannte Rhabarber (~Rhubarb~), - in Dosen von einem halben Theelöffel voll drei- oder viermal des - Tages gegeben, gut gefunden werden. Gebrannter Branntwein wird in - einigen Fällen sofortige Linderung verschaffen. Ein Theelöffel - voll Castoröl und ein und einen halben Theelöffel voll Paregoricum - (~Paregoric~) gemischt und einmal des Tages genommen, reicht zuweilen - hin. Bei starkem Schmerz in den Eingeweiden mögen heiße Bähungen - von Hopfen, oder von Hopfen und Stechapfel- (~Stramonium~) Blättern - über den schmerzhaften Theil gemacht werden. Sind die Entleerungen - häufig und schmerzhaft, so wende man Einspritzungen an von 3 - Theilen Stärkewasser und einem Theil zusammengesetzter Tinktur von - Virginischer Schlangenwurzel (~Compound tincture of Virginia snake - root~) an; ungefähr eine halbe Unze sollte eingespritzt und nach - jedem Stuhlgang wiederholt werden; der Patient halte es so lange als - möglich zurück. Kann man die Tinktur nicht erhalten, so nehme man 10 - bis 20 Tropfen Laudanum. Folgendes wird empfohlen: - - Türkischer Rhabarber, gestoßen (~Turkey rhubarb, - bruised~) 1 Unze. - Wilde Kirschbaumrinde (~Wild cherry bark~) 2 Unzen. - Ueber-kohlensaure Soda (~Super-carbonate of soda~) 1 Unze. - Zimmet- (~Cinnamon~) Rinde 1 „ - Weißer Zucker ½ Pfund. - - Lasse das Ganze eine Stunde lang in ein und einem halben Pint - kochendem Wasser, dann seihe und drücke es aus. Dosis: einen Eßlöffel - voll oder weniger, dem Alter angemessen, alle halbe, ganze oder zwei - Stunden, im Verhältniß zu den Symptomen. - - Folgendes wird bei einigen Fällen ausgezeichnet gefunden werden: - - Reife Brombeeren (~Ripe blackberries~) 2 Quarts. - Stückzucker 1 Pint. - Cayennepfeffer (~Cayenne~) ½ Unze. - Zimmet ½ „ - Gewürznelken (~Cloves~) ½ „ - Allspice ½ „ - - Koche alles zusammen eine kurze Zeitlang; wenn kalt, seihe es durch - und füge ein Pint von ~fourth proof Brandy~ hinzu. Dosis: dem Alter - angemessen, ein Eßlöffel bis ein Weinglas voll. Zuweilen ist es gut, - durch gehöriges Zudecken des Kranken im Bette und die Darreichung von - warmen Getränken, bestehend in Leinsamen-, Balsam-, Salbei- (~Sage~) - oder Katzenmünze- (~Catnip~) Thee Schweiß hervorzurufen. - - Folgendes soll beim Beginn der Ruhr helfen: - - Leptandrin 10 Grane. - Morphium (~Morphia~) 1 Gran. - - Mische es und mache mit Gummi Arabicum Schleim 3 Pillen daraus und - gebe alle 6 bis 12 Stunden, den Symptomen angemessen, eine Pille. - - Nachstehendes ist eine gute Einspritzung, welche, nachdem die - Krankheit mehrere Tage angehalten hat, angewendet werden kann. - - Aufguß von Gelbwurz (~Golden seal~) 1 Unze. - Laudanum 10 bis 20 Tropfen. - - Gebrauche es als eine Einspritzung. - - Innerlich zu geben wird empfohlen: - - Guajak (~Guaiacum~), fein pulverisirt 5 Drachmen. - Gummi Arabicum Schleim 3 Unzen. - Gewöhnlicher Syrup 3 „ - Wasser 8 „ - - Mische es. Dosis: alle 4 Stunden ½ Weinglas voll. - - Gegen chronische Ruhr gebrauche man folgendes: - - Rhabarber (~Rhubarb~) 4 Unzen. - Schlangenwurzel (~Black cohosh root~) 2 „ - Wilde Kirschbaumrinde (~Wild cherry bark~) 2 „ - Storchschnabel (~Geranium~) 2 „ - - Mische es und gieße auf diese Bestandtheile 2 Pint Branntwein und - 2 Pint Wasser. Lasse die Mischung 5 bis 6 Tage stehen, schüttle es - häufig um und seihe es dann ab. Füge 4 Pint Wasser zu dem Bodensatze, - koche es bis zu 2 Pint ein, seihe es ab, füge dies der bereits früher - abgeseihten Tinktur bei und versüße das Ganze mit Stückzucker. Dosis: - jede Stunde oder alle 2 bis 3 Stunden einen Eßlöffel voll. - - -Cholera Morbus (Brechdurchfall). - -Dies ist eine Krankheit, die gewöhnlich in den wärmeren Gegenden -vorkommt und sich durch Erbrechen, Abführen, heftiges Kneipen, Kälte -und Krämpfe der Endglieder kennzeichnet. - -+Symptome.+ Der Anfall tritt ganz plötzlich mit Erbrechen und Abführen -ein, wird von starken, kneipenden Schmerzen in den Eingeweiden und im -Magen begleitet, dem große Angst folgt. Die Entleerungen der Eingeweide -bestehen in Koth und später aus einer wässerigen, galligen Masse; -jeder Entleerung gehen heftig kneipende und schneidende kolikartige -Schmerzen, besonders in der Nabelgegend voraus und begleiten dieselbe; -in den Zwischenräumen der Entleerungen ist Uebelkeit und Unbehagen des -Magens und in der Regel großer Durst vorhanden; Flüssigkeiten, sobald -sie der Patient zu sich genommen hat, werden wieder erbrochen. Wird -der Krankheit nicht rechtzeitig Einhalt gethan, so dehnen sich die -Krämpfe auf Arme und Hände aus, die Endglieder werden kalt, der Puls -wird schwach, die Gesichtsfarbe bleich, die Augen fallen ein, kalter -klebriger Schweiß bricht aus und der Tod tritt ein. - -+Ursachen.+ Sonnenhitze, besonders wenn die Tage heiß und die Abende -kühl sind, plötzlicher Wechsel der Luft, ungehörige Substanzen im -Magen, wie unreife Früchte, Säuren, Hummern (~Lobsters~), Melonen, -Gurken, Jähzorn. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Man mache ein großes Senfpflaster über der Gegend - des Magens und der Leber und gebrauche gleichzeitig folgende Mischung: - - Ammoniak (~Ammonia~) 1 Drachme. - Magnesia 1 „ - Pfeffermünz- (~Peppermint~) Wasser 4 Unzen. - - Wenn die Diarrhöe sehr stark ist oder der Zustand hat schon eine - Zeitlang angehalten, füge dem Obigen noch zwei Drachmen Paregoricum - (~Paregoric~) bei. Dosis: Alle 20 Minuten einen Theelöffel voll; bei - jedesmaligem Einnehmen schüttele man die Mischung gehörig um. - - Flanelle, in einer heißen Abkochung von Mohnköpfen (~Poppies~) und - Kamillenblüthen (~Chamomile flowers~) getränkt und über den Magen und - die Eingeweide gelegt, wird in einigen Fällen entsprechen. - - Das aus Rhabarber (~Rhubarb~) und Potasche (~Potassa~) - zusammengesetzte Pulver kann in Dosen von einem Theelöffel voll alle - halbe Stunden, bis sich Uebelkeit und Erbrechen einstellen, gegeben - werden; ist es nothwendig, füge jeder Dosis noch 5 bis 10 Tropfen - Laudanum bei. Der Patient sollte viel und öfters warmes Wasser und - Leinsamenthee trinken, was den Magen und die Eingeweide gehörig - auswäscht. Ein Umschlag aus Gewürznelken (~Cloves~) und Zimmet, von - jedem einen Theelöffel voll, Mehl mit Branntwein angefeuchtet, einen - Eßlöffel voll, bestehend, wird in einigen Fällen dienlich gefunden - werden. - - Auch entspricht zuweilen folgendes: - - Morphium (~Morphine~) 1 Gran. - Doppeltkohlensaure Soda (~Bi-carbonate of soda~) 30 Grane. - Versüßte Rhabarber- (~Rhubarb~) Tinktur 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Alle halbe Stunde einen Theelöffel voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein gutes Mittel, sowohl den Magen in - Ordnung zu bringen als auch den Durchfall einzuhalten, besteht in - - Gemahlenem schwarzem Pfeffer (~Ground black pepper~) 1 Eßlöffel - voll. - Tischsalz 1 „ - Warmem Wasser ½ Bierglas - voll. - Cideressig ½ „ - - Dosis: Nimm nach einigen Minuten einen Eßlöffel voll. Rühre es um und - mische es gehörig, bis das Ganze genommen ist. - - Warme Thees von Katzenmünze (~Catnip~), oder Wasserdost (~Boneset~) - mögen hin und wieder angewendet werden, um Erbrechen hervorzubringen; - nachdem das Erbrechen eine Zeitlang angehalten hat, lege man - ein großes Senfpflaster über den Magen und die Eingeweide und - gebe den zusammengesetzten Syrup von Rhabarber und Potasche - (~Compound syrup of rhubarb and potassa~) alle halbe Stunden in - Dosen von einem Eßlöffel voll. Hierauf mag in einigen Fällen - Paregoricum (~Paregoric~), Pfeffermünz- (~Peppermint~) Essenz und - Kampher-Spiritus (~Spirits of camphor~), von jedem einen Eßlöffel - voll, Rhabarber- (~Rhubarb~) Tinktur ein halbes Pint, angewendet - werden. Mische es. Dosis: Alle halbe Stunden einen Eßlöffel voll bis - Erbrechen und Durchfall aufgehört haben. Pfeffermünz- (~Peppermint~) - Thee mit ein wenig darin aufgelöstem Saleratus wird den Magen hin und - wieder beruhigen. - - Füße und Arme sollten in warmem Saleratuswasser gebadet und eine - warme Bähung von Hopfen und Essig auf die Eingeweide gemacht werden. - Nachdem die Kraft der Symptome gebrochen, mag eine starke Abkochung - von gebranntem Korn mit Vortheil verwendet werden. Ebenso ist auch - eine starke Abkochung von Brombeerwurzel (~Black berry root~) mit - Gewürznelken (~Cloves~) und Zimmet (~Cinnamon~) gut. Dosis: Zwei- - oder dreimal des Tages einen Theetassenkopf voll. Auch gebrannter - Rhabarber ist ein ausgezeichnetes Mittel. - - =Homöopathisch.= ~Ipecacuanha.~ -- Besonders bei heftigem Erbrechen - kann zu Anfang eines Anfalles abwechselnd mit ~Veratrum~ gegeben - werden. Wenn bei heftigem Schmerz in den Eingeweiden häufige und - schwache Entleerungen mit Drängen nach Unten stattfinden, gebe man - ~Nux Vomica~ abwechselnd mit ~Ipecacuanha~. - - ~Arsenicum.~ -- Heftige Diarrhöe einer wässerigen, galligen, - schleimigen, grünlichen oder schwärzlichen Masse, große - Hinfälligkeit, kalte Endglieder, heftiger Durst; Zunge und Lippen - trocken, aufgesprungen, bräunlich; ein brennendes Gefühl in der - Magengrube. Kann abwechselnd mit ~Veratrum~ gegeben werden. - - ~Veratrum.~ -- Bei denselben Symptome wie ~Arsenicum~, verbunden - mit Wadenkrämpfen, blasse Gesichtsfarbe, große Hinfälligkeit, - Zusammenschrumpfen der Haut. - - ~Colocynthis.~ -- Heftige Kolik, gleichsam als ob die Eingeweide - zwischen zwei Steine eingeklemmt wären, Erbrechen einer grünlichen - Masse, krampfartiger Schmerz, Zusammenziehen der Eingeweide mit - schneidenden Schmerzen, wie von einem Messer herrührend. - - ~Cuprum.~ -- Wenn starke Gliederkrämpfe, Krämpfe in den Fingern und - Zehen vorhanden sind. - - ~China.~ -- Wenn der Anfall die Folge von Unverdaulichkeit; ebenso - gegen die Schwäche nach einem starken Anfall. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen von den gewählten - Mitteln in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 10, 15 oder 30 - Minuten, der Strenge des Anfalles angemessen, einen Theelöffel voll. - Wenn nach mehreren Dosen noch keine Linderung verspürt wird, wähle - man ein anderes Heilmittel. Die Zwischenräume zwischen den Dosen - sollten mit dem Besserwerden des Kranken verlängert werden. Die Kost - möge aus Stoffen wie Haferschleim bestehen und kaltes Wasser verwende - man zum Trinken. Vorsichtig müssen alle Gemüse sowie alle Stoffe, die - nicht mit dem Zustande des Magens übereinstimmen, vermieden werden. - - -Asiatische Cholera (~Cholera Asiatica~) - -ist eine der gefährlichsten Krankheiten. - -+Symptome.+ Erstes Stadium. In den ersten Anfällen treten in der Regel -Verdauungsstörungen, Kollern in den Eingeweiden, Schmerz im Kopf, den -Knien und Gelenken, Durst und leichte Diarrhöe ein. Diese Symptome -können sich mehrere Stunden oder auch einige Tage hinziehen; häufig -tritt sie aber auch urplötzlich ohne irgend welche Vorzeichen ein. - -Zweites Stadium. Dieses Stadium kennzeichnet sich mehr oder weniger -durch ein beständiges Erbrechen und Abführen einer dünnen, farblosen, -dem Reiswasser ähnelnden Flüssigkeit, Krämpfe in den Beinen, die sich -bald auf den Magen und die Eingeweide erstrecken; sie sind heftig und -äußerst schmerzhaft, ziehen die Muskeln in feste Knoten zusammen und -dehnen sich schließlich auf alle Muskeln des Körpers aus. Schreitet -dieses Stadium vor, so wird die Zunge blaß und feucht, der Puls -schwach, der Athem fliegend, Beängstigung im Herzen, ein Gefühl von -innerlicher Wärme, das Leiden spiegelt sich auf dem Gesicht, großer -Durst ist vorhanden. - -Das dritte Stadium oder der Höhepunkt der Krankheit kennzeichnet sich -durch große Hinfälligkeit, der Puls wird kaum fühlbar, die Haut kalt -und klebrig, das Gesicht nimmt eine tiefblaue und purpurne Farbe an, -die Augen fallen ein, Hände und Füße färben sich dunkel, ähnlich den -Händen einer Waschfrau, und haben ein teigiges, todtenartiges Gefühl, -die Stimme ist schwach, trocken und beinahe ganz verloren, Athem kurz -und mühsam, der Kranke schreit unaufhörlich nach Luft, kaltem Wasser -oder Eis, oder er liegt in einer Erstarrung, der Koth kann entweder -aufhören oder er geht ohne Wissen des Kranken ab. Der Patient mag sich -in einem solchen Zustande 1 oder 2 bis 24 Stunden befinden, aber die -Genesung eines Falles in diesem Stadium zählt zu den Seltenheiten. - -+Ursachen.+ Die Ursache der Cholera ist noch immer unbekannt, wir -wissen, daß sie von einem besonderen Zustande der Luft abhängt, -welcher Zustand es aber ist, ist noch nicht ermittelt. Uebervölkerte -Plätze, niedrige, feuchte Wohnungen werden von der Seuche besonders -heimgesucht, und Personen, welche durch Unmäßigkeit oder andere -Krankheiten geschwächt sind, sowie Unreinliche und ärmlich Genährte -sind derselben vor allen Andern ausgesetzt. Das Zusichnehmen -ungehöriger Nahrung, berauschende Getränke, kalte, feuchte oder -Nachtluft, spätes Aufbleiben und Furcht mögen zu den Ursachen gezählt -werden. Letztere ist eine der häufigsten Ursachen, der tausende von -Menschenleben zum Opfer gefallen sind. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Stellen sich die Anzeichen ein, so sollte sich der - Kranke sofort zu Bett begeben, gehörig zudecken und vollkommen ruhig - verhalten. Kampher ist hierbei das wichtigste Mittel und wird in - folgender Weise angewendet: - - Einen Tropfen Kampher-Tinktur auf ein kleines Stück Zucker alle 2, 3 - oder 5 Minuten, auch, wenn der Magen etwas annimmt, alle 15 bis 20 - Minuten etwas Branntwein mit Wasser. Sobald der Kranke zu schwitzen - beginnt, verlängere man die Zwischenräume zwischen den Dosen und - lasse ihn 8 bis 10 Stunden im Schweiße. Tritt aber die Krankheit in - das zweite Stadium, stellen sich Krämpfe ein, so sollte ~Veratrum~ - und ~Cuprum~ abwechselnd wie folgt gegeben werden: - - Man löse 12 oder 15 Kügelchen von jedem Mittel in 4 Eßlöffel voll - Wasser und gebe alle 15 Minuten einen Theelöffel voll; sobald sich - die Symptome bessern, verlängere man die Zwischenräume. - - ~Arsenicum.~ -- Bei heftig brennenden Schmerzen im Magen und den - Eingeweiden, schlimmer nach Erbrechen mit krampfartigem Schmerz im - Unterleib, heftiger Durst, schwieriges Athem, Heiserkeit, schwacher, - unregelmäßiger Puls, kalte, klebrige Haut, Blausein des Gesichts - und der Lippen, Erbrechen und Abführen unmittelbar nach Essen und - Trinken sogar des Geringfügigsten. ~Arsenicum~ und ~Veratrum~ können - abwechselnd mit Erfolg gegeben werden. - - ~Cuprum~ -- sollte gegeben werden, wenn Erbrechen und - reiswasserartige Entleerungen stattfinden, Haut kalt und schwarzgelb, - Kolik, Augen eingefallen, Haut eingeschrumpft, Krämpfe in den Waden, - Stimmlosigkeit, kalte, klebrige Schweiße. Bei heftigem Stechen - in der Seite, großer Angst und Furcht gebe ~Cuprum~ und ~Acidum - hydrocyanicum~ abwechselnd, alle 10 bis 15 Minuten einen Theelöffel - voll. - - Tritt die Krankheit in das dritte Stadium, so gebe man ~Carbo - vegetabilis~, einen Theelöffel voll alle halbe oder ganze Stunden. - Verbleibt noch ein heftiges Brennen im Magen, so gebe man ~Arsenicum~ - abwechselnd mit ~Carbo vegetabilis~. - - ~Secale Cornutum.~ -- Besonders bei alten Personen, wenn - außerordentliche Hinfälligkeit eintritt, heftiger Durst, Zunge kalt - und trocken, eingeschrumpfte Haut. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Heilmittel löse 12 - oder 15 Kügelchen in 6 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 5, 15, - 20 oder 30 Minuten, der Strenge der Symptome angemessen, eine Dosis; - je nach Besserwerden vermindere die Zahl der Dosen. Die Hitze des - Körpers sollte durch heiße Ziegelsteine oder Flaschen mit heißem - Wasser um den Körper des Kranken gelegt, erhalten werden. Reiben - mit der Hand oder mit einem Stück Flanell wird die Wärme wieder - herstellen und zugleich die Krämpfe in den Muskeln lindern. Kleine - Stücke Eis oder Eiswasser mögen zur Stillung des starken Durstes - gegeben werden. Einspritzung von kaltem Wasser lindert zuweilen die - Kolik und die Krämpfe in den Eingeweiden. - - - Schutzmittel. - - Als ein solches mag Kampher-Tinktur ein- oder zweimal innerhalb 24 - Stunden in Tropfen-Dosen gegeben werden. Dr. Herring von Philadelphia - empfiehlt ~Sulphur~, und zwar in der Weise, daß man einen halben - Theelöffel voll Schwefelblüthe (~Flowers of sulphur~) in jeden - Strumpf schüttet und es so beständig trägt. - - =Allöopathisch.= Im ersten Stadium gebe man 5 bis 10 Tropfen Laudanum - alle 3 Stunden, bis die Diarrhöe eingestellt wird. Dr. Henry - Hartshorn empfiehlt folgendes: - - Chloroform ½ Drachme. - Opium-Tinktur (~Tinct. of Opium~) ½ „ - Kampher-Spiritus (~Spirits of Camphor~) ½ „ - Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic - spirits of ammonia~) ½ „ - Kreosot (~Creosote~) 3 Tropfen. - Zimmetöl (~Oil of cinnamon~) 8 „ - ~Spirits of Gallic wine~ 2 Drachmen. - - Mische und löse einen Theelöffel voll davon in einem Weinglas voll - Eiswasser auf und gebe von der Mischung alle fünf Minuten zwei - Eßlöffel voll und lasse jedesmal ein Stück Eis folgen. Ein Eßlöffel - voll Branntwein sollte jede Stunde oder alle zwei Stunden gegeben - werden. - - Im zweiten Stadium möge folgendes zur Stärkung der sinkenden Kräfte - gegeben werden: - - Kampher (~Camphor~) 2 Drachmen. - Chloroform 1 Drachme. - Ein Eidotter. - - Mische und reibe es in einander, dann füge hinzu: - - Opium-Tinktur (~Tinct. of Opium~) 1 Unze. - Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits - of ammonia~) 1 „ - - Mische es. Dosis: alle Stunden einen Theelöffel voll bis Besserung - eintritt. - - Im dritten Stadium empfiehlt Professor Chapman von Philadelphia die - Anwendung des Eises in Säckchen längs des Rückgrats, beharrlich - fortgesetzt. Die obige Behandlung sollte in diesem Stadium mit mehr - Kraft angewendet werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Im ersten Stadium wird von Dr. John - King folgendes empfohlen: - - Zusammengesetzter Spiritus von Rhabarber (~Rhubarb~) - und Potasche (~Potassa~) 4 Unzen. - Stachlige Eschenbeeren-Tinktur (~Tinct. of prickly - ash berries~) 1 Unze. - Pfeffermünz- (~Peppermint~) Essenz 1 Drachme. - Paregoricum- (~Paregoric~) Elixir 4 Drachmen. - - Mische es. Dosis: alle halbe Stunden einen Theelöffel voll, bis es - auf die Eingeweide wirkt, dann gebe drei- oder viermal täglich einen - Eßlöffel voll. - - Folgendes wird empfohlen, wenn das vorhergehende die Diarrhöe nicht - einstellt: - - Guajacaharz (~Gum Guajacum~) ¼ Unze. - Gemahlene Nelken (~Ground cloves~) ¼ „ - Gemahlener Zimmet (~Ground cinnamon~) ¼ „ - Branntwein 1 Pint. - - Mische es. Dosis: einen Theelöffel bis einen Eßlöffel voll alle halbe - Stunden, bis die Diarrhöe aufhört. - - Um das Erbrechen zu verhindern, gebe man im zweiten Stadium folgendes: - - Kampher- (~Camphor~) Wasser 1 Unze. - Pfeffermünz- (~Peppermint~) Wasser 1 „ - Grüne Münz- (~Spearmint~) Wasser 1 „ - Paregoricum- (~Paregoric~) Elixir 2 Drachmen. - - Mische es. Dosis: einen Theelöffel bis einen Eßlöffel voll alle 5, 10 - oder 15 Minuten. Stopft dies das Erbrechen nicht, so gebe: - - Salz 1 Drachme. - Schwarzer Pfeffer 1 „ - Essig 5 Drachmen. - Heißes Wasser 4 Unzen. - - Um die Entleerungen einzuhalten, möge Folgendes gegeben werden: - - Kampher (~Camphor~) 1 Gran. - Kino-Gummi (~Kino~) 1 „ - Gerbersäure (~Tannic acid~) 1 „ - Opium ½ „ - - Gieb es als eine Dosis alle halbe Stunden und verlängere die - Zwischenräume, nachdem der Patient besser wird. Finden häufige - Entleerungen statt so sollte die Medizin nach einer jeden gegeben - werden. - - Um den Krampf der Glieder zu unterdrücken, sollten dieselben heftig - mit der Hand und warmem Flanell gerieben werden. Die spanische - Pfeffertinktur (~Tincture of capsicum~) mag längs des Rückgrats - eingerieben werden, worauf ein Senfpflaster ausgelegt werden sollte. - - Im dritten Stadium hülle man den Kranken in Decken, mit heißem Wasser - getränkt, ein und gebe gleichzeitig einen Theil Kampher-Tinktur - (~Tincture of camphor~) und drei Theile von der stachligen - Eschenbeere (~Prickly ash berries~). - - Dosis: alle 10 oder 20 Minuten einen Theelöffel bis zu einem Eßlöffel - voll in Wasser. Dosen von Branntwein sind von gutem Erfolg. - - Folgendes ist die berühmte Behandlung von Rev. Dr. Hamlin, eines - Missionärs in der Türkei: - - Man nehme gleiche Theile von Laudanum, Kampher-Spiritus und - Rhabarber- (~Rhubarb~) Tinktur, mische es und gebe 30 Tropfen auf - einem Stückchen Zucker, was gewöhnlich die Diarrhöe stopft. Deren - Rückkehr zu verhindern, sollten alle 4 Stunden Dosen von 10 bis - 20 Tropfen gegeben werden. Wirkt die erste Dosis von 30 Tropfen - nicht, so erhöhe man dieselbe auf 40, 45 bis 60 Tropfen bei jeder - Bewegung der Eingeweide. Sobald aber die Diarrhöe aufhört, müssen die - Dosen verringert werden. Bei fortschreitender Diarrhöe sollte eine - Einspritzung von gekochter Stärke mit einem Theelöffel voll Laudanum - gegeben werden. Bei jeder Bewegung der Eingeweide verordne man ein - Drittel. - - Zu gleicher Zeit wendet er präparirte Kreide (~prepared chalk~) in - Dosen von 10 Granen, mit ein paar Tropfen von Laudanum und Kampher - auf je eine Dosis, an. Senfpflaster sollten über die Magengrube - gelegt werden. Wenn das Erbrechen und Abführen sehr stark, sowie - Krämpfe und Kolikschmerzen vorhanden sind, mögen gleiche Theile von - Laudanum, spanische Pfeffer- (~Capsicum~) Tinktur, Ingwer- (~Ginger~) - Tinktur, Kardamonsamen- (~Cardamon seeds~) Tinktur angewendet werden. - Dosis: 30 bis 40 Tropfen oder einen halben Theelöffel voll in ein - wenig Wasser und mehr, der Strenge des Falles angemessen. Wenn die - erste Dosis erbrochen wurde, so sollte gleich nach dem Erbrechen die - zweite gegeben werden. - - Im dritten Stadium füge man der zweiten Mischung noch halbstündliche - Dosen von einem Eßlöffel voll Branntwein hinzu, erwärme den Kranken - vermittelst Flaschen mit heißem Wasser und reibe Glieder und Körper - gehörig. - - -Hämorrhoiden (~Piles~), - -ein sehr verbreitetes Leiden, besteht in Vollblütigkeit und einem -matten Blutumlauf in dem unteren Theile des Mastdarms. Sie werden -äußerliche Hämorrhoiden genannt, wenn sie äußerlich erscheinen, und -innerliche, wenn sie innerhalb der Eingeweide bleiben, fließende bei -Blutentleerungen und blinde da, wo keine Blutentleerung stattfindet. - -+Symptome.+ Dem Anfalle geht in der Regel ein Gefühl von Schwere in -dem unteren Theile des Unterleibes mit einem schmerzhaften Jucken -am After oder der Oeffnung voraus. Beim Stuhlgang wird ein starker -stechender oder brennender Schmerz gefühlt und mehr oder weniger -Drängen oder nach Untenziehen ist vorhanden. Bei Blutflüssen ist der -Schmerz weniger heftig als da, wo dieselben fehlen. - -+Ursachen.+ Alles, was die Unterleibseingeweide reizt, verursacht -eine Zusammenziehung des Blutes dort; lang anhaltende Verstopfung, -Stuhlzwang, Reiten, üppige Lebensweise, stark gewürzte Speisen, -beengende Kleidung, sitzende Lebensweise. Das weibliche Geschlecht ist -während der Schwangerschaft durch den Druck der Gebärmutter auf die -Adern des Beckens besonders dazu geneigt. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Gehöriger Stuhlgang ist nothwendig und zu diesem - Behufe wende man folgendes an: - - Sennesblätter-Zucker (~Confection of senna~) 2 Unzen. - Cremor Tartari (~Cream of Tartar~) 1 „ - Schwefel (~Sulphur~) 1 „ - - Hinreichend Ingwer- (~Ginger~) Syrup, um eine steife Paste zu machen. - - Mische es. Dosis: ein Stück von der Größe einer Muskatnuß reicht hin, - um täglich einen Stuhlgang hervorzubringen. Ein Umschlag von Fett, - Talg oder kalter Sahne auf die Hämorrhoiden mildert zuweilen den - Reiz. Folgendes ist eine gute Salbe: - - Wallrathsalbe (~Ointment of spermaceti~) 1 Unze. - Salbe von Rosenwasser oder Glycerin 1 „ - Opium 10 Grane. - - Mische und wende es so oft als erforderlich an. - - Oder auch: - - Belladonna-Extrakt 1 Drachme. - Wallrathsalbe (~Ointment of spermaceti~) 1 Unze. - - Mische es. Anwendbar gegen schmerzhafte Hämorrhoiden. - - Waschen mit kaltem Wasser oder ein kühles Sitzbad lindern sie - zuweilen. - - Ist der Blutfluß stark, so mögen Einspritzungen von kaltem Wasser - oder eine schwache Auflösung von Alaun gemacht werden. Eine Salbe - zusammengesetzt aus - - Fett 2 Unzen. - Schwefel 1 Drachme. - - Gemischt und zwischen zwei Bleitellern, bis es gehörig schwarz - geworden ist, gerieben, soll sich sowohl gegen die fließenden als - auch blinden Hämorrhoiden bewährt haben. Bei starker Entzündung kann - ein Umschlag, zusammengesetzt aus Schwefel (~Sulphur~), schlüpfriger - Ulmenrinde (~Slippery elm bark~) und Stechapfel- (~Stramonium~) - Blättern gemacht werden. - - Die Kost sollte einfach sein, wie Kornbrod, reife Früchte, Brod aus - ungesiebtem Weizenmehl, Brühen &c. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Cremor Tartari (~Cream of tartar~) in - Dosen von einem Theelöffel voll in Molasses oder Syrup genommen, - ist ein ausgezeichnetes Mittel. Gleiche Theile von Schwefelblüthe - (~Flowers of sulphur~) und Cremor Tartari in Dosen von einem - Theelöffel voll in Molasses oder Syrup gegeben, ist in einigen - Fällen von Erfolg. Gleichzeitig sollte der Patient einen Thee aus - gleichen Theilen von Flieder (~Elder~) und Wollkraut (~Mullen~) - trinken. Bei blinden Hämorrhoiden, wenn beträchtliche Entzündung - vorhanden ist, wird ein Umschlag von Kermesbeer- (~Poke~) Blättern - als sehr wirksam empfohlen; oder gleiche Theile von Ulmenrinde (~Elm - bark~) und Lobeliablättern. Zuweilen wird eine Bähung vermittelst - einer Abkochung von bitteren Kräutern wie Rainfarn (~Tansy~), Hopfen - und Kermesbeer- (~Poke~) Blättern sehr zuträglich gefunden werden. - Folgendes wird in einigen Fällen mit Erfolg angewendet: - - Man nehme ein halb Dutzend ~Buckeyes~ oder wilde Kastanien (~Horse - chestnuts~) wenn frisch, schäle und schneide sie fein, lege sie in - einen Blechnapf mit hinreichend Fett, um sie zu bedecken, lasse sie - eine Stunde lang am Feuer stehen und seihe dann das Fett durch. - Wenn kalt, ist es anwendbar. Schmiere damit die Geschwulst zweimal - des Tages. Frische Butter, Salz, Terpentin-Spiritus (~Spirits of - turpentine~), im Verhältniß von einem Theelöffel des Vorhergehenden - auf zwei Theelöffel des Letzteren zusammen gemischt und damit mehrere - Male des Tages sowohl Innen als Außen den After eingeschmiert, ist - ein ausgezeichnetes Mittel. - - Dr. Bodenhammer’s Salbe wird aus gestoßenen Stechapfel- - (~Stramonium~) Blättern oder Jamestown Unkraut zubereitet, welches - man in frischer Butter oder Schweinefett, dem ein wenig Laudanum - beigefügt ist, langsam kochen läßt. Es sollten dann öfters Umschlage - auf die angegriffenen Theile gemacht werden. - - =Homöopathisch.= Das Hauptmittel ist ~Nux vomica~, das bei allen - Arten dieser Krankheit anwendbar ist. Abwechselnd mit ~Sulphur~, - besonders bei chronischen Fällen zu geben. Eine Dosis des Nachts von - ~Nux Vomica~, des Morgens von ~Sulphur~. Entsprechen diese Mittel - nicht, so gebe man ~Ignatia~, ~Sepia~, ~Belladonna~, ~Colocynthis~, - ~Carbo Vegetabilis~, ~Hepar Sulphuris~. Jedes mag mehrere Tage - gegeben werden, bevor zu einem anderen gegriffen wird, weil das - vorhergehende keinen Erfolg hatte. - - ~Hamamelis~ -- ist mit Erfolg bei dieser Krankheit angewendet - worden; man gebe entweder die Tinktur oder Ponds Extrakt und zwar - 6 Tropfen in einem Bierglas voll Wasser. Alle 2, 3 oder 4 Stunden - einen Theelöffel voll. Gleichzeitig gebrauche das Mittel, mit einer - gleichen Menge Wasser verdünnt, äußerlich. Die Anwendung des Wassers - ist sehr zuträglich. - - Der Patient sollte häufig kalte Sitzbäder nehmen und Einspritzungen - von kaltem Wasser machen. - - -Mastdarmvorfall (~Prolapsus Ani~) - -ist ein Leiden, bei welchem der Mastdarm aus dem After tritt, und wird -häufiger bei Kindern und alten Leuten gefunden. - -+Ursachen.+ Stuhlzwang, heftiges Husten, der Gebrauch von starken -Abführmitteln, Würmer, Hämorrhoiden, Diarrhöe &c. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Trifft das Leiden ein kleines Kind, so sollte dasselbe - auf den Rücken, mit den Hüften erhöht, gelegt werden, und die - Wärterin mag mit eingeölten Fingern sorgfältig und allmählig den Darm - zurückdrängen. Wenn nothwendig, mache man eine Binde aus mehrfach - zusammengelegtem Muslin, und zwar in der Form von einem ~T~, was - dadurch geschieht, daß man eine Binde über den Hüften ringsum den - Leib legt und eine andere zwischen den Beinen durchlaufend vorn und - hinten an der Gürtelbinde befestigt. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Eine starke Abkochung von Eichenrinde - (~Oak bark~), oder eine Abkochung aus gleichen Theilen von Solomons - Siegel (~Solomon’s seal~) und Gelbwurz (~Golden seal~) mag - eingespritzt und so lange als möglich angehalten werden. Irgend eine - gute Hämorrhoiden-Salbe, der eine Drachme ~Tannin~ beigefügt wurde, - kann mit Vortheil verwendet werden. Folgende Einspritzung ist bei - einigen Fällen empfehlenswerth: - - Stachelige Eschenbeeren-Tinktur (~Tincture - of prickly ash bark~) 4 Unzen. - Nux Vomica-Tinktur 3 Drachmen. - - Spritze einen Theelöffel voll in den Mastdarm und halte es so lange - als möglich zurück. Drei- oder viermal des Tages zu wiederholen. - - =Homöopathisch.= ~Ignatia~ -- ist das Hauptmittel. Es mag einmal alle - 24 Stunden, eine Woche hindurch oder länger, gegeben werden; dann - setze einige Tage aus und gebe eine Woche lang jeden zweiten Abend - eine Dosis ~Sulphur~. - - ~Nux Vomica.~ -- Bei beträchtlichem Schmerz und Stuhlzwang, besonders - bei kleinen Kindern. - - ~Mercurius.~ -- In einigen Fallen anwendbar, besonders wenn der - heraustretende Darm angeschwollen oder bläulich ist und beim - Stuhlgang blutet. - - ~Calcarea.~ -- Vorzugsweise gut bei hartnäckigen chronischen Fällen, - wo andere Mittel erfolglos blieben. Häufige Waschungen mit kaltem - Wasser werden zuträglich gefunden werden. Obige Mittel sind wie - ~Ignatia~ zu geben. - - =Allöopathisch.= Folgendes mag zu einer örtlichen Waschung dienen: - - Weiße Eichenrinde (~White oak bark~) 1 Unze. - Wasser 1 Pint. - - Siede es zu einem Viertel ein, seihe es durch, füge ein Skrupel Alaun - (~Alum~) hinzu und trage es vermittelst eines weichen Schwammes auf. - - Reife Früchte, in Molasses gedämpft, oder ~Hasty puddings~ und - Molasses mögen als Kost dienen; es wirkt dies stärkend auf die - Eingeweide. - - -Brüche (~Hernia~). - -Unter Bruch ist ein Hervortreten der Eingeweide aus deren Höhlen zu -verstehen und wird häufig bei Arbeitern gefunden, die sich dieselben -durch starkes Heben oder Pressen zuziehen. Auch Reiten oder irgend -etwas, was die Leistengegend schwächt, kann die Veranlassung dazu -werden. - -Die Brüche werden ihrer Oertlichkeit gemäß in verschiedene Arten -getheilt. - -Nabelbruch ist das Hervortreten der Eingeweide in der Gegend des Nabels -und tritt häufig bei Kindern bald nach der Geburt ein. - -Leistenbruch -- befindet sich am Schambug. - -Hodensackbruch. -- Wenn der Darm in den Hodensack sinkt. - -Bauchbruch. -- Wenn der Bruch sich an irgend einem Theile des Körpers -einstellt, wo keine andere Form vorkommt. - -Schenkelbruch -- befindet sich in dem oberen vorderen Theile der Lenden. - -Der Bruch kann zurückführbar, unzurückführbar und eingeklemmt sein. Er -ist zurückführbar, wenn er in die Höhle, aus welcher er getreten ist, -zurückgedrängt werden kann. Unzurückführbar, wenn der Darm nicht in den -Bauch zurückgedrängt werden kann. Eingeklemmt, wenn der Darm an dem -Punkte, wo er aus dem Unterleib tritt, so gepreßt ist, daß der Inhalt -nicht durchdringen kann. - -+Symptome.+ Ein Anschwellen oder eine weiche Geschwulst zeigt sich an -irgend einer Stelle des Bauches, nimmt an Größe zu, wenn der Patient -aufrecht steht, und nimmt ab, sobald er sich niederlegt. - - -+Behandlung.+ - - Wenn Jemand eine Anschwellung an irgend einem der erwähnten Theile - entdeckt, wende er sich sogleich an einen Chirurgen. Ein gut - passendes Bruchband sollte Tag und Nacht getragen werden; unter - keinen Umständen sollte dies der Patient unterlassen, besonders - wenn er aufrecht steht. Beharrliches, monatelanges Tragen eines - Bruchbandes mag eine Heilung bewirken, besonders wenn der Patient - noch jung ist. Personen, die damit behaftet sind, sollten sehr - vorsichtig sein und nicht hartleibig werden, sie sollten dem Rufe der - Natur regelmäßig Folge leisten. - - Gegen Nabelbruch bei Säuglingen wird ein Mittel von Dr. H. R. Stout - in Chicago angewendet, erfolgreich gefunden werden. - - Lege auf den Bruch, nachdem der Darm zurückgedrängt worden ist, - ein Kupferstück hinreichend groß, um denselben zu bedecken, ziehe - von beiden Seiten die Haut über dasselbe und verbinde diese durch - Heftpflasterstreifen. Es ist dem Kinde unmöglich, diesen Verband zu - entfernen, und eine Heilung muß daher schneller und erfolgreicher - sein. Es sollte getragen werden, bis die Kur beendet ist. - - Ist der Bruch eingeklemmt, so sollte der Kranke in ein warmes Bad - gebracht und Anstrengungen gemacht werden, denselben zurückzubringen. - Solche Fälle sollten aber nur von einem erfahrenen Arzte behandelt - werden. - - Personen, die ein Bruchband tragen, sollten immer zwei von derselben - Sorte haben, so daß, wenn eins in Unordnung geräth, das andere, - während das erstere reparirt wird, getragen werden kann; denn der - Schaden, der dem Patienten daraus erwächst, wenn er das Bruchband - auch nur für eine Stunde ablegt, kann vielleicht erst nach Monaten, - ja nach Jahren, wieder gut gemacht werden. - - -Unterleibswassersucht (~Ascites~). - -Dies ist eine Ansammlung von Wasser in der Höhle des Unterleibes. - -+Symptome.+ Eine Anschwellung des Unterleibes mit einem Gefühl von -Spannung und Schwere, begleitet von Appetitlosigkeit, Brustbeklemmung -und Verstopfung, tritt ein. Ist die Ansammlung des Wassers bedeutend, -so wird das Athmen kurz und schwierig. Das Vorhandensein der -Flüssigkeit kann erkannt werden, wenn man die Hand an die eine Seite -des Unterleibs legt und an die andere Seite schlägt, wodurch das Wasser -nach der ruhenden Hand fließt und so gefühlt wird. - -+Ursachen.+ Die Wassersucht kann durch Krankheiten der Leber oder -Milz, Krankheiten des Herzens und ebenso chronische Entzündung der -Schleimhaut des Unterleibes oder Brustfelles hervorgerufen werden. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Apis Mellifica~ -- hat wunderbare Kuren bewirkt und - ist besonders gut, wenn folgende Symptome anwesend sind: Ein Gefühl - von Vollsein, oder Erstickung in der Brust, schwieriges Athmen, - Schmerz und Empfindlichkeit des Unterleibes. - - ~Arsenicum.~ -- Gesichtsfarbe bleich und wachsartig, Wangen, Lippen - und Augenlider bläulich und geschwulstig, Mund und Zunge trocken, - Urin spärlich, dunkel und trübe oder schleimig, große Hinfälligkeit, - Ohnmacht, Herzklopfen, schwieriges Athmen, Appetitlosigkeit, Schwere - und Steifheit der Glieder und des Körpers. - - ~Digitalis.~ -- Besonders wenn die Wassersucht durch Herzkrankheit - verursacht wird, auch bei Gesichtsblässe, Anschwellen der Augenlider, - Unregelmäßigkeit der Eingeweide, scharfes Stechen in der Gegend des - Herzens. - - ~Apocynum~ -- ist bei allen Formen der Wassersucht ein - außerordentlich schätzbares Mittel. - - Andere Heilmittel sind: ~Asparagus~, ~Cantharides~, ~Mercurius~, - ~Cannabis Indica~, ~China~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe bei harten Fällen alle 3 oder 4 - Stunden eine Dosis von dem gewählten Mittel; bei chronischen Fällen - nur ein- bis zweimal des Tages. Werden die Kügelchen gebraucht, so - gebe man 6 auf eine Dosis. Bei Anwendung der Auflösung löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe als Dosis einen - Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Folgendes kann mit großem Vortheil angewendet werden: - - Aufguß von Fingerhut (~Digitalis~) 4 Unzen. - Essigsaure Potasche (~Acetate of potash~) 2 Drachmen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 „ - Zimmet- (~Cinnamon~) Wasser 1½ Unzen. - - Mische es. Dosis: Alle 4 bis 5 Stunden einen Eßlöffel voll. - - Als Trank kann man einen Aufguß aus 2 Theilen Haarmoos (~Haircap - moss~) und je einen Theil Wachholderbeeren (~Juniper berries~) und - Attichrinde (~Dwarf elder bark~) nehmen. - - Folgendes ist sehr empfohlen: - - Pulverisirtes Gummi (~Pulv. gamboge~) 12 Grane. - Pulverisirtes Windenharz (~Pulv. scammony~) 12 „ - Springgurke (~Elaterium~) 2 „ - Krotonöl (~Croton oil~) 8 Tropfen. - Stechapfel-Extrakt (~Extract of stramonium~) 3 Grane. - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: Alle Stunden, bis es - wirkt, eine Pille. - - Schwefelsaure Potasche wird in Dosen von einer Drachme in einem - Aufguß von geschabtem Meerrettig (~Horse-radish~), Wachholderbeeren - (~Juniper berries~), und Senfkörnern (~Mustard seed~), gestoßen, eine - halbe Unze von jedem in 1½ Pint kochenden Wassers empfohlen. Die - Mischung sollte 2 Stunden lang stehen und dann abgeseiht werden. Ein - Viertel davon als eine Dosis zu nehmen. - - Einreiben des Unterleibes mit der Salbe von Potaschen-Iodide - (~Ointment of Iodide of potassium~) wird empfohlen, während des Tages - nehme man folgende Mischung: - - Anderthalbkohlensaures Ammoniak (~Sesqui-carbonate - of ammonia~) ½ Drachme. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) ½ Unze. - Fingerhut-Tinktur (~Tincture of digitalis~) ½ Drachme. - - Kampher-Mischung hinreichend, um 6 Unzen zu machen. - - Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - Cremor Tartari (~Cream of tartar~) täglich in großen Dosen genommen, - wird zuweilen wohlthätig sein. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Löwenzahn- (~Dandelion~) Thee wird - bei diesem Leiden sehr empfohlen. Er kann folgendermaßen zubereitet - werden: - - Man schneide die Wurzel in Stücke, gieße kochendes Wasser darüber und - lasse es eine bis zwei Stunden am Feuer ziehen. Man nehme 2 oder 3 - Becher voll während des Tages. - - Ein Aufguß von Petersilie (~Parsley~) mag zuweilen mit gutem Erfolge - angewendet werden. - - Es ist gut, zwei- oder dreimal des Tages die Eingeweide mit der Hand - zu reiben und zu kneten; bleibt irgend welche Empfindlichkeit nach - dem Reiben zurück, so gebrauche folgende Salbe vor der Wirkung: - - Wachholderöl (~Oil of juniper~), Sassafrasöl (~Oil of sassafras~), - Cajeputöl (~Oil of cajeput~), grünes Münzöl (~Oil of spearmint~), von - jedem eine halbe Unze. Mische es. - - Dr. Gunn empfiehlt die Rinde von gewöhnlichen Weintrauben. Sie sollte - zu Asche gebrannt und in Dosen von einem Theelöffel bis zu einem - halben Eßlöffel voll in einem Glas Catawbawein dreimal des Tages - gegeben werden. Gehöriger Stuhlgang sollte stets durch Salz, das - zusammengesetzte Pulver von Jalappenwurzel oder irgend ein anderes - mildes Abführmittel erhalten werden. - - - - -Dreizehntes Kapitel. - -Krankheiten der Harn- oder Urin- und Geschlechtsorgane. - - -Nierenentzündung (~Inflammation of the Kidneys -- Nephritis~). - - -Diese Krankheit ist eine Entzündung sowohl der Nierenmasse als auch der -sie einfassenden Schleimhaut, und wird gewöhnlich in Begleitung von -Krankheiten der Blase und Urin-Werkzeuge gefunden. - -+Symptome.+ Der Krankheit gehen in der Regel die gewöhnlichen Symptome -des Fiebers, wie Frost, besonders im Rücken und den Lenden, voraus, dem -Fieber folgt. Darauf folgt ein tiefsitzender Schmerz in den Lenden, -der sich bis zur Blase erstreckt und durch den Druck und bei Bewegung -erhöht wird; gewöhnlich ist Uebelkeit und zuweilen Erbrechen vorhanden, -ebenso eine Erstarrung des Schenkels der angegriffenen Seite, der -Schmerz zieht sich bis zur Schamleiste, die Hode auf der kranken Seite -wird nicht selten in die Höhe gezogen, der Urin ist spärlich, stark -gefärbt und öfters blutig beim Beginne der Krankheit und kann nur -tropfenweise abgelassen werden. Sind beide Nieren angegriffen, so kann -der Urin ganz unterdrückt werden, Betäubung stellt sich ein und der Tod -folgt sehr schnell; die Eingeweide sind verstopft. - -Nierenkrankheit kann vom Hüftweh (~Lumbago~) dadurch unterschieden -werden, daß sich der Schmerz auf eine Seite beschränkt und durch die -Bewegung der Glieder erhöht wird und ebenso dadurch, daß bei Hüftweh -kein Schmerz im Hodensack, kein Fieber und keine Erstarrung des -Schenkels vorhanden ist. - -+Ursachen.+ Erkältung, Anwendung von spanischen Fliegen -(~Cantharides~), Terpentinöl und andern harntreibenden Mitteln -(~Diuretics~), heftige Bewegung, das Uebertragen von Rheumatismus -oder der Gicht, Bildung von Gries in den Nieren oder dem Harnweg (die -Röhren, welche von den Nieren nach der Blase führen). - -Bei chronischer Entzündung der Nieren ist in der Regel in der -Nachbarschaft der Nieren ein dumpfer schwerer Schmerz und eine Schwäche -im Rückgrat vorhanden. Der Urin geht öfters spärlich ab und ist -zuweilen weiß und milchig. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Camphor~ -- sollte gegeben werden, wenn - die Krankheit die Folge der Anwendung der spanischen Fliegen - (~Cantharides~), oder wenn der Urin nur spärlich fließt, bei Brennen - in der Blase und ~Penis~, oder bei Unterdrückung des Urin. Man gebe - einen oder zwei Tropfen ~Camphor~ auf einem Stück Zucker alle Stunde - oder alle zwei Stunden, bis es besser wird. - - ~Aconitum~ -- sollte zuerst entweder allein oder abwechselnd mit - anderen Mitteln gegeben werden. Heilt zuweilen ohne irgend eine - andere Medizin. - - ~Cantharis~ -- ist das Hauptmittel bei schießenden, rasenden, - schneidenden Schmerzen, der Urin geht langsam, tropfenweise ab; - großer Schmerz ist vorhanden; der Urin ist zuweilen mit Blut gemischt. - - ~Belladonna.~ -- Wenn die Schmerzen zuweilen schlimmer sind und von - den Nieren hinab in die Blase schießen, bei Kolikschmerzen. ~Hepar - Sulphuris~ kann ~Belladonna~ folgen. - - ~Pulsatilla.~ -- Bei zarten Frauen, wo sich die monatliche Reinigung - eingestellt hat oder sehr spärlich ist, oder wenig Urin abgelassen - wird. - - ~Nux Vomica.~ -- Bei Spannung, Druck und Gewicht in der Leber, - Congestion des Unterleibes; oder da, wo die Krankheit von der - Unterdrückung der Hämorrhoiden herrührt. - - ~Arnica~ -- sollte gegeben und äußerlich angewendet werden, wenn - äußerliche Verletzungen die Krankheit herbeiführten. - - Man lasse die obigen Mittel ~Arnica~ folgen, wenn sie angezeigt - erscheinen. - - Andere Mittel sind: ~Cannabis~, ~Terebinth~, ~Balsamus Copaivae~. - - Wurde die Entzündung durch das Passiren der Steine durch den Harngang - verursacht, so mache man warme Bähungen von Hopfen mit Tabaksblättern - gemischt über den Sitz der Krankheit und gebe die oben erwähnten - Heilmittel. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels - in einem halben Theetassenkopf voll Wasser und gebe alle halbe, - ganze oder zwei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen - Theelöffel voll. Ein Sitzbad von lauwarmem Wasser, häufig wiederholt, - wird wohlthun. - - =Allöopathisch.= Es sollte ein heißes Senffußbad gemacht oder - Senfpflaster auf die Füße und das Rückgrat gelegt werden, dem - man heiße Bähungen von Stechapfel- (~Stramonium~) Blättern und - Hopfen, oder Stechapfel und Wermuth (~Wormwood~) oder Rainfarn - (~Tansy~) folgen läßt. Hin und wieder, wenn Reizbarkeit des Magens - vorhanden und der Schmerz sehr heftig ist, ist es gut, Kalomel - und Opium, im Verhältniß von drei oder vier Granen Kalomel auf - ein Gran Opium, alle zwei Stunden, bis drei Dosen genommen sind, - zu geben, wenn der Kranke sich nicht früher bessert. Kann im - Magen nichts zurückbehalten werden, so werden Getränke von Gummi - Arabicum Wasser, Flachssamen-Thee oder Gerstenwasser u. s. w. von - wohlthuendem Einflusse sein, dadurch, daß sie den Urin verdünnen - und dessen Reizbarkeit vermindern. Es ist gut, den Kranken in - Schweiß zu bringen, was durch Dosen von 5 bis 10 Tropfen Nießwurz- - (~Veratrum viride~) Tinktur oder durch die zusammengesetzte - Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel (~Virginia snake root~) - in halbstündlichen Dosen von einem Theelöffel voll geschehen kann. - Bei Verstopfung gebe man Bittersalz (~Epsom salts~), Cremor Tartari - (~Cream of tartar~) oder Einspritzungen von warmem Wasser. - - Ist der Gries die Ursache der Krankheit, so wird öfteres Trinken von - Leinsamen- oder Hochland Preiselbeer- (~Upland cranberry~) Thee mit - 20 Tropfen Potaschen-Liquor (~Liquor of potassa~) empfohlen. - - Gegen chronische Entzündung der Nieren kann mit Vortheil ein Aufguß - von ~Pipsissewa~, Bärentraube (~Uva Ursi~), Grundstrauch (~Trailing - Arbutus~), Buchublättern, wilden Mohrrüben (~Wild carrot~), Fingerhut - (~Fox glove~) angewendet werden. - - In einigen Fällen werden Senfpflaster zwei- oder dreimal in der Woche - oder Einreiben mit einigen Tropfen von Krotonöl hinreichen, um einen - Ausschlag hervorzurufen, zuträglich gefunden werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Um Schweiß hervorzurufen, gebe man - ein Brechmittel von Lobelia, dann wende man heiße Bähungen von - Hopfen, Wermuth (~Wormwood~) und Rainfarn (~Tansy~), mit Essig und - Wasser gemischt, in der Gegend über der Leber an. Folgendes gebe man - gleichzeitig: - - Süßer Salpeterspiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 Unzen. - Süßes Mandelöl (~Oil of sweet almonds~) 2 „ - Terpentin-Spiritus (~Spirits of turpentine~) 1 Unze. - - Mische es und gebe davon alle drei oder vier Stunden einen Theelöffel - voll in warmem grünem Münzthee (~Spearmint tea~). Der Kranke trinke - öfters und viel Thee von Eibisch- und Wollkraut- (~Mullen~) Blättern, - oder Aufguß von Frauenhaar (~Maiden hair~) oder Haarmoos (~Haircap - moss~). Bei starkem Schmerz gebe Eisenhut- (~Aconite~) Wurzel-Tinktur - in Dosen von zwei bis fünf Tropfen mit Jasmin-Tinktur (~Tincture of - gelsemium~), in Dosen von einem halben Theelöffel voll alle halbe - Stunden. Die Eisenhut-Tinktur kann mit der Jasmin-Tinktur gemischt - werden. - - Bei chronischer Entzündung der Nieren sollten die Eingeweide durch - ein gelindes Abführmittel, wie zwei Theile pulverisirter Rhabarber - (~Rhubarb~) und ein Theil doppelt kohlensaure Potasche (~Bi-carbonate - of potassa~) offen gehalten werden, man gebe davon 3 bis 10 Grane, so - oft als zu diesem Zwecke nothwendig. - - Acute Nierenentzündung sollte stets nur von einem Arzte, wenn ein - solcher zu haben ist, behandelt werden. - - -Blasenentzündung (~Inflammation of the Bladder -- Cystitis~). - -Diese Krankheit befällt die Schleimhaut der Blase, zuweilen auf deren -Muskel-Substanz, oder sie kann auch verschiedene Theile der Blase -befallen. Entweder ist sie acut oder chronisch. - -+Symptome.+ Brennender, durchdringender Schmerz in der Gegend der -Blase, welcher durch einen örtlichen Druck erhöht wird. Der Schmerz -zieht sich bis zwischen die Beine hinab, zuweilen bis zu den Hoden -und Schenkeln, bei beständigem Verlangen zum Urinablassen, der Urin -geht mit großer Schwierigkeit und starkem Schmerze ab, zuweilen nur -tropfenweise, oder er stellt sich ganz ein, wodurch ein Anschwellen der -Blase und große Noth verursacht wird. Der Urin enthält hin und wieder -Schleim, auch Uebelkeit und Erbrechen, Verstopfung, großer Durst und -heiße, trockene Haut sind vorhanden. - - -Chronische Blasenentzündung - -kann allmählig eintreten und in der Regel ist das erste Symptom Schleim -im Urin, welcher erst, nachdem der Urin eine Zeit lang gestanden hat, -bemerkt wird; ein leichter Schmerz, mit einem Gefühl von Hitze in der -Blase, Empfindlichkeit zwischen den Beinen und häufiges Verlangen, -das Wasser abzulassen, sind vorhanden. Der Appetit ist gestört und in -einigen Fällen ist ein leichtes Fieber, belegte Zunge, Unruhe u.s.w. -vorhanden. - -+Ursachen.+ Blasenentzündung kann verursacht werden durch die Anwendung -von spanischen Fliegen (~Cantharides~) und Terpentin, durch säuerliche -Substanzen, vermittelst einer Spritze in die Blase gebracht, Steine in -der Blase, äußerliche Verletzungen, Reiten, Tripper, Erkältung der Füße. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Wird der Urin zurückgehalten, so muß er so bald als - möglich vermittelst eines Katheters abgelassen werden, was aber nur - von einem Arzte gethan werden sollte. Man setze über den unteren - Theil der Eingeweide und zwischen die Beine Blutegel an und mache, - nachdem dieselben entfernt sind, warme Umschläge. Einspritzungen - von warmem Wasser, mit einigen Tropfen von Arnica-Tinktur, sind in - einzelnen Fällen sehr zuträglich. Durch Nießwurz- (~Veratrum viride~) - Tinktur, in Dosen von 5 bis 10 Tropfen, oder die zusammengesetzte - Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel (~Virginia snake root~) - rufe man Schweiß hervor. Getränke von Leinsamenthee oder Eibisch- - (~Marsh mallow~) und Pfirsichblättern mögen genommen werden. - - Gegen die chronische Blasenentzündung gebe man jeden Abend ein - Senfpflaster oder Krotonöl. Zu Getränken diene Aufguß von Buchu, - Grundstrauch (~Trailing arbutus~), Bärentraube (~Uva Ursi~). - - Folgendes mag in einigen Fällen gut sein: - - Pulverisirtes Gummi Arabicum 1 Skrupel. - Wasser 2 Unzen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) ½ Unze. - Nießwurz- (~Veratrum viride~) Tinktur 20 Tropfen. - - Mische es. Dosis: alle halbe Stunden einen Theelöffel voll. - - Einspritzungen von Kalkwasser und Glycerin oder einer schwachen - Auslösung von salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~) mag in - einigen Fällen gut sein. - - =Homöopathisch.= Die unter Nierenentzündung empfohlenen Heilmittel - mögen auch gegen dieses Leiden angewendet werden. Ferner kann auch - folgendes gegeben werden: ~Hyosciamus~, bei Krämpfen im Blasenhalse. - Wenn ~Cantharides~ das Brennen während des Urinablasses nicht - mindert, gebe man ~Arsenicum~ und ~Carbo vegetabilis~ abwechselnd. - ~Sulphur~ und ~Calcarea~ mögen bei der chronischen Form gegeben - werden. - - Wegen Verordnung der Heilmittel siehe Nierenentzündung. - - -Harnverhaltung (~Retention of Urine -- Ischuria~). - -Bei dieser Krankheit wird der Harn in Folge der Unfähigkeit, denselben -abzulassen, in der Blase zurückgehalten, in der Regel bei Vollsein -des unteren Theiles des Unterleibes, welcher schmerzhaft beim Druck -ist; der Schmerz erstreckt sich bis zu den Lenden und Schenkeln -und die Blase fühlt sich hart und angeschwollen an, zuweilen, nach -heftigem Drängen zum Wasserablassen, werden nur einige Tropfen abgehen. -Schreitet die Krankheit vor, so werden die Eingeweide hart, das Gesicht -geröthet und die Haut heiß. Kann keine Linderung verschafft werden, -so ist Gefahr vorhanden, daß die Blase springt oder Entzündung des -Bauchfelles eintritt. - -+Ursachen+ -- mögen eine Lähmung der Blase, Verletzungen derselben, -Entzündung des Blasenhalses, Drüsenanschwellung zuzuschreiben sein. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes soll in den meisten Fällen - wirksam sein: - - Man mache ein Pint starken grünen Münz- (~Spearmint~) Thee, füge - eine halbe Gill holländischen Wachholder-Branntwein (~Holland - gin~) und eine Unze Salpeter-Spiritus (~Spirits of nitre~) hinzu. - Der Kranke sollte das Ganze innerhalb einer Stunde auf verschiedene - Male trinken. Ist die erste Dosis nicht hinreichend, so sollte es - innerhalb der nächsten 2 Stunden wiederholt werden. - - Wenn die Harnverhaltung der Entzündung des Blasenhalses zuzuschreiben - ist, so bringe man den Kranken in ein warmes Bad, lasse ihn dort - 15 bis 20 Minuten verbleiben und wende nach diesem eine Bähung von - gleichen Theilen von Hopfen- und Lobelia-Blättern zwischen den Beinen - an. - - Ein Thee von Wassermelonen- oder Kürbis- und Gurkenkörnern öfters - getrunken ist hin und wieder zuträglich. Bei starkem Schmerz gebe man - alle halbe Stunden 20 Tropfen Laudanum. - - Ist eine Blasenlähmung Ursache der Harnverhaltung, so wende man - folgendes an: - - Strychnin 1/16 Gran. - Spanische Fliegen (~Cantharides~) ⅛ „ - Pulverisirte Arnicablätter (~Powdered - arnica leaves~) 3 bis 5 Grane. - - Mische es zu einer Dosis. Drei von diesen Pulvern gebe man im Verlauf - von 24 Stunden. - - Uebt das Strychnin eine unangenehme Wirkung auf den Patienten aus, so - sollte diese Medizin eingestellt werden. - - Wenn kein anderes Mittel erfolgreich ist, so muß der Urin vermittelst - des Katheters entzogen werden. Man lasse den Fall nicht lange - anstehen, ehe dieses gethan wird. - - =Homöopathisch.= Ist der Gebrauch von spanischen Fliegen - (~Cantharides~) Ursache der Harnverhaltung, so gebe man ~Camphor~, - ~Pulsatilla~, ~Apis~ und ~Aconitum~. - - Wenn durch Erkältung zugezogen: ~Nux Vomica~, ~Mercurius~, - ~Dulcamara~, ~Pulsatilla~, ~Belladonna~, ~Apis~. - - Wenn die Folge von Schreck: ~Aconitum~. - - Nach einem Fall oder Schlag: ~Arnica~. - - Bei krampfartiger Harnverhaltung: ~Chamomilla~, ~Belladonna~, ~Nux - Vomica~, ~Opium~, ~Hyosciamus~. - - Gegen Blasenlähmung: ~Agnus Castus~, ~Nux Vomica~, ~Hyosciamus~, - ~Arsenicum~, ~Dulcamara~. - - Wenn in Folge von Blasenentzündung: ~Aconitum~, ~Cantharides~, - ~Belladonna~, ~Nux Vomica~, ~Pulsatilla~. (Siehe Blasenentzündung.) - - Tritt sie bei schwangeren Frauen ein: ~Pulsatilla~, ~Nux Vomica~, - ~Cocculus~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Dieselbe wie bei Nierenentzündung. - - Das Trinken von vielem kalten Wasser oder Gummi Arabicum Wasser, - ebenso Bäder von warmem oder kaltem Wasser wird zuträglich gefunden - werden. - - -Der Harnfluß (=~Incontinence of Urine~ -- ~Enuresis~=) - -wird meistens bei Kindern gefunden und besteht in einem Unvermögen, den -Harn zu halten, der in der Regel während der Nacht im Bette abfließt. -Auch bei alten Leuten wird dieser Zustand häufig gefunden. - -+Ursachen.+ Lähmung der Blase, Verletzung der Rückgratsnerven, welche -mit der Blase in Verbindung stehen, Schwäche des Nervensystems, Würmer, -Hämorrhoiden, Gries oder Steine in der Blase. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Von ~Silicea~ kann jeden Abend eine Dosis gegeben - werden. Wenn innerhalb zwei Wochen nicht besser, gebe ~Sepia~ in - derselben Weise. - - ~Sulphur~, ~Arsenicum~ und ~Carbo Vegetabilis~ können abwechselnd - gegeben werden, wenn die obigen Mittel nicht anschlagen. - - Andere Heilmittel sind: ~Belladonna~, ~Hyosciamus~, ~Cantharides~, - ~Nux Vomica~, ~Ignatia~, ~Pulsatilla~, ~Rhus~, ~Mercurius~, ~Cina~. - - Ist die Entzündung Folge der Lähmung: ~Cantharides~, ~Nux Vomica~, - ~Rhus~, ~Uva Ursi~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe Morgens - und Abends eine Dosis. Werden die Kügelchen gebraucht, gebe 4 bis 6 - auf eine Dosis. - - =Allöopathisch.= Man gestatte dem Kind das Wassertrinken vor dem zu - Bett Gehen nicht, und nehme es des Nachts mehrere Male auf, damit es - den Urin abläßt. - - Folgendes kann mit Vortheil angewendet werden: - - Benzoesäure (~Benzoic acid~) 2 Drachmen. - Zimmetwasser (~Cinnamon water~) 6 Unzen. - - Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes kann mit gutem Erfolg - angewendet werden: - - Salzsaure Eisen-Tinktur (~Muriated tincture - of iron~) 1 Unze. - Spanische Fliegen-Tinktur (~Tincture - of cantharides~) ½ „ - - Mische es und gib dem Kinde drei Tropfen für jedes Jahr seines Alters - dreimal des Tages. - - Man lasse öfters und viel kalten Thee von Kirschbaumrinde (~Cherry - tree bark~) oder Löwenzahn- (~Dandelion~) Wurzel trinken. - - Folgendes mag angewendet und wird bei Kindern von Erfolg gefunden - werden: - - Man nehme Hausenblase (~Isinglass~) eine Rolle, koche sie in einem - Pint Wasser, bis sie aufgelöst ist, füge ein Pint süße Milch hinzu, - stelle es zum Feuer bis es leicht kocht, versüße es dann mit - Stückzucker und reibe Muskatnuß (~Nutmeg~) darauf. Wenn es ordentlich - gemacht ist, ähnelt es Eierrahm (~Custard~). Einem Erwachsenen mag - dreimal täglich ein Bierglas voll gegeben werden, Kindern weniger. - Spanische Fliegen- (~Cantharides~) Tinktur gebe man einem Erwachsenen - zweimal täglich in Dosen von 15 Tropfen; Kindern verhältnißmäßig - weniger. - - -Harnträufeln, auch Harnruhr (~Diabetes~) - -ist eine Krankheit, bei welcher große Quantitäten von Urin abgehen, -zuweilen bis zu mehreren Gallonen innerhalb 24 Stunden. - -+Symptome.+ Der Appetit ist außerordentlich stark, bei großem Durst, -trockener Haut, Verdauung gestört, Zahnfleisch geschwollen und -entzündet, trockener und aufgesprungener Mund, Abzehren des Fleisches, -Hinfälligkeit, Schmerz und Schwäche in den Lenden, ohne allen -Geschlechtstrieb, häufige Anfälle von Schwindel und Schmerz im Kopfe, -der Urin enthält eine große Masse Zuckerstoff, was mehrfach bestätigt -worden ist. - -+Ursachen.+ Dieselben mögen in irgend etwas bestehen, was die -Verdauung stört, Unmäßigkeit, große Ermüdung, beständiger Gebrauch -von säuerlichen Getränken, Anwendung des Quecksilbers (~Mercury~), -Erkältung. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Alaun (~Alum~) in Dosen von 3 Granen dreimal täglich - wird zuträglich gefunden werden, ebenso Kreosot in Dosen von 1 bis 2 - Tropfen dreimal täglich. - - Auch spanische Fliegen-Tinktur (~Tincture of cantharides~) kann - angewendet werden. Folgendes wird für einige Fälle empfohlen: - - Chinarinde (~Peruvian bark~) 1 Skrupel. - Wilde Preiselbeerblätter (~Wild cranberry bark~) 1 „ - Opium ½ Gran. - - Mische und nimm es dreimal des Tages. - - Man lasse den Patienten nichts essen, was Zucker- oder Stärkestoff - enthält, wie Kartoffeln, rothe Rüben (~Beets~), Pastinaken - (~Parsnips~) und anderes Gemüse. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Die Eingeweide sollten vermittelst - kleinen Dosen von Rhabarber (~Rhubarb~) dreimal des Tages oder durch - andere gelinde Abführmittel in Ordnung gehalten werden. - - Ein Aufguß aus gleichen Theilen von ~Unicorn root~ und Wasserandorn - (~Bugle weed~) mag öfters und viel getrunken von gutem Erfolg sein. - Folgende Zusammensetzung kann als ein stärkendes Mittel angewendet - werden: - - Kurzblätteriges Dreiblatt (~Beth root~) 4 Unzen. - Schlangenwurzel (~Black cohosh root~) 4 „ - Storchschnabel- (~Geranium-~) Wurzel 4 „ - Kirschbaumrinde (~Cherry tree bark~) 4 „ - - Pulverisire das Ganze und mische es; nehme dann eine halbe Unze der - Mischung und gieße ein Pint kochendes Wasser darauf, wenn kalt trinke - das Ganze und wiederhole es mehrere Male während des Tages. - - Folgende Pillen wirken auf die Leber und Absonderungen: - - Entenfuß (~Podophyllin~) 10 Grane. - Blutwurzel (~Sanguinarin~) 10 „ - Cayennepfeffer (~Cayenne~) 40 „ - Brechwurz (~Ipecac~) 20 „ - - Mache mit Löwenzahn- (~Dandelion~) Extrakt 40 Pillen daraus und nimm - Morgens und Abends eine. - - =Homöopathisch.= Die Hauptmittel sind: ~Acidum Phosphoricum~, - ~Carbo Vegetabilis~, ~Conium~, ~Acidum Muriaticum~, ~Mercurius~, - ~Belladonna~, ~Rhus~, ~Opium~. - - Werden ~Mercurius~ und ~Sulphur~ gegeben, so gebe man sie abwechselnd. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von den gewählten Heilmitteln gebe man - Morgens und Abends eine Dosis und fahre damit eine Woche lang fort, - bevor zu einem anderen Heilmittel gegriffen wird. - - Werden die Kügelchen angewendet, so gebe man 6 auf eine Dosis. - Oefteres Waschen des Körpers mit kaltem oder lauwarmem Wasser wird - zuträglich gefunden werden. - - -Blasenpolyp, auch Blasenstein (~Gravel, or Stone in the Bladder -- -Calculus~). - -Diese Krankheit wird durch eine Ansammlung von Sand, sowie die Bildung -von Gries oder Stein in den Nieren oder der Blase verursacht. - -+Symptome.+ Plötzliche Anfälle von Schmerz von acuter und heftiger -Natur in der Gegend der Nieren, derselbe zieht sich in die Schenkel -hinab und verursacht eine Erstarrung der angegriffenen Seite, ein in -die Höheziehen der Hode, häufiges Verlangen zum Urin lassen; befindet -sich der Stein in der Blase, so ist ein Schmerz am Ende des Penis -vorhanden, begleitet von mehr oder weniger Entzündung und Schwierigkeit -des Harnlassens, während des Letzteren wird dasselbe plötzlich -abbrechen und ein heftiger Schmerz wird gefühlt werden, der durch den -Stein, welcher sich über den Blasenmund geschoben hat, hervorgerufen -wird; ein Wechsel der Stellung verschafft zuweilen Linderung. - - -+Behandlung.+ - - Diese Krankheit ist zu wichtig und zu gefährlich, als daß sie nach - einem Buche behandelt werden könnte, der Fall sollte dahingegen in - die Hände eines geschickten Arztes gelegt werden. - - Sarsaparilla in Dosen von einem Tropfen auf ein Stück Zucker alle - Abend wird zuweilen Anfälle lindern. - - -Blutharnen (~Blood with the Urine -- Hæmaturia~) - -meint einen Blutfluß oder eine Blutung aus der Harnröhre, ob nun aus -der Blase, den Nieren, dem Harnweg oder der Harnröhre. - -+Symptome.+ Dem Blutfluß geht gewöhnlich Schmerz in der Blase oder den -Nieren und Schwäche voraus, in der Regel große Empfindlichkeit gegen -Druck auf die Gegend über den Nieren oder der Blase; kommt das Blut aus -den Nieren, so ähnelt der Urin Blutwasser oder dunklem Biere; kommt -es aus dem Harnweg (dem Canal, welcher von den Nieren nach der Blase -führt), so wird beträchtlicher Schmerz vorhanden sein; der abgehende -Urin wird jenem von der Blase ähneln, nur werden die Fasern länger -sein; kommt es aus der Blase, so ist es nicht mit dem Urin gemischt, -sondern in der Form von kleinen, faserartigen Klümpchen; fließt es aus -der Harnröhre (der Ausgang, welcher von der Blase führt), so kommt es -tropfenweise und mischt sich nicht mit dem Urin; zuweilen wird Eiter -oder eine faulige Masse im Urin gefunden, was den Beweis liefert, daß -irgendwo eine Eiterung stattfindet. - -+Ursachen.+ Verletzungen in Folge von Fallen, Schlägen, Heben oder -Springen, auch kann es durch Steine in der Blase oder Entzündung dieses -Organs, sowie die Anwendung von Terpentin- (~Turpentine~) Spiritus oder -spanische Fliegen (~Cantharides~) verursacht werden. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man lasse den Kranken öfters und viel - von einer Eibisch- (~Marsh mallow~) Abkochung, oder auch von gleichen - Theilen ~Queen of the meadow~ und Pfirsichblättern trinken. Ist der - Schmerz heftig, so mache man eine Bähung von Hopfen oder Stechapfel- - (~Stramonium~) Blättern über den Sitz der Krankheit; ein Aufguß - von Grundstrauch (~Trailing arbutus~) mag zuweilen mit Vortheil - angewendet werden. - - =Homöopathisch.= ~Arsenicum~ ist in einigen Fällen zuträglich, - besonders wenn Symptome von Wassersucht vorhanden sind. - - Andere Heilmittel sind ~China~, ~Ipecacuanha~, ~Pulsatilla~, - ~Arnica~, ~Lycopodium~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe alle - Stunde, alle 2, 3 oder 4 Stunden, der Strenge der Symptome - angemessen, eine Dosis (6 Kügelchen). - - =Allöopathisch.= Blutegel mögen in der Gegend über dem Magen mit - Vortheil angesetzt werden. - - Folgendes wird als äußerst zuträglich empfohlen: - - Bleizucker (~Sugar of lead~) 24 Grane. - Essig 1 Drachme. - Mohnsyrup (~Syrup of poppies~) 1 Unze. - Rosenwasser 3 Unzen. - Weiches Wasser 4 „ - - Mische es. Dosis: alle 2 Stunden, bis 5 oder 6 Dosen genommen sind, - ein bis zwei Eß-Löffel voll. Galläpfel-Säure (~Gallic acid~) soll bei - dieser Krankheit eine große Kraft besitzen. Sie kann in Dosen von 5 - Granen mit 10 Tropfen Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of henbane~) in - einem Theelöffel voll Gummi Arabicum Schleim gegeben werden. - - -Selbstbefleckung, Onanie (~Masturbation -- Onanism~). - -Dies ist eine sehr erniedrigende und schädliche Gewohnheit, welcher -sich die Jugend beiderlei Geschlechts ergiebt. Es giebt wohl kaum ein -Laster, welches für Geist und Körper schädlicher ist und gefährlichere -Folgen hat, als dieses. Gewöhnlich wird damit sehr frühzeitig begonnen, -ehe noch dessen übler Einfluß wahrgenommen wird, und ist schließlich -so eingewurzelt, daß der Betreffende nur mit großer Schwierigkeit mit -dieser Gewohnheit brechen kann. - -+Symptome+, welche dieses Laster zeigen, sind zahlreich. Beginnt -die Gewohnheit in der frühen Jugend, so wird dadurch das Wachsthum -verzögert, die geistigen Fähigkeiten vermindert und das Opfer verfällt -in einen beklagenswerthen Zustand. Die damit gequälte Person sucht -die Einsamkeit und wünscht nicht an der Gesellschaft seiner Freunde -Theil zu nehmen, ist mit Kopfschmerzen geplagt, Schlaflosigkeit und -Unruhe des Nachts, Schmerz in verschiedenen Theilen des Körpers, -Trägheit, Tiefsinn, Verlust des Gedächtnisses, Schwäche im Kreuz und -den Geschlechtsorganen, veränderlicher Appetit, Feigheit, Unfähigkeit -Jemandem ins Gesicht zu schauen, Mangel an Vertrauen in seine eigenen -Fähigkeiten. - -Wird das Laster mehrere Jahre hindurch getrieben, so tritt ein -reizbarer Zustand des Organismus ein, Hitze fliegt plötzlich über -das Gesicht, das Gesicht wird blaß und klebrig, der Blick ist stumpf -und blöde, das Haar wird locker und spaltet sich an den Enden; -zuweilen tritt Schmerz in der Gegend des Herzens ein, Kurzathmigkeit, -Herzklopfen, Symptome von Verdauungsschwäche (~Dyspepsia~) zeigen sich, -der Schlaf wird unruhig, Verstopfung, Husten, Halsentzündung sind -vorhanden, bis schließlich der Mensch physisch, moralisch und geistig -als Wrack dasteht. - -Einige von den Folgen der Selbstbefleckung sind Epilepsie, Schlagfluß, -Lähmung, frühzeitiges Altern, unfreiwillige Samenentleerungen, welche -in der Regel währen des Schlafens oder nach dem Urinablassen, auch -während des Stuhlganges stattfinden. Bei dem weiblichen Geschlechte -finden wir außerdem in Folge dessen noch Hysterie, Starrsucht, Störung -der monatlichen Reinigung und starke nervöse Symptome. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Zuerst muß die Gewohnheit aufgegeben werden, denn - ohne dies kann nichts gethan werden, ohne dies bleibt jede andere - Behandlung erfolglos. Alles muß geschehen, um das sittliche Gefühl - des Kranken zu stärken und die Selbstachtung zu heben. Er sollte - die Gesellschaft tugendhafter und geistreicher Frauen aufsuchen und - alles von schlüpferigem Charakter vermeiden. Sein Geist sollte einer - Beschäftigung oder Unterhaltung, die seine ganze Aufmerksamkeit - ohne Ermüdung in Anspruch nimmt, zugewandt werden, die Einsamkeit - ist zu vermeiden und der Patient ist nicht mehr als eben unbedingt - nothwendig allein zu lassen, und vor allem lasse man ihn nicht allein - schlafen. Eine Matratze, mit leichter Decke zum Zudecken, ist am - geeignetsten. Häufige Bäder und Waschungen der Geschlechtstheile, - ebensowohl Sitzbäder als Baden des ganzen Körpers sind sehr - zuträglich. Die Behandlung sollte nur von einem geschickten Arzt - geleitet werden. - - =Homöopathisch.= ~Mercurius~, ~Phosphorus~, ~Aurum~, ~Nux vomica~, - ~Cuprum~, ~Cantharides~, ~Conium~, ~Cannabis~ sind Hauptmittel gegen - dieses Leiden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel nehme man - Morgens und Abends eine Dosis (6 Kügelchen). - - =Allöopathisch.= Stärkende Mittel sind anzuwenden und wird zu diesem - Behufe folgendes empfohlen: - - Verdünnte Salpetersäure (~Diluted nitric acid~) 4 Drachmen. - Verdünnte Salzsäure (~Diluted muriatic acid~) 4 „ - Orangenschalen-Syrup 1 Drachme. - Wasser 1½ Unzen. - - Mische es. Dosis einen Theelöffel voll in einem Weinglas mit Wasser - vor jeder Mahlzeit. - - Oder auch: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 15 Grane. - Verdünnte Schwefelsäure (~Diluted sulphuric acid~) 15 Tropfen. - Zusammengesetzte Cardamon-Tinktur (~Compound - tinct. of cardamon~) 3 Drachmen. - Hopfen-Tinktur (~Tinct. of hops~) 3 „ - Zusammengesetzter Rosenaufguß (~Compound infusion - of roses~) 6 Unzen. - - Mische es. Dosis einen Theelöffel voll zwei- oder dreimal des Tages. - - Oder: - - Salzsaure Eisen-Tinktur (~Muriated tincture of iron~) 1 Unze. - Rosen-Wasser 6 Unzen. - Orangenschalen-Syrup 1 Unze. - - Mische es. Dosis: für einen Erwachsenen einen Theelöffel voll in - einem Weinglas mit Wasser nach jeder Mahlzeit. - - Hypophosphites-Syrup wird empfohlen und sollte eine beträchtliche - Zeit genommen werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes stärkende Mittel mag, wenn - nur wenig Schwäche vorhanden ist, genommen werden: - - Rothe Chinarinde (~Red peruvian bark~) 2 Unzen. - Kamillenblüthe (~Chamomile flowers~) 1 Unze. - Portwein 1 Quart. - - Mische und lasse es, bei öfterem Umschütteln einige Tage stehen. - Dosis: drei- oder viermal des Tages ein Weinglas voll. - - Bei Hinfälligkeit, Nervenschwäche, Verstopfung, Niedergeschlagenheit - möge folgendes gegeben werden: - - Chloroform ½ Unze. - Ingwer- (~Ginger~) Tinktur ½ „ - Aromatischer Ammoniak-Spiritus (~Aromatic spirits - of ammonia~) 2 Drachmen. - - Mische es. Dosis: 25 Tropfen in einem Weinglas mit Milch dreimal des - Tages. - - Bei Spermatorrhöa oder Samenfluß werden folgende Pillen gut gefunden - werden: - - Kampher (~Camphor~) 24 Grane. - Belladonna-Extrakt 4 „ - Cubeben- (~Cubebs~) Oel 20 Tropfen. - - Mische es in eine Masse von gleichen Theilen Magnesia und Gummi - Arabicum und theile es in 24 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine - Pille. - - -Lustseuche, Venerie (~Pox -- Syphilis~). - -Dies ist eine lästige Krankheit und entsteht in Folge unreinen -geschlechtlichen Verkehrs. Sie kennzeichnet sich durch das Erscheinen -von einer Finne, von einer leichten Entzündung eingefaßt, und die -Bildung eines Eiters oder des Schankers. Die Eiterung tritt in der -Regel nach dem fünften bis vierzehnten Tage nach der Ansteckung ein. - -Es giebt verschiedene Gattungen von Schanker, die sehr störend auf -den Organismus einwirken, gewöhnlich begleitet ihn ein Anschwellen --- ~Bubo~ genannt -- in den Lenden, welcher einige Tage nach den -Eiterbeulen eintreten und fortdauern kann, bis sich Eiter bildet und -derselbe aufbricht oder geöffnet werden muß. - -Greift die Syphilis den Organismus an, so wird sie secundäre genannt, -und tertiäre, wenn sich Ausschläge, böser Hals und Eiterbeulen an -verschiedenen Stellen des Körpers bilden. - -Der Ausschlag erscheint gewöhnlich auf der Stirn, dem Rücken, den -Beinen und Armen, er ist kupferfarben und von leichtem Jucken -begleitet, auch füllt sich die Pustel zuweilen mit einer blassen -Flüssigkeit. Sind Mund und Hals angegriffen, so schwellen sie an, -werden böse, roth und mit einer weißen Schleimhaut bedeckt, auch -kann ein blaßgelber Eiter des Halses oder der Mandeln oder auch ein -schwarzgelber und morastartiger Eiter vorhanden sein, welcher sich auf -verschiedene Stellen des Halses und der Nase erstreckt und die Knochen -des Gesichts zerstört. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Sobald sich Eiter am Penis zeigt, sollte derselbe - sogleich aufgeätzt werden. Zu diesem Behufe bediene man sich des - schwefelsauren Silbers (~Nitrate of silver~), Salpetersäure (~Nitric - acid~), Aetz-Potasche (~Caustic potassa~), Zink-Chlorid (~Chloride of - zinc~). Schwefelsaures Silber (~Nitrate of silver~) wird in der Regel - angewandt und die Finne sollte damit gehörig gebrannt werden. Nachdem - das Geschwür weggebeizt ist, befeuchte man Charpie in einer Auflösung - von Opium, im Verhältniß von einer Drachme Opium auf 4 Unzen Wasser, - lege es auf, wickle den Penis in ein Stück Leinwand und bedecke ihn - mit eingeölter Seide. - - Anstatt des Opiums kann auch folgende Auflösung angewendet werden: - - Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) 1 Gran. - Wasser 1 Unze. - - Dies sollte öfters angewendet und die Theile zweimal des Tages mit - spanischer Seife (~Castile soap~) und Wasser gewaschen werden. - - Folgendes ist für den innerlichen Gebrauch: - - ~Protiodide of mercury~ 12 Grane. - Rosenkonserve (~Conserve of roses~) 1 Skrupel. - - Theile es in 12 oder 24 Pillen und nimm zweimal des Tages eine. - - Folgendes wird in einigen Fällen von gutem Erfolg sein: - - Blaue Pillen (~Blue pill~) ½ Drachme. - Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of henbane~) 1 Skrupel. - - Mache 10 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille des Nachts. Oder: - - Aetzsublimate (~Corrosive sublimate~) 4 Grane. - Opium-Extrakt (~Extract of opium~) 5 „ - - Mische es und mache 20 Pillen daraus. Dosis: Morgens und Abends eine - Pille. - - Diese Quecksilber-Präparate sollten nicht länger als fünf Tage - hinter einander gebraucht werden, da Gefahr vorhanden ist, dadurch - Speichelfluß hervorzurufen. Ist das letztere der Fall, gebrauche man - folgendes: - - Chlorinirte Soda (~Chlorinated soda~) 1 Unze. - Wasser 2 Unzen. - - Mische es. Der Mund sollte damit mehrere Male des Tages ausgespült - werden, aber man vermeide vorsichtig etwas davon zu verschlucken. - - Ricord empfiehlt im Verhältniß von einem Theile weinsteinsaure - Eisen-Potasche (~Potassio-tartrate of iron~) auf sechs Theile Wasser. - Zwei Theelöffel voll dreimal des Tages zu geben. Dasselbe Präparat - ist auch gegen das Geschwür angewendet worden. Der ~Bubo~, die - Anschwellung in der Lende, sollte mit einem Verbande versehen werden. - Wenn sich aber Eiter bildet, so sollte das Geschwür geöffnet und - Umschläge gemacht werden. Im Falle eines Ausschlags auf der Haut, - oder wenn sich die Krankheit im Halse oder an irgend einem anderen - Theile des Körpers zeigt, mag Potaschen-Jodid wie folgt gegeben - werden: - - Zusammengesetzter Sassaparillen-Aufguß (~Compound - Infusion of sarsaparilla~) 1 Pint. - Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) ½ Unze. - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll nach jeder Mahlzeit. - - Das Präparat, unter „~Donovan’s solution~“ bekannt, mag dazwischen in - Dosen von 3 bis 5 Tropfen gegeben werden. - - Die Kost muß genau geordnet werden, der Patient darf weder reizende - Nahrungsmittel zu sich nehmen, noch Spirituosen trinken. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Das Geschwür sollte mit salpetersaurem - Silber (~Nitrate of silver~) oder einigen Tropfen von Salpeter- - oder Salzsäure betupft werden. Darauf kann man vermittelst Charpies - salzsaures Eisen (~Muriate of iron~) auflegen. Behufs Erhaltung - eines gehörigen Stuhlgangs diene folgendes: - - ~Blue Mass~ 60 Grane. - Entenfuß (~Podophyllin~) 20 „ - - Mache 20 Pillen daraus und nimm Morgens und Abends eine. Zeigt sich - die Wirkung auf die Eingeweide, so nimm jeden Tag eine. - - Erscheint ein ~Bubo~, so verbinde ihn mit Tüchern, welche mit - folgendem angefeuchtet sind: - - Jod (~Iodine~) 1 Skrupel. - Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 2 „ - Wasser 1 Unze. - - Zweimal täglich anzuwenden. Kermesbeer- (~Poke root~) Umschläge - sollten gleichzeitig angewendet werden, indem man die frische Wurzel - in heißer Asche erweicht und dann zerdrückt. Bildet sich Eiter, so - ist es am besten, den ~Bubo~ durch Aetzmittel zu öffnen, da es weit - besser heilt, als wenn derselbe vermittelst eines Messers geöffnet - wurde. Reinige ihn einmal des Tages mit spanischem Seifenwasser - (~Castile soap suts~) und spritze ihn ebenso damit aus. - - Dr. King empfiehlt folgendes als ein ausgezeichnetes Mittel gegen - Syphilis in allen Formen: - - Zusammengesetzter Stillingia-Syrup (~Compound syrup - of stillingia~) 4 Unzen. - Saturirte Kermesbeer-Tinktur (~Saturated tincture - of poke root~) 4 „ - Saturirte Schafampfer-Tinktur (~Saturated tincture - of sheep sorrel~) 4 „ - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel bis einen halben Eßlöffel voll - dreimal des Tages. - - Gegen constitutionelle Syphilis bei Eiterungen im Halse mag eine - starke Abkochung von Weißeichenrinde (~White oak bark~) mit ein wenig - Borax und Alaun (~Alum~) gegeben werden; bei innerem Gebrauche gebe - man dasselbe ohne Borax zwei- oder dreimal des Tages einen Eßlöffel - voll. - - Wenn Hautausschläge vorhanden sind, so sollte der Körper ein- oder - zweimal des Tages mit einer Mischung von Salpeter- oder Salzsäure, je - ein Theelöffel voll auf zwei Quart warmes Wasser, gewaschen werden. - Folgendes möge als Thee dienen: - - Entenfußwurzel (~May apple~), Kalmuswurzel (~Blue flag root~), - Kermesbeere (~Poke root~), Ampferwurzel (~Yellow dock root~), - Sassafras, Stillingia, Sassaparilla, Bitterwurzel (~Bitter root~). - Eine Abkochung kann von einem oder dem andern hiervon oder von allen - gemacht werden, und zu jedem Pint einer solchen Abkochung füge - man eine Drachme Potaschen-Jodid (~Iodide of potassa~) hinzu. Der - zusammengesetzte Stillingia-Spiritus mag in einigen Fällen angewendet - werden. - - Die Eiterbeulen, welche sich an dem Körper zeigen, mögen mit der - salzsauren Eisentinktur (~Tincture of the muriate of iron~) und - Umschlägen von pulverisirtem Alaun (~Powdered alum~) und Kermesbeere - (~Poke root~), während des Nachts ausgelegt, behandelt werden. - - Schmerzen in den Knochen mögen durch die folgenden Pillen gelindert - werden: - - Inspissirter Brechwurz-Saft (~Inspissated - juice of Ipecac~) 1 oder 2 Drachmen. - Stechapfel- (~Stramonium~) Extrakt ¼ oder ½ Gran. - - Man mache daraus eine Pille und wiederhole es zwei- bis dreimal des - Tages. - - Schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~) diene zu Waschungen des - Halses. 30 Grane Kupfer kommen auf eine bis zwei Unzen Wasser; wasche - damit vermittelst eines Stückchen Schwammes zwei- oder dreimal des - Tages den Hals. - - =Homöopathisch.= Sobald das Geschwür erscheint, ätze man es mit - salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~), Salpetersäure (~Nitric - acid~), oder rothem Präcipitat (~Red precipitate~). Innerlich gebe - man: ~Mercurius~, ~Hydriodate of Potassa~, ~Mercur. precipit. ruber~, - ~Sulphur~, ~Silicea~, ~Aurum~, ~Mezerium~. - - Bei sekundärer Syphilis, wo Schmerzhaftigkeit und Eiterung des - Halses vorhanden ist, möge vermittelst eines Kameelhaarpinsels - Benzoe-Tinktur immer nach einigen Tagen angewendet werden. Die - Mittel, welche zu geben sind, sind ~Biniodide of Mercury~, ~Kali - Hydriodicum~. Eine Woche kann ~Mercurius~ und die nächste Woche - ~Kali~ -- und so abwechselnd fort -- gegeben werden. - - Andere Mittel sind: ~Acidum Sulphuris~, ~Lachesis~, ~Phosphorus~, - ~Hepar Sulphuris~, ~Borax~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe alle 2, 3 - oder 4 Stunden eine Dosis. Ist das Mittel in Kügelchen, gebe 6 auf - eine Dosis, wenn in Pulvern, 2 Grane. Bei constitutioneller Syphilis - gebe dreimal des Tages eine Dosis. - - -Samenfluß, Tripper (~Gonorrhœa -- Clap or Gleet~) - -ist eine Entzündung der Schleimhaut des Harnwegs, begleitet von einem -Ausfluß und rührt von unreinem geschlechtlichem Verkehr her. - -+Symptome.+ Der Tripper stellt sich in der Regel am dritten oder achten -Tag nach der Ansteckung ein. Er beginnt mit einem unangenehmen Gefühle -am Ende des Penis und ist gewöhnlich von etwas Röthe und Schwierigkeit -des Wasserablassens begleitet; nach ein oder zwei Tagen nimmt der -Ausfluß von Eiter zu, wird dünner und von einer grünlichen oder -gelblichen Farbe, zuweilen mit Blut gestreift. Die Eichel ist roth und -entzündet und der Urin verursacht einen brennenden Schmerz. Dehnt sich -die Entzündung auf die Blase aus, so tritt ein quälendes Verlangen, -das Wasser abzulassen, mit einem beständigen, unangenehmen Gefühle in -der Gegend der Hoden und zwischen den Beinen, ein. Wenn die Entzündung -stark ist, so tritt die sogenannte ~chorda venerea~, während welcher -der Penis steif und nach unten gekrümmt ist, hinzu, verursacht heftigen -Schmerz und befällt den Patienten in der Regel im warmen Bette. In -Folge der Entzündung kann ~Phimosis~ entstehen, bei welcher die Vorhaut -hart und geschwollen ist und nicht zurückgezogen werden kann; oder wenn -die Anschwellung hinter der Eichel eintritt, kann sie nicht vorgezogen -werden und wird ~paraphimosis~ genannt. Die Drüsen der Lenden und -ebenso die Hoden schwellen an und entzünden sich zuweilen. - -Tripper ist die Folge der ~Gonorrhœa~ und nimmt eine chronische Form -an, nachdem die Entzündung nachgelassen hat. Hin und wieder ist er sehr -hartnäckig. Eine andere Folge des Trippers sind Stricturen, welche -die Harnröhre oder den von der Blase führenden Harnweg theilweise -schließen, was an dem platten oder gedrehten Wasserstrahl, ähnlich -einem Bohrer, oder gabelförmig, erkannt werden kann. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Patient sollte sich der Reinlichkeit befleißigen - und die Theile öfters waschen. Die Kost muß einfach und nahrhaft sein - und Spirituosen, fettes Fleisch, Pasteten &c. müssen vermieden werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn zu Anfang genommen, mag die - Krankheit kurz abgeschnitten werden, indem 20 Grane salpetersaures - Silber (~Nitrate of silver~) in einer Unze Wasser und davon 2 - Theelöffel voll in den Penis eingespritzt und dort ungefähr eine - halbe Minute zurückgehalten wird, was zwei- oder dreimal des Tages zu - wiederholen ist. Hierzu bediene man sich einer sogenannten ~P. P.~ - Spritze (~Syringe~). Gleichzeitig nehme man 3 bis 4 Grane Entenfuß - (~Podophyllin~) mit einem Theelöffel voll Cremor Tartari (~Cream of - tartar~) oder eine Dosis Salz. Eine andere Einspritzung ist folgende: - - Zinkchlorid (~Chloride of zinc~) 1 bis 3 Grane. - Destillirtes Wasser (~Distilled water~) 1 Unze. - - Mische es und spritze davon alle 6 bis 8 Stunden einen Theelöffel - voll ein. - - Oder: - - Abkochung von Gelbwurz (~Decoction of golden seal~) 1 Unze. - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 3 Grane. - - Mische und gebrauche wie das vorhergehende. - - Die Einspritzungen sollten stets nach dem Uriniren gegeben werden und - der Patient sollte nicht vor wenigstens einer halben Stunde darauf - den Urin ablassen. - - Bei dem weiblichen Geschlechte muß die Scheide mit einem von - den obigen Präparaten drei- oder viermal des Tages gebadet und - Einspritzungen von demselben gemacht werden. - - Folgendes wird mit ausgezeichnetem Erfolge innerlich angewendet: - - Canadischer Balsam (~Canada balsam~) 1 Unze. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Spirits of sweet nitre~) 4 Unzen. - Terpentinöl (~Oil of turpentine~) 2 Drachmen. - Pulverisirter Kampher (~Powdered camphor~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - Wenn die Entzündung nachgelassen, so füge dem obigen noch eine - Drachme pulverisirten Kino bei. Gleichzeitig mag der Patient einen - Aufguß von Eibisch (~Marshmallow~) und Klette (~Burdock root~) - trinken. - - Folgendes mag in einigen Fällen angewendet werden: - - Cubebenöl (~Oil of Cubebs~) 1 Unze. - Anisöl (~Oil of anise~) 1 „ - Copaiva-Balsam (~Balsam of copaiva~) 1 „ - Laudanum 1 „ - Salzsaure Eisen-Tinktur (~Tinct. of muriate of iron~) 1 „ - - Mische es. Dosis: dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - Bei Eintreten der ~Chorda venerea~ des Nachts nehme 30 oder 40 - Tropfen Laudanum beim Zubettgehen oder folgendes: - - Pulverisirtes Opium (~Powdered opium~) 1½ Grane. - Kampher (~Camphor~) 10 „ - - Mische und nimm es als eine Dosis. - - Wird die Krankheit chronisch oder nimmt sie die Form eines - Samenflusses an, so bediene man sich einer Einspritzung von - gewöhnlichem grünem Thee mit je 5 oder 6 Tropfen Bleizucker (~Sugar - of lead~) und schwefelsaurem Zink (~Sulphate of zinc~) auf jede - Einspritzung. Gleichzeitig nehme man folgendes: - - Gehärteter Copaiva-Balsam (~Solidified balsam of - copaiva~) 1 Drachme. - Venetianischer Terpentin (~Venice turpentine~) 30 Grane. - Entenfuß (~Podophyllin~) 10 „ - - Mische es, bringe soviel als möglich pulverisirten Rhabarber - (~Pulverized rhubarb~) hinein und theile es in 30 Pillen. Dosis: - zwei oder drei Pillen zweimal des Tages, bis sie auf die Eingeweide - wirken, dann täglich zweimal eine Pille. - - =Homöopathisch.= Während des ersten Stadiums wird salpetersaures - Silber (~Nitrate of silver~), im Verhältniß von zwei oder drei Granen - auf eine Unze Wasser, oder schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~), - im Verhältniß von vier Granen auf eine Unze Wasser, als Einspritzung - gebraucht, einen Anfall kurz abschneiden. Der Patient muß während - dieser Zeit große Mäßigkeit beobachten und Ruhe pflegen. ~Aconitum~ - kann zu derselben Zeit, alle zwei oder drei Stunden eine Dosis, - gegeben werden. - - ~Cantharides~ oder ~Cannabis~ gebe man abwechselnd mit ~Aconitum~. - - Aufguß von ~Hydrastis Canadensis~ wird als Einspritzung empfohlen und - zwar im Verhältniß von einer Unze der pulverisirten Wurzel auf ein - Pint Wasser. Sollte jeden Abend in die Harnröhre gespritzt werden. - - ~Cantharis~ mag gegeben werden, wenn sich die Entzündung auf die - Blase ausdehnt und ein Brennen längs der Harnröhre, sowie ein - häufiges Drängen zum Urinlassen vorhanden ist. Kann abwechselnd mit - ~Aconitum~ gegeben werden. - - Chlorsaure Potasche (~Chlorate of potash~) wird als Einspritzung - empfohlen. Löse eine Drachme in einer Unze Wasser und gebe während - 12 Stunden jede Stunde eine Einspritzung. Dies wird in den meisten - Fällen erfolgreich sein. - - Andere innerliche Mittel sind: ~Mercurius~, ~Nux Vomica~, ~Cubebae~, - ~Pulsatilla~, ~Copaiva~, ~Sulphur~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe alle 2, 3 - oder 4 Stunden 6 Kügelchen. - - =Allöopathisch.= Zu Anfang der Krankheit gebe man eine Einspritzung - von salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~), im Verhältniß von 5 - bis 10 Granen auf eine Unze Wasser. Dies wird gewöhnlich hinreichen. - Zur Erhaltung eines gehörigen Stuhlganges sollte Bittersalz (~Epsom - salts~) genommen und Leinsamenthee getrunken werden. Wenn die - Krankheit dennoch weiterschreitet, möge folgendes angewendet werden: - - Balsam Copaiva 1 Unze. - Cubebenöl (~Oil of cubebs~) 2 Drachmen. - Laudanum 1 Drachme. - Gummi Arabicum Schleim (~Mucilage of Gum - Arabic~) 2 Unzen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) ½ Unze. - Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus (~Compound - spirits of lavender~) 3 Drachmen. - Kampherwasser 4 Unzen. - Weißer Zucker 2 Drachmen. - Mitchellöl (~Oil of partridge berry~) 5 Tropfen. - - Mische es. Dosis: drei- oder viermal des Tages einen Eßlöffel voll. - - Die folgende Einspritzung ist gut: - - Balsam Copaiva 5 Drachmen. - Gummi-Extrakt von Opium (~Gum of ext. of opium~) 1 Gran. - Wasser 7 Unzen. - Ein Eidotter. - - Mische und wende es mehrere Male des Tages an. - - Gegen die ~Chorda venerea~ nehme beim Zubettgehen eine Pille von - Kampher und Belladonna, im Verhältniß von 5 Granen des ersteren auf - ein Gran des letzteren. - - Bei Samenfluß bediene man sich folgender Einspritzung: - - Salpetersaures Silber (~Nitrate of silver~) 1 bis 4 Grane. - Wasser 1 Unze. - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 8 Grane. - Gerbersäure (~Tannin~) 1 Skrupel. - Wasser 5 Unzen. - - Mische es. - - - - -Zweiter Theil. -- Frauenkrankheiten. - - - - -Erstes Kapitel. - -Menstruation oder monatliche Reinigung. - - -Ehe wir darüber reden, auf welche Weise Störungen in der Menstruation -zu behandeln seien, sollten wir uns klar darüber werden. 1) Was man -unter Menstruation versteht. 2) Durch welche Ursachen dieselbe erzeugt -wird. 3) Welchen Zweck sie im weiblichen Organismus hat. Vielleicht -wird keine körperliche Funktion von den Frauen weniger verstanden als -diese. Sie können zwar angeben, wie oft die Menstruation eintritt -und wie lange sie währt, aber über die Ursache sind die meisten im -Unklaren, worüber man sich nicht zu wundern hat, wenn man bedenkt, daß -selbst die Aerzte darüber in früherer Zeit im Dunkeln waren und erst -neuerdings zum vollen Verständniß kamen. Seit Alters bis auf unsere -Tage wurden zahllose Theorien aufgestellt; jede derselben aber mußte -der in ihr enthaltenen Widersprüche wegen wieder aufgegeben werden; bis -man zuletzt zu einer klaren, unzweifelhaften Anschauung gekommen ist. -Unter den Alten herrschte bezüglich der Menstruation viel Aberglauben. -Weil sie regelmäßig jeden Monat eintritt, so nahm man an, daß der -Einfluß des Mondes dieselbe regulire. Daß diese Behauptung durchaus -nicht stichhaltig ist, liegt auf der Hand, denn wäre auch nur einige -Wahrheit daran, so müßten alle Frauen eines Erdtheils wenigstens -zugleich menstruiren. Professor E. G. Meigs von Philadelphia hat -sich um die Darstellung der Ursachen dieser eigenthümlichen Funktion -große Verdienste erworben, und ihm sind wir für die in diesem Artikel -niedergelegten Thatsachen und Beobachtungen zum Dank verpflichtet. - -„~Omne vivum ex ovo~,“ (alles Lebendige entspringt aus einem Ei oder -Keim), dies ist das allgemein gültige Zeugungsgesetz, welches sich -sowohl in der Pflanzen- als Thierwelt bewährt. Die stämmige Eiche, die -der Eichel entsprost, das Welschkorn, das aus dem Korn hervorwächst, -das Rothkehlchen und der Elephant -- alle entstehen aus Keimen und -beweisen die Wahrheit des obigen Satzes. Jeder Same und jedes Ei -enthält einen Keim, welcher, wenn auf die rechte Weise beeinflußt, -seinesgleichen erzeugen wird. So klar diese Thatsache ist, frägt -es sich nun, wo diese Keime ihren Ursprung haben. Es steht fest, -daß jedes Thier und jede Pflanze mit einem Organ zur Erzeugung und -Abwerfung dieser Zellen und Keime versehen ist. Dieses Organ ist bei -den Frauen das Ovarium (Eierstock) und zwar gibt es derselben zwei. Es -sind kleine, länglich-runde Körper, etwa einen Zoll lang, ein wenig -über einen halben Zoll breit und einen drittel Zoll dick. Manchmal -mag die Größe der Ovarien von der hier angegebenen abweichen, wird -aber meistens zutreffen. Jeder dieser Eierstöcke ist etwa einen Zoll -vom oberen Theil der Gebärmutter mittelst eines Bandes befestigt und -die physiologische Funktion derselben ist, das Ei zu „reifen“ und -alle achtundzwanzig Tage abzusondern, und zwar geschieht dies vom -fünfzehnten bis fünfundvierzigsten Jahre und wird nur während der -Schwangerschaft und des Säugens, und oft auch dann nicht, unterbrochen; -denn in vielen Fällen haben Frauen, während sie schwanger waren, -regelmäßig menstruirt, und bei einer großen Anzahl derselben wird durch -Säugung die Menstruation gar nicht gestört. Während der Zeitigung -oder dem Reifwerden des Eis bis zur Absonderung desselben in die -Scheide (~Tube~), durch welche es in die Gebärmutter gelangt, sind -die Geschlechtsorgane mehr oder weniger angeschwollen (~congested~) -und haben das Ansehen, als ob sie entzündet seien. Diese Anhäufung -(~Congestion~) wird endlich so bedeutend, daß ein Blutausfluß aus den -Zeugungstheilen (~Genitalia~) dadurch entsteht. Sobald der Ausfluß -beginnt, läßt die Hitze und das Jucken in der Nähe der Eierstöcke -und das schwere Gefühl nach und verschwindet allmählig. Somit ist -die Menstruation nichts anderes als die Zeitigung und Absonderung -des Ei’s, welches, wenn es nicht geschwängert wird, durch den von -den Gefäßen der Gebärmutter herrührenden Blutausfluß abgeführt wird. -Hieraus geht auch hervor, daß eine Frau nur während oder nahe zur -Zeit der Menstruation schwanger werden kann. Die Regelmäßigkeit, -mit der diese Funktion vor sich geht, war immer Veranlassung zur -Verwunderung. Aber weshalb? Um uns blickend gewahren wir, daß die -Pflanzen- und Thierwelt festgesetzte Zeiten zur Keimerzeugung hat. Dies -ist ein Naturgesetz, und weshalb sollte nicht auch das Weib dasselbe -auszuführen haben? Da wir nun gezeigt haben, daß die Menstruation in -der Zeitigung und Absonderung eines Eis besteht, wovon der Blutausfluß -nur das äußerliche Zeichen ist, so ist es möglich, daß eine Frau -regelmäßig jeden Monat menstruiren kann, ohne diese Kundgebung, nämlich -den Blutausfluß. Dieses zu beweisen, können viele Fälle angeführt -werden, wo Frauen geheirathet haben und schwanger wurden, ohne daß -das geringste Zeichen des Blutausflusses sich bei ihnen gezeigt -hätte; aber ihre Schwangerschaft wäre ohne Menstruation nicht möglich -geworden. So mag eine sonst regelmäßig menstruirende Frau mehrere -Kinder bekommen, ohne daß sich in der Zwischenzeit die monatliche -Reinigung zeigt; was man dahin erklären kann, daß sie während der -Säugung ihres ersten Kindes schwanger und nach der Geburt des zweiten -wieder Mutter wurde, und so fort, bis sie nicht mehr geschwängert von -nun an regelmäßig menstruirt. Wie schon oben bemerkt, tritt in diesem -Lande die Menstruation im vierzehnten oder fünfzehnten Jahre ein; in -wärmeren Ländern früher, in kälteren später. Menstruation, monatliche -Reinigung, Regel, Katamenien, monatliche Periode und Unwohlsein, -dies sind welche der zur Bezeichnung dieser Funktion gebräuchlichen -Ausdrücke. Bei denjenigen Mädchen, die in Ueppigkeit aufwachsen und -deren sittliche und körperliche Erziehung der Art ist und war, daß das -Nervensystem dadurch empfindsam wird, tritt die „Monatsregel“ viel -bälder ein, als bei denen, die an Hausmannskost und Arbeitsamkeit -gewohnt sind. Zeigt sich die Menstruation vor dem vierzehnten Jahr, -so wird dies als ein schlimmes Anzeichen betrachtet und deutet auf -zu frühe Reife der Organe, während das Eintreten der monatlichen -Reinigung nach dem sechzehnten Jahr von allgemeiner Schwäche oder -von Störung in den Zeugungsorganen zeugt. Ist jedoch die betreffende -Person gesund und alle ihre anderen Funktionen sind regelmäßig, ist -sie froh, geistesmunter und nicht trüb- oder schwachsinnig, so sollte -man nichts zur Herbeiführung der Menstruation unternehmen, indem durch -angewandte Mittel unverbesserlicher Schaden herbeigeführt werden kann. -Wenn die Monatsreinigung zum erstenmal eintritt, so zeigt sich dies -gewöhnlich durch folgende Symptome an: Kopfweh, Gefühl von Schwere, -Mattigkeit, Schmerz im Rücken und den Lenden und Unlust zur Arbeit. -Die Hautfarbe ist eigenthümlich dunkel, namentlich unter den Augen, -und zeitweilig verspürt die Betreffende ein Gefühl der Unruhe und des -Verstopftseins im Halse. Die Ausdünstung hat einen kränkelnden Geruch -und der Geruch des Athems ist eigenthümlich. Die Brüste sind erweitert, -weich und empfindsam. Bezüglich der Speisen ist die Betreffende -wählerisch und launig und die Verdauung ist gestört. Diese Symptome -währen einen, zwei, drei Tage und verschwinden mit dem Eintreten der -Menstruation. Die Monatsreinigung dauert drei, fünf oder sieben Tage, -je nach der Körperorganisation der Frau. Ebenso ist die Quantität des -ausgesonderten Blutes verschieden bei verschiedenen Frauen. Im Alter -von etwa fünfundvierzig Jahren hört die Menstruation auf, und dies -ist die Periode, vor welcher sich die Frauen gewöhnlich fürchten. -Manchmal hält man die alsdann eintretenden Symptome, als da sind: -Uebelkeit, launiger Appetit, Anschwellen und Schmerzen in den Brüsten -für Anzeichen der Schwangerschaft. Die Veränderung tritt allmählig ein. -Der Blutausfluß mag sich alle zwei bis drei Wochen einstellen, sodann -zwei oder mehr Monate ausbleiben, darnach mehrere Monate so regelmäßig -als je wiederkehren und endlich ganz aufhören. Während der Menstruation -ist der Organismus, namentlich der jüngeren Personen, geistigen und -physischen Einflüssen mehr zugänglich als sonst. Auf die regelmäßige -und gesunde Verrichtung dieser Funktion kommt sehr viel an, denn ihr -dankt die Frau ihre weibliche Schönheit und Vollkommenheit; deshalb -sollte man sehr vorsichtig sein, daß die Menstruation nicht gestört -wird. Eine plötzliche Unterdrückung derselben ist immer gefährlich, -und unter den Ursachen, durch welche solche hervorgerufen wird, sind -zu nennen: Plötzliche Furcht, Aerger, große Besorgniß und mächtige -Gemütsbewegungen. Uebermäßige Anstrengung, lange Spaziergänge oder -Fahrten, namentlich über rauhe Wege, Tanzen, vieles Stiegenauf- und -ablaufen, veranlassen nicht blos vermehrten Ausfluß, sondern oft auch -Vorfall der Gebärmutter. Patentmedizinen und Geheimmittel, die gegen -Frauenkrankheiten empfohlen werden, Abführungs- und Brechmittel, -sowie Liquöre mögen den Ausfluß vermehren oder demselben Einhalt -thun. Ebenso schädlich sind während der „Periode“ kalte und warme -Bäder, Fußbäder und Naßwerden der Füße, indem man dünnbesohlte -Schuhe trägt. Eine junge Dame, die, weil sie gerne während ihres -Unwohlseins auf den Ball gehen möchte, ein „Hüftbad“ nimmt, begeht -eine wahnsinnige Handlung. Welch Elend kann angerichtet werden; wie -viele Schmerzen bereiten sich solche Thörinnen! Behandlung ist während -der Monatsreinigung nicht nöthig, es seien denn gewisse Störungen -eingetreten, worüber wir uns in dem Folgenden aussprechen werden. - - - - -Zweites Kapitel. - -Störungen der Menstruation. - - -Verzögerte und unterdrückte Menstruation. - -Wenn die Monatsreinigung nicht zu rechter Zeit eintritt, so heißt man -dies verzögerte oder unterdrückte Menstruation. Man hat jedoch die -Entwicklung des betreffenden Mädchens in Anschlag zu bringen, auch -wenn sie das Alter erreicht hat, wo das Auftreten dieser Funktion -erwartet werden kann, denn die Körperentwicklung ist eine Bedingung -der Monatsperiode. So lange das Mädchen nicht körperlich zugenommen -hat, wenn sie über die Hüfte nicht weiter geworden, wenn ihre Brüste -nicht weiter geworden, und sie keine dieser Periode vorangehenden -Veränderungen wahrgenommen hat, wird es nur schädlich wirken, wenn -man der Natur Gewalt anthut. In solchem Falle ist eine „allgemeine“ -Behandlung nöthig. Man lasse die Betreffende sich viel in freier Luft -bewegen, sie gehe frühzeitig zu Bett und stehe Morgens frühe auf. -Geht sie noch zur Schule, so sollte man sie während der Zeit nicht in -dieselbe senden. Ihre Kost muß nahrhaft aber nicht reich sein, sonst -werden Magenstörungen entstehen. Ist sie jedoch vollkommen entwickelt, -und leidet zeitweilig an Blutandrang im Kopf, in der Brust, oder im -Unterleib, dann wird das Einschreiten nöthig. Folgende Symptome werden -sich gewöhnlich in diesen Fällen einstellen. - -+Symptome.+ Kopfweh, Schwere, Vollheit, Pulsiren in der Mitte der -Hirnschale und im Hinterkopf, Schmerzen im Rücken und den Lenden, kalte -Füße und Hände, die zuweilen sehr heiß werden, trockene, rauhe Haut, -langsamer Puls und nicht selten Fallsucht (Epilepsie). - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Einige Tage vor der Periode sollte die Patientin ein - warmes Hüften- oder Fußbad nehmen, zweimal des Tages und Abends beim - zu Bett Gehen mit warmem Wasser benetzte Tücher auf den Unterleib - legen. - - Ein sehr gutes Rezept wird von Prof. Cooke vom Hahnemannischen - medizinischen Collegium in Chicago empfohlen, nämlich: Etwa zwei - Wochen vor der Periode nehme eine Dosis ~Gelseminum~ jeden Abend, - und eine Dose ~Belladonna~ jeden Morgen. Kurz vor Eintritt der - Menstruation nehme diese zwei Heilmittel abwechselnd alle zwei oder - vier Stunden. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn die Patientin melancholisch und traurig und zum - Weinen geneigt ist; Blässe mit abwechselnder Hitze, Appetitlosigkeit - mit Lust für saure Speisen, Uebelsein und Erbrechen. - - ~Bryonia.~ -- Blutandrang im Kopf, geröthetes Gesicht, häufiges - Nasenbluten, Hartleibigkeit, Herzklopfen. - - ~Lycopodium.~ -- Anwendbar bei ähnlichen Symptomen. - - ~Phosphorus.~ -- Wenn die Patientin zu Lungenkrankheiten geneigt ist, - schwache Brust, Husten, Brustschmerzen, Blutspeien. - - ~Arsenicum.~ -- Wassersuchtartige Anschwellungen um die Augen oder - der Füße oder anderer Gliedmaßen, blasse Gesichtsfarbe, gelbsüchtig. - - ~Sulphur.~ -- Wenn obige Heilmittel nicht wirken. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Gebe eine Dosis (6 Kügelchen) alle - Morgen von irgend einem dieser Mittel eine Woche oder zehn Tage lang. - Wird die Patientin besser, so setze vier Tage lang aus und gebe eine - Woche lang jeden Morgen ~Sulphur~. - - =Allöopathisch.= Hier wie in der homöopathischen Behandlung wird das - Wasser in gleicher Weise gebraucht. Der Stuhlgang sollte durch ein - mildes Reinigungsmittel, z. B. Castoröl und Aloepillen (~Pill of - aloes~), regelmäßig erhalten werden. Fühlt die Patientin während oder - vor dem Blutausflusse Schmerz und Vollheit im Kopfe, so gebrauche man - folgendes: - - Eisenhut- (Sturmhut) Blätter-Tinktur (~Tincture of - aconite leaves~) 2 Drachmen. - Belladonna-Tinktur 1 Drachme. - Spanische Fliegen- (~Cantharides~) Tinktur 1 „ - Morphium 3 Grane. - Syrup 4 Unzen. - - Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages. Wenn die Schmerzen - heftig sind, so mag alle zwei Stunden eine Dosis genommen werden. - - Ist der Körper geschwächt, so mag zwischen den Perioden folgendes - gebraucht werden: - - Kohlensaurer Eisen-Niederschlag (~Precip. carbonate - of iron~) 5 Drachmen. - Sturmhut- (Eisenhut) Extrakt (~Extract of conium~) 2 „ - Peru-Balsam 1 Drachme. - Alcohol 4 Unzen. - Wintergrünöl (~Oil wintergreen~) 20 Tropfen. - Syrup 8 Unzen. - - Dosis: Zwei Theelöffel voll dreimal des Tages. Schüttle die Mischung - vor dem Gebrauch. - - Oder: - - Orangenschalen-Syrup (~Syrup of orange peel~) 1 Unze. - Rosenwasser 7 Unzen. - Salzsaure Eisentinktur 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll in ½ Glas voll Wasser - dreimal des Tages. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn die Patientin robust ist, so gebe - zeitweilige Dosen von zusammengesetztem Leptandrin-Pulver (~Compound - powder of leptandrin~). Ist sie jedoch schwach und nervös, so erhalte - den Stuhlgang regelmäßig mit folgendem: - - Pulverisirter Rhabarber 1½ Unze. - Doppeltkohlensaures Kali (~Bi-carbonate - of potassa~) 1 „ - - Hiervon gebe man eine kleine Dosis dreimal des Tages, genügend um - regelmäßige Oeffnung zu erhalten. Als ein Stärkemittel gebrauche man - zusammengesetzten Wallwurzwein (~Compound wine of comfrey~). Zur - selben Zeit verordne, wenn Kopfweh und Schmerzen im Kreuz und den - Lenden vorhanden sind, warme Am. Ysop- (~Penny royal~), Rainfarn- - (~Tansy~), schwarzen Schlangenwurzel- (~Black cohosh~) oder Raute- - (~Rue~) Thee. Manchmal mildert ein warmer, aus Hopfen und Rainfarn - zubereiteter und auf den Unterleib gelegter Umschlag die Schmerzen. - Wenn, obgleich die Gesundheit durch obige Mittel besser geworden, die - Menstruation noch nicht eingetreten ist, so verordne man: - - Wiesenrauten-Stammblatt (~Caulophyllin~) 10 Grane. - ~Aletridin~ 8 „ - Belladonna-Extrakt 1 Gran. - - Mische dieses und bereite zehn Pillen daraus, von welchen eine - dreimal des Tages zu nehmen ist. - - Oder: - - Kohlensaures Eisen (~Carbonate of iron~) 7 Grane. - ~Cimicifugin~ 3 „ - Entenfuß (~Podophyllin~) 1 Gran. - - Genügend weißen Terpentin, um aus dieser Masse Pillen zu bereiten. - Man mache 4 Pillen und nehme eine dreimal des Tages. - - Mit gutem Erfolg mag Sabenbaumöl (~Oils of savin~) und Rainfarn - (~Tansy~), gleiche Theile von jedem, angewandt werden. Man gebe 5 - oder 10 Tropfen der Mischung zweimal des Tages, und beginne damit - eine Woche, ehe die Menstruation eintreten soll. - - -Die Bleichsucht (~Chlorosis or Green Sickness~). - -Junge, unverheirathete, schwächliche Frauenzimmer sind es gewöhnlich, -die von dieser Krankheit zu leiden haben. Sie stellt sich gewöhnlich -zur Zeit der Mannbarkeit (~Puberty~) ein und äußert sich durch -Appetitlosigkeit und Unverdaulichkeit. Die Menstruations-Blutung ist -entweder gar nicht vorhanden, oder sehr gering. - -+Ursachen.+ Alles, was die Lebensfunktionen stört, z. B. unnahrhafte -Speisen und Aufenthalt in feuchten, schlechtgelüfteten Zimmern; -die Krankheit kann sich auch vererben, so daß alle Frauenzimmer -derselben Familie damit behaftet sind. Diejenigen, die viel Thee, -Kaffee, verdünnte Säuren und schlechte Weine trinken und sich sehr -fest schnüren, sind dieser Krankheit leicht ausgesetzt. Unter -anderen veranlassenden Ursachen mögen genannt werden: Störende -Gemüthsbewegungen, unerwiederte Liebe, Heimweh, Trübsinn &c. - -+Symptome.+ Die Symptome, welche diese Krankheit kennzeichnen, äußern -sich nicht alle zugleich, sondern treten nach und nach auf, so daß -sich die Kranke deren kaum bewußt wird. Sie klagt gewöhnlich erst über -Ermüdung und Widerwillen gegen geistige und körperliche Anstrengung. -Die Hautfarbe ist eigenthümlich, nicht besonders weiß, aber blaß mit -gelben und grünlichen Streifen. Die Lippen sind manchmal beinahe ganz -weiß, die Augenlider bleifarbig und angeschwollen. Die Haut ist kalt. -Der Gaumen wird weiß und die Haut ist gewöhnlich mit einer weißen -Masse bedeckt und des Morgens fühlt die Kranke ein klebriges Gefühl im -Munde. Der Athem ist übelriechend. Die Patientin ist sehr schwach und -ermüdet bei jeder kleinen Anstrengung. Sie athmet schnell, nicht weil -die Lungen krank sind, sondern weil sie nicht Kraft genug hat, die -Brust gehörig zu erheben. Der Schlaf wird oft gestört und ist nicht -stärkend. Hartleibigkeit ist vorhanden und zuweilen auch Uebelsein und -Erbrechen. Der Puls ist schwach und schnell. Die Kranke ist traurig, -weint oft plötzlich und ist gerne allein. Der Appetit ist verringert -und dyspeptische Symptome, z. B. Sodbrennen, saurer Magen, Schmerz -in demselben mit Nausea, zeigen sich. Sie begehrt unverdauliche -Substanzen, wie Griffel, Kreide, Holzkohle &c. Auf außerordentliche -Hartleibigkeit folgt Diarrhöe schlecht verdauter Substanzen. Mit -dem Fortschreiten der Krankheit schwellen die untern Gliedmaßen an, -hektischer Husten tritt ein, welcher manchmal von Blutspeien begleitet -ist. Der Unterleib wird fest und schwillt und zwar oft so stark, daß -man die Kranke für schwanger hält. Die Menstruations-Blutung, wenn sie -überhaupt eingetreten, wird sehr schwach und schmerzhaft, hält nur -kurze Zeit an, ist blaß, wässerig und hört endlich ganz auf. Manchmal -fühlt die Kranke heftige Schmerzen in der linken Brust. In manchen -Fällen äußern sich nervöse Symptome, z. B. hysterische Anfälle, Krämpfe -&c. Man mag die Bleichsucht für Herzkrankheit oder Auszehrung halten, -und ich habe deshalb eine genaue Beschreibung derselben gegeben, damit -man sie gleich von Anfang an zu erkennen vermag. Jedoch treten an ein -und derselben Person nicht alle hier angegebenen Symptome auf; jedoch -wird man immer die Mehrzahl derselben finden. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Thatsache in Betracht ziehend, daß die Ursache - „Blutverarmung“ ist, wird die Behandlung verhältnißmäßig nicht - sehr schwierig werden. Die Kranke bewege sich viel in der frischen - Luft, verwahre den Körper gegen Kälte vermittelst warmer Kleidung - und halte sich in einem gut gelüfteten Zimmer auf. Die Kost sollte - nahrhaft, nicht aber stimulirend sein. Regelmäßige Gewohnheiten in - jeder Beziehung und Herbeiführung heiterer Gemüthsstimmung durch - Gesellschaft und unschuldige Vergnügungen -- dies ist bei der - Behandlung sehr wichtig. Ehe man der Kranken Arznei giebt, müssen - die veranlassenden Ursachen entfernt werden. Die Lebensweise der - Patientin muß total verändert werden. Ging sie beständig zur Schule, - so muß sie nun aus derselben bleiben, ist sie geneigt, immer zu - Hause zu sein, so sende man sie aufs Land. Man stelle ihr die Gefahr - vor, der sie sich aussetzt, wenn sie sich nicht im Freien bewegt, - und verschaffe ihr alle mögliche Bewegung. Die Entfernung der - sittlichen und geistigen Ursachen ist die schwierigste Aufgabe; aber - auch in dieser Beziehung werden Luft- und Scenerieveränderung, neue - Freundschaften u.s.w. eine gute Wirkung ausüben. Diejenigen, die in - Fabriken arbeiten oder in ruhiger Körperstellung irgend einem Berufe - nachgehen, müssen andere Beschäftigung aufsuchen. Ein lauwarmes - Morgenbad, nach welchem der Körper tüchtig gerieben wird, ist von - guten Diensten, ebenso das „Sitzbad“ oder das Abwaschen und Baden - mittelst des Schwammes am Abend. Vor und nach dem Baden sollte die - Patientin spaziren gehen oder sich mit Arbeit Bewegung verschaffen. - Während der Menstruation muß alle Behandlung mittelst des Wassers - eingestellt werden. - - =Allöopathisch.= Die folgende Vorschrift wird von Dr. Pancoast von - Philadelphia empfohlen. Man wechselt mit den Mischungen jeden Tag ab; - das heißt, man nimmt No. 1 den einen und No. 2 den nächsten Tag u.s.w. - - No. 1. -- Kohlensaurer Eisen-Niederschlag - (~Precip. carbonate of iron~) 5 Drachmen. - Sturmhut- (~Conium~) Extrakt 2 „ - Peru Balsam 1 Drachme. - Zimmetöl 20 Tropfen. - Syrup 8 Unzen. - Pulverisirter Gummi Arabicum 2 Drachmen. - - Mische. Dosis: 2 Theelöffel voll dreimal des Tages, jeden andern Tag - nach den Mahlzeiten. Schüttle die Mischung vor dem Gebrauch. - - No. 2. -- Brechnuß-Tinktur (~Tinct. of Nux Vomica~) 1 Drachme. - Eisen-Iodide-Syrup (~Syrup iodide - of iron~) 1 Unze. - Syrup 4 Unzen. - - Mische dieses. Dosis: ein Theelöffel voll dreimal des Tages, jeden - andern Tag in Wasser nach den Mahlzeiten. Eine andere Behandlung: - - Man reinige die Eingeweide mit der folgenden Mischung: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Salpetersaures Kali (~Nitrate of potash~) 10 Grane. - Lakritzen-Extrakt (~Extract of liquorice~) 1 Skrupel. - Zusammengesetzter Senna-Aufguß (~Compound - infusion of senna~) 5½ Unzen. - Jalappen-Tinktur (~Tinct. of jalap~) 3 Drachmen. - Flüchtiger Salzgeist (~Spirits of sal volatile~) 1 Drachme. - - Mische dieses. Dosis: zwei oder drei Eßlöffel voll zu einer Zeit, mit - Zwischenräumen von zwei Stunden, bis die Wirkung eintritt. - - Auf dieses verordne man schwefelsaures Eisen 5 Grane, Enzian- - (~Gentian~) Extrakt 10 Grane. - - Bereite hieraus 3 Pillen und nehme 1 Pille zweimal des Tages mit - zusammengesetzten Aloe- oder Rhabarber-Pillen jeden Abend. - - =Homöopathisch.= ~Pulsatilla.~ -- Für Frauen mit mildem, ruhigem - Temperament, welche oft traurig sind und viel weinen, oder - wenn Erkältung und Bloßstellung in der Witterung die Krankheit - verursachten. Die folgenden Symptome deuten auf die Verordnung dieser - Arznei hin: Fahle Farbe mit Röthe und Hitze abwechselnd, Herzklopfen, - kalte Hände und Füße, Schwerathmen, mit einem Erstickungsgefühl - nach jeder Anstrengung, öfterer Stuhlgang und Weichheit desselben, - Uebelkeit und Erbrechen, Anschwellen der Füße, Frösteln, Ohrensausen - und Gesichts-Neuralgie. - - ~Bryonia.~ -- Mag abwechselnd mit ~Pulsatilla~ gegeben werden, wenn - Blutanhäufungen in der Brust vorkommen, Hartleibigkeit, Nasenbluten, - Hitze abwechselnd mit Frösteln, Husten, wobei Klumpen schwarzen - Blutes abgehen, Schmerzen im Kreuz. - - ~Ferrum.~ -- Bei großer Schwäche, Appetitlosigkeit, Uebelsein und - hektischem Husten, wassersuchtartige Anschwellungen um die Augen, - Fahlheit der Haut, die Lippen sind beinahe blutlos, Schwierigkeit - beim Athmen, Mangel an Lebenswärme. - - ~Sulphur.~ -- Gegen hartnäckige Fälle, namentlich wenn die obigen - Heilmittel nicht wirkten. Klopfende Schmerzen im Kopf, Ohrensausen, - saures Aufstoßen vom Magen, Hartleibigkeit mit harten Stuhlabgängen, - große Bedrückung nach dem Sprechen, Schwierigkeit beim Athmen mit - Druck in der Brust. - - ~Calcarea Carbonica.~ -- Kann nach ~Sulphur~ gebraucht werden, - namentlich wenn die Abzehrung sehr bedeutend ist und die Patientin - Schwierigkeit beim Athmen hat. - - ~China~ und ~Carbo Vegetabilis~. -- Eine Dosis abwechselnd jeden - Abend 5 oder 6 Wochen lang, wenn das Uebel nach einer heftigen - Krankheit oder nach Hämorrhoiden eingetreten ist. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man verordne vom gewählten Heilmittel 5 - oder 6 Kügelchen -- trocken -- einmal in 4 Stunden. Sobald Besserung - eintritt, so gebe man die Arznei alle 12 Stunden oder alle 2 oder 3 - Tage. - - +Kost.+ Diese sollte ganz einfach, aber nahrhaft sein. Man vermeide - alle Stimulanten und hochreifen Früchte &c. Kaffee, grüner Thee und - Liquöre dürfen nicht genossen werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Um den Stuhlgang regelmäßig zu - erhalten, gebrauche man zusammengesetzte Leptandrin-Pillen (~Compound - pill of leptandrin~), jeden Abend zu nehmen. Wirkt diese Dosis nicht, - so füge zu jeder Pille 1/20 Gran Brechnuß (~Nux Vomica~) hinzu. Ist - der Magen sauer, so gebe kohlensaures Natron (~Carbonate of soda~), - oder kohlensaures Kali (~Carbonate of potash~), oder kohlensaure - Magnesia (~Carbonate of magnesia~), mit Gelbwurz- oder Quassia-Thee. - Zur Verbesserung des Blutes brauche folgendes: - - Kohlensaures Eisen (~Carbonate of iron~) 5 Drachmen. - Assafötida 3½ Skrupel. - Entenfuß (~Podophyllin~) 8 Grane. - - Mische dieses und bereite 24 Pulver daraus und verordne 1 Pulver - dreimal des Tages. - - Oder dieses: - - Myrrhen-Tinktur, Aloe-Tinktur, von jedem 1½ Unzen, Blutwurzel- - (~Blood root~) Tinktur, salzsaure Eisen-Tinktur (~Muriated tinct. - of iron~), von jedem eine Unze. Mische dieses und verordne einen - Theelöffel dreimal des Tages. - - Oder die folgenden Pillen: - - Schwefelsaures Eisen (~Sulphate of iron~), zu - pulverisiren und an die Luft zu setzen, bis es - trocken und weiß wird 1 Drachme. - Chinin (~Quinine~) 30 Grane. - Myrrhen (~Gum Myrrh~) 30 „ - Entenfuß (~Podophyllin~) 20 „ - - Hiervon bereite man 60 Pillen mit Enzian-Extrakt (~Extract of - gentian~) und nehme eine Pille Abends und Morgens. - - Die zusammengesetzten Pillen von blausaurem Eisen (~Compound pills - of ferrocyanuret of iron~) werden ebenfalls empfohlen. Man nehme - dieselben Morgens und Abends. Man sollte eines dieser Präparate - mehrere Wochen lang hinter einander nehmen und alsdann ein anderes. - - -Uebermäßige Menstruation (~Profuse Menstruation -- Menorrhagia~). - -Dies ist, wie der Name angiebt, ein übermäßiger Blutfluß während -der Menstruation. Die Quantität Blut, die während der Monatsperiode -ausfließt, ist bei verschiedenen Frauen verschieden, beträgt aber -gewöhnlich zwischen vier und acht Unzen. Die Quantität mag an der Zahl -der gebrauchten Tücher (~Napkins~) geschätzt werden. Jedes derselben -enthält etwa ½ Unze oder einen Theelöffel voll, so daß 8 Napkins 4 -Unzen enthalten würden, 20 zehn Unzen u.s.w. Bei manchen Frauen mag -der Blutausfluß sehr reichlich sein, ohne daß dadurch die Gesundheit -beeinträchtigt würde. - -+Ursachen.+ Dieses Uebel mag durch einen schwachen Zustand der -Gebärmutter, durch vieles Kinderzeugen, Frühgeburten, üppiges Leben -und zu langes und zu vieles Säugen, oder durch Gemüthsbewegungen, -übermäßige Anstrengung, Tanzen, Fälle, schweres Heben, Erkältungen und -geistige Aufregung erzeugt werden. - -+Symptome.+ Erschöpfung der Körperkräfte, Schwäche und Schmerz im -Rücken, der sich bis zu den Hüften und über die Lenden zieht, fahles, -eingesunkenes Gesicht, Kopfweh mit Klopfen in den Schläfen, Schmerz in -der linken Seite, im Magen und in den Gedärmen, manchmal Diarrhöe mit -großer Nervenschwäche. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Patientin muß sich auf ein hartes Lager niederlegen - und keinerlei stimulirende Speisen und Getränke genießen. Das Zimmer - sollte kühl und sie sollte mit leichten Decken bedeckt sein. Man bade - die Füße in warmem Wasser, und wenn der Ausfluß sehr stark ist, so - lege Tücher, gut mit Essig und Wasser getränkt, auf den Unterleib. - Die Hüften müssen höher zu liegen kommen als der Kopf, und nur in - den äußersten Fällen sollte man zum Verstopfen greifen. Muß es aber - geschehen, so nehme man ein etwa 4 Zoll im Quadrat großes Stück - Linnenzeug und bringe dasselbe in die Scheide, so daß diese angefüllt - wird, worauf man eine Binde zwischen den Beinen befestigt. Kalte - Hüftenbäder, sowie das Einspritzen von kaltem Wasser in die Scheide - werden, falls die Blutung nicht heftig ist, dienlich sein. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man nehme gleiche Theile pulverisirten - Alaun, Geranium und Holzkohle, mische dieses und gebe davon 15 Grane - alle 10-20 Minuten; oder je einen Theelöffel voll Salpeter und Alaun; - mische dieses und vertheile die Masse in 6 Pulvern, von welchen eins - alle 2-4 Stunden zu geben ist. Ein aus ganzem Zimmet (~Cinnamon - bark~), oder ganzem Zimmet und den Blättern der rothen Himbeerstaude - bereiteter Thee wird wohlthätig wirken, wenn die Patientin viel - davon trinkt. Auch wird ein aus gleichen Theilen kurzblätterigem - Dreiblattklee (~Beth root~), blauer Schlangenwurzel (~Blue cohosh~) - und mehliger Aletris bereiteter Thee, von welchem je eine halbe Unze - mit einem Pint kochenden Wasser vermischt wird, sehr empfohlen. - Hiervon mag während eines Tages ein Pint getrunken werden. Zur selben - Zeit nehme man alle Stunde oder 2 Stunden ein aus 5 Granen span. - Pfeffer (~Cayenne~), ½ Gran Opium und 1 Gran Ipecacuanha (~Ipecac~) - zusammengesetztes Pulver. Sind bedeutende Schmerzen vorhanden, so - kann das folgende alle zwei oder drei Stunden verordnet werden: ½ - Gran Morphium, 4 Grane spanischen Pfeffer, 4 Grane Harz (~Rosin~) - in Brombeerensyrup zu geben. In manchen Fällen wird salzsaure - Eisentinktur (~Tincture of muriate of iron~) in Dosen von 15 Tropfen - alle halbe Stunde oder mehr, je nach Heftigkeit der Symptome, gute - Dienste leisten. Zwischen den „Perioden“ gebe man zur Verhütung - der Ueberblutung zusammengesetzten Wallwurzwein (~Compound wine of - comfrey~) ein- oder zweimal des Tages und lasse die Patientin viel - Thee von Brombeerwurzel oder kurzblätterigem Dreiblattklee trinken. - - =Homöopathisch.= ~Ipecac.~ -- Wenn der Ausfluß hellroth und die - Menstruation zu oft eintritt. Man mag ~Sabina~ darauf folgen lassen. - - ~Belladonna.~ -- Wenn die Menstruation zu frühe wieder eintritt und - die Patientin drückende Schmerzen mit heftigem Kopfweh empfindet, - geröthetes Gesicht und kalte Gliedmaßen. - - ~Orocus.~ -- Ist ein wichtiges Heilmittel und ist zu gebrauchen, wenn - der Ausfluß aus dunkeln Klumpen besteht. - - ~Chamomilla.~ -- Wenn der Ausfluß dunkelroth und verbunden ist mit - kolikartigen Schmerzen, die den Wehen ähnlich sind, heftiger Durst, - Kopfweh, mit geschwächtem Augenlicht und Ohrensausen. - - ~Nux Vomica.~ -- Wenn der Ausfluß plötzlich heftig ausströmt, - eine Zeitlang aufhört und dann wieder beginnt. Unterleibskrämpfe, - Uebelkeit, Erbrechen, Ohnmachten; ein Gefühl der Schwere und des - Wundseins, als ob dasselbe von einer Quetschung herrühre. - - ~Calcarea Carbonica~ -- ist gegen hartnäckige Fälle sehr gut, wo - der Ausfluß lange Zeit stattgefunden und bedeutende Störungen im - Organismus veranlaßt hat. Geeignet für Personen mit schwachen, - schlaffen Muskeln und skrophulösem Organismus. - - ~Secale.~ -- Bei sehr starkem Ausfluß mit heftigem Krampf, - krampfhaftem Jucken in den Füßen und Kälte der äußeren Gliedmaßen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse von dem gewählten Heilmittel 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und nehme alle halbe - Stunde, oder jede Stunde oder zwei Stunden einen Theelöffel voll, je - nach der Heftigkeit der Symptome. - - =Allöopathisch.= - - Essigsaures Blei (~Acetate of lead~) 10 Grane. - Pulverisirtes Opium 6 „ - - Bereite hieraus 10 Pillen und nehme eine Pille alle eine oder zwei - Stunden, bis sich der Ausfluß vermindert. Das folgende wird sich als - sehr wirksames Mittel erweisen: - - Zimmetöl (~Oil cinnamon~) 2 Drachmen. - Berufskraut- (Can. Flöhkraut) Oel (~Oil erigeron~) 2 „ - Pulverisirtes Gummi Arabicum 1 Drachme. - Wasser 4 Unzen. - - Dosis: Einen oder zwei Theelöffel voll alle 1, 2 oder 3 Stunden in - versüßtem Wasser. - - Wenn die Patienten robust und alle anderen Funktionen in Ordnung - sind, so werden Blutungen an den Lenden mittelst Blutegel gute - Dienste leisten, dabei verordne das Folgende: - - Galläpfel-Säure (~Gallic acid~) 20 Grane. - Rother Mohnsamen-Syrup (~Syrup of red poppies~) 2 Drachmen. - Gummi Arabicum-Schleim (~Mucilage of gum arab.~) 2 „ - Wasser 3½ Unzen. - - Dosis: Einen Theelöffel voll alle 3 oder 4 Stunden. - - Zwischen den Monatsperioden muß man den Körper durch ein - Eisenpräparat zu stärken suchen; eines der besten ist das folgende: - - Kohlensaurer Eisenniederschlag (~Prec. carb. - of iron~) 5 Drachmen. - Eisenhut-Extrakt (~Extract conium~) 2 „ - Peruanischer Balsam (~Balsam Peru~) 1 Drachme. - Zimmetöl (~Oil cinnamon~) 20 Tropfen. - Syrup 8 Unzen. - Pulverisirtes Gummi Arabicum 2 Drachmen. - - Dosis: Zwei Theelöffel voll drei- oder viermal des Tages in Wasser. - Schüttle die Mischung vor dem Gebrauch. - - Das folgende wird sehr geschätzt: - - Ammoniakcitronensaures Eisen (~Ammonia citrate of - iron~) 2 Drachmen. - Zusammengesetzte Cardamon-Tinktur (~Compound - tincture of cardamons~) 2 „ - Chirayta-Aufguß (~Infusion of chiretta~) 5½ Unzen. - - Dosis: Einen Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - Eine andere erfolgreiche Arznei wird von Prof. Meigs in Philadelphia - empfohlen: - - Pulverisirter Alaun (~Pulv. Alum~) 5 bis 20 Grane. - Geriebene Muskatnuß (~Grated nutmeg~) 2 „ - - Bereite hieraus ein Pulver und gebe dasselbe in aus weißem Zucker, - den man kochen läßt, bereitetem Syrup alle Stunden. - - -Schwere Menstruation (~Menstrual Colic, Painful Menstruation -- -Dysmenorrhœa~). - -Dieses Uebel ist durch den Namen gekennzeichnet, welcher eine mit -Schwierigkeiten verknüpfte Monatsperiode bedeutet, mit vorhergehenden -heftigen Schmerzen im Rücken und dem Unterleib. - -+Ursachen.+ Erkältungen, die sich Frauen während der Menstruation -zuziehen, Erschrecken, heftige Geisteserregungen, hartnäckige -Hartleibigkeit, sitzende Lebensweise, kleiner Mund und Hals der -Gebärmutter. Frauen, welche mit diesem Uebel behaftet sind, werden -gewöhnlich von demselben durch Heirath befreit. - -+Symptome.+ Heftige, drückende Schmerzen in der Gegend der Gebärmutter, -wehenartige Schmerzen, Ruhelosigkeit, Frösteln abwechselnd mit Hitze, -Kopfweh, Schmerz im Kreuz (~Small Back~) im Unterleib und den Lenden. -Der Ausfluß ist gering und enthält Fasern und Blutklumpen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Patientin sollte sogleich ins Bett gehen und sich - warm zudecken. Sie darf keine stimulirenden Speisen und Getränke - gebrauchen; soll aber warme Fußbäder, Sitzbäder und Aufschläge von - Hopfen oder Tüchern, die in warmes Wasser getaucht wurden, anwenden. - - =Homöopathisch.= ~Belladonna.~ -- Wenn die Schmerzen im Unterleib - derart sind, als ob die dortigen Theile fest umspannt wären, - heftige Schmerzen im Rücken, drückende Schmerzen, als ob die Theile - herausfallen wollten. Die Schmerzen treten vor dem Blutausfluß - ein und sind mit Blutandrang nach dem Kopf und Kopfweh begleitet; - erschreckende Visionen, rothes, aufgedunsenes Gesicht und heftiger - Durst. - - ~Pulsatilla.~ -- Unterleibskrämpfe mit Abgang von Klumpen dunkeln - oder blassen Blutes, drückende Schmerzen im Unterleib, im Kreuz und - in den Seiten, Uebelkeit und Erbrechen, häufige Neigung zum Stuhlgang - und Urinmachen. - - ~Coffea.~ -- Große Nervenaufregung, Zähneknirschen, Schreien, Kolik, - Vollheit und Druck im Unterleib, Kälte des Körpers. Mag abwechselnd - mit ~Pulsatilla~ verordnet werden. - - ~Chamomilla.~ -- Wehenartige Schmerzen, Menstruation zu stark, zu - frühe und mit heftigen Unterleibskrämpfen verbunden. - - ~Nux Vomica.~ -- Gebärmutterkrämpfe, zerrende Schmerzen im Unterleib - und Schmerzen im Rücken, als ob dieser gebrochen wäre, Uebelkeit und - Neigung zum Urinmachen. - - ~Secale Cornutum.~ -- Schneidende, reißende Kolik mit starkem, lang - anhaltendem Ausfluß, blasses Gesicht, kalte Gliedmaßen und kalter - Schweiß. - - ~Veratrum.~ -- Kolik mit Uebelsein und Erbrechen, nervöses Kopfweh, - Kälte der Füße, Nase und Hände, Ohnmachtanfälle. - - =Allöopathisch.= Das folgende wird sehr empfohlen: - - Sturmhutblätter-Tinktur (~Tinct. of aconite leaves~) 2 Drachmen. - Süßer Salpetergeist (~Sweet spirits of nitre~) 1 Unze. - Morphium 3 Grane. - Syrup 4 Unzen. - - Dosis: Einen Theelöffel voll alle halbe Stunde, bis Linderung - eintritt. - - Oder „Dover’s Pulver,“ 10 oder 15 Grane auf einmal zu geben und 5 - Grane in einer Pille alle 3 bis 4 Stunden; nach jeder Pille gebe man - eine Dosis der folgenden Mischung: - - Essigsaure Ammoniak-Auflösung (~Solution of - acetate of ammonia~) 1½ Unze. - Süßer Salpetergeist (~Sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen. - Syrup 2 „ - Kampher-Mischung (~Camphor mixture~) 4 Unzen. - - Mische dies. Dosis: Den vierten Theil. - - Zwischen den Perioden hat sich die Patientin viel Bewegung zu machen; - ein warmes Hüftbad drei Abende in der Woche zu nehmen, wobei Wasser - tief in die Scheide einzuspritzen ist. Man halte den Stuhlgang - mit Aloe- oder Myrrhen-Pillen regelmäßig und nehme einen kleinen - Theelöffel voll flüchtige Guajack-Tinktur (~Volatile tincture of - guaicum~) dreimal des Tages in Wasser. Kurz vor der Zeit, da die - Periode eintritt, nehme man folgendes am Abend: - - Calomel (geläutertes Quecksilber) 3 Grane. - Opium 1 Gran. - - Morgens nehme man eine Dosis Castoröl und beim Eintritt der Periode - Dover’s Pulver und Mischung, wie oben angegeben. Diese Behandlung ist - jedesmal zwischen den Perioden zu wiederholen, bis Besserung eintritt. - - Das folgende sollte nach der Empfehlung von Prof. Meigs einige Tage - vor dem Eintritt der Menstruation verordnet werden: - - Säuerliche Zeitlosen-Tinktur (~Acetous tincture of - colchicum~) 3 Drachmen. - Magnesia 1 Drachme. - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 3 Drachmen. - Distillirtes Münz- oder Zimmet-Wasser 4 Unzen. - - Mische dieses. Dosis: Ein kleines Weinglas voll alle zwei oder drei - Stunden, bis die Medizin wirkt. Ehe man dieses Mittel einnimmt, - sollte den Abend zuvor eine kleine Dosis Blaupillen (~Blue pills~) - verordnet werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Schaffe Stuhlgang-Oeffnung durch - folgendes: - - Pulverisirte Aloe 30 Grane. - Gummigutt (~Gamboge~) 30 „ - Entenfuß (~Podophyllin~) 20 „ - Spanischer Pfeffer (~Cayenne~) 10 „ - - Bereite daraus mittelst Gummi Arabicum Schleim 30 Pillen, nehme 3 - Pillen für eine Dosis alle 4-6 Stunden, bis sie wirken. Ein heißer - Hopfen-, Rainfarn- (~Tansy~) oder Wasserdost- (~Boneset~) Umschlag - mag auf den Unterleib gelegt werden. Zu gleicher Zeit nehme das - folgende: - - Pulverisirter Kampher } je 25 Grane. - Macrotin } - Brechwurz } - Spanischer Pfeffer } je 12 „ - Opium } - - Bereite hieraus 25 Pillen mittelst Bilsenkraut- (~Hyosciamus~) - Extrakt und nehme alle 2, 3 oder 4 Stunden eine Pille, je nach den - Symptomen. Ein Dunstbad (~Spirits vapor bath~) leistet in manchen - Fällen ausgezeichnete Dienste. Auch wird Gelsamin-Tinktur (~Tinct. - of Gelseminum~) in Dosen von ½ Theelöffel voll alle Stunden oder - öfters zu nehmen, empfohlen. Sind die Schmerzen sehr heftig, so füge - man 5 Tropfen Sturmhut-Tinktur (~Tinct. of Aconite~) zu jeder Dosis. - Zwischen den Perioden gebrauche folgendes: - - Kampher 1½ Skrupel. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of Quinine~) 35 Grane. - Stechapfel-Extrakt (~Extract of Stramonium~) 20 „ - - Bereite hieraus mittelst Aletridin 80 Pillen und nehme 1 Pille alle - 4-5 Stunden. - - Der zusammengesetzte Syrup der Mitchella (~Partridge berry~) wird - für hartnäckige Fälle sehr empfohlen und muß lange Zeit damit - fortgefahren werden. - - -Unterdrückte Menstruation (~Supression of the Menses -- Amenorrhœa~). - -Hierunter versteht man ein Ausbleiben der Monatsperiode, nachdem -dieselbe bereits eingetreten, und mag dieses Uebel entweder acut oder -chronisch sein. - -+Ursachen.+ Erkältungen, die sich die Betreffende während des -Blutausflusses durch nasse Füße &c. zugezogen hat, Furcht, Erschrecken, -Gemütsbewegungen, Angst, Fieber und andere acute Krankheiten. -Chronische unterdrückte Menstruation kann entweder durch die acute -herbeigeführt, oder durch geschwächten Körperzustand und Krankheiten -des Eierstocks und der Gebärmutter verursacht werden. Auch mag dieses -Uebel durch ein verschlossenes Hymen entstehen, in welchem Falle es von -einem Arzte aufgeschnitten werden muß. - -+Symptome.+ Folgende Symptome zeigen sich bei solchen Frauen, deren -Körper und Geschlechtsorgane vollkommen entwickelt sind: Kopfweh, -Fieber, heiße Haut, schneller Puls, Durst, Schwere, Vollheit und Pochen -im Mittel- und Hinterkopf, Schmerzen im Rücken und den Lenden, kalte -Füße und Hände. Frauen, die nervös und von zartem Körperbau sind, haben -hysterische Anfälle und selbst Epilepsie. Die Symptome der chronischen -Periodenunterdrückung sind: Abnahme der Gesundheit, Appetitlosigkeit, -Fahlheit der Haut, Schmerzen im Rücken und den Seiten, Hartleibigkeit -und Kopfweh. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Ist die Periodenunterdrückung durch eine Krankheit - verursacht, so muß diese gehoben werden, ehe die Menstruation wieder - eintreten kann. Gegen plötzliche Unterdrückung gebrauche man warme - Sitz- oder Fußbäder. Auf den Unterleib lege man in warmes Wasser - getauchte Tücher und trinke viel warmes Wasser. Ist die Unterdrückung - chronisch und die Patientin von zartem Körperbau, so gebrauche man - zwischen den Perioden das Sturzbad oder den Badzuber (~full bath~) - und verwende dazu kaltes oder lauwarmes Wasser und reibe den Körper - mittelst eines rauhen Handtuchs tüchtig ab, namentlich am Unterleib, - den Lenden und den Geschlechtstheilen. - - =Allöopathisch.= Ein warmes Hüftbad wird den Blutausfluß gewöhnlich - herbeiführen. Ist die Gebärmutter entzündet, so verordne das folgende: - - Sturmhutblätter-Tinktur (~Tinct. of Aconite leaves~) 2 Drachmen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 1 Unze. - Syrup 3 Unzen. - - Dosis: einen Theelöffel voll alle 2 oder 3 Stunden. - - Kann der Ausfluß nicht herbeigeführt werden, so warte, bis die - Zeit kommt, wo die nächste Periode eintreten sollte. Einige Tage - vor derselben sollten die Eingeweide vollkommen geöffnet werden - und in diesem losen Zustand bis zur Zeit bleiben, wo der Ausfluß - beginnen sollte. Die Aloe- und Eisen- (~Aloes and Iron~) Pillen vom - Vereinigten Staaten Dispensatorium sind hierfür eines der besten - Mittel. Man verwende von 1 zu 3 Pillen täglich. Wenn keine Ursache - für die Unterdrückung der Monatsregel -- z. B. Schwangerschaft, - Entzündung des Mutterhalses, und die Frau leidet durch die - Unterdrückung, so verordne das folgende: - - Caulophyllin (Wiesenrautenstammblatt) 1 Drachme. - Sturmhut-Extrakt 8 Grane. - Aloe 10 „ - Schwefelsaures Eisen (~Sulphate of iron~) 10 „ - - Hieraus bereite 40 Pillen. Dosis: 2 oder 3 Pillen Morgens und Abends. - - Oder dies: - - Aloe 1 Drachme. - Myrrhen 1 „ - Schwefelsaures Eisen (~Sulphate of Iron~) 1 „ - Schwarzer Nieswurz-Extrakt (~Extract black - hellebore~) 1 „ - Sabinöl (~Oil of savine~) 1 „ - - Mache 30 Pillen daraus. Dosis: 1 Pille drei- bis sechsmal täglich. - - Diese Mittel sollten immer einige Tage vor der Zeit, wo die Periode - eintreten sollte, genommen werden. Ist die chronische Unterdrückung - die Folge irgend einer acuten Krankheit, so muß immer die Gesundheit - zuerst wieder hergestellt werden, denn bei geschwächtem, kränklichem - Körperzustand die Menstruation mit Gewalt herbeizuführen, ist - schädlich. Ist die Gesundheit wieder fest, so nehme man unmittelbar - vor der Rückkehr der Periode ein warmes Hüftbad alle Abend, sechs - Abende hinter einander, und eine der folgenden Pillen dreimal des - Tages: - - Frisch pulverisirtes Roggenmutterkorn (~Fresh powd. - ergot of rye~) 50 Grane. - Barbadös Aloe 12 „ - Wesentliches Wachholderbeerenöl (~Essential oil of - juniper~) 12 Tropfen. - - Mache mittelst Schleim oder Syrup hieraus 12 Pillen und verschlucke - jede mit einer Theetasse voll am. Ysop-Thee (~Pennyroyal~). - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ist die Patientin hartleibig, - so gebrauche das Jalappenpulver (~Powder of jalap~). Lege auf - den Unterleib Umschläge von Hopfen oder Rainfarn (~Tansy~). - Amerikanischer Ysop-, Rainfarn-, Ingwer- (~Ginger~) oder Mutterkraut- - (~Motherwort~) Thee kann oft getrunken werden. Auch mag in kurzen - Zwischenräumen die zusammengesetzte Tinktur von Virginischer - Schlangenwurzel (~Compound tincture of Virginia snake root~) gegeben - werden. Gegen Hartleibigkeit mögen die bei schwerer Menstruation - empfohlenen Pillen aus Aloe, Gummigutt und Entenfuß gegeben werden. - Einige Tage vor der Zeit der Periode ist dreimal des Tages eine - halbe Theetasse voll Thee aus Eisenhand (auch Eisenkraut, englisch - ~Vervine~) zu trinken. Dies wird sehr empfohlen. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Wenn die Unterdrückung durch Schreck - oder Erkältung herbeigeführt worden, mit Blutandrang im Kopf und der - Brust, geröthetes Gesicht, Uebelsein, Ohnmachtanfälle, Schwindel. - Dies Mittel mag abwechselnd mit ~Bryonia~ gegeben werden. Bewirken - die Arzneien nur theilweisen Erfolg, so gebe man ~Opium~. - - ~Belladonna.~ -- Für robuste Patientinnen, bei denen alle andern - Funktionen in Richtigkeit sind. Kopfweh und Pulsiren im Kopfe, - geröthetes Gesicht, Blutandrang im Kopf und der Brust, großer Durst. - - ~Bryonia.~ -- Kopfweh und Schwindel, welche durch Bewegung, und wenn - die Patientin mit der Bewegung aufhört, vermehrt werden, Schmerz im - Magen, saures Aufstoßen, Hartleibigkeit, Nasenbluten. - - ~Pulsatilla.~ -- Dies ist gegen die Krankheit das wichtigste - Heilmittel und wird angewandt, wenn die Unterdrückung durch Erkältung - verursacht ist, heftiges Kopfweh, namentlich an einer oder der andern - Seite des Kopfes, mit schießenden Schmerzen, die sich ins Gesicht, zu - den Ohren und Zähnen ziehen; Schwindel mit Ohrensausen, Herzklopfen, - kalte Hände und Füße, Hitze, Uebelsein und Erbrechen, Druck im - Unterleib, Erstickungsgefühl bei der geringsten Anstrengung, häufige - Neigung zum Urinlassen, weißer Fluß, Traurigkeit. - - ~Sepia.~ -- Nervöses Kopfweh mit abwechselndem Frösteln und Hitze, - Kolik und Schmerzen in den Seiten, blasse Hautfarbe oder gelbe - Flecken im Gesicht, Weinen, hysterische Störungen; namentlich dann - anzuwenden, wenn weißer Fluß vorhanden ist. - - ~Veratrum.~ -- Nervöses Kopfweh, Uebelsein und Erbrechen, kalte Hände - und Füße, Schwäche und Ohnmachtanfälle. - - ~Sulphur.~ -- Kopfweh, namentlich im Hinterkopf, Gefühl der - Schwere und des Vollseins im Kopf, Pulsiren, fahle Gesichtsfarbe - mit rothen Flecken im Gesicht, saurer Magen, Druck im Unterleib, - Hartleibigkeit, unerfolgreiche Anstrengungen zum Stuhlgang, oder - Diarrhöe mit schleimigem Abgang, Hämorrhoiden, weißer Fluß mit Jucken - an den Geschlechtstheilen, Schmerzen in den Lenden, Schwerathmen, - aufgeregter Gemüthszustand und Traurigkeit. Bei chronischen Fällen, - wenn die Patientin sehr schwach ist, gebe entweder ~China~, - ~Graphites~, ~Arsenicum~ oder ~Natrum Muriaticum~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser auf und gebe 1 Theelöffel voll alle 1 oder 2 Stunden, je nach - den Symptomen. Wenn der Ausfluß sich nicht einstellt, wohl aber die - Symptome gehoben sind, so höre mit der Medizin auf und beginne wieder - einige Tage vor der nächsten Periode. - - -Aufhören der Menstruation oder Uebergangszeit (~Cessation of the Menses --- Change of Life~). - -Unter dem Ausdruck „Uebergangszeit oder kritische Periode“ versteht man -das Aufhören der Menstruation. Dieses tritt gewöhnlich zwischen dem -40. und 50. Lebensjahre ein, obgleich es in einigen Fällen auch schon -in den dreißiger und in anderen erst mit den sechziger Lebensjahren -stattfinden mag. Gewöhnlich aber zeigt sich die Lebensveränderung um -das 45. Lebensjahr. Die Symptome sind je nach der Körperorganisation -der betreffenden Frau verschieden. Bei manchen äußert sich das Aufhören -der Menstruation durch verringerte Menge des Blutausflusses, bei -andern dadurch, daß es länger als gewöhnlich ansteht, bis die Periode -wieder eintritt. Eine Frau mag in dieser Zeit weiter nichts fühlen -als einen zeitweiligen Blutandrang nach dem Kopfe und Kopfweh. Bei -andern aber zeigen sich ernstliche Symptome, welche die Behandlung -eines geschickten Arztes erfordern. Den in dieser Lebensperiode sich -äußernden körperlichen Uebelständen sollte gehörige Aufmerksamkeit -geschenkt werden, und man darf sich nicht damit beruhigen, daß -dieselben eben vom Aufhören der Menstruation herrühren und von selbst -gehoben würden, sobald der kritische Zeitpunkt überstanden sei; denn -in dieser Zeit mögen bedeutende Krankheiten verursacht werden, welche -der Frau das Leben zur Zeit der Qual machen, während sie andernfalls -sich eines glücklichen Alters hätte erfreuen können. Während der -Uebergangszeit wird die Gesundheit der meisten Frauen mehr oder weniger -gestört sein; aber zu sagen, was und wo das vorhandene Uebel sei, dies -ist manchmal unmöglich, und man gewahrt eben nur Unwohlsein. Folgendes -sind die Symptome, die zu Tage treten mögen: - -+Symptome.+ Kopfweh, Schwindel, Gallsucht, saurer Magen, -Unverdaulichkeit, Diarrhöe, Hartleibigkeit, Hämorrhoiden, Jucken -der Geschlechtsteile, Krämpfe und Kolik im Unterleib, Herzklopfen, -Anschwellen der Gliedmaßen und des Unterleibes, Schmerz im Rücken, den -Lenden, Blässe und Schwäche. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Man sei im Essen und Trinken mäßig und schlafe in - geräumigen, gut ausgelüfteten Zimmern, genieße keine Stimulanten, - bewege sich täglich in der frischen Luft, entweder durch Gehen oder - Reiten, vermeide heftige Gemüthsbewegung und das sich nasser und - stürmischer Witterung Aussetzen, nasse Füsse &c. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Gegen Schwindel und Kopfschmerz gebe - das zusammengesetzte Jalappen-Pulver (~Compound powder of jalap~) - oder das zusammengesetzte Leptandrin-Pulver (~Compound powder of - leptandrin~). - - =Homöopathisch.= Die am meisten zu benützenden Mittel sind - ~Pulsatilla~, ~Lachesis~, ~Bryonia~, ~Cocculus~, ~Ignatia~ und - ~Sulphur~. Gewöhnlich kann die Behandlung mit ~Pulsatilla~ und - ~Lachesis~ begonnen werden. Man verordne 1 Dosis (6 Kügelchen) von - ~Pulsatilla~ vier Tage lang; sodann höre mit Medizingeben vier Tage - lang auf und darnach gebe ~Lachesis~ in derselben Weise. Werden - die Symptome schwächer, so gebe keine Medizin, so lange sich die - Patientin auf der Besserung befindet. ~Bryonia~ giebt man, wenn - Blutandrang nach dem Kopf, Schwindel &c. vorhanden sind, und - ~Ignatia~, wenn die Patientin erregt und nervös ist. - - =Allöopathisch.= Halte den Stuhlgang regelmäßig mit folgendem offen: - - Mercurial-Pillen 1 Gran. - Brechwurz-Pulver (~Ipecac powder~) ½ „ - Zusammengesetzte Rhabarber-Pillen (~Compound - rhubarb pill~) 3 Grane. - - Mische dieses und bereite eine Pille daraus und nimm solche jeden - Abend. - - Oder eine Unze ~Hicra Picra~, oder pulverisirte Aloe und Castella - mit einem Pint Wachholderbeeren-Branntwein (~Gin~) vermischt. Die - Mischung sollte von 4 zu 5 Tagen stehen bleiben, worauf ein Eß-Löffel - voll in ein Glas Wasser jeden Morgen oder alle andern Morgen, je - nachdem, zu nehmen ist. - - Ist die Patientin korpulent, feist und robust, so wird das folgende - empfohlen: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1½ Unzen. - Zusammengesetzter Rosenaufguß 5 „ - Zimmetwasser 1 Unze. - - Mische dieses. Dosis: zwei Eßlöffel voll einmal täglich. - - Sind nervöse Symptome vorhanden, so gebe: - - Baldriansaures Zink (~Valerianate of zinc~) 8 Grane. - Baldrian-Tinktur (~Tincture of Valerian~) 2 Drachmen. - Orangenblumen-Wasser 3½ Unzen. - Rother Mohn-Syrup (~Syrup of red poppies~) 2 Drachmen. - - Mische dieses. Dosis: ein Eßlöffel voll alle 6 Stunden. - - - - -Drittes Kapitel. - -Vorfall der Gebärmutter (~Falling of the Womb -- Prolapsus Uteri~). - - -Zum besseren Verständniß dieser Krankheit ist einige Kenntniß von dem -Bau dieses Organs nöthig. Die Gebärmutter hat die Form einer Birne und -ist zwei und einen halben bis drei Zoll lang, einen und dreiviertel -Zoll weit und endigt nach unten in den Muttermund, oder Mutterhals, -welcher etwa einen halben Zoll weit ist. Das Gewicht der Gebärmutter -beträgt ungefähr 1½ Unze. Dieselbe liegt im unteren Theile des -Unterleibs, im sogenannten Becken zwischen der Blase und dem Mastdarm. -Gehalten wird die Gebärmutter theils dadurch, daß sie auf dem oberen -Ende der Scheide ruht und nebstdem an vier Bändern befestigt ist. Die -Bänder sind etwa 2½ Zoll lang und sie sind dazu vorhanden, um dieses -Organ in richtiger Lage zu erhalten. Vorfall der Gebärmutter ist ein -Sinken derselben und kann dieses so gering sein, daß es gar nicht -bemerkt wird, oder so stark, daß sich das Organ durch die Oeffnung der -Scheide zwischen die Beine drängt. - -+Ursachen.+ Es ist dies nicht sowohl eine Krankheit der Gebärmutter -selbst, als vielmehr eine Krankheit der Theile, die sie zu stützen und -in Lage zu erhalten haben. So lang als die Scheide ihre natürliche -Größe beibehält und die Bänder nur 2½ Zoll lang sind, wird -dieses Organ nicht aus seiner Lage verrückt werden. Alles, wodurch -der Körperorganismus geschwächt und schlaff wird, mag dieses Uebel -herbeiführen. Wenn z. B. die Muskeln des Unterleibs, welche die -Eingeweide halten und stützen, aus irgend welcher Ursache erschlaffen, -so werden die Eingeweide auf die Gebärmutter und deren Bänder Druck -ausüben, welcher endlich ein Nachgeben derselben veranlaßt. Eine -andere Ursache ist in zu früher Leibesbewegung nach dem Kindbett -zu suchen. Ebenso wird starker Blutabfluß oder weißer Fluß, wenn -diesen Uebeln kein Einhalt gethan wird, diese Krankheit erzeugen. -Beständiges Stiegenauf- und absteigen von Seiten zartgebauter Frauen, -enges Schnüren, Tanzen, Hüpfen und Springen, namentlich während der -Monats-Periode, wo die Gebärmutter schwerer ist als sonst, weil sie -mehr Blut enthält, sowie der Gebrauch solcher Medizinen, welche den -„Stuhlgang öffnen“ und die von Vielen angewandt werden, sind die -veranlassenden Ursachen von Gebärmutter-Vorfall. - -+Symptome.+ Die Symptome sind, je nachdem das Organ mehr oder weniger -aus der Lage verrückt ist, verschieden. Jedoch wird die Patientin mehr -oder weniger Druck im unteren Theil des Unterleibs, mit Schmerzen -im Kreuz, sowie Druck in den Geschlechtstheilen verspüren, und zwar -vermehren sich die Symptome durch körperliche Bewegung, oder wenn -die Betreffende lange Zeit steht, und sie sind weniger heftig, wenn -sie liegt. Auch in den Schamleisten und den Lenden werden Schmerzen -gefühlt, die durch den Druck auf die Nerven entstehen; ebenso findet -sich ein Geneigtsein zum Urinlassen, ohne daß die Patientin fähig -wäre, so zu thun, es sei denn Tropfen bei Tropfen. Der Urin ist sehr -heiß. Der Schmerz ist manchmal so bedeutend, daß sich die Kranke -nach vorwärts krümmen oder sich dadurch unterstützen muß, daß sie -die Hände gegen die Lenden stemmt, wenn sie geht. Diese Symptome -verschwinden jedoch, sobald sie niederliegt, woraus man leicht auf die -Natur der Krankheit schließen kann. Die Kranke hat Kopfweh, leidende -Gesichtszüge, Dyspepsie, Herzklopfen und Schmerzen in der linken Seite. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die meisten mit Gebärmuttervorfall behafteten Frauen - meinen, es sei nöthig, daß sie einen Träger zur Stütze des Unterleibs - nöthig hätten. Diese Träger (~Supporters~) richten jedoch viel - Schaden an; denn da man sie eng um den Unterleib gebunden trägt, - vermehren sie den Druck auf die Eingeweide und drücken so die - Gebärmutter und deren Bänder immer weiter herab. Es ist blos nöthig, - die Gebärmutter wieder in ihre natürliche Lage zu bringen und - daselbst zu erhalten. Zu diesem Behufe gebraucht man ein Instrument - -- Mutterkranz (engl. ~Pessary~, lat. ~Pessarium~) genannt. - Dasselbe ist ein aus Gold, Silber, Elfenbein, Holz oder Guttapercha - verfertigter Ring und wird in der Scheide zur Unterstützung der - Gebärmutter angebracht. Täglich sollte ein kaltes Hüftbad genommen - werden, während man zu gleicher Zeit kaltes Wasser mittelst einer - Spritze (~Syringe~) in die Scheide einspritzt. Die Patientin liege - so viel als möglich und vermeide es, erschöpft zu werden. Auf den - Unterleib lege beim Schlafengehen kalte Umschläge. Schnürleiber und - schwere Röcke dürfen nicht getragen werden und die Kleider sollten - los am Körper hinunterhängen. Allen diesen Vorschriften hat man - genau nachzukommen und die Kost muß nahrhaft, einfach, aber nicht - stimulirend sein. - - =Homöopathisch.= ~Belladonna.~ -- Wenn die Kranke im Unterleib - ein Gefühl verspürt, als ob dessen Inhalt sich entleeren wollte, - Schwere in den Lenden, mit krampfhaften Schmerzen im Unterleib, - große Empfindlichkeit und Aufgeregtheit, weißer Fluß und starke - Menstrualblutung. - - ~Sepia.~ -- Wenn die Monatsperiode zu früh eintritt, zu schwach oder - unterdrückt ist, Schmerzen im Rücken und Unterleib, welche sich - beim Gehen vermehren, öftere Geneigtheit zum Urinlassen, drückende - Schmerzen im Unterleib, als ob der ganze Inhalt desselben sich - entleeren wolle, Brennen, Jucken, weißer Fluß, mit gelblichem, - röthlichem oder fauligem Ausfluß. - - ~Nux Vomica.~ -- Druck abwärts, namentlich während oder nach dem - Gehen, Hitze und Schwere in den Gedärmen und in der Scheide, ziehende - Schmerzen im Rücken, dem Unterleib und den Lenden. Während der - Periode Kolik, Kopfweh; die Menstruation tritt zu frühe ein und ist - zu stark, weißer Fluß mit gelbem stinkendem Abgang. - - ~Calcarea Carbonica.~ -- Ausgezeichnet für Personen mit schwachem - Muskelsystem oder skrophulöser Anlage, und namentlich wenn die - Monatsperioden die Körperkräfte sehr erschöpfen und dieselben zu - starke Blutungen erzeugen und zu oft eintreten. - - Man beginne die Behandlung mit einer Dosis ~Nux Vomica~ alle 4 - Stunden und fahre damit eine Woche lang fort. Die folgende Woche - setze aus und die dritte verordne eine Dosis ~Sepia~ Morgens und - Abends. Deuten die Symptome auf den Gebrauch von ~Belladonna~ hin, so - verordne dieses anstatt ~Nux Vomica~. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Gebrauche einen Aufguß von - Weißeichenrinde oder Geranium, oder eine Dosis Alaunauflösung im - Verhältniß von einer Unze zu einem Pint Wasser. Die Entzündung der - Gebärmutter muß geheilt werden, wenn diese Krankheit vorhanden ist, - ehe der Mutterkranz angewandt werden kann. Man gebe Sturmhut-Tinktur - (~Tincture of aconite~), zusammengesetzte Pulver von Brechwurz und - Opium (~Compound powder of Ipecac and Opium~) mit Einspritzung von - Lobelia- und Hopfen- oder von Belladonna-Aufguß. - - Ein ausgezeichnetes Einspritzmittel läßt sich aus gleichen Theilen - Pfirsichblätter, Smilacine (~Solomon’s seal~) und Hopfen bereiten. - Ist Hitze und Schwierigkeit beim Urinlassen vorhanden, so trinke man - einen aus Eibisch (~Marsh mallow~) und Münze (~Spearmint~) bereiteten - Aufguß. Ist die Patientin schwach, so verordne man ein Eisenpräparat, - z. B. citronensaures Eisen (~Citrate of iron~) und Chinin - (~Quinine~), oder den zusammengesetzten Wallwurzwein (~Compound wine - of comfrey~). - - =Allöopathisch.= Gebrauche das folgende Stärkemittel (~Tonic~): - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate quinine~) 25 Grane. - Citronensaures Eisen (~Citrate of iron--soluble~) 35 „ - - Bereite hieraus 24 Pulver und nehme eins derselben dreimal täglich - nach jeder Mahlzeit in süßem Wein, oder gebrauche das schwefelsaure - Eisenniederschlag-Präparat, welches unter „übermäßiger Menstruation“ - angegeben ist. - - -Der weiße Fluß (~Whites -- Flour Albus -- Leucorrhœa~). - -Der Name dieser Krankheit in den verschiedenen hier angegebenen -Sprachen bezeichnet dieselbe. Sie besteht aus einem Ausfluß aus den -Geschlechtsorganen, der manchmal weiß, gelb, hellgrün, hellroth oder -auch bräunlich ist, und öfters dünnem Wasser ähnlich aber öfters auch -dick und zäh ist. Manchmal ist die Quantität der Aussonderung nicht -größer, als die bei gesunder Menstruation, oft aber auch vermehrt sie -sich auf mehrere Unzen in 24 Stunden. Der weiße Fluß tritt gewöhnlich -zwischen dem fünfzehnten und fünfundvierzigsten Jahre, selten aber in -der Kindheit oder im Alter auf. Wenn junge, unentwickelte Mädchen davon -befallen werden, so sind die Ursache nicht selten kleine Würmer, die -vom Mastdarm in die Scheide gelangen, welche mittelst eines Stück Zeugs -entfernt werden können. - -Diese Krankheit kann acut oder chronisch auftreten. Die acute Form -ist gewöhnlich die Folge einer Erkältung und nichts anderes als eine -catarrhalische Entzündung der Scheideschleimhaut. Die chronische Form -ist eine Fortsetzung der acuten und wird durch Vernachlässigung oder -schlechte Behandlung des acuten weißen Flusses veranlaßt. Manchmal -tritt Eiterung des Mutterhalses ein. Es gibt zwei Arten Leucorrhöa -- -die Scheide-Leucorrhöa, wenn der Ausfluß von der Scheide herrührt, und -Mutterhals- (cervicale) Leucorrhöa, wenn der Abgang von dem Hals der -Gebärmutter kommt. - -+Ursachen.+ Erkältungen, durch Sitzen auf kaltem Boden oder -Bloßstellung des Nackens und der Schultern herbeigezogen, übermäßige -geschlechtliche Aufregung und Geschlechtsgenuß, enges Schnüren, -Hämorrhoiden, Fehlgeburten und Frühgeburten, Verrückung der -Gebärmutter, Purganzen, untaugliche Kost, warme Einspritzungen oder -Einspritzungen irgend welcher Art, spätes zu Bett Gehen u.s.w. Dieses -Uebel kann sich auch vererben. - -+Symptome.+ Wo nur eine durch Erkältung herbeigeführte catarrhalische -Entzündung ist, werden die Theile heiß und wund sein, mit einem Gefühl -der Schwere oder abwärts drückenden Schmerzen und Ermüdung. Auch wird -die Patientin leichtes Frösteln, Rückenschmerz und Durst verspüren. Der -Puls ist schnell, der Urin dunkel. In diesem Stadium der Krankheit wird -die Kur derselben wenig Schwierigkeit machen, wenn man eine zweckmäßige -Behandlung einschlägt. Rührt der Ausfluß von der Gebärmutter her, -so ist derselbe dick, ätzend, brennend und stinkend, und hat eine -bräunliche oder grünliche Farbe und macht die Lippen der Scheide und -die umliegende Haut wund. Die Verdauung wird geschwächt werden und die -Kranke fühlt Uebelsein, Kopfweh, Schwindel, Schwäche und beständigen -Rückenschmerz, der sich herunter bis zwischen die Lenden zieht, und -ist appetitlos. Das Gesicht magert ab und ist blaß, die Augen sind -eingesunken und mit dunklen Ringen umgeben. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Soll die Behandlung eine erfolgreiche sein, so muß - man alles entfernen, was die Krankheit befördern könnte, z. B. - unregelmäßige Lebensweise, späte Abendmahlzeiten u.s.w. Die Kost - muß einfach und nahrhaft, aber nicht stimulirend sein und sollte - ganz regelmäßig genossen werden. Bewegung, aber nicht bis zur - Erschöpfung, wird sehr gute Dienste leisten. Die Kleider sollten - warm sein und lose, namentlich um die Hüften herum getragen werden. - Das Wasser ist gegen dieses Uebel von großer Wichtigkeit. Man mag - das Sitzbad täglich gebrauchen und Einspritzungen von kaltem oder - warmem Wasser sollten je nach der Heftigkeit des Anfalles drei- oder - viermal des Tages vorgenommen werden. Gegen milde Anfälle wird eine - Einspritzung mit grünem Thee, oder süßem Cider, oder einer schwachen - Alaunauflösung gute Dienste leisten. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Das folgende wird sich als werthvoll - erweisen, falls der Ausfluß und der Schmerz brennend sind: - - Copaiva-Balsam 1 Unze. - Süßer Salpetergeist (~Sweet spirits of nitre~) 2 Unzen. - Süßes Mandelöl (~Sweet almond oil~) 2 „ - Terpentingeist (~Spirits of turpentine~) 1 „ - Pulverisirter Kampher 1 Skrupel. - - Mische dieses in einem Achtel-Unzen Bottel. Dosis: Einen Theelöffel - voll in einer halben Theetasse voll Ulmenthee (~Slippery elm~) drei- - oder viermal täglich. Eines der besten Stärkemittel ist die salzsaure - Eisentinktur (~Muriated tincture of iron~), von welcher 20 bis 25 - Tropfen in einem halben Glas voll Wasser drei- oder viermal des Tages - zu nehmen sind. Ein gutes Einspritzungsmittel wird von einem Pint - Mohnsamenthee (~Tea of poppy heads~), wozu 1½ Unzen pulverisirter - Borax beigefügt wird, bereitet. Ebenfalls sind 3 Drachmen Gerbersäure - (~Tannic acid~) und 1 Unze Alaun (~Alum~), in einem Quart Wasser - aufgelöst, ein treffliches Einspritzmittel. Man spritze ein Drittel - dieser Mischung dreimal täglich ein. Die Stuhlöffnung sollte mittelst - Rochelle- oder Bittersalz oder Seidlitzpulver regelmäßig erhalten - werden. Sind die Organe sehr schwach, oder ist die Krankheit durch - Erkältung, Schwangerschaft oder Frühgeburt u.s.w. entstanden, so wird - sich das folgende als sehr wirksam beweisen: - - Aloe-Tinktur 2 Unzen. - Salzsaure Eisentinktur (~Muriated tincture of iron~) 4 Drachmen. - - Mische dieses. Dosis: 35 Tropfen in Wasser dreimal täglich. Zur - selben Zeit gebrauche das folgende Einspritzmittel: - - Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc -- White - vitriol~) 2 Drachmen. - Bleizucker (~Sugar of lead~) 2 „ - - Mische dieses in einem Quart Wasser und gebrauche ¼ der Mischung für - eine Einspritzung. - - In manchen Fällen wird das folgende gute Dienste leisten: - - Sokotara Aloe-Tinktur (~Tincture of socotrine aloes~) 4 Unzen. - Salzsaure Eisen-Tinktur (~Tincture of muriate of - iron~) 1 „ - - Mische dieses. Dosis: 35 Tropfen dreimal täglich in Wasser. Zur - selben Zeit gebrauche die obige Einspritzung. - - Ein anderes ausgezeichnetes Einspritzmittel wird aus einer schwarzen - Schlangenwurzel- (~Black cohosh root~) Abkochung, wozu Gerbersäure - (~Tannic acid~) beigefügt wird, bereitet. Als innerliches Heilmittel - mag das folgende manchmal verordnet werden: Gleiche Theile geriebene - Muskatnuß (~Grated nutmeg~) und pulverisirten Alaun (~Powd. alum~). - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich in Molasses. - - =Allöopathisch.= Das folgende Stärkemittel (~Tonic~) wird sehr - empfohlen: - - Schierling-Tinktur (~Tincture conium~) 1 Unze. - Sturmhutblätter-Tinktur (~Tincture aconite leaves~) 3 Drachmen. - Ammoniak-eisensaurer Alaun (~Ammoniated iron - alum~) 3 „ - Syrup 8 Unzen. - - Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich in Wasser nach den - Mahlzeiten. Kommt der weiße Fluß vom Gebärmutterhals oder der - Gebärmutter her, so wird das folgende erfolgreich wirken: - - Gerbersäure (~Tannic acid~) 1 Drachme. - Pulverisirter Alaun (~Powd. alum~) ½ Unze. - Wasser 1 Quart. - - Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends in die Scheide ein. - - Oder: - - Alaun 1 Drachme. - Rosenhonig (~Honey of roses~) 1 Unze. - Wasser 3 Unzen. - - Spritze einen Eßlöffel voll der Mischung mit einer Tasse voll Wasser - vermischt zweimal des Tages ein. - - Hat die Kranke heftige Schmerzen, so wird das folgende gute Dienste - leisten: - - Laudanum 2 Drachmen. - Essigsäuerliche Bleiauflösung (~Solution sub-acetate - of lead~) 1 Drachme. - Wasser 1 Pint. - - Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein. - - Rührt der weiße Fluß von der Scheide her, so werden kalte - Wassereinspritzungen große Dienste leisten, namentlich wenn Vorfall - der Gebärmutter vorhanden ist. Ebenso die folgende Einspritzung: - - Doppeltkohlensaure Soda (~Bi-carbonate of soda~) ½ Unze. - Doppeltkohlensaures Kali (~Bi-carbonate of potash~) ½ „ - Wasser 1 Quart. - - Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein. Oder: - - Essigsäuerliche Bleiauflösung (~Solution sub-acetate~ - ~of lead~) 2 Drachmen. - Wasser 1 Quart. - - Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein. - - Bringen diese Einspritzungen nicht die gewünschte Wirkung hervor, so - gebrauche man die folgende innerliche Arznei: - - Fowler’s Auflösung (~Fowler’s solution~) 2 Drachmen. - Schierling-Tinktur (~Tincture conium~) ½ Unze. - Sturmhutblätter-Tinktur (~Tincture aconite leaves~) 2 Drachmen. - Syrup 4 Unzen. - - Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich jeden andern Tag. - - =Homöopathisch.= ~Pulsatilla.~ -- Wenn der Ausfluß dünn und scharf - ist, so daß die Theile wund werden, mit geschwollener Vulva, oder - wenn der Ausfluß rahmartig ist und die Ausscheidung desselben - schneidende Schmerzen im Unterleib verursacht. ~Pulsatilla~ paßt am - besten für Frauen mit sanftem Gemüthe und zartem Muskelbau, hellen - Haaren und blasser Farbe. - - ~Sepia.~ -- Geeignet für empfindsame, zarte Frauen. Der Ausfluß ist - gelblich oder grünlich, manchmal mit Materie und Blut vermischt, - brennende Schmerzen in der Scheide und den andern Geschlechtstheilen, - Gebärmuttervorfall. - - ~Alumina.~ -- Wenn der weiße Fluß nach der Menstruation eintritt, - bedeutender Schleimabgang während des Tages, der Ausfluß ist so dick - und zäh, daß er die Wäsche „steift,“ Brennen und Hitze, Wundheit und - Jucken der Geschlechtstheile. - - ~Calcarea Carbonica.~ -- Wenn der weiße Fluß vor der Menstruation - eintritt, mit Jucken, Brennen, in Zwischenräumen oder beim - Urinlassen. Geeignet für Frauen von heller Hautfarbe, leichtem - Muskelbau und träger Blutcirkulation. - - ~Nitric Acid.~ -- Gegen stinkenden, bräunlichen, grünlichen oder - fleischfarbenen Ausfluß. - - ~Mercurius.~ -- Eiteriger Ausfluß mit Brennen. - - ~Cocculus.~ -- Wässeriger, blutiger Ausfluß während der - Schwangerschaft. Geringe Menstrual-Blutungen mit Leucorrhöa zwischen - den Perioden. - - ~Sulphur.~ -- Gegen hartnäckige Fälle, schleimige oder gelbliche, - schmerzende und aufschärfende Leucorrhöa, welcher Kolik vorangeht. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe von dem gewählten Heilmittel - 6 Pillen Morgens und Abends 5 Tage lang. Wird die Patientin nicht - besser, so gebe man eine Dosis Sulphur und setze 4 Tage lang aus, - worauf mit dem vorhergehenden Heilmittel wie zuvor fortzusetzen ist. - Tritt hierauf keine Besserung ein, so muß man eine andere Arznei - wählen. - - - - -Viertes Kapitel. - -Schwangerschaft. - - -Schwangerschaft ist derjenige Zustand, welcher mit der Empfängniß -eintritt und bis zur Entbindung dauert. Sie kann erst nach dem ersten -Auftreten der monatlichen Reinigung eintreten und hört auf mit dem -Wechsel des Lebens, oder wenn das Weib aufhört zu menstruiren. - -Während dieser Zeit müssen mancherlei Dinge, welche, wenn sie nicht -gehörig überwacht werden, einen schädlichen Einfluß auf den Sprößling -ausüben, im Auge behalten werden. Eine ruhige Gemüths-Stimmung ist -von wesentlichem Einfluß, denn Jähzorn, Eifersucht und Schreck haben -fast immer üble Folgen, und durch heftige geistige Erregungen wird -nicht selten eine Fehlgeburt (~Abortus~) veranlaßt. Eine Frau von -übler Laune, leidenschaftlichem Charakter und reizbarem Gemüthe kann -kaum erwarten, daß sie einem Kinde von sanftem und gütigem Charakter -das Leben schenken wird. Wir wissen alle, wie sehr sich die Sinnesart -der Eltern auf die Kinder vererbt, und von welch’ großem Einfluß ist -es dann, daß die Mutter ein sanftes und liebreiches Herz, eine gütige -und nachsichtige Denkart pflegt, damit ihre Kinder zu ihrer Ehre und -nicht zu einer Quelle des Unglückes und Elendes für sie heranwachsen. -Die Gebärmutter hat einen bedeutenden Einfluß auf das Nervensystem -des ganzen Körpers, so daß also, wenn sie den Keim eines menschlichen -Wesens enthält, mehr oder weniger der gesammte Organismus des Weibes -dadurch berührt werden muß. Die hierdurch verursachten Symptome -sind die Zeichen der Schwangerschaft. Es gibt aber viele von jenen -Merkmalen, welche auch bei anderen Zuständen gefunden werden, so daß -keines dieser Zeichen verläßlich ist, und andererseits gibt es Frauen, -deren Organismus nur wenig durch die Schwangerschaft gestört wird. Die -erste Folge der Schwangerschaft ist gewöhnlich vermehrte Aufregung und -Fieberhaftigkeit. Der Puls schlägt stärker und schneller, der Appetit -wird gestört und die Haut ist bleich und öfters entfärbt. Die folgenden -Kennzeichen sind die meist verläßlichen: - -+Zeichen der Schwangerschaft.+ Das erste Zeichen ist das Aufhören -der monatlichen Reinigung. Dies kann aber auch von anderen Ursachen -herrühren, so daß es an und für sich nicht als ein sicheres Zeichen -betrachtet werden kann; wenn aber der Gesundheitszustand keine andere -denkbare Ursache dafür gibt, mag es für ein starkes Anzeichen gehalten -werden. - -+Uebelsein am Morgen.+ Dies -- in Verbindung mit anderen Merkmalen -- -ist ein beachtenswerthes Symptom. In der Regel ist der Magen reizbar -und die Frauen leiden an Uebelsein und Erbrechen, die sich besonders -des Morgens einstellen. Es stellt sich bald nach der Empfängniß ein und -hört nach dem dritten Monat wieder auf. - -+Anschwellen der Brüste.+ Ungefähr nach zwei Monaten wird die -Aufmerksamkeit des Weibes auf den Zustand der Brüste gelenkt. Sie -empfindet einen unbehaglichen Eindruck des Vollseins mit einem -prickelnden und stechenden Schmerz im Innern und an den Warzen. Sie -nehmen an Größe und Festigkeit zu und fühlen sich eigenthümlich und -drüsenartig an. Die ~Areola~ oder Warzenring (ein gefärbter Kreis -um die Warze) verdunkelt sich und nach einiger Zeit wird Milch -abgesondert. Aber es muß erinnert werden, daß das Anschwellen der -Brüste auch anderen Ursachen zugeschrieben werden kann; bei einigen -Frauen ereignet es sich, daß sich bei jedesmaliger monatlichen -Reinigung, wenn deren Verlauf unterbrochen oder sie sich ganz -einstellt, zu solchen Zeiten eine milchige Flüssigkeit absondert -(~Churchill~). - -+Anschwellen des Unterleibes.+ Dieses Kennzeichen, mit anderen -vereinigt, befähigt uns, mit annähernder Sicherheit die Dauer der -Schwangerschaft zur Zeit, wo wir diese Wahrnehmung machen, zu -bestimmen. Während der ersten vier Monate bleibt die Gebärmutter in -der Höhle des Beckens oder im tieferen Theile des Unterleibs, wird -aber bald nachher über dem Schambein -- am Rande des Beckens gefühlt. -Im fünften Monat steigt sie in den Raum zwischen Schambein und Nabel -bis zur Hälfte, im sechsten gleitet sie bis zum Nabel hinauf, den sie -hervordrängt. Während des siebenten und achten Monats füllt sie den -ganzen Unterleib bis zum Magen. Die Eingeweide sind über und hinter sie -gedrängt. - -+Bewegungen des Kindes.+ Ungefähr gegen den fünften Monat nach der -Empfängniß fühlt die Mutter die erste Regung des Kindes im Leibe. -Einige fühlen es früher; Andere wieder nicht vor dem sechsten oder -siebenten Monat. Manche meinen, daß das Kind bis zu dieser Zeit nicht -am Leben sei, was aber eine ganz irrige Annahme ist, denn von dem -Augenblick der Empfängniß ist es gerade ebenso ein lebendes Wesen, wie -zu irgend einer Zeit nachher. Tritt diese Bewegung plötzlich ein, so -sind die Schwangeren sehr zum Erbrechen geneigt, zuweilen Ohnmachten -unterworfen. Die Lebens-Empfindung ist zuerst eine leichte, nimmt aber -allmählig zu, bis die Bewegungen an den verschiedenen äußeren Theilen -gefühlt werden können. - -Es gibt noch manche andere Zeichen, welche den einzelnen Frauen -eigenthümlich sind, und durch welche, in Verbindung mit anderen -Zeichen, diese nach dem ersten Kindbett im Stande sind zu sagen, -ob sie schwanger sind oder nicht. Hierher gehören die sogenannten -Gerstenkörner an den Augenlidern, Zahnschmerzen, schwarze Flecken -- -gleich Sommersprossen -- im Gesicht und Nacken, starke, hartnäckige -Speichelabsonderung, ähnlich jener, die durch das Merkur (Quecksilber) -hervorgerufen wird, nur mit dem Unterschied, daß hier die Schleimhäute -vollkommen gesund sind. Es sind dies aber zufällige Zeichen, welche -eben nur in vereinzelten Fällen gefunden werden. - - -Die Erhaltung der Gesundheit während der Schwangerschaft. - -Die alten Römer hatten ein Gesetz, zufolge dessen alle schwangere -Frauen weite, lose Kleider tragen mußten. Würde heutzutage ein -derartiges Gesetz bestehen, es würden weit weniger Frühgeburten, -Gebärmutter-Vorfall, wunde Brüste und andere derartige Krankheiten -vorkommen. Kleider sollten warm, lose, leicht und in keinem Theile -beengend sein. Schnürleiber müssen ganz bei Seite gelegt werden, -und sogar der Gebrauch der Strumpfbänder sollte unterbleiben. Die -Kleider müssen so zugerichtet sein, daß sie frei von den Schultern -herabfallen, ohne daß sie um die Taille gebunden werden. Das Blut -muß einen ungehinderten Umlauf haben, sonst werden sich früher oder -später während der Schwangerschaft nachtheilige Folgen einstellen. -Große Sorgfalt muß beobachtet werden, daß das Kleid um die Brüste -lose sitzt, denn es kann sich leicht zutragen, daß die Brüste, wenn -das Kind geboren wird, so flach werden, daß die Warzen nicht gefunden -werden können. Pflegte die Schwangere vor der Empfängniß kalte oder -warme Bäder zu nehmen, so mag sie dieselben fortsetzen, wenn nicht ein -fühlbarer Nachtheil wahrgenommen wird. - -+Bewegung+ ist für die Erhaltung der Gesundheit sehr wichtig. Einige -sind der Ansicht, daß sich schwangere Frauen keine Bewegung machen -sollen, aber das ist ein Irrthum. Gerade dadurch bewahrt sie ihre -Gesundheit und Stärke und erhält damit den gesunden Zustand des Kindes. -Bewegung -- sogar bis zur Ermüdung -- kann viel leichter als geistige -Aufregungen ertragen werden, und letztere sollten, da sie so sehr -nachtheilig sind, so viel als möglich vermieden werden. Die Schwangere -sollte täglich Bewegung haben, und zwar körperliche; sie muß gehen, -nicht fahren, denn Fahren ist nicht hinlänglich. Die beste Bewegung -ist die Verrichtung ihrer Haushaltungsgeschäfte, und sie sollte damit, -so lange als sie fähig ist, fortfahren. Fühlt sie sich nicht wohl, -oder steht eine Fehlgeburt zu befürchten, so muß sie alle Thätigkeit -einstellen. Ueberhaupt müssen schnelle und heftige Bewegungen, wie -das Heben schwerer Gegenstände, plötzliches Anspannen der Muskeln, -Springen, Tanzen, sich Strecken, um einen entfernter liegenden -Gegenstand zu erfassen, vermieden werden. - -+Die Nahrung.+ Die Kost sollte einfach und nahrhaft sein. Nicht -selten stellt sich ein Verlangen nach Speisen ein, die nicht nur der -Mutter, sondern auch dem Kinde schädlich sind. Die Frau muß am besten -wissen, was sie essen kann, und es können durchaus keine besonderen -Vorschriften zur Regelung der Kost gegeben werden. Stark gewürzte -Speisen, Spirituosen, starker Thee und Kaffee sollten aber immer -vermieden werden. - - -Krankheiten während der Schwangerschaft. - -+Uebelsein am Morgen.+ Dies ist ein sehr lästiges Unwohlsein und -schwer einzuschränken. Es stellt sich in der Regel gleich bei Beginn -der Schwangerschaft ein, und dauert bis zum dritten Monat. Die Anfälle -kommen des Morgens und dauern nur eine kurze Zeit. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Es kann zuweilen dadurch vermieden werden, daß die - Patientin im Bett, bevor sie des Morgens aufsteht, eine Tasse Kaffee - und eine kleine geröstete Brodschnitte zu sich nimmt. Starkes Trinken - von Champagner soll hin und wieder von wohlthätiger Wirkung sein. - Ale, Limonade, Sardinen und geräucherte Häringe werden hie und da - Erleichterung verschaffen. - - =Allöopathisch.= Die folgende Mischung wird sehr wohlthuend wirken: - - Doppeltkohlensaures Kali (~Bi-carbonate of potash~) 2 Drachmen. - Gewöhnlicher Syrup 2 „ - Destillirtes Wasser 6 Unzen. - - Mische dies. Dosis: Zwei Eßlöffel voll, und zu jedem derselben einen - Eßlöffel voll frischen Citronensaft oder 15 Grane Citronensäure - beigegeben, nachdem es in einem Eßlöffel voll Wasser aufgelöst - worden. Muß während des Aufbrausens getrunken werden. - - Wenn keine Diarrhöe vorhanden, kann auch das Folgende mit Vortheil - angewendet werden: - - Schwefelsaures Magnesium (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Kohlensaures Magnesium (~Carbonate of magnesia~) 1 Drachme. - Pfeffermünz-Wasser (~Peppermint water~) 4 Unzen. - Zusammengesetzter Enzian-Aufguß (~Compound infusion - of gentian~) 4 „ - - Mische dies. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal täglich. - - =Homöopathisch.= ~Ipecacuanha.~ -- Galliges Erbrechen; Uebelsein - und Erbrechen mit Magenbeschwerden; Erbrechen unverdauter Speisen; - schlaffe Eingeweide. - - ~Tabacum.~ -- Ein erfolgreiches Mittel, wo das Uebelsein mit Ohnmacht - und tödtlicher Blässe des Gesichts verbunden ist; der Aufenthalt - in frischer Luft zu empfehlen; Erbrechen von Wasser oder saurer - Flüssigkeit und Schleim. - - ~Arsenicum.~ -- Außergewöhnliches Erbrechen nach dem Essen und - Trinken, bei Ohnmacht und großen Schmerzen. - - ~Nux Vomica.~ -- Uebelsein und Erbrechen des Morgens; ein säuerlich - bitterer Geschmack im Halse; Sodbrennen; Verstopfung. - - ~Sepia.~ -- Wenn das Uebelsein eine Zeitlang gedauert und in der - Regel des Morgens erscheint, und wenn des Abends ein schmerzhaftes - Gefühl von Leere im Magen mit Brennen und Stechen in der Herzgegend - sich kund gibt. - - ~Camphor.~ -- Wenn ein kalter Schweiß bei heißem Kopf und kalten - Füßen vorhanden. - - ~Pulsatilla.~ -- Falls ~Ipecacuanha~ und ~Nux Vomica~ sich - unzureichend erwiesen haben, und besonders wenn sich Erbrechen am - Abend oder in der Nacht einstellt; verdorbener Appetit; Sehnsucht - nach Bier, Säuren, Wein &c.; Durchfall abwechselnd mit Verstopfung. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Thee von hellrothem Hartriegel - (engl.: ~Red rose willow bark~, ~rose willow~; lat.: ~Cornus - sericea~) verschafft zuweilen Erleichterung, oder eine Tasse - Kamillen- oder Pfeffermünzthee, ungefähr eine Stunde vor Aufstehen - des Morgens genossen. Wiederholen sich jene Uebelkeiten in - Zwischenräumen am Tage, so sollte der folgende Trank mehrere Male des - Tages genommen werden: - - Calcinirtes (verkalktes) Magnesium 1 Drachme. - Aromatische Ratanhia-Tinktur (~Aromatic tincture of - rhatany~) 1 Unze. - Reines Ammoniakwasser (~Water of pure ammonia~) 2 Drachmen. - Distillirtes Wasser 6 Unzen. - - Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll. - - -Schamjucken (~Pruritis -- Itching of the Private Parts~). - -Dies ist ein sehr peinliches Gefühl. In einigen Fällen tritt es so -heftig auf, daß es alle Ruhe und Schlaf stört und geradezu unerträglich -wird. Es ist sehr zweifelhaft, welcher Ursache es zuzuschreiben ist, -möglicherweise einem ungesunden Ausfluß aus der Scheide, oder, wenn -es von Hitze des Kopfes, Röthe, Trockenheit und Geschwulst begleitet -ist, einer Art Ausschlag wie das Mundschwämmchen bei Neugeborenen. Die -Theile müssen vollkommen rein gehalten werden, wozu warmes Wasser am -besten zu verwenden ist. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Das beste Mittel ist ~Conium~, von welchem eine - Dosis (6 Kügelchen) dreimal des Tages zu nehmen ist. Bleibt dies ohne - Wirkung, so wende man eines der folgenden Mittel an (Dosis wie oben): - ~Arsenicum~, ~Bryonia~, ~Rhus~, ~Silicea~, ~Pulsatilla~, ~Sulphur~, - ~Lycopodium~ oder ~Graphitis~. Als Umschlag benutze man eine Unze - Borax in einem Pint Rosen- oder Regenwasser aufgelöst. Erstreckt sich - der Kitzel bis in die Scheide, spritze ein wenig von der Auslösung - ein. Ein schwacher Aufguß von grünem Thee, oder eine schwache Lösung - von Alaun wird zuweilen von wohlthuendem Einfluß sein. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Das folgende wird empfohlen: - - Pulverisirter Borax (~Powd. borax~) 2 Drachmen. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 3 Grane. - Eine Abkochung der Gelbwurz (~Golden seal~) 4 Unzen. - - Das Pulver soll in der Abkochung aufgelöst mehrere Male des Tages - angewendet werden. - - - =Allöopathisch.= - - Pulverisirter Borax ½ Unze. - Schwefelsaures Morphium 6 Grane. - Destillirtes Rosenwasser 6 Unzen. - -Mische es. Mehrere Male des Tages anzuwenden. - -Oder: - - Bleiauflösung (~Diacetate of lead -- Goulard’s - Extract~) 2 Drachmen. - Wein-Spiritus 2 „ - Mit so viel Wasser, daß das Ganze ein Pint macht. - -Mische es. - - -Krampf-varicöse (unnatürlich erweiterte) Adern (~Varicose Veins~). - -Verursacht durch den Druck der Gebärmutter auf die Adern im Unterleib, -wodurch eine freie Rückkehr des Blutes zum Herzen verhindert wird. Das -Anschwellen beginnt in der Regel am Knöchel und geht bis zum Schenkel -aufwärts; hin und wieder geht es aber nicht über das Knie hinaus. Die -Geschwulst verringert sich, sobald sich die Kranke niederlegt. Dieses -Leiden verschwindet nach der Entbindung. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Ein freier Gebrauch des kalten Wassers oder verdünnter - Alcohol verschafft beim Beginn Erleichterung. Werden die Adern - groß und schmerzhaft, so muß ein Verband, an den Zehen beginnend, - sorgfältig angelegt werden, oder es sollte ein Schnürstrumpf getragen - werden. Der Verband muß von einem geschickten Arzte angelegt werden. - - =Allöopathisch.= Klette- (~Burdock~) und Wegerich- (~Plantain~) - Blätter um das Bein gebunden, leisten gute Dienste, sowie Blei- oder - Alaunwasser und ein Aufguß von Weißeichenrinde. - - =Homöopathisch.= Eine schwache Arnica- und Hamamelis-Auflösung wird - gute Dienste thun, wenn man vor dem Schlafengehen die Beine von unten - nach oben, immer aufwärts reibend, einreibt. - - ~Nux Vomica.~ -- Wenn nebst dieser Krankheit auch Hämorrhoiden - vorhanden sind, Hartleibigkeit, häufige drückende Schmerzen und - reizbare Gemüthsstimmung. - - ~Pulsatilla.~ -- Dies ist das Hauptmittel, namentlich wenn die Adern - und die Beine bedeutend geschwollen und Schmerzen sowie Entzündung - vorhanden sind. - - ~Arsenicum.~ -- Wenn die Anschwellung schwärzlich ist und bedeutende - brennende Schmerzen verursacht. Wirkt dieses nicht, so gebe ~Carbo - Vegetabilis~. - - -Hämorrhoiden oder Goldader (~Piles, or Hemorrhoids~). - -Dieser Krankheit sind schwangere Frauen vielfach ausgesetzt, und zwar -wird dieselbe gewöhnlich durch Hartleibigkeit verursacht, weshalb es -sehr wichtig ist, daß eine schwangere Frau ihren Stuhlgang regelmäßig -erhält, so daß weder Hartleibigkeit noch Diarrhöe eintritt und gegen -alle Störungen in dieser Hinsicht sogleich einschreitet. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die oftmalige Anwendung des kalten Wassers wird sehr - gute Dienste leisten, wenn es sogleich zu Anfang gebraucht wird. - Es mag mittelst Sitzbäder, kalter Umschläge oder Einspritzungen - in Anwendung kommen. Wenn die Hämorrhoiden bluten oder zu bluten - aufhörten und sehr schmerzen, gebrauche warmes Wasser. Die Kost - muß sorgsam regulirt werden und man darf nur sehr wenig Fleisch - genießen. Wenn nach dem Stuhlgang der Darm oder eine kleine Beule zu - Tage tritt, so müssen diese Theile wieder mit dem Finger eingedrückt - werden. Viele Arznei einzunehmen, ist nicht rathsam, sondern man lebe - in allen Stücken regelmäßig und schaffe sich regelmäßige Bewegung. - Die Stuhlgangöffnung kann regelmäßig erhalten werden durch den Genuß - von Roggenbrod, Roggenmehl und Molasses, Kartoffeln, reife Früchte, - gekochte Pfirsiche und Pflaumen &c. - - =Homöopathisch.= ~Nux Vomica~ und ~Sulphur~ sind die - hauptsächlichsten Mittel. ~Nux Vomica~, namentlich wenn nach jedem - Stuhlgang helles Blut ausfließt und eine beständige Neigung zum - Stuhlgang vorherrscht. Man gebe ~Nux Vomica~ Abends (eine Dosis) - und ~Sulphur~ Morgens (eine Dosis). Tritt hierauf nach einigen - Tage nicht Besserung ein, so kann man ~Ignatia~ geben, namentlich - wenn heftige stechende Schmerzen vorhanden sind, oder nach jedem - Stuhlgang schmerzliche Zusammenziehung und Wundheit eintritt. Ist die - Hartleibigkeit sehr hartnäckig, so verordne ~Ignatia~ und ~Opium~ - alle 2 oder 3 Stunden abwechselnd. Andere zu gebrauchende Heilmittel - sind: ~Arsenicum~, ~Belladonna~, ~Carbo Vegetabilis~, ~Hepar - Sulphuris~, ~Hamamelis~, ~Virginica~. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Um der Hartleibigkeit vorzubeugen, - gebe einen Theelöffel voll Cremor Tartari mit Wasser oder Molasses - vermischt, oder die zusammengesetzte Rhabarber-Pillen (~Compound - rhubarb pill~). Schmerzen die Knoten und sind diese entzündet, - so wird ein Ulmenrinde- (~Slippery elm bark~) und Milch- oder - Wasser-Umschlag gute Dienste leisten. Zu derselben Zeit gebrauche - die folgende Salbe zum einreiben: Zwei Eßlöffel voll frische, - ungesalzene Butter und vier Eßlöffel voll Terpentingeist (~Spirits of - turpentine~). Dieses ist gut zu mischen und damit die betreffenden - Theile zwei- oder dreimal täglich einzureiben. Auch das folgende wird - gute Dienste leisten: - - Stechapfel-Salbe (~Stramonium ointment~) 1 Unze. - Pulv. Alaun (~Powd. alum~) 2 Drachmen. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 2 „ - - Mische dieses und reibe die Knoten (~Tumors~) mittelst eines Stücks - Baumwollenzeug ein. - - =Allöopathisch.= Ist Arznei nothwendig, so kann ein Theelöffel voll - verzuckerte Senna (~Confection of senna~) oder eine kleine Dosis - Castoröl manchmal eingenommen werden, oder das folgende: - - Schwefel (~Sulphur~) ½ Unze. - Magnesia 2 Drachmen. - Cremor Tartari 2 „ - - Mische dieses. Gabe: einen Theelöffel voll in ein Glas voll Wasser. - Siehe „Hämorrhoiden,“ 12. Kapitel, erster Theil. - - -Anschwellen der Füße und Beine (~Swelling of the Feet and Limbs~). - -Dieses wird durch den Druck der größer gewordenen Gebärmutter, den -diese auf die lymphatischen Gefäße ausübt, verursacht. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Bryonia~ und ~Opium~ -- kann abwechselnd alle zwei - Stunden gegeben werden. Dosis: 6 Kügelchen. - - Findet sich ziemlich viel Fieber vor, so gebe ~Aconitum~ und - ~Bryonia~ abwechselnd. Dosis: 6 Kügelchen. - - =Allöopathisch.= Die Beine sollten mit einem in Wasser und Essig - getauchten Schwamm tüchtig abgewaschen und das folgende kann mit - Erfolg gegeben werden: - - Fingerhut-Aufguß (~Infusion of digitalis~) 4 Unzen. - Essigsaures Kali (~Acetate of potash~) 2 Drachmen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 „ - Zimmet-Wasser (~Cinnamon water~) 1½ Unzen. - - Mische dieses. Dosis: 1 Eßlöffel voll alle vier oder fünf Stunden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wasserdost- auch Wiesenkönigin- (~Queen - of the meadow~) und ~Haircap moss~- oder Eibisch- (~Marshmallow~) - Aufguß mag reichlich gebraucht werden. - - -Hartleibigkeit während der Schwangerschaft. - -Einer der während der Schwangerschaft eintretenden unangenehmen -Zustände ist die Unthätigkeit der Gedärme, was durch mancherlei -Umstände herbeigeführt werden mag und wogegen man sich sorgsam -verwahren muß. Gewöhnlich wird es nützlich sein, eine Diätveränderung -vorzunehmen. Esse viel reise, süße Früchte, z. B. Aepfel, Pflaumen, -Pfirsiche u.s.w. Man meide aber Kaffee und alle Stimulanten. Auch ist -es nicht rathsam, heftig wirkende Abführmittel zu geben, da hierdurch -leicht Fehlgeburt herbeigeführt werden kann. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein aus folgenden Substanzen bereitetes - Einspritzmittel wird gut wirken: Bereite einen aus drei Theilen - Wasserdost (~Boneset~) und zwei Theilen Senna bestehenden Aufguß. - Zu einem Pint und einem halben dieses Aufgusses füge ein halbes - Weinglas voll Castoröl. Die Hälfte dieser Mischung gebrauche man - als Einspritzungsmittel, und wenn nöthig, so wiederhole dasselbe in - etwa 25 bis 30 Minuten. Man wiederhole das Klystier so oft als es - zur regelmäßigen Stuhlgangöffnung nöthig ist. Ist ein Abführmittel - nothwendig, so gebe folgendes: - - Pulverisirter Rhabarber 4 Unzen. - Doppeltkohlensaures Kali (~Bi-carbonate of potassa~) 2 „ - - Mische dieses und gebe eine kleine Dosis (1 Theelöffel voll) dreimal - täglich. - - =Allöopathisch.= Das folgende ist ein sehr angenehmes Mittel zur - Erhaltung der Stuhlgangöffnung: Koche 1 Unze Senna-Extrakt in ein - Pint Wasser zwei Stunden lang. Sodann seihe die Flüssigkeit, füge ein - Pfund Pflaumen und eine Handvoll Stückzucker bei, bringe das ganze - in eine Pfanne und lasse es kochen, bis die Pflaumen gut gekocht und - weich sind. Esse täglich sechs oder acht Pflaumen. - - Das folgende wird sehr gute Dienste leisten: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1½ Unzen. - Zusammengesetzter Rosenaufguß 5 „ - Zimmetwasser 1 Unze. - - Mische dieses. Dosis: zwei Eßlöffel voll dreimal täglich. - - Oder: - - Zusammengesetzter Coloquinthen-Extrakt (~Compound - ext. of colocynth~) 2 Skrupel. - Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of Henbane~) 1 „ - - Mische dieses, bereite 12 Pillen daraus und nehme eine Pille Morgens - und Abends. - - =Homöopathisch.= Nehme eine Dosis ~Nux Vomica~ jeden Abend und - Morgen. Dieses Heilmittel mag abwechselnd mit ~Opium~ gegeben werden, - wenn ~Nux Vomica~ nicht die gewünschte Wirkung erzeugt. Sind diese - beiden Mittel erfolglos und hat die Hartleibigkeit schon lange - gewährt, so mag ~Lycopodium~ oder ~Sulphur~ verordnet werden. Hat die - Patientin Schmerzen im Unterleib so wird ~Bryonia~ und ~Ignatia~ oft - gut wirken. - - Siehe „Hartleibigkeit,“ 12. Kapitel, erster Theil. - - -Diarrhöe während der Schwangerschaft - -wird weniger häufig gefunden als Verstopfung, ist aber bei weitem -gefährlicher, da sie ungemein schwächt, wenn sie nicht rechtzeitig -eingehalten wird. Zuweilen ist es nur ein lockerer Stuhlgang, bei dem -die Bewegungen häufiger als gewöhnlich gefühlt werden, allein der -Appetit bleibt gut und der allgemeine Gesundheitszustand wird dadurch -nicht berührt. In solchen Fällen kann durch eine einfache Regelung der -Kost abgeholfen werden. Jene Diarrhöe, welche zu fürchten ist, ist die, -bei welchen die Entleerungen dunkel gefärbt, schwarzgelb und höchst -widrig sind; der Athem ist verdorben und der Geschmack unangenehm, bei -wenig oder gar keinem Appetit. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Kost sollte sorgfältig geregelt werden und mag - bestehen in Gerstenwasser, Gummi Arabicum-Wasser, Pfeilwurz (~Arrow - root~), Sago, Tapioca, Isländischem oder Irischem Moose, Zwieback- - (~Toast~) Wasser, gekochten Reis mit pulverisirtem Zimmet schmackhaft - gemacht. - - =Allöopathisch.= Folgendes mag mit gutem Erfolg angewendet werden: - - Kreidemischung (~Chalk mixture~) 5½ Unzen. - Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound - tinct. of Cardamons~) 3 Drachmen. - Katechu-Tinktur (~Tincture of Catechu~) 3 „ - Laudanum 20 Tropfen. - - Mische es. Dosis: alle 4 Stunden zwei oder drei Eßlöffel voll. - - Folgende Salbe möge vermittelst warmen Flanells über den Magen und - die Eingeweide gebracht werden: - - Seifensalbe (~Soap liniment~) 6 Drachmen. - Zusammengesetzte Kamphersalbe (~Compound camphor - liniment~) 6 „ - Laudanum 4 „ - - Mische es. - - =Homöopathisch.= ~Chamomilla.~ -- Gegen heftige Kolik, gelblichem - oder grünlichem Stuhl, oder ausgeschlagenen Eiern ähnelnd, Kollern in - den Eingeweiden. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn die Stühle wässerig oder grünlich sind und - Kolik mit schleimigem, bitterem Geschmack im Munde, Uebelkeit und - Erbrechen vorhergeht. - - ~Dulcamara.~ -- Bei Diarrhöe in Folge von Erkältung, schlimmer des - Nachts. - - ~Nux Vomica.~ -- Häufige Entleerungen, aber spärlich mit starkem, - drängendem und nach unten ziehendem Schmerz im After. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes wird gut gefunden werden: - - Zusammengesetzter Syrup von Rhabarber und Potasche - (~Compound syrup of rhubarb and potassa~) 4 Unzen. - Pfeffermünz-Essenz (~Essence of peppermint~) 1½ Drachmen. - Paregoricum (~Paregoric~) 4 „ - - Mische es. Dosis: alle Stunden einen Eßlöffel voll, bis sich das - Aussehen des Stuhles ändert und dann alle 2, 3 oder 4 Stunden. - - Ist Schmerz und Kneipen vorhanden, möge eine Einspritzung, bestehend - aus zwei Eßlöffel voll Castoröl, Molasses und Wasser, von jedem einen - Theetassenkopf voll, und 20 bis 60 Tropfen Laudanum angewendet - werden. Mische und wiederhole es so oft als erforderlich. - - Siehe den Abschnitt über Diarrhöe, Kapitel 12. - - -Zahnschmerz. - -Wegen dessen Behandlung suche man das 9. Kapitel auf. - - -Speichelfluß - -tritt häufig ein und ist ein sehr lästiges Leiden. - - =Homöopathisch.= ~Mercurius~ -- ist das Hauptmittel, wenn nicht - ~Mercurius~ die Ursache des Leidens ist; auch ~Lachesis~, ~Acidum - nitri~, ~Hepar Sulphuris~, ~Pulsatilla~. - - Von dem gewählten Mittel nimm jeden Abend eine Dosis (6 Kügelchen), - bis Besserung eintritt. - - -Dyspepsie, Sodbrennen, saurer Magen. - -Ein häufiges und belästigendes Symptom, gegen das Magnesia, Kreide oder -Pfirsichkörner angewendet werden mögen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Der zusammengesetzte Syrup von - Rhabarber (~Rhubarb~) und Potasche (~Potassa~) wird sehr zuträglich - gefunden werden. - - =Homöopathisch.= ~Nux Vomica~ und ~Pulsatilla~ sind die Hauptmittel. - Sie mögen entweder allein oder abwechselnd gegeben werden. Zuweilen - wird ein Stück gezuckerte Citrone im Mund gehalten, oder ein Tropfen - ~Acidum Sulphuricum~ in einem Glas voll Wasser Linderung verschaffen. - - -Hysterische Anfälle. - -Das weibliche Geschlecht wird während der Schwangerschaft häufig von -Gemütsbewegungen und hysterischen Anfällen heimgesucht. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Siehe die Behandlung der Hysterie in - Kapitel 3, erster Theil. - - =Homöopathisch.= Die Kranke sollte in die frische Luft gebracht - und das Gesicht mit kaltem Wasser besprengt werden; Ammoniak halte - man unter die Nase. Ist der Anfall vorüber, so gebe man eine Dosis - ~Coffea~ oder ~Chamomilla~. Rührt der Anfall von gestörter Verdauung - her, so gebe man ~Nux Vomica~ oder ~Pulsatilla~. Ist Aerger die - Ursache: ~Chamomilla~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe 6 Kügelchen auf eine Dosis und - wiederhole diese alle 2, 3 oder 4 Stunden. - - -Herzklopfen. - -Dies mag besonders für zarte Frauen sehr quälend werden. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Folgendes mag mit gutem Erfolg - angewendet werden: - - Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of black cohosh~) 2 Unzen. - Schildkraut-Tinktur (~Tincture of skull cap~) 2 „ - - Mische es. Dosis: Zwei- oder dreimal des Tages einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Zuweilen mögen stärkende Mittel wie das folgende - gegeben werden: - - Salzsaure Eisen-Tinktur (~Muriated tinct. of iron~) 1 Unze. - Orangenschalen-Syrup 1 „ - Rosenwasser 6 Unzen. - - Mische es. Einen Theelöffel voll in einem Bierglas voll Wasser nach - jeder Mahlzeit. - - =Homöopathisch.= Wenn in Folge von Aerger: ~Chamomilla~; in Folge - von Furcht: ~Veratrum~; in Folge von Freude: ~Coffea~; in Folge von - plötzlichem Schreck: ~Opium~. - - Bei nervösen Personen: ~Ignatia~, ~Coffea~, ~Chamomilla~. - - Andere Mittel sind: ~Belladonna~, ~Nux Moshata~, ~Pulsatilla~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse von dem gewählten Heilmittel 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und nimm alle Stunde, auch - öfter, wenn es die Strenge des Falles erfordert, einen Theelöffel - voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Theelöffel voll Castoröl-Tinktur - (~Tincture of castor oil~) oder Stinkasant (~Asafœtida~) und - zusammengesetztem Lavendel-Spiritus (~Spirits of lavender~) mit ein - wenig Wasser wird selten verfehlen, zu lindern. - - -Kopfweh - -ist etwas Gewöhnliches bei Schwangeren und eine beträchtliche nervöse -Reizbarkeit ist in der Regel vorhanden. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Mittel dagegen sind: ~Aconitum~, ~Belladonna~, ~Nux - Vomica~, ~Opium~, ~Pulsatilla~, ~Platina~. - - Bei Schlaflosigkeit: ~Coffea~, ~Ignatia~, ~Nux Vomica~, ~Hyosciamus~, - ~Opium~. - - Bei Schlafsucht: ~Opium~, ~Pulsatilla~, ~Nux Vomica~, ~Crocus~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und nimm alle halbe, ganze, - zwei oder drei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen - Theelöffel voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Aufguß von Schildkraut (~Skull - cap~), oder Baldrian (~Valerian~) mag mit gutem Erfolg angewendet - werden. - - Auch die folgenden Pillen werden wohlthuend wirken: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 6 Grane. - Belladonna-Extrakt (~Extract of Belladonna~) 1½ „ - Schlangenwurzel-Alcohol-Extrakt (~Alcoholic - extract of black cohosh~) 18 „ - - Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: Dreimal des Tages eine - Pille. - - =Allöopathisch.= Gebrauche folgendes: - - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 2 Grane. - Potaschen-Cyanit (~Cyanide of potassium~) 4 „ - Baldrian-Extrakt (~Extract of valerian~) 4 „ - - Mache 24 Pillen daraus. Dosis: Dreimal des Tages eine Pille. - - Oder auch: - - Chloroform 2 Unzen. - Zusammengesetzter Schwefeläther (~Compound sulphuric - ether~) 2 „ - Laudanum 2 „ - Cayennepfeffer-Tinktur (~Tincture of cayenne~) 1½ „ - Verdünnte Hydrociansäure (~Hydrocianic acid, - diluted~) ½ Unze. - - Mische es. Dosis: Alle drei Stunden einen Theelöffel voll, bis - wirklicher Erfolg wahrgenommen wird. - - -Husten - -kann zuweilen recht beschwerlich werden. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Je zwei Theile von der Tinktur von - Schildkraut (~Skull cap~) und Hopfenmehl (~Lupuline~) mit einem Theil - Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of hyosciamus~) mag in Dosen von einem - Theelöffel voll gegeben werden, wenn immer der Husten lästig wird. - - =Allöopathisch.= Folgendes kann mit Erfolg genommen werden: - - Blausäure (~Hydrocyanic acid~) 6 Minims. - Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of henbane~) 60 „ - Mandelkühltrank (~Almond emulsion~) 6 Unzen. - - Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - -Krämpfe - -stellen sich häufig in den Waden, Hüften, Kreuz oder Unterleib ein und -sind sehr lästig. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Erstrecken sie sich auf den Magen, so nehme man - folgendes: - - Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound - tinct. of cardamon~) 2 Unzen. - Zusammengesetzte Lavendel-Tinktur (~Compound tinct. - of lavender~) 2 „ - Zusammengesetzte Enzian-Tinktur (~Compound tinct. - of gentian~) 2 „ - - Mische es. Dosis: So oft als erforderlich einen Theelöffel voll. - - =Homöopathisch.= Gegen Krämpfe in den Gliedern: ~Veratrum~, ~Nux - Vomica~, ~Colocynthis~, ~Chamomilla~. - - Gegen Krämpfe im Unterleib und Magen: ~Nux Vomica~, ~Colocynthis~, - ~Pulsatilla~, ~Belladonna~. - - Gegen Krämpfe im Kreuz: ~Ignatia~, ~Rhus~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Heilmittel löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe einen Theelöffel voll - oder 6 Kügelchen als Dosis. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Reiben der Beine oder der davon - befallenen Theile mit Kampher-Spiritus (~Spirits of camphor~) - oder heißem Whiskey und Salz wird zuweilen sofortige Linderung - verschaffen. Auch Opodeldoc (~Opodildoc~) ist gut. - - -Harnfluß (~Incontinence of Urine -- Enuresis~) - -besteht in einer theilweisen oder gänzlichen Unfähigkeit den Urin zu -halten und ist eine große Plage. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Die Hauptmittel dagegen sind: ~Pulsatilla~, ~Sepia~, - ~Belladonna~, ~Hyosciamus~, ~Causticum~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel nehme man 6 - Pillen einmal in 3 oder 4 Stunden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man lasse viel und oft Thee von Eibisch - (~Marsh mallow~), Kürbiß, Wassermelonen-Körner oder Klebekraut - (~Cleavers~) trinken. - - -Harnzwang (~Difficult Urination -- Stranguria~). - -Dies ist außerordentlich lästig und wird durch den Druck der -Gebärmutter auf die Blase verursacht. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Aufguß von Eibischwurzel (~Marsh - mallow root~) und Grundstrauch (~Trailing arbutus~) oder ein Aufguß - von Eibisch- und Pfirsichblättern mögen genommen werden. Zehn oder - zwanzig Tropfen von süßem Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of - nitre~) können auch mit gutem Erfolg dem Aufguß beigefügt werden. - - =Homöopathisch.= ~Pulsatilla~ ist das Hauptmittel. Gewährt dies keine - Linderung, so gebe man ~Nux Vomica~. - - Andere Mittel sind: ~Belladonna~, ~Cantharides~, ~Cocculus~, ~Acidum - Phosphoricum~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel nehme man alle - 2 Stunden 6 Kügelchen. - - -Uebermäßiger Geburtsfluß oder Lochien (~Flooding, Hemorrhage~). - -Wegen dessen Behandlung siehe Kapitel 5. - - -Fehlgeburt oder Abortus (~Miscarriage or Abortion~). - -Unter Fehlgeburt oder Abortus verstehen wir die Ausstoßung der Frucht -zu irgend einer Zeit vor dem sechsten Monat. Tritt dies während dem -siebenten oder achten Monat ein, so wird es mit einer Frühgeburt -bezeichnet und das Kind kann erhalten werden, während es, wenn die -Geburt vor dem siebenten Monat erfolgt, nicht lebensfähig ist. -Abortus tritt wahrscheinlicher vor dem dritten Monat und zur Zeit der -monatlichen Reinigung ein und eine Frau, die bereits eine Fehlgeburt -erfahren hat, ist der Wiederholung derselben mehr ausgesetzt als eine -andere, bei der dies noch nicht der Fall war. Fehlgeburten erfolgen -meistens zu derselben Zeit als früher stattgefundene, und eine -Schwangere sollte daher um diese Zeit besonders achtsam sein. Sie muß -zu weite Spaziergänge, Heben von schweren Gegenständen, Treppenauf- und -Absteigen, spätes Aufbleiben und starke geistige Erregungen vermeiden. -Ich spreche hier nur von dem zufälligen Abortus und setze voraus, -daß diejenigen, die diese Zeilen lesen, sich nicht des schändlichen -Verbrechens einer Abtreibung der Frucht schuldig gemacht haben, -- -eines Verbrechens, für das keine Entschuldigung gefunden werden kann -und das nicht nur einem menschlichen Wesen das Leben nimmt, sondern -auch den Gesundheitszustand der Mutter untergräbt, denn irgend eine -Medizin, welche stark genug ist, einen Abortus herbeizuführen, muß den -Organismus so vergiften, daß die Folgen davon nie wieder geheilt werden -können. - -+Ursachen.+ Zu den gewöhnlichen Ursachen des Abortus gehören Schläge, -wenn auch nur leicht, auf den Unterleib, heftige Erschütterungen, -Fallen, Pressen, Heben von schweren Gegenständen, Auf- und Absteigen -von Treppen, Reiten, Fahren über eine holperige Straße, starkes Husten, -Aerger, Freude, Furcht, Tanzen, außergewöhnliche und plötzliche -Anstrengungen, die Wirkung von Arzneimitteln, welche einige Frauen -beständig nehmen, wie Brechmittel, Abführmittel und zwar solche, wie -Aloe, Sennesblätter u.s.w., Kräuter-Thees, Patent-Medizinen, der -Gebrauch von Blasen- und Senfpflaster u.s.w. - -+Symptome.+ Die ersten Symptome bestehen in der Regel in einem Gefühl -von Müdigkeit und Unbehaglichkeit, mit Kreuzweh und nach unten -ziehenden Schmerzen, die sich allmählig zu Geburtswehen steigern, -Schneiden und Ziehen in den Lenden und in dem Unterleib, ein Ausfluß -von rothem oder hellem Blute, mehr oder weniger stark. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Wo es möglich ist, sollte ein solcher Fall unter die - Pflege eines geschickten Arztes gestellt werden, besonders wenn ein - starker Fluß vorhanden ist. Vor allem ist es aber von Wichtigkeit, - darauf zu sehen, daß die Kranke in die gehörige Lage gebracht wird. - Sobald sich die Symptome zeigen, sollte sie sich niederlegen und - vollkommen ruhig verhalten. Sie sollte sogleich zu Bett gehen, eine - harte Matratze mit leichten Decken in einem luftigen Zimmer sind - vorzuziehen. Oeffne Thüren und Fenster, selbst im strengsten Winter - und selbst wenn der Schnee ins Zimmer hereinweht. Entferne alle - Ursachen zur Aufregung, besonders die Masse von alten Weibern, die - sich gewöhnlich bei solchen Gelegenheiten einstellen; halte sie - fern vom Hause. Als Getränk reiche man kühle Limonade, Zwieback- - oder Eiswasser, und während des Darreichens gestatte man nicht, - daß sich die Kranke aufrichtet; es ist von Wichtigkeit, daß eine - horizontale Lage nicht verändert wird; man entferne alle Kissen unter - dem Kopfe, und es mag nothwendig werden, durch das Unterlegen von - Holzstücken unter die Beine das Fußende des Bettes zu erhöhen. Man - mache Umschläge von Wasser und Essig auf den Unterleib, die Hüften - und zwischen die Beine. Keine Reizmittel sollten gegeben werden, wenn - nicht die Kranke durch Blutverlust sehr geschwächt ist, in welchem - Falle ein wenig Wein oder Branntwein gegeben werden mag. Ist der - Ausfluß zu stark und kann nicht durch Medizinen eingehalten werden, - so ist die Gebärmutter zu verstopfen, was vermittelst Einschiebens - eines seidenen Taschentuches, mit süßem Oel getränkt, in die Scheide, - oder durch Einlegen von großen Stücken Tuch geschehen kann. - - =Homöopathisch.= ~Arnica.~ -- Wenn durch einen Fall, Schlag, - Fehltritt, zu starkes Heben oder durch irgend eine andere große - körperliche Anstrengung verursacht. - - ~Cinnamonium.~ -- Wenn Arnica nicht den gewünschten Erfolg hat. - - ~Secale.~ -- Besonders wenn schon Fehlgeburten stattgefunden haben, - oder bei schwacher Constitution und großer Erschöpfung, auch bei - dunklem Ausfluß, schwarzgelbem Blut und leichten Schmerzen. - - ~China.~ -- Abwechselnd mit ~Secale~, wenn der Blutfluß beträchtlich - ist und Schwache und Erschöpfung zunehmen, ein nach unten - ziehendes Gefühl, Summen in den Ohren, Verdunkelung des Blickes, - Ohnmachtsanwandlung bei Erheben von dem Kissen. - - ~Hyosciamus.~ -- Bei Krämpfen oder Verzuckungen des ganzen Körpers. - - ~Ipecacuanha.~ -- Abwechselnd mit ~Secale~ bei Magenschwäche, - Krämpfen, Ausfluß eines hellrothen Blutes, Ohnmachten. - - ~Belladonna.~ -- Abwechselnd mit ~Platina~ bei starken Schmerzen in - den Lenden und im Unterleib, starkem Drängen nach unten, gleichsam - als ob die Eingeweide herausgepreßt würden, Schmerz im Kreuz, als - ob dasselbe gebrochen wäre, Ausfluß von dickem, dunklem, geronnenem - Blute. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12 - Kügelchen in einem halben Theetassenkopf voll Wasser und gebe bei - strengen Fällen alle 15 oder 20 Minuten und bei milderen jede Stunde - oder alle zwei Stunden einen Theelöffel voll. Tritt innerhalb zwei - oder drei Stunden keine Linderung ein, greife man zu einem anderen - Mittel. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Sind Symptome eines annähernden Abortus - vorhanden, so gebe man jede Stunde oder alle zwei Stunden 2 oder 3 - Grane von dem zusammengesetzten Brechwurz- und Opiumpulver (~Compound - powder of Ipecac and Opium~). Nehmen die Symptome dennoch zu, so - lege man ein Senfpflaster auf den unteren Theil des Rückens. Bei - beträchtlichem Ausfluß gebe man 10 oder 15 Tropfen Vitriol-Elixir - in einem Weinglas voll Wasser alle 2 oder 3 Stunden und mache - gleichzeitig Umschläge von Tüchern, mit Eiswasser getränkt, auf den - unteren Theil des Unterleibes. Flöhkrautöl (~Oil of fleabane~) oder - ~Oil of fireweed~ mag, wenn erforderlich, alle 10 bis 20 Minuten in - Dosen von 5 bis 6 Tropfen auf Zucker gegeben werden. Ist der Fluß - sehr stark, so gebe man 1½ Grane Bleizucker (~Sugar of lead~) - in etwas Essig und Wasser. Wenn viel Schmerz vorhanden ist, gebe - man 5 oder 6 Tropfen Laudanum. Die Scheide oder die Geburtsstätte - mag mit Tüchern, in einer starken Alaun- (~Alum~) Auflösung oder - einer Abkochung von Weißeichenrinde (~Decoction of white oak bark~) - getränkt, verstopft werden. - - =Allöopathisch.= Ist die Kranke vollblütig und es stellt sich ein - Gefühl von Vollsein ein, so sollten 10 bis 12 Blutegel an den unteren - Theil des Unterleibes und Rückens angesetzt und folgende Mischung - gegeben werden: - - Citronen-Säure (~Citric acid~) 1 Drachme. - Doppeltkohlensaure Potasche (~Bi-carbonate - of potash~) 4 Skrupel. - Salpeter (~Nitre~) 2 „ - Zimmetwasser 2 Unzen. - Wasser 4 „ - - Mische es. Dosis: Alle 4 Stunden ein Viertel davon. Oder: - - Doppeltkohlensaure Potasche (~Bi-carbonate - of potash~) 2 Drachmen. - Gewöhnlicher Syrup 2 „ - Destillirtes Wasser (~Distilled water~) 6 Unzen. - - Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll; jeder Dosis füge einen Eßlöffel - voll frischen Citronensaft oder 15 Grane Citronen-Säure (~Citric - acid~), zuvor in einem Eßlöffel voll Wasser aufgelöst, bei. Während - des Aufschäumens zu trinken. Wenn die Eingeweide verstopft sind, ist - das folgende zu empfehlen: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1½ Unzen. - Zusammengesetzter Rosenaufguß (~Compound infusion - of roses~) 5 „ - Zimmetwasser (~Cinnamon water~) 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll. - - Es ist besser, Blutentziehung und das Darreichen obiger Mischungen zu - vermeiden und, wenn diese nicht angewendet werden, gebe man 35 bis 40 - Tropfen Laudanum und wiederhole dies in Zwischenräumen in kleineren - Dosen. - - Wenn der Ausfluß sehr stark ist, müssen die folgenden Pillen gegeben - werden: - - Essigsaures Blei (~Acetate of lead~) 2 Grane. - Mohnkopf-Extrakt (~Extract of poppies~) 2 „ - - Mache es zu einer Pille, welche alle 3 oder 4 Stunden zu nehmen - ist; oder mische 5 Grane pulverisirten Alaun (~Alum~) mit 3 Granen - geriebener Muskatnuß (~Nutmeg~), in Honig oder Syrup gemischt, und - gebe es alle halbe oder ganze Stunde, der Strenge der Symptome - angemessen. Dies wird von Dr. C. D. Meigs in Philadelphia empfohlen. - - +Bemerkung.+ Kann der Abortus nicht verhindert werden, so muß man wie - bei einer natürlichen Geburt vorgehen. - - -Falsche Wehen (~False Pains~). - -Häufig einige Wochen oder Monate vor der Entbindung wird die Schwangere -von sogenannten falschen Wehen belästigt. Diese ähneln den ächten Wehen -sehr und verursachen häufig nutzlose Beunruhigung. Sie mögen daran -erkannt werden, daß sie unregelmäßig in ihren Wiederholungen sind und -sich gewöhnlich auf die Muskeln des Rückens und Unterleibs beschränken, -sowie vom Rücken nach den Seiten ziehen. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn die Eingeweide verstopft sind, - gebe man folgende Einspritzung: - - Warmes Wasser 1 Pint. - Salz 2 Theelöffel - voll. - Gewöhnlicher Molasses 2 Eßlöffel - voll. - - Nachdem Stuhlgang vorhanden ist, gebe man einen kleinen Theelöffel - voll Paregoricum (~Paregoric~) und wiederhole dies alle zwei Stunden, - wenn nicht früher Linderung eintritt. - - =Allöopathisch.= Folgendes ist eine gute Salbe, welche über dem Sitz - des Schmerzes eingerieben werden mag: - - Ammoniak (~Ammonia~) 2 Unzen. - Opium-Tinktur (~Tincture of opium~) 2 „ - Seifen-Salbe (~Soap liniment~) 1 Unze. - - Schüttele es vor dem Gebrauch um. - - =Homöopathisch.= ~Bryonia.~ -- Wenn der Schmerz ziehend und sich in - dem Unterleib und den Lenden befindet. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn die Schmerzen ähnlich den vorhergehenden, mit - einem Gefühl von Steifheit oder Lahmsein verbunden sind. - - ~Nux Vomica.~ -- Wenn in der Gegend der Blase ein Schmerz, wie von - einer Quetschung herrührend, und wenn die Wehen Folge von Verstopfung - sind. - - ~Aconitum.~ -- Besonders bei vollblütigen Frauen; heißer Kopf, - trockene Haut. ~Belladonna~ kann abwechselnd mit ~Aconitum~ gegeben - werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe alle halbe, - ganze, zwei oder drei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, - einen Theelöffel voll. - - -Behandlung der Brüste (~Preparation of the Breasts~). - -Nicht selten finden junge Mütter in Folge früherer Vernachlässigung -beim Stillen ihrer Kinder Schwierigkeiten wegen der durch den Druck -von zu engen Kleidern, Schnürbrüsten u.s.w. fast ganz verschwundenen -Warzen. Die Brüste schwangerer Frauen sollten sorgfältig gegen Druck -geschützt werden, da dies leicht üble Folgen nach sich ziehen kann. -Wenn aber die Warzen nicht weit genug herausgezogen sind, so daß sie -von dem Kinde mit Leichtigkeit gefaßt werden können, so mag dies -vermittelst einer gewöhnlichen Brustpumpe geschehen, und nachdem die -Pumpe entfernt ist, lege rings um die Warzen einen Ring von Bienenwachs -oder einen Warzenschild (~Nipple shield~). Dies sollte beständig -getragen werden. Wenn aber das Ausziehen der Brustwarzen einen Schmerz -im Unterleib verursacht, so muß es eingestellt werden, da Abortus -folgen kann. - -Dr. Tracy empfiehlt folgendes zur Erhaltung der einmal herausgezogenen -Warzen: - -Jede Warze sollte mit einem Stück von einem wollenen Faden oder Garn an -der Wurzel zwei- bis dreimal umwunden und mäßig fest gebunden werden, -jedoch nicht so fest, daß dadurch der Blutumlauf gehemmt wird. - -Die Warzen springen während oder nach der Schwangerschaft leicht auf -und entzünden sich, was besonders, nachdem das Kind zu saugen beginnt, -eintritt; daher sollten die Brüste mehrere Wochen vor der Entbindung -in kaltem Wasser gebadet und mit groben Handtüchern abgerieben werden. -Zuweilen ist auch das Baden der Brustwarzen mit Brandy zweimal des -Tages mehrere Wochen hindurch vor der Entbindung sehr zuträglich -gefunden worden. Ebenso die Anwendung einer Abkochung von grünem -Thee, oder Eichenrinde, oder auch von Granatäpfeln (~Pomegranate~). -Bei großer Empfindlichkeit oder Schmerzhaftigkeit bade die Warzen und -Brüste häufig in einer scharfen Auflösung von Arnica. - - - - -Fünftes Kapitel. - -Entbindung oder Kindbett. - - -Geburtswehen (~Labor~). - -Unter Geburtswehen verstehen wir die Anstrengung der Natur, durch -welche die Gebärmutter ihren Inhalt, bestehend in dem Kinde, der -Nachgeburt, den Schleimhäuten und dem Wasser, ausstößt. Sie treten in -der Regel zu Ende des neunten Monats nach der Empfängniß oder 280 Tage -nach dem Beginn der Schwangerschaft ein. Zuweilen aber tritt es früher -oder später ein. - -+Symptome.+ Die Symptome der annähernden Geburtswehen bestehen in einem -Sinken der Gebärmutter, wodurch die Schwangere um Vieles erleichtert -wird; sie fühlt sich leichter und ein Abgang von blutigem Schleim, -„Blutanbrechen“ (~show~) genannt, stellt sich ein; sie ist bewegt und -nervös; eine Reizbarkeit der Blase, sowie öfterer Drang zum Uriniren, -zuweilen Uebelkeit und Erbrechen und fliegende Schmerzen durch den -Unterleib sind vorhanden. - -Die Geburtswehen mögen in natürliche und unnatürliche eingetheilt -werden. Sind die Wehen hinlänglich stark genug, den Inhalt der -Gebärmutter in einer mäßigen Zeit ohne Gefahr für Mutter und Kind -auszutreiben, so werden sie natürlich genannt. Wenn aber schwierig, -lang anhaltend und Verzögerungen in Folge einer ungehörigen Lage des -Kindes, Verzuckungen oder auch Blutflüsse eintreten, so werden sie -widernatürliche genannt. Die Zeit, während welcher die natürlichen -Wehen anhalten, beschränkt sich in der Regel auf 6 bis 8 Stunden. - -Sobald die ersten Symptome eintreten, muß die Schwangere ihre -Vorkehrungen für die bevorstehende Entbindung treffen. Das Bett -sollte in einer harten Matratze bestehen (Federbetten sind nicht -empfehlenswerth), und über die Matratze sollte, wenn ein Beschmutzen -durch die Ausflüsse vermieden werden soll, ein Oeltuch oder eine -Kautschuck-Decke, und darüber mehrere Betttücher gebreitet werden, die -Decke muß leicht sein, damit die Entbindende dadurch nicht übermäßig -erhitzt wird, und das Nachtkleid muß bis unter die Arme aufgestreift -werden, so daß es nicht beschmutzt wird. Sie sollte sich auf die linke -Seite legen, mit an den Körper gezogenen Knien, zwischen welche man ein -zusammengelegtes Kissen bringt. Eine scharfe Scheere und zwei Stücke -starke Schnur mögen zum Abschneiden und Verbinden der Nabelschnur des -Kindes bereit gehalten werden. - - -Schmerzen bei den Geburtswehen (~Labor Pains~). - -Die Schmerzen der Geburtswehen sind eigenthümlich und bestehen in -einem Schneiden oder Schleifen, welches durch eine Zusammenziehung -des Muskelgewebes der Gebärmutter über dem Kinde hervorgerufen wird. -Während des ersten Stadiums der Geburtswehen geht gewöhnlich das Wasser -ab. Letzteres ist die Ansammlung jener Flüssigkeit, welche das Kind -umgiebt und das von der Schleimhaut eingeschlossen wird. Es dient zum -Schutze des Kindes während der Schwangerschaft. - -Das zweite Stadium der Wehen ist der Zeitraum von dem Ausfluß des -Wassers bis zur Geburt des Kindes. Nach dem ersten Stadium ist die -Entbindende gewöhnlich eine kurze Zeit von Schmerzen frei. Die Wehen -des zweiten Stadiums unterscheiden sich von jenen des ersten und sind -mehr nach unten drängend. - - -Entbindung. - -Die heftigsten schneidenden Wehen treten unmittelbar vor der Entbindung -ein und sind von kurzer Dauer, aber von solcher Art, daß, obgleich -sie sehr schmerzhaft sind, sie dennoch die Entbindende zur äußersten -Kraftanstrengung stärken. Möglicherweise bricht dieselbe in heftiges -Wehklagen aus, was aber die Umgebung nicht beunruhigen sollte, denn es -ist ein Zeichen, daß die Wehen unmittelbar darauf ihr Ende erreicht -haben werden. Man ermuthige sie daher durch freundliche, tröstende -Worte. In dem Augenblicke, wo das Kind erscheint, sollte die Wärterin -ihre Hand zwischen die Beine der Entbindenden legen, um das Reißen der -straff angespannten Haut an diesem Theile zu verhindern. Ist das Kind -geboren, so sollte es fünf oder sechs Zoll von der Mutter entfernt -und die Schnur mit den vorher erwähnten Fäden verbunden werden. Der -erste Knoten sollte ungefähr zwei Zoll von des Kindes Nabel gemacht -werden und der andere vier Zoll weiter, jeder durch einen doppelten -Knoten gesichert; nachdem so die Schnur durch die Knoten gesichert ist, -schneide man sie mit der Scheere zwischen den Knoten durch. Eins aber -sollte beobachtet werden, ehe die Schnur gebunden wird, das ist, ob das -Kind athmet oder schreit. Giebt das Kind kein Lebenszeichen, so sollte -der Mund geöffnet werden, was die Ansammlung des Schleimes mindern -wird, bleibt dies aber ohne Erfolg, so sollte die Schnur gebunden und -abgeschnitten und das Kind in ein warmes Bad gebracht werden, wenn auch -dieses nach einigen Minuten noch erfolglos ist, so nehme es aus dem -Bade und hülle es in eine Flanelldecke. Dann versuche man künstliches -Athmen, was auf folgende Weise geschieht: - -Man lege Daumen und Zeigefinger so auf die Nasenlöcher, daß diese -geschlossen sind, dann lege man den Mund auf den des Kindes und blase -in die Lungen, die Brust sollte dabei gepreßt werden, so daß die -eingeführte Luft wieder ausgestoßen werden muß. Dieses Verfahren sollte -so lange fortgeführt werden, bis keine Hoffnung mehr auf die Belebung -des Kindes vorhanden ist. Stellt sich aber allmählig Leben ein, so -reibe das Kind mit Alcohol oder Whiskey, durch warmes Wasser verdünnt, -ab. Zuweilen wird das Besprengen von Gesicht oder Brust des Kindes mit -kaltem Wasser dasselbe erwecken. - -Nach der Entbindung erfährt die Mutter große Erleichterung und ist eine -Zeitlang gänzlich frei von Schmerzen, bis das dritte Stadium beginnt -und die Nachgeburt oder ~Placenta~ kommt. Starkes Ziehen sollte zur -Entfernung der Nachgeburt nicht angewendet werden, da Gefahr vorhanden -ist, daß sich die Gebärmutter umdreht, in der Regel reichen einige -Wehen hin, dieselbe auszustoßen. - - -Behandlung nach der Entbindung. - -Ein Verband sollte um den Körper der Mutter gelegt werden, genügend -fest, um den erschlafften Unterleib zu stützen. Ihre Bekleidung ist, -wenn beschmutzt, zu wechseln, und sie selbst sollte in eine angenehmere -Lage, in ein dunkles Zimmer gebracht und nicht von Besuchern gestört -werden. Tücher sind lose unterzulegen, damit auf diese Weise die -stattfindenden Ausflüsse aufgefangen werden. - - -Verbinden des Nabels (~Dressing the Navel~). - -Es sollte vermieden werden, daß der Nabel mit der gesunden Haut in -Berührung kommt. Um dies zu verhindern, mache man ein Loch, groß genug, -daß die Schnur durchgezogen werden kann, in ein Stück Muslin oder -Linnen ungefähr vier Zoll im Geviert, ziehe den Nabel durch und lasse -das Stück Zeug auf des Kindes Bauch liegen, dann mache eine Binde um -den Körper des Kindes, welche die Schnur auf den Bauch drückt. - - -Licht, Temperatur und Lüftung. - -Das Zimmer der Wöchnerin sollte für die ersten zwei oder drei Tage nach -der Entbindung verdunkelt werden; nach dieser Zeit gestatte man dem -Licht ungehinderten Zutritt. Der Lüftung muß Aufmerksamkeit geschenkt -werden, und indem man frische Luft zuläßt, vermeide man vorsichtig, -die Wöchnerin der Zugluft auszusetzen. Die Temperatur des Zimmers muß -dem Wohlbefinden der Wöchnerin angemessen und gewöhnlich zwischen -fünfundsechzig und fünfundsiebzig Grad sein. - - -Nachwehen. - -Nachdem das Kind geboren und die Nachgeburt erfolgt ist, verursacht das -Zusammenziehen der Gebärmutter, das mit mehr oder weniger Kraft vor -sich geht, beträchtliche Schmerzen. Sie beginnen gewöhnlich eine halbe -Stunde nach der Entbindung und hören nach ein oder zwei Tagen auf, -obgleich sie auch länger dauern mögen. Sie verkleinern die Gebärmutter -und treiben deren Inhalt aus. Zuweilen sind sie sehr heftig und dauern -länger als es wünschenswerth ist. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Folgendes möge gegeben werden: - - Eisenhut-Tinktur (~Tincture of aconite~) 30 Tropfen. - Kampherwasser (~Camphor water~) 1 Unze. - Laudanum 1 Drachme. - Gewöhnlicher Syrup 1 Unze. - - Dosis: Alle Stunden einen Theelöffel voll in einem Weinglas voll - versüßten Wassers. - - =Homöopathisch.= ~Chamomilla.~ -- Mag gegeben werden bei - Nervenschwäche und Erregtheit, dem man ungefähr eine Stunde darauf - ~Nux Vomica~ folgen läßt. Wenn erforderlich, gebe man mehrere Dosen. - - ~Coffea~ und ~Aconitum~. -- Abwechselnd, wenn die Schmerzen stark - sind und Kälte des Körpers vorhanden ist. - - ~Pulsatilla~ -- möge gegeben werden, wenn die Schmerzen nicht zu - häufig wiederkehren, aber mehrere Tage fortdauern. - - ~Secale.~ -- Passend bei solchen, die schon viele Kinder geboren - haben. - - ~Belladonna.~ -- Wenn die Schmerzen nach unten ziehen, Blutandrang, - Kopfhitze, geröthetes Gesicht, kalte Füße; abwechselnd mit ~Opium~ - bei ungewöhnlicher Neigung zum Schlaf, mit schnarchendem Athem - begleitet. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Umschläge einer Abbrühung von gleichen - Theilen von Hopfen und Rainfarn (~Tansy~) mit ein wenig Whiskey oder - anderem Spiritus über den Unterleib wird zuträglich gefunden werden. - Dies sollte mehrere Male des Tages erneuert werden. - - -Blutfluß (~Flooding -- Hæmorrhage~). - -Dies ist eines der gefährlichsten Symptome, welche sich während -der Wehen einstellen können. Sein Erscheinen kommt in der Regel -ganz unerwartet und erfordert sofortige und kräftige Behandlung. Es -erfolgt häufiger nach der Geburt des Kindes und ist zuweilen die Folge -geistiger Bewegung, wie Freude oder Sorge. - -Die Gegend über der Gebärmutter sollte mit der Hand gerieben werden, -bis sich die Nachwehen einstellen, dann gebe die folgenden Mittel: - - ~Belladonna.~ -- Bei nach unten ziehenden Schmerzen, einem Gefühl, - als ob etwas aus den Geschlechtstheilen fallen würde. - - ~Chamomilla.~ -- Wenn die Glieder kalt und den Wehen ähnliche - Schmerzen vorhanden sind. - - ~China.~ -- Kann abwechselnd mit ~Ipecacuanha~, wenn Schwindel und - Bewußtlosigkeit, Ohnmacht, Gesichtsblässe, schneidende Schmerzen in - dem Unterleib vorhanden sind, gegeben werden. Wird den schlimmsten - Fällen entsprechen. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn der Ausfluß gerinnt und in Zwischenräumen - erscheint, aufhört und wieder eintritt. Man lasse ~Crocus~ oder - ~Sabina~ folgen. - - Ein Tropfen der Zimmet-Tinktur in einem halben Bierglas voll Wasser - und davon alle Minuten einen Theelöffel voll gegeben, wird sich - in einigen Fällen sehr zuträglich erweisen. Tücher, in Eiswasser - getaucht, oder Eis in Stückchen sollten auf den Unterleib und die - Geschlechtsteile gelegt werden. Auch lasse man viel und oft kaltes - Wasser trinken. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Heilmittel löse man - 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und nehme alle 15 Minuten - oder halbe Stunde einen Theelöffel voll; sobald sich Besserung zeigt, - verlängere die Zwischenräume. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn sich der Blutfluß vor der - Entfernung der Nachgeburt einstellt, sollten Mittel dagegen gegeben - und um die Gebärmutter zur Zusammenziehung anzureizen, sollte fest - über derselben gedrückt werden. Kaltwasser-Umschläge mache man - äußerlich über den betreffenden Theil. Zimmet-Tinktur (~Tincture - of cinnamon~) gebe man in Dosen von einem Theelöffel voll in einem - Weinglas voll versüßten Wasser alle 5 bis 15 Minuten oder in längeren - Zwischenräumen. Auch kann eine Mischung von gleichen Theilen von - Ratanhia (~Rhatany~), Zimmet-Tinktur (~Tincture of cinnamon~) und - Terpentin-Spiritus (~Spirits of turpentine~) mit Erfolg angewendet - werden. - - =Allöopathisch.= Folgende Pillen mögen genommen werden: - - Essigsaures Blei (~Acetate of lead~) 2 Grane. - Mohnkopf-Extrakt (~Extract of poppies~) 2 „ - - Mache eine Pille daraus, wiederhole es alle 3 oder 4 Stunden und - lasse gleichzeitig Essig mit Wasser trinken. - - -Dauer des Kindbetts. - -Es ist rathsam, sechs bis acht Tage nach der Entbindung im Bett zu -verbleiben, doch hängt dies von Umständen ab. Viele Frauen sind schon -am sechsten Tage besser auf den Füßen als andere nach drei Wochen. Ist -die Entbundene schwach, der Gesundheitszustand nicht gut, so sollte -die Zeit bis zur vollkommenen Genesung ausgedehnt werden. Nach den -ersten acht oder neun Tagen lasse man sie täglich eine kurze Zeit in -einem bequemen Stuhl sitzen, gestatte ihr aber nie vor dem zehnten bis -fünfzehnten Tag zu gehen. - - -Diät und Regeln während des Kindbetts. - -Durch das Ordnen der Kost kann viel Schlimmes vermieden werden. Man -kann größtenteils den Wünschen der Wöchnerin in dieser Richtung Folge -leisten, sollte ihr aber durchaus nichts von reizender Wirkung reichen. -Auch ist es wichtig, daß die Wöchnerin gehörig rein gehalten wird; -jene Theile, die gewaschen werden müssen, sollten mit warmem Wasser -gereinigt werden und in den ersten Tagen sollte es immer nach einigen -Stunden wiederholt werden. Man lasse sie schwarzen Thee, kaltes Wasser, -entweder mit oder ohne Erdbeer- oder Himbeer-Syrup trinken. Cacao ist -zuweilen erwünscht und Claret, mit Wasser verdünnt, gibt einen guten -Trank. - - -Lochien oder Geburtsblutfluß. - -Nachdem die Nachgeburt vorüber ist, tritt ein Blutfluß ein, der mehrere -Tage anhält. Dieser Fluß kommt aus den Oeffnungen der Gefäße in der -Gebärmutter, die nach der Entfernung der Nachgeburt blosgestellt sind; -in den ersten drei oder vier Tagen ist er von einem rothen Blute und -dann wässerig; nach Verlauf von sechs oder sieben Tagen wieder dick -und gelblich. Bei Einigen hört er nach etlichen Tagen auf, während er -bei Andern wieder Wochen lang anhält. Mit der Unterdrückung dieses -Blutflusses ist beträchtliche Gefahr verbunden. - - -Unterdrückung der Lochien. - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man öffne die Eingeweide vermittelst - eines gelinden Abführmittels, wie Castoröl oder Bittersalz - (~Epsom salts~), und lasse einen starken Aufguß von Mutterkraut - (~Motherwort~) so heiß als möglich und öfters wiederholt - trinken. Sind Symptome von Fieber vorhanden, so mache man warme - Umschläge von Hopfen und Rainfarn (~Tansy~) auf den Unterleib - und gebe eine Mischung, zusammengesetzt aus zwei Theilen der - Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of black cohosh~) und einem Theil - Eisenhutwurzel-Tinktur (~Tincture of aconite root~), 8 Tropfen in - einem Theelöffel voll Wasser als eine Dosis, alle Stunde oder zwei - Stunden zu wiederholen. - - =Homöopathisch.= ~Bryonia.~ -- Kann gegeben werden bei Vollsein und - Schwere des Kopfes, Druck in den Schläfen, klopfendem Kopfschmerz, - Kreuzweh. Wenn starkes Fieber, Blutandrang nach dem Kopf und Delirien - vorhanden sind, gebe man ~Aconitum~ und ~Belladonna~ abwechselnd. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn die Unterdrückung von geistigen Erregungen oder - Erkältung herrührt, besonders bei Kopfschmerz, Fieber, Kälte der Füße - und häufigem Verlangen zum Uriniren. - - ~Dulcamara~ und ~Pulsatilla~. -- Abwechselnd wenn die Unterdrückung - die Folge des Aussetzens der Feuchtigkeit und Kälte sein sollte. - - ~Coffea~ und ~Chamomilla~ -- gebe man abwechselnd, wenn die Patientin - sehr erregt, unruhig und nervös ist, und es ist Diarrhöe und Kolik - vorhanden. Warme Wasserumschläge sollten auf den Unterleib gemacht - und warme Fuß- und Hüftenbäder genommen werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle Stunde, oder - alle 2, 3 bis 4 Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen - Theelöffel voll. - - -Uebermäßige und lange anhaltende Lochien. - -Wenn die Lochien übermäßig stark sind oder zu lange anhalten, so wird -die Kranke sehr leicht dadurch geschwächt. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Crocus.~ -- Wenn der Ausfluß dunkel gefärbt, - schwarz und klebrig ist, mit einem Gefühl im Unterleib, als ob dort - etwas Lebendiges wäre. - - ~China~ und ~Ipecacuanha~ -- kann abwechselnd gegeben werden, wenn - der Ausfluß bei Krampfanfällen, Schwindel, Uebelkeit, Ohnmacht, Kälte - der Endglieder, Blässe des Gesichts und Hinfälligkeit stattfindet. - - ~Aconitum.~ -- Wenn der Ausfluß von einer dunkelrothen Farbe ist. - Zeigt sich ~Aconitum~ unzureichend, so gebe man ~Calcarea carbonica~. - - ~Rhus.~ -- In Fällen, wo die Lochien zurückkehren, nachdem sie - bereits aufgehört hatten. - - ~Silicea.~ -- Wenn sich die Lochien jedesmal dann einstellen, wenn - das Kind an die Brust gelegt wird. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel nehme man 6 - Kügelchen, alle 4 Stunden, bis es besser wird. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Aufguß von Weißeichen-Rinde, - Storchschnabel (~Geranium~) und Rüster-Rinde (~Witch hazel bark~) - kann angewendet werden, wovon die Kranke oft und viel trinken sollte. - Eine Mischung von Caulophyllin und Geranium, je ein Skrupel, mag alle - Stunden in Dosen von 2 Granen gegeben werden. Bade die Theile oft in - kühlem Wasser. - - -Milchfieber. - -Ungefähr den dritten oder vierten Tag nach der Entbindung füllen sich -die Brüste mit Milch und gleichzeitig stellt sich Frost ein, dem ein -starkes Fieber und Kopfschmerz folgt, und dies wird das Milchfieber -genannt. In der Regel wird das Fieber dadurch, daß man das Kind sobald -als möglich an die Brust legt, verhindert. Sollte aber aus irgend einer -Ursache das Fieber zunehmen und starker Kopfschmerz, Durst, schneller -Puls und Klopfen der Schläfe vorhanden sein, so sollte etwas dagegen -gethan werden. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Man verschaffe vermittelst des folgenden Stuhlgang: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potash~) 10 Grane. - Lakritzen-Extrakt (~Ext. of Liquorice~) 1 Skrupel. - Zusammengesetzter Aufguß von Sennesblättern - (~Compound infusion of senna~) 5½ Unzen. - Sennesblätter- und Jalappenwurzel-Tinktur (~Tinct. - of senna and jalap~) 3 Drachmen. - Spiritus von flüchtigem Salz (~Spirit of Sal - volatile~) 1 Drachme. - - Mische es. Dosis: zwei oder drei Eßlöffel voll, so oft als - erforderlich. - - Nachher gebe das folgende: - - Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze. - Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~Solution of - acetate of Ammonia~) 3 Unzen. - Wasser 3 „ - Laudanum ½ Drachme. - - Mische es. Dosis: einen Eßlöffel voll dreimal des Tages. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man gebe zur Erhaltung des Stuhlganges - Seidlitz-Pulver und mache warme Umschläge über die Brüste. In einigen - Fällen kann das zusammengesetzte Pulver von Brechwurz (~Ipecac~) und - Opium gegeben werden. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Bei starkem Fieber, heißer Haut, - Durst, Brust hart und knotig, Angst, Unruhe. - - ~Bryonia.~ -- Wenn die Symptome theilweise von ~Aconitum~ gelindert - wurden, oder die Brüste von Milch angeschwollen sind; schmerzhafte - Brust, Beklemmung. - - ~Belladonna.~ -- Kann nach ~Aconitum~ oder abwechselnd mit diesem - oder ~Bryonia~ gegeben werden, wenn die Hauptsymptome, wie - betäubender Kopfschmerz, funkelnde Augen, Delirium sehr heftig - sind. Sind die Brüste gegen Berührung empfindlich und es ist Unruhe - und Aufregung vorhanden, so gebe man ~Coffea~ und ~Chamomilla~ - abwechselnd. - - ~Pulsatilla.~ -- Mag gegeben werden, wenn die Brüste stark - angeschwollen sind, bei Wehsein und Schmerzen, die sich auf die - Muskeln der Brust und Schultern erstrecken. Baden der Brüste in - heißem Fett, dem ein wenig Arnika-Tinktur beigefügt wurde, wird in - einigen Fällen sehr zuträglich gefunden werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und nimm jede Stunde oder - alle 2, 3 bis 4 Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen - Theelöffel voll. - - -Ausbleiben der Milch. - -Die Absonderung der Milch kann sich aus verschiedenen Ursachen, -wie durch das Aussetzen der Kälte und Feuchtigkeit, geistige -Erregung, Diätfehler, plötzlich einstellen. Die Folgen einer solchen -Unterdrückung können sehr ernst werden, und es ist daher gut, dieselbe, -wenn irgend möglich, zu verhüten. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Pulsatilla~ -- wird in der Regel hinreichen, den - Milchfluß wieder herzustellen, besonders wenn die Unterdrückung die - Folge von Erkältung ist. - - ~Belladonna~ und ~Bryonia~ -- mag abwechselnd bei Blutandrang nach - dem Kopf oder Lungen, Fieber und Gliederschmerzen gegeben werden. - - Bei Unruhe, Fieber, Hitze, trockener Haut und Durst gebe man - abwechselnd ~Aconitum~ und ~Coffea~, besonders wenn geistige - Erregungen Ursache der Unterdrückung waren. - - ~Calcarea Carbonica.~ -- Ist ein ausgezeichnetes Mittel, wenn leichte - Veranlassungen die Unterdrückung herbeiführten. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und nehme alle zwei oder vier - Stunden zwei Theelöffel voll. - - -Uebermäßige Ansammlung der Milch. - -Zuweilen tritt eine übermäßige Milchabsonderung ein, welche ein -Anschwellen und eine Entzündung der Brüste verursacht; auch findet ein -unfreiwilliges Abfließen der Milch statt, dem Schwäche, Kopfschmerz und -andere Störungen des Nervensystems folgen. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Calcarea Carbonica~ oder ~Phosphorus~ -- wird - gewöhnlich Linderung gewähren. - - ~Aconitum~ und ~Belladonna~ -- werden zuträglich gefunden werden, - wenn Fieber oder Kopfschmerz, sowie andere Symptome von Blutandrang - vorhanden sind. - - ~China.~ -- Bei unfreiwilligem Abfließen der Milch, oder wenn die - Betreffende durch den Milchverlust geschwächt wird. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man löse 12 Kügelchen von dem gewählten - Mittel in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 2, 3 oder 4 Stunden - einen Theelöffel voll. - - Die äußerliche Anwendung von Baumwolle (~Cotton batting~) ist sehr zu - empfehlen. - - -Wunde Brustwarzen - -kommen häufig vor und werden zu einer Plage, die durch eine gehörige -Pflege der Brüste vor der Entbindung vermieden werden mag; in einigen -Fällen aber wird dies von der geringfügigsten Ursache herbeigeführt. -Häufiges Baden in kaltem Wasser, sowohl einfach als auch mit einigen -Tropfen Arnica-Tinktur oder Branntwein gemischt, wird die Zartheit der -Haut heben und dieselbe kräftigen. Dies sollte jedesmal, nachdem das -Kind gesaugt hat, wiederholt werden. Ein Warzenschild wird häufig diese -Beschwerde verhindern oder entfernen. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn die Entzündung beträchtlich - ist, mache man Umschläge von Ulmenrinde (~Elm bark~) oder Ulmen - und Hopfen. Zuweilen mag eine Auflösung von vier bis fünf Granen - salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~) auf eine Unze Wasser - mit Vortheil angewendet werden. Nachdem die starke Entzündung - nachgelassen hat, gebrauche man folgendes: - - Schöpsenfett (~Mutton tallow~) ½ Unze. - Peruvianischer Balsam (~Balsam of peru~) ½ Drachme. - Glycerin ½ „ - Honig ½ „ - - Zerlasse das Fett, seihe es durch und mische es dann mit den übrigen - Bestandtheilen. Mache davon vier- bis fünfmal des Tages Umschläge auf - die Brustwarzen. - - =Homöopathisch.= In allen Fällen sollten die Warzen, nachdem das - Kind die Brust verlassen hat, mit kaltem Wasser, dem einige Tropfen - Arnica-Tinktur beigefügt sind, gewaschen, dann gehörig abgetrocknet, - die Milch aus denselben gedrückt und mit pulverisirter Stärke bedeckt - werden. - - Dr. H. R. Stout von Chicago spricht günstig von pulverisirtem - Gummi-Arabicum, der auf die wehe Warze nach jedesmaligem Stillen - gestreut wird, ebenso von Benzoe- (~Benzoin~) oder Benjamin-Tinktur - vermittelst eines Kameelhaarpinsels aufgetragen. - - Dr. Herring von Philadelphia empfiehlt pulverisirten weißen - Zucker als ein ausgezeichnetes Mittel. Borax in dem Schleim der - schlüpferigen Ulme (~Slippery elm~) aufgelöst ist eine vorzügliche - Waschung. Töpferthon (~Potters clay~) auf die Warzen gestreut, - wird öfters zuträglich gefunden werden. Innerliche Heilmittel sind - folgende: - - ~Chamomilla.~ -- Mag gegeben werden, wenn die Warzen geschwollen und - entzündet sind. Gewährt dies keine Linderung, gebe folgende Mittel - der Reihe nach, jeden Tag eine Dosis und zwar eine Woche hindurch: - - ~Nux vomica, Mercurius, Sulphur, Silicea, Lycopodium, Graphites, - Sepia, Calcarea Carbonica.~ Von ~Chamomilla~ mag alle vier oder sechs - Stunden eine Dosis (6 Kügelchen) gegeben werden. - - =Allöopathisch.= Folgende Waschungen werden zuträglich gefunden - werden: - - Löse entweder Alaun (~Alum~), Borax, schwefelsaures Zink (~Sulphate - of zinc~) oder Kupfer in Rosenwasser auf, im Verhältniß von einem - Gran auf eine Unze, und mache davon Umschläge auf die Warze. Auch - eine Auflösung von Gerbersäure (~Tannic acid~) wird zuträglich - gefunden werden. - - Folgendes ist ein vortrefflicher Umschlag: - - Glycerin 1 Drachme. - Tannin 1 „ - - Mische es. - - -Aufgebrochene Brüste (~Broken Breast -- Mastitis~). - -Entzündung der Brust wird häufig bei stillenden Müttern gefunden und -wird in der Regel durch Erkältung oder auch zu starkes Ansammeln -der Milch in den Brüsten, sowie durch Druck auf dieselben, örtliche -Verletzungen u.s.w. verursacht. - -+Symptome.+ Gewöhnlich stellt sich anfänglich Frost ein, dem mehr -oder weniger Fieber folgt, und leichte, spießende Schmerzen, die beim -Druck zunehmen, werden gefühlt. Zuweilen dehnt sich der Schmerz bis -zur Achselgrube aus, und wenn die Entzündung fortschreitet, schwillt -die Brust an, wird hart, knotig und uneben, bis schließlich die Haut -eine dunkle Farbe annimmt und sich Eiter bildet, die Kranke schwach und -reizbar wird und abmagert. Zuweilen ist dies sehr hartnäckig. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Das erste, was zu geschehen hat, ist das Ausziehen - der Milch, was das Anschwellen vermindern und die Entzündung - verhindern wird. Umschläge von Brod und Milch oder schlüpferiger - Ulme sollten gemacht werden, was die Wärme erhält und dadurch das - Anschwellen der Milchröhren vermindert. Ein Umschlag von gelben Rüben - (~Carrots~) wird in allen Stadien dieser Krankheit gut gefunden - werden. Flanelltücher, in heißem Branntwein ausgerungen, werden - sich zuweilen zuträglich erweisen. Wenn die Brust anschwillt oder - empfindlich wird, so sollte ~Belladonna~ und ~Bryonia~ entweder - allein oder abwechselnd gegeben werden, besonders bei schießendem, - zerreißendem Schmerz und beträchtlichem Kopfschmerz. Wenn, nachdem - die Entzündung nachgelassen hat, noch Härte vorhanden ist, gebe man - alle 6 Stunden eine Dosis ~Mercurius~. Bleiben Knoten in der Brust - zurück, so wird ein Pflaster von Bienenwachs und süßem Oel zuträglich - gefunden werden. Wenn sich Eiter bildet, was an dem klopfenden - Schmerz in der Brust erkannt werden kann, sollte ~Hepar sulphuris~ - gegeben, bis er herausbricht, und Umschläge von Leinsamen gemacht - werden. Bei Vorhandensein eines übermäßig starken Ausflusses von - Eiter nehme man ~Phosphorus~ allein oder abwechselnd mit ~Hepar - sulphuris~. ~Silicea~ mag gegeben werden, wenn der Ausfluß wässerig - ist, aus mehreren Oeffnungen herausbricht und langsam heilt. - - ~Graphites~ oder ~Calcarea Carbonica~ kann besonders bei hartnäckigen - Fällen angewendet werden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Zu Anfang, wenn ~Belladonna~ und - ~Bryonia~ genommen werden, löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel - voll Wasser auf und nehme alle Stunde einen Theelöffel voll. - - Andere Heilmittel nehme man alle 3 oder 6 Stunden. - - Werden ~Sulphur~ oder ~Calcarea~ angewendet, so ist Morgens und - Abends eine Dosis hinreichend. - - =Allöopathisch.= Man halte die Brüste von Milch frei, entweder durch - Anlegen des Kindes oder durch Anwendung der Brustpumpe. Folgendes mag - zur äußerlichen Anwendung dienen: - - Belladonna-Tinktur (~Tinct. of belladonna~) 1 Unze. - Kampher-Tinktur (~Tinct. of camphor~) 1 „ - - Mische es und befeuchte damit drei- oder viermal des Tages die Brust. - - Weicht die Anschwellung nach diesem Mittel nicht, so möge man warmen - Essig gebrauchen. Blutegel können unter die Brust gesetzt werden und - zwar so, daß dadurch nicht die Anwendung des warmen Essigs verhindert - wird. Dauert die Anschwellung und der Schmerz dennoch fort, so mache - man warme Umschläge von Hopfen und nehme innerlich folgendes: - - Eisenhut-Tinktur (~Tinct. of aconitum~) 2 Drachmen. - Essigsaures Morphium (~Acetate of morphine~) 2 Grane. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 1 Unze. - Wasser 3 Unzen. - - Mische es. Dosis: alle Stunde einen Theelöffel voll, bis das Fieber - nachläßt, dann alle 2 oder 3 Stunden. Die Brüste sollten durch - Streifen von Heftpflaster unterhalb und ringsherum gestützt werden. - - Kommt die Patientin von Kräften, so mag ihr Bier, Porter und Wein - gegeben werden. Wenn sie skrophulös ist, gebrauche man folgendes: - - Zusammengesetzter Talgbaum- (~Stillingia~) Syrup 8 Unzen. - Potaschen Jodid (~Iodide of potash~) 2 Drachmen. - Fowler’s Solution 1½ „ - - Mische es. Dosis: 2 Theelöffel voll in Wasser dreimal des Tages. - - =Eclectische und Kräuterkur.= In den ersten drei oder vier Tagen - wasche die Brust dreimal des Tages mit einer Salbe, bestehend aus je - einer Unze Kampher (~Camphor~), Sassafrasöl und Cajeput- (~Cajeput~) - Oel. Nach jeder Waschung gebrauche folgendes: - - Feingeschnittene spanische Seife (~Castille - soap~) 1½ Unze. - Gelbes Bienenwachs ½ „ - Schweinefett 1 „ - - Bei mäßigem Feuer geschmolzen, und wenn fast erkaltet, füge allmählig - acht Drachmen Jamaica-Spiritus (~Jamaica spirits~), in dem zuvor 30 - Grane Kampher aufgelöst waren, hinzu. Schneide ein Stück Leinen von - der Größe der Brust, lasse in der Mitte für die Brustwarze ein Loch, - streiche die Salbe auf und lege es so warm als es ertragen werden - kann auf die Brust. Alle 4 bis 6 Stunden nehme man es herunter, wärme - es von neuem, und nachdem man die genannte Waschung angewendet, lege - man es wieder auf. Bildet sich Eiter, so mache man einen Umschlag von - schlüpferiger Ulme (~Slippery elm~) oder von Brod und Milch. Frische - Kermesbeere (~Poke root~) in Asche weich geröstet und zerdrückt, - mit einer gleichen Menge pulverisirter Lobelia und heißem Wasser - gemischt, wird zuträglich gefunden werden. - - -Verstopfung und Diarrhöe. - -Diese können sehr gefährlich werden, besonders Diarrhöe, und sind einer -gehörigen Behandlung zu unterziehen. Wegen deren Behandlung siehe -Kapitel 12, erster Theil. - - -Kindbettfieber (~Childbed Fever -- Puerperal Peritonitis~). - -Dies ist eine sehr gefährliche Krankheit, die nur von einem erfahrenen -Arzte behandelt werden sollte. Sie besteht in einer Entzündung des -Bauchfelles oder der Schleimhaut, welche den Magen einfaßt und die -Eingeweide bedeckt. - -+Symptome.+ Wie bei den meisten Fiebern, geht Frösteln, Uebelkeit -oder Erbrechen und Schmerz im Bauche voraus; letzterer ist zuweilen -sehr ausgebreitet oder beschränkt sich auf einen Fleck; der Unterleib -wird ebenso groß als vor der Entbindung und so empfindlich, daß kaum -das Gewicht der Betttücher ertragen werden kann; die Schmerzen sind -unerträglich, der Puls ist häufig klein und scharf, die Haut heiß, -Zunge weiß und belegt oder rein, die Kranke ist durstig, erbricht -sich öfters, Milch und Lochien sind zuweilen unterdrückt, das Athmen -ist schwierig, zuweilen stellt sich Husten ein, die Eingeweide sind -verstopft oder es ist Diarrhöe vorhanden. Nimmt die Krankheit eine -schlimme Wendung, so nimmt das Anschwellen und die Ausdehnung des -Bauches zu, das Erbrechen dauert fort, der Puls ist schnell und -unregelmäßig, die Glieder werden kalt und plötzlich hört der Schmerz -auf, was ein Zeichen des Endes ist. - -+Ursachen.+ Gewaltthätigkeit während der Entbindung, Erkältung, -Diarrhöe, Unterdrückung der Milchabsonderung, heftige, geistige -Erregungen. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Der Kranken sollte beim Beginn zur Ader gelassen - werden oder es sollten Blutegel an den Unterleib gesetzt werden; - geschieht das Letztere, so sollte ein Umschlag von Leinsamen oder - Indischem Mehl (~Indian meal~) folgen, werden keine Blutegel gesetzt, - so lege man Flanell, in Terpentin-Spiritus (~Spirits of turpentine~) - getränkt, über den Bauch. Kleine Dosen von Lobelia oder Brechwurz - (~Ipecac~), hinreichend, Uebelkeit und eine Feuchtigkeit auf der - Haut hervorzurufen, mögen zuerst gegeben werden, oder die Tinktur - von Nießwurz (~Veratrum Viride~), in Dosen von 5 bis 10 Tropfen jede - Stunde, was die Kranke häufig in einen starken Schweiß bringen wird. - Der Stuhlgang sollte durch Einspritzungen von warmem Wasser oder - durch andere gelinde Mittel hergestellt werden. Opium und Kalomel, - im Verhältniß von einem halben Gran des Ersteren auf ein Gran des - Letzteren, sollte alle 2, 3 oder 4 Stunden, der Strenge der Symptome - angemessen, gegeben werden. Wird die Kranke schwach, so sollte man - Chinin und Opium und ebenso Rindsthee, Wein, Branntwein oder Whiskey - geben. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Wenn die Krankheit mit Uebelkeit - und Erbrechen beginnt, gebe man ein Brechmittel und lasse ein - Abführmittel, wie nachstehendes, folgen: - - Entenfuß (~Podophyllin~) 2 Grane. - Leptandrin 4 „ - Cremor Tartari (~Cream of tartar~) 10 „ - - Eine Einspritzung von einem halben Eßlöffel voll der - zusammengesetzten Tinktur der Lobelia und des spanischen Pfeffers - (~Tinct. of Lobelia and Capsicum~) in einer oder zwei Unzen warmem - Wasserdost (~Boneset~), Sennesblätter oder Lobeliathee kann - gegeben werden; auch wasche man den Unterleib häufig mit warmem - Saleratus-Wasser. Nachdem das Abführmittel gewirkt hat, lasse man die - Kranke viel und oft von einem Thee der Roßmünze-Tinktur (~Tincture - of horsemint~), der Kamillenblüthen oder Hunde-Manilla (~May - weed~) hinzugefügt sind, trinken. Die zusammengesetzte virginische - Schlangenwurzel-Tinktur (~Compound tincture of Virginia snake root~) - mag gegeben werden, um Schweiß hervorzurufen. Dosis: jede Stunde oder - alle zwei Stunden einen Theelöffel voll in einem warmen Balsam-, - Katzenmünze- (~Catnip~) oder Pleuresiewurzel-Thee. Nachdem sich der - Schweiß eingestellt hat, sollte die Tinktur in kleineren Dosen und - in längeren Zwischenräumen gegeben werden. In einigen Fällen werden - sich 15 oder 20 Tropfen einer Mischung aus gleichen Theilen von - Fingerhut (~Digitalis~) und Stechapfel (~Stramonium~) jede Stunde - oder alle zwei Stunden zuträglich erweisen. Heiße Bähungen von Hopfen - und Rainfarn (~Tansy~) mögen auf den Unterleib gemacht werden, die - öfters zu erneuern sind. Stechapfel- (~Stramonium~) Blätter sind - zu einem Umschlag auf den Unterleib sehr zu empfehlen; sie sollten - zerquetscht, warm gemacht und als Bähungen verwendet werden. Ist - die Zunge stark belegt und das Fieber hält an, so gebe man gleiche - Theile von pulverisirter Blutwurzel (~Blood root~), Kalmus (~Blue - flag root~) und Salpeter (~Nitre~) in Dosen von 15 Granen alle drei - Stunden. Senfpflaster lege auf den Nacken, die Füße und auf die - innere Seite der Lenden. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- ist das erste Mittel, besonders wenn - die Krankheit mit Frost beginnt, dem eine trockene, heiße Haut folgt, - bei schnellem Puls. - - ~Belladonna.~ -- Bei sehr scharfen Schmerzen im Unterleibe, - ziehendem Gefühl, klopfenden Schmerzen im Kopfe, geröthetem Gesicht, - glasigem Blick, Harnverhaltung, außerordentliche Empfindlichkeit des - Unterleibes. - - ~Bryonia.~ -- Außerordentliche Empfindlichkeit des Unterleibes, - Verstopfung, schießenden Schmerzen im Unterleib. Kann abwechselnd mit - ~Aconitum~ gegeben werden. - - ~Pulsatilla.~ -- Wo der Anfall gelinde auftritt; großer Druck nach - unten, häufiges Verlangen nach Urinlassen. - - Andere Mittel sind: ~Apis~, ~Arnica~, ~Arsenicum~, ~Hyosciamus~, - ~Chamomilla~, ~Rhus~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Im Anfange ist es das beste, ~Aconitum~ - und ~Belladonna~ abwechselnd alle eine, zwei, drei oder vier Stunden, - der Strenge der Symptome angemessen, zu geben. Man gebe 10 oder 12 - Kügelchen auf eine Dosis. Andere Mittel sind in derselben Weise zu - geben. - - -Die weiße Schenkelgeschwulst (~Milk Leg, Phlegmasia Alba Dolens~). - -Man glaubte ehemals, daß diese Krankheit durch einen Fluß der Milch -in den Schenkel verursacht würde, was aber selbstverständlich nicht -möglich ist. - -+Symptome.+ Es tritt ein unangenehmes Gefühl oder Schmerz in den -unteren Theil der Eingeweide, der sich bis auf die Hüften ausdehnt; -zuweilen sind keine warnenden Symptome vorhanden, sondern die Krankheit -beginnt mit einem heftigen Frost, dem Fieber folgt, welches ein starker -Schmerz in der Lende begleitet. Nach ein oder zwei Tagen vermindert -sich der Schmerz und eine Anschwellung stellt sich ein, die gewöhnlich -in der Schamleiste anfängt und sich nach unten zieht. Hin und wieder -kann sich aber auch die Anschwellung zuerst in den Waden einstellen -und dann nach oben ziehen. Die Haut ist sehr glänzend und glatt, sowie -auch hart und schmerzhaft gegen Berührung und das Bein ist schwer und -steif. In Verbindung mit dem letzten ist schwacher und sehr schneller -Puls, Durst, Schläfrigkeit u.s.w. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Die Eingeweide sollten mit dem - zusammengesetzten Pulver der Jalappenwurzel (~Compound powder of - jalap~), jede Dosis 10 oder 15 Grane Cremor Tartari beigefügt, - gereinigt werden. Dies sollte alle zwei oder drei Tage während der - Entzündung wiederholt werden. Das Bein wasche man mit einer Lösung - von Salz, Essig und Wasser und gelegentlich mit einem Aufguß von - Bitterkräutern wie Wasserdost (~Boneset~), Hopfen und Rainfarn - (~Tansy~). Folgende Salbe mag mit Erfolg angewendet werden: - - Süßes Oel 2 Unzen. - Kampher-Spiritus (~Spirits of camphor~) 2 „ - Kreosot 1 Unze. - Laudanum 1 „ - - Mische es und mache zweimal des Tages einen Umschlag. Ein Aufguß - von Hopfen und Essig kann als ein anderes Mittel in derselben Weise - angewendet werden. - - Thee von Flöhkraut (~Smart weed~) und Hundekamille (~May weed~) mag - oft und viel getrunken werden, um dadurch Schweiß hervorzurufen. - Wird die Krankheit chronisch, so sollte das Bein täglich mit einer - Abkochung von Wasserdost (~Boneset~), Rainfarn (~Tansy~) und Hopfen - gebäht (~steamed~) und die erstgenannte Salbe angewendet werden. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Bei starkem Fieber, brennenden - Schmerzen und Hitze. - - ~Belladonna~ -- ist für den Anfang in den meisten Fällen vielleicht - das beste Mittel, besonders wenn die Schmerzen scharf und stechend - sind, bei Schwere in den Lenden und in dem unteren Theile des - Unterleibes, bei heftigem Fieber mit brennendem Durst. - - ~Bryonia.~ -- Wenn schießende und scharfe Schmerzen von der Hüfte - nach dem Fuße zu vorhanden sind, bei Schwitzen, außerordentlicher - Empfindlichkeit gegen Berührung oder Bewegung. Kann auch abwechselnd - mit ~Rhus~ gegeben werden. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn nach ~Belladonna~ oder ~Bryonia~ keine - Besserung eintritt. - - Andere Mittel sind: ~Arsenicum~, ~Sulphur~, ~Nux Vomica~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel gebe 6 - Kügelchen einmal in 2 Stunden. - - =Allöopathisch.= Flanell in heißes Wasser und Essig getaucht sollte - auf das Bein gelegt und öfters wiederholt werden. - - Oertliche Waschungen mit einer Mischung von warmem süßen Oel, zwei - Theile und Laudanum, einen Theil, dann mit Flanell bedeckt werden gut - gefunden werden. Der Umschlag von heißem Wasser und Essig, sowie - heißem Oel und Laudanum sollte alle 5 oder 6 Stunden abgewechselt - werden. Sind die Eingeweide verstopft, so gebe man folgendes: - - Pulverisirte Sennesblätter (~Powd. Senna~) ½ Drachme. - „ Jalappenwurzel (~Powd. Jalap~) 10 Grane. - „ Gewürznelken (~Powd. Cloves~) 10 „ - - Mische und nimm es als eine Dosis in versüßtem Wasser. Folgendes wird - zuträglich sein: - - Aufguß von Fingerhut (~Digitalis~) 4 Unzen. - Essigsaure Potasche (~Acetate of potash~) 2 Drachmen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 „ - Zimmetwasser (~Cinnamon water~) 1½ Unze. - - Mische es. Dosis: Alle 4 oder 5 Stunden einen Eß-Löffel voll. - - Nießwurz-Tinktur (~Tincture of veratrum viride~) in Dosen, welche - hinreichen, einen mäßigen Schweiß hervorzurufen, sollte während der - Entzündung gegeben werden. - - -Der wunde Mund der Stillenden. - -Stillende Mütter leiden hieran zuweilen sehr. Der ganze innere Mund -wird sehr roth und so empfindlich, daß es der Leidenden Schwierigkeit -macht, irgend welche feste Speise zu sich zu nehmen. - -Ist das Leiden hartnäckig und die Patientin kommt dabei von Kräften, -so wird es nothwendig, das Kind zu entwöhnen, zu welcher Zeit dann die -Krankheit verschwindet. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Mercurius~ -- ist das wichtigste Mittel und mag - abwechselnd mit ~Nux Vomica~ oder ~China~, besonders mit ~China~ wenn - große Schwäche und Erschöpfung vorhanden ist, gegeben werden. - - ~Acidum Nitre~ -- kann gegeben werden, wenn ~Mercurius~ keine - Linderung gewährt. ~Borax~ und ~Sulphur~ sind auch vortreffliche - Mittel dagegen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man nehme alle 6 oder 8 Stunden oder - auch öfter, wenn der Fall heftig ist, einmal 6 Kügelchen. Bei - ~Sulphur~ wird eine Dosis Morgens und Abends hinreichen. - - =Allöopathisch.= Die Verstopfung der Eingeweide zu beseitigen, nehme - man folgendes: - - Flüssiger Sennesblätter-Extrakt (~Fluid extract of - senna~) 2 Drachmen. - Flüssiger Jalappenwurzel-Extrakt (~Fluid extract of - jalap~) 2 „ - Aufguß von Gewürznelken (~Infusion of cloves~) 2 Unzen. - - Mische und nimm es als eine Dosis. - - In einigen Fällen wird folgendes stärkende Mittel dienlich sein: - - Weinsteinsaures Eisen (~Tartrate of iron~) 40 Grane. - Wasser 2 Unzen. - Ingwer- (~Ginger~) Syrup ½ Unze. - - Mische es. Dosis: Zwanzig bis vierzig Tropfen alle drei Stunden. - - Zum Gurgeln bediene man sich des folgenden: - - Abkochung von Chinarinde (~Decoction of Peruvian - bark~) 3 Unzen. - Orangenschalen-Syrup 1 Unze. - Chlorsaure Soda (~Chloride of soda~) 1 „ - - Mische es. Oder auch: - - Chlorsaures Eisen (~Chloride of iron~) ¼ Unze. - Starke Hydrochlorsäure (~Strong hydrochloric acid~) 40 Tropfen. - Wasser 1 Pint. - - Mische es. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Potaschen-Jodid (~Iodide of potassa~) - ist ein ausgezeichnetes Mittel: - - Man löse 2 Drachmen in 4 Unzen Wasser und nehme zweimal des Tages - einen Theelöffel voll. Als Gurgelwasser wird eine Abkochung von - Gägelrinde (~Bay berry bark~), Gelbwurz (~Golden seal~), Sumachbeeren - (~Shumac berries~) und ein wenig gebrannter Alaun (~Burned alum~) - oder Borax zuträglich gefunden werden. - - - - -Dritter Theil. -- Kinderkrankheiten. - - -Kleidung des Kindes. - -Die Kleidung der Säuglinge sollte die freie Bewegung der Glieder -gestatten, dick genug sein, sie zu beschützen und warm zu halten. -Flanell ist aus mehreren Gründen der geeignetste Stoff zu Unterkleidern -der Säuglinge, denn erstens ist er kein Wärmeleiter, indem er das zu -schnelle Verfliegen der animalischen Wärme des Körpers verhindert, und -zweitens verursacht er eine sehr zuträgliche Anreizung, vermittelst -welcher eine unbemerkbare Ausdünstung hervorgerufen wird. Die -Bekleidung muß leicht sein, damit das Kind dadurch nicht belästigt -wird, einfach, damit das An- und Ausziehen leicht vor sich geht und -weit genug, damit das Wachsthum und die Ausdehnung der Formen nicht -beeinträchtigt wird. - -Bezüglich der Kleidung sagt Dr. Tarry in seinem: “~Mother and her -offspring~”: - -„Ich will den Geschmack durchaus nicht weiter beeinflussen als -nothwendig ist, um dem Kinde eine warme, leichte und bequeme Bekleidung -zu sichern. Es muß wohl sogleich in die Augen fallen, daß kurze Aermel -und um den Hals tief ausgeschnittene Kleider nicht passend für Kinder -sind.“ - -Der dazu verwandte Flanell muß weiß und fein sein und öfters gewechselt -werden, damit der Körper beständig rein gehalten wird. - - -Scheintod (~Apparent Death -- Asphyxia~). - -Zuweilen trägt es sich zu, daß, wenn die Wehen lang und stark waren, -das Kind scheinbar todt ist und sofortige Behandlung verlangt. Man -bringe das Kind sofort in eine Lage, welche einen ungestörten -Blutumlauf durch die Nabelschnur gestattet; reinige den Mund vom -Schleim und hülle den Körper in weiche, warme Flanelle ein, auch -reibe Füße, Hände und das Rückgrat mit der flachen Hand. Diese Mittel -reichen in der Regel hin, den Blutumlauf herzustellen, Pulsiren in der -Nabelschnur wird wahrgenommen, dem bald darauf Athmen folgt, worauf -die Schnur gebunden und abgeschnitten werden kann. Nachdem 5 oder 10 -Minuten verstrichen sind, innerhalb welcher das Kind kein Lebenszeichen -von sich gegeben hat, muß die Nabelschnur abgeschnitten und gebunden -und das Kind in ein warmes Bett gebracht werden. Das Reiben der Füße, -Hände und des Rückgrats setze man fort und tauche die Hand in kaltes -Nasser oder Spiritus und reibe damit die Brust oder gieße zwei oder -drei Fuß hoch aus einer Theekanne einen Strom kalten Wassers auf die -Brust. Bleibt dies alles ohne Erfolg, so fülle man die Lungen künstlich -mit Luft. Dies mag geschehen, indem man ein seidenes Taschentuch lose -über den Mund legt, um dadurch die Kraft des Athems zu brechen, und -durch dasselbe sanft Athem in den Mund einbläßt; gleichzeitig schließe -man die Nase des Kindes mit dem Daumen und dem Zeigefinger, wodurch der -Luft der Ausgang versperrt wird. Wenn so die Lungen mit Luft gefüllt -sind, treibe man die Luft durch einen sanften Druck auf die Brust -wieder aus und fahre so eine Zeitlang fort. Leichte elektrische Schläge -mögen zuträglich sein; man setze zu diesem Behufe einen Pol an den -oberen Theil des Rückgrats und den andern auf die Brust. - - -Diät der Neugeborenen. - -Die geeignetste Kost für den Säugling ist natürlich die Muttermilch und -darauf sollte das Kind beschränkt bleiben, bis wenigstens ein Theil der -Zähne durchgebrochen ist. - -Sogleich nach der Geburt lasse man es an der Seite der Mutter sechs -bis acht Stunden schlafen, dann lege man das Kind an die Brust, auch -wenn keine Milch vorhanden sein sollte. Wenn die Milchabsonderung noch -nicht begonnen hat, füttere man es inzwischen mit gleichen Theilen -von Milch und Wasser, durch Stückzucker oder ein wenig Molasses mit -Wasser versüßt. Der Säugling sollte während des Tages alle drei Stunden -und während der Nacht alle sechs oder acht Stunden an die Brust -gelegt werden. Eine gewisse Regelmäßigkeit ist in der Darreichung der -Nahrung zu beobachten. Es wird gut sein, den Mund nach jeder Speisung -auszuwaschen, da dies das Entstehen der Schwämmchen verhindern wird. - - -Anschwellen und Verlängerung des Kopfes - -tritt sehr häufig besonders nach starken und längeren Geburtswehen -ein, so daß das geborene Kind mißgestaltet erscheint, was die Umgebung -beunruhigen, aber in ein oder zwei Tagen verschwinden wird. Waschung -des Kopfes mit einer schwachen Lösung der Arnica-Tinktur wird -gewöhnlich dessen Veränderung beschleunigen. - - -Anschwellen der Brüste. - -In einzelnen Fällen sind die Brüste des Kindes bei der Geburt oder bald -darauf geschwollen oder entzündet; dies kann gewöhnlich durch Auflegen -von Charpie oder ein Stück weiches Linnen, in süßes Oel getaucht, -vermindert werden. Unter keinen Umständen sollten die Brüste in der -Einbildung, daß sich in denselben Milch oder eine andere Flüssigkeit -befände, was herauszubringen sei, gedrückt werden, denn gerade dies -kann eine heftige Entzündung zur Folge haben. - - -Das Kindspech (~Meconium~). - -Dies besteht in einer dunkeln grünen Masse, welche sich in den -Eingeweiden des Kindes vor der Geburt ansammelt. Es sollte sobald als -möglich nach der Geburt entfernt werden, und die beste Medizin dagegen -ist die Muttermilch. Wenn es aber nach Verlauf eines Tages nicht -abgegangen sein sollte, so mag eine schwache Dosis von Castoröl gegeben -werden. - - -Der Einfluß von Gemütsbewegungen auf die Milch. - -Die stillende Mutter muß dem Zustande ihres Geistes dieselbe -Aufmerksamkeit als dem körperlichen Wohlbefinden widmen, denn geistige -Erregungen irgend einer Art werden sehr schädlich auf die Milch wirken. -Alle aufregenden Unterhaltungen, Romane lesen, Theater gehen oder -irgend Etwas, was die Einbildung anregt, sollte vermieden werden. -Gram, der zuweilen unvermeidlich ist, kann einen solchen Einfluß auf -die Mutter ausüben, daß eine gänzliche Unterdrückung der Milch folgt. -Daher sollten Mütter, die sich Kinder von heiterer und guter Gemüthsart -wünschen, dieselbe Gemüthsart besitzen. Sir Astley Cooper sagt: „Die -Absonderung der Milch geht am besten in einem ruhigen Geisteszustande -und bei einem heiteren Temperament vor sich, dann ist gewöhnlich -Milch in Fülle vorhanden, welche dem Kind am besten zusagt. Dagegen -vermindert eine ärgerliche Gemüthsstimmung die Menge der Milch und -macht sie dünn und molkigt, was wiederum Fieber in den Eingeweiden des -Kindes und starkes Kneipen zur Folge hat.“ Eine Mutter sollte nie ihr -Kind nach einem Schrecken, Zorn oder einer anderen Aufregung stillen, -sie muß vielmehr warten, bis sie wieder vollkommen beruhigt ist. - - -Abgewöhnung. - -Die Zeit des Abgewöhnens ist für die Mutter immerhin eine, in der -sie aufmerksam sein muß. Ist ihr Gesundheitszustand derart, daß sie -das Kind nicht stillen kann, so sollte dasselbe einer Amme übergeben -werden, bis die Zeit zur Entwöhnung gekommen ist. Diese mag beginnen, -sobald die ersten zwei Zähne erscheinen, oder zwischen dem siebten und -achten Monat. Das Kind sollte allmählig an den Wechsel der Nahrung -gewöhnt werden, daß es bis zum zwölften oder achtzehnten Monat -vollständig entwöhnt ist. Die günstigste Jahreszeit hierzu ist das -Frühjahr und der Herbst. - - -Kost statt des Säugens (~Supplementary Diet of Infants~). - -In einigen Fällen, wo die Mutter ihr Kind zwar stillen möchte, aber -nicht die hinreichende Menge Milch zu dessen Nahrung besitzt, wird -es nothwendig, für ein Ersatzmittel Sorge zu tragen. Es muß dagegen -ernstlich gewarnt werden, da, wo es nicht unbedingt nothwendig ist, -irgend ein Ersatzmittel für die Muttermilch zu bieten, denn es ist als -Thatsache bekannt, daß die Sterblichkeit unter diesen so aufgebrachten -Kindern viel größer ist als unter jenen, die ihre natürliche Nahrung -haben. Dr. Tracy schreibt über diesen Gegenstand wie folgt: „Die -Nahrung, welche ich empfehlen möchte und die in den meisten Fällen -zu haben ist, besteht in frischer Sahne von der Milch einer Kuh, -die ein junges Kalb hat, mit ein wenig Milch von oben. Eine junge -gesunde Kuh sollte zu diesem Behufe gewählt werden, welche reichlich -Milch giebt, die nach dem Abrahmen nicht bläulich aussieht, und nur -die Milch derselben sollte verwendet werden. Zuerst, nachdem das -Kindspech aufgehört hat, im Stuhle zu erscheinen, nehme man einen -Eßlöffel voll dieser Sahne, füge die doppelte Menge weiches, warmes -Wasser hinzu und versüße es mit Stückzucker, so daß es der Süße der -Muttermilch gleichkommt. Dies wird sehr zuträglich sein und mag dem -Kinde in einer Quantität gereicht werden, welche erforderlich ist, -dem natürlichen Verlangen des Kindes nach Nahrung zu entsprechen. -Wird das Kind älter, so nehme man eine größere Portion der Sahne, -sowie der Milch mit der Sahne von oben. Dies ist ein ausgezeichnetes -Nahrungsmittel für Kinder, und viele werden dabei ohne irgend welche -Muttermilch recht hübsch gedeihen.“ Nicht immer aber ist es möglich, -Sahne oder wenigstens reine Milch zu erlangen, und in solchen Fällen -müssen wir eben das beste, was wir thun können, statt dessen wählen. -Wenn wir jederzeit die Milch von einer Kuh nehmen, sie mit zweimal so -viel Wasser verdünnen und mit Stückzucker versüßen, so wird das Kind -wahrscheinlich hübsch dabei zunehmen. Die ähnlichste Nachahmung der -Muttermilch erhalten wir, wenn wir einen Eßlöffel voll Milchzucker -in drei Tassenkopf voll Wasser auflösen, bis zu zwei Tassenkopf voll -einkochen und einen Tassenkopf voll frische Milch hinzufügen. In jenen -Fällen, wo die Mutter nicht hinreichend genug Milch hat, wird fein -gemahlener Reis oder Gerstenmehl eine vorzügliche Kost bilden. Bei -einem neugeborenen Kinde nehme man einen Eßlöffel voll -- bei einem -älteren Kinde natürlich mehr -- und feuchte es mit +kaltem Wasser+ an, -sei aber achtsam beim Umrühren, daß keine Stücke zurückbleiben; dann -füge ein wenig Salz und hinreichend heißes Wasser hinzu, koche es zehn -Minuten lang, während dessen es sorgfältig umgerührt werden sollte, um -das Anbrennen zu verhindern. Nachdem es vom Feuer genommen ist, versüße -man es mit Stückzucker, so daß es an Süße der Muttermilch gleich kommt. -Die Menge des Wassers richtet sich natürlich nach der Dicke, welche -gewünscht wird. Wenn es aus einer Saugflasche gegeben wird, sollte es -ganz dünn sein. Gerstenmehl eignet sich am besten für Kinder, die zu -Verstopfung geneigt sind, und Reismehl bei solchen, wo der Stuhlgang -locker ist. Mütter müssen sorgfältig sein, den Kindern nicht zu viel -zu essen zu geben, denn es ist nachtheiliger, den Kindern zu viel -als zu wenig zu geben. Weil es schreit oder ein wenig quält, bilde -man sich nicht ein, daß es hungert und vollgestopft werden müsse. Als -eine allgemeine Regel gilt für ein gesundes Kind von ein bis drei -Wochen alt täglich ein Pint Muttermilch oder anderer gleich nahrhafter -Stoff. Am Ende des ersten und im Verlaufe des zweiten Monats erhöhe -man des Kindes Nahrung allmählig auf ungefähr anderthalb Pint. Wenn -eine Saugflasche gebraucht wird, so wasche man dieselbe sorgfältig -jeden Morgen und Abend mit +heißem+ Wasser aus, denn sie muß süß -gehalten werden, wenn die Milch nicht sauer in des Kindes Magen werden -soll. Dr. Tracy sagt: „Wenn das Kind seine Nahrung nimmt, sei es an -der Brust, aus der Flasche oder vermittelst des Löffels, so sollte -es durch eine halb sitzende Stellung auf dem Arme oder in dem Schoße -der es fütternden Person unterstützt und wenigstens 40 Minuten lang, -nachdem es die Nahrung empfangen hat, ganz ruhig gehalten werden.“ Der -Verdauungsprozeß ist sehr geneigt, durch irgend welche starke geistige -oder körperliche Bewegung unterbrochen zu werden, und das Kind sollte -daher nach der Mahlzeit nicht geschüttelt oder geschaukelt werden. -Dr. Meigs empfiehlt für Kinder, deren Verdauungsorgane schwach und -reizbar sind, sowie für solche, wo keine reine Milch zu erlangen ist, -folgendes Mittel: Man löse eine kleine Quantität präparirte Gelatine -(~prepared Gelatine~) oder russische Hausenblase (~Russian isinglass~) -in Wasser, dem ein wenig Milch, Sahne und ein wenig Pfeilwurz (~Arrow -root~) oder irgend eine andere mehlige Masse, welche vorgezogen wird, -beigefügt ist. Die Art und Weise der Zubereitung und das Verhältniß -derselben ist folgendes: ein Skrupel Gelatine -- oder ein Stück von -zwei Zoll im Geviert von dem flachen Kuchen, in denen es verkauft wird --- wird eine kurze Zeit in kaltem Wasser erweicht, bis es sich löst, -ungefähr 10 oder 15 Minuten, dann wird (unter beständigem Umrühren bis -zum Siedepunkt) Milch und Pfeilwurz hinzugefügt; letzteres ist zuvor -mit ein wenig kaltem Wasser zu einem Teig zu machen. Nach Hinzufügung -der Milch und Pfeilwurz und unmittelbar vor der Wegnahme vom Feuer -wird Sahne eingegossen und eine mäßige Quantität von Stückzucker -hinzugefügt. Die Menge der Milch, Sahne und Pfeilwurz hängt von dem -Alter und der Verdauungskraft des Kindes ab. Einem gesunden Kinde -unter einem Monat alt gebe man 3 bis 4 Unzen Milch, eine halbe Unze -Sahne und einen Theelöffel voll Pfeilwurz auf ein Pint Wasser. (Zwei -Theelöffel voll sind gleich einer Unze.) Bei älteren Kindern sollte -die Quantität von Milch und Sahne allmählig auf ein halb bis zwei -Dritttheile Milch und von ein bis auf zwei Unzen Sahne erhöht werden. -Im Falle das kranke Kind schwächer werden sollte, gebe man eine -Zeitlang die erst angegebene Menge. - - -Ruhelosigkeit und Schlaflosigkeit der Kinder - -können in Folge von Krämpfen, Kolik u.s.w. eintreten. Wegen Behandlung -der verschiedenen Formen, welche die Störung verursachen, siehe die -betreffenden Kapitel. - - Folgendes sind die homöopathischen Heilmittel: - - Wenn das Kind ohne irgend eine scheinbare Ursache unruhig und - verdrießlich ist, gebe man ~Coffea~ und ~Belladonna~, entweder jedes - allein oder abwechselnd. Bleibt dies ohne den gewünschten Erfolg, so - gebe man ~Chamomilla~, besonders bei Kolik, kneipenden Schmerzen, das - Kind zieht die Füße an und krümmt den Körper; Röthe einer Wange. - - - ~Pulsatilla~ oder ~Ipecacuanha~. -- Wenn die Unruhe die Folge eines - überladenen Magens ist. ~Opium~ mag gegeben werden, wenn ~Coffea~ und - ~Belladonna~ ohne Wirkung bleiben. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse 12 - Kügelchen in ebenso viel Theelöffel voll Wasser und gebe alle halbe - oder ganze Stunden einen Theelöffel voll oder gebe 12 Kügelchen auf - eine Dosis. - - -Durchscheuern und Wundheit der Haut. - -Die Haut von Säuglingen ist sehr zum Wundwerden geneigt, besonders bei -fleischigen Kindern zwischen den Beinen, unter den Armen und rings -herum um den Hals. Die betreffenden Stellen sollten trocken gehalten, -mit feiner Stärke bestreut oder mit einer sehr schwachen Lösung -Arnica-Tinktur eingerieben werden. - - -Gelbsucht (~Jaundice -- Icterus~). - -Dies ist ein Leiden, welches eine kurze Zeit nach der Geburt des Kindes -eintritt und in einer gelblichen Färbung besteht, die sich zuweilen -über den ganzen Körper erstreckt und gewöhnlich einer Erstarrung der -Leber zuzuschreiben ist. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Chamomilla~ und ~Mercurius~ mögen abwechselnd - zwei- oder dreimal des Tages und ein oder zwei Pillen auf jede Dosis - gegeben werden. Leidet das Kind an Verstopfung und ist unruhig, - so gebe man ~Nux Vomica~. ~China~ mag gegeben werden, wenn nach - ~Chamomilla~ und ~Mercurius~ keine Besserung eintritt. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Aufguß von Katzenmünze (~Catnip~) - und Saffran (~Saffron~) mag mit Vortheil angewendet werden. Ein wenig - Rhabarber (~Rhubarb~) und Castoröl mag den Stuhlgang befördern. - Einige Theelöffel voll Walddost- (~Thoroughwort~) Thee, täglich durch - zwei oder drei Tage hindurch gegeben, wird zuweilen die Krankheit - entfernen. - - -Convulsionen, Krämpfe, Gicht (~Convulsions -- Spasms -- Fits~) - -sind ein Leiden, das wahrscheinlich Mütter und Ammen mehr erschreckt, -als irgend Jemand anders, wegen des schrecklichen Anblickes, den -das leidende Kind bietet, und wegen der unerwarteten Anfälle von -Krämpfen. Unter dem Wort Convulsion verstehen wir ein unfreiwilliges -Zusammenziehen der Muskeln des ganzen oder eines Theiles des Körpers, -und wird durch ein Leiden der Rückenmarks-Nerven verursacht. Nicht -alle Krämpfe sind gefährlich, obgleich einige sehr gefährlich sind -und eine schlimme Wendung nehmen können. Diejenigen, welche am -meisten zu fürchten sind, sind jene, welche in Folge eingetretener -Gehirnwassersucht stattfinden, nach starken Fällen oder Quetschungen -oder nach irgend einem heftigen Anfalle von Gehirn- oder -Gedärm-Krankheiten eintreten. Sie zeigen sich wahrscheinlicher vor -dem siebenten, besonders während der ersten drei Lebensjahre. Das -Gehirn von kleinen Kindern ist sehr empfindlich und in Folge dessen -plötzlichem Blutandrang unterworfen, dem es nicht so gut widerstehen -kann, wie das eines Erwachsenen. - -+Ursachen.+ Kinder eines empfänglichen, reizbaren Temperaments oder -Gemüthes sind denselben mehr als andere ausgesetzt. Die gewöhnlichsten -Ursachen sind: Reiz der Eingeweide in Folge unverdaulicher Nahrung, -schwieriges Zahnen, Würmer, übermäßiges Schreien und Schmerzen, Aerger -und Freude. Eine gefährliche Form bildet sich in Folge von Ueberladung -des Magens mit unverdaulichen Speisen, wie Nüsse, Aepfel u. s. w. -Ausschlagsfieber, wie Scharlach, Pocken und Masern werden häufig von -Krämpfen angemeldet, welche aber schnell bei Erscheinen des Ausschlages -verschwinden und nicht für gefährlich gehalten werden. Wenn sie aber -während des Verlaufs der Krankheit eintreten, so sind sie sehr zu -fürchten. Krämpfe werden auch dadurch hervorgerufen, daß die Milch der -Mutter durch große geistige Erregung, wie Zorn, vergiftet wurde, ebenso -durch das Stillen des Kindes, wenn übermäßig erhitzt. - -+Symptome.+ Der Anfall zeigt sich in der Regel beim Anfange in den -Augen, welche starr auf einen Punkt gerichtet sind, sich aber bei -weiterem Vorschreiten des Falles bewegen und unter das obere Augenlid -drehen und nur das Weiße sichtbar lassen; die Augenlider sind zuweilen -offen und hin und wieder geschlossen, die Augen selbst kreuzen sich -häufig und die Pupille mag sich erweitern oder zusammenziehen. -Die Muskeln des Gesichts werden zunächst angegriffen und die -Zusammenziehungen verursachen zu Zeiten schreckhafte Verzerrungen; der -Mund wird in verschiedenen Arten verdreht. Bei heftigen Anfällen, wenn -sich die Krämpfe über den ganzen Körper erstrecken, geräth derselbe -in Verzuckungen; der Kopf wird nach rückwärts oder nach einer oder -der andern Seite gezogen; der Körper kann steif oder verschiedenartig -verzerrt werden; die Finger sind eingekniffen, die Arme rück- oder -vorwärts gezogen oder gestoßen und in alle nur denkbare Stellungen -gekrümmt. Die unteren Glieder werden ebenfalls angegriffen, aber in der -Regel weniger heftig. Ein Anfall kann nur einige Minuten dauern oder -auch mehrere Stunden anhalten. Ein Kind mag zuweilen mehrere Anfälle -während des Tages haben, aber es wird immer zwischen jedem Krampf ein -Zwischenraum sein. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Das erste, was geschehen muß, ist, ein warmes Bad - zuzubereiten, in das das Kind sobald als möglich zu legen ist. Wo - nur eine leichte Verzuckung stattfindet, wird ein Fußbad mit ein - wenig Senf im Wasser hinreichen, in anderen Fällen aber muß der ganze - Körper gebadet werden. Während sich das Kind im Bade befindet, gieße - beständig kaltes Wasser auf den Kopf und halte damit an, so lange - der Kopf noch ganz heiß oder so lange bis die Anfälle vergehen. Wenn - aus dem Bad genommen, hülle man es in einen warmen Flanell oder in - eine wollene Decke und halte sich nicht einmal mit Abtrocknen auf. - Es muß 10 bis 20 Minuten, oder bis die Convulsion aufhört, im Wasser - gehalten werden. Wenn sich der Patient in Folge dessen nicht bessert, - gebe man eine Einspritzung von lauwarmem Wasser, das mit einem - Eßlöffel voll süßen Oels und ein wenig spanischen Seifen- (~Castile - soap~) Wassers vermischt werden mag, und wiederhole es so oft als - erforderlich, um eine Entleerung der Eingeweide hervorzurufen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bringe den Patienten in ein warmes Bad. - Man gebe die zusammengesetzte Tinktur der Lobelia und des spanischen - Pfeffers (~Compound tincture of lobelia and capsicum~) in Dosen von - 15 bis 20 Tropfen. Nachdem die Verzuckung aufgehört hat, gebe man als - ein Abführmittel Enterozoa-Pulver (~Enterozoic powder~), besonders - wenn Würmer vorhanden sind. Ist das Zahnfleisch die Ursache, so - schneide man es auf. Nach dem Anfall wird das folgende als ein gutes - stärkendes Mittel gefunden werden. Man nehme Enzian (~Gentian~), - Gelbwurz (~Golden seal~), Balsam (~Balmony~), je 1½ Drachme in - Pulvern; Kardamon- (~Cardamon~) Samen, Sassafrasrinde, stachliche - Eschbeeren (~Prickly ash bark~), je eine Drachme, gemahlen; guten - Branntwein, ein halbes Pint. Mische und lasse es einige Tage stehen. - Dosis: Dreimal des Tages einen halben oder ganzen Theelöffel voll in - versüßtem Wasser. Wenn die Convulsionen Folge von Würmern sind, gebe - man Salz mit Wasser und folgende Einspritzung: Balsam (~Balmony~) - eine Unze, Alraun (~Mandrake~) drei Drachmen, Wasser ein halbes Pint; - koche und seihe es durch und füge dann hinzu: Stinkasant-Tinktur - (~Tincture of asafetida~) 5 Drachmen, Molasses 4 Unzen, Salz 3 - Drachmen. Rührt die Convulsion von überladenem Magen her, so gebe - man die zusammengesetzte Tinktur der Lobelia und des spanischen - Pfeffers (~Compound tincture of lobelia and capsicum~) mit folgender - Einspritzung: - - Wasserdost (~Boneset~) und Sennesblätter (~Senna~) zu gleichen - Theilen und hinreichend Wasser, um davon eine starke Abkochung zu - machen; zu jedem Pint der Abkochung füge man drei Drachmen Salz und - je eine Drachme Gagelrinde (~Bay berry bark~) und Lobelia hinzu. Gib - alle 10 oder 15 Minuten eine Einspritzung. - - =Allöopathisch.= Bringe das Kind in ein warmes Bad. Wenn die - Convulsionen Folge von Ueberladung des Magens oder der Eingeweide - sind, gebe man ein schwaches Brechmittel, entweder Brechwurz-Syrup - (~Syrup of ipecac~) oder Antimonwein (~Antimonial wine~). Lege - Senfpflaster auf die Arme und Beine und gieb eine milde Einspritzung, - wie warmes Wasser. Stuhlgang verschaffe man vermittelst kleiner Dosen - von Rhabarber (~Rhubarb~) oder Magnesia. Jasmin-Tinktur (~Tincture - of gelseminum~) wird, wenn gleich beim Erscheinen der Symptome in - Dosen von 8 oder 10 Tropfen alle halbe oder ganze Stunde gegeben, das - Eintreten zuweilen verhindern. - - =Homöopathisch.= Bringe das Kind in ein warmes Bad. Wenn die - Convulsion Folge überladenen Magens ist, gebe man sogleich ein - Brechmittel von lauwarmem Wasser, dessen Wirkung durch das Kitzeln - des Halses mit der Fahne eines Federkiels beschleunigt werden mag. - Die Heilmittel, welche zu geben sind, sind folgende: - - ~Nux Vomica.~ -- Wenn Verstopfung vorhanden war, die Krämpfe heftig - sind und von Schreien, Rückwärtswerfen des Kopfes verbunden und die - Augen verdreht sind. ~Pulsatilla~ mag abwechselnd gegeben werden. - - ~Veratrum.~ -- Wenn das Kind blaß und kalt ist und der Schweiß auf - der Stirne steht. - - ~Ipecacuanha.~ -- Wenn Anstrengungen zum Erbrechen gemacht werden. - - Wenn die Krämpfe durch Zahnen verursacht werden und das Zahnfleisch - roth und geschwollen ist, so schneide es mit einem scharfen - Federmesser auf. ~Belladonna~ und ~Coffea~ mögen alle 10 oder 15 - Minuten abwechselnd gegeben werden. Bei starkem Fieber gebe man - ~Aconitum~, besonders wenn große Unruhe, Schreien und Auffahren - damit verbunden sind. Zucken die Muskeln der Augen und des Gesichts - convulsivisch, bei Drehen des Kopfes von einer Seite zur anderen, - eine Wange roth und die andere blaß, gebe man ~Chamomilla~ und, wenn - dies allein nicht wirkt, abwechselnd damit ~Belladonna~. - - ~Cina~ -- Wenn die Convulsionen von Würmern verursacht werden, die - Krämpfe sich auf die Brust erstrecken und der ganze Körper steif - wird. Man möge ~Mercurius~ folgen lassen oder es abwechselnd damit - geben. - - ~Ignatia.~ -- Wenn der Patient plötzlich mit einem heftigen Schrei - aus dem Schlafe auffährt. - - ~Hyosciamus.~ -- Bei plötzlichen Anfällen nach dem Essen, das Kind - schreit auf und wird unempfindlich, Zucken der Gesichtsmuskeln, - Schaum vor dem Munde und große Wildheit. - - Wenn die Convulsionen beim Beginne von Ausschlagfiebern, wie Masern, - Scharlachfieber oder Pocken erscheinen, gebe man ~Coffea~ und - ~Aconitum~. Darauf ~Bryonia~ und ~Belladonna~, die in der Regel den - Ausschlag zum Durchbruch bringen. - - Erscheint die Convulsion im Verlauf eines Fiebers, so gebe man bei - Scharlachfieber ~Belladonna~ und bei Masern ~Bryonia~. Gewähren - diese keine Linderung, so gebe man ~Cuprum~ abwechselnd mit - ~Belladonna~. Tritt innerhalb zwei Stunden keine Besserung ein, so - gebe man ~Stramonium~ und ~Cuprum~. Convulsionen in Folge von Schreck - erfordern ~Opium~, besonders wenn ein Zittern des ganzen Körpers - stattfindet, das Kind daliegt, als ob es betäubt wäre, schwer und - schnarchend athmet und das Gesicht fast blau ist. Hilft ~Opium~ - nicht, so gebe man ~Stramonium~ oder ~Ignatia~. ~Hyosciamus~ bei - Schaum vor dem Munde, Zucken der Gesichtsmuskeln. Treten Convulsionen - in Folge von Schlägen oder Fallen aus den Kopf ein, so gebe man - ~Arnica~. - - Zuweilen treten Convulsionen ein, wenn eine Erkältung sich von den - Lungen nach dem Kopfe zieht. In solch einem Falle bringe das Kind in - ein warmes Bad, mache Kaltwasser-Umschläge auf den Kopf und beharre - in dessen Anwendung, bis die Ursache nach den Lungen zurückkehrt, was - an dem schwierigen Athmen, Rasseln &c. erkannt werden kann. Innerlich - gebe man ~Belladonna~ und ~Cuprum~ abwechselnd; später ~Opium~ und - ~Camphor~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Heilmittel löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 10, 15 oder 20 - Minuten der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll. - Verlängere die Zwischenräume mit dem Besserwerden des Kindes. - - -Zahnen (~Teething -- Dentition~). - -Das Zahnen ist mit beträchtlicher Gefahr für das Kind verbunden und -das Durchbrechen der Zähne beginnt in der Regel in einem Alter von 5 -bis 7 Monaten. Es kündigt sich durch Röthe, Hitze und Empfindlichkeit -des Zahnfleisches, sowie durch den Speichelfluß an. Zuweilen ist -damit Thränen der Augen, Fieber, Verdrießlichkeit, gestörter Schlaf -verbunden. Häufige Entleerungen der Eingeweide finden statt. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Wenn das Zahnfleisch heiß und geschwollen ist und - besonders wenn ein Blutandrang nach dem Kopfe bei Zucken der - Muskeln stattfindet, sollte das Zahnfleisch sogleich über dem Zahn - geöffnet werden, was in der Regel sofortige Linderung verschaffen - wird. Auch mag man das Kind auf einen harten Gegenstand, wie einen - Elfenbeinring, beißen lassen. - - =Allöopathisch.= Bei Diarrhöe, wässerigem Stuhlgang und Grimmen gebe - man das Folgende: - - Bleizucker (~Sugar of lead~) 8 Grane. - Essig 8 Tropfen. - Weißer Zucker 1 Drachme. - Weiches Wasser 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Drei- oder viermal des Tages einen Theelöffel voll. - - Oder auch: - - Eisenhut-Tinktur (~Tincture of aconite~) 1 Drachme. - Essigsaures Morphium (~Acetate of morphine~) ½ Gran. - Wasser 6 Unzen. - - Mische es. Dosis: Alle eine oder zwei Stunden einen Theelöffel - voll, bis die Diarrhöe theilweise gestopft ist. Wenn der Stuhlgang - hartnäckig ist, mag auch ein kleines Pflaster hinter dem Ohre - Linderung gewähren. Wird das Kind schläfrig, schreckt aus dem - Schlafe auf und hat Hitze bei Röthe des Gesichts, so sollten 3 oder - 4 Blutegel hinter die Ohren gesetzt und Kaltwasser-Umschläge auf - den Kopf gemacht werden. Gleichzeitig gebe man zur Beförderung des - Stuhlganges folgendes: - - Castoröl 1 Dessert- - löffel voll. - Hundekamille (~Mayweed~) 1 „ - - Reibe beides zu einem Teig und gib es als eine Dosis. - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- kann bei starkem Fieber, Unruhe und - wenn das Kind aufschreckt und schreit, gegeben werden. - - ~Belladonna.~ -- Besonders wenn das Kind nervös ist, der Kopf heiß, - das Gesicht geröthet, das Zahnfleisch geschwollen und roth, die - Pupillen erweitert und der Körper steif wird. - - ~Chamomilla.~ -- Vorzugsweise gut, wenn das Kind des Nachts - verdrießlich und unruhig ist, bei dem geringsten Geräusch auffährt, - im Schlaf zusammenzuckt und sich herumwirft, Röthe einer Wange, - ächzt und stöhnt, bei Diarrhöe einer wässerigen, grünlichen Masse. - ~Chamomilla~ kann abwechselnd mit ~Belladonna~ gegeben werden. - - ~Coffea.~ -- Wenn das Kind unruhig ist und nicht schlafen kann und - etwas Fieber hat. Kann abwechselnd mit ~Belladonna~ gegeben werden. - - ~Ignatia.~ -- Bei fliegender Hitze, plötzlichem Auffahren aus dem - Schlafe und durchdringendem Schreien. Wenn die Diarrhöe gelblich, - bald darauf weißlich schleimig wird und gerinnt, gebe man ~Coffea~, - ~Ipecacuanha~, oder ~Calcarea Carbonica~. Wenn sie grünlich ist, - ~Mercurius~, ~Magnesia~, ~Chamomilla~ und ~Sulphur~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 6 - Kügelchen in 6 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 1, 2, 3 oder 4 - Stunden, dem Falle angemessen, als Dosis einen Theelöffel voll von - der Lösung. - - -Verstopfte Nase oder Schnupfen (~Snuffles -- Cold in the Head~). - -Dies ist ein gewöhnliches Leiden bei Kindern und ist die Folge einer -Entzündung der Schleimhaut, welche die Nasenhöhle einfaßt und durch -Erkältung hervorgerufen wird. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Schmiere die Nasenhöhle mit Fett, süßem - Oel oder Schöpsentalg ein und befördere den Stuhlgang vermittelst - ein wenig Castoröl und Molasses, was gewöhnlich hinreichen wird, - oder gebe dem Kinde eine Dosis Katzenmünz- (~Catnip~), Isop- - (~Penny royal~), Salbei- (~Sage~) oder Balsam- (~Balm~) Thee. - Kampher-Olivenöl (~Camphorated olive oil~) auf der Oberfläche der - Nase eingerieben, wird zuweilen Linderung verschaffen. - - =Homöopathisch.= ~Camphor~ -- ist das beste Mittel bei den - ersten Symptomen. Kann man nichts anderes als den gewöhnlichen - Kampher-Spiritus bekommen, so gebe man ein bis zwei Tropfen auf ein - Stück Zucker, löse dasselbe in einem halben Bierglas voll Wasser und - gebe alle zwei Stunden einen Theelöffel voll. - - ~Arsenicum.~ -- Wenn ~Camphor~ nicht hilft und besonders wenn - folgende Symptome vorhanden sind: Verstopfung der Nase, Ausfluß eines - wässerigen ätzenden Schleimes, welcher Röthe und Anschwellen der - betreffenden Theile verursacht. Gewährt dies keine Linderung, so gebe - man ~Ipecacuanha~. - - ~Nux Vomica.~ -- Besonders wenn die Nase nur wenig läuft, auch bei - Hitze im Gesicht und Verstopfung. - - ~Chamomilla.~ -- Wenn das Leiden Folge unterdrückten Schweißes, bei - Röthe und Entzündung der Augen, Anschwellen des Gesichts, und wenn - das Kind wunderlich und verdrießlich ist. - - Ist die Krankheit hartnäckig, so gebe man eines der folgenden - Mittel: ~Belladonna~, ~Mercurius~, ~Hepar Sulphuris~, ~Pulsatilla~, - ~Euphrasia~, ~Silicea~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe, der Strenge der - Symptome angemessen, alle eine, zwei, drei oder vier Stunden einen - Theelöffel voll. - - -Mundschwamm (~Thrush or Apthæ~). - -Dies ist eine Krankheit, zu der kleine Kinder innerhalb des ersten und -zweiten Monats oder auch des ersten Jahres nach der Geburt besonders -geneigt sind. Es besteht in einem eiternden wehen Munde, und zeigt -sich zuerst durch eine Röthe auf der Oberfläche der Zunge und rings am -Zahnfleische, sowie auch durch eine starke Trockenheit des Mundes. Bald -erscheinen weißliche Flecke, die sich bald auf die ganze Oberfläche des -Mundes ausdehnen. Hält dieser Zustand eine längere Zeit an, so wird der -allgemeine Gesundheitszustand angegriffen, die Krankheit dehnt sich auf -den Magen und die Eingeweide aus und hat Diarrhöe, Fieberhaftigkeit und -Abmagerung zur Folge. - -+Ursachen.+ Mangel an Reinlichkeit ist gewöhnlich die Veranlassung -zu dieser Krankheit. Der Mund des Kindes sollte nach jeder Mahlzeit, -besonders wenn es aus der Flasche genährt wird, mit einem nassen -Läppchen gereinigt werden. Nähren des Kindes mit Zucker und Molasses, -oder das Saugenlassen von Zucker und Brod aus kleinen Beutelchen sind -andere Ursachen. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Das wichtigste ist, den Mund des Kindes rein zu halten. - Einige Grane Borax in einem Theetassenkopf voll Wasser aufgelöst - und als Waschung verwendet, wird sich gewöhnlich als erfolgreich - bewähren. Ein gutes Mittel besteht auch in einer halben Drachme - aufgelösten Borax, einer Drachme Glycerin und einer Unze Wasser. Dies - mag bei gelinden Fällen angewendet werden. - - =Allöopathisch.= Man gebe einen oder zwei Grane pulverisirten - Rhabarber (~Rhubarb~) und 5 Grane Magnesia in etwas Dille oder - anderem aromatischem Wasser täglich, um den Säurezustand des Magens, - der vorhanden ist, zu bewältigen. Bei Diarrhöe, einem wässerigen - Stuhlgang und Grimmen gebe man folgendes: - - Pulverisirter Rhabarber (~Pulv. rhubarb~) 1 Skrupel. - Leptandrin 10 Grane. - Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~) 2 Skrupel. - Pulverisirter Zimmet (~Pulv. Cinnamon~) 10 Grane. - - Mische es. Dosis: Alle drei Stunden 3 oder 4 Grane. Bei Hinfälligkeit - und großem Kraftverlust gebe man folgendes: - - Aufguß von Calumba oder Cascarilla 5½ Unzen. - Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound - tincture of cardamons~) ½ Unze. - Verdünnte Salpetersäure (~Diluted nitric acid~) 1½ Drachme. - - Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll. - - =Homöopathisch.= ~Borax~ in der Form von Pillen gegeben ist das beste - Mittel; man löse davon 12 in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle - 3 Stunden einen Theelöffel voll. Eine Auflösung von Borax -- einige - Grane auf einen Theetassenkopf voll Wasser -- möge als Gurgelung - verwendet werden, in welchem Falle es nicht nothwendig ist, dasselbe - noch in irgend einer anderen Form zu geben. - - ~Mercurius.~ -- Bei Speichelfluß und Neigung zur Eiterung. Hilft dies - nicht, so lasse ~Sulphur~ folgen. - - ~Arsenicum.~ -- Wenn Mund und Hals zu eitern anfangen, der Eiter von - einer schwarzgelben Farbe und Diarrhöe bei großer Schwäche vorhanden - ist. Entspricht dies nicht, so gebe man ~Acidum Nitri~. - - ~Coffea~ und ~Chamomilla~. -- Entweder allein oder abwechselnd, wenn - der Mund trocken, heiß und sehr roth ist. - - Wenn Verstopfung folgt, gebe dreimal des Tages ~Nux Vomica~. Die - anderen Heilmittel müssen ebenso wie ~Borax~ gegeben werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Tritt eine Störung in den Eingeweiden - ein, so gebe man den zusammengesetzten Syrup von Rhabarber und - Potasche (~Compound syrup of rhubarb and potassa~). Dosis: Alle 2 - oder 3 Stunden einen Theelöffel voll. Wasche den Mund mit einem - starken Aufguß von blauer Schlangenwurzel (~Blue cohosh root~) und - Gelbwurz; versüße ihn mit ein wenig Zucker oder Honig und füge etwas - Alaun (~Alum~) hinzu. Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~), - einige Grane in ein wenig Wasser aufgelöst, wird empfohlen, den - Säurezustand der Eingeweide zu bewältigen; oder bei lockerem Zustande - gebe man präparirte Kreide (~Prepared chalk~) und lasse beiden einen - Tag um den andern eine gelinde Dosis Castoröl folgen. Ein schwacher - Aufguß von Anissamen (~Anise seed~), oder Katzenmünze (~Catnip~), - dem eine kleine Quantität minderkohlensaure Soda (Sodasalz -- - ~Subcarbonate of soda~ -- ~Sal Soda~) und ein oder zwei Tropfen - Paregoricum (~Paregoric~) beigefügt ist, wird dienlich gefunden - werden, das Kind zu beruhigen und die Entleerungen zu reguliren. Das - folgende ist ein gutes Gurgelwasser für den Mund des Kindes: Man - nehme Salbei (~Sage~), Isop (~Hyssop~) und Sumachbeeren (~Sumach - berries~) zu gleichen Theilen und mache eine starke Abkochung davon, - versüße es mit Honig oder Zucker und gebe zu einem halben Pint einen - halben Theelöffel voll pulverisirten Borax. Wasche den Mund häufig - damit. Auch Abkochungen von Salbei (~Sage~), Krätzwurzel (~Gold - thread~), Brombeerwurzel (~Black berry root~), rothe Himbeerblätter - (~Red raspberry leaves~) werden zuträglich gefunden werden. - - -Verstopfung und Diarrhöe. - -Bei Verstopfung der kleinen Kinder ist es nicht rathsam, Abführmittel, -wie Castoröl, Bittersalz (~Epsom salts~) &c. zu geben, statt deren -bediene man sich einfacher Einspritzungen von warmem oder kaltem -Wasser. Diese wirken milder und mehr naturgemäß. Diarrhöe ist eine -nicht seltene Plage der Kinder und wird in der Regel durch übermäßiges -Füttern, Erkältung, ungesunde Kost, Zahnen &c. verursacht. Sorge sollte -getragen werden, daß die Diarrhöe nicht zu plötzlich gestopft wird, -besonders wenn stark wirkende Medizinen angewendet werden. - -Wegen der Behandlung dieser Zustände siehe Abtheilung ~I~, Kapitel 12. - - -Kopfwassersucht (~Hydrocephalus~). - -Dies ist eine Ansammlung von Wasser im Schädel und befällt Kinder sehr -häufig. - -+Symptome.+ Eine Entzündung, welche Wassersucht hervorruft, geht in -der Regel sehr langsam und allmählig vor sich und es treten daher -keine sehr heftigen Symptome ein. Eines der gewöhnlichsten Symptome -ist Schläfrigkeit; der Patient legt seine Hände auf das Haupt und -gibt so augenscheinliche Zeichen des Leidens und Schmerzes; die Zunge -ist mit einem weißen Schleim bedeckt, der Kopf ungewöhnlich heiß, das -Athmen schwierig und mühsam, die Augen stumpf und schwer, der Puls ist -schwach, während die Adern des Nackens und der Schläfe heftig schlagen, -der Kopf vergrößert sich allmählig, die Eingeweide sind verstopft, der -Appetit verschwindet. Schreitet die Krankheit vor, so ist das Kind -geneigt, fortwährend zu schlafen. - -+Ursachen.+ In einigen Familien scheint eine Anlage hierzu vorhanden -zu sein. Unter den hervorragendsten Ursachen mögen Zahnen, Diarrhöe, -Schläge, Fallen, Erkältung, chronische Entzündung des Gehirns gezählt -werden. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Bryonia~ und ~Helleborus~ -- sind die Hauptmittel, - besonders wenn das Kind schläferig ist, der Kopf heiß, die Füße kalt, - bei Schlafen mit halboffenen Augen. - - Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe jede Stunde - oder alle zwei Stunden einen Theelöffel voll. Wenn dies nicht - innerhalb einer kurzen Zeit hilft, so gebe man ~Opium~ und ~Sulphur~ - in derselben Weise. Nachher ~Belladonna~ und ~Helleborus~ in - derselben Weise. - - Dr. Pulte in Cincinnati empfiehlt, daß, wenn das Kind schläfrig wird - oder heißer Kopf, halb offene Augen und andere Symptome erscheinen, - Eiswasser in einem kleinen aber beständigen Strom aus den Kopf - gegossen werden sollte, bis das Kind erwacht oder in einen sanften - Schlaf verfällt. Innerlich giebt er ~Bryonia~ und ~Helleborus~ - abwechselnd; alle halbe Stunden einen halben Theelöffel voll und - verlängert allmählig die Zwischenräume. Diese Behandlung sollte - nothwendig 24 Stunden fortgesetzt werden, bis das Kind außer Gefahr - ist. Es ist wichtig, daß das Wasser fortwährend erneuert und der - Strom ununterbrochen erhalten wird. Ist der Stuhlgang locker, gebe - man ~China~ und ~Acidum phosphoricum~ allein oder abwechselnd, alle - zwei oder drei Stunden einen Theelöffel voll von der Lösung. - - =Allöopathisch.= Aeußerlich wende folgende Salbe an: - - Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 1 Drachme. - Schweinefett 2 Unzen. - - Mische es und reibe damit jeden Abend die Kopfhaut ein. - - Den Stuhlgang erhalte man vermittelst des folgenden: - - Pulverisirtes Windenharz (~Pulv. Scammony~) 6 Grane. - Crotonöl 4 Tropfen. - Pulverisirter Stückzucker 16 Theelöffel - voll. - - Mische es in einem Mörser. Alle ein oder zwei Stunden gebe einem - Kinde bis zu sieben Jahren einen Theelöffel voll. - - Gleichzeitig nehme man folgendes: - - Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 1 Drachme. - Wasser ½ Unze. - - Mische es. Dosis: für ein Kind bis zu sieben Jahren alle Stunden 30 - Tropfen. - - Oder auch: - - Cremor Tartari (~Cream of tartar~) 1½ Unzen. - Schwefelsaure Potasche (~Sulphate of potassa~) ½ Unze. - Pulverisirte Meerzwiebel (~Pulv. squills~) 2 Drachmen. - Brechweinstein (~Tartar emetic~) 2 Grane. - - Mische es. Dosis: vier- oder fünfmal des Tages einen Theelöffel voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Senfpflaster sollten über die - Eingeweide, in den Nacken, auf die Handgelenke und die Knöchel - gelegt und kalte Wasserumschläge auf den Kopf gemacht werden. Behufs - gehörigen Stuhlganges gebe man ein Gran Fußblatt (~Podophyllin~) - und einen Theelöffel voll Cremor Tartari, was alle drei Stunden - wiederholt wird, bis sich die Wirkung zeigt. In einigen Fällen ist - folgendes dienlich: - - Elaterium 4 Grane. - Salpetersäure (~Nitric Acid~) 6 Tropfen. - Alcohol 1 Unze. - - Mische es. Dosis: 5 bis 10 Tropfen in Wasser für ein Kind von zwei - Jahren. Wiederhole es so oft als erforderlich. - - Die Behandlung dieser Krankheit sollte einem geschickten Arzte - überlassen werden. - - -Remittirendes Fieber der Kinder. - -Zu Anfang ist gewöhnlich große Mattigkeit durch mehrere Tage hindurch, -Reizbarkeit, Uebelkeit, trockne, aufgesprungene Lippen, Auffahren aus -dem Schlafe, Schläferigkeit und Betäubung vorhanden. Diese Symptome -nehmen zu, das Fieber tritt ein, sehr schneller Puls, belegte Zunge, -trocken und roth an den Rändern, kalte Endglieder, Stöhnen, Knirschen -mit den Zähnen, Zupfen an der Nase, dem Munde oder den Augen, sind -vorhanden, der Unterleib schwillt an, Verstopfung oder Diarrhöe von -Schleim, stinkender Substanzen, der Urin sieht aus, als ob er mit Milch -gemischt wäre. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Die Anwendung des kalten Wassers wird bei dieser - Krankheit zuträglich gefunden werden. Während des Fiebers hülle - das Kind in ein nasses Tuch und halte es gehörig zugedeckt, bis es - schwitzt, dann nehme es heraus und wasche es mit lauwarmem Wasser ab. - Wenn der Kopf heiß ist, so lege Tücher, in kaltem Wasser getränkt und - gehörig ausgerungen, auf denselben und wechsele sie häufig. - - =Homöopathisch.= ~Ipecacuanha~ -- mag zuerst gegeben werden, und - zwar alle 3 oder 4 Stunden durch einen Tag hindurch ein Kügelchen, - dann ~Bryonia~ und ~Rhus~ abwechselnd alle 3 Stunden durch zwei Tage - hindurch, halte hierauf einen Tag lang mit der Medizin ein; wird der - Patient besser, so gebe ~Sulphur~. Wo die Hauptsymptome vorhanden - sind, gebe man ~Belladonna~ oder ~Opium~ alle 3 oder 4 Stunden - ein Kügelchen. Bei beträchtlichem Fieber, trockener, heißer Haut, - gelbe, schleimige oder grüne Diarrhöe, Schmerz im Magen oder den - Eingeweiden bei Druck gebe man ~Chamomilla~ oder ~Ipecacuanha~. Wenn - die Verstopfung hartnäckig ist, eine brennende Hitze über den ganzen - Körper zieht, gelegentlich Krämpfe und sichtbare Zeichen von Leber- - oder Magenbeschwerden eintreten, gebe man ~Nux vomica~. Wird ein - Leiden der Lungen durch trockenen, hackenden Husten, schmerzhaftes, - ängstliches und beschleunigtes Athmen, heiße Haut, Durst, Stiche in - der Seite, nächtliches Delirium bemerkbar, gebe man ~Bryonia~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll - Wasser auf und gebe alle 2 bis 4 Stunden, der Strenge der Symptome - angemessen, einen Theelöffel voll. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Reinigungsmittel von Rhabarber - (~Rhubarb~) und Magnesia mag gegeben, und Senf-, Knoblauch- oder - Zwiebelpflaster auf die Füße, sowie ein Umschlag zu gleichen Theilen - von Essig und Wasser auf den Kopf gelegt werden. Gegen Störung der - Eingeweide gebe man das zusammengesetzte Rhabarber- (~Rhubarb~) - Pulver, einen kleinen Theelöffel voll alle 3 oder 4 Stunden. - Wenn das Fieber ankommt, gebe man reichlich einen warmen Aufguß - von Katzenmünze (~Catnip~), Balsam (~Balm~) oder Flieder (~Elder - flowers~). Ist das Fieber vorüber, so gebe man: Kamillenblüthe - (~Chamomile flowers~), Schlangenwurzel (~Black cohosh root~), - Salomons Siegelwurzel (~Solomon’s seal root~), in Pulvern, je ein - Eßlöffel voll und ein Quart kochendes Wasser. Lasse es in einem - bedeckten Gefäße 4 Stunden lang ziehen, und wenn kalt, seihe es durch - und versüße es. Dosis: alle Stunden einen Theelöffel voll. - - =Allöopathisch.= Rufe eine Thätigkeit der Eingeweide vermittelst 2 - oder 3 Grane Kalomel, dem man 8 bis 10 Grane der zusammengesetzten - Jalappenwurzel- (~Compound Jalap~) oder Windenharz- (~Scammony~) - Pulver folgen läßt, hervor. Gegen die Fieber-Symptome gebe man - folgendes: - - Citronensäure (~Citric acid~) 1 Drachme. - Doppeltkohlensaure Potasche (~Bi-carbonate - of potash~) 4 Skrupel. - Salpeter (~Nitre~) 2 „ - Zimmetwasser 2 Unzen. - Destillirtes Wasser 4 „ - - Mische es. Dosis: alle 4 bis 6 Stunden einen Eßlöffel voll. Wenn die - Hauptsymptome besonders hervortreten, gebe man: - - Auflösung von Essigsaurer Ammonia (~Solution of - acetate of ammonia~) 3 Drachmen. - Antimon-Wein (~Antimonial wine~) ½ Drachme. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) ½ „ - Opium-Kampher Tinktur (~Camphorated tincture of - Opium~) 1 „ - - Hinreichend Wasser, um 2 Unzen zu machen. - - Mische es. Dosis: alle 3 oder 4 Stunden einen Theelöffel voll. - - Wenn die Diarrhöe von blasser oder lehmiger Farbe, gebe ein oder zwei - Grane des ~Gray powder~ (Merkur mit Kreide) jeden Abend. Bei großer - Hitze der Haut verbinde mit dem ~Gray powder~ ein Drittel oder ein - halbes Gran Brechwurz- (~Ipecac~) Pulver und dieselbe Quantität von - zusammengesetztem Jalappenwurzel-Pulver (~Compound jalap powder~). - Sind die Eingeweide verstopft, so gebe man jeden Morgen eine kleine - Dosis Castoröl. Haben die Entleerungen ihren widerwärtigen Geruch - verloren und sehen mehr natürlich aus, so gebe folgendes: - - Aufguß von Columba oder Cascarilla 5½ Unzen. - Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound - tinct. of cardamons~) ½ Unze. - Verdünnte Salpetersäure (~Dilute nitric acid~) 1½ Drachme. - - Mische es. Dosis: dreimal des Tages zwei Eßlöffel voll. Die Kost - sollte bei dieser Krankheit von der leichtesten Art sein, wie - Haferschleim, geröstetes Brod in Milch oder Wasser getaucht, - Pfeilwurz (~Arrow root~), Tapioca oder Sago Gelee. Bessert sich das - Kind, so gestatte man Brühen von Hühner-, Kalb- oder Hammelfleisch. - - -Cholera Infantum. - -Dies ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Kindheit und tritt in -der Regel während des ersten und zweiten Sommers ein. Die Zeit während -des Zahnens ist besonders geneigt dazu, da der Organismus ungewöhnlich -aufgeregt ist. Geringfügige Ursachen, wie Diätfehler, das Aussetzen -der Nachtluft, Ermüdung, welche zu anderen Zeiten ohne alle Folgen -bleiben, werden zu dieser Zeit verhängnißvoll. Die Hauptursache besteht -in Diätfehlern. Es ist sehr gefährlich, während des Zahnens die Kost zu -wechseln, das Kind zu entwöhnen und dagegen künstliche Nahrungsmittel -zu geben. Dies sollte nur im äußersten Nothfalle geschehen. - -+Symptome.+ Die Krankheit kann plötzlich oder allmählig eintreten. -Das Kind wird plötzlich von heftigem Erbrechen und Abführen befallen -oder kann auch nur durch mehrere Tage hindurch eine leichte Diarrhöe -gehabt haben. Der Magen wird so reizbar, daß er durchaus nichts -annimmt. Die erbrochene Substanz besteht aus dem Inhalt des Magens, -unverdauter Nahrung, mit Schleim und galligem Eiter gemischt, wenn -alles ausgebrochen ist, wird sich ein starkes Würgen und erfolglose -Anstrengung zum Erbrechen einstellen. Dies mag jedesmal nach dem -Genuß von Nahrungsmitteln, oder auch nur zwei- oder dreimal des -Tages eintreten. Diarrhöe ist eines der wichtigsten Symptome und die -Entleerungen bestehen zuerst in unverdauter Nahrung und werden grünlich -gestreift; zuweilen gleichen sie gehacktem Gemüse. Sie können gelblich, -sehr wässerig sein und der Geruch ist schlecht und äußerst widerwärtig. -Auch mögen starke Schmerzen, wie bei der Ruhr, vorhanden sein, und -die Entleerungen können Blut und Schleim enthalten. Beträchtliches -Fieber ist vorhanden, ebenso schneller Puls, Mund heiß und trocken, -großer Durst, Zunge schmutzigweiß oder gelblichweiß belegt, ausgenommen -an den Rändern, welche roth sind, Endglieder kalt, Kopf heiß, -Augen eingesunken, Nase zugespitzt, das Gesicht eingeschrumpft und -vertrocknet wie bei alten Leuten, der Bauch geschwollen und zuweilen -empfindlich gegen Berührung; das Fieber ist gewöhnlich während des -Nachmittags und Abends schlimmer. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Da die Krankheit gewöhnlich während des Zahnens - eintritt, so sollte stets vor allem nach dem Zahnfleisch gesehen - werden. Ist es geschwollen, heiß, hart und roth, so schneide man - es auf, was ebensowohl vermittelst eines scharfen Federmessers - als mit der Lanzette geschehen kann. Da bei der Behandlung dieser - Krankheit viel von der Diät abhängt, so sollte dieselbe sorgfältig - geordnet werden. Womöglich sollte das Kind nicht vor dem zweiten - Sommer entwöhnt werden, wenn es aber geschehen ist, so möge dann - die Diät der Natur jedes einzelnen Kindes angemessen sein. Da in - der Regel großer Durst vorhanden ist, so lasse man das Kind so viel - Wasser, als es wünscht, haben. Frische Kuhmilch ist unzweifelhaft das - beste, was gegeben werden kann. Folgendes Mittel wird vortrefflich - gefunden werden: Löse einen Theelöffel voll Milchzucker in drei - Tassenkopf Wasser, koche es auf zwei Tassenkopf ein, füge einen - Tassenkopf frische Milch hinzu und lasse es das Kind, während - es noch warm ist, essen. Wenn Milchzucker nicht zu haben ist, - gebrauche man Stückzucker, der erstere ist jedoch bei Weitem besser. - Reismehlschleim gibt eine gute Kost. Bereite es wie folgt zu: Man - nehme je einen Theelöffel voll Reismehl und Milch, rühre es in - einander, füge ein wenig Salz und nahezu ein Pint warmes Wasser - hinzu, mische es gehörig und koche es 15 Minuten lang; wenn kalt hat - es ungefähr die Dicke von Stärke und muß mit ein wenig Zucker versüßt - werden. Ist der Magen sehr schwach, nehme man einen Theil Sahne auf - fünf Theile Wasser und füge ein wenig Pfeilwurz (~Arrow root~), Sago - oder Tapioca hinzu. Unter „Kost statt des Säugens“ befindet sich ein - von Dr. Meigs empfohlenes Rezept, welches besser ist. Eine andere - Sache von Wichtigkeit ist, daß das Kind möglichst viel frische Lust - haben sollte. Wenn möglich, schaffe es auf das Land, und wenn dies - nicht geschehen kann, lasse es in dem Hofraum, in Parkanlagen oder - auf den Straßen herumtragen. Ist das Kind zu krank, trage es aus - einem Kissen in ein geräumiges, gut ventilirtes Zimmer. Ein lauwarmes - Bad, gelegentlich gegeben, wird zuträglich gefunden werden. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Das Hauptmittel bei dieser Krankheit - ist der zusammengesetzte Syrup von Rhabarber und Potasche (~Compound - syrup of rhubarb and potassa~) oder die Neutralizing mixture. - Man gebe alle halbe Stunde einen Theelöffel voll, bis es auf die - Eingeweide wirkt, sodann mögen die Zwischenräume auf drei bis vier - Stunden verlängert werden. Es wird gut sein, hieraus einen oder zwei - Tage später einen von den nachstehenden Thees folgen zu lassen, - nämlich von Brombeerwurzel (~Black berry root~), Erdbeerblätter und - Wurzel (~Strawberry leaves and root~), Kirschbaumrinde (~Cherry - tree bark~), eine kleine Quantität Zimmet (~Cinnamon~) und Nelken - (~Cloves~), mit weißem Zucker versüßt. Wenn das Erbrechen stark - ist, gebe ein Senfpflaster auf das Rückgrat und über die Gegend des - Magens. Bei starkem Erbrechen, Schmerz in den Eingeweiden, Durchfall - und Kneipen, wird sich folgende Einspritzung wirksam erweisen: - Schlüpfriges Ulmen- (~Slippery elm~) oder Stärkewasser eine flüssige - Unze, zusammengesetzte Tinktur der virginischen Schlangenwurzel - (~Compound tincture of Virginia snake root~), fünf bis zehn Tropfen - stachlige Eschbeeren-Tinktur (~Tincture of prickly ash berries~) zwei - flüssige Drachmen. Nehme davon die Hälfte zu einer Einspritzung. Ist - die Krankheit besonders hartnäckig und hält eine lange Zeit an, so - nehme man Columbawurzel (~Colombo~), Stachlige Eschbeeren (~Prickly - ash bark~), ~Swamp mill weed~, von jedem, zerstoßen, eine halbe Unze, - zwei Pints Branntwein; lasse es ungefähr 10 Tage stehen. Gebe alle 3 - oder 4 Stunden einen halben Theelöffel voll in ein wenig versüßtem - Wasser. Sind die Entleerungen mehr oder weniger mit Blut gemischt und - sind nur schwach bei öfterer Wiederholung, so gebe man folgendes: - - Entenfuß (~Podophyllin~) 2 Grane. - Leptandrin 3 „ - Brechwurz (~Ipecac~) 3 „ - Weißer Zucker 1 Skrupel. - - Stoße alles zusammen in einem Mörser und mache 8 Pulver daraus, - wovon alle 3 oder 4 Stunden eines zu geben ist. Nachdem diese auf - die Eingeweide gewirkt haben, gebe man eine gelegentliche Dosis des - zusammengesetzten Syrups von Rhabarber und Potasche (~Compound syrup - of rhubarb and potassa~). Sicherlich bade das Kind ein- oder zweimal - in warmem Saleratuswasser und trockne es mittelst einer sanften - Reibung ab. Folgendes wird bei hartnäckigen Fällen empfohlen: - - Ammoniak-Opium-Tinktur (~Ammoniated tincture - of opium~) 2 Drachmen. - Extrakt von Blauholz (~Extract of logwood~) 3 „ - Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus (~Compound - spirits of lavender~) 1 „ - Catechu-Tinktur (~Tincture of catechu~) 2 „ - Gewöhnlicher Syrup 4 Unzen. - Kochendes Wasser 4 „ - - Löse den Extrakt von Blauholz (~Extract of logwood~) in dem Wasser - und füge dann die anderen Artikel hinzu. Gebe alle 3 oder 4 Stunden - einen Theelöffel voll. Als Trank gebe man Gummi Arabicum, oder - schlüpfriges Ulmen- (~Slippery elm~) Wasser. - - =Allöopathisch.= Wenn das Erbrechen stark und hartnäckig ist, gebe - man folgendes: - - Kampher (~Camphor~) 1 Drachme. - Schwefel-Aether (~Sulphuric ether~) 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Alle halbe Stunden 10 Tropfen. - - Wenn dies nicht einhält, gebe: - - Bleizucker (~Sugar of lead~) 4 Grane. - Essig 6 Tropfen. - Stückzucker 4 Drachmen. - Weiches Wasser 1 Unze. - - Mische es. Dosis: Alle ein oder zwei Stunden einen Theelöffel voll. - - Zuweilen wird ein Gewürz- (~Spice~) Pflaster, auf den ganzen - Unterleib gelegt, sofortige Linderung verschaffen. - - Gegen die Diarrhöe gebe man den zusammengesetzten Syrup von Rhabarber - und Potasche (~Compound syrup of rhubarb and potassa~). Wenn die - Stühle sauer, dunkelgefärbt und höchst widrig sind, gebe man: - - Pulverisirte Holzkohle (~Powd. charcoal~) 1½ Drachmen. - „ Rhabarber (~Powd. rhubarb~) 35 Grane. - „ Brechwurz (~Powd. ipecac~) 6 „ - Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of hyosciamus~) 10 „ - - Mische es, mache 12 Pulver daraus und gebe alle drei oder vier - Stunden eins. - - Oder: - - Weinsteinsaures Eisen (~Tartrate of iron~) 35 Grane. - Weiches Wasser 2 Unzen. - Ingwer- (~Ginger~) Syrup ½ Unze. - - Mische es. Dosis: Alle drei Stunden 20 bis 40 Tropfen. Diese zwei - Mischungen mögen alle drei Stunden abwechselnd gegeben werden, - wenn eins allein nicht den gewünschten Erfolg hat. Zuweilen wird - Nachstehendes mit Erfolg angewandt: - - Pulverisirter Rhabarber (~Pulv. rhubarb~) 20 Grane. - Leptandrin 10 „ - Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~) 35 „ - Pulverisirter Zimmet (~Pulv. cinnamon~) 10 „ - - Mische es. Dosis: Alle drei Stunden 3 oder 4 Grane. - - =Homöopathisch.= ~Ipecacuanha~ -- ist gewöhnlich das wichtigste - Mittel, und wird bei Uebelkeit, Erbrechen, Diarrhöe, grünen oder - gegohrenen Stühlen mit weißen Flecken, belegte Zunge und großem Durst - gegeben. - - ~Veratrum.~ -- Wo die Anfälle heftig waren, sowie bei großer - Erschöpfung nach dem Erbrechen, oder wenn das Erbrechen krampfartig - wird und nach der geringsten Bewegung eintritt; bräunliche oder - wässerige Entleerungen, Kälte der Endglieder, blasses Gesicht, - eingefallene Augen, großer Durst. - - ~Chamomilla.~ -- Schleimiges oder saures Erbrechen, die Entleerungen - sehen aus wie ausgeschlagene Eier, oder sind grün oder schleimig mit - kolikartigen Schmerzen, Fieber des Nachts. Angenehmer für Kinder, - wenn sie in Folge des Zahnens wunderlich oder verdrießlich sind. - - ~Mercurius.~ -- Die Stühle sind von Kolik und Anstrengung begleitet; - die Entleerungen grün, sauer und zuweilen mit Blut gemischt; das Kind - riecht sauer. ~Rheum~ ist ebenfalls gut bei denselben Symptomen. - - ~Podophyllum.~ -- Krampfartige Schmerzen, Stühle schaumig, schleimig - und höchst widrig; das Kind stöhnt im Schlafe und wirft den Kopf hin - und her. - - ~Carbo Vegetabilis.~ -- Die Stühle haben einen fauligen Geruch sind - sehr dünn und werden von einem brennenden Schmerz begleitet. - - ~Arsenicum.~ -- Bei großer Hinfälligkeit und Schwäche, Uebelkeit, - Alles wird wieder erbrochen, Stühle braun, grün oder gelblich und - höchst widrig, Haut trocken, oder kalt und klebrig; Lippen und Zunge - schwarz und aufgesprungen, Stöhnen während des Schlafs, Unterleib - hart und geschwollen. - - ~Calcarea.~ -- Bei Fällen von langer Dauer, bei großer Abmagerung - und Schwäche, Unterleib hart und geschwollen; Stühle mollig und - lehmfarben; Haut zusammengeschrumpft und trocken. - - ~Sulphur.~ -- Dieses Mittel ist ungefähr bei denselben Symptomen wie - bei ~Calcarea~ angezeigt. Wenn die Krankheit den Kopf anzugreifen - scheint: ~Aconitum~, ~Helleborns~, ~Belladonna~ oder ~Bryonia~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Wo der Anfall plötzlich eintritt, löse - 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 15 Minuten - oder halbe Stunden, bis das Kind besser wird, einen Theelöffel voll. - Wo der Fall längere Zeit anhält, gebe alle 2 oder 4 Stunden eine - Dosis. - - -Häutige Bräune (~Croup -- Cynanche Trachealis~). - -Man theilt die Bräune in zwei Formen, die krampfartige und die häutige. -Die erstere wird zuweilen auch die falsche und die letztere die wahre -Bräune genannt. Kinder unter 5 Jahren haben mehr Neigung dazu als -andere, obgleich auch ältere Personen, sogar Leute von 70 Jahren -Anfälle gehabt haben. Sie ist wegen des plötzlichen Eintrittes und der -Geschwindigkeit, mit der sie einen tödtlichen Verlauf nimmt, äußerst -beunruhigend. - -+Ursachen.+ Sie ist am häufigsten in kalten, feuchten Gegenden und -wird gewöhnlich durch plötzlichen und öfteren Witterungswechsel -hervorgerufen. Von Einigen wird angenommen, daß sie erblich ist, Und -sie scheint auch so zu sein, denn es ist eine Thatsache, daß die Kinder -einiger Familien bei der geringsten Blosstellung dazu geneigt sind. - -+Symptome.+ In der Regel beginnt die Bräune mit Symptomen von Katarrh -oder Schnupfen, trocknem Husten, heißer Haut, schnellem Puls, Durst, -Rasseln im Hals und großer Unruhe des Nachts; das bestimmteste Symptom -ist die Heiserkeit, da der Patient seine Stimme fast ganz verliert. Der -Husten ist trocken und kurz. Diese Symptome mögen ein oder zwei Tage -lang anhalten, dann ungefähr um Mitternacht wird das Kind durch einen -heftigen Anfall von Husten erwachen, der Husten ist heiser und bellend, -und wer ihn einmal gehört hat, wird ihn nimmer wieder vergessen. Das -Athmen wird beschleunigt und zischend, das Gesicht geröthet, die -Haut heiß und dichter Schweiß bricht aus, das Kind wirft sich wild -von einer Seite auf die andere, die Hände sind eingekniffen und die -Augäpfel treten hervor. Bei Annäherung des Morgens nehmen die Symptome -ab und das Kind verfällt in Schlaf und scheint während des Tages, mit -Ausnahme der Heiserkeit und etwas Fieber, wohl zu sein. Gegen Abend -aber nimmt die Heiserkeit zu und der Patient fährt mit einem heftigeren -Krampfanfall als an dem Abend zuvor aus dem Schlafe auf. Der Husten -wird würgender und schwieriger, die Störung in der Luftröhre wächst, -das Gesicht nimmt eine dunkle, bleierne Farbe an, der Puls ist schwach, -die Stimme gebrochen und unterdrückt, der Kopf wird zurückgezogen, um -das Athmen zu ermöglichen, und das Gesicht ist geschwollen. Die Muskeln -des Nackens, der Brust und des Unterleibes sind außerordentlich thätig -und das Athmen ist laut und zischend; das Kind wirft sich auf dem -Bette herum und sucht vergeblich nach Linderung, sein ganzes Aussehen -bekundet ungemeine Angst und Leiden, es greift nach dem Hals, als ob -es dort die Ursache seiner Schmerzen entfernen könnte, Schläferigkeit -tritt nach und nach ein, das Athmen wird unterbrochen, das Kind keucht -convulsivisch und der Tod macht der fürchterlichen Scene ein Ende. -Bräune oder Croup kann aber auch ganz plötzlich eintreten, das Kind -geht ganz wohl zu Bette und wird des Nachts davon befallen. Diese Form -ist, wenn nicht vernachlässigt, ohne Anstrengungen, sie einzuhalten, -weniger gefährlich. Auch hier mag das Kind einen heiseren, croupartigen -Husten durch mehrere Tage hindurch haben, und gerade zu einer Zeit, wo -es die Eltern am wenigsten erwarten, stellt sich eine heftiger Anfall -ein, der eine schlimme Wendung nehmen mag. Ein Anfall von Bräune kann -24 Stunden bis 15 Tage dauern. Wenn sie mit Luftröhrenentzündung oder -Brustentzündung verbunden ist oder tritt sie nach Scharlachfieber, -Masern oder Halsentzündung ein, so ist sie bei weitem gefährlicher. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Wenn bei dem Kinde Husten mit Heiserkeit und - Stimmlosigkeit eintritt, so werden prompte Maßregeln den Anfall in - diesem Stadium verhindern. Reinige die Eingeweide mit einer kleinen - Dosis Kalomel und nach einer Stunde gebe eine Lösung von einem Gran - Brechweinstein (~Tartar emetic~) in einer Unze Wasser, von welcher - alle 15 Minuten ein Theelöffel voll gegeben werden sollte, bis - Erbrechen eintritt. Senfpflaster oder heiße Kleie- (~Bran~) Umschläge - sollten in den Nacken gelegt werden. Auch wird empfohlen, einen - ziemlich großen Schwamm in Wasser getränkt, so heiß es ertragen - werden kann, auf den Hals zu legen und dies, so bald der Schwamm kühl - wird, zu erneuern. Fahre damit fort, bis die Haut sehr roth aussieht - oder das Kind besser ist. Diese Mittel können aber nur beim Anfang - der Krankheit angewendet werden. Schlägt es nicht an, so gebe man - folgendes: - - Dover’sche Pulver (~Dover’s powder~) 15 Grane. - Kalomel 5 „ - - Mische es. Mache 10 Pulver daraus und gebe alle 3 Stunden eines. - - Der Hals mag mit kaltem Wasser gewaschen und folgende Salbe - eingerieben werden: - - Olivenöl 1 Unze. - Auflösung von Potasche (~Solution of potassa~) 2 Drachmen. - Merkurial-Salbe (~Mercurial ointment~) 1 Drachme. - - Ein Brechmittel von Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) kann in Dosen - von einem Theelöffel voll gegeben werden, bis Erbrechen eintritt. Der - Dampf von heißem Wasser und Wollkrautblättern (~Mullein leaves~), von - dem Kinde eingeathmet, wird gleichfalls gut sein. - - =Homöopathisch.= Wenn die ersten Symptome, wie heiserer Husten mit - Fieber erscheinen, gebe man alle Stunden abwechselnd ~Aconitum~ und - ~Spongia~. Wenn aber das Kind mit jenem bellenden Crouphusten aus dem - Schlafe erwacht, gebe man alle 10 oder 15 Minuten ~Tartarus emeticus~ - und ~Spongia~. Wenn die Symptome heftig sind, so wird ein warmes Bad - sehr zuträglich sein. Es sollte dies zuerst ungefähr 96 Grad sein und - allmählig durch Hinzufügen von heißem Wasser warm gemacht werden. Aus - dem Bade genommen, trockne man das Kind schnell und hülle es gut ein. - Tücher in kaltem Wasser getränkt, auf den Hals gelegt und mit Flanell - bedeckt, werden von gutem Erfolg sein. Gegen den bellenden, feuchten - und lockeren Husten, welcher zurückbleibt, nachdem die Heftigkeit - des Anfalles nachgelassen hat, gebe man ~Spongia~ und ~Hepar~ alle - Stunden abwechselnd. - - Wenn der Husten locker ist und es befindet sich ein Rasseln von - Schleim im Hals und in der Brust und ein dicker Schleim wird - ausgespuckt, so gebe man ~Tartarus emeticus~ mit ~Hepar Sulphuris~ - abwechselnd eine halbe Stunde oder eine Stunde für sich. Gegen die - nach einem Anfall zurückbleibende Heiserkeit, und um eine Wiederkehr - für die nächste Nacht zu verhindern, gebe man ~Phosphorus~ oder - ~Hepar Sulphuris~, alle 2 oder 4 Stunden eine Dosis. Nachdem - der Anfall sehr heftig geworden und die Bildung einer falschen - Schleimhaut augenscheinlich ist, das Kind von Erstickung bedroht - wird, gebe man ~Kali Bichromacum~. Ein kleines Pulver sollte alle 3 - oder 5 Minuten gegeben werden. Gewährt dies keine Linderung, so gebe - ~Arsenicum~ und mache heiße Umschläge um den Hals. Ist das Athmen - sehr mühsam, keuchend, rauher Husten, Schnappen nach Luft, bei großer - Gefahr von Erstickung, so gebe man ~Bromine~. ~Phosphorus~ allein - oder abwechselnd mit ~Lachesis~ ist bei strengen Formen ein sehr - schätzbares Mittel. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Ist das Mittel in Kügelchen, so löse 12 - in 12 Theelöffel voll Wasser, ist es in Pulvern, so gebe eine Portion - von der Größe einer kleinen Erbse. - - +Die Kost+ -- sollte in Hafermehlschleim, Gerstenwasser, - Zwiebackwasser oder Milch bestehen. - - =Eclectisch.= Das erste, was geschehen muß, ist, ein Brechmittel - zu verordnen. Die Lobelia-Tinktur dürfte das beste sein. Man gebe - davon alle 10 Minuten einen Theelöffel voll, bis Erbrechen eintritt. - Ein anderes wirksames Mittel ist pulverisirter Alaun (~Alum~) in - Molasses oder Honig alle 10 Minuten gegeben. Ein Thee aus Seneca- - oder Blutwurzel (~Seneca root~, ~Blood root~) ist ein gutes Mittel, - die sich im Halse bildende Schleimhaut zu lösen. Sobald das - Brechmittel zu wirken beginnt, gebe man einen starken Thee von - Sumach und Gagel (~Bayberry~). Da, wo die Eingeweide verstopft - sind, gebe gleiche Theile von Meerzwiebeln (~Squills~) und Castoröl - alle Stunden in Theelöffeldosen, bis sie auf die Eingeweide wirken. - Dies sollte nicht, während das Brechmittel gegeben wird, genommen - werden. Geröstete Zwiebeln, geröstete Aepfel und Preiselbeeren - (~Cranberries~) sind zu Umschlägen für den Hals empfohlen worden, das - beste aber ist ein Pflaster aus Schnupftabak und Fett. Man mische - einen Theelöffel voll Schnupftabak mit ein wenig Fett, streiche es - auf ein Tuch und lege es auf Hals und Brust. Bienensyrup (~Hive - syrup~) ist ein gutes Mittel und sollte immer vorräthig gehalten - werden. Man gebe ihn alle 10 Minuten in Dosen von einem Theelöffel - voll, bis das Erbrechen eintritt. - - Bei Beginn der Krankheit wird sich Watte in gleiche Theile von - Kampher und Essig oder Whiskey getränkt, warm gemacht und um den - Hals gebunden, zuträglich erweisen. Wenn die Krankheit hartnäckig - ist, so wird ein Umschlag um den Hals und auf die Brust von rothem - Pfeffer (~Red pepper~), schlüpferiger Ulme (~slippery Elm~) - und Lobelia, jedes pulverisirt, mit heißem Wasser, gewöhnlich - Linderung verschaffen. Diese Umschläge sollten, sobald sie - kühl sind, gewechselt werden. Eine Salbe, zusammengesetzt aus - Hirschhorn-Spiritus (~Hartshorn spirits~) ½ Unze, Laudanum ¼ Unze, - Terpentin (~Turpentine~) ½ Unze; süßes Oel ½ Unze. Mische es und - mache einen Umschlag auf Hals und Brust. Bei kleinen Kindern wird ein - Umschlag von Hopfen, in heißem Wasser gekocht, vorzüglich gefunden - werden. Während des Tages, wenn die Symptome besser sind, sollte - durch einen Aufguß von 3 Theilen Lobelia und einem Theil Blutwurzel - (~Blood root~), einem Aufguß von Meerrettig in Essig, kleine Dosen - von Brechwurzwein (~Wine of ipecac~) der Auswurf befördert werden. - - -Keuch- oder Stickhusten (~Whooping Cough -- Pertussis~). - -Diese ansteckende Krankheit trifft ein und dieselbe Person gewöhnlich -nur einmal im Leben. Sie beginnt mit Heiserkeit, Schneuzen und -anderen Erkältungssymptomen und ist durch krampfhafte Hustenanfälle -gekennzeichnet, während welchen ein Röcheln in der Luftröhre vernommen -wird und das Athemholen von einem zischenden Geräusch begleitet ist, -bis ein dicker, klebriger Schleim entleert wird, worauf das Athemholen -wieder freier von Statten geht. Während der Hustenanfälle ist das -Gesicht des Kindes geröthet, der Kopf schwitzt und der ganze Körper ist -aufgeregt; manchmal tritt Nasenbluten ein, der Urin oder die Gedärme -entleeren sich, ohne daß dies das Kind verhindern könnte. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Das folgende mag bei heftigeren Anfällen gebraucht - werden: - - Kampherwasser (~Camphor water~) 2 Unzen. - Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of hyosciamus~) 1 Drachme. - Verdünnte Hydrocian-Säure (~Diluted hydrocyanic - acid~) 5 Tropfen. - - Dosis für ein Kind von drei bis sechs Jahren: Einen Theelöffel voll - dreimal täglich. - - Die folgende Arznei ist eine ausgezeichnete: - - Pulverisirte Brechwurz (~Pulv. ipecac~) 3 Grane. - Schwefelniederschlag (~Precip. Sulphur~) 2 Skrupel. - Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of hyosciamus~) 6 Grane. - - Mische dieses und bereite 12 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille alle 3 - oder 4 Stunden. - - Sind Luftröhre und die Lungen ziemlich affizirt, so wird das folgende - Mittel sich als sehr wirksam erweisen: - - Sturmhut-Tinktur (~Tincture of aconite~) 1 Drachme. - Bilsamkraut-Tinktur (~Tincture of hyosciamus~) 1 „ - Brechweinstein (~Tartar emetic~) 1 Gran. - Morphium 1 „ - Syrup 4 Unzen. - - Mische dieses. Dosis: Für ein Kind von 3 bis 6 Jahren 1 Theelöffel - voll drei- bis viermal des Tages. Diese Medizin mag gebraucht werden, - nachdem die Krampfanfälle aufgehört haben, der Husten aber immer noch - sehr lästig ist. - - Das folgende Einreibmittel wird, wenn man den Rückgrat damit - einreibt, in manchen Fällen gute Dienste leisten: - - Laudanum 1 Unze. - Amberöl (~Oil of amber~) 1 „ - Alcohol 2 Unzen. - Salatöl 2 „ - - Mische dies. - - Das folgende wird empfohlen: - - Lobelia-Tinktur (~Tincture of lobelia~) ½ Unze. - Meerzwiebel-Syrup (~Syrup of squills~) ½ „ - - Mische dieses. Dosis: Für ein zweijähriges Kind 20 Tropfen vier- oder - fünfmal täglich. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Dr. F. Cook von Philadelphia empfiehlt - gesättigte schwarze Schlangenwurzel-Tinktur (~Saturated tincture of - black cohosh~). Einem einjährigen Kinde gebe von 15 bis 20 Tropfen - vier- bis fünfmal täglich. - - Auch das folgende ist ein werthvolles Heilmittel: - - Belladonna-Extrakt 10 Grane. - Alcohol ½ Unze. - - Mische dieses gut und füge 4 Unzen Syrup und 1 Drachme pulverisirten - Alaun (~Powdered alum~) bei. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 3, 4 - oder 5 Stunden. - - Ein Aufguß von Frauenhaar (~Maiden hair~) ist sehr wirksam, wenn der - Patient viel davon trinkt. - - Die folgende Arznei wurde mit gutem Erfolge gebraucht: - - Verdünnte Salpeter-Säure (~Dilute nitric acid~) 1 Drachme. - Syrup 3 Unzen. - - Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 3, 4 oder 5 Stunden. - - =Homöopathisch.= ~Mephitis Putorius~ -- ist ein sehr werthvolles - Heilmittel, und mag man alle 4 Stunden eine Dosis davon geben. - ~Drosera~ ist ein anderes werthvolles Heilmittel, namentlich wenn - sich folgende Symptome zeigen: Trockener, krampfhafter Husten, der - sich bei Nacht verschlimmert; wenn das Kind hustet, preßt es die Hand - auf die Magengegend; ein heftiger Hustenanfall folgt dem anderen und - ist mit Blutabgang aus Mund und Nase begleitet; der Husten wird durch - Sprechen oder Lachen gereizt; der Schleim ist dick und zäh. - - ~Corallia.~ -- Mag in manchen Fällen mit sehr guter Wirkung gegeben - werden. - - ~Aconitum.~ -- Bei ziemlich viel Fieber mit kurzem, trockenem - Husten und Schmerz in der Brust. Dieses Heilmittel mag abwechselnd - mit ~Bryonia~ oder ~Phosphorus~ gegeben werden, namentlich wenn - Lungenentzündung im Anzuge ist. - - ~Tartar Emetic.~ -- Wenn zu Anfang ein heftiger erstickender Husten - vorhanden ist und wenn man ein zischendes, vom Schleim herrührendes - Geräusch in der Luftröhre und Brust wahrnimmt und der Patient - von Erstickung bedroht ist; kurze Hustenanfälle folgen in kurzer - Aufeinanderfolge. ~Ipecac~ thut bei diesen Symptomen ebenfalls gute - Dienste. - - ~Chamomilla.~ -- Keuchen und Zischen bei jedem Athemzug, der Husten - wird durch die geringste Störung in der Luftröhre herbeigeführt, das - Kind erschrickt sehr leicht und ist verdrießlich. - - ~Cuprum.~ -- Häufige Hustenanfälle mit Steifheit im ganzen Körper, - Keuchen und Pfeifen in der Luftröhre, große Erschöpfung nach den - Hustenanfällen. - - Andere Heilmittel sind: ~Carbo Vegetabilis~, ~Dulcamara~, ~Cina~, - ~Belladonna~, ~Mercurius~, ~Opium~, ~Hellebore~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Heilmittel löse man - 12 Pillen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel - voll alle 2, 3 oder 6 Stunden. - - -Kolik. - -Dies ist eine sehr häufige und lästige Kinderkrankheit, die öfters -durch Erkältung oder irgend welche die Milch der Mutter affizirende -Gemüthsbewegung erzeugt wird. Das Kind schreit, stoßt und zieht die -Beine hinauf. Häufig findet auch kein Urinabgang statt. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Frauen- oder Pfeffermünz- (~Spearmint - or peppermint~) Thee mit ein wenig Zucker- und Saleratuswasser wird - gewöhnlich Linderung verschaffen. Paregoricum mag in Dosen von 10 - Tropfen zu einem Theelöffel voll gegeben werden. Ein Salz- und - Wasser-Klystier schafft oft augenblickliche Linderung. Ein halber - Theelöffel voll Castoröl und ein halber Theelöffel voll Paregoricum - zusammen gemischt ist ein gutes Mittel. Ingwer- (~Ginger~) oder - Anissamen-Thee mag mit guter Wirkung gebraucht werden. Heiß gemachte - Stücke Flanellzeug oder Flanellkleider sollten auf den Magen und ein - mit heißem Wasser gefüllter Krug an die Füße gelegt werden. - - =Homöopathisch.= ~Chamomilla.~ -- Mag namentlich dann gegeben werden, - wenn der Mastdarm angeschwollen ist; das Kind schreit, zieht den - Körper zusammen und die Füße hinauf; die äußeren Gliedmaßen sind - kalt. Wenn nebst diesen Symptomen Uebelkeit, Erbrechen und Diarrhöe, - ein Rumpeln in den Gedärmen und Frösteln sich vorfinden, so gebe - ~Pulsatilla~. - - Ist Hartleibigkeit vorhanden, so gebe ~Nux Vomica~. Sind die - Stuhlgänge gährend und haben sie einen fauligen Geruch, so gebe - ~Ipecac~; riechen sie sauer, ~Rheum~. Ist die Kolik von Würmern - verursacht, so gebe ~Cina~, ~Sulphur~, ~Mercurius~. Ist der Patient - schlaf- und ruhelos, hat er Fieberhitze und schreit er viel, so gebe - ~Coffea~ und ~Belladonna~ abwechselnd. Oefters werden die Schmerzen - durch ein laues Bad gelindert. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Gebe 2 oder 3 Kügelchen trocken, oder - löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen - Theelöffel voll für eine Dosis, welche alle 15 Minuten, halbe Stunde - oder Stunde wiederholt wird. - - =Allöopathisch.= Ist Hartleibigkeit vorhanden, so gebe ein Klystier - von einem Theelöffel voll Castoröl und eine Unze warmen Pfeffermünz- - oder Frauenmünz- (~Peppermint or spearmint~) Aufguß. Ein Aufguß - von Pfeffermünz oder Fenchelsamen (~Fennel~) ist gewöhnlich zur - Beseitigung eines Anfalles genügend. - - Rührt das Uebel von Würmern her, so gebe folgendes: - - Stinkharz (~Asafœtida~) 1 Drachme. - Wasser 4 Unzen. - - Schüttle dies zusammen, bis die Masse gut gemischt ist, sodann füge 2 - Unzen Ingwer-Syrup (~Syrup of ginger~) hinzu. Dosis: Einen Theelöffel - voll. Auf die Stuhlgangöffnung mag man mit Rhabarber-Syrup oder süßer - Rhabarber-Tinktur (~Syrup of rhubarb or sweet tincture of rhubarb~) - mit ein wenig beigefügter Soda einwirken. - - -Würmer. - -Siehe für Behandlung erster Theil, das zwölfte Kapitel. - - -Gehirnentzündung (~Inflammation of the brain~). - -Für Behandlung dieser Krankheit siehe erster Theil, zweites Kapitel. - - -Kehlsucht, auch Ziegenpeter (~Mumps -- Parotitis~). - -Diese Krankheit ist eine Entzündung der Ohrendrüse, welche unter dem -Ohr liegt und mit der unter dem Kinnbacken und der unter der Zunge -liegenden Drüse den Speichel absondert. Kinder über sieben Jahren sind -der Kehlsucht viel eher ausgesetzt als jüngere; auch ist dieselbe -ansteckend, so daß, wenn ein Kind einer Familie oder Schule davon -befallen wird, alle andern die Krankheit bekommen. Zum zweitenmal -bekommt ein Kind den Ziegenpeter selten. - -+Symptome.+ Die Krankheit fängt gewöhnlich mit leichtem Fieber -und Catarrh-Symptomen an. Der Hals wird steif und das Bewegen des -Kinnbackens, um zu sprechen oder zu essen, ist schmerzhaft. Nach etwa -24 Stunden zeigt sich am unteren Kinnbacken eine Geschwulst, die -sehr schnell größer wird; dieselbe ist heiß, trocken und gegen den -Druck sehr empfindlich. Die Hautfarbe ist unverändert, es sei denn, -die Drüsen an beiden Seiten seien geschwollen und drücken auf die -anderen ein, wodurch der Blutumlauf vom Herzen zum Kopf gestört wird. -Gefährlich ist die Krankheit nicht, außer wenn sich das Uebel durch -Erkältung oder andere Ursachen beim männlichen Patienten in die Hoden, -beim weiblichen in die Brüste zieht. Manchmal zieht sich das Uebel auch -ins Gehirn. Dies sind aber sehr seltene Fälle. Die Entzündung erreicht -am dritten oder vierten Tag ihren höchsten Grad und verschwindet -endlich nach etwa zehn Tagen oder zwei Wochen wieder. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Das Hauptmittel ist ~Mercurius~, wovon eine Dosis (4 - Kügelchen) dreimal des Tages genommen werden mag. - - ~Belladonna.~ -- Wenn die Geschwulst heiß und trocken ist oder wenn - sie das Gehirn affizirt und Delirium und Bewußtlosigkeit verursacht. - Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen - Theelöffel voll jede Stunde. Lindert dieses Mittel nicht in einigen - Stunden, so gebe ~Hyosciamus~ in derselben Weise. - - Zieht sich die Anschwellung nach den Hoden, so gebe ~Pulsatilla~ und - ~Nux Vomica~, eine Dosis (4 Kügelchen) alle zwei oder drei Stunden. - Warme Flanelltücher, die man um den Hals bindet, thun gute Dienste. - - +Kost.+ Die Kost muß leicht sein; z. B. gebackene Aepfel, gekochte - Zwetschen, geröstetes Brot (~toast~) und schwarzer Thee, Cacao u.s.w. - Man halte den Patienten warm, und wenn er Fieber hat, muß er im Bett - bleiben. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Schmerzt die Anschwellung, so bringe - man Schweiß hervor, indem man die Füße des Kindes in heißem Wasser - badet und ihm Balsam-, Katzenmünze-, Frauenmünze- oder Ysop-Thee - (~Balm, Catnip, Spearmint or Pennyroyal~) zu trinken, nebst - einer Dosis Paregoricum giebt. Sind die Symptome heftig, so gebe - Brechwurzpulver und Opium (~Powder of Ipecac and Opium~). Der - Stuhlgang ist mittelst Castoröl und Bittersalz in Ordnung zu halten. - Das folgende Einreibmittel leistet gute Dienste: Spanische Seife, - Kampfergummi, Sassafrasöl, Hirschhorngeist (~Spirits of hartshorn~) - und Terpentingeist, von jedem eine Unze, Alcohol 2 Unzen. Mische - dieses. - - Hat sich die Geschwulst nach den Hoden oder den Brüsten gezogen, - so lege man ein Pflaster hinter die Ohren, um sie wieder auf den - ursprünglichen Platz zurückzubringen. Verordne die zusammengesetzte - Virginische Schlangenwurzel-Tinktur (~Compound tincture of - Virginia snake root~), um Schweiß zu erzeugen. Hopfen- und - Stechapfelblätter-Umschläge, gleiche Theile von jedem und mit heißem - Wasser zubereitet, sollten auf die Theile gelegt werden. - - =Allöopathisch.= Man verordne das folgende: - - Rochelle Salz 1 Unze. - Kohlensaure Magnesia (~Carbonate of magnesia~) 1 Drachme. - Münz- oder Pfeffermünzwasser (~Mint or peppermint - water~) 6 Unzen. - - Mische dieses und gebe den vierten Theil für eine Dosis ein- oder - zweimal des Tages. - - Oder dieses: - - Saure Ammoniak-Auflösung (~Solution of acetate of - ammonia~) 1½ Unzen. - Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen. - Syrup 2 „ - Kampfermischung (~Camphor mixture~) 4 Unzen. - - Mische dieses. Dosis: den vierten Theil alle 3 oder 4 Stunden. - - Sind die Symptome sehr heftig, so gebe 4 oder 6 Grane von Dover’s - Pulver; ist Hartleibigkeit vorhanden, das zusammengesetzte - Jalappenpulver (~Compound powder of Jalap~). Sind die Hoden oder - Brüste geschwollen, so müssen Blutegel angesetzt und Abführungsmittel - öfters gebraucht werden. Bringe Schweiß hervor mittelst der - zusammengesetzten Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel (~Compound - tincture of Virginia snake root~) oder eines Dampfbades. - - - - -Vierter Theil. -- Verschiedene Krankheiten. - - - - -Erstes Kapitel. - -Rheumatismus. - - -Rheumatismus ist eine durch eine im Blut befindliche giftige Substanz -verursachte Entzündung. Man unterscheidet zwischen der acuten und -chronischen Form. - -+Symptome des acuten Rheumatismus.+ Dem acuten Rheumatismus geht -gewöhnlich Mattigkeit, Frösteln, Hitze, voller, schlagender Puls -und viel Schweiß, der sauer riecht, voraus. Diesen Symptomen folgt -bald Steifheit in den Muskeln und Wundheit, nebst außerordentlichen -Schmerzen in den verschiedenen Körpergelenken, hauptsächlich in denen -der Zehen, Aenkel, der Schultern, der Ellenbogen, der Kniee und der -Hand; die Schmerzen ziehen sich von einem Gelenk nach dem andern; die -betreffenden Theile schwellen an und sind roth, sowie gegen Druck sehr -empfindlich. Der Anfall beschränkt sich öfters nur auf ein Gelenk, -zieht aber noch öfters von einem zum andern. Häufig wird das Herz oder -die dasselbe umgebenden Theile vom Rheumatismus erfaßt und ist die -Krankheit in diesem Fall besonders gefährlich. Auch die Lungen, die -Leber, der Magen und die Gedärme sind rheumatischen Anfällen ausgesetzt. - -Der acute Rheumatismus wird oft mit Gicht verwechselt; diese -beschränkt sich jedoch gewöhnlich nur auf einen Theil des Körpers, -und hauptsächlich sind die kleineren Gelenke, namentlich die Zehen, -Gichtanfällen ausgesetzt, welchen dyspeptische Symptome vorangehen; -das Fieber und der Schmerz in der Nacht sind nicht so heftig als bei -Rheumatismus. Chronischer Rheumatismus mag aus der acuten Form der -Krankheit entspringen, findet sich jedoch häufiger, ohne daß eine -vorhergehende Entzündung eingetreten wäre, und ist selten mit stark -hervortretendem Fieber begleitet. Es ist dies ein sehr hartnäckiges -Uebel, das aber bei zeitiger und angemessener Behandlung gehoben werden -mag. - -+Die Symptome+ bestehen in Schmerzen, Lahmheit und Steifheit der -verschiedenen Gelenke und anderer Körpertheile. Die Schmerzen -verschlimmern sich des Nachts; die Gelenke sind oft angeschwollen, -jedoch nicht in dem Grade als bei der acuten Form. Ruht der Patient -eine Zeit lang, so wird der affizirte Theil schmerzen und steif sein, -was sich aber wieder hebt, nachdem der Kranke sich eine Zeit lang -bewegt hat. - -+Ursachen.+ Der acute Rheumatismus wird gewöhnlich dadurch -herbeigeführt, wenn man sich feuchter und kalter Witterung aussetzt -oder feuchte Kleider trägt, in feuchten Betten schläft u.s.w. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bei der Behandlung des acuten - Rheumatismus kommt es vor allem darauf an, reichlichen Schweiß zu - erzeugen. Zu diesem Zwecke mag entweder ein warmes Dampfbad benützt - werden, oder man bringt den Kranken in ein gut durchwärmtes Bett und - legt mit heißem Wasser gefüllte Krüge oder gekochte Welschkornähren - um ihn her. Dabei sollte er viel warme Getränke, z. B. Ysop- - (~Pennyroyal~), Katzenmünze- (~Catnip~) und Flachssamen-Thee - trinken. Ein Mittel, das gewöhnlich Schweiß erzeugt, kann aus der - zusammengesetzten Tinktur von Virginischer Schlangenwurzel (~Compound - tinct. of Virginia snake root~), welche in einem warmen Aufguß von - Pleuresiewurzel (~Pleurisy root~) gegeben wird, bereitet werden. - Wenn die Krankheit mit Störungen in der Leber auftritt, so ist ein - Brechmittel, worauf man ein Abführmittel, z. B. Bittersalz oder - Catarrh-Pillen (~cathartic pills~) folgen läßt, sehr nützlich. Auf - die schmerzenden und geschwollenen Gelenke lege man warme oder kalte - Hopfen- und Lobeliaumschläge, wozu auch Hopfen- und Stechapfelblätter - (~Stramonium leaves~) oder Flachssamenmehl oder Kleie und Roggenmehl - brauchbar sind. Manchmal wird der Schmerz gemildert, indem man die - schmerzenden Gelenke mit gleichen Theilen von Essig und Whisky - einreibt. Das beste Mittel sind jedoch frische Stechapfelblätter, - die man zerquetscht, mit ein wenig Wasser anfeuchtet und über die - betreffenden Theile legt, indem man dies täglich drei- bis viermal - erneuert. Nachdem die warmen Umschläge entfernt sind, sollten die - betreffenden Theile mit Baumwollenwatte, die etwa ein Viertel - Zoll dick aufzulegen ist und worüber man ein Stück Flanell legt, - damit die Wärme und Feuchtigkeit nicht wegzieht, bedeckt werden. - Innerlich verwende man eine Mischung von gleichen Theilen von - schwarzer Schlangenwurzel-Tinktur (~Tinct. of black cohosh~) und - Zeitlosensamen-Tinktur (~Tinct. of Colchicum seeds~), in Dosen von - 10 zu 60 Tropfen, je nach Umständen alle Stunde, 2 oder 3 Stunden. - Während die Symptome und das Fieber sehr heftig sind, füge man jeder - Dosis von 3 zu 8 Tropfen Sturmhutwurzel-Tinktur (~Tinct. of Aconite - root~) bei. Mit diesem sollte man jedoch Morgens, wo die Anfälle - gewöhnlich nachlassen, aussetzen, und statt dessen ein oder zwei - Grane Opium jeder Dosis beifügen. - - Ein anderes ausgezeichnetes Mittel ist das folgende: - - Gesättigte Wurzelsumach-Tinktur (~Saturated tinct. - of Rhus Toxicodendron~) ½ Unze. - Sturmhutwurzel-Tinktur (~Tinct. of aconite root~) 2 Drachmen. - Flüchtige Guajak-Tinktur (~Volatile tincture of - Guaiacum~) 2 „ - - Mische dieses. Dosis: 30 bis 40 Tropfen alle 2 bis 3 Stunden. - - Sehr wirksam werden sich Citronensaft oder warme Limonade, ein - Eßlöffel voll alle 2 oder 3 Stunden, erweisen. - - Ist eines der inneren Organe, z. B. das Herz, der Magen oder die - Leber, vom Rheumatismus befallen, so verordne die zusammengesetzte - Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel in Dosen von einem - Theelöffel voll alle 10 oder 15 Minuten, bis reichlicher Schweiß - eintritt. - - Bei chronischem Rheumatismus muß die Stuhlöffnung erhalten werden, - indem man eine Mischung von zwei Theilen Rhabarber und einem Theil - doppeltkohlensaurem Kali (~Bi-carbonate of potassa~) in Dosen von - 3 bis 12 Granen giebt, oder so viel, um einen Stuhlgang täglich zu - bewirken. - - Das folgende wird zur Kur der Krankheit empfohlen: - - Schwarze Schlangenwurzel (~Black cohosh root~) 1 Unze. - Stachelesch-Beeren (~Prickly ash berries~) 1 „ - Pepsin (~Pepsissewa~) 1 „ - Sassafrasrinde 1 „ - Guter Brandy 4 Pint. - - Man lasse die Medizinmittel in dem Branntwein 4 Wochen lang stehen. - Dosis: einen Eßlöffel voll in ein Weinglas voll versüßten Wassers - dreimal des Tages. - - Das folgende ist ein gutes Mittel gegen dieses Uebel: - - Magnesia 1 Theelöffel - voll. - Zeitlosen-Wein (~Wine of colchicum~) 1 „ - Wasser 1 Weinglas - voll. - - Man nehme dies auf einmal und wiederhole die Dosis drei- bis viermal - täglich. - - Dr. Cook empfiehlt gleiche Theile von Copaiva- und Hemlock- - (canadische Edeltanne) Balsam, gut gemischt und in Dosen von einem - Theelöffel voll mit Zucker genommen. - - Als Einreibmittel mag das folgende gebraucht werden: - - Cayenne ¼ Pfund. - Alcohol 1 Pint. - - Man lasse den Pfeffer zehn Tage lang in dem Alcohol stehen und seihe - dann die Masse durch. - - Das folgende wird sehr gut empfohlen: - - Kampher-Spiritus 1 Unze. - Hirschhorngeist (~Spirits of hartshorn~) 1 „ - Terpentingeist (~Spirits of turpentine~) 1 „ - Nro. 6 oder heiße Tropfen (~Hot drops~) 1 „ - Laudanum 1 Theelöffel - voll. - Rindsklauen- oder Rindsfußöl (~Neatsfoot oil~) ½ Pint. - ~One beefs gall.~ - - Die ~Beefs gall~ sollte geschnitten und die grüne Substanz in - derselben sollte in das Gefäß gebracht werden, wo die anderen Artikel - sind. Mische die Masse gut, pfropfe die Flasche fest zu und wende die - Mischung dreimal täglich an. - - Das folgende ist ein anderes ausgezeichnetes Einreibmittel: - - Laudanum 1½ Unze. - Kampherspiritus 1½ „ - Chloroform 1½ „ - Salatöl ½ „ - - Mische dieses. - - - =Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- sollte zu Anfang, wenn das Fieber sehr - stark ist, gegeben werden. Heiße, trockene Haut, schießende, reißende - Schmerzen, die sich bei Nacht verschlimmern. Man mag dieses Mittel - und ~Bryonia~ abwechselnd geben, wenn die Schmerzen bei Bewegung oder - des Nachts sich verschlimmern und wenn Kopfweh und Anschwellen der - Gelenke vorhanden ist. - - ~Belladonna.~ -- Wird gegeben, wenn ~Bryonia~ nicht wirkt, oder wenn - die betretenden Theile geschwollen, sehr roth und glänzend sind. - Schlaflosigkeit des Patienten bei Nacht und Klagen über Trockenheit - im Munde und Halse; Blutandrang nach dem Kopfe. ~Belladonna~ und - ~Bryonia~ kann manchmal mit gutem Erfolge abwechselnd gegeben werden. - - ~Rhus Tox.~ -- Schmerzen, während der Patient ruht, stärker, die - Theile sind geschwollen, roth und der Kranke fühlt Reißen in - denselben. Lahmheit und Schwäche der in der Nähe der affizirten - Theile liegenden Muskeln, Vermehrung des Fiebers und der Schmerzen - während der Nacht, Schweiß, namentlich bei heftigen Schmerzen. - - ~Arnica.~ -- Ein Gefühl des Zerquetscht- oder Verrenktseins in den - Hand- und Fußgelenken und dem Kreuz mit harten, rothen und glänzenden - Anschwellungen, Erstarrungsgefühl in den affizirten Theilen, - Schmerzen verschlimmert während der Bewegung. Mag abwechselnd mit - ~Rhus~ gegeben werden. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn die Schmerzen schnell von einem Theil zum - andern ziehen und der Patient ein Gefühl der Erstarrung und Lähmung - spürt und sein Zustand sich in der kalten Luft verbessert. - - ~Colchicum.~ -- Bei stechenden, zerrenden Schmerzen, die sich bei - Nacht und bei Bewegung verschlimmern. - - ~Mercurius.~ -- Wenn die Schmerzen durch Bettwärme oder gegen Morgen - erhöht werden und der Patient reichlich schwitzt, ohne dadurch - Linderung zu erhalten. Mit diesem mag auch ~Lachesis~ gegeben werden. - - ~Dulcamara.~ -- Wenn der Rheumatismus dadurch erzeugt wurde, daß - sich die betreffende Person der kalten Witterung aussetzte, und die - Schmerzen sich bei Nacht mit leichtem Fieber einstellen. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12 - Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel - voll alle eine, zwei oder drei Stunden, indem man die Zwischenräume - verlängert, wenn der Patient besser wird. - - Wasser leistet gegen diese Krankheit sehr gute Dienste. Es mögen - kalte Umschläge, die oft gewechselt werden müssen, auf die affizirten - Theile gelegt werden, während welcher Zeit der Patient im Bett wohl - zugedeckt bleiben und reichlich Wasser trinken sollte. Nachdem - Schweiß erzeugt worden, muß der Kranke von einer bis zwei Stunden im - Schweiße erhalten und alsdann mit einem feuchten Handtuch abgewaschen - und trocken gerieben werden. Sodann mag er ein warmes Sitzbad nehmen, - bis er vollkommen abgekühlt ist. - - +Kost.+ Der Patient darf kein Fleisch noch Suppen genießen, - selbst nicht lange Zeit nach der Genesung. Seine Nahrung soll aus - Hafermehlschleim (~Gruel~), Reis &c. bestehen, wozu Toast- und kaltes - Wasser, warme oder kalte Limonade getrunken und Orangen gegessen - werden mögen. Der Schmerz wird oft schnell gemildert, wenn man die - angeschwollenen Gelenke und affizirten Theile mit loser Wolle oder - Baumwollenwatte bedeckt, worauf geöltes Seidenzeug (~Oiled silk~) - gelegt wird. - - Gegen chronischen Rheumatismus mögen außer den oben genannten - Heilmitteln die folgenden gebraucht werden: - - ~Ignatia.~ -- Schmerzen als ob das Fleisch von den Knochen los wäre - und heftiger bei Nacht. - - ~China.~ -- Wenn sich die Schmerzen beim leichtesten Druck - verschlimmern, mit leicht erzeugtem Schweiß und wenn die betreffenden - Theile sehr schwach sind. - - ~Arsenicum.~ -- Bei brennenden, reißenden Schmerzen, die bei Nacht - und in der Kälte sich verschlimmern und durch äußere Wärme gelindert - werden. - - ~Phosphorus.~ -- Reißende Schmerzen, durch das geringste Frösteln - veranlaßt, Schwindel, Druck in der Brust. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Gebe eine Dosis (6 Kügelchen) zwei- - oder dreimal den Tag. Erfolgt in 10 oder 14 Tagen keine Besserung, so - nehme ein anderes Heilmittel. - - =Allöopathisch.= Bei acutem Rheumatismus muß Stuhlgang geschafft - werden und zwar mit dem zusammengesetzten Pulver von Leptandrin oder - dem zusammengesetzten (~compound~) Jalappenpulver. Sodann erzeuge man - mittelst der folgenden Arznei Schweiß: - - Grüne Nießwurz-Tinktur (~Tincture of veratrum - viride~) 1 Drachme. - Schwarze Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of - black cohosh~) 2 Unzen. - - Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 1, 2 oder 3 Stunden, - bis reichlicher Schweiß erzeugt ist. - - Das folgende mag mit guter Wirkung gegeben werden: - - Kohlensaures Kali (~Carbonate of potassa~) 2½ Drachmen. - Schwefelsaures Kali (~Nitrate of potassa~) 2½ „ - Wasser 8 Unzen. - - Mische dieses. Dosis: Einen Eß-Löffel voll dreimal täglich. - - Ein anderes werthvolles Heilmittel ist: Zwei Theile - Schlangenwurzel-Tinktur (~Tincture of black cohosh~) und einen Theil - Zeitlosenwurzel-Tinktur (~Colchicum root tincture~). Zu geben in - Dosen von 40 Tropfen. - - Zu Umschlägen mag Laudanum, oder Hopfen, oder Stechapfelblätter - gebraucht werden. - - Gegen chronischen Rheumatismus ist Guajak-Tinktur (~Tincture of - guaiacum~) sehr werthvoll. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal - täglich. Auch wird das folgende sehr empfohlen: - - Pulverisirter Kampher 2 Grane. - Pulverisirtes schwefelsaures Kali (~Nitrate - of potash~) 2 „ - Pulverisirtes Opium 1 Gran. - - Mische dieses und bereite zwei Pulver daraus, von welchen eines - Morgens und eines Abends zu nehmen ist. - - Das folgende Einreibmittel wird von guter Wirkung sein: - - Salatöl 1 Unze. - Starker Ammoniak (~Strong ammonia~) 1 „ - - Mische und reibe die betreffenden Theile damit mittelst eines - Flanellzeugstücks. - - Oder dieses: - - Hemlocköl 2 Drachmen. - Majoranöl (~Oil of origanum~) 1 Drachme. - Kampher 1 „ - Opium 1 „ - Alcohol 4 Unzen. - - Mische dieses. - - Oft wird Linderung bezweckt, wenn man das betreffende Gelenk gut mit - Salatöl abwäscht und darauf in Baumwollenwatte einwickelt. - - -Gicht, Podagra (~Gout~). - -Gicht ist dem Rheumatismus sehr ähnlich. Diejenigen, die sehr üppig -leben, wenig arbeiten, viel reiche Saucen, starke Weine, Fleischspeisen -u. s. w. genießen, sind derselben mehr ausgesetzt als andere. - -+Symptome.+ Der Anfall tritt manchmal plötzlich ein, häufig gehen -demselben jedoch auch Symptome von Dyspepsie, Kopfweh, Uebelkeit, -Kälte in den Füßen und Gliedmaßen, Erstarrungs- oder Kitzelgefühl in -den Gliedmaßen und Hartleibigkeit voran. Der Anfall tritt gewöhnlich -bei Nacht ein. Der Patient erwacht an einem brennenden Schmerz im -Ballen der großen Zehe oder eines kleineren Gelenkes. Der Schmerz wird -immer heftiger, oder läßt auch nach 24 Stunden nach. Der Anfall mag -sich jede Nacht wiederholen. Wer schon längere Zeit von Gichtanfällen -heimgesucht ist, dessen Gelenke werden steif und schwellen an, und um -dieselben herum entstehen Gichtknoten (~Chalk stones~). Manchmal zieht -sich die Gicht plötzlich von den Gelenken auf ein inneres Organ -- z. -B. Magen, Herz und Lungen und alsdann ist die Krankheit außerordentlich -gefährlich. - -Die Gicht unterscheidet sich dadurch vom Rheumatismus, daß dieser -gewöhnlich die größeren Gelenke befällt und von einem Theile zum andern -zieht, während die Gicht die kleineren Gelenke affizirt, gewöhnlich -die der Hände und der Füße und nicht so leicht sich auf andere Theile -zieht. Sodann gehen dem Rheumatismus selten Dyspepsie-Symptome voran, -was bei der Gicht beinahe ohne Ausnahme stattfindet. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Gegen diese Krankheit sind dieselben Heilmittel - nützlich, die gegen Rheumatismus gebraucht werden, und außer jenen - mag genannt werden: ~Antimonium Crudum~, wenn der Anfall mit - Uebelkeit begleitet ist; der Schmerz nach dem Essen stärker, sowie in - der Nacht, nachdem der Kranke Wein getrunken hat. - - Andere Heilmittel sind: ~Ledum~, ~Sabine~, ~Cantharides~. - - Gegen chronische Gicht: ~Calcarea~, ~Phosphoric Acid~, ~Aurum - Muriaticum~, ~Phosphorus~, ~Iodina~, ~Hepar Sulphur~, ~Sepia~. - - =Allöopathisch.= Man gebe einen Theelöffel voll Zeitlosenwein (~Wine - of colchicum~) zwei- oder dreimal täglich. Dies ist wahrscheinlich - das beste Mittel gegen dieses Uebel. Nachdem Linderung eingetreten, - sollten Dosen von 10 Tropfen einige Tage lang gegeben werden, um - einen Rückfall zu vermeiden. - - Das folgende wird sich als ausgezeichnetes Mittel erweisen: - - Zeitlosenwurzel-Wein (~Wine of colchicum root~) 1 Drachme. - Doppeltkohlensaures Kali (~Bi-carbonate - of potassa~) 2½ Drachmen. - Rochellesalz 2½ „ - Pfeffermünzwasser 4 Unzen. - - Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll dreimal täglich. - - Es wird gesagt, daß der reichliche Genuß des Kaffees sehr gut wirke. - Man sollte nie kalte Umschläge anwenden, da dadurch die Krankheit - sich auf einen anderen Theil des Körpers ziehen mag; jedoch mag man - die entzündeten Gelenke mit einer Auslösung von doppeltkohlensaurem - Natron (~Bi-carbonate of soda~), worunter warmes Wasser zu mengen - ist, waschen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Bade den betreffenden Fuß in warmem, - schwachem Saleratuswasser etwa 15 oder 20 Minuten lang und lege - sodann einen Umschlag von Stechapfelblättern (~Stramonium leaves~) - auf, wodurch gewöhnlich Linderung geschafft wird. Auch wird ein aus - schwacher Lauge und Kleie bereiteter und warm aufgelegter Umschlag - manchmal gute Wirkung erzeugen. - - Ebenso mag das folgende Liniment gute Dienste leisten: - - Laudanum 1 Unze. - Lobeliaöl ½ „ - Rindsklauen- oder Rindsfußöl (~Neatsfoot oil~) 2 Unzen. - Hirschhorngeist (~Spirits of hartshorn~) 1 Unze. - - Mische dies. - - Der Stuhl sollte geöffnet werden mit je einem Theelöffel voll von - pulverisirter Entenfußwurzel (~Powd. mayapple root~) und Cremor - Tartari oder anderen Abführmitteln. Hierauf gebrauche folgendes: - - Zeitlosensamen-Tinktur (~Tincture of colchicum seed~) 1 Unze. - Kalium-Iodide (~Iodide of potassium~) 1 Drachme. - Destillirtes Wasser 2 Unzen. - - Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 2 oder 3 Stunden. - - Um dem Patienten Ruhe und Linderung der Schmerzen zu verschaffen, - gebe man schwefelsaures oder essigsaures Morphium (~Sulphate or - acetate of morphine~). Dosis: ¼ oder ½ Gran alle 1, 2 oder 3 Stunden. - - Der Kranke darf durchaus nicht unmäßig essen und trinken, sondern muß - in jeder Beziehung sehr mäßig leben, sollte sich viel in freier Luft - bewegen und Abends bald zu Bett gehen. - - -Skropheln (~Scrofula, King’s Evil~). - -Der Name dieser Krankheit kommt von dem lateinischen ~scrofa~, das -Schwein, und wurde deshalb gewählt, weil dieses Thier diesem Uebel -besonders ausgesetzt ist. - -Es treten bei verschiedenen Krankheiten skrophulöse Symptome auf; z. B. -bei Auszehrung, bei Hüftschmerzen, Kropf, Entzündung des Kniegelenks -u. s. w., und die Krankheit wird allgemein als eine Anschwellung der -Drüsen am Hals oder an anderen Körpertheilen bezeichnet. - -+Symptome.+ Das erste Symptom ist gewöhnlich eine Drüsenanschwellung, -namentlich am Halse. Diese Anschwellungen mögen eine lange Zeit -vorhanden sein, ohne wund zu werden oder Unbequemlichkeit zu -verursachen. In sechs Monaten oder einem Jahr mögen sie so groß werden -als ein Hühnerei. Nach und nach spitzen sie sich zu, brechen auf, -entzünden sich und entleeren eine wässerige Flüssigkeit, die aussieht -wie Molkenwasser und Käsequark. Manchmal fließt diese Materie aus -mehreren Oeffnungen. Heilen die Beulen zu, so entstehen häßliche -Schmarren und oft setzten sich wieder andere Geschwüre an. Manchmal -werden Knochen und Augen durch die Skropheln affizirt. Weiße, zarte -Haut, helles Haar, dicke Lippen und ein zarter Körperbau deuten darauf -hin, daß der Organismus zu Skropheln geneigt ist. - -+Ursachen.+ Die Krankheit vererbt sich gewöhnlich, mag aber auch -durch andere Ursachen hervorgerufen werden, z. B. Aufenthalt in -feuchten, schlecht gelüfteten Wohnungen, ungenügende Nahrung, Schmutz, -übermäßiger Genuß des Schweinefleischs, Mangel an Bewegung, Masern, -Scharlachfieber, Blattern &c. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Der Patient sollte Seebäder gebrauchen und sich am - Meeresufer aufhalten, um die Seeluft einzuathmen, muß sich viel - Bewegung verschaffen und nahrhafte Kost genießen. - - =Homöopathisch.= Die Hauptmittel sind: ~Sulphur~, ~Mercurius~, - ~Iodine~, ~Hepar Sulphuris~, ~Baryta~, ~Conium~, ~Belladonna~, - ~Lycopodium~, ~Sepia~, ~Calcarea~, ~Rhus Tox~, ~Aurum~, ~China~. - - ~Sulphur.~ -- Geschwüre an verschiedenen Körpertheilen, Entleerungen - aus den Ohren, chronische Anschwellungen der Mandeln; Anschwellen - der Drüsen am unteren Kinnbacken, der Armhöhle, am Schamleisten und - am Hals, Husten mit Schmerzen in der Brust, keine Lebhaftigkeit und - große Empfindsamkeit gegen Kälte. - - ~Iodine.~ -- Schwindel des Morgens, Ohrensausen, Schmerz im Auge, - Heißhunger, Sodbrennen, Speichelfluß, Anschwellen des Halses, - Starrheit der Finger, Nachtschweiße. - - ~Rhus Tox.~ -- Weiche Hautgeschwüre, Entzündung der Augen mit - Ausschlag um dieselben herum, chronische Anschwellung der Drüsen, - trockener, skrophulöser Ausschlag an verschiedenen Körpertheilen, - Steifheit und Lahmheit der Gliedmaßen. - - ~Belladonna.~ -- Eiternde Drüsenanschwellung, Entzündung und - Anschwellen der Knochen, Schmerz im Augapfel mit Hitze und Röthe, - Ohrensummen, schmerzende Hautgeschwüre. - - ~Calcarea.~ -- Geeignet für Fälle, wo die Monatsregel zu früh - eintritt und der Blutausfluß zu stark ist. Auch ist es werthvoll für - Kinder, die zu Skropheln geneigt sind. Leberthran (~Cod liver oil~) - ist ebenfalls ein werthvolles Heilmittel. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Nehme von dem betreffenden Mittel - eine Dosis (4 Kügelchen) alle Abend und gebrauche ein und dasselbe - Heilmittel, so lange Besserung dadurch erzielt wird. - - =Allöopathisch.= Das folgende wird sehr empfohlen: Jod (~Iodine~) 6 - Drachmen, Kalium-Iodide (~Iodide of potassium~) 1½ Unze (Troy-Gewicht - -- 1½ ~Troy ounces~), destillirtes Wasser 1 Pint. Löse die Substanzen - auf. Dosis: 5 oder 6 Tropfen in Wasser zweimal täglich. - - Ist der Patient bedeutend schwach, so wird Eisen-Iodide (~Iodide of - iron~) in Dosen von 25 Tropfen in Wasser, dreimal täglich genommen, - treffliche Dienste leisten. - - Ehe die Schwären wund werden, wasche man dieselben einigemal täglich - mit einer salzsauren Kalkauflösung (~Solution of muriate of lime~), - indem man 2 Drachmen aus 1 Unze Wasser nimmt. Sind die Geschwüre - entzündet, so lege Umschläge von pulverisirter Ulmenrinde (~Powd. - slippery elm~) und Gagel (~Bay berry~), von jedem gleiche Theile, - oder Flachssamen, oder Brod und Milch darauf. - - Auch wird Ammoniak-Iodide in Dosen von 3 Granen zwei- oder dreimal - täglich empfohlen. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man empfiehlt die Jod-Tinktur - (~Tincture of iodine~) in Dosen von 20 Tropfen zweimal des Tages in - einer Thee-Tasse voll einer Sarsaparilla- oder Eibischwurzel- (~Marsh - mallow root~) Abkochung. Die Hauptmittel sind der zusammengesetzte - Ampfer-Syrup (~Compound syrup of yellow dock~) und der - zusammengesetzte Syrup von Stillingia. Man thut wohl, den einen Syrup - einige Wochen zu gebrauchen, sodann den andern und so abwechselnd - fortzufahren. - - Wenn die Beulen wund sind, so gebrauche das folgende: Salzsaurer - Ammoniak 2 Drachmen, destillirtes Wasser 1 Unze; löse den Ammoniak in - Wasser auf und füge 1 Unze Sturmhut-Tinktur (~Tincture of conium~) - bei. Bringe diese Mischung mittelst eines Stücks Baumwollen- - oder Linnenzeugs auf das Geschwür und halte den Lappen mit der - Auflösung stets feucht. Auch wird hierzu das zusammengesetzte - Belladonna-Pflaster (~Compound plaster of Belladonna~) sehr empfohlen. - - Wenn sich Eiterschwären ansetzen, die aufbrechen, so sollten - dieselben täglich mit einer Mischung von spanischem Seifenwasser, - Alcohol und Wasser ausgespritzt werden, worauf man dieselben mit - einem vegetabilischen Aetzmittel (~vegetable caustic~) auswäscht. - Nach diesem mag Gagelsalbe (~Ointment of bay berry~), das auf Linnen - aufgetragen wird, gebraucht werden. Wenn bedeutende Entzündung - vorhanden ist, so lege Nachts einen Ulmenrinde- (~Slippery elm~) oder - Gagelumschlag auf. - - -Hüftentzündung (~Hip Disease, Coxalgia~). - -Dies ist eine Entzündung der Schleimhaut und des Kapselbands des -Hüftgelenks, welche oft in Eiterung und Zerstörung der oberen Theile -des Hüftknochens endigt. Es ist der Kniegelenk-Entzündung (~white -swelling~) sehr ähnlich. - -+Symptome.+ Voller Schamleisten, Schmerzen, die stärker werden, wenn -der Fuß abwärts hängt, ohne den Boden zu berühren; der Schmerz wird -mehr im Knie als in der Hüfte gefühlt und schießt im Bein abwärts bis -zum Fuß, das Bein hat das Aussehen als wäre es kürzer als das andere. - -Die Behandlung dieser Krankheit sollte einem tüchtigen Arzte übergeben -werden. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Der Stuhlgang sollte mittelst Senna oder - doppeltkohlensaurem Kali (~Bi-carbonate of potash~) in Ordnung - gehalten werden. Die affizirten Theile reibe man mit folgendem - Präparat ein: - - Pulverisirte Blutwurzel (~Pulv. blood root~) ½ bis 1 Unze. - Chlorsaures Zink (~Chloride of zinc~) ½ bis 2 Unzen. - Wasser 2 „ - - Füge genug Waizenmehl bei, um einen dicken Brei bereiten zu können. - - Oder dies: - - Flüchtiges Salz (~Sal volatile~) ½ Drachme. - Kampherwasser 1 Unze. - - Mische dies. - - Das folgende Präparat mag eingenommen werden: - - Zusammengesetzter Enzian-Aufguß (~Compound infusion - of gentian~) 4 Unzen. - Kalium-Iodide ½ Unze. - - Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll nach jeder Mahlzeit. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Gleich nachdem die Krankheit angesetzt - hat, lege einen Umschlag von Hopfen, Rainfarn (~Tansy~), Katzenmünze - (~Catnip~), Hundskamille (~Mayweed~) oder andern bittern Kräutern auf. - - Nachdem der Schmerz durch die Umschläge gelindert ist, mag das - folgende gebraucht werden: - - Alcohol 1 Pint. - Kamphergummi (~Gum camphor~) 1 Unze. - - Löse den Kampher auf und füge bei: - - Hemlocköl 1 Unze. - Sassafrasöl 1 „ - Ammoniakwasser (~Aqua ammonia~) 1 „ - Laudanum 1 „ - - Mische dies und wasche die betreffenden Theile dreimal täglich damit. - Zur selben Zeit lege einen Umschlag von Weizen, Kleie, Essig und - starker Lauge mit ein oder zwei Löffel voll Salz auf. Tritt Eiterung - ein, so lege einen Flachssamen- und Ulmenrinde- (~Slippery elm~) - Umschlag auf. Entleert sich der Eiter, so spritze die Höhlungen mit - spanischem Seifenwasser (~Castile soap-suds~) und darnach mit einer - Auflösung von Holzkohle und schwefelsaurem Zink (~Sulphate of zinc~) - oder mit einem vegetabilischen Arzneimittel aus. - - Wird der Kranke schwach, so muß man Stärkemittel (~Tonics~) - gebrauchen z. B. folgende: - - Gelbwurzel (~Golden seal~) ½ Unze. - Enzian (~Gentian~) ½ „ - Kamillen-Blume (~Chamomile flowers~) ½ „ - Peruvianische Rinde 1½ Unzen. - Portwein 1 Pint. - - Dosis: von 1 zu 2 Eßlöffel voll zwei- oder dreimal täglich. - - =Homöopathisch.= ~Belladonna.~ -- Wenn sich die Schmerzen bei der - geringsten Bewegung vermehren, die Haut roth und glänzend und der - Hals trocken ist, und der Kranke brennendes Fieber hat. Man kann - ~Mercurius~ darauf folgen lassen. - - ~Colocynth.~ -- Ist das Hauptmittel gegen diese Krankheit, namentlich - wenn der Patient ein Gefühl hat, als wenn ein Band enge um die - Hüften und das Kreuz gelegt wäre, und die Schmerzen sich durch den - Schamleisten in das Bein ziehen, und die Schmerzen heftiger sind, - wenn man auf dem Rücken liegt und der Patient hinkt. - - ~Mercurius.~ -- Scharfe, schneidende, brennende Schmerzen, die sich - bei Nacht oder während der Bewegung verschlimmern, starker Schweiß - ohne dadurch Linderung zu erhalten. Es mag ~Belladonna~ darnach - gegeben werden. Auch ~Hepar~ kann auf ~Mercurius~ folgen. - - ~Lachesis.~ -- Abzehrung mit reißenden Schmerzen in dem Gelenk. - Ansetzung und Entleerung von Eiterschwären; mag abwechselnd mit - ~Silicea~ gegeben werden. - - ~Silicea.~ -- Wenn die Krankheit eine chronische Form annimmt. - Ist Abzehrung eingetreten, so kann diese Arznei abwechselnd mit - ~Arsenicum~ und ~Iodine~ verordnet werden. - - ~Sulphur.~ -- In Fällen wo andere Mittel nicht völlig gewirkt haben. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Man gebe von dem betreffenden Mittel - eine Dosis (6 Kügelchen) jeden Morgen und Abend. Bei acuten Fällen - verordne eine Dosis alle 3 oder 4 Stunden. - - -Krämpfe. - -Unter Krampf versteht man eine plötzliche Zusammenziehung einer oder -mehrerer Muskeln, und wird derselbe meistens im Bein verspürt, obgleich -manchmal auch Magen und Brust davon befallen werden können. - -+Ursachen.+ Wenn man sich plötzlich der Kälte oder feuchter Luft -aussetzt, Trinken von kaltem Wasser während man erhitzt ist oder -schwitzt, unverdauliche Nahrung, Unmäßigkeit im Essen und Trinken, -übermäßige Anstrengung der Muskeln. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Ist das Bein von einem Anfall befallen, so wird - gewöhnlich dadurch geholfen, wenn eine Schnur oder ein Sacktuch fest - über den affizirten Theil gebunden wird. Auch dadurch, daß man den - Fuß zum Schienbein heraufzieht und so fest als möglich gegen dasselbe - andrückt, bis der Krampf vorbei ist, wird Linderung verschafft. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ist der Magen vom Krampf befallen, - so lege einen Umschlag von gleichen Theilen Laudanum, Kampher, - Pfeffermünz-Essenz (~Essence of peppermint~) und Amberöl. Hat der - Krampf sich im Bein oder Hals festgesetzt, so kann rother Pfeffer und - Whiskey gebraucht werden. - - Als ein innerliches Mittel gegen Magenkrampf gebrauche - zusammengesetzte Lobelia- und spanische Pfeffer-Tinktur (~Compound - tincture of lobelia and capsicum~). - - =Homöopathisch.= ~Colocynth~ -- mildert gewöhnlich den in der Nacht - eintretenden Krampf. Treten Krämpfe bei Tag ein, so gebe ~Rhus~. - - ~Veratrum.~ -- Mag jeden Abend gegeben werden, wenn der Anfall häufig - eintritt. - - ~Sulphur~, ~Bryonia~ und ~Sepia~. -- Wird gebraucht, um das - Wiederkehren der Krämpfe zu vermeiden. - - Befällt der Krampf den Magen, so siehe „Magenweh,“ Theil I, Kapitel - 12. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Gebe von der betreffenden Arznei eine - Dosis Morgens und Abends. - - =Allöopathisch.= Wenn der Magen vom Krampf befallen ist, so lege - warme Hopfen-, Rainfarn- (~Tansy~) oder Senfumschläge auf. Gewöhnlich - wird durch Morphium, das in Dosen von ¼ Gran gegeben wird, Linderung - beschafft. - - -Kropf (~Goitre -- Derbyshire Neck~) - -ist eine Anschwellung der Schilddrüse, welche vornen am Hals ihren Sitz -hat. Der Fortschritt des Uebels ist ein sehr langsamer, verursacht -keine Schmerzen, und es kommt gewöhnlich in den Gegenden vor, wo -Schneewasser, oder stark kalkhaltiges oder erdhaltiges Wasser getrunken -wird. Man trifft dasselbe namentlich in Nottinghamshire, Derbyshire und -in den Alpen. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= ~Spongia~ -- ist das Hauptmittel gegen diese - Krankheit. Dosis: 6 Kügelchen jeden Abend. Von sehr guter Wirkung - ist das Abwaschen mit einer Auflösung von Jod-Tinktur (~Tincture of - Iodine~) in Alcohol verdünnt. - - Andere Mittel sind: ~Calcarea~, ~Iodine~, ~Arsenic~, ~Sepia~, - ~Silicea~, ~Conium~. Diese Arzneien mögen nach einander gebraucht - werden, jedoch sollte man nur eine Dosis täglich verordnen. - - =Allöopathisch.= Das folgende wird von guter Wirkung sein: - - Zusammengesetzter Sarsaparilla-Aufguß (~Compound - Infusion of sarsaparilla~) 1 Pint. - Kalium-Iodide (~Iodide of potassium~) ½ Unze. - - Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll nach jeder Mahlzeit. - - Zur selben Zeit gebrauche man das folgende Einreibmittel: - - Kalium-Iodide (~Iodide of potassium~) 1 Drachme. - Schweinefett 2 Unzen. - - Mische dieses. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Man empfiehlt das folgende: - - Jod ½ Gran. - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) ⅛ „ - ~Burnt sponge~ 1 „ - - So viel Lakritzen-Extrakt (~Extract of liquorice~), um aus der - Mischung eine Pillenmasse bereiten zu können. Man gebe dies in einer - Dosis und wiederhole zwei- oder dreimal täglich. - - Zu gleicher Zeit kann die folgende Salbe gebraucht werden: - - Kalium-Iodide (~Iodide of potassium~) 1 Drachme. - Jod (~Iodine~) 10 Grane. - Schweinefett 1½ Unzen. - - Mische dieses, reibe die Anschwellung ein- oder zweimal täglich ein - und trage Flanell um den Hals. - - -Schlaflosigkeit. - -Dies ist, wie das Wort andeutet, ein Unvermögen zu schlafen, ohne -daß hierfür eine Ursache angegeben werden könnte. Namentlich leiden -Säuglinge daran. - - -++Behandlung.++ - - =Homöopathisch.= ~Coffea~ und ~Belladonna~ -- Entweder einzeln oder - abwechselnd. Eine Dosis (4 Kügelchen) jede Stunde werden gewöhnlich - hinreichen, das Nervensystem zu beruhigen. - - ~Ignatia.~ -- Wenn durch Schmerz oder Unverdaulichkeit erzeugt. - - ~Hyosciamus.~ -- Namentlich nach einer heftigen Krankheit. - - ~Opium.~ -- Wenn durch Schrecken oder Furcht hervorgerufen und wenn - der Betreffende durch Visionen geängstigt wird. - - ~Pulsatilla.~ -- Wenn durch Unmäßigkeit im Essen verursacht. - - ~Aconitum.~ -- Wenn durch Sorge und Aufregung hervorgerufen. - - ~Nux Vomica.~ -- Wenn durch Studiren oder Kaffeetrinken erzeugt. - - -Lähmung (~Palsy -- Paralysis~). - -Lähmung ist der Verlust der Bewegungskraft und tritt manchmal nach -und nach, öfters aber plötzlich ein. Wenn es sich auf ein Glied oder -gewisse Körpermuskeln beschränkt, so heißt man die Krankheit „lokale“ -Lähmung. Befällt die Lähmung eine Körperseite von Kopf bis zu Fuß, so -heißt man dies „halbe Lähmung“ (Hemiplegia). Betrifft sie aber eine -Seite des Körpers von den Hüften an abwärts, so wird die Krankheit -„Gliederlähmung“ (Paraplegia) genannt. Zittert der Kranke beständig, so -heißt man dies „Zitter-Lähmung“ oder „Lähmung durch Schwäche“ (Shaking -palsy). - -+Symptome.+ Der Anfall tritt gewöhnlich plötzlich ein. Manchmal -sind jedoch vorangehende Symptome wahrzunehmen; z. B. Kälte der -betreffenden Theile mit mehr oder weniger Erstarrung und leichtem -Zucken in den Muskeln. - -+Ursachen.+ Lähmung mag durch irgend welche das Gehirn affizirende -Ursachen eintreten; z. B. Schlagfluß, der Druck, den Beulen auf gewisse -Körpertheile ausüben, Zurücktreten eines Ausschlags, Beschädigungen, -Unmäßigkeit, Beschädigungen des Rückgrats. - - -+Behandlung.+ - - =Allöopathisch.= Ein plötzlicher Anfall muß wie Schlagfluß behandelt - werden. Ist die Krankheit chronisch geworden, so sollte man - Einreibungen, Pflaster, stimulirende Bäder und Liniments anwenden. - Man kann Strychnin mit gutem Erfolg wie folgt anwenden: - - Strychnin 2 Grane. - Belladonna-Extrakt 5 „ - Alcoholischer Extrakt der schwarzen Schlangenwurzel - (~Alcoholic extract of black cohosh~) 2 Skrupel. - - Mische dieses und bereite 40 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille viermal - täglich. - - Auch kann das folgende mit Vortheil gebraucht werden: - - Brechnuß-Tinktur (~Tincture of nux vomica~) ½ Unze. - Sturmhut-Tinktur (~Tincture of aconite~) 2 Drachmen. - Flüchtige Guajak-Tinktur (~Volatile tincture of - guaiacum~) 2 „ - - Mische dies. Dosis: 30 Tropfen alle 3 Stunden. - - Als Liniment gebrauche man das folgende: - - Terpentinöl 2 Theelöffel - voll. - Kampher-Spiritus 2 „ - Ammoniak-Wasser (~Water of ammonia~) 2 „ - Olivenöl 2 „ - - Mische dieses. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Gegen einen plötzlichen Anfall schlage - die bei Schlagfluß angedeutete Behandlung ein. Nachdem die heftigsten - Symptome nachgelassen, gebe eine Dosis irgend welchen Abführmittels, - z. B. Senna und Bittersalz, oder ein Klystier von Castoröl, oder - Salatöl und warmes Wasser. Der Stuhlgang muß durch Entenfuß - (~Podophyllin~) und Ehrenpreis (~Leptandrin~) mit Einspritzungen - offen gehalten werden. Zu gleicher Zeit nehme der Patient die - folgenden Pillen ein: - - Bilsenkraut-Extrakt (~Extract of hyosciamus~) 40 Grane. - Sturmhut-Extrakt (~Extract of aconite~) 20 „ - Macrotin 20 „ - - Bereite hievon 20 Pillen. Dosis: 1 Pille Morgens und Abends. - - Oder dies: - - Alkoholischer Brechnuß-Extrakt (~Alcoholic Extract - of nux vomica~) 8 Grane. - Eisen-Oxyd (~Protoxide of iron~) 1 „ - - Mische dies und theile die Masse in 24 Pillen. Dosis: 2 Pillen - zweimal täglich. - - Indianischer Hanf ist ein ausgezeichnetes Heilmittel und mag in - Aufgußform gebraucht werden. Auch wird es sich als sehr erfolgreich - erweisen, wenn der Patient viel vom Aufguß des Mutterkrautes - (~Feverfew~) trinkt. Die affizirten Theile sollten täglich mit kaltem - Wasser, in welchem Salz aufgelöst ist, gerieben werden. - - =Homöopathisch.= ~Rhus tox.~ und ~causticum~ sind werthvolle Arzneien. - - Wenn die Lähmung durch Saftverlust hervorgerufen wurde, so gebe - ~China~, ~Ferrum~, ~Sulphur~. - - Wenn durch Zurücktreten eines Ausschlags oder gewöhnliche - Aussonderungen, so gebe ~Lachesis~, ~Causticum~, ~Sulphur~. - - Wenn durch Schlagfluß -- ~Ipecac~, ~Lycopodium~, ~Lachesis~. - - Wenn die Gesichtsmuskeln gelähmt sind -- ~Belladonna~, ~Causticum~, - ~Graphites~. - - Sind die Zungenmuskeln gelähmt -- ~Belladonna~, ~Stramonium~, - ~Hyosciamus~, ~Opium~, ~Lachesis~. - - Wenn die Armmuskeln -- ~Belladonna~, ~Nux vomica~, ~Opium~, - ~Lycopodium~, ~Lachesis~. - - Wenn die Muskeln der untern Gliedmaßen -- ~Cocculus~, ~Nux vomica~, - ~Opium~, ~Stannum~, ~Silicea~. - - In der Behandlung dieser Krankheit können Elektrizität und - Galvanismus mit sehr gutem Erfolg in Anwendung kommen. Der Patient - sollte viel in kaltem Wasser baden. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Nehme von dem betreffenden Heilmittel 1 - Dosis (4 Kügelchen) zwei- oder dreimal täglich. - - +Bemerkung.+ Diese Krankheit sollte von einem Arzt behandelt werden. - - -Säuferwahnsinn (~Delirium Tremens -- Mania a Potu.~) - -Diese Krankheit betrifft namentlich die Trunkenbolde. - -+Symptome.+ Sie beginnt gewöhnlich mit Uebelkeit, Erbrechen, -Appetitlosigkeit, worauf bald unablässiges Geschwätz, Zittern der -Gliedmaßen, Ruhelosigkeit und Toben eintritt. Der Puls ist schnell und -die Symptome verschlimmern sich mit dem Fortschritte der Krankheit; -der Kranke schwatzt in einem fort, macht sich fortwährend mit dem -Bett zu schaffen, stellt sich vor, Personen, Schlangen, Hexen, Käfer, -Insekten &c. zu sehen. Er lacht und weint gleich darauf, und hat -schreckliche Visionen; seine Augen sind blutunterlaufen und haben -einen eigenthümlichen Ausdruck; das Gesicht ist blaß, abgehärmt und -entstellt. Er mag am Schlagfluß sterben oder aus Schwäche oder nach und -nach dem Tod entgegen gehen. - -+Ursachen.+ Die gewöhnliche Ursache ist die, wenn einer, der gewohnt -war, viel geistige Getränke zu genießen, plötzlich davon absteht; -auch trifft den Trunkenbold diese Krankheit manchmal mitten in seinem -liederlichen Leben. Gewöhnlich tritt das Delirium 4 bis 5 Tage, nachdem -die durch das Getränk erzeugte Aufregung vorbei ist, ein. - - -+Behandlung.+ - - =Eclectische und Kräuterkur.= Dr. John King empfiehlt das folgende - Mittel: - - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of Quinine~) 8 Grane. - „ Morphium (~Sulphate of Morphine~) 1 Gran. - - Mische dieses und bereite vier Pulver daraus. Dosis: 1 Pulver jede - Stunde, oder bei sehr heftigen Anfällen alle halbe Stunde für die - ersten zwei oder drei Tage. Nachdem man mit diesem Pulver eine - Zeitlang fortgesetzt hat, sollten die Zwischenräume verlängert - werden, damit das Morphium den Organismus nicht zu sehr affizirt. - Bald nach dem Einnehmen der ersten Dosis gebe man dem Patienten einen - Eßlöffel voll Brandy mit ein wenig Wasser und Zucker, was so oft als - nöthig wiederholt werden sollte. Auch mag Opium in Dosen von 3 Gran, - was alle Stunde für 3 oder 4 Stunden lang wiederholt wird, gegeben - werden. Anstatt Opium kann man auch Laudanum brauchen in Dosen von 60 - Tropfen oder einem kleinen Theelöffel voll in ein wenig Branntwein, - was alle 1, 2 oder 3 Stunden wiederholt wird. Wenn der Patient sich - von dem Anfall erholt, gebe man ein Brechmittel von gleichen Theilen - Lobelia und Brechwurz (~Ipecac~). Man sollte dem Kranken den Genuß - kleiner Quantitäten Brandy oder anderer Spirituosen gestatten. - - =Homöopathisch.= Opium ist das Hauptmittel. Man gebe 1 oder 2 - Tropfen der verdünnten Tinktur alle 1 oder 2 Stunden wenigstens - während 24 Stunden. Andere Heilmittel, die nach diesem gebraucht - werden können, sind: ~Belladonna~, ~Nux vomica~, ~Hyosciamus~, - ~Stramonium~, ~Digitalis~. Jede Arznei sollte wenigstens 24 Stunden - lang eingenommen werden. Dosis: 6 Kügelchen alle 3 bis 4 Stunden. - - Wenn der Patient in wachendem oder schlafendem Zustande schreckhafte - Visionen hat und oft aufschreit, so gebe ~Calcarea carbonica~. - - Wenn durch nichts anderes Schlaf hervorgebracht werden kann, so - verordne Arsenik und Lobelia, abwechselnd zu nehmen; eine Dosis alle - 1 oder 2 Stunden - - =Allöopathisch.= Gebe ½ Gran Morphium. Hat diese Dosis nicht den - Erfolg, den Patienten zu beruhigen, so verordne 30 Tropfen Laudanum, - alle 2 bis 3 Stunden, bis Schlaf eintritt. Der Kranke kann reichlich - Hopfenthee trinken und man gebe ihm 1 Gran Opium alle 3 oder 4 - Stunden. Auch ist ihm der Genuß von Ale oder Porter zu gestatten, - oder Brandy in kleinen Quantitäten. Manchmal erweist sich ein warmes - Bad, in welchem der Kranke mehrere Stunden lang bleibt, sowie kalte - Umschläge um den Kopf sehr erfolgreich. - - -Fallsucht (~Epilepsy~). - -Es sind die Kinder, die oft von der Fallsucht oder fallenden Krankheit -befallen werden. Dieselbe ist gekennzeichnet durch plötzliche -Bewußtlosigkeit und Zuckungen. Die Krankheit ist chronisch und endet -häufig im Wahnsinn. - -+Symptome.+ Der Anfall tritt plötzlich ein, wobei der Kranke laut -aufschreit, niederfällt und bewußtlos wird. Er schlägt um sich, schäumt -am Munde, sein Gesicht färbt sich, er athmet sehr heftig und sein Kopf -wird von einer Seite auf die andere gezerrt. Die Augen öffnen sich oft, -stieren in die Welt hinaus und schließen sich plötzlich wieder; die -Zähne sind fest gegen einander gedrückt, wodurch Knirschen entsteht. -Manchmal geht dem Anfall ein sonderbares Gefühl voraus, das von einem -kühlen Wind oder kriechenden Insekt herzurühren scheint und welches -von den Gliedmaßen oder einem andern Körpertheil nach dem Kopf zieht, -und wenn es hier gefühlt wird, so tritt der Anfall ein. Dieses Gefühl -heißt man ~aura epileptica~. In manchen Fällen sind die Symptome jedoch -durchaus nicht so heftig und der Patient wird bloß für einen Augenblick -bewußtlos. - -+Ursachen.+ Manchmal vererbt sich diese Krankheit, sie wird aber -auch durch Würmer, unverdauliche Speisen, Zahnen, geschlechtliche -Ausschweifungen, Selbstbefleckung, Störungen der Mutter, Hirn- oder -Rückgratskrankheiten, Nierenstein, Furcht, Leidenschaft und geistige -Leiden verursacht. - - -+Behandlung.+ - - =Homöopathisch.= Man hat zu verhüten, daß sich der Patient nicht - selbst beschädige. Die Kleider sollten an dem ganzen Körper geöffnet - und ein Kork oder irgend ein anderer weicher Gegenstand zwischen - die Zähne gebracht werden, um die Verwundung der Lippen und Zunge - verhüten. Während des Anfalls wende man nur soviel Gewalt an, als - nöthig ist, um den Kranken abzuhalten, sich wehe zu thun. - - Das erste zu gebrauchende Mittel ist ~Belladonna~. - - Ist das Gesicht dunkel und geschwollen, der Athem schwer und - schnarrend, so gebe ~Opium~, ~Stramonium~, ~Ignatia~, ~Hyosciamus~. - Auch kann ~Coffea~ verordnet werden, namentlich wenn der Anfall durch - Furcht, große Demüthigung oder andere Gemütsbewegungen herbeigeführt - wurde. - - Wenn zahnende Kinder die Fallsucht bekommen, so verordne - ~Chamomilla~, ~Coffea~, ~Hyosciamus~. - - Wenn die Augen blutunterlaufen sind, der Mund schäumt und Gesicht wie - Glieder verzerrt sind, ~Cicuta~ und ~Stramonium~. - - Wurde der Anfall durch große Aufregung, Würmer oder große Hitze - herbeigeführt und schreit der Kranke, indem er heftige Zuckungen hat, - mit den Zähnen knirscht und schäumt, so gebe ~Hyosciamus~, ~Ignatia~ - und ~Cocculus~. - - Ist der Anfall durch Unmäßigkeit im Trinken, oder geschlechtlichen - Genuß oder verdorbenen Magen verursacht, so verordne ~Nux vomica~. - - Wenn Trunkenbolde von Epilepsie angefallen werden, ~Nux Vomica~. - - Wenn entstanden durch Rücktritt eines Ausschlags, ~Ipecac~, - ~Belladonna~ oder ~Cuprum~. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Gebe von der betreffenden Arznei eine - Dosis (6 Kügelchen) ein- oder zweimal täglich. - - =Allöopathisch.= Während der Anfälle befolge man die bei der - homöopathischen Behandlung gegebene Weisung. - - Der Stuhlgang muß in Ordnung gehalten werden, auch lege man - Senfpflaster längs des Rückgrats hinab. Baldriansaures Zink - (~Valerianate of zinc~) wird empfohlen. Man gibt anfänglich 1 Gran - zweimal täglich und vermehrt die Dosis allmählig zu 3 bis 4 Granen. - Auch wird Bromsaures Kalium (~Bromide of potassium~) empfohlen. - Dosis: Von 10 bis 20 Granen zwei- oder dreimal täglich und damit eine - sehr lange Zeit fortzufahren. - - Die folgende Arznei ist werthvoll: - - Citronensaures Eisen und Strychnin (~Citrate of iron - and strychnine~) 1 Drachme. - Orangenschalen-Syrup 2 Unzen. - Weiches Wasser ½ Pint. - - Mische dieses und gebe einen Theelöffel voll dreimal täglich. Diese - Arznei stärkt das Nervensystem. - - Man sagt, daß, wenn man ein schwarzseidenes Sacktuch über das - Angesicht des von der Fallsucht betroffenen werfe, derselbe sogleich - von dem Anfall befreit werde. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Während der Anfälle befolge man die bei - der homöopathischen Behandlung gegebene Anweisung: - - Die folgenden Pillen werden sehr empfohlen: - - Jod (~Iodine~) 24 Grane. - Belladonna-Extrakt 6 „ - Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphine~) 4½ „ - - Genug Syrup, um eine Pillenmasse zu bereiten. Reibe die Arzneien zu - einem feinen Pulver und füge alsdann den Syrup hinzu. Bereite 48 - Pillen; Dosis: Eine Pille eine Stunde nach jeder Mahlzeit. - - Zur selben Zeit gebrauche folgende Pillen: - - Blausaures Eisen (~Prussiate of iron~) 4 Skrupel. - Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 4 „ - Schwarzer Schlangenwurzel-Extrakt (~Extract of black - cohosh~) 4 „ - - Mische die Pulver gut, füge alsdann den Extrakt bei und bereite eine - Pillenmasse und aus derselben 48 Pillen, von welchen eine Stunde vor - jeder Mahlzeit eine zu geben ist. - - Ein aus folgenden Substanzen zusammengesetztes Liniment wird gute - Dienste leisten: - - Majoranöl (~Oil of origanum~) } - Pfeffermünzöl (~Oil of peppermint~) } - Amberöl } Gleiche Theile. - Kampher } - Stechapfelsamen-Tinktur (~Tinct. of Stram. seeds~) } - - Mische dieses und reibe damit jeden Abend den Rückgrat ein. - - In manchen Fällen wird der folgende Aufguß sehr gut wirken: - - Schildkraut-Aufguß (~Infusion of scullcap~) 1 Unze. - Pfingstrosen-Aufguß (~Infusion of peony root~) 1 „ - Baldrian-Aufguß (~Infusion of valerian~) 1 „ - Pfirsichblätter-Aufguß 1 „ - Sassafras-Aufguß 3 Unzen. - - Von dieser Mischung hat der Kranke einen Theelöffel voll in einem - halben Pint kochendem, versüßtem Wasser öfters zu trinken. - - -Veitstanz (~St. Vitus’ Dance -- Chorea~). - -Diese Krankheit kommt namentlich unter Kindern vor. - -+Symptome.+ Die Krankheit affizirt die Muskeln der Gliedmaßen, des -Gesichts und anderer Körpertheile, und manchmal werden die Muskeln -dermaßen verzerrt, daß dadurch der Gang, das Sprechen oder das Essen -gestört werden. - -+Ursachen.+ Würmer, starke Gemüths-Bewegungen, Schrecken, Fälle, -übermäßiger Geschlechtsgenuß, Selbstbefleckung und andere Ursachen, die -Schwäche des Nervensystems zur Folge haben. - - -+Behandlung.+ - - =Allgemeine.= Alle Veranlassungen zur Aufregung müssen entfernt und - vermieden werden. Der Patient muß sich viel in freier Luft bewegen, - gute Kost genießen und oft in kaltem Wasser baden. - - =Allöopathisch.= Der Stuhlgang sollte mittelst eines milden - Abführmittels regulirt werden, und wenn das Nervensystem sehr - geschwächt ist, so gebe man das folgende: - - Zink-Oxyd (~Oxide of zinc~) 2 Drachmen. - Schierling-Extrakt (~Extract of cicuta~) 2 Skrupel. - - Mische und bereite 48 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille dreimal - täglich. - - Neuerdings hat man die Calabarbohne empfohlen. Dosis: Eine halbe - Drachme der Tinktur oder von 1 zu 6 Granen des Pulvers dreimal - täglich. - - =Eclectische und Kräuterkur.= Ein Schildkraut- (~Scullcap~) Aufguß - wird sich als sehr wohlthätig wirkend erweisen. Der Patient sollte - täglich von ½ Pint bis ein Pint trinken. Auch der Mutterkraut-Aufguß - (~Infusion of feverfew~) ist werthvoll. - - Ein Mittel zur Stärkung des Nervensystems ist das folgende: - - Beinewurz (~Comfrey root~) 1 Unze. - Nardenwurzel (~Spikenard root~) 1 „ - Columbowurzel ½ „ - Enzianwurzel (~Gentian root~) ½ „ - Kamillenblumen (~Chamomile flowers~) ½ „ - - Quetsche die Wurzeln und gieße ein Pint kochendes Wasser daran. - Ist die Masse kalt, so füge ein Quart Madeirawein bei. Dosis: ½ - Weinglas voll drei- oder viermal des Tages. - - -Ohnmacht (~Fainting -- Syncope~). - -Der Ohnmacht geht ein Schmerz in der Herzgegend, Schwindel im Kopf, -Verwirrung der Gedanken, kalte Hände und Füße, Dunkelheit der Augen -und Schwächerwerden des Pulses voraus. Das Gesicht wird todesblaß, die -Person wird mehr oder weniger bewußtlos. - -+Ursachen.+ Was immer Schwäche, namentlich des Nervensystems, erzeugt, -plötzliche Ueberraschungen und Gemütsbewegungen, bedeutende Schmerzen, -große Hitze, gewisse Ausdünstungen &c. - - -+Behandlung.+ - - Man lege den Patienten auf den Rücken, lasse frische Luft zutreten, - spritze sein Gesicht mit frischem Wasser oder Ammoniakwasser und - reibe Arme und Beine. Unter die Nase kann man Kampheräther oder Essig - halten. Sobald der Kranke schlingen kann, gebe man einen Theelöffel - voll des zusammengesetzten Lavendel-Spiritus (~Compound spirits of - lavender~) mit 10 oder 12 Tropfen beigefügtem Ammoniak. - - Personen, die Ohnmachtsanfällen ausgesetzt sind, sollten stark - besuchte Versammlungen, wo die Luft schlecht wird, meiden, keine - Cravatten, noch enge Kleider tragen. - - =Homöopathisch.= Gegen die schlimmen Folgen, die ein Anfall - namentlich auf das Nervensystem haben mag, verordne: - - Wenn der Anfall durch Schrecken verursacht: ~Aconite~, ~Opium~, - ~Veratrum~, ~Staphysagria~. - - Durch große Freude: ~Coffea~, ~Opium~, ~Aconite~. - - Durch Zorn: ~Pulsatilla~, ~Nux Vomica~, ~Chamomilla~. - - Durch große Schmerzen: ~Veratrum~, ~Aconite~, ~Chamomilla~. - - Durch geringe Schmerzen: ~Hepar~, ~Sulphur~. - - Durch Trauer oder Demüthigung: ~Ignatia~, ~Colocynth~, ~Phosphoric - Acid~, ~Mercury~, ~Staphysagria~. - - Durch Furcht: ~Ignatia~, ~Pulsatilla~, ~Veratrum~, ~Opium~. - - Durch Blutverlust &c.: ~China~, ~Carbo Vegetabilis~, ~Veratrum~. Auch - kann man ein wenig Brandy in Wasser geben. - - +Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels - in einem halben Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel - voll alle 5 oder 10 Minuten. - - Tritt nach einer halben Stunde keine Besserung ein, so bereite ein - anderes Heilmittel und gebe es in derselben Weise. - - -Scheintod durch Hunger (~Apparent Death from Hunger~). - -Hat eine Person durch Hunger bedeutend gelitten, so darf man ihr -anfänglich nicht zu viel Nahrung reichen, was tödtlichen Erfolg -haben könnte. Man spritze ihr vielmehr ein wenig Milch, Rind- oder -Hammelfleischbrühe ein. Sobald sie schlingen kann, gebe man warme -Milch, Tropfen nach Tropfen; nach und nach vermehre die Quantität, bis -der Patient einen Theelöffel voll zu nehmen im Stande ist. Darauf kann -man einige Tropfen Wein oder Brandy folgen lassen. Reis-, Gersten- und -Toastwasser kann auch gebraucht werden. Alle 10 oder 15 Minuten reiche -man Nahrung, und wenn der Patient besser fühlt, kann man Fleischthee -oder Fleischbrühe in kleinen Quantitäten reichen. - - -Scheintod durch Ertrinken (~Apparent Death from Drowning~). - -Die folgende Methode wird von Marschall Hall angewendet: - -1. Bringe den Patienten sogleich in freier Luft unter Behandlung, indem -man Gesicht, Hals und Brust dem Luftzug, außer in kalter Witterung, -aussetzt. - -2. Um den Hals von Wasser &c. zu reinigen, lege den Betreffenden sachte -auf das Gesicht, indem das eine Handgelenk unter seine Stirne zu liegen -kommt, damit alle Flüssigkeiten sich aussondern und selbst die Zunge -aus dem Halse hängt, auf daß die Luft freien Zugang zur Luftröhre habe. - -3. Um das Athmen wieder zu bewerkstelligen, drehe den Kranken ein wenig -auf die Seite und bringe reizende Stimulanten unter seine Nase, z. B. -verdünnten Ammoniak (~Ammonia~), Kampher &c. - -4. Wärme das Gesicht durch tüchtiges Reiben und dann bespritze es mit -kaltem Wasser. - -5. Ist die Behandlung bis hierher nicht erfolgreich, so verliere man -keine Zeit. Lege den Patienten auf das Gesicht und drehe den Körper -vorsichtig aber gänzlich auf die Seite und dann wieder aufs Gesicht, -und so abwechselnd. Wiederhole dies ruhig und nachhaltig, fünfzehnmal -in der Minute. Liegt der Patient auf dem Gesicht, so wird die Brust -durch das Gewicht des Körpers gedrückt, wodurch das Ausathmen befördert -wird, dreht man ihn auf die Seite, so wird dieser Druck dadurch -entfernt, was das Einathmen beschleunigt. - -6. So lange der Patient auf dem Gesicht liegt, so drücke längs -des Rückgrats mit der Hand stetig aber fest und lasse damit nach, -unmittelbar ehe er wieder auf die Seite gedreht wird. Der Druck -beschleunigt die Ausathmung, das Drehen die Einathmung. - -7. Reibe die Gliedmaßen tüchtig mit Ausübung eines festen Drucks und -mit Energie sowohl vorwärts als rückwärts, um den Blutlauf in den Adern -zum Herzen zu befördern. - -8. Ziehe die nassen Kleider des Patienten aus und bekleide ihn -womöglich mit trockenen, wie sie eben beschafft werden können. Jeder -der Umstehenden liefere einen Rock, Mantel u. s. w. dazu. Während -dieser Zeit spritze man dem Kranken, um die Einathmung anzuregen, -kaltes Wasser mit der Hand ins Gesicht. - -9. Reibe den Körper tüchtig, bis er warm und trocken ist, sodann -spritze kaltes Wasser darüber und beginne aufs neue zu reiben. - - -Scheintod durch Erfrieren (~Apparent Death from Freezing~). - -Der Patient sollte sorgsam entkleidet und ganz mit Schnee überdeckt -werden, so daß blos Mund und Nase frei sind; sowie der Schnee schmilzt, -muß anderer aufgeschaufelt werden. Ist kein Schnee zu haben, so bringe -die betreffende Person in ein eiskaltes Bad und lasse sie 10 oder 15 -Minuten in demselben. Sodann bringe sie heraus und bedecke sie mit -Säcken, die mit Eisstücken gefüllt sind. Sobald die Steifheit der -Muskeln etwas nachgelassen, trockne den Körper sorgsam ab und bringe -ihn in ein in einem kalten Zimmer stehendes kaltes Bett und reibe -den Körper unter den Bettdecken mit den warmen Händen. Hiermit muß -man stundenlang fortfahren. Sobald sich Lebenszeichen kund geben, so -spritze man ein kleines Kampher- und Wasser-Klystier ein, und lasse zu -gleicher Zeit einen Tropfen von Zeit zu Zeit auf die Zunge träufeln. -Aeußern sich noch mehr Lebenszeichen, so gebe ein kleines Klystier -von schwarzem Kaffee und Milch und flöße ihm das Gleiche in kleinen -Quantitäten durch den Mund ein. - -Dieselben Mittel, die gegen Scheintod durch Ertrinken angegeben wurden, -mögen angewandt werden. - - -Scheintod durch Erhängen (~Apparent Death from Hanging~). - -Die Person sollte sogleich vom Strick losgeschnitten und gänzlich -entkleidet werden, worauf man die Anweisung, die unter Scheintod durch -Ertrinken angegeben ist, befolgt. - - -Scheintod durch Blitzschlag (~Apparent Death from Lightning~). - -Bringe den Körper in die frische Luft, gieße kaltes Wasser über -denselben und bedecke ihn, wenn möglich, mit Ausnahme des Gesichts -mit frischer Erde. Erholt sich der Patient, so bringe man ihn in ein -helles, sonniges Zimmer, wo er sich längere Zeit ruhig halten sollte. - - -Scheintod durch schädliche Dünste (~Apparent Death from Noxious -Vapors~). - -Bringe den Körper in die frische Luft und begieße das Gesicht, den Kopf -und den ganzen Körper mit kaltem Wasser. Unter die Nase mag man starken -Essig halten. Die unter Scheintod durch Ertrinken gegebene Anweisung -sollte befolgt werden. - - -Scheintod durch einen Fall oder Schläge (~Apparent Death from Falls or -Blows~). - -Mische 5 Tropfen Wolverlei-Tinktur (~Tincture of arnica~) mit -einem Trinkglas voll Wasser und gebe einen Theelöffel voll alle 2 -oder 3 Minuten, bis mehrere Dosen eingenommen sind. Die durch den -Fall oder Schlag beschädigten Theile sollten mit einer Mischung -von Arnica-Tinktur und kaltem Wasser gewaschen werden. Auch mögen -Einspritzungen von derselben Mischung gebraucht werden. - - -Scheintod durch heftige Aufregung (~Apparent Death from Violent Mental -Emotions~). - -Siehe Ohnmacht. - - - - -Zweites Kapitel. - -Das Krankenzimmer. - - -Die Krankenpflege. - -Das Krankenzimmer sollte groß und luftig sein und womöglich mit -den Fenstern nach dem Norden liegen; dabei sollten die Fenster so -eingerichtet sein, daß sie von oben herunter gezogen werden können. Ein -Kamin (nicht ein Ofen) im Zimmer ist vorzuziehen, da dies den Wechsel -der Luft befördert. Alle unnöthigen Möbel mögen entfernt werden und -womöglich wähle zwei neben einander liegende Zimmer mit einem Bett -in jedem, damit der Patient jeden Morgen und Abend von einem Bett -in das andere gebracht werden kann. Die Betttücher müssen sogleich -umgewendet und gehörig gelüftet werden. Auch die Matratze sollte öfters -gelüftet werden. Wichtig ist es auch, die Temperatur auszugleichen, -dieselbe sollte nie über 65 oder unter 55 Grad Fahrenheit sein und der -Kranke darf nie von einem Frostschauer überfallen werden. Ordnung und -Reinlichkeit müssen in einem Krankenzimmer streng beobachtet werden; -viele Dinge, welche zu anderen Zeiten unbeachtet bleiben, machen auf -den Patienten einen sehr üblen Eindruck. Die Stühle müssen sogleich -nach der Entleerung entfernt werden und das Bettzeug sollte alle zwei -oder drei Tage gewechselt werden. Die reine Bettwäsche lüfte und -trockne man gehörig, bevor man sie in Gebrauch nimmt. Bei Krankheiten -von langer Dauer und bei solchen von ansteckendem Charakter wechsele -man das ganze Bett und dessen Inhalt ein- oder zweimal während der -Krankheit. - -Das Kochen in dem Krankenzimmer ist ganz unpassend und ebensowenig -sollte irgend eine Speise in einem Krankenzimmer oder in dessen -unmittelbarer Nähe aufbewahrt werden. Wenn es nicht unangenehm für die -Kranken, gestatte man dem Lichte freien Zutritt. Das Krankenbett sollte -in einer Matratze bestehen oder gehörig mit angefüllt sein; unter -keinen Umständen sollte man sich der Federn bedienen. Räucherungen und -Desinficiren sind in einem Krankenzimmer nicht statthaft. Es ist eine -allgemeine Regel, das, was immer die Luft vergiften könnte, wie die -Entleerung des Kranken, sogleich hinaus zu schaffen, und damit fällt -die Nothwendigkeit zur Räucherung hinweg. - -Ferner ist es von Belang, Ruhestörungen zu meiden. Eine kranke -Person wird allenfalls das Geräusch auf der Straße und in der Nähe -des Hauses ertragen, während ein bloßes Flüstern im eigenen Zimmer -störend, vielleicht sehr schädlich einwirken kann. Lasse den Wärter -keine knarrenden Schuhe tragen und gestatte dem Kinde keinen Zutritt -in das Zimmer, noch den Aufenthalt in dessen Nähe. Alle Besuche oder -Unterredungen, die den Kranken aufregen oder ermüden, sind sehr -nachtheilig. Nie lasse man den Kranken aus dem Schlafe stören. - -Die Wärterin sollte stets ruhig, kalt und gelassen und muß im Stande -sein, alle unangenehmen Gefühle zu unterdrücken und Güte den Patienten -gegenüber an den Tag zu legen. Zeigen sich gefährliche Symptome, so ist -die Selbstbeherrschung von größter Wichtigkeit. Nothwendig ist es, daß -dieselbe hinreichende Kraft besitzt, den Kranken in und aus dem Bette -zu bringen und ihn, je nachdem es nothwendig ist, zurecht zu legen. Sie -muß gesund und keinen plötzlichen Krankheitsfällen unterworfen sein. -Ferner ist es wichtig, daß sie freundlich, mitleidig und gutmüthig ist. - -Viel tragen solche Eigenschaften einer Wärterin zur Beschleunigung -einer Wiedergenesung bei. Vor Allem muß sie genau der Anweisung des -Arztes Folge leisten und darf es nicht unternehmen, selbst andere -Mittel zu verschreiben, oder andere Anweisungen zu geben, wenn solche -nicht ihrem eigenen Ermessen nach unbedingt nothwendig werden. -Veränderungen in der Behandlung werden zuweilen während der Abwesenheit -des Arztes nothwendig, aber der Wechsel muß mit Umsicht geschehen, und -sie darf dem Arzte irgend welche Veränderungen, die während seiner -Abwesenheit vorgenommen worden sind, nicht verheimlichen. - - -Zubereitung der Speisen für Kranke und Wiedergenesende. - -Es ist sehr genau zu bestimmen, welche Kost Kranken zu reichen ist; -häufig kann ein leichter Diätfehler sehr schlimme Folgen nach sich -ziehen. Nicht selten wünscht der Kranke gerade das, was ihm am meisten -schädlich ist. Je weniger Nahrungsmittel bei starkem Fieber oder -Entzündung genommen werden, desto besser wird es sein, und erst nachdem -das Fieber nachgelassen hat, ist eine leichte Kost statthaft. - -Verursacht irgend ein Nahrungsmittel eine erhöhte Thätigkeit des -Herzens, des Pulses, Kopfschmerz, oder Schmerzen in dem Magen oder in -den Eingeweiden, so ist dies ein Anzeichen, daß dasselbe schädlich -ist. Der Kranke sollte nie zum Essen genöthigt werden; er kann besser, -als irgend Jemand anders sagen, was er wünscht. Hat er ein besonderes -Verlangen nach irgend etwas, so wird im Allgemeinen angenommen, daß ihm -dies gut thun wird. - -Wenn sich der Patient nach einer Krankheit wieder bessert, aber noch -schwach ist, obgleich er allmählig wieder an Kraft zunimmt, so muß -der Kost große Aufmerksamkeit geschenkt werden. In Bezug auf die -Speisen, welche zu gestatten sind, muß erinnert werden, daß dieselben -vor Allem leicht und nahrhaft sein müssen. Milch ist ebenso leicht, -als irgend etwas Anderes, verdaulich und kann jederzeit während der -Krankheit oder Wiedergenesung ohne Nachtheil gegeben werden; nur sollte -sie stets unmittelbar von der Kuh weg gebraucht werden, denn nachdem -sich Sahne gebildet hat, ist sie unverdaulich. Eier, in heißes Wasser -geschlagen und leicht gekocht, können ebenfalls gestattet werden. -Gekochter Reis ist leicht verdaulich, und während der Wiedergenesung -sind Rindfleisch-Thee, Hammelfleisch-Brühe und Hühner zuträglich. -Früchte sind zuweilen sehr empfehlenswerth und zu andern Zeiten höchst -schädlich. Bei Fieber wird der Saft reifer Orangen sehr erquicken; der -fleischige Theil sollte aber stets entfernt werden. Weintrauben mögen -gestattet werden, aber man vermeide sorgfältig das Verschlucken der -Körner oder Schalen. Ferner gestatte man Citronensaft, Limonade, den -aus den Erdbeeren gepreßten und durchgeseiheten Saft. Heißes Wasser -über zerquetschte Datteln (~tamarinds~), Pfirsiche &c., welches man -abkühlen läßt, wird zuträglich sein. Thee, Kaffee, Cacao und Chocolate -gestatte man weder Kranken noch Wiedergenesenden. Zwieback-Wasser möge -als Getränk dienen. Kaltes Wasser kann zu allen Zeiten, wenn es nicht -unangenehme Symptome nach sich zieht, mit Vortheil gegeben werden. -Reis-, Gerste- und Apfelwasser sind gute Getränke. Gekochter Fisch ist -gewöhnlich leicht verdaulich, ebenso Austernbrühe, Schellfisch sollte -dagegen verboten werden. Gemüse, wie gekochte Kartoffeln, gekochte -rothe Rüben und gekochte Zwiebeln können ohne Nachtheil gegessen, -sollten aber in zwei Wassern, bis sie ganz weich sind, gekocht werden. - - -Brauchbare Anweisungen. - -+Haferschleim+ (~Gruel~) &c. zuzubereiten, ist folgendes ein -ausgezeichnetes Recept: - -Gieße ein Quart heißes Wasser in ein reines irdenes oder Blechgefäß -über einem lebhaften Feuer; kocht es, so füge zwei große Eßlöffel voll -Korn- oder Hafermehl hinzu, mische es mit gerade Wasser genug, um es zu -verdicken, gebe ein Stück Butter in das Wasser, und wenn zerschmolzen, -füge das Mehl hinzu und rühre es ungefähr eine halbe Stunde lang -um; dann gebe einen Theetassenkopf voll süße Milch hinzu, und wenn -es wieder kocht, werfe die obere Rinde von hartgebackenem Brode, in -kleine Stücke geschnitten, hinein, lasse es einige Zeit kochen und füge -schließlich noch ein wenig schwarzen Pfeffer, ein wenig Salz, eine -Prise geriebene Muscatnuß, noch ein wenig Butter und einen Theelöffel -voll französischen Branntwein (~French Brandy~) bei. Butter, Gewürz und -Branntwein müssen ausgelassen werden, sobald der Fall ein bedenklicher -ist. - -+Rindfleisch-Thee+ (~Beef Tea~). Man nehme ein Pfund mageres -Rindfleisch, schneide es fein, thue es in eine gut verschlossene -Flasche und lege dieselbe in einen Kessel warmen Wassers; lasse das -Wasser eine geraume Zeit kochen, dann sollte die Flasche herausgenommen -und deren Inhalt ausgegossen werden. Man salze den Thee ein wenig und -gebe jedesmal einen Theelöffel voll. - -Eine andere Weise, denselben zuzubereiten, ist folgende: - -Man nehme eine dicke Fleischschnitte (~steak~), röste sie leicht auf -einem Bratrost und drücke sie dann gehörig mit einer Citronenpresse -aus. Der Saft, welcher auf diese Weise herausgepreßt wird, wird sehr -nahrhaft sein. - -+Zwieback+- (~Toast~)+Wasser.+ Röste ein Stück Brod leicht, füge -kochendes Wasser hinzu und, wenn vorgezogen, versüße es. Es mag mit -Orangenschale schmackhaft gemacht werden. - -+Leinsamen-Thee.+ Man nehme eine Unze Leinsamen, ein wenig gestoßene -Lackritzenwürzelchen, und gieße ein Pint kochendes Wasser darauf, -stelle das Gefäß 4 Stunden lang an’s Feuer und seihe es dann durch ein -leinenes oder baumwollenes Tuch. - -+Gerstenkaffee.+ Röste Gerste hübsch braun und koche einen Eßlöffel -voll davon in einem Pint Wasser 5 Minuten lang, seihe es durch und -füge, wenn gewünscht, ein wenig Zucker hinzu. Ein nahrhafter Trank bei -Abnahme von Fieber und während der Wiedergenesung. - -+Hafermehlkaffee.+ Mische gewöhnliches Hafermehl mit Wasser, um einen -Kuchen daraus zu machen, backe es braun, pulverisire es und koche -dasselbe 5 Minuten lang in Wasser; gut zur Einhaltung hartnäckigen -Erbrechens, besonders bei ~Cholera morbus~. - -+Eierbranntwein.+ Nimm das Gelbe von zwei Eiern, schlage es gehörig, -füge eine halbe Unze weißen Zucker und ein wenig Zimmetwasser oder -zwei Tropfen Zimmetöl hinzu. Mische es gehörig und füge ein Weinglas -französischen Branntwein (~French Brandy~) hinzu. - -+Milchpunsch.+ Ein Theelöffel voll Zucker und hinlänglich Wasser, um -denselben aufzulösen; gieße zwei Gills oder Theebecher voll Milch -hinein, und es beständig umrührend, füge nach und nach ein oder zwei -Theelöffel voll Branntwein oder Rum bei. - -/Egg nog/ (deutsch: Eierpunsch). Ein Theelöffel voll Zucker gehörig -mit einem Ei vermischt und dem eine Gill oder ein Theetassenkopf voll -Milch und ein oder zwei Theelöffel voll guter französischer Branntwein -hinzugefügt wird. Würze es mit geriebener Muskatnuß. - -+Salbeithee.+ Trockene Salbei- (~Sage~) Blätter eine halbe Unze, -kochendes Wasser ein Quart; lasse es eine halbe Stunde lang ziehen, -seihe es durch und füge Zucker und Limonadensaft, sowie es eben vom -Kranken gefordert wird, bei. Balsam- und andere Thees werden in -derselben Weise gemacht. - -+Reiswasser.+ Reis zwei Unzen, Wasser zwei Quart; koche es ungefähr -eine Stunde lang und füge Zucker und Muskatnuß hinzu. - -+Ein erfrischender Trank bei Fiebern.+ Lege ein wenig Salbei (~Sage~), -zwei Sprossen Balsam und ein wenig Sauerampfer (~Sorrel~) in einen -steinernen Krug, schäle eine kleine Citrone, zerschneide sie in Stücke -und lege sie mit ein wenig Schale hinein, dann gieße es in 3 Pints -kochendes Wasser, versüße und verschließe es dicht. - -+Ein anderes.+ Man nehme eine halbe Unze Pflaumen, eine Unze -Preiselbeeren (~cranberry~), eine halbe Unze Rosinen ohne Körner und -ein Quart Wasser, koche es auf ein Pint ein, seihe es durch und würze -es mit Citronenschale oder Limonaden-Essenz. Halte es wohl zugedeckt. - -+Ein anderes.+ Nimm je eine Unze Korinthen (~currants~), Rosinen und -Tamarinden oder Pflaumen und koche es in einem Quart Wasser zu einem -Pint ein. Würze es mit Citronenschale oder Citronen-Essenz. - -+Korinthen-Gelee+ (~Currant jelly~), Preiselbeeren und Pflaumen geben -erfrischende Getränke, wenn Wasser beigefügt und dem Geschmacke des -Kranken angemessen versüßt werden. - -+Wasser-Gruel+ (~Water Gruel~). Korn- oder Hafermehl zwei Theelöffel -voll, Wasser ein Quart, zehn oder fünfzehn Minuten gekocht und Zucker -oder Salz nach Wunsch des Kranken hinzugefügt. - -+Reis-Gruel+ (~Rice Gruel~). Gemahlener Reis einen gehäuften Eßlöffel -voll, gestoßener Zimmet, einen halben Eßlöffel voll, Wasser ein -Quart, 10 oder 15 Minuten langsam gekocht, Zimmet kurz vor dem Kochen -beigefügt, durchgeseiht und versüßt. - -+Kühlender Trank bei Fieber.+ Man nehme Essig einen Theetassenkopf -voll, Wasser sechs Theetassenkopf voll und Honig zwei Theetassenkopf -voll. Mische es in einander. Sagt der Honig der betreffenden Person -nicht zu, nehme man Molasses oder Syrup. - -+Quitten-Wein+ (~Quince wine~). Man nehme sechs Quitten, zerschneide -sie und gieße eine halbe Gallone kochendes Wasser darauf, lasse -dies über Nacht stehen, am Morgen koche es 15 Minuten und füge ein -Pfund Zucker hinzu. Lasse die Flüssigkeit gähren und füge ein Pint -Whiskey oder Branntwein hinzu, seihe es durch und verwahre es in gut -verschlossenen Flaschen oder Krügen. - -+Gummi Arabicum Mischung+ (~Gum Arabic mixture~). Löse vier Unzen -Gummi Arabicum in drei Theetassenkopf voll kochenden Wassers, versüße -und würze es je nach Wunsch. Verwendbar bei Fällen von Entzündung des -Magens und der Eingeweide. - -+Panade+ (~Panada~). Weißes Brod eine Unze, Wasser ein Pint, gestoßener -Zimmet einen Theelöffel voll, koche es bis gehörig gemischt und -füge ein wenig Zucker und Muskatnuß hinzu. Wenn erwünscht, mag Wein -hinzugefügt werden. - -+Sago-Gruel.+ Sago zwei Eß-Löffel voll, Wasser ein Pint, koche es, bis -es dick wird, und rühre es häufig um. Wein, Zucker und Muskatnuß mögen -angewendet werden, wenn wünschenswerth. - -+Ulmenrinden-Schleim+ (~Mucilage of Elm bark~). Gebe eine kleine -Quantität Ulmenrinde in kaltes Wasser. Mag jede Stunde oder alle zwei -Stunden getrunken werden. Wenn angenehm, würze man es mit Citronensaft, -Citronen- oder irgend einer anderen Essenz. Kann bei Fällen von -Entzündung der Blase, des Magens u.s.w. viel und öfters getrunken -werden. - -+Tapioca-Gelee+ (~Tapioca Jelly~). Tapioca zwei Eß-Löffel voll, Wasser -ein Pint, koche es eine Stunde langsam, bis es ein geleeartiges -Aussehen bekommt, füge Zucker, Wein und Muskatnuß, dem Geschmacke des -Patienten angemessen, hinzu. Auch Citronensaft kann hinzugefügt werden. - -+Irisches Moos-Gelee+ (~Irish moss jelly~). Irisches Moos eine halbe -Unze, frische Milch ein und ein halbes Pint, koche es zu einem Pint -ein, seihe es durch und füge hinreichend Zucker und Citronensaft oder -Pfirsichwasser hinzu, um demselben einen angenehmen Geschmack zu geben. - -+Pfeilwurz-Gruel+ (~Arrow root Gruel~). Auf ein Pint kochendes Wasser -einen Eßlöffel voll Pfeilwurz, mische es gehörig, füge ein halbes Pint -Milch hinzu und koche es zwei oder drei Minuten lang zusammen. Versüße -es dem Geschmacke angemessen und füge Wein hinzu, wenn für den Fall -passend. - -+Milch-Suppe+ (~Milk porridge~). Auf je ein Pint Milch und Wasser zwei -Eß-Löffel voll Kornmehl, mische das Mehl mit einer kleinen Quantität -kalten Wassers, so daß es einen dünnen Brei bildet, gieße Milch und -Wasser zusammen und sobald dieses zu kochen anfängt, füge den Teig -hinzu und rühre es um. Sie mag mit Zimmet, Muskatnuß, Zucker oder Wein -gewürzt werden. - -+Hausenblase-Gelee+ (~Isinglass jelly~). Hausenblase eine Rolle in -einem Pint Wasser gekocht, bis es aufgelöst ist, dann seihe es durch -und füge ein Pint süße Milch hinzu. Bringe es nochmals über das Feuer -und lasse es gerade aufkochen. Versüße es mit Stückzucker und reibe -Muskatnuß darauf. Wenn gehörig gemacht, ähnelt es Eierrahme. - -+Aepfelwasser.+ Schneide zwei Aepfel in Stücke und gieße ein Quart -kochendes Wasser darauf. Nachdem es zwei oder drei Stunden gestanden -hat, versüße es leicht. - -+Gekochtes Mehl.+ Binde ein Pfund Mehl in einen leinenen Beutel, tauche -es einige Male in kaltes Wasser, streue darauf Mehl auf die äußere -Seite, damit sich eine Kruste bildet, welche das Eindringen des Wassers -während des Kochens verhindert, lege den so zubereiteten Beutel in -etwas Wasser und koche es, bis er eine harte, trockene Masse wird. -Etwas davon mag gerieben und in derselben Weise, wie Pfeilwurz-Gruel, -zubereitet werden. - -+Gemüse-Suppe+ (~Vegetable soup~). Man nehme eine Rübe, eine Kartoffel -und eine Zwiebel, zerschneide und koche sie eine Stunde lang in einem -Quart Wasser, füge Salz, wenn angenehm, hinzu und gieße das Ganze auf -ein Stück trocknen Zwieback. - -+Hammelfleischthee.+ Nimm ein Pfund Hammelfleisch, entferne das Fett -davon und schneide das Fleisch in kleine Stücke, gieße ein Pint -kochendes Wasser darüber, lasse es eine halbe Stunde am Feuer stehen -und koche es dann eine Stunde lang; seihe es durch ein Sieb ober Tuch -und salze es je nach dem Geschmacke. Eine sehr nährende Kost. - -+Hammelfleischbrühe.+ Man nehme ein Pfund gutes Hammelfleisch, entferne -davon das Fett und lege es in ein Gefäß mit drei Pint kochenden -Wassers; schmore es zwei Stunden lang, dann schneide man drei Möhren, -drei rothe Rüben und drei Zwiebeln in Stücke, koche sie in einem Quart -Wasser eine halbe Stunde lang, seihe es ab und gebe das Gemüse zu dem -Hammelfleisch, würze es mit Salz und lasse es vier Stunden langsam -schmoren. - -+Hühnerfleischbrühe.+ Man nehme ein halbes Huhn, entferne alles Fett, -schneide das Fleisch in schmale Stücke und breche die Knochen. Darauf -lege man es in ein Gefäß mit drei Pint kochenden Wassers, koche es eine -Stunde lang, salze es und seihe es durch. Sehr nährend. - -+Molken-Rennet+ (~Rennet Whey~). Frische Milch ein Quart, Rennet einen -großen Eßlöffel voll, lasse die Milch heiß werden und füge dann Rennet -hinzu; koche es, bis der Quark sich trennt, welcher wegzunehmen ist. - -+Essig-Molken.+ Milch ein Pint, Essig ein Eßlöffel voll; koche es -einige Minuten und trenne dann den Quark davon. - -+Alaun-Molken.+ Zu einem Pint Milch gebe man einen Theelöffel voll -pulverisirten Alaun, koche und seihe es durch, dienlich bei Diarrhöe, -Magenschwäche und Entzündung des Magens. Der sich bildende Quark giebt -einen vortrefflichen Umschlag bei Augenentzündung. - -+Senf-Molken.+ Senfkörner einen Eßlöffel voll, Milch ein Pint, koche -es einige Minuten zusammen und trenne den Quark davon. Ein sehr -zuträglicher Trank bei Wassersucht. - -+Kalbsfüße-Gelee.+ Man nehme zwei Kalbsfüße und füge eine Gallone -Wasser hinzu, koche es zu einem Quart ein, seihe es durch, und wenn -kalt, schäume das Fett ab; füge dazu das Weiße von sechs oder acht -Eiern, gehörig geschlagen, ein Pint Wein, ein halbes Pfund Stückzucker -und den Saft von vier Citronen. Mische es gehörig, koche es bei -beständigem Umrühren einige Minuten und seihe es durch einen Flanell. - -+Orangen-Molken.+ Milch ein Pint, den Saft von einer Orange mit einem -Theil der Schale; koche die Milch, füge dann die Orange hinzu und lasse -es stehen, bis das Gerinnen eintritt, dann seihe es durch. - -+Süße Molken.+ Abgerahmte Milch zwei Quart und ein Stück von -Kalbs-Rennet. Mische und stelle es an einen warmen Platz, bis es -gerinnt, dann seihe es durch. - -+Molken-Wein.+ Milch zwei Drittel Pint, Wasser ein Drittel Pint, -Madeira oder anderer Wein eine Gill, Zucker einen Dessertlöffel voll; -stelle Milch und Wasser in einer tiefen Pfanne an das Feuer, und in dem -Augenblicke, wo es zu kochen anfängt, gieße man den Wein und Zucker -unter beständigem Umrühren hinzu, koche es 10 bis 15 Minuten, dann -seihe es durch ein Sieb. Dies kann entweder kalt oder warm getrunken -werden und zwar ein Weinglas voll zur Zeit. Ein vortrefflicher Trank -bei allen Fieberarten. - -+Brodschnitten.+ Auf einen sehr heißen Teller lege man zwei oder drei -Stücke Brod, gieße darauf etwas Saft von gekochtem Rind-, Hammel- oder -Kalbfleisch und streue ein wenig Salz darüber. - -+Hühner-Panade.+ Man nehme das weiße Fleisch von einem Huhn und nachdem -man davon die Haut und das Fett entfernt hat, koche man es in ein wenig -Wasser, bis das Fleisch weich ist, zerstoße es in einem Mörser zu einem -Brei und füge dann eben so viel altbackenes Weißbrod hinzu, nach und -nach schütte etwas von dem Wasser, in welchem das Huhn gekocht wurde, -zu, bis das Ganze einen dünnen, flüssigen Teig bildet; koche diesen -unter häufigem Umrühren zehn Minuten lang und würze es dem Geschmacke -angemessen. - -+Französische Milchsuppe.+ Mische etwas Hafermehl mit Wasser, lasse -dies stehen, bis es sich klärt, und gieße dann das Wasser ab, dann -gieße von Neuem Wasser auf das Mehl, rühre es gehörig um und lasse es -bis den nächsten Tag stehen; seihe es durch ein feines Sieb, koche das -Wasser und füge während dessen die Milch hinzu. Wasser darf nur wenig -gebraucht werden. - - - - -Drittes Kapitel. - -Hydropathische Behandlung. - - -Die Anwendung des Wassers in Verbindung mit einer anderen Behandlung -ist sehr empfehlenswerth, aber dieselbe erfordert Kenntniß von dessen -Wirkung, und Sorgfalt, um ernste Folgen zu vermeiden. - - -Waschung mit Handtuch oder Schwamm (~The Towel, or Sponge Bath~). - -Personen, die körperlich sehr geschwächt sind, mögen zuerst den -Körper theilweise baden, wie den Kopf, das Gesicht, die Arme und die -Brust, dann abtrocknen und abreiben mit einem trockenen Handtuche -oder der trockenen Hand, ehe die übrigen Theile des Körpers gebadet -werden. Diese Form von Waschungen sind bei Fiebern oder anderen acuten -Krankheiten häufig besser als das Baden des ganzen Körpers. Die -Temperatur des Wassers ist nach dem Befinden des Kranken einzurichten; -man beginne zuerst mit lauwarmem Wasser, nehme allmählig immer -kühleres, so weit es der Kranke ertragen kann. Bei acuten Krankheiten, -wo das Fieber geschwächt werden soll, eignet sich Wasser von 75 oder 85 -Grad besser, als kälteres. Die beste Zeit, eine Waschung vorzunehmen, -ist jedenfalls des Morgens unmittelbar nach dem Aufstehen, zuweilen -möge eine zweite Waschung vor dem zu Bett Gehen vorgenommen werden. -Eine solche Waschung kann eine Viertel- bis eine ganze Stunde oder -länger dauern, je nachdem eine reizende Wirkung oder eine Abkühlung des -Körpers gewünscht wird. Wenn eine kürzere Zeit angewendet, dient es zur -Stärkung und Anregung und macht den Umlauf des Blutes regelmäßiger. - - -Sturzbad (~Shower Baths~). - -Diese Bäder werden in einem eigens zu diesem Zwecke angefertigten -Schranke genommen und bringen das Wasser in kleinen Strahlen -gleichzeitig mit verschiedenen Körpertheilen in Berührung. Schwache und -nervöse Leute sollten zunächst mit lauwarmem Wasser beginnen und erst -nach und nach kälteres nehmen. - -Diese Bäder können auch so genommen werden, daß man sich in eine leere -Badewanne stellt und sich von einer zweiten Person, die auf einem Stuhl -daneben steht, aus einem gewöhnlichen Wasserbehälter begießen läßt. -Derartige Bäder wirken reizend auf das Nervensystem und die Haut; -sie werden besonders bei Krankheiten, die wiederholtes Schwitzen zu -ihrer Heilung erfordern, empfohlen, oder Personen, welche in Folge -von Krankheiten der Brust volle Bäder nach dem Schweiß nicht ertragen -können. - - -Zuberbad (~Washtub Bath~). - -Dies ist besonders passend und stärkend bei Fiebern. Man fülle ein -Gefäß ein drittel oder halb voll Wasser, entweder kalt oder warm, und -bringe den Kranken hinein und zwar so, daß die Füße in ein anderes -Gefäß zu stehen kommen. Wenn der Patient schwach ist, so sollte er -Hülfe haben. Der Körper und die Glieder sind gehörig zu waschen, und -gelegentlich Schultern und Körper mit Wasser von derselben Temperatur -zu übergießen. Einer allgemeinen Regel nach gilt lauwarmes Wasser -für das geeignetste, indem dasselbe weniger Rückkehr des Fiebers -veranlassen wird. Das Bad mag 2 bis 5, 10 oder 15 Minuten, je nach der -Höhe des Fiebers oder den Kräften des Patienten, dauern. Es sollte -nicht so lange fortgesetzt werden, bis Frost eintritt, die Haut -blaß wird oder die Fingernägel blau sind. Trockne den Patienten mit -Handtüchern oder einem eigens dazu bestimmten trockenen Tuche ab. Kehrt -das Fieber wieder, so wiederhole man das Bad, bis dasselbe nachläßt. -Es ist sehr zuträglich bei Ausschlagsfiebern, galligen Wechselfiebern, -Typhus und den heißen Stadien des Wechselfiebers. - - -Einhüllen in nasse Tücher (~Rubbing or Dripping Bath~). - -Dies ist ein schätzbares Heilmittel und kann bei verschiedenen -Krankheiten und Zuständen des Organismus angewendet werden: - -Man nehme ein grobes leinenes oder baumwollenes Tuch und ringe es, -wenn eine starke Reizung stattfinden soll, gehörig, wenn aber weniger, -nur leicht aus. Wickle den Patienten hinein und reibe schnell über der -Decke 3 oder 4 Minuten oder länger, bis die Oberfläche des Körpers -vollkommen warm wird. Lasse dann eine trockene Decke folgen und -reibe mit dem Handtuch und den Händen. Wenn so kalt als es ertragen -werden kann angewendet, wirkt es stärkend und reizend. Es entfernt -fieberischen Durst, benimmt die Mattigkeit, gibt dem Körper und Geist -neue Kraft und verursacht ein angenehmes Gefühl über den Körper. Ist -der Patient schwach, so sollte der Deckenumschlag von einer milden -Temperatur sein (80 bis 90 Grad), welche allmählich herabgesetzt wird. -Wenn zur Anreizung oder Stärkung der Nerven, des Gehirns, oder auch zur -Minderung des Schmerzes angewendet, sollte es kühl oder kalt sein. Der -Umschlag muß öfters naß gemacht und mehrere Male schnell hintereinander -wiederholt werden. - -Bei fieberischem Puls und Hitze, bei chronischen Krankheiten mag es -beim zu Bett Gehen angewendet werden und sollte von milder Temperatur -sein. Es wird nervöse Reizbarkeit vermindern und Schlaf herbeiführen. -Bei allen Fieberarten ist es empfehlenswerth, ebenso bei Diarrhöe, -Magenschwäche (~Dysentery~), Kolik &c. Der Patient sollte vorher -Gesicht und Hände mit kaltem Wasser waschen. - - -Das Ueberschütten von Wasser mit einem Eimer (~Pail Douche~). - -Dies ist noch reizender und erregt eine erhöhtere Thätigkeit der -Nerven. Der Patient stellt sich in eine leere Badewanne, während der -Wärter zwei Eimer voll Wasser hat, den einen wärmer als den andern. -Der wärmere wird halb auf des Kranken Brust und halb auf dessen Rücken -gespritzt, worauf mit dem zweiten Eimer voll in derselben Weise -verfahren wird. Dann trockne und reibe man den Kranken ab. Es ist nicht -rathsam, dieses bei großer Nervösität anzuwenden, ebenso wenig bei -ernsten Krankheiten des Herzens oder der Lungen. Gewöhnlich wendet man -es an, wenn das Temperament träge oder die Krankheit einen allgemeinen -Charakter hat. - - -Einpackung in nasse Tücher (~The Wet Sheet Packing~). - -Ist ein empfehlenswerthes Verfahren, die Hitze bei Fiebern zu schwächen -und ungesunde Absonderungen zu entfernen. Das Tuch zum Einwickeln -sollte von Baumwolle oder grober Leinwand sein, hinreichend lang, daß -es dem Kranken vom Kopf bis zu den Füßen reicht und ungefähr zwei -Yards breit. Bei Schwäche, chronischen Fällen lasse man es nicht -ganz bis zu den Knöcheln reichen. Von dem Bette entferne man alle -Unterbetten und lasse nur ein oder zwei Kopfkissen zurück. Ein oder -zwei leichtere Tücher und darüber zwei wollene Decken sollten über das -Bett gebreitet werden. Beklagt sich der Kranke über ein Frösteln in -der Gegend des Rückgrats oder über den Körper, falte man ein Handtuch -zusammen oder lege einen Streifen Flanell 4 Finger oder 3 bis 4 Zoll -breit auf das Rückgrat, wo der Kranke auf dem Tuche liegt, was das -Angreifen des Rückenmarknervs verhindert. Hat der Kranke Anlage zu -kalten Füßen, so sollte ein Krug oder eine Kanne heißen Wassers, auch -heiße Ziegelsteine, die ein- oder zweimal mit der wollenen Decke -umschlagen werden, um so vor zu großer Hitze zu schützen, an die Füße -gelegt werden. Der Patient liege platt auf dem Rücken, hebe die Arme, -während der Wärter an der einen Seite die Decke um den Körper und die -unteren Glieder schlägt und gehörig anzieht; dann lasse er die Arme -fallen und die Decke wird an der anderen Seite schnell umgeschlagen, -und untergesteckt. Die übrigen Decken werden darüber gelegt und in -derselben Weise untergesteckt; sorgfältig vermeide man aber, dieselben -über der Brust zu fest anzuziehen. Dieselben müssen unter den Schultern -so angezogen sein, daß die Hitze nicht herausströmen kann. - -Hat der Kranke Anlage zu Kopfschmerz, oder zu Blutandrang nach dem -Kopfe, so falte man ein Handtuch zusammen, weiche es in kaltem Wasser -ein, lege es auf die Stirn und wiederhole dies, so oft es heiß wird. - -In einer solchen Einhüllung sollte man 30 Minuten bis 1½ Stunden -verbleiben. Wird man in 15 bis 20 Minuten erwärmt, so reicht ein -Verbleiben in dieser Einpackung von 30 bis 40 Minuten hin, geht dies -aber langsamer von statten, so wird 1 oder 1¼ Stunde genügen. Wird -Schweiß gewünscht, so sollte der Kranke in dieser Lage verharren, -bis der Schweiß auf die Stirne tritt, was gewöhnlich eine, zwei bis -drei Stunden dauert. Bleibt der Patient lange genug so, um Schweiß -hervorzurufen, so wird sich in der Regel kurz vorher ein Frösteln -einstellen, dem übermäßiges Schwitzen folgt. - -Bei zarten Personen ringe man die Decke zuerst in lauwarmem oder warmem -Wasser aus. Nach Beendigung dieses Verfahrens kann das Untertauchen, -Reiben, die nasse Einhüllung oder Reiben mit dem Handtuch angewendet -werden. - -Bei acuten Krankheiten, wo starkes Fieber vorhanden ist, wird die -Anwendung des Vorstehenden außerordentlich zuträglich gefunden werden. -In diesem Falle sollte das Tuch jede halbe Stunde oder öfter, wenn das -Fieber stark ist, in frischem Wasser ausgerungen werden, bis dasselbe -nachläßt. - -Es mag in den verschiedenen Stadien des gewöhnlichen und -Wechselfiebers, sowie bei chronischen Leiden angewendet werden. Ist der -Kranke sehr schwach, so nehme man nur eine theilweise Einhüllung vor -und bediene sich zu diesem Behufe eines Handtuchs, das naß gemacht, -über die Brust und den Unterleib gelegt, während der übrige Theil des -Körpers in trockene Decken gehüllt wird. In einigen Tagen nehme man -noch ein zweites Handtuch dazu, das auf den Rückgrat gelegt wird, und -so fahre man fort, bis der Patient eine volle Einhüllung vertragen -kann. Kopfschmerz, Erschlaffung der Muskeln und Schwindel zeigen in der -Regel an, daß die Einpackung bereits zu lange währte. - - -Das Einhüllen behufs Schwitzens (~The Sweating Pack~). - -Das Bett ist ebenso wie bei dem Vorhergehenden herzurichten, nur lasse -man das nasse Tuch weg und schlage unmittelbar zwei wollene Decken um -den Patienten. Dann lege er sich nieder und der Wärter gebe über diese -Decken leichtere und schlage sie gehörig um; andere Decken oder ein -Federbett sind dann darüber zu legen und besonders um die Schultern -herum und an den Füßen sorgfältig unterzuschieben, so daß die heiße -Luft nicht ausströmen kann. Es wird gut sein, eine Wärmflasche mit -heißem Wasser an die Füße zu legen. Wird der Kopf heiß, so lege man ein -nasses Handtuch auf die Stirne und gebe dem Kranken reichlich Wasser -zu trinken. Die Fenster des Zimmers sind zu öffnen, damit fortwährend -reichlich frische Luft vorhanden ist. Es erfordert gewöhnlich zwei -bis drei Stunden, Schweiß hervorzurufen. Diesem lasse man das Reiben -mit dem Tuch, ein halbes Bad, oder Ueberschütten von Wasser mit dem -Eimer folgen. Man wendet es bei Hautkrankheiten, Leberunthätigkeit, -Unverdaulichkeit, sowie bei chronischem Rheumatismus und Gicht an. - - -Das Dampfbad (~The Vapor Bath~). - -Der Patient setze sich unbekleidet in einen Stuhl und nehme ein paar -wollene Decken um sich, die um den Hals herum befestigt sind. Ein -niederes Gefäß oder eine Blechpfanne mit heißem Wasser angefüllt, in -die von Zeit zu Zeit glühende Ziegelsteine oder andere Steine gelegt -werden, um ein fortwährendes Aufsteigen von Dampf zu erzeugen, muß -unter den Stuhl gestellt werden. Es wird 10 bis 20 Minuten erfordern, -um auf diese Weise Schweiß hervorzurufen. Wenn der Kopf angegriffen -wird, so daß sich Ohnmachten, Uebelkeit oder Blutandrang nach dem Kopfe -einstellen, so sollte mit dem Dampfbad eingehalten werden. Man lasse -den Kranken kaltes Wasser trinken, wasche das Gesicht mit kaltem Wasser -oder lege gleich beim Beginne ein nasses Handtuch auf den Kopf. Nach -Anwendung dessen sollte zur Reinigung der Haut ein volles Bad genommen -werden. - -Es ist zuträglich bei Hautkrankheiten, Erkältungen und Fiebern, -zuweilen auch bei unterdrückten Lochien. Lungenschwachen sollte -dasselbe nicht verordnet werden. - - -Das Hüft- oder Sitzbad (~The Hip, or Sitz-Bath~). - -Ein gewöhnlicher Waschzuber wird behufs dieses Bades entsprechen. -Derselbe muß aber groß genug sein, um eine freie Bewegung der Arme -zum Abreiben zu gestatten und tief genug, daß die Beine übereinander -geschlagen werden können, ohne daß dadurch ein Druck verursacht oder -der Blutumlauf gehemmt wird. Der Patient entkleide sich entweder -vollständig, oder auch nur die Theile, welche mit dem Wasser in -Berührung kommen. Wird das Bad zur Stärkung genommen, so muß das Wasser -kalt sein und der Badende 5, 10 oder 15 Minuten darin verbleiben. -Schwächliche Personen sollten sich warmen Wassers bedienen und darin -1 bis 5 Minuten verbleiben; allmählig nehme man kältere Bäder, bis -sie kalt ertragen werden können. Das Wasser muß die Hüften und den -unteren Theil des Unterleibes bedecken. In dem kalten Stadium des -Wechselfiebers wird das warme Sitzbad die Strenge des Frostes bedeutend -lindern, und wenn die Kälte folgt, so reibe man mit dem nassen Tuche; -tritt das heiße Stadium ein, so wird es oft den Anfall brechen. Zur -selben Zeit mache man Einspritzungen von kaltem oder warmem Wasser. - -Das stärkende Sitzbad erfordert häufige Wiederholungen, drei- bis -sechsmal täglich und mag bei zu starker monatlicher Reinigung, weißem -Fluß (~Leucorrhœa~) und Gebärmuttervorfall angewendet werden. Das -Sitzbad wird häufiger als ein ableitendes Mittel gegen Störungen der -Leber und Nieren, Verdauungsschwäche (~Dyspepsia~), Blutandrang nach -dem Kopfe, Verstopfung der Eingeweide &c. angewendet und wenn dies der -Fall ist, so sollte die Temperatur des Bades 60 bis 85 Grad betragen -und der Patient sollte ungefähr 15 Minuten in demselben bleiben. -Wenn es gegen Geschwüre oder chronische Leiden der Geschlechtsorgane -gebraucht wird, sollte dasselbe 20 bis 45 Minuten dauern. Das Sitzbad -darf weder unmittelbar vor dem Essen noch vor Ablauf von 2½ Stunden -nach der Mahlzeit genommen werden. Mäßige Bewegung sollte nach jedem -Bad gemacht werden, wenn der Patient stark genug ist, wenn nicht, muß -durch gehöriges Reiben die Rückwirkung gesichert werden. - - -Das seichte Bad (~The Shallow Bath~). - -Man bediene sich eines seichten oder gewöhnlichen Badezubers Und fülle -denselben vier bis sechs Zoll mit Wasser an. Während des Bades sollte -der Unterleib und der untere Theil des Körpers, sowie auch Brust und -Rücken, von dem Badenden oder einem Wärter gehörig gerieben und der -Kopf gewaschen werden. Wenn kein Frost vorhanden ist, so gieße man -einen Eimer kalten Wassers auf die Brust und die Schultern. Sehr -schwache und gegen Kälte empfindliche Personen mögen ein solches Bad -1 bis 15 Minuten lang nehmen, und in anderen Fällen kann es 15 bis 30 -Minuten dauern. Man lasse demselben Reiben mit einem trockenen Tuche -oder der Hand folgen. Es wird bei Hautkrankheiten, krankhaftem Kopfweh, -Steigen des Blutes nach dem Kopfe, Schlagfluß, Lähmung, Sonnenstich &c. -sehr zuträglich gefunden werden. - - -Das Untertauchen (~The Plunge Bath~). - -Dieses Bad sollte in einem größeren Wasserbehälter oder Trog genommen -werden. Es wird gewöhnlich nach Schwitzen und zuweilen nach der nassen -Einhüllung Jenen, die dasselbe vertragen können, verordnet. Der Patient -sollte das Tuch und die Decke mit zum Bade nehmen und erst, nachdem er -Brust und Kopf naß gemacht, in das Wasser tauchen. - -Es wird zuweilen bei allen chronischen Krankheiten, die nicht -mit Blutandrang nach dem Kopfe, Schwierigkeit des Athmens, oder -gestörtem Blutumlauf verbunden sind, mit gutem Erfolg angewendet. Die -Temperatur des Bades betrage 55 bis 65 Grad und der Kranke verbleibe -bei chronischen Krankheiten einige Sekunden bis 2 oder 3 Minuten in -demselben; bei starkem Fieber 10 bis 15 Minuten. - - -Das Fußbad - -ist ein ausgezeichnetes Mittel, besonders bei Krankheiten des Kopfes -und der Brust und kann ebenfalls gegen kalte Füße angewendet werden. - -Wenn es sich darum handelt, den Blutandrang nach Kopf und Brust zu -vermindern, so sollte das Gefäß nicht zu groß sein und das Bad 20 -Minuten bis eine Stunde dauern. Nimmt der Blutandrang während des Bades -zu, so mache man Kaltwasserumschläge auf den betreffenden Theil. Die -Füße sollten während und nach dem Bade gerieben werden. - -Das warme Fußbad ist sehr geeignet, Anfälle von Kopfschmerz zu lindern -und die Nerven zu beruhigen. - - -Das Kopfbad. - -Die gewöhnliche Art und Weise des Kopfbadens geschieht durch Auflegen -nasser Tücher oder durch Ueberschütten des Kopfes mit Wasser. Bei -chronischen Leiden aber, wo eine ableitende und stillende Wirkung -gewünscht wird, sollte der Kranke auf einer Matratze liegen und der -Hintertheil des Kopfes in einem seichten Becken oder Eimer ruhen, -welcher oder welches zwei bis drei Zoll Wasser enthält. Letzteres mag -alle 15 bis 20 Minuten erneuert werden. - -Wenn das Wasser über den Kopf gegossen wird, so sollte das Gesicht nach -unten gerichtet sein und unter den Kopf ein Gefäß gestellt werden, um -so das Wasser aufzufangen. Man gieße es in einem stetigen Strom mehrere -Minuten lang, bis der Kopf gehörig abgekühlt ist. - - -Das Augen- und Ohren-Bad. - -Das Einspritzen des Wassers vermittelst einer Spritze oder eines -Schlauches ist bei einigen Augen- und Ohrenkrankheiten sehr zuträglich. - - -Das Baden der Nase - -ist bei Katarrh, Schnupfen, Nasenbluten u. s. w. sehr wohlthuend. Das -Wasser sollte in die Nasenhöhlen eingezogen werden und womöglich so, -daß es durch den Mund wieder ausgespuckt werden kann. Ist mehrere -Male des Tages zu wiederholen und wird auch als ein stärkendes Mittel -angewendet. - - -Das Baden der Beine und Arme - -ist bei Eiterungen, Ausschlägen, Gicht, Rheumatismus, Verrenkungen -&c. sehr zuträglich. Die Temperatur muß mild sein und 60 bis 80 Grad -betragen. Man lasse es fünfzehn Minuten bis eine halbe Stunde dauern. -Das Wasser sollte nicht nur den angegriffenen Theil, sondern auch die -nächstliegenden Theile bedecken. Kann auch bei schweren Verletzungen -des Armes zur Verminderung der Entzündung angewendet werden. - - -Nasse Umschläge. - -Wenn zur Kühlung bestimmt, muß die Größe der Tücher dem entzündeten -Theile angemessen sein. Sie werden dann sechs- bis achtfach -zusammengelegt, in sehr kaltes Wasser getaucht, ausgedrückt und alle 5 -bis 10 Minuten, je nach der Entzündung, erneuert. Wenn das Wasser nicht -kalt erhalten werden kann, so füge man Eis hinzu. Die Umschläge müssen -Tag und Nacht ununterbrochen aufgelegt werden, bis die Gefahr vorüber -ist. Eine Vernachlässigung des Wechsels der Tücher kann schlimme Folgen -nach sich ziehen. - -Wenn man beabsichtigt, die Temperatur des betreffenden Theiles -zu wechseln, so mögen die Umschläge in zwei- oder dreifach -zusammengelegten Leinen bestehen, welche in kaltes Wasser getaucht -werden; sie sollten gehörig ausgerungen und nicht früher gewechselt -werden, bis sie trocken sind. Die Wirkung mag durch das Bedecken der -Umschläge mit einem trockenen Handtuche gesichert werden. - -Diese Umschläge werden bei Störungen der Verdauungsorgane, der Leber, -Leiden der Eingeweide &c. sehr zuträglich sein. - -Heiße Umschläge über den Körper sind gegen Blutandrang nach den Lungen, -dem Gehirn, der Gebärmutter &c. sehr empfehlenswerth. Bei Gallen- und -Bleikolik, Blutandrang nach der Leber oder Milz und Congestiv-Fiebern -werden Umschläge so heiß, als sie ertragen werden können, und -fortgesetzt, bis sich Linderung einstellt, von großem Werthe gefunden -werden. - - -Einspritzungen - -von warmem Wasser werden sich gegen Verstopfung, Diarrhöe und andere -Leiden der Eingeweide bewähren. - - -Allgemeine Regeln. - -Alle Vollbäder sollten genommen werden, während der Körper warm ist. -Bei chronischen Fällen lasse man dem Bade einen Spaziergang oder eine -andere kräftige Bewegung, wenn es die Kräfte des Kranken erlauben, -folgen. - -Kein Bad sollte innerhalb einer Stunde nach einem Bade und kein Bad vor -Ablauf von zwei Stunden nach einer Mahlzeit genommen werden. - -Die beste Zeit zum Baden ist der Morgen unmittelbar nach dem Aufstehen, -10 Uhr Vormittags, 3 Uhr Nachmittags und vor dem zu Bett Gehen. - -Alle Patienten, die es ermöglichen können, sollten mäßige Bewegung vor -dem Baden machen. - -Jedes Vollbad sollte der Patient schnell nehmen, wo möglich, reibe er -sich selbst stark, kleide sich dann an und mache sich Bewegung. Bei -acuten Krankheiten sollte dagegen keine Bewegung gemacht werden. - -Starke Schläge auf den Kopf sollten stets vermieden werden. - -Jeder Patient sollte sich des Wassers in der Temperatur, die ihm am -meisten zusagt, bedienen. - -Das Naßmachen des Kopfes und der Brust ist eine sehr angemessene -Vorsichtsmaßregel, besonders für Personen, die zu Kopfleiden geneigt -sind. - -Daß sich Jemand in vollem Schweiße befindet, ist durchaus kein -Hinderniß, ein Bad zu nehmen, wenn sich der Körper nicht in einem -Zustande der Erschöpfung befindet oder das Athmen gestört ist. - - - - -Viertes Kapitel. - -Pharmacie. - - -Die Zubereitung der Arzneimittel ist das Geschäft des Apothekers und -wird die Pharmazie genannt. Auf den folgenden Seiten habe ich nur -einige der einfachsten Zubereitungen angegeben. - - -Wachssalben (~Cerates~). - -Die Benennung selbst zeigt den Namen der Masse an, welche den -Hauptbestandtheil bildet. Derartige Salben werden aus Wachs oder -Spermaceut (~Spermacety~) gemacht und sind mit Talg, Fett oder Oel -vereinigt. Sie sollten bei mäßiger Hitze zubereitet und bis zur -Abkühlung gerührt werden. - - +Galmei-Wachssalbe+ (~Calamine Cerate~ -- ~Turner’s Cerate~.) Man - nehme ein Pfund Fett und drei Unzen gelbes Wachs, mische es in - einander und füge, während es sich abkühlt, drei Unzen präparirten - Galmei (prepared calamine) bei. Verwendbar bei Verbrennungen, - Ausschlag, Hautwunden, gewöhnlichen Eiterbeulen u.s.w. - - +Kampher-Eis+ (~Camphor Ice~). Spermazeut (~Spermaceti~) 2 Drachmen, - Mandelöl (~Almond oil~) 2 flüssige Unzen, mische diese zusammen und - füge 2 Drachmen pulverisirten Kampher hinzu. Bei aufgesprungenen - Händen und Lippen, Schorf u.s.w. anzuwenden. - - +Harz-Wachssalbe+ (~Resin Cerate~). Harz 5 Unzen, gelbes Wachs 2 - Unzen, Fett 8 Unzen. Mische es zusammen und rühre es um, bis es kühl - wird. Dies ist unter dem Namen Basilicon ointment bekannt und ist bei - Verbrennungen, Ausschlägen, Frostbeulen u.s.w. verwendbar. - - +Gewöhnliche Wachssalbe+ (~Simple Cerate~). Schweinefett 4 Unzen, - weißes Wachs 2 Unzen, zusammengemischt und umgerührt, bis es sich - abkühlt. Verwendbar bei dem Verbinden von Wunden, Blasen u.s.w., - einfach, um den Zutritt der Luft zu verhindern und die Feuchtigkeit - zu erhalten. - - -Abkochungen (~Decoctions~) - -sind Auflösungen und enthalten die wirkenden Bestandtheile der -Heilmittel, durch das Abkochen gewonnen. Eine Abkochung sollte in -einem verschlossenen Gefäße geschehen und nur eine kurze Zeit gekocht -werden. Das gewöhnliche Verhältniß von den Pflanzenstoffen bei der -Zubereitung einer Abkochung ist eine Unze auf ein Pint Wasser und als -Dosis wird ein bis vier Unzen angenommen. - - -Essenzen - -werden zubereitet vermittelst Auflösens einer Unze Essenzöl der -Pflanze auf ein Pint Alcohol. In diese Weise werden Anis-, Carraway-, -Pfeffermünz-Essenzen u. s. w. gewonnen. Dosis: zehn Tropfen bis einen -Theelöffel voll Essenz in versüßtem Wasser genommen. - - -Bähungen (~Fomentations~). - -Eine Bähung ist ein örtliches heißes Bad zur Verminderung des -Schmerzes und der Entzündung, zur Erweichung des betreffenden Theils -und Linderung der Spannung. Sie werden in der Regel aus bittern oder -schmerzstillenden (~anodyne~) Kräutern zubereitet und in heißem Essig -oder Wasser oder in beiden erweicht und in einem Beutel auf den Ort des -Schmerzes, so heiß als es ertragen werden kann, aber nicht so feucht, -daß davon die Kleider des Patienten naß werden, gelegt. Dieselben -sind öfters zu erneuern und werden in der Regel aus Hopfen, Rainfarn -(~Tansy~), Wermuth (~Wormwood~), von jedem gleiche Theile, oder aus -gleichen Theilen von Hopfen-, Lobelia- und Stechapfel- (~Stramonium~) -Blättern zubereitet. - - -Aufgüsse (~Infusions~) - -sind Lösungen medizinischer Pflanzenstoffe, welche durch Uebergüsse von -kaltem oder kochendem Wasser über die Masse und durch Stehenlassen, bis -abgekühlt, gewonnen werden. Das Verhältniß ist eine halbe oder ganze -Unze des Krautes, der Wurzel oder Rinde auf ein Pint Wasser und die -Dosis ein Eßlöffel bis ein Theetassenkopf voll. - - -Flüssige Salben (~Liniments~) - -bestehen in ölartigen Präparaten, Tincturen und anderen Stoffen, die -zur äußeren Anwendung gegen entzündete, angeschwollene und schmerzhafte -Stellen bestimmt sind. Sie werden mit der Hand oder vermittelst eines -Stück Flanells oder Watte eingerieben. - - +Eisenhut-+(~Aconite~)+Liniment+. Eisenhutwurzel-Tinktur 2 Unzen, - Opium-Liniment 2 Unzen, anwendbar bei Neuralgie, Rheumatismus und - anderen schmerzhaften Leiden. - - +Kampher-+(~Camphor~)+Liniment+. Kampher 6 Drachmen, löse es in einer - flüssigen Unze Chloroform und füge eine flüssige Unze Olivenöl bei. - Verwendbar gegen Neuralgie, Verrenkungen, Rheumatismus u.s.w. - - +Zusammengesetztes Kampher-Liniment+ (~Compound Camphor Liniment~). - Kampher 2½ Unzen, Lavendelöl eine flüssige Drachme, Alcohol 17 - flüssige Unzen, starke Auflösung von Ammoniak (~Ammonia~) drei - flüssige Unzen. Löse den Kampher und das Oel in dem Alcohol, dann - füge den Ammoniak hinzu und mische es. Anwendbar bei allen örtlichen - Leiden. - - ~Opodeldoc.~ Weiße Seife 3 Unzen, Kampher eine Unze, Rosmarinöl (~Oil - of Rosemary~), Majoran- (~Origanum~) Oel von jedem eine flüssige - Drachme, Alcohol ein Pint. Löse mittelst gelinder Hitze die Seife in - dem Alcohol, und dann füge die Oele und den Kampher hinzu, und wenn - sie gelöst sind, gieße die Mischung in Flaschen mit weiter Oeffnung. - Verwendbar bei Verrenkungen, Rheumatismus, Quetschungen u.s.w.; wird - auch Kampher-Seifen- (~Camphorated soap~) Liniment genannt. - - -Medizinische Weine (~Medicated Wine~). - - +Zusammengesetzter Wallwurz-Wein+ (~Compound Wine of Comfrey~ - -- ~Restorative Wine Bitters~). Man nehme Wallwurz (~Comfrey~), - Salomons-Siegel (~Solomon’s seal~) und Narde (~Spikenard~), von - jedem gestoßen eine Unze, Kamillenblüthe (~Chamomile flowers~), - Colombowurzel (~Colombo~), Kardamon- (~Cardamon~) Samen und Enzian - (~Gentian~), von jedem gestoßen, eine halbe Unze. Gieße kochendes - Wasser darüber, bis es bedeckt ist, und lasse es 24 Stunden in einem - bedeckten Gefäß stehen, dann füge zwei Quart Cherry-Wein hinzu. Lasse - die Mischung 14 Tage stehen, dann presse sie aus und seihe es durch. - Ein schätzbares, stärkendes Mittel bei weißem Fluß (~Leucorrhœa~) und - anderen weiblichen Krankheiten. Dosis: täglich drei- oder viermal - einen Eßlöffel bis ein Weinglas voll. - - -Mischungen (~Mixtures~). - - +Kampher-Mischung+ (~Camphor mixture~). Kampher-Wasser 2 flüssige - Drachmen, Salpetersäure (~Nitric acid~) 23 Tropfen, Opium-Tinktur - (~Tincture of opium~) 20 bis 40 Tropfen. Mische es. Anwendbar bei - Ruhr (~Dysentery~), Diarrhöe und Cholera Morbeus. Dosis: alle 2 oder - 3 Stunden einen Eßlöffel voll. - - +Zusammengesetzte Mischung von Blutwurzel+ (~Compound mixture - of Bloodroot~ -- ~Cough Drops~). Brechwurz- (~Ipecac~) Syrup, - Meerzwiebel- (~Squills~) Syrup, Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of - Bloodroot~). Paregoricum (~Paregoric~), von jedem eine Unze. Mische - es. Anwendbar bei Husten. Dosis: einen halben bis ganzen Theelöffel - voll, wenn der Husten stark ist. - - -Salben (~Ointments~). - - +Essigsaure Bleisalbe+ (~Ointment of Acetate of Lead~). Weißes - Wachs 2 Unzen, Fett 4 Unzen. Mische es in einander und füge 2½ - Drachmen fein pulverisirtes essigsaures Blei (~Acetate of Lead~) - hinzu und rühre es beständig um, bis es kalt wird. Zuträglich bei - Verbrennungen, Schorf, Eiterbeulen, Blasen u.s.w. - - +Zink-Oxid-Salbe+ (~Ointment of Oxide of Zinc~). Zink-Oxid ½ - Unze, Fett 3 Unzen, in einander gerieben. Gut als ein mild - zusammenziehendes Mittel bei chronischer Entzündung der Augen, wehen - Brustwarzen, Ausschlägen u.s.w. - - +Belladonna-Salbe+ (~Ointment of Belladonna~). Belladonna-Extrakt 1 - Drachme, Fett 1 Unze. Mische es. Anwendbar als ein schmerzstillender - Umschlag bei schmerzhaften Geschwulsten, Neuralgie u.s.w. - - +Rosenwasser-Salbe+ (~Ointment of Rose Water~). Rosenwasser eine - flüssige Unze, Mandelöl (~Oil of almonds~) zwei flüssige Unzen, - Spermazeut (~Spermaceti~) ½ Unze, weißes Wachs 1 Drachme. Mische - vermittelst eines Wasserbades Oel, Wachs und Spermazeut in einander, - dann füge das Rosenwasser hinzu und rühre es beständig um, bis es - kalt wird. Anwendbar bei aufgesprungenen Lippen, Händen, Wundsein der - Haut u.s.w. Wird auch ~Cold Cream~ genannt. - - +Bister-Salbe+ (~Ointment of Wood soot~). Bister, fein pulverisirt, - eine Unze, Fett 4 Unzen. Mische es. Dienlich bei Verbrennungen, - Grindkopf und anderen Hautkrankheiten. Ein gutes reizendes Mittel bei - schuppigen und schorfartigen Ausschlägen, wie Kopfgrind. - - +Zusammengesetzte Schwefelsalbe+ (~Compound Sulphur ointment~). - Schwefel eine Unze, Quecksilber-Ammoniak (~Ammoniated Mercury~) - und Benzoe- (~Benzoic~) Säure, von jedem 1 Drachme, Schwefelsäure - (~Sulphuric acid~) und Bergamottenöl (~Oil of Bergamot~), von jedem - 1 flüssige Drachme, salpetersaure Potasche (~Nitrate of Potassa~) - 2 Drachmen, Fett ½ Pfund. Zerlasse das Fett und füge die übrigen - Bestandtheile unter beständigem Umrühren, bis es kalt wird, hinzu. - Ein ausgezeichnetes Mittel gegen Krätze. - - -Pflaster (~Plasters~) - - werden aus Oelen, Fetten, Gummi, Harzen, Wachs und zuweilen - medizinischen Substanzen zusammengesetzt und auf Muslin, Leinen oder - Leder aufgetragen. - - +Belladonna-Pflaster.+ Harzpflaster 3 Unzen, Belladonna-Extrakt 1½ - Unzen. Schmelze das Fett bei gelindem Feuer, füge dann den Extrakt - hinzu und mische es. Dienlich bei Neuralgie, Rheumatismus u.s.w. - - +Gewürz-Pflaster+ (~Spiced Plaster~). Pulverisirter Ingwer - (~Ginger~), Gewürznelken, Zimmet und schwarzer Pfeffer, von jedem 1 - Unze; pulverisirter Cayenne-Pfeffer (~Cayenne~) 1 Drachme, Ingwer- - (~Ginger~) Tinktur 1 flüssige Unze und eine hinreichende Quantität - Honig. Mische die Pulver und füge die Tinktur und den Honig hinzu, so - daß es einen steifen Teig bildet. Bei Uebelkeit und Erbrechen über - den Magen zu legen. - - +Blei-Pflaster+ (~Lead Plaster~). Man nehme halbverglastes Blei-Oxyd - (~Litharge~) 1¼ Pfund, Olivenöl 1 Quart, Wasser ½ Pint. Koche - beides über einem gelinden Feuer und rühre es beständig um, bis das - Oel und Blei-Oxyd (~Litharge~) sich zu einem Pflaster verbinden. - Wenn das Wasser vor Beendigung nahezu verdünstet ist, gebe ein wenig - kochendes Wasser hinzu. Verwendbar bei Eiterbeulen, Verbrennungen, - leichten Wunden &c. - - +Zusammengesetztes Mutterharz-Pflaster+ (~Compound Galbanum - Plaster~). Mutterharz 2 Unzen, Burgunder Pech 3 Unzen, Harz ½ Unze, - gelbes Wachs ½ Unze, Bleipflaster 4 Unzen, zerlasse es über einem - gelinden Feuer. Ein empfehlenswerthes stärkendes Pflaster. - - -Pulver. - -Ein einzelner Stoff, wenn pulverisirt, wird ein +einfaches+ Pulver -genannt, und wenn zwei oder mehrere Stoffe zusammengemischt werden, -wird das Präparat mit einem +zusammengesetzten Pulver+ bezeichnet. -Pulver sollten in fest verschlossenen Glasflaschen oder Blechgefäßen -aufbewahrt werden und einige erfordern Schutz gegen das Licht, der -durch einen schwarzen Anstrich der Flaschen erlangt wird. - - +Zusammengesetztes Aloe- und Cannellen-Pulver+ (~Compound powder of - Aloes and Cannelle~). Aloe ½ Pfund, Cannelle 1½ Unze. Reibe jedes - besonders zu einem feinen Pulver und mische sie. Gegen Verstopfung, - für Verbesserung des Appetits, sowie auch gegen Regelmangel - (~Amenorrhœa~). Wird auch ~hicara picra~ genannt. - - +Zusammengesetztes Rhabarber-Pulver+ (~Compound Powder of - Rhubarb~). Rhabarber 2 Unzen, Magnesia ½ Pfund, pulverisirter - Ingwer (~Ginger~) 1 Unze. Mische es gehörig und verwahre es in - wohlverschlossenen Flaschen auf. Ausgezeichnet bei Krankheiten der - Eingeweide von Kindern. - - +Zusammengesetztes Pulver von Rhabarber und Potasche+ (~Compound - Powder of Rhubarb and Potassa~ -- ~Neutralizing Powder~). Je 1 Unze - pulverisirten Rhabarber und doppeltkohlensaure (~Bi-carbonate~) - Potasche. Mische es gehörig. Empfehlenswerth bei Diarrhöe, Ruhr, - Cholera Morbus, Sodbrennen, saurem Magen &c. - - +Wurm-Pulver.+ Nehme je 1 Unze pulverisirte weiße indische Hanfwurzel - (~White Indian hemproot~), Alraun (~Mandrake~), Nelkenwurzel (~Pink - root~) und Bitterwurzel (~Bitter root~); pulverisirter Balsam - (~Balmony~) 2 Unzen, pulverisirte Aloe 4 Skrupel. Mische es gehörig. - Ein sicheres Mittel gegen alle Sorten von Würmern. Mische einen - Theelöffel voll dieses Pulvers in einer Gille Molasses und gebe - stündlich oder alle zwei Stunden, bis es wirkt, und dann dreimal - des Tages durch einige Tage hindurch einen Theelöffel voll dieser - Mischung. - - -Tinkturen - -sind Lösungen von Heilmitteln in verschiedenen Flüssigkeiten. Werden -sie mit Alcohol zubereitet, nennt man sie +Tinkturen+, wenn mit -Ammoniak, +Ammoniak-Tinkturen+, und wenn mit Aether, bezeichnet man sie -mit +ätherischen Tinkturen+. - - +Aconit-Tinktur+ (~Tincture of aconite~). Pulverisirte Aconit- - (Eisenhut) Wurzel 4 Unzen, Alcohol ½ Pint. Mische und lasse es unter - häufigem Umrühren 14 Tage lang stehen. Presse den Saft aus und seihe - ihn durch. Anwendbar bei Fiebern. Dosis: Stündlich oder alle zwei - Stunden 3 Tropfen in Wasser. - - +Spanische Fliegen-Tinktur+ (~Tincture of cantharides~). Gestoßene - spanische Fliegen 1 Unze, verdünnter Alcohol 2 Pints. Lasse die - Mischung 2 Wochen lang stehen, presse den Saft aus und filtrire ihn - durch ein Papier. Dosis: Drei- oder viermal des Tages 20 Tropfen bis - 1 Drachme. - - +Lobelia-Tinktur+ (~Tincture of Lobelia~). Lobelia 4 Unzen, - verdünnter Essig und Alcohol je 1 Pint. Lasse die Mischung zwei - Wochen lang stehen, presse sie aus und filtrire sie. Dosis zu einem - Brech- oder Lösungsmittel 30 bis 60 Tropfen. - - +Laudanum+ (Mohnsaft). Opium 2½ Unzen, verdünnter Alcohol 2 Pints. - Lasse die Mischung zwei Wochen stehen, presse sie aus und filtrire - sie durch Papier. Dosis: 10 bis 25 Tropfen. - - +Zusammengesetzte Schlangenwurzel-Tinktur+ (~Compound Tincture - of Black cohosh~). Schlangenwurzel-Tinktur 1 flüssige Unze, - Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of blood root~) ½ flüssige Unze, - Tinktur von Kermesbeer-Wurzel (~Tincture of poke root~) 2 flüssige - Drachmen. Mische es. Verwendbar bei Krankheiten des Magens, der - Lungen und Leber. Dosis: Drei- oder viermal des Tages 20 bis 60 - Tropfen. - - +Zusammengesetzte Kampher-Tinktur+ (~Compound Tincture of Camphor~). - Kampher 4 Unzen, Majoran- (~Origanum~) Oel, Schierlingöl (~Oil of - hemlock~) von jedem 2 Unzen, Sassafrasöl (~Oil of sassafras~), - Cajeput- (~Cajeput~) Oel von jedem ½ Unze, Terpentin- (~Turpentine~) - Oel 2 flüssige Drachmen, spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 1 Unze, - Alcohol 2 Pints. Mische und lasse es 14 Tage stehen, dann filtrire - es. Dienlich bei Verrenkungen, Quetschungen, Rheumatismus, - Frostbeulen &c. Reibe die leidende Stelle damit vor dem Feuer ein. - Bei hartnäckigen Fällen lege man nach der Anwendung des Vorstehenden - ein Stück Flanell, mit dieser Mischung getränkt, auf. - - +Zusammengesetzte wilde Safran-Tinktur+ (~Compound Tincture of - Colchicum~). Schlangenwurzel- (~Black cohosh~) Tinktur und Tinktur - von dem Samen des wilden Safrans je 1 flüssige Unze. Mische es. - Anwendbar bei entzündlichem Rheumatismus und gegen das Milchbein - von Frauen im Kindbett. Dosis: Alle 2, 3 oder 4 Stunden 10 Tropfen - bis einen Theelöffel voll oder mehr. Zehn oder fünfzehn Grane - Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) jeder flüssigen Unze der - Tinktur beigefügt, wird sehr zuträglich gefunden werden. - - +Zusammengesetzte Lobelia-Tinktur+ (~Compound Tincture of Lobelia~ -- - ~Dr. J. King’s Expectorant Tincture~). Man nehme Lobelia, Blutwurzel, - Stinkkohl (~Skunk cabbage~), wilden Ingwer (~Wild ginger~), - Pleuresie-Wurzel, grob pulverisirt, je 1 Unze. Lege dies in ein Gefäß - und gieße kochendes Wasser oder Essig darüber, bis es bedeckt ist, - dann decke es fest zu. Wenn kalt, füge 3 Pints Alcohol hinzu. Lasse - die Mischung 14 Tage stehen, presse den Saft aus und filtrire ihn - durch Papier. - - Ein vortreffliches Brechmittel für Säuglinge und Kinder bei Bräune, - Keuchhusten, Luftröhrenentzündung (~Bronchitis~) und Krämpfen. Auch - gut als Lösungsmittel bei Husten, Brustentzündung, Asthma &c. Dosis: - Als Brechmittel für Kinder von einem halben Theelöffel aufwärts. Kann - in Molasses und Wasser gegeben werden. - - +Zusammengesetzte Myrrhen-Tinktur+ (~Compound Tincture of Myrrh~ - -- ~Hot Drops~). Gestoßene Myrrhen 4 Unzen, spanischer Pfeffer - (~Capsicum~) 2 Unzen, Alcohol 4 Pints. Mische es und lasse die - Mischung 14 Tage stehen, dann filtrire sie. Aeußerlich anzuwenden, - zuweilen auch innerlich gegen Kolik &c. gegeben. Ebenfalls gut bei - Rheumatismus, Verrenkungen, Quetschungen &c. Dosis: Einen Theelöffel - bis einen halben Eßlöffel voll in versüßtem Wasser. - - +Zusammengesetzte Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel+ - (~Compound Tincture of Virginia Snake root~). Man nehme Virginische - Schlangenwurzel, Brechwurz (~Ipecac~), Saffran (~Saffron~), - Opium, Kampher, grob pulverisirt, je 8 Skrupel, holländischen - Wachholderbranntwein (~Holland gin~) oder verdünnten Alcohol 1 Pint. - Mische es und lasse die Mischung 14 Tage stehen, dann presse und - filtrire sie. Ist zum Hervorrufen von Schweiß, zur Verminderung des - Schmerzes und als schlafbringendes Mittel sehr zu empfehlen. Dosis: - Stündlich oder alle 2 bis 4 Stunden 10 bis 60 Tropfen in Katzenmünze- - (~Catnip~) oder Balsamthee. - - +Arnica-Tinktur+ (~Tincture of Arnica~). Arnicablüthen 1½ Unze, - verdünnter Alcohol 1 Pint. Mische es. Lasse die Mischung zwei Wochen - stehen, presse sie aus und filtrire. - - +Kampher-Tinktur+ (~Tincture of camphor~). Kampher 2 Unzen, Alcohol 1 - Pint. - - -Gewichte, Maße &c. - -Trocknes Maß. - - 20 Grane sind gleich 1 Skrupel. - 3 Skrupel „ „ 1 Drachme. - 8 Drachmen „ „ 1 Unze. - 12 Unzen „ „ 1 Pfund. - -Flüssiges Maß. - - 60 Minims sind gleich 1 flüssigen Drachme. - 8 flüssige Drachmen „ „ 1 flüssigen Unze. - 16 flüssige Unzen „ „ 1 Pint. - 8 Pints „ „ 1 Gallone. - -Haus- oder annähernde Maße. - - Ein Theelöffel voll ist gleich 1 flüssigen Drachme. - Ein Dessertlöffel voll „ „ 3 flüssigen Drachmen. - Ein Eßlöffel voll „ „ ½ flüssigen Unze. - Ein Weinglas voll „ „ 2 flüssigen Unzen. - Ein Theetassenkopf voll „ „ 6 „ „ - -Da die Löffel in ihrer Größe verschieden sind, so sollten sie nicht zur -Abmessung von kräftigen Medizinen gebraucht werden. Man gebe stets die -kleineren Dosen zuerst und erhöhe sie allmählig, bis die gewünschte -Wirkung eintritt. - -Dosen-Tabelle. - - Dosis für einen Erwachsenen über 21 Jahre 1 Drachme. - „ „ eine Person von 14 bis 21 Jahren 2 Skrupel. - „ „ ein Kind von 7 bis 14 Jahren ½ Drachme. - „ „ „ „ „ 4 bis 7 „ 1 Skrupel. - „ „ „ „ „ 4 Jahren 15 Grane. - „ „ „ „ „ 3 „ 10 „ - „ „ „ „ „ 2 „ 8 „ - „ „ „ „ „ 1 Jahr 5 „ - - - - -Fünfter Theil. -- Wundarzneikunst.[*] - - -Wundärztliche Hülfsmittel. - - -Umschläge (~Poultices~). - -Umschläge sind verschiedenartig und müssen weich und feucht sein, dabei -aber hinreichend dick, daß sie nicht über die betreffende Stelle, -wo sie ausgelegt sind, hinauslaufen. Sie werden gewöhnlich warm -angewendet, und vor dem Trockenwerden erneuert. - -Sie können zu verschiedenen Zwecken gemacht werden, zur Zertheilung von -Geschwulsten, zur Beschleunigung der Eiterung oder Bildung des Eiters, -zur Verminderung der Entzündung und zum Einhalten des Brandes. - -Wenn eine besänftigende Wirkung erzielt werden soll, mögen Umschläge -von Brod und Milch oder Kornmehl und Flachssamen oder schlüpfriger Ulme -(~Slippery elm~), sowie auch irgend einer anderen Substanz, welche die -Eigenschaft besitzt, Feuchtigkeit und Wärme eine lange Zeit zurück zu -halten, gemacht werden. - -Als einen reizenden Umschlag erwähnen wir hier einen solchen von -Senf und gelben Rüben (~Carrots~). Man nehme zwei oder drei gelbe -Gartenrüben, und nachdem sie weich gekocht sind, vermische man sie mit -einer kleinen Quantität von Ulmenrinde (~Elm bark~) oder Mehl. Mag bei -faulen Eiterbeulen und bei schmerzhaften Geschwulsten angewendet werden. - - --------------------- - -Fußnote: - -* Die in diesem Buche angegebene wundärztliche Behandlung ist im -wesentlichen den Werken von Herrn G. D. Beebe, Wundarzt in Chicago, -entnommen, dessen Fähigkeit und Geschicklichkeit sowohl in der -Militär- als Civil-Praxis weithin bekannt sind. Professor Beebe ist -eine anerkannte Autorität und hat den Stuhl der Wundarzneikunde in dem -Hahnemann’schen Collegium von dessen Gründung an eingenommen. - --------------------- - - - +Holzkohlen-Umschlag.+ Man nehme eine Unze Brod und fünf Unzen heißes - Wasser und lasse es 10 Minuten nahe am Feuer stehen, dann füge - pulverisirten Flachssamen, 5 Drachmen, hinzu, pulverisirte Holzkohle - 2 Drachmen, und mache einen weichen Umschlag davon. Dies mag bei - Eiterbeulen und Geschwüren, die einen widerwärtigen Geruch haben, - angewendet werden. - - +Schlüpfriger Ulm-+(~Slippery Elm~)+Umschlag+ wird aus pulverisirter - Ulmenrinde zubereitet mit hinreichend heißem Wasser, um daraus eine - weiche Masse zu bilden. Anwendbar, sobald eine Erweichung oder - besänftigende Wirkung gewünscht wird. - - +Lobelia-Umschlag.+ Man nehme gleiche Theile der Lobelia- und - Ulmenrinde und füge genug heiße schwache Lauge hinzu, einen Umschlag - daraus zu bilden. Anwendbar bei Nagelgeschwüren, Beulen, Wunden, - Insektenstichen und allen Arten von Entzündung. - - +Kermesbeer-+(~Poke root~)+Umschlag.+ Man nehme eine Quantität - Kermesbeere und röste sie in heißer Asche, wenn weich, zerstoße sie - und mache davon mit heißem Wasser einen Umschlag. Dies wird zuweilen - Geschwulste, Beulen und Nagelgeschwüre zertheilen. - - Gegen Geschwüre, Beulen und Nagelgeschwüre sind Brod und Milch, sowie - Flachssamen-Umschläge wahrscheinlich die besten Mittel. Nachdem aber - der Eiter zu laufen beginnt, ist der Umschlag von schlüpfriger Ulme - vorzuziehen. Letzterer ist auch bei Karfunkel und anderen tiefen - Eitergeschwüren der beste Umschlag. - - Hefen- (~Yeast~) Umschläge mögen bei stark morastartigen Eiterbeulen, - die einen widrigen Geruch besitzen, angewendet werden. - - -Bähungen (~Fomentations~). - -Diese können ebensowohl warm als auch kalt sein, und der Zweck -derselben besteht in der Verminderung der Entzündung und Anschwellung. -Bähungen können aus Arnica, Ringelblumen (~Calendula~) oder Brennnessel -(~Urtica Urens~) gemacht werden. - -Arnica ist gut bei Quetschungen und Verrenkungen. - -Ringelblume bei Schnitt- und Rißwunden. - -Brennnessel bei Quetschungen und Verbrühungen. - -Das Verhältniß ist 10 bis 20 Tropfen der Tinktur auf ½ Pint kaltes -Wasser, Tücher in der Mischung getränkt und ausgerungen werden -aufgelegt und häufig gewechselt. - -Hopfen wird in folgender Weise angewendet. Ein Säckchen, welches -denselben enthält, wird in heißes Wasser getaucht und auf die -angegriffene Stelle gelegt. Die Bähung sollte gehörig zugedeckt -gehalten werden, so daß die Feuchtigkeit und Wärme zurück bleibt. -Bähungen können auch aus Hopfen, Rainfarn und Wermuth, jedes -allein oder zu gleichen Theilen; Hopfen, Lobelia und Stechapfel- -(~Stramonium~) Blättern, zu gleichen Theilen, zubereitet werden. - - -Pflaster (~Plasters~) - -werden in der Regel zur Zusammenziehung von Wunden oder zur -Verhinderung des Zutritts der Luft zu denselben aufgelegt. Gegen große -und tiefe Wunden ist das beste gewöhnliches Heftpflaster, und gegen -leichte Wunden und Abreiben der Haut mag das englische Pflaster (~Court -plaster~) angewendet werden. Arnica-Pflaster ist gut gegen Verrenkungen -und chronischen Rheumatismus, besonders im Rückgrat und der Brust. - - -Wickelbänder und Bandagen - -sollten aus fester Leinwand oder baumwollenen Tüchern gemacht werden. -Man schneide Streifen von vier Finger Breite und nähe sie zusammen, -bis man die erforderliche Länge besitzt. Dann rolle man sie dicht -übereinander, so daß sie bei der Verwendung leichter gehandhabt werden -können. Bei dem Verbinden sollte der Wundarzt versuchen, jeden Theil -des Gliedes zu bedecken, damit auf alle Theile ein gleichmäßiger Druck -ausgeübt wird; auch sollte der Verband vollkommen glatt sein, und um -dies zu bewerkstelligen, wird es nothwendig werden, den Verband an -gewissen Stellen des Gliedes um sich selbst zu wickeln, bis es dem -Wundarzt wieder möglich ist, weiter spiralförmig zu verbinden, wobei -immer das folgende das frühere zur Hälfte bedecken muß. - -[Illustration] - -Beim Verbinden eines Armes oder Beines beginne man stets mit den -Fingern oder Zehen und gehe aufwärts. Der Verband darf aber nicht zu -fest angelegt werden, damit nicht der Umlauf des Blutes gehemmt wird, -was leicht Brand verursachen könnte. Die nebenstehende Abbildung -zeigt, wie ein derartiger Verband anzulegen ist. - -Bei Brüchen mag man den Verband von Zeit zu Zeit mit einer Lösung von -Arnica oder kaltem Wasser tränken. - - -Schienen (~Splints~) - -sind aus Blech, dünnem Brett oder starker, steifer Pappe anzufertigen -und müssen der Länge und der Breite des gebrochenen Gliedes angemessen -groß sein. Man befestige sie vermittelst Riemen oder Wickelbänder. - - -Brüche (~Fractures~). - -Wenn ein Knochen gebrochen ist, so nennt man dies einen Bruch. Ist -er in zwei oder mehrere Stücke gebrochen ohne irgend eine äußerliche -Wunde, so wird dies ein +einfacher Bruch+ genannt. Wenn aber da, wo der -Bruch stattgefunden hat, eine äußerliche Wunde vorhanden ist, so wird -es als ein +zusammengesetzter Bruch+ bezeichnet. Es giebt auch andere -Formen, allein diese mögen für dieses Buch hinreichen. - -Die Kennzeichen von Brüchen sind zuweilen sehr unkenntlich. Gewöhnlich -ist Schmerz und eine Unfähigkeit, das Glied zu bewegen, vorhanden, -was aber auch bei Verrenkungen u.s.w. der Fall sein kann. In der -Regel aber tritt sowohl ein Kürzerwerden des Gliedes als auch eine -Veränderung in dessen Form ein, verbunden mit der Unmöglichkeit des -Bewegens, Schmerz und Anschwellen. Ebenso wird auch ein knirschendes -Geräusch oder Gefühl, ~crepitus~ genannt, wahrgenommen, das durch das -Aneinanderreiben der gebrochenen Enden des Knochens hervorgerufen wird. - - -+Behandlung.+ - - Wenn ein Bruch stattgefunden hat, sollte der Patient mit der - größten Sorgfalt weggeschafft werden, und wenn es in einer gewissen - Entfernung vom Hause geschah, sollte man ihn aus ein Brett oder - eine Thüre legen, oder auf irgend eine Weise fortschaffen, die ihm - eine bequeme Lage gestattet; das verletzte Glied darf nicht hängen - gelassen oder hin und her geworfen werden, muß vielmehr vermittelst - Kissen von Stroh, Blättern u.s.w. in eine ruhige Lage gebracht - werden. Gebrochene Glieder, besonders wenn Anschwellung vorhanden - ist, sollten vor den ersten 3 oder 4 Tagen, oder wenigstens nicht vor - einigen Stunden nach dem Unfalle verbunden werden, denn ein Verband, - der durch das Anschwellen beengt wird, kann den Blutumlauf hemmen und - so die Ursache zum Brande werden. Der gebrochene Knochen muß in eine - möglichst bequeme Lage gebracht und dort ruhig gelassen werden, bis - die Anschwellung nachgelassen hat. Sofortige Aufmerksamkeit sollte - Brüchen des Schlüsselbeines oder der Rippen geschenkt werden. - - Um den Knochen wieder einzurichten, lege man den Patienten auf ein - Brett oder eine Matratze, und befinden sich die Schnitte des Bruches - nicht genau gegenüber, so sollte einer der Wärter den unteren Theil - des gebrochenen Gliedes erfassen, während der andere den oberen Theil - hält, beide sollten dann sanft ziehen und zwar in entgegengesetzter - Richtung, so daß durch die Ausdehnung und das Zusammenschieben - schließlich der Knochen wieder in die rechte Lage gebracht wird. - Dann mögen die Schienen und der Verband angelegt werden, und um - das Aufreiben der Haut oder eine Verletzung zu verhindern, sollte - eine dünne Lage Watte untergelegt werden. Die Schienen müssen von - einer oder zwei Personen gehalten werden, während der Wundarzt den - Verband anzulegen beginnt, und zwar immer an dem unteren Theile des - Gliedes zuerst anfängt. Nachdem das Glied so verbunden, lege man - es auf ein Kissen in einer gebeugten Stellung oder in einem eigens - dazu angefertigten Bruchkasten oder in einer Schlinge. Man nehme den - Verband nach Verlauf einer Woche ab, um sich zu versichern, daß sich - die Theile in gehöriger Lage befinden, und verbinde dann wieder. - - -Bruch des Nasenbeines - -wird leicht an der Mißgestaltung erkannt. - - -+Behandlung.+ - - Die Knochen werden eingerichtet, indem man mittelst eines silbernen - oder hölzernen Stiftes oder irgend eines ähnlichen Instrumentes in - der Nasenhöhle die gebrochenen Knochen herausdrückt, währenddessen - man durch einen Gegendruck mit den Fingern von außen das zu weite - Hervortreten derselben verhindert. Um die Entzündung und das - Anschwellen zu unterdrücken, mache man nasse Umschläge von kaltem - Wasser oder einer kalten Arnica-Lösung durch mehrere Tage hindurch. - - -Bruch des untern Kinnbackens. - -Der untere Kinnbacken kann an mehreren Stellen gebrochen werden und der -Bruch mag ein einfacher oder zusammengesetzter sein. Er wird an dem -Schmerz bei Bewegung des Gaumens, durch das Lockerwerden der Zähne und -an dem knirschenden Gefühle beim Bewegen der Knochen erkannt. - - -+Behandlung.+ - - Lege über das Kinn eine Lage Watte oder Charpie, und forme dann - nach dem Kinn und unter der Oberfläche des Gaumens ein Stück dicker - Pappe welche zuvor in Wasser erweicht wurde, zu einer Schiene. - Dann befestige man dieselbe mittelst eines Wickelbandes von zwei - Zoll breit an den Gaumen, presse den unteren Kinnbacken gegen den - oberen und binde die Bandage vorn und unter dem Kinn quer über den - Scheitel. Dieser Verband sollte nicht vor drei bis vier Tagen behufs - Nachsehens entfernt werden. Sollte es schwer sein, die Bruchstücke - an ihrem Platz zu halten, so sollten die dem Bruch auf beiden Seiten - nächststehenden Zähne mit einem feinen Eisen- oder Silberdrath - zusammen gezogen werden. - - -Bruch der Rippen. - -Ein Bruch der Rippen kann durch einen heftigen Schlag oder Fall -verursacht werden und ist an dem schwierigen Athmen und an einem -leichten Krachen, welches gehört oder gefühlt werden kann, wenn man die -Hand über den verletzten Theil legt, während der Patient einen langen -Athemzug thut, zu erkennen. Der Patient klagt bei jedem Athemzug über -einen stechenden Schmerz in der verletzten Seite. - - -+Behandlung.+ - - Schneide Heftpflaster in Streifen von ein und einem halben Zoll - breit und 15 bis 18 Zoll lang, und wenn erwärmt, lege man sie auf - die verletzte Seite. Ein Ende von jedem Streifen ruhe auf dem - Brustbein und ziehe sich dann nach unten und außen, so daß sie den - Bruch kreuzen und bis zum Rückgrat reichen. Diese Streifen sollten - die Oberfläche der verletzten Stelle zwei oder drei Zoll über - und unter dem Bruche bedecken und aufgelegt werden, während der - Patient die Luft so viel als möglich aus den Lungen zieht. Oder ein - breites, starkes Band mag um die Brust herum befestigt werden, damit - verhindert wird, daß sich die Rippen während des Athmens bewegen. - - -Bruch des Schlüsselbeines - -kommt häufig vor und erfordert sofortige Behandlung. Er kann daran -erkannt werden, daß die Schulter an der verletzten Seite tiefer ist als -die an der andern, an dem Schmerz bei Bewegung, der Patient kann die -Hände nicht an den Kopf heben, der Arm an der verletzten Seite fällt -auf die Brust, an den knirschenden Ton oder crepitus, der bei Bewegen -des Armes oder der Schulter wahrgenommen wird, oder die gebrochenen -Enden können, wenn man mit der Hand längs des Schlüsselbeines streicht, -gefühlt werden. - - -+Behandlung.+ - - Man lege ein Polster in die Armhöhle, welches hinreichend dick - ist, den Arm von dem Körper zu halten. Dann hebe man den Ellbogen - vermittelst einer Schlinge ähnlich einem Rockärmel, die sich vom - Handgelenk nach dem Ellbogen erstreckt, ziehe ihn rückwärts und lasse - die Schiene auf der gesunden Schulter ruhen, während der Arm an der - verletzten Seite ruhig an dem Körper gehalten werden muß. - - -Bruch des Schulterblattes. - -Das Schulterblatt wird selten gebrochen, ausgenommen in Folge -unmittelbarer heftiger Verletzungen. Wenn der Knochen gebrochen ist, -so wird eine schmerzhafte Anschwellung, sowie auch Steifheit und -Unfähigkeit den Arm der betreffenden Seite zu bewegen, eintreten. - - -+Behandlung.+ - - Mache eine Compresse über den Sitz des Bruchs und bringe den Knochen - durch das Anlegen eines festen Verbandes oder durch Streifen von - Heftpflaster in eine unbewegliche Lage. - - -Bruch des Oberarms. - -Dieser Bruch findet häufig in der Mitte des Armes statt. Er kann daran -erkannt werden, daß der Patient den Ellbogen oder Vorderarm nicht heben -kann und an dem knirschenden Gefühl, das empfunden wird, wenn sich die -Bruchstücke an einander reiben. - - -+Behandlung.+ - - Man forme eine Schiene von Sohlenleder, das zuerst in Wasser erweicht - wird, der äußeren Fläche des Armes angemessen, und dehne diese bis - zur Schulter gehörig aus; befindet sich der Bruch näher unter dem - oberen Ende des Knochens, mache ein Polster unter die Achsel oder in - die Armhöhle; lege eine kurze Schiene von Sohlenleder an die innere - Seite des Armes und befestige dieselbe vermittelst eines Wickelbandes - von den Fingern aufwärts. Wenn sich der Bruch weiter vom Gelenk ab - befindet, kann das Polster ausgelassen werden. - - -Bruch des Ellbogens. - -Der Ellbogen kann gebrochen werden, was an dem Schmerze an dem -betreffenden Theile und daran, daß der Patient den Arm biegen aber -nicht wieder strecken kann, an dem knirschenden Gefühle, das bei -Vorwärts- und Einwärts-, dann langsam Rückwärts- und Einwärtsbiegen -wahrgenommen wird, erkannt werden kann. Bei Bewegen des Armes sollte -der Wundarzt eine Hand auf die Stelle des Bruches legen, während er mit -der andern das Glied bewegt. - - -+Behandlung.+ - - Dehne den Arm vollständig aus und lege an die innere Seite eine - lange, gerade Holzschiene, dann lege eine feste Compresse über den - Bruch des Knochens, bringe ihn in seine gehörige Lage vermittelst - Streifen von Heftpflaster, welche an der Schiene und an dem Arm - befestigt werden, so daß ein Vorschieben nicht möglich ist. - - -Bruch des Vorderarmes. - -Es gibt zwei Knochen in dem Vorderarm. Der eine wird ~Ulna~, der -andere ~Radius~ genannt. Wenn beide Knochen gebrochen werden, so -wird der Bruch leicht entdeckt, dies kommt aber selten vor. In der -Regel ist Schmerz an der gebrochenen Stelle vorhanden, die Hand ist -steif und ein knirschendes Gefühl wird bemerkt werden, wenn das Glied -über oder unter dem Bruch fest angegriffen wird und die Enden der -Knochen gegen einander reiben. - - -+Behandlung.+ - - Zwei gerade dünne Stücke Brett, lang genug, daß sie von dem Ellbogen - bis zu den Fingerspitzen reichen, gehörig wattirt und ein wenig - breiter als der Arm, sollten eines an die innere und das andere an - die äußere Seite des Vorderarmes gelegt und die Lage derselben durch - den Verband so gesichert werden, daß, wenn der Vorderarm auf die - Brust gelegt wird, der Daumen aufwärts gerichtet ist. - - -Fingerbrüche. - -Wenn das erste oder zweite Glied des Fingers gebrochen wird, kann es -leicht entdeckt werden, bei dem dritten Gliede aber ist es schwieriger. - - -+Behandlung.+ - - Man lege eine dünne schmale Schiene aus einer Schindel oder aus - anderem passendem Material geschnitten an die innere Seite des - Fingers und befestige sie mittelst eines schmalen Verbandes. - - -Schenkelbruch. - -Dieser Bruch kann an irgend einer Stelle des Schenkelknochens vom Knie -bis an die Hüfte eintreten, findet aber häufiger in der Gegend der -Mitte oder an dem oberen Theile statt. Der Bruch kann an dem Schmerze, -der Unfähigkeit das Glied zu bewegen, oder irgend ein Gewicht darauf -zu ertragen, sowie an dem knirschenden Geräusche, wenn die Enden gegen -einander reiben, erkannt werden. Wenn der Bruch schief ist, so wird das -Glied kürzer, ist die Kugel gebrochen, so dreht sich das Knie und der -Fuß nach Auswärts und das Glied ist ungefähr einen Zoll kürzer als das -andere. - - -+Behandlung.+ - - Wenn ein Bruch der Kugel stattfand, so mag das Glied in eine - mit doppelter Biegung versehene Schiene (siehe Holzschnitt) mit - gekrümmtem Knie gelegt und so weit erhöht werden, daß der Körper - etwas nach unten zieht, damit die möglichst volle Länge erhalten - bleibt. - -[Illustration] - - Wenn sich der Bruch in der Mitte des Knochens befindet, sollte eine - lange gerade Schiene angelegt werden; an dem unteren Ende ist der Fuß - zu befestigen und an dem oberen Ende, fast bis zur Armhöhle reichend, - sollte sich ein gehörig wattirter Gurt befinden, der, sich durch - die Schamleiste ziehend, rings um den verletzten Schenkel geht. Man - strecke den Schenkel bis zu seiner vollen Länge aus, die Schiene möge - befestigt und wenn nöthig, mögen die Bruchstücke noch besonders durch - kurze Schienen von Sohlenleder und etwas Verband gestützt werden. - - -Bruch des Beines. - -Das Bein ist jener Theil des Gliedes, welcher zwischen Knie und -Knöchel liegt. Es besteht aus zwei Knochen; der kleinere Knochen an -dem äußeren Theile des Beines wird ~Fibula~ und der andere an -der inneren Seite ~Tibia~ oder Schienbein genannt. Einer oder -beide können gebrochen werden, häufiger aber der letztere. Der Bruch -kann daran erkannt werden, daß der Patient weder gehen noch sich auf -den Füßen halten kann, am Schmerz, an einer Veränderung der Form und -an dem eigenthümlichen knirschenden Gefühl beim Aneinanderreiben der -gebrochenen Enden. - - -+Behandlung.+ - - Man bringe den Fuß in eine Schiene mit doppelter Beugung (siehe - den Holzschnitt auf der vorhergehenden Seite) und gebe dem Fuße - einen Halt an dem Fußende; sollten die Bruchstücke anfangen in eine - ungehörige Lage zu kommen, so lege man eine kurze Schiene, gehörig - wattirt an, damit sie in ihrer Lage bleiben. - - -Brüche des Fußes. - -Dieselben sind häufig von Fleischwunden und Zerreißung des Bandes -begleitet und sind gefährlicher als Brüche der Hand. - - -+Behandlung.+ - - Ist das Fleisch stark zerrissen und die Knochen gebrochen, sehe - man zu, die letzteren wieder an ihren Platz zurückzudrängen, mache - Wasserumschläge oder solche von Arnica-Auflösung, und suche die - Entzündung zu beseitigen, welche die Hauptquelle der Gefahr ist. Wenn - der Fersenknochen gebrochen ist, sollte der Fuß völlig ausgestreckt - und eine gerade Schiene, welche von den Zehen bis zum Knie reicht, - angelegt werden. Die Knochenbruchstücke sind durch Streifen von - Heftpflaster oder Wickelbänder zusammen zu halten. - - -Zusammengesetzte Brüche - -sind von Wunden durch die Haut, welche durch das Herausdringen des -Knochens verursacht werden, begleitet, und sind in Folge dessen -gefährlicher als einfache Brüche, sind aber bezüglich ihrer Behandlung -von den letzteren nicht verschieden. Der Verband aber muß so angelegt -werden, daß man die Wunden verbinden kann, ohne dadurch von Neuem eine -Störung der Lage des Knochen zu verursachen. Alle Knochensplitter &c. -müssen sorgfältig entfernt werden. - - -Ausrenkungen. - -Die Flächen, wo sich zwei Knochen begegnen und gegen einander -gleiten, werden Gliederflächen und die Verbindung die Knochenfügung -genannt. Die Oberfläche des Knochens ist mit einem glänzenden Knorpel -bedeckt und die Glieder werden durch Bänder und Streifen von Knorpel -zusammengehalten. Wenn nun ein Knochen vermittelst Gewalt oder durch -Erschlaffung der Bänder aus seiner Höhle tritt, so nennt man dies eine -Ausrenkung. Ist ein Knochen blos verschoben, so wird dies als eine -+einfache Ausrenkung+ bezeichnet, wenn aber dabei die umgebenden -Theile verletzt werden, so nennt man es eine +zusammengesetzte -Ausrenkung+. Eine Ausrenkung sollte sobald als möglich nach -deren Vorgang behoben werden; je länger dies verschoben wird, desto -schwieriger wird es sein. Zuweilen findet man einen Bruch und eine -Ausrenkung zu gleicher Zeit, und in solchen Fällen muß zunächst die -Ausrenkung beseitigt sein, bevor man den Bruch behandeln kann. - -Kennzeichen einer Ausrenkung sind die Unmöglichkeit, die Glieder und -Knochen zu bewegen; die Kugel des Knochens kann in ihrer unnatürlichen -Lage gefühlt werden, und das Glied kann sich verkürzen oder auf -andere Weise verschieben. Eine Ausrenkung muß durch ein allmähliges -und ununterbrochenes kräftiges Ziehen beseitigt werden, was daran zu -erkennen ist, daß das Glied seine natürliche Gestalt wieder annimmt und -gewisse Bewegungen wieder machen kann, welche, während der Knochen aus -seiner Lage ist, nicht möglich sind. Der Schmerz läßt allmählig nach, -nachdem der Knochen wieder eingerichtet ist. - -Bei Ausrenkungen der Schulter und Hüfte, macht der Knochen ein -schnappendes Geräusch, wenn er in seine Lage zurückgleitet. - - -Ausrenkung des Gaumens - -wird gewöhnlich durch zu starkes Gähnen verursacht und kann auf einer -oder auch auf beiden Seiten stattfinden. Der Mund ist weit geöffnet, -das Kinn nach einer Seite oder nach unten gezogen, der Patient ist -unfähig, den Mund zu schließen und der Speichel tropft. - - -+Behandlung.+ - - Man stelle sich hinter den sitzenden Patienten und schiebe einen Kork - oder Töpsel von Holz zwischen die Backenzähne auf der ausgerenkten - Seite oder auf beiden Seiten, wenn die Ausrenkung beider Seiten - stattfand, und hebe das Kinn sanft aber beständig. Wenn die - Ausrenkung beseitigt ist, wird sich der Mund sogleich nach dem - Herausnehmen des Korkes oder Töpsels schließen. - - -Ausrenkung des Schlüsselbeins. - -Das Schlüsselbein ist mehr zum Bruch als zur Ausrenkung geneigt. Wenn -eine solche stattfindet, so steht sie in der Regel mit dem Brustbein -in Verbindung. Die Kugel des Knochens kann sich sowohl rück- als -vorwärts schieben. Wenn rückwärts gezogen, drückt sie auf den oberen -Theil des Brustbeines, während die Kugel wie eine Geschwulst an dem -Halse gefühlt werden kann; auch verursacht dies eine beträchtliche -Anschwellung. Wird die Kugel vorwärts gezogen, so wird mit der Hand an -der Spitze des Brustbeins ein Höcker gefühlt. - - -+Behandlung.+ - - Wenn sich der Knochen nach rückwärts geschoben hat, ziehe die - Schulter kräftig genug vom Körper weg, damit der Knochen in seine - Lage zurückgebracht wird, dann presse die Schulter nach rückwärts und - halte sie in dieser Stellung. Fand die Ausrenkung nach vornen statt, - so beseitige sie in derselben Weise; beuge die Schulter ein wenig - nach vorwärts und lege eine feste Compresse über dem Knochen an, - damit eine Wiederholung verhindert wird. - - -Ausrenkung der Schulter. - -Die Kugel des langen Armknochens kann in drei verschiedenen Richtungen -ausgerenkt werden, nach unten, in die Armhöhle, nach vornhin, auf die -Brustmuskeln und nach rückwärts auf die Rückseite des Schulterblattes. - -Wenn die Ausrenkung in die Armhöhle stattfand, so ist der Arm länger -als der andere und der Ellbogen von der Seite gezogen; die Rundung der -Schulter ist verschwunden, der Patient kann den Arm nicht heben und die -Finger sind zuweilen empfindungslos. - -Bei einer Ausrenkung nach vorwärts wird ein Höcker an der Spitze -der Schulter gefühlt, der Ellbogen ist von der Seite nach rückwärts -gezogen, der Arm ist kürzer und die Kugel kann unter dem Schlüsselbein -gefühlt werden. - -Wenn die Kugel nach rückwärts an das Schulterblatt gezogen ist, so kann -sie durch die Geschwulst an jener Stelle gefühlt werden; der Arm und -Vorderarm wird quer über die Brust gezogen. - - -+Behandlung.+ - - Wenn eine Ausrenkung in die Armhöhle stattfand, lasse man den - Patienten sich auf den Rücken legen, stelle den nur mit dem Strumpf - bekleideten Fuß in die Armhöhle, ziehe dann stark an dem Arme und - zwinge so durch das Gegenstemmen des Fußes die Kugel zurück, bis sie - plötzlich in die Höhle springt. - - Bei einer Ausrenkung nach vorwärts bringe man durch Ziehen des Armes - nach aus- und aufwärts die Kugel in die Armhöhle und verfahre dann - weiter wie eben beschrieben. - - Wenn die Kugel nach rückwärts ausgerenkt ist, so stelle sich der - Wundarzt neben den Kranken, anstatt sich, wie auf dem vorstehenden - Holzschnitte gezeigt, neben denselben zu setzen. Durch das Ziehen des - Armes mehr nach vorne hin wird die Ausrenkung beseitigt. - -[Illustration] - - -Ausrenkung des Ellbogens. - -Die gewöhnlichste Ausrenkung des Ellbogens ist jene, bei welcher beide -Knochen des Vorderarmes rück- und aufwärts gezogen sind. Sie kann -daran erkannt werden, daß die Spitze des Ellbogens mehr als gewöhnlich -hervorsteht; an jeder Seite des Ellbogens befindet sich eine Höhle und -der Vorderarm ist an dem rechten Knöchel der Hand gekrümmt. - - -+Behandlung.+ - - Fasse den Arm oben und unter dem Ellbogen, setze das Knie in den - verletzten Ellbogen, und währenddem man den Arm um das Knie biegt, - ziehe man beständig stark, auf diese Weise werden die Knochen wieder - in ihre Lage zurückgebracht. - - -Ausrenkung des Handgelenkes - -kann an dem Schmerz, der Veränderung in der Stellung der Hand verbunden -mit einer Anschwellung des vordern und hintern Theiles der Hand erkannt -werden. - - -+Behandlung.+ - - Man fasse die verletzte Hand fest, während ein anderer den Arm hält, - und indem die Hand in die Höhe gezogen wird, drücke man mit der - anderen Hand die Knochen in ihre Lage zurück. - - -Ausrenkung der Knochen der Finger. - -Eine solche kann an dem Vorspringen an dem hinteren Theile des Fingers -erkannt werden. - -[Illustration] - - -+Behandlung.+ - - Beuge den Finger rückwärts an dem ausgerenkten Gliede, bis es in - einem rechten Winkel steht, dann dränge man mit den Daumen den Boden - des ausgerenkten Knochens vorwärts und strecke gleichzeitig den - Finger aus. - - -Ausrenkung des Hüftknochens. - -Die Kugel oder der Kopf des Hüftknochens kann nach vier Richtungen hin -ausgerenkt werden; auf- und rückwärts, nach unten und rückwärts, auf- -und vorwärts und rück- und vorwärts. - -Die Ausrenkung auf- und rückwärts wird daran erkannt, daß das Bein -ungefähr um zwei Zoll kürzer als das andere und das Knie und der Fuß -nach einwärts gedreht sind. - -Die Ausrenkung nach unten und vorwärts kennzeichnet sich durch die -Verlängerung des Gliedes; das Knie ist weit getrennt von dem anderen -und Fuß und Knie sind auswärts gedreht, bei einem Versuche, aufrecht zu -stehen, wird der Körper mehr vorwärts gezogen. - -Die Ausrenkung rückwärts und nach unten wird daran erkannt, daß das -Glied ein wenig kürzer ist und Knie und Fuß nach Innen gedreht sind, an -dem Aufziehen der Ferse und an Ruhen der großen Zehe auf dem Ballen der -großen Zehe des andern Fußes. - -Die Ausrenkung auf- und vorwärts wird daran erkannt, daß das Glied -ungefähr einen Zoll kürzer als das andere ist und der Fuß und das Knie -auswärts gedreht sind. - - -+Behandlung.+ - - Bei Ausrenkung auf- und rückwärts -- lege man den Patienten auf den - Rücken auf einen niedrigen, festen Tisch, oder was noch besser ist, - auf eine zusammengelegte Decke auf die Erde. Der Wundarzt stehe - oder kniee an der verletzten Seite und fasse den Knöchel mit der - einen Hand und mit der andern das Knie. Dann beuge das Knie auf - den Schenkel, zunächst stark anziehend, führe es über den gesunden - Schenkel, gleichzeitig auswärts über das Becken in eine Art von - Halbkreis bis zum Nabel. Ziehe das Knie sanft nach außen, drehe die - Zehen nach auswärts, die Ferse nach Innen und den Fuß quer über - das andere gesunde Glied, indem man den Schenkel sanft hin und her - bewegt, bis die Kugel in ihre Höhle gleitet, was mit einem leichten - Knirschen oder hörbaren Schnappen vor sich geht. (Dr. W. W. Reid in - Smith’s Chirurgie). - - Wenn nach unten und rückwärts, muß der Schenkel auf den Körper - gebeugt und quer über den gegenüberliegenden geführt werden; dann - führe ihn langsam vom Körper weg in einer Weise, ähnlich wie die oben - beschriebene. - - Bei einer Ausrenkung auf- und vorwärts führe man das Glied kräftig - vom Körper hinweg, rolle den Fuß noch kräftiger auswärts, bis die - Kugel nach unten gleitet; die Ausrenkung ist dann eine solche, wie - die nach unten und vorwärts. Der Schenkel sollte dann stark auf den - Körper gekrümmt und quer über den andern geführt werden, und wenn bei - dem Rollen des Beines die Fußsohle aus- und aufwärts gerichtet ist, - wird die Kugel an ihre Stelle gleiten. - - -Ausrenkung der Kniescheibe. - -Die Kniescheibe kann nach Außen und Innen ausgerenkt werden. - -Die Ausrenkung nach Außen kann an dem Hervorragen oder der Geschwulst -an der äußeren Seite des Kniegelenkes, Steifheit und Unfähigkeit zum -Gehen, erkannt werden. Dies ist das gewöhnlichste. - -Die Ausrenkung nach Innen ist sehr selten und die Kennzeichen sind -dieselben, wie die vorhergehenden, ausgenommen daß die Kniescheibe -neben dem Kniegelenk gefunden wird. - - -+Behandlung.+ - - Der Patient lege sich auf ein Bett und lege mit völlig ausgestrecktem - Beine seine Ferse auf die Schulter einer anderen Person, welche die - Kniescheibe mit den Fingern und Daumen in ihre Lage zurückbringt. - - -Ausrenkung des Kniegelenkes. - -Das Kniegelenk kann in vier Richtungen ausgerenkt werden, rückwärts, -vorwärts, einwärts und auswärts. Die häufigsten sind die rück- und -vorwärts. - - -+Behandlung.+ - - Eine Person fasse den Fuß des Patienten und ziehe beständig, - aber kräftig, während ein Anderer den Schenkel faßt und in der - entgegengesetzten Richtung zieht, dann dem Kniegelenk gegenüber - stehend, bringe die verschobenen Knochen wieder in ihre Lage. - - -Ausrenkung des Knöchels. - -Eine derartige Ausrenkung kommt nur selten vor, ausgenommen in -Begleitung eines Bruchs. Sie kann vor-, rück-, aus- oder einwärts -stattfinden. Die Ausrenkung einwärts ist die gewöhnlichste und kann -daran erkannt werden, daß der Fuß nach Außen gezogen wird und die -innere Kante auf dem Boden ruht. Auch wird eine harte Geschwulst an -der innern Seite des Knöchels und eine Vertiefung an der äußeren Seite -gefunden werden. - - -+Behandlung.+ - - Ein kräftiges Ziehen an dem Fuße, während Jemand das Bein nahe am - Knie hebt, und Beugen des Fußes in solch einer Richtung, welche die - Rückkehr des Knochens in seiner Lage begünstigt, wird Ausrenkung des - Knöchels, wenn sie nicht von einem Bruche begleitet ist, schnell - beseitigen. - - -Wunden. - -Wunden werden in verschiedene Klassen eingetheilt: +einfache -Schnittwunden+, von einem scharfen, schneidenden Instrumente -herrührend; +Riß- und Quetschwunden+, durch ein stumpfes Instrument, -wie eine Säge oder eine Keule, verursacht; +Stichwunden+, von Bayonett, -Dolch u.s.w., und +vergiftete Wunden+, in Folge von Stichen oder -Bissen giftiger Insekten oder Schlangen. - - -+Behandlung.+ - -[Illustration] - - Einfache Schnittwunden müssen zuerst von allem Schmutz gereinigt - und die Blutung gestillt werden. Die Blutung hört in der Regel nach - Anwendung des kalten Wassers oder Wasser mit ein wenig Arnika-Tinktur - darin auf. Andere Mittel für diesen Zweck sind: Lösungen von Tannin, - Alaun (~Alum~), Abkochung von Weißeichenrinde und Monsel’s Salz; das - Letztere ist ein vortreffliches Mittel. Nachdem die Blutung gestillt - ist, müssen die Ränder der Wunde zusammen gebracht und durch einen - Streifen Heftpflaster zusammen gehalten werden, bis die Wunde geheilt - ist. Wenn das Pflaster die Ränder nicht zusammenhält, müssen einige - Stiche gemacht werden. Ist die Blutung sehr stark und von einer - hellen, rothen Farbe, strahlenförmig herausströmend, so ist dies ein - Zeichen, daß eine Ader verletzt worden ist. Eine Compresse sollte - dann auf die Ader über die Wunde und zwischen die Wunde und das Herz - gelegt werden, wenn der Druck mit den Fingern nicht hinreicht, binde - ein Taschentuch so fest als möglich um das Glied. - -[Illustration] - - Bei Riß- und Quetschwunden ist die Behandlung der obigen ähnlich. - Wenn aber eine Entzündung im hohen Grade eintritt, muß das Pflaster - entfernt und Kaltwasser-Umschläge, zuweilen auch ein beruhigender - Umschlag gemacht werden. Die Tinktur der Ringelblume (~Calendula~) - ist bei dieser Klasse von Wunden der Arnica vorzuziehen. - - Stichwunden werden ungefähr in derselben Weise wie die obigen - behandelt. Sorge sollte getragen werden, daß die Wunde nicht vom - Grunde aus heilt, was durch das Einschieben von ein wenig Charpie in - die Wunde verhindert werden kann. - - Vergiftete Wunden schließen in sich Bisse und Stiche von Musquitos, - Spinnen, Bienen, Wespen und Schlangen. Eine Auflösung von - gewöhnlichem Salz mag mit Vortheil angewendet werden, ebenso auch - Ammoniak-Wasser, ein Umschlag von Wegebreit- (~Plantain~) Blättern, - Arnica-Tinktur, nasser Erde und Olivenöl. - - Bei den Bissen von Schlangen sollte sogleich ein Taschentuch oder - irgend ein anderer Verband fest um das Glied zwischen die Wunde - und das Herz gelegt werden. Das Gift muß dann vermittelst des - Schröpfkopfes (~Dry cup~) oder des Mundes aus der Wunde gesaugt - werden. Der Patient sollte darauf so bald als möglich Whiskey, - Wachholderbranntwein (~Gin~) oder Brandy trinken, bis er betrunken - ist, und in diesem Zustande so lange verbleiben, bis sich die - Symptome bessern. - - -Quetschungen. - -Eine Quetschung wird in der Regel durch einen stumpfen, harten -Gegenstand, der mit den weichen Theilen des Körpers in heftige -Berührung kommt, ohne die Haut zu zerreißen, verursacht. Die kleinen -Blutgefäße werden gewöhnlich zerrissen, lassen das Blut unter die Haut -und erzeugen schwarze oder blaue Flecken. - - -+Behandlung.+ - - Zu einem Theile Arnica-Tinktur füge 6 bis 8 Theile Wasser, befeuchte - ein Tuch mit dieser Lösung und lege es über die Quetschung. - - -Verstauchungen. - -Eine Verstauchung ist ein gewaltsames Reißen und Drehen eines -Gelenkes in einem solchen Grade, daß die Bänder mehr oder weniger -reißen und sich ausdehnen, ohne jedoch den Knochen aus seiner Lage zu -bringen. Die Kennzeichen bestehen in Schmerz, Anschwellen, Entzündung -und Empfindlichkeit des betreffenden Theiles. Mit Sorgfalt sollte -untersucht werden, ob nicht etwa eine theilweise Ausrenkung des -verletzten Gelenkknochens stattgefunden hat. Bei einer Verstauchung -tritt die Anschwellung allmählig ein und das Gelenk kann unmittelbar -nach der Verletzung bewegt werden, während bei einer Ausrenkung -Anschwellung und Bewegungslosigkeit sogleich nach dem Unfalle eintritt. - - -+Behandlung.+ - - Zu einem Theile Aconit-Tinktur (~Tincture of Aconite~) füge 6 oder 8 - Theile Wasser und hülle das Gelenk in Tücher, welche in dieser Lösung - getränkt sind. - - -Verbrennungen und Verbrühungen - -sind, wenn nicht in zu großem Maßstabe, weniger gefährlich. Wenn -sie aber eine große Fläche bedecken oder tief gehen, so sind sie -ebenso gefährlich als schmerzhaft. Bei ihrer Behandlung betrachte -man die konstitutionellen Symptome und verhindere das Verwachsen und -Zusammenziehen, während die Heilung vor sich geht. Hat eine Verbrennung -der Hand stattgefunden, die sich zugleich auf die Finger erstreckt, so -sollten die Finger möglichst weit getrennt und diese Stellung durch -Schienen und Verband gesichert werden. - - -+Behandlung.+ - - Man nehme gleiche Theile von Kalkwasser und Leinöl, in welchen ein - Theil Kohlensäure (~Carbolic acid~) auf 50 der Mischung aufgelöst - ist, bestreiche mit dieser Masse die Oberfläche dick und bedecke es - mit einer Lage roher Baumwolle. Das Kalkwasser und Leinöl kann auch - ohne die Kohlensäure angewendet werden. - - Wenn der Brand nicht sehr tief geht, lege auf die Oberfläche - baumwollene Tücher, welche in starkem Alaun- (~Alum~) Wasser getränkt - sind. Spanische Seife (~Castile soap~) geschabt und mit Wasser zu - einem dicken Seifenschaum gemischt, dick auf leinene oder baumwollene - Tücher getragen und auf die Oberfläche gelegt, wird vorzüglich - gefunden werden. Mehl auf die Oberfläche gestreut, ist auch gut, - ebenso das Auflegen einer dünnen Lage von roher Baumwolle. - - -Erfrorene Glieder. - -+Behandlung.+ - - Halte sie fern vom Feuer, thaue sie langsam auf durch Reiben mit - Schnee, dann mit Flanell und schließlich mit der Hand. - - -Beulen (~Boils -- Furunculus~). - -Eine Beule ist eine harte kegelförmige Anschwellung, welche anfänglich -die Größe einer Erbse hat und sich an irgend einem Theile des Körpers -befinden kann. Die Anschwellung nimmt rasch zu und bekommt eine -blühende purpurne Farbe; nach 5 oder 6 Tagen wird sie spitz und oben -weiß, bricht aus und entleert eine Quantität Eiter. Bei dem Oeffnen -einer Beule wird eine Haut, gewöhnlich der Kern (~Core~) genannt, -gefunden, der entfernt werden muß, bevor die Beule heilen kann. Nach -der Entleerung des Eiters hört der Schmerz auf, die Anschwellung -zertheilt sich und die Heilung ist nach wenigen Tagen vollendet. Nicht -selten haben Personen einen ganzen „Kropf“ davon, der Monate oder Jahre -anhalten wird. In der Regel sind sie mit gewissen Störungen der Leber -oder des Magens verbunden. - - -+Behandlung.+ - - Mache warme Umschläge, bis sich die Beulen erweichen und eitern. Um - deren Rückkehr zu verhüten, gebe man die homöopathischen Heilmittel - ~Arnica~ und ~Sulphur~. - - -Karfunkel (~Carbuncle -- Anthrax~). - -Dies ist ein bösartiges Geschwür, welches selten eitert, nur einen -dünnen sauren Eiter entleert und außerordentlich schmerzhaft ist. - -+Symptome.+ Ein Karfunkel beginnt mit Hitze und Schmerz in dem -angegriffenen Theile, mit mehr oder weniger Jucken verbunden. Ein -kleines Bläschen wird zuerst bemerkt und eine tiefgehende und sehr -harte Geschwulst bildet sich. Häufig leidet der Patient an Frösteln, -Ohnmachten, Uebelkeit &c. Nimmt die Geschwulst zu, so bekommt sie eine -dunkelrothe oder purpurne Farbe, nach den Rändern zu lichter; eine -kleine Blase bildet sich aus der Spitze der Geschwulst, welche, wenn -aufgebrochen, eine dünne dunkelgefärbte Flüssigkeit entleert. Bei -weiterem Fortgang bilden sich noch mehrere Oeffnungen und der Karfunkel -kann sehr schnell in Brand übergehen. - -Sie wechseln in ihrer Größe von einem halben bis zu 5 oder 6 Zoll, oder -werden sogar noch größer. Zeigen sich dieselben am Kopf oder Nacken, -so sind sie gefährlicher als an anderen Stellen. Sie enden zuweilen -tödtlich. - - -+Behandlung.+ - - Beim ersten Beginne der Entzündung gebe man das homöopathische - Mittel ~Arsenicum~, stündlich oder alle zwei Stunden eine Dosis, - und der Anfall wird eingehalten werden. Wenn es geeitert hat, mache - erweichende Umschläge, bis die todte Lage ganz beseitigt ist, und - dann behandle es als eine gewöhnliche Eiterbeule. - - -Das Fingergeschwür (~Felon -- Whitlow~). - -Das Fingergeschwür ist eine Entzündung von sehr schmerzhafter Natur und -befindet sich in der Nähe der Finger- oder Zehengelenke. Es gibt davon -vier Arten: - -1) Jenes unter der Haut rings um den Nagel herum. - -2) Das auf der inneren Seite der Fingerspitze. - -3) Jenes innerhalb der Sehnenscheide des Fingers. - -4) Jenes innerhalb der ~Periosticum~ oder Knochenhaut. - -Die letzte Form dieses Leidens ist die fürchterlichste und verursacht -großen Schmerz; läßt man sie unbeachtet vorwärts schreiten, so kann -es den Verlust eines oder mehrerer Knochen, ja sogar der Hand zur -Folge haben. Es beginnt mit einem tiefsitzenden Schmerz, Röthe und -Anschwellung, und wenn sich Eiter bildet, wird der Schmerz klopfend. - - -+Behandlung.+ - - Sobald man sicher weiß, daß sich ein solches Geschwür bildet, lasse - man es aufschneiden und versichere sich, daß der Schnitt breit und - tief genug ist, den Eiter leicht auszulassen. Liegt das Geschwür - innerhalb der Knochenhaut (der Haut, welche den Knochen bedeckt), - was gewöhnlich der Fall ist, sollte der Schnitt bis auf den Knochen - gemacht werden, und zwar so, daß er längs des Knochens kratzt, um - sich zu versichern, daß die Knochenhaut geöffnet ist. Erweichende - Umschläge von Leinsamen, schlüpfriger Ulme (~Slippery elm~) oder Brod - und Milch mögen angewendet werden. - - -Das Einwachsen des Zehennagels. - -Dies ist außerordentlich schmerzhaft und wird durch das Tragen von zu -enger Fußbekleidung verursacht. Der beständige Druck auf die große -Zehe hat das Einschneiden des Nagels in das Fleisch zur Folge, was eine -Eiterung und Bildung von wildem Fleische verursacht. - - -+Behandlung.+ - - Man schabe den Nagel an der Spitze sehr dünn und presse etwas Watte - darunter, was zuweilen Linderung verschafft. Ein gutes Mittel ist - auch das Gießen von heißem Fett oder Talg unter den Nagel auf den - Sitz des Uebels. Das trockene Pulver des überchlorsauren Eisen - (~Perchloride of iron~) wird sehr empfohlen. - - - - -Gifte und Gegengifte. - - -Bei Vergiftungsfällen ist das erste Ding, was geschehen muß, Erbrechen -zu erregen, damit das Gift so bald als möglich aus dem Magen entfernt -oder dessen Wirkung auf die Anwendung des Gegengiftes neutralisirt wird. - - Um Erbrechen hervorzurufen, mögen folgende Mittel angewendet werden: - - Zwanzig Grane schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) oder zehn - Grane schwefelsaures Kupfer (~Sulphate of copper~), in warmem Wasser - aufgelöst. - - Lauwarmes Wasser, in großer Menge getrunken und öfters wiederholt. - - Schnupftabak oder Senf mit Salz gemischt, auch Senf mit warmem Wasser - vermischt und davon reichlich getrunken. - - Kitzeln des Halses mit einer Feder oder einem Strohhalm. - - Einspritzungen von Tabak in den After durch eine Pfeifenspitze. - - Gegen Vergiftungen von Säuren, wie Schwefel- (~Sulphuric~), Salpeter- - (~Nitric~), Salz- (~Muriatic~) und Phosphor- (~Phosphoric~) Säure, - wende man Hirschhorn-Spiritus (~Spirits of Hartshorn~), Seifenschaum, - Magnesia, Kalk- (~Lime~), Kreide- (~Chalk~) Pulver, mit heißem Wasser - vermischt, Holzasche, mit Wasser gemischt, an. - - Der durch Kleesäure hervorgerufenen Vergiftung kann am besten durch - Kreide, Kalk oder der Pflastermasse, womit das Innere der Zimmer - bekleidet ist, und welche Substanzen man mit Wasser vermischt, - entgegengewirkt werden. - - Wenn Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) genommen worden ist, wird die - Anwendung von viel Wasser schädlich sein. - - Bei Vergiftungen durch Alkalien, wie Potasche (~Pot~) und Perlasche - (~Pearl ashes~), Soda und Weinsteinöl (~Oil of tartar~), wende - als Gegengift Essig, Citronensaft, Castoröl, Leinsamenthee, Alaun - (~Alum~) und Olivenöl an. Sie sollten in großen Quantitäten gegeben - werden. - - Wenn Arsenik genommen wurde, gebe man Buttermilch, süßes oder anderes - Oel oder Magnesia in großen Quantitäten, gleiche Theile von Oel und - Kalkwasser mögen ebenfalls gegeben werden. Das sicherste Gegengift - ist das Eisenhydrat (~Hydrated Protoxide of Iron~), welches in Dosen - von einem Theelöffel voll mit Wasser gemischt alle 5 oder 10 Minuten - gegeben werden sollte. Auch ist eine Magenpumpe anzuwenden. - - Wenn ~Corrosive Sublimate~, Kupfer oder ~Verdigris~ genommen worden - sind, so ist das beste Mittel das Eiweiß. Man mische das Weiße von 12 - Eiern mit einem Quart Wasser oder Milch und gebe alle zwei oder drei - Minuten ein Glas voll. Kreidewasser, Milch, Stärke von Weizenmehl - können auch angewendet werden. - - Bei Vergiftung durch Blei oder irgend ein Bleisalz gebe man - Bittersalz (~Epsom salts~) oder Glaubersalz (~Glauber’s salts~) oder - Gyps (~Plaster of Paris~) mit Wasser gemischt. - - Salpetersaures Silber (~Nitrate of Silver~) kann durch starkes - Trinken von Wasser, in dem gewöhnliches Salz aufgelöst ist, - neutralisirt werden. - - Bei Vergiftung durch Zinn (~Tin~) oder irgend ein Zinnsalz, gebrauche - man Zucker, Eiweiß, Milch und Mehl. - - Bei Vergiftung durch Brechweinstein (~Tartar Emetic~), Antimoniumwein - (~Antimonial wine~) gebrauche man eine Auflösung von Tannin-Säure - (~Tannic acid~), Eichenrinde, Chinarinde (~Peruvian bark~) oder sehr - starkem grünen Thee. - - Jodin oder Potaschen-Jodid (~Iodide of Potassium~) kann durch - Stärke oder Weizenmehl neutralisirt werden, oder auch durch - Pfeilwurz (~Arrow root~), gehörig mit Wasser gemischt und in starken - Quantitäten getrunken. Dem lasse man eine Mischung von Essig und - Wasser folgen. - - Bei Vergiftung durch ~Opium~, ~Belladonna~, ~Stramonium~ - (Stechapfel), ~Nux Vomica~ (Brechnuß), ~Morphine~, ~Helleborus~ - (Nieswurz) u.s.w., gebe man ein Brechmittel, dem man ein - Ueberschütten mit kaltem Wasser über den Betreffenden und starken - Kaffee oder Essig mit Wasser verdünnt, folgen läßt. Auch lasse man - die Person zwischen zwei Andern recht schnell gehen. Die Magenpumpe - sollte ebenfalls angewendet werden. - - Bei Vergiftung durch Safran (~Saffron~) und Kampher (~Camphor~) - sollte der Patient viel schwarzen Kaffee trinken. - - Bei Vergiftung durch spanische Fliegen (~Cantharides~) gebe man - Kampher (~Camphor~) innerlich oder vermittelst Riechens, auch Eiweiß - und Gruel. - - Gegen Vergiftungen durch Clams, Hummern, Muscheln u.s.w. gebe man ein - Brechmittel, dem man eine Dosis Salz folgen läßt. Der Patient mag - viel schwarzen, starken Kaffee, Zucker und Wasser oder eine Lösung - von Kampher (~Camphor~) trinken. - - Bei Vergiftung durch den Giftwein oder ~Sumac~ mögen die Theile mit - einer Lösung von Borax oder Vitriol (~Copperas~), auch kochende - Hollunder-Rinde in Butter oder Milch gewaschen werden. Der flüssige - Extrakt der Schlangenwurzel (~Fluid extract of Serpentaria~) als - Umschlag auf den Ausschlag gebracht, wird sehr empfohlen. - - Wenn Jemand in Folge giftiger Gase, wie Kohlensäure (~Carbonic acid~) - oder schwefelsaures Hydrogen (~Sulphureted Hydrogen~) bewußtlos - geworden ist, sollte er sogleich entkleidet und der ganze Körper mit - kaltem Wasser übergossen werden. Die Lungen sollten durch Mittel, wie - beim Scheintod durch Ertrinken empfohlen, mit frischer Luft gefüllt - werden. Auch lasse oder zwinge man den Patienten, verdünnten Ammoniak - (~Dilute Ammonia~), Wein und Brandy oder auch andere Reizmittel zu - verschlucken. - - Bei Vergiftung durch Strychnin sind sowohl Brechmittel, wie Senf oder - schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~), als auch eine Magenpumpe - anzuwenden. - - Wenn das Erbrechen nicht bewirkt werden kann oder sich als nutzlos - zeigt, sollte das Einhauchen von Chloroform verordnet werden. - Schlagen diese Mittel fehl, so bediene man sich Dr. Marshall Hall’s - praktischer Methode, die unter „Scheinbarer Tod beim Ertrinken“ - angegeben ist. - - Bei Vergiftung durch Arnica gebe man Essig. - - Bei Vergiftung durch Aconitum wende man innerlich und äußerlich - Reizmittel an. - - - - -Angabe der Symptome der verschiedenen Krankheiten. - - -Bei der Angabe der verschiedenen Krankheitssymptome schien es uns nicht -nothwendig, alle Erkennungszeichen einer und derselben Krankheit, -sondern nur die hauptsächlichsten anzuführen. Solche Krankheiten, die -hier nicht bemerkt sind, kann der Leser mittelst des alphabetischen -Inhaltsverzeichnisses auffinden. - - -Ausschlag. - - +Nesselfieber+ (~Nettle Rash~, ~Hives Urticaria~). -- Dieser - Ausschlag besteht in erhabenen Flecken auf der Hautoberfläche, - wodurch heftiges Brennen und Jucken erzeugt wird. Manchmal erscheint - dieser Ausschlag in Form großer Flecken. - - Seite 18. - - +Rose+ (~Erysipelas~). -- Der Rose gehen gewöhnlich Fieber, - Kopfschmerz, Frösteln &c. voran, worauf dann Hitze in der Haut, - schneller Puls und Schmerzen im Rücken und den Gliedern folgen, die - betreffenden Theile fangen bald an zu schwellen, sie werden roth oder - purpurfarben und das Prickeln und Brennen ist sehr heftig. - - Seite 20. - - +Masern+ (~Measles~). -- Die Symptome sind anfänglich denen des - Katarrhs oder einer Erkältung im Kopfe ähnlich; z. B. Frösteln, - Laufen der Nase, rothe wässerige Augen, Schmerz und Wundheit im Halse - und in der Brust, Fieber und Durst. Der Ausschlag tritt gewöhnlich am - vierten Tage heraus und besteht in kleinen, den Flohbissen ähnlichen - Punkten. Die Haut fühlt sich, wenn man mit der Hand darüber fährt, - rauh an. - - Seite 25. - - +Scharlachfriesel+ (~Scarlet Rash~). -- Dem Ausschlag geht Frösteln, - Hitze, Ruhelosigkeit und Trockenheit der Haut voran. Am dritten oder - vierten Tage zeigt sich der Ausschlag. Der Unterschied zwischen - Scharlachfriesel und Scharlachfieber ist bei Anführung der letzteren - Krankheit angegeben. - - Seite 29. - - +Scharlachfieber+ (~Scarlet Fever~). -- Im ersten Stadium der - Krankheit zeigt sich mehr oder weniger Fieber, Frösteln, Erschlaffung - und Kopfweh. Der Patient klagt über wehen Hals, welcher innen roth - und glänzend aussieht. Am zweiten Tag zeigt sich der Ausschlag, und - zwar zuerst im Gesicht und am Hals. Die Röthe der Haut verschwindet - beim Druck mit dem Finger. Der Unterschied zwischen Scharlachfieber - und Masern ist bei Anführung der letzteren Krankheit angegeben. - - Seite 30. - - +Windpocken+, +Wasserpocken+ (~Chicken Pox~). -- Manchmal zeigen - sich anfänglich Fiebersymptome, was jedoch nicht immer der Fall - ist. Hierauf erscheint der Ausschlag, jedoch nicht in jener - Regelmäßigkeit, durch welche die Blattern gekennzeichnet werden, die - zuerst im Gesicht ausbrechen. - - Seite 40. - - +Blattern oder Pocken+ (~Small Pox~). -- Dieser Krankheit - geht gewöhnlich ein drei- oder viertägiges Fieber voraus. Das - erste Stadium ist durch heftige Schmerzen im Kopf und Rücken - gekennzeichnet. Ungefähr am dritten Tage bricht der Ausschlag in - kleinen, hellrothen Flecken im Gesicht aus. - - Seite 42. - - -Fieber. - - +Nervenfieber oder Typhus+ (~Typhoid Fever~). -- Dieses Fieber tritt - gewöhnlich allmählig ein. Lange Zeit vorher mag der Patient über - Müdigkeit und allgemeine Schwere klagen. Nachdem diese Symptome - mehrere Tage oder Wochen lang gewährt, wird der Kranke von Frösteln - erfaßt, worauf Fieber folgt; er empfindet Schmerz im Unterleib, - welcher durch Druck auf die rechte Seite heftiger wird. - - Seite 69. - - +Gehirnfieber oder Gehirnentzündung+ (~Inflammation of the Brain~). - Tritt gewöhnlich nach und nach ein, manchmal aber auch plötzlich. Wo - die Krankheit allmählig herannaht, klagt der Patient eine Zeitlang - über Schwere, Schlaflosigkeit, Schwindel, geringen Appetit, Singen im - Kopfe, Ohrensausen, erschreckende Träume, Uebelkeit, Erbrechen u. s. - w. Mit dem Fortschritt der Krankheit verspürt der Kranke mehr oder - weniger Kopfweh, das manchmal sehr heftig ist, und hat starkes Fieber. - - Seite 75. - - +Remittierendes oder Gallenfieber+ (~Remittent or Bilious Fever~). - Dieser Krankheit gehen gewöhnlich Schwäche, Niedergeschlagenheit, - Appetitlosigkeit, Gähnen, Dehnen und Fieberschauer und Hitze voraus. - Nachdem diese Symptome einige Tage gewährt haben, tritt ein deutlich - hervortretendes Frösteln ein, welchem Hitze folgt. - - Seite 79. - - +Intermittirendes oder Wechselfieber+ (~Intermittent Fever~). -- - Diese Krankheit wird durch Fieberanfälle gekennzeichnet, die in - regelmäßigen Pausen eintreten. Jeder Anfall besteht aus drei Stadien, - nämlich -- das kalte, das hitzige und das Schweiß-Stadium. Dem kalten - Stadium geht gewöhnlich Mattigkeit, Unbehagen, Dehnen, Gähnen und - Schmerzen im Rücken, Kopf und den Lenden voraus, worauf Frösteln - erfolgt, das sich nach und nach über den ganzen Körper ausdehnt. - - Seite 84. - - +Gelbes Fieber+ (~Yellow Fever~). -- Diese Krankheit kennzeichnet - sich durch gelbliche Hautfarbe und dadurch, daß der Kranke eine - dunkle Flüssigkeit erbricht. Die ersten Symptome sind Schwindel, - Schmerzen im Rücken und in den Gliedern, Frost, Uebelkeit, Kopfweh - u.s.w. - - Seite 92. - - -Geisteskrankheiten. - - +Hypochondrie+, +Schwermüthigkeit+. -- Mattigkeit, Verdrossenheit und - Mangel an Energie sind die Hauptsymptome; auch grübelt der Kranke - beständig über sein Elend und Unglück, die ihm außerordentlich groß - erscheinen. - - Seite 99. - - +Hysterie+, +Bauchnervensucht+, +Mutterkrankheit+. -- Ein Anfall - folgt in der Regel auf Niedergeschlagenheit. In der Regel hat die - Kranke ein Gefühl, als ob eine Kugel von ihrer linken Seite nach - dem Hals gerollt würde. Der Anfall tritt häufiger zur Zeit der - Menstruation als sonst ein. - - Seite 102. - - -Krankheiten des Kopfes. - - +Schlagfluß+ (~Apoplexy~). -- Manchmal tritt ein Anfall ganz - plötzlich ein, obgleich einem solchen gewöhnlich gewisse Symptome - vorangehen. Zu diesen ist die beständige Neigung zum Schlaf, - beständiger, dumpfer Schmerz, Schwindel und Schwere im Kopf zu zählen. - - Seite 109. - - -Augenkrankheiten. - - +Entzündung des Augapfels+ (~Inflammation of the Eye-ball~). -- Die - Augen sind roth und geschwollen und der Kranke beklagt sich über ein - rauhes Gefühl unter dem Augenlid. - - Seite 133. - - +Schwarzer Staar+ (~Cataract~). -- Die Gegenstände erscheinen - verschwommen und es ist, als ob ein beständiger Nebel vor den Augen - sei, und bald erscheint ein kleiner Fleck in der Pupille. - - Seite 140. - - +Erblindung.+ -- Zeichen herannahender Erblindung sind: Schmerzen im - Kopf, Umwölkung des Blicks, Schwäche der Sehkraft und das scheinbare - Umherschwimmen kleiner Flecken vor dem Auge. - - Seite 141. - - -Ohrenkrankheiten. - - +Ohrenentzündung+ (~Inflammation of the Ear~). -- Heftiges Brennen, - stechende Schmerzen, Jucken, Röthe und Klopfen im Ohre. - - Seite 147. - - +Ohrfluß+, +Ohrlaufen+ (~Running of the Ear~). -- Fieber, - Kopfschmerzen, außerordentliche Schmerzen im Ohr, Absonderung einer - röthlich wässerigen Masse, die sich nach und nach verdickt. - - Seite 153. - - -Krankheiten der Nase. - - +Schnupfen+, +Erkältung im Kopfe+. -- Dumpfer Schmerz und Schwere in - der Stirn, Schneuzen, trockene, verstopfte Nase, Röthe der Augen. - - Seite 156. - - +Chronischer Katarrh.+ -- Heftige Kopf- und Augenschmerzen, - Schleimabsonderung aus der Nase, Appetitlosigkeit. - - Seite 160. - - +Nasenkrebs+ (~Cancer of the Nose~). -- Dieses Uebel beginnt in der - Regel mit einer harten Geschwulst, die allmählig in Eiterung übergeht - und außerordentlich schmerzhaft wird. - - Seite 162. - - -Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbacken. - - +Starrkrampf+, +Kinnbackenkrampf+, +Mundklemme+ (~Locked Jaw~). Die - ersten Symptome sind Steifheit im Nacken, Unvermögen, den Mund zu - öffnen, Enge über der Brust, unbequeme Erregtheit der Zungenwurzel - u.s.w. - - Seite 174. - - -Krankheiten der Zähne, des Zahnfleisches und des Mundes. - - +Entzündung und Anschwellen der Zunge+ (~Inflammation of the - Tongue~). -- Frösteln, Appetitlosigkeit, dumpfe Schmerzen im Kopfe - und klopfender, stechender Schmerz in der Zunge. - - Seite 185. - - +Mundkrebs+ (~Cancer of the Mouth~). -- Schmerz im Zahnfleisch, - heißer, trockener Mund, Zahnfleisch und Gaumen schwellen an, das - Zahnfleisch ist schwammig und blutet, Eiterschwären an Wangen, Gaumen - und Zahnfleisch. - - Seite 186. - - +Scharbock+, +Scorbut+ (~Scurvy~). -- Erweichung, Eiterung und Bluten - des Zahnfleisches, die Gliedmaßen schwellen an und an verschiedenen - Körpertheilen erscheinen purpurrothe Flecken. - - Seite 189. - - -Halskrankheiten. - - +Weher Hals+ (~Quinsy~ -- ~Sore Throat~). -- Diese Krankheit beginnt - gewöhnlich mit starkem Fieber, Husten, Wundheit im Halse, welcher - glatt und glänzend roth ist, und Anschwellen der Halsdrüsen. - - Seite 194. - - +Eiternde, putride oder bösartige Halsentzündung+ (~Putrid Sore - Throat~). -- Beginnt mit Frösteln, worauf Fieber folgt, Mattigkeit, - Röthe des Halses und der Drüsen, säuerliche Absonderung aus der Nase. - Bald setzen sich am Halse und den Drüsen Schwären an. - - Seite 198. - - +Diphtheria oder Diphtheritis.+ -- Das erste Symptom ist gewöhnlich - Heiserkeit mit schwacher Stimme, Fieber, Kopfweh, worauf Wundheit des - Halses und Schwierigkeit beim Schlucken folgt. Gewöhnlich wird der - Kranke auch Schmerz in den Knochen, Mattigkeit und Appetitlosigkeit - empfinden. - - Seite 201. - - -Krankheiten der Luftröhre und der Brust. - - +Bronchitis+, +Luftröhrenästeentzündung+. -- Beginnt mit Frösteln, - Fieber, Husten, Schmerz und Wundheit am obern Theil des Brustbeins, - Druck auf der Brust, schnelles, unregelmäßiges Athmen. - - Seite 209. - - +Influenz+, +Grippe+, +Flußfieber+. -- Zuerst zeigen sich - Katarrh-Symptome mit dumpfem Schmerz in der Stirne, erschwertes - Athmen, Schneuzen, Trockenheit der Nase, weher Hals, Frösteln. - - Seite 215. - - +Lungenentzündung+ (~Inflammation of the Lungs~). -- Beginnt mit - Frösteln, worauf Fieber folgt. Schmerz auf einer Seite der Brust, - erschwertes Athmen, Husten, stechende Schmerzen, der Patient kann - nicht auf der affizirten Seite liegen. - - Seite 220. - - +Brustfell-+, +Rippenfellentzündung+ (~Pleurisy~). -- Beginnt mit - Frösteln, worauf Fieber, Durst und andere Fiebersymptome folgen. Bald - zeigt sich ein scharfer Schmerz in der Brust, welcher durch tiefes - Athemholen erhöht wird. Trockener, hackender Husten, erschwertes und - beschleunigtes Athmen. - - Seite 226. - - +Herzentzündung+ (~Inflammation of the Heart~). -- Beginnt mit - Fiebersymptomen, z. B. Frösteln, Hitze, Durst &c. Hierauf folgt - rasches und erschwertes Athmen, mit scharfem Schmerz in der - Herzgegend, welcher durch Bewegung erhöht wird. Das Herz klopft - heftig. - - Seite 230. - - +Herzklopfen.+ -- Erhöhte, stärkere Thätigkeit des Herzens, - Kurzathmigkeit, Schmerz in der Herzgegend. - - Seite 232. - - +Lungenbluten+ (~Bleeding from the Lungs~). -- Gewöhnlich geht ein - Druck auf die Brust und Schwierigkeit des Athmens voraus, Hitze und - Prickeln im Brustbein, salziger, bitterer Geschmack im Munde. - - Seite 236. - - +Engbrüstigkeit+ (~Asthma~). -- Vor dem Anfall verspürt der Patient - gewöhnlich ein Vollsein in der Magengegend mit Kopfweh und Schwäche. - Beengung über der Brust, Schwerathmen mit keuchendem Ton. - - Seite 239. - - +Brustwassersucht+ (~Dropsy of the Chest~). Große Schwierigkeit - beim Athmen, was bei Anstrengung oder beim Niederlegen sich - noch verschlimmert. Schmerzhafter Druck in der Brust, bleiche - Gesichtsfarbe, kurzer, trockener Husten, Herzklopfen. - - Seite 243. - - +Auszehrung+ (~Consumption~). -- Die gewöhnlichen Symptome sind - Husten, Schmerzen in der Brust, Fieber, Hitze in den Händen, Füßen - und Wangen, Schwäche der Stimme, gekrümmte Nägel. - - Seite 246. - - -Krankheiten des Magens und der Eingeweide. - - +Dyspepsie oder Magenschwäche.+ -- Ein Gefühl der Ausdehnung des - Magens, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, belegte - oder farblose und weiche Zunge. - - Seite 253. - - +Magenneuralgie+, +Magenkrampf+. Ein dem Sodbrennen ähnlicher - Schmerz, welcher unregelmäßig eintritt und manchmal durch Druck - gelindert wird. - - Seite 268. - - +Magenweh oder Magencolik+ (~Stomach Ache~, ~Colic~). -- Gefühl des - Ineinanderschlingens und Kneipens in der Nabelgegend, der Leib ist - hart und in Knoten zusammengezogen. - - Seite 271. - - +Magenentzündung+ (~Inflammation of the Stomach~). -- Brennende - Schmerzen im Magen mit Durst, Uebelkeit und Erbrechen, Verlangen nach - kühlen Getränken, Verlust der Kräfte, der Schmerz wird durch Druck - vermehrt. - - Seite 280. - - +Gedärmentzündung+ (~Inflammation of the Bowels~). -- Beginnt mit - Frösteln, worauf Fieber und Durst folgen, heiße Haut, kneipender - Schmerz in den Eingeweiden, welcher durch Druck erhöht wird. - - Seite 284. - - +Leberentzündung+ (~Inflammation of the Liver~). -- Beginnt mit - Fiebersymptomen, einem prickenden, stechenden Gefühl in der rechten - Seite und Schmerzen in der Leber, die entweder nur zeitweilig oder - beständig vorhanden sind. - - Seite 286. - - +Milzentzündung+ (~Inflammation of the Spleen~). -- Beginnt - gewöhnlich mit Fiebersymptomen, Schmerz in der linken Seite in der - Gegend, wo die Milz liegt, mit Empfindlichkeit gegen Druck; Schmerz - beständig und schneidend. - - Seite 292. - - +Würmer.+ -- Die Symptome sind Blässe, Jucken in der Nase, - Zähneknirschen, Auffahren aus dem Schlafe, angeschwollener Leib, - unregelmäßiger Appetit. - - Seite 294. - - +Diarrhöe oder Durchfall.+ -- Oeftere Stuhlentleerungen mit einem - Gefühl von Schwere und stärkerem oder schwächerem Kneipen. - - Seite 300. - - +Ruhr+ (~Dysentery~). -- Appetitlosigkeit mit Hartleibigkeit und - Diarrhöe, worauf schleimige mit Blut vermischte Stuhlgänge folgen. - - Seite 304. - - +Cholera Morbus+, +Brechdurchfall+. -- Diese Krankheit tritt - gewöhnlich plötzlich mit Erbrechen und Durchfall ein, was mit - heftigen kneipenden Schmerzen im Magen und den Gedärmen verbunden - ist. Die Stuhlentleerungen bestehen zuerst aus Speiseaussonderungen - und später aus wässerigem, galligem Wasser. - - Seite 308. - - +Asiatische Cholera.+ -- Das erste Stadium ist durch Störung in den - Verdauungsorganen gekennzeichnet, Kollern in den Eingeweiden, Schmerz - in verschiedenen Körpertheilen, Durst mit leichter Diarrhöe. Diesen - Symptomen folgt Erbrechen, dünne, farblose Stuhlentleerung (dem - Reiswasser ähnlich) und heftige Krämpfe. - - Seite 311. - - +Hämorrhoiden+ (~Piles~). -- Dem Anfall geht in der Regel ein Gefühl - von Schwere in dem unteren Theile des Unterleibes mit schmerzhaftem - Afterjucken voraus. - - Seite 315. - - +Unterleibswassersucht+ (~Dropsy of the Abdomen~). -- Anschwellen - des Unterleibes mit einem Gefühl von Schwere, Appetitlosigkeit, - Hartleibigkeit u.s.w. - - Seite 320. - - -Krankheiten der Urin- und Geschlechtsorgane. - - +Nierenentzündung+ (~Inflammation of the Kidneys~). -- Der Krankheit - gehen in der Regel Fiebersymptome voraus, worauf tiefsitzender - Schmerz folgt, der sich bis zur Blase hinzieht, und durch Bewegung - und Druck vermehrt wird. - - Seite 323. - - +Blasenentzündung+ (~Inflammation of the Bladder~). Brennender, - durchdringender Schmerz, welcher sich zwischen den Beinen bis zu den - Hoden und Schenkeln hinabzieht. - - Seite 326. - - +Chronische Blasenentzündung.+ -- Leichter Schmerz mit einem Gefühl - von Hitze in der Blase und häufigem Verlangen das Wasser abzulassen, - schleimiger Urin. - - Seite 326. - - +Harnträufeln, auch Harnruhr+ (~Diabetes~). -- Außerordentlicher - Appetit und Durst, geschwollenes Zahnfleisch und entzündeter, - trockener Mund, Abmagerung. - - Seite 330. - - +Blasenpolyp, auch Blasenstein+ (~Stone in the Bladder~). -- - Plötzliche Schmerzanfälle in der Nierengegend; die Schmerzen ziehen - sich bis zu den Schenkeln hinab, öftere Neigung zum Urinlassen, - Schmerz an der Eichel des Penis. - - Seite 331. - - -Frauenkrankheiten. - - +Verzögerte oder unterdrückte Menstruation.+ -- Kopfweh, Vollheit - und Pulsiren in der Mitte der Hirnschale, Schmerz im Rücken und den - Lenden, kalte Füße und Hände. - - Seite 349. - - +Bleichsucht+ (~Chlorosis~). -- Allgemeine Ermüdung, gelblichgrüne - Hautfarbe, Blässe der Lippen, kalte Haut, Schwäche, geringer Appetit. - - Seite 351. - - +Uebermäßige Menstruation.+ -- Schwäche und Schmerz im Kreuz, der - Schmerz zieht bis zu den Hüften, Kopfweh mit Klopfen in den Schläfen. - - Seite 356. - - +Schwere Menstruation.+ -- Heftige drückende Schmerzen in der Gegend - der Gebärmutter, Schmerz im Kreuz und den Schenkeln. - - Seite 359. - - +Unterdrückte Menstruation.+ -- Kopfweh, Fieber, heiße Haut, Durst, - schneller Puls, Vollheit und Klopfen in der Mitte und dem hinteren - Theil des Kopfes, Schmerzen im Rücken. - - Seite 361. - - +Vorfall der Gebärmutter+ (~Falling of the womb~). -- Druck und - Schmerz in den unteren Theilen des Unterleibes mit Schmerzen im - Kreuz, Schmerz durch Bewegung oder wenn die Betreffende lange steht, - vermehrt. - - Seite 367. - - +Weißer Fluß+ (~Leucorrhœa~). -- Hitze und Wundheit der - Geschlechtstheile mit einem Gefühl von Schwere, abwärtsdrückenden - Schmerzen und einem Ausfluß. - - Seite 371. - - +Aufgebrochene Brüste+ (~Broken Breast~). -- Beginnt mit Frösteln, - woraus Fieber und spießende Schmerzen in der Brust folgen. Die Brust - schwillt an, wird hart und knotig. - - Seite 407. - - +Kindbettfieber+ (~Childbed Fever~). -- Diesem gehen Fiebersymptome, - z. B. Frösteln, Hitze der Haut mit Schmerz im Leib, welcher sich beim - Druck vermehrt, voraus. Der Leib schwillt an und ist außerordentlich - empfindlich. - - Seite 409. - - +Weiße Schenkelgeschwulst+ (~Milk Leg~). -- Schmerzen im unteren - Theile des Unterleibs, die sich bis zu den Hüften ziehen. Das Bein - beginnt anzuschwellen, und die Geschwulst dehnt sich bis zu den - Schamleisten und von da abwärts aus. - - Seite 411. - - -Kinderkrankheiten. - - +Convulsionen+, +Krämpfe+, +Gicht+ (~Spasms~, ~Fits etc.~) -- Die - Augen sind anfänglich starr, die Gesichtsmuskeln zusammengezogen, - manchmal schäumt das Betreffende mit dem Mund, und oft ist der ganze - Körper zusammengezogen. - - Seite 422. - - +Mundschwamm+ (~Thrush~). -- Röthe der Zunge und des Zahnfleisches, - und Trockenheit im Mund. Es scheint als ob der ganze Mund mit - weißlichen Flecken überzogen sei. - - Seite 428. - - +Kopfwassersucht+ (~Dropsy of the Brain~). -- Schläfrigkeit, der - Patient legt seine Hände auf den Kopf und gibt augenscheinliche - Zeichen des Leidens und Schmerzes, der Kopf ist heiß, erschwertes - Athmen. - - Seite 430. - - +Remittirendes oder Wechselfieber der Kinder.+ -- Beginnt mit - Mattigkeit und Reizbarkeit, die Lippen sind trocken. Auf diese - Symptome folgen Fieber, belegte Zunge, kalte Gliedmaßen &c. - - Seite 432. - - +Cholera Infantum.+ -- Der Anfall mag plötzlich mit heftigem - Erbrechen und Abführen eintreten, oder es geht demselben leichte - Diarrhöe voraus. Der Kranke erbricht den ganzen Mageninhalt, die - Stühle sind grünlich, oder gelblich und wässerig. - - Seite 434. - - +Häutige Bräune+ (~Croup~). -- Beginnt in der Regel mit - Catarrhsymptomen, mit trockenem Husten, heißer Haut, schneller Puls, - Röcheln im Halse und Heiserkeit. Wenn das Kind einen Anfall bekommt, - so ist der Husten heiser, das Athmen beschleunigt, das Gesicht - geröthet &c. - - Seite 439. - - +Keuch- oder Stickhusten+ (~Whooping Cough~). -- Ist durch - krampfhafte Hustenanfälle gekennzeichnet, wobei das Athemholen ein - zischendes Geräusch hervorbringt. Fängt mit Catarrhsymptomen an. - - Seite 442. - - +Kehlsucht, auch Ziegenpeter+ (~Mumps~). -- Beginnt mit Fieber und - Catarrhsymptomen. Der Hals wird steif und schmerzt. Bald zeigt sich - an dem Unterkiefer eine Anschwellung. - - Seite 446. - - -Verschiedene Krankheiten. - - +Rheumatismus.+ -- Geht gewöhnlich Mattigkeit, Frösteln, Hitze und - starker Schweiß voraus, welcher sauer riecht. Diesen Symptomen folgt - Steifheit der Muskeln mit heftigen Schmerzen in den verschiedenen - Gelenken. - - Seite 448. - - +Gicht+, +Podagra+ (~Gout~). -- Manchmal tritt dieses Uebel plötzlich - ein, wird aber gewöhnlich durch Dyspepsiesymptome, Kopfweh, - Uebelkeit, Erstarrungsgefühl in den Gliedern und Brennen in dem Ball - der großen Zehe angezeigt. - - Seite 454. - - +Skropheln+ (~Scrofula~). -- Das erste Symptom ist gewöhnlich eine - Drüsenanschwellung am Halse. Diese Anschwellungen mögen eine lange - Zeit vorhanden sein, ohne wund zu werden oder Unbequemlichkeit zu - verursachen. Nach und nach spitzen sie sich zu, brechen auf und - entleeren eine wässerige Flüssigkeit. - - Seite 456. - - +Hüftenentzündung+ (~Hip Disease~). -- Vollheit der Schamleisten, - Schmerzen erhöht wenn der Fuß herabhängt. - - Seite 458. - - +Lähmung+ (~Palsy~, ~Paralysis~). -- Der Anfall tritt gewöhnlich - plötzlich ein, manchmal ist jedoch vorher Kälte der betreffenden - Theile mit Erstarrung derselben wahrzunehmen. - - Seite 462. - - +Fallsucht+ (~Epilepsy~). -- Der Anfall ist in der Regel ein - plötzlicher, der Patient fällt mit einem lauten Schrei zu Boden und - wird bewußtlos, schäumt mit dem Munde und athmet heftig. - - Seite 466. - - - - -Alphabetisches Fremdwörter-Verzeichniß. - - - =Acut.= -- Heftige, hitzige, bald entscheidende Krankheiten. - - =Afficirt.= -- Angegriffen, krankhaft, gereizt. - - =Alcohol.= -- Der höchst gereinigte Weingeist. - - =Allöopathie.= -- Heilung der Krankheit durch gegenwirkende Mittel - im Gegensatz zur Homöopathie. - - =Allöopathisch.= -- Nach der Allöopathie. - - =Alterirende Heilmittel.= -- Umstimmende, die Säfte allmählich - verbessernde Heilmittel. - - =Anatomie.= -- Zergliederungskunst, Zergliederung. - - =Applicirt.= -- Anwenden, gebrauchen. - - - =Biliös.= -- Gallig, gallsüchtig. - - =Biliösität.= -- Gallsüchtigkeit. - - =Bronchien.= -- Luftröhrenäste. - - =Bronchitis.= -- Entzündung der Luftröhrenäste. - - - =Catarrh.= -- Schnupfen, Flußfieber. - - =Catarrhalisch.= -- Schnupfenkrank. - - =Cirkulation.= -- Der Umlauf, Kreislauf des Blutes. - - =Cirkuliren.= -- Umlaufen, kreislaufen. - - =Chronisch.= -- Langwierig, längere Zeit dauernd. - - =Concav.= -- Ausgehöhlt, hohl, flach vertieft. - - =Convex.= -- Rund erhaben, gewölbt. - - - =Decoction.= -- Abkochung. - - =Delirium.= -- Irrreden, Wahnsinn. - - =Deodorisiren.= -- Geruchlos machen. - - =Desinficiren.= - Entgiften, von Ansteckungsstoff befreien. - - =Diarrhöe.= -- Durchfall. - - =Diät.= -- Lebensordnung, Gesundheitspflege, mäßige Krankenkost. - - =Disciplinirt.= -- Zuchtgewohnt, der Zucht unterworfen, getadelt. - - =Direkt.= -- Gerade, geradezu, ohne Umschweife. - - =Diphteritis.= -- Entzündung einer Haut, insbesondere der - Schleimhaut der Luftröhre. - - =Dispensatorium.= -- Ein Arznei-Handbuch, ein Haus, wo Arzneien zu - haben sind. - - =Destillirt.= -- Abziehen, brennen. - - =Dosis.= -- Gabe, Arznei-Gabe. - - =Drachme.= -- Apotheker-Gewicht, ⅛ Unze, 3 Skrupel. - - =Dyspepsie.= -- Unverdaulichkeit, Magenschwäche. - - - =Eclectic.= -- Die Heilkunde, die aus den verschiedenen Schulen das - beste zu wählen sich bestrebt. - - =Eclectisch.= -- Behandlung nach der Eclectic. - - =Elastizität.= -- Federkraft, Spannkraft. - - =Elektrizität.= -- Blitzfeuer- oder Reibfeuerkraft. - - =Element.= -- Grundstoff, Urstoff. - - =Energie.= -- Kraft, Nachdruck. - - =Energisch.= -- Thatkräftig, kraftvoll. - - =Epidemie.= -- Eine in der Gegend herrschende Krankheit, Seuche. - - =Epilepsie.= -- Fallsucht. - - =Essenz.= -- Das Wesen, der Geist, Kraftwasser. - - =Extrakt.= -- Der Auszug, ausgezogene Kraft. - - =Extrem.= -- Aeußerst, letzt, höchst. - - - =Fiber.= -- Faser, besonders Muskelfaser. - - =Funktion.= -- Verrichtung. - - - =Gastrisch.= -- Den Unterleib betreffend. - - =Gran.= -- Apotheker-Gewicht, 1/20 Skrupel. - - =Grassiren.= -- Herrschen, wüthen von Krankheiten. - - - =Hämorrhoiden.= -- Die sogenannte Goldader. - - =Hektisch.= -- Schwindsüchtig, auszehrend. - - =Homöopathie.= -- Die Krankheitheilung durch ähnliches Leiden - erregende Mittel. - - =Homöopathisch.= -- Nach der Homöopathie. - - =Hospital.= -- Ein Kranken- oder Armenhaus. - - =Hydropathie.= -- Wasserheilkunde. - - =Hydropathisch.= -- Die Wasserheilkunde betreffend, durch Wasser - heilend. - - =Hymen.= -- Das Jungfernhäutchen. - - =Hysterie.= -- Mutterbeschwerde, Mutterweh. - - =Hysterisch.= -- Mutterkrank. - - - =Indirekt.= -- Nicht geradezu, durch Umwege, mittelbar. - - =Inspiriren.= -- Begeistern, anfeuern. - - =Instrument.= -- Das Werkzeug, Hülfsmittel. - - =Intelligent.= -- Einsichtsvoll, verständig. - - - =Katalepsie.= -- Starrsucht, Schlafsucht. - - =Klima.= -- Himmelsstrich. - - =Klystier.= -- Eine Einspritzung in den After. - - =Kolik.= -- Die Darmgicht, der Darmkrampf. - - =Konserve.= -- In Zucker eingemachte Früchte, auch - Blumen-Kräuterzucker. - - =Konvulsion.= -- Zuckung. - - - =Liniment.= -- Die flüssige Salbe, Schmiersalbe. - - =Liquör.= -- Geistige, zubereitete Flüssigkeit. - - =Lochien.= -- Der Geburtsfluß. - - =Lokalmittel.= -- Mittel, die örtlich angewandt werden. - - =Lymphatisch.= -- Das Blutwasser betreffend, oder dazu gehörig. - - - =Magnetismus.= -- Die magnetische oder anziehende Kraft. - - =Malaria.= -- Ungesunde Luft, Sumpfluft. - - =Materie.= -- Stoff, Inhalt. - - =Medicin.= -- Die Arznei, das Heilmittel, die Heilkunst. - - =Medicinisch.= -- Heilkräftig, Heilkunde, ärztlich. - - =Melancholie.= -- Schwermüthigkeit, Trübsinn. - - =Melancholisch.= -- Schwermüthig, trübsinnig. - - =Menstruation.= -- Die monatliche Reinigung, der Monatsfluß. - - =Merkurialmittel.= -- Quecksilbermittel. - - =Moralisch.= -- Sittlich. - - - =Nervös.= -- An Nervenübeln leidend. - - =Nervosität.= --Nervenreizbarkeit. - - =Neuralgie.= -- Der Nervenschmerz. - - =Neutralisiren.= -- Die eigenthümlichen Eigenschaften eines oder - zweier Körper aufheben. - - =Normal.= -- Regelrecht, musterhaft. - - - =Ointment.= -- Salbe. - - =Organ.= -- Das Werkzeug, das Sinnwerkzeug. - - =Organismus.= --Der innere Zusammenhang, Gliederbau. - - =Operation.= -- Heilverfahren der Wundärzte. - - =Operiren.= -- Wundärztliche Arbeiten, um eine Heilung zu bewirken, - schneiden, stechen. - - - =Paralysiren.= -- Lähmen, entkräften. - - =Paralysirung.= -- Lähmung. - - =Paralysirt.= -- Gelähmt, entkräftet. - - =Paregoricum.= -- Linderungsmittel. - - =Patent-Medizin.= -- Arzneien, auf welche ein Patent ausgestellt - ist. - - =Patient.= -- Der Leidende, Kranke. - - =Penis.= -- Das männliche Glied. - - =Perfümerie.= -- Wohlriechende Stoffe. - - =Perfümeriren.= -- Beduften, wohlriechend machen. - - =Periode.= -- Zeitabschnitt, Zeitraum, monatliche Reinigung. - - =Pharmacie.= -- Arzneibereitungskunst. - - =Physiologie.= -- Die Lehre vom menschlichen Körper. - - =Physiologisch.= -- Die Lehre den menschlichen Körper betreffend. - - =Poren.= -- Oeffnungen in der Haut. - - =Präparat.= -- Das bereitete Arzneimittel. - - =Primär.= -- Ursprünglich, vorhergehend. - - =Publikum.= -- Die Welt, die Leute. - - =Pupille.= -- Augapfel, Augenstern. - - =Purganz.= -- Abführungsmittel, Reinigungsmittel. - - - =Qualität.= -- Beschaffenheit, Eigenschaft, Güte. - - =Quantität.= -- Menge, Größe, das Maaß. - - - =Recept.= -- Vorschrift zur Zubereitung einer Arznei. - - =Reguliren.= -- Ordnen. - - =Rheumatismus.= -- Gliedreißen, Gliederfluß. - - =Robust.= -- Stark, kräftig. - - =Ruin.= -- Verfall, Zerrüttung. - - - =Scenerie.= -- Landschaft. - - =Secundär.= -- Untergeordnet, nachfolgend. - - =Skelet.= -- Gerippe. - - =Skropheln.= -- Drüsengeschwulst, Halsgeschwulst. - - =Skrophulös.= -- Drüsenkrank. - - =Skrupel.= -- Apotheker-Gewicht, 20 Grane. - - =Spezifisch.= -- In der Eigenthümlichkeit gegründet. - - =Spirituös.= -- Geistig. - - =Stadium.= -- Verlaufzeit einer Krankheit. - - =Stimulant.= -- Reizmittel. - - =Stimuliren.= -- Reizen. - - =Substanz.= -- Wesen, Stoff, Hauptbestandtheil. - - =Sympathetisch.= -- Mitempfindend. - - =Symptome.= -- Zeichen, Krankheitskennzeichen. - - =Syphilis.= -- Lustseuche, venerische Krankheit. - - =Syphilitisch.= -- Lustseuchenkrank. - - =System.= -- Zweckmäßig zusammengesetztes Ganzes, Ordnung, - Zusammenhang. - - - =Tabelle.= -- Tafel, übersichtliches Verzeichniß. - - =Technisch.= -- Kunstmäßig, kunstgerecht. - - =Temperament.= -- Gemüthsart, Gemüthsstimmung. - - =Temperatur.= -- Der Wärmegrad der Luft. - - =Tertiär.= -- Die dritte Stelle in der Folge einnehmend. - - =Theorie.= -- Wissenschaftliche Kenntniß, Lehre, Vorstellungsart. - - =Tinktur.= -- Ein Auszug, Kraftwasser. - - =Titel.= -- Aufschrift, Ueberschrift. - - =Tonic.= -- Stärkemittel. - - =Tonisch.= -- Spannend, stärkend. - - =Total.= -- Gänzlich, völlig. - - =Typhoid oder Typhus.= -- Fieber, Nervenfieber. - - - =Unze.= -- Gewicht, 1/12 Pfund. - - - =Varicös.= -- Krampfadrig. - - =Vegetabilisch.= -- Zu den Pflanzen gehörig. - - =Ventilation.= -- Luftzug, Auslüftung. - - =Vision.= -- Die Erscheinung. - - =Vulva.= -- Gebärmutter, Mutterscheide. - - - - -Alphabetisches Inhalts-Verzeichniß. - - - A - - Seite. - - Abgewöhnung 418 - - Abkochungen 495 - - ~Abortus~ 390 - - Aconitum- (Eisenhut) Liniment 497 - „ Tinktur 500 - - Anschwellen der Gliedmaßen während der Schwangerschaft 383 - - Anschwellen und Verlängerung des Zäpfchens 200 - - Anweisungen 477 - - Apfelwasser 480 - - Appetit, krankhafter 253 - - Appetitlosigkeit 253 - - Arnica-Tinktur 501 - - ~Arrow root Gruel~ 480 - - Athem, widerwärtiger Geruch des 182 - - Aufgüsse 496 - - Augapfel, Entzündung des 133 - - Augen, chronische Entzündung der 136 - „ „ skrophulöse Entzündung der 137 - „ fremde Körper im 146 - „ nasse oder thränende 139 - - Augenlid, Entzündung des 131 - „ Entzündung des Randes des 131 - „ Gerstenkorn am 139 - „ Niederfallen des 131 - - Augenschwäche 140 - - Ausrenkungen 512 - „ des Gaumens 513 - - Ausrenkung des Schlüsselbeins 513 - „ der Schulter 514 - „ des Ellbogens 515 - „ des Handgelenkes 515 - „ der Knochen der Finger 516 - „ des Hüftknochens 516 - „ der Kniescheibe 517 - „ des Kniegelenkes 517 - „ des Knöchels 518 - - Ausschlag 17 - „ des Gesichts 167 - - Ausschlagfieber 17 - - Auszehrung 246 - - - B - - Baden, allgemeine Regeln fürs 493 - - Bäder 484 - - Bähungen 496, 504 - - Bandagen 505 - - Behandlung der Brüste 395 - - Belladonna-Salbe 498 - „ Pflaster 498 - - Beulen 521 - - Bistersalbe 498 - - Blase, Entzündung der 326 - - Blasenstein 331 - - Blattern 42 - „ Unterschied zwischen Windpocken und 41 - - Blatterflechte 53 - - Blatterrose 21 - - Blauer (Keuch) Husten 442 - - Bleichsucht 351 - - Bleisaure Salbe 498 - - Blindheit 140 - - Blutandrang nach dem Kopfe 106 - - Blutfluß nach der Entbindung 400 - - Blutharnen 332 - - Blutwurzel-Mischung 497 - - Brauchbare Anweisungen 477 - - Bräune 439 - „ krampfartige 439 - „ häutige 439 - - Bronchitis 209 - - Brüche 319 - - Brüste, Behandlung der 394 - „ Aufgebrochene 407 - - Brustbeklemmung 233 - - Brustfellentzündung 226 - - Brustquetschung 252 - - Brustwarzenwunde 405 - - Brustwassersucht 243 - - - C - - ~Carbunkel~ 521 - - Catarrh 156 - „ chronischer 160 - - Catarrh, Kopfweh durch 114 - - Cholera Morbus 308 - „ asiatische 311 - „ Infantum 434 - - Chronischer Catarrh 160 - - Colchicum-Tinktur 501 - - Colic, Magen- 271 - „ Gallen- 271 - „ Blei- oder Malers 272 - „ Menstrual- 359 - „ Kinder- 444 - - Comfrey-Wein 497 - - Convulsionen 422 - - Croup 439 - - - D - - Decoctionen 495 - - Delirium Tremens 464 - - Diarrhöe 300 - „ während der Schwangerschaft 384 - „ nach der Entbindung 409 - - Diphtheritis 201 - - Dosentabelle 502 - - Durchfall 300 - „ während der Schwangerschaft 384 - „ nach der Entbindung 409 - - Durchstechen des Ohrläppchens 154 - - Dysenterie 304 - - Dyspepsie 253 - „ während der Schwangerschaft 386 - - - E - - ~Egg Nog~ 478 - - Eierbranntwein 478 - - Eierpunsch 478 - - Einspritzungen 493 - - Einwachsen des Zehennagels 522 - - Eiskampher 495 - - Eiterung der Nase 160 - - Engbrüstigkeit 239 - - Entbindung 396 - „ Behandlung nach der 398 - - Entzündliches Fieber 66 - - Entzündung des Gehirns 75 - „ des Augapfels 133 - „ des Augenlids 131 - „ der Augen, chronische skrophulöse 137 - „ u. Anschwellen der Nase 155 - „ u. Anschwellen der Zunge 185 - „ der Luftröhre 209 - „ der Lungen 220 - „ des Herzens 230 - „ des Magens 280 - „ der Gedärme 284 - „ der Leber 286 - „ der Milz 292 - „ der Nieren 323 - „ der Blase 326 - - Erbrechen 265 - - Erfrischender Trank bei Fieber 478 - - Erfrorene Gliedmaßen 514 - - Erkältung im Kopfe 156 - - Erythema 21 - - Essenzen 491 - - - F - - Fallsucht 466 - - Fehlgeburt oder Abortus 390 - - Fieber, remittirendes oder Gallen 79 - „ Wechsel 84 - „ gewöhnliches 65 - „ Ausschlag 17 - „ Scharlach 30 - „ Nerven 69 - „ gelbes 92 - „ Lungen 220 - „ Milch 403 - „ Kindbett 409 - „ erfrischender Trank bei 478, 479 - - Fingergeschwür 522 - - Finne, einfache 167 - „ rosige 167 - „ blatterige 167 - - Flachssamenumschlag 503 - - Flechten 53 - „ Blatter 53 - - Fleischbrühe 481 - - Fleischthee 481 - - Fremde Körper im Auge 146 - „ „ im Ohr 154 - „ „ in der Nase 164 - „ „ in der Luftröhre 252 - - Friesel, Scharlach 29 - - Frostbeulen 50 - - - G - - Galbanumpflaster, zusammengesetzt 499 - - Gallenfieber 79 - - Gebärmutter, Vorfall der 367 - - Gedärmentzündung 284 - - Gehirnentzündung 75 - - Gelee Korinthen 479 - „ Kalbsfuß 482 - „ Irisches Moos 480 - „ Hausenblase 480 - - Gelbes Fieber 92 - - Gelbrübenumschläge 498 - - Gelbsucht 290 - „ der Kinder 421 - - Gemüse-Suppe 481 - - Gemüthsbewegungen üben Einfluß auf die Milch aus 417 - - Gerstenkaffee 478 - - Gerstenkorn am Augenlid 139 - - Gesichtsausschlag 167 - - Gesichtsflecken 173 - - Gesichtsrose 166 - - Gesichtschmerz 169 - - Gesichts- und Kinnbackenlähmung 174 - - Gewichte, trockene 502 - „ flüssige 502 - - Gewürzpflaster 499 - - Gicht 454 - - Gifte und Gegengifte 524 - - Goldader 315 - - Grindkopf 60 - - Gruel 477 - „ von Reis 479 - „ von Wasser u.s.w. 479 - „ von Sago 480 - „ von Pfeilwurz 480 - - Gummi Arabicum Mischung 479 - - - H - - Haar, Ausfall des 129 - „ Stärkemittel und Oele für das 129 - - Hafermehlkaffee 478 - - Haferschleim 477 - - Hals, Krankheiten des 194 - „ weher 194 - „ eiternder 198 - - Halsentzündung, gewöhnliche 194 - „ eiternde 198 - - Hammelfleischbrühe 481 - - Hammelfleischthee 481 - - Hämorrhoiden 315 - „ während Schwangerschaft 381 - - Harnfluß 329 - - Harnruhr 330 - - Harnträufeln 330 - - Harnverhaltung 327 - - Hartleibigkeit 297 - „ während Schwangerschaft 381 - „ nach der Entbindung 409 - - Harzwachssalbe 495 - - Hausenblasen-Gelee 480 - - Haut, Krankheiten der 17 - „ Durchscheuern und Wundheit der bei Kindern 421 - - Hefen-Umschlag 504 - - Heiserkeit 208 - - Heißhunger 253 - - Herz, Entzündung des 230 - „ Klopfen des 232 - „ Neuralgie des 233 - - Holzkohlenaufschläge 498 - - Hüftentzündung 458 - - Hühneraugen 62 - - Hühnerfleischbrühe 481 - - Hühnerpanade 482 - - Husten 217 - „ Keuch- oder Stick- 442 - - Hydropathische Behandlung 484 - - Hypochondrie 99 - - Hysterie 102 - „ während der Schwangerschaft 386 - - - I - - Impfung 48 - - Influenz 215 - - Intermittirendes Fieber 84 - - Johannisbeeren- oder Korinthen-Gelee 479 - - ~Irish moss Jelly~ 480 - - Irrsinn 105 - - ~Isinglass Jelly~ 480 - - Jucken der Geschlechtstheile während der Schwangerschaft 380 - - Jucken und Reizung der Haut 49 - - - K - - Kalbsfuß-Jelly 479 - - Kampher-Mischung 497 - „ Eis 495 - „ Liniment 497 - „ „ zusammen gesetztes 497 - „ zusammengesetzte Tinktur 500 - - Karfunkel 521 - - Kehlsucht 446 - - Kermesbeerumschlag 504 - - Keuchhusten 442 - - Kind, Kleidung des 415 - „ Scheintod neugeborner 415 - „ Diät neugeborner 416 - „ Anschwellen und Verlängerung des Kopfes 417 - „ Anschwellen der Brüste neugeborner 417 - „ Kost statt des Säugens 418 - „ Ruhe- und Schlaflosigkeit 421 - „ Durchscheuern und Wundheit der Haut 421 - „ Gelbsucht der 421 - „ Remittirendes Fieber der 432 - „ Colik der 444 - - Kindbett 396 - „ Dauer des 401 - „ Kost &c. während des 401 - - Kindbettfieber 409 - - Kindspech 417 - - Kinnbackenkrampf 174 - - Kleidung der Kinder 415 - - Klingen in den Ohren 150 - - Klystiere oder Einspritzungen 493 - - Kopf, Blutandrang nach dem 106 - - Kopfwassersucht 430 - - Kopfweh durch Katarrh verursacht 114 - „ durch Blutandrang verursacht 116 - „ durch Rheumatismus verursacht 117 - „ durch Hartleibigkeit und Unterleibsbeschwerden - verursacht 119 - „ sympathetisches 121 - „ nervöses 125 - - Krämpfe 422, 462 - - Krankenkost 477 - - Krankenpflege 474 - - Krankheiten der Haut 17 - „ des Geistes 99 - „ des Kopfes 106 - „ der Augen 131 - „ der Nase 155 - „ des Gesichts, der Lippen und Kinnbacken 166 - „ des Halses 194 - „ der Luftröhre u. der Brust 208 - „ des Magens und der Gedärme 253 - „ der Urin- und Geschlechtsorgane 323 - „ der Zähne, des Zahnfleisches und des Mundes 178 - - Krätze 57 - - Krebs an der Nase 161 - „ am Mund 186 - - Kropf 461 - - Kurzsichtigkeit 144 - - - L - - Lähmung 462 - „ des Augenlids 131 - „ des Gesichts und der Kinnbacken 174 - - Laufen des Ohrs 153 - - ~Lead Plaster~ 499 - - Leberentzündung 286 - - Leinsamenthee 477 - - Licht, Temperatur und Lüftung während des Kindbetts 399 - - Liniment Kampher 497 - „ Aconitum 497 - „ zusammengesetztes Kampher 497 - „ ~Opodeldoc~ 497 - - Lobelia-Tinktur 500 - „ zusammengesetzte Tinktur der 501 - „ Umschlag 504 - - Lochien 402 - „ Unterdrückung der 402 - „ Uebermäßige 403 - - Lockjaw 174 - - Luftröhre und Brust, Krankheiten der 208 - „ Entzündung der 209 - „ fremde Körper in der 252 - - Lungenbluten 236 - - Lungenentzündung 220 - - Lustseuche 336 - - - M - - Magenkrampf 268 - - Magen, Neuralgie des 268 - „ weh oder Colik 271 - „ Entzündung 280 - - ~Malignant Quinsy~ 198 - - Mangel an Appetit 253 - - Manie 105 - - Masern 25 - „ und Scharlachfieber, Unterschied zwischen 29 - „ Vorbeugungsmittel gegen 29 - - Maße 502 - „ Haus- oder annährende 502 - - Mastdarmvorfall 318 - - Mehl gekochtes 481 - - Melancholie 105 - - Menstrual Colik 359 - - Menstruation unterdrückte 361 - „ Aufhören der 364 - „ verzögerte u. unterdrückte 349 - „ Störungen der 349 - „ schwere 359 - „ übermäßige 356 - - Milchfieber 403 - „ Ausbleiben der 404 - „ Uebermäßige Ansammlung der 405 - „ Geschwulst 411 - „ Punsch 478 - „ Suppe 480 - „ „ französische 483 - - Milchschorf 58 - - Milz, Entzündung der 292 - - Mischung, Kampher 497 - „ zus. Blutwurzel 497 - - Molken, Rennet 481 - „ Essig 481 - „ Alaun 481 - „ Senf 482 - „ Orangen 482 - „ süße 482 - „ Wein 482 - - Monatliche Reinigung -- siehe Menstruation. - - Mund, schlechter Geschmack im 183 - - Mundkrebs 186 - - Mundschwamm 428 - - ~Mumps~ 446 - - Mutterharzpflaster 499 - - Myrrhen, zusammenges. Tinktur 501 - - - N - - Nabel, Verbinden des 399 - - Nachwehen 399 - - Nagel, Einwachsen des in der Zehe 522 - - Nase, Entzündung und Anschwellen 155 - „ Bluten der 155 - „ Polyp der 161 - „ Krebs der 62 - „ fremde Körper in der 164 - - Nervenfieber 69 - - Nervöses Kopfweh 125 - - Nesselfieber 17 - - Neuralgie 169 - „ im Herzen 233 - „ im Magen 268 - „ im Kopf 125 - - - O - - Ohnmacht 469 - - Ohr, fremde Körper im 154 - - Ohrensausen, Klingen 150 - - Ohrenschmerz 149 - - Ohrfluß, Ohrlaufen 153 - - Ohrläppchen, Durchstechen des 154 - - Onanie 333 - - - P - - ~Packing, wet sheet~ 487 - - ~Pack sweating~ 488 - - ~Pail douche~ 486 - - Panade 479 - - ~Pemphigus~ 53 - - Pfeilwurz-Gruel 480 - - Pflaster 498 - „ Belladonna 498 - „ Gewürz 499 - „ Blei 499 - „ zusammenges. Mutterharz 499 - - Pharmacie 495 - - ~Piles~ 315 - - Pleuresie 226 - - ~Pneumonia~ 220 - „ bei alten Leuten 226 - - Pocken 42 - - Podagra 454 - - Polypus der Nase 161 - - Pulver 499 - „ zus. Aloe und Cannellen 499 - „ zusammengesetztes Rhabarber 499 - „ zus. Rhabarber u. Potasche 499 - „ Wurm 499 - „ ~Neutralizing~ 499 - - - Q - - Quetschungen 519 - - Quittenwein 479 - - - R - - Rahm, kalter 494 - - Recepte (Anweisungen) 477 - - Reiswasser 478 - - Remittirendes Fieber 79 - „ „ der Kinder 432 - - Rheumatismus 448 - „ Kopfweh durch 119 - - Rindfleischthee 477 - - Ringwurm 52 - - Rippenfellentzündung 226 - - Rose 20 - „ phlegmonische 21 - „ des Gesichts und der Lippen 166 - „ Blatter 21 - - Rosenwassersalbe 498 - - Rothlaufgürtel 53 - - Ruhelosigkeit und Schlaflosigkeit der Kinder 421 - - Ruhr 304 - - - S - - Sago Gruel 480 - - Salbe, essigsaure Blei- 498 - „ Zinkoxyd 498 - „ Belladonna 498 - „ Rosenwasser 498 - „ Bitter 498 - „ Zusammengesetzte Schwefel 498 - - Salbeithee, 478 - - Sausen in den Ohren 450 - - Säuferwahnsinn 464 - - ~Scarlatinosa~ 30 - „ ~angina~ 31 - „ ~simplex~ 31 - „ ~maligna~ 31 - - Schamjucken 380 - - Scharbock 489 - - Scharlachfieber 30 - „ Vorbeugungs-Mittel gegen 34 - - Scharlachfriesel 29 - „ Unterschied zwischen Scharlachfieber und 29 - „ Unterschied zwischen Masern und 29 - - Scheintod neugeborener Kinder 415 - „ durch Hunger 470 - „ „ Ertrinken 471 - „ „ Erfrieren 472 - „ „ Erhängen 472 - „ „ Blitz 472 - „ „ schädliche Dünste 472 - „ „ Schlag oder Fall 473 - „ „ heftige Aufregung 474 - - Schenkel-Geschwulst 411 - - Schielauge 144 - - Schienen 506 - - Schlaflosigkeit 462 - - Schlagfluß 109 - - Schlangenwurzel, schwarze, zusammengesetzte Tinktur der 500 - - Schlüpfriger Ulmumschlag 504 - - Schmerzen bei Geburtswehen 397 - - Schnupfen 427 - - Schorf 53 - - Schwäche der Augen 140 - - Schwangerschaft 375 - „ Zeichen der 375 - „ Erhaltung der Gesundheit während der 377 - „ Schamjucken während der 380 - „ Krampfvaricöse Adern 381 - „ Hämorrhoiden während der 381 - „ Hartleibigkeit während der 383 - „ Diarrhöe während der 384 - „ Speichelfluß während der 386 - „ Zahnschmerz während der 386 - „ Dyspepsie während der 386 - „ Hysterie während der 386 - „ Herzklopfen während der 387 - „ Kopfweh während der 387 - „ Husten während der 388 - „ Krämpfe während der 388 - „ Harnfluß während der 389 - „ Harnzwang während der 389 - „ Blutfluß während der 390 - „ Falsche Wehen während der 393 - - Schwarzer Staar 140 - - Schwefelsalbe, zusammengesetzte 498 - - Schwerhörigkeit 151 - - Schwermüthigkeit 99 - - Schwindel 107 - - Scorbut 189 - - Seekrankheit 267 - - Seitenstechen 229 - - Selbstbefleckung 333 - - Senfpflaster 503 - - ~Shingles~ 53 - - Sodbrennen 253 - - Sommerkrankheit oder Cholera Infantum 434 - - Sonnenstich 113 - - Spanische Fliegen-Tinktur 500 - - Speichelfluß 191 - „ während der Schwangerschaft 386 - - ~Splints~ 506 - - Stammeln 192 - - St. Antonius Feuer 27 - - Stein in der Blase 331 - - Stickhusten 442 - - Stillende, wunder Mund der 413 - - Sympathetisches Kopfweh 122 - - Syphilis 336 - - - T - - Tapioca Gelee 480 - - Taubheit 151 - - Thränende Augen 139 - - Tinktur, Aconitum 500 - „ spanische Fliegen 500 - „ Lobelia 500 - „ schwarze Schlangen-Wurzel zusammengesetzte 500 - „ zusammengesetzte Kampher 500 - „ „ Colchicum 501 - „ „ Lobelia 501 - „ „ Myrrhen 501 - „ zus. virg. Schlangenwurzel 501 - „ Arnica 501 - „ Kampher 501 - - Toastwasser 477 - - Tripper 339 - - ~Trismus~ 175 - - Typhus 69 - - - U - - Uebelsein am Morgen 378 - - Uebelkeit 265 - - Ulmenrindenschleim 480 - - Umschlag 503 - „ Holzkohlen 504 - „ schlüpfriger Ulmenrinde 504 - „ Lobelia 504 - „ Senf 503 - „ Kermesbeeren 504 - „ gelbe Rüben 503 - „ Brod und Milch 504 - „ Hefen 504 - - Unterleibswassersucht 320 - - Unverdaulichkeit 253 - - Urin, Verhaltung des 327 - „ Fluß 329 - „ Blut im 332 - - - V - - Varicöse Adern während der Schwangerschaft 381 - - Varioliden 49 - - Vegetabilische Suppe 481 - - Veitstanz 468 - - Venerie 336 - - Verbinden des Nabels 399 - - Verbrennungen 520 - - Verbrühungen 520 - - Verstauchungen 519 - - Verstopfte Nase 427 - - Virginische Schlangenwurzel, zusammengesetzte - Tinktur der 501 - - Vorbeugungsmittel gegen Masern 28 - „ „ Scharlachfieber 34 - - Vorfall des Mastdarms 318 - „ der Gebärmutter 367 - - - W - - Wachssalbe 495 - - Wahnsinn 105 - - Warzen 63 - - Wassergruel 479 - - Wasserpocken 40 - - Wassersucht des Gehirns 430 - „ der Brust 243 - „ des Unterleibs 320 - - Wechselfieber 84 - - Wehen 396 - „ falsche 393 - - Weher Hals 194 - - Wein, zusammengesetzter Wallwurz (~Comfrey~) 497 - „ ~bitters~, ~restorative~ 497 - - Weißer Fluß 370 - - Weiße Schenkelgeschwulst 411 - - Weitsichtigkeit 144 - - Wickelbänder 505 - - Windpocken 40 - „ Unterschied zwischen Pocken und 41 - - Wurmpulver 499 - - Würmer 294 - - - Z - - Zahnen 426 - - Zähne, Verfall der 181 - - Zahnfleischschwären 184 - - Zahnpulver 182 - - Zahnweh 178 - - Zäpfchen, Entzündung und Verlängerung des 200 - - Zehen, Einwachsen des Nagels der 522 - - Ziegenpeter 446 - - Zittermahl 52 - - Zunge, Entzündung und Anschwellen der 185 - - Zusammengesetztes Pulver von Aloe und Cannell 499 - - Zusammengesetzter Rhabarber 499 - - Zusammengesetzter Rhabarber und Potasche 499 - - - - - #################################################################### - - - -Anmerkungen zur Transkription: - - Der vorliegende Text wurde anhand der 1869 erschienenen Buchausgabe - erstellt. Satzzeichen wurden stillschweigend korrigiert bzw. - ergänzt, dasselbe gilt für Verweise mit falschen Angaben zu den - Seitenzahlen im Buch. Einigen Punkten im Inhaltsverzeichnis stehen - im Text keine entsprechenden Abschnitte gegenüber. - - Sowohl deutsch- als auch englischsprachige Ausdrücke sind zum - Teil stark von der jeweils anderen Sprache beeinflusst. Einige - englische Wörter sind orthographisch falsch, lautmalerisch aber der - korrekten Form ähnlich. Darüberhinaus werden stellenweise moderne - und altertümliche Begriffe miteinander vermischt; außerdem wurden - oftmals ungewöhnliche Wortformen verwendet. Alle diese Stellen - wurden nicht verändert, wenn es sich nicht offensichtlich um - Druckfehler, wie beispielsweise Buchstabenverwechslungen, handelt. - Grammatikalische Fehler wurden nicht korrigiert, sofern sie den - Sinn des Textes nicht verfälschen. - - Die Bedeutungen von deutschen und englischen Begriffen, - insbesondere in den Rezeptmischungen, stimmen nicht immer überein; - einige Angaben scheinen auch falsch zu sein. Da hier über die - Korrektheit der Begriffe aber nicht entschieden werden kann, wurden - keine Änderungen vorgenommen. Inkonsistenzen in Schreibweisen - sowie in der Verwendung von gesperrtem Text wurden dem Original - entsprechend beibehalten. - -Korrekturen: - - S. 5: ‚nnter‘ → ‚unter‘ - S. 19: ‚Schlaflogkeit‘ → ‚Schlaflosigkeit‘ - S. 23: ‚Austern, Clams u. s. w.‘: Das Satzende fehlt, dennoch - erschließt sich der Sinn ohne weiteres; deshalb wurde hier keine - Änderung vorgenommen. - S. 24: ‚Oragen-Schale‘ → ‚‚Orangen-Schale‘ - S. 33: ‚entzüntet‘ → ‚entzündet‘ - S. 35: ‚Ausschlhg‘ → ‚Ausschlag‘ - S. 40: ‚Schwertlilen‘ → ‚Schwertlilien‘ - S. 71: ‚entfernt‘ → ‚entleert‘; ‚Taunic acid‘ → ‚Tannic acid‘ - S. 72: ‚Chimirten Baldrian‘ → ‚Chinirten Baldrian‘ - S. 83: ‚Altheewurzrl‘ → ‚Altheewurzel‘ - S. 89: ‚Diensttag → ‚Dienstag‘ - S. 98: ‚Sequi-carbonate‘ → ‚Sesqui-carbonate‘ - S. 109: ‚blutunlaufenem‘ → ‚blutunterlaufenem‘ - S. 117: ‚Personnen‘ → ‚Personen‘ - S. 118: ‚Coloyquinthen‘: korrigiert und harmonisiert zu - ‚Koloquinthen‘ - S. 129: ‚Fiegen‘ → ‚Fliegen‘ - S. 138: ‚Augapfeln‘ → ‚Augäpfeln‘ - S. 139: Zwischenüberschrift ‚Behandlung‘ fehlt im Original und wurde - eingefügt. - S. 140: ‚Glancoma‘ → ‚Glaucoma‘ - S. 142: Seiten‘ wurde eingefügt - S. 145: ‚und die Kost sollte sorgfältig geordnet wird‘: ‚sollte‘ - wurde entfernt; ‚Pfefferwünzwasser‘ → ‚Pfeffermünzwasser‘ - S. 153: ‚Mohnsamen- (hoppies)‘ → ‚Mohnsamen- (poppies)‘ - S. 185: ‚Entzündungen‘ → ‚Entzündung‘; ‚unterlausen‘ → ‚unterlaufen‘ - S. 188: ‚alle zwei, drei oder‘: ‚vier‘ wurde eingefügt - S. 190: ‚Hinfälligfälligkeit‘ → ‚Hinfälligkeit‘ - S. 191: ‚sulphurid acid‘ → ‚sulphuric acid‘ - S. 195: ‚Flachsamen-Limonade‘ → ‚Flachssamen-Limonade‘ - S. 200: ‚Nitrate of silber‘ → ‚Nitrate of silver‘ - S. 201: ‚Heiserheit‘ → ‚Heiserkeit‘ - S. 205: ‚Per-Maganate‘ → ‚Per-Manganate‘ - S. 209: ‚Fääen‘ → ‚Fällen‘ - S. 227: ‚Phorphorus‘ → ‚Phosphorus‘ - S. 228: ‚8–16 Grane.‘: Im Original steht hier das Wort ‚Drachmen‘. - Es wurde aber durchgestrichen und darunter gedruckt: ‚grains.‘ In - einer späteren Ausgabe des Buches steht an dieser Stelle: ‚Grane.‘ - Die Stelle wurde daher zu ‚Grane‘ korrigiert. - S. 238: ‚Terpertingeist‘ → ‚Terpentingeist‘; ‚räuspender Husten‘ → - ‚räuspernder Husten‘ - S. 247: ‚Befriedidigung‘ → ‚Befriedigung‘ - S. 253: doppeltes der‘; eines wurde entfernt - S. 255: ‚Gerüchte‘ → ‚Gerichte‘ - S. 256: ‚rothe Rüben (buts)‘ → ‚rothe Rüben (beets)‘ - S. 260: ‚herrüht‘ → ‚herrührt‘ - S. 271: ‚erforlich‘ → ‚erforderlich‘ - S. 287: ‚Lungenentzündung‘ → ‚Leberentzündung‘ - S. 302: ‚Löwenzahl-‘ → ‚Löwenzahn-‘ - S. 310: ‚mii‘ → ‚mit‘ - S. 315: ‚und mehre‘ → ‚und mehr‘ - S. 329: ‚öfers‘ → ‚öfters‘ - S. 332: ‚Hœmaturia‘ → ‚Hæmaturia‘ - S. 340: ‚chorda venerea ein, ...‘ → ‚chorda venerea, ...‘ - S. 364: ‚Seunden‘ → ‚Stunden‘ - S. 365: ‚Jalappen-Pulper‘ → ‚Jalappen-Pulver‘ - S. 404: ‚senna or jalap‘ → ‚senna and jalap‘ - S. 409: ‚erfahreren‘ → ‚erfahrenen‘ - S. 410: ‚Erklätung‘ → ‚Erkältung‘ - S. 421: ‚unter den Armmen‘ → ‚unter den Armen‘ - S. 424: ‚Entozoic powder‘ → ‚Enterozoic powder‘; ‚stachliche - Eschbeeren‘; sollte wohl heißen: ‚stachliche Eschbeerenrinde‘, - wurde aber so belassen; ‚Convusionen‘ → ‚Convulsionen‘ - S. 426: ‚Desertlöffel‘ → ‚Dessertlöffel‘ - S. 427: ‚Gewahrt‘ → ‚Gewährt‘ - S. 437: ‚4 Drachme‘ → ‚4 Drachmen‘ - S. 458: ‚Caxalgia‘ → ‚Coxalgia‘ - S. 462: ‚Heplegia‘ → ‚Hemiplegia‘ - S. 488: doppeltes ‚und‘; eines entfernt - S. 489: ‚den Krankeu‘ → ‚den Kranken‘ - S. 521: ‚Ferunculus‘ → ‚Furunculus‘ - S. 525: ‚Peruvian baak‘ → ‚Peruvian baak‘; ‚Zuckee‘ → ‚Zucker‘ - S. 526: ‚angegeben sind‘ → ‚angegeben ist‘ - S. 531: ‚der Leib ist hart nnd‘ → ‚der Leib ist hart und‘ - S. 544: ‚Luftröhe‘ → ‚Luftröhre‘ - S. 547: ‚Zahnfleischgeschwären‘ → ‚Zahnfleischschwären‘ - - - -***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK UNSER FAMILIEN-ARZT*** - - -******* This file should be named 51147-0.txt or 51147-0.zip ******* - - -This and all associated files of various formats will be found in: -http://www.gutenberg.org/dirs/5/1/1/4/51147 - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. 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It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at -www.gutenberg.org - -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the -mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its -volunteers and employees are scattered throughout numerous -locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt -Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to -date contact information can be found at the Foundation's web site and -official page at www.gutenberg.org/contact - -For additional contact information: - - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. 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