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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - - - - -Title: Die Universität Basel in den fünfzig Jahren seit ihrer Reorganisation im Jahre 1835 - - -Author: Albert Teichmann - - - -Release Date: January 15, 2016 [eBook #50937] - -Language: German - -Character set encoding: UTF-8 - - -***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN -FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835*** - - -E-text prepared by Karl Eichwalder, Chuck Greif, Eleni Christofaki, and -the Online Distributed Proofreading Team (http://www.pgdp.net) from page -images generously made available by Internet Archive/American Libraries -(https://archive.org/details/americana) - - - -Note: Images of the original pages are available through - Internet Archive/American Libraries. See - https://archive.org/details/dieuniversithat00teicrich - - -Anmerkungen zur Transkription: - - Folgende Zeichen sind für die verschiedene Schriftformen - benutzt: - - _gesperrt gedruckter Text_ - - =fett gedruckter Text= - - +kursiv gedruckter Text+ - - Eine Liste der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende - des Textes. - - - - - -DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN FÜNFZIG JAHREN -SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835. - -PROGRAMM ZUR -REKTORATSFEIER UND ZU DEM MIT IHR VERBUNDENEN JUBILÄUM DER FREIWILLIGEN -AKADEMISCHEN GESELLSCHAFT - -IM AUFTRAG E.E. REGENZ - -UNTER MITWIRKUNG DER ANSTALTSVORSTEHER - -ZUSAMMENGESTELLT - -von - -Prof. Dr. ALBERT TEICHMANN. - - - - - - - -Basel. -Schultze'sche Universitäts-Buchdruckerei (L. Reinhardt) -1885. - - - - -VORWORT. - - -Nachdem 1883 und 1884 die Universitäten Zürich und Bern ihr 50jähriges -Bestehen gefeiert haben, schickt sich in diesem Jahre auch die ältere -Schwester in den Grenzmarken des Schweizerlandes an, bei einer -ähnlichen Feier einen Rückblick zu werfen auf eine gleich lange Periode -der Entwicklung seit dem Jahre, in welchem der hochherzige Sinn der -Behörden und der Bürgerschaft ihre Fortexistenz sicherte und ihr eine -den Verhältnissen jener Zeit entsprechende Organisation gab. - -Eingedenk der zu eigenem Gewinn siegreich bestandenen Prüfungen, -wie andrerseits der erhebenden vierten Säcularfeier vor 25 Jahren, -will sie bei der auf engere Kreise beschränkten diesjährigen Feier -im Bewusstsein eines nunmehr verwirklichten grösseren Aufschwungs -den Tribut des Dankes darbringen ihrer treuen, zur Hilfe stets -bereiten Genossin in diesen 50 Jahren, der Freiwilligen Akademischen -Gesellschaft, welche, wenige Tage vor Einweihung der neu organisierten -Universität im Jahre 1835 gestiftet, ihr Fest mit der Rektoratsfeier -der Universität verbindet. - -E.E. Regenz beschloss, bei diesem Anlass eine Schrift zu -veröffentlichen, welche einen Einblick in die Organisation und die -ökonomischen Verhältnisse der Universität, einen Ueberblick über -das Lehrpersonal und die Studentenschaft der letzten 50 Jahre, eine -Uebersicht über die mit der Universität verbundenen Sammlungen und -Anstalten gewähren soll. - -Möchte die nachfolgende bescheidene Schrift dazu anregen, bisher -Versäumtes nachzuholen und dem durch einige der Jubelschriften und -die Rektoratsrede im Jahre 1860 gegebenen meisterlichen Vorbilde in -Fortführung dieser geschichtlichen Arbeiten nachzueifern! - -Allen denen, welche durch Mitarbeit, Rathschläge und Mittheilungen -vorliegende Arbeit förderten, insbesondere den Herren Professoren -_Vischer_, E. _Hagenbach_, _Kinkelin_, Fritz _Burckhardt_ und Herrn -Staatsarchivar Dr. _Wackernagel_, sodann den Herren Vorstehern der -Sammlungen und Anstalten sei inniger Dank bezeugt! - - Der Universität und ihrer Festgenossin - -bringt die herzlichsten Segenswünsche für ferneres Blühen und Gedeihen -dar - - _Basel_, im November 1885. - - A. Teichmann. - - - - -I. - -Geschichte der Organisation der Universität. - - -1. =Einleitung. -- Die Gesetze von 1818 und die Sprüche des -Schiedsgerichts.= - -Bis in den Anfang dieses Jahrhunderts hatte die Universität als -Korporation eine unabhängige Stellung behauptet. Dies änderte sich, -als durch das Gesetz vom 19. Mai 1813 die der Universität in den -Jahren 1460, 1532 und 1539 ertheilte Verfassungsurkunde, Statuten -und Privilegien zurückgenommen und aufgehoben wurden. Fortan sollte -dieselbe allgemeine höhere Lehranstalt des Kantons sein und zu -diesem Zwecke in einer den Zeiten angemessenen und gemeinnützigen -Weise eingerichtet werden. Durch Gesetz vom 17. Juni 1818 über die -Organisation der Universität wurde sie der Oberaufsicht und Leitung der -Regierung unterstellt. Letztere übertrug diese Oberaufsicht und Leitung -der zufolge Gesetzes vom gleichen Datum bestellten neuen Staatsbehörde, -dem _Erziehungsrath_, dessen engerer Ausschuss (_Curatel_) die der -Universität unmittelbar vorgesetzte Behörde wurde. Der Regenz der -Universität -- bestehend aus sämmtlichen ordentlichen Professoren --- verblieb die Leitung der inneren Angelegenheiten, die Aufsicht -über die akademischen Anstalten und Sammlungen und die Verwaltung -des Universitätsvermögens. Die bisherige Universitätskommission -erhielt, unter bester Verdankung ihrer Arbeiten, durch Rathsbeschluss -vom 24. Juni 1818 ihre Entlassung. Die der Regenz noch gelassene -Civilrechtspflege für die Angehörigen der Universität (sog. -Universitätsbürger) entfiel 1821 bei der neuen Organisation des -Gerichtswesens. - -In den vier einander gleichgestellten Fakultäten sollten 18 Professoren -mit einer Besoldung von je Fr. 1600 a.W. angestellt und diese Stellen -nach öffentlicher Auskündung und eröffnetem Konkurse besetzt werden; -in Fällen, wo es zum Vortheil der Anstalt gereiche, sollte der -Kleine Rath, auf motivierten Vorschlag des Erziehungsrathes, durch -unmittelbaren Ruf Professoren ernennen können. Hiemit war die früher -übliche Verwendung des Looses, die öfters eine verhängnissvolle Rolle -gespielt hatte, glücklich beseitigt. - -Dieses Gesetz über die Organisation der Universität, auf das man im -Jahre 1865 zurückgriff, berücksichtigte in angemessener Weise die -einzelnen Unterrichtsfächer und fand bei einsichtsvollen Männern volle -Billigung. So erklärte _Troxler_ (Die Gesammthochschule der Schweiz und -die Universität Basel, Trogen 1830, S. 58): - -»Es ist seinem wesentlichen Inhalte nach eine zweckmässige und -zeitgemässe Grundlage einer wohlberechneten und verheissungsvollen -Herstellung und Erhebung der Hochschule, im Geiste der ersten Gründung -gedacht, würdig der grossen Erinnerungen, durch Erfahrungen geläutert, -die Ansprüche und Bedürfnisse einer neuen Zeitbildung berücksichtigend, -sowie selbst die weitern Verhältnisse des Gesammtvaterlandes umfassend.« - -Der schöne Beweis von Achtung für Wissenschaft, von Eifer für Bildung -und von hochherziger Vaterlandsliebe, den der Grosse Rath an den -Tag gelegt hatte, stellte eine gedeihliche Entwicklung in Aussicht. -In der That finden sich unter dem Lehrpersonal der nächsten Jahre -manche klangvolle, weitberühmte Namen von In- wie Ausländern. Aber -man zögerte zu sehr mit Durchführung der Organisation im vollen -Umfange, sodass schon 1823 der Rektor der Hochschule, Prof. _de -Wette_, in seiner Rektoratsrede am 12. Mai mit Freimuth und Nachdruck -äussern durfte: »Und jetzt an dieser Stelle, als zeitiger Rektor der -Universität und Mitglied des Erziehungsrathes, im Namen der Anstalt, -an deren Spitze ich zu stehen die Ehre habe, fordere ich Sie, weise -Häupter und Räthe, feierlich auf, das Werk der Wiederherstellung der -Universität fördersamst zu vollenden! Noch sind eine Lehrstelle der -Rechte, zwei der Arzneikunde und die der Philosophie unbesetzt, und -die der Geschichte ist von Neuem erledigt. Jedes Halbjahr, welches -unter diesen Mängeln verstreicht, ist ein Verlust für die studierende -Jugend, und der ganze Unterrichtsgang ist dadurch gelähmt. Je länger -man aufschiebt, desto mehr ermattet der Eifer, desto mehr gewöhnt man -sich an das Mangelhafte.«[1] Wieder vier Jahre darauf mahnte noch -eindringlicher der damalige Rektor, Prof. _Gerlach_, an schleunige -Vervollständigung[2] und schloss mit den verheissungsvollen Worten: - -»Reichthum ist ein vergängliches Gut; -- Ruhm, erworben im Felde der -Staatskunst, ist trügerisch und oft von zweideutiger Art; -- der aber -lebt ewig im dankbaren Andenken der Nachwelt, dessen Name geknüpft ist -an das Gedeihen einer Schule der Wissenschaft, die Jahrhunderte blühte, -die in der Gegenwart sich auf's neue erhebt, die nicht untergehen wird -im Strome kommender Zeiten.« - -Die nächsten Jahre erfüllten die hochgespannten Hoffnungen noch -nicht -- es nahte die dem Basler Staatswesen verhängnissvolle, mit -muthiger Entschlossenheit durchgekämpfte Zeit, auf welche -- wie der -trefflichste Darsteller der Ereignisse jener Periode sagte[3] -- -»Basel sonder Scham und sonder Reue zurückblicken konnte, weil es das -Bewusstsein davon trug, dass es billigen Begehren willig entsprochen -hatte, dass es der Drohung und Gewalt beharrliche Entschlossenheit -entgegengesetzt hatte und dass seine Bürger das Gesetz, für das sie -kämpften, auch durch Gehorsam zu ehren wussten.« - -Vergeblich war man bemüht, von dem gut eingerichteten und weise -geleiteten Staatswesen den schwersten Schlag abzuwenden. Es war -umsonst! -- Der am 17. August 1833 gefasste, am 26. August durch -eingelangte Ratifikationen in Kraft erwachsene Beschluss der -Eidgenössischen Tagsatzung erklärte den Kanton Basel in Bezug auf -die Verwaltung in zwei besondere Gemeinwesen getheilt und verfügte, -»es solle das gesammte Staatseigenthum des Kantons an Kapitalien, -Gefällen, Gebäuden, Kriegsmaterial u.s.w. ohne irgend eine Ausnahme, -und ausdrücklich mit Inbegriff der Kirchen-, Schul- und Armenfonds, auf -billigem Fusse zwischen beiden Landestheilen ausgeschieden und getheilt -werden.« - -Diesem Beschlüsse zufolge wurden zu Schiedsrichtern erwählt: - - 1. Herr Alt-Bürgermeister _Joh. Herzog_, - von Effingen, in Aarau } für Basel-Stadttheil. - 2. Herr Alt-Bundespräsident _Joh. Friedrich Tscharner_, - von Chur } - 3. Herr Obergerichts-Präsident _Joachim Leonz Eder_, - in Frauenfeld } - 4. +a+) Herr _Carl Schnell_, J.U.D., Regierungsstatthalter - zu Burgdorf (bis Ende 1833) } für Basel-Landschaft. - +b+) Herr _Ludwig Schnyder_, Appellationsrichter - von Sursee, (von Anfang 1834 an) } - und seitens derselben als Obmann: - Herr _Friedrich Ludwig Keller_, J.U.D., Obergerichtspräsident - von Zürich. - -Das Schiedsgericht trat am 16. September 1833 in Zürich zusammen, -begann seine Sitzungen am 30. September in Aarau und schloss dieselben -erst im April 1835 in Bern.[4] Hier interessieren nur diejenigen -Beschlüsse, welche -- zufolge Antrages der Landschaft, auf das Inventar -der Staatsliegenschaften die Gebäude und Fonds der Universität zu -setzen -- die Frage betrafen: »ob das Vermögen der Universität in die -Theilung gezogen werden solle oder nicht?« - -Schon am 9. November 1833 erging der Obmannsspruch: - - 1) Es gehöre das Universitätsgut zu dem in Theilung fallenden - Staatsvermögen; - 2) Sei das Inventar desselben von Basel-Stadt vorzulegen. - -Dieser Entscheid rief natürlich grosse Bestürzung hervor und fand -namentlich in juristischen Kreisen scharfe Kritik.[5] Dem Entscheide -sich fügend, legte der Stadttheil am 6. Januar 1834 das »Inventarium -über das der Universität angehörige und unter ihrer Verwaltung stehende -Vermögen« zur Mittheilung an die Landschaft vor, welche zwar einige -Punkte bemängelte, auf erhaltene Auskunft aber diese Bemängelung fallen -liess. - -Für die Vertretung der Rechte der Universität Namens des Standes -Basel-Stadttheil bei den Verhandlungen beschloss man Zuziehung des -Hofgerichtsadvokaten _Bertheau_ von Mannheim und bestellte zur -Schätzung des Universitätsvermögens Sachverständige. - -Die vom Obmann für die von beiden Theilen ernannten Sachverständigen -entworfene Instruktion war für Basel-Stadt und die Universität durchaus -günstig. - -In der Sitzung vom 14. April 1834 wurde bei getheilten Stimmen der -Schiedsrichter durch Entscheid des Obmanns anerkannt, »dass auf -dem Universitätsgut zu Gunsten der Stadt Basel die Beschwerde des -Ausschlusses solcher Verfügungen über dasselbe hafte, in Folge welcher -für ihr Bedürfniss wissenschaftlicher Anstalten nicht mehr gesorgt sein -würde,« und wurde im Urtheile vom 11. Juli festgesetzt: - - dass bei den im Inventar auf Fr. 543,662.45 angegebenen - akademischen Fisci wegen darauf haftender Beschwerden Fr. - 120,662.45 in Abzug zu bringen seien; - - dass auf den Sammlungen von _Amerbach_, _Fäsch_, _Huber_, - _d'Annone_ und _Bernoulli_ die Beschwerde hafte, dass dieselben an - die Oertlichkeit der Stadt Basel gebunden sind; - - dass das gesammte Universitätsgut als eine untheilbare Einheit und - dem Zwecke des höheren Unterrichtes bleibend gewidmet zu betrachten - sei; - - der Kanton Basel-Stadttheil einen billigen Anspruch habe, dass - ihm auf den Fall, wenn er zur Uebernahme des gesammten Gutes als - berechtigt und verpflichtet angesehen werden sollte, diesfalls eine - gewisse Erleichterung, welche in der Bestimmung des Preises für das - Ganze zu finden, verstattet werde.[6] - -In Abänderung einzelner dieser Punkte erging am 6. August 1834 das -Endurtheil dahin: - - 1) es sei das gesammte Universitätsgut mit Nutzen und Beschwerden, - und unter der Verpflichtung, dasselbe seiner Bestimmung getreulich - zu erhalten, dem Kanton Basel-Stadttheil allein und ausschliesslich - zugetheilt; - - 2) es sei der durch die bisherigen Schätzungen und Urtheile - ausgemittelte Gesammtwerth von Fr. 621,060, mit Hinzurechnung - des in seinem Werthe noch nicht ermittelten Mobiliar-Bestandes, - um 25% herabzusetzen und der sich ergebende Betrag als der - definitive Preis und als die von Basel-Stadttheil einzuwertende und - unmittelbar in Theilung fallende Summe festgesetzt; - - 3) sei der Kanton Basel-Landschaft bei seiner Erklärung, das ihm - zufallende Capital einzig für höhere wissenschaftliche Anstalten zu - benutzen und zu verwenden, feierlich behaftet. - -Durch Einverständniss der Parteien wurde am 12. August der Werth des -Mobiliarbestandes -- worunter auch Scepter und Pokale der Universität -auf Antrag der Landschaft aufgenommen werden mussten -- auf Fr. 1440 -bestimmt. - -Mit dem ganz eigenen, im November gestellten Antrage: »es möchte -- da -verlaute, dass Basel-Stadttheil Willens sei, die Universität aufzuheben -oder einzuschränken -- das Schiedsgericht die Rechte der Landschaft -durch ein ferneres Urtheil so wahren, dass die Universität zu keiner -Zeit von Basel-Stadttheil aufgehoben oder beschränkt werden könne, -oder wenn man demselben freie Befugniss darüber einräumen wolle, der -Stadttheil angehalten werden, der Landschaft, der gemachten Abzüge und -der niedern Schätzung wegen, noch eine Entschädigungssumme von Fr. -256,619 herauszubezahlen,« -- wurde die Landschaft einmüthig am 17. -November abgewiesen; dagegen der Stadttheil auf Antrag der Landschaft -angehalten, Zinsen von dem ihr zukommenden Antheil vom 18. März 1832 -bis 15. December 1834 zu 4% zu entrichten. - -Die Verhandlungen ergaben für das Universitätsvermögen folgende Summen: - - A. Akademische Fisci (laut Urtheil) Fr. 423,000.-- - B. Gebäude (laut Schatzung) » 120,060.-- - C. Sammlungen (laut Schätzung) » 78,000.-- - D. Scepter und Pokale Fr. 812.50 -- - übriges Mobiliar 627.50 = » 1,440.-- - ----------------- - Summa Fr. 622,500.-- - abzüglich 25% » 155,625.-- - ----------------- - blieben Fr. 466,875.-- - wovon nach Urtheil vom 10. Juni 1834 der - Landschaft 60% gebührten, also » 298,800.-- - nach Gewährung von Fr. 195 in Mobiliar blieben - auszuweisen » 298,605.-- - welche Summe sich durch Zinsen - mit Fr. 32,846.55 erhöhte auf » 331,451.55 - -Dies war die Auskaufssumme, welche an die Landschaft zu entrichten war. - -Wie so vielen anderen, genügte Basel-Stadt auch dieser Verpflichtung -aufs Pünktlichste. Nach beendeter Vermögenstheilung konnten die in der -Zwischenzeit ausgestellten Bürgschaftsinstrumente sehr bald entkräftet -werden. Den muthig und hochherzig für die Interessen des Staatswesens -eingetretenen Bürgern von Zürich und Basel wurde der gebührende Dank -bezeugt. - -Unter den vielen Aufgaben, die nunmehr rücksichtlich der Reorganisation -der Staatsverwaltung zu lösen waren, war die Frage der Organisation -der höheren Lehranstalten von grösster Bedeutung. Auch hier bewährte -sich, was schon die Alten erkannt haben, dass im Unglück der Sporn zur -Ausdauer und zu neuer Thatkraft liegt. - -Unmittelbar nach Erlass des schiedsgerichtlichen Urtheils vom 6. August -wurde durch Rathsbeschluss vom 13. August dem Erziehungskollegium[7] -der Auftrag ertheilt, zu berathen, was nun in Hinsicht der Universität -angenommen und vorgekehrt werden solle. Zu diesem Zwecke ernannte -dasselbe eine Kommission. - -Aber auch die Regenz musste zu den Sprüchen des Schiedsgerichts -Stellung nehmen. Sie that dies, indem sie dem Amtsbürgermeister -zu Handen des Grossen Rathes am 23. September eine ausführliche -Protesterklärung gegen jene Sprüche überreichen liess, worin sie -schliesslich, unter Anrufung der heiligsten Gefühle der Gerechtigkeit, -der Wissenschafts- und Vaterlandsliebe, die Zuversicht aussprach, -E.W.W. Rath werde vermöge seiner Weisheit und rechtlichen Gesinnung -durch zweckdienliche Anordnungen dafür sorgen, dass das Universitätsgut -nicht nur ungeschmälert und dem Zwecke des höheren Unterrichts gewidmet -bleibe, sondern auch für die Zukunft eine solche rechtliche Stellung -erhalte, wodurch es niemals durch irgend mögliche Wechselfälle seiner -Bestimmung entrissen werden könne und wodurch auch wieder nach einer -so niederschlagenden Erfahrung bei der Bürgerschaft Muth und Zutrauen -geweckt würde, durch neue Stiftungen die Lehrmittel und Kräfte der -Universität zu vermehren.[8] - -Ebenso wurde von der Kommission des naturwissenschaftlichen Museums -in einer Sitzung vom 6. Oktober eine Erklärung beschlossen, wonach -fortan »alle Geschenke und Legate nur unter dem bestimmten Vorbehalte -gemacht und angenommen werden sollen, dass sie unabänderlich und -unveräusserlich in der Stadt Basel zu möglichst gemeinnützigem -Gebrauche sollen aufgestellt bleiben, in allen Wechselfällen die -Bedingung der Unentfremdbarkeit dieser Gegenstände von der Stadt Basel -heilig und unverletzt gehalten werden solle, auch zur Wahrung dieser -Bestimmung in keinem denkbaren Falle, weder dem Staate, zu dem die -Stadt Basel jeweilen gehören wird, noch der Stadt Basel selbst irgend -ein Opfer rechtmässig auferlegt werden könne, so dass folglich jede -Theilung, jede Auferlegung einer Auskaufssumme, jede zu diesem Zwecke -vorgenommene Schatzung der aus Schenkungen und Legaten herrührenden -Bestandteile der Sammlung, sowie überhaupt jede Massregel ähnlicher Art -als Raub und offenbare Gewaltthat zu betrachten wäre.« - -Diese Wünsche fanden bald die gebührende Berücksichtigung. - - -2. =Das Gesetz über Einrichtung des Pädagogiums und der Universität vom -9. April 1835 und die weitere Entwicklung bis 1865.= - -Am 20. December 1834 hatte die Kommission den von ihr erforderten -Bericht über die Organisation der höheren Lehranstalten vorgelegt; -derselbe fand am 19. Januar im Erziehungskollegium, wie später im -Kleinen Rath Beifall und wurde in den am 2. März 1835 dem Grossen -Rathe vorgelegten Rathschlag aufgenommen. Derselbe zeichnet sich durch -seltene Vollständigkeit und Abrundung aus, stützt sich auf vielseitige -Erfahrungen und ist ein rühmliches Zeugniss für den edlen Sinn und -das herzliche Interesse der Männer jener Zeit für die Förderung des -Bildungswesens als einer der Hauptaufgaben jedes Staatswesens. Mit -hoher Befriedigung wird man auch heute noch in demselben die Worte -lesen: »Wenn auch allerdings in der vorgefallenen Trennung des -Kantons, in der daraus sich ergebenden Verminderung der Beamtenzahl, -in der gegenwärtig bedeutenden Schuldenlast, eben so viele Gründe -liegen möchten, wesentliche Einschränkungen eintreten zu lassen, -so rufen doch andrerseits das um so fühlbarer gewordene Bedürfniss -geistiger Regsamkeit und Tüchtigkeit, die sich täglich höher stellenden -Anforderungen der Zeit, die eigentümliche Isolierung unserer Lage Basel -dringend zu, sich im gegenwärtigen Augenblicke nicht zu versäumen und -nicht zu vernachlässigen, und durch zweckmässige und wohleingerichtete -wissenschaftliche Anstalten sein zukünftiges Wohl zu sichern.« - -Im Anschluss an die Gesetze vom 18. Juni 1817 und 17. Juni 1818 -wird für Bestehenbleiben des Pädagogiums eingetreten und dankbar -anerkannt, dass der vortreffliche Zustand desselben besonders den -eifrigen und gewissenhaften Bemühungen der zur Zeit angestellten Lehrer -zuzuschreiben sei. Diese Anstalt soll in 2 Abtheilungen, für Humanisten -einerseits, für Realisten (Techniker) andrerseits zerfallen. - -Aber es genügt das Pädagogium, welches junge Leute vom 15.-18. Jahre -aufnimmt, für sich allein den Bedürfnissen nicht. Hiezu ist eine -danebenstehende höhere Anstalt, die Universität, dringend nothwendig. -Diese soll eine Anstalt für das Studium der Fakultätswissenschaften, -aber auch eine bürgerliche Akademie sein, in höherem, unmittelbar -praktischerem Sinne, als s.Z. _Isaak Iselin_ dies angedeutet -hatte. Freilich sind hiebei bedeutende Einschränkungen des streng -wissenschaftlichen Elementes angebracht, während die Fächer, welche -der allgemeinen und technischen Bildung angehören, einige Ausdehnung -erhalten können. In dieser Beziehung hält man einen Lehrstuhl für -französische Sprache und Litteratur angezeigt und will auch dem -Englischen und Italienischen, besonders aber der Nationalökonomie und -Statistik, bei deren stets wachsender Bedeutung, Berücksichtigung -schenken. Die philosophische Fakultät soll den Kern des Ganzen bilden. -Lediglich als propädeutische Anstalten sind die juristische und -medicinische Fakultät behandelt. In der theologischen Fakultät soll -Nachdruck auf praktische Ausbildung und Pflege des Hebräischen gelegt -werden. - -In den Berathungen über den Rathschlag im Grossen Rathe am 7.-9. -April erlitt der die Universität betreffende Abschnitt nur geringe -Aenderungen. Man hielt es für passend, in § 13 (dem ersten Paragraphen -des Abschnitts) die »Beibehaltung« der im Jahre 1460 gegründeten und -in den Jahren 1532 und 1818 reorganisierten Universität bestimmter -auszusprechen; gewährte für Gehaltszulagen und Besoldungen in -ausserordentlichen Fällen einen jährlichen Kredit von Fr. 4000, regelte -eingehend die Entlassung pflichtvergessener Lehrer, lehnte einen Antrag -auf Bestätigung der Lehrer von 6 zu 6 Jahren ab; bestimmte dagegen, -dass bei etwaigen Aenderungen in der Organisation die Professoren sich -einer solchen gegen eine dann durch Gesetz zu bestimmende Entschädigung -zu unterziehen hätten. - -In der an erster Stelle genannten philosophischen Fakultät werden 9 -Lehrstühle errichtet für theoretische und praktische Philosophie -- -Mathematik -- Physik und Chemie -- Naturgeschichte -- griechische, -lateinische, deutsche und französische Sprache wie Litteratur- und -Geschichte. Besondere Lehrer können für die oben genannten Fächer -angestellt werden. Die Professoren beziehen Fr. 1600 Gehalt. - -Drei Professuren werden der theologischen Fakultät gegeben. Lehrfächer -sind: Theologische Encyclopädie -- Hebräische Sprache -- Exegese des -Alten und des Neuen Testamentes mit den nöthigen Hilfswissenschaften --- Kirchen- und Dogmengeschichte -- Dogmatik -- Christliche Moral -- -Praktische Theologie mit homiletischen und katechetischen Uebungen. -Zwei Professoren haben je Fr. 1600, der dritte Fr. 1200 Gehalt. - -Die juristische Fakultät hat 2 Lehrstühle, einen mit Fr. 1600, -einen andern mit Fr. 800 Gehalt. Lehrfächer sind: Römisches Recht --- Criminalrecht -- Handels- und Wechselrecht -- Vaterländisches -Civilrecht -- Civilprozess. - -Die medicinische Fakultät zählt 4 Lehrer für Anatomie -- Physiologie -und Pathologie -- Chirurgie und Botanik mit nur Fr. 800 Gehalt, sowie -einen Prosektor mit Fr. 450 Gehalt. - -Die einzelnen Stellen sollen, nach Auskündung und Konkurs, sowie -Anhörung der Curatel, durch Wahl seitens des Erziehungskollegiums -besetzt werden, welche Wahlen sodann noch der Bestätigung des Kleinen -Rathes unterliegen. Unmittelbare Berufung durch den Kleinen Rath ist -auch hier, wie im Gesetz von 1818, vorgesehen. - -Die Regenz hat die Censur über das Betragen der Studierenden, ertheilt -in geringeren Fällen Verweise; in wichtigen oder Wiederholungsfällen -hat sie Strafbefugniss bis auf 3tägige Carcerstrafe, spricht auch -Entziehung von Stipendien aus. Bei schwereren Vergehungen kann sie -bei der Curatel auf Entfernung antragen, wozu aber Bestätigung des -Erziehungskollegiums nöthig ist. - -Für die Vorlesungen besteht Lern- und Lehrfreiheit, und können einzelne -Vorlesungen auch von Nichtstudierenden, welche das 17. Altersjahr -zurückgelegt haben, besucht werden. - -Die Aufrechterhaltung der Universität in diesem gewiss bescheidenen -Rahmen fand namentlich auswärts eine verschiedene Beurtheilung. So -meinte man z.B. in Zürich, dass, wenn nicht alle Fakultäten aufs -Vollständigste und möglichst gut besetzt seien, die Bürger ihre -Studien doch nicht zu Hause vollenden könnten; darum tauge es nichts, -Professoren beizubehalten; besser verwendete man das Geld nach Bern -oder nach Zürich, wo man sich gewisse Rechte vorbehalten könne.[9] - -Andere (z.B. die Bündnerzeitung) urtheilten günstiger, indem sie -sagten: »Wenn der Rathschlag Genehmigung findet, so haben gewisse -Neider und Blutradikalen umsonst der altehrwürdigen Universität -von Basel das Leichenlied gesungen! Freuen wird es uns, wenn die -Bürgerschaft, trotz der veränderten politischen Verhältnisse, sich -das nicht rauben lässt, was ihrer Stadt Zierde und Ruhm gewesen -- -die Universität als eine Pflegeanstalt wissenschaftlicher Bildung. -Es knüpfen sich an dieselbe so ehrwürdige Erinnerungen, dass die -Aufrechterhaltung dieser Anstalt, auch in beschränkterer Gestalt, -immerhin der Stadt zur Ehre gereichen wird.« - -Und dies geschah in vollstem Maasse. - -Sofort, nachdem durch Gesetz vom 9. April 1835 die Beibehaltung -der Universität in neuer, den Bedürfnissen und Verhältnissen -angemessener Form entschieden war, traten am 11. April einige Freunde -der wissenschaftlichen Anstalten in Basel zusammen, um darüber zu -berathen, wie die Absichten der Obrigkeit durch freiwillige Mitwirkung -wohldenkender Bürger zweckmässig gefördert, der Sinn und die Liebe -zur Wissenschaft belebt, und angeregt werden könnten. In dem Aufrufe -zur Bildung einer Freiwilligen Akademischen Gesellschaft vom 20. -April legte man, in rühmender Anerkennung der Verdienste der obersten -Landesbehörde, die Mittel und Wege dar, wie sich jene Ziele erreichen -liessen, und fand damit in weiteren Kreisen Anklang, so dass schon am -17. September die Gesellschaft sich constituieren und sofort ihre für -die Universität so höchst förderliche Thätigkeit eröffnen konnte. - -Eine treffliche Schilderung dieses Wirkens und Strebens bringt -die soeben veröffentlichte Festschrift derselben: »Geschichte der -Freiwilligen Akademischen Gesellschaft der Stadt Basel während der -ersten 50 Jahre ihres Bestehens«, verfasst von dem jetzigen Vorsteher, -Herrn Altbürgermeister _C.F. Burckhardt_. - -Wegen der innigen Beziehungen, welche seit jener Zeit dauernd zwischen -dieser treuesten, verdienstvollsten Genossin und der Universität -bestanden haben, war die Geschichte der Gesellschaft natürlich nicht -ohne Erwähnung der Geschichte der Universität in diesem Zeitraume zu -schreiben, und erhält die nachfolgende, mehr auf einzelne besondere -Punkte der Organisation eingehende Darstellung durch jene Schrift -des um das hiesige Gemeinwesen hochverdienten Mannes eine erwünschte -Ergänzung. - -Der provisorische Zustand, in den durch Rathsbeschluss vom 9. April -1835 die Professoren, Lehrer und Angestellten der Universität und des -Pädagogiums, unter Hinweis auf das Gesetz vom 9. Juni 1834, erklärt -wurden, dauerte nicht lange. Schon am 13. Juni 1835 wurden durch -weiteren Rathsbeschluss die bisher definitiv angestellten Lehrer der -Universität aufs neue an ihre Stelle berufen. - -In der theologischen Fakultät erhielt Herr _J.J. Stähelin_ den Titel -eines ordentlichen Professors mit Sitz und Stimme in Fakultät und -Regenz, Herr _J.G. Müller_ die dritte ordentliche Lehrstelle. Zur -Versehung der 1. Lehrstelle in der ganz unbesetzten juristischen -Fakultät, welche sich auf freiwillige Leistungen mehrerer -Privatdocenten angewiesen gesehen hatte, berief man Herrn Dr. _G. -Beseler_ als ausserordentlichen Professor und eröffnete für den 2. -Lehrstuhl einen Konkurs, demzufolge man Herrn Dr. _Adolf Burckhardt_ -zum Professor ernannte. Die medicinische Fakultät blieb im Personal -unverändert. In der philosophischen Fakultät berief man wieder Herrn -Prof. _Linder_ als Lehrer der griechischen Sprache und Litteratur; -Herrn Prof. _Bernoulli_ übertrug man mit dem Titel eines Professors -der industriellen Wissenschaften den Unterricht namentlich in -industrieller Mechanik und Technologie; Herrn Prof. _Peter Merian_, -welcher aus Gesundheitsrücksichten die Wiederübernahme eines Amtes -ablehnte, verlieh man den Titel eines ordentlichen Professors mit Sitz -und Stimme in der Regenz, übertrug den Lehrstuhl der französischen -Sprache Herrn Prof. _Vinet_, beförderte zum ordentlichen Professor der -Philosophie Herrn Dr. _F. Fischer_, ernannte zum Professor der Physik -und Chemie Herrn Dr. _Schönbein_, zum Professor der deutschen Sprache -und Litteratur Herrn Dr. _W. Wackernagel_, verlieh den Titel eines -ausserordentlichen Professors Herrn Dr. _Wilhelm Vischer_ und bestellte -als Lektor der Naturgeschichte auf unbestimmte Zeit Herrn Prof. -_Meissner_. - -Am 14. September trat der »Senatus academicus« zusammen.[10] Der -bisherige Rektor, Prof. _P. Merian_, leistete den neuen Amtseid und -legten darauf die der Regenz angehörenden Professoren das Gelübde -in die Hände des Rektors ab. Nach Abtreten der Curatel wurde in der -nun eröffneten Regenzsitzung dem sein Amt in die Hände der Regenz -niederlegenden Rektor im Namen der Fakultäten für die unzähligen -Dienste, die er der Universität erwiesen, der wärmste Dank abgestattet -und sodann für den Rest des Jahres Prof. _de Wette_ zum Rektor gewählt. - -Ohne Einwirkung der Regierung, aber auf mehrfach geäusserten Wunsch -der Bürger, welche fühlten, dass die hochherzige Gesinnung der -Behörden durch einen feierlichen Akt anzuerkennen sei, beschloss die -Regenz, eine Einweihungsfeier der wiederhergestellten Universität -abzuhalten. Hiezu lud in ihrem Auftrage Prof. _Wackernagel_ durch ein -deutsches Programm »Ueber die altdeutschen Handschriften der Basler -Universitätsbibliothek« ein und fügte Prof. _Gerlach_ dem diesmal -auch in lateinischer Sprache abgefassten Vorlesungsverzeichnisse[11] -für das Wintersemester ein lateinisches Schreiben bei, in welchem er -die verschiedenen Hochschulen von der Neugestaltung der Universität, -unter kurzer Erwähnung der Vorgänge der letzten Jahre und rühmender -Anerkennung des opferfreudigen Sinnes der Mitbürger, in Kenntniss -setzte.[12] - -Die Einweihungsfeier fand bei zahlreicher Betheiligung aus -verschiedenen Kreisen der Bürgerschaft am 1. October im Münster statt. -Die gehaltreiche, später im Druck veröffentlichte, Festrede des Rektors -gab einen Ueberblick über die Arbeiten für die Neugestaltung der -Universität seit 1818 und zeigte, wie selbst ein kleiner Wirkungskreis -seine unleugbaren Vorzüge habe. Besonders wurde auch des neuesten -Beweises des vielfach erprobten Gemeinsinnes Basels, der Gründung der -Freiwilligen Akademischen Gesellschaft gedacht. Darauf entwickelte -Prof. _Schönbein_ die Bedeutung der Naturwissenschaften als Elementes -der modernen Bildung. Sodann wurden Ehrenpromotionen verkündet. Der -theologische Doktorgrad wurde ertheilt Herrn Antistes _Hurter_ von -Schaffhausen, den Herren Proff. _Schneckenburger_ und _Lutz_ in Bern -und _Hirzel_ in Zürich, der juristische Herrn _von Tscharner_ in Chur, -der medicinische Herrn Prof. _Brunner_ in Bern, der philosophische -den Herren Proff. _Studer_ in Bern, _Fäsi_ in Zürich, _Fröhlich_ in -Aarau. Schliesslich konnten, nach Genehmigung der Behörden, für die -Studierenden vier Preisfragen gestellt werden, für deren Lösung je Fr. -100 als Preise ausgesetzt wurden.[13] - -Kurz vor Schluss des Jahres, am 10. December, wurde vom Grossen Rathe -der Antrag: »es möchte der Grosse Rath erkennen, dass es bei der durch -die Staatskasse bereits geschehenen Zahlung der Auskaufssumme von -zusammen Fr. 331,451.55 sein Verbleiben haben solle« zum Beschluss -erhoben und damit diese für die Existenz der Universität bedeutendste -finanzielle Frage erledigt. Nunmehr handelte es sich nur noch um nähere -Feststellung der Verwaltung und Verwendung des Universitätsgutes. -Hierüber erging das Gesetz vom 6. April 1836, laut welchem das -gesammte Universitätsgut mit den der Stadt Basel darauf zustehenden -Berechtigungen, wie dieselben durch die Stiftungen und Vergabungen, -durch die Dotationsurkunde vom Jahr 1803 und durch die Sprüche des -bei der Trennung des Kantons Basel aufgestellten eidgenössischen -Schiedsgerichts bestimmt und anerkannt sind, ein an die Oertlichkeit -der Stadt Basel unauflöslich geknüpftes Eigenthum des Kantons -Basel-Stadttheil bildet, welches den Bestimmungen der Stiftungen und -dem Zwecke der höheren Lehranstalten niemals entfremdet werden darf. - -Erwähnen wir, dass durch Gesetz vom gleichen Datum die Korporation der -Universitätsbürger als 16. politische Wahlzunft der Stadt eine mit der -Einrichtung der übrigen Zünfte übereinstimmende Regelung erfuhr, so -sind die Grundzüge der neuen Organisation bezeichnet, welche der Regenz -zur Pflicht machten, durch Bestellung der Kommissionen, Aufstellung -eines Reglements für die Vermögensverwaltung und einer Ordnung für den -Pedell[14] u.a. zur Durchführung jener gesetzlichen Bestimmungen auch -ihrerseits mitzuwirken. - -Aber auch viele andere Fragen traten in den nächsten Decennien an die -Regenz heran, da der Geschäftskreis sich erweiterte und das Kollegium -an Mitgliedern zunahm. - -Auf Wunsch der Behörden sorgte man für ausgedehntere Vertheilung -der akademischen Gelegenheitsschriften[15] und der Einladungen zu -akademischen Akten; regelte (März 1845) die »Verhältnisse und Pflichten -der Studierenden« in einer längeren Ordnung, erliess (November 1845) -eine »Ordnung über den Betrag und die Entrichtung der Collegiengelder«, -welche 1854 einige Aenderungen erfuhr, ohne dass jedoch das lästige -Freibitten ärmerer Studenten beim Rektor beseitigt wurde, bis man -endlich (10. März 1864) eine besondere - -Kommission zur Vorprüfung der Gesuche um Collegiengeldererlass -einsetzte. Die Vertheilung der Stipendien seitens der Regenz bereitete -damals, bei der geringen Zahl der Petenten, noch keine besonderen -Schwierigkeiten. - -Ein öfters wiederkehrendes Traktandum war die Maturitätsfrage. -Hierüber erging (Juni 1844) ein Beschluss des Erziehungsrathes, -»dass Jünglinge, welche aus der hiesigen dritten Realistenklasse -mit dem Maturitätszeugnisse entlassen worden oder in einer der -hiesigen technischen Abtheilung des Pädagogiums gleichstehenden -Anstalt eine genügende Vorbildung erhalten haben, als Studierende der -mathematisch-physikalischen Abtheilung der philosophischen Fakultät -unter Ertheilung einer lateinischen Matrikel immatrikuliert werden -könnten, während für den Zutritt zu der theologischen, juristischen -und medicinischen Fakultät ein humanistisches Examen vorbehalten -bleibt.« Doch mehren sich später die Klagen über ungenügende Vorbildung -namentlich von auswärts kommender Studierender. Die Einrichtung eines -von Mitgliedern der philosophischen Fakultät abzuhaltenden Examens wird -(1859) als eine sehr lästige Neuerung empfunden, so dass man 1863 den -Dekan, bezw. ein von diesem zu bezeichnendes Mitglied mit der Prüfung -betraute, und endlich (22. März 1864) die Prüfung von Baslern, welche -kein Maturitätszeugniss besitzen und von Auswärtigen, welche ein -solches von hier zu erhalten wünschen, näher regelt. - -Schon 1846 verfügt man Niederlegung der bei der Immatrikulation -vorgewiesenen Papiere beim Rektor, um eine Kontrolle über den Bezug -von (später obligatorisch erklärten) Abgangszeugnissen zu gewinnen; -man ordnet (1854) den Druck von Kollegienbogen und Abgangszeugnissen -an, sowie Vorlegung ersterer zur Testierung aller belegter Kollegien -(wegen der bis 1877 üblichen Fleisszeugnisse), überträgt dem Pedell die -Führung von Listen über Docenten und Studierende und veranlasst die -Ordnung des Archivs, welcher Mühwaltung sich bis zum Abschlusse dieser -Arbeit im Februar 1853 Herr Prof. _Schnell_ unterzog, worauf dann die -Bestellung eines ständigen Archivars[16] beschlossen wird; im März 1855 -beendet Herr Prof. _Riggenbach_ die Fortführung des Legatariums. Auch -das Statutarium findet entsprechende Beachtung. -- Mehrfach muss man -einschärfen, dass Docenten eine Inaugurationsrede zu halten haben, ehe -sie ihre Vorlesungen beginnen. Dem Rektor lästig fallende Geldgeschäfte -werden ihm mehr und mehr abgenommen, die neu eintretenden Professoren -von Immatrikulationsgebühren befreit, die sog. Feuerspritzenpflicht der -Professoren (1854) etwas eingeschränkt und die Niederlassung der von -auswärts berufenen Professoren (1863) besser geregelt.[17] Den nach -einander auftauchenden Gesangvereinen (1841, 1843, 1845, akademischer -Männerchor 1855) und endlich auch dem akademischen Turnverein -(1856) gewährt man Unterstützungen, überlässt dagegen die Ordnung -der Vereinsangelegenheiten den öfters um Bestätigung ihrer Statuten -einkommenden neuen Studentenverbindungen. - -Für die schon seit den Zwanziger Jahren in Basel üblichen, mit grossem -Beifall aufgenommenen und als wirkliche Pflicht gegen die Bürgerschaft -erachteten öffentlichen akademischen Vortrage bestellt man 1856 eine -Kommission, an deren Stelle 1869 eine neue trat. - -Dauernd behilft man sich, bei der stets bewiesenen Bereitwilligkeit der -Regentialen zur Uebernahme und Besorgung der mannigfachsten Geschäfte, -ohne jenes grössere Beamtenpersonal, wie es andere Universitäten -besitzen. - -Der Rektor besorgt die Inscription der neu eintretenden Docenten und -der Studierenden, unter denen eine Zeit lang auch Missionszöglinge -auftreten, in die Universitätsmatrikel. Die Dekane veranlassen -die Inscription der Studierenden in das Fakultätsalbum, unter -Rechnungslegung über die dabei bezogenen Gebühren. -- Wie der -Rektor über die Geschäfte seines Amtsjahres, so erstatten der -Regenz die Dekane Bericht über Veränderungen und Wünsche ihrer -Fakultät, die Vorsteher der Sammlungen und Anstalten Bericht über -die Verhältnisse derselben. Auszüge aus diesen Berichten werden in -der Reihe der dem Grossen Rathe zu erstattenden Verwaltungsberichte -abgedruckt, sodass auch weitere Kreise sich von den Veränderungen der -Universitätseinrichtungen genau unterrichten können. - -Das Protokoll in den Regenzsitzungen führt der jährlich zu diesem Zweck -gewählte Schreiber der Regenz, für welche Dienstleistung derselbe -- -zufolge Stiftung von Professor J.J. _Stähelin_ im Jahr 1846 -- eine -kleine Gratifikation erhält. Einen eigenen Schreiber bestellt seit -1838 die medicinische Fakultät, während in den anderen der Dekan (der -jetzige oder frühere) das Protokoll führt. In den Regenzsitzungen -hat bis Mai 1864 Umfrage bei den Berathungen statt, von da an freie -Diskussion; auch wird dabei das Sitzen in der Reihenfolge der -Fakultäten abgeschafft. Der Pedell endlich hat die Einziehung und die -Vertheilung der Kollegiengelder, sowie die Auszahlung der Stipendien zu -besorgen, daneben den mannigfachsten Abwartsdienst, z.B. als Gehilfe in -der Bibliothek bis zur Anstellung eines besonderen Bibliothekdieners -(durch Rathsbeschluss vom 21. Februar 1876). - -Nach diesem kurzen Ueberblick über die inneren Verhältnisse sind nun -mehr die wichtigen Ereignisse zu erwähnen, welche rasch hintereinander -seit 1849 die weitere Gestaltung der Universitätsverhältnisse -beeinflussten. - -Das Jahr 1849 brachte einen grossen Fortschritt durch Eröffnung -der prächtigen Räume des Museums,[18] in denen die sich rasch -vergrössernden Sammlungen[19] und einzelne Universitätsinstitute eine -entsprechendere Aufstellung erhielten und für die feierlichen Rede- und -Promotionsakte eine geräumige Aula verfügbar wurde. Zur Förderung der -Zwecke dieses Museums, Vermehrung der Sammlungen, zugleich Belebung des -Sinnes für Kunst und Wissenschaft wurde der Museumsverein gegründet. - -Die Freude über diese grossen Errungenschaften wurde etwas -herabgestimmt, als im December 1850 im Grossen Rathe ein Antrag auf -Aufhebung der Universität, dagegen Gründung einer Gewerbeschule -gestellt wurde. Es war dies der Ausdruck einer in den letzten Jahren -mehr und mehr verbreiteten Anschauung, dass die Aufrechterhaltung -der Universität unerschwingliche Opfer heische. Dieser jetzt offen -hervortretenden Gegnerschaft musste durch Aufklärung über den -wirklichen Sachverhalt begegnet werden und dieses Verdienst erwarben -sich -- neben einem der Universität nicht angehörenden Manne[20] --- zwei Lehrer der Hochschule, die Herren J. _Schnell_ und C.F. -_Schönbein_. Sie waren der Meinung, dass es einem Universitätslehrer -zukomme, darzulegen, warum er redlich, nicht als Parteimann, zur -Universität stehe. - -Sie thaten dies mit durchschlagendem Erfolge in der Schrift: »Die -Universität von Basel, was sie fordert und was sie leistet« (Basel, -Detloff 1851). Diesem muthigen Auftreten wird es mit zu verdanken -sein, dass der Grosse Rath am 3. Februar 1851 jenen Antrag mit 81 -gegen 11 Stimmen ablehnte und in Erkenntniss mancher Mängel und -Lücken durch Gesetz vom 30. März 1852 die Errichtung eines besonderen -Lehrstuhles für Physik, sowie Erhöhung des Zulagekredits auf Fr. 8,000 -anordnete, nachdem inzwischen 1850 durch Betheiligung der Freiwilligen -Akademischen Gesellschaft die Besetzung je eines Lehrstuhles für -Pathologie und andrerseits Anatomie und Physiologie ermöglicht und -durch dieselbe Gesellschaft 1851 in der juristischen Fakultät ein neuer -Lehrstuhl für deutsches Privatrecht und Civilprozess errichtet worden -war. - -Die weitere der Universität drohende Gefahr, die Errichtung einer -eidgenössischen Universität,[21] wurde vorläufig beseitigt, als die -Bundesversammlung nach Verhandlungen im Januar und Februar 1854 die -Errichtung eines Polytechnikums in Zürich beschloss. - -Immerhin war die Aufmerksamkeit auf die weitere Ausgestaltung der -Universität hingelenkt und so stellte schon am 6. Februar 1854 -Herr _August Burckhardt-Iselin_ den Anzug, »den Kleinen Rath zur -Begutachtung der Frage einzuladen, ob nicht die gegenwärtigen -Verhältnisse eine Revision der Gesetze von 1835 und 1852 wünschbar -machten in dem Sinne, dass die für höhere Lehrzwecke angewiesenen -Mittel mit den Bedürfnissen der Zeit in Einklang gebracht werden.« - -Von Neuem traten einige Lehrer der Hochschule mit einem belehrenden -Worte für die Interessen der Universität ein, indem sie die Mittel und -die Ziele der erwünschten Reform darlegten. - -Es geschah dies in der höchst beachtenswerthen Schrift: »Die -Universität von Basel, was ihr gebricht und was sie sein soll. -In Verbindung mit seinen Collegen und Freunden F. _Miescher_, J. -_Riggenbach_, W. _Wackernagel_ dargelegt von J. _Schnell«_ (Basel, -Detloff 1854). Dieser Schritt war von Erfolg gekrönt. Der auf Grundlage -eines eingeholten Berichtes vorgelegte Rathschlag fand eine über die -darin gemachten Vorschläge hinausgehende Billigung und wurde durch -Gesetz vom 15. Januar 1855 dem Kleinen Rathe zur Erstellung einer -vierten theologischen Professur die Hand geöffnet, der juristischen -Fakultät ein dritter ordentlicher Lehrstuhl, der medicinischen ein -Lehrstuhl für medicinische Klinik, der philosophischen ein solcher für -Nationalökonomie und Statistik hinzugefügt. Die Gehälter wurden auf Fr. -2,500 bezw. 1,250 n. W. normiert und der Zulagekredit auf Fr. 15,000 -erhöht. - -Noch im selben Jahr richtete die Freiwillige Akademische Gesellschaft, -deren Spezialstiftungen verschiedenen Fakultäten zu Gute kamen, einen -Lehrstuhl für vergleichende Anatomie ein und besetzte denselben -in höchst glücklicher Wahl mit einem Schweizer Gelehrten (Prof. -_Rütimeyer_). - -Auch die juristische Fakultät, welche einige ihrer Basler Mitglieder -(die Proff. _Christoph Burckhardt-Hess_ und _Adolf Burckhardt-Vischer_, -sowie Dr. _Gustav Christ_) in den Dreissiger Jahren durch Tod, ein -anderes (Prof. _Bachofen_) durch Austritt in den Vierziger Jahren -leider verloren hatte, gewann 1852 eine bei dem sonstigen raschen -Wechsel der Lehrer sehr erwünschte Unterstützung durch Wiedereintritt -ihres Seniors (Rathsherr A. _Heusler_) und 1858 durch Eintritt auch des -Sohnes desselben. Nur ein um Universität, - -Wissenschaft und Rechtspflege gleich sehr verdienter Mann (Prof. J. -_Schnell_) blieb ihr als treueste Stütze während vier Decennien bis zu -seinem Weggange von Basel in segensreichem Wirken erhalten. Dieselbe -Gunst des Schicksals war übrigens mehreren Mitgliedern der anderen -Fakultäten beschieden; wir nennen von Verstorbenen die HH. _Hagenbach_ -und _Stähelin_ unter den Theologen, Herrn _Jung_ unter den Medicinern, -die HH. _Peter Merian_, _Gerlach_, _Schönbein_, _Meissner_, _Vischer_, -_Picchioni_ aus der philosophischen Fakultät. - -Die nächsten Jahre brachten viel Arbeit, um die nahende vierte -Säcularfeier würdig zu begehen. Von diesen Vorbereitungen sei hier -nur der Um- und Ausbau des sog. Unteren Collegii[22] erwähnt, -wofür im Oktober 1859 ein Kredit von Fr. 70,000 vom Grossen Rathe -bewilligt wurde. Für die Zeit des Umbaues wurden die Hörsäle in die -Blömleincaserne verlegt. - -Die Feier fand am 6. und 7. September 1860 statt -- in Erinnerung an -den Tag, an welchem, nach Ertheilung der Privilegien der Hohen Schule -durch die Stadt, der erste Rektor der Universität (Georg von Andlau) -Namens derselben der Regierung die Anerkennungsakte übergeben hatte. -Die Einzelnheiten dieser Festfeier sind in der Schrift von J.W. _Hess_ -(Beschreibung der vierten Jubelfeier der Stiftung der Universität -Basel, Georg 1860) mitgetheilt, so dass darauf verwiesen werden kann. -Erwähnen wollen wir jedoch des literarischen Gewinnes, nämlich der -eigentlichen Festschrift: - -Geschichte der Universität Basel von der Gründung 1460 bis zur -Reformation 1529. - - Von Prof. Dr. _Wilhelm Vischer_ (Basel, Georg); - -ferner der auf die Universität bezüglichen Jubelschriften: - -1. Die theologische Schule Basels und ihre Lehrer von Stiftung der -Hochschule 1460 bis zu de Wette's Tode 1849. Von Prof. Dr. _Karl Rud. -Hagenbach_ (Basel, Schweighauser). - -2. Die medicinische Fakultät in Basel und ihr Aufschwung unter F. -Plater und C. Bauhin, mit dem Lebensbilde von Felix Plater. Von Prof. -Dr. _Friedrich Miescher_ (Basel, Schweighauser). - -3. Die Mathematiker Bernoulli. Von Prof. Dr. _Peter Merian_ (Basel, -Schweighauser). - -4. Festrede, gehalten von Prof. Dr. _Peter Merian_, d.Z. Rektor (Basel, -Schweighauser); und endlich der die Angehörigen der Landschaft ehrenden -Stiftung eines »Stipendium rauricum.« - -Das in jeder Beziehung gelungene Fest hinterliess bei allen -Theilnehmern die angenehmsten Erinnerungen und blieb nicht ohne die -wohlthätigsten Wirkungen auf weitere Kreise, welche die Hochschule von -vielen Ausländern geschätzt und gerühmt sahen und nunmehr stolz auf -diese Anstalt zu werden begannen. - -Als nun von Neuem die Frage einer eidgenössischen Universität -auftauchte, stellte Oberst _Hans Wieland_ im Grossen Rathe am 31. März -1862 den mit grossem Beifall aufgenommenen Anzug: »Der Grosse Rath -beauftragt die Regierung, die Frage in sofortige ernstliche Erwägung -zu ziehen, ob und inwiefern die neu zu gründende eidgenössische -Hochschule für Basel zu gewinnen sei; des Ferneren soll die Regierung -keine Schritte versäumen, die in dieser Angelegenheit dem gewünschten -Resultate näher führen können.« - -Die Verhandlungen der Bundesversammlung berührten die erstere Frage -weder im Jahre 1862, noch auch im folgenden, was eine reifliche -Erwägung der Frage ermöglichte. Als Ergebniss derselben wurde am 7. -December 1863 von Bürgermeister und Rath ein Rathschlag betreffend -den Anzug über Erwerbung der neu zu gründenden eidgenössischen -Hochschule vorgelegt. Derselbe war verfasst von dem für die Universität -unermüdlich thätigen Staatsschreiber Dr. _Gottlieb Bischoff_ († 15. -März 1885) und bildet neben dem bald folgenden Rathschlag und Entwurf -eines Universitätsgesetzes das wichtigste und werthvollste Dokument -für die Geschichte der Universität in neuester Zeit. Ausgezeichnet -in Form der Darstellung und reich seinem Inhalte nach, befürwortet -dieser Bericht, dass Basel-Stadt mit allem Nachdruck für den Fall der -Errichtung einer eidgenössischen Hochschule als Bewerber auftrete, auf -erste Wiederanregung dieser Frage dem hohen Bundesrathe zu Händen der -Bundesversammlung eine geeignete Begründung seiner Bewerbung eingebe -und inzwischen weitere Reformen an der Universität in Angriff nehme. - -Diese Vorschläge fanden am 1. Februar 1864 den vollsten Beifall des -Grossen Rathes. Der Kleine Rath theilte den Beschluss betreffend die -Bewerbung Basels für den Fall der Errichtung einer eidgenössischen -Hochschule dem Bundesrathe mit und erhielt unter dem 18. März die -befriedigende Versicherung, dass, wenn einmal diese Frage ernstlich an -die Hand genommen werden könne, die Behandlung derselben in einer Weise -geleitet werden würde, welche den verschiedenen Bewerbungen um diese -Anstalt volle Zeit lassen werde, sich geltend zu machen. - -Durch diese Antwort beruhigt, ging man sofort daran, rücksichtlich der -Universität einen entscheidenden Schritt vorwärts zu thun. - -Indem wir die Behandlung dieses Punktes dem nächsten Abschnitte -zuweisen, sei noch erwähnt, dass am 6. September 1855 die theologische -Fakultät Statuten über Ertheilung theologischer Grade beschlossen -hatte, 1861 ein philologisches Seminar eingerichtet und 1862 die -botanische Anstalt wesentlich erweitert worden war, endlich im -Wintersemester 1864/65 zum ersten Mal die Zahl der Studierenden über -100 betrug, um von da an langsam weiter zu steigen. - -Was die Betheiligung der Universität an Jubelfesten anderer -Hochschulen während dieses Zeitraums betrifft, so fand eine solche auf -Einladungen zu den Festen von Greifswald (18. October 1856), Freiburg -(5. August 1857), Zürich (29. April 1858), Jena (15. August 1858), Genf -(Juni 1859), Bern (14. November 1859), Berlin (15. October 1860) und -Breslau (3. August 1861) in verschiedener Form statt. Die Einladung von -Prag (1848) war der Zeitumstände wegen zurückgezogen worden. - -In den Kreisen der Lehrerschaft feierte man 1853 die 25jährige -Wirksamkeit der Proff. _Meissner_ und _Schönbein_. Die Verdienste, -welche sich die Herren _Merian_ und _Heusler_ namentlich in den -Dreissiger Jahren um die Universität erworben hatten, ehrte man im -December 1865, als ersterer bei Einführung des Prof. _Liebermeister_ -zum letzten Mal dem akademischen Senate präsidierte. - -Was uns in diesem Zeitraume, der wohl als die Sturm- und Drangperiode -der Universität bezeichnet werden kann, immer wieder angenehm berührt, -ist die bewunderungswürdige Sorgfalt, welche die vorgesetzten Behörden -bei Neubesetzung der oft erledigten Professuren entfalteten, ohne je zu -ermüden -- sodann die von der Lehrerschaft jener Zeit gepflegte echte, -wahre Kollegialität, die so manchen der von auswärts Berufenen dauernd -an Basel fesselte, den von hier Scheidenden aber in bestem Andenken -blieb -- welchem trefflichen Vorbilde die jetzige getreu nachlebt und -eine spätere, so hoffen wir, nicht untreu werden wird. - - -3. =Das Universitätsgesetz von 1866 und die weiteren Veränderungen bis -1885.= - -Der letzte Zeitraum von zwanzig Jahren, über den wir zu berichten -haben, weist eine Reihe der erfreulichsten und erfolgreichsten -Neuerungen auf. So wurde gleich zu Anfang dieser Periode am 13. März -1865 der Kleine Rath ermächtigt, zum Behufe gehöriger Einrichtung einer -medicinischen, chirurgischen und geburtshilflichen Klinik im Spital -mit dem Stadtrath die erforderliche Vereinbarung zu schliessen und -die nöthigen Anordnungen zu treffen. Ein Kredit bis auf Fr. 12,000 -wurde hiefür gewährt. Demgemäss konnte endlich ein schon lange fühlbar -gewordener Mangel durch allmähliche Einrichtung regelmässiger Kliniken -in den Jahren 1865 und 1868 beseitigt werden. - -Bald darauf (5. Juni) wurde dem Grossen Rathe ein Rathschlag und -Entwurf eines Universitätsgesetzes vorgelegt; der Entwurf ist das -Werk des Rathsherrn W. _Vischer_, der in seinen Verdiensten um die -Universität neben _Peter Merian_ und _Andreas Heusler_ (Vater) völlig -ebenbürtig dasteht und im Auslande während der letzten Decennien wohl -der bekannteste und am öftesten zu Rathe gezogene Basler Rathsherr war. - -Der Rathschlag beschränkt sich wesentlich auf die Erörterung der -Universitätsverhältnisse, zumal inzwischen das Pädagogium, das durch -Verlegung in den Mäntelihof sehr bald auch räumlich von der Universität -getrennt wurde, durch Gesetz vom 23. März 1852 in die Organisation der -übrigen Schulen für die männliche Jugend eingereiht worden war. Als -wesentlichster Uebelstand in den bisherigen gesetzlichen Anordnungen -wird natürlich der der Anstalt wegen der schwierigen Zeitverhältnisse -des Jahres 1835 damals aufgedrückte propädeutische Charakter -bezeichnet, der jetzt glücklicherweise beseitigt werden könne. Daneben -wird besonders die bisherige Besoldung als nicht mehr genügend -erachtet, und eine Erhöhung derselben auf Fr. 3,000 vorgeschlagen. -Diese Besoldungen sollen, was schon aus Gründen der Übersichtlichkeit -und Verständlichkeit der Rechnungen wünschbar sei, fortan aus dem -Kirchen- und Schulgute, bezw. aus der Staatskasse gezahlt werden, -während das Universitätsgut als »Zulagefonds« mit seinem Ertrage für -Besoldungszulagen zu verwenden wäre. Der Hauptnachdruck wird auf -eine den Anforderungen der Zeit möglichst entsprechende Besetzung -der einzelnen Lehrstühle, ganz nach dem Vorbild des im Jahre 1818 -erlassenen Gesetzes, gelegt und hiebei auf mehrfach gemachte -Erfahrungen Rücksicht genommen. - -Da sich in der Theologie verschiedene Richtungen geltend machten und -darauf bezügliche Wünsche auch vor den Behörden ihren Ausdruck gefunden -hatten,[23] will man die theologische Fakultät mit 4 bis 5 Professuren -ausstatten. - -In der juristischen Fakultät hält man drei ordentliche Professuren -für genügend, vier dagegen in der medicinischen und zwölf in der -philosophischen Fakultät. Letztere soll in zwei Abtheilungen -(philologisch-historische und mathematisch-naturwissenschaftliche) -geschieden werden und nunmehr auch die Fächer der Botanik und Zoologie -in sich aufnehmen. - -In der Lehrerschaft scheidet der Entwurf ordentliche und -ausserordentliche Professoren, sowie Privatdocenten. Ordentliche -Professoren sind die für die bestimmten Fächer regulär -angestellten Lehrer. Ausserdem kann der Kleine Rath auf Antrag des -Erziehungskollegiums verdienten Gelehrten Titel und Rechte ordentlicher -Professoren ertheilen. -- Die ausserordentlichen Professuren dagegen -sind entweder Vorstufen zu den ordentlichen oder können auch bleibend, -mit und ohne Gehalt, für solche Fächer aufgestellt werden, die über -den durch das Gesetz geforderten Bestand der Fakultäten hinausgehen. --- Die Erlaubniss, als Privatdocent zu lehren, wird auf Gutachten -der betreffenden Fakultät von der Regenz ertheilt und unterliegt der -Genehmigung der Curatel. Diese Privatdocenten beziehen in der Regel -kein Gehalt. -- Die Lehrtätigkeit der Professoren am Pädagogium wird -in beschränktem Umfange beibehalten. -- Für die Besetzung der Stellen -giebt man die früher vorgesehene Form der Auskündung und des Konkurses, -welche übrigens schon längst nicht mehr zur Anwendung gekommen war, -auf und bestimmt in § 13: »Die Professoren werden vom Kleinen Rath -auf Vorschlag des Erziehungskollegiums ernannt, welches zuvor das -Gutachten der Curatel anzuhören hat.« -- Die neu ernannten ordentlichen -Professoren werden durch den Rektor -- der mit diesem Amte nicht mehr -als zweimal unmittelbar nacheinander betraut werden darf -- in die -Regenz eingeführt und beeidigt. - -Die Regenz hat halbjährlich das Verzeichniss der zu haltenden -Vorlesungen zu entwerfen und die Berichte sämmtlicher Lehrer über ihre -Leistungen nebst jenem Verzeichniss der Curatel einzureichen. - -Für Angehörige des Kantons Basel-Stadt wird zur Immatrikulation -Vorlegung eines Zeugnisses der Reife erfordert. Nur regelmässig -immatrikulierte Studierende haben nach § 30, Abs. 2 Anspruch auf -Berücksichtigung bei Stipendien und auf Zulassung zu den Examen. - -Die Vorlesungen werden semesterweise gehalten und sollen jährlich -zwölf Wochen Ferien, möglichst mit denen des Pädagogiums und der -Gewerbeschule zusammenfallend, angeordnet werden. -- Ausführliche -Bestimmungen (§§ 34-50) regeln die Verhältnisse der Sammlungen und -Anstalten, sowie verschiedener Angestellter. - -In den Berathungen des Grossen Rathes wurden nur geringe Aenderungen -an dem Entwurfe beschlossen; die hauptsächlichsten betrafen die -Bestellung je eines besonderen Dekans für die beiden Abtheilungen der -philosophischen Fakultät und Errichtung von 13 Lehrstühlen (statt 12) -in derselben. - -Das am 30. Januar 1866 beschlossene Gesetz wurde als mit dem 1. -Januar 1866 in Kraft getreten erklärt und bildet auch jetzt noch das -Grundgesetz der Organisation, wenn auch einzelne Bestimmungen geändert -sind. - -So wurde, in Folge einer Aenderung der Staatsverfassung, an Stelle des -Kleinen Rathes der Regierungsrath höchste vorgesetzte Behörde, während -an die Stelle des Erziehungskollegiums das Erziehungsdepartement -trat (Grossrathsbeschluss vom 15. Februar 1877). Dem Vorsteher -des Erziehungsdepartements steht zur Seite eine aus 8 Mitgliedern -bestehende Kommission, welche jetzt wieder _»Erziehungsrath«_ heisst. -Die unmittelbare Aufsicht hat die Curatel, welche aus fünf Mitgliedern -besteht und vom Regierungsrath bei seinem Amtsantritt auf die Dauer von -drei Jahren gewählt wird. - -Die Zahl der Lehrstühle wurde vermehrt, indem durch -Grossrathsbeschlüsse vom 24. Februar 1873 und 1. Februar 1875 -Lehrstühle für Physiologie und Psychiatrie errichtet wurden. -Auch erfuhr die Besoldung der ordentlichen Professoren durch das -Lehrerbesoldungsgesetz vom 22. Juni 1874, § 34 eine Erhöhung auf Fr. -3000-4000. Den Urlaub der Professoren regelte § 5 der Verordnung des -Regierungsrathes vom 16. December 1882. - -Zur Ausführung des Universitätsgesetzes hatte die Regenz eine Reihe von -Ordnungen aufzustellen. Von denselben seien hier genannt: - -1. die Bibliothekarenordnung vom 3. April 1866 und 9. Februar 1871, -abgeändert Ende 1883; die Ordnung für den Unterbibliothekar vom 7. Juni -1867, ebenfalls 1883 abgeändert, und eine Ordnung für die Benützung der -Universitätsbibliothek, genehmigt 7. Juni 1867 -- - -2. ein Reglement für die ausserordentlichen Professoren und eine -Ordnung für die Privatdocenten, genehmigt 12. Juni 1866 -- - -3. ein Reglement über die Verwaltung des Universitätsguts, genehmigt 1. -November 1867 -- - -4. eine Ordnung für Regenz und Rektor vom December 1870, in veränderter -Redaktion vom 25. Mai 1882, genehmigt den 6. Juni 1882 -- - -5. eine Ordnung für die Studierenden vom December 1870, in neuester -Redaktion genehmigt am 10. Mai 1883 -- - -6. Abänderungen der am 3. November 1865 erlassenen Ordnung über den -Betrag und die Entrichtung der Collegiengelder vom 17. December 1874 -und 12. Juli 1877 -- - -7. eine Ordnung für die Ertheilung von Stipendien von 1870, abgeändert -29. Juni 1876 und 4. Juni 1885 -- - -8. die Ordnung für den Pedell von 1867, abgeändert 1870, 1877, 1879. - -Durch diese vielen Veränderungen sah man sich veranlasst, ein neues -Statutarium anfertigen zu lassen. Unter Verdankung der darauf -verwendeten Mühwaltung des Herrn Professor E. _Hagenbach_ wurde 22. -December 1870 das vorgelegte neue Statutarium genehmigt, nachdem kurz -vorher für die Berichte über die gehaltenen Vorlesungen ein neues -Schema festgestellt, und Druck von Formularen für die vom Rektor -auszustellenden Sittenzeugnisse beschlossen worden war. - -Zwei Paragraphen des Gesetzes gaben Anlass zur Interpretation. - -Das eine Mal handelte es sich im Grossen Rathe um die Frage, ob der -in § 13 erwähnte »Vorschlag des Erziehungskollegiums« als Vorschlag -aufzufassen sei, den dieses Kollegium als solches, das heisst in seiner -Majorität macht, oder ob die Regierung auch eine Meinung der Minorität -als Vorschlag auffassen und demgemäss einen Professor ernennen könne. - -Die sehr interessanten Verhandlungen des Grossen Rathes am 7. Februar -1876 endeten damit, dass jener Paragraph dahin ausgelegt wurde, es -erhalte der (an die Stelle des dort genannten Kleinen Rathes getretene) -Regierungsrath durch das Gesetz die Ermächtigung, Professoren zu -ernennen, welche das Erziehungskollegium als Kollegium, d.h. in seiner -Majorität, ihm vorschlägt. - -Das andere Mal war die Auslegung des oben erwähnten § 30, Absatz 2 -des Gesetzes streitig, in welchem Falle die Regenz (14. Februar 1878) -sich dafür entschied, dass alle, welche hier promovieren wollen, -immatrikuliert sein müssen, ausgenommen allein solche, die ein -abschliessendes Staatsexamen gemacht haben. - -Zu verschiedenen Zeiten tauchte die Frage auf, ob es nicht zweckmässig -wäre, von der bisherigen Uebung abzugehen, nach welcher die Vorlesungen -des Sommersemesters durch vierwöchentliche, mit den hiesigen -Schulferien zusammenfallende Ferien von Mitte Juli bis Mitte August -eine Unterbrechung erlitten. Als im Juli 1869 die Regenz ein Gutachten -über diese Frage Löbl. Curatel zu erstatten hatte, musste sie der -grossen Meinungsverschiedenheit, die sich bei den Abstimmungen gezeigt -hatte, Erwähnung thun, wenn sie auch als Resultat berichten konnte, -dass die Majorität sich für die Nützlichkeit einer Aenderung, etwa nach -Vorbild der an den deutschen Universitäten bestehenden Ferienordnung, -ausgesprochen hatte. Vor der Hand geschah in der Sache kein weiterer -Schritt. Einen solchen thaten endlich im September 1875 einige -Mitglieder der Regenz. Da sie hiebei durchaus gleichen Anschauungen, -die sich zur selben Zeit in der Curatel geltend gemacht hatten, -begegneten, wurde nach Zurückziehung jenes Antrages auf Anregung der -vorgesetzten Behörde beschlossen, provisorisch im Jahre 1870 das -Sommersemester mit Ende Juli zu schliessen, das Wintersemester Mitte -October zu beginnen, wobei übrigens den auch am Pädagogium angestellten -Universitätslehrern die volle Ferienzeit von vier Wochen gesichert -wurde. Diese Einrichtung hat sich durchaus bewährt. - -War diese Neuerung wesentlich von Bedeutung für die Lehrerschaft, so -bot sich mehrfach Anlass, für die Interessen der Studentenschaft durch -zweckmässige Einrichtungen zu sorgen. - -Schon im December 1807 hatte eine Petition von Studierenden die -Ertheilung von Legitimationskarten zum Zwecke grösseren Schutzes -gegenüber der Polizei, doch noch ohne Erfolg, angeregt. Später mehrten -sich die Unzuträglichkeiten des bisherigen Zustandes und kam, nach -einigen Vorversuchen, im November 1881 die Angelegenheit dahin zu -befriedigendem Abschluss, dass, ähnlich wie an andern Universitäten, -das Rektorat den Studierenden Legitimationskarten aushändigt, -welche für den Inhaber als Aufenthaltsbewilligung gelten. Der -Polizei gegenüber hat das Rektorat die Pflicht, über die Beibringung -genügender Ausweispapiere zu wachen, sowie von Eintritt und Weggang der -Studierenden Anzeige zu machen. - -Eine weitere Massregel zu Gunsten der Studentenschaft war die -Gründung einer Studentenkrankenkasse im Juni 1868. Gegen eine bei der -Immatrikulation erhobene Gebühr von ursprünglich drei, seit Juni 1870 -fünf Franken wird im Falle der Erkrankung Verpflegung im Spital, wenn -irgend möglich in besonderem Zimmer gewährt. - -Schwierigkeiten bereitete fortdauernd die Maturitätsfrage. Nur für -die Verhältnisse der beiden Kantonstheile kam es zu einem gewissen -Abschluss, und zwar zu einer Uebereinkunft vom 1. December 1869 -betr. gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse zum Besuche -einer Hochschule oder ähnlichen Anstalt, während für Angehörige -von Basel-Stadt Bestimmungen über Maturitätsprüfungen am 3. Juni -1875 und 9. Juli 1881 erlassen wurden. Hienach gilt für Schüler der -obersten Klasse des hiesigen oberen Gymnasiums die Abgangsprüfung als -Maturitätsprüfung; das Reifezeugniss der früheren Schüler der obersten -Klasse der hiesigen oberen Realschule gilt als genügend für die -Immatrikulation in die mathematisch-naturwissenschaftliche Abtheilung -der philosophischen Fakultät. Dagegen ist eine weitere Prüfung im -Lateinischen für diejenigen vorgeschrieben, welche sich später -medicinischen Studien zuwenden, sowie eine Prüfung im Lateinischen -und Griechischen, event. im Hebräischen, für Eintritt in die andern -Fakultäten. - -Erfreulich war es, nach eingezogenen Erkundigungen bezw. getroffenen -Vereinbarungen rücksichtlich der Mehrzahl der deutschen und -schweizerischen Hochschulen, welche Reciprocität gewähren, eine -Ermässigung der Immatrikulationsgebühr für die mit Abgangszeugnissen -dieser Anstalten hierher Kommenden festsetzen zu können. - -Wichtigen Veränderungen begegnen wir auf dem Gebiete des über die -lokalen Grenzen hinaus giltigen Prüfungswesens. Im Jahre 1867 trat -Basel-Stadt dem Konkordate betreffend die Prüfung und Freizügigkeit -des Medizinalpersonals bei[24] und ebenso nach längerem Zögern 20. -März 1871 auf dreijährige Probezeit dem am 19. Februar 1862 zwischen -mehreren Kantonen der östlichen Schweiz geschlossenen Konkordate -betreffend Einrichtung einer gemeinsamen theologischen Prüfungsbehörde -und gegenseitige Zulassung evangelisch-reformierter Geistlicher in -den Kirchendienst, welchen Schritt auch die Regenz nur zögernd im -November 1863 auf schliessliche nochmalige Anregung der Curatel, unter -Voraussetzung der Gleichstellung von Zürich und Basel, befürwortet -hatte.[25] Eine weitere Heranziehung des Lehrpersonals der Universität -erfolgte durch Erlass einer Ordnung betreffend die Einrichtung von -Prüfungen für Kandidaten des Lehramts auf der obern und mittleren Stufe -des Unterrichtes vom 31. März 1881, die ihre nähere Ausführung im -Reglement vom 16. December (genehmigt 16. Februar 1882) erhielt. - -Auch in den Fakultäten schritt man zum Erlass neuer Prüfungsordnungen. -So ersetzte die juristische Fakultät ihre mehrfach geänderte -Promotionsordnung vom 27. April 1855 durch eine neue vom 20. November -1875; die medicinische erliess ein Reglement für das Doktorexamen vom -23. Juni 1868; die philosophische »Beschlüsse« betr. Handhabung der -Habilitationsordnung (vom 12. Juni 1866) am 26. Januar 1881, während -die sonstigen Verhältnisse derselben durch Ordnung vom 19. December -1866, bezw. 21. Juni 1878 mit Zusatzbestimmung vom 21. März 1884 -geordnet sind. Eine Uebereinstimmung bezüglich des Promotionsaktes und -des Druckes der Dissertationen ist bisher noch nicht erzielt. - -Namentlich liessen es sich die Fakultäten angelegen sein, dem -Zuge der Zeit folgend, Seminarübungen, Praktika, Kränzchen -und ähnliche Nebenkurse einzuführen. In der theologischen -Fakultät errichtete man Januar 1867 ein homiletisches und ein -katechetisches Seminar, die nunmehr unter Genehmigung der Curatel -(9. Juni 1885) zu einem theologischen erweitert sind. Mehrere -Seminare erhielt die philosophische Fakultät, nämlich: ein -mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar (1866), ein pädagogisches -Seminar mit Ordnung vom 13. October 1873, geändert 4. Februar 1882, -ein staatswissenschaftliches Seminar mit Ordnung vom 3. August 1877 -und endlich ein im Winter 1885/6 zu eröffnendes germanisch-romanisches -Seminar. Handbibliotheken für diese Seminare und für ähnliche Uebungen -in der juristischen Fakultät sind theils schon eingerichtet, theils in -Bildung begriffen. - -Eine ähnliche Erweiterung erfuhr auch die medicinische Fakultät durch -Einrichtung einer Augenklinik (1867), einer Kinderklinik (1868), einer -Poliklinik im Spital (1874), einer psychiatrischen Klinik (1875) und -endlich 1879 einer Ohrenklinik seitens eines der Herren Docenten. 1877 -konnte auch eine neue Augenheilanstalt bezogen werden. - -Ein sehr erfreuliches Zusammenwirken des Staates, der Stadt, der -Akademischen und der Gemeinnützigen Gesellschaft, des Museumsvereins, -der Universität und Privater bethätigte sich behufs Errichtung einer -neuen Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie. Zum Andenken an -Basels grosse Mathematiker wurde dieselbe »Bernoullianum« genannt und -feierlich am 2. Juni 1874 eröffnet.[26] Die betheiligten Fakultäten -benutzten den Anlass zur Auszeichnung mehrerer Gelehrter. Die -medicinische Fakultät ernannte zu Ehrendoktoren die Herren _Eduard -Hagenbach_, _Julius Piccard_ und _Fritz Burckhardt_; die philosophische -die Herren _Rütimeyer_, _Marignac_ in Genf, L. _Soret_ in Genf und L. -_Dufour_ in Lausanne. - -Aus dem gleichen Jahre 1874 sei berichtet, dass in die neue -Bundesverfassung vom 29. Mai eine Bestimmung aufgenommen wurde, -derzufolge der Bund befugt ist, ausser der bestehenden polytechnischen -Schule eine Universität und andere höhere Unterrichtsanstalten zu -errichten oder solche Anstalten zu unterstützen. Dies ist bekanntlich -bisher nicht zur Ausführung gekommen. Immerhin gaben die Verhandlungen -der Bundesversammlung einem Mitgliede der Universität, Herrn Prof. -_Vischer_ Sohn, Anlass, in einer Schrift »Eidgenössische Universität -und Kantonalhochschulen,« Basel 1874, auf das Ueberzeugendste den -unberechenbaren Vortheil des Vorhandenseins zahlreicher Hochschulen -in der Schweiz gegenüber den problematischen Vorzügen einer -Centralhochschule darzulegen. - -Einen schönen Beweis für die Werthschätzung, deren sich die Universität -beim Publikum erfreut, gab bald darauf eine Petition von sechshundert -hiesigen Bürgern und Einwohnern um eventuelle Verlegung der Universität -in das Kasernenareal im Klingenthal. Durch Grossrathsbeschluss vom 26. -Juni 1876 wurde dieselbe dem Regierungsrathe zur Berichterstattung -überwiesen. Die Voraussetzung, unter welcher die Petenten diese -Verlegung ins Auge gefasst hatten, trat ein, als durch Schreiben des -Bundesrathes vom 26. September 1877 der Verzicht der Eidgenossenschaft -auf Anlegung eines Waffenplatzes an hiesigem Orte mitgetheilt wurde. -Durch die von verschiedenen Behörden, auch von der Regenz, eingezogenen -Berichte und Gutachten überzeugte man sich, dass die Räumlichkeiten -der Kaserne wenig geeignet seien für diejenigen Anstalten, deren -Unterbringung in neuen Räumen zumeist zu wünschen war, während für -Vorlesungen die Hörsäle des Universitätsgebäudes wohl noch hinreichten. -Dies wurde des Näheren in dem am 11. November 1878 dem Grossen Rathe -vorgelegten Rathschlage ausgeführt, dessen weitere Behandlung hier -nicht interessiert, da sehr bald in anderer Form für die dringendsten -Bedürfnisse gesorgt wurde. Nach Vereinbarung des Pflegamtes, der -Akademischen Gesellschaft und des Staates konnte nämlich der Bau eines -pathologisch-anatomischen Institutes in Angriff genommen und diese -Anstalt schon im Herbst 1880 bezogen werden. Durch noch grössere -Beteiligung jener Gesellschaft wurde sodann die Errichtung einer -trefflich eingerichteten Anstalt für normale Anatomie und Physiologie -ermöglicht und diese Anstalt, das sogen. »Vesalianum«, am 28. Mai 1885 -eingeweiht. Die bei dieser Gelegenheit veröffentlichte Festschrift -wurde mehrfach erwähnt. - -Durch mehrere Grossrathsbeschlüsse wurden in den Jahren 1873-85 die -Kredite für die Bedürfnisse aller dieser neuen Anstalten festgesetzt, -bezw. wesentlich erhöht. - - -Immer inniger gestalteten sich die Beziehungen zu den Hochschulen -des Auslandes, wie dies u.A. der rasch gewachsene Tauschverkehr der -Universitätsbibliothek erweist. Bei grösseren Ausstellungen, wie -1873 in Wien und 1883 in Zürich, auch bei anderen Anlässen, war -die Universität bestrebt, durch Einsendung von Berichten über ihre -Institute und die Leistungen der Lehrerschaft, durch Aufstellung -statistischer Tabellen und graphischer Tableaux, durch Herstellung -eines Albums mit den Photographien der berühmtesten Basler -Universitätslehrer u.s.w. -- für welche mühevolle Arbeiten sie sich -namentlich den Herren Prof. _Kinkelin_ und Dr. _Balmer_ zu Dank -verpflichtet weiss -- ein Zeugniss ihrer Fortschritte abzulegen. - - -Auch während dieses Zeitraums ergingen zahlreiche Einladungen von -Seiten anderer Hochschulen und entsprach die Universität, in dieser -oder jener Form, den Einladungen zu den Festen von Wien (1865), -Halle-Wittenberg (1867), Lund und Bonn (1868), Strassburg und München -(1872), Leiden und Czernowitz (1875), Tübingen und Upsala (1877), -Würzburg (1882), Zürich (1883), Edinburgh und Bern (1884), auch zur -Hallerfeier in Bern am 12. December 1877. - -Mehrfach ehrte die Regenz die grossen Verdienste von _Peter Merian_ -(1865, 1869, 1875, 1876, 1883), beging mit den Mitgliedern des -Pädagogiums das 50jährige Amtsjubiläum von Professor _Gerlach_ (1870), -feierte am 9. September 1873 das 50jährige gemeinsame Jubiläum der -Professoren K.R. _Hagenbach_ und J.J. _Stähelin_, sowie am 17. Juli -1876 das 25jährige Jubiläum des Herrn _Johannes Riggenbach_ als -ordentlichen Professors und zugleich des Herrn Antistes _Immanuel -Stockmeyer_, der an diesem Tage nach 25jähriger Wirksamkeit als Docent -zum ordentlichen Professor ernannt wurde; sie anerkannte die grossen -Verdienste, welche sich Herr Rathsherr _Vischer_ in seiner Stellung als -Präsident des Erziehungskollegiums um die Universität erworben hatte, -als derselbe aus dieser Stellung austrat (Juni 1874), beglückwünschte -zum 50jährigen Jubiläum die naturforschende Gesellschaft (1869), -erliess an die leider scheidenden Professoren Herrn _Schnell_ (1878) -und Herrn von Wyss (1880) Dankadressen und veranstaltete am 21. -November 1868 eine Säcularfeier für Schleiermacher und am 12. Januar -1880 eine solche für _de Wette_. Am 16. Mai 1882 wurde das 25jährige -Bestehen der mittelalterlichen Sammlung festlich begangen. - - -Verlor die Universität während des letzten Zeitraums durch Tod und -Austritt viele jener Männer, die bisher ihrem Namen im In- und Auslande -Glanz verliehen hatten, so sah sie mit Freuden nach und nach diese -Lücken sich ergänzen und ist heute stolz darauf, dass mehrere Basler -Gelehrtenfamilien jetzt durch Nachkommen ehrenvoll vertreten sind und, -wie anzunehmen, auch in weiteren Generationen vertreten sein werden. - -Trägt man selbst gewissen Zeitrichtungen, welche anderwärts sich -gleichfalls geltend machen, Rechnung, so darf man immerhin die -wesentliche Steigerung der Frequenz auf über 300 Studierende in den -letzten Jahren zum grossen Theile als die Frucht der Jahrzehnte -hindurch unermüdet fortgesetzten Bestrebungen erachten, den -Anforderungen der Jetztzeit immer mehr zu entsprechen. - -Gestützt und gefördert durch die treue Fürsorge der hohen Behörden, -die auch in Zukunft ihr zu Theil werden möge -- und vertrauend auf -die heranwachsende Generation, welche den Verdiensten der Vorfahren -nachzueifern und gleichzukommen für ihre Ehrenpflicht halten -wird, hofft die Universität, nunmehr ausgestattet mit notwendigen -Instituten und Anstalten, einen ehrenvollen Platz in der Reihe älterer -und jüngerer, oft vielfach begünstigterer Schwestern behaupten -zu können, wenn sie ihren schönsten und edelsten Aufgaben -- der -Fortentwicklung der Wissenschaft, der Verbreitung der Bildung und der -Pflege echt vaterländischer Tugenden -- wie bisher in gewissenhafter -Pflichterfüllung ihre ganze Kraft widmet. - - -Dieser ernsten Geistesarbeit sei reicher Segen beschieden! - - A. Teichmann. - - -FUSSNOTEN: - -[1] Wissenschaftliche Zeitschrift, herausgegeben von den Lehrern der -Basler Hochschule. 1. Jahrgang, 2. Heft (1823), S. 34. - -[2] Ebenda, 5. Jahrgang, 3. Heft (1827), S. 16. 17. - -[3] Dr. _A. Heusler_ (Mitglied des Kleinen Rathes), die Trennung des -Kantons Basel, 2. Bd., Zürich 1842, S. 495. - -[4] Vgl. _Tscharner_, Verhandlungen über die Theilungsfrage in Betreff -der Universität Basel vor der eidgenössischen Theilungskommission als -bestelltem Schiedsrichter, Aarau 1834 (Heft 1), Chur 1835 (Heft 2). - -[5] z.B. in einigen Artikeln der Hannoverschen Zeitung: »Die -Universität Basel eine Korporation«. Dargestellt von einem Mitgliede -der Göttinger Juristenfakultät (abgedruckt in der Baseler Zeitung 1834, -Nr. 49, 50, 51, 55, 59). - -[6] Ueber die wichtigen Ausführungen des Rathsherrn Dr. A. _Heusler_ -in der Sitzung des Schiedsgerichts vom 28. Juli vgl. _Tscharner_, -Verhandlungen, 2. Heft, S. 265 ff. und Baseler Zeitung v. 31. Juli 1834. - -[7] Das Erziehungskollegium war anlässlich der Verfassungsänderung von -1833 an die Stelle des Erziehungsrathes getreten. Vgl. Reglement f d. -Kleinen Rath vom 6. Christmonat 1833, § 68. - -[8] Acta et decreta Regentiae Academiae Basileensis, tomus VII, pag. -19-21. - -[9] So »Der Republikaner.« Vgl. Baseler Zeitung 1835, Nr. 43. - -[10] Dieser »senatus academicus« -- eine Versammlung der Mitglieder der -Curatel und der Regentialen -- war bestimmt zur feierlichen Einführung -neu ernannter Professoren. Bis zum Ende dieser Periode wurde er, -obwohl im Gesetze von 1835 nicht mehr genannt, im Anschluss an die -Bestimmungen des Gesetzes von 1818, beibehalten. - -[11] Seit 1822 werden diese Verzeichnisse deutsch veröffentlicht. - -[12] Nur die zweite Redaktion dieses Schreibens kam zur Vertheilung und -Versendung. - -[13] Seit 1851 wurden häufiger Preisfragen gestellt. Die Reihenfolge, -in welcher jetzt die Fakultäten solche Preisfragen zu stellen haben, -bestimmt die Ordnung für Regenz und Rektor von 1882 in § 20. - -[14] Die Ordnung für den Pedell vom Juli 1836 erfuhr bis 1865 -Abänderungen im Mai 1849 und im Februar 1855. -- Dieses Amt wurde -verwaltet während 33 Jahren bis 1849 von _Scholer_, 1849-55 von -_Bürgy_, 1855-77 von _Em. Beck,_ seitdem von _V. Hofer_. - -[15] Dazu gehört namentlich das für die Rektoratsfeier von einem -Mitgliede der Regenz verfasste Programm. - -[16] Das Amt des Archivars verwalteten die HH. Proff. _Vischer_ (Vater) -bis 1871, Ed. _Hagenbach_ 1871 bis 1874, _Vischer_ (Sohn) 1874-1876, -1878-1881, C.E.E. _Hoffmann_ 1876 und 1877; seit 24. November 1881 ist -Archivar Herr Prof. J. Wackernagel. - -[17] Befreiung von aktivem Militär- und Löschdienst, Gewährung -des Niederlassungsrechtes zufolge der Anstellung und Wegfall der -Niederlassungsgebühren brachte § 21 des Universitätsgesetzes vom 30. -Januar 1866. - -[18] Bei dieser Gelegenheit erschien: »Festschrift zur Einweihung des -Museums in Basel am 26. November 1849« (Schweighauser). - -[19] Das Gesetz vom 6. April 1836 nannte als solche: 1. Die -Bibliothek und das Münzkabinet -- 2. Die Kunstsammlung. -- 3. Das -naturwissenschaftliche Museum. -- 4. Das anatomische Museum. -- 5. Die -botanische Anstalt. Später kamen als selbständige Sammlungen, welche -sich allmählich ausschieden, die antiquarische Sammlung mit drei -Abtheilungen (eigentliches Antiquarium, Antikensaal, ethnographisches -Kabinet), sowie 1866 die chemische Anstalt und das physikalische -Kabinet hinzu; sodann die von Professor _Wackernagel_ 1855-57 angelegte -mittelalterliche Sammlung, welche Aufstellung im Conciliumssaale des -Münsters fand. - -[20] Herr Rathsherr _Christ_ in der Schrift: »Schulen und Universität -in Basel« -- Aufklärungen -- Motto: »Behalte, was du hast« (Basel, -Schweighauser 1851). - -[21] Vgl. »Die neue Hochschule der Schweiz. Eidgenossenschaft und -die alte Universität Basel« (Basel, Schweighauser 1861) -- (Prof. W. -Vischer) »Die eidgenössische Universität«, Bern, Jenni 1851. - -[22] Ein Bild desselben bringt die »Gedenkschrift zur Eröffnung des -Vesalianum.« Lpz. 1885. - -[23] In einer Petition von 25 Theologie-Studierenden im October 1863. - -[24] Jetzt gilt das Bundesgesetz vom 19. Christmonat 1877 und -Verordnung über die eidgenössischen Medizinalprüfungen vom 2. Heumonat -1880 nebst Anhang vom 4. Wintermonat 1881. - -[25] Jetzt gilt für die Prüfungen das Reglement vom 26. October 1875. - -[26] Zu dieser Feier erschien eine von den HH. Proff. _Eduard -Hagenbach_ und _Julius Piccard_ verfasste Festschrift. - - - - -II. - -Fonds der Universität. - - -Durch Aeufnung des Geldes, welches durch Schenkungen, Vermächtnisse -und Gebühren der Universität zukam, entstanden im Laufe der -Jahrhunderte die verschiedenen akademischen Fisci. Die Gesetze von -1813 und 1818, welche die früher mit Korporationsrechten ausgestattete -Universität als die höchste staatliche Lehranstalt des Kantons -anerkannten und bestätigten, haben die Leitung der Finanzverwaltung -für die verschiedenen, theils der Universität im Allgemeinen, theils -den Fakultäten gehörigen Fonds der Regenz belassen, doch mit der -Verpflichtung, jährlich den oberen Behörden Rechenschaft abzulegen. -Die Regenz hinwiederum beauftragte für jeden einzelnen Fiscus einen -Professor aus ihrer Mitte mit der Verwaltung; diese verschiedenen -Curatoren übergaben ihr am Ende des Jahres die Rechnung über Einnahmen -und Ausgaben. Die Anlage aller Kapitalien beschloss die gesammte -Regenz selbst. Den Einzug der Zinsen und die Führung der Schuldbücher -besorgte ein durch Provision besoldeter, nicht der Regenz angehöriger -Geschäftsmann, der den Namen Exactor führte; er stand mit den -verschiedenen Curatoren in Abrechnung und unterstützte auch Regenz -und Rektor beim Anlegen des Geldes. Bei der Trennung des Kantons nach -dem Streite der Dreissigerjahre wurde das aus Sammlungen, Gebäuden -und Kapitalien bestehende Universitätsvermögen als Staatsgut mit in -die Theilung gezogen, und es hatte davon Basel-Stadt etwas mehr als -330,000 Franken alte Währung an Basel-Landschaft zu entrichten; die -damit herbeigeführte Gefahr einer Schmälerung des Universitätsvermögens -wurde dadurch beseitigt, dass die genannte Loskaufssumme nicht dem -Universitätsfond entnommen, sondern direkt aus der Staatskasse -bezahlt wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde denn auch die Frage über -die Stellung des Universitätsvermögens einlässlich in den Behörden -behandelt und als Ergänzung des Universitätsgesetzes von 1835 wurde -am 6. April 1836 ein Gesetz über Verwaltung und Verwendung des -Universitätsgutes erlassen, welchem sich die Aufstellung eines neuen -Reglements durch Regenz und Erziehungsrath anschloss; dadurch wurde -die etwas umständliche und zersplitterte Verwaltung im Sinne grösserer -Vereinfachung und Concentration reorganisiert. An die Stelle der -verschiedenen, häufig abwechselnden Curatoren trat der _eine_ Curator -fiscorum. Bei der Aufstellung dieser Stelle nahm man an, dass sich -stets ein Mitglied der Regenz finden lasse, welches bereit ist, dieses -Amt zu versehen, eine Voraussetzung, die sich bis jetzt bewährt hat; -als erster Curator fiscorum ist Herr Prof. _Rud. Merian_ bezeichnet -worden, und er hat während 35 Jahren bis zu seinem Tod im Jahre 1871 -die Finanzverwaltung der Universität besorgt; seither geniesst als -sein Nachfolger der Unterzeichnete das Zutrauen der Regenz. Für die -Besorgung der Anlagen wurde die Anlagekommission, welcher der Curator -auch angehört, eingeführt, in Folge dessen die Regenz sich nur noch -mit der Bestätigung der Vorschläge zu befassen hat. Die Beamtung des -Exactors blieb, wurde aber dadurch vereinfacht, dass er nun nur noch -mit dem einen Curator abzurechnen hat. - -Bei dieser Neuordnung der Finanzverhältnisse wurde auch eine -etwas andere Eintheilung der Universitätsfonds angeordnet, indem -man einerseits einige Fisci, die nur Unterabtheilungen bildeten, -selbstständig hinstellte, und andererseits mehrere zum gleichen -Zweck bestimmte Fisci zusammenzog. Das Resultat davon war laut -Rechnungsabschluss vom 31. Dezember 1836 das folgende, wobei wir, wie -bei allen späteren Zahlen, auf Franken abrunden: - - Fr. Kapitalgeld (a.W.) - I. Fiscus legatorum academicus 138,604 - II. Fiscus Gymnasii 91,293 - III. Fiscus vestiendorum 12,000 - IV. Fiscus legatorum medicus 2,442 - V. Fiscus bibliothecæ publicæ 54,683 - VI. Fiscus bibliothecæ botanicæ 2,512 - VII. Fiscus horti botanici 3,641 - VIII. Fiscus facultatis theologicæ 9,918 - IX. Fiscus facultatis juridicæ 9,728 - X. Fiscus facultatis medicæ 4,885 - XI. Fiscus facultatis philosophicæ 4,108 - XII. Fiscus Universitatis 218,413 - -Wir wollen nun kurz andeuten, was jeder dieser Fisci zu bedeuten hat -und was seine Leistungen und Umwandlungen in den verflossenen fünfzig -Jahren waren. - -Der _Fiscus legatorum academicus_ entstand aus dem eine Abtheilung -des Fiscus legatorum bildenden akademischen Stipendienfonds, der aus -den Kapitalien der Universitätsstipendienstiftungen besteht, und es -wurde ihm noch beigefügt der Fiscus pauperum, der bestimmt ist für -Armenzwecke und unter Anderem die Stiftungen von _Erasmus_ und _Daniel -Bernoulli_ zur Unterstützung von armen durchreisenden Gelehrten -und Studierenden durch den jeweiligen Rektor enthält; ferner das -Stiftungskapital des Alumneumfonds, das sich auf das frühere Alumneum -im oberen Collegium des Augustinerklosters bezieht. In den letzten -fünfzig Jahren flossen noch in diesen Fond: im Jahre 1857 das Legat -von Herrn _Leonhard Huber_ sel. mit Fr. 2857 für hilfsbedürftige -Basler Studenten, im Jahre 1859 aus dem _Franz Von Speyr_'schen -Fideikommiss Fr. 1754, im Jahre 1860 beim Jubiläum von frühern -Schülern der Universität aus Baselland das Stipendium Rauricum mit -Fr. 2500, im Jahre 1874 die Hälfte der Stiftung zu Ehren des Rektors -gymnasii _Rudolf Burckhardt_, von Schülern desselben der Universität -dargebracht, mit Fr. 2895 und im Jahr 1880 das bei Gelegenheit der -hundertjährigen Geburtstagsfeier des verstorbenen Theologen _de Wette_ -von seinen Verwandten gestiftete Stipendienkapital von Fr. 2750, über -dessen Zinsen die theologische Fakultät zu verfügen hat. - -Der Ertrag dieses akademischen Legatenfonds diente bis heute -hauptsächlich zur Ertheilung von Stipendien an die Studierenden; -bis zum Erlass des Schulgesetzes im Jahre 1880 wurden auch Schüler -des oberen Gymnasiums oder Pädagogiums dabei bedacht. Ausserdem -leistete dieser Fond die Auszahlung des _Ryhiner_'schen Legates mit -je Fr. 300 jährlich an die Professoren der Logik und Botanik als -Inhaber des betreffenden Stiftungskapitals, die Zahlungen an die -Armenkassen des Rektors und der Fakultäten als Ertrag der aufgenommenen -Armenfonds und Kapitalien der Fakultätsstipendien, Beiträge an -Seminarien und an allgemeine Zwecke wie Turnen und Singen verfolgende -Studentenvereine, die Honorierung der Preisaufgaben, seit 1844 als -Besitzer des Alumneumfonds einen den alten Miethsgeldern entsprechenden -jährlichen Beitrag von Fr. 240 an das Alumneum für Studierende der -Theologie, ferner von 1851 bis zur Errichtung des mit Krediten besser -bedachten Vesalianums im Jahr 1885 einen mit der Zeit auf mehr als -Fr. 1000 jährlich anwachsenden Beitrag an die anatomische Anstalt -für die Beschaffung von Leichen und dann noch verschiedene Beiträge -an andere Universitätsanstalten, besonders an die Bibliothek für -Hilfsarbeiten. Auch musste zu Zeiten für ausserordentliche einmalige -Ausgaben dieser Fond die Mittel liefern, so z.B. im Jahr 1839 Fr. -1250 a.W. an die Verlegung des botanischen Gartens, im Jahre 1849 -Fr. 10,500 a.W. an das Museum und im Jahre 1860 Fr. 7000 an die -Kosten des Universitätsjubiläums. Solche ausserordentliche, 150 -Fr. überschreitende, durch Stiftung und Gesetz nicht vorgesehene -Verwendungen bedürfen seit 1836 bei allen Fisci, nachdem sie von der -Regenz beschlossen sind, noch der Genehmigung des Erziehungsrathes. - -Der _Fiscus Gymnasii_ war aus den Kapitalien der Schülerstipendien -entstanden und bezieht sich also nicht auf Universitätszwecke; er -wurde nur von der Universität verwaltet und der Ertrag wurde den -Schulbehörden zugestellt. Nach Erlass des Schulgesetzes im Jahre 1880 -ging dieser Fond mit Fr. 207,655 an die vom Erziehungsrath bestellte -Schulstipendienkommission über. - -Der _Fiscus vestiendorum_ oder _Fiscus des Schülertuchs_ stammt aus der -Zeit, wo die Universität die Sammlung von Geldern für die Bekleidung -armer Schüler besorgt hatte; auch er hat keinen Universitätszweck, und -sein Ertrag wurde jährlich an die Personen ausbezahlt, welche sich mit -der Vertheilung des Schülertuchs befassten. Im Jahre 1881 wurde dieser -Fond mit Fr. 25,058 der Schülertuchkommission übergeben. - -Der _Fiscus legatorum medicus_ stammt von dem berühmten _Felix Plater_, -der eine Summe gestiftet hat, um aus dem Ertrag den Spitalarzt zu -bezahlen. In den Jahren 1837 und 1838 bei Errichtung des neuen Spitales -legten vier Freunde der Universität Fr. 2100 a.W. in diesen Fond und -im Jahre 1867 wurde das Legat von _Joh. Gottl. Thurneysen_ sel. mit -Fr. 1000 ihm einverleibt. Bis zum Jahre 1864 wurden aus dem Ertrag -dieses Fonds jährlich Fr. 150 an den Spitalarzt bezahlt; seitdem -der Spital die Bezahlung seiner Aerzte vollständig übernommen hat, -werden die Zinsen durch Regenzbeschluss, entsprechend den jedesmaligen -Bedürfnissen, den verschiedenen Anstalten der medicinischen Fakultät -zugewandt. - -Der _Fiscus bibliothecæ publicæ_ entstand aus Schenkungen und Gebühren; -ausser den sogenannten Neujahrsgeldern, d.h. freiwilligen Beiträgen -von Freunden der Bibliothek, sind ihm in den letzten 50 Jahren noch -eine Anzahl Schenkungen aus Trauerhäusern, im Jahr 1874 ein Viertel der -Rektor _Rudolf Burckhardt_'schen Stiftung mit Fr. 1447, und vor Allem -im Jahr 1880 das Legat des Herrn _Wilh. Burckhardt-Forcart_ sel. mit -Fr. 40,000 zugekommen. Der Ertrag dieses Fonds dient der Universität -für Bücheranschaffungen und Beamtenbesoldungen. Bis zum Jahr 1870 war -die Rechnung der Bibliothek mit der Rechnung des Bibliothekfiscus -verschmolzen; seit 1871 wird der Ertrag an die Bibliothek abgeliefert, -welche nun selbstständig Rechnung führt und auch die Gebühren und -meisten Geschenke direkt in Empfang nimmt. - -Der _Fiscus bibliothecæ botanicæ_ und der _Fiscus horti botanici_, die -1836 als selbstständige Fisci von dem fiscus facultatis medicæ waren -abgetrennt worden, wurden im Jahre 1853 zum Fiscus der botanischen -Anstalt vereinigt. Der Ertrag geht an die botanische Anstalt. Auch hier -war bis 1870 die Rechnung des Fiscus und der Anstalt verschmolzen. - -Die _vier Fakultätsfisci_ entstanden hauptsächlich aus den bei -Immatrikulation und Promotion erlegten Gebühren; sie zahlten Beiträge -an die Gehalte der Professoren und wurden 1853 mit dem Fiscus -Universitatis verschmolzen. - -Der _Fiscus Universitatis_ entstand hauptsächlich aus der Ansammlung -der Gebühren bei Immatrikulation und Abgang, welche ihm bis heute -noch zufliessen. Bei der Neueintheilung im Jahr 1836 wurde ihm der -Fiscus Rectoris und der nicht in Stiftungskapitalien bestehende Theil -des Fiscus Alumnorum zugewiesen. Von den ihm zugekommenen Geschenken -erwähnen wir besonders aus dem Jahr 1880 das Legat des Herrn _Wilh. -Burckhardt-Forcart_ sel., der auch diesem Fiscus Fr. 40,000, also -den Universitätsfonds im Ganzen Fr. 80,000 vermachte. Das Gesetz von -1836 hatte bestimmt, wie viel aus diesem Fond an die Gehalte der -Professoren und an die Sammlungen für den Unterricht zu zahlen war; -durch das Gesetz von 1866 wurde sein Betrag speciell für Zulagen -zu den direkt vom Staat bezahlten Besoldungen, ausserordentlichen -Gehalten und Remunerationen bestimmt, welche der Regierungsrath auf -Antrag des Erziehungsrathes beschliesst; er wird desshalb seither -gewöhnlich als Zulagefond bezeichnet. Der Fond wurde zuweilen auch für -ausserordentliche Ausgaben in Anspruch genommen, so zahlte er u.a. im -Jahr 1849 Fr. 45OO a.W. an das Museum und im Jahr 1860 Fr. 7536 an die -Kosten des Universitätsjubiläums. Auch wurden die laufenden Ausgaben -der Universität für Druck, Inserate, Gas u.s.w. bis zur Ertheilung -eines besonderen Kredites von Fr. 2000 durch das Gesetz von 1866 aus -diesem Fiscus bestritten. - -Zu diesen aus älterer Zeit stammenden Fisci sind in den letzten 50 -Jahren noch zwei neue hinzugekommen, nämlich der naturhistorische Fond -und der _Heusler_'sche Vermächtnissfond. - -Der _naturhistorische Fond_ verdankt seinen Ursprung der im Jahre -1836 in der Regenz gemachten Anregung, einen Theil der Gelder der -Universität, die nach dem damals üblichen stadtbaslerischen Zinsfuss -nur etwa 3¼% eintrugen, auswärts anzulegen. Es wurde dies von einer -besonderen von Rathsherr _Peter Merian_ präsidierten Kommission -besorgt, welche aus dem Ertrag der empfangenen Gelder vorerst 3¼% -und seit 1857 3½% der allgemeinen Verwaltung vergütete und aus dem -Rest einen Reservefond anlegte. Bis 1859 war alles Geld wieder an die -allgemeine Verwaltung zurückbezahlt und es blieb nur der Reservefond in -den Händen der Kommission. Aus diesem gingen im Jahr 1862 Fr. 10,000 an -den Sternwartefond, der später bei Erstellung des Bernoullianums zur -Verwendung kam, und im Jahr 1863 fernere Fr. 10,000 an die botanische -Anstalt behufs Erstellung eines Gewächshauses. Aus dem Rest von rund -Fr. 40,000 wurde zuerst der Fond des naturwissenschaftlichen Museums -und dann der naturhistorische Fond gebildet, auf dessen Ertrag nach dem -Universitätsgesetz von 1866 das naturhistorische Museum für Unterhalt -und Vermehrung der Sammlungen angewiesen ist. Herr _Peter Merian_ hat -bis zu seinem Tod im Februar 1883 selbst diesen Fond verwaltet; seitdem -ist er mit den andern Fiscis vereinigt. - -Der _Heusler'sche Vermächtnissfond_ rührt her von dem im Jahr 1862 -eröffneten Legate des Herrn _Friedrich Heussler_ sel. Der Ertrag -der testierten Fr. 100,000 ist bestimmt für hilfsbedürftige Alters- -oder Krankheitshalber austretende Universitätslehrer, so wie für -die von Universitätslehrern hinterlassenen Witwen und Waisen. Die -Vertheilung wird jährlich von der Regenz auf Vorschlag einer besondern -Kommission beschlossen. Durch verschiedene Schenkungen aus den Jahren -1872 bis 1882 ist das unantastbare Stiftungskapital auf Fr. 120,500 -angewachsen; was darüber hinausgeht, bildet einen Reservefond, auf den -nöthigen Falls zurückgegriffen werden darf. - -Die folgende Tabelle soll die Entwicklung der akademischen Fisci in den -verflossenen 50 Jahren dadurch anschaulich machen, dass die Beträge -der entsprechenden Fonds auf Ende 1836 und 1884 in die gleichen Linien -eingetragen und deren Zunahmen dazwischen gesetzt sind. Das Kapitalgeld -alter Währung ist mit 27:40 in das jetzige Geld übertragen. Der Fiscus -Gymnasii und Schülertuchfond, die keinem Universitätszweck dienen, sind -weggelassen. - - _Betrag_ 1836 _Zunahme Betrag_ 1884 - Fr. Fr. Fr. - - Fisc. legatorum acad. 205,339 56,271 261,610 Akadem. - Vermächtnissfond - Fisc. legatorum med. 3,618 12,384 16,002 Medicin. - Vermächtnissfond - Fisc. bibliothecæ publ. 81,011 50,430 131,441 Bibliotheksfond - Fisc. bibliothecæ botan. } - Fisc. horti botanici } 9,115 2,849 11,964 Botanischer Fond - Fisc. facult. theol. } - Fisc. facult. jurid. } - Fisc. facult. med. } 366,001 143,947 509,948 Zulagefond - Fisc. facult. phil. } - Fisc. Universitatis } - 136,302 136,302 Heusler'scher - Vermächtnissfond - 42,025 42,205 Naturhistorischer - Fond - ---------------------------------------------------------- - Gesammtbetrag 665,084 444,208 1,109,292 - -Die Kapitalien der obigen sieben Fisci bilden bei der Verwaltung -einen gemeinsamen Stock, dessen Ertrag am Ende des Jahres pro rata -unter die einzelnen Fonds vertheilt wird. Die Zunahme in den letzten -fünfzig Jahren erklärt sich hauptsächlich aus den erwähnten höchst -verdankenswerthen Geschenken und Legaten. - - * * * * * - -Wir haben nun noch zu berichten über die Stiftungen, deren Kapitalien -nicht in die Verwaltung dieser vereinigten Fonds aufgenommen sind, da -die testamentarischen Bestimmungen eine gesonderte Rechnungsstellung -verlangen. - -Die beiden folgenden betreffen die _Gesammtuniversität_: - -Der _Albrecht'sche Stipendienfond_. -- Herr Stadtrath _Johannes Wimmer_ -sel. und Frau _Salomea_ geb. _Albrecht_ sel. stifteten durch das am -26. Juli 1871 publicierte Testament einen Stipendienfond, der zuerst -während 25 Jahren durch die Zinsen geäufnet werden soll und dessen -Ertrag hernach in erster Linie den Nachkommen der _Albrecht_'schen -Familie, die sich dem Studium widmen, zu Gute kommen soll, dann aber -auch andern Studierenden, wenn keine _Albrecht_'schen Nachkommen -Anspruch erheben oder die Zinsen auch für weitere Unterstützungen -ausreichen. Die Regenz hat die Uebernahme der Verwaltung am 30. -November 1871 beschlossen und den ausgewiesenen Betrag am 28. September -1872 in Empfang genommen. Die gestiftete Summe betrug mit Einschluss -eines Postens von Fr. 1333, auf welchen die Geschwister _Wimmer_ zu -Gunsten der Universität verzichtet haben, Fr. 43,438. Bis zum 31. -Dezember 1884 war das Vermögen angewachsen auf Fr. 70,582. - -_Stiftungsfond der Studentenkrankenkasse._ -- Im Jahre 1877 -übergab Herr Professor _J.J. Bachofen_ mit Fr. 15,000, die für den -Heusler'schen Vermächtnissfond bestimmt waren, noch weitere Fr. 5000 -der Regenz, um einen Fond der Studentenkrankenkasse zu bilden. Der -Ertrag desselben wurde theils verwendet zur Deckung eines Deficits der -genannten Kasse, theils zu Extraunterstützung kranker Studierender, -besonders durch Beiträge an ärztlich angeordnete Landaufenthalte. - -Auf zwei _Fakultäten_ bezieht sich: - -Die _theologisch-philosophische Stiftung_. -- Im Dezember 1872 übergab -ein Freund der Universität anonym einem von ihm selbst bezeichneten -und später durch Cooptation sich ergänzenden Curatorium von drei -Professoren die Summe von Fr. 20,000 zur Unterstützung der Studien -in den Disciplinen der Theologie und Philosophie. Der Ertrag des -Kapitals soll seine Verwendung finden für Ausschreibung von Preisfragen -aus den Gebieten der genannten Wissenschaften, oder Ertheilung von -Stipendien an Studierende der Universität Basel hauptsächlich zu -wissenschaftlichen Reisen. Die Verwaltung der Stiftung besorgt das -Curatorium, und es wird nur der Status des jeweiligen Vermögens in die -Universitätsrechnung aufgenommen; am 31. Dezember 1884 betrug derselbe -Fr. 26,066. - -Zu der _Bibliothek_ gehört: - -Die _Episcopius-Stiftung_. -- Im Oktober 1881 hat Herr Dr. _Gottlieb -Bischoff_ sel. in dankbarer Erinnerung an seinen Vorfahr, den -Buchdrucker _Nicolaus Episcopius_, dem Oberbibliothekar die Summe von -Fr. 1000 übergeben, um aus dem Ertrage Werke über die Geschichte der -Buchdruckerkunst und des Buchhandels für die Universitätsbibliothek -nach freier Wahl anschaffen zu können. Bei Ablage der Bibliotheksrechnung -wird über den jeweiligen Stand dieser Stiftung berichtet. - -Schliesslich haben wir noch drei Stiftungen zu besprechen, die sich auf -die _Kunstsammlung_ beziehen. - -Die _Samuel Birmann_'sche _Stiftung_. -- Herr _Samuel Birmann-Vischer_ -sel. hat durch sein am 15. August 1844 geschriebenes und am 30. -September 1847 eröffnetes Testament zu Haupterben seines Vermögens -ernannt: zur Hälfte die Universität, zum Viertel den Spital und zum -Viertel das Waisenhaus. - -Nach dem am 4. Februar 1859 erfolgten Tode der Frau Witwe _Birmann_ -geb. _Vischer_, welche die Nutzniessung des hinterlassenen Vermögens -hatte, wurde entsprechend den testamentarischen Bestimmungen die -Verwaltungskommission gebildet aus zwei Vertretern der Universität, -einem Vertreter des Spitals und einem Vertreter des Waisenhauses. Das -dieser Kommission eingehändigte Vermögen bestand aus Werthtiteln, -und zwar hauptsächlich Actien von Banken, Eisenbahn- und -Versicherungs-Gesellschaften und dem Landgute vor dem Spalenthor. -Entsprechend den im Testamente deutlich ausgesprochenen Bestimmungen -sind diese Titel zum grössten Theile behalten worden und haben die -vom Testator ausgesprochene Erwartung eines mit der Zeit zunehmenden -Nutzens gerechtfertigt; das Landgut wurde in den Jahren 1860 und 1861 -zu damals günstigen Bedingungen verkauft, und seither ist ein ganzes -Quartier auf seinem Boden entstanden. Während die für Spital und -Waisenhaus bestimmten Antheile einstweilen noch zum grössten Theile -den Verwandten des Testators zu Gute kommen, erhielt die Universität -den vollen Ertrag ihrer Hälfte seit 1860. Diese Summe ist ganz für die -Kunstsammlung bestimmt und wird desshalb auch direkt an die derselben -vorstehende Kommission abgeliefert; sie soll nach dem Testament -ausschliesslich verwendet werden für Ankauf schweizerischer Kunstwerke, -Unterstützung talentvoller Künstler aus Basel-Stadt, Honorierung des -Custoden der Kunstsammlung und Aufstellungskosten der Birmann'schen -Sammlung. Das Stiftungskapital ist laut der auf den 1. Februar 1885 -abgeschlossenen, von der Verwaltungskommission genehmigten und der -Regenz mitgetheilten Rechnung gewerthet zu Fr. 487,377. Der jährliche -Ertrag war in den letzten zehn Jahren im Mittel etwas über Fr. 30,000, -wovon also die Hälfte an die zur Universität gehörige Kunstsammlung -ging. - -Die _Bleiler_'sche _Stiftung_. -- Von dem Ehepaar _Bleiler-Mieg_ sel. -sind im Jahre 1858 laut testamentarischer Verfügung der Kunstsammlung -des Museums Fr. 10,000 zugekommen; die eine Hälfte bestimmt zur -Anschaffung von Kunstgegenständen, der Ertrag der andern Hälfte zur -Unterstützung eines fleissigen und bedürftigen, sich zur Ausbildung -in Rom aufhaltenden Basler Künstlers. Die Stiftung wird von der -Kunstkommission verwaltet; der letzte Rechnungsabschluss ergab als -Saldo auf neue Rechnung Fr. 18,157. - -Das _Singeisen_'sche _Legat_. -- Jungfrau _Magdalena Singeisen_ sel. -vermachte durch das im Jahre 1870 publicierte Testament dem Museumsfond -der Stadt Basel die Summe von Fr. 17,000 mit der Bestimmung, dass die -Zinsen davon vorerst ihrer Dienstmagd während Lebenszeit ausbezahlt -werden sollen. Nach deren Tode soll dieser Zins zur Unterstützung -älterer und bedürftiger, in Basel wohnender Künstler verwendet werden. -Diese früher von der Museumskommission verwaltete Stiftung wird jetzt -von der Kunstkommission besorgt. - -Wir haben hier nur die zu Gunsten der Universität gemachten Stiftungen -besprochen, welche öffentlich von der Universität verwaltet werden -und über welche also auch die Universitätsrechnung berichtet; -andere, theils für die Universität im Allgemeinen, theils für -einzelne Anstalten oder Sammlungen derselben bestimmte Stiftungen -verwalten Privatvereine, insbesondere die Akademische Gesellschaft -und der Museumsverein. Auskunft über dieselben ist zu finden in den -jährlich veröffentlichten Berichten dieser Vereine, sowie in der -soeben herausgekommenen fünfzigjährigen Geschichte der Akademischen -Gesellschaft. - - * * * * * - -Es mag im Anschluss an diesen Abschnitt noch kurz in abgerundeten -Zahlen angedeutet werden, wie die _Mittel für die Universität_ -zusammenfliessen, wobei wir nicht von den ausserordentlichen Leistungen -für Erstellung neuer Unterrichtsanstalten, sondern nur von dem -sprechen, was zur Bestreitung der jährlichen regelmässigen Ausgaben -gespendet wird. Abgesehen von den verhältnissmässig nur geringe Summen -betragenden Gebühren und Eintrittsgeldern kommen hier drei verschiedene -Einnahmequellen in Betracht: - -1. _Die direkten Beiträge des Staates_, entsprechend den durch Gesetze -und Grossrathsbeschlüsse festgesetzten Krediten. Im Jahre 1835 betrugen -dieselben etwa nur Fr. 40,000 und sind in den fünfzig Jahren bis -1885, Dank der Bereitwilligkeit der Behörden, Opfer für die höchste -Lehranstalt zu bringen, etwa auf Fr. 185,000 gestiegen. - -2. _Der Ertrag der Universitätsfonds._ Im Jahre 1835 war derselbe -etwa Fr. 20,000 und hat in den fünfzig Jahren theils durch Vermehrung -des Vermögens, theils in Folge des höheren Zinsfusses etwa Fr. 60,000 -erreicht. - -3. _Die freiwilligen Beiträge von Vereinen und Privaten._ Hier sind -vor Allem die in der besonderen Festschrift dargestellten Leistungen -der Akademischen Gesellschaft zu erwähnen; ausserdem aber spenden der -Museumsverein, die Gemeinnützige Gesellschaft und manche Freunde der -Universität Geschenke an die verschiedenen Universitätsanstalten. Wenn -wir die theils höchst werthvollen Kunstgegenstände, Bücher, Naturalien -und Apparate bei Seite lassen und nur die Geldgaben in Betracht ziehen, -so finden wir für diese ganz freiwilligen Leistungen im Jahre 1884 etwa -Fr. 31,000. - -Somit setzen sich die regelmässigen jährlichen Leistungen für die -Universität etwa folgendermassen zusammen: - - Staatsbeitrag Fr. 185,000 macht 67 % oder ⅔ - Ertrag der Universitätsfonds » 60,000 » 22 % » ²⁄₉ - Freiwillige Privatleistungen » 31,000 » 11 % » ⅟₉ - ------------ - im Ganzen Fr. 276,000. - - Ed. Hagenbach-Bischoff. - - - - -III. - -Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität. - - -A. =Rektoren der Universität= - -(gewählt zu Ende des Jahres für das nächste Kalenderjahr) - -waren: - -14. Sept.-31. Dec. 1835: Herr W. M. Leberecht _de Wette_, Professor der -Theologie. - -=für das Jahr= - - 1836: - Friedrich _Brömmel_, Professor der Geschichte. - 1837: - Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen Sprache. - 1838: - Friedrich _Fischer_, Professor der Philosophie. - 1839: - Karl Friedrich _Meissner_, Professor der Botanik. - 1840: - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie. - 1841: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache. - 1842: - Johann Georg _Müller_, Professor der Theologie. - 1843: - Friedrich _Miescher_, Professor der Physiologie. - 1844: - Christian Friedrich _Schönbein_, Professor der Physik - und Chemie. - 1845: - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache. - 1846: - Johann Jacob _Stähelin_, Professor der Theologie; an dessen - Stelle trat - - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache. - 1847:} - 1848:}- Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen Sprache. - 1849: - W.M. Leberecht _de Wette_, Professor der Theologie; an - dessen Stelle trat - - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie. - 1850: - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie. - 1851:} - 1852:}- Johannes _Schnell_, Professor des schweizerischen Civilrechts. - -=für das Jahr= - - 1853: Herr Friedrich _Miescher_, nun Professor der pathologischen - Anatomie. - 1854: - Christoph Johannes _Riggenbach_, Professor der Theologie. - 1855: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache. - 1856: - Roderich _Stintzing_, Professor des römischen Rechts. - 1857: - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache. - 1858: - Johann Georg _Müller_, Professor der Theologie. - 1859: - Gustav Heinrich _Wiedemann_, Professor der Physik. - 1860: - Peter _Merian_, Rathsherr und Professor der Geologie. - 1861: - Karl Friedrich _Meissner_, Professor der Botanik. - 1862: - Karl _Steffensen_, Professor der Philosophie; an dessen - Stelle trat - - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie. - 1863: - Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen - Sprache. - 1864: - Karl _Steffensen_, Professor der Philosophie. - 1865: - Ludwig _Rütimeyer_, Professor der vergleichenden Anatomie. - 1866: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache. - 1867: - Andreas _Heusler_, Vater, Professor des schweizerischen - Staatsrechts. - 1868: - Hermann _Schultz_, Professor der Theologie. - 1869: - Wilhelm _His_, Professor der Anatomie und Physiologie. - 1870: - Eduard _Hagenbach_, Professor der Physik. - 1871: - Andreas _Heusler_, Sohn, Professor des deutschen Rechts. - 1872: - Freiherr _von der Goltz_, Professor der Theologie. - 1873: - Simon _Schwendener_, Professor der Botanik. - 1874: - Moritz _Heyne_, Professor der deutschen Sprache. - 1675: - Carl Ernst Emil _Hoffmann_, Professor der Anatomie. - 1876: - Friedrich _von Wyss_, Professor des schweizerischen - Civilrechts; an dessen Stelle trat - - Franz _Overbeck_, Professor der Theologie. - 1877: - Wilhelm _Vischer_, Sohn, Professor der Geschichte. - 1878: - Friedrich _Schulin_, Professor des römischen Rechts. - 1879: - Emil _Kautzsch_, Professor der Theologie. - 1880: - Hermann _Immermann_, Professor der klinischen Medicin. - 1881: - August _von Miaskowski_, Professor der Nationalökonomie. - 1882: - Hermann _Siebeck_, Professor der Philosophie. - 1883: - Rudolf _Stähelin_, Professor der Theologie. - 1884: - Albert _Teichmann_, Professor des Straf- und Kirchenrechts. - 1885: - Moritz _Roth_, Professor der pathologischen Anatomie. - - -B. =Lehrpersonal der Universität.= - --- Geordnet nach der Zeit des Eintritts in die Fakultät, bezw. in -die höhere Stellung in derselben. -- O. = Ostern. S. = Sommer. M. = -Michaelis. W. = Winter. - -1. Theologische Fakultät. - -a) =Ordentliche Professoren.= - -1. =de Wette=, Wilhelm Martin Leberecht -- geb. 12. Jan. 1780 zu Ulla -bei Weimar, 1805 Docent in Jena, 1807 a.o. Prof. der Philosophie, 1809 -ord. Prof. der Theologie in Heidelberg, 1810 in Berlin. Am 2. Oct. 1819 -seines Amtes entlassen, begab er sich nach Weimar und folgte 1822 einem -Rufe an die theologische Fakultät nach Basel, deren Reorganisator er -wurde; Rektor 1823, 1829, 1834. Ende 1835 u. 1849, † 16. Juni 1849. - -_Hagenbach_, die theologische Schule Basels und ihre Lehrer, Basel 1860 -und in Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVIII. 61 ff. -- _Holtzmann_ -in »Allgem. Deutsche Biographie« V. 101-105. -- _Wiegand_. W.M.L. de -Wette, Erfurt 1879. -- _Rudolf Stähelin_, W.M.L. de Wette nach seiner -theol. Wirksamkeit und Bedeutung, Basel 1880. - -2. =Hagenbach=, Karl Rudolf -- geb. 4. März 1801 zu Basel, Sohn des -Basler Arztes und Professors Karl Friedrich H. († 20. Nov. 1849), -studierte in Basel, Bonn und Berlin, habilitierte sich 1823 in Basel, -1824 Lic. theol. und a.o. Prof., 1828 ord. Prof. für Kirchengeschichte, -1830 zum Dr. theol. ernannt, Rektor 1832, 1840, 1849, 1850 u. 1862. † -7. Juni 1874. - -Erinnerung an K.R. Hagenbach, Basel 1874. -- _Eppler_, K.R. Hagenbach, -Gütersloh 1875. -- _Rudolf Stähelin_, K.R. Hagenbach, Basel 1875. --- W. _Krafft_ in »Allgem. Deutsche Biographie« X. 344. -- Herzog's -Realencyclopädie, 2. Aufl. V. 537 ff. - -3. =Stähelin=, Johann Jacob -- geb. 6. Mai 1797 zu Basel, studierte in -Basel und Tübingen, 1823 Dr.phil. und Docent in Basel, 1827 Lic.theol., -1829 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. für Altes Testament, 1840 zum Dr. -theol. ernannt, kurze Zeit 1846 Rektor, † 27. Aug. 1875 zu Langenbruck. - -Zur Erinnerung an Herrn J.J. Stähelin, Basel 1875. -- Herzog's -Realencyclopädie. 2. Aufl. XIV. 570 ff. - -4. =Müller=, Johann Georg -- geb. 8. Mai 1800 zu Basel, 1825 cand. -theol., 1831 Lektor u. Lic. theol., 1832 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. -für Neues Testament, 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1842 u. 1858, † -30. August 1875. - -Abriss meines Lebenslaufes. Aufzeichnung von J.G. Müller, theol. Prof. -Basil. (Druck von Schultze) 1875. - -5. =Schenkel=, Daniel -- geb. 21. Dec. 1813 zu Dägerlen bei Winterthur, -studierte in Basel u. Göttingen. 1839 Docent in Basel, 1841 Prediger -und Mitglied des Schul- und Kirchenrathes in Schaffhausen, 1850 ord. -Prof. für systematische Theologie in Basel, ging 1851 nach Heidelberg, -† daselbst 19. Mai 1885. - -6. =Riggenbach=, Christoph Johannes -- geb. 8. Oct. 1818 zu Basel, -wurde Pfarrer in Bennwil (Baselland), 1851 in Basel zum Lic. theol. -ernannt und ord. Prof. für systematische Theologie, Rektor 1854, im -Juni 1860 zum Dr. theol. ernannt. - -7. =Schultz=, Hermann -- geb. 30. Dec. 1836 zu Lüchow (Hannover), 1858 -Dr.phil. in Rostock, 1861 Lic. theol. und Docent in Göttingen, 1864 -ord. Prof. für Altes Testament und systematische Theologie in Basel, -1865 Dr. theol. (Göttingen), Rektor 1868, ging 1872 nach Strassburg, -1874 nach Heidelberg, 1876 nach Göttingen. - -8. =von der Goltz=, Hermann Freiherr -- geb. 17. März 1835 zu -Düsseldorf, studierte in Erlangen, Berlin, Tübingen und Bonn, 1858-61 -in der französischen Schweiz, 1861-65 Gesandtschaftsprediger in -Rom, 1865 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für -exegetische u. systematische Theologie berufen, zum Lic. theol. ernannt -und a.o. Prof., 1870 ord. Prof., Rektor 1872, ging 1873 nach Bonn, 1876 -nach Berlin. - -9. =Overbeck=, Franz -- geb. 4./16. Nov. 1837 zu St. Petersburg, W. -1864 Docent in Jena, Frühjahr 1870 a.o. Prof. und W. 1871 ord. Prof. -für neutestamentliche Exegese und ältere Kirchengeschichte in Basel, -Rektor 1876. - -10. =Kautzsch=, Emil -- geb. 4. Sept. 1841 zu Plauen i.V., 1863 -Dr.phil. und Gymnasiallehrer an der Nicolaischule in Leipzig, 1869 -Docent d. Theol. an der Universität, 1871 a.o. Prof. daselbst, M. 1872 -ord. Prof. für alttestamentliche Exegese in Basel, im Sept. 1873 zum -Dr. theol. ernannt, Rektor 1879, ging O. 1880 nach Tübingen. - -11. =Stähelin=, Rudolf -- geb. 22. Sept. 1841 zu Basel, 1865 cand. -theol., 1873 Lic. u. Docent d. Theologie, 10. Jan. 1874 a.o. Prof. -und 10. Dec. 1875 ord. Prof. für Kirchengeschichte, 15. Nov. 1880 Dr. -theol. (Bern), Rektor 1883. - -12. =Schmidt=, Paul Wilhelm -- geb. 25. Dec. 1845 zu Berlin, 1865 -Dr.phil. in Halle, 1867 Lic. theol. in Berlin, O. 1869-76 Docent -daselbst, O. 1876 ord. Prof. für Neues Testament in Basel, 22. Juli -1885 Dr. theol. (Strassburg). - -13. =Stockmeyer=, Immanuel -- geb. 28. Juli 1814 zu Basel, war 1846-71 -Pfarrer zu St. Martin, 1850 zum Lic. theol. ernannt, 1851 Docent der -Theologie, im Dec. 1860 zum Dr. theol. ernannt, 1871 Antistes, 17. Juli -1876 ord. Prof. für praktische Theologie. - -14. =Smend=, Rudolf -- geb. 5. Nov. 1851 zu Lengerich (Westfalen), 1874 -Dr.phil. in Bonn, 1875 Lic. theol. u. Docent der Theologie in Halle, -1880 a.o. Prof. und S. 1881 ord. Prof. für Altes Testament in Basel, im -Jan. 1885 Dr. theol. (Giessen). - -15. =Orelli=, Conrad von -- geb. 25. Januar 1846 zu Zürich, 1871 -Dr.phil. in Leipzig, W. 1871 Docent der Theologie in Zürich, O. 1873 -vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für Altes -Testament berufen und a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., Aug. 1885 Dr. -theol. (Greifswald). - -16. =Kaftan=, Julius -- geb. 30. Sept. 1848 zu Loit (Schleswig), -1872 Dr.phil. in Leipzig, 1873 Lic. theol., W. 1873 vom Verein f. -christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie -berufen und 1874 a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., im Dec. 1882 zum Dr. -theol. ernannt, ging O. 1883 nach Berlin. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -17. =Beck=, Johann Tobias (von) -- geb. 22. Febr. 1804 zu Balingen, -1828 Stadtpfarrer in Mergentheim, 1836 vom Verein für christl.-theol. -Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische Theologie -berufen, 1842 vor seinem Weggange nach Tübingen zum Dr. theol. ernannt, -† daselbst 28. Dec. 1878. - -18. =Hoffmann=, Wilhelm -- geb. 30. Oct. 1806 zu Leonberg -(Württemberg), wurde 1839 Direktor der Missionsanstalt in Basel, -1843 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft für exegetische -u. systematische Theologie berufen und a.o. Prof., ging 1849 nach -Tübingen, 1852 nach Berlin, † daselbst 28. Aug. 1873. - -_Karl Hoffmann_, Leben und Wirken des L. Fr. W. Hoffmann, Berlin 1878 --- Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. VI. 216 ff. - -19. =Auberlen=, Carl August -- geb. 19. Nov. 1824 zu Fellbach -(Württemberg), W. 1851 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft -nach Basel für exegetische u. systematische Theologie berufen und a.o. -Prof., 6. Sept. 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 2. Mai 1864. - -Leichenrede von Prof. _Riggenbach_ sammt Lebensabriss von Prof. _Gess_ -(Basel, Balmer und Riehm). -- Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. I. -757. - - -c. =Privatdocenten.= - -20. =Preiswerk=, Samuel -- geb. 19. Sept. 1799 zu Rümlingen (Kt. -Basel), 1830 Pfarrer in Muttenz, 22. Jan. 1833 vertrieben, 1834-37 am -Oratoire in Genf, 1839 Docent für hebräische Sprache in Basel, 1845 -Hauptpfarrer zu St. Leonhard, 1851 zum Lic. theol. ernannt und Docent -der Theologie, 1859 Antistes, 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 13. Jan. -1871. - -Zum Gedächtniss an Antistes Samuel Preiswerk (Basel, Franz Wittmer) -1871. - -21. =Schmid=, Johannes -- geb. 4. Jan. 1817 zu Schünholzersweilen (Kt. -Thurgau), 1854 in Basel zum Lic. theol. ernannt und Docent daselbst bis -1858 für praktische Theologie, † 31. März 1874 zu Florenz. - -22. =Böhl=, Eduard -- geb. 18. Nov. 1836 zu Hamburg, 1860 Dr.phil. in -Erlangen, S. 1860 in Basel zum Lic. theol. ernannt und W. 1860 bis O. -1864 Docent daselbst für Altes Testament, seit O. 1864 ord. Prof. der -Dogmatik u. Symbolik an der evang.-theol. Fakultät in Wien. - -23. =Böhringer=, Paul -- geb. 1. Sept 1852 zu Glattfelden (Kt. Zürich), -1878 Docent in Zürich, 13. Juni 1879 daselbst zum Lic. theol. ernannt, -seit W. 1879 Docent für Kirchengeschichte in Basel. - -24. =Marti=, Carl -- geb. 25. April 1855 zu Bubendorf (Baselland), 10. -März 1879 Lic. theol. in Basel, seit S. 1881 Docent daselbst für Altes -Testament und seit 1884 Pfarrer in Muttenz. - -25. =Riggenbach=, Bernhard Emil -- geb. 25. Oct. 1848 zu Karlsruhe, -1874 Dr.phil. in Tübingen, 1876 Lic. theol. in Basel, seit S. 1882 -Docent daselbst für praktische Theologie und neutest. Exegese, seit -Anfang 1885 Pfarrer der Strafanstalt in Basel. - -26. =Schnedermann=, Georg -- geb. 3. Juli 1852 zu Chemnitz, 1878 -Dr.phil. und 1880 Lic. theol. in Leipzig, W. 1883 vom Verein f. -christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie -berufen und Docent daselbst. - -27. =Heman=, Friedrich -- geb. 30. Aug. 1839 zu Grünstadt (Rheinpfalz), -1871 Dr.phil. in Tübingen, 1883 Lic. theol. in Basel, W. 1883 vom -Verein für christl.-theol. Wissenschaft für systematische Theologie -berufen und Docent daselbst. - - -2. Juristische Fakultät. - -a. =Ordentliche Professoren.= - -1. =Heusler=, Andreas -- geb. 8. März 1802 zu Basel, studierte in Jena -u. Tübingen, 1826 J.U.D. in Tübingen, 1828 Docent in Basel, 1830 ord. -Prof. (kurze Zeit über römisches Recht und Criminalrecht, dann bis -1843 über Bundes- und Kantonalstaatsrecht in historischer Beziehung -lesend), 1831-47 Mitglied des Kleinen Rathes, wirkte 1852-68 an der -Universität mit Titel und Rechten eines ord. Prof. (für Bundes- und -Kantonalstaatsrecht), 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1867, † 11. -April 1868. - -Leichenrede von Dr. theol. _J. Stockmeyer_ (Basel, Wassermann) 1868. -- -_W. Vischer_ (Sohn) in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 337-339. -- -_G. v. Wyss_ im Archiv f. Schweiz. Geschichte XVII. (1871). - -2. =Burckhardt=-Vischer, Adolf -- geb. 12. Nov. 1809 zu Basel, 1834 -Docent, M. 1835 ord. Prof. des Criminalrechts, † 14. Oct. 1838. - -Baseler Zeitung 1838, Nr. 193. - -3. =Beseler=, Georg -- geb. 2. Nov. 1809 zu Rödemiss (Schleswig), -1835 Docent in Heidelberg, M. 1835 a.o. Prof. und 1836 ord. Prof. -des römischen Rechts in Basel, ging M. 1837 nach Rostock, 1842 nach -Greifswald, 1859 nach Berlin. - -4. =Schnell=, Johannes -- geb. 31. Aug. 1812 zu Basel, Sohn des Basler -Prof. der Rechte J.R. Schnell (1767-1829), promovierte in Heidelberg, -1837 in Basel Docent, 1838 a.o. Prof. und 1839-78 ord. Prof. (besonders -für schweizerisches Civilrecht), Rektor 1851 u. 1852, 17. Juli 1841 bis -1. Juli 1875 Civilgerichtspräsident, siedelte W. 1878 nach Bern über. - -5. =Wunderlich=, Agathon -- geb. 1810 zu Göttingen, 1833 Docent -daselbst, 1838 a.o. Prof. und 1839 ord. Prof. des römischen Rechts -in Basel, ging O. 1842 nach Rostock, 1847 nach Halle, 1850 an das -Oberappellationsgericht in Lübeck, † daselbst 21. Nov. 1878. - -R. v. _Jhering_ in den Jahrbb. f. d. Dogmatik d. heut. röm. u. -deutschen Privatrechts, XVII. 145-147. - -6. =Bachofen=, Johann Jacob -- geb. 22. Dec. 1815 zu Basel, 1841 Docent -und 1842 ord. Prof. des römischen Rechts, nahm 1844 seine Entlassung. - -7. =Planck=, Johann Julius Wilhelm (von) -- geb. 22. April 1817 zu -Göttingen, 1837 J.U.D. und 1839 Docent daselbst, O. 1842 ord. Prof. des -römischen Rechts und des Civilprozesses in Basel, ging O. 1845 nach -Greifswald, M. 1850 nach Kiel, O. 1867 nach München. - -8. =Jhering=, Rudolf (von) -- geb. 22. Aug. 1818 zu Aurich -(Ostfriesland), 1842 J.U.D. in Berlin, Docent daselbst, 1845 ord. Prof. -des römischen Rechts in Basel, ging O. 1846 nach Rostock, 1849 nach -Kiel, 1852 nach Giessen, 1868 nach Wien, 1872 nach Göttingen, beim -Würzburger Jubiläum 1882 zum Dr.phil. ernannt. - -9. =Leist=, Burkard Wilhelm -- geb. 12. Juli 1819 zu Westen bei Verden -(Hannover), 1842 Docent in Göttingen, O. 1846 ord. Prof. des römischen -Rechts in Basel, ging M. 1847 nach Rostock, 1853 nach Jena. - -10. =Windscheid=, Bernhard -- geb. 26. Juni 1817 zu Düsseldorf, 1840 -Docent in Bonn, W. 1847 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging -O. 1852 nach Greifswald, 1857 nach München, 1871 nach Heidelberg, 1874 -nach Leipzig. - -11. =Zimmermann=, Ernst -- geb. 31. Jan. 1812 zu Rüsselsheim -(Kurhessen), 1848-50 Obergerichtsrath in Marburg, Docent daselbst, O. -1852 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1854 an das -Oberappellationsgericht in Lübeck, † 7. Mai 1877. - -Mitteilungen aus dem Leben des hanseatischen -Oberappellationsgerichtsrathes E.Z., Lübeck 1879. - -12. =Stintzing=, Roderich (von) -- geb. 8. Febr. 1825 zu Altona, 1852 -Docent in Heidelberg, O. 1854 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, -Rektor 1856, ging M. 1857 nach Erlangen, 1870 nach Bonn, † 13. Sept. -1883 zu Oberstdorf im Allgäu. - -_Alphonse Rivier_ in der Revue internationale de l'Enseignement du 15 -janvier 1884.-- _Adolf Wach_ in der krit. Vierteljahresschrift XXVI. -161-180. - -13. =Grimm=, Julius -- geb. 26. Nov. 1821 zu Kassel, promovierte in -Bonn, 1851 a.o. Prof. und 1855-57 ord. Prof. für germanistische Fächer -in Basel, 1857-68 Generalsekretär an der K.K. Südbahn in Wien, lebt -seitdem in Wiesbaden. - -14. =Arnold=, Wilhelm -- geb. 28. Oct, 1826 zu Borken (Kurhessen), 1850 -Docent in Marburg, O. 1855 ord. Prof. des deutschen Rechts in Basel, -ging O. 1863 nach Marburg, † 2. Juli 1883. - -Allgemeine Zeitung 1883, Beilage Nr. 192 u. 213. - -15. =Fitting=, Hermann -- geb. 27. Aug. 1831 zu Mauchenheim -(Rheinbayern), 1856 Docent in Heidelberg, M. 1857 a.o. Prof. und 4. -Dec. 1858 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1862 nach -Halle. - -16. =Bechmann=, Georg -- geb. 16. Aug. 1834 zu Nürnberg, 1861 Docent -in Würzburg, M. 1862 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. -1864 nach Marburg, M. 1864 nach Kiel, O. 1870 nach Erlangen, M. 1880 -nach Bonn. - -17. =Heusler=, Andreas -- geb. 30. Sept. 1834 zu Basel, Sohn des oben -(S. 46) genannten Prof. Andreas Heusler, 12. Juni 1856 J.U.D. in -Berlin, 1858 Docent und S. 1863 ord. Prof. des deutschen Rechts und des -Civilprozesses in Basel, Rektor 1871. - -18. =Hartmann=, Gustav -- geb. 31. März 1835 zu Vechelde -(Braunschweig), O. 1857 J.U.D. in Göttingen und 1860 daselbst Docent, -O. 1864 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1872 nach -Freiburg, O. 1878 nach Göttingen, O. 1885 nach Tübingen. - -19. =Binding=, Karl -- geb. 4. Juni 1841 zu Frankfurt a.M., 1864 -Docent in Heidelberg, O. 1867 ord. Prof. des Straf- und Kirchenrechts -in Basel, ging M. 1870 nach Freiburg, 1872 nach Strassburg, 1873 nach -Leipzig. - -20. =Brockhaus=, Friedrich -- geb. 21. Sept. 1838 zu Dresden, 1863 -Docent u. 1868 a.o. Prof. in Jena, O. 1871 ord. Prof. des Straf- und -Kirchenrechts in Basel, ging M. 1872 nach Kiel. - -21. =Eisele=, Fridolin -- geb. 2. Mai 1837 zu Sigmaringen, 21. Febr. -1866 J.U.D. in Berlin, wurde Kreisrichter in Hechingen, O. 1872 ord. -Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1874 nach Freiburg. - -22. =Wyss=, Friedrich von -- geb. 24. Dec. 1844 zu Zürich, 15. März -1867 J.U.D. in Zürich, 1869 Mitglied des Bezirksgerichts, O. 1874 ord. -Prof. des schweizerischen Civilrechts in Basel, 1876 kurze Zeit Rektor, -schied wegen Gesundheitsrücksichten 1880 aus. - -23. =Schulin=, Friedrich -- geb. 4. Aug. 1843 zu Frankfurt a.M., 29. -Mai 1869 J.U.D. in Marburg, Docent u. 12. Mai 1874 a.o. Prof. daselbst, -M. 1874 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, Rektor 1878. - -24. =Teichmann=, Albert -- geb. 13. Oct. 1844 zu Breslau, 30. Juli -1867 J.U.D. in Berlin, kam O. 1873 als a.o. Prof. des Straf- und -Kirchenrechts nach Basel, S. 1877 ord. Prof., Rektor 1884. - -25. =Huber=, Eugen -- geb. 13. Juli 1849 zu Stammheim (Kt. Zürich), 9. -März 1872 J.U.D. in Zürich, O. 1881 a.o. Prof. und Dec. 1881 ord. Prof. -des schweizerischen Civilrechts in Basel. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -26. =Burckhardt-Hess=, Christoph -- geb. 5. Febr. 1805 zu Basel, J.U.D. -in Heidelberg, 1829 Docent und 1831 a.o. Prof. des römischen Rechts in -Basel, sollte zum ord. Prof. ernannt werden, † 26. Dec. 1835. - -Rede von _Simon La Roche_ (Druck von Wilhelm Haas). -- Baseler Zeitung -vom 28. u. 31. December 1835. -- Regenzprotokoll vom 28. December 1835. - -27. =Speiser=, Paul -- geb. 16. Oct. 1846 zu Basel, 12. März 1868 -J.U.D., 1873 Docent und 1876 a.o. Prof. des Obligationen-, Handels- und -Wechselrechts, 1875-78 Civilgerichtspräsident, 1878-84 Regierungsrath. - - -c. =Privatdocenten.= - -28. =Christ=, Gustav -- geb. 13. Aug. 1809 zu Basel, 1832 J.U.D. in -Heidelberg, 1835 Docent des Civilprozesses in Basel, † 13. Oct. 1838. - -Baseler Zeitung 1838, Nr. 193. - -29. =Burckhardt=-Fürstenberger, Emanuel -- geb. 3. Mai 1819 zu Basel, -1842 J.U.D. in Göttingen, 1844-46 Docent des römischen Rechts und des -Strafrechts in Basel, 1849 Mitglied des Kleinen Rathes, † 8. Juli 1867. - -Basler Nachrichten 1867, Nr. 162. - -30. =Heimlicher=, Johann Jacob -- geb. 14. Aug. 1826 zu Basel, 1848 -J.U.D., 1849-52 Docent des römischen Rechts und des Wechselrechts, 1856 -Notar, † 2. Oct. 1884. - -P. _Speiser_ in den Verhdl. d. Schweiz. Juristenvereines v. 24. Aug. -1885 (Ztschr. f. schweiz. Recht XXVI. 568). - -31. =VonderMühll=, Albert -- geb. 11. Oct. 1843 zu Basel, 23. Juni 1865 -J.U.D., 1870 u. 71 Docent der Rechtsphilosophie und vergleichenden -Rechtswissenschaft. - -32. =Miescher=, Carl -- geb. 29. Nov. 1851 zu Basel, Sohn des -Prof. der Anatomie Joh. Friedr. Miescher-His (s. unten), 11. Sept. -1874 J.U.D., 1877-82 Docent des deutschen Rechts, seit Juni 1878 -Civilgerichtspräsident. - -33. =Brunnenmeister=, Emil -- geb. 5. Mai 1854 zu Kreuzungen (Kt. -Thurgau), 1877 J.U.D. in Leipzig, M. 1878 Docent des Strafrechts in -Basel, ging O. 1880 als ord. Prof. nach Zürich, 1882 nach Halle. - -34. =Stehlin=, Carl -- geb. 21. März 1859 zu Basel, 4. August 1881 -J.U.D. in Göttingen, O. 1885 Docent des römischen Rechts in Basel. - - -3. Medicinische Fakultät. - -a. =Ordentliche Professoren.= - -1. =Jung=, Carl Gustav -- geb. 7. Sept. 1794 zu Mannheim, Anfang 1822 -nach Basel als Docent berufen, Mitte 1822 zum ord. Prof. der Anatomie, -Chirurgie und Geburtshilfe ernannt, Rektor 1828, nahm 1850 seine -Entlassung unter Beibehaltung von Sitz und Stimme in der Regenz, trat -1855 wieder ein als ord. Prof. der praktischen Medicin, † 12. Juni 1864. - -W. _His_, Zur Erinnerung an C.G. Jung (in der Gedenkschrift zur -Eröffnung des Vesalianum, Lpz. 1885, S. 40-48). - - =Meissner=, Karl Friedrich } - } s. Philosophische Fakultät, - mathem.-naturwiss. Abthlg. - =Röper=, Johann Christian August } - -2. =Mieg=, Johann Jacob -- geb. 24. Juni 1794 zu Basel, 1829-64 ord. -Prof. der Chirurgie, † 1. Juli 1870. - -Basler Nachrichten 1870, Nr. 155. - -3. =Miescher=-His, Johann Friedrich -- geb. 2. März 1811 zu Walkringen -(Emmenthal), studierte erst in Bern, dann in Berlin, wo er am 9. Jan. -1836 promovierte, O. 1837 ord. Prof. der Physiologie und allgemeinen -Pathologie in Basel, ging M. 1844 nach Bern, kehrte M. 1850 als ord. -Prof. der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie zurück, -Rektor 1843 und 1853, trat Ende 1871 unter Beibehaltung des Titels und -der Rechte eines ord. Prof. zurück. - -4. =Erker=, Alexander -- geb. 10. Juli 1816 zu Freiburg i. Br., 1840 -daselbst Prosektor, Jan. 1845 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie -in Basel, ging 1850 nach Freiburg zurück. - -5. =Bruch=, Carl -- geb. 1819 zu Mainz, 1847 Docent in Heidelberg, W. -1850 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1855 -nach Giessen, † 4. Jan. 1884 zu Heppenheim. - -_Virchow_ im Archiv f. pathol. Anatomie. Bd. 99, S. 384. - -6. =Meissner=, Georg -- geb. 19. Nov. 1829 zu Hannover, 1852 Dr.med. in -Göttingen. W. 1856 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, -ging M. 1857 nach Freiburg, 1859 nach Göttingen. - -7. =Rütimeyer=, Ludwig -- geb. 25. Febr. 1825 zu Biglen (Emmenthal), -1850 Dr.med. und 1853 a.o. Prof. für vergleichende Anatomie in Bern. -W. 1855 ord. Prof. der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Basel, -Rektor 1865, 2. Juni 1874 zum Dr.phil. ernannt. - -8. =His=, Wilhelm -- geb. 9. Juli 1831 zu Basel, 11. Sept. 1854 -Dr.med., S. 1866 Docent, M. 1857 ord. Prof. der Anatomie und -Physiologie, Rektor 1869, ging O. 1872 nach Leipzig. - -9. =Socin=, August -- geb. 21. Febr. 1837 zu Vevey, 21. Febr. 1857 -Dr.med. in Würzburg, 1861 Docent in Basel, 26. Febr. 1862 a.o. Prof. -und 27. Febr. 1864 ord. Prof. der Chirurgie. - -10. =Liebermeister=, Carl (von) -- geb. 2. Febr. 1833 zu Ronsdorf bei -Elberfeld, 1860 Docent und 1864 a.o. Prof. in Tübingen, S. 1865 ord. -Prof. der speciellen Pathologie und Therapie und Vorsteher der med. -Klinik in Basel, ging M. 1871 nach Tübingen. - -11. =Immermann=, Hermann -- geb. 2. Sept. 1838 zu Magdeburg, 19. Dec. -1860 Dr .med. in Berlin, 1864-66 Assistenzarzt in Tübingen, 1866-71 in -Erlangen, Docent daselbst, M. 1871 ord. Prof. der speciellen Pathologie -und Therapie und Vorsteher der med. Klinik in Basel, Rektor 1880. - -12. =Hoffmann=, Carl Ernst Emil -- geb. 26. April 1827 zu Darmstadt, -1854 Dr.med. in Würzburg, 1858 Docent in Giessen, 1863 Docent und -Prosektor. S. 1864 a.o. Prof. und 6. Juli 1872 ord. Prof. der Anatomie -in Basel, Rektor 1875, † 16. Dec. 1877. - -_Heppe_ in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 607. - -13. =Bischoff=, Johann Jacob -- geb. 1. Aug. 1841 zu Heidelberg, 1864 -Dr.med. in Basel, 1865 Docent, Frühjahr 1868 a.o. Prof. und 10. Juli -1872 ord. Prof. der Geburtshilfe. - -14. =Miescher=-Rüsch, Johann Friedrich -- geb. 13. Aug. 1844 zu Basel. -Sohn des S. 49 genannten Prof. Miescher-His. 13. Jan. 1868 Dr.med., O. -1871 Docent und 6. Juli 1872 ord. Prof. der Physiologie. - -15. =Roth=, Moritz -- geb. 25. Dec. 1839 zu Basel, Sohn des unten (S. -56) genannten Prof. Karl Ludwig Roth, 1864 Dr.med. und 1866 Docent in -Basel, 1868-72 in Greifswald, 10. Juli 1872 a.o. Prof. und 6. Mai 1874 -ord. Prof. der pathologischen Anatomie in Basel, Rektor 1885. - -16. =Wille=, Ludwig -- geb. 30. März 1834 zu Kempten (Bayern), 1858 -Dr.med. in Erlangen, 1858-63 Assistenzarzt der Irrenanstalten in -Erlangen und München, 1864-75 Direktor in Münsterlingen (Thurgau), -Rheinau (Zürich) und St. Urban (Luzern). seit Oct. 1875 Vorsteher der -Irrenanstalt und ord. Prof. der Psychiatrie in Basel. - -17. =Schiess=, Heinrich -- geb. 3. Jan. 1833 zu Heiden (Kt. Appenzell), -1856 Dr.med. und 1863 Docent, 1867 a.o. Prof. und 8. Juli 1876 ord. -Prof. der Ophthalmologie in Basel. - -18. =Kollmann=, Julius -- geb. 24. Febr. 1834 zu Holzheim (Bayern), -1870 a.o. Prof. in München, 2. Febr. 1878 ord. Prof. der Anatomie in -Basel. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -19. =Streckeisen=, Carl -- geb. 28. Dec. 1811 zu Basel. 1838 Docent in -Basel, 1841-43 in Holland und Java, 1849 Arzt am Waisenhause in Basel, -S. 1852 a.o. Prof. der Chirurgie und Geburtshilfe in Basel, † 27. Aug. -1868. - -Leichenrede von Antistes _Preiswerk_, 1868. -- Basler Nachrichten 1868, -Nr. 205 u. 209. - -20. =Hoppe=, Ignaz -- geb. 14. Jan. 1811 zu Gross-Bartloff im -Eichsfelde, Dr.med. zu Berlin, Dr.phil. zu Freiburg i. Br., 1852 a.o. -Prof. der Medicin in Basel. - -21. =Brenner=, Friedrich -- geb. 8. Jan. 1809 zu Basel, 1830 Dr.med. in -Freiburg, 1833 Arzt am damaligen Irrenhause in Basel, später Direktor -der neuen Anstalt, 1835 Docent, 1856 a.o. Prof. der Psychiatrie, † 31. -Oct. 1874. - -Zum Andenken an Herrn Prof. Dr. F. Brenner (Druck von Bürgin u. Moos in -Basel). - -22. =Aeby=, Christoph -- geb. 25. Febr. 1835 auf dem Schlossgute -Gutenbrunnen bei Pfalzburg (Lothringen), 1859 Docent und S. 1863 a.o. -Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1863 als ord. -Prof. nach Bern, 1884 nach Prag, † 7. Juli 1885 zu Bilin (Böhmen). - -Sep.-Abdr. aus der Prager Medicin. Wochenschrift 1885, Nr. 28. - -23. =Hagenbach=-Burckhardt, Eduard -- geb. 5. Mai 1840 zu Basel, 1869 -Docent und 24. Febr. 1872 a.o. Prof. der Kinderheilkunde. - -24. =Massini=, Rudolf -- geb. 8. Nov. 1845 zu Basel, 19. März -1868 Dr.med., 1872 Docent für Pathologie und Therapie, Oct. 1874 -Assistenzarzt der Poliklinik des Bürgerspitals, 20. Juni 1877 a.o. -Prof., 1882 Vorsteher der Poliklinik. - -25. =Burckhardt=-Merian, Albert -- geb. 25. Jan. 1843 zu Basel, 23. -Juni 1866 Dr.med., März 1869 Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. der -Ohrenheilkunde. - -26. =Schulin=, Karl -- geb. 12. Febr. 1850 zu Frankfurt a.M., 28. Juni -1873 Dr.med. in Marburg, Assistent in Leipzig und Rostock, M. 1877 -Prosektor und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. in Basel, schied 1881 aus. - -27. =Bunge=, Gustav -- geb. 19. Jan. 1844 zu Dorpat, 1873 Magister -und 1874 Doktor der Chemie daselbst, 1882 Dr.med. in Leipzig und 1884 -Ehrendoktor der Medicin (Kiew), 1874-1885 Docent der Physiologie in -Dorpat, 4. Juli 1885 a.o. Prof. der physiologischen Chemie in Basel. - - -c. =Privatdocenten.= - -28. =Nusser=, Johann Martin -- geb. 1796 zu Ulm, 1826 Prosektor in -Basel, 1828 Docent daselbst, gab 1852 die Prosektorstelle auf, † 15. -Oct. 1853. - -W. _His_ in der »Gedenkschrift z. Eröffnung d. Vesalianum«, Lpz. 1885. - -Bernoulli, Johann Jacob -- s. Philosophische Fakultät, -mathem.-naturwiss. Abtheilung. - -29. =Im Thurn=, E. aus Schaffhausen, 1837-39 Docent der Thierheilkunde -in Basel, † 8. März 1877 zu Schaffhausen. - -30. =Burckhardt=, August -- geb. 14. Jan. 1809 zu Basel, Sohn des -Basler Prof. d. Med. Joh. Rud. B. † 1829, 1832 Dr.med., Docent für -gerichtliche Medicin und chirurgische Fächer 1838/39, 1854-57. - -31. =de Wette=, Ludwig -- geb. 9. Nov. 1812 zu Berlin, Sohn des S. 44 -genannten Prof. der Theologie de Wette, 24. April 1833 Dr.med. in Basel, -1840 Docent für gerichtliche Medicin und Pastoralmedicin, 1852-1884 -Physikus. - -32. =Burckhardt=-Blau, Achilles -- geb. 3. Dec. 1821 zu Basel, 1844 -Dr.med., 1846-68 Docent für Geburtshilfe, 1855-77 Mitglied der -Oberwundschau und 1859-63 des Sanitätskollegiums. - -33. =Meyer=-Merian, Theodor -- geb. 14. Jan. 1818 zu Basel, Docent im -S. 1851 und vom 27. April an Direktor des Spitals, † 5. Dec. 1867. - -Basler Nachrichten 1867, Nr. 290. - -34. =Meyer=-Steiger, Emanuel -- geb. 31. Aug. 1818 zu Basel, Docent im -S. 1852, † 6. Sept. 1856 in Algier. - -35. =Grimm=, Christian -- geb. 21. Nov. 1818 zu Basel, 1852 Dr.med., -1853-58 Docent der Osteologie, † 21. Jan. 1863. - -Basler Nachrichten 1863, Nr. 21. - -=Frey=, Alfred -- s. Philosophische Fakultät, mathem.-naturwiss. -Abtheilung. - -36. =Burckhardt=, Gottlieb -- geb. 24. Dec. 1836 zu Basel, Sohn des -oben (S. 51) genannten Dr. August B., März 1860 Dr.med. und 1862-75 -Docent für Nervenkrankheiten, 1875-82 Arzt in der Waldau, seitdem -Direktor der Irrenanstalt in Préfargier (Kt. Neuenburg). - -37. =Bulacher=, Carl -- geb. 19. Dec. 1828 zu Basel. 1856 Dr.phil. -1870-76 Docent für pharmaceutische und analytische Chemie, jetzt -Kantonschemiker. - -38. =Fischer=-Dietschy, Carl Rudolf -- geb. 11. Febr. 1834 zu Reinach -(Kt. Aargau), 1867 Dr.med. und 1870-76 Docent für Arzneimittellehre in -Basel, † 19. Juni 1876. - -39. =Göttisheim=, Friedrich -- geb. 30. März 1837 zu Wildberg -(Württemberg), 1867 Dr.phil. und 1870 Docent für öffentliche -Gesundheitspflege in Basel. - -40. =Rauber=, August -- geb. 22. März 1845 zu Neustadt a.d.H., -habilitierte sich in München für Anatomie, S. 1872 Docent in Basel, -ging 1873 als a.o. Prof. der Medicin nach Leipzig. - -41. =Breiting=, Carl -- geb. 18. März 1845 zu Basel. 1872-74 Docent für -Arzneimittellehre, jetzt Arzt in Genua. - -42. =Hermann=, Ernst -- Sohn des Nationalökonomen Fr. Benedikt Wilh. -von H. in München († 1868), 1873-75 Prosektor in Basel, † etwa 1877. - -43. =Cartier=, Oscar -- geb. 19. Juni 1847 zu Olten (Kt. Solothurn). -10. Juli 1872 Dr.med. in Würzburg, 1875 Prosektor in Basel, † 17. Aug. -1877. - -44. =Fiechter=, Robert -- geb. 31. Dec. 1848 zu Teknau (Kt. Baselland). -25. März 1875 Dr.med. und O. 1877 Docent für klinische Medicin in Basel. - -45. =Buss=, Carl Emil -- geb. 6. März 1849 zu Grindelwald, 18. März -1875 Dr.med. in Basel, am Spital thätig, W. 1877 Docent, † 1. Juni 1878. - -Erinnerung an Dr. Emil Buss, 1878. - -46. =Courvoisier=, Ludwig -- geb. 10. Nov. 1843 zu Basel, 5. März 1868 -Dr.med. und O. 1880 Docent für Chirurgie. - -47. =Sury=, Ernst (von) -- geb. 30. April 1850 zu Solothurn, 23. Juni -1875 Dr.med. und O. 1880 Docent für gerichtliche Medicin in Basel. - -48. =Gönner=, Alfred -- geb. 29. Aug. 1854 zu Mailand, S. 1881 Docent -für Gynäkologie in Basel. - -49. =Burckhardt=, Albrecht Eduard -- geb. 13. Juli 1853 zu Basel, Sohn -des oben (S. 51) genannten Dr. August B., 1878 Dr.med. und M. 1882 -Docent für Toxikologie und Hygiene. - -50. =Hosch=, Friedrich -- geb. 13. Oct. 1847 zu Basel, 7. März 1871 -Dr.med. und M. 1883 Docent für Augenheilkunde. - -51. =Gottschau=, Max -- geb. 20. Jan. 1849 zu Berlin, 1875 Dr.med. -daselbst, 1877-83 Assistent am anatom. Institut in Würzburg, M. 1883 -Prosektor in Basel. - - -4. Philosophische Fakultät. - -I. Philologisch-historische Abtheilung.[27] - -a. =Ordentliche Professoren.= - -1. =Linder=, Emanuel -- geb. 6. Febr. 1768 zu Basel, 1790-1803 Prof. -der hebräischen Sprache, dann Pfarrer in Bennwil, 1819 ord. Prof. der -griech. Sprache und Litteratur in Basel, † 4. April 1843. - -Leichenrede von Diacon J.J. _Uebelin_ (Basel, Schneider'sche -Buchdruckerei) 1843. - -2. =Gerlach=, Franz Dorotheus -- geb. 18. Juli 1793 zu Wolfsbehringen -(Herzogthum Gotha), besuchte das Gymnasium illustre in Gotha, dann die -Universität Göttingen, ging 1817 an die Kantonsschule in Aarau. 1819 -Lehrer am Pädagogium in Basel, 1820 ord. Prof. der lateinischen Sprache -und Litteratur, 1829-66 Bibliothekar, Rektor 1827, 1837, 1847, 1848 u. -1863, trat 1875 in den Ruhestand, † 31. 0ct. 1876. - -Personalien und Ansprache von Pfarrer Th.W. _Ecklin_ (Basel, Riehm) -1876. -- _Mähly_ in »Allgem. Deutsche Biographie« IX. 14. - -3. =Brömmel=, Friedrich -- geb. 27. Juni 1791 zu Goslar am Harz, -studierte in Göttingen und Halle, wurde Docent in Halle, 1823 ord. -Prof. der Geschichte in Basel, Rektor 1836, † 31. Jan. 1856. - -Leichenrede von Pfarrer _Imm. Stockmeyer_ (Basel, Schweighauser) 1856. - -4. =Vinet=, Alexandre -- geb. 17. Juni 1797 zu Ouchy, 1817 Lehrer -der französischen Sprache am Pädagogium und S. 1835 ord. Prof. der -französischen Sprache und Litteratur in Basel, ging 1837 zum Dr. theol. -ernannt nach Lausanne, und starb, seines dortigen Lehramtes 3. Dec. -1846 entsetzt, vor Rückberufung nach Basel, am 4. Mai 1847 zu Lausanne. - -_Scherer_, Alex. Vinet, notice sur sa vie et ses écrits, Paris 1853. -- -_Rambert_, Alex. Vinet, hist. de sa vie et de ses ouvrages, 2. édition. -Lausanne 1875. -- _Cramer_, Alex. Vinet, moraliste et apologiste -chrétien. Lausanne 1884. -- Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVII. -766 ff. - -5. =Fischer=, Friedrich -- geb. 31. Dec. 1801 zu Honau (Württemberg), -1830 Docent in Tübingen, 1832 Docent und bald darauf a.o. Prof. der -Philosophie in Basel, S. 1835 ord. Prof., Rektor 1838, † 14. Nov. 1853 -zu Winnenden. - -_Prantl_ in »Allgem. Deutsche Biographie« VII. 66. - -6. =Wackernagel=, Karl Heinrich Wilhelm -- geb. 23. April 1806 zu -Berlin, studierte daselbst 1824-27, ging im October 1828 nach Breslau, -von wo er 1830 nach Berlin zurückkehrte, folgte O. 1833 einem Rufe -nach Basel als Lehrer am Pädagogium, auf der Reise dahin in Göttingen -zum Dr. phil. ernannt, S. 1835 ord. Prof. der deutschen Sprache und -Litteratur, Rektor 1841, 1855 und 1866, bei der Jubelfeier in Halle -(1867) zum J.U.D. ernannt, † 21. Dec. 1869. - -Biographie und Schriftenverzeichniss in W. Wackernagel's Kleinere -Schriften, Band III (Leipzig 1874) S. 434 ff. -- _Rudolf Wackernagel_, -W. Wackernagel, Jugendjahre 1806-1833, Basel 1885. - -7. =Vischer=, Wilhelm -- geb. 30. Mai 1808 zu Basel, studierte in -Basel, Bonn und in Jena, wo er im Frühjahr 1831 promovierte, dann -in Berlin. S. 1832 Docent in Basel, S. 1835 a.o. Prof. und W. 1836 -ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur, Rektor 1845, -1846, 1857, von 1867 an Mitglied des Kleinen Rathes, Präsident des -Erziehungskollegiums und der Curatel, † 5. Juli 1874. - -Zum Andenken an Herrn Prof W. Vischer, des Raths (Basel, Wittmer) 1874 --- Wilhelm Vischer (von Dr. _Achilles Burckhardt_), Sep.-Abdr. aus -dem 7. Jahresheft d. Vereins schweiz. Gymnasiallehrer, Aarau 1876. -- -Lebensbild W. Vischer's von Aug. v. _Gonzenbach_ (Kleine Schriften -v. Wilh. Vischer, herausgeg. von Prof. H. Gelzer und Dr. Achilles -Burckhardt, Band II. Lpz. 1878, S. IX-LXVI). - -8. =Girard=, Charles François -- geb. 9. Aug. 1811 zu Neuchâtel, 1836 -Lehrer am Gymnasium in Basel, 1838 Dr.phil., 1839 a.o. Prof. und 1841 -ord. Prof. der französischen Sprache und Litteratur, † 26. Nov. 1875. - -Discours prononcés aux funérailles de M. Chr. Fr. Girard, Lausanne -(Bridel) 1876. - -9. =Steffensen=, Karl -- geb. 25. April 1816 zu Flensburg (Schleswig), -1841 Dr.phil. in Kiel, 1852-54 Docent daselbst, M. 1854 ord. Prof. der -Philosophie in Basel, Rektor 1864, 1873 zum Dr. theol. ernannt, trat -1879 unter Beibehaltung von Titel und Rechten eines ord. Prof. zurück. - -10. =Floto=, Hartwig -- geb. 17. Mai 1825 zu Arendsee (Altmark), -studierte in Berlin, wo er promovierte, 1856-61 ord. Prof. der -Geschichte in Basel, lebte dann an verschiedenen Orten, † 1881 zu -Königsberg. - -11. =Nasse=, Erwin -- geb. 2. Dec. 1829 zu Bonn, 9. Aug. 1851 Dr.phil. -und 1854 Docent daselbst, O. 1856 ord. Prof. der Nationalökonomie in -Basel, ging M. 1856 nach Rostock, M. 1860 nach Bonn. - -12. =Burckhardt=, Jacob -- geb. 25. Mai 1818 zu Basel, 1844 Docent -und 1845 a.o. Prof. der Geschichte daselbst, 1855-58 Prof. der -Kunstgeschichte am eidgen. Polytechnikum in Zürich, O. 1858 ord. Prof. -der Geschichte in Basel. - -13. =Ribbeck=, Johann Carl Otto -- geb. 23. Juli 1827 zu Erfurt, -1856 a.o. Prof. und 1859 ord. Prof. in Bern, O. 1861 ord. Prof. der -griechischen Sprache und Litteratur in Basel, ging M. 1862 nach Kiel, -M. 1872 nach Heidelberg, O. 1877 nach Leipzig. - -14. =Kiessling=, Adolf -- geb. 15. Febr. 1837 zu Kulm in Westpreussen, -1858 Dr.phil. in Bonn, O. 1863 ord. Prof. der griechischen Sprache und -Litteratur in Basel, ging O. 1869 an das Johanneum in Hamburg, 1871 -J.U.D. (Breslau), seit 1872 in Greifswald. - -15. =Laspeyres=, Étienne -- geb. 28. Nov. 1834 zu Halle, 1857 J.U.D., -1860 Dr.phil. und Docent in Heidelberg, M. 1864 ord. Prof. der -Nationalökonomie in Basel, ging M. 1866 nach Riga, 1869 nach Dorpat, -1873 nach Karlsruhe, 1874 nach Giessen. - -16. =Dilthey=, Wilhelm -- geb. 19. Nov. 1834 zu Biebrich (Nassau), -studierte in Heidelberg und Berlin, Dr.phil. in Berlin, O. 1867 ord. -Prof. der Philosophie in Basel, ging M. 1868 nach Kiel, von dort nach -Berlin. - -17. =Teichmüller=, Gustav -- geb. 19. Nov. 1832 zu Braunschweig, -Dr.phil. in Halle, Docent und 1866 a.o. Prof. in Göttingen, M. 1868 -ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1871 nach Dorpat. - -18. =Schönberg=, Gustav (von) -- geb. 21. Juli 1839 zu Stettin, 1860 -J.U.D. in Berlin, 1866 Dr.phil. in Halle, ging 1867 nach Proskau, -O. 1869 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1870 nach -Freiburg, O. 1873 nach Tübingen. - -19. =Nietzsche=, Friedrich Wilhelm -- geb. 15. Oct. 1844 zu Röcken bei -Lützen, studierte in Bonn und Leipzig, 1869 a.o. Prof. und 9. April -1870 ord. Prof. der griech. Sprache und Litteratur in Basel, schied -1879 wegen Gesundheitsrücksichten aus. - -20. =Heyne=, Moritz -- geb. 8. Juni 1837 zu Weissenfels, 3. Dec. -1863 Dr.phil. in Halle, 1864 Docent u. 1869 a.o. Prof. für deutsche -Philologie daselbst, 9. April 1870 ord. Prof. der deutschen Sprache u. -Litteratur in Basel, Rektor 1874, ging M. 1883 nach Göttingen. - -21. =Eucken=, Rudolph -- geb. 5. Jan. 1846 zu Aurich (Ostfriesland), -1866 Dr.phil. in Göttingen, M. 1871 ord. Prof. der Philosophie in -Basel, ging O. 1874 nach Jena. - -22. =Neumann=, Friedrich Julius -- geb. 12. Oct. 1835 zu Königsberg -i. Pr., 1865 Dr.phil. und Docent daselbst, M. 1871 ord. Prof. der -Nationalökonomie in Basel, ging O. 1873 nach Freiburg, 1876 nach -Tübingen. - -23. =Vischer=, Wilhelm -- geb. 4. Aug. 1833 zu Basel, Sohn des oben (S. -53) genannten Prof. W. Vischer, studierte in Basel, Bonn und Berlin, -1856 Dr.phil. in Basel, 1857-62 Lehrer am Pädagogium daselbst und -Privatdocent, von 1858 an Bibliothekssekretär, 1862-66 Privatdocent in -Göttingen, 1866-71 Universitätsbibliothekar in Basel, 1867 a.o. Prof. -und 17. Jan. 1874 ord. Prof. der Geschichte, Rektor 1877, am 18. Oct. -1884 zum J.U.D. ernannt. - -24. =Heinze=, Max -- geb. 13. Dec. 1835 zu Priessnitz (Meiningen), -Lehrer in Pforta, 1872 Docent in Leipzig, O. 1874 ord. Prof. der -Philosophie in Basel, ging O. 1875 nach Königsberg, M. 1875 nach -Leipzig. - -25. =Miaskowski=, August von -- geb. 26. Jan. 1838 zu Pernau (Livland), -wurde Hofgerichtsadvokat und Docent am Polytechnikum in Riga, 1871 -Docent in Jena, O. 1874 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging -O. 1876 nach Hohenheim, kehrte O. 1877 zurück, Rektor 1881, ging M. -1881 nach Breslau. - -26. =Siebeck=, Hermann -- geb. 28. Sept. 1842 zu Eisleben, 1863 -Dr.phil. in Halle, 1872 Docent daselbst, O. 1875 ord. Prof. der -Philosophie und Pädagogik in Basel, Rektor 1882, ging M. 1883 nach -Giessen. - -27. =Mähly=, Jacob Achilles -- geb. 24. Dec. 1828 zu Basel, 1850 -Dr.phil., 1852 Docent, 1865 a.o. Prof. und 10. Juli 1875 ord. Prof. der -lateinischen Sprache und Litteratur. - -28. =Misteli=, Franz -- geb. 11. März 1841 zu Solothurn, 1864-74 -Gymnasiallehrer an den Kantonsschulen in St. Gallen und Solothurn, M. -1874 in Basel zum Dr.phil. ernannt, a.o. Prof. und 28. April 1877 ord. -Prof. der vergleichenden Sprachwissenschaft. - -29. =Soldan=, Gustav -- geb. 21. Aug. 1848 zu Lausanne, 1871 Dr.phil. -in Giessen, 1874 Prof. der deutschen Sprache und Litteratur in -Lausanne, M. 1877 ord. Prof. für romanische Sprachen und Litteratur in -Basel. - -30. =Wackernagel=, Jacob -- geb. 11. Dec. 1853 zu Basel, Sohn des oben -(S. 53) genannten Professors W. Wackernagel, 14. Dec. 1875 Dr.phil., -M. 1876 Docent, 1879 a.o. Prof. und 2. April 1881 ord. Prof. der -griechischen Sprache und Litteratur. - -31. =Thun=, Alphons -- geb. 1853 zu Dorpat, März 1879 Magister und -Febr. 1880 Doktor der polit. Oekonomie daselbst, dann Docent in Berlin, -M. 1881 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1883 nach -Freiburg i. Br. - -32. =Volkelt=, Johannes -- geb. 21. Juli 1848 zu Lipnik (Galizien), -1871 Dr.phil. in Leipzig, 1876 Docent und 1879 a.o. Prof. in Jena, M. -1883 ord. Prof. der Philosophie in Basel. - -33. =Behaghel=, Otto -- geb. 3. Mai 1854 zu Karlsruhe, 22. April 1876 -Dr.phil. in Heidelberg, W. 1877 Docent und 1882 a.o. Prof. daselbst, M. -1883 ord. Prof. der deutschen Sprache und Litteratur in Basel. - -34. =Bücher=, Karl -- geb. 16. Febr. 1847 zu Kirberg (Nassau), 1870 -Dr.phil. in Bonn, Febr. 1881 Docent in München, Juli 1882 ord. Prof. -der Statistik in Dorpat, M. 1883 ord. Prof. der Nationalökonomie in -Basel. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -35. =Picchioni=, Luigi -- geb. 4. Sept. 1784 zu Carbonara (Lombardei), -1821 Flüchtling im Tessin, dann in Engelberg und Luzern, 1825 Docent in -Basel, S. 1836 a.o. Prof. der italienischen Sprache und Litteratur, † -9. Febr. 1869. - -Basler Nachrichten 1869, Nr. 34. - -36. =Geizer=, Johann Heinrich -- geb. 17. Oct. 1813 zu Schaffhausen, -studierte in Zürich, Jena, Göttingen und Halle, 1836 Dr.phil. in Jena, -1839 Docent und W. 1842 a.o. Prof. der Geschichte in Basel, ging 1843 -nach Berlin, trat 1850 wegen Gesundheitsrücksichten vom Lehramte -zurück, siedelte 1852 nach Basel über. - -37. =Streuber=, Wilhelm Theodor -- geb. 31. März 1816 zu Burgdorf, -studierte in Berlin, 1841 Docent und 1851 a.o. Prof. der klassischen -Philologie in Basel, † 5. Oct. 1857. - -Leichenrede von _Eucharius Kündig_ (Basel, Schweighauser). -- Nekrolog -v. Dr. J.J. _Bachofen_, im Basler Taschenbuch für 1858. - -38. =Reber=, Balthasar -- geb. 7. Dec. 1805 zu Basel, studierte 1825-30 -in Berlin, 1845 Dr.phil. in Basel, 1851 Docent der Geschichte, 1855 -a.o. Prof., † 13. März 1875. - -Zur Erinnerung an Prof. Dr. B. Reber, 1875. - -39. =Roth=, Karl Ludwig -- geb. 16. Febr. 1811 zu Gersbach (Bez. -Schopfheim), studierte in Basel und Halle, 1831 in Basel ordiniert, -im Schulfache thätig, 1834 Dr.phil., 1837 und von 1851 an Docent der -Philologie, S. 1855 a.o. Prof., † 16. Juli 1860. - -Leichenrede von Antistes _Preiswerk_, 1860. -- Basler Nachrichten 1860, -Nr. 171. - -40. =Socin=, Albert -- geb. 13. Oct. 1844 zu Basel, 1867 Dr.phil. in -Halle, 1870 Docent und S. 1874 a.o. Prof. für orientalische Sprachen in -Basel, ging O. 1876 als ord. Prof. nach Tübingen. - -41. =Merian=, Johann Jacob -- geb. 18. Nov. 1826 zu Basel, 1850 -Dr.phil. in Heidelberg, 1852 Docent und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. der -klassischen Philologie in Basel. - -42. =Bernoulli=-Reber, Johann Jacob -- geb. 18. Jan. 1831 zu Basel, -Sohn des Dr.phil. J.J. Bernoulli-Werthemann (s. die II. Abth. Nr. 22), -1860 Docent und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. für Archäologie. - -43. =Cornu=, Jules -- geb. 24. Febr. 1849 zu Villars-Mendraz (Kt. -Waadt), 5. Sept. 1874 Dr.phil. in Basel, M. 1875 Docent und 1877 a.o. -Prof. für romanische Sprachen, ging M. 1877 als ord. Prof. nach Prag. - -44. =Meyer=, Carl Remigius -- geb. 19. Juni 1842 zu Basel, 1865 -Dr.phil., 1668 Docent und 14. Juli 1877 a.o. Prof. für deutsche Sprache -und Litteratur, seit 1865 auf der Universitätsbibliothek thätig. - -45. =Hagenbach=, Friedrich -- geb. 3. Febr. 1840 zu Basel, 1863 -Dr.phil., 1866 Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. für klassische -Philologie. - -46. =Born=, Stephan -- geb. 28. Dec. 1824 zu Lissa (Posen), 1860-1878 -Prof. an der Industrieschule und am Gymnasium und 1864-1878 Prof. au -der Akademie in Neuenburg für deutsche Sprache und Litteratur, bei -seiner Uebersiedelung nach Basel zum Honorarprofessor ernannt, 1878 in -Basel zum Dr.phil. ernannt, Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. für -deutsche Litteratur daselbst. - -47. =Boos=, Heinrich -- geb. 14. Juni 1851 zu Cannstatt. 1874 Dr.phil. -in Göttingen, M. 1875 Docent und 5. Nov. 1881 a.o. Prof. der Geschichte -in Basel. - - -c. =Privatdocenten.= - -48. =Marriott=, William -- geb. 15. Juni 1808 zu Islington bei London, -promovierte in England, 1837/39 Docent für englische Litteratur in -Basel, Lehrer am Pädagogium bis 1841, siedelte 1860 nach Stuttgart -über, † daselbst 4. Juli 1864. - -=Preiswerk=, Samuel -- s. oben Theologische Fakultät (S. 46). - -49. =Heussler=, Abraham -- geb. 1. Juli 1803 zu Basel, 1839 Dr.phil., -Docent im W. 1841. von 1843 an Rektor der Töchterschule, † 22. Sept. -1855. - -50. =Bossart=, Johann Jacob -- geb. 25. Juli 1818 zu Basel, 1845-47 -Docent für romanische Sprachen, † in Nordamerika. - -51. =Schärer=, Emanuel -- geb. 10. März 1818 zu Bern, 1841 Dr.phil. in -Jena, 1846-47 Docent für Philosophie in Basel, lebt in Bern. - -52. =Röse=, Ferdinand -- aus Lübeck, Docent für Philosophie in Basel im -J. 1847. - -53. =Hauschild=, Ernst -- geb. 30. Jan. 1816 zu Altenburg, 1848-72 -Docent der Musiklehre in Basel, † 29. Juli 1872. - -54. =Steingass=, Franz -- aus Coblenz, 1849-50 Docent der Geschichte -und Philosophie in Basel. - -55. =Fliedner=, Carl -- geb. 9. März 1832 zu Dillenburg (Nassau), 1853 -Dr.phil. in Tübingen, 1854 und 1857-62 Docent für Philosophie in Basel, -jetzt Realgymnasialoberlehrer an der Musterschule in Frankfurt a.M. - -56. =Schwarzkopf=, Syrus Archimedes -- aus Pösneck (Sachsen-Meiningen), -Docent in Basel 1854-64, 1869-71 für Handelswissenschaft, -Nationalökonomie und Pharmakognosie, † daselbst 2. Aug. 1884. - -57. =Mosley=, Henry -- geb. 18. März 1806 zu London, 1855-56 Lektor der -englischen Sprache in Basel, † daselbst 21. April 1877. - -58. =Wölfflin=, Eduard -- geb. 1. Jan. 1831 zu Basel, 1854 Dr.phil. in -Göttingen, 1856-61 Docent für klassische Philologie in Basel, dann am -Gymnasium in Winterthur, M. 1866 Docent in Zürich, 1869 a.o. Prof. und -S. 1871 ord. Prof. daselbst, ging O. 1875 nach Erlangen und O. 1880 -nach München. - -59. =Rieger=, Maximilian -- geb. 8. April 1828 zu Darmstadt, 1849 -Dr.phil. in Giessen, 1853-56 Docent daselbst, 1856-58 Docent für -deutsche Sprache und Litteratur in Basel, lebt seitdem in Darmstadt. - -60. =Georg=, Ludwig -- geb. 22. Mai 1820 zu Ertinghausen (Hannover), -war Lehrer am Gymnasium in Basel, Docent für französische Sprache -daselbst im W. 1858, † 20. März 1869. - -61. =Roth=, Wilhelm -- geb. 5. Juli 1837 zu Basel, Sohn des oben (S. -56) genannten Prof. K.L. Roth, studierte in Basel, Göttingen und -Heidelberg, 1859 Dr.phil. in Göttingen, W. 1859 Docent in Basel für -orientalische Sprachen, † 8. Febr. 1860. - -Zur Erinnerung an Dr. Wilhelm Roth, 1860. - -62. =Contzen=, Heinrich -- geb. 1835 zu Normbruch (Waldeck), Docent der -Nationalökonomie in Basel im S. 1862, lebt jetzt in Stettin. - -63. =Jannasch=, Robert -- geb. 30. April 1845 zu Cöthen (Anhalt), -1870-71 Docent der Nationalökonomie in Basel, ging nach Proskau als -Prof., wurde 1874 Direktor des statist. Bureau in Dresden, 1877-84 -Mitglied des preuss. Statist. Bureau in Berlin, jetzt Direktor der -Deutschen Exportbank. - -64. =Frey=, Hans -- geb. 8. Aug. 1837 zu Basel, 24. Oct. 1861 Dr.phil., -1870-73 Docent für Geschichte, jetzt Lehrer an der Knabensekundarschule. - -65. =Stengel=, Edmund -- geb. 5. April 1845 zu Halle, 1868 Dr.phil. in -Bonn, M. 1870 Docent für romanische und englische Philologie in Basel, -ging O. 1873 als ord. Prof. nach Marburg. - -66. =Romundt=, Heinrich -- geb. 27. Dec. 1845 zu Freiburg (Hannover), -1869 Dr.phil. in Leipzig, M. 1872 bis O. 1875 Docent für Philosophie in -Basel, lebt jetzt in Berlin. - -67. =Gelzer=, Heinrich -- geb. 1. Juli 1847 zu Berlin, Sohn des oben -(S. 56) genannten Prof. J.H. Gelzer, 1868 Dr.phil. in Göttingen, -1869-73 am humanistischen Gymnasium in Basel, M. 1872 Docent für alte -Geschichte, ging M. 1873 als a.o. Prof. nach Heidelberg und 1878 als -ord. Prof. nach Jena. - -68. =VonderMühll=, Wilhelm -- geb. 22. Aug. 1852 zu Basel, -1875 Dr.phil. in Leipzig, 1876-81 Docent für vergleichende -Sprachwissenschaft in Basel. - -69. =Bolliger=, Adolf -- geb. 12. April 1854 zu Holziken (Kt. Aargau), -1878 Dr.phil. in Leipzig, Frühjahr 1879 Docent für Philosophie in Basel. - -70. =Buser=, Benjamin -- geb. 27. Nov. 1841 zu Basel, wurde Pfarrer in -Arisdorf und Riehen, Mai 1879 in Basel zum Dr.phil. ernannt, M. 1879 -Docent für Geschichte. - -71. =Heussler=, Hans -- geb. 16. Sept. 1855 zu Basel, Sohn des oben (S. -56) genannten Dr. Abr. Heussler, 17. März 1877 Dr.phil., S. 1880 Docent -für Philosophie. - -72. =Burckhardt=-Finsler, Albert -- geb. 18. Nov. 1854 zu Basel, 25. -Juli 1878 J.U.D., M. 1880 Docent für Schweizergeschichte. - -73. =Göring=, Hugo -- geb. 28. Dec. 1849 zu Berka a.d. Werra -(Sachsen-Weimar), promovierte in Jena, 1880-82 Docent der Pädagogik und -Lehrer an der Gewerbeschule in Basel, lebt jetzt in Berlin. - -74. =Bagge=, Selmar -- geb. 30. Juni 1823 zu Coburg, 1868 Direktor der -Musikschule in Basel, 1875 Lektor für Musik, 1880 zum Dr.phil. ernannt -und Docent. - -75. =Baumgartner=, Adolf -- geb. 15. Juni 1855 zu Lörrach (Baden), -1879 Dr.phil. in Tübingen, S. 1881 Docent für alte Geschichte und -Historiographie in Basel. - - -II. Mathematisch-naturwissenschaftliche Abtheilung. - -a. =Ordentliche Professoren.= - -1. =Bernoulli=, Christoph -- geb. 15. Mai 1782, Sohn des Basler Prof. -und späteren Dornprobsteischaffners Daniel Bernoulli († 21. Oct. -1834), leitete 1806-17 eine Privatlehranstalt in Basel, dann Prof. der -Naturgeschichte und später Technologie an der Universität, zog sich -1861 zurück, † 6. Febr. 1863. - -_Karmarsch_ in »Allgem. Deutsche Biographie« II. 483. - -2. =Merian=, Peter -- geb. 20. Dec. 1795 zu Basel, 1813 Laureat, -1815 Magister, 1820-28 ord. Prof. der Physik und Chemie, von 1835 an -Honorarprofessor für Geologie und Petrefaktenkunde, 1836-66 Mitglied -des Kleinen Rathes, von 1833 an Mitglied und 1847-65 Präsident des -Erziehungskollegiums, von 1837 an Mitglied und 1847-65 Präsident der -Curatel, Rektor 1825, 1835 und 1860, † 8. Febr. 1883. - -L. _Rütimeyer_, Rathsherr Peter Merian, Programm zur Rectoratsfeier. -Basel 1883. - -3. =Meissner=, Karl Friedrich -- geb. 1. Nov. 1800 zu Bern, 1824 -Dr.med. in Göttingen, dann in Bern und Genf. 1828 ord. Prof. der -Physiologie und Pathologie in Basel, ging 1836 zur Botanik über, wurde -Direktor des botanischen Gartens, Rektor 1839 und 1861, trat 1867 in -den Ruhestand, † 2. Mai 1874. - -E. _Wunschmann_ in »Allgem. Deutsche Biographie« XXI. 246-248. - -4. =Röper=, Johannes Christian August -- geb. 25. April 1801 zu -Doberan, 15. März 1823 Dr.med. in Göttingen, 18. Oct. 1826 a.o. Prof. -der Botanik und 25. Febr. 1829 ord. Prof. der Botanik und Medicin in -Basel, 1836 zum Dr.phil. ernannt, ging O. 1836 nach Rostock, 15. März -1873 Dr.scientt.natur. (Tübingen), † 17. März 1885 zu Rostock. - -Mecklenburgische Anzeigen 1885, Nr. 65. -- Mecklenburgische -Landesnachrichten 1885, Nr. 83. - -5. =Merian=, Johann Rudolf -- geb. 15. März 1797 zu Basel, jüngerer -Bruder von Peter Merian, studierte in Göttingen und Paris, 26. März -1827 Dr.phil. in Göttingen, 1828 Docent in Basel, 1829 a.o. Prof. und -1830 ord. Prof. der Mathematik, † 25. Oct. 1871. - -Basler Nachrichten 1871, Nr. 255. - -6. =Schönbein=, Christian Friedrich -- geb. 18. Oct. 1799 zu Metzingen -(Württemberg), studierte in Tübingen und Paris, W. 1828 Lektor in -Basel, 1829 zum Dr.phil. ernannt, 1835 ord. Prof der Physik und Chemie, -Rektor 1844, † 29. Aug. 1868 zu Baden-Baden. - -Bei der Bestattung von Chr.F. Schönbein, den 2. September 1868 (Basel, -Schultze). -- _Eduard Hagenbach_, Chr.F. Schönbein, Basel 1868. -- -P. _Merian_, Erinnerung an Prof. Chr.F. Schönbein (Verhandl. d. -Naturforsch. Gesellsch. in Basel, 5. Bd. 1873, S. 341-352). - -7. =Eckert=, Joseph -- geb. 3. Nov. 1791 zu Dielheim (Baden), 1822 -Dr.phil. in Jena, 1823 Docent in Basel, 1830 a.o. Prof. und 1841 ord. -Prof. der Mathematik, nahm 1862 seine Entlassung, † 18. Sept. 1871. - -Basler Nachrichten 1871, Nr. 225. - -8. =Stähelin=, Christoph -- geb. 8. Febr. 1804 zu Basel, 1848 Docent, -1853 ord. Prof. der Physik, † 21. Aug. 1870. - -9. =Wiedemann=, Gustav Heinrich -- geb. 26. Oct. 1826 zu Berlin, 1847 -Dr.phil. und 1851-54 Docent daselbst, O. 1854-63 ord. Prof. der Physik -in Basel, Rektor 1859, ging O. 1863 an die technische Hochschule in -Braunschweig, O. 1866 nach Karlsruhe, O. 1871 an die Universität -Leipzig. - -10. =Hagenbach=-Bischoff, Eduard -- geb. 20. Febr. 1833 zu Basel, Sohn -des oben (S. 44) genannten Prof. der Theologie Karl Rudolf H., 1855 Dr. -phil, M. 1859 Docent, 26. Febr. 1862 ord. Prof. der Mathematik und 6. -Juni 1863 ord. Prof. der Physik daselbst, Rektor 1870, 2. Juni 1874 zum -Dr.med. ernannt. - -11. =Neumann=, Carl -- geb. 7. Mai 1832 zu Königsberg, 1856 Dr.phil. in -Halle, Docent daselbst und später a.o. Prof., M. 1863 ord. Prof. der -Mathematik in Basel, ging O. 1865 nach Tübingen, 1868 nach Leipzig. - -12. =Kinkelin=, Hermann -- geb. 11. Nov. 1832 zu Bern, 1860 Lehrer und -später (Mai 1866 bis Sept. 1869) Rektor der Gewerbeschule in Basel, -März 1865 zum Dr.phil. ernannt und seitdem ord. Prof. der Mathematik, -sowie seit Mai 1875 Rektor der Oberen Realschule. - -13. =Müller=, Albrecht -- geb. 19. März 1819 zu Basel, 1852 zum -Dr.phil. ernannt, 1854 Docent und W. 1861 a.o. Prof., S. 1866 ord. -Prof. der Mineralogie und Geologie. - -14. =Schwendener=, Simon -- geb. 15. Febr. 1829 zu Buchs (Kt. St. -Gallen), 1857 Docent in Zürich, 1860 in München, O. 1867 ord. Prof. der -Botanik in Basel, Rektor 1873, ging O. 1877 nach Tübingen, M. 1878 nach -Berlin. - -15. =Piccard=, Jules -- geb. 20. Sept. 1840 zu Lausanne, März -1862 Dr.phil. in Heidelberg, dann Docent der Chemie am eidgen. -Polytechnikum, O. 1869 ord. Prof. der Chemie in Basel, am 2. Juni 1874 -zum Dr.med. ernannt, 1876-84 Kantonschemiker. - -16. =Pfeffer=, Wilhelm -- geb. 9. März 1845 zu Gerbenstein bei Kassel, -1865 Dr.phil. in Göttingen, 1871 Docent in Marburg, 1873 a.o. Prof. -in Bonn, O. 1877 ord. Prof. der Botanik in Basel, ging M. 1878 nach -Tübingen. - -17. =Vöchting=, Hermann -- geb. 8. Febr. 1847 zu Blomberg (Fürstenthum -Lippe), 1871 Dr.phil. in Göttingen, W. 1874 Docent und O. 1877 a.o. -Prof. in Bonn, M. 1878 ord. Prof. der Botanik in Basel. - - -b. =Ausserordentliche Professoren.= - -18. =Burckhardt=, Carl Friedrich -- geb. 27. Dec. 1830 zu Sissach -(Baselland), 9. Nov. 1860 in Basel zum Dr.phil. ernannt, 28. Dec. 1867 -a.o. Prof. der Mathematik und Physik, 2. Juni 1874 zum Dr.med. ernannt, -Rektor des Gymnasiums seit 1875. - -19. =Goppelsröder=, Friedrich -- geb. 1. April 1837 zu Basel, 31. -Juli 1858 Dr.phil. in Heidelberg, 1860-70 öffentl. Chemiker in Basel, -1861 Docent und 30. Jan. 1869 a.o. Prof. der Chemie daselbst, Nov. -1872-1880 Direktor der höheren Schule für Chemie in Mülhausen (Elsass), -privatisiert seitdem daselbst. - -20. =Krafft=, Friedrich -- geb. 21. Febr. 1862 zu Bonn, 16. Nov. 1874 -Dr.phil. daselbst. S. 1876 Docent und 6. Juni 1877 a.o. Prof. der -Chemie in Basel. - - -c. =Privatdocenten.= - -21. =Imhoff=, Ludwig -- geb. 22. Oct. 1801 zu Basel, studierte in -Basel, Strassburg, Heidelberg, Halle und Berlin, 1827-66 Docent für -Zoologie und insbesondere Entomologie in Basel, im Dec. 1866 zum -Dr.phil. ernannt, † 13. Sept. 1868. - -L. _Rütimeyer_, Erinnnerung an Dr. Ludwig Imhoff (Verhandlungen d. -Naturforschenden Gesellsch. in Basel, 5. Bd. 1873, S. 353-367). - -22. =Bernoulli=-Werthemann, Johann Jacob -- geb. 18. April 1802 zu -Basel, 1830-56 Docent für Pharmakognosie, 1. Mai 1834 zum Dr.phil. -ernannt. - -23. =Drechsler=, Hermann Adolph -- geb. 30. Jan. 1815 zu Waldkirchen -im sächsischen Erzgebirge, studierte 1836-41 in Leipzig Theologie -und Philosophie, 1840 cand. theol. u. 1843 Dr.phil. daselbst, -M. 1846 bis 1848 Docent für Mathematik in Basel, dann Lehrer am -Vitzthumschen Gymnasium in Dresden, seit 1869 Direktor des Kgl. -mathematisch-physikalischen Salon daselbst. - -24. =Frey=, Alfred -- geb. 1819 zu Aarau, promovierte in Berlin, von -1844 an Assistent des Prof. Jung im Spital in Basel, 1854-60 Docent für -Botanik, † 5. April 1874 zu Knutwyl (Kt. Luzern). - -25. =Kündig=, August Theodor -- geb. 4. Oct. 1834 zu Basel, 13. Juni -1857 Dr.phil. in Heidelberg, 1861-69 Docent für Chemie in Basel. - -26. =Balmer=, Johann Jacob -- geb. 1. Mai 1825 zu Lausen (Baselland), -8. Oct. 1849 Dr.phil. und seitdem Docent für darstellende Geometrie in -Basel. - -27. =Schmid=, Werner -- geb. 29. Aug. 1841 zu Frauenfeld, 1863 Dr.phil. -in Basel, 1870-73, 1875 und 1876 Docent für Chemie daselbst, dann bis -1878 in Zürich, 3. Juni 1881 Konkordatsarzt in Basel, jetzt Arzt in -Illinois (Nord-Amerika). - -28. =Bender=, Carl -- aus Darmstadt, Docent für Chemie in Basel im W. -1870. - -29. =Salomon=, Friedrich -- geb. 1849 zu Braunschweig, Dr.phil. in -Leipzig, Assistent am Laboratorium des Prof. Wiedemann, Docent der -Chemie in Basel im S. 1876, ging an das Polytechnikum in Braunschweig. - -30. =Griesbach=, Hermann -- geb. 9. April 1854 zu Schwartau (im -Fürstenthum Eutin), 9. Aug. 1876 Dr.phil. in Leipzig, seit 1883 Docent -für Zoologie an der Universität Basel, Lehrer an der Gewerbeschule in -Mülhausen, promovierte im Juli 1885 in Heidelberg zum Dr.med. - -31. =Nietzki=, Rudolf -- geb. 9. März 1847 zu Heilsberg (Ostpreussen), -14. März 1874 Dr.phil. in Göttingen, 1876-78 am chemischen Laboratorium -in Leiden, 1879-84 Techniker, W. 1884 Docent für Chemie in Basel. - -32. =Nienhaus=, Casimir -- geb. 4. März 1838 zu Stadtlohn (Westfalen), -1875 Privatassistent am eidgen. Polytechnikum, seit 1882 leitender -Examinator der pharmazeutischen Prüfungen in Basel und M. 1884 Lektor -für Pharmakognosie an der Universität. - - -=Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer= - -(mit Angabe der Seite, auf welcher die Notiz steht). - -Aeby 51 -- Arnold 47 -- Auberlen 46. - -Bachofen 47 -- Bagge 58 -- Balmer 60 -- Baumgartner 58 -- Bechmann -48 -- Beck 45 -- Behaghel 55 Bender 60 -- Bernoulli, Christ. 58 -- -Bernoulli-Beber 56 -- Bernoulli-Werthemann 60 -- Beseler 47 Binding -48 -- Bischoff 50 -- Böhl 46 -- Böhringer 46 -- Bolliger 58-- Boos 56 --- Born 56 -- Bossart 57 Breiting 52 -- Brenner 51 -- Brockhaus 48 --- Brömmel 53 -- Bruch 49 -- Brunnenmeister 49 Bücher 55 -- Bulacher -52 -- Bunge 51 -- Burckhardt, Achilles 51 -- Burckhardt, Adolf 47 -Burckhardt-Finsler, Albert 58 -- Burckhardt-Merian, Albert 51 -- -Burckhardt, Albrecht Ed. 52 Burckhardt, Aug. 51 -- Burckhardt, Christ. -48 -- Burckhardt, Eman. 49 -- Burckhardt, Friedr. 59 Burckhardt, Gottl. -52 -- Burckhardt, Jac. 54 -- Buser 58 -- Buss 52. - -Cartier 52 -- Christ 48 -- Contzen 57 -- Cornu 56 -- Courvoisier 52. - -de Wette, W.M. Leb. 44 -- de Wette, Ludw. 51 -- Dilthey 54 -- Drechsler -60. - -Ecker 49 -- Eckert 59 -- Eisele 48 -- Eucken 54. - -Fiechter 52 -- Fischer-Dietschy 52 -- Fischer, Friedrich 53 -- Fitting -48 -- Fliedner 57 -- Floto 54 Frey, Alfred 60 -- Frey, Hans 57. - -Gelzer (Vater) 56 -- Gelzer (Sohn) 57 -- Georg 57 -- Gerlach 53 -- -Girard 54 -- Gönner 52 -- Göring 58 Göttisheim 52 -- v.d. Goltz 45 --- Goppelsröder 60 -- Gottschau 52 -- Griesbach 60 -- Grimm, Chr. 52 -Grimm, Jul. 47. - -Hagenbach, Friedr. 56 -- Hagenbach, Karl Rud. 44 -- Hagenbach-Bischoff -59 -- Hagenbach-Burckhardt 51 Hartmann 48 -- Hauschild 57 -- Heimlicher -49 -- Heinze 55 -- Heman 46 -- Hermann 52 Heusler (Vater) 46 -- Heusler -(Sohn) 48 -- Heussler, Abrah. 56 -- Heussler, Hans 58 -- Heyne 54 His -50 -- Hoffmann, C.E.E. 50 -- Hoffmann, Wilhelm 45 -- Hoppe 50 -- Hosch -52 -- Huber 48. - -Imhoff 60 -- Immermann 50 -- Im Thurn 51. - -Jannasch 57 -- Jhering 47 -- Jung 49. - -Kaftan 45 -- Kautzsch 45 -- Kiessling 54 -- Kinkelin 59 -- Kollmann 50 --- Krafft 60 -- Kündig 60. - -Laspeyres 54 -- Leist 47 -- Liebermeister 50 -- Linder 53. - -Mähly 55 -- Marriott 56 -- Marti 46 -- Massini 51 -- Meissner, Georg -50 -- Meissner, Karl Friedrich 58 Merian, Joh. Jac. 56 -- Merian, -Peter 58 -- Merian, Rud. 58 -- Meyer, Carl Rem. 56 -- Meyer-Merian 51 -Meyer-Steiger 51 -- Miaskowski 55 -- Mieg 49 -- Miescher, Carl 49 -- -Miescher-His 49 Miescher-Rüsch 50 -- Misteli 55 -- Mosley 57 -- Müller, -Albr. 59 -- Müller, Joh. Georg 44. - -Nasse 54 -- Neumann, Carl 59 -- Neumann, Jul. 54 -- Nienhaus 60 -- -Nietzki 60 -- Nietzsche 54 -- Nusser 51. - -Orelli 45 -- Overbeck 45. - -Pfeffer 59 -- Piccard 59 -- Picchioni 55 -- Planck 47 -- Preiswerk 46. - -Rauber 52 -- Reber 56 -- Ribbeck 54 -- Rieger 57 -- Riggenbach, -Bernhard 46 -- Riggenbach, Chr. Joh. 44 Röper 58 -- Röse 57 -- Romundt -57 -- Roth, K. Ludwig 56 -- Roth, Moritz 50 -- Roth, Wilhelm 57 -Rütimeyer 50. - -Salomon 60 -- Schärer 57 -- Schenkel 44 -- Schiess 50 -- Schmid, Joh. -46 -- Schmid, Werner 60 -- Schmidt 45 Schnedermann 46 -- Schnell 47 -- -Schönbein 59 -- Schönberg 54 -- Schulin, Friedrich 48 Schulin, Karl -51 -- Schultz 45 -- Schwarzkopf 57 -- Schwendener 59 -- Siebeck 55 -- -Smend 45 Socin, Alb. 56 -- Socin, Aug. 50 -- Soldan 55 -- Speiser 48 --- Stähelin, Christ. 59 -- Stähelin, Joh. Jac. 44 Stähelin, Rud. 45 -- -Steffensen 54 -- Stehlin 49 -- Steingass 57 -- Stengel 57 -- Stintzing -47 Stockmeyer 45 -- Streckeisen 50 -- Streuber 56 -- Sury 52. - -Teichmann 48 -- Teichmüller 54 -- Thun († 23. Sept. 1885) 55. - -Vinet 53 -- Vischer (Vater) 53 -- Vischer (Sohn) 55 -- Vöchting 59 -- -Volkelt 55 -- VonderMühll, Alb. 49 VonderMühll, Wilh. 57. - -Wackernagel, Jac. 55 -- Wackernagel, Wilhelm 53 -- de Wette, W.M. Leb. -44 -- de Wette, Ludwig 51 Wiedemann 59 -- Wille 50 -- Windscheid 47 -- -Wölfflin 57 -- Wunderlich 47 -- Wyss 48. - -Zimmermann 47. - - -C. =Studentenschaft der Universität.= - -1835-1852 - -(in Durchschnittszahlen) - - Jahr 1835: 40 - " 1836: 60 - " 1837: 53 (darunter 16 M.[28]) - " 1838: 63 (darunter 17 M.[28]) - " 1839: 42 - " 1840: 43 - Jahr 1841: 37 - " 1842: 38 - " 1843: 45 - " 1844: 83 (darunter 13 M.[28]) - " 1845: 62 - " 1846: 65 - Jahr 1847: 84 (darunter 10 M.[28]) - " 1848: 76 - " 1849: 60 - " 1850: 58 - " 1851: 69 (darunter 9 M.[28]) - " 1852: 67. - -1853-1869. - - =Theologen.= =Juristen.= - +Sommer Winter S. W.+ - Jahr 1853: 44 45 15 14 - " 1854: 44 45 8 9 - " 1855: 54 51 6 3 - " 1856: 54 41 4 2 - " 1857: 50 41 4 4 - " 1858: 47 45 7 6 - " 1859: 46 38 6 2 - " 1860: 47 46 5 4 - " 1861: 50 45 7 9 - " 1862: 45 38 8 6 - " 1863: 39 35 4 8 - " 1864: 40 50 7 8 - " 1865: 60 50 6 7 - " 1866: 44 46 10 9 - " 1867: 57 54 9 11 - " 1868: 57 48 12 11 - " 1869: 43 36 12 9 - - =Mediciner.= =Philosophen.= =Gesamtzahl.= - +S. W. S. W. S. W.+ - Jahr 1853: 16 19 3 3 78 81 - " 1854: 18 18 5 5 75 77 - " 1855: 17 21 8 6 85 81 - " 1856: 28 26 9 9 95 78 - " 1857: 25 20 13 9 92 74 - " 1858: 17 17 13 11 84 79 - " 1859: 18 21 12 15 82 76 - " 1860: 23 20 15 13 90 83 - " 1861: 22 23 11 11 90 88 - " 1862: 19 22 21 22 93 88 - " 1863: 18 20 20 18 81 81 - " 1864: 18 21 16 23 81 102 - " 1865: 25 30 21 20 112 107 - " 1866: 25 28 20 22 99 105 - " 1867: 29 36 20 22 115 123 - " 1868: 41 51 20 19 130 129 - " 1869: 40 46 20 21 115 112 - -1870-1885. - - =Theologen. Juristen. Mediciner. Philosophen.= - Sommer 1870: 36 11 42 27 - Winter 1870/71: 42 12 45 30 - Sommer 1871: 43 18 58 39 - Winter 1871/72: 41 14 69 37 - Sommer 1872: 43 14 67 37 - Winter 1872/73: 37 13 74 32 - Sommer 1873: 38 19 65 28 - Winter 1873/74: 43 16 83 26 - Sommer 1874: 51 19 69 23 - Winter 1874/75: 52 13 71 24 - Sommer 1875: 54 25 73 35 - Winter 1875/76: 50 25 82 45 - Sommer 1876: 50 24 76 49 - Winter 1876/77: 38 19 70 50 - Sommer 1877: 36 19 62 48 - Winter 1877/78: 51 24 74 44 - Sommer 1878: 53 26 70 44 - Winter 1878/79: 45 26 87 47 - Sommer 1879: 48 24 77 49 - Winter 1879/80: 49 19 81 42 - Sommer 1880: 52 28 76 52 - Winter 1880/81: 61 27 99 56 - Sommer 1881: 67 33 100 65 - Winter 1881/82: 56 41 100 70 - Sommer 1882: 66 41 85 72 - Winter 1882/83: 55 45 99 67 - Sommer 1883: 63 44 100 70 - Winter 1883/84: 66 40 108 74 - Sommer 1884: 83 40 103 78 - Winter 1884/85: 79 46 113 76 - Sommer 1885: 82 55 104 84 - - =Basler. Schweizer. Ausländer. Gesamtzahl.= - Sommer 1870: 27 70 19 116 - Winter 1870/71: 27 84 18 129 - Sommer 1871: 34 95 29 158 - Winter 1871/72: 34 96 31 161 - Sommer 1872: 37 97 27 161 - Winter 1872/73: 32 107 17 156 - Sommer 1873: 43 89 18 150 - Winter 1873/74: 40 108 20 168 - Sommer 1874: 39 101 22 162 - Winter 1874/75: 37 105 18 160 - Sommer 1875: 52 115 20 187 - Winter 1875/76: 49 127 26 202 - Sommer 1876: 55 118 26 199 - Winter 1876/77: 52 102 23 177 - Sommer 1877: 50 90 25 165 - Winter 1877/78: 53 110 30 193 - Sommer 1878: 58 103 32 193 - Winter 1878/79: 55 122 28 205 - Sommer 1879: 59 107 32 198 - Winter 1879/80: 45 112 34 191 - Sommer 1880: 52 119 37 208 - Winter 1880/81: 52 151 40 243 - Sommer 1881: 62 163 40 265 - Winter 1881/82: 60 169 38 267 - Sommer 1882: 72 158 34 264 - Winter 1882/83: 63 161 42 266 - Sommer 1883: 70 169 38 277 - Winter 1883/84: 74 173 41 288 - Sommer 1884: 90 169 45 304 - Winter 1884/85: 82 183 49 314 - Sommer 1885: 90 182 53 325 - -Vom 1. Sept. 1835 bis 1. Sept. 1885 inscribierten sich insgesamt 3285 -Studierende. - - A. Teichmann. - - -FUSSNOTEN: - -[27] Die erst im J. 1866 eingeführte Trennung in zwei Abtheilungen -wurde -- rücksichtlich der Einreihung der Lehrer -- als von Anfang an -bestehend behandelt. - -[28] M. = Missionszöglinge. - - - - -IV. - -Sammlungen und Unterrichtsanstalten der Universität.[29] - - -1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek). - -Der § 5 des Gesetzes über Verwaltung und Verwendung des -Universitätsgutes vom 6. April 1836 lautet: - -»Die öffentliche Bibliothek und das Münzkabinet stehen unter einer aus -wenigstens fünf Mitgliedern bestehenden [von der Regenz ernannten] -Kommission, unter denen der Bibliothekar ist. Der Bibliothekar geniesst -als Entschädigung freie Wohnung oder ein angemessenes Aequivalent -und die bisherigen Fr. 32 [alter Währung = 2 Louisdor] aus dem -Universitätsgut. Seine Ordnung wird von der Regenz entworfen und vom -Erziehungskollegium genehmigt. Er wird aus der Mitte der ordentlichen -Professoren auf doppelten Vorschlag der Curatel vom Erziehungskollegium -ernannt. Die Bibliothek ist für ihre Vermehrung und Erweiterung auf den -dazu bestimmten Fond verwiesen.« - -Die Stelle des Bibliothekars wurde nach Erlass dieses Gesetzes ihrem -bisherigen Inhaber, dem Professor der lateinischen Sprache und -Litteratur _Franz Dorotheus Gerlach_, der sie seit 1829 bekleidet -hatte, aufs Neue übertragen. Die Bibliothek war im Hause zur Mücke -am obern Schlüsselberg aufgestellt. Die Oeffnungszeit derselben -war bei der ersten Ernennung _Gerlachs_ von einem auf vier Tage -ausgedehnt worden; späterhin, nach der Verlegung der Anstalt ins -Museum und nachdem _Gerlach_ bereits von sich aus die ihm durch das -Bibliotheksreglement auferlegte Arbeitszeit verlängert hatte, wurde -sie auf alle sechs Wochentage erstreckt. Amtswohnung des Bibliothekars -war der kürzlich abgebrochene Schönauer Hof hinter dem Münster. -Eine Ergänzung der Einnahmen, welche die Zinsen des 1664 gegründeten -fiscus bibliothecæ nebst den ihm zugewiesenen Inscriptions- und -Examengebühren boten, bildeten die seit 1697 alljährlich eingesammelten -Neujahrsgeschenke (strenæ). Der ebenfalls in die Einnahme der -Bibliothek fliessende Miethzins des neben der Mücke gelegenen Reinacher -Hofes fiel weg, als dieser nach Vollendung des Museumsbaues an den -Staat abgetreten wurde. Einen erheblichen Zuwachs der ordentlichen -Einnahmen brachte das Universitätsgesetz von 1855, welches festsetzte, -dass jährlich 5000 Fr. aus Staatsmitteln an die akademischen Sammlungen -vertheilt werden sollten. Der Bibliothek wurden hievon regelmässig -2000 Franken zugewiesen. Zu den strenæ traten im Laufe der Zeit mehr -und mehr weitere freiwillige Gaben, Geschenke bei bestimmten Anlässen, -Legate, regelmässige und ausserordentliche Beiträge der Akademischen -Gesellschaft, des Museumsvereins u.s.w. (neuerdings auch der Ertrag der -in der Aula von Universitätslehrern gehaltenen Abendvorlesungen). - -Im Jahr 1849 wurde die Bibliothek in das neuerbaute Museum übertragen. -Bei dieser Gelegenheit wurde die im Jahr 1822 ausgesonderte Bibliothek -des naturwissenschaftlichen Museums wieder mit ihr vereinigt, dagegen -das Münz- und Antiquitätenkabinet abgetrennt und unter die Aufsicht -einer besonderen Kommission gestellt. Die Amtswohnung des Bibliothekars -wurde in den südlichen Flügel des Museums verlegt. - -In dem Bibliotheksreglement von 1837 ist von Gehilfen und Custoden -die Rede. Schon 1837 erscheint als Custos Cand. theol. _Karl Buxtorf_ -(1858 Dr.phil. h.c.); neben ihm finden wir nacheinander verschiedene -Gehilfen, die nach Maassgabe der ihnen zugewiesenen Arbeiten -honoriert werden. Zu Anfang des Jahres 1856 erfolgte auf Antrag der -Bibliothekskommission und unter Genehmigung der Curatel eine neue -Regelung des Verhältnisses dieser untern Angestellten durch die Regenz, -indem den Herren _Buxtorf_ als Unterbibliothekar und Dr. _Ed. Wölfflin_ -als Bibliothekssekretär fixe Gehalte mit der Verpflichtung zu einer -bestimmten Arbeitszeit zuerkannt wurden. Diese Gehalte wurden aus den -Einnahmen der Bibliothek und einem Beitrage des fiscus legatorum der -Universität bestritten. Auf _Wölfflin_ folgten nacheinander die DDr. -_Wilh. Vischer_, _Theoph. Burckhardt_, _Karl Meyer_. - -Eine völlige Umgestaltung der Bibliotheksverhältnisse brachte das -Universitätsgesetz von 1866. Das Bibliothekariat, das bis dahin als -Nebenbeschäftigung einem ordentlichen Professor zugetheilt gewesen -war, wurde in ein eigenes Amt umgewandelt. Der Bibliothekar, der andre -Geschäfte nur mit besondrer Bewilligung des Erziehungskollegiums -übernehmen darf, erhält aus Staatsmitteln eine Besoldung von -Fr. 3000 (die nach dem Lehrerbesoldungsgesetz von 1875 bis auf -4000 erhöht werden kann); die Amtswohnung fällt weg. Er wird vom -Erziehungskollegium auf den Vorschlag der Curatel, welche zuvor -das Gutachten der Bibliothekskommission einzuholen hat, auf eine -Amtsdauer von sechs Jahren gewählt. Die Bibliothekskommission ist ihm -übergeordnet; er wohnt ihren Sitzungen, sofern es sich nicht um seine -persönlichen Angelegenheiten handelt, mit berathender Stimme bei. -Die nöthigen Unterbibliothekare werden auf seinen Vorschlag von der -Bibliothekskommission ernannt und können jeweilen wieder entlassen -werden. Für ihre Ausgaben ist die Bibliothek zunächst auf ihren Fiscus -angewiesen, ausserdem erhält sie einen regelmässigen Staatsbeitrag von -2500 Franken und kann noch einen weitern aus den 2500 Franken erhalten, -die der Kleine Rath jährlich auf Antrag des Erziehungskollegiums an die -akademischen Anstalten vertheilt. - -In Folge der Umgestaltung der Bibliothekarsstelle trat Professor -_Gerlach_ mit Neujahr 1867 zurück, sein Nachfolger wurde Dr. _Wilh. -Vischer_. Die Geschäfte der beiden bisherigen Unterbeamten wurden Einem -Unterbibliothekar mit erhöhter Besoldung übertragen, und es wurde als -solcher Dr. _Karl Meyer_ ernannt. Dr. _Buxtorf_ wurde nach Herstellung -aus schwerer Krankheit bei den Vorarbeiten zur Anlage eines neuen -Kataloges verwandt und entsprechend honoriert; zu diesen Arbeiten -wurden auch eine Anzahl Studenten herangezogen, theils gegen Genuss -von Stipendien, deren die Regenz zwei an solche Hilfsarbeiter vergab, -theils gegen das Recht einer erweiterten Benutzung der Bibliothek. - -Wie schon früher die naturforschende Gesellschaft ihre Bibliothek der -Universitätsbibliothek unter gewissen Bedingungen einverleibt hatte, -so geschah dasselbe 1868 auch von Seiten der historischen und der -antiquarischen Gesellschaft. Im Jahr 1879 wurde unter Vorbehalt des -Eigenthumsrechtes der naturforschenden Gesellschaft die derselben -von Dr. _Jac. Melch. Ziegler_ geschenkte Kartensammlung, zu deren -Fortführung sich ein eigener Verein bildete, der Universitätsbibliothek -übergeben. - -Im Jahr 1871 trat Bibliothekar _Vischer_ zurück, an seine Stelle -wurde Dr. _Ludwig Sieber_ gewählt. Im Jahr 1874 verstand sich die -Regenz dazu, an Stelle der Stipendien, die sie bisher an Hilfsarbeiter -aus der Studentenschaft vergeben hatte, aus dem fiscus legatorum -einen jährlichen Beitrag zur Besoldung eines zweiten Unterbeamten -zu gewähren. Es konnten in Folge davon als Bibliothekssekretäre -nacheinander angestellt werden die Doctoren _Jul. Cornu_, _Jac. -Wackernagel_, _Alb. Burckhardt_, _Ad. Baumgartner_. Im Jahr 1876 wurde -durch den Grossen Rath die Stelle eines Bibliotheksdieners errichtet, -nachdem die Geschäfte eines solchen bisher dem Universitätspedellen -obgelegen hatten. - -Trotz diesen Verstärkungen des Personals wurde es bei der stets -zunehmenden Benutzung der Anstalt immer schwieriger, die laufenden -Geschäfte zu bewältigen, während die Arbeiten für die dringend -nothwendige Neukatalogisierung ganz zurücktreten mussten. Als nun zu -Anfang des Jahres 1883 Herr Altrathsherr _Peter Merian_ verstarb, der -seit vielen Jahrzehnten die Katalogisierung der naturwissenschaftlichen -Werke in freiwilliger Weise besorgt hatte, war der Augenblick -gekommen, die untern Beamtungen der Bibliothek ebenso umzugestalten, -wie es 1866 mit der obersten geschehen war, so dass auch sie nicht eine -Nebenbeschäftigung, sondern die Hauptbeschäftigung der damit Betrauten -ausmachen sollten. Im September 1883 beschloss der Grosse Rath, dass -dem Oberbibliothekar, wie er nun genannt wurde, aus Staatsmitteln ein -in Bezug auf Wahlart und Besoldungsansatz gleichgestellter zweiter -Bibliothekar solle beigegeben werden. Die Bibliothekskommission -ihrerseits übernahm es, aus den Mitteln der Bibliothek eine dritte -entsprechende Stelle zu errichten, deren Inhaber in erster Linie an -der Herstellung eines neuen Kataloges zu arbeiten hätte. Sie konnte -dies um so eher thun, als einerseits die Regenz sich bereit fand, den -Beitrag, den sie bis dahin aus dem fiscus legatorum für die Anstellung -eines Bibliothekssekretärs gegeben hatte, auch künftig verabfolgen -zu lassen, andrerseits die Mittel der Bibliothek selbst in letzter -Zeit einen erheblichen Zuwachs erhalten hatten durch ein Legat von -40,000 Franken, mit welchem sie von dem 1880 verstorbenen Herrn _Wilh. -Burckhardt-Forcart_ bedacht worden. Als zweiter Bibliothekar wurde der -bisherige Unterbibliothekar Prof. _Karl Meyer_ gewählt, als dritter Dr. -_Friedr. Thomæ_ aus Frankfurt a.M., der indessen kürzlich einem Rufe an -die Universitätsbibliothek in Tübingen gefolgt ist. - -Im Jahr 1833, zur Zeit der Auseinandersetzung mit der Landschaft, -wurde die Bändezahl der Bibliothek, abgesehen von den etwa 4000 in -1500 Bänden enthaltenen Manuscripten, auf 44,000 geschätzt, im Jahr -1849, nach der Uebersiedlung ins Museum und nachdem die in obiger -Schätzung nicht inbegriffene Bibliothek des naturwissenschaftlichen -Museums dazu gekommen, auf 70,000. Im Jahr 1870 wurden gegen 100,000 -Bände gezählt; jetzt, 1885, mögen es deren gegen 140,000 sein. Der -Zuwachs, namentlich der letzten Jahrzehnte, beruht zu grossem Theil -auf einer Anzahl mehr oder weniger bedeutender Schenkungen, theils von -den Erben verstorbener Professoren, theils von andern Freunden der -Anstalt herrührend. Wir verweisen bezüglich derselben auf die Notizen, -die sich in den Verwaltungsberichten der Regierung finden, für die -letzte Zeit auch auf die gedruckten Jahresberichte der Bibliothek. Der -Schenkung der Bibliothek _Wilh. Wackernagels_ durch dessen Erben im -Jahr 1870 folgte die Errichtung einer Wackernagelstiftung, aus welcher -der Bibliothek bisher alljährlich Fr. 250 zur Vervollständigung der in -jener enthaltenen Litteratur zuflossen. Der Ergänzung andrer Zweige -der Litteratur dienen ähnliche, kleinere Stiftungen. Der Tod des Herrn -_Peter Merian_, der jährlich aus eigenen Mitteln namhafte Summen -auf die Ergänzung der naturwissenschaftlichen Abtheilung verwendet -hatte, gab Anlass zu einer _Peter Merian-Stiftung_, durch welche der -entstehende Ausfall gedeckt werden sollte. Den 56,000 Franken, welche -zu diesem Zwecke im Jahr 1883 gesammelt wurden, fügte die Familie des -Verstorbenen noch weitere 10,000 bei. - -Die Jahreseinnahme der Bibliothek betrug in den ersten Jahren nach der -Reorganisation der Universität 4-5000 Franken jetziger Währung, im Jahr -1884 belief sie sich auf Fr. 19,166, eine freilich im Verhältnisse zu -den heutigen Bedürfnissen immer noch bescheidene Summe. - -Ueber die Benutzung der Anstalt finden sich aus den ersten Jahrzehnten -unsres Zeitraums keine Zahlenangaben. Im Jahr 1868, dem ersten, das -ganz unter die Herrschaft der neuen Reglemente von 1867 fällt, wurden -3892 Bände an 280 hiesige und 24 auswärtige Benutzer ausgeliehen, -im Jahr 1884 6735 Bände gedruckter Bücher und 11 Manuscripte an 412 -Hiesige und 62 Auswärtige. - - * * * * * - -Wegen Verhinderung des Oberbibliothekars zusammengestellt durch den -Vorsteher der Bibliothekskommission - - Wilhelm Vischer. - - -2. Kunstsammlung. - -Zur Zeit der Reorganisation der Universität im Jahre 1834 bestand -unsere Kunstsammlung der Hauptsache nach aus dem schon 1661 bei Anlass -der zweiten Säcularfeier der Universität angekauften Amerbachischen -Kabinet und der erst neuestens, im Jahr 1823, ihr zugefallenen -Fäschischen Kunstkammer. Ragte jenes, nebst seinem Reichthum an Werken -der beiden Holbein, hervor als die früheste von einem kunstsinnigen -Privatmann gegründete Sammlung, so kam es dieser zu Gute, dass ihr -Stifter, der Rechtsgelehrte _Rem. Fäsch_ (1595-1670), so glücklich -gewesen war, während der unruhigen Zeiten des dreissigjährigen Krieges -seine Kunstschätze sammeln zu können. Für weitere Erwerbungen scheint -aber der Sinn noch nicht vorhanden gewesen zu sein, denn während -anderthalb Jahrhunderten beschränkte sich der Zuwachs auf eine Anzahl -von Gelehrten-Porträts und auf die Schenkung eines dem damaligen -Bibliothekar befreundeten St. Gallers in Paris, welcher zwischen -1717 und 1724 der Sammlung eine Reihe der eben dort in Kupferstich -erschienenen Prachtwerke vergabte. So mag es sich auch erklären, dass -immer noch das alte Lokal zur Mücke, in welches die Kunstsammlung mit -der Universitätsbibliothek sich theilen musste, für genügend gelten -konnte. - -Eine günstigere Zeit brach für unsere Kunstsammlung erst an, als -diese nach den Wirren der dreissiger Jahre um den Preis von Fr. -22,500 n.W. aus der Theilung mit Baselland für die Stadt hatte -können gerettet werden. Wie für die Universität, deren Erhaltung -noch weit grössere Opfer erfordert hatte, so erwachte nun auch für -die mit ihr verbundenen wissenschaftlichen Sammlungen ein ganz neues -Interesse. Die erste Frucht desselben war der schon 1840 angeregte -Gedanke, durch das Zusammenwirken freiwilliger Geber mit den -staatlichen Behörden ein Museum zu errichten, in welchem gleichzeitig -alle Sammlungen der Stadt ihre würdige Aufstellung finden könnten. -Zugleich wurde die Kunstsammlung, welche bis dahin nur ein Anhängsel -der Universitätsbibliothek gebildet hatte, behufs selbstständiger -Verwaltung einer anfänglich aus fünf, später aus sieben Mitgliedern -bestellenden Kommission unterstellt, deren erster Vorsteher -Herr Prof. _Friedr. Fischer_ war. Ihm folgte Herr Prof. _Wilh. -Wackernagel_ und nach dessen Rücktritt Herr Dr. _Ed. His-Heusler_. -Diese Vorsteher sowohl als einzelne Mitglieder erwarben sich um die -Sammlung nicht geringe Verdienste durch Ordnen und Katalogisieren -ihres nach und nach zu ansehnlicher Bedeutung erwachsenen Bestandes -an Handzeichnungen, Kupferstichen und Holzschnitten. Als 1849 das -neue Museum fertig dastand, konnte Dank diesen Vorarbeiten um so -leichter und übersichtlicher das Vorhandene in die neuen, höchst -zweckentsprechenden Räumlichkeiten eingeordnet werden; die Gemälde -in den schönen Oberlichtsaal, die vorzüglichsten Handzeichnungen, in -viel grösserer Zahl als früher eingerahmt, schmückten die Wände des -Vorsaales, während die verschliessbaren Schränke in der Mitte desselben -den übrigen Bestand an einzelnen Stichen und Kopierwerken aufnahmen. -Durch Ausscheidung und Herübernahme aller derjenigen Werke aus der -Universitätsbibliothek, welche die Kunstgeschichte berühren, ward -zugleich der Grund zu einer gesonderten Kunstbibliothek gelegt und so -im Wesentlichen nunmehr erst die Sammlung dem eigentlichen Kunststudium -dienstbar gemacht. - -Wie sehr dieselbe aber durch ihre Versetzung in das neue Museum auch -in der Werthschätzung der Bürger- und Einwohnerschaft gestiegen -sei, das zeigte sich schon in dem weit zahlreichern Besuche, und -auf erfreulichere Weise noch in den zahlreichen Schenkungen und -Vermächtnissen, welche nun der Sammlung zuzufliessen begannen. Nicht -nur aus dem, was der Einzelne etwa an Kunstschätzen besass, ward ein -schönes Stück um's andre der öffentlichen Sammlung übergeben, auch wo -Gelegenheit sich bot, Neues zu erwerben, da standen sofort Gönner und -Geber zusammen, um durch ihre oft namhaften Beiträge den Ankauf eines -Kunstwerkes zu ermöglichen. - -Ausdrücklicher Erwähnung bedürfen einige Stiftungen besonderer -Art. Zuerst war es die durch ihren Kunstsinn bekannte Fräulein -_Emilie Linder_, die von 1847 an von München aus durch fast jährlich -wiederholte Geschenke, sowohl aus ihren eigenen Erwerbungen, als -aus dem reichen Nachlass ihres Grossvaters, des Stiftsschaffners -_J. C. Dienast_, die Sammlung ihrer Vaterstadt bedachte, bis durch -ihre letztwillige Verfügung 1867 jener Nachlass selbst der Sammlung -zufiel. Waren unter den zahlreichen Oelgemälden und den prächtigen -Handzeichnungen, welche letztere allein einen ganzen Saal füllen, -vorzugsweise die Meister der neuern Münchnerschule vertreten, so fand -sich unter dem reichen Vorrath an Kupferstichen und Holzschnitten -neben einer Reihe von Dürer'schen Blättern mehr als die Hälfte des -ganzen Werkes von _Rembrandt_, nicht zu gedenken der grossen Zahl von -Kunstbüchern, welche die Bibliothek unserer Sammlung aufs Erwünschteste -ergänzten. - -Noch ehe aber diese Schätze alle in den Besitz der Kunstsammlung -gelangt waren, fiel ihr ein zweites, nicht minder bedeutendes -Vermächtniss zu, nämlich was die beiden Künstler und Kunsthändler -_Peter Birmann_, der Vater, und sein Sohn _Samuel Birmann-Vischer_ -(gest. 1846) an Gemälden, namentlich der niederländischen, -französischen und italienischen Schule, sowie an Kupferstichen (über -20,000) zusammengebracht hatten, dazu noch neben einer reichhaltigen -Kunstbibliothek die schon oben (Seite 40) erwähnte Kapitalstiftung für -den Ankauf von Werken schweizerischer Künstler bestimmt. - -Mehr noch durch den hohen Kunstwerth als durch die Zahl bedeutend war -die Schenkung, welche in den Jahren 1850 und 1851 die Sammlung dem -Gemeinsinn des Herrn _Peter Vischer-Passavant_ und seiner Erben zu -verdanken hatte; befanden sich doch darunter zwei Originalzeichnungen -Dürers, welche nun eine Hauptzierde unserer Handzeichnungssammlung -bilden. Das Jahr 1859 brachte ferner das Vermächtniss von Fr. 10,000 -von Seiten der Ehegatten _Bleiler-Mieg_, dessen Ertrag theils zur -Erwerbung von Kunstgegenständen, theils zur Förderung angehender -Künstler sollte verwendet werden. Eine gleiche Summe stifteten im Jahr -1862 die Erben des Herrn Bürgermeister _Felix Sarasin_ zur Anschaffung -von Werken kunstwissenschaftlichen Inhalts und Fr. 5000 Herr Notar -_Gedeon Meyer_ zum Ankauf von Gemälden. Endlich erfolgte im Jahre -1880 das Legat des Herrn W. _Burckhardt-Forcart_, durch welches dem -Museumsverein eine Reihe auserlesener Werke der bisher nur schwach -vertretenen holländischen Schule, sowie einige treffliche Bilder -spanischer, deutscher und vlämischer Meister zufielen. - -Dass mit diesen und den übrigen hier nicht namentlich aufgeführten -Schenkungen die Ansprüche an die unserer Kunstsammlung zu Gebote -stehenden Räumlichkeiten stets höhere werden mussten, liegt auf -der Hand. Bereits heute, nachdem seit Eröffnung des Museums 36 -Jahre verflossen sind, ist bis auf das Treppenhaus hinaus jeder -verfügbare Platz ausgenützt. Mit um so grösserer Befriedigung darf dem -Augenblick entgegengesehen werden, da nach Erstellung einer besondern -Skulpturhalle der geräumige zweite Oberlichtsaal, der heute noch die -antiken Gipsabgüsse beherbergt, für die Kunstsammlung sich öffnen wird. -Wenn während nahezu zweihundert Jahren unsere Sammlung in der alten -Mücke sich konnte genügen lassen, heute aber bereits die Räume, die -im neuen Museum ihr zugedacht waren, zu enge geworden sind, so mag -diese Thatsache schon es bezeugen, wie fruchtbar die letzten fünfzig -Jahre für ihre Entwicklung und gewiss nicht minder für die Förderung -des Kunstsinnes in den weitesten Kreisen unserer Stadt gewesen sind. -Möge denn die Sammlung mit unserer alma mater als deren »sonderbares -Kleinod« auch in Zukunft weiter wachsen und gedeihen! - - Emanuel LaRoche, - Konservator der Kunstsammlung. - - -3. Antiquarische Sammlung. - -Bis zum Jahre 1835 und von da noch weitere vierzehn Jahre war die -antiquarische Sammlung zusammen mit der Kunstsammlung, und ohne -eigentlich von ihr getrennt zu sein, im Hause zur Mücke aufgestellt, -und bildete, was die Verwaltung betrifft, einen blossen Annex der -öffentlichen Bibliothek. Sie enthielt ihrem wesentlichen Bestande nach -die Antiquitäten des Amerbachischen Kabinets, aus dem sie erwachsen war -(1661), die Bruckner'sche Sammlung von vaterländischen Alterthümern -(1778) und die einschlägigen Sachen des Fäschischen Kabinets (1823); -ausserdem die im Jahre 1815 angekaufte Falkeysen'sche Sammlung von -Basler Münzen. - -In dem Zeitraum von 1835 bis zur Erbauung des Museums (1849) fanden -keinerlei Veränderungen statt. Doch erfolgte noch in den vierziger -Jahren von Seite der Erben des Herrn _Lucas Vischer_ die grossartige -Schenkung der von diesem in Mexico gesammelten Alterthümer, welche dann -freilich erst ein paar Jahre später aufgestellt werden konnten. In dem -1849 bezogenen Neubau des Museums wurden der antiquarischen Sammlung -die beiden an die Gemäldegallerie anstossenden Zimmer angewiesen, das -zur Linken der schon bisher bestehenden Sammlung auf der Mücke, welcher -jetzt auch der Kirchenschatz des Münsters (vorher im Rathhaus), sowie -die Erwerbungen der antiquarischen Gesellschaft hinzugefügt wurden; das -zur Rechten dem mexicanischen Kabinet. Die Gegenstände des letzteren -wurden in gefälliger, aber nicht gerade zweckmässiger Weise auf eine in -der Mitte des Zimmers errichtete treppenfönnige Pyramide (gleichsam ein -mexicanisches Teocalli) geordnet. - -Mit der Aufstellung im neuen Local war zugleich die Anlegung einer -Sammlung von Gipsabgüssen verbunden, worauf schon beim Entwurf des -Baues (Antikensaal mit Oberlicht) Rücksicht genommen war. Die zur -Anschaffung der Abgüsse nöthigen Gelder stellte der neugegründete -Museumsverein unter Vorbehalt des Eigenthumsrechtes zur Verfügung, -so dass bald nach der Uebertragung der Sammlungen ins Museum auch -der Antikensaal mit über 30 Hauptwerken (14 Statuen, 9 Köpfen und 8 -Reliefs) dekoriert war. - -Jetzt erst, nachdem für eine angemessene Aufstellung gesorgt war, -konnte das Interesse des Publikums für die Sammlung geweckt und an eine -nutzbringende Verwaltung derselben gedacht werden. Diese Verwaltung war -in die Hände des Herrn Prof. W. _Vischer_, Vater, gelegt, der von da -an bis zu seinem Tode 25 Jahre lang (1849-74) mit seltener Umsicht und -Hingebung der Kommission für die antiquarische Abtheilung des Museums -vorstand. Aus der unten folgenden Uebersicht über die hauptsächlichsten -Erwerbungen und Schenkungen lässt sich am besten erkennen, was für eine -gedeihliche Entwicklung die Sammlung unter seiner Leitung nahm. Doch -muss zur richtigen Beurtheilung noch zweierlei vorausgeschickt werden. - -Einmal machte sich sehr bald, speziell bei Anlass der -Münsterrestauration im Anfange der fünfziger Jahre, das Bestreben -geltend, neben der bisher vorwiegenden Berücksichtigung des römischen -Alterthums auch mittelalterliche Kunstwerke in die Sammlung -aufzunehmen. Die grosse Zahl und der Umfang der sich darbietenden -Gegenstände machten es nöthig, einen besonderen Raum ausserhalb des -Museums für sie zu schaffen. So entstand 1855-57 die mittelalterliche -Sammlung im Conciliumssaal, die sich dann in kurzer Zeit aus einer -Filiale der antiquarischen zu einer selbstständigen und ebenbürtigen -Schwester derselben entwickelte. Die Erwerbungen der antiquarischen -Sammlung dagegen blieben fortan der Hauptsache nach auf das -vorchristliche Alterthum beschränkt. - -Sodann wurde im weiteren Verlauf der fünfziger Jahre in der Kommission -die Frage erörtert, ob es nicht am Platze sei, das Augenmerk auch -auf die stets sich mehrenden Funde von Pfahlbauten zu richten, -eine Frage, welche nach der Dietrich'schen Schenkung ähnlicher -mexicanischer Alterthümer im Jahre 1857 kaum mehr anders als in -bejahendem Sinne entschieden werden konnte. Während daher einerseits -das Mittelalter und die Renaissance für die Zukunft ausgeschieden, -bezw. einer besonderen Sammlung überlassen wurden, kam andrerseits zum -griechisch-römischen Alterthum noch das prähistorische hinzu, und auch -diesem hat der damalige Vorsteher eine geraume Zeit sein lebhaftes -Interesse entgegengebracht. Erst nach seinem Tode ist zu Gunsten der -anderen Abtheilungen, um die finanziellen Kräfte nicht gar zu sehr zu -zersplittern, auf fernere Ankäufe solcher Gegenstände verzichtet worden. - -Die Erwerbungen vertheilen sich daher auf mindestens fünf verschiedene -Kategorien (griechisch-römische Alterthümer, Münzen, Gipsabgüsse, -Pfahlbauten, Ethnographisches), und zwar in chronologischer Aufzählung -wie folgt: - -1851. Münzfund von Reichenstein (2599 römische Münzen von Gordian III. -bis Carinus, darunter besonders viele des Probus). - -1852. Ankauf der Horner-Müller'schen Vasen aus Unteritalien (44 Stück). - -1855. Ankauf eines Theils der Fueter'schen Münzsammlung in Bern (257 -Schweizermünzen). - -1857. Schenkung des Herrn Dr. _Dietrich_ von nordamerikanischen -Steinalterthümern (ca. 1000 Stück Waffen und Werkzeuge verschiedener -Art). - -1858. Ankauf der Schmid'schen Sammlung von Augst (Münzen, Inschriften, -architektonische Ueberreste, Bildwerke von Bronze, Stein und -Terracotta, Waffen und Geräthe von Augusta Rauracorum, Gräberfunde von -Kaiseraugst). - -1859. Erste Ankäufe von Pfahlbautenalterthümern (aus Moosseedorf, -Pfäffikon und Biel). - -1862. Schenkung des Herrn Prof. _Aeby_ von Steinwerkzeugen und Waffen -aus Dänemark. - -1864. Schenkung von 141 modernen Silbermünzen (darunter 97 -napoleonische Medaillen) durch Hrn. _Hoffmann-Burckhardt_. -- Schenkung -des Herrn _Ad. Krayer_ (ethnographisch interessante Gegenstände aus -China). - -1865. Schenkung des Herrn _Ad. Vischer_ (212 chinesische Münzen). - -1866 u. 67. Schenkung westafrikanischer Gegenstände durch die Herren -J.Fr. und E. _Vest_ aus Gorea. - -1868. Ankauf von 151 griechischen Münzdoubletten aus der Imhoof'schen -Sammlung, mit Hilfe eines Kredits der Akademischen Gesellschaft. -- -Schenkung des Apollokopfes von Steinhäuser durch einen Ungenannten. - -1869. Nachträgliche Erwerbung des Herakles- und des Athletenkopfes von -Steinhäuser durch einige Kunstfreunde. -- Hauptschenkung des Herrn -Rathsherrn W. _Vischer_ (378 griechische Silbermünzen). - -1872. Schenkung einer Sammlung griechischer und römischer Münzen durch -Herrn Ingenieur W. _Bachofen_. -- Schenkung einer Anzahl griechischer -Antiquitäten durch Herrn Rathsherrn W. _Vischer_. -- Schenkung -einer grossen Anzahl ostasiatischer Gegenstände (aus Japan, China, -Hinterindien) durch die Herren Gebrüder _Zahn_. - -1874. Erwerbung einer Auswahl griechischer Vasen aus Capua. - -1877. Erwerbung der in Augst zurückgebliebenen architektonischen -Ueberreste aus der Sammlung Schmid. -- Uebernahme der bisher in der -Bibliothek verwahrten grossen Gemmenabdrucksammlung von Cades (Geschenk -von Herrn Oberst R. _Merian_). - -1878. Schenkung der Holzreliefs von Tikal in Mittelamerika durch Hrn. -Dr. G. _Bernoulli_. - -1880. Erwerbung der Sammlung Quiquerez (Römische Alterthümer und Münzen -aus dem Bisthum, burgundische Waffen und Geräthe). - -1881. Schenkung ethnographischer Gegenstände aus Sierra Leone in -Westafrika durch Herrn J.L. _Baur_. - -1883. Reinigung und Aufstellung der Basler Münzstempel. - -Bei dieser Uebersicht sind die von Jahr zu Jahr angekauften -Gipsabgüsse nicht mit aufgeführt, wie auch viele kleinere Erwerbungen -und Schenkungen übergangen sind. Und doch nahmen die Gipsabgüsse -jeweilen einen grossen Theil des zur Verfügung stehenden Geldes in -Anspruch; zumal seit 1875, wo ausser solchen im Durchschnitt bloss -noch vaterländische Alterthümer und etwa besonders wichtige Münzen -angekauft wurden, während die Aeufnung der prähistorischen und der -ethnographischen Sammlung lediglich Geschenken überlassen blieb. Seit -eben dieser Zeit wurde der Ankauf von Gipsabgüssen durch freiwillige -jährliche Beiträge von einer Anzahl von Kunstfreunden unterstützt. Die -Zahl der vorhandenen Stücke beläuft sich gegenwärtig auf 145 Nummern, -wovon 39 grössere Statuen oder Gruppen, 50 Büsten und Köpfe, 32 Reliefs -und 24 kleinere Gegenstände. - -Im Gegensatz zu allen diesen Erwerbungen wurden im Jahre 1881 der -Kirchenschatz und die seit 1865 uns ebenfalls anvertrauten Zunftbecher -nebst den Amerbach'schen Goldschmiedmodellen an die Mittelalterliche -Sammlung abgetreten. - -Was die sonstige Geschichte der Sammlung betrifft, so ist zu -bemerken, dass seit dem Bezug des Museums zwei Mal grössere -Lokalveränderungen und Umstellungen stattfanden. Das eine Mal im Jahre -1865, wo sie aus den Sälen neben der Gemäldegallerie in die frühere -Bibliothekarenwohnung hinter dem Antikensaal übersiedeln musste, bei -welcher Gelegenheit sie im Grunde wenig gewann. Das ethnographische -Kabinet und die Pfahlbauten wurden damals sammt dem Kirchenschatz im -vorderen, das eigentliche Antiquarium der Hauptsache nach im hinteren -Zimmer aufgestellt, obschon die Scheidung nicht streng durchgeführt -werden konnte. Und dann bei fortwährend sich steigerndem Raummangel ein -zweites Mal im Jahre 1877, wo endlich zwei weitere Räumlichkeiten (das -frühere chemische Laboratorium im Erdgeschoss) für ihre Bedürfnisse -hergerichtet wurden. Erst jetzt konnten die heterogenen Bestandteile -der Sammlung systematisch von einander getrennt, das ethnographische -Kabinet, sowie die Pfahlbauten in besondere Zimmer (eben in die -des Erdgeschosses) verwiesen, und von der neugeordneten speziell -antiquarischen Abtheilung ein Katalog verfasst werden (1881). Doch hat -die doppelte Umstellung nicht blos nachtheilig auf den Zustand mancher -zerbrechlichen kleinen Gegenstände eingewirkt, sondern leider auch -manche Fundnotizen in Verwirrung gebracht. - -Das Münzkabinet ist in den letzten Jahren vollständig geordnet worden. -Es umfasst, nach Ausscheidung und Verkauf der Doubletten, circa 2600 -griechische und circa 7000 römische Münzen (die griechische Abtheilung -gewissermassen eine Schöpfung des Herrn Rathsherrn W. _Vischer_), -sodann über 1000 Stück Basler Münzen und Medaillen, circa 1500 sonstige -Schweizermünzen nebst 500 Brakteaten und circa 4500 ausländische, -darunter gegen 1800 Medaillen; im Ganzen über 17,000 Stück. Eine -Auswahl der vorzüglichsten und interessantesten ist seit 1877 in drei -Münztischen ausgestellt. - -Wenn wir zum Schluss einen Ausblick auf die künftige Gestaltung -der Sammlung richten, so steht zu erwarten, dass in der nächsten -Zeit abermals eine Filiale sich von ihr lostrennen und zu einem -selbstständigen Institut erheben wird, nämlich das Gipsmuseum, -für welches vom Kunstverein hinter der Kunsthalle ein eigenes, -bessern Raum gewährendes Gebäude errichtet werden soll. -- Ob dann -der alte Grundstock des Antiquariums, von dem sich jetzt auch die -ethnographische Sammlung lokal getrennt hat, vereinsamt im Museum -zurückbleiben oder sich wieder mit seiner natürlichen Schwester, der -Mittelalterlichen Sammlung, vereinigen wird, darüber zu entscheiden -bleibt der Zukunft vorbehalten. - - J.J. Bernoulli-Reber. - - -4. Mittelalterliche Sammlung. - -Unter den der Fürsorge der akademischen Behörden unterstellten -Sammlungen, deren Entstehung noch in die Zeit vor dem Jubiläum des -Jahres 1860 zurückreicht, ist in der zeitlichen Folge die letzte -die Mittelalterliche Sammlung. Der thatkräftige Geist, welcher die -Decennien nach der Reorganisation der Universität erfüllte, das -in jenen Jahren neu hervortretende und in der Restauration des -Münsterinnern sich bethätigende Verständniss für bildende Kunst, das -wachsende Bewusstsein von Wesen und Werth auch des rein archäologischen -Studiums verlangten und ermöglichten das Zustandekommen der Sammlung. -Für diesen Zweck alle jene treibenden lebensvollen Kräfte fruchtbar -gemacht zu haben, ist das Verdienst _Wilhelm Wackernagels_, der mit -festem Willen, mit warmer Begeisterung und wahrer Sachkenntniss den -Plan entwarf und die Gründung vollzog. - -Im Jahre 1856/57 geschah dies, aber es dauerte noch mehrere Jahre, -bis die jüngste der akademischen Sammlungen als eine den andern -ebenbürtige in der Organisation berücksichtigt wurde. Sie unterstand -zunächst der antiquarischen Kommission. Erst 1861 wurde von der Regenz -eine besondere Kommission bestellt. Sie bestand unter dem Vorsitz des -Stifters aus den Herren Architekt _Riggenbach_ († 1863), Dr. _Remigius -Meyer_ (bis 1877), Dr. _Carl Burckhardt-Burckhardt_ (bis 1870) und -_Samuel Merian-Bischoff_; ihre constituierende Sitzung fand am 18. -Januar 1862 statt. - -Ein schwerer Schlag traf die Sammlung am 21. December 1869 mit dem -Hinschied _Wilhelm Wackernagels_. Jedoch war es ein Glück zu nennen, -dass sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl auch hier seine Stelle einnehmen -konnte. _Moritz Heyne_ entfaltete als solcher eine ausserordentliche -Energie zur Hebung und Mehrung der Sammlung und verstand es, das -Interesse weiterer Kreise für dieselbe zu wecken. Das glänzende -Ergebniss dieser Thätigkeit zeigte sich besonders deutlich bei dem -am 16. Mai 1882 gefeierten fünfundzwanzigjährigen Jubiläum. Im Herbst -1883 wurde an die durch _Heyne's_ Abgang nach Göttingen erledigte -Vorsteherschaft das älteste Mitglied, Herr _Samuel Merian-Bischoff_, -gewählt, und bei diesem Anlass das Amt eines Konservators geschaffen. - -Im Lauf der Jahre traten folgende Mitglieder in die Kommission ein: -Stadtrath _Amadeus Merian_ (1863-1879), Dr.G. _Wackernagel_ (seit -1870), Dr.L. _Sieber_ (1872-1882), _Hans Labhardt_ (1877-1884), Dr. -_Albert Burckhardt-Finsler_ (seit 1879; seit 1883 Konservator), J.G. -_Mende_ (seit 1879), Direktor W. _Bubeck_ (seit 1882), Prof. O. -_Behaghel_ (seit 1884), Prof. _Jacob Burckhardt_ (seit 1884), Dr. -_Rudolf Wackernagel_ (1884-1885), _Hans Burckhardt-Burckhardt_ (seit -1885). - -Die bei Anlegung der Sammlung leitende Ansicht ihres Urhebers war -gewesen: »Es soll diese Sammlung das Leben des Mittelalters in Werken -der kunstbeflissenen gewerbthätigen Menschenhand, in Originalwerken -selbst oder in getreuen Nachbildungen, zur Anschauung bringen; -schicklicher Weise wird dabei rückwärts in die altchristlichen Zeiten -und vorwärts über die Grenzen des Mittelalters hinaus bis in die Zeit -der sogen. Renaissance gegriffen. Ohne solch eine Ausdehnung würde dem -Bilde der Rahmen und der Reihenfolge ihr Anfang und ihr Ende fehlen.« -Also eine Sammlung von allgemeiner Tendenz. -- Es ist bekannt, wie -der Gang der Entwicklung dieses erste Programm verschoben hat, wie -von Jahr zu Jahr in steigendem Maasse die Sammlung den Charakter -eines baslerischen kulturhistorischen Museums annahm, und hiemit ihr -Schwergewicht aus dem Mittelalter in die neuere Zeit verlegt wurde. -Wenn der Stifter anfangs nur für erlaubt hielt, bis in die Zeit der -Renaissance zu greifen, so ist seitdem und schon zu seiner Zeit das -Sammeln bis an die Schwelle des XIX. Jahrhunderts ausgedehnt worden. -Dieser Gang der Entwicklung war durch die Verhältnisse gegeben; die -Kleinheit der finanziellen Geldmittel, die Unermüdlichkeit der Behörden -und Bürger Basels in Zuwendung von Alterthümern wirkten von selbst auf -eine lokale Einschränkung hin. - -Der erste Grundstock der Sammlung war durch Abgüsse von Skulpturen -des hiesigen Münsters gebildet worden; es wurde sofort für nöthig -gehalten, diese Serie durch Nachbildungen auswärtiger Bildnerei zu -ergänzen. In gleicher Weise wurden Gipsabgüsse auswärtiger Alterthümer -auch aus den Gebieten der Kleinkunst beschafft, um dem Beschauer die -Entwicklung eines und desselben Gegenstandes in verschiedenen Zeiten -und Orten vorführen zu können. Dieselbe allgemeine Tendenz tritt in der -mit besonderer Vorliebe gepflegten Sammlung alter Schriftfragmente, -in der Anlegung einer Urkundensammlung, eines reichen Apparates von -Abbildungen und Nachschlagewerken zu Tage. Bald aber wich diese -Thätigkeit zurück vor der immer mächtiger zudrängenden Menge der -Erzeugnisse alter heimischer Kunstübung. Es kann hier nicht versucht -werden, das Hauptsächliche aus den reichen Erwerbungen namhaft -zu machen. Es wird genügen, auf einiges besonders Hervorragendes -hinzuweisen. 1857: die Votivtafel der Isabella von Burgund, die -Truhe aus der Domprobstei und die des Erasmus. 1859: Bruchstücke des -Todtentanzes. 1863: Elfenbeinlöffel aus der Lassbergischen Sammlung; -Holzschnitzerei aus Meggen. 1869: Truhe aus Schloss Greifensee. 1874: -Tscheckenpürlinbett. 1871: Bretspielstein aus dem XII. Jahrhundert; -Waffensammlung. 1872: Schnitzereien aus der Spinnwetternzunft; -Schreibtisch aus dem Augustinerkloster. 1870: Kanonenrohre aus dem -Zeughaus. 1878: Sammlung musikalischer Instrumente. 1879: Iselinzimmer -aus dem Bärenfelser Hof. 1880: Sammlung Quiquerez. 1881: Glasgemälde -aus der Sammlung Bürki. 1882: Kirchenschatz, Zunftkleinodien, -Goldschmiedmodelle. 1883: Winterthurer Ofen; Teppich aus dem Kloster -Feldbach. -- Manche der hier genannten und auch viele andere Stücke -sind von deren Inhabern unter Eigenthumsvorbehalt überlassen worden, -ein Verfahren, welches in neuerer Zeit besonders von Seiten der Zünfte, -gleich zu Anfang aber für die reichen Sammlungen der antiquarischen -Gesellschaft geübt wurde; auf den Namen der letztern wurden früher auch -die meisten Geschenke eingetragen. - -Es ist begreiflich, dass der wachsende Inhalt der Sammlung -immer mehr Räume in Anspruch nahm. Zu dem für die ersten Stücke -angewiesenen Conciliumssaal kamen 1859 die unterhalb desselben -befindliche Nikolauskapelle, durch die es erst möglich wurde, die -Sammlung allsonntäglich dem Publikum zu öffnen, 1868 die Säle des -Münsterarchivs, 1874 einige Estrichräumlichkeiten, deren Herrichtung -ziemlich viele Bauten nöthig machte, aber zum ersten Mal eine -durchgeführte sachliche Anordnung ermöglichte. Das letzte ist die -1879 erfolgte Zuweisung des Betsaals, des grösten Raums der Sammlung -und des einzigen, in dem solche Schätze wie das Iselinzimmer würdig -untergebracht werden konnten. Seitdem ist freilich neue Raumnoth -eingetreten. Alle Erweiterungen brachten indess keine eigentliche -Aenderung des Lokals; die Sammlung bildet nach wie vor einen Anhang des -Münsters. - -Ihre Mittel verdankt sie gröstentheils der Freigebigkeit ihrer Gönner; -zu erwähnen sind die Jahresbeiträge der Regierung (seit 1857 Fr. 300), -der Gemeinnützigen Gesellschaft (seit 1858 Fr. 500), des Museumsvereins -(seit 1863 Fr. 200), und der Akademischen Gesellschaft, die der -letztern von wechselndem Betrag und zum Theil der 1870 gegründeten -Wackernagelstiftung entnommen, von der ein bestimmter Theil von -vornherein für die Sammlung vorbehalten wurde. Seit 1872 besteht der -von Herrn _Hans Labhardt_ gegründete »Verein für die Mittelalterliche -Sammlung«, der z.B. 1884 Fr. 619 beisteuerte. Dazu viele einzelne -Geldbeiträge von Freunden, meist für bestimmte Erwerbungen gewährt -(z.B. 1879 Fr. 4580 an das Iselin'sche Zimmer) und seit dem Jahre 1881 -ein Antheil an den Eintrittsgeldern (1884 Fr. 838.90). Doch hielt sich -das Budget lange in sehr bescheidenen Ziffern. In den ersten zehn -Jahren erreichte es zweimal nicht die Höhe von Fr. 1000, und betrug -durchschnittlich Fr. 15-1600, bewegte sich dann in den siebziger -Jahren um Fr. 2000 herum. Seit 1880 hat es die 4000 überschritten. -Ausserordentliche Belastung brachte der Umbau der Estrichräume, dessen -Kosten im Betrag von rund Fr. 20,000 durch Beiträge des Staats (Fr. -5000), der Akademischen Gesellschaft (Fr. 2000), der Gemeinnützigen -Gesellschaft (Fr. 3000), des Museumsvereins und einzelner Freunde -gedeckt wurden. - -Für Bekanntmachung der Schätze der Sammlung dienten theils die -Vorlesungen, welche seit 1877 von dem frühern Vorsteher und später -von dem Konservator in den Räumen der Sammlung abgehalten wurden, -theils verschiedene Druckschriften. Wir nennen ausser den Katalogen -die zusammenhängenden Darstellungen von _Wilhelm Wackernagel_ im -Universitätsprogramm von 1857 und von _Moritz Heyne_ im Neujahrsblatt -von 1874, sowie den von letzterm herausgegebenen Führer (Basel, bei -Felix Schneider 1880). Ueber die Glasgemälde gibt das von Dr. _Albert -Burckhardt-Finsler_ verfasste Programm des Gymnasiums (Basel 1885) -Auskunft. Der 1864 erfolgten Widergabe einer Anzahl Gegenstände durch -Photograph _Höflinger_ folgte »die Kunst im Hause. Abbildungen von -Gegenständen aus der Mittelalterlichen Sammlung«, mit Zeichnungen von -W. _Bubeck_ und Text von M. _Heyne_ (Basel, bei Detloff I. 1880, II. -Reihe 1882), ein Werk geeignet zu zeigen, welchen Gewinn das heimische -Kunsthandwerk aus den hier vorhandenen Schätzen zu ziehen vermöchte. - - Nach Mittheilungen - des Konservators der Sammlung. - - -5. Naturhistorisches Museum. - -Ueber die Hauptzüge der Geschichte dieser Anstalt sind von dem -Unterzeichneten in den letzten Jahren mehrere Darstellungen -veröffentlicht worden: für die ältere Periode bis zur Entstehung des -im Jahre 1822 im Falkensteiner Hof eingerichteten und der akademischen -Regenz unterstellten Museums -- und weiter bis zur Erbauung des »neuen -Museums« im Jahre 1847 in einem besondern Abschnitt der Gedenkschrift -an Peter Merian;[30] und über die zwei Jahre seit dessen Hinschied -zwei Berichte, von welchen derjenige für 1883 von der Akademischen -Gesellschaft, beide, für 1883 und 1884, von der Naturforschenden -Gesellschaft publiciert worden sind.[31] - -Für den gegenwärtigen Anlass wird es also wohl passend sein, -hauptsächlich die Periode von 1847 bis 1883 ins Auge zu fassen. -Doch ist dabei zu erinnern, dass auch diese Periode ihren Anfang -nimmt von 1835 an, von dem Moment, wo nach der durch eidgenössisches -Schiedsgericht vollzogenen Theilung des Staatsvermögens zwischen -Baselstadt und Baselland an erstere die Frage herantrat, in wiefern sie -es vermöge, nach so schwerer Schädigung von Neuem für den Weiterbau -ihrer wissenschaftlichen Anstalten einzustehen. - -Die erste Antwort bestand, wie bekannt, für das naturwissenschaftliche -Museum in einer von dessen Kommission (_Peter Merian_, Präsident, Prof. -Chr. _Bernoulli_, Prof. K.Fr. _Meissner_, Dr. _Schönbein_, Dr. L. -_Imhoff_, Dr. J.J. _Bernoulli_, Dr. F. _Ryhiner_) an die Gemeinnützige -Gesellschaft und weiter an das Publikum gerichteten Bitte um fernere -Unterstützung, »da in den jetzigen Zeitverhältnissen die Hilfsmittel -zu einem nur in einigem Maasse anderen Städten, wo wissenschaftlicher -Sinn herrsche, ebenbürtigen Ausdehnung der naturwissenschaftlichen -Sammlungen nur im Gemeinsinn der Mitbürger zu finden seien, und -Baselstadt in der nunmehrigen isolierten Lage nur durch solche -Gesinnung eine ehrenvolle Stellung zu behaupten und das zu ersetzen -vermöge, was ihm an Kopfzahl abgehe.« - -Der Erfolg war ein Beitrag von circa 5000 Fr. an Geschenken aus dem -Publikum. Verbessert wurden diese Verhältnisse durch das Gesetz vom 6. -April 1836 über Verwendung des Universitätsgutes, wonach von nun an -dem Museum aus letzterem ein jährlicher Beitrag von Fr. 800 zugewiesen -wurde. Die Kommission zum Museum wurde bei diesem Anlass von der Regenz -neu bestellt aus den Herren P. _Merian_, Präsident, Proff. _Meissner_, -_Schönbein_ und J.J. _Mieg_, Dr. L. _Imhoff_ und Dr. J.J. _Bernoulli_. -Dazu kamen wiederholt ausserordentliche Beiträge von Seiten der -Gemeinnützigen Gesellschaft, welche sich schon seit längerer Zeit mit -einem regelmässigen Beitrag von Fr. 200 betheiligt hatte, sowie von -Privaten; namentlich flossen solche Hilfsquellen ergiebig bei Anlass -der Versammlung der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft in -Basel im Jahre 1838. - -Auch die Geschenke an Naturalien, über deren ältern Bestand und -Quellen auf den schon genannten Bericht (Note 1) verwiesen werden -kann,[32] nahmen wieder in erfreulicher Weise zu. An grösseren -derartigen Vergabungen sind zu nennen die von den Professoren _Peter_ -und _Rud. Merian_ zu Gunsten des Museums angekaufte Sammlung von -Versteinerungen aus England von Professor Meissner; ferner eine -ansehnliche Sammlung von Vögeln und Säugethieren von Herrn _Dettwyler_ -von Langenbruck, niedergelassen in Pennsylvania, eine ähnliche Sammlung -von Dr.Fr. _Ryhiner_ in Illinois, dann eine Sammlung von Land- -und Süsswasser-Conchylien aus der Umgebung von Basel von Dr. J.J. -_Bernoulli_, und in den vierziger Jahren eine Reihenfolge von höchst -werthvollen Geschenken von Missionar _Riis_ von der afrikanischen -Goldküste und später von den Antillen; von Herrn _Carl Respinger_ und -Stadtrath _Bischoff-Respinger_ Thiere aus Mexico und Havannah, ähnliche -Sendungen aus Mexico von Herrn _Bened. Wölfflin_, schweizerischem -Konsul daselbst, javanische Vögel von Dr.C. _Streckeisen_ u.s.f. -Für die Thierwelt der Goldküste besass Basel lange Zeit eine der -bestversehenen Sammlungen. 1844 kaufte die Akademische Gesellschaft für -das Museum von Prof. _Klipstein_ in Giessen eine ansehnliche Sammlung -von Gipsabgüssen fossiler Säugethiere aus Rheinhessen (darunter den -colossalen Schädel des Dinotherium). - -Durch diese günstigen Verhältnisse hob sich der Zustand der meisten -Abtheilungen in ansehnlicher Art. Des regelmässigsten und reichsten -Ausbaues erfreute sich stets durch die Fürsorge ihres besonderen -Vorstehers, P. _Merian_, woran sich auch während langer Zeit Dr. -_Christ. Burckhardt_ betheiligte, die Abtheilung der Conchylien und -Petrefakten, unter welchen namentlich die Echinodermen schon frühe eine -hohe Stelle einnahmen. In gleich günstiger Lage befand sich die unter -derselben Fürsorge stehende Mineraliensammlung, welcher von auswärts -ansehnliche Geschenke, hauptsächlich von Hrn. C. _Vischer-Passavant_ -in Mexico, zuflossen. Auch die Insektensammlungen, sowie diejenige -der Corallen standen in raschem Fortschritt und ebenfalls vorwiegend -durch Geschenke, unter welchen die reiche Privatsammlung von Dr. L. -_Imhoff_, die lange Zeit den Grundstock dieser Abtheilung bildete, -und die wiederholten Geschenke von Hrn. _Andr. Bischoff-Ehinger_ in -erster Linie zu nennen sind. Die eigenen Hilfsmittel des Museums wurden -dafür hauptsächlich auf Vervollständigung der früher unbedeutenderen -Abtheilungen der Säugethiere und Vögel verwendet, deren Betrag -hiedurch, wie durch die erwähnten Geschenke von auswärts, sich rasch -hob. Am weitesten zurück blieben immer noch, obschon sie mindestens -für Westafrika sehr Werthvolles enthielten, die Abtheilungen der -Reptilien und Fische, sowie, mit Ausnahme der trocken aufzubewahrenden, -diejenigen der niedern Thiere. Eine von Prof. _Alex. Ecker_ in Triest -angelegte Sammlung von Meeresthieren der Art wurde im Jahre 1847 von -der Naturforschenden Gesellschaft angekauft. - -Durch all das war allmählig das im Jahre 1822 bezogene Lokal im -Falkensteiner Hof zu eng geworden. Im December 1841 entschloss sich -daher eine zu diesem Zweck gebildete Kommission, bestehend aus -Mitgliedern des Kunstvereins, der Naturforschenden Gesellschaft und der -Bibliothekskommission, zum Aufruf an die Bürgerschaft, für die Erbauung -des gegenwärtigen Museums, wozu der Grosse Rath durch Beschluss vom -21. März 1843 seine Betheiligung zusagte. An der Herstellung hat der -Staat Fr. 184,000, die Stadt 16,000, der Universitätsfond 15,000, -die Bürgerschaft nahezu 70,000 Fr. beigetragen. Schon im Spätjahr -1847 wurde das Gebäude bezogen und am 26. November 1849 eröfnet.[33] -Das Jahr 1850 fügte dazu die Stiftung des Museumsvereins, der sich -ausschliesslich die Sorge für die verschiedenen Sammlungen der neuen -Anstalt zum Zweck setzte, und dessen kräftiger Beihilfe sich auch die -naturhistorische Abtheilung besonders häufig zu erfreuen hatte. - -Wenn wir uns für die fernere Entwicklung unserer Anstalt seit -diesem Wendepunkt an eine Eintheilung halten, die sich von selbst -aufdrängt, so wurden die regelmässigen Hilfsquellen, die also von -1849 an aus Fr. 800 aus dem Universitätsgut und Fr. 200 von der -Gemeinnützigen Gesellschaft bestanden hatten, schon von 1850 an von -dem Museumsverein um einen erst wechselnden, von 1857 an um einen auf -Fr. 850 festgestellten Jahresbeitrag vermehrt, wozu aber sehr häufig -ausserordentliche Beiträge kamen. Vom Jahr 1852 an wurde der Beitrag -aus dem Universitätsgut auf Fr. 1200, derjenige der Gemeinnützigen -Gesellschaft auf Fr. 300 gestellt. Von 1857 an kam zu dem ordentlichen -Beitrag aus dem Universitätsgut noch ein ausserordentlicher aus dem -Kredit für die akademischen Sammlungen, der im Durchschnitt dem -ordentlichen an Höhe gleich stand, und vom gleichen Jahre an setzte der -Museumsverein seinen jährlichen Zuschuss auf 850 Fr. Vom Jahre 1862 -an flossen ferner zum ersten Mal ansehnliche Zuschüsse aus den durch -Grossrathsbeschluss dem Museum zugewiesenen Zinsen von auswärtigen -Anlagen der Universität, als »Spezialfonds für das naturhistorische -Museum.« - -Durch Universitätsgesetz vom 30. Januar 1866 wurde endlich das -naturhistorische Museum abgetrennt von dem physikalischen Kabinet und -der chemischen Anstalt und unter Leitung einer besondern Kommission -von wenigstens fünf Mitgliedern gestellt, wozu die ordentlichen -Professoren der Zoologie und Geologie gehören sollten. Gewählt wurden -von der Regenz unter dem Präsidium von P. _Merian_ die Professoren -L. _Rütimeyer_ und _Albr. Müller_, ferner Dr. _Christ. Burckhardt_, -Dr. L. _Imhoff_, wovon letzterer der Kommission schon seit 1834, die -beiden vorhergenannten seit 1849 angehört hatten. 1867 kam dazu Herr -_Andr. Bischoff-Ehinger_. Nach dem nemlichen Gesetz wurde das Museum -für Unterhalt und Vermehrung zunächst auf die Eingänge des etwa -40,000 Fr. betragenden naturwissenschaftlichen Fonds und auf einen -regelmässigen Staatsbeitrag von Fr. 500 angewiesen, so dass seit diesem -Jahr die regelmässigen Einnahmen bestehen aus circa 2000 Fr. aus dem -erwähnten Spezialfond, 500 Fr. ordentlichen und seit einer Anzahl von -Jahren 500 Fr. ausserordentlichen Kredites (für die akademischen -Sammlungen) von der Kirchen- und Schulgutsverwaltung, aus dem Beitrag -von der Gemeinnützigen Gesellschaft von Fr. 300 bis 1877 und seither -Fr. 500, aus dem regelmässigen Beitrag von Fr. 700 vom Museumsverein -und, seit 1867, einem Jahresbeitrag von Fr. 115 von der Akademischen -Gesellschaft. Seit dem Tode des Herrn _Bischoff-Ehinger_ ist dazu -für die entomologische Sammlung ein besonderes Legat gekommen, das -derselben jährlich 80 Fr. abwirft. - -In und ausserhalb Basel ist bekannt genug, dass dabei ausserordentliche -Hilfsquellen nicht fehlten. Wie für andere Anstalten, so sind auch -für das naturhistorische Museum, wo es sich um grössere Einrichtungen -oder besonders kostspielige Ankäufe handelte, bald die Behörden, bald -freiwillige Korporationen, in besonders kräftiger Weise vor allem der -Museumsverein hilfreich eingestanden. Zudem verzeichnet das Schenkbuch -häufig, und bei besonderen Anlässen oft sehr ansehnliche freiwillige -Beiträge von Freunden und aus Trauerhäusern, den letzten und grössten -im Jahre 1883, von den Hinterbliebenen des Mannes, der unserer Anstalt -als Mitglied der Kommission seit 1821, als Präsident derselben seit -1830 angehörte und ihr bis zu seinem Tode in stets gleicher Fülle sein -ungewöhnlich reiches Kapital an Wissen, an Einsicht und an Einfluss -zugewendet hat. - -Ueber den unter solchen Verhältnissen erreichten Inhalt der Sammlungen -geben die zwei oben genannten Berichte für 1883 und 1884 einlässliche -Auskunft. Wir entnehmen denselben für die hier in Rede stehende Periode -nur folgende Zahlen: - - 1834 1884 - Säugethiere Arten-Zahl 75 462 - Vögel 545 2,361 - Reptilien 136 1,287 - Fische 222 623 - Conchylien 653 4,464 - Gliederthiere 3,480 etwa 32,000 - Corallen (lebende) 100 211 - -Es weisen also einzelne Abtheilungen in dem Zeitraum von fünfzig Jahren -eine Verfünffachung bis Verzehnfachung der Spezies-Zahl auf. Dasselbe -würde, wenn Zählung von Spezies sich hier durchführen liesse, für die -Versteinerungen gelten, über deren Bestand der Bericht von 1884 eine -allgemeine Uebersicht giebt. - -Wenn dieser Anwachs für die Pfleger der einzelnen Sammlungen vor allem -in der die Aufstellung immer bedenklicher erschwerenden Raumanfüllung -an den Tag trat, so mag er für das Publikum in umgekehrter Weise durch -scheinbare Raumvermehrung bemerkbar geworden sein. Im Jahr 1877 wurde -zuerst ein neues Lokal in dem bisherigen amphitheatralischen Hörsaal -eröffnet zu besonderer Aufnahme der Reptilien und Fische, deren -ausserordentlich starke Zunahme bezeichnet ist durch den im Jahr 1875 -erfolgten Eintritt von Hrn. Dr.Fr. _Müller_ in die naturhistorische -Kommission. Im Jahr 1879 kam dazu ein neues Lokal hinter der Aula -für Aufnahme einer besondern Sammlung von fossilen Wirbelthieren. -Veranlasst war dieselbe zunächst durch den reichen Zufluss von -Gipsabgüssen von Ueberresten grösserer Säugethiere aus einer grossen -Zahl von Museen Frankreichs und Italiens. Jetzt birgt sie auch die -für die Schweiz einzig dastehende Sammlung fossiler Säugethiere -aus den Bohnerzen von Egerkingen, die uns Hr. Pfarrer _Cartier_ in -Ober-Buchsiten im Jahr 1884 zum Geschenk gemacht hat, und eine sehr -ansehnliche Originalsammlung ähnlicher Art aus Südfrankreich. 1882 -wurde ein ferneres Lokal für die Aufstellung der Crustaceen, und 1883 -eines für die Corallen eröffnet, beide letzteren ebenfalls besorgt von -Herrn Dr.Fr. _Müller_. - -Da es nicht das Ziel dieses Berichtes sein kann, auf die Veränderungen -im Bestand der Sammlung im Detail einzugehen und ohnehin das -Wesentliche dieser Veränderung vielmehr in der allmähligen -Vervollständigung der wissenschaftlichen Bedeutsamkeit des Inhalts, als -etwa in Bauschzahlen oder Arealzunahme besteht, so ist es doch billig, -auch für die Periode seit 1849 die grössern Schenkungen, so weit dies -nicht schon geschehen ist, namentlich aufzuführen. Unablässig folgen -sich hier, wenn auch in den amtlichen Berichten selten namentlich -erwähnt, die Geschenke von P. _Merian_, vor allem auf dem Gebiet -der Versteinerungen. 1862 erfolgte durch Testament von Hrn. Fr. -_Heusler_ die Vereinigung von dessen aus 3-4000 Stücken bestehenden -Mineraliensammlung mit dem Museum. Während nahezu eines Jahrzehntes -folgten sich in den vierziger und fünfziger Jahren Zusendungen an -Naturalien verschiedener Art von Dr.C. _Dieterich_, erst aus Aegypten, -später aus Michigan. Aus derselben Zeit, etwa von 1850 an, datieren -öftere Geschenke an Insekten von Hrn. _Andr. Bischoff-Ehinger_, -welche nach dessen Tode im Jahre 1875 abschlossen mit der Vergabung -seiner gesammten, etwa 18,000 Arten umfassenden Privatsammlung, nebst -entomologischer Bibliothek und einem schon genannten Spezial-Legat für -Pflege der Sammlung. Andere Insekten-Zuflüsse verdanken wir Herrn _Rud. -Geigy_ und Herrn _Adolf Burckhardt-Bischoff_. Das Jahr 1871 brachte von -den Erben von Prof. _Schönbein_ die ungefähr 3000 Arten enthaltende -Conchyliensammlung von dessen Schwiegervater, Kanzleirath _Benz_ in -Stuttgart, das Jahr 1876 die Petrefaktensammlung des im Jahr zuvor -verstorbenen Dr. _Christoph Burckhardt_. Schon zwei Jahre vorher hatte -Herr Dr. _Victor Gilliéron_ eine ansehnliche Sammlung ähnlicher Art aus -dem Kanton Freiburg, dem Jura und der Umgebung von Basel dem Museum -zum Geschenk gemacht. Der Vogelsammlung fielen grössere Schenkungen -zu aus Ostindien im Jahr 1855 von Herrn _Rud. Geigy_, aus Australien -von Hrn. _Achilles Bischoff_, und besonders reichlich (274 Arten) aus -Brasilien von Herrn _Carl Euler_, und von eben daher 1873 von Konsul -_Heinr. David_ daselbst. 1870 fiel durch Testament die ansehnliche -Privatsammlung einheimischer Vögel (ca. 90 Arten in 600 Exemplaren) -von Prof. J.J. _Mieg_ dem Museum zu. -- Die in einigen Zahlen schon -angedeutete gewaltige Zunahme der Reptilien beruht hauptsächlich auf -den von 1864-1878 fast jährlich wiederholten Geschenken von Dr. _Gust. -Bernoulli_ in Guatemala und seit 1875 auf den an Auswahl nothwendiger -Weise immer judiziöser gewordenen von Hrn. Dr.Fr. _Müller_. Aus dem -Ausland sind dazu in den letzten Jahren wiederholt Zusendungen von Hrn. -Dr.C. _Passavant_ und Dr.E. _Mähly_ aus Westafrika und von den Herren -Dr. _Paul_ und _Fr. Sarasin_ aus Ceylon gekommen. Das letzte und eines -der reichsten von derartigen Geschenken seit fünfzig Jahren, dasjenige -von Hrn. Pfarrer _Cartier_, ist schon genannt worden. - - -Von dieser Aufzählung wäre es endlich unrecht die einzelnen -hervorragenden Erwerbungen auszuschliessen, welche ihrer Seltenheit -oder Bedeutung halber ein ausserordentliches Zusammenwirken von -Gesellschaften und Privaten erforderten. Dahin gehört der Ankauf -eines fossilen Krokodiles (Mystriosaurus) aus dem schwäbischen -Lias im Jahr 1865, im Jahr 1871 die Erwerbung eines damals noch -ungewöhnliche Opfer erfordernden Gorilla-Skelettes, die im Jahr 1876 -als Nachgabe zu der schweizerischen Naturforscherversammlung in -Basel erfolgte Schenkung der prachtvollen Ichthyosaurus-Tafel in dem -palæontologischen Saal hinter der Aula, im Jahr 1877 die Erwerbung -des schönen fossilen Moa-Skelettes (Palapteryx) und aus neuester Zeit -die mehr als zur Hälfte durch Geschenk zu Stande gekommene prächtige -Pentacrinitengruppe, welche seit diesem Jahr den Mineraliensaal -schmückt. - - -Bezüglich des Personals der die Sammlungen besorgenden Kommission ist -zu dem bereits Gesagten nur nachzutragen, dass dieselbe im Jahr 1868 -durch den Tod Herrn Dr.L. _Imhoff_, im Jahr 1875 die Herren Dr.Chr. -_Burckhardt_ und A. _Bischoff-Ehinger_ verlor, welche alle drei der -Sammlung durch seltene Hingabe, die bis über den Tod hinaus dauerte, -ausserordentliche Dienste geleistet hatten. Zum Ersatz traten durch -Wahl der Universitäts-Regenz ein 1875 Hr. Dr.Fr. _Müller_, 1879 Hr. -Fr. _Riggenbach-Stehlin_. Am 8. Februar 1883, zehn Tage nachdem er -mit zum ersten Mal veränderter Handschrift seinen achtundvierzigsten -Jahresbericht über das Museum niedergeschrieben hatte, schied _Peter -Merian_. Von der Regenz wurde zum Vorsteher der Kommission der -Unterzeichnete und als neues Mitglied Hr. Dr.V. _Gilliéron_ gewählt. -Schon von 1877 an war als freiwilliger Mitarbeiter an der Abtheilung -der Schmetterlinge Hr. _Hans Sulger_ beigetreten. Die besondere -Aufsicht über die Bischoff-Ehinger'sche Sammlung war nach dessen Tode -Herrn _Heinrich Knecht_ übertragen worden. Eines Präparators haben -wir uns seit 1875 enthalten und die sämmtliche Besorgung, abgesehen -vom Ausstopfen, das auswärts geschieht, ohne strenge Scheidung der -Gebiete, auf unsere Mitglieder vertheilt, an Prof. _Albr. Müller_ für -Mineralogie und einen Theil der Petrefaktensammlung, Hrn. _Hans Sulger_ -und H. _Knecht_ für Insekten, Herrn Dr. Fr. _Müller_ für die übrigen -wirbellosen Thiere und für Fische und Reptilien, an den Unterzeichneten -für Vögel und Säugethiere und den übrigen Theil der Petrefaktensammlung. - - L. Rütimeyer. - - -6. Physikalische Anstalt. - -Im Jahre 1835 bildete das physikalische Kabinet einen Theil des im -Jahre 1821 gegründeten naturwissenschaftlichen Museums, und es war -ihm ein Raum im Falkensteiner Hof zu ebener Erde links eingeräumt. -Vorsteher desselben war _Chr. Fr. Schönbein_, der an der Universität -zugleich die Chemie und Physik vertrat und die letztere Wissenschaft -auch in der obersten Klasse des Pädagogiums (obern Gymnasiums) lehrte. -Die Apparate des Kabinets dienten zu den die Vorträge begleitenden -Demonstrationen, so wie auch zu den Forschungen des Professors, -die, soweit sie die Physik betrafen, hauptsächlich dem Gebiete des -Voltaismus angehörten. Im Jahre 1849 siedelte die physikalische Anstalt -mit den andern wissenschaftlichen Sammlungen in das neuerbaute Museum -an der Augustinergasse über; sie erhielt daselbst zu ebener Erde -links einen schönen grossen Saal, der sich aber der feuchten Nordlage -wegen nicht besonders zur Aufbewahrung der Instrumente eignete; der -daran stossende speziell für die physikalischen Vorlesungen bestimmte -Hörsaal wurde seiner schlechten akustischen Eigenschaften wegen nur -selten entsprechend seiner Bestimmung gebraucht und diente später -mehr als Laboratorium. Durch das Gesetz vom 30. März 1852 wurde der -Lehrstuhl der Physik von dem der Chemie abgetrennt und Herrn _Christoph -Stähelin_ sel. übertragen; Gesundheitsrücksichten nöthigten diesen, -schon nach Ablauf eines Jahres zurückzutreten, und es wurde als -Professor der Physik an der Universität Herr Dr. _Gustav Wiedemann_, -bis dahin Privatdocent in Berlin, berufen. Dieser wusste nicht nur -durch seinen frischen und anregenden Vortrag die Studierenden und ein -weiteres wissenschaftliches Publikum für die Physik zu interessieren, -sondern er hat auch in den äusserst mangelhaften Laboratoriumsräumen -bedeutende wissenschaftliche Arbeiten, besonders aus der Lehre des -Galvanismus und Magnetismus zu Tage gefördert. Im Jahre 1863 verliess -er nach zehnjähriger reicher Thätigkeit Basel und wandte sich einem -weiteren Wirkungskreise in Deutschland zu; der Lehrstuhl der Physik -in Basel wurde nunmehr dem Unterzeichneten anvertraut. Die bedeutenden -Fortschritte auf dem Gebiete der experimentellen Wissenschaften -und die damit stets wachsenden Anforderungen bezüglich passender -Einrichtungen für Forschung und Demonstration liessen den Mangel der -Räumlichkeiten im Museum stets mehr empfinden und dem Wunsche, der -Physik und Chemie eine neue Stätte zu bereiten, konnte entsprochen -werden, als die Akademische Gesellschaft sich mit der Kommission, -welche den beim Universitätsjubiläum 1860 gestifteten Sternwartefond -verwaltete, zu gemeinsamem Vorgehen verständigte und mit noch weiterer -Unterstützung von Seite des Staates, des Universitätsvermögens, der -Stadtgemeinde, des Museumsvereines, der Gemeinnützigen Gesellschaft -und mancher Freunde der Universität auf dem hohen Wall in der Nähe -des Petersplatzes eine neue Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie -gründete, in Erinnerung an die berühmten Basler Mathematiker -_Bernoullianum_ nannte und im Jahre 1874 der Universität als Geschenk -übergab; nahezu 90% der für Bau und Ausrüstung nöthigen Summe von -ungefähr Fr. 410,000 sind auf Privatweg durch freiwilligen Opfersinn -beigesteuert worden. Die physikalische Anstalt nimmt nun die westliche -Hälfte dieses Gebäudes ein. Sie hat zu ihrer Verfügung einen hellen -trockenen Saal für die Instrumentensammlung, einen zweckmässigen -Hörsaal für die Universitätsvorlesungen, ein praktisch eingerichtetes -Laboratorium, in dem zeitweise vorgerücktere Praktikanten -wissenschaftliche Forschungen machen und regelmässig die Uebungen der -Studierenden der Medicin und der Naturwissenschaften abgehalten werden; -ferner ein Zimmer und ein Laboratorium für den Professor der Physik, -der zugleich Vorsteher der Anstalt ist, die nöthigen Lokalitäten -für Aufstellung der galvanischen Batterie, photometrische Messungen -und für Versuche, die grosse Höhe verlangen, einen Maschinenraum -und eine mechanische Werkstätte, in welcher der Gehilfe die für -Forschung und Demonstration nöthigen Konstruktionen und Reparaturen -ausführen kann. Im ersten und zweiten Stock sind die Räumlichkeiten -und Instrumente für die Meteorologie und die Astronomie; sie stehen -mit der Physik unter der gleichen Direktion und werden seit einigen -Jahren von Herrn Dr. _Albert Riggenbach_ besorgt, der freiwillig die -Assistentenstelle für die beiden genannten Wissenschaften versieht. -Ein grosser ungefähr 450 Personen fassender Hörsaal in der Mitte des -Gebäudes eignet sich auch besonders zu physikalischen Demonstrationen -und wird jeden Winter regelmässig bei öffentlichen populären Vorträgen -zur Verbreitung physikalischer Kenntnisse in weiteren Kreisen -benützt. In den verflossenen elf Jahren, während welcher die Physik -im Bernoullianum haust, wurde manches zur Vervollkommnung gethan. Der -Vorsteher war stets bestrebt, die Sammlung der Instrumente und die -Einrichtungen für Demonstration und Forschung zu vervollständigen -und, so weit es die sehr bescheidenen Mittel gestatteten, dem steten -Fortschritt der Wissenschaft entsprechend den Bedürfnissen anzupassen; -in dieser Hinsicht möchten wir besonders erwähnen die Aufstellung -der astronomischen Instrumente im Jahre 1878, worauf die Akademische -Gesellschaft etwas über Fr. 32,000 aus dem von ihr übernommenen -Sternwartefond verwandte, und die Installation eines Gasmotors und -einer Dynamomaschine mit den nöthigen Einrichtungen für Projektion mit -elektrischem Licht im Jahre 1881, wozu der Ertrag besonderer Vorträge -und freiwillige Gaben von Freunden der Wissenschaft die Mittel mit -ungefähr Fr. 11,000 liefern mussten. - -Die Kosten für Laboratorium und Sammlung werden theils aus dem -Staatskredit, theils aus Beiträgen der Akademischen Gesellschaft und -des Museumsvereins, theils aus Geschenken verschiedener Freunde der -Anstalt bestritten; in den verflossenen elf Jahren kamen ausser der -auf Anschaffung der astronomischen Instrumente schon erwähnten Summe -folgende Einnahmeposten der physikalischen Anstalt zu: - - vom Staate direkt Fr. 13,800.-- - von freiwilligen Gesellschaften » 10,572.-- - von Freunden » 19,826.-- - -also durchschnittlich im Jahr Fr. 4000.--, wovon der Staat 31%, -die freiwilligen Gesellschaften 24% und die Freunde 45% gaben; es -wurden somit von den Ausgaben für die physikalische Anstalt mehr als -zwei Drittel durch freiwillige Privatbeiträge gedeckt. Ausserdem -sind, wie das Schenkbuch aufweist, noch manche verschiedene theils -sehr werthvolle Apparate, wobei wir ganz besonders die von Herrn -_Handmann-Howald_ sel. uns übergebenen elektrischen Instrumente -erwähnen, so wie auch Präparate, Bücher, Photographieen und Zeichnungen -von manchen Gönnern unserer Anstalt geschenkt worden. - -Nähere Auskunft über die Geschichte und Einrichtung der physikalischen -Anstalt geben folgende Druckschriften: - - 1. Die Eröffnungsfeier des Bernoullianums in Basel am 2. Juni 1874 - mit der Festrede von Professor _Fritz Burckhardt_. - - 2. Bernoullianum, Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie an - der Universität Basel. -- Beschreibung und Pläne herausgegeben - von _Eduard Hagenbach_, Professor der Physik, _Julius Piccard_, - Professor der Chemie und J.J. _Stehlin_, Architekt. Basel 1876. - - 3. Bericht über die Ausrüstung der astronomischen Anstalt von _Ed. - Hagenbach_. Basel 1878. - -Jahresberichte über die physikalische Anstalt werden seit 1879 als -Beilage zum Jahresbericht der Akademischen Gesellschaft gedruckt. - - Ed. Hagenbach-Bischoff. - - -7. Chemische Anstalt. - -In den siebzehn ersten Jahren der Periode 1835-1885 ist die im vorigen -Abschnitt skizzierte Geschichte der physikalischen Anstalt zugleich -diejenige der Chemischen. Auch nach der im Jahr 1852 erfolgten Trennung -der Lehrstühle für Physik und Chemie blieben beide Institute, sowohl -im Falkensteiner Hof als im Museum und später im Bernoullianum neben -einander, und theilten ein so ähnliches Schicksal, dass wir -- um -bereits Gesagtes nicht zu wiederholen -- uns kurz fassen können. - -Der Glanzpunkt in der Geschichte der Anstalt fällt in die Zeit -des Falkensteiner Hofes, wo, mit geringen Mitteln ausgeführt, die -Epoche machenden Arbeiten von _Schönbein_ über das Ozon und die -Schiessbaumwolle die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt auf -Basel lenkten. Heute, nachdem die Zahl ähnlicher Fälle von Allotropie -und salpetersauren organischen Verbindungen sich ausserordentlich -vermehrt hat, ist man kaum noch im Stande, die Summe von Scharfsinn zu -würdigen, welche solche Entdeckungen erforderten, und das Aufsehen zu -begreifen, welches sie damals hervorriefen. Dass schon vor _Schönbein_ -ein explodierbares Nitroamylum bekannt war, und dass nicht Er, sondern -Genfer Forscher die wahre Natur des Ozons erkannten, vermindert -durchaus nicht sein hohes Verdienst. - -Durch seine geniale Persönlichkeit wirkte _Schönbein_ auch als Lehrer -äusserst anregend; aber die Spezialität seines Forschungsgebietes, die -Originalität seiner Untersuchungsmethoden, sein Bedürfniss als Pionier -der Wissenschaft, frei und unabhängig seine eigenen ungebahnten Wege -zu gehen, alles dies und wohl auch der Mangel au Platz brachten es -mit sich, dass er nur wenige Bevorzugte in sein Laboratorium aufnahm -und den praktischen Unterricht, namentlich in der Analyse und in der -organischen Chemie, nie streng schulmässig betrieb. Es fehlte in Basel -ein eigentliches Praktikantenlaboratorium im modernen Sinne. Und doch -wurde der Mangel eines solchen immer fühlbarer. - -Die Erweiterung der medicinischen Fakultät, die Einführung des -schweizerischen Konkordates für ärztliche Prüfungen, der enorme -Aufschwung der organischen Chemie und der für Basel wichtigen -Fabrikation künstlicher Farbstoffe, erforderten eine Berücksichtigung -im chemischen Unterricht der philosophischen Fakultät. Dies war die -nächste Aufgabe des nach dem Tode _Schönbeins_ (1868) als dessen -Nachfolger (1869) berufenen Unterzeichneten; welcher Aufgabe, Dank -der wohlwollenden Unterstützung von Behörden und Privaten, zum Theil -schon im alten Lokal im Museum, besser im neuen Bernoullianum (1874) -entsprochen werden konnte. - -Im neuen Gebäude erhielt die chemische Anstalt die östliche Hälfte -mit Hörsaal, Vorbereitungszimmer, Sammlung, Arbeitszimmer und -Privatlaboratorium des Vorstehers, analytisches und technisches -Laboratorium für circa 25 Praktikanten, Wagen- und Bibliothekenzimmer, -Werkstätte, Vorrathsräume, Keller und Hof. Während der daselbst -verbrachten 23 Semester haben 414 Praktikanten (durchschnittlich 18 -Praktikanten ohne Lehrer und Assistenten) in 10-45 wöchentlichen -Stunden regelmässig gearbeitet. Bei der im Sommer 1885 erreichten Zahl -von 41 Praktikanten waren allerdings die Nachtheile einer Ueberfüllung -stark zu spüren. Der Vorsteher wurde für die Vorlesungen und das -Praktikum, ausser von einem Diener, von je einem oder zwei, im ganzen -acht verschiedenen Assistenten unterstützt, von denen drei habilitiert -waren und in der Anstalt Spezialvorlesungen hielten. - -Von wissenschaftlichen Arbeiten, die aus dem Institut hervorgegangen -sind, können summarisch erwähnt werden solche über Chrysin und -Tectochrysin, Resorcin, Nitrokresole, Cantharidin und Orthoxylol, -Protamin, Anthrachinon, chemisch-physikalische Versuche (_Piccard_ und -Schüler); ferner zahlreiche Ergänzungen in den höheren Fettreihen, -Dank einer verbesserten Methode der Destillation im luftleeren Raum -(_Krafft_ und Schüler); Untersuchungen in der unteren Fettreihe -(_Kahlbaum_); neuerdings die Entdeckung von mehrfachen Chinoylen und -Hexaoxybenzol, aus Chinon sowohl, als bei der merkwürdigen Synthese -aus Kohlenoxydkalium (_Nietzki_ und Schüler); und in anderen Gebieten -von _Hagenbuch_, _Salomon_, _Fèvre_, _Beck_ und _Passavant_, _Andeer_ -u.s.w. Zahlreiche Arbeiten in der angewandten Chemie wurden endlich -vom Unterzeichneten während einer provisorischen Amtsdauer als -Kantonschemiker ausgeführt, wodurch die chemische Anstalt, soweit -als möglich ohne Beeinträchtigung ihres akademischen Charakters, -in beständiger Fühlung mit der Basler Bürgerschaft und der Basler -Industrie geblieben ist. - -Die finanzielle Lage der Anstalt ist zwar im Vergleich mit ähnlichen -Instituten scheinbar sehr bescheiden, indem wir gesetzlich vom -Staate, ausser Assistenz, Bedienung, Heizung, Beleuchtung und -baulicher Unterhaltung, bloss 3000 Fr. erhalten; aber allen wirklichen -Bedürfnissen ist bisher auf die eine oder die andere Weise stets -entsprochen worden. Von der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft, vom -Museumsverein, von zahlreichen Freunden der Universität, von chemischen -Fabrikanten, von Sanitätsbehörden für hygienische Untersuchungen -u.s.w. hat die chemische Anstalt in den elf Jahren an Geld- und -Naturalbeiträgen über 20,000 Fr. empfangen, also circa ⅖ der gesammten -Laboratoriumseinnahmen. Wir haben die auf lange Erfahrung gegründete -Ueberzeugung, dass, so lange die Anstalt ihrem wissenschaftlichen und -praktischen Zweck entspricht, sie nicht Noth leiden wird. - - Jules Piccard. - - -8. Botanische Anstalt. - -Die Geschichte der botanischen Anstalt reicht zurück bis zum Jahre -1588, als beim unteren Collegium ein kleiner botanischer Garten -angelegt wurde. - -Etwas über hundert Jahre später, 1692, gründete man beim Spital auf -einem grösseren, etwa zwei Juchart umfassenden Areal einen neuen -Garten, welcher der Pflege wissenschaftlich und medicinisch wichtiger -Pflanzen gewidmet war. Um die Erweiterung und den Ausbau dieser Anstalt -machte sich besonders _Werner de Lachenal_ verdient. Im Bunde mit den -Behörden und durch Aufwendung beträchtlicher eigener Mittel gelang es -ihm, um 1777 eine ordentliche Professor-Wohnung zu erstellen, und die -Sammlungen der Anstalt, besonders die Bibliothek, nach und nach zu -erweitern. - -Als jedoch im vierten Decennium unsres Jahrhunderts das neue Spital -erbaut wurde, ergab sich die Notwendigkeit, auch das Areal des -botanischen Gartens mit der neuen Anstalt zu vereinigen. In Folge -dessen kam zwischen der Erziehungsbehörde und dem Stadtrathe ein -Vertrag zu Stande, in welchem die Verlegung des botanischen Gartens -beschlossen wurde. Dieser Vertrag erhielt am 7. August 1838 die -Genehmigung des Grossen Rathes und wurde in den Jahren 1838-1842 zur -Ausführung gebracht. - -Die neue botanische Anstalt wurde vor das Aeschenthor verlegt (jetzt -St. Jacobstrasse 6). Um das Areal zu beschaffen, kaufte löbl. -Spitalpflegamt das Schneider'sche Gut an, das an Flächeninhalt ungefähr -3 Juchart und 218 Ruthen betrug. Durch weiteren Ankauf Seitens löbl. -Akademischer Gesellschaft wurde dieser Raum soweit vermehrt, dass -das ganze Grundstück fast 4 Juchart umfasste. Auf diesem Gebiet fand -unter Professor _Meissner_ die Neugründung der Anstalt statt. Die -äussere Gestalt, welche dieselbe dabei erhielt, war diejenige, welche -sie bis heute behalten hat; der ganze Entwicklungsprozess aber fällt -nach Obigem in denjenigen engeren Zeitraum, welchen diese Geschichte -behandelt. - -Wie die ältere, so zerfiel auch die neue Anstalt in zwei Theile, das -Institut im engeren Sinne nebst der Professor-Wohnung und den Garten -mit den Gewächshäusern. - -Was zunächst den Garten anbelangt, so wurde als Eintheilungsprincip das -de Candolle'sche System zu Grunde gelegt und die annuellen Gewächse, -Stauden und Sträucher nach dem früher gebräuchlichen Verfahren auf -parallele Beete gepflanzt. Daneben wurde ein besonderes Quartier für -offizinelle Gewächse bestimmt. -- Durch die vereinte Thätigkeit der -hohen Regierung, des löbl. Stadtrathes, der löbl. Gemeinnützigen -Gesellschaft, sowie einer zu dem Zweck veranstalteten Subskription -gelang es, ein geräumiges, aus drei Abtheilungen, Kalt-, Temperirt- -und Warmhaus bestehendes Gewächshaus zu erstellen, dem sich in der -Folge ein Vermehrungs- und ein kleineres Haus zur Aufbewahrung von -Kalthauspflanzen anschloss. - -Als sich in der Folge das aus Holz erstellte grosse Gewächshaus -als unzulänglich erwies, wurde es im Jahre 1862 durch ein neues, -geräumigeres und aus Eisen konstruiertes ersetzt, zu dessen Bau die -hohe Regierung Fr. 25,000 und der Reservefond der Universität Fr. -10,000 beitrug. Im Jahre 1865 wurde auf dem Areal des botanischen -Gartens ein Polizeiposten und in Verbindung damit eine Gärtnerwohnung -erbaut und endlich im Jahre 1881 an Stelle des alten, baufällig -gewordenen Vermehrungshauses ein neues, aus Eisen gefertigtes -errichtet, das sich in jeder Richtung als zweckmässig erwiesen hat. - -Damit gelangen wir zur Besprechung des Instituts. Ursprünglich war -dasselbe, vom Unterrichtszwecke abgesehen, wesentlich systematischen -Aufgaben gewidmet; die verfügbaren Räume dienten lediglich zur -Aufstellung der Herbarien und der Bibliothek. Im Laufe der Zeit -machte sich jedoch mehr und mehr das Bedürfniss geltend, auch der -anatomisch-physiologischen Richtung in der Wissenschaft Rechnung zu -tragen. Nachdem schon Professor _Schwendener_ in diesem Sinne die -ersten Schritte gethan hatte, wurden seinem Nachfolger Professor -_Pfeffer_ die Mittel zur Einrichtung eines eigentlichen kleinen -Laboratoriums bewilligt und zur Unterhaltung und weiteren Ausbildung -desselben von löbl. Akademischer Gesellschaft ein jährlicher Beitrag -von Fr. 500 ausgesetzt. Mit Hilfe dieser Mittel wurden im Laufe der -letzten Jahre nach und nach die ersten und notwendigsten Apparate -herbeigeschafft, welche zur Ausführung der einfacheren physiologischen -Versuche erforderlich sind. Um endlich dem Bedürfniss nach einigen -grösseren Instrumenten und Apparaten, vor allem nach einem den heutigen -Anforderungen entsprechenden, vollständigen Mikroskope, zu genügen, -wurde im verflossenen Jahre von hoher Regierung und löbl. Akademischer -Gesellschaft ein Extrakredit von Fr. 2,500 bewilligt. - -Wir dürfen diese Zeilen mit dem Bemerken schliessen, dass die -botanische Anstalt in lebendiger Entwicklung begriffen ist. Möge -sie trotz ihres Alters immer jung bleiben, wie der Gegenstand ihres -Studiums, die immer sich neu verjüngende Pflanzenwelt. - - H. Vöchting. - - -9. Normal-anatomische Anstalt. - -Im Sommersemester 1885 wurde diese Anstalt aus dem Collegienhaus am -Rheinsprung in das neuerbaute Vesalianum auf dem Werkhof-Areal verlegt -und theilt sich mit der physiologischen Anstalt in die Räume des -Erdgeschosses und des Souterrains. - -Ueber die Vergangenheit der Anstalt berichtete jüngst in vortrefflicher -Weise Herr Prof. _Wilhelm His_, der Direktor des anatomischen -Institutes in Leipzig. In der Gedenkschrift zur Eröffnung des -Vesalianum (Leipzig 1885) ist »die Geschichte des anatomischen -Unterrichtes in Basel« von ihm niedergelegt und gerade jene Periode -ausführlich behandelt worden, welche die letzten sechzig Jahre umfasst. -_His_ vermochte am besten diesen Theil der Vergangenheit darzustellen, -weil er vom Jahre 1857-72 als Lehrer an der Universität gewirkt und -als geborener Basler während seiner Gymnasial- und Universitätsstudien -die ganze Reihe derjenigen Lehrer persönlich gekannt hat, welche von -_C.G. Jung_ angefangen die vereinigte anatomisch-physiologische Anstalt -geleitet haben. Seit der Berufung des Prof. _W. His_ als Professor -der Anatomie nach Leipzig ist die Anatomische Anstalt, wie an anderen -Universitäten, unter einen selbstständigen Vorsteher gestellt. Die -beträchtliche Steigerung des Besuches der Universitäten in den letzten -zehn Jahren hat sich auch auf die Universität Basel und ganz besonders -auf die medicinische Fakultät erstreckt. Bei dem Fach der Anatomie -macht sich ebenso, wie bei dem Besuch der klinischen Fächer, jede -vermehrte Frequenz doppelt fühlbar. Die Präparierübungen werden nämlich -von jedem Mediciner durch zwei Wintersemester hindurch besucht. So -kommt es, dass bei hundert Medicinern, welche sich auf vier Jahrgänge -vertheilen, die Zahl der Präparanten bis auf fünfzig steigen kann. -Bei solcher Frequenz waren die Räumlichkeiten in dem Collegienhaus -am Rheinsprung, welche kaum für zwanzig Präparanten dürftigen Platz -boten, durchaus ungenügend geworden, und die hohen Behörden gingen -in Verbindung mit der Akademischen Gesellschaft daran, für Anatomie -und Physiologie ein neues Gebäude zu errichten. (Genaueres über die -Entstehungsgeschichte siehe in dem Bericht über die physiologische -Anstalt). - -In dem Neubau des Vesalianums ist die Anatomie in dem Erdgeschoss -untergebracht. Bei der Berechnung des für ein anatomisches Institut -in Basel nothwendigen Raumes wurde eine Frequenz der Anstalt von 60 -Präparanten vorausgesetzt. (Im Winter 1884/85 hatten 56 Mediciner an -den Präparierübungen Theil genommen.) So enthält denn der Präpariersaal -am Westende des Gebäudes mit einer Fläche von 154 Quadratmeter für -jeden Arbeiter 2½ Quadratmeter. Dazu kommt noch in unmittelbarer Nähe -des Seciersaales eine Garderobe. - -Der Hörsaal befindet sich in dem Centrum des Gebäudes, liegt nach -Norden; die Sitzbänke sind nicht amphitheatralisch, sondern senkrecht -zu drei grossen Fenstern gestellt, welche den Raum mit einem -einheitlichen Licht erfüllen. An ihn schliesst sich als nothwendige -Ergänzung ein Saal für anatomische und mikroskopische Demonstrationen, -welche in dem Hörsaal aus besonderen Gründen nicht stattfinden können, -unmittelbar an. Der Demonstrationssaal enthält eine Handsammlung für -die Studierenden der Medicin, welche in der Anstalt arbeiten. Sie -steht ebenso wie der Saal und ein daselbst befindliches Mikroskop zu -freier Verfügung. Auch der Präpariersaal enthält eine grosse Anzahl -von Präparaten, welche der freien Benutzung bei den Präparierübungen -zugänglich sind. - -Eine andere Abtheilung des Erdgeschosses, welche ebenso wie der -Hör- und der Demonstrationssaal nach Norden liegt, umfasst die -Sammlungsräume mit einer Bodenfläche von 111 Quadratmetern. - -Die Arbeitszimmer liegen der Südfront entlang, soweit dieselbe nicht -von dem Präpariersaal, der Garderobe, einer kleinen Treppe und dem -hellen, geräumigen Stiegenhaus eingenommen wird. Das Souterrain ist zur -Hälfte der anatomischen Anstalt zugetheilt, ebenso wie ein Theil des -Speichers. - -Die anatomische Sammlung ist in drei Abtheilungen gegliedert. - -Die erste Abtheilung umfasst die systematische Anatomie, und zwar mit -der bekannten Gliederung in Präparate für die Knochen- und Bänderlehre, -die Eingeweidelehre und die Sinnesorgane, die Gefässlehre, die -Nervenlehre. - -Die zweite Abtheilung umfasst die Rassenanatomie; sie ist in -dem breiten Korridor des neuen Gebäudes in den besonders für -Rassenschädel konstruierten Schränken aufgestellt. Was in dieser -Abtheilung von den Herren _His_ und _Rütimeyer_ gesammelt wurde, -ist durch die Veröffentlichung eines Werkes, betitelt »Crania -helvetica«, in 4º, Basel 1864, auf die Höhe eines wissenschaftlichen -Vergleichungsmateriales gehoben worden. Keine Universität der Schweiz -besitzt eine so ausgedehnte Sammlung schweizerischer Schädel. Die -Schädel der historischen Bevölkerung sind zahlreich vertreten, aber -auch die prähistorische Bevölkerung. Aus der burgundischen und -helvetischen Periode und aus der Periode der Pfahlbauten besitzen wir -manches werthvolle Objekt. - -Die dritte Abtheilung umfasst die embryologische Sammlung, und -besteht aus einer grossen Zahl vortrefflicher Wachspräparate, welche -wir, abgesehen von den Weingeistpräparaten, zum überwiegenden Theile -schenkungsweise von Herrn Prof. _His_ erhalten haben. Sie entstammen -seinen wichtigen Arbeiten über die Entwicklungsgeschichte des Menschen, -des Hühnchens und des Lachses. - -Eine vierte Abtheilung umfasst die mikroskopischen Präparate. Diese -Sammlung ist in einem der nach Süden gelegenen Zimmer aufgestellt. - -Als höchst interessante Reliquien für die Geschichte des anatomischen -Unterrichts sind zu verzeichnen: - -1) ein weibliches Skelett, von _Felix Plater_ - -2) ein männliches Skelett, von _Vesal_ hergestellt. - -Ueber das letztere siehe die oben citierte Abhandlung von _W. His_, S. -3. - -Diese beiden Skelette sind wohl die ältesten Knochenpräparate, welche -in irgend einer anatomischen Sammlung existieren. - -Die anatomische Sammlung ist für 16,000 Franken versichert. - -An der Anstalt wirken zur Zeit, abgesehen von dem Vorsteher, noch ein -Prosektor, Herr Dr.med. _Gottschau_ aus Berlin, und ein Assistent, -stud. med. _VonderMühll_ aus Basel. Der Abwart der Anstalt hat im -Erdgeschoss eine Werkstätte und im Souterrain eine mit Berücksichtigung -aller sanitären Maassregeln erstellte Wohnung. - -Die Länge des stattlichen Gebäudes beträgt 55.43 Meter -- die Breite in -dem Mittelbau 24.20 Meter. Die Westfront trägt in vergoldeten Lettern -den Namen »_Vesalianum._« - - J. Kollmann. - - -10. Vergleichend-anatomische Anstalt. - -Da erst vor kurzem, bei Ablauf von fünfundzwanzig Jahren seit -Uebertragung der Leitung der vergleichend-anatomischen Sammlung an den -Unterzeichneten, der Jahresbericht von 1880 einen Ueberblick über die -allmählige Entwicklung derselben gegeben hat,[34] so kann sich der -gegenwärtige Bericht hinsichtlich jener Periode kurz fassen. - -Ein Keim von Lehrmitteln für vergleichende Anatomie und Zoologie wurde -zu Anfang der zwanziger Jahre, und zwar innerhalb des Rahmens der -Sammlung für menschliche Anatomie zuerst angelegt auf Anregung von -Professor _C.G. Jung_.[35] Die Hauptbestandteile derselben bildete -ein von _Fr. Nusser_, dem Prosektor von Professor Jung, hergestellter -Vorrath von Thierskeletten, hauptsächlich Säugethiere und Vögel. -Allmählig kamen dazu allerlei Geschenke, namentlich osteologischer -Natur, von dem Professor für Botanik und Zoologie, _K.Fr. Meissner_; -ferner die vortreffliche Privatsammlung von Gehörpräparaten des -1843 verstorbenen Dr.med. _Ed. Hagenbach_ als Geschenk von dessen -Erben. Später eine von Herrn Prof. _Miescher-His_ angelegte und -von ihm geschenkte, für die damalige Zeit schon ansehnliche -Sammlung wirbelloser Meerthiere, hauptsächlich aus Neapel, und bald -darauf, durch Ankauf, eine grössere, auch die Fische umfassende, -die von dem Unterzeichneten in den Jahren 1851 und 1853 in Nizza -und Palermo angelegt worden war, so wie allmählig eine Anzahl von -vergleichend-anatomischen Präparaten, welche von den verschiedenen -Inhabern des anatomisch-physiologischen Lehrstuhls, namentlich von -Professor _Alex. Ecker_ und _C. Bruch_ herrührten. - -Bis zum Jahr 1855, wo zuerst (im October) ein besonderer Lehrstuhl für -vergleichende Anatomie und Zoologie errichtet und dem Unterzeichneten -anvertraut wurde, war dieser Vorrath an Lehrmitteln bereits auf circa -1000 Nummern des Präparatenkataloges angestiegen. Untergebracht -waren dieselben in dem kleineren der zwei im ersten Stock des -unteren Collegiums der menschlichen Anatomie angewiesenen Säle; -doch wurde bald nöthig, mit den grossen Skeletten in den Mittelraum -auch des grösseren Saales überzugreifen. Auch für Anschaffungen und -Präparation wurde die Sammlung anfänglich auf Aushilfe von Seiten -der anatomisch-physiologischen Muttersammlung angewiesen, was bei -den beschränkten eigenen Verhältnissen der letztern zu allerlei -Misslichkeiten hätte führen können, wenn nicht bald, schon von 1857 an, -die Berufung von Professor W. _His_ an den Lehrstuhl für menschliche -Anatomie und Physiologie ein volles Einverständniss gesichert hätte. -Immerhin betrug die Einnahme der Sammlung für vergleichende Anatomie -im Jahr 1856 nur Fr. 155 und stieg auch in den folgenden Jahren -nur langsam, sei es -- und vor allem auf Verwendung von Professor -_Jung_, -- durch gelegentliche freiwillige Zuschüsse von Seite der -medicinischen Fakultät, sei es durch ähnliche freiwillige Unterstützung -von manchen Freunden der rasch anwachsenden Sammlung, unter welchen an -Verstorbenen namentlich Prof. K. Fr. _Meissner_ und C. _Streckeisen_ -dankbare Erinnerung verdienen. - -Ueber die allmählige Weitergestaltung giebt etwas einlässlichere -Auskunft der Regenzbericht für 1865. Die Sammlung gliederte sich -nach und nach in drei verschiedenartige Abtheilungen: eine für -vergleichende Anatomie, eine für Zoologie, soweit solche noch nicht -im naturhistorischen Museum Pflege finden konnte, nämlich für -wirbellose Thiere und für Fische und Reptilien in Weingeist, und eine -dritte ausschliesslich aus Geschenken entstandene für Palæontologie, -vorwiegend bestehend aus Thierresten von prähistorischen Fundstellen, -wie Pfahlbauten, Knochenhöhlen u.s.w. bis in die jüngere Tertiärzeit, -letztere hauptsächlich vertreten durch Gipsabgüsse nach den -Originalsammlungen des Auslandes, namentlich Frankreichs und einer -grossen Anzahl von Museen Italiens. - -Eine wesentliche Förderung wurde der Sammlung zu Theil durch das -Universitätsgesetz vom Januar 1866, das ihr in Bezug auf Einnahme -und Haushalt Selbstständigkeit und einen Jahreskredit von Fr. 1000 -nebst Fr. 300 für Bedienung gewährte, wobei indess die freiwilligen -Beiträge nicht ausblieben und namentlich auch die medicinische Fakultät -Jahre lang fortfuhr, ihre Examengebühren vorwiegend dieser Sammlung -zuzuwenden. Wie denn auch der Kreis von Freunden von befreundeten -Anstalten im In- und Ausland und namentlich von Schülern, die aus dem -Ausland oft höchst werthvolle Beiträge an Naturalien, heimsandten, -sich immer mehr vergrössert hatte. An besonders ansehnlichen Beiträgen -aus früheren Jahren nennen wir die Skelettsammlung von Professor J. -J. _Mieg_, die nach dessen Tod im Jahre 1870 der Anatomie so gut als -geschenkweise zufiel, die Jahre lang wiederholten Zusendungen von Dr. -_Karl Dieterich_ aus Michigan, diejenige von _Ed. Spitteler_ in Ceylon, -von Dr. _Zahnd_ im Capland, und vor allem die von 1863-78 fast jedes -Jahr sich wiederholenden höchst werthvollen Geschenke von Dr. _Gustav -Bernoulli_ in Guatemala.[36] - -Alles das nöthigte zu immer grösserer räumlicher Ausdehnung. Schon -1864 war dem dringendsten Bedarf Rechnung getragen worden durch -Glasschränke im Mittelraum des Saales; aber auch von dem Areal für -menschliche Anatomie musste immer ausgiebigerer Gebrauch gemacht -und dessen Mittelraum und Decke gefüllt werden; und von 1877 musste -man unter Entgegenkommen des Professors der pathologischen Anatomie -auch in dessen Sammlungssaal, ein Stockwerk höher, eindringen, wobei -gleichzeitig Manches an die mittlerweile entstandene Reptiliensammlung -des Museums, und auch die Gipsabgüsse tertiärer Säugethiere der -daselbst entstandenen besondern Sammlung abgegeben wurden. - -Vom Jahr 1877 an bis auf 1885 fügte dann die Akademische Gesellschaft -zu den genannten Hilfsmitteln aus dem Kirchen- und Schulgut einen -jährlichen Zuschuss von Fr. 500, der namentlich erlaubt hat, dem bei -derartiger Zunahme an Inhalt und Ausdehnung immer drückenderen Bedarf -an regelmässiger Aushilfe für Bedienung zu begegnen, die bisher oft -unzureichend, oft ganz ausbleibend durch Studierende besorgt worden -war; immerhin verpflichtet auch hier, so gut wie bei Geschenken, -Dankbarkeit, aus älterer Zeit namentlich der treuen und hingebenden -Arbeit der Herren Stud. _Kossakowsky_ und _Tachella_ zu gedenken. - -Die Errichtung einer besondern pathologisch-anatomischen Anstalt -eröffnete uns endlich im Jahr 1881 deren schon theilweise besetzten -Saal vollständig. Trotz der Verdoppelung des Raumes füllte sich indess -derselbe sofort so, dass nirgends merkliche Lücken entstanden und -nicht ersichtlich war, wie der frühere Zustand wieder hergestellt -werden könnte. Dasselbe lässt sich sagen von der in das gegenwärtige -Jahr fallenden schliesslichen Besitznahme auch des Überrestes der -Räumlichkeiten für menschliche Anatomie in Folge der Errichtung des -Vesalianums. - -Erst hierdurch ist die vergleichend-anatomische Sammlung, freilich -immer noch zum Theil in Räumlichkeiten, über deren Ungunst die -Berichte an die Regenz seit Jahrzehnten Klage führten, völlig -unabhängig geworden (mit einem Kredit von Fr. 2100 für die Sammlung -und für Assistenz und wie bisher Fr. 900 für den im Hause wohnenden -Anatomie-Diener). Sie hat auch das frühere Areal der menschlichen und -der pathologisch-anatomischen Sammlungen völlig besetzt und ist eine -besondere Lernsammlung zum Privatstudium der Studierenden in dem alten -Seciersaal eingerichtet, während der sogenannte neue Seciersaal bereits -in diesem Sommer im Anschluss an die Vorlesungen zu Demonstrationen -unter der Leitung des Assistenten, Herrn Cand. phil. _Leuthardt_, -verwendet wurde. - -Über den Inhalt der Sammlung können Zahlen je länger je weniger -richtigen Aufschluss geben. Einige Details gab der schon genannte von -der Akademischen Gesellschaft veröffentlichte Bericht für 1880, den wir -bis 1885 in folgender Weise ergänzen: - -Summa der Katalognummern etwa 5500, wovon über 3000 der -vergleichend-anatomischen Abtheilung, nahezu 2000 der zoologischen und -das Übrige, meist nicht einzelne Gegenstände, sondern ganze Reihen -enthaltend, der palæontologischen zufallen. Für Spezielleres sind in -der osteologischen Sammlung, die immer noch das Schwergewicht bildet, -etwa 820 Spezies von Wirbelthieren vertreten: - - Spezies von - -------------------|---------------- - - Säugethieren Vögeln Reptilien Fischen - - durch ganze Skelette (nahezu 700) 180 127 94 71 - dazu durch Schädel (nahezu 1200) 206 83 30 33 - ----------------------------------- - 386 210 124 104 Summa 824. - -In Weingeist: Wirbellose Thiere 1040, Fische 440, Batrachier und -Reptilien 350 Arten. - -Vergleichend-anatomische Objekte in Weingeist circa 600 Nummern. - -Wichtiger als diese Zahlen ist die Anerkennung, dass diese Hilfsmittel -den Anforderungen des akademischen Unterrichts in einer Weise -entsprechen, die während Jahrzehnten als unerreichbar erschien, und -dass einzelne Abteilungen auch für Spezialstudien eine reiche Fülle -bieten, die immer noch im Zunehmen begriffen ist durch fortdauernde -Fürsorge aus allerlei Quellgebieten, worunter wir für die letzten -Jahre besonders hervorheben die Zusendungen von Dr. _Gränicher_ -(Mittelmeerfauna), von Dr. C. _Passavant_ und Dr. E. _Mähly_ aus -West-Afrika, von Dr. _Paul_ und _Friedrich Sarasin_ aus Ceylon. - -Am Schlusse einer Darstellung, die durch das viele Erfreuliche, das -sie zu melden erlaubt, die Schattenseiten des Rückblickes, die in den -jährlichen amtlichen Berichten häufigen Ausdruck fanden, zu übersehen -verpflichtet, mag es billig sein, beizufügen, dass durch die letzten -Veränderungen endlich auch -- nach dreissig Jahren allerdings etwas -spät -- vielleicht der empfindlichste Übelstand, das Fehlen eines -besondern Lokales für die Vorlesungen, die Tag für Tag an einen grossen -Vorrath von Lehrmaterial gebunden sind, beseitigt werden konnte. - - L. Rütimeyer. - - -11. Physiologische Anstalt. - -Seit der Rekonstruktion der medicinischen Fakultät in den zwanziger -Jahren dieses Jahrhunderts trat die Physiologie als besonderes Lehrfach -auf, anfangs (unter den Herren Fr. _Meissner_ und Fr. _Miescher_, -Vater) mit der vergleichenden Anatomie und der allgemeinen Pathologie -einem Professor zugewiesen, später, nach Prof. _Jung's_ Übertritt zur -praktischen Medicin, mit der deskriptiven Anatomie vereinigt (unter -den HH. A. _Ecker_, C. _Bruch_, G. _Meissner_, W. _His_). Seit Anfang -der fünfziger Jahre entstand allmählig durch Anschaffungen aus dem -für anatomische und physiologische Lehrmittel bewilligten Kredit der -Grundstock einer Sammlung von Instrumenten für physiologische Versuche -und Demonstrationen, als deren älteste, werthvolle Stücke hervorzuheben -sind ein Ludwig'sches Kynographion von Keinath aus dem Jahre 1854, -mehrere Apparate nach Vierordt zur Physiologie des Kreislaufs von -ebendemselben 1855 und 56, sowie ein Dubois'scher Multiplikator von -Sauerwald von 1859. Besondere Lokalien für physiologische Zwecke waren, -mit Ausnahme eines Hörsaals, keine reserviert. - -Bei Anlass der Wegberufung von Herrn Prof. W. _His_ wurde durch -Grossrathsbeschluss vom 24. Februar 1873 eine besondere ordentliche -Professur für Physiologie geschaffen und derselben für die Bedürfnisse -des physiologischen Unterrichts ein jährlicher Kredit von Fr. 1500 aus -Staatsmitteln zugewiesen; ausserdem wurde die Stelle eines zweiten -Abwarts (mit Fr. 1500 Gehalt) kreiert, welchem die Bedienung der -Professoren der Physiologie und der pathologischen Anatomie übertragen -wurde. Der hiemit neu begründeten physiologischen Anstalt wurden -als Räumlichkeiten zugewiesen: ein Hörsaal und ein Arbeitszimmer im -südöstlichen Flügel des Universitätsgebäudes, vom Rheinsprung aus -Parterre, mit besonderem Eingange, beide Räume seit 1866 von Herrn -Prof. _His_ benützt; ferner Thierställe, sowie ein Aquarium in dem -Hofraum neben dem Leichenkeller. Später wurde vom Baudepartement noch -die Einrichtung einer kleinen Werkstätte im Holzschuppen neben dem -Hofthor bewilligt. Die Verbindung zwischen den oberen und unteren -Lokalien war theilweise durch eine Leiter hergestellt. - -Unter den so geschaffenen Verhältnissen konnte während des Zeitraums -von 1872-85 mit Hilfe des bewilligten Kredites (zu welchem 1875 auch -die Akademische Gesellschaft einen Extrazuschuss gewährte) der Bestand -der physiologischen Sammlung ein erfreuliches Wachsthum aufweisen, so -dass die behufs Feuerversicherung im April 1884 aufgenommene Schätzung -einen Werth von Fr. 16,000 ergab. Die eigentliche Anstaltsthätigkeit -war dagegen, sowohl was den Unterricht als was die Forschung betrifft, -in hohem Grade durch Raummangel gehemmt, obwohl auch der Korridor -mit Utensilien angefüllt und jeder verfügbare Raum aufs Aeusserste -ausgenützt wurde. - -Um den oben geschilderten Uebelständen, sowie auch dem Raummangel der -anatomischen Anstalt abzuhelfen, wurde, nachdem in den Jahren 1881 und -1882 seitens der hohen Behörden mehrere Gutachten von der medicinischen -Fakultät über diese Angelegenheit eingeholt worden waren, die -Errichtung eines Neubaues für Anatomie und Physiologie auf dem Areal -des Werkhofes in Aussicht genommen, wozu die Akademische Gesellschaft -in einer Uebereinkunft mit dem Staat vom 20. September 1882 sich -bereit erklärte, die Hälfte der veranschlagten Baukosten bis auf die -Summe von Fr. 160,000 beizutragen. Nachdem letztgenannte Uebereinkunft -von dem Plenum der Akademischen Gesellschaft ratifiziert war und -den 29. Januar 1883 auf Grund dieses Vertrages das ganze Projekt, -sowie die von Herrn Reber ausgearbeiteten Pläne die Genehmigung des -Grossen Rathes erhalten hatten, wurde im Frühjahr 1883 der Bau unter -Leitung von Herrn P. _Reber_ begonnen, noch im Spätherbst desselben -Jahres unter Dach gebracht, und nachdem über dem innern Ausbau und -den Einrichtungsarbeiten noch das Jahr 1884 verstrichen war, mit dem -Beginn des Sommersemesters 1885 für den Unterricht eröffnet. Zu Ehren -des grossen Neubegründers der menschlichen Anatomie, der 1542/43 auch -in Basel wirkte, _Andreas Vesalius_, erhielt der Neubau den Namen -»Vesalianum«. - -Von den Räumen des Vesalianums sind hinwiederum der physiologischen -Anstalt zugetheilt: das ganze erste (obere) Stockwerk mit Ausnahme -eines Hörsaales nebst Wartezimmer für Privatdocenten verschiedener -medicinischer Fächer; ferner die Räume der Dachetage mit Ausnahme einer -Kammer, eines kleinen Zimmers nach Süden für mikrophotographische -Arbeiten, sowie eines Theiles des Dachbodens im Westanbau, welche -Lokalien der anatomischen Anstalt zugewiesen sind; in die Räume des -hellen und luftigen Souterrains theilen sich, soweit sie nicht durch -die Heizungsanlagen in Beschlag genommen sind, die anatomische und die -physiologische Anstalt, welche letztere daselbst ihre Behälter für -Thiere, ihre Vorräthe von Chemikalien und andere Utensilien unterbringt. - -Die Hauptetage enthält die nöthigen Räume und Einrichtungen, um neben -den theoretischen und experimentellen Vorlesungen in den verschiedenen -Richtungen der physiologischen Wissenschaft selbstständig zu arbeiten -und Schüler praktisch zu unterrichten: einen Hörsaal für circa fünfzig -Zuhörer, dazu ein Vorbereitungszimmer, worin auch die physiologische -Sammlung aufgestellt ist; ein grösseres und ein kleineres -Laboratorium für physiologisch-chemische Arbeiten, mit zusammen -zwanzig Arbeitsplätzen; ein kleines Zimmer für Elementaranalysen, ein -Waagezimmer, ein Zimmer für physikalisch-chemische Untersuchungen, -Privatlaboratorium und Bureau des Professors, ein Zimmer für -mikroskopische Arbeiten, einen grösseren Raum für Experimente, -einen Raum für Gasanalysen, zwei Arbeitsräume, welche für -physikalisch-physiologische Untersuchungen bestimmt sind, eine -Werkstätte für den Abwart. - -Um den vermehrten Bedürfnissen der so bedeutend erweiterten -physiologischen Anstalt Rechnung zu tragen, wurde durch -Grossrathsbeschluss vom 16. März 1885 für die erste instrumentale -Ausrüstung ein Kredit von Fr. 5,000 bewilligt und der regelmässige -jährliche Staatsbeitrag von Fr. 1,500 auf Fr. 2,000 erhöht; ausserdem -wurde für einen Assistenten ein jährlicher Beitrag von Fr. 1,500 -ausgesetzt. Der Abwart bezieht den bisherigen Gehalt von Fr. 1,500 bei -freier Wohnung im Dachgeschoss. - - Friedrich Miescher-Rüsch. - - -12. Pathologisch-anatomische Anstalt. - -Die pathologische Anatomie ist an hiesiger Universität seit 1850 durch -eine eigene Professur vertreten. Doch war schon früher dieses Fach -von Lehrern der medicinischen Fakultät berücksichtigt worden. Wir -besitzen noch heute einige von _Felix Plater_ herrührende Präparate; -der wichtigste Theil des Grundstockes der pathologisch-anatomischen -Sammlung entspringt der vielseitigen Thätigkeit von _C.G. Jung_. -Unter anderm bewahren wir das Präparat einer von _Jung_ ausgeführten -Ovariotomie auf, als Erinnerung an die erste in der Schweiz ausgeführte -Operation dieser Art. - -Seit Uebernahme der Professur durch Herrn _Miescher_ (Vater) -hat regelmässiger Unterricht in der pathologischen Anatomie und -fortwährende Vermehrung der Sammlung stattgefunden. Für Beides ist auch -durch den Verstorbenen _C.E.E. Hoffmann_ Vieles geschehen. - -Sowohl das Wachsthum der Sammlung, als die seit Ende der sechziger -Jahre steigende Zahl der Medicin-Studierenden liessen den Mangel an -Raum im Universitätsgebäude immer fühlbarer hervortraten. Nachdem -schon seit 1872 auf Abhilfe gesonnen worden war, gelang es 1879 durch -das Zusammenwirken der Akademischen Gesellschaft, des Pflegamtes des -Spitals und des Staates einen Ausweg zu finden. Durch Vertrag vom 10. -März 1879 wurde die Erstellung eines den Zwecken der pathologischen -Anatomie dienenden Gebäudes beschlossen. Die Akademische Gesellschaft -leistete an die Kosten Fr. 85,000, das Spital Fr. 30,000. Letzteres -gab zugleich das nothwendige Areal; der Staat übernahm Fr. 18,000 für -Ausrüstung der Anstalt. Das Gebäude wurde 1880 beendigt und im Herbst -desselben Jahres bezogen. - -Die Lage des Gebäudes im Garten der Spitals entspricht dem Zweck -der Anstalt. In dem einstöckigen Mittelbau finden sich oben Hörsaal -und Sammlungsräume, unten die Arbeitszimmer für Studierende und -den Professor. Der eine Parterreflügel enthält einen Saal zum -Mikroskopieren, der andre zwei Sektionsräume. Das Souterrain besitzt -Abteilungen für Leichen, Präparate, Brennmaterial u.s.w. - -Im Jahr 1881 hat der Staat den bisherigen Jahreskredit der Anstalt um -Fr. 1,200 erhöht. - -So ist der pathologischen Anatomie eine gedeihliche Entwicklung -gesichert worden. Der Unterricht zerfällt in Vorlesungen und in -praktische Uebungen der Studierenden; für beides liefert die Sammlung -Objekte zur Demonstration. Ausser den Sektionen des Spitals werden -die des Kinderspitals und bei eintretendem Bedürfniss auch solche für -Privatärzte vorgenommen. Die Sammlungen werden stets vermehrt; sie -erhalten alljährlich Beiträge von der chirurgischen und gynäkologischen -Klinik, sowie von hiesigen und auswärtigen Aerzten. Studierende -und Aerzte finden in der Anstalt Gelegenheit, sich einlässlich mit -pathologisch-anatomischen Untersuchungen zu befassen. - -Einige Zahlen mögen ein annäherndes Bild von dem Stande der -pathologisch-anatomischen Anstalt geben. Von 1873-79 betrug die Zahl -der Sektionen im jährlichen Durchschnitt 222, von 1880-84 309. Die -Sammlung zählt jetzt 3517 Präparate, wovon 2662 in Spiritus, 855 -trocken aufbewahrt werden. Der jährliche Zuwachs seit 1873 beziffert -sich durchschnittlich auf 150-180 Nummern. Grössere anatomische -Arbeiten sind von jungen Aerzten unter Leitung des Vorstehers -ausgeführt und durch den Druck veröffentlicht worden 1873-79 eine, -1880-84 zehn. - - Moritz Roth. - - -13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale. - -Eine reguläre medicinische Klinik nach dem Muster anderer -Universitätskliniken existiert in Basel erst seit dem Jahre 1865, -wenn auch schon früher von Herrn Professor Dr. _Jung_ sel., gewesenem -Oberarzte der medicinischen Abtheilung des Bürgerspitals, wohl während -der Morgenvisite im Krankenhause gelegentlich klinischer Unterricht -ertheilt worden ist. Die Einführung einer ständigen medicinischen -Klinik, als integrirenden Bestandtheils des medicinischen Unterrichtes -an hiesiger Universität, wurde im März 1865 durch Vereinbarung zwischen -der Staatsbehörde und Spitalbehörde beschlossen, der Beschluss -vom Grossen Rathe nachträglich genehmigt und zu gleicher Zeit das -neuzugründende Institut zur Beschaffung seiner Lehrbedürfnisse, -insbesondere zur Ertheilung von Freibetten an geeignete Patienten, mit -einem jährlichen Kredite versehen. Nachdem so eine medicinische Klinik -im eigentlichen Wortsinne erst ermöglicht worden war und mit erfolgtem -Ableben des Herrn Professor _Jung_ das Lehrfach der klinischen Medicin -durch Berufung des Herrn Professor Dr. _Carl Liebermeister_ an hiesige -Universität einen neuen geeigneten Vertreter erhalten hatte, begann die -medicinische Klinik unter dessen Leitung zu Anfang des Wintersemesters -1865/66 und ist sie seitdem permanent Universitätsattribut geblieben. -Sie wird wöchentlich fünfmal (an den Wochentagen, mit Ausnahme des -Donnerstags) Vormittags im Bürgerspitale abgehalten, anfänglich -vor der chirurgischen Klinik von 9-10½ Uhr, später und zwar seit -Sommersemester 1878 (inclus.) durch Austausch der Stunden erst nach -dieser letzteren, nämlich von 10½-12 Uhr. Als Vorsteher der Klinik, -und zugleich als ordentliche Professoren der speziellen Pathologie -und Therapie an der Universität, fungierten bisher der schon genannte -Professor Dr. _Liebermeister_ und, nach erfolgter Berufung desselben -an die Universität Tübingen, seit Herbst 1871 der Unterzeichnete. -Dem Chefarzte der Klinik standen ferner bisher jeweilen zwei jüngere -absolvierte Aerzte als Assistenzärzte zur Seite, von denen der eine die -männlichen, der andere die weiblichen Patienten unter sich hat. Die -Amtsdauer derselben soll ordnungsgemäss je zwei Jahre betragen, hat -aber in Wirklichkeit wiederholt mehr (bis zu vier Jahren), wiederholt -auch weniger lange (nur ein Jahr) gewährt. Ausserdem besitzt sowohl -die männliche wie die weibliche Abtheilung auch noch je einen aus -der Zahl der Studierenden der Medicin und Klinicisten gewählten -Hilfsassistenten, der auf die Dauer eines Semesters sich zum Dienst -auf der betreffenden klinischen Abtheilung verpflichtet und dem die -kleineren Obliegenheiten auf derselben unterstellt sind. Ausser der vom -Chefarzt selbst gehaltenen medicinischen Klinik werden im Anschluss und -zur Vorbereitung auf dieselbe den jüngeren und angehenden Klinicisten -auch noch verschiedene diagnostische und propädeutische Kurse ertheilt. -So findet namentlich in jedem Semester wenigstens ein (nach Bedürfniss -gab es deren mitunter auch wohl zwei) theoretisch-praktischer Kursus -in der physikalischen Diagnostik (Auskultation und Perkussion) -wöchentlich in zwei Stunden Seitens des Einen der beiden Assistenzärzte -statt, während dem Anderen die Abhaltung eines laryngoskopischen -Kurses obliegt; ferner hält der Chefarzt selbst seit 1881 auch noch -zum wenigsten in jedem Wintersemester einen zweistündigen Kurs -über klinische Propädeutik, in welchem namentlich die methodische -Krankenuntersuchung allseitig und zusammenfassend betrieben und -damit der junge Mediciner direkt auf das Praktizieren in der Klinik -vorbereitet wird. - -Die Frequenz der klinischen Zuhörer hat sich seit 1865 um ein -Ansehnliches gehoben; während sie im ersten Semester des Bestehens -der Klinik (Wintersemester 1865/66) nur 8 betrug, war sie beim Wegzug -des Herrn Professor _Liebermeister_ im Sommersemester 1871 bereits -auf 19 gestiegen. Im Sommersemester 1872 erreichte sie dann die Zahl -von 24 ordentlich inskribierten Zuhörern; im Wintersemester 1878/79 -die von 36, und im Wintersemester 1880/81 ihr bisheriges Maximum -mit 43 Inscribierten. In den letzten zwei Jahren bewegte sich die -Frequenz anhaltend zwischen 30-40, sie betrug im Wintersemester -1883/84 35, im Sommersemester 1884 37, im Wintersemester 1884/85 35 -und im Sommersemester 1885 endlich 33 Hörer. Ausser von Studierenden -der Medicin und nicht immatrikulierten Zuhörern ist aber die Klinik -seit ihrem Bestehen auch schon wiederholt von praktischen Aerzten, -einheimischen wie fremden, theils vorübergehend, theils auch dauernder -besucht worden. - -Die klinischen Patienten rekrutieren sich theils aus der städtischen -Bevölkerung, die im Bürgerspitale ärztliche Hilfe sucht und Aufnahme -findet; theils aus Fremden, denen vom Direktor der Klinik behufs -Vorstellung und Besprechung derselben in der Klinik klinische -Freibetten ertheilt werden. Von den gewöhnlichen Spitalpatienten aus -der Stadt und nächsten Umgebung werden nur solche Fälle in der Klinik -vorgestellt, an welche sich ein besonderes wissenschaftliches -- sei -es pathologisches, sei es therapeutisches -- Interesse knüpft, und -welche vom Direktor der Klinik deswegen als zur klinischen Besprechung -tauglich befunden werden. Die Vorstellung der Kranken erfolgt ferner -immer nur nach deren ausdrücklich eingeholter Einwilligung hierzu, -und es haben Schwierigkeiten in dieser Beziehung seit Bestehen der -Klinik nur sehr vereinzelt stattgefunden. Von kardinaler Wichtigkeit -aber für die gedeihliche Entwicklung des klinischen Unterrichtes (auf -dem Gebiete der innern Medicin, wie der Chirurgie und Geburtshilfe) -ist jedenfalls das den Kliniken seit deren Begründung zugestandene -Recht der Freibetten gewesen. Was speziell die medicinische Klinik -anlangt, so steht es nach demselben dem internen Kliniker zu, -gleichzeitig je bis zu zehn Patienten, völlig unabhängig von deren -Heimatsverhältnissen und deren Zahlungsfähigkeit, lediglich zum Zwecke -des Unterrichtes Aufnahme im Spitale zu gewähren, wenn deren Kranksein -wissenschaftlich-fachliches Interesse darbietet. Die so aufgenommenen -Kranken stellten nach und nach ein Hauptkontingent zur Klinik; sie -zahlen, wenn sie bedürftig sind, nichts, oder andernfalls eine sehr -ermässigte, tägliche Verpflegungstaxe, die gegenwärtig Fr. 1.50 pro Tag -beträgt. Die Nachfrage nach diesen klinischen Freibetten ist anfänglich -eine geringere, im weitem eine immer wachsende gewesen, und oft ist -es in den letzten Jahren vorgekommen, dass Gesuche um Aufnahme in -diese Freibetten abgewiesen werden mussten, weil es an dem überhaupt -verfüglichen Raume fehlte, oder weil der betreffende Fall sich nicht -zur Besprechung in der Klinik vorzugsweise eignete. So haben im Jahre -1884 im Ganzen nur 52, im Jahre 1882 nur 56 Gesuche berücksichtigt -werden können, während im dazwischenliegenden Jahre 1883 die Zahl der -in Freibetten aufgenommenen Patienten 95 und im Jahr 1881 80 betragen -hat. - -Aus vorstehendem Ueberblick über die Verhältnisse der medicinischen -Klinik während der ersten zwanzig Jahre ihres Bestehens erhellt, dass -die Entwicklung des Institutes in allen Hauptbeziehungen eine sehr -glückliche genannt werden darf. Es fehlt ihm namentlich weder an einer -ausreichenden Frequenz der Zuhörer, noch an dem nöthigen Lehrstoffe in -Bezug auf klinisch-brauchbare Fälle. Zu wünschen wäre dagegen sehr, -dass ihr für die grössere Zahl der Besucher auch ein grösserer und -zweckmässig eingerichteter Hörsaal nach dem Muster anderer Kliniken im -Spitale eingerichtet würde, und dass namentlich dem Kliniker und dessen -Mitarbeitern daselbst etwelche passend gelegene und hinlänglich grosse -Arbeitsräume zugewiesen würden, da es an solchen schon seit mehreren -Jahren nahezu völlig gebricht, und die früher disponibeln Räume zu -Krankenzimmern eingerichtet werden mussten. Es steht zu erwarten, dass -diesen Uebelständen bei der bevorstehenden Verlegung des Irrenhauses -Rechnung getragen werde, da andernfalls ein Hauptzweck der Klinik, -wissenschaftliche Forschung zu fördern und überhaupt in strenger -Methode zu ermöglichen, nur in der unvollkommensten Weise erfüllt -werden könnte. - - Hermann Immermann. - - -14. Chirurgische Klinik. - -Die chirurgische Klinik in Basel datiert vom Jahre 1865. Wohl hatten -schon früher die Oberärzte des hiesigen Bürgerspitals die Befugniss, -bei ihren Krankenbesuchen und bei Vornahme von Operationen Studierende -der Medicin zuzuziehen; einen geordneten regelmässigen klinischen -Unterricht gab es aber nicht und konnte es aus Mangel an den nöthigen -Einrichtungen nicht geben. An die Einführung eines solchen konnte -erst gedacht werden, als den 15. März 1865 durch einen Beschluss des -Kleinen Rathes die letzten Hindernisse fielen, welche der Vollziehung -der zwischen der Universitäts-Behörde und dem löblichen Spitalpflegamt -getroffenen Vereinbarung entgegenstanden. Schon für das Sommersemester -1865 wurde ein erster Anfang gemacht; doch fanden die angekündigten -klinischen Vorträge wenig Berücksichtigung, weil der gleichzeitig neu -organisierten medicinischen Klinik die entsprechende Leitung noch -fehlte. Erst als durch Berufung von Herrn Professor _Liebermeister_ -für das folgende Wintersemester diesem Mangel abgeholfen war, konnte -den 7. November 1865 vor 9 inskribierten Praktikanten und einer -Anzahl hiesiger Aerzte die chirurgische Klinik in Basel als definitiv -constituiert erklärt und eröffnet werden. - -Von diesem Tage an bis heute wurde dieselbe, mit nur zwei -nennenswerthen Unterbrechungen während der Kriegsjahre 1866 und 1870, -jeweilen in anderthalb Stunden Vormittags an fünf Wochentagen vom -Unterzeichneten gehalten. - -Die schon erwähnte Uebereinkunft zwischen dem Regierungsrath und -dem Stadtrath, welche im Jahre 1875 erneuert und erweitert wurde, -beseitigte den Hauptübelstand früherer Zeit durch die Einführung -der sogenannten Freibetten. Diese Einrichtung giebt dem klinischen -Vorstand die Befugniss, »bis auf 10 Betten mit Kranken zu besetzen, -welche nach seinem eigenen freien Ermessen, ohne Rücksicht auf Heimath, -Zahlungsfähigkeit und sonstige Berechtigungsgründe aufzunehmen sind.« -Da die gewöhnlichen Spitalkranken, ihrer Zahl und Beschaffenheit -nach, in keiner Weise genügen konnten, um die nöthige Abwechslung -in der Wahl der zum Unterricht zu verwendenden Krankheitsfälle -zu ermöglichen, waren und sind diese Freibetten geradezu eine -Lebensbedingung für die hiesige chirurgische Klinik, abgesehen davon, -dass dieselben für viele arme, unglückliche Kranke der Stadt und der -Umgebung eine grosse Wohlthat sind. Sobald daher durch den Ausbau -des neuen Krankenhausflügels der Raum es erlaubte, wurde von der -neuen Einrichtung ein im Laufe der Jahre immer steigender Gebrauch -gemacht. Während in den ersten Jahren die Zahl der in die chirurgischen -Freibetten aufgenommenen Kranken zwischen 40 und 60 schwankte, stieg -sie später auf 100 bis 150. Im Ganzen sind während der letzten -neunzehn Jahre 1854 Freibettpatienten, meist schwere und seltene -Krankheitsfälle, zum Unterricht verwendet worden. - -Der jeweilige Assistenzarzt der Abtheilung war auch stets in der Klinik -thätig und unterstützte den Vorstand bei den Demonstrationen und -Operationen; ebenso hielt derselbe regelmässig einen praktischen Kurs -in der Verband- und Instrumentenlehre. - -Die Frequenz des Besuchs von Seiten der Studierenden war von Anfang an -eine stetig zunehmende. Während der ersten fünf Jahre war das Mittel -per Semester 12 Zuhörer und Praktikanten; in den darauffolgenden fünf -Jahren stieg dasselbe auf 22,3. In den letzten zehn Jahren betrug es -30. Im Ganzen inskribierten sich während der verflossenen zwanzig Jahre -946 Studierende. - -Da heutzutage von jedem jungen Arzt verlangt wird, dass er ein durch -vorherige sorgfältige Uebung gesichertes Wissen und Können fertig in -die Praxis mitbringt, und da er selbst nur unter dieser Bedingung -den schweren Verpflichtungen, die er gleich bei Anfang seiner -Berufsthätigkeit übernimmt, Herr zu werden vermag, ist es eine der -Aufgaben des Unterrichts, die Erwerbung praktischer Kenntnisse und -Fertigkeiten so viel wie möglich zu erleichtern. Ein ganz wesentliches -Mittel hiezu sind die Assistentenstellen. Sie stehen jedem Mediciner -aus den älteren Semestern offen, vorausgesetzt, dass er sich sonst -durch seinen Charakter dazu qualifiziert und für ein Jahr sich -verpflichtet. Seit 1865 sind über 40 Studierende als Assistenten der -chirurgischen Klinik thätig gewesen. - -Den finanziellen Bedürfnissen der Klinik durch Anschaffung von -Lehrmitteln jeder Art wurde im Lauf der Zeit in verschiedener -Weise genügt. Anfangs bezog hierzu der Vorstand jährlich eine -bestimmte Summe aus dem »Klinischen Kredit.« Nach 1875 übernahm die -Spitalverwaltung diese Ausgaben für sämtliche klinische Institute -gegen eine bestimmte jährliche Gesamtvergütung. Ausserdem erhielt die -chirurgische Klinik einen Zuschuss von Fr. 200 aus dem medizinischen -Vermächtnissfond. Endlich wurde durch Regierungsrathsbeschluss vom -23. December 1882 eine Summe bis auf Fr. 2000 jährlich dem jetzigen -Vorstand der Klinik zu Unterrichtszwecken bewilligt. Dadurch wurde -letzterer in den Stand gesetzt, sein Privatlaboratorium auch einzelnen -Studierenden zu eröffnen und einen Assistenten zur Unterstützung ihrer -wissenschaftlichen Arbeiten anzustellen. - - August Socin. - - -15. Geburtshilflich-gynækologische Klinik. - -Bis zum Sommersemester 1868 fehlte jeder praktische Unterricht in -Geburtshilfe und Gynækologie. - -Theoretischer Unterricht wurde in verdankenswerther Weise von dem -Privatdocenten Herrn Dr. _Achilles Burckhardt_ ertheilt. - -Am 3. Juni 1868 wurde die geburtshilflich-gynækologische Klinik im -Neubau des Bürgerspitals eröffnet. Als Leiter der Klinik war im April -1868 der bisherige Privatdocent Dr. J.J. _Bischoff_ berufen worden -im Einverständnisse mit löbl. Spitalpflegamte, welches demselben die -Leitung der Abtheilung übertrug, deren Belegraum ohne Privatzimmer etwa -22 Betten betrug, welche Zahl später auf 44 stieg. Im Anfang hatte der -Vorsteher die Leitung von Abtheilung und Klinik allein zu besorgen und -erst mit Januar 1875 wurde hauptsächlich aus klinischen Rücksichten ein -Assistenzarzt angestellt, welcher im Spitale Station hat. - -In den ersten Semestern wurde die Klinik regelmässig viermal -wöchentlich von 8-9 Uhr gehalten, später dreimal; dagegen wurde vom -Wintersemester 1877/78 an wöchentlich einstündig ein diagnostischer -geburtshilflicher Kurs gehalten und zwar bis zum Sommersemester 1885 -von dem jeweiligen Assistenzarzte und von da vom Vorsteher. Ausser den -regelmässigen Stunden wurde den Klinicisten Gelegenheit gegeben, den -Geburten bei Tag und bei Nacht beizuwohnen, indem dieselben jeweilen -durch einen Bediensteten des Spitals herbeigerufen wurden. - -Anfänglich wurden in der Klinik fast ausschliesslich geburtshilfliche -Fälle vorgestellt; von Jahr zu Jahr mehrten sich aber die Aufnahmen -Frauenkranker, so dass die Klinik jetzt beiden Disciplinen der -Gynækologie im weitern Sinne gerecht wird. - -Um die Aufnahme auch auswärtiger klinisch interessanter Krankheitsfälle -zu ermöglichen, war die Klinik von Anfang mit vier klinischen -Freibetten ausgestattet worden, welche Zahl dem Bedürfnisse aber lange -nicht genügte. Später wurde die Zahl auf zehn erhöht, wobei wie in den -andern Kliniken ein Theil unentgeltlich, ein anderer gegen die übliche -Taxe aufgenommen wird. - -In den ersten Jahren ihres Bestehens litt die Klinik (und dies steht -in Zusammenhang mit der Anzahl der Freibetten einerseits und mit der -anfänglichen Scheu der Bevölkerung vor Aufnahme in Spitalabtheilungen, -an welchen Klinik gehalten wurde, andrerseits, eine Scheu, die seit -Jahren nur zu vollständig abgelegt worden ist) einigermaassen Mangel an -für die Klinik verfügbaren Krankheitsfällen; ziemlich bald aber mehrten -sich diese so, dass gegenwärtig immer genügend für den klinischen -Unterricht gesorgt ist. Es geht dies am besten aus folgenden Zahlen -hervor. - -Im Jahre 1868 betrug die Zahl sämtlicher verpflegten Frauen 88 (wovon -83 Schwangere, 2 Wöchnerinnen mit 67 Geburten und 3 Frauenkranke) und -die Zahl der Kinder 74; im Jahre 1884 dagegen betrug die Zahl der -Frauen 644 (wovon 442 Schwangere und Wöchnerinnen mit 420 Geburten und -202 Frauenkranke), die der Kinder 421. -- Hiezu kommen noch 102 weitere -gynækologische Fälle, welche nur ambulatorisch behandelt wurden. - -Einer wissenschaftlichen Verwerthung des klinischen Materiales stand -bis jetzt der vollständige Mangel an dazu nöthigen Räumlichkeiten im -Wege, so dass sowohl die vom Vorsteher und dessen Assistenzärzten zum -Drucke gelangten Arbeiten, als auch die aus der Klinik entstandenen -Dissertationen von Schülern derselben nur praktische Gebiete beschlagen -konnten, während von experimentellen Arbeiten nie die Rede sein konnte. -Die Klinik besitzt denn auch, ausser den für Operationen nöthigen -Instrumenten, nur ganz wenige Apparate, dagegen eine schon ziemlich -ansehnliche Anzahl dem Unterrichte dienlicher Präparate. - - J.J. Bischoff. - - -16. Psychiatrische Klinik. - -Es wurden zwar von Herrn Professor _Brenner_ sel. in früheren Jahren -öfters Kranke der Irrenabtheilung vor einzelnen Medicin-Studierenden -demonstriert, doch begann der eigentliche regelmässige und methodische, -theoretische und klinische Unterricht im Gebiete der Geisteskrankheiten -erst im Herbste 1875. Es war dies eine Folge des Beschlusses E.E. -Grossen Raths von Baselstadt vom 1. Februar 1875, wonach für das -Fach der Psychiatrie an der medicinischen Fakultät ein ordentlicher -Professor angestellt wurde. Als solcher wurde Dr.med. _Ludwig Wille_, -damals Direktor der Irrenanstalt St. Urban, ernannt, welcher Ende -Oktober 1875 seine Wirksamkeit mit der Eröffnung der psychiatrischen -Klinik im städtischen Spital begann und bis jetzt fortsetzte. Durch -die Genehmigung der Anstellung eines Assistenzarztes, der Anschaffung -geeigneter Lehrmittel und zu klinischen Zwecken dienender Apparate, -der Verwendung von klinischen Freibetten im Verlaufe der nächsten -Jahre erhielt die psychiatrische Klinik allmählig auch die nothwendige -Unterstützung zu ihrem ferneren Bestande und zu weiterer Entwicklung. -Die im Verlaufe der letzten zehn Jahre geradezu verdoppelte Zahl der -Aufnahmen von Kranken in die Abtheilung ergab auch das genügende -Material für Beobachtung und Untersuchung. Leider sind die für die -psychiatrische Klinik verwendeten zwei wöchentlichen Stunden wenig zur -Erfüllung der Aufgabe, was jedoch durch den regelmässigen Besuch der -theoretischen Vorlesungen über Psychiatrie während zwei Semestern von -Seite der Studierenden wieder einigermaassen ausgeglichen wird. - -Die Zahl der die psychiatrische Klinik besuchenden Studierenden -während der vergangenen zehn Jahre betrug 199, wovon 104 auf die -Winter- und 95 Studierende auf die Sommersemester treffen. Das Maximum -derselben in den Wintersemestern war 16, das Minimum 4, der mittlere -Durchschnitt 10,4; das Maximum in den Sommersemestern 15, das Minimum -5, der Durchschnitt 9,5 Studierende. Es konnten in den einzelnen -Wintern durchschnittlich 41, in den Sommern durchschnittlich 26 Kranke -demonstriert werden. Es machte sich hiebei weniger das mangelnde -Interesse der Studierenden an dem Spezialfach, als vielmehr die oft -ungenügende Vorbildung in den Thatsachen und Lehren der Nervenanatomie, --Physiologie und -Pathologie störend geltend. Immerhin wird das -Spezialfach, das bei der Schlussprüfung nicht verwerthet wird, stets -nur bei den Strebsamsten das volle Interesse dauernd wach halten. - -Von gröster Bedeutung für die Zukunft der psychiatrischen Klinik ist -der durch das rühmens- und dankenswerthe Entgegenkommen unsrer Tit. -hohen staatlichen und städtischen Behörden, dann durch den hohen -Bürgersinn der Frau _Merian_ ermöglichte Beschluss E.E. Grossen Rathes -vom 23. April 1883 der Errichtung einer neuen, zur Aufnahme von 210 -Kranken bestimmten kantonalen Irrenanstalt an Stelle der bisherigen in -jeder Beziehung ungenügenden Irrenabtheilung des Spitals. Es wird nach -dem gegenwärtigen Stande der baulichen Verhältnisse möglich sein, die -Anstalt im Laufe des Sommers 1886 zu beziehen. Wenn auch einerseits, -besonders im Anfang, die etwas weite Entfernung der neuen Anstalt von -der Stadt störend auf den Besuch der Klinik einwirken dürfte, so ist -andrerseits zu hoffen, dass durch das reichere und mannigfaltigere -Krankenmaterial, durch die dem Standpunkt der modernen Wissenschaft -entsprechende Ausrüstung, durch die korrekte, den Lehrzweck -berücksichtigende Eintheilung und Ausführung der neuen Anstalt diese -Störung wieder ihre Ausgleichung finden wird. Es wird dann die -psychiatrische Klinik würdig den übrigen grossartigen Schöpfungen des -medicinischen Unterrichts während der letzten zwei Jahrzehnte dastehen -und hoffentlich in gleicher Weise durch die passende Verpflegung und -Behandlung der Kranken, wie durch die Verbreitung der für die Praxis -so nöthigen psychiatrischen Kenntnisse, die grossen vom Staate und von -Privaten geleisteten finanziellen Opfer rechtfertigen. Möge die neue -Anstalt für ferne Zeiten den Bewohnern Basels zum Segen gereichen, wie -sie stets als ein herrliches Denkmal bürgerlichen Edel- und Opfersinns -anerkannt werden wird! - - Ludwig Wille. - - -17. Poliklinik des Bürgerspitals. - -Auf Anregung der Oberärzte des Spitals wurde im Jahre 1874 am 31. -August durch Vertrag zwischen der Curatel unserer Universität und -dem Pflegamte des Bürgerspitals bestimmt, dass in Verbindung mit dem -letztem eine Poliklinik eröffnet werde, welche zunächst die Aufgabe -haben sollte, solchen Kranken, welche Spitalaufenthalt nicht nöthig -hatten, in einem täglich geöffneten Ambulatorium unentgeltlich Rath -zu ertheilen und welche gleichzeitig auch als klinisches Institut dem -Unterrichte der Studierenden dienen sollte. - -Dieses Ambulatorium wurde unter der Aufsicht und Direktion der -Oberärzte des Spitals durch einen ad hoc ernannten Assistenzarzt -geleitet und dazu am 22. Oktober 1875 erwählt der Privatdocent für -Pharmakologie Dr. _Rudolf Massini_; derselbe wurde in der Folge im -Jahre 1877 zum ausserordentlichen Professor und 1882 zum Direktor der -Poliklinik ernannt. - -Als Lokal wurden vom Pflegamte des Bürgerspitals zwei -Parterrelokalitäten des Markgräfischen Hofes zur Verfügung gestellt, -welche einestheils mit der Strasse, anderntheils mit dem Spital in -direkter Verbindung stehen und von denen das eine als Wartezimmer, das -andere als Untersuchungssaal und Auditorium dienen; dieselben wurden -zu diesen Zwecken baulich entsprechend eingerichtet; bei der Ausdehnung -des Institutes wurden auch die wünschenswerthen Verbesserungen und -Einrichtungen von dem Bürgerspitale stets in zuvorkommender Weise -ausgeführt. Am 30. November 1874 konnte die Anstalt für Publikum und -Studierende eröffnet werden. - -Ueber die Frequenz giebt folgende Tabelle Aufschluss: - - Winter- Studie- Sommer- Studie- Frequenz. Personen. Konsul- - Sem. rende. Sem. rende. tationen. - - 1874/75 5 1875 6 1874 111 176 - 1875/76 8 1876 8 1875 1258 3644 - 1876/77 7 1877 5 1876 2277 5555 - 1877/78 3 1878 3 1877 3475 8469 - 1878/79 8 1879 6 1878 4375 10538 - 1879/80 3 1880 6 1879 4464 9613 - 1880/81 4 1881 11 1880 4972 10903 - 1881/82 2 1882 5 1881 5630 11689 - 1882/83 5 1883 8 1882 5692 12040 - 1883/84 13 1884 18 1883 6641 13050 - 1884/85 14 1885 15 1884 7291 14985 - -Von grossem Einfluss auf den Besuch der Studierenden war die Zeit der -Abhaltung der Poliklinik; dieselbe war in den Jahren 1874-77 auf die -Nachmittagsstunde verlegt worden, als die Freistunde der arbeitenden -Klassen; für die Hörer aber, welche den ganzen Vormittag die Kliniken -besuchen, eine unbequeme Zeit; auch die Verlegung auf Vormittags 8-9 -Uhr, welche Zeit theils mit der geburtshilflichen, theils mit der -ophthalmologischen Klinik kollidierte, war ohne Erfolg, und erst die -seit 1881 eingeführte Morgenstunde 7-8 Uhr brachte eine erfreulichere -Frequenz. - -Neben dem Ambulatorium wurden stets auch Besuche in der Stadt -gemacht und einzelne Patienten vorgerückteren Schülern zur Besorgung -überwiesen. Doch war es aus Mangel an Assistenz nicht möglich, ein -eigentliches Poliklinikum fest zu organisieren. Vom Jahre 1874 bis 1877 -wurde die Poliklinik vom Assistenzarzt allein besorgt; die steigende -Frequenz führte im Sommer 1877 zur Anstellung eines Unterassistenten, -der namentlich das Protokoll zu führen hatte; doch genügte bald auch -diese Aushilfe nicht mehr. Nachdem in den Jahren 1881-1883 die Aerzte -a _Wengen_ und Dr. _Fiechter_ in höchst willkommener Weise ihre -vorzüglichen Dienste der Poliklinik zur Verfügung gestellt hatten, -wurde im September 1883 die Anstellung eines ständigen Hilfsarztes -durch den Regierungsrath beschlossen und als solcher Herr Dr. -_Hoffmann-Paravicini_ erwählt. - -Bei der Gründung der Poliklinik wurde das Honorar des Assistenzarztes -auf 2000 Fr. festgestellt, wovon 1500 Fr. der Spital, 500 Fr. die -Regierung trug; ausserdem wurde ein Jahreskredit von 700 Fr. für -Instrumente, Verbandstoffe u.s.w. eröffnet, wovon 200 Fr. auf den -Spital, 500 Fr. auf den Staat fielen. Vom Jahre 1877 an übernahm der -Spital die Lieferung von Verbandstoffen und Bureaumaterial, und es -wurden nunmehr 300 Fr. von dem Kredit von 700 Fr. für Honorierung -eines Hilfsassistenten bestimmt. Vom Jahre 1883 an wurde ausserdem ein -Kredit von 1200 Fr. für den Hilfsarzt durch die Regierung zur Verfügung -gestellt. - -Durch das kräftige und wohlwollende Zusammenwirken der Behörden des -Staates und des Bürgerspitals wurde auf diese Weise ein lebenskräftiges -und blühendes Institut geschaffen, das sowohl für die öffentliche -Krankenpflege, als für den Unterricht eine fühlbare Lücke ausgefüllt -hat und von dem wir hoffen dürfen, dass es bald durch weiteren Ausbau -zu einer noch reicheren Entwicklung werde geführt werden. - - Rudolf Massini. - - -18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik. - -I. _Ophthalmologische Klinik_ wurde zum ersten Male 1867 im -Sommersemester von dem damaligen ausserordentlichen Professor _Heinrich -Schiess_ in der Augenheilanstalt, Allschwylerstrasse Nr. 9, vor -sechs Zuhörern gehalten. Dieselbe wurde Anfangs mit Unterbrechungen, -später ganz regelmässig in zwei, später in drei Stunden wöchentlich -abgehalten. Von Seite der Akademischen Gesellschaft erhielt die -Augenheilanstalt von 1869 an einen regelmässigen Beitrag von 1000 Fr., -und damit war eine nähere Verbindung zwischen der Universität und der -genannten Anstalt angebahnt. Da die Lokalitäten der Anstalt durchaus -unzweckmässig und ungenügend waren, schritt man im Jahre 1875 zu -einem Neubau an der Mittleren Strasse. Die Kosten desselben samt Land -und Mobiliar beliefen sich auf circa 250,000 Fr. Die hohen Behörden -leisteten hiezu einen Betrag von 15,000 Fr., das löbl. Pflegamt -des Spitals einen von 20,000 Fr., das Uebrige wurde zum grösten -Theil durch freiwillige Beiträge der hiesigen Bürger und Einwohner -zusammengebracht. Die neue Anstalt ist daher ein beredtes Zeugniss für -Basels werkthätige Nächstenliebe und für das einträchtige Zusammengehen -von Behörden und Privaten für humane Zwecke. - -Bei dieser Gelegenheit wurde das Verhältniss zwischen Universität -und Augenheilanstalt durch einen Vertrag in der Weise geregelt, dass -einerseits Regierung, Akademische Gesellschaft und Löbl. Pflegamt -zusammen jährlich 6000 Fr. an die Betriebskosten beitragen, wogegen -der Oberarzt der Anstalt, der zugleich Direktor der ophthalmologischen -Klinik ist, verpflichtet ist, regelmässigen Unterricht in der -Ophthalmologie zu ertheilen und eine Poliklinik abzuhalten. Ein -im Hause wohnender Assistenzarzt hat ebenfalls beim betreffenden -Unterricht behilflich zu sein. Das aus acht Mitgliedern bestehende -Anstaltscomité hat einen Delegierten des Löbl. Pflegamts in seiner -Mitte. - -Die Räumlichkeiten der Anstalt bieten Platz für 48 Kranke; es besteht -eine besondere Kinderabtheilung im Erdgeschoss. Für den klinischen -und theoretischen Unterricht findet sich ein grosses Zimmer mit -Seitenlicht vor, ausserdem ein Spiegelzimmer und Untersuchungszimmer -für die poliklinischen Kranken; ein Arbeitszimmer für Studierende ist -leider nicht vorhanden. Die Anzahl der jährlich verpflegten klinischen -Kranken hat in den letzten Jahren circa 440 betragen; die tägliche -Durchschnittszahl 31-33 Kranke. Diese Anzahl erlaubte, nicht nur den -Studierenden die gewöhnlichen Augenkrankheiten vorzuführen, sondern sie -auch mit den seltenen, pathologischen Formen bekannt zu machen; von dem -Assistenzarzte wurden zuweilen ophthalmoskopische Kurse abgehalten, -um die Studierenden mit dieser auch für das allgemeine medicinische -Studium wichtigen Untersuchungsmethode bekannt zu machen. Es wurden im -Sommersemester in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 80.2, im -Wintersemester 115.4 Kranke den Studierenden vorgestellt. - -Die Sammlung pathologischer Augen, die bereits eine sehr ansehnliche -geworden, und diejenige der mikroskopischen Präparate sind ebenfalls -für den klinischen Unterricht herangezogen. Die Frequenz der Klinik, -die vor dem Bezug der neuen Anstalt schon wegen Raummangels eine -beschränktere gewesen, hat sich seither wesentlich gehoben und betrug -in den letzten fünf Jahren im Sommersemester 15, im Wintersemester 19,4 -Studierende. - -II. Die _ophthalmologische Poliklinik_, welche überhaupt die erste -Poliklinik war, die in Basel existierte, wurde im Jahre 1865 am ersten -Mai eröffnet, und hatte im ersten Jahre eine Frequenz von 262 Kranken. -Die Anzahl der Patienten nahm beständig zu und hat sich auch die -Befürchtung, dass bei der grossen Entfernung der neuen Anstalt die -Frequenz zurückgehen werde, als unrichtig erwiesen. Auch jetzt noch ist -die Frequenzziffer im Ansteigen begriffen, wie folgende Zahlen beweisen -mögen: - - Anzahl der Kranken. Jahr. - - 1340 1880 - 1587 1881 - 1581 1882 - 1621 1883 - 1779 1884. - -Die Kranken erhalten Gratiskonsultation, keine Medikamente und keine -Brillen. Bei der steigenden Frequenz, wobei eine genaue Untersuchung -und richtige Protokollführung immer schwieriger wurde, wurde im Jahre -1884 von dem Anstaltscomité ein poliklinischer Assistent angestellt, -der das Protokoll zu führen hat und auch bei den Untersuchungen thätig -ist. Auf diese Art wird zuweilen einem älteren Medicin-Studierenden, -der diese Stelle bekleidet, Gelegenheit geboten, sich etwas mehr, -als dies gewöhnlich geschieht, mit dem Fache vertraut zu machen. Die -Poliklinik wird übrigens sowohl während des Semesters als auch in den -Ferien von ältern Medicin-Studierenden frequentiert. - - Heinrich Schiess. - - -19. Ohrenklinik. - -Die Ohrenklinik hat den Zweck, Studierenden Unterricht zu ertheilen -in der Kenntniss und Behandlung der Erkrankungen des Gehörorgans und -zugleich angehenden Ohrenärzten und sonstigen Interessenten Gelegenheit -zu geben zu wissenschaftlichen Arbeiten und weiterer Ausbildung in der -theoretischen und praktischen Ohrenheilkunde. - -In früherer Zeit widmete der 1868 verstorbene Prof. Dr. _Streckeisen_ -diesem Gebiete sein besonderes Interesse und stellte auch mit -Vorliebe gehörkranke Kinder in der Klinik des Kinderspitals vor; eine -eigentliche Ohrenklinik bestand jedoch in Basel nicht. -- Diese wurde -durch den jetzigen Vorsteher im Jahre 1876 eröffnet und umfasst: - -I. _Otologisches Institut._ -- Dasselbe befindet sich im -Universitätsgebäude in zwei demselben von der hohen Curatel -zugewiesenen Zimmern. - -Nebenbei bemerkt, ist diese höchst willkommene Zuweisung eines Lokals -für das otologische Institut die einzige Unterstützung, welche von -Seite des Staates der Ohrenklinik zu Gute kommt und werden, abgesehen -von dem jährlich dem Institut zufallenden Fakultätsbeitrag (circa 50 -Fr.), die Kosten der Ohrenklinik von dem Vorsteher derselben getragen. - -Die beiden Zimmer des Institutes dienen als Arbeitszimmer und zugleich -als Aufstellungsraum für die Sammlung, welche eine grosse Reihe von -Präparaten normal-anatomischen und pathologisch-anatomischen Inhalts -enthält. Die Sammlung ist in erster Linie bestimmt zu Demonstrationen -bei den Vorlesungen, dann aber auch zur Erweiterung unserer Kenntnisse -über Anatomie und Pathologie des Ohres überhaupt. - -II. _Ohrenklinik._ -- Diese wird jeden Dienstag von ½3-½5 Uhr -abgehalten in der Wohnung des Vorstehers. (St. Albanvorstadt 42). - -Die Patienten erhalten unentgeltliche Konsultation, Operationen u.s.w., -jedoch nicht Gratis-Medikamente. - -Ein kleiner Fond von Fr. 100, den ein in der Ohrenklinik geheilter -Patient aus Dankbarkeit dieser später zur Verfügung stellte, wurde -benützt zur Anschaffung von Spritzen und ähnlichen Instrumenten, welche -an Unbemittelte abgegeben werden. - -Im Jahre 1876 besuchten die Ohrenklinik 82 Patienten mit 324 -Konsultationen, im Jahr 1883 dagegen 317 Patienten mit 414 und im -vorigen Jahre 320 Patienten mit 455 Konsultationen. - -Leider gestatten es die in meiner Wohnung disponiblen Räumlichkeiten -nicht, eine grössere Zahl, als vier bis fünf Studierende aufzunehmen, -besonders im Winter, wo meist nur bei Gasbeleuchtung untersucht werden -kann. - -Wir hoffen, dass die Zeit nicht so ferne sei, wo durch Zuweisung eines -geeigneten Lokals für den klinischen Unterricht und durch Anstellung -eines Assistenten es dem Vorsteher möglich gemacht werde, die -Beschränkung in der Zahl der aufzunehmenden Studierenden aufzuheben und -die Benutzung der Ohrenklinik allen Interessenten zugänglich zu machen. - - Albert Burckhardt-Merian. - - -20. Kinderklinik. - -Eine regelmässige Klinik der Kinderkrankheiten besteht im Kinderspital -seit der Mitte der Sechziger Jahre und wurde bis zum Jahre 1868 von -Herrn Professor _Streckeisen_ sel. abgehalten. - -Bei der Neubesetzung der Stelle eines Oberarztes des Kinderspitals, -welcher aus einem Doppelvorschlag der medicinischen Fakultät von dem -Comité des Kinderspitals gewählt wurde, ist derselbe verpflichtet -worden, regelmässig Klinik zu halten, an der Universität zu lesen und -eine Poliklinik zu leiten. Seit dem Jahre 1808 hält der Unterzeichnete -regelmässig Klinik jeden Donnerstag von 10-12 Uhr und benützt hiezu -zum Theil das klinische Krankenmaterial, d.h. die im Kinderspital -verpflegten Kranken, zum Theil die Poliklinik, d.h. die aus der Stadt -zur Konsultation kommenden kranken Kinder. Im Kinderspital werden -jährlich circa 400 Kranke verpflegt; der tägliche Bestand schwankt -zwischen 35 und 45. - -Die Klinik wird von den älteren Studierenden regelmässig besucht; ihre -Zahl beläuft sich im Durchschnitt in den letzten zehn Jahren auf etwa -15-20 und mehr. Es wird dabei dem Studierenden reichlich Gelegenheit -geboten, sich mit den Krankheiten des kindlichen Alters, sowohl den -medicinischen als den chirurgischen vertraut zu machen. Es steht dem -leitenden Arzte zur Pflege der kranken Kinder an ärztlichem Personal -zur Seite ein Secundararzt und ein Assistent; in die Krankenpflege -theilen sich neun Schwestern aus der Diaconissenanstalt in Riehen. -Dem ökonomischen Theil der Anstalt steht ein Verwalter vor. Das -Kinderspital steht unter einem Comité, das sich selbst ergänzt; die -Anstalt ist eine wohlthätige Stiftung, die eigenes Vermögen hat, zum -Unterhalt aber ausserdem auf Legate angewiesen ist. Von der Universität -erhält das Spital keinerlei finanzielle Unterstützung. - - E. Hagenbach-Burckhardt. - - -21. Theologisches Seminar. - -In der theologischen Fakultät bestand bis zum Sommer 1885 blos ein -Seminar für homiletische und für katechetische Uebungen zum Zweck -der unmittelbaren Vorbereitung auf den praktisch-kirchlichen Dienst. -Dasselbe wurde im Januar 1867 gegründet, nachdem schon früher Herr -Professor _Hagenbach_ und seit 1851 Herr Pfarrer (jetzt Professor) -_Stockmeyer_ die homiletischen und die Herren Professoren _Riggenbach_ -und _Auberlen_, sowie Herr Pfarrer _Miville_ abwechselnd katechetische -Uebungen geleitet hatten. Seit Errichtung des Seminars pflegen -die Uebungen der homiletischen Abtheilung ausnahmslos in jedem -Semester, die der katechetischen in jedem Wintersemester abgehalten -zu werden. Vorsteher der ersteren ist seit der Gründung des Seminars -Herr Professor _Stockmeyer_ (bis 1873 für den zweiten Kursus unter -Mitwirkung von Herrn Professor _Hagenbach_), Vorsteher der letzteren -Herr Professor _Riggenbach_. Für den Eintritt ist beiderseits ein -vorangegangenes theologisches Studium von mindestens vier Semestern -als Bedingung gefordert. Die Uebungen, zu denen alle Theilnehmer -verpflichtet sind, bestehen in der Ausarbeitung und Kritik von -Predigten und Katechesen; für die homiletische Abtheilung ist ausserdem -noch in einem zweiten Kursus, der indessen nicht regelmässig abgehalten -wird, die Gelegenheit zum Vortrag der für das Seminar ausgearbeiteten -Predigten im öffentlichen Gottesdienst geboten. Durch einen von -der Regenz genehmigten Fakultätsbeschluss soll von Herbst 1885 an -dieses homiletisch-katechetische Seminar durch Heranziehung zunächst -der alttestamentlich und neutestamentlich exegetischen, sowie der -kirchengeschichtlichen Disciplin zu einem allgemein theologischen -Seminar erweitert werden, dessen einzelne Abtheilungen indessen, was -Leitung und Mitgliedschaft betrifft, von einander unabhängig sind und -dessen von der Fakultät zu ernennende Vorsteher die maassgebenden -Bestimmungen über die Art und die Bedingungen der Theilnahme je für die -verschiedenen Disciplinen zu treffen haben. Zugleich ist mit dieser -Erweiterung des Seminars die Aufstellung einer Handbibliothek verbunden -worden, deren Benützung zunächst den Mitgliedern vorbehalten ist; über -die Bücheranschaffungen entscheidet die Fakultät nach den von den -Vorstehern der einzelnen Abtheilungen gemachten Vorschlägen. - - Chr. J. Riggenbach. - - -22. Pädagogisches Seminar. - -Dieses Seminar trat mit Beginn des Wintersemesters 1873/74 ins Leben -und hat die Aufgabe, Studierende für ein höheres Lehramt vorzubereiten. -Für seine Einrichtung war die Erwägung maassgebend, dass einerseits -bei dem gegenwärtigen Zustande des Unterrichtswesens eine gewisse -Orientierung über die wichtigeren allgemeinen Probleme, wie über die -Methodik der einzelnen Lehrfächer schon während der Universitätszeit -wünschenswerth sei, dass aber andrerseits diese Beschäftigung mit der -Pädagogik sich innerhalb gewisser Schranken halten müsse, um nicht -den eigentlichen Zweck der Universitätsstudien, die Vertiefung in die -Wissenschaft selbst, zu gefährden. Die Seminarübungen sind theils -theoretischer, theils praktischer Art. Anfänglich wurden beide vom -einzigen Direktor, dem Ordinarius der Philosophie, geleitet; als aber -in Folge von Veränderungen dessen Kräfte in verstärktem Maasse für die -philosophischen Vorlesungen in Anspruch genommen wurden, übertrug die -Curatel die Leitung der praktischen Uebungen dem Rektor des Gymnasiums. - -Es leiteten das pädagogische Seminar 1873/74 Professor Dr. Rud. -_Eucken_ -- 1874/75 Professor Dr. Max _Heinze_ -- 1875/81 Professor -Herm. _Siebeck_ -- 1881/83 Professor Herm. _Siebeck_ und Professor Fr. -_Burckhardt_ -- seitdem Professor Joh. _Volkelt_ und Professor Fr. -_Burckhardt_. - - Fritz Burckhardt. - - -23. Philologisches Seminar. - -Das hiesige philologische Seminar wurde, auf Antrag der philosophischen -Fakultät, zum ersten Mal im Jahre 1861 eröffnet unter der Leitung der -Herren Professoren _Gerlach_, _Ribbeck_ und _Vischer_. Sein in den -Bedürfnissen der Zeit liegender Zweck war, jungen Studierenden der -Philologie Gelegenheit zu selbstständiger Arbeit zu geben und die -Beschäftigung mit der classischen Philologie möglichst dem späteren -Wirkungskreis im theoretischen und praktischen Schulleben anzubequemen. -Der letztgenannte Gesichtspunkt braucht nun allerdings seit der -Lostrennung der pädagogischen Sektion nicht mehr strikte festgehalten -zu werden (d.h. seit der Gründung eines spezifisch pädagogischen -Seminars, 1873); doch wird er auch nicht völlig aus dem Auge gelassen, -insofern ja die Mehrzahl der Philologie-Studierenden später zur -Schulpraxis übergeht. Die Zahl der Besucher (bestehend aus ordentlichen -Mitgliedern und blossen Auskultanten) schwankte in den Jahren 1861-1872 -zwischen 4 und 11, im Winter des Jahres 1872 mussten die Uebungen wegen -Mangels an Theilnehmern ausgesetzt werden. Im übrigen wurden Uebungen -im Interpretieren und in der Kritik, anfänglich sowohl in lateinischer -als auch in deutscher Sprache vorgenommen; später änderte sich dies (s. -unten). An fleissige Mitglieder wurden und werden jetzt noch jährliche -Prämien vertheilt. - -Im Jahr 1874 befand sich das philologische Seminar (Direktoren die -Herren Professoren _Gerlach_ und _Nietzsche_) in grosser Zuhörernoth, -da die Zahl der Theilnehmer bis auf einen zurückging. Doch hob sich -die Zahl auf erfreuliche Weise schon in den nächsten Jahren, wo auch -Professor _Mähly_ als Mitdirektor in die Leitung des Institutes -eintrat; von 1875 an ist ein langsames, aber stetiges Steigen (6-10 -Theilnehmer) zu konstatieren, -- im Winter 1880 nahmen sogar 13 -Zuhörer an den Uebungen Theil -- um dann wieder ebenso langsam einem -decrescendo Platz zu machen (10, 6, 7) und wieder einen kleinen -Aufschwung zu erfahren (8, 9), bis im Sommer 1884 mit 4 Zuhörern die -kleinste Zahl seit zehn Jahren sich einstellte; im Sommer des laufenden -Jahres ist sie wieder auf 7 gestiegen. Freilich machen (mit Ausnahmen) -die ausserordentlichen, d.h. die nicht ordentlichen Mitglieder den -grösseren Bruchtheil der jeweiligen Zahl aus. - -Mit dem Jahr 1878 schloss, nach mehrmaligen durch Krankheit -veranlassten längeren Pausen, die Thätigkeit Herrn Professor -_Nietzsche's_ am Seminar zugleich mit seiner akademischen ab, und an -seine Stelle trat im Winter 1879 Herr Professor J. _Wackernagel_, der -sich mit Professor J. _Mähly_ in die Direktion des Seminars theilt. - -Die Uebungen finden seit einer Reihe von Jahren vier Mal wöchentlich -statt und gewöhnlich wechseln die beiden Direktoren in der Vornahme -derselben also ab, dass der gleiche in dem einen Semester die -lateinische, im folgenden die griechische Sprache und Litteratur -übernimmt. In den Stunden selber wird nur und ausschliesslich -Latein gesprochen. Die (vorwiegend kritisch behandelten) Autoren -vertraten so ziemlich nach Stoffen und Zeiten den Umkreis der -Zeit beider Litteraturen, von den homerischen Gesängen an bis auf -die griechische Anthologie, von Nævius herab bis Silius Italicus, -Epiker und Dramatiker, Lyriker und Rhetoren, Grammatiker und -Philosophen, Historiker und Scholiasten; oft auch, wo die Werke eines -Schriftstellers nicht mehr erhalten sind, wurden die gesammelten -Fragmente desselben behandelt. - - Jacob Mähly. - - -24. Germanisch-romanisches Seminar. - -Laut der Statuten hat dieses im Wintersemester 1885/86 zu eröffnende -Seminar den Zweck, das wissenschaftliche und praktische Studium der -germanischen und romanischen Sprachen zu fördern, insbesondere die -künftigen Lehrer der neueren Sprachen an Gymnasien und Realschulen für -ihren Beruf vorzubereiten. - -Es zerfällt in zwei Abtheilungen, eine für germanische und eine für -romanische Philologie. Direktoren derselben sind die betreffenden -Fachprofessoren. - -Die Uebungen des Seminars sind schriftliche und mündliche. Jene -bestehen in wissenschaftlichen und stilistischen Ausarbeitungen, diese -in Interpretationsübungen und mündlichen Vorträgen. Jedes ordentliche -Mitglied muss im Lauf des Semesters wenigstens eine schriftliche Arbeit -liefern oder einen Vortrag halten. - -Mit dem Seminar soll eine kleine Handbibliothek verbunden werden, zu -deren Anlegung die Akademische Gesellschaft, in verdankenswerther -Weise einen Beitrag von Fr. 500 der Direktion zur Verfügung gestellt -hat. Für die Benützung der Handbibliothek wird eine besondere Ordnung -aufgestellt werden. Wer aus dem Seminar austritt, kann auf seinen -Wunsch vom Direktor ein Zeugniss über seine Leistungen im Seminar -erhalten. - - Gustav Soldan. - - -25. Staatswissenschaftliches Seminar. - -Dasselbe wurde 1877 gegründet, trat aber erst 1878 in Wirksamkeit. -Zweck desselben ist: »Erweckung und Pflege des Sinnes für das Studium -der Staatswissenschaften, sowie die Anleitung zu methodischer -Behandlung von Fragen aus den Gebieten der Nationalökonomie, der -Statistik, des öffentlichen Rechts, der Verwaltungslehre und -wirthschaftlichen Kulturgeschichte.« Behufs Unterstützung der Uebungen -besteht eine eigene Seminar-Bibliothek (im Sommer 1885 ungefähr 1800 -Bände und Brochüren), welche mit einer grösseren Anzahl ausländischer -statistischer Bureaux im Schriftenaustausch steht, zu welchem Zwecke -dem Seminar die von der Regierung ausgehenden Publikationen in -einer grösseren Anzahl von Exemplaren überwiesen werden. Seminar -und Bibliothek stehen unter Leitung des jeweiligen Professors der -Nationalökonomie und Statistik. Zur Ertheilung von Prämien, sowie zu -Anschaffungen für die Bibliothek ist der Direktion ein jährlicher -Kredit bis zu Fr. 400 eröffnet. Die Frequenz schwankte zwischen vier -bis zehn Mitgliedern. - - Karl Bücher. - - -26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar. - -Das Seminar trat mit dem Sommersemester 1866 ins Leben. Es hat -den Zweck, Studierende, welche sich der Mathematik oder den -Naturwissenschaften widmen, bei der selbstständigen Bearbeitung -wissenschaftlicher Aufgaben anzuleiten und zu unterstützen. -Sämtliche Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften an -der philosophischen und medicinischen Fakultät, welche sich dazu -verständigen, werden als Lehrer des Seminars betrachtet. Die Anmeldung -der Studierenden zur Betheiligung an dem Seminar geschieht bei -den betreffenden Lehrern. Zur Aufmunterung des Fleisses oder zur -Erleichterung bei den durch die Arbeiten veranlassten Unkosten können -für eingelieferte Arbeiten Prämien in Form von Geld, Apparaten oder -Büchern ertheilt werden, wofür ein jährlicher Kredit von Fr. 500 -ausgesetzt ist. Eine grössere Anzahl von zum Theil trefflichen Arbeiten -vorgerückter Studierender, meist mathematischen Inhaltes, sind aus dem -Seminar hervorgegangen und mit Prämien bedacht worden. - - Hermann Kinkelin. - - -FUSSNOTEN: - -[29] Ueber die frühere Geschichte der Sammlungen s. auch P. Merian, zur -Geschichte der in dem neuen Museum aufgestellten Sammlungen (in der -Festschrift zur Einweihung des Museums, Basel 1849). - -[30] Rathsherr Peter Merian. Programm zur Rectoratsfeier der -Universität Basel 1883, wobei auch zu verweisen ist auf einen viel -früheren Bericht: Festschrift zur Einweihung des Museums in Basel am -26. Nov. 1849 von P. Merian. - -[31] Beilage zum Jahresbericht der Akademischen Gesellschaft für 1883. -Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel. VII. 3. 1855. - -[32] Ueber eine der bedeutendsten ältern Schenkungen, das im Jahr 1830 -dem Museum durch Verfügung der Erben zugefallene Naturalien-Kabinet des -Stadtraths-Präsidenten Hieronymus Bernoulli, das sich über alle Arten -von Wirbelthieren, sowie über Crustaceen, Conchylien, Echinodermen -und Corallen verbreitete, aber auch namentlich an Versteinerungen -und Mineralien reich war, und das bis auf den heutigen Tag als -Grundstock des jetzigen Bestandes gelten kann, siehe auch Baslerische -Mittheilungen vom 20. März 1830. (Von der Hand von Prof. Chr. -Bernoulli). - -[33] Siehe oben genannte Festschrift. - -[34] Publiciert von der Akademischen Gesellschaft in der Beilage zum -Jahresbericht für 1880. - -[35] S. hierüber Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum 1885. - -[36] Bericht über d. vergl. anatom. Sammlung v. 1878 in der Beil. z. -Jahresb. der Akad. Gesellsch. v. 1878. - - - - -INHALT. - - Seite - - I. Geschichte der Organisation der Universität 5 - - II. Fonds der Universität 33 - - III. Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität 42-63 - - A. Rektoren der Universität 42 - - B. Lehrpersonal der Universität 44 - - Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer 61 - - C. Studentenschaft der Universität 62 - - IV. Sammlungen und Unterrichtsanstalten der Universität 64-119 - - 1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek) 64 - - 2. Kunstsammlung 68 - - 3. Antiquarische Sammlung 71 - - 4. Mittelalterliche Sammlung 75 - - 5. Naturhistorisches Museum 78 - - 6. Physikalische Anstalt 85 - - 7. Chemische Anstalt 88 - - 8. Botanische Anstalt 90 - - 9. Normal-anatomische Anstalt 91 - - 10. Vergleichend-anatomische Anstalt 94 - - 11. Physiologische Anstalt 98 - - 12. Pathologisch-anatomische Anstalt 100 - - 13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale 101 - - 14. Chirurgische Klinik 104 - - 15. Geburtshilflich-gynäkologische Klinik 106 - - 16. Psychiatrische Klinik 108 - - 17. Poliklinik des Bürgerspitals 109 - - 18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik 111 - - 19. Ohrenklinik 113 - - 20. Kinderklinik 114 - - 21. Theologisches Seminar 115 - - 22. Pädagogisches Seminar 116 - - 23. Philologisches Seminar 117 - - 24. Germanisch-romanisches Seminar 118 - - 25. Staatswissenschaftliches Seminar 119 - - 26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar 119 - - - - - * * * * * * - - - - -Anmerkungen zur Transkription: - -Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; -lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. - -Die erste Zeile entspricht dem Original, die zweite Zeile enthält die -Korrektur. - -S. 50: - - Dr.med. in Würzburg, 61 - Dr.med. in Würzburg, 1861 - -S. 86: - - in dem zeitweise vorgegerücktere - in dem zeitweise vorgerücktere - -S. 112: - - Die Frequenz de Klinik - Die Frequenz der Klinik - -S. 113: - - Studierenden Unterrricht - Studierenden Unterricht - - - -***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN -FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835*** - - -******* This file should be named 50937-0.txt or 50937-0.zip ******* - - -This and all associated files of various formats will be found in: -http://www.gutenberg.org/dirs/5/0/9/3/50937 - - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. 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You may copy it, give it away or re-use it -under the terms of the Project Gutenberg License included with this -eBook or online at <a -href="http://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. If you are not -located in the United States, you'll have to check the laws of the -country where you are located before using this ebook.</p> -<p>Title: Die Universität Basel in den fünfzig Jahren seit ihrer Reorganisation im Jahre 1835</p> -<p>Author: Albert Teichmann</p> -<p>Release Date: January 15, 2016 [eBook #50937]</p> -<p>Language: German</p> -<p>Character set encoding: UTF-8</p> -<p>***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835***</p> -<p> </p> -<h4 class="pg">E-text prepared by Karl Eichwalder, Chuck Greif, Eleni Christofaki,<br /> - and the Online Distributed Proofreading Team<br /> - (<a href="http://www.pgdp.net">http://www.pgdp.net</a>)<br /> - from page images generously made available by<br /> - Internet Archive/American Libraries<br /> - (<a href="https://archive.org/details/americana">https://archive.org/details/americana</a>)</h4> -<p> </p> -<table border="0" style="background-color: #ccccff;margin: 0 auto;" cellpadding="10"> - <tr> - <td valign="top"> - Note: - </td> - <td> - Images of the original pages are available through - Internet Archive/American Libraries. See - <a href="https://archive.org/details/dieuniversithat00teicrich"> - https://archive.org/details/dieuniversithat00teicrich</a> - </td> - </tr> -</table> -<p> </p> -<div class="transnote"> -<h2>Anmerkungen zur Transkription:</h2> - -<p class="noin">Eine <a href="#Anmerkungen_zur_Transkription">Liste</a> der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes.</p> -<p class="noin"><a href="#INHALT"><small>Inhalt</small></a> -</p> -</div> -<hr class="pg" /> -<p> </p> - -<div class="chapter"> -<hr class="chap" /> -<h1><small>DIE</small><br /><br /> - -UNIVERSITÄT BASEL<br /><br /> - -<small>IN DEN FÜNFZIG JAHREN</small> -<br /><br /> -SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835.</h1> - -<p class="p2 center">PROGRAMM<br /> - -<small>ZUR</small><br /> - -REKTORATSFEIER UND ZU DEM MIT IHR VERBUNDENEN JUBILÄUM<br /> -DER FREIWILLIGEN AKADEMISCHEN GESELLSCHAFT</p> - -<p class="center">IM AUFTRAG E.E. REGENZ</p> - -<p class="center">UNTER MITWIRKUNG DER ANSTALTSVORSTEHER</p> - -<p class="center">ZUSAMMENGESTELLT <br /> - - <small>VON</small><br /> - -<strong>Prof. Dr. ALBERT TEICHMANN.</strong></p> - -<p class="center p2">BASEL.</p> - -<p class="center"><span class="smcap">Schultze'sche Universitäts-Buchdruckerei (L. Reinhardt)</span></p> - -<p class="center">1885.</p> -</div> -<hr class="full" /> -<div class="figcenter"> -<img src="images/cover.jpg" width="500" height="651" alt="cover" /> -</div> -<hr class="full" /> -<div class="chapter"> </div> -<h2>VORWORT.</h2> - -<p class="dropcap noin">Nachdem 1883 und 1884 die Universitäten Zürich und Bern ihr 50jähriges -Bestehen gefeiert haben, schickt sich in diesem Jahre auch die ältere Schwester in -den Grenzmarken des Schweizerlandes an, bei einer ähnlichen Feier einen Rückblick -zu werfen auf eine gleich lange Periode der Entwicklung seit dem Jahre, in welchem -der hochherzige Sinn der Behörden und der Bürgerschaft ihre Fortexistenz sicherte -und ihr eine den Verhältnissen jener Zeit entsprechende Organisation gab.</p> - -<p>Eingedenk der zu eigenem Gewinn siegreich bestandenen Prüfungen, wie -andrerseits der erhebenden vierten Säcularfeier vor 25 Jahren, will sie bei der auf -engere Kreise beschränkten diesjährigen Feier im Bewusstsein eines nunmehr verwirklichten -grösseren Aufschwungs den Tribut des Dankes darbringen ihrer treuen, zur -Hilfe stets bereiten Genossin in diesen 50 Jahren, der Freiwilligen Akademischen -Gesellschaft, welche, wenige Tage vor Einweihung der neu organisierten Universität im -Jahre 1835 gestiftet, ihr Fest mit der Rektoratsfeier der Universität verbindet.</p> - -<p>E.E. Regenz beschloss, bei diesem Anlass eine Schrift zu veröffentlichen, welche -einen Einblick in die Organisation und die ökonomischen Verhältnisse der Universität, -einen Ueberblick über das Lehrpersonal und die Studentenschaft der letzten 50 Jahre, -eine Uebersicht über die mit der Universität verbundenen Sammlungen und Anstalten -gewähren soll.</p> - -<p>Möchte die nachfolgende bescheidene Schrift dazu anregen, bisher Versäumtes -nachzuholen und dem durch einige der Jubelschriften und die Rektoratsrede im -Jahre 1860 gegebenen meisterlichen Vorbilde in Fortführung dieser geschichtlichen -Arbeiten nachzueifern!</p> - -<p>Allen denen, welche durch Mitarbeit, Rathschläge und Mittheilungen vorliegende -Arbeit förderten, insbesondere den Herren Professoren <em class="gesperrt">Vischer</em>, E. <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, -<em class="gesperrt">Kinkelin</em>, Fritz <em class="gesperrt">Burckhardt</em> und Herrn Staatsarchivar Dr. <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, sodann -den Herren Vorstehern der Sammlungen und Anstalten sei inniger Dank bezeugt!</p> - -<p class="center"> -<big>Der Universität und ihrer Festgenossin </big> -</p> - -<p class="noin">bringt die herzlichsten Segenswünsche für ferneres Blühen und Gedeihen dar</p> - -<p> -<em class="gesperrt">Basel</em>, im November 1885.</p> -<p class="right"> -A. Teichmann. -</p> -<div class="chapter"> </div> -<hr class="chap" /> - -<h2> -<span class="pagenum hidev"><a name="Seite_5" id="Seite_5">5</a></span> -I.<br /> - -Geschichte der Organisation der Universität.</h2> - -<h3 class="pg">1. <b>Einleitung. — Die Gesetze von 1818 und die Sprüche des Schiedsgerichts.</b></h3> - -<p class="dropcap noin">Bis in den Anfang dieses Jahrhunderts hatte die Universität als Korporation eine -unabhängige Stellung behauptet. Dies änderte sich, als durch das Gesetz vom 19. Mai 1813 -die der Universität in den Jahren 1460, 1532 und 1539 ertheilte Verfassungsurkunde, Statuten -und Privilegien zurückgenommen und aufgehoben wurden. Fortan sollte dieselbe allgemeine -höhere Lehranstalt des Kantons sein und zu diesem Zwecke in einer den Zeiten angemessenen -und gemeinnützigen Weise eingerichtet werden. Durch Gesetz vom 17. Juni 1818 über die -Organisation der Universität wurde sie der Oberaufsicht und Leitung der Regierung unterstellt. -Letztere übertrug diese Oberaufsicht und Leitung der zufolge Gesetzes vom gleichen -Datum bestellten neuen Staatsbehörde, dem <em class="gesperrt">Erziehungsrath</em>, dessen engerer Ausschuss -(<em class="gesperrt">Curatel</em>) die der Universität unmittelbar vorgesetzte Behörde wurde. Der Regenz der -Universität — bestehend aus sämmtlichen ordentlichen Professoren — verblieb die Leitung -der inneren Angelegenheiten, die Aufsicht über die akademischen Anstalten und Sammlungen -und die Verwaltung des Universitätsvermögens. Die bisherige Universitätskommission erhielt, -unter bester Verdankung ihrer Arbeiten, durch Rathsbeschluss vom 24. Juni 1818 ihre -Entlassung. Die der Regenz noch gelassene Civilrechtspflege für die Angehörigen der Universität -(sog. Universitätsbürger) entfiel 1821 bei der neuen Organisation des Gerichtswesens.</p> - -<p>In den vier einander gleichgestellten Fakultäten sollten 18 Professoren mit einer Besoldung -von je Fr. 1600 a.W. angestellt und diese Stellen nach öffentlicher Auskündung und -eröffnetem Konkurse besetzt werden; in Fällen, wo es zum Vortheil der Anstalt gereiche, -sollte der Kleine Rath, auf motivierten Vorschlag des Erziehungsrathes, durch unmittelbaren -Ruf Professoren ernennen können. Hiemit war die früher übliche Verwendung des Looses, -die öfters eine verhängnissvolle Rolle gespielt hatte, glücklich beseitigt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_6" id="Seite_6">6</a></span> - -Dieses Gesetz über die Organisation der Universität, auf das man im Jahre 1865 -zurückgriff, berücksichtigte in angemessener Weise die einzelnen Unterrichtsfächer und fand -bei einsichtsvollen Männern volle Billigung. So erklärte <em class="gesperrt">Troxler</em> (Die Gesammthochschule -der Schweiz und die Universität Basel, Trogen 1830, S. 58):</p> - -<p>»Es ist seinem wesentlichen Inhalte nach eine zweckmässige und zeitgemässe Grundlage -einer wohlberechneten und verheissungsvollen Herstellung und Erhebung der Hochschule, -im Geiste der ersten Gründung gedacht, würdig der grossen Erinnerungen, durch -Erfahrungen geläutert, die Ansprüche und Bedürfnisse einer neuen Zeitbildung berücksichtigend, -sowie selbst die weitern Verhältnisse des Gesammtvaterlandes umfassend.«</p> - -<p>Der schöne Beweis von Achtung für Wissenschaft, von Eifer für Bildung und von -hochherziger Vaterlandsliebe, den der Grosse Rath an den Tag gelegt hatte, stellte eine -gedeihliche Entwicklung in Aussicht. In der That finden sich unter dem Lehrpersonal der -nächsten Jahre manche klangvolle, weitberühmte Namen von In- wie Ausländern. Aber man -zögerte zu sehr mit Durchführung der Organisation im vollen Umfange, sodass schon 1823 -der Rektor der Hochschule, Prof. <em class="gesperrt">de Wette</em>, in seiner Rektoratsrede am 12. Mai mit Freimuth -und Nachdruck äussern durfte: »Und jetzt an dieser Stelle, als zeitiger Rektor der -Universität und Mitglied des Erziehungsrathes, im Namen der Anstalt, an deren Spitze ich zu -stehen die Ehre habe, fordere ich Sie, weise Häupter und Räthe, feierlich auf, das Werk der -Wiederherstellung der Universität fördersamst zu vollenden! Noch sind eine Lehrstelle -der Rechte, zwei der Arzneikunde und die der Philosophie unbesetzt, und die der Geschichte -ist von Neuem erledigt. Jedes Halbjahr, welches unter diesen Mängeln verstreicht, ist ein -Verlust für die studierende Jugend, und der ganze Unterrichtsgang ist dadurch gelähmt. Je -länger man aufschiebt, desto mehr ermattet der Eifer, desto mehr gewöhnt man sich an das -Mangelhafte.«<a name="FNAnker_1_1" id="FNAnker_1_1"></a><a href="#Fussnote_1_1" class="fnanchor">[1]</a> Wieder vier Jahre darauf mahnte noch eindringlicher der damalige Rektor, -Prof. <em class="gesperrt">Gerlach</em>, an schleunige Vervollständigung<a name="FNAnker_2_2" id="FNAnker_2_2"></a><a href="#Fussnote_2_2" class="fnanchor">[2]</a> und schloss mit den verheissungsvollen -Worten:</p> - -<p>»Reichthum ist ein vergängliches Gut; — Ruhm, erworben im Felde der Staatskunst, -ist trügerisch und oft von zweideutiger Art; — der aber lebt ewig im dankbaren Andenken -der Nachwelt, dessen Name geknüpft ist an das Gedeihen einer Schule der Wissenschaft, -die Jahrhunderte blühte, die in der Gegenwart sich auf's neue erhebt, die nicht untergehen -wird im Strome kommender Zeiten.«</p> -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_7" id="Seite_7">7</a></span> -Die nächsten Jahre erfüllten die hochgespannten Hoffnungen noch nicht — es nahte -die dem Basler Staatswesen verhängnissvolle, mit muthiger Entschlossenheit durchgekämpfte -Zeit, auf welche — wie der trefflichste Darsteller der Ereignisse jener Periode sagte<a name="FNAnker_3_3" id="FNAnker_3_3"></a><a href="#Fussnote_3_3" class="fnanchor">[3]</a> — -»Basel sonder Scham und sonder Reue zurückblicken konnte, weil es das Bewusstsein davon -trug, dass es billigen Begehren willig entsprochen hatte, dass es der Drohung und Gewalt -beharrliche Entschlossenheit entgegengesetzt hatte und dass seine Bürger das Gesetz, für das -sie kämpften, auch durch Gehorsam zu ehren wussten.«</p> - -<p>Vergeblich war man bemüht, von dem gut eingerichteten und weise geleiteten Staatswesen -den schwersten Schlag abzuwenden. Es war umsonst! — Der am 17. August 1833 -gefasste, am 26. August durch eingelangte Ratifikationen in Kraft erwachsene Beschluss der -Eidgenössischen Tagsatzung erklärte den Kanton Basel in Bezug auf die Verwaltung in zwei -besondere Gemeinwesen getheilt und verfügte, »es solle das gesammte Staatseigenthum des -Kantons an Kapitalien, Gefällen, Gebäuden, Kriegsmaterial u.s.w. ohne irgend eine Ausnahme, -und ausdrücklich mit Inbegriff der Kirchen-, Schul- und Armenfonds, auf billigem -Fusse zwischen beiden Landestheilen ausgeschieden und getheilt werden.«</p> - -<p>Diesem Beschlüsse zufolge wurden zu Schiedsrichtern erwählt:</p> - -<table summary="Schiedsrichten"> -<tr><td>1. Herr Alt-Bürgermeister <em class="gesperrt">Joh. Herzog</em>, - von Effingen, in Aarau</td> -<td class="br bt bb" rowspan="2"> </td> -<td rowspan="2">für Basel-Stadttheil. </td></tr> -<tr><td>2. Herr Alt-Bundespräsident <em class="gesperrt">Joh. Friedrich Tscharner</em>, - von Chur</td> </tr> -<tr><td>3. Herr Obergerichts-Präsident <em class="gesperrt">Joachim Leonz Eder</em>, - in Frauenfeld</td> <td class="br bt bb" rowspan="3"> </td> -<td rowspan="3">für Basel-Landschaft. </td></tr> -<tr><td>4. <i>a</i>) Herr <em class="gesperrt">Carl Schnell</em>, J.U.D., Regierungsstatthalter - zu Burgdorf (bis Ende 1833)</td> </tr> -<tr> <td> <i>b</i>) Herr <em class="gesperrt">Ludwig Schnyder</em>, Appellationsrichter - von Sursee, (von Anfang 1834 an)</td></tr> -</table> -<p class="noin">und seitens derselben als Obmann:</p> - <p class="center">Herr <em class="gesperrt">Friedrich Ludwig Keller</em>, J.U.D., Obergerichtspräsident - von Zürich.</p> - -<p>Das Schiedsgericht trat am 16. September 1833 in Zürich zusammen, begann seine -Sitzungen am 30. September in Aarau und schloss dieselben erst im April 1835 in Bern.<a name="FNAnker_4_4" id="FNAnker_4_4"></a><a href="#Fussnote_4_4" class="fnanchor">[4]</a> -Hier interessieren nur diejenigen Beschlüsse, welche — zufolge Antrages der Landschaft, auf -das Inventar der Staatsliegenschaften die Gebäude und Fonds der Universität zu setzen — -die Frage betrafen: »ob das Vermögen der Universität in die Theilung gezogen werden solle -oder nicht?«</p> - -<p class="noin"><span class="pagenum"><a name="Seite_8" id="Seite_8">8</a></span> - - Schon am 9. November 1833 erging der Obmannsspruch:</p> - -<ul class="hang"> -<li>1) Es gehöre das Universitätsgut zu dem in Theilung fallenden -Staatsvermögen;</li> -<li>2) Sei das Inventar desselben von Basel-Stadt vorzulegen.</li> - </ul> - -<p>Dieser Entscheid rief natürlich grosse Bestürzung hervor und fand namentlich in -juristischen Kreisen scharfe Kritik.<a name="FNAnker_5_5" id="FNAnker_5_5"></a><a href="#Fussnote_5_5" class="fnanchor">[5]</a> Dem Entscheide sich fügend, legte der Stadttheil am -6. Januar 1834 das »Inventarium über das der Universität angehörige und unter ihrer Verwaltung -stehende Vermögen« zur Mittheilung an die Landschaft vor, welche zwar einige -Punkte bemängelte, auf erhaltene Auskunft aber diese Bemängelung fallen liess.</p> - -<p>Für die Vertretung der Rechte der Universität Namens des Standes Basel-Stadttheil -bei den Verhandlungen beschloss man Zuziehung des Hofgerichtsadvokaten <em class="gesperrt">Bertheau</em> von -Mannheim und bestellte zur Schätzung des Universitätsvermögens Sachverständige.</p> - -<p>Die vom Obmann für die von beiden Theilen ernannten Sachverständigen entworfene -Instruktion war für Basel-Stadt und die Universität durchaus günstig.</p> - -<p>In der Sitzung vom 14. April 1834 wurde bei getheilten Stimmen der Schiedsrichter -durch Entscheid des Obmanns anerkannt, »dass auf dem Universitätsgut zu Gunsten der -Stadt Basel die Beschwerde des Ausschlusses solcher Verfügungen über dasselbe hafte, in -Folge welcher für ihr Bedürfniss wissenschaftlicher Anstalten nicht mehr gesorgt sein -würde,« und wurde im Urtheile vom 11. Juli festgesetzt:</p> - -<blockquote> - -<p>dass bei den im Inventar auf Fr. 543,662.45 angegebenen akademischen Fisci wegen -darauf haftender Beschwerden Fr. 120,662.45 in Abzug zu bringen seien;</p> - -<p>dass auf den Sammlungen von <em class="gesperrt">Amerbach</em>, <em class="gesperrt">Fäsch</em>, <em class="gesperrt">Huber</em>, <em class="gesperrt">d'Annone</em> und -<em class="gesperrt">Bernoulli</em> die Beschwerde hafte, dass dieselben an die Oertlichkeit der Stadt Basel -gebunden sind;</p> - -<p>dass das gesammte Universitätsgut als eine untheilbare Einheit und dem Zwecke des -höheren Unterrichtes bleibend gewidmet zu betrachten sei;</p> - -<p>der Kanton Basel-Stadttheil einen billigen Anspruch habe, dass ihm auf den Fall, -wenn er zur Uebernahme des gesammten Gutes als berechtigt und verpflichtet angesehen -werden sollte, diesfalls eine gewisse Erleichterung, welche in der Bestimmung des -Preises für das Ganze zu finden, verstattet werde.<a name="FNAnker_6_6" id="FNAnker_6_6"></a><a href="#Fussnote_6_6" class="fnanchor">[6]</a></p></blockquote> - -<p class="noin"><span class="pagenum"><a name="Seite_9" id="Seite_9">9</a></span> - -In Abänderung einzelner dieser Punkte erging am 6. August 1834 das Endurtheil dahin:</p> - -<ul> - <li class="hang">1) es sei das gesammte Universitätsgut mit Nutzen und Beschwerden, und unter der -Verpflichtung, dasselbe seiner Bestimmung getreulich zu erhalten, dem Kanton Basel-Stadttheil -allein und ausschliesslich zugetheilt;</li> - -<li class="hang"> 2) es sei der durch die bisherigen Schätzungen und Urtheile ausgemittelte Gesammtwerth -von Fr. 621,060, mit Hinzurechnung des in seinem Werthe noch nicht ermittelten Mobiliar-Bestandes, -um 25% herabzusetzen und der sich ergebende Betrag als der definitive Preis -und als die von Basel-Stadttheil einzuwertende und unmittelbar in Theilung fallende -Summe festgesetzt;</li> - - <li class="hang">3) sei der Kanton Basel-Landschaft bei seiner Erklärung, das ihm zufallende Capital einzig -für höhere wissenschaftliche Anstalten zu benutzen und zu verwenden, feierlich behaftet. </li></ul> - -<p>Durch Einverständniss der Parteien wurde am 12. August der Werth des Mobiliarbestandes -— worunter auch Scepter und Pokale der Universität auf Antrag der Landschaft -aufgenommen werden mussten — auf Fr. 1440 bestimmt. </p> - -<p>Mit dem ganz eigenen, im November gestellten Antrage: »es möchte — da verlaute, -dass Basel-Stadttheil Willens sei, die Universität aufzuheben oder einzuschränken — das -Schiedsgericht die Rechte der Landschaft durch ein ferneres Urtheil so wahren, dass die -Universität zu keiner Zeit von Basel-Stadttheil aufgehoben oder beschränkt werden könne, -oder wenn man demselben freie Befugniss darüber einräumen wolle, der Stadttheil angehalten -werden, der Landschaft, der gemachten Abzüge und der niedern Schätzung wegen, noch -eine Entschädigungssumme von Fr. 256,619 herauszubezahlen,« — wurde die Landschaft -einmüthig am 17. November abgewiesen; dagegen der Stadttheil auf Antrag der Landschaft -angehalten, Zinsen von dem ihr zukommenden Antheil vom 18. März 1832 bis 15. December -1834 zu 4% zu entrichten.</p> - -<p>Die Verhandlungen ergaben für das Universitätsvermögen folgende Summen:</p> - - <table summary="summen"> -<tr><td>A. Akademische Fisci (laut Urtheil)</td> -<td> </td> - - <td class="tdc">Fr.</td> -<td class="tdr">423,000.—</td> -</tr> -<tr><td>B. Gebäude (laut Schatzung)</td> -<td> </td> -<td class="tdc">»</td> -<td class="tdr">120,060.—</td> -</tr> -<tr> -<td>C. Sammlungen (laut Schätzung)</td> -<td> </td> -<td class="tdc">»</td> - <td class="tdr">78,000.—</td> -</tr> -<tr> -<td>D. Scepter und Pokale Fr. 812.50 — - übriges Mobiliar 627.50</td> - <td class="tdc">=</td> -<td class="tdc bb">»</td> - <td class="bb tdr">1,440.—</td> -</tr> -<tr><td> </td> - <td>Summa</td> -<td class="tdc">Fr.</td> -<td class="tdr">622,500.—</td> -</tr> -<tr> - <td class="tdr">abzüglich 25%</td> - <td> </td> -<td class="tdc bb">»</td> - <td class="bb tdr">155,625.—</td> -</tr> - <tr> -<td> </td> - <td>blieben</td> -<td class="tdc">Fr.</td> -<td class="tdr">466,875.—</td> -</tr> -<tr><td colspan="2">wovon nach Urtheil vom 10. Juni 1834 der - Landschaft 60% gebührten, also </td> -<td class="tdc">»</td> - <td class="tdr">298,800.—</td> -</tr> -<tr><td colspan="2">nach Gewährung von Fr. 195 in Mobiliar blieben - auszuweisen</td> -<td class="tdc">»</td> -<td class="tdr">298,605.—</td> -</tr> -<tr><td colspan="2">welche Summe sich durch Zinsen - mit Fr. 32,846.55 erhöhte auf</td> -<td class="tdc">»</td> - <td class="tdr">331,451.55</td> -</tr> - </table> - -<p class="noin">Dies war die Auskaufssumme, welche an die Landschaft zu entrichten war.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_10" id="Seite_10">10</a></span> - -Wie so vielen anderen, genügte Basel-Stadt auch dieser Verpflichtung aufs Pünktlichste. -Nach beendeter Vermögenstheilung konnten die in der Zwischenzeit ausgestellten Bürgschaftsinstrumente -sehr bald entkräftet werden. Den muthig und hochherzig für die Interessen des -Staatswesens eingetretenen Bürgern von Zürich und Basel wurde der gebührende Dank -bezeugt.</p> - -<p>Unter den vielen Aufgaben, die nunmehr rücksichtlich der Reorganisation der Staatsverwaltung -zu lösen waren, war die Frage der Organisation der höheren Lehranstalten von -grösster Bedeutung. Auch hier bewährte sich, was schon die Alten erkannt haben, dass im -Unglück der Sporn zur Ausdauer und zu neuer Thatkraft liegt.</p> - -<p>Unmittelbar nach Erlass des schiedsgerichtlichen Urtheils vom 6. August wurde durch -Rathsbeschluss vom 13. August dem Erziehungskollegium<a name="FNAnker_7_7" id="FNAnker_7_7"></a><a href="#Fussnote_7_7" class="fnanchor">[7]</a> der Auftrag ertheilt, zu berathen, was -nun in Hinsicht der Universität angenommen und vorgekehrt werden solle. Zu diesem -Zwecke ernannte dasselbe eine Kommission.</p> - -<p>Aber auch die Regenz musste zu den Sprüchen des Schiedsgerichts Stellung nehmen. -Sie that dies, indem sie dem Amtsbürgermeister zu Handen des Grossen Rathes am -23. September eine ausführliche Protesterklärung gegen jene Sprüche überreichen liess, worin -sie schliesslich, unter Anrufung der heiligsten Gefühle der Gerechtigkeit, der Wissenschafts- -und Vaterlandsliebe, die Zuversicht aussprach, E.W.W. Rath werde vermöge seiner Weisheit -und rechtlichen Gesinnung durch zweckdienliche Anordnungen dafür sorgen, dass das Universitätsgut -nicht nur ungeschmälert und dem Zwecke des höheren Unterrichts gewidmet -bleibe, sondern auch für die Zukunft eine solche rechtliche Stellung erhalte, wodurch es -niemals durch irgend mögliche Wechselfälle seiner Bestimmung entrissen werden könne und -wodurch auch wieder nach einer so niederschlagenden Erfahrung bei der Bürgerschaft Muth -und Zutrauen geweckt würde, durch neue Stiftungen die Lehrmittel und Kräfte der Universität -zu vermehren.<a name="FNAnker_8_8" id="FNAnker_8_8"></a><a href="#Fussnote_8_8" class="fnanchor">[8]</a></p> - -<p>Ebenso wurde von der Kommission des naturwissenschaftlichen Museums in einer -Sitzung vom 6. Oktober eine Erklärung beschlossen, wonach fortan »alle Geschenke und -Legate nur unter dem bestimmten Vorbehalte gemacht und angenommen werden sollen, dass -sie unabänderlich und unveräusserlich in der Stadt Basel zu möglichst gemeinnützigem -Gebrauche sollen aufgestellt bleiben, in allen Wechselfällen die Bedingung der Unentfremdbarkeit -dieser Gegenstände von der Stadt Basel heilig und unverletzt gehalten werden solle, -<span class="pagenum"><a name="Seite_11" id="Seite_11">11</a></span>auch zur Wahrung dieser Bestimmung in keinem denkbaren Falle, weder dem Staate, zu -dem die Stadt Basel jeweilen gehören wird, noch der Stadt Basel selbst irgend ein Opfer -rechtmässig auferlegt werden könne, so dass folglich jede Theilung, jede Auferlegung einer -Auskaufssumme, jede zu diesem Zwecke vorgenommene Schatzung der aus Schenkungen -und Legaten herrührenden Bestandteile der Sammlung, sowie überhaupt jede Massregel -ähnlicher Art als Raub und offenbare Gewaltthat zu betrachten wäre.«</p> - -<p>Diese Wünsche fanden bald die gebührende Berücksichtigung.</p> -<hr class="small" /> -<h3 class="pg">2. <b>Das Gesetz über Einrichtung des Pädagogiums und der Universität -vom 9. April 1835 und die weitere Entwicklung bis 1865.</b></h3> - -<p>Am 20. December 1834 hatte die Kommission den von ihr erforderten Bericht über -die Organisation der höheren Lehranstalten vorgelegt; derselbe fand am 19. Januar im -Erziehungskollegium, wie später im Kleinen Rath Beifall und wurde in den am 2. März 1835 -dem Grossen Rathe vorgelegten Rathschlag aufgenommen. Derselbe zeichnet sich durch -seltene Vollständigkeit und Abrundung aus, stützt sich auf vielseitige Erfahrungen und ist -ein rühmliches Zeugniss für den edlen Sinn und das herzliche Interesse der Männer jener -Zeit für die Förderung des Bildungswesens als einer der Hauptaufgaben jedes Staatswesens. -Mit hoher Befriedigung wird man auch heute noch in demselben die Worte lesen: »Wenn -auch allerdings in der vorgefallenen Trennung des Kantons, in der daraus sich ergebenden -Verminderung der Beamtenzahl, in der gegenwärtig bedeutenden Schuldenlast, eben so viele -Gründe liegen möchten, wesentliche Einschränkungen eintreten zu lassen, so rufen doch -andrerseits das um so fühlbarer gewordene Bedürfniss geistiger Regsamkeit und Tüchtigkeit, -die sich täglich höher stellenden Anforderungen der Zeit, die eigentümliche Isolierung -unserer Lage Basel dringend zu, sich im gegenwärtigen Augenblicke nicht zu versäumen -und nicht zu vernachlässigen, und durch zweckmässige und wohleingerichtete wissenschaftliche -Anstalten sein zukünftiges Wohl zu sichern.«</p> - -<p>Im Anschluss an die Gesetze vom 18. Juni 1817 und 17. Juni 1818 wird für Bestehenbleiben -des Pädagogiums eingetreten und dankbar anerkannt, dass der vortreffliche Zustand -desselben besonders den eifrigen und gewissenhaften Bemühungen der zur Zeit angestellten -Lehrer zuzuschreiben sei. Diese Anstalt soll in 2 Abtheilungen, für Humanisten einerseits, -für Realisten (Techniker) andrerseits zerfallen.</p> - -<p>Aber es genügt das Pädagogium, welches junge Leute vom 15.-18. Jahre aufnimmt, -für sich allein den Bedürfnissen nicht. Hiezu ist eine danebenstehende höhere Anstalt, die<span class="pagenum"><a name="Seite_12" id="Seite_12">12</a></span> -Universität, dringend nothwendig. Diese soll eine Anstalt für das Studium der Fakultätswissenschaften, -aber auch eine bürgerliche Akademie sein, in höherem, unmittelbar praktischerem -Sinne, als s.Z. <em class="gesperrt">Isaak Iselin</em> dies angedeutet hatte. Freilich sind hiebei bedeutende -Einschränkungen des streng wissenschaftlichen Elementes angebracht, während die Fächer, -welche der allgemeinen und technischen Bildung angehören, einige Ausdehnung erhalten -können. In dieser Beziehung hält man einen Lehrstuhl für französische Sprache und Litteratur -angezeigt und will auch dem Englischen und Italienischen, besonders aber der Nationalökonomie -und Statistik, bei deren stets wachsender Bedeutung, Berücksichtigung schenken. -Die philosophische Fakultät soll den Kern des Ganzen bilden. Lediglich als propädeutische -Anstalten sind die juristische und medicinische Fakultät behandelt. In der theologischen -Fakultät soll Nachdruck auf praktische Ausbildung und Pflege des Hebräischen gelegt werden.</p> - -<p>In den Berathungen über den Rathschlag im Grossen Rathe am 7.-9. April erlitt der -die Universität betreffende Abschnitt nur geringe Aenderungen. Man hielt es für passend, -in § 13 (dem ersten Paragraphen des Abschnitts) die »Beibehaltung« der im Jahre 1460 -gegründeten und in den Jahren 1532 und 1818 reorganisierten Universität bestimmter auszusprechen; -gewährte für Gehaltszulagen und Besoldungen in ausserordentlichen Fällen einen -jährlichen Kredit von Fr. 4000, regelte eingehend die Entlassung pflichtvergessener Lehrer, -lehnte einen Antrag auf Bestätigung der Lehrer von 6 zu 6 Jahren ab; bestimmte dagegen, -dass bei etwaigen Aenderungen in der Organisation die Professoren sich einer solchen gegen -eine dann durch Gesetz zu bestimmende Entschädigung zu unterziehen hätten.</p> - -<p>In der an erster Stelle genannten philosophischen Fakultät werden 9 Lehrstühle -errichtet für theoretische und praktische Philosophie — Mathematik — Physik und Chemie — -Naturgeschichte — griechische, lateinische, deutsche und französische Sprache wie Litteratur- -und Geschichte. Besondere Lehrer können für die oben genannten Fächer angestellt werden. -Die Professoren beziehen Fr. 1600 Gehalt.</p> - -<p>Drei Professuren werden der theologischen Fakultät gegeben. Lehrfächer sind: -Theologische Encyclopädie — Hebräische Sprache — Exegese des Alten und des Neuen -Testamentes mit den nöthigen Hilfswissenschaften — Kirchen- und Dogmengeschichte — -Dogmatik — Christliche Moral — Praktische Theologie mit homiletischen und katechetischen -Uebungen. Zwei Professoren haben je Fr. 1600, der dritte Fr. 1200 Gehalt.</p> - -<p>Die juristische Fakultät hat 2 Lehrstühle, einen mit Fr. 1600, einen andern mit -Fr. 800 Gehalt. Lehrfächer sind: Römisches Recht — Criminalrecht — Handels- und Wechselrecht -— Vaterländisches Civilrecht — Civilprozess.</p> - -<p>Die medicinische Fakultät zählt 4 Lehrer für Anatomie — Physiologie und Pathologie — -Chirurgie und Botanik mit nur Fr. 800 Gehalt, sowie einen Prosektor mit Fr. 450 Gehalt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_13" id="Seite_13">13</a></span> - -Die einzelnen Stellen sollen, nach Auskündung und Konkurs, sowie Anhörung der -Curatel, durch Wahl seitens des Erziehungskollegiums besetzt werden, welche Wahlen sodann -noch der Bestätigung des Kleinen Rathes unterliegen. Unmittelbare Berufung durch den -Kleinen Rath ist auch hier, wie im Gesetz von 1818, vorgesehen.</p> - -<p>Die Regenz hat die Censur über das Betragen der Studierenden, ertheilt in geringeren -Fällen Verweise; in wichtigen oder Wiederholungsfällen hat sie Strafbefugniss bis auf 3tägige -Carcerstrafe, spricht auch Entziehung von Stipendien aus. Bei schwereren Vergehungen kann -sie bei der Curatel auf Entfernung antragen, wozu aber Bestätigung des Erziehungskollegiums -nöthig ist.</p> - -<p>Für die Vorlesungen besteht Lern- und Lehrfreiheit, und können einzelne Vorlesungen -auch von Nichtstudierenden, welche das 17. Altersjahr zurückgelegt haben, besucht werden.</p> - -<p>Die Aufrechterhaltung der Universität in diesem gewiss bescheidenen Rahmen fand -namentlich auswärts eine verschiedene Beurtheilung. So meinte man z.B. in Zürich, dass, -wenn nicht alle Fakultäten aufs Vollständigste und möglichst gut besetzt seien, die Bürger -ihre Studien doch nicht zu Hause vollenden könnten; darum tauge es nichts, Professoren -beizubehalten; besser verwendete man das Geld nach Bern oder nach Zürich, wo man sich -gewisse Rechte vorbehalten könne.<a name="FNAnker_9_9" id="FNAnker_9_9"></a><a href="#Fussnote_9_9" class="fnanchor">[9]</a></p> - -<p>Andere (z.B. die Bündnerzeitung) urtheilten günstiger, indem sie sagten: »Wenn der -Rathschlag Genehmigung findet, so haben gewisse Neider und Blutradikalen umsonst der -altehrwürdigen Universität von Basel das Leichenlied gesungen! Freuen wird es uns, wenn -die Bürgerschaft, trotz der veränderten politischen Verhältnisse, sich das nicht rauben lässt, -was ihrer Stadt Zierde und Ruhm gewesen — die Universität als eine Pflegeanstalt wissenschaftlicher -Bildung. Es knüpfen sich an dieselbe so ehrwürdige Erinnerungen, dass die -Aufrechterhaltung dieser Anstalt, auch in beschränkterer Gestalt, immerhin der Stadt zur -Ehre gereichen wird.«</p> - -<p>Und dies geschah in vollstem Maasse.</p> - -<p>Sofort, nachdem durch Gesetz vom 9. April 1835 die Beibehaltung der Universität in -neuer, den Bedürfnissen und Verhältnissen angemessener Form entschieden war, traten am -11. April einige Freunde der wissenschaftlichen Anstalten in Basel zusammen, um darüber -zu berathen, wie die Absichten der Obrigkeit durch freiwillige Mitwirkung wohldenkender -Bürger zweckmässig gefördert, der Sinn und die Liebe zur Wissenschaft belebt, und angeregt -werden könnten. In dem Aufrufe zur Bildung einer Freiwilligen Akademischen Gesellschaft -vom 20. April legte man, in rühmender Anerkennung der Verdienste der obersten Landesbehörde, -<span class="pagenum"><a name="Seite_14" id="Seite_14">14</a></span> - die Mittel und Wege dar, wie sich jene Ziele erreichen liessen, und fand damit in -weiteren Kreisen Anklang, so dass schon am 17. September die Gesellschaft sich constituieren -und sofort ihre für die Universität so höchst förderliche Thätigkeit eröffnen konnte.</p> - -<p>Eine treffliche Schilderung dieses Wirkens und Strebens bringt die soeben veröffentlichte -Festschrift derselben: »Geschichte der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft der -Stadt Basel während der ersten 50 Jahre ihres Bestehens«, verfasst von dem jetzigen Vorsteher, -Herrn Altbürgermeister <em class="gesperrt">C.F. Burckhardt</em>.</p> - -<p>Wegen der innigen Beziehungen, welche seit jener Zeit dauernd zwischen dieser -treuesten, verdienstvollsten Genossin und der Universität bestanden haben, war die Geschichte -der Gesellschaft natürlich nicht ohne Erwähnung der Geschichte der Universität in diesem -Zeitraume zu schreiben, und erhält die nachfolgende, mehr auf einzelne besondere Punkte -der Organisation eingehende Darstellung durch jene Schrift des um das hiesige Gemeinwesen -hochverdienten Mannes eine erwünschte Ergänzung.</p> - -<p>Der provisorische Zustand, in den durch Rathsbeschluss vom 9. April 1835 die -Professoren, Lehrer und Angestellten der Universität und des Pädagogiums, unter Hinweis -auf das Gesetz vom 9. Juni 1834, erklärt wurden, dauerte nicht lange. Schon am 13. Juni -1835 wurden durch weiteren Rathsbeschluss die bisher definitiv angestellten Lehrer der -Universität aufs neue an ihre Stelle berufen.</p> - -<p>In der theologischen Fakultät erhielt Herr <em class="gesperrt">J.J. Stähelin</em> den Titel eines ordentlichen -Professors mit Sitz und Stimme in Fakultät und Regenz, Herr <em class="gesperrt">J.G. Müller</em> die dritte -ordentliche Lehrstelle. Zur Versehung der 1. Lehrstelle in der ganz unbesetzten juristischen -Fakultät, welche sich auf freiwillige Leistungen mehrerer Privatdocenten angewiesen gesehen -hatte, berief man Herrn Dr. <em class="gesperrt">G. Beseler</em> als ausserordentlichen Professor und eröffnete für -den 2. Lehrstuhl einen Konkurs, demzufolge man Herrn Dr. <em class="gesperrt">Adolf Burckhardt</em> zum Professor -ernannte. Die medicinische Fakultät blieb im Personal unverändert. In der philosophischen -Fakultät berief man wieder Herrn Prof. <em class="gesperrt">Linder</em> als Lehrer der griechischen -Sprache und Litteratur; Herrn Prof. <em class="gesperrt">Bernoulli</em> übertrug man mit dem Titel eines Professors -der industriellen Wissenschaften den Unterricht namentlich in industrieller Mechanik und -Technologie; Herrn Prof. <em class="gesperrt">Peter Merian</em>, welcher aus Gesundheitsrücksichten die Wiederübernahme -eines Amtes ablehnte, verlieh man den Titel eines ordentlichen Professors mit -Sitz und Stimme in der Regenz, übertrug den Lehrstuhl der französischen Sprache Herrn -Prof. <em class="gesperrt">Vinet</em>, beförderte zum ordentlichen Professor der Philosophie Herrn Dr. <em class="gesperrt">F. Fischer</em>, -ernannte zum Professor der Physik und Chemie Herrn Dr. <em class="gesperrt">Schönbein</em>, zum Professor der -deutschen Sprache und Litteratur Herrn Dr. <em class="gesperrt">W. Wackernagel</em>, verlieh den Titel eines -ausserordentlichen Professors Herrn Dr. <em class="gesperrt">Wilhelm Vischer</em> und bestellte als Lektor der -Naturgeschichte auf unbestimmte Zeit Herrn Prof. <em class="gesperrt">Meissner</em>.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_15" id="Seite_15">15</a></span> - - Am 14. September trat der »Senatus academicus« zusammen.<a name="FNAnker_10_10" id="FNAnker_10_10"></a><a href="#Fussnote_10_10" class="fnanchor">[10]</a> Der bisherige Rektor, -Prof. <em class="gesperrt">P. Merian</em>, leistete den neuen Amtseid und legten darauf die der Regenz angehörenden -Professoren das Gelübde in die Hände des Rektors ab. Nach Abtreten der Curatel wurde -in der nun eröffneten Regenzsitzung dem sein Amt in die Hände der Regenz niederlegenden -Rektor im Namen der Fakultäten für die unzähligen Dienste, die er der Universität erwiesen, -der wärmste Dank abgestattet und sodann für den Rest des Jahres Prof. <em class="gesperrt">de Wette</em> zum -Rektor gewählt.</p> - -<p>Ohne Einwirkung der Regierung, aber auf mehrfach geäusserten Wunsch der Bürger, -welche fühlten, dass die hochherzige Gesinnung der Behörden durch einen feierlichen Akt -anzuerkennen sei, beschloss die Regenz, eine Einweihungsfeier der wiederhergestellten Universität -abzuhalten. Hiezu lud in ihrem Auftrage Prof. <em class="gesperrt">Wackernagel</em> durch ein deutsches -Programm »Ueber die altdeutschen Handschriften der Basler Universitätsbibliothek« ein und -fügte Prof. <em class="gesperrt">Gerlach</em> dem diesmal auch in lateinischer Sprache abgefassten Vorlesungsverzeichnisse<a name="FNAnker_11_11" id="FNAnker_11_11"></a><a href="#Fussnote_11_11" class="fnanchor">[11]</a> -für das Wintersemester ein lateinisches Schreiben bei, in welchem er die -verschiedenen Hochschulen von der Neugestaltung der Universität, unter kurzer Erwähnung -der Vorgänge der letzten Jahre und rühmender Anerkennung des opferfreudigen Sinnes der -Mitbürger, in Kenntniss setzte.<a name="FNAnker_12_12" id="FNAnker_12_12"></a><a href="#Fussnote_12_12" class="fnanchor">[12]</a></p> - -<p>Die Einweihungsfeier fand bei zahlreicher Betheiligung aus verschiedenen Kreisen der -Bürgerschaft am 1. October im Münster statt. Die gehaltreiche, später im Druck veröffentlichte, -Festrede des Rektors gab einen Ueberblick über die Arbeiten für die Neugestaltung -der Universität seit 1818 und zeigte, wie selbst ein kleiner Wirkungskreis seine unleugbaren -Vorzüge habe. Besonders wurde auch des neuesten Beweises des vielfach erprobten Gemeinsinnes -Basels, der Gründung der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft gedacht. Darauf -entwickelte Prof. <em class="gesperrt">Schönbein</em> die Bedeutung der Naturwissenschaften als Elementes der -modernen Bildung. Sodann wurden Ehrenpromotionen verkündet. Der theologische Doktorgrad -wurde ertheilt Herrn Antistes <em class="gesperrt">Hurter</em> von Schaffhausen, den Herren Proff. <em class="gesperrt">Schneckenburger</em> -und <em class="gesperrt">Lutz</em> in Bern und <em class="gesperrt">Hirzel</em> in Zürich, der juristische Herrn <em class="gesperrt">von Tscharner</em> -in Chur, der medicinische Herrn Prof. <em class="gesperrt">Brunner</em> in Bern, der philosophische den Herren -Proff. <em class="gesperrt">Studer</em> in Bern, <em class="gesperrt">Fäsi</em> in Zürich, <em class="gesperrt">Fröhlich</em> in Aarau. Schliesslich konnten, nach - -<span class="pagenum"><a name="Seite_16" id="Seite_16">16</a></span> - - Genehmigung der Behörden, für die Studierenden vier Preisfragen gestellt werden, für deren -Lösung je Fr. 100 als Preise ausgesetzt wurden.<a name="FNAnker_13_13" id="FNAnker_13_13"></a><a href="#Fussnote_13_13" class="fnanchor">[13]</a></p> - -<p>Kurz vor Schluss des Jahres, am 10. December, wurde vom Grossen Rathe der Antrag: -»es möchte der Grosse Rath erkennen, dass es bei der durch die Staatskasse bereits geschehenen -Zahlung der Auskaufssumme von zusammen Fr. 331,451.55 sein Verbleiben haben solle« zum -Beschluss erhoben und damit diese für die Existenz der Universität bedeutendste finanzielle -Frage erledigt. Nunmehr handelte es sich nur noch um nähere Feststellung der Verwaltung -und Verwendung des Universitätsgutes. Hierüber erging das Gesetz vom 6. April 1836, -laut welchem das gesammte Universitätsgut mit den der Stadt Basel darauf zustehenden -Berechtigungen, wie dieselben durch die Stiftungen und Vergabungen, durch die Dotationsurkunde -vom Jahr 1803 und durch die Sprüche des bei der Trennung des Kantons Basel -aufgestellten eidgenössischen Schiedsgerichts bestimmt und anerkannt sind, ein an die -Oertlichkeit der Stadt Basel unauflöslich geknüpftes Eigenthum des Kantons Basel-Stadttheil -bildet, welches den Bestimmungen der Stiftungen und dem Zwecke der höheren Lehranstalten -niemals entfremdet werden darf.</p> - -<p>Erwähnen wir, dass durch Gesetz vom gleichen Datum die Korporation der Universitätsbürger -als 16. politische Wahlzunft der Stadt eine mit der Einrichtung der übrigen -Zünfte übereinstimmende Regelung erfuhr, so sind die Grundzüge der neuen Organisation -bezeichnet, welche der Regenz zur Pflicht machten, durch Bestellung der Kommissionen, -Aufstellung eines Reglements für die Vermögensverwaltung und einer Ordnung für den -Pedell<a name="FNAnker_14_14" id="FNAnker_14_14"></a><a href="#Fussnote_14_14" class="fnanchor">[14]</a> u.a. zur Durchführung jener gesetzlichen Bestimmungen auch ihrerseits mitzuwirken.</p> - -<p>Aber auch viele andere Fragen traten in den nächsten Decennien an die Regenz -heran, da der Geschäftskreis sich erweiterte und das Kollegium an Mitgliedern zunahm.</p> - -<p>Auf Wunsch der Behörden sorgte man für ausgedehntere Vertheilung der akademischen -Gelegenheitsschriften<a name="FNAnker_15_15" id="FNAnker_15_15"></a><a href="#Fussnote_15_15" class="fnanchor">[15]</a> und der Einladungen zu akademischen Akten; regelte (März 1845) -die »Verhältnisse und Pflichten der Studierenden« in einer längeren Ordnung, erliess -(November 1845) eine »Ordnung über den Betrag und die Entrichtung der Collegiengelder«, -welche 1854 einige Aenderungen erfuhr, ohne dass jedoch das lästige Freibitten ärmerer -Studenten beim Rektor beseitigt wurde, bis man endlich (10. März 1864) eine besondere - -<span class="pagenum"><a name="Seite_17" id="Seite_17">17</a></span> - - Kommission zur Vorprüfung der Gesuche um Collegiengeldererlass einsetzte. Die Vertheilung -der Stipendien seitens der Regenz bereitete damals, bei der geringen Zahl der Petenten, noch -keine besonderen Schwierigkeiten.</p> - -<p>Ein öfters wiederkehrendes Traktandum war die Maturitätsfrage. Hierüber erging -(Juni 1844) ein Beschluss des Erziehungsrathes, »dass Jünglinge, welche aus der hiesigen -dritten Realistenklasse mit dem Maturitätszeugnisse entlassen worden oder in einer der -hiesigen technischen Abtheilung des Pädagogiums gleichstehenden Anstalt eine genügende -Vorbildung erhalten haben, als Studierende der mathematisch-physikalischen Abtheilung der -philosophischen Fakultät unter Ertheilung einer lateinischen Matrikel immatrikuliert werden -könnten, während für den Zutritt zu der theologischen, juristischen und medicinischen Fakultät -ein humanistisches Examen vorbehalten bleibt.« Doch mehren sich später die Klagen über -ungenügende Vorbildung namentlich von auswärts kommender Studierender. Die Einrichtung -eines von Mitgliedern der philosophischen Fakultät abzuhaltenden Examens wird (1859) als -eine sehr lästige Neuerung empfunden, so dass man 1863 den Dekan, bezw. ein von diesem -zu bezeichnendes Mitglied mit der Prüfung betraute, und endlich (22. März 1864) die Prüfung -von Baslern, welche kein Maturitätszeugniss besitzen und von Auswärtigen, welche ein solches -von hier zu erhalten wünschen, näher regelt.</p> - -<p>Schon 1846 verfügt man Niederlegung der bei der Immatrikulation vorgewiesenen -Papiere beim Rektor, um eine Kontrolle über den Bezug von (später obligatorisch erklärten) -Abgangszeugnissen zu gewinnen; man ordnet (1854) den Druck von Kollegienbogen und Abgangszeugnissen -an, sowie Vorlegung ersterer zur Testierung aller belegter Kollegien (wegen -der bis 1877 üblichen Fleisszeugnisse), überträgt dem Pedell die Führung von Listen über -Docenten und Studierende und veranlasst die Ordnung des Archivs, welcher Mühwaltung sich -bis zum Abschlusse dieser Arbeit im Februar 1853 Herr Prof. <em class="gesperrt">Schnell</em> unterzog, worauf dann -die Bestellung eines ständigen Archivars<a name="FNAnker_16_16" id="FNAnker_16_16"></a><a href="#Fussnote_16_16" class="fnanchor">[16]</a> beschlossen wird; im März 1855 beendet Herr -Prof. <em class="gesperrt">Riggenbach</em> die Fortführung des Legatariums. Auch das Statutarium findet entsprechende -Beachtung. — Mehrfach muss man einschärfen, dass Docenten eine Inaugurationsrede -zu halten haben, ehe sie ihre Vorlesungen beginnen. Dem Rektor lästig fallende Geldgeschäfte -werden ihm mehr und mehr abgenommen, die neu eintretenden Professoren von -Immatrikulationsgebühren befreit, die sog. Feuerspritzenpflicht der Professoren (1854) etwas -eingeschränkt und die Niederlassung der von auswärts berufenen Professoren (1863) besser -<span class="pagenum"><a name="Seite_18" id="Seite_18">18</a></span>geregelt.<a name="FNAnker_17_17" id="FNAnker_17_17"></a><a href="#Fussnote_17_17" class="fnanchor">[17]</a> Den nach einander auftauchenden Gesangvereinen (1841, 1843, 1845, akademischer -Männerchor 1855) und endlich auch dem akademischen Turnverein (1856) gewährt man Unterstützungen, -überlässt dagegen die Ordnung der Vereinsangelegenheiten den öfters um -Bestätigung ihrer Statuten einkommenden neuen Studentenverbindungen.</p> - -<p>Für die schon seit den Zwanziger Jahren in Basel üblichen, mit grossem Beifall aufgenommenen -und als wirkliche Pflicht gegen die Bürgerschaft erachteten öffentlichen akademischen -Vortrage bestellt man 1856 eine Kommission, an deren Stelle 1869 eine neue trat.</p> - -<p>Dauernd behilft man sich, bei der stets bewiesenen Bereitwilligkeit der Regentialen -zur Uebernahme und Besorgung der mannigfachsten Geschäfte, ohne jenes grössere Beamtenpersonal, -wie es andere Universitäten besitzen.</p> - -<p>Der Rektor besorgt die Inscription der neu eintretenden Docenten und der Studierenden, -unter denen eine Zeit lang auch Missionszöglinge auftreten, in die Universitätsmatrikel. -Die Dekane veranlassen die Inscription der Studierenden in das Fakultätsalbum, unter -Rechnungslegung über die dabei bezogenen Gebühren. — Wie der Rektor über die Geschäfte -seines Amtsjahres, so erstatten der Regenz die Dekane Bericht über Veränderungen und -Wünsche ihrer Fakultät, die Vorsteher der Sammlungen und Anstalten Bericht über die -Verhältnisse derselben. Auszüge aus diesen Berichten werden in der Reihe der dem -Grossen Rathe zu erstattenden Verwaltungsberichte abgedruckt, sodass auch weitere Kreise -sich von den Veränderungen der Universitätseinrichtungen genau unterrichten können.</p> - -<p>Das Protokoll in den Regenzsitzungen führt der jährlich zu diesem Zweck gewählte -Schreiber der Regenz, für welche Dienstleistung derselbe — zufolge Stiftung von Professor -J.J. <em class="gesperrt">Stähelin</em> im Jahr 1846 — eine kleine Gratifikation erhält. Einen eigenen Schreiber -bestellt seit 1838 die medicinische Fakultät, während in den anderen der Dekan (der jetzige -oder frühere) das Protokoll führt. In den Regenzsitzungen hat bis Mai 1864 Umfrage bei den -Berathungen statt, von da an freie Diskussion; auch wird dabei das Sitzen in der Reihenfolge -der Fakultäten abgeschafft. Der Pedell endlich hat die Einziehung und die Vertheilung der -Kollegiengelder, sowie die Auszahlung der Stipendien zu besorgen, daneben den mannigfachsten -Abwartsdienst, z.B. als Gehilfe in der Bibliothek bis zur Anstellung eines besonderen -Bibliothekdieners (durch Rathsbeschluss vom 21. Februar 1876).</p> - -<p>Nach diesem kurzen Ueberblick über die inneren Verhältnisse sind nun mehr die -wichtigen Ereignisse zu erwähnen, welche rasch hintereinander seit 1849 die weitere -Gestaltung der Universitätsverhältnisse beeinflussten.</p> -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_19" id="Seite_19">19</a></span> -Das Jahr 1849 brachte einen grossen Fortschritt durch Eröffnung der prächtigen Räume -des Museums,<a name="FNAnker_18_18" id="FNAnker_18_18"></a><a href="#Fussnote_18_18" class="fnanchor">[18]</a> in denen die sich rasch vergrössernden Sammlungen<a name="FNAnker_19_19" id="FNAnker_19_19"></a><a href="#Fussnote_19_19" class="fnanchor">[19]</a> und einzelne Universitätsinstitute -eine entsprechendere Aufstellung erhielten und für die feierlichen Rede- -und Promotionsakte eine geräumige Aula verfügbar wurde. Zur Förderung der Zwecke -dieses Museums, Vermehrung der Sammlungen, zugleich Belebung des Sinnes für Kunst und -Wissenschaft wurde der Museumsverein gegründet.</p> - -<p>Die Freude über diese grossen Errungenschaften wurde etwas herabgestimmt, als im -December 1850 im Grossen Rathe ein Antrag auf Aufhebung der Universität, dagegen -Gründung einer Gewerbeschule gestellt wurde. Es war dies der Ausdruck einer in den -letzten Jahren mehr und mehr verbreiteten Anschauung, dass die Aufrechterhaltung der -Universität unerschwingliche Opfer heische. Dieser jetzt offen hervortretenden Gegnerschaft -musste durch Aufklärung über den wirklichen Sachverhalt begegnet werden und dieses -Verdienst erwarben sich — neben einem der Universität nicht angehörenden Manne<a name="FNAnker_20_20" id="FNAnker_20_20"></a><a href="#Fussnote_20_20" class="fnanchor">[20]</a> — zwei -Lehrer der Hochschule, die Herren J. <em class="gesperrt">Schnell</em> und C.F. <em class="gesperrt">Schönbein</em>. Sie waren der -Meinung, dass es einem Universitätslehrer zukomme, darzulegen, warum er redlich, nicht -als Parteimann, zur Universität stehe.</p> - -<p>Sie thaten dies mit durchschlagendem Erfolge in der Schrift: »Die Universität von Basel, -was sie fordert und was sie leistet« (Basel, Detloff 1851). Diesem muthigen Auftreten wird -es mit zu verdanken sein, dass der Grosse Rath am 3. Februar 1851 jenen Antrag mit 81 -gegen 11 Stimmen ablehnte und in Erkenntniss mancher Mängel und Lücken durch Gesetz -vom 30. März 1852 die Errichtung eines besonderen Lehrstuhles für Physik, sowie Erhöhung -des Zulagekredits auf Fr. 8,000 anordnete, nachdem inzwischen 1850 durch Betheiligung der -Freiwilligen Akademischen Gesellschaft die Besetzung je eines Lehrstuhles für Pathologie -und andrerseits Anatomie und Physiologie ermöglicht und durch dieselbe Gesellschaft 1851 -in der juristischen Fakultät ein neuer Lehrstuhl für deutsches Privatrecht und Civilprozess -errichtet worden war.</p> -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_20" id="Seite_20">20</a></span> - Die weitere der Universität drohende Gefahr, die Errichtung einer eidgenössischen -Universität,<a name="FNAnker_21_21" id="FNAnker_21_21"></a><a href="#Fussnote_21_21" class="fnanchor">[21]</a> wurde vorläufig beseitigt, als die Bundesversammlung nach Verhandlungen -im Januar und Februar 1854 die Errichtung eines Polytechnikums in Zürich beschloss.</p> - -<p>Immerhin war die Aufmerksamkeit auf die weitere Ausgestaltung der Universität -hingelenkt und so stellte schon am 6. Februar 1854 Herr <em class="gesperrt">August Burckhardt-Iselin</em> den -Anzug, »den Kleinen Rath zur Begutachtung der Frage einzuladen, ob nicht die gegenwärtigen -Verhältnisse eine Revision der Gesetze von 1835 und 1852 wünschbar machten in dem -Sinne, dass die für höhere Lehrzwecke angewiesenen Mittel mit den Bedürfnissen der Zeit -in Einklang gebracht werden.«</p> - -<p>Von Neuem traten einige Lehrer der Hochschule mit einem belehrenden Worte für -die Interessen der Universität ein, indem sie die Mittel und die Ziele der erwünschten Reform -darlegten.</p> - -<p>Es geschah dies in der höchst beachtenswerthen Schrift: »Die Universität von Basel, -was ihr gebricht und was sie sein soll. In Verbindung mit seinen Collegen und Freunden -F. <em class="gesperrt">Miescher</em>, J. <em class="gesperrt">Riggenbach</em>, W. <em class="gesperrt">Wackernagel</em> dargelegt von J. <em class="gesperrt">Schnell«</em> (Basel, -Detloff 1854). Dieser Schritt war von Erfolg gekrönt. Der auf Grundlage eines eingeholten -Berichtes vorgelegte Rathschlag fand eine über die darin gemachten Vorschläge hinausgehende -Billigung und wurde durch Gesetz vom 15. Januar 1855 dem Kleinen Rathe zur Erstellung -einer vierten theologischen Professur die Hand geöffnet, der juristischen Fakultät ein dritter -ordentlicher Lehrstuhl, der medicinischen ein Lehrstuhl für medicinische Klinik, der philosophischen -ein solcher für Nationalökonomie und Statistik hinzugefügt. Die Gehälter wurden -auf Fr. 2,500 bezw. 1,250 n. W. normiert und der Zulagekredit auf Fr. 15,000 erhöht.</p> - -<p>Noch im selben Jahr richtete die Freiwillige Akademische Gesellschaft, deren Spezialstiftungen -verschiedenen Fakultäten zu Gute kamen, einen Lehrstuhl für vergleichende Anatomie -ein und besetzte denselben in höchst glücklicher Wahl mit einem Schweizer Gelehrten -(Prof. <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>).</p> - -<p>Auch die juristische Fakultät, welche einige ihrer Basler Mitglieder (die Proff. <em class="gesperrt">Christoph -Burckhardt-Hess</em> und <em class="gesperrt">Adolf Burckhardt-Vischer</em>, sowie Dr. <em class="gesperrt">Gustav Christ</em>) in den -Dreissiger Jahren durch Tod, ein anderes (Prof. <em class="gesperrt">Bachofen</em>) durch Austritt in den Vierziger -Jahren leider verloren hatte, gewann 1852 eine bei dem sonstigen raschen Wechsel der -Lehrer sehr erwünschte Unterstützung durch Wiedereintritt ihres Seniors (Rathsherr -A. <em class="gesperrt">Heusler</em>) und 1858 durch Eintritt auch des Sohnes desselben. Nur ein um Universität, -<span class="pagenum"><a name="Seite_21" id="Seite_21">21</a></span> -Wissenschaft und Rechtspflege gleich sehr verdienter Mann (Prof. J. <em class="gesperrt">Schnell</em>) blieb ihr als -treueste Stütze während vier Decennien bis zu seinem Weggange von Basel in segensreichem -Wirken erhalten. Dieselbe Gunst des Schicksals war übrigens mehreren Mitgliedern der -anderen Fakultäten beschieden; wir nennen von Verstorbenen die HH. <em class="gesperrt">Hagenbach</em> und -<em class="gesperrt">Stähelin</em> unter den Theologen, Herrn <em class="gesperrt">Jung</em> unter den Medicinern, die HH. <em class="gesperrt">Peter -Merian</em>, <em class="gesperrt">Gerlach</em>, <em class="gesperrt">Schönbein</em>, <em class="gesperrt">Meissner</em>, <em class="gesperrt">Vischer</em>, <em class="gesperrt">Picchioni</em> aus der philosophischen -Fakultät.</p> - -<p>Die nächsten Jahre brachten viel Arbeit, um die nahende vierte Säcularfeier würdig -zu begehen. Von diesen Vorbereitungen sei hier nur der Um- und Ausbau des sog. Unteren -Collegii<a name="FNAnker_22_22" id="FNAnker_22_22"></a><a href="#Fussnote_22_22" class="fnanchor">[22]</a> erwähnt, wofür im Oktober 1859 ein Kredit von Fr. 70,000 vom Grossen Rathe -bewilligt wurde. Für die Zeit des Umbaues wurden die Hörsäle in die Blömleincaserne verlegt.</p> - -<p>Die Feier fand am 6. und 7. September 1860 statt — in Erinnerung an den Tag, an -welchem, nach Ertheilung der Privilegien der Hohen Schule durch die Stadt, der erste Rektor -der Universität (Georg von Andlau) Namens derselben der Regierung die Anerkennungsakte -übergeben hatte. Die Einzelnheiten dieser Festfeier sind in der Schrift von J.W. <em class="gesperrt">Hess</em> -(Beschreibung der vierten Jubelfeier der Stiftung der Universität Basel, Georg 1860) mitgetheilt, -so dass darauf verwiesen werden kann. Erwähnen wollen wir jedoch des literarischen -Gewinnes, nämlich der eigentlichen Festschrift:</p> - -<p>Geschichte der Universität Basel von der Gründung 1460 bis zur Reformation 1529.</p> - -<p>Von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Wilhelm Vischer</em> (Basel, Georg);</p> - -<p class="noin">ferner der auf die Universität bezüglichen Jubelschriften:</p> -<ul> - <li class="hang">1. Die theologische Schule Basels und ihre Lehrer von Stiftung der Hochschule 1460 bis -zu de Wette's Tode 1849. Von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Karl Rud. Hagenbach</em> (Basel, Schweighauser). -</li> - <li class="hang">2. Die medicinische Fakultät in Basel und ihr Aufschwung unter F. Plater und C. Bauhin, -mit dem Lebensbilde von Felix Plater. Von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Friedrich Miescher</em> (Basel, -Schweighauser). -</li> - <li class="hang">3. Die Mathematiker Bernoulli. Von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Peter Merian</em> (Basel, Schweighauser). -</li> - <li class="hang">4. Festrede, gehalten von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Peter Merian</em>, d.Z. Rektor (Basel, Schweighauser); -</li></ul> -<p class="noin">und endlich der die Angehörigen der Landschaft ehrenden Stiftung eines »Stipendium rauricum.« -</p> -<p>Das in jeder Beziehung gelungene Fest hinterliess bei allen Theilnehmern die angenehmsten -Erinnerungen und blieb nicht ohne die wohlthätigsten Wirkungen auf weitere -Kreise, welche die Hochschule von vielen Ausländern geschätzt und gerühmt sahen und -nunmehr stolz auf diese Anstalt zu werden begannen.</p> -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_22" id="Seite_22">22</a></span> -Als nun von Neuem die Frage einer eidgenössischen Universität auftauchte, stellte -Oberst <em class="gesperrt">Hans Wieland</em> im Grossen Rathe am 31. März 1862 den mit grossem Beifall aufgenommenen -Anzug: »Der Grosse Rath beauftragt die Regierung, die Frage in sofortige -ernstliche Erwägung zu ziehen, ob und inwiefern die neu zu gründende eidgenössische -Hochschule für Basel zu gewinnen sei; des Ferneren soll die Regierung keine Schritte -versäumen, die in dieser Angelegenheit dem gewünschten Resultate näher führen können.«</p> - -<p>Die Verhandlungen der Bundesversammlung berührten die erstere Frage weder im -Jahre 1862, noch auch im folgenden, was eine reifliche Erwägung der Frage ermöglichte. -Als Ergebniss derselben wurde am 7. December 1863 von Bürgermeister und Rath ein -Rathschlag betreffend den Anzug über Erwerbung der neu zu gründenden eidgenössischen -Hochschule vorgelegt. Derselbe war verfasst von dem für die Universität unermüdlich -thätigen Staatsschreiber Dr. <em class="gesperrt">Gottlieb Bischoff</em> († 15. März 1885) und bildet neben dem -bald folgenden Rathschlag und Entwurf eines Universitätsgesetzes das wichtigste und werthvollste -Dokument für die Geschichte der Universität in neuester Zeit. Ausgezeichnet in -Form der Darstellung und reich seinem Inhalte nach, befürwortet dieser Bericht, dass Basel-Stadt -mit allem Nachdruck für den Fall der Errichtung einer eidgenössischen Hochschule als -Bewerber auftrete, auf erste Wiederanregung dieser Frage dem hohen Bundesrathe zu -Händen der Bundesversammlung eine geeignete Begründung seiner Bewerbung eingebe und -inzwischen weitere Reformen an der Universität in Angriff nehme.</p> - -<p>Diese Vorschläge fanden am 1. Februar 1864 den vollsten Beifall des Grossen Rathes. -Der Kleine Rath theilte den Beschluss betreffend die Bewerbung Basels für den Fall der -Errichtung einer eidgenössischen Hochschule dem Bundesrathe mit und erhielt unter dem -18. März die befriedigende Versicherung, dass, wenn einmal diese Frage ernstlich an die -Hand genommen werden könne, die Behandlung derselben in einer Weise geleitet werden -würde, welche den verschiedenen Bewerbungen um diese Anstalt volle Zeit lassen werde, -sich geltend zu machen.</p> - -<p>Durch diese Antwort beruhigt, ging man sofort daran, rücksichtlich der Universität einen -entscheidenden Schritt vorwärts zu thun.</p> - -<p>Indem wir die Behandlung dieses Punktes dem nächsten Abschnitte zuweisen, sei noch -erwähnt, dass am 6. September 1855 die theologische Fakultät Statuten über Ertheilung -theologischer Grade beschlossen hatte, 1861 ein philologisches Seminar eingerichtet und 1862 -die botanische Anstalt wesentlich erweitert worden war, endlich im Wintersemester 1864/65 -zum ersten Mal die Zahl der Studierenden über 100 betrug, um von da an langsam -weiter zu steigen.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_23" id="Seite_23">23</a></span> - - Was die Betheiligung der Universität an Jubelfesten anderer Hochschulen während -dieses Zeitraums betrifft, so fand eine solche auf Einladungen zu den Festen von Greifswald -(18. October 1856), Freiburg (5. August 1857), Zürich (29. April 1858), Jena (15. August 1858), -Genf (Juni 1859), Bern (14. November 1859), Berlin (15. October 1860) und Breslau (3. August -1861) in verschiedener Form statt. Die Einladung von Prag (1848) war der Zeitumstände -wegen zurückgezogen worden.</p> - -<p>In den Kreisen der Lehrerschaft feierte man 1853 die 25jährige Wirksamkeit der -Proff. <em class="gesperrt">Meissner</em> und <em class="gesperrt">Schönbein</em>. Die Verdienste, welche sich die Herren <em class="gesperrt">Merian</em> und -<em class="gesperrt">Heusler</em> namentlich in den Dreissiger Jahren um die Universität erworben hatten, ehrte -man im December 1865, als ersterer bei Einführung des Prof. <em class="gesperrt">Liebermeister</em> zum letzten -Mal dem akademischen Senate präsidierte.</p> - -<p>Was uns in diesem Zeitraume, der wohl als die Sturm- und Drangperiode der Universität -bezeichnet werden kann, immer wieder angenehm berührt, ist die bewunderungswürdige -Sorgfalt, welche die vorgesetzten Behörden bei Neubesetzung der oft erledigten -Professuren entfalteten, ohne je zu ermüden — sodann die von der Lehrerschaft jener Zeit -gepflegte echte, wahre Kollegialität, die so manchen der von auswärts Berufenen dauernd an -Basel fesselte, den von hier Scheidenden aber in bestem Andenken blieb — welchem trefflichen -Vorbilde die jetzige getreu nachlebt und eine spätere, so hoffen wir, nicht untreu werden wird.</p> - -<hr class="small" /> -<h3 class="pg">3. <b>Das Universitätsgesetz von 1866 und die weiteren Veränderungen bis 1885.</b></h3> - -<p>Der letzte Zeitraum von zwanzig Jahren, über den wir zu berichten haben, weist eine -Reihe der erfreulichsten und erfolgreichsten Neuerungen auf. So wurde gleich zu Anfang -dieser Periode am 13. März 1865 der Kleine Rath ermächtigt, zum Behufe gehöriger Einrichtung -einer medicinischen, chirurgischen und geburtshilflichen Klinik im Spital mit dem -Stadtrath die erforderliche Vereinbarung zu schliessen und die nöthigen Anordnungen zu -treffen. Ein Kredit bis auf Fr. 12,000 wurde hiefür gewährt. Demgemäss konnte endlich -ein schon lange fühlbar gewordener Mangel durch allmähliche Einrichtung regelmässiger -Kliniken in den Jahren 1865 und 1868 beseitigt werden.</p> - -<p>Bald darauf (5. Juni) wurde dem Grossen Rathe ein Rathschlag und Entwurf eines -Universitätsgesetzes vorgelegt; der Entwurf ist das Werk des Rathsherrn W. <em class="gesperrt">Vischer</em>, der in -seinen Verdiensten um die Universität neben <em class="gesperrt">Peter Merian</em> und <em class="gesperrt">Andreas Heusler</em> -(Vater) völlig ebenbürtig dasteht und im Auslande während der letzten Decennien wohl der -bekannteste und am öftesten zu Rathe gezogene Basler Rathsherr war.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_24" id="Seite_24">24</a></span> - -Der Rathschlag beschränkt sich wesentlich auf die Erörterung der Universitätsverhältnisse, -zumal inzwischen das Pädagogium, das durch Verlegung in den Mäntelihof sehr -bald auch räumlich von der Universität getrennt wurde, durch Gesetz vom 23. März 1852 -in die Organisation der übrigen Schulen für die männliche Jugend eingereiht worden war. -Als wesentlichster Uebelstand in den bisherigen gesetzlichen Anordnungen wird natürlich -der der Anstalt wegen der schwierigen Zeitverhältnisse des Jahres 1835 damals aufgedrückte -propädeutische Charakter bezeichnet, der jetzt glücklicherweise beseitigt werden könne. -Daneben wird besonders die bisherige Besoldung als nicht mehr genügend erachtet, und eine -Erhöhung derselben auf Fr. 3,000 vorgeschlagen. Diese Besoldungen sollen, was schon aus -Gründen der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit der Rechnungen wünschbar sei, fortan -aus dem Kirchen- und Schulgute, bezw. aus der Staatskasse gezahlt werden, während das -Universitätsgut als »Zulagefonds« mit seinem Ertrage für Besoldungszulagen zu verwenden -wäre. Der Hauptnachdruck wird auf eine den Anforderungen der Zeit möglichst entsprechende -Besetzung der einzelnen Lehrstühle, ganz nach dem Vorbild des im Jahre 1818 erlassenen -Gesetzes, gelegt und hiebei auf mehrfach gemachte Erfahrungen Rücksicht genommen.</p> - -<p>Da sich in der Theologie verschiedene Richtungen geltend machten und darauf -bezügliche Wünsche auch vor den Behörden ihren Ausdruck gefunden hatten,<a name="FNAnker_23_23" id="FNAnker_23_23"></a><a href="#Fussnote_23_23" class="fnanchor">[23]</a> will man -die theologische Fakultät mit 4 bis 5 Professuren ausstatten.</p> - -<p>In der juristischen Fakultät hält man drei ordentliche Professuren für genügend, vier -dagegen in der medicinischen und zwölf in der philosophischen Fakultät. Letztere soll in -zwei Abtheilungen (philologisch-historische und mathematisch-naturwissenschaftliche) geschieden -werden und nunmehr auch die Fächer der Botanik und Zoologie in sich aufnehmen.</p> - -<p>In der Lehrerschaft scheidet der Entwurf ordentliche und ausserordentliche Professoren, -sowie Privatdocenten. Ordentliche Professoren sind die für die bestimmten Fächer regulär -angestellten Lehrer. Ausserdem kann der Kleine Rath auf Antrag des Erziehungskollegiums -verdienten Gelehrten Titel und Rechte ordentlicher Professoren ertheilen. — Die ausserordentlichen -Professuren dagegen sind entweder Vorstufen zu den ordentlichen oder können -auch bleibend, mit und ohne Gehalt, für solche Fächer aufgestellt werden, die über den -durch das Gesetz geforderten Bestand der Fakultäten hinausgehen. — Die Erlaubniss, als -Privatdocent zu lehren, wird auf Gutachten der betreffenden Fakultät von der Regenz ertheilt -und unterliegt der Genehmigung der Curatel. Diese Privatdocenten beziehen in der Regel -kein Gehalt. — Die Lehrtätigkeit der Professoren am Pädagogium wird in beschränktem -Umfange beibehalten. — Für die Besetzung der Stellen giebt man die früher vorgesehene Form - <span class="pagenum"><a name="Seite_25" id="Seite_25">25</a></span> - der Auskündung und des Konkurses, welche übrigens schon längst nicht mehr zur Anwendung -gekommen war, auf und bestimmt in § 13: »Die Professoren werden vom Kleinen -Rath auf Vorschlag des Erziehungskollegiums ernannt, welches zuvor das Gutachten der -Curatel anzuhören hat.« — Die neu ernannten ordentlichen Professoren werden durch den -Rektor — der mit diesem Amte nicht mehr als zweimal unmittelbar nacheinander betraut -werden darf — in die Regenz eingeführt und beeidigt.</p> - -<p>Die Regenz hat halbjährlich das Verzeichniss der zu haltenden Vorlesungen zu -entwerfen und die Berichte sämmtlicher Lehrer über ihre Leistungen nebst jenem Verzeichniss -der Curatel einzureichen.</p> - -<p>Für Angehörige des Kantons Basel-Stadt wird zur Immatrikulation Vorlegung eines -Zeugnisses der Reife erfordert. Nur regelmässig immatrikulierte Studierende haben nach -§ 30, Abs. 2 Anspruch auf Berücksichtigung bei Stipendien und auf Zulassung zu den Examen.</p> - -<p>Die Vorlesungen werden semesterweise gehalten und sollen jährlich zwölf Wochen -Ferien, möglichst mit denen des Pädagogiums und der Gewerbeschule zusammenfallend, -angeordnet werden. — Ausführliche Bestimmungen (§§ 34-50) regeln die Verhältnisse der -Sammlungen und Anstalten, sowie verschiedener Angestellter.</p> - -<p>In den Berathungen des Grossen Rathes wurden nur geringe Aenderungen an dem -Entwurfe beschlossen; die hauptsächlichsten betrafen die Bestellung je eines besonderen -Dekans für die beiden Abtheilungen der philosophischen Fakultät und Errichtung von 13 -Lehrstühlen (statt 12) in derselben.</p> - -<p>Das am 30. Januar 1866 beschlossene Gesetz wurde als mit dem 1. Januar 1866 in -Kraft getreten erklärt und bildet auch jetzt noch das Grundgesetz der Organisation, wenn -auch einzelne Bestimmungen geändert sind.</p> - -<p>So wurde, in Folge einer Aenderung der Staatsverfassung, an Stelle des Kleinen -Rathes der Regierungsrath höchste vorgesetzte Behörde, während an die Stelle des Erziehungskollegiums -das Erziehungsdepartement trat (Grossrathsbeschluss vom 15. Februar 1877). -Dem Vorsteher des Erziehungsdepartements steht zur Seite eine aus 8 Mitgliedern bestehende -Kommission, welche jetzt wieder <em class="gesperrt">»Erziehungsrath«</em> heisst. Die unmittelbare Aufsicht hat -die Curatel, welche aus fünf Mitgliedern besteht und vom Regierungsrath bei seinem Amtsantritt -auf die Dauer von drei Jahren gewählt wird.</p> - -<p>Die Zahl der Lehrstühle wurde vermehrt, indem durch Grossrathsbeschlüsse vom -24. Februar 1873 und 1. Februar 1875 Lehrstühle für Physiologie und Psychiatrie errichtet -wurden. Auch erfuhr die Besoldung der ordentlichen Professoren durch das Lehrerbesoldungsgesetz -vom 22. Juni 1874, § 34 eine Erhöhung auf Fr. 3000-4000. Den Urlaub der Professoren -regelte § 5 der Verordnung des Regierungsrathes vom 16. December 1882.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_26" id="Seite_26">26</a></span> - - Zur Ausführung des Universitätsgesetzes hatte die Regenz eine Reihe von Ordnungen -aufzustellen. Von denselben seien hier genannt:</p> -<ul class="hang"> - <li>1. die Bibliothekarenordnung vom 3. April 1866 und 9. Februar 1871, abgeändert Ende -1883; die Ordnung für den Unterbibliothekar vom 7. Juni 1867, ebenfalls 1883 abgeändert, -und eine Ordnung für die Benützung der Universitätsbibliothek, genehmigt -7. Juni 1867 —</li> - - <li>2. ein Reglement für die ausserordentlichen Professoren und eine Ordnung für die Privatdocenten, -genehmigt 12. Juni 1866 —</li> - -<li>3. ein Reglement über die Verwaltung des Universitätsguts, genehmigt 1. November 1867 —</li> - -<li>4. eine Ordnung für Regenz und Rektor vom December 1870, in veränderter Redaktion -vom 25. Mai 1882, genehmigt den 6. Juni 1882 —</li> - -<li>5. eine Ordnung für die Studierenden vom December 1870, in neuester Redaktion genehmigt -am 10. Mai 1883 —</li> - -<li>6. Abänderungen der am 3. November 1865 erlassenen Ordnung über den Betrag und -die Entrichtung der Collegiengelder vom 17. December 1874 und 12. Juli 1877 —</li> - -<li>7. eine Ordnung für die Ertheilung von Stipendien von 1870, abgeändert 29. Juni 1876 -und 4. Juni 1885 —</li> - -<li>8. die Ordnung für den Pedell von 1867, abgeändert 1870, 1877, 1879.</li> -</ul> -<p>Durch diese vielen Veränderungen sah man sich veranlasst, ein neues Statutarium -anfertigen zu lassen. Unter Verdankung der darauf verwendeten Mühwaltung des Herrn -Professor E. <em class="gesperrt">Hagenbach</em> wurde 22. December 1870 das vorgelegte neue Statutarium genehmigt, -nachdem kurz vorher für die Berichte über die gehaltenen Vorlesungen ein neues Schema -festgestellt, und Druck von Formularen für die vom Rektor auszustellenden Sittenzeugnisse -beschlossen worden war.</p> - -<p>Zwei Paragraphen des Gesetzes gaben Anlass zur Interpretation.</p> - -<p>Das eine Mal handelte es sich im Grossen Rathe um die Frage, ob der in § 13 erwähnte -»Vorschlag des Erziehungskollegiums« als Vorschlag aufzufassen sei, den dieses -Kollegium als solches, das heisst in seiner Majorität macht, oder ob die Regierung -auch eine Meinung der Minorität als Vorschlag auffassen und demgemäss einen Professor -ernennen könne.</p> - -<p>Die sehr interessanten Verhandlungen des Grossen Rathes am 7. Februar 1876 endeten -damit, dass jener Paragraph dahin ausgelegt wurde, es erhalte der (an die Stelle des dort -genannten Kleinen Rathes getretene) Regierungsrath durch das Gesetz die Ermächtigung, -Professoren zu ernennen, welche das Erziehungskollegium als Kollegium, d.h. in seiner -Majorität, ihm vorschlägt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_27" id="Seite_27">27</a></span> - - Das andere Mal war die Auslegung des oben erwähnten § 30, Absatz 2 des Gesetzes -streitig, in welchem Falle die Regenz (14. Februar 1878) sich dafür entschied, dass alle, -welche hier promovieren wollen, immatrikuliert sein müssen, ausgenommen allein solche, -die ein abschliessendes Staatsexamen gemacht haben.</p> - -<p>Zu verschiedenen Zeiten tauchte die Frage auf, ob es nicht zweckmässig wäre, von -der bisherigen Uebung abzugehen, nach welcher die Vorlesungen des Sommersemesters durch -vierwöchentliche, mit den hiesigen Schulferien zusammenfallende Ferien von Mitte Juli bis -Mitte August eine Unterbrechung erlitten. Als im Juli 1869 die Regenz ein Gutachten über -diese Frage Löbl. Curatel zu erstatten hatte, musste sie der grossen Meinungsverschiedenheit, -die sich bei den Abstimmungen gezeigt hatte, Erwähnung thun, wenn sie auch als -Resultat berichten konnte, dass die Majorität sich für die Nützlichkeit einer Aenderung, etwa -nach Vorbild der an den deutschen Universitäten bestehenden Ferienordnung, ausgesprochen -hatte. Vor der Hand geschah in der Sache kein weiterer Schritt. Einen solchen thaten endlich -im September 1875 einige Mitglieder der Regenz. Da sie hiebei durchaus gleichen Anschauungen, -die sich zur selben Zeit in der Curatel geltend gemacht hatten, begegneten, wurde -nach Zurückziehung jenes Antrages auf Anregung der vorgesetzten Behörde beschlossen, -provisorisch im Jahre 1870 das Sommersemester mit Ende Juli zu schliessen, das Wintersemester -Mitte October zu beginnen, wobei übrigens den auch am Pädagogium angestellten -Universitätslehrern die volle Ferienzeit von vier Wochen gesichert wurde. Diese Einrichtung -hat sich durchaus bewährt.</p> - -<p>War diese Neuerung wesentlich von Bedeutung für die Lehrerschaft, so bot sich mehrfach -Anlass, für die Interessen der Studentenschaft durch zweckmässige Einrichtungen zu -sorgen.</p> - -<p>Schon im December 1807 hatte eine Petition von Studierenden die Ertheilung von -Legitimationskarten zum Zwecke grösseren Schutzes gegenüber der Polizei, doch noch ohne -Erfolg, angeregt. Später mehrten sich die Unzuträglichkeiten des bisherigen Zustandes und -kam, nach einigen Vorversuchen, im November 1881 die Angelegenheit dahin zu befriedigendem -Abschluss, dass, ähnlich wie an andern Universitäten, das Rektorat den Studierenden Legitimationskarten -aushändigt, welche für den Inhaber als Aufenthaltsbewilligung gelten. Der -Polizei gegenüber hat das Rektorat die Pflicht, über die Beibringung genügender Ausweispapiere -zu wachen, sowie von Eintritt und Weggang der Studierenden Anzeige zu machen.</p> - -<p>Eine weitere Massregel zu Gunsten der Studentenschaft war die Gründung einer -Studentenkrankenkasse im Juni 1868. Gegen eine bei der Immatrikulation erhobene Gebühr -von ursprünglich drei, seit Juni 1870 fünf Franken wird im Falle der Erkrankung Verpflegung -im Spital, wenn irgend möglich in besonderem Zimmer gewährt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_28" id="Seite_28">28</a></span> - - Schwierigkeiten bereitete fortdauernd die Maturitätsfrage. Nur für die Verhältnisse -der beiden Kantonstheile kam es zu einem gewissen Abschluss, und zwar zu einer Uebereinkunft -vom 1. December 1869 betr. gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse zum -Besuche einer Hochschule oder ähnlichen Anstalt, während für Angehörige von Basel-Stadt -Bestimmungen über Maturitätsprüfungen am 3. Juni 1875 und 9. Juli 1881 erlassen wurden. -Hienach gilt für Schüler der obersten Klasse des hiesigen oberen Gymnasiums die Abgangsprüfung -als Maturitätsprüfung; das Reifezeugniss der früheren Schüler der obersten Klasse -der hiesigen oberen Realschule gilt als genügend für die Immatrikulation in die mathematisch-naturwissenschaftliche -Abtheilung der philosophischen Fakultät. Dagegen ist eine weitere -Prüfung im Lateinischen für diejenigen vorgeschrieben, welche sich später medicinischen -Studien zuwenden, sowie eine Prüfung im Lateinischen und Griechischen, event. im Hebräischen, -für Eintritt in die andern Fakultäten.</p> - -<p>Erfreulich war es, nach eingezogenen Erkundigungen bezw. getroffenen Vereinbarungen -rücksichtlich der Mehrzahl der deutschen und schweizerischen Hochschulen, welche Reciprocität -gewähren, eine Ermässigung der Immatrikulationsgebühr für die mit Abgangszeugnissen -dieser Anstalten hierher Kommenden festsetzen zu können.</p> - -<p>Wichtigen Veränderungen begegnen wir auf dem Gebiete des über die lokalen Grenzen -hinaus giltigen Prüfungswesens. Im Jahre 1867 trat Basel-Stadt dem Konkordate betreffend -die Prüfung und Freizügigkeit des Medizinalpersonals bei<a name="FNAnker_24_24" id="FNAnker_24_24"></a><a href="#Fussnote_24_24" class="fnanchor">[24]</a> und ebenso nach längerem -Zögern 20. März 1871 auf dreijährige Probezeit dem am 19. Februar 1862 zwischen mehreren -Kantonen der östlichen Schweiz geschlossenen Konkordate betreffend Einrichtung einer gemeinsamen -theologischen Prüfungsbehörde und gegenseitige Zulassung evangelisch-reformierter -Geistlicher in den Kirchendienst, welchen Schritt auch die Regenz nur zögernd im November -1863 auf schliessliche nochmalige Anregung der Curatel, unter Voraussetzung der -Gleichstellung von Zürich und Basel, befürwortet hatte.<a name="FNAnker_25_25" id="FNAnker_25_25"></a><a href="#Fussnote_25_25" class="fnanchor">[25]</a> Eine weitere Heranziehung des -Lehrpersonals der Universität erfolgte durch Erlass einer Ordnung betreffend die Einrichtung -von Prüfungen für Kandidaten des Lehramts auf der obern und mittleren Stufe des Unterrichtes -vom 31. März 1881, die ihre nähere Ausführung im Reglement vom 16. December -(genehmigt 16. Februar 1882) erhielt.</p> - -<p>Auch in den Fakultäten schritt man zum Erlass neuer Prüfungsordnungen. So ersetzte -die juristische Fakultät ihre mehrfach geänderte Promotionsordnung vom 27. April 1855 durch -<span class="pagenum"><a name="Seite_29" id="Seite_29">29</a></span>eine neue vom 20. November 1875; die medicinische erliess ein Reglement für das Doktorexamen -vom 23. Juni 1868; die philosophische »Beschlüsse« betr. Handhabung der Habilitationsordnung -(vom 12. Juni 1866) am 26. Januar 1881, während die sonstigen Verhältnisse derselben -durch Ordnung vom 19. December 1866, bezw. 21. Juni 1878 mit Zusatzbestimmung vom -21. März 1884 geordnet sind. Eine Uebereinstimmung bezüglich des Promotionsaktes und -des Druckes der Dissertationen ist bisher noch nicht erzielt.</p> - -<p>Namentlich liessen es sich die Fakultäten angelegen sein, dem Zuge der Zeit folgend, -Seminarübungen, Praktika, Kränzchen und ähnliche Nebenkurse einzuführen. In der theologischen -Fakultät errichtete man Januar 1867 ein homiletisches und ein katechetisches -Seminar, die nunmehr unter Genehmigung der Curatel (9. Juni 1885) zu einem theologischen -erweitert sind. Mehrere Seminare erhielt die philosophische Fakultät, nämlich: ein mathematisch-naturwissenschaftliches -Seminar (1866), ein pädagogisches Seminar mit Ordnung -vom 13. October 1873, geändert 4. Februar 1882, ein staatswissenschaftliches Seminar mit -Ordnung vom 3. August 1877 und endlich ein im Winter 1885/6 zu eröffnendes germanisch-romanisches -Seminar. Handbibliotheken für diese Seminare und für ähnliche Uebungen in -der juristischen Fakultät sind theils schon eingerichtet, theils in Bildung begriffen.</p> - -<p>Eine ähnliche Erweiterung erfuhr auch die medicinische Fakultät durch Einrichtung -einer Augenklinik (1867), einer Kinderklinik (1868), einer Poliklinik im Spital (1874), einer -psychiatrischen Klinik (1875) und endlich 1879 einer Ohrenklinik seitens eines der Herren -Docenten. 1877 konnte auch eine neue Augenheilanstalt bezogen werden.</p> - -<p>Ein sehr erfreuliches Zusammenwirken des Staates, der Stadt, der Akademischen -und der Gemeinnützigen Gesellschaft, des Museumsvereins, der Universität und Privater -bethätigte sich behufs Errichtung einer neuen Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie. -Zum Andenken an Basels grosse Mathematiker wurde dieselbe »Bernoullianum« genannt und -feierlich am 2. Juni 1874 eröffnet.<a name="FNAnker_26_26" id="FNAnker_26_26"></a><a href="#Fussnote_26_26" class="fnanchor">[26]</a> Die betheiligten Fakultäten benutzten den Anlass zur -Auszeichnung mehrerer Gelehrter. Die medicinische Fakultät ernannte zu Ehrendoktoren -die Herren <em class="gesperrt">Eduard Hagenbach</em>, <em class="gesperrt">Julius Piccard</em> und <em class="gesperrt">Fritz Burckhardt</em>; die -philosophische die Herren <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>, <em class="gesperrt">Marignac</em> in Genf, L. <em class="gesperrt">Soret</em> in Genf und -L. <em class="gesperrt">Dufour</em> in Lausanne.</p> - -<p>Aus dem gleichen Jahre 1874 sei berichtet, dass in die neue Bundesverfassung vom -29. Mai eine Bestimmung aufgenommen wurde, derzufolge der Bund befugt ist, ausser der -bestehenden polytechnischen Schule eine Universität und andere höhere Unterrichtsanstalten -<span class="pagenum"><a name="Seite_30" id="Seite_30">30</a></span>zu errichten oder solche Anstalten zu unterstützen. Dies ist bekanntlich bisher nicht zur -Ausführung gekommen. Immerhin gaben die Verhandlungen der Bundesversammlung einem -Mitgliede der Universität, Herrn Prof. <em class="gesperrt">Vischer</em> Sohn, Anlass, in einer Schrift »Eidgenössische -Universität und Kantonalhochschulen,« Basel 1874, auf das Ueberzeugendste den unberechenbaren -Vortheil des Vorhandenseins zahlreicher Hochschulen in der Schweiz gegenüber den -problematischen Vorzügen einer Centralhochschule darzulegen.</p> - -<p class="p2">Einen schönen Beweis für die Werthschätzung, deren sich die Universität beim -Publikum erfreut, gab bald darauf eine Petition von sechshundert hiesigen Bürgern und -Einwohnern um eventuelle Verlegung der Universität in das Kasernenareal im Klingenthal. -Durch Grossrathsbeschluss vom 26. Juni 1876 wurde dieselbe dem Regierungsrathe zur -Berichterstattung überwiesen. Die Voraussetzung, unter welcher die Petenten diese Verlegung -ins Auge gefasst hatten, trat ein, als durch Schreiben des Bundesrathes vom 26. September -1877 der Verzicht der Eidgenossenschaft auf Anlegung eines Waffenplatzes an hiesigem -Orte mitgetheilt wurde. Durch die von verschiedenen Behörden, auch von der Regenz, -eingezogenen Berichte und Gutachten überzeugte man sich, dass die Räumlichkeiten der -Kaserne wenig geeignet seien für diejenigen Anstalten, deren Unterbringung in neuen Räumen -zumeist zu wünschen war, während für Vorlesungen die Hörsäle des Universitätsgebäudes -wohl noch hinreichten. Dies wurde des Näheren in dem am 11. November 1878 dem Grossen -Rathe vorgelegten Rathschlage ausgeführt, dessen weitere Behandlung hier nicht interessiert, -da sehr bald in anderer Form für die dringendsten Bedürfnisse gesorgt wurde. Nach Vereinbarung -des Pflegamtes, der Akademischen Gesellschaft und des Staates konnte nämlich -der Bau eines pathologisch-anatomischen Institutes in Angriff genommen und diese Anstalt -schon im Herbst 1880 bezogen werden. Durch noch grössere Beteiligung jener Gesellschaft -wurde sodann die Errichtung einer trefflich eingerichteten Anstalt für normale Anatomie -und Physiologie ermöglicht und diese Anstalt, das sogen. »Vesalianum«, am 28. Mai 1885 -eingeweiht. Die bei dieser Gelegenheit veröffentlichte Festschrift wurde mehrfach erwähnt.</p> - -<p>Durch mehrere Grossrathsbeschlüsse wurden in den Jahren 1873-85 die Kredite für -die Bedürfnisse aller dieser neuen Anstalten festgesetzt, bezw. wesentlich erhöht.</p> - -<p class="p2">Immer inniger gestalteten sich die Beziehungen zu den Hochschulen des Auslandes, -wie dies u.A. der rasch gewachsene Tauschverkehr der Universitätsbibliothek erweist. Bei -grösseren Ausstellungen, wie 1873 in Wien und 1883 in Zürich, auch bei anderen Anlässen, -war die Universität bestrebt, durch Einsendung von Berichten über ihre Institute und die -Leistungen der Lehrerschaft, durch Aufstellung statistischer Tabellen und graphischer Tableaux,<span class="pagenum"><a name="Seite_31" id="Seite_31">31</a></span> -durch Herstellung eines Albums mit den Photographien der berühmtesten Basler Universitätslehrer -u.s.w. — für welche mühevolle Arbeiten sie sich namentlich den Herren Prof. -<em class="gesperrt">Kinkelin</em> und Dr. <em class="gesperrt">Balmer</em> zu Dank verpflichtet weiss — ein Zeugniss ihrer Fortschritte -abzulegen.</p> - -<p class="p2">Auch während dieses Zeitraums ergingen zahlreiche Einladungen von Seiten anderer -Hochschulen und entsprach die Universität, in dieser oder jener Form, den Einladungen zu -den Festen von Wien (1865), Halle-Wittenberg (1867), Lund und Bonn (1868), Strassburg -und München (1872), Leiden und Czernowitz (1875), Tübingen und Upsala (1877), Würzburg -(1882), Zürich (1883), Edinburgh und Bern (1884), auch zur Hallerfeier in Bern am -12. December 1877.</p> - -<p>Mehrfach ehrte die Regenz die grossen Verdienste von <em class="gesperrt">Peter Merian</em> (1865, 1869, -1875, 1876, 1883), beging mit den Mitgliedern des Pädagogiums das 50jährige Amtsjubiläum -von Professor <em class="gesperrt">Gerlach</em> (1870), feierte am 9. September 1873 das 50jährige gemeinsame Jubiläum -der Professoren K.R. <em class="gesperrt">Hagenbach</em> und J.J. <em class="gesperrt">Stähelin</em>, sowie am 17. Juli 1876 das -25jährige Jubiläum des Herrn <em class="gesperrt">Johannes Riggenbach</em> als ordentlichen Professors und -zugleich des Herrn Antistes <em class="gesperrt">Immanuel Stockmeyer</em>, der an diesem Tage nach 25jähriger -Wirksamkeit als Docent zum ordentlichen Professor ernannt wurde; sie anerkannte die -grossen Verdienste, welche sich Herr Rathsherr <em class="gesperrt">Vischer</em> in seiner Stellung als Präsident -des Erziehungskollegiums um die Universität erworben hatte, als derselbe aus dieser -Stellung austrat (Juni 1874), beglückwünschte zum 50jährigen Jubiläum die naturforschende -Gesellschaft (1869), erliess an die leider scheidenden Professoren Herrn <em class="gesperrt">Schnell</em> (1878) und -Herrn von Wyss (1880) Dankadressen und veranstaltete am 21. November 1868 eine Säcularfeier -für Schleiermacher und am 12. Januar 1880 eine solche für <em class="gesperrt">de Wette</em>. Am 16. Mai -1882 wurde das 25jährige Bestehen der mittelalterlichen Sammlung festlich begangen.</p> - -<p class="p2">Verlor die Universität während des letzten Zeitraums durch Tod und Austritt viele -jener Männer, die bisher ihrem Namen im In- und Auslande Glanz verliehen hatten, so sah -sie mit Freuden nach und nach diese Lücken sich ergänzen und ist heute stolz darauf, dass -mehrere Basler Gelehrtenfamilien jetzt durch Nachkommen ehrenvoll vertreten sind und, -wie anzunehmen, auch in weiteren Generationen vertreten sein werden.</p> - -<p>Trägt man selbst gewissen Zeitrichtungen, welche anderwärts sich gleichfalls geltend -machen, Rechnung, so darf man immerhin die wesentliche Steigerung der Frequenz auf -über 300 Studierende in den letzten Jahren zum grossen Theile als die Frucht der Jahrzehnte -hindurch unermüdet fortgesetzten Bestrebungen erachten, den Anforderungen der Jetztzeit -immer mehr zu entsprechen.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_32" id="Seite_32">32</a></span> - - Gestützt und gefördert durch die treue Fürsorge der hohen Behörden, die auch in Zukunft -ihr zu Theil werden möge — und vertrauend auf die heranwachsende Generation, welche -den Verdiensten der Vorfahren nachzueifern und gleichzukommen für ihre Ehrenpflicht -halten wird, hofft die Universität, nunmehr ausgestattet mit notwendigen Instituten und -Anstalten, einen ehrenvollen Platz in der Reihe älterer und jüngerer, oft vielfach begünstigterer -Schwestern behaupten zu können, wenn sie ihren schönsten und edelsten Aufgaben — der -Fortentwicklung der Wissenschaft, der Verbreitung der Bildung und der Pflege echt vaterländischer -Tugenden — wie bisher in gewissenhafter Pflichterfüllung ihre ganze Kraft widmet.</p> - -<p class="p4">Dieser ernsten Geistesarbeit sei reicher Segen beschieden!</p> - -<p class="right"> -A. Teichmann. -</p> - -<div class="footnotes"><h3>FUSSNOTEN:</h3> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_1_1" id="Fussnote_1_1"></a><a href="#FNAnker_1_1"><span class="label">[1]</span></a> Wissenschaftliche Zeitschrift, herausgegeben von den Lehrern der Basler Hochschule. 1. Jahrgang, -2. Heft (1823), S. 34.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_2_2" id="Fussnote_2_2"></a><a href="#FNAnker_2_2"><span class="label">[2]</span></a> Ebenda, 5. Jahrgang, 3. Heft (1827), S. 16. 17.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_3_3" id="Fussnote_3_3"></a><a href="#FNAnker_3_3"><span class="label">[3]</span></a> Dr. <em class="gesperrt">A. Heusler</em> (Mitglied des Kleinen Rathes), die Trennung des Kantons Basel, 2. Bd., Zürich -1842, S. 495.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_4_4" id="Fussnote_4_4"></a><a href="#FNAnker_4_4"><span class="label">[4]</span></a> Vgl. <em class="gesperrt">Tscharner</em>, Verhandlungen über die Theilungsfrage in Betreff der Universität Basel vor der -eidgenössischen Theilungskommission als bestelltem Schiedsrichter, Aarau 1834 (Heft 1), Chur 1835 (Heft 2).</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_5_5" id="Fussnote_5_5"></a><a href="#FNAnker_5_5"><span class="label">[5]</span></a> z.B. in einigen Artikeln der Hannoverschen Zeitung: »Die Universität Basel eine Korporation«. -Dargestellt von einem Mitgliede der Göttinger Juristenfakultät (abgedruckt in der Baseler Zeitung 1834, Nr. 49, -50, 51, 55, 59).</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_6_6" id="Fussnote_6_6"></a><a href="#FNAnker_6_6"><span class="label">[6]</span></a> Ueber die wichtigen Ausführungen des Rathsherrn Dr. A. <em class="gesperrt">Heusler</em> in der Sitzung des Schiedsgerichts -vom 28. Juli vgl. <em class="gesperrt">Tscharner</em>, Verhandlungen, 2. Heft, S. 265 ff. und Baseler Zeitung v. 31. Juli 1834.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_7_7" id="Fussnote_7_7"></a><a href="#FNAnker_7_7"><span class="label">[7]</span></a> Das Erziehungskollegium war anlässlich der Verfassungsänderung von 1833 an die Stelle des Erziehungsrathes -getreten. Vgl. Reglement f d. Kleinen Rath vom 6. Christmonat 1833, § 68.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_8_8" id="Fussnote_8_8"></a><a href="#FNAnker_8_8"><span class="label">[8]</span></a> Acta et decreta Regentiae Academiae Basileensis, tomus VII, pag. 19-21.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_9_9" id="Fussnote_9_9"></a><a href="#FNAnker_9_9"><span class="label">[9]</span></a> So »Der Republikaner.« Vgl. Baseler Zeitung 1835, Nr. 43.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_10_10" id="Fussnote_10_10"></a><a href="#FNAnker_10_10"><span class="label">[10]</span></a> Dieser »senatus academicus« — eine Versammlung der Mitglieder der Curatel und der Regentialen — -war bestimmt zur feierlichen Einführung neu ernannter Professoren. Bis zum Ende dieser Periode wurde er, -obwohl im Gesetze von 1835 nicht mehr genannt, im Anschluss an die Bestimmungen des Gesetzes von 1818, -beibehalten.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_11_11" id="Fussnote_11_11"></a><a href="#FNAnker_11_11"><span class="label">[11]</span></a> Seit 1822 werden diese Verzeichnisse deutsch veröffentlicht.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_12_12" id="Fussnote_12_12"></a><a href="#FNAnker_12_12"><span class="label">[12]</span></a> Nur die zweite Redaktion dieses Schreibens kam zur Vertheilung und Versendung.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_13_13" id="Fussnote_13_13"></a><a href="#FNAnker_13_13"><span class="label">[13]</span></a> Seit 1851 wurden häufiger Preisfragen gestellt. Die Reihenfolge, in welcher jetzt die Fakultäten solche -Preisfragen zu stellen haben, bestimmt die Ordnung für Regenz und Rektor von 1882 in § 20.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_14_14" id="Fussnote_14_14"></a><a href="#FNAnker_14_14"><span class="label">[14]</span></a> Die Ordnung für den Pedell vom Juli 1836 erfuhr bis 1865 Abänderungen im Mai 1849 und im Februar -1855. — Dieses Amt wurde verwaltet während 33 Jahren bis 1849 von <em class="gesperrt">Scholer</em>, 1849-55 von <em class="gesperrt">Bürgy</em>, -1855-77 von <em class="gesperrt">Em. Beck,</em> seitdem von <em class="gesperrt">V. Hofer</em>.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_15_15" id="Fussnote_15_15"></a><a href="#FNAnker_15_15"><span class="label">[15]</span></a> Dazu gehört namentlich das für die Rektoratsfeier von einem Mitgliede der Regenz verfasste Programm.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_16_16" id="Fussnote_16_16"></a><a href="#FNAnker_16_16"><span class="label">[16]</span></a> Das Amt des Archivars verwalteten die HH. Proff. <em class="gesperrt">Vischer</em> (Vater) bis 1871, Ed. <em class="gesperrt">Hagenbach</em> 1871 -bis 1874, <em class="gesperrt">Vischer</em> (Sohn) 1874-1876, 1878-1881, C.E.E. <em class="gesperrt">Hoffmann</em> 1876 und 1877; seit 24. November 1881 ist -Archivar Herr Prof. J. Wackernagel.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_17_17" id="Fussnote_17_17"></a><a href="#FNAnker_17_17"><span class="label">[17]</span></a> Befreiung von aktivem Militär- und Löschdienst, Gewährung des Niederlassungsrechtes zufolge der -Anstellung und Wegfall der Niederlassungsgebühren brachte § 21 des Universitätsgesetzes vom 30. Januar 1866.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_18_18" id="Fussnote_18_18"></a><a href="#FNAnker_18_18"><span class="label">[18]</span></a> Bei dieser Gelegenheit erschien: »Festschrift zur Einweihung des Museums in Basel am 26. November -1849« (Schweighauser).</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_19_19" id="Fussnote_19_19"></a><a href="#FNAnker_19_19"><span class="label">[19]</span></a> Das Gesetz vom 6. April 1836 nannte als solche: 1. Die Bibliothek und das Münzkabinet — 2. Die Kunstsammlung. -— 3. Das naturwissenschaftliche Museum. — 4. Das anatomische Museum. — 5. Die botanische -Anstalt. Später kamen als selbständige Sammlungen, welche sich allmählich ausschieden, die antiquarische -Sammlung mit drei Abtheilungen (eigentliches Antiquarium, Antikensaal, ethnographisches Kabinet), sowie -1866 die chemische Anstalt und das physikalische Kabinet hinzu; sodann die von Professor <em class="gesperrt">Wackernagel</em> -1855-57 angelegte mittelalterliche Sammlung, welche Aufstellung im Conciliumssaale des Münsters fand.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_20_20" id="Fussnote_20_20"></a><a href="#FNAnker_20_20"><span class="label">[20]</span></a> Herr Rathsherr <em class="gesperrt">Christ</em> in der Schrift: »Schulen und Universität in Basel« — Aufklärungen — Motto: -»Behalte, was du hast« (Basel, Schweighauser 1851).</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_21_21" id="Fussnote_21_21"></a><a href="#FNAnker_21_21"><span class="label">[21]</span></a> Vgl. »Die neue Hochschule der Schweiz. Eidgenossenschaft und die alte Universität Basel« (Basel, -Schweighauser 1861) — (Prof. W. Vischer) »Die eidgenössische Universität«, Bern, Jenni 1851.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_22_22" id="Fussnote_22_22"></a><a href="#FNAnker_22_22"><span class="label">[22]</span></a> Ein Bild desselben bringt die »Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum.« Lpz. 1885.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_23_23" id="Fussnote_23_23"></a><a href="#FNAnker_23_23"><span class="label">[23]</span></a> In einer Petition von 25 Theologie-Studierenden im October 1863.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_24_24" id="Fussnote_24_24"></a><a href="#FNAnker_24_24"><span class="label">[24]</span></a> Jetzt gilt das Bundesgesetz vom 19. Christmonat 1877 und Verordnung über die eidgenössischen -Medizinalprüfungen vom 2. Heumonat 1880 nebst Anhang vom 4. Wintermonat 1881.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_25_25" id="Fussnote_25_25"></a><a href="#FNAnker_25_25"><span class="label">[25]</span></a> Jetzt gilt für die Prüfungen das Reglement vom 26. October 1875.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_26_26" id="Fussnote_26_26"></a><a href="#FNAnker_26_26"><span class="label">[26]</span></a> Zu dieser Feier erschien eine von den HH. Proff. <em class="gesperrt">Eduard Hagenbach</em> und <em class="gesperrt">Julius Piccard</em> verfasste -Festschrift.</p></div></div> -<div class="chapter"> </div> -<hr class="chap" /> - -<h2> -<span class="pagenum hidev"><a name="Seite_33" id="Seite_33">33</a></span> -II.<br /> - <a id="Fonds_der_Universitaet"></a>Fonds der Universität.</h2> - -<p class="dropcap noin">Durch Aeufnung des Geldes, welches durch Schenkungen, Vermächtnisse und Gebühren -der Universität zukam, entstanden im Laufe der Jahrhunderte die verschiedenen akademischen -Fisci. Die Gesetze von 1813 und 1818, welche die früher mit Korporationsrechten ausgestattete -Universität als die höchste staatliche Lehranstalt des Kantons anerkannten und -bestätigten, haben die Leitung der Finanzverwaltung für die verschiedenen, theils der Universität -im Allgemeinen, theils den Fakultäten gehörigen Fonds der Regenz belassen, doch -mit der Verpflichtung, jährlich den oberen Behörden Rechenschaft abzulegen. Die Regenz -hinwiederum beauftragte für jeden einzelnen Fiscus einen Professor aus ihrer Mitte mit der -Verwaltung; diese verschiedenen Curatoren übergaben ihr am Ende des Jahres die Rechnung -über Einnahmen und Ausgaben. Die Anlage aller Kapitalien beschloss die gesammte Regenz -selbst. Den Einzug der Zinsen und die Führung der Schuldbücher besorgte ein durch -Provision besoldeter, nicht der Regenz angehöriger Geschäftsmann, der den Namen Exactor -führte; er stand mit den verschiedenen Curatoren in Abrechnung und unterstützte auch -Regenz und Rektor beim Anlegen des Geldes. Bei der Trennung des Kantons nach dem -Streite der Dreissigerjahre wurde das aus Sammlungen, Gebäuden und Kapitalien bestehende -Universitätsvermögen als Staatsgut mit in die Theilung gezogen, und es hatte davon Basel-Stadt -etwas mehr als 330,000 Franken alte Währung an Basel-Landschaft zu entrichten; -die damit herbeigeführte Gefahr einer Schmälerung des Universitätsvermögens wurde dadurch -beseitigt, dass die genannte Loskaufssumme nicht dem Universitätsfond entnommen, sondern -direkt aus der Staatskasse bezahlt wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde denn auch die -Frage über die Stellung des Universitätsvermögens einlässlich in den Behörden behandelt -und als Ergänzung des Universitätsgesetzes von 1835 wurde am 6. April 1836 ein Gesetz -über Verwaltung und Verwendung des Universitätsgutes erlassen, welchem sich die Aufstellung -eines neuen Reglements durch Regenz und Erziehungsrath anschloss; dadurch -wurde die etwas umständliche und zersplitterte Verwaltung im Sinne grösserer Vereinfachung -und Concentration reorganisiert. An die Stelle der verschiedenen, häufig abwechselnden -Curatoren trat der <em class="gesperrt">eine</em> Curator fiscorum. Bei der Aufstellung dieser Stelle nahm man an,<span class="pagenum"><a name="Seite_34" id="Seite_34">34</a></span> -dass sich stets ein Mitglied der Regenz finden lasse, welches bereit ist, dieses Amt zu versehen, -eine Voraussetzung, die sich bis jetzt bewährt hat; als erster Curator fiscorum ist -Herr Prof. <em class="gesperrt">Rud. Merian</em> bezeichnet worden, und er hat während 35 Jahren bis zu seinem -Tod im Jahre 1871 die Finanzverwaltung der Universität besorgt; seither geniesst als sein -Nachfolger der Unterzeichnete das Zutrauen der Regenz. Für die Besorgung der Anlagen -wurde die Anlagekommission, welcher der Curator auch angehört, eingeführt, in Folge dessen -die Regenz sich nur noch mit der Bestätigung der Vorschläge zu befassen hat. Die Beamtung -des Exactors blieb, wurde aber dadurch vereinfacht, dass er nun nur noch mit dem einen -Curator abzurechnen hat.</p> - -<p>Bei dieser Neuordnung der Finanzverhältnisse wurde auch eine etwas andere Eintheilung -der Universitätsfonds angeordnet, indem man einerseits einige Fisci, die nur Unterabtheilungen -bildeten, selbstständig hinstellte, und andererseits mehrere zum gleichen Zweck -bestimmte Fisci zusammenzog. Das Resultat davon war laut Rechnungsabschluss vom -31. Dezember 1836 das folgende, wobei wir, wie bei allen späteren Zahlen, auf Franken -abrunden:</p> - -<table summary="Fisci"> -<tr><td> </td> -<td> </td> - <td class="tdc">Fr. Kapitalgeld (a.W.) </td></tr> - <tr><td class="tdr">I.</td> <td>Fiscus legatorum academicus</td> <td class="tdr">138,604</td></tr> - <tr><td class="tdr">II.</td> <td>Fiscus Gymnasii</td> <td class="tdr">91,293</td></tr> - <tr><td class="tdr">III.</td> <td>Fiscus vestiendorum</td> <td class="tdr">12,000</td></tr> -<tr> <td class="tdr">IV.</td> <td>Fiscus legatorum medicus</td> <td class="tdr">2,442</td></tr> -<tr> <td class="tdr">V.</td> <td>Fiscus bibliothecæ publicæ </td> <td class="tdr">54,683</td></tr> -<tr> <td class="tdr">VI.</td> <td>Fiscus bibliothecæ botanicæ</td> <td class="tdr">2,512</td></tr> -<tr> <td class="tdr">VII.</td> <td>Fiscus horti botanici</td> <td class="tdr">3,641</td></tr> -<tr><td class="tdr">VIII.</td> <td>Fiscus facultatis theologicæ</td> <td class="tdr">9,918</td> </tr> -<tr> <td class="tdr">IX.</td> <td>Fiscus facultatis juridicæ</td> <td class="tdr">9,728</td></tr> -<tr> <td class="tdr">X.</td> <td>Fiscus facultatis medicæ</td> <td class="tdr">4,885</td></tr> -<tr> <td class="tdr">XI.</td> <td>Fiscus facultatis philosophicæ </td> <td class="tdr">4,108</td></tr> -<tr> <td class="tdr">XII.</td> <td>Fiscus Universitatis</td> <td class="tdr">218,413</td></tr> -</table> - -<p>Wir wollen nun kurz andeuten, was jeder dieser Fisci zu bedeuten hat und was seine -Leistungen und Umwandlungen in den verflossenen fünfzig Jahren waren.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus legatorum academicus</em> entstand aus dem eine Abtheilung des Fiscus -legatorum bildenden akademischen Stipendienfonds, der aus den Kapitalien der Universitätsstipendienstiftungen -besteht, und es wurde ihm noch beigefügt der Fiscus pauperum, der -bestimmt ist für Armenzwecke und unter Anderem die Stiftungen von <em class="gesperrt">Erasmus</em> und -<em class="gesperrt">Daniel Bernoulli</em> zur Unterstützung von armen durchreisenden Gelehrten und Studierenden -durch den jeweiligen Rektor enthält; ferner das Stiftungskapital des Alumneumfonds, das -sich auf das frühere Alumneum im oberen Collegium des Augustinerklosters bezieht. In den -<span class="pagenum"><a name="Seite_35" id="Seite_35">35</a></span>letzten fünfzig Jahren flossen noch in diesen Fond: im Jahre 1857 das Legat von Herrn <em class="gesperrt">Leonhard -Huber</em> sel. mit Fr. 2857 für hilfsbedürftige Basler Studenten, im Jahre 1859 aus dem -<em class="gesperrt">Franz Von Speyr</em>'schen Fideikommiss Fr. 1754, im Jahre 1860 beim Jubiläum von frühern -Schülern der Universität aus Baselland das Stipendium Rauricum mit Fr. 2500, im Jahre 1874 -die Hälfte der Stiftung zu Ehren des Rektors gymnasii <em class="gesperrt">Rudolf Burckhardt</em>, von Schülern -desselben der Universität dargebracht, mit Fr. 2895 und im Jahr 1880 das bei Gelegenheit -der hundertjährigen Geburtstagsfeier des verstorbenen Theologen <em class="gesperrt">de Wette</em> von seinen -Verwandten gestiftete Stipendienkapital von Fr. 2750, über dessen Zinsen die theologische -Fakultät zu verfügen hat.</p> - -<p>Der Ertrag dieses akademischen Legatenfonds diente bis heute hauptsächlich zur Ertheilung -von Stipendien an die Studierenden; bis zum Erlass des Schulgesetzes im Jahre 1880 -wurden auch Schüler des oberen Gymnasiums oder Pädagogiums dabei bedacht. Ausserdem -leistete dieser Fond die Auszahlung des <em class="gesperrt">Ryhiner</em>'schen Legates mit je Fr. 300 jährlich an -die Professoren der Logik und Botanik als Inhaber des betreffenden Stiftungskapitals, die -Zahlungen an die Armenkassen des Rektors und der Fakultäten als Ertrag der aufgenommenen -Armenfonds und Kapitalien der Fakultätsstipendien, Beiträge an Seminarien und an allgemeine -Zwecke wie Turnen und Singen verfolgende Studentenvereine, die Honorierung der -Preisaufgaben, seit 1844 als Besitzer des Alumneumfonds einen den alten Miethsgeldern entsprechenden -jährlichen Beitrag von Fr. 240 an das Alumneum für Studierende der Theologie, -ferner von 1851 bis zur Errichtung des mit Krediten besser bedachten Vesalianums im Jahr 1885 -einen mit der Zeit auf mehr als Fr. 1000 jährlich anwachsenden Beitrag an die anatomische Anstalt -für die Beschaffung von Leichen und dann noch verschiedene Beiträge an andere Universitätsanstalten, -besonders an die Bibliothek für Hilfsarbeiten. Auch musste zu Zeiten für -ausserordentliche einmalige Ausgaben dieser Fond die Mittel liefern, so z.B. im Jahr 1839 -Fr. 1250 a.W. an die Verlegung des botanischen Gartens, im Jahre 1849 Fr. 10,500 a.W. -an das Museum und im Jahre 1860 Fr. 7000 an die Kosten des Universitätsjubiläums. Solche -ausserordentliche, 150 Fr. überschreitende, durch Stiftung und Gesetz nicht vorgesehene Verwendungen -bedürfen seit 1836 bei allen Fisci, nachdem sie von der Regenz beschlossen sind, -noch der Genehmigung des Erziehungsrathes.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus Gymnasii</em> war aus den Kapitalien der Schülerstipendien entstanden -und bezieht sich also nicht auf Universitätszwecke; er wurde nur von der Universität verwaltet -und der Ertrag wurde den Schulbehörden zugestellt. Nach Erlass des Schulgesetzes -im Jahre 1880 ging dieser Fond mit Fr. 207,655 an die vom Erziehungsrath bestellte Schulstipendienkommission -über.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus vestiendorum</em> oder <em class="gesperrt">Fiscus des Schülertuchs</em> stammt aus der -Zeit, wo die Universität die Sammlung von Geldern für die Bekleidung armer Schüler besorgt<span class="pagenum"><a name="Seite_36" id="Seite_36">36</a></span> -hatte; auch er hat keinen Universitätszweck, und sein Ertrag wurde jährlich an die Personen -ausbezahlt, welche sich mit der Vertheilung des Schülertuchs befassten. Im Jahre 1881 wurde -dieser Fond mit Fr. 25,058 der Schülertuchkommission übergeben.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus legatorum medicus</em> stammt von dem berühmten <em class="gesperrt">Felix Plater</em>, der -eine Summe gestiftet hat, um aus dem Ertrag den Spitalarzt zu bezahlen. In den Jahren -1837 und 1838 bei Errichtung des neuen Spitales legten vier Freunde der Universität -Fr. 2100 a.W. in diesen Fond und im Jahre 1867 wurde das Legat von <em class="gesperrt">Joh. Gottl. Thurneysen</em> -sel. mit Fr. 1000 ihm einverleibt. Bis zum Jahre 1864 wurden aus dem Ertrag -dieses Fonds jährlich Fr. 150 an den Spitalarzt bezahlt; seitdem der Spital die Bezahlung -seiner Aerzte vollständig übernommen hat, werden die Zinsen durch Regenzbeschluss, entsprechend -den jedesmaligen Bedürfnissen, den verschiedenen Anstalten der medicinischen -Fakultät zugewandt.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus bibliothecæ publicæ</em> entstand aus Schenkungen und Gebühren; -ausser den sogenannten Neujahrsgeldern, d.h. freiwilligen Beiträgen von Freunden der -Bibliothek, sind ihm in den letzten 50 Jahren noch eine Anzahl Schenkungen aus Trauerhäusern, -im Jahr 1874 ein Viertel der Rektor <em class="gesperrt">Rudolf Burckhardt</em>'schen Stiftung mit Fr. 1447, -und vor Allem im Jahr 1880 das Legat des Herrn <em class="gesperrt">Wilh. Burckhardt-Forcart</em> sel. mit -Fr. 40,000 zugekommen. Der Ertrag dieses Fonds dient der Universität für Bücheranschaffungen -und Beamtenbesoldungen. Bis zum Jahr 1870 war die Rechnung der Bibliothek mit der -Rechnung des Bibliothekfiscus verschmolzen; seit 1871 wird der Ertrag an die Bibliothek -abgeliefert, welche nun selbstständig Rechnung führt und auch die Gebühren und meisten -Geschenke direkt in Empfang nimmt.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus bibliothecæ botanicæ</em> und der <em class="gesperrt">Fiscus horti botanici</em>, die 1836 -als selbstständige Fisci von dem fiscus facultatis medicæ waren abgetrennt worden, wurden -im Jahre 1853 zum Fiscus der botanischen Anstalt vereinigt. Der Ertrag geht an die botanische -Anstalt. Auch hier war bis 1870 die Rechnung des Fiscus und der Anstalt verschmolzen.</p> - -<p>Die <em class="gesperrt">vier Fakultätsfisci</em> entstanden hauptsächlich aus den bei Immatrikulation und -Promotion erlegten Gebühren; sie zahlten Beiträge an die Gehalte der Professoren und -wurden 1853 mit dem Fiscus Universitatis verschmolzen.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus Universitatis</em> entstand hauptsächlich aus der Ansammlung der Gebühren -bei Immatrikulation und Abgang, welche ihm bis heute noch zufliessen. Bei der -Neueintheilung im Jahr 1836 wurde ihm der Fiscus Rectoris und der nicht in Stiftungskapitalien -bestehende Theil des Fiscus Alumnorum zugewiesen. Von den ihm zugekommenen -Geschenken erwähnen wir besonders aus dem Jahr 1880 das Legat des Herrn <em class="gesperrt">Wilh.<span class="pagenum"><a name="Seite_37" id="Seite_37">37</a></span> -Burckhardt-Forcart</em> sel., der auch diesem Fiscus Fr. 40,000, also den Universitätsfonds -im Ganzen Fr. 80,000 vermachte. Das Gesetz von 1836 hatte bestimmt, wie viel aus diesem -Fond an die Gehalte der Professoren und an die Sammlungen für den Unterricht zu zahlen -war; durch das Gesetz von 1866 wurde sein Betrag speciell für Zulagen zu den direkt vom Staat -bezahlten Besoldungen, ausserordentlichen Gehalten und Remunerationen bestimmt, welche der -Regierungsrath auf Antrag des Erziehungsrathes beschliesst; er wird desshalb seither gewöhnlich -als Zulagefond bezeichnet. Der Fond wurde zuweilen auch für ausserordentliche Ausgaben -in Anspruch genommen, so zahlte er u.a. im Jahr 1849 Fr. 45OO a.W. an das Museum und -im Jahr 1860 Fr. 7536 an die Kosten des Universitätsjubiläums. Auch wurden die laufenden -Ausgaben der Universität für Druck, Inserate, Gas u.s.w. bis zur Ertheilung eines besonderen -Kredites von Fr. 2000 durch das Gesetz von 1866 aus diesem Fiscus bestritten.</p> - -<p>Zu diesen aus älterer Zeit stammenden Fisci sind in den letzten 50 Jahren noch zwei -neue hinzugekommen, nämlich der naturhistorische Fond und der <em class="gesperrt">Heusler</em>'sche Vermächtnissfond.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">naturhistorische Fond</em> verdankt seinen Ursprung der im Jahre 1836 in der -Regenz gemachten Anregung, einen Theil der Gelder der Universität, die nach dem damals -üblichen stadtbaslerischen Zinsfuss nur etwa 3¼% eintrugen, auswärts anzulegen. Es wurde -dies von einer besonderen von Rathsherr <em class="gesperrt">Peter Merian</em> präsidierten Kommission besorgt, -welche aus dem Ertrag der empfangenen Gelder vorerst 3¼% und seit 1857 3½% der allgemeinen -Verwaltung vergütete und aus dem Rest einen Reservefond anlegte. Bis 1859 -war alles Geld wieder an die allgemeine Verwaltung zurückbezahlt und es blieb nur der -Reservefond in den Händen der Kommission. Aus diesem gingen im Jahr 1862 Fr. 10,000 -an den Sternwartefond, der später bei Erstellung des Bernoullianums zur Verwendung kam, -und im Jahr 1863 fernere Fr. 10,000 an die botanische Anstalt behufs Erstellung eines -Gewächshauses. Aus dem Rest von rund Fr. 40,000 wurde zuerst der Fond des naturwissenschaftlichen -Museums und dann der naturhistorische Fond gebildet, auf dessen Ertrag -nach dem Universitätsgesetz von 1866 das naturhistorische Museum für Unterhalt und Vermehrung -der Sammlungen angewiesen ist. Herr <em class="gesperrt">Peter Merian</em> hat bis zu seinem Tod im -Februar 1883 selbst diesen Fond verwaltet; seitdem ist er mit den andern Fiscis vereinigt.</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Heusler'sche Vermächtnissfond</em> rührt her von dem im Jahr 1862 eröffneten -Legate des Herrn <em class="gesperrt">Friedrich Heussler</em> sel. Der Ertrag der testierten Fr. 100,000 ist -bestimmt für hilfsbedürftige Alters- oder Krankheitshalber austretende Universitätslehrer, -so wie für die von Universitätslehrern hinterlassenen Witwen und Waisen. Die Vertheilung -wird jährlich von der Regenz auf Vorschlag einer besondern Kommission beschlossen. Durch -verschiedene Schenkungen aus den Jahren 1872 bis 1882 ist das unantastbare Stiftungskapital<span class="pagenum"><a name="Seite_38" id="Seite_38">38</a></span> -auf Fr. 120,500 angewachsen; was darüber hinausgeht, bildet einen Reservefond, auf den -nöthigen Falls zurückgegriffen werden darf.</p> - -<p>Die folgende Tabelle soll die Entwicklung der akademischen Fisci in den verflossenen -50 Jahren dadurch anschaulich machen, dass die Beträge der entsprechenden Fonds auf Ende -1836 und 1884 in die gleichen Linien eingetragen und deren Zunahmen dazwischen gesetzt -sind. Das Kapitalgeld alter Währung ist mit 27:40 in das jetzige Geld übertragen. Der -Fiscus Gymnasii und Schülertuchfond, die keinem Universitätszweck dienen, sind weggelassen.</p> - -<table summary="fisci"> -<tr><td> </td> -<td> </td> - <td class="tdc"><em class="gesperrt">Betrag</em> 1836</td> -<td class="tdc"><em class="gesperrt">Zunahme</em></td> <td class="tdc"><em class="gesperrt"> Betrag</em> 1884 </td> -</tr> -<tr><td> </td> -<td> </td> - <td class="tdc">Fr.</td> - <td class="tdc">Fr.</td> -<td class="tdc">Fr.</td> </tr> -<tr> -<td>Fisc. legatorum acad.</td> -<td> </td> -<td class="tdr">205,339</td> -<td class="tdr">56,271</td> -<td class="tdr">261,610</td> -<td>Akadem. - Vermächtnissfond</td> </tr> -<tr> -<td>Fisc. legatorum med.</td> -<td> </td> - <td class="tdr">3,618</td> - <td class="tdr">12,384</td> -<td class="tdr">16,002</td> -<td>Medicin. - Vermächtnissfond</td> </tr> -<tr> -<td>Fisc. bibliothecæ publ.</td> -<td> </td> - <td class="tdr">81,011</td> -<td class="tdr">50,430</td> - <td class="tdr">131,441</td> - <td>Bibliotheksfond </td></tr> -<tr> -<td>Fisc. bibliothecæ botan.</td> -<td class="br bt"> </td> -<td class="tdr" rowspan="2">9,115</td> - <td class="tdr" rowspan="2">2,849</td> -<td class="tdr" rowspan="2">11,964</td> -<td rowspan="2">Botanischer Fond</td></tr> -<tr><td>Fisc. horti botanici</td> -<td class="br bb"> </td> -</tr> -<tr><td>Fisc. facult. theol.</td> -<td class="br bt"> </td> -<td class="tdr" rowspan="5">366,001</td> -<td class="tdr" rowspan="5">143,947</td> -<td class="tdr" rowspan="5">509,948</td> -<td rowspan="5">Zulagefond </td></tr> -<tr><td>Fisc. facult. jurid.</td> -<td class="br"> </td></tr> -<tr><td>Fisc. facult. med.</td> -<td class="br"> </td> </tr> -<tr><td>Fisc. facult. phil.</td> -<td class="br"> </td></tr> -<tr><td>Fisc. Universitatis </td> -<td class="br bb"> </td> </tr> -<tr><td> </td> -<td> </td> -<td> </td> - <td class="tdr">136,302</td> - <td class="tdr">136,302</td> -<td>Heusler'scher - Vermächtnissfond</td></tr> -<tr><td class="bb"> </td> -<td class="bb"> </td> -<td class="bb"> </td> - <td class="tdr bb">42,025</td> <td class="tdr bb">42,205</td> -<td class="bb">Naturhistorischer - Fond</td> </tr> -<tr> -<td>Gesammtbetrag </td> -<td> </td> - <td class="tdr">665,084</td> -<td class="tdr">444,208</td> -<td class="tdr">1,109,292 </td></tr> -</table> - -<p>Die Kapitalien der obigen sieben Fisci bilden bei der Verwaltung einen gemeinsamen -Stock, dessen Ertrag am Ende des Jahres pro rata unter die einzelnen Fonds vertheilt wird. -Die Zunahme in den letzten fünfzig Jahren erklärt sich hauptsächlich aus den erwähnten höchst -verdankenswerthen Geschenken und Legaten.</p> - -<p class="p4">Wir haben nun noch zu berichten über die Stiftungen, deren Kapitalien nicht in die -Verwaltung dieser vereinigten Fonds aufgenommen sind, da die testamentarischen Bestimmungen -eine gesonderte Rechnungsstellung verlangen.</p> - -<p>Die beiden folgenden betreffen die <em class="gesperrt">Gesammtuniversität</em>:</p> - -<p>Der <em class="gesperrt">Albrecht'sche Stipendienfond</em>. — Herr Stadtrath <em class="gesperrt">Johannes Wimmer</em> sel. -und Frau <em class="gesperrt">Salomea</em> geb. <em class="gesperrt">Albrecht</em> sel. stifteten durch das am 26. Juli 1871 publicierte -Testament einen Stipendienfond, der zuerst während 25 Jahren durch die Zinsen geäufnet werden -soll und dessen Ertrag hernach in erster Linie den Nachkommen der <em class="gesperrt">Albrecht</em>'schen Familie, -die sich dem Studium widmen, zu Gute kommen soll, dann aber auch andern Studierenden,<span class="pagenum"><a name="Seite_39" id="Seite_39">39</a></span> -wenn keine <em class="gesperrt">Albrecht</em>'schen Nachkommen Anspruch erheben oder die Zinsen auch für -weitere Unterstützungen ausreichen. Die Regenz hat die Uebernahme der Verwaltung am -30. November 1871 beschlossen und den ausgewiesenen Betrag am 28. September 1872 in -Empfang genommen. Die gestiftete Summe betrug mit Einschluss eines Postens von Fr. 1333, -auf welchen die Geschwister <em class="gesperrt">Wimmer</em> zu Gunsten der Universität verzichtet haben, -Fr. 43,438. Bis zum 31. Dezember 1884 war das Vermögen angewachsen auf Fr. 70,582.</p> - -<p><em class="gesperrt">Stiftungsfond der Studentenkrankenkasse.</em> — Im Jahre 1877 übergab Herr -Professor <em class="gesperrt">J.J. Bachofen</em> mit Fr. 15,000, die für den Heusler'schen Vermächtnissfond -bestimmt waren, noch weitere Fr. 5000 der Regenz, um einen Fond der Studentenkrankenkasse -zu bilden. Der Ertrag desselben wurde theils verwendet zur Deckung eines Deficits -der genannten Kasse, theils zu Extraunterstützung kranker Studierender, besonders durch -Beiträge an ärztlich angeordnete Landaufenthalte.</p> - -<p>Auf zwei <em class="gesperrt">Fakultäten</em> bezieht sich:</p> - -<p>Die <em class="gesperrt">theologisch-philosophische Stiftung</em>. — Im Dezember 1872 übergab ein -Freund der Universität anonym einem von ihm selbst bezeichneten und später durch Cooptation -sich ergänzenden Curatorium von drei Professoren die Summe von Fr. 20,000 zur -Unterstützung der Studien in den Disciplinen der Theologie und Philosophie. Der Ertrag -des Kapitals soll seine Verwendung finden für Ausschreibung von Preisfragen aus den -Gebieten der genannten Wissenschaften, oder Ertheilung von Stipendien an Studierende der -Universität Basel hauptsächlich zu wissenschaftlichen Reisen. Die Verwaltung der Stiftung -besorgt das Curatorium, und es wird nur der Status des jeweiligen Vermögens in die Universitätsrechnung -aufgenommen; am 31. Dezember 1884 betrug derselbe Fr. 26,066.</p> - -<p>Zu der <em class="gesperrt">Bibliothek</em> gehört:</p> - -<p>Die <em class="gesperrt">Episcopius-Stiftung</em>. — Im Oktober 1881 hat Herr Dr. <em class="gesperrt">Gottlieb Bischoff</em> sel. -in dankbarer Erinnerung an seinen Vorfahr, den Buchdrucker <em class="gesperrt">Nicolaus Episcopius</em>, -dem Oberbibliothekar die Summe von Fr. 1000 übergeben, um aus dem Ertrage Werke -über die Geschichte der Buchdruckerkunst und des Buchhandels für die Universitätsbibliothek -nach freier Wahl anschaffen zu können. Bei Ablage der Bibliotheksrechnung wird über den -jeweiligen Stand dieser Stiftung berichtet.</p> - -<p>Schliesslich haben wir noch drei Stiftungen zu besprechen, die sich auf die <em class="gesperrt">Kunstsammlung</em> -beziehen.</p> - -<p>Die <em class="gesperrt">Samuel Birmann</em>'sche <em class="gesperrt">Stiftung</em>. — Herr <em class="gesperrt">Samuel Birmann-Vischer</em> sel. -hat durch sein am 15. August 1844 geschriebenes und am 30. September 1847 eröffnetes -Testament zu Haupterben seines Vermögens ernannt: zur Hälfte die Universität, zum Viertel -den Spital und zum Viertel das Waisenhaus.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_40" id="Seite_40">40</a></span> - -Nach dem am 4. Februar 1859 erfolgten Tode der Frau Witwe <em class="gesperrt">Birmann</em> geb. <em class="gesperrt">Vischer</em>, -welche die Nutzniessung des hinterlassenen Vermögens hatte, wurde entsprechend den -testamentarischen Bestimmungen die Verwaltungskommission gebildet aus zwei Vertretern -der Universität, einem Vertreter des Spitals und einem Vertreter des Waisenhauses. Das -dieser Kommission eingehändigte Vermögen bestand aus Werthtiteln, und zwar hauptsächlich -Actien von Banken, Eisenbahn- und Versicherungs-Gesellschaften und dem Landgute vor -dem Spalenthor. Entsprechend den im Testamente deutlich ausgesprochenen Bestimmungen -sind diese Titel zum grössten Theile behalten worden und haben die vom Testator ausgesprochene -Erwartung eines mit der Zeit zunehmenden Nutzens gerechtfertigt; das Landgut -wurde in den Jahren 1860 und 1861 zu damals günstigen Bedingungen verkauft, und seither -ist ein ganzes Quartier auf seinem Boden entstanden. Während die für Spital und Waisenhaus -bestimmten Antheile einstweilen noch zum grössten Theile den Verwandten des -Testators zu Gute kommen, erhielt die Universität den vollen Ertrag ihrer Hälfte seit 1860. -Diese Summe ist ganz für die Kunstsammlung bestimmt und wird desshalb auch direkt an -die derselben vorstehende Kommission abgeliefert; sie soll nach dem Testament ausschliesslich -verwendet werden für Ankauf schweizerischer Kunstwerke, Unterstützung talentvoller Künstler -aus Basel-Stadt, Honorierung des Custoden der Kunstsammlung und Aufstellungskosten der -Birmann'schen Sammlung. Das Stiftungskapital ist laut der auf den 1. Februar 1885 abgeschlossenen, -von der Verwaltungskommission genehmigten und der Regenz mitgetheilten -Rechnung gewerthet zu Fr. 487,377. Der jährliche Ertrag war in den letzten zehn Jahren im -Mittel etwas über Fr. 30,000, wovon also die Hälfte an die zur Universität gehörige Kunstsammlung -ging.</p> - -<p>Die <em class="gesperrt">Bleiler</em>'sche <em class="gesperrt">Stiftung</em>. — Von dem Ehepaar <em class="gesperrt">Bleiler-Mieg</em> sel. sind im Jahre -1858 laut testamentarischer Verfügung der Kunstsammlung des Museums Fr. 10,000 zugekommen; -die eine Hälfte bestimmt zur Anschaffung von Kunstgegenständen, der Ertrag der -andern Hälfte zur Unterstützung eines fleissigen und bedürftigen, sich zur Ausbildung in -Rom aufhaltenden Basler Künstlers. Die Stiftung wird von der Kunstkommission verwaltet; -der letzte Rechnungsabschluss ergab als Saldo auf neue Rechnung Fr. 18,157.</p> - -<p>Das <em class="gesperrt">Singeisen</em>'sche <em class="gesperrt">Legat</em>. — Jungfrau <em class="gesperrt">Magdalena Singeisen</em> sel. vermachte -durch das im Jahre 1870 publicierte Testament dem Museumsfond der Stadt Basel die Summe -von Fr. 17,000 mit der Bestimmung, dass die Zinsen davon vorerst ihrer Dienstmagd während -Lebenszeit ausbezahlt werden sollen. Nach deren Tode soll dieser Zins zur Unterstützung -älterer und bedürftiger, in Basel wohnender Künstler verwendet werden. Diese früher von -der Museumskommission verwaltete Stiftung wird jetzt von der Kunstkommission besorgt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_41" id="Seite_41">41</a></span> - - Wir haben hier nur die zu Gunsten der Universität gemachten Stiftungen besprochen, -welche öffentlich von der Universität verwaltet werden und über welche also auch die -Universitätsrechnung berichtet; andere, theils für die Universität im Allgemeinen, theils für -einzelne Anstalten oder Sammlungen derselben bestimmte Stiftungen verwalten Privatvereine, -insbesondere die Akademische Gesellschaft und der Museumsverein. Auskunft über dieselben -ist zu finden in den jährlich veröffentlichten Berichten dieser Vereine, sowie in der soeben -herausgekommenen fünfzigjährigen Geschichte der Akademischen Gesellschaft.</p> - -<hr class="small" /> - -<p>Es mag im Anschluss an diesen Abschnitt noch kurz in abgerundeten Zahlen angedeutet -werden, wie die <em class="gesperrt">Mittel für die Universität</em> zusammenfliessen, wobei wir nicht -von den ausserordentlichen Leistungen für Erstellung neuer Unterrichtsanstalten, sondern -nur von dem sprechen, was zur Bestreitung der jährlichen regelmässigen Ausgaben gespendet -wird. Abgesehen von den verhältnissmässig nur geringe Summen betragenden Gebühren -und Eintrittsgeldern kommen hier drei verschiedene Einnahmequellen in Betracht:</p> - -<p>1. <em class="gesperrt">Die direkten Beiträge des Staates</em>, entsprechend den durch Gesetze und -Grossrathsbeschlüsse festgesetzten Krediten. Im Jahre 1835 betrugen dieselben etwa nur -Fr. 40,000 und sind in den fünfzig Jahren bis 1885, Dank der Bereitwilligkeit der Behörden, -Opfer für die höchste Lehranstalt zu bringen, etwa auf Fr. 185,000 gestiegen.</p> - -<p>2. <em class="gesperrt">Der Ertrag der Universitätsfonds.</em> Im Jahre 1835 war derselbe etwa -Fr. 20,000 und hat in den fünfzig Jahren theils durch Vermehrung des Vermögens, theils in -Folge des höheren Zinsfusses etwa Fr. 60,000 erreicht.</p> - -<p>3. <em class="gesperrt">Die freiwilligen Beiträge von Vereinen und Privaten.</em> Hier sind vor -Allem die in der besonderen Festschrift dargestellten Leistungen der Akademischen Gesellschaft -zu erwähnen; ausserdem aber spenden der Museumsverein, die Gemeinnützige Gesellschaft -und manche Freunde der Universität Geschenke an die verschiedenen Universitätsanstalten. -Wenn wir die theils höchst werthvollen Kunstgegenstände, Bücher, Naturalien und Apparate -bei Seite lassen und nur die Geldgaben in Betracht ziehen, so finden wir für diese ganz -freiwilligen Leistungen im Jahre 1884 etwa Fr. 31,000.</p> - -<p>Somit setzen sich die regelmässigen jährlichen Leistungen für die Universität etwa -folgendermassen zusammen:</p> - -<table summary="Leistungen"> -<tr><td>Staatsbeitrag</td> -<td class="tdc">Fr.</td> -<td class="tdr">185,000 </td> -<td class="tdc">macht</td> -<td>67%</td> -<td class="tdc">oder</td> -<td>⅔</td></tr> -<tr><td>Ertrag der Universitätsfonds</td> - <td class="tdc">»</td> -<td class="tdr">60,000</td> -<td class="tdc">» </td> -<td>22%</td> -<td class="tdc">»</td> -<td><sup>2</sup>⁄<sub>9</sub></td></tr> -<tr><td>Freiwillige Privatleistungen</td> - <td class="tdc bb">»</td> - <td class="tdr bb">31,000</td> -<td class="tdc"> »</td> -<td>11%</td> -<td class="tdc">»</td> -<td>⅟<sub>9</sub></td></tr> - -<tr> <td class="tdr">im Ganzen</td> -<td class="tdc">Fr.</td> -<td>276,000.</td></tr> - </table> - -<p class="right"> -Ed. Hagenbach-Bischoff. -</p> -<div class="chapter"> </div> -<hr class="chap" /> -<h2> -<span class="pagenum hidev"><a name="Seite_42" id="Seite_42">42</a></span> -III.<br /> - -<a id="Rektoren_Lehrpersonal_und_Studentenschaft_der_Universitaet"></a> Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft -der Universität.</h2> - -<h3>A. Rektoren der Universität</h3> - -<p class="center">(gewählt zu Ende des Jahres für das nächste Kalenderjahr) - waren:</p> - -<p class="noin">14. Sept.-31. Dec. 1835: Herr W. M. Leberecht <em class="gesperrt">de Wette</em>, Professor der Theologie.</p> - -<p> -<b>für das Jahr</b></p> -<ul class="hang"> -<li>1836: - Friedrich <em class="gesperrt">Brömmel</em>, Professor der Geschichte. </li> -<li>1837: - Franz Dorotheus <em class="gesperrt">Gerlach</em>, Professor der lateinischen Sprache. </li> -<li>1838: - Friedrich <em class="gesperrt">Fischer</em>, Professor der Philosophie.</li> -<li>1839: - Karl Friedrich <em class="gesperrt">Meissner</em>, Professor der Botanik.</li> -<li>1840: - Karl Rudolf <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Theologie. </li> -<li>1841: - Wilhelm <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, Professor der deutschen Sprache.</li> -<li>1842: - Johann Georg <em class="gesperrt">Müller</em>, Professor der Theologie. </li> -<li>1843: - Friedrich <em class="gesperrt">Miescher</em>, Professor der Physiologie. </li> -<li>1844: - Christian Friedrich <em class="gesperrt">Schönbein</em>, Professor der Physik und Chemie. </li> -<li>1845: - Wilhelm <em class="gesperrt">Vischer</em>, Vater, Professor der griechischen Sprache. </li> -<li>1846: - Johann Jacob <em class="gesperrt">Stähelin</em>, Professor der Theologie; an dessen Stelle trat</li> -<li class="isub2">- Wilhelm <em class="gesperrt">Vischer</em>, Vater, Professor der griechischen Sprache. </li> -<li>1847:}</li> -<li>1848:} - Franz Dorotheus <em class="gesperrt">Gerlach</em>, Professor der lateinischen Sprache. </li> - -<li>1849: - W.M. Leberecht <em class="gesperrt">de Wette</em>, Professor der Theologie; an dessen Stelle trat</li> -<li class="isub2"> - Karl Rudolf <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Theologie. </li> -<li>1850: - Karl Rudolf <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1851:} </li> -<li>1852:}- Johannes <em class="gesperrt">Schnell</em>, Professor des schweizerischen Civilrechts. </li> - -</ul> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_43" id="Seite_43">43</a></span> - -<b>für das Jahr</b></p> - -<ul class="hang"> -<li>1853: Herr Friedrich <em class="gesperrt">Miescher</em>, nun Professor der pathologischen Anatomie.</li> -<li>1854: - Christoph Johannes <em class="gesperrt">Riggenbach</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1855: - Wilhelm <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, Professor der deutschen Sprache.</li> -<li>1856: - Roderich <em class="gesperrt">Stintzing</em>, Professor des römischen Rechts.</li> -<li>1857: - Wilhelm <em class="gesperrt">Vischer</em>, Vater, Professor der griechischen Sprache.</li> -<li>1858: - Johann Georg <em class="gesperrt">Müller</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1859: - Gustav Heinrich <em class="gesperrt">Wiedemann</em>, Professor der Physik.</li> -<li>1860: - Peter <em class="gesperrt">Merian</em>, Rathsherr und Professor der Geologie.</li> -<li>1861: - Karl Friedrich <em class="gesperrt">Meissner</em>, Professor der Botanik.</li> -<li>1862: - Karl <em class="gesperrt">Steffensen</em>, Professor der Philosophie; an dessen Stelle trat</li> -<li class="isub2">- Karl Rudolf <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1863: - Franz Dorotheus <em class="gesperrt">Gerlach</em>, Professor der lateinischen Sprache.</li> -<li>1864: - Karl <em class="gesperrt">Steffensen</em>, Professor der Philosophie.</li> -<li>1865: - Ludwig <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>, Professor der vergleichenden Anatomie.</li> -<li>1866: - Wilhelm <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, Professor der deutschen Sprache.</li> -<li>1867: - Andreas <em class="gesperrt">Heusler</em>, Vater, Professor des schweizerischen Staatsrechts.</li> -<li>1868: - Hermann <em class="gesperrt">Schultz</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1869: - Wilhelm <em class="gesperrt">His</em>, Professor der Anatomie und Physiologie.</li> -<li>1870: - Eduard <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Physik.</li> -<li>1871: - Andreas <em class="gesperrt">Heusler</em>, Sohn, Professor des deutschen Rechts.</li> -<li>1872: - Freiherr <em class="gesperrt">von der Goltz</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1873: - Simon <em class="gesperrt">Schwendener</em>, Professor der Botanik.</li> -<li>1874: - Moritz <em class="gesperrt">Heyne</em>, Professor der deutschen Sprache.</li> -<li>1675: - Carl Ernst Emil <em class="gesperrt">Hoffmann</em>, Professor der Anatomie.</li> -<li>1876: - Friedrich <em class="gesperrt">von Wyss</em>, Professor des schweizerischen Civilrechts; an dessen Stelle trat</li> -<li class="isub2">- Franz <em class="gesperrt">Overbeck</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1877: - Wilhelm <em class="gesperrt">Vischer</em>, Sohn, Professor der Geschichte.</li> -<li>1878: - Friedrich <em class="gesperrt">Schulin</em>, Professor des römischen Rechts.</li> -<li>1879: - Emil <em class="gesperrt">Kautzsch</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1880: - Hermann <em class="gesperrt">Immermann</em>, Professor der klinischen Medicin.</li> -<li>1881: - August <em class="gesperrt">von Miaskowski</em>, Professor der Nationalökonomie.</li> -<li>1882: - Hermann <em class="gesperrt">Siebeck</em>, Professor der Philosophie.</li> -<li>1883: - Rudolf <em class="gesperrt">Stähelin</em>, Professor der Theologie.</li> -<li>1884: - Albert <em class="gesperrt">Teichmann</em>, Professor des Straf- und Kirchenrechts.</li> -<li>1885: - Moritz <em class="gesperrt">Roth</em>, Professor der pathologischen Anatomie.</li> -</ul> -<div class="chapter"></div> -<hr class="small" /> -<h3><span class="pagenum"><a name="Seite_44" id="Seite_44">44</a></span> -B. <b>Lehrpersonal der Universität.</b></h3> - -<p class="center">— Geordnet nach der Zeit des Eintritts in die Fakultät, bezw. in die höhere Stellung in derselben. — -O. = Ostern. S. = Sommer. M. = Michaelis. W. = Winter.</p> - -<h4>1. Theologische Fakultät.</h4> - -<h5>a) <b>Ordentliche Professoren.</b></h5> - -<p class="hang">1. <b>de Wette</b>, Wilhelm Martin Leberecht — geb. 12. Jan. 1780 zu Ulla bei Weimar, 1805 Docent in Jena, -1807 a.o. Prof. der Philosophie, 1809 ord. Prof. der Theologie in Heidelberg, 1810 in Berlin. -Am 2. Oct. 1819 seines Amtes entlassen, begab er sich nach Weimar und folgte 1822 einem -Rufe an die theologische Fakultät nach Basel, deren Reorganisator er wurde; Rektor 1823, -1829, 1834. Ende 1835 u. 1849, † 16. Juni 1849.</p> - -<p><em class="gesperrt">Hagenbach</em>, die theologische Schule Basels und ihre Lehrer, Basel 1860 und in Herzog's Realencyclopädie, -1. Aufl. XVIII. 61 ff. — <em class="gesperrt">Holtzmann</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« V. 101-105. — -<em class="gesperrt">Wiegand</em>. W.M.L. de Wette, Erfurt 1879. — <em class="gesperrt">Rudolf Stähelin</em>, W.M.L. de Wette nach seiner theol. -Wirksamkeit und Bedeutung, Basel 1880.</p> - -<p class="hang">2. <b>Hagenbach</b>, Karl Rudolf — geb. 4. März 1801 zu Basel, Sohn des Basler Arztes und Professors -Karl Friedrich H. († 20. Nov. 1849), studierte in Basel, Bonn und Berlin, habilitierte sich 1823 -in Basel, 1824 Lic. theol. und a.o. Prof., 1828 ord. Prof. für Kirchengeschichte, 1830 zum Dr. theol. -ernannt, Rektor 1832, 1840, 1849, 1850 u. 1862. † 7. Juni 1874.</p> - -<p>Erinnerung an K.R. Hagenbach, Basel 1874. — <em class="gesperrt">Eppler</em>, K.R. Hagenbach, Gütersloh 1875. — -<em class="gesperrt">Rudolf Stähelin</em>, K.R. Hagenbach, Basel 1875. — W. <em class="gesperrt">Krafft</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« -X. 344. — Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. V. 537 ff.</p> - -<p class="hang">3. <b>Stähelin</b>, Johann Jacob — geb. 6. Mai 1797 zu Basel, studierte in Basel und Tübingen, 1823 Dr.phil. -und Docent in Basel, 1827 Lic.theol., 1829 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. für Altes Testament, 1840 -zum Dr. theol. ernannt, kurze Zeit 1846 Rektor, † 27. Aug. 1875 zu Langenbruck.</p> - -<p>Zur Erinnerung an Herrn J.J. Stähelin, Basel 1875. — Herzog's Realencyclopädie. 2. Aufl. XIV. 570 ff.</p> - -<p class="hang">4. <b>Müller</b>, Johann Georg — geb. 8. Mai 1800 zu Basel, 1825 cand. theol., 1831 Lektor u. Lic. theol., -1832 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. für Neues Testament, 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1842 -u. 1858, † 30. August 1875.</p> - -<p>Abriss meines Lebenslaufes. Aufzeichnung von J.G. Müller, theol. Prof. Basil. (Druck von -Schultze) 1875.</p> - -<p class="hang">5. <b>Schenkel</b>, Daniel — geb. 21. Dec. 1813 zu Dägerlen bei Winterthur, studierte in Basel u. Göttingen. -1839 Docent in Basel, 1841 Prediger und Mitglied des Schul- und Kirchenrathes in Schaffhausen, -1850 ord. Prof. für systematische Theologie in Basel, ging 1851 nach Heidelberg, † daselbst -19. Mai 1885.</p> - -<p class="hang">6. <b>Riggenbach</b>, Christoph Johannes — geb. 8. Oct. 1818 zu Basel, wurde Pfarrer in Bennwil (Baselland), -1851 in Basel zum Lic. theol. ernannt und ord. Prof. für systematische Theologie, Rektor 1854, -im Juni 1860 zum Dr. theol. ernannt.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_45" id="Seite_45">45</a></span> - -7. <b>Schultz</b>, Hermann — geb. 30. Dec. 1836 zu Lüchow (Hannover), 1858 Dr.phil. in Rostock, 1861 Lic. -theol. und Docent in Göttingen, 1864 ord. Prof. für Altes Testament und systematische Theologie -in Basel, 1865 Dr. theol. (Göttingen), Rektor 1868, ging 1872 nach Strassburg, 1874 nach -Heidelberg, 1876 nach Göttingen.</p> - -<p class="hang">8. <b>von der Goltz</b>, Hermann Freiherr — geb. 17. März 1835 zu Düsseldorf, studierte in Erlangen, Berlin, -Tübingen und Bonn, 1858-61 in der französischen Schweiz, 1861-65 Gesandtschaftsprediger -in Rom, 1865 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische -Theologie berufen, zum Lic. theol. ernannt und a.o. Prof., 1870 ord. Prof., Rektor 1872, ging -1873 nach Bonn, 1876 nach Berlin.</p> - -<p class="hang">9. <b>Overbeck</b>, Franz — geb. 4./16. Nov. 1837 zu St. Petersburg, W. 1864 Docent in Jena, Frühjahr 1870 -a.o. Prof. und W. 1871 ord. Prof. für neutestamentliche Exegese und ältere Kirchengeschichte in -Basel, Rektor 1876.</p> - -<p class="hang">10. <b>Kautzsch</b>, Emil — geb. 4. Sept. 1841 zu Plauen i.V., 1863 Dr.phil. und Gymnasiallehrer an der -Nicolaischule in Leipzig, 1869 Docent d. Theol. an der Universität, 1871 a.o. Prof. daselbst, M. -1872 ord. Prof. für alttestamentliche Exegese in Basel, im Sept. 1873 zum Dr. theol. ernannt, Rektor 1879, -ging O. 1880 nach Tübingen.</p> - -<p class="hang">11. <b>Stähelin</b>, Rudolf — geb. 22. Sept. 1841 zu Basel, 1865 cand. theol., 1873 Lic. u. Docent d. Theologie, -10. Jan. 1874 a.o. Prof. und 10. Dec. 1875 ord. Prof. für Kirchengeschichte, 15. Nov. 1880 Dr. theol. -(Bern), Rektor 1883.</p> - -<p class="hang">12. <b>Schmidt</b>, Paul Wilhelm — geb. 25. Dec. 1845 zu Berlin, 1865 Dr.phil. in Halle, 1867 Lic. theol. in -Berlin, O. 1869-76 Docent daselbst, O. 1876 ord. Prof. für Neues Testament in Basel, 22. Juli -1885 Dr. theol. (Strassburg).</p> - -<p class="hang">13. <b>Stockmeyer</b>, Immanuel — geb. 28. Juli 1814 zu Basel, war 1846-71 Pfarrer zu St. Martin, 1850 zum -Lic. theol. ernannt, 1851 Docent der Theologie, im Dec. 1860 zum Dr. theol. ernannt, 1871 Antistes, -17. Juli 1876 ord. Prof. für praktische Theologie.</p> - -<p class="hang">14. <b>Smend</b>, Rudolf — geb. 5. Nov. 1851 zu Lengerich (Westfalen), 1874 Dr.phil. in Bonn, 1875 Lic. theol. -u. Docent der Theologie in Halle, 1880 a.o. Prof. und S. 1881 ord. Prof. für Altes Testament in -Basel, im Jan. 1885 Dr. theol. (Giessen).</p> - -<p class="hang">15. <b>Orelli</b>, Conrad von — geb. 25. Januar 1846 zu Zürich, 1871 Dr.phil. in Leipzig, W. 1871 Docent -der Theologie in Zürich, O. 1873 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für Altes -Testament berufen und a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., Aug. 1885 Dr. theol. (Greifswald).</p> - -<p class="hang">16. <b>Kaftan</b>, Julius — geb. 30. Sept. 1848 zu Loit (Schleswig), 1872 Dr.phil. in Leipzig, 1873 Lic. theol., -W. 1873 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie berufen -und 1874 a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., im Dec. 1882 zum Dr. theol. ernannt, ging O. 1883 nach -Berlin.</p> - -<h5>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h5> - -<p class="hang">17. <b>Beck</b>, Johann Tobias (von) — geb. 22. Febr. 1804 zu Balingen, 1828 Stadtpfarrer in Mergentheim, -1836 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische Theologie -berufen, 1842 vor seinem Weggange nach Tübingen zum Dr. theol. ernannt, † daselbst 28. Dec. 1878.</p> - -<p class="hang">18. <b>Hoffmann</b>, Wilhelm — geb. 30. Oct. 1806 zu Leonberg (Württemberg), wurde 1839 Direktor der -Missionsanstalt in Basel, 1843 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft für exegetische u. systematische -Theologie berufen und a.o. Prof., ging 1849 nach Tübingen, 1852 nach Berlin, † daselbst 28. Aug. 1873.</p> - -<p><em class="gesperrt">Karl Hoffmann</em>, Leben und Wirken des L. Fr. W. Hoffmann, Berlin 1878 — Herzog's Realencyclopädie, -2. Aufl. VI. 216 ff.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_46" id="Seite_46">46</a></span> - -19. <b>Auberlen</b>, Carl August — geb. 19. Nov. 1824 zu Fellbach (Württemberg), W. 1851 vom Verein für -christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische Theologie berufen und a.o. Prof., -6. Sept. 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 2. Mai 1864.</p> - -<p>Leichenrede von Prof. <em class="gesperrt">Riggenbach</em> sammt Lebensabriss von Prof. <em class="gesperrt">Gess</em> (Basel, Balmer und -Riehm). — Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. I. 757.</p> - -<h5>c. <b>Privatdocenten.</b></h5> - -<p class="hang">20. <b>Preiswerk</b>, Samuel — geb. 19. Sept. 1799 zu Rümlingen (Kt. Basel), 1830 Pfarrer in Muttenz, 22. Jan. -1833 vertrieben, 1834-37 am Oratoire in Genf, 1839 Docent für hebräische Sprache in Basel, -1845 Hauptpfarrer zu St. Leonhard, 1851 zum Lic. theol. ernannt und Docent der Theologie, 1859 -Antistes, 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 13. Jan. 1871.</p> - -<p>Zum Gedächtniss an Antistes Samuel Preiswerk (Basel, Franz Wittmer) 1871.</p> - -<p class="hang">21. <b>Schmid</b>, Johannes — geb. 4. Jan. 1817 zu Schünholzersweilen (Kt. Thurgau), 1854 in Basel zum Lic. theol. -ernannt und Docent daselbst bis 1858 für praktische Theologie, † 31. März 1874 zu Florenz.</p> - -<p class="hang">22. <b>Böhl</b>, Eduard — geb. 18. Nov. 1836 zu Hamburg, 1860 Dr.phil. in Erlangen, S. 1860 in Basel zum -Lic. theol. ernannt und W. 1860 bis O. 1864 Docent daselbst für Altes Testament, seit O. 1864 ord. -Prof. der Dogmatik u. Symbolik an der evang.-theol. Fakultät in Wien.</p> - -<p class="hang">23. <b>Böhringer</b>, Paul — geb. 1. Sept 1852 zu Glattfelden (Kt. Zürich), 1878 Docent in Zürich, 13. Juni -1879 daselbst zum Lic. theol. ernannt, seit W. 1879 Docent für Kirchengeschichte in Basel.</p> - -<p class="hang">24. <b>Marti</b>, Carl — geb. 25. April 1855 zu Bubendorf (Baselland), 10. März 1879 Lic. theol. in Basel, -seit S. 1881 Docent daselbst für Altes Testament und seit 1884 Pfarrer in Muttenz.</p> - -<p class="hang">25. <b>Riggenbach</b>, Bernhard Emil — geb. 25. Oct. 1848 zu Karlsruhe, 1874 Dr.phil. in Tübingen, 1876 -Lic. theol. in Basel, seit S. 1882 Docent daselbst für praktische Theologie und neutest. Exegese, -seit Anfang 1885 Pfarrer der Strafanstalt in Basel.</p> - -<p class="hang">26. <b>Schnedermann</b>, Georg — geb. 3. Juli 1852 zu Chemnitz, 1878 Dr.phil. und 1880 Lic. theol. in Leipzig, -W. 1883 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie berufen -und Docent daselbst.</p> - -<p class="hang">27. <b>Heman</b>, Friedrich — geb. 30. Aug. 1839 zu Grünstadt (Rheinpfalz), 1871 Dr.phil. in Tübingen, -1883 Lic. theol. in Basel, W. 1883 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft für systematische -Theologie berufen und Docent daselbst.</p> -<hr class="small" /> -<h4>2. Juristische Fakultät.</h4> - -<h5>a. <b>Ordentliche Professoren.</b></h5> - -<p class="hang">1. <b>Heusler</b>, Andreas — geb. 8. März 1802 zu Basel, studierte in Jena u. Tübingen, 1826 J.U.D. in -Tübingen, 1828 Docent in Basel, 1830 ord. Prof. (kurze Zeit über römisches Recht und Criminalrecht, -dann bis 1843 über Bundes- und Kantonalstaatsrecht in historischer Beziehung lesend), 1831-47 -Mitglied des Kleinen Rathes, wirkte 1852-68 an der Universität mit Titel und Rechten eines -ord. Prof. (für Bundes- und Kantonalstaatsrecht), 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1867, -† 11. April 1868.</p> - -<p>Leichenrede von Dr. theol. <em class="gesperrt">J. Stockmeyer</em> (Basel, Wassermann) 1868. — <em class="gesperrt">W. Vischer</em> (Sohn) in -»Allgem. Deutsche Biographie« XII. 337-339. — <em class="gesperrt">G. v. Wyss</em> im Archiv f. Schweiz. Geschichte XVII. (1871).</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_47" id="Seite_47">47</a></span> - -2. <b>Burckhardt</b>-Vischer, Adolf — geb. 12. Nov. 1809 zu Basel, 1834 Docent, M. 1835 ord. Prof. des -Criminalrechts, † 14. Oct. 1838.</p> - -<p>Baseler Zeitung 1838, Nr. 193.</p> - -<p class="hang">3. <b>Beseler</b>, Georg — geb. 2. Nov. 1809 zu Rödemiss (Schleswig), 1835 Docent in Heidelberg, M. 1835 -a.o. Prof. und 1836 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1837 nach Rostock, 1842 -nach Greifswald, 1859 nach Berlin.</p> - -<p class="hang">4. <b>Schnell</b>, Johannes — geb. 31. Aug. 1812 zu Basel, Sohn des Basler Prof. der Rechte J.R. Schnell -(1767-1829), promovierte in Heidelberg, 1837 in Basel Docent, 1838 a.o. Prof. und 1839-78 -ord. Prof. (besonders für schweizerisches Civilrecht), Rektor 1851 u. 1852, 17. Juli 1841 bis -1. Juli 1875 Civilgerichtspräsident, siedelte W. 1878 nach Bern über.</p> - -<p class="hang">5. <b>Wunderlich</b>, Agathon — geb. 1810 zu Göttingen, 1833 Docent daselbst, 1838 a.o. Prof. und 1839 -ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1842 nach Rostock, 1847 nach Halle, 1850 an -das Oberappellationsgericht in Lübeck, † daselbst 21. Nov. 1878.</p> - -<p>R. v. <em class="gesperrt">Jhering</em> in den Jahrbb. f. d. Dogmatik d. heut. röm. u. deutschen Privatrechts, XVII. 145-147.</p> - -<p class="hang">6. <b>Bachofen</b>, Johann Jacob — geb. 22. Dec. 1815 zu Basel, 1841 Docent und 1842 ord. Prof. des -römischen Rechts, nahm 1844 seine Entlassung.</p> - -<p class="hang">7. <b>Planck</b>, Johann Julius Wilhelm (von) — geb. 22. April 1817 zu Göttingen, 1837 J.U.D. und 1839 -Docent daselbst, O. 1842 ord. Prof. des römischen Rechts und des Civilprozesses in Basel, ging -O. 1845 nach Greifswald, M. 1850 nach Kiel, O. 1867 nach München.</p> - -<p class="hang">8. <b>Jhering</b>, Rudolf (von) — geb. 22. Aug. 1818 zu Aurich (Ostfriesland), 1842 J.U.D. in Berlin, -Docent daselbst, 1845 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1846 nach Rostock, 1849 -nach Kiel, 1852 nach Giessen, 1868 nach Wien, 1872 nach Göttingen, beim Würzburger -Jubiläum 1882 zum Dr.phil. ernannt.</p> - -<p class="hang">9. <b>Leist</b>, Burkard Wilhelm — geb. 12. Juli 1819 zu Westen bei Verden (Hannover), 1842 Docent in -Göttingen, O. 1846 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1847 nach Rostock, -1853 nach Jena.</p> - -<p class="hang">10. <b>Windscheid</b>, Bernhard — geb. 26. Juni 1817 zu Düsseldorf, 1840 Docent in Bonn, W. 1847 ord. Prof. -des römischen Rechts in Basel, ging O. 1852 nach Greifswald, 1857 nach München, 1871 nach -Heidelberg, 1874 nach Leipzig.</p> - -<p class="hang">11. <b>Zimmermann</b>, Ernst — geb. 31. Jan. 1812 zu Rüsselsheim (Kurhessen), 1848-50 Obergerichtsrath -in Marburg, Docent daselbst, O. 1852 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1854 an -das Oberappellationsgericht in Lübeck, † 7. Mai 1877.</p> - -<p>Mitteilungen aus dem Leben des hanseatischen Oberappellationsgerichtsrathes E.Z., Lübeck 1879.</p> - -<p class="hang">12. <b>Stintzing</b>, Roderich (von) — geb. 8. Febr. 1825 zu Altona, 1852 Docent in Heidelberg, O. 1854 ord. -Prof. des römischen Rechts in Basel, Rektor 1856, ging M. 1857 nach Erlangen, 1870 nach -Bonn, † 13. Sept. 1883 zu Oberstdorf im Allgäu.</p> - -<p><em class="gesperrt">Alphonse Rivier</em> in der Revue internationale de l'Enseignement du 15 janvier 1884.— <em class="gesperrt">Adolf -Wach</em> in der krit. Vierteljahresschrift XXVI. 161-180.</p> - -<p class="hang">13. <b>Grimm</b>, Julius — geb. 26. Nov. 1821 zu Kassel, promovierte in Bonn, 1851 a.o. Prof. und 1855-57 -ord. Prof. für germanistische Fächer in Basel, 1857-68 Generalsekretär an der K.K. Südbahn -in Wien, lebt seitdem in Wiesbaden.</p> - -<p class="hang">14. <b>Arnold</b>, Wilhelm — geb. 28. Oct, 1826 zu Borken (Kurhessen), 1850 Docent in Marburg, O. 1855 -ord. Prof. des deutschen Rechts in Basel, ging O. 1863 nach Marburg, † 2. Juli 1883.</p> - -<p>Allgemeine Zeitung 1883, Beilage Nr. 192 u. 213.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_48" id="Seite_48">48</a></span> - -15. <b>Fitting</b>, Hermann — geb. 27. Aug. 1831 zu Mauchenheim (Rheinbayern), 1856 Docent in Heidelberg, -M. 1857 a.o. Prof. und 4. Dec. 1858 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1862 -nach Halle.</p> - -<p class="hang">16. <b>Bechmann</b>, Georg — geb. 16. Aug. 1834 zu Nürnberg, 1861 Docent in Würzburg, M. 1862 ord. -Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1864 nach Marburg, M. 1864 nach Kiel, O. 1870 -nach Erlangen, M. 1880 nach Bonn.</p> - -<p class="hang">17. <b>Heusler</b>, Andreas — geb. 30. Sept. 1834 zu Basel, Sohn des oben (S. 46) genannten Prof. Andreas -Heusler, 12. Juni 1856 J.U.D. in Berlin, 1858 Docent und S. 1863 ord. Prof. des deutschen -Rechts und des Civilprozesses in Basel, Rektor 1871.</p> - -<p class="hang">18. <b>Hartmann</b>, Gustav — geb. 31. März 1835 zu Vechelde (Braunschweig), O. 1857 J.U.D. in Göttingen -und 1860 daselbst Docent, O. 1864 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1872 -nach Freiburg, O. 1878 nach Göttingen, O. 1885 nach Tübingen.</p> - -<p class="hang">19. <b>Binding</b>, Karl — geb. 4. Juni 1841 zu Frankfurt a.M., 1864 Docent in Heidelberg, O. 1867 ord. -Prof. des Straf- und Kirchenrechts in Basel, ging M. 1870 nach Freiburg, 1872 nach Strassburg, -1873 nach Leipzig.</p> - -<p class="hang">20. <b>Brockhaus</b>, Friedrich — geb. 21. Sept. 1838 zu Dresden, 1863 Docent u. 1868 a.o. Prof. in Jena, -O. 1871 ord. Prof. des Straf- und Kirchenrechts in Basel, ging M. 1872 nach Kiel.</p> - -<p class="hang">21. <b>Eisele</b>, Fridolin — geb. 2. Mai 1837 zu Sigmaringen, 21. Febr. 1866 J.U.D. in Berlin, wurde -Kreisrichter in Hechingen, O. 1872 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1874 -nach Freiburg.</p> - -<p class="hang">22. <b>Wyss</b>, Friedrich von — geb. 24. Dec. 1844 zu Zürich, 15. März 1867 J.U.D. in Zürich, 1869 -Mitglied des Bezirksgerichts, O. 1874 ord. Prof. des schweizerischen Civilrechts in Basel, 1876 -kurze Zeit Rektor, schied wegen Gesundheitsrücksichten 1880 aus.</p> - -<p class="hang">23. <b>Schulin</b>, Friedrich — geb. 4. Aug. 1843 zu Frankfurt a.M., 29. Mai 1869 J.U.D. in Marburg, Docent -u. 12. Mai 1874 a.o. Prof. daselbst, M. 1874 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, Rektor 1878.</p> - -<p class="hang">24. <b>Teichmann</b>, Albert — geb. 13. Oct. 1844 zu Breslau, 30. Juli 1867 J.U.D. in Berlin, kam O. 1873 -als a.o. Prof. des Straf- und Kirchenrechts nach Basel, S. 1877 ord. Prof., Rektor 1884.</p> - -<p class="hang">25. <b>Huber</b>, Eugen — geb. 13. Juli 1849 zu Stammheim (Kt. Zürich), 9. März 1872 J.U.D. in Zürich, -O. 1881 a.o. Prof. und Dec. 1881 ord. Prof. des schweizerischen Civilrechts in Basel.</p> - -<h5>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h5> - -<p class="hang">26. <b>Burckhardt-Hess</b>, Christoph — geb. 5. Febr. 1805 zu Basel, J.U.D. in Heidelberg, 1829 Docent -und 1831 a.o. Prof. des römischen Rechts in Basel, sollte zum ord. Prof. ernannt werden, -† 26. Dec. 1835.</p> - -<p>Rede von <em class="gesperrt">Simon La Roche</em> (Druck von Wilhelm Haas). — Baseler Zeitung vom 28. u. 31. December -1835. — Regenzprotokoll vom 28. December 1835.</p> - -<p class="hang">27. <b>Speiser</b>, Paul — geb. 16. Oct. 1846 zu Basel, 12. März 1868 J.U.D., 1873 Docent und 1876 -a.o. Prof. des Obligationen-, Handels- und Wechselrechts, 1875-78 Civilgerichtspräsident, -1878-84 Regierungsrath.</p> - -<h5>c. <b>Privatdocenten.</b></h5> - -<p class="hang">28. <b>Christ</b>, Gustav — geb. 13. Aug. 1809 zu Basel, 1832 J.U.D. in Heidelberg, 1835 Docent des -Civilprozesses in Basel, † 13. Oct. 1838.</p> - -<p>Baseler Zeitung 1838, Nr. 193.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_49" id="Seite_49">49</a></span> - -29. <b>Burckhardt</b>-Fürstenberger, Emanuel — geb. 3. Mai 1819 zu Basel, 1842 J.U.D. in Göttingen, -1844-46 Docent des römischen Rechts und des Strafrechts in Basel, 1849 Mitglied des Kleinen -Rathes, † 8. Juli 1867.</p> - -<p>Basler Nachrichten 1867, Nr. 162.</p> - -<p class="hang">30. <b>Heimlicher</b>, Johann Jacob — geb. 14. Aug. 1826 zu Basel, 1848 J.U.D., 1849-52 Docent des -römischen Rechts und des Wechselrechts, 1856 Notar, † 2. Oct. 1884.</p> - -<p>P. <em class="gesperrt">Speiser</em> in den Verhdl. d. Schweiz. Juristenvereines v. 24. Aug. 1885 (Ztschr. f. schweiz. Recht -XXVI. 568).</p> - -<p class="hang">31. <b>VonderMühll</b>, Albert — geb. 11. Oct. 1843 zu Basel, 23. Juni 1865 J.U.D., 1870 u. 71 Docent der -Rechtsphilosophie und vergleichenden Rechtswissenschaft.</p> - -<p class="hang">32. <b>Miescher</b>, Carl — geb. 29. Nov. 1851 zu Basel, Sohn des Prof. der Anatomie Joh. Friedr. Miescher-His -(s. unten), 11. Sept. 1874 J.U.D., 1877-82 Docent des deutschen Rechts, seit Juni 1878 -Civilgerichtspräsident.</p> - -<p class="hang">33. <b>Brunnenmeister</b>, Emil — geb. 5. Mai 1854 zu Kreuzungen (Kt. Thurgau), 1877 J.U.D. in Leipzig, -M. 1878 Docent des Strafrechts in Basel, ging O. 1880 als ord. Prof. nach Zürich, 1882 nach Halle.</p> - -<p class="hang">34. <b>Stehlin</b>, Carl — geb. 21. März 1859 zu Basel, 4. August 1881 J.U.D. in Göttingen, O. 1885 -Docent des römischen Rechts in Basel.</p> -<hr class="small" /> -<h4>3. Medicinische Fakultät.</h4> - -<h5>a. <b>Ordentliche Professoren.</b></h5> - -<p class="hang">1. <b>Jung</b>, Carl Gustav — geb. 7. Sept. 1794 zu Mannheim, Anfang 1822 nach Basel als Docent berufen, Mitte -1822 zum ord. Prof. der Anatomie, Chirurgie und Geburtshilfe ernannt, Rektor 1828, nahm -1850 seine Entlassung unter Beibehaltung von Sitz und Stimme in der Regenz, trat 1855 wieder -ein als ord. Prof. der praktischen Medicin, † 12. Juni 1864.</p> - -<p>W. <em class="gesperrt">His</em>, Zur Erinnerung an C.G. Jung (in der Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum, -Lpz. 1885, S. 40-48).</p> - - <table summary="fakultat"> -<tr><td><b>Meissner</b>, Karl Friedrich </td> -<td class="br bt"> </td> - <td rowspan="2">s. Philosophische Fakultät, - mathem.-naturwiss. Abthlg.</td></tr> -<tr><td><b>Röper</b>, Johann Christian August</td> -<td class="br bb"> </td> </tr> - </table> - -<p class="hang">2. <b>Mieg</b>, Johann Jacob — geb. 24. Juni 1794 zu Basel, 1829-64 ord. Prof. der Chirurgie, † 1. Juli 1870.</p> - -<p>Basler Nachrichten 1870, Nr. 155.</p> - -<p class="hang">3. <b>Miescher</b>-His, Johann Friedrich — geb. 2. März 1811 zu Walkringen (Emmenthal), studierte erst in -Bern, dann in Berlin, wo er am 9. Jan. 1836 promovierte, O. 1837 ord. Prof. der Physiologie -und allgemeinen Pathologie in Basel, ging M. 1844 nach Bern, kehrte M. 1850 als ord. Prof. -der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie zurück, Rektor 1843 und 1853, trat -Ende 1871 unter Beibehaltung des Titels und der Rechte eines ord. Prof. zurück.</p> - -<p class="hang">4. <b>Erker</b>, Alexander — geb. 10. Juli 1816 zu Freiburg i. Br., 1840 daselbst Prosektor, Jan. 1845 -ord. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging 1850 nach Freiburg zurück.</p> - -<p class="hang">5. <b>Bruch</b>, Carl — geb. 1819 zu Mainz, 1847 Docent in Heidelberg, W. 1850 ord. Prof. der Anatomie -und Physiologie in Basel, ging M. 1855 nach Giessen, † 4. Jan. 1884 zu Heppenheim.</p> - -<p><em class="gesperrt">Virchow</em> im Archiv f. pathol. Anatomie. Bd. 99, S. 384.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_50" id="Seite_50">50</a></span> - -6. <b>Meissner</b>, Georg — geb. 19. Nov. 1829 zu Hannover, 1852 Dr.med. in Göttingen. W. 1856 ord. -Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1857 nach Freiburg, 1859 nach Göttingen.</p> - -<p class="hang">7. <b>Rütimeyer</b>, Ludwig — geb. 25. Febr. 1825 zu Biglen (Emmenthal), 1850 Dr.med. und 1853 a.o. -Prof. für vergleichende Anatomie in Bern. W. 1855 ord. Prof. der Zoologie und vergleichenden -Anatomie in Basel, Rektor 1865, 2. Juni 1874 zum Dr.phil. ernannt.</p> - -<p class="hang">8. <b>His</b>, Wilhelm — geb. 9. Juli 1831 zu Basel, 11. Sept. 1854 Dr.med., S. 1866 Docent, M. 1857 -ord. Prof. der Anatomie und Physiologie, Rektor 1869, ging O. 1872 nach Leipzig.</p> - -<p class="hang">9. <b>Socin</b>, August — geb. 21. Febr. 1837 zu Vevey, 21. Febr. 1857 Dr.med. in Würzburg, <span class="err" title="original: 61">1861</span> -Docent in Basel, 26. Febr. 1862 a.o. Prof. und 27. Febr. 1864 ord. Prof. der Chirurgie.</p> - -<p class="hang">10. <b>Liebermeister</b>, Carl (von) — geb. 2. Febr. 1833 zu Ronsdorf bei Elberfeld, 1860 Docent und 1864 -a.o. Prof. in Tübingen, S. 1865 ord. Prof. der speciellen Pathologie und Therapie und Vorsteher -der med. Klinik in Basel, ging M. 1871 nach Tübingen.</p> - -<p class="hang">11. <b>Immermann</b>, Hermann — geb. 2. Sept. 1838 zu Magdeburg, 19. Dec. 1860 Dr .med. in Berlin, -1864-66 Assistenzarzt in Tübingen, 1866-71 in Erlangen, Docent daselbst, M. 1871 ord. -Prof. der speciellen Pathologie und Therapie und Vorsteher der med. Klinik in Basel, Rektor 1880.</p> - -<p class="hang">12. <b>Hoffmann</b>, Carl Ernst Emil — geb. 26. April 1827 zu Darmstadt, 1854 Dr.med. in Würzburg, -1858 Docent in Giessen, 1863 Docent und Prosektor. S. 1864 a.o. Prof. und 6. Juli 1872 ord. -Prof. der Anatomie in Basel, Rektor 1875, † 16. Dec. 1877.</p> - -<p><em class="gesperrt">Heppe</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 607.</p> - -<p class="hang">13. <b>Bischoff</b>, Johann Jacob — geb. 1. Aug. 1841 zu Heidelberg, 1864 Dr.med. in Basel, 1865 Docent, -Frühjahr 1868 a.o. Prof. und 10. Juli 1872 ord. Prof. der Geburtshilfe.</p> - -<p class="hang">14. <b>Miescher</b>-Rüsch, Johann Friedrich — geb. 13. Aug. 1844 zu Basel. Sohn des S. 49 genannten Prof. -Miescher-His. 13. Jan. 1868 Dr.med., O. 1871 Docent und 6. Juli 1872 ord. Prof. der Physiologie.</p> - -<p class="hang">15. <b>Roth</b>, Moritz — geb. 25. Dec. 1839 zu Basel, Sohn des unten (S. 56) genannten Prof. Karl Ludwig -Roth, 1864 Dr.med. und 1866 Docent in Basel, 1868-72 in Greifswald, 10. Juli 1872 a.o. Prof. -und 6. Mai 1874 ord. Prof. der pathologischen Anatomie in Basel, Rektor 1885.</p> - -<p class="hang">16. <b>Wille</b>, Ludwig — geb. 30. März 1834 zu Kempten (Bayern), 1858 Dr.med. in Erlangen, 1858-63 -Assistenzarzt der Irrenanstalten in Erlangen und München, 1864-75 Direktor in Münsterlingen -(Thurgau), Rheinau (Zürich) und St. Urban (Luzern). seit Oct. 1875 Vorsteher der Irrenanstalt -und ord. Prof. der Psychiatrie in Basel.</p> - -<p class="hang">17. <b>Schiess</b>, Heinrich — geb. 3. Jan. 1833 zu Heiden (Kt. Appenzell), 1856 Dr.med. und 1863 Docent, -1867 a.o. Prof. und 8. Juli 1876 ord. Prof. der Ophthalmologie in Basel.</p> - -<p class="hang">18. <b>Kollmann</b>, Julius — geb. 24. Febr. 1834 zu Holzheim (Bayern), 1870 a.o. Prof. in München, 2. Febr. -1878 ord. Prof. der Anatomie in Basel.</p> - -<h5>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h5> - -<p class="hang">19. <b>Streckeisen</b>, Carl — geb. 28. Dec. 1811 zu Basel. 1838 Docent in Basel, 1841-43 in Holland -und Java, 1849 Arzt am Waisenhause in Basel, S. 1852 a.o. Prof. der Chirurgie und Geburtshilfe -in Basel, † 27. Aug. 1868.</p> - -<p>Leichenrede von Antistes <em class="gesperrt">Preiswerk</em>, 1868. — Basler Nachrichten 1868, Nr. 205 u. 209.</p> - -<p class="hang">20. <b>Hoppe</b>, Ignaz — geb. 14. Jan. 1811 zu Gross-Bartloff im Eichsfelde, Dr.med. zu Berlin, Dr.phil. -zu Freiburg i. Br., 1852 a.o. Prof. der Medicin in Basel.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_51" id="Seite_51">51</a></span> - - 21. <b>Brenner</b>, Friedrich — geb. 8. Jan. 1809 zu Basel, 1830 Dr.med. in Freiburg, 1833 Arzt am damaligen -Irrenhause in Basel, später Direktor der neuen Anstalt, 1835 Docent, 1856 a.o. Prof. -der Psychiatrie, † 31. Oct. 1874.</p> - -<p>Zum Andenken an Herrn Prof. Dr. F. Brenner (Druck von Bürgin u. Moos in Basel).</p> - -<p class="hang">22. <b>Aeby</b>, Christoph — geb. 25. Febr. 1835 auf dem Schlossgute Gutenbrunnen bei Pfalzburg (Lothringen), -1859 Docent und S. 1863 a.o. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1863 als -ord. Prof. nach Bern, 1884 nach Prag, † 7. Juli 1885 zu Bilin (Böhmen).</p> - -<p>Sep.-Abdr. aus der Prager Medicin. Wochenschrift 1885, Nr. 28.</p> - -<p class="hang">23. <b>Hagenbach</b>-Burckhardt, Eduard — geb. 5. Mai 1840 zu Basel, 1869 Docent und 24. Febr. 1872 -a.o. Prof. der Kinderheilkunde.</p> - -<p class="hang">24. <b>Massini</b>, Rudolf — geb. 8. Nov. 1845 zu Basel, 19. März 1868 Dr.med., 1872 Docent für Pathologie -und Therapie, Oct. 1874 Assistenzarzt der Poliklinik des Bürgerspitals, 20. Juni 1877 -a.o. Prof., 1882 Vorsteher der Poliklinik.</p> - -<p class="hang">25. <b>Burckhardt</b>-Merian, Albert — geb. 25. Jan. 1843 zu Basel, 23. Juni 1866 Dr.med., März 1869 -Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. der Ohrenheilkunde.</p> - -<p class="hang">26. <b>Schulin</b>, Karl — geb. 12. Febr. 1850 zu Frankfurt a.M., 28. Juni 1873 Dr.med. in Marburg, -Assistent in Leipzig und Rostock, M. 1877 Prosektor und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. in Basel, -schied 1881 aus.</p> - -<p class="hang">27. <b>Bunge</b>, Gustav — geb. 19. Jan. 1844 zu Dorpat, 1873 Magister und 1874 Doktor der Chemie -daselbst, 1882 Dr.med. in Leipzig und 1884 Ehrendoktor der Medicin (Kiew), 1874-1885 -Docent der Physiologie in Dorpat, 4. Juli 1885 a.o. Prof. der physiologischen Chemie in Basel.</p> - -<h5>c.<b> Privatdocenten.</b></h5> - -<p class="hang">28. <b>Nusser</b>, Johann Martin — geb. 1796 zu Ulm, 1826 Prosektor in Basel, 1828 Docent daselbst, -gab 1852 die Prosektorstelle auf, † 15. Oct. 1853.</p> - -<p>W. <em class="gesperrt">His</em> in der »Gedenkschrift z. Eröffnung d. Vesalianum«, Lpz. 1885.</p> - -<p>Bernoulli, Johann Jacob — s. Philosophische Fakultät, mathem.-naturwiss. Abtheilung.</p> - -<p class="hang">29. <b>Im Thurn</b>, E. aus Schaffhausen, 1837-39 Docent der Thierheilkunde in Basel, † 8. März 1877 -zu Schaffhausen.</p> - -<p class="hang">30. <b>Burckhardt</b>, August — geb. 14. Jan. 1809 zu Basel, Sohn des Basler Prof. d. Med. Joh. Rud. B. † 1829, -1832 Dr.med., Docent für gerichtliche Medicin und chirurgische Fächer 1838/39, 1854-57.</p> - -<p class="hang">31. <b>de Wette</b>, Ludwig — geb. 9. Nov. 1812 zu Berlin, Sohn des S. 44 genannten Prof. der Theologie -de Wette, 24. April 1833 Dr.med. in Basel, 1840 Docent für gerichtliche Medicin und -Pastoralmedicin, 1852-1884 Physikus.</p> - -<p class="hang">32. <b>Burckhardt</b>-Blau, Achilles — geb. 3. Dec. 1821 zu Basel, 1844 Dr.med., 1846-68 Docent für -Geburtshilfe, 1855-77 Mitglied der Oberwundschau und 1859-63 des Sanitätskollegiums.</p> - -<p class="hang">33. <b>Meyer</b>-Merian, Theodor — geb. 14. Jan. 1818 zu Basel, Docent im S. 1851 und vom 27. April an -Direktor des Spitals, † 5. Dec. 1867.</p> - -<p>Basler Nachrichten 1867, Nr. 290.</p> - -<p class="hang">34. <b>Meyer</b>-Steiger, Emanuel — geb. 31. Aug. 1818 zu Basel, Docent im S. 1852, † 6. Sept. 1856 in Algier.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_52" id="Seite_52">52</a></span> - - 35. <b>Grimm</b>, Christian — geb. 21. Nov. 1818 zu Basel, 1852 Dr.med., 1853-58 Docent der Osteologie, -† 21. Jan. 1863.</p> - -<p>Basler Nachrichten 1863, Nr. 21.</p> - -<p><b>Frey</b>, Alfred — s. Philosophische Fakultät, mathem.-naturwiss. Abtheilung.</p> - -<p class="hang">36. <b>Burckhardt</b>, Gottlieb — geb. 24. Dec. 1836 zu Basel, Sohn des oben (S. 51) genannten Dr. August B., -März 1860 Dr.med. und 1862-75 Docent für Nervenkrankheiten, 1875-82 Arzt in der Waldau, -seitdem Direktor der Irrenanstalt in Préfargier (Kt. Neuenburg).</p> - -<p class="hang">37. <b>Bulacher</b>, Carl — geb. 19. Dec. 1828 zu Basel. 1856 Dr.phil. 1870-76 Docent für pharmaceutische -und analytische Chemie, jetzt Kantonschemiker.</p> - -<p class="hang">38. <b>Fischer</b>-Dietschy, Carl Rudolf — geb. 11. Febr. 1834 zu Reinach (Kt. Aargau), 1867 Dr.med. und -1870-76 Docent für Arzneimittellehre in Basel, † 19. Juni 1876.</p> - -<p class="hang">39. <b>Göttisheim</b>, Friedrich — geb. 30. März 1837 zu Wildberg (Württemberg), 1867 Dr.phil. und -1870 Docent für öffentliche Gesundheitspflege in Basel.</p> - -<p class="hang">40. <b>Rauber</b>, August — geb. 22. März 1845 zu Neustadt a.d.H., habilitierte sich in München für Anatomie, -S. 1872 Docent in Basel, ging 1873 als a.o. Prof. der Medicin nach Leipzig.</p> - -<p class="hang">41. <b>Breiting</b>, Carl — geb. 18. März 1845 zu Basel. 1872-74 Docent für Arzneimittellehre, jetzt Arzt -in Genua.</p> - -<p class="hang">42. <b>Hermann</b>, Ernst — Sohn des Nationalökonomen Fr. Benedikt Wilh. von H. in München († 1868), -1873-75 Prosektor in Basel, † etwa 1877.</p> - -<p class="hang">43. <b>Cartier</b>, Oscar — geb. 19. Juni 1847 zu Olten (Kt. Solothurn). 10. Juli 1872 Dr.med. in Würzburg, -1875 Prosektor in Basel, † 17. Aug. 1877.</p> - -<p class="hang">44. <b>Fiechter</b>, Robert — geb. 31. Dec. 1848 zu Teknau (Kt. Baselland). 25. März 1875 Dr.med. und -O. 1877 Docent für klinische Medicin in Basel.</p> - -<p class="hang">45. <b>Buss</b>, Carl Emil — geb. 6. März 1849 zu Grindelwald, 18. März 1875 Dr.med. in Basel, am Spital -thätig, W. 1877 Docent, † 1. Juni 1878.</p> - -<p>Erinnerung an Dr. Emil Buss, 1878.</p> - -<p class="hang">46. <b>Courvoisier</b>, Ludwig — geb. 10. Nov. 1843 zu Basel, 5. März 1868 Dr.med. und O. 1880 Docent -für Chirurgie.</p> - -<p class="hang">47. <b>Sury</b>, Ernst (von) — geb. 30. April 1850 zu Solothurn, 23. Juni 1875 Dr.med. und O. 1880 Docent -für gerichtliche Medicin in Basel.</p> - -<p class="hang">48. <b>Gönner</b>, Alfred — geb. 29. Aug. 1854 zu Mailand, S. 1881 Docent für Gynäkologie in Basel.</p> - -<p class="hang">49. <b>Burckhardt</b>, Albrecht Eduard — geb. 13. Juli 1853 zu Basel, Sohn des oben (S. 51) genannten -Dr. August B., 1878 Dr.med. und M. 1882 Docent für Toxikologie und Hygiene.</p> - -<p class="hang">50. <b>Hosch</b>, Friedrich — geb. 13. Oct. 1847 zu Basel, 7. März 1871 Dr.med. und M. 1883 Docent -für Augenheilkunde.</p> - -<p class="hang">51. <b>Gottschau</b>, Max — geb. 20. Jan. 1849 zu Berlin, 1875 Dr.med. daselbst, 1877-83 Assistent am -anatom. Institut in Würzburg, M. 1883 Prosektor in Basel.</p> - <div class="chapter"></div> -<h4><span class="pagenum"><a name="Seite_53" id="Seite_53">53</a></span> - -4. Philosophische Fakultät.</h4> - -<h5>I. Philologisch-historische Abtheilung.<a name="FNAnker_27_27" id="FNAnker_27_27"></a><a href="#Fussnote_27_27" class="fnanchor">[27]</a> -</h5> -<h6>a. <b>Ordentliche Professoren.</b></h6> - -<p class="hang">1. <b>Linder</b>, Emanuel — geb. 6. Febr. 1768 zu Basel, 1790-1803 Prof. der hebräischen Sprache, dann -Pfarrer in Bennwil, 1819 ord. Prof. der griech. Sprache und Litteratur in Basel, † 4. April 1843.</p> - -<p>Leichenrede von Diacon J.J. <em class="gesperrt">Uebelin</em> (Basel, Schneider'sche Buchdruckerei) 1843.</p> - -<p class="hang">2. <b>Gerlach</b>, Franz Dorotheus — geb. 18. Juli 1793 zu Wolfsbehringen (Herzogthum Gotha), besuchte -das Gymnasium illustre in Gotha, dann die Universität Göttingen, ging 1817 an die Kantonsschule -in Aarau. 1819 Lehrer am Pädagogium in Basel, 1820 ord. Prof. der lateinischen Sprache -und Litteratur, 1829-66 Bibliothekar, Rektor 1827, 1837, 1847, 1848 u. 1863, trat 1875 -in den Ruhestand, † 31. 0ct. 1876.</p> - -<p>Personalien und Ansprache von Pfarrer Th.W. <em class="gesperrt">Ecklin</em> (Basel, Riehm) 1876. — <em class="gesperrt">Mähly</em> in »Allgem. -Deutsche Biographie« IX. 14.</p> - -<p class="hang">3. <b>Brömmel</b>, Friedrich — geb. 27. Juni 1791 zu Goslar am Harz, studierte in Göttingen und Halle, -wurde Docent in Halle, 1823 ord. Prof. der Geschichte in Basel, Rektor 1836, † 31. Jan. 1856.</p> - -<p>Leichenrede von Pfarrer <em class="gesperrt">Imm. Stockmeyer</em> (Basel, Schweighauser) 1856.</p> - -<p class="hang">4. <b>Vinet</b>, Alexandre — geb. 17. Juni 1797 zu Ouchy, 1817 Lehrer der französischen Sprache am -Pädagogium und S. 1835 ord. Prof. der französischen Sprache und Litteratur in Basel, ging 1837 -zum Dr. theol. ernannt nach Lausanne, und starb, seines dortigen Lehramtes 3. Dec. 1846 entsetzt, -vor Rückberufung nach Basel, am 4. Mai 1847 zu Lausanne.</p> - -<p><em class="gesperrt">Scherer</em>, Alex. Vinet, notice sur sa vie et ses écrits, Paris 1853. — <em class="gesperrt">Rambert</em>, Alex. Vinet, hist. -de sa vie et de ses ouvrages, 2. édition. Lausanne 1875. — <em class="gesperrt">Cramer</em>, Alex. Vinet, moraliste et apologiste -chrétien. Lausanne 1884. — Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVII. 766 ff.</p> - -<p class="hang">5. <b>Fischer</b>, Friedrich — geb. 31. Dec. 1801 zu Honau (Württemberg), 1830 Docent in Tübingen, -1832 Docent und bald darauf a.o. Prof. der Philosophie in Basel, S. 1835 ord. Prof., Rektor -1838, † 14. Nov. 1853 zu Winnenden.</p> - -<p><em class="gesperrt">Prantl</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« VII. 66.</p> - -<p class="hang">6. <b>Wackernagel</b>, Karl Heinrich Wilhelm — geb. 23. April 1806 zu Berlin, studierte daselbst 1824-27, -ging im October 1828 nach Breslau, von wo er 1830 nach Berlin zurückkehrte, folgte O. 1833 -einem Rufe nach Basel als Lehrer am Pädagogium, auf der Reise dahin in Göttingen zum Dr. -phil. ernannt, S. 1835 ord. Prof. der deutschen Sprache und Litteratur, Rektor 1841, 1855 -und 1866, bei der Jubelfeier in Halle (1867) zum J.U.D. ernannt, † 21. Dec. 1869.</p> - -<p>Biographie und Schriftenverzeichniss in W. Wackernagel's Kleinere Schriften, Band III (Leipzig -1874) S. 434 ff. — <em class="gesperrt">Rudolf Wackernagel</em>, W. Wackernagel, Jugendjahre 1806-1833, Basel 1885.</p> - -<p class="hang">7. <b>Vischer</b>, Wilhelm — geb. 30. Mai 1808 zu Basel, studierte in Basel, Bonn und in Jena, wo er im -Frühjahr 1831 promovierte, dann in Berlin. S. 1832 Docent in Basel, S. 1835 a.o. Prof. und -W. 1836 ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur, Rektor 1845, 1846, 1857, von -1867 an Mitglied des Kleinen Rathes, Präsident des Erziehungskollegiums und der Curatel, -† 5. Juli 1874.</p> - -<p>Zum Andenken an Herrn Prof W. Vischer, des Raths (Basel, Wittmer) 1874 — Wilhelm Vischer -(von Dr. <em class="gesperrt">Achilles Burckhardt</em>), Sep.-Abdr. aus dem 7. Jahresheft d. Vereins schweiz. Gymnasiallehrer, -Aarau 1876. — Lebensbild W. Vischer's von Aug. v. <em class="gesperrt">Gonzenbach</em> (Kleine Schriften v. Wilh. Vischer, -herausgeg. von Prof. H. Gelzer und Dr. Achilles Burckhardt, Band II. Lpz. 1878, S. IX-LXVI).</p> -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_54" id="Seite_54">54</a></span> -8. <b>Girard</b>, Charles François — geb. 9. Aug. 1811 zu Neuchâtel, 1836 Lehrer am Gymnasium in Basel, -1838 Dr.phil., 1839 a.o. Prof. und 1841 ord. Prof. der französischen Sprache und Litteratur, -† 26. Nov. 1875.</p> - -<p>Discours prononcés aux funérailles de M. Chr. Fr. Girard, Lausanne (Bridel) 1876.</p> - -<p class="hang">9. <b>Steffensen</b>, Karl — geb. 25. April 1816 zu Flensburg (Schleswig), 1841 Dr.phil. in Kiel, 1852-54 -Docent daselbst, M. 1854 ord. Prof. der Philosophie in Basel, Rektor 1864, 1873 zum Dr. theol. -ernannt, trat 1879 unter Beibehaltung von Titel und Rechten eines ord. Prof. zurück.</p> - -<p class="hang">10. <b>Floto</b>, Hartwig — geb. 17. Mai 1825 zu Arendsee (Altmark), studierte in Berlin, wo er promovierte, -1856-61 ord. Prof. der Geschichte in Basel, lebte dann an verschiedenen Orten, † 1881 zu Königsberg.</p> - -<p class="hang">11. <b>Nasse</b>, Erwin — geb. 2. Dec. 1829 zu Bonn, 9. Aug. 1851 Dr.phil. und 1854 Docent daselbst, -O. 1856 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1856 nach Rostock, M. 1860 nach Bonn.</p> - -<p class="hang">12. <b>Burckhardt</b>, Jacob — geb. 25. Mai 1818 zu Basel, 1844 Docent und 1845 a.o. Prof. der Geschichte -daselbst, 1855-58 Prof. der Kunstgeschichte am eidgen. Polytechnikum in Zürich, O. 1858 ord. Prof. -der Geschichte in Basel.</p> - -<p class="hang">13. <b>Ribbeck</b>, Johann Carl Otto — geb. 23. Juli 1827 zu Erfurt, 1856 a.o. Prof. und 1859 ord. Prof. -in Bern, O. 1861 ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur in Basel, ging M. 1862 -nach Kiel, M. 1872 nach Heidelberg, O. 1877 nach Leipzig.</p> - -<p class="hang">14. <b>Kiessling</b>, Adolf — geb. 15. Febr. 1837 zu Kulm in Westpreussen, 1858 Dr.phil. in Bonn, O. 1863 -ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur in Basel, ging O. 1869 an das Johanneum in -Hamburg, 1871 J.U.D. (Breslau), seit 1872 in Greifswald.</p> - -<p class="hang">15. <b>Laspeyres</b>, Étienne — geb. 28. Nov. 1834 zu Halle, 1857 J.U.D., 1860 Dr.phil. und Docent in Heidelberg, -M. 1864 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1866 nach Riga, 1869 nach Dorpat, -1873 nach Karlsruhe, 1874 nach Giessen.</p> - -<p class="hang">16. <b>Dilthey</b>, Wilhelm — geb. 19. Nov. 1834 zu Biebrich (Nassau), studierte in Heidelberg und Berlin, -Dr.phil. in Berlin, O. 1867 ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging M. 1868 nach Kiel, von -dort nach Berlin.</p> - -<p class="hang">17. <b>Teichmüller</b>, Gustav — geb. 19. Nov. 1832 zu Braunschweig, Dr.phil. in Halle, Docent und 1866 -a.o. Prof. in Göttingen, M. 1868 ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1871 nach Dorpat.</p> - -<p class="hang">18. <b>Schönberg</b>, Gustav (von) — geb. 21. Juli 1839 zu Stettin, 1860 J.U.D. in Berlin, 1866 Dr.phil. -in Halle, ging 1867 nach Proskau, O. 1869 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging -M. 1870 nach Freiburg, O. 1873 nach Tübingen.</p> - -<p class="hang">19. <b>Nietzsche</b>, Friedrich Wilhelm — geb. 15. Oct. 1844 zu Röcken bei Lützen, studierte in Bonn und -Leipzig, 1869 a.o. Prof. und 9. April 1870 ord. Prof. der griech. Sprache und Litteratur in Basel, -schied 1879 wegen Gesundheitsrücksichten aus.</p> - -<p class="hang">20. <b>Heyne</b>, Moritz — geb. 8. Juni 1837 zu Weissenfels, 3. Dec. 1863 Dr.phil. in Halle, 1864 Docent u. 1869 -a.o. Prof. für deutsche Philologie daselbst, 9. April 1870 ord. Prof. der deutschen Sprache u. Litteratur -in Basel, Rektor 1874, ging M. 1883 nach Göttingen.</p> - -<p class="hang">21. <b>Eucken</b>, Rudolph — geb. 5. Jan. 1846 zu Aurich (Ostfriesland), 1866 Dr.phil. in Göttingen, -M. 1871 ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1874 nach Jena.</p> - -<p class="hang">22. <b>Neumann</b>, Friedrich Julius — geb. 12. Oct. 1835 zu Königsberg i. Pr., 1865 Dr.phil. und Docent -daselbst, M. 1871 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging O. 1873 nach Freiburg, -1876 nach Tübingen.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_55" id="Seite_55">55</a></span> - -23. <b>Vischer</b>, Wilhelm — geb. 4. Aug. 1833 zu Basel, Sohn des oben (S. 53) genannten Prof. W. Vischer, -studierte in Basel, Bonn und Berlin, 1856 Dr.phil. in Basel, 1857-62 Lehrer am Pädagogium -daselbst und Privatdocent, von 1858 an Bibliothekssekretär, 1862-66 Privatdocent in Göttingen, -1866-71 Universitätsbibliothekar in Basel, 1867 a.o. Prof. und 17. Jan. 1874 ord. Prof. der -Geschichte, Rektor 1877, am 18. Oct. 1884 zum J.U.D. ernannt.</p> - -<p class="hang">24. <b>Heinze</b>, Max — geb. 13. Dec. 1835 zu Priessnitz (Meiningen), Lehrer in Pforta, 1872 Docent in -Leipzig, O. 1874 ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1875 nach Königsberg, M. 1875 -nach Leipzig.</p> - -<p class="hang">25. <b>Miaskowski</b>, August von — geb. 26. Jan. 1838 zu Pernau (Livland), wurde Hofgerichtsadvokat und -Docent am Polytechnikum in Riga, 1871 Docent in Jena, O. 1874 ord. Prof. der Nationalökonomie -in Basel, ging O. 1876 nach Hohenheim, kehrte O. 1877 zurück, Rektor 1881, ging M. 1881 -nach Breslau.</p> - -<p class="hang">26. <b>Siebeck</b>, Hermann — geb. 28. Sept. 1842 zu Eisleben, 1863 Dr.phil. in Halle, 1872 Docent -daselbst, O. 1875 ord. Prof. der Philosophie und Pädagogik in Basel, Rektor 1882, ging -M. 1883 nach Giessen.</p> - -<p class="hang">27. <b>Mähly</b>, Jacob Achilles — geb. 24. Dec. 1828 zu Basel, 1850 Dr.phil., 1852 Docent, 1865 a.o. -Prof. und 10. Juli 1875 ord. Prof. der lateinischen Sprache und Litteratur.</p> - -<p class="hang">28. <b>Misteli</b>, Franz — geb. 11. März 1841 zu Solothurn, 1864-74 Gymnasiallehrer an den Kantonsschulen -in St. Gallen und Solothurn, M. 1874 in Basel zum Dr.phil. ernannt, a.o. Prof. und -28. April 1877 ord. Prof. der vergleichenden Sprachwissenschaft.</p> - -<p class="hang">29. <b>Soldan</b>, Gustav — geb. 21. Aug. 1848 zu Lausanne, 1871 Dr.phil. in Giessen, 1874 Prof. der -deutschen Sprache und Litteratur in Lausanne, M. 1877 ord. Prof. für romanische Sprachen -und Litteratur in Basel.</p> - -<p class="hang">30. <b>Wackernagel</b>, Jacob — geb. 11. Dec. 1853 zu Basel, Sohn des oben (S. 53) genannten Professors -W. Wackernagel, 14. Dec. 1875 Dr.phil., M. 1876 Docent, 1879 a.o. Prof. und 2. April 1881 -ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur.</p> - -<p class="hang">31. <b>Thun</b>, Alphons — geb. 1853 zu Dorpat, März 1879 Magister und Febr. 1880 Doktor der polit. Oekonomie -daselbst, dann Docent in Berlin, M. 1881 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging -M. 1883 nach Freiburg i. Br.</p> - -<p class="hang">32. <b>Volkelt</b>, Johannes — geb. 21. Juli 1848 zu Lipnik (Galizien), 1871 Dr.phil. in Leipzig, 1876 -Docent und 1879 a.o. Prof. in Jena, M. 1883 ord. Prof. der Philosophie in Basel.</p> - -<p class="hang">33. <b>Behaghel</b>, Otto — geb. 3. Mai 1854 zu Karlsruhe, 22. April 1876 Dr.phil. in Heidelberg, W. 1877 -Docent und 1882 a.o. Prof. daselbst, M. 1883 ord. Prof. der deutschen Sprache und Litteratur -in Basel.</p> - -<p class="hang">34. <b>Bücher</b>, Karl — geb. 16. Febr. 1847 zu Kirberg (Nassau), 1870 Dr.phil. in Bonn, Febr. 1881 -Docent in München, Juli 1882 ord. Prof. der Statistik in Dorpat, M. 1883 ord. Prof. der -Nationalökonomie in Basel.</p> - -<h6>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h6> - -<p class="hang">35. <b>Picchioni</b>, Luigi — geb. 4. Sept. 1784 zu Carbonara (Lombardei), 1821 Flüchtling im Tessin, dann -in Engelberg und Luzern, 1825 Docent in Basel, S. 1836 a.o. Prof. der italienischen Sprache -und Litteratur, † 9. Febr. 1869.</p> - -<p>Basler Nachrichten 1869, Nr. 34.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_56" id="Seite_56">56</a></span> - -36. <b>Geizer</b>, Johann Heinrich — geb. 17. Oct. 1813 zu Schaffhausen, studierte in Zürich, Jena, Göttingen -und Halle, 1836 Dr.phil. in Jena, 1839 Docent und W. 1842 a.o. Prof. der Geschichte in -Basel, ging 1843 nach Berlin, trat 1850 wegen Gesundheitsrücksichten vom Lehramte zurück, -siedelte 1852 nach Basel über.</p> - -<p class="hang">37. <b>Streuber</b>, Wilhelm Theodor — geb. 31. März 1816 zu Burgdorf, studierte in Berlin, 1841 Docent -und 1851 a.o. Prof. der klassischen Philologie in Basel, † 5. Oct. 1857.</p> - -<p>Leichenrede von <em class="gesperrt">Eucharius Kündig</em> (Basel, Schweighauser). — Nekrolog v. Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bachofen</em>, -im Basler Taschenbuch für 1858.</p> - -<p class="hang">38. <b>Reber</b>, Balthasar — geb. 7. Dec. 1805 zu Basel, studierte 1825-30 in Berlin, 1845 Dr.phil. in -Basel, 1851 Docent der Geschichte, 1855 a.o. Prof., † 13. März 1875.</p> - -<p>Zur Erinnerung an Prof. Dr. B. Reber, 1875.</p> - -<p class="hang">39. <b>Roth</b>, Karl Ludwig — geb. 16. Febr. 1811 zu Gersbach (Bez. Schopfheim), studierte in Basel und -Halle, 1831 in Basel ordiniert, im Schulfache thätig, 1834 Dr.phil., 1837 und von 1851 an -Docent der Philologie, S. 1855 a.o. Prof., † 16. Juli 1860.</p> - -<p>Leichenrede von Antistes <em class="gesperrt">Preiswerk</em>, 1860. — Basler Nachrichten 1860, Nr. 171.</p> - -<p class="hang">40. <b>Socin</b>, Albert — geb. 13. Oct. 1844 zu Basel, 1867 Dr.phil. in Halle, 1870 Docent und S. 1874 -a.o. Prof. für orientalische Sprachen in Basel, ging O. 1876 als ord. Prof. nach Tübingen.</p> - -<p class="hang">41. <b>Merian</b>, Johann Jacob — geb. 18. Nov. 1826 zu Basel, 1850 Dr.phil. in Heidelberg, 1852 Docent -und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. der klassischen Philologie in Basel.</p> - -<p class="hang">42. <b>Bernoulli</b>-Reber, Johann Jacob — geb. 18. Jan. 1831 zu Basel, Sohn des Dr.phil. J.J. Bernoulli-Werthemann -(s. die II. Abth. Nr. 22), 1860 Docent und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. für Archäologie.</p> - -<p class="hang">43. <b>Cornu</b>, Jules — geb. 24. Febr. 1849 zu Villars-Mendraz (Kt. Waadt), 5. Sept. 1874 Dr.phil. in -Basel, M. 1875 Docent und 1877 a.o. Prof. für romanische Sprachen, ging M. 1877 als ord. -Prof. nach Prag.</p> - -<p class="hang">44. <b>Meyer</b>, Carl Remigius — geb. 19. Juni 1842 zu Basel, 1865 Dr.phil., 1668 Docent und 14. Juli -1877 a.o. Prof. für deutsche Sprache und Litteratur, seit 1865 auf der Universitätsbibliothek thätig.</p> - -<p class="hang">45. <b>Hagenbach</b>, Friedrich — geb. 3. Febr. 1840 zu Basel, 1863 Dr.phil., 1866 Docent und 10. Dec. -1879 a.o. Prof. für klassische Philologie.</p> - -<p class="hang">46. <b>Born</b>, Stephan — geb. 28. Dec. 1824 zu Lissa (Posen), 1860-1878 Prof. an der Industrieschule -und am Gymnasium und 1864-1878 Prof. au der Akademie in Neuenburg für deutsche Sprache -und Litteratur, bei seiner Uebersiedelung nach Basel zum Honorarprofessor ernannt, 1878 in -Basel zum Dr.phil. ernannt, Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. für deutsche Litteratur daselbst.</p> - -<p class="hang">47. <b>Boos</b>, Heinrich — geb. 14. Juni 1851 zu Cannstatt. 1874 Dr.phil. in Göttingen, M. 1875 Docent -und 5. Nov. 1881 a.o. Prof. der Geschichte in Basel.</p> - -<h6>c. <b>Privatdocenten.</b></h6> - -<p class="hang">48. <b>Marriott</b>, William — geb. 15. Juni 1808 zu Islington bei London, promovierte in England, 1837/39 -Docent für englische Litteratur in Basel, Lehrer am Pädagogium bis 1841, siedelte 1860 nach -Stuttgart über, † daselbst 4. Juli 1864.</p> - -<p><b>Preiswerk</b>, Samuel — s. oben Theologische Fakultät (S. 46).</p> - -<p class="hang">49. <b>Heussler</b>, Abraham — geb. 1. Juli 1803 zu Basel, 1839 Dr.phil., Docent im W. 1841. von 1843 -an Rektor der Töchterschule, † 22. Sept. 1855.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_57" id="Seite_57">57</a></span> - -50. <b>Bossart</b>, Johann Jacob — geb. 25. Juli 1818 zu Basel, 1845-47 Docent für romanische Sprachen, -† in Nordamerika.</p> - -<p class="hang">51. <b>Schärer</b>, Emanuel — geb. 10. März 1818 zu Bern, 1841 Dr.phil. in Jena, 1846-47 Docent für -Philosophie in Basel, lebt in Bern.</p> - -<p class="hang">52. <b>Röse</b>, Ferdinand — aus Lübeck, Docent für Philosophie in Basel im J. 1847.</p> - -<p class="hang">53. <b>Hauschild</b>, Ernst — geb. 30. Jan. 1816 zu Altenburg, 1848-72 Docent der Musiklehre in Basel, -† 29. Juli 1872.</p> - -<p class="hang">54. <b>Steingass</b>, Franz — aus Coblenz, 1849-50 Docent der Geschichte und Philosophie in Basel.</p> - -<p class="hang">55. <b>Fliedner</b>, Carl — geb. 9. März 1832 zu Dillenburg (Nassau), 1853 Dr.phil. in Tübingen, 1854 -und 1857-62 Docent für Philosophie in Basel, jetzt Realgymnasialoberlehrer an der Musterschule -in Frankfurt a.M.</p> - -<p class="hang">56. <b>Schwarzkopf</b>, Syrus Archimedes — aus Pösneck (Sachsen-Meiningen), Docent in Basel 1854-64, -1869-71 für Handelswissenschaft, Nationalökonomie und Pharmakognosie, † daselbst 2. Aug. 1884.</p> - -<p class="hang">57. <b>Mosley</b>, Henry — geb. 18. März 1806 zu London, 1855-56 Lektor der englischen Sprache in Basel, -† daselbst 21. April 1877.</p> - -<p class="hang">58. <b>Wölfflin</b>, Eduard — geb. 1. Jan. 1831 zu Basel, 1854 Dr.phil. in Göttingen, 1856-61 Docent -für klassische Philologie in Basel, dann am Gymnasium in Winterthur, M. 1866 Docent in -Zürich, 1869 a.o. Prof. und S. 1871 ord. Prof. daselbst, ging O. 1875 nach Erlangen und -O. 1880 nach München.</p> - -<p class="hang">59. <b>Rieger</b>, Maximilian — geb. 8. April 1828 zu Darmstadt, 1849 Dr.phil. in Giessen, 1853-56 -Docent daselbst, 1856-58 Docent für deutsche Sprache und Litteratur in Basel, lebt seitdem -in Darmstadt.</p> - -<p class="hang">60. <b>Georg</b>, Ludwig — geb. 22. Mai 1820 zu Ertinghausen (Hannover), war Lehrer am Gymnasium in -Basel, Docent für französische Sprache daselbst im W. 1858, † 20. März 1869.</p> - -<p class="hang">61. <b>Roth</b>, Wilhelm — geb. 5. Juli 1837 zu Basel, Sohn des oben (S. 56) genannten Prof. K.L. Roth, -studierte in Basel, Göttingen und Heidelberg, 1859 Dr.phil. in Göttingen, W. 1859 Docent in -Basel für orientalische Sprachen, † 8. Febr. 1860.</p> - -<p>Zur Erinnerung an Dr. Wilhelm Roth, 1860.</p> - -<p class="hang">62. <b>Contzen</b>, Heinrich — geb. 1835 zu Normbruch (Waldeck), Docent der Nationalökonomie in Basel -im S. 1862, lebt jetzt in Stettin.</p> - -<p class="hang">63. <b>Jannasch</b>, Robert — geb. 30. April 1845 zu Cöthen (Anhalt), 1870-71 Docent der Nationalökonomie -in Basel, ging nach Proskau als Prof., wurde 1874 Direktor des statist. Bureau in Dresden, -1877-84 Mitglied des preuss. Statist. Bureau in Berlin, jetzt Direktor der Deutschen Exportbank.</p> - -<p class="hang">64. <b>Frey</b>, Hans — geb. 8. Aug. 1837 zu Basel, 24. Oct. 1861 Dr.phil., 1870-73 Docent für Geschichte, -jetzt Lehrer an der Knabensekundarschule.</p> - -<p class="hang">65. <b>Stengel</b>, Edmund — geb. 5. April 1845 zu Halle, 1868 Dr.phil. in Bonn, M. 1870 Docent für -romanische und englische Philologie in Basel, ging O. 1873 als ord. Prof. nach Marburg.</p> - -<p class="hang">66. <b>Romundt</b>, Heinrich — geb. 27. Dec. 1845 zu Freiburg (Hannover), 1869 Dr.phil. in Leipzig, -M. 1872 bis O. 1875 Docent für Philosophie in Basel, lebt jetzt in Berlin.</p> - -<p class="hang">67. <b>Gelzer</b>, Heinrich — geb. 1. Juli 1847 zu Berlin, Sohn des oben (S. 56) genannten Prof. J.H. Gelzer, -1868 Dr.phil. in Göttingen, 1869-73 am humanistischen Gymnasium in Basel, M. 1872 Docent -für alte Geschichte, ging M. 1873 als a.o. Prof. nach Heidelberg und 1878 als ord. Prof. nach Jena.</p> - -<p class="hang">68. <b>VonderMühll</b>, Wilhelm — geb. 22. Aug. 1852 zu Basel, 1875 Dr.phil. in Leipzig, 1876-81 Docent für -vergleichende Sprachwissenschaft in Basel.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_58" id="Seite_58">58</a></span> - -69. <b>Bolliger</b>, Adolf — geb. 12. April 1854 zu Holziken (Kt. Aargau), 1878 Dr.phil. in Leipzig, Frühjahr -1879 Docent für Philosophie in Basel.</p> - -<p class="hang">70. <b>Buser</b>, Benjamin — geb. 27. Nov. 1841 zu Basel, wurde Pfarrer in Arisdorf und Riehen, Mai -1879 in Basel zum Dr.phil. ernannt, M. 1879 Docent für Geschichte.</p> - -<p class="hang">71. <b>Heussler</b>, Hans — geb. 16. Sept. 1855 zu Basel, Sohn des oben (S. 56) genannten Dr. Abr. Heussler, -17. März 1877 Dr.phil., S. 1880 Docent für Philosophie.</p> - -<p class="hang">72. <b>Burckhardt</b>-Finsler, Albert — geb. 18. Nov. 1854 zu Basel, 25. Juli 1878 J.U.D., M. 1880 Docent -für Schweizergeschichte.</p> - -<p class="hang">73. <b>Göring</b>, Hugo — geb. 28. Dec. 1849 zu Berka a.d. Werra (Sachsen-Weimar), promovierte in Jena, -1880-82 Docent der Pädagogik und Lehrer an der Gewerbeschule in Basel, lebt jetzt in Berlin.</p> - -<p class="hang">74. <b>Bagge</b>, Selmar — geb. 30. Juni 1823 zu Coburg, 1868 Direktor der Musikschule in Basel, 1875 -Lektor für Musik, 1880 zum Dr.phil. ernannt und Docent.</p> - -<p class="hang">75. <b>Baumgartner</b>, Adolf — geb. 15. Juni 1855 zu Lörrach (Baden), 1879 Dr.phil. in Tübingen, S. 1881 -Docent für alte Geschichte und Historiographie in Basel.</p> - -<h5>II. Mathematisch-naturwissenschaftliche Abtheilung.</h5> - -<h6>a. <b>Ordentliche Professoren.</b></h6> - -<p class="hang">1. <b>Bernoulli</b>, Christoph — geb. 15. Mai 1782, Sohn des Basler Prof. und späteren Dornprobsteischaffners -Daniel Bernoulli († 21. Oct. 1834), leitete 1806-17 eine Privatlehranstalt in Basel, dann Prof. -der Naturgeschichte und später Technologie an der Universität, zog sich 1861 zurück, † 6. Febr. 1863.</p> - -<p class="hang"><em class="gesperrt">Karmarsch</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« II. 483.</p> - -<p class="hang">2. <b>Merian</b>, Peter — geb. 20. Dec. 1795 zu Basel, 1813 Laureat, 1815 Magister, 1820-28 ord. Prof. -der Physik und Chemie, von 1835 an Honorarprofessor für Geologie und Petrefaktenkunde, -1836-66 Mitglied des Kleinen Rathes, von 1833 an Mitglied und 1847-65 Präsident des -Erziehungskollegiums, von 1837 an Mitglied und 1847-65 Präsident der Curatel, Rektor -1825, 1835 und 1860, † 8. Febr. 1883.</p> - -<p class="hang">L. <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>, Rathsherr Peter Merian, Programm zur Rectoratsfeier. Basel 1883.</p> - -<p class="hang">3. <b>Meissner</b>, Karl Friedrich — geb. 1. Nov. 1800 zu Bern, 1824 Dr.med. in Göttingen, dann in Bern -und Genf. 1828 ord. Prof. der Physiologie und Pathologie in Basel, ging 1836 zur Botanik -über, wurde Direktor des botanischen Gartens, Rektor 1839 und 1861, trat 1867 in den -Ruhestand, † 2. Mai 1874.</p> - -<p class="hang">E. <em class="gesperrt">Wunschmann</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« XXI. 246-248.</p> - -<p class="hang">4. <b>Röper</b>, Johannes Christian August — geb. 25. April 1801 zu Doberan, 15. März 1823 Dr.med. in -Göttingen, 18. Oct. 1826 a.o. Prof. der Botanik und 25. Febr. 1829 ord. Prof. der Botanik und -Medicin in Basel, 1836 zum Dr.phil. ernannt, ging O. 1836 nach Rostock, 15. März 1873 -Dr.scientt.natur. (Tübingen), † 17. März 1885 zu Rostock.</p> - -<p class="hang">Mecklenburgische Anzeigen 1885, Nr. 65. — Mecklenburgische Landesnachrichten 1885, Nr. 83.</p> - -<p class="hang">5. <b>Merian</b>, Johann Rudolf — geb. 15. März 1797 zu Basel, jüngerer Bruder von Peter Merian, studierte -in Göttingen und Paris, 26. März 1827 Dr.phil. in Göttingen, 1828 Docent in Basel, 1829 -a.o. Prof. und 1830 ord. Prof. der Mathematik, † 25. Oct. 1871.</p> - -<p class="hang">Basler Nachrichten 1871, Nr. 255.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_59" id="Seite_59">59</a></span> - -6. <b>Schönbein</b>, Christian Friedrich — geb. 18. Oct. 1799 zu Metzingen (Württemberg), studierte in -Tübingen und Paris, W. 1828 Lektor in Basel, 1829 zum Dr.phil. ernannt, 1835 ord. Prof -der Physik und Chemie, Rektor 1844, † 29. Aug. 1868 zu Baden-Baden.</p> - -<p>Bei der Bestattung von Chr.F. Schönbein, den 2. September 1868 (Basel, Schultze). — <em class="gesperrt">Eduard -Hagenbach</em>, Chr.F. Schönbein, Basel 1868. — P. <em class="gesperrt">Merian</em>, Erinnerung an Prof. Chr.F. Schönbein -(Verhandl. d. Naturforsch. Gesellsch. in Basel, 5. Bd. 1873, S. 341-352).</p> - -<p class="hang">7. <b>Eckert</b>, Joseph — geb. 3. Nov. 1791 zu Dielheim (Baden), 1822 Dr.phil. in Jena, 1823 Docent -in Basel, 1830 a.o. Prof. und 1841 ord. Prof. der Mathematik, nahm 1862 seine Entlassung, -† 18. Sept. 1871.</p> - -<p class="hang">Basler Nachrichten 1871, Nr. 225.</p> - -<p class="hang">8. <b>Stähelin</b>, Christoph — geb. 8. Febr. 1804 zu Basel, 1848 Docent, 1853 ord. Prof. der Physik, -† 21. Aug. 1870.</p> - -<p class="hang">9. <b>Wiedemann</b>, Gustav Heinrich — geb. 26. Oct. 1826 zu Berlin, 1847 Dr.phil. und 1851-54 Docent -daselbst, O. 1854-63 ord. Prof. der Physik in Basel, Rektor 1859, ging O. 1863 an die -technische Hochschule in Braunschweig, O. 1866 nach Karlsruhe, O. 1871 an die Universität Leipzig.</p> - -<p class="hang">10. <b>Hagenbach</b>-Bischoff, Eduard — geb. 20. Febr. 1833 zu Basel, Sohn des oben (S. 44) genannten Prof. -der Theologie Karl Rudolf H., 1855 Dr. phil, M. 1859 Docent, 26. Febr. 1862 ord. Prof. der -Mathematik und 6. Juni 1863 ord. Prof. der Physik daselbst, Rektor 1870, 2. Juni 1874 zum -Dr.med. ernannt.</p> - -<p class="hang">11. <b>Neumann</b>, Carl — geb. 7. Mai 1832 zu Königsberg, 1856 Dr.phil. in Halle, Docent daselbst und -später a.o. Prof., M. 1863 ord. Prof. der Mathematik in Basel, ging O. 1865 nach Tübingen, -1868 nach Leipzig.</p> - -<p class="hang">12. <b>Kinkelin</b>, Hermann — geb. 11. Nov. 1832 zu Bern, 1860 Lehrer und später (Mai 1866 bis Sept. -1869) Rektor der Gewerbeschule in Basel, März 1865 zum Dr.phil. ernannt und seitdem ord. -Prof. der Mathematik, sowie seit Mai 1875 Rektor der Oberen Realschule.</p> - -<p class="hang">13. <b>Müller</b>, Albrecht — geb. 19. März 1819 zu Basel, 1852 zum Dr.phil. ernannt, 1854 Docent und -W. 1861 a.o. Prof., S. 1866 ord. Prof. der Mineralogie und Geologie.</p> - -<p class="hang">14. <b>Schwendener</b>, Simon — geb. 15. Febr. 1829 zu Buchs (Kt. St. Gallen), 1857 Docent in Zürich, -1860 in München, O. 1867 ord. Prof. der Botanik in Basel, Rektor 1873, ging O. 1877 nach -Tübingen, M. 1878 nach Berlin.</p> - -<p class="hang">15. <b>Piccard</b>, Jules — geb. 20. Sept. 1840 zu Lausanne, März 1862 Dr.phil. in Heidelberg, dann -Docent der Chemie am eidgen. Polytechnikum, O. 1869 ord. Prof. der Chemie in Basel, am -2. Juni 1874 zum Dr.med. ernannt, 1876-84 Kantonschemiker.</p> - -<p class="hang">16. <b>Pfeffer</b>, Wilhelm — geb. 9. März 1845 zu Gerbenstein bei Kassel, 1865 Dr.phil. in Göttingen, -1871 Docent in Marburg, 1873 a.o. Prof. in Bonn, O. 1877 ord. Prof. der Botanik in Basel, -ging M. 1878 nach Tübingen.</p> - -<p class="hang">17. <b>Vöchting</b>, Hermann — geb. 8. Febr. 1847 zu Blomberg (Fürstenthum Lippe), 1871 Dr.phil. in -Göttingen, W. 1874 Docent und O. 1877 a.o. Prof. in Bonn, M. 1878 ord. Prof. der Botanik -in Basel.</p> - -<h6>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h6> - -<p class="hang">18. <b>Burckhardt</b>, Carl Friedrich — geb. 27. Dec. 1830 zu Sissach (Baselland), 9. Nov. 1860 in Basel -zum Dr.phil. ernannt, 28. Dec. 1867 a.o. Prof. der Mathematik und Physik, 2. Juni 1874 zum -Dr.med. ernannt, Rektor des Gymnasiums seit 1875.</p> - -<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_60" id="Seite_60">60</a></span> - -19. <b>Goppelsröder</b>, Friedrich — geb. 1. April 1837 zu Basel, 31. Juli 1858 Dr.phil. in Heidelberg, -1860-70 öffentl. Chemiker in Basel, 1861 Docent und 30. Jan. 1869 a.o. Prof. der Chemie -daselbst, Nov. 1872-1880 Direktor der höheren Schule für Chemie in Mülhausen (Elsass), -privatisiert seitdem daselbst.</p> - -<p class="hang">20. <b>Krafft</b>, Friedrich — geb. 21. Febr. 1862 zu Bonn, 16. Nov. 1874 Dr.phil. daselbst. S. 1876 Docent -und 6. Juni 1877 a.o. Prof. der Chemie in Basel.</p> - -<h6>c. <b>Privatdocenten.</b></h6> - -<p class="hang">21. <b>Imhoff</b>, Ludwig — geb. 22. Oct. 1801 zu Basel, studierte in Basel, Strassburg, Heidelberg, Halle -und Berlin, 1827-66 Docent für Zoologie und insbesondere Entomologie in Basel, im Dec. 1866 -zum Dr.phil. ernannt, † 13. Sept. 1868.</p> - -<p class="hang">L. <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>, Erinnnerung an Dr. Ludwig Imhoff (Verhandlungen d. Naturforschenden Gesellsch. -in Basel, 5. Bd. 1873, S. 353-367).</p> - -<p class="hang">22. <b>Bernoulli</b>-Werthemann, Johann Jacob — geb. 18. April 1802 zu Basel, 1830-56 Docent für Pharmakognosie, -1. Mai 1834 zum Dr.phil. ernannt.</p> - -<p class="hang">23. <b>Drechsler</b>, Hermann Adolph — geb. 30. Jan. 1815 zu Waldkirchen im sächsischen Erzgebirge, studierte -1836-41 in Leipzig Theologie und Philosophie, 1840 cand. theol. u. 1843 Dr.phil. daselbst, M. 1846 -bis 1848 Docent für Mathematik in Basel, dann Lehrer am Vitzthumschen Gymnasium in Dresden, -seit 1869 Direktor des Kgl. mathematisch-physikalischen Salon daselbst.</p> - -<p class="hang">24. <b>Frey</b>, Alfred — geb. 1819 zu Aarau, promovierte in Berlin, von 1844 an Assistent des Prof. Jung -im Spital in Basel, 1854-60 Docent für Botanik, † 5. April 1874 zu Knutwyl (Kt. Luzern).</p> - -<p class="hang">25. <b>Kündig</b>, August Theodor — geb. 4. Oct. 1834 zu Basel, 13. Juni 1857 Dr.phil. in Heidelberg, -1861-69 Docent für Chemie in Basel.</p> - -<p class="hang">26. <b>Balmer</b>, Johann Jacob — geb. 1. Mai 1825 zu Lausen (Baselland), 8. Oct. 1849 Dr.phil. und seitdem -Docent für darstellende Geometrie in Basel.</p> - -<p class="hang">27. <b>Schmid</b>, Werner — geb. 29. Aug. 1841 zu Frauenfeld, 1863 Dr.phil. in Basel, 1870-73, 1875 -und 1876 Docent für Chemie daselbst, dann bis 1878 in Zürich, 3. Juni 1881 Konkordatsarzt -in Basel, jetzt Arzt in Illinois (Nord-Amerika).</p> - -<p class="hang">28. <b>Bender</b>, Carl — aus Darmstadt, Docent für Chemie in Basel im W. 1870.</p> - -<p class="hang">29. <b>Salomon</b>, Friedrich — geb. 1849 zu Braunschweig, Dr.phil. in Leipzig, Assistent am Laboratorium -des Prof. Wiedemann, Docent der Chemie in Basel im S. 1876, ging an das Polytechnikum in -Braunschweig.</p> - -<p class="hang">30. <b>Griesbach</b>, Hermann — geb. 9. April 1854 zu Schwartau (im Fürstenthum Eutin), 9. Aug. 1876 -Dr.phil. in Leipzig, seit 1883 Docent für Zoologie an der Universität Basel, Lehrer an der -Gewerbeschule in Mülhausen, promovierte im Juli 1885 in Heidelberg zum Dr.med.</p> - -<p class="hang">31. <b>Nietzki</b>, Rudolf — geb. 9. März 1847 zu Heilsberg (Ostpreussen), 14. März 1874 Dr.phil. in Göttingen, -1876-78 am chemischen Laboratorium in Leiden, 1879-84 Techniker, W. 1884 Docent für -Chemie in Basel.</p> - -<p class="hang">32. <b>Nienhaus</b>, Casimir — geb. 4. März 1838 zu Stadtlohn (Westfalen), 1875 Privatassistent am eidgen. -Polytechnikum, seit 1882 leitender Examinator der pharmazeutischen Prüfungen in Basel und -M. 1884 Lektor für Pharmakognosie an der Universität.</p> - -<hr class="small" /> -<h4><span class="pagenum"><a name="Seite_61" id="Seite_61">61</a></span> - -<b>Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer</b></h4> - -<p class="center">(mit Angabe der Seite, auf welcher die Notiz steht).</p> - -<p class="hang">Aeby <a href="#Seite_51">51</a> — Arnold <a href="#Seite_47">47</a> — Auberlen <a href="#Seite_46">46</a>.</p> - -<p class="hang">Bachofen <a href="#Seite_47">47</a> — Bagge <a href="#Seite_58">58</a> — Balmer <a href="#Seite_60">60</a> — Baumgartner <a href="#Seite_58">58</a> — Bechmann <a href="#Seite_48">48</a> — Beck <a href="#Seite_45">45</a> — Behaghel <a href="#Seite_55">55</a> -Bender <a href="#Seite_60">60</a> — Bernoulli, Christ. <a href="#Seite_58">58</a> — Bernoulli-Beber <a href="#Seite_56">56</a> — Bernoulli-Werthemann <a href="#Seite_60">60</a> — Beseler <a href="#Seite_47">47</a> -Binding <a href="#Seite_48">48</a> — Bischoff <a href="#Seite_50">50</a> — Böhl <a href="#Seite_46">46</a> — Böhringer <a href="#Seite_46">46</a> — Bolliger <a href="#Seite_58">58</a>— Boos <a href="#Seite_56">56</a> — Born <a href="#Seite_56">56</a> — Bossart <a href="#Seite_57">57</a> -Breiting <a href="#Seite_52">52</a> — Brenner <a href="#Seite_51">51</a> — Brockhaus <a href="#Seite_48">48</a> — Brömmel <a href="#Seite_53">53</a> — Bruch <a href="#Seite_49">49</a> — Brunnenmeister <a href="#Seite_49">49</a> -Bücher <a href="#Seite_55">55</a> — Bulacher <a href="#Seite_52">52</a> — Bunge <a href="#Seite_51">51</a> — Burckhardt, Achilles <a href="#Seite_51">51</a> — Burckhardt, Adolf <a href="#Seite_47">47</a> -Burckhardt-Finsler, Albert <a href="#Seite_58">58</a> — Burckhardt-Merian, Albert <a href="#Seite_51">51</a> — Burckhardt, Albrecht Ed. <a href="#Seite_52">52</a> -Burckhardt, Aug. <a href="#Seite_51">51</a> — Burckhardt, Christ. <a href="#Seite_48">48</a> — Burckhardt, Eman. <a href="#Seite_49">49</a> — Burckhardt, Friedr. <a href="#Seite_59">59</a> -Burckhardt, Gottl. <a href="#Seite_52">52</a> — Burckhardt, Jac. <a href="#Seite_54">54</a> — Buser <a href="#Seite_58">58</a> — Buss <a href="#Seite_52">52</a>.</p> - -<p class="hang">Cartier <a href="#Seite_52">52</a> — Christ <a href="#Seite_48">48</a> — Contzen <a href="#Seite_57">57</a> — Cornu <a href="#Seite_56">56</a> — Courvoisier <a href="#Seite_52">52</a>.</p> - -<p class="hang">de Wette, W.M. Leb. <a href="#Seite_44">44</a> — de Wette, Ludw. <a href="#Seite_51">51</a> — Dilthey <a href="#Seite_54">54</a> — Drechsler <a href="#Seite_60">60</a>.</p> - -<p class="hang">Ecker <a href="#Seite_49">49</a> — Eckert <a href="#Seite_59">59</a> — Eisele <a href="#Seite_48">48</a> — Eucken <a href="#Seite_54">54</a>.</p> - -<p class="hang">Fiechter <a href="#Seite_52">52</a> — Fischer-Dietschy <a href="#Seite_52">52</a> — Fischer, Friedrich <a href="#Seite_53">53</a> — Fitting <a href="#Seite_48">48</a> — Fliedner <a href="#Seite_57">57</a> — Floto <a href="#Seite_54">54</a> -Frey, Alfred <a href="#Seite_60">60</a> — Frey, Hans <a href="#Seite_57">57</a>.</p> - -<p class="hang">Gelzer (Vater) <a href="#Seite_56">56</a> — Gelzer (Sohn) <a href="#Seite_57">57</a> — Georg <a href="#Seite_57">57</a> — Gerlach <a href="#Seite_53">53</a> — Girard <a href="#Seite_54">54</a> — Gönner <a href="#Seite_52">52</a> — Göring <a href="#Seite_58">58</a> -Göttisheim <a href="#Seite_52">52</a> — v.d. Goltz <a href="#Seite_45">45</a> — Goppelsröder <a href="#Seite_60">60</a> — Gottschau <a href="#Seite_52">52</a> — Griesbach <a href="#Seite_60">60</a> — Grimm, Chr. <a href="#Seite_52">52</a> -Grimm, Jul. <a href="#Seite_47">47</a>.</p> - -<p class="hang">Hagenbach, Friedr. <a href="#Seite_56">56</a> — Hagenbach, Karl Rud. <a href="#Seite_44">44</a> — Hagenbach-Bischoff <a href="#Seite_59">59</a> — Hagenbach-Burckhardt <a href="#Seite_51">51</a> -Hartmann <a href="#Seite_48">48</a> — Hauschild <a href="#Seite_57">57</a> — Heimlicher <a href="#Seite_49">49</a> — Heinze <a href="#Seite_55">55</a> — Heman <a href="#Seite_46">46</a> — Hermann <a href="#Seite_52">52</a> -Heusler (Vater) <a href="#Seite_46">46</a> — Heusler (Sohn) <a href="#Seite_48">48</a> — Heussler, Abrah. <a href="#Seite_56">56</a> — Heussler, Hans <a href="#Seite_58">58</a> — Heyne <a href="#Seite_54">54</a> -His <a href="#Seite_50">50</a> — Hoffmann, C.E.E. <a href="#Seite_50">50</a> — Hoffmann, Wilhelm <a href="#Seite_45">45</a> — Hoppe <a href="#Seite_50">50</a> — Hosch <a href="#Seite_52">52</a> — Huber <a href="#Seite_48">48</a>.</p> - -<p class="hang">Imhoff <a href="#Seite_60">60</a> — Immermann <a href="#Seite_50">50</a> — Im Thurn <a href="#Seite_51">51</a>.</p> - -<p class="hang">Jannasch <a href="#Seite_57">57</a> — Jhering <a href="#Seite_47">47</a> — Jung <a href="#Seite_49">49</a>.</p> - -<p class="hang">Kaftan <a href="#Seite_45">45</a> — Kautzsch <a href="#Seite_45">45</a> — Kiessling <a href="#Seite_54">54</a> — Kinkelin <a href="#Seite_59">59</a> — Kollmann <a href="#Seite_50">50</a> — Krafft <a href="#Seite_60">60</a> — Kündig <a href="#Seite_60">60</a>.</p> - -<p class="hang">Laspeyres <a href="#Seite_54">54</a> — Leist <a href="#Seite_47">47</a> — Liebermeister <a href="#Seite_50">50</a> — Linder <a href="#Seite_53">53</a>.</p> - -<p class="hang">Mähly <a href="#Seite_55">55</a> — Marriott <a href="#Seite_56">56</a> — Marti <a href="#Seite_46">46</a> — Massini <a href="#Seite_51">51</a> — Meissner, Georg <a href="#Seite_50">50</a> — Meissner, Karl Friedrich <a href="#Seite_58">58</a> -Merian, Joh. Jac. <a href="#Seite_56">56</a> — Merian, Peter <a href="#Seite_58">58</a> — Merian, Rud. <a href="#Seite_58">58</a> — Meyer, Carl Rem. <a href="#Seite_56">56</a> — Meyer-Merian <a href="#Seite_51">51</a> -Meyer-Steiger <a href="#Seite_51">51</a> — Miaskowski <a href="#Seite_55">55</a> — Mieg <a href="#Seite_49">49</a> — Miescher, Carl <a href="#Seite_49">49</a> — Miescher-His <a href="#Seite_49">49</a> -Miescher-Rüsch <a href="#Seite_50">50</a> — Misteli <a href="#Seite_55">55</a> — Mosley <a href="#Seite_57">57</a> — Müller, Albr. <a href="#Seite_59">59</a> — Müller, Joh. Georg <a href="#Seite_44">44</a>.</p> - -<p class="hang">Nasse <a href="#Seite_54">54</a> — Neumann, Carl <a href="#Seite_59">59</a> — Neumann, Jul. <a href="#Seite_54">54</a> — Nienhaus <a href="#Seite_60">60</a> — Nietzki <a href="#Seite_60">60</a> — Nietzsche <a href="#Seite_54">54</a> — Nusser <a href="#Seite_51">51</a>.</p> - -<p class="hang">Orelli <a href="#Seite_45">45</a> — Overbeck <a href="#Seite_45">45</a>.</p> - -<p class="hang">Pfeffer <a href="#Seite_59">59</a> — Piccard <a href="#Seite_59">59</a> — Picchioni <a href="#Seite_55">55</a> — Planck <a href="#Seite_47">47</a> — Preiswerk <a href="#Seite_46">46</a>.</p> - -<p class="hang">Rauber <a href="#Seite_52">52</a> — Reber <a href="#Seite_56">56</a> — Ribbeck <a href="#Seite_54">54</a> — Rieger <a href="#Seite_57">57</a> — Riggenbach, Bernhard <a href="#Seite_46">46</a> — Riggenbach, Chr. Joh. <a href="#Seite_44">44</a> -Röper <a href="#Seite_58">58</a> — Röse <a href="#Seite_57">57</a> — Romundt <a href="#Seite_57">57</a> — Roth, K. Ludwig <a href="#Seite_56">56</a> — Roth, Moritz <a href="#Seite_50">50</a> — Roth, Wilhelm <a href="#Seite_57">57</a> -Rütimeyer <a href="#Seite_50">50</a>.</p> - -<p class="hang">Salomon <a href="#Seite_60">60</a> — Schärer <a href="#Seite_57">57</a> — Schenkel <a href="#Seite_44">44</a> — Schiess <a href="#Seite_50">50</a> — Schmid, Joh. <a href="#Seite_46">46</a> — Schmid, Werner <a href="#Seite_60">60</a> — Schmidt <a href="#Seite_45">45</a> -Schnedermann <a href="#Seite_46">46</a> — Schnell <a href="#Seite_47">47</a> — Schönbein <a href="#Seite_59">59</a> — Schönberg <a href="#Seite_54">54</a> — Schulin, Friedrich <a href="#Seite_48">48</a> -Schulin, Karl <a href="#Seite_51">51</a> — Schultz <a href="#Seite_45">45</a> — Schwarzkopf <a href="#Seite_57">57</a> — Schwendener <a href="#Seite_59">59</a> — Siebeck <a href="#Seite_55">55</a> — Smend <a href="#Seite_45">45</a> -Socin, Alb. <a href="#Seite_56">56</a> — Socin, Aug. <a href="#Seite_50">50</a> — Soldan <a href="#Seite_55">55</a> — Speiser <a href="#Seite_48">48</a> — Stähelin, Christ. <a href="#Seite_59">59</a> — Stähelin, Joh. Jac. <a href="#Seite_44">44</a> -Stähelin, Rud. <a href="#Seite_45">45</a> — Steffensen <a href="#Seite_54">54</a> — Stehlin <a href="#Seite_49">49</a> — Steingass <a href="#Seite_57">57</a> — Stengel <a href="#Seite_57">57</a> — Stintzing <a href="#Seite_47">47</a> -Stockmeyer <a href="#Seite_45">45</a> — Streckeisen <a href="#Seite_50">50</a> — Streuber <a href="#Seite_56">56</a> — Sury <a href="#Seite_52">52</a>.</p> - -<p class="hang">Teichmann <a href="#Seite_48">48</a> — Teichmüller <a href="#Seite_54">54</a> — Thun († <a href="#Seite_23">23</a>. Sept. 1885) <a href="#Seite_55">55</a>.</p> - -<p class="hang">Vinet <a href="#Seite_53">53</a> — Vischer (Vater) <a href="#Seite_53">53</a> — Vischer (Sohn) <a href="#Seite_55">55</a> — Vöchting <a href="#Seite_59">59</a> — Volkelt <a href="#Seite_55">55</a> — VonderMühll, Alb. <a href="#Seite_49">49</a> -VonderMühll, Wilh. <a href="#Seite_57">57</a>.</p> - -<p class="hang">Wackernagel, Jac. <a href="#Seite_55">55</a> — Wackernagel, Wilhelm <a href="#Seite_53">53</a> — de Wette, W.M. Leb. <a href="#Seite_44">44</a> — de Wette, Ludwig <a href="#Seite_51">51</a> -Wiedemann <a href="#Seite_59">59</a> — Wille <a href="#Seite_50">50</a> — Windscheid <a href="#Seite_47">47</a> — Wölfflin <a href="#Seite_57">57</a> — Wunderlich <a href="#Seite_47">47</a> — Wyss <a href="#Seite_48">48</a>.</p> - -<p class="hang">Zimmermann <a href="#Seite_47">47</a>.</p> -<hr class="small" /> -<h3> -<span class="pagenum"><a name="Seite_62" id="Seite_62">62</a></span> -C. <b>Studentenschaft der Universität.</b></h3> - -<p class="center"><b>1835-1852</b></p> - -<p class="center">(in Durchschnittszahlen)</p> - -<table summary="studentenschaft"> -<tr><td>Jahr</td> <td>1835:</td> -<td class="br">40</td> -<td>Jahr</td> <td>1841:</td> <td class="br">37</td> -<td>Jahr</td> <td>1847:</td> <td>84 (darunter 10 M.<a name="FNAnker_28d_28d" id="FNAnker_28d_28d"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>) -</td></tr> - -<tr><td class="center">”</td> <td>1836:</td> <td class="br">60</td> -<td class="center">”</td> <td>1842:</td> <td class="br">38</td> -<td class="center">”</td> <td>1848:</td> <td>76</td></tr> -<tr> - <td class="center">”</td><td>1837:</td> <td class="br">53 (darunter 16 M.<a name="FNAnker_28a_28a" id="FNAnker_28a_28a"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>) -</td><td class="center">”</td> <td>1843:</td> <td class="br">45</td> -<td class="center">”</td> <td>1849:</td> <td>60</td> -</tr> -<tr><td class="center">”</td> <td>1838:</td> <td class="br">63 (darunter 17 M.<a name="FNAnker_28b_28b" id="FNAnker_28b_28b"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>) -</td><td class="center">”</td> <td>1844:</td> <td class="br">83 (darunter 13 M.<a name="FNAnker_28c_28c" id="FNAnker_28c_28c"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>) -</td><td class="center">”</td> <td>1850:</td> <td>58</td> -</tr> -<tr><td class="center">”</td> <td>1839:</td> <td class="br">42</td> - <td class="center">”</td> <td>1845:</td> <td class="br">62</td> -<td class="center">”</td> <td>1851:</td> <td>69 (darunter 9 M.<a name="FNAnker_28_28" id="FNAnker_28_28"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>) -</td> </tr> -<tr><td class="center">”</td> <td>1840:</td> <td class="br">43</td> - -<td class="center">”</td> <td>1846:</td> <td class="br">65</td> -<td class="center">”</td> <td>1852:</td> <td>67.</td></tr> - -</table> - -<hr class="small" /> -<p class="center"><b>1853-1869</b>.</p> - -<table summary="1853-1869"> -<tr><td> </td> -<td> </td> -<td class="tdc" colspan="2"><b>Theologen.</b> </td> - <td class="tdc" colspan="2"><b>Juristen.</b> </td> - <td class="tdc" colspan="2"><b>Mediciner.</b></td> - <td class="tdc" colspan="2"><b>Philosophen.</b></td> - <td class="tdc" colspan="2"><b>Gesamtzahl.</b></td> </tr> - -<tr><td> </td> -<td> </td> -<td><i>Sommer</i></td> <td><i>Winter</i></td> -<td><i>S.</i></td> <td><i>W.</i></td> <td><i>S.</i></td> - <td><i>W.</i> </td> <td><i>S.</i></td> <td><i>W.</i> </td> - <td><i>S.</i></td> <td><i>W.</i></td></tr> - -<tr><td>Jahr</td> <td>1853:</td> <td class="center">44</td> <td>45</td> - <td>15</td> <td>14</td> <td>16</td> <td>19</td> - <td>3</td> <td>3</td> <td>78</td> <td>81</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> -<td>1854:</td> - <td class="center">44</td> -<td>45</td> - <td>8</td> - <td>9</td> -<td>18</td> - <td>18</td> - <td>5</td> - <td>5</td> - <td>75</td> - <td>77</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> - <td>1855:</td> - <td class="center">54</td> - <td>51</td> - <td>6</td> - <td>3</td> -<td>17</td> -<td> 21</td> - <td>8</td> -<td>6</td> -<td>85</td> - <td>81</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> -<td>1856:</td> - <td class="center">54</td> - <td>41</td> - <td>4</td> - <td>2</td> -<td>28</td> - <td>26</td> - <td>9</td> -<td>9</td> - <td>95</td> - <td>78</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> - <td>1857:</td> - <td class="center">50 </td> -<td>41</td> - <td>4</td> - <td>4</td> -<td>25</td> - <td>20</td> - <td>13</td> - <td>9</td> - <td>92</td> - <td>74</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> - <td>1858:</td> -<td class="center">47</td> - <td>45</td> - <td>7</td> - <td>6</td> - <td>17 </td> - <td>17</td> - <td>13</td> -<td>11</td> - <td>84</td> - <td>79</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> - <td>1859:</td> -<td class="center">46</td> -<td>38</td> - <td>6</td> - <td>2</td> -<td>18</td> - <td>21</td> - <td>12</td> - <td>15</td> - <td>82</td> - <td>76</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> -<td>1860:</td> -<td class="center">47</td> - <td>46</td> - <td>5</td> - <td>4</td> -<td>23</td> - <td>20</td> - <td>15</td> - <td>13</td> -<td>90</td> -<td>83</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> -<td>1861:</td> -<td class="center">50</td> - <td>45</td> -<td>7</td> - <td>9</td> - <td>22</td> - <td>23</td> - <td>11</td> -<td>11</td> - <td>90</td> - <td>88</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> - <td>1862:</td> -<td class="center">45</td> -<td>38</td> - <td>8</td> - <td>6</td> - <td>19</td> - <td>22</td> - <td>21</td> - <td>22</td> - <td>93</td> - <td>88</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> - <td>1863:</td> -<td class="center">39</td> -<td>35</td> - <td>4</td> - <td>8</td> -<td>18</td> - <td>20</td> - <td>20</td> -<td>18</td> - <td>81</td> - <td>81</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> -<td>1864:</td> - <td class="center">40</td> - <td>50</td> - <td>7</td> -<td>8</td> -<td>18</td> - <td>21</td> - <td>16</td> - <td>23</td> - <td>81</td> - <td>102</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> -<td>1865:</td> - <td class="center">60</td> - <td>50 </td> - <td>6</td> - <td>7</td> - <td>25</td> - <td>30</td> - <td>21</td> - <td>20</td> - <td>112</td> -<td>107</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> -<td>1866:</td> -<td class="center">44</td> - <td>46</td> -<td>10</td> -<td>9</td> - <td>25</td> -<td>28</td> -<td>20</td> - <td>22</td> -<td>99</td> -<td>105</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> - <td>1867:</td> -<td class="center">57</td> - <td>54 </td> - <td>9 </td> -<td>11 </td> -<td>29</td> -<td>36</td> - <td>20</td> -<td>22</td> -<td>115</td> -<td>123</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> -<td>1868:</td> -<td class="center">57 </td> -<td>48</td> -<td>12</td> -<td>11</td> - <td>41</td> -<td>51</td> -<td>20</td> -<td>19</td> -<td>130</td> -<td>129</td></tr> -<tr><td class="center">”</td> <td>1869:</td> <td class="center">43</td> <td>36</td> <td>12</td> <td>9</td> <td>40</td> <td>46</td> - <td>20</td> <td>21 </td> <td>115</td> <td>112</td></tr> -</table> - -<p class="center p2"><span class="pagenum"><a name="Seite_63" id="Seite_63">63</a></span> -<b>1870-1885</b>.</p> - -<table summary="1870-85"> -<tr><td> </td> -<td><b>Theologen.</b> </td> -<td><b>Juristen.</b> </td> -<td><b>Mediciner.</b> </td> -<td><b>Philosophen.</b> </td> -<td><b>Basler.</b> </td> -<td><b>Schweizer.</b> </td> -<td><b>Ausländer.</b></td> -<td><b>Gesamtzahl.</b> </td></tr> - -<tr><td>Sommer 1870:</td> - <td class="tdc">36 </td> - <td class="tdc">11</td> - <td class="tdc">42</td> - <td class="tdc">27</td> - <td class="tdc">27 </td> - <td class="tdc">70</td> - <td class="tdc">19</td> - <td class="tdc">116</td> </tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1870/71:</td> -<td class="tdc">42 </td> - <td class="tdc">12</td> - <td class="tdc">45</td> - <td class="tdc">30</td> - <td class="tdc">27 </td> - <td class="tdc">84</td> - <td class="tdc">18</td> -<td class="tdc">129</td></tr> -<tr><td>Sommer 1871:</td> -<td class="tdc">43</td> - <td class="tdc">18</td> - <td class="tdc">58</td> - <td class="tdc">39</td> - <td class="tdc">34</td> - <td class="tdc">95</td> - <td class="tdc">29</td> - <td class="tdc">158</td> </tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1871/72:</td> -<td class="tdc">41</td> - <td class="tdc">14</td> <td class="tdc">69</td> - <td class="tdc">37</td> - <td class="tdc">34</td> - <td class="tdc">96</td> <td class="tdc">31</td> - <td class="tdc">161</td></tr> -<tr><td>Sommer 1872:</td> -<td class="tdc">43</td> - <td class="tdc">14</td> <td class="tdc">67</td> - <td class="tdc">37</td> - <td class="tdc">37</td> <td class="tdc">97</td> - <td class="tdc">27 </td> - <td class="tdc">161</td> </tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1872/73:</td> -<td class="tdc">37</td> - <td class="tdc">13</td> <td class="tdc">74</td> - <td class="tdc">32 </td> - <td class="tdc">32</td> - <td class="tdc">107 </td> <td class="tdc">17</td> - <td class="tdc">156</td> -</tr> -<tr><td>Sommer 1873:</td> - <td class="tdc">38</td> - <td class="tdc">19</td> - <td class="tdc">65 </td> - <td class="tdc">28</td> - <td class="tdc">43</td> - <td class="tdc">89</td> - <td class="tdc">18</td> - <td class="tdc">150</td> </tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1873/74:</td> - <td class="tdc">43</td> - <td class="tdc">16</td> - <td class="tdc">83</td> - <td class="tdc">26</td> - <td class="tdc">40</td> - <td class="tdc">108</td> <td class="tdc">20</td> - <td class="tdc">168</td></tr> -<tr><td>Sommer 1874:</td> - <td class="tdc">51 </td> - <td class="tdc">19</td> <td class="tdc">69</td> - <td class="tdc">23</td> - <td class="tdc">39</td> - <td class="tdc">101</td> - <td class="tdc">22</td> - <td class="tdc">162</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1874/75:</td> - <td class="tdc">52</td> - <td class="tdc">13</td> - <td class="tdc">71</td> - <td class="tdc">24</td> <td class="tdc">37</td> - <td class="tdc">105</td> - <td class="tdc">18</td> <td class="tdc">160</td></tr> -<tr><td>Sommer 1875:</td> - <td class="tdc">54</td> - <td class="tdc">25</td> - <td class="tdc">73</td> - <td class="tdc">35</td> - <td class="tdc">52</td> - <td class="tdc">115</td> - <td class="tdc">20</td> - <td class="tdc">187</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1875/76:</td> - <td class="tdc">50</td> - <td class="tdc">25</td> - <td class="tdc">82</td> - <td class="tdc">45</td> - <td class="tdc">49</td> <td class="tdc">127</td> - <td class="tdc">26</td> - <td class="tdc">202</td></tr> -<tr><td>Sommer 1876:</td> - <td class="tdc">50</td> - <td class="tdc">24</td> - <td class="tdc">76</td> - <td class="tdc">49</td> - <td class="tdc">55</td> - <td class="tdc">118</td> - <td class="tdc">26</td> - <td class="tdc">199</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1876/77:</td> <td class="tdc">38</td> - <td class="tdc">19</td> - <td class="tdc">70</td> - <td class="tdc">50</td> <td class="tdc">52</td> -<td class="tdc">102</td> - <td class="tdc">23</td> <td class="tdc">177</td></tr> -<tr><td>Sommer 1877:</td> - <td class="tdc">36</td> - <td class="tdc">19</td> - <td class="tdc">62</td> - <td class="tdc">48</td> - <td class="tdc">50</td> - <td class="tdc">90</td> - <td class="tdc">25</td> - <td class="tdc">165</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1877/78:</td> <td class="tdc">51</td> <td class="tdc">24</td> <td class="tdc">74</td> - <td class="tdc">44</td> <td class="tdc">53</td> -<td class="tdc">110</td> - <td class="tdc">30</td> <td class="tdc">193</td></tr> -<tr><td>Sommer 1878:</td> - <td class="tdc">53</td> - <td class="tdc">26</td> <td class="tdc">70</td> - <td class="tdc">44</td> - <td class="tdc">58</td> <td class="tdc">103</td> - <td class="tdc">32</td> - <td class="tdc">193</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1878/79:</td> <td class="tdc">45</td> <td class="tdc">26</td> <td class="tdc">87</td> - <td class="tdc">47</td> - <td class="tdc">55</td> - <td class="tdc">122</td> - <td class="tdc">28</td> <td class="tdc">205</td></tr> -<tr><td>Sommer 1879:</td> - <td class="tdc">48</td> <td class="tdc">24</td> - <td class="tdc">77</td> - <td class="tdc">49</td> - <td class="tdc">59</td> <td class="tdc">107</td> - <td class="tdc">32</td> - <td class="tdc">198</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1879/80:</td> <td class="tdc">49</td> <td class="tdc">19</td> <td class="tdc">81</td> - <td class="tdc">42</td> - <td class="tdc">45</td> <td class="tdc">112</td> - <td class="tdc">34</td> - <td class="tdc">191</td></tr> -<tr><td>Sommer 1880:</td> - <td class="tdc">52</td> <td class="tdc">28</td> <td class="tdc">76</td> - <td class="tdc">52</td> - <td class="tdc">52</td> - <td class="tdc">119</td> - <td class="tdc">37</td> - <td class="tdc">208</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1880/81:</td> -<td class="tdc">61</td> - <td class="tdc">27</td> - <td class="tdc">99</td> - <td class="tdc">56</td> - <td class="tdc">52</td> - <td class="tdc">151</td> - <td class="tdc">40</td> - <td class="tdc">243</td></tr> -<tr><td class="tdc">Sommer 1881: </td> - <td class="tdc">67</td> - <td class="tdc">33</td> - <td class="tdc">100</td> - <td class="tdc">65</td> - <td class="tdc">62</td> - <td class="tdc">163</td> - <td class="tdc">40</td> - <td class="tdc">265</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1881/82:</td> -<td class="tdc">56</td> - <td class="tdc">41</td> -<td class="tdc">100</td> - <td class="tdc">70</td> - <td class="tdc">60</td> - <td class="tdc">169</td> - <td class="tdc">38</td> -<td class="tdc">267</td></tr> -<tr><td>Sommer 1882:</td> - <td class="tdc">66</td> - <td class="tdc">41</td> - <td class="tdc">85</td> - <td class="tdc">72</td> - <td class="tdc">72</td> - <td class="tdc">158</td> - <td class="tdc">34</td> - <td class="tdc">264</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1882/83:</td> <td class="tdc">55</td> -<td class="tdc">45</td> - <td class="tdc">99</td> - <td class="tdc">67</td> - <td class="tdc">63</td> - <td class="tdc">161</td> - <td class="tdc">42</td> - <td class="tdc">266</td></tr> -<tr><td>Sommer 1883:</td> - <td class="tdc">63</td> - <td class="tdc">44</td> - <td class="tdc">100</td> - <td class="tdc">70</td> - <td class="tdc">70</td> - <td class="tdc">169</td> - <td class="tdc">38</td> - <td class="tdc">277</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1883/84:</td> - <td class="tdc">66</td> - <td class="tdc">40</td> - <td class="tdc">108</td> - <td class="tdc">74</td> - <td class="tdc">74</td> - <td class="tdc">173</td> - <td class="tdc">41</td> - <td class="tdc">288</td></tr> -<tr><td>Sommer 1884:</td> - <td class="tdc">83</td> - <td class="tdc">40</td> - <td class="tdc">103</td> - <td class="tdc">78</td> - <td class="tdc">90</td> - <td class="tdc">169</td> - <td class="tdc">45</td> - <td class="tdc">304</td></tr> -<tr><td class="tdin">Winter 1884/85:</td> <td class="tdc">79</td> -<td class="tdc">46</td> - <td class="tdc">113</td> - <td class="tdc">76</td> - <td class="tdc">82</td> - <td class="tdc">183</td> - <td class="tdc">49</td> -<td class="tdc">314</td></tr> -<tr><td>Sommer 1885:</td> - <td class="tdc">82</td> - <td class="tdc">55 </td> - <td class="tdc">104</td> - <td class="tdc">84</td> - <td class="tdc">90</td> - <td class="tdc">182</td> - <td class="tdc">53</td> -<td class="tdc">325</td></tr> - </table> -<hr class="small" /> -<p class="center">Vom 1. Sept. 1835 bis 1. Sept. 1885 inscribierten sich insgesamt 3285 Studierende.</p> - -<p class="right"> -A. Teichmann. -</p> - -<div class="footnotes"><h3>FUSSNOTEN:</h3> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_27_27" id="Fussnote_27_27"></a><a href="#FNAnker_27_27"><span class="label">[27]</span></a> Die erst im J. 1866 eingeführte Trennung in zwei Abtheilungen wurde — rücksichtlich der Einreihung -der Lehrer — als von Anfang an bestehend behandelt.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_28_28" id="Fussnote_28_28"></a><a href="#FNAnker_28_28"><span class="label">[28]</span></a> M. = Missionszöglinge.</p></div></div> -<div class="chapter"> </div> -<hr class="chap" /> - -<h2> -<span class="pagenum hidev"><a name="Seite_64" id="Seite_64">64</a></span> -IV. <br /> - - Sammlungen und Unterrichtsanstalten -der Universität.<a name="FNAnker_29_29" id="FNAnker_29_29"></a><a href="#Fussnote_29_29" class="fnanchor">[29]</a> -</h2> - -<h3>1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek).</h3> - -<p>Der § 5 des Gesetzes über Verwaltung und Verwendung des Universitätsgutes vom -6. April 1836 lautet:</p> - -<p>»Die öffentliche Bibliothek und das Münzkabinet stehen unter einer aus wenigstens -fünf Mitgliedern bestehenden [von der Regenz ernannten] Kommission, unter denen der -Bibliothekar ist. Der Bibliothekar geniesst als Entschädigung freie Wohnung oder ein angemessenes -Aequivalent und die bisherigen Fr. 32 [alter Währung = 2 Louisdor] aus dem -Universitätsgut. Seine Ordnung wird von der Regenz entworfen und vom Erziehungskollegium -genehmigt. Er wird aus der Mitte der ordentlichen Professoren auf doppelten -Vorschlag der Curatel vom Erziehungskollegium ernannt. Die Bibliothek ist für ihre Vermehrung -und Erweiterung auf den dazu bestimmten Fond verwiesen.«</p> - -<p>Die Stelle des Bibliothekars wurde nach Erlass dieses Gesetzes ihrem bisherigen -Inhaber, dem Professor der lateinischen Sprache und Litteratur <em class="gesperrt">Franz Dorotheus Gerlach</em>, -der sie seit 1829 bekleidet hatte, aufs Neue übertragen. Die Bibliothek war im Hause zur -Mücke am obern Schlüsselberg aufgestellt. Die Oeffnungszeit derselben war bei der ersten -Ernennung <em class="gesperrt">Gerlachs</em> von einem auf vier Tage ausgedehnt worden; späterhin, nach der -Verlegung der Anstalt ins Museum und nachdem <em class="gesperrt">Gerlach</em> bereits von sich aus die ihm -durch das Bibliotheksreglement auferlegte Arbeitszeit verlängert hatte, wurde sie auf alle sechs -Wochentage erstreckt. Amtswohnung des Bibliothekars war der kürzlich abgebrochene Schönauer -<span class="pagenum"><a name="Seite_65" id="Seite_65">65</a></span>Hof hinter dem Münster. Eine Ergänzung der Einnahmen, welche die Zinsen des 1664 -gegründeten fiscus bibliothecæ nebst den ihm zugewiesenen Inscriptions- und Examengebühren -boten, bildeten die seit 1697 alljährlich eingesammelten Neujahrsgeschenke (strenæ). Der -ebenfalls in die Einnahme der Bibliothek fliessende Miethzins des neben der Mücke gelegenen -Reinacher Hofes fiel weg, als dieser nach Vollendung des Museumsbaues an den Staat abgetreten -wurde. Einen erheblichen Zuwachs der ordentlichen Einnahmen brachte das -Universitätsgesetz von 1855, welches festsetzte, dass jährlich 5000 Fr. aus Staatsmitteln an die -akademischen Sammlungen vertheilt werden sollten. Der Bibliothek wurden hievon regelmässig -2000 Franken zugewiesen. Zu den strenæ traten im Laufe der Zeit mehr und mehr -weitere freiwillige Gaben, Geschenke bei bestimmten Anlässen, Legate, regelmässige und -ausserordentliche Beiträge der Akademischen Gesellschaft, des Museumsvereins u.s.w. -(neuerdings auch der Ertrag der in der Aula von Universitätslehrern gehaltenen Abendvorlesungen).</p> - -<p>Im Jahr 1849 wurde die Bibliothek in das neuerbaute Museum übertragen. Bei dieser -Gelegenheit wurde die im Jahr 1822 ausgesonderte Bibliothek des naturwissenschaftlichen -Museums wieder mit ihr vereinigt, dagegen das Münz- und Antiquitätenkabinet abgetrennt -und unter die Aufsicht einer besonderen Kommission gestellt. Die Amtswohnung des -Bibliothekars wurde in den südlichen Flügel des Museums verlegt.</p> - -<p>In dem Bibliotheksreglement von 1837 ist von Gehilfen und Custoden die Rede. Schon -1837 erscheint als Custos Cand. theol. <em class="gesperrt">Karl Buxtorf</em> (1858 Dr.phil. h.c.); neben ihm finden -wir nacheinander verschiedene Gehilfen, die nach Maassgabe der ihnen zugewiesenen Arbeiten -honoriert werden. Zu Anfang des Jahres 1856 erfolgte auf Antrag der Bibliothekskommission -und unter Genehmigung der Curatel eine neue Regelung des Verhältnisses dieser untern -Angestellten durch die Regenz, indem den Herren <em class="gesperrt">Buxtorf</em> als Unterbibliothekar und -Dr. <em class="gesperrt">Ed. Wölfflin</em> als Bibliothekssekretär fixe Gehalte mit der Verpflichtung zu einer bestimmten -Arbeitszeit zuerkannt wurden. Diese Gehalte wurden aus den Einnahmen der Bibliothek -und einem Beitrage des fiscus legatorum der Universität bestritten. Auf <em class="gesperrt">Wölfflin</em> folgten -nacheinander die DDr. <em class="gesperrt">Wilh. Vischer</em>, <em class="gesperrt">Theoph. Burckhardt</em>, <em class="gesperrt">Karl Meyer</em>.</p> - -<p>Eine völlige Umgestaltung der Bibliotheksverhältnisse brachte das Universitätsgesetz -von 1866. Das Bibliothekariat, das bis dahin als Nebenbeschäftigung einem ordentlichen -Professor zugetheilt gewesen war, wurde in ein eigenes Amt umgewandelt. Der Bibliothekar, -der andre Geschäfte nur mit besondrer Bewilligung des Erziehungskollegiums übernehmen -darf, erhält aus Staatsmitteln eine Besoldung von Fr. 3000 (die nach dem Lehrerbesoldungsgesetz -von 1875 bis auf 4000 erhöht werden kann); die Amtswohnung fällt weg. Er wird -vom Erziehungskollegium auf den Vorschlag der Curatel, welche zuvor das Gutachten der<span class="pagenum"><a name="Seite_66" id="Seite_66">66</a></span> -Bibliothekskommission einzuholen hat, auf eine Amtsdauer von sechs Jahren gewählt. Die -Bibliothekskommission ist ihm übergeordnet; er wohnt ihren Sitzungen, sofern es sich nicht -um seine persönlichen Angelegenheiten handelt, mit berathender Stimme bei. Die nöthigen -Unterbibliothekare werden auf seinen Vorschlag von der Bibliothekskommission ernannt und -können jeweilen wieder entlassen werden. Für ihre Ausgaben ist die Bibliothek zunächst -auf ihren Fiscus angewiesen, ausserdem erhält sie einen regelmässigen Staatsbeitrag von -2500 Franken und kann noch einen weitern aus den 2500 Franken erhalten, die der Kleine -Rath jährlich auf Antrag des Erziehungskollegiums an die akademischen Anstalten vertheilt.</p> - -<p>In Folge der Umgestaltung der Bibliothekarsstelle trat Professor <em class="gesperrt">Gerlach</em> mit Neujahr -1867 zurück, sein Nachfolger wurde Dr. <em class="gesperrt">Wilh. Vischer</em>. Die Geschäfte der beiden bisherigen -Unterbeamten wurden Einem Unterbibliothekar mit erhöhter Besoldung übertragen, und es -wurde als solcher Dr. <em class="gesperrt">Karl Meyer</em> ernannt. Dr. <em class="gesperrt">Buxtorf</em> wurde nach Herstellung aus -schwerer Krankheit bei den Vorarbeiten zur Anlage eines neuen Kataloges verwandt und -entsprechend honoriert; zu diesen Arbeiten wurden auch eine Anzahl Studenten herangezogen, -theils gegen Genuss von Stipendien, deren die Regenz zwei an solche Hilfsarbeiter vergab, -theils gegen das Recht einer erweiterten Benutzung der Bibliothek.</p> - -<p>Wie schon früher die naturforschende Gesellschaft ihre Bibliothek der Universitätsbibliothek -unter gewissen Bedingungen einverleibt hatte, so geschah dasselbe 1868 auch von -Seiten der historischen und der antiquarischen Gesellschaft. Im Jahr 1879 wurde unter -Vorbehalt des Eigenthumsrechtes der naturforschenden Gesellschaft die derselben von -Dr. <em class="gesperrt">Jac. Melch. Ziegler</em> geschenkte Kartensammlung, zu deren Fortführung sich ein eigener -Verein bildete, der Universitätsbibliothek übergeben.</p> - -<p>Im Jahr 1871 trat Bibliothekar <em class="gesperrt">Vischer</em> zurück, an seine Stelle wurde Dr. <em class="gesperrt">Ludwig -Sieber</em> gewählt. Im Jahr 1874 verstand sich die Regenz dazu, an Stelle der Stipendien, die -sie bisher an Hilfsarbeiter aus der Studentenschaft vergeben hatte, aus dem fiscus legatorum -einen jährlichen Beitrag zur Besoldung eines zweiten Unterbeamten zu gewähren. Es konnten -in Folge davon als Bibliothekssekretäre nacheinander angestellt werden die Doctoren -<em class="gesperrt">Jul. Cornu</em>, <em class="gesperrt">Jac. Wackernagel</em>, <em class="gesperrt">Alb. Burckhardt</em>, <em class="gesperrt">Ad. Baumgartner</em>. Im Jahr 1876 -wurde durch den Grossen Rath die Stelle eines Bibliotheksdieners errichtet, nachdem die -Geschäfte eines solchen bisher dem Universitätspedellen obgelegen hatten.</p> - -<p>Trotz diesen Verstärkungen des Personals wurde es bei der stets zunehmenden -Benutzung der Anstalt immer schwieriger, die laufenden Geschäfte zu bewältigen, während -die Arbeiten für die dringend nothwendige Neukatalogisierung ganz zurücktreten mussten. -Als nun zu Anfang des Jahres 1883 Herr Altrathsherr <em class="gesperrt">Peter Merian</em> verstarb, der seit -vielen Jahrzehnten die Katalogisierung der naturwissenschaftlichen Werke in freiwilliger<span class="pagenum"><a name="Seite_67" id="Seite_67">67</a></span> -Weise besorgt hatte, war der Augenblick gekommen, die untern Beamtungen der Bibliothek -ebenso umzugestalten, wie es 1866 mit der obersten geschehen war, so dass auch sie nicht -eine Nebenbeschäftigung, sondern die Hauptbeschäftigung der damit Betrauten ausmachen -sollten. Im September 1883 beschloss der Grosse Rath, dass dem Oberbibliothekar, wie er -nun genannt wurde, aus Staatsmitteln ein in Bezug auf Wahlart und Besoldungsansatz gleichgestellter -zweiter Bibliothekar solle beigegeben werden. Die Bibliothekskommission ihrerseits -übernahm es, aus den Mitteln der Bibliothek eine dritte entsprechende Stelle zu errichten, -deren Inhaber in erster Linie an der Herstellung eines neuen Kataloges zu arbeiten hätte. -Sie konnte dies um so eher thun, als einerseits die Regenz sich bereit fand, den Beitrag, -den sie bis dahin aus dem fiscus legatorum für die Anstellung eines Bibliothekssekretärs -gegeben hatte, auch künftig verabfolgen zu lassen, andrerseits die Mittel der Bibliothek selbst -in letzter Zeit einen erheblichen Zuwachs erhalten hatten durch ein Legat von 40,000 Franken, -mit welchem sie von dem 1880 verstorbenen Herrn <em class="gesperrt">Wilh. Burckhardt-Forcart</em> bedacht -worden. Als zweiter Bibliothekar wurde der bisherige Unterbibliothekar Prof. <em class="gesperrt">Karl Meyer</em> -gewählt, als dritter Dr. <em class="gesperrt">Friedr. Thomæ</em> aus Frankfurt a.M., der indessen kürzlich einem -Rufe an die Universitätsbibliothek in Tübingen gefolgt ist.</p> - -<p>Im Jahr 1833, zur Zeit der Auseinandersetzung mit der Landschaft, wurde die Bändezahl -der Bibliothek, abgesehen von den etwa 4000 in 1500 Bänden enthaltenen Manuscripten, -auf 44,000 geschätzt, im Jahr 1849, nach der Uebersiedlung ins Museum und nachdem die -in obiger Schätzung nicht inbegriffene Bibliothek des naturwissenschaftlichen Museums dazu -gekommen, auf 70,000. Im Jahr 1870 wurden gegen 100,000 Bände gezählt; jetzt, 1885, -mögen es deren gegen 140,000 sein. Der Zuwachs, namentlich der letzten Jahrzehnte, beruht -zu grossem Theil auf einer Anzahl mehr oder weniger bedeutender Schenkungen, theils von -den Erben verstorbener Professoren, theils von andern Freunden der Anstalt herrührend. -Wir verweisen bezüglich derselben auf die Notizen, die sich in den Verwaltungsberichten -der Regierung finden, für die letzte Zeit auch auf die gedruckten Jahresberichte der Bibliothek. -Der Schenkung der Bibliothek <em class="gesperrt">Wilh. Wackernagels</em> durch dessen Erben im Jahr 1870 -folgte die Errichtung einer Wackernagelstiftung, aus welcher der Bibliothek bisher alljährlich -Fr. 250 zur Vervollständigung der in jener enthaltenen Litteratur zuflossen. Der Ergänzung -andrer Zweige der Litteratur dienen ähnliche, kleinere Stiftungen. Der Tod des Herrn -<em class="gesperrt">Peter Merian</em>, der jährlich aus eigenen Mitteln namhafte Summen auf die Ergänzung -der naturwissenschaftlichen Abtheilung verwendet hatte, gab Anlass zu einer <em class="gesperrt">Peter Merian-Stiftung</em>, -durch welche der entstehende Ausfall gedeckt werden sollte. Den 56,000 Franken, -welche zu diesem Zwecke im Jahr 1883 gesammelt wurden, fügte die Familie des Verstorbenen -noch weitere 10,000 bei.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_68" id="Seite_68">68</a></span> - - Die Jahreseinnahme der Bibliothek betrug in den ersten Jahren nach der Reorganisation -der Universität 4-5000 Franken jetziger Währung, im Jahr 1884 belief sie sich auf Fr. 19,166, -eine freilich im Verhältnisse zu den heutigen Bedürfnissen immer noch bescheidene Summe.</p> - -<p>Ueber die Benutzung der Anstalt finden sich aus den ersten Jahrzehnten unsres -Zeitraums keine Zahlenangaben. Im Jahr 1868, dem ersten, das ganz unter die Herrschaft -der neuen Reglemente von 1867 fällt, wurden 3892 Bände an 280 hiesige und 24 auswärtige -Benutzer ausgeliehen, im Jahr 1884 6735 Bände gedruckter Bücher und 11 Manuscripte an -412 Hiesige und 62 Auswärtige.</p> - -<hr class="small" /> - -<p>Wegen Verhinderung des Oberbibliothekars zusammengestellt durch den Vorsteher der -Bibliothekskommission</p> - -<p class="right"> -Wilhelm Vischer. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>2. Kunstsammlung.</h3> - -<p>Zur Zeit der Reorganisation der Universität im Jahre 1834 bestand unsere Kunstsammlung -der Hauptsache nach aus dem schon 1661 bei Anlass der zweiten Säcularfeier -der Universität angekauften Amerbachischen Kabinet und der erst neuestens, im Jahr 1823, -ihr zugefallenen Fäschischen Kunstkammer. Ragte jenes, nebst seinem Reichthum an Werken -der beiden Holbein, hervor als die früheste von einem kunstsinnigen Privatmann gegründete -Sammlung, so kam es dieser zu Gute, dass ihr Stifter, der Rechtsgelehrte <em class="gesperrt">Rem. Fäsch</em> -(1595-1670), so glücklich gewesen war, während der unruhigen Zeiten des dreissigjährigen -Krieges seine Kunstschätze sammeln zu können. Für weitere Erwerbungen scheint aber -der Sinn noch nicht vorhanden gewesen zu sein, denn während anderthalb Jahrhunderten -beschränkte sich der Zuwachs auf eine Anzahl von Gelehrten-Porträts und auf die Schenkung -eines dem damaligen Bibliothekar befreundeten St. Gallers in Paris, welcher zwischen 1717 -und 1724 der Sammlung eine Reihe der eben dort in Kupferstich erschienenen Prachtwerke -vergabte. So mag es sich auch erklären, dass immer noch das alte Lokal zur Mücke, in -welches die Kunstsammlung mit der Universitätsbibliothek sich theilen musste, für genügend -gelten konnte.</p> - -<p>Eine günstigere Zeit brach für unsere Kunstsammlung erst an, als diese nach den -Wirren der dreissiger Jahre um den Preis von Fr. 22,500 n.W. aus der Theilung mit -Baselland für die Stadt hatte können gerettet werden. Wie für die Universität, deren<span class="pagenum"><a name="Seite_69" id="Seite_69">69</a></span> -Erhaltung noch weit grössere Opfer erfordert hatte, so erwachte nun auch für die mit ihr -verbundenen wissenschaftlichen Sammlungen ein ganz neues Interesse. Die erste Frucht -desselben war der schon 1840 angeregte Gedanke, durch das Zusammenwirken freiwilliger -Geber mit den staatlichen Behörden ein Museum zu errichten, in welchem gleichzeitig alle -Sammlungen der Stadt ihre würdige Aufstellung finden könnten. Zugleich wurde die Kunstsammlung, -welche bis dahin nur ein Anhängsel der Universitätsbibliothek gebildet hatte, -behufs selbstständiger Verwaltung einer anfänglich aus fünf, später aus sieben Mitgliedern -bestellenden Kommission unterstellt, deren erster Vorsteher Herr Prof. <em class="gesperrt">Friedr. Fischer</em> -war. Ihm folgte Herr Prof. <em class="gesperrt">Wilh. Wackernagel</em> und nach dessen Rücktritt Herr -Dr. <em class="gesperrt">Ed. His-Heusler</em>. Diese Vorsteher sowohl als einzelne Mitglieder erwarben sich um -die Sammlung nicht geringe Verdienste durch Ordnen und Katalogisieren ihres nach und -nach zu ansehnlicher Bedeutung erwachsenen Bestandes an Handzeichnungen, Kupferstichen -und Holzschnitten. Als 1849 das neue Museum fertig dastand, konnte Dank diesen Vorarbeiten -um so leichter und übersichtlicher das Vorhandene in die neuen, höchst zweckentsprechenden -Räumlichkeiten eingeordnet werden; die Gemälde in den schönen Oberlichtsaal, -die vorzüglichsten Handzeichnungen, in viel grösserer Zahl als früher eingerahmt, -schmückten die Wände des Vorsaales, während die verschliessbaren Schränke in der Mitte -desselben den übrigen Bestand an einzelnen Stichen und Kopierwerken aufnahmen. Durch -Ausscheidung und Herübernahme aller derjenigen Werke aus der Universitätsbibliothek, -welche die Kunstgeschichte berühren, ward zugleich der Grund zu einer gesonderten Kunstbibliothek -gelegt und so im Wesentlichen nunmehr erst die Sammlung dem eigentlichen -Kunststudium dienstbar gemacht.</p> - -<p>Wie sehr dieselbe aber durch ihre Versetzung in das neue Museum auch in der -Werthschätzung der Bürger- und Einwohnerschaft gestiegen sei, das zeigte sich schon in -dem weit zahlreichern Besuche, und auf erfreulichere Weise noch in den zahlreichen -Schenkungen und Vermächtnissen, welche nun der Sammlung zuzufliessen begannen. Nicht -nur aus dem, was der Einzelne etwa an Kunstschätzen besass, ward ein schönes Stück um's -andre der öffentlichen Sammlung übergeben, auch wo Gelegenheit sich bot, Neues zu -erwerben, da standen sofort Gönner und Geber zusammen, um durch ihre oft namhaften -Beiträge den Ankauf eines Kunstwerkes zu ermöglichen.</p> - -<p>Ausdrücklicher Erwähnung bedürfen einige Stiftungen besonderer Art. Zuerst war es -die durch ihren Kunstsinn bekannte Fräulein <em class="gesperrt">Emilie Linder</em>, die von 1847 an von München -aus durch fast jährlich wiederholte Geschenke, sowohl aus ihren eigenen Erwerbungen, als -aus dem reichen Nachlass ihres Grossvaters, des Stiftsschaffners <em class="gesperrt">J. C. Dienast</em>, die Sammlung -ihrer Vaterstadt bedachte, bis durch ihre letztwillige Verfügung 1867 jener Nachlass selbst<span class="pagenum"><a name="Seite_70" id="Seite_70">70</a></span> -der Sammlung zufiel. Waren unter den zahlreichen Oelgemälden und den prächtigen Handzeichnungen, -welche letztere allein einen ganzen Saal füllen, vorzugsweise die Meister der -neuern Münchnerschule vertreten, so fand sich unter dem reichen Vorrath an Kupferstichen -und Holzschnitten neben einer Reihe von Dürer'schen Blättern mehr als die Hälfte des -ganzen Werkes von <em class="gesperrt">Rembrandt</em>, nicht zu gedenken der grossen Zahl von Kunstbüchern, -welche die Bibliothek unserer Sammlung aufs Erwünschteste ergänzten.</p> - -<p>Noch ehe aber diese Schätze alle in den Besitz der Kunstsammlung gelangt waren, fiel ihr -ein zweites, nicht minder bedeutendes Vermächtniss zu, nämlich was die beiden Künstler -und Kunsthändler <em class="gesperrt">Peter Birmann</em>, der Vater, und sein Sohn <em class="gesperrt">Samuel Birmann-Vischer</em> -(gest. 1846) an Gemälden, namentlich der niederländischen, französischen und italienischen -Schule, sowie an Kupferstichen (über 20,000) zusammengebracht hatten, dazu noch neben -einer reichhaltigen Kunstbibliothek die schon oben (Seite 40) erwähnte Kapitalstiftung für -den Ankauf von Werken schweizerischer Künstler bestimmt.</p> - -<p>Mehr noch durch den hohen Kunstwerth als durch die Zahl bedeutend war die -Schenkung, welche in den Jahren 1850 und 1851 die Sammlung dem Gemeinsinn des Herrn -<em class="gesperrt">Peter Vischer-Passavant</em> und seiner Erben zu verdanken hatte; befanden sich doch -darunter zwei Originalzeichnungen Dürers, welche nun eine Hauptzierde unserer Handzeichnungssammlung -bilden. Das Jahr 1859 brachte ferner das Vermächtniss von Fr. 10,000 -von Seiten der Ehegatten <em class="gesperrt">Bleiler-Mieg</em>, dessen Ertrag theils zur Erwerbung von Kunstgegenständen, -theils zur Förderung angehender Künstler sollte verwendet werden. Eine -gleiche Summe stifteten im Jahr 1862 die Erben des Herrn Bürgermeister <em class="gesperrt">Felix Sarasin</em> -zur Anschaffung von Werken kunstwissenschaftlichen Inhalts und Fr. 5000 Herr Notar -<em class="gesperrt">Gedeon Meyer</em> zum Ankauf von Gemälden. Endlich erfolgte im Jahre 1880 das Legat -des Herrn W. <em class="gesperrt">Burckhardt-Forcart</em>, durch welches dem Museumsverein eine Reihe -auserlesener Werke der bisher nur schwach vertretenen holländischen Schule, sowie einige -treffliche Bilder spanischer, deutscher und vlämischer Meister zufielen.</p> - -<p>Dass mit diesen und den übrigen hier nicht namentlich aufgeführten Schenkungen die -Ansprüche an die unserer Kunstsammlung zu Gebote stehenden Räumlichkeiten stets höhere -werden mussten, liegt auf der Hand. Bereits heute, nachdem seit Eröffnung des Museums -36 Jahre verflossen sind, ist bis auf das Treppenhaus hinaus jeder verfügbare Platz ausgenützt. -Mit um so grösserer Befriedigung darf dem Augenblick entgegengesehen werden, da nach -Erstellung einer besondern Skulpturhalle der geräumige zweite Oberlichtsaal, der heute noch -die antiken Gipsabgüsse beherbergt, für die Kunstsammlung sich öffnen wird. Wenn während -nahezu zweihundert Jahren unsere Sammlung in der alten Mücke sich konnte genügen lassen, -heute aber bereits die Räume, die im neuen Museum ihr zugedacht waren, zu enge geworden<span class="pagenum"><a name="Seite_71" id="Seite_71">71</a></span> -sind, so mag diese Thatsache schon es bezeugen, wie fruchtbar die letzten fünfzig Jahre für -ihre Entwicklung und gewiss nicht minder für die Förderung des Kunstsinnes in den weitesten -Kreisen unserer Stadt gewesen sind. Möge denn die Sammlung mit unserer alma mater als -deren »sonderbares Kleinod« auch in Zukunft weiter wachsen und gedeihen!</p> - -<p class="right"> -Emanuel LaRoche,<br /> - - <small>Konservator der Kunstsammlung.</small> -</p> -<hr class="small" /> - -<h3>3. Antiquarische Sammlung.</h3> - -<p>Bis zum Jahre 1835 und von da noch weitere vierzehn Jahre war die antiquarische -Sammlung zusammen mit der Kunstsammlung, und ohne eigentlich von ihr getrennt zu sein, -im Hause zur Mücke aufgestellt, und bildete, was die Verwaltung betrifft, einen blossen -Annex der öffentlichen Bibliothek. Sie enthielt ihrem wesentlichen Bestande nach die -Antiquitäten des Amerbachischen Kabinets, aus dem sie erwachsen war (1661), die Bruckner'sche -Sammlung von vaterländischen Alterthümern (1778) und die einschlägigen Sachen des -Fäschischen Kabinets (1823); ausserdem die im Jahre 1815 angekaufte Falkeysen'sche -Sammlung von Basler Münzen.</p> - -<p>In dem Zeitraum von 1835 bis zur Erbauung des Museums (1849) fanden keinerlei -Veränderungen statt. Doch erfolgte noch in den vierziger Jahren von Seite der Erben des -Herrn <em class="gesperrt">Lucas Vischer</em> die grossartige Schenkung der von diesem in Mexico gesammelten -Alterthümer, welche dann freilich erst ein paar Jahre später aufgestellt werden konnten. -In dem 1849 bezogenen Neubau des Museums wurden der antiquarischen Sammlung die -beiden an die Gemäldegallerie anstossenden Zimmer angewiesen, das zur Linken der schon -bisher bestehenden Sammlung auf der Mücke, welcher jetzt auch der Kirchenschatz des -Münsters (vorher im Rathhaus), sowie die Erwerbungen der antiquarischen Gesellschaft hinzugefügt -wurden; das zur Rechten dem mexicanischen Kabinet. Die Gegenstände des -letzteren wurden in gefälliger, aber nicht gerade zweckmässiger Weise auf eine in der Mitte -des Zimmers errichtete treppenfönnige Pyramide (gleichsam ein mexicanisches Teocalli) -geordnet.</p> - -<p>Mit der Aufstellung im neuen Local war zugleich die Anlegung einer Sammlung von -Gipsabgüssen verbunden, worauf schon beim Entwurf des Baues (Antikensaal mit Oberlicht) -Rücksicht genommen war. Die zur Anschaffung der Abgüsse nöthigen Gelder stellte der -neugegründete Museumsverein unter Vorbehalt des Eigenthumsrechtes zur Verfügung, so dass -bald nach der Uebertragung der Sammlungen ins Museum auch der Antikensaal mit über -30 Hauptwerken (14 Statuen, 9 Köpfen und 8 Reliefs) dekoriert war.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_72" id="Seite_72">72</a></span> - - Jetzt erst, nachdem für eine angemessene Aufstellung gesorgt war, konnte das Interesse -des Publikums für die Sammlung geweckt und an eine nutzbringende Verwaltung derselben -gedacht werden. Diese Verwaltung war in die Hände des Herrn Prof. W. <em class="gesperrt">Vischer</em>, -Vater, gelegt, der von da an bis zu seinem Tode 25 Jahre lang (1849-74) mit seltener -Umsicht und Hingebung der Kommission für die antiquarische Abtheilung des Museums -vorstand. Aus der unten folgenden Uebersicht über die hauptsächlichsten Erwerbungen und -Schenkungen lässt sich am besten erkennen, was für eine gedeihliche Entwicklung die -Sammlung unter seiner Leitung nahm. Doch muss zur richtigen Beurtheilung noch zweierlei -vorausgeschickt werden.</p> - -<p>Einmal machte sich sehr bald, speziell bei Anlass der Münsterrestauration im Anfange -der fünfziger Jahre, das Bestreben geltend, neben der bisher vorwiegenden Berücksichtigung -des römischen Alterthums auch mittelalterliche Kunstwerke in die Sammlung aufzunehmen. -Die grosse Zahl und der Umfang der sich darbietenden Gegenstände machten es nöthig, -einen besonderen Raum ausserhalb des Museums für sie zu schaffen. So entstand 1855-57 -die mittelalterliche Sammlung im Conciliumssaal, die sich dann in kurzer Zeit aus einer -Filiale der antiquarischen zu einer selbstständigen und ebenbürtigen Schwester derselben -entwickelte. Die Erwerbungen der antiquarischen Sammlung dagegen blieben fortan der -Hauptsache nach auf das vorchristliche Alterthum beschränkt.</p> - -<p>Sodann wurde im weiteren Verlauf der fünfziger Jahre in der Kommission die Frage -erörtert, ob es nicht am Platze sei, das Augenmerk auch auf die stets sich mehrenden Funde -von Pfahlbauten zu richten, eine Frage, welche nach der Dietrich'schen Schenkung ähnlicher -mexicanischer Alterthümer im Jahre 1857 kaum mehr anders als in bejahendem Sinne -entschieden werden konnte. Während daher einerseits das Mittelalter und die Renaissance -für die Zukunft ausgeschieden, bezw. einer besonderen Sammlung überlassen wurden, kam -andrerseits zum griechisch-römischen Alterthum noch das prähistorische hinzu, und auch -diesem hat der damalige Vorsteher eine geraume Zeit sein lebhaftes Interesse entgegengebracht. -Erst nach seinem Tode ist zu Gunsten der anderen Abtheilungen, um die finanziellen -Kräfte nicht gar zu sehr zu zersplittern, auf fernere Ankäufe solcher Gegenstände -verzichtet worden.</p> - -<p>Die Erwerbungen vertheilen sich daher auf mindestens fünf verschiedene Kategorien -(griechisch-römische Alterthümer, Münzen, Gipsabgüsse, Pfahlbauten, Ethnographisches), und -zwar in chronologischer Aufzählung wie folgt:</p> - -<p>1851. Münzfund von Reichenstein (2599 römische Münzen von Gordian III. bis Carinus, -darunter besonders viele des Probus).</p> - -<p>1852. Ankauf der Horner-Müller'schen Vasen aus Unteritalien (44 Stück).</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_73" id="Seite_73">73</a></span> - - 1855. Ankauf eines Theils der Fueter'schen Münzsammlung in Bern (257 Schweizermünzen).</p> - -<p>1857. Schenkung des Herrn Dr. <em class="gesperrt">Dietrich</em> von nordamerikanischen Steinalterthümern -(ca. 1000 Stück Waffen und Werkzeuge verschiedener Art).</p> - -<p>1858. Ankauf der Schmid'schen Sammlung von Augst (Münzen, Inschriften, architektonische -Ueberreste, Bildwerke von Bronze, Stein und Terracotta, Waffen und Geräthe von -Augusta Rauracorum, Gräberfunde von Kaiseraugst).</p> - -<p>1859. Erste Ankäufe von Pfahlbautenalterthümern (aus Moosseedorf, Pfäffikon und Biel).</p> - -<p>1862. Schenkung des Herrn Prof. <em class="gesperrt">Aeby</em> von Steinwerkzeugen und Waffen aus Dänemark.</p> - -<p>1864. Schenkung von 141 modernen Silbermünzen (darunter 97 napoleonische Medaillen) -durch Hrn. <em class="gesperrt">Hoffmann-Burckhardt</em>. — Schenkung des Herrn <em class="gesperrt">Ad. Krayer</em> (ethnographisch -interessante Gegenstände aus China).</p> - -<p>1865. Schenkung des Herrn <em class="gesperrt">Ad. Vischer</em> (212 chinesische Münzen).</p> - -<p>1866 u. 67. Schenkung westafrikanischer Gegenstände durch die Herren J.Fr. und -E. <em class="gesperrt">Vest</em> aus Gorea.</p> - -<p>1868. Ankauf von 151 griechischen Münzdoubletten aus der Imhoof'schen Sammlung, -mit Hilfe eines Kredits der Akademischen Gesellschaft. — Schenkung des Apollokopfes von -Steinhäuser durch einen Ungenannten.</p> - -<p>1869. Nachträgliche Erwerbung des Herakles- und des Athletenkopfes von Steinhäuser -durch einige Kunstfreunde. — Hauptschenkung des Herrn Rathsherrn W. <em class="gesperrt">Vischer</em> -(378 griechische Silbermünzen).</p> - -<p>1872. Schenkung einer Sammlung griechischer und römischer Münzen durch Herrn -Ingenieur W. <em class="gesperrt">Bachofen</em>. — Schenkung einer Anzahl griechischer Antiquitäten durch Herrn -Rathsherrn W. <em class="gesperrt">Vischer</em>. — Schenkung einer grossen Anzahl ostasiatischer Gegenstände -(aus Japan, China, Hinterindien) durch die Herren Gebrüder <em class="gesperrt">Zahn</em>.</p> - -<p>1874. Erwerbung einer Auswahl griechischer Vasen aus Capua.</p> - -<p>1877. Erwerbung der in Augst zurückgebliebenen architektonischen Ueberreste aus -der Sammlung Schmid. — Uebernahme der bisher in der Bibliothek verwahrten grossen -Gemmenabdrucksammlung von Cades (Geschenk von Herrn Oberst R. <em class="gesperrt">Merian</em>).</p> - -<p>1878. Schenkung der Holzreliefs von Tikal in Mittelamerika durch Hrn. Dr. G. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>.</p> - -<p>1880. Erwerbung der Sammlung Quiquerez (Römische Alterthümer und Münzen aus -dem Bisthum, burgundische Waffen und Geräthe).</p> - -<p>1881. Schenkung ethnographischer Gegenstände aus Sierra Leone in Westafrika durch -Herrn J.L. <em class="gesperrt">Baur</em>.</p> - -<p>1883. Reinigung und Aufstellung der Basler Münzstempel.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_74" id="Seite_74">74</a></span> - - Bei dieser Uebersicht sind die von Jahr zu Jahr angekauften Gipsabgüsse nicht mit -aufgeführt, wie auch viele kleinere Erwerbungen und Schenkungen übergangen sind. Und -doch nahmen die Gipsabgüsse jeweilen einen grossen Theil des zur Verfügung stehenden -Geldes in Anspruch; zumal seit 1875, wo ausser solchen im Durchschnitt bloss noch vaterländische -Alterthümer und etwa besonders wichtige Münzen angekauft wurden, während die -Aeufnung der prähistorischen und der ethnographischen Sammlung lediglich Geschenken -überlassen blieb. Seit eben dieser Zeit wurde der Ankauf von Gipsabgüssen durch freiwillige -jährliche Beiträge von einer Anzahl von Kunstfreunden unterstützt. Die Zahl der vorhandenen -Stücke beläuft sich gegenwärtig auf 145 Nummern, wovon 39 grössere Statuen oder -Gruppen, 50 Büsten und Köpfe, 32 Reliefs und 24 kleinere Gegenstände.</p> - -<p>Im Gegensatz zu allen diesen Erwerbungen wurden im Jahre 1881 der Kirchenschatz -und die seit 1865 uns ebenfalls anvertrauten Zunftbecher nebst den Amerbach'schen Goldschmiedmodellen -an die Mittelalterliche Sammlung abgetreten.</p> - -<p>Was die sonstige Geschichte der Sammlung betrifft, so ist zu bemerken, dass seit dem -Bezug des Museums zwei Mal grössere Lokalveränderungen und Umstellungen stattfanden. -Das eine Mal im Jahre 1865, wo sie aus den Sälen neben der Gemäldegallerie in die frühere -Bibliothekarenwohnung hinter dem Antikensaal übersiedeln musste, bei welcher Gelegenheit -sie im Grunde wenig gewann. Das ethnographische Kabinet und die Pfahlbauten wurden -damals sammt dem Kirchenschatz im vorderen, das eigentliche Antiquarium der Hauptsache -nach im hinteren Zimmer aufgestellt, obschon die Scheidung nicht streng durchgeführt werden -konnte. Und dann bei fortwährend sich steigerndem Raummangel ein zweites Mal im Jahre -1877, wo endlich zwei weitere Räumlichkeiten (das frühere chemische Laboratorium im Erdgeschoss) -für ihre Bedürfnisse hergerichtet wurden. Erst jetzt konnten die heterogenen -Bestandteile der Sammlung systematisch von einander getrennt, das ethnographische Kabinet, -sowie die Pfahlbauten in besondere Zimmer (eben in die des Erdgeschosses) verwiesen, und -von der neugeordneten speziell antiquarischen Abtheilung ein Katalog verfasst werden (1881). -Doch hat die doppelte Umstellung nicht blos nachtheilig auf den Zustand mancher zerbrechlichen -kleinen Gegenstände eingewirkt, sondern leider auch manche Fundnotizen in Verwirrung gebracht.</p> - -<p>Das Münzkabinet ist in den letzten Jahren vollständig geordnet worden. Es umfasst, -nach Ausscheidung und Verkauf der Doubletten, circa 2600 griechische und circa 7000 -römische Münzen (die griechische Abtheilung gewissermassen eine Schöpfung des Herrn -Rathsherrn W. <em class="gesperrt">Vischer</em>), sodann über 1000 Stück Basler Münzen und Medaillen, circa -1500 sonstige Schweizermünzen nebst 500 Brakteaten und circa 4500 ausländische, darunter -gegen 1800 Medaillen; im Ganzen über 17,000 Stück. Eine Auswahl der vorzüglichsten und -interessantesten ist seit 1877 in drei Münztischen ausgestellt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_75" id="Seite_75">75</a></span> - - Wenn wir zum Schluss einen Ausblick auf die künftige Gestaltung der Sammlung -richten, so steht zu erwarten, dass in der nächsten Zeit abermals eine Filiale sich von ihr -lostrennen und zu einem selbstständigen Institut erheben wird, nämlich das Gipsmuseum, -für welches vom Kunstverein hinter der Kunsthalle ein eigenes, bessern Raum gewährendes -Gebäude errichtet werden soll. — Ob dann der alte Grundstock des Antiquariums, von dem -sich jetzt auch die ethnographische Sammlung lokal getrennt hat, vereinsamt im Museum -zurückbleiben oder sich wieder mit seiner natürlichen Schwester, der Mittelalterlichen -Sammlung, vereinigen wird, darüber zu entscheiden bleibt der Zukunft vorbehalten.</p> - -<p class="right"> -J.J. Bernoulli-Reber. -</p> -<hr class="small" /> - -<h3>4. Mittelalterliche Sammlung.</h3> - -<p>Unter den der Fürsorge der akademischen Behörden unterstellten Sammlungen, deren -Entstehung noch in die Zeit vor dem Jubiläum des Jahres 1860 zurückreicht, ist in der -zeitlichen Folge die letzte die Mittelalterliche Sammlung. Der thatkräftige Geist, welcher -die Decennien nach der Reorganisation der Universität erfüllte, das in jenen Jahren neu -hervortretende und in der Restauration des Münsterinnern sich bethätigende Verständniss -für bildende Kunst, das wachsende Bewusstsein von Wesen und Werth auch des rein -archäologischen Studiums verlangten und ermöglichten das Zustandekommen der Sammlung. -Für diesen Zweck alle jene treibenden lebensvollen Kräfte fruchtbar gemacht zu haben, ist -das Verdienst <em class="gesperrt">Wilhelm Wackernagels</em>, der mit festem Willen, mit warmer Begeisterung -und wahrer Sachkenntniss den Plan entwarf und die Gründung vollzog.</p> - -<p>Im Jahre 1856/57 geschah dies, aber es dauerte noch mehrere Jahre, bis die jüngste -der akademischen Sammlungen als eine den andern ebenbürtige in der Organisation berücksichtigt -wurde. Sie unterstand zunächst der antiquarischen Kommission. Erst 1861 wurde -von der Regenz eine besondere Kommission bestellt. Sie bestand unter dem Vorsitz des -Stifters aus den Herren Architekt <em class="gesperrt">Riggenbach</em> († 1863), Dr. <em class="gesperrt">Remigius Meyer</em> (bis 1877), -Dr. <em class="gesperrt">Carl Burckhardt-Burckhardt</em> (bis 1870) und <em class="gesperrt">Samuel Merian-Bischoff</em>; ihre -constituierende Sitzung fand am 18. Januar 1862 statt.</p> - -<p>Ein schwerer Schlag traf die Sammlung am 21. December 1869 mit dem Hinschied -<em class="gesperrt">Wilhelm Wackernagels</em>. Jedoch war es ein Glück zu nennen, dass sein Nachfolger auf -dem Lehrstuhl auch hier seine Stelle einnehmen konnte. <em class="gesperrt">Moritz Heyne</em> entfaltete als -solcher eine ausserordentliche Energie zur Hebung und Mehrung der Sammlung und verstand -es, das Interesse weiterer Kreise für dieselbe zu wecken. Das glänzende Ergebniss dieser<span class="pagenum"><a name="Seite_76" id="Seite_76">76</a></span> -Thätigkeit zeigte sich besonders deutlich bei dem am 16. Mai 1882 gefeierten fünfundzwanzigjährigen -Jubiläum. Im Herbst 1883 wurde an die durch <em class="gesperrt">Heyne's</em> Abgang nach Göttingen -erledigte Vorsteherschaft das älteste Mitglied, Herr <em class="gesperrt">Samuel Merian-Bischoff</em>, gewählt, -und bei diesem Anlass das Amt eines Konservators geschaffen.</p> - -<p>Im Lauf der Jahre traten folgende Mitglieder in die Kommission ein: Stadtrath <em class="gesperrt">Amadeus -Merian</em> (1863-1879), Dr.G. <em class="gesperrt">Wackernagel</em> (seit 1870), Dr.L. <em class="gesperrt">Sieber</em> (1872-1882), -<em class="gesperrt">Hans Labhardt</em> (1877-1884), Dr. <em class="gesperrt">Albert Burckhardt-Finsler</em> (seit 1879; seit 1883 -Konservator), J.G. <em class="gesperrt">Mende</em> (seit 1879), Direktor W. <em class="gesperrt">Bubeck</em> (seit 1882), Prof. O. <em class="gesperrt">Behaghel</em> -(seit 1884), Prof. <em class="gesperrt">Jacob Burckhardt</em> (seit 1884), Dr. <em class="gesperrt">Rudolf Wackernagel</em> (1884-1885), -<em class="gesperrt">Hans Burckhardt-Burckhardt</em> (seit 1885).</p> - -<p>Die bei Anlegung der Sammlung leitende Ansicht ihres Urhebers war gewesen: »Es -soll diese Sammlung das Leben des Mittelalters in Werken der kunstbeflissenen gewerbthätigen -Menschenhand, in Originalwerken selbst oder in getreuen Nachbildungen, zur -Anschauung bringen; schicklicher Weise wird dabei rückwärts in die altchristlichen Zeiten -und vorwärts über die Grenzen des Mittelalters hinaus bis in die Zeit der sogen. Renaissance -gegriffen. Ohne solch eine Ausdehnung würde dem Bilde der Rahmen und der Reihenfolge -ihr Anfang und ihr Ende fehlen.« Also eine Sammlung von allgemeiner Tendenz. — Es -ist bekannt, wie der Gang der Entwicklung dieses erste Programm verschoben hat, wie von -Jahr zu Jahr in steigendem Maasse die Sammlung den Charakter eines baslerischen kulturhistorischen -Museums annahm, und hiemit ihr Schwergewicht aus dem Mittelalter in die -neuere Zeit verlegt wurde. Wenn der Stifter anfangs nur für erlaubt hielt, bis in die Zeit -der Renaissance zu greifen, so ist seitdem und schon zu seiner Zeit das Sammeln bis an die -Schwelle des XIX. Jahrhunderts ausgedehnt worden. Dieser Gang der Entwicklung war -durch die Verhältnisse gegeben; die Kleinheit der finanziellen Geldmittel, die Unermüdlichkeit -der Behörden und Bürger Basels in Zuwendung von Alterthümern wirkten von selbst auf -eine lokale Einschränkung hin.</p> - -<p>Der erste Grundstock der Sammlung war durch Abgüsse von Skulpturen des hiesigen -Münsters gebildet worden; es wurde sofort für nöthig gehalten, diese Serie durch Nachbildungen -auswärtiger Bildnerei zu ergänzen. In gleicher Weise wurden Gipsabgüsse auswärtiger -Alterthümer auch aus den Gebieten der Kleinkunst beschafft, um dem Beschauer die Entwicklung -eines und desselben Gegenstandes in verschiedenen Zeiten und Orten vorführen -zu können. Dieselbe allgemeine Tendenz tritt in der mit besonderer Vorliebe gepflegten -Sammlung alter Schriftfragmente, in der Anlegung einer Urkundensammlung, eines reichen -Apparates von Abbildungen und Nachschlagewerken zu Tage. Bald aber wich diese Thätigkeit -zurück vor der immer mächtiger zudrängenden Menge der Erzeugnisse alter heimischer<span class="pagenum"><a name="Seite_77" id="Seite_77">77</a></span> -Kunstübung. Es kann hier nicht versucht werden, das Hauptsächliche aus den reichen -Erwerbungen namhaft zu machen. Es wird genügen, auf einiges besonders Hervorragendes -hinzuweisen. 1857: die Votivtafel der Isabella von Burgund, die Truhe aus der Domprobstei -und die des Erasmus. 1859: Bruchstücke des Todtentanzes. 1863: Elfenbeinlöffel aus der -Lassbergischen Sammlung; Holzschnitzerei aus Meggen. 1869: Truhe aus Schloss Greifensee. -1874: Tscheckenpürlinbett. 1871: Bretspielstein aus dem XII. Jahrhundert; Waffensammlung. -1872: Schnitzereien aus der Spinnwetternzunft; Schreibtisch aus dem Augustinerkloster. -1870: Kanonenrohre aus dem Zeughaus. 1878: Sammlung musikalischer Instrumente. 1879: -Iselinzimmer aus dem Bärenfelser Hof. 1880: Sammlung Quiquerez. 1881: Glasgemälde -aus der Sammlung Bürki. 1882: Kirchenschatz, Zunftkleinodien, Goldschmiedmodelle. 1883: -Winterthurer Ofen; Teppich aus dem Kloster Feldbach. — Manche der hier genannten und -auch viele andere Stücke sind von deren Inhabern unter Eigenthumsvorbehalt überlassen -worden, ein Verfahren, welches in neuerer Zeit besonders von Seiten der Zünfte, gleich zu -Anfang aber für die reichen Sammlungen der antiquarischen Gesellschaft geübt wurde; auf -den Namen der letztern wurden früher auch die meisten Geschenke eingetragen.</p> - -<p>Es ist begreiflich, dass der wachsende Inhalt der Sammlung immer mehr Räume in -Anspruch nahm. Zu dem für die ersten Stücke angewiesenen Conciliumssaal kamen 1859 -die unterhalb desselben befindliche Nikolauskapelle, durch die es erst möglich wurde, die -Sammlung allsonntäglich dem Publikum zu öffnen, 1868 die Säle des Münsterarchivs, 1874 -einige Estrichräumlichkeiten, deren Herrichtung ziemlich viele Bauten nöthig machte, aber -zum ersten Mal eine durchgeführte sachliche Anordnung ermöglichte. Das letzte ist die 1879 -erfolgte Zuweisung des Betsaals, des grösten Raums der Sammlung und des einzigen, in -dem solche Schätze wie das Iselinzimmer würdig untergebracht werden konnten. Seitdem -ist freilich neue Raumnoth eingetreten. Alle Erweiterungen brachten indess keine eigentliche -Aenderung des Lokals; die Sammlung bildet nach wie vor einen Anhang des Münsters.</p> - -<p>Ihre Mittel verdankt sie gröstentheils der Freigebigkeit ihrer Gönner; zu erwähnen -sind die Jahresbeiträge der Regierung (seit 1857 Fr. 300), der Gemeinnützigen Gesellschaft -(seit 1858 Fr. 500), des Museumsvereins (seit 1863 Fr. 200), und der Akademischen Gesellschaft, -die der letztern von wechselndem Betrag und zum Theil der 1870 gegründeten Wackernagelstiftung -entnommen, von der ein bestimmter Theil von vornherein für die Sammlung vorbehalten -wurde. Seit 1872 besteht der von Herrn <em class="gesperrt">Hans Labhardt</em> gegründete »Verein für die -Mittelalterliche Sammlung«, der z.B. 1884 Fr. 619 beisteuerte. Dazu viele einzelne Geldbeiträge -von Freunden, meist für bestimmte Erwerbungen gewährt (z.B. 1879 Fr. 4580 an das -Iselin'sche Zimmer) und seit dem Jahre 1881 ein Antheil an den Eintrittsgeldern (1884 -Fr. 838.90). Doch hielt sich das Budget lange in sehr bescheidenen Ziffern. In den ersten<span class="pagenum"><a name="Seite_78" id="Seite_78">78</a></span> -zehn Jahren erreichte es zweimal nicht die Höhe von Fr. 1000, und betrug durchschnittlich -Fr. 15-1600, bewegte sich dann in den siebziger Jahren um Fr. 2000 herum. Seit 1880 hat -es die 4000 überschritten. Ausserordentliche Belastung brachte der Umbau der Estrichräume, -dessen Kosten im Betrag von rund Fr. 20,000 durch Beiträge des Staats (Fr. 5000), der -Akademischen Gesellschaft (Fr. 2000), der Gemeinnützigen Gesellschaft (Fr. 3000), des -Museumsvereins und einzelner Freunde gedeckt wurden.</p> - -<p>Für Bekanntmachung der Schätze der Sammlung dienten theils die Vorlesungen, welche -seit 1877 von dem frühern Vorsteher und später von dem Konservator in den Räumen der -Sammlung abgehalten wurden, theils verschiedene Druckschriften. Wir nennen ausser den -Katalogen die zusammenhängenden Darstellungen von <em class="gesperrt">Wilhelm Wackernagel</em> im Universitätsprogramm -von 1857 und von <em class="gesperrt">Moritz Heyne</em> im Neujahrsblatt von 1874, sowie -den von letzterm herausgegebenen Führer (Basel, bei Felix Schneider 1880). Ueber die -Glasgemälde gibt das von Dr. <em class="gesperrt">Albert Burckhardt-Finsler</em> verfasste Programm des -Gymnasiums (Basel 1885) Auskunft. Der 1864 erfolgten Widergabe einer Anzahl Gegenstände -durch Photograph <em class="gesperrt">Höflinger</em> folgte »die Kunst im Hause. Abbildungen von Gegenständen -aus der Mittelalterlichen Sammlung«, mit Zeichnungen von W. <em class="gesperrt">Bubeck</em> und Text von -M. <em class="gesperrt">Heyne</em> (Basel, bei Detloff I. 1880, II. Reihe 1882), ein Werk geeignet zu zeigen, welchen -Gewinn das heimische Kunsthandwerk aus den hier vorhandenen Schätzen zu ziehen vermöchte.</p> - -<p class="right"> - Nach Mittheilungen<br /> - <small>des Konservators der Sammlung</small>. -</p> -<hr class="small" /> - -<h3>5. Naturhistorisches Museum.</h3> - -<p>Ueber die Hauptzüge der Geschichte dieser Anstalt sind von dem Unterzeichneten in -den letzten Jahren mehrere Darstellungen veröffentlicht worden: für die ältere Periode bis -zur Entstehung des im Jahre 1822 im Falkensteiner Hof eingerichteten und der akademischen -Regenz unterstellten Museums — und weiter bis zur Erbauung des »neuen Museums« im Jahre -1847 in einem besondern Abschnitt der Gedenkschrift an Peter Merian;<a name="FNAnker_30_30" id="FNAnker_30_30"></a><a href="#Fussnote_30_30" class="fnanchor">[30]</a> und über die -zwei Jahre seit dessen Hinschied zwei Berichte, von welchen derjenige für 1883 von der -Akademischen Gesellschaft, beide, für 1883 und 1884, von der Naturforschenden Gesellschaft -publiciert worden sind.<a name="FNAnker_31_31" id="FNAnker_31_31"></a><a href="#Fussnote_31_31" class="fnanchor">[31]</a></p> -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_79" id="Seite_79">79</a></span> -Für den gegenwärtigen Anlass wird es also wohl passend sein, hauptsächlich die -Periode von 1847 bis 1883 ins Auge zu fassen. Doch ist dabei zu erinnern, dass auch diese -Periode ihren Anfang nimmt von 1835 an, von dem Moment, wo nach der durch eidgenössisches -Schiedsgericht vollzogenen Theilung des Staatsvermögens zwischen Baselstadt und Baselland -an erstere die Frage herantrat, in wiefern sie es vermöge, nach so schwerer Schädigung von -Neuem für den Weiterbau ihrer wissenschaftlichen Anstalten einzustehen.</p> - -<p>Die erste Antwort bestand, wie bekannt, für das naturwissenschaftliche Museum in -einer von dessen Kommission (<em class="gesperrt">Peter Merian</em>, Präsident, Prof. Chr. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>, Prof. -K.Fr. <em class="gesperrt">Meissner</em>, Dr. <em class="gesperrt">Schönbein</em>, Dr. L. <em class="gesperrt">Imhoff</em>, Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>, Dr. F. <em class="gesperrt">Ryhiner</em>) -an die Gemeinnützige Gesellschaft und weiter an das Publikum gerichteten Bitte um fernere -Unterstützung, »da in den jetzigen Zeitverhältnissen die Hilfsmittel zu einem nur in einigem -Maasse anderen Städten, wo wissenschaftlicher Sinn herrsche, ebenbürtigen Ausdehnung der -naturwissenschaftlichen Sammlungen nur im Gemeinsinn der Mitbürger zu finden seien, und -Baselstadt in der nunmehrigen isolierten Lage nur durch solche Gesinnung eine ehrenvolle -Stellung zu behaupten und das zu ersetzen vermöge, was ihm an Kopfzahl abgehe.«</p> - -<p>Der Erfolg war ein Beitrag von circa 5000 Fr. an Geschenken aus dem Publikum. -Verbessert wurden diese Verhältnisse durch das Gesetz vom 6. April 1836 über Verwendung -des Universitätsgutes, wonach von nun an dem Museum aus letzterem ein jährlicher Beitrag -von Fr. 800 zugewiesen wurde. Die Kommission zum Museum wurde bei diesem Anlass -von der Regenz neu bestellt aus den Herren P. <em class="gesperrt">Merian</em>, Präsident, Proff. <em class="gesperrt">Meissner</em>, -<em class="gesperrt">Schönbein</em> und J.J. <em class="gesperrt">Mieg</em>, Dr. L. <em class="gesperrt">Imhoff</em> und Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>. Dazu kamen wiederholt -ausserordentliche Beiträge von Seiten der Gemeinnützigen Gesellschaft, welche sich schon -seit längerer Zeit mit einem regelmässigen Beitrag von Fr. 200 betheiligt hatte, sowie von -Privaten; namentlich flossen solche Hilfsquellen ergiebig bei Anlass der Versammlung der -Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft in Basel im Jahre 1838.</p> - -<p>Auch die Geschenke an Naturalien, über deren ältern Bestand und Quellen auf den -schon genannten Bericht (Note 1) verwiesen werden kann,<a name="FNAnker_32_32" id="FNAnker_32_32"></a><a href="#Fussnote_32_32" class="fnanchor">[32]</a> nahmen wieder in erfreulicher -Weise zu. An grösseren derartigen Vergabungen sind zu nennen die von den Professoren -<em class="gesperrt">Peter</em> und <em class="gesperrt">Rud. Merian</em> zu Gunsten des Museums angekaufte Sammlung von Versteinerungen -aus England von Professor Meissner; ferner eine ansehnliche Sammlung von Vögeln und -<span class="pagenum"><a name="Seite_80" id="Seite_80">80</a></span>Säugethieren von Herrn <em class="gesperrt">Dettwyler</em> von Langenbruck, niedergelassen in Pennsylvania, -eine ähnliche Sammlung von Dr.Fr. <em class="gesperrt">Ryhiner</em> in Illinois, dann eine Sammlung von Land- -und Süsswasser-Conchylien aus der Umgebung von Basel von Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>, und in -den vierziger Jahren eine Reihenfolge von höchst werthvollen Geschenken von Missionar -<em class="gesperrt">Riis</em> von der afrikanischen Goldküste und später von den Antillen; von Herrn <em class="gesperrt">Carl Respinger</em> -und Stadtrath <em class="gesperrt">Bischoff-Respinger</em> Thiere aus Mexico und Havannah, ähnliche -Sendungen aus Mexico von Herrn <em class="gesperrt">Bened. Wölfflin</em>, schweizerischem Konsul daselbst, -javanische Vögel von Dr.C. <em class="gesperrt">Streckeisen</em> u.s.f. Für die Thierwelt der Goldküste besass -Basel lange Zeit eine der bestversehenen Sammlungen. 1844 kaufte die Akademische -Gesellschaft für das Museum von Prof. <em class="gesperrt">Klipstein</em> in Giessen eine ansehnliche Sammlung -von Gipsabgüssen fossiler Säugethiere aus Rheinhessen (darunter den colossalen Schädel des -Dinotherium).</p> - -<p>Durch diese günstigen Verhältnisse hob sich der Zustand der meisten Abtheilungen -in ansehnlicher Art. Des regelmässigsten und reichsten Ausbaues erfreute sich stets durch -die Fürsorge ihres besonderen Vorstehers, P. <em class="gesperrt">Merian</em>, woran sich auch während langer -Zeit Dr. <em class="gesperrt">Christ. Burckhardt</em> betheiligte, die Abtheilung der Conchylien und Petrefakten, -unter welchen namentlich die Echinodermen schon frühe eine hohe Stelle einnahmen. In -gleich günstiger Lage befand sich die unter derselben Fürsorge stehende Mineraliensammlung, -welcher von auswärts ansehnliche Geschenke, hauptsächlich von Hrn. C. <em class="gesperrt">Vischer-Passavant</em> -in Mexico, zuflossen. Auch die Insektensammlungen, sowie diejenige der Corallen standen -in raschem Fortschritt und ebenfalls vorwiegend durch Geschenke, unter welchen die reiche -Privatsammlung von Dr. L. <em class="gesperrt">Imhoff</em>, die lange Zeit den Grundstock dieser Abtheilung bildete, -und die wiederholten Geschenke von Hrn. <em class="gesperrt">Andr. Bischoff-Ehinger</em> in erster Linie zu -nennen sind. Die eigenen Hilfsmittel des Museums wurden dafür hauptsächlich auf Vervollständigung -der früher unbedeutenderen Abtheilungen der Säugethiere und Vögel verwendet, -deren Betrag hiedurch, wie durch die erwähnten Geschenke von auswärts, sich rasch hob. -Am weitesten zurück blieben immer noch, obschon sie mindestens für Westafrika sehr -Werthvolles enthielten, die Abtheilungen der Reptilien und Fische, sowie, mit Ausnahme -der trocken aufzubewahrenden, diejenigen der niedern Thiere. Eine von Prof. <em class="gesperrt">Alex. Ecker</em> -in Triest angelegte Sammlung von Meeresthieren der Art wurde im Jahre 1847 von der -Naturforschenden Gesellschaft angekauft.</p> - -<p>Durch all das war allmählig das im Jahre 1822 bezogene Lokal im Falkensteiner Hof -zu eng geworden. Im December 1841 entschloss sich daher eine zu diesem Zweck gebildete -Kommission, bestehend aus Mitgliedern des Kunstvereins, der Naturforschenden Gesellschaft -und der Bibliothekskommission, zum Aufruf an die Bürgerschaft, für die Erbauung des<span class="pagenum"><a name="Seite_81" id="Seite_81">81</a></span> -gegenwärtigen Museums, wozu der Grosse Rath durch Beschluss vom 21. März 1843 seine -Betheiligung zusagte. An der Herstellung hat der Staat Fr. 184,000, die Stadt 16,000, der -Universitätsfond 15,000, die Bürgerschaft nahezu 70,000 Fr. beigetragen. Schon im Spätjahr -1847 wurde das Gebäude bezogen und am 26. November 1849 eröfnet.<a name="FNAnker_33_33" id="FNAnker_33_33"></a><a href="#Fussnote_33_33" class="fnanchor">[33]</a> Das Jahr 1850 -fügte dazu die Stiftung des Museumsvereins, der sich ausschliesslich die Sorge für die verschiedenen -Sammlungen der neuen Anstalt zum Zweck setzte, und dessen kräftiger Beihilfe -sich auch die naturhistorische Abtheilung besonders häufig zu erfreuen hatte.</p> - -<p>Wenn wir uns für die fernere Entwicklung unserer Anstalt seit diesem Wendepunkt -an eine Eintheilung halten, die sich von selbst aufdrängt, so wurden die regelmässigen -Hilfsquellen, die also von 1849 an aus Fr. 800 aus dem Universitätsgut und Fr. 200 von der -Gemeinnützigen Gesellschaft bestanden hatten, schon von 1850 an von dem Museumsverein -um einen erst wechselnden, von 1857 an um einen auf Fr. 850 festgestellten Jahresbeitrag -vermehrt, wozu aber sehr häufig ausserordentliche Beiträge kamen. Vom Jahr 1852 an -wurde der Beitrag aus dem Universitätsgut auf Fr. 1200, derjenige der Gemeinnützigen -Gesellschaft auf Fr. 300 gestellt. Von 1857 an kam zu dem ordentlichen Beitrag aus dem -Universitätsgut noch ein ausserordentlicher aus dem Kredit für die akademischen Sammlungen, -der im Durchschnitt dem ordentlichen an Höhe gleich stand, und vom gleichen Jahre an -setzte der Museumsverein seinen jährlichen Zuschuss auf 850 Fr. Vom Jahre 1862 an flossen -ferner zum ersten Mal ansehnliche Zuschüsse aus den durch Grossrathsbeschluss dem Museum -zugewiesenen Zinsen von auswärtigen Anlagen der Universität, als »Spezialfonds für das -naturhistorische Museum.«</p> - -<p>Durch Universitätsgesetz vom 30. Januar 1866 wurde endlich das naturhistorische -Museum abgetrennt von dem physikalischen Kabinet und der chemischen Anstalt und unter -Leitung einer besondern Kommission von wenigstens fünf Mitgliedern gestellt, wozu die -ordentlichen Professoren der Zoologie und Geologie gehören sollten. Gewählt wurden von -der Regenz unter dem Präsidium von P. <em class="gesperrt">Merian</em> die Professoren L. <em class="gesperrt">Rütimeyer</em> und -<em class="gesperrt">Albr. Müller</em>, ferner Dr. <em class="gesperrt">Christ. Burckhardt</em>, Dr. L. <em class="gesperrt">Imhoff</em>, wovon letzterer der -Kommission schon seit 1834, die beiden vorhergenannten seit 1849 angehört hatten. 1867 -kam dazu Herr <em class="gesperrt">Andr. Bischoff-Ehinger</em>. Nach dem nemlichen Gesetz wurde das Museum -für Unterhalt und Vermehrung zunächst auf die Eingänge des etwa 40,000 Fr. betragenden -naturwissenschaftlichen Fonds und auf einen regelmässigen Staatsbeitrag von Fr. 500 angewiesen, -so dass seit diesem Jahr die regelmässigen Einnahmen bestehen aus circa 2000 Fr. -aus dem erwähnten Spezialfond, 500 Fr. ordentlichen und seit einer Anzahl von Jahren -<span class="pagenum"><a name="Seite_82" id="Seite_82">82</a></span>500 Fr. ausserordentlichen Kredites (für die akademischen Sammlungen) von der Kirchen- und -Schulgutsverwaltung, aus dem Beitrag von der Gemeinnützigen Gesellschaft von Fr. 300 bis -1877 und seither Fr. 500, aus dem regelmässigen Beitrag von Fr. 700 vom Museumsverein -und, seit 1867, einem Jahresbeitrag von Fr. 115 von der Akademischen Gesellschaft. Seit dem -Tode des Herrn <em class="gesperrt">Bischoff-Ehinger</em> ist dazu für die entomologische Sammlung ein -besonderes Legat gekommen, das derselben jährlich 80 Fr. abwirft.</p> - -<p>In und ausserhalb Basel ist bekannt genug, dass dabei ausserordentliche Hilfsquellen -nicht fehlten. Wie für andere Anstalten, so sind auch für das naturhistorische Museum, -wo es sich um grössere Einrichtungen oder besonders kostspielige Ankäufe handelte, bald -die Behörden, bald freiwillige Korporationen, in besonders kräftiger Weise vor allem der -Museumsverein hilfreich eingestanden. Zudem verzeichnet das Schenkbuch häufig, und -bei besonderen Anlässen oft sehr ansehnliche freiwillige Beiträge von Freunden und aus -Trauerhäusern, den letzten und grössten im Jahre 1883, von den Hinterbliebenen des Mannes, -der unserer Anstalt als Mitglied der Kommission seit 1821, als Präsident derselben seit 1830 -angehörte und ihr bis zu seinem Tode in stets gleicher Fülle sein ungewöhnlich reiches -Kapital an Wissen, an Einsicht und an Einfluss zugewendet hat.</p> - -<p>Ueber den unter solchen Verhältnissen erreichten Inhalt der Sammlungen geben die -zwei oben genannten Berichte für 1883 und 1884 einlässliche Auskunft. Wir entnehmen -denselben für die hier in Rede stehende Periode nur folgende Zahlen:</p> -<table summary="zahlen"> -<tr><td colspan="2"> </td> - <td>1834</td> <td>1884 </td></tr> -<tr><td>Säugethiere</td> <td>Arten-Zahl</td> <td>75</td> <td>462</td> </tr> -<tr><td>Vögel</td> <td> </td> <td>545</td> <td>2,361 </td></tr> -<tr><td>Reptilien</td> <td> </td> <td>136</td> <td>1,287 </td></tr> -<tr><td>Fische </td> <td> </td> <td>222</td> <td>623 </td></tr> -<tr><td>Conchylien</td> <td> </td> <td>653</td> <td>4,464</td> </tr> -<tr><td>Gliederthiere </td> <td> </td> <td>3,480</td> <td>etwa 32,000</td> </tr> -<tr><td>Corallen (lebende)</td> <td> </td> <td>100</td> <td>211</td> </tr> - </table> - -<p>Es weisen also einzelne Abtheilungen in dem Zeitraum von fünfzig Jahren eine -Verfünffachung bis Verzehnfachung der Spezies-Zahl auf. Dasselbe würde, wenn Zählung -von Spezies sich hier durchführen liesse, für die Versteinerungen gelten, über deren Bestand -der Bericht von 1884 eine allgemeine Uebersicht giebt.</p> - -<p>Wenn dieser Anwachs für die Pfleger der einzelnen Sammlungen vor allem in der -die Aufstellung immer bedenklicher erschwerenden Raumanfüllung an den Tag trat, so mag -er für das Publikum in umgekehrter Weise durch scheinbare Raumvermehrung bemerkbar<span class="pagenum"><a name="Seite_83" id="Seite_83">83</a></span> -geworden sein. Im Jahr 1877 wurde zuerst ein neues Lokal in dem bisherigen amphitheatralischen -Hörsaal eröffnet zu besonderer Aufnahme der Reptilien und Fische, deren -ausserordentlich starke Zunahme bezeichnet ist durch den im Jahr 1875 erfolgten Eintritt -von Hrn. Dr.Fr. <em class="gesperrt">Müller</em> in die naturhistorische Kommission. Im Jahr 1879 kam dazu ein -neues Lokal hinter der Aula für Aufnahme einer besondern Sammlung von fossilen Wirbelthieren. -Veranlasst war dieselbe zunächst durch den reichen Zufluss von Gipsabgüssen von -Ueberresten grösserer Säugethiere aus einer grossen Zahl von Museen Frankreichs und -Italiens. Jetzt birgt sie auch die für die Schweiz einzig dastehende Sammlung fossiler -Säugethiere aus den Bohnerzen von Egerkingen, die uns Hr. Pfarrer <em class="gesperrt">Cartier</em> in Ober-Buchsiten -im Jahr 1884 zum Geschenk gemacht hat, und eine sehr ansehnliche Originalsammlung -ähnlicher Art aus Südfrankreich. 1882 wurde ein ferneres Lokal für die Aufstellung -der Crustaceen, und 1883 eines für die Corallen eröffnet, beide letzteren ebenfalls besorgt -von Herrn Dr.Fr. <em class="gesperrt">Müller</em>.</p> - -<p>Da es nicht das Ziel dieses Berichtes sein kann, auf die Veränderungen im Bestand -der Sammlung im Detail einzugehen und ohnehin das Wesentliche dieser Veränderung vielmehr -in der allmähligen Vervollständigung der wissenschaftlichen Bedeutsamkeit des Inhalts, -als etwa in Bauschzahlen oder Arealzunahme besteht, so ist es doch billig, auch für die -Periode seit 1849 die grössern Schenkungen, so weit dies nicht schon geschehen ist, namentlich -aufzuführen. Unablässig folgen sich hier, wenn auch in den amtlichen Berichten selten -namentlich erwähnt, die Geschenke von P. <em class="gesperrt">Merian</em>, vor allem auf dem Gebiet der Versteinerungen. -1862 erfolgte durch Testament von Hrn. Fr. <em class="gesperrt">Heusler</em> die Vereinigung von -dessen aus 3-4000 Stücken bestehenden Mineraliensammlung mit dem Museum. Während -nahezu eines Jahrzehntes folgten sich in den vierziger und fünfziger Jahren Zusendungen -an Naturalien verschiedener Art von Dr.C. <em class="gesperrt">Dieterich</em>, erst aus Aegypten, später aus -Michigan. Aus derselben Zeit, etwa von 1850 an, datieren öftere Geschenke an Insekten -von Hrn. <em class="gesperrt">Andr. Bischoff-Ehinger</em>, welche nach dessen Tode im Jahre 1875 abschlossen -mit der Vergabung seiner gesammten, etwa 18,000 Arten umfassenden Privatsammlung, -nebst entomologischer Bibliothek und einem schon genannten Spezial-Legat für Pflege der -Sammlung. Andere Insekten-Zuflüsse verdanken wir Herrn <em class="gesperrt">Rud. Geigy</em> und Herrn <em class="gesperrt">Adolf -Burckhardt-Bischoff</em>. Das Jahr 1871 brachte von den Erben von Prof. <em class="gesperrt">Schönbein</em> -die ungefähr 3000 Arten enthaltende Conchyliensammlung von dessen Schwiegervater, -Kanzleirath <em class="gesperrt">Benz</em> in Stuttgart, das Jahr 1876 die Petrefaktensammlung des im Jahr zuvor -verstorbenen Dr. <em class="gesperrt">Christoph Burckhardt</em>. Schon zwei Jahre vorher hatte Herr Dr. <em class="gesperrt">Victor -Gilliéron</em> eine ansehnliche Sammlung ähnlicher Art aus dem Kanton Freiburg, dem Jura -und der Umgebung von Basel dem Museum zum Geschenk gemacht. Der Vogelsammlung<span class="pagenum"><a name="Seite_84" id="Seite_84">84</a></span> -fielen grössere Schenkungen zu aus Ostindien im Jahr 1855 von Herrn <em class="gesperrt">Rud. Geigy</em>, aus -Australien von Hrn. <em class="gesperrt">Achilles Bischoff</em>, und besonders reichlich (274 Arten) aus Brasilien -von Herrn <em class="gesperrt">Carl Euler</em>, und von eben daher 1873 von Konsul <em class="gesperrt">Heinr. David</em> daselbst. -1870 fiel durch Testament die ansehnliche Privatsammlung einheimischer Vögel (ca. 90 Arten -in 600 Exemplaren) von Prof. J.J. <em class="gesperrt">Mieg</em> dem Museum zu. — Die in einigen Zahlen schon -angedeutete gewaltige Zunahme der Reptilien beruht hauptsächlich auf den von 1864-1878 -fast jährlich wiederholten Geschenken von Dr. <em class="gesperrt">Gust. Bernoulli</em> in Guatemala und seit -1875 auf den an Auswahl nothwendiger Weise immer judiziöser gewordenen von -Hrn. Dr.Fr. <em class="gesperrt">Müller</em>. Aus dem Ausland sind dazu in den letzten Jahren wiederholt Zusendungen -von Hrn. Dr.C. <em class="gesperrt">Passavant</em> und Dr.E. <em class="gesperrt">Mähly</em> aus Westafrika und von den -Herren Dr. <em class="gesperrt">Paul</em> und <em class="gesperrt">Fr. Sarasin</em> aus Ceylon gekommen. Das letzte und eines der -reichsten von derartigen Geschenken seit fünfzig Jahren, dasjenige von Hrn. Pfarrer <em class="gesperrt">Cartier</em>, -ist schon genannt worden.</p> - -<p class="p2">Von dieser Aufzählung wäre es endlich unrecht die einzelnen hervorragenden Erwerbungen -auszuschliessen, welche ihrer Seltenheit oder Bedeutung halber ein ausserordentliches -Zusammenwirken von Gesellschaften und Privaten erforderten. Dahin gehört der Ankauf -eines fossilen Krokodiles (Mystriosaurus) aus dem schwäbischen Lias im Jahr 1865, im Jahr -1871 die Erwerbung eines damals noch ungewöhnliche Opfer erfordernden Gorilla-Skelettes, -die im Jahr 1876 als Nachgabe zu der schweizerischen Naturforscherversammlung in Basel -erfolgte Schenkung der prachtvollen Ichthyosaurus-Tafel in dem palæontologischen Saal hinter -der Aula, im Jahr 1877 die Erwerbung des schönen fossilen Moa-Skelettes (Palapteryx) und -aus neuester Zeit die mehr als zur Hälfte durch Geschenk zu Stande gekommene prächtige -Pentacrinitengruppe, welche seit diesem Jahr den Mineraliensaal schmückt.</p> - -<p class="p2">Bezüglich des Personals der die Sammlungen besorgenden Kommission ist zu dem -bereits Gesagten nur nachzutragen, dass dieselbe im Jahr 1868 durch den Tod Herrn -Dr.L. <em class="gesperrt">Imhoff</em>, im Jahr 1875 die Herren Dr.Chr. <em class="gesperrt">Burckhardt</em> und A. <em class="gesperrt">Bischoff-Ehinger</em> -verlor, welche alle drei der Sammlung durch seltene Hingabe, die bis über den Tod hinaus -dauerte, ausserordentliche Dienste geleistet hatten. Zum Ersatz traten durch Wahl der -Universitäts-Regenz ein 1875 Hr. Dr.Fr. <em class="gesperrt">Müller</em>, 1879 Hr. Fr. <em class="gesperrt">Riggenbach-Stehlin</em>. -Am 8. Februar 1883, zehn Tage nachdem er mit zum ersten Mal veränderter Handschrift seinen -achtundvierzigsten Jahresbericht über das Museum niedergeschrieben hatte, schied <em class="gesperrt">Peter -Merian</em>. Von der Regenz wurde zum Vorsteher der Kommission der Unterzeichnete und -als neues Mitglied Hr. Dr.V. <em class="gesperrt">Gilliéron</em> gewählt. Schon von 1877 an war als freiwilliger -Mitarbeiter an der Abtheilung der Schmetterlinge Hr. <em class="gesperrt">Hans Sulger</em> beigetreten. Die<span class="pagenum"><a name="Seite_85" id="Seite_85">85</a></span> -besondere Aufsicht über die Bischoff-Ehinger'sche Sammlung war nach dessen Tode Herrn -<em class="gesperrt">Heinrich Knecht</em> übertragen worden. Eines Präparators haben wir uns seit 1875 enthalten -und die sämmtliche Besorgung, abgesehen vom Ausstopfen, das auswärts geschieht, ohne -strenge Scheidung der Gebiete, auf unsere Mitglieder vertheilt, an Prof. <em class="gesperrt">Albr. Müller</em> für -Mineralogie und einen Theil der Petrefaktensammlung, Hrn. <em class="gesperrt">Hans Sulger</em> und H. <em class="gesperrt">Knecht</em> -für Insekten, Herrn Dr. Fr. <em class="gesperrt">Müller</em> für die übrigen wirbellosen Thiere und für Fische und -Reptilien, an den Unterzeichneten für Vögel und Säugethiere und den übrigen Theil der -Petrefaktensammlung.</p> - -<p class="right"> -L. Rütimeyer. -</p> -<hr class="small" /> - -<h3>6. Physikalische Anstalt.</h3> - -<p>Im Jahre 1835 bildete das physikalische Kabinet einen Theil des im Jahre 1821 -gegründeten naturwissenschaftlichen Museums, und es war ihm ein Raum im Falkensteiner -Hof zu ebener Erde links eingeräumt. Vorsteher desselben war <em class="gesperrt">Chr. Fr. Schönbein</em>, der -an der Universität zugleich die Chemie und Physik vertrat und die letztere Wissenschaft -auch in der obersten Klasse des Pädagogiums (obern Gymnasiums) lehrte. Die Apparate -des Kabinets dienten zu den die Vorträge begleitenden Demonstrationen, so wie auch zu den -Forschungen des Professors, die, soweit sie die Physik betrafen, hauptsächlich dem Gebiete -des Voltaismus angehörten. Im Jahre 1849 siedelte die physikalische Anstalt mit den andern -wissenschaftlichen Sammlungen in das neuerbaute Museum an der Augustinergasse über; -sie erhielt daselbst zu ebener Erde links einen schönen grossen Saal, der sich aber der -feuchten Nordlage wegen nicht besonders zur Aufbewahrung der Instrumente eignete; der -daran stossende speziell für die physikalischen Vorlesungen bestimmte Hörsaal wurde seiner -schlechten akustischen Eigenschaften wegen nur selten entsprechend seiner Bestimmung -gebraucht und diente später mehr als Laboratorium. Durch das Gesetz vom 30. März 1852 wurde -der Lehrstuhl der Physik von dem der Chemie abgetrennt und Herrn <em class="gesperrt">Christoph Stähelin</em> -sel. übertragen; Gesundheitsrücksichten nöthigten diesen, schon nach Ablauf eines Jahres -zurückzutreten, und es wurde als Professor der Physik an der Universität Herr Dr. <em class="gesperrt">Gustav -Wiedemann</em>, bis dahin Privatdocent in Berlin, berufen. Dieser wusste nicht nur durch -seinen frischen und anregenden Vortrag die Studierenden und ein weiteres wissenschaftliches -Publikum für die Physik zu interessieren, sondern er hat auch in den äusserst mangelhaften -Laboratoriumsräumen bedeutende wissenschaftliche Arbeiten, besonders aus der Lehre des -Galvanismus und Magnetismus zu Tage gefördert. Im Jahre 1863 verliess er nach zehnjähriger -reicher Thätigkeit Basel und wandte sich einem weiteren Wirkungskreise in Deutsch<span class="pagenum"><a name="Seite_86" id="Seite_86">86</a></span>land -zu; der Lehrstuhl der Physik in Basel wurde nunmehr dem Unterzeichneten anvertraut. -Die bedeutenden Fortschritte auf dem Gebiete der experimentellen Wissenschaften und die -damit stets wachsenden Anforderungen bezüglich passender Einrichtungen für Forschung -und Demonstration liessen den Mangel der Räumlichkeiten im Museum stets mehr empfinden -und dem Wunsche, der Physik und Chemie eine neue Stätte zu bereiten, konnte entsprochen -werden, als die Akademische Gesellschaft sich mit der Kommission, welche den beim Universitätsjubiläum -1860 gestifteten Sternwartefond verwaltete, zu gemeinsamem Vorgehen -verständigte und mit noch weiterer Unterstützung von Seite des Staates, des Universitätsvermögens, -der Stadtgemeinde, des Museumsvereines, der Gemeinnützigen Gesellschaft und -mancher Freunde der Universität auf dem hohen Wall in der Nähe des Petersplatzes eine -neue Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie gründete, in Erinnerung an die berühmten -Basler Mathematiker <em class="gesperrt">Bernoullianum</em> nannte und im Jahre 1874 der Universität als Geschenk -übergab; nahezu 90% der für Bau und Ausrüstung nöthigen Summe von ungefähr Fr. 410,000 -sind auf Privatweg durch freiwilligen Opfersinn beigesteuert worden. Die physikalische Anstalt -nimmt nun die westliche Hälfte dieses Gebäudes ein. Sie hat zu ihrer Verfügung einen -hellen trockenen Saal für die Instrumentensammlung, einen zweckmässigen Hörsaal für die -Universitätsvorlesungen, ein praktisch eingerichtetes Laboratorium, in dem zeitweise <span class="err" title="original: vorgegerücktere">vorgerücktere</span> -Praktikanten wissenschaftliche Forschungen machen und regelmässig die Uebungen -der Studierenden der Medicin und der Naturwissenschaften abgehalten werden; ferner ein -Zimmer und ein Laboratorium für den Professor der Physik, der zugleich Vorsteher der -Anstalt ist, die nöthigen Lokalitäten für Aufstellung der galvanischen Batterie, photometrische -Messungen und für Versuche, die grosse Höhe verlangen, einen Maschinenraum und eine -mechanische Werkstätte, in welcher der Gehilfe die für Forschung und Demonstration -nöthigen Konstruktionen und Reparaturen ausführen kann. Im ersten und zweiten Stock -sind die Räumlichkeiten und Instrumente für die Meteorologie und die Astronomie; sie -stehen mit der Physik unter der gleichen Direktion und werden seit einigen Jahren von -Herrn Dr. <em class="gesperrt">Albert Riggenbach</em> besorgt, der freiwillig die Assistentenstelle für die beiden -genannten Wissenschaften versieht. Ein grosser ungefähr 450 Personen fassender Hörsaal -in der Mitte des Gebäudes eignet sich auch besonders zu physikalischen Demonstrationen -und wird jeden Winter regelmässig bei öffentlichen populären Vorträgen zur Verbreitung -physikalischer Kenntnisse in weiteren Kreisen benützt. In den verflossenen elf Jahren, -während welcher die Physik im Bernoullianum haust, wurde manches zur Vervollkommnung -gethan. Der Vorsteher war stets bestrebt, die Sammlung der Instrumente und die Einrichtungen -für Demonstration und Forschung zu vervollständigen und, so weit es die sehr -bescheidenen Mittel gestatteten, dem steten Fortschritt der Wissenschaft entsprechend den<span class="pagenum"><a name="Seite_87" id="Seite_87">87</a></span> -Bedürfnissen anzupassen; in dieser Hinsicht möchten wir besonders erwähnen die Aufstellung -der astronomischen Instrumente im Jahre 1878, worauf die Akademische Gesellschaft etwas -über Fr. 32,000 aus dem von ihr übernommenen Sternwartefond verwandte, und die Installation -eines Gasmotors und einer Dynamomaschine mit den nöthigen Einrichtungen für -Projektion mit elektrischem Licht im Jahre 1881, wozu der Ertrag besonderer Vorträge und freiwillige -Gaben von Freunden der Wissenschaft die Mittel mit ungefähr Fr. 11,000 liefern mussten.</p> - -<p>Die Kosten für Laboratorium und Sammlung werden theils aus dem Staatskredit, theils -aus Beiträgen der Akademischen Gesellschaft und des Museumsvereins, theils aus Geschenken -verschiedener Freunde der Anstalt bestritten; in den verflossenen elf Jahren kamen ausser -der auf Anschaffung der astronomischen Instrumente schon erwähnten Summe folgende -Einnahmeposten der physikalischen Anstalt zu:</p> - -<table summary="summe"> -<tr><td>vom Staate direkt</td> -<td class="tdc">Fr.</td> -<td class="tdr">13,800.—</td> -</tr> -<tr><td>von freiwilligen Gesellschaften</td> -<td class="tdc">»</td> -<td class="tdr">10,572.—</td> -</tr> -<tr><td>von Freunden</td> -<td class="tdc">»</td> -<td class="tdr">19,826.—</td> -</tr> -</table> - -<p>also durchschnittlich im Jahr Fr. 4000.—, wovon der Staat 31%, die freiwilligen Gesellschaften -24% und die Freunde 45% gaben; es wurden somit von den Ausgaben für die physikalische -Anstalt mehr als zwei Drittel durch freiwillige Privatbeiträge gedeckt. Ausserdem sind, wie -das Schenkbuch aufweist, noch manche verschiedene theils sehr werthvolle Apparate, wobei -wir ganz besonders die von Herrn <em class="gesperrt">Handmann-Howald</em> sel. uns übergebenen elektrischen -Instrumente erwähnen, so wie auch Präparate, Bücher, Photographieen und Zeichnungen -von manchen Gönnern unserer Anstalt geschenkt worden.</p> - -<p>Nähere Auskunft über die Geschichte und Einrichtung der physikalischen Anstalt -geben folgende Druckschriften:</p> -<ul class="hang"> - <li>1. Die Eröffnungsfeier des Bernoullianums in Basel am 2. Juni 1874 mit der Festrede von -Professor <em class="gesperrt">Fritz Burckhardt</em>. -</li> - <li>2. Bernoullianum, Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie an der Universität Basel. — -Beschreibung und Pläne herausgegeben von <em class="gesperrt">Eduard Hagenbach</em>, Professor der -Physik, <em class="gesperrt">Julius Piccard</em>, Professor der Chemie und J.J. <em class="gesperrt">Stehlin</em>, Architekt. Basel 1876. - </li> - - <li>3. Bericht über die Ausrüstung der astronomischen Anstalt von <em class="gesperrt">Ed. Hagenbach</em>. Basel 1878. -</li> </ul> - -<p>Jahresberichte über die physikalische Anstalt werden seit 1879 als Beilage zum Jahresbericht -der Akademischen Gesellschaft gedruckt.</p> - -<p class="right"> -Ed. Hagenbach-Bischoff. -</p> -<hr class="small" /> -<h3> -<span class="pagenum"><a name="Seite_88" id="Seite_88">88</a></span> -7. Chemische Anstalt.</h3> - -<p>In den siebzehn ersten Jahren der Periode 1835-1885 ist die im vorigen Abschnitt -skizzierte Geschichte der physikalischen Anstalt zugleich diejenige der Chemischen. Auch -nach der im Jahr 1852 erfolgten Trennung der Lehrstühle für Physik und Chemie blieben -beide Institute, sowohl im Falkensteiner Hof als im Museum und später im Bernoullianum -neben einander, und theilten ein so ähnliches Schicksal, dass wir — um bereits Gesagtes -nicht zu wiederholen — uns kurz fassen können.</p> - -<p>Der Glanzpunkt in der Geschichte der Anstalt fällt in die Zeit des Falkensteiner Hofes, wo, -mit geringen Mitteln ausgeführt, die Epoche machenden Arbeiten von <em class="gesperrt">Schönbein</em> über das -Ozon und die Schiessbaumwolle die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt auf Basel -lenkten. Heute, nachdem die Zahl ähnlicher Fälle von Allotropie und salpetersauren organischen -Verbindungen sich ausserordentlich vermehrt hat, ist man kaum noch im Stande, -die Summe von Scharfsinn zu würdigen, welche solche Entdeckungen erforderten, und das -Aufsehen zu begreifen, welches sie damals hervorriefen. Dass schon vor <em class="gesperrt">Schönbein</em> ein -explodierbares Nitroamylum bekannt war, und dass nicht Er, sondern Genfer Forscher die -wahre Natur des Ozons erkannten, vermindert durchaus nicht sein hohes Verdienst.</p> - -<p>Durch seine geniale Persönlichkeit wirkte <em class="gesperrt">Schönbein</em> auch als Lehrer äusserst -anregend; aber die Spezialität seines Forschungsgebietes, die Originalität seiner Untersuchungsmethoden, -sein Bedürfniss als Pionier der Wissenschaft, frei und unabhängig seine eigenen -ungebahnten Wege zu gehen, alles dies und wohl auch der Mangel au Platz brachten es mit sich, -dass er nur wenige Bevorzugte in sein Laboratorium aufnahm und den praktischen Unterricht, -namentlich in der Analyse und in der organischen Chemie, nie streng schulmässig -betrieb. Es fehlte in Basel ein eigentliches Praktikantenlaboratorium im modernen Sinne. -Und doch wurde der Mangel eines solchen immer fühlbarer.</p> - -<p>Die Erweiterung der medicinischen Fakultät, die Einführung des schweizerischen -Konkordates für ärztliche Prüfungen, der enorme Aufschwung der organischen Chemie und -der für Basel wichtigen Fabrikation künstlicher Farbstoffe, erforderten eine Berücksichtigung -im chemischen Unterricht der philosophischen Fakultät. Dies war die nächste Aufgabe des -nach dem Tode <em class="gesperrt">Schönbeins</em> (1868) als dessen Nachfolger (1869) berufenen Unterzeichneten; -welcher Aufgabe, Dank der wohlwollenden Unterstützung von Behörden und Privaten, -zum Theil schon im alten Lokal im Museum, besser im neuen Bernoullianum (1874) entsprochen -werden konnte.</p> - -<p>Im neuen Gebäude erhielt die chemische Anstalt die östliche Hälfte mit Hörsaal, -Vorbereitungszimmer, Sammlung, Arbeitszimmer und Privatlaboratorium des Vorstehers,<span class="pagenum"><a name="Seite_89" id="Seite_89">89</a></span> -analytisches und technisches Laboratorium für circa 25 Praktikanten, Wagen- und Bibliothekenzimmer, -Werkstätte, Vorrathsräume, Keller und Hof. Während der daselbst verbrachten -23 Semester haben 414 Praktikanten (durchschnittlich 18 Praktikanten ohne Lehrer und -Assistenten) in 10-45 wöchentlichen Stunden regelmässig gearbeitet. Bei der im Sommer 1885 -erreichten Zahl von 41 Praktikanten waren allerdings die Nachtheile einer Ueberfüllung -stark zu spüren. Der Vorsteher wurde für die Vorlesungen und das Praktikum, ausser von -einem Diener, von je einem oder zwei, im ganzen acht verschiedenen Assistenten unterstützt, -von denen drei habilitiert waren und in der Anstalt Spezialvorlesungen hielten.</p> - -<p>Von wissenschaftlichen Arbeiten, die aus dem Institut hervorgegangen sind, können -summarisch erwähnt werden solche über Chrysin und Tectochrysin, Resorcin, Nitrokresole, -Cantharidin und Orthoxylol, Protamin, Anthrachinon, chemisch-physikalische Versuche (<em class="gesperrt">Piccard</em> -und Schüler); ferner zahlreiche Ergänzungen in den höheren Fettreihen, Dank einer -verbesserten Methode der Destillation im luftleeren Raum (<em class="gesperrt">Krafft</em> und Schüler); Untersuchungen -in der unteren Fettreihe (<em class="gesperrt">Kahlbaum</em>); neuerdings die Entdeckung von mehrfachen -Chinoylen und Hexaoxybenzol, aus Chinon sowohl, als bei der merkwürdigen -Synthese aus Kohlenoxydkalium (<em class="gesperrt">Nietzki</em> und Schüler); und in anderen Gebieten von -<em class="gesperrt">Hagenbuch</em>, <em class="gesperrt">Salomon</em>, <em class="gesperrt">Fèvre</em>, <em class="gesperrt">Beck</em> und <em class="gesperrt">Passavant</em>, <em class="gesperrt">Andeer</em> u.s.w. Zahlreiche -Arbeiten in der angewandten Chemie wurden endlich vom Unterzeichneten während einer -provisorischen Amtsdauer als Kantonschemiker ausgeführt, wodurch die chemische Anstalt, -soweit als möglich ohne Beeinträchtigung ihres akademischen Charakters, in beständiger -Fühlung mit der Basler Bürgerschaft und der Basler Industrie geblieben ist.</p> - -<p>Die finanzielle Lage der Anstalt ist zwar im Vergleich mit ähnlichen Instituten scheinbar -sehr bescheiden, indem wir gesetzlich vom Staate, ausser Assistenz, Bedienung, Heizung, -Beleuchtung und baulicher Unterhaltung, bloss 3000 Fr. erhalten; aber allen wirklichen -Bedürfnissen ist bisher auf die eine oder die andere Weise stets entsprochen worden. Von -der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft, vom Museumsverein, von zahlreichen Freunden -der Universität, von chemischen Fabrikanten, von Sanitätsbehörden für hygienische Untersuchungen -u.s.w. hat die chemische Anstalt in den elf Jahren an Geld- und Naturalbeiträgen -über 20,000 Fr. empfangen, also circa ⅖ der gesammten Laboratoriumseinnahmen. Wir -haben die auf lange Erfahrung gegründete Ueberzeugung, dass, so lange die Anstalt ihrem -wissenschaftlichen und praktischen Zweck entspricht, sie nicht Noth leiden wird.</p> - -<p class="right"> -Jules Piccard. -</p> -<hr class="small" /> - <h3><span class="pagenum"><a name="Seite_90" id="Seite_90">90</a></span> - - 8. Botanische Anstalt. </h3> - -<p>Die Geschichte der botanischen Anstalt reicht zurück bis zum Jahre 1588, als beim -unteren Collegium ein kleiner botanischer Garten angelegt wurde.</p> - -<p>Etwas über hundert Jahre später, 1692, gründete man beim Spital auf einem grösseren, -etwa zwei Juchart umfassenden Areal einen neuen Garten, welcher der Pflege wissenschaftlich -und medicinisch wichtiger Pflanzen gewidmet war. Um die Erweiterung und den Ausbau -dieser Anstalt machte sich besonders <em class="gesperrt">Werner de Lachenal</em> verdient. Im Bunde mit den -Behörden und durch Aufwendung beträchtlicher eigener Mittel gelang es ihm, um 1777 eine -ordentliche Professor-Wohnung zu erstellen, und die Sammlungen der Anstalt, besonders die -Bibliothek, nach und nach zu erweitern.</p> - -<p>Als jedoch im vierten Decennium unsres Jahrhunderts das neue Spital erbaut wurde, -ergab sich die Notwendigkeit, auch das Areal des botanischen Gartens mit der neuen -Anstalt zu vereinigen. In Folge dessen kam zwischen der Erziehungsbehörde und dem -Stadtrathe ein Vertrag zu Stande, in welchem die Verlegung des botanischen Gartens -beschlossen wurde. Dieser Vertrag erhielt am 7. August 1838 die Genehmigung des Grossen -Rathes und wurde in den Jahren 1838-1842 zur Ausführung gebracht.</p> - -<p>Die neue botanische Anstalt wurde vor das Aeschenthor verlegt (jetzt St. Jacobstrasse 6). -Um das Areal zu beschaffen, kaufte löbl. Spitalpflegamt das Schneider'sche Gut -an, das an Flächeninhalt ungefähr 3 Juchart und 218 Ruthen betrug. Durch weiteren Ankauf -Seitens löbl. Akademischer Gesellschaft wurde dieser Raum soweit vermehrt, dass das ganze -Grundstück fast 4 Juchart umfasste. Auf diesem Gebiet fand unter Professor <em class="gesperrt">Meissner</em> die -Neugründung der Anstalt statt. Die äussere Gestalt, welche dieselbe dabei erhielt, war -diejenige, welche sie bis heute behalten hat; der ganze Entwicklungsprozess aber fällt nach -Obigem in denjenigen engeren Zeitraum, welchen diese Geschichte behandelt.</p> - -<p>Wie die ältere, so zerfiel auch die neue Anstalt in zwei Theile, das Institut im engeren -Sinne nebst der Professor-Wohnung und den Garten mit den Gewächshäusern.</p> - -<p>Was zunächst den Garten anbelangt, so wurde als Eintheilungsprincip das de Candolle'sche -System zu Grunde gelegt und die annuellen Gewächse, Stauden und Sträucher nach -dem früher gebräuchlichen Verfahren auf parallele Beete gepflanzt. Daneben wurde ein -besonderes Quartier für offizinelle Gewächse bestimmt. — Durch die vereinte Thätigkeit der -hohen Regierung, des löbl. Stadtrathes, der löbl. Gemeinnützigen Gesellschaft, sowie einer zu -dem Zweck veranstalteten Subskription gelang es, ein geräumiges, aus drei Abtheilungen, Kalt-, -Temperirt- und Warmhaus bestehendes Gewächshaus zu erstellen, dem sich in der Folge ein -Vermehrungs- und ein kleineres Haus zur Aufbewahrung von Kalthauspflanzen anschloss.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_91" id="Seite_91">91</a></span> - - Als sich in der Folge das aus Holz erstellte grosse Gewächshaus als unzulänglich -erwies, wurde es im Jahre 1862 durch ein neues, geräumigeres und aus Eisen konstruiertes -ersetzt, zu dessen Bau die hohe Regierung Fr. 25,000 und der Reservefond der Universität -Fr. 10,000 beitrug. Im Jahre 1865 wurde auf dem Areal des botanischen Gartens ein Polizeiposten -und in Verbindung damit eine Gärtnerwohnung erbaut und endlich im Jahre 1881 -an Stelle des alten, baufällig gewordenen Vermehrungshauses ein neues, aus Eisen gefertigtes -errichtet, das sich in jeder Richtung als zweckmässig erwiesen hat.</p> - -<p>Damit gelangen wir zur Besprechung des Instituts. Ursprünglich war dasselbe, vom -Unterrichtszwecke abgesehen, wesentlich systematischen Aufgaben gewidmet; die verfügbaren -Räume dienten lediglich zur Aufstellung der Herbarien und der Bibliothek. Im Laufe der -Zeit machte sich jedoch mehr und mehr das Bedürfniss geltend, auch der anatomisch-physiologischen -Richtung in der Wissenschaft Rechnung zu tragen. Nachdem schon Professor -<em class="gesperrt">Schwendener</em> in diesem Sinne die ersten Schritte gethan hatte, wurden seinem Nachfolger -Professor <em class="gesperrt">Pfeffer</em> die Mittel zur Einrichtung eines eigentlichen kleinen Laboratoriums -bewilligt und zur Unterhaltung und weiteren Ausbildung desselben von löbl. Akademischer -Gesellschaft ein jährlicher Beitrag von Fr. 500 ausgesetzt. Mit Hilfe dieser Mittel wurden -im Laufe der letzten Jahre nach und nach die ersten und notwendigsten Apparate herbeigeschafft, -welche zur Ausführung der einfacheren physiologischen Versuche erforderlich sind. -Um endlich dem Bedürfniss nach einigen grösseren Instrumenten und Apparaten, vor allem -nach einem den heutigen Anforderungen entsprechenden, vollständigen Mikroskope, zu -genügen, wurde im verflossenen Jahre von hoher Regierung und löbl. Akademischer Gesellschaft -ein Extrakredit von Fr. 2,500 bewilligt.</p> - -<p>Wir dürfen diese Zeilen mit dem Bemerken schliessen, dass die botanische Anstalt in -lebendiger Entwicklung begriffen ist. Möge sie trotz ihres Alters immer jung bleiben, wie -der Gegenstand ihres Studiums, die immer sich neu verjüngende Pflanzenwelt.</p> - -<p class="right"> -H. Vöchting. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>9. Normal-anatomische Anstalt.</h3> - -<p>Im Sommersemester 1885 wurde diese Anstalt aus dem Collegienhaus am Rheinsprung -in das neuerbaute Vesalianum auf dem Werkhof-Areal verlegt und theilt sich mit der -physiologischen Anstalt in die Räume des Erdgeschosses und des Souterrains.</p> - -<p>Ueber die Vergangenheit der Anstalt berichtete jüngst in vortrefflicher Weise Herr -Prof. <em class="gesperrt">Wilhelm His</em>, der Direktor des anatomischen Institutes in Leipzig. In der Ge<span class="pagenum"><a name="Seite_92" id="Seite_92">92</a></span>denkschrift -zur Eröffnung des Vesalianum (Leipzig 1885) ist »die Geschichte des anatomischen -Unterrichtes in Basel« von ihm niedergelegt und gerade jene Periode ausführlich behandelt -worden, welche die letzten sechzig Jahre umfasst. <em class="gesperrt">His</em> vermochte am besten diesen Theil -der Vergangenheit darzustellen, weil er vom Jahre 1857-72 als Lehrer an der Universität -gewirkt und als geborener Basler während seiner Gymnasial- und Universitätsstudien die -ganze Reihe derjenigen Lehrer persönlich gekannt hat, welche von <em class="gesperrt">C.G. Jung</em> angefangen -die vereinigte anatomisch-physiologische Anstalt geleitet haben. Seit der Berufung des -Prof. <em class="gesperrt">W. His</em> als Professor der Anatomie nach Leipzig ist die Anatomische Anstalt, wie an -anderen Universitäten, unter einen selbstständigen Vorsteher gestellt. Die beträchtliche -Steigerung des Besuches der Universitäten in den letzten zehn Jahren hat sich auch auf -die Universität Basel und ganz besonders auf die medicinische Fakultät erstreckt. Bei dem -Fach der Anatomie macht sich ebenso, wie bei dem Besuch der klinischen Fächer, jede -vermehrte Frequenz doppelt fühlbar. Die Präparierübungen werden nämlich von jedem -Mediciner durch zwei Wintersemester hindurch besucht. So kommt es, dass bei hundert -Medicinern, welche sich auf vier Jahrgänge vertheilen, die Zahl der Präparanten bis auf -fünfzig steigen kann. Bei solcher Frequenz waren die Räumlichkeiten in dem Collegienhaus -am Rheinsprung, welche kaum für zwanzig Präparanten dürftigen Platz boten, durchaus ungenügend -geworden, und die hohen Behörden gingen in Verbindung mit der Akademischen -Gesellschaft daran, für Anatomie und Physiologie ein neues Gebäude zu errichten. (Genaueres -über die Entstehungsgeschichte siehe in dem Bericht über die physiologische Anstalt).</p> - -<p>In dem Neubau des Vesalianums ist die Anatomie in dem Erdgeschoss untergebracht. -Bei der Berechnung des für ein anatomisches Institut in Basel nothwendigen Raumes wurde -eine Frequenz der Anstalt von 60 Präparanten vorausgesetzt. (Im Winter 1884/85 hatten -56 Mediciner an den Präparierübungen Theil genommen.) So enthält denn der Präpariersaal -am Westende des Gebäudes mit einer Fläche von 154 Quadratmeter für jeden Arbeiter -2½ Quadratmeter. Dazu kommt noch in unmittelbarer Nähe des Seciersaales eine Garderobe.</p> - -<p>Der Hörsaal befindet sich in dem Centrum des Gebäudes, liegt nach Norden; die -Sitzbänke sind nicht amphitheatralisch, sondern senkrecht zu drei grossen Fenstern gestellt, -welche den Raum mit einem einheitlichen Licht erfüllen. An ihn schliesst sich als nothwendige -Ergänzung ein Saal für anatomische und mikroskopische Demonstrationen, welche -in dem Hörsaal aus besonderen Gründen nicht stattfinden können, unmittelbar an. Der -Demonstrationssaal enthält eine Handsammlung für die Studierenden der Medicin, welche in -der Anstalt arbeiten. Sie steht ebenso wie der Saal und ein daselbst befindliches Mikroskop -zu freier Verfügung. Auch der Präpariersaal enthält eine grosse Anzahl von Präparaten, -welche der freien Benutzung bei den Präparierübungen zugänglich sind.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_93" id="Seite_93">93</a></span> - - Eine andere Abtheilung des Erdgeschosses, welche ebenso wie der Hör- und der -Demonstrationssaal nach Norden liegt, umfasst die Sammlungsräume mit einer Bodenfläche -von 111 Quadratmetern.</p> - -<p>Die Arbeitszimmer liegen der Südfront entlang, soweit dieselbe nicht von dem Präpariersaal, -der Garderobe, einer kleinen Treppe und dem hellen, geräumigen Stiegenhaus -eingenommen wird. Das Souterrain ist zur Hälfte der anatomischen Anstalt zugetheilt, -ebenso wie ein Theil des Speichers.</p> - -<p>Die anatomische Sammlung ist in drei Abtheilungen gegliedert.</p> - -<p>Die erste Abtheilung umfasst die systematische Anatomie, und zwar mit der bekannten -Gliederung in Präparate für die Knochen- und Bänderlehre, die Eingeweidelehre und die -Sinnesorgane, die Gefässlehre, die Nervenlehre.</p> - -<p>Die zweite Abtheilung umfasst die Rassenanatomie; sie ist in dem breiten Korridor -des neuen Gebäudes in den besonders für Rassenschädel konstruierten Schränken aufgestellt. -Was in dieser Abtheilung von den Herren <em class="gesperrt">His</em> und <em class="gesperrt">Rütimeyer</em> gesammelt wurde, ist -durch die Veröffentlichung eines Werkes, betitelt »Crania helvetica«, in 4º, Basel 1864, auf die -Höhe eines wissenschaftlichen Vergleichungsmateriales gehoben worden. Keine Universität -der Schweiz besitzt eine so ausgedehnte Sammlung schweizerischer Schädel. Die Schädel -der historischen Bevölkerung sind zahlreich vertreten, aber auch die prähistorische Bevölkerung. -Aus der burgundischen und helvetischen Periode und aus der Periode der Pfahlbauten -besitzen wir manches werthvolle Objekt.</p> - -<p>Die dritte Abtheilung umfasst die embryologische Sammlung, und besteht aus einer -grossen Zahl vortrefflicher Wachspräparate, welche wir, abgesehen von den Weingeistpräparaten, -zum überwiegenden Theile schenkungsweise von Herrn Prof. <em class="gesperrt">His</em> erhalten haben. -Sie entstammen seinen wichtigen Arbeiten über die Entwicklungsgeschichte des Menschen, -des Hühnchens und des Lachses.</p> - -<p>Eine vierte Abtheilung umfasst die mikroskopischen Präparate. Diese Sammlung ist -in einem der nach Süden gelegenen Zimmer aufgestellt.</p> - -<p>Als höchst interessante Reliquien für die Geschichte des anatomischen Unterrichts -sind zu verzeichnen:</p> - -<ul><li>1) ein weibliches Skelett, von <em class="gesperrt">Felix Plater</em></li> - -<li>2) ein männliches Skelett, von <em class="gesperrt">Vesal</em> hergestellt.</li></ul> - -<p>Ueber das letztere siehe die oben citierte Abhandlung von <em class="gesperrt">W. His</em>, S. 3.</p> - -<p>Diese beiden Skelette sind wohl die ältesten Knochenpräparate, welche in irgend einer -anatomischen Sammlung existieren.</p> - -<p>Die anatomische Sammlung ist für 16,000 Franken versichert.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_94" id="Seite_94">94</a></span> - -An der Anstalt wirken zur Zeit, abgesehen von dem Vorsteher, noch ein Prosektor, Herr -Dr.med. <em class="gesperrt">Gottschau</em> aus Berlin, und ein Assistent, stud. med. <em class="gesperrt">VonderMühll</em> aus Basel. -Der Abwart der Anstalt hat im Erdgeschoss eine Werkstätte und im Souterrain eine mit -Berücksichtigung aller sanitären Maassregeln erstellte Wohnung.</p> - -<p>Die Länge des stattlichen Gebäudes beträgt 55.43 Meter — die Breite in dem Mittelbau -24.20 Meter. Die Westfront trägt in vergoldeten Lettern den Namen »<em class="gesperrt">Vesalianum.</em>«</p> - -<p class="right"> -J. Kollmann. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>10. Vergleichend-anatomische Anstalt.</h3> - -<p>Da erst vor kurzem, bei Ablauf von fünfundzwanzig Jahren seit Uebertragung der -Leitung der vergleichend-anatomischen Sammlung an den Unterzeichneten, der Jahresbericht -von 1880 einen Ueberblick über die allmählige Entwicklung derselben gegeben hat,<a name="FNAnker_34_34" id="FNAnker_34_34"></a><a href="#Fussnote_34_34" class="fnanchor">[34]</a> so -kann sich der gegenwärtige Bericht hinsichtlich jener Periode kurz fassen.</p> - -<p>Ein Keim von Lehrmitteln für vergleichende Anatomie und Zoologie wurde zu Anfang -der zwanziger Jahre, und zwar innerhalb des Rahmens der Sammlung für menschliche Anatomie -zuerst angelegt auf Anregung von Professor <em class="gesperrt">C.G. Jung</em>.<a name="FNAnker_35_35" id="FNAnker_35_35"></a><a href="#Fussnote_35_35" class="fnanchor">[35]</a> Die Hauptbestandteile -derselben bildete ein von <em class="gesperrt">Fr. Nusser</em>, dem Prosektor von Professor Jung, hergestellter Vorrath -von Thierskeletten, hauptsächlich Säugethiere und Vögel. Allmählig kamen dazu allerlei -Geschenke, namentlich osteologischer Natur, von dem Professor für Botanik und Zoologie, -<em class="gesperrt">K.Fr. Meissner</em>; ferner die vortreffliche Privatsammlung von Gehörpräparaten des 1843 verstorbenen -Dr.med. <em class="gesperrt">Ed. Hagenbach</em> als Geschenk von dessen Erben. Später eine von Herrn -Prof. <em class="gesperrt">Miescher-His</em> angelegte und von ihm geschenkte, für die damalige Zeit schon ansehnliche -Sammlung wirbelloser Meerthiere, hauptsächlich aus Neapel, und bald darauf, durch -Ankauf, eine grössere, auch die Fische umfassende, die von dem Unterzeichneten in den -Jahren 1851 und 1853 in Nizza und Palermo angelegt worden war, so wie allmählig eine -Anzahl von vergleichend-anatomischen Präparaten, welche von den verschiedenen Inhabern -des anatomisch-physiologischen Lehrstuhls, namentlich von Professor <em class="gesperrt">Alex. Ecker</em> und -<em class="gesperrt">C. Bruch</em> herrührten.</p> - -<p>Bis zum Jahr 1855, wo zuerst (im October) ein besonderer Lehrstuhl für vergleichende -Anatomie und Zoologie errichtet und dem Unterzeichneten anvertraut wurde, war dieser -Vorrath an Lehrmitteln bereits auf circa 1000 Nummern des Präparatenkataloges angestiegen. -<span class="pagenum"><a name="Seite_95" id="Seite_95">95</a></span>Untergebracht waren dieselben in dem kleineren der zwei im ersten Stock des unteren -Collegiums der menschlichen Anatomie angewiesenen Säle; doch wurde bald nöthig, mit -den grossen Skeletten in den Mittelraum auch des grösseren Saales überzugreifen. Auch für -Anschaffungen und Präparation wurde die Sammlung anfänglich auf Aushilfe von Seiten der -anatomisch-physiologischen Muttersammlung angewiesen, was bei den beschränkten eigenen -Verhältnissen der letztern zu allerlei Misslichkeiten hätte führen können, wenn nicht bald, -schon von 1857 an, die Berufung von Professor W. <em class="gesperrt">His</em> an den Lehrstuhl für menschliche -Anatomie und Physiologie ein volles Einverständniss gesichert hätte. Immerhin betrug die -Einnahme der Sammlung für vergleichende Anatomie im Jahr 1856 nur Fr. 155 und stieg -auch in den folgenden Jahren nur langsam, sei es — und vor allem auf Verwendung von -Professor <em class="gesperrt">Jung</em>, — durch gelegentliche freiwillige Zuschüsse von Seite der medicinischen -Fakultät, sei es durch ähnliche freiwillige Unterstützung von manchen Freunden der rasch -anwachsenden Sammlung, unter welchen an Verstorbenen namentlich Prof. K. Fr. <em class="gesperrt">Meissner</em> -und C. <em class="gesperrt">Streckeisen</em> dankbare Erinnerung verdienen.</p> - -<p>Ueber die allmählige Weitergestaltung giebt etwas einlässlichere Auskunft der Regenzbericht -für 1865. Die Sammlung gliederte sich nach und nach in drei verschiedenartige -Abtheilungen: eine für vergleichende Anatomie, eine für Zoologie, soweit solche noch nicht -im naturhistorischen Museum Pflege finden konnte, nämlich für wirbellose Thiere und für -Fische und Reptilien in Weingeist, und eine dritte ausschliesslich aus Geschenken entstandene -für Palæontologie, vorwiegend bestehend aus Thierresten von prähistorischen Fundstellen, wie -Pfahlbauten, Knochenhöhlen u.s.w. bis in die jüngere Tertiärzeit, letztere hauptsächlich vertreten -durch Gipsabgüsse nach den Originalsammlungen des Auslandes, namentlich Frankreichs -und einer grossen Anzahl von Museen Italiens.</p> - -<p>Eine wesentliche Förderung wurde der Sammlung zu Theil durch das Universitätsgesetz -vom Januar 1866, das ihr in Bezug auf Einnahme und Haushalt Selbstständigkeit -und einen Jahreskredit von Fr. 1000 nebst Fr. 300 für Bedienung gewährte, wobei indess -die freiwilligen Beiträge nicht ausblieben und namentlich auch die medicinische Fakultät -Jahre lang fortfuhr, ihre Examengebühren vorwiegend dieser Sammlung zuzuwenden. Wie -denn auch der Kreis von Freunden von befreundeten Anstalten im In- und Ausland und -namentlich von Schülern, die aus dem Ausland oft höchst werthvolle Beiträge an Naturalien, -heimsandten, sich immer mehr vergrössert hatte. An besonders ansehnlichen Beiträgen aus -früheren Jahren nennen wir die Skelettsammlung von Professor J. J. <em class="gesperrt">Mieg</em>, die nach dessen -Tod im Jahre 1870 der Anatomie so gut als geschenkweise zufiel, die Jahre lang wiederholten -Zusendungen von Dr. <em class="gesperrt">Karl Dieterich</em> aus Michigan, diejenige von <em class="gesperrt">Ed. Spitteler</em> -in Ceylon, von Dr. <em class="gesperrt">Zahnd</em> im Capland, und vor allem die von 1863-78 fast jedes Jahr<span class="pagenum"><a name="Seite_96" id="Seite_96">96</a></span> -sich wiederholenden höchst werthvollen Geschenke von Dr. <em class="gesperrt">Gustav Bernoulli</em> in Guatemala.<a name="FNAnker_36_36" id="FNAnker_36_36"></a><a href="#Fussnote_36_36" class="fnanchor">[36]</a></p> - -<p>Alles das nöthigte zu immer grösserer räumlicher Ausdehnung. Schon 1864 war dem -dringendsten Bedarf Rechnung getragen worden durch Glasschränke im Mittelraum des Saales; -aber auch von dem Areal für menschliche Anatomie musste immer ausgiebigerer Gebrauch -gemacht und dessen Mittelraum und Decke gefüllt werden; und von 1877 musste man unter -Entgegenkommen des Professors der pathologischen Anatomie auch in dessen Sammlungssaal, -ein Stockwerk höher, eindringen, wobei gleichzeitig Manches an die mittlerweile entstandene -Reptiliensammlung des Museums, und auch die Gipsabgüsse tertiärer Säugethiere -der daselbst entstandenen besondern Sammlung abgegeben wurden.</p> - -<p>Vom Jahr 1877 an bis auf 1885 fügte dann die Akademische Gesellschaft zu den -genannten Hilfsmitteln aus dem Kirchen- und Schulgut einen jährlichen Zuschuss von Fr. 500, -der namentlich erlaubt hat, dem bei derartiger Zunahme an Inhalt und Ausdehnung immer -drückenderen Bedarf an regelmässiger Aushilfe für Bedienung zu begegnen, die bisher oft -unzureichend, oft ganz ausbleibend durch Studierende besorgt worden war; immerhin verpflichtet -auch hier, so gut wie bei Geschenken, Dankbarkeit, aus älterer Zeit namentlich der -treuen und hingebenden Arbeit der Herren Stud. <em class="gesperrt">Kossakowsky</em> und <em class="gesperrt">Tachella</em> zu gedenken.</p> - -<p>Die Errichtung einer besondern pathologisch-anatomischen Anstalt eröffnete uns endlich -im Jahr 1881 deren schon theilweise besetzten Saal vollständig. Trotz der Verdoppelung -des Raumes füllte sich indess derselbe sofort so, dass nirgends merkliche Lücken entstanden -und nicht ersichtlich war, wie der frühere Zustand wieder hergestellt werden könnte. Dasselbe -lässt sich sagen von der in das gegenwärtige Jahr fallenden schliesslichen Besitznahme auch -des Überrestes der Räumlichkeiten für menschliche Anatomie in Folge der Errichtung des -Vesalianums.</p> - -<p>Erst hierdurch ist die vergleichend-anatomische Sammlung, freilich immer noch zum -Theil in Räumlichkeiten, über deren Ungunst die Berichte an die Regenz seit Jahrzehnten -Klage führten, völlig unabhängig geworden (mit einem Kredit von Fr. 2100 für die Sammlung -und für Assistenz und wie bisher Fr. 900 für den im Hause wohnenden Anatomie-Diener). -Sie hat auch das frühere Areal der menschlichen und der pathologisch-anatomischen -Sammlungen völlig besetzt und ist eine besondere Lernsammlung zum Privatstudium der -Studierenden in dem alten Seciersaal eingerichtet, während der sogenannte neue Seciersaal -bereits in diesem Sommer im Anschluss an die Vorlesungen zu Demonstrationen unter der -Leitung des Assistenten, Herrn Cand. phil. <em class="gesperrt">Leuthardt</em>, verwendet wurde.</p> -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_97" id="Seite_97">97</a></span> -Über den Inhalt der Sammlung können Zahlen je länger je weniger richtigen Aufschluss -geben. Einige Details gab der schon genannte von der Akademischen Gesellschaft -veröffentlichte Bericht für 1880, den wir bis 1885 in folgender Weise ergänzen:</p> - -<p>Summa der Katalognummern etwa 5500, wovon über 3000 der vergleichend-anatomischen -Abtheilung, nahezu 2000 der zoologischen und das Übrige, meist nicht einzelne Gegenstände, -sondern ganze Reihen enthaltend, der palæontologischen zufallen. Für Spezielleres sind in -der osteologischen Sammlung, die immer noch das Schwergewicht bildet, etwa 820 Spezies -von Wirbelthieren vertreten:</p> - - <table summary="wirbeltieren"> - <tr> -<td> </td> -<td class="tdc bb" colspan="4">Spezies von</td></tr> - - <tr> -<td> </td> -<td class="tdc">Säugethieren</td> -<td class="tdc">Vögeln</td> -<td class="tdc">Reptilien</td> -<td class="tdc">Fischen </td> -<td> </td> -</tr> - -<tr><td>durch ganze Skelette (nahezu 700)</td> -<td class="tdc">180</td> -<td class="tdc">127</td> - <td class="tdc">94</td> - <td class="tdc">71</td> -<td> </td> -</tr> -<tr><td>dazu durch Schädel (nahezu 1200)</td> -<td class="tdc bb">206</td> -<td class="tdc bb">83</td> - <td class="tdc bb">30</td> - <td class="tdc bb">33</td> -<td class="bb"> </td> -</tr> -<tr> -<td> </td> - <td class="tdc">386</td> - <td class="tdc">210 </td> -<td class="tdc">124</td> -<td class="tdc">104</td> -<td class="tdc">Summa 824.</td> -</tr> -</table> -<p>In Weingeist: Wirbellose Thiere 1040, Fische 440, Batrachier und Reptilien 350 Arten.</p> - -<p>Vergleichend-anatomische Objekte in Weingeist circa 600 Nummern.</p> - -<p>Wichtiger als diese Zahlen ist die Anerkennung, dass diese Hilfsmittel den Anforderungen -des akademischen Unterrichts in einer Weise entsprechen, die während Jahrzehnten -als unerreichbar erschien, und dass einzelne Abteilungen auch für Spezialstudien eine reiche -Fülle bieten, die immer noch im Zunehmen begriffen ist durch fortdauernde Fürsorge aus -allerlei Quellgebieten, worunter wir für die letzten Jahre besonders hervorheben die Zusendungen -von Dr. <em class="gesperrt">Gränicher</em> (Mittelmeerfauna), von Dr. C. <em class="gesperrt">Passavant</em> und Dr. E. <em class="gesperrt">Mähly</em> -aus West-Afrika, von Dr. <em class="gesperrt">Paul</em> und <em class="gesperrt">Friedrich Sarasin</em> aus Ceylon.</p> - -<p>Am Schlusse einer Darstellung, die durch das viele Erfreuliche, das sie zu melden -erlaubt, die Schattenseiten des Rückblickes, die in den jährlichen amtlichen Berichten häufigen -Ausdruck fanden, zu übersehen verpflichtet, mag es billig sein, beizufügen, dass durch die -letzten Veränderungen endlich auch — nach dreissig Jahren allerdings etwas spät — vielleicht -der empfindlichste Übelstand, das Fehlen eines besondern Lokales für die Vorlesungen, die -Tag für Tag an einen grossen Vorrath von Lehrmaterial gebunden sind, beseitigt werden -konnte.</p> - -<p class="right"> -L. Rütimeyer. -</p> -<hr class="small" /> - <h3><span class="pagenum"><a name="Seite_98" id="Seite_98">98</a></span> - 11. Physiologische Anstalt. </h3> - -<p>Seit der Rekonstruktion der medicinischen Fakultät in den zwanziger Jahren dieses -Jahrhunderts trat die Physiologie als besonderes Lehrfach auf, anfangs (unter den Herren -Fr. <em class="gesperrt">Meissner</em> und Fr. <em class="gesperrt">Miescher</em>, Vater) mit der vergleichenden Anatomie und der allgemeinen -Pathologie einem Professor zugewiesen, später, nach Prof. <em class="gesperrt">Jung's</em> Übertritt zur -praktischen Medicin, mit der deskriptiven Anatomie vereinigt (unter den HH. A. <em class="gesperrt">Ecker</em>, -C. <em class="gesperrt">Bruch</em>, G. <em class="gesperrt">Meissner</em>, W. <em class="gesperrt">His</em>). Seit Anfang der fünfziger Jahre entstand allmählig durch -Anschaffungen aus dem für anatomische und physiologische Lehrmittel bewilligten Kredit -der Grundstock einer Sammlung von Instrumenten für physiologische Versuche und Demonstrationen, -als deren älteste, werthvolle Stücke hervorzuheben sind ein Ludwig'sches Kynographion -von Keinath aus dem Jahre 1854, mehrere Apparate nach Vierordt zur Physiologie -des Kreislaufs von ebendemselben 1855 und 56, sowie ein Dubois'scher Multiplikator -von Sauerwald von 1859. Besondere Lokalien für physiologische Zwecke waren, mit Ausnahme -eines Hörsaals, keine reserviert.</p> - -<p>Bei Anlass der Wegberufung von Herrn Prof. W. <em class="gesperrt">His</em> wurde durch Grossrathsbeschluss -vom 24. Februar 1873 eine besondere ordentliche Professur für Physiologie geschaffen und -derselben für die Bedürfnisse des physiologischen Unterrichts ein jährlicher Kredit von -Fr. 1500 aus Staatsmitteln zugewiesen; ausserdem wurde die Stelle eines zweiten Abwarts -(mit Fr. 1500 Gehalt) kreiert, welchem die Bedienung der Professoren der Physiologie und -der pathologischen Anatomie übertragen wurde. Der hiemit neu begründeten physiologischen -Anstalt wurden als Räumlichkeiten zugewiesen: ein Hörsaal und ein Arbeitszimmer im südöstlichen -Flügel des Universitätsgebäudes, vom Rheinsprung aus Parterre, mit besonderem -Eingange, beide Räume seit 1866 von Herrn Prof. <em class="gesperrt">His</em> benützt; ferner Thierställe, sowie -ein Aquarium in dem Hofraum neben dem Leichenkeller. Später wurde vom Baudepartement -noch die Einrichtung einer kleinen Werkstätte im Holzschuppen neben dem Hofthor bewilligt. -Die Verbindung zwischen den oberen und unteren Lokalien war theilweise durch eine -Leiter hergestellt.</p> - -<p>Unter den so geschaffenen Verhältnissen konnte während des Zeitraums von 1872-85 -mit Hilfe des bewilligten Kredites (zu welchem 1875 auch die Akademische Gesellschaft -einen Extrazuschuss gewährte) der Bestand der physiologischen Sammlung ein erfreuliches -Wachsthum aufweisen, so dass die behufs Feuerversicherung im April 1884 aufgenommene -Schätzung einen Werth von Fr. 16,000 ergab. Die eigentliche Anstaltsthätigkeit war dagegen, -sowohl was den Unterricht als was die Forschung betrifft, in hohem Grade durch Raum<span class="pagenum"><a name="Seite_99" id="Seite_99">99</a></span>mangel -gehemmt, obwohl auch der Korridor mit Utensilien angefüllt und jeder verfügbare -Raum aufs Aeusserste ausgenützt wurde.</p> - -<p>Um den oben geschilderten Uebelständen, sowie auch dem Raummangel der anatomischen -Anstalt abzuhelfen, wurde, nachdem in den Jahren 1881 und 1882 seitens der -hohen Behörden mehrere Gutachten von der medicinischen Fakultät über diese Angelegenheit -eingeholt worden waren, die Errichtung eines Neubaues für Anatomie und Physiologie auf -dem Areal des Werkhofes in Aussicht genommen, wozu die Akademische Gesellschaft in -einer Uebereinkunft mit dem Staat vom 20. September 1882 sich bereit erklärte, die Hälfte -der veranschlagten Baukosten bis auf die Summe von Fr. 160,000 beizutragen. Nachdem -letztgenannte Uebereinkunft von dem Plenum der Akademischen Gesellschaft ratifiziert war -und den 29. Januar 1883 auf Grund dieses Vertrages das ganze Projekt, sowie die von Herrn -Reber ausgearbeiteten Pläne die Genehmigung des Grossen Rathes erhalten hatten, wurde -im Frühjahr 1883 der Bau unter Leitung von Herrn P. <em class="gesperrt">Reber</em> begonnen, noch im Spätherbst -desselben Jahres unter Dach gebracht, und nachdem über dem innern Ausbau und -den Einrichtungsarbeiten noch das Jahr 1884 verstrichen war, mit dem Beginn des Sommersemesters -1885 für den Unterricht eröffnet. Zu Ehren des grossen Neubegründers der -menschlichen Anatomie, der 1542/43 auch in Basel wirkte, <em class="gesperrt">Andreas Vesalius</em>, erhielt der -Neubau den Namen »Vesalianum«.</p> - -<p>Von den Räumen des Vesalianums sind hinwiederum der physiologischen Anstalt zugetheilt: -das ganze erste (obere) Stockwerk mit Ausnahme eines Hörsaales nebst Wartezimmer -für Privatdocenten verschiedener medicinischer Fächer; ferner die Räume der -Dachetage mit Ausnahme einer Kammer, eines kleinen Zimmers nach Süden für mikrophotographische -Arbeiten, sowie eines Theiles des Dachbodens im Westanbau, welche -Lokalien der anatomischen Anstalt zugewiesen sind; in die Räume des hellen und luftigen -Souterrains theilen sich, soweit sie nicht durch die Heizungsanlagen in Beschlag genommen -sind, die anatomische und die physiologische Anstalt, welche letztere daselbst ihre Behälter -für Thiere, ihre Vorräthe von Chemikalien und andere Utensilien unterbringt.</p> - -<p>Die Hauptetage enthält die nöthigen Räume und Einrichtungen, um neben den theoretischen -und experimentellen Vorlesungen in den verschiedenen Richtungen der physiologischen -Wissenschaft selbstständig zu arbeiten und Schüler praktisch zu unterrichten: einen -Hörsaal für circa fünfzig Zuhörer, dazu ein Vorbereitungszimmer, worin auch die physiologische -Sammlung aufgestellt ist; ein grösseres und ein kleineres Laboratorium für physiologisch-chemische -Arbeiten, mit zusammen zwanzig Arbeitsplätzen; ein kleines Zimmer für -Elementaranalysen, ein Waagezimmer, ein Zimmer für physikalisch-chemische Untersuchungen, -Privatlaboratorium und Bureau des Professors, ein Zimmer für mikroskopische<span class="pagenum"><a name="Seite_100" id="Seite_100">100</a></span> -Arbeiten, einen grösseren Raum für Experimente, einen Raum für Gasanalysen, zwei -Arbeitsräume, welche für physikalisch-physiologische Untersuchungen bestimmt sind, eine -Werkstätte für den Abwart.</p> - -<p>Um den vermehrten Bedürfnissen der so bedeutend erweiterten physiologischen Anstalt -Rechnung zu tragen, wurde durch Grossrathsbeschluss vom 16. März 1885 für die erste -instrumentale Ausrüstung ein Kredit von Fr. 5,000 bewilligt und der regelmässige jährliche -Staatsbeitrag von Fr. 1,500 auf Fr. 2,000 erhöht; ausserdem wurde für einen Assistenten -ein jährlicher Beitrag von Fr. 1,500 ausgesetzt. Der Abwart bezieht den bisherigen Gehalt -von Fr. 1,500 bei freier Wohnung im Dachgeschoss.</p> - -<p class="right"> -Friedrich Miescher-Rüsch. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>12. Pathologisch-anatomische Anstalt.</h3> - -<p>Die pathologische Anatomie ist an hiesiger Universität seit 1850 durch eine eigene -Professur vertreten. Doch war schon früher dieses Fach von Lehrern der medicinischen -Fakultät berücksichtigt worden. Wir besitzen noch heute einige von <em class="gesperrt">Felix Plater</em> herrührende -Präparate; der wichtigste Theil des Grundstockes der pathologisch-anatomischen -Sammlung entspringt der vielseitigen Thätigkeit von <em class="gesperrt">C.G. Jung</em>. Unter anderm bewahren -wir das Präparat einer von <em class="gesperrt">Jung</em> ausgeführten Ovariotomie auf, als Erinnerung an die erste -in der Schweiz ausgeführte Operation dieser Art.</p> - -<p>Seit Uebernahme der Professur durch Herrn <em class="gesperrt">Miescher</em> (Vater) hat regelmässiger -Unterricht in der pathologischen Anatomie und fortwährende Vermehrung der Sammlung -stattgefunden. Für Beides ist auch durch den Verstorbenen <em class="gesperrt">C.E.E. Hoffmann</em> Vieles -geschehen.</p> - -<p>Sowohl das Wachsthum der Sammlung, als die seit Ende der sechziger Jahre steigende -Zahl der Medicin-Studierenden liessen den Mangel an Raum im Universitätsgebäude immer -fühlbarer hervortraten. Nachdem schon seit 1872 auf Abhilfe gesonnen worden war, gelang -es 1879 durch das Zusammenwirken der Akademischen Gesellschaft, des Pflegamtes des -Spitals und des Staates einen Ausweg zu finden. Durch Vertrag vom 10. März 1879 wurde -die Erstellung eines den Zwecken der pathologischen Anatomie dienenden Gebäudes -beschlossen. Die Akademische Gesellschaft leistete an die Kosten Fr. 85,000, das Spital -Fr. 30,000. Letzteres gab zugleich das nothwendige Areal; der Staat übernahm Fr. 18,000 -für Ausrüstung der Anstalt. Das Gebäude wurde 1880 beendigt und im Herbst desselben -Jahres bezogen.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_101" id="Seite_101">101</a></span> - -Die Lage des Gebäudes im Garten der Spitals entspricht dem Zweck der Anstalt. -In dem einstöckigen Mittelbau finden sich oben Hörsaal und Sammlungsräume, unten die -Arbeitszimmer für Studierende und den Professor. Der eine Parterreflügel enthält einen -Saal zum Mikroskopieren, der andre zwei Sektionsräume. Das Souterrain besitzt Abteilungen -für Leichen, Präparate, Brennmaterial u.s.w.</p> - -<p>Im Jahr 1881 hat der Staat den bisherigen Jahreskredit der Anstalt um Fr. 1,200 erhöht.</p> - -<p>So ist der pathologischen Anatomie eine gedeihliche Entwicklung gesichert worden. -Der Unterricht zerfällt in Vorlesungen und in praktische Uebungen der Studierenden; für -beides liefert die Sammlung Objekte zur Demonstration. Ausser den Sektionen des Spitals -werden die des Kinderspitals und bei eintretendem Bedürfniss auch solche für Privatärzte -vorgenommen. Die Sammlungen werden stets vermehrt; sie erhalten alljährlich Beiträge -von der chirurgischen und gynäkologischen Klinik, sowie von hiesigen und auswärtigen -Aerzten. Studierende und Aerzte finden in der Anstalt Gelegenheit, sich einlässlich mit -pathologisch-anatomischen Untersuchungen zu befassen.</p> - -<p>Einige Zahlen mögen ein annäherndes Bild von dem Stande der pathologisch-anatomischen -Anstalt geben. Von 1873-79 betrug die Zahl der Sektionen im jährlichen Durchschnitt -222, von 1880-84 309. Die Sammlung zählt jetzt 3517 Präparate, wovon 2662 in -Spiritus, 855 trocken aufbewahrt werden. Der jährliche Zuwachs seit 1873 beziffert sich -durchschnittlich auf 150-180 Nummern. Grössere anatomische Arbeiten sind von jungen -Aerzten unter Leitung des Vorstehers ausgeführt und durch den Druck veröffentlicht worden -1873-79 eine, 1880-84 zehn.</p> - -<p class="right"> -Moritz Roth. -</p> -<hr class="small" /> - -<h3>13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale.</h3> - -<p>Eine reguläre medicinische Klinik nach dem Muster anderer Universitätskliniken -existiert in Basel erst seit dem Jahre 1865, wenn auch schon früher von Herrn Professor -Dr. <em class="gesperrt">Jung</em> sel., gewesenem Oberarzte der medicinischen Abtheilung des Bürgerspitals, -wohl während der Morgenvisite im Krankenhause gelegentlich klinischer Unterricht ertheilt -worden ist. Die Einführung einer ständigen medicinischen Klinik, als integrirenden Bestandtheils -des medicinischen Unterrichtes an hiesiger Universität, wurde im März 1865 -durch Vereinbarung zwischen der Staatsbehörde und Spitalbehörde beschlossen, der Beschluss -vom Grossen Rathe nachträglich genehmigt und zu gleicher Zeit das neuzugründende Institut -zur Beschaffung seiner Lehrbedürfnisse, insbesondere zur Ertheilung von Freibetten an -geeignete Patienten, mit einem jährlichen Kredite versehen. Nachdem so eine medicinische<span class="pagenum"><a name="Seite_102" id="Seite_102">102</a></span> -Klinik im eigentlichen Wortsinne erst ermöglicht worden war und mit erfolgtem Ableben -des Herrn Professor <em class="gesperrt">Jung</em> das Lehrfach der klinischen Medicin durch Berufung des Herrn -Professor Dr. <em class="gesperrt">Carl Liebermeister</em> an hiesige Universität einen neuen geeigneten Vertreter -erhalten hatte, begann die medicinische Klinik unter dessen Leitung zu Anfang des -Wintersemesters 1865/66 und ist sie seitdem permanent Universitätsattribut geblieben. Sie -wird wöchentlich fünfmal (an den Wochentagen, mit Ausnahme des Donnerstags) Vormittags -im Bürgerspitale abgehalten, anfänglich vor der chirurgischen Klinik von 9-10½ Uhr, -später und zwar seit Sommersemester 1878 (inclus.) durch Austausch der Stunden erst nach -dieser letzteren, nämlich von 10½-12 Uhr. Als Vorsteher der Klinik, und zugleich als -ordentliche Professoren der speziellen Pathologie und Therapie an der Universität, fungierten -bisher der schon genannte Professor Dr. <em class="gesperrt">Liebermeister</em> und, nach erfolgter Berufung -desselben an die Universität Tübingen, seit Herbst 1871 der Unterzeichnete. Dem Chefarzte -der Klinik standen ferner bisher jeweilen zwei jüngere absolvierte Aerzte als Assistenzärzte -zur Seite, von denen der eine die männlichen, der andere die weiblichen Patienten unter -sich hat. Die Amtsdauer derselben soll ordnungsgemäss je zwei Jahre betragen, hat aber -in Wirklichkeit wiederholt mehr (bis zu vier Jahren), wiederholt auch weniger lange (nur ein -Jahr) gewährt. Ausserdem besitzt sowohl die männliche wie die weibliche Abtheilung auch -noch je einen aus der Zahl der Studierenden der Medicin und Klinicisten gewählten Hilfsassistenten, -der auf die Dauer eines Semesters sich zum Dienst auf der betreffenden klinischen -Abtheilung verpflichtet und dem die kleineren Obliegenheiten auf derselben unterstellt -sind. Ausser der vom Chefarzt selbst gehaltenen medicinischen Klinik werden im Anschluss -und zur Vorbereitung auf dieselbe den jüngeren und angehenden Klinicisten auch noch -verschiedene diagnostische und propädeutische Kurse ertheilt. So findet namentlich in jedem -Semester wenigstens ein (nach Bedürfniss gab es deren mitunter auch wohl zwei) theoretisch-praktischer -Kursus in der physikalischen Diagnostik (Auskultation und Perkussion) wöchentlich -in zwei Stunden Seitens des Einen der beiden Assistenzärzte statt, während dem Anderen -die Abhaltung eines laryngoskopischen Kurses obliegt; ferner hält der Chefarzt selbst seit -1881 auch noch zum wenigsten in jedem Wintersemester einen zweistündigen Kurs über -klinische Propädeutik, in welchem namentlich die methodische Krankenuntersuchung allseitig -und zusammenfassend betrieben und damit der junge Mediciner direkt auf das Praktizieren -in der Klinik vorbereitet wird.</p> - -<p>Die Frequenz der klinischen Zuhörer hat sich seit 1865 um ein Ansehnliches gehoben; -während sie im ersten Semester des Bestehens der Klinik (Wintersemester 1865/66) nur 8 -betrug, war sie beim Wegzug des Herrn Professor <em class="gesperrt">Liebermeister</em> im Sommersemester -1871 bereits auf 19 gestiegen. Im Sommersemester 1872 erreichte sie dann die Zahl von<span class="pagenum"><a name="Seite_103" id="Seite_103">103</a></span> -24 ordentlich inskribierten Zuhörern; im Wintersemester 1878/79 die von 36, und im Wintersemester -1880/81 ihr bisheriges Maximum mit 43 Inscribierten. In den letzten zwei Jahren -bewegte sich die Frequenz anhaltend zwischen 30-40, sie betrug im Wintersemester 1883/84 -35, im Sommersemester 1884 37, im Wintersemester 1884/85 35 und im Sommersemester -1885 endlich 33 Hörer. Ausser von Studierenden der Medicin und nicht immatrikulierten -Zuhörern ist aber die Klinik seit ihrem Bestehen auch schon wiederholt von praktischen -Aerzten, einheimischen wie fremden, theils vorübergehend, theils auch dauernder besucht -worden.</p> - -<p>Die klinischen Patienten rekrutieren sich theils aus der städtischen Bevölkerung, die -im Bürgerspitale ärztliche Hilfe sucht und Aufnahme findet; theils aus Fremden, denen -vom Direktor der Klinik behufs Vorstellung und Besprechung derselben in der Klinik -klinische Freibetten ertheilt werden. Von den gewöhnlichen Spitalpatienten aus der Stadt -und nächsten Umgebung werden nur solche Fälle in der Klinik vorgestellt, an welche sich -ein besonderes wissenschaftliches — sei es pathologisches, sei es therapeutisches — Interesse -knüpft, und welche vom Direktor der Klinik deswegen als zur klinischen Besprechung -tauglich befunden werden. Die Vorstellung der Kranken erfolgt ferner immer nur nach -deren ausdrücklich eingeholter Einwilligung hierzu, und es haben Schwierigkeiten in dieser -Beziehung seit Bestehen der Klinik nur sehr vereinzelt stattgefunden. Von kardinaler -Wichtigkeit aber für die gedeihliche Entwicklung des klinischen Unterrichtes (auf dem Gebiete -der innern Medicin, wie der Chirurgie und Geburtshilfe) ist jedenfalls das den Kliniken -seit deren Begründung zugestandene Recht der Freibetten gewesen. Was speziell die -medicinische Klinik anlangt, so steht es nach demselben dem internen Kliniker zu, gleichzeitig -je bis zu zehn Patienten, völlig unabhängig von deren Heimatsverhältnissen und deren -Zahlungsfähigkeit, lediglich zum Zwecke des Unterrichtes Aufnahme im Spitale zu gewähren, -wenn deren Kranksein wissenschaftlich-fachliches Interesse darbietet. Die so aufgenommenen -Kranken stellten nach und nach ein Hauptkontingent zur Klinik; sie zahlen, wenn -sie bedürftig sind, nichts, oder andernfalls eine sehr ermässigte, tägliche Verpflegungstaxe, -die gegenwärtig Fr. 1.50 pro Tag beträgt. Die Nachfrage nach diesen klinischen Freibetten -ist anfänglich eine geringere, im weitem eine immer wachsende gewesen, und oft ist es in -den letzten Jahren vorgekommen, dass Gesuche um Aufnahme in diese Freibetten abgewiesen -werden mussten, weil es an dem überhaupt verfüglichen Raume fehlte, oder weil der betreffende -Fall sich nicht zur Besprechung in der Klinik vorzugsweise eignete. So haben -im Jahre 1884 im Ganzen nur 52, im Jahre 1882 nur 56 Gesuche berücksichtigt werden -können, während im dazwischenliegenden Jahre 1883 die Zahl der in Freibetten aufgenommenen -Patienten 95 und im Jahr 1881 80 betragen hat.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_104" id="Seite_104">104</a></span> - -Aus vorstehendem Ueberblick über die Verhältnisse der medicinischen Klinik während -der ersten zwanzig Jahre ihres Bestehens erhellt, dass die Entwicklung des Institutes in -allen Hauptbeziehungen eine sehr glückliche genannt werden darf. Es fehlt ihm namentlich -weder an einer ausreichenden Frequenz der Zuhörer, noch an dem nöthigen Lehrstoffe in -Bezug auf klinisch-brauchbare Fälle. Zu wünschen wäre dagegen sehr, dass ihr für die -grössere Zahl der Besucher auch ein grösserer und zweckmässig eingerichteter Hörsaal nach -dem Muster anderer Kliniken im Spitale eingerichtet würde, und dass namentlich dem Kliniker -und dessen Mitarbeitern daselbst etwelche passend gelegene und hinlänglich grosse Arbeitsräume -zugewiesen würden, da es an solchen schon seit mehreren Jahren nahezu völlig gebricht, -und die früher disponibeln Räume zu Krankenzimmern eingerichtet werden mussten. -Es steht zu erwarten, dass diesen Uebelständen bei der bevorstehenden Verlegung des -Irrenhauses Rechnung getragen werde, da andernfalls ein Hauptzweck der Klinik, wissenschaftliche -Forschung zu fördern und überhaupt in strenger Methode zu ermöglichen, nur -in der unvollkommensten Weise erfüllt werden könnte.</p> - -<p class="right"> -Hermann Immermann. -</p> -<hr class="small" /> - -<h3>14. Chirurgische Klinik.</h3> - -<p>Die chirurgische Klinik in Basel datiert vom Jahre 1865. Wohl hatten schon früher -die Oberärzte des hiesigen Bürgerspitals die Befugniss, bei ihren Krankenbesuchen und bei -Vornahme von Operationen Studierende der Medicin zuzuziehen; einen geordneten regelmässigen -klinischen Unterricht gab es aber nicht und konnte es aus Mangel an den nöthigen -Einrichtungen nicht geben. An die Einführung eines solchen konnte erst gedacht werden, -als den 15. März 1865 durch einen Beschluss des Kleinen Rathes die letzten Hindernisse -fielen, welche der Vollziehung der zwischen der Universitäts-Behörde und dem löblichen -Spitalpflegamt getroffenen Vereinbarung entgegenstanden. Schon für das Sommersemester -1865 wurde ein erster Anfang gemacht; doch fanden die angekündigten klinischen Vorträge -wenig Berücksichtigung, weil der gleichzeitig neu organisierten medicinischen Klinik die -entsprechende Leitung noch fehlte. Erst als durch Berufung von Herrn Professor <em class="gesperrt">Liebermeister</em> -für das folgende Wintersemester diesem Mangel abgeholfen war, konnte den 7. November -1865 vor 9 inskribierten Praktikanten und einer Anzahl hiesiger Aerzte die chirurgische -Klinik in Basel als definitiv constituiert erklärt und eröffnet werden.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_105" id="Seite_105">105</a></span> - -Von diesem Tage an bis heute wurde dieselbe, mit nur zwei nennenswerthen Unterbrechungen -während der Kriegsjahre 1866 und 1870, jeweilen in anderthalb Stunden Vormittags -an fünf Wochentagen vom Unterzeichneten gehalten.</p> - -<p>Die schon erwähnte Uebereinkunft zwischen dem Regierungsrath und dem Stadtrath, -welche im Jahre 1875 erneuert und erweitert wurde, beseitigte den Hauptübelstand früherer -Zeit durch die Einführung der sogenannten Freibetten. Diese Einrichtung giebt dem klinischen -Vorstand die Befugniss, »bis auf 10 Betten mit Kranken zu besetzen, welche nach seinem -eigenen freien Ermessen, ohne Rücksicht auf Heimath, Zahlungsfähigkeit und sonstige Berechtigungsgründe -aufzunehmen sind.« Da die gewöhnlichen Spitalkranken, ihrer Zahl und -Beschaffenheit nach, in keiner Weise genügen konnten, um die nöthige Abwechslung in der -Wahl der zum Unterricht zu verwendenden Krankheitsfälle zu ermöglichen, waren und -sind diese Freibetten geradezu eine Lebensbedingung für die hiesige chirurgische Klinik, -abgesehen davon, dass dieselben für viele arme, unglückliche Kranke der Stadt und der Umgebung -eine grosse Wohlthat sind. Sobald daher durch den Ausbau des neuen Krankenhausflügels -der Raum es erlaubte, wurde von der neuen Einrichtung ein im Laufe der -Jahre immer steigender Gebrauch gemacht. Während in den ersten Jahren die Zahl der -in die chirurgischen Freibetten aufgenommenen Kranken zwischen 40 und 60 schwankte, -stieg sie später auf 100 bis 150. Im Ganzen sind während der letzten neunzehn Jahre 1854 -Freibettpatienten, meist schwere und seltene Krankheitsfälle, zum Unterricht verwendet -worden.</p> - -<p>Der jeweilige Assistenzarzt der Abtheilung war auch stets in der Klinik thätig und -unterstützte den Vorstand bei den Demonstrationen und Operationen; ebenso hielt derselbe -regelmässig einen praktischen Kurs in der Verband- und Instrumentenlehre.</p> - -<p>Die Frequenz des Besuchs von Seiten der Studierenden war von Anfang an eine stetig -zunehmende. Während der ersten fünf Jahre war das Mittel per Semester 12 Zuhörer und -Praktikanten; in den darauffolgenden fünf Jahren stieg dasselbe auf 22,3. In den letzten -zehn Jahren betrug es 30. Im Ganzen inskribierten sich während der verflossenen zwanzig -Jahre 946 Studierende.</p> - -<p>Da heutzutage von jedem jungen Arzt verlangt wird, dass er ein durch vorherige -sorgfältige Uebung gesichertes Wissen und Können fertig in die Praxis mitbringt, und da -er selbst nur unter dieser Bedingung den schweren Verpflichtungen, die er gleich bei Anfang -seiner Berufsthätigkeit übernimmt, Herr zu werden vermag, ist es eine der Aufgaben des -Unterrichts, die Erwerbung praktischer Kenntnisse und Fertigkeiten so viel wie möglich zu -erleichtern. Ein ganz wesentliches Mittel hiezu sind die Assistentenstellen. Sie stehen jedem -Mediciner aus den älteren Semestern offen, vorausgesetzt, dass er sich sonst durch seinen<span class="pagenum"><a name="Seite_106" id="Seite_106">106</a></span> -Charakter dazu qualifiziert und für ein Jahr sich verpflichtet. Seit 1865 sind über 40 Studierende -als Assistenten der chirurgischen Klinik thätig gewesen.</p> - -<p>Den finanziellen Bedürfnissen der Klinik durch Anschaffung von Lehrmitteln jeder -Art wurde im Lauf der Zeit in verschiedener Weise genügt. Anfangs bezog hierzu der -Vorstand jährlich eine bestimmte Summe aus dem »Klinischen Kredit.« Nach 1875 übernahm -die Spitalverwaltung diese Ausgaben für sämtliche klinische Institute gegen eine bestimmte -jährliche Gesamtvergütung. Ausserdem erhielt die chirurgische Klinik einen Zuschuss von -Fr. 200 aus dem medizinischen Vermächtnissfond. Endlich wurde durch Regierungsrathsbeschluss -vom 23. December 1882 eine Summe bis auf Fr. 2000 jährlich dem jetzigen Vorstand -der Klinik zu Unterrichtszwecken bewilligt. Dadurch wurde letzterer in den Stand gesetzt, -sein Privatlaboratorium auch einzelnen Studierenden zu eröffnen und einen Assistenten zur -Unterstützung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten anzustellen.</p> - -<p class="right"> -August Socin. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>15. Geburtshilflich-gynækologische Klinik.</h3> - -<p>Bis zum Sommersemester 1868 fehlte jeder praktische Unterricht in Geburtshilfe und -Gynækologie.</p> - -<p>Theoretischer Unterricht wurde in verdankenswerther Weise von dem Privatdocenten -Herrn Dr. <em class="gesperrt">Achilles Burckhardt</em> ertheilt.</p> - -<p>Am 3. Juni 1868 wurde die geburtshilflich-gynækologische Klinik im Neubau des -Bürgerspitals eröffnet. Als Leiter der Klinik war im April 1868 der bisherige Privatdocent -Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bischoff</em> berufen worden im Einverständnisse mit löbl. Spitalpflegamte, welches -demselben die Leitung der Abtheilung übertrug, deren Belegraum ohne Privatzimmer etwa -22 Betten betrug, welche Zahl später auf 44 stieg. Im Anfang hatte der Vorsteher die Leitung -von Abtheilung und Klinik allein zu besorgen und erst mit Januar 1875 wurde hauptsächlich -aus klinischen Rücksichten ein Assistenzarzt angestellt, welcher im Spitale Station hat.</p> - -<p>In den ersten Semestern wurde die Klinik regelmässig viermal wöchentlich von -8-9 Uhr gehalten, später dreimal; dagegen wurde vom Wintersemester 1877/78 an wöchentlich -einstündig ein diagnostischer geburtshilflicher Kurs gehalten und zwar bis zum Sommersemester -1885 von dem jeweiligen Assistenzarzte und von da vom Vorsteher. Ausser den -regelmässigen Stunden wurde den Klinicisten Gelegenheit gegeben, den Geburten bei Tag -und bei Nacht beizuwohnen, indem dieselben jeweilen durch einen Bediensteten des Spitals -herbeigerufen wurden.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_107" id="Seite_107">107</a></span> - -Anfänglich wurden in der Klinik fast ausschliesslich geburtshilfliche Fälle vorgestellt; -von Jahr zu Jahr mehrten sich aber die Aufnahmen Frauenkranker, so dass die Klinik jetzt -beiden Disciplinen der Gynækologie im weitern Sinne gerecht wird.</p> - -<p>Um die Aufnahme auch auswärtiger klinisch interessanter Krankheitsfälle zu ermöglichen, -war die Klinik von Anfang mit vier klinischen Freibetten ausgestattet worden, welche -Zahl dem Bedürfnisse aber lange nicht genügte. Später wurde die Zahl auf zehn erhöht, wobei -wie in den andern Kliniken ein Theil unentgeltlich, ein anderer gegen die übliche Taxe -aufgenommen wird.</p> - -<p>In den ersten Jahren ihres Bestehens litt die Klinik (und dies steht in Zusammenhang -mit der Anzahl der Freibetten einerseits und mit der anfänglichen Scheu der Bevölkerung -vor Aufnahme in Spitalabtheilungen, an welchen Klinik gehalten wurde, andrerseits, eine -Scheu, die seit Jahren nur zu vollständig abgelegt worden ist) einigermaassen Mangel an für -die Klinik verfügbaren Krankheitsfällen; ziemlich bald aber mehrten sich diese so, dass -gegenwärtig immer genügend für den klinischen Unterricht gesorgt ist. Es geht dies am -besten aus folgenden Zahlen hervor.</p> - -<p>Im Jahre 1868 betrug die Zahl sämtlicher verpflegten Frauen 88 (wovon 83 Schwangere, -2 Wöchnerinnen mit 67 Geburten und 3 Frauenkranke) und die Zahl der Kinder 74; im -Jahre 1884 dagegen betrug die Zahl der Frauen 644 (wovon 442 Schwangere und Wöchnerinnen -mit 420 Geburten und 202 Frauenkranke), die der Kinder 421. — Hiezu kommen -noch 102 weitere gynækologische Fälle, welche nur ambulatorisch behandelt wurden.</p> - -<p>Einer wissenschaftlichen Verwerthung des klinischen Materiales stand bis jetzt der -vollständige Mangel an dazu nöthigen Räumlichkeiten im Wege, so dass sowohl die vom -Vorsteher und dessen Assistenzärzten zum Drucke gelangten Arbeiten, als auch die aus -der Klinik entstandenen Dissertationen von Schülern derselben nur praktische Gebiete -beschlagen konnten, während von experimentellen Arbeiten nie die Rede sein konnte. Die -Klinik besitzt denn auch, ausser den für Operationen nöthigen Instrumenten, nur ganz wenige -Apparate, dagegen eine schon ziemlich ansehnliche Anzahl dem Unterrichte dienlicher Präparate.</p> - -<p class="right"> -J.J. Bischoff. -</p> -<hr class="small" /> -<h3><span class="pagenum"><a name="Seite_108" id="Seite_108">108</a></span> - -16. Psychiatrische Klinik.</h3> - -<p>Es wurden zwar von Herrn Professor <em class="gesperrt">Brenner</em> sel. in früheren Jahren öfters Kranke -der Irrenabtheilung vor einzelnen Medicin-Studierenden demonstriert, doch begann der -eigentliche regelmässige und methodische, theoretische und klinische Unterricht im Gebiete -der Geisteskrankheiten erst im Herbste 1875. Es war dies eine Folge des Beschlusses -E.E. Grossen Raths von Baselstadt vom 1. Februar 1875, wonach für das Fach der Psychiatrie -an der medicinischen Fakultät ein ordentlicher Professor angestellt wurde. Als solcher -wurde Dr.med. <em class="gesperrt">Ludwig Wille</em>, damals Direktor der Irrenanstalt St. Urban, ernannt, welcher -Ende Oktober 1875 seine Wirksamkeit mit der Eröffnung der psychiatrischen Klinik im -städtischen Spital begann und bis jetzt fortsetzte. Durch die Genehmigung der Anstellung -eines Assistenzarztes, der Anschaffung geeigneter Lehrmittel und zu klinischen Zwecken -dienender Apparate, der Verwendung von klinischen Freibetten im Verlaufe der nächsten -Jahre erhielt die psychiatrische Klinik allmählig auch die nothwendige Unterstützung zu -ihrem ferneren Bestande und zu weiterer Entwicklung. Die im Verlaufe der letzten zehn -Jahre geradezu verdoppelte Zahl der Aufnahmen von Kranken in die Abtheilung ergab auch -das genügende Material für Beobachtung und Untersuchung. Leider sind die für die psychiatrische -Klinik verwendeten zwei wöchentlichen Stunden wenig zur Erfüllung der Aufgabe, -was jedoch durch den regelmässigen Besuch der theoretischen Vorlesungen über Psychiatrie -während zwei Semestern von Seite der Studierenden wieder einigermaassen ausgeglichen wird.</p> - -<p>Die Zahl der die psychiatrische Klinik besuchenden Studierenden während der vergangenen -zehn Jahre betrug 199, wovon 104 auf die Winter- und 95 Studierende auf die -Sommersemester treffen. Das Maximum derselben in den Wintersemestern war 16, das -Minimum 4, der mittlere Durchschnitt 10,4; das Maximum in den Sommersemestern 15, das -Minimum 5, der Durchschnitt 9,5 Studierende. Es konnten in den einzelnen Wintern durchschnittlich -41, in den Sommern durchschnittlich 26 Kranke demonstriert werden. Es machte -sich hiebei weniger das mangelnde Interesse der Studierenden an dem Spezialfach, als vielmehr -die oft ungenügende Vorbildung in den Thatsachen und Lehren der Nervenanatomie, --Physiologie und -Pathologie störend geltend. Immerhin wird das Spezialfach, das bei der -Schlussprüfung nicht verwerthet wird, stets nur bei den Strebsamsten das volle Interesse -dauernd wach halten.</p> - -<p>Von gröster Bedeutung für die Zukunft der psychiatrischen Klinik ist der durch das -rühmens- und dankenswerthe Entgegenkommen unsrer Tit. hohen staatlichen und städtischen -Behörden, dann durch den hohen Bürgersinn der Frau <em class="gesperrt">Merian</em> ermöglichte Beschluss E.E. -Grossen Rathes vom 23. April 1883 der Errichtung einer neuen, zur Aufnahme von 210 Kranken<span class="pagenum"><a name="Seite_109" id="Seite_109">109</a></span> -bestimmten kantonalen Irrenanstalt an Stelle der bisherigen in jeder Beziehung ungenügenden -Irrenabtheilung des Spitals. Es wird nach dem gegenwärtigen Stande der baulichen Verhältnisse -möglich sein, die Anstalt im Laufe des Sommers 1886 zu beziehen. Wenn auch -einerseits, besonders im Anfang, die etwas weite Entfernung der neuen Anstalt von der -Stadt störend auf den Besuch der Klinik einwirken dürfte, so ist andrerseits zu hoffen, dass -durch das reichere und mannigfaltigere Krankenmaterial, durch die dem Standpunkt der -modernen Wissenschaft entsprechende Ausrüstung, durch die korrekte, den Lehrzweck -berücksichtigende Eintheilung und Ausführung der neuen Anstalt diese Störung wieder ihre -Ausgleichung finden wird. Es wird dann die psychiatrische Klinik würdig den übrigen -grossartigen Schöpfungen des medicinischen Unterrichts während der letzten zwei Jahrzehnte -dastehen und hoffentlich in gleicher Weise durch die passende Verpflegung und Behandlung -der Kranken, wie durch die Verbreitung der für die Praxis so nöthigen psychiatrischen -Kenntnisse, die grossen vom Staate und von Privaten geleisteten finanziellen Opfer rechtfertigen. -Möge die neue Anstalt für ferne Zeiten den Bewohnern Basels zum Segen gereichen, -wie sie stets als ein herrliches Denkmal bürgerlichen Edel- und Opfersinns anerkannt -werden wird!</p> - -<p class="right"> -Ludwig Wille. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>17. Poliklinik des Bürgerspitals.</h3> - -<p>Auf Anregung der Oberärzte des Spitals wurde im Jahre 1874 am 31. August durch -Vertrag zwischen der Curatel unserer Universität und dem Pflegamte des Bürgerspitals -bestimmt, dass in Verbindung mit dem letztem eine Poliklinik eröffnet werde, welche zunächst -die Aufgabe haben sollte, solchen Kranken, welche Spitalaufenthalt nicht nöthig hatten, in -einem täglich geöffneten Ambulatorium unentgeltlich Rath zu ertheilen und welche gleichzeitig -auch als klinisches Institut dem Unterrichte der Studierenden dienen sollte.</p> - -<p>Dieses Ambulatorium wurde unter der Aufsicht und Direktion der Oberärzte des Spitals -durch einen ad hoc ernannten Assistenzarzt geleitet und dazu am 22. Oktober 1875 erwählt -der Privatdocent für Pharmakologie Dr. <em class="gesperrt">Rudolf Massini</em>; derselbe wurde in der Folge -im Jahre 1877 zum ausserordentlichen Professor und 1882 zum Direktor der Poliklinik ernannt.</p> - -<p>Als Lokal wurden vom Pflegamte des Bürgerspitals zwei Parterrelokalitäten des Markgräfischen -Hofes zur Verfügung gestellt, welche einestheils mit der Strasse, anderntheils mit dem -Spital in direkter Verbindung stehen und von denen das eine als Wartezimmer, das andere<span class="pagenum"><a name="Seite_110" id="Seite_110">110</a></span> -als Untersuchungssaal und Auditorium dienen; dieselben wurden zu diesen Zwecken baulich -entsprechend eingerichtet; bei der Ausdehnung des Institutes wurden auch die wünschenswerthen -Verbesserungen und Einrichtungen von dem Bürgerspitale stets in zuvorkommender -Weise ausgeführt. Am 30. November 1874 konnte die Anstalt für Publikum und Studierende -eröffnet werden.</p> - -<p>Ueber die Frequenz giebt folgende Tabelle Aufschluss:</p> -<table summary="frequenz"> -<tr> -<td><b>Winter-Sem.</b> </td> -<td><b>Studierende.</b></td> -<td><b>Sommer-Sem.</b> </td> -<td><b>Studierende.</b></td> -<td><b>Frequenz.</b></td> -<td><b>Personen.</b></td> -<td><b>Konsultationen.</b> </td></tr> - -<tr><td>1874/75</td> -<td class="tdc">5</td> -<td>1875</td> -<td class="tdc">6</td> -<td>1874</td> - <td>111</td> -<td>176</td> </tr> -<tr><td>1875/76</td> - <td class="tdc">8</td> -<td>1876</td> - <td class="tdc">8</td> - <td>1875</td> - <td>1258 </td> - <td>3644</td> </tr> -<tr><td>1876/77</td> - <td class="tdc">7</td> - <td>1877</td> - <td class="tdc">5</td> - <td>1876 </td> - <td>2277</td> - <td>5555</td> </tr> -<tr><td>1877/78</td> -<td class="tdc">3</td> - <td>1878</td> -<td class="tdc">3</td> - <td>1877</td> - <td>3475</td> - <td>8469</td> </tr> -<tr><td>1878/79 </td> -<td class="tdc">8</td> - <td>1879</td> -<td class="tdc">6</td> - <td>1878</td> - <td>4375</td> - <td>10538</td></tr> -<tr><td>1879/80</td> -<td class="tdc">3</td> - <td>1880</td> -<td class="tdc">6</td> - <td>1879</td> - <td>4464</td> - <td>9613</td> </tr> -<tr><td>1880/81</td> -<td class="tdc">4</td> - <td>1881</td> -<td class="tdc">11</td> - <td>1880</td> - <td>4972</td> - <td>10903</td></tr> -<tr><td>1881/82</td> -<td class="tdc">2</td> - <td>1882</td> -<td class="tdc">5</td> - <td>1881</td> - <td>5630</td> - <td>11689</td> </tr> -<tr><td>1882/83</td> -<td class="tdc">5</td> - <td>1883</td> -<td class="tdc">8</td> - <td>1882</td> - <td>5692</td> - <td>12040</td> </tr> -<tr><td>1883/84</td> -<td class="tdc">13</td> - <td>1884</td> -<td class="tdc">18</td> - <td>1883</td> - <td>6641</td> - <td>13050</td> </tr> -<tr><td>1884/85</td> -<td class="tdc">14</td> - <td>1885</td> -<td class="tdc">15</td> - <td>1884</td> - <td>7291</td> - <td>14985</td> </tr> -</table> - -<p>Von grossem Einfluss auf den Besuch der Studierenden war die Zeit der Abhaltung -der Poliklinik; dieselbe war in den Jahren 1874-77 auf die Nachmittagsstunde verlegt worden, -als die Freistunde der arbeitenden Klassen; für die Hörer aber, welche den ganzen Vormittag -die Kliniken besuchen, eine unbequeme Zeit; auch die Verlegung auf Vormittags 8-9 Uhr, -welche Zeit theils mit der geburtshilflichen, theils mit der ophthalmologischen Klinik kollidierte, -war ohne Erfolg, und erst die seit 1881 eingeführte Morgenstunde 7-8 Uhr brachte eine -erfreulichere Frequenz.</p> - -<p>Neben dem Ambulatorium wurden stets auch Besuche in der Stadt gemacht und -einzelne Patienten vorgerückteren Schülern zur Besorgung überwiesen. Doch war es aus -Mangel an Assistenz nicht möglich, ein eigentliches Poliklinikum fest zu organisieren. Vom -Jahre 1874 bis 1877 wurde die Poliklinik vom Assistenzarzt allein besorgt; die steigende -Frequenz führte im Sommer 1877 zur Anstellung eines Unterassistenten, der namentlich das -Protokoll zu führen hatte; doch genügte bald auch diese Aushilfe nicht mehr. Nachdem in -den Jahren 1881-1883 die Aerzte a <em class="gesperrt">Wengen</em> und Dr. <em class="gesperrt">Fiechter</em> in höchst willkommener -Weise ihre vorzüglichen Dienste der Poliklinik zur Verfügung gestellt hatten, wurde im -September 1883 die Anstellung eines ständigen Hilfsarztes durch den Regierungsrath beschlossen -und als solcher Herr Dr. <em class="gesperrt">Hoffmann-Paravicini</em> erwählt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_111" id="Seite_111">111</a></span> - -Bei der Gründung der Poliklinik wurde das Honorar des Assistenzarztes auf 2000 Fr. -festgestellt, wovon 1500 Fr. der Spital, 500 Fr. die Regierung trug; ausserdem wurde ein -Jahreskredit von 700 Fr. für Instrumente, Verbandstoffe u.s.w. eröffnet, wovon 200 Fr. auf den -Spital, 500 Fr. auf den Staat fielen. Vom Jahre 1877 an übernahm der Spital die Lieferung -von Verbandstoffen und Bureaumaterial, und es wurden nunmehr 300 Fr. von dem Kredit von -700 Fr. für Honorierung eines Hilfsassistenten bestimmt. Vom Jahre 1883 an wurde ausserdem -ein Kredit von 1200 Fr. für den Hilfsarzt durch die Regierung zur Verfügung gestellt.</p> - -<p>Durch das kräftige und wohlwollende Zusammenwirken der Behörden des Staates und -des Bürgerspitals wurde auf diese Weise ein lebenskräftiges und blühendes Institut geschaffen, -das sowohl für die öffentliche Krankenpflege, als für den Unterricht eine fühlbare Lücke -ausgefüllt hat und von dem wir hoffen dürfen, dass es bald durch weiteren Ausbau zu einer -noch reicheren Entwicklung werde geführt werden.</p> - -<p class="right"> -Rudolf Massini. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik.</h3> - -<p>I. <em class="gesperrt">Ophthalmologische Klinik</em> wurde zum ersten Male 1867 im Sommersemester -von dem damaligen ausserordentlichen Professor <em class="gesperrt">Heinrich Schiess</em> in der Augenheilanstalt, -Allschwylerstrasse Nr. 9, vor sechs Zuhörern gehalten. Dieselbe wurde Anfangs mit -Unterbrechungen, später ganz regelmässig in zwei, später in drei Stunden wöchentlich abgehalten. -Von Seite der Akademischen Gesellschaft erhielt die Augenheilanstalt von 1869 an -einen regelmässigen Beitrag von 1000 Fr., und damit war eine nähere Verbindung zwischen -der Universität und der genannten Anstalt angebahnt. Da die Lokalitäten der Anstalt durchaus -unzweckmässig und ungenügend waren, schritt man im Jahre 1875 zu einem Neubau an der -Mittleren Strasse. Die Kosten desselben samt Land und Mobiliar beliefen sich auf circa -250,000 Fr. Die hohen Behörden leisteten hiezu einen Betrag von 15,000 Fr., das löbl. Pflegamt -des Spitals einen von 20,000 Fr., das Uebrige wurde zum grösten Theil durch freiwillige -Beiträge der hiesigen Bürger und Einwohner zusammengebracht. Die neue Anstalt ist daher -ein beredtes Zeugniss für Basels werkthätige Nächstenliebe und für das einträchtige Zusammengehen -von Behörden und Privaten für humane Zwecke.</p> - -<p>Bei dieser Gelegenheit wurde das Verhältniss zwischen Universität und Augenheilanstalt -durch einen Vertrag in der Weise geregelt, dass einerseits Regierung, Akademische Gesellschaft -und Löbl. Pflegamt zusammen jährlich 6000 Fr. an die Betriebskosten beitragen, wogegen<span class="pagenum"><a name="Seite_112" id="Seite_112">112</a></span> -der Oberarzt der Anstalt, der zugleich Direktor der ophthalmologischen Klinik ist, verpflichtet -ist, regelmässigen Unterricht in der Ophthalmologie zu ertheilen und eine Poliklinik abzuhalten. -Ein im Hause wohnender Assistenzarzt hat ebenfalls beim betreffenden Unterricht behilflich -zu sein. Das aus acht Mitgliedern bestehende Anstaltscomité hat einen Delegierten des -Löbl. Pflegamts in seiner Mitte.</p> - -<p>Die Räumlichkeiten der Anstalt bieten Platz für 48 Kranke; es besteht eine besondere -Kinderabtheilung im Erdgeschoss. Für den klinischen und theoretischen Unterricht findet -sich ein grosses Zimmer mit Seitenlicht vor, ausserdem ein Spiegelzimmer und Untersuchungszimmer -für die poliklinischen Kranken; ein Arbeitszimmer für Studierende ist leider nicht -vorhanden. Die Anzahl der jährlich verpflegten klinischen Kranken hat in den letzten Jahren -circa 440 betragen; die tägliche Durchschnittszahl 31-33 Kranke. Diese Anzahl erlaubte, -nicht nur den Studierenden die gewöhnlichen Augenkrankheiten vorzuführen, sondern sie -auch mit den seltenen, pathologischen Formen bekannt zu machen; von dem Assistenzarzte -wurden zuweilen ophthalmoskopische Kurse abgehalten, um die Studierenden mit dieser auch -für das allgemeine medicinische Studium wichtigen Untersuchungsmethode bekannt zu machen. -Es wurden im Sommersemester in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 80.2, im Wintersemester -115.4 Kranke den Studierenden vorgestellt.</p> - -<p>Die Sammlung pathologischer Augen, die bereits eine sehr ansehnliche geworden, und -diejenige der mikroskopischen Präparate sind ebenfalls für den klinischen Unterricht herangezogen. -Die Frequenz <span class="err" title="original: de">der</span> Klinik, die vor dem Bezug der neuen Anstalt schon wegen Raummangels -eine beschränktere gewesen, hat sich seither wesentlich gehoben und betrug in den -letzten fünf Jahren im Sommersemester 15, im Wintersemester 19,4 Studierende.</p> - -<p>II. Die <em class="gesperrt">ophthalmologische Poliklinik</em>, welche überhaupt die erste Poliklinik war, -die in Basel existierte, wurde im Jahre 1865 am ersten Mai eröffnet, und hatte im ersten -Jahre eine Frequenz von 262 Kranken. Die Anzahl der Patienten nahm beständig zu und -hat sich auch die Befürchtung, dass bei der grossen Entfernung der neuen Anstalt die Frequenz -zurückgehen werde, als unrichtig erwiesen. Auch jetzt noch ist die Frequenzziffer im Ansteigen -begriffen, wie folgende Zahlen beweisen mögen:</p> - -<table summary="anzahl"> -<tr><td class="tdc"><b>Anzahl der Kranken.</b></td> -<td class="tdc"><b>Jahr</b>.</td></tr> - - <tr><td class="tdc">1340</td> <td>1880 </td></tr> - <tr><td class="tdc">1587</td> <td>1881</td></tr> - <tr><td class="tdc">1581</td> <td>1882 </td></tr> - <tr><td class="tdc">1621</td> <td>1883 </td></tr> - <tr><td class="tdc">1779</td> <td>1884.</td> </tr> - </table> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_113" id="Seite_113">113</a></span> - -Die Kranken erhalten Gratiskonsultation, keine Medikamente und keine Brillen. Bei -der steigenden Frequenz, wobei eine genaue Untersuchung und richtige Protokollführung -immer schwieriger wurde, wurde im Jahre 1884 von dem Anstaltscomité ein poliklinischer -Assistent angestellt, der das Protokoll zu führen hat und auch bei den Untersuchungen thätig -ist. Auf diese Art wird zuweilen einem älteren Medicin-Studierenden, der diese Stelle -bekleidet, Gelegenheit geboten, sich etwas mehr, als dies gewöhnlich geschieht, mit dem -Fache vertraut zu machen. Die Poliklinik wird übrigens sowohl während des Semesters -als auch in den Ferien von ältern Medicin-Studierenden frequentiert.</p> - -<p class="right"> -Heinrich Schiess. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>19. Ohrenklinik.</h3> - -<p>Die Ohrenklinik hat den Zweck, Studierenden<span class="err" title="original: Unterrricht"> Unterricht</span> zu ertheilen in der Kenntniss -und Behandlung der Erkrankungen des Gehörorgans und zugleich angehenden Ohrenärzten -und sonstigen Interessenten Gelegenheit zu geben zu wissenschaftlichen Arbeiten und weiterer -Ausbildung in der theoretischen und praktischen Ohrenheilkunde.</p> - -<p>In früherer Zeit widmete der 1868 verstorbene Prof. Dr. <em class="gesperrt">Streckeisen</em> diesem Gebiete -sein besonderes Interesse und stellte auch mit Vorliebe gehörkranke Kinder in der Klinik -des Kinderspitals vor; eine eigentliche Ohrenklinik bestand jedoch in Basel nicht. — Diese -wurde durch den jetzigen Vorsteher im Jahre 1876 eröffnet und umfasst:</p> - -<p>I. <em class="gesperrt">Otologisches Institut.</em> — Dasselbe befindet sich im Universitätsgebäude in zwei -demselben von der hohen Curatel zugewiesenen Zimmern.</p> - -<p>Nebenbei bemerkt, ist diese höchst willkommene Zuweisung eines Lokals für das otologische -Institut die einzige Unterstützung, welche von Seite des Staates der Ohrenklinik zu -Gute kommt und werden, abgesehen von dem jährlich dem Institut zufallenden Fakultätsbeitrag -(circa 50 Fr.), die Kosten der Ohrenklinik von dem Vorsteher derselben getragen.</p> - -<p>Die beiden Zimmer des Institutes dienen als Arbeitszimmer und zugleich als Aufstellungsraum -für die Sammlung, welche eine grosse Reihe von Präparaten normal-anatomischen -und pathologisch-anatomischen Inhalts enthält. Die Sammlung ist in erster Linie -bestimmt zu Demonstrationen bei den Vorlesungen, dann aber auch zur Erweiterung unserer -Kenntnisse über Anatomie und Pathologie des Ohres überhaupt.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_114" id="Seite_114">114</a></span> - -II. <em class="gesperrt">Ohrenklinik.</em> — Diese wird jeden Dienstag von ½3-½5 Uhr abgehalten in der -Wohnung des Vorstehers. (St. Albanvorstadt 42).</p> - -<p>Die Patienten erhalten unentgeltliche Konsultation, Operationen u.s.w., jedoch nicht -Gratis-Medikamente.</p> - -<p>Ein kleiner Fond von Fr. 100, den ein in der Ohrenklinik geheilter Patient aus Dankbarkeit -dieser später zur Verfügung stellte, wurde benützt zur Anschaffung von Spritzen und -ähnlichen Instrumenten, welche an Unbemittelte abgegeben werden.</p> - -<p>Im Jahre 1876 besuchten die Ohrenklinik 82 Patienten mit 324 Konsultationen, im -Jahr 1883 dagegen 317 Patienten mit 414 und im vorigen Jahre 320 Patienten mit 455 Konsultationen.</p> - -<p>Leider gestatten es die in meiner Wohnung disponiblen Räumlichkeiten nicht, eine -grössere Zahl, als vier bis fünf Studierende aufzunehmen, besonders im Winter, wo meist -nur bei Gasbeleuchtung untersucht werden kann.</p> - -<p>Wir hoffen, dass die Zeit nicht so ferne sei, wo durch Zuweisung eines geeigneten -Lokals für den klinischen Unterricht und durch Anstellung eines Assistenten es dem Vorsteher -möglich gemacht werde, die Beschränkung in der Zahl der aufzunehmenden Studierenden -aufzuheben und die Benutzung der Ohrenklinik allen Interessenten zugänglich zu machen.</p> - -<p class="right"> -Albert Burckhardt-Merian. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>20. Kinderklinik.</h3> - -<p>Eine regelmässige Klinik der Kinderkrankheiten besteht im Kinderspital seit der Mitte -der Sechziger Jahre und wurde bis zum Jahre 1868 von Herrn Professor <em class="gesperrt">Streckeisen</em> sel. -abgehalten.</p> - -<p>Bei der Neubesetzung der Stelle eines Oberarztes des Kinderspitals, welcher aus -einem Doppelvorschlag der medicinischen Fakultät von dem Comité des Kinderspitals gewählt -wurde, ist derselbe verpflichtet worden, regelmässig Klinik zu halten, an der Universität zu -lesen und eine Poliklinik zu leiten. Seit dem Jahre 1808 hält der Unterzeichnete regelmässig -Klinik jeden Donnerstag von 10-12 Uhr und benützt hiezu zum Theil das klinische Krankenmaterial, -d.h. die im Kinderspital verpflegten Kranken, zum Theil die Poliklinik, d.h. die -aus der Stadt zur Konsultation kommenden kranken Kinder. Im Kinderspital werden jährlich -circa 400 Kranke verpflegt; der tägliche Bestand schwankt zwischen 35 und 45.</p> - -<p><span class="pagenum"><a name="Seite_115" id="Seite_115">115</a></span> - -Die Klinik wird von den älteren Studierenden regelmässig besucht; ihre Zahl beläuft -sich im Durchschnitt in den letzten zehn Jahren auf etwa 15-20 und mehr. Es wird dabei -dem Studierenden reichlich Gelegenheit geboten, sich mit den Krankheiten des kindlichen -Alters, sowohl den medicinischen als den chirurgischen vertraut zu machen. Es steht dem -leitenden Arzte zur Pflege der kranken Kinder an ärztlichem Personal zur Seite ein Secundararzt -und ein Assistent; in die Krankenpflege theilen sich neun Schwestern aus der Diaconissenanstalt -in Riehen. Dem ökonomischen Theil der Anstalt steht ein Verwalter vor. -Das Kinderspital steht unter einem Comité, das sich selbst ergänzt; die Anstalt ist eine -wohlthätige Stiftung, die eigenes Vermögen hat, zum Unterhalt aber ausserdem auf Legate -angewiesen ist. Von der Universität erhält das Spital keinerlei finanzielle Unterstützung.</p> - -<p class="right"> -E. Hagenbach-Burckhardt. -</p> -<hr class="small" /> - -<h3>21. Theologisches Seminar.</h3> - -<p>In der theologischen Fakultät bestand bis zum Sommer 1885 blos ein Seminar für -homiletische und für katechetische Uebungen zum Zweck der unmittelbaren Vorbereitung -auf den praktisch-kirchlichen Dienst. Dasselbe wurde im Januar 1867 gegründet, nachdem -schon früher Herr Professor <em class="gesperrt">Hagenbach</em> und seit 1851 Herr Pfarrer (jetzt Professor) <em class="gesperrt">Stockmeyer</em> -die homiletischen und die Herren Professoren <em class="gesperrt">Riggenbach</em> und <em class="gesperrt">Auberlen</em>, sowie -Herr Pfarrer <em class="gesperrt">Miville</em> abwechselnd katechetische Uebungen geleitet hatten. Seit Errichtung -des Seminars pflegen die Uebungen der homiletischen Abtheilung ausnahmslos in jedem -Semester, die der katechetischen in jedem Wintersemester abgehalten zu werden. Vorsteher -der ersteren ist seit der Gründung des Seminars Herr Professor <em class="gesperrt">Stockmeyer</em> (bis 1873 für den -zweiten Kursus unter Mitwirkung von Herrn Professor <em class="gesperrt">Hagenbach</em>), Vorsteher der -letzteren Herr Professor <em class="gesperrt">Riggenbach</em>. Für den Eintritt ist beiderseits ein vorangegangenes -theologisches Studium von mindestens vier Semestern als Bedingung gefordert. Die Uebungen, -zu denen alle Theilnehmer verpflichtet sind, bestehen in der Ausarbeitung und Kritik von -Predigten und Katechesen; für die homiletische Abtheilung ist ausserdem noch in einem -zweiten Kursus, der indessen nicht regelmässig abgehalten wird, die Gelegenheit zum Vortrag -der für das Seminar ausgearbeiteten Predigten im öffentlichen Gottesdienst geboten. -Durch einen von der Regenz genehmigten Fakultätsbeschluss soll von Herbst 1885 an dieses -homiletisch-katechetische Seminar durch Heranziehung zunächst der alttestamentlich und neutestamentlich -exegetischen, sowie der kirchengeschichtlichen Disciplin zu einem allgemein -<span class="pagenum"><a name="Seite_116" id="Seite_116">116</a></span> -theologischen Seminar erweitert werden, dessen einzelne Abtheilungen indessen, was -Leitung und Mitgliedschaft betrifft, von einander unabhängig sind und dessen von der -Fakultät zu ernennende Vorsteher die maassgebenden Bestimmungen über die Art und die -Bedingungen der Theilnahme je für die verschiedenen Disciplinen zu treffen haben. Zugleich -ist mit dieser Erweiterung des Seminars die Aufstellung einer Handbibliothek verbunden -worden, deren Benützung zunächst den Mitgliedern vorbehalten ist; über die Bücheranschaffungen -entscheidet die Fakultät nach den von den Vorstehern der einzelnen Abtheilungen -gemachten Vorschlägen.</p> - -<p class="right"> -Chr. J. Riggenbach. -</p> -<hr class="small" /> - -<h3>22. Pädagogisches Seminar.</h3> - -<p>Dieses Seminar trat mit Beginn des Wintersemesters 1873/74 ins Leben und hat die -Aufgabe, Studierende für ein höheres Lehramt vorzubereiten. Für seine Einrichtung war -die Erwägung maassgebend, dass einerseits bei dem gegenwärtigen Zustande des Unterrichtswesens -eine gewisse Orientierung über die wichtigeren allgemeinen Probleme, wie über die -Methodik der einzelnen Lehrfächer schon während der Universitätszeit wünschenswerth sei, -dass aber andrerseits diese Beschäftigung mit der Pädagogik sich innerhalb gewisser Schranken -halten müsse, um nicht den eigentlichen Zweck der Universitätsstudien, die Vertiefung in -die Wissenschaft selbst, zu gefährden. Die Seminarübungen sind theils theoretischer, theils -praktischer Art. Anfänglich wurden beide vom einzigen Direktor, dem Ordinarius der Philosophie, -geleitet; als aber in Folge von Veränderungen dessen Kräfte in verstärktem Maasse für die -philosophischen Vorlesungen in Anspruch genommen wurden, übertrug die Curatel die Leitung -der praktischen Uebungen dem Rektor des Gymnasiums.</p> - -<p>Es leiteten das pädagogische Seminar 1873/74 Professor Dr. Rud. <em class="gesperrt">Eucken</em> — 1874/75 -Professor Dr. Max <em class="gesperrt">Heinze</em> — 1875/81 Professor Herm. <em class="gesperrt">Siebeck</em> — 1881/83 Professor Herm. -<em class="gesperrt">Siebeck</em> und Professor Fr. <em class="gesperrt">Burckhardt</em> — seitdem Professor Joh. <em class="gesperrt">Volkelt</em> und Professor -Fr. <em class="gesperrt">Burckhardt</em>.</p> - -<p class="right"> -Fritz Burckhardt. -</p> -<hr class="small" /> -<h3><span class="pagenum"><a name="Seite_117" id="Seite_117">117</a></span> - -23. Philologisches Seminar.</h3> - -<p>Das hiesige philologische Seminar wurde, auf Antrag der philosophischen Fakultät, zum -ersten Mal im Jahre 1861 eröffnet unter der Leitung der Herren Professoren <em class="gesperrt">Gerlach</em>, <em class="gesperrt">Ribbeck</em> -und <em class="gesperrt">Vischer</em>. Sein in den Bedürfnissen der Zeit liegender Zweck war, jungen Studierenden -der Philologie Gelegenheit zu selbstständiger Arbeit zu geben und die Beschäftigung -mit der classischen Philologie möglichst dem späteren Wirkungskreis im theoretischen und -praktischen Schulleben anzubequemen. Der letztgenannte Gesichtspunkt braucht nun allerdings -seit der Lostrennung der pädagogischen Sektion nicht mehr strikte festgehalten zu werden -(d.h. seit der Gründung eines spezifisch pädagogischen Seminars, 1873); doch wird er auch -nicht völlig aus dem Auge gelassen, insofern ja die Mehrzahl der Philologie-Studierenden -später zur Schulpraxis übergeht. Die Zahl der Besucher (bestehend aus ordentlichen Mitgliedern -und blossen Auskultanten) schwankte in den Jahren 1861-1872 zwischen 4 und 11, im Winter -des Jahres 1872 mussten die Uebungen wegen Mangels an Theilnehmern ausgesetzt werden. -Im übrigen wurden Uebungen im Interpretieren und in der Kritik, anfänglich sowohl in -lateinischer als auch in deutscher Sprache vorgenommen; später änderte sich dies (s. unten). -An fleissige Mitglieder wurden und werden jetzt noch jährliche Prämien vertheilt.</p> - -<p>Im Jahr 1874 befand sich das philologische Seminar (Direktoren die Herren Professoren -<em class="gesperrt">Gerlach</em> und <em class="gesperrt">Nietzsche</em>) in grosser Zuhörernoth, da die Zahl der Theilnehmer bis auf -einen zurückging. Doch hob sich die Zahl auf erfreuliche Weise schon in den nächsten Jahren, -wo auch Professor <em class="gesperrt">Mähly</em> als Mitdirektor in die Leitung des Institutes eintrat; von 1875 -an ist ein langsames, aber stetiges Steigen (6-10 Theilnehmer) zu konstatieren, — im -Winter 1880 nahmen sogar 13 Zuhörer an den Uebungen Theil — um dann wieder ebenso -langsam einem decrescendo Platz zu machen (10, 6, 7) und wieder einen kleinen Aufschwung -zu erfahren (8, 9), bis im Sommer 1884 mit 4 Zuhörern die kleinste Zahl seit zehn Jahren -sich einstellte; im Sommer des laufenden Jahres ist sie wieder auf 7 gestiegen. Freilich -machen (mit Ausnahmen) die ausserordentlichen, d.h. die nicht ordentlichen Mitglieder den -grösseren Bruchtheil der jeweiligen Zahl aus.</p> - -<p>Mit dem Jahr 1878 schloss, nach mehrmaligen durch Krankheit veranlassten längeren -Pausen, die Thätigkeit Herrn Professor <em class="gesperrt">Nietzsche's</em> am Seminar zugleich mit seiner akademischen -ab, und an seine Stelle trat im Winter 1879 Herr Professor J. <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, -der sich mit Professor J. <em class="gesperrt">Mähly</em> in die Direktion des Seminars theilt.</p> - -<p>Die Uebungen finden seit einer Reihe von Jahren vier Mal wöchentlich statt und -gewöhnlich wechseln die beiden Direktoren in der Vornahme derselben also ab, dass der -gleiche in dem einen Semester die lateinische, im folgenden die griechische Sprache -<span class="pagenum"><a name="Seite_118" id="Seite_118">118</a></span> -und Litteratur übernimmt. In den Stunden selber wird nur und ausschliesslich Latein -gesprochen. Die (vorwiegend kritisch behandelten) Autoren vertraten so ziemlich nach Stoffen -und Zeiten den Umkreis der Zeit beider Litteraturen, von den homerischen Gesängen an -bis auf die griechische Anthologie, von Nævius herab bis Silius Italicus, Epiker und Dramatiker, -Lyriker und Rhetoren, Grammatiker und Philosophen, Historiker und Scholiasten; oft -auch, wo die Werke eines Schriftstellers nicht mehr erhalten sind, wurden die gesammelten -Fragmente desselben behandelt.</p> - -<p class="right"> -Jacob Mähly. -</p> - -<h3>24. Germanisch-romanisches Seminar.</h3> - -<p>Laut der Statuten hat dieses im Wintersemester 1885/86 zu eröffnende Seminar den -Zweck, das wissenschaftliche und praktische Studium der germanischen und romanischen -Sprachen zu fördern, insbesondere die künftigen Lehrer der neueren Sprachen an Gymnasien -und Realschulen für ihren Beruf vorzubereiten.</p> - -<p>Es zerfällt in zwei Abtheilungen, eine für germanische und eine für romanische -Philologie. Direktoren derselben sind die betreffenden Fachprofessoren.</p> - -<p>Die Uebungen des Seminars sind schriftliche und mündliche. Jene bestehen in wissenschaftlichen -und stilistischen Ausarbeitungen, diese in Interpretationsübungen und mündlichen -Vorträgen. Jedes ordentliche Mitglied muss im Lauf des Semesters wenigstens eine schriftliche -Arbeit liefern oder einen Vortrag halten.</p> - -<p>Mit dem Seminar soll eine kleine Handbibliothek verbunden werden, zu deren Anlegung -die Akademische Gesellschaft, in verdankenswerther Weise einen Beitrag von Fr. 500 -der Direktion zur Verfügung gestellt hat. Für die Benützung der Handbibliothek wird eine -besondere Ordnung aufgestellt werden. Wer aus dem Seminar austritt, kann auf seinen -Wunsch vom Direktor ein Zeugniss über seine Leistungen im Seminar erhalten.</p> - -<p class="right"> -Gustav Soldan. -</p> - -<h3>25. Staatswissenschaftliches Seminar. -<span class="pagenum"><a name="Seite_119" id="Seite_119">119</a></span> -</h3> - -<p>Dasselbe wurde 1877 gegründet, trat aber erst 1878 in Wirksamkeit. Zweck desselben -ist: »Erweckung und Pflege des Sinnes für das Studium der Staatswissenschaften, sowie die -Anleitung zu methodischer Behandlung von Fragen aus den Gebieten der Nationalökonomie, -der Statistik, des öffentlichen Rechts, der Verwaltungslehre und wirthschaftlichen Kulturgeschichte.« -Behufs Unterstützung der Uebungen besteht eine eigene Seminar-Bibliothek (im -Sommer 1885 ungefähr 1800 Bände und Brochüren), welche mit einer grösseren Anzahl ausländischer -statistischer Bureaux im Schriftenaustausch steht, zu welchem Zwecke dem Seminar -die von der Regierung ausgehenden Publikationen in einer grösseren Anzahl von Exemplaren -überwiesen werden. Seminar und Bibliothek stehen unter Leitung des jeweiligen Professors -der Nationalökonomie und Statistik. Zur Ertheilung von Prämien, sowie zu Anschaffungen -für die Bibliothek ist der Direktion ein jährlicher Kredit bis zu Fr. 400 eröffnet. Die Frequenz -schwankte zwischen vier bis zehn Mitgliedern.</p> - -<p class="right"> -Karl Bücher. -</p> - -<hr class="small" /> -<h3>26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar.</h3> - -<p>Das Seminar trat mit dem Sommersemester 1866 ins Leben. Es hat den Zweck, -Studierende, welche sich der Mathematik oder den Naturwissenschaften widmen, bei der -selbstständigen Bearbeitung wissenschaftlicher Aufgaben anzuleiten und zu unterstützen. -Sämtliche Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften an der philosophischen und -medicinischen Fakultät, welche sich dazu verständigen, werden als Lehrer des Seminars -betrachtet. Die Anmeldung der Studierenden zur Betheiligung an dem Seminar geschieht -bei den betreffenden Lehrern. Zur Aufmunterung des Fleisses oder zur Erleichterung bei -den durch die Arbeiten veranlassten Unkosten können für eingelieferte Arbeiten Prämien -in Form von Geld, Apparaten oder Büchern ertheilt werden, wofür ein jährlicher Kredit -von Fr. 500 ausgesetzt ist. Eine grössere Anzahl von zum Theil trefflichen Arbeiten vorgerückter -Studierender, meist mathematischen Inhaltes, sind aus dem Seminar hervorgegangen -und mit Prämien bedacht worden.</p> - -<p class="right"> -Hermann Kinkelin. -</p> - -<div class="footnotes"><h3>FUSSNOTEN:</h3> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_29_29" id="Fussnote_29_29"></a><a href="#FNAnker_29_29"><span class="label">[29]</span></a> Ueber die frühere Geschichte der Sammlungen s. auch P. Merian, zur Geschichte der in dem neuen Museum -aufgestellten Sammlungen (in der Festschrift zur Einweihung des Museums, Basel 1849).</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_30_30" id="Fussnote_30_30"></a><a href="#FNAnker_30_30"><span class="label">[30]</span></a> Rathsherr Peter Merian. Programm zur Rectoratsfeier der Universität Basel 1883, wobei auch zu -verweisen ist auf einen viel früheren Bericht: Festschrift zur Einweihung des Museums in Basel am 26. Nov. -1849 von P. Merian.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_31_31" id="Fussnote_31_31"></a><a href="#FNAnker_31_31"><span class="label">[31]</span></a> Beilage zum Jahresbericht der Akademischen Gesellschaft für 1883. Verhandlungen der Naturforschenden -Gesellschaft in Basel. VII. 3. 1855.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_32_32" id="Fussnote_32_32"></a><a href="#FNAnker_32_32"><span class="label">[32]</span></a> Ueber eine der bedeutendsten ältern Schenkungen, das im Jahr 1830 dem Museum durch Verfügung -der Erben zugefallene Naturalien-Kabinet des Stadtraths-Präsidenten Hieronymus Bernoulli, das sich über alle -Arten von Wirbelthieren, sowie über Crustaceen, Conchylien, Echinodermen und Corallen verbreitete, aber auch -namentlich an Versteinerungen und Mineralien reich war, und das bis auf den heutigen Tag als Grundstock -des jetzigen Bestandes gelten kann, siehe auch Baslerische Mittheilungen vom 20. März 1830. (Von der Hand -von Prof. Chr. Bernoulli).</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_33_33" id="Fussnote_33_33"></a><a href="#FNAnker_33_33"><span class="label">[33]</span></a> Siehe oben genannte Festschrift.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_34_34" id="Fussnote_34_34"></a><a href="#FNAnker_34_34"><span class="label">[34]</span></a> Publiciert von der Akademischen Gesellschaft in der Beilage zum Jahresbericht für 1880.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_35_35" id="Fussnote_35_35"></a><a href="#FNAnker_35_35"><span class="label">[35]</span></a> S. hierüber Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum 1885.</p></div> - -<div class="footnote"> - -<p><a name="Fussnote_36_36" id="Fussnote_36_36"></a><a href="#FNAnker_36_36"><span class="label">[36]</span></a> Bericht über d. vergl. anatom. Sammlung v. 1878 in der Beil. z. Jahresb. der Akad. Gesellsch. v. 1878.</p></div></div> -<div class="chapter"> </div> -<hr class="full" /> - -<h2><a name="INHALT" id="INHALT">INHALT.</a></h2> - -<table summary="inhalt"> - <tr><td> </td> -<td> </td> -<td>Seite</td></tr> - -<tr><td class="tdr">I.</td> -<td>Geschichte der Organisation der Universität </td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_5">5</a></td></tr> - -<tr><td class="tdr">II.</td> -<td>Fonds der Universität</td> -<td class="tdr"><a href="#Fonds_der_Universitaet">33</a></td></tr> - -<tr><td class="tdr">III.</td> <td>Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_42">42-63</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">A. Rektoren der Universität</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_42">42</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">B. Lehrpersonal der Universität</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_44">44</a></td></tr> -<tr><td> </td> -<td class="tdind">Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_61">61</a></td></tr> -<tr><td> </td> -<td class="tdin">C. Studentenschaft der Universität</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_62">62</a></td></tr> - -<tr><td class="tdr">IV.</td> <td>Sammlungen und Unterrichtsanstalten der Universität</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_64">64-119</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek)</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_64">64</a></td></tr> - -<tr><td> </td> - <td class="tdin">2. Kunstsammlung</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_68">68</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">3. Antiquarische Sammlung</td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_71">71</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">4. Mittelalterliche Sammlung</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_75">75</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">5. Naturhistorisches Museum</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_78">78</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">6. Physikalische Anstalt </td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_85">85</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">7. Chemische Anstalt</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_88">88</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">8. Botanische Anstalt</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_90">90</a></td> </tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">9. Normal-anatomische Anstalt </td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_91">91</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">10. Vergleichend-anatomische Anstalt </td> -<td class="tdr"><a href="#Seite_94">94</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">11. Physiologische Anstalt</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_98">98</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">12. Pathologisch-anatomische Anstalt</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_100">100</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_101">101</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">14. Chirurgische Klinik </td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_104">104</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">15. Geburtshilflich-gynäkologische Klinik </td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_106">106</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">16. Psychiatrische Klinik</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_108">108</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">17. Poliklinik des Bürgerspitals</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_109">109</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik </td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_111">111</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">19. Ohrenklinik </td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_113">113</a></td> </tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">20. Kinderklinik </td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_114">114</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">21. Theologisches Seminar</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_115">115</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">22. Pädagogisches Seminar</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_116">116</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">23. Philologisches Seminar</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_117">117</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">24. Germanisch-romanisches Seminar</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_118">118</a></td></tr> -<tr><td> </td> - <td class="tdin">25. Staatswissenschaftliches Seminar</td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_119">119</a></td></tr> - <tr><td> </td> - <td class="tdin">26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar </td> - <td class="tdr"><a href="#Seite_119">119</a></td></tr> -</table> - -<hr class="full" /> - -<div class="transnote"> -<h2><a id="Anmerkungen_zur_Transkription"></a>Anmerkungen zur Transkription:</h2> - -<p class="noin">Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen; - lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.</p> - -<p class="noin">Die erste Zeile entspricht dem Original, die zweite Zeile enthält die Korrektur.</p> - -<p>S. <a href="#Seite_50">50</a>:</p> -<ul> - <li>Dr.med. in Würzburg, 61</li> - -<li>Dr.med. in Würzburg, <span class="u">1861</span></li></ul> - -<p>S. <a href="#Seite_86">86</a>:</p> -<ul> -<li>in dem zeitweise vorgegerücktere</li> - -<li>in dem zeitweise <span class="u">vorgerücktere</span></li> </ul> - -<p>S. <a href="#Seite_112">112</a>:</p> -<ul> -<li>Die Frequenz de Klinik</li> - -<li>Die Frequenz <span class="u">der</span> Klinik</li></ul> - -<p>S. <a href="#Seite_113">113</a>:</p> - - <ul><li>Studierenden Unterrricht </li> - - <li>Studierenden <span class="u">Unterricht</span> </li></ul> -</div> -<p> </p> -<p> </p> -<hr class="pg" /> -<p>***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835***</p> -<p>******* This file should be named 50937-h.htm or 50937-h.zip *******</p> -<p>This and all associated files of various formats will be found in:<br /> -<a href="http://www.gutenberg.org/dirs/5/0/9/3/50937">http://www.gutenberg.org/5/0/9/3/50937</a></p> -<p> -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed.</p> - -<p>Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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You may convert to and distribute this work in any binary, -compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including -any word processing or hypertext form. However, if you provide access -to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format -other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official -version posted on the official Project Gutenberg-tm web site -(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense -to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means -of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain -Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the -full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.</p> - -<p>1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, -performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works -unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.</p> - -<p>1.E.8. 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Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.</p> - -<p>1.F.</p> - -<p>1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable -effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread -works not protected by U.S. copyright law in creating the Project -Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm -electronic works, and the medium on which they may be stored, may -contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate -or corrupt data, transcription errors, a copyright or other -intellectual property infringement, a defective or damaged disk or -other medium, a computer virus, or computer codes that damage or -cannot be read by your equipment.</p> - -<p>1.F.2. 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INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in -accordance with this agreement, and any volunteers associated with the -production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm -electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, -including legal fees, that arise directly or indirectly from any of -the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this -or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or -additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any -Defect you cause. </p> - -<h3 class="pg">Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm</h3> - -<p>Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life.</p> - -<p>Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at -www.gutenberg.org.</p> - -<h3 class="pg">Section 3. Information about the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation</h3> - -<p>The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state's laws.</p> - -<p>The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the -mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its -volunteers and employees are scattered throughout numerous -locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt -Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to -date contact information can be found at the Foundation's web site and -official page at www.gutenberg.org/contact</p> - -<p>For additional contact information:</p> - -<p> Dr. Gregory B. Newby<br /> - Chief Executive and Director<br /> - gbnewby@pglaf.org</p> - -<h3 class="pg">Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation</h3> - -<p>Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS.</p> - -<p>The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To SEND -DONATIONS or determine the status of compliance for any particular -state visit <a href="http://www.gutenberg.org/donate">www.gutenberg.org/donate</a>.</p> - -<p>While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate.</p> - -<p>International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.</p> - -<p>Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation -methods and addresses. Donations are accepted in a number of other -ways including checks, online payments and credit card donations. To -donate, please visit: www.gutenberg.org/donate</p> - -<h3 class="pg">Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.</h3> - -<p>Professor Michael S. Hart was the originator of the Project -Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be -freely shared with anyone. For forty years, he produced and -distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of -volunteer support.</p> - -<p>Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed -editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in -the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not -necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper -edition.</p> - -<p>Most people start at our Web site which has the main PG search -facility: www.gutenberg.org</p> - -<p>This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, -including how to make donations to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to -subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.</p> - -</body> -</html> - diff --git a/old/50937-h/images/cover.jpg b/old/50937-h/images/cover.jpg Binary files differdeleted file mode 100644 index 5ad9d45..0000000 --- a/old/50937-h/images/cover.jpg +++ /dev/null |
