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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - - -Title: Die Universität Basel in den fünfzig Jahren seit ihrer Reorganisation im Jahre 1835 - - -Author: Albert Teichmann - - - -Release Date: January 15, 2016 [eBook #50937] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - - -***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN -FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835*** - - -E-text prepared by Karl Eichwalder, Chuck Greif, Eleni Christofaki, and -the Online Distributed Proofreading Team (http://www.pgdp.net) from page -images generously made available by Internet Archive/American Libraries -(https://archive.org/details/americana) - - - -Note: Images of the original pages are available through - Internet Archive/American Libraries. See - https://archive.org/details/dieuniversithat00teicrich - - -Anmerkungen zur Transkription: - - Folgende Zeichen sind für die verschiedene Schriftformen - benutzt: - - _gesperrt gedruckter Text_ - - =fett gedruckter Text= - - +kursiv gedruckter Text+ - - Eine Liste der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende - des Textes. - - - - - -DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN FÜNFZIG JAHREN -SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835. - -PROGRAMM ZUR -REKTORATSFEIER UND ZU DEM MIT IHR VERBUNDENEN JUBILÄUM DER FREIWILLIGEN -AKADEMISCHEN GESELLSCHAFT - -IM AUFTRAG E.E. REGENZ - -UNTER MITWIRKUNG DER ANSTALTSVORSTEHER - -ZUSAMMENGESTELLT - -von - -Prof. Dr. ALBERT TEICHMANN. - - - - - - - -Basel. -Schultze'sche Universitäts-Buchdruckerei (L. Reinhardt) -1885. - - - - -VORWORT. - - -Nachdem 1883 und 1884 die Universitäten Zürich und Bern ihr 50jähriges -Bestehen gefeiert haben, schickt sich in diesem Jahre auch die ältere -Schwester in den Grenzmarken des Schweizerlandes an, bei einer -ähnlichen Feier einen Rückblick zu werfen auf eine gleich lange Periode -der Entwicklung seit dem Jahre, in welchem der hochherzige Sinn der -Behörden und der Bürgerschaft ihre Fortexistenz sicherte und ihr eine -den Verhältnissen jener Zeit entsprechende Organisation gab. - -Eingedenk der zu eigenem Gewinn siegreich bestandenen Prüfungen, -wie andrerseits der erhebenden vierten Säcularfeier vor 25 Jahren, -will sie bei der auf engere Kreise beschränkten diesjährigen Feier -im Bewusstsein eines nunmehr verwirklichten grösseren Aufschwungs -den Tribut des Dankes darbringen ihrer treuen, zur Hilfe stets -bereiten Genossin in diesen 50 Jahren, der Freiwilligen Akademischen -Gesellschaft, welche, wenige Tage vor Einweihung der neu organisierten -Universität im Jahre 1835 gestiftet, ihr Fest mit der Rektoratsfeier -der Universität verbindet. - -E.E. Regenz beschloss, bei diesem Anlass eine Schrift zu -veröffentlichen, welche einen Einblick in die Organisation und die -ökonomischen Verhältnisse der Universität, einen Ueberblick über -das Lehrpersonal und die Studentenschaft der letzten 50 Jahre, eine -Uebersicht über die mit der Universität verbundenen Sammlungen und -Anstalten gewähren soll. - -Möchte die nachfolgende bescheidene Schrift dazu anregen, bisher -Versäumtes nachzuholen und dem durch einige der Jubelschriften und -die Rektoratsrede im Jahre 1860 gegebenen meisterlichen Vorbilde in -Fortführung dieser geschichtlichen Arbeiten nachzueifern! - -Allen denen, welche durch Mitarbeit, Rathschläge und Mittheilungen -vorliegende Arbeit förderten, insbesondere den Herren Professoren -_Vischer_, E. _Hagenbach_, _Kinkelin_, Fritz _Burckhardt_ und Herrn -Staatsarchivar Dr. _Wackernagel_, sodann den Herren Vorstehern der -Sammlungen und Anstalten sei inniger Dank bezeugt! - - Der Universität und ihrer Festgenossin - -bringt die herzlichsten Segenswünsche für ferneres Blühen und Gedeihen -dar - - _Basel_, im November 1885. - - A. Teichmann. - - - - -I. - -Geschichte der Organisation der Universität. - - -1. =Einleitung. -- Die Gesetze von 1818 und die Sprüche des -Schiedsgerichts.= - -Bis in den Anfang dieses Jahrhunderts hatte die Universität als -Korporation eine unabhängige Stellung behauptet. Dies änderte sich, -als durch das Gesetz vom 19. Mai 1813 die der Universität in den -Jahren 1460, 1532 und 1539 ertheilte Verfassungsurkunde, Statuten -und Privilegien zurückgenommen und aufgehoben wurden. Fortan sollte -dieselbe allgemeine höhere Lehranstalt des Kantons sein und zu -diesem Zwecke in einer den Zeiten angemessenen und gemeinnützigen -Weise eingerichtet werden. Durch Gesetz vom 17. Juni 1818 über die -Organisation der Universität wurde sie der Oberaufsicht und Leitung der -Regierung unterstellt. Letztere übertrug diese Oberaufsicht und Leitung -der zufolge Gesetzes vom gleichen Datum bestellten neuen Staatsbehörde, -dem _Erziehungsrath_, dessen engerer Ausschuss (_Curatel_) die der -Universität unmittelbar vorgesetzte Behörde wurde. Der Regenz der -Universität -- bestehend aus sämmtlichen ordentlichen Professoren --- verblieb die Leitung der inneren Angelegenheiten, die Aufsicht -über die akademischen Anstalten und Sammlungen und die Verwaltung -des Universitätsvermögens. Die bisherige Universitätskommission -erhielt, unter bester Verdankung ihrer Arbeiten, durch Rathsbeschluss -vom 24. Juni 1818 ihre Entlassung. Die der Regenz noch gelassene -Civilrechtspflege für die Angehörigen der Universität (sog. -Universitätsbürger) entfiel 1821 bei der neuen Organisation des -Gerichtswesens. - -In den vier einander gleichgestellten Fakultäten sollten 18 Professoren -mit einer Besoldung von je Fr. 1600 a.W. angestellt und diese Stellen -nach öffentlicher Auskündung und eröffnetem Konkurse besetzt werden; -in Fällen, wo es zum Vortheil der Anstalt gereiche, sollte der -Kleine Rath, auf motivierten Vorschlag des Erziehungsrathes, durch -unmittelbaren Ruf Professoren ernennen können. Hiemit war die früher -übliche Verwendung des Looses, die öfters eine verhängnissvolle Rolle -gespielt hatte, glücklich beseitigt. - -Dieses Gesetz über die Organisation der Universität, auf das man im -Jahre 1865 zurückgriff, berücksichtigte in angemessener Weise die -einzelnen Unterrichtsfächer und fand bei einsichtsvollen Männern volle -Billigung. So erklärte _Troxler_ (Die Gesammthochschule der Schweiz und -die Universität Basel, Trogen 1830, S. 58): - -»Es ist seinem wesentlichen Inhalte nach eine zweckmässige und -zeitgemässe Grundlage einer wohlberechneten und verheissungsvollen -Herstellung und Erhebung der Hochschule, im Geiste der ersten Gründung -gedacht, würdig der grossen Erinnerungen, durch Erfahrungen geläutert, -die Ansprüche und Bedürfnisse einer neuen Zeitbildung berücksichtigend, -sowie selbst die weitern Verhältnisse des Gesammtvaterlandes umfassend.« - -Der schöne Beweis von Achtung für Wissenschaft, von Eifer für Bildung -und von hochherziger Vaterlandsliebe, den der Grosse Rath an den -Tag gelegt hatte, stellte eine gedeihliche Entwicklung in Aussicht. -In der That finden sich unter dem Lehrpersonal der nächsten Jahre -manche klangvolle, weitberühmte Namen von In- wie Ausländern. Aber -man zögerte zu sehr mit Durchführung der Organisation im vollen -Umfange, sodass schon 1823 der Rektor der Hochschule, Prof. _de -Wette_, in seiner Rektoratsrede am 12. Mai mit Freimuth und Nachdruck -äussern durfte: »Und jetzt an dieser Stelle, als zeitiger Rektor der -Universität und Mitglied des Erziehungsrathes, im Namen der Anstalt, -an deren Spitze ich zu stehen die Ehre habe, fordere ich Sie, weise -Häupter und Räthe, feierlich auf, das Werk der Wiederherstellung der -Universität fördersamst zu vollenden! Noch sind eine Lehrstelle der -Rechte, zwei der Arzneikunde und die der Philosophie unbesetzt, und -die der Geschichte ist von Neuem erledigt. Jedes Halbjahr, welches -unter diesen Mängeln verstreicht, ist ein Verlust für die studierende -Jugend, und der ganze Unterrichtsgang ist dadurch gelähmt. Je länger -man aufschiebt, desto mehr ermattet der Eifer, desto mehr gewöhnt man -sich an das Mangelhafte.«[1] Wieder vier Jahre darauf mahnte noch -eindringlicher der damalige Rektor, Prof. _Gerlach_, an schleunige -Vervollständigung[2] und schloss mit den verheissungsvollen Worten: - -»Reichthum ist ein vergängliches Gut; -- Ruhm, erworben im Felde der -Staatskunst, ist trügerisch und oft von zweideutiger Art; -- der aber -lebt ewig im dankbaren Andenken der Nachwelt, dessen Name geknüpft ist -an das Gedeihen einer Schule der Wissenschaft, die Jahrhunderte blühte, -die in der Gegenwart sich auf's neue erhebt, die nicht untergehen wird -im Strome kommender Zeiten.« - -Die nächsten Jahre erfüllten die hochgespannten Hoffnungen noch -nicht -- es nahte die dem Basler Staatswesen verhängnissvolle, mit -muthiger Entschlossenheit durchgekämpfte Zeit, auf welche -- wie der -trefflichste Darsteller der Ereignisse jener Periode sagte[3] -- -»Basel sonder Scham und sonder Reue zurückblicken konnte, weil es das -Bewusstsein davon trug, dass es billigen Begehren willig entsprochen -hatte, dass es der Drohung und Gewalt beharrliche Entschlossenheit -entgegengesetzt hatte und dass seine Bürger das Gesetz, für das sie -kämpften, auch durch Gehorsam zu ehren wussten.« - -Vergeblich war man bemüht, von dem gut eingerichteten und weise -geleiteten Staatswesen den schwersten Schlag abzuwenden. Es war -umsonst! -- Der am 17. August 1833 gefasste, am 26. August durch -eingelangte Ratifikationen in Kraft erwachsene Beschluss der -Eidgenössischen Tagsatzung erklärte den Kanton Basel in Bezug auf -die Verwaltung in zwei besondere Gemeinwesen getheilt und verfügte, -»es solle das gesammte Staatseigenthum des Kantons an Kapitalien, -Gefällen, Gebäuden, Kriegsmaterial u.s.w. ohne irgend eine Ausnahme, -und ausdrücklich mit Inbegriff der Kirchen-, Schul- und Armenfonds, auf -billigem Fusse zwischen beiden Landestheilen ausgeschieden und getheilt -werden.« - -Diesem Beschlüsse zufolge wurden zu Schiedsrichtern erwählt: - - 1. Herr Alt-Bürgermeister _Joh. Herzog_, - von Effingen, in Aarau } für Basel-Stadttheil. - 2. Herr Alt-Bundespräsident _Joh. Friedrich Tscharner_, - von Chur } - 3. Herr Obergerichts-Präsident _Joachim Leonz Eder_, - in Frauenfeld } - 4. +a+) Herr _Carl Schnell_, J.U.D., Regierungsstatthalter - zu Burgdorf (bis Ende 1833) } für Basel-Landschaft. - +b+) Herr _Ludwig Schnyder_, Appellationsrichter - von Sursee, (von Anfang 1834 an) } - und seitens derselben als Obmann: - Herr _Friedrich Ludwig Keller_, J.U.D., Obergerichtspräsident - von Zürich. - -Das Schiedsgericht trat am 16. September 1833 in Zürich zusammen, -begann seine Sitzungen am 30. September in Aarau und schloss dieselben -erst im April 1835 in Bern.[4] Hier interessieren nur diejenigen -Beschlüsse, welche -- zufolge Antrages der Landschaft, auf das Inventar -der Staatsliegenschaften die Gebäude und Fonds der Universität zu -setzen -- die Frage betrafen: »ob das Vermögen der Universität in die -Theilung gezogen werden solle oder nicht?« - -Schon am 9. November 1833 erging der Obmannsspruch: - - 1) Es gehöre das Universitätsgut zu dem in Theilung fallenden - Staatsvermögen; - 2) Sei das Inventar desselben von Basel-Stadt vorzulegen. - -Dieser Entscheid rief natürlich grosse Bestürzung hervor und fand -namentlich in juristischen Kreisen scharfe Kritik.[5] Dem Entscheide -sich fügend, legte der Stadttheil am 6. Januar 1834 das »Inventarium -über das der Universität angehörige und unter ihrer Verwaltung stehende -Vermögen« zur Mittheilung an die Landschaft vor, welche zwar einige -Punkte bemängelte, auf erhaltene Auskunft aber diese Bemängelung fallen -liess. - -Für die Vertretung der Rechte der Universität Namens des Standes -Basel-Stadttheil bei den Verhandlungen beschloss man Zuziehung des -Hofgerichtsadvokaten _Bertheau_ von Mannheim und bestellte zur -Schätzung des Universitätsvermögens Sachverständige. - -Die vom Obmann für die von beiden Theilen ernannten Sachverständigen -entworfene Instruktion war für Basel-Stadt und die Universität durchaus -günstig. - -In der Sitzung vom 14. April 1834 wurde bei getheilten Stimmen der -Schiedsrichter durch Entscheid des Obmanns anerkannt, »dass auf -dem Universitätsgut zu Gunsten der Stadt Basel die Beschwerde des -Ausschlusses solcher Verfügungen über dasselbe hafte, in Folge welcher -für ihr Bedürfniss wissenschaftlicher Anstalten nicht mehr gesorgt sein -würde,« und wurde im Urtheile vom 11. Juli festgesetzt: - - dass bei den im Inventar auf Fr. 543,662.45 angegebenen - akademischen Fisci wegen darauf haftender Beschwerden Fr. - 120,662.45 in Abzug zu bringen seien; - - dass auf den Sammlungen von _Amerbach_, _Fäsch_, _Huber_, - _d'Annone_ und _Bernoulli_ die Beschwerde hafte, dass dieselben an - die Oertlichkeit der Stadt Basel gebunden sind; - - dass das gesammte Universitätsgut als eine untheilbare Einheit und - dem Zwecke des höheren Unterrichtes bleibend gewidmet zu betrachten - sei; - - der Kanton Basel-Stadttheil einen billigen Anspruch habe, dass - ihm auf den Fall, wenn er zur Uebernahme des gesammten Gutes als - berechtigt und verpflichtet angesehen werden sollte, diesfalls eine - gewisse Erleichterung, welche in der Bestimmung des Preises für das - Ganze zu finden, verstattet werde.[6] - -In Abänderung einzelner dieser Punkte erging am 6. August 1834 das -Endurtheil dahin: - - 1) es sei das gesammte Universitätsgut mit Nutzen und Beschwerden, - und unter der Verpflichtung, dasselbe seiner Bestimmung getreulich - zu erhalten, dem Kanton Basel-Stadttheil allein und ausschliesslich - zugetheilt; - - 2) es sei der durch die bisherigen Schätzungen und Urtheile - ausgemittelte Gesammtwerth von Fr. 621,060, mit Hinzurechnung - des in seinem Werthe noch nicht ermittelten Mobiliar-Bestandes, - um 25% herabzusetzen und der sich ergebende Betrag als der - definitive Preis und als die von Basel-Stadttheil einzuwertende und - unmittelbar in Theilung fallende Summe festgesetzt; - - 3) sei der Kanton Basel-Landschaft bei seiner Erklärung, das ihm - zufallende Capital einzig für höhere wissenschaftliche Anstalten zu - benutzen und zu verwenden, feierlich behaftet. - -Durch Einverständniss der Parteien wurde am 12. August der Werth des -Mobiliarbestandes -- worunter auch Scepter und Pokale der Universität -auf Antrag der Landschaft aufgenommen werden mussten -- auf Fr. 1440 -bestimmt. - -Mit dem ganz eigenen, im November gestellten Antrage: »es möchte -- da -verlaute, dass Basel-Stadttheil Willens sei, die Universität aufzuheben -oder einzuschränken -- das Schiedsgericht die Rechte der Landschaft -durch ein ferneres Urtheil so wahren, dass die Universität zu keiner -Zeit von Basel-Stadttheil aufgehoben oder beschränkt werden könne, -oder wenn man demselben freie Befugniss darüber einräumen wolle, der -Stadttheil angehalten werden, der Landschaft, der gemachten Abzüge und -der niedern Schätzung wegen, noch eine Entschädigungssumme von Fr. -256,619 herauszubezahlen,« -- wurde die Landschaft einmüthig am 17. -November abgewiesen; dagegen der Stadttheil auf Antrag der Landschaft -angehalten, Zinsen von dem ihr zukommenden Antheil vom 18. März 1832 -bis 15. December 1834 zu 4% zu entrichten. - -Die Verhandlungen ergaben für das Universitätsvermögen folgende Summen: - - A. Akademische Fisci (laut Urtheil) Fr. 423,000.-- - B. Gebäude (laut Schatzung) » 120,060.-- - C. Sammlungen (laut Schätzung) » 78,000.-- - D. Scepter und Pokale Fr. 812.50 -- - übriges Mobiliar 627.50 = » 1,440.-- - ----------------- - Summa Fr. 622,500.-- - abzüglich 25% » 155,625.-- - ----------------- - blieben Fr. 466,875.-- - wovon nach Urtheil vom 10. Juni 1834 der - Landschaft 60% gebührten, also » 298,800.-- - nach Gewährung von Fr. 195 in Mobiliar blieben - auszuweisen » 298,605.-- - welche Summe sich durch Zinsen - mit Fr. 32,846.55 erhöhte auf » 331,451.55 - -Dies war die Auskaufssumme, welche an die Landschaft zu entrichten war. - -Wie so vielen anderen, genügte Basel-Stadt auch dieser Verpflichtung -aufs Pünktlichste. Nach beendeter Vermögenstheilung konnten die in der -Zwischenzeit ausgestellten Bürgschaftsinstrumente sehr bald entkräftet -werden. Den muthig und hochherzig für die Interessen des Staatswesens -eingetretenen Bürgern von Zürich und Basel wurde der gebührende Dank -bezeugt. - -Unter den vielen Aufgaben, die nunmehr rücksichtlich der Reorganisation -der Staatsverwaltung zu lösen waren, war die Frage der Organisation -der höheren Lehranstalten von grösster Bedeutung. Auch hier bewährte -sich, was schon die Alten erkannt haben, dass im Unglück der Sporn zur -Ausdauer und zu neuer Thatkraft liegt. - -Unmittelbar nach Erlass des schiedsgerichtlichen Urtheils vom 6. August -wurde durch Rathsbeschluss vom 13. August dem Erziehungskollegium[7] -der Auftrag ertheilt, zu berathen, was nun in Hinsicht der Universität -angenommen und vorgekehrt werden solle. Zu diesem Zwecke ernannte -dasselbe eine Kommission. - -Aber auch die Regenz musste zu den Sprüchen des Schiedsgerichts -Stellung nehmen. Sie that dies, indem sie dem Amtsbürgermeister -zu Handen des Grossen Rathes am 23. September eine ausführliche -Protesterklärung gegen jene Sprüche überreichen liess, worin sie -schliesslich, unter Anrufung der heiligsten Gefühle der Gerechtigkeit, -der Wissenschafts- und Vaterlandsliebe, die Zuversicht aussprach, -E.W.W. Rath werde vermöge seiner Weisheit und rechtlichen Gesinnung -durch zweckdienliche Anordnungen dafür sorgen, dass das Universitätsgut -nicht nur ungeschmälert und dem Zwecke des höheren Unterrichts gewidmet -bleibe, sondern auch für die Zukunft eine solche rechtliche Stellung -erhalte, wodurch es niemals durch irgend mögliche Wechselfälle seiner -Bestimmung entrissen werden könne und wodurch auch wieder nach einer -so niederschlagenden Erfahrung bei der Bürgerschaft Muth und Zutrauen -geweckt würde, durch neue Stiftungen die Lehrmittel und Kräfte der -Universität zu vermehren.[8] - -Ebenso wurde von der Kommission des naturwissenschaftlichen Museums -in einer Sitzung vom 6. Oktober eine Erklärung beschlossen, wonach -fortan »alle Geschenke und Legate nur unter dem bestimmten Vorbehalte -gemacht und angenommen werden sollen, dass sie unabänderlich und -unveräusserlich in der Stadt Basel zu möglichst gemeinnützigem -Gebrauche sollen aufgestellt bleiben, in allen Wechselfällen die -Bedingung der Unentfremdbarkeit dieser Gegenstände von der Stadt Basel -heilig und unverletzt gehalten werden solle, auch zur Wahrung dieser -Bestimmung in keinem denkbaren Falle, weder dem Staate, zu dem die -Stadt Basel jeweilen gehören wird, noch der Stadt Basel selbst irgend -ein Opfer rechtmässig auferlegt werden könne, so dass folglich jede -Theilung, jede Auferlegung einer Auskaufssumme, jede zu diesem Zwecke -vorgenommene Schatzung der aus Schenkungen und Legaten herrührenden -Bestandteile der Sammlung, sowie überhaupt jede Massregel ähnlicher Art -als Raub und offenbare Gewaltthat zu betrachten wäre.« - -Diese Wünsche fanden bald die gebührende Berücksichtigung. - - -2. =Das Gesetz über Einrichtung des Pädagogiums und der Universität vom -9. April 1835 und die weitere Entwicklung bis 1865.= - -Am 20. December 1834 hatte die Kommission den von ihr erforderten -Bericht über die Organisation der höheren Lehranstalten vorgelegt; -derselbe fand am 19. Januar im Erziehungskollegium, wie später im -Kleinen Rath Beifall und wurde in den am 2. März 1835 dem Grossen -Rathe vorgelegten Rathschlag aufgenommen. Derselbe zeichnet sich durch -seltene Vollständigkeit und Abrundung aus, stützt sich auf vielseitige -Erfahrungen und ist ein rühmliches Zeugniss für den edlen Sinn und -das herzliche Interesse der Männer jener Zeit für die Förderung des -Bildungswesens als einer der Hauptaufgaben jedes Staatswesens. Mit -hoher Befriedigung wird man auch heute noch in demselben die Worte -lesen: »Wenn auch allerdings in der vorgefallenen Trennung des -Kantons, in der daraus sich ergebenden Verminderung der Beamtenzahl, -in der gegenwärtig bedeutenden Schuldenlast, eben so viele Gründe -liegen möchten, wesentliche Einschränkungen eintreten zu lassen, -so rufen doch andrerseits das um so fühlbarer gewordene Bedürfniss -geistiger Regsamkeit und Tüchtigkeit, die sich täglich höher stellenden -Anforderungen der Zeit, die eigentümliche Isolierung unserer Lage Basel -dringend zu, sich im gegenwärtigen Augenblicke nicht zu versäumen und -nicht zu vernachlässigen, und durch zweckmässige und wohleingerichtete -wissenschaftliche Anstalten sein zukünftiges Wohl zu sichern.« - -Im Anschluss an die Gesetze vom 18. Juni 1817 und 17. Juni 1818 -wird für Bestehenbleiben des Pädagogiums eingetreten und dankbar -anerkannt, dass der vortreffliche Zustand desselben besonders den -eifrigen und gewissenhaften Bemühungen der zur Zeit angestellten Lehrer -zuzuschreiben sei. Diese Anstalt soll in 2 Abtheilungen, für Humanisten -einerseits, für Realisten (Techniker) andrerseits zerfallen. - -Aber es genügt das Pädagogium, welches junge Leute vom 15.-18. Jahre -aufnimmt, für sich allein den Bedürfnissen nicht. Hiezu ist eine -danebenstehende höhere Anstalt, die Universität, dringend nothwendig. -Diese soll eine Anstalt für das Studium der Fakultätswissenschaften, -aber auch eine bürgerliche Akademie sein, in höherem, unmittelbar -praktischerem Sinne, als s.Z. _Isaak Iselin_ dies angedeutet -hatte. Freilich sind hiebei bedeutende Einschränkungen des streng -wissenschaftlichen Elementes angebracht, während die Fächer, welche -der allgemeinen und technischen Bildung angehören, einige Ausdehnung -erhalten können. In dieser Beziehung hält man einen Lehrstuhl für -französische Sprache und Litteratur angezeigt und will auch dem -Englischen und Italienischen, besonders aber der Nationalökonomie und -Statistik, bei deren stets wachsender Bedeutung, Berücksichtigung -schenken. Die philosophische Fakultät soll den Kern des Ganzen bilden. -Lediglich als propädeutische Anstalten sind die juristische und -medicinische Fakultät behandelt. In der theologischen Fakultät soll -Nachdruck auf praktische Ausbildung und Pflege des Hebräischen gelegt -werden. - -In den Berathungen über den Rathschlag im Grossen Rathe am 7.-9. -April erlitt der die Universität betreffende Abschnitt nur geringe -Aenderungen. Man hielt es für passend, in § 13 (dem ersten Paragraphen -des Abschnitts) die »Beibehaltung« der im Jahre 1460 gegründeten und -in den Jahren 1532 und 1818 reorganisierten Universität bestimmter -auszusprechen; gewährte für Gehaltszulagen und Besoldungen in -ausserordentlichen Fällen einen jährlichen Kredit von Fr. 4000, regelte -eingehend die Entlassung pflichtvergessener Lehrer, lehnte einen Antrag -auf Bestätigung der Lehrer von 6 zu 6 Jahren ab; bestimmte dagegen, -dass bei etwaigen Aenderungen in der Organisation die Professoren sich -einer solchen gegen eine dann durch Gesetz zu bestimmende Entschädigung -zu unterziehen hätten. - -In der an erster Stelle genannten philosophischen Fakultät werden 9 -Lehrstühle errichtet für theoretische und praktische Philosophie -- -Mathematik -- Physik und Chemie -- Naturgeschichte -- griechische, -lateinische, deutsche und französische Sprache wie Litteratur- und -Geschichte. Besondere Lehrer können für die oben genannten Fächer -angestellt werden. Die Professoren beziehen Fr. 1600 Gehalt. - -Drei Professuren werden der theologischen Fakultät gegeben. Lehrfächer -sind: Theologische Encyclopädie -- Hebräische Sprache -- Exegese des -Alten und des Neuen Testamentes mit den nöthigen Hilfswissenschaften --- Kirchen- und Dogmengeschichte -- Dogmatik -- Christliche Moral -- -Praktische Theologie mit homiletischen und katechetischen Uebungen. -Zwei Professoren haben je Fr. 1600, der dritte Fr. 1200 Gehalt. - -Die juristische Fakultät hat 2 Lehrstühle, einen mit Fr. 1600, -einen andern mit Fr. 800 Gehalt. Lehrfächer sind: Römisches Recht --- Criminalrecht -- Handels- und Wechselrecht -- Vaterländisches -Civilrecht -- Civilprozess. - -Die medicinische Fakultät zählt 4 Lehrer für Anatomie -- Physiologie -und Pathologie -- Chirurgie und Botanik mit nur Fr. 800 Gehalt, sowie -einen Prosektor mit Fr. 450 Gehalt. - -Die einzelnen Stellen sollen, nach Auskündung und Konkurs, sowie -Anhörung der Curatel, durch Wahl seitens des Erziehungskollegiums -besetzt werden, welche Wahlen sodann noch der Bestätigung des Kleinen -Rathes unterliegen. Unmittelbare Berufung durch den Kleinen Rath ist -auch hier, wie im Gesetz von 1818, vorgesehen. - -Die Regenz hat die Censur über das Betragen der Studierenden, ertheilt -in geringeren Fällen Verweise; in wichtigen oder Wiederholungsfällen -hat sie Strafbefugniss bis auf 3tägige Carcerstrafe, spricht auch -Entziehung von Stipendien aus. Bei schwereren Vergehungen kann sie -bei der Curatel auf Entfernung antragen, wozu aber Bestätigung des -Erziehungskollegiums nöthig ist. - -Für die Vorlesungen besteht Lern- und Lehrfreiheit, und können einzelne -Vorlesungen auch von Nichtstudierenden, welche das 17. Altersjahr -zurückgelegt haben, besucht werden. - -Die Aufrechterhaltung der Universität in diesem gewiss bescheidenen -Rahmen fand namentlich auswärts eine verschiedene Beurtheilung. So -meinte man z.B. in Zürich, dass, wenn nicht alle Fakultäten aufs -Vollständigste und möglichst gut besetzt seien, die Bürger ihre -Studien doch nicht zu Hause vollenden könnten; darum tauge es nichts, -Professoren beizubehalten; besser verwendete man das Geld nach Bern -oder nach Zürich, wo man sich gewisse Rechte vorbehalten könne.[9] - -Andere (z.B. die Bündnerzeitung) urtheilten günstiger, indem sie -sagten: »Wenn der Rathschlag Genehmigung findet, so haben gewisse -Neider und Blutradikalen umsonst der altehrwürdigen Universität -von Basel das Leichenlied gesungen! Freuen wird es uns, wenn die -Bürgerschaft, trotz der veränderten politischen Verhältnisse, sich -das nicht rauben lässt, was ihrer Stadt Zierde und Ruhm gewesen -- -die Universität als eine Pflegeanstalt wissenschaftlicher Bildung. -Es knüpfen sich an dieselbe so ehrwürdige Erinnerungen, dass die -Aufrechterhaltung dieser Anstalt, auch in beschränkterer Gestalt, -immerhin der Stadt zur Ehre gereichen wird.« - -Und dies geschah in vollstem Maasse. - -Sofort, nachdem durch Gesetz vom 9. April 1835 die Beibehaltung -der Universität in neuer, den Bedürfnissen und Verhältnissen -angemessener Form entschieden war, traten am 11. April einige Freunde -der wissenschaftlichen Anstalten in Basel zusammen, um darüber zu -berathen, wie die Absichten der Obrigkeit durch freiwillige Mitwirkung -wohldenkender Bürger zweckmässig gefördert, der Sinn und die Liebe -zur Wissenschaft belebt, und angeregt werden könnten. In dem Aufrufe -zur Bildung einer Freiwilligen Akademischen Gesellschaft vom 20. -April legte man, in rühmender Anerkennung der Verdienste der obersten -Landesbehörde, die Mittel und Wege dar, wie sich jene Ziele erreichen -liessen, und fand damit in weiteren Kreisen Anklang, so dass schon am -17. September die Gesellschaft sich constituieren und sofort ihre für -die Universität so höchst förderliche Thätigkeit eröffnen konnte. - -Eine treffliche Schilderung dieses Wirkens und Strebens bringt -die soeben veröffentlichte Festschrift derselben: »Geschichte der -Freiwilligen Akademischen Gesellschaft der Stadt Basel während der -ersten 50 Jahre ihres Bestehens«, verfasst von dem jetzigen Vorsteher, -Herrn Altbürgermeister _C.F. Burckhardt_. - -Wegen der innigen Beziehungen, welche seit jener Zeit dauernd zwischen -dieser treuesten, verdienstvollsten Genossin und der Universität -bestanden haben, war die Geschichte der Gesellschaft natürlich nicht -ohne Erwähnung der Geschichte der Universität in diesem Zeitraume zu -schreiben, und erhält die nachfolgende, mehr auf einzelne besondere -Punkte der Organisation eingehende Darstellung durch jene Schrift -des um das hiesige Gemeinwesen hochverdienten Mannes eine erwünschte -Ergänzung. - -Der provisorische Zustand, in den durch Rathsbeschluss vom 9. April -1835 die Professoren, Lehrer und Angestellten der Universität und des -Pädagogiums, unter Hinweis auf das Gesetz vom 9. Juni 1834, erklärt -wurden, dauerte nicht lange. Schon am 13. Juni 1835 wurden durch -weiteren Rathsbeschluss die bisher definitiv angestellten Lehrer der -Universität aufs neue an ihre Stelle berufen. - -In der theologischen Fakultät erhielt Herr _J.J. Stähelin_ den Titel -eines ordentlichen Professors mit Sitz und Stimme in Fakultät und -Regenz, Herr _J.G. Müller_ die dritte ordentliche Lehrstelle. Zur -Versehung der 1. Lehrstelle in der ganz unbesetzten juristischen -Fakultät, welche sich auf freiwillige Leistungen mehrerer -Privatdocenten angewiesen gesehen hatte, berief man Herrn Dr. _G. -Beseler_ als ausserordentlichen Professor und eröffnete für den 2. -Lehrstuhl einen Konkurs, demzufolge man Herrn Dr. _Adolf Burckhardt_ -zum Professor ernannte. Die medicinische Fakultät blieb im Personal -unverändert. In der philosophischen Fakultät berief man wieder Herrn -Prof. _Linder_ als Lehrer der griechischen Sprache und Litteratur; -Herrn Prof. _Bernoulli_ übertrug man mit dem Titel eines Professors -der industriellen Wissenschaften den Unterricht namentlich in -industrieller Mechanik und Technologie; Herrn Prof. _Peter Merian_, -welcher aus Gesundheitsrücksichten die Wiederübernahme eines Amtes -ablehnte, verlieh man den Titel eines ordentlichen Professors mit Sitz -und Stimme in der Regenz, übertrug den Lehrstuhl der französischen -Sprache Herrn Prof. _Vinet_, beförderte zum ordentlichen Professor der -Philosophie Herrn Dr. _F. Fischer_, ernannte zum Professor der Physik -und Chemie Herrn Dr. _Schönbein_, zum Professor der deutschen Sprache -und Litteratur Herrn Dr. _W. Wackernagel_, verlieh den Titel eines -ausserordentlichen Professors Herrn Dr. _Wilhelm Vischer_ und bestellte -als Lektor der Naturgeschichte auf unbestimmte Zeit Herrn Prof. -_Meissner_. - -Am 14. September trat der »Senatus academicus« zusammen.[10] Der -bisherige Rektor, Prof. _P. Merian_, leistete den neuen Amtseid und -legten darauf die der Regenz angehörenden Professoren das Gelübde -in die Hände des Rektors ab. Nach Abtreten der Curatel wurde in der -nun eröffneten Regenzsitzung dem sein Amt in die Hände der Regenz -niederlegenden Rektor im Namen der Fakultäten für die unzähligen -Dienste, die er der Universität erwiesen, der wärmste Dank abgestattet -und sodann für den Rest des Jahres Prof. _de Wette_ zum Rektor gewählt. - -Ohne Einwirkung der Regierung, aber auf mehrfach geäusserten Wunsch -der Bürger, welche fühlten, dass die hochherzige Gesinnung der -Behörden durch einen feierlichen Akt anzuerkennen sei, beschloss die -Regenz, eine Einweihungsfeier der wiederhergestellten Universität -abzuhalten. Hiezu lud in ihrem Auftrage Prof. _Wackernagel_ durch ein -deutsches Programm »Ueber die altdeutschen Handschriften der Basler -Universitätsbibliothek« ein und fügte Prof. _Gerlach_ dem diesmal -auch in lateinischer Sprache abgefassten Vorlesungsverzeichnisse[11] -für das Wintersemester ein lateinisches Schreiben bei, in welchem er -die verschiedenen Hochschulen von der Neugestaltung der Universität, -unter kurzer Erwähnung der Vorgänge der letzten Jahre und rühmender -Anerkennung des opferfreudigen Sinnes der Mitbürger, in Kenntniss -setzte.[12] - -Die Einweihungsfeier fand bei zahlreicher Betheiligung aus -verschiedenen Kreisen der Bürgerschaft am 1. October im Münster statt. -Die gehaltreiche, später im Druck veröffentlichte, Festrede des Rektors -gab einen Ueberblick über die Arbeiten für die Neugestaltung der -Universität seit 1818 und zeigte, wie selbst ein kleiner Wirkungskreis -seine unleugbaren Vorzüge habe. Besonders wurde auch des neuesten -Beweises des vielfach erprobten Gemeinsinnes Basels, der Gründung der -Freiwilligen Akademischen Gesellschaft gedacht. Darauf entwickelte -Prof. _Schönbein_ die Bedeutung der Naturwissenschaften als Elementes -der modernen Bildung. Sodann wurden Ehrenpromotionen verkündet. Der -theologische Doktorgrad wurde ertheilt Herrn Antistes _Hurter_ von -Schaffhausen, den Herren Proff. _Schneckenburger_ und _Lutz_ in Bern -und _Hirzel_ in Zürich, der juristische Herrn _von Tscharner_ in Chur, -der medicinische Herrn Prof. _Brunner_ in Bern, der philosophische -den Herren Proff. _Studer_ in Bern, _Fäsi_ in Zürich, _Fröhlich_ in -Aarau. Schliesslich konnten, nach Genehmigung der Behörden, für die -Studierenden vier Preisfragen gestellt werden, für deren Lösung je Fr. -100 als Preise ausgesetzt wurden.[13] - -Kurz vor Schluss des Jahres, am 10. December, wurde vom Grossen Rathe -der Antrag: »es möchte der Grosse Rath erkennen, dass es bei der durch -die Staatskasse bereits geschehenen Zahlung der Auskaufssumme von -zusammen Fr. 331,451.55 sein Verbleiben haben solle« zum Beschluss -erhoben und damit diese für die Existenz der Universität bedeutendste -finanzielle Frage erledigt. Nunmehr handelte es sich nur noch um nähere -Feststellung der Verwaltung und Verwendung des Universitätsgutes. -Hierüber erging das Gesetz vom 6. April 1836, laut welchem das -gesammte Universitätsgut mit den der Stadt Basel darauf zustehenden -Berechtigungen, wie dieselben durch die Stiftungen und Vergabungen, -durch die Dotationsurkunde vom Jahr 1803 und durch die Sprüche des -bei der Trennung des Kantons Basel aufgestellten eidgenössischen -Schiedsgerichts bestimmt und anerkannt sind, ein an die Oertlichkeit -der Stadt Basel unauflöslich geknüpftes Eigenthum des Kantons -Basel-Stadttheil bildet, welches den Bestimmungen der Stiftungen und -dem Zwecke der höheren Lehranstalten niemals entfremdet werden darf. - -Erwähnen wir, dass durch Gesetz vom gleichen Datum die Korporation der -Universitätsbürger als 16. politische Wahlzunft der Stadt eine mit der -Einrichtung der übrigen Zünfte übereinstimmende Regelung erfuhr, so -sind die Grundzüge der neuen Organisation bezeichnet, welche der Regenz -zur Pflicht machten, durch Bestellung der Kommissionen, Aufstellung -eines Reglements für die Vermögensverwaltung und einer Ordnung für den -Pedell[14] u.a. zur Durchführung jener gesetzlichen Bestimmungen auch -ihrerseits mitzuwirken. - -Aber auch viele andere Fragen traten in den nächsten Decennien an die -Regenz heran, da der Geschäftskreis sich erweiterte und das Kollegium -an Mitgliedern zunahm. - -Auf Wunsch der Behörden sorgte man für ausgedehntere Vertheilung -der akademischen Gelegenheitsschriften[15] und der Einladungen zu -akademischen Akten; regelte (März 1845) die »Verhältnisse und Pflichten -der Studierenden« in einer längeren Ordnung, erliess (November 1845) -eine »Ordnung über den Betrag und die Entrichtung der Collegiengelder«, -welche 1854 einige Aenderungen erfuhr, ohne dass jedoch das lästige -Freibitten ärmerer Studenten beim Rektor beseitigt wurde, bis man -endlich (10. März 1864) eine besondere - -Kommission zur Vorprüfung der Gesuche um Collegiengeldererlass -einsetzte. Die Vertheilung der Stipendien seitens der Regenz bereitete -damals, bei der geringen Zahl der Petenten, noch keine besonderen -Schwierigkeiten. - -Ein öfters wiederkehrendes Traktandum war die Maturitätsfrage. -Hierüber erging (Juni 1844) ein Beschluss des Erziehungsrathes, -»dass Jünglinge, welche aus der hiesigen dritten Realistenklasse -mit dem Maturitätszeugnisse entlassen worden oder in einer der -hiesigen technischen Abtheilung des Pädagogiums gleichstehenden -Anstalt eine genügende Vorbildung erhalten haben, als Studierende der -mathematisch-physikalischen Abtheilung der philosophischen Fakultät -unter Ertheilung einer lateinischen Matrikel immatrikuliert werden -könnten, während für den Zutritt zu der theologischen, juristischen -und medicinischen Fakultät ein humanistisches Examen vorbehalten -bleibt.« Doch mehren sich später die Klagen über ungenügende Vorbildung -namentlich von auswärts kommender Studierender. Die Einrichtung eines -von Mitgliedern der philosophischen Fakultät abzuhaltenden Examens wird -(1859) als eine sehr lästige Neuerung empfunden, so dass man 1863 den -Dekan, bezw. ein von diesem zu bezeichnendes Mitglied mit der Prüfung -betraute, und endlich (22. März 1864) die Prüfung von Baslern, welche -kein Maturitätszeugniss besitzen und von Auswärtigen, welche ein -solches von hier zu erhalten wünschen, näher regelt. - -Schon 1846 verfügt man Niederlegung der bei der Immatrikulation -vorgewiesenen Papiere beim Rektor, um eine Kontrolle über den Bezug -von (später obligatorisch erklärten) Abgangszeugnissen zu gewinnen; -man ordnet (1854) den Druck von Kollegienbogen und Abgangszeugnissen -an, sowie Vorlegung ersterer zur Testierung aller belegter Kollegien -(wegen der bis 1877 üblichen Fleisszeugnisse), überträgt dem Pedell die -Führung von Listen über Docenten und Studierende und veranlasst die -Ordnung des Archivs, welcher Mühwaltung sich bis zum Abschlusse dieser -Arbeit im Februar 1853 Herr Prof. _Schnell_ unterzog, worauf dann die -Bestellung eines ständigen Archivars[16] beschlossen wird; im März 1855 -beendet Herr Prof. _Riggenbach_ die Fortführung des Legatariums. Auch -das Statutarium findet entsprechende Beachtung. -- Mehrfach muss man -einschärfen, dass Docenten eine Inaugurationsrede zu halten haben, ehe -sie ihre Vorlesungen beginnen. Dem Rektor lästig fallende Geldgeschäfte -werden ihm mehr und mehr abgenommen, die neu eintretenden Professoren -von Immatrikulationsgebühren befreit, die sog. Feuerspritzenpflicht der -Professoren (1854) etwas eingeschränkt und die Niederlassung der von -auswärts berufenen Professoren (1863) besser geregelt.[17] Den nach -einander auftauchenden Gesangvereinen (1841, 1843, 1845, akademischer -Männerchor 1855) und endlich auch dem akademischen Turnverein -(1856) gewährt man Unterstützungen, überlässt dagegen die Ordnung -der Vereinsangelegenheiten den öfters um Bestätigung ihrer Statuten -einkommenden neuen Studentenverbindungen. - -Für die schon seit den Zwanziger Jahren in Basel üblichen, mit grossem -Beifall aufgenommenen und als wirkliche Pflicht gegen die Bürgerschaft -erachteten öffentlichen akademischen Vortrage bestellt man 1856 eine -Kommission, an deren Stelle 1869 eine neue trat. - -Dauernd behilft man sich, bei der stets bewiesenen Bereitwilligkeit der -Regentialen zur Uebernahme und Besorgung der mannigfachsten Geschäfte, -ohne jenes grössere Beamtenpersonal, wie es andere Universitäten -besitzen. - -Der Rektor besorgt die Inscription der neu eintretenden Docenten und -der Studierenden, unter denen eine Zeit lang auch Missionszöglinge -auftreten, in die Universitätsmatrikel. Die Dekane veranlassen -die Inscription der Studierenden in das Fakultätsalbum, unter -Rechnungslegung über die dabei bezogenen Gebühren. -- Wie der -Rektor über die Geschäfte seines Amtsjahres, so erstatten der -Regenz die Dekane Bericht über Veränderungen und Wünsche ihrer -Fakultät, die Vorsteher der Sammlungen und Anstalten Bericht über -die Verhältnisse derselben. Auszüge aus diesen Berichten werden in -der Reihe der dem Grossen Rathe zu erstattenden Verwaltungsberichte -abgedruckt, sodass auch weitere Kreise sich von den Veränderungen der -Universitätseinrichtungen genau unterrichten können. - -Das Protokoll in den Regenzsitzungen führt der jährlich zu diesem Zweck -gewählte Schreiber der Regenz, für welche Dienstleistung derselbe -- -zufolge Stiftung von Professor J.J. _Stähelin_ im Jahr 1846 -- eine -kleine Gratifikation erhält. Einen eigenen Schreiber bestellt seit -1838 die medicinische Fakultät, während in den anderen der Dekan (der -jetzige oder frühere) das Protokoll führt. In den Regenzsitzungen -hat bis Mai 1864 Umfrage bei den Berathungen statt, von da an freie -Diskussion; auch wird dabei das Sitzen in der Reihenfolge der -Fakultäten abgeschafft. Der Pedell endlich hat die Einziehung und die -Vertheilung der Kollegiengelder, sowie die Auszahlung der Stipendien zu -besorgen, daneben den mannigfachsten Abwartsdienst, z.B. als Gehilfe in -der Bibliothek bis zur Anstellung eines besonderen Bibliothekdieners -(durch Rathsbeschluss vom 21. Februar 1876). - -Nach diesem kurzen Ueberblick über die inneren Verhältnisse sind nun -mehr die wichtigen Ereignisse zu erwähnen, welche rasch hintereinander -seit 1849 die weitere Gestaltung der Universitätsverhältnisse -beeinflussten. - -Das Jahr 1849 brachte einen grossen Fortschritt durch Eröffnung -der prächtigen Räume des Museums,[18] in denen die sich rasch -vergrössernden Sammlungen[19] und einzelne Universitätsinstitute eine -entsprechendere Aufstellung erhielten und für die feierlichen Rede- und -Promotionsakte eine geräumige Aula verfügbar wurde. Zur Förderung der -Zwecke dieses Museums, Vermehrung der Sammlungen, zugleich Belebung des -Sinnes für Kunst und Wissenschaft wurde der Museumsverein gegründet. - -Die Freude über diese grossen Errungenschaften wurde etwas -herabgestimmt, als im December 1850 im Grossen Rathe ein Antrag auf -Aufhebung der Universität, dagegen Gründung einer Gewerbeschule -gestellt wurde. Es war dies der Ausdruck einer in den letzten Jahren -mehr und mehr verbreiteten Anschauung, dass die Aufrechterhaltung -der Universität unerschwingliche Opfer heische. Dieser jetzt offen -hervortretenden Gegnerschaft musste durch Aufklärung über den -wirklichen Sachverhalt begegnet werden und dieses Verdienst erwarben -sich -- neben einem der Universität nicht angehörenden Manne[20] --- zwei Lehrer der Hochschule, die Herren J. _Schnell_ und C.F. -_Schönbein_. Sie waren der Meinung, dass es einem Universitätslehrer -zukomme, darzulegen, warum er redlich, nicht als Parteimann, zur -Universität stehe. - -Sie thaten dies mit durchschlagendem Erfolge in der Schrift: »Die -Universität von Basel, was sie fordert und was sie leistet« (Basel, -Detloff 1851). Diesem muthigen Auftreten wird es mit zu verdanken -sein, dass der Grosse Rath am 3. Februar 1851 jenen Antrag mit 81 -gegen 11 Stimmen ablehnte und in Erkenntniss mancher Mängel und -Lücken durch Gesetz vom 30. März 1852 die Errichtung eines besonderen -Lehrstuhles für Physik, sowie Erhöhung des Zulagekredits auf Fr. 8,000 -anordnete, nachdem inzwischen 1850 durch Betheiligung der Freiwilligen -Akademischen Gesellschaft die Besetzung je eines Lehrstuhles für -Pathologie und andrerseits Anatomie und Physiologie ermöglicht und -durch dieselbe Gesellschaft 1851 in der juristischen Fakultät ein neuer -Lehrstuhl für deutsches Privatrecht und Civilprozess errichtet worden -war. - -Die weitere der Universität drohende Gefahr, die Errichtung einer -eidgenössischen Universität,[21] wurde vorläufig beseitigt, als die -Bundesversammlung nach Verhandlungen im Januar und Februar 1854 die -Errichtung eines Polytechnikums in Zürich beschloss. - -Immerhin war die Aufmerksamkeit auf die weitere Ausgestaltung der -Universität hingelenkt und so stellte schon am 6. Februar 1854 -Herr _August Burckhardt-Iselin_ den Anzug, »den Kleinen Rath zur -Begutachtung der Frage einzuladen, ob nicht die gegenwärtigen -Verhältnisse eine Revision der Gesetze von 1835 und 1852 wünschbar -machten in dem Sinne, dass die für höhere Lehrzwecke angewiesenen -Mittel mit den Bedürfnissen der Zeit in Einklang gebracht werden.« - -Von Neuem traten einige Lehrer der Hochschule mit einem belehrenden -Worte für die Interessen der Universität ein, indem sie die Mittel und -die Ziele der erwünschten Reform darlegten. - -Es geschah dies in der höchst beachtenswerthen Schrift: »Die -Universität von Basel, was ihr gebricht und was sie sein soll. -In Verbindung mit seinen Collegen und Freunden F. _Miescher_, J. -_Riggenbach_, W. _Wackernagel_ dargelegt von J. _Schnell«_ (Basel, -Detloff 1854). Dieser Schritt war von Erfolg gekrönt. Der auf Grundlage -eines eingeholten Berichtes vorgelegte Rathschlag fand eine über die -darin gemachten Vorschläge hinausgehende Billigung und wurde durch -Gesetz vom 15. Januar 1855 dem Kleinen Rathe zur Erstellung einer -vierten theologischen Professur die Hand geöffnet, der juristischen -Fakultät ein dritter ordentlicher Lehrstuhl, der medicinischen ein -Lehrstuhl für medicinische Klinik, der philosophischen ein solcher für -Nationalökonomie und Statistik hinzugefügt. Die Gehälter wurden auf Fr. -2,500 bezw. 1,250 n. W. normiert und der Zulagekredit auf Fr. 15,000 -erhöht. - -Noch im selben Jahr richtete die Freiwillige Akademische Gesellschaft, -deren Spezialstiftungen verschiedenen Fakultäten zu Gute kamen, einen -Lehrstuhl für vergleichende Anatomie ein und besetzte denselben -in höchst glücklicher Wahl mit einem Schweizer Gelehrten (Prof. -_Rütimeyer_). - -Auch die juristische Fakultät, welche einige ihrer Basler Mitglieder -(die Proff. _Christoph Burckhardt-Hess_ und _Adolf Burckhardt-Vischer_, -sowie Dr. _Gustav Christ_) in den Dreissiger Jahren durch Tod, ein -anderes (Prof. _Bachofen_) durch Austritt in den Vierziger Jahren -leider verloren hatte, gewann 1852 eine bei dem sonstigen raschen -Wechsel der Lehrer sehr erwünschte Unterstützung durch Wiedereintritt -ihres Seniors (Rathsherr A. _Heusler_) und 1858 durch Eintritt auch des -Sohnes desselben. Nur ein um Universität, - -Wissenschaft und Rechtspflege gleich sehr verdienter Mann (Prof. J. -_Schnell_) blieb ihr als treueste Stütze während vier Decennien bis zu -seinem Weggange von Basel in segensreichem Wirken erhalten. Dieselbe -Gunst des Schicksals war übrigens mehreren Mitgliedern der anderen -Fakultäten beschieden; wir nennen von Verstorbenen die HH. _Hagenbach_ -und _Stähelin_ unter den Theologen, Herrn _Jung_ unter den Medicinern, -die HH. _Peter Merian_, _Gerlach_, _Schönbein_, _Meissner_, _Vischer_, -_Picchioni_ aus der philosophischen Fakultät. - -Die nächsten Jahre brachten viel Arbeit, um die nahende vierte -Säcularfeier würdig zu begehen. Von diesen Vorbereitungen sei hier -nur der Um- und Ausbau des sog. Unteren Collegii[22] erwähnt, -wofür im Oktober 1859 ein Kredit von Fr. 70,000 vom Grossen Rathe -bewilligt wurde. Für die Zeit des Umbaues wurden die Hörsäle in die -Blömleincaserne verlegt. - -Die Feier fand am 6. und 7. September 1860 statt -- in Erinnerung an -den Tag, an welchem, nach Ertheilung der Privilegien der Hohen Schule -durch die Stadt, der erste Rektor der Universität (Georg von Andlau) -Namens derselben der Regierung die Anerkennungsakte übergeben hatte. -Die Einzelnheiten dieser Festfeier sind in der Schrift von J.W. _Hess_ -(Beschreibung der vierten Jubelfeier der Stiftung der Universität -Basel, Georg 1860) mitgetheilt, so dass darauf verwiesen werden kann. -Erwähnen wollen wir jedoch des literarischen Gewinnes, nämlich der -eigentlichen Festschrift: - -Geschichte der Universität Basel von der Gründung 1460 bis zur -Reformation 1529. - - Von Prof. Dr. _Wilhelm Vischer_ (Basel, Georg); - -ferner der auf die Universität bezüglichen Jubelschriften: - -1. Die theologische Schule Basels und ihre Lehrer von Stiftung der -Hochschule 1460 bis zu de Wette's Tode 1849. Von Prof. Dr. _Karl Rud. -Hagenbach_ (Basel, Schweighauser). - -2. Die medicinische Fakultät in Basel und ihr Aufschwung unter F. -Plater und C. Bauhin, mit dem Lebensbilde von Felix Plater. Von Prof. -Dr. _Friedrich Miescher_ (Basel, Schweighauser). - -3. Die Mathematiker Bernoulli. Von Prof. Dr. _Peter Merian_ (Basel, -Schweighauser). - -4. Festrede, gehalten von Prof. Dr. _Peter Merian_, d.Z. Rektor (Basel, -Schweighauser); und endlich der die Angehörigen der Landschaft ehrenden -Stiftung eines »Stipendium rauricum.« - -Das in jeder Beziehung gelungene Fest hinterliess bei allen -Theilnehmern die angenehmsten Erinnerungen und blieb nicht ohne die -wohlthätigsten Wirkungen auf weitere Kreise, welche die Hochschule von -vielen Ausländern geschätzt und gerühmt sahen und nunmehr stolz auf -diese Anstalt zu werden begannen. - -Als nun von Neuem die Frage einer eidgenössischen Universität -auftauchte, stellte Oberst _Hans Wieland_ im Grossen Rathe am 31. März -1862 den mit grossem Beifall aufgenommenen Anzug: »Der Grosse Rath -beauftragt die Regierung, die Frage in sofortige ernstliche Erwägung -zu ziehen, ob und inwiefern die neu zu gründende eidgenössische -Hochschule für Basel zu gewinnen sei; des Ferneren soll die Regierung -keine Schritte versäumen, die in dieser Angelegenheit dem gewünschten -Resultate näher führen können.« - -Die Verhandlungen der Bundesversammlung berührten die erstere Frage -weder im Jahre 1862, noch auch im folgenden, was eine reifliche -Erwägung der Frage ermöglichte. Als Ergebniss derselben wurde am 7. -December 1863 von Bürgermeister und Rath ein Rathschlag betreffend -den Anzug über Erwerbung der neu zu gründenden eidgenössischen -Hochschule vorgelegt. Derselbe war verfasst von dem für die Universität -unermüdlich thätigen Staatsschreiber Dr. _Gottlieb Bischoff_ († 15. -März 1885) und bildet neben dem bald folgenden Rathschlag und Entwurf -eines Universitätsgesetzes das wichtigste und werthvollste Dokument -für die Geschichte der Universität in neuester Zeit. Ausgezeichnet -in Form der Darstellung und reich seinem Inhalte nach, befürwortet -dieser Bericht, dass Basel-Stadt mit allem Nachdruck für den Fall der -Errichtung einer eidgenössischen Hochschule als Bewerber auftrete, auf -erste Wiederanregung dieser Frage dem hohen Bundesrathe zu Händen der -Bundesversammlung eine geeignete Begründung seiner Bewerbung eingebe -und inzwischen weitere Reformen an der Universität in Angriff nehme. - -Diese Vorschläge fanden am 1. Februar 1864 den vollsten Beifall des -Grossen Rathes. Der Kleine Rath theilte den Beschluss betreffend die -Bewerbung Basels für den Fall der Errichtung einer eidgenössischen -Hochschule dem Bundesrathe mit und erhielt unter dem 18. März die -befriedigende Versicherung, dass, wenn einmal diese Frage ernstlich an -die Hand genommen werden könne, die Behandlung derselben in einer Weise -geleitet werden würde, welche den verschiedenen Bewerbungen um diese -Anstalt volle Zeit lassen werde, sich geltend zu machen. - -Durch diese Antwort beruhigt, ging man sofort daran, rücksichtlich der -Universität einen entscheidenden Schritt vorwärts zu thun. - -Indem wir die Behandlung dieses Punktes dem nächsten Abschnitte -zuweisen, sei noch erwähnt, dass am 6. September 1855 die theologische -Fakultät Statuten über Ertheilung theologischer Grade beschlossen -hatte, 1861 ein philologisches Seminar eingerichtet und 1862 die -botanische Anstalt wesentlich erweitert worden war, endlich im -Wintersemester 1864/65 zum ersten Mal die Zahl der Studierenden über -100 betrug, um von da an langsam weiter zu steigen. - -Was die Betheiligung der Universität an Jubelfesten anderer -Hochschulen während dieses Zeitraums betrifft, so fand eine solche auf -Einladungen zu den Festen von Greifswald (18. October 1856), Freiburg -(5. August 1857), Zürich (29. April 1858), Jena (15. August 1858), Genf -(Juni 1859), Bern (14. November 1859), Berlin (15. October 1860) und -Breslau (3. August 1861) in verschiedener Form statt. Die Einladung von -Prag (1848) war der Zeitumstände wegen zurückgezogen worden. - -In den Kreisen der Lehrerschaft feierte man 1853 die 25jährige -Wirksamkeit der Proff. _Meissner_ und _Schönbein_. Die Verdienste, -welche sich die Herren _Merian_ und _Heusler_ namentlich in den -Dreissiger Jahren um die Universität erworben hatten, ehrte man im -December 1865, als ersterer bei Einführung des Prof. _Liebermeister_ -zum letzten Mal dem akademischen Senate präsidierte. - -Was uns in diesem Zeitraume, der wohl als die Sturm- und Drangperiode -der Universität bezeichnet werden kann, immer wieder angenehm berührt, -ist die bewunderungswürdige Sorgfalt, welche die vorgesetzten Behörden -bei Neubesetzung der oft erledigten Professuren entfalteten, ohne je zu -ermüden -- sodann die von der Lehrerschaft jener Zeit gepflegte echte, -wahre Kollegialität, die so manchen der von auswärts Berufenen dauernd -an Basel fesselte, den von hier Scheidenden aber in bestem Andenken -blieb -- welchem trefflichen Vorbilde die jetzige getreu nachlebt und -eine spätere, so hoffen wir, nicht untreu werden wird. - - -3. =Das Universitätsgesetz von 1866 und die weiteren Veränderungen bis -1885.= - -Der letzte Zeitraum von zwanzig Jahren, über den wir zu berichten -haben, weist eine Reihe der erfreulichsten und erfolgreichsten -Neuerungen auf. So wurde gleich zu Anfang dieser Periode am 13. März -1865 der Kleine Rath ermächtigt, zum Behufe gehöriger Einrichtung einer -medicinischen, chirurgischen und geburtshilflichen Klinik im Spital -mit dem Stadtrath die erforderliche Vereinbarung zu schliessen und -die nöthigen Anordnungen zu treffen. Ein Kredit bis auf Fr. 12,000 -wurde hiefür gewährt. Demgemäss konnte endlich ein schon lange fühlbar -gewordener Mangel durch allmähliche Einrichtung regelmässiger Kliniken -in den Jahren 1865 und 1868 beseitigt werden. - -Bald darauf (5. Juni) wurde dem Grossen Rathe ein Rathschlag und -Entwurf eines Universitätsgesetzes vorgelegt; der Entwurf ist das -Werk des Rathsherrn W. _Vischer_, der in seinen Verdiensten um die -Universität neben _Peter Merian_ und _Andreas Heusler_ (Vater) völlig -ebenbürtig dasteht und im Auslande während der letzten Decennien wohl -der bekannteste und am öftesten zu Rathe gezogene Basler Rathsherr war. - -Der Rathschlag beschränkt sich wesentlich auf die Erörterung der -Universitätsverhältnisse, zumal inzwischen das Pädagogium, das durch -Verlegung in den Mäntelihof sehr bald auch räumlich von der Universität -getrennt wurde, durch Gesetz vom 23. März 1852 in die Organisation der -übrigen Schulen für die männliche Jugend eingereiht worden war. Als -wesentlichster Uebelstand in den bisherigen gesetzlichen Anordnungen -wird natürlich der der Anstalt wegen der schwierigen Zeitverhältnisse -des Jahres 1835 damals aufgedrückte propädeutische Charakter -bezeichnet, der jetzt glücklicherweise beseitigt werden könne. Daneben -wird besonders die bisherige Besoldung als nicht mehr genügend -erachtet, und eine Erhöhung derselben auf Fr. 3,000 vorgeschlagen. -Diese Besoldungen sollen, was schon aus Gründen der Übersichtlichkeit -und Verständlichkeit der Rechnungen wünschbar sei, fortan aus dem -Kirchen- und Schulgute, bezw. aus der Staatskasse gezahlt werden, -während das Universitätsgut als »Zulagefonds« mit seinem Ertrage für -Besoldungszulagen zu verwenden wäre. Der Hauptnachdruck wird auf -eine den Anforderungen der Zeit möglichst entsprechende Besetzung -der einzelnen Lehrstühle, ganz nach dem Vorbild des im Jahre 1818 -erlassenen Gesetzes, gelegt und hiebei auf mehrfach gemachte -Erfahrungen Rücksicht genommen. - -Da sich in der Theologie verschiedene Richtungen geltend machten und -darauf bezügliche Wünsche auch vor den Behörden ihren Ausdruck gefunden -hatten,[23] will man die theologische Fakultät mit 4 bis 5 Professuren -ausstatten. - -In der juristischen Fakultät hält man drei ordentliche Professuren -für genügend, vier dagegen in der medicinischen und zwölf in der -philosophischen Fakultät. Letztere soll in zwei Abtheilungen -(philologisch-historische und mathematisch-naturwissenschaftliche) -geschieden werden und nunmehr auch die Fächer der Botanik und Zoologie -in sich aufnehmen. - -In der Lehrerschaft scheidet der Entwurf ordentliche und -ausserordentliche Professoren, sowie Privatdocenten. Ordentliche -Professoren sind die für die bestimmten Fächer regulär -angestellten Lehrer. Ausserdem kann der Kleine Rath auf Antrag des -Erziehungskollegiums verdienten Gelehrten Titel und Rechte ordentlicher -Professoren ertheilen. -- Die ausserordentlichen Professuren dagegen -sind entweder Vorstufen zu den ordentlichen oder können auch bleibend, -mit und ohne Gehalt, für solche Fächer aufgestellt werden, die über -den durch das Gesetz geforderten Bestand der Fakultäten hinausgehen. --- Die Erlaubniss, als Privatdocent zu lehren, wird auf Gutachten -der betreffenden Fakultät von der Regenz ertheilt und unterliegt der -Genehmigung der Curatel. Diese Privatdocenten beziehen in der Regel -kein Gehalt. -- Die Lehrtätigkeit der Professoren am Pädagogium wird -in beschränktem Umfange beibehalten. -- Für die Besetzung der Stellen -giebt man die früher vorgesehene Form der Auskündung und des Konkurses, -welche übrigens schon längst nicht mehr zur Anwendung gekommen war, -auf und bestimmt in § 13: »Die Professoren werden vom Kleinen Rath -auf Vorschlag des Erziehungskollegiums ernannt, welches zuvor das -Gutachten der Curatel anzuhören hat.« -- Die neu ernannten ordentlichen -Professoren werden durch den Rektor -- der mit diesem Amte nicht mehr -als zweimal unmittelbar nacheinander betraut werden darf -- in die -Regenz eingeführt und beeidigt. - -Die Regenz hat halbjährlich das Verzeichniss der zu haltenden -Vorlesungen zu entwerfen und die Berichte sämmtlicher Lehrer über ihre -Leistungen nebst jenem Verzeichniss der Curatel einzureichen. - -Für Angehörige des Kantons Basel-Stadt wird zur Immatrikulation -Vorlegung eines Zeugnisses der Reife erfordert. Nur regelmässig -immatrikulierte Studierende haben nach § 30, Abs. 2 Anspruch auf -Berücksichtigung bei Stipendien und auf Zulassung zu den Examen. - -Die Vorlesungen werden semesterweise gehalten und sollen jährlich -zwölf Wochen Ferien, möglichst mit denen des Pädagogiums und der -Gewerbeschule zusammenfallend, angeordnet werden. -- Ausführliche -Bestimmungen (§§ 34-50) regeln die Verhältnisse der Sammlungen und -Anstalten, sowie verschiedener Angestellter. - -In den Berathungen des Grossen Rathes wurden nur geringe Aenderungen -an dem Entwurfe beschlossen; die hauptsächlichsten betrafen die -Bestellung je eines besonderen Dekans für die beiden Abtheilungen der -philosophischen Fakultät und Errichtung von 13 Lehrstühlen (statt 12) -in derselben. - -Das am 30. Januar 1866 beschlossene Gesetz wurde als mit dem 1. -Januar 1866 in Kraft getreten erklärt und bildet auch jetzt noch das -Grundgesetz der Organisation, wenn auch einzelne Bestimmungen geändert -sind. - -So wurde, in Folge einer Aenderung der Staatsverfassung, an Stelle des -Kleinen Rathes der Regierungsrath höchste vorgesetzte Behörde, während -an die Stelle des Erziehungskollegiums das Erziehungsdepartement -trat (Grossrathsbeschluss vom 15. Februar 1877). Dem Vorsteher -des Erziehungsdepartements steht zur Seite eine aus 8 Mitgliedern -bestehende Kommission, welche jetzt wieder _»Erziehungsrath«_ heisst. -Die unmittelbare Aufsicht hat die Curatel, welche aus fünf Mitgliedern -besteht und vom Regierungsrath bei seinem Amtsantritt auf die Dauer von -drei Jahren gewählt wird. - -Die Zahl der Lehrstühle wurde vermehrt, indem durch -Grossrathsbeschlüsse vom 24. Februar 1873 und 1. Februar 1875 -Lehrstühle für Physiologie und Psychiatrie errichtet wurden. -Auch erfuhr die Besoldung der ordentlichen Professoren durch das -Lehrerbesoldungsgesetz vom 22. Juni 1874, § 34 eine Erhöhung auf Fr. -3000-4000. Den Urlaub der Professoren regelte § 5 der Verordnung des -Regierungsrathes vom 16. December 1882. - -Zur Ausführung des Universitätsgesetzes hatte die Regenz eine Reihe von -Ordnungen aufzustellen. Von denselben seien hier genannt: - -1. die Bibliothekarenordnung vom 3. April 1866 und 9. Februar 1871, -abgeändert Ende 1883; die Ordnung für den Unterbibliothekar vom 7. Juni -1867, ebenfalls 1883 abgeändert, und eine Ordnung für die Benützung der -Universitätsbibliothek, genehmigt 7. Juni 1867 -- - -2. ein Reglement für die ausserordentlichen Professoren und eine -Ordnung für die Privatdocenten, genehmigt 12. Juni 1866 -- - -3. ein Reglement über die Verwaltung des Universitätsguts, genehmigt 1. -November 1867 -- - -4. eine Ordnung für Regenz und Rektor vom December 1870, in veränderter -Redaktion vom 25. Mai 1882, genehmigt den 6. Juni 1882 -- - -5. eine Ordnung für die Studierenden vom December 1870, in neuester -Redaktion genehmigt am 10. Mai 1883 -- - -6. Abänderungen der am 3. November 1865 erlassenen Ordnung über den -Betrag und die Entrichtung der Collegiengelder vom 17. December 1874 -und 12. Juli 1877 -- - -7. eine Ordnung für die Ertheilung von Stipendien von 1870, abgeändert -29. Juni 1876 und 4. Juni 1885 -- - -8. die Ordnung für den Pedell von 1867, abgeändert 1870, 1877, 1879. - -Durch diese vielen Veränderungen sah man sich veranlasst, ein neues -Statutarium anfertigen zu lassen. Unter Verdankung der darauf -verwendeten Mühwaltung des Herrn Professor E. _Hagenbach_ wurde 22. -December 1870 das vorgelegte neue Statutarium genehmigt, nachdem kurz -vorher für die Berichte über die gehaltenen Vorlesungen ein neues -Schema festgestellt, und Druck von Formularen für die vom Rektor -auszustellenden Sittenzeugnisse beschlossen worden war. - -Zwei Paragraphen des Gesetzes gaben Anlass zur Interpretation. - -Das eine Mal handelte es sich im Grossen Rathe um die Frage, ob der -in § 13 erwähnte »Vorschlag des Erziehungskollegiums« als Vorschlag -aufzufassen sei, den dieses Kollegium als solches, das heisst in seiner -Majorität macht, oder ob die Regierung auch eine Meinung der Minorität -als Vorschlag auffassen und demgemäss einen Professor ernennen könne. - -Die sehr interessanten Verhandlungen des Grossen Rathes am 7. Februar -1876 endeten damit, dass jener Paragraph dahin ausgelegt wurde, es -erhalte der (an die Stelle des dort genannten Kleinen Rathes getretene) -Regierungsrath durch das Gesetz die Ermächtigung, Professoren zu -ernennen, welche das Erziehungskollegium als Kollegium, d.h. in seiner -Majorität, ihm vorschlägt. - -Das andere Mal war die Auslegung des oben erwähnten § 30, Absatz 2 -des Gesetzes streitig, in welchem Falle die Regenz (14. Februar 1878) -sich dafür entschied, dass alle, welche hier promovieren wollen, -immatrikuliert sein müssen, ausgenommen allein solche, die ein -abschliessendes Staatsexamen gemacht haben. - -Zu verschiedenen Zeiten tauchte die Frage auf, ob es nicht zweckmässig -wäre, von der bisherigen Uebung abzugehen, nach welcher die Vorlesungen -des Sommersemesters durch vierwöchentliche, mit den hiesigen -Schulferien zusammenfallende Ferien von Mitte Juli bis Mitte August -eine Unterbrechung erlitten. Als im Juli 1869 die Regenz ein Gutachten -über diese Frage Löbl. Curatel zu erstatten hatte, musste sie der -grossen Meinungsverschiedenheit, die sich bei den Abstimmungen gezeigt -hatte, Erwähnung thun, wenn sie auch als Resultat berichten konnte, -dass die Majorität sich für die Nützlichkeit einer Aenderung, etwa nach -Vorbild der an den deutschen Universitäten bestehenden Ferienordnung, -ausgesprochen hatte. Vor der Hand geschah in der Sache kein weiterer -Schritt. Einen solchen thaten endlich im September 1875 einige -Mitglieder der Regenz. Da sie hiebei durchaus gleichen Anschauungen, -die sich zur selben Zeit in der Curatel geltend gemacht hatten, -begegneten, wurde nach Zurückziehung jenes Antrages auf Anregung der -vorgesetzten Behörde beschlossen, provisorisch im Jahre 1870 das -Sommersemester mit Ende Juli zu schliessen, das Wintersemester Mitte -October zu beginnen, wobei übrigens den auch am Pädagogium angestellten -Universitätslehrern die volle Ferienzeit von vier Wochen gesichert -wurde. Diese Einrichtung hat sich durchaus bewährt. - -War diese Neuerung wesentlich von Bedeutung für die Lehrerschaft, so -bot sich mehrfach Anlass, für die Interessen der Studentenschaft durch -zweckmässige Einrichtungen zu sorgen. - -Schon im December 1807 hatte eine Petition von Studierenden die -Ertheilung von Legitimationskarten zum Zwecke grösseren Schutzes -gegenüber der Polizei, doch noch ohne Erfolg, angeregt. Später mehrten -sich die Unzuträglichkeiten des bisherigen Zustandes und kam, nach -einigen Vorversuchen, im November 1881 die Angelegenheit dahin zu -befriedigendem Abschluss, dass, ähnlich wie an andern Universitäten, -das Rektorat den Studierenden Legitimationskarten aushändigt, -welche für den Inhaber als Aufenthaltsbewilligung gelten. Der -Polizei gegenüber hat das Rektorat die Pflicht, über die Beibringung -genügender Ausweispapiere zu wachen, sowie von Eintritt und Weggang der -Studierenden Anzeige zu machen. - -Eine weitere Massregel zu Gunsten der Studentenschaft war die -Gründung einer Studentenkrankenkasse im Juni 1868. Gegen eine bei der -Immatrikulation erhobene Gebühr von ursprünglich drei, seit Juni 1870 -fünf Franken wird im Falle der Erkrankung Verpflegung im Spital, wenn -irgend möglich in besonderem Zimmer gewährt. - -Schwierigkeiten bereitete fortdauernd die Maturitätsfrage. Nur für -die Verhältnisse der beiden Kantonstheile kam es zu einem gewissen -Abschluss, und zwar zu einer Uebereinkunft vom 1. December 1869 -betr. gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse zum Besuche -einer Hochschule oder ähnlichen Anstalt, während für Angehörige -von Basel-Stadt Bestimmungen über Maturitätsprüfungen am 3. Juni -1875 und 9. Juli 1881 erlassen wurden. Hienach gilt für Schüler der -obersten Klasse des hiesigen oberen Gymnasiums die Abgangsprüfung als -Maturitätsprüfung; das Reifezeugniss der früheren Schüler der obersten -Klasse der hiesigen oberen Realschule gilt als genügend für die -Immatrikulation in die mathematisch-naturwissenschaftliche Abtheilung -der philosophischen Fakultät. Dagegen ist eine weitere Prüfung im -Lateinischen für diejenigen vorgeschrieben, welche sich später -medicinischen Studien zuwenden, sowie eine Prüfung im Lateinischen -und Griechischen, event. im Hebräischen, für Eintritt in die andern -Fakultäten. - -Erfreulich war es, nach eingezogenen Erkundigungen bezw. getroffenen -Vereinbarungen rücksichtlich der Mehrzahl der deutschen und -schweizerischen Hochschulen, welche Reciprocität gewähren, eine -Ermässigung der Immatrikulationsgebühr für die mit Abgangszeugnissen -dieser Anstalten hierher Kommenden festsetzen zu können. - -Wichtigen Veränderungen begegnen wir auf dem Gebiete des über die -lokalen Grenzen hinaus giltigen Prüfungswesens. Im Jahre 1867 trat -Basel-Stadt dem Konkordate betreffend die Prüfung und Freizügigkeit -des Medizinalpersonals bei[24] und ebenso nach längerem Zögern 20. -März 1871 auf dreijährige Probezeit dem am 19. Februar 1862 zwischen -mehreren Kantonen der östlichen Schweiz geschlossenen Konkordate -betreffend Einrichtung einer gemeinsamen theologischen Prüfungsbehörde -und gegenseitige Zulassung evangelisch-reformierter Geistlicher in -den Kirchendienst, welchen Schritt auch die Regenz nur zögernd im -November 1863 auf schliessliche nochmalige Anregung der Curatel, unter -Voraussetzung der Gleichstellung von Zürich und Basel, befürwortet -hatte.[25] Eine weitere Heranziehung des Lehrpersonals der Universität -erfolgte durch Erlass einer Ordnung betreffend die Einrichtung von -Prüfungen für Kandidaten des Lehramts auf der obern und mittleren Stufe -des Unterrichtes vom 31. März 1881, die ihre nähere Ausführung im -Reglement vom 16. December (genehmigt 16. Februar 1882) erhielt. - -Auch in den Fakultäten schritt man zum Erlass neuer Prüfungsordnungen. -So ersetzte die juristische Fakultät ihre mehrfach geänderte -Promotionsordnung vom 27. April 1855 durch eine neue vom 20. November -1875; die medicinische erliess ein Reglement für das Doktorexamen vom -23. Juni 1868; die philosophische »Beschlüsse« betr. Handhabung der -Habilitationsordnung (vom 12. Juni 1866) am 26. Januar 1881, während -die sonstigen Verhältnisse derselben durch Ordnung vom 19. December -1866, bezw. 21. Juni 1878 mit Zusatzbestimmung vom 21. März 1884 -geordnet sind. Eine Uebereinstimmung bezüglich des Promotionsaktes und -des Druckes der Dissertationen ist bisher noch nicht erzielt. - -Namentlich liessen es sich die Fakultäten angelegen sein, dem -Zuge der Zeit folgend, Seminarübungen, Praktika, Kränzchen -und ähnliche Nebenkurse einzuführen. In der theologischen -Fakultät errichtete man Januar 1867 ein homiletisches und ein -katechetisches Seminar, die nunmehr unter Genehmigung der Curatel -(9. Juni 1885) zu einem theologischen erweitert sind. Mehrere -Seminare erhielt die philosophische Fakultät, nämlich: ein -mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar (1866), ein pädagogisches -Seminar mit Ordnung vom 13. October 1873, geändert 4. Februar 1882, -ein staatswissenschaftliches Seminar mit Ordnung vom 3. August 1877 -und endlich ein im Winter 1885/6 zu eröffnendes germanisch-romanisches -Seminar. Handbibliotheken für diese Seminare und für ähnliche Uebungen -in der juristischen Fakultät sind theils schon eingerichtet, theils in -Bildung begriffen. - -Eine ähnliche Erweiterung erfuhr auch die medicinische Fakultät durch -Einrichtung einer Augenklinik (1867), einer Kinderklinik (1868), einer -Poliklinik im Spital (1874), einer psychiatrischen Klinik (1875) und -endlich 1879 einer Ohrenklinik seitens eines der Herren Docenten. 1877 -konnte auch eine neue Augenheilanstalt bezogen werden. - -Ein sehr erfreuliches Zusammenwirken des Staates, der Stadt, der -Akademischen und der Gemeinnützigen Gesellschaft, des Museumsvereins, -der Universität und Privater bethätigte sich behufs Errichtung einer -neuen Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie. Zum Andenken an -Basels grosse Mathematiker wurde dieselbe »Bernoullianum« genannt und -feierlich am 2. Juni 1874 eröffnet.[26] Die betheiligten Fakultäten -benutzten den Anlass zur Auszeichnung mehrerer Gelehrter. Die -medicinische Fakultät ernannte zu Ehrendoktoren die Herren _Eduard -Hagenbach_, _Julius Piccard_ und _Fritz Burckhardt_; die philosophische -die Herren _Rütimeyer_, _Marignac_ in Genf, L. _Soret_ in Genf und L. -_Dufour_ in Lausanne. - -Aus dem gleichen Jahre 1874 sei berichtet, dass in die neue -Bundesverfassung vom 29. Mai eine Bestimmung aufgenommen wurde, -derzufolge der Bund befugt ist, ausser der bestehenden polytechnischen -Schule eine Universität und andere höhere Unterrichtsanstalten zu -errichten oder solche Anstalten zu unterstützen. Dies ist bekanntlich -bisher nicht zur Ausführung gekommen. Immerhin gaben die Verhandlungen -der Bundesversammlung einem Mitgliede der Universität, Herrn Prof. -_Vischer_ Sohn, Anlass, in einer Schrift »Eidgenössische Universität -und Kantonalhochschulen,« Basel 1874, auf das Ueberzeugendste den -unberechenbaren Vortheil des Vorhandenseins zahlreicher Hochschulen -in der Schweiz gegenüber den problematischen Vorzügen einer -Centralhochschule darzulegen. - -Einen schönen Beweis für die Werthschätzung, deren sich die Universität -beim Publikum erfreut, gab bald darauf eine Petition von sechshundert -hiesigen Bürgern und Einwohnern um eventuelle Verlegung der Universität -in das Kasernenareal im Klingenthal. Durch Grossrathsbeschluss vom 26. -Juni 1876 wurde dieselbe dem Regierungsrathe zur Berichterstattung -überwiesen. Die Voraussetzung, unter welcher die Petenten diese -Verlegung ins Auge gefasst hatten, trat ein, als durch Schreiben des -Bundesrathes vom 26. September 1877 der Verzicht der Eidgenossenschaft -auf Anlegung eines Waffenplatzes an hiesigem Orte mitgetheilt wurde. -Durch die von verschiedenen Behörden, auch von der Regenz, eingezogenen -Berichte und Gutachten überzeugte man sich, dass die Räumlichkeiten -der Kaserne wenig geeignet seien für diejenigen Anstalten, deren -Unterbringung in neuen Räumen zumeist zu wünschen war, während für -Vorlesungen die Hörsäle des Universitätsgebäudes wohl noch hinreichten. -Dies wurde des Näheren in dem am 11. November 1878 dem Grossen Rathe -vorgelegten Rathschlage ausgeführt, dessen weitere Behandlung hier -nicht interessiert, da sehr bald in anderer Form für die dringendsten -Bedürfnisse gesorgt wurde. Nach Vereinbarung des Pflegamtes, der -Akademischen Gesellschaft und des Staates konnte nämlich der Bau eines -pathologisch-anatomischen Institutes in Angriff genommen und diese -Anstalt schon im Herbst 1880 bezogen werden. Durch noch grössere -Beteiligung jener Gesellschaft wurde sodann die Errichtung einer -trefflich eingerichteten Anstalt für normale Anatomie und Physiologie -ermöglicht und diese Anstalt, das sogen. »Vesalianum«, am 28. Mai 1885 -eingeweiht. Die bei dieser Gelegenheit veröffentlichte Festschrift -wurde mehrfach erwähnt. - -Durch mehrere Grossrathsbeschlüsse wurden in den Jahren 1873-85 die -Kredite für die Bedürfnisse aller dieser neuen Anstalten festgesetzt, -bezw. wesentlich erhöht. - - -Immer inniger gestalteten sich die Beziehungen zu den Hochschulen -des Auslandes, wie dies u.A. der rasch gewachsene Tauschverkehr der -Universitätsbibliothek erweist. Bei grösseren Ausstellungen, wie -1873 in Wien und 1883 in Zürich, auch bei anderen Anlässen, war -die Universität bestrebt, durch Einsendung von Berichten über ihre -Institute und die Leistungen der Lehrerschaft, durch Aufstellung -statistischer Tabellen und graphischer Tableaux, durch Herstellung -eines Albums mit den Photographien der berühmtesten Basler -Universitätslehrer u.s.w. -- für welche mühevolle Arbeiten sie sich -namentlich den Herren Prof. _Kinkelin_ und Dr. _Balmer_ zu Dank -verpflichtet weiss -- ein Zeugniss ihrer Fortschritte abzulegen. - - -Auch während dieses Zeitraums ergingen zahlreiche Einladungen von -Seiten anderer Hochschulen und entsprach die Universität, in dieser -oder jener Form, den Einladungen zu den Festen von Wien (1865), -Halle-Wittenberg (1867), Lund und Bonn (1868), Strassburg und München -(1872), Leiden und Czernowitz (1875), Tübingen und Upsala (1877), -Würzburg (1882), Zürich (1883), Edinburgh und Bern (1884), auch zur -Hallerfeier in Bern am 12. December 1877. - -Mehrfach ehrte die Regenz die grossen Verdienste von _Peter Merian_ -(1865, 1869, 1875, 1876, 1883), beging mit den Mitgliedern des -Pädagogiums das 50jährige Amtsjubiläum von Professor _Gerlach_ (1870), -feierte am 9. September 1873 das 50jährige gemeinsame Jubiläum der -Professoren K.R. _Hagenbach_ und J.J. _Stähelin_, sowie am 17. Juli -1876 das 25jährige Jubiläum des Herrn _Johannes Riggenbach_ als -ordentlichen Professors und zugleich des Herrn Antistes _Immanuel -Stockmeyer_, der an diesem Tage nach 25jähriger Wirksamkeit als Docent -zum ordentlichen Professor ernannt wurde; sie anerkannte die grossen -Verdienste, welche sich Herr Rathsherr _Vischer_ in seiner Stellung als -Präsident des Erziehungskollegiums um die Universität erworben hatte, -als derselbe aus dieser Stellung austrat (Juni 1874), beglückwünschte -zum 50jährigen Jubiläum die naturforschende Gesellschaft (1869), -erliess an die leider scheidenden Professoren Herrn _Schnell_ (1878) -und Herrn von Wyss (1880) Dankadressen und veranstaltete am 21. -November 1868 eine Säcularfeier für Schleiermacher und am 12. Januar -1880 eine solche für _de Wette_. Am 16. Mai 1882 wurde das 25jährige -Bestehen der mittelalterlichen Sammlung festlich begangen. - - -Verlor die Universität während des letzten Zeitraums durch Tod und -Austritt viele jener Männer, die bisher ihrem Namen im In- und Auslande -Glanz verliehen hatten, so sah sie mit Freuden nach und nach diese -Lücken sich ergänzen und ist heute stolz darauf, dass mehrere Basler -Gelehrtenfamilien jetzt durch Nachkommen ehrenvoll vertreten sind und, -wie anzunehmen, auch in weiteren Generationen vertreten sein werden. - -Trägt man selbst gewissen Zeitrichtungen, welche anderwärts sich -gleichfalls geltend machen, Rechnung, so darf man immerhin die -wesentliche Steigerung der Frequenz auf über 300 Studierende in den -letzten Jahren zum grossen Theile als die Frucht der Jahrzehnte -hindurch unermüdet fortgesetzten Bestrebungen erachten, den -Anforderungen der Jetztzeit immer mehr zu entsprechen. - -Gestützt und gefördert durch die treue Fürsorge der hohen Behörden, -die auch in Zukunft ihr zu Theil werden möge -- und vertrauend auf -die heranwachsende Generation, welche den Verdiensten der Vorfahren -nachzueifern und gleichzukommen für ihre Ehrenpflicht halten -wird, hofft die Universität, nunmehr ausgestattet mit notwendigen -Instituten und Anstalten, einen ehrenvollen Platz in der Reihe älterer -und jüngerer, oft vielfach begünstigterer Schwestern behaupten -zu können, wenn sie ihren schönsten und edelsten Aufgaben -- der -Fortentwicklung der Wissenschaft, der Verbreitung der Bildung und der -Pflege echt vaterländischer Tugenden -- wie bisher in gewissenhafter -Pflichterfüllung ihre ganze Kraft widmet. - - -Dieser ernsten Geistesarbeit sei reicher Segen beschieden! - - A. Teichmann. - - -FUSSNOTEN: - -[1] Wissenschaftliche Zeitschrift, herausgegeben von den Lehrern der -Basler Hochschule. 1. Jahrgang, 2. Heft (1823), S. 34. - -[2] Ebenda, 5. Jahrgang, 3. Heft (1827), S. 16. 17. - -[3] Dr. _A. Heusler_ (Mitglied des Kleinen Rathes), die Trennung des -Kantons Basel, 2. Bd., Zürich 1842, S. 495. - -[4] Vgl. _Tscharner_, Verhandlungen über die Theilungsfrage in Betreff -der Universität Basel vor der eidgenössischen Theilungskommission als -bestelltem Schiedsrichter, Aarau 1834 (Heft 1), Chur 1835 (Heft 2). - -[5] z.B. in einigen Artikeln der Hannoverschen Zeitung: »Die -Universität Basel eine Korporation«. Dargestellt von einem Mitgliede -der Göttinger Juristenfakultät (abgedruckt in der Baseler Zeitung 1834, -Nr. 49, 50, 51, 55, 59). - -[6] Ueber die wichtigen Ausführungen des Rathsherrn Dr. A. _Heusler_ -in der Sitzung des Schiedsgerichts vom 28. Juli vgl. _Tscharner_, -Verhandlungen, 2. Heft, S. 265 ff. und Baseler Zeitung v. 31. Juli 1834. - -[7] Das Erziehungskollegium war anlässlich der Verfassungsänderung von -1833 an die Stelle des Erziehungsrathes getreten. Vgl. Reglement f d. -Kleinen Rath vom 6. Christmonat 1833, § 68. - -[8] Acta et decreta Regentiae Academiae Basileensis, tomus VII, pag. -19-21. - -[9] So »Der Republikaner.« Vgl. Baseler Zeitung 1835, Nr. 43. - -[10] Dieser »senatus academicus« -- eine Versammlung der Mitglieder der -Curatel und der Regentialen -- war bestimmt zur feierlichen Einführung -neu ernannter Professoren. Bis zum Ende dieser Periode wurde er, -obwohl im Gesetze von 1835 nicht mehr genannt, im Anschluss an die -Bestimmungen des Gesetzes von 1818, beibehalten. - -[11] Seit 1822 werden diese Verzeichnisse deutsch veröffentlicht. - -[12] Nur die zweite Redaktion dieses Schreibens kam zur Vertheilung und -Versendung. - -[13] Seit 1851 wurden häufiger Preisfragen gestellt. Die Reihenfolge, -in welcher jetzt die Fakultäten solche Preisfragen zu stellen haben, -bestimmt die Ordnung für Regenz und Rektor von 1882 in § 20. - -[14] Die Ordnung für den Pedell vom Juli 1836 erfuhr bis 1865 -Abänderungen im Mai 1849 und im Februar 1855. -- Dieses Amt wurde -verwaltet während 33 Jahren bis 1849 von _Scholer_, 1849-55 von -_Bürgy_, 1855-77 von _Em. Beck,_ seitdem von _V. Hofer_. - -[15] Dazu gehört namentlich das für die Rektoratsfeier von einem -Mitgliede der Regenz verfasste Programm. - -[16] Das Amt des Archivars verwalteten die HH. Proff. _Vischer_ (Vater) -bis 1871, Ed. _Hagenbach_ 1871 bis 1874, _Vischer_ (Sohn) 1874-1876, -1878-1881, C.E.E. _Hoffmann_ 1876 und 1877; seit 24. November 1881 ist -Archivar Herr Prof. J. Wackernagel. - -[17] Befreiung von aktivem Militär- und Löschdienst, Gewährung -des Niederlassungsrechtes zufolge der Anstellung und Wegfall der -Niederlassungsgebühren brachte § 21 des Universitätsgesetzes vom 30. -Januar 1866. - -[18] Bei dieser Gelegenheit erschien: »Festschrift zur Einweihung des -Museums in Basel am 26. November 1849« (Schweighauser). - -[19] Das Gesetz vom 6. April 1836 nannte als solche: 1. Die -Bibliothek und das Münzkabinet -- 2. Die Kunstsammlung. -- 3. Das -naturwissenschaftliche Museum. -- 4. Das anatomische Museum. -- 5. Die -botanische Anstalt. Später kamen als selbständige Sammlungen, welche -sich allmählich ausschieden, die antiquarische Sammlung mit drei -Abtheilungen (eigentliches Antiquarium, Antikensaal, ethnographisches -Kabinet), sowie 1866 die chemische Anstalt und das physikalische -Kabinet hinzu; sodann die von Professor _Wackernagel_ 1855-57 angelegte -mittelalterliche Sammlung, welche Aufstellung im Conciliumssaale des -Münsters fand. - -[20] Herr Rathsherr _Christ_ in der Schrift: »Schulen und Universität -in Basel« -- Aufklärungen -- Motto: »Behalte, was du hast« (Basel, -Schweighauser 1851). - -[21] Vgl. »Die neue Hochschule der Schweiz. Eidgenossenschaft und -die alte Universität Basel« (Basel, Schweighauser 1861) -- (Prof. W. -Vischer) »Die eidgenössische Universität«, Bern, Jenni 1851. - -[22] Ein Bild desselben bringt die »Gedenkschrift zur Eröffnung des -Vesalianum.« Lpz. 1885. - -[23] In einer Petition von 25 Theologie-Studierenden im October 1863. - -[24] Jetzt gilt das Bundesgesetz vom 19. Christmonat 1877 und -Verordnung über die eidgenössischen Medizinalprüfungen vom 2. Heumonat -1880 nebst Anhang vom 4. Wintermonat 1881. - -[25] Jetzt gilt für die Prüfungen das Reglement vom 26. October 1875. - -[26] Zu dieser Feier erschien eine von den HH. Proff. _Eduard -Hagenbach_ und _Julius Piccard_ verfasste Festschrift. - - - - -II. - -Fonds der Universität. - - -Durch Aeufnung des Geldes, welches durch Schenkungen, Vermächtnisse -und Gebühren der Universität zukam, entstanden im Laufe der -Jahrhunderte die verschiedenen akademischen Fisci. Die Gesetze von -1813 und 1818, welche die früher mit Korporationsrechten ausgestattete -Universität als die höchste staatliche Lehranstalt des Kantons -anerkannten und bestätigten, haben die Leitung der Finanzverwaltung -für die verschiedenen, theils der Universität im Allgemeinen, theils -den Fakultäten gehörigen Fonds der Regenz belassen, doch mit der -Verpflichtung, jährlich den oberen Behörden Rechenschaft abzulegen. -Die Regenz hinwiederum beauftragte für jeden einzelnen Fiscus einen -Professor aus ihrer Mitte mit der Verwaltung; diese verschiedenen -Curatoren übergaben ihr am Ende des Jahres die Rechnung über Einnahmen -und Ausgaben. Die Anlage aller Kapitalien beschloss die gesammte -Regenz selbst. Den Einzug der Zinsen und die Führung der Schuldbücher -besorgte ein durch Provision besoldeter, nicht der Regenz angehöriger -Geschäftsmann, der den Namen Exactor führte; er stand mit den -verschiedenen Curatoren in Abrechnung und unterstützte auch Regenz -und Rektor beim Anlegen des Geldes. Bei der Trennung des Kantons nach -dem Streite der Dreissigerjahre wurde das aus Sammlungen, Gebäuden -und Kapitalien bestehende Universitätsvermögen als Staatsgut mit in -die Theilung gezogen, und es hatte davon Basel-Stadt etwas mehr als -330,000 Franken alte Währung an Basel-Landschaft zu entrichten; die -damit herbeigeführte Gefahr einer Schmälerung des Universitätsvermögens -wurde dadurch beseitigt, dass die genannte Loskaufssumme nicht dem -Universitätsfond entnommen, sondern direkt aus der Staatskasse -bezahlt wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde denn auch die Frage über -die Stellung des Universitätsvermögens einlässlich in den Behörden -behandelt und als Ergänzung des Universitätsgesetzes von 1835 wurde -am 6. April 1836 ein Gesetz über Verwaltung und Verwendung des -Universitätsgutes erlassen, welchem sich die Aufstellung eines neuen -Reglements durch Regenz und Erziehungsrath anschloss; dadurch wurde -die etwas umständliche und zersplitterte Verwaltung im Sinne grösserer -Vereinfachung und Concentration reorganisiert. An die Stelle der -verschiedenen, häufig abwechselnden Curatoren trat der _eine_ Curator -fiscorum. Bei der Aufstellung dieser Stelle nahm man an, dass sich -stets ein Mitglied der Regenz finden lasse, welches bereit ist, dieses -Amt zu versehen, eine Voraussetzung, die sich bis jetzt bewährt hat; -als erster Curator fiscorum ist Herr Prof. _Rud. Merian_ bezeichnet -worden, und er hat während 35 Jahren bis zu seinem Tod im Jahre 1871 -die Finanzverwaltung der Universität besorgt; seither geniesst als -sein Nachfolger der Unterzeichnete das Zutrauen der Regenz. Für die -Besorgung der Anlagen wurde die Anlagekommission, welcher der Curator -auch angehört, eingeführt, in Folge dessen die Regenz sich nur noch -mit der Bestätigung der Vorschläge zu befassen hat. Die Beamtung des -Exactors blieb, wurde aber dadurch vereinfacht, dass er nun nur noch -mit dem einen Curator abzurechnen hat. - -Bei dieser Neuordnung der Finanzverhältnisse wurde auch eine -etwas andere Eintheilung der Universitätsfonds angeordnet, indem -man einerseits einige Fisci, die nur Unterabtheilungen bildeten, -selbstständig hinstellte, und andererseits mehrere zum gleichen -Zweck bestimmte Fisci zusammenzog. Das Resultat davon war laut -Rechnungsabschluss vom 31. Dezember 1836 das folgende, wobei wir, wie -bei allen späteren Zahlen, auf Franken abrunden: - - Fr. Kapitalgeld (a.W.) - I. Fiscus legatorum academicus 138,604 - II. Fiscus Gymnasii 91,293 - III. Fiscus vestiendorum 12,000 - IV. Fiscus legatorum medicus 2,442 - V. Fiscus bibliothecæ publicæ 54,683 - VI. Fiscus bibliothecæ botanicæ 2,512 - VII. Fiscus horti botanici 3,641 - VIII. Fiscus facultatis theologicæ 9,918 - IX. Fiscus facultatis juridicæ 9,728 - X. Fiscus facultatis medicæ 4,885 - XI. Fiscus facultatis philosophicæ 4,108 - XII. Fiscus Universitatis 218,413 - -Wir wollen nun kurz andeuten, was jeder dieser Fisci zu bedeuten hat -und was seine Leistungen und Umwandlungen in den verflossenen fünfzig -Jahren waren. - -Der _Fiscus legatorum academicus_ entstand aus dem eine Abtheilung -des Fiscus legatorum bildenden akademischen Stipendienfonds, der aus -den Kapitalien der Universitätsstipendienstiftungen besteht, und es -wurde ihm noch beigefügt der Fiscus pauperum, der bestimmt ist für -Armenzwecke und unter Anderem die Stiftungen von _Erasmus_ und _Daniel -Bernoulli_ zur Unterstützung von armen durchreisenden Gelehrten -und Studierenden durch den jeweiligen Rektor enthält; ferner das -Stiftungskapital des Alumneumfonds, das sich auf das frühere Alumneum -im oberen Collegium des Augustinerklosters bezieht. In den letzten -fünfzig Jahren flossen noch in diesen Fond: im Jahre 1857 das Legat -von Herrn _Leonhard Huber_ sel. mit Fr. 2857 für hilfsbedürftige -Basler Studenten, im Jahre 1859 aus dem _Franz Von Speyr_'schen -Fideikommiss Fr. 1754, im Jahre 1860 beim Jubiläum von frühern -Schülern der Universität aus Baselland das Stipendium Rauricum mit -Fr. 2500, im Jahre 1874 die Hälfte der Stiftung zu Ehren des Rektors -gymnasii _Rudolf Burckhardt_, von Schülern desselben der Universität -dargebracht, mit Fr. 2895 und im Jahr 1880 das bei Gelegenheit der -hundertjährigen Geburtstagsfeier des verstorbenen Theologen _de Wette_ -von seinen Verwandten gestiftete Stipendienkapital von Fr. 2750, über -dessen Zinsen die theologische Fakultät zu verfügen hat. - -Der Ertrag dieses akademischen Legatenfonds diente bis heute -hauptsächlich zur Ertheilung von Stipendien an die Studierenden; -bis zum Erlass des Schulgesetzes im Jahre 1880 wurden auch Schüler -des oberen Gymnasiums oder Pädagogiums dabei bedacht. Ausserdem -leistete dieser Fond die Auszahlung des _Ryhiner_'schen Legates mit -je Fr. 300 jährlich an die Professoren der Logik und Botanik als -Inhaber des betreffenden Stiftungskapitals, die Zahlungen an die -Armenkassen des Rektors und der Fakultäten als Ertrag der aufgenommenen -Armenfonds und Kapitalien der Fakultätsstipendien, Beiträge an -Seminarien und an allgemeine Zwecke wie Turnen und Singen verfolgende -Studentenvereine, die Honorierung der Preisaufgaben, seit 1844 als -Besitzer des Alumneumfonds einen den alten Miethsgeldern entsprechenden -jährlichen Beitrag von Fr. 240 an das Alumneum für Studierende der -Theologie, ferner von 1851 bis zur Errichtung des mit Krediten besser -bedachten Vesalianums im Jahr 1885 einen mit der Zeit auf mehr als -Fr. 1000 jährlich anwachsenden Beitrag an die anatomische Anstalt -für die Beschaffung von Leichen und dann noch verschiedene Beiträge -an andere Universitätsanstalten, besonders an die Bibliothek für -Hilfsarbeiten. Auch musste zu Zeiten für ausserordentliche einmalige -Ausgaben dieser Fond die Mittel liefern, so z.B. im Jahr 1839 Fr. -1250 a.W. an die Verlegung des botanischen Gartens, im Jahre 1849 -Fr. 10,500 a.W. an das Museum und im Jahre 1860 Fr. 7000 an die -Kosten des Universitätsjubiläums. Solche ausserordentliche, 150 -Fr. überschreitende, durch Stiftung und Gesetz nicht vorgesehene -Verwendungen bedürfen seit 1836 bei allen Fisci, nachdem sie von der -Regenz beschlossen sind, noch der Genehmigung des Erziehungsrathes. - -Der _Fiscus Gymnasii_ war aus den Kapitalien der Schülerstipendien -entstanden und bezieht sich also nicht auf Universitätszwecke; er -wurde nur von der Universität verwaltet und der Ertrag wurde den -Schulbehörden zugestellt. Nach Erlass des Schulgesetzes im Jahre 1880 -ging dieser Fond mit Fr. 207,655 an die vom Erziehungsrath bestellte -Schulstipendienkommission über. - -Der _Fiscus vestiendorum_ oder _Fiscus des Schülertuchs_ stammt aus der -Zeit, wo die Universität die Sammlung von Geldern für die Bekleidung -armer Schüler besorgt hatte; auch er hat keinen Universitätszweck, und -sein Ertrag wurde jährlich an die Personen ausbezahlt, welche sich mit -der Vertheilung des Schülertuchs befassten. Im Jahre 1881 wurde dieser -Fond mit Fr. 25,058 der Schülertuchkommission übergeben. - -Der _Fiscus legatorum medicus_ stammt von dem berühmten _Felix Plater_, -der eine Summe gestiftet hat, um aus dem Ertrag den Spitalarzt zu -bezahlen. In den Jahren 1837 und 1838 bei Errichtung des neuen Spitales -legten vier Freunde der Universität Fr. 2100 a.W. in diesen Fond und -im Jahre 1867 wurde das Legat von _Joh. Gottl. Thurneysen_ sel. mit -Fr. 1000 ihm einverleibt. Bis zum Jahre 1864 wurden aus dem Ertrag -dieses Fonds jährlich Fr. 150 an den Spitalarzt bezahlt; seitdem -der Spital die Bezahlung seiner Aerzte vollständig übernommen hat, -werden die Zinsen durch Regenzbeschluss, entsprechend den jedesmaligen -Bedürfnissen, den verschiedenen Anstalten der medicinischen Fakultät -zugewandt. - -Der _Fiscus bibliothecæ publicæ_ entstand aus Schenkungen und Gebühren; -ausser den sogenannten Neujahrsgeldern, d.h. freiwilligen Beiträgen -von Freunden der Bibliothek, sind ihm in den letzten 50 Jahren noch -eine Anzahl Schenkungen aus Trauerhäusern, im Jahr 1874 ein Viertel der -Rektor _Rudolf Burckhardt_'schen Stiftung mit Fr. 1447, und vor Allem -im Jahr 1880 das Legat des Herrn _Wilh. Burckhardt-Forcart_ sel. mit -Fr. 40,000 zugekommen. Der Ertrag dieses Fonds dient der Universität -für Bücheranschaffungen und Beamtenbesoldungen. Bis zum Jahr 1870 war -die Rechnung der Bibliothek mit der Rechnung des Bibliothekfiscus -verschmolzen; seit 1871 wird der Ertrag an die Bibliothek abgeliefert, -welche nun selbstständig Rechnung führt und auch die Gebühren und -meisten Geschenke direkt in Empfang nimmt. - -Der _Fiscus bibliothecæ botanicæ_ und der _Fiscus horti botanici_, die -1836 als selbstständige Fisci von dem fiscus facultatis medicæ waren -abgetrennt worden, wurden im Jahre 1853 zum Fiscus der botanischen -Anstalt vereinigt. Der Ertrag geht an die botanische Anstalt. Auch hier -war bis 1870 die Rechnung des Fiscus und der Anstalt verschmolzen. - -Die _vier Fakultätsfisci_ entstanden hauptsächlich aus den bei -Immatrikulation und Promotion erlegten Gebühren; sie zahlten Beiträge -an die Gehalte der Professoren und wurden 1853 mit dem Fiscus -Universitatis verschmolzen. - -Der _Fiscus Universitatis_ entstand hauptsächlich aus der Ansammlung -der Gebühren bei Immatrikulation und Abgang, welche ihm bis heute -noch zufliessen. Bei der Neueintheilung im Jahr 1836 wurde ihm der -Fiscus Rectoris und der nicht in Stiftungskapitalien bestehende Theil -des Fiscus Alumnorum zugewiesen. Von den ihm zugekommenen Geschenken -erwähnen wir besonders aus dem Jahr 1880 das Legat des Herrn _Wilh. -Burckhardt-Forcart_ sel., der auch diesem Fiscus Fr. 40,000, also -den Universitätsfonds im Ganzen Fr. 80,000 vermachte. Das Gesetz von -1836 hatte bestimmt, wie viel aus diesem Fond an die Gehalte der -Professoren und an die Sammlungen für den Unterricht zu zahlen war; -durch das Gesetz von 1866 wurde sein Betrag speciell für Zulagen -zu den direkt vom Staat bezahlten Besoldungen, ausserordentlichen -Gehalten und Remunerationen bestimmt, welche der Regierungsrath auf -Antrag des Erziehungsrathes beschliesst; er wird desshalb seither -gewöhnlich als Zulagefond bezeichnet. Der Fond wurde zuweilen auch für -ausserordentliche Ausgaben in Anspruch genommen, so zahlte er u.a. im -Jahr 1849 Fr. 45OO a.W. an das Museum und im Jahr 1860 Fr. 7536 an die -Kosten des Universitätsjubiläums. Auch wurden die laufenden Ausgaben -der Universität für Druck, Inserate, Gas u.s.w. bis zur Ertheilung -eines besonderen Kredites von Fr. 2000 durch das Gesetz von 1866 aus -diesem Fiscus bestritten. - -Zu diesen aus älterer Zeit stammenden Fisci sind in den letzten 50 -Jahren noch zwei neue hinzugekommen, nämlich der naturhistorische Fond -und der _Heusler_'sche Vermächtnissfond. - -Der _naturhistorische Fond_ verdankt seinen Ursprung der im Jahre -1836 in der Regenz gemachten Anregung, einen Theil der Gelder der -Universität, die nach dem damals üblichen stadtbaslerischen Zinsfuss -nur etwa 3¼% eintrugen, auswärts anzulegen. Es wurde dies von einer -besonderen von Rathsherr _Peter Merian_ präsidierten Kommission -besorgt, welche aus dem Ertrag der empfangenen Gelder vorerst 3¼% -und seit 1857 3½% der allgemeinen Verwaltung vergütete und aus dem -Rest einen Reservefond anlegte. Bis 1859 war alles Geld wieder an die -allgemeine Verwaltung zurückbezahlt und es blieb nur der Reservefond in -den Händen der Kommission. Aus diesem gingen im Jahr 1862 Fr. 10,000 an -den Sternwartefond, der später bei Erstellung des Bernoullianums zur -Verwendung kam, und im Jahr 1863 fernere Fr. 10,000 an die botanische -Anstalt behufs Erstellung eines Gewächshauses. Aus dem Rest von rund -Fr. 40,000 wurde zuerst der Fond des naturwissenschaftlichen Museums -und dann der naturhistorische Fond gebildet, auf dessen Ertrag nach dem -Universitätsgesetz von 1866 das naturhistorische Museum für Unterhalt -und Vermehrung der Sammlungen angewiesen ist. Herr _Peter Merian_ hat -bis zu seinem Tod im Februar 1883 selbst diesen Fond verwaltet; seitdem -ist er mit den andern Fiscis vereinigt. - -Der _Heusler'sche Vermächtnissfond_ rührt her von dem im Jahr 1862 -eröffneten Legate des Herrn _Friedrich Heussler_ sel. Der Ertrag -der testierten Fr. 100,000 ist bestimmt für hilfsbedürftige Alters- -oder Krankheitshalber austretende Universitätslehrer, so wie für -die von Universitätslehrern hinterlassenen Witwen und Waisen. Die -Vertheilung wird jährlich von der Regenz auf Vorschlag einer besondern -Kommission beschlossen. Durch verschiedene Schenkungen aus den Jahren -1872 bis 1882 ist das unantastbare Stiftungskapital auf Fr. 120,500 -angewachsen; was darüber hinausgeht, bildet einen Reservefond, auf den -nöthigen Falls zurückgegriffen werden darf. - -Die folgende Tabelle soll die Entwicklung der akademischen Fisci in den -verflossenen 50 Jahren dadurch anschaulich machen, dass die Beträge -der entsprechenden Fonds auf Ende 1836 und 1884 in die gleichen Linien -eingetragen und deren Zunahmen dazwischen gesetzt sind. Das Kapitalgeld -alter Währung ist mit 27:40 in das jetzige Geld übertragen. Der Fiscus -Gymnasii und Schülertuchfond, die keinem Universitätszweck dienen, sind -weggelassen. - - _Betrag_ 1836 _Zunahme Betrag_ 1884 - Fr. Fr. Fr. - - Fisc. legatorum acad. 205,339 56,271 261,610 Akadem. - Vermächtnissfond - Fisc. legatorum med. 3,618 12,384 16,002 Medicin. - Vermächtnissfond - Fisc. bibliothecæ publ. 81,011 50,430 131,441 Bibliotheksfond - Fisc. bibliothecæ botan. } - Fisc. horti botanici } 9,115 2,849 11,964 Botanischer Fond - Fisc. facult. theol. } - Fisc. facult. jurid. } - Fisc. facult. med. } 366,001 143,947 509,948 Zulagefond - Fisc. facult. phil. } - Fisc. Universitatis } - 136,302 136,302 Heusler'scher - Vermächtnissfond - 42,025 42,205 Naturhistorischer - Fond - ---------------------------------------------------------- - Gesammtbetrag 665,084 444,208 1,109,292 - -Die Kapitalien der obigen sieben Fisci bilden bei der Verwaltung -einen gemeinsamen Stock, dessen Ertrag am Ende des Jahres pro rata -unter die einzelnen Fonds vertheilt wird. Die Zunahme in den letzten -fünfzig Jahren erklärt sich hauptsächlich aus den erwähnten höchst -verdankenswerthen Geschenken und Legaten. - - * * * * * - -Wir haben nun noch zu berichten über die Stiftungen, deren Kapitalien -nicht in die Verwaltung dieser vereinigten Fonds aufgenommen sind, da -die testamentarischen Bestimmungen eine gesonderte Rechnungsstellung -verlangen. - -Die beiden folgenden betreffen die _Gesammtuniversität_: - -Der _Albrecht'sche Stipendienfond_. -- Herr Stadtrath _Johannes Wimmer_ -sel. und Frau _Salomea_ geb. _Albrecht_ sel. stifteten durch das am -26. Juli 1871 publicierte Testament einen Stipendienfond, der zuerst -während 25 Jahren durch die Zinsen geäufnet werden soll und dessen -Ertrag hernach in erster Linie den Nachkommen der _Albrecht_'schen -Familie, die sich dem Studium widmen, zu Gute kommen soll, dann aber -auch andern Studierenden, wenn keine _Albrecht_'schen Nachkommen -Anspruch erheben oder die Zinsen auch für weitere Unterstützungen -ausreichen. Die Regenz hat die Uebernahme der Verwaltung am 30. -November 1871 beschlossen und den ausgewiesenen Betrag am 28. September -1872 in Empfang genommen. Die gestiftete Summe betrug mit Einschluss -eines Postens von Fr. 1333, auf welchen die Geschwister _Wimmer_ zu -Gunsten der Universität verzichtet haben, Fr. 43,438. Bis zum 31. -Dezember 1884 war das Vermögen angewachsen auf Fr. 70,582. - -_Stiftungsfond der Studentenkrankenkasse._ -- Im Jahre 1877 -übergab Herr Professor _J.J. Bachofen_ mit Fr. 15,000, die für den -Heusler'schen Vermächtnissfond bestimmt waren, noch weitere Fr. 5000 -der Regenz, um einen Fond der Studentenkrankenkasse zu bilden. Der -Ertrag desselben wurde theils verwendet zur Deckung eines Deficits der -genannten Kasse, theils zu Extraunterstützung kranker Studierender, -besonders durch Beiträge an ärztlich angeordnete Landaufenthalte. - -Auf zwei _Fakultäten_ bezieht sich: - -Die _theologisch-philosophische Stiftung_. -- Im Dezember 1872 übergab -ein Freund der Universität anonym einem von ihm selbst bezeichneten -und später durch Cooptation sich ergänzenden Curatorium von drei -Professoren die Summe von Fr. 20,000 zur Unterstützung der Studien -in den Disciplinen der Theologie und Philosophie. Der Ertrag des -Kapitals soll seine Verwendung finden für Ausschreibung von Preisfragen -aus den Gebieten der genannten Wissenschaften, oder Ertheilung von -Stipendien an Studierende der Universität Basel hauptsächlich zu -wissenschaftlichen Reisen. Die Verwaltung der Stiftung besorgt das -Curatorium, und es wird nur der Status des jeweiligen Vermögens in die -Universitätsrechnung aufgenommen; am 31. Dezember 1884 betrug derselbe -Fr. 26,066. - -Zu der _Bibliothek_ gehört: - -Die _Episcopius-Stiftung_. -- Im Oktober 1881 hat Herr Dr. _Gottlieb -Bischoff_ sel. in dankbarer Erinnerung an seinen Vorfahr, den -Buchdrucker _Nicolaus Episcopius_, dem Oberbibliothekar die Summe von -Fr. 1000 übergeben, um aus dem Ertrage Werke über die Geschichte der -Buchdruckerkunst und des Buchhandels für die Universitätsbibliothek -nach freier Wahl anschaffen zu können. Bei Ablage der Bibliotheksrechnung -wird über den jeweiligen Stand dieser Stiftung berichtet. - -Schliesslich haben wir noch drei Stiftungen zu besprechen, die sich auf -die _Kunstsammlung_ beziehen. - -Die _Samuel Birmann_'sche _Stiftung_. -- Herr _Samuel Birmann-Vischer_ -sel. hat durch sein am 15. August 1844 geschriebenes und am 30. -September 1847 eröffnetes Testament zu Haupterben seines Vermögens -ernannt: zur Hälfte die Universität, zum Viertel den Spital und zum -Viertel das Waisenhaus. - -Nach dem am 4. Februar 1859 erfolgten Tode der Frau Witwe _Birmann_ -geb. _Vischer_, welche die Nutzniessung des hinterlassenen Vermögens -hatte, wurde entsprechend den testamentarischen Bestimmungen die -Verwaltungskommission gebildet aus zwei Vertretern der Universität, -einem Vertreter des Spitals und einem Vertreter des Waisenhauses. Das -dieser Kommission eingehändigte Vermögen bestand aus Werthtiteln, -und zwar hauptsächlich Actien von Banken, Eisenbahn- und -Versicherungs-Gesellschaften und dem Landgute vor dem Spalenthor. -Entsprechend den im Testamente deutlich ausgesprochenen Bestimmungen -sind diese Titel zum grössten Theile behalten worden und haben die -vom Testator ausgesprochene Erwartung eines mit der Zeit zunehmenden -Nutzens gerechtfertigt; das Landgut wurde in den Jahren 1860 und 1861 -zu damals günstigen Bedingungen verkauft, und seither ist ein ganzes -Quartier auf seinem Boden entstanden. Während die für Spital und -Waisenhaus bestimmten Antheile einstweilen noch zum grössten Theile -den Verwandten des Testators zu Gute kommen, erhielt die Universität -den vollen Ertrag ihrer Hälfte seit 1860. Diese Summe ist ganz für die -Kunstsammlung bestimmt und wird desshalb auch direkt an die derselben -vorstehende Kommission abgeliefert; sie soll nach dem Testament -ausschliesslich verwendet werden für Ankauf schweizerischer Kunstwerke, -Unterstützung talentvoller Künstler aus Basel-Stadt, Honorierung des -Custoden der Kunstsammlung und Aufstellungskosten der Birmann'schen -Sammlung. Das Stiftungskapital ist laut der auf den 1. Februar 1885 -abgeschlossenen, von der Verwaltungskommission genehmigten und der -Regenz mitgetheilten Rechnung gewerthet zu Fr. 487,377. Der jährliche -Ertrag war in den letzten zehn Jahren im Mittel etwas über Fr. 30,000, -wovon also die Hälfte an die zur Universität gehörige Kunstsammlung -ging. - -Die _Bleiler_'sche _Stiftung_. -- Von dem Ehepaar _Bleiler-Mieg_ sel. -sind im Jahre 1858 laut testamentarischer Verfügung der Kunstsammlung -des Museums Fr. 10,000 zugekommen; die eine Hälfte bestimmt zur -Anschaffung von Kunstgegenständen, der Ertrag der andern Hälfte zur -Unterstützung eines fleissigen und bedürftigen, sich zur Ausbildung -in Rom aufhaltenden Basler Künstlers. Die Stiftung wird von der -Kunstkommission verwaltet; der letzte Rechnungsabschluss ergab als -Saldo auf neue Rechnung Fr. 18,157. - -Das _Singeisen_'sche _Legat_. -- Jungfrau _Magdalena Singeisen_ sel. -vermachte durch das im Jahre 1870 publicierte Testament dem Museumsfond -der Stadt Basel die Summe von Fr. 17,000 mit der Bestimmung, dass die -Zinsen davon vorerst ihrer Dienstmagd während Lebenszeit ausbezahlt -werden sollen. Nach deren Tode soll dieser Zins zur Unterstützung -älterer und bedürftiger, in Basel wohnender Künstler verwendet werden. -Diese früher von der Museumskommission verwaltete Stiftung wird jetzt -von der Kunstkommission besorgt. - -Wir haben hier nur die zu Gunsten der Universität gemachten Stiftungen -besprochen, welche öffentlich von der Universität verwaltet werden -und über welche also auch die Universitätsrechnung berichtet; -andere, theils für die Universität im Allgemeinen, theils für -einzelne Anstalten oder Sammlungen derselben bestimmte Stiftungen -verwalten Privatvereine, insbesondere die Akademische Gesellschaft -und der Museumsverein. Auskunft über dieselben ist zu finden in den -jährlich veröffentlichten Berichten dieser Vereine, sowie in der -soeben herausgekommenen fünfzigjährigen Geschichte der Akademischen -Gesellschaft. - - * * * * * - -Es mag im Anschluss an diesen Abschnitt noch kurz in abgerundeten -Zahlen angedeutet werden, wie die _Mittel für die Universität_ -zusammenfliessen, wobei wir nicht von den ausserordentlichen Leistungen -für Erstellung neuer Unterrichtsanstalten, sondern nur von dem -sprechen, was zur Bestreitung der jährlichen regelmässigen Ausgaben -gespendet wird. Abgesehen von den verhältnissmässig nur geringe Summen -betragenden Gebühren und Eintrittsgeldern kommen hier drei verschiedene -Einnahmequellen in Betracht: - -1. _Die direkten Beiträge des Staates_, entsprechend den durch Gesetze -und Grossrathsbeschlüsse festgesetzten Krediten. Im Jahre 1835 betrugen -dieselben etwa nur Fr. 40,000 und sind in den fünfzig Jahren bis -1885, Dank der Bereitwilligkeit der Behörden, Opfer für die höchste -Lehranstalt zu bringen, etwa auf Fr. 185,000 gestiegen. - -2. _Der Ertrag der Universitätsfonds._ Im Jahre 1835 war derselbe -etwa Fr. 20,000 und hat in den fünfzig Jahren theils durch Vermehrung -des Vermögens, theils in Folge des höheren Zinsfusses etwa Fr. 60,000 -erreicht. - -3. _Die freiwilligen Beiträge von Vereinen und Privaten._ Hier sind -vor Allem die in der besonderen Festschrift dargestellten Leistungen -der Akademischen Gesellschaft zu erwähnen; ausserdem aber spenden der -Museumsverein, die Gemeinnützige Gesellschaft und manche Freunde der -Universität Geschenke an die verschiedenen Universitätsanstalten. Wenn -wir die theils höchst werthvollen Kunstgegenstände, Bücher, Naturalien -und Apparate bei Seite lassen und nur die Geldgaben in Betracht ziehen, -so finden wir für diese ganz freiwilligen Leistungen im Jahre 1884 etwa -Fr. 31,000. - -Somit setzen sich die regelmässigen jährlichen Leistungen für die -Universität etwa folgendermassen zusammen: - - Staatsbeitrag Fr. 185,000 macht 67 % oder ⅔ - Ertrag der Universitätsfonds » 60,000 » 22 % » ²⁄₉ - Freiwillige Privatleistungen » 31,000 » 11 % » ⅟₉ - ------------ - im Ganzen Fr. 276,000. - - Ed. Hagenbach-Bischoff. - - - - -III. - -Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität. - - -A. =Rektoren der Universität= - -(gewählt zu Ende des Jahres für das nächste Kalenderjahr) - -waren: - -14. Sept.-31. Dec. 1835: Herr W. M. Leberecht _de Wette_, Professor der -Theologie. - -=für das Jahr= - - 1836: - Friedrich _Brömmel_, Professor der Geschichte. - 1837: - Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen Sprache. - 1838: - Friedrich _Fischer_, Professor der Philosophie. - 1839: - Karl Friedrich _Meissner_, Professor der Botanik. - 1840: - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie. - 1841: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache. - 1842: - Johann Georg _Müller_, Professor der Theologie. - 1843: - Friedrich _Miescher_, Professor der Physiologie. - 1844: - Christian Friedrich _Schönbein_, Professor der Physik - und Chemie. - 1845: - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache. - 1846: - Johann Jacob _Stähelin_, Professor der Theologie; an dessen - Stelle trat - - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache. - 1847:} - 1848:}- Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen Sprache. - 1849: - W.M. Leberecht _de Wette_, Professor der Theologie; an - dessen Stelle trat - - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie. - 1850: - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie. - 1851:} - 1852:}- Johannes _Schnell_, Professor des schweizerischen Civilrechts. - -=für das Jahr= - - 1853: Herr Friedrich _Miescher_, nun Professor der pathologischen - Anatomie. - 1854: - Christoph Johannes _Riggenbach_, Professor der Theologie. - 1855: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache. - 1856: - Roderich _Stintzing_, Professor des römischen Rechts. - 1857: - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache. - 1858: - Johann Georg _Müller_, Professor der Theologie. - 1859: - Gustav Heinrich _Wiedemann_, Professor der Physik. - 1860: - Peter _Merian_, Rathsherr und Professor der Geologie. - 1861: - Karl Friedrich _Meissner_, Professor der Botanik. - 1862: - Karl _Steffensen_, Professor der Philosophie; an dessen - Stelle trat - - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie. - 1863: - Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen - Sprache. - 1864: - Karl _Steffensen_, Professor der Philosophie. - 1865: - Ludwig _Rütimeyer_, Professor der vergleichenden Anatomie. - 1866: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache. - 1867: - Andreas _Heusler_, Vater, Professor des schweizerischen - Staatsrechts. - 1868: - Hermann _Schultz_, Professor der Theologie. - 1869: - Wilhelm _His_, Professor der Anatomie und Physiologie. - 1870: - Eduard _Hagenbach_, Professor der Physik. - 1871: - Andreas _Heusler_, Sohn, Professor des deutschen Rechts. - 1872: - Freiherr _von der Goltz_, Professor der Theologie. - 1873: - Simon _Schwendener_, Professor der Botanik. - 1874: - Moritz _Heyne_, Professor der deutschen Sprache. - 1675: - Carl Ernst Emil _Hoffmann_, Professor der Anatomie. - 1876: - Friedrich _von Wyss_, Professor des schweizerischen - Civilrechts; an dessen Stelle trat - - Franz _Overbeck_, Professor der Theologie. - 1877: - Wilhelm _Vischer_, Sohn, Professor der Geschichte. - 1878: - Friedrich _Schulin_, Professor des römischen Rechts. - 1879: - Emil _Kautzsch_, Professor der Theologie. - 1880: - Hermann _Immermann_, Professor der klinischen Medicin. - 1881: - August _von Miaskowski_, Professor der Nationalökonomie. - 1882: - Hermann _Siebeck_, Professor der Philosophie. - 1883: - Rudolf _Stähelin_, Professor der Theologie. - 1884: - Albert _Teichmann_, Professor des Straf- und Kirchenrechts. - 1885: - Moritz _Roth_, Professor der pathologischen Anatomie. - - -B. =Lehrpersonal der Universität.= - --- Geordnet nach der Zeit des Eintritts in die Fakultät, bezw. in -die höhere Stellung in derselben. -- O. = Ostern. S. = Sommer. M. = -Michaelis. W. = Winter. - -1. Theologische Fakultät. - -a) =Ordentliche Professoren.= - -1. =de Wette=, Wilhelm Martin Leberecht -- geb. 12. Jan. 1780 zu Ulla -bei Weimar, 1805 Docent in Jena, 1807 a.o. Prof. der Philosophie, 1809 -ord. Prof. der Theologie in Heidelberg, 1810 in Berlin. Am 2. Oct. 1819 -seines Amtes entlassen, begab er sich nach Weimar und folgte 1822 einem -Rufe an die theologische Fakultät nach Basel, deren Reorganisator er -wurde; Rektor 1823, 1829, 1834. Ende 1835 u. 1849, † 16. Juni 1849. - -_Hagenbach_, die theologische Schule Basels und ihre Lehrer, Basel 1860 -und in Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVIII. 61 ff. -- _Holtzmann_ -in »Allgem. Deutsche Biographie« V. 101-105. -- _Wiegand_. W.M.L. de -Wette, Erfurt 1879. -- _Rudolf Stähelin_, W.M.L. de Wette nach seiner -theol. Wirksamkeit und Bedeutung, Basel 1880. - -2. =Hagenbach=, Karl Rudolf -- geb. 4. März 1801 zu Basel, Sohn des -Basler Arztes und Professors Karl Friedrich H. († 20. Nov. 1849), -studierte in Basel, Bonn und Berlin, habilitierte sich 1823 in Basel, -1824 Lic. theol. und a.o. Prof., 1828 ord. Prof. für Kirchengeschichte, -1830 zum Dr. theol. ernannt, Rektor 1832, 1840, 1849, 1850 u. 1862. † -7. Juni 1874. - -Erinnerung an K.R. Hagenbach, Basel 1874. -- _Eppler_, K.R. Hagenbach, -Gütersloh 1875. -- _Rudolf Stähelin_, K.R. Hagenbach, Basel 1875. --- W. _Krafft_ in »Allgem. Deutsche Biographie« X. 344. -- Herzog's -Realencyclopädie, 2. Aufl. V. 537 ff. - -3. =Stähelin=, Johann Jacob -- geb. 6. Mai 1797 zu Basel, studierte in -Basel und Tübingen, 1823 Dr.phil. und Docent in Basel, 1827 Lic.theol., -1829 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. für Altes Testament, 1840 zum Dr. -theol. ernannt, kurze Zeit 1846 Rektor, † 27. Aug. 1875 zu Langenbruck. - -Zur Erinnerung an Herrn J.J. Stähelin, Basel 1875. -- Herzog's -Realencyclopädie. 2. Aufl. XIV. 570 ff. - -4. =Müller=, Johann Georg -- geb. 8. Mai 1800 zu Basel, 1825 cand. -theol., 1831 Lektor u. Lic. theol., 1832 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. -für Neues Testament, 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1842 u. 1858, † -30. August 1875. - -Abriss meines Lebenslaufes. Aufzeichnung von J.G. Müller, theol. Prof. -Basil. (Druck von Schultze) 1875. - -5. =Schenkel=, Daniel -- geb. 21. Dec. 1813 zu Dägerlen bei Winterthur, -studierte in Basel u. Göttingen. 1839 Docent in Basel, 1841 Prediger -und Mitglied des Schul- und Kirchenrathes in Schaffhausen, 1850 ord. -Prof. für systematische Theologie in Basel, ging 1851 nach Heidelberg, -† daselbst 19. Mai 1885. - -6. =Riggenbach=, Christoph Johannes -- geb. 8. Oct. 1818 zu Basel, -wurde Pfarrer in Bennwil (Baselland), 1851 in Basel zum Lic. theol. -ernannt und ord. Prof. für systematische Theologie, Rektor 1854, im -Juni 1860 zum Dr. theol. ernannt. - -7. =Schultz=, Hermann -- geb. 30. Dec. 1836 zu Lüchow (Hannover), 1858 -Dr.phil. in Rostock, 1861 Lic. theol. und Docent in Göttingen, 1864 -ord. Prof. für Altes Testament und systematische Theologie in Basel, -1865 Dr. theol. (Göttingen), Rektor 1868, ging 1872 nach Strassburg, -1874 nach Heidelberg, 1876 nach Göttingen. - -8. =von der Goltz=, Hermann Freiherr -- geb. 17. März 1835 zu -Düsseldorf, studierte in Erlangen, Berlin, Tübingen und Bonn, 1858-61 -in der französischen Schweiz, 1861-65 Gesandtschaftsprediger in -Rom, 1865 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für -exegetische u. systematische Theologie berufen, zum Lic. theol. ernannt -und a.o. Prof., 1870 ord. Prof., Rektor 1872, ging 1873 nach Bonn, 1876 -nach Berlin. - -9. =Overbeck=, Franz -- geb. 4./16. Nov. 1837 zu St. Petersburg, W. -1864 Docent in Jena, Frühjahr 1870 a.o. Prof. und W. 1871 ord. Prof. -für neutestamentliche Exegese und ältere Kirchengeschichte in Basel, -Rektor 1876. - -10. =Kautzsch=, Emil -- geb. 4. Sept. 1841 zu Plauen i.V., 1863 -Dr.phil. und Gymnasiallehrer an der Nicolaischule in Leipzig, 1869 -Docent d. Theol. an der Universität, 1871 a.o. Prof. daselbst, M. 1872 -ord. Prof. für alttestamentliche Exegese in Basel, im Sept. 1873 zum -Dr. theol. ernannt, Rektor 1879, ging O. 1880 nach Tübingen. - -11. =Stähelin=, Rudolf -- geb. 22. Sept. 1841 zu Basel, 1865 cand. -theol., 1873 Lic. u. Docent d. Theologie, 10. Jan. 1874 a.o. Prof. -und 10. Dec. 1875 ord. Prof. für Kirchengeschichte, 15. Nov. 1880 Dr. -theol. (Bern), Rektor 1883. - -12. =Schmidt=, Paul Wilhelm -- geb. 25. Dec. 1845 zu Berlin, 1865 -Dr.phil. in Halle, 1867 Lic. theol. in Berlin, O. 1869-76 Docent -daselbst, O. 1876 ord. Prof. für Neues Testament in Basel, 22. Juli -1885 Dr. theol. (Strassburg). - -13. =Stockmeyer=, Immanuel -- geb. 28. Juli 1814 zu Basel, war 1846-71 -Pfarrer zu St. Martin, 1850 zum Lic. theol. ernannt, 1851 Docent der -Theologie, im Dec. 1860 zum Dr. theol. ernannt, 1871 Antistes, 17. Juli -1876 ord. Prof. für praktische Theologie. - -14. =Smend=, Rudolf -- geb. 5. Nov. 1851 zu Lengerich (Westfalen), 1874 -Dr.phil. in Bonn, 1875 Lic. theol. u. Docent der Theologie in Halle, -1880 a.o. Prof. und S. 1881 ord. Prof. für Altes Testament in Basel, im -Jan. 1885 Dr. theol. (Giessen). - -15. =Orelli=, Conrad von -- geb. 25. Januar 1846 zu Zürich, 1871 -Dr.phil. in Leipzig, W. 1871 Docent der Theologie in Zürich, O. 1873 -vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für Altes -Testament berufen und a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., Aug. 1885 Dr. -theol. (Greifswald). - -16. =Kaftan=, Julius -- geb. 30. Sept. 1848 zu Loit (Schleswig), -1872 Dr.phil. in Leipzig, 1873 Lic. theol., W. 1873 vom Verein f. -christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie -berufen und 1874 a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., im Dec. 1882 zum Dr. -theol. ernannt, ging O. 1883 nach Berlin. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -17. =Beck=, Johann Tobias (von) -- geb. 22. Febr. 1804 zu Balingen, -1828 Stadtpfarrer in Mergentheim, 1836 vom Verein für christl.-theol. -Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische Theologie -berufen, 1842 vor seinem Weggange nach Tübingen zum Dr. theol. ernannt, -† daselbst 28. Dec. 1878. - -18. =Hoffmann=, Wilhelm -- geb. 30. Oct. 1806 zu Leonberg -(Württemberg), wurde 1839 Direktor der Missionsanstalt in Basel, -1843 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft für exegetische -u. systematische Theologie berufen und a.o. Prof., ging 1849 nach -Tübingen, 1852 nach Berlin, † daselbst 28. Aug. 1873. - -_Karl Hoffmann_, Leben und Wirken des L. Fr. W. Hoffmann, Berlin 1878 --- Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. VI. 216 ff. - -19. =Auberlen=, Carl August -- geb. 19. Nov. 1824 zu Fellbach -(Württemberg), W. 1851 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft -nach Basel für exegetische u. systematische Theologie berufen und a.o. -Prof., 6. Sept. 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 2. Mai 1864. - -Leichenrede von Prof. _Riggenbach_ sammt Lebensabriss von Prof. _Gess_ -(Basel, Balmer und Riehm). -- Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. I. -757. - - -c. =Privatdocenten.= - -20. =Preiswerk=, Samuel -- geb. 19. Sept. 1799 zu Rümlingen (Kt. -Basel), 1830 Pfarrer in Muttenz, 22. Jan. 1833 vertrieben, 1834-37 am -Oratoire in Genf, 1839 Docent für hebräische Sprache in Basel, 1845 -Hauptpfarrer zu St. Leonhard, 1851 zum Lic. theol. ernannt und Docent -der Theologie, 1859 Antistes, 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 13. Jan. -1871. - -Zum Gedächtniss an Antistes Samuel Preiswerk (Basel, Franz Wittmer) -1871. - -21. =Schmid=, Johannes -- geb. 4. Jan. 1817 zu Schünholzersweilen (Kt. -Thurgau), 1854 in Basel zum Lic. theol. ernannt und Docent daselbst bis -1858 für praktische Theologie, † 31. März 1874 zu Florenz. - -22. =Böhl=, Eduard -- geb. 18. Nov. 1836 zu Hamburg, 1860 Dr.phil. in -Erlangen, S. 1860 in Basel zum Lic. theol. ernannt und W. 1860 bis O. -1864 Docent daselbst für Altes Testament, seit O. 1864 ord. Prof. der -Dogmatik u. Symbolik an der evang.-theol. Fakultät in Wien. - -23. =Böhringer=, Paul -- geb. 1. Sept 1852 zu Glattfelden (Kt. Zürich), -1878 Docent in Zürich, 13. Juni 1879 daselbst zum Lic. theol. ernannt, -seit W. 1879 Docent für Kirchengeschichte in Basel. - -24. =Marti=, Carl -- geb. 25. April 1855 zu Bubendorf (Baselland), 10. -März 1879 Lic. theol. in Basel, seit S. 1881 Docent daselbst für Altes -Testament und seit 1884 Pfarrer in Muttenz. - -25. =Riggenbach=, Bernhard Emil -- geb. 25. Oct. 1848 zu Karlsruhe, -1874 Dr.phil. in Tübingen, 1876 Lic. theol. in Basel, seit S. 1882 -Docent daselbst für praktische Theologie und neutest. Exegese, seit -Anfang 1885 Pfarrer der Strafanstalt in Basel. - -26. =Schnedermann=, Georg -- geb. 3. Juli 1852 zu Chemnitz, 1878 -Dr.phil. und 1880 Lic. theol. in Leipzig, W. 1883 vom Verein f. -christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie -berufen und Docent daselbst. - -27. =Heman=, Friedrich -- geb. 30. Aug. 1839 zu Grünstadt (Rheinpfalz), -1871 Dr.phil. in Tübingen, 1883 Lic. theol. in Basel, W. 1883 vom -Verein für christl.-theol. Wissenschaft für systematische Theologie -berufen und Docent daselbst. - - -2. Juristische Fakultät. - -a. =Ordentliche Professoren.= - -1. =Heusler=, Andreas -- geb. 8. März 1802 zu Basel, studierte in Jena -u. Tübingen, 1826 J.U.D. in Tübingen, 1828 Docent in Basel, 1830 ord. -Prof. (kurze Zeit über römisches Recht und Criminalrecht, dann bis -1843 über Bundes- und Kantonalstaatsrecht in historischer Beziehung -lesend), 1831-47 Mitglied des Kleinen Rathes, wirkte 1852-68 an der -Universität mit Titel und Rechten eines ord. Prof. (für Bundes- und -Kantonalstaatsrecht), 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1867, † 11. -April 1868. - -Leichenrede von Dr. theol. _J. Stockmeyer_ (Basel, Wassermann) 1868. -- -_W. Vischer_ (Sohn) in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 337-339. -- -_G. v. Wyss_ im Archiv f. Schweiz. Geschichte XVII. (1871). - -2. =Burckhardt=-Vischer, Adolf -- geb. 12. Nov. 1809 zu Basel, 1834 -Docent, M. 1835 ord. Prof. des Criminalrechts, † 14. Oct. 1838. - -Baseler Zeitung 1838, Nr. 193. - -3. =Beseler=, Georg -- geb. 2. Nov. 1809 zu Rödemiss (Schleswig), -1835 Docent in Heidelberg, M. 1835 a.o. Prof. und 1836 ord. Prof. -des römischen Rechts in Basel, ging M. 1837 nach Rostock, 1842 nach -Greifswald, 1859 nach Berlin. - -4. =Schnell=, Johannes -- geb. 31. Aug. 1812 zu Basel, Sohn des Basler -Prof. der Rechte J.R. Schnell (1767-1829), promovierte in Heidelberg, -1837 in Basel Docent, 1838 a.o. Prof. und 1839-78 ord. Prof. (besonders -für schweizerisches Civilrecht), Rektor 1851 u. 1852, 17. Juli 1841 bis -1. Juli 1875 Civilgerichtspräsident, siedelte W. 1878 nach Bern über. - -5. =Wunderlich=, Agathon -- geb. 1810 zu Göttingen, 1833 Docent -daselbst, 1838 a.o. Prof. und 1839 ord. Prof. des römischen Rechts -in Basel, ging O. 1842 nach Rostock, 1847 nach Halle, 1850 an das -Oberappellationsgericht in Lübeck, † daselbst 21. Nov. 1878. - -R. v. _Jhering_ in den Jahrbb. f. d. Dogmatik d. heut. röm. u. -deutschen Privatrechts, XVII. 145-147. - -6. =Bachofen=, Johann Jacob -- geb. 22. Dec. 1815 zu Basel, 1841 Docent -und 1842 ord. Prof. des römischen Rechts, nahm 1844 seine Entlassung. - -7. =Planck=, Johann Julius Wilhelm (von) -- geb. 22. April 1817 zu -Göttingen, 1837 J.U.D. und 1839 Docent daselbst, O. 1842 ord. Prof. des -römischen Rechts und des Civilprozesses in Basel, ging O. 1845 nach -Greifswald, M. 1850 nach Kiel, O. 1867 nach München. - -8. =Jhering=, Rudolf (von) -- geb. 22. Aug. 1818 zu Aurich -(Ostfriesland), 1842 J.U.D. in Berlin, Docent daselbst, 1845 ord. Prof. -des römischen Rechts in Basel, ging O. 1846 nach Rostock, 1849 nach -Kiel, 1852 nach Giessen, 1868 nach Wien, 1872 nach Göttingen, beim -Würzburger Jubiläum 1882 zum Dr.phil. ernannt. - -9. =Leist=, Burkard Wilhelm -- geb. 12. Juli 1819 zu Westen bei Verden -(Hannover), 1842 Docent in Göttingen, O. 1846 ord. Prof. des römischen -Rechts in Basel, ging M. 1847 nach Rostock, 1853 nach Jena. - -10. =Windscheid=, Bernhard -- geb. 26. Juni 1817 zu Düsseldorf, 1840 -Docent in Bonn, W. 1847 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging -O. 1852 nach Greifswald, 1857 nach München, 1871 nach Heidelberg, 1874 -nach Leipzig. - -11. =Zimmermann=, Ernst -- geb. 31. Jan. 1812 zu Rüsselsheim -(Kurhessen), 1848-50 Obergerichtsrath in Marburg, Docent daselbst, O. -1852 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1854 an das -Oberappellationsgericht in Lübeck, † 7. Mai 1877. - -Mitteilungen aus dem Leben des hanseatischen -Oberappellationsgerichtsrathes E.Z., Lübeck 1879. - -12. =Stintzing=, Roderich (von) -- geb. 8. Febr. 1825 zu Altona, 1852 -Docent in Heidelberg, O. 1854 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, -Rektor 1856, ging M. 1857 nach Erlangen, 1870 nach Bonn, † 13. Sept. -1883 zu Oberstdorf im Allgäu. - -_Alphonse Rivier_ in der Revue internationale de l'Enseignement du 15 -janvier 1884.-- _Adolf Wach_ in der krit. Vierteljahresschrift XXVI. -161-180. - -13. =Grimm=, Julius -- geb. 26. Nov. 1821 zu Kassel, promovierte in -Bonn, 1851 a.o. Prof. und 1855-57 ord. Prof. für germanistische Fächer -in Basel, 1857-68 Generalsekretär an der K.K. Südbahn in Wien, lebt -seitdem in Wiesbaden. - -14. =Arnold=, Wilhelm -- geb. 28. Oct, 1826 zu Borken (Kurhessen), 1850 -Docent in Marburg, O. 1855 ord. Prof. des deutschen Rechts in Basel, -ging O. 1863 nach Marburg, † 2. Juli 1883. - -Allgemeine Zeitung 1883, Beilage Nr. 192 u. 213. - -15. =Fitting=, Hermann -- geb. 27. Aug. 1831 zu Mauchenheim -(Rheinbayern), 1856 Docent in Heidelberg, M. 1857 a.o. Prof. und 4. -Dec. 1858 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1862 nach -Halle. - -16. =Bechmann=, Georg -- geb. 16. Aug. 1834 zu Nürnberg, 1861 Docent -in Würzburg, M. 1862 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. -1864 nach Marburg, M. 1864 nach Kiel, O. 1870 nach Erlangen, M. 1880 -nach Bonn. - -17. =Heusler=, Andreas -- geb. 30. Sept. 1834 zu Basel, Sohn des oben -(S. 46) genannten Prof. Andreas Heusler, 12. Juni 1856 J.U.D. in -Berlin, 1858 Docent und S. 1863 ord. Prof. des deutschen Rechts und des -Civilprozesses in Basel, Rektor 1871. - -18. =Hartmann=, Gustav -- geb. 31. März 1835 zu Vechelde -(Braunschweig), O. 1857 J.U.D. in Göttingen und 1860 daselbst Docent, -O. 1864 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1872 nach -Freiburg, O. 1878 nach Göttingen, O. 1885 nach Tübingen. - -19. =Binding=, Karl -- geb. 4. Juni 1841 zu Frankfurt a.M., 1864 -Docent in Heidelberg, O. 1867 ord. Prof. des Straf- und Kirchenrechts -in Basel, ging M. 1870 nach Freiburg, 1872 nach Strassburg, 1873 nach -Leipzig. - -20. =Brockhaus=, Friedrich -- geb. 21. Sept. 1838 zu Dresden, 1863 -Docent u. 1868 a.o. Prof. in Jena, O. 1871 ord. Prof. des Straf- und -Kirchenrechts in Basel, ging M. 1872 nach Kiel. - -21. =Eisele=, Fridolin -- geb. 2. Mai 1837 zu Sigmaringen, 21. Febr. -1866 J.U.D. in Berlin, wurde Kreisrichter in Hechingen, O. 1872 ord. -Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1874 nach Freiburg. - -22. =Wyss=, Friedrich von -- geb. 24. Dec. 1844 zu Zürich, 15. März -1867 J.U.D. in Zürich, 1869 Mitglied des Bezirksgerichts, O. 1874 ord. -Prof. des schweizerischen Civilrechts in Basel, 1876 kurze Zeit Rektor, -schied wegen Gesundheitsrücksichten 1880 aus. - -23. =Schulin=, Friedrich -- geb. 4. Aug. 1843 zu Frankfurt a.M., 29. -Mai 1869 J.U.D. in Marburg, Docent u. 12. Mai 1874 a.o. Prof. daselbst, -M. 1874 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, Rektor 1878. - -24. =Teichmann=, Albert -- geb. 13. Oct. 1844 zu Breslau, 30. Juli -1867 J.U.D. in Berlin, kam O. 1873 als a.o. Prof. des Straf- und -Kirchenrechts nach Basel, S. 1877 ord. Prof., Rektor 1884. - -25. =Huber=, Eugen -- geb. 13. Juli 1849 zu Stammheim (Kt. Zürich), 9. -März 1872 J.U.D. in Zürich, O. 1881 a.o. Prof. und Dec. 1881 ord. Prof. -des schweizerischen Civilrechts in Basel. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -26. =Burckhardt-Hess=, Christoph -- geb. 5. Febr. 1805 zu Basel, J.U.D. -in Heidelberg, 1829 Docent und 1831 a.o. Prof. des römischen Rechts in -Basel, sollte zum ord. Prof. ernannt werden, † 26. Dec. 1835. - -Rede von _Simon La Roche_ (Druck von Wilhelm Haas). -- Baseler Zeitung -vom 28. u. 31. December 1835. -- Regenzprotokoll vom 28. December 1835. - -27. =Speiser=, Paul -- geb. 16. Oct. 1846 zu Basel, 12. März 1868 -J.U.D., 1873 Docent und 1876 a.o. Prof. des Obligationen-, Handels- und -Wechselrechts, 1875-78 Civilgerichtspräsident, 1878-84 Regierungsrath. - - -c. =Privatdocenten.= - -28. =Christ=, Gustav -- geb. 13. Aug. 1809 zu Basel, 1832 J.U.D. in -Heidelberg, 1835 Docent des Civilprozesses in Basel, † 13. Oct. 1838. - -Baseler Zeitung 1838, Nr. 193. - -29. =Burckhardt=-Fürstenberger, Emanuel -- geb. 3. Mai 1819 zu Basel, -1842 J.U.D. in Göttingen, 1844-46 Docent des römischen Rechts und des -Strafrechts in Basel, 1849 Mitglied des Kleinen Rathes, † 8. Juli 1867. - -Basler Nachrichten 1867, Nr. 162. - -30. =Heimlicher=, Johann Jacob -- geb. 14. Aug. 1826 zu Basel, 1848 -J.U.D., 1849-52 Docent des römischen Rechts und des Wechselrechts, 1856 -Notar, † 2. Oct. 1884. - -P. _Speiser_ in den Verhdl. d. Schweiz. Juristenvereines v. 24. Aug. -1885 (Ztschr. f. schweiz. Recht XXVI. 568). - -31. =VonderMühll=, Albert -- geb. 11. Oct. 1843 zu Basel, 23. Juni 1865 -J.U.D., 1870 u. 71 Docent der Rechtsphilosophie und vergleichenden -Rechtswissenschaft. - -32. =Miescher=, Carl -- geb. 29. Nov. 1851 zu Basel, Sohn des -Prof. der Anatomie Joh. Friedr. Miescher-His (s. unten), 11. Sept. -1874 J.U.D., 1877-82 Docent des deutschen Rechts, seit Juni 1878 -Civilgerichtspräsident. - -33. =Brunnenmeister=, Emil -- geb. 5. Mai 1854 zu Kreuzungen (Kt. -Thurgau), 1877 J.U.D. in Leipzig, M. 1878 Docent des Strafrechts in -Basel, ging O. 1880 als ord. Prof. nach Zürich, 1882 nach Halle. - -34. =Stehlin=, Carl -- geb. 21. März 1859 zu Basel, 4. August 1881 -J.U.D. in Göttingen, O. 1885 Docent des römischen Rechts in Basel. - - -3. Medicinische Fakultät. - -a. =Ordentliche Professoren.= - -1. =Jung=, Carl Gustav -- geb. 7. Sept. 1794 zu Mannheim, Anfang 1822 -nach Basel als Docent berufen, Mitte 1822 zum ord. Prof. der Anatomie, -Chirurgie und Geburtshilfe ernannt, Rektor 1828, nahm 1850 seine -Entlassung unter Beibehaltung von Sitz und Stimme in der Regenz, trat -1855 wieder ein als ord. Prof. der praktischen Medicin, † 12. Juni 1864. - -W. _His_, Zur Erinnerung an C.G. Jung (in der Gedenkschrift zur -Eröffnung des Vesalianum, Lpz. 1885, S. 40-48). - - =Meissner=, Karl Friedrich } - } s. Philosophische Fakultät, - mathem.-naturwiss. Abthlg. - =Röper=, Johann Christian August } - -2. =Mieg=, Johann Jacob -- geb. 24. Juni 1794 zu Basel, 1829-64 ord. -Prof. der Chirurgie, † 1. Juli 1870. - -Basler Nachrichten 1870, Nr. 155. - -3. =Miescher=-His, Johann Friedrich -- geb. 2. März 1811 zu Walkringen -(Emmenthal), studierte erst in Bern, dann in Berlin, wo er am 9. Jan. -1836 promovierte, O. 1837 ord. Prof. der Physiologie und allgemeinen -Pathologie in Basel, ging M. 1844 nach Bern, kehrte M. 1850 als ord. -Prof. der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie zurück, -Rektor 1843 und 1853, trat Ende 1871 unter Beibehaltung des Titels und -der Rechte eines ord. Prof. zurück. - -4. =Erker=, Alexander -- geb. 10. Juli 1816 zu Freiburg i. Br., 1840 -daselbst Prosektor, Jan. 1845 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie -in Basel, ging 1850 nach Freiburg zurück. - -5. =Bruch=, Carl -- geb. 1819 zu Mainz, 1847 Docent in Heidelberg, W. -1850 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1855 -nach Giessen, † 4. Jan. 1884 zu Heppenheim. - -_Virchow_ im Archiv f. pathol. Anatomie. Bd. 99, S. 384. - -6. =Meissner=, Georg -- geb. 19. Nov. 1829 zu Hannover, 1852 Dr.med. in -Göttingen. W. 1856 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, -ging M. 1857 nach Freiburg, 1859 nach Göttingen. - -7. =Rütimeyer=, Ludwig -- geb. 25. Febr. 1825 zu Biglen (Emmenthal), -1850 Dr.med. und 1853 a.o. Prof. für vergleichende Anatomie in Bern. -W. 1855 ord. Prof. der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Basel, -Rektor 1865, 2. Juni 1874 zum Dr.phil. ernannt. - -8. =His=, Wilhelm -- geb. 9. Juli 1831 zu Basel, 11. Sept. 1854 -Dr.med., S. 1866 Docent, M. 1857 ord. Prof. der Anatomie und -Physiologie, Rektor 1869, ging O. 1872 nach Leipzig. - -9. =Socin=, August -- geb. 21. Febr. 1837 zu Vevey, 21. Febr. 1857 -Dr.med. in Würzburg, 1861 Docent in Basel, 26. Febr. 1862 a.o. Prof. -und 27. Febr. 1864 ord. Prof. der Chirurgie. - -10. =Liebermeister=, Carl (von) -- geb. 2. Febr. 1833 zu Ronsdorf bei -Elberfeld, 1860 Docent und 1864 a.o. Prof. in Tübingen, S. 1865 ord. -Prof. der speciellen Pathologie und Therapie und Vorsteher der med. -Klinik in Basel, ging M. 1871 nach Tübingen. - -11. =Immermann=, Hermann -- geb. 2. Sept. 1838 zu Magdeburg, 19. Dec. -1860 Dr .med. in Berlin, 1864-66 Assistenzarzt in Tübingen, 1866-71 in -Erlangen, Docent daselbst, M. 1871 ord. Prof. der speciellen Pathologie -und Therapie und Vorsteher der med. Klinik in Basel, Rektor 1880. - -12. =Hoffmann=, Carl Ernst Emil -- geb. 26. April 1827 zu Darmstadt, -1854 Dr.med. in Würzburg, 1858 Docent in Giessen, 1863 Docent und -Prosektor. S. 1864 a.o. Prof. und 6. Juli 1872 ord. Prof. der Anatomie -in Basel, Rektor 1875, † 16. Dec. 1877. - -_Heppe_ in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 607. - -13. =Bischoff=, Johann Jacob -- geb. 1. Aug. 1841 zu Heidelberg, 1864 -Dr.med. in Basel, 1865 Docent, Frühjahr 1868 a.o. Prof. und 10. Juli -1872 ord. Prof. der Geburtshilfe. - -14. =Miescher=-Rüsch, Johann Friedrich -- geb. 13. Aug. 1844 zu Basel. -Sohn des S. 49 genannten Prof. Miescher-His. 13. Jan. 1868 Dr.med., O. -1871 Docent und 6. Juli 1872 ord. Prof. der Physiologie. - -15. =Roth=, Moritz -- geb. 25. Dec. 1839 zu Basel, Sohn des unten (S. -56) genannten Prof. Karl Ludwig Roth, 1864 Dr.med. und 1866 Docent in -Basel, 1868-72 in Greifswald, 10. Juli 1872 a.o. Prof. und 6. Mai 1874 -ord. Prof. der pathologischen Anatomie in Basel, Rektor 1885. - -16. =Wille=, Ludwig -- geb. 30. März 1834 zu Kempten (Bayern), 1858 -Dr.med. in Erlangen, 1858-63 Assistenzarzt der Irrenanstalten in -Erlangen und München, 1864-75 Direktor in Münsterlingen (Thurgau), -Rheinau (Zürich) und St. Urban (Luzern). seit Oct. 1875 Vorsteher der -Irrenanstalt und ord. Prof. der Psychiatrie in Basel. - -17. =Schiess=, Heinrich -- geb. 3. Jan. 1833 zu Heiden (Kt. Appenzell), -1856 Dr.med. und 1863 Docent, 1867 a.o. Prof. und 8. Juli 1876 ord. -Prof. der Ophthalmologie in Basel. - -18. =Kollmann=, Julius -- geb. 24. Febr. 1834 zu Holzheim (Bayern), -1870 a.o. Prof. in München, 2. Febr. 1878 ord. Prof. der Anatomie in -Basel. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -19. =Streckeisen=, Carl -- geb. 28. Dec. 1811 zu Basel. 1838 Docent in -Basel, 1841-43 in Holland und Java, 1849 Arzt am Waisenhause in Basel, -S. 1852 a.o. Prof. der Chirurgie und Geburtshilfe in Basel, † 27. Aug. -1868. - -Leichenrede von Antistes _Preiswerk_, 1868. -- Basler Nachrichten 1868, -Nr. 205 u. 209. - -20. =Hoppe=, Ignaz -- geb. 14. Jan. 1811 zu Gross-Bartloff im -Eichsfelde, Dr.med. zu Berlin, Dr.phil. zu Freiburg i. Br., 1852 a.o. -Prof. der Medicin in Basel. - -21. =Brenner=, Friedrich -- geb. 8. Jan. 1809 zu Basel, 1830 Dr.med. in -Freiburg, 1833 Arzt am damaligen Irrenhause in Basel, später Direktor -der neuen Anstalt, 1835 Docent, 1856 a.o. Prof. der Psychiatrie, † 31. -Oct. 1874. - -Zum Andenken an Herrn Prof. Dr. F. Brenner (Druck von Bürgin u. Moos in -Basel). - -22. =Aeby=, Christoph -- geb. 25. Febr. 1835 auf dem Schlossgute -Gutenbrunnen bei Pfalzburg (Lothringen), 1859 Docent und S. 1863 a.o. -Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1863 als ord. -Prof. nach Bern, 1884 nach Prag, † 7. Juli 1885 zu Bilin (Böhmen). - -Sep.-Abdr. aus der Prager Medicin. Wochenschrift 1885, Nr. 28. - -23. =Hagenbach=-Burckhardt, Eduard -- geb. 5. Mai 1840 zu Basel, 1869 -Docent und 24. Febr. 1872 a.o. Prof. der Kinderheilkunde. - -24. =Massini=, Rudolf -- geb. 8. Nov. 1845 zu Basel, 19. März -1868 Dr.med., 1872 Docent für Pathologie und Therapie, Oct. 1874 -Assistenzarzt der Poliklinik des Bürgerspitals, 20. Juni 1877 a.o. -Prof., 1882 Vorsteher der Poliklinik. - -25. =Burckhardt=-Merian, Albert -- geb. 25. Jan. 1843 zu Basel, 23. -Juni 1866 Dr.med., März 1869 Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. der -Ohrenheilkunde. - -26. =Schulin=, Karl -- geb. 12. Febr. 1850 zu Frankfurt a.M., 28. Juni -1873 Dr.med. in Marburg, Assistent in Leipzig und Rostock, M. 1877 -Prosektor und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. in Basel, schied 1881 aus. - -27. =Bunge=, Gustav -- geb. 19. Jan. 1844 zu Dorpat, 1873 Magister -und 1874 Doktor der Chemie daselbst, 1882 Dr.med. in Leipzig und 1884 -Ehrendoktor der Medicin (Kiew), 1874-1885 Docent der Physiologie in -Dorpat, 4. Juli 1885 a.o. Prof. der physiologischen Chemie in Basel. - - -c. =Privatdocenten.= - -28. =Nusser=, Johann Martin -- geb. 1796 zu Ulm, 1826 Prosektor in -Basel, 1828 Docent daselbst, gab 1852 die Prosektorstelle auf, † 15. -Oct. 1853. - -W. _His_ in der »Gedenkschrift z. Eröffnung d. Vesalianum«, Lpz. 1885. - -Bernoulli, Johann Jacob -- s. Philosophische Fakultät, -mathem.-naturwiss. Abtheilung. - -29. =Im Thurn=, E. aus Schaffhausen, 1837-39 Docent der Thierheilkunde -in Basel, † 8. März 1877 zu Schaffhausen. - -30. =Burckhardt=, August -- geb. 14. Jan. 1809 zu Basel, Sohn des -Basler Prof. d. Med. Joh. Rud. B. † 1829, 1832 Dr.med., Docent für -gerichtliche Medicin und chirurgische Fächer 1838/39, 1854-57. - -31. =de Wette=, Ludwig -- geb. 9. Nov. 1812 zu Berlin, Sohn des S. 44 -genannten Prof. der Theologie de Wette, 24. April 1833 Dr.med. in Basel, -1840 Docent für gerichtliche Medicin und Pastoralmedicin, 1852-1884 -Physikus. - -32. =Burckhardt=-Blau, Achilles -- geb. 3. Dec. 1821 zu Basel, 1844 -Dr.med., 1846-68 Docent für Geburtshilfe, 1855-77 Mitglied der -Oberwundschau und 1859-63 des Sanitätskollegiums. - -33. =Meyer=-Merian, Theodor -- geb. 14. Jan. 1818 zu Basel, Docent im -S. 1851 und vom 27. April an Direktor des Spitals, † 5. Dec. 1867. - -Basler Nachrichten 1867, Nr. 290. - -34. =Meyer=-Steiger, Emanuel -- geb. 31. Aug. 1818 zu Basel, Docent im -S. 1852, † 6. Sept. 1856 in Algier. - -35. =Grimm=, Christian -- geb. 21. Nov. 1818 zu Basel, 1852 Dr.med., -1853-58 Docent der Osteologie, † 21. Jan. 1863. - -Basler Nachrichten 1863, Nr. 21. - -=Frey=, Alfred -- s. Philosophische Fakultät, mathem.-naturwiss. -Abtheilung. - -36. =Burckhardt=, Gottlieb -- geb. 24. Dec. 1836 zu Basel, Sohn des -oben (S. 51) genannten Dr. August B., März 1860 Dr.med. und 1862-75 -Docent für Nervenkrankheiten, 1875-82 Arzt in der Waldau, seitdem -Direktor der Irrenanstalt in Préfargier (Kt. Neuenburg). - -37. =Bulacher=, Carl -- geb. 19. Dec. 1828 zu Basel. 1856 Dr.phil. -1870-76 Docent für pharmaceutische und analytische Chemie, jetzt -Kantonschemiker. - -38. =Fischer=-Dietschy, Carl Rudolf -- geb. 11. Febr. 1834 zu Reinach -(Kt. Aargau), 1867 Dr.med. und 1870-76 Docent für Arzneimittellehre in -Basel, † 19. Juni 1876. - -39. =Göttisheim=, Friedrich -- geb. 30. März 1837 zu Wildberg -(Württemberg), 1867 Dr.phil. und 1870 Docent für öffentliche -Gesundheitspflege in Basel. - -40. =Rauber=, August -- geb. 22. März 1845 zu Neustadt a.d.H., -habilitierte sich in München für Anatomie, S. 1872 Docent in Basel, -ging 1873 als a.o. Prof. der Medicin nach Leipzig. - -41. =Breiting=, Carl -- geb. 18. März 1845 zu Basel. 1872-74 Docent für -Arzneimittellehre, jetzt Arzt in Genua. - -42. =Hermann=, Ernst -- Sohn des Nationalökonomen Fr. Benedikt Wilh. -von H. in München († 1868), 1873-75 Prosektor in Basel, † etwa 1877. - -43. =Cartier=, Oscar -- geb. 19. Juni 1847 zu Olten (Kt. Solothurn). -10. Juli 1872 Dr.med. in Würzburg, 1875 Prosektor in Basel, † 17. Aug. -1877. - -44. =Fiechter=, Robert -- geb. 31. Dec. 1848 zu Teknau (Kt. Baselland). -25. März 1875 Dr.med. und O. 1877 Docent für klinische Medicin in Basel. - -45. =Buss=, Carl Emil -- geb. 6. März 1849 zu Grindelwald, 18. März -1875 Dr.med. in Basel, am Spital thätig, W. 1877 Docent, † 1. Juni 1878. - -Erinnerung an Dr. Emil Buss, 1878. - -46. =Courvoisier=, Ludwig -- geb. 10. Nov. 1843 zu Basel, 5. März 1868 -Dr.med. und O. 1880 Docent für Chirurgie. - -47. =Sury=, Ernst (von) -- geb. 30. April 1850 zu Solothurn, 23. Juni -1875 Dr.med. und O. 1880 Docent für gerichtliche Medicin in Basel. - -48. =Gönner=, Alfred -- geb. 29. Aug. 1854 zu Mailand, S. 1881 Docent -für Gynäkologie in Basel. - -49. =Burckhardt=, Albrecht Eduard -- geb. 13. Juli 1853 zu Basel, Sohn -des oben (S. 51) genannten Dr. August B., 1878 Dr.med. und M. 1882 -Docent für Toxikologie und Hygiene. - -50. =Hosch=, Friedrich -- geb. 13. Oct. 1847 zu Basel, 7. März 1871 -Dr.med. und M. 1883 Docent für Augenheilkunde. - -51. =Gottschau=, Max -- geb. 20. Jan. 1849 zu Berlin, 1875 Dr.med. -daselbst, 1877-83 Assistent am anatom. Institut in Würzburg, M. 1883 -Prosektor in Basel. - - -4. Philosophische Fakultät. - -I. Philologisch-historische Abtheilung.[27] - -a. =Ordentliche Professoren.= - -1. =Linder=, Emanuel -- geb. 6. Febr. 1768 zu Basel, 1790-1803 Prof. -der hebräischen Sprache, dann Pfarrer in Bennwil, 1819 ord. Prof. der -griech. Sprache und Litteratur in Basel, † 4. April 1843. - -Leichenrede von Diacon J.J. _Uebelin_ (Basel, Schneider'sche -Buchdruckerei) 1843. - -2. =Gerlach=, Franz Dorotheus -- geb. 18. Juli 1793 zu Wolfsbehringen -(Herzogthum Gotha), besuchte das Gymnasium illustre in Gotha, dann die -Universität Göttingen, ging 1817 an die Kantonsschule in Aarau. 1819 -Lehrer am Pädagogium in Basel, 1820 ord. Prof. der lateinischen Sprache -und Litteratur, 1829-66 Bibliothekar, Rektor 1827, 1837, 1847, 1848 u. -1863, trat 1875 in den Ruhestand, † 31. 0ct. 1876. - -Personalien und Ansprache von Pfarrer Th.W. _Ecklin_ (Basel, Riehm) -1876. -- _Mähly_ in »Allgem. Deutsche Biographie« IX. 14. - -3. =Brömmel=, Friedrich -- geb. 27. Juni 1791 zu Goslar am Harz, -studierte in Göttingen und Halle, wurde Docent in Halle, 1823 ord. -Prof. der Geschichte in Basel, Rektor 1836, † 31. Jan. 1856. - -Leichenrede von Pfarrer _Imm. Stockmeyer_ (Basel, Schweighauser) 1856. - -4. =Vinet=, Alexandre -- geb. 17. Juni 1797 zu Ouchy, 1817 Lehrer -der französischen Sprache am Pädagogium und S. 1835 ord. Prof. der -französischen Sprache und Litteratur in Basel, ging 1837 zum Dr. theol. -ernannt nach Lausanne, und starb, seines dortigen Lehramtes 3. Dec. -1846 entsetzt, vor Rückberufung nach Basel, am 4. Mai 1847 zu Lausanne. - -_Scherer_, Alex. Vinet, notice sur sa vie et ses écrits, Paris 1853. -- -_Rambert_, Alex. Vinet, hist. de sa vie et de ses ouvrages, 2. édition. -Lausanne 1875. -- _Cramer_, Alex. Vinet, moraliste et apologiste -chrétien. Lausanne 1884. -- Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVII. -766 ff. - -5. =Fischer=, Friedrich -- geb. 31. Dec. 1801 zu Honau (Württemberg), -1830 Docent in Tübingen, 1832 Docent und bald darauf a.o. Prof. der -Philosophie in Basel, S. 1835 ord. Prof., Rektor 1838, † 14. Nov. 1853 -zu Winnenden. - -_Prantl_ in »Allgem. Deutsche Biographie« VII. 66. - -6. =Wackernagel=, Karl Heinrich Wilhelm -- geb. 23. April 1806 zu -Berlin, studierte daselbst 1824-27, ging im October 1828 nach Breslau, -von wo er 1830 nach Berlin zurückkehrte, folgte O. 1833 einem Rufe -nach Basel als Lehrer am Pädagogium, auf der Reise dahin in Göttingen -zum Dr. phil. ernannt, S. 1835 ord. Prof. der deutschen Sprache und -Litteratur, Rektor 1841, 1855 und 1866, bei der Jubelfeier in Halle -(1867) zum J.U.D. ernannt, † 21. Dec. 1869. - -Biographie und Schriftenverzeichniss in W. Wackernagel's Kleinere -Schriften, Band III (Leipzig 1874) S. 434 ff. -- _Rudolf Wackernagel_, -W. Wackernagel, Jugendjahre 1806-1833, Basel 1885. - -7. =Vischer=, Wilhelm -- geb. 30. Mai 1808 zu Basel, studierte in -Basel, Bonn und in Jena, wo er im Frühjahr 1831 promovierte, dann -in Berlin. S. 1832 Docent in Basel, S. 1835 a.o. Prof. und W. 1836 -ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur, Rektor 1845, -1846, 1857, von 1867 an Mitglied des Kleinen Rathes, Präsident des -Erziehungskollegiums und der Curatel, † 5. Juli 1874. - -Zum Andenken an Herrn Prof W. Vischer, des Raths (Basel, Wittmer) 1874 --- Wilhelm Vischer (von Dr. _Achilles Burckhardt_), Sep.-Abdr. aus -dem 7. Jahresheft d. Vereins schweiz. Gymnasiallehrer, Aarau 1876. -- -Lebensbild W. Vischer's von Aug. v. _Gonzenbach_ (Kleine Schriften -v. Wilh. Vischer, herausgeg. von Prof. H. Gelzer und Dr. Achilles -Burckhardt, Band II. Lpz. 1878, S. IX-LXVI). - -8. =Girard=, Charles François -- geb. 9. Aug. 1811 zu Neuchâtel, 1836 -Lehrer am Gymnasium in Basel, 1838 Dr.phil., 1839 a.o. Prof. und 1841 -ord. Prof. der französischen Sprache und Litteratur, † 26. Nov. 1875. - -Discours prononcés aux funérailles de M. Chr. Fr. Girard, Lausanne -(Bridel) 1876. - -9. =Steffensen=, Karl -- geb. 25. April 1816 zu Flensburg (Schleswig), -1841 Dr.phil. in Kiel, 1852-54 Docent daselbst, M. 1854 ord. Prof. der -Philosophie in Basel, Rektor 1864, 1873 zum Dr. theol. ernannt, trat -1879 unter Beibehaltung von Titel und Rechten eines ord. Prof. zurück. - -10. =Floto=, Hartwig -- geb. 17. Mai 1825 zu Arendsee (Altmark), -studierte in Berlin, wo er promovierte, 1856-61 ord. Prof. der -Geschichte in Basel, lebte dann an verschiedenen Orten, † 1881 zu -Königsberg. - -11. =Nasse=, Erwin -- geb. 2. Dec. 1829 zu Bonn, 9. Aug. 1851 Dr.phil. -und 1854 Docent daselbst, O. 1856 ord. Prof. der Nationalökonomie in -Basel, ging M. 1856 nach Rostock, M. 1860 nach Bonn. - -12. =Burckhardt=, Jacob -- geb. 25. Mai 1818 zu Basel, 1844 Docent -und 1845 a.o. Prof. der Geschichte daselbst, 1855-58 Prof. der -Kunstgeschichte am eidgen. Polytechnikum in Zürich, O. 1858 ord. Prof. -der Geschichte in Basel. - -13. =Ribbeck=, Johann Carl Otto -- geb. 23. Juli 1827 zu Erfurt, -1856 a.o. Prof. und 1859 ord. Prof. in Bern, O. 1861 ord. Prof. der -griechischen Sprache und Litteratur in Basel, ging M. 1862 nach Kiel, -M. 1872 nach Heidelberg, O. 1877 nach Leipzig. - -14. =Kiessling=, Adolf -- geb. 15. Febr. 1837 zu Kulm in Westpreussen, -1858 Dr.phil. in Bonn, O. 1863 ord. Prof. der griechischen Sprache und -Litteratur in Basel, ging O. 1869 an das Johanneum in Hamburg, 1871 -J.U.D. (Breslau), seit 1872 in Greifswald. - -15. =Laspeyres=, Étienne -- geb. 28. Nov. 1834 zu Halle, 1857 J.U.D., -1860 Dr.phil. und Docent in Heidelberg, M. 1864 ord. Prof. der -Nationalökonomie in Basel, ging M. 1866 nach Riga, 1869 nach Dorpat, -1873 nach Karlsruhe, 1874 nach Giessen. - -16. =Dilthey=, Wilhelm -- geb. 19. Nov. 1834 zu Biebrich (Nassau), -studierte in Heidelberg und Berlin, Dr.phil. in Berlin, O. 1867 ord. -Prof. der Philosophie in Basel, ging M. 1868 nach Kiel, von dort nach -Berlin. - -17. =Teichmüller=, Gustav -- geb. 19. Nov. 1832 zu Braunschweig, -Dr.phil. in Halle, Docent und 1866 a.o. Prof. in Göttingen, M. 1868 -ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1871 nach Dorpat. - -18. =Schönberg=, Gustav (von) -- geb. 21. Juli 1839 zu Stettin, 1860 -J.U.D. in Berlin, 1866 Dr.phil. in Halle, ging 1867 nach Proskau, -O. 1869 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1870 nach -Freiburg, O. 1873 nach Tübingen. - -19. =Nietzsche=, Friedrich Wilhelm -- geb. 15. Oct. 1844 zu Röcken bei -Lützen, studierte in Bonn und Leipzig, 1869 a.o. Prof. und 9. April -1870 ord. Prof. der griech. Sprache und Litteratur in Basel, schied -1879 wegen Gesundheitsrücksichten aus. - -20. =Heyne=, Moritz -- geb. 8. Juni 1837 zu Weissenfels, 3. Dec. -1863 Dr.phil. in Halle, 1864 Docent u. 1869 a.o. Prof. für deutsche -Philologie daselbst, 9. April 1870 ord. Prof. der deutschen Sprache u. -Litteratur in Basel, Rektor 1874, ging M. 1883 nach Göttingen. - -21. =Eucken=, Rudolph -- geb. 5. Jan. 1846 zu Aurich (Ostfriesland), -1866 Dr.phil. in Göttingen, M. 1871 ord. Prof. der Philosophie in -Basel, ging O. 1874 nach Jena. - -22. =Neumann=, Friedrich Julius -- geb. 12. Oct. 1835 zu Königsberg -i. Pr., 1865 Dr.phil. und Docent daselbst, M. 1871 ord. Prof. der -Nationalökonomie in Basel, ging O. 1873 nach Freiburg, 1876 nach -Tübingen. - -23. =Vischer=, Wilhelm -- geb. 4. Aug. 1833 zu Basel, Sohn des oben (S. -53) genannten Prof. W. Vischer, studierte in Basel, Bonn und Berlin, -1856 Dr.phil. in Basel, 1857-62 Lehrer am Pädagogium daselbst und -Privatdocent, von 1858 an Bibliothekssekretär, 1862-66 Privatdocent in -Göttingen, 1866-71 Universitätsbibliothekar in Basel, 1867 a.o. Prof. -und 17. Jan. 1874 ord. Prof. der Geschichte, Rektor 1877, am 18. Oct. -1884 zum J.U.D. ernannt. - -24. =Heinze=, Max -- geb. 13. Dec. 1835 zu Priessnitz (Meiningen), -Lehrer in Pforta, 1872 Docent in Leipzig, O. 1874 ord. Prof. der -Philosophie in Basel, ging O. 1875 nach Königsberg, M. 1875 nach -Leipzig. - -25. =Miaskowski=, August von -- geb. 26. Jan. 1838 zu Pernau (Livland), -wurde Hofgerichtsadvokat und Docent am Polytechnikum in Riga, 1871 -Docent in Jena, O. 1874 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging -O. 1876 nach Hohenheim, kehrte O. 1877 zurück, Rektor 1881, ging M. -1881 nach Breslau. - -26. =Siebeck=, Hermann -- geb. 28. Sept. 1842 zu Eisleben, 1863 -Dr.phil. in Halle, 1872 Docent daselbst, O. 1875 ord. Prof. der -Philosophie und Pädagogik in Basel, Rektor 1882, ging M. 1883 nach -Giessen. - -27. =Mähly=, Jacob Achilles -- geb. 24. Dec. 1828 zu Basel, 1850 -Dr.phil., 1852 Docent, 1865 a.o. Prof. und 10. Juli 1875 ord. Prof. der -lateinischen Sprache und Litteratur. - -28. =Misteli=, Franz -- geb. 11. März 1841 zu Solothurn, 1864-74 -Gymnasiallehrer an den Kantonsschulen in St. Gallen und Solothurn, M. -1874 in Basel zum Dr.phil. ernannt, a.o. Prof. und 28. April 1877 ord. -Prof. der vergleichenden Sprachwissenschaft. - -29. =Soldan=, Gustav -- geb. 21. Aug. 1848 zu Lausanne, 1871 Dr.phil. -in Giessen, 1874 Prof. der deutschen Sprache und Litteratur in -Lausanne, M. 1877 ord. Prof. für romanische Sprachen und Litteratur in -Basel. - -30. =Wackernagel=, Jacob -- geb. 11. Dec. 1853 zu Basel, Sohn des oben -(S. 53) genannten Professors W. Wackernagel, 14. Dec. 1875 Dr.phil., -M. 1876 Docent, 1879 a.o. Prof. und 2. April 1881 ord. Prof. der -griechischen Sprache und Litteratur. - -31. =Thun=, Alphons -- geb. 1853 zu Dorpat, März 1879 Magister und -Febr. 1880 Doktor der polit. Oekonomie daselbst, dann Docent in Berlin, -M. 1881 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1883 nach -Freiburg i. Br. - -32. =Volkelt=, Johannes -- geb. 21. Juli 1848 zu Lipnik (Galizien), -1871 Dr.phil. in Leipzig, 1876 Docent und 1879 a.o. Prof. in Jena, M. -1883 ord. Prof. der Philosophie in Basel. - -33. =Behaghel=, Otto -- geb. 3. Mai 1854 zu Karlsruhe, 22. April 1876 -Dr.phil. in Heidelberg, W. 1877 Docent und 1882 a.o. Prof. daselbst, M. -1883 ord. Prof. der deutschen Sprache und Litteratur in Basel. - -34. =Bücher=, Karl -- geb. 16. Febr. 1847 zu Kirberg (Nassau), 1870 -Dr.phil. in Bonn, Febr. 1881 Docent in München, Juli 1882 ord. Prof. -der Statistik in Dorpat, M. 1883 ord. Prof. der Nationalökonomie in -Basel. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -35. =Picchioni=, Luigi -- geb. 4. Sept. 1784 zu Carbonara (Lombardei), -1821 Flüchtling im Tessin, dann in Engelberg und Luzern, 1825 Docent in -Basel, S. 1836 a.o. Prof. der italienischen Sprache und Litteratur, † -9. Febr. 1869. - -Basler Nachrichten 1869, Nr. 34. - -36. =Geizer=, Johann Heinrich -- geb. 17. Oct. 1813 zu Schaffhausen, -studierte in Zürich, Jena, Göttingen und Halle, 1836 Dr.phil. in Jena, -1839 Docent und W. 1842 a.o. Prof. der Geschichte in Basel, ging 1843 -nach Berlin, trat 1850 wegen Gesundheitsrücksichten vom Lehramte -zurück, siedelte 1852 nach Basel über. - -37. =Streuber=, Wilhelm Theodor -- geb. 31. März 1816 zu Burgdorf, -studierte in Berlin, 1841 Docent und 1851 a.o. Prof. der klassischen -Philologie in Basel, † 5. Oct. 1857. - -Leichenrede von _Eucharius Kündig_ (Basel, Schweighauser). -- Nekrolog -v. Dr. J.J. _Bachofen_, im Basler Taschenbuch für 1858. - -38. =Reber=, Balthasar -- geb. 7. Dec. 1805 zu Basel, studierte 1825-30 -in Berlin, 1845 Dr.phil. in Basel, 1851 Docent der Geschichte, 1855 -a.o. Prof., † 13. März 1875. - -Zur Erinnerung an Prof. Dr. B. Reber, 1875. - -39. =Roth=, Karl Ludwig -- geb. 16. Febr. 1811 zu Gersbach (Bez. -Schopfheim), studierte in Basel und Halle, 1831 in Basel ordiniert, -im Schulfache thätig, 1834 Dr.phil., 1837 und von 1851 an Docent der -Philologie, S. 1855 a.o. Prof., † 16. Juli 1860. - -Leichenrede von Antistes _Preiswerk_, 1860. -- Basler Nachrichten 1860, -Nr. 171. - -40. =Socin=, Albert -- geb. 13. Oct. 1844 zu Basel, 1867 Dr.phil. in -Halle, 1870 Docent und S. 1874 a.o. Prof. für orientalische Sprachen in -Basel, ging O. 1876 als ord. Prof. nach Tübingen. - -41. =Merian=, Johann Jacob -- geb. 18. Nov. 1826 zu Basel, 1850 -Dr.phil. in Heidelberg, 1852 Docent und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. der -klassischen Philologie in Basel. - -42. =Bernoulli=-Reber, Johann Jacob -- geb. 18. Jan. 1831 zu Basel, -Sohn des Dr.phil. J.J. Bernoulli-Werthemann (s. die II. Abth. Nr. 22), -1860 Docent und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. für Archäologie. - -43. =Cornu=, Jules -- geb. 24. Febr. 1849 zu Villars-Mendraz (Kt. -Waadt), 5. Sept. 1874 Dr.phil. in Basel, M. 1875 Docent und 1877 a.o. -Prof. für romanische Sprachen, ging M. 1877 als ord. Prof. nach Prag. - -44. =Meyer=, Carl Remigius -- geb. 19. Juni 1842 zu Basel, 1865 -Dr.phil., 1668 Docent und 14. Juli 1877 a.o. Prof. für deutsche Sprache -und Litteratur, seit 1865 auf der Universitätsbibliothek thätig. - -45. =Hagenbach=, Friedrich -- geb. 3. Febr. 1840 zu Basel, 1863 -Dr.phil., 1866 Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. für klassische -Philologie. - -46. =Born=, Stephan -- geb. 28. Dec. 1824 zu Lissa (Posen), 1860-1878 -Prof. an der Industrieschule und am Gymnasium und 1864-1878 Prof. au -der Akademie in Neuenburg für deutsche Sprache und Litteratur, bei -seiner Uebersiedelung nach Basel zum Honorarprofessor ernannt, 1878 in -Basel zum Dr.phil. ernannt, Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. für -deutsche Litteratur daselbst. - -47. =Boos=, Heinrich -- geb. 14. Juni 1851 zu Cannstatt. 1874 Dr.phil. -in Göttingen, M. 1875 Docent und 5. Nov. 1881 a.o. Prof. der Geschichte -in Basel. - - -c. =Privatdocenten.= - -48. =Marriott=, William -- geb. 15. Juni 1808 zu Islington bei London, -promovierte in England, 1837/39 Docent für englische Litteratur in -Basel, Lehrer am Pädagogium bis 1841, siedelte 1860 nach Stuttgart -über, † daselbst 4. Juli 1864. - -=Preiswerk=, Samuel -- s. oben Theologische Fakultät (S. 46). - -49. =Heussler=, Abraham -- geb. 1. Juli 1803 zu Basel, 1839 Dr.phil., -Docent im W. 1841. von 1843 an Rektor der Töchterschule, † 22. Sept. -1855. - -50. =Bossart=, Johann Jacob -- geb. 25. Juli 1818 zu Basel, 1845-47 -Docent für romanische Sprachen, † in Nordamerika. - -51. =Schärer=, Emanuel -- geb. 10. März 1818 zu Bern, 1841 Dr.phil. in -Jena, 1846-47 Docent für Philosophie in Basel, lebt in Bern. - -52. =Röse=, Ferdinand -- aus Lübeck, Docent für Philosophie in Basel im -J. 1847. - -53. =Hauschild=, Ernst -- geb. 30. Jan. 1816 zu Altenburg, 1848-72 -Docent der Musiklehre in Basel, † 29. Juli 1872. - -54. =Steingass=, Franz -- aus Coblenz, 1849-50 Docent der Geschichte -und Philosophie in Basel. - -55. =Fliedner=, Carl -- geb. 9. März 1832 zu Dillenburg (Nassau), 1853 -Dr.phil. in Tübingen, 1854 und 1857-62 Docent für Philosophie in Basel, -jetzt Realgymnasialoberlehrer an der Musterschule in Frankfurt a.M. - -56. =Schwarzkopf=, Syrus Archimedes -- aus Pösneck (Sachsen-Meiningen), -Docent in Basel 1854-64, 1869-71 für Handelswissenschaft, -Nationalökonomie und Pharmakognosie, † daselbst 2. Aug. 1884. - -57. =Mosley=, Henry -- geb. 18. März 1806 zu London, 1855-56 Lektor der -englischen Sprache in Basel, † daselbst 21. April 1877. - -58. =Wölfflin=, Eduard -- geb. 1. Jan. 1831 zu Basel, 1854 Dr.phil. in -Göttingen, 1856-61 Docent für klassische Philologie in Basel, dann am -Gymnasium in Winterthur, M. 1866 Docent in Zürich, 1869 a.o. Prof. und -S. 1871 ord. Prof. daselbst, ging O. 1875 nach Erlangen und O. 1880 -nach München. - -59. =Rieger=, Maximilian -- geb. 8. April 1828 zu Darmstadt, 1849 -Dr.phil. in Giessen, 1853-56 Docent daselbst, 1856-58 Docent für -deutsche Sprache und Litteratur in Basel, lebt seitdem in Darmstadt. - -60. =Georg=, Ludwig -- geb. 22. Mai 1820 zu Ertinghausen (Hannover), -war Lehrer am Gymnasium in Basel, Docent für französische Sprache -daselbst im W. 1858, † 20. März 1869. - -61. =Roth=, Wilhelm -- geb. 5. Juli 1837 zu Basel, Sohn des oben (S. -56) genannten Prof. K.L. Roth, studierte in Basel, Göttingen und -Heidelberg, 1859 Dr.phil. in Göttingen, W. 1859 Docent in Basel für -orientalische Sprachen, † 8. Febr. 1860. - -Zur Erinnerung an Dr. Wilhelm Roth, 1860. - -62. =Contzen=, Heinrich -- geb. 1835 zu Normbruch (Waldeck), Docent der -Nationalökonomie in Basel im S. 1862, lebt jetzt in Stettin. - -63. =Jannasch=, Robert -- geb. 30. April 1845 zu Cöthen (Anhalt), -1870-71 Docent der Nationalökonomie in Basel, ging nach Proskau als -Prof., wurde 1874 Direktor des statist. Bureau in Dresden, 1877-84 -Mitglied des preuss. Statist. Bureau in Berlin, jetzt Direktor der -Deutschen Exportbank. - -64. =Frey=, Hans -- geb. 8. Aug. 1837 zu Basel, 24. Oct. 1861 Dr.phil., -1870-73 Docent für Geschichte, jetzt Lehrer an der Knabensekundarschule. - -65. =Stengel=, Edmund -- geb. 5. April 1845 zu Halle, 1868 Dr.phil. in -Bonn, M. 1870 Docent für romanische und englische Philologie in Basel, -ging O. 1873 als ord. Prof. nach Marburg. - -66. =Romundt=, Heinrich -- geb. 27. Dec. 1845 zu Freiburg (Hannover), -1869 Dr.phil. in Leipzig, M. 1872 bis O. 1875 Docent für Philosophie in -Basel, lebt jetzt in Berlin. - -67. =Gelzer=, Heinrich -- geb. 1. Juli 1847 zu Berlin, Sohn des oben -(S. 56) genannten Prof. J.H. Gelzer, 1868 Dr.phil. in Göttingen, -1869-73 am humanistischen Gymnasium in Basel, M. 1872 Docent für alte -Geschichte, ging M. 1873 als a.o. Prof. nach Heidelberg und 1878 als -ord. Prof. nach Jena. - -68. =VonderMühll=, Wilhelm -- geb. 22. Aug. 1852 zu Basel, -1875 Dr.phil. in Leipzig, 1876-81 Docent für vergleichende -Sprachwissenschaft in Basel. - -69. =Bolliger=, Adolf -- geb. 12. April 1854 zu Holziken (Kt. Aargau), -1878 Dr.phil. in Leipzig, Frühjahr 1879 Docent für Philosophie in Basel. - -70. =Buser=, Benjamin -- geb. 27. Nov. 1841 zu Basel, wurde Pfarrer in -Arisdorf und Riehen, Mai 1879 in Basel zum Dr.phil. ernannt, M. 1879 -Docent für Geschichte. - -71. =Heussler=, Hans -- geb. 16. Sept. 1855 zu Basel, Sohn des oben (S. -56) genannten Dr. Abr. Heussler, 17. März 1877 Dr.phil., S. 1880 Docent -für Philosophie. - -72. =Burckhardt=-Finsler, Albert -- geb. 18. Nov. 1854 zu Basel, 25. -Juli 1878 J.U.D., M. 1880 Docent für Schweizergeschichte. - -73. =Göring=, Hugo -- geb. 28. Dec. 1849 zu Berka a.d. Werra -(Sachsen-Weimar), promovierte in Jena, 1880-82 Docent der Pädagogik und -Lehrer an der Gewerbeschule in Basel, lebt jetzt in Berlin. - -74. =Bagge=, Selmar -- geb. 30. Juni 1823 zu Coburg, 1868 Direktor der -Musikschule in Basel, 1875 Lektor für Musik, 1880 zum Dr.phil. ernannt -und Docent. - -75. =Baumgartner=, Adolf -- geb. 15. Juni 1855 zu Lörrach (Baden), -1879 Dr.phil. in Tübingen, S. 1881 Docent für alte Geschichte und -Historiographie in Basel. - - -II. Mathematisch-naturwissenschaftliche Abtheilung. - -a. =Ordentliche Professoren.= - -1. =Bernoulli=, Christoph -- geb. 15. Mai 1782, Sohn des Basler Prof. -und späteren Dornprobsteischaffners Daniel Bernoulli († 21. Oct. -1834), leitete 1806-17 eine Privatlehranstalt in Basel, dann Prof. der -Naturgeschichte und später Technologie an der Universität, zog sich -1861 zurück, † 6. Febr. 1863. - -_Karmarsch_ in »Allgem. Deutsche Biographie« II. 483. - -2. =Merian=, Peter -- geb. 20. Dec. 1795 zu Basel, 1813 Laureat, -1815 Magister, 1820-28 ord. Prof. der Physik und Chemie, von 1835 an -Honorarprofessor für Geologie und Petrefaktenkunde, 1836-66 Mitglied -des Kleinen Rathes, von 1833 an Mitglied und 1847-65 Präsident des -Erziehungskollegiums, von 1837 an Mitglied und 1847-65 Präsident der -Curatel, Rektor 1825, 1835 und 1860, † 8. Febr. 1883. - -L. _Rütimeyer_, Rathsherr Peter Merian, Programm zur Rectoratsfeier. -Basel 1883. - -3. =Meissner=, Karl Friedrich -- geb. 1. Nov. 1800 zu Bern, 1824 -Dr.med. in Göttingen, dann in Bern und Genf. 1828 ord. Prof. der -Physiologie und Pathologie in Basel, ging 1836 zur Botanik über, wurde -Direktor des botanischen Gartens, Rektor 1839 und 1861, trat 1867 in -den Ruhestand, † 2. Mai 1874. - -E. _Wunschmann_ in »Allgem. Deutsche Biographie« XXI. 246-248. - -4. =Röper=, Johannes Christian August -- geb. 25. April 1801 zu -Doberan, 15. März 1823 Dr.med. in Göttingen, 18. Oct. 1826 a.o. Prof. -der Botanik und 25. Febr. 1829 ord. Prof. der Botanik und Medicin in -Basel, 1836 zum Dr.phil. ernannt, ging O. 1836 nach Rostock, 15. März -1873 Dr.scientt.natur. (Tübingen), † 17. März 1885 zu Rostock. - -Mecklenburgische Anzeigen 1885, Nr. 65. -- Mecklenburgische -Landesnachrichten 1885, Nr. 83. - -5. =Merian=, Johann Rudolf -- geb. 15. März 1797 zu Basel, jüngerer -Bruder von Peter Merian, studierte in Göttingen und Paris, 26. März -1827 Dr.phil. in Göttingen, 1828 Docent in Basel, 1829 a.o. Prof. und -1830 ord. Prof. der Mathematik, † 25. Oct. 1871. - -Basler Nachrichten 1871, Nr. 255. - -6. =Schönbein=, Christian Friedrich -- geb. 18. Oct. 1799 zu Metzingen -(Württemberg), studierte in Tübingen und Paris, W. 1828 Lektor in -Basel, 1829 zum Dr.phil. ernannt, 1835 ord. Prof der Physik und Chemie, -Rektor 1844, † 29. Aug. 1868 zu Baden-Baden. - -Bei der Bestattung von Chr.F. Schönbein, den 2. September 1868 (Basel, -Schultze). -- _Eduard Hagenbach_, Chr.F. Schönbein, Basel 1868. -- -P. _Merian_, Erinnerung an Prof. Chr.F. Schönbein (Verhandl. d. -Naturforsch. Gesellsch. in Basel, 5. Bd. 1873, S. 341-352). - -7. =Eckert=, Joseph -- geb. 3. Nov. 1791 zu Dielheim (Baden), 1822 -Dr.phil. in Jena, 1823 Docent in Basel, 1830 a.o. Prof. und 1841 ord. -Prof. der Mathematik, nahm 1862 seine Entlassung, † 18. Sept. 1871. - -Basler Nachrichten 1871, Nr. 225. - -8. =Stähelin=, Christoph -- geb. 8. Febr. 1804 zu Basel, 1848 Docent, -1853 ord. Prof. der Physik, † 21. Aug. 1870. - -9. =Wiedemann=, Gustav Heinrich -- geb. 26. Oct. 1826 zu Berlin, 1847 -Dr.phil. und 1851-54 Docent daselbst, O. 1854-63 ord. Prof. der Physik -in Basel, Rektor 1859, ging O. 1863 an die technische Hochschule in -Braunschweig, O. 1866 nach Karlsruhe, O. 1871 an die Universität -Leipzig. - -10. =Hagenbach=-Bischoff, Eduard -- geb. 20. Febr. 1833 zu Basel, Sohn -des oben (S. 44) genannten Prof. der Theologie Karl Rudolf H., 1855 Dr. -phil, M. 1859 Docent, 26. Febr. 1862 ord. Prof. der Mathematik und 6. -Juni 1863 ord. Prof. der Physik daselbst, Rektor 1870, 2. Juni 1874 zum -Dr.med. ernannt. - -11. =Neumann=, Carl -- geb. 7. Mai 1832 zu Königsberg, 1856 Dr.phil. in -Halle, Docent daselbst und später a.o. Prof., M. 1863 ord. Prof. der -Mathematik in Basel, ging O. 1865 nach Tübingen, 1868 nach Leipzig. - -12. =Kinkelin=, Hermann -- geb. 11. Nov. 1832 zu Bern, 1860 Lehrer und -später (Mai 1866 bis Sept. 1869) Rektor der Gewerbeschule in Basel, -März 1865 zum Dr.phil. ernannt und seitdem ord. Prof. der Mathematik, -sowie seit Mai 1875 Rektor der Oberen Realschule. - -13. =Müller=, Albrecht -- geb. 19. März 1819 zu Basel, 1852 zum -Dr.phil. ernannt, 1854 Docent und W. 1861 a.o. Prof., S. 1866 ord. -Prof. der Mineralogie und Geologie. - -14. =Schwendener=, Simon -- geb. 15. Febr. 1829 zu Buchs (Kt. St. -Gallen), 1857 Docent in Zürich, 1860 in München, O. 1867 ord. Prof. der -Botanik in Basel, Rektor 1873, ging O. 1877 nach Tübingen, M. 1878 nach -Berlin. - -15. =Piccard=, Jules -- geb. 20. Sept. 1840 zu Lausanne, März -1862 Dr.phil. in Heidelberg, dann Docent der Chemie am eidgen. -Polytechnikum, O. 1869 ord. Prof. der Chemie in Basel, am 2. Juni 1874 -zum Dr.med. ernannt, 1876-84 Kantonschemiker. - -16. =Pfeffer=, Wilhelm -- geb. 9. März 1845 zu Gerbenstein bei Kassel, -1865 Dr.phil. in Göttingen, 1871 Docent in Marburg, 1873 a.o. Prof. -in Bonn, O. 1877 ord. Prof. der Botanik in Basel, ging M. 1878 nach -Tübingen. - -17. =Vöchting=, Hermann -- geb. 8. Febr. 1847 zu Blomberg (Fürstenthum -Lippe), 1871 Dr.phil. in Göttingen, W. 1874 Docent und O. 1877 a.o. -Prof. in Bonn, M. 1878 ord. Prof. der Botanik in Basel. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -18. =Burckhardt=, Carl Friedrich -- geb. 27. Dec. 1830 zu Sissach -(Baselland), 9. Nov. 1860 in Basel zum Dr.phil. ernannt, 28. Dec. 1867 -a.o. Prof. der Mathematik und Physik, 2. Juni 1874 zum Dr.med. ernannt, -Rektor des Gymnasiums seit 1875. - -19. =Goppelsröder=, Friedrich -- geb. 1. April 1837 zu Basel, 31. -Juli 1858 Dr.phil. in Heidelberg, 1860-70 öffentl. Chemiker in Basel, -1861 Docent und 30. Jan. 1869 a.o. Prof. der Chemie daselbst, Nov. -1872-1880 Direktor der höheren Schule für Chemie in Mülhausen (Elsass), -privatisiert seitdem daselbst. - -20. =Krafft=, Friedrich -- geb. 21. Febr. 1862 zu Bonn, 16. Nov. 1874 -Dr.phil. daselbst. S. 1876 Docent und 6. Juni 1877 a.o. Prof. der -Chemie in Basel. - - -c. =Privatdocenten.= - -21. =Imhoff=, Ludwig -- geb. 22. Oct. 1801 zu Basel, studierte in -Basel, Strassburg, Heidelberg, Halle und Berlin, 1827-66 Docent für -Zoologie und insbesondere Entomologie in Basel, im Dec. 1866 zum -Dr.phil. ernannt, † 13. Sept. 1868. - -L. _Rütimeyer_, Erinnnerung an Dr. Ludwig Imhoff (Verhandlungen d. -Naturforschenden Gesellsch. in Basel, 5. Bd. 1873, S. 353-367). - -22. =Bernoulli=-Werthemann, Johann Jacob -- geb. 18. April 1802 zu -Basel, 1830-56 Docent für Pharmakognosie, 1. Mai 1834 zum Dr.phil. -ernannt. - -23. =Drechsler=, Hermann Adolph -- geb. 30. Jan. 1815 zu Waldkirchen -im sächsischen Erzgebirge, studierte 1836-41 in Leipzig Theologie -und Philosophie, 1840 cand. theol. u. 1843 Dr.phil. daselbst, -M. 1846 bis 1848 Docent für Mathematik in Basel, dann Lehrer am -Vitzthumschen Gymnasium in Dresden, seit 1869 Direktor des Kgl. -mathematisch-physikalischen Salon daselbst. - -24. =Frey=, Alfred -- geb. 1819 zu Aarau, promovierte in Berlin, von -1844 an Assistent des Prof. Jung im Spital in Basel, 1854-60 Docent für -Botanik, † 5. April 1874 zu Knutwyl (Kt. Luzern). - -25. =Kündig=, August Theodor -- geb. 4. Oct. 1834 zu Basel, 13. Juni -1857 Dr.phil. in Heidelberg, 1861-69 Docent für Chemie in Basel. - -26. =Balmer=, Johann Jacob -- geb. 1. Mai 1825 zu Lausen (Baselland), -8. Oct. 1849 Dr.phil. und seitdem Docent für darstellende Geometrie in -Basel. - -27. =Schmid=, Werner -- geb. 29. Aug. 1841 zu Frauenfeld, 1863 Dr.phil. -in Basel, 1870-73, 1875 und 1876 Docent für Chemie daselbst, dann bis -1878 in Zürich, 3. Juni 1881 Konkordatsarzt in Basel, jetzt Arzt in -Illinois (Nord-Amerika). - -28. =Bender=, Carl -- aus Darmstadt, Docent für Chemie in Basel im W. -1870. - -29. =Salomon=, Friedrich -- geb. 1849 zu Braunschweig, Dr.phil. in -Leipzig, Assistent am Laboratorium des Prof. Wiedemann, Docent der -Chemie in Basel im S. 1876, ging an das Polytechnikum in Braunschweig. - -30. =Griesbach=, Hermann -- geb. 9. April 1854 zu Schwartau (im -Fürstenthum Eutin), 9. Aug. 1876 Dr.phil. in Leipzig, seit 1883 Docent -für Zoologie an der Universität Basel, Lehrer an der Gewerbeschule in -Mülhausen, promovierte im Juli 1885 in Heidelberg zum Dr.med. - -31. =Nietzki=, Rudolf -- geb. 9. März 1847 zu Heilsberg (Ostpreussen), -14. März 1874 Dr.phil. in Göttingen, 1876-78 am chemischen Laboratorium -in Leiden, 1879-84 Techniker, W. 1884 Docent für Chemie in Basel. - -32. =Nienhaus=, Casimir -- geb. 4. März 1838 zu Stadtlohn (Westfalen), -1875 Privatassistent am eidgen. Polytechnikum, seit 1882 leitender -Examinator der pharmazeutischen Prüfungen in Basel und M. 1884 Lektor -für Pharmakognosie an der Universität. - - -=Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer= - -(mit Angabe der Seite, auf welcher die Notiz steht). - -Aeby 51 -- Arnold 47 -- Auberlen 46. - -Bachofen 47 -- Bagge 58 -- Balmer 60 -- Baumgartner 58 -- Bechmann -48 -- Beck 45 -- Behaghel 55 Bender 60 -- Bernoulli, Christ. 58 -- -Bernoulli-Beber 56 -- Bernoulli-Werthemann 60 -- Beseler 47 Binding -48 -- Bischoff 50 -- Böhl 46 -- Böhringer 46 -- Bolliger 58-- Boos 56 --- Born 56 -- Bossart 57 Breiting 52 -- Brenner 51 -- Brockhaus 48 --- Brömmel 53 -- Bruch 49 -- Brunnenmeister 49 Bücher 55 -- Bulacher -52 -- Bunge 51 -- Burckhardt, Achilles 51 -- Burckhardt, Adolf 47 -Burckhardt-Finsler, Albert 58 -- Burckhardt-Merian, Albert 51 -- -Burckhardt, Albrecht Ed. 52 Burckhardt, Aug. 51 -- Burckhardt, Christ. -48 -- Burckhardt, Eman. 49 -- Burckhardt, Friedr. 59 Burckhardt, Gottl. -52 -- Burckhardt, Jac. 54 -- Buser 58 -- Buss 52. - -Cartier 52 -- Christ 48 -- Contzen 57 -- Cornu 56 -- Courvoisier 52. - -de Wette, W.M. Leb. 44 -- de Wette, Ludw. 51 -- Dilthey 54 -- Drechsler -60. - -Ecker 49 -- Eckert 59 -- Eisele 48 -- Eucken 54. - -Fiechter 52 -- Fischer-Dietschy 52 -- Fischer, Friedrich 53 -- Fitting -48 -- Fliedner 57 -- Floto 54 Frey, Alfred 60 -- Frey, Hans 57. - -Gelzer (Vater) 56 -- Gelzer (Sohn) 57 -- Georg 57 -- Gerlach 53 -- -Girard 54 -- Gönner 52 -- Göring 58 Göttisheim 52 -- v.d. Goltz 45 --- Goppelsröder 60 -- Gottschau 52 -- Griesbach 60 -- Grimm, Chr. 52 -Grimm, Jul. 47. - -Hagenbach, Friedr. 56 -- Hagenbach, Karl Rud. 44 -- Hagenbach-Bischoff -59 -- Hagenbach-Burckhardt 51 Hartmann 48 -- Hauschild 57 -- Heimlicher -49 -- Heinze 55 -- Heman 46 -- Hermann 52 Heusler (Vater) 46 -- Heusler -(Sohn) 48 -- Heussler, Abrah. 56 -- Heussler, Hans 58 -- Heyne 54 His -50 -- Hoffmann, C.E.E. 50 -- Hoffmann, Wilhelm 45 -- Hoppe 50 -- Hosch -52 -- Huber 48. - -Imhoff 60 -- Immermann 50 -- Im Thurn 51. - -Jannasch 57 -- Jhering 47 -- Jung 49. - -Kaftan 45 -- Kautzsch 45 -- Kiessling 54 -- Kinkelin 59 -- Kollmann 50 --- Krafft 60 -- Kündig 60. - -Laspeyres 54 -- Leist 47 -- Liebermeister 50 -- Linder 53. - -Mähly 55 -- Marriott 56 -- Marti 46 -- Massini 51 -- Meissner, Georg -50 -- Meissner, Karl Friedrich 58 Merian, Joh. Jac. 56 -- Merian, -Peter 58 -- Merian, Rud. 58 -- Meyer, Carl Rem. 56 -- Meyer-Merian 51 -Meyer-Steiger 51 -- Miaskowski 55 -- Mieg 49 -- Miescher, Carl 49 -- -Miescher-His 49 Miescher-Rüsch 50 -- Misteli 55 -- Mosley 57 -- Müller, -Albr. 59 -- Müller, Joh. Georg 44. - -Nasse 54 -- Neumann, Carl 59 -- Neumann, Jul. 54 -- Nienhaus 60 -- -Nietzki 60 -- Nietzsche 54 -- Nusser 51. - -Orelli 45 -- Overbeck 45. - -Pfeffer 59 -- Piccard 59 -- Picchioni 55 -- Planck 47 -- Preiswerk 46. - -Rauber 52 -- Reber 56 -- Ribbeck 54 -- Rieger 57 -- Riggenbach, -Bernhard 46 -- Riggenbach, Chr. Joh. 44 Röper 58 -- Röse 57 -- Romundt -57 -- Roth, K. Ludwig 56 -- Roth, Moritz 50 -- Roth, Wilhelm 57 -Rütimeyer 50. - -Salomon 60 -- Schärer 57 -- Schenkel 44 -- Schiess 50 -- Schmid, Joh. -46 -- Schmid, Werner 60 -- Schmidt 45 Schnedermann 46 -- Schnell 47 -- -Schönbein 59 -- Schönberg 54 -- Schulin, Friedrich 48 Schulin, Karl -51 -- Schultz 45 -- Schwarzkopf 57 -- Schwendener 59 -- Siebeck 55 -- -Smend 45 Socin, Alb. 56 -- Socin, Aug. 50 -- Soldan 55 -- Speiser 48 --- Stähelin, Christ. 59 -- Stähelin, Joh. Jac. 44 Stähelin, Rud. 45 -- -Steffensen 54 -- Stehlin 49 -- Steingass 57 -- Stengel 57 -- Stintzing -47 Stockmeyer 45 -- Streckeisen 50 -- Streuber 56 -- Sury 52. - -Teichmann 48 -- Teichmüller 54 -- Thun († 23. Sept. 1885) 55. - -Vinet 53 -- Vischer (Vater) 53 -- Vischer (Sohn) 55 -- Vöchting 59 -- -Volkelt 55 -- VonderMühll, Alb. 49 VonderMühll, Wilh. 57. - -Wackernagel, Jac. 55 -- Wackernagel, Wilhelm 53 -- de Wette, W.M. Leb. -44 -- de Wette, Ludwig 51 Wiedemann 59 -- Wille 50 -- Windscheid 47 -- -Wölfflin 57 -- Wunderlich 47 -- Wyss 48. - -Zimmermann 47. - - -C. =Studentenschaft der Universität.= - -1835-1852 - -(in Durchschnittszahlen) - - Jahr 1835: 40 - " 1836: 60 - " 1837: 53 (darunter 16 M.[28]) - " 1838: 63 (darunter 17 M.[28]) - " 1839: 42 - " 1840: 43 - Jahr 1841: 37 - " 1842: 38 - " 1843: 45 - " 1844: 83 (darunter 13 M.[28]) - " 1845: 62 - " 1846: 65 - Jahr 1847: 84 (darunter 10 M.[28]) - " 1848: 76 - " 1849: 60 - " 1850: 58 - " 1851: 69 (darunter 9 M.[28]) - " 1852: 67. - -1853-1869. - - =Theologen.= =Juristen.= - +Sommer Winter S. W.+ - Jahr 1853: 44 45 15 14 - " 1854: 44 45 8 9 - " 1855: 54 51 6 3 - " 1856: 54 41 4 2 - " 1857: 50 41 4 4 - " 1858: 47 45 7 6 - " 1859: 46 38 6 2 - " 1860: 47 46 5 4 - " 1861: 50 45 7 9 - " 1862: 45 38 8 6 - " 1863: 39 35 4 8 - " 1864: 40 50 7 8 - " 1865: 60 50 6 7 - " 1866: 44 46 10 9 - " 1867: 57 54 9 11 - " 1868: 57 48 12 11 - " 1869: 43 36 12 9 - - =Mediciner.= =Philosophen.= =Gesamtzahl.= - +S. W. S. W. S. W.+ - Jahr 1853: 16 19 3 3 78 81 - " 1854: 18 18 5 5 75 77 - " 1855: 17 21 8 6 85 81 - " 1856: 28 26 9 9 95 78 - " 1857: 25 20 13 9 92 74 - " 1858: 17 17 13 11 84 79 - " 1859: 18 21 12 15 82 76 - " 1860: 23 20 15 13 90 83 - " 1861: 22 23 11 11 90 88 - " 1862: 19 22 21 22 93 88 - " 1863: 18 20 20 18 81 81 - " 1864: 18 21 16 23 81 102 - " 1865: 25 30 21 20 112 107 - " 1866: 25 28 20 22 99 105 - " 1867: 29 36 20 22 115 123 - " 1868: 41 51 20 19 130 129 - " 1869: 40 46 20 21 115 112 - -1870-1885. - - =Theologen. Juristen. Mediciner. Philosophen.= - Sommer 1870: 36 11 42 27 - Winter 1870/71: 42 12 45 30 - Sommer 1871: 43 18 58 39 - Winter 1871/72: 41 14 69 37 - Sommer 1872: 43 14 67 37 - Winter 1872/73: 37 13 74 32 - Sommer 1873: 38 19 65 28 - Winter 1873/74: 43 16 83 26 - Sommer 1874: 51 19 69 23 - Winter 1874/75: 52 13 71 24 - Sommer 1875: 54 25 73 35 - Winter 1875/76: 50 25 82 45 - Sommer 1876: 50 24 76 49 - Winter 1876/77: 38 19 70 50 - Sommer 1877: 36 19 62 48 - Winter 1877/78: 51 24 74 44 - Sommer 1878: 53 26 70 44 - Winter 1878/79: 45 26 87 47 - Sommer 1879: 48 24 77 49 - Winter 1879/80: 49 19 81 42 - Sommer 1880: 52 28 76 52 - Winter 1880/81: 61 27 99 56 - Sommer 1881: 67 33 100 65 - Winter 1881/82: 56 41 100 70 - Sommer 1882: 66 41 85 72 - Winter 1882/83: 55 45 99 67 - Sommer 1883: 63 44 100 70 - Winter 1883/84: 66 40 108 74 - Sommer 1884: 83 40 103 78 - Winter 1884/85: 79 46 113 76 - Sommer 1885: 82 55 104 84 - - =Basler. Schweizer. Ausländer. Gesamtzahl.= - Sommer 1870: 27 70 19 116 - Winter 1870/71: 27 84 18 129 - Sommer 1871: 34 95 29 158 - Winter 1871/72: 34 96 31 161 - Sommer 1872: 37 97 27 161 - Winter 1872/73: 32 107 17 156 - Sommer 1873: 43 89 18 150 - Winter 1873/74: 40 108 20 168 - Sommer 1874: 39 101 22 162 - Winter 1874/75: 37 105 18 160 - Sommer 1875: 52 115 20 187 - Winter 1875/76: 49 127 26 202 - Sommer 1876: 55 118 26 199 - Winter 1876/77: 52 102 23 177 - Sommer 1877: 50 90 25 165 - Winter 1877/78: 53 110 30 193 - Sommer 1878: 58 103 32 193 - Winter 1878/79: 55 122 28 205 - Sommer 1879: 59 107 32 198 - Winter 1879/80: 45 112 34 191 - Sommer 1880: 52 119 37 208 - Winter 1880/81: 52 151 40 243 - Sommer 1881: 62 163 40 265 - Winter 1881/82: 60 169 38 267 - Sommer 1882: 72 158 34 264 - Winter 1882/83: 63 161 42 266 - Sommer 1883: 70 169 38 277 - Winter 1883/84: 74 173 41 288 - Sommer 1884: 90 169 45 304 - Winter 1884/85: 82 183 49 314 - Sommer 1885: 90 182 53 325 - -Vom 1. Sept. 1835 bis 1. Sept. 1885 inscribierten sich insgesamt 3285 -Studierende. - - A. Teichmann. - - -FUSSNOTEN: - -[27] Die erst im J. 1866 eingeführte Trennung in zwei Abtheilungen -wurde -- rücksichtlich der Einreihung der Lehrer -- als von Anfang an -bestehend behandelt. - -[28] M. = Missionszöglinge. - - - - -IV. - -Sammlungen und Unterrichtsanstalten der Universität.[29] - - -1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek). - -Der § 5 des Gesetzes über Verwaltung und Verwendung des -Universitätsgutes vom 6. April 1836 lautet: - -»Die öffentliche Bibliothek und das Münzkabinet stehen unter einer aus -wenigstens fünf Mitgliedern bestehenden [von der Regenz ernannten] -Kommission, unter denen der Bibliothekar ist. Der Bibliothekar geniesst -als Entschädigung freie Wohnung oder ein angemessenes Aequivalent -und die bisherigen Fr. 32 [alter Währung = 2 Louisdor] aus dem -Universitätsgut. Seine Ordnung wird von der Regenz entworfen und vom -Erziehungskollegium genehmigt. Er wird aus der Mitte der ordentlichen -Professoren auf doppelten Vorschlag der Curatel vom Erziehungskollegium -ernannt. Die Bibliothek ist für ihre Vermehrung und Erweiterung auf den -dazu bestimmten Fond verwiesen.« - -Die Stelle des Bibliothekars wurde nach Erlass dieses Gesetzes ihrem -bisherigen Inhaber, dem Professor der lateinischen Sprache und -Litteratur _Franz Dorotheus Gerlach_, der sie seit 1829 bekleidet -hatte, aufs Neue übertragen. Die Bibliothek war im Hause zur Mücke -am obern Schlüsselberg aufgestellt. Die Oeffnungszeit derselben -war bei der ersten Ernennung _Gerlachs_ von einem auf vier Tage -ausgedehnt worden; späterhin, nach der Verlegung der Anstalt ins -Museum und nachdem _Gerlach_ bereits von sich aus die ihm durch das -Bibliotheksreglement auferlegte Arbeitszeit verlängert hatte, wurde -sie auf alle sechs Wochentage erstreckt. Amtswohnung des Bibliothekars -war der kürzlich abgebrochene Schönauer Hof hinter dem Münster. -Eine Ergänzung der Einnahmen, welche die Zinsen des 1664 gegründeten -fiscus bibliothecæ nebst den ihm zugewiesenen Inscriptions- und -Examengebühren boten, bildeten die seit 1697 alljährlich eingesammelten -Neujahrsgeschenke (strenæ). Der ebenfalls in die Einnahme der -Bibliothek fliessende Miethzins des neben der Mücke gelegenen Reinacher -Hofes fiel weg, als dieser nach Vollendung des Museumsbaues an den -Staat abgetreten wurde. Einen erheblichen Zuwachs der ordentlichen -Einnahmen brachte das Universitätsgesetz von 1855, welches festsetzte, -dass jährlich 5000 Fr. aus Staatsmitteln an die akademischen Sammlungen -vertheilt werden sollten. Der Bibliothek wurden hievon regelmässig -2000 Franken zugewiesen. Zu den strenæ traten im Laufe der Zeit mehr -und mehr weitere freiwillige Gaben, Geschenke bei bestimmten Anlässen, -Legate, regelmässige und ausserordentliche Beiträge der Akademischen -Gesellschaft, des Museumsvereins u.s.w. (neuerdings auch der Ertrag der -in der Aula von Universitätslehrern gehaltenen Abendvorlesungen). - -Im Jahr 1849 wurde die Bibliothek in das neuerbaute Museum übertragen. -Bei dieser Gelegenheit wurde die im Jahr 1822 ausgesonderte Bibliothek -des naturwissenschaftlichen Museums wieder mit ihr vereinigt, dagegen -das Münz- und Antiquitätenkabinet abgetrennt und unter die Aufsicht -einer besonderen Kommission gestellt. Die Amtswohnung des Bibliothekars -wurde in den südlichen Flügel des Museums verlegt. - -In dem Bibliotheksreglement von 1837 ist von Gehilfen und Custoden -die Rede. Schon 1837 erscheint als Custos Cand. theol. _Karl Buxtorf_ -(1858 Dr.phil. h.c.); neben ihm finden wir nacheinander verschiedene -Gehilfen, die nach Maassgabe der ihnen zugewiesenen Arbeiten -honoriert werden. Zu Anfang des Jahres 1856 erfolgte auf Antrag der -Bibliothekskommission und unter Genehmigung der Curatel eine neue -Regelung des Verhältnisses dieser untern Angestellten durch die Regenz, -indem den Herren _Buxtorf_ als Unterbibliothekar und Dr. _Ed. Wölfflin_ -als Bibliothekssekretär fixe Gehalte mit der Verpflichtung zu einer -bestimmten Arbeitszeit zuerkannt wurden. Diese Gehalte wurden aus den -Einnahmen der Bibliothek und einem Beitrage des fiscus legatorum der -Universität bestritten. Auf _Wölfflin_ folgten nacheinander die DDr. -_Wilh. Vischer_, _Theoph. Burckhardt_, _Karl Meyer_. - -Eine völlige Umgestaltung der Bibliotheksverhältnisse brachte das -Universitätsgesetz von 1866. Das Bibliothekariat, das bis dahin als -Nebenbeschäftigung einem ordentlichen Professor zugetheilt gewesen -war, wurde in ein eigenes Amt umgewandelt. Der Bibliothekar, der andre -Geschäfte nur mit besondrer Bewilligung des Erziehungskollegiums -übernehmen darf, erhält aus Staatsmitteln eine Besoldung von -Fr. 3000 (die nach dem Lehrerbesoldungsgesetz von 1875 bis auf -4000 erhöht werden kann); die Amtswohnung fällt weg. Er wird vom -Erziehungskollegium auf den Vorschlag der Curatel, welche zuvor -das Gutachten der Bibliothekskommission einzuholen hat, auf eine -Amtsdauer von sechs Jahren gewählt. Die Bibliothekskommission ist ihm -übergeordnet; er wohnt ihren Sitzungen, sofern es sich nicht um seine -persönlichen Angelegenheiten handelt, mit berathender Stimme bei. -Die nöthigen Unterbibliothekare werden auf seinen Vorschlag von der -Bibliothekskommission ernannt und können jeweilen wieder entlassen -werden. Für ihre Ausgaben ist die Bibliothek zunächst auf ihren Fiscus -angewiesen, ausserdem erhält sie einen regelmässigen Staatsbeitrag von -2500 Franken und kann noch einen weitern aus den 2500 Franken erhalten, -die der Kleine Rath jährlich auf Antrag des Erziehungskollegiums an die -akademischen Anstalten vertheilt. - -In Folge der Umgestaltung der Bibliothekarsstelle trat Professor -_Gerlach_ mit Neujahr 1867 zurück, sein Nachfolger wurde Dr. _Wilh. -Vischer_. Die Geschäfte der beiden bisherigen Unterbeamten wurden Einem -Unterbibliothekar mit erhöhter Besoldung übertragen, und es wurde als -solcher Dr. _Karl Meyer_ ernannt. Dr. _Buxtorf_ wurde nach Herstellung -aus schwerer Krankheit bei den Vorarbeiten zur Anlage eines neuen -Kataloges verwandt und entsprechend honoriert; zu diesen Arbeiten -wurden auch eine Anzahl Studenten herangezogen, theils gegen Genuss -von Stipendien, deren die Regenz zwei an solche Hilfsarbeiter vergab, -theils gegen das Recht einer erweiterten Benutzung der Bibliothek. - -Wie schon früher die naturforschende Gesellschaft ihre Bibliothek der -Universitätsbibliothek unter gewissen Bedingungen einverleibt hatte, -so geschah dasselbe 1868 auch von Seiten der historischen und der -antiquarischen Gesellschaft. Im Jahr 1879 wurde unter Vorbehalt des -Eigenthumsrechtes der naturforschenden Gesellschaft die derselben -von Dr. _Jac. Melch. Ziegler_ geschenkte Kartensammlung, zu deren -Fortführung sich ein eigener Verein bildete, der Universitätsbibliothek -übergeben. - -Im Jahr 1871 trat Bibliothekar _Vischer_ zurück, an seine Stelle -wurde Dr. _Ludwig Sieber_ gewählt. Im Jahr 1874 verstand sich die -Regenz dazu, an Stelle der Stipendien, die sie bisher an Hilfsarbeiter -aus der Studentenschaft vergeben hatte, aus dem fiscus legatorum -einen jährlichen Beitrag zur Besoldung eines zweiten Unterbeamten -zu gewähren. Es konnten in Folge davon als Bibliothekssekretäre -nacheinander angestellt werden die Doctoren _Jul. Cornu_, _Jac. -Wackernagel_, _Alb. Burckhardt_, _Ad. Baumgartner_. Im Jahr 1876 wurde -durch den Grossen Rath die Stelle eines Bibliotheksdieners errichtet, -nachdem die Geschäfte eines solchen bisher dem Universitätspedellen -obgelegen hatten. - -Trotz diesen Verstärkungen des Personals wurde es bei der stets -zunehmenden Benutzung der Anstalt immer schwieriger, die laufenden -Geschäfte zu bewältigen, während die Arbeiten für die dringend -nothwendige Neukatalogisierung ganz zurücktreten mussten. Als nun zu -Anfang des Jahres 1883 Herr Altrathsherr _Peter Merian_ verstarb, der -seit vielen Jahrzehnten die Katalogisierung der naturwissenschaftlichen -Werke in freiwilliger Weise besorgt hatte, war der Augenblick -gekommen, die untern Beamtungen der Bibliothek ebenso umzugestalten, -wie es 1866 mit der obersten geschehen war, so dass auch sie nicht eine -Nebenbeschäftigung, sondern die Hauptbeschäftigung der damit Betrauten -ausmachen sollten. Im September 1883 beschloss der Grosse Rath, dass -dem Oberbibliothekar, wie er nun genannt wurde, aus Staatsmitteln ein -in Bezug auf Wahlart und Besoldungsansatz gleichgestellter zweiter -Bibliothekar solle beigegeben werden. Die Bibliothekskommission -ihrerseits übernahm es, aus den Mitteln der Bibliothek eine dritte -entsprechende Stelle zu errichten, deren Inhaber in erster Linie an -der Herstellung eines neuen Kataloges zu arbeiten hätte. Sie konnte -dies um so eher thun, als einerseits die Regenz sich bereit fand, den -Beitrag, den sie bis dahin aus dem fiscus legatorum für die Anstellung -eines Bibliothekssekretärs gegeben hatte, auch künftig verabfolgen -zu lassen, andrerseits die Mittel der Bibliothek selbst in letzter -Zeit einen erheblichen Zuwachs erhalten hatten durch ein Legat von -40,000 Franken, mit welchem sie von dem 1880 verstorbenen Herrn _Wilh. -Burckhardt-Forcart_ bedacht worden. Als zweiter Bibliothekar wurde der -bisherige Unterbibliothekar Prof. _Karl Meyer_ gewählt, als dritter Dr. -_Friedr. Thomæ_ aus Frankfurt a.M., der indessen kürzlich einem Rufe an -die Universitätsbibliothek in Tübingen gefolgt ist. - -Im Jahr 1833, zur Zeit der Auseinandersetzung mit der Landschaft, -wurde die Bändezahl der Bibliothek, abgesehen von den etwa 4000 in -1500 Bänden enthaltenen Manuscripten, auf 44,000 geschätzt, im Jahr -1849, nach der Uebersiedlung ins Museum und nachdem die in obiger -Schätzung nicht inbegriffene Bibliothek des naturwissenschaftlichen -Museums dazu gekommen, auf 70,000. Im Jahr 1870 wurden gegen 100,000 -Bände gezählt; jetzt, 1885, mögen es deren gegen 140,000 sein. Der -Zuwachs, namentlich der letzten Jahrzehnte, beruht zu grossem Theil -auf einer Anzahl mehr oder weniger bedeutender Schenkungen, theils von -den Erben verstorbener Professoren, theils von andern Freunden der -Anstalt herrührend. Wir verweisen bezüglich derselben auf die Notizen, -die sich in den Verwaltungsberichten der Regierung finden, für die -letzte Zeit auch auf die gedruckten Jahresberichte der Bibliothek. Der -Schenkung der Bibliothek _Wilh. Wackernagels_ durch dessen Erben im -Jahr 1870 folgte die Errichtung einer Wackernagelstiftung, aus welcher -der Bibliothek bisher alljährlich Fr. 250 zur Vervollständigung der in -jener enthaltenen Litteratur zuflossen. Der Ergänzung andrer Zweige -der Litteratur dienen ähnliche, kleinere Stiftungen. Der Tod des Herrn -_Peter Merian_, der jährlich aus eigenen Mitteln namhafte Summen -auf die Ergänzung der naturwissenschaftlichen Abtheilung verwendet -hatte, gab Anlass zu einer _Peter Merian-Stiftung_, durch welche der -entstehende Ausfall gedeckt werden sollte. Den 56,000 Franken, welche -zu diesem Zwecke im Jahr 1883 gesammelt wurden, fügte die Familie des -Verstorbenen noch weitere 10,000 bei. - -Die Jahreseinnahme der Bibliothek betrug in den ersten Jahren nach der -Reorganisation der Universität 4-5000 Franken jetziger Währung, im Jahr -1884 belief sie sich auf Fr. 19,166, eine freilich im Verhältnisse zu -den heutigen Bedürfnissen immer noch bescheidene Summe. - -Ueber die Benutzung der Anstalt finden sich aus den ersten Jahrzehnten -unsres Zeitraums keine Zahlenangaben. Im Jahr 1868, dem ersten, das -ganz unter die Herrschaft der neuen Reglemente von 1867 fällt, wurden -3892 Bände an 280 hiesige und 24 auswärtige Benutzer ausgeliehen, -im Jahr 1884 6735 Bände gedruckter Bücher und 11 Manuscripte an 412 -Hiesige und 62 Auswärtige. - - * * * * * - -Wegen Verhinderung des Oberbibliothekars zusammengestellt durch den -Vorsteher der Bibliothekskommission - - Wilhelm Vischer. - - -2. Kunstsammlung. - -Zur Zeit der Reorganisation der Universität im Jahre 1834 bestand -unsere Kunstsammlung der Hauptsache nach aus dem schon 1661 bei Anlass -der zweiten Säcularfeier der Universität angekauften Amerbachischen -Kabinet und der erst neuestens, im Jahr 1823, ihr zugefallenen -Fäschischen Kunstkammer. Ragte jenes, nebst seinem Reichthum an Werken -der beiden Holbein, hervor als die früheste von einem kunstsinnigen -Privatmann gegründete Sammlung, so kam es dieser zu Gute, dass ihr -Stifter, der Rechtsgelehrte _Rem. Fäsch_ (1595-1670), so glücklich -gewesen war, während der unruhigen Zeiten des dreissigjährigen Krieges -seine Kunstschätze sammeln zu können. Für weitere Erwerbungen scheint -aber der Sinn noch nicht vorhanden gewesen zu sein, denn während -anderthalb Jahrhunderten beschränkte sich der Zuwachs auf eine Anzahl -von Gelehrten-Porträts und auf die Schenkung eines dem damaligen -Bibliothekar befreundeten St. Gallers in Paris, welcher zwischen -1717 und 1724 der Sammlung eine Reihe der eben dort in Kupferstich -erschienenen Prachtwerke vergabte. So mag es sich auch erklären, dass -immer noch das alte Lokal zur Mücke, in welches die Kunstsammlung mit -der Universitätsbibliothek sich theilen musste, für genügend gelten -konnte. - -Eine günstigere Zeit brach für unsere Kunstsammlung erst an, als -diese nach den Wirren der dreissiger Jahre um den Preis von Fr. -22,500 n.W. aus der Theilung mit Baselland für die Stadt hatte -können gerettet werden. Wie für die Universität, deren Erhaltung -noch weit grössere Opfer erfordert hatte, so erwachte nun auch für -die mit ihr verbundenen wissenschaftlichen Sammlungen ein ganz neues -Interesse. Die erste Frucht desselben war der schon 1840 angeregte -Gedanke, durch das Zusammenwirken freiwilliger Geber mit den -staatlichen Behörden ein Museum zu errichten, in welchem gleichzeitig -alle Sammlungen der Stadt ihre würdige Aufstellung finden könnten. -Zugleich wurde die Kunstsammlung, welche bis dahin nur ein Anhängsel -der Universitätsbibliothek gebildet hatte, behufs selbstständiger -Verwaltung einer anfänglich aus fünf, später aus sieben Mitgliedern -bestellenden Kommission unterstellt, deren erster Vorsteher -Herr Prof. _Friedr. Fischer_ war. Ihm folgte Herr Prof. _Wilh. -Wackernagel_ und nach dessen Rücktritt Herr Dr. _Ed. His-Heusler_. -Diese Vorsteher sowohl als einzelne Mitglieder erwarben sich um die -Sammlung nicht geringe Verdienste durch Ordnen und Katalogisieren -ihres nach und nach zu ansehnlicher Bedeutung erwachsenen Bestandes -an Handzeichnungen, Kupferstichen und Holzschnitten. Als 1849 das -neue Museum fertig dastand, konnte Dank diesen Vorarbeiten um so -leichter und übersichtlicher das Vorhandene in die neuen, höchst -zweckentsprechenden Räumlichkeiten eingeordnet werden; die Gemälde -in den schönen Oberlichtsaal, die vorzüglichsten Handzeichnungen, in -viel grösserer Zahl als früher eingerahmt, schmückten die Wände des -Vorsaales, während die verschliessbaren Schränke in der Mitte desselben -den übrigen Bestand an einzelnen Stichen und Kopierwerken aufnahmen. -Durch Ausscheidung und Herübernahme aller derjenigen Werke aus der -Universitätsbibliothek, welche die Kunstgeschichte berühren, ward -zugleich der Grund zu einer gesonderten Kunstbibliothek gelegt und so -im Wesentlichen nunmehr erst die Sammlung dem eigentlichen Kunststudium -dienstbar gemacht. - -Wie sehr dieselbe aber durch ihre Versetzung in das neue Museum auch -in der Werthschätzung der Bürger- und Einwohnerschaft gestiegen -sei, das zeigte sich schon in dem weit zahlreichern Besuche, und -auf erfreulichere Weise noch in den zahlreichen Schenkungen und -Vermächtnissen, welche nun der Sammlung zuzufliessen begannen. Nicht -nur aus dem, was der Einzelne etwa an Kunstschätzen besass, ward ein -schönes Stück um's andre der öffentlichen Sammlung übergeben, auch wo -Gelegenheit sich bot, Neues zu erwerben, da standen sofort Gönner und -Geber zusammen, um durch ihre oft namhaften Beiträge den Ankauf eines -Kunstwerkes zu ermöglichen. - -Ausdrücklicher Erwähnung bedürfen einige Stiftungen besonderer -Art. Zuerst war es die durch ihren Kunstsinn bekannte Fräulein -_Emilie Linder_, die von 1847 an von München aus durch fast jährlich -wiederholte Geschenke, sowohl aus ihren eigenen Erwerbungen, als -aus dem reichen Nachlass ihres Grossvaters, des Stiftsschaffners -_J. C. Dienast_, die Sammlung ihrer Vaterstadt bedachte, bis durch -ihre letztwillige Verfügung 1867 jener Nachlass selbst der Sammlung -zufiel. Waren unter den zahlreichen Oelgemälden und den prächtigen -Handzeichnungen, welche letztere allein einen ganzen Saal füllen, -vorzugsweise die Meister der neuern Münchnerschule vertreten, so fand -sich unter dem reichen Vorrath an Kupferstichen und Holzschnitten -neben einer Reihe von Dürer'schen Blättern mehr als die Hälfte des -ganzen Werkes von _Rembrandt_, nicht zu gedenken der grossen Zahl von -Kunstbüchern, welche die Bibliothek unserer Sammlung aufs Erwünschteste -ergänzten. - -Noch ehe aber diese Schätze alle in den Besitz der Kunstsammlung -gelangt waren, fiel ihr ein zweites, nicht minder bedeutendes -Vermächtniss zu, nämlich was die beiden Künstler und Kunsthändler -_Peter Birmann_, der Vater, und sein Sohn _Samuel Birmann-Vischer_ -(gest. 1846) an Gemälden, namentlich der niederländischen, -französischen und italienischen Schule, sowie an Kupferstichen (über -20,000) zusammengebracht hatten, dazu noch neben einer reichhaltigen -Kunstbibliothek die schon oben (Seite 40) erwähnte Kapitalstiftung für -den Ankauf von Werken schweizerischer Künstler bestimmt. - -Mehr noch durch den hohen Kunstwerth als durch die Zahl bedeutend war -die Schenkung, welche in den Jahren 1850 und 1851 die Sammlung dem -Gemeinsinn des Herrn _Peter Vischer-Passavant_ und seiner Erben zu -verdanken hatte; befanden sich doch darunter zwei Originalzeichnungen -Dürers, welche nun eine Hauptzierde unserer Handzeichnungssammlung -bilden. Das Jahr 1859 brachte ferner das Vermächtniss von Fr. 10,000 -von Seiten der Ehegatten _Bleiler-Mieg_, dessen Ertrag theils zur -Erwerbung von Kunstgegenständen, theils zur Förderung angehender -Künstler sollte verwendet werden. Eine gleiche Summe stifteten im Jahr -1862 die Erben des Herrn Bürgermeister _Felix Sarasin_ zur Anschaffung -von Werken kunstwissenschaftlichen Inhalts und Fr. 5000 Herr Notar -_Gedeon Meyer_ zum Ankauf von Gemälden. Endlich erfolgte im Jahre -1880 das Legat des Herrn W. _Burckhardt-Forcart_, durch welches dem -Museumsverein eine Reihe auserlesener Werke der bisher nur schwach -vertretenen holländischen Schule, sowie einige treffliche Bilder -spanischer, deutscher und vlämischer Meister zufielen. - -Dass mit diesen und den übrigen hier nicht namentlich aufgeführten -Schenkungen die Ansprüche an die unserer Kunstsammlung zu Gebote -stehenden Räumlichkeiten stets höhere werden mussten, liegt auf -der Hand. Bereits heute, nachdem seit Eröffnung des Museums 36 -Jahre verflossen sind, ist bis auf das Treppenhaus hinaus jeder -verfügbare Platz ausgenützt. Mit um so grösserer Befriedigung darf dem -Augenblick entgegengesehen werden, da nach Erstellung einer besondern -Skulpturhalle der geräumige zweite Oberlichtsaal, der heute noch die -antiken Gipsabgüsse beherbergt, für die Kunstsammlung sich öffnen wird. -Wenn während nahezu zweihundert Jahren unsere Sammlung in der alten -Mücke sich konnte genügen lassen, heute aber bereits die Räume, die -im neuen Museum ihr zugedacht waren, zu enge geworden sind, so mag -diese Thatsache schon es bezeugen, wie fruchtbar die letzten fünfzig -Jahre für ihre Entwicklung und gewiss nicht minder für die Förderung -des Kunstsinnes in den weitesten Kreisen unserer Stadt gewesen sind. -Möge denn die Sammlung mit unserer alma mater als deren »sonderbares -Kleinod« auch in Zukunft weiter wachsen und gedeihen! - - Emanuel LaRoche, - Konservator der Kunstsammlung. - - -3. Antiquarische Sammlung. - -Bis zum Jahre 1835 und von da noch weitere vierzehn Jahre war die -antiquarische Sammlung zusammen mit der Kunstsammlung, und ohne -eigentlich von ihr getrennt zu sein, im Hause zur Mücke aufgestellt, -und bildete, was die Verwaltung betrifft, einen blossen Annex der -öffentlichen Bibliothek. Sie enthielt ihrem wesentlichen Bestande nach -die Antiquitäten des Amerbachischen Kabinets, aus dem sie erwachsen war -(1661), die Bruckner'sche Sammlung von vaterländischen Alterthümern -(1778) und die einschlägigen Sachen des Fäschischen Kabinets (1823); -ausserdem die im Jahre 1815 angekaufte Falkeysen'sche Sammlung von -Basler Münzen. - -In dem Zeitraum von 1835 bis zur Erbauung des Museums (1849) fanden -keinerlei Veränderungen statt. Doch erfolgte noch in den vierziger -Jahren von Seite der Erben des Herrn _Lucas Vischer_ die grossartige -Schenkung der von diesem in Mexico gesammelten Alterthümer, welche dann -freilich erst ein paar Jahre später aufgestellt werden konnten. In dem -1849 bezogenen Neubau des Museums wurden der antiquarischen Sammlung -die beiden an die Gemäldegallerie anstossenden Zimmer angewiesen, das -zur Linken der schon bisher bestehenden Sammlung auf der Mücke, welcher -jetzt auch der Kirchenschatz des Münsters (vorher im Rathhaus), sowie -die Erwerbungen der antiquarischen Gesellschaft hinzugefügt wurden; das -zur Rechten dem mexicanischen Kabinet. Die Gegenstände des letzteren -wurden in gefälliger, aber nicht gerade zweckmässiger Weise auf eine in -der Mitte des Zimmers errichtete treppenfönnige Pyramide (gleichsam ein -mexicanisches Teocalli) geordnet. - -Mit der Aufstellung im neuen Local war zugleich die Anlegung einer -Sammlung von Gipsabgüssen verbunden, worauf schon beim Entwurf des -Baues (Antikensaal mit Oberlicht) Rücksicht genommen war. Die zur -Anschaffung der Abgüsse nöthigen Gelder stellte der neugegründete -Museumsverein unter Vorbehalt des Eigenthumsrechtes zur Verfügung, -so dass bald nach der Uebertragung der Sammlungen ins Museum auch -der Antikensaal mit über 30 Hauptwerken (14 Statuen, 9 Köpfen und 8 -Reliefs) dekoriert war. - -Jetzt erst, nachdem für eine angemessene Aufstellung gesorgt war, -konnte das Interesse des Publikums für die Sammlung geweckt und an eine -nutzbringende Verwaltung derselben gedacht werden. Diese Verwaltung war -in die Hände des Herrn Prof. W. _Vischer_, Vater, gelegt, der von da -an bis zu seinem Tode 25 Jahre lang (1849-74) mit seltener Umsicht und -Hingebung der Kommission für die antiquarische Abtheilung des Museums -vorstand. Aus der unten folgenden Uebersicht über die hauptsächlichsten -Erwerbungen und Schenkungen lässt sich am besten erkennen, was für eine -gedeihliche Entwicklung die Sammlung unter seiner Leitung nahm. Doch -muss zur richtigen Beurtheilung noch zweierlei vorausgeschickt werden. - -Einmal machte sich sehr bald, speziell bei Anlass der -Münsterrestauration im Anfange der fünfziger Jahre, das Bestreben -geltend, neben der bisher vorwiegenden Berücksichtigung des römischen -Alterthums auch mittelalterliche Kunstwerke in die Sammlung -aufzunehmen. Die grosse Zahl und der Umfang der sich darbietenden -Gegenstände machten es nöthig, einen besonderen Raum ausserhalb des -Museums für sie zu schaffen. So entstand 1855-57 die mittelalterliche -Sammlung im Conciliumssaal, die sich dann in kurzer Zeit aus einer -Filiale der antiquarischen zu einer selbstständigen und ebenbürtigen -Schwester derselben entwickelte. Die Erwerbungen der antiquarischen -Sammlung dagegen blieben fortan der Hauptsache nach auf das -vorchristliche Alterthum beschränkt. - -Sodann wurde im weiteren Verlauf der fünfziger Jahre in der Kommission -die Frage erörtert, ob es nicht am Platze sei, das Augenmerk auch -auf die stets sich mehrenden Funde von Pfahlbauten zu richten, -eine Frage, welche nach der Dietrich'schen Schenkung ähnlicher -mexicanischer Alterthümer im Jahre 1857 kaum mehr anders als in -bejahendem Sinne entschieden werden konnte. Während daher einerseits -das Mittelalter und die Renaissance für die Zukunft ausgeschieden, -bezw. einer besonderen Sammlung überlassen wurden, kam andrerseits zum -griechisch-römischen Alterthum noch das prähistorische hinzu, und auch -diesem hat der damalige Vorsteher eine geraume Zeit sein lebhaftes -Interesse entgegengebracht. Erst nach seinem Tode ist zu Gunsten der -anderen Abtheilungen, um die finanziellen Kräfte nicht gar zu sehr zu -zersplittern, auf fernere Ankäufe solcher Gegenstände verzichtet worden. - -Die Erwerbungen vertheilen sich daher auf mindestens fünf verschiedene -Kategorien (griechisch-römische Alterthümer, Münzen, Gipsabgüsse, -Pfahlbauten, Ethnographisches), und zwar in chronologischer Aufzählung -wie folgt: - -1851. Münzfund von Reichenstein (2599 römische Münzen von Gordian III. -bis Carinus, darunter besonders viele des Probus). - -1852. Ankauf der Horner-Müller'schen Vasen aus Unteritalien (44 Stück). - -1855. Ankauf eines Theils der Fueter'schen Münzsammlung in Bern (257 -Schweizermünzen). - -1857. Schenkung des Herrn Dr. _Dietrich_ von nordamerikanischen -Steinalterthümern (ca. 1000 Stück Waffen und Werkzeuge verschiedener -Art). - -1858. Ankauf der Schmid'schen Sammlung von Augst (Münzen, Inschriften, -architektonische Ueberreste, Bildwerke von Bronze, Stein und -Terracotta, Waffen und Geräthe von Augusta Rauracorum, Gräberfunde von -Kaiseraugst). - -1859. Erste Ankäufe von Pfahlbautenalterthümern (aus Moosseedorf, -Pfäffikon und Biel). - -1862. Schenkung des Herrn Prof. _Aeby_ von Steinwerkzeugen und Waffen -aus Dänemark. - -1864. Schenkung von 141 modernen Silbermünzen (darunter 97 -napoleonische Medaillen) durch Hrn. _Hoffmann-Burckhardt_. -- Schenkung -des Herrn _Ad. Krayer_ (ethnographisch interessante Gegenstände aus -China). - -1865. Schenkung des Herrn _Ad. Vischer_ (212 chinesische Münzen). - -1866 u. 67. Schenkung westafrikanischer Gegenstände durch die Herren -J.Fr. und E. _Vest_ aus Gorea. - -1868. Ankauf von 151 griechischen Münzdoubletten aus der Imhoof'schen -Sammlung, mit Hilfe eines Kredits der Akademischen Gesellschaft. -- -Schenkung des Apollokopfes von Steinhäuser durch einen Ungenannten. - -1869. Nachträgliche Erwerbung des Herakles- und des Athletenkopfes von -Steinhäuser durch einige Kunstfreunde. -- Hauptschenkung des Herrn -Rathsherrn W. _Vischer_ (378 griechische Silbermünzen). - -1872. Schenkung einer Sammlung griechischer und römischer Münzen durch -Herrn Ingenieur W. _Bachofen_. -- Schenkung einer Anzahl griechischer -Antiquitäten durch Herrn Rathsherrn W. _Vischer_. -- Schenkung -einer grossen Anzahl ostasiatischer Gegenstände (aus Japan, China, -Hinterindien) durch die Herren Gebrüder _Zahn_. - -1874. Erwerbung einer Auswahl griechischer Vasen aus Capua. - -1877. Erwerbung der in Augst zurückgebliebenen architektonischen -Ueberreste aus der Sammlung Schmid. -- Uebernahme der bisher in der -Bibliothek verwahrten grossen Gemmenabdrucksammlung von Cades (Geschenk -von Herrn Oberst R. _Merian_). - -1878. Schenkung der Holzreliefs von Tikal in Mittelamerika durch Hrn. -Dr. G. _Bernoulli_. - -1880. Erwerbung der Sammlung Quiquerez (Römische Alterthümer und Münzen -aus dem Bisthum, burgundische Waffen und Geräthe). - -1881. Schenkung ethnographischer Gegenstände aus Sierra Leone in -Westafrika durch Herrn J.L. _Baur_. - -1883. Reinigung und Aufstellung der Basler Münzstempel. - -Bei dieser Uebersicht sind die von Jahr zu Jahr angekauften -Gipsabgüsse nicht mit aufgeführt, wie auch viele kleinere Erwerbungen -und Schenkungen übergangen sind. Und doch nahmen die Gipsabgüsse -jeweilen einen grossen Theil des zur Verfügung stehenden Geldes in -Anspruch; zumal seit 1875, wo ausser solchen im Durchschnitt bloss -noch vaterländische Alterthümer und etwa besonders wichtige Münzen -angekauft wurden, während die Aeufnung der prähistorischen und der -ethnographischen Sammlung lediglich Geschenken überlassen blieb. Seit -eben dieser Zeit wurde der Ankauf von Gipsabgüssen durch freiwillige -jährliche Beiträge von einer Anzahl von Kunstfreunden unterstützt. Die -Zahl der vorhandenen Stücke beläuft sich gegenwärtig auf 145 Nummern, -wovon 39 grössere Statuen oder Gruppen, 50 Büsten und Köpfe, 32 Reliefs -und 24 kleinere Gegenstände. - -Im Gegensatz zu allen diesen Erwerbungen wurden im Jahre 1881 der -Kirchenschatz und die seit 1865 uns ebenfalls anvertrauten Zunftbecher -nebst den Amerbach'schen Goldschmiedmodellen an die Mittelalterliche -Sammlung abgetreten. - -Was die sonstige Geschichte der Sammlung betrifft, so ist zu -bemerken, dass seit dem Bezug des Museums zwei Mal grössere -Lokalveränderungen und Umstellungen stattfanden. Das eine Mal im Jahre -1865, wo sie aus den Sälen neben der Gemäldegallerie in die frühere -Bibliothekarenwohnung hinter dem Antikensaal übersiedeln musste, bei -welcher Gelegenheit sie im Grunde wenig gewann. Das ethnographische -Kabinet und die Pfahlbauten wurden damals sammt dem Kirchenschatz im -vorderen, das eigentliche Antiquarium der Hauptsache nach im hinteren -Zimmer aufgestellt, obschon die Scheidung nicht streng durchgeführt -werden konnte. Und dann bei fortwährend sich steigerndem Raummangel ein -zweites Mal im Jahre 1877, wo endlich zwei weitere Räumlichkeiten (das -frühere chemische Laboratorium im Erdgeschoss) für ihre Bedürfnisse -hergerichtet wurden. Erst jetzt konnten die heterogenen Bestandteile -der Sammlung systematisch von einander getrennt, das ethnographische -Kabinet, sowie die Pfahlbauten in besondere Zimmer (eben in die -des Erdgeschosses) verwiesen, und von der neugeordneten speziell -antiquarischen Abtheilung ein Katalog verfasst werden (1881). Doch hat -die doppelte Umstellung nicht blos nachtheilig auf den Zustand mancher -zerbrechlichen kleinen Gegenstände eingewirkt, sondern leider auch -manche Fundnotizen in Verwirrung gebracht. - -Das Münzkabinet ist in den letzten Jahren vollständig geordnet worden. -Es umfasst, nach Ausscheidung und Verkauf der Doubletten, circa 2600 -griechische und circa 7000 römische Münzen (die griechische Abtheilung -gewissermassen eine Schöpfung des Herrn Rathsherrn W. _Vischer_), -sodann über 1000 Stück Basler Münzen und Medaillen, circa 1500 sonstige -Schweizermünzen nebst 500 Brakteaten und circa 4500 ausländische, -darunter gegen 1800 Medaillen; im Ganzen über 17,000 Stück. Eine -Auswahl der vorzüglichsten und interessantesten ist seit 1877 in drei -Münztischen ausgestellt. - -Wenn wir zum Schluss einen Ausblick auf die künftige Gestaltung -der Sammlung richten, so steht zu erwarten, dass in der nächsten -Zeit abermals eine Filiale sich von ihr lostrennen und zu einem -selbstständigen Institut erheben wird, nämlich das Gipsmuseum, -für welches vom Kunstverein hinter der Kunsthalle ein eigenes, -bessern Raum gewährendes Gebäude errichtet werden soll. -- Ob dann -der alte Grundstock des Antiquariums, von dem sich jetzt auch die -ethnographische Sammlung lokal getrennt hat, vereinsamt im Museum -zurückbleiben oder sich wieder mit seiner natürlichen Schwester, der -Mittelalterlichen Sammlung, vereinigen wird, darüber zu entscheiden -bleibt der Zukunft vorbehalten. - - J.J. Bernoulli-Reber. - - -4. Mittelalterliche Sammlung. - -Unter den der Fürsorge der akademischen Behörden unterstellten -Sammlungen, deren Entstehung noch in die Zeit vor dem Jubiläum des -Jahres 1860 zurückreicht, ist in der zeitlichen Folge die letzte -die Mittelalterliche Sammlung. Der thatkräftige Geist, welcher die -Decennien nach der Reorganisation der Universität erfüllte, das -in jenen Jahren neu hervortretende und in der Restauration des -Münsterinnern sich bethätigende Verständniss für bildende Kunst, das -wachsende Bewusstsein von Wesen und Werth auch des rein archäologischen -Studiums verlangten und ermöglichten das Zustandekommen der Sammlung. -Für diesen Zweck alle jene treibenden lebensvollen Kräfte fruchtbar -gemacht zu haben, ist das Verdienst _Wilhelm Wackernagels_, der mit -festem Willen, mit warmer Begeisterung und wahrer Sachkenntniss den -Plan entwarf und die Gründung vollzog. - -Im Jahre 1856/57 geschah dies, aber es dauerte noch mehrere Jahre, -bis die jüngste der akademischen Sammlungen als eine den andern -ebenbürtige in der Organisation berücksichtigt wurde. Sie unterstand -zunächst der antiquarischen Kommission. Erst 1861 wurde von der Regenz -eine besondere Kommission bestellt. Sie bestand unter dem Vorsitz des -Stifters aus den Herren Architekt _Riggenbach_ († 1863), Dr. _Remigius -Meyer_ (bis 1877), Dr. _Carl Burckhardt-Burckhardt_ (bis 1870) und -_Samuel Merian-Bischoff_; ihre constituierende Sitzung fand am 18. -Januar 1862 statt. - -Ein schwerer Schlag traf die Sammlung am 21. December 1869 mit dem -Hinschied _Wilhelm Wackernagels_. Jedoch war es ein Glück zu nennen, -dass sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl auch hier seine Stelle einnehmen -konnte. _Moritz Heyne_ entfaltete als solcher eine ausserordentliche -Energie zur Hebung und Mehrung der Sammlung und verstand es, das -Interesse weiterer Kreise für dieselbe zu wecken. Das glänzende -Ergebniss dieser Thätigkeit zeigte sich besonders deutlich bei dem -am 16. Mai 1882 gefeierten fünfundzwanzigjährigen Jubiläum. Im Herbst -1883 wurde an die durch _Heyne's_ Abgang nach Göttingen erledigte -Vorsteherschaft das älteste Mitglied, Herr _Samuel Merian-Bischoff_, -gewählt, und bei diesem Anlass das Amt eines Konservators geschaffen. - -Im Lauf der Jahre traten folgende Mitglieder in die Kommission ein: -Stadtrath _Amadeus Merian_ (1863-1879), Dr.G. _Wackernagel_ (seit -1870), Dr.L. _Sieber_ (1872-1882), _Hans Labhardt_ (1877-1884), Dr. -_Albert Burckhardt-Finsler_ (seit 1879; seit 1883 Konservator), J.G. -_Mende_ (seit 1879), Direktor W. _Bubeck_ (seit 1882), Prof. O. -_Behaghel_ (seit 1884), Prof. _Jacob Burckhardt_ (seit 1884), Dr. -_Rudolf Wackernagel_ (1884-1885), _Hans Burckhardt-Burckhardt_ (seit -1885). - -Die bei Anlegung der Sammlung leitende Ansicht ihres Urhebers war -gewesen: »Es soll diese Sammlung das Leben des Mittelalters in Werken -der kunstbeflissenen gewerbthätigen Menschenhand, in Originalwerken -selbst oder in getreuen Nachbildungen, zur Anschauung bringen; -schicklicher Weise wird dabei rückwärts in die altchristlichen Zeiten -und vorwärts über die Grenzen des Mittelalters hinaus bis in die Zeit -der sogen. Renaissance gegriffen. Ohne solch eine Ausdehnung würde dem -Bilde der Rahmen und der Reihenfolge ihr Anfang und ihr Ende fehlen.« -Also eine Sammlung von allgemeiner Tendenz. -- Es ist bekannt, wie -der Gang der Entwicklung dieses erste Programm verschoben hat, wie -von Jahr zu Jahr in steigendem Maasse die Sammlung den Charakter -eines baslerischen kulturhistorischen Museums annahm, und hiemit ihr -Schwergewicht aus dem Mittelalter in die neuere Zeit verlegt wurde. -Wenn der Stifter anfangs nur für erlaubt hielt, bis in die Zeit der -Renaissance zu greifen, so ist seitdem und schon zu seiner Zeit das -Sammeln bis an die Schwelle des XIX. Jahrhunderts ausgedehnt worden. -Dieser Gang der Entwicklung war durch die Verhältnisse gegeben; die -Kleinheit der finanziellen Geldmittel, die Unermüdlichkeit der Behörden -und Bürger Basels in Zuwendung von Alterthümern wirkten von selbst auf -eine lokale Einschränkung hin. - -Der erste Grundstock der Sammlung war durch Abgüsse von Skulpturen -des hiesigen Münsters gebildet worden; es wurde sofort für nöthig -gehalten, diese Serie durch Nachbildungen auswärtiger Bildnerei zu -ergänzen. In gleicher Weise wurden Gipsabgüsse auswärtiger Alterthümer -auch aus den Gebieten der Kleinkunst beschafft, um dem Beschauer die -Entwicklung eines und desselben Gegenstandes in verschiedenen Zeiten -und Orten vorführen zu können. Dieselbe allgemeine Tendenz tritt in der -mit besonderer Vorliebe gepflegten Sammlung alter Schriftfragmente, -in der Anlegung einer Urkundensammlung, eines reichen Apparates von -Abbildungen und Nachschlagewerken zu Tage. Bald aber wich diese -Thätigkeit zurück vor der immer mächtiger zudrängenden Menge der -Erzeugnisse alter heimischer Kunstübung. Es kann hier nicht versucht -werden, das Hauptsächliche aus den reichen Erwerbungen namhaft -zu machen. Es wird genügen, auf einiges besonders Hervorragendes -hinzuweisen. 1857: die Votivtafel der Isabella von Burgund, die -Truhe aus der Domprobstei und die des Erasmus. 1859: Bruchstücke des -Todtentanzes. 1863: Elfenbeinlöffel aus der Lassbergischen Sammlung; -Holzschnitzerei aus Meggen. 1869: Truhe aus Schloss Greifensee. 1874: -Tscheckenpürlinbett. 1871: Bretspielstein aus dem XII. Jahrhundert; -Waffensammlung. 1872: Schnitzereien aus der Spinnwetternzunft; -Schreibtisch aus dem Augustinerkloster. 1870: Kanonenrohre aus dem -Zeughaus. 1878: Sammlung musikalischer Instrumente. 1879: Iselinzimmer -aus dem Bärenfelser Hof. 1880: Sammlung Quiquerez. 1881: Glasgemälde -aus der Sammlung Bürki. 1882: Kirchenschatz, Zunftkleinodien, -Goldschmiedmodelle. 1883: Winterthurer Ofen; Teppich aus dem Kloster -Feldbach. -- Manche der hier genannten und auch viele andere Stücke -sind von deren Inhabern unter Eigenthumsvorbehalt überlassen worden, -ein Verfahren, welches in neuerer Zeit besonders von Seiten der Zünfte, -gleich zu Anfang aber für die reichen Sammlungen der antiquarischen -Gesellschaft geübt wurde; auf den Namen der letztern wurden früher auch -die meisten Geschenke eingetragen. - -Es ist begreiflich, dass der wachsende Inhalt der Sammlung -immer mehr Räume in Anspruch nahm. Zu dem für die ersten Stücke -angewiesenen Conciliumssaal kamen 1859 die unterhalb desselben -befindliche Nikolauskapelle, durch die es erst möglich wurde, die -Sammlung allsonntäglich dem Publikum zu öffnen, 1868 die Säle des -Münsterarchivs, 1874 einige Estrichräumlichkeiten, deren Herrichtung -ziemlich viele Bauten nöthig machte, aber zum ersten Mal eine -durchgeführte sachliche Anordnung ermöglichte. Das letzte ist die -1879 erfolgte Zuweisung des Betsaals, des grösten Raums der Sammlung -und des einzigen, in dem solche Schätze wie das Iselinzimmer würdig -untergebracht werden konnten. Seitdem ist freilich neue Raumnoth -eingetreten. Alle Erweiterungen brachten indess keine eigentliche -Aenderung des Lokals; die Sammlung bildet nach wie vor einen Anhang des -Münsters. - -Ihre Mittel verdankt sie gröstentheils der Freigebigkeit ihrer Gönner; -zu erwähnen sind die Jahresbeiträge der Regierung (seit 1857 Fr. 300), -der Gemeinnützigen Gesellschaft (seit 1858 Fr. 500), des Museumsvereins -(seit 1863 Fr. 200), und der Akademischen Gesellschaft, die der -letztern von wechselndem Betrag und zum Theil der 1870 gegründeten -Wackernagelstiftung entnommen, von der ein bestimmter Theil von -vornherein für die Sammlung vorbehalten wurde. Seit 1872 besteht der -von Herrn _Hans Labhardt_ gegründete »Verein für die Mittelalterliche -Sammlung«, der z.B. 1884 Fr. 619 beisteuerte. Dazu viele einzelne -Geldbeiträge von Freunden, meist für bestimmte Erwerbungen gewährt -(z.B. 1879 Fr. 4580 an das Iselin'sche Zimmer) und seit dem Jahre 1881 -ein Antheil an den Eintrittsgeldern (1884 Fr. 838.90). Doch hielt sich -das Budget lange in sehr bescheidenen Ziffern. In den ersten zehn -Jahren erreichte es zweimal nicht die Höhe von Fr. 1000, und betrug -durchschnittlich Fr. 15-1600, bewegte sich dann in den siebziger -Jahren um Fr. 2000 herum. Seit 1880 hat es die 4000 überschritten. -Ausserordentliche Belastung brachte der Umbau der Estrichräume, dessen -Kosten im Betrag von rund Fr. 20,000 durch Beiträge des Staats (Fr. -5000), der Akademischen Gesellschaft (Fr. 2000), der Gemeinnützigen -Gesellschaft (Fr. 3000), des Museumsvereins und einzelner Freunde -gedeckt wurden. - -Für Bekanntmachung der Schätze der Sammlung dienten theils die -Vorlesungen, welche seit 1877 von dem frühern Vorsteher und später -von dem Konservator in den Räumen der Sammlung abgehalten wurden, -theils verschiedene Druckschriften. Wir nennen ausser den Katalogen -die zusammenhängenden Darstellungen von _Wilhelm Wackernagel_ im -Universitätsprogramm von 1857 und von _Moritz Heyne_ im Neujahrsblatt -von 1874, sowie den von letzterm herausgegebenen Führer (Basel, bei -Felix Schneider 1880). Ueber die Glasgemälde gibt das von Dr. _Albert -Burckhardt-Finsler_ verfasste Programm des Gymnasiums (Basel 1885) -Auskunft. Der 1864 erfolgten Widergabe einer Anzahl Gegenstände durch -Photograph _Höflinger_ folgte »die Kunst im Hause. Abbildungen von -Gegenständen aus der Mittelalterlichen Sammlung«, mit Zeichnungen von -W. _Bubeck_ und Text von M. _Heyne_ (Basel, bei Detloff I. 1880, II. -Reihe 1882), ein Werk geeignet zu zeigen, welchen Gewinn das heimische -Kunsthandwerk aus den hier vorhandenen Schätzen zu ziehen vermöchte. - - Nach Mittheilungen - des Konservators der Sammlung. - - -5. Naturhistorisches Museum. - -Ueber die Hauptzüge der Geschichte dieser Anstalt sind von dem -Unterzeichneten in den letzten Jahren mehrere Darstellungen -veröffentlicht worden: für die ältere Periode bis zur Entstehung des -im Jahre 1822 im Falkensteiner Hof eingerichteten und der akademischen -Regenz unterstellten Museums -- und weiter bis zur Erbauung des »neuen -Museums« im Jahre 1847 in einem besondern Abschnitt der Gedenkschrift -an Peter Merian;[30] und über die zwei Jahre seit dessen Hinschied -zwei Berichte, von welchen derjenige für 1883 von der Akademischen -Gesellschaft, beide, für 1883 und 1884, von der Naturforschenden -Gesellschaft publiciert worden sind.[31] - -Für den gegenwärtigen Anlass wird es also wohl passend sein, -hauptsächlich die Periode von 1847 bis 1883 ins Auge zu fassen. -Doch ist dabei zu erinnern, dass auch diese Periode ihren Anfang -nimmt von 1835 an, von dem Moment, wo nach der durch eidgenössisches -Schiedsgericht vollzogenen Theilung des Staatsvermögens zwischen -Baselstadt und Baselland an erstere die Frage herantrat, in wiefern sie -es vermöge, nach so schwerer Schädigung von Neuem für den Weiterbau -ihrer wissenschaftlichen Anstalten einzustehen. - -Die erste Antwort bestand, wie bekannt, für das naturwissenschaftliche -Museum in einer von dessen Kommission (_Peter Merian_, Präsident, Prof. -Chr. _Bernoulli_, Prof. K.Fr. _Meissner_, Dr. _Schönbein_, Dr. L. -_Imhoff_, Dr. J.J. _Bernoulli_, Dr. F. _Ryhiner_) an die Gemeinnützige -Gesellschaft und weiter an das Publikum gerichteten Bitte um fernere -Unterstützung, »da in den jetzigen Zeitverhältnissen die Hilfsmittel -zu einem nur in einigem Maasse anderen Städten, wo wissenschaftlicher -Sinn herrsche, ebenbürtigen Ausdehnung der naturwissenschaftlichen -Sammlungen nur im Gemeinsinn der Mitbürger zu finden seien, und -Baselstadt in der nunmehrigen isolierten Lage nur durch solche -Gesinnung eine ehrenvolle Stellung zu behaupten und das zu ersetzen -vermöge, was ihm an Kopfzahl abgehe.« - -Der Erfolg war ein Beitrag von circa 5000 Fr. an Geschenken aus dem -Publikum. Verbessert wurden diese Verhältnisse durch das Gesetz vom 6. -April 1836 über Verwendung des Universitätsgutes, wonach von nun an -dem Museum aus letzterem ein jährlicher Beitrag von Fr. 800 zugewiesen -wurde. Die Kommission zum Museum wurde bei diesem Anlass von der Regenz -neu bestellt aus den Herren P. _Merian_, Präsident, Proff. _Meissner_, -_Schönbein_ und J.J. _Mieg_, Dr. L. _Imhoff_ und Dr. J.J. _Bernoulli_. -Dazu kamen wiederholt ausserordentliche Beiträge von Seiten der -Gemeinnützigen Gesellschaft, welche sich schon seit längerer Zeit mit -einem regelmässigen Beitrag von Fr. 200 betheiligt hatte, sowie von -Privaten; namentlich flossen solche Hilfsquellen ergiebig bei Anlass -der Versammlung der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft in -Basel im Jahre 1838. - -Auch die Geschenke an Naturalien, über deren ältern Bestand und -Quellen auf den schon genannten Bericht (Note 1) verwiesen werden -kann,[32] nahmen wieder in erfreulicher Weise zu. An grösseren -derartigen Vergabungen sind zu nennen die von den Professoren _Peter_ -und _Rud. Merian_ zu Gunsten des Museums angekaufte Sammlung von -Versteinerungen aus England von Professor Meissner; ferner eine -ansehnliche Sammlung von Vögeln und Säugethieren von Herrn _Dettwyler_ -von Langenbruck, niedergelassen in Pennsylvania, eine ähnliche Sammlung -von Dr.Fr. _Ryhiner_ in Illinois, dann eine Sammlung von Land- -und Süsswasser-Conchylien aus der Umgebung von Basel von Dr. J.J. -_Bernoulli_, und in den vierziger Jahren eine Reihenfolge von höchst -werthvollen Geschenken von Missionar _Riis_ von der afrikanischen -Goldküste und später von den Antillen; von Herrn _Carl Respinger_ und -Stadtrath _Bischoff-Respinger_ Thiere aus Mexico und Havannah, ähnliche -Sendungen aus Mexico von Herrn _Bened. Wölfflin_, schweizerischem -Konsul daselbst, javanische Vögel von Dr.C. _Streckeisen_ u.s.f. -Für die Thierwelt der Goldküste besass Basel lange Zeit eine der -bestversehenen Sammlungen. 1844 kaufte die Akademische Gesellschaft für -das Museum von Prof. _Klipstein_ in Giessen eine ansehnliche Sammlung -von Gipsabgüssen fossiler Säugethiere aus Rheinhessen (darunter den -colossalen Schädel des Dinotherium). - -Durch diese günstigen Verhältnisse hob sich der Zustand der meisten -Abtheilungen in ansehnlicher Art. Des regelmässigsten und reichsten -Ausbaues erfreute sich stets durch die Fürsorge ihres besonderen -Vorstehers, P. _Merian_, woran sich auch während langer Zeit Dr. -_Christ. Burckhardt_ betheiligte, die Abtheilung der Conchylien und -Petrefakten, unter welchen namentlich die Echinodermen schon frühe eine -hohe Stelle einnahmen. In gleich günstiger Lage befand sich die unter -derselben Fürsorge stehende Mineraliensammlung, welcher von auswärts -ansehnliche Geschenke, hauptsächlich von Hrn. C. _Vischer-Passavant_ -in Mexico, zuflossen. Auch die Insektensammlungen, sowie diejenige -der Corallen standen in raschem Fortschritt und ebenfalls vorwiegend -durch Geschenke, unter welchen die reiche Privatsammlung von Dr. L. -_Imhoff_, die lange Zeit den Grundstock dieser Abtheilung bildete, -und die wiederholten Geschenke von Hrn. _Andr. Bischoff-Ehinger_ in -erster Linie zu nennen sind. Die eigenen Hilfsmittel des Museums wurden -dafür hauptsächlich auf Vervollständigung der früher unbedeutenderen -Abtheilungen der Säugethiere und Vögel verwendet, deren Betrag -hiedurch, wie durch die erwähnten Geschenke von auswärts, sich rasch -hob. Am weitesten zurück blieben immer noch, obschon sie mindestens -für Westafrika sehr Werthvolles enthielten, die Abtheilungen der -Reptilien und Fische, sowie, mit Ausnahme der trocken aufzubewahrenden, -diejenigen der niedern Thiere. Eine von Prof. _Alex. Ecker_ in Triest -angelegte Sammlung von Meeresthieren der Art wurde im Jahre 1847 von -der Naturforschenden Gesellschaft angekauft. - -Durch all das war allmählig das im Jahre 1822 bezogene Lokal im -Falkensteiner Hof zu eng geworden. Im December 1841 entschloss sich -daher eine zu diesem Zweck gebildete Kommission, bestehend aus -Mitgliedern des Kunstvereins, der Naturforschenden Gesellschaft und der -Bibliothekskommission, zum Aufruf an die Bürgerschaft, für die Erbauung -des gegenwärtigen Museums, wozu der Grosse Rath durch Beschluss vom -21. März 1843 seine Betheiligung zusagte. An der Herstellung hat der -Staat Fr. 184,000, die Stadt 16,000, der Universitätsfond 15,000, -die Bürgerschaft nahezu 70,000 Fr. beigetragen. Schon im Spätjahr -1847 wurde das Gebäude bezogen und am 26. November 1849 eröfnet.[33] -Das Jahr 1850 fügte dazu die Stiftung des Museumsvereins, der sich -ausschliesslich die Sorge für die verschiedenen Sammlungen der neuen -Anstalt zum Zweck setzte, und dessen kräftiger Beihilfe sich auch die -naturhistorische Abtheilung besonders häufig zu erfreuen hatte. - -Wenn wir uns für die fernere Entwicklung unserer Anstalt seit -diesem Wendepunkt an eine Eintheilung halten, die sich von selbst -aufdrängt, so wurden die regelmässigen Hilfsquellen, die also von -1849 an aus Fr. 800 aus dem Universitätsgut und Fr. 200 von der -Gemeinnützigen Gesellschaft bestanden hatten, schon von 1850 an von -dem Museumsverein um einen erst wechselnden, von 1857 an um einen auf -Fr. 850 festgestellten Jahresbeitrag vermehrt, wozu aber sehr häufig -ausserordentliche Beiträge kamen. Vom Jahr 1852 an wurde der Beitrag -aus dem Universitätsgut auf Fr. 1200, derjenige der Gemeinnützigen -Gesellschaft auf Fr. 300 gestellt. Von 1857 an kam zu dem ordentlichen -Beitrag aus dem Universitätsgut noch ein ausserordentlicher aus dem -Kredit für die akademischen Sammlungen, der im Durchschnitt dem -ordentlichen an Höhe gleich stand, und vom gleichen Jahre an setzte der -Museumsverein seinen jährlichen Zuschuss auf 850 Fr. Vom Jahre 1862 -an flossen ferner zum ersten Mal ansehnliche Zuschüsse aus den durch -Grossrathsbeschluss dem Museum zugewiesenen Zinsen von auswärtigen -Anlagen der Universität, als »Spezialfonds für das naturhistorische -Museum.« - -Durch Universitätsgesetz vom 30. Januar 1866 wurde endlich das -naturhistorische Museum abgetrennt von dem physikalischen Kabinet und -der chemischen Anstalt und unter Leitung einer besondern Kommission -von wenigstens fünf Mitgliedern gestellt, wozu die ordentlichen -Professoren der Zoologie und Geologie gehören sollten. Gewählt wurden -von der Regenz unter dem Präsidium von P. _Merian_ die Professoren -L. _Rütimeyer_ und _Albr. Müller_, ferner Dr. _Christ. Burckhardt_, -Dr. L. _Imhoff_, wovon letzterer der Kommission schon seit 1834, die -beiden vorhergenannten seit 1849 angehört hatten. 1867 kam dazu Herr -_Andr. Bischoff-Ehinger_. Nach dem nemlichen Gesetz wurde das Museum -für Unterhalt und Vermehrung zunächst auf die Eingänge des etwa -40,000 Fr. betragenden naturwissenschaftlichen Fonds und auf einen -regelmässigen Staatsbeitrag von Fr. 500 angewiesen, so dass seit diesem -Jahr die regelmässigen Einnahmen bestehen aus circa 2000 Fr. aus dem -erwähnten Spezialfond, 500 Fr. ordentlichen und seit einer Anzahl von -Jahren 500 Fr. ausserordentlichen Kredites (für die akademischen -Sammlungen) von der Kirchen- und Schulgutsverwaltung, aus dem Beitrag -von der Gemeinnützigen Gesellschaft von Fr. 300 bis 1877 und seither -Fr. 500, aus dem regelmässigen Beitrag von Fr. 700 vom Museumsverein -und, seit 1867, einem Jahresbeitrag von Fr. 115 von der Akademischen -Gesellschaft. Seit dem Tode des Herrn _Bischoff-Ehinger_ ist dazu -für die entomologische Sammlung ein besonderes Legat gekommen, das -derselben jährlich 80 Fr. abwirft. - -In und ausserhalb Basel ist bekannt genug, dass dabei ausserordentliche -Hilfsquellen nicht fehlten. Wie für andere Anstalten, so sind auch -für das naturhistorische Museum, wo es sich um grössere Einrichtungen -oder besonders kostspielige Ankäufe handelte, bald die Behörden, bald -freiwillige Korporationen, in besonders kräftiger Weise vor allem der -Museumsverein hilfreich eingestanden. Zudem verzeichnet das Schenkbuch -häufig, und bei besonderen Anlässen oft sehr ansehnliche freiwillige -Beiträge von Freunden und aus Trauerhäusern, den letzten und grössten -im Jahre 1883, von den Hinterbliebenen des Mannes, der unserer Anstalt -als Mitglied der Kommission seit 1821, als Präsident derselben seit -1830 angehörte und ihr bis zu seinem Tode in stets gleicher Fülle sein -ungewöhnlich reiches Kapital an Wissen, an Einsicht und an Einfluss -zugewendet hat. - -Ueber den unter solchen Verhältnissen erreichten Inhalt der Sammlungen -geben die zwei oben genannten Berichte für 1883 und 1884 einlässliche -Auskunft. Wir entnehmen denselben für die hier in Rede stehende Periode -nur folgende Zahlen: - - 1834 1884 - Säugethiere Arten-Zahl 75 462 - Vögel 545 2,361 - Reptilien 136 1,287 - Fische 222 623 - Conchylien 653 4,464 - Gliederthiere 3,480 etwa 32,000 - Corallen (lebende) 100 211 - -Es weisen also einzelne Abtheilungen in dem Zeitraum von fünfzig Jahren -eine Verfünffachung bis Verzehnfachung der Spezies-Zahl auf. Dasselbe -würde, wenn Zählung von Spezies sich hier durchführen liesse, für die -Versteinerungen gelten, über deren Bestand der Bericht von 1884 eine -allgemeine Uebersicht giebt. - -Wenn dieser Anwachs für die Pfleger der einzelnen Sammlungen vor allem -in der die Aufstellung immer bedenklicher erschwerenden Raumanfüllung -an den Tag trat, so mag er für das Publikum in umgekehrter Weise durch -scheinbare Raumvermehrung bemerkbar geworden sein. Im Jahr 1877 wurde -zuerst ein neues Lokal in dem bisherigen amphitheatralischen Hörsaal -eröffnet zu besonderer Aufnahme der Reptilien und Fische, deren -ausserordentlich starke Zunahme bezeichnet ist durch den im Jahr 1875 -erfolgten Eintritt von Hrn. Dr.Fr. _Müller_ in die naturhistorische -Kommission. Im Jahr 1879 kam dazu ein neues Lokal hinter der Aula -für Aufnahme einer besondern Sammlung von fossilen Wirbelthieren. -Veranlasst war dieselbe zunächst durch den reichen Zufluss von -Gipsabgüssen von Ueberresten grösserer Säugethiere aus einer grossen -Zahl von Museen Frankreichs und Italiens. Jetzt birgt sie auch die -für die Schweiz einzig dastehende Sammlung fossiler Säugethiere -aus den Bohnerzen von Egerkingen, die uns Hr. Pfarrer _Cartier_ in -Ober-Buchsiten im Jahr 1884 zum Geschenk gemacht hat, und eine sehr -ansehnliche Originalsammlung ähnlicher Art aus Südfrankreich. 1882 -wurde ein ferneres Lokal für die Aufstellung der Crustaceen, und 1883 -eines für die Corallen eröffnet, beide letzteren ebenfalls besorgt von -Herrn Dr.Fr. _Müller_. - -Da es nicht das Ziel dieses Berichtes sein kann, auf die Veränderungen -im Bestand der Sammlung im Detail einzugehen und ohnehin das -Wesentliche dieser Veränderung vielmehr in der allmähligen -Vervollständigung der wissenschaftlichen Bedeutsamkeit des Inhalts, als -etwa in Bauschzahlen oder Arealzunahme besteht, so ist es doch billig, -auch für die Periode seit 1849 die grössern Schenkungen, so weit dies -nicht schon geschehen ist, namentlich aufzuführen. Unablässig folgen -sich hier, wenn auch in den amtlichen Berichten selten namentlich -erwähnt, die Geschenke von P. _Merian_, vor allem auf dem Gebiet -der Versteinerungen. 1862 erfolgte durch Testament von Hrn. Fr. -_Heusler_ die Vereinigung von dessen aus 3-4000 Stücken bestehenden -Mineraliensammlung mit dem Museum. Während nahezu eines Jahrzehntes -folgten sich in den vierziger und fünfziger Jahren Zusendungen an -Naturalien verschiedener Art von Dr.C. _Dieterich_, erst aus Aegypten, -später aus Michigan. Aus derselben Zeit, etwa von 1850 an, datieren -öftere Geschenke an Insekten von Hrn. _Andr. Bischoff-Ehinger_, -welche nach dessen Tode im Jahre 1875 abschlossen mit der Vergabung -seiner gesammten, etwa 18,000 Arten umfassenden Privatsammlung, nebst -entomologischer Bibliothek und einem schon genannten Spezial-Legat für -Pflege der Sammlung. Andere Insekten-Zuflüsse verdanken wir Herrn _Rud. -Geigy_ und Herrn _Adolf Burckhardt-Bischoff_. Das Jahr 1871 brachte von -den Erben von Prof. _Schönbein_ die ungefähr 3000 Arten enthaltende -Conchyliensammlung von dessen Schwiegervater, Kanzleirath _Benz_ in -Stuttgart, das Jahr 1876 die Petrefaktensammlung des im Jahr zuvor -verstorbenen Dr. _Christoph Burckhardt_. Schon zwei Jahre vorher hatte -Herr Dr. _Victor Gilliéron_ eine ansehnliche Sammlung ähnlicher Art aus -dem Kanton Freiburg, dem Jura und der Umgebung von Basel dem Museum -zum Geschenk gemacht. Der Vogelsammlung fielen grössere Schenkungen -zu aus Ostindien im Jahr 1855 von Herrn _Rud. Geigy_, aus Australien -von Hrn. _Achilles Bischoff_, und besonders reichlich (274 Arten) aus -Brasilien von Herrn _Carl Euler_, und von eben daher 1873 von Konsul -_Heinr. David_ daselbst. 1870 fiel durch Testament die ansehnliche -Privatsammlung einheimischer Vögel (ca. 90 Arten in 600 Exemplaren) -von Prof. J.J. _Mieg_ dem Museum zu. -- Die in einigen Zahlen schon -angedeutete gewaltige Zunahme der Reptilien beruht hauptsächlich auf -den von 1864-1878 fast jährlich wiederholten Geschenken von Dr. _Gust. -Bernoulli_ in Guatemala und seit 1875 auf den an Auswahl nothwendiger -Weise immer judiziöser gewordenen von Hrn. Dr.Fr. _Müller_. Aus dem -Ausland sind dazu in den letzten Jahren wiederholt Zusendungen von Hrn. -Dr.C. _Passavant_ und Dr.E. _Mähly_ aus Westafrika und von den Herren -Dr. _Paul_ und _Fr. Sarasin_ aus Ceylon gekommen. Das letzte und eines -der reichsten von derartigen Geschenken seit fünfzig Jahren, dasjenige -von Hrn. Pfarrer _Cartier_, ist schon genannt worden. - - -Von dieser Aufzählung wäre es endlich unrecht die einzelnen -hervorragenden Erwerbungen auszuschliessen, welche ihrer Seltenheit -oder Bedeutung halber ein ausserordentliches Zusammenwirken von -Gesellschaften und Privaten erforderten. Dahin gehört der Ankauf -eines fossilen Krokodiles (Mystriosaurus) aus dem schwäbischen -Lias im Jahr 1865, im Jahr 1871 die Erwerbung eines damals noch -ungewöhnliche Opfer erfordernden Gorilla-Skelettes, die im Jahr 1876 -als Nachgabe zu der schweizerischen Naturforscherversammlung in -Basel erfolgte Schenkung der prachtvollen Ichthyosaurus-Tafel in dem -palæontologischen Saal hinter der Aula, im Jahr 1877 die Erwerbung -des schönen fossilen Moa-Skelettes (Palapteryx) und aus neuester Zeit -die mehr als zur Hälfte durch Geschenk zu Stande gekommene prächtige -Pentacrinitengruppe, welche seit diesem Jahr den Mineraliensaal -schmückt. - - -Bezüglich des Personals der die Sammlungen besorgenden Kommission ist -zu dem bereits Gesagten nur nachzutragen, dass dieselbe im Jahr 1868 -durch den Tod Herrn Dr.L. _Imhoff_, im Jahr 1875 die Herren Dr.Chr. -_Burckhardt_ und A. _Bischoff-Ehinger_ verlor, welche alle drei der -Sammlung durch seltene Hingabe, die bis über den Tod hinaus dauerte, -ausserordentliche Dienste geleistet hatten. Zum Ersatz traten durch -Wahl der Universitäts-Regenz ein 1875 Hr. Dr.Fr. _Müller_, 1879 Hr. -Fr. _Riggenbach-Stehlin_. Am 8. Februar 1883, zehn Tage nachdem er -mit zum ersten Mal veränderter Handschrift seinen achtundvierzigsten -Jahresbericht über das Museum niedergeschrieben hatte, schied _Peter -Merian_. Von der Regenz wurde zum Vorsteher der Kommission der -Unterzeichnete und als neues Mitglied Hr. Dr.V. _Gilliéron_ gewählt. -Schon von 1877 an war als freiwilliger Mitarbeiter an der Abtheilung -der Schmetterlinge Hr. _Hans Sulger_ beigetreten. Die besondere -Aufsicht über die Bischoff-Ehinger'sche Sammlung war nach dessen Tode -Herrn _Heinrich Knecht_ übertragen worden. Eines Präparators haben -wir uns seit 1875 enthalten und die sämmtliche Besorgung, abgesehen -vom Ausstopfen, das auswärts geschieht, ohne strenge Scheidung der -Gebiete, auf unsere Mitglieder vertheilt, an Prof. _Albr. Müller_ für -Mineralogie und einen Theil der Petrefaktensammlung, Hrn. _Hans Sulger_ -und H. _Knecht_ für Insekten, Herrn Dr. Fr. _Müller_ für die übrigen -wirbellosen Thiere und für Fische und Reptilien, an den Unterzeichneten -für Vögel und Säugethiere und den übrigen Theil der Petrefaktensammlung. - - L. Rütimeyer. - - -6. Physikalische Anstalt. - -Im Jahre 1835 bildete das physikalische Kabinet einen Theil des im -Jahre 1821 gegründeten naturwissenschaftlichen Museums, und es war -ihm ein Raum im Falkensteiner Hof zu ebener Erde links eingeräumt. -Vorsteher desselben war _Chr. Fr. Schönbein_, der an der Universität -zugleich die Chemie und Physik vertrat und die letztere Wissenschaft -auch in der obersten Klasse des Pädagogiums (obern Gymnasiums) lehrte. -Die Apparate des Kabinets dienten zu den die Vorträge begleitenden -Demonstrationen, so wie auch zu den Forschungen des Professors, -die, soweit sie die Physik betrafen, hauptsächlich dem Gebiete des -Voltaismus angehörten. Im Jahre 1849 siedelte die physikalische Anstalt -mit den andern wissenschaftlichen Sammlungen in das neuerbaute Museum -an der Augustinergasse über; sie erhielt daselbst zu ebener Erde -links einen schönen grossen Saal, der sich aber der feuchten Nordlage -wegen nicht besonders zur Aufbewahrung der Instrumente eignete; der -daran stossende speziell für die physikalischen Vorlesungen bestimmte -Hörsaal wurde seiner schlechten akustischen Eigenschaften wegen nur -selten entsprechend seiner Bestimmung gebraucht und diente später -mehr als Laboratorium. Durch das Gesetz vom 30. März 1852 wurde der -Lehrstuhl der Physik von dem der Chemie abgetrennt und Herrn _Christoph -Stähelin_ sel. übertragen; Gesundheitsrücksichten nöthigten diesen, -schon nach Ablauf eines Jahres zurückzutreten, und es wurde als -Professor der Physik an der Universität Herr Dr. _Gustav Wiedemann_, -bis dahin Privatdocent in Berlin, berufen. Dieser wusste nicht nur -durch seinen frischen und anregenden Vortrag die Studierenden und ein -weiteres wissenschaftliches Publikum für die Physik zu interessieren, -sondern er hat auch in den äusserst mangelhaften Laboratoriumsräumen -bedeutende wissenschaftliche Arbeiten, besonders aus der Lehre des -Galvanismus und Magnetismus zu Tage gefördert. Im Jahre 1863 verliess -er nach zehnjähriger reicher Thätigkeit Basel und wandte sich einem -weiteren Wirkungskreise in Deutschland zu; der Lehrstuhl der Physik -in Basel wurde nunmehr dem Unterzeichneten anvertraut. Die bedeutenden -Fortschritte auf dem Gebiete der experimentellen Wissenschaften -und die damit stets wachsenden Anforderungen bezüglich passender -Einrichtungen für Forschung und Demonstration liessen den Mangel der -Räumlichkeiten im Museum stets mehr empfinden und dem Wunsche, der -Physik und Chemie eine neue Stätte zu bereiten, konnte entsprochen -werden, als die Akademische Gesellschaft sich mit der Kommission, -welche den beim Universitätsjubiläum 1860 gestifteten Sternwartefond -verwaltete, zu gemeinsamem Vorgehen verständigte und mit noch weiterer -Unterstützung von Seite des Staates, des Universitätsvermögens, der -Stadtgemeinde, des Museumsvereines, der Gemeinnützigen Gesellschaft -und mancher Freunde der Universität auf dem hohen Wall in der Nähe -des Petersplatzes eine neue Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie -gründete, in Erinnerung an die berühmten Basler Mathematiker -_Bernoullianum_ nannte und im Jahre 1874 der Universität als Geschenk -übergab; nahezu 90% der für Bau und Ausrüstung nöthigen Summe von -ungefähr Fr. 410,000 sind auf Privatweg durch freiwilligen Opfersinn -beigesteuert worden. Die physikalische Anstalt nimmt nun die westliche -Hälfte dieses Gebäudes ein. Sie hat zu ihrer Verfügung einen hellen -trockenen Saal für die Instrumentensammlung, einen zweckmässigen -Hörsaal für die Universitätsvorlesungen, ein praktisch eingerichtetes -Laboratorium, in dem zeitweise vorgerücktere Praktikanten -wissenschaftliche Forschungen machen und regelmässig die Uebungen der -Studierenden der Medicin und der Naturwissenschaften abgehalten werden; -ferner ein Zimmer und ein Laboratorium für den Professor der Physik, -der zugleich Vorsteher der Anstalt ist, die nöthigen Lokalitäten -für Aufstellung der galvanischen Batterie, photometrische Messungen -und für Versuche, die grosse Höhe verlangen, einen Maschinenraum -und eine mechanische Werkstätte, in welcher der Gehilfe die für -Forschung und Demonstration nöthigen Konstruktionen und Reparaturen -ausführen kann. Im ersten und zweiten Stock sind die Räumlichkeiten -und Instrumente für die Meteorologie und die Astronomie; sie stehen -mit der Physik unter der gleichen Direktion und werden seit einigen -Jahren von Herrn Dr. _Albert Riggenbach_ besorgt, der freiwillig die -Assistentenstelle für die beiden genannten Wissenschaften versieht. -Ein grosser ungefähr 450 Personen fassender Hörsaal in der Mitte des -Gebäudes eignet sich auch besonders zu physikalischen Demonstrationen -und wird jeden Winter regelmässig bei öffentlichen populären Vorträgen -zur Verbreitung physikalischer Kenntnisse in weiteren Kreisen -benützt. In den verflossenen elf Jahren, während welcher die Physik -im Bernoullianum haust, wurde manches zur Vervollkommnung gethan. Der -Vorsteher war stets bestrebt, die Sammlung der Instrumente und die -Einrichtungen für Demonstration und Forschung zu vervollständigen -und, so weit es die sehr bescheidenen Mittel gestatteten, dem steten -Fortschritt der Wissenschaft entsprechend den Bedürfnissen anzupassen; -in dieser Hinsicht möchten wir besonders erwähnen die Aufstellung -der astronomischen Instrumente im Jahre 1878, worauf die Akademische -Gesellschaft etwas über Fr. 32,000 aus dem von ihr übernommenen -Sternwartefond verwandte, und die Installation eines Gasmotors und -einer Dynamomaschine mit den nöthigen Einrichtungen für Projektion mit -elektrischem Licht im Jahre 1881, wozu der Ertrag besonderer Vorträge -und freiwillige Gaben von Freunden der Wissenschaft die Mittel mit -ungefähr Fr. 11,000 liefern mussten. - -Die Kosten für Laboratorium und Sammlung werden theils aus dem -Staatskredit, theils aus Beiträgen der Akademischen Gesellschaft und -des Museumsvereins, theils aus Geschenken verschiedener Freunde der -Anstalt bestritten; in den verflossenen elf Jahren kamen ausser der -auf Anschaffung der astronomischen Instrumente schon erwähnten Summe -folgende Einnahmeposten der physikalischen Anstalt zu: - - vom Staate direkt Fr. 13,800.-- - von freiwilligen Gesellschaften » 10,572.-- - von Freunden » 19,826.-- - -also durchschnittlich im Jahr Fr. 4000.--, wovon der Staat 31%, -die freiwilligen Gesellschaften 24% und die Freunde 45% gaben; es -wurden somit von den Ausgaben für die physikalische Anstalt mehr als -zwei Drittel durch freiwillige Privatbeiträge gedeckt. Ausserdem -sind, wie das Schenkbuch aufweist, noch manche verschiedene theils -sehr werthvolle Apparate, wobei wir ganz besonders die von Herrn -_Handmann-Howald_ sel. uns übergebenen elektrischen Instrumente -erwähnen, so wie auch Präparate, Bücher, Photographieen und Zeichnungen -von manchen Gönnern unserer Anstalt geschenkt worden. - -Nähere Auskunft über die Geschichte und Einrichtung der physikalischen -Anstalt geben folgende Druckschriften: - - 1. Die Eröffnungsfeier des Bernoullianums in Basel am 2. Juni 1874 - mit der Festrede von Professor _Fritz Burckhardt_. - - 2. Bernoullianum, Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie an - der Universität Basel. -- Beschreibung und Pläne herausgegeben - von _Eduard Hagenbach_, Professor der Physik, _Julius Piccard_, - Professor der Chemie und J.J. _Stehlin_, Architekt. Basel 1876. - - 3. Bericht über die Ausrüstung der astronomischen Anstalt von _Ed. - Hagenbach_. Basel 1878. - -Jahresberichte über die physikalische Anstalt werden seit 1879 als -Beilage zum Jahresbericht der Akademischen Gesellschaft gedruckt. - - Ed. Hagenbach-Bischoff. - - -7. Chemische Anstalt. - -In den siebzehn ersten Jahren der Periode 1835-1885 ist die im vorigen -Abschnitt skizzierte Geschichte der physikalischen Anstalt zugleich -diejenige der Chemischen. Auch nach der im Jahr 1852 erfolgten Trennung -der Lehrstühle für Physik und Chemie blieben beide Institute, sowohl -im Falkensteiner Hof als im Museum und später im Bernoullianum neben -einander, und theilten ein so ähnliches Schicksal, dass wir -- um -bereits Gesagtes nicht zu wiederholen -- uns kurz fassen können. - -Der Glanzpunkt in der Geschichte der Anstalt fällt in die Zeit -des Falkensteiner Hofes, wo, mit geringen Mitteln ausgeführt, die -Epoche machenden Arbeiten von _Schönbein_ über das Ozon und die -Schiessbaumwolle die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt auf -Basel lenkten. Heute, nachdem die Zahl ähnlicher Fälle von Allotropie -und salpetersauren organischen Verbindungen sich ausserordentlich -vermehrt hat, ist man kaum noch im Stande, die Summe von Scharfsinn zu -würdigen, welche solche Entdeckungen erforderten, und das Aufsehen zu -begreifen, welches sie damals hervorriefen. Dass schon vor _Schönbein_ -ein explodierbares Nitroamylum bekannt war, und dass nicht Er, sondern -Genfer Forscher die wahre Natur des Ozons erkannten, vermindert -durchaus nicht sein hohes Verdienst. - -Durch seine geniale Persönlichkeit wirkte _Schönbein_ auch als Lehrer -äusserst anregend; aber die Spezialität seines Forschungsgebietes, die -Originalität seiner Untersuchungsmethoden, sein Bedürfniss als Pionier -der Wissenschaft, frei und unabhängig seine eigenen ungebahnten Wege -zu gehen, alles dies und wohl auch der Mangel au Platz brachten es -mit sich, dass er nur wenige Bevorzugte in sein Laboratorium aufnahm -und den praktischen Unterricht, namentlich in der Analyse und in der -organischen Chemie, nie streng schulmässig betrieb. Es fehlte in Basel -ein eigentliches Praktikantenlaboratorium im modernen Sinne. Und doch -wurde der Mangel eines solchen immer fühlbarer. - -Die Erweiterung der medicinischen Fakultät, die Einführung des -schweizerischen Konkordates für ärztliche Prüfungen, der enorme -Aufschwung der organischen Chemie und der für Basel wichtigen -Fabrikation künstlicher Farbstoffe, erforderten eine Berücksichtigung -im chemischen Unterricht der philosophischen Fakultät. Dies war die -nächste Aufgabe des nach dem Tode _Schönbeins_ (1868) als dessen -Nachfolger (1869) berufenen Unterzeichneten; welcher Aufgabe, Dank -der wohlwollenden Unterstützung von Behörden und Privaten, zum Theil -schon im alten Lokal im Museum, besser im neuen Bernoullianum (1874) -entsprochen werden konnte. - -Im neuen Gebäude erhielt die chemische Anstalt die östliche Hälfte -mit Hörsaal, Vorbereitungszimmer, Sammlung, Arbeitszimmer und -Privatlaboratorium des Vorstehers, analytisches und technisches -Laboratorium für circa 25 Praktikanten, Wagen- und Bibliothekenzimmer, -Werkstätte, Vorrathsräume, Keller und Hof. Während der daselbst -verbrachten 23 Semester haben 414 Praktikanten (durchschnittlich 18 -Praktikanten ohne Lehrer und Assistenten) in 10-45 wöchentlichen -Stunden regelmässig gearbeitet. Bei der im Sommer 1885 erreichten Zahl -von 41 Praktikanten waren allerdings die Nachtheile einer Ueberfüllung -stark zu spüren. Der Vorsteher wurde für die Vorlesungen und das -Praktikum, ausser von einem Diener, von je einem oder zwei, im ganzen -acht verschiedenen Assistenten unterstützt, von denen drei habilitiert -waren und in der Anstalt Spezialvorlesungen hielten. - -Von wissenschaftlichen Arbeiten, die aus dem Institut hervorgegangen -sind, können summarisch erwähnt werden solche über Chrysin und -Tectochrysin, Resorcin, Nitrokresole, Cantharidin und Orthoxylol, -Protamin, Anthrachinon, chemisch-physikalische Versuche (_Piccard_ und -Schüler); ferner zahlreiche Ergänzungen in den höheren Fettreihen, -Dank einer verbesserten Methode der Destillation im luftleeren Raum -(_Krafft_ und Schüler); Untersuchungen in der unteren Fettreihe -(_Kahlbaum_); neuerdings die Entdeckung von mehrfachen Chinoylen und -Hexaoxybenzol, aus Chinon sowohl, als bei der merkwürdigen Synthese -aus Kohlenoxydkalium (_Nietzki_ und Schüler); und in anderen Gebieten -von _Hagenbuch_, _Salomon_, _Fèvre_, _Beck_ und _Passavant_, _Andeer_ -u.s.w. Zahlreiche Arbeiten in der angewandten Chemie wurden endlich -vom Unterzeichneten während einer provisorischen Amtsdauer als -Kantonschemiker ausgeführt, wodurch die chemische Anstalt, soweit -als möglich ohne Beeinträchtigung ihres akademischen Charakters, -in beständiger Fühlung mit der Basler Bürgerschaft und der Basler -Industrie geblieben ist. - -Die finanzielle Lage der Anstalt ist zwar im Vergleich mit ähnlichen -Instituten scheinbar sehr bescheiden, indem wir gesetzlich vom -Staate, ausser Assistenz, Bedienung, Heizung, Beleuchtung und -baulicher Unterhaltung, bloss 3000 Fr. erhalten; aber allen wirklichen -Bedürfnissen ist bisher auf die eine oder die andere Weise stets -entsprochen worden. Von der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft, vom -Museumsverein, von zahlreichen Freunden der Universität, von chemischen -Fabrikanten, von Sanitätsbehörden für hygienische Untersuchungen -u.s.w. hat die chemische Anstalt in den elf Jahren an Geld- und -Naturalbeiträgen über 20,000 Fr. empfangen, also circa ⅖ der gesammten -Laboratoriumseinnahmen. Wir haben die auf lange Erfahrung gegründete -Ueberzeugung, dass, so lange die Anstalt ihrem wissenschaftlichen und -praktischen Zweck entspricht, sie nicht Noth leiden wird. - - Jules Piccard. - - -8. Botanische Anstalt. - -Die Geschichte der botanischen Anstalt reicht zurück bis zum Jahre -1588, als beim unteren Collegium ein kleiner botanischer Garten -angelegt wurde. - -Etwas über hundert Jahre später, 1692, gründete man beim Spital auf -einem grösseren, etwa zwei Juchart umfassenden Areal einen neuen -Garten, welcher der Pflege wissenschaftlich und medicinisch wichtiger -Pflanzen gewidmet war. Um die Erweiterung und den Ausbau dieser Anstalt -machte sich besonders _Werner de Lachenal_ verdient. Im Bunde mit den -Behörden und durch Aufwendung beträchtlicher eigener Mittel gelang es -ihm, um 1777 eine ordentliche Professor-Wohnung zu erstellen, und die -Sammlungen der Anstalt, besonders die Bibliothek, nach und nach zu -erweitern. - -Als jedoch im vierten Decennium unsres Jahrhunderts das neue Spital -erbaut wurde, ergab sich die Notwendigkeit, auch das Areal des -botanischen Gartens mit der neuen Anstalt zu vereinigen. In Folge -dessen kam zwischen der Erziehungsbehörde und dem Stadtrathe ein -Vertrag zu Stande, in welchem die Verlegung des botanischen Gartens -beschlossen wurde. Dieser Vertrag erhielt am 7. August 1838 die -Genehmigung des Grossen Rathes und wurde in den Jahren 1838-1842 zur -Ausführung gebracht. - -Die neue botanische Anstalt wurde vor das Aeschenthor verlegt (jetzt -St. Jacobstrasse 6). Um das Areal zu beschaffen, kaufte löbl. -Spitalpflegamt das Schneider'sche Gut an, das an Flächeninhalt ungefähr -3 Juchart und 218 Ruthen betrug. Durch weiteren Ankauf Seitens löbl. -Akademischer Gesellschaft wurde dieser Raum soweit vermehrt, dass -das ganze Grundstück fast 4 Juchart umfasste. Auf diesem Gebiet fand -unter Professor _Meissner_ die Neugründung der Anstalt statt. Die -äussere Gestalt, welche dieselbe dabei erhielt, war diejenige, welche -sie bis heute behalten hat; der ganze Entwicklungsprozess aber fällt -nach Obigem in denjenigen engeren Zeitraum, welchen diese Geschichte -behandelt. - -Wie die ältere, so zerfiel auch die neue Anstalt in zwei Theile, das -Institut im engeren Sinne nebst der Professor-Wohnung und den Garten -mit den Gewächshäusern. - -Was zunächst den Garten anbelangt, so wurde als Eintheilungsprincip das -de Candolle'sche System zu Grunde gelegt und die annuellen Gewächse, -Stauden und Sträucher nach dem früher gebräuchlichen Verfahren auf -parallele Beete gepflanzt. Daneben wurde ein besonderes Quartier für -offizinelle Gewächse bestimmt. -- Durch die vereinte Thätigkeit der -hohen Regierung, des löbl. Stadtrathes, der löbl. Gemeinnützigen -Gesellschaft, sowie einer zu dem Zweck veranstalteten Subskription -gelang es, ein geräumiges, aus drei Abtheilungen, Kalt-, Temperirt- -und Warmhaus bestehendes Gewächshaus zu erstellen, dem sich in der -Folge ein Vermehrungs- und ein kleineres Haus zur Aufbewahrung von -Kalthauspflanzen anschloss. - -Als sich in der Folge das aus Holz erstellte grosse Gewächshaus -als unzulänglich erwies, wurde es im Jahre 1862 durch ein neues, -geräumigeres und aus Eisen konstruiertes ersetzt, zu dessen Bau die -hohe Regierung Fr. 25,000 und der Reservefond der Universität Fr. -10,000 beitrug. Im Jahre 1865 wurde auf dem Areal des botanischen -Gartens ein Polizeiposten und in Verbindung damit eine Gärtnerwohnung -erbaut und endlich im Jahre 1881 an Stelle des alten, baufällig -gewordenen Vermehrungshauses ein neues, aus Eisen gefertigtes -errichtet, das sich in jeder Richtung als zweckmässig erwiesen hat. - -Damit gelangen wir zur Besprechung des Instituts. Ursprünglich war -dasselbe, vom Unterrichtszwecke abgesehen, wesentlich systematischen -Aufgaben gewidmet; die verfügbaren Räume dienten lediglich zur -Aufstellung der Herbarien und der Bibliothek. Im Laufe der Zeit -machte sich jedoch mehr und mehr das Bedürfniss geltend, auch der -anatomisch-physiologischen Richtung in der Wissenschaft Rechnung zu -tragen. Nachdem schon Professor _Schwendener_ in diesem Sinne die -ersten Schritte gethan hatte, wurden seinem Nachfolger Professor -_Pfeffer_ die Mittel zur Einrichtung eines eigentlichen kleinen -Laboratoriums bewilligt und zur Unterhaltung und weiteren Ausbildung -desselben von löbl. Akademischer Gesellschaft ein jährlicher Beitrag -von Fr. 500 ausgesetzt. Mit Hilfe dieser Mittel wurden im Laufe der -letzten Jahre nach und nach die ersten und notwendigsten Apparate -herbeigeschafft, welche zur Ausführung der einfacheren physiologischen -Versuche erforderlich sind. Um endlich dem Bedürfniss nach einigen -grösseren Instrumenten und Apparaten, vor allem nach einem den heutigen -Anforderungen entsprechenden, vollständigen Mikroskope, zu genügen, -wurde im verflossenen Jahre von hoher Regierung und löbl. Akademischer -Gesellschaft ein Extrakredit von Fr. 2,500 bewilligt. - -Wir dürfen diese Zeilen mit dem Bemerken schliessen, dass die -botanische Anstalt in lebendiger Entwicklung begriffen ist. Möge -sie trotz ihres Alters immer jung bleiben, wie der Gegenstand ihres -Studiums, die immer sich neu verjüngende Pflanzenwelt. - - H. Vöchting. - - -9. Normal-anatomische Anstalt. - -Im Sommersemester 1885 wurde diese Anstalt aus dem Collegienhaus am -Rheinsprung in das neuerbaute Vesalianum auf dem Werkhof-Areal verlegt -und theilt sich mit der physiologischen Anstalt in die Räume des -Erdgeschosses und des Souterrains. - -Ueber die Vergangenheit der Anstalt berichtete jüngst in vortrefflicher -Weise Herr Prof. _Wilhelm His_, der Direktor des anatomischen -Institutes in Leipzig. In der Gedenkschrift zur Eröffnung des -Vesalianum (Leipzig 1885) ist »die Geschichte des anatomischen -Unterrichtes in Basel« von ihm niedergelegt und gerade jene Periode -ausführlich behandelt worden, welche die letzten sechzig Jahre umfasst. -_His_ vermochte am besten diesen Theil der Vergangenheit darzustellen, -weil er vom Jahre 1857-72 als Lehrer an der Universität gewirkt und -als geborener Basler während seiner Gymnasial- und Universitätsstudien -die ganze Reihe derjenigen Lehrer persönlich gekannt hat, welche von -_C.G. Jung_ angefangen die vereinigte anatomisch-physiologische Anstalt -geleitet haben. Seit der Berufung des Prof. _W. His_ als Professor -der Anatomie nach Leipzig ist die Anatomische Anstalt, wie an anderen -Universitäten, unter einen selbstständigen Vorsteher gestellt. Die -beträchtliche Steigerung des Besuches der Universitäten in den letzten -zehn Jahren hat sich auch auf die Universität Basel und ganz besonders -auf die medicinische Fakultät erstreckt. Bei dem Fach der Anatomie -macht sich ebenso, wie bei dem Besuch der klinischen Fächer, jede -vermehrte Frequenz doppelt fühlbar. Die Präparierübungen werden nämlich -von jedem Mediciner durch zwei Wintersemester hindurch besucht. So -kommt es, dass bei hundert Medicinern, welche sich auf vier Jahrgänge -vertheilen, die Zahl der Präparanten bis auf fünfzig steigen kann. -Bei solcher Frequenz waren die Räumlichkeiten in dem Collegienhaus -am Rheinsprung, welche kaum für zwanzig Präparanten dürftigen Platz -boten, durchaus ungenügend geworden, und die hohen Behörden gingen -in Verbindung mit der Akademischen Gesellschaft daran, für Anatomie -und Physiologie ein neues Gebäude zu errichten. (Genaueres über die -Entstehungsgeschichte siehe in dem Bericht über die physiologische -Anstalt). - -In dem Neubau des Vesalianums ist die Anatomie in dem Erdgeschoss -untergebracht. Bei der Berechnung des für ein anatomisches Institut -in Basel nothwendigen Raumes wurde eine Frequenz der Anstalt von 60 -Präparanten vorausgesetzt. (Im Winter 1884/85 hatten 56 Mediciner an -den Präparierübungen Theil genommen.) So enthält denn der Präpariersaal -am Westende des Gebäudes mit einer Fläche von 154 Quadratmeter für -jeden Arbeiter 2½ Quadratmeter. Dazu kommt noch in unmittelbarer Nähe -des Seciersaales eine Garderobe. - -Der Hörsaal befindet sich in dem Centrum des Gebäudes, liegt nach -Norden; die Sitzbänke sind nicht amphitheatralisch, sondern senkrecht -zu drei grossen Fenstern gestellt, welche den Raum mit einem -einheitlichen Licht erfüllen. An ihn schliesst sich als nothwendige -Ergänzung ein Saal für anatomische und mikroskopische Demonstrationen, -welche in dem Hörsaal aus besonderen Gründen nicht stattfinden können, -unmittelbar an. Der Demonstrationssaal enthält eine Handsammlung für -die Studierenden der Medicin, welche in der Anstalt arbeiten. Sie -steht ebenso wie der Saal und ein daselbst befindliches Mikroskop zu -freier Verfügung. Auch der Präpariersaal enthält eine grosse Anzahl -von Präparaten, welche der freien Benutzung bei den Präparierübungen -zugänglich sind. - -Eine andere Abtheilung des Erdgeschosses, welche ebenso wie der -Hör- und der Demonstrationssaal nach Norden liegt, umfasst die -Sammlungsräume mit einer Bodenfläche von 111 Quadratmetern. - -Die Arbeitszimmer liegen der Südfront entlang, soweit dieselbe nicht -von dem Präpariersaal, der Garderobe, einer kleinen Treppe und dem -hellen, geräumigen Stiegenhaus eingenommen wird. Das Souterrain ist zur -Hälfte der anatomischen Anstalt zugetheilt, ebenso wie ein Theil des -Speichers. - -Die anatomische Sammlung ist in drei Abtheilungen gegliedert. - -Die erste Abtheilung umfasst die systematische Anatomie, und zwar mit -der bekannten Gliederung in Präparate für die Knochen- und Bänderlehre, -die Eingeweidelehre und die Sinnesorgane, die Gefässlehre, die -Nervenlehre. - -Die zweite Abtheilung umfasst die Rassenanatomie; sie ist in -dem breiten Korridor des neuen Gebäudes in den besonders für -Rassenschädel konstruierten Schränken aufgestellt. Was in dieser -Abtheilung von den Herren _His_ und _Rütimeyer_ gesammelt wurde, -ist durch die Veröffentlichung eines Werkes, betitelt »Crania -helvetica«, in 4º, Basel 1864, auf die Höhe eines wissenschaftlichen -Vergleichungsmateriales gehoben worden. Keine Universität der Schweiz -besitzt eine so ausgedehnte Sammlung schweizerischer Schädel. Die -Schädel der historischen Bevölkerung sind zahlreich vertreten, aber -auch die prähistorische Bevölkerung. Aus der burgundischen und -helvetischen Periode und aus der Periode der Pfahlbauten besitzen wir -manches werthvolle Objekt. - -Die dritte Abtheilung umfasst die embryologische Sammlung, und -besteht aus einer grossen Zahl vortrefflicher Wachspräparate, welche -wir, abgesehen von den Weingeistpräparaten, zum überwiegenden Theile -schenkungsweise von Herrn Prof. _His_ erhalten haben. Sie entstammen -seinen wichtigen Arbeiten über die Entwicklungsgeschichte des Menschen, -des Hühnchens und des Lachses. - -Eine vierte Abtheilung umfasst die mikroskopischen Präparate. Diese -Sammlung ist in einem der nach Süden gelegenen Zimmer aufgestellt. - -Als höchst interessante Reliquien für die Geschichte des anatomischen -Unterrichts sind zu verzeichnen: - -1) ein weibliches Skelett, von _Felix Plater_ - -2) ein männliches Skelett, von _Vesal_ hergestellt. - -Ueber das letztere siehe die oben citierte Abhandlung von _W. His_, S. -3. - -Diese beiden Skelette sind wohl die ältesten Knochenpräparate, welche -in irgend einer anatomischen Sammlung existieren. - -Die anatomische Sammlung ist für 16,000 Franken versichert. - -An der Anstalt wirken zur Zeit, abgesehen von dem Vorsteher, noch ein -Prosektor, Herr Dr.med. _Gottschau_ aus Berlin, und ein Assistent, -stud. med. _VonderMühll_ aus Basel. Der Abwart der Anstalt hat im -Erdgeschoss eine Werkstätte und im Souterrain eine mit Berücksichtigung -aller sanitären Maassregeln erstellte Wohnung. - -Die Länge des stattlichen Gebäudes beträgt 55.43 Meter -- die Breite in -dem Mittelbau 24.20 Meter. Die Westfront trägt in vergoldeten Lettern -den Namen »_Vesalianum._« - - J. Kollmann. - - -10. Vergleichend-anatomische Anstalt. - -Da erst vor kurzem, bei Ablauf von fünfundzwanzig Jahren seit -Uebertragung der Leitung der vergleichend-anatomischen Sammlung an den -Unterzeichneten, der Jahresbericht von 1880 einen Ueberblick über die -allmählige Entwicklung derselben gegeben hat,[34] so kann sich der -gegenwärtige Bericht hinsichtlich jener Periode kurz fassen. - -Ein Keim von Lehrmitteln für vergleichende Anatomie und Zoologie wurde -zu Anfang der zwanziger Jahre, und zwar innerhalb des Rahmens der -Sammlung für menschliche Anatomie zuerst angelegt auf Anregung von -Professor _C.G. Jung_.[35] Die Hauptbestandteile derselben bildete -ein von _Fr. Nusser_, dem Prosektor von Professor Jung, hergestellter -Vorrath von Thierskeletten, hauptsächlich Säugethiere und Vögel. -Allmählig kamen dazu allerlei Geschenke, namentlich osteologischer -Natur, von dem Professor für Botanik und Zoologie, _K.Fr. Meissner_; -ferner die vortreffliche Privatsammlung von Gehörpräparaten des -1843 verstorbenen Dr.med. _Ed. Hagenbach_ als Geschenk von dessen -Erben. Später eine von Herrn Prof. _Miescher-His_ angelegte und -von ihm geschenkte, für die damalige Zeit schon ansehnliche -Sammlung wirbelloser Meerthiere, hauptsächlich aus Neapel, und bald -darauf, durch Ankauf, eine grössere, auch die Fische umfassende, -die von dem Unterzeichneten in den Jahren 1851 und 1853 in Nizza -und Palermo angelegt worden war, so wie allmählig eine Anzahl von -vergleichend-anatomischen Präparaten, welche von den verschiedenen -Inhabern des anatomisch-physiologischen Lehrstuhls, namentlich von -Professor _Alex. Ecker_ und _C. Bruch_ herrührten. - -Bis zum Jahr 1855, wo zuerst (im October) ein besonderer Lehrstuhl für -vergleichende Anatomie und Zoologie errichtet und dem Unterzeichneten -anvertraut wurde, war dieser Vorrath an Lehrmitteln bereits auf circa -1000 Nummern des Präparatenkataloges angestiegen. Untergebracht -waren dieselben in dem kleineren der zwei im ersten Stock des -unteren Collegiums der menschlichen Anatomie angewiesenen Säle; -doch wurde bald nöthig, mit den grossen Skeletten in den Mittelraum -auch des grösseren Saales überzugreifen. Auch für Anschaffungen und -Präparation wurde die Sammlung anfänglich auf Aushilfe von Seiten -der anatomisch-physiologischen Muttersammlung angewiesen, was bei -den beschränkten eigenen Verhältnissen der letztern zu allerlei -Misslichkeiten hätte führen können, wenn nicht bald, schon von 1857 an, -die Berufung von Professor W. _His_ an den Lehrstuhl für menschliche -Anatomie und Physiologie ein volles Einverständniss gesichert hätte. -Immerhin betrug die Einnahme der Sammlung für vergleichende Anatomie -im Jahr 1856 nur Fr. 155 und stieg auch in den folgenden Jahren -nur langsam, sei es -- und vor allem auf Verwendung von Professor -_Jung_, -- durch gelegentliche freiwillige Zuschüsse von Seite der -medicinischen Fakultät, sei es durch ähnliche freiwillige Unterstützung -von manchen Freunden der rasch anwachsenden Sammlung, unter welchen an -Verstorbenen namentlich Prof. K. Fr. _Meissner_ und C. _Streckeisen_ -dankbare Erinnerung verdienen. - -Ueber die allmählige Weitergestaltung giebt etwas einlässlichere -Auskunft der Regenzbericht für 1865. Die Sammlung gliederte sich -nach und nach in drei verschiedenartige Abtheilungen: eine für -vergleichende Anatomie, eine für Zoologie, soweit solche noch nicht -im naturhistorischen Museum Pflege finden konnte, nämlich für -wirbellose Thiere und für Fische und Reptilien in Weingeist, und eine -dritte ausschliesslich aus Geschenken entstandene für Palæontologie, -vorwiegend bestehend aus Thierresten von prähistorischen Fundstellen, -wie Pfahlbauten, Knochenhöhlen u.s.w. bis in die jüngere Tertiärzeit, -letztere hauptsächlich vertreten durch Gipsabgüsse nach den -Originalsammlungen des Auslandes, namentlich Frankreichs und einer -grossen Anzahl von Museen Italiens. - -Eine wesentliche Förderung wurde der Sammlung zu Theil durch das -Universitätsgesetz vom Januar 1866, das ihr in Bezug auf Einnahme -und Haushalt Selbstständigkeit und einen Jahreskredit von Fr. 1000 -nebst Fr. 300 für Bedienung gewährte, wobei indess die freiwilligen -Beiträge nicht ausblieben und namentlich auch die medicinische Fakultät -Jahre lang fortfuhr, ihre Examengebühren vorwiegend dieser Sammlung -zuzuwenden. Wie denn auch der Kreis von Freunden von befreundeten -Anstalten im In- und Ausland und namentlich von Schülern, die aus dem -Ausland oft höchst werthvolle Beiträge an Naturalien, heimsandten, -sich immer mehr vergrössert hatte. An besonders ansehnlichen Beiträgen -aus früheren Jahren nennen wir die Skelettsammlung von Professor J. -J. _Mieg_, die nach dessen Tod im Jahre 1870 der Anatomie so gut als -geschenkweise zufiel, die Jahre lang wiederholten Zusendungen von Dr. -_Karl Dieterich_ aus Michigan, diejenige von _Ed. Spitteler_ in Ceylon, -von Dr. _Zahnd_ im Capland, und vor allem die von 1863-78 fast jedes -Jahr sich wiederholenden höchst werthvollen Geschenke von Dr. _Gustav -Bernoulli_ in Guatemala.[36] - -Alles das nöthigte zu immer grösserer räumlicher Ausdehnung. Schon -1864 war dem dringendsten Bedarf Rechnung getragen worden durch -Glasschränke im Mittelraum des Saales; aber auch von dem Areal für -menschliche Anatomie musste immer ausgiebigerer Gebrauch gemacht -und dessen Mittelraum und Decke gefüllt werden; und von 1877 musste -man unter Entgegenkommen des Professors der pathologischen Anatomie -auch in dessen Sammlungssaal, ein Stockwerk höher, eindringen, wobei -gleichzeitig Manches an die mittlerweile entstandene Reptiliensammlung -des Museums, und auch die Gipsabgüsse tertiärer Säugethiere der -daselbst entstandenen besondern Sammlung abgegeben wurden. - -Vom Jahr 1877 an bis auf 1885 fügte dann die Akademische Gesellschaft -zu den genannten Hilfsmitteln aus dem Kirchen- und Schulgut einen -jährlichen Zuschuss von Fr. 500, der namentlich erlaubt hat, dem bei -derartiger Zunahme an Inhalt und Ausdehnung immer drückenderen Bedarf -an regelmässiger Aushilfe für Bedienung zu begegnen, die bisher oft -unzureichend, oft ganz ausbleibend durch Studierende besorgt worden -war; immerhin verpflichtet auch hier, so gut wie bei Geschenken, -Dankbarkeit, aus älterer Zeit namentlich der treuen und hingebenden -Arbeit der Herren Stud. _Kossakowsky_ und _Tachella_ zu gedenken. - -Die Errichtung einer besondern pathologisch-anatomischen Anstalt -eröffnete uns endlich im Jahr 1881 deren schon theilweise besetzten -Saal vollständig. Trotz der Verdoppelung des Raumes füllte sich indess -derselbe sofort so, dass nirgends merkliche Lücken entstanden und -nicht ersichtlich war, wie der frühere Zustand wieder hergestellt -werden könnte. Dasselbe lässt sich sagen von der in das gegenwärtige -Jahr fallenden schliesslichen Besitznahme auch des Überrestes der -Räumlichkeiten für menschliche Anatomie in Folge der Errichtung des -Vesalianums. - -Erst hierdurch ist die vergleichend-anatomische Sammlung, freilich -immer noch zum Theil in Räumlichkeiten, über deren Ungunst die -Berichte an die Regenz seit Jahrzehnten Klage führten, völlig -unabhängig geworden (mit einem Kredit von Fr. 2100 für die Sammlung -und für Assistenz und wie bisher Fr. 900 für den im Hause wohnenden -Anatomie-Diener). Sie hat auch das frühere Areal der menschlichen und -der pathologisch-anatomischen Sammlungen völlig besetzt und ist eine -besondere Lernsammlung zum Privatstudium der Studierenden in dem alten -Seciersaal eingerichtet, während der sogenannte neue Seciersaal bereits -in diesem Sommer im Anschluss an die Vorlesungen zu Demonstrationen -unter der Leitung des Assistenten, Herrn Cand. phil. _Leuthardt_, -verwendet wurde. - -Über den Inhalt der Sammlung können Zahlen je länger je weniger -richtigen Aufschluss geben. Einige Details gab der schon genannte von -der Akademischen Gesellschaft veröffentlichte Bericht für 1880, den wir -bis 1885 in folgender Weise ergänzen: - -Summa der Katalognummern etwa 5500, wovon über 3000 der -vergleichend-anatomischen Abtheilung, nahezu 2000 der zoologischen und -das Übrige, meist nicht einzelne Gegenstände, sondern ganze Reihen -enthaltend, der palæontologischen zufallen. Für Spezielleres sind in -der osteologischen Sammlung, die immer noch das Schwergewicht bildet, -etwa 820 Spezies von Wirbelthieren vertreten: - - Spezies von - -------------------|---------------- - - Säugethieren Vögeln Reptilien Fischen - - durch ganze Skelette (nahezu 700) 180 127 94 71 - dazu durch Schädel (nahezu 1200) 206 83 30 33 - ----------------------------------- - 386 210 124 104 Summa 824. - -In Weingeist: Wirbellose Thiere 1040, Fische 440, Batrachier und -Reptilien 350 Arten. - -Vergleichend-anatomische Objekte in Weingeist circa 600 Nummern. - -Wichtiger als diese Zahlen ist die Anerkennung, dass diese Hilfsmittel -den Anforderungen des akademischen Unterrichts in einer Weise -entsprechen, die während Jahrzehnten als unerreichbar erschien, und -dass einzelne Abteilungen auch für Spezialstudien eine reiche Fülle -bieten, die immer noch im Zunehmen begriffen ist durch fortdauernde -Fürsorge aus allerlei Quellgebieten, worunter wir für die letzten -Jahre besonders hervorheben die Zusendungen von Dr. _Gränicher_ -(Mittelmeerfauna), von Dr. C. _Passavant_ und Dr. E. _Mähly_ aus -West-Afrika, von Dr. _Paul_ und _Friedrich Sarasin_ aus Ceylon. - -Am Schlusse einer Darstellung, die durch das viele Erfreuliche, das -sie zu melden erlaubt, die Schattenseiten des Rückblickes, die in den -jährlichen amtlichen Berichten häufigen Ausdruck fanden, zu übersehen -verpflichtet, mag es billig sein, beizufügen, dass durch die letzten -Veränderungen endlich auch -- nach dreissig Jahren allerdings etwas -spät -- vielleicht der empfindlichste Übelstand, das Fehlen eines -besondern Lokales für die Vorlesungen, die Tag für Tag an einen grossen -Vorrath von Lehrmaterial gebunden sind, beseitigt werden konnte. - - L. Rütimeyer. - - -11. Physiologische Anstalt. - -Seit der Rekonstruktion der medicinischen Fakultät in den zwanziger -Jahren dieses Jahrhunderts trat die Physiologie als besonderes Lehrfach -auf, anfangs (unter den Herren Fr. _Meissner_ und Fr. _Miescher_, -Vater) mit der vergleichenden Anatomie und der allgemeinen Pathologie -einem Professor zugewiesen, später, nach Prof. _Jung's_ Übertritt zur -praktischen Medicin, mit der deskriptiven Anatomie vereinigt (unter -den HH. A. _Ecker_, C. _Bruch_, G. _Meissner_, W. _His_). Seit Anfang -der fünfziger Jahre entstand allmählig durch Anschaffungen aus dem -für anatomische und physiologische Lehrmittel bewilligten Kredit der -Grundstock einer Sammlung von Instrumenten für physiologische Versuche -und Demonstrationen, als deren älteste, werthvolle Stücke hervorzuheben -sind ein Ludwig'sches Kynographion von Keinath aus dem Jahre 1854, -mehrere Apparate nach Vierordt zur Physiologie des Kreislaufs von -ebendemselben 1855 und 56, sowie ein Dubois'scher Multiplikator von -Sauerwald von 1859. Besondere Lokalien für physiologische Zwecke waren, -mit Ausnahme eines Hörsaals, keine reserviert. - -Bei Anlass der Wegberufung von Herrn Prof. W. _His_ wurde durch -Grossrathsbeschluss vom 24. Februar 1873 eine besondere ordentliche -Professur für Physiologie geschaffen und derselben für die Bedürfnisse -des physiologischen Unterrichts ein jährlicher Kredit von Fr. 1500 aus -Staatsmitteln zugewiesen; ausserdem wurde die Stelle eines zweiten -Abwarts (mit Fr. 1500 Gehalt) kreiert, welchem die Bedienung der -Professoren der Physiologie und der pathologischen Anatomie übertragen -wurde. Der hiemit neu begründeten physiologischen Anstalt wurden -als Räumlichkeiten zugewiesen: ein Hörsaal und ein Arbeitszimmer im -südöstlichen Flügel des Universitätsgebäudes, vom Rheinsprung aus -Parterre, mit besonderem Eingange, beide Räume seit 1866 von Herrn -Prof. _His_ benützt; ferner Thierställe, sowie ein Aquarium in dem -Hofraum neben dem Leichenkeller. Später wurde vom Baudepartement noch -die Einrichtung einer kleinen Werkstätte im Holzschuppen neben dem -Hofthor bewilligt. Die Verbindung zwischen den oberen und unteren -Lokalien war theilweise durch eine Leiter hergestellt. - -Unter den so geschaffenen Verhältnissen konnte während des Zeitraums -von 1872-85 mit Hilfe des bewilligten Kredites (zu welchem 1875 auch -die Akademische Gesellschaft einen Extrazuschuss gewährte) der Bestand -der physiologischen Sammlung ein erfreuliches Wachsthum aufweisen, so -dass die behufs Feuerversicherung im April 1884 aufgenommene Schätzung -einen Werth von Fr. 16,000 ergab. Die eigentliche Anstaltsthätigkeit -war dagegen, sowohl was den Unterricht als was die Forschung betrifft, -in hohem Grade durch Raummangel gehemmt, obwohl auch der Korridor -mit Utensilien angefüllt und jeder verfügbare Raum aufs Aeusserste -ausgenützt wurde. - -Um den oben geschilderten Uebelständen, sowie auch dem Raummangel der -anatomischen Anstalt abzuhelfen, wurde, nachdem in den Jahren 1881 und -1882 seitens der hohen Behörden mehrere Gutachten von der medicinischen -Fakultät über diese Angelegenheit eingeholt worden waren, die -Errichtung eines Neubaues für Anatomie und Physiologie auf dem Areal -des Werkhofes in Aussicht genommen, wozu die Akademische Gesellschaft -in einer Uebereinkunft mit dem Staat vom 20. September 1882 sich -bereit erklärte, die Hälfte der veranschlagten Baukosten bis auf die -Summe von Fr. 160,000 beizutragen. Nachdem letztgenannte Uebereinkunft -von dem Plenum der Akademischen Gesellschaft ratifiziert war und -den 29. Januar 1883 auf Grund dieses Vertrages das ganze Projekt, -sowie die von Herrn Reber ausgearbeiteten Pläne die Genehmigung des -Grossen Rathes erhalten hatten, wurde im Frühjahr 1883 der Bau unter -Leitung von Herrn P. _Reber_ begonnen, noch im Spätherbst desselben -Jahres unter Dach gebracht, und nachdem über dem innern Ausbau und -den Einrichtungsarbeiten noch das Jahr 1884 verstrichen war, mit dem -Beginn des Sommersemesters 1885 für den Unterricht eröffnet. Zu Ehren -des grossen Neubegründers der menschlichen Anatomie, der 1542/43 auch -in Basel wirkte, _Andreas Vesalius_, erhielt der Neubau den Namen -»Vesalianum«. - -Von den Räumen des Vesalianums sind hinwiederum der physiologischen -Anstalt zugetheilt: das ganze erste (obere) Stockwerk mit Ausnahme -eines Hörsaales nebst Wartezimmer für Privatdocenten verschiedener -medicinischer Fächer; ferner die Räume der Dachetage mit Ausnahme einer -Kammer, eines kleinen Zimmers nach Süden für mikrophotographische -Arbeiten, sowie eines Theiles des Dachbodens im Westanbau, welche -Lokalien der anatomischen Anstalt zugewiesen sind; in die Räume des -hellen und luftigen Souterrains theilen sich, soweit sie nicht durch -die Heizungsanlagen in Beschlag genommen sind, die anatomische und die -physiologische Anstalt, welche letztere daselbst ihre Behälter für -Thiere, ihre Vorräthe von Chemikalien und andere Utensilien unterbringt. - -Die Hauptetage enthält die nöthigen Räume und Einrichtungen, um neben -den theoretischen und experimentellen Vorlesungen in den verschiedenen -Richtungen der physiologischen Wissenschaft selbstständig zu arbeiten -und Schüler praktisch zu unterrichten: einen Hörsaal für circa fünfzig -Zuhörer, dazu ein Vorbereitungszimmer, worin auch die physiologische -Sammlung aufgestellt ist; ein grösseres und ein kleineres -Laboratorium für physiologisch-chemische Arbeiten, mit zusammen -zwanzig Arbeitsplätzen; ein kleines Zimmer für Elementaranalysen, ein -Waagezimmer, ein Zimmer für physikalisch-chemische Untersuchungen, -Privatlaboratorium und Bureau des Professors, ein Zimmer für -mikroskopische Arbeiten, einen grösseren Raum für Experimente, -einen Raum für Gasanalysen, zwei Arbeitsräume, welche für -physikalisch-physiologische Untersuchungen bestimmt sind, eine -Werkstätte für den Abwart. - -Um den vermehrten Bedürfnissen der so bedeutend erweiterten -physiologischen Anstalt Rechnung zu tragen, wurde durch -Grossrathsbeschluss vom 16. März 1885 für die erste instrumentale -Ausrüstung ein Kredit von Fr. 5,000 bewilligt und der regelmässige -jährliche Staatsbeitrag von Fr. 1,500 auf Fr. 2,000 erhöht; ausserdem -wurde für einen Assistenten ein jährlicher Beitrag von Fr. 1,500 -ausgesetzt. Der Abwart bezieht den bisherigen Gehalt von Fr. 1,500 bei -freier Wohnung im Dachgeschoss. - - Friedrich Miescher-Rüsch. - - -12. Pathologisch-anatomische Anstalt. - -Die pathologische Anatomie ist an hiesiger Universität seit 1850 durch -eine eigene Professur vertreten. Doch war schon früher dieses Fach -von Lehrern der medicinischen Fakultät berücksichtigt worden. Wir -besitzen noch heute einige von _Felix Plater_ herrührende Präparate; -der wichtigste Theil des Grundstockes der pathologisch-anatomischen -Sammlung entspringt der vielseitigen Thätigkeit von _C.G. Jung_. -Unter anderm bewahren wir das Präparat einer von _Jung_ ausgeführten -Ovariotomie auf, als Erinnerung an die erste in der Schweiz ausgeführte -Operation dieser Art. - -Seit Uebernahme der Professur durch Herrn _Miescher_ (Vater) -hat regelmässiger Unterricht in der pathologischen Anatomie und -fortwährende Vermehrung der Sammlung stattgefunden. Für Beides ist auch -durch den Verstorbenen _C.E.E. Hoffmann_ Vieles geschehen. - -Sowohl das Wachsthum der Sammlung, als die seit Ende der sechziger -Jahre steigende Zahl der Medicin-Studierenden liessen den Mangel an -Raum im Universitätsgebäude immer fühlbarer hervortraten. Nachdem -schon seit 1872 auf Abhilfe gesonnen worden war, gelang es 1879 durch -das Zusammenwirken der Akademischen Gesellschaft, des Pflegamtes des -Spitals und des Staates einen Ausweg zu finden. Durch Vertrag vom 10. -März 1879 wurde die Erstellung eines den Zwecken der pathologischen -Anatomie dienenden Gebäudes beschlossen. Die Akademische Gesellschaft -leistete an die Kosten Fr. 85,000, das Spital Fr. 30,000. Letzteres -gab zugleich das nothwendige Areal; der Staat übernahm Fr. 18,000 für -Ausrüstung der Anstalt. Das Gebäude wurde 1880 beendigt und im Herbst -desselben Jahres bezogen. - -Die Lage des Gebäudes im Garten der Spitals entspricht dem Zweck -der Anstalt. In dem einstöckigen Mittelbau finden sich oben Hörsaal -und Sammlungsräume, unten die Arbeitszimmer für Studierende und -den Professor. Der eine Parterreflügel enthält einen Saal zum -Mikroskopieren, der andre zwei Sektionsräume. Das Souterrain besitzt -Abteilungen für Leichen, Präparate, Brennmaterial u.s.w. - -Im Jahr 1881 hat der Staat den bisherigen Jahreskredit der Anstalt um -Fr. 1,200 erhöht. - -So ist der pathologischen Anatomie eine gedeihliche Entwicklung -gesichert worden. Der Unterricht zerfällt in Vorlesungen und in -praktische Uebungen der Studierenden; für beides liefert die Sammlung -Objekte zur Demonstration. Ausser den Sektionen des Spitals werden -die des Kinderspitals und bei eintretendem Bedürfniss auch solche für -Privatärzte vorgenommen. Die Sammlungen werden stets vermehrt; sie -erhalten alljährlich Beiträge von der chirurgischen und gynäkologischen -Klinik, sowie von hiesigen und auswärtigen Aerzten. Studierende -und Aerzte finden in der Anstalt Gelegenheit, sich einlässlich mit -pathologisch-anatomischen Untersuchungen zu befassen. - -Einige Zahlen mögen ein annäherndes Bild von dem Stande der -pathologisch-anatomischen Anstalt geben. Von 1873-79 betrug die Zahl -der Sektionen im jährlichen Durchschnitt 222, von 1880-84 309. Die -Sammlung zählt jetzt 3517 Präparate, wovon 2662 in Spiritus, 855 -trocken aufbewahrt werden. Der jährliche Zuwachs seit 1873 beziffert -sich durchschnittlich auf 150-180 Nummern. Grössere anatomische -Arbeiten sind von jungen Aerzten unter Leitung des Vorstehers -ausgeführt und durch den Druck veröffentlicht worden 1873-79 eine, -1880-84 zehn. - - Moritz Roth. - - -13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale. - -Eine reguläre medicinische Klinik nach dem Muster anderer -Universitätskliniken existiert in Basel erst seit dem Jahre 1865, -wenn auch schon früher von Herrn Professor Dr. _Jung_ sel., gewesenem -Oberarzte der medicinischen Abtheilung des Bürgerspitals, wohl während -der Morgenvisite im Krankenhause gelegentlich klinischer Unterricht -ertheilt worden ist. Die Einführung einer ständigen medicinischen -Klinik, als integrirenden Bestandtheils des medicinischen Unterrichtes -an hiesiger Universität, wurde im März 1865 durch Vereinbarung zwischen -der Staatsbehörde und Spitalbehörde beschlossen, der Beschluss -vom Grossen Rathe nachträglich genehmigt und zu gleicher Zeit das -neuzugründende Institut zur Beschaffung seiner Lehrbedürfnisse, -insbesondere zur Ertheilung von Freibetten an geeignete Patienten, mit -einem jährlichen Kredite versehen. Nachdem so eine medicinische Klinik -im eigentlichen Wortsinne erst ermöglicht worden war und mit erfolgtem -Ableben des Herrn Professor _Jung_ das Lehrfach der klinischen Medicin -durch Berufung des Herrn Professor Dr. _Carl Liebermeister_ an hiesige -Universität einen neuen geeigneten Vertreter erhalten hatte, begann die -medicinische Klinik unter dessen Leitung zu Anfang des Wintersemesters -1865/66 und ist sie seitdem permanent Universitätsattribut geblieben. -Sie wird wöchentlich fünfmal (an den Wochentagen, mit Ausnahme des -Donnerstags) Vormittags im Bürgerspitale abgehalten, anfänglich -vor der chirurgischen Klinik von 9-10½ Uhr, später und zwar seit -Sommersemester 1878 (inclus.) durch Austausch der Stunden erst nach -dieser letzteren, nämlich von 10½-12 Uhr. Als Vorsteher der Klinik, -und zugleich als ordentliche Professoren der speziellen Pathologie -und Therapie an der Universität, fungierten bisher der schon genannte -Professor Dr. _Liebermeister_ und, nach erfolgter Berufung desselben -an die Universität Tübingen, seit Herbst 1871 der Unterzeichnete. -Dem Chefarzte der Klinik standen ferner bisher jeweilen zwei jüngere -absolvierte Aerzte als Assistenzärzte zur Seite, von denen der eine die -männlichen, der andere die weiblichen Patienten unter sich hat. Die -Amtsdauer derselben soll ordnungsgemäss je zwei Jahre betragen, hat -aber in Wirklichkeit wiederholt mehr (bis zu vier Jahren), wiederholt -auch weniger lange (nur ein Jahr) gewährt. Ausserdem besitzt sowohl -die männliche wie die weibliche Abtheilung auch noch je einen aus -der Zahl der Studierenden der Medicin und Klinicisten gewählten -Hilfsassistenten, der auf die Dauer eines Semesters sich zum Dienst -auf der betreffenden klinischen Abtheilung verpflichtet und dem die -kleineren Obliegenheiten auf derselben unterstellt sind. Ausser der vom -Chefarzt selbst gehaltenen medicinischen Klinik werden im Anschluss und -zur Vorbereitung auf dieselbe den jüngeren und angehenden Klinicisten -auch noch verschiedene diagnostische und propädeutische Kurse ertheilt. -So findet namentlich in jedem Semester wenigstens ein (nach Bedürfniss -gab es deren mitunter auch wohl zwei) theoretisch-praktischer Kursus -in der physikalischen Diagnostik (Auskultation und Perkussion) -wöchentlich in zwei Stunden Seitens des Einen der beiden Assistenzärzte -statt, während dem Anderen die Abhaltung eines laryngoskopischen -Kurses obliegt; ferner hält der Chefarzt selbst seit 1881 auch noch -zum wenigsten in jedem Wintersemester einen zweistündigen Kurs -über klinische Propädeutik, in welchem namentlich die methodische -Krankenuntersuchung allseitig und zusammenfassend betrieben und -damit der junge Mediciner direkt auf das Praktizieren in der Klinik -vorbereitet wird. - -Die Frequenz der klinischen Zuhörer hat sich seit 1865 um ein -Ansehnliches gehoben; während sie im ersten Semester des Bestehens -der Klinik (Wintersemester 1865/66) nur 8 betrug, war sie beim Wegzug -des Herrn Professor _Liebermeister_ im Sommersemester 1871 bereits -auf 19 gestiegen. Im Sommersemester 1872 erreichte sie dann die Zahl -von 24 ordentlich inskribierten Zuhörern; im Wintersemester 1878/79 -die von 36, und im Wintersemester 1880/81 ihr bisheriges Maximum -mit 43 Inscribierten. In den letzten zwei Jahren bewegte sich die -Frequenz anhaltend zwischen 30-40, sie betrug im Wintersemester -1883/84 35, im Sommersemester 1884 37, im Wintersemester 1884/85 35 -und im Sommersemester 1885 endlich 33 Hörer. Ausser von Studierenden -der Medicin und nicht immatrikulierten Zuhörern ist aber die Klinik -seit ihrem Bestehen auch schon wiederholt von praktischen Aerzten, -einheimischen wie fremden, theils vorübergehend, theils auch dauernder -besucht worden. - -Die klinischen Patienten rekrutieren sich theils aus der städtischen -Bevölkerung, die im Bürgerspitale ärztliche Hilfe sucht und Aufnahme -findet; theils aus Fremden, denen vom Direktor der Klinik behufs -Vorstellung und Besprechung derselben in der Klinik klinische -Freibetten ertheilt werden. Von den gewöhnlichen Spitalpatienten aus -der Stadt und nächsten Umgebung werden nur solche Fälle in der Klinik -vorgestellt, an welche sich ein besonderes wissenschaftliches -- sei -es pathologisches, sei es therapeutisches -- Interesse knüpft, und -welche vom Direktor der Klinik deswegen als zur klinischen Besprechung -tauglich befunden werden. Die Vorstellung der Kranken erfolgt ferner -immer nur nach deren ausdrücklich eingeholter Einwilligung hierzu, -und es haben Schwierigkeiten in dieser Beziehung seit Bestehen der -Klinik nur sehr vereinzelt stattgefunden. Von kardinaler Wichtigkeit -aber für die gedeihliche Entwicklung des klinischen Unterrichtes (auf -dem Gebiete der innern Medicin, wie der Chirurgie und Geburtshilfe) -ist jedenfalls das den Kliniken seit deren Begründung zugestandene -Recht der Freibetten gewesen. Was speziell die medicinische Klinik -anlangt, so steht es nach demselben dem internen Kliniker zu, -gleichzeitig je bis zu zehn Patienten, völlig unabhängig von deren -Heimatsverhältnissen und deren Zahlungsfähigkeit, lediglich zum Zwecke -des Unterrichtes Aufnahme im Spitale zu gewähren, wenn deren Kranksein -wissenschaftlich-fachliches Interesse darbietet. Die so aufgenommenen -Kranken stellten nach und nach ein Hauptkontingent zur Klinik; sie -zahlen, wenn sie bedürftig sind, nichts, oder andernfalls eine sehr -ermässigte, tägliche Verpflegungstaxe, die gegenwärtig Fr. 1.50 pro Tag -beträgt. Die Nachfrage nach diesen klinischen Freibetten ist anfänglich -eine geringere, im weitem eine immer wachsende gewesen, und oft ist -es in den letzten Jahren vorgekommen, dass Gesuche um Aufnahme in -diese Freibetten abgewiesen werden mussten, weil es an dem überhaupt -verfüglichen Raume fehlte, oder weil der betreffende Fall sich nicht -zur Besprechung in der Klinik vorzugsweise eignete. So haben im Jahre -1884 im Ganzen nur 52, im Jahre 1882 nur 56 Gesuche berücksichtigt -werden können, während im dazwischenliegenden Jahre 1883 die Zahl der -in Freibetten aufgenommenen Patienten 95 und im Jahr 1881 80 betragen -hat. - -Aus vorstehendem Ueberblick über die Verhältnisse der medicinischen -Klinik während der ersten zwanzig Jahre ihres Bestehens erhellt, dass -die Entwicklung des Institutes in allen Hauptbeziehungen eine sehr -glückliche genannt werden darf. Es fehlt ihm namentlich weder an einer -ausreichenden Frequenz der Zuhörer, noch an dem nöthigen Lehrstoffe in -Bezug auf klinisch-brauchbare Fälle. Zu wünschen wäre dagegen sehr, -dass ihr für die grössere Zahl der Besucher auch ein grösserer und -zweckmässig eingerichteter Hörsaal nach dem Muster anderer Kliniken im -Spitale eingerichtet würde, und dass namentlich dem Kliniker und dessen -Mitarbeitern daselbst etwelche passend gelegene und hinlänglich grosse -Arbeitsräume zugewiesen würden, da es an solchen schon seit mehreren -Jahren nahezu völlig gebricht, und die früher disponibeln Räume zu -Krankenzimmern eingerichtet werden mussten. Es steht zu erwarten, dass -diesen Uebelständen bei der bevorstehenden Verlegung des Irrenhauses -Rechnung getragen werde, da andernfalls ein Hauptzweck der Klinik, -wissenschaftliche Forschung zu fördern und überhaupt in strenger -Methode zu ermöglichen, nur in der unvollkommensten Weise erfüllt -werden könnte. - - Hermann Immermann. - - -14. Chirurgische Klinik. - -Die chirurgische Klinik in Basel datiert vom Jahre 1865. Wohl hatten -schon früher die Oberärzte des hiesigen Bürgerspitals die Befugniss, -bei ihren Krankenbesuchen und bei Vornahme von Operationen Studierende -der Medicin zuzuziehen; einen geordneten regelmässigen klinischen -Unterricht gab es aber nicht und konnte es aus Mangel an den nöthigen -Einrichtungen nicht geben. An die Einführung eines solchen konnte -erst gedacht werden, als den 15. März 1865 durch einen Beschluss des -Kleinen Rathes die letzten Hindernisse fielen, welche der Vollziehung -der zwischen der Universitäts-Behörde und dem löblichen Spitalpflegamt -getroffenen Vereinbarung entgegenstanden. Schon für das Sommersemester -1865 wurde ein erster Anfang gemacht; doch fanden die angekündigten -klinischen Vorträge wenig Berücksichtigung, weil der gleichzeitig neu -organisierten medicinischen Klinik die entsprechende Leitung noch -fehlte. Erst als durch Berufung von Herrn Professor _Liebermeister_ -für das folgende Wintersemester diesem Mangel abgeholfen war, konnte -den 7. November 1865 vor 9 inskribierten Praktikanten und einer -Anzahl hiesiger Aerzte die chirurgische Klinik in Basel als definitiv -constituiert erklärt und eröffnet werden. - -Von diesem Tage an bis heute wurde dieselbe, mit nur zwei -nennenswerthen Unterbrechungen während der Kriegsjahre 1866 und 1870, -jeweilen in anderthalb Stunden Vormittags an fünf Wochentagen vom -Unterzeichneten gehalten. - -Die schon erwähnte Uebereinkunft zwischen dem Regierungsrath und -dem Stadtrath, welche im Jahre 1875 erneuert und erweitert wurde, -beseitigte den Hauptübelstand früherer Zeit durch die Einführung -der sogenannten Freibetten. Diese Einrichtung giebt dem klinischen -Vorstand die Befugniss, »bis auf 10 Betten mit Kranken zu besetzen, -welche nach seinem eigenen freien Ermessen, ohne Rücksicht auf Heimath, -Zahlungsfähigkeit und sonstige Berechtigungsgründe aufzunehmen sind.« -Da die gewöhnlichen Spitalkranken, ihrer Zahl und Beschaffenheit -nach, in keiner Weise genügen konnten, um die nöthige Abwechslung -in der Wahl der zum Unterricht zu verwendenden Krankheitsfälle -zu ermöglichen, waren und sind diese Freibetten geradezu eine -Lebensbedingung für die hiesige chirurgische Klinik, abgesehen davon, -dass dieselben für viele arme, unglückliche Kranke der Stadt und der -Umgebung eine grosse Wohlthat sind. Sobald daher durch den Ausbau -des neuen Krankenhausflügels der Raum es erlaubte, wurde von der -neuen Einrichtung ein im Laufe der Jahre immer steigender Gebrauch -gemacht. Während in den ersten Jahren die Zahl der in die chirurgischen -Freibetten aufgenommenen Kranken zwischen 40 und 60 schwankte, stieg -sie später auf 100 bis 150. Im Ganzen sind während der letzten -neunzehn Jahre 1854 Freibettpatienten, meist schwere und seltene -Krankheitsfälle, zum Unterricht verwendet worden. - -Der jeweilige Assistenzarzt der Abtheilung war auch stets in der Klinik -thätig und unterstützte den Vorstand bei den Demonstrationen und -Operationen; ebenso hielt derselbe regelmässig einen praktischen Kurs -in der Verband- und Instrumentenlehre. - -Die Frequenz des Besuchs von Seiten der Studierenden war von Anfang an -eine stetig zunehmende. Während der ersten fünf Jahre war das Mittel -per Semester 12 Zuhörer und Praktikanten; in den darauffolgenden fünf -Jahren stieg dasselbe auf 22,3. In den letzten zehn Jahren betrug es -30. Im Ganzen inskribierten sich während der verflossenen zwanzig Jahre -946 Studierende. - -Da heutzutage von jedem jungen Arzt verlangt wird, dass er ein durch -vorherige sorgfältige Uebung gesichertes Wissen und Können fertig in -die Praxis mitbringt, und da er selbst nur unter dieser Bedingung -den schweren Verpflichtungen, die er gleich bei Anfang seiner -Berufsthätigkeit übernimmt, Herr zu werden vermag, ist es eine der -Aufgaben des Unterrichts, die Erwerbung praktischer Kenntnisse und -Fertigkeiten so viel wie möglich zu erleichtern. Ein ganz wesentliches -Mittel hiezu sind die Assistentenstellen. Sie stehen jedem Mediciner -aus den älteren Semestern offen, vorausgesetzt, dass er sich sonst -durch seinen Charakter dazu qualifiziert und für ein Jahr sich -verpflichtet. Seit 1865 sind über 40 Studierende als Assistenten der -chirurgischen Klinik thätig gewesen. - -Den finanziellen Bedürfnissen der Klinik durch Anschaffung von -Lehrmitteln jeder Art wurde im Lauf der Zeit in verschiedener -Weise genügt. Anfangs bezog hierzu der Vorstand jährlich eine -bestimmte Summe aus dem »Klinischen Kredit.« Nach 1875 übernahm die -Spitalverwaltung diese Ausgaben für sämtliche klinische Institute -gegen eine bestimmte jährliche Gesamtvergütung. Ausserdem erhielt die -chirurgische Klinik einen Zuschuss von Fr. 200 aus dem medizinischen -Vermächtnissfond. Endlich wurde durch Regierungsrathsbeschluss vom -23. December 1882 eine Summe bis auf Fr. 2000 jährlich dem jetzigen -Vorstand der Klinik zu Unterrichtszwecken bewilligt. Dadurch wurde -letzterer in den Stand gesetzt, sein Privatlaboratorium auch einzelnen -Studierenden zu eröffnen und einen Assistenten zur Unterstützung ihrer -wissenschaftlichen Arbeiten anzustellen. - - August Socin. - - -15. Geburtshilflich-gynækologische Klinik. - -Bis zum Sommersemester 1868 fehlte jeder praktische Unterricht in -Geburtshilfe und Gynækologie. - -Theoretischer Unterricht wurde in verdankenswerther Weise von dem -Privatdocenten Herrn Dr. _Achilles Burckhardt_ ertheilt. - -Am 3. Juni 1868 wurde die geburtshilflich-gynækologische Klinik im -Neubau des Bürgerspitals eröffnet. Als Leiter der Klinik war im April -1868 der bisherige Privatdocent Dr. J.J. _Bischoff_ berufen worden -im Einverständnisse mit löbl. Spitalpflegamte, welches demselben die -Leitung der Abtheilung übertrug, deren Belegraum ohne Privatzimmer etwa -22 Betten betrug, welche Zahl später auf 44 stieg. Im Anfang hatte der -Vorsteher die Leitung von Abtheilung und Klinik allein zu besorgen und -erst mit Januar 1875 wurde hauptsächlich aus klinischen Rücksichten ein -Assistenzarzt angestellt, welcher im Spitale Station hat. - -In den ersten Semestern wurde die Klinik regelmässig viermal -wöchentlich von 8-9 Uhr gehalten, später dreimal; dagegen wurde vom -Wintersemester 1877/78 an wöchentlich einstündig ein diagnostischer -geburtshilflicher Kurs gehalten und zwar bis zum Sommersemester 1885 -von dem jeweiligen Assistenzarzte und von da vom Vorsteher. Ausser den -regelmässigen Stunden wurde den Klinicisten Gelegenheit gegeben, den -Geburten bei Tag und bei Nacht beizuwohnen, indem dieselben jeweilen -durch einen Bediensteten des Spitals herbeigerufen wurden. - -Anfänglich wurden in der Klinik fast ausschliesslich geburtshilfliche -Fälle vorgestellt; von Jahr zu Jahr mehrten sich aber die Aufnahmen -Frauenkranker, so dass die Klinik jetzt beiden Disciplinen der -Gynækologie im weitern Sinne gerecht wird. - -Um die Aufnahme auch auswärtiger klinisch interessanter Krankheitsfälle -zu ermöglichen, war die Klinik von Anfang mit vier klinischen -Freibetten ausgestattet worden, welche Zahl dem Bedürfnisse aber lange -nicht genügte. Später wurde die Zahl auf zehn erhöht, wobei wie in den -andern Kliniken ein Theil unentgeltlich, ein anderer gegen die übliche -Taxe aufgenommen wird. - -In den ersten Jahren ihres Bestehens litt die Klinik (und dies steht -in Zusammenhang mit der Anzahl der Freibetten einerseits und mit der -anfänglichen Scheu der Bevölkerung vor Aufnahme in Spitalabtheilungen, -an welchen Klinik gehalten wurde, andrerseits, eine Scheu, die seit -Jahren nur zu vollständig abgelegt worden ist) einigermaassen Mangel an -für die Klinik verfügbaren Krankheitsfällen; ziemlich bald aber mehrten -sich diese so, dass gegenwärtig immer genügend für den klinischen -Unterricht gesorgt ist. Es geht dies am besten aus folgenden Zahlen -hervor. - -Im Jahre 1868 betrug die Zahl sämtlicher verpflegten Frauen 88 (wovon -83 Schwangere, 2 Wöchnerinnen mit 67 Geburten und 3 Frauenkranke) und -die Zahl der Kinder 74; im Jahre 1884 dagegen betrug die Zahl der -Frauen 644 (wovon 442 Schwangere und Wöchnerinnen mit 420 Geburten und -202 Frauenkranke), die der Kinder 421. -- Hiezu kommen noch 102 weitere -gynækologische Fälle, welche nur ambulatorisch behandelt wurden. - -Einer wissenschaftlichen Verwerthung des klinischen Materiales stand -bis jetzt der vollständige Mangel an dazu nöthigen Räumlichkeiten im -Wege, so dass sowohl die vom Vorsteher und dessen Assistenzärzten zum -Drucke gelangten Arbeiten, als auch die aus der Klinik entstandenen -Dissertationen von Schülern derselben nur praktische Gebiete beschlagen -konnten, während von experimentellen Arbeiten nie die Rede sein konnte. -Die Klinik besitzt denn auch, ausser den für Operationen nöthigen -Instrumenten, nur ganz wenige Apparate, dagegen eine schon ziemlich -ansehnliche Anzahl dem Unterrichte dienlicher Präparate. - - J.J. Bischoff. - - -16. Psychiatrische Klinik. - -Es wurden zwar von Herrn Professor _Brenner_ sel. in früheren Jahren -öfters Kranke der Irrenabtheilung vor einzelnen Medicin-Studierenden -demonstriert, doch begann der eigentliche regelmässige und methodische, -theoretische und klinische Unterricht im Gebiete der Geisteskrankheiten -erst im Herbste 1875. Es war dies eine Folge des Beschlusses E.E. -Grossen Raths von Baselstadt vom 1. Februar 1875, wonach für das -Fach der Psychiatrie an der medicinischen Fakultät ein ordentlicher -Professor angestellt wurde. Als solcher wurde Dr.med. _Ludwig Wille_, -damals Direktor der Irrenanstalt St. Urban, ernannt, welcher Ende -Oktober 1875 seine Wirksamkeit mit der Eröffnung der psychiatrischen -Klinik im städtischen Spital begann und bis jetzt fortsetzte. Durch -die Genehmigung der Anstellung eines Assistenzarztes, der Anschaffung -geeigneter Lehrmittel und zu klinischen Zwecken dienender Apparate, -der Verwendung von klinischen Freibetten im Verlaufe der nächsten -Jahre erhielt die psychiatrische Klinik allmählig auch die nothwendige -Unterstützung zu ihrem ferneren Bestande und zu weiterer Entwicklung. -Die im Verlaufe der letzten zehn Jahre geradezu verdoppelte Zahl der -Aufnahmen von Kranken in die Abtheilung ergab auch das genügende -Material für Beobachtung und Untersuchung. Leider sind die für die -psychiatrische Klinik verwendeten zwei wöchentlichen Stunden wenig zur -Erfüllung der Aufgabe, was jedoch durch den regelmässigen Besuch der -theoretischen Vorlesungen über Psychiatrie während zwei Semestern von -Seite der Studierenden wieder einigermaassen ausgeglichen wird. - -Die Zahl der die psychiatrische Klinik besuchenden Studierenden -während der vergangenen zehn Jahre betrug 199, wovon 104 auf die -Winter- und 95 Studierende auf die Sommersemester treffen. Das Maximum -derselben in den Wintersemestern war 16, das Minimum 4, der mittlere -Durchschnitt 10,4; das Maximum in den Sommersemestern 15, das Minimum -5, der Durchschnitt 9,5 Studierende. Es konnten in den einzelnen -Wintern durchschnittlich 41, in den Sommern durchschnittlich 26 Kranke -demonstriert werden. Es machte sich hiebei weniger das mangelnde -Interesse der Studierenden an dem Spezialfach, als vielmehr die oft -ungenügende Vorbildung in den Thatsachen und Lehren der Nervenanatomie, --Physiologie und -Pathologie störend geltend. Immerhin wird das -Spezialfach, das bei der Schlussprüfung nicht verwerthet wird, stets -nur bei den Strebsamsten das volle Interesse dauernd wach halten. - -Von gröster Bedeutung für die Zukunft der psychiatrischen Klinik ist -der durch das rühmens- und dankenswerthe Entgegenkommen unsrer Tit. -hohen staatlichen und städtischen Behörden, dann durch den hohen -Bürgersinn der Frau _Merian_ ermöglichte Beschluss E.E. Grossen Rathes -vom 23. April 1883 der Errichtung einer neuen, zur Aufnahme von 210 -Kranken bestimmten kantonalen Irrenanstalt an Stelle der bisherigen in -jeder Beziehung ungenügenden Irrenabtheilung des Spitals. Es wird nach -dem gegenwärtigen Stande der baulichen Verhältnisse möglich sein, die -Anstalt im Laufe des Sommers 1886 zu beziehen. Wenn auch einerseits, -besonders im Anfang, die etwas weite Entfernung der neuen Anstalt von -der Stadt störend auf den Besuch der Klinik einwirken dürfte, so ist -andrerseits zu hoffen, dass durch das reichere und mannigfaltigere -Krankenmaterial, durch die dem Standpunkt der modernen Wissenschaft -entsprechende Ausrüstung, durch die korrekte, den Lehrzweck -berücksichtigende Eintheilung und Ausführung der neuen Anstalt diese -Störung wieder ihre Ausgleichung finden wird. Es wird dann die -psychiatrische Klinik würdig den übrigen grossartigen Schöpfungen des -medicinischen Unterrichts während der letzten zwei Jahrzehnte dastehen -und hoffentlich in gleicher Weise durch die passende Verpflegung und -Behandlung der Kranken, wie durch die Verbreitung der für die Praxis -so nöthigen psychiatrischen Kenntnisse, die grossen vom Staate und von -Privaten geleisteten finanziellen Opfer rechtfertigen. Möge die neue -Anstalt für ferne Zeiten den Bewohnern Basels zum Segen gereichen, wie -sie stets als ein herrliches Denkmal bürgerlichen Edel- und Opfersinns -anerkannt werden wird! - - Ludwig Wille. - - -17. Poliklinik des Bürgerspitals. - -Auf Anregung der Oberärzte des Spitals wurde im Jahre 1874 am 31. -August durch Vertrag zwischen der Curatel unserer Universität und -dem Pflegamte des Bürgerspitals bestimmt, dass in Verbindung mit dem -letztem eine Poliklinik eröffnet werde, welche zunächst die Aufgabe -haben sollte, solchen Kranken, welche Spitalaufenthalt nicht nöthig -hatten, in einem täglich geöffneten Ambulatorium unentgeltlich Rath -zu ertheilen und welche gleichzeitig auch als klinisches Institut dem -Unterrichte der Studierenden dienen sollte. - -Dieses Ambulatorium wurde unter der Aufsicht und Direktion der -Oberärzte des Spitals durch einen ad hoc ernannten Assistenzarzt -geleitet und dazu am 22. Oktober 1875 erwählt der Privatdocent für -Pharmakologie Dr. _Rudolf Massini_; derselbe wurde in der Folge im -Jahre 1877 zum ausserordentlichen Professor und 1882 zum Direktor der -Poliklinik ernannt. - -Als Lokal wurden vom Pflegamte des Bürgerspitals zwei -Parterrelokalitäten des Markgräfischen Hofes zur Verfügung gestellt, -welche einestheils mit der Strasse, anderntheils mit dem Spital in -direkter Verbindung stehen und von denen das eine als Wartezimmer, das -andere als Untersuchungssaal und Auditorium dienen; dieselben wurden -zu diesen Zwecken baulich entsprechend eingerichtet; bei der Ausdehnung -des Institutes wurden auch die wünschenswerthen Verbesserungen und -Einrichtungen von dem Bürgerspitale stets in zuvorkommender Weise -ausgeführt. Am 30. November 1874 konnte die Anstalt für Publikum und -Studierende eröffnet werden. - -Ueber die Frequenz giebt folgende Tabelle Aufschluss: - - Winter- Studie- Sommer- Studie- Frequenz. Personen. Konsul- - Sem. rende. Sem. rende. tationen. - - 1874/75 5 1875 6 1874 111 176 - 1875/76 8 1876 8 1875 1258 3644 - 1876/77 7 1877 5 1876 2277 5555 - 1877/78 3 1878 3 1877 3475 8469 - 1878/79 8 1879 6 1878 4375 10538 - 1879/80 3 1880 6 1879 4464 9613 - 1880/81 4 1881 11 1880 4972 10903 - 1881/82 2 1882 5 1881 5630 11689 - 1882/83 5 1883 8 1882 5692 12040 - 1883/84 13 1884 18 1883 6641 13050 - 1884/85 14 1885 15 1884 7291 14985 - -Von grossem Einfluss auf den Besuch der Studierenden war die Zeit der -Abhaltung der Poliklinik; dieselbe war in den Jahren 1874-77 auf die -Nachmittagsstunde verlegt worden, als die Freistunde der arbeitenden -Klassen; für die Hörer aber, welche den ganzen Vormittag die Kliniken -besuchen, eine unbequeme Zeit; auch die Verlegung auf Vormittags 8-9 -Uhr, welche Zeit theils mit der geburtshilflichen, theils mit der -ophthalmologischen Klinik kollidierte, war ohne Erfolg, und erst die -seit 1881 eingeführte Morgenstunde 7-8 Uhr brachte eine erfreulichere -Frequenz. - -Neben dem Ambulatorium wurden stets auch Besuche in der Stadt -gemacht und einzelne Patienten vorgerückteren Schülern zur Besorgung -überwiesen. Doch war es aus Mangel an Assistenz nicht möglich, ein -eigentliches Poliklinikum fest zu organisieren. Vom Jahre 1874 bis 1877 -wurde die Poliklinik vom Assistenzarzt allein besorgt; die steigende -Frequenz führte im Sommer 1877 zur Anstellung eines Unterassistenten, -der namentlich das Protokoll zu führen hatte; doch genügte bald auch -diese Aushilfe nicht mehr. Nachdem in den Jahren 1881-1883 die Aerzte -a _Wengen_ und Dr. _Fiechter_ in höchst willkommener Weise ihre -vorzüglichen Dienste der Poliklinik zur Verfügung gestellt hatten, -wurde im September 1883 die Anstellung eines ständigen Hilfsarztes -durch den Regierungsrath beschlossen und als solcher Herr Dr. -_Hoffmann-Paravicini_ erwählt. - -Bei der Gründung der Poliklinik wurde das Honorar des Assistenzarztes -auf 2000 Fr. festgestellt, wovon 1500 Fr. der Spital, 500 Fr. die -Regierung trug; ausserdem wurde ein Jahreskredit von 700 Fr. für -Instrumente, Verbandstoffe u.s.w. eröffnet, wovon 200 Fr. auf den -Spital, 500 Fr. auf den Staat fielen. Vom Jahre 1877 an übernahm der -Spital die Lieferung von Verbandstoffen und Bureaumaterial, und es -wurden nunmehr 300 Fr. von dem Kredit von 700 Fr. für Honorierung -eines Hilfsassistenten bestimmt. Vom Jahre 1883 an wurde ausserdem ein -Kredit von 1200 Fr. für den Hilfsarzt durch die Regierung zur Verfügung -gestellt. - -Durch das kräftige und wohlwollende Zusammenwirken der Behörden des -Staates und des Bürgerspitals wurde auf diese Weise ein lebenskräftiges -und blühendes Institut geschaffen, das sowohl für die öffentliche -Krankenpflege, als für den Unterricht eine fühlbare Lücke ausgefüllt -hat und von dem wir hoffen dürfen, dass es bald durch weiteren Ausbau -zu einer noch reicheren Entwicklung werde geführt werden. - - Rudolf Massini. - - -18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik. - -I. _Ophthalmologische Klinik_ wurde zum ersten Male 1867 im -Sommersemester von dem damaligen ausserordentlichen Professor _Heinrich -Schiess_ in der Augenheilanstalt, Allschwylerstrasse Nr. 9, vor -sechs Zuhörern gehalten. Dieselbe wurde Anfangs mit Unterbrechungen, -später ganz regelmässig in zwei, später in drei Stunden wöchentlich -abgehalten. Von Seite der Akademischen Gesellschaft erhielt die -Augenheilanstalt von 1869 an einen regelmässigen Beitrag von 1000 Fr., -und damit war eine nähere Verbindung zwischen der Universität und der -genannten Anstalt angebahnt. Da die Lokalitäten der Anstalt durchaus -unzweckmässig und ungenügend waren, schritt man im Jahre 1875 zu -einem Neubau an der Mittleren Strasse. Die Kosten desselben samt Land -und Mobiliar beliefen sich auf circa 250,000 Fr. Die hohen Behörden -leisteten hiezu einen Betrag von 15,000 Fr., das löbl. Pflegamt -des Spitals einen von 20,000 Fr., das Uebrige wurde zum grösten -Theil durch freiwillige Beiträge der hiesigen Bürger und Einwohner -zusammengebracht. Die neue Anstalt ist daher ein beredtes Zeugniss für -Basels werkthätige Nächstenliebe und für das einträchtige Zusammengehen -von Behörden und Privaten für humane Zwecke. - -Bei dieser Gelegenheit wurde das Verhältniss zwischen Universität -und Augenheilanstalt durch einen Vertrag in der Weise geregelt, dass -einerseits Regierung, Akademische Gesellschaft und Löbl. Pflegamt -zusammen jährlich 6000 Fr. an die Betriebskosten beitragen, wogegen -der Oberarzt der Anstalt, der zugleich Direktor der ophthalmologischen -Klinik ist, verpflichtet ist, regelmässigen Unterricht in der -Ophthalmologie zu ertheilen und eine Poliklinik abzuhalten. Ein -im Hause wohnender Assistenzarzt hat ebenfalls beim betreffenden -Unterricht behilflich zu sein. Das aus acht Mitgliedern bestehende -Anstaltscomité hat einen Delegierten des Löbl. Pflegamts in seiner -Mitte. - -Die Räumlichkeiten der Anstalt bieten Platz für 48 Kranke; es besteht -eine besondere Kinderabtheilung im Erdgeschoss. Für den klinischen -und theoretischen Unterricht findet sich ein grosses Zimmer mit -Seitenlicht vor, ausserdem ein Spiegelzimmer und Untersuchungszimmer -für die poliklinischen Kranken; ein Arbeitszimmer für Studierende ist -leider nicht vorhanden. Die Anzahl der jährlich verpflegten klinischen -Kranken hat in den letzten Jahren circa 440 betragen; die tägliche -Durchschnittszahl 31-33 Kranke. Diese Anzahl erlaubte, nicht nur den -Studierenden die gewöhnlichen Augenkrankheiten vorzuführen, sondern sie -auch mit den seltenen, pathologischen Formen bekannt zu machen; von dem -Assistenzarzte wurden zuweilen ophthalmoskopische Kurse abgehalten, -um die Studierenden mit dieser auch für das allgemeine medicinische -Studium wichtigen Untersuchungsmethode bekannt zu machen. Es wurden im -Sommersemester in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 80.2, im -Wintersemester 115.4 Kranke den Studierenden vorgestellt. - -Die Sammlung pathologischer Augen, die bereits eine sehr ansehnliche -geworden, und diejenige der mikroskopischen Präparate sind ebenfalls -für den klinischen Unterricht herangezogen. Die Frequenz der Klinik, -die vor dem Bezug der neuen Anstalt schon wegen Raummangels eine -beschränktere gewesen, hat sich seither wesentlich gehoben und betrug -in den letzten fünf Jahren im Sommersemester 15, im Wintersemester 19,4 -Studierende. - -II. Die _ophthalmologische Poliklinik_, welche überhaupt die erste -Poliklinik war, die in Basel existierte, wurde im Jahre 1865 am ersten -Mai eröffnet, und hatte im ersten Jahre eine Frequenz von 262 Kranken. -Die Anzahl der Patienten nahm beständig zu und hat sich auch die -Befürchtung, dass bei der grossen Entfernung der neuen Anstalt die -Frequenz zurückgehen werde, als unrichtig erwiesen. Auch jetzt noch ist -die Frequenzziffer im Ansteigen begriffen, wie folgende Zahlen beweisen -mögen: - - Anzahl der Kranken. Jahr. - - 1340 1880 - 1587 1881 - 1581 1882 - 1621 1883 - 1779 1884. - -Die Kranken erhalten Gratiskonsultation, keine Medikamente und keine -Brillen. Bei der steigenden Frequenz, wobei eine genaue Untersuchung -und richtige Protokollführung immer schwieriger wurde, wurde im Jahre -1884 von dem Anstaltscomité ein poliklinischer Assistent angestellt, -der das Protokoll zu führen hat und auch bei den Untersuchungen thätig -ist. Auf diese Art wird zuweilen einem älteren Medicin-Studierenden, -der diese Stelle bekleidet, Gelegenheit geboten, sich etwas mehr, -als dies gewöhnlich geschieht, mit dem Fache vertraut zu machen. Die -Poliklinik wird übrigens sowohl während des Semesters als auch in den -Ferien von ältern Medicin-Studierenden frequentiert. - - Heinrich Schiess. - - -19. Ohrenklinik. - -Die Ohrenklinik hat den Zweck, Studierenden Unterricht zu ertheilen -in der Kenntniss und Behandlung der Erkrankungen des Gehörorgans und -zugleich angehenden Ohrenärzten und sonstigen Interessenten Gelegenheit -zu geben zu wissenschaftlichen Arbeiten und weiterer Ausbildung in der -theoretischen und praktischen Ohrenheilkunde. - -In früherer Zeit widmete der 1868 verstorbene Prof. Dr. _Streckeisen_ -diesem Gebiete sein besonderes Interesse und stellte auch mit -Vorliebe gehörkranke Kinder in der Klinik des Kinderspitals vor; eine -eigentliche Ohrenklinik bestand jedoch in Basel nicht. -- Diese wurde -durch den jetzigen Vorsteher im Jahre 1876 eröffnet und umfasst: - -I. _Otologisches Institut._ -- Dasselbe befindet sich im -Universitätsgebäude in zwei demselben von der hohen Curatel -zugewiesenen Zimmern. - -Nebenbei bemerkt, ist diese höchst willkommene Zuweisung eines Lokals -für das otologische Institut die einzige Unterstützung, welche von -Seite des Staates der Ohrenklinik zu Gute kommt und werden, abgesehen -von dem jährlich dem Institut zufallenden Fakultätsbeitrag (circa 50 -Fr.), die Kosten der Ohrenklinik von dem Vorsteher derselben getragen. - -Die beiden Zimmer des Institutes dienen als Arbeitszimmer und zugleich -als Aufstellungsraum für die Sammlung, welche eine grosse Reihe von -Präparaten normal-anatomischen und pathologisch-anatomischen Inhalts -enthält. Die Sammlung ist in erster Linie bestimmt zu Demonstrationen -bei den Vorlesungen, dann aber auch zur Erweiterung unserer Kenntnisse -über Anatomie und Pathologie des Ohres überhaupt. - -II. _Ohrenklinik._ -- Diese wird jeden Dienstag von ½3-½5 Uhr -abgehalten in der Wohnung des Vorstehers. (St. Albanvorstadt 42). - -Die Patienten erhalten unentgeltliche Konsultation, Operationen u.s.w., -jedoch nicht Gratis-Medikamente. - -Ein kleiner Fond von Fr. 100, den ein in der Ohrenklinik geheilter -Patient aus Dankbarkeit dieser später zur Verfügung stellte, wurde -benützt zur Anschaffung von Spritzen und ähnlichen Instrumenten, welche -an Unbemittelte abgegeben werden. - -Im Jahre 1876 besuchten die Ohrenklinik 82 Patienten mit 324 -Konsultationen, im Jahr 1883 dagegen 317 Patienten mit 414 und im -vorigen Jahre 320 Patienten mit 455 Konsultationen. - -Leider gestatten es die in meiner Wohnung disponiblen Räumlichkeiten -nicht, eine grössere Zahl, als vier bis fünf Studierende aufzunehmen, -besonders im Winter, wo meist nur bei Gasbeleuchtung untersucht werden -kann. - -Wir hoffen, dass die Zeit nicht so ferne sei, wo durch Zuweisung eines -geeigneten Lokals für den klinischen Unterricht und durch Anstellung -eines Assistenten es dem Vorsteher möglich gemacht werde, die -Beschränkung in der Zahl der aufzunehmenden Studierenden aufzuheben und -die Benutzung der Ohrenklinik allen Interessenten zugänglich zu machen. - - Albert Burckhardt-Merian. - - -20. Kinderklinik. - -Eine regelmässige Klinik der Kinderkrankheiten besteht im Kinderspital -seit der Mitte der Sechziger Jahre und wurde bis zum Jahre 1868 von -Herrn Professor _Streckeisen_ sel. abgehalten. - -Bei der Neubesetzung der Stelle eines Oberarztes des Kinderspitals, -welcher aus einem Doppelvorschlag der medicinischen Fakultät von dem -Comité des Kinderspitals gewählt wurde, ist derselbe verpflichtet -worden, regelmässig Klinik zu halten, an der Universität zu lesen und -eine Poliklinik zu leiten. Seit dem Jahre 1808 hält der Unterzeichnete -regelmässig Klinik jeden Donnerstag von 10-12 Uhr und benützt hiezu -zum Theil das klinische Krankenmaterial, d.h. die im Kinderspital -verpflegten Kranken, zum Theil die Poliklinik, d.h. die aus der Stadt -zur Konsultation kommenden kranken Kinder. Im Kinderspital werden -jährlich circa 400 Kranke verpflegt; der tägliche Bestand schwankt -zwischen 35 und 45. - -Die Klinik wird von den älteren Studierenden regelmässig besucht; ihre -Zahl beläuft sich im Durchschnitt in den letzten zehn Jahren auf etwa -15-20 und mehr. Es wird dabei dem Studierenden reichlich Gelegenheit -geboten, sich mit den Krankheiten des kindlichen Alters, sowohl den -medicinischen als den chirurgischen vertraut zu machen. Es steht dem -leitenden Arzte zur Pflege der kranken Kinder an ärztlichem Personal -zur Seite ein Secundararzt und ein Assistent; in die Krankenpflege -theilen sich neun Schwestern aus der Diaconissenanstalt in Riehen. -Dem ökonomischen Theil der Anstalt steht ein Verwalter vor. Das -Kinderspital steht unter einem Comité, das sich selbst ergänzt; die -Anstalt ist eine wohlthätige Stiftung, die eigenes Vermögen hat, zum -Unterhalt aber ausserdem auf Legate angewiesen ist. Von der Universität -erhält das Spital keinerlei finanzielle Unterstützung. - - E. Hagenbach-Burckhardt. - - -21. Theologisches Seminar. - -In der theologischen Fakultät bestand bis zum Sommer 1885 blos ein -Seminar für homiletische und für katechetische Uebungen zum Zweck -der unmittelbaren Vorbereitung auf den praktisch-kirchlichen Dienst. -Dasselbe wurde im Januar 1867 gegründet, nachdem schon früher Herr -Professor _Hagenbach_ und seit 1851 Herr Pfarrer (jetzt Professor) -_Stockmeyer_ die homiletischen und die Herren Professoren _Riggenbach_ -und _Auberlen_, sowie Herr Pfarrer _Miville_ abwechselnd katechetische -Uebungen geleitet hatten. Seit Errichtung des Seminars pflegen -die Uebungen der homiletischen Abtheilung ausnahmslos in jedem -Semester, die der katechetischen in jedem Wintersemester abgehalten -zu werden. Vorsteher der ersteren ist seit der Gründung des Seminars -Herr Professor _Stockmeyer_ (bis 1873 für den zweiten Kursus unter -Mitwirkung von Herrn Professor _Hagenbach_), Vorsteher der letzteren -Herr Professor _Riggenbach_. Für den Eintritt ist beiderseits ein -vorangegangenes theologisches Studium von mindestens vier Semestern -als Bedingung gefordert. Die Uebungen, zu denen alle Theilnehmer -verpflichtet sind, bestehen in der Ausarbeitung und Kritik von -Predigten und Katechesen; für die homiletische Abtheilung ist ausserdem -noch in einem zweiten Kursus, der indessen nicht regelmässig abgehalten -wird, die Gelegenheit zum Vortrag der für das Seminar ausgearbeiteten -Predigten im öffentlichen Gottesdienst geboten. Durch einen von -der Regenz genehmigten Fakultätsbeschluss soll von Herbst 1885 an -dieses homiletisch-katechetische Seminar durch Heranziehung zunächst -der alttestamentlich und neutestamentlich exegetischen, sowie der -kirchengeschichtlichen Disciplin zu einem allgemein theologischen -Seminar erweitert werden, dessen einzelne Abtheilungen indessen, was -Leitung und Mitgliedschaft betrifft, von einander unabhängig sind und -dessen von der Fakultät zu ernennende Vorsteher die maassgebenden -Bestimmungen über die Art und die Bedingungen der Theilnahme je für die -verschiedenen Disciplinen zu treffen haben. Zugleich ist mit dieser -Erweiterung des Seminars die Aufstellung einer Handbibliothek verbunden -worden, deren Benützung zunächst den Mitgliedern vorbehalten ist; über -die Bücheranschaffungen entscheidet die Fakultät nach den von den -Vorstehern der einzelnen Abtheilungen gemachten Vorschlägen. - - Chr. J. Riggenbach. - - -22. Pädagogisches Seminar. - -Dieses Seminar trat mit Beginn des Wintersemesters 1873/74 ins Leben -und hat die Aufgabe, Studierende für ein höheres Lehramt vorzubereiten. -Für seine Einrichtung war die Erwägung maassgebend, dass einerseits -bei dem gegenwärtigen Zustande des Unterrichtswesens eine gewisse -Orientierung über die wichtigeren allgemeinen Probleme, wie über die -Methodik der einzelnen Lehrfächer schon während der Universitätszeit -wünschenswerth sei, dass aber andrerseits diese Beschäftigung mit der -Pädagogik sich innerhalb gewisser Schranken halten müsse, um nicht -den eigentlichen Zweck der Universitätsstudien, die Vertiefung in die -Wissenschaft selbst, zu gefährden. Die Seminarübungen sind theils -theoretischer, theils praktischer Art. Anfänglich wurden beide vom -einzigen Direktor, dem Ordinarius der Philosophie, geleitet; als aber -in Folge von Veränderungen dessen Kräfte in verstärktem Maasse für die -philosophischen Vorlesungen in Anspruch genommen wurden, übertrug die -Curatel die Leitung der praktischen Uebungen dem Rektor des Gymnasiums. - -Es leiteten das pädagogische Seminar 1873/74 Professor Dr. Rud. -_Eucken_ -- 1874/75 Professor Dr. Max _Heinze_ -- 1875/81 Professor -Herm. _Siebeck_ -- 1881/83 Professor Herm. _Siebeck_ und Professor Fr. -_Burckhardt_ -- seitdem Professor Joh. _Volkelt_ und Professor Fr. -_Burckhardt_. - - Fritz Burckhardt. - - -23. Philologisches Seminar. - -Das hiesige philologische Seminar wurde, auf Antrag der philosophischen -Fakultät, zum ersten Mal im Jahre 1861 eröffnet unter der Leitung der -Herren Professoren _Gerlach_, _Ribbeck_ und _Vischer_. Sein in den -Bedürfnissen der Zeit liegender Zweck war, jungen Studierenden der -Philologie Gelegenheit zu selbstständiger Arbeit zu geben und die -Beschäftigung mit der classischen Philologie möglichst dem späteren -Wirkungskreis im theoretischen und praktischen Schulleben anzubequemen. -Der letztgenannte Gesichtspunkt braucht nun allerdings seit der -Lostrennung der pädagogischen Sektion nicht mehr strikte festgehalten -zu werden (d.h. seit der Gründung eines spezifisch pädagogischen -Seminars, 1873); doch wird er auch nicht völlig aus dem Auge gelassen, -insofern ja die Mehrzahl der Philologie-Studierenden später zur -Schulpraxis übergeht. Die Zahl der Besucher (bestehend aus ordentlichen -Mitgliedern und blossen Auskultanten) schwankte in den Jahren 1861-1872 -zwischen 4 und 11, im Winter des Jahres 1872 mussten die Uebungen wegen -Mangels an Theilnehmern ausgesetzt werden. Im übrigen wurden Uebungen -im Interpretieren und in der Kritik, anfänglich sowohl in lateinischer -als auch in deutscher Sprache vorgenommen; später änderte sich dies (s. -unten). An fleissige Mitglieder wurden und werden jetzt noch jährliche -Prämien vertheilt. - -Im Jahr 1874 befand sich das philologische Seminar (Direktoren die -Herren Professoren _Gerlach_ und _Nietzsche_) in grosser Zuhörernoth, -da die Zahl der Theilnehmer bis auf einen zurückging. Doch hob sich -die Zahl auf erfreuliche Weise schon in den nächsten Jahren, wo auch -Professor _Mähly_ als Mitdirektor in die Leitung des Institutes -eintrat; von 1875 an ist ein langsames, aber stetiges Steigen (6-10 -Theilnehmer) zu konstatieren, -- im Winter 1880 nahmen sogar 13 -Zuhörer an den Uebungen Theil -- um dann wieder ebenso langsam einem -decrescendo Platz zu machen (10, 6, 7) und wieder einen kleinen -Aufschwung zu erfahren (8, 9), bis im Sommer 1884 mit 4 Zuhörern die -kleinste Zahl seit zehn Jahren sich einstellte; im Sommer des laufenden -Jahres ist sie wieder auf 7 gestiegen. Freilich machen (mit Ausnahmen) -die ausserordentlichen, d.h. die nicht ordentlichen Mitglieder den -grösseren Bruchtheil der jeweiligen Zahl aus. - -Mit dem Jahr 1878 schloss, nach mehrmaligen durch Krankheit -veranlassten längeren Pausen, die Thätigkeit Herrn Professor -_Nietzsche's_ am Seminar zugleich mit seiner akademischen ab, und an -seine Stelle trat im Winter 1879 Herr Professor J. _Wackernagel_, der -sich mit Professor J. _Mähly_ in die Direktion des Seminars theilt. - -Die Uebungen finden seit einer Reihe von Jahren vier Mal wöchentlich -statt und gewöhnlich wechseln die beiden Direktoren in der Vornahme -derselben also ab, dass der gleiche in dem einen Semester die -lateinische, im folgenden die griechische Sprache und Litteratur -übernimmt. In den Stunden selber wird nur und ausschliesslich -Latein gesprochen. Die (vorwiegend kritisch behandelten) Autoren -vertraten so ziemlich nach Stoffen und Zeiten den Umkreis der -Zeit beider Litteraturen, von den homerischen Gesängen an bis auf -die griechische Anthologie, von Nævius herab bis Silius Italicus, -Epiker und Dramatiker, Lyriker und Rhetoren, Grammatiker und -Philosophen, Historiker und Scholiasten; oft auch, wo die Werke eines -Schriftstellers nicht mehr erhalten sind, wurden die gesammelten -Fragmente desselben behandelt. - - Jacob Mähly. - - -24. Germanisch-romanisches Seminar. - -Laut der Statuten hat dieses im Wintersemester 1885/86 zu eröffnende -Seminar den Zweck, das wissenschaftliche und praktische Studium der -germanischen und romanischen Sprachen zu fördern, insbesondere die -künftigen Lehrer der neueren Sprachen an Gymnasien und Realschulen für -ihren Beruf vorzubereiten. - -Es zerfällt in zwei Abtheilungen, eine für germanische und eine für -romanische Philologie. Direktoren derselben sind die betreffenden -Fachprofessoren. - -Die Uebungen des Seminars sind schriftliche und mündliche. Jene -bestehen in wissenschaftlichen und stilistischen Ausarbeitungen, diese -in Interpretationsübungen und mündlichen Vorträgen. Jedes ordentliche -Mitglied muss im Lauf des Semesters wenigstens eine schriftliche Arbeit -liefern oder einen Vortrag halten. - -Mit dem Seminar soll eine kleine Handbibliothek verbunden werden, zu -deren Anlegung die Akademische Gesellschaft, in verdankenswerther -Weise einen Beitrag von Fr. 500 der Direktion zur Verfügung gestellt -hat. Für die Benützung der Handbibliothek wird eine besondere Ordnung -aufgestellt werden. Wer aus dem Seminar austritt, kann auf seinen -Wunsch vom Direktor ein Zeugniss über seine Leistungen im Seminar -erhalten. - - Gustav Soldan. - - -25. Staatswissenschaftliches Seminar. - -Dasselbe wurde 1877 gegründet, trat aber erst 1878 in Wirksamkeit. -Zweck desselben ist: »Erweckung und Pflege des Sinnes für das Studium -der Staatswissenschaften, sowie die Anleitung zu methodischer -Behandlung von Fragen aus den Gebieten der Nationalökonomie, der -Statistik, des öffentlichen Rechts, der Verwaltungslehre und -wirthschaftlichen Kulturgeschichte.« Behufs Unterstützung der Uebungen -besteht eine eigene Seminar-Bibliothek (im Sommer 1885 ungefähr 1800 -Bände und Brochüren), welche mit einer grösseren Anzahl ausländischer -statistischer Bureaux im Schriftenaustausch steht, zu welchem Zwecke -dem Seminar die von der Regierung ausgehenden Publikationen in -einer grösseren Anzahl von Exemplaren überwiesen werden. Seminar -und Bibliothek stehen unter Leitung des jeweiligen Professors der -Nationalökonomie und Statistik. Zur Ertheilung von Prämien, sowie zu -Anschaffungen für die Bibliothek ist der Direktion ein jährlicher -Kredit bis zu Fr. 400 eröffnet. Die Frequenz schwankte zwischen vier -bis zehn Mitgliedern. - - Karl Bücher. - - -26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar. - -Das Seminar trat mit dem Sommersemester 1866 ins Leben. Es hat -den Zweck, Studierende, welche sich der Mathematik oder den -Naturwissenschaften widmen, bei der selbstständigen Bearbeitung -wissenschaftlicher Aufgaben anzuleiten und zu unterstützen. -Sämtliche Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften an -der philosophischen und medicinischen Fakultät, welche sich dazu -verständigen, werden als Lehrer des Seminars betrachtet. Die Anmeldung -der Studierenden zur Betheiligung an dem Seminar geschieht bei -den betreffenden Lehrern. Zur Aufmunterung des Fleisses oder zur -Erleichterung bei den durch die Arbeiten veranlassten Unkosten können -für eingelieferte Arbeiten Prämien in Form von Geld, Apparaten oder -Büchern ertheilt werden, wofür ein jährlicher Kredit von Fr. 500 -ausgesetzt ist. Eine grössere Anzahl von zum Theil trefflichen Arbeiten -vorgerückter Studierender, meist mathematischen Inhaltes, sind aus dem -Seminar hervorgegangen und mit Prämien bedacht worden. - - Hermann Kinkelin. - - -FUSSNOTEN: - -[29] Ueber die frühere Geschichte der Sammlungen s. auch P. Merian, zur -Geschichte der in dem neuen Museum aufgestellten Sammlungen (in der -Festschrift zur Einweihung des Museums, Basel 1849). - -[30] Rathsherr Peter Merian. Programm zur Rectoratsfeier der -Universität Basel 1883, wobei auch zu verweisen ist auf einen viel -früheren Bericht: Festschrift zur Einweihung des Museums in Basel am -26. Nov. 1849 von P. Merian. - -[31] Beilage zum Jahresbericht der Akademischen Gesellschaft für 1883. -Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel. VII. 3. 1855. - -[32] Ueber eine der bedeutendsten ältern Schenkungen, das im Jahr 1830 -dem Museum durch Verfügung der Erben zugefallene Naturalien-Kabinet des -Stadtraths-Präsidenten Hieronymus Bernoulli, das sich über alle Arten -von Wirbelthieren, sowie über Crustaceen, Conchylien, Echinodermen -und Corallen verbreitete, aber auch namentlich an Versteinerungen -und Mineralien reich war, und das bis auf den heutigen Tag als -Grundstock des jetzigen Bestandes gelten kann, siehe auch Baslerische -Mittheilungen vom 20. März 1830. (Von der Hand von Prof. Chr. -Bernoulli). - -[33] Siehe oben genannte Festschrift. - -[34] Publiciert von der Akademischen Gesellschaft in der Beilage zum -Jahresbericht für 1880. - -[35] S. hierüber Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum 1885. - -[36] Bericht über d. vergl. anatom. Sammlung v. 1878 in der Beil. z. -Jahresb. der Akad. Gesellsch. v. 1878. - - - - -INHALT. - - Seite - - I. Geschichte der Organisation der Universität 5 - - II. Fonds der Universität 33 - - III. Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität 42-63 - - A. Rektoren der Universität 42 - - B. Lehrpersonal der Universität 44 - - Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer 61 - - C. Studentenschaft der Universität 62 - - IV. Sammlungen und Unterrichtsanstalten der Universität 64-119 - - 1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek) 64 - - 2. Kunstsammlung 68 - - 3. Antiquarische Sammlung 71 - - 4. Mittelalterliche Sammlung 75 - - 5. Naturhistorisches Museum 78 - - 6. Physikalische Anstalt 85 - - 7. Chemische Anstalt 88 - - 8. Botanische Anstalt 90 - - 9. Normal-anatomische Anstalt 91 - - 10. Vergleichend-anatomische Anstalt 94 - - 11. Physiologische Anstalt 98 - - 12. Pathologisch-anatomische Anstalt 100 - - 13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale 101 - - 14. Chirurgische Klinik 104 - - 15. Geburtshilflich-gynäkologische Klinik 106 - - 16. Psychiatrische Klinik 108 - - 17. Poliklinik des Bürgerspitals 109 - - 18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik 111 - - 19. Ohrenklinik 113 - - 20. Kinderklinik 114 - - 21. Theologisches Seminar 115 - - 22. Pädagogisches Seminar 116 - - 23. Philologisches Seminar 117 - - 24. Germanisch-romanisches Seminar 118 - - 25. Staatswissenschaftliches Seminar 119 - - 26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar 119 - - - - - * * * * * * - - - - -Anmerkungen zur Transkription: - -Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; -lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. - -Die erste Zeile entspricht dem Original, die zweite Zeile enthält die -Korrektur. - -S. 50: - - Dr.med. in Würzburg, 61 - Dr.med. in Würzburg, 1861 - -S. 86: - - in dem zeitweise vorgegerücktere - in dem zeitweise vorgerücktere - -S. 112: - - Die Frequenz de Klinik - Die Frequenz der Klinik - -S. 113: - - Studierenden Unterrricht - Studierenden Unterricht - - - -***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN -FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835*** - - -******* This file should be named 50937-0.txt or 50937-0.zip ******* - - -This and all associated files of various formats will be found in: -http://www.gutenberg.org/dirs/5/0/9/3/50937 - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. 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