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-The Project Gutenberg eBook, Die Universität Basel in den fünfzig Jahren
-seit ihrer Reorganisation im Jahre 1835, by Albert Teichmann
-
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-
-
-
-Title: Die Universität Basel in den fünfzig Jahren seit ihrer Reorganisation im Jahre 1835
-
-
-Author: Albert Teichmann
-
-
-
-Release Date: January 15, 2016 [eBook #50937]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: UTF-8
-
-
-***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN
-FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835***
-
-
-E-text prepared by Karl Eichwalder, Chuck Greif, Eleni Christofaki, and
-the Online Distributed Proofreading Team (http://www.pgdp.net) from page
-images generously made available by Internet Archive/American Libraries
-(https://archive.org/details/americana)
-
-
-
-Note: Images of the original pages are available through
- Internet Archive/American Libraries. See
- https://archive.org/details/dieuniversithat00teicrich
-
-
-Anmerkungen zur Transkription:
-
- Folgende Zeichen sind für die verschiedene Schriftformen
- benutzt:
-
- _gesperrt gedruckter Text_
-
- =fett gedruckter Text=
-
- +kursiv gedruckter Text+
-
- Eine Liste der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende
- des Textes.
-
-
-
-
-
-DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN FÜNFZIG JAHREN
-SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835.
-
-PROGRAMM ZUR
-REKTORATSFEIER UND ZU DEM MIT IHR VERBUNDENEN JUBILÄUM DER FREIWILLIGEN
-AKADEMISCHEN GESELLSCHAFT
-
-IM AUFTRAG E.E. REGENZ
-
-UNTER MITWIRKUNG DER ANSTALTSVORSTEHER
-
-ZUSAMMENGESTELLT
-
-von
-
-Prof. Dr. ALBERT TEICHMANN.
-
-
-
-
-
-
-
-Basel.
-Schultze'sche Universitäts-Buchdruckerei (L. Reinhardt)
-1885.
-
-
-
-
-VORWORT.
-
-
-Nachdem 1883 und 1884 die Universitäten Zürich und Bern ihr 50jähriges
-Bestehen gefeiert haben, schickt sich in diesem Jahre auch die ältere
-Schwester in den Grenzmarken des Schweizerlandes an, bei einer
-ähnlichen Feier einen Rückblick zu werfen auf eine gleich lange Periode
-der Entwicklung seit dem Jahre, in welchem der hochherzige Sinn der
-Behörden und der Bürgerschaft ihre Fortexistenz sicherte und ihr eine
-den Verhältnissen jener Zeit entsprechende Organisation gab.
-
-Eingedenk der zu eigenem Gewinn siegreich bestandenen Prüfungen,
-wie andrerseits der erhebenden vierten Säcularfeier vor 25 Jahren,
-will sie bei der auf engere Kreise beschränkten diesjährigen Feier
-im Bewusstsein eines nunmehr verwirklichten grösseren Aufschwungs
-den Tribut des Dankes darbringen ihrer treuen, zur Hilfe stets
-bereiten Genossin in diesen 50 Jahren, der Freiwilligen Akademischen
-Gesellschaft, welche, wenige Tage vor Einweihung der neu organisierten
-Universität im Jahre 1835 gestiftet, ihr Fest mit der Rektoratsfeier
-der Universität verbindet.
-
-E.E. Regenz beschloss, bei diesem Anlass eine Schrift zu
-veröffentlichen, welche einen Einblick in die Organisation und die
-ökonomischen Verhältnisse der Universität, einen Ueberblick über
-das Lehrpersonal und die Studentenschaft der letzten 50 Jahre, eine
-Uebersicht über die mit der Universität verbundenen Sammlungen und
-Anstalten gewähren soll.
-
-Möchte die nachfolgende bescheidene Schrift dazu anregen, bisher
-Versäumtes nachzuholen und dem durch einige der Jubelschriften und
-die Rektoratsrede im Jahre 1860 gegebenen meisterlichen Vorbilde in
-Fortführung dieser geschichtlichen Arbeiten nachzueifern!
-
-Allen denen, welche durch Mitarbeit, Rathschläge und Mittheilungen
-vorliegende Arbeit förderten, insbesondere den Herren Professoren
-_Vischer_, E. _Hagenbach_, _Kinkelin_, Fritz _Burckhardt_ und Herrn
-Staatsarchivar Dr. _Wackernagel_, sodann den Herren Vorstehern der
-Sammlungen und Anstalten sei inniger Dank bezeugt!
-
- Der Universität und ihrer Festgenossin
-
-bringt die herzlichsten Segenswünsche für ferneres Blühen und Gedeihen
-dar
-
- _Basel_, im November 1885.
-
- A. Teichmann.
-
-
-
-
-I.
-
-Geschichte der Organisation der Universität.
-
-
-1. =Einleitung. -- Die Gesetze von 1818 und die Sprüche des
-Schiedsgerichts.=
-
-Bis in den Anfang dieses Jahrhunderts hatte die Universität als
-Korporation eine unabhängige Stellung behauptet. Dies änderte sich,
-als durch das Gesetz vom 19. Mai 1813 die der Universität in den
-Jahren 1460, 1532 und 1539 ertheilte Verfassungsurkunde, Statuten
-und Privilegien zurückgenommen und aufgehoben wurden. Fortan sollte
-dieselbe allgemeine höhere Lehranstalt des Kantons sein und zu
-diesem Zwecke in einer den Zeiten angemessenen und gemeinnützigen
-Weise eingerichtet werden. Durch Gesetz vom 17. Juni 1818 über die
-Organisation der Universität wurde sie der Oberaufsicht und Leitung der
-Regierung unterstellt. Letztere übertrug diese Oberaufsicht und Leitung
-der zufolge Gesetzes vom gleichen Datum bestellten neuen Staatsbehörde,
-dem _Erziehungsrath_, dessen engerer Ausschuss (_Curatel_) die der
-Universität unmittelbar vorgesetzte Behörde wurde. Der Regenz der
-Universität -- bestehend aus sämmtlichen ordentlichen Professoren
--- verblieb die Leitung der inneren Angelegenheiten, die Aufsicht
-über die akademischen Anstalten und Sammlungen und die Verwaltung
-des Universitätsvermögens. Die bisherige Universitätskommission
-erhielt, unter bester Verdankung ihrer Arbeiten, durch Rathsbeschluss
-vom 24. Juni 1818 ihre Entlassung. Die der Regenz noch gelassene
-Civilrechtspflege für die Angehörigen der Universität (sog.
-Universitätsbürger) entfiel 1821 bei der neuen Organisation des
-Gerichtswesens.
-
-In den vier einander gleichgestellten Fakultäten sollten 18 Professoren
-mit einer Besoldung von je Fr. 1600 a.W. angestellt und diese Stellen
-nach öffentlicher Auskündung und eröffnetem Konkurse besetzt werden;
-in Fällen, wo es zum Vortheil der Anstalt gereiche, sollte der
-Kleine Rath, auf motivierten Vorschlag des Erziehungsrathes, durch
-unmittelbaren Ruf Professoren ernennen können. Hiemit war die früher
-übliche Verwendung des Looses, die öfters eine verhängnissvolle Rolle
-gespielt hatte, glücklich beseitigt.
-
-Dieses Gesetz über die Organisation der Universität, auf das man im
-Jahre 1865 zurückgriff, berücksichtigte in angemessener Weise die
-einzelnen Unterrichtsfächer und fand bei einsichtsvollen Männern volle
-Billigung. So erklärte _Troxler_ (Die Gesammthochschule der Schweiz und
-die Universität Basel, Trogen 1830, S. 58):
-
-»Es ist seinem wesentlichen Inhalte nach eine zweckmässige und
-zeitgemässe Grundlage einer wohlberechneten und verheissungsvollen
-Herstellung und Erhebung der Hochschule, im Geiste der ersten Gründung
-gedacht, würdig der grossen Erinnerungen, durch Erfahrungen geläutert,
-die Ansprüche und Bedürfnisse einer neuen Zeitbildung berücksichtigend,
-sowie selbst die weitern Verhältnisse des Gesammtvaterlandes umfassend.«
-
-Der schöne Beweis von Achtung für Wissenschaft, von Eifer für Bildung
-und von hochherziger Vaterlandsliebe, den der Grosse Rath an den
-Tag gelegt hatte, stellte eine gedeihliche Entwicklung in Aussicht.
-In der That finden sich unter dem Lehrpersonal der nächsten Jahre
-manche klangvolle, weitberühmte Namen von In- wie Ausländern. Aber
-man zögerte zu sehr mit Durchführung der Organisation im vollen
-Umfange, sodass schon 1823 der Rektor der Hochschule, Prof. _de
-Wette_, in seiner Rektoratsrede am 12. Mai mit Freimuth und Nachdruck
-äussern durfte: »Und jetzt an dieser Stelle, als zeitiger Rektor der
-Universität und Mitglied des Erziehungsrathes, im Namen der Anstalt,
-an deren Spitze ich zu stehen die Ehre habe, fordere ich Sie, weise
-Häupter und Räthe, feierlich auf, das Werk der Wiederherstellung der
-Universität fördersamst zu vollenden! Noch sind eine Lehrstelle der
-Rechte, zwei der Arzneikunde und die der Philosophie unbesetzt, und
-die der Geschichte ist von Neuem erledigt. Jedes Halbjahr, welches
-unter diesen Mängeln verstreicht, ist ein Verlust für die studierende
-Jugend, und der ganze Unterrichtsgang ist dadurch gelähmt. Je länger
-man aufschiebt, desto mehr ermattet der Eifer, desto mehr gewöhnt man
-sich an das Mangelhafte.«[1] Wieder vier Jahre darauf mahnte noch
-eindringlicher der damalige Rektor, Prof. _Gerlach_, an schleunige
-Vervollständigung[2] und schloss mit den verheissungsvollen Worten:
-
-»Reichthum ist ein vergängliches Gut; -- Ruhm, erworben im Felde der
-Staatskunst, ist trügerisch und oft von zweideutiger Art; -- der aber
-lebt ewig im dankbaren Andenken der Nachwelt, dessen Name geknüpft ist
-an das Gedeihen einer Schule der Wissenschaft, die Jahrhunderte blühte,
-die in der Gegenwart sich auf's neue erhebt, die nicht untergehen wird
-im Strome kommender Zeiten.«
-
-Die nächsten Jahre erfüllten die hochgespannten Hoffnungen noch
-nicht -- es nahte die dem Basler Staatswesen verhängnissvolle, mit
-muthiger Entschlossenheit durchgekämpfte Zeit, auf welche -- wie der
-trefflichste Darsteller der Ereignisse jener Periode sagte[3] --
-»Basel sonder Scham und sonder Reue zurückblicken konnte, weil es das
-Bewusstsein davon trug, dass es billigen Begehren willig entsprochen
-hatte, dass es der Drohung und Gewalt beharrliche Entschlossenheit
-entgegengesetzt hatte und dass seine Bürger das Gesetz, für das sie
-kämpften, auch durch Gehorsam zu ehren wussten.«
-
-Vergeblich war man bemüht, von dem gut eingerichteten und weise
-geleiteten Staatswesen den schwersten Schlag abzuwenden. Es war
-umsonst! -- Der am 17. August 1833 gefasste, am 26. August durch
-eingelangte Ratifikationen in Kraft erwachsene Beschluss der
-Eidgenössischen Tagsatzung erklärte den Kanton Basel in Bezug auf
-die Verwaltung in zwei besondere Gemeinwesen getheilt und verfügte,
-»es solle das gesammte Staatseigenthum des Kantons an Kapitalien,
-Gefällen, Gebäuden, Kriegsmaterial u.s.w. ohne irgend eine Ausnahme,
-und ausdrücklich mit Inbegriff der Kirchen-, Schul- und Armenfonds, auf
-billigem Fusse zwischen beiden Landestheilen ausgeschieden und getheilt
-werden.«
-
-Diesem Beschlüsse zufolge wurden zu Schiedsrichtern erwählt:
-
- 1. Herr Alt-Bürgermeister _Joh. Herzog_,
- von Effingen, in Aarau } für Basel-Stadttheil.
- 2. Herr Alt-Bundespräsident _Joh. Friedrich Tscharner_,
- von Chur }
- 3. Herr Obergerichts-Präsident _Joachim Leonz Eder_,
- in Frauenfeld }
- 4. +a+) Herr _Carl Schnell_, J.U.D., Regierungsstatthalter
- zu Burgdorf (bis Ende 1833) } für Basel-Landschaft.
- +b+) Herr _Ludwig Schnyder_, Appellationsrichter
- von Sursee, (von Anfang 1834 an) }
- und seitens derselben als Obmann:
- Herr _Friedrich Ludwig Keller_, J.U.D., Obergerichtspräsident
- von Zürich.
-
-Das Schiedsgericht trat am 16. September 1833 in Zürich zusammen,
-begann seine Sitzungen am 30. September in Aarau und schloss dieselben
-erst im April 1835 in Bern.[4] Hier interessieren nur diejenigen
-Beschlüsse, welche -- zufolge Antrages der Landschaft, auf das Inventar
-der Staatsliegenschaften die Gebäude und Fonds der Universität zu
-setzen -- die Frage betrafen: »ob das Vermögen der Universität in die
-Theilung gezogen werden solle oder nicht?«
-
-Schon am 9. November 1833 erging der Obmannsspruch:
-
- 1) Es gehöre das Universitätsgut zu dem in Theilung fallenden
- Staatsvermögen;
- 2) Sei das Inventar desselben von Basel-Stadt vorzulegen.
-
-Dieser Entscheid rief natürlich grosse Bestürzung hervor und fand
-namentlich in juristischen Kreisen scharfe Kritik.[5] Dem Entscheide
-sich fügend, legte der Stadttheil am 6. Januar 1834 das »Inventarium
-über das der Universität angehörige und unter ihrer Verwaltung stehende
-Vermögen« zur Mittheilung an die Landschaft vor, welche zwar einige
-Punkte bemängelte, auf erhaltene Auskunft aber diese Bemängelung fallen
-liess.
-
-Für die Vertretung der Rechte der Universität Namens des Standes
-Basel-Stadttheil bei den Verhandlungen beschloss man Zuziehung des
-Hofgerichtsadvokaten _Bertheau_ von Mannheim und bestellte zur
-Schätzung des Universitätsvermögens Sachverständige.
-
-Die vom Obmann für die von beiden Theilen ernannten Sachverständigen
-entworfene Instruktion war für Basel-Stadt und die Universität durchaus
-günstig.
-
-In der Sitzung vom 14. April 1834 wurde bei getheilten Stimmen der
-Schiedsrichter durch Entscheid des Obmanns anerkannt, »dass auf
-dem Universitätsgut zu Gunsten der Stadt Basel die Beschwerde des
-Ausschlusses solcher Verfügungen über dasselbe hafte, in Folge welcher
-für ihr Bedürfniss wissenschaftlicher Anstalten nicht mehr gesorgt sein
-würde,« und wurde im Urtheile vom 11. Juli festgesetzt:
-
- dass bei den im Inventar auf Fr. 543,662.45 angegebenen
- akademischen Fisci wegen darauf haftender Beschwerden Fr.
- 120,662.45 in Abzug zu bringen seien;
-
- dass auf den Sammlungen von _Amerbach_, _Fäsch_, _Huber_,
- _d'Annone_ und _Bernoulli_ die Beschwerde hafte, dass dieselben an
- die Oertlichkeit der Stadt Basel gebunden sind;
-
- dass das gesammte Universitätsgut als eine untheilbare Einheit und
- dem Zwecke des höheren Unterrichtes bleibend gewidmet zu betrachten
- sei;
-
- der Kanton Basel-Stadttheil einen billigen Anspruch habe, dass
- ihm auf den Fall, wenn er zur Uebernahme des gesammten Gutes als
- berechtigt und verpflichtet angesehen werden sollte, diesfalls eine
- gewisse Erleichterung, welche in der Bestimmung des Preises für das
- Ganze zu finden, verstattet werde.[6]
-
-In Abänderung einzelner dieser Punkte erging am 6. August 1834 das
-Endurtheil dahin:
-
- 1) es sei das gesammte Universitätsgut mit Nutzen und Beschwerden,
- und unter der Verpflichtung, dasselbe seiner Bestimmung getreulich
- zu erhalten, dem Kanton Basel-Stadttheil allein und ausschliesslich
- zugetheilt;
-
- 2) es sei der durch die bisherigen Schätzungen und Urtheile
- ausgemittelte Gesammtwerth von Fr. 621,060, mit Hinzurechnung
- des in seinem Werthe noch nicht ermittelten Mobiliar-Bestandes,
- um 25% herabzusetzen und der sich ergebende Betrag als der
- definitive Preis und als die von Basel-Stadttheil einzuwertende und
- unmittelbar in Theilung fallende Summe festgesetzt;
-
- 3) sei der Kanton Basel-Landschaft bei seiner Erklärung, das ihm
- zufallende Capital einzig für höhere wissenschaftliche Anstalten zu
- benutzen und zu verwenden, feierlich behaftet.
-
-Durch Einverständniss der Parteien wurde am 12. August der Werth des
-Mobiliarbestandes -- worunter auch Scepter und Pokale der Universität
-auf Antrag der Landschaft aufgenommen werden mussten -- auf Fr. 1440
-bestimmt.
-
-Mit dem ganz eigenen, im November gestellten Antrage: »es möchte -- da
-verlaute, dass Basel-Stadttheil Willens sei, die Universität aufzuheben
-oder einzuschränken -- das Schiedsgericht die Rechte der Landschaft
-durch ein ferneres Urtheil so wahren, dass die Universität zu keiner
-Zeit von Basel-Stadttheil aufgehoben oder beschränkt werden könne,
-oder wenn man demselben freie Befugniss darüber einräumen wolle, der
-Stadttheil angehalten werden, der Landschaft, der gemachten Abzüge und
-der niedern Schätzung wegen, noch eine Entschädigungssumme von Fr.
-256,619 herauszubezahlen,« -- wurde die Landschaft einmüthig am 17.
-November abgewiesen; dagegen der Stadttheil auf Antrag der Landschaft
-angehalten, Zinsen von dem ihr zukommenden Antheil vom 18. März 1832
-bis 15. December 1834 zu 4% zu entrichten.
-
-Die Verhandlungen ergaben für das Universitätsvermögen folgende Summen:
-
- A. Akademische Fisci (laut Urtheil) Fr. 423,000.--
- B. Gebäude (laut Schatzung) » 120,060.--
- C. Sammlungen (laut Schätzung) » 78,000.--
- D. Scepter und Pokale Fr. 812.50 --
- übriges Mobiliar 627.50 = » 1,440.--
- -----------------
- Summa Fr. 622,500.--
- abzüglich 25% » 155,625.--
- -----------------
- blieben Fr. 466,875.--
- wovon nach Urtheil vom 10. Juni 1834 der
- Landschaft 60% gebührten, also » 298,800.--
- nach Gewährung von Fr. 195 in Mobiliar blieben
- auszuweisen » 298,605.--
- welche Summe sich durch Zinsen
- mit Fr. 32,846.55 erhöhte auf » 331,451.55
-
-Dies war die Auskaufssumme, welche an die Landschaft zu entrichten war.
-
-Wie so vielen anderen, genügte Basel-Stadt auch dieser Verpflichtung
-aufs Pünktlichste. Nach beendeter Vermögenstheilung konnten die in der
-Zwischenzeit ausgestellten Bürgschaftsinstrumente sehr bald entkräftet
-werden. Den muthig und hochherzig für die Interessen des Staatswesens
-eingetretenen Bürgern von Zürich und Basel wurde der gebührende Dank
-bezeugt.
-
-Unter den vielen Aufgaben, die nunmehr rücksichtlich der Reorganisation
-der Staatsverwaltung zu lösen waren, war die Frage der Organisation
-der höheren Lehranstalten von grösster Bedeutung. Auch hier bewährte
-sich, was schon die Alten erkannt haben, dass im Unglück der Sporn zur
-Ausdauer und zu neuer Thatkraft liegt.
-
-Unmittelbar nach Erlass des schiedsgerichtlichen Urtheils vom 6. August
-wurde durch Rathsbeschluss vom 13. August dem Erziehungskollegium[7]
-der Auftrag ertheilt, zu berathen, was nun in Hinsicht der Universität
-angenommen und vorgekehrt werden solle. Zu diesem Zwecke ernannte
-dasselbe eine Kommission.
-
-Aber auch die Regenz musste zu den Sprüchen des Schiedsgerichts
-Stellung nehmen. Sie that dies, indem sie dem Amtsbürgermeister
-zu Handen des Grossen Rathes am 23. September eine ausführliche
-Protesterklärung gegen jene Sprüche überreichen liess, worin sie
-schliesslich, unter Anrufung der heiligsten Gefühle der Gerechtigkeit,
-der Wissenschafts- und Vaterlandsliebe, die Zuversicht aussprach,
-E.W.W. Rath werde vermöge seiner Weisheit und rechtlichen Gesinnung
-durch zweckdienliche Anordnungen dafür sorgen, dass das Universitätsgut
-nicht nur ungeschmälert und dem Zwecke des höheren Unterrichts gewidmet
-bleibe, sondern auch für die Zukunft eine solche rechtliche Stellung
-erhalte, wodurch es niemals durch irgend mögliche Wechselfälle seiner
-Bestimmung entrissen werden könne und wodurch auch wieder nach einer
-so niederschlagenden Erfahrung bei der Bürgerschaft Muth und Zutrauen
-geweckt würde, durch neue Stiftungen die Lehrmittel und Kräfte der
-Universität zu vermehren.[8]
-
-Ebenso wurde von der Kommission des naturwissenschaftlichen Museums
-in einer Sitzung vom 6. Oktober eine Erklärung beschlossen, wonach
-fortan »alle Geschenke und Legate nur unter dem bestimmten Vorbehalte
-gemacht und angenommen werden sollen, dass sie unabänderlich und
-unveräusserlich in der Stadt Basel zu möglichst gemeinnützigem
-Gebrauche sollen aufgestellt bleiben, in allen Wechselfällen die
-Bedingung der Unentfremdbarkeit dieser Gegenstände von der Stadt Basel
-heilig und unverletzt gehalten werden solle, auch zur Wahrung dieser
-Bestimmung in keinem denkbaren Falle, weder dem Staate, zu dem die
-Stadt Basel jeweilen gehören wird, noch der Stadt Basel selbst irgend
-ein Opfer rechtmässig auferlegt werden könne, so dass folglich jede
-Theilung, jede Auferlegung einer Auskaufssumme, jede zu diesem Zwecke
-vorgenommene Schatzung der aus Schenkungen und Legaten herrührenden
-Bestandteile der Sammlung, sowie überhaupt jede Massregel ähnlicher Art
-als Raub und offenbare Gewaltthat zu betrachten wäre.«
-
-Diese Wünsche fanden bald die gebührende Berücksichtigung.
-
-
-2. =Das Gesetz über Einrichtung des Pädagogiums und der Universität vom
-9. April 1835 und die weitere Entwicklung bis 1865.=
-
-Am 20. December 1834 hatte die Kommission den von ihr erforderten
-Bericht über die Organisation der höheren Lehranstalten vorgelegt;
-derselbe fand am 19. Januar im Erziehungskollegium, wie später im
-Kleinen Rath Beifall und wurde in den am 2. März 1835 dem Grossen
-Rathe vorgelegten Rathschlag aufgenommen. Derselbe zeichnet sich durch
-seltene Vollständigkeit und Abrundung aus, stützt sich auf vielseitige
-Erfahrungen und ist ein rühmliches Zeugniss für den edlen Sinn und
-das herzliche Interesse der Männer jener Zeit für die Förderung des
-Bildungswesens als einer der Hauptaufgaben jedes Staatswesens. Mit
-hoher Befriedigung wird man auch heute noch in demselben die Worte
-lesen: »Wenn auch allerdings in der vorgefallenen Trennung des
-Kantons, in der daraus sich ergebenden Verminderung der Beamtenzahl,
-in der gegenwärtig bedeutenden Schuldenlast, eben so viele Gründe
-liegen möchten, wesentliche Einschränkungen eintreten zu lassen,
-so rufen doch andrerseits das um so fühlbarer gewordene Bedürfniss
-geistiger Regsamkeit und Tüchtigkeit, die sich täglich höher stellenden
-Anforderungen der Zeit, die eigentümliche Isolierung unserer Lage Basel
-dringend zu, sich im gegenwärtigen Augenblicke nicht zu versäumen und
-nicht zu vernachlässigen, und durch zweckmässige und wohleingerichtete
-wissenschaftliche Anstalten sein zukünftiges Wohl zu sichern.«
-
-Im Anschluss an die Gesetze vom 18. Juni 1817 und 17. Juni 1818
-wird für Bestehenbleiben des Pädagogiums eingetreten und dankbar
-anerkannt, dass der vortreffliche Zustand desselben besonders den
-eifrigen und gewissenhaften Bemühungen der zur Zeit angestellten Lehrer
-zuzuschreiben sei. Diese Anstalt soll in 2 Abtheilungen, für Humanisten
-einerseits, für Realisten (Techniker) andrerseits zerfallen.
-
-Aber es genügt das Pädagogium, welches junge Leute vom 15.-18. Jahre
-aufnimmt, für sich allein den Bedürfnissen nicht. Hiezu ist eine
-danebenstehende höhere Anstalt, die Universität, dringend nothwendig.
-Diese soll eine Anstalt für das Studium der Fakultätswissenschaften,
-aber auch eine bürgerliche Akademie sein, in höherem, unmittelbar
-praktischerem Sinne, als s.Z. _Isaak Iselin_ dies angedeutet
-hatte. Freilich sind hiebei bedeutende Einschränkungen des streng
-wissenschaftlichen Elementes angebracht, während die Fächer, welche
-der allgemeinen und technischen Bildung angehören, einige Ausdehnung
-erhalten können. In dieser Beziehung hält man einen Lehrstuhl für
-französische Sprache und Litteratur angezeigt und will auch dem
-Englischen und Italienischen, besonders aber der Nationalökonomie und
-Statistik, bei deren stets wachsender Bedeutung, Berücksichtigung
-schenken. Die philosophische Fakultät soll den Kern des Ganzen bilden.
-Lediglich als propädeutische Anstalten sind die juristische und
-medicinische Fakultät behandelt. In der theologischen Fakultät soll
-Nachdruck auf praktische Ausbildung und Pflege des Hebräischen gelegt
-werden.
-
-In den Berathungen über den Rathschlag im Grossen Rathe am 7.-9.
-April erlitt der die Universität betreffende Abschnitt nur geringe
-Aenderungen. Man hielt es für passend, in § 13 (dem ersten Paragraphen
-des Abschnitts) die »Beibehaltung« der im Jahre 1460 gegründeten und
-in den Jahren 1532 und 1818 reorganisierten Universität bestimmter
-auszusprechen; gewährte für Gehaltszulagen und Besoldungen in
-ausserordentlichen Fällen einen jährlichen Kredit von Fr. 4000, regelte
-eingehend die Entlassung pflichtvergessener Lehrer, lehnte einen Antrag
-auf Bestätigung der Lehrer von 6 zu 6 Jahren ab; bestimmte dagegen,
-dass bei etwaigen Aenderungen in der Organisation die Professoren sich
-einer solchen gegen eine dann durch Gesetz zu bestimmende Entschädigung
-zu unterziehen hätten.
-
-In der an erster Stelle genannten philosophischen Fakultät werden 9
-Lehrstühle errichtet für theoretische und praktische Philosophie --
-Mathematik -- Physik und Chemie -- Naturgeschichte -- griechische,
-lateinische, deutsche und französische Sprache wie Litteratur- und
-Geschichte. Besondere Lehrer können für die oben genannten Fächer
-angestellt werden. Die Professoren beziehen Fr. 1600 Gehalt.
-
-Drei Professuren werden der theologischen Fakultät gegeben. Lehrfächer
-sind: Theologische Encyclopädie -- Hebräische Sprache -- Exegese des
-Alten und des Neuen Testamentes mit den nöthigen Hilfswissenschaften
--- Kirchen- und Dogmengeschichte -- Dogmatik -- Christliche Moral --
-Praktische Theologie mit homiletischen und katechetischen Uebungen.
-Zwei Professoren haben je Fr. 1600, der dritte Fr. 1200 Gehalt.
-
-Die juristische Fakultät hat 2 Lehrstühle, einen mit Fr. 1600,
-einen andern mit Fr. 800 Gehalt. Lehrfächer sind: Römisches Recht
--- Criminalrecht -- Handels- und Wechselrecht -- Vaterländisches
-Civilrecht -- Civilprozess.
-
-Die medicinische Fakultät zählt 4 Lehrer für Anatomie -- Physiologie
-und Pathologie -- Chirurgie und Botanik mit nur Fr. 800 Gehalt, sowie
-einen Prosektor mit Fr. 450 Gehalt.
-
-Die einzelnen Stellen sollen, nach Auskündung und Konkurs, sowie
-Anhörung der Curatel, durch Wahl seitens des Erziehungskollegiums
-besetzt werden, welche Wahlen sodann noch der Bestätigung des Kleinen
-Rathes unterliegen. Unmittelbare Berufung durch den Kleinen Rath ist
-auch hier, wie im Gesetz von 1818, vorgesehen.
-
-Die Regenz hat die Censur über das Betragen der Studierenden, ertheilt
-in geringeren Fällen Verweise; in wichtigen oder Wiederholungsfällen
-hat sie Strafbefugniss bis auf 3tägige Carcerstrafe, spricht auch
-Entziehung von Stipendien aus. Bei schwereren Vergehungen kann sie
-bei der Curatel auf Entfernung antragen, wozu aber Bestätigung des
-Erziehungskollegiums nöthig ist.
-
-Für die Vorlesungen besteht Lern- und Lehrfreiheit, und können einzelne
-Vorlesungen auch von Nichtstudierenden, welche das 17. Altersjahr
-zurückgelegt haben, besucht werden.
-
-Die Aufrechterhaltung der Universität in diesem gewiss bescheidenen
-Rahmen fand namentlich auswärts eine verschiedene Beurtheilung. So
-meinte man z.B. in Zürich, dass, wenn nicht alle Fakultäten aufs
-Vollständigste und möglichst gut besetzt seien, die Bürger ihre
-Studien doch nicht zu Hause vollenden könnten; darum tauge es nichts,
-Professoren beizubehalten; besser verwendete man das Geld nach Bern
-oder nach Zürich, wo man sich gewisse Rechte vorbehalten könne.[9]
-
-Andere (z.B. die Bündnerzeitung) urtheilten günstiger, indem sie
-sagten: »Wenn der Rathschlag Genehmigung findet, so haben gewisse
-Neider und Blutradikalen umsonst der altehrwürdigen Universität
-von Basel das Leichenlied gesungen! Freuen wird es uns, wenn die
-Bürgerschaft, trotz der veränderten politischen Verhältnisse, sich
-das nicht rauben lässt, was ihrer Stadt Zierde und Ruhm gewesen --
-die Universität als eine Pflegeanstalt wissenschaftlicher Bildung.
-Es knüpfen sich an dieselbe so ehrwürdige Erinnerungen, dass die
-Aufrechterhaltung dieser Anstalt, auch in beschränkterer Gestalt,
-immerhin der Stadt zur Ehre gereichen wird.«
-
-Und dies geschah in vollstem Maasse.
-
-Sofort, nachdem durch Gesetz vom 9. April 1835 die Beibehaltung
-der Universität in neuer, den Bedürfnissen und Verhältnissen
-angemessener Form entschieden war, traten am 11. April einige Freunde
-der wissenschaftlichen Anstalten in Basel zusammen, um darüber zu
-berathen, wie die Absichten der Obrigkeit durch freiwillige Mitwirkung
-wohldenkender Bürger zweckmässig gefördert, der Sinn und die Liebe
-zur Wissenschaft belebt, und angeregt werden könnten. In dem Aufrufe
-zur Bildung einer Freiwilligen Akademischen Gesellschaft vom 20.
-April legte man, in rühmender Anerkennung der Verdienste der obersten
-Landesbehörde, die Mittel und Wege dar, wie sich jene Ziele erreichen
-liessen, und fand damit in weiteren Kreisen Anklang, so dass schon am
-17. September die Gesellschaft sich constituieren und sofort ihre für
-die Universität so höchst förderliche Thätigkeit eröffnen konnte.
-
-Eine treffliche Schilderung dieses Wirkens und Strebens bringt
-die soeben veröffentlichte Festschrift derselben: »Geschichte der
-Freiwilligen Akademischen Gesellschaft der Stadt Basel während der
-ersten 50 Jahre ihres Bestehens«, verfasst von dem jetzigen Vorsteher,
-Herrn Altbürgermeister _C.F. Burckhardt_.
-
-Wegen der innigen Beziehungen, welche seit jener Zeit dauernd zwischen
-dieser treuesten, verdienstvollsten Genossin und der Universität
-bestanden haben, war die Geschichte der Gesellschaft natürlich nicht
-ohne Erwähnung der Geschichte der Universität in diesem Zeitraume zu
-schreiben, und erhält die nachfolgende, mehr auf einzelne besondere
-Punkte der Organisation eingehende Darstellung durch jene Schrift
-des um das hiesige Gemeinwesen hochverdienten Mannes eine erwünschte
-Ergänzung.
-
-Der provisorische Zustand, in den durch Rathsbeschluss vom 9. April
-1835 die Professoren, Lehrer und Angestellten der Universität und des
-Pädagogiums, unter Hinweis auf das Gesetz vom 9. Juni 1834, erklärt
-wurden, dauerte nicht lange. Schon am 13. Juni 1835 wurden durch
-weiteren Rathsbeschluss die bisher definitiv angestellten Lehrer der
-Universität aufs neue an ihre Stelle berufen.
-
-In der theologischen Fakultät erhielt Herr _J.J. Stähelin_ den Titel
-eines ordentlichen Professors mit Sitz und Stimme in Fakultät und
-Regenz, Herr _J.G. Müller_ die dritte ordentliche Lehrstelle. Zur
-Versehung der 1. Lehrstelle in der ganz unbesetzten juristischen
-Fakultät, welche sich auf freiwillige Leistungen mehrerer
-Privatdocenten angewiesen gesehen hatte, berief man Herrn Dr. _G.
-Beseler_ als ausserordentlichen Professor und eröffnete für den 2.
-Lehrstuhl einen Konkurs, demzufolge man Herrn Dr. _Adolf Burckhardt_
-zum Professor ernannte. Die medicinische Fakultät blieb im Personal
-unverändert. In der philosophischen Fakultät berief man wieder Herrn
-Prof. _Linder_ als Lehrer der griechischen Sprache und Litteratur;
-Herrn Prof. _Bernoulli_ übertrug man mit dem Titel eines Professors
-der industriellen Wissenschaften den Unterricht namentlich in
-industrieller Mechanik und Technologie; Herrn Prof. _Peter Merian_,
-welcher aus Gesundheitsrücksichten die Wiederübernahme eines Amtes
-ablehnte, verlieh man den Titel eines ordentlichen Professors mit Sitz
-und Stimme in der Regenz, übertrug den Lehrstuhl der französischen
-Sprache Herrn Prof. _Vinet_, beförderte zum ordentlichen Professor der
-Philosophie Herrn Dr. _F. Fischer_, ernannte zum Professor der Physik
-und Chemie Herrn Dr. _Schönbein_, zum Professor der deutschen Sprache
-und Litteratur Herrn Dr. _W. Wackernagel_, verlieh den Titel eines
-ausserordentlichen Professors Herrn Dr. _Wilhelm Vischer_ und bestellte
-als Lektor der Naturgeschichte auf unbestimmte Zeit Herrn Prof.
-_Meissner_.
-
-Am 14. September trat der »Senatus academicus« zusammen.[10] Der
-bisherige Rektor, Prof. _P. Merian_, leistete den neuen Amtseid und
-legten darauf die der Regenz angehörenden Professoren das Gelübde
-in die Hände des Rektors ab. Nach Abtreten der Curatel wurde in der
-nun eröffneten Regenzsitzung dem sein Amt in die Hände der Regenz
-niederlegenden Rektor im Namen der Fakultäten für die unzähligen
-Dienste, die er der Universität erwiesen, der wärmste Dank abgestattet
-und sodann für den Rest des Jahres Prof. _de Wette_ zum Rektor gewählt.
-
-Ohne Einwirkung der Regierung, aber auf mehrfach geäusserten Wunsch
-der Bürger, welche fühlten, dass die hochherzige Gesinnung der
-Behörden durch einen feierlichen Akt anzuerkennen sei, beschloss die
-Regenz, eine Einweihungsfeier der wiederhergestellten Universität
-abzuhalten. Hiezu lud in ihrem Auftrage Prof. _Wackernagel_ durch ein
-deutsches Programm »Ueber die altdeutschen Handschriften der Basler
-Universitätsbibliothek« ein und fügte Prof. _Gerlach_ dem diesmal
-auch in lateinischer Sprache abgefassten Vorlesungsverzeichnisse[11]
-für das Wintersemester ein lateinisches Schreiben bei, in welchem er
-die verschiedenen Hochschulen von der Neugestaltung der Universität,
-unter kurzer Erwähnung der Vorgänge der letzten Jahre und rühmender
-Anerkennung des opferfreudigen Sinnes der Mitbürger, in Kenntniss
-setzte.[12]
-
-Die Einweihungsfeier fand bei zahlreicher Betheiligung aus
-verschiedenen Kreisen der Bürgerschaft am 1. October im Münster statt.
-Die gehaltreiche, später im Druck veröffentlichte, Festrede des Rektors
-gab einen Ueberblick über die Arbeiten für die Neugestaltung der
-Universität seit 1818 und zeigte, wie selbst ein kleiner Wirkungskreis
-seine unleugbaren Vorzüge habe. Besonders wurde auch des neuesten
-Beweises des vielfach erprobten Gemeinsinnes Basels, der Gründung der
-Freiwilligen Akademischen Gesellschaft gedacht. Darauf entwickelte
-Prof. _Schönbein_ die Bedeutung der Naturwissenschaften als Elementes
-der modernen Bildung. Sodann wurden Ehrenpromotionen verkündet. Der
-theologische Doktorgrad wurde ertheilt Herrn Antistes _Hurter_ von
-Schaffhausen, den Herren Proff. _Schneckenburger_ und _Lutz_ in Bern
-und _Hirzel_ in Zürich, der juristische Herrn _von Tscharner_ in Chur,
-der medicinische Herrn Prof. _Brunner_ in Bern, der philosophische
-den Herren Proff. _Studer_ in Bern, _Fäsi_ in Zürich, _Fröhlich_ in
-Aarau. Schliesslich konnten, nach Genehmigung der Behörden, für die
-Studierenden vier Preisfragen gestellt werden, für deren Lösung je Fr.
-100 als Preise ausgesetzt wurden.[13]
-
-Kurz vor Schluss des Jahres, am 10. December, wurde vom Grossen Rathe
-der Antrag: »es möchte der Grosse Rath erkennen, dass es bei der durch
-die Staatskasse bereits geschehenen Zahlung der Auskaufssumme von
-zusammen Fr. 331,451.55 sein Verbleiben haben solle« zum Beschluss
-erhoben und damit diese für die Existenz der Universität bedeutendste
-finanzielle Frage erledigt. Nunmehr handelte es sich nur noch um nähere
-Feststellung der Verwaltung und Verwendung des Universitätsgutes.
-Hierüber erging das Gesetz vom 6. April 1836, laut welchem das
-gesammte Universitätsgut mit den der Stadt Basel darauf zustehenden
-Berechtigungen, wie dieselben durch die Stiftungen und Vergabungen,
-durch die Dotationsurkunde vom Jahr 1803 und durch die Sprüche des
-bei der Trennung des Kantons Basel aufgestellten eidgenössischen
-Schiedsgerichts bestimmt und anerkannt sind, ein an die Oertlichkeit
-der Stadt Basel unauflöslich geknüpftes Eigenthum des Kantons
-Basel-Stadttheil bildet, welches den Bestimmungen der Stiftungen und
-dem Zwecke der höheren Lehranstalten niemals entfremdet werden darf.
-
-Erwähnen wir, dass durch Gesetz vom gleichen Datum die Korporation der
-Universitätsbürger als 16. politische Wahlzunft der Stadt eine mit der
-Einrichtung der übrigen Zünfte übereinstimmende Regelung erfuhr, so
-sind die Grundzüge der neuen Organisation bezeichnet, welche der Regenz
-zur Pflicht machten, durch Bestellung der Kommissionen, Aufstellung
-eines Reglements für die Vermögensverwaltung und einer Ordnung für den
-Pedell[14] u.a. zur Durchführung jener gesetzlichen Bestimmungen auch
-ihrerseits mitzuwirken.
-
-Aber auch viele andere Fragen traten in den nächsten Decennien an die
-Regenz heran, da der Geschäftskreis sich erweiterte und das Kollegium
-an Mitgliedern zunahm.
-
-Auf Wunsch der Behörden sorgte man für ausgedehntere Vertheilung
-der akademischen Gelegenheitsschriften[15] und der Einladungen zu
-akademischen Akten; regelte (März 1845) die »Verhältnisse und Pflichten
-der Studierenden« in einer längeren Ordnung, erliess (November 1845)
-eine »Ordnung über den Betrag und die Entrichtung der Collegiengelder«,
-welche 1854 einige Aenderungen erfuhr, ohne dass jedoch das lästige
-Freibitten ärmerer Studenten beim Rektor beseitigt wurde, bis man
-endlich (10. März 1864) eine besondere
-
-Kommission zur Vorprüfung der Gesuche um Collegiengeldererlass
-einsetzte. Die Vertheilung der Stipendien seitens der Regenz bereitete
-damals, bei der geringen Zahl der Petenten, noch keine besonderen
-Schwierigkeiten.
-
-Ein öfters wiederkehrendes Traktandum war die Maturitätsfrage.
-Hierüber erging (Juni 1844) ein Beschluss des Erziehungsrathes,
-»dass Jünglinge, welche aus der hiesigen dritten Realistenklasse
-mit dem Maturitätszeugnisse entlassen worden oder in einer der
-hiesigen technischen Abtheilung des Pädagogiums gleichstehenden
-Anstalt eine genügende Vorbildung erhalten haben, als Studierende der
-mathematisch-physikalischen Abtheilung der philosophischen Fakultät
-unter Ertheilung einer lateinischen Matrikel immatrikuliert werden
-könnten, während für den Zutritt zu der theologischen, juristischen
-und medicinischen Fakultät ein humanistisches Examen vorbehalten
-bleibt.« Doch mehren sich später die Klagen über ungenügende Vorbildung
-namentlich von auswärts kommender Studierender. Die Einrichtung eines
-von Mitgliedern der philosophischen Fakultät abzuhaltenden Examens wird
-(1859) als eine sehr lästige Neuerung empfunden, so dass man 1863 den
-Dekan, bezw. ein von diesem zu bezeichnendes Mitglied mit der Prüfung
-betraute, und endlich (22. März 1864) die Prüfung von Baslern, welche
-kein Maturitätszeugniss besitzen und von Auswärtigen, welche ein
-solches von hier zu erhalten wünschen, näher regelt.
-
-Schon 1846 verfügt man Niederlegung der bei der Immatrikulation
-vorgewiesenen Papiere beim Rektor, um eine Kontrolle über den Bezug
-von (später obligatorisch erklärten) Abgangszeugnissen zu gewinnen;
-man ordnet (1854) den Druck von Kollegienbogen und Abgangszeugnissen
-an, sowie Vorlegung ersterer zur Testierung aller belegter Kollegien
-(wegen der bis 1877 üblichen Fleisszeugnisse), überträgt dem Pedell die
-Führung von Listen über Docenten und Studierende und veranlasst die
-Ordnung des Archivs, welcher Mühwaltung sich bis zum Abschlusse dieser
-Arbeit im Februar 1853 Herr Prof. _Schnell_ unterzog, worauf dann die
-Bestellung eines ständigen Archivars[16] beschlossen wird; im März 1855
-beendet Herr Prof. _Riggenbach_ die Fortführung des Legatariums. Auch
-das Statutarium findet entsprechende Beachtung. -- Mehrfach muss man
-einschärfen, dass Docenten eine Inaugurationsrede zu halten haben, ehe
-sie ihre Vorlesungen beginnen. Dem Rektor lästig fallende Geldgeschäfte
-werden ihm mehr und mehr abgenommen, die neu eintretenden Professoren
-von Immatrikulationsgebühren befreit, die sog. Feuerspritzenpflicht der
-Professoren (1854) etwas eingeschränkt und die Niederlassung der von
-auswärts berufenen Professoren (1863) besser geregelt.[17] Den nach
-einander auftauchenden Gesangvereinen (1841, 1843, 1845, akademischer
-Männerchor 1855) und endlich auch dem akademischen Turnverein
-(1856) gewährt man Unterstützungen, überlässt dagegen die Ordnung
-der Vereinsangelegenheiten den öfters um Bestätigung ihrer Statuten
-einkommenden neuen Studentenverbindungen.
-
-Für die schon seit den Zwanziger Jahren in Basel üblichen, mit grossem
-Beifall aufgenommenen und als wirkliche Pflicht gegen die Bürgerschaft
-erachteten öffentlichen akademischen Vortrage bestellt man 1856 eine
-Kommission, an deren Stelle 1869 eine neue trat.
-
-Dauernd behilft man sich, bei der stets bewiesenen Bereitwilligkeit der
-Regentialen zur Uebernahme und Besorgung der mannigfachsten Geschäfte,
-ohne jenes grössere Beamtenpersonal, wie es andere Universitäten
-besitzen.
-
-Der Rektor besorgt die Inscription der neu eintretenden Docenten und
-der Studierenden, unter denen eine Zeit lang auch Missionszöglinge
-auftreten, in die Universitätsmatrikel. Die Dekane veranlassen
-die Inscription der Studierenden in das Fakultätsalbum, unter
-Rechnungslegung über die dabei bezogenen Gebühren. -- Wie der
-Rektor über die Geschäfte seines Amtsjahres, so erstatten der
-Regenz die Dekane Bericht über Veränderungen und Wünsche ihrer
-Fakultät, die Vorsteher der Sammlungen und Anstalten Bericht über
-die Verhältnisse derselben. Auszüge aus diesen Berichten werden in
-der Reihe der dem Grossen Rathe zu erstattenden Verwaltungsberichte
-abgedruckt, sodass auch weitere Kreise sich von den Veränderungen der
-Universitätseinrichtungen genau unterrichten können.
-
-Das Protokoll in den Regenzsitzungen führt der jährlich zu diesem Zweck
-gewählte Schreiber der Regenz, für welche Dienstleistung derselbe --
-zufolge Stiftung von Professor J.J. _Stähelin_ im Jahr 1846 -- eine
-kleine Gratifikation erhält. Einen eigenen Schreiber bestellt seit
-1838 die medicinische Fakultät, während in den anderen der Dekan (der
-jetzige oder frühere) das Protokoll führt. In den Regenzsitzungen
-hat bis Mai 1864 Umfrage bei den Berathungen statt, von da an freie
-Diskussion; auch wird dabei das Sitzen in der Reihenfolge der
-Fakultäten abgeschafft. Der Pedell endlich hat die Einziehung und die
-Vertheilung der Kollegiengelder, sowie die Auszahlung der Stipendien zu
-besorgen, daneben den mannigfachsten Abwartsdienst, z.B. als Gehilfe in
-der Bibliothek bis zur Anstellung eines besonderen Bibliothekdieners
-(durch Rathsbeschluss vom 21. Februar 1876).
-
-Nach diesem kurzen Ueberblick über die inneren Verhältnisse sind nun
-mehr die wichtigen Ereignisse zu erwähnen, welche rasch hintereinander
-seit 1849 die weitere Gestaltung der Universitätsverhältnisse
-beeinflussten.
-
-Das Jahr 1849 brachte einen grossen Fortschritt durch Eröffnung
-der prächtigen Räume des Museums,[18] in denen die sich rasch
-vergrössernden Sammlungen[19] und einzelne Universitätsinstitute eine
-entsprechendere Aufstellung erhielten und für die feierlichen Rede- und
-Promotionsakte eine geräumige Aula verfügbar wurde. Zur Förderung der
-Zwecke dieses Museums, Vermehrung der Sammlungen, zugleich Belebung des
-Sinnes für Kunst und Wissenschaft wurde der Museumsverein gegründet.
-
-Die Freude über diese grossen Errungenschaften wurde etwas
-herabgestimmt, als im December 1850 im Grossen Rathe ein Antrag auf
-Aufhebung der Universität, dagegen Gründung einer Gewerbeschule
-gestellt wurde. Es war dies der Ausdruck einer in den letzten Jahren
-mehr und mehr verbreiteten Anschauung, dass die Aufrechterhaltung
-der Universität unerschwingliche Opfer heische. Dieser jetzt offen
-hervortretenden Gegnerschaft musste durch Aufklärung über den
-wirklichen Sachverhalt begegnet werden und dieses Verdienst erwarben
-sich -- neben einem der Universität nicht angehörenden Manne[20]
--- zwei Lehrer der Hochschule, die Herren J. _Schnell_ und C.F.
-_Schönbein_. Sie waren der Meinung, dass es einem Universitätslehrer
-zukomme, darzulegen, warum er redlich, nicht als Parteimann, zur
-Universität stehe.
-
-Sie thaten dies mit durchschlagendem Erfolge in der Schrift: »Die
-Universität von Basel, was sie fordert und was sie leistet« (Basel,
-Detloff 1851). Diesem muthigen Auftreten wird es mit zu verdanken
-sein, dass der Grosse Rath am 3. Februar 1851 jenen Antrag mit 81
-gegen 11 Stimmen ablehnte und in Erkenntniss mancher Mängel und
-Lücken durch Gesetz vom 30. März 1852 die Errichtung eines besonderen
-Lehrstuhles für Physik, sowie Erhöhung des Zulagekredits auf Fr. 8,000
-anordnete, nachdem inzwischen 1850 durch Betheiligung der Freiwilligen
-Akademischen Gesellschaft die Besetzung je eines Lehrstuhles für
-Pathologie und andrerseits Anatomie und Physiologie ermöglicht und
-durch dieselbe Gesellschaft 1851 in der juristischen Fakultät ein neuer
-Lehrstuhl für deutsches Privatrecht und Civilprozess errichtet worden
-war.
-
-Die weitere der Universität drohende Gefahr, die Errichtung einer
-eidgenössischen Universität,[21] wurde vorläufig beseitigt, als die
-Bundesversammlung nach Verhandlungen im Januar und Februar 1854 die
-Errichtung eines Polytechnikums in Zürich beschloss.
-
-Immerhin war die Aufmerksamkeit auf die weitere Ausgestaltung der
-Universität hingelenkt und so stellte schon am 6. Februar 1854
-Herr _August Burckhardt-Iselin_ den Anzug, »den Kleinen Rath zur
-Begutachtung der Frage einzuladen, ob nicht die gegenwärtigen
-Verhältnisse eine Revision der Gesetze von 1835 und 1852 wünschbar
-machten in dem Sinne, dass die für höhere Lehrzwecke angewiesenen
-Mittel mit den Bedürfnissen der Zeit in Einklang gebracht werden.«
-
-Von Neuem traten einige Lehrer der Hochschule mit einem belehrenden
-Worte für die Interessen der Universität ein, indem sie die Mittel und
-die Ziele der erwünschten Reform darlegten.
-
-Es geschah dies in der höchst beachtenswerthen Schrift: »Die
-Universität von Basel, was ihr gebricht und was sie sein soll.
-In Verbindung mit seinen Collegen und Freunden F. _Miescher_, J.
-_Riggenbach_, W. _Wackernagel_ dargelegt von J. _Schnell«_ (Basel,
-Detloff 1854). Dieser Schritt war von Erfolg gekrönt. Der auf Grundlage
-eines eingeholten Berichtes vorgelegte Rathschlag fand eine über die
-darin gemachten Vorschläge hinausgehende Billigung und wurde durch
-Gesetz vom 15. Januar 1855 dem Kleinen Rathe zur Erstellung einer
-vierten theologischen Professur die Hand geöffnet, der juristischen
-Fakultät ein dritter ordentlicher Lehrstuhl, der medicinischen ein
-Lehrstuhl für medicinische Klinik, der philosophischen ein solcher für
-Nationalökonomie und Statistik hinzugefügt. Die Gehälter wurden auf Fr.
-2,500 bezw. 1,250 n. W. normiert und der Zulagekredit auf Fr. 15,000
-erhöht.
-
-Noch im selben Jahr richtete die Freiwillige Akademische Gesellschaft,
-deren Spezialstiftungen verschiedenen Fakultäten zu Gute kamen, einen
-Lehrstuhl für vergleichende Anatomie ein und besetzte denselben
-in höchst glücklicher Wahl mit einem Schweizer Gelehrten (Prof.
-_Rütimeyer_).
-
-Auch die juristische Fakultät, welche einige ihrer Basler Mitglieder
-(die Proff. _Christoph Burckhardt-Hess_ und _Adolf Burckhardt-Vischer_,
-sowie Dr. _Gustav Christ_) in den Dreissiger Jahren durch Tod, ein
-anderes (Prof. _Bachofen_) durch Austritt in den Vierziger Jahren
-leider verloren hatte, gewann 1852 eine bei dem sonstigen raschen
-Wechsel der Lehrer sehr erwünschte Unterstützung durch Wiedereintritt
-ihres Seniors (Rathsherr A. _Heusler_) und 1858 durch Eintritt auch des
-Sohnes desselben. Nur ein um Universität,
-
-Wissenschaft und Rechtspflege gleich sehr verdienter Mann (Prof. J.
-_Schnell_) blieb ihr als treueste Stütze während vier Decennien bis zu
-seinem Weggange von Basel in segensreichem Wirken erhalten. Dieselbe
-Gunst des Schicksals war übrigens mehreren Mitgliedern der anderen
-Fakultäten beschieden; wir nennen von Verstorbenen die HH. _Hagenbach_
-und _Stähelin_ unter den Theologen, Herrn _Jung_ unter den Medicinern,
-die HH. _Peter Merian_, _Gerlach_, _Schönbein_, _Meissner_, _Vischer_,
-_Picchioni_ aus der philosophischen Fakultät.
-
-Die nächsten Jahre brachten viel Arbeit, um die nahende vierte
-Säcularfeier würdig zu begehen. Von diesen Vorbereitungen sei hier
-nur der Um- und Ausbau des sog. Unteren Collegii[22] erwähnt,
-wofür im Oktober 1859 ein Kredit von Fr. 70,000 vom Grossen Rathe
-bewilligt wurde. Für die Zeit des Umbaues wurden die Hörsäle in die
-Blömleincaserne verlegt.
-
-Die Feier fand am 6. und 7. September 1860 statt -- in Erinnerung an
-den Tag, an welchem, nach Ertheilung der Privilegien der Hohen Schule
-durch die Stadt, der erste Rektor der Universität (Georg von Andlau)
-Namens derselben der Regierung die Anerkennungsakte übergeben hatte.
-Die Einzelnheiten dieser Festfeier sind in der Schrift von J.W. _Hess_
-(Beschreibung der vierten Jubelfeier der Stiftung der Universität
-Basel, Georg 1860) mitgetheilt, so dass darauf verwiesen werden kann.
-Erwähnen wollen wir jedoch des literarischen Gewinnes, nämlich der
-eigentlichen Festschrift:
-
-Geschichte der Universität Basel von der Gründung 1460 bis zur
-Reformation 1529.
-
- Von Prof. Dr. _Wilhelm Vischer_ (Basel, Georg);
-
-ferner der auf die Universität bezüglichen Jubelschriften:
-
-1. Die theologische Schule Basels und ihre Lehrer von Stiftung der
-Hochschule 1460 bis zu de Wette's Tode 1849. Von Prof. Dr. _Karl Rud.
-Hagenbach_ (Basel, Schweighauser).
-
-2. Die medicinische Fakultät in Basel und ihr Aufschwung unter F.
-Plater und C. Bauhin, mit dem Lebensbilde von Felix Plater. Von Prof.
-Dr. _Friedrich Miescher_ (Basel, Schweighauser).
-
-3. Die Mathematiker Bernoulli. Von Prof. Dr. _Peter Merian_ (Basel,
-Schweighauser).
-
-4. Festrede, gehalten von Prof. Dr. _Peter Merian_, d.Z. Rektor (Basel,
-Schweighauser); und endlich der die Angehörigen der Landschaft ehrenden
-Stiftung eines »Stipendium rauricum.«
-
-Das in jeder Beziehung gelungene Fest hinterliess bei allen
-Theilnehmern die angenehmsten Erinnerungen und blieb nicht ohne die
-wohlthätigsten Wirkungen auf weitere Kreise, welche die Hochschule von
-vielen Ausländern geschätzt und gerühmt sahen und nunmehr stolz auf
-diese Anstalt zu werden begannen.
-
-Als nun von Neuem die Frage einer eidgenössischen Universität
-auftauchte, stellte Oberst _Hans Wieland_ im Grossen Rathe am 31. März
-1862 den mit grossem Beifall aufgenommenen Anzug: »Der Grosse Rath
-beauftragt die Regierung, die Frage in sofortige ernstliche Erwägung
-zu ziehen, ob und inwiefern die neu zu gründende eidgenössische
-Hochschule für Basel zu gewinnen sei; des Ferneren soll die Regierung
-keine Schritte versäumen, die in dieser Angelegenheit dem gewünschten
-Resultate näher führen können.«
-
-Die Verhandlungen der Bundesversammlung berührten die erstere Frage
-weder im Jahre 1862, noch auch im folgenden, was eine reifliche
-Erwägung der Frage ermöglichte. Als Ergebniss derselben wurde am 7.
-December 1863 von Bürgermeister und Rath ein Rathschlag betreffend
-den Anzug über Erwerbung der neu zu gründenden eidgenössischen
-Hochschule vorgelegt. Derselbe war verfasst von dem für die Universität
-unermüdlich thätigen Staatsschreiber Dr. _Gottlieb Bischoff_ († 15.
-März 1885) und bildet neben dem bald folgenden Rathschlag und Entwurf
-eines Universitätsgesetzes das wichtigste und werthvollste Dokument
-für die Geschichte der Universität in neuester Zeit. Ausgezeichnet
-in Form der Darstellung und reich seinem Inhalte nach, befürwortet
-dieser Bericht, dass Basel-Stadt mit allem Nachdruck für den Fall der
-Errichtung einer eidgenössischen Hochschule als Bewerber auftrete, auf
-erste Wiederanregung dieser Frage dem hohen Bundesrathe zu Händen der
-Bundesversammlung eine geeignete Begründung seiner Bewerbung eingebe
-und inzwischen weitere Reformen an der Universität in Angriff nehme.
-
-Diese Vorschläge fanden am 1. Februar 1864 den vollsten Beifall des
-Grossen Rathes. Der Kleine Rath theilte den Beschluss betreffend die
-Bewerbung Basels für den Fall der Errichtung einer eidgenössischen
-Hochschule dem Bundesrathe mit und erhielt unter dem 18. März die
-befriedigende Versicherung, dass, wenn einmal diese Frage ernstlich an
-die Hand genommen werden könne, die Behandlung derselben in einer Weise
-geleitet werden würde, welche den verschiedenen Bewerbungen um diese
-Anstalt volle Zeit lassen werde, sich geltend zu machen.
-
-Durch diese Antwort beruhigt, ging man sofort daran, rücksichtlich der
-Universität einen entscheidenden Schritt vorwärts zu thun.
-
-Indem wir die Behandlung dieses Punktes dem nächsten Abschnitte
-zuweisen, sei noch erwähnt, dass am 6. September 1855 die theologische
-Fakultät Statuten über Ertheilung theologischer Grade beschlossen
-hatte, 1861 ein philologisches Seminar eingerichtet und 1862 die
-botanische Anstalt wesentlich erweitert worden war, endlich im
-Wintersemester 1864/65 zum ersten Mal die Zahl der Studierenden über
-100 betrug, um von da an langsam weiter zu steigen.
-
-Was die Betheiligung der Universität an Jubelfesten anderer
-Hochschulen während dieses Zeitraums betrifft, so fand eine solche auf
-Einladungen zu den Festen von Greifswald (18. October 1856), Freiburg
-(5. August 1857), Zürich (29. April 1858), Jena (15. August 1858), Genf
-(Juni 1859), Bern (14. November 1859), Berlin (15. October 1860) und
-Breslau (3. August 1861) in verschiedener Form statt. Die Einladung von
-Prag (1848) war der Zeitumstände wegen zurückgezogen worden.
-
-In den Kreisen der Lehrerschaft feierte man 1853 die 25jährige
-Wirksamkeit der Proff. _Meissner_ und _Schönbein_. Die Verdienste,
-welche sich die Herren _Merian_ und _Heusler_ namentlich in den
-Dreissiger Jahren um die Universität erworben hatten, ehrte man im
-December 1865, als ersterer bei Einführung des Prof. _Liebermeister_
-zum letzten Mal dem akademischen Senate präsidierte.
-
-Was uns in diesem Zeitraume, der wohl als die Sturm- und Drangperiode
-der Universität bezeichnet werden kann, immer wieder angenehm berührt,
-ist die bewunderungswürdige Sorgfalt, welche die vorgesetzten Behörden
-bei Neubesetzung der oft erledigten Professuren entfalteten, ohne je zu
-ermüden -- sodann die von der Lehrerschaft jener Zeit gepflegte echte,
-wahre Kollegialität, die so manchen der von auswärts Berufenen dauernd
-an Basel fesselte, den von hier Scheidenden aber in bestem Andenken
-blieb -- welchem trefflichen Vorbilde die jetzige getreu nachlebt und
-eine spätere, so hoffen wir, nicht untreu werden wird.
-
-
-3. =Das Universitätsgesetz von 1866 und die weiteren Veränderungen bis
-1885.=
-
-Der letzte Zeitraum von zwanzig Jahren, über den wir zu berichten
-haben, weist eine Reihe der erfreulichsten und erfolgreichsten
-Neuerungen auf. So wurde gleich zu Anfang dieser Periode am 13. März
-1865 der Kleine Rath ermächtigt, zum Behufe gehöriger Einrichtung einer
-medicinischen, chirurgischen und geburtshilflichen Klinik im Spital
-mit dem Stadtrath die erforderliche Vereinbarung zu schliessen und
-die nöthigen Anordnungen zu treffen. Ein Kredit bis auf Fr. 12,000
-wurde hiefür gewährt. Demgemäss konnte endlich ein schon lange fühlbar
-gewordener Mangel durch allmähliche Einrichtung regelmässiger Kliniken
-in den Jahren 1865 und 1868 beseitigt werden.
-
-Bald darauf (5. Juni) wurde dem Grossen Rathe ein Rathschlag und
-Entwurf eines Universitätsgesetzes vorgelegt; der Entwurf ist das
-Werk des Rathsherrn W. _Vischer_, der in seinen Verdiensten um die
-Universität neben _Peter Merian_ und _Andreas Heusler_ (Vater) völlig
-ebenbürtig dasteht und im Auslande während der letzten Decennien wohl
-der bekannteste und am öftesten zu Rathe gezogene Basler Rathsherr war.
-
-Der Rathschlag beschränkt sich wesentlich auf die Erörterung der
-Universitätsverhältnisse, zumal inzwischen das Pädagogium, das durch
-Verlegung in den Mäntelihof sehr bald auch räumlich von der Universität
-getrennt wurde, durch Gesetz vom 23. März 1852 in die Organisation der
-übrigen Schulen für die männliche Jugend eingereiht worden war. Als
-wesentlichster Uebelstand in den bisherigen gesetzlichen Anordnungen
-wird natürlich der der Anstalt wegen der schwierigen Zeitverhältnisse
-des Jahres 1835 damals aufgedrückte propädeutische Charakter
-bezeichnet, der jetzt glücklicherweise beseitigt werden könne. Daneben
-wird besonders die bisherige Besoldung als nicht mehr genügend
-erachtet, und eine Erhöhung derselben auf Fr. 3,000 vorgeschlagen.
-Diese Besoldungen sollen, was schon aus Gründen der Übersichtlichkeit
-und Verständlichkeit der Rechnungen wünschbar sei, fortan aus dem
-Kirchen- und Schulgute, bezw. aus der Staatskasse gezahlt werden,
-während das Universitätsgut als »Zulagefonds« mit seinem Ertrage für
-Besoldungszulagen zu verwenden wäre. Der Hauptnachdruck wird auf
-eine den Anforderungen der Zeit möglichst entsprechende Besetzung
-der einzelnen Lehrstühle, ganz nach dem Vorbild des im Jahre 1818
-erlassenen Gesetzes, gelegt und hiebei auf mehrfach gemachte
-Erfahrungen Rücksicht genommen.
-
-Da sich in der Theologie verschiedene Richtungen geltend machten und
-darauf bezügliche Wünsche auch vor den Behörden ihren Ausdruck gefunden
-hatten,[23] will man die theologische Fakultät mit 4 bis 5 Professuren
-ausstatten.
-
-In der juristischen Fakultät hält man drei ordentliche Professuren
-für genügend, vier dagegen in der medicinischen und zwölf in der
-philosophischen Fakultät. Letztere soll in zwei Abtheilungen
-(philologisch-historische und mathematisch-naturwissenschaftliche)
-geschieden werden und nunmehr auch die Fächer der Botanik und Zoologie
-in sich aufnehmen.
-
-In der Lehrerschaft scheidet der Entwurf ordentliche und
-ausserordentliche Professoren, sowie Privatdocenten. Ordentliche
-Professoren sind die für die bestimmten Fächer regulär
-angestellten Lehrer. Ausserdem kann der Kleine Rath auf Antrag des
-Erziehungskollegiums verdienten Gelehrten Titel und Rechte ordentlicher
-Professoren ertheilen. -- Die ausserordentlichen Professuren dagegen
-sind entweder Vorstufen zu den ordentlichen oder können auch bleibend,
-mit und ohne Gehalt, für solche Fächer aufgestellt werden, die über
-den durch das Gesetz geforderten Bestand der Fakultäten hinausgehen.
--- Die Erlaubniss, als Privatdocent zu lehren, wird auf Gutachten
-der betreffenden Fakultät von der Regenz ertheilt und unterliegt der
-Genehmigung der Curatel. Diese Privatdocenten beziehen in der Regel
-kein Gehalt. -- Die Lehrtätigkeit der Professoren am Pädagogium wird
-in beschränktem Umfange beibehalten. -- Für die Besetzung der Stellen
-giebt man die früher vorgesehene Form der Auskündung und des Konkurses,
-welche übrigens schon längst nicht mehr zur Anwendung gekommen war,
-auf und bestimmt in § 13: »Die Professoren werden vom Kleinen Rath
-auf Vorschlag des Erziehungskollegiums ernannt, welches zuvor das
-Gutachten der Curatel anzuhören hat.« -- Die neu ernannten ordentlichen
-Professoren werden durch den Rektor -- der mit diesem Amte nicht mehr
-als zweimal unmittelbar nacheinander betraut werden darf -- in die
-Regenz eingeführt und beeidigt.
-
-Die Regenz hat halbjährlich das Verzeichniss der zu haltenden
-Vorlesungen zu entwerfen und die Berichte sämmtlicher Lehrer über ihre
-Leistungen nebst jenem Verzeichniss der Curatel einzureichen.
-
-Für Angehörige des Kantons Basel-Stadt wird zur Immatrikulation
-Vorlegung eines Zeugnisses der Reife erfordert. Nur regelmässig
-immatrikulierte Studierende haben nach § 30, Abs. 2 Anspruch auf
-Berücksichtigung bei Stipendien und auf Zulassung zu den Examen.
-
-Die Vorlesungen werden semesterweise gehalten und sollen jährlich
-zwölf Wochen Ferien, möglichst mit denen des Pädagogiums und der
-Gewerbeschule zusammenfallend, angeordnet werden. -- Ausführliche
-Bestimmungen (§§ 34-50) regeln die Verhältnisse der Sammlungen und
-Anstalten, sowie verschiedener Angestellter.
-
-In den Berathungen des Grossen Rathes wurden nur geringe Aenderungen
-an dem Entwurfe beschlossen; die hauptsächlichsten betrafen die
-Bestellung je eines besonderen Dekans für die beiden Abtheilungen der
-philosophischen Fakultät und Errichtung von 13 Lehrstühlen (statt 12)
-in derselben.
-
-Das am 30. Januar 1866 beschlossene Gesetz wurde als mit dem 1.
-Januar 1866 in Kraft getreten erklärt und bildet auch jetzt noch das
-Grundgesetz der Organisation, wenn auch einzelne Bestimmungen geändert
-sind.
-
-So wurde, in Folge einer Aenderung der Staatsverfassung, an Stelle des
-Kleinen Rathes der Regierungsrath höchste vorgesetzte Behörde, während
-an die Stelle des Erziehungskollegiums das Erziehungsdepartement
-trat (Grossrathsbeschluss vom 15. Februar 1877). Dem Vorsteher
-des Erziehungsdepartements steht zur Seite eine aus 8 Mitgliedern
-bestehende Kommission, welche jetzt wieder _»Erziehungsrath«_ heisst.
-Die unmittelbare Aufsicht hat die Curatel, welche aus fünf Mitgliedern
-besteht und vom Regierungsrath bei seinem Amtsantritt auf die Dauer von
-drei Jahren gewählt wird.
-
-Die Zahl der Lehrstühle wurde vermehrt, indem durch
-Grossrathsbeschlüsse vom 24. Februar 1873 und 1. Februar 1875
-Lehrstühle für Physiologie und Psychiatrie errichtet wurden.
-Auch erfuhr die Besoldung der ordentlichen Professoren durch das
-Lehrerbesoldungsgesetz vom 22. Juni 1874, § 34 eine Erhöhung auf Fr.
-3000-4000. Den Urlaub der Professoren regelte § 5 der Verordnung des
-Regierungsrathes vom 16. December 1882.
-
-Zur Ausführung des Universitätsgesetzes hatte die Regenz eine Reihe von
-Ordnungen aufzustellen. Von denselben seien hier genannt:
-
-1. die Bibliothekarenordnung vom 3. April 1866 und 9. Februar 1871,
-abgeändert Ende 1883; die Ordnung für den Unterbibliothekar vom 7. Juni
-1867, ebenfalls 1883 abgeändert, und eine Ordnung für die Benützung der
-Universitätsbibliothek, genehmigt 7. Juni 1867 --
-
-2. ein Reglement für die ausserordentlichen Professoren und eine
-Ordnung für die Privatdocenten, genehmigt 12. Juni 1866 --
-
-3. ein Reglement über die Verwaltung des Universitätsguts, genehmigt 1.
-November 1867 --
-
-4. eine Ordnung für Regenz und Rektor vom December 1870, in veränderter
-Redaktion vom 25. Mai 1882, genehmigt den 6. Juni 1882 --
-
-5. eine Ordnung für die Studierenden vom December 1870, in neuester
-Redaktion genehmigt am 10. Mai 1883 --
-
-6. Abänderungen der am 3. November 1865 erlassenen Ordnung über den
-Betrag und die Entrichtung der Collegiengelder vom 17. December 1874
-und 12. Juli 1877 --
-
-7. eine Ordnung für die Ertheilung von Stipendien von 1870, abgeändert
-29. Juni 1876 und 4. Juni 1885 --
-
-8. die Ordnung für den Pedell von 1867, abgeändert 1870, 1877, 1879.
-
-Durch diese vielen Veränderungen sah man sich veranlasst, ein neues
-Statutarium anfertigen zu lassen. Unter Verdankung der darauf
-verwendeten Mühwaltung des Herrn Professor E. _Hagenbach_ wurde 22.
-December 1870 das vorgelegte neue Statutarium genehmigt, nachdem kurz
-vorher für die Berichte über die gehaltenen Vorlesungen ein neues
-Schema festgestellt, und Druck von Formularen für die vom Rektor
-auszustellenden Sittenzeugnisse beschlossen worden war.
-
-Zwei Paragraphen des Gesetzes gaben Anlass zur Interpretation.
-
-Das eine Mal handelte es sich im Grossen Rathe um die Frage, ob der
-in § 13 erwähnte »Vorschlag des Erziehungskollegiums« als Vorschlag
-aufzufassen sei, den dieses Kollegium als solches, das heisst in seiner
-Majorität macht, oder ob die Regierung auch eine Meinung der Minorität
-als Vorschlag auffassen und demgemäss einen Professor ernennen könne.
-
-Die sehr interessanten Verhandlungen des Grossen Rathes am 7. Februar
-1876 endeten damit, dass jener Paragraph dahin ausgelegt wurde, es
-erhalte der (an die Stelle des dort genannten Kleinen Rathes getretene)
-Regierungsrath durch das Gesetz die Ermächtigung, Professoren zu
-ernennen, welche das Erziehungskollegium als Kollegium, d.h. in seiner
-Majorität, ihm vorschlägt.
-
-Das andere Mal war die Auslegung des oben erwähnten § 30, Absatz 2
-des Gesetzes streitig, in welchem Falle die Regenz (14. Februar 1878)
-sich dafür entschied, dass alle, welche hier promovieren wollen,
-immatrikuliert sein müssen, ausgenommen allein solche, die ein
-abschliessendes Staatsexamen gemacht haben.
-
-Zu verschiedenen Zeiten tauchte die Frage auf, ob es nicht zweckmässig
-wäre, von der bisherigen Uebung abzugehen, nach welcher die Vorlesungen
-des Sommersemesters durch vierwöchentliche, mit den hiesigen
-Schulferien zusammenfallende Ferien von Mitte Juli bis Mitte August
-eine Unterbrechung erlitten. Als im Juli 1869 die Regenz ein Gutachten
-über diese Frage Löbl. Curatel zu erstatten hatte, musste sie der
-grossen Meinungsverschiedenheit, die sich bei den Abstimmungen gezeigt
-hatte, Erwähnung thun, wenn sie auch als Resultat berichten konnte,
-dass die Majorität sich für die Nützlichkeit einer Aenderung, etwa nach
-Vorbild der an den deutschen Universitäten bestehenden Ferienordnung,
-ausgesprochen hatte. Vor der Hand geschah in der Sache kein weiterer
-Schritt. Einen solchen thaten endlich im September 1875 einige
-Mitglieder der Regenz. Da sie hiebei durchaus gleichen Anschauungen,
-die sich zur selben Zeit in der Curatel geltend gemacht hatten,
-begegneten, wurde nach Zurückziehung jenes Antrages auf Anregung der
-vorgesetzten Behörde beschlossen, provisorisch im Jahre 1870 das
-Sommersemester mit Ende Juli zu schliessen, das Wintersemester Mitte
-October zu beginnen, wobei übrigens den auch am Pädagogium angestellten
-Universitätslehrern die volle Ferienzeit von vier Wochen gesichert
-wurde. Diese Einrichtung hat sich durchaus bewährt.
-
-War diese Neuerung wesentlich von Bedeutung für die Lehrerschaft, so
-bot sich mehrfach Anlass, für die Interessen der Studentenschaft durch
-zweckmässige Einrichtungen zu sorgen.
-
-Schon im December 1807 hatte eine Petition von Studierenden die
-Ertheilung von Legitimationskarten zum Zwecke grösseren Schutzes
-gegenüber der Polizei, doch noch ohne Erfolg, angeregt. Später mehrten
-sich die Unzuträglichkeiten des bisherigen Zustandes und kam, nach
-einigen Vorversuchen, im November 1881 die Angelegenheit dahin zu
-befriedigendem Abschluss, dass, ähnlich wie an andern Universitäten,
-das Rektorat den Studierenden Legitimationskarten aushändigt,
-welche für den Inhaber als Aufenthaltsbewilligung gelten. Der
-Polizei gegenüber hat das Rektorat die Pflicht, über die Beibringung
-genügender Ausweispapiere zu wachen, sowie von Eintritt und Weggang der
-Studierenden Anzeige zu machen.
-
-Eine weitere Massregel zu Gunsten der Studentenschaft war die
-Gründung einer Studentenkrankenkasse im Juni 1868. Gegen eine bei der
-Immatrikulation erhobene Gebühr von ursprünglich drei, seit Juni 1870
-fünf Franken wird im Falle der Erkrankung Verpflegung im Spital, wenn
-irgend möglich in besonderem Zimmer gewährt.
-
-Schwierigkeiten bereitete fortdauernd die Maturitätsfrage. Nur für
-die Verhältnisse der beiden Kantonstheile kam es zu einem gewissen
-Abschluss, und zwar zu einer Uebereinkunft vom 1. December 1869
-betr. gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse zum Besuche
-einer Hochschule oder ähnlichen Anstalt, während für Angehörige
-von Basel-Stadt Bestimmungen über Maturitätsprüfungen am 3. Juni
-1875 und 9. Juli 1881 erlassen wurden. Hienach gilt für Schüler der
-obersten Klasse des hiesigen oberen Gymnasiums die Abgangsprüfung als
-Maturitätsprüfung; das Reifezeugniss der früheren Schüler der obersten
-Klasse der hiesigen oberen Realschule gilt als genügend für die
-Immatrikulation in die mathematisch-naturwissenschaftliche Abtheilung
-der philosophischen Fakultät. Dagegen ist eine weitere Prüfung im
-Lateinischen für diejenigen vorgeschrieben, welche sich später
-medicinischen Studien zuwenden, sowie eine Prüfung im Lateinischen
-und Griechischen, event. im Hebräischen, für Eintritt in die andern
-Fakultäten.
-
-Erfreulich war es, nach eingezogenen Erkundigungen bezw. getroffenen
-Vereinbarungen rücksichtlich der Mehrzahl der deutschen und
-schweizerischen Hochschulen, welche Reciprocität gewähren, eine
-Ermässigung der Immatrikulationsgebühr für die mit Abgangszeugnissen
-dieser Anstalten hierher Kommenden festsetzen zu können.
-
-Wichtigen Veränderungen begegnen wir auf dem Gebiete des über die
-lokalen Grenzen hinaus giltigen Prüfungswesens. Im Jahre 1867 trat
-Basel-Stadt dem Konkordate betreffend die Prüfung und Freizügigkeit
-des Medizinalpersonals bei[24] und ebenso nach längerem Zögern 20.
-März 1871 auf dreijährige Probezeit dem am 19. Februar 1862 zwischen
-mehreren Kantonen der östlichen Schweiz geschlossenen Konkordate
-betreffend Einrichtung einer gemeinsamen theologischen Prüfungsbehörde
-und gegenseitige Zulassung evangelisch-reformierter Geistlicher in
-den Kirchendienst, welchen Schritt auch die Regenz nur zögernd im
-November 1863 auf schliessliche nochmalige Anregung der Curatel, unter
-Voraussetzung der Gleichstellung von Zürich und Basel, befürwortet
-hatte.[25] Eine weitere Heranziehung des Lehrpersonals der Universität
-erfolgte durch Erlass einer Ordnung betreffend die Einrichtung von
-Prüfungen für Kandidaten des Lehramts auf der obern und mittleren Stufe
-des Unterrichtes vom 31. März 1881, die ihre nähere Ausführung im
-Reglement vom 16. December (genehmigt 16. Februar 1882) erhielt.
-
-Auch in den Fakultäten schritt man zum Erlass neuer Prüfungsordnungen.
-So ersetzte die juristische Fakultät ihre mehrfach geänderte
-Promotionsordnung vom 27. April 1855 durch eine neue vom 20. November
-1875; die medicinische erliess ein Reglement für das Doktorexamen vom
-23. Juni 1868; die philosophische »Beschlüsse« betr. Handhabung der
-Habilitationsordnung (vom 12. Juni 1866) am 26. Januar 1881, während
-die sonstigen Verhältnisse derselben durch Ordnung vom 19. December
-1866, bezw. 21. Juni 1878 mit Zusatzbestimmung vom 21. März 1884
-geordnet sind. Eine Uebereinstimmung bezüglich des Promotionsaktes und
-des Druckes der Dissertationen ist bisher noch nicht erzielt.
-
-Namentlich liessen es sich die Fakultäten angelegen sein, dem
-Zuge der Zeit folgend, Seminarübungen, Praktika, Kränzchen
-und ähnliche Nebenkurse einzuführen. In der theologischen
-Fakultät errichtete man Januar 1867 ein homiletisches und ein
-katechetisches Seminar, die nunmehr unter Genehmigung der Curatel
-(9. Juni 1885) zu einem theologischen erweitert sind. Mehrere
-Seminare erhielt die philosophische Fakultät, nämlich: ein
-mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar (1866), ein pädagogisches
-Seminar mit Ordnung vom 13. October 1873, geändert 4. Februar 1882,
-ein staatswissenschaftliches Seminar mit Ordnung vom 3. August 1877
-und endlich ein im Winter 1885/6 zu eröffnendes germanisch-romanisches
-Seminar. Handbibliotheken für diese Seminare und für ähnliche Uebungen
-in der juristischen Fakultät sind theils schon eingerichtet, theils in
-Bildung begriffen.
-
-Eine ähnliche Erweiterung erfuhr auch die medicinische Fakultät durch
-Einrichtung einer Augenklinik (1867), einer Kinderklinik (1868), einer
-Poliklinik im Spital (1874), einer psychiatrischen Klinik (1875) und
-endlich 1879 einer Ohrenklinik seitens eines der Herren Docenten. 1877
-konnte auch eine neue Augenheilanstalt bezogen werden.
-
-Ein sehr erfreuliches Zusammenwirken des Staates, der Stadt, der
-Akademischen und der Gemeinnützigen Gesellschaft, des Museumsvereins,
-der Universität und Privater bethätigte sich behufs Errichtung einer
-neuen Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie. Zum Andenken an
-Basels grosse Mathematiker wurde dieselbe »Bernoullianum« genannt und
-feierlich am 2. Juni 1874 eröffnet.[26] Die betheiligten Fakultäten
-benutzten den Anlass zur Auszeichnung mehrerer Gelehrter. Die
-medicinische Fakultät ernannte zu Ehrendoktoren die Herren _Eduard
-Hagenbach_, _Julius Piccard_ und _Fritz Burckhardt_; die philosophische
-die Herren _Rütimeyer_, _Marignac_ in Genf, L. _Soret_ in Genf und L.
-_Dufour_ in Lausanne.
-
-Aus dem gleichen Jahre 1874 sei berichtet, dass in die neue
-Bundesverfassung vom 29. Mai eine Bestimmung aufgenommen wurde,
-derzufolge der Bund befugt ist, ausser der bestehenden polytechnischen
-Schule eine Universität und andere höhere Unterrichtsanstalten zu
-errichten oder solche Anstalten zu unterstützen. Dies ist bekanntlich
-bisher nicht zur Ausführung gekommen. Immerhin gaben die Verhandlungen
-der Bundesversammlung einem Mitgliede der Universität, Herrn Prof.
-_Vischer_ Sohn, Anlass, in einer Schrift »Eidgenössische Universität
-und Kantonalhochschulen,« Basel 1874, auf das Ueberzeugendste den
-unberechenbaren Vortheil des Vorhandenseins zahlreicher Hochschulen
-in der Schweiz gegenüber den problematischen Vorzügen einer
-Centralhochschule darzulegen.
-
-Einen schönen Beweis für die Werthschätzung, deren sich die Universität
-beim Publikum erfreut, gab bald darauf eine Petition von sechshundert
-hiesigen Bürgern und Einwohnern um eventuelle Verlegung der Universität
-in das Kasernenareal im Klingenthal. Durch Grossrathsbeschluss vom 26.
-Juni 1876 wurde dieselbe dem Regierungsrathe zur Berichterstattung
-überwiesen. Die Voraussetzung, unter welcher die Petenten diese
-Verlegung ins Auge gefasst hatten, trat ein, als durch Schreiben des
-Bundesrathes vom 26. September 1877 der Verzicht der Eidgenossenschaft
-auf Anlegung eines Waffenplatzes an hiesigem Orte mitgetheilt wurde.
-Durch die von verschiedenen Behörden, auch von der Regenz, eingezogenen
-Berichte und Gutachten überzeugte man sich, dass die Räumlichkeiten
-der Kaserne wenig geeignet seien für diejenigen Anstalten, deren
-Unterbringung in neuen Räumen zumeist zu wünschen war, während für
-Vorlesungen die Hörsäle des Universitätsgebäudes wohl noch hinreichten.
-Dies wurde des Näheren in dem am 11. November 1878 dem Grossen Rathe
-vorgelegten Rathschlage ausgeführt, dessen weitere Behandlung hier
-nicht interessiert, da sehr bald in anderer Form für die dringendsten
-Bedürfnisse gesorgt wurde. Nach Vereinbarung des Pflegamtes, der
-Akademischen Gesellschaft und des Staates konnte nämlich der Bau eines
-pathologisch-anatomischen Institutes in Angriff genommen und diese
-Anstalt schon im Herbst 1880 bezogen werden. Durch noch grössere
-Beteiligung jener Gesellschaft wurde sodann die Errichtung einer
-trefflich eingerichteten Anstalt für normale Anatomie und Physiologie
-ermöglicht und diese Anstalt, das sogen. »Vesalianum«, am 28. Mai 1885
-eingeweiht. Die bei dieser Gelegenheit veröffentlichte Festschrift
-wurde mehrfach erwähnt.
-
-Durch mehrere Grossrathsbeschlüsse wurden in den Jahren 1873-85 die
-Kredite für die Bedürfnisse aller dieser neuen Anstalten festgesetzt,
-bezw. wesentlich erhöht.
-
-
-Immer inniger gestalteten sich die Beziehungen zu den Hochschulen
-des Auslandes, wie dies u.A. der rasch gewachsene Tauschverkehr der
-Universitätsbibliothek erweist. Bei grösseren Ausstellungen, wie
-1873 in Wien und 1883 in Zürich, auch bei anderen Anlässen, war
-die Universität bestrebt, durch Einsendung von Berichten über ihre
-Institute und die Leistungen der Lehrerschaft, durch Aufstellung
-statistischer Tabellen und graphischer Tableaux, durch Herstellung
-eines Albums mit den Photographien der berühmtesten Basler
-Universitätslehrer u.s.w. -- für welche mühevolle Arbeiten sie sich
-namentlich den Herren Prof. _Kinkelin_ und Dr. _Balmer_ zu Dank
-verpflichtet weiss -- ein Zeugniss ihrer Fortschritte abzulegen.
-
-
-Auch während dieses Zeitraums ergingen zahlreiche Einladungen von
-Seiten anderer Hochschulen und entsprach die Universität, in dieser
-oder jener Form, den Einladungen zu den Festen von Wien (1865),
-Halle-Wittenberg (1867), Lund und Bonn (1868), Strassburg und München
-(1872), Leiden und Czernowitz (1875), Tübingen und Upsala (1877),
-Würzburg (1882), Zürich (1883), Edinburgh und Bern (1884), auch zur
-Hallerfeier in Bern am 12. December 1877.
-
-Mehrfach ehrte die Regenz die grossen Verdienste von _Peter Merian_
-(1865, 1869, 1875, 1876, 1883), beging mit den Mitgliedern des
-Pädagogiums das 50jährige Amtsjubiläum von Professor _Gerlach_ (1870),
-feierte am 9. September 1873 das 50jährige gemeinsame Jubiläum der
-Professoren K.R. _Hagenbach_ und J.J. _Stähelin_, sowie am 17. Juli
-1876 das 25jährige Jubiläum des Herrn _Johannes Riggenbach_ als
-ordentlichen Professors und zugleich des Herrn Antistes _Immanuel
-Stockmeyer_, der an diesem Tage nach 25jähriger Wirksamkeit als Docent
-zum ordentlichen Professor ernannt wurde; sie anerkannte die grossen
-Verdienste, welche sich Herr Rathsherr _Vischer_ in seiner Stellung als
-Präsident des Erziehungskollegiums um die Universität erworben hatte,
-als derselbe aus dieser Stellung austrat (Juni 1874), beglückwünschte
-zum 50jährigen Jubiläum die naturforschende Gesellschaft (1869),
-erliess an die leider scheidenden Professoren Herrn _Schnell_ (1878)
-und Herrn von Wyss (1880) Dankadressen und veranstaltete am 21.
-November 1868 eine Säcularfeier für Schleiermacher und am 12. Januar
-1880 eine solche für _de Wette_. Am 16. Mai 1882 wurde das 25jährige
-Bestehen der mittelalterlichen Sammlung festlich begangen.
-
-
-Verlor die Universität während des letzten Zeitraums durch Tod und
-Austritt viele jener Männer, die bisher ihrem Namen im In- und Auslande
-Glanz verliehen hatten, so sah sie mit Freuden nach und nach diese
-Lücken sich ergänzen und ist heute stolz darauf, dass mehrere Basler
-Gelehrtenfamilien jetzt durch Nachkommen ehrenvoll vertreten sind und,
-wie anzunehmen, auch in weiteren Generationen vertreten sein werden.
-
-Trägt man selbst gewissen Zeitrichtungen, welche anderwärts sich
-gleichfalls geltend machen, Rechnung, so darf man immerhin die
-wesentliche Steigerung der Frequenz auf über 300 Studierende in den
-letzten Jahren zum grossen Theile als die Frucht der Jahrzehnte
-hindurch unermüdet fortgesetzten Bestrebungen erachten, den
-Anforderungen der Jetztzeit immer mehr zu entsprechen.
-
-Gestützt und gefördert durch die treue Fürsorge der hohen Behörden,
-die auch in Zukunft ihr zu Theil werden möge -- und vertrauend auf
-die heranwachsende Generation, welche den Verdiensten der Vorfahren
-nachzueifern und gleichzukommen für ihre Ehrenpflicht halten
-wird, hofft die Universität, nunmehr ausgestattet mit notwendigen
-Instituten und Anstalten, einen ehrenvollen Platz in der Reihe älterer
-und jüngerer, oft vielfach begünstigterer Schwestern behaupten
-zu können, wenn sie ihren schönsten und edelsten Aufgaben -- der
-Fortentwicklung der Wissenschaft, der Verbreitung der Bildung und der
-Pflege echt vaterländischer Tugenden -- wie bisher in gewissenhafter
-Pflichterfüllung ihre ganze Kraft widmet.
-
-
-Dieser ernsten Geistesarbeit sei reicher Segen beschieden!
-
- A. Teichmann.
-
-
-FUSSNOTEN:
-
-[1] Wissenschaftliche Zeitschrift, herausgegeben von den Lehrern der
-Basler Hochschule. 1. Jahrgang, 2. Heft (1823), S. 34.
-
-[2] Ebenda, 5. Jahrgang, 3. Heft (1827), S. 16. 17.
-
-[3] Dr. _A. Heusler_ (Mitglied des Kleinen Rathes), die Trennung des
-Kantons Basel, 2. Bd., Zürich 1842, S. 495.
-
-[4] Vgl. _Tscharner_, Verhandlungen über die Theilungsfrage in Betreff
-der Universität Basel vor der eidgenössischen Theilungskommission als
-bestelltem Schiedsrichter, Aarau 1834 (Heft 1), Chur 1835 (Heft 2).
-
-[5] z.B. in einigen Artikeln der Hannoverschen Zeitung: »Die
-Universität Basel eine Korporation«. Dargestellt von einem Mitgliede
-der Göttinger Juristenfakultät (abgedruckt in der Baseler Zeitung 1834,
-Nr. 49, 50, 51, 55, 59).
-
-[6] Ueber die wichtigen Ausführungen des Rathsherrn Dr. A. _Heusler_
-in der Sitzung des Schiedsgerichts vom 28. Juli vgl. _Tscharner_,
-Verhandlungen, 2. Heft, S. 265 ff. und Baseler Zeitung v. 31. Juli 1834.
-
-[7] Das Erziehungskollegium war anlässlich der Verfassungsänderung von
-1833 an die Stelle des Erziehungsrathes getreten. Vgl. Reglement f d.
-Kleinen Rath vom 6. Christmonat 1833, § 68.
-
-[8] Acta et decreta Regentiae Academiae Basileensis, tomus VII, pag.
-19-21.
-
-[9] So »Der Republikaner.« Vgl. Baseler Zeitung 1835, Nr. 43.
-
-[10] Dieser »senatus academicus« -- eine Versammlung der Mitglieder der
-Curatel und der Regentialen -- war bestimmt zur feierlichen Einführung
-neu ernannter Professoren. Bis zum Ende dieser Periode wurde er,
-obwohl im Gesetze von 1835 nicht mehr genannt, im Anschluss an die
-Bestimmungen des Gesetzes von 1818, beibehalten.
-
-[11] Seit 1822 werden diese Verzeichnisse deutsch veröffentlicht.
-
-[12] Nur die zweite Redaktion dieses Schreibens kam zur Vertheilung und
-Versendung.
-
-[13] Seit 1851 wurden häufiger Preisfragen gestellt. Die Reihenfolge,
-in welcher jetzt die Fakultäten solche Preisfragen zu stellen haben,
-bestimmt die Ordnung für Regenz und Rektor von 1882 in § 20.
-
-[14] Die Ordnung für den Pedell vom Juli 1836 erfuhr bis 1865
-Abänderungen im Mai 1849 und im Februar 1855. -- Dieses Amt wurde
-verwaltet während 33 Jahren bis 1849 von _Scholer_, 1849-55 von
-_Bürgy_, 1855-77 von _Em. Beck,_ seitdem von _V. Hofer_.
-
-[15] Dazu gehört namentlich das für die Rektoratsfeier von einem
-Mitgliede der Regenz verfasste Programm.
-
-[16] Das Amt des Archivars verwalteten die HH. Proff. _Vischer_ (Vater)
-bis 1871, Ed. _Hagenbach_ 1871 bis 1874, _Vischer_ (Sohn) 1874-1876,
-1878-1881, C.E.E. _Hoffmann_ 1876 und 1877; seit 24. November 1881 ist
-Archivar Herr Prof. J. Wackernagel.
-
-[17] Befreiung von aktivem Militär- und Löschdienst, Gewährung
-des Niederlassungsrechtes zufolge der Anstellung und Wegfall der
-Niederlassungsgebühren brachte § 21 des Universitätsgesetzes vom 30.
-Januar 1866.
-
-[18] Bei dieser Gelegenheit erschien: »Festschrift zur Einweihung des
-Museums in Basel am 26. November 1849« (Schweighauser).
-
-[19] Das Gesetz vom 6. April 1836 nannte als solche: 1. Die
-Bibliothek und das Münzkabinet -- 2. Die Kunstsammlung. -- 3. Das
-naturwissenschaftliche Museum. -- 4. Das anatomische Museum. -- 5. Die
-botanische Anstalt. Später kamen als selbständige Sammlungen, welche
-sich allmählich ausschieden, die antiquarische Sammlung mit drei
-Abtheilungen (eigentliches Antiquarium, Antikensaal, ethnographisches
-Kabinet), sowie 1866 die chemische Anstalt und das physikalische
-Kabinet hinzu; sodann die von Professor _Wackernagel_ 1855-57 angelegte
-mittelalterliche Sammlung, welche Aufstellung im Conciliumssaale des
-Münsters fand.
-
-[20] Herr Rathsherr _Christ_ in der Schrift: »Schulen und Universität
-in Basel« -- Aufklärungen -- Motto: »Behalte, was du hast« (Basel,
-Schweighauser 1851).
-
-[21] Vgl. »Die neue Hochschule der Schweiz. Eidgenossenschaft und
-die alte Universität Basel« (Basel, Schweighauser 1861) -- (Prof. W.
-Vischer) »Die eidgenössische Universität«, Bern, Jenni 1851.
-
-[22] Ein Bild desselben bringt die »Gedenkschrift zur Eröffnung des
-Vesalianum.« Lpz. 1885.
-
-[23] In einer Petition von 25 Theologie-Studierenden im October 1863.
-
-[24] Jetzt gilt das Bundesgesetz vom 19. Christmonat 1877 und
-Verordnung über die eidgenössischen Medizinalprüfungen vom 2. Heumonat
-1880 nebst Anhang vom 4. Wintermonat 1881.
-
-[25] Jetzt gilt für die Prüfungen das Reglement vom 26. October 1875.
-
-[26] Zu dieser Feier erschien eine von den HH. Proff. _Eduard
-Hagenbach_ und _Julius Piccard_ verfasste Festschrift.
-
-
-
-
-II.
-
-Fonds der Universität.
-
-
-Durch Aeufnung des Geldes, welches durch Schenkungen, Vermächtnisse
-und Gebühren der Universität zukam, entstanden im Laufe der
-Jahrhunderte die verschiedenen akademischen Fisci. Die Gesetze von
-1813 und 1818, welche die früher mit Korporationsrechten ausgestattete
-Universität als die höchste staatliche Lehranstalt des Kantons
-anerkannten und bestätigten, haben die Leitung der Finanzverwaltung
-für die verschiedenen, theils der Universität im Allgemeinen, theils
-den Fakultäten gehörigen Fonds der Regenz belassen, doch mit der
-Verpflichtung, jährlich den oberen Behörden Rechenschaft abzulegen.
-Die Regenz hinwiederum beauftragte für jeden einzelnen Fiscus einen
-Professor aus ihrer Mitte mit der Verwaltung; diese verschiedenen
-Curatoren übergaben ihr am Ende des Jahres die Rechnung über Einnahmen
-und Ausgaben. Die Anlage aller Kapitalien beschloss die gesammte
-Regenz selbst. Den Einzug der Zinsen und die Führung der Schuldbücher
-besorgte ein durch Provision besoldeter, nicht der Regenz angehöriger
-Geschäftsmann, der den Namen Exactor führte; er stand mit den
-verschiedenen Curatoren in Abrechnung und unterstützte auch Regenz
-und Rektor beim Anlegen des Geldes. Bei der Trennung des Kantons nach
-dem Streite der Dreissigerjahre wurde das aus Sammlungen, Gebäuden
-und Kapitalien bestehende Universitätsvermögen als Staatsgut mit in
-die Theilung gezogen, und es hatte davon Basel-Stadt etwas mehr als
-330,000 Franken alte Währung an Basel-Landschaft zu entrichten; die
-damit herbeigeführte Gefahr einer Schmälerung des Universitätsvermögens
-wurde dadurch beseitigt, dass die genannte Loskaufssumme nicht dem
-Universitätsfond entnommen, sondern direkt aus der Staatskasse
-bezahlt wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde denn auch die Frage über
-die Stellung des Universitätsvermögens einlässlich in den Behörden
-behandelt und als Ergänzung des Universitätsgesetzes von 1835 wurde
-am 6. April 1836 ein Gesetz über Verwaltung und Verwendung des
-Universitätsgutes erlassen, welchem sich die Aufstellung eines neuen
-Reglements durch Regenz und Erziehungsrath anschloss; dadurch wurde
-die etwas umständliche und zersplitterte Verwaltung im Sinne grösserer
-Vereinfachung und Concentration reorganisiert. An die Stelle der
-verschiedenen, häufig abwechselnden Curatoren trat der _eine_ Curator
-fiscorum. Bei der Aufstellung dieser Stelle nahm man an, dass sich
-stets ein Mitglied der Regenz finden lasse, welches bereit ist, dieses
-Amt zu versehen, eine Voraussetzung, die sich bis jetzt bewährt hat;
-als erster Curator fiscorum ist Herr Prof. _Rud. Merian_ bezeichnet
-worden, und er hat während 35 Jahren bis zu seinem Tod im Jahre 1871
-die Finanzverwaltung der Universität besorgt; seither geniesst als
-sein Nachfolger der Unterzeichnete das Zutrauen der Regenz. Für die
-Besorgung der Anlagen wurde die Anlagekommission, welcher der Curator
-auch angehört, eingeführt, in Folge dessen die Regenz sich nur noch
-mit der Bestätigung der Vorschläge zu befassen hat. Die Beamtung des
-Exactors blieb, wurde aber dadurch vereinfacht, dass er nun nur noch
-mit dem einen Curator abzurechnen hat.
-
-Bei dieser Neuordnung der Finanzverhältnisse wurde auch eine
-etwas andere Eintheilung der Universitätsfonds angeordnet, indem
-man einerseits einige Fisci, die nur Unterabtheilungen bildeten,
-selbstständig hinstellte, und andererseits mehrere zum gleichen
-Zweck bestimmte Fisci zusammenzog. Das Resultat davon war laut
-Rechnungsabschluss vom 31. Dezember 1836 das folgende, wobei wir, wie
-bei allen späteren Zahlen, auf Franken abrunden:
-
- Fr. Kapitalgeld (a.W.)
- I. Fiscus legatorum academicus 138,604
- II. Fiscus Gymnasii 91,293
- III. Fiscus vestiendorum 12,000
- IV. Fiscus legatorum medicus 2,442
- V. Fiscus bibliothecæ publicæ 54,683
- VI. Fiscus bibliothecæ botanicæ 2,512
- VII. Fiscus horti botanici 3,641
- VIII. Fiscus facultatis theologicæ 9,918
- IX. Fiscus facultatis juridicæ 9,728
- X. Fiscus facultatis medicæ 4,885
- XI. Fiscus facultatis philosophicæ 4,108
- XII. Fiscus Universitatis 218,413
-
-Wir wollen nun kurz andeuten, was jeder dieser Fisci zu bedeuten hat
-und was seine Leistungen und Umwandlungen in den verflossenen fünfzig
-Jahren waren.
-
-Der _Fiscus legatorum academicus_ entstand aus dem eine Abtheilung
-des Fiscus legatorum bildenden akademischen Stipendienfonds, der aus
-den Kapitalien der Universitätsstipendienstiftungen besteht, und es
-wurde ihm noch beigefügt der Fiscus pauperum, der bestimmt ist für
-Armenzwecke und unter Anderem die Stiftungen von _Erasmus_ und _Daniel
-Bernoulli_ zur Unterstützung von armen durchreisenden Gelehrten
-und Studierenden durch den jeweiligen Rektor enthält; ferner das
-Stiftungskapital des Alumneumfonds, das sich auf das frühere Alumneum
-im oberen Collegium des Augustinerklosters bezieht. In den letzten
-fünfzig Jahren flossen noch in diesen Fond: im Jahre 1857 das Legat
-von Herrn _Leonhard Huber_ sel. mit Fr. 2857 für hilfsbedürftige
-Basler Studenten, im Jahre 1859 aus dem _Franz Von Speyr_'schen
-Fideikommiss Fr. 1754, im Jahre 1860 beim Jubiläum von frühern
-Schülern der Universität aus Baselland das Stipendium Rauricum mit
-Fr. 2500, im Jahre 1874 die Hälfte der Stiftung zu Ehren des Rektors
-gymnasii _Rudolf Burckhardt_, von Schülern desselben der Universität
-dargebracht, mit Fr. 2895 und im Jahr 1880 das bei Gelegenheit der
-hundertjährigen Geburtstagsfeier des verstorbenen Theologen _de Wette_
-von seinen Verwandten gestiftete Stipendienkapital von Fr. 2750, über
-dessen Zinsen die theologische Fakultät zu verfügen hat.
-
-Der Ertrag dieses akademischen Legatenfonds diente bis heute
-hauptsächlich zur Ertheilung von Stipendien an die Studierenden;
-bis zum Erlass des Schulgesetzes im Jahre 1880 wurden auch Schüler
-des oberen Gymnasiums oder Pädagogiums dabei bedacht. Ausserdem
-leistete dieser Fond die Auszahlung des _Ryhiner_'schen Legates mit
-je Fr. 300 jährlich an die Professoren der Logik und Botanik als
-Inhaber des betreffenden Stiftungskapitals, die Zahlungen an die
-Armenkassen des Rektors und der Fakultäten als Ertrag der aufgenommenen
-Armenfonds und Kapitalien der Fakultätsstipendien, Beiträge an
-Seminarien und an allgemeine Zwecke wie Turnen und Singen verfolgende
-Studentenvereine, die Honorierung der Preisaufgaben, seit 1844 als
-Besitzer des Alumneumfonds einen den alten Miethsgeldern entsprechenden
-jährlichen Beitrag von Fr. 240 an das Alumneum für Studierende der
-Theologie, ferner von 1851 bis zur Errichtung des mit Krediten besser
-bedachten Vesalianums im Jahr 1885 einen mit der Zeit auf mehr als
-Fr. 1000 jährlich anwachsenden Beitrag an die anatomische Anstalt
-für die Beschaffung von Leichen und dann noch verschiedene Beiträge
-an andere Universitätsanstalten, besonders an die Bibliothek für
-Hilfsarbeiten. Auch musste zu Zeiten für ausserordentliche einmalige
-Ausgaben dieser Fond die Mittel liefern, so z.B. im Jahr 1839 Fr.
-1250 a.W. an die Verlegung des botanischen Gartens, im Jahre 1849
-Fr. 10,500 a.W. an das Museum und im Jahre 1860 Fr. 7000 an die
-Kosten des Universitätsjubiläums. Solche ausserordentliche, 150
-Fr. überschreitende, durch Stiftung und Gesetz nicht vorgesehene
-Verwendungen bedürfen seit 1836 bei allen Fisci, nachdem sie von der
-Regenz beschlossen sind, noch der Genehmigung des Erziehungsrathes.
-
-Der _Fiscus Gymnasii_ war aus den Kapitalien der Schülerstipendien
-entstanden und bezieht sich also nicht auf Universitätszwecke; er
-wurde nur von der Universität verwaltet und der Ertrag wurde den
-Schulbehörden zugestellt. Nach Erlass des Schulgesetzes im Jahre 1880
-ging dieser Fond mit Fr. 207,655 an die vom Erziehungsrath bestellte
-Schulstipendienkommission über.
-
-Der _Fiscus vestiendorum_ oder _Fiscus des Schülertuchs_ stammt aus der
-Zeit, wo die Universität die Sammlung von Geldern für die Bekleidung
-armer Schüler besorgt hatte; auch er hat keinen Universitätszweck, und
-sein Ertrag wurde jährlich an die Personen ausbezahlt, welche sich mit
-der Vertheilung des Schülertuchs befassten. Im Jahre 1881 wurde dieser
-Fond mit Fr. 25,058 der Schülertuchkommission übergeben.
-
-Der _Fiscus legatorum medicus_ stammt von dem berühmten _Felix Plater_,
-der eine Summe gestiftet hat, um aus dem Ertrag den Spitalarzt zu
-bezahlen. In den Jahren 1837 und 1838 bei Errichtung des neuen Spitales
-legten vier Freunde der Universität Fr. 2100 a.W. in diesen Fond und
-im Jahre 1867 wurde das Legat von _Joh. Gottl. Thurneysen_ sel. mit
-Fr. 1000 ihm einverleibt. Bis zum Jahre 1864 wurden aus dem Ertrag
-dieses Fonds jährlich Fr. 150 an den Spitalarzt bezahlt; seitdem
-der Spital die Bezahlung seiner Aerzte vollständig übernommen hat,
-werden die Zinsen durch Regenzbeschluss, entsprechend den jedesmaligen
-Bedürfnissen, den verschiedenen Anstalten der medicinischen Fakultät
-zugewandt.
-
-Der _Fiscus bibliothecæ publicæ_ entstand aus Schenkungen und Gebühren;
-ausser den sogenannten Neujahrsgeldern, d.h. freiwilligen Beiträgen
-von Freunden der Bibliothek, sind ihm in den letzten 50 Jahren noch
-eine Anzahl Schenkungen aus Trauerhäusern, im Jahr 1874 ein Viertel der
-Rektor _Rudolf Burckhardt_'schen Stiftung mit Fr. 1447, und vor Allem
-im Jahr 1880 das Legat des Herrn _Wilh. Burckhardt-Forcart_ sel. mit
-Fr. 40,000 zugekommen. Der Ertrag dieses Fonds dient der Universität
-für Bücheranschaffungen und Beamtenbesoldungen. Bis zum Jahr 1870 war
-die Rechnung der Bibliothek mit der Rechnung des Bibliothekfiscus
-verschmolzen; seit 1871 wird der Ertrag an die Bibliothek abgeliefert,
-welche nun selbstständig Rechnung führt und auch die Gebühren und
-meisten Geschenke direkt in Empfang nimmt.
-
-Der _Fiscus bibliothecæ botanicæ_ und der _Fiscus horti botanici_, die
-1836 als selbstständige Fisci von dem fiscus facultatis medicæ waren
-abgetrennt worden, wurden im Jahre 1853 zum Fiscus der botanischen
-Anstalt vereinigt. Der Ertrag geht an die botanische Anstalt. Auch hier
-war bis 1870 die Rechnung des Fiscus und der Anstalt verschmolzen.
-
-Die _vier Fakultätsfisci_ entstanden hauptsächlich aus den bei
-Immatrikulation und Promotion erlegten Gebühren; sie zahlten Beiträge
-an die Gehalte der Professoren und wurden 1853 mit dem Fiscus
-Universitatis verschmolzen.
-
-Der _Fiscus Universitatis_ entstand hauptsächlich aus der Ansammlung
-der Gebühren bei Immatrikulation und Abgang, welche ihm bis heute
-noch zufliessen. Bei der Neueintheilung im Jahr 1836 wurde ihm der
-Fiscus Rectoris und der nicht in Stiftungskapitalien bestehende Theil
-des Fiscus Alumnorum zugewiesen. Von den ihm zugekommenen Geschenken
-erwähnen wir besonders aus dem Jahr 1880 das Legat des Herrn _Wilh.
-Burckhardt-Forcart_ sel., der auch diesem Fiscus Fr. 40,000, also
-den Universitätsfonds im Ganzen Fr. 80,000 vermachte. Das Gesetz von
-1836 hatte bestimmt, wie viel aus diesem Fond an die Gehalte der
-Professoren und an die Sammlungen für den Unterricht zu zahlen war;
-durch das Gesetz von 1866 wurde sein Betrag speciell für Zulagen
-zu den direkt vom Staat bezahlten Besoldungen, ausserordentlichen
-Gehalten und Remunerationen bestimmt, welche der Regierungsrath auf
-Antrag des Erziehungsrathes beschliesst; er wird desshalb seither
-gewöhnlich als Zulagefond bezeichnet. Der Fond wurde zuweilen auch für
-ausserordentliche Ausgaben in Anspruch genommen, so zahlte er u.a. im
-Jahr 1849 Fr. 45OO a.W. an das Museum und im Jahr 1860 Fr. 7536 an die
-Kosten des Universitätsjubiläums. Auch wurden die laufenden Ausgaben
-der Universität für Druck, Inserate, Gas u.s.w. bis zur Ertheilung
-eines besonderen Kredites von Fr. 2000 durch das Gesetz von 1866 aus
-diesem Fiscus bestritten.
-
-Zu diesen aus älterer Zeit stammenden Fisci sind in den letzten 50
-Jahren noch zwei neue hinzugekommen, nämlich der naturhistorische Fond
-und der _Heusler_'sche Vermächtnissfond.
-
-Der _naturhistorische Fond_ verdankt seinen Ursprung der im Jahre
-1836 in der Regenz gemachten Anregung, einen Theil der Gelder der
-Universität, die nach dem damals üblichen stadtbaslerischen Zinsfuss
-nur etwa 3¼% eintrugen, auswärts anzulegen. Es wurde dies von einer
-besonderen von Rathsherr _Peter Merian_ präsidierten Kommission
-besorgt, welche aus dem Ertrag der empfangenen Gelder vorerst 3¼%
-und seit 1857 3½% der allgemeinen Verwaltung vergütete und aus dem
-Rest einen Reservefond anlegte. Bis 1859 war alles Geld wieder an die
-allgemeine Verwaltung zurückbezahlt und es blieb nur der Reservefond in
-den Händen der Kommission. Aus diesem gingen im Jahr 1862 Fr. 10,000 an
-den Sternwartefond, der später bei Erstellung des Bernoullianums zur
-Verwendung kam, und im Jahr 1863 fernere Fr. 10,000 an die botanische
-Anstalt behufs Erstellung eines Gewächshauses. Aus dem Rest von rund
-Fr. 40,000 wurde zuerst der Fond des naturwissenschaftlichen Museums
-und dann der naturhistorische Fond gebildet, auf dessen Ertrag nach dem
-Universitätsgesetz von 1866 das naturhistorische Museum für Unterhalt
-und Vermehrung der Sammlungen angewiesen ist. Herr _Peter Merian_ hat
-bis zu seinem Tod im Februar 1883 selbst diesen Fond verwaltet; seitdem
-ist er mit den andern Fiscis vereinigt.
-
-Der _Heusler'sche Vermächtnissfond_ rührt her von dem im Jahr 1862
-eröffneten Legate des Herrn _Friedrich Heussler_ sel. Der Ertrag
-der testierten Fr. 100,000 ist bestimmt für hilfsbedürftige Alters-
-oder Krankheitshalber austretende Universitätslehrer, so wie für
-die von Universitätslehrern hinterlassenen Witwen und Waisen. Die
-Vertheilung wird jährlich von der Regenz auf Vorschlag einer besondern
-Kommission beschlossen. Durch verschiedene Schenkungen aus den Jahren
-1872 bis 1882 ist das unantastbare Stiftungskapital auf Fr. 120,500
-angewachsen; was darüber hinausgeht, bildet einen Reservefond, auf den
-nöthigen Falls zurückgegriffen werden darf.
-
-Die folgende Tabelle soll die Entwicklung der akademischen Fisci in den
-verflossenen 50 Jahren dadurch anschaulich machen, dass die Beträge
-der entsprechenden Fonds auf Ende 1836 und 1884 in die gleichen Linien
-eingetragen und deren Zunahmen dazwischen gesetzt sind. Das Kapitalgeld
-alter Währung ist mit 27:40 in das jetzige Geld übertragen. Der Fiscus
-Gymnasii und Schülertuchfond, die keinem Universitätszweck dienen, sind
-weggelassen.
-
- _Betrag_ 1836 _Zunahme Betrag_ 1884
- Fr. Fr. Fr.
-
- Fisc. legatorum acad. 205,339 56,271 261,610 Akadem.
- Vermächtnissfond
- Fisc. legatorum med. 3,618 12,384 16,002 Medicin.
- Vermächtnissfond
- Fisc. bibliothecæ publ. 81,011 50,430 131,441 Bibliotheksfond
- Fisc. bibliothecæ botan. }
- Fisc. horti botanici } 9,115 2,849 11,964 Botanischer Fond
- Fisc. facult. theol. }
- Fisc. facult. jurid. }
- Fisc. facult. med. } 366,001 143,947 509,948 Zulagefond
- Fisc. facult. phil. }
- Fisc. Universitatis }
- 136,302 136,302 Heusler'scher
- Vermächtnissfond
- 42,025 42,205 Naturhistorischer
- Fond
- ----------------------------------------------------------
- Gesammtbetrag 665,084 444,208 1,109,292
-
-Die Kapitalien der obigen sieben Fisci bilden bei der Verwaltung
-einen gemeinsamen Stock, dessen Ertrag am Ende des Jahres pro rata
-unter die einzelnen Fonds vertheilt wird. Die Zunahme in den letzten
-fünfzig Jahren erklärt sich hauptsächlich aus den erwähnten höchst
-verdankenswerthen Geschenken und Legaten.
-
- * * * * *
-
-Wir haben nun noch zu berichten über die Stiftungen, deren Kapitalien
-nicht in die Verwaltung dieser vereinigten Fonds aufgenommen sind, da
-die testamentarischen Bestimmungen eine gesonderte Rechnungsstellung
-verlangen.
-
-Die beiden folgenden betreffen die _Gesammtuniversität_:
-
-Der _Albrecht'sche Stipendienfond_. -- Herr Stadtrath _Johannes Wimmer_
-sel. und Frau _Salomea_ geb. _Albrecht_ sel. stifteten durch das am
-26. Juli 1871 publicierte Testament einen Stipendienfond, der zuerst
-während 25 Jahren durch die Zinsen geäufnet werden soll und dessen
-Ertrag hernach in erster Linie den Nachkommen der _Albrecht_'schen
-Familie, die sich dem Studium widmen, zu Gute kommen soll, dann aber
-auch andern Studierenden, wenn keine _Albrecht_'schen Nachkommen
-Anspruch erheben oder die Zinsen auch für weitere Unterstützungen
-ausreichen. Die Regenz hat die Uebernahme der Verwaltung am 30.
-November 1871 beschlossen und den ausgewiesenen Betrag am 28. September
-1872 in Empfang genommen. Die gestiftete Summe betrug mit Einschluss
-eines Postens von Fr. 1333, auf welchen die Geschwister _Wimmer_ zu
-Gunsten der Universität verzichtet haben, Fr. 43,438. Bis zum 31.
-Dezember 1884 war das Vermögen angewachsen auf Fr. 70,582.
-
-_Stiftungsfond der Studentenkrankenkasse._ -- Im Jahre 1877
-übergab Herr Professor _J.J. Bachofen_ mit Fr. 15,000, die für den
-Heusler'schen Vermächtnissfond bestimmt waren, noch weitere Fr. 5000
-der Regenz, um einen Fond der Studentenkrankenkasse zu bilden. Der
-Ertrag desselben wurde theils verwendet zur Deckung eines Deficits der
-genannten Kasse, theils zu Extraunterstützung kranker Studierender,
-besonders durch Beiträge an ärztlich angeordnete Landaufenthalte.
-
-Auf zwei _Fakultäten_ bezieht sich:
-
-Die _theologisch-philosophische Stiftung_. -- Im Dezember 1872 übergab
-ein Freund der Universität anonym einem von ihm selbst bezeichneten
-und später durch Cooptation sich ergänzenden Curatorium von drei
-Professoren die Summe von Fr. 20,000 zur Unterstützung der Studien
-in den Disciplinen der Theologie und Philosophie. Der Ertrag des
-Kapitals soll seine Verwendung finden für Ausschreibung von Preisfragen
-aus den Gebieten der genannten Wissenschaften, oder Ertheilung von
-Stipendien an Studierende der Universität Basel hauptsächlich zu
-wissenschaftlichen Reisen. Die Verwaltung der Stiftung besorgt das
-Curatorium, und es wird nur der Status des jeweiligen Vermögens in die
-Universitätsrechnung aufgenommen; am 31. Dezember 1884 betrug derselbe
-Fr. 26,066.
-
-Zu der _Bibliothek_ gehört:
-
-Die _Episcopius-Stiftung_. -- Im Oktober 1881 hat Herr Dr. _Gottlieb
-Bischoff_ sel. in dankbarer Erinnerung an seinen Vorfahr, den
-Buchdrucker _Nicolaus Episcopius_, dem Oberbibliothekar die Summe von
-Fr. 1000 übergeben, um aus dem Ertrage Werke über die Geschichte der
-Buchdruckerkunst und des Buchhandels für die Universitätsbibliothek
-nach freier Wahl anschaffen zu können. Bei Ablage der Bibliotheksrechnung
-wird über den jeweiligen Stand dieser Stiftung berichtet.
-
-Schliesslich haben wir noch drei Stiftungen zu besprechen, die sich auf
-die _Kunstsammlung_ beziehen.
-
-Die _Samuel Birmann_'sche _Stiftung_. -- Herr _Samuel Birmann-Vischer_
-sel. hat durch sein am 15. August 1844 geschriebenes und am 30.
-September 1847 eröffnetes Testament zu Haupterben seines Vermögens
-ernannt: zur Hälfte die Universität, zum Viertel den Spital und zum
-Viertel das Waisenhaus.
-
-Nach dem am 4. Februar 1859 erfolgten Tode der Frau Witwe _Birmann_
-geb. _Vischer_, welche die Nutzniessung des hinterlassenen Vermögens
-hatte, wurde entsprechend den testamentarischen Bestimmungen die
-Verwaltungskommission gebildet aus zwei Vertretern der Universität,
-einem Vertreter des Spitals und einem Vertreter des Waisenhauses. Das
-dieser Kommission eingehändigte Vermögen bestand aus Werthtiteln,
-und zwar hauptsächlich Actien von Banken, Eisenbahn- und
-Versicherungs-Gesellschaften und dem Landgute vor dem Spalenthor.
-Entsprechend den im Testamente deutlich ausgesprochenen Bestimmungen
-sind diese Titel zum grössten Theile behalten worden und haben die
-vom Testator ausgesprochene Erwartung eines mit der Zeit zunehmenden
-Nutzens gerechtfertigt; das Landgut wurde in den Jahren 1860 und 1861
-zu damals günstigen Bedingungen verkauft, und seither ist ein ganzes
-Quartier auf seinem Boden entstanden. Während die für Spital und
-Waisenhaus bestimmten Antheile einstweilen noch zum grössten Theile
-den Verwandten des Testators zu Gute kommen, erhielt die Universität
-den vollen Ertrag ihrer Hälfte seit 1860. Diese Summe ist ganz für die
-Kunstsammlung bestimmt und wird desshalb auch direkt an die derselben
-vorstehende Kommission abgeliefert; sie soll nach dem Testament
-ausschliesslich verwendet werden für Ankauf schweizerischer Kunstwerke,
-Unterstützung talentvoller Künstler aus Basel-Stadt, Honorierung des
-Custoden der Kunstsammlung und Aufstellungskosten der Birmann'schen
-Sammlung. Das Stiftungskapital ist laut der auf den 1. Februar 1885
-abgeschlossenen, von der Verwaltungskommission genehmigten und der
-Regenz mitgetheilten Rechnung gewerthet zu Fr. 487,377. Der jährliche
-Ertrag war in den letzten zehn Jahren im Mittel etwas über Fr. 30,000,
-wovon also die Hälfte an die zur Universität gehörige Kunstsammlung
-ging.
-
-Die _Bleiler_'sche _Stiftung_. -- Von dem Ehepaar _Bleiler-Mieg_ sel.
-sind im Jahre 1858 laut testamentarischer Verfügung der Kunstsammlung
-des Museums Fr. 10,000 zugekommen; die eine Hälfte bestimmt zur
-Anschaffung von Kunstgegenständen, der Ertrag der andern Hälfte zur
-Unterstützung eines fleissigen und bedürftigen, sich zur Ausbildung
-in Rom aufhaltenden Basler Künstlers. Die Stiftung wird von der
-Kunstkommission verwaltet; der letzte Rechnungsabschluss ergab als
-Saldo auf neue Rechnung Fr. 18,157.
-
-Das _Singeisen_'sche _Legat_. -- Jungfrau _Magdalena Singeisen_ sel.
-vermachte durch das im Jahre 1870 publicierte Testament dem Museumsfond
-der Stadt Basel die Summe von Fr. 17,000 mit der Bestimmung, dass die
-Zinsen davon vorerst ihrer Dienstmagd während Lebenszeit ausbezahlt
-werden sollen. Nach deren Tode soll dieser Zins zur Unterstützung
-älterer und bedürftiger, in Basel wohnender Künstler verwendet werden.
-Diese früher von der Museumskommission verwaltete Stiftung wird jetzt
-von der Kunstkommission besorgt.
-
-Wir haben hier nur die zu Gunsten der Universität gemachten Stiftungen
-besprochen, welche öffentlich von der Universität verwaltet werden
-und über welche also auch die Universitätsrechnung berichtet;
-andere, theils für die Universität im Allgemeinen, theils für
-einzelne Anstalten oder Sammlungen derselben bestimmte Stiftungen
-verwalten Privatvereine, insbesondere die Akademische Gesellschaft
-und der Museumsverein. Auskunft über dieselben ist zu finden in den
-jährlich veröffentlichten Berichten dieser Vereine, sowie in der
-soeben herausgekommenen fünfzigjährigen Geschichte der Akademischen
-Gesellschaft.
-
- * * * * *
-
-Es mag im Anschluss an diesen Abschnitt noch kurz in abgerundeten
-Zahlen angedeutet werden, wie die _Mittel für die Universität_
-zusammenfliessen, wobei wir nicht von den ausserordentlichen Leistungen
-für Erstellung neuer Unterrichtsanstalten, sondern nur von dem
-sprechen, was zur Bestreitung der jährlichen regelmässigen Ausgaben
-gespendet wird. Abgesehen von den verhältnissmässig nur geringe Summen
-betragenden Gebühren und Eintrittsgeldern kommen hier drei verschiedene
-Einnahmequellen in Betracht:
-
-1. _Die direkten Beiträge des Staates_, entsprechend den durch Gesetze
-und Grossrathsbeschlüsse festgesetzten Krediten. Im Jahre 1835 betrugen
-dieselben etwa nur Fr. 40,000 und sind in den fünfzig Jahren bis
-1885, Dank der Bereitwilligkeit der Behörden, Opfer für die höchste
-Lehranstalt zu bringen, etwa auf Fr. 185,000 gestiegen.
-
-2. _Der Ertrag der Universitätsfonds._ Im Jahre 1835 war derselbe
-etwa Fr. 20,000 und hat in den fünfzig Jahren theils durch Vermehrung
-des Vermögens, theils in Folge des höheren Zinsfusses etwa Fr. 60,000
-erreicht.
-
-3. _Die freiwilligen Beiträge von Vereinen und Privaten._ Hier sind
-vor Allem die in der besonderen Festschrift dargestellten Leistungen
-der Akademischen Gesellschaft zu erwähnen; ausserdem aber spenden der
-Museumsverein, die Gemeinnützige Gesellschaft und manche Freunde der
-Universität Geschenke an die verschiedenen Universitätsanstalten. Wenn
-wir die theils höchst werthvollen Kunstgegenstände, Bücher, Naturalien
-und Apparate bei Seite lassen und nur die Geldgaben in Betracht ziehen,
-so finden wir für diese ganz freiwilligen Leistungen im Jahre 1884 etwa
-Fr. 31,000.
-
-Somit setzen sich die regelmässigen jährlichen Leistungen für die
-Universität etwa folgendermassen zusammen:
-
- Staatsbeitrag Fr. 185,000 macht 67 % oder ⅔
- Ertrag der Universitätsfonds » 60,000 » 22 % » ²⁄₉
- Freiwillige Privatleistungen » 31,000 » 11 % » ⅟₉
- ------------
- im Ganzen Fr. 276,000.
-
- Ed. Hagenbach-Bischoff.
-
-
-
-
-III.
-
-Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität.
-
-
-A. =Rektoren der Universität=
-
-(gewählt zu Ende des Jahres für das nächste Kalenderjahr)
-
-waren:
-
-14. Sept.-31. Dec. 1835: Herr W. M. Leberecht _de Wette_, Professor der
-Theologie.
-
-=für das Jahr=
-
- 1836: - Friedrich _Brömmel_, Professor der Geschichte.
- 1837: - Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen Sprache.
- 1838: - Friedrich _Fischer_, Professor der Philosophie.
- 1839: - Karl Friedrich _Meissner_, Professor der Botanik.
- 1840: - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie.
- 1841: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache.
- 1842: - Johann Georg _Müller_, Professor der Theologie.
- 1843: - Friedrich _Miescher_, Professor der Physiologie.
- 1844: - Christian Friedrich _Schönbein_, Professor der Physik
- und Chemie.
- 1845: - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache.
- 1846: - Johann Jacob _Stähelin_, Professor der Theologie; an dessen
- Stelle trat
- - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache.
- 1847:}
- 1848:}- Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen Sprache.
- 1849: - W.M. Leberecht _de Wette_, Professor der Theologie; an
- dessen Stelle trat
- - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie.
- 1850: - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie.
- 1851:}
- 1852:}- Johannes _Schnell_, Professor des schweizerischen Civilrechts.
-
-=für das Jahr=
-
- 1853: Herr Friedrich _Miescher_, nun Professor der pathologischen
- Anatomie.
- 1854: - Christoph Johannes _Riggenbach_, Professor der Theologie.
- 1855: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache.
- 1856: - Roderich _Stintzing_, Professor des römischen Rechts.
- 1857: - Wilhelm _Vischer_, Vater, Professor der griechischen Sprache.
- 1858: - Johann Georg _Müller_, Professor der Theologie.
- 1859: - Gustav Heinrich _Wiedemann_, Professor der Physik.
- 1860: - Peter _Merian_, Rathsherr und Professor der Geologie.
- 1861: - Karl Friedrich _Meissner_, Professor der Botanik.
- 1862: - Karl _Steffensen_, Professor der Philosophie; an dessen
- Stelle trat
- - Karl Rudolf _Hagenbach_, Professor der Theologie.
- 1863: - Franz Dorotheus _Gerlach_, Professor der lateinischen
- Sprache.
- 1864: - Karl _Steffensen_, Professor der Philosophie.
- 1865: - Ludwig _Rütimeyer_, Professor der vergleichenden Anatomie.
- 1866: - Wilhelm _Wackernagel_, Professor der deutschen Sprache.
- 1867: - Andreas _Heusler_, Vater, Professor des schweizerischen
- Staatsrechts.
- 1868: - Hermann _Schultz_, Professor der Theologie.
- 1869: - Wilhelm _His_, Professor der Anatomie und Physiologie.
- 1870: - Eduard _Hagenbach_, Professor der Physik.
- 1871: - Andreas _Heusler_, Sohn, Professor des deutschen Rechts.
- 1872: - Freiherr _von der Goltz_, Professor der Theologie.
- 1873: - Simon _Schwendener_, Professor der Botanik.
- 1874: - Moritz _Heyne_, Professor der deutschen Sprache.
- 1675: - Carl Ernst Emil _Hoffmann_, Professor der Anatomie.
- 1876: - Friedrich _von Wyss_, Professor des schweizerischen
- Civilrechts; an dessen Stelle trat
- - Franz _Overbeck_, Professor der Theologie.
- 1877: - Wilhelm _Vischer_, Sohn, Professor der Geschichte.
- 1878: - Friedrich _Schulin_, Professor des römischen Rechts.
- 1879: - Emil _Kautzsch_, Professor der Theologie.
- 1880: - Hermann _Immermann_, Professor der klinischen Medicin.
- 1881: - August _von Miaskowski_, Professor der Nationalökonomie.
- 1882: - Hermann _Siebeck_, Professor der Philosophie.
- 1883: - Rudolf _Stähelin_, Professor der Theologie.
- 1884: - Albert _Teichmann_, Professor des Straf- und Kirchenrechts.
- 1885: - Moritz _Roth_, Professor der pathologischen Anatomie.
-
-
-B. =Lehrpersonal der Universität.=
-
--- Geordnet nach der Zeit des Eintritts in die Fakultät, bezw. in
-die höhere Stellung in derselben. -- O. = Ostern. S. = Sommer. M. =
-Michaelis. W. = Winter.
-
-1. Theologische Fakultät.
-
-a) =Ordentliche Professoren.=
-
-1. =de Wette=, Wilhelm Martin Leberecht -- geb. 12. Jan. 1780 zu Ulla
-bei Weimar, 1805 Docent in Jena, 1807 a.o. Prof. der Philosophie, 1809
-ord. Prof. der Theologie in Heidelberg, 1810 in Berlin. Am 2. Oct. 1819
-seines Amtes entlassen, begab er sich nach Weimar und folgte 1822 einem
-Rufe an die theologische Fakultät nach Basel, deren Reorganisator er
-wurde; Rektor 1823, 1829, 1834. Ende 1835 u. 1849, † 16. Juni 1849.
-
-_Hagenbach_, die theologische Schule Basels und ihre Lehrer, Basel 1860
-und in Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVIII. 61 ff. -- _Holtzmann_
-in »Allgem. Deutsche Biographie« V. 101-105. -- _Wiegand_. W.M.L. de
-Wette, Erfurt 1879. -- _Rudolf Stähelin_, W.M.L. de Wette nach seiner
-theol. Wirksamkeit und Bedeutung, Basel 1880.
-
-2. =Hagenbach=, Karl Rudolf -- geb. 4. März 1801 zu Basel, Sohn des
-Basler Arztes und Professors Karl Friedrich H. († 20. Nov. 1849),
-studierte in Basel, Bonn und Berlin, habilitierte sich 1823 in Basel,
-1824 Lic. theol. und a.o. Prof., 1828 ord. Prof. für Kirchengeschichte,
-1830 zum Dr. theol. ernannt, Rektor 1832, 1840, 1849, 1850 u. 1862. †
-7. Juni 1874.
-
-Erinnerung an K.R. Hagenbach, Basel 1874. -- _Eppler_, K.R. Hagenbach,
-Gütersloh 1875. -- _Rudolf Stähelin_, K.R. Hagenbach, Basel 1875.
--- W. _Krafft_ in »Allgem. Deutsche Biographie« X. 344. -- Herzog's
-Realencyclopädie, 2. Aufl. V. 537 ff.
-
-3. =Stähelin=, Johann Jacob -- geb. 6. Mai 1797 zu Basel, studierte in
-Basel und Tübingen, 1823 Dr.phil. und Docent in Basel, 1827 Lic.theol.,
-1829 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. für Altes Testament, 1840 zum Dr.
-theol. ernannt, kurze Zeit 1846 Rektor, † 27. Aug. 1875 zu Langenbruck.
-
-Zur Erinnerung an Herrn J.J. Stähelin, Basel 1875. -- Herzog's
-Realencyclopädie. 2. Aufl. XIV. 570 ff.
-
-4. =Müller=, Johann Georg -- geb. 8. Mai 1800 zu Basel, 1825 cand.
-theol., 1831 Lektor u. Lic. theol., 1832 a.o. Prof., 1835 ord. Prof.
-für Neues Testament, 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1842 u. 1858, †
-30. August 1875.
-
-Abriss meines Lebenslaufes. Aufzeichnung von J.G. Müller, theol. Prof.
-Basil. (Druck von Schultze) 1875.
-
-5. =Schenkel=, Daniel -- geb. 21. Dec. 1813 zu Dägerlen bei Winterthur,
-studierte in Basel u. Göttingen. 1839 Docent in Basel, 1841 Prediger
-und Mitglied des Schul- und Kirchenrathes in Schaffhausen, 1850 ord.
-Prof. für systematische Theologie in Basel, ging 1851 nach Heidelberg,
-† daselbst 19. Mai 1885.
-
-6. =Riggenbach=, Christoph Johannes -- geb. 8. Oct. 1818 zu Basel,
-wurde Pfarrer in Bennwil (Baselland), 1851 in Basel zum Lic. theol.
-ernannt und ord. Prof. für systematische Theologie, Rektor 1854, im
-Juni 1860 zum Dr. theol. ernannt.
-
-7. =Schultz=, Hermann -- geb. 30. Dec. 1836 zu Lüchow (Hannover), 1858
-Dr.phil. in Rostock, 1861 Lic. theol. und Docent in Göttingen, 1864
-ord. Prof. für Altes Testament und systematische Theologie in Basel,
-1865 Dr. theol. (Göttingen), Rektor 1868, ging 1872 nach Strassburg,
-1874 nach Heidelberg, 1876 nach Göttingen.
-
-8. =von der Goltz=, Hermann Freiherr -- geb. 17. März 1835 zu
-Düsseldorf, studierte in Erlangen, Berlin, Tübingen und Bonn, 1858-61
-in der französischen Schweiz, 1861-65 Gesandtschaftsprediger in
-Rom, 1865 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für
-exegetische u. systematische Theologie berufen, zum Lic. theol. ernannt
-und a.o. Prof., 1870 ord. Prof., Rektor 1872, ging 1873 nach Bonn, 1876
-nach Berlin.
-
-9. =Overbeck=, Franz -- geb. 4./16. Nov. 1837 zu St. Petersburg, W.
-1864 Docent in Jena, Frühjahr 1870 a.o. Prof. und W. 1871 ord. Prof.
-für neutestamentliche Exegese und ältere Kirchengeschichte in Basel,
-Rektor 1876.
-
-10. =Kautzsch=, Emil -- geb. 4. Sept. 1841 zu Plauen i.V., 1863
-Dr.phil. und Gymnasiallehrer an der Nicolaischule in Leipzig, 1869
-Docent d. Theol. an der Universität, 1871 a.o. Prof. daselbst, M. 1872
-ord. Prof. für alttestamentliche Exegese in Basel, im Sept. 1873 zum
-Dr. theol. ernannt, Rektor 1879, ging O. 1880 nach Tübingen.
-
-11. =Stähelin=, Rudolf -- geb. 22. Sept. 1841 zu Basel, 1865 cand.
-theol., 1873 Lic. u. Docent d. Theologie, 10. Jan. 1874 a.o. Prof.
-und 10. Dec. 1875 ord. Prof. für Kirchengeschichte, 15. Nov. 1880 Dr.
-theol. (Bern), Rektor 1883.
-
-12. =Schmidt=, Paul Wilhelm -- geb. 25. Dec. 1845 zu Berlin, 1865
-Dr.phil. in Halle, 1867 Lic. theol. in Berlin, O. 1869-76 Docent
-daselbst, O. 1876 ord. Prof. für Neues Testament in Basel, 22. Juli
-1885 Dr. theol. (Strassburg).
-
-13. =Stockmeyer=, Immanuel -- geb. 28. Juli 1814 zu Basel, war 1846-71
-Pfarrer zu St. Martin, 1850 zum Lic. theol. ernannt, 1851 Docent der
-Theologie, im Dec. 1860 zum Dr. theol. ernannt, 1871 Antistes, 17. Juli
-1876 ord. Prof. für praktische Theologie.
-
-14. =Smend=, Rudolf -- geb. 5. Nov. 1851 zu Lengerich (Westfalen), 1874
-Dr.phil. in Bonn, 1875 Lic. theol. u. Docent der Theologie in Halle,
-1880 a.o. Prof. und S. 1881 ord. Prof. für Altes Testament in Basel, im
-Jan. 1885 Dr. theol. (Giessen).
-
-15. =Orelli=, Conrad von -- geb. 25. Januar 1846 zu Zürich, 1871
-Dr.phil. in Leipzig, W. 1871 Docent der Theologie in Zürich, O. 1873
-vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für Altes
-Testament berufen und a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., Aug. 1885 Dr.
-theol. (Greifswald).
-
-16. =Kaftan=, Julius -- geb. 30. Sept. 1848 zu Loit (Schleswig),
-1872 Dr.phil. in Leipzig, 1873 Lic. theol., W. 1873 vom Verein f.
-christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie
-berufen und 1874 a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., im Dec. 1882 zum Dr.
-theol. ernannt, ging O. 1883 nach Berlin.
-
-
-b. =Ausserordentliche Professoren.=
-
-17. =Beck=, Johann Tobias (von) -- geb. 22. Febr. 1804 zu Balingen,
-1828 Stadtpfarrer in Mergentheim, 1836 vom Verein für christl.-theol.
-Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische Theologie
-berufen, 1842 vor seinem Weggange nach Tübingen zum Dr. theol. ernannt,
-† daselbst 28. Dec. 1878.
-
-18. =Hoffmann=, Wilhelm -- geb. 30. Oct. 1806 zu Leonberg
-(Württemberg), wurde 1839 Direktor der Missionsanstalt in Basel,
-1843 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft für exegetische
-u. systematische Theologie berufen und a.o. Prof., ging 1849 nach
-Tübingen, 1852 nach Berlin, † daselbst 28. Aug. 1873.
-
-_Karl Hoffmann_, Leben und Wirken des L. Fr. W. Hoffmann, Berlin 1878
--- Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. VI. 216 ff.
-
-19. =Auberlen=, Carl August -- geb. 19. Nov. 1824 zu Fellbach
-(Württemberg), W. 1851 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft
-nach Basel für exegetische u. systematische Theologie berufen und a.o.
-Prof., 6. Sept. 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 2. Mai 1864.
-
-Leichenrede von Prof. _Riggenbach_ sammt Lebensabriss von Prof. _Gess_
-(Basel, Balmer und Riehm). -- Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. I.
-757.
-
-
-c. =Privatdocenten.=
-
-20. =Preiswerk=, Samuel -- geb. 19. Sept. 1799 zu Rümlingen (Kt.
-Basel), 1830 Pfarrer in Muttenz, 22. Jan. 1833 vertrieben, 1834-37 am
-Oratoire in Genf, 1839 Docent für hebräische Sprache in Basel, 1845
-Hauptpfarrer zu St. Leonhard, 1851 zum Lic. theol. ernannt und Docent
-der Theologie, 1859 Antistes, 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 13. Jan.
-1871.
-
-Zum Gedächtniss an Antistes Samuel Preiswerk (Basel, Franz Wittmer)
-1871.
-
-21. =Schmid=, Johannes -- geb. 4. Jan. 1817 zu Schünholzersweilen (Kt.
-Thurgau), 1854 in Basel zum Lic. theol. ernannt und Docent daselbst bis
-1858 für praktische Theologie, † 31. März 1874 zu Florenz.
-
-22. =Böhl=, Eduard -- geb. 18. Nov. 1836 zu Hamburg, 1860 Dr.phil. in
-Erlangen, S. 1860 in Basel zum Lic. theol. ernannt und W. 1860 bis O.
-1864 Docent daselbst für Altes Testament, seit O. 1864 ord. Prof. der
-Dogmatik u. Symbolik an der evang.-theol. Fakultät in Wien.
-
-23. =Böhringer=, Paul -- geb. 1. Sept 1852 zu Glattfelden (Kt. Zürich),
-1878 Docent in Zürich, 13. Juni 1879 daselbst zum Lic. theol. ernannt,
-seit W. 1879 Docent für Kirchengeschichte in Basel.
-
-24. =Marti=, Carl -- geb. 25. April 1855 zu Bubendorf (Baselland), 10.
-März 1879 Lic. theol. in Basel, seit S. 1881 Docent daselbst für Altes
-Testament und seit 1884 Pfarrer in Muttenz.
-
-25. =Riggenbach=, Bernhard Emil -- geb. 25. Oct. 1848 zu Karlsruhe,
-1874 Dr.phil. in Tübingen, 1876 Lic. theol. in Basel, seit S. 1882
-Docent daselbst für praktische Theologie und neutest. Exegese, seit
-Anfang 1885 Pfarrer der Strafanstalt in Basel.
-
-26. =Schnedermann=, Georg -- geb. 3. Juli 1852 zu Chemnitz, 1878
-Dr.phil. und 1880 Lic. theol. in Leipzig, W. 1883 vom Verein f.
-christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie
-berufen und Docent daselbst.
-
-27. =Heman=, Friedrich -- geb. 30. Aug. 1839 zu Grünstadt (Rheinpfalz),
-1871 Dr.phil. in Tübingen, 1883 Lic. theol. in Basel, W. 1883 vom
-Verein für christl.-theol. Wissenschaft für systematische Theologie
-berufen und Docent daselbst.
-
-
-2. Juristische Fakultät.
-
-a. =Ordentliche Professoren.=
-
-1. =Heusler=, Andreas -- geb. 8. März 1802 zu Basel, studierte in Jena
-u. Tübingen, 1826 J.U.D. in Tübingen, 1828 Docent in Basel, 1830 ord.
-Prof. (kurze Zeit über römisches Recht und Criminalrecht, dann bis
-1843 über Bundes- und Kantonalstaatsrecht in historischer Beziehung
-lesend), 1831-47 Mitglied des Kleinen Rathes, wirkte 1852-68 an der
-Universität mit Titel und Rechten eines ord. Prof. (für Bundes- und
-Kantonalstaatsrecht), 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1867, † 11.
-April 1868.
-
-Leichenrede von Dr. theol. _J. Stockmeyer_ (Basel, Wassermann) 1868. --
-_W. Vischer_ (Sohn) in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 337-339. --
-_G. v. Wyss_ im Archiv f. Schweiz. Geschichte XVII. (1871).
-
-2. =Burckhardt=-Vischer, Adolf -- geb. 12. Nov. 1809 zu Basel, 1834
-Docent, M. 1835 ord. Prof. des Criminalrechts, † 14. Oct. 1838.
-
-Baseler Zeitung 1838, Nr. 193.
-
-3. =Beseler=, Georg -- geb. 2. Nov. 1809 zu Rödemiss (Schleswig),
-1835 Docent in Heidelberg, M. 1835 a.o. Prof. und 1836 ord. Prof.
-des römischen Rechts in Basel, ging M. 1837 nach Rostock, 1842 nach
-Greifswald, 1859 nach Berlin.
-
-4. =Schnell=, Johannes -- geb. 31. Aug. 1812 zu Basel, Sohn des Basler
-Prof. der Rechte J.R. Schnell (1767-1829), promovierte in Heidelberg,
-1837 in Basel Docent, 1838 a.o. Prof. und 1839-78 ord. Prof. (besonders
-für schweizerisches Civilrecht), Rektor 1851 u. 1852, 17. Juli 1841 bis
-1. Juli 1875 Civilgerichtspräsident, siedelte W. 1878 nach Bern über.
-
-5. =Wunderlich=, Agathon -- geb. 1810 zu Göttingen, 1833 Docent
-daselbst, 1838 a.o. Prof. und 1839 ord. Prof. des römischen Rechts
-in Basel, ging O. 1842 nach Rostock, 1847 nach Halle, 1850 an das
-Oberappellationsgericht in Lübeck, † daselbst 21. Nov. 1878.
-
-R. v. _Jhering_ in den Jahrbb. f. d. Dogmatik d. heut. röm. u.
-deutschen Privatrechts, XVII. 145-147.
-
-6. =Bachofen=, Johann Jacob -- geb. 22. Dec. 1815 zu Basel, 1841 Docent
-und 1842 ord. Prof. des römischen Rechts, nahm 1844 seine Entlassung.
-
-7. =Planck=, Johann Julius Wilhelm (von) -- geb. 22. April 1817 zu
-Göttingen, 1837 J.U.D. und 1839 Docent daselbst, O. 1842 ord. Prof. des
-römischen Rechts und des Civilprozesses in Basel, ging O. 1845 nach
-Greifswald, M. 1850 nach Kiel, O. 1867 nach München.
-
-8. =Jhering=, Rudolf (von) -- geb. 22. Aug. 1818 zu Aurich
-(Ostfriesland), 1842 J.U.D. in Berlin, Docent daselbst, 1845 ord. Prof.
-des römischen Rechts in Basel, ging O. 1846 nach Rostock, 1849 nach
-Kiel, 1852 nach Giessen, 1868 nach Wien, 1872 nach Göttingen, beim
-Würzburger Jubiläum 1882 zum Dr.phil. ernannt.
-
-9. =Leist=, Burkard Wilhelm -- geb. 12. Juli 1819 zu Westen bei Verden
-(Hannover), 1842 Docent in Göttingen, O. 1846 ord. Prof. des römischen
-Rechts in Basel, ging M. 1847 nach Rostock, 1853 nach Jena.
-
-10. =Windscheid=, Bernhard -- geb. 26. Juni 1817 zu Düsseldorf, 1840
-Docent in Bonn, W. 1847 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging
-O. 1852 nach Greifswald, 1857 nach München, 1871 nach Heidelberg, 1874
-nach Leipzig.
-
-11. =Zimmermann=, Ernst -- geb. 31. Jan. 1812 zu Rüsselsheim
-(Kurhessen), 1848-50 Obergerichtsrath in Marburg, Docent daselbst, O.
-1852 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1854 an das
-Oberappellationsgericht in Lübeck, † 7. Mai 1877.
-
-Mitteilungen aus dem Leben des hanseatischen
-Oberappellationsgerichtsrathes E.Z., Lübeck 1879.
-
-12. =Stintzing=, Roderich (von) -- geb. 8. Febr. 1825 zu Altona, 1852
-Docent in Heidelberg, O. 1854 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel,
-Rektor 1856, ging M. 1857 nach Erlangen, 1870 nach Bonn, † 13. Sept.
-1883 zu Oberstdorf im Allgäu.
-
-_Alphonse Rivier_ in der Revue internationale de l'Enseignement du 15
-janvier 1884.-- _Adolf Wach_ in der krit. Vierteljahresschrift XXVI.
-161-180.
-
-13. =Grimm=, Julius -- geb. 26. Nov. 1821 zu Kassel, promovierte in
-Bonn, 1851 a.o. Prof. und 1855-57 ord. Prof. für germanistische Fächer
-in Basel, 1857-68 Generalsekretär an der K.K. Südbahn in Wien, lebt
-seitdem in Wiesbaden.
-
-14. =Arnold=, Wilhelm -- geb. 28. Oct, 1826 zu Borken (Kurhessen), 1850
-Docent in Marburg, O. 1855 ord. Prof. des deutschen Rechts in Basel,
-ging O. 1863 nach Marburg, † 2. Juli 1883.
-
-Allgemeine Zeitung 1883, Beilage Nr. 192 u. 213.
-
-15. =Fitting=, Hermann -- geb. 27. Aug. 1831 zu Mauchenheim
-(Rheinbayern), 1856 Docent in Heidelberg, M. 1857 a.o. Prof. und 4.
-Dec. 1858 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1862 nach
-Halle.
-
-16. =Bechmann=, Georg -- geb. 16. Aug. 1834 zu Nürnberg, 1861 Docent
-in Würzburg, M. 1862 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O.
-1864 nach Marburg, M. 1864 nach Kiel, O. 1870 nach Erlangen, M. 1880
-nach Bonn.
-
-17. =Heusler=, Andreas -- geb. 30. Sept. 1834 zu Basel, Sohn des oben
-(S. 46) genannten Prof. Andreas Heusler, 12. Juni 1856 J.U.D. in
-Berlin, 1858 Docent und S. 1863 ord. Prof. des deutschen Rechts und des
-Civilprozesses in Basel, Rektor 1871.
-
-18. =Hartmann=, Gustav -- geb. 31. März 1835 zu Vechelde
-(Braunschweig), O. 1857 J.U.D. in Göttingen und 1860 daselbst Docent,
-O. 1864 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1872 nach
-Freiburg, O. 1878 nach Göttingen, O. 1885 nach Tübingen.
-
-19. =Binding=, Karl -- geb. 4. Juni 1841 zu Frankfurt a.M., 1864
-Docent in Heidelberg, O. 1867 ord. Prof. des Straf- und Kirchenrechts
-in Basel, ging M. 1870 nach Freiburg, 1872 nach Strassburg, 1873 nach
-Leipzig.
-
-20. =Brockhaus=, Friedrich -- geb. 21. Sept. 1838 zu Dresden, 1863
-Docent u. 1868 a.o. Prof. in Jena, O. 1871 ord. Prof. des Straf- und
-Kirchenrechts in Basel, ging M. 1872 nach Kiel.
-
-21. =Eisele=, Fridolin -- geb. 2. Mai 1837 zu Sigmaringen, 21. Febr.
-1866 J.U.D. in Berlin, wurde Kreisrichter in Hechingen, O. 1872 ord.
-Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1874 nach Freiburg.
-
-22. =Wyss=, Friedrich von -- geb. 24. Dec. 1844 zu Zürich, 15. März
-1867 J.U.D. in Zürich, 1869 Mitglied des Bezirksgerichts, O. 1874 ord.
-Prof. des schweizerischen Civilrechts in Basel, 1876 kurze Zeit Rektor,
-schied wegen Gesundheitsrücksichten 1880 aus.
-
-23. =Schulin=, Friedrich -- geb. 4. Aug. 1843 zu Frankfurt a.M., 29.
-Mai 1869 J.U.D. in Marburg, Docent u. 12. Mai 1874 a.o. Prof. daselbst,
-M. 1874 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, Rektor 1878.
-
-24. =Teichmann=, Albert -- geb. 13. Oct. 1844 zu Breslau, 30. Juli
-1867 J.U.D. in Berlin, kam O. 1873 als a.o. Prof. des Straf- und
-Kirchenrechts nach Basel, S. 1877 ord. Prof., Rektor 1884.
-
-25. =Huber=, Eugen -- geb. 13. Juli 1849 zu Stammheim (Kt. Zürich), 9.
-März 1872 J.U.D. in Zürich, O. 1881 a.o. Prof. und Dec. 1881 ord. Prof.
-des schweizerischen Civilrechts in Basel.
-
-
-b. =Ausserordentliche Professoren.=
-
-26. =Burckhardt-Hess=, Christoph -- geb. 5. Febr. 1805 zu Basel, J.U.D.
-in Heidelberg, 1829 Docent und 1831 a.o. Prof. des römischen Rechts in
-Basel, sollte zum ord. Prof. ernannt werden, † 26. Dec. 1835.
-
-Rede von _Simon La Roche_ (Druck von Wilhelm Haas). -- Baseler Zeitung
-vom 28. u. 31. December 1835. -- Regenzprotokoll vom 28. December 1835.
-
-27. =Speiser=, Paul -- geb. 16. Oct. 1846 zu Basel, 12. März 1868
-J.U.D., 1873 Docent und 1876 a.o. Prof. des Obligationen-, Handels- und
-Wechselrechts, 1875-78 Civilgerichtspräsident, 1878-84 Regierungsrath.
-
-
-c. =Privatdocenten.=
-
-28. =Christ=, Gustav -- geb. 13. Aug. 1809 zu Basel, 1832 J.U.D. in
-Heidelberg, 1835 Docent des Civilprozesses in Basel, † 13. Oct. 1838.
-
-Baseler Zeitung 1838, Nr. 193.
-
-29. =Burckhardt=-Fürstenberger, Emanuel -- geb. 3. Mai 1819 zu Basel,
-1842 J.U.D. in Göttingen, 1844-46 Docent des römischen Rechts und des
-Strafrechts in Basel, 1849 Mitglied des Kleinen Rathes, † 8. Juli 1867.
-
-Basler Nachrichten 1867, Nr. 162.
-
-30. =Heimlicher=, Johann Jacob -- geb. 14. Aug. 1826 zu Basel, 1848
-J.U.D., 1849-52 Docent des römischen Rechts und des Wechselrechts, 1856
-Notar, † 2. Oct. 1884.
-
-P. _Speiser_ in den Verhdl. d. Schweiz. Juristenvereines v. 24. Aug.
-1885 (Ztschr. f. schweiz. Recht XXVI. 568).
-
-31. =VonderMühll=, Albert -- geb. 11. Oct. 1843 zu Basel, 23. Juni 1865
-J.U.D., 1870 u. 71 Docent der Rechtsphilosophie und vergleichenden
-Rechtswissenschaft.
-
-32. =Miescher=, Carl -- geb. 29. Nov. 1851 zu Basel, Sohn des
-Prof. der Anatomie Joh. Friedr. Miescher-His (s. unten), 11. Sept.
-1874 J.U.D., 1877-82 Docent des deutschen Rechts, seit Juni 1878
-Civilgerichtspräsident.
-
-33. =Brunnenmeister=, Emil -- geb. 5. Mai 1854 zu Kreuzungen (Kt.
-Thurgau), 1877 J.U.D. in Leipzig, M. 1878 Docent des Strafrechts in
-Basel, ging O. 1880 als ord. Prof. nach Zürich, 1882 nach Halle.
-
-34. =Stehlin=, Carl -- geb. 21. März 1859 zu Basel, 4. August 1881
-J.U.D. in Göttingen, O. 1885 Docent des römischen Rechts in Basel.
-
-
-3. Medicinische Fakultät.
-
-a. =Ordentliche Professoren.=
-
-1. =Jung=, Carl Gustav -- geb. 7. Sept. 1794 zu Mannheim, Anfang 1822
-nach Basel als Docent berufen, Mitte 1822 zum ord. Prof. der Anatomie,
-Chirurgie und Geburtshilfe ernannt, Rektor 1828, nahm 1850 seine
-Entlassung unter Beibehaltung von Sitz und Stimme in der Regenz, trat
-1855 wieder ein als ord. Prof. der praktischen Medicin, † 12. Juni 1864.
-
-W. _His_, Zur Erinnerung an C.G. Jung (in der Gedenkschrift zur
-Eröffnung des Vesalianum, Lpz. 1885, S. 40-48).
-
- =Meissner=, Karl Friedrich }
- } s. Philosophische Fakultät,
- mathem.-naturwiss. Abthlg.
- =Röper=, Johann Christian August }
-
-2. =Mieg=, Johann Jacob -- geb. 24. Juni 1794 zu Basel, 1829-64 ord.
-Prof. der Chirurgie, † 1. Juli 1870.
-
-Basler Nachrichten 1870, Nr. 155.
-
-3. =Miescher=-His, Johann Friedrich -- geb. 2. März 1811 zu Walkringen
-(Emmenthal), studierte erst in Bern, dann in Berlin, wo er am 9. Jan.
-1836 promovierte, O. 1837 ord. Prof. der Physiologie und allgemeinen
-Pathologie in Basel, ging M. 1844 nach Bern, kehrte M. 1850 als ord.
-Prof. der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie zurück,
-Rektor 1843 und 1853, trat Ende 1871 unter Beibehaltung des Titels und
-der Rechte eines ord. Prof. zurück.
-
-4. =Erker=, Alexander -- geb. 10. Juli 1816 zu Freiburg i. Br., 1840
-daselbst Prosektor, Jan. 1845 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie
-in Basel, ging 1850 nach Freiburg zurück.
-
-5. =Bruch=, Carl -- geb. 1819 zu Mainz, 1847 Docent in Heidelberg, W.
-1850 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1855
-nach Giessen, † 4. Jan. 1884 zu Heppenheim.
-
-_Virchow_ im Archiv f. pathol. Anatomie. Bd. 99, S. 384.
-
-6. =Meissner=, Georg -- geb. 19. Nov. 1829 zu Hannover, 1852 Dr.med. in
-Göttingen. W. 1856 ord. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel,
-ging M. 1857 nach Freiburg, 1859 nach Göttingen.
-
-7. =Rütimeyer=, Ludwig -- geb. 25. Febr. 1825 zu Biglen (Emmenthal),
-1850 Dr.med. und 1853 a.o. Prof. für vergleichende Anatomie in Bern.
-W. 1855 ord. Prof. der Zoologie und vergleichenden Anatomie in Basel,
-Rektor 1865, 2. Juni 1874 zum Dr.phil. ernannt.
-
-8. =His=, Wilhelm -- geb. 9. Juli 1831 zu Basel, 11. Sept. 1854
-Dr.med., S. 1866 Docent, M. 1857 ord. Prof. der Anatomie und
-Physiologie, Rektor 1869, ging O. 1872 nach Leipzig.
-
-9. =Socin=, August -- geb. 21. Febr. 1837 zu Vevey, 21. Febr. 1857
-Dr.med. in Würzburg, 1861 Docent in Basel, 26. Febr. 1862 a.o. Prof.
-und 27. Febr. 1864 ord. Prof. der Chirurgie.
-
-10. =Liebermeister=, Carl (von) -- geb. 2. Febr. 1833 zu Ronsdorf bei
-Elberfeld, 1860 Docent und 1864 a.o. Prof. in Tübingen, S. 1865 ord.
-Prof. der speciellen Pathologie und Therapie und Vorsteher der med.
-Klinik in Basel, ging M. 1871 nach Tübingen.
-
-11. =Immermann=, Hermann -- geb. 2. Sept. 1838 zu Magdeburg, 19. Dec.
-1860 Dr .med. in Berlin, 1864-66 Assistenzarzt in Tübingen, 1866-71 in
-Erlangen, Docent daselbst, M. 1871 ord. Prof. der speciellen Pathologie
-und Therapie und Vorsteher der med. Klinik in Basel, Rektor 1880.
-
-12. =Hoffmann=, Carl Ernst Emil -- geb. 26. April 1827 zu Darmstadt,
-1854 Dr.med. in Würzburg, 1858 Docent in Giessen, 1863 Docent und
-Prosektor. S. 1864 a.o. Prof. und 6. Juli 1872 ord. Prof. der Anatomie
-in Basel, Rektor 1875, † 16. Dec. 1877.
-
-_Heppe_ in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 607.
-
-13. =Bischoff=, Johann Jacob -- geb. 1. Aug. 1841 zu Heidelberg, 1864
-Dr.med. in Basel, 1865 Docent, Frühjahr 1868 a.o. Prof. und 10. Juli
-1872 ord. Prof. der Geburtshilfe.
-
-14. =Miescher=-Rüsch, Johann Friedrich -- geb. 13. Aug. 1844 zu Basel.
-Sohn des S. 49 genannten Prof. Miescher-His. 13. Jan. 1868 Dr.med., O.
-1871 Docent und 6. Juli 1872 ord. Prof. der Physiologie.
-
-15. =Roth=, Moritz -- geb. 25. Dec. 1839 zu Basel, Sohn des unten (S.
-56) genannten Prof. Karl Ludwig Roth, 1864 Dr.med. und 1866 Docent in
-Basel, 1868-72 in Greifswald, 10. Juli 1872 a.o. Prof. und 6. Mai 1874
-ord. Prof. der pathologischen Anatomie in Basel, Rektor 1885.
-
-16. =Wille=, Ludwig -- geb. 30. März 1834 zu Kempten (Bayern), 1858
-Dr.med. in Erlangen, 1858-63 Assistenzarzt der Irrenanstalten in
-Erlangen und München, 1864-75 Direktor in Münsterlingen (Thurgau),
-Rheinau (Zürich) und St. Urban (Luzern). seit Oct. 1875 Vorsteher der
-Irrenanstalt und ord. Prof. der Psychiatrie in Basel.
-
-17. =Schiess=, Heinrich -- geb. 3. Jan. 1833 zu Heiden (Kt. Appenzell),
-1856 Dr.med. und 1863 Docent, 1867 a.o. Prof. und 8. Juli 1876 ord.
-Prof. der Ophthalmologie in Basel.
-
-18. =Kollmann=, Julius -- geb. 24. Febr. 1834 zu Holzheim (Bayern),
-1870 a.o. Prof. in München, 2. Febr. 1878 ord. Prof. der Anatomie in
-Basel.
-
-
-b. =Ausserordentliche Professoren.=
-
-19. =Streckeisen=, Carl -- geb. 28. Dec. 1811 zu Basel. 1838 Docent in
-Basel, 1841-43 in Holland und Java, 1849 Arzt am Waisenhause in Basel,
-S. 1852 a.o. Prof. der Chirurgie und Geburtshilfe in Basel, † 27. Aug.
-1868.
-
-Leichenrede von Antistes _Preiswerk_, 1868. -- Basler Nachrichten 1868,
-Nr. 205 u. 209.
-
-20. =Hoppe=, Ignaz -- geb. 14. Jan. 1811 zu Gross-Bartloff im
-Eichsfelde, Dr.med. zu Berlin, Dr.phil. zu Freiburg i. Br., 1852 a.o.
-Prof. der Medicin in Basel.
-
-21. =Brenner=, Friedrich -- geb. 8. Jan. 1809 zu Basel, 1830 Dr.med. in
-Freiburg, 1833 Arzt am damaligen Irrenhause in Basel, später Direktor
-der neuen Anstalt, 1835 Docent, 1856 a.o. Prof. der Psychiatrie, † 31.
-Oct. 1874.
-
-Zum Andenken an Herrn Prof. Dr. F. Brenner (Druck von Bürgin u. Moos in
-Basel).
-
-22. =Aeby=, Christoph -- geb. 25. Febr. 1835 auf dem Schlossgute
-Gutenbrunnen bei Pfalzburg (Lothringen), 1859 Docent und S. 1863 a.o.
-Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1863 als ord.
-Prof. nach Bern, 1884 nach Prag, † 7. Juli 1885 zu Bilin (Böhmen).
-
-Sep.-Abdr. aus der Prager Medicin. Wochenschrift 1885, Nr. 28.
-
-23. =Hagenbach=-Burckhardt, Eduard -- geb. 5. Mai 1840 zu Basel, 1869
-Docent und 24. Febr. 1872 a.o. Prof. der Kinderheilkunde.
-
-24. =Massini=, Rudolf -- geb. 8. Nov. 1845 zu Basel, 19. März
-1868 Dr.med., 1872 Docent für Pathologie und Therapie, Oct. 1874
-Assistenzarzt der Poliklinik des Bürgerspitals, 20. Juni 1877 a.o.
-Prof., 1882 Vorsteher der Poliklinik.
-
-25. =Burckhardt=-Merian, Albert -- geb. 25. Jan. 1843 zu Basel, 23.
-Juni 1866 Dr.med., März 1869 Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. der
-Ohrenheilkunde.
-
-26. =Schulin=, Karl -- geb. 12. Febr. 1850 zu Frankfurt a.M., 28. Juni
-1873 Dr.med. in Marburg, Assistent in Leipzig und Rostock, M. 1877
-Prosektor und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. in Basel, schied 1881 aus.
-
-27. =Bunge=, Gustav -- geb. 19. Jan. 1844 zu Dorpat, 1873 Magister
-und 1874 Doktor der Chemie daselbst, 1882 Dr.med. in Leipzig und 1884
-Ehrendoktor der Medicin (Kiew), 1874-1885 Docent der Physiologie in
-Dorpat, 4. Juli 1885 a.o. Prof. der physiologischen Chemie in Basel.
-
-
-c. =Privatdocenten.=
-
-28. =Nusser=, Johann Martin -- geb. 1796 zu Ulm, 1826 Prosektor in
-Basel, 1828 Docent daselbst, gab 1852 die Prosektorstelle auf, † 15.
-Oct. 1853.
-
-W. _His_ in der »Gedenkschrift z. Eröffnung d. Vesalianum«, Lpz. 1885.
-
-Bernoulli, Johann Jacob -- s. Philosophische Fakultät,
-mathem.-naturwiss. Abtheilung.
-
-29. =Im Thurn=, E. aus Schaffhausen, 1837-39 Docent der Thierheilkunde
-in Basel, † 8. März 1877 zu Schaffhausen.
-
-30. =Burckhardt=, August -- geb. 14. Jan. 1809 zu Basel, Sohn des
-Basler Prof. d. Med. Joh. Rud. B. † 1829, 1832 Dr.med., Docent für
-gerichtliche Medicin und chirurgische Fächer 1838/39, 1854-57.
-
-31. =de Wette=, Ludwig -- geb. 9. Nov. 1812 zu Berlin, Sohn des S. 44
-genannten Prof. der Theologie de Wette, 24. April 1833 Dr.med. in Basel,
-1840 Docent für gerichtliche Medicin und Pastoralmedicin, 1852-1884
-Physikus.
-
-32. =Burckhardt=-Blau, Achilles -- geb. 3. Dec. 1821 zu Basel, 1844
-Dr.med., 1846-68 Docent für Geburtshilfe, 1855-77 Mitglied der
-Oberwundschau und 1859-63 des Sanitätskollegiums.
-
-33. =Meyer=-Merian, Theodor -- geb. 14. Jan. 1818 zu Basel, Docent im
-S. 1851 und vom 27. April an Direktor des Spitals, † 5. Dec. 1867.
-
-Basler Nachrichten 1867, Nr. 290.
-
-34. =Meyer=-Steiger, Emanuel -- geb. 31. Aug. 1818 zu Basel, Docent im
-S. 1852, † 6. Sept. 1856 in Algier.
-
-35. =Grimm=, Christian -- geb. 21. Nov. 1818 zu Basel, 1852 Dr.med.,
-1853-58 Docent der Osteologie, † 21. Jan. 1863.
-
-Basler Nachrichten 1863, Nr. 21.
-
-=Frey=, Alfred -- s. Philosophische Fakultät, mathem.-naturwiss.
-Abtheilung.
-
-36. =Burckhardt=, Gottlieb -- geb. 24. Dec. 1836 zu Basel, Sohn des
-oben (S. 51) genannten Dr. August B., März 1860 Dr.med. und 1862-75
-Docent für Nervenkrankheiten, 1875-82 Arzt in der Waldau, seitdem
-Direktor der Irrenanstalt in Préfargier (Kt. Neuenburg).
-
-37. =Bulacher=, Carl -- geb. 19. Dec. 1828 zu Basel. 1856 Dr.phil.
-1870-76 Docent für pharmaceutische und analytische Chemie, jetzt
-Kantonschemiker.
-
-38. =Fischer=-Dietschy, Carl Rudolf -- geb. 11. Febr. 1834 zu Reinach
-(Kt. Aargau), 1867 Dr.med. und 1870-76 Docent für Arzneimittellehre in
-Basel, † 19. Juni 1876.
-
-39. =Göttisheim=, Friedrich -- geb. 30. März 1837 zu Wildberg
-(Württemberg), 1867 Dr.phil. und 1870 Docent für öffentliche
-Gesundheitspflege in Basel.
-
-40. =Rauber=, August -- geb. 22. März 1845 zu Neustadt a.d.H.,
-habilitierte sich in München für Anatomie, S. 1872 Docent in Basel,
-ging 1873 als a.o. Prof. der Medicin nach Leipzig.
-
-41. =Breiting=, Carl -- geb. 18. März 1845 zu Basel. 1872-74 Docent für
-Arzneimittellehre, jetzt Arzt in Genua.
-
-42. =Hermann=, Ernst -- Sohn des Nationalökonomen Fr. Benedikt Wilh.
-von H. in München († 1868), 1873-75 Prosektor in Basel, † etwa 1877.
-
-43. =Cartier=, Oscar -- geb. 19. Juni 1847 zu Olten (Kt. Solothurn).
-10. Juli 1872 Dr.med. in Würzburg, 1875 Prosektor in Basel, † 17. Aug.
-1877.
-
-44. =Fiechter=, Robert -- geb. 31. Dec. 1848 zu Teknau (Kt. Baselland).
-25. März 1875 Dr.med. und O. 1877 Docent für klinische Medicin in Basel.
-
-45. =Buss=, Carl Emil -- geb. 6. März 1849 zu Grindelwald, 18. März
-1875 Dr.med. in Basel, am Spital thätig, W. 1877 Docent, † 1. Juni 1878.
-
-Erinnerung an Dr. Emil Buss, 1878.
-
-46. =Courvoisier=, Ludwig -- geb. 10. Nov. 1843 zu Basel, 5. März 1868
-Dr.med. und O. 1880 Docent für Chirurgie.
-
-47. =Sury=, Ernst (von) -- geb. 30. April 1850 zu Solothurn, 23. Juni
-1875 Dr.med. und O. 1880 Docent für gerichtliche Medicin in Basel.
-
-48. =Gönner=, Alfred -- geb. 29. Aug. 1854 zu Mailand, S. 1881 Docent
-für Gynäkologie in Basel.
-
-49. =Burckhardt=, Albrecht Eduard -- geb. 13. Juli 1853 zu Basel, Sohn
-des oben (S. 51) genannten Dr. August B., 1878 Dr.med. und M. 1882
-Docent für Toxikologie und Hygiene.
-
-50. =Hosch=, Friedrich -- geb. 13. Oct. 1847 zu Basel, 7. März 1871
-Dr.med. und M. 1883 Docent für Augenheilkunde.
-
-51. =Gottschau=, Max -- geb. 20. Jan. 1849 zu Berlin, 1875 Dr.med.
-daselbst, 1877-83 Assistent am anatom. Institut in Würzburg, M. 1883
-Prosektor in Basel.
-
-
-4. Philosophische Fakultät.
-
-I. Philologisch-historische Abtheilung.[27]
-
-a. =Ordentliche Professoren.=
-
-1. =Linder=, Emanuel -- geb. 6. Febr. 1768 zu Basel, 1790-1803 Prof.
-der hebräischen Sprache, dann Pfarrer in Bennwil, 1819 ord. Prof. der
-griech. Sprache und Litteratur in Basel, † 4. April 1843.
-
-Leichenrede von Diacon J.J. _Uebelin_ (Basel, Schneider'sche
-Buchdruckerei) 1843.
-
-2. =Gerlach=, Franz Dorotheus -- geb. 18. Juli 1793 zu Wolfsbehringen
-(Herzogthum Gotha), besuchte das Gymnasium illustre in Gotha, dann die
-Universität Göttingen, ging 1817 an die Kantonsschule in Aarau. 1819
-Lehrer am Pädagogium in Basel, 1820 ord. Prof. der lateinischen Sprache
-und Litteratur, 1829-66 Bibliothekar, Rektor 1827, 1837, 1847, 1848 u.
-1863, trat 1875 in den Ruhestand, † 31. 0ct. 1876.
-
-Personalien und Ansprache von Pfarrer Th.W. _Ecklin_ (Basel, Riehm)
-1876. -- _Mähly_ in »Allgem. Deutsche Biographie« IX. 14.
-
-3. =Brömmel=, Friedrich -- geb. 27. Juni 1791 zu Goslar am Harz,
-studierte in Göttingen und Halle, wurde Docent in Halle, 1823 ord.
-Prof. der Geschichte in Basel, Rektor 1836, † 31. Jan. 1856.
-
-Leichenrede von Pfarrer _Imm. Stockmeyer_ (Basel, Schweighauser) 1856.
-
-4. =Vinet=, Alexandre -- geb. 17. Juni 1797 zu Ouchy, 1817 Lehrer
-der französischen Sprache am Pädagogium und S. 1835 ord. Prof. der
-französischen Sprache und Litteratur in Basel, ging 1837 zum Dr. theol.
-ernannt nach Lausanne, und starb, seines dortigen Lehramtes 3. Dec.
-1846 entsetzt, vor Rückberufung nach Basel, am 4. Mai 1847 zu Lausanne.
-
-_Scherer_, Alex. Vinet, notice sur sa vie et ses écrits, Paris 1853. --
-_Rambert_, Alex. Vinet, hist. de sa vie et de ses ouvrages, 2. édition.
-Lausanne 1875. -- _Cramer_, Alex. Vinet, moraliste et apologiste
-chrétien. Lausanne 1884. -- Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVII.
-766 ff.
-
-5. =Fischer=, Friedrich -- geb. 31. Dec. 1801 zu Honau (Württemberg),
-1830 Docent in Tübingen, 1832 Docent und bald darauf a.o. Prof. der
-Philosophie in Basel, S. 1835 ord. Prof., Rektor 1838, † 14. Nov. 1853
-zu Winnenden.
-
-_Prantl_ in »Allgem. Deutsche Biographie« VII. 66.
-
-6. =Wackernagel=, Karl Heinrich Wilhelm -- geb. 23. April 1806 zu
-Berlin, studierte daselbst 1824-27, ging im October 1828 nach Breslau,
-von wo er 1830 nach Berlin zurückkehrte, folgte O. 1833 einem Rufe
-nach Basel als Lehrer am Pädagogium, auf der Reise dahin in Göttingen
-zum Dr. phil. ernannt, S. 1835 ord. Prof. der deutschen Sprache und
-Litteratur, Rektor 1841, 1855 und 1866, bei der Jubelfeier in Halle
-(1867) zum J.U.D. ernannt, † 21. Dec. 1869.
-
-Biographie und Schriftenverzeichniss in W. Wackernagel's Kleinere
-Schriften, Band III (Leipzig 1874) S. 434 ff. -- _Rudolf Wackernagel_,
-W. Wackernagel, Jugendjahre 1806-1833, Basel 1885.
-
-7. =Vischer=, Wilhelm -- geb. 30. Mai 1808 zu Basel, studierte in
-Basel, Bonn und in Jena, wo er im Frühjahr 1831 promovierte, dann
-in Berlin. S. 1832 Docent in Basel, S. 1835 a.o. Prof. und W. 1836
-ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur, Rektor 1845,
-1846, 1857, von 1867 an Mitglied des Kleinen Rathes, Präsident des
-Erziehungskollegiums und der Curatel, † 5. Juli 1874.
-
-Zum Andenken an Herrn Prof W. Vischer, des Raths (Basel, Wittmer) 1874
--- Wilhelm Vischer (von Dr. _Achilles Burckhardt_), Sep.-Abdr. aus
-dem 7. Jahresheft d. Vereins schweiz. Gymnasiallehrer, Aarau 1876. --
-Lebensbild W. Vischer's von Aug. v. _Gonzenbach_ (Kleine Schriften
-v. Wilh. Vischer, herausgeg. von Prof. H. Gelzer und Dr. Achilles
-Burckhardt, Band II. Lpz. 1878, S. IX-LXVI).
-
-8. =Girard=, Charles François -- geb. 9. Aug. 1811 zu Neuchâtel, 1836
-Lehrer am Gymnasium in Basel, 1838 Dr.phil., 1839 a.o. Prof. und 1841
-ord. Prof. der französischen Sprache und Litteratur, † 26. Nov. 1875.
-
-Discours prononcés aux funérailles de M. Chr. Fr. Girard, Lausanne
-(Bridel) 1876.
-
-9. =Steffensen=, Karl -- geb. 25. April 1816 zu Flensburg (Schleswig),
-1841 Dr.phil. in Kiel, 1852-54 Docent daselbst, M. 1854 ord. Prof. der
-Philosophie in Basel, Rektor 1864, 1873 zum Dr. theol. ernannt, trat
-1879 unter Beibehaltung von Titel und Rechten eines ord. Prof. zurück.
-
-10. =Floto=, Hartwig -- geb. 17. Mai 1825 zu Arendsee (Altmark),
-studierte in Berlin, wo er promovierte, 1856-61 ord. Prof. der
-Geschichte in Basel, lebte dann an verschiedenen Orten, † 1881 zu
-Königsberg.
-
-11. =Nasse=, Erwin -- geb. 2. Dec. 1829 zu Bonn, 9. Aug. 1851 Dr.phil.
-und 1854 Docent daselbst, O. 1856 ord. Prof. der Nationalökonomie in
-Basel, ging M. 1856 nach Rostock, M. 1860 nach Bonn.
-
-12. =Burckhardt=, Jacob -- geb. 25. Mai 1818 zu Basel, 1844 Docent
-und 1845 a.o. Prof. der Geschichte daselbst, 1855-58 Prof. der
-Kunstgeschichte am eidgen. Polytechnikum in Zürich, O. 1858 ord. Prof.
-der Geschichte in Basel.
-
-13. =Ribbeck=, Johann Carl Otto -- geb. 23. Juli 1827 zu Erfurt,
-1856 a.o. Prof. und 1859 ord. Prof. in Bern, O. 1861 ord. Prof. der
-griechischen Sprache und Litteratur in Basel, ging M. 1862 nach Kiel,
-M. 1872 nach Heidelberg, O. 1877 nach Leipzig.
-
-14. =Kiessling=, Adolf -- geb. 15. Febr. 1837 zu Kulm in Westpreussen,
-1858 Dr.phil. in Bonn, O. 1863 ord. Prof. der griechischen Sprache und
-Litteratur in Basel, ging O. 1869 an das Johanneum in Hamburg, 1871
-J.U.D. (Breslau), seit 1872 in Greifswald.
-
-15. =Laspeyres=, Étienne -- geb. 28. Nov. 1834 zu Halle, 1857 J.U.D.,
-1860 Dr.phil. und Docent in Heidelberg, M. 1864 ord. Prof. der
-Nationalökonomie in Basel, ging M. 1866 nach Riga, 1869 nach Dorpat,
-1873 nach Karlsruhe, 1874 nach Giessen.
-
-16. =Dilthey=, Wilhelm -- geb. 19. Nov. 1834 zu Biebrich (Nassau),
-studierte in Heidelberg und Berlin, Dr.phil. in Berlin, O. 1867 ord.
-Prof. der Philosophie in Basel, ging M. 1868 nach Kiel, von dort nach
-Berlin.
-
-17. =Teichmüller=, Gustav -- geb. 19. Nov. 1832 zu Braunschweig,
-Dr.phil. in Halle, Docent und 1866 a.o. Prof. in Göttingen, M. 1868
-ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1871 nach Dorpat.
-
-18. =Schönberg=, Gustav (von) -- geb. 21. Juli 1839 zu Stettin, 1860
-J.U.D. in Berlin, 1866 Dr.phil. in Halle, ging 1867 nach Proskau,
-O. 1869 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1870 nach
-Freiburg, O. 1873 nach Tübingen.
-
-19. =Nietzsche=, Friedrich Wilhelm -- geb. 15. Oct. 1844 zu Röcken bei
-Lützen, studierte in Bonn und Leipzig, 1869 a.o. Prof. und 9. April
-1870 ord. Prof. der griech. Sprache und Litteratur in Basel, schied
-1879 wegen Gesundheitsrücksichten aus.
-
-20. =Heyne=, Moritz -- geb. 8. Juni 1837 zu Weissenfels, 3. Dec.
-1863 Dr.phil. in Halle, 1864 Docent u. 1869 a.o. Prof. für deutsche
-Philologie daselbst, 9. April 1870 ord. Prof. der deutschen Sprache u.
-Litteratur in Basel, Rektor 1874, ging M. 1883 nach Göttingen.
-
-21. =Eucken=, Rudolph -- geb. 5. Jan. 1846 zu Aurich (Ostfriesland),
-1866 Dr.phil. in Göttingen, M. 1871 ord. Prof. der Philosophie in
-Basel, ging O. 1874 nach Jena.
-
-22. =Neumann=, Friedrich Julius -- geb. 12. Oct. 1835 zu Königsberg
-i. Pr., 1865 Dr.phil. und Docent daselbst, M. 1871 ord. Prof. der
-Nationalökonomie in Basel, ging O. 1873 nach Freiburg, 1876 nach
-Tübingen.
-
-23. =Vischer=, Wilhelm -- geb. 4. Aug. 1833 zu Basel, Sohn des oben (S.
-53) genannten Prof. W. Vischer, studierte in Basel, Bonn und Berlin,
-1856 Dr.phil. in Basel, 1857-62 Lehrer am Pädagogium daselbst und
-Privatdocent, von 1858 an Bibliothekssekretär, 1862-66 Privatdocent in
-Göttingen, 1866-71 Universitätsbibliothekar in Basel, 1867 a.o. Prof.
-und 17. Jan. 1874 ord. Prof. der Geschichte, Rektor 1877, am 18. Oct.
-1884 zum J.U.D. ernannt.
-
-24. =Heinze=, Max -- geb. 13. Dec. 1835 zu Priessnitz (Meiningen),
-Lehrer in Pforta, 1872 Docent in Leipzig, O. 1874 ord. Prof. der
-Philosophie in Basel, ging O. 1875 nach Königsberg, M. 1875 nach
-Leipzig.
-
-25. =Miaskowski=, August von -- geb. 26. Jan. 1838 zu Pernau (Livland),
-wurde Hofgerichtsadvokat und Docent am Polytechnikum in Riga, 1871
-Docent in Jena, O. 1874 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging
-O. 1876 nach Hohenheim, kehrte O. 1877 zurück, Rektor 1881, ging M.
-1881 nach Breslau.
-
-26. =Siebeck=, Hermann -- geb. 28. Sept. 1842 zu Eisleben, 1863
-Dr.phil. in Halle, 1872 Docent daselbst, O. 1875 ord. Prof. der
-Philosophie und Pädagogik in Basel, Rektor 1882, ging M. 1883 nach
-Giessen.
-
-27. =Mähly=, Jacob Achilles -- geb. 24. Dec. 1828 zu Basel, 1850
-Dr.phil., 1852 Docent, 1865 a.o. Prof. und 10. Juli 1875 ord. Prof. der
-lateinischen Sprache und Litteratur.
-
-28. =Misteli=, Franz -- geb. 11. März 1841 zu Solothurn, 1864-74
-Gymnasiallehrer an den Kantonsschulen in St. Gallen und Solothurn, M.
-1874 in Basel zum Dr.phil. ernannt, a.o. Prof. und 28. April 1877 ord.
-Prof. der vergleichenden Sprachwissenschaft.
-
-29. =Soldan=, Gustav -- geb. 21. Aug. 1848 zu Lausanne, 1871 Dr.phil.
-in Giessen, 1874 Prof. der deutschen Sprache und Litteratur in
-Lausanne, M. 1877 ord. Prof. für romanische Sprachen und Litteratur in
-Basel.
-
-30. =Wackernagel=, Jacob -- geb. 11. Dec. 1853 zu Basel, Sohn des oben
-(S. 53) genannten Professors W. Wackernagel, 14. Dec. 1875 Dr.phil.,
-M. 1876 Docent, 1879 a.o. Prof. und 2. April 1881 ord. Prof. der
-griechischen Sprache und Litteratur.
-
-31. =Thun=, Alphons -- geb. 1853 zu Dorpat, März 1879 Magister und
-Febr. 1880 Doktor der polit. Oekonomie daselbst, dann Docent in Berlin,
-M. 1881 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1883 nach
-Freiburg i. Br.
-
-32. =Volkelt=, Johannes -- geb. 21. Juli 1848 zu Lipnik (Galizien),
-1871 Dr.phil. in Leipzig, 1876 Docent und 1879 a.o. Prof. in Jena, M.
-1883 ord. Prof. der Philosophie in Basel.
-
-33. =Behaghel=, Otto -- geb. 3. Mai 1854 zu Karlsruhe, 22. April 1876
-Dr.phil. in Heidelberg, W. 1877 Docent und 1882 a.o. Prof. daselbst, M.
-1883 ord. Prof. der deutschen Sprache und Litteratur in Basel.
-
-34. =Bücher=, Karl -- geb. 16. Febr. 1847 zu Kirberg (Nassau), 1870
-Dr.phil. in Bonn, Febr. 1881 Docent in München, Juli 1882 ord. Prof.
-der Statistik in Dorpat, M. 1883 ord. Prof. der Nationalökonomie in
-Basel.
-
-
-b. =Ausserordentliche Professoren.=
-
-35. =Picchioni=, Luigi -- geb. 4. Sept. 1784 zu Carbonara (Lombardei),
-1821 Flüchtling im Tessin, dann in Engelberg und Luzern, 1825 Docent in
-Basel, S. 1836 a.o. Prof. der italienischen Sprache und Litteratur, †
-9. Febr. 1869.
-
-Basler Nachrichten 1869, Nr. 34.
-
-36. =Geizer=, Johann Heinrich -- geb. 17. Oct. 1813 zu Schaffhausen,
-studierte in Zürich, Jena, Göttingen und Halle, 1836 Dr.phil. in Jena,
-1839 Docent und W. 1842 a.o. Prof. der Geschichte in Basel, ging 1843
-nach Berlin, trat 1850 wegen Gesundheitsrücksichten vom Lehramte
-zurück, siedelte 1852 nach Basel über.
-
-37. =Streuber=, Wilhelm Theodor -- geb. 31. März 1816 zu Burgdorf,
-studierte in Berlin, 1841 Docent und 1851 a.o. Prof. der klassischen
-Philologie in Basel, † 5. Oct. 1857.
-
-Leichenrede von _Eucharius Kündig_ (Basel, Schweighauser). -- Nekrolog
-v. Dr. J.J. _Bachofen_, im Basler Taschenbuch für 1858.
-
-38. =Reber=, Balthasar -- geb. 7. Dec. 1805 zu Basel, studierte 1825-30
-in Berlin, 1845 Dr.phil. in Basel, 1851 Docent der Geschichte, 1855
-a.o. Prof., † 13. März 1875.
-
-Zur Erinnerung an Prof. Dr. B. Reber, 1875.
-
-39. =Roth=, Karl Ludwig -- geb. 16. Febr. 1811 zu Gersbach (Bez.
-Schopfheim), studierte in Basel und Halle, 1831 in Basel ordiniert,
-im Schulfache thätig, 1834 Dr.phil., 1837 und von 1851 an Docent der
-Philologie, S. 1855 a.o. Prof., † 16. Juli 1860.
-
-Leichenrede von Antistes _Preiswerk_, 1860. -- Basler Nachrichten 1860,
-Nr. 171.
-
-40. =Socin=, Albert -- geb. 13. Oct. 1844 zu Basel, 1867 Dr.phil. in
-Halle, 1870 Docent und S. 1874 a.o. Prof. für orientalische Sprachen in
-Basel, ging O. 1876 als ord. Prof. nach Tübingen.
-
-41. =Merian=, Johann Jacob -- geb. 18. Nov. 1826 zu Basel, 1850
-Dr.phil. in Heidelberg, 1852 Docent und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. der
-klassischen Philologie in Basel.
-
-42. =Bernoulli=-Reber, Johann Jacob -- geb. 18. Jan. 1831 zu Basel,
-Sohn des Dr.phil. J.J. Bernoulli-Werthemann (s. die II. Abth. Nr. 22),
-1860 Docent und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. für Archäologie.
-
-43. =Cornu=, Jules -- geb. 24. Febr. 1849 zu Villars-Mendraz (Kt.
-Waadt), 5. Sept. 1874 Dr.phil. in Basel, M. 1875 Docent und 1877 a.o.
-Prof. für romanische Sprachen, ging M. 1877 als ord. Prof. nach Prag.
-
-44. =Meyer=, Carl Remigius -- geb. 19. Juni 1842 zu Basel, 1865
-Dr.phil., 1668 Docent und 14. Juli 1877 a.o. Prof. für deutsche Sprache
-und Litteratur, seit 1865 auf der Universitätsbibliothek thätig.
-
-45. =Hagenbach=, Friedrich -- geb. 3. Febr. 1840 zu Basel, 1863
-Dr.phil., 1866 Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. für klassische
-Philologie.
-
-46. =Born=, Stephan -- geb. 28. Dec. 1824 zu Lissa (Posen), 1860-1878
-Prof. an der Industrieschule und am Gymnasium und 1864-1878 Prof. au
-der Akademie in Neuenburg für deutsche Sprache und Litteratur, bei
-seiner Uebersiedelung nach Basel zum Honorarprofessor ernannt, 1878 in
-Basel zum Dr.phil. ernannt, Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. für
-deutsche Litteratur daselbst.
-
-47. =Boos=, Heinrich -- geb. 14. Juni 1851 zu Cannstatt. 1874 Dr.phil.
-in Göttingen, M. 1875 Docent und 5. Nov. 1881 a.o. Prof. der Geschichte
-in Basel.
-
-
-c. =Privatdocenten.=
-
-48. =Marriott=, William -- geb. 15. Juni 1808 zu Islington bei London,
-promovierte in England, 1837/39 Docent für englische Litteratur in
-Basel, Lehrer am Pädagogium bis 1841, siedelte 1860 nach Stuttgart
-über, † daselbst 4. Juli 1864.
-
-=Preiswerk=, Samuel -- s. oben Theologische Fakultät (S. 46).
-
-49. =Heussler=, Abraham -- geb. 1. Juli 1803 zu Basel, 1839 Dr.phil.,
-Docent im W. 1841. von 1843 an Rektor der Töchterschule, † 22. Sept.
-1855.
-
-50. =Bossart=, Johann Jacob -- geb. 25. Juli 1818 zu Basel, 1845-47
-Docent für romanische Sprachen, † in Nordamerika.
-
-51. =Schärer=, Emanuel -- geb. 10. März 1818 zu Bern, 1841 Dr.phil. in
-Jena, 1846-47 Docent für Philosophie in Basel, lebt in Bern.
-
-52. =Röse=, Ferdinand -- aus Lübeck, Docent für Philosophie in Basel im
-J. 1847.
-
-53. =Hauschild=, Ernst -- geb. 30. Jan. 1816 zu Altenburg, 1848-72
-Docent der Musiklehre in Basel, † 29. Juli 1872.
-
-54. =Steingass=, Franz -- aus Coblenz, 1849-50 Docent der Geschichte
-und Philosophie in Basel.
-
-55. =Fliedner=, Carl -- geb. 9. März 1832 zu Dillenburg (Nassau), 1853
-Dr.phil. in Tübingen, 1854 und 1857-62 Docent für Philosophie in Basel,
-jetzt Realgymnasialoberlehrer an der Musterschule in Frankfurt a.M.
-
-56. =Schwarzkopf=, Syrus Archimedes -- aus Pösneck (Sachsen-Meiningen),
-Docent in Basel 1854-64, 1869-71 für Handelswissenschaft,
-Nationalökonomie und Pharmakognosie, † daselbst 2. Aug. 1884.
-
-57. =Mosley=, Henry -- geb. 18. März 1806 zu London, 1855-56 Lektor der
-englischen Sprache in Basel, † daselbst 21. April 1877.
-
-58. =Wölfflin=, Eduard -- geb. 1. Jan. 1831 zu Basel, 1854 Dr.phil. in
-Göttingen, 1856-61 Docent für klassische Philologie in Basel, dann am
-Gymnasium in Winterthur, M. 1866 Docent in Zürich, 1869 a.o. Prof. und
-S. 1871 ord. Prof. daselbst, ging O. 1875 nach Erlangen und O. 1880
-nach München.
-
-59. =Rieger=, Maximilian -- geb. 8. April 1828 zu Darmstadt, 1849
-Dr.phil. in Giessen, 1853-56 Docent daselbst, 1856-58 Docent für
-deutsche Sprache und Litteratur in Basel, lebt seitdem in Darmstadt.
-
-60. =Georg=, Ludwig -- geb. 22. Mai 1820 zu Ertinghausen (Hannover),
-war Lehrer am Gymnasium in Basel, Docent für französische Sprache
-daselbst im W. 1858, † 20. März 1869.
-
-61. =Roth=, Wilhelm -- geb. 5. Juli 1837 zu Basel, Sohn des oben (S.
-56) genannten Prof. K.L. Roth, studierte in Basel, Göttingen und
-Heidelberg, 1859 Dr.phil. in Göttingen, W. 1859 Docent in Basel für
-orientalische Sprachen, † 8. Febr. 1860.
-
-Zur Erinnerung an Dr. Wilhelm Roth, 1860.
-
-62. =Contzen=, Heinrich -- geb. 1835 zu Normbruch (Waldeck), Docent der
-Nationalökonomie in Basel im S. 1862, lebt jetzt in Stettin.
-
-63. =Jannasch=, Robert -- geb. 30. April 1845 zu Cöthen (Anhalt),
-1870-71 Docent der Nationalökonomie in Basel, ging nach Proskau als
-Prof., wurde 1874 Direktor des statist. Bureau in Dresden, 1877-84
-Mitglied des preuss. Statist. Bureau in Berlin, jetzt Direktor der
-Deutschen Exportbank.
-
-64. =Frey=, Hans -- geb. 8. Aug. 1837 zu Basel, 24. Oct. 1861 Dr.phil.,
-1870-73 Docent für Geschichte, jetzt Lehrer an der Knabensekundarschule.
-
-65. =Stengel=, Edmund -- geb. 5. April 1845 zu Halle, 1868 Dr.phil. in
-Bonn, M. 1870 Docent für romanische und englische Philologie in Basel,
-ging O. 1873 als ord. Prof. nach Marburg.
-
-66. =Romundt=, Heinrich -- geb. 27. Dec. 1845 zu Freiburg (Hannover),
-1869 Dr.phil. in Leipzig, M. 1872 bis O. 1875 Docent für Philosophie in
-Basel, lebt jetzt in Berlin.
-
-67. =Gelzer=, Heinrich -- geb. 1. Juli 1847 zu Berlin, Sohn des oben
-(S. 56) genannten Prof. J.H. Gelzer, 1868 Dr.phil. in Göttingen,
-1869-73 am humanistischen Gymnasium in Basel, M. 1872 Docent für alte
-Geschichte, ging M. 1873 als a.o. Prof. nach Heidelberg und 1878 als
-ord. Prof. nach Jena.
-
-68. =VonderMühll=, Wilhelm -- geb. 22. Aug. 1852 zu Basel,
-1875 Dr.phil. in Leipzig, 1876-81 Docent für vergleichende
-Sprachwissenschaft in Basel.
-
-69. =Bolliger=, Adolf -- geb. 12. April 1854 zu Holziken (Kt. Aargau),
-1878 Dr.phil. in Leipzig, Frühjahr 1879 Docent für Philosophie in Basel.
-
-70. =Buser=, Benjamin -- geb. 27. Nov. 1841 zu Basel, wurde Pfarrer in
-Arisdorf und Riehen, Mai 1879 in Basel zum Dr.phil. ernannt, M. 1879
-Docent für Geschichte.
-
-71. =Heussler=, Hans -- geb. 16. Sept. 1855 zu Basel, Sohn des oben (S.
-56) genannten Dr. Abr. Heussler, 17. März 1877 Dr.phil., S. 1880 Docent
-für Philosophie.
-
-72. =Burckhardt=-Finsler, Albert -- geb. 18. Nov. 1854 zu Basel, 25.
-Juli 1878 J.U.D., M. 1880 Docent für Schweizergeschichte.
-
-73. =Göring=, Hugo -- geb. 28. Dec. 1849 zu Berka a.d. Werra
-(Sachsen-Weimar), promovierte in Jena, 1880-82 Docent der Pädagogik und
-Lehrer an der Gewerbeschule in Basel, lebt jetzt in Berlin.
-
-74. =Bagge=, Selmar -- geb. 30. Juni 1823 zu Coburg, 1868 Direktor der
-Musikschule in Basel, 1875 Lektor für Musik, 1880 zum Dr.phil. ernannt
-und Docent.
-
-75. =Baumgartner=, Adolf -- geb. 15. Juni 1855 zu Lörrach (Baden),
-1879 Dr.phil. in Tübingen, S. 1881 Docent für alte Geschichte und
-Historiographie in Basel.
-
-
-II. Mathematisch-naturwissenschaftliche Abtheilung.
-
-a. =Ordentliche Professoren.=
-
-1. =Bernoulli=, Christoph -- geb. 15. Mai 1782, Sohn des Basler Prof.
-und späteren Dornprobsteischaffners Daniel Bernoulli († 21. Oct.
-1834), leitete 1806-17 eine Privatlehranstalt in Basel, dann Prof. der
-Naturgeschichte und später Technologie an der Universität, zog sich
-1861 zurück, † 6. Febr. 1863.
-
-_Karmarsch_ in »Allgem. Deutsche Biographie« II. 483.
-
-2. =Merian=, Peter -- geb. 20. Dec. 1795 zu Basel, 1813 Laureat,
-1815 Magister, 1820-28 ord. Prof. der Physik und Chemie, von 1835 an
-Honorarprofessor für Geologie und Petrefaktenkunde, 1836-66 Mitglied
-des Kleinen Rathes, von 1833 an Mitglied und 1847-65 Präsident des
-Erziehungskollegiums, von 1837 an Mitglied und 1847-65 Präsident der
-Curatel, Rektor 1825, 1835 und 1860, † 8. Febr. 1883.
-
-L. _Rütimeyer_, Rathsherr Peter Merian, Programm zur Rectoratsfeier.
-Basel 1883.
-
-3. =Meissner=, Karl Friedrich -- geb. 1. Nov. 1800 zu Bern, 1824
-Dr.med. in Göttingen, dann in Bern und Genf. 1828 ord. Prof. der
-Physiologie und Pathologie in Basel, ging 1836 zur Botanik über, wurde
-Direktor des botanischen Gartens, Rektor 1839 und 1861, trat 1867 in
-den Ruhestand, † 2. Mai 1874.
-
-E. _Wunschmann_ in »Allgem. Deutsche Biographie« XXI. 246-248.
-
-4. =Röper=, Johannes Christian August -- geb. 25. April 1801 zu
-Doberan, 15. März 1823 Dr.med. in Göttingen, 18. Oct. 1826 a.o. Prof.
-der Botanik und 25. Febr. 1829 ord. Prof. der Botanik und Medicin in
-Basel, 1836 zum Dr.phil. ernannt, ging O. 1836 nach Rostock, 15. März
-1873 Dr.scientt.natur. (Tübingen), † 17. März 1885 zu Rostock.
-
-Mecklenburgische Anzeigen 1885, Nr. 65. -- Mecklenburgische
-Landesnachrichten 1885, Nr. 83.
-
-5. =Merian=, Johann Rudolf -- geb. 15. März 1797 zu Basel, jüngerer
-Bruder von Peter Merian, studierte in Göttingen und Paris, 26. März
-1827 Dr.phil. in Göttingen, 1828 Docent in Basel, 1829 a.o. Prof. und
-1830 ord. Prof. der Mathematik, † 25. Oct. 1871.
-
-Basler Nachrichten 1871, Nr. 255.
-
-6. =Schönbein=, Christian Friedrich -- geb. 18. Oct. 1799 zu Metzingen
-(Württemberg), studierte in Tübingen und Paris, W. 1828 Lektor in
-Basel, 1829 zum Dr.phil. ernannt, 1835 ord. Prof der Physik und Chemie,
-Rektor 1844, † 29. Aug. 1868 zu Baden-Baden.
-
-Bei der Bestattung von Chr.F. Schönbein, den 2. September 1868 (Basel,
-Schultze). -- _Eduard Hagenbach_, Chr.F. Schönbein, Basel 1868. --
-P. _Merian_, Erinnerung an Prof. Chr.F. Schönbein (Verhandl. d.
-Naturforsch. Gesellsch. in Basel, 5. Bd. 1873, S. 341-352).
-
-7. =Eckert=, Joseph -- geb. 3. Nov. 1791 zu Dielheim (Baden), 1822
-Dr.phil. in Jena, 1823 Docent in Basel, 1830 a.o. Prof. und 1841 ord.
-Prof. der Mathematik, nahm 1862 seine Entlassung, † 18. Sept. 1871.
-
-Basler Nachrichten 1871, Nr. 225.
-
-8. =Stähelin=, Christoph -- geb. 8. Febr. 1804 zu Basel, 1848 Docent,
-1853 ord. Prof. der Physik, † 21. Aug. 1870.
-
-9. =Wiedemann=, Gustav Heinrich -- geb. 26. Oct. 1826 zu Berlin, 1847
-Dr.phil. und 1851-54 Docent daselbst, O. 1854-63 ord. Prof. der Physik
-in Basel, Rektor 1859, ging O. 1863 an die technische Hochschule in
-Braunschweig, O. 1866 nach Karlsruhe, O. 1871 an die Universität
-Leipzig.
-
-10. =Hagenbach=-Bischoff, Eduard -- geb. 20. Febr. 1833 zu Basel, Sohn
-des oben (S. 44) genannten Prof. der Theologie Karl Rudolf H., 1855 Dr.
-phil, M. 1859 Docent, 26. Febr. 1862 ord. Prof. der Mathematik und 6.
-Juni 1863 ord. Prof. der Physik daselbst, Rektor 1870, 2. Juni 1874 zum
-Dr.med. ernannt.
-
-11. =Neumann=, Carl -- geb. 7. Mai 1832 zu Königsberg, 1856 Dr.phil. in
-Halle, Docent daselbst und später a.o. Prof., M. 1863 ord. Prof. der
-Mathematik in Basel, ging O. 1865 nach Tübingen, 1868 nach Leipzig.
-
-12. =Kinkelin=, Hermann -- geb. 11. Nov. 1832 zu Bern, 1860 Lehrer und
-später (Mai 1866 bis Sept. 1869) Rektor der Gewerbeschule in Basel,
-März 1865 zum Dr.phil. ernannt und seitdem ord. Prof. der Mathematik,
-sowie seit Mai 1875 Rektor der Oberen Realschule.
-
-13. =Müller=, Albrecht -- geb. 19. März 1819 zu Basel, 1852 zum
-Dr.phil. ernannt, 1854 Docent und W. 1861 a.o. Prof., S. 1866 ord.
-Prof. der Mineralogie und Geologie.
-
-14. =Schwendener=, Simon -- geb. 15. Febr. 1829 zu Buchs (Kt. St.
-Gallen), 1857 Docent in Zürich, 1860 in München, O. 1867 ord. Prof. der
-Botanik in Basel, Rektor 1873, ging O. 1877 nach Tübingen, M. 1878 nach
-Berlin.
-
-15. =Piccard=, Jules -- geb. 20. Sept. 1840 zu Lausanne, März
-1862 Dr.phil. in Heidelberg, dann Docent der Chemie am eidgen.
-Polytechnikum, O. 1869 ord. Prof. der Chemie in Basel, am 2. Juni 1874
-zum Dr.med. ernannt, 1876-84 Kantonschemiker.
-
-16. =Pfeffer=, Wilhelm -- geb. 9. März 1845 zu Gerbenstein bei Kassel,
-1865 Dr.phil. in Göttingen, 1871 Docent in Marburg, 1873 a.o. Prof.
-in Bonn, O. 1877 ord. Prof. der Botanik in Basel, ging M. 1878 nach
-Tübingen.
-
-17. =Vöchting=, Hermann -- geb. 8. Febr. 1847 zu Blomberg (Fürstenthum
-Lippe), 1871 Dr.phil. in Göttingen, W. 1874 Docent und O. 1877 a.o.
-Prof. in Bonn, M. 1878 ord. Prof. der Botanik in Basel.
-
-
-b. =Ausserordentliche Professoren.=
-
-18. =Burckhardt=, Carl Friedrich -- geb. 27. Dec. 1830 zu Sissach
-(Baselland), 9. Nov. 1860 in Basel zum Dr.phil. ernannt, 28. Dec. 1867
-a.o. Prof. der Mathematik und Physik, 2. Juni 1874 zum Dr.med. ernannt,
-Rektor des Gymnasiums seit 1875.
-
-19. =Goppelsröder=, Friedrich -- geb. 1. April 1837 zu Basel, 31.
-Juli 1858 Dr.phil. in Heidelberg, 1860-70 öffentl. Chemiker in Basel,
-1861 Docent und 30. Jan. 1869 a.o. Prof. der Chemie daselbst, Nov.
-1872-1880 Direktor der höheren Schule für Chemie in Mülhausen (Elsass),
-privatisiert seitdem daselbst.
-
-20. =Krafft=, Friedrich -- geb. 21. Febr. 1862 zu Bonn, 16. Nov. 1874
-Dr.phil. daselbst. S. 1876 Docent und 6. Juni 1877 a.o. Prof. der
-Chemie in Basel.
-
-
-c. =Privatdocenten.=
-
-21. =Imhoff=, Ludwig -- geb. 22. Oct. 1801 zu Basel, studierte in
-Basel, Strassburg, Heidelberg, Halle und Berlin, 1827-66 Docent für
-Zoologie und insbesondere Entomologie in Basel, im Dec. 1866 zum
-Dr.phil. ernannt, † 13. Sept. 1868.
-
-L. _Rütimeyer_, Erinnnerung an Dr. Ludwig Imhoff (Verhandlungen d.
-Naturforschenden Gesellsch. in Basel, 5. Bd. 1873, S. 353-367).
-
-22. =Bernoulli=-Werthemann, Johann Jacob -- geb. 18. April 1802 zu
-Basel, 1830-56 Docent für Pharmakognosie, 1. Mai 1834 zum Dr.phil.
-ernannt.
-
-23. =Drechsler=, Hermann Adolph -- geb. 30. Jan. 1815 zu Waldkirchen
-im sächsischen Erzgebirge, studierte 1836-41 in Leipzig Theologie
-und Philosophie, 1840 cand. theol. u. 1843 Dr.phil. daselbst,
-M. 1846 bis 1848 Docent für Mathematik in Basel, dann Lehrer am
-Vitzthumschen Gymnasium in Dresden, seit 1869 Direktor des Kgl.
-mathematisch-physikalischen Salon daselbst.
-
-24. =Frey=, Alfred -- geb. 1819 zu Aarau, promovierte in Berlin, von
-1844 an Assistent des Prof. Jung im Spital in Basel, 1854-60 Docent für
-Botanik, † 5. April 1874 zu Knutwyl (Kt. Luzern).
-
-25. =Kündig=, August Theodor -- geb. 4. Oct. 1834 zu Basel, 13. Juni
-1857 Dr.phil. in Heidelberg, 1861-69 Docent für Chemie in Basel.
-
-26. =Balmer=, Johann Jacob -- geb. 1. Mai 1825 zu Lausen (Baselland),
-8. Oct. 1849 Dr.phil. und seitdem Docent für darstellende Geometrie in
-Basel.
-
-27. =Schmid=, Werner -- geb. 29. Aug. 1841 zu Frauenfeld, 1863 Dr.phil.
-in Basel, 1870-73, 1875 und 1876 Docent für Chemie daselbst, dann bis
-1878 in Zürich, 3. Juni 1881 Konkordatsarzt in Basel, jetzt Arzt in
-Illinois (Nord-Amerika).
-
-28. =Bender=, Carl -- aus Darmstadt, Docent für Chemie in Basel im W.
-1870.
-
-29. =Salomon=, Friedrich -- geb. 1849 zu Braunschweig, Dr.phil. in
-Leipzig, Assistent am Laboratorium des Prof. Wiedemann, Docent der
-Chemie in Basel im S. 1876, ging an das Polytechnikum in Braunschweig.
-
-30. =Griesbach=, Hermann -- geb. 9. April 1854 zu Schwartau (im
-Fürstenthum Eutin), 9. Aug. 1876 Dr.phil. in Leipzig, seit 1883 Docent
-für Zoologie an der Universität Basel, Lehrer an der Gewerbeschule in
-Mülhausen, promovierte im Juli 1885 in Heidelberg zum Dr.med.
-
-31. =Nietzki=, Rudolf -- geb. 9. März 1847 zu Heilsberg (Ostpreussen),
-14. März 1874 Dr.phil. in Göttingen, 1876-78 am chemischen Laboratorium
-in Leiden, 1879-84 Techniker, W. 1884 Docent für Chemie in Basel.
-
-32. =Nienhaus=, Casimir -- geb. 4. März 1838 zu Stadtlohn (Westfalen),
-1875 Privatassistent am eidgen. Polytechnikum, seit 1882 leitender
-Examinator der pharmazeutischen Prüfungen in Basel und M. 1884 Lektor
-für Pharmakognosie an der Universität.
-
-
-=Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer=
-
-(mit Angabe der Seite, auf welcher die Notiz steht).
-
-Aeby 51 -- Arnold 47 -- Auberlen 46.
-
-Bachofen 47 -- Bagge 58 -- Balmer 60 -- Baumgartner 58 -- Bechmann
-48 -- Beck 45 -- Behaghel 55 Bender 60 -- Bernoulli, Christ. 58 --
-Bernoulli-Beber 56 -- Bernoulli-Werthemann 60 -- Beseler 47 Binding
-48 -- Bischoff 50 -- Böhl 46 -- Böhringer 46 -- Bolliger 58-- Boos 56
--- Born 56 -- Bossart 57 Breiting 52 -- Brenner 51 -- Brockhaus 48
--- Brömmel 53 -- Bruch 49 -- Brunnenmeister 49 Bücher 55 -- Bulacher
-52 -- Bunge 51 -- Burckhardt, Achilles 51 -- Burckhardt, Adolf 47
-Burckhardt-Finsler, Albert 58 -- Burckhardt-Merian, Albert 51 --
-Burckhardt, Albrecht Ed. 52 Burckhardt, Aug. 51 -- Burckhardt, Christ.
-48 -- Burckhardt, Eman. 49 -- Burckhardt, Friedr. 59 Burckhardt, Gottl.
-52 -- Burckhardt, Jac. 54 -- Buser 58 -- Buss 52.
-
-Cartier 52 -- Christ 48 -- Contzen 57 -- Cornu 56 -- Courvoisier 52.
-
-de Wette, W.M. Leb. 44 -- de Wette, Ludw. 51 -- Dilthey 54 -- Drechsler
-60.
-
-Ecker 49 -- Eckert 59 -- Eisele 48 -- Eucken 54.
-
-Fiechter 52 -- Fischer-Dietschy 52 -- Fischer, Friedrich 53 -- Fitting
-48 -- Fliedner 57 -- Floto 54 Frey, Alfred 60 -- Frey, Hans 57.
-
-Gelzer (Vater) 56 -- Gelzer (Sohn) 57 -- Georg 57 -- Gerlach 53 --
-Girard 54 -- Gönner 52 -- Göring 58 Göttisheim 52 -- v.d. Goltz 45
--- Goppelsröder 60 -- Gottschau 52 -- Griesbach 60 -- Grimm, Chr. 52
-Grimm, Jul. 47.
-
-Hagenbach, Friedr. 56 -- Hagenbach, Karl Rud. 44 -- Hagenbach-Bischoff
-59 -- Hagenbach-Burckhardt 51 Hartmann 48 -- Hauschild 57 -- Heimlicher
-49 -- Heinze 55 -- Heman 46 -- Hermann 52 Heusler (Vater) 46 -- Heusler
-(Sohn) 48 -- Heussler, Abrah. 56 -- Heussler, Hans 58 -- Heyne 54 His
-50 -- Hoffmann, C.E.E. 50 -- Hoffmann, Wilhelm 45 -- Hoppe 50 -- Hosch
-52 -- Huber 48.
-
-Imhoff 60 -- Immermann 50 -- Im Thurn 51.
-
-Jannasch 57 -- Jhering 47 -- Jung 49.
-
-Kaftan 45 -- Kautzsch 45 -- Kiessling 54 -- Kinkelin 59 -- Kollmann 50
--- Krafft 60 -- Kündig 60.
-
-Laspeyres 54 -- Leist 47 -- Liebermeister 50 -- Linder 53.
-
-Mähly 55 -- Marriott 56 -- Marti 46 -- Massini 51 -- Meissner, Georg
-50 -- Meissner, Karl Friedrich 58 Merian, Joh. Jac. 56 -- Merian,
-Peter 58 -- Merian, Rud. 58 -- Meyer, Carl Rem. 56 -- Meyer-Merian 51
-Meyer-Steiger 51 -- Miaskowski 55 -- Mieg 49 -- Miescher, Carl 49 --
-Miescher-His 49 Miescher-Rüsch 50 -- Misteli 55 -- Mosley 57 -- Müller,
-Albr. 59 -- Müller, Joh. Georg 44.
-
-Nasse 54 -- Neumann, Carl 59 -- Neumann, Jul. 54 -- Nienhaus 60 --
-Nietzki 60 -- Nietzsche 54 -- Nusser 51.
-
-Orelli 45 -- Overbeck 45.
-
-Pfeffer 59 -- Piccard 59 -- Picchioni 55 -- Planck 47 -- Preiswerk 46.
-
-Rauber 52 -- Reber 56 -- Ribbeck 54 -- Rieger 57 -- Riggenbach,
-Bernhard 46 -- Riggenbach, Chr. Joh. 44 Röper 58 -- Röse 57 -- Romundt
-57 -- Roth, K. Ludwig 56 -- Roth, Moritz 50 -- Roth, Wilhelm 57
-Rütimeyer 50.
-
-Salomon 60 -- Schärer 57 -- Schenkel 44 -- Schiess 50 -- Schmid, Joh.
-46 -- Schmid, Werner 60 -- Schmidt 45 Schnedermann 46 -- Schnell 47 --
-Schönbein 59 -- Schönberg 54 -- Schulin, Friedrich 48 Schulin, Karl
-51 -- Schultz 45 -- Schwarzkopf 57 -- Schwendener 59 -- Siebeck 55 --
-Smend 45 Socin, Alb. 56 -- Socin, Aug. 50 -- Soldan 55 -- Speiser 48
--- Stähelin, Christ. 59 -- Stähelin, Joh. Jac. 44 Stähelin, Rud. 45 --
-Steffensen 54 -- Stehlin 49 -- Steingass 57 -- Stengel 57 -- Stintzing
-47 Stockmeyer 45 -- Streckeisen 50 -- Streuber 56 -- Sury 52.
-
-Teichmann 48 -- Teichmüller 54 -- Thun († 23. Sept. 1885) 55.
-
-Vinet 53 -- Vischer (Vater) 53 -- Vischer (Sohn) 55 -- Vöchting 59 --
-Volkelt 55 -- VonderMühll, Alb. 49 VonderMühll, Wilh. 57.
-
-Wackernagel, Jac. 55 -- Wackernagel, Wilhelm 53 -- de Wette, W.M. Leb.
-44 -- de Wette, Ludwig 51 Wiedemann 59 -- Wille 50 -- Windscheid 47 --
-Wölfflin 57 -- Wunderlich 47 -- Wyss 48.
-
-Zimmermann 47.
-
-
-C. =Studentenschaft der Universität.=
-
-1835-1852
-
-(in Durchschnittszahlen)
-
- Jahr 1835: 40
- " 1836: 60
- " 1837: 53 (darunter 16 M.[28])
- " 1838: 63 (darunter 17 M.[28])
- " 1839: 42
- " 1840: 43
- Jahr 1841: 37
- " 1842: 38
- " 1843: 45
- " 1844: 83 (darunter 13 M.[28])
- " 1845: 62
- " 1846: 65
- Jahr 1847: 84 (darunter 10 M.[28])
- " 1848: 76
- " 1849: 60
- " 1850: 58
- " 1851: 69 (darunter 9 M.[28])
- " 1852: 67.
-
-1853-1869.
-
- =Theologen.= =Juristen.=
- +Sommer Winter S. W.+
- Jahr 1853: 44 45 15 14
- " 1854: 44 45 8 9
- " 1855: 54 51 6 3
- " 1856: 54 41 4 2
- " 1857: 50 41 4 4
- " 1858: 47 45 7 6
- " 1859: 46 38 6 2
- " 1860: 47 46 5 4
- " 1861: 50 45 7 9
- " 1862: 45 38 8 6
- " 1863: 39 35 4 8
- " 1864: 40 50 7 8
- " 1865: 60 50 6 7
- " 1866: 44 46 10 9
- " 1867: 57 54 9 11
- " 1868: 57 48 12 11
- " 1869: 43 36 12 9
-
- =Mediciner.= =Philosophen.= =Gesamtzahl.=
- +S. W. S. W. S. W.+
- Jahr 1853: 16 19 3 3 78 81
- " 1854: 18 18 5 5 75 77
- " 1855: 17 21 8 6 85 81
- " 1856: 28 26 9 9 95 78
- " 1857: 25 20 13 9 92 74
- " 1858: 17 17 13 11 84 79
- " 1859: 18 21 12 15 82 76
- " 1860: 23 20 15 13 90 83
- " 1861: 22 23 11 11 90 88
- " 1862: 19 22 21 22 93 88
- " 1863: 18 20 20 18 81 81
- " 1864: 18 21 16 23 81 102
- " 1865: 25 30 21 20 112 107
- " 1866: 25 28 20 22 99 105
- " 1867: 29 36 20 22 115 123
- " 1868: 41 51 20 19 130 129
- " 1869: 40 46 20 21 115 112
-
-1870-1885.
-
- =Theologen. Juristen. Mediciner. Philosophen.=
- Sommer 1870: 36 11 42 27
- Winter 1870/71: 42 12 45 30
- Sommer 1871: 43 18 58 39
- Winter 1871/72: 41 14 69 37
- Sommer 1872: 43 14 67 37
- Winter 1872/73: 37 13 74 32
- Sommer 1873: 38 19 65 28
- Winter 1873/74: 43 16 83 26
- Sommer 1874: 51 19 69 23
- Winter 1874/75: 52 13 71 24
- Sommer 1875: 54 25 73 35
- Winter 1875/76: 50 25 82 45
- Sommer 1876: 50 24 76 49
- Winter 1876/77: 38 19 70 50
- Sommer 1877: 36 19 62 48
- Winter 1877/78: 51 24 74 44
- Sommer 1878: 53 26 70 44
- Winter 1878/79: 45 26 87 47
- Sommer 1879: 48 24 77 49
- Winter 1879/80: 49 19 81 42
- Sommer 1880: 52 28 76 52
- Winter 1880/81: 61 27 99 56
- Sommer 1881: 67 33 100 65
- Winter 1881/82: 56 41 100 70
- Sommer 1882: 66 41 85 72
- Winter 1882/83: 55 45 99 67
- Sommer 1883: 63 44 100 70
- Winter 1883/84: 66 40 108 74
- Sommer 1884: 83 40 103 78
- Winter 1884/85: 79 46 113 76
- Sommer 1885: 82 55 104 84
-
- =Basler. Schweizer. Ausländer. Gesamtzahl.=
- Sommer 1870: 27 70 19 116
- Winter 1870/71: 27 84 18 129
- Sommer 1871: 34 95 29 158
- Winter 1871/72: 34 96 31 161
- Sommer 1872: 37 97 27 161
- Winter 1872/73: 32 107 17 156
- Sommer 1873: 43 89 18 150
- Winter 1873/74: 40 108 20 168
- Sommer 1874: 39 101 22 162
- Winter 1874/75: 37 105 18 160
- Sommer 1875: 52 115 20 187
- Winter 1875/76: 49 127 26 202
- Sommer 1876: 55 118 26 199
- Winter 1876/77: 52 102 23 177
- Sommer 1877: 50 90 25 165
- Winter 1877/78: 53 110 30 193
- Sommer 1878: 58 103 32 193
- Winter 1878/79: 55 122 28 205
- Sommer 1879: 59 107 32 198
- Winter 1879/80: 45 112 34 191
- Sommer 1880: 52 119 37 208
- Winter 1880/81: 52 151 40 243
- Sommer 1881: 62 163 40 265
- Winter 1881/82: 60 169 38 267
- Sommer 1882: 72 158 34 264
- Winter 1882/83: 63 161 42 266
- Sommer 1883: 70 169 38 277
- Winter 1883/84: 74 173 41 288
- Sommer 1884: 90 169 45 304
- Winter 1884/85: 82 183 49 314
- Sommer 1885: 90 182 53 325
-
-Vom 1. Sept. 1835 bis 1. Sept. 1885 inscribierten sich insgesamt 3285
-Studierende.
-
- A. Teichmann.
-
-
-FUSSNOTEN:
-
-[27] Die erst im J. 1866 eingeführte Trennung in zwei Abtheilungen
-wurde -- rücksichtlich der Einreihung der Lehrer -- als von Anfang an
-bestehend behandelt.
-
-[28] M. = Missionszöglinge.
-
-
-
-
-IV.
-
-Sammlungen und Unterrichtsanstalten der Universität.[29]
-
-
-1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek).
-
-Der § 5 des Gesetzes über Verwaltung und Verwendung des
-Universitätsgutes vom 6. April 1836 lautet:
-
-»Die öffentliche Bibliothek und das Münzkabinet stehen unter einer aus
-wenigstens fünf Mitgliedern bestehenden [von der Regenz ernannten]
-Kommission, unter denen der Bibliothekar ist. Der Bibliothekar geniesst
-als Entschädigung freie Wohnung oder ein angemessenes Aequivalent
-und die bisherigen Fr. 32 [alter Währung = 2 Louisdor] aus dem
-Universitätsgut. Seine Ordnung wird von der Regenz entworfen und vom
-Erziehungskollegium genehmigt. Er wird aus der Mitte der ordentlichen
-Professoren auf doppelten Vorschlag der Curatel vom Erziehungskollegium
-ernannt. Die Bibliothek ist für ihre Vermehrung und Erweiterung auf den
-dazu bestimmten Fond verwiesen.«
-
-Die Stelle des Bibliothekars wurde nach Erlass dieses Gesetzes ihrem
-bisherigen Inhaber, dem Professor der lateinischen Sprache und
-Litteratur _Franz Dorotheus Gerlach_, der sie seit 1829 bekleidet
-hatte, aufs Neue übertragen. Die Bibliothek war im Hause zur Mücke
-am obern Schlüsselberg aufgestellt. Die Oeffnungszeit derselben
-war bei der ersten Ernennung _Gerlachs_ von einem auf vier Tage
-ausgedehnt worden; späterhin, nach der Verlegung der Anstalt ins
-Museum und nachdem _Gerlach_ bereits von sich aus die ihm durch das
-Bibliotheksreglement auferlegte Arbeitszeit verlängert hatte, wurde
-sie auf alle sechs Wochentage erstreckt. Amtswohnung des Bibliothekars
-war der kürzlich abgebrochene Schönauer Hof hinter dem Münster.
-Eine Ergänzung der Einnahmen, welche die Zinsen des 1664 gegründeten
-fiscus bibliothecæ nebst den ihm zugewiesenen Inscriptions- und
-Examengebühren boten, bildeten die seit 1697 alljährlich eingesammelten
-Neujahrsgeschenke (strenæ). Der ebenfalls in die Einnahme der
-Bibliothek fliessende Miethzins des neben der Mücke gelegenen Reinacher
-Hofes fiel weg, als dieser nach Vollendung des Museumsbaues an den
-Staat abgetreten wurde. Einen erheblichen Zuwachs der ordentlichen
-Einnahmen brachte das Universitätsgesetz von 1855, welches festsetzte,
-dass jährlich 5000 Fr. aus Staatsmitteln an die akademischen Sammlungen
-vertheilt werden sollten. Der Bibliothek wurden hievon regelmässig
-2000 Franken zugewiesen. Zu den strenæ traten im Laufe der Zeit mehr
-und mehr weitere freiwillige Gaben, Geschenke bei bestimmten Anlässen,
-Legate, regelmässige und ausserordentliche Beiträge der Akademischen
-Gesellschaft, des Museumsvereins u.s.w. (neuerdings auch der Ertrag der
-in der Aula von Universitätslehrern gehaltenen Abendvorlesungen).
-
-Im Jahr 1849 wurde die Bibliothek in das neuerbaute Museum übertragen.
-Bei dieser Gelegenheit wurde die im Jahr 1822 ausgesonderte Bibliothek
-des naturwissenschaftlichen Museums wieder mit ihr vereinigt, dagegen
-das Münz- und Antiquitätenkabinet abgetrennt und unter die Aufsicht
-einer besonderen Kommission gestellt. Die Amtswohnung des Bibliothekars
-wurde in den südlichen Flügel des Museums verlegt.
-
-In dem Bibliotheksreglement von 1837 ist von Gehilfen und Custoden
-die Rede. Schon 1837 erscheint als Custos Cand. theol. _Karl Buxtorf_
-(1858 Dr.phil. h.c.); neben ihm finden wir nacheinander verschiedene
-Gehilfen, die nach Maassgabe der ihnen zugewiesenen Arbeiten
-honoriert werden. Zu Anfang des Jahres 1856 erfolgte auf Antrag der
-Bibliothekskommission und unter Genehmigung der Curatel eine neue
-Regelung des Verhältnisses dieser untern Angestellten durch die Regenz,
-indem den Herren _Buxtorf_ als Unterbibliothekar und Dr. _Ed. Wölfflin_
-als Bibliothekssekretär fixe Gehalte mit der Verpflichtung zu einer
-bestimmten Arbeitszeit zuerkannt wurden. Diese Gehalte wurden aus den
-Einnahmen der Bibliothek und einem Beitrage des fiscus legatorum der
-Universität bestritten. Auf _Wölfflin_ folgten nacheinander die DDr.
-_Wilh. Vischer_, _Theoph. Burckhardt_, _Karl Meyer_.
-
-Eine völlige Umgestaltung der Bibliotheksverhältnisse brachte das
-Universitätsgesetz von 1866. Das Bibliothekariat, das bis dahin als
-Nebenbeschäftigung einem ordentlichen Professor zugetheilt gewesen
-war, wurde in ein eigenes Amt umgewandelt. Der Bibliothekar, der andre
-Geschäfte nur mit besondrer Bewilligung des Erziehungskollegiums
-übernehmen darf, erhält aus Staatsmitteln eine Besoldung von
-Fr. 3000 (die nach dem Lehrerbesoldungsgesetz von 1875 bis auf
-4000 erhöht werden kann); die Amtswohnung fällt weg. Er wird vom
-Erziehungskollegium auf den Vorschlag der Curatel, welche zuvor
-das Gutachten der Bibliothekskommission einzuholen hat, auf eine
-Amtsdauer von sechs Jahren gewählt. Die Bibliothekskommission ist ihm
-übergeordnet; er wohnt ihren Sitzungen, sofern es sich nicht um seine
-persönlichen Angelegenheiten handelt, mit berathender Stimme bei.
-Die nöthigen Unterbibliothekare werden auf seinen Vorschlag von der
-Bibliothekskommission ernannt und können jeweilen wieder entlassen
-werden. Für ihre Ausgaben ist die Bibliothek zunächst auf ihren Fiscus
-angewiesen, ausserdem erhält sie einen regelmässigen Staatsbeitrag von
-2500 Franken und kann noch einen weitern aus den 2500 Franken erhalten,
-die der Kleine Rath jährlich auf Antrag des Erziehungskollegiums an die
-akademischen Anstalten vertheilt.
-
-In Folge der Umgestaltung der Bibliothekarsstelle trat Professor
-_Gerlach_ mit Neujahr 1867 zurück, sein Nachfolger wurde Dr. _Wilh.
-Vischer_. Die Geschäfte der beiden bisherigen Unterbeamten wurden Einem
-Unterbibliothekar mit erhöhter Besoldung übertragen, und es wurde als
-solcher Dr. _Karl Meyer_ ernannt. Dr. _Buxtorf_ wurde nach Herstellung
-aus schwerer Krankheit bei den Vorarbeiten zur Anlage eines neuen
-Kataloges verwandt und entsprechend honoriert; zu diesen Arbeiten
-wurden auch eine Anzahl Studenten herangezogen, theils gegen Genuss
-von Stipendien, deren die Regenz zwei an solche Hilfsarbeiter vergab,
-theils gegen das Recht einer erweiterten Benutzung der Bibliothek.
-
-Wie schon früher die naturforschende Gesellschaft ihre Bibliothek der
-Universitätsbibliothek unter gewissen Bedingungen einverleibt hatte,
-so geschah dasselbe 1868 auch von Seiten der historischen und der
-antiquarischen Gesellschaft. Im Jahr 1879 wurde unter Vorbehalt des
-Eigenthumsrechtes der naturforschenden Gesellschaft die derselben
-von Dr. _Jac. Melch. Ziegler_ geschenkte Kartensammlung, zu deren
-Fortführung sich ein eigener Verein bildete, der Universitätsbibliothek
-übergeben.
-
-Im Jahr 1871 trat Bibliothekar _Vischer_ zurück, an seine Stelle
-wurde Dr. _Ludwig Sieber_ gewählt. Im Jahr 1874 verstand sich die
-Regenz dazu, an Stelle der Stipendien, die sie bisher an Hilfsarbeiter
-aus der Studentenschaft vergeben hatte, aus dem fiscus legatorum
-einen jährlichen Beitrag zur Besoldung eines zweiten Unterbeamten
-zu gewähren. Es konnten in Folge davon als Bibliothekssekretäre
-nacheinander angestellt werden die Doctoren _Jul. Cornu_, _Jac.
-Wackernagel_, _Alb. Burckhardt_, _Ad. Baumgartner_. Im Jahr 1876 wurde
-durch den Grossen Rath die Stelle eines Bibliotheksdieners errichtet,
-nachdem die Geschäfte eines solchen bisher dem Universitätspedellen
-obgelegen hatten.
-
-Trotz diesen Verstärkungen des Personals wurde es bei der stets
-zunehmenden Benutzung der Anstalt immer schwieriger, die laufenden
-Geschäfte zu bewältigen, während die Arbeiten für die dringend
-nothwendige Neukatalogisierung ganz zurücktreten mussten. Als nun zu
-Anfang des Jahres 1883 Herr Altrathsherr _Peter Merian_ verstarb, der
-seit vielen Jahrzehnten die Katalogisierung der naturwissenschaftlichen
-Werke in freiwilliger Weise besorgt hatte, war der Augenblick
-gekommen, die untern Beamtungen der Bibliothek ebenso umzugestalten,
-wie es 1866 mit der obersten geschehen war, so dass auch sie nicht eine
-Nebenbeschäftigung, sondern die Hauptbeschäftigung der damit Betrauten
-ausmachen sollten. Im September 1883 beschloss der Grosse Rath, dass
-dem Oberbibliothekar, wie er nun genannt wurde, aus Staatsmitteln ein
-in Bezug auf Wahlart und Besoldungsansatz gleichgestellter zweiter
-Bibliothekar solle beigegeben werden. Die Bibliothekskommission
-ihrerseits übernahm es, aus den Mitteln der Bibliothek eine dritte
-entsprechende Stelle zu errichten, deren Inhaber in erster Linie an
-der Herstellung eines neuen Kataloges zu arbeiten hätte. Sie konnte
-dies um so eher thun, als einerseits die Regenz sich bereit fand, den
-Beitrag, den sie bis dahin aus dem fiscus legatorum für die Anstellung
-eines Bibliothekssekretärs gegeben hatte, auch künftig verabfolgen
-zu lassen, andrerseits die Mittel der Bibliothek selbst in letzter
-Zeit einen erheblichen Zuwachs erhalten hatten durch ein Legat von
-40,000 Franken, mit welchem sie von dem 1880 verstorbenen Herrn _Wilh.
-Burckhardt-Forcart_ bedacht worden. Als zweiter Bibliothekar wurde der
-bisherige Unterbibliothekar Prof. _Karl Meyer_ gewählt, als dritter Dr.
-_Friedr. Thomæ_ aus Frankfurt a.M., der indessen kürzlich einem Rufe an
-die Universitätsbibliothek in Tübingen gefolgt ist.
-
-Im Jahr 1833, zur Zeit der Auseinandersetzung mit der Landschaft,
-wurde die Bändezahl der Bibliothek, abgesehen von den etwa 4000 in
-1500 Bänden enthaltenen Manuscripten, auf 44,000 geschätzt, im Jahr
-1849, nach der Uebersiedlung ins Museum und nachdem die in obiger
-Schätzung nicht inbegriffene Bibliothek des naturwissenschaftlichen
-Museums dazu gekommen, auf 70,000. Im Jahr 1870 wurden gegen 100,000
-Bände gezählt; jetzt, 1885, mögen es deren gegen 140,000 sein. Der
-Zuwachs, namentlich der letzten Jahrzehnte, beruht zu grossem Theil
-auf einer Anzahl mehr oder weniger bedeutender Schenkungen, theils von
-den Erben verstorbener Professoren, theils von andern Freunden der
-Anstalt herrührend. Wir verweisen bezüglich derselben auf die Notizen,
-die sich in den Verwaltungsberichten der Regierung finden, für die
-letzte Zeit auch auf die gedruckten Jahresberichte der Bibliothek. Der
-Schenkung der Bibliothek _Wilh. Wackernagels_ durch dessen Erben im
-Jahr 1870 folgte die Errichtung einer Wackernagelstiftung, aus welcher
-der Bibliothek bisher alljährlich Fr. 250 zur Vervollständigung der in
-jener enthaltenen Litteratur zuflossen. Der Ergänzung andrer Zweige
-der Litteratur dienen ähnliche, kleinere Stiftungen. Der Tod des Herrn
-_Peter Merian_, der jährlich aus eigenen Mitteln namhafte Summen
-auf die Ergänzung der naturwissenschaftlichen Abtheilung verwendet
-hatte, gab Anlass zu einer _Peter Merian-Stiftung_, durch welche der
-entstehende Ausfall gedeckt werden sollte. Den 56,000 Franken, welche
-zu diesem Zwecke im Jahr 1883 gesammelt wurden, fügte die Familie des
-Verstorbenen noch weitere 10,000 bei.
-
-Die Jahreseinnahme der Bibliothek betrug in den ersten Jahren nach der
-Reorganisation der Universität 4-5000 Franken jetziger Währung, im Jahr
-1884 belief sie sich auf Fr. 19,166, eine freilich im Verhältnisse zu
-den heutigen Bedürfnissen immer noch bescheidene Summe.
-
-Ueber die Benutzung der Anstalt finden sich aus den ersten Jahrzehnten
-unsres Zeitraums keine Zahlenangaben. Im Jahr 1868, dem ersten, das
-ganz unter die Herrschaft der neuen Reglemente von 1867 fällt, wurden
-3892 Bände an 280 hiesige und 24 auswärtige Benutzer ausgeliehen,
-im Jahr 1884 6735 Bände gedruckter Bücher und 11 Manuscripte an 412
-Hiesige und 62 Auswärtige.
-
- * * * * *
-
-Wegen Verhinderung des Oberbibliothekars zusammengestellt durch den
-Vorsteher der Bibliothekskommission
-
- Wilhelm Vischer.
-
-
-2. Kunstsammlung.
-
-Zur Zeit der Reorganisation der Universität im Jahre 1834 bestand
-unsere Kunstsammlung der Hauptsache nach aus dem schon 1661 bei Anlass
-der zweiten Säcularfeier der Universität angekauften Amerbachischen
-Kabinet und der erst neuestens, im Jahr 1823, ihr zugefallenen
-Fäschischen Kunstkammer. Ragte jenes, nebst seinem Reichthum an Werken
-der beiden Holbein, hervor als die früheste von einem kunstsinnigen
-Privatmann gegründete Sammlung, so kam es dieser zu Gute, dass ihr
-Stifter, der Rechtsgelehrte _Rem. Fäsch_ (1595-1670), so glücklich
-gewesen war, während der unruhigen Zeiten des dreissigjährigen Krieges
-seine Kunstschätze sammeln zu können. Für weitere Erwerbungen scheint
-aber der Sinn noch nicht vorhanden gewesen zu sein, denn während
-anderthalb Jahrhunderten beschränkte sich der Zuwachs auf eine Anzahl
-von Gelehrten-Porträts und auf die Schenkung eines dem damaligen
-Bibliothekar befreundeten St. Gallers in Paris, welcher zwischen
-1717 und 1724 der Sammlung eine Reihe der eben dort in Kupferstich
-erschienenen Prachtwerke vergabte. So mag es sich auch erklären, dass
-immer noch das alte Lokal zur Mücke, in welches die Kunstsammlung mit
-der Universitätsbibliothek sich theilen musste, für genügend gelten
-konnte.
-
-Eine günstigere Zeit brach für unsere Kunstsammlung erst an, als
-diese nach den Wirren der dreissiger Jahre um den Preis von Fr.
-22,500 n.W. aus der Theilung mit Baselland für die Stadt hatte
-können gerettet werden. Wie für die Universität, deren Erhaltung
-noch weit grössere Opfer erfordert hatte, so erwachte nun auch für
-die mit ihr verbundenen wissenschaftlichen Sammlungen ein ganz neues
-Interesse. Die erste Frucht desselben war der schon 1840 angeregte
-Gedanke, durch das Zusammenwirken freiwilliger Geber mit den
-staatlichen Behörden ein Museum zu errichten, in welchem gleichzeitig
-alle Sammlungen der Stadt ihre würdige Aufstellung finden könnten.
-Zugleich wurde die Kunstsammlung, welche bis dahin nur ein Anhängsel
-der Universitätsbibliothek gebildet hatte, behufs selbstständiger
-Verwaltung einer anfänglich aus fünf, später aus sieben Mitgliedern
-bestellenden Kommission unterstellt, deren erster Vorsteher
-Herr Prof. _Friedr. Fischer_ war. Ihm folgte Herr Prof. _Wilh.
-Wackernagel_ und nach dessen Rücktritt Herr Dr. _Ed. His-Heusler_.
-Diese Vorsteher sowohl als einzelne Mitglieder erwarben sich um die
-Sammlung nicht geringe Verdienste durch Ordnen und Katalogisieren
-ihres nach und nach zu ansehnlicher Bedeutung erwachsenen Bestandes
-an Handzeichnungen, Kupferstichen und Holzschnitten. Als 1849 das
-neue Museum fertig dastand, konnte Dank diesen Vorarbeiten um so
-leichter und übersichtlicher das Vorhandene in die neuen, höchst
-zweckentsprechenden Räumlichkeiten eingeordnet werden; die Gemälde
-in den schönen Oberlichtsaal, die vorzüglichsten Handzeichnungen, in
-viel grösserer Zahl als früher eingerahmt, schmückten die Wände des
-Vorsaales, während die verschliessbaren Schränke in der Mitte desselben
-den übrigen Bestand an einzelnen Stichen und Kopierwerken aufnahmen.
-Durch Ausscheidung und Herübernahme aller derjenigen Werke aus der
-Universitätsbibliothek, welche die Kunstgeschichte berühren, ward
-zugleich der Grund zu einer gesonderten Kunstbibliothek gelegt und so
-im Wesentlichen nunmehr erst die Sammlung dem eigentlichen Kunststudium
-dienstbar gemacht.
-
-Wie sehr dieselbe aber durch ihre Versetzung in das neue Museum auch
-in der Werthschätzung der Bürger- und Einwohnerschaft gestiegen
-sei, das zeigte sich schon in dem weit zahlreichern Besuche, und
-auf erfreulichere Weise noch in den zahlreichen Schenkungen und
-Vermächtnissen, welche nun der Sammlung zuzufliessen begannen. Nicht
-nur aus dem, was der Einzelne etwa an Kunstschätzen besass, ward ein
-schönes Stück um's andre der öffentlichen Sammlung übergeben, auch wo
-Gelegenheit sich bot, Neues zu erwerben, da standen sofort Gönner und
-Geber zusammen, um durch ihre oft namhaften Beiträge den Ankauf eines
-Kunstwerkes zu ermöglichen.
-
-Ausdrücklicher Erwähnung bedürfen einige Stiftungen besonderer
-Art. Zuerst war es die durch ihren Kunstsinn bekannte Fräulein
-_Emilie Linder_, die von 1847 an von München aus durch fast jährlich
-wiederholte Geschenke, sowohl aus ihren eigenen Erwerbungen, als
-aus dem reichen Nachlass ihres Grossvaters, des Stiftsschaffners
-_J. C. Dienast_, die Sammlung ihrer Vaterstadt bedachte, bis durch
-ihre letztwillige Verfügung 1867 jener Nachlass selbst der Sammlung
-zufiel. Waren unter den zahlreichen Oelgemälden und den prächtigen
-Handzeichnungen, welche letztere allein einen ganzen Saal füllen,
-vorzugsweise die Meister der neuern Münchnerschule vertreten, so fand
-sich unter dem reichen Vorrath an Kupferstichen und Holzschnitten
-neben einer Reihe von Dürer'schen Blättern mehr als die Hälfte des
-ganzen Werkes von _Rembrandt_, nicht zu gedenken der grossen Zahl von
-Kunstbüchern, welche die Bibliothek unserer Sammlung aufs Erwünschteste
-ergänzten.
-
-Noch ehe aber diese Schätze alle in den Besitz der Kunstsammlung
-gelangt waren, fiel ihr ein zweites, nicht minder bedeutendes
-Vermächtniss zu, nämlich was die beiden Künstler und Kunsthändler
-_Peter Birmann_, der Vater, und sein Sohn _Samuel Birmann-Vischer_
-(gest. 1846) an Gemälden, namentlich der niederländischen,
-französischen und italienischen Schule, sowie an Kupferstichen (über
-20,000) zusammengebracht hatten, dazu noch neben einer reichhaltigen
-Kunstbibliothek die schon oben (Seite 40) erwähnte Kapitalstiftung für
-den Ankauf von Werken schweizerischer Künstler bestimmt.
-
-Mehr noch durch den hohen Kunstwerth als durch die Zahl bedeutend war
-die Schenkung, welche in den Jahren 1850 und 1851 die Sammlung dem
-Gemeinsinn des Herrn _Peter Vischer-Passavant_ und seiner Erben zu
-verdanken hatte; befanden sich doch darunter zwei Originalzeichnungen
-Dürers, welche nun eine Hauptzierde unserer Handzeichnungssammlung
-bilden. Das Jahr 1859 brachte ferner das Vermächtniss von Fr. 10,000
-von Seiten der Ehegatten _Bleiler-Mieg_, dessen Ertrag theils zur
-Erwerbung von Kunstgegenständen, theils zur Förderung angehender
-Künstler sollte verwendet werden. Eine gleiche Summe stifteten im Jahr
-1862 die Erben des Herrn Bürgermeister _Felix Sarasin_ zur Anschaffung
-von Werken kunstwissenschaftlichen Inhalts und Fr. 5000 Herr Notar
-_Gedeon Meyer_ zum Ankauf von Gemälden. Endlich erfolgte im Jahre
-1880 das Legat des Herrn W. _Burckhardt-Forcart_, durch welches dem
-Museumsverein eine Reihe auserlesener Werke der bisher nur schwach
-vertretenen holländischen Schule, sowie einige treffliche Bilder
-spanischer, deutscher und vlämischer Meister zufielen.
-
-Dass mit diesen und den übrigen hier nicht namentlich aufgeführten
-Schenkungen die Ansprüche an die unserer Kunstsammlung zu Gebote
-stehenden Räumlichkeiten stets höhere werden mussten, liegt auf
-der Hand. Bereits heute, nachdem seit Eröffnung des Museums 36
-Jahre verflossen sind, ist bis auf das Treppenhaus hinaus jeder
-verfügbare Platz ausgenützt. Mit um so grösserer Befriedigung darf dem
-Augenblick entgegengesehen werden, da nach Erstellung einer besondern
-Skulpturhalle der geräumige zweite Oberlichtsaal, der heute noch die
-antiken Gipsabgüsse beherbergt, für die Kunstsammlung sich öffnen wird.
-Wenn während nahezu zweihundert Jahren unsere Sammlung in der alten
-Mücke sich konnte genügen lassen, heute aber bereits die Räume, die
-im neuen Museum ihr zugedacht waren, zu enge geworden sind, so mag
-diese Thatsache schon es bezeugen, wie fruchtbar die letzten fünfzig
-Jahre für ihre Entwicklung und gewiss nicht minder für die Förderung
-des Kunstsinnes in den weitesten Kreisen unserer Stadt gewesen sind.
-Möge denn die Sammlung mit unserer alma mater als deren »sonderbares
-Kleinod« auch in Zukunft weiter wachsen und gedeihen!
-
- Emanuel LaRoche,
- Konservator der Kunstsammlung.
-
-
-3. Antiquarische Sammlung.
-
-Bis zum Jahre 1835 und von da noch weitere vierzehn Jahre war die
-antiquarische Sammlung zusammen mit der Kunstsammlung, und ohne
-eigentlich von ihr getrennt zu sein, im Hause zur Mücke aufgestellt,
-und bildete, was die Verwaltung betrifft, einen blossen Annex der
-öffentlichen Bibliothek. Sie enthielt ihrem wesentlichen Bestande nach
-die Antiquitäten des Amerbachischen Kabinets, aus dem sie erwachsen war
-(1661), die Bruckner'sche Sammlung von vaterländischen Alterthümern
-(1778) und die einschlägigen Sachen des Fäschischen Kabinets (1823);
-ausserdem die im Jahre 1815 angekaufte Falkeysen'sche Sammlung von
-Basler Münzen.
-
-In dem Zeitraum von 1835 bis zur Erbauung des Museums (1849) fanden
-keinerlei Veränderungen statt. Doch erfolgte noch in den vierziger
-Jahren von Seite der Erben des Herrn _Lucas Vischer_ die grossartige
-Schenkung der von diesem in Mexico gesammelten Alterthümer, welche dann
-freilich erst ein paar Jahre später aufgestellt werden konnten. In dem
-1849 bezogenen Neubau des Museums wurden der antiquarischen Sammlung
-die beiden an die Gemäldegallerie anstossenden Zimmer angewiesen, das
-zur Linken der schon bisher bestehenden Sammlung auf der Mücke, welcher
-jetzt auch der Kirchenschatz des Münsters (vorher im Rathhaus), sowie
-die Erwerbungen der antiquarischen Gesellschaft hinzugefügt wurden; das
-zur Rechten dem mexicanischen Kabinet. Die Gegenstände des letzteren
-wurden in gefälliger, aber nicht gerade zweckmässiger Weise auf eine in
-der Mitte des Zimmers errichtete treppenfönnige Pyramide (gleichsam ein
-mexicanisches Teocalli) geordnet.
-
-Mit der Aufstellung im neuen Local war zugleich die Anlegung einer
-Sammlung von Gipsabgüssen verbunden, worauf schon beim Entwurf des
-Baues (Antikensaal mit Oberlicht) Rücksicht genommen war. Die zur
-Anschaffung der Abgüsse nöthigen Gelder stellte der neugegründete
-Museumsverein unter Vorbehalt des Eigenthumsrechtes zur Verfügung,
-so dass bald nach der Uebertragung der Sammlungen ins Museum auch
-der Antikensaal mit über 30 Hauptwerken (14 Statuen, 9 Köpfen und 8
-Reliefs) dekoriert war.
-
-Jetzt erst, nachdem für eine angemessene Aufstellung gesorgt war,
-konnte das Interesse des Publikums für die Sammlung geweckt und an eine
-nutzbringende Verwaltung derselben gedacht werden. Diese Verwaltung war
-in die Hände des Herrn Prof. W. _Vischer_, Vater, gelegt, der von da
-an bis zu seinem Tode 25 Jahre lang (1849-74) mit seltener Umsicht und
-Hingebung der Kommission für die antiquarische Abtheilung des Museums
-vorstand. Aus der unten folgenden Uebersicht über die hauptsächlichsten
-Erwerbungen und Schenkungen lässt sich am besten erkennen, was für eine
-gedeihliche Entwicklung die Sammlung unter seiner Leitung nahm. Doch
-muss zur richtigen Beurtheilung noch zweierlei vorausgeschickt werden.
-
-Einmal machte sich sehr bald, speziell bei Anlass der
-Münsterrestauration im Anfange der fünfziger Jahre, das Bestreben
-geltend, neben der bisher vorwiegenden Berücksichtigung des römischen
-Alterthums auch mittelalterliche Kunstwerke in die Sammlung
-aufzunehmen. Die grosse Zahl und der Umfang der sich darbietenden
-Gegenstände machten es nöthig, einen besonderen Raum ausserhalb des
-Museums für sie zu schaffen. So entstand 1855-57 die mittelalterliche
-Sammlung im Conciliumssaal, die sich dann in kurzer Zeit aus einer
-Filiale der antiquarischen zu einer selbstständigen und ebenbürtigen
-Schwester derselben entwickelte. Die Erwerbungen der antiquarischen
-Sammlung dagegen blieben fortan der Hauptsache nach auf das
-vorchristliche Alterthum beschränkt.
-
-Sodann wurde im weiteren Verlauf der fünfziger Jahre in der Kommission
-die Frage erörtert, ob es nicht am Platze sei, das Augenmerk auch
-auf die stets sich mehrenden Funde von Pfahlbauten zu richten,
-eine Frage, welche nach der Dietrich'schen Schenkung ähnlicher
-mexicanischer Alterthümer im Jahre 1857 kaum mehr anders als in
-bejahendem Sinne entschieden werden konnte. Während daher einerseits
-das Mittelalter und die Renaissance für die Zukunft ausgeschieden,
-bezw. einer besonderen Sammlung überlassen wurden, kam andrerseits zum
-griechisch-römischen Alterthum noch das prähistorische hinzu, und auch
-diesem hat der damalige Vorsteher eine geraume Zeit sein lebhaftes
-Interesse entgegengebracht. Erst nach seinem Tode ist zu Gunsten der
-anderen Abtheilungen, um die finanziellen Kräfte nicht gar zu sehr zu
-zersplittern, auf fernere Ankäufe solcher Gegenstände verzichtet worden.
-
-Die Erwerbungen vertheilen sich daher auf mindestens fünf verschiedene
-Kategorien (griechisch-römische Alterthümer, Münzen, Gipsabgüsse,
-Pfahlbauten, Ethnographisches), und zwar in chronologischer Aufzählung
-wie folgt:
-
-1851. Münzfund von Reichenstein (2599 römische Münzen von Gordian III.
-bis Carinus, darunter besonders viele des Probus).
-
-1852. Ankauf der Horner-Müller'schen Vasen aus Unteritalien (44 Stück).
-
-1855. Ankauf eines Theils der Fueter'schen Münzsammlung in Bern (257
-Schweizermünzen).
-
-1857. Schenkung des Herrn Dr. _Dietrich_ von nordamerikanischen
-Steinalterthümern (ca. 1000 Stück Waffen und Werkzeuge verschiedener
-Art).
-
-1858. Ankauf der Schmid'schen Sammlung von Augst (Münzen, Inschriften,
-architektonische Ueberreste, Bildwerke von Bronze, Stein und
-Terracotta, Waffen und Geräthe von Augusta Rauracorum, Gräberfunde von
-Kaiseraugst).
-
-1859. Erste Ankäufe von Pfahlbautenalterthümern (aus Moosseedorf,
-Pfäffikon und Biel).
-
-1862. Schenkung des Herrn Prof. _Aeby_ von Steinwerkzeugen und Waffen
-aus Dänemark.
-
-1864. Schenkung von 141 modernen Silbermünzen (darunter 97
-napoleonische Medaillen) durch Hrn. _Hoffmann-Burckhardt_. -- Schenkung
-des Herrn _Ad. Krayer_ (ethnographisch interessante Gegenstände aus
-China).
-
-1865. Schenkung des Herrn _Ad. Vischer_ (212 chinesische Münzen).
-
-1866 u. 67. Schenkung westafrikanischer Gegenstände durch die Herren
-J.Fr. und E. _Vest_ aus Gorea.
-
-1868. Ankauf von 151 griechischen Münzdoubletten aus der Imhoof'schen
-Sammlung, mit Hilfe eines Kredits der Akademischen Gesellschaft. --
-Schenkung des Apollokopfes von Steinhäuser durch einen Ungenannten.
-
-1869. Nachträgliche Erwerbung des Herakles- und des Athletenkopfes von
-Steinhäuser durch einige Kunstfreunde. -- Hauptschenkung des Herrn
-Rathsherrn W. _Vischer_ (378 griechische Silbermünzen).
-
-1872. Schenkung einer Sammlung griechischer und römischer Münzen durch
-Herrn Ingenieur W. _Bachofen_. -- Schenkung einer Anzahl griechischer
-Antiquitäten durch Herrn Rathsherrn W. _Vischer_. -- Schenkung
-einer grossen Anzahl ostasiatischer Gegenstände (aus Japan, China,
-Hinterindien) durch die Herren Gebrüder _Zahn_.
-
-1874. Erwerbung einer Auswahl griechischer Vasen aus Capua.
-
-1877. Erwerbung der in Augst zurückgebliebenen architektonischen
-Ueberreste aus der Sammlung Schmid. -- Uebernahme der bisher in der
-Bibliothek verwahrten grossen Gemmenabdrucksammlung von Cades (Geschenk
-von Herrn Oberst R. _Merian_).
-
-1878. Schenkung der Holzreliefs von Tikal in Mittelamerika durch Hrn.
-Dr. G. _Bernoulli_.
-
-1880. Erwerbung der Sammlung Quiquerez (Römische Alterthümer und Münzen
-aus dem Bisthum, burgundische Waffen und Geräthe).
-
-1881. Schenkung ethnographischer Gegenstände aus Sierra Leone in
-Westafrika durch Herrn J.L. _Baur_.
-
-1883. Reinigung und Aufstellung der Basler Münzstempel.
-
-Bei dieser Uebersicht sind die von Jahr zu Jahr angekauften
-Gipsabgüsse nicht mit aufgeführt, wie auch viele kleinere Erwerbungen
-und Schenkungen übergangen sind. Und doch nahmen die Gipsabgüsse
-jeweilen einen grossen Theil des zur Verfügung stehenden Geldes in
-Anspruch; zumal seit 1875, wo ausser solchen im Durchschnitt bloss
-noch vaterländische Alterthümer und etwa besonders wichtige Münzen
-angekauft wurden, während die Aeufnung der prähistorischen und der
-ethnographischen Sammlung lediglich Geschenken überlassen blieb. Seit
-eben dieser Zeit wurde der Ankauf von Gipsabgüssen durch freiwillige
-jährliche Beiträge von einer Anzahl von Kunstfreunden unterstützt. Die
-Zahl der vorhandenen Stücke beläuft sich gegenwärtig auf 145 Nummern,
-wovon 39 grössere Statuen oder Gruppen, 50 Büsten und Köpfe, 32 Reliefs
-und 24 kleinere Gegenstände.
-
-Im Gegensatz zu allen diesen Erwerbungen wurden im Jahre 1881 der
-Kirchenschatz und die seit 1865 uns ebenfalls anvertrauten Zunftbecher
-nebst den Amerbach'schen Goldschmiedmodellen an die Mittelalterliche
-Sammlung abgetreten.
-
-Was die sonstige Geschichte der Sammlung betrifft, so ist zu
-bemerken, dass seit dem Bezug des Museums zwei Mal grössere
-Lokalveränderungen und Umstellungen stattfanden. Das eine Mal im Jahre
-1865, wo sie aus den Sälen neben der Gemäldegallerie in die frühere
-Bibliothekarenwohnung hinter dem Antikensaal übersiedeln musste, bei
-welcher Gelegenheit sie im Grunde wenig gewann. Das ethnographische
-Kabinet und die Pfahlbauten wurden damals sammt dem Kirchenschatz im
-vorderen, das eigentliche Antiquarium der Hauptsache nach im hinteren
-Zimmer aufgestellt, obschon die Scheidung nicht streng durchgeführt
-werden konnte. Und dann bei fortwährend sich steigerndem Raummangel ein
-zweites Mal im Jahre 1877, wo endlich zwei weitere Räumlichkeiten (das
-frühere chemische Laboratorium im Erdgeschoss) für ihre Bedürfnisse
-hergerichtet wurden. Erst jetzt konnten die heterogenen Bestandteile
-der Sammlung systematisch von einander getrennt, das ethnographische
-Kabinet, sowie die Pfahlbauten in besondere Zimmer (eben in die
-des Erdgeschosses) verwiesen, und von der neugeordneten speziell
-antiquarischen Abtheilung ein Katalog verfasst werden (1881). Doch hat
-die doppelte Umstellung nicht blos nachtheilig auf den Zustand mancher
-zerbrechlichen kleinen Gegenstände eingewirkt, sondern leider auch
-manche Fundnotizen in Verwirrung gebracht.
-
-Das Münzkabinet ist in den letzten Jahren vollständig geordnet worden.
-Es umfasst, nach Ausscheidung und Verkauf der Doubletten, circa 2600
-griechische und circa 7000 römische Münzen (die griechische Abtheilung
-gewissermassen eine Schöpfung des Herrn Rathsherrn W. _Vischer_),
-sodann über 1000 Stück Basler Münzen und Medaillen, circa 1500 sonstige
-Schweizermünzen nebst 500 Brakteaten und circa 4500 ausländische,
-darunter gegen 1800 Medaillen; im Ganzen über 17,000 Stück. Eine
-Auswahl der vorzüglichsten und interessantesten ist seit 1877 in drei
-Münztischen ausgestellt.
-
-Wenn wir zum Schluss einen Ausblick auf die künftige Gestaltung
-der Sammlung richten, so steht zu erwarten, dass in der nächsten
-Zeit abermals eine Filiale sich von ihr lostrennen und zu einem
-selbstständigen Institut erheben wird, nämlich das Gipsmuseum,
-für welches vom Kunstverein hinter der Kunsthalle ein eigenes,
-bessern Raum gewährendes Gebäude errichtet werden soll. -- Ob dann
-der alte Grundstock des Antiquariums, von dem sich jetzt auch die
-ethnographische Sammlung lokal getrennt hat, vereinsamt im Museum
-zurückbleiben oder sich wieder mit seiner natürlichen Schwester, der
-Mittelalterlichen Sammlung, vereinigen wird, darüber zu entscheiden
-bleibt der Zukunft vorbehalten.
-
- J.J. Bernoulli-Reber.
-
-
-4. Mittelalterliche Sammlung.
-
-Unter den der Fürsorge der akademischen Behörden unterstellten
-Sammlungen, deren Entstehung noch in die Zeit vor dem Jubiläum des
-Jahres 1860 zurückreicht, ist in der zeitlichen Folge die letzte
-die Mittelalterliche Sammlung. Der thatkräftige Geist, welcher die
-Decennien nach der Reorganisation der Universität erfüllte, das
-in jenen Jahren neu hervortretende und in der Restauration des
-Münsterinnern sich bethätigende Verständniss für bildende Kunst, das
-wachsende Bewusstsein von Wesen und Werth auch des rein archäologischen
-Studiums verlangten und ermöglichten das Zustandekommen der Sammlung.
-Für diesen Zweck alle jene treibenden lebensvollen Kräfte fruchtbar
-gemacht zu haben, ist das Verdienst _Wilhelm Wackernagels_, der mit
-festem Willen, mit warmer Begeisterung und wahrer Sachkenntniss den
-Plan entwarf und die Gründung vollzog.
-
-Im Jahre 1856/57 geschah dies, aber es dauerte noch mehrere Jahre,
-bis die jüngste der akademischen Sammlungen als eine den andern
-ebenbürtige in der Organisation berücksichtigt wurde. Sie unterstand
-zunächst der antiquarischen Kommission. Erst 1861 wurde von der Regenz
-eine besondere Kommission bestellt. Sie bestand unter dem Vorsitz des
-Stifters aus den Herren Architekt _Riggenbach_ († 1863), Dr. _Remigius
-Meyer_ (bis 1877), Dr. _Carl Burckhardt-Burckhardt_ (bis 1870) und
-_Samuel Merian-Bischoff_; ihre constituierende Sitzung fand am 18.
-Januar 1862 statt.
-
-Ein schwerer Schlag traf die Sammlung am 21. December 1869 mit dem
-Hinschied _Wilhelm Wackernagels_. Jedoch war es ein Glück zu nennen,
-dass sein Nachfolger auf dem Lehrstuhl auch hier seine Stelle einnehmen
-konnte. _Moritz Heyne_ entfaltete als solcher eine ausserordentliche
-Energie zur Hebung und Mehrung der Sammlung und verstand es, das
-Interesse weiterer Kreise für dieselbe zu wecken. Das glänzende
-Ergebniss dieser Thätigkeit zeigte sich besonders deutlich bei dem
-am 16. Mai 1882 gefeierten fünfundzwanzigjährigen Jubiläum. Im Herbst
-1883 wurde an die durch _Heyne's_ Abgang nach Göttingen erledigte
-Vorsteherschaft das älteste Mitglied, Herr _Samuel Merian-Bischoff_,
-gewählt, und bei diesem Anlass das Amt eines Konservators geschaffen.
-
-Im Lauf der Jahre traten folgende Mitglieder in die Kommission ein:
-Stadtrath _Amadeus Merian_ (1863-1879), Dr.G. _Wackernagel_ (seit
-1870), Dr.L. _Sieber_ (1872-1882), _Hans Labhardt_ (1877-1884), Dr.
-_Albert Burckhardt-Finsler_ (seit 1879; seit 1883 Konservator), J.G.
-_Mende_ (seit 1879), Direktor W. _Bubeck_ (seit 1882), Prof. O.
-_Behaghel_ (seit 1884), Prof. _Jacob Burckhardt_ (seit 1884), Dr.
-_Rudolf Wackernagel_ (1884-1885), _Hans Burckhardt-Burckhardt_ (seit
-1885).
-
-Die bei Anlegung der Sammlung leitende Ansicht ihres Urhebers war
-gewesen: »Es soll diese Sammlung das Leben des Mittelalters in Werken
-der kunstbeflissenen gewerbthätigen Menschenhand, in Originalwerken
-selbst oder in getreuen Nachbildungen, zur Anschauung bringen;
-schicklicher Weise wird dabei rückwärts in die altchristlichen Zeiten
-und vorwärts über die Grenzen des Mittelalters hinaus bis in die Zeit
-der sogen. Renaissance gegriffen. Ohne solch eine Ausdehnung würde dem
-Bilde der Rahmen und der Reihenfolge ihr Anfang und ihr Ende fehlen.«
-Also eine Sammlung von allgemeiner Tendenz. -- Es ist bekannt, wie
-der Gang der Entwicklung dieses erste Programm verschoben hat, wie
-von Jahr zu Jahr in steigendem Maasse die Sammlung den Charakter
-eines baslerischen kulturhistorischen Museums annahm, und hiemit ihr
-Schwergewicht aus dem Mittelalter in die neuere Zeit verlegt wurde.
-Wenn der Stifter anfangs nur für erlaubt hielt, bis in die Zeit der
-Renaissance zu greifen, so ist seitdem und schon zu seiner Zeit das
-Sammeln bis an die Schwelle des XIX. Jahrhunderts ausgedehnt worden.
-Dieser Gang der Entwicklung war durch die Verhältnisse gegeben; die
-Kleinheit der finanziellen Geldmittel, die Unermüdlichkeit der Behörden
-und Bürger Basels in Zuwendung von Alterthümern wirkten von selbst auf
-eine lokale Einschränkung hin.
-
-Der erste Grundstock der Sammlung war durch Abgüsse von Skulpturen
-des hiesigen Münsters gebildet worden; es wurde sofort für nöthig
-gehalten, diese Serie durch Nachbildungen auswärtiger Bildnerei zu
-ergänzen. In gleicher Weise wurden Gipsabgüsse auswärtiger Alterthümer
-auch aus den Gebieten der Kleinkunst beschafft, um dem Beschauer die
-Entwicklung eines und desselben Gegenstandes in verschiedenen Zeiten
-und Orten vorführen zu können. Dieselbe allgemeine Tendenz tritt in der
-mit besonderer Vorliebe gepflegten Sammlung alter Schriftfragmente,
-in der Anlegung einer Urkundensammlung, eines reichen Apparates von
-Abbildungen und Nachschlagewerken zu Tage. Bald aber wich diese
-Thätigkeit zurück vor der immer mächtiger zudrängenden Menge der
-Erzeugnisse alter heimischer Kunstübung. Es kann hier nicht versucht
-werden, das Hauptsächliche aus den reichen Erwerbungen namhaft
-zu machen. Es wird genügen, auf einiges besonders Hervorragendes
-hinzuweisen. 1857: die Votivtafel der Isabella von Burgund, die
-Truhe aus der Domprobstei und die des Erasmus. 1859: Bruchstücke des
-Todtentanzes. 1863: Elfenbeinlöffel aus der Lassbergischen Sammlung;
-Holzschnitzerei aus Meggen. 1869: Truhe aus Schloss Greifensee. 1874:
-Tscheckenpürlinbett. 1871: Bretspielstein aus dem XII. Jahrhundert;
-Waffensammlung. 1872: Schnitzereien aus der Spinnwetternzunft;
-Schreibtisch aus dem Augustinerkloster. 1870: Kanonenrohre aus dem
-Zeughaus. 1878: Sammlung musikalischer Instrumente. 1879: Iselinzimmer
-aus dem Bärenfelser Hof. 1880: Sammlung Quiquerez. 1881: Glasgemälde
-aus der Sammlung Bürki. 1882: Kirchenschatz, Zunftkleinodien,
-Goldschmiedmodelle. 1883: Winterthurer Ofen; Teppich aus dem Kloster
-Feldbach. -- Manche der hier genannten und auch viele andere Stücke
-sind von deren Inhabern unter Eigenthumsvorbehalt überlassen worden,
-ein Verfahren, welches in neuerer Zeit besonders von Seiten der Zünfte,
-gleich zu Anfang aber für die reichen Sammlungen der antiquarischen
-Gesellschaft geübt wurde; auf den Namen der letztern wurden früher auch
-die meisten Geschenke eingetragen.
-
-Es ist begreiflich, dass der wachsende Inhalt der Sammlung
-immer mehr Räume in Anspruch nahm. Zu dem für die ersten Stücke
-angewiesenen Conciliumssaal kamen 1859 die unterhalb desselben
-befindliche Nikolauskapelle, durch die es erst möglich wurde, die
-Sammlung allsonntäglich dem Publikum zu öffnen, 1868 die Säle des
-Münsterarchivs, 1874 einige Estrichräumlichkeiten, deren Herrichtung
-ziemlich viele Bauten nöthig machte, aber zum ersten Mal eine
-durchgeführte sachliche Anordnung ermöglichte. Das letzte ist die
-1879 erfolgte Zuweisung des Betsaals, des grösten Raums der Sammlung
-und des einzigen, in dem solche Schätze wie das Iselinzimmer würdig
-untergebracht werden konnten. Seitdem ist freilich neue Raumnoth
-eingetreten. Alle Erweiterungen brachten indess keine eigentliche
-Aenderung des Lokals; die Sammlung bildet nach wie vor einen Anhang des
-Münsters.
-
-Ihre Mittel verdankt sie gröstentheils der Freigebigkeit ihrer Gönner;
-zu erwähnen sind die Jahresbeiträge der Regierung (seit 1857 Fr. 300),
-der Gemeinnützigen Gesellschaft (seit 1858 Fr. 500), des Museumsvereins
-(seit 1863 Fr. 200), und der Akademischen Gesellschaft, die der
-letztern von wechselndem Betrag und zum Theil der 1870 gegründeten
-Wackernagelstiftung entnommen, von der ein bestimmter Theil von
-vornherein für die Sammlung vorbehalten wurde. Seit 1872 besteht der
-von Herrn _Hans Labhardt_ gegründete »Verein für die Mittelalterliche
-Sammlung«, der z.B. 1884 Fr. 619 beisteuerte. Dazu viele einzelne
-Geldbeiträge von Freunden, meist für bestimmte Erwerbungen gewährt
-(z.B. 1879 Fr. 4580 an das Iselin'sche Zimmer) und seit dem Jahre 1881
-ein Antheil an den Eintrittsgeldern (1884 Fr. 838.90). Doch hielt sich
-das Budget lange in sehr bescheidenen Ziffern. In den ersten zehn
-Jahren erreichte es zweimal nicht die Höhe von Fr. 1000, und betrug
-durchschnittlich Fr. 15-1600, bewegte sich dann in den siebziger
-Jahren um Fr. 2000 herum. Seit 1880 hat es die 4000 überschritten.
-Ausserordentliche Belastung brachte der Umbau der Estrichräume, dessen
-Kosten im Betrag von rund Fr. 20,000 durch Beiträge des Staats (Fr.
-5000), der Akademischen Gesellschaft (Fr. 2000), der Gemeinnützigen
-Gesellschaft (Fr. 3000), des Museumsvereins und einzelner Freunde
-gedeckt wurden.
-
-Für Bekanntmachung der Schätze der Sammlung dienten theils die
-Vorlesungen, welche seit 1877 von dem frühern Vorsteher und später
-von dem Konservator in den Räumen der Sammlung abgehalten wurden,
-theils verschiedene Druckschriften. Wir nennen ausser den Katalogen
-die zusammenhängenden Darstellungen von _Wilhelm Wackernagel_ im
-Universitätsprogramm von 1857 und von _Moritz Heyne_ im Neujahrsblatt
-von 1874, sowie den von letzterm herausgegebenen Führer (Basel, bei
-Felix Schneider 1880). Ueber die Glasgemälde gibt das von Dr. _Albert
-Burckhardt-Finsler_ verfasste Programm des Gymnasiums (Basel 1885)
-Auskunft. Der 1864 erfolgten Widergabe einer Anzahl Gegenstände durch
-Photograph _Höflinger_ folgte »die Kunst im Hause. Abbildungen von
-Gegenständen aus der Mittelalterlichen Sammlung«, mit Zeichnungen von
-W. _Bubeck_ und Text von M. _Heyne_ (Basel, bei Detloff I. 1880, II.
-Reihe 1882), ein Werk geeignet zu zeigen, welchen Gewinn das heimische
-Kunsthandwerk aus den hier vorhandenen Schätzen zu ziehen vermöchte.
-
- Nach Mittheilungen
- des Konservators der Sammlung.
-
-
-5. Naturhistorisches Museum.
-
-Ueber die Hauptzüge der Geschichte dieser Anstalt sind von dem
-Unterzeichneten in den letzten Jahren mehrere Darstellungen
-veröffentlicht worden: für die ältere Periode bis zur Entstehung des
-im Jahre 1822 im Falkensteiner Hof eingerichteten und der akademischen
-Regenz unterstellten Museums -- und weiter bis zur Erbauung des »neuen
-Museums« im Jahre 1847 in einem besondern Abschnitt der Gedenkschrift
-an Peter Merian;[30] und über die zwei Jahre seit dessen Hinschied
-zwei Berichte, von welchen derjenige für 1883 von der Akademischen
-Gesellschaft, beide, für 1883 und 1884, von der Naturforschenden
-Gesellschaft publiciert worden sind.[31]
-
-Für den gegenwärtigen Anlass wird es also wohl passend sein,
-hauptsächlich die Periode von 1847 bis 1883 ins Auge zu fassen.
-Doch ist dabei zu erinnern, dass auch diese Periode ihren Anfang
-nimmt von 1835 an, von dem Moment, wo nach der durch eidgenössisches
-Schiedsgericht vollzogenen Theilung des Staatsvermögens zwischen
-Baselstadt und Baselland an erstere die Frage herantrat, in wiefern sie
-es vermöge, nach so schwerer Schädigung von Neuem für den Weiterbau
-ihrer wissenschaftlichen Anstalten einzustehen.
-
-Die erste Antwort bestand, wie bekannt, für das naturwissenschaftliche
-Museum in einer von dessen Kommission (_Peter Merian_, Präsident, Prof.
-Chr. _Bernoulli_, Prof. K.Fr. _Meissner_, Dr. _Schönbein_, Dr. L.
-_Imhoff_, Dr. J.J. _Bernoulli_, Dr. F. _Ryhiner_) an die Gemeinnützige
-Gesellschaft und weiter an das Publikum gerichteten Bitte um fernere
-Unterstützung, »da in den jetzigen Zeitverhältnissen die Hilfsmittel
-zu einem nur in einigem Maasse anderen Städten, wo wissenschaftlicher
-Sinn herrsche, ebenbürtigen Ausdehnung der naturwissenschaftlichen
-Sammlungen nur im Gemeinsinn der Mitbürger zu finden seien, und
-Baselstadt in der nunmehrigen isolierten Lage nur durch solche
-Gesinnung eine ehrenvolle Stellung zu behaupten und das zu ersetzen
-vermöge, was ihm an Kopfzahl abgehe.«
-
-Der Erfolg war ein Beitrag von circa 5000 Fr. an Geschenken aus dem
-Publikum. Verbessert wurden diese Verhältnisse durch das Gesetz vom 6.
-April 1836 über Verwendung des Universitätsgutes, wonach von nun an
-dem Museum aus letzterem ein jährlicher Beitrag von Fr. 800 zugewiesen
-wurde. Die Kommission zum Museum wurde bei diesem Anlass von der Regenz
-neu bestellt aus den Herren P. _Merian_, Präsident, Proff. _Meissner_,
-_Schönbein_ und J.J. _Mieg_, Dr. L. _Imhoff_ und Dr. J.J. _Bernoulli_.
-Dazu kamen wiederholt ausserordentliche Beiträge von Seiten der
-Gemeinnützigen Gesellschaft, welche sich schon seit längerer Zeit mit
-einem regelmässigen Beitrag von Fr. 200 betheiligt hatte, sowie von
-Privaten; namentlich flossen solche Hilfsquellen ergiebig bei Anlass
-der Versammlung der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft in
-Basel im Jahre 1838.
-
-Auch die Geschenke an Naturalien, über deren ältern Bestand und
-Quellen auf den schon genannten Bericht (Note 1) verwiesen werden
-kann,[32] nahmen wieder in erfreulicher Weise zu. An grösseren
-derartigen Vergabungen sind zu nennen die von den Professoren _Peter_
-und _Rud. Merian_ zu Gunsten des Museums angekaufte Sammlung von
-Versteinerungen aus England von Professor Meissner; ferner eine
-ansehnliche Sammlung von Vögeln und Säugethieren von Herrn _Dettwyler_
-von Langenbruck, niedergelassen in Pennsylvania, eine ähnliche Sammlung
-von Dr.Fr. _Ryhiner_ in Illinois, dann eine Sammlung von Land-
-und Süsswasser-Conchylien aus der Umgebung von Basel von Dr. J.J.
-_Bernoulli_, und in den vierziger Jahren eine Reihenfolge von höchst
-werthvollen Geschenken von Missionar _Riis_ von der afrikanischen
-Goldküste und später von den Antillen; von Herrn _Carl Respinger_ und
-Stadtrath _Bischoff-Respinger_ Thiere aus Mexico und Havannah, ähnliche
-Sendungen aus Mexico von Herrn _Bened. Wölfflin_, schweizerischem
-Konsul daselbst, javanische Vögel von Dr.C. _Streckeisen_ u.s.f.
-Für die Thierwelt der Goldküste besass Basel lange Zeit eine der
-bestversehenen Sammlungen. 1844 kaufte die Akademische Gesellschaft für
-das Museum von Prof. _Klipstein_ in Giessen eine ansehnliche Sammlung
-von Gipsabgüssen fossiler Säugethiere aus Rheinhessen (darunter den
-colossalen Schädel des Dinotherium).
-
-Durch diese günstigen Verhältnisse hob sich der Zustand der meisten
-Abtheilungen in ansehnlicher Art. Des regelmässigsten und reichsten
-Ausbaues erfreute sich stets durch die Fürsorge ihres besonderen
-Vorstehers, P. _Merian_, woran sich auch während langer Zeit Dr.
-_Christ. Burckhardt_ betheiligte, die Abtheilung der Conchylien und
-Petrefakten, unter welchen namentlich die Echinodermen schon frühe eine
-hohe Stelle einnahmen. In gleich günstiger Lage befand sich die unter
-derselben Fürsorge stehende Mineraliensammlung, welcher von auswärts
-ansehnliche Geschenke, hauptsächlich von Hrn. C. _Vischer-Passavant_
-in Mexico, zuflossen. Auch die Insektensammlungen, sowie diejenige
-der Corallen standen in raschem Fortschritt und ebenfalls vorwiegend
-durch Geschenke, unter welchen die reiche Privatsammlung von Dr. L.
-_Imhoff_, die lange Zeit den Grundstock dieser Abtheilung bildete,
-und die wiederholten Geschenke von Hrn. _Andr. Bischoff-Ehinger_ in
-erster Linie zu nennen sind. Die eigenen Hilfsmittel des Museums wurden
-dafür hauptsächlich auf Vervollständigung der früher unbedeutenderen
-Abtheilungen der Säugethiere und Vögel verwendet, deren Betrag
-hiedurch, wie durch die erwähnten Geschenke von auswärts, sich rasch
-hob. Am weitesten zurück blieben immer noch, obschon sie mindestens
-für Westafrika sehr Werthvolles enthielten, die Abtheilungen der
-Reptilien und Fische, sowie, mit Ausnahme der trocken aufzubewahrenden,
-diejenigen der niedern Thiere. Eine von Prof. _Alex. Ecker_ in Triest
-angelegte Sammlung von Meeresthieren der Art wurde im Jahre 1847 von
-der Naturforschenden Gesellschaft angekauft.
-
-Durch all das war allmählig das im Jahre 1822 bezogene Lokal im
-Falkensteiner Hof zu eng geworden. Im December 1841 entschloss sich
-daher eine zu diesem Zweck gebildete Kommission, bestehend aus
-Mitgliedern des Kunstvereins, der Naturforschenden Gesellschaft und der
-Bibliothekskommission, zum Aufruf an die Bürgerschaft, für die Erbauung
-des gegenwärtigen Museums, wozu der Grosse Rath durch Beschluss vom
-21. März 1843 seine Betheiligung zusagte. An der Herstellung hat der
-Staat Fr. 184,000, die Stadt 16,000, der Universitätsfond 15,000,
-die Bürgerschaft nahezu 70,000 Fr. beigetragen. Schon im Spätjahr
-1847 wurde das Gebäude bezogen und am 26. November 1849 eröfnet.[33]
-Das Jahr 1850 fügte dazu die Stiftung des Museumsvereins, der sich
-ausschliesslich die Sorge für die verschiedenen Sammlungen der neuen
-Anstalt zum Zweck setzte, und dessen kräftiger Beihilfe sich auch die
-naturhistorische Abtheilung besonders häufig zu erfreuen hatte.
-
-Wenn wir uns für die fernere Entwicklung unserer Anstalt seit
-diesem Wendepunkt an eine Eintheilung halten, die sich von selbst
-aufdrängt, so wurden die regelmässigen Hilfsquellen, die also von
-1849 an aus Fr. 800 aus dem Universitätsgut und Fr. 200 von der
-Gemeinnützigen Gesellschaft bestanden hatten, schon von 1850 an von
-dem Museumsverein um einen erst wechselnden, von 1857 an um einen auf
-Fr. 850 festgestellten Jahresbeitrag vermehrt, wozu aber sehr häufig
-ausserordentliche Beiträge kamen. Vom Jahr 1852 an wurde der Beitrag
-aus dem Universitätsgut auf Fr. 1200, derjenige der Gemeinnützigen
-Gesellschaft auf Fr. 300 gestellt. Von 1857 an kam zu dem ordentlichen
-Beitrag aus dem Universitätsgut noch ein ausserordentlicher aus dem
-Kredit für die akademischen Sammlungen, der im Durchschnitt dem
-ordentlichen an Höhe gleich stand, und vom gleichen Jahre an setzte der
-Museumsverein seinen jährlichen Zuschuss auf 850 Fr. Vom Jahre 1862
-an flossen ferner zum ersten Mal ansehnliche Zuschüsse aus den durch
-Grossrathsbeschluss dem Museum zugewiesenen Zinsen von auswärtigen
-Anlagen der Universität, als »Spezialfonds für das naturhistorische
-Museum.«
-
-Durch Universitätsgesetz vom 30. Januar 1866 wurde endlich das
-naturhistorische Museum abgetrennt von dem physikalischen Kabinet und
-der chemischen Anstalt und unter Leitung einer besondern Kommission
-von wenigstens fünf Mitgliedern gestellt, wozu die ordentlichen
-Professoren der Zoologie und Geologie gehören sollten. Gewählt wurden
-von der Regenz unter dem Präsidium von P. _Merian_ die Professoren
-L. _Rütimeyer_ und _Albr. Müller_, ferner Dr. _Christ. Burckhardt_,
-Dr. L. _Imhoff_, wovon letzterer der Kommission schon seit 1834, die
-beiden vorhergenannten seit 1849 angehört hatten. 1867 kam dazu Herr
-_Andr. Bischoff-Ehinger_. Nach dem nemlichen Gesetz wurde das Museum
-für Unterhalt und Vermehrung zunächst auf die Eingänge des etwa
-40,000 Fr. betragenden naturwissenschaftlichen Fonds und auf einen
-regelmässigen Staatsbeitrag von Fr. 500 angewiesen, so dass seit diesem
-Jahr die regelmässigen Einnahmen bestehen aus circa 2000 Fr. aus dem
-erwähnten Spezialfond, 500 Fr. ordentlichen und seit einer Anzahl von
-Jahren 500 Fr. ausserordentlichen Kredites (für die akademischen
-Sammlungen) von der Kirchen- und Schulgutsverwaltung, aus dem Beitrag
-von der Gemeinnützigen Gesellschaft von Fr. 300 bis 1877 und seither
-Fr. 500, aus dem regelmässigen Beitrag von Fr. 700 vom Museumsverein
-und, seit 1867, einem Jahresbeitrag von Fr. 115 von der Akademischen
-Gesellschaft. Seit dem Tode des Herrn _Bischoff-Ehinger_ ist dazu
-für die entomologische Sammlung ein besonderes Legat gekommen, das
-derselben jährlich 80 Fr. abwirft.
-
-In und ausserhalb Basel ist bekannt genug, dass dabei ausserordentliche
-Hilfsquellen nicht fehlten. Wie für andere Anstalten, so sind auch
-für das naturhistorische Museum, wo es sich um grössere Einrichtungen
-oder besonders kostspielige Ankäufe handelte, bald die Behörden, bald
-freiwillige Korporationen, in besonders kräftiger Weise vor allem der
-Museumsverein hilfreich eingestanden. Zudem verzeichnet das Schenkbuch
-häufig, und bei besonderen Anlässen oft sehr ansehnliche freiwillige
-Beiträge von Freunden und aus Trauerhäusern, den letzten und grössten
-im Jahre 1883, von den Hinterbliebenen des Mannes, der unserer Anstalt
-als Mitglied der Kommission seit 1821, als Präsident derselben seit
-1830 angehörte und ihr bis zu seinem Tode in stets gleicher Fülle sein
-ungewöhnlich reiches Kapital an Wissen, an Einsicht und an Einfluss
-zugewendet hat.
-
-Ueber den unter solchen Verhältnissen erreichten Inhalt der Sammlungen
-geben die zwei oben genannten Berichte für 1883 und 1884 einlässliche
-Auskunft. Wir entnehmen denselben für die hier in Rede stehende Periode
-nur folgende Zahlen:
-
- 1834 1884
- Säugethiere Arten-Zahl 75 462
- Vögel 545 2,361
- Reptilien 136 1,287
- Fische 222 623
- Conchylien 653 4,464
- Gliederthiere 3,480 etwa 32,000
- Corallen (lebende) 100 211
-
-Es weisen also einzelne Abtheilungen in dem Zeitraum von fünfzig Jahren
-eine Verfünffachung bis Verzehnfachung der Spezies-Zahl auf. Dasselbe
-würde, wenn Zählung von Spezies sich hier durchführen liesse, für die
-Versteinerungen gelten, über deren Bestand der Bericht von 1884 eine
-allgemeine Uebersicht giebt.
-
-Wenn dieser Anwachs für die Pfleger der einzelnen Sammlungen vor allem
-in der die Aufstellung immer bedenklicher erschwerenden Raumanfüllung
-an den Tag trat, so mag er für das Publikum in umgekehrter Weise durch
-scheinbare Raumvermehrung bemerkbar geworden sein. Im Jahr 1877 wurde
-zuerst ein neues Lokal in dem bisherigen amphitheatralischen Hörsaal
-eröffnet zu besonderer Aufnahme der Reptilien und Fische, deren
-ausserordentlich starke Zunahme bezeichnet ist durch den im Jahr 1875
-erfolgten Eintritt von Hrn. Dr.Fr. _Müller_ in die naturhistorische
-Kommission. Im Jahr 1879 kam dazu ein neues Lokal hinter der Aula
-für Aufnahme einer besondern Sammlung von fossilen Wirbelthieren.
-Veranlasst war dieselbe zunächst durch den reichen Zufluss von
-Gipsabgüssen von Ueberresten grösserer Säugethiere aus einer grossen
-Zahl von Museen Frankreichs und Italiens. Jetzt birgt sie auch die
-für die Schweiz einzig dastehende Sammlung fossiler Säugethiere
-aus den Bohnerzen von Egerkingen, die uns Hr. Pfarrer _Cartier_ in
-Ober-Buchsiten im Jahr 1884 zum Geschenk gemacht hat, und eine sehr
-ansehnliche Originalsammlung ähnlicher Art aus Südfrankreich. 1882
-wurde ein ferneres Lokal für die Aufstellung der Crustaceen, und 1883
-eines für die Corallen eröffnet, beide letzteren ebenfalls besorgt von
-Herrn Dr.Fr. _Müller_.
-
-Da es nicht das Ziel dieses Berichtes sein kann, auf die Veränderungen
-im Bestand der Sammlung im Detail einzugehen und ohnehin das
-Wesentliche dieser Veränderung vielmehr in der allmähligen
-Vervollständigung der wissenschaftlichen Bedeutsamkeit des Inhalts, als
-etwa in Bauschzahlen oder Arealzunahme besteht, so ist es doch billig,
-auch für die Periode seit 1849 die grössern Schenkungen, so weit dies
-nicht schon geschehen ist, namentlich aufzuführen. Unablässig folgen
-sich hier, wenn auch in den amtlichen Berichten selten namentlich
-erwähnt, die Geschenke von P. _Merian_, vor allem auf dem Gebiet
-der Versteinerungen. 1862 erfolgte durch Testament von Hrn. Fr.
-_Heusler_ die Vereinigung von dessen aus 3-4000 Stücken bestehenden
-Mineraliensammlung mit dem Museum. Während nahezu eines Jahrzehntes
-folgten sich in den vierziger und fünfziger Jahren Zusendungen an
-Naturalien verschiedener Art von Dr.C. _Dieterich_, erst aus Aegypten,
-später aus Michigan. Aus derselben Zeit, etwa von 1850 an, datieren
-öftere Geschenke an Insekten von Hrn. _Andr. Bischoff-Ehinger_,
-welche nach dessen Tode im Jahre 1875 abschlossen mit der Vergabung
-seiner gesammten, etwa 18,000 Arten umfassenden Privatsammlung, nebst
-entomologischer Bibliothek und einem schon genannten Spezial-Legat für
-Pflege der Sammlung. Andere Insekten-Zuflüsse verdanken wir Herrn _Rud.
-Geigy_ und Herrn _Adolf Burckhardt-Bischoff_. Das Jahr 1871 brachte von
-den Erben von Prof. _Schönbein_ die ungefähr 3000 Arten enthaltende
-Conchyliensammlung von dessen Schwiegervater, Kanzleirath _Benz_ in
-Stuttgart, das Jahr 1876 die Petrefaktensammlung des im Jahr zuvor
-verstorbenen Dr. _Christoph Burckhardt_. Schon zwei Jahre vorher hatte
-Herr Dr. _Victor Gilliéron_ eine ansehnliche Sammlung ähnlicher Art aus
-dem Kanton Freiburg, dem Jura und der Umgebung von Basel dem Museum
-zum Geschenk gemacht. Der Vogelsammlung fielen grössere Schenkungen
-zu aus Ostindien im Jahr 1855 von Herrn _Rud. Geigy_, aus Australien
-von Hrn. _Achilles Bischoff_, und besonders reichlich (274 Arten) aus
-Brasilien von Herrn _Carl Euler_, und von eben daher 1873 von Konsul
-_Heinr. David_ daselbst. 1870 fiel durch Testament die ansehnliche
-Privatsammlung einheimischer Vögel (ca. 90 Arten in 600 Exemplaren)
-von Prof. J.J. _Mieg_ dem Museum zu. -- Die in einigen Zahlen schon
-angedeutete gewaltige Zunahme der Reptilien beruht hauptsächlich auf
-den von 1864-1878 fast jährlich wiederholten Geschenken von Dr. _Gust.
-Bernoulli_ in Guatemala und seit 1875 auf den an Auswahl nothwendiger
-Weise immer judiziöser gewordenen von Hrn. Dr.Fr. _Müller_. Aus dem
-Ausland sind dazu in den letzten Jahren wiederholt Zusendungen von Hrn.
-Dr.C. _Passavant_ und Dr.E. _Mähly_ aus Westafrika und von den Herren
-Dr. _Paul_ und _Fr. Sarasin_ aus Ceylon gekommen. Das letzte und eines
-der reichsten von derartigen Geschenken seit fünfzig Jahren, dasjenige
-von Hrn. Pfarrer _Cartier_, ist schon genannt worden.
-
-
-Von dieser Aufzählung wäre es endlich unrecht die einzelnen
-hervorragenden Erwerbungen auszuschliessen, welche ihrer Seltenheit
-oder Bedeutung halber ein ausserordentliches Zusammenwirken von
-Gesellschaften und Privaten erforderten. Dahin gehört der Ankauf
-eines fossilen Krokodiles (Mystriosaurus) aus dem schwäbischen
-Lias im Jahr 1865, im Jahr 1871 die Erwerbung eines damals noch
-ungewöhnliche Opfer erfordernden Gorilla-Skelettes, die im Jahr 1876
-als Nachgabe zu der schweizerischen Naturforscherversammlung in
-Basel erfolgte Schenkung der prachtvollen Ichthyosaurus-Tafel in dem
-palæontologischen Saal hinter der Aula, im Jahr 1877 die Erwerbung
-des schönen fossilen Moa-Skelettes (Palapteryx) und aus neuester Zeit
-die mehr als zur Hälfte durch Geschenk zu Stande gekommene prächtige
-Pentacrinitengruppe, welche seit diesem Jahr den Mineraliensaal
-schmückt.
-
-
-Bezüglich des Personals der die Sammlungen besorgenden Kommission ist
-zu dem bereits Gesagten nur nachzutragen, dass dieselbe im Jahr 1868
-durch den Tod Herrn Dr.L. _Imhoff_, im Jahr 1875 die Herren Dr.Chr.
-_Burckhardt_ und A. _Bischoff-Ehinger_ verlor, welche alle drei der
-Sammlung durch seltene Hingabe, die bis über den Tod hinaus dauerte,
-ausserordentliche Dienste geleistet hatten. Zum Ersatz traten durch
-Wahl der Universitäts-Regenz ein 1875 Hr. Dr.Fr. _Müller_, 1879 Hr.
-Fr. _Riggenbach-Stehlin_. Am 8. Februar 1883, zehn Tage nachdem er
-mit zum ersten Mal veränderter Handschrift seinen achtundvierzigsten
-Jahresbericht über das Museum niedergeschrieben hatte, schied _Peter
-Merian_. Von der Regenz wurde zum Vorsteher der Kommission der
-Unterzeichnete und als neues Mitglied Hr. Dr.V. _Gilliéron_ gewählt.
-Schon von 1877 an war als freiwilliger Mitarbeiter an der Abtheilung
-der Schmetterlinge Hr. _Hans Sulger_ beigetreten. Die besondere
-Aufsicht über die Bischoff-Ehinger'sche Sammlung war nach dessen Tode
-Herrn _Heinrich Knecht_ übertragen worden. Eines Präparators haben
-wir uns seit 1875 enthalten und die sämmtliche Besorgung, abgesehen
-vom Ausstopfen, das auswärts geschieht, ohne strenge Scheidung der
-Gebiete, auf unsere Mitglieder vertheilt, an Prof. _Albr. Müller_ für
-Mineralogie und einen Theil der Petrefaktensammlung, Hrn. _Hans Sulger_
-und H. _Knecht_ für Insekten, Herrn Dr. Fr. _Müller_ für die übrigen
-wirbellosen Thiere und für Fische und Reptilien, an den Unterzeichneten
-für Vögel und Säugethiere und den übrigen Theil der Petrefaktensammlung.
-
- L. Rütimeyer.
-
-
-6. Physikalische Anstalt.
-
-Im Jahre 1835 bildete das physikalische Kabinet einen Theil des im
-Jahre 1821 gegründeten naturwissenschaftlichen Museums, und es war
-ihm ein Raum im Falkensteiner Hof zu ebener Erde links eingeräumt.
-Vorsteher desselben war _Chr. Fr. Schönbein_, der an der Universität
-zugleich die Chemie und Physik vertrat und die letztere Wissenschaft
-auch in der obersten Klasse des Pädagogiums (obern Gymnasiums) lehrte.
-Die Apparate des Kabinets dienten zu den die Vorträge begleitenden
-Demonstrationen, so wie auch zu den Forschungen des Professors,
-die, soweit sie die Physik betrafen, hauptsächlich dem Gebiete des
-Voltaismus angehörten. Im Jahre 1849 siedelte die physikalische Anstalt
-mit den andern wissenschaftlichen Sammlungen in das neuerbaute Museum
-an der Augustinergasse über; sie erhielt daselbst zu ebener Erde
-links einen schönen grossen Saal, der sich aber der feuchten Nordlage
-wegen nicht besonders zur Aufbewahrung der Instrumente eignete; der
-daran stossende speziell für die physikalischen Vorlesungen bestimmte
-Hörsaal wurde seiner schlechten akustischen Eigenschaften wegen nur
-selten entsprechend seiner Bestimmung gebraucht und diente später
-mehr als Laboratorium. Durch das Gesetz vom 30. März 1852 wurde der
-Lehrstuhl der Physik von dem der Chemie abgetrennt und Herrn _Christoph
-Stähelin_ sel. übertragen; Gesundheitsrücksichten nöthigten diesen,
-schon nach Ablauf eines Jahres zurückzutreten, und es wurde als
-Professor der Physik an der Universität Herr Dr. _Gustav Wiedemann_,
-bis dahin Privatdocent in Berlin, berufen. Dieser wusste nicht nur
-durch seinen frischen und anregenden Vortrag die Studierenden und ein
-weiteres wissenschaftliches Publikum für die Physik zu interessieren,
-sondern er hat auch in den äusserst mangelhaften Laboratoriumsräumen
-bedeutende wissenschaftliche Arbeiten, besonders aus der Lehre des
-Galvanismus und Magnetismus zu Tage gefördert. Im Jahre 1863 verliess
-er nach zehnjähriger reicher Thätigkeit Basel und wandte sich einem
-weiteren Wirkungskreise in Deutschland zu; der Lehrstuhl der Physik
-in Basel wurde nunmehr dem Unterzeichneten anvertraut. Die bedeutenden
-Fortschritte auf dem Gebiete der experimentellen Wissenschaften
-und die damit stets wachsenden Anforderungen bezüglich passender
-Einrichtungen für Forschung und Demonstration liessen den Mangel der
-Räumlichkeiten im Museum stets mehr empfinden und dem Wunsche, der
-Physik und Chemie eine neue Stätte zu bereiten, konnte entsprochen
-werden, als die Akademische Gesellschaft sich mit der Kommission,
-welche den beim Universitätsjubiläum 1860 gestifteten Sternwartefond
-verwaltete, zu gemeinsamem Vorgehen verständigte und mit noch weiterer
-Unterstützung von Seite des Staates, des Universitätsvermögens, der
-Stadtgemeinde, des Museumsvereines, der Gemeinnützigen Gesellschaft
-und mancher Freunde der Universität auf dem hohen Wall in der Nähe
-des Petersplatzes eine neue Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie
-gründete, in Erinnerung an die berühmten Basler Mathematiker
-_Bernoullianum_ nannte und im Jahre 1874 der Universität als Geschenk
-übergab; nahezu 90% der für Bau und Ausrüstung nöthigen Summe von
-ungefähr Fr. 410,000 sind auf Privatweg durch freiwilligen Opfersinn
-beigesteuert worden. Die physikalische Anstalt nimmt nun die westliche
-Hälfte dieses Gebäudes ein. Sie hat zu ihrer Verfügung einen hellen
-trockenen Saal für die Instrumentensammlung, einen zweckmässigen
-Hörsaal für die Universitätsvorlesungen, ein praktisch eingerichtetes
-Laboratorium, in dem zeitweise vorgerücktere Praktikanten
-wissenschaftliche Forschungen machen und regelmässig die Uebungen der
-Studierenden der Medicin und der Naturwissenschaften abgehalten werden;
-ferner ein Zimmer und ein Laboratorium für den Professor der Physik,
-der zugleich Vorsteher der Anstalt ist, die nöthigen Lokalitäten
-für Aufstellung der galvanischen Batterie, photometrische Messungen
-und für Versuche, die grosse Höhe verlangen, einen Maschinenraum
-und eine mechanische Werkstätte, in welcher der Gehilfe die für
-Forschung und Demonstration nöthigen Konstruktionen und Reparaturen
-ausführen kann. Im ersten und zweiten Stock sind die Räumlichkeiten
-und Instrumente für die Meteorologie und die Astronomie; sie stehen
-mit der Physik unter der gleichen Direktion und werden seit einigen
-Jahren von Herrn Dr. _Albert Riggenbach_ besorgt, der freiwillig die
-Assistentenstelle für die beiden genannten Wissenschaften versieht.
-Ein grosser ungefähr 450 Personen fassender Hörsaal in der Mitte des
-Gebäudes eignet sich auch besonders zu physikalischen Demonstrationen
-und wird jeden Winter regelmässig bei öffentlichen populären Vorträgen
-zur Verbreitung physikalischer Kenntnisse in weiteren Kreisen
-benützt. In den verflossenen elf Jahren, während welcher die Physik
-im Bernoullianum haust, wurde manches zur Vervollkommnung gethan. Der
-Vorsteher war stets bestrebt, die Sammlung der Instrumente und die
-Einrichtungen für Demonstration und Forschung zu vervollständigen
-und, so weit es die sehr bescheidenen Mittel gestatteten, dem steten
-Fortschritt der Wissenschaft entsprechend den Bedürfnissen anzupassen;
-in dieser Hinsicht möchten wir besonders erwähnen die Aufstellung
-der astronomischen Instrumente im Jahre 1878, worauf die Akademische
-Gesellschaft etwas über Fr. 32,000 aus dem von ihr übernommenen
-Sternwartefond verwandte, und die Installation eines Gasmotors und
-einer Dynamomaschine mit den nöthigen Einrichtungen für Projektion mit
-elektrischem Licht im Jahre 1881, wozu der Ertrag besonderer Vorträge
-und freiwillige Gaben von Freunden der Wissenschaft die Mittel mit
-ungefähr Fr. 11,000 liefern mussten.
-
-Die Kosten für Laboratorium und Sammlung werden theils aus dem
-Staatskredit, theils aus Beiträgen der Akademischen Gesellschaft und
-des Museumsvereins, theils aus Geschenken verschiedener Freunde der
-Anstalt bestritten; in den verflossenen elf Jahren kamen ausser der
-auf Anschaffung der astronomischen Instrumente schon erwähnten Summe
-folgende Einnahmeposten der physikalischen Anstalt zu:
-
- vom Staate direkt Fr. 13,800.--
- von freiwilligen Gesellschaften » 10,572.--
- von Freunden » 19,826.--
-
-also durchschnittlich im Jahr Fr. 4000.--, wovon der Staat 31%,
-die freiwilligen Gesellschaften 24% und die Freunde 45% gaben; es
-wurden somit von den Ausgaben für die physikalische Anstalt mehr als
-zwei Drittel durch freiwillige Privatbeiträge gedeckt. Ausserdem
-sind, wie das Schenkbuch aufweist, noch manche verschiedene theils
-sehr werthvolle Apparate, wobei wir ganz besonders die von Herrn
-_Handmann-Howald_ sel. uns übergebenen elektrischen Instrumente
-erwähnen, so wie auch Präparate, Bücher, Photographieen und Zeichnungen
-von manchen Gönnern unserer Anstalt geschenkt worden.
-
-Nähere Auskunft über die Geschichte und Einrichtung der physikalischen
-Anstalt geben folgende Druckschriften:
-
- 1. Die Eröffnungsfeier des Bernoullianums in Basel am 2. Juni 1874
- mit der Festrede von Professor _Fritz Burckhardt_.
-
- 2. Bernoullianum, Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie an
- der Universität Basel. -- Beschreibung und Pläne herausgegeben
- von _Eduard Hagenbach_, Professor der Physik, _Julius Piccard_,
- Professor der Chemie und J.J. _Stehlin_, Architekt. Basel 1876.
-
- 3. Bericht über die Ausrüstung der astronomischen Anstalt von _Ed.
- Hagenbach_. Basel 1878.
-
-Jahresberichte über die physikalische Anstalt werden seit 1879 als
-Beilage zum Jahresbericht der Akademischen Gesellschaft gedruckt.
-
- Ed. Hagenbach-Bischoff.
-
-
-7. Chemische Anstalt.
-
-In den siebzehn ersten Jahren der Periode 1835-1885 ist die im vorigen
-Abschnitt skizzierte Geschichte der physikalischen Anstalt zugleich
-diejenige der Chemischen. Auch nach der im Jahr 1852 erfolgten Trennung
-der Lehrstühle für Physik und Chemie blieben beide Institute, sowohl
-im Falkensteiner Hof als im Museum und später im Bernoullianum neben
-einander, und theilten ein so ähnliches Schicksal, dass wir -- um
-bereits Gesagtes nicht zu wiederholen -- uns kurz fassen können.
-
-Der Glanzpunkt in der Geschichte der Anstalt fällt in die Zeit
-des Falkensteiner Hofes, wo, mit geringen Mitteln ausgeführt, die
-Epoche machenden Arbeiten von _Schönbein_ über das Ozon und die
-Schiessbaumwolle die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt auf
-Basel lenkten. Heute, nachdem die Zahl ähnlicher Fälle von Allotropie
-und salpetersauren organischen Verbindungen sich ausserordentlich
-vermehrt hat, ist man kaum noch im Stande, die Summe von Scharfsinn zu
-würdigen, welche solche Entdeckungen erforderten, und das Aufsehen zu
-begreifen, welches sie damals hervorriefen. Dass schon vor _Schönbein_
-ein explodierbares Nitroamylum bekannt war, und dass nicht Er, sondern
-Genfer Forscher die wahre Natur des Ozons erkannten, vermindert
-durchaus nicht sein hohes Verdienst.
-
-Durch seine geniale Persönlichkeit wirkte _Schönbein_ auch als Lehrer
-äusserst anregend; aber die Spezialität seines Forschungsgebietes, die
-Originalität seiner Untersuchungsmethoden, sein Bedürfniss als Pionier
-der Wissenschaft, frei und unabhängig seine eigenen ungebahnten Wege
-zu gehen, alles dies und wohl auch der Mangel au Platz brachten es
-mit sich, dass er nur wenige Bevorzugte in sein Laboratorium aufnahm
-und den praktischen Unterricht, namentlich in der Analyse und in der
-organischen Chemie, nie streng schulmässig betrieb. Es fehlte in Basel
-ein eigentliches Praktikantenlaboratorium im modernen Sinne. Und doch
-wurde der Mangel eines solchen immer fühlbarer.
-
-Die Erweiterung der medicinischen Fakultät, die Einführung des
-schweizerischen Konkordates für ärztliche Prüfungen, der enorme
-Aufschwung der organischen Chemie und der für Basel wichtigen
-Fabrikation künstlicher Farbstoffe, erforderten eine Berücksichtigung
-im chemischen Unterricht der philosophischen Fakultät. Dies war die
-nächste Aufgabe des nach dem Tode _Schönbeins_ (1868) als dessen
-Nachfolger (1869) berufenen Unterzeichneten; welcher Aufgabe, Dank
-der wohlwollenden Unterstützung von Behörden und Privaten, zum Theil
-schon im alten Lokal im Museum, besser im neuen Bernoullianum (1874)
-entsprochen werden konnte.
-
-Im neuen Gebäude erhielt die chemische Anstalt die östliche Hälfte
-mit Hörsaal, Vorbereitungszimmer, Sammlung, Arbeitszimmer und
-Privatlaboratorium des Vorstehers, analytisches und technisches
-Laboratorium für circa 25 Praktikanten, Wagen- und Bibliothekenzimmer,
-Werkstätte, Vorrathsräume, Keller und Hof. Während der daselbst
-verbrachten 23 Semester haben 414 Praktikanten (durchschnittlich 18
-Praktikanten ohne Lehrer und Assistenten) in 10-45 wöchentlichen
-Stunden regelmässig gearbeitet. Bei der im Sommer 1885 erreichten Zahl
-von 41 Praktikanten waren allerdings die Nachtheile einer Ueberfüllung
-stark zu spüren. Der Vorsteher wurde für die Vorlesungen und das
-Praktikum, ausser von einem Diener, von je einem oder zwei, im ganzen
-acht verschiedenen Assistenten unterstützt, von denen drei habilitiert
-waren und in der Anstalt Spezialvorlesungen hielten.
-
-Von wissenschaftlichen Arbeiten, die aus dem Institut hervorgegangen
-sind, können summarisch erwähnt werden solche über Chrysin und
-Tectochrysin, Resorcin, Nitrokresole, Cantharidin und Orthoxylol,
-Protamin, Anthrachinon, chemisch-physikalische Versuche (_Piccard_ und
-Schüler); ferner zahlreiche Ergänzungen in den höheren Fettreihen,
-Dank einer verbesserten Methode der Destillation im luftleeren Raum
-(_Krafft_ und Schüler); Untersuchungen in der unteren Fettreihe
-(_Kahlbaum_); neuerdings die Entdeckung von mehrfachen Chinoylen und
-Hexaoxybenzol, aus Chinon sowohl, als bei der merkwürdigen Synthese
-aus Kohlenoxydkalium (_Nietzki_ und Schüler); und in anderen Gebieten
-von _Hagenbuch_, _Salomon_, _Fèvre_, _Beck_ und _Passavant_, _Andeer_
-u.s.w. Zahlreiche Arbeiten in der angewandten Chemie wurden endlich
-vom Unterzeichneten während einer provisorischen Amtsdauer als
-Kantonschemiker ausgeführt, wodurch die chemische Anstalt, soweit
-als möglich ohne Beeinträchtigung ihres akademischen Charakters,
-in beständiger Fühlung mit der Basler Bürgerschaft und der Basler
-Industrie geblieben ist.
-
-Die finanzielle Lage der Anstalt ist zwar im Vergleich mit ähnlichen
-Instituten scheinbar sehr bescheiden, indem wir gesetzlich vom
-Staate, ausser Assistenz, Bedienung, Heizung, Beleuchtung und
-baulicher Unterhaltung, bloss 3000 Fr. erhalten; aber allen wirklichen
-Bedürfnissen ist bisher auf die eine oder die andere Weise stets
-entsprochen worden. Von der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft, vom
-Museumsverein, von zahlreichen Freunden der Universität, von chemischen
-Fabrikanten, von Sanitätsbehörden für hygienische Untersuchungen
-u.s.w. hat die chemische Anstalt in den elf Jahren an Geld- und
-Naturalbeiträgen über 20,000 Fr. empfangen, also circa ⅖ der gesammten
-Laboratoriumseinnahmen. Wir haben die auf lange Erfahrung gegründete
-Ueberzeugung, dass, so lange die Anstalt ihrem wissenschaftlichen und
-praktischen Zweck entspricht, sie nicht Noth leiden wird.
-
- Jules Piccard.
-
-
-8. Botanische Anstalt.
-
-Die Geschichte der botanischen Anstalt reicht zurück bis zum Jahre
-1588, als beim unteren Collegium ein kleiner botanischer Garten
-angelegt wurde.
-
-Etwas über hundert Jahre später, 1692, gründete man beim Spital auf
-einem grösseren, etwa zwei Juchart umfassenden Areal einen neuen
-Garten, welcher der Pflege wissenschaftlich und medicinisch wichtiger
-Pflanzen gewidmet war. Um die Erweiterung und den Ausbau dieser Anstalt
-machte sich besonders _Werner de Lachenal_ verdient. Im Bunde mit den
-Behörden und durch Aufwendung beträchtlicher eigener Mittel gelang es
-ihm, um 1777 eine ordentliche Professor-Wohnung zu erstellen, und die
-Sammlungen der Anstalt, besonders die Bibliothek, nach und nach zu
-erweitern.
-
-Als jedoch im vierten Decennium unsres Jahrhunderts das neue Spital
-erbaut wurde, ergab sich die Notwendigkeit, auch das Areal des
-botanischen Gartens mit der neuen Anstalt zu vereinigen. In Folge
-dessen kam zwischen der Erziehungsbehörde und dem Stadtrathe ein
-Vertrag zu Stande, in welchem die Verlegung des botanischen Gartens
-beschlossen wurde. Dieser Vertrag erhielt am 7. August 1838 die
-Genehmigung des Grossen Rathes und wurde in den Jahren 1838-1842 zur
-Ausführung gebracht.
-
-Die neue botanische Anstalt wurde vor das Aeschenthor verlegt (jetzt
-St. Jacobstrasse 6). Um das Areal zu beschaffen, kaufte löbl.
-Spitalpflegamt das Schneider'sche Gut an, das an Flächeninhalt ungefähr
-3 Juchart und 218 Ruthen betrug. Durch weiteren Ankauf Seitens löbl.
-Akademischer Gesellschaft wurde dieser Raum soweit vermehrt, dass
-das ganze Grundstück fast 4 Juchart umfasste. Auf diesem Gebiet fand
-unter Professor _Meissner_ die Neugründung der Anstalt statt. Die
-äussere Gestalt, welche dieselbe dabei erhielt, war diejenige, welche
-sie bis heute behalten hat; der ganze Entwicklungsprozess aber fällt
-nach Obigem in denjenigen engeren Zeitraum, welchen diese Geschichte
-behandelt.
-
-Wie die ältere, so zerfiel auch die neue Anstalt in zwei Theile, das
-Institut im engeren Sinne nebst der Professor-Wohnung und den Garten
-mit den Gewächshäusern.
-
-Was zunächst den Garten anbelangt, so wurde als Eintheilungsprincip das
-de Candolle'sche System zu Grunde gelegt und die annuellen Gewächse,
-Stauden und Sträucher nach dem früher gebräuchlichen Verfahren auf
-parallele Beete gepflanzt. Daneben wurde ein besonderes Quartier für
-offizinelle Gewächse bestimmt. -- Durch die vereinte Thätigkeit der
-hohen Regierung, des löbl. Stadtrathes, der löbl. Gemeinnützigen
-Gesellschaft, sowie einer zu dem Zweck veranstalteten Subskription
-gelang es, ein geräumiges, aus drei Abtheilungen, Kalt-, Temperirt-
-und Warmhaus bestehendes Gewächshaus zu erstellen, dem sich in der
-Folge ein Vermehrungs- und ein kleineres Haus zur Aufbewahrung von
-Kalthauspflanzen anschloss.
-
-Als sich in der Folge das aus Holz erstellte grosse Gewächshaus
-als unzulänglich erwies, wurde es im Jahre 1862 durch ein neues,
-geräumigeres und aus Eisen konstruiertes ersetzt, zu dessen Bau die
-hohe Regierung Fr. 25,000 und der Reservefond der Universität Fr.
-10,000 beitrug. Im Jahre 1865 wurde auf dem Areal des botanischen
-Gartens ein Polizeiposten und in Verbindung damit eine Gärtnerwohnung
-erbaut und endlich im Jahre 1881 an Stelle des alten, baufällig
-gewordenen Vermehrungshauses ein neues, aus Eisen gefertigtes
-errichtet, das sich in jeder Richtung als zweckmässig erwiesen hat.
-
-Damit gelangen wir zur Besprechung des Instituts. Ursprünglich war
-dasselbe, vom Unterrichtszwecke abgesehen, wesentlich systematischen
-Aufgaben gewidmet; die verfügbaren Räume dienten lediglich zur
-Aufstellung der Herbarien und der Bibliothek. Im Laufe der Zeit
-machte sich jedoch mehr und mehr das Bedürfniss geltend, auch der
-anatomisch-physiologischen Richtung in der Wissenschaft Rechnung zu
-tragen. Nachdem schon Professor _Schwendener_ in diesem Sinne die
-ersten Schritte gethan hatte, wurden seinem Nachfolger Professor
-_Pfeffer_ die Mittel zur Einrichtung eines eigentlichen kleinen
-Laboratoriums bewilligt und zur Unterhaltung und weiteren Ausbildung
-desselben von löbl. Akademischer Gesellschaft ein jährlicher Beitrag
-von Fr. 500 ausgesetzt. Mit Hilfe dieser Mittel wurden im Laufe der
-letzten Jahre nach und nach die ersten und notwendigsten Apparate
-herbeigeschafft, welche zur Ausführung der einfacheren physiologischen
-Versuche erforderlich sind. Um endlich dem Bedürfniss nach einigen
-grösseren Instrumenten und Apparaten, vor allem nach einem den heutigen
-Anforderungen entsprechenden, vollständigen Mikroskope, zu genügen,
-wurde im verflossenen Jahre von hoher Regierung und löbl. Akademischer
-Gesellschaft ein Extrakredit von Fr. 2,500 bewilligt.
-
-Wir dürfen diese Zeilen mit dem Bemerken schliessen, dass die
-botanische Anstalt in lebendiger Entwicklung begriffen ist. Möge
-sie trotz ihres Alters immer jung bleiben, wie der Gegenstand ihres
-Studiums, die immer sich neu verjüngende Pflanzenwelt.
-
- H. Vöchting.
-
-
-9. Normal-anatomische Anstalt.
-
-Im Sommersemester 1885 wurde diese Anstalt aus dem Collegienhaus am
-Rheinsprung in das neuerbaute Vesalianum auf dem Werkhof-Areal verlegt
-und theilt sich mit der physiologischen Anstalt in die Räume des
-Erdgeschosses und des Souterrains.
-
-Ueber die Vergangenheit der Anstalt berichtete jüngst in vortrefflicher
-Weise Herr Prof. _Wilhelm His_, der Direktor des anatomischen
-Institutes in Leipzig. In der Gedenkschrift zur Eröffnung des
-Vesalianum (Leipzig 1885) ist »die Geschichte des anatomischen
-Unterrichtes in Basel« von ihm niedergelegt und gerade jene Periode
-ausführlich behandelt worden, welche die letzten sechzig Jahre umfasst.
-_His_ vermochte am besten diesen Theil der Vergangenheit darzustellen,
-weil er vom Jahre 1857-72 als Lehrer an der Universität gewirkt und
-als geborener Basler während seiner Gymnasial- und Universitätsstudien
-die ganze Reihe derjenigen Lehrer persönlich gekannt hat, welche von
-_C.G. Jung_ angefangen die vereinigte anatomisch-physiologische Anstalt
-geleitet haben. Seit der Berufung des Prof. _W. His_ als Professor
-der Anatomie nach Leipzig ist die Anatomische Anstalt, wie an anderen
-Universitäten, unter einen selbstständigen Vorsteher gestellt. Die
-beträchtliche Steigerung des Besuches der Universitäten in den letzten
-zehn Jahren hat sich auch auf die Universität Basel und ganz besonders
-auf die medicinische Fakultät erstreckt. Bei dem Fach der Anatomie
-macht sich ebenso, wie bei dem Besuch der klinischen Fächer, jede
-vermehrte Frequenz doppelt fühlbar. Die Präparierübungen werden nämlich
-von jedem Mediciner durch zwei Wintersemester hindurch besucht. So
-kommt es, dass bei hundert Medicinern, welche sich auf vier Jahrgänge
-vertheilen, die Zahl der Präparanten bis auf fünfzig steigen kann.
-Bei solcher Frequenz waren die Räumlichkeiten in dem Collegienhaus
-am Rheinsprung, welche kaum für zwanzig Präparanten dürftigen Platz
-boten, durchaus ungenügend geworden, und die hohen Behörden gingen
-in Verbindung mit der Akademischen Gesellschaft daran, für Anatomie
-und Physiologie ein neues Gebäude zu errichten. (Genaueres über die
-Entstehungsgeschichte siehe in dem Bericht über die physiologische
-Anstalt).
-
-In dem Neubau des Vesalianums ist die Anatomie in dem Erdgeschoss
-untergebracht. Bei der Berechnung des für ein anatomisches Institut
-in Basel nothwendigen Raumes wurde eine Frequenz der Anstalt von 60
-Präparanten vorausgesetzt. (Im Winter 1884/85 hatten 56 Mediciner an
-den Präparierübungen Theil genommen.) So enthält denn der Präpariersaal
-am Westende des Gebäudes mit einer Fläche von 154 Quadratmeter für
-jeden Arbeiter 2½ Quadratmeter. Dazu kommt noch in unmittelbarer Nähe
-des Seciersaales eine Garderobe.
-
-Der Hörsaal befindet sich in dem Centrum des Gebäudes, liegt nach
-Norden; die Sitzbänke sind nicht amphitheatralisch, sondern senkrecht
-zu drei grossen Fenstern gestellt, welche den Raum mit einem
-einheitlichen Licht erfüllen. An ihn schliesst sich als nothwendige
-Ergänzung ein Saal für anatomische und mikroskopische Demonstrationen,
-welche in dem Hörsaal aus besonderen Gründen nicht stattfinden können,
-unmittelbar an. Der Demonstrationssaal enthält eine Handsammlung für
-die Studierenden der Medicin, welche in der Anstalt arbeiten. Sie
-steht ebenso wie der Saal und ein daselbst befindliches Mikroskop zu
-freier Verfügung. Auch der Präpariersaal enthält eine grosse Anzahl
-von Präparaten, welche der freien Benutzung bei den Präparierübungen
-zugänglich sind.
-
-Eine andere Abtheilung des Erdgeschosses, welche ebenso wie der
-Hör- und der Demonstrationssaal nach Norden liegt, umfasst die
-Sammlungsräume mit einer Bodenfläche von 111 Quadratmetern.
-
-Die Arbeitszimmer liegen der Südfront entlang, soweit dieselbe nicht
-von dem Präpariersaal, der Garderobe, einer kleinen Treppe und dem
-hellen, geräumigen Stiegenhaus eingenommen wird. Das Souterrain ist zur
-Hälfte der anatomischen Anstalt zugetheilt, ebenso wie ein Theil des
-Speichers.
-
-Die anatomische Sammlung ist in drei Abtheilungen gegliedert.
-
-Die erste Abtheilung umfasst die systematische Anatomie, und zwar mit
-der bekannten Gliederung in Präparate für die Knochen- und Bänderlehre,
-die Eingeweidelehre und die Sinnesorgane, die Gefässlehre, die
-Nervenlehre.
-
-Die zweite Abtheilung umfasst die Rassenanatomie; sie ist in
-dem breiten Korridor des neuen Gebäudes in den besonders für
-Rassenschädel konstruierten Schränken aufgestellt. Was in dieser
-Abtheilung von den Herren _His_ und _Rütimeyer_ gesammelt wurde,
-ist durch die Veröffentlichung eines Werkes, betitelt »Crania
-helvetica«, in 4º, Basel 1864, auf die Höhe eines wissenschaftlichen
-Vergleichungsmateriales gehoben worden. Keine Universität der Schweiz
-besitzt eine so ausgedehnte Sammlung schweizerischer Schädel. Die
-Schädel der historischen Bevölkerung sind zahlreich vertreten, aber
-auch die prähistorische Bevölkerung. Aus der burgundischen und
-helvetischen Periode und aus der Periode der Pfahlbauten besitzen wir
-manches werthvolle Objekt.
-
-Die dritte Abtheilung umfasst die embryologische Sammlung, und
-besteht aus einer grossen Zahl vortrefflicher Wachspräparate, welche
-wir, abgesehen von den Weingeistpräparaten, zum überwiegenden Theile
-schenkungsweise von Herrn Prof. _His_ erhalten haben. Sie entstammen
-seinen wichtigen Arbeiten über die Entwicklungsgeschichte des Menschen,
-des Hühnchens und des Lachses.
-
-Eine vierte Abtheilung umfasst die mikroskopischen Präparate. Diese
-Sammlung ist in einem der nach Süden gelegenen Zimmer aufgestellt.
-
-Als höchst interessante Reliquien für die Geschichte des anatomischen
-Unterrichts sind zu verzeichnen:
-
-1) ein weibliches Skelett, von _Felix Plater_
-
-2) ein männliches Skelett, von _Vesal_ hergestellt.
-
-Ueber das letztere siehe die oben citierte Abhandlung von _W. His_, S.
-3.
-
-Diese beiden Skelette sind wohl die ältesten Knochenpräparate, welche
-in irgend einer anatomischen Sammlung existieren.
-
-Die anatomische Sammlung ist für 16,000 Franken versichert.
-
-An der Anstalt wirken zur Zeit, abgesehen von dem Vorsteher, noch ein
-Prosektor, Herr Dr.med. _Gottschau_ aus Berlin, und ein Assistent,
-stud. med. _VonderMühll_ aus Basel. Der Abwart der Anstalt hat im
-Erdgeschoss eine Werkstätte und im Souterrain eine mit Berücksichtigung
-aller sanitären Maassregeln erstellte Wohnung.
-
-Die Länge des stattlichen Gebäudes beträgt 55.43 Meter -- die Breite in
-dem Mittelbau 24.20 Meter. Die Westfront trägt in vergoldeten Lettern
-den Namen »_Vesalianum._«
-
- J. Kollmann.
-
-
-10. Vergleichend-anatomische Anstalt.
-
-Da erst vor kurzem, bei Ablauf von fünfundzwanzig Jahren seit
-Uebertragung der Leitung der vergleichend-anatomischen Sammlung an den
-Unterzeichneten, der Jahresbericht von 1880 einen Ueberblick über die
-allmählige Entwicklung derselben gegeben hat,[34] so kann sich der
-gegenwärtige Bericht hinsichtlich jener Periode kurz fassen.
-
-Ein Keim von Lehrmitteln für vergleichende Anatomie und Zoologie wurde
-zu Anfang der zwanziger Jahre, und zwar innerhalb des Rahmens der
-Sammlung für menschliche Anatomie zuerst angelegt auf Anregung von
-Professor _C.G. Jung_.[35] Die Hauptbestandteile derselben bildete
-ein von _Fr. Nusser_, dem Prosektor von Professor Jung, hergestellter
-Vorrath von Thierskeletten, hauptsächlich Säugethiere und Vögel.
-Allmählig kamen dazu allerlei Geschenke, namentlich osteologischer
-Natur, von dem Professor für Botanik und Zoologie, _K.Fr. Meissner_;
-ferner die vortreffliche Privatsammlung von Gehörpräparaten des
-1843 verstorbenen Dr.med. _Ed. Hagenbach_ als Geschenk von dessen
-Erben. Später eine von Herrn Prof. _Miescher-His_ angelegte und
-von ihm geschenkte, für die damalige Zeit schon ansehnliche
-Sammlung wirbelloser Meerthiere, hauptsächlich aus Neapel, und bald
-darauf, durch Ankauf, eine grössere, auch die Fische umfassende,
-die von dem Unterzeichneten in den Jahren 1851 und 1853 in Nizza
-und Palermo angelegt worden war, so wie allmählig eine Anzahl von
-vergleichend-anatomischen Präparaten, welche von den verschiedenen
-Inhabern des anatomisch-physiologischen Lehrstuhls, namentlich von
-Professor _Alex. Ecker_ und _C. Bruch_ herrührten.
-
-Bis zum Jahr 1855, wo zuerst (im October) ein besonderer Lehrstuhl für
-vergleichende Anatomie und Zoologie errichtet und dem Unterzeichneten
-anvertraut wurde, war dieser Vorrath an Lehrmitteln bereits auf circa
-1000 Nummern des Präparatenkataloges angestiegen. Untergebracht
-waren dieselben in dem kleineren der zwei im ersten Stock des
-unteren Collegiums der menschlichen Anatomie angewiesenen Säle;
-doch wurde bald nöthig, mit den grossen Skeletten in den Mittelraum
-auch des grösseren Saales überzugreifen. Auch für Anschaffungen und
-Präparation wurde die Sammlung anfänglich auf Aushilfe von Seiten
-der anatomisch-physiologischen Muttersammlung angewiesen, was bei
-den beschränkten eigenen Verhältnissen der letztern zu allerlei
-Misslichkeiten hätte führen können, wenn nicht bald, schon von 1857 an,
-die Berufung von Professor W. _His_ an den Lehrstuhl für menschliche
-Anatomie und Physiologie ein volles Einverständniss gesichert hätte.
-Immerhin betrug die Einnahme der Sammlung für vergleichende Anatomie
-im Jahr 1856 nur Fr. 155 und stieg auch in den folgenden Jahren
-nur langsam, sei es -- und vor allem auf Verwendung von Professor
-_Jung_, -- durch gelegentliche freiwillige Zuschüsse von Seite der
-medicinischen Fakultät, sei es durch ähnliche freiwillige Unterstützung
-von manchen Freunden der rasch anwachsenden Sammlung, unter welchen an
-Verstorbenen namentlich Prof. K. Fr. _Meissner_ und C. _Streckeisen_
-dankbare Erinnerung verdienen.
-
-Ueber die allmählige Weitergestaltung giebt etwas einlässlichere
-Auskunft der Regenzbericht für 1865. Die Sammlung gliederte sich
-nach und nach in drei verschiedenartige Abtheilungen: eine für
-vergleichende Anatomie, eine für Zoologie, soweit solche noch nicht
-im naturhistorischen Museum Pflege finden konnte, nämlich für
-wirbellose Thiere und für Fische und Reptilien in Weingeist, und eine
-dritte ausschliesslich aus Geschenken entstandene für Palæontologie,
-vorwiegend bestehend aus Thierresten von prähistorischen Fundstellen,
-wie Pfahlbauten, Knochenhöhlen u.s.w. bis in die jüngere Tertiärzeit,
-letztere hauptsächlich vertreten durch Gipsabgüsse nach den
-Originalsammlungen des Auslandes, namentlich Frankreichs und einer
-grossen Anzahl von Museen Italiens.
-
-Eine wesentliche Förderung wurde der Sammlung zu Theil durch das
-Universitätsgesetz vom Januar 1866, das ihr in Bezug auf Einnahme
-und Haushalt Selbstständigkeit und einen Jahreskredit von Fr. 1000
-nebst Fr. 300 für Bedienung gewährte, wobei indess die freiwilligen
-Beiträge nicht ausblieben und namentlich auch die medicinische Fakultät
-Jahre lang fortfuhr, ihre Examengebühren vorwiegend dieser Sammlung
-zuzuwenden. Wie denn auch der Kreis von Freunden von befreundeten
-Anstalten im In- und Ausland und namentlich von Schülern, die aus dem
-Ausland oft höchst werthvolle Beiträge an Naturalien, heimsandten,
-sich immer mehr vergrössert hatte. An besonders ansehnlichen Beiträgen
-aus früheren Jahren nennen wir die Skelettsammlung von Professor J.
-J. _Mieg_, die nach dessen Tod im Jahre 1870 der Anatomie so gut als
-geschenkweise zufiel, die Jahre lang wiederholten Zusendungen von Dr.
-_Karl Dieterich_ aus Michigan, diejenige von _Ed. Spitteler_ in Ceylon,
-von Dr. _Zahnd_ im Capland, und vor allem die von 1863-78 fast jedes
-Jahr sich wiederholenden höchst werthvollen Geschenke von Dr. _Gustav
-Bernoulli_ in Guatemala.[36]
-
-Alles das nöthigte zu immer grösserer räumlicher Ausdehnung. Schon
-1864 war dem dringendsten Bedarf Rechnung getragen worden durch
-Glasschränke im Mittelraum des Saales; aber auch von dem Areal für
-menschliche Anatomie musste immer ausgiebigerer Gebrauch gemacht
-und dessen Mittelraum und Decke gefüllt werden; und von 1877 musste
-man unter Entgegenkommen des Professors der pathologischen Anatomie
-auch in dessen Sammlungssaal, ein Stockwerk höher, eindringen, wobei
-gleichzeitig Manches an die mittlerweile entstandene Reptiliensammlung
-des Museums, und auch die Gipsabgüsse tertiärer Säugethiere der
-daselbst entstandenen besondern Sammlung abgegeben wurden.
-
-Vom Jahr 1877 an bis auf 1885 fügte dann die Akademische Gesellschaft
-zu den genannten Hilfsmitteln aus dem Kirchen- und Schulgut einen
-jährlichen Zuschuss von Fr. 500, der namentlich erlaubt hat, dem bei
-derartiger Zunahme an Inhalt und Ausdehnung immer drückenderen Bedarf
-an regelmässiger Aushilfe für Bedienung zu begegnen, die bisher oft
-unzureichend, oft ganz ausbleibend durch Studierende besorgt worden
-war; immerhin verpflichtet auch hier, so gut wie bei Geschenken,
-Dankbarkeit, aus älterer Zeit namentlich der treuen und hingebenden
-Arbeit der Herren Stud. _Kossakowsky_ und _Tachella_ zu gedenken.
-
-Die Errichtung einer besondern pathologisch-anatomischen Anstalt
-eröffnete uns endlich im Jahr 1881 deren schon theilweise besetzten
-Saal vollständig. Trotz der Verdoppelung des Raumes füllte sich indess
-derselbe sofort so, dass nirgends merkliche Lücken entstanden und
-nicht ersichtlich war, wie der frühere Zustand wieder hergestellt
-werden könnte. Dasselbe lässt sich sagen von der in das gegenwärtige
-Jahr fallenden schliesslichen Besitznahme auch des Überrestes der
-Räumlichkeiten für menschliche Anatomie in Folge der Errichtung des
-Vesalianums.
-
-Erst hierdurch ist die vergleichend-anatomische Sammlung, freilich
-immer noch zum Theil in Räumlichkeiten, über deren Ungunst die
-Berichte an die Regenz seit Jahrzehnten Klage führten, völlig
-unabhängig geworden (mit einem Kredit von Fr. 2100 für die Sammlung
-und für Assistenz und wie bisher Fr. 900 für den im Hause wohnenden
-Anatomie-Diener). Sie hat auch das frühere Areal der menschlichen und
-der pathologisch-anatomischen Sammlungen völlig besetzt und ist eine
-besondere Lernsammlung zum Privatstudium der Studierenden in dem alten
-Seciersaal eingerichtet, während der sogenannte neue Seciersaal bereits
-in diesem Sommer im Anschluss an die Vorlesungen zu Demonstrationen
-unter der Leitung des Assistenten, Herrn Cand. phil. _Leuthardt_,
-verwendet wurde.
-
-Über den Inhalt der Sammlung können Zahlen je länger je weniger
-richtigen Aufschluss geben. Einige Details gab der schon genannte von
-der Akademischen Gesellschaft veröffentlichte Bericht für 1880, den wir
-bis 1885 in folgender Weise ergänzen:
-
-Summa der Katalognummern etwa 5500, wovon über 3000 der
-vergleichend-anatomischen Abtheilung, nahezu 2000 der zoologischen und
-das Übrige, meist nicht einzelne Gegenstände, sondern ganze Reihen
-enthaltend, der palæontologischen zufallen. Für Spezielleres sind in
-der osteologischen Sammlung, die immer noch das Schwergewicht bildet,
-etwa 820 Spezies von Wirbelthieren vertreten:
-
- Spezies von
- -------------------|----------------
-
- Säugethieren Vögeln Reptilien Fischen
-
- durch ganze Skelette (nahezu 700) 180 127 94 71
- dazu durch Schädel (nahezu 1200) 206 83 30 33
- -----------------------------------
- 386 210 124 104 Summa 824.
-
-In Weingeist: Wirbellose Thiere 1040, Fische 440, Batrachier und
-Reptilien 350 Arten.
-
-Vergleichend-anatomische Objekte in Weingeist circa 600 Nummern.
-
-Wichtiger als diese Zahlen ist die Anerkennung, dass diese Hilfsmittel
-den Anforderungen des akademischen Unterrichts in einer Weise
-entsprechen, die während Jahrzehnten als unerreichbar erschien, und
-dass einzelne Abteilungen auch für Spezialstudien eine reiche Fülle
-bieten, die immer noch im Zunehmen begriffen ist durch fortdauernde
-Fürsorge aus allerlei Quellgebieten, worunter wir für die letzten
-Jahre besonders hervorheben die Zusendungen von Dr. _Gränicher_
-(Mittelmeerfauna), von Dr. C. _Passavant_ und Dr. E. _Mähly_ aus
-West-Afrika, von Dr. _Paul_ und _Friedrich Sarasin_ aus Ceylon.
-
-Am Schlusse einer Darstellung, die durch das viele Erfreuliche, das
-sie zu melden erlaubt, die Schattenseiten des Rückblickes, die in den
-jährlichen amtlichen Berichten häufigen Ausdruck fanden, zu übersehen
-verpflichtet, mag es billig sein, beizufügen, dass durch die letzten
-Veränderungen endlich auch -- nach dreissig Jahren allerdings etwas
-spät -- vielleicht der empfindlichste Übelstand, das Fehlen eines
-besondern Lokales für die Vorlesungen, die Tag für Tag an einen grossen
-Vorrath von Lehrmaterial gebunden sind, beseitigt werden konnte.
-
- L. Rütimeyer.
-
-
-11. Physiologische Anstalt.
-
-Seit der Rekonstruktion der medicinischen Fakultät in den zwanziger
-Jahren dieses Jahrhunderts trat die Physiologie als besonderes Lehrfach
-auf, anfangs (unter den Herren Fr. _Meissner_ und Fr. _Miescher_,
-Vater) mit der vergleichenden Anatomie und der allgemeinen Pathologie
-einem Professor zugewiesen, später, nach Prof. _Jung's_ Übertritt zur
-praktischen Medicin, mit der deskriptiven Anatomie vereinigt (unter
-den HH. A. _Ecker_, C. _Bruch_, G. _Meissner_, W. _His_). Seit Anfang
-der fünfziger Jahre entstand allmählig durch Anschaffungen aus dem
-für anatomische und physiologische Lehrmittel bewilligten Kredit der
-Grundstock einer Sammlung von Instrumenten für physiologische Versuche
-und Demonstrationen, als deren älteste, werthvolle Stücke hervorzuheben
-sind ein Ludwig'sches Kynographion von Keinath aus dem Jahre 1854,
-mehrere Apparate nach Vierordt zur Physiologie des Kreislaufs von
-ebendemselben 1855 und 56, sowie ein Dubois'scher Multiplikator von
-Sauerwald von 1859. Besondere Lokalien für physiologische Zwecke waren,
-mit Ausnahme eines Hörsaals, keine reserviert.
-
-Bei Anlass der Wegberufung von Herrn Prof. W. _His_ wurde durch
-Grossrathsbeschluss vom 24. Februar 1873 eine besondere ordentliche
-Professur für Physiologie geschaffen und derselben für die Bedürfnisse
-des physiologischen Unterrichts ein jährlicher Kredit von Fr. 1500 aus
-Staatsmitteln zugewiesen; ausserdem wurde die Stelle eines zweiten
-Abwarts (mit Fr. 1500 Gehalt) kreiert, welchem die Bedienung der
-Professoren der Physiologie und der pathologischen Anatomie übertragen
-wurde. Der hiemit neu begründeten physiologischen Anstalt wurden
-als Räumlichkeiten zugewiesen: ein Hörsaal und ein Arbeitszimmer im
-südöstlichen Flügel des Universitätsgebäudes, vom Rheinsprung aus
-Parterre, mit besonderem Eingange, beide Räume seit 1866 von Herrn
-Prof. _His_ benützt; ferner Thierställe, sowie ein Aquarium in dem
-Hofraum neben dem Leichenkeller. Später wurde vom Baudepartement noch
-die Einrichtung einer kleinen Werkstätte im Holzschuppen neben dem
-Hofthor bewilligt. Die Verbindung zwischen den oberen und unteren
-Lokalien war theilweise durch eine Leiter hergestellt.
-
-Unter den so geschaffenen Verhältnissen konnte während des Zeitraums
-von 1872-85 mit Hilfe des bewilligten Kredites (zu welchem 1875 auch
-die Akademische Gesellschaft einen Extrazuschuss gewährte) der Bestand
-der physiologischen Sammlung ein erfreuliches Wachsthum aufweisen, so
-dass die behufs Feuerversicherung im April 1884 aufgenommene Schätzung
-einen Werth von Fr. 16,000 ergab. Die eigentliche Anstaltsthätigkeit
-war dagegen, sowohl was den Unterricht als was die Forschung betrifft,
-in hohem Grade durch Raummangel gehemmt, obwohl auch der Korridor
-mit Utensilien angefüllt und jeder verfügbare Raum aufs Aeusserste
-ausgenützt wurde.
-
-Um den oben geschilderten Uebelständen, sowie auch dem Raummangel der
-anatomischen Anstalt abzuhelfen, wurde, nachdem in den Jahren 1881 und
-1882 seitens der hohen Behörden mehrere Gutachten von der medicinischen
-Fakultät über diese Angelegenheit eingeholt worden waren, die
-Errichtung eines Neubaues für Anatomie und Physiologie auf dem Areal
-des Werkhofes in Aussicht genommen, wozu die Akademische Gesellschaft
-in einer Uebereinkunft mit dem Staat vom 20. September 1882 sich
-bereit erklärte, die Hälfte der veranschlagten Baukosten bis auf die
-Summe von Fr. 160,000 beizutragen. Nachdem letztgenannte Uebereinkunft
-von dem Plenum der Akademischen Gesellschaft ratifiziert war und
-den 29. Januar 1883 auf Grund dieses Vertrages das ganze Projekt,
-sowie die von Herrn Reber ausgearbeiteten Pläne die Genehmigung des
-Grossen Rathes erhalten hatten, wurde im Frühjahr 1883 der Bau unter
-Leitung von Herrn P. _Reber_ begonnen, noch im Spätherbst desselben
-Jahres unter Dach gebracht, und nachdem über dem innern Ausbau und
-den Einrichtungsarbeiten noch das Jahr 1884 verstrichen war, mit dem
-Beginn des Sommersemesters 1885 für den Unterricht eröffnet. Zu Ehren
-des grossen Neubegründers der menschlichen Anatomie, der 1542/43 auch
-in Basel wirkte, _Andreas Vesalius_, erhielt der Neubau den Namen
-»Vesalianum«.
-
-Von den Räumen des Vesalianums sind hinwiederum der physiologischen
-Anstalt zugetheilt: das ganze erste (obere) Stockwerk mit Ausnahme
-eines Hörsaales nebst Wartezimmer für Privatdocenten verschiedener
-medicinischer Fächer; ferner die Räume der Dachetage mit Ausnahme einer
-Kammer, eines kleinen Zimmers nach Süden für mikrophotographische
-Arbeiten, sowie eines Theiles des Dachbodens im Westanbau, welche
-Lokalien der anatomischen Anstalt zugewiesen sind; in die Räume des
-hellen und luftigen Souterrains theilen sich, soweit sie nicht durch
-die Heizungsanlagen in Beschlag genommen sind, die anatomische und die
-physiologische Anstalt, welche letztere daselbst ihre Behälter für
-Thiere, ihre Vorräthe von Chemikalien und andere Utensilien unterbringt.
-
-Die Hauptetage enthält die nöthigen Räume und Einrichtungen, um neben
-den theoretischen und experimentellen Vorlesungen in den verschiedenen
-Richtungen der physiologischen Wissenschaft selbstständig zu arbeiten
-und Schüler praktisch zu unterrichten: einen Hörsaal für circa fünfzig
-Zuhörer, dazu ein Vorbereitungszimmer, worin auch die physiologische
-Sammlung aufgestellt ist; ein grösseres und ein kleineres
-Laboratorium für physiologisch-chemische Arbeiten, mit zusammen
-zwanzig Arbeitsplätzen; ein kleines Zimmer für Elementaranalysen, ein
-Waagezimmer, ein Zimmer für physikalisch-chemische Untersuchungen,
-Privatlaboratorium und Bureau des Professors, ein Zimmer für
-mikroskopische Arbeiten, einen grösseren Raum für Experimente,
-einen Raum für Gasanalysen, zwei Arbeitsräume, welche für
-physikalisch-physiologische Untersuchungen bestimmt sind, eine
-Werkstätte für den Abwart.
-
-Um den vermehrten Bedürfnissen der so bedeutend erweiterten
-physiologischen Anstalt Rechnung zu tragen, wurde durch
-Grossrathsbeschluss vom 16. März 1885 für die erste instrumentale
-Ausrüstung ein Kredit von Fr. 5,000 bewilligt und der regelmässige
-jährliche Staatsbeitrag von Fr. 1,500 auf Fr. 2,000 erhöht; ausserdem
-wurde für einen Assistenten ein jährlicher Beitrag von Fr. 1,500
-ausgesetzt. Der Abwart bezieht den bisherigen Gehalt von Fr. 1,500 bei
-freier Wohnung im Dachgeschoss.
-
- Friedrich Miescher-Rüsch.
-
-
-12. Pathologisch-anatomische Anstalt.
-
-Die pathologische Anatomie ist an hiesiger Universität seit 1850 durch
-eine eigene Professur vertreten. Doch war schon früher dieses Fach
-von Lehrern der medicinischen Fakultät berücksichtigt worden. Wir
-besitzen noch heute einige von _Felix Plater_ herrührende Präparate;
-der wichtigste Theil des Grundstockes der pathologisch-anatomischen
-Sammlung entspringt der vielseitigen Thätigkeit von _C.G. Jung_.
-Unter anderm bewahren wir das Präparat einer von _Jung_ ausgeführten
-Ovariotomie auf, als Erinnerung an die erste in der Schweiz ausgeführte
-Operation dieser Art.
-
-Seit Uebernahme der Professur durch Herrn _Miescher_ (Vater)
-hat regelmässiger Unterricht in der pathologischen Anatomie und
-fortwährende Vermehrung der Sammlung stattgefunden. Für Beides ist auch
-durch den Verstorbenen _C.E.E. Hoffmann_ Vieles geschehen.
-
-Sowohl das Wachsthum der Sammlung, als die seit Ende der sechziger
-Jahre steigende Zahl der Medicin-Studierenden liessen den Mangel an
-Raum im Universitätsgebäude immer fühlbarer hervortraten. Nachdem
-schon seit 1872 auf Abhilfe gesonnen worden war, gelang es 1879 durch
-das Zusammenwirken der Akademischen Gesellschaft, des Pflegamtes des
-Spitals und des Staates einen Ausweg zu finden. Durch Vertrag vom 10.
-März 1879 wurde die Erstellung eines den Zwecken der pathologischen
-Anatomie dienenden Gebäudes beschlossen. Die Akademische Gesellschaft
-leistete an die Kosten Fr. 85,000, das Spital Fr. 30,000. Letzteres
-gab zugleich das nothwendige Areal; der Staat übernahm Fr. 18,000 für
-Ausrüstung der Anstalt. Das Gebäude wurde 1880 beendigt und im Herbst
-desselben Jahres bezogen.
-
-Die Lage des Gebäudes im Garten der Spitals entspricht dem Zweck
-der Anstalt. In dem einstöckigen Mittelbau finden sich oben Hörsaal
-und Sammlungsräume, unten die Arbeitszimmer für Studierende und
-den Professor. Der eine Parterreflügel enthält einen Saal zum
-Mikroskopieren, der andre zwei Sektionsräume. Das Souterrain besitzt
-Abteilungen für Leichen, Präparate, Brennmaterial u.s.w.
-
-Im Jahr 1881 hat der Staat den bisherigen Jahreskredit der Anstalt um
-Fr. 1,200 erhöht.
-
-So ist der pathologischen Anatomie eine gedeihliche Entwicklung
-gesichert worden. Der Unterricht zerfällt in Vorlesungen und in
-praktische Uebungen der Studierenden; für beides liefert die Sammlung
-Objekte zur Demonstration. Ausser den Sektionen des Spitals werden
-die des Kinderspitals und bei eintretendem Bedürfniss auch solche für
-Privatärzte vorgenommen. Die Sammlungen werden stets vermehrt; sie
-erhalten alljährlich Beiträge von der chirurgischen und gynäkologischen
-Klinik, sowie von hiesigen und auswärtigen Aerzten. Studierende
-und Aerzte finden in der Anstalt Gelegenheit, sich einlässlich mit
-pathologisch-anatomischen Untersuchungen zu befassen.
-
-Einige Zahlen mögen ein annäherndes Bild von dem Stande der
-pathologisch-anatomischen Anstalt geben. Von 1873-79 betrug die Zahl
-der Sektionen im jährlichen Durchschnitt 222, von 1880-84 309. Die
-Sammlung zählt jetzt 3517 Präparate, wovon 2662 in Spiritus, 855
-trocken aufbewahrt werden. Der jährliche Zuwachs seit 1873 beziffert
-sich durchschnittlich auf 150-180 Nummern. Grössere anatomische
-Arbeiten sind von jungen Aerzten unter Leitung des Vorstehers
-ausgeführt und durch den Druck veröffentlicht worden 1873-79 eine,
-1880-84 zehn.
-
- Moritz Roth.
-
-
-13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale.
-
-Eine reguläre medicinische Klinik nach dem Muster anderer
-Universitätskliniken existiert in Basel erst seit dem Jahre 1865,
-wenn auch schon früher von Herrn Professor Dr. _Jung_ sel., gewesenem
-Oberarzte der medicinischen Abtheilung des Bürgerspitals, wohl während
-der Morgenvisite im Krankenhause gelegentlich klinischer Unterricht
-ertheilt worden ist. Die Einführung einer ständigen medicinischen
-Klinik, als integrirenden Bestandtheils des medicinischen Unterrichtes
-an hiesiger Universität, wurde im März 1865 durch Vereinbarung zwischen
-der Staatsbehörde und Spitalbehörde beschlossen, der Beschluss
-vom Grossen Rathe nachträglich genehmigt und zu gleicher Zeit das
-neuzugründende Institut zur Beschaffung seiner Lehrbedürfnisse,
-insbesondere zur Ertheilung von Freibetten an geeignete Patienten, mit
-einem jährlichen Kredite versehen. Nachdem so eine medicinische Klinik
-im eigentlichen Wortsinne erst ermöglicht worden war und mit erfolgtem
-Ableben des Herrn Professor _Jung_ das Lehrfach der klinischen Medicin
-durch Berufung des Herrn Professor Dr. _Carl Liebermeister_ an hiesige
-Universität einen neuen geeigneten Vertreter erhalten hatte, begann die
-medicinische Klinik unter dessen Leitung zu Anfang des Wintersemesters
-1865/66 und ist sie seitdem permanent Universitätsattribut geblieben.
-Sie wird wöchentlich fünfmal (an den Wochentagen, mit Ausnahme des
-Donnerstags) Vormittags im Bürgerspitale abgehalten, anfänglich
-vor der chirurgischen Klinik von 9-10½ Uhr, später und zwar seit
-Sommersemester 1878 (inclus.) durch Austausch der Stunden erst nach
-dieser letzteren, nämlich von 10½-12 Uhr. Als Vorsteher der Klinik,
-und zugleich als ordentliche Professoren der speziellen Pathologie
-und Therapie an der Universität, fungierten bisher der schon genannte
-Professor Dr. _Liebermeister_ und, nach erfolgter Berufung desselben
-an die Universität Tübingen, seit Herbst 1871 der Unterzeichnete.
-Dem Chefarzte der Klinik standen ferner bisher jeweilen zwei jüngere
-absolvierte Aerzte als Assistenzärzte zur Seite, von denen der eine die
-männlichen, der andere die weiblichen Patienten unter sich hat. Die
-Amtsdauer derselben soll ordnungsgemäss je zwei Jahre betragen, hat
-aber in Wirklichkeit wiederholt mehr (bis zu vier Jahren), wiederholt
-auch weniger lange (nur ein Jahr) gewährt. Ausserdem besitzt sowohl
-die männliche wie die weibliche Abtheilung auch noch je einen aus
-der Zahl der Studierenden der Medicin und Klinicisten gewählten
-Hilfsassistenten, der auf die Dauer eines Semesters sich zum Dienst
-auf der betreffenden klinischen Abtheilung verpflichtet und dem die
-kleineren Obliegenheiten auf derselben unterstellt sind. Ausser der vom
-Chefarzt selbst gehaltenen medicinischen Klinik werden im Anschluss und
-zur Vorbereitung auf dieselbe den jüngeren und angehenden Klinicisten
-auch noch verschiedene diagnostische und propädeutische Kurse ertheilt.
-So findet namentlich in jedem Semester wenigstens ein (nach Bedürfniss
-gab es deren mitunter auch wohl zwei) theoretisch-praktischer Kursus
-in der physikalischen Diagnostik (Auskultation und Perkussion)
-wöchentlich in zwei Stunden Seitens des Einen der beiden Assistenzärzte
-statt, während dem Anderen die Abhaltung eines laryngoskopischen
-Kurses obliegt; ferner hält der Chefarzt selbst seit 1881 auch noch
-zum wenigsten in jedem Wintersemester einen zweistündigen Kurs
-über klinische Propädeutik, in welchem namentlich die methodische
-Krankenuntersuchung allseitig und zusammenfassend betrieben und
-damit der junge Mediciner direkt auf das Praktizieren in der Klinik
-vorbereitet wird.
-
-Die Frequenz der klinischen Zuhörer hat sich seit 1865 um ein
-Ansehnliches gehoben; während sie im ersten Semester des Bestehens
-der Klinik (Wintersemester 1865/66) nur 8 betrug, war sie beim Wegzug
-des Herrn Professor _Liebermeister_ im Sommersemester 1871 bereits
-auf 19 gestiegen. Im Sommersemester 1872 erreichte sie dann die Zahl
-von 24 ordentlich inskribierten Zuhörern; im Wintersemester 1878/79
-die von 36, und im Wintersemester 1880/81 ihr bisheriges Maximum
-mit 43 Inscribierten. In den letzten zwei Jahren bewegte sich die
-Frequenz anhaltend zwischen 30-40, sie betrug im Wintersemester
-1883/84 35, im Sommersemester 1884 37, im Wintersemester 1884/85 35
-und im Sommersemester 1885 endlich 33 Hörer. Ausser von Studierenden
-der Medicin und nicht immatrikulierten Zuhörern ist aber die Klinik
-seit ihrem Bestehen auch schon wiederholt von praktischen Aerzten,
-einheimischen wie fremden, theils vorübergehend, theils auch dauernder
-besucht worden.
-
-Die klinischen Patienten rekrutieren sich theils aus der städtischen
-Bevölkerung, die im Bürgerspitale ärztliche Hilfe sucht und Aufnahme
-findet; theils aus Fremden, denen vom Direktor der Klinik behufs
-Vorstellung und Besprechung derselben in der Klinik klinische
-Freibetten ertheilt werden. Von den gewöhnlichen Spitalpatienten aus
-der Stadt und nächsten Umgebung werden nur solche Fälle in der Klinik
-vorgestellt, an welche sich ein besonderes wissenschaftliches -- sei
-es pathologisches, sei es therapeutisches -- Interesse knüpft, und
-welche vom Direktor der Klinik deswegen als zur klinischen Besprechung
-tauglich befunden werden. Die Vorstellung der Kranken erfolgt ferner
-immer nur nach deren ausdrücklich eingeholter Einwilligung hierzu,
-und es haben Schwierigkeiten in dieser Beziehung seit Bestehen der
-Klinik nur sehr vereinzelt stattgefunden. Von kardinaler Wichtigkeit
-aber für die gedeihliche Entwicklung des klinischen Unterrichtes (auf
-dem Gebiete der innern Medicin, wie der Chirurgie und Geburtshilfe)
-ist jedenfalls das den Kliniken seit deren Begründung zugestandene
-Recht der Freibetten gewesen. Was speziell die medicinische Klinik
-anlangt, so steht es nach demselben dem internen Kliniker zu,
-gleichzeitig je bis zu zehn Patienten, völlig unabhängig von deren
-Heimatsverhältnissen und deren Zahlungsfähigkeit, lediglich zum Zwecke
-des Unterrichtes Aufnahme im Spitale zu gewähren, wenn deren Kranksein
-wissenschaftlich-fachliches Interesse darbietet. Die so aufgenommenen
-Kranken stellten nach und nach ein Hauptkontingent zur Klinik; sie
-zahlen, wenn sie bedürftig sind, nichts, oder andernfalls eine sehr
-ermässigte, tägliche Verpflegungstaxe, die gegenwärtig Fr. 1.50 pro Tag
-beträgt. Die Nachfrage nach diesen klinischen Freibetten ist anfänglich
-eine geringere, im weitem eine immer wachsende gewesen, und oft ist
-es in den letzten Jahren vorgekommen, dass Gesuche um Aufnahme in
-diese Freibetten abgewiesen werden mussten, weil es an dem überhaupt
-verfüglichen Raume fehlte, oder weil der betreffende Fall sich nicht
-zur Besprechung in der Klinik vorzugsweise eignete. So haben im Jahre
-1884 im Ganzen nur 52, im Jahre 1882 nur 56 Gesuche berücksichtigt
-werden können, während im dazwischenliegenden Jahre 1883 die Zahl der
-in Freibetten aufgenommenen Patienten 95 und im Jahr 1881 80 betragen
-hat.
-
-Aus vorstehendem Ueberblick über die Verhältnisse der medicinischen
-Klinik während der ersten zwanzig Jahre ihres Bestehens erhellt, dass
-die Entwicklung des Institutes in allen Hauptbeziehungen eine sehr
-glückliche genannt werden darf. Es fehlt ihm namentlich weder an einer
-ausreichenden Frequenz der Zuhörer, noch an dem nöthigen Lehrstoffe in
-Bezug auf klinisch-brauchbare Fälle. Zu wünschen wäre dagegen sehr,
-dass ihr für die grössere Zahl der Besucher auch ein grösserer und
-zweckmässig eingerichteter Hörsaal nach dem Muster anderer Kliniken im
-Spitale eingerichtet würde, und dass namentlich dem Kliniker und dessen
-Mitarbeitern daselbst etwelche passend gelegene und hinlänglich grosse
-Arbeitsräume zugewiesen würden, da es an solchen schon seit mehreren
-Jahren nahezu völlig gebricht, und die früher disponibeln Räume zu
-Krankenzimmern eingerichtet werden mussten. Es steht zu erwarten, dass
-diesen Uebelständen bei der bevorstehenden Verlegung des Irrenhauses
-Rechnung getragen werde, da andernfalls ein Hauptzweck der Klinik,
-wissenschaftliche Forschung zu fördern und überhaupt in strenger
-Methode zu ermöglichen, nur in der unvollkommensten Weise erfüllt
-werden könnte.
-
- Hermann Immermann.
-
-
-14. Chirurgische Klinik.
-
-Die chirurgische Klinik in Basel datiert vom Jahre 1865. Wohl hatten
-schon früher die Oberärzte des hiesigen Bürgerspitals die Befugniss,
-bei ihren Krankenbesuchen und bei Vornahme von Operationen Studierende
-der Medicin zuzuziehen; einen geordneten regelmässigen klinischen
-Unterricht gab es aber nicht und konnte es aus Mangel an den nöthigen
-Einrichtungen nicht geben. An die Einführung eines solchen konnte
-erst gedacht werden, als den 15. März 1865 durch einen Beschluss des
-Kleinen Rathes die letzten Hindernisse fielen, welche der Vollziehung
-der zwischen der Universitäts-Behörde und dem löblichen Spitalpflegamt
-getroffenen Vereinbarung entgegenstanden. Schon für das Sommersemester
-1865 wurde ein erster Anfang gemacht; doch fanden die angekündigten
-klinischen Vorträge wenig Berücksichtigung, weil der gleichzeitig neu
-organisierten medicinischen Klinik die entsprechende Leitung noch
-fehlte. Erst als durch Berufung von Herrn Professor _Liebermeister_
-für das folgende Wintersemester diesem Mangel abgeholfen war, konnte
-den 7. November 1865 vor 9 inskribierten Praktikanten und einer
-Anzahl hiesiger Aerzte die chirurgische Klinik in Basel als definitiv
-constituiert erklärt und eröffnet werden.
-
-Von diesem Tage an bis heute wurde dieselbe, mit nur zwei
-nennenswerthen Unterbrechungen während der Kriegsjahre 1866 und 1870,
-jeweilen in anderthalb Stunden Vormittags an fünf Wochentagen vom
-Unterzeichneten gehalten.
-
-Die schon erwähnte Uebereinkunft zwischen dem Regierungsrath und
-dem Stadtrath, welche im Jahre 1875 erneuert und erweitert wurde,
-beseitigte den Hauptübelstand früherer Zeit durch die Einführung
-der sogenannten Freibetten. Diese Einrichtung giebt dem klinischen
-Vorstand die Befugniss, »bis auf 10 Betten mit Kranken zu besetzen,
-welche nach seinem eigenen freien Ermessen, ohne Rücksicht auf Heimath,
-Zahlungsfähigkeit und sonstige Berechtigungsgründe aufzunehmen sind.«
-Da die gewöhnlichen Spitalkranken, ihrer Zahl und Beschaffenheit
-nach, in keiner Weise genügen konnten, um die nöthige Abwechslung
-in der Wahl der zum Unterricht zu verwendenden Krankheitsfälle
-zu ermöglichen, waren und sind diese Freibetten geradezu eine
-Lebensbedingung für die hiesige chirurgische Klinik, abgesehen davon,
-dass dieselben für viele arme, unglückliche Kranke der Stadt und der
-Umgebung eine grosse Wohlthat sind. Sobald daher durch den Ausbau
-des neuen Krankenhausflügels der Raum es erlaubte, wurde von der
-neuen Einrichtung ein im Laufe der Jahre immer steigender Gebrauch
-gemacht. Während in den ersten Jahren die Zahl der in die chirurgischen
-Freibetten aufgenommenen Kranken zwischen 40 und 60 schwankte, stieg
-sie später auf 100 bis 150. Im Ganzen sind während der letzten
-neunzehn Jahre 1854 Freibettpatienten, meist schwere und seltene
-Krankheitsfälle, zum Unterricht verwendet worden.
-
-Der jeweilige Assistenzarzt der Abtheilung war auch stets in der Klinik
-thätig und unterstützte den Vorstand bei den Demonstrationen und
-Operationen; ebenso hielt derselbe regelmässig einen praktischen Kurs
-in der Verband- und Instrumentenlehre.
-
-Die Frequenz des Besuchs von Seiten der Studierenden war von Anfang an
-eine stetig zunehmende. Während der ersten fünf Jahre war das Mittel
-per Semester 12 Zuhörer und Praktikanten; in den darauffolgenden fünf
-Jahren stieg dasselbe auf 22,3. In den letzten zehn Jahren betrug es
-30. Im Ganzen inskribierten sich während der verflossenen zwanzig Jahre
-946 Studierende.
-
-Da heutzutage von jedem jungen Arzt verlangt wird, dass er ein durch
-vorherige sorgfältige Uebung gesichertes Wissen und Können fertig in
-die Praxis mitbringt, und da er selbst nur unter dieser Bedingung
-den schweren Verpflichtungen, die er gleich bei Anfang seiner
-Berufsthätigkeit übernimmt, Herr zu werden vermag, ist es eine der
-Aufgaben des Unterrichts, die Erwerbung praktischer Kenntnisse und
-Fertigkeiten so viel wie möglich zu erleichtern. Ein ganz wesentliches
-Mittel hiezu sind die Assistentenstellen. Sie stehen jedem Mediciner
-aus den älteren Semestern offen, vorausgesetzt, dass er sich sonst
-durch seinen Charakter dazu qualifiziert und für ein Jahr sich
-verpflichtet. Seit 1865 sind über 40 Studierende als Assistenten der
-chirurgischen Klinik thätig gewesen.
-
-Den finanziellen Bedürfnissen der Klinik durch Anschaffung von
-Lehrmitteln jeder Art wurde im Lauf der Zeit in verschiedener
-Weise genügt. Anfangs bezog hierzu der Vorstand jährlich eine
-bestimmte Summe aus dem »Klinischen Kredit.« Nach 1875 übernahm die
-Spitalverwaltung diese Ausgaben für sämtliche klinische Institute
-gegen eine bestimmte jährliche Gesamtvergütung. Ausserdem erhielt die
-chirurgische Klinik einen Zuschuss von Fr. 200 aus dem medizinischen
-Vermächtnissfond. Endlich wurde durch Regierungsrathsbeschluss vom
-23. December 1882 eine Summe bis auf Fr. 2000 jährlich dem jetzigen
-Vorstand der Klinik zu Unterrichtszwecken bewilligt. Dadurch wurde
-letzterer in den Stand gesetzt, sein Privatlaboratorium auch einzelnen
-Studierenden zu eröffnen und einen Assistenten zur Unterstützung ihrer
-wissenschaftlichen Arbeiten anzustellen.
-
- August Socin.
-
-
-15. Geburtshilflich-gynækologische Klinik.
-
-Bis zum Sommersemester 1868 fehlte jeder praktische Unterricht in
-Geburtshilfe und Gynækologie.
-
-Theoretischer Unterricht wurde in verdankenswerther Weise von dem
-Privatdocenten Herrn Dr. _Achilles Burckhardt_ ertheilt.
-
-Am 3. Juni 1868 wurde die geburtshilflich-gynækologische Klinik im
-Neubau des Bürgerspitals eröffnet. Als Leiter der Klinik war im April
-1868 der bisherige Privatdocent Dr. J.J. _Bischoff_ berufen worden
-im Einverständnisse mit löbl. Spitalpflegamte, welches demselben die
-Leitung der Abtheilung übertrug, deren Belegraum ohne Privatzimmer etwa
-22 Betten betrug, welche Zahl später auf 44 stieg. Im Anfang hatte der
-Vorsteher die Leitung von Abtheilung und Klinik allein zu besorgen und
-erst mit Januar 1875 wurde hauptsächlich aus klinischen Rücksichten ein
-Assistenzarzt angestellt, welcher im Spitale Station hat.
-
-In den ersten Semestern wurde die Klinik regelmässig viermal
-wöchentlich von 8-9 Uhr gehalten, später dreimal; dagegen wurde vom
-Wintersemester 1877/78 an wöchentlich einstündig ein diagnostischer
-geburtshilflicher Kurs gehalten und zwar bis zum Sommersemester 1885
-von dem jeweiligen Assistenzarzte und von da vom Vorsteher. Ausser den
-regelmässigen Stunden wurde den Klinicisten Gelegenheit gegeben, den
-Geburten bei Tag und bei Nacht beizuwohnen, indem dieselben jeweilen
-durch einen Bediensteten des Spitals herbeigerufen wurden.
-
-Anfänglich wurden in der Klinik fast ausschliesslich geburtshilfliche
-Fälle vorgestellt; von Jahr zu Jahr mehrten sich aber die Aufnahmen
-Frauenkranker, so dass die Klinik jetzt beiden Disciplinen der
-Gynækologie im weitern Sinne gerecht wird.
-
-Um die Aufnahme auch auswärtiger klinisch interessanter Krankheitsfälle
-zu ermöglichen, war die Klinik von Anfang mit vier klinischen
-Freibetten ausgestattet worden, welche Zahl dem Bedürfnisse aber lange
-nicht genügte. Später wurde die Zahl auf zehn erhöht, wobei wie in den
-andern Kliniken ein Theil unentgeltlich, ein anderer gegen die übliche
-Taxe aufgenommen wird.
-
-In den ersten Jahren ihres Bestehens litt die Klinik (und dies steht
-in Zusammenhang mit der Anzahl der Freibetten einerseits und mit der
-anfänglichen Scheu der Bevölkerung vor Aufnahme in Spitalabtheilungen,
-an welchen Klinik gehalten wurde, andrerseits, eine Scheu, die seit
-Jahren nur zu vollständig abgelegt worden ist) einigermaassen Mangel an
-für die Klinik verfügbaren Krankheitsfällen; ziemlich bald aber mehrten
-sich diese so, dass gegenwärtig immer genügend für den klinischen
-Unterricht gesorgt ist. Es geht dies am besten aus folgenden Zahlen
-hervor.
-
-Im Jahre 1868 betrug die Zahl sämtlicher verpflegten Frauen 88 (wovon
-83 Schwangere, 2 Wöchnerinnen mit 67 Geburten und 3 Frauenkranke) und
-die Zahl der Kinder 74; im Jahre 1884 dagegen betrug die Zahl der
-Frauen 644 (wovon 442 Schwangere und Wöchnerinnen mit 420 Geburten und
-202 Frauenkranke), die der Kinder 421. -- Hiezu kommen noch 102 weitere
-gynækologische Fälle, welche nur ambulatorisch behandelt wurden.
-
-Einer wissenschaftlichen Verwerthung des klinischen Materiales stand
-bis jetzt der vollständige Mangel an dazu nöthigen Räumlichkeiten im
-Wege, so dass sowohl die vom Vorsteher und dessen Assistenzärzten zum
-Drucke gelangten Arbeiten, als auch die aus der Klinik entstandenen
-Dissertationen von Schülern derselben nur praktische Gebiete beschlagen
-konnten, während von experimentellen Arbeiten nie die Rede sein konnte.
-Die Klinik besitzt denn auch, ausser den für Operationen nöthigen
-Instrumenten, nur ganz wenige Apparate, dagegen eine schon ziemlich
-ansehnliche Anzahl dem Unterrichte dienlicher Präparate.
-
- J.J. Bischoff.
-
-
-16. Psychiatrische Klinik.
-
-Es wurden zwar von Herrn Professor _Brenner_ sel. in früheren Jahren
-öfters Kranke der Irrenabtheilung vor einzelnen Medicin-Studierenden
-demonstriert, doch begann der eigentliche regelmässige und methodische,
-theoretische und klinische Unterricht im Gebiete der Geisteskrankheiten
-erst im Herbste 1875. Es war dies eine Folge des Beschlusses E.E.
-Grossen Raths von Baselstadt vom 1. Februar 1875, wonach für das
-Fach der Psychiatrie an der medicinischen Fakultät ein ordentlicher
-Professor angestellt wurde. Als solcher wurde Dr.med. _Ludwig Wille_,
-damals Direktor der Irrenanstalt St. Urban, ernannt, welcher Ende
-Oktober 1875 seine Wirksamkeit mit der Eröffnung der psychiatrischen
-Klinik im städtischen Spital begann und bis jetzt fortsetzte. Durch
-die Genehmigung der Anstellung eines Assistenzarztes, der Anschaffung
-geeigneter Lehrmittel und zu klinischen Zwecken dienender Apparate,
-der Verwendung von klinischen Freibetten im Verlaufe der nächsten
-Jahre erhielt die psychiatrische Klinik allmählig auch die nothwendige
-Unterstützung zu ihrem ferneren Bestande und zu weiterer Entwicklung.
-Die im Verlaufe der letzten zehn Jahre geradezu verdoppelte Zahl der
-Aufnahmen von Kranken in die Abtheilung ergab auch das genügende
-Material für Beobachtung und Untersuchung. Leider sind die für die
-psychiatrische Klinik verwendeten zwei wöchentlichen Stunden wenig zur
-Erfüllung der Aufgabe, was jedoch durch den regelmässigen Besuch der
-theoretischen Vorlesungen über Psychiatrie während zwei Semestern von
-Seite der Studierenden wieder einigermaassen ausgeglichen wird.
-
-Die Zahl der die psychiatrische Klinik besuchenden Studierenden
-während der vergangenen zehn Jahre betrug 199, wovon 104 auf die
-Winter- und 95 Studierende auf die Sommersemester treffen. Das Maximum
-derselben in den Wintersemestern war 16, das Minimum 4, der mittlere
-Durchschnitt 10,4; das Maximum in den Sommersemestern 15, das Minimum
-5, der Durchschnitt 9,5 Studierende. Es konnten in den einzelnen
-Wintern durchschnittlich 41, in den Sommern durchschnittlich 26 Kranke
-demonstriert werden. Es machte sich hiebei weniger das mangelnde
-Interesse der Studierenden an dem Spezialfach, als vielmehr die oft
-ungenügende Vorbildung in den Thatsachen und Lehren der Nervenanatomie,
--Physiologie und -Pathologie störend geltend. Immerhin wird das
-Spezialfach, das bei der Schlussprüfung nicht verwerthet wird, stets
-nur bei den Strebsamsten das volle Interesse dauernd wach halten.
-
-Von gröster Bedeutung für die Zukunft der psychiatrischen Klinik ist
-der durch das rühmens- und dankenswerthe Entgegenkommen unsrer Tit.
-hohen staatlichen und städtischen Behörden, dann durch den hohen
-Bürgersinn der Frau _Merian_ ermöglichte Beschluss E.E. Grossen Rathes
-vom 23. April 1883 der Errichtung einer neuen, zur Aufnahme von 210
-Kranken bestimmten kantonalen Irrenanstalt an Stelle der bisherigen in
-jeder Beziehung ungenügenden Irrenabtheilung des Spitals. Es wird nach
-dem gegenwärtigen Stande der baulichen Verhältnisse möglich sein, die
-Anstalt im Laufe des Sommers 1886 zu beziehen. Wenn auch einerseits,
-besonders im Anfang, die etwas weite Entfernung der neuen Anstalt von
-der Stadt störend auf den Besuch der Klinik einwirken dürfte, so ist
-andrerseits zu hoffen, dass durch das reichere und mannigfaltigere
-Krankenmaterial, durch die dem Standpunkt der modernen Wissenschaft
-entsprechende Ausrüstung, durch die korrekte, den Lehrzweck
-berücksichtigende Eintheilung und Ausführung der neuen Anstalt diese
-Störung wieder ihre Ausgleichung finden wird. Es wird dann die
-psychiatrische Klinik würdig den übrigen grossartigen Schöpfungen des
-medicinischen Unterrichts während der letzten zwei Jahrzehnte dastehen
-und hoffentlich in gleicher Weise durch die passende Verpflegung und
-Behandlung der Kranken, wie durch die Verbreitung der für die Praxis
-so nöthigen psychiatrischen Kenntnisse, die grossen vom Staate und von
-Privaten geleisteten finanziellen Opfer rechtfertigen. Möge die neue
-Anstalt für ferne Zeiten den Bewohnern Basels zum Segen gereichen, wie
-sie stets als ein herrliches Denkmal bürgerlichen Edel- und Opfersinns
-anerkannt werden wird!
-
- Ludwig Wille.
-
-
-17. Poliklinik des Bürgerspitals.
-
-Auf Anregung der Oberärzte des Spitals wurde im Jahre 1874 am 31.
-August durch Vertrag zwischen der Curatel unserer Universität und
-dem Pflegamte des Bürgerspitals bestimmt, dass in Verbindung mit dem
-letztem eine Poliklinik eröffnet werde, welche zunächst die Aufgabe
-haben sollte, solchen Kranken, welche Spitalaufenthalt nicht nöthig
-hatten, in einem täglich geöffneten Ambulatorium unentgeltlich Rath
-zu ertheilen und welche gleichzeitig auch als klinisches Institut dem
-Unterrichte der Studierenden dienen sollte.
-
-Dieses Ambulatorium wurde unter der Aufsicht und Direktion der
-Oberärzte des Spitals durch einen ad hoc ernannten Assistenzarzt
-geleitet und dazu am 22. Oktober 1875 erwählt der Privatdocent für
-Pharmakologie Dr. _Rudolf Massini_; derselbe wurde in der Folge im
-Jahre 1877 zum ausserordentlichen Professor und 1882 zum Direktor der
-Poliklinik ernannt.
-
-Als Lokal wurden vom Pflegamte des Bürgerspitals zwei
-Parterrelokalitäten des Markgräfischen Hofes zur Verfügung gestellt,
-welche einestheils mit der Strasse, anderntheils mit dem Spital in
-direkter Verbindung stehen und von denen das eine als Wartezimmer, das
-andere als Untersuchungssaal und Auditorium dienen; dieselben wurden
-zu diesen Zwecken baulich entsprechend eingerichtet; bei der Ausdehnung
-des Institutes wurden auch die wünschenswerthen Verbesserungen und
-Einrichtungen von dem Bürgerspitale stets in zuvorkommender Weise
-ausgeführt. Am 30. November 1874 konnte die Anstalt für Publikum und
-Studierende eröffnet werden.
-
-Ueber die Frequenz giebt folgende Tabelle Aufschluss:
-
- Winter- Studie- Sommer- Studie- Frequenz. Personen. Konsul-
- Sem. rende. Sem. rende. tationen.
-
- 1874/75 5 1875 6 1874 111 176
- 1875/76 8 1876 8 1875 1258 3644
- 1876/77 7 1877 5 1876 2277 5555
- 1877/78 3 1878 3 1877 3475 8469
- 1878/79 8 1879 6 1878 4375 10538
- 1879/80 3 1880 6 1879 4464 9613
- 1880/81 4 1881 11 1880 4972 10903
- 1881/82 2 1882 5 1881 5630 11689
- 1882/83 5 1883 8 1882 5692 12040
- 1883/84 13 1884 18 1883 6641 13050
- 1884/85 14 1885 15 1884 7291 14985
-
-Von grossem Einfluss auf den Besuch der Studierenden war die Zeit der
-Abhaltung der Poliklinik; dieselbe war in den Jahren 1874-77 auf die
-Nachmittagsstunde verlegt worden, als die Freistunde der arbeitenden
-Klassen; für die Hörer aber, welche den ganzen Vormittag die Kliniken
-besuchen, eine unbequeme Zeit; auch die Verlegung auf Vormittags 8-9
-Uhr, welche Zeit theils mit der geburtshilflichen, theils mit der
-ophthalmologischen Klinik kollidierte, war ohne Erfolg, und erst die
-seit 1881 eingeführte Morgenstunde 7-8 Uhr brachte eine erfreulichere
-Frequenz.
-
-Neben dem Ambulatorium wurden stets auch Besuche in der Stadt
-gemacht und einzelne Patienten vorgerückteren Schülern zur Besorgung
-überwiesen. Doch war es aus Mangel an Assistenz nicht möglich, ein
-eigentliches Poliklinikum fest zu organisieren. Vom Jahre 1874 bis 1877
-wurde die Poliklinik vom Assistenzarzt allein besorgt; die steigende
-Frequenz führte im Sommer 1877 zur Anstellung eines Unterassistenten,
-der namentlich das Protokoll zu führen hatte; doch genügte bald auch
-diese Aushilfe nicht mehr. Nachdem in den Jahren 1881-1883 die Aerzte
-a _Wengen_ und Dr. _Fiechter_ in höchst willkommener Weise ihre
-vorzüglichen Dienste der Poliklinik zur Verfügung gestellt hatten,
-wurde im September 1883 die Anstellung eines ständigen Hilfsarztes
-durch den Regierungsrath beschlossen und als solcher Herr Dr.
-_Hoffmann-Paravicini_ erwählt.
-
-Bei der Gründung der Poliklinik wurde das Honorar des Assistenzarztes
-auf 2000 Fr. festgestellt, wovon 1500 Fr. der Spital, 500 Fr. die
-Regierung trug; ausserdem wurde ein Jahreskredit von 700 Fr. für
-Instrumente, Verbandstoffe u.s.w. eröffnet, wovon 200 Fr. auf den
-Spital, 500 Fr. auf den Staat fielen. Vom Jahre 1877 an übernahm der
-Spital die Lieferung von Verbandstoffen und Bureaumaterial, und es
-wurden nunmehr 300 Fr. von dem Kredit von 700 Fr. für Honorierung
-eines Hilfsassistenten bestimmt. Vom Jahre 1883 an wurde ausserdem ein
-Kredit von 1200 Fr. für den Hilfsarzt durch die Regierung zur Verfügung
-gestellt.
-
-Durch das kräftige und wohlwollende Zusammenwirken der Behörden des
-Staates und des Bürgerspitals wurde auf diese Weise ein lebenskräftiges
-und blühendes Institut geschaffen, das sowohl für die öffentliche
-Krankenpflege, als für den Unterricht eine fühlbare Lücke ausgefüllt
-hat und von dem wir hoffen dürfen, dass es bald durch weiteren Ausbau
-zu einer noch reicheren Entwicklung werde geführt werden.
-
- Rudolf Massini.
-
-
-18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik.
-
-I. _Ophthalmologische Klinik_ wurde zum ersten Male 1867 im
-Sommersemester von dem damaligen ausserordentlichen Professor _Heinrich
-Schiess_ in der Augenheilanstalt, Allschwylerstrasse Nr. 9, vor
-sechs Zuhörern gehalten. Dieselbe wurde Anfangs mit Unterbrechungen,
-später ganz regelmässig in zwei, später in drei Stunden wöchentlich
-abgehalten. Von Seite der Akademischen Gesellschaft erhielt die
-Augenheilanstalt von 1869 an einen regelmässigen Beitrag von 1000 Fr.,
-und damit war eine nähere Verbindung zwischen der Universität und der
-genannten Anstalt angebahnt. Da die Lokalitäten der Anstalt durchaus
-unzweckmässig und ungenügend waren, schritt man im Jahre 1875 zu
-einem Neubau an der Mittleren Strasse. Die Kosten desselben samt Land
-und Mobiliar beliefen sich auf circa 250,000 Fr. Die hohen Behörden
-leisteten hiezu einen Betrag von 15,000 Fr., das löbl. Pflegamt
-des Spitals einen von 20,000 Fr., das Uebrige wurde zum grösten
-Theil durch freiwillige Beiträge der hiesigen Bürger und Einwohner
-zusammengebracht. Die neue Anstalt ist daher ein beredtes Zeugniss für
-Basels werkthätige Nächstenliebe und für das einträchtige Zusammengehen
-von Behörden und Privaten für humane Zwecke.
-
-Bei dieser Gelegenheit wurde das Verhältniss zwischen Universität
-und Augenheilanstalt durch einen Vertrag in der Weise geregelt, dass
-einerseits Regierung, Akademische Gesellschaft und Löbl. Pflegamt
-zusammen jährlich 6000 Fr. an die Betriebskosten beitragen, wogegen
-der Oberarzt der Anstalt, der zugleich Direktor der ophthalmologischen
-Klinik ist, verpflichtet ist, regelmässigen Unterricht in der
-Ophthalmologie zu ertheilen und eine Poliklinik abzuhalten. Ein
-im Hause wohnender Assistenzarzt hat ebenfalls beim betreffenden
-Unterricht behilflich zu sein. Das aus acht Mitgliedern bestehende
-Anstaltscomité hat einen Delegierten des Löbl. Pflegamts in seiner
-Mitte.
-
-Die Räumlichkeiten der Anstalt bieten Platz für 48 Kranke; es besteht
-eine besondere Kinderabtheilung im Erdgeschoss. Für den klinischen
-und theoretischen Unterricht findet sich ein grosses Zimmer mit
-Seitenlicht vor, ausserdem ein Spiegelzimmer und Untersuchungszimmer
-für die poliklinischen Kranken; ein Arbeitszimmer für Studierende ist
-leider nicht vorhanden. Die Anzahl der jährlich verpflegten klinischen
-Kranken hat in den letzten Jahren circa 440 betragen; die tägliche
-Durchschnittszahl 31-33 Kranke. Diese Anzahl erlaubte, nicht nur den
-Studierenden die gewöhnlichen Augenkrankheiten vorzuführen, sondern sie
-auch mit den seltenen, pathologischen Formen bekannt zu machen; von dem
-Assistenzarzte wurden zuweilen ophthalmoskopische Kurse abgehalten,
-um die Studierenden mit dieser auch für das allgemeine medicinische
-Studium wichtigen Untersuchungsmethode bekannt zu machen. Es wurden im
-Sommersemester in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 80.2, im
-Wintersemester 115.4 Kranke den Studierenden vorgestellt.
-
-Die Sammlung pathologischer Augen, die bereits eine sehr ansehnliche
-geworden, und diejenige der mikroskopischen Präparate sind ebenfalls
-für den klinischen Unterricht herangezogen. Die Frequenz der Klinik,
-die vor dem Bezug der neuen Anstalt schon wegen Raummangels eine
-beschränktere gewesen, hat sich seither wesentlich gehoben und betrug
-in den letzten fünf Jahren im Sommersemester 15, im Wintersemester 19,4
-Studierende.
-
-II. Die _ophthalmologische Poliklinik_, welche überhaupt die erste
-Poliklinik war, die in Basel existierte, wurde im Jahre 1865 am ersten
-Mai eröffnet, und hatte im ersten Jahre eine Frequenz von 262 Kranken.
-Die Anzahl der Patienten nahm beständig zu und hat sich auch die
-Befürchtung, dass bei der grossen Entfernung der neuen Anstalt die
-Frequenz zurückgehen werde, als unrichtig erwiesen. Auch jetzt noch ist
-die Frequenzziffer im Ansteigen begriffen, wie folgende Zahlen beweisen
-mögen:
-
- Anzahl der Kranken. Jahr.
-
- 1340 1880
- 1587 1881
- 1581 1882
- 1621 1883
- 1779 1884.
-
-Die Kranken erhalten Gratiskonsultation, keine Medikamente und keine
-Brillen. Bei der steigenden Frequenz, wobei eine genaue Untersuchung
-und richtige Protokollführung immer schwieriger wurde, wurde im Jahre
-1884 von dem Anstaltscomité ein poliklinischer Assistent angestellt,
-der das Protokoll zu führen hat und auch bei den Untersuchungen thätig
-ist. Auf diese Art wird zuweilen einem älteren Medicin-Studierenden,
-der diese Stelle bekleidet, Gelegenheit geboten, sich etwas mehr,
-als dies gewöhnlich geschieht, mit dem Fache vertraut zu machen. Die
-Poliklinik wird übrigens sowohl während des Semesters als auch in den
-Ferien von ältern Medicin-Studierenden frequentiert.
-
- Heinrich Schiess.
-
-
-19. Ohrenklinik.
-
-Die Ohrenklinik hat den Zweck, Studierenden Unterricht zu ertheilen
-in der Kenntniss und Behandlung der Erkrankungen des Gehörorgans und
-zugleich angehenden Ohrenärzten und sonstigen Interessenten Gelegenheit
-zu geben zu wissenschaftlichen Arbeiten und weiterer Ausbildung in der
-theoretischen und praktischen Ohrenheilkunde.
-
-In früherer Zeit widmete der 1868 verstorbene Prof. Dr. _Streckeisen_
-diesem Gebiete sein besonderes Interesse und stellte auch mit
-Vorliebe gehörkranke Kinder in der Klinik des Kinderspitals vor; eine
-eigentliche Ohrenklinik bestand jedoch in Basel nicht. -- Diese wurde
-durch den jetzigen Vorsteher im Jahre 1876 eröffnet und umfasst:
-
-I. _Otologisches Institut._ -- Dasselbe befindet sich im
-Universitätsgebäude in zwei demselben von der hohen Curatel
-zugewiesenen Zimmern.
-
-Nebenbei bemerkt, ist diese höchst willkommene Zuweisung eines Lokals
-für das otologische Institut die einzige Unterstützung, welche von
-Seite des Staates der Ohrenklinik zu Gute kommt und werden, abgesehen
-von dem jährlich dem Institut zufallenden Fakultätsbeitrag (circa 50
-Fr.), die Kosten der Ohrenklinik von dem Vorsteher derselben getragen.
-
-Die beiden Zimmer des Institutes dienen als Arbeitszimmer und zugleich
-als Aufstellungsraum für die Sammlung, welche eine grosse Reihe von
-Präparaten normal-anatomischen und pathologisch-anatomischen Inhalts
-enthält. Die Sammlung ist in erster Linie bestimmt zu Demonstrationen
-bei den Vorlesungen, dann aber auch zur Erweiterung unserer Kenntnisse
-über Anatomie und Pathologie des Ohres überhaupt.
-
-II. _Ohrenklinik._ -- Diese wird jeden Dienstag von ½3-½5 Uhr
-abgehalten in der Wohnung des Vorstehers. (St. Albanvorstadt 42).
-
-Die Patienten erhalten unentgeltliche Konsultation, Operationen u.s.w.,
-jedoch nicht Gratis-Medikamente.
-
-Ein kleiner Fond von Fr. 100, den ein in der Ohrenklinik geheilter
-Patient aus Dankbarkeit dieser später zur Verfügung stellte, wurde
-benützt zur Anschaffung von Spritzen und ähnlichen Instrumenten, welche
-an Unbemittelte abgegeben werden.
-
-Im Jahre 1876 besuchten die Ohrenklinik 82 Patienten mit 324
-Konsultationen, im Jahr 1883 dagegen 317 Patienten mit 414 und im
-vorigen Jahre 320 Patienten mit 455 Konsultationen.
-
-Leider gestatten es die in meiner Wohnung disponiblen Räumlichkeiten
-nicht, eine grössere Zahl, als vier bis fünf Studierende aufzunehmen,
-besonders im Winter, wo meist nur bei Gasbeleuchtung untersucht werden
-kann.
-
-Wir hoffen, dass die Zeit nicht so ferne sei, wo durch Zuweisung eines
-geeigneten Lokals für den klinischen Unterricht und durch Anstellung
-eines Assistenten es dem Vorsteher möglich gemacht werde, die
-Beschränkung in der Zahl der aufzunehmenden Studierenden aufzuheben und
-die Benutzung der Ohrenklinik allen Interessenten zugänglich zu machen.
-
- Albert Burckhardt-Merian.
-
-
-20. Kinderklinik.
-
-Eine regelmässige Klinik der Kinderkrankheiten besteht im Kinderspital
-seit der Mitte der Sechziger Jahre und wurde bis zum Jahre 1868 von
-Herrn Professor _Streckeisen_ sel. abgehalten.
-
-Bei der Neubesetzung der Stelle eines Oberarztes des Kinderspitals,
-welcher aus einem Doppelvorschlag der medicinischen Fakultät von dem
-Comité des Kinderspitals gewählt wurde, ist derselbe verpflichtet
-worden, regelmässig Klinik zu halten, an der Universität zu lesen und
-eine Poliklinik zu leiten. Seit dem Jahre 1808 hält der Unterzeichnete
-regelmässig Klinik jeden Donnerstag von 10-12 Uhr und benützt hiezu
-zum Theil das klinische Krankenmaterial, d.h. die im Kinderspital
-verpflegten Kranken, zum Theil die Poliklinik, d.h. die aus der Stadt
-zur Konsultation kommenden kranken Kinder. Im Kinderspital werden
-jährlich circa 400 Kranke verpflegt; der tägliche Bestand schwankt
-zwischen 35 und 45.
-
-Die Klinik wird von den älteren Studierenden regelmässig besucht; ihre
-Zahl beläuft sich im Durchschnitt in den letzten zehn Jahren auf etwa
-15-20 und mehr. Es wird dabei dem Studierenden reichlich Gelegenheit
-geboten, sich mit den Krankheiten des kindlichen Alters, sowohl den
-medicinischen als den chirurgischen vertraut zu machen. Es steht dem
-leitenden Arzte zur Pflege der kranken Kinder an ärztlichem Personal
-zur Seite ein Secundararzt und ein Assistent; in die Krankenpflege
-theilen sich neun Schwestern aus der Diaconissenanstalt in Riehen.
-Dem ökonomischen Theil der Anstalt steht ein Verwalter vor. Das
-Kinderspital steht unter einem Comité, das sich selbst ergänzt; die
-Anstalt ist eine wohlthätige Stiftung, die eigenes Vermögen hat, zum
-Unterhalt aber ausserdem auf Legate angewiesen ist. Von der Universität
-erhält das Spital keinerlei finanzielle Unterstützung.
-
- E. Hagenbach-Burckhardt.
-
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-21. Theologisches Seminar.
-
-In der theologischen Fakultät bestand bis zum Sommer 1885 blos ein
-Seminar für homiletische und für katechetische Uebungen zum Zweck
-der unmittelbaren Vorbereitung auf den praktisch-kirchlichen Dienst.
-Dasselbe wurde im Januar 1867 gegründet, nachdem schon früher Herr
-Professor _Hagenbach_ und seit 1851 Herr Pfarrer (jetzt Professor)
-_Stockmeyer_ die homiletischen und die Herren Professoren _Riggenbach_
-und _Auberlen_, sowie Herr Pfarrer _Miville_ abwechselnd katechetische
-Uebungen geleitet hatten. Seit Errichtung des Seminars pflegen
-die Uebungen der homiletischen Abtheilung ausnahmslos in jedem
-Semester, die der katechetischen in jedem Wintersemester abgehalten
-zu werden. Vorsteher der ersteren ist seit der Gründung des Seminars
-Herr Professor _Stockmeyer_ (bis 1873 für den zweiten Kursus unter
-Mitwirkung von Herrn Professor _Hagenbach_), Vorsteher der letzteren
-Herr Professor _Riggenbach_. Für den Eintritt ist beiderseits ein
-vorangegangenes theologisches Studium von mindestens vier Semestern
-als Bedingung gefordert. Die Uebungen, zu denen alle Theilnehmer
-verpflichtet sind, bestehen in der Ausarbeitung und Kritik von
-Predigten und Katechesen; für die homiletische Abtheilung ist ausserdem
-noch in einem zweiten Kursus, der indessen nicht regelmässig abgehalten
-wird, die Gelegenheit zum Vortrag der für das Seminar ausgearbeiteten
-Predigten im öffentlichen Gottesdienst geboten. Durch einen von
-der Regenz genehmigten Fakultätsbeschluss soll von Herbst 1885 an
-dieses homiletisch-katechetische Seminar durch Heranziehung zunächst
-der alttestamentlich und neutestamentlich exegetischen, sowie der
-kirchengeschichtlichen Disciplin zu einem allgemein theologischen
-Seminar erweitert werden, dessen einzelne Abtheilungen indessen, was
-Leitung und Mitgliedschaft betrifft, von einander unabhängig sind und
-dessen von der Fakultät zu ernennende Vorsteher die maassgebenden
-Bestimmungen über die Art und die Bedingungen der Theilnahme je für die
-verschiedenen Disciplinen zu treffen haben. Zugleich ist mit dieser
-Erweiterung des Seminars die Aufstellung einer Handbibliothek verbunden
-worden, deren Benützung zunächst den Mitgliedern vorbehalten ist; über
-die Bücheranschaffungen entscheidet die Fakultät nach den von den
-Vorstehern der einzelnen Abtheilungen gemachten Vorschlägen.
-
- Chr. J. Riggenbach.
-
-
-22. Pädagogisches Seminar.
-
-Dieses Seminar trat mit Beginn des Wintersemesters 1873/74 ins Leben
-und hat die Aufgabe, Studierende für ein höheres Lehramt vorzubereiten.
-Für seine Einrichtung war die Erwägung maassgebend, dass einerseits
-bei dem gegenwärtigen Zustande des Unterrichtswesens eine gewisse
-Orientierung über die wichtigeren allgemeinen Probleme, wie über die
-Methodik der einzelnen Lehrfächer schon während der Universitätszeit
-wünschenswerth sei, dass aber andrerseits diese Beschäftigung mit der
-Pädagogik sich innerhalb gewisser Schranken halten müsse, um nicht
-den eigentlichen Zweck der Universitätsstudien, die Vertiefung in die
-Wissenschaft selbst, zu gefährden. Die Seminarübungen sind theils
-theoretischer, theils praktischer Art. Anfänglich wurden beide vom
-einzigen Direktor, dem Ordinarius der Philosophie, geleitet; als aber
-in Folge von Veränderungen dessen Kräfte in verstärktem Maasse für die
-philosophischen Vorlesungen in Anspruch genommen wurden, übertrug die
-Curatel die Leitung der praktischen Uebungen dem Rektor des Gymnasiums.
-
-Es leiteten das pädagogische Seminar 1873/74 Professor Dr. Rud.
-_Eucken_ -- 1874/75 Professor Dr. Max _Heinze_ -- 1875/81 Professor
-Herm. _Siebeck_ -- 1881/83 Professor Herm. _Siebeck_ und Professor Fr.
-_Burckhardt_ -- seitdem Professor Joh. _Volkelt_ und Professor Fr.
-_Burckhardt_.
-
- Fritz Burckhardt.
-
-
-23. Philologisches Seminar.
-
-Das hiesige philologische Seminar wurde, auf Antrag der philosophischen
-Fakultät, zum ersten Mal im Jahre 1861 eröffnet unter der Leitung der
-Herren Professoren _Gerlach_, _Ribbeck_ und _Vischer_. Sein in den
-Bedürfnissen der Zeit liegender Zweck war, jungen Studierenden der
-Philologie Gelegenheit zu selbstständiger Arbeit zu geben und die
-Beschäftigung mit der classischen Philologie möglichst dem späteren
-Wirkungskreis im theoretischen und praktischen Schulleben anzubequemen.
-Der letztgenannte Gesichtspunkt braucht nun allerdings seit der
-Lostrennung der pädagogischen Sektion nicht mehr strikte festgehalten
-zu werden (d.h. seit der Gründung eines spezifisch pädagogischen
-Seminars, 1873); doch wird er auch nicht völlig aus dem Auge gelassen,
-insofern ja die Mehrzahl der Philologie-Studierenden später zur
-Schulpraxis übergeht. Die Zahl der Besucher (bestehend aus ordentlichen
-Mitgliedern und blossen Auskultanten) schwankte in den Jahren 1861-1872
-zwischen 4 und 11, im Winter des Jahres 1872 mussten die Uebungen wegen
-Mangels an Theilnehmern ausgesetzt werden. Im übrigen wurden Uebungen
-im Interpretieren und in der Kritik, anfänglich sowohl in lateinischer
-als auch in deutscher Sprache vorgenommen; später änderte sich dies (s.
-unten). An fleissige Mitglieder wurden und werden jetzt noch jährliche
-Prämien vertheilt.
-
-Im Jahr 1874 befand sich das philologische Seminar (Direktoren die
-Herren Professoren _Gerlach_ und _Nietzsche_) in grosser Zuhörernoth,
-da die Zahl der Theilnehmer bis auf einen zurückging. Doch hob sich
-die Zahl auf erfreuliche Weise schon in den nächsten Jahren, wo auch
-Professor _Mähly_ als Mitdirektor in die Leitung des Institutes
-eintrat; von 1875 an ist ein langsames, aber stetiges Steigen (6-10
-Theilnehmer) zu konstatieren, -- im Winter 1880 nahmen sogar 13
-Zuhörer an den Uebungen Theil -- um dann wieder ebenso langsam einem
-decrescendo Platz zu machen (10, 6, 7) und wieder einen kleinen
-Aufschwung zu erfahren (8, 9), bis im Sommer 1884 mit 4 Zuhörern die
-kleinste Zahl seit zehn Jahren sich einstellte; im Sommer des laufenden
-Jahres ist sie wieder auf 7 gestiegen. Freilich machen (mit Ausnahmen)
-die ausserordentlichen, d.h. die nicht ordentlichen Mitglieder den
-grösseren Bruchtheil der jeweiligen Zahl aus.
-
-Mit dem Jahr 1878 schloss, nach mehrmaligen durch Krankheit
-veranlassten längeren Pausen, die Thätigkeit Herrn Professor
-_Nietzsche's_ am Seminar zugleich mit seiner akademischen ab, und an
-seine Stelle trat im Winter 1879 Herr Professor J. _Wackernagel_, der
-sich mit Professor J. _Mähly_ in die Direktion des Seminars theilt.
-
-Die Uebungen finden seit einer Reihe von Jahren vier Mal wöchentlich
-statt und gewöhnlich wechseln die beiden Direktoren in der Vornahme
-derselben also ab, dass der gleiche in dem einen Semester die
-lateinische, im folgenden die griechische Sprache und Litteratur
-übernimmt. In den Stunden selber wird nur und ausschliesslich
-Latein gesprochen. Die (vorwiegend kritisch behandelten) Autoren
-vertraten so ziemlich nach Stoffen und Zeiten den Umkreis der
-Zeit beider Litteraturen, von den homerischen Gesängen an bis auf
-die griechische Anthologie, von Nævius herab bis Silius Italicus,
-Epiker und Dramatiker, Lyriker und Rhetoren, Grammatiker und
-Philosophen, Historiker und Scholiasten; oft auch, wo die Werke eines
-Schriftstellers nicht mehr erhalten sind, wurden die gesammelten
-Fragmente desselben behandelt.
-
- Jacob Mähly.
-
-
-24. Germanisch-romanisches Seminar.
-
-Laut der Statuten hat dieses im Wintersemester 1885/86 zu eröffnende
-Seminar den Zweck, das wissenschaftliche und praktische Studium der
-germanischen und romanischen Sprachen zu fördern, insbesondere die
-künftigen Lehrer der neueren Sprachen an Gymnasien und Realschulen für
-ihren Beruf vorzubereiten.
-
-Es zerfällt in zwei Abtheilungen, eine für germanische und eine für
-romanische Philologie. Direktoren derselben sind die betreffenden
-Fachprofessoren.
-
-Die Uebungen des Seminars sind schriftliche und mündliche. Jene
-bestehen in wissenschaftlichen und stilistischen Ausarbeitungen, diese
-in Interpretationsübungen und mündlichen Vorträgen. Jedes ordentliche
-Mitglied muss im Lauf des Semesters wenigstens eine schriftliche Arbeit
-liefern oder einen Vortrag halten.
-
-Mit dem Seminar soll eine kleine Handbibliothek verbunden werden, zu
-deren Anlegung die Akademische Gesellschaft, in verdankenswerther
-Weise einen Beitrag von Fr. 500 der Direktion zur Verfügung gestellt
-hat. Für die Benützung der Handbibliothek wird eine besondere Ordnung
-aufgestellt werden. Wer aus dem Seminar austritt, kann auf seinen
-Wunsch vom Direktor ein Zeugniss über seine Leistungen im Seminar
-erhalten.
-
- Gustav Soldan.
-
-
-25. Staatswissenschaftliches Seminar.
-
-Dasselbe wurde 1877 gegründet, trat aber erst 1878 in Wirksamkeit.
-Zweck desselben ist: »Erweckung und Pflege des Sinnes für das Studium
-der Staatswissenschaften, sowie die Anleitung zu methodischer
-Behandlung von Fragen aus den Gebieten der Nationalökonomie, der
-Statistik, des öffentlichen Rechts, der Verwaltungslehre und
-wirthschaftlichen Kulturgeschichte.« Behufs Unterstützung der Uebungen
-besteht eine eigene Seminar-Bibliothek (im Sommer 1885 ungefähr 1800
-Bände und Brochüren), welche mit einer grösseren Anzahl ausländischer
-statistischer Bureaux im Schriftenaustausch steht, zu welchem Zwecke
-dem Seminar die von der Regierung ausgehenden Publikationen in
-einer grösseren Anzahl von Exemplaren überwiesen werden. Seminar
-und Bibliothek stehen unter Leitung des jeweiligen Professors der
-Nationalökonomie und Statistik. Zur Ertheilung von Prämien, sowie zu
-Anschaffungen für die Bibliothek ist der Direktion ein jährlicher
-Kredit bis zu Fr. 400 eröffnet. Die Frequenz schwankte zwischen vier
-bis zehn Mitgliedern.
-
- Karl Bücher.
-
-
-26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar.
-
-Das Seminar trat mit dem Sommersemester 1866 ins Leben. Es hat
-den Zweck, Studierende, welche sich der Mathematik oder den
-Naturwissenschaften widmen, bei der selbstständigen Bearbeitung
-wissenschaftlicher Aufgaben anzuleiten und zu unterstützen.
-Sämtliche Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften an
-der philosophischen und medicinischen Fakultät, welche sich dazu
-verständigen, werden als Lehrer des Seminars betrachtet. Die Anmeldung
-der Studierenden zur Betheiligung an dem Seminar geschieht bei
-den betreffenden Lehrern. Zur Aufmunterung des Fleisses oder zur
-Erleichterung bei den durch die Arbeiten veranlassten Unkosten können
-für eingelieferte Arbeiten Prämien in Form von Geld, Apparaten oder
-Büchern ertheilt werden, wofür ein jährlicher Kredit von Fr. 500
-ausgesetzt ist. Eine grössere Anzahl von zum Theil trefflichen Arbeiten
-vorgerückter Studierender, meist mathematischen Inhaltes, sind aus dem
-Seminar hervorgegangen und mit Prämien bedacht worden.
-
- Hermann Kinkelin.
-
-
-FUSSNOTEN:
-
-[29] Ueber die frühere Geschichte der Sammlungen s. auch P. Merian, zur
-Geschichte der in dem neuen Museum aufgestellten Sammlungen (in der
-Festschrift zur Einweihung des Museums, Basel 1849).
-
-[30] Rathsherr Peter Merian. Programm zur Rectoratsfeier der
-Universität Basel 1883, wobei auch zu verweisen ist auf einen viel
-früheren Bericht: Festschrift zur Einweihung des Museums in Basel am
-26. Nov. 1849 von P. Merian.
-
-[31] Beilage zum Jahresbericht der Akademischen Gesellschaft für 1883.
-Verhandlungen der Naturforschenden Gesellschaft in Basel. VII. 3. 1855.
-
-[32] Ueber eine der bedeutendsten ältern Schenkungen, das im Jahr 1830
-dem Museum durch Verfügung der Erben zugefallene Naturalien-Kabinet des
-Stadtraths-Präsidenten Hieronymus Bernoulli, das sich über alle Arten
-von Wirbelthieren, sowie über Crustaceen, Conchylien, Echinodermen
-und Corallen verbreitete, aber auch namentlich an Versteinerungen
-und Mineralien reich war, und das bis auf den heutigen Tag als
-Grundstock des jetzigen Bestandes gelten kann, siehe auch Baslerische
-Mittheilungen vom 20. März 1830. (Von der Hand von Prof. Chr.
-Bernoulli).
-
-[33] Siehe oben genannte Festschrift.
-
-[34] Publiciert von der Akademischen Gesellschaft in der Beilage zum
-Jahresbericht für 1880.
-
-[35] S. hierüber Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum 1885.
-
-[36] Bericht über d. vergl. anatom. Sammlung v. 1878 in der Beil. z.
-Jahresb. der Akad. Gesellsch. v. 1878.
-
-
-
-
-INHALT.
-
- Seite
-
- I. Geschichte der Organisation der Universität 5
-
- II. Fonds der Universität 33
-
- III. Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität 42-63
-
- A. Rektoren der Universität 42
-
- B. Lehrpersonal der Universität 44
-
- Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer 61
-
- C. Studentenschaft der Universität 62
-
- IV. Sammlungen und Unterrichtsanstalten der Universität 64-119
-
- 1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek) 64
-
- 2. Kunstsammlung 68
-
- 3. Antiquarische Sammlung 71
-
- 4. Mittelalterliche Sammlung 75
-
- 5. Naturhistorisches Museum 78
-
- 6. Physikalische Anstalt 85
-
- 7. Chemische Anstalt 88
-
- 8. Botanische Anstalt 90
-
- 9. Normal-anatomische Anstalt 91
-
- 10. Vergleichend-anatomische Anstalt 94
-
- 11. Physiologische Anstalt 98
-
- 12. Pathologisch-anatomische Anstalt 100
-
- 13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale 101
-
- 14. Chirurgische Klinik 104
-
- 15. Geburtshilflich-gynäkologische Klinik 106
-
- 16. Psychiatrische Klinik 108
-
- 17. Poliklinik des Bürgerspitals 109
-
- 18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik 111
-
- 19. Ohrenklinik 113
-
- 20. Kinderklinik 114
-
- 21. Theologisches Seminar 115
-
- 22. Pädagogisches Seminar 116
-
- 23. Philologisches Seminar 117
-
- 24. Germanisch-romanisches Seminar 118
-
- 25. Staatswissenschaftliches Seminar 119
-
- 26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar 119
-
-
-
-
- * * * * * *
-
-
-
-
-Anmerkungen zur Transkription:
-
-Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen;
-lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.
-
-Die erste Zeile entspricht dem Original, die zweite Zeile enthält die
-Korrektur.
-
-S. 50:
-
- Dr.med. in Würzburg, 61
- Dr.med. in Würzburg, 1861
-
-S. 86:
-
- in dem zeitweise vorgegerücktere
- in dem zeitweise vorgerücktere
-
-S. 112:
-
- Die Frequenz de Klinik
- Die Frequenz der Klinik
-
-S. 113:
-
- Studierenden Unterrricht
- Studierenden Unterricht
-
-
-
-***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN
-FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835***
-
-
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-electronic works. See paragraph 1.E below.
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-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
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-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
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-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
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-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
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-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
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-<title>The Project Gutenberg eBook of Die Universität Basel in den fünfzig Jahren seit ihrer Reorganisation im Jahre 1835, by Albert Teichmann</title>
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-</head>
-<body>
-<h1>The Project Gutenberg eBook, Die Universität Basel in den fünfzig Jahren
-seit ihrer Reorganisation im Jahre 1835, by Albert Teichmann</h1>
-<p>This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States
-and most other parts of the world at no cost and with almost no
-restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
-under the terms of the Project Gutenberg License included with this
-eBook or online at <a
-href="http://www.gutenberg.org">www.gutenberg.org</a>. If you are not
-located in the United States, you'll have to check the laws of the
-country where you are located before using this ebook.</p>
-<p>Title: Die Universität Basel in den fünfzig Jahren seit ihrer Reorganisation im Jahre 1835</p>
-<p>Author: Albert Teichmann</p>
-<p>Release Date: January 15, 2016 [eBook #50937]</p>
-<p>Language: German</p>
-<p>Character set encoding: UTF-8</p>
-<p>***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835***</p>
-<p>&nbsp;</p>
-<h4 class="pg">E-text prepared by Karl Eichwalder, Chuck Greif, Eleni Christofaki,<br />
- and the Online Distributed Proofreading Team<br />
- (<a href="http://www.pgdp.net">http://www.pgdp.net</a>)<br />
- from page images generously made available by<br />
- Internet Archive/American Libraries<br />
- (<a href="https://archive.org/details/americana">https://archive.org/details/americana</a>)</h4>
-<p>&nbsp;</p>
-<table border="0" style="background-color: #ccccff;margin: 0 auto;" cellpadding="10">
- <tr>
- <td valign="top">
- Note:
- </td>
- <td>
- Images of the original pages are available through
- Internet Archive/American Libraries. See
- <a href="https://archive.org/details/dieuniversithat00teicrich">
- https://archive.org/details/dieuniversithat00teicrich</a>
- </td>
- </tr>
-</table>
-<p>&nbsp;</p>
-<div class="transnote">
-<h2>Anmerkungen zur Transkription:</h2>
-
-<p class="noin">Eine <a href="#Anmerkungen_zur_Transkription">Liste</a> der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes.</p>
-<p class="noin"><a href="#INHALT"><small>Inhalt</small></a>
-</p>
-</div>
-<hr class="pg" />
-<p>&nbsp;</p>
-
-<div class="chapter">
-<hr class="chap" />
-<h1><small>DIE</small><br /><br />
-
-UNIVERSITÄT BASEL<br /><br />
-
-<small>IN DEN FÜNFZIG JAHREN</small>
-<br /><br />
-SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835.</h1>
-
-<p class="p2 center">PROGRAMM<br />
-
-<small>ZUR</small><br />
-
-REKTORATSFEIER UND ZU DEM MIT IHR VERBUNDENEN JUBILÄUM<br />
-DER FREIWILLIGEN AKADEMISCHEN GESELLSCHAFT</p>
-
-<p class="center">IM AUFTRAG E.E. REGENZ</p>
-
-<p class="center">UNTER MITWIRKUNG DER ANSTALTSVORSTEHER</p>
-
-<p class="center">ZUSAMMENGESTELLT <br />
-
- <small>VON</small><br />
-
-<strong>Prof. Dr. ALBERT TEICHMANN.</strong></p>
-
-<p class="center p2">BASEL.</p>
-
-<p class="center"><span class="smcap">Schultze'sche Universitäts-Buchdruckerei (L. Reinhardt)</span></p>
-
-<p class="center">1885.</p>
-</div>
-<hr class="full" />
-<div class="figcenter">
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-</div>
-<hr class="full" />
-<div class="chapter">&nbsp;</div>
-<h2>VORWORT.</h2>
-
-<p class="dropcap noin">Nachdem 1883 und 1884 die Universitäten Zürich und Bern ihr 50jähriges
-Bestehen gefeiert haben, schickt sich in diesem Jahre auch die ältere Schwester in
-den Grenzmarken des Schweizerlandes an, bei einer ähnlichen Feier einen Rückblick
-zu werfen auf eine gleich lange Periode der Entwicklung seit dem Jahre, in welchem
-der hochherzige Sinn der Behörden und der Bürgerschaft ihre Fortexistenz sicherte
-und ihr eine den Verhältnissen jener Zeit entsprechende Organisation gab.</p>
-
-<p>Eingedenk der zu eigenem Gewinn siegreich bestandenen Prüfungen, wie
-andrerseits der erhebenden vierten Säcularfeier vor 25 Jahren, will sie bei der auf
-engere Kreise beschränkten diesjährigen Feier im Bewusstsein eines nunmehr verwirklichten
-grösseren Aufschwungs den Tribut des Dankes darbringen ihrer treuen, zur
-Hilfe stets bereiten Genossin in diesen 50 Jahren, der Freiwilligen Akademischen
-Gesellschaft, welche, wenige Tage vor Einweihung der neu organisierten Universität im
-Jahre 1835 gestiftet, ihr Fest mit der Rektoratsfeier der Universität verbindet.</p>
-
-<p>E.E. Regenz beschloss, bei diesem Anlass eine Schrift zu veröffentlichen, welche
-einen Einblick in die Organisation und die ökonomischen Verhältnisse der Universität,
-einen Ueberblick über das Lehrpersonal und die Studentenschaft der letzten 50 Jahre,
-eine Uebersicht über die mit der Universität verbundenen Sammlungen und Anstalten
-gewähren soll.</p>
-
-<p>Möchte die nachfolgende bescheidene Schrift dazu anregen, bisher Versäumtes
-nachzuholen und dem durch einige der Jubelschriften und die Rektoratsrede im
-Jahre 1860 gegebenen meisterlichen Vorbilde in Fortführung dieser geschichtlichen
-Arbeiten nachzueifern!</p>
-
-<p>Allen denen, welche durch Mitarbeit, Rathschläge und Mittheilungen vorliegende
-Arbeit förderten, insbesondere den Herren Professoren <em class="gesperrt">Vischer</em>, E. <em class="gesperrt">Hagenbach</em>,
-<em class="gesperrt">Kinkelin</em>, Fritz <em class="gesperrt">Burckhardt</em> und Herrn Staatsarchivar Dr. <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, sodann
-den Herren Vorstehern der Sammlungen und Anstalten sei inniger Dank bezeugt!</p>
-
-<p class="center">
-<big>Der Universität und ihrer Festgenossin </big>
-</p>
-
-<p class="noin">bringt die herzlichsten Segenswünsche für ferneres Blühen und Gedeihen dar</p>
-
-<p>
-<em class="gesperrt">Basel</em>, im November 1885.</p>
-<p class="right">
-A. Teichmann.
-</p>
-<div class="chapter">&nbsp;</div>
-<hr class="chap" />
-
-<h2>
-<span class="pagenum hidev"><a name="Seite_5" id="Seite_5">5</a></span>
-I.<br />
-
-Geschichte der Organisation der Universität.</h2>
-
-<h3 class="pg">1. <b>Einleitung. &mdash; Die Gesetze von 1818 und die Sprüche des Schiedsgerichts.</b></h3>
-
-<p class="dropcap noin">Bis in den Anfang dieses Jahrhunderts hatte die Universität als Korporation eine
-unabhängige Stellung behauptet. Dies änderte sich, als durch das Gesetz vom 19. Mai 1813
-die der Universität in den Jahren 1460, 1532 und 1539 ertheilte Verfassungsurkunde, Statuten
-und Privilegien zurückgenommen und aufgehoben wurden. Fortan sollte dieselbe allgemeine
-höhere Lehranstalt des Kantons sein und zu diesem Zwecke in einer den Zeiten angemessenen
-und gemeinnützigen Weise eingerichtet werden. Durch Gesetz vom 17. Juni 1818 über die
-Organisation der Universität wurde sie der Oberaufsicht und Leitung der Regierung unterstellt.
-Letztere übertrug diese Oberaufsicht und Leitung der zufolge Gesetzes vom gleichen
-Datum bestellten neuen Staatsbehörde, dem <em class="gesperrt">Erziehungsrath</em>, dessen engerer Ausschuss
-(<em class="gesperrt">Curatel</em>) die der Universität unmittelbar vorgesetzte Behörde wurde. Der Regenz der
-Universität &mdash; bestehend aus sämmtlichen ordentlichen Professoren &mdash; verblieb die Leitung
-der inneren Angelegenheiten, die Aufsicht über die akademischen Anstalten und Sammlungen
-und die Verwaltung des Universitätsvermögens. Die bisherige Universitätskommission erhielt,
-unter bester Verdankung ihrer Arbeiten, durch Rathsbeschluss vom 24. Juni 1818 ihre
-Entlassung. Die der Regenz noch gelassene Civilrechtspflege für die Angehörigen der Universität
-(sog. Universitätsbürger) entfiel 1821 bei der neuen Organisation des Gerichtswesens.</p>
-
-<p>In den vier einander gleichgestellten Fakultäten sollten 18 Professoren mit einer Besoldung
-von je Fr. 1600 a.W. angestellt und diese Stellen nach öffentlicher Auskündung und
-eröffnetem Konkurse besetzt werden; in Fällen, wo es zum Vortheil der Anstalt gereiche,
-sollte der Kleine Rath, auf motivierten Vorschlag des Erziehungsrathes, durch unmittelbaren
-Ruf Professoren ernennen können. Hiemit war die früher übliche Verwendung des Looses,
-die öfters eine verhängnissvolle Rolle gespielt hatte, glücklich beseitigt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_6" id="Seite_6">6</a></span>
-
-Dieses Gesetz über die Organisation der Universität, auf das man im Jahre 1865
-zurückgriff, berücksichtigte in angemessener Weise die einzelnen Unterrichtsfächer und fand
-bei einsichtsvollen Männern volle Billigung. So erklärte <em class="gesperrt">Troxler</em> (Die Gesammthochschule
-der Schweiz und die Universität Basel, Trogen 1830, S. 58):</p>
-
-<p>»Es ist seinem wesentlichen Inhalte nach eine zweckmässige und zeitgemässe Grundlage
-einer wohlberechneten und verheissungsvollen Herstellung und Erhebung der Hochschule,
-im Geiste der ersten Gründung gedacht, würdig der grossen Erinnerungen, durch
-Erfahrungen geläutert, die Ansprüche und Bedürfnisse einer neuen Zeitbildung berücksichtigend,
-sowie selbst die weitern Verhältnisse des Gesammtvaterlandes umfassend.«</p>
-
-<p>Der schöne Beweis von Achtung für Wissenschaft, von Eifer für Bildung und von
-hochherziger Vaterlandsliebe, den der Grosse Rath an den Tag gelegt hatte, stellte eine
-gedeihliche Entwicklung in Aussicht. In der That finden sich unter dem Lehrpersonal der
-nächsten Jahre manche klangvolle, weitberühmte Namen von In- wie Ausländern. Aber man
-zögerte zu sehr mit Durchführung der Organisation im vollen Umfange, sodass schon 1823
-der Rektor der Hochschule, Prof. <em class="gesperrt">de Wette</em>, in seiner Rektoratsrede am 12. Mai mit Freimuth
-und Nachdruck äussern durfte: »Und jetzt an dieser Stelle, als zeitiger Rektor der
-Universität und Mitglied des Erziehungsrathes, im Namen der Anstalt, an deren Spitze ich zu
-stehen die Ehre habe, fordere ich Sie, weise Häupter und Räthe, feierlich auf, das Werk der
-Wiederherstellung der Universität fördersamst zu vollenden! Noch sind eine Lehrstelle
-der Rechte, zwei der Arzneikunde und die der Philosophie unbesetzt, und die der Geschichte
-ist von Neuem erledigt. Jedes Halbjahr, welches unter diesen Mängeln verstreicht, ist ein
-Verlust für die studierende Jugend, und der ganze Unterrichtsgang ist dadurch gelähmt. Je
-länger man aufschiebt, desto mehr ermattet der Eifer, desto mehr gewöhnt man sich an das
-Mangelhafte.«<a name="FNAnker_1_1" id="FNAnker_1_1"></a><a href="#Fussnote_1_1" class="fnanchor">[1]</a> Wieder vier Jahre darauf mahnte noch eindringlicher der damalige Rektor,
-Prof. <em class="gesperrt">Gerlach</em>, an schleunige Vervollständigung<a name="FNAnker_2_2" id="FNAnker_2_2"></a><a href="#Fussnote_2_2" class="fnanchor">[2]</a> und schloss mit den verheissungsvollen
-Worten:</p>
-
-<p>»Reichthum ist ein vergängliches Gut; &mdash; Ruhm, erworben im Felde der Staatskunst,
-ist trügerisch und oft von zweideutiger Art; &mdash; der aber lebt ewig im dankbaren Andenken
-der Nachwelt, dessen Name geknüpft ist an das Gedeihen einer Schule der Wissenschaft,
-die Jahrhunderte blühte, die in der Gegenwart sich auf's neue erhebt, die nicht untergehen
-wird im Strome kommender Zeiten.«</p>
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_7" id="Seite_7">7</a></span>
-Die nächsten Jahre erfüllten die hochgespannten Hoffnungen noch nicht &mdash; es nahte
-die dem Basler Staatswesen verhängnissvolle, mit muthiger Entschlossenheit durchgekämpfte
-Zeit, auf welche &mdash; wie der trefflichste Darsteller der Ereignisse jener Periode sagte<a name="FNAnker_3_3" id="FNAnker_3_3"></a><a href="#Fussnote_3_3" class="fnanchor">[3]</a> &mdash;
-»Basel sonder Scham und sonder Reue zurückblicken konnte, weil es das Bewusstsein davon
-trug, dass es billigen Begehren willig entsprochen hatte, dass es der Drohung und Gewalt
-beharrliche Entschlossenheit entgegengesetzt hatte und dass seine Bürger das Gesetz, für das
-sie kämpften, auch durch Gehorsam zu ehren wussten.«</p>
-
-<p>Vergeblich war man bemüht, von dem gut eingerichteten und weise geleiteten Staatswesen
-den schwersten Schlag abzuwenden. Es war umsonst! &mdash; Der am 17. August 1833
-gefasste, am 26. August durch eingelangte Ratifikationen in Kraft erwachsene Beschluss der
-Eidgenössischen Tagsatzung erklärte den Kanton Basel in Bezug auf die Verwaltung in zwei
-besondere Gemeinwesen getheilt und verfügte, »es solle das gesammte Staatseigenthum des
-Kantons an Kapitalien, Gefällen, Gebäuden, Kriegsmaterial u.s.w. ohne irgend eine Ausnahme,
-und ausdrücklich mit Inbegriff der Kirchen-, Schul- und Armenfonds, auf billigem
-Fusse zwischen beiden Landestheilen ausgeschieden und getheilt werden.«</p>
-
-<p>Diesem Beschlüsse zufolge wurden zu Schiedsrichtern erwählt:</p>
-
-<table summary="Schiedsrichten">
-<tr><td>1. Herr Alt-Bürgermeister <em class="gesperrt">Joh. Herzog</em>,
- von Effingen, in Aarau</td>
-<td class="br bt bb" rowspan="2">&nbsp;</td>
-<td rowspan="2">für Basel-Stadttheil. </td></tr>
-<tr><td>2. Herr Alt-Bundespräsident <em class="gesperrt">Joh. Friedrich Tscharner</em>,
- von Chur</td> </tr>
-<tr><td>3. Herr Obergerichts-Präsident <em class="gesperrt">Joachim Leonz Eder</em>,
- in Frauenfeld</td> <td class="br bt bb" rowspan="3">&nbsp;</td>
-<td rowspan="3">für Basel-Landschaft. </td></tr>
-<tr><td>4. <i>a</i>) Herr <em class="gesperrt">Carl Schnell</em>, J.U.D., Regierungsstatthalter
- zu Burgdorf (bis Ende 1833)</td> </tr>
-<tr> <td>&nbsp;&nbsp;<i>b</i>) Herr <em class="gesperrt">Ludwig Schnyder</em>, Appellationsrichter
- von Sursee, (von Anfang 1834 an)</td></tr>
-</table>
-<p class="noin">und seitens derselben als Obmann:</p>
- <p class="center">Herr <em class="gesperrt">Friedrich Ludwig Keller</em>, J.U.D., Obergerichtspräsident
- von Zürich.</p>
-
-<p>Das Schiedsgericht trat am 16. September 1833 in Zürich zusammen, begann seine
-Sitzungen am 30. September in Aarau und schloss dieselben erst im April 1835 in Bern.<a name="FNAnker_4_4" id="FNAnker_4_4"></a><a href="#Fussnote_4_4" class="fnanchor">[4]</a>
-Hier interessieren nur diejenigen Beschlüsse, welche &mdash; zufolge Antrages der Landschaft, auf
-das Inventar der Staatsliegenschaften die Gebäude und Fonds der Universität zu setzen &mdash;
-die Frage betrafen: »ob das Vermögen der Universität in die Theilung gezogen werden solle
-oder nicht?«</p>
-
-<p class="noin"><span class="pagenum"><a name="Seite_8" id="Seite_8">8</a></span>
-
- Schon am 9. November 1833 erging der Obmannsspruch:</p>
-
-<ul class="hang">
-<li>1) Es gehöre das Universitätsgut zu dem in Theilung fallenden
-Staatsvermögen;</li>
-<li>2) Sei das Inventar desselben von Basel-Stadt vorzulegen.</li>
- </ul>
-
-<p>Dieser Entscheid rief natürlich grosse Bestürzung hervor und fand namentlich in
-juristischen Kreisen scharfe Kritik.<a name="FNAnker_5_5" id="FNAnker_5_5"></a><a href="#Fussnote_5_5" class="fnanchor">[5]</a> Dem Entscheide sich fügend, legte der Stadttheil am
-6. Januar 1834 das »Inventarium über das der Universität angehörige und unter ihrer Verwaltung
-stehende Vermögen« zur Mittheilung an die Landschaft vor, welche zwar einige
-Punkte bemängelte, auf erhaltene Auskunft aber diese Bemängelung fallen liess.</p>
-
-<p>Für die Vertretung der Rechte der Universität Namens des Standes Basel-Stadttheil
-bei den Verhandlungen beschloss man Zuziehung des Hofgerichtsadvokaten <em class="gesperrt">Bertheau</em> von
-Mannheim und bestellte zur Schätzung des Universitätsvermögens Sachverständige.</p>
-
-<p>Die vom Obmann für die von beiden Theilen ernannten Sachverständigen entworfene
-Instruktion war für Basel-Stadt und die Universität durchaus günstig.</p>
-
-<p>In der Sitzung vom 14. April 1834 wurde bei getheilten Stimmen der Schiedsrichter
-durch Entscheid des Obmanns anerkannt, »dass auf dem Universitätsgut zu Gunsten der
-Stadt Basel die Beschwerde des Ausschlusses solcher Verfügungen über dasselbe hafte, in
-Folge welcher für ihr Bedürfniss wissenschaftlicher Anstalten nicht mehr gesorgt sein
-würde,« und wurde im Urtheile vom 11. Juli festgesetzt:</p>
-
-<blockquote>
-
-<p>dass bei den im Inventar auf Fr. 543,662.45 angegebenen akademischen Fisci wegen
-darauf haftender Beschwerden Fr. 120,662.45 in Abzug zu bringen seien;</p>
-
-<p>dass auf den Sammlungen von <em class="gesperrt">Amerbach</em>, <em class="gesperrt">Fäsch</em>, <em class="gesperrt">Huber</em>, <em class="gesperrt">d'Annone</em> und
-<em class="gesperrt">Bernoulli</em> die Beschwerde hafte, dass dieselben an die Oertlichkeit der Stadt Basel
-gebunden sind;</p>
-
-<p>dass das gesammte Universitätsgut als eine untheilbare Einheit und dem Zwecke des
-höheren Unterrichtes bleibend gewidmet zu betrachten sei;</p>
-
-<p>der Kanton Basel-Stadttheil einen billigen Anspruch habe, dass ihm auf den Fall,
-wenn er zur Uebernahme des gesammten Gutes als berechtigt und verpflichtet angesehen
-werden sollte, diesfalls eine gewisse Erleichterung, welche in der Bestimmung des
-Preises für das Ganze zu finden, verstattet werde.<a name="FNAnker_6_6" id="FNAnker_6_6"></a><a href="#Fussnote_6_6" class="fnanchor">[6]</a></p></blockquote>
-
-<p class="noin"><span class="pagenum"><a name="Seite_9" id="Seite_9">9</a></span>
-
-In Abänderung einzelner dieser Punkte erging am 6. August 1834 das Endurtheil dahin:</p>
-
-<ul>
- <li class="hang">1) es sei das gesammte Universitätsgut mit Nutzen und Beschwerden, und unter der
-Verpflichtung, dasselbe seiner Bestimmung getreulich zu erhalten, dem Kanton Basel-Stadttheil
-allein und ausschliesslich zugetheilt;</li>
-
-<li class="hang"> 2) es sei der durch die bisherigen Schätzungen und Urtheile ausgemittelte Gesammtwerth
-von Fr. 621,060, mit Hinzurechnung des in seinem Werthe noch nicht ermittelten Mobiliar-Bestandes,
-um 25% herabzusetzen und der sich ergebende Betrag als der definitive Preis
-und als die von Basel-Stadttheil einzuwertende und unmittelbar in Theilung fallende
-Summe festgesetzt;</li>
-
- <li class="hang">3) sei der Kanton Basel-Landschaft bei seiner Erklärung, das ihm zufallende Capital einzig
-für höhere wissenschaftliche Anstalten zu benutzen und zu verwenden, feierlich behaftet. </li></ul>
-
-<p>Durch Einverständniss der Parteien wurde am 12. August der Werth des Mobiliarbestandes
-&mdash; worunter auch Scepter und Pokale der Universität auf Antrag der Landschaft
-aufgenommen werden mussten &mdash; auf Fr. 1440 bestimmt. </p>
-
-<p>Mit dem ganz eigenen, im November gestellten Antrage: »es möchte &mdash; da verlaute,
-dass Basel-Stadttheil Willens sei, die Universität aufzuheben oder einzuschränken &mdash; das
-Schiedsgericht die Rechte der Landschaft durch ein ferneres Urtheil so wahren, dass die
-Universität zu keiner Zeit von Basel-Stadttheil aufgehoben oder beschränkt werden könne,
-oder wenn man demselben freie Befugniss darüber einräumen wolle, der Stadttheil angehalten
-werden, der Landschaft, der gemachten Abzüge und der niedern Schätzung wegen, noch
-eine Entschädigungssumme von Fr. 256,619 herauszubezahlen,« &mdash; wurde die Landschaft
-einmüthig am 17. November abgewiesen; dagegen der Stadttheil auf Antrag der Landschaft
-angehalten, Zinsen von dem ihr zukommenden Antheil vom 18. März 1832 bis 15. December
-1834 zu 4% zu entrichten.</p>
-
-<p>Die Verhandlungen ergaben für das Universitätsvermögen folgende Summen:</p>
-
- <table summary="summen">
-<tr><td>A. Akademische Fisci (laut Urtheil)</td>
-<td>&nbsp;</td>
-
- <td class="tdc">Fr.</td>
-<td class="tdr">423,000.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr><td>B. Gebäude (laut Schatzung)</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="tdc">»</td>
-<td class="tdr">120,060.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr>
-<td>C. Sammlungen (laut Schätzung)</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="tdc">»</td>
- <td class="tdr">78,000.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr>
-<td>D. Scepter und Pokale Fr. 812.50 &mdash;
- übriges Mobiliar 627.50</td>
- <td class="tdc">=</td>
-<td class="tdc bb">»</td>
- <td class="bb tdr">1,440.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td>Summa</td>
-<td class="tdc">Fr.</td>
-<td class="tdr">622,500.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr>
- <td class="tdr">abzüglich 25%</td>
- <td>&nbsp;</td>
-<td class="tdc bb">»</td>
- <td class="bb tdr">155,625.&mdash;</td>
-</tr>
- <tr>
-<td>&nbsp;</td>
- <td>blieben</td>
-<td class="tdc">Fr.</td>
-<td class="tdr">466,875.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr><td colspan="2">wovon nach Urtheil vom 10. Juni 1834 der
- Landschaft 60% gebührten, also </td>
-<td class="tdc">»</td>
- <td class="tdr">298,800.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr><td colspan="2">nach Gewährung von Fr. 195 in Mobiliar blieben
- auszuweisen</td>
-<td class="tdc">»</td>
-<td class="tdr">298,605.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr><td colspan="2">welche Summe sich durch Zinsen
- mit Fr. 32,846.55 erhöhte auf</td>
-<td class="tdc">»</td>
- <td class="tdr">331,451.55</td>
-</tr>
- </table>
-
-<p class="noin">Dies war die Auskaufssumme, welche an die Landschaft zu entrichten war.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_10" id="Seite_10">10</a></span>
-
-Wie so vielen anderen, genügte Basel-Stadt auch dieser Verpflichtung aufs Pünktlichste.
-Nach beendeter Vermögenstheilung konnten die in der Zwischenzeit ausgestellten Bürgschaftsinstrumente
-sehr bald entkräftet werden. Den muthig und hochherzig für die Interessen des
-Staatswesens eingetretenen Bürgern von Zürich und Basel wurde der gebührende Dank
-bezeugt.</p>
-
-<p>Unter den vielen Aufgaben, die nunmehr rücksichtlich der Reorganisation der Staatsverwaltung
-zu lösen waren, war die Frage der Organisation der höheren Lehranstalten von
-grösster Bedeutung. Auch hier bewährte sich, was schon die Alten erkannt haben, dass im
-Unglück der Sporn zur Ausdauer und zu neuer Thatkraft liegt.</p>
-
-<p>Unmittelbar nach Erlass des schiedsgerichtlichen Urtheils vom 6. August wurde durch
-Rathsbeschluss vom 13. August dem Erziehungskollegium<a name="FNAnker_7_7" id="FNAnker_7_7"></a><a href="#Fussnote_7_7" class="fnanchor">[7]</a> der Auftrag ertheilt, zu berathen, was
-nun in Hinsicht der Universität angenommen und vorgekehrt werden solle. Zu diesem
-Zwecke ernannte dasselbe eine Kommission.</p>
-
-<p>Aber auch die Regenz musste zu den Sprüchen des Schiedsgerichts Stellung nehmen.
-Sie that dies, indem sie dem Amtsbürgermeister zu Handen des Grossen Rathes am
-23. September eine ausführliche Protesterklärung gegen jene Sprüche überreichen liess, worin
-sie schliesslich, unter Anrufung der heiligsten Gefühle der Gerechtigkeit, der Wissenschafts-
-und Vaterlandsliebe, die Zuversicht aussprach, E.W.W. Rath werde vermöge seiner Weisheit
-und rechtlichen Gesinnung durch zweckdienliche Anordnungen dafür sorgen, dass das Universitätsgut
-nicht nur ungeschmälert und dem Zwecke des höheren Unterrichts gewidmet
-bleibe, sondern auch für die Zukunft eine solche rechtliche Stellung erhalte, wodurch es
-niemals durch irgend mögliche Wechselfälle seiner Bestimmung entrissen werden könne und
-wodurch auch wieder nach einer so niederschlagenden Erfahrung bei der Bürgerschaft Muth
-und Zutrauen geweckt würde, durch neue Stiftungen die Lehrmittel und Kräfte der Universität
-zu vermehren.<a name="FNAnker_8_8" id="FNAnker_8_8"></a><a href="#Fussnote_8_8" class="fnanchor">[8]</a></p>
-
-<p>Ebenso wurde von der Kommission des naturwissenschaftlichen Museums in einer
-Sitzung vom 6. Oktober eine Erklärung beschlossen, wonach fortan »alle Geschenke und
-Legate nur unter dem bestimmten Vorbehalte gemacht und angenommen werden sollen, dass
-sie unabänderlich und unveräusserlich in der Stadt Basel zu möglichst gemeinnützigem
-Gebrauche sollen aufgestellt bleiben, in allen Wechselfällen die Bedingung der Unentfremdbarkeit
-dieser Gegenstände von der Stadt Basel heilig und unverletzt gehalten werden solle,
-<span class="pagenum"><a name="Seite_11" id="Seite_11">11</a></span>auch zur Wahrung dieser Bestimmung in keinem denkbaren Falle, weder dem Staate, zu
-dem die Stadt Basel jeweilen gehören wird, noch der Stadt Basel selbst irgend ein Opfer
-rechtmässig auferlegt werden könne, so dass folglich jede Theilung, jede Auferlegung einer
-Auskaufssumme, jede zu diesem Zwecke vorgenommene Schatzung der aus Schenkungen
-und Legaten herrührenden Bestandteile der Sammlung, sowie überhaupt jede Massregel
-ähnlicher Art als Raub und offenbare Gewaltthat zu betrachten wäre.«</p>
-
-<p>Diese Wünsche fanden bald die gebührende Berücksichtigung.</p>
-<hr class="small" />
-<h3 class="pg">2. <b>Das Gesetz über Einrichtung des Pädagogiums und der Universität
-vom 9. April 1835 und die weitere Entwicklung bis 1865.</b></h3>
-
-<p>Am 20. December 1834 hatte die Kommission den von ihr erforderten Bericht über
-die Organisation der höheren Lehranstalten vorgelegt; derselbe fand am 19. Januar im
-Erziehungskollegium, wie später im Kleinen Rath Beifall und wurde in den am 2. März 1835
-dem Grossen Rathe vorgelegten Rathschlag aufgenommen. Derselbe zeichnet sich durch
-seltene Vollständigkeit und Abrundung aus, stützt sich auf vielseitige Erfahrungen und ist
-ein rühmliches Zeugniss für den edlen Sinn und das herzliche Interesse der Männer jener
-Zeit für die Förderung des Bildungswesens als einer der Hauptaufgaben jedes Staatswesens.
-Mit hoher Befriedigung wird man auch heute noch in demselben die Worte lesen: »Wenn
-auch allerdings in der vorgefallenen Trennung des Kantons, in der daraus sich ergebenden
-Verminderung der Beamtenzahl, in der gegenwärtig bedeutenden Schuldenlast, eben so viele
-Gründe liegen möchten, wesentliche Einschränkungen eintreten zu lassen, so rufen doch
-andrerseits das um so fühlbarer gewordene Bedürfniss geistiger Regsamkeit und Tüchtigkeit,
-die sich täglich höher stellenden Anforderungen der Zeit, die eigentümliche Isolierung
-unserer Lage Basel dringend zu, sich im gegenwärtigen Augenblicke nicht zu versäumen
-und nicht zu vernachlässigen, und durch zweckmässige und wohleingerichtete wissenschaftliche
-Anstalten sein zukünftiges Wohl zu sichern.«</p>
-
-<p>Im Anschluss an die Gesetze vom 18. Juni 1817 und 17. Juni 1818 wird für Bestehenbleiben
-des Pädagogiums eingetreten und dankbar anerkannt, dass der vortreffliche Zustand
-desselben besonders den eifrigen und gewissenhaften Bemühungen der zur Zeit angestellten
-Lehrer zuzuschreiben sei. Diese Anstalt soll in 2 Abtheilungen, für Humanisten einerseits,
-für Realisten (Techniker) andrerseits zerfallen.</p>
-
-<p>Aber es genügt das Pädagogium, welches junge Leute vom 15.-18. Jahre aufnimmt,
-für sich allein den Bedürfnissen nicht. Hiezu ist eine danebenstehende höhere Anstalt, die<span class="pagenum"><a name="Seite_12" id="Seite_12">12</a></span>
-Universität, dringend nothwendig. Diese soll eine Anstalt für das Studium der Fakultätswissenschaften,
-aber auch eine bürgerliche Akademie sein, in höherem, unmittelbar praktischerem
-Sinne, als s.Z. <em class="gesperrt">Isaak Iselin</em> dies angedeutet hatte. Freilich sind hiebei bedeutende
-Einschränkungen des streng wissenschaftlichen Elementes angebracht, während die Fächer,
-welche der allgemeinen und technischen Bildung angehören, einige Ausdehnung erhalten
-können. In dieser Beziehung hält man einen Lehrstuhl für französische Sprache und Litteratur
-angezeigt und will auch dem Englischen und Italienischen, besonders aber der Nationalökonomie
-und Statistik, bei deren stets wachsender Bedeutung, Berücksichtigung schenken.
-Die philosophische Fakultät soll den Kern des Ganzen bilden. Lediglich als propädeutische
-Anstalten sind die juristische und medicinische Fakultät behandelt. In der theologischen
-Fakultät soll Nachdruck auf praktische Ausbildung und Pflege des Hebräischen gelegt werden.</p>
-
-<p>In den Berathungen über den Rathschlag im Grossen Rathe am 7.-9. April erlitt der
-die Universität betreffende Abschnitt nur geringe Aenderungen. Man hielt es für passend,
-in § 13 (dem ersten Paragraphen des Abschnitts) die »Beibehaltung« der im Jahre 1460
-gegründeten und in den Jahren 1532 und 1818 reorganisierten Universität bestimmter auszusprechen;
-gewährte für Gehaltszulagen und Besoldungen in ausserordentlichen Fällen einen
-jährlichen Kredit von Fr. 4000, regelte eingehend die Entlassung pflichtvergessener Lehrer,
-lehnte einen Antrag auf Bestätigung der Lehrer von 6 zu 6 Jahren ab; bestimmte dagegen,
-dass bei etwaigen Aenderungen in der Organisation die Professoren sich einer solchen gegen
-eine dann durch Gesetz zu bestimmende Entschädigung zu unterziehen hätten.</p>
-
-<p>In der an erster Stelle genannten philosophischen Fakultät werden 9 Lehrstühle
-errichtet für theoretische und praktische Philosophie &mdash; Mathematik &mdash; Physik und Chemie &mdash;
-Naturgeschichte &mdash; griechische, lateinische, deutsche und französische Sprache wie Litteratur-
-und Geschichte. Besondere Lehrer können für die oben genannten Fächer angestellt werden.
-Die Professoren beziehen Fr. 1600 Gehalt.</p>
-
-<p>Drei Professuren werden der theologischen Fakultät gegeben. Lehrfächer sind:
-Theologische Encyclopädie &mdash; Hebräische Sprache &mdash; Exegese des Alten und des Neuen
-Testamentes mit den nöthigen Hilfswissenschaften &mdash; Kirchen- und Dogmengeschichte &mdash;
-Dogmatik &mdash; Christliche Moral &mdash; Praktische Theologie mit homiletischen und katechetischen
-Uebungen. Zwei Professoren haben je Fr. 1600, der dritte Fr. 1200 Gehalt.</p>
-
-<p>Die juristische Fakultät hat 2 Lehrstühle, einen mit Fr. 1600, einen andern mit
-Fr. 800 Gehalt. Lehrfächer sind: Römisches Recht &mdash; Criminalrecht &mdash; Handels- und Wechselrecht
-&mdash; Vaterländisches Civilrecht &mdash; Civilprozess.</p>
-
-<p>Die medicinische Fakultät zählt 4 Lehrer für Anatomie &mdash; Physiologie und Pathologie &mdash;
-Chirurgie und Botanik mit nur Fr. 800 Gehalt, sowie einen Prosektor mit Fr. 450 Gehalt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_13" id="Seite_13">13</a></span>
-
-Die einzelnen Stellen sollen, nach Auskündung und Konkurs, sowie Anhörung der
-Curatel, durch Wahl seitens des Erziehungskollegiums besetzt werden, welche Wahlen sodann
-noch der Bestätigung des Kleinen Rathes unterliegen. Unmittelbare Berufung durch den
-Kleinen Rath ist auch hier, wie im Gesetz von 1818, vorgesehen.</p>
-
-<p>Die Regenz hat die Censur über das Betragen der Studierenden, ertheilt in geringeren
-Fällen Verweise; in wichtigen oder Wiederholungsfällen hat sie Strafbefugniss bis auf 3tägige
-Carcerstrafe, spricht auch Entziehung von Stipendien aus. Bei schwereren Vergehungen kann
-sie bei der Curatel auf Entfernung antragen, wozu aber Bestätigung des Erziehungskollegiums
-nöthig ist.</p>
-
-<p>Für die Vorlesungen besteht Lern- und Lehrfreiheit, und können einzelne Vorlesungen
-auch von Nichtstudierenden, welche das 17. Altersjahr zurückgelegt haben, besucht werden.</p>
-
-<p>Die Aufrechterhaltung der Universität in diesem gewiss bescheidenen Rahmen fand
-namentlich auswärts eine verschiedene Beurtheilung. So meinte man z.B. in Zürich, dass,
-wenn nicht alle Fakultäten aufs Vollständigste und möglichst gut besetzt seien, die Bürger
-ihre Studien doch nicht zu Hause vollenden könnten; darum tauge es nichts, Professoren
-beizubehalten; besser verwendete man das Geld nach Bern oder nach Zürich, wo man sich
-gewisse Rechte vorbehalten könne.<a name="FNAnker_9_9" id="FNAnker_9_9"></a><a href="#Fussnote_9_9" class="fnanchor">[9]</a></p>
-
-<p>Andere (z.B. die Bündnerzeitung) urtheilten günstiger, indem sie sagten: »Wenn der
-Rathschlag Genehmigung findet, so haben gewisse Neider und Blutradikalen umsonst der
-altehrwürdigen Universität von Basel das Leichenlied gesungen! Freuen wird es uns, wenn
-die Bürgerschaft, trotz der veränderten politischen Verhältnisse, sich das nicht rauben lässt,
-was ihrer Stadt Zierde und Ruhm gewesen &mdash; die Universität als eine Pflegeanstalt wissenschaftlicher
-Bildung. Es knüpfen sich an dieselbe so ehrwürdige Erinnerungen, dass die
-Aufrechterhaltung dieser Anstalt, auch in beschränkterer Gestalt, immerhin der Stadt zur
-Ehre gereichen wird.«</p>
-
-<p>Und dies geschah in vollstem Maasse.</p>
-
-<p>Sofort, nachdem durch Gesetz vom 9. April 1835 die Beibehaltung der Universität in
-neuer, den Bedürfnissen und Verhältnissen angemessener Form entschieden war, traten am
-11. April einige Freunde der wissenschaftlichen Anstalten in Basel zusammen, um darüber
-zu berathen, wie die Absichten der Obrigkeit durch freiwillige Mitwirkung wohldenkender
-Bürger zweckmässig gefördert, der Sinn und die Liebe zur Wissenschaft belebt, und angeregt
-werden könnten. In dem Aufrufe zur Bildung einer Freiwilligen Akademischen Gesellschaft
-vom 20. April legte man, in rühmender Anerkennung der Verdienste der obersten Landesbehörde,
-<span class="pagenum"><a name="Seite_14" id="Seite_14">14</a></span>
- die Mittel und Wege dar, wie sich jene Ziele erreichen liessen, und fand damit in
-weiteren Kreisen Anklang, so dass schon am 17. September die Gesellschaft sich constituieren
-und sofort ihre für die Universität so höchst förderliche Thätigkeit eröffnen konnte.</p>
-
-<p>Eine treffliche Schilderung dieses Wirkens und Strebens bringt die soeben veröffentlichte
-Festschrift derselben: »Geschichte der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft der
-Stadt Basel während der ersten 50 Jahre ihres Bestehens«, verfasst von dem jetzigen Vorsteher,
-Herrn Altbürgermeister <em class="gesperrt">C.F. Burckhardt</em>.</p>
-
-<p>Wegen der innigen Beziehungen, welche seit jener Zeit dauernd zwischen dieser
-treuesten, verdienstvollsten Genossin und der Universität bestanden haben, war die Geschichte
-der Gesellschaft natürlich nicht ohne Erwähnung der Geschichte der Universität in diesem
-Zeitraume zu schreiben, und erhält die nachfolgende, mehr auf einzelne besondere Punkte
-der Organisation eingehende Darstellung durch jene Schrift des um das hiesige Gemeinwesen
-hochverdienten Mannes eine erwünschte Ergänzung.</p>
-
-<p>Der provisorische Zustand, in den durch Rathsbeschluss vom 9. April 1835 die
-Professoren, Lehrer und Angestellten der Universität und des Pädagogiums, unter Hinweis
-auf das Gesetz vom 9. Juni 1834, erklärt wurden, dauerte nicht lange. Schon am 13. Juni
-1835 wurden durch weiteren Rathsbeschluss die bisher definitiv angestellten Lehrer der
-Universität aufs neue an ihre Stelle berufen.</p>
-
-<p>In der theologischen Fakultät erhielt Herr <em class="gesperrt">J.J. Stähelin</em> den Titel eines ordentlichen
-Professors mit Sitz und Stimme in Fakultät und Regenz, Herr <em class="gesperrt">J.G. Müller</em> die dritte
-ordentliche Lehrstelle. Zur Versehung der 1. Lehrstelle in der ganz unbesetzten juristischen
-Fakultät, welche sich auf freiwillige Leistungen mehrerer Privatdocenten angewiesen gesehen
-hatte, berief man Herrn Dr. <em class="gesperrt">G. Beseler</em> als ausserordentlichen Professor und eröffnete für
-den 2. Lehrstuhl einen Konkurs, demzufolge man Herrn Dr. <em class="gesperrt">Adolf Burckhardt</em> zum Professor
-ernannte. Die medicinische Fakultät blieb im Personal unverändert. In der philosophischen
-Fakultät berief man wieder Herrn Prof. <em class="gesperrt">Linder</em> als Lehrer der griechischen
-Sprache und Litteratur; Herrn Prof. <em class="gesperrt">Bernoulli</em> übertrug man mit dem Titel eines Professors
-der industriellen Wissenschaften den Unterricht namentlich in industrieller Mechanik und
-Technologie; Herrn Prof. <em class="gesperrt">Peter Merian</em>, welcher aus Gesundheitsrücksichten die Wiederübernahme
-eines Amtes ablehnte, verlieh man den Titel eines ordentlichen Professors mit
-Sitz und Stimme in der Regenz, übertrug den Lehrstuhl der französischen Sprache Herrn
-Prof. <em class="gesperrt">Vinet</em>, beförderte zum ordentlichen Professor der Philosophie Herrn Dr. <em class="gesperrt">F. Fischer</em>,
-ernannte zum Professor der Physik und Chemie Herrn Dr. <em class="gesperrt">Schönbein</em>, zum Professor der
-deutschen Sprache und Litteratur Herrn Dr. <em class="gesperrt">W. Wackernagel</em>, verlieh den Titel eines
-ausserordentlichen Professors Herrn Dr. <em class="gesperrt">Wilhelm Vischer</em> und bestellte als Lektor der
-Naturgeschichte auf unbestimmte Zeit Herrn Prof. <em class="gesperrt">Meissner</em>.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_15" id="Seite_15">15</a></span>
-
- Am 14. September trat der »Senatus academicus« zusammen.<a name="FNAnker_10_10" id="FNAnker_10_10"></a><a href="#Fussnote_10_10" class="fnanchor">[10]</a> Der bisherige Rektor,
-Prof. <em class="gesperrt">P. Merian</em>, leistete den neuen Amtseid und legten darauf die der Regenz angehörenden
-Professoren das Gelübde in die Hände des Rektors ab. Nach Abtreten der Curatel wurde
-in der nun eröffneten Regenzsitzung dem sein Amt in die Hände der Regenz niederlegenden
-Rektor im Namen der Fakultäten für die unzähligen Dienste, die er der Universität erwiesen,
-der wärmste Dank abgestattet und sodann für den Rest des Jahres Prof. <em class="gesperrt">de Wette</em> zum
-Rektor gewählt.</p>
-
-<p>Ohne Einwirkung der Regierung, aber auf mehrfach geäusserten Wunsch der Bürger,
-welche fühlten, dass die hochherzige Gesinnung der Behörden durch einen feierlichen Akt
-anzuerkennen sei, beschloss die Regenz, eine Einweihungsfeier der wiederhergestellten Universität
-abzuhalten. Hiezu lud in ihrem Auftrage Prof. <em class="gesperrt">Wackernagel</em> durch ein deutsches
-Programm »Ueber die altdeutschen Handschriften der Basler Universitätsbibliothek« ein und
-fügte Prof. <em class="gesperrt">Gerlach</em> dem diesmal auch in lateinischer Sprache abgefassten Vorlesungsverzeichnisse<a name="FNAnker_11_11" id="FNAnker_11_11"></a><a href="#Fussnote_11_11" class="fnanchor">[11]</a>
-für das Wintersemester ein lateinisches Schreiben bei, in welchem er die
-verschiedenen Hochschulen von der Neugestaltung der Universität, unter kurzer Erwähnung
-der Vorgänge der letzten Jahre und rühmender Anerkennung des opferfreudigen Sinnes der
-Mitbürger, in Kenntniss setzte.<a name="FNAnker_12_12" id="FNAnker_12_12"></a><a href="#Fussnote_12_12" class="fnanchor">[12]</a></p>
-
-<p>Die Einweihungsfeier fand bei zahlreicher Betheiligung aus verschiedenen Kreisen der
-Bürgerschaft am 1. October im Münster statt. Die gehaltreiche, später im Druck veröffentlichte,
-Festrede des Rektors gab einen Ueberblick über die Arbeiten für die Neugestaltung
-der Universität seit 1818 und zeigte, wie selbst ein kleiner Wirkungskreis seine unleugbaren
-Vorzüge habe. Besonders wurde auch des neuesten Beweises des vielfach erprobten Gemeinsinnes
-Basels, der Gründung der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft gedacht. Darauf
-entwickelte Prof. <em class="gesperrt">Schönbein</em> die Bedeutung der Naturwissenschaften als Elementes der
-modernen Bildung. Sodann wurden Ehrenpromotionen verkündet. Der theologische Doktorgrad
-wurde ertheilt Herrn Antistes <em class="gesperrt">Hurter</em> von Schaffhausen, den Herren Proff. <em class="gesperrt">Schneckenburger</em>
-und <em class="gesperrt">Lutz</em> in Bern und <em class="gesperrt">Hirzel</em> in Zürich, der juristische Herrn <em class="gesperrt">von Tscharner</em>
-in Chur, der medicinische Herrn Prof. <em class="gesperrt">Brunner</em> in Bern, der philosophische den Herren
-Proff. <em class="gesperrt">Studer</em> in Bern, <em class="gesperrt">Fäsi</em> in Zürich, <em class="gesperrt">Fröhlich</em> in Aarau. Schliesslich konnten, nach
-
-<span class="pagenum"><a name="Seite_16" id="Seite_16">16</a></span>
-
- Genehmigung der Behörden, für die Studierenden vier Preisfragen gestellt werden, für deren
-Lösung je Fr. 100 als Preise ausgesetzt wurden.<a name="FNAnker_13_13" id="FNAnker_13_13"></a><a href="#Fussnote_13_13" class="fnanchor">[13]</a></p>
-
-<p>Kurz vor Schluss des Jahres, am 10. December, wurde vom Grossen Rathe der Antrag:
-»es möchte der Grosse Rath erkennen, dass es bei der durch die Staatskasse bereits geschehenen
-Zahlung der Auskaufssumme von zusammen Fr. 331,451.55 sein Verbleiben haben solle« zum
-Beschluss erhoben und damit diese für die Existenz der Universität bedeutendste finanzielle
-Frage erledigt. Nunmehr handelte es sich nur noch um nähere Feststellung der Verwaltung
-und Verwendung des Universitätsgutes. Hierüber erging das Gesetz vom 6. April 1836,
-laut welchem das gesammte Universitätsgut mit den der Stadt Basel darauf zustehenden
-Berechtigungen, wie dieselben durch die Stiftungen und Vergabungen, durch die Dotationsurkunde
-vom Jahr 1803 und durch die Sprüche des bei der Trennung des Kantons Basel
-aufgestellten eidgenössischen Schiedsgerichts bestimmt und anerkannt sind, ein an die
-Oertlichkeit der Stadt Basel unauflöslich geknüpftes Eigenthum des Kantons Basel-Stadttheil
-bildet, welches den Bestimmungen der Stiftungen und dem Zwecke der höheren Lehranstalten
-niemals entfremdet werden darf.</p>
-
-<p>Erwähnen wir, dass durch Gesetz vom gleichen Datum die Korporation der Universitätsbürger
-als 16. politische Wahlzunft der Stadt eine mit der Einrichtung der übrigen
-Zünfte übereinstimmende Regelung erfuhr, so sind die Grundzüge der neuen Organisation
-bezeichnet, welche der Regenz zur Pflicht machten, durch Bestellung der Kommissionen,
-Aufstellung eines Reglements für die Vermögensverwaltung und einer Ordnung für den
-Pedell<a name="FNAnker_14_14" id="FNAnker_14_14"></a><a href="#Fussnote_14_14" class="fnanchor">[14]</a> u.a. zur Durchführung jener gesetzlichen Bestimmungen auch ihrerseits mitzuwirken.</p>
-
-<p>Aber auch viele andere Fragen traten in den nächsten Decennien an die Regenz
-heran, da der Geschäftskreis sich erweiterte und das Kollegium an Mitgliedern zunahm.</p>
-
-<p>Auf Wunsch der Behörden sorgte man für ausgedehntere Vertheilung der akademischen
-Gelegenheitsschriften<a name="FNAnker_15_15" id="FNAnker_15_15"></a><a href="#Fussnote_15_15" class="fnanchor">[15]</a> und der Einladungen zu akademischen Akten; regelte (März 1845)
-die »Verhältnisse und Pflichten der Studierenden« in einer längeren Ordnung, erliess
-(November 1845) eine »Ordnung über den Betrag und die Entrichtung der Collegiengelder«,
-welche 1854 einige Aenderungen erfuhr, ohne dass jedoch das lästige Freibitten ärmerer
-Studenten beim Rektor beseitigt wurde, bis man endlich (10. März 1864) eine besondere
-
-<span class="pagenum"><a name="Seite_17" id="Seite_17">17</a></span>
-
- Kommission zur Vorprüfung der Gesuche um Collegiengeldererlass einsetzte. Die Vertheilung
-der Stipendien seitens der Regenz bereitete damals, bei der geringen Zahl der Petenten, noch
-keine besonderen Schwierigkeiten.</p>
-
-<p>Ein öfters wiederkehrendes Traktandum war die Maturitätsfrage. Hierüber erging
-(Juni 1844) ein Beschluss des Erziehungsrathes, »dass Jünglinge, welche aus der hiesigen
-dritten Realistenklasse mit dem Maturitätszeugnisse entlassen worden oder in einer der
-hiesigen technischen Abtheilung des Pädagogiums gleichstehenden Anstalt eine genügende
-Vorbildung erhalten haben, als Studierende der mathematisch-physikalischen Abtheilung der
-philosophischen Fakultät unter Ertheilung einer lateinischen Matrikel immatrikuliert werden
-könnten, während für den Zutritt zu der theologischen, juristischen und medicinischen Fakultät
-ein humanistisches Examen vorbehalten bleibt.« Doch mehren sich später die Klagen über
-ungenügende Vorbildung namentlich von auswärts kommender Studierender. Die Einrichtung
-eines von Mitgliedern der philosophischen Fakultät abzuhaltenden Examens wird (1859) als
-eine sehr lästige Neuerung empfunden, so dass man 1863 den Dekan, bezw. ein von diesem
-zu bezeichnendes Mitglied mit der Prüfung betraute, und endlich (22. März 1864) die Prüfung
-von Baslern, welche kein Maturitätszeugniss besitzen und von Auswärtigen, welche ein solches
-von hier zu erhalten wünschen, näher regelt.</p>
-
-<p>Schon 1846 verfügt man Niederlegung der bei der Immatrikulation vorgewiesenen
-Papiere beim Rektor, um eine Kontrolle über den Bezug von (später obligatorisch erklärten)
-Abgangszeugnissen zu gewinnen; man ordnet (1854) den Druck von Kollegienbogen und Abgangszeugnissen
-an, sowie Vorlegung ersterer zur Testierung aller belegter Kollegien (wegen
-der bis 1877 üblichen Fleisszeugnisse), überträgt dem Pedell die Führung von Listen über
-Docenten und Studierende und veranlasst die Ordnung des Archivs, welcher Mühwaltung sich
-bis zum Abschlusse dieser Arbeit im Februar 1853 Herr Prof. <em class="gesperrt">Schnell</em> unterzog, worauf dann
-die Bestellung eines ständigen Archivars<a name="FNAnker_16_16" id="FNAnker_16_16"></a><a href="#Fussnote_16_16" class="fnanchor">[16]</a> beschlossen wird; im März 1855 beendet Herr
-Prof. <em class="gesperrt">Riggenbach</em> die Fortführung des Legatariums. Auch das Statutarium findet entsprechende
-Beachtung. &mdash; Mehrfach muss man einschärfen, dass Docenten eine Inaugurationsrede
-zu halten haben, ehe sie ihre Vorlesungen beginnen. Dem Rektor lästig fallende Geldgeschäfte
-werden ihm mehr und mehr abgenommen, die neu eintretenden Professoren von
-Immatrikulationsgebühren befreit, die sog. Feuerspritzenpflicht der Professoren (1854) etwas
-eingeschränkt und die Niederlassung der von auswärts berufenen Professoren (1863) besser
-<span class="pagenum"><a name="Seite_18" id="Seite_18">18</a></span>geregelt.<a name="FNAnker_17_17" id="FNAnker_17_17"></a><a href="#Fussnote_17_17" class="fnanchor">[17]</a> Den nach einander auftauchenden Gesangvereinen (1841, 1843, 1845, akademischer
-Männerchor 1855) und endlich auch dem akademischen Turnverein (1856) gewährt man Unterstützungen,
-überlässt dagegen die Ordnung der Vereinsangelegenheiten den öfters um
-Bestätigung ihrer Statuten einkommenden neuen Studentenverbindungen.</p>
-
-<p>Für die schon seit den Zwanziger Jahren in Basel üblichen, mit grossem Beifall aufgenommenen
-und als wirkliche Pflicht gegen die Bürgerschaft erachteten öffentlichen akademischen
-Vortrage bestellt man 1856 eine Kommission, an deren Stelle 1869 eine neue trat.</p>
-
-<p>Dauernd behilft man sich, bei der stets bewiesenen Bereitwilligkeit der Regentialen
-zur Uebernahme und Besorgung der mannigfachsten Geschäfte, ohne jenes grössere Beamtenpersonal,
-wie es andere Universitäten besitzen.</p>
-
-<p>Der Rektor besorgt die Inscription der neu eintretenden Docenten und der Studierenden,
-unter denen eine Zeit lang auch Missionszöglinge auftreten, in die Universitätsmatrikel.
-Die Dekane veranlassen die Inscription der Studierenden in das Fakultätsalbum, unter
-Rechnungslegung über die dabei bezogenen Gebühren. &mdash; Wie der Rektor über die Geschäfte
-seines Amtsjahres, so erstatten der Regenz die Dekane Bericht über Veränderungen und
-Wünsche ihrer Fakultät, die Vorsteher der Sammlungen und Anstalten Bericht über die
-Verhältnisse derselben. Auszüge aus diesen Berichten werden in der Reihe der dem
-Grossen Rathe zu erstattenden Verwaltungsberichte abgedruckt, sodass auch weitere Kreise
-sich von den Veränderungen der Universitätseinrichtungen genau unterrichten können.</p>
-
-<p>Das Protokoll in den Regenzsitzungen führt der jährlich zu diesem Zweck gewählte
-Schreiber der Regenz, für welche Dienstleistung derselbe &mdash; zufolge Stiftung von Professor
-J.J. <em class="gesperrt">Stähelin</em> im Jahr 1846 &mdash; eine kleine Gratifikation erhält. Einen eigenen Schreiber
-bestellt seit 1838 die medicinische Fakultät, während in den anderen der Dekan (der jetzige
-oder frühere) das Protokoll führt. In den Regenzsitzungen hat bis Mai 1864 Umfrage bei den
-Berathungen statt, von da an freie Diskussion; auch wird dabei das Sitzen in der Reihenfolge
-der Fakultäten abgeschafft. Der Pedell endlich hat die Einziehung und die Vertheilung der
-Kollegiengelder, sowie die Auszahlung der Stipendien zu besorgen, daneben den mannigfachsten
-Abwartsdienst, z.B. als Gehilfe in der Bibliothek bis zur Anstellung eines besonderen
-Bibliothekdieners (durch Rathsbeschluss vom 21. Februar 1876).</p>
-
-<p>Nach diesem kurzen Ueberblick über die inneren Verhältnisse sind nun mehr die
-wichtigen Ereignisse zu erwähnen, welche rasch hintereinander seit 1849 die weitere
-Gestaltung der Universitätsverhältnisse beeinflussten.</p>
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_19" id="Seite_19">19</a></span>
-Das Jahr 1849 brachte einen grossen Fortschritt durch Eröffnung der prächtigen Räume
-des Museums,<a name="FNAnker_18_18" id="FNAnker_18_18"></a><a href="#Fussnote_18_18" class="fnanchor">[18]</a> in denen die sich rasch vergrössernden Sammlungen<a name="FNAnker_19_19" id="FNAnker_19_19"></a><a href="#Fussnote_19_19" class="fnanchor">[19]</a> und einzelne Universitätsinstitute
-eine entsprechendere Aufstellung erhielten und für die feierlichen Rede-
-und Promotionsakte eine geräumige Aula verfügbar wurde. Zur Förderung der Zwecke
-dieses Museums, Vermehrung der Sammlungen, zugleich Belebung des Sinnes für Kunst und
-Wissenschaft wurde der Museumsverein gegründet.</p>
-
-<p>Die Freude über diese grossen Errungenschaften wurde etwas herabgestimmt, als im
-December 1850 im Grossen Rathe ein Antrag auf Aufhebung der Universität, dagegen
-Gründung einer Gewerbeschule gestellt wurde. Es war dies der Ausdruck einer in den
-letzten Jahren mehr und mehr verbreiteten Anschauung, dass die Aufrechterhaltung der
-Universität unerschwingliche Opfer heische. Dieser jetzt offen hervortretenden Gegnerschaft
-musste durch Aufklärung über den wirklichen Sachverhalt begegnet werden und dieses
-Verdienst erwarben sich &mdash; neben einem der Universität nicht angehörenden Manne<a name="FNAnker_20_20" id="FNAnker_20_20"></a><a href="#Fussnote_20_20" class="fnanchor">[20]</a> &mdash; zwei
-Lehrer der Hochschule, die Herren J. <em class="gesperrt">Schnell</em> und C.F. <em class="gesperrt">Schönbein</em>. Sie waren der
-Meinung, dass es einem Universitätslehrer zukomme, darzulegen, warum er redlich, nicht
-als Parteimann, zur Universität stehe.</p>
-
-<p>Sie thaten dies mit durchschlagendem Erfolge in der Schrift: »Die Universität von Basel,
-was sie fordert und was sie leistet« (Basel, Detloff 1851). Diesem muthigen Auftreten wird
-es mit zu verdanken sein, dass der Grosse Rath am 3. Februar 1851 jenen Antrag mit 81
-gegen 11 Stimmen ablehnte und in Erkenntniss mancher Mängel und Lücken durch Gesetz
-vom 30. März 1852 die Errichtung eines besonderen Lehrstuhles für Physik, sowie Erhöhung
-des Zulagekredits auf Fr. 8,000 anordnete, nachdem inzwischen 1850 durch Betheiligung der
-Freiwilligen Akademischen Gesellschaft die Besetzung je eines Lehrstuhles für Pathologie
-und andrerseits Anatomie und Physiologie ermöglicht und durch dieselbe Gesellschaft 1851
-in der juristischen Fakultät ein neuer Lehrstuhl für deutsches Privatrecht und Civilprozess
-errichtet worden war.</p>
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_20" id="Seite_20">20</a></span>
- Die weitere der Universität drohende Gefahr, die Errichtung einer eidgenössischen
-Universität,<a name="FNAnker_21_21" id="FNAnker_21_21"></a><a href="#Fussnote_21_21" class="fnanchor">[21]</a> wurde vorläufig beseitigt, als die Bundesversammlung nach Verhandlungen
-im Januar und Februar 1854 die Errichtung eines Polytechnikums in Zürich beschloss.</p>
-
-<p>Immerhin war die Aufmerksamkeit auf die weitere Ausgestaltung der Universität
-hingelenkt und so stellte schon am 6. Februar 1854 Herr <em class="gesperrt">August Burckhardt-Iselin</em> den
-Anzug, »den Kleinen Rath zur Begutachtung der Frage einzuladen, ob nicht die gegenwärtigen
-Verhältnisse eine Revision der Gesetze von 1835 und 1852 wünschbar machten in dem
-Sinne, dass die für höhere Lehrzwecke angewiesenen Mittel mit den Bedürfnissen der Zeit
-in Einklang gebracht werden.«</p>
-
-<p>Von Neuem traten einige Lehrer der Hochschule mit einem belehrenden Worte für
-die Interessen der Universität ein, indem sie die Mittel und die Ziele der erwünschten Reform
-darlegten.</p>
-
-<p>Es geschah dies in der höchst beachtenswerthen Schrift: »Die Universität von Basel,
-was ihr gebricht und was sie sein soll. In Verbindung mit seinen Collegen und Freunden
-F. <em class="gesperrt">Miescher</em>, J. <em class="gesperrt">Riggenbach</em>, W. <em class="gesperrt">Wackernagel</em> dargelegt von J. <em class="gesperrt">Schnell«</em> (Basel,
-Detloff 1854). Dieser Schritt war von Erfolg gekrönt. Der auf Grundlage eines eingeholten
-Berichtes vorgelegte Rathschlag fand eine über die darin gemachten Vorschläge hinausgehende
-Billigung und wurde durch Gesetz vom 15. Januar 1855 dem Kleinen Rathe zur Erstellung
-einer vierten theologischen Professur die Hand geöffnet, der juristischen Fakultät ein dritter
-ordentlicher Lehrstuhl, der medicinischen ein Lehrstuhl für medicinische Klinik, der philosophischen
-ein solcher für Nationalökonomie und Statistik hinzugefügt. Die Gehälter wurden
-auf Fr. 2,500 bezw. 1,250 n. W. normiert und der Zulagekredit auf Fr. 15,000 erhöht.</p>
-
-<p>Noch im selben Jahr richtete die Freiwillige Akademische Gesellschaft, deren Spezialstiftungen
-verschiedenen Fakultäten zu Gute kamen, einen Lehrstuhl für vergleichende Anatomie
-ein und besetzte denselben in höchst glücklicher Wahl mit einem Schweizer Gelehrten
-(Prof. <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>).</p>
-
-<p>Auch die juristische Fakultät, welche einige ihrer Basler Mitglieder (die Proff. <em class="gesperrt">Christoph
-Burckhardt-Hess</em> und <em class="gesperrt">Adolf Burckhardt-Vischer</em>, sowie Dr. <em class="gesperrt">Gustav Christ</em>) in den
-Dreissiger Jahren durch Tod, ein anderes (Prof. <em class="gesperrt">Bachofen</em>) durch Austritt in den Vierziger
-Jahren leider verloren hatte, gewann 1852 eine bei dem sonstigen raschen Wechsel der
-Lehrer sehr erwünschte Unterstützung durch Wiedereintritt ihres Seniors (Rathsherr
-A. <em class="gesperrt">Heusler</em>) und 1858 durch Eintritt auch des Sohnes desselben. Nur ein um Universität,
-<span class="pagenum"><a name="Seite_21" id="Seite_21">21</a></span>
-Wissenschaft und Rechtspflege gleich sehr verdienter Mann (Prof. J. <em class="gesperrt">Schnell</em>) blieb ihr als
-treueste Stütze während vier Decennien bis zu seinem Weggange von Basel in segensreichem
-Wirken erhalten. Dieselbe Gunst des Schicksals war übrigens mehreren Mitgliedern der
-anderen Fakultäten beschieden; wir nennen von Verstorbenen die HH. <em class="gesperrt">Hagenbach</em> und
-<em class="gesperrt">Stähelin</em> unter den Theologen, Herrn <em class="gesperrt">Jung</em> unter den Medicinern, die HH. <em class="gesperrt">Peter
-Merian</em>, <em class="gesperrt">Gerlach</em>, <em class="gesperrt">Schönbein</em>, <em class="gesperrt">Meissner</em>, <em class="gesperrt">Vischer</em>, <em class="gesperrt">Picchioni</em> aus der philosophischen
-Fakultät.</p>
-
-<p>Die nächsten Jahre brachten viel Arbeit, um die nahende vierte Säcularfeier würdig
-zu begehen. Von diesen Vorbereitungen sei hier nur der Um- und Ausbau des sog. Unteren
-Collegii<a name="FNAnker_22_22" id="FNAnker_22_22"></a><a href="#Fussnote_22_22" class="fnanchor">[22]</a> erwähnt, wofür im Oktober 1859 ein Kredit von Fr. 70,000 vom Grossen Rathe
-bewilligt wurde. Für die Zeit des Umbaues wurden die Hörsäle in die Blömleincaserne verlegt.</p>
-
-<p>Die Feier fand am 6. und 7. September 1860 statt &mdash; in Erinnerung an den Tag, an
-welchem, nach Ertheilung der Privilegien der Hohen Schule durch die Stadt, der erste Rektor
-der Universität (Georg von Andlau) Namens derselben der Regierung die Anerkennungsakte
-übergeben hatte. Die Einzelnheiten dieser Festfeier sind in der Schrift von J.W. <em class="gesperrt">Hess</em>
-(Beschreibung der vierten Jubelfeier der Stiftung der Universität Basel, Georg 1860) mitgetheilt,
-so dass darauf verwiesen werden kann. Erwähnen wollen wir jedoch des literarischen
-Gewinnes, nämlich der eigentlichen Festschrift:</p>
-
-<p>Geschichte der Universität Basel von der Gründung 1460 bis zur Reformation 1529.</p>
-
-<p>Von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Wilhelm Vischer</em> (Basel, Georg);</p>
-
-<p class="noin">ferner der auf die Universität bezüglichen Jubelschriften:</p>
-<ul>
- <li class="hang">1. Die theologische Schule Basels und ihre Lehrer von Stiftung der Hochschule 1460 bis
-zu de Wette's Tode 1849. Von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Karl Rud. Hagenbach</em> (Basel, Schweighauser).
-</li>
- <li class="hang">2. Die medicinische Fakultät in Basel und ihr Aufschwung unter F. Plater und C. Bauhin,
-mit dem Lebensbilde von Felix Plater. Von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Friedrich Miescher</em> (Basel,
-Schweighauser).
-</li>
- <li class="hang">3. Die Mathematiker Bernoulli. Von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Peter Merian</em> (Basel, Schweighauser).
-</li>
- <li class="hang">4. Festrede, gehalten von Prof. Dr. <em class="gesperrt">Peter Merian</em>, d.Z. Rektor (Basel, Schweighauser);
-</li></ul>
-<p class="noin">und endlich der die Angehörigen der Landschaft ehrenden Stiftung eines »Stipendium rauricum.«
-</p>
-<p>Das in jeder Beziehung gelungene Fest hinterliess bei allen Theilnehmern die angenehmsten
-Erinnerungen und blieb nicht ohne die wohlthätigsten Wirkungen auf weitere
-Kreise, welche die Hochschule von vielen Ausländern geschätzt und gerühmt sahen und
-nunmehr stolz auf diese Anstalt zu werden begannen.</p>
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_22" id="Seite_22">22</a></span>
-Als nun von Neuem die Frage einer eidgenössischen Universität auftauchte, stellte
-Oberst <em class="gesperrt">Hans Wieland</em> im Grossen Rathe am 31. März 1862 den mit grossem Beifall aufgenommenen
-Anzug: »Der Grosse Rath beauftragt die Regierung, die Frage in sofortige
-ernstliche Erwägung zu ziehen, ob und inwiefern die neu zu gründende eidgenössische
-Hochschule für Basel zu gewinnen sei; des Ferneren soll die Regierung keine Schritte
-versäumen, die in dieser Angelegenheit dem gewünschten Resultate näher führen können.«</p>
-
-<p>Die Verhandlungen der Bundesversammlung berührten die erstere Frage weder im
-Jahre 1862, noch auch im folgenden, was eine reifliche Erwägung der Frage ermöglichte.
-Als Ergebniss derselben wurde am 7. December 1863 von Bürgermeister und Rath ein
-Rathschlag betreffend den Anzug über Erwerbung der neu zu gründenden eidgenössischen
-Hochschule vorgelegt. Derselbe war verfasst von dem für die Universität unermüdlich
-thätigen Staatsschreiber Dr. <em class="gesperrt">Gottlieb Bischoff</em> († 15. März 1885) und bildet neben dem
-bald folgenden Rathschlag und Entwurf eines Universitätsgesetzes das wichtigste und werthvollste
-Dokument für die Geschichte der Universität in neuester Zeit. Ausgezeichnet in
-Form der Darstellung und reich seinem Inhalte nach, befürwortet dieser Bericht, dass Basel-Stadt
-mit allem Nachdruck für den Fall der Errichtung einer eidgenössischen Hochschule als
-Bewerber auftrete, auf erste Wiederanregung dieser Frage dem hohen Bundesrathe zu
-Händen der Bundesversammlung eine geeignete Begründung seiner Bewerbung eingebe und
-inzwischen weitere Reformen an der Universität in Angriff nehme.</p>
-
-<p>Diese Vorschläge fanden am 1. Februar 1864 den vollsten Beifall des Grossen Rathes.
-Der Kleine Rath theilte den Beschluss betreffend die Bewerbung Basels für den Fall der
-Errichtung einer eidgenössischen Hochschule dem Bundesrathe mit und erhielt unter dem
-18. März die befriedigende Versicherung, dass, wenn einmal diese Frage ernstlich an die
-Hand genommen werden könne, die Behandlung derselben in einer Weise geleitet werden
-würde, welche den verschiedenen Bewerbungen um diese Anstalt volle Zeit lassen werde,
-sich geltend zu machen.</p>
-
-<p>Durch diese Antwort beruhigt, ging man sofort daran, rücksichtlich der Universität einen
-entscheidenden Schritt vorwärts zu thun.</p>
-
-<p>Indem wir die Behandlung dieses Punktes dem nächsten Abschnitte zuweisen, sei noch
-erwähnt, dass am 6. September 1855 die theologische Fakultät Statuten über Ertheilung
-theologischer Grade beschlossen hatte, 1861 ein philologisches Seminar eingerichtet und 1862
-die botanische Anstalt wesentlich erweitert worden war, endlich im Wintersemester 1864/65
-zum ersten Mal die Zahl der Studierenden über 100 betrug, um von da an langsam
-weiter zu steigen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_23" id="Seite_23">23</a></span>
-
- Was die Betheiligung der Universität an Jubelfesten anderer Hochschulen während
-dieses Zeitraums betrifft, so fand eine solche auf Einladungen zu den Festen von Greifswald
-(18. October 1856), Freiburg (5. August 1857), Zürich (29. April 1858), Jena (15. August 1858),
-Genf (Juni 1859), Bern (14. November 1859), Berlin (15. October 1860) und Breslau (3. August
-1861) in verschiedener Form statt. Die Einladung von Prag (1848) war der Zeitumstände
-wegen zurückgezogen worden.</p>
-
-<p>In den Kreisen der Lehrerschaft feierte man 1853 die 25jährige Wirksamkeit der
-Proff. <em class="gesperrt">Meissner</em> und <em class="gesperrt">Schönbein</em>. Die Verdienste, welche sich die Herren <em class="gesperrt">Merian</em> und
-<em class="gesperrt">Heusler</em> namentlich in den Dreissiger Jahren um die Universität erworben hatten, ehrte
-man im December 1865, als ersterer bei Einführung des Prof. <em class="gesperrt">Liebermeister</em> zum letzten
-Mal dem akademischen Senate präsidierte.</p>
-
-<p>Was uns in diesem Zeitraume, der wohl als die Sturm- und Drangperiode der Universität
-bezeichnet werden kann, immer wieder angenehm berührt, ist die bewunderungswürdige
-Sorgfalt, welche die vorgesetzten Behörden bei Neubesetzung der oft erledigten
-Professuren entfalteten, ohne je zu ermüden &mdash; sodann die von der Lehrerschaft jener Zeit
-gepflegte echte, wahre Kollegialität, die so manchen der von auswärts Berufenen dauernd an
-Basel fesselte, den von hier Scheidenden aber in bestem Andenken blieb &mdash; welchem trefflichen
-Vorbilde die jetzige getreu nachlebt und eine spätere, so hoffen wir, nicht untreu werden wird.</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3 class="pg">3. <b>Das Universitätsgesetz von 1866 und die weiteren Veränderungen bis 1885.</b></h3>
-
-<p>Der letzte Zeitraum von zwanzig Jahren, über den wir zu berichten haben, weist eine
-Reihe der erfreulichsten und erfolgreichsten Neuerungen auf. So wurde gleich zu Anfang
-dieser Periode am 13. März 1865 der Kleine Rath ermächtigt, zum Behufe gehöriger Einrichtung
-einer medicinischen, chirurgischen und geburtshilflichen Klinik im Spital mit dem
-Stadtrath die erforderliche Vereinbarung zu schliessen und die nöthigen Anordnungen zu
-treffen. Ein Kredit bis auf Fr. 12,000 wurde hiefür gewährt. Demgemäss konnte endlich
-ein schon lange fühlbar gewordener Mangel durch allmähliche Einrichtung regelmässiger
-Kliniken in den Jahren 1865 und 1868 beseitigt werden.</p>
-
-<p>Bald darauf (5. Juni) wurde dem Grossen Rathe ein Rathschlag und Entwurf eines
-Universitätsgesetzes vorgelegt; der Entwurf ist das Werk des Rathsherrn W. <em class="gesperrt">Vischer</em>, der in
-seinen Verdiensten um die Universität neben <em class="gesperrt">Peter Merian</em> und <em class="gesperrt">Andreas Heusler</em>
-(Vater) völlig ebenbürtig dasteht und im Auslande während der letzten Decennien wohl der
-bekannteste und am öftesten zu Rathe gezogene Basler Rathsherr war.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_24" id="Seite_24">24</a></span>
-
-Der Rathschlag beschränkt sich wesentlich auf die Erörterung der Universitätsverhältnisse,
-zumal inzwischen das Pädagogium, das durch Verlegung in den Mäntelihof sehr
-bald auch räumlich von der Universität getrennt wurde, durch Gesetz vom 23. März 1852
-in die Organisation der übrigen Schulen für die männliche Jugend eingereiht worden war.
-Als wesentlichster Uebelstand in den bisherigen gesetzlichen Anordnungen wird natürlich
-der der Anstalt wegen der schwierigen Zeitverhältnisse des Jahres 1835 damals aufgedrückte
-propädeutische Charakter bezeichnet, der jetzt glücklicherweise beseitigt werden könne.
-Daneben wird besonders die bisherige Besoldung als nicht mehr genügend erachtet, und eine
-Erhöhung derselben auf Fr. 3,000 vorgeschlagen. Diese Besoldungen sollen, was schon aus
-Gründen der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit der Rechnungen wünschbar sei, fortan
-aus dem Kirchen- und Schulgute, bezw. aus der Staatskasse gezahlt werden, während das
-Universitätsgut als »Zulagefonds« mit seinem Ertrage für Besoldungszulagen zu verwenden
-wäre. Der Hauptnachdruck wird auf eine den Anforderungen der Zeit möglichst entsprechende
-Besetzung der einzelnen Lehrstühle, ganz nach dem Vorbild des im Jahre 1818 erlassenen
-Gesetzes, gelegt und hiebei auf mehrfach gemachte Erfahrungen Rücksicht genommen.</p>
-
-<p>Da sich in der Theologie verschiedene Richtungen geltend machten und darauf
-bezügliche Wünsche auch vor den Behörden ihren Ausdruck gefunden hatten,<a name="FNAnker_23_23" id="FNAnker_23_23"></a><a href="#Fussnote_23_23" class="fnanchor">[23]</a> will man
-die theologische Fakultät mit 4 bis 5 Professuren ausstatten.</p>
-
-<p>In der juristischen Fakultät hält man drei ordentliche Professuren für genügend, vier
-dagegen in der medicinischen und zwölf in der philosophischen Fakultät. Letztere soll in
-zwei Abtheilungen (philologisch-historische und mathematisch-naturwissenschaftliche) geschieden
-werden und nunmehr auch die Fächer der Botanik und Zoologie in sich aufnehmen.</p>
-
-<p>In der Lehrerschaft scheidet der Entwurf ordentliche und ausserordentliche Professoren,
-sowie Privatdocenten. Ordentliche Professoren sind die für die bestimmten Fächer regulär
-angestellten Lehrer. Ausserdem kann der Kleine Rath auf Antrag des Erziehungskollegiums
-verdienten Gelehrten Titel und Rechte ordentlicher Professoren ertheilen. &mdash; Die ausserordentlichen
-Professuren dagegen sind entweder Vorstufen zu den ordentlichen oder können
-auch bleibend, mit und ohne Gehalt, für solche Fächer aufgestellt werden, die über den
-durch das Gesetz geforderten Bestand der Fakultäten hinausgehen. &mdash; Die Erlaubniss, als
-Privatdocent zu lehren, wird auf Gutachten der betreffenden Fakultät von der Regenz ertheilt
-und unterliegt der Genehmigung der Curatel. Diese Privatdocenten beziehen in der Regel
-kein Gehalt. &mdash; Die Lehrtätigkeit der Professoren am Pädagogium wird in beschränktem
-Umfange beibehalten. &mdash; Für die Besetzung der Stellen giebt man die früher vorgesehene Form
- <span class="pagenum"><a name="Seite_25" id="Seite_25">25</a></span>
- der Auskündung und des Konkurses, welche übrigens schon längst nicht mehr zur Anwendung
-gekommen war, auf und bestimmt in § 13: »Die Professoren werden vom Kleinen
-Rath auf Vorschlag des Erziehungskollegiums ernannt, welches zuvor das Gutachten der
-Curatel anzuhören hat.« &mdash; Die neu ernannten ordentlichen Professoren werden durch den
-Rektor &mdash; der mit diesem Amte nicht mehr als zweimal unmittelbar nacheinander betraut
-werden darf &mdash; in die Regenz eingeführt und beeidigt.</p>
-
-<p>Die Regenz hat halbjährlich das Verzeichniss der zu haltenden Vorlesungen zu
-entwerfen und die Berichte sämmtlicher Lehrer über ihre Leistungen nebst jenem Verzeichniss
-der Curatel einzureichen.</p>
-
-<p>Für Angehörige des Kantons Basel-Stadt wird zur Immatrikulation Vorlegung eines
-Zeugnisses der Reife erfordert. Nur regelmässig immatrikulierte Studierende haben nach
-§ 30, Abs. 2 Anspruch auf Berücksichtigung bei Stipendien und auf Zulassung zu den Examen.</p>
-
-<p>Die Vorlesungen werden semesterweise gehalten und sollen jährlich zwölf Wochen
-Ferien, möglichst mit denen des Pädagogiums und der Gewerbeschule zusammenfallend,
-angeordnet werden. &mdash; Ausführliche Bestimmungen (§§ 34-50) regeln die Verhältnisse der
-Sammlungen und Anstalten, sowie verschiedener Angestellter.</p>
-
-<p>In den Berathungen des Grossen Rathes wurden nur geringe Aenderungen an dem
-Entwurfe beschlossen; die hauptsächlichsten betrafen die Bestellung je eines besonderen
-Dekans für die beiden Abtheilungen der philosophischen Fakultät und Errichtung von 13
-Lehrstühlen (statt 12) in derselben.</p>
-
-<p>Das am 30. Januar 1866 beschlossene Gesetz wurde als mit dem 1. Januar 1866 in
-Kraft getreten erklärt und bildet auch jetzt noch das Grundgesetz der Organisation, wenn
-auch einzelne Bestimmungen geändert sind.</p>
-
-<p>So wurde, in Folge einer Aenderung der Staatsverfassung, an Stelle des Kleinen
-Rathes der Regierungsrath höchste vorgesetzte Behörde, während an die Stelle des Erziehungskollegiums
-das Erziehungsdepartement trat (Grossrathsbeschluss vom 15. Februar 1877).
-Dem Vorsteher des Erziehungsdepartements steht zur Seite eine aus 8 Mitgliedern bestehende
-Kommission, welche jetzt wieder <em class="gesperrt">»Erziehungsrath«</em> heisst. Die unmittelbare Aufsicht hat
-die Curatel, welche aus fünf Mitgliedern besteht und vom Regierungsrath bei seinem Amtsantritt
-auf die Dauer von drei Jahren gewählt wird.</p>
-
-<p>Die Zahl der Lehrstühle wurde vermehrt, indem durch Grossrathsbeschlüsse vom
-24. Februar 1873 und 1. Februar 1875 Lehrstühle für Physiologie und Psychiatrie errichtet
-wurden. Auch erfuhr die Besoldung der ordentlichen Professoren durch das Lehrerbesoldungsgesetz
-vom 22. Juni 1874, § 34 eine Erhöhung auf Fr. 3000-4000. Den Urlaub der Professoren
-regelte § 5 der Verordnung des Regierungsrathes vom 16. December 1882.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_26" id="Seite_26">26</a></span>
-
- Zur Ausführung des Universitätsgesetzes hatte die Regenz eine Reihe von Ordnungen
-aufzustellen. Von denselben seien hier genannt:</p>
-<ul class="hang">
- <li>1. die Bibliothekarenordnung vom 3. April 1866 und 9. Februar 1871, abgeändert Ende
-1883; die Ordnung für den Unterbibliothekar vom 7. Juni 1867, ebenfalls 1883 abgeändert,
-und eine Ordnung für die Benützung der Universitätsbibliothek, genehmigt
-7. Juni 1867 &mdash;</li>
-
- <li>2. ein Reglement für die ausserordentlichen Professoren und eine Ordnung für die Privatdocenten,
-genehmigt 12. Juni 1866 &mdash;</li>
-
-<li>3. ein Reglement über die Verwaltung des Universitätsguts, genehmigt 1. November 1867 &mdash;</li>
-
-<li>4. eine Ordnung für Regenz und Rektor vom December 1870, in veränderter Redaktion
-vom 25. Mai 1882, genehmigt den 6. Juni 1882 &mdash;</li>
-
-<li>5. eine Ordnung für die Studierenden vom December 1870, in neuester Redaktion genehmigt
-am 10. Mai 1883 &mdash;</li>
-
-<li>6. Abänderungen der am 3. November 1865 erlassenen Ordnung über den Betrag und
-die Entrichtung der Collegiengelder vom 17. December 1874 und 12. Juli 1877 &mdash;</li>
-
-<li>7. eine Ordnung für die Ertheilung von Stipendien von 1870, abgeändert 29. Juni 1876
-und 4. Juni 1885 &mdash;</li>
-
-<li>8. die Ordnung für den Pedell von 1867, abgeändert 1870, 1877, 1879.</li>
-</ul>
-<p>Durch diese vielen Veränderungen sah man sich veranlasst, ein neues Statutarium
-anfertigen zu lassen. Unter Verdankung der darauf verwendeten Mühwaltung des Herrn
-Professor E. <em class="gesperrt">Hagenbach</em> wurde 22. December 1870 das vorgelegte neue Statutarium genehmigt,
-nachdem kurz vorher für die Berichte über die gehaltenen Vorlesungen ein neues Schema
-festgestellt, und Druck von Formularen für die vom Rektor auszustellenden Sittenzeugnisse
-beschlossen worden war.</p>
-
-<p>Zwei Paragraphen des Gesetzes gaben Anlass zur Interpretation.</p>
-
-<p>Das eine Mal handelte es sich im Grossen Rathe um die Frage, ob der in § 13 erwähnte
-»Vorschlag des Erziehungskollegiums« als Vorschlag aufzufassen sei, den dieses
-Kollegium als solches, das heisst in seiner Majorität macht, oder ob die Regierung
-auch eine Meinung der Minorität als Vorschlag auffassen und demgemäss einen Professor
-ernennen könne.</p>
-
-<p>Die sehr interessanten Verhandlungen des Grossen Rathes am 7. Februar 1876 endeten
-damit, dass jener Paragraph dahin ausgelegt wurde, es erhalte der (an die Stelle des dort
-genannten Kleinen Rathes getretene) Regierungsrath durch das Gesetz die Ermächtigung,
-Professoren zu ernennen, welche das Erziehungskollegium als Kollegium, d.h. in seiner
-Majorität, ihm vorschlägt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_27" id="Seite_27">27</a></span>
-
- Das andere Mal war die Auslegung des oben erwähnten § 30, Absatz 2 des Gesetzes
-streitig, in welchem Falle die Regenz (14. Februar 1878) sich dafür entschied, dass alle,
-welche hier promovieren wollen, immatrikuliert sein müssen, ausgenommen allein solche,
-die ein abschliessendes Staatsexamen gemacht haben.</p>
-
-<p>Zu verschiedenen Zeiten tauchte die Frage auf, ob es nicht zweckmässig wäre, von
-der bisherigen Uebung abzugehen, nach welcher die Vorlesungen des Sommersemesters durch
-vierwöchentliche, mit den hiesigen Schulferien zusammenfallende Ferien von Mitte Juli bis
-Mitte August eine Unterbrechung erlitten. Als im Juli 1869 die Regenz ein Gutachten über
-diese Frage Löbl. Curatel zu erstatten hatte, musste sie der grossen Meinungsverschiedenheit,
-die sich bei den Abstimmungen gezeigt hatte, Erwähnung thun, wenn sie auch als
-Resultat berichten konnte, dass die Majorität sich für die Nützlichkeit einer Aenderung, etwa
-nach Vorbild der an den deutschen Universitäten bestehenden Ferienordnung, ausgesprochen
-hatte. Vor der Hand geschah in der Sache kein weiterer Schritt. Einen solchen thaten endlich
-im September 1875 einige Mitglieder der Regenz. Da sie hiebei durchaus gleichen Anschauungen,
-die sich zur selben Zeit in der Curatel geltend gemacht hatten, begegneten, wurde
-nach Zurückziehung jenes Antrages auf Anregung der vorgesetzten Behörde beschlossen,
-provisorisch im Jahre 1870 das Sommersemester mit Ende Juli zu schliessen, das Wintersemester
-Mitte October zu beginnen, wobei übrigens den auch am Pädagogium angestellten
-Universitätslehrern die volle Ferienzeit von vier Wochen gesichert wurde. Diese Einrichtung
-hat sich durchaus bewährt.</p>
-
-<p>War diese Neuerung wesentlich von Bedeutung für die Lehrerschaft, so bot sich mehrfach
-Anlass, für die Interessen der Studentenschaft durch zweckmässige Einrichtungen zu
-sorgen.</p>
-
-<p>Schon im December 1807 hatte eine Petition von Studierenden die Ertheilung von
-Legitimationskarten zum Zwecke grösseren Schutzes gegenüber der Polizei, doch noch ohne
-Erfolg, angeregt. Später mehrten sich die Unzuträglichkeiten des bisherigen Zustandes und
-kam, nach einigen Vorversuchen, im November 1881 die Angelegenheit dahin zu befriedigendem
-Abschluss, dass, ähnlich wie an andern Universitäten, das Rektorat den Studierenden Legitimationskarten
-aushändigt, welche für den Inhaber als Aufenthaltsbewilligung gelten. Der
-Polizei gegenüber hat das Rektorat die Pflicht, über die Beibringung genügender Ausweispapiere
-zu wachen, sowie von Eintritt und Weggang der Studierenden Anzeige zu machen.</p>
-
-<p>Eine weitere Massregel zu Gunsten der Studentenschaft war die Gründung einer
-Studentenkrankenkasse im Juni 1868. Gegen eine bei der Immatrikulation erhobene Gebühr
-von ursprünglich drei, seit Juni 1870 fünf Franken wird im Falle der Erkrankung Verpflegung
-im Spital, wenn irgend möglich in besonderem Zimmer gewährt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_28" id="Seite_28">28</a></span>
-
- Schwierigkeiten bereitete fortdauernd die Maturitätsfrage. Nur für die Verhältnisse
-der beiden Kantonstheile kam es zu einem gewissen Abschluss, und zwar zu einer Uebereinkunft
-vom 1. December 1869 betr. gegenseitige Anerkennung der Reifezeugnisse zum
-Besuche einer Hochschule oder ähnlichen Anstalt, während für Angehörige von Basel-Stadt
-Bestimmungen über Maturitätsprüfungen am 3. Juni 1875 und 9. Juli 1881 erlassen wurden.
-Hienach gilt für Schüler der obersten Klasse des hiesigen oberen Gymnasiums die Abgangsprüfung
-als Maturitätsprüfung; das Reifezeugniss der früheren Schüler der obersten Klasse
-der hiesigen oberen Realschule gilt als genügend für die Immatrikulation in die mathematisch-naturwissenschaftliche
-Abtheilung der philosophischen Fakultät. Dagegen ist eine weitere
-Prüfung im Lateinischen für diejenigen vorgeschrieben, welche sich später medicinischen
-Studien zuwenden, sowie eine Prüfung im Lateinischen und Griechischen, event. im Hebräischen,
-für Eintritt in die andern Fakultäten.</p>
-
-<p>Erfreulich war es, nach eingezogenen Erkundigungen bezw. getroffenen Vereinbarungen
-rücksichtlich der Mehrzahl der deutschen und schweizerischen Hochschulen, welche Reciprocität
-gewähren, eine Ermässigung der Immatrikulationsgebühr für die mit Abgangszeugnissen
-dieser Anstalten hierher Kommenden festsetzen zu können.</p>
-
-<p>Wichtigen Veränderungen begegnen wir auf dem Gebiete des über die lokalen Grenzen
-hinaus giltigen Prüfungswesens. Im Jahre 1867 trat Basel-Stadt dem Konkordate betreffend
-die Prüfung und Freizügigkeit des Medizinalpersonals bei<a name="FNAnker_24_24" id="FNAnker_24_24"></a><a href="#Fussnote_24_24" class="fnanchor">[24]</a> und ebenso nach längerem
-Zögern 20. März 1871 auf dreijährige Probezeit dem am 19. Februar 1862 zwischen mehreren
-Kantonen der östlichen Schweiz geschlossenen Konkordate betreffend Einrichtung einer gemeinsamen
-theologischen Prüfungsbehörde und gegenseitige Zulassung evangelisch-reformierter
-Geistlicher in den Kirchendienst, welchen Schritt auch die Regenz nur zögernd im November
-1863 auf schliessliche nochmalige Anregung der Curatel, unter Voraussetzung der
-Gleichstellung von Zürich und Basel, befürwortet hatte.<a name="FNAnker_25_25" id="FNAnker_25_25"></a><a href="#Fussnote_25_25" class="fnanchor">[25]</a> Eine weitere Heranziehung des
-Lehrpersonals der Universität erfolgte durch Erlass einer Ordnung betreffend die Einrichtung
-von Prüfungen für Kandidaten des Lehramts auf der obern und mittleren Stufe des Unterrichtes
-vom 31. März 1881, die ihre nähere Ausführung im Reglement vom 16. December
-(genehmigt 16. Februar 1882) erhielt.</p>
-
-<p>Auch in den Fakultäten schritt man zum Erlass neuer Prüfungsordnungen. So ersetzte
-die juristische Fakultät ihre mehrfach geänderte Promotionsordnung vom 27. April 1855 durch
-<span class="pagenum"><a name="Seite_29" id="Seite_29">29</a></span>eine neue vom 20. November 1875; die medicinische erliess ein Reglement für das Doktorexamen
-vom 23. Juni 1868; die philosophische »Beschlüsse« betr. Handhabung der Habilitationsordnung
-(vom 12. Juni 1866) am 26. Januar 1881, während die sonstigen Verhältnisse derselben
-durch Ordnung vom 19. December 1866, bezw. 21. Juni 1878 mit Zusatzbestimmung vom
-21. März 1884 geordnet sind. Eine Uebereinstimmung bezüglich des Promotionsaktes und
-des Druckes der Dissertationen ist bisher noch nicht erzielt.</p>
-
-<p>Namentlich liessen es sich die Fakultäten angelegen sein, dem Zuge der Zeit folgend,
-Seminarübungen, Praktika, Kränzchen und ähnliche Nebenkurse einzuführen. In der theologischen
-Fakultät errichtete man Januar 1867 ein homiletisches und ein katechetisches
-Seminar, die nunmehr unter Genehmigung der Curatel (9. Juni 1885) zu einem theologischen
-erweitert sind. Mehrere Seminare erhielt die philosophische Fakultät, nämlich: ein mathematisch-naturwissenschaftliches
-Seminar (1866), ein pädagogisches Seminar mit Ordnung
-vom 13. October 1873, geändert 4. Februar 1882, ein staatswissenschaftliches Seminar mit
-Ordnung vom 3. August 1877 und endlich ein im Winter 1885/6 zu eröffnendes germanisch-romanisches
-Seminar. Handbibliotheken für diese Seminare und für ähnliche Uebungen in
-der juristischen Fakultät sind theils schon eingerichtet, theils in Bildung begriffen.</p>
-
-<p>Eine ähnliche Erweiterung erfuhr auch die medicinische Fakultät durch Einrichtung
-einer Augenklinik (1867), einer Kinderklinik (1868), einer Poliklinik im Spital (1874), einer
-psychiatrischen Klinik (1875) und endlich 1879 einer Ohrenklinik seitens eines der Herren
-Docenten. 1877 konnte auch eine neue Augenheilanstalt bezogen werden.</p>
-
-<p>Ein sehr erfreuliches Zusammenwirken des Staates, der Stadt, der Akademischen
-und der Gemeinnützigen Gesellschaft, des Museumsvereins, der Universität und Privater
-bethätigte sich behufs Errichtung einer neuen Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie.
-Zum Andenken an Basels grosse Mathematiker wurde dieselbe »Bernoullianum« genannt und
-feierlich am 2. Juni 1874 eröffnet.<a name="FNAnker_26_26" id="FNAnker_26_26"></a><a href="#Fussnote_26_26" class="fnanchor">[26]</a> Die betheiligten Fakultäten benutzten den Anlass zur
-Auszeichnung mehrerer Gelehrter. Die medicinische Fakultät ernannte zu Ehrendoktoren
-die Herren <em class="gesperrt">Eduard Hagenbach</em>, <em class="gesperrt">Julius Piccard</em> und <em class="gesperrt">Fritz Burckhardt</em>; die
-philosophische die Herren <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>, <em class="gesperrt">Marignac</em> in Genf, L. <em class="gesperrt">Soret</em> in Genf und
-L. <em class="gesperrt">Dufour</em> in Lausanne.</p>
-
-<p>Aus dem gleichen Jahre 1874 sei berichtet, dass in die neue Bundesverfassung vom
-29. Mai eine Bestimmung aufgenommen wurde, derzufolge der Bund befugt ist, ausser der
-bestehenden polytechnischen Schule eine Universität und andere höhere Unterrichtsanstalten
-<span class="pagenum"><a name="Seite_30" id="Seite_30">30</a></span>zu errichten oder solche Anstalten zu unterstützen. Dies ist bekanntlich bisher nicht zur
-Ausführung gekommen. Immerhin gaben die Verhandlungen der Bundesversammlung einem
-Mitgliede der Universität, Herrn Prof. <em class="gesperrt">Vischer</em> Sohn, Anlass, in einer Schrift »Eidgenössische
-Universität und Kantonalhochschulen,« Basel 1874, auf das Ueberzeugendste den unberechenbaren
-Vortheil des Vorhandenseins zahlreicher Hochschulen in der Schweiz gegenüber den
-problematischen Vorzügen einer Centralhochschule darzulegen.</p>
-
-<p class="p2">Einen schönen Beweis für die Werthschätzung, deren sich die Universität beim
-Publikum erfreut, gab bald darauf eine Petition von sechshundert hiesigen Bürgern und
-Einwohnern um eventuelle Verlegung der Universität in das Kasernenareal im Klingenthal.
-Durch Grossrathsbeschluss vom 26. Juni 1876 wurde dieselbe dem Regierungsrathe zur
-Berichterstattung überwiesen. Die Voraussetzung, unter welcher die Petenten diese Verlegung
-ins Auge gefasst hatten, trat ein, als durch Schreiben des Bundesrathes vom 26. September
-1877 der Verzicht der Eidgenossenschaft auf Anlegung eines Waffenplatzes an hiesigem
-Orte mitgetheilt wurde. Durch die von verschiedenen Behörden, auch von der Regenz,
-eingezogenen Berichte und Gutachten überzeugte man sich, dass die Räumlichkeiten der
-Kaserne wenig geeignet seien für diejenigen Anstalten, deren Unterbringung in neuen Räumen
-zumeist zu wünschen war, während für Vorlesungen die Hörsäle des Universitätsgebäudes
-wohl noch hinreichten. Dies wurde des Näheren in dem am 11. November 1878 dem Grossen
-Rathe vorgelegten Rathschlage ausgeführt, dessen weitere Behandlung hier nicht interessiert,
-da sehr bald in anderer Form für die dringendsten Bedürfnisse gesorgt wurde. Nach Vereinbarung
-des Pflegamtes, der Akademischen Gesellschaft und des Staates konnte nämlich
-der Bau eines pathologisch-anatomischen Institutes in Angriff genommen und diese Anstalt
-schon im Herbst 1880 bezogen werden. Durch noch grössere Beteiligung jener Gesellschaft
-wurde sodann die Errichtung einer trefflich eingerichteten Anstalt für normale Anatomie
-und Physiologie ermöglicht und diese Anstalt, das sogen. »Vesalianum«, am 28. Mai 1885
-eingeweiht. Die bei dieser Gelegenheit veröffentlichte Festschrift wurde mehrfach erwähnt.</p>
-
-<p>Durch mehrere Grossrathsbeschlüsse wurden in den Jahren 1873-85 die Kredite für
-die Bedürfnisse aller dieser neuen Anstalten festgesetzt, bezw. wesentlich erhöht.</p>
-
-<p class="p2">Immer inniger gestalteten sich die Beziehungen zu den Hochschulen des Auslandes,
-wie dies u.A. der rasch gewachsene Tauschverkehr der Universitätsbibliothek erweist. Bei
-grösseren Ausstellungen, wie 1873 in Wien und 1883 in Zürich, auch bei anderen Anlässen,
-war die Universität bestrebt, durch Einsendung von Berichten über ihre Institute und die
-Leistungen der Lehrerschaft, durch Aufstellung statistischer Tabellen und graphischer Tableaux,<span class="pagenum"><a name="Seite_31" id="Seite_31">31</a></span>
-durch Herstellung eines Albums mit den Photographien der berühmtesten Basler Universitätslehrer
-u.s.w. &mdash; für welche mühevolle Arbeiten sie sich namentlich den Herren Prof.
-<em class="gesperrt">Kinkelin</em> und Dr. <em class="gesperrt">Balmer</em> zu Dank verpflichtet weiss &mdash; ein Zeugniss ihrer Fortschritte
-abzulegen.</p>
-
-<p class="p2">Auch während dieses Zeitraums ergingen zahlreiche Einladungen von Seiten anderer
-Hochschulen und entsprach die Universität, in dieser oder jener Form, den Einladungen zu
-den Festen von Wien (1865), Halle-Wittenberg (1867), Lund und Bonn (1868), Strassburg
-und München (1872), Leiden und Czernowitz (1875), Tübingen und Upsala (1877), Würzburg
-(1882), Zürich (1883), Edinburgh und Bern (1884), auch zur Hallerfeier in Bern am
-12. December 1877.</p>
-
-<p>Mehrfach ehrte die Regenz die grossen Verdienste von <em class="gesperrt">Peter Merian</em> (1865, 1869,
-1875, 1876, 1883), beging mit den Mitgliedern des Pädagogiums das 50jährige Amtsjubiläum
-von Professor <em class="gesperrt">Gerlach</em> (1870), feierte am 9. September 1873 das 50jährige gemeinsame Jubiläum
-der Professoren K.R. <em class="gesperrt">Hagenbach</em> und J.J. <em class="gesperrt">Stähelin</em>, sowie am 17. Juli 1876 das
-25jährige Jubiläum des Herrn <em class="gesperrt">Johannes Riggenbach</em> als ordentlichen Professors und
-zugleich des Herrn Antistes <em class="gesperrt">Immanuel Stockmeyer</em>, der an diesem Tage nach 25jähriger
-Wirksamkeit als Docent zum ordentlichen Professor ernannt wurde; sie anerkannte die
-grossen Verdienste, welche sich Herr Rathsherr <em class="gesperrt">Vischer</em> in seiner Stellung als Präsident
-des Erziehungskollegiums um die Universität erworben hatte, als derselbe aus dieser
-Stellung austrat (Juni 1874), beglückwünschte zum 50jährigen Jubiläum die naturforschende
-Gesellschaft (1869), erliess an die leider scheidenden Professoren Herrn <em class="gesperrt">Schnell</em> (1878) und
-Herrn von Wyss (1880) Dankadressen und veranstaltete am 21. November 1868 eine Säcularfeier
-für Schleiermacher und am 12. Januar 1880 eine solche für <em class="gesperrt">de Wette</em>. Am 16. Mai
-1882 wurde das 25jährige Bestehen der mittelalterlichen Sammlung festlich begangen.</p>
-
-<p class="p2">Verlor die Universität während des letzten Zeitraums durch Tod und Austritt viele
-jener Männer, die bisher ihrem Namen im In- und Auslande Glanz verliehen hatten, so sah
-sie mit Freuden nach und nach diese Lücken sich ergänzen und ist heute stolz darauf, dass
-mehrere Basler Gelehrtenfamilien jetzt durch Nachkommen ehrenvoll vertreten sind und,
-wie anzunehmen, auch in weiteren Generationen vertreten sein werden.</p>
-
-<p>Trägt man selbst gewissen Zeitrichtungen, welche anderwärts sich gleichfalls geltend
-machen, Rechnung, so darf man immerhin die wesentliche Steigerung der Frequenz auf
-über 300 Studierende in den letzten Jahren zum grossen Theile als die Frucht der Jahrzehnte
-hindurch unermüdet fortgesetzten Bestrebungen erachten, den Anforderungen der Jetztzeit
-immer mehr zu entsprechen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_32" id="Seite_32">32</a></span>
-
- Gestützt und gefördert durch die treue Fürsorge der hohen Behörden, die auch in Zukunft
-ihr zu Theil werden möge &mdash; und vertrauend auf die heranwachsende Generation, welche
-den Verdiensten der Vorfahren nachzueifern und gleichzukommen für ihre Ehrenpflicht
-halten wird, hofft die Universität, nunmehr ausgestattet mit notwendigen Instituten und
-Anstalten, einen ehrenvollen Platz in der Reihe älterer und jüngerer, oft vielfach begünstigterer
-Schwestern behaupten zu können, wenn sie ihren schönsten und edelsten Aufgaben &mdash; der
-Fortentwicklung der Wissenschaft, der Verbreitung der Bildung und der Pflege echt vaterländischer
-Tugenden &mdash; wie bisher in gewissenhafter Pflichterfüllung ihre ganze Kraft widmet.</p>
-
-<p class="p4">Dieser ernsten Geistesarbeit sei reicher Segen beschieden!</p>
-
-<p class="right">
-A. Teichmann.
-</p>
-
-<div class="footnotes"><h3>FUSSNOTEN:</h3>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_1_1" id="Fussnote_1_1"></a><a href="#FNAnker_1_1"><span class="label">[1]</span></a> Wissenschaftliche Zeitschrift, herausgegeben von den Lehrern der Basler Hochschule. 1. Jahrgang,
-2. Heft (1823), S. 34.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_2_2" id="Fussnote_2_2"></a><a href="#FNAnker_2_2"><span class="label">[2]</span></a> Ebenda, 5. Jahrgang, 3. Heft (1827), S. 16. 17.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_3_3" id="Fussnote_3_3"></a><a href="#FNAnker_3_3"><span class="label">[3]</span></a> Dr. <em class="gesperrt">A. Heusler</em> (Mitglied des Kleinen Rathes), die Trennung des Kantons Basel, 2. Bd., Zürich
-1842, S. 495.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_4_4" id="Fussnote_4_4"></a><a href="#FNAnker_4_4"><span class="label">[4]</span></a> Vgl. <em class="gesperrt">Tscharner</em>, Verhandlungen über die Theilungsfrage in Betreff der Universität Basel vor der
-eidgenössischen Theilungskommission als bestelltem Schiedsrichter, Aarau 1834 (Heft 1), Chur 1835 (Heft 2).</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_5_5" id="Fussnote_5_5"></a><a href="#FNAnker_5_5"><span class="label">[5]</span></a> z.B. in einigen Artikeln der Hannoverschen Zeitung: »Die Universität Basel eine Korporation«.
-Dargestellt von einem Mitgliede der Göttinger Juristenfakultät (abgedruckt in der Baseler Zeitung 1834, Nr. 49,
-50, 51, 55, 59).</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_6_6" id="Fussnote_6_6"></a><a href="#FNAnker_6_6"><span class="label">[6]</span></a> Ueber die wichtigen Ausführungen des Rathsherrn Dr. A. <em class="gesperrt">Heusler</em> in der Sitzung des Schiedsgerichts
-vom 28. Juli vgl. <em class="gesperrt">Tscharner</em>, Verhandlungen, 2. Heft, S. 265 ff. und Baseler Zeitung v. 31. Juli 1834.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_7_7" id="Fussnote_7_7"></a><a href="#FNAnker_7_7"><span class="label">[7]</span></a> Das Erziehungskollegium war anlässlich der Verfassungsänderung von 1833 an die Stelle des Erziehungsrathes
-getreten. Vgl. Reglement f d. Kleinen Rath vom 6. Christmonat 1833, § 68.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_8_8" id="Fussnote_8_8"></a><a href="#FNAnker_8_8"><span class="label">[8]</span></a> Acta et decreta Regentiae Academiae Basileensis, tomus VII, pag. 19-21.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_9_9" id="Fussnote_9_9"></a><a href="#FNAnker_9_9"><span class="label">[9]</span></a> So »Der Republikaner.« Vgl. Baseler Zeitung 1835, Nr. 43.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_10_10" id="Fussnote_10_10"></a><a href="#FNAnker_10_10"><span class="label">[10]</span></a> Dieser »senatus academicus« &mdash; eine Versammlung der Mitglieder der Curatel und der Regentialen &mdash;
-war bestimmt zur feierlichen Einführung neu ernannter Professoren. Bis zum Ende dieser Periode wurde er,
-obwohl im Gesetze von 1835 nicht mehr genannt, im Anschluss an die Bestimmungen des Gesetzes von 1818,
-beibehalten.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_11_11" id="Fussnote_11_11"></a><a href="#FNAnker_11_11"><span class="label">[11]</span></a> Seit 1822 werden diese Verzeichnisse deutsch veröffentlicht.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_12_12" id="Fussnote_12_12"></a><a href="#FNAnker_12_12"><span class="label">[12]</span></a> Nur die zweite Redaktion dieses Schreibens kam zur Vertheilung und Versendung.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_13_13" id="Fussnote_13_13"></a><a href="#FNAnker_13_13"><span class="label">[13]</span></a> Seit 1851 wurden häufiger Preisfragen gestellt. Die Reihenfolge, in welcher jetzt die Fakultäten solche
-Preisfragen zu stellen haben, bestimmt die Ordnung für Regenz und Rektor von 1882 in § 20.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_14_14" id="Fussnote_14_14"></a><a href="#FNAnker_14_14"><span class="label">[14]</span></a> Die Ordnung für den Pedell vom Juli 1836 erfuhr bis 1865 Abänderungen im Mai 1849 und im Februar
-1855. &mdash; Dieses Amt wurde verwaltet während 33 Jahren bis 1849 von <em class="gesperrt">Scholer</em>, 1849-55 von <em class="gesperrt">Bürgy</em>,
-1855-77 von <em class="gesperrt">Em. Beck,</em> seitdem von <em class="gesperrt">V. Hofer</em>.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_15_15" id="Fussnote_15_15"></a><a href="#FNAnker_15_15"><span class="label">[15]</span></a> Dazu gehört namentlich das für die Rektoratsfeier von einem Mitgliede der Regenz verfasste Programm.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_16_16" id="Fussnote_16_16"></a><a href="#FNAnker_16_16"><span class="label">[16]</span></a> Das Amt des Archivars verwalteten die HH. Proff. <em class="gesperrt">Vischer</em> (Vater) bis 1871, Ed. <em class="gesperrt">Hagenbach</em> 1871
-bis 1874, <em class="gesperrt">Vischer</em> (Sohn) 1874-1876, 1878-1881, C.E.E. <em class="gesperrt">Hoffmann</em> 1876 und 1877; seit 24. November 1881 ist
-Archivar Herr Prof. J. Wackernagel.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_17_17" id="Fussnote_17_17"></a><a href="#FNAnker_17_17"><span class="label">[17]</span></a> Befreiung von aktivem Militär- und Löschdienst, Gewährung des Niederlassungsrechtes zufolge der
-Anstellung und Wegfall der Niederlassungsgebühren brachte § 21 des Universitätsgesetzes vom 30. Januar 1866.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_18_18" id="Fussnote_18_18"></a><a href="#FNAnker_18_18"><span class="label">[18]</span></a> Bei dieser Gelegenheit erschien: »Festschrift zur Einweihung des Museums in Basel am 26. November
-1849« (Schweighauser).</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_19_19" id="Fussnote_19_19"></a><a href="#FNAnker_19_19"><span class="label">[19]</span></a> Das Gesetz vom 6. April 1836 nannte als solche: 1. Die Bibliothek und das Münzkabinet &mdash; 2. Die Kunstsammlung.
-&mdash; 3. Das naturwissenschaftliche Museum. &mdash; 4. Das anatomische Museum. &mdash; 5. Die botanische
-Anstalt. Später kamen als selbständige Sammlungen, welche sich allmählich ausschieden, die antiquarische
-Sammlung mit drei Abtheilungen (eigentliches Antiquarium, Antikensaal, ethnographisches Kabinet), sowie
-1866 die chemische Anstalt und das physikalische Kabinet hinzu; sodann die von Professor <em class="gesperrt">Wackernagel</em>
-1855-57 angelegte mittelalterliche Sammlung, welche Aufstellung im Conciliumssaale des Münsters fand.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_20_20" id="Fussnote_20_20"></a><a href="#FNAnker_20_20"><span class="label">[20]</span></a> Herr Rathsherr <em class="gesperrt">Christ</em> in der Schrift: »Schulen und Universität in Basel« &mdash; Aufklärungen &mdash; Motto:
-»Behalte, was du hast« (Basel, Schweighauser 1851).</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_21_21" id="Fussnote_21_21"></a><a href="#FNAnker_21_21"><span class="label">[21]</span></a> Vgl. »Die neue Hochschule der Schweiz. Eidgenossenschaft und die alte Universität Basel« (Basel,
-Schweighauser 1861) &mdash; (Prof. W. Vischer) »Die eidgenössische Universität«, Bern, Jenni 1851.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_22_22" id="Fussnote_22_22"></a><a href="#FNAnker_22_22"><span class="label">[22]</span></a> Ein Bild desselben bringt die »Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum.« Lpz. 1885.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_23_23" id="Fussnote_23_23"></a><a href="#FNAnker_23_23"><span class="label">[23]</span></a> In einer Petition von 25 Theologie-Studierenden im October 1863.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_24_24" id="Fussnote_24_24"></a><a href="#FNAnker_24_24"><span class="label">[24]</span></a> Jetzt gilt das Bundesgesetz vom 19. Christmonat 1877 und Verordnung über die eidgenössischen
-Medizinalprüfungen vom 2. Heumonat 1880 nebst Anhang vom 4. Wintermonat 1881.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_25_25" id="Fussnote_25_25"></a><a href="#FNAnker_25_25"><span class="label">[25]</span></a> Jetzt gilt für die Prüfungen das Reglement vom 26. October 1875.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_26_26" id="Fussnote_26_26"></a><a href="#FNAnker_26_26"><span class="label">[26]</span></a> Zu dieser Feier erschien eine von den HH. Proff. <em class="gesperrt">Eduard Hagenbach</em> und <em class="gesperrt">Julius Piccard</em> verfasste
-Festschrift.</p></div></div>
-<div class="chapter">&nbsp;</div>
-<hr class="chap" />
-
-<h2>
-<span class="pagenum hidev"><a name="Seite_33" id="Seite_33">33</a></span>
-II.<br />
- <a id="Fonds_der_Universitaet"></a>Fonds der Universität.</h2>
-
-<p class="dropcap noin">Durch Aeufnung des Geldes, welches durch Schenkungen, Vermächtnisse und Gebühren
-der Universität zukam, entstanden im Laufe der Jahrhunderte die verschiedenen akademischen
-Fisci. Die Gesetze von 1813 und 1818, welche die früher mit Korporationsrechten ausgestattete
-Universität als die höchste staatliche Lehranstalt des Kantons anerkannten und
-bestätigten, haben die Leitung der Finanzverwaltung für die verschiedenen, theils der Universität
-im Allgemeinen, theils den Fakultäten gehörigen Fonds der Regenz belassen, doch
-mit der Verpflichtung, jährlich den oberen Behörden Rechenschaft abzulegen. Die Regenz
-hinwiederum beauftragte für jeden einzelnen Fiscus einen Professor aus ihrer Mitte mit der
-Verwaltung; diese verschiedenen Curatoren übergaben ihr am Ende des Jahres die Rechnung
-über Einnahmen und Ausgaben. Die Anlage aller Kapitalien beschloss die gesammte Regenz
-selbst. Den Einzug der Zinsen und die Führung der Schuldbücher besorgte ein durch
-Provision besoldeter, nicht der Regenz angehöriger Geschäftsmann, der den Namen Exactor
-führte; er stand mit den verschiedenen Curatoren in Abrechnung und unterstützte auch
-Regenz und Rektor beim Anlegen des Geldes. Bei der Trennung des Kantons nach dem
-Streite der Dreissigerjahre wurde das aus Sammlungen, Gebäuden und Kapitalien bestehende
-Universitätsvermögen als Staatsgut mit in die Theilung gezogen, und es hatte davon Basel-Stadt
-etwas mehr als 330,000 Franken alte Währung an Basel-Landschaft zu entrichten;
-die damit herbeigeführte Gefahr einer Schmälerung des Universitätsvermögens wurde dadurch
-beseitigt, dass die genannte Loskaufssumme nicht dem Universitätsfond entnommen, sondern
-direkt aus der Staatskasse bezahlt wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde denn auch die
-Frage über die Stellung des Universitätsvermögens einlässlich in den Behörden behandelt
-und als Ergänzung des Universitätsgesetzes von 1835 wurde am 6. April 1836 ein Gesetz
-über Verwaltung und Verwendung des Universitätsgutes erlassen, welchem sich die Aufstellung
-eines neuen Reglements durch Regenz und Erziehungsrath anschloss; dadurch
-wurde die etwas umständliche und zersplitterte Verwaltung im Sinne grösserer Vereinfachung
-und Concentration reorganisiert. An die Stelle der verschiedenen, häufig abwechselnden
-Curatoren trat der <em class="gesperrt">eine</em> Curator fiscorum. Bei der Aufstellung dieser Stelle nahm man an,<span class="pagenum"><a name="Seite_34" id="Seite_34">34</a></span>
-dass sich stets ein Mitglied der Regenz finden lasse, welches bereit ist, dieses Amt zu versehen,
-eine Voraussetzung, die sich bis jetzt bewährt hat; als erster Curator fiscorum ist
-Herr Prof. <em class="gesperrt">Rud. Merian</em> bezeichnet worden, und er hat während 35 Jahren bis zu seinem
-Tod im Jahre 1871 die Finanzverwaltung der Universität besorgt; seither geniesst als sein
-Nachfolger der Unterzeichnete das Zutrauen der Regenz. Für die Besorgung der Anlagen
-wurde die Anlagekommission, welcher der Curator auch angehört, eingeführt, in Folge dessen
-die Regenz sich nur noch mit der Bestätigung der Vorschläge zu befassen hat. Die Beamtung
-des Exactors blieb, wurde aber dadurch vereinfacht, dass er nun nur noch mit dem einen
-Curator abzurechnen hat.</p>
-
-<p>Bei dieser Neuordnung der Finanzverhältnisse wurde auch eine etwas andere Eintheilung
-der Universitätsfonds angeordnet, indem man einerseits einige Fisci, die nur Unterabtheilungen
-bildeten, selbstständig hinstellte, und andererseits mehrere zum gleichen Zweck
-bestimmte Fisci zusammenzog. Das Resultat davon war laut Rechnungsabschluss vom
-31. Dezember 1836 das folgende, wobei wir, wie bei allen späteren Zahlen, auf Franken
-abrunden:</p>
-
-<table summary="Fisci">
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
- <td class="tdc">Fr. Kapitalgeld (a.W.) </td></tr>
- <tr><td class="tdr">I.</td> <td>Fiscus legatorum academicus</td> <td class="tdr">138,604</td></tr>
- <tr><td class="tdr">II.</td> <td>Fiscus Gymnasii</td> <td class="tdr">91,293</td></tr>
- <tr><td class="tdr">III.</td> <td>Fiscus vestiendorum</td> <td class="tdr">12,000</td></tr>
-<tr> <td class="tdr">IV.</td> <td>Fiscus legatorum medicus</td> <td class="tdr">2,442</td></tr>
-<tr> <td class="tdr">V.</td> <td>Fiscus bibliothecæ publicæ </td> <td class="tdr">54,683</td></tr>
-<tr> <td class="tdr">VI.</td> <td>Fiscus bibliothecæ botanicæ</td> <td class="tdr">2,512</td></tr>
-<tr> <td class="tdr">VII.</td> <td>Fiscus horti botanici</td> <td class="tdr">3,641</td></tr>
-<tr><td class="tdr">VIII.</td> <td>Fiscus facultatis theologicæ</td> <td class="tdr">9,918</td> </tr>
-<tr> <td class="tdr">IX.</td> <td>Fiscus facultatis juridicæ</td> <td class="tdr">9,728</td></tr>
-<tr> <td class="tdr">X.</td> <td>Fiscus facultatis medicæ</td> <td class="tdr">4,885</td></tr>
-<tr> <td class="tdr">XI.</td> <td>Fiscus facultatis philosophicæ </td> <td class="tdr">4,108</td></tr>
-<tr> <td class="tdr">XII.</td> <td>Fiscus Universitatis</td> <td class="tdr">218,413</td></tr>
-</table>
-
-<p>Wir wollen nun kurz andeuten, was jeder dieser Fisci zu bedeuten hat und was seine
-Leistungen und Umwandlungen in den verflossenen fünfzig Jahren waren.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus legatorum academicus</em> entstand aus dem eine Abtheilung des Fiscus
-legatorum bildenden akademischen Stipendienfonds, der aus den Kapitalien der Universitätsstipendienstiftungen
-besteht, und es wurde ihm noch beigefügt der Fiscus pauperum, der
-bestimmt ist für Armenzwecke und unter Anderem die Stiftungen von <em class="gesperrt">Erasmus</em> und
-<em class="gesperrt">Daniel Bernoulli</em> zur Unterstützung von armen durchreisenden Gelehrten und Studierenden
-durch den jeweiligen Rektor enthält; ferner das Stiftungskapital des Alumneumfonds, das
-sich auf das frühere Alumneum im oberen Collegium des Augustinerklosters bezieht. In den
-<span class="pagenum"><a name="Seite_35" id="Seite_35">35</a></span>letzten fünfzig Jahren flossen noch in diesen Fond: im Jahre 1857 das Legat von Herrn <em class="gesperrt">Leonhard
-Huber</em> sel. mit Fr. 2857 für hilfsbedürftige Basler Studenten, im Jahre 1859 aus dem
-<em class="gesperrt">Franz Von Speyr</em>'schen Fideikommiss Fr. 1754, im Jahre 1860 beim Jubiläum von frühern
-Schülern der Universität aus Baselland das Stipendium Rauricum mit Fr. 2500, im Jahre 1874
-die Hälfte der Stiftung zu Ehren des Rektors gymnasii <em class="gesperrt">Rudolf Burckhardt</em>, von Schülern
-desselben der Universität dargebracht, mit Fr. 2895 und im Jahr 1880 das bei Gelegenheit
-der hundertjährigen Geburtstagsfeier des verstorbenen Theologen <em class="gesperrt">de Wette</em> von seinen
-Verwandten gestiftete Stipendienkapital von Fr. 2750, über dessen Zinsen die theologische
-Fakultät zu verfügen hat.</p>
-
-<p>Der Ertrag dieses akademischen Legatenfonds diente bis heute hauptsächlich zur Ertheilung
-von Stipendien an die Studierenden; bis zum Erlass des Schulgesetzes im Jahre 1880
-wurden auch Schüler des oberen Gymnasiums oder Pädagogiums dabei bedacht. Ausserdem
-leistete dieser Fond die Auszahlung des <em class="gesperrt">Ryhiner</em>'schen Legates mit je Fr. 300 jährlich an
-die Professoren der Logik und Botanik als Inhaber des betreffenden Stiftungskapitals, die
-Zahlungen an die Armenkassen des Rektors und der Fakultäten als Ertrag der aufgenommenen
-Armenfonds und Kapitalien der Fakultätsstipendien, Beiträge an Seminarien und an allgemeine
-Zwecke wie Turnen und Singen verfolgende Studentenvereine, die Honorierung der
-Preisaufgaben, seit 1844 als Besitzer des Alumneumfonds einen den alten Miethsgeldern entsprechenden
-jährlichen Beitrag von Fr. 240 an das Alumneum für Studierende der Theologie,
-ferner von 1851 bis zur Errichtung des mit Krediten besser bedachten Vesalianums im Jahr 1885
-einen mit der Zeit auf mehr als Fr. 1000 jährlich anwachsenden Beitrag an die anatomische Anstalt
-für die Beschaffung von Leichen und dann noch verschiedene Beiträge an andere Universitätsanstalten,
-besonders an die Bibliothek für Hilfsarbeiten. Auch musste zu Zeiten für
-ausserordentliche einmalige Ausgaben dieser Fond die Mittel liefern, so z.B. im Jahr 1839
-Fr. 1250 a.W. an die Verlegung des botanischen Gartens, im Jahre 1849 Fr. 10,500 a.W.
-an das Museum und im Jahre 1860 Fr. 7000 an die Kosten des Universitätsjubiläums. Solche
-ausserordentliche, 150 Fr. überschreitende, durch Stiftung und Gesetz nicht vorgesehene Verwendungen
-bedürfen seit 1836 bei allen Fisci, nachdem sie von der Regenz beschlossen sind,
-noch der Genehmigung des Erziehungsrathes.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus Gymnasii</em> war aus den Kapitalien der Schülerstipendien entstanden
-und bezieht sich also nicht auf Universitätszwecke; er wurde nur von der Universität verwaltet
-und der Ertrag wurde den Schulbehörden zugestellt. Nach Erlass des Schulgesetzes
-im Jahre 1880 ging dieser Fond mit Fr. 207,655 an die vom Erziehungsrath bestellte Schulstipendienkommission
-über.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus vestiendorum</em> oder <em class="gesperrt">Fiscus des Schülertuchs</em> stammt aus der
-Zeit, wo die Universität die Sammlung von Geldern für die Bekleidung armer Schüler besorgt<span class="pagenum"><a name="Seite_36" id="Seite_36">36</a></span>
-hatte; auch er hat keinen Universitätszweck, und sein Ertrag wurde jährlich an die Personen
-ausbezahlt, welche sich mit der Vertheilung des Schülertuchs befassten. Im Jahre 1881 wurde
-dieser Fond mit Fr. 25,058 der Schülertuchkommission übergeben.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus legatorum medicus</em> stammt von dem berühmten <em class="gesperrt">Felix Plater</em>, der
-eine Summe gestiftet hat, um aus dem Ertrag den Spitalarzt zu bezahlen. In den Jahren
-1837 und 1838 bei Errichtung des neuen Spitales legten vier Freunde der Universität
-Fr. 2100 a.W. in diesen Fond und im Jahre 1867 wurde das Legat von <em class="gesperrt">Joh. Gottl. Thurneysen</em>
-sel. mit Fr. 1000 ihm einverleibt. Bis zum Jahre 1864 wurden aus dem Ertrag
-dieses Fonds jährlich Fr. 150 an den Spitalarzt bezahlt; seitdem der Spital die Bezahlung
-seiner Aerzte vollständig übernommen hat, werden die Zinsen durch Regenzbeschluss, entsprechend
-den jedesmaligen Bedürfnissen, den verschiedenen Anstalten der medicinischen
-Fakultät zugewandt.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus bibliothecæ publicæ</em> entstand aus Schenkungen und Gebühren;
-ausser den sogenannten Neujahrsgeldern, d.h. freiwilligen Beiträgen von Freunden der
-Bibliothek, sind ihm in den letzten 50 Jahren noch eine Anzahl Schenkungen aus Trauerhäusern,
-im Jahr 1874 ein Viertel der Rektor <em class="gesperrt">Rudolf Burckhardt</em>'schen Stiftung mit Fr. 1447,
-und vor Allem im Jahr 1880 das Legat des Herrn <em class="gesperrt">Wilh. Burckhardt-Forcart</em> sel. mit
-Fr. 40,000 zugekommen. Der Ertrag dieses Fonds dient der Universität für Bücheranschaffungen
-und Beamtenbesoldungen. Bis zum Jahr 1870 war die Rechnung der Bibliothek mit der
-Rechnung des Bibliothekfiscus verschmolzen; seit 1871 wird der Ertrag an die Bibliothek
-abgeliefert, welche nun selbstständig Rechnung führt und auch die Gebühren und meisten
-Geschenke direkt in Empfang nimmt.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus bibliothecæ botanicæ</em> und der <em class="gesperrt">Fiscus horti botanici</em>, die 1836
-als selbstständige Fisci von dem fiscus facultatis medicæ waren abgetrennt worden, wurden
-im Jahre 1853 zum Fiscus der botanischen Anstalt vereinigt. Der Ertrag geht an die botanische
-Anstalt. Auch hier war bis 1870 die Rechnung des Fiscus und der Anstalt verschmolzen.</p>
-
-<p>Die <em class="gesperrt">vier Fakultätsfisci</em> entstanden hauptsächlich aus den bei Immatrikulation und
-Promotion erlegten Gebühren; sie zahlten Beiträge an die Gehalte der Professoren und
-wurden 1853 mit dem Fiscus Universitatis verschmolzen.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Fiscus Universitatis</em> entstand hauptsächlich aus der Ansammlung der Gebühren
-bei Immatrikulation und Abgang, welche ihm bis heute noch zufliessen. Bei der
-Neueintheilung im Jahr 1836 wurde ihm der Fiscus Rectoris und der nicht in Stiftungskapitalien
-bestehende Theil des Fiscus Alumnorum zugewiesen. Von den ihm zugekommenen
-Geschenken erwähnen wir besonders aus dem Jahr 1880 das Legat des Herrn <em class="gesperrt">Wilh.<span class="pagenum"><a name="Seite_37" id="Seite_37">37</a></span>
-Burckhardt-Forcart</em> sel., der auch diesem Fiscus Fr. 40,000, also den Universitätsfonds
-im Ganzen Fr. 80,000 vermachte. Das Gesetz von 1836 hatte bestimmt, wie viel aus diesem
-Fond an die Gehalte der Professoren und an die Sammlungen für den Unterricht zu zahlen
-war; durch das Gesetz von 1866 wurde sein Betrag speciell für Zulagen zu den direkt vom Staat
-bezahlten Besoldungen, ausserordentlichen Gehalten und Remunerationen bestimmt, welche der
-Regierungsrath auf Antrag des Erziehungsrathes beschliesst; er wird desshalb seither gewöhnlich
-als Zulagefond bezeichnet. Der Fond wurde zuweilen auch für ausserordentliche Ausgaben
-in Anspruch genommen, so zahlte er u.a. im Jahr 1849 Fr. 45OO a.W. an das Museum und
-im Jahr 1860 Fr. 7536 an die Kosten des Universitätsjubiläums. Auch wurden die laufenden
-Ausgaben der Universität für Druck, Inserate, Gas u.s.w. bis zur Ertheilung eines besonderen
-Kredites von Fr. 2000 durch das Gesetz von 1866 aus diesem Fiscus bestritten.</p>
-
-<p>Zu diesen aus älterer Zeit stammenden Fisci sind in den letzten 50 Jahren noch zwei
-neue hinzugekommen, nämlich der naturhistorische Fond und der <em class="gesperrt">Heusler</em>'sche Vermächtnissfond.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">naturhistorische Fond</em> verdankt seinen Ursprung der im Jahre 1836 in der
-Regenz gemachten Anregung, einen Theil der Gelder der Universität, die nach dem damals
-üblichen stadtbaslerischen Zinsfuss nur etwa 3&frac14;% eintrugen, auswärts anzulegen. Es wurde
-dies von einer besonderen von Rathsherr <em class="gesperrt">Peter Merian</em> präsidierten Kommission besorgt,
-welche aus dem Ertrag der empfangenen Gelder vorerst 3&frac14;% und seit 1857 3&frac12;% der allgemeinen
-Verwaltung vergütete und aus dem Rest einen Reservefond anlegte. Bis 1859
-war alles Geld wieder an die allgemeine Verwaltung zurückbezahlt und es blieb nur der
-Reservefond in den Händen der Kommission. Aus diesem gingen im Jahr 1862 Fr. 10,000
-an den Sternwartefond, der später bei Erstellung des Bernoullianums zur Verwendung kam,
-und im Jahr 1863 fernere Fr. 10,000 an die botanische Anstalt behufs Erstellung eines
-Gewächshauses. Aus dem Rest von rund Fr. 40,000 wurde zuerst der Fond des naturwissenschaftlichen
-Museums und dann der naturhistorische Fond gebildet, auf dessen Ertrag
-nach dem Universitätsgesetz von 1866 das naturhistorische Museum für Unterhalt und Vermehrung
-der Sammlungen angewiesen ist. Herr <em class="gesperrt">Peter Merian</em> hat bis zu seinem Tod im
-Februar 1883 selbst diesen Fond verwaltet; seitdem ist er mit den andern Fiscis vereinigt.</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Heusler'sche Vermächtnissfond</em> rührt her von dem im Jahr 1862 eröffneten
-Legate des Herrn <em class="gesperrt">Friedrich Heussler</em> sel. Der Ertrag der testierten Fr. 100,000 ist
-bestimmt für hilfsbedürftige Alters- oder Krankheitshalber austretende Universitätslehrer,
-so wie für die von Universitätslehrern hinterlassenen Witwen und Waisen. Die Vertheilung
-wird jährlich von der Regenz auf Vorschlag einer besondern Kommission beschlossen. Durch
-verschiedene Schenkungen aus den Jahren 1872 bis 1882 ist das unantastbare Stiftungskapital<span class="pagenum"><a name="Seite_38" id="Seite_38">38</a></span>
-auf Fr. 120,500 angewachsen; was darüber hinausgeht, bildet einen Reservefond, auf den
-nöthigen Falls zurückgegriffen werden darf.</p>
-
-<p>Die folgende Tabelle soll die Entwicklung der akademischen Fisci in den verflossenen
-50 Jahren dadurch anschaulich machen, dass die Beträge der entsprechenden Fonds auf Ende
-1836 und 1884 in die gleichen Linien eingetragen und deren Zunahmen dazwischen gesetzt
-sind. Das Kapitalgeld alter Währung ist mit 27:40 in das jetzige Geld übertragen. Der
-Fiscus Gymnasii und Schülertuchfond, die keinem Universitätszweck dienen, sind weggelassen.</p>
-
-<table summary="fisci">
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
- <td class="tdc"><em class="gesperrt">Betrag</em> 1836</td>
-<td class="tdc"><em class="gesperrt">Zunahme</em></td> <td class="tdc"><em class="gesperrt"> Betrag</em> 1884 </td>
-</tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
- <td class="tdc">Fr.</td>
- <td class="tdc">Fr.</td>
-<td class="tdc">Fr.</td> </tr>
-<tr>
-<td>Fisc. legatorum acad.</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="tdr">205,339</td>
-<td class="tdr">56,271</td>
-<td class="tdr">261,610</td>
-<td>Akadem.
- Vermächtnissfond</td> </tr>
-<tr>
-<td>Fisc. legatorum med.</td>
-<td>&nbsp;</td>
- <td class="tdr">3,618</td>
- <td class="tdr">12,384</td>
-<td class="tdr">16,002</td>
-<td>Medicin.
- Vermächtnissfond</td> </tr>
-<tr>
-<td>Fisc. bibliothecæ publ.</td>
-<td>&nbsp;</td>
- <td class="tdr">81,011</td>
-<td class="tdr">50,430</td>
- <td class="tdr">131,441</td>
- <td>Bibliotheksfond </td></tr>
-<tr>
-<td>Fisc. bibliothecæ botan.</td>
-<td class="br bt">&nbsp;</td>
-<td class="tdr" rowspan="2">9,115</td>
- <td class="tdr" rowspan="2">2,849</td>
-<td class="tdr" rowspan="2">11,964</td>
-<td rowspan="2">Botanischer Fond</td></tr>
-<tr><td>Fisc. horti botanici</td>
-<td class="br bb">&nbsp;</td>
-</tr>
-<tr><td>Fisc. facult. theol.</td>
-<td class="br bt">&nbsp;</td>
-<td class="tdr" rowspan="5">366,001</td>
-<td class="tdr" rowspan="5">143,947</td>
-<td class="tdr" rowspan="5">509,948</td>
-<td rowspan="5">Zulagefond </td></tr>
-<tr><td>Fisc. facult. jurid.</td>
-<td class="br">&nbsp;</td></tr>
-<tr><td>Fisc. facult. med.</td>
-<td class="br">&nbsp;</td> </tr>
-<tr><td>Fisc. facult. phil.</td>
-<td class="br">&nbsp;</td></tr>
-<tr><td>Fisc. Universitatis </td>
-<td class="br bb">&nbsp;</td> </tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
- <td class="tdr">136,302</td>
- <td class="tdr">136,302</td>
-<td>Heusler'scher
- Vermächtnissfond</td></tr>
-<tr><td class="bb">&nbsp;</td>
-<td class="bb">&nbsp;</td>
-<td class="bb">&nbsp;</td>
- <td class="tdr bb">42,025</td> <td class="tdr bb">42,205</td>
-<td class="bb">Naturhistorischer
- Fond</td> </tr>
-<tr>
-<td>Gesammtbetrag </td>
-<td>&nbsp;</td>
- <td class="tdr">665,084</td>
-<td class="tdr">444,208</td>
-<td class="tdr">1,109,292 </td></tr>
-</table>
-
-<p>Die Kapitalien der obigen sieben Fisci bilden bei der Verwaltung einen gemeinsamen
-Stock, dessen Ertrag am Ende des Jahres pro rata unter die einzelnen Fonds vertheilt wird.
-Die Zunahme in den letzten fünfzig Jahren erklärt sich hauptsächlich aus den erwähnten höchst
-verdankenswerthen Geschenken und Legaten.</p>
-
-<p class="p4">Wir haben nun noch zu berichten über die Stiftungen, deren Kapitalien nicht in die
-Verwaltung dieser vereinigten Fonds aufgenommen sind, da die testamentarischen Bestimmungen
-eine gesonderte Rechnungsstellung verlangen.</p>
-
-<p>Die beiden folgenden betreffen die <em class="gesperrt">Gesammtuniversität</em>:</p>
-
-<p>Der <em class="gesperrt">Albrecht'sche Stipendienfond</em>. &mdash; Herr Stadtrath <em class="gesperrt">Johannes Wimmer</em> sel.
-und Frau <em class="gesperrt">Salomea</em> geb. <em class="gesperrt">Albrecht</em> sel. stifteten durch das am 26. Juli 1871 publicierte
-Testament einen Stipendienfond, der zuerst während 25 Jahren durch die Zinsen geäufnet werden
-soll und dessen Ertrag hernach in erster Linie den Nachkommen der <em class="gesperrt">Albrecht</em>'schen Familie,
-die sich dem Studium widmen, zu Gute kommen soll, dann aber auch andern Studierenden,<span class="pagenum"><a name="Seite_39" id="Seite_39">39</a></span>
-wenn keine <em class="gesperrt">Albrecht</em>'schen Nachkommen Anspruch erheben oder die Zinsen auch für
-weitere Unterstützungen ausreichen. Die Regenz hat die Uebernahme der Verwaltung am
-30. November 1871 beschlossen und den ausgewiesenen Betrag am 28. September 1872 in
-Empfang genommen. Die gestiftete Summe betrug mit Einschluss eines Postens von Fr. 1333,
-auf welchen die Geschwister <em class="gesperrt">Wimmer</em> zu Gunsten der Universität verzichtet haben,
-Fr. 43,438. Bis zum 31. Dezember 1884 war das Vermögen angewachsen auf Fr. 70,582.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Stiftungsfond der Studentenkrankenkasse.</em> &mdash; Im Jahre 1877 übergab Herr
-Professor <em class="gesperrt">J.J. Bachofen</em> mit Fr. 15,000, die für den Heusler'schen Vermächtnissfond
-bestimmt waren, noch weitere Fr. 5000 der Regenz, um einen Fond der Studentenkrankenkasse
-zu bilden. Der Ertrag desselben wurde theils verwendet zur Deckung eines Deficits
-der genannten Kasse, theils zu Extraunterstützung kranker Studierender, besonders durch
-Beiträge an ärztlich angeordnete Landaufenthalte.</p>
-
-<p>Auf zwei <em class="gesperrt">Fakultäten</em> bezieht sich:</p>
-
-<p>Die <em class="gesperrt">theologisch-philosophische Stiftung</em>. &mdash; Im Dezember 1872 übergab ein
-Freund der Universität anonym einem von ihm selbst bezeichneten und später durch Cooptation
-sich ergänzenden Curatorium von drei Professoren die Summe von Fr. 20,000 zur
-Unterstützung der Studien in den Disciplinen der Theologie und Philosophie. Der Ertrag
-des Kapitals soll seine Verwendung finden für Ausschreibung von Preisfragen aus den
-Gebieten der genannten Wissenschaften, oder Ertheilung von Stipendien an Studierende der
-Universität Basel hauptsächlich zu wissenschaftlichen Reisen. Die Verwaltung der Stiftung
-besorgt das Curatorium, und es wird nur der Status des jeweiligen Vermögens in die Universitätsrechnung
-aufgenommen; am 31. Dezember 1884 betrug derselbe Fr. 26,066.</p>
-
-<p>Zu der <em class="gesperrt">Bibliothek</em> gehört:</p>
-
-<p>Die <em class="gesperrt">Episcopius-Stiftung</em>. &mdash; Im Oktober 1881 hat Herr Dr. <em class="gesperrt">Gottlieb Bischoff</em> sel.
-in dankbarer Erinnerung an seinen Vorfahr, den Buchdrucker <em class="gesperrt">Nicolaus Episcopius</em>,
-dem Oberbibliothekar die Summe von Fr. 1000 übergeben, um aus dem Ertrage Werke
-über die Geschichte der Buchdruckerkunst und des Buchhandels für die Universitätsbibliothek
-nach freier Wahl anschaffen zu können. Bei Ablage der Bibliotheksrechnung wird über den
-jeweiligen Stand dieser Stiftung berichtet.</p>
-
-<p>Schliesslich haben wir noch drei Stiftungen zu besprechen, die sich auf die <em class="gesperrt">Kunstsammlung</em>
-beziehen.</p>
-
-<p>Die <em class="gesperrt">Samuel Birmann</em>'sche <em class="gesperrt">Stiftung</em>. &mdash; Herr <em class="gesperrt">Samuel Birmann-Vischer</em> sel.
-hat durch sein am 15. August 1844 geschriebenes und am 30. September 1847 eröffnetes
-Testament zu Haupterben seines Vermögens ernannt: zur Hälfte die Universität, zum Viertel
-den Spital und zum Viertel das Waisenhaus.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_40" id="Seite_40">40</a></span>
-
-Nach dem am 4. Februar 1859 erfolgten Tode der Frau Witwe <em class="gesperrt">Birmann</em> geb. <em class="gesperrt">Vischer</em>,
-welche die Nutzniessung des hinterlassenen Vermögens hatte, wurde entsprechend den
-testamentarischen Bestimmungen die Verwaltungskommission gebildet aus zwei Vertretern
-der Universität, einem Vertreter des Spitals und einem Vertreter des Waisenhauses. Das
-dieser Kommission eingehändigte Vermögen bestand aus Werthtiteln, und zwar hauptsächlich
-Actien von Banken, Eisenbahn- und Versicherungs-Gesellschaften und dem Landgute vor
-dem Spalenthor. Entsprechend den im Testamente deutlich ausgesprochenen Bestimmungen
-sind diese Titel zum grössten Theile behalten worden und haben die vom Testator ausgesprochene
-Erwartung eines mit der Zeit zunehmenden Nutzens gerechtfertigt; das Landgut
-wurde in den Jahren 1860 und 1861 zu damals günstigen Bedingungen verkauft, und seither
-ist ein ganzes Quartier auf seinem Boden entstanden. Während die für Spital und Waisenhaus
-bestimmten Antheile einstweilen noch zum grössten Theile den Verwandten des
-Testators zu Gute kommen, erhielt die Universität den vollen Ertrag ihrer Hälfte seit 1860.
-Diese Summe ist ganz für die Kunstsammlung bestimmt und wird desshalb auch direkt an
-die derselben vorstehende Kommission abgeliefert; sie soll nach dem Testament ausschliesslich
-verwendet werden für Ankauf schweizerischer Kunstwerke, Unterstützung talentvoller Künstler
-aus Basel-Stadt, Honorierung des Custoden der Kunstsammlung und Aufstellungskosten der
-Birmann'schen Sammlung. Das Stiftungskapital ist laut der auf den 1. Februar 1885 abgeschlossenen,
-von der Verwaltungskommission genehmigten und der Regenz mitgetheilten
-Rechnung gewerthet zu Fr. 487,377. Der jährliche Ertrag war in den letzten zehn Jahren im
-Mittel etwas über Fr. 30,000, wovon also die Hälfte an die zur Universität gehörige Kunstsammlung
-ging.</p>
-
-<p>Die <em class="gesperrt">Bleiler</em>'sche <em class="gesperrt">Stiftung</em>. &mdash; Von dem Ehepaar <em class="gesperrt">Bleiler-Mieg</em> sel. sind im Jahre
-1858 laut testamentarischer Verfügung der Kunstsammlung des Museums Fr. 10,000 zugekommen;
-die eine Hälfte bestimmt zur Anschaffung von Kunstgegenständen, der Ertrag der
-andern Hälfte zur Unterstützung eines fleissigen und bedürftigen, sich zur Ausbildung in
-Rom aufhaltenden Basler Künstlers. Die Stiftung wird von der Kunstkommission verwaltet;
-der letzte Rechnungsabschluss ergab als Saldo auf neue Rechnung Fr. 18,157.</p>
-
-<p>Das <em class="gesperrt">Singeisen</em>'sche <em class="gesperrt">Legat</em>. &mdash; Jungfrau <em class="gesperrt">Magdalena Singeisen</em> sel. vermachte
-durch das im Jahre 1870 publicierte Testament dem Museumsfond der Stadt Basel die Summe
-von Fr. 17,000 mit der Bestimmung, dass die Zinsen davon vorerst ihrer Dienstmagd während
-Lebenszeit ausbezahlt werden sollen. Nach deren Tode soll dieser Zins zur Unterstützung
-älterer und bedürftiger, in Basel wohnender Künstler verwendet werden. Diese früher von
-der Museumskommission verwaltete Stiftung wird jetzt von der Kunstkommission besorgt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_41" id="Seite_41">41</a></span>
-
- Wir haben hier nur die zu Gunsten der Universität gemachten Stiftungen besprochen,
-welche öffentlich von der Universität verwaltet werden und über welche also auch die
-Universitätsrechnung berichtet; andere, theils für die Universität im Allgemeinen, theils für
-einzelne Anstalten oder Sammlungen derselben bestimmte Stiftungen verwalten Privatvereine,
-insbesondere die Akademische Gesellschaft und der Museumsverein. Auskunft über dieselben
-ist zu finden in den jährlich veröffentlichten Berichten dieser Vereine, sowie in der soeben
-herausgekommenen fünfzigjährigen Geschichte der Akademischen Gesellschaft.</p>
-
-<hr class="small" />
-
-<p>Es mag im Anschluss an diesen Abschnitt noch kurz in abgerundeten Zahlen angedeutet
-werden, wie die <em class="gesperrt">Mittel für die Universität</em> zusammenfliessen, wobei wir nicht
-von den ausserordentlichen Leistungen für Erstellung neuer Unterrichtsanstalten, sondern
-nur von dem sprechen, was zur Bestreitung der jährlichen regelmässigen Ausgaben gespendet
-wird. Abgesehen von den verhältnissmässig nur geringe Summen betragenden Gebühren
-und Eintrittsgeldern kommen hier drei verschiedene Einnahmequellen in Betracht:</p>
-
-<p>1. <em class="gesperrt">Die direkten Beiträge des Staates</em>, entsprechend den durch Gesetze und
-Grossrathsbeschlüsse festgesetzten Krediten. Im Jahre 1835 betrugen dieselben etwa nur
-Fr. 40,000 und sind in den fünfzig Jahren bis 1885, Dank der Bereitwilligkeit der Behörden,
-Opfer für die höchste Lehranstalt zu bringen, etwa auf Fr. 185,000 gestiegen.</p>
-
-<p>2. <em class="gesperrt">Der Ertrag der Universitätsfonds.</em> Im Jahre 1835 war derselbe etwa
-Fr. 20,000 und hat in den fünfzig Jahren theils durch Vermehrung des Vermögens, theils in
-Folge des höheren Zinsfusses etwa Fr. 60,000 erreicht.</p>
-
-<p>3. <em class="gesperrt">Die freiwilligen Beiträge von Vereinen und Privaten.</em> Hier sind vor
-Allem die in der besonderen Festschrift dargestellten Leistungen der Akademischen Gesellschaft
-zu erwähnen; ausserdem aber spenden der Museumsverein, die Gemeinnützige Gesellschaft
-und manche Freunde der Universität Geschenke an die verschiedenen Universitätsanstalten.
-Wenn wir die theils höchst werthvollen Kunstgegenstände, Bücher, Naturalien und Apparate
-bei Seite lassen und nur die Geldgaben in Betracht ziehen, so finden wir für diese ganz
-freiwilligen Leistungen im Jahre 1884 etwa Fr. 31,000.</p>
-
-<p>Somit setzen sich die regelmässigen jährlichen Leistungen für die Universität etwa
-folgendermassen zusammen:</p>
-
-<table summary="Leistungen">
-<tr><td>Staatsbeitrag</td>
-<td class="tdc">Fr.</td>
-<td class="tdr">185,000 </td>
-<td class="tdc">macht</td>
-<td>67%</td>
-<td class="tdc">oder</td>
-<td>⅔</td></tr>
-<tr><td>Ertrag der Universitätsfonds</td>
- <td class="tdc">»</td>
-<td class="tdr">60,000</td>
-<td class="tdc">» </td>
-<td>22%</td>
-<td class="tdc">»</td>
-<td><sup>2</sup>⁄<sub>9</sub></td></tr>
-<tr><td>Freiwillige Privatleistungen</td>
- <td class="tdc bb">»</td>
- <td class="tdr bb">31,000</td>
-<td class="tdc"> »</td>
-<td>11%</td>
-<td class="tdc">»</td>
-<td>⅟<sub>9</sub></td></tr>
-
-<tr> <td class="tdr">im Ganzen</td>
-<td class="tdc">Fr.</td>
-<td>276,000.</td></tr>
- </table>
-
-<p class="right">
-Ed. Hagenbach-Bischoff.
-</p>
-<div class="chapter">&nbsp;</div>
-<hr class="chap" />
-<h2>
-<span class="pagenum hidev"><a name="Seite_42" id="Seite_42">42</a></span>
-III.<br />
-
-<a id="Rektoren_Lehrpersonal_und_Studentenschaft_der_Universitaet"></a> Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft
-der Universität.</h2>
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-<h3>A. Rektoren der Universität</h3>
-
-<p class="center">(gewählt zu Ende des Jahres für das nächste Kalenderjahr)
- waren:</p>
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-<p class="noin">14. Sept.-31. Dec. 1835: Herr W. M. Leberecht <em class="gesperrt">de Wette</em>, Professor der Theologie.</p>
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-<p>
-<b>für das Jahr</b></p>
-<ul class="hang">
-<li>1836: - Friedrich <em class="gesperrt">Brömmel</em>, Professor der Geschichte. </li>
-<li>1837: - Franz Dorotheus <em class="gesperrt">Gerlach</em>, Professor der lateinischen Sprache. </li>
-<li>1838: - Friedrich <em class="gesperrt">Fischer</em>, Professor der Philosophie.</li>
-<li>1839: - Karl Friedrich <em class="gesperrt">Meissner</em>, Professor der Botanik.</li>
-<li>1840: - Karl Rudolf <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Theologie. </li>
-<li>1841: - Wilhelm <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, Professor der deutschen Sprache.</li>
-<li>1842: - Johann Georg <em class="gesperrt">Müller</em>, Professor der Theologie. </li>
-<li>1843: - Friedrich <em class="gesperrt">Miescher</em>, Professor der Physiologie. </li>
-<li>1844: - Christian Friedrich <em class="gesperrt">Schönbein</em>, Professor der Physik und Chemie. </li>
-<li>1845: - Wilhelm <em class="gesperrt">Vischer</em>, Vater, Professor der griechischen Sprache. </li>
-<li>1846: - Johann Jacob <em class="gesperrt">Stähelin</em>, Professor der Theologie; an dessen Stelle trat</li>
-<li class="isub2">- Wilhelm <em class="gesperrt">Vischer</em>, Vater, Professor der griechischen Sprache. </li>
-<li>1847:}</li>
-<li>1848:} - Franz Dorotheus <em class="gesperrt">Gerlach</em>, Professor der lateinischen Sprache. </li>
-
-<li>1849: - W.M. Leberecht <em class="gesperrt">de Wette</em>, Professor der Theologie; an dessen Stelle trat</li>
-<li class="isub2"> - Karl Rudolf <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Theologie. </li>
-<li>1850: - Karl Rudolf <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1851:} </li>
-<li>1852:}- Johannes <em class="gesperrt">Schnell</em>, Professor des schweizerischen Civilrechts. </li>
-
-</ul>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_43" id="Seite_43">43</a></span>
-
-<b>für das Jahr</b></p>
-
-<ul class="hang">
-<li>1853: Herr Friedrich <em class="gesperrt">Miescher</em>, nun Professor der pathologischen Anatomie.</li>
-<li>1854: - Christoph Johannes <em class="gesperrt">Riggenbach</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1855: - Wilhelm <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, Professor der deutschen Sprache.</li>
-<li>1856: - Roderich <em class="gesperrt">Stintzing</em>, Professor des römischen Rechts.</li>
-<li>1857: - Wilhelm <em class="gesperrt">Vischer</em>, Vater, Professor der griechischen Sprache.</li>
-<li>1858: - Johann Georg <em class="gesperrt">Müller</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1859: - Gustav Heinrich <em class="gesperrt">Wiedemann</em>, Professor der Physik.</li>
-<li>1860: - Peter <em class="gesperrt">Merian</em>, Rathsherr und Professor der Geologie.</li>
-<li>1861: - Karl Friedrich <em class="gesperrt">Meissner</em>, Professor der Botanik.</li>
-<li>1862: - Karl <em class="gesperrt">Steffensen</em>, Professor der Philosophie; an dessen Stelle trat</li>
-<li class="isub2">- Karl Rudolf <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1863: - Franz Dorotheus <em class="gesperrt">Gerlach</em>, Professor der lateinischen Sprache.</li>
-<li>1864: - Karl <em class="gesperrt">Steffensen</em>, Professor der Philosophie.</li>
-<li>1865: - Ludwig <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>, Professor der vergleichenden Anatomie.</li>
-<li>1866: - Wilhelm <em class="gesperrt">Wackernagel</em>, Professor der deutschen Sprache.</li>
-<li>1867: - Andreas <em class="gesperrt">Heusler</em>, Vater, Professor des schweizerischen Staatsrechts.</li>
-<li>1868: - Hermann <em class="gesperrt">Schultz</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1869: - Wilhelm <em class="gesperrt">His</em>, Professor der Anatomie und Physiologie.</li>
-<li>1870: - Eduard <em class="gesperrt">Hagenbach</em>, Professor der Physik.</li>
-<li>1871: - Andreas <em class="gesperrt">Heusler</em>, Sohn, Professor des deutschen Rechts.</li>
-<li>1872: - Freiherr <em class="gesperrt">von der Goltz</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1873: - Simon <em class="gesperrt">Schwendener</em>, Professor der Botanik.</li>
-<li>1874: - Moritz <em class="gesperrt">Heyne</em>, Professor der deutschen Sprache.</li>
-<li>1675: - Carl Ernst Emil <em class="gesperrt">Hoffmann</em>, Professor der Anatomie.</li>
-<li>1876: - Friedrich <em class="gesperrt">von Wyss</em>, Professor des schweizerischen Civilrechts; an dessen Stelle trat</li>
-<li class="isub2">- Franz <em class="gesperrt">Overbeck</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1877: - Wilhelm <em class="gesperrt">Vischer</em>, Sohn, Professor der Geschichte.</li>
-<li>1878: - Friedrich <em class="gesperrt">Schulin</em>, Professor des römischen Rechts.</li>
-<li>1879: - Emil <em class="gesperrt">Kautzsch</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1880: - Hermann <em class="gesperrt">Immermann</em>, Professor der klinischen Medicin.</li>
-<li>1881: - August <em class="gesperrt">von Miaskowski</em>, Professor der Nationalökonomie.</li>
-<li>1882: - Hermann <em class="gesperrt">Siebeck</em>, Professor der Philosophie.</li>
-<li>1883: - Rudolf <em class="gesperrt">Stähelin</em>, Professor der Theologie.</li>
-<li>1884: - Albert <em class="gesperrt">Teichmann</em>, Professor des Straf- und Kirchenrechts.</li>
-<li>1885: - Moritz <em class="gesperrt">Roth</em>, Professor der pathologischen Anatomie.</li>
-</ul>
-<div class="chapter"></div>
-<hr class="small" />
-<h3><span class="pagenum"><a name="Seite_44" id="Seite_44">44</a></span>
-B. <b>Lehrpersonal der Universität.</b></h3>
-
-<p class="center">&mdash; Geordnet nach der Zeit des Eintritts in die Fakultät, bezw. in die höhere Stellung in derselben. &mdash;
-O. = Ostern. S. = Sommer. M. = Michaelis. W. = Winter.</p>
-
-<h4>1. Theologische Fakultät.</h4>
-
-<h5>a) <b>Ordentliche Professoren.</b></h5>
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-<p class="hang">1. <b>de Wette</b>, Wilhelm Martin Leberecht &mdash; geb. 12. Jan. 1780 zu Ulla bei Weimar, 1805 Docent in Jena,
-1807 a.o. Prof. der Philosophie, 1809 ord. Prof. der Theologie in Heidelberg, 1810 in Berlin.
-Am 2. Oct. 1819 seines Amtes entlassen, begab er sich nach Weimar und folgte 1822 einem
-Rufe an die theologische Fakultät nach Basel, deren Reorganisator er wurde; Rektor 1823,
-1829, 1834. Ende 1835 u. 1849, † 16. Juni 1849.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Hagenbach</em>, die theologische Schule Basels und ihre Lehrer, Basel 1860 und in Herzog's Realencyclopädie,
-1. Aufl. XVIII. 61 ff. &mdash; <em class="gesperrt">Holtzmann</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« V. 101-105. &mdash;
-<em class="gesperrt">Wiegand</em>. W.M.L. de Wette, Erfurt 1879. &mdash; <em class="gesperrt">Rudolf Stähelin</em>, W.M.L. de Wette nach seiner theol.
-Wirksamkeit und Bedeutung, Basel 1880.</p>
-
-<p class="hang">2. <b>Hagenbach</b>, Karl Rudolf &mdash; geb. 4. März 1801 zu Basel, Sohn des Basler Arztes und Professors
-Karl Friedrich H. († 20. Nov. 1849), studierte in Basel, Bonn und Berlin, habilitierte sich 1823
-in Basel, 1824 Lic. theol. und a.o. Prof., 1828 ord. Prof. für Kirchengeschichte, 1830 zum Dr. theol.
-ernannt, Rektor 1832, 1840, 1849, 1850 u. 1862. † 7. Juni 1874.</p>
-
-<p>Erinnerung an K.R. Hagenbach, Basel 1874. &mdash; <em class="gesperrt">Eppler</em>, K.R. Hagenbach, Gütersloh 1875. &mdash;
-<em class="gesperrt">Rudolf Stähelin</em>, K.R. Hagenbach, Basel 1875. &mdash; W. <em class="gesperrt">Krafft</em> in »Allgem. Deutsche Biographie«
-X. 344. &mdash; Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. V. 537 ff.</p>
-
-<p class="hang">3. <b>Stähelin</b>, Johann Jacob &mdash; geb. 6. Mai 1797 zu Basel, studierte in Basel und Tübingen, 1823 Dr.phil.
-und Docent in Basel, 1827 Lic.theol., 1829 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. für Altes Testament, 1840
-zum Dr. theol. ernannt, kurze Zeit 1846 Rektor, † 27. Aug. 1875 zu Langenbruck.</p>
-
-<p>Zur Erinnerung an Herrn J.J. Stähelin, Basel 1875. &mdash; Herzog's Realencyclopädie. 2. Aufl. XIV. 570 ff.</p>
-
-<p class="hang">4. <b>Müller</b>, Johann Georg &mdash; geb. 8. Mai 1800 zu Basel, 1825 cand. theol., 1831 Lektor u. Lic. theol.,
-1832 a.o. Prof., 1835 ord. Prof. für Neues Testament, 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1842
-u. 1858, † 30. August 1875.</p>
-
-<p>Abriss meines Lebenslaufes. Aufzeichnung von J.G. Müller, theol. Prof. Basil. (Druck von
-Schultze) 1875.</p>
-
-<p class="hang">5. <b>Schenkel</b>, Daniel &mdash; geb. 21. Dec. 1813 zu Dägerlen bei Winterthur, studierte in Basel u. Göttingen.
-1839 Docent in Basel, 1841 Prediger und Mitglied des Schul- und Kirchenrathes in Schaffhausen,
-1850 ord. Prof. für systematische Theologie in Basel, ging 1851 nach Heidelberg, † daselbst
-19. Mai 1885.</p>
-
-<p class="hang">6. <b>Riggenbach</b>, Christoph Johannes &mdash; geb. 8. Oct. 1818 zu Basel, wurde Pfarrer in Bennwil (Baselland),
-1851 in Basel zum Lic. theol. ernannt und ord. Prof. für systematische Theologie, Rektor 1854,
-im Juni 1860 zum Dr. theol. ernannt.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_45" id="Seite_45">45</a></span>
-
-7. <b>Schultz</b>, Hermann &mdash; geb. 30. Dec. 1836 zu Lüchow (Hannover), 1858 Dr.phil. in Rostock, 1861 Lic.
-theol. und Docent in Göttingen, 1864 ord. Prof. für Altes Testament und systematische Theologie
-in Basel, 1865 Dr. theol. (Göttingen), Rektor 1868, ging 1872 nach Strassburg, 1874 nach
-Heidelberg, 1876 nach Göttingen.</p>
-
-<p class="hang">8. <b>von der Goltz</b>, Hermann Freiherr &mdash; geb. 17. März 1835 zu Düsseldorf, studierte in Erlangen, Berlin,
-Tübingen und Bonn, 1858-61 in der französischen Schweiz, 1861-65 Gesandtschaftsprediger
-in Rom, 1865 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische
-Theologie berufen, zum Lic. theol. ernannt und a.o. Prof., 1870 ord. Prof., Rektor 1872, ging
-1873 nach Bonn, 1876 nach Berlin.</p>
-
-<p class="hang">9. <b>Overbeck</b>, Franz &mdash; geb. 4./16. Nov. 1837 zu St. Petersburg, W. 1864 Docent in Jena, Frühjahr 1870
-a.o. Prof. und W. 1871 ord. Prof. für neutestamentliche Exegese und ältere Kirchengeschichte in
-Basel, Rektor 1876.</p>
-
-<p class="hang">10. <b>Kautzsch</b>, Emil &mdash; geb. 4. Sept. 1841 zu Plauen i.V., 1863 Dr.phil. und Gymnasiallehrer an der
-Nicolaischule in Leipzig, 1869 Docent d. Theol. an der Universität, 1871 a.o. Prof. daselbst, M.
-1872 ord. Prof. für alttestamentliche Exegese in Basel, im Sept. 1873 zum Dr. theol. ernannt, Rektor 1879,
-ging O. 1880 nach Tübingen.</p>
-
-<p class="hang">11. <b>Stähelin</b>, Rudolf &mdash; geb. 22. Sept. 1841 zu Basel, 1865 cand. theol., 1873 Lic. u. Docent d. Theologie,
-10. Jan. 1874 a.o. Prof. und 10. Dec. 1875 ord. Prof. für Kirchengeschichte, 15. Nov. 1880 Dr. theol.
-(Bern), Rektor 1883.</p>
-
-<p class="hang">12. <b>Schmidt</b>, Paul Wilhelm &mdash; geb. 25. Dec. 1845 zu Berlin, 1865 Dr.phil. in Halle, 1867 Lic. theol. in
-Berlin, O. 1869-76 Docent daselbst, O. 1876 ord. Prof. für Neues Testament in Basel, 22. Juli
-1885 Dr. theol. (Strassburg).</p>
-
-<p class="hang">13. <b>Stockmeyer</b>, Immanuel &mdash; geb. 28. Juli 1814 zu Basel, war 1846-71 Pfarrer zu St. Martin, 1850 zum
-Lic. theol. ernannt, 1851 Docent der Theologie, im Dec. 1860 zum Dr. theol. ernannt, 1871 Antistes,
-17. Juli 1876 ord. Prof. für praktische Theologie.</p>
-
-<p class="hang">14. <b>Smend</b>, Rudolf &mdash; geb. 5. Nov. 1851 zu Lengerich (Westfalen), 1874 Dr.phil. in Bonn, 1875 Lic. theol.
-u. Docent der Theologie in Halle, 1880 a.o. Prof. und S. 1881 ord. Prof. für Altes Testament in
-Basel, im Jan. 1885 Dr. theol. (Giessen).</p>
-
-<p class="hang">15. <b>Orelli</b>, Conrad von &mdash; geb. 25. Januar 1846 zu Zürich, 1871 Dr.phil. in Leipzig, W. 1871 Docent
-der Theologie in Zürich, O. 1873 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für Altes
-Testament berufen und a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., Aug. 1885 Dr. theol. (Greifswald).</p>
-
-<p class="hang">16. <b>Kaftan</b>, Julius &mdash; geb. 30. Sept. 1848 zu Loit (Schleswig), 1872 Dr.phil. in Leipzig, 1873 Lic. theol.,
-W. 1873 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie berufen
-und 1874 a.o. Prof., S. 1881 ord. Prof., im Dec. 1882 zum Dr. theol. ernannt, ging O. 1883 nach
-Berlin.</p>
-
-<h5>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h5>
-
-<p class="hang">17. <b>Beck</b>, Johann Tobias (von) &mdash; geb. 22. Febr. 1804 zu Balingen, 1828 Stadtpfarrer in Mergentheim,
-1836 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische Theologie
-berufen, 1842 vor seinem Weggange nach Tübingen zum Dr. theol. ernannt, † daselbst 28. Dec. 1878.</p>
-
-<p class="hang">18. <b>Hoffmann</b>, Wilhelm &mdash; geb. 30. Oct. 1806 zu Leonberg (Württemberg), wurde 1839 Direktor der
-Missionsanstalt in Basel, 1843 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft für exegetische u. systematische
-Theologie berufen und a.o. Prof., ging 1849 nach Tübingen, 1852 nach Berlin, † daselbst 28. Aug. 1873.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Karl Hoffmann</em>, Leben und Wirken des L. Fr. W. Hoffmann, Berlin 1878 &mdash; Herzog's Realencyclopädie,
-2. Aufl. VI. 216 ff.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_46" id="Seite_46">46</a></span>
-
-19. <b>Auberlen</b>, Carl August &mdash; geb. 19. Nov. 1824 zu Fellbach (Württemberg), W. 1851 vom Verein für
-christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für exegetische u. systematische Theologie berufen und a.o. Prof.,
-6. Sept. 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 2. Mai 1864.</p>
-
-<p>Leichenrede von Prof. <em class="gesperrt">Riggenbach</em> sammt Lebensabriss von Prof. <em class="gesperrt">Gess</em> (Basel, Balmer und
-Riehm). &mdash; Herzog's Realencyclopädie, 2. Aufl. I. 757.</p>
-
-<h5>c. <b>Privatdocenten.</b></h5>
-
-<p class="hang">20. <b>Preiswerk</b>, Samuel &mdash; geb. 19. Sept. 1799 zu Rümlingen (Kt. Basel), 1830 Pfarrer in Muttenz, 22. Jan.
-1833 vertrieben, 1834-37 am Oratoire in Genf, 1839 Docent für hebräische Sprache in Basel,
-1845 Hauptpfarrer zu St. Leonhard, 1851 zum Lic. theol. ernannt und Docent der Theologie, 1859
-Antistes, 1860 zum Dr. theol. ernannt, † 13. Jan. 1871.</p>
-
-<p>Zum Gedächtniss an Antistes Samuel Preiswerk (Basel, Franz Wittmer) 1871.</p>
-
-<p class="hang">21. <b>Schmid</b>, Johannes &mdash; geb. 4. Jan. 1817 zu Schünholzersweilen (Kt. Thurgau), 1854 in Basel zum Lic. theol.
-ernannt und Docent daselbst bis 1858 für praktische Theologie, † 31. März 1874 zu Florenz.</p>
-
-<p class="hang">22. <b>Böhl</b>, Eduard &mdash; geb. 18. Nov. 1836 zu Hamburg, 1860 Dr.phil. in Erlangen, S. 1860 in Basel zum
-Lic. theol. ernannt und W. 1860 bis O. 1864 Docent daselbst für Altes Testament, seit O. 1864 ord.
-Prof. der Dogmatik u. Symbolik an der evang.-theol. Fakultät in Wien.</p>
-
-<p class="hang">23. <b>Böhringer</b>, Paul &mdash; geb. 1. Sept 1852 zu Glattfelden (Kt. Zürich), 1878 Docent in Zürich, 13. Juni
-1879 daselbst zum Lic. theol. ernannt, seit W. 1879 Docent für Kirchengeschichte in Basel.</p>
-
-<p class="hang">24. <b>Marti</b>, Carl &mdash; geb. 25. April 1855 zu Bubendorf (Baselland), 10. März 1879 Lic. theol. in Basel,
-seit S. 1881 Docent daselbst für Altes Testament und seit 1884 Pfarrer in Muttenz.</p>
-
-<p class="hang">25. <b>Riggenbach</b>, Bernhard Emil &mdash; geb. 25. Oct. 1848 zu Karlsruhe, 1874 Dr.phil. in Tübingen, 1876
-Lic. theol. in Basel, seit S. 1882 Docent daselbst für praktische Theologie und neutest. Exegese,
-seit Anfang 1885 Pfarrer der Strafanstalt in Basel.</p>
-
-<p class="hang">26. <b>Schnedermann</b>, Georg &mdash; geb. 3. Juli 1852 zu Chemnitz, 1878 Dr.phil. und 1880 Lic. theol. in Leipzig,
-W. 1883 vom Verein f. christl.-theol. Wissenschaft nach Basel für systematische Theologie berufen
-und Docent daselbst.</p>
-
-<p class="hang">27. <b>Heman</b>, Friedrich &mdash; geb. 30. Aug. 1839 zu Grünstadt (Rheinpfalz), 1871 Dr.phil. in Tübingen,
-1883 Lic. theol. in Basel, W. 1883 vom Verein für christl.-theol. Wissenschaft für systematische
-Theologie berufen und Docent daselbst.</p>
-<hr class="small" />
-<h4>2. Juristische Fakultät.</h4>
-
-<h5>a. <b>Ordentliche Professoren.</b></h5>
-
-<p class="hang">1. <b>Heusler</b>, Andreas &mdash; geb. 8. März 1802 zu Basel, studierte in Jena u. Tübingen, 1826 J.U.D. in
-Tübingen, 1828 Docent in Basel, 1830 ord. Prof. (kurze Zeit über römisches Recht und Criminalrecht,
-dann bis 1843 über Bundes- und Kantonalstaatsrecht in historischer Beziehung lesend), 1831-47
-Mitglied des Kleinen Rathes, wirkte 1852-68 an der Universität mit Titel und Rechten eines
-ord. Prof. (für Bundes- und Kantonalstaatsrecht), 1856 zum Dr.phil. ernannt, Rektor 1867,
-† 11. April 1868.</p>
-
-<p>Leichenrede von Dr. theol. <em class="gesperrt">J. Stockmeyer</em> (Basel, Wassermann) 1868. &mdash; <em class="gesperrt">W. Vischer</em> (Sohn) in
-»Allgem. Deutsche Biographie« XII. 337-339. &mdash; <em class="gesperrt">G. v. Wyss</em> im Archiv f. Schweiz. Geschichte XVII. (1871).</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_47" id="Seite_47">47</a></span>
-
-2. <b>Burckhardt</b>-Vischer, Adolf &mdash; geb. 12. Nov. 1809 zu Basel, 1834 Docent, M. 1835 ord. Prof. des
-Criminalrechts, † 14. Oct. 1838.</p>
-
-<p>Baseler Zeitung 1838, Nr. 193.</p>
-
-<p class="hang">3. <b>Beseler</b>, Georg &mdash; geb. 2. Nov. 1809 zu Rödemiss (Schleswig), 1835 Docent in Heidelberg, M. 1835
-a.o. Prof. und 1836 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1837 nach Rostock, 1842
-nach Greifswald, 1859 nach Berlin.</p>
-
-<p class="hang">4. <b>Schnell</b>, Johannes &mdash; geb. 31. Aug. 1812 zu Basel, Sohn des Basler Prof. der Rechte J.R. Schnell
-(1767-1829), promovierte in Heidelberg, 1837 in Basel Docent, 1838 a.o. Prof. und 1839-78
-ord. Prof. (besonders für schweizerisches Civilrecht), Rektor 1851 u. 1852, 17. Juli 1841 bis
-1. Juli 1875 Civilgerichtspräsident, siedelte W. 1878 nach Bern über.</p>
-
-<p class="hang">5. <b>Wunderlich</b>, Agathon &mdash; geb. 1810 zu Göttingen, 1833 Docent daselbst, 1838 a.o. Prof. und 1839
-ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1842 nach Rostock, 1847 nach Halle, 1850 an
-das Oberappellationsgericht in Lübeck, † daselbst 21. Nov. 1878.</p>
-
-<p>R. v. <em class="gesperrt">Jhering</em> in den Jahrbb. f. d. Dogmatik d. heut. röm. u. deutschen Privatrechts, XVII. 145-147.</p>
-
-<p class="hang">6. <b>Bachofen</b>, Johann Jacob &mdash; geb. 22. Dec. 1815 zu Basel, 1841 Docent und 1842 ord. Prof. des
-römischen Rechts, nahm 1844 seine Entlassung.</p>
-
-<p class="hang">7. <b>Planck</b>, Johann Julius Wilhelm (von) &mdash; geb. 22. April 1817 zu Göttingen, 1837 J.U.D. und 1839
-Docent daselbst, O. 1842 ord. Prof. des römischen Rechts und des Civilprozesses in Basel, ging
-O. 1845 nach Greifswald, M. 1850 nach Kiel, O. 1867 nach München.</p>
-
-<p class="hang">8. <b>Jhering</b>, Rudolf (von) &mdash; geb. 22. Aug. 1818 zu Aurich (Ostfriesland), 1842 J.U.D. in Berlin,
-Docent daselbst, 1845 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1846 nach Rostock, 1849
-nach Kiel, 1852 nach Giessen, 1868 nach Wien, 1872 nach Göttingen, beim Würzburger
-Jubiläum 1882 zum Dr.phil. ernannt.</p>
-
-<p class="hang">9. <b>Leist</b>, Burkard Wilhelm &mdash; geb. 12. Juli 1819 zu Westen bei Verden (Hannover), 1842 Docent in
-Göttingen, O. 1846 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1847 nach Rostock,
-1853 nach Jena.</p>
-
-<p class="hang">10. <b>Windscheid</b>, Bernhard &mdash; geb. 26. Juni 1817 zu Düsseldorf, 1840 Docent in Bonn, W. 1847 ord. Prof.
-des römischen Rechts in Basel, ging O. 1852 nach Greifswald, 1857 nach München, 1871 nach
-Heidelberg, 1874 nach Leipzig.</p>
-
-<p class="hang">11. <b>Zimmermann</b>, Ernst &mdash; geb. 31. Jan. 1812 zu Rüsselsheim (Kurhessen), 1848-50 Obergerichtsrath
-in Marburg, Docent daselbst, O. 1852 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1854 an
-das Oberappellationsgericht in Lübeck, † 7. Mai 1877.</p>
-
-<p>Mitteilungen aus dem Leben des hanseatischen Oberappellationsgerichtsrathes E.Z., Lübeck 1879.</p>
-
-<p class="hang">12. <b>Stintzing</b>, Roderich (von) &mdash; geb. 8. Febr. 1825 zu Altona, 1852 Docent in Heidelberg, O. 1854 ord.
-Prof. des römischen Rechts in Basel, Rektor 1856, ging M. 1857 nach Erlangen, 1870 nach
-Bonn, † 13. Sept. 1883 zu Oberstdorf im Allgäu.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Alphonse Rivier</em> in der Revue internationale de l'Enseignement du 15 janvier 1884.&mdash; <em class="gesperrt">Adolf
-Wach</em> in der krit. Vierteljahresschrift XXVI. 161-180.</p>
-
-<p class="hang">13. <b>Grimm</b>, Julius &mdash; geb. 26. Nov. 1821 zu Kassel, promovierte in Bonn, 1851 a.o. Prof. und 1855-57
-ord. Prof. für germanistische Fächer in Basel, 1857-68 Generalsekretär an der K.K. Südbahn
-in Wien, lebt seitdem in Wiesbaden.</p>
-
-<p class="hang">14. <b>Arnold</b>, Wilhelm &mdash; geb. 28. Oct, 1826 zu Borken (Kurhessen), 1850 Docent in Marburg, O. 1855
-ord. Prof. des deutschen Rechts in Basel, ging O. 1863 nach Marburg, † 2. Juli 1883.</p>
-
-<p>Allgemeine Zeitung 1883, Beilage Nr. 192 u. 213.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_48" id="Seite_48">48</a></span>
-
-15. <b>Fitting</b>, Hermann &mdash; geb. 27. Aug. 1831 zu Mauchenheim (Rheinbayern), 1856 Docent in Heidelberg,
-M. 1857 a.o. Prof. und 4. Dec. 1858 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1862
-nach Halle.</p>
-
-<p class="hang">16. <b>Bechmann</b>, Georg &mdash; geb. 16. Aug. 1834 zu Nürnberg, 1861 Docent in Würzburg, M. 1862 ord.
-Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1864 nach Marburg, M. 1864 nach Kiel, O. 1870
-nach Erlangen, M. 1880 nach Bonn.</p>
-
-<p class="hang">17. <b>Heusler</b>, Andreas &mdash; geb. 30. Sept. 1834 zu Basel, Sohn des oben (S. 46) genannten Prof. Andreas
-Heusler, 12. Juni 1856 J.U.D. in Berlin, 1858 Docent und S. 1863 ord. Prof. des deutschen
-Rechts und des Civilprozesses in Basel, Rektor 1871.</p>
-
-<p class="hang">18. <b>Hartmann</b>, Gustav &mdash; geb. 31. März 1835 zu Vechelde (Braunschweig), O. 1857 J.U.D. in Göttingen
-und 1860 daselbst Docent, O. 1864 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging O. 1872
-nach Freiburg, O. 1878 nach Göttingen, O. 1885 nach Tübingen.</p>
-
-<p class="hang">19. <b>Binding</b>, Karl &mdash; geb. 4. Juni 1841 zu Frankfurt a.M., 1864 Docent in Heidelberg, O. 1867 ord.
-Prof. des Straf- und Kirchenrechts in Basel, ging M. 1870 nach Freiburg, 1872 nach Strassburg,
-1873 nach Leipzig.</p>
-
-<p class="hang">20. <b>Brockhaus</b>, Friedrich &mdash; geb. 21. Sept. 1838 zu Dresden, 1863 Docent u. 1868 a.o. Prof. in Jena,
-O. 1871 ord. Prof. des Straf- und Kirchenrechts in Basel, ging M. 1872 nach Kiel.</p>
-
-<p class="hang">21. <b>Eisele</b>, Fridolin &mdash; geb. 2. Mai 1837 zu Sigmaringen, 21. Febr. 1866 J.U.D. in Berlin, wurde
-Kreisrichter in Hechingen, O. 1872 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, ging M. 1874
-nach Freiburg.</p>
-
-<p class="hang">22. <b>Wyss</b>, Friedrich von &mdash; geb. 24. Dec. 1844 zu Zürich, 15. März 1867 J.U.D. in Zürich, 1869
-Mitglied des Bezirksgerichts, O. 1874 ord. Prof. des schweizerischen Civilrechts in Basel, 1876
-kurze Zeit Rektor, schied wegen Gesundheitsrücksichten 1880 aus.</p>
-
-<p class="hang">23. <b>Schulin</b>, Friedrich &mdash; geb. 4. Aug. 1843 zu Frankfurt a.M., 29. Mai 1869 J.U.D. in Marburg, Docent
-u. 12. Mai 1874 a.o. Prof. daselbst, M. 1874 ord. Prof. des römischen Rechts in Basel, Rektor 1878.</p>
-
-<p class="hang">24. <b>Teichmann</b>, Albert &mdash; geb. 13. Oct. 1844 zu Breslau, 30. Juli 1867 J.U.D. in Berlin, kam O. 1873
-als a.o. Prof. des Straf- und Kirchenrechts nach Basel, S. 1877 ord. Prof., Rektor 1884.</p>
-
-<p class="hang">25. <b>Huber</b>, Eugen &mdash; geb. 13. Juli 1849 zu Stammheim (Kt. Zürich), 9. März 1872 J.U.D. in Zürich,
-O. 1881 a.o. Prof. und Dec. 1881 ord. Prof. des schweizerischen Civilrechts in Basel.</p>
-
-<h5>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h5>
-
-<p class="hang">26. <b>Burckhardt-Hess</b>, Christoph &mdash; geb. 5. Febr. 1805 zu Basel, J.U.D. in Heidelberg, 1829 Docent
-und 1831 a.o. Prof. des römischen Rechts in Basel, sollte zum ord. Prof. ernannt werden,
-† 26. Dec. 1835.</p>
-
-<p>Rede von <em class="gesperrt">Simon La Roche</em> (Druck von Wilhelm Haas). &mdash; Baseler Zeitung vom 28. u. 31. December
-1835. &mdash; Regenzprotokoll vom 28. December 1835.</p>
-
-<p class="hang">27. <b>Speiser</b>, Paul &mdash; geb. 16. Oct. 1846 zu Basel, 12. März 1868 J.U.D., 1873 Docent und 1876
-a.o. Prof. des Obligationen-, Handels- und Wechselrechts, 1875-78 Civilgerichtspräsident,
-1878-84 Regierungsrath.</p>
-
-<h5>c. <b>Privatdocenten.</b></h5>
-
-<p class="hang">28. <b>Christ</b>, Gustav &mdash; geb. 13. Aug. 1809 zu Basel, 1832 J.U.D. in Heidelberg, 1835 Docent des
-Civilprozesses in Basel, † 13. Oct. 1838.</p>
-
-<p>Baseler Zeitung 1838, Nr. 193.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_49" id="Seite_49">49</a></span>
-
-29. <b>Burckhardt</b>-Fürstenberger, Emanuel &mdash; geb. 3. Mai 1819 zu Basel, 1842 J.U.D. in Göttingen,
-1844-46 Docent des römischen Rechts und des Strafrechts in Basel, 1849 Mitglied des Kleinen
-Rathes, † 8. Juli 1867.</p>
-
-<p>Basler Nachrichten 1867, Nr. 162.</p>
-
-<p class="hang">30. <b>Heimlicher</b>, Johann Jacob &mdash; geb. 14. Aug. 1826 zu Basel, 1848 J.U.D., 1849-52 Docent des
-römischen Rechts und des Wechselrechts, 1856 Notar, † 2. Oct. 1884.</p>
-
-<p>P. <em class="gesperrt">Speiser</em> in den Verhdl. d. Schweiz. Juristenvereines v. 24. Aug. 1885 (Ztschr. f. schweiz. Recht
-XXVI. 568).</p>
-
-<p class="hang">31. <b>VonderMühll</b>, Albert &mdash; geb. 11. Oct. 1843 zu Basel, 23. Juni 1865 J.U.D., 1870 u. 71 Docent der
-Rechtsphilosophie und vergleichenden Rechtswissenschaft.</p>
-
-<p class="hang">32. <b>Miescher</b>, Carl &mdash; geb. 29. Nov. 1851 zu Basel, Sohn des Prof. der Anatomie Joh. Friedr. Miescher-His
-(s. unten), 11. Sept. 1874 J.U.D., 1877-82 Docent des deutschen Rechts, seit Juni 1878
-Civilgerichtspräsident.</p>
-
-<p class="hang">33. <b>Brunnenmeister</b>, Emil &mdash; geb. 5. Mai 1854 zu Kreuzungen (Kt. Thurgau), 1877 J.U.D. in Leipzig,
-M. 1878 Docent des Strafrechts in Basel, ging O. 1880 als ord. Prof. nach Zürich, 1882 nach Halle.</p>
-
-<p class="hang">34. <b>Stehlin</b>, Carl &mdash; geb. 21. März 1859 zu Basel, 4. August 1881 J.U.D. in Göttingen, O. 1885
-Docent des römischen Rechts in Basel.</p>
-<hr class="small" />
-<h4>3. Medicinische Fakultät.</h4>
-
-<h5>a. <b>Ordentliche Professoren.</b></h5>
-
-<p class="hang">1. <b>Jung</b>, Carl Gustav &mdash; geb. 7. Sept. 1794 zu Mannheim, Anfang 1822 nach Basel als Docent berufen, Mitte
-1822 zum ord. Prof. der Anatomie, Chirurgie und Geburtshilfe ernannt, Rektor 1828, nahm
-1850 seine Entlassung unter Beibehaltung von Sitz und Stimme in der Regenz, trat 1855 wieder
-ein als ord. Prof. der praktischen Medicin, † 12. Juni 1864.</p>
-
-<p>W. <em class="gesperrt">His</em>, Zur Erinnerung an C.G. Jung (in der Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum,
-Lpz. 1885, S. 40-48).</p>
-
- <table summary="fakultat">
-<tr><td><b>Meissner</b>, Karl Friedrich </td>
-<td class="br bt">&nbsp;</td>
- <td rowspan="2">s. Philosophische Fakultät,
- mathem.-naturwiss. Abthlg.</td></tr>
-<tr><td><b>Röper</b>, Johann Christian August</td>
-<td class="br bb">&nbsp;</td> </tr>
- </table>
-
-<p class="hang">2. <b>Mieg</b>, Johann Jacob &mdash; geb. 24. Juni 1794 zu Basel, 1829-64 ord. Prof. der Chirurgie, † 1. Juli 1870.</p>
-
-<p>Basler Nachrichten 1870, Nr. 155.</p>
-
-<p class="hang">3. <b>Miescher</b>-His, Johann Friedrich &mdash; geb. 2. März 1811 zu Walkringen (Emmenthal), studierte erst in
-Bern, dann in Berlin, wo er am 9. Jan. 1836 promovierte, O. 1837 ord. Prof. der Physiologie
-und allgemeinen Pathologie in Basel, ging M. 1844 nach Bern, kehrte M. 1850 als ord. Prof.
-der pathologischen Anatomie und allgemeinen Pathologie zurück, Rektor 1843 und 1853, trat
-Ende 1871 unter Beibehaltung des Titels und der Rechte eines ord. Prof. zurück.</p>
-
-<p class="hang">4. <b>Erker</b>, Alexander &mdash; geb. 10. Juli 1816 zu Freiburg i. Br., 1840 daselbst Prosektor, Jan. 1845
-ord. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging 1850 nach Freiburg zurück.</p>
-
-<p class="hang">5. <b>Bruch</b>, Carl &mdash; geb. 1819 zu Mainz, 1847 Docent in Heidelberg, W. 1850 ord. Prof. der Anatomie
-und Physiologie in Basel, ging M. 1855 nach Giessen, † 4. Jan. 1884 zu Heppenheim.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Virchow</em> im Archiv f. pathol. Anatomie. Bd. 99, S. 384.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_50" id="Seite_50">50</a></span>
-
-6. <b>Meissner</b>, Georg &mdash; geb. 19. Nov. 1829 zu Hannover, 1852 Dr.med. in Göttingen. W. 1856 ord.
-Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1857 nach Freiburg, 1859 nach Göttingen.</p>
-
-<p class="hang">7. <b>Rütimeyer</b>, Ludwig &mdash; geb. 25. Febr. 1825 zu Biglen (Emmenthal), 1850 Dr.med. und 1853 a.o.
-Prof. für vergleichende Anatomie in Bern. W. 1855 ord. Prof. der Zoologie und vergleichenden
-Anatomie in Basel, Rektor 1865, 2. Juni 1874 zum Dr.phil. ernannt.</p>
-
-<p class="hang">8. <b>His</b>, Wilhelm &mdash; geb. 9. Juli 1831 zu Basel, 11. Sept. 1854 Dr.med., S. 1866 Docent, M. 1857
-ord. Prof. der Anatomie und Physiologie, Rektor 1869, ging O. 1872 nach Leipzig.</p>
-
-<p class="hang">9. <b>Socin</b>, August &mdash; geb. 21. Febr. 1837 zu Vevey, 21. Febr. 1857 Dr.med. in Würzburg, <span class="err" title="original: 61">1861</span>
-Docent in Basel, 26. Febr. 1862 a.o. Prof. und 27. Febr. 1864 ord. Prof. der Chirurgie.</p>
-
-<p class="hang">10. <b>Liebermeister</b>, Carl (von) &mdash; geb. 2. Febr. 1833 zu Ronsdorf bei Elberfeld, 1860 Docent und 1864
-a.o. Prof. in Tübingen, S. 1865 ord. Prof. der speciellen Pathologie und Therapie und Vorsteher
-der med. Klinik in Basel, ging M. 1871 nach Tübingen.</p>
-
-<p class="hang">11. <b>Immermann</b>, Hermann &mdash; geb. 2. Sept. 1838 zu Magdeburg, 19. Dec. 1860 Dr .med. in Berlin,
-1864-66 Assistenzarzt in Tübingen, 1866-71 in Erlangen, Docent daselbst, M. 1871 ord.
-Prof. der speciellen Pathologie und Therapie und Vorsteher der med. Klinik in Basel, Rektor 1880.</p>
-
-<p class="hang">12. <b>Hoffmann</b>, Carl Ernst Emil &mdash; geb. 26. April 1827 zu Darmstadt, 1854 Dr.med. in Würzburg,
-1858 Docent in Giessen, 1863 Docent und Prosektor. S. 1864 a.o. Prof. und 6. Juli 1872 ord.
-Prof. der Anatomie in Basel, Rektor 1875, † 16. Dec. 1877.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Heppe</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« XII. 607.</p>
-
-<p class="hang">13. <b>Bischoff</b>, Johann Jacob &mdash; geb. 1. Aug. 1841 zu Heidelberg, 1864 Dr.med. in Basel, 1865 Docent,
-Frühjahr 1868 a.o. Prof. und 10. Juli 1872 ord. Prof. der Geburtshilfe.</p>
-
-<p class="hang">14. <b>Miescher</b>-Rüsch, Johann Friedrich &mdash; geb. 13. Aug. 1844 zu Basel. Sohn des S. 49 genannten Prof.
-Miescher-His. 13. Jan. 1868 Dr.med., O. 1871 Docent und 6. Juli 1872 ord. Prof. der Physiologie.</p>
-
-<p class="hang">15. <b>Roth</b>, Moritz &mdash; geb. 25. Dec. 1839 zu Basel, Sohn des unten (S. 56) genannten Prof. Karl Ludwig
-Roth, 1864 Dr.med. und 1866 Docent in Basel, 1868-72 in Greifswald, 10. Juli 1872 a.o. Prof.
-und 6. Mai 1874 ord. Prof. der pathologischen Anatomie in Basel, Rektor 1885.</p>
-
-<p class="hang">16. <b>Wille</b>, Ludwig &mdash; geb. 30. März 1834 zu Kempten (Bayern), 1858 Dr.med. in Erlangen, 1858-63
-Assistenzarzt der Irrenanstalten in Erlangen und München, 1864-75 Direktor in Münsterlingen
-(Thurgau), Rheinau (Zürich) und St. Urban (Luzern). seit Oct. 1875 Vorsteher der Irrenanstalt
-und ord. Prof. der Psychiatrie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">17. <b>Schiess</b>, Heinrich &mdash; geb. 3. Jan. 1833 zu Heiden (Kt. Appenzell), 1856 Dr.med. und 1863 Docent,
-1867 a.o. Prof. und 8. Juli 1876 ord. Prof. der Ophthalmologie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">18. <b>Kollmann</b>, Julius &mdash; geb. 24. Febr. 1834 zu Holzheim (Bayern), 1870 a.o. Prof. in München, 2. Febr.
-1878 ord. Prof. der Anatomie in Basel.</p>
-
-<h5>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h5>
-
-<p class="hang">19. <b>Streckeisen</b>, Carl &mdash; geb. 28. Dec. 1811 zu Basel. 1838 Docent in Basel, 1841-43 in Holland
-und Java, 1849 Arzt am Waisenhause in Basel, S. 1852 a.o. Prof. der Chirurgie und Geburtshilfe
-in Basel, † 27. Aug. 1868.</p>
-
-<p>Leichenrede von Antistes <em class="gesperrt">Preiswerk</em>, 1868. &mdash; Basler Nachrichten 1868, Nr. 205 u. 209.</p>
-
-<p class="hang">20. <b>Hoppe</b>, Ignaz &mdash; geb. 14. Jan. 1811 zu Gross-Bartloff im Eichsfelde, Dr.med. zu Berlin, Dr.phil.
-zu Freiburg i. Br., 1852 a.o. Prof. der Medicin in Basel.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_51" id="Seite_51">51</a></span>
-
- 21. <b>Brenner</b>, Friedrich &mdash; geb. 8. Jan. 1809 zu Basel, 1830 Dr.med. in Freiburg, 1833 Arzt am damaligen
-Irrenhause in Basel, später Direktor der neuen Anstalt, 1835 Docent, 1856 a.o. Prof.
-der Psychiatrie, † 31. Oct. 1874.</p>
-
-<p>Zum Andenken an Herrn Prof. Dr. F. Brenner (Druck von Bürgin u. Moos in Basel).</p>
-
-<p class="hang">22. <b>Aeby</b>, Christoph &mdash; geb. 25. Febr. 1835 auf dem Schlossgute Gutenbrunnen bei Pfalzburg (Lothringen),
-1859 Docent und S. 1863 a.o. Prof. der Anatomie und Physiologie in Basel, ging M. 1863 als
-ord. Prof. nach Bern, 1884 nach Prag, † 7. Juli 1885 zu Bilin (Böhmen).</p>
-
-<p>Sep.-Abdr. aus der Prager Medicin. Wochenschrift 1885, Nr. 28.</p>
-
-<p class="hang">23. <b>Hagenbach</b>-Burckhardt, Eduard &mdash; geb. 5. Mai 1840 zu Basel, 1869 Docent und 24. Febr. 1872
-a.o. Prof. der Kinderheilkunde.</p>
-
-<p class="hang">24. <b>Massini</b>, Rudolf &mdash; geb. 8. Nov. 1845 zu Basel, 19. März 1868 Dr.med., 1872 Docent für Pathologie
-und Therapie, Oct. 1874 Assistenzarzt der Poliklinik des Bürgerspitals, 20. Juni 1877
-a.o. Prof., 1882 Vorsteher der Poliklinik.</p>
-
-<p class="hang">25. <b>Burckhardt</b>-Merian, Albert &mdash; geb. 25. Jan. 1843 zu Basel, 23. Juni 1866 Dr.med., März 1869
-Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. der Ohrenheilkunde.</p>
-
-<p class="hang">26. <b>Schulin</b>, Karl &mdash; geb. 12. Febr. 1850 zu Frankfurt a.M., 28. Juni 1873 Dr.med. in Marburg,
-Assistent in Leipzig und Rostock, M. 1877 Prosektor und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. in Basel,
-schied 1881 aus.</p>
-
-<p class="hang">27. <b>Bunge</b>, Gustav &mdash; geb. 19. Jan. 1844 zu Dorpat, 1873 Magister und 1874 Doktor der Chemie
-daselbst, 1882 Dr.med. in Leipzig und 1884 Ehrendoktor der Medicin (Kiew), 1874-1885
-Docent der Physiologie in Dorpat, 4. Juli 1885 a.o. Prof. der physiologischen Chemie in Basel.</p>
-
-<h5>c.<b> Privatdocenten.</b></h5>
-
-<p class="hang">28. <b>Nusser</b>, Johann Martin &mdash; geb. 1796 zu Ulm, 1826 Prosektor in Basel, 1828 Docent daselbst,
-gab 1852 die Prosektorstelle auf, † 15. Oct. 1853.</p>
-
-<p>W. <em class="gesperrt">His</em> in der »Gedenkschrift z. Eröffnung d. Vesalianum«, Lpz. 1885.</p>
-
-<p>Bernoulli, Johann Jacob &mdash; s. Philosophische Fakultät, mathem.-naturwiss. Abtheilung.</p>
-
-<p class="hang">29. <b>Im Thurn</b>, E. aus Schaffhausen, 1837-39 Docent der Thierheilkunde in Basel, † 8. März 1877
-zu Schaffhausen.</p>
-
-<p class="hang">30. <b>Burckhardt</b>, August &mdash; geb. 14. Jan. 1809 zu Basel, Sohn des Basler Prof. d. Med. Joh. Rud. B. † 1829,
-1832 Dr.med., Docent für gerichtliche Medicin und chirurgische Fächer 1838/39, 1854-57.</p>
-
-<p class="hang">31. <b>de Wette</b>, Ludwig &mdash; geb. 9. Nov. 1812 zu Berlin, Sohn des S. 44 genannten Prof. der Theologie
-de Wette, 24. April 1833 Dr.med. in Basel, 1840 Docent für gerichtliche Medicin und
-Pastoralmedicin, 1852-1884 Physikus.</p>
-
-<p class="hang">32. <b>Burckhardt</b>-Blau, Achilles &mdash; geb. 3. Dec. 1821 zu Basel, 1844 Dr.med., 1846-68 Docent für
-Geburtshilfe, 1855-77 Mitglied der Oberwundschau und 1859-63 des Sanitätskollegiums.</p>
-
-<p class="hang">33. <b>Meyer</b>-Merian, Theodor &mdash; geb. 14. Jan. 1818 zu Basel, Docent im S. 1851 und vom 27. April an
-Direktor des Spitals, † 5. Dec. 1867.</p>
-
-<p>Basler Nachrichten 1867, Nr. 290.</p>
-
-<p class="hang">34. <b>Meyer</b>-Steiger, Emanuel &mdash; geb. 31. Aug. 1818 zu Basel, Docent im S. 1852, † 6. Sept. 1856 in Algier.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_52" id="Seite_52">52</a></span>
-
- 35. <b>Grimm</b>, Christian &mdash; geb. 21. Nov. 1818 zu Basel, 1852 Dr.med., 1853-58 Docent der Osteologie,
-† 21. Jan. 1863.</p>
-
-<p>Basler Nachrichten 1863, Nr. 21.</p>
-
-<p><b>Frey</b>, Alfred &mdash; s. Philosophische Fakultät, mathem.-naturwiss. Abtheilung.</p>
-
-<p class="hang">36. <b>Burckhardt</b>, Gottlieb &mdash; geb. 24. Dec. 1836 zu Basel, Sohn des oben (S. 51) genannten Dr. August B.,
-März 1860 Dr.med. und 1862-75 Docent für Nervenkrankheiten, 1875-82 Arzt in der Waldau,
-seitdem Direktor der Irrenanstalt in Préfargier (Kt. Neuenburg).</p>
-
-<p class="hang">37. <b>Bulacher</b>, Carl &mdash; geb. 19. Dec. 1828 zu Basel. 1856 Dr.phil. 1870-76 Docent für pharmaceutische
-und analytische Chemie, jetzt Kantonschemiker.</p>
-
-<p class="hang">38. <b>Fischer</b>-Dietschy, Carl Rudolf &mdash; geb. 11. Febr. 1834 zu Reinach (Kt. Aargau), 1867 Dr.med. und
-1870-76 Docent für Arzneimittellehre in Basel, † 19. Juni 1876.</p>
-
-<p class="hang">39. <b>Göttisheim</b>, Friedrich &mdash; geb. 30. März 1837 zu Wildberg (Württemberg), 1867 Dr.phil. und
-1870 Docent für öffentliche Gesundheitspflege in Basel.</p>
-
-<p class="hang">40. <b>Rauber</b>, August &mdash; geb. 22. März 1845 zu Neustadt a.d.H., habilitierte sich in München für Anatomie,
-S. 1872 Docent in Basel, ging 1873 als a.o. Prof. der Medicin nach Leipzig.</p>
-
-<p class="hang">41. <b>Breiting</b>, Carl &mdash; geb. 18. März 1845 zu Basel. 1872-74 Docent für Arzneimittellehre, jetzt Arzt
-in Genua.</p>
-
-<p class="hang">42. <b>Hermann</b>, Ernst &mdash; Sohn des Nationalökonomen Fr. Benedikt Wilh. von H. in München († 1868),
-1873-75 Prosektor in Basel, † etwa 1877.</p>
-
-<p class="hang">43. <b>Cartier</b>, Oscar &mdash; geb. 19. Juni 1847 zu Olten (Kt. Solothurn). 10. Juli 1872 Dr.med. in Würzburg,
-1875 Prosektor in Basel, † 17. Aug. 1877.</p>
-
-<p class="hang">44. <b>Fiechter</b>, Robert &mdash; geb. 31. Dec. 1848 zu Teknau (Kt. Baselland). 25. März 1875 Dr.med. und
-O. 1877 Docent für klinische Medicin in Basel.</p>
-
-<p class="hang">45. <b>Buss</b>, Carl Emil &mdash; geb. 6. März 1849 zu Grindelwald, 18. März 1875 Dr.med. in Basel, am Spital
-thätig, W. 1877 Docent, † 1. Juni 1878.</p>
-
-<p>Erinnerung an Dr. Emil Buss, 1878.</p>
-
-<p class="hang">46. <b>Courvoisier</b>, Ludwig &mdash; geb. 10. Nov. 1843 zu Basel, 5. März 1868 Dr.med. und O. 1880 Docent
-für Chirurgie.</p>
-
-<p class="hang">47. <b>Sury</b>, Ernst (von) &mdash; geb. 30. April 1850 zu Solothurn, 23. Juni 1875 Dr.med. und O. 1880 Docent
-für gerichtliche Medicin in Basel.</p>
-
-<p class="hang">48. <b>Gönner</b>, Alfred &mdash; geb. 29. Aug. 1854 zu Mailand, S. 1881 Docent für Gynäkologie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">49. <b>Burckhardt</b>, Albrecht Eduard &mdash; geb. 13. Juli 1853 zu Basel, Sohn des oben (S. 51) genannten
-Dr. August B., 1878 Dr.med. und M. 1882 Docent für Toxikologie und Hygiene.</p>
-
-<p class="hang">50. <b>Hosch</b>, Friedrich &mdash; geb. 13. Oct. 1847 zu Basel, 7. März 1871 Dr.med. und M. 1883 Docent
-für Augenheilkunde.</p>
-
-<p class="hang">51. <b>Gottschau</b>, Max &mdash; geb. 20. Jan. 1849 zu Berlin, 1875 Dr.med. daselbst, 1877-83 Assistent am
-anatom. Institut in Würzburg, M. 1883 Prosektor in Basel.</p>
- <div class="chapter"></div>
-<h4><span class="pagenum"><a name="Seite_53" id="Seite_53">53</a></span>
-
-4. Philosophische Fakultät.</h4>
-
-<h5>I. Philologisch-historische Abtheilung.<a name="FNAnker_27_27" id="FNAnker_27_27"></a><a href="#Fussnote_27_27" class="fnanchor">[27]</a>
-</h5>
-<h6>a. <b>Ordentliche Professoren.</b></h6>
-
-<p class="hang">1. <b>Linder</b>, Emanuel &mdash; geb. 6. Febr. 1768 zu Basel, 1790-1803 Prof. der hebräischen Sprache, dann
-Pfarrer in Bennwil, 1819 ord. Prof. der griech. Sprache und Litteratur in Basel, † 4. April 1843.</p>
-
-<p>Leichenrede von Diacon J.J. <em class="gesperrt">Uebelin</em> (Basel, Schneider'sche Buchdruckerei) 1843.</p>
-
-<p class="hang">2. <b>Gerlach</b>, Franz Dorotheus &mdash; geb. 18. Juli 1793 zu Wolfsbehringen (Herzogthum Gotha), besuchte
-das Gymnasium illustre in Gotha, dann die Universität Göttingen, ging 1817 an die Kantonsschule
-in Aarau. 1819 Lehrer am Pädagogium in Basel, 1820 ord. Prof. der lateinischen Sprache
-und Litteratur, 1829-66 Bibliothekar, Rektor 1827, 1837, 1847, 1848 u. 1863, trat 1875
-in den Ruhestand, † 31. 0ct. 1876.</p>
-
-<p>Personalien und Ansprache von Pfarrer Th.W. <em class="gesperrt">Ecklin</em> (Basel, Riehm) 1876. &mdash; <em class="gesperrt">Mähly</em> in »Allgem.
-Deutsche Biographie« IX. 14.</p>
-
-<p class="hang">3. <b>Brömmel</b>, Friedrich &mdash; geb. 27. Juni 1791 zu Goslar am Harz, studierte in Göttingen und Halle,
-wurde Docent in Halle, 1823 ord. Prof. der Geschichte in Basel, Rektor 1836, † 31. Jan. 1856.</p>
-
-<p>Leichenrede von Pfarrer <em class="gesperrt">Imm. Stockmeyer</em> (Basel, Schweighauser) 1856.</p>
-
-<p class="hang">4. <b>Vinet</b>, Alexandre &mdash; geb. 17. Juni 1797 zu Ouchy, 1817 Lehrer der französischen Sprache am
-Pädagogium und S. 1835 ord. Prof. der französischen Sprache und Litteratur in Basel, ging 1837
-zum Dr. theol. ernannt nach Lausanne, und starb, seines dortigen Lehramtes 3. Dec. 1846 entsetzt,
-vor Rückberufung nach Basel, am 4. Mai 1847 zu Lausanne.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Scherer</em>, Alex. Vinet, notice sur sa vie et ses écrits, Paris 1853. &mdash; <em class="gesperrt">Rambert</em>, Alex. Vinet, hist.
-de sa vie et de ses ouvrages, 2. édition. Lausanne 1875. &mdash; <em class="gesperrt">Cramer</em>, Alex. Vinet, moraliste et apologiste
-chrétien. Lausanne 1884. &mdash; Herzog's Realencyclopädie, 1. Aufl. XVII. 766 ff.</p>
-
-<p class="hang">5. <b>Fischer</b>, Friedrich &mdash; geb. 31. Dec. 1801 zu Honau (Württemberg), 1830 Docent in Tübingen,
-1832 Docent und bald darauf a.o. Prof. der Philosophie in Basel, S. 1835 ord. Prof., Rektor
-1838, † 14. Nov. 1853 zu Winnenden.</p>
-
-<p><em class="gesperrt">Prantl</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« VII. 66.</p>
-
-<p class="hang">6. <b>Wackernagel</b>, Karl Heinrich Wilhelm &mdash; geb. 23. April 1806 zu Berlin, studierte daselbst 1824-27,
-ging im October 1828 nach Breslau, von wo er 1830 nach Berlin zurückkehrte, folgte O. 1833
-einem Rufe nach Basel als Lehrer am Pädagogium, auf der Reise dahin in Göttingen zum Dr.
-phil. ernannt, S. 1835 ord. Prof. der deutschen Sprache und Litteratur, Rektor 1841, 1855
-und 1866, bei der Jubelfeier in Halle (1867) zum J.U.D. ernannt, † 21. Dec. 1869.</p>
-
-<p>Biographie und Schriftenverzeichniss in W. Wackernagel's Kleinere Schriften, Band III (Leipzig
-1874) S. 434 ff. &mdash; <em class="gesperrt">Rudolf Wackernagel</em>, W. Wackernagel, Jugendjahre 1806-1833, Basel 1885.</p>
-
-<p class="hang">7. <b>Vischer</b>, Wilhelm &mdash; geb. 30. Mai 1808 zu Basel, studierte in Basel, Bonn und in Jena, wo er im
-Frühjahr 1831 promovierte, dann in Berlin. S. 1832 Docent in Basel, S. 1835 a.o. Prof. und
-W. 1836 ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur, Rektor 1845, 1846, 1857, von
-1867 an Mitglied des Kleinen Rathes, Präsident des Erziehungskollegiums und der Curatel,
-† 5. Juli 1874.</p>
-
-<p>Zum Andenken an Herrn Prof W. Vischer, des Raths (Basel, Wittmer) 1874 &mdash; Wilhelm Vischer
-(von Dr. <em class="gesperrt">Achilles Burckhardt</em>), Sep.-Abdr. aus dem 7. Jahresheft d. Vereins schweiz. Gymnasiallehrer,
-Aarau 1876. &mdash; Lebensbild W. Vischer's von Aug. v. <em class="gesperrt">Gonzenbach</em> (Kleine Schriften v. Wilh. Vischer,
-herausgeg. von Prof. H. Gelzer und Dr. Achilles Burckhardt, Band II. Lpz. 1878, S. IX-LXVI).</p>
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_54" id="Seite_54">54</a></span>
-8. <b>Girard</b>, Charles François &mdash; geb. 9. Aug. 1811 zu Neuchâtel, 1836 Lehrer am Gymnasium in Basel,
-1838 Dr.phil., 1839 a.o. Prof. und 1841 ord. Prof. der französischen Sprache und Litteratur,
-† 26. Nov. 1875.</p>
-
-<p>Discours prononcés aux funérailles de M. Chr. Fr. Girard, Lausanne (Bridel) 1876.</p>
-
-<p class="hang">9. <b>Steffensen</b>, Karl &mdash; geb. 25. April 1816 zu Flensburg (Schleswig), 1841 Dr.phil. in Kiel, 1852-54
-Docent daselbst, M. 1854 ord. Prof. der Philosophie in Basel, Rektor 1864, 1873 zum Dr. theol.
-ernannt, trat 1879 unter Beibehaltung von Titel und Rechten eines ord. Prof. zurück.</p>
-
-<p class="hang">10. <b>Floto</b>, Hartwig &mdash; geb. 17. Mai 1825 zu Arendsee (Altmark), studierte in Berlin, wo er promovierte,
-1856-61 ord. Prof. der Geschichte in Basel, lebte dann an verschiedenen Orten, † 1881 zu Königsberg.</p>
-
-<p class="hang">11. <b>Nasse</b>, Erwin &mdash; geb. 2. Dec. 1829 zu Bonn, 9. Aug. 1851 Dr.phil. und 1854 Docent daselbst,
-O. 1856 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1856 nach Rostock, M. 1860 nach Bonn.</p>
-
-<p class="hang">12. <b>Burckhardt</b>, Jacob &mdash; geb. 25. Mai 1818 zu Basel, 1844 Docent und 1845 a.o. Prof. der Geschichte
-daselbst, 1855-58 Prof. der Kunstgeschichte am eidgen. Polytechnikum in Zürich, O. 1858 ord. Prof.
-der Geschichte in Basel.</p>
-
-<p class="hang">13. <b>Ribbeck</b>, Johann Carl Otto &mdash; geb. 23. Juli 1827 zu Erfurt, 1856 a.o. Prof. und 1859 ord. Prof.
-in Bern, O. 1861 ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur in Basel, ging M. 1862
-nach Kiel, M. 1872 nach Heidelberg, O. 1877 nach Leipzig.</p>
-
-<p class="hang">14. <b>Kiessling</b>, Adolf &mdash; geb. 15. Febr. 1837 zu Kulm in Westpreussen, 1858 Dr.phil. in Bonn, O. 1863
-ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur in Basel, ging O. 1869 an das Johanneum in
-Hamburg, 1871 J.U.D. (Breslau), seit 1872 in Greifswald.</p>
-
-<p class="hang">15. <b>Laspeyres</b>, Étienne &mdash; geb. 28. Nov. 1834 zu Halle, 1857 J.U.D., 1860 Dr.phil. und Docent in Heidelberg,
-M. 1864 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging M. 1866 nach Riga, 1869 nach Dorpat,
-1873 nach Karlsruhe, 1874 nach Giessen.</p>
-
-<p class="hang">16. <b>Dilthey</b>, Wilhelm &mdash; geb. 19. Nov. 1834 zu Biebrich (Nassau), studierte in Heidelberg und Berlin,
-Dr.phil. in Berlin, O. 1867 ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging M. 1868 nach Kiel, von
-dort nach Berlin.</p>
-
-<p class="hang">17. <b>Teichmüller</b>, Gustav &mdash; geb. 19. Nov. 1832 zu Braunschweig, Dr.phil. in Halle, Docent und 1866
-a.o. Prof. in Göttingen, M. 1868 ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1871 nach Dorpat.</p>
-
-<p class="hang">18. <b>Schönberg</b>, Gustav (von) &mdash; geb. 21. Juli 1839 zu Stettin, 1860 J.U.D. in Berlin, 1866 Dr.phil.
-in Halle, ging 1867 nach Proskau, O. 1869 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging
-M. 1870 nach Freiburg, O. 1873 nach Tübingen.</p>
-
-<p class="hang">19. <b>Nietzsche</b>, Friedrich Wilhelm &mdash; geb. 15. Oct. 1844 zu Röcken bei Lützen, studierte in Bonn und
-Leipzig, 1869 a.o. Prof. und 9. April 1870 ord. Prof. der griech. Sprache und Litteratur in Basel,
-schied 1879 wegen Gesundheitsrücksichten aus.</p>
-
-<p class="hang">20. <b>Heyne</b>, Moritz &mdash; geb. 8. Juni 1837 zu Weissenfels, 3. Dec. 1863 Dr.phil. in Halle, 1864 Docent u. 1869
-a.o. Prof. für deutsche Philologie daselbst, 9. April 1870 ord. Prof. der deutschen Sprache u. Litteratur
-in Basel, Rektor 1874, ging M. 1883 nach Göttingen.</p>
-
-<p class="hang">21. <b>Eucken</b>, Rudolph &mdash; geb. 5. Jan. 1846 zu Aurich (Ostfriesland), 1866 Dr.phil. in Göttingen,
-M. 1871 ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1874 nach Jena.</p>
-
-<p class="hang">22. <b>Neumann</b>, Friedrich Julius &mdash; geb. 12. Oct. 1835 zu Königsberg i. Pr., 1865 Dr.phil. und Docent
-daselbst, M. 1871 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging O. 1873 nach Freiburg,
-1876 nach Tübingen.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_55" id="Seite_55">55</a></span>
-
-23. <b>Vischer</b>, Wilhelm &mdash; geb. 4. Aug. 1833 zu Basel, Sohn des oben (S. 53) genannten Prof. W. Vischer,
-studierte in Basel, Bonn und Berlin, 1856 Dr.phil. in Basel, 1857-62 Lehrer am Pädagogium
-daselbst und Privatdocent, von 1858 an Bibliothekssekretär, 1862-66 Privatdocent in Göttingen,
-1866-71 Universitätsbibliothekar in Basel, 1867 a.o. Prof. und 17. Jan. 1874 ord. Prof. der
-Geschichte, Rektor 1877, am 18. Oct. 1884 zum J.U.D. ernannt.</p>
-
-<p class="hang">24. <b>Heinze</b>, Max &mdash; geb. 13. Dec. 1835 zu Priessnitz (Meiningen), Lehrer in Pforta, 1872 Docent in
-Leipzig, O. 1874 ord. Prof. der Philosophie in Basel, ging O. 1875 nach Königsberg, M. 1875
-nach Leipzig.</p>
-
-<p class="hang">25. <b>Miaskowski</b>, August von &mdash; geb. 26. Jan. 1838 zu Pernau (Livland), wurde Hofgerichtsadvokat und
-Docent am Polytechnikum in Riga, 1871 Docent in Jena, O. 1874 ord. Prof. der Nationalökonomie
-in Basel, ging O. 1876 nach Hohenheim, kehrte O. 1877 zurück, Rektor 1881, ging M. 1881
-nach Breslau.</p>
-
-<p class="hang">26. <b>Siebeck</b>, Hermann &mdash; geb. 28. Sept. 1842 zu Eisleben, 1863 Dr.phil. in Halle, 1872 Docent
-daselbst, O. 1875 ord. Prof. der Philosophie und Pädagogik in Basel, Rektor 1882, ging
-M. 1883 nach Giessen.</p>
-
-<p class="hang">27. <b>Mähly</b>, Jacob Achilles &mdash; geb. 24. Dec. 1828 zu Basel, 1850 Dr.phil., 1852 Docent, 1865 a.o.
-Prof. und 10. Juli 1875 ord. Prof. der lateinischen Sprache und Litteratur.</p>
-
-<p class="hang">28. <b>Misteli</b>, Franz &mdash; geb. 11. März 1841 zu Solothurn, 1864-74 Gymnasiallehrer an den Kantonsschulen
-in St. Gallen und Solothurn, M. 1874 in Basel zum Dr.phil. ernannt, a.o. Prof. und
-28. April 1877 ord. Prof. der vergleichenden Sprachwissenschaft.</p>
-
-<p class="hang">29. <b>Soldan</b>, Gustav &mdash; geb. 21. Aug. 1848 zu Lausanne, 1871 Dr.phil. in Giessen, 1874 Prof. der
-deutschen Sprache und Litteratur in Lausanne, M. 1877 ord. Prof. für romanische Sprachen
-und Litteratur in Basel.</p>
-
-<p class="hang">30. <b>Wackernagel</b>, Jacob &mdash; geb. 11. Dec. 1853 zu Basel, Sohn des oben (S. 53) genannten Professors
-W. Wackernagel, 14. Dec. 1875 Dr.phil., M. 1876 Docent, 1879 a.o. Prof. und 2. April 1881
-ord. Prof. der griechischen Sprache und Litteratur.</p>
-
-<p class="hang">31. <b>Thun</b>, Alphons &mdash; geb. 1853 zu Dorpat, März 1879 Magister und Febr. 1880 Doktor der polit. Oekonomie
-daselbst, dann Docent in Berlin, M. 1881 ord. Prof. der Nationalökonomie in Basel, ging
-M. 1883 nach Freiburg i. Br.</p>
-
-<p class="hang">32. <b>Volkelt</b>, Johannes &mdash; geb. 21. Juli 1848 zu Lipnik (Galizien), 1871 Dr.phil. in Leipzig, 1876
-Docent und 1879 a.o. Prof. in Jena, M. 1883 ord. Prof. der Philosophie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">33. <b>Behaghel</b>, Otto &mdash; geb. 3. Mai 1854 zu Karlsruhe, 22. April 1876 Dr.phil. in Heidelberg, W. 1877
-Docent und 1882 a.o. Prof. daselbst, M. 1883 ord. Prof. der deutschen Sprache und Litteratur
-in Basel.</p>
-
-<p class="hang">34. <b>Bücher</b>, Karl &mdash; geb. 16. Febr. 1847 zu Kirberg (Nassau), 1870 Dr.phil. in Bonn, Febr. 1881
-Docent in München, Juli 1882 ord. Prof. der Statistik in Dorpat, M. 1883 ord. Prof. der
-Nationalökonomie in Basel.</p>
-
-<h6>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h6>
-
-<p class="hang">35. <b>Picchioni</b>, Luigi &mdash; geb. 4. Sept. 1784 zu Carbonara (Lombardei), 1821 Flüchtling im Tessin, dann
-in Engelberg und Luzern, 1825 Docent in Basel, S. 1836 a.o. Prof. der italienischen Sprache
-und Litteratur, † 9. Febr. 1869.</p>
-
-<p>Basler Nachrichten 1869, Nr. 34.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_56" id="Seite_56">56</a></span>
-
-36. <b>Geizer</b>, Johann Heinrich &mdash; geb. 17. Oct. 1813 zu Schaffhausen, studierte in Zürich, Jena, Göttingen
-und Halle, 1836 Dr.phil. in Jena, 1839 Docent und W. 1842 a.o. Prof. der Geschichte in
-Basel, ging 1843 nach Berlin, trat 1850 wegen Gesundheitsrücksichten vom Lehramte zurück,
-siedelte 1852 nach Basel über.</p>
-
-<p class="hang">37. <b>Streuber</b>, Wilhelm Theodor &mdash; geb. 31. März 1816 zu Burgdorf, studierte in Berlin, 1841 Docent
-und 1851 a.o. Prof. der klassischen Philologie in Basel, † 5. Oct. 1857.</p>
-
-<p>Leichenrede von <em class="gesperrt">Eucharius Kündig</em> (Basel, Schweighauser). &mdash; Nekrolog v. Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bachofen</em>,
-im Basler Taschenbuch für 1858.</p>
-
-<p class="hang">38. <b>Reber</b>, Balthasar &mdash; geb. 7. Dec. 1805 zu Basel, studierte 1825-30 in Berlin, 1845 Dr.phil. in
-Basel, 1851 Docent der Geschichte, 1855 a.o. Prof., † 13. März 1875.</p>
-
-<p>Zur Erinnerung an Prof. Dr. B. Reber, 1875.</p>
-
-<p class="hang">39. <b>Roth</b>, Karl Ludwig &mdash; geb. 16. Febr. 1811 zu Gersbach (Bez. Schopfheim), studierte in Basel und
-Halle, 1831 in Basel ordiniert, im Schulfache thätig, 1834 Dr.phil., 1837 und von 1851 an
-Docent der Philologie, S. 1855 a.o. Prof., † 16. Juli 1860.</p>
-
-<p>Leichenrede von Antistes <em class="gesperrt">Preiswerk</em>, 1860. &mdash; Basler Nachrichten 1860, Nr. 171.</p>
-
-<p class="hang">40. <b>Socin</b>, Albert &mdash; geb. 13. Oct. 1844 zu Basel, 1867 Dr.phil. in Halle, 1870 Docent und S. 1874
-a.o. Prof. für orientalische Sprachen in Basel, ging O. 1876 als ord. Prof. nach Tübingen.</p>
-
-<p class="hang">41. <b>Merian</b>, Johann Jacob &mdash; geb. 18. Nov. 1826 zu Basel, 1850 Dr.phil. in Heidelberg, 1852 Docent
-und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. der klassischen Philologie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">42. <b>Bernoulli</b>-Reber, Johann Jacob &mdash; geb. 18. Jan. 1831 zu Basel, Sohn des Dr.phil. J.J. Bernoulli-Werthemann
-(s. die II. Abth. Nr. 22), 1860 Docent und 11. Febr. 1874 a.o. Prof. für Archäologie.</p>
-
-<p class="hang">43. <b>Cornu</b>, Jules &mdash; geb. 24. Febr. 1849 zu Villars-Mendraz (Kt. Waadt), 5. Sept. 1874 Dr.phil. in
-Basel, M. 1875 Docent und 1877 a.o. Prof. für romanische Sprachen, ging M. 1877 als ord.
-Prof. nach Prag.</p>
-
-<p class="hang">44. <b>Meyer</b>, Carl Remigius &mdash; geb. 19. Juni 1842 zu Basel, 1865 Dr.phil., 1668 Docent und 14. Juli
-1877 a.o. Prof. für deutsche Sprache und Litteratur, seit 1865 auf der Universitätsbibliothek thätig.</p>
-
-<p class="hang">45. <b>Hagenbach</b>, Friedrich &mdash; geb. 3. Febr. 1840 zu Basel, 1863 Dr.phil., 1866 Docent und 10. Dec.
-1879 a.o. Prof. für klassische Philologie.</p>
-
-<p class="hang">46. <b>Born</b>, Stephan &mdash; geb. 28. Dec. 1824 zu Lissa (Posen), 1860-1878 Prof. an der Industrieschule
-und am Gymnasium und 1864-1878 Prof. au der Akademie in Neuenburg für deutsche Sprache
-und Litteratur, bei seiner Uebersiedelung nach Basel zum Honorarprofessor ernannt, 1878 in
-Basel zum Dr.phil. ernannt, Docent und 10. Dec. 1879 a.o. Prof. für deutsche Litteratur daselbst.</p>
-
-<p class="hang">47. <b>Boos</b>, Heinrich &mdash; geb. 14. Juni 1851 zu Cannstatt. 1874 Dr.phil. in Göttingen, M. 1875 Docent
-und 5. Nov. 1881 a.o. Prof. der Geschichte in Basel.</p>
-
-<h6>c. <b>Privatdocenten.</b></h6>
-
-<p class="hang">48. <b>Marriott</b>, William &mdash; geb. 15. Juni 1808 zu Islington bei London, promovierte in England, 1837/39
-Docent für englische Litteratur in Basel, Lehrer am Pädagogium bis 1841, siedelte 1860 nach
-Stuttgart über, † daselbst 4. Juli 1864.</p>
-
-<p><b>Preiswerk</b>, Samuel &mdash; s. oben Theologische Fakultät (S. 46).</p>
-
-<p class="hang">49. <b>Heussler</b>, Abraham &mdash; geb. 1. Juli 1803 zu Basel, 1839 Dr.phil., Docent im W. 1841. von 1843
-an Rektor der Töchterschule, † 22. Sept. 1855.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_57" id="Seite_57">57</a></span>
-
-50. <b>Bossart</b>, Johann Jacob &mdash; geb. 25. Juli 1818 zu Basel, 1845-47 Docent für romanische Sprachen,
-† in Nordamerika.</p>
-
-<p class="hang">51. <b>Schärer</b>, Emanuel &mdash; geb. 10. März 1818 zu Bern, 1841 Dr.phil. in Jena, 1846-47 Docent für
-Philosophie in Basel, lebt in Bern.</p>
-
-<p class="hang">52. <b>Röse</b>, Ferdinand &mdash; aus Lübeck, Docent für Philosophie in Basel im J. 1847.</p>
-
-<p class="hang">53. <b>Hauschild</b>, Ernst &mdash; geb. 30. Jan. 1816 zu Altenburg, 1848-72 Docent der Musiklehre in Basel,
-† 29. Juli 1872.</p>
-
-<p class="hang">54. <b>Steingass</b>, Franz &mdash; aus Coblenz, 1849-50 Docent der Geschichte und Philosophie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">55. <b>Fliedner</b>, Carl &mdash; geb. 9. März 1832 zu Dillenburg (Nassau), 1853 Dr.phil. in Tübingen, 1854
-und 1857-62 Docent für Philosophie in Basel, jetzt Realgymnasialoberlehrer an der Musterschule
-in Frankfurt a.M.</p>
-
-<p class="hang">56. <b>Schwarzkopf</b>, Syrus Archimedes &mdash; aus Pösneck (Sachsen-Meiningen), Docent in Basel 1854-64,
-1869-71 für Handelswissenschaft, Nationalökonomie und Pharmakognosie, † daselbst 2. Aug. 1884.</p>
-
-<p class="hang">57. <b>Mosley</b>, Henry &mdash; geb. 18. März 1806 zu London, 1855-56 Lektor der englischen Sprache in Basel,
-† daselbst 21. April 1877.</p>
-
-<p class="hang">58. <b>Wölfflin</b>, Eduard &mdash; geb. 1. Jan. 1831 zu Basel, 1854 Dr.phil. in Göttingen, 1856-61 Docent
-für klassische Philologie in Basel, dann am Gymnasium in Winterthur, M. 1866 Docent in
-Zürich, 1869 a.o. Prof. und S. 1871 ord. Prof. daselbst, ging O. 1875 nach Erlangen und
-O. 1880 nach München.</p>
-
-<p class="hang">59. <b>Rieger</b>, Maximilian &mdash; geb. 8. April 1828 zu Darmstadt, 1849 Dr.phil. in Giessen, 1853-56
-Docent daselbst, 1856-58 Docent für deutsche Sprache und Litteratur in Basel, lebt seitdem
-in Darmstadt.</p>
-
-<p class="hang">60. <b>Georg</b>, Ludwig &mdash; geb. 22. Mai 1820 zu Ertinghausen (Hannover), war Lehrer am Gymnasium in
-Basel, Docent für französische Sprache daselbst im W. 1858, † 20. März 1869.</p>
-
-<p class="hang">61. <b>Roth</b>, Wilhelm &mdash; geb. 5. Juli 1837 zu Basel, Sohn des oben (S. 56) genannten Prof. K.L. Roth,
-studierte in Basel, Göttingen und Heidelberg, 1859 Dr.phil. in Göttingen, W. 1859 Docent in
-Basel für orientalische Sprachen, † 8. Febr. 1860.</p>
-
-<p>Zur Erinnerung an Dr. Wilhelm Roth, 1860.</p>
-
-<p class="hang">62. <b>Contzen</b>, Heinrich &mdash; geb. 1835 zu Normbruch (Waldeck), Docent der Nationalökonomie in Basel
-im S. 1862, lebt jetzt in Stettin.</p>
-
-<p class="hang">63. <b>Jannasch</b>, Robert &mdash; geb. 30. April 1845 zu Cöthen (Anhalt), 1870-71 Docent der Nationalökonomie
-in Basel, ging nach Proskau als Prof., wurde 1874 Direktor des statist. Bureau in Dresden,
-1877-84 Mitglied des preuss. Statist. Bureau in Berlin, jetzt Direktor der Deutschen Exportbank.</p>
-
-<p class="hang">64. <b>Frey</b>, Hans &mdash; geb. 8. Aug. 1837 zu Basel, 24. Oct. 1861 Dr.phil., 1870-73 Docent für Geschichte,
-jetzt Lehrer an der Knabensekundarschule.</p>
-
-<p class="hang">65. <b>Stengel</b>, Edmund &mdash; geb. 5. April 1845 zu Halle, 1868 Dr.phil. in Bonn, M. 1870 Docent für
-romanische und englische Philologie in Basel, ging O. 1873 als ord. Prof. nach Marburg.</p>
-
-<p class="hang">66. <b>Romundt</b>, Heinrich &mdash; geb. 27. Dec. 1845 zu Freiburg (Hannover), 1869 Dr.phil. in Leipzig,
-M. 1872 bis O. 1875 Docent für Philosophie in Basel, lebt jetzt in Berlin.</p>
-
-<p class="hang">67. <b>Gelzer</b>, Heinrich &mdash; geb. 1. Juli 1847 zu Berlin, Sohn des oben (S. 56) genannten Prof. J.H. Gelzer,
-1868 Dr.phil. in Göttingen, 1869-73 am humanistischen Gymnasium in Basel, M. 1872 Docent
-für alte Geschichte, ging M. 1873 als a.o. Prof. nach Heidelberg und 1878 als ord. Prof. nach Jena.</p>
-
-<p class="hang">68. <b>VonderMühll</b>, Wilhelm &mdash; geb. 22. Aug. 1852 zu Basel, 1875 Dr.phil. in Leipzig, 1876-81 Docent für
-vergleichende Sprachwissenschaft in Basel.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_58" id="Seite_58">58</a></span>
-
-69. <b>Bolliger</b>, Adolf &mdash; geb. 12. April 1854 zu Holziken (Kt. Aargau), 1878 Dr.phil. in Leipzig, Frühjahr
-1879 Docent für Philosophie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">70. <b>Buser</b>, Benjamin &mdash; geb. 27. Nov. 1841 zu Basel, wurde Pfarrer in Arisdorf und Riehen, Mai
-1879 in Basel zum Dr.phil. ernannt, M. 1879 Docent für Geschichte.</p>
-
-<p class="hang">71. <b>Heussler</b>, Hans &mdash; geb. 16. Sept. 1855 zu Basel, Sohn des oben (S. 56) genannten Dr. Abr. Heussler,
-17. März 1877 Dr.phil., S. 1880 Docent für Philosophie.</p>
-
-<p class="hang">72. <b>Burckhardt</b>-Finsler, Albert &mdash; geb. 18. Nov. 1854 zu Basel, 25. Juli 1878 J.U.D., M. 1880 Docent
-für Schweizergeschichte.</p>
-
-<p class="hang">73. <b>Göring</b>, Hugo &mdash; geb. 28. Dec. 1849 zu Berka a.d. Werra (Sachsen-Weimar), promovierte in Jena,
-1880-82 Docent der Pädagogik und Lehrer an der Gewerbeschule in Basel, lebt jetzt in Berlin.</p>
-
-<p class="hang">74. <b>Bagge</b>, Selmar &mdash; geb. 30. Juni 1823 zu Coburg, 1868 Direktor der Musikschule in Basel, 1875
-Lektor für Musik, 1880 zum Dr.phil. ernannt und Docent.</p>
-
-<p class="hang">75. <b>Baumgartner</b>, Adolf &mdash; geb. 15. Juni 1855 zu Lörrach (Baden), 1879 Dr.phil. in Tübingen, S. 1881
-Docent für alte Geschichte und Historiographie in Basel.</p>
-
-<h5>II. Mathematisch-naturwissenschaftliche Abtheilung.</h5>
-
-<h6>a. <b>Ordentliche Professoren.</b></h6>
-
-<p class="hang">1. <b>Bernoulli</b>, Christoph &mdash; geb. 15. Mai 1782, Sohn des Basler Prof. und späteren Dornprobsteischaffners
-Daniel Bernoulli († 21. Oct. 1834), leitete 1806-17 eine Privatlehranstalt in Basel, dann Prof.
-der Naturgeschichte und später Technologie an der Universität, zog sich 1861 zurück, † 6. Febr. 1863.</p>
-
-<p class="hang"><em class="gesperrt">Karmarsch</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« II. 483.</p>
-
-<p class="hang">2. <b>Merian</b>, Peter &mdash; geb. 20. Dec. 1795 zu Basel, 1813 Laureat, 1815 Magister, 1820-28 ord. Prof.
-der Physik und Chemie, von 1835 an Honorarprofessor für Geologie und Petrefaktenkunde,
-1836-66 Mitglied des Kleinen Rathes, von 1833 an Mitglied und 1847-65 Präsident des
-Erziehungskollegiums, von 1837 an Mitglied und 1847-65 Präsident der Curatel, Rektor
-1825, 1835 und 1860, † 8. Febr. 1883.</p>
-
-<p class="hang">L. <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>, Rathsherr Peter Merian, Programm zur Rectoratsfeier. Basel 1883.</p>
-
-<p class="hang">3. <b>Meissner</b>, Karl Friedrich &mdash; geb. 1. Nov. 1800 zu Bern, 1824 Dr.med. in Göttingen, dann in Bern
-und Genf. 1828 ord. Prof. der Physiologie und Pathologie in Basel, ging 1836 zur Botanik
-über, wurde Direktor des botanischen Gartens, Rektor 1839 und 1861, trat 1867 in den
-Ruhestand, † 2. Mai 1874.</p>
-
-<p class="hang">E. <em class="gesperrt">Wunschmann</em> in »Allgem. Deutsche Biographie« XXI. 246-248.</p>
-
-<p class="hang">4. <b>Röper</b>, Johannes Christian August &mdash; geb. 25. April 1801 zu Doberan, 15. März 1823 Dr.med. in
-Göttingen, 18. Oct. 1826 a.o. Prof. der Botanik und 25. Febr. 1829 ord. Prof. der Botanik und
-Medicin in Basel, 1836 zum Dr.phil. ernannt, ging O. 1836 nach Rostock, 15. März 1873
-Dr.scientt.natur. (Tübingen), † 17. März 1885 zu Rostock.</p>
-
-<p class="hang">Mecklenburgische Anzeigen 1885, Nr. 65. &mdash; Mecklenburgische Landesnachrichten 1885, Nr. 83.</p>
-
-<p class="hang">5. <b>Merian</b>, Johann Rudolf &mdash; geb. 15. März 1797 zu Basel, jüngerer Bruder von Peter Merian, studierte
-in Göttingen und Paris, 26. März 1827 Dr.phil. in Göttingen, 1828 Docent in Basel, 1829
-a.o. Prof. und 1830 ord. Prof. der Mathematik, † 25. Oct. 1871.</p>
-
-<p class="hang">Basler Nachrichten 1871, Nr. 255.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_59" id="Seite_59">59</a></span>
-
-6. <b>Schönbein</b>, Christian Friedrich &mdash; geb. 18. Oct. 1799 zu Metzingen (Württemberg), studierte in
-Tübingen und Paris, W. 1828 Lektor in Basel, 1829 zum Dr.phil. ernannt, 1835 ord. Prof
-der Physik und Chemie, Rektor 1844, † 29. Aug. 1868 zu Baden-Baden.</p>
-
-<p>Bei der Bestattung von Chr.F. Schönbein, den 2. September 1868 (Basel, Schultze). &mdash; <em class="gesperrt">Eduard
-Hagenbach</em>, Chr.F. Schönbein, Basel 1868. &mdash; P. <em class="gesperrt">Merian</em>, Erinnerung an Prof. Chr.F. Schönbein
-(Verhandl. d. Naturforsch. Gesellsch. in Basel, 5. Bd. 1873, S. 341-352).</p>
-
-<p class="hang">7. <b>Eckert</b>, Joseph &mdash; geb. 3. Nov. 1791 zu Dielheim (Baden), 1822 Dr.phil. in Jena, 1823 Docent
-in Basel, 1830 a.o. Prof. und 1841 ord. Prof. der Mathematik, nahm 1862 seine Entlassung,
-† 18. Sept. 1871.</p>
-
-<p class="hang">Basler Nachrichten 1871, Nr. 225.</p>
-
-<p class="hang">8. <b>Stähelin</b>, Christoph &mdash; geb. 8. Febr. 1804 zu Basel, 1848 Docent, 1853 ord. Prof. der Physik,
-† 21. Aug. 1870.</p>
-
-<p class="hang">9. <b>Wiedemann</b>, Gustav Heinrich &mdash; geb. 26. Oct. 1826 zu Berlin, 1847 Dr.phil. und 1851-54 Docent
-daselbst, O. 1854-63 ord. Prof. der Physik in Basel, Rektor 1859, ging O. 1863 an die
-technische Hochschule in Braunschweig, O. 1866 nach Karlsruhe, O. 1871 an die Universität Leipzig.</p>
-
-<p class="hang">10. <b>Hagenbach</b>-Bischoff, Eduard &mdash; geb. 20. Febr. 1833 zu Basel, Sohn des oben (S. 44) genannten Prof.
-der Theologie Karl Rudolf H., 1855 Dr. phil, M. 1859 Docent, 26. Febr. 1862 ord. Prof. der
-Mathematik und 6. Juni 1863 ord. Prof. der Physik daselbst, Rektor 1870, 2. Juni 1874 zum
-Dr.med. ernannt.</p>
-
-<p class="hang">11. <b>Neumann</b>, Carl &mdash; geb. 7. Mai 1832 zu Königsberg, 1856 Dr.phil. in Halle, Docent daselbst und
-später a.o. Prof., M. 1863 ord. Prof. der Mathematik in Basel, ging O. 1865 nach Tübingen,
-1868 nach Leipzig.</p>
-
-<p class="hang">12. <b>Kinkelin</b>, Hermann &mdash; geb. 11. Nov. 1832 zu Bern, 1860 Lehrer und später (Mai 1866 bis Sept.
-1869) Rektor der Gewerbeschule in Basel, März 1865 zum Dr.phil. ernannt und seitdem ord.
-Prof. der Mathematik, sowie seit Mai 1875 Rektor der Oberen Realschule.</p>
-
-<p class="hang">13. <b>Müller</b>, Albrecht &mdash; geb. 19. März 1819 zu Basel, 1852 zum Dr.phil. ernannt, 1854 Docent und
-W. 1861 a.o. Prof., S. 1866 ord. Prof. der Mineralogie und Geologie.</p>
-
-<p class="hang">14. <b>Schwendener</b>, Simon &mdash; geb. 15. Febr. 1829 zu Buchs (Kt. St. Gallen), 1857 Docent in Zürich,
-1860 in München, O. 1867 ord. Prof. der Botanik in Basel, Rektor 1873, ging O. 1877 nach
-Tübingen, M. 1878 nach Berlin.</p>
-
-<p class="hang">15. <b>Piccard</b>, Jules &mdash; geb. 20. Sept. 1840 zu Lausanne, März 1862 Dr.phil. in Heidelberg, dann
-Docent der Chemie am eidgen. Polytechnikum, O. 1869 ord. Prof. der Chemie in Basel, am
-2. Juni 1874 zum Dr.med. ernannt, 1876-84 Kantonschemiker.</p>
-
-<p class="hang">16. <b>Pfeffer</b>, Wilhelm &mdash; geb. 9. März 1845 zu Gerbenstein bei Kassel, 1865 Dr.phil. in Göttingen,
-1871 Docent in Marburg, 1873 a.o. Prof. in Bonn, O. 1877 ord. Prof. der Botanik in Basel,
-ging M. 1878 nach Tübingen.</p>
-
-<p class="hang">17. <b>Vöchting</b>, Hermann &mdash; geb. 8. Febr. 1847 zu Blomberg (Fürstenthum Lippe), 1871 Dr.phil. in
-Göttingen, W. 1874 Docent und O. 1877 a.o. Prof. in Bonn, M. 1878 ord. Prof. der Botanik
-in Basel.</p>
-
-<h6>b. <b>Ausserordentliche Professoren.</b></h6>
-
-<p class="hang">18. <b>Burckhardt</b>, Carl Friedrich &mdash; geb. 27. Dec. 1830 zu Sissach (Baselland), 9. Nov. 1860 in Basel
-zum Dr.phil. ernannt, 28. Dec. 1867 a.o. Prof. der Mathematik und Physik, 2. Juni 1874 zum
-Dr.med. ernannt, Rektor des Gymnasiums seit 1875.</p>
-
-<p class="hang"><span class="pagenum"><a name="Seite_60" id="Seite_60">60</a></span>
-
-19. <b>Goppelsröder</b>, Friedrich &mdash; geb. 1. April 1837 zu Basel, 31. Juli 1858 Dr.phil. in Heidelberg,
-1860-70 öffentl. Chemiker in Basel, 1861 Docent und 30. Jan. 1869 a.o. Prof. der Chemie
-daselbst, Nov. 1872-1880 Direktor der höheren Schule für Chemie in Mülhausen (Elsass),
-privatisiert seitdem daselbst.</p>
-
-<p class="hang">20. <b>Krafft</b>, Friedrich &mdash; geb. 21. Febr. 1862 zu Bonn, 16. Nov. 1874 Dr.phil. daselbst. S. 1876 Docent
-und 6. Juni 1877 a.o. Prof. der Chemie in Basel.</p>
-
-<h6>c. <b>Privatdocenten.</b></h6>
-
-<p class="hang">21. <b>Imhoff</b>, Ludwig &mdash; geb. 22. Oct. 1801 zu Basel, studierte in Basel, Strassburg, Heidelberg, Halle
-und Berlin, 1827-66 Docent für Zoologie und insbesondere Entomologie in Basel, im Dec. 1866
-zum Dr.phil. ernannt, † 13. Sept. 1868.</p>
-
-<p class="hang">L. <em class="gesperrt">Rütimeyer</em>, Erinnnerung an Dr. Ludwig Imhoff (Verhandlungen d. Naturforschenden Gesellsch.
-in Basel, 5. Bd. 1873, S. 353-367).</p>
-
-<p class="hang">22. <b>Bernoulli</b>-Werthemann, Johann Jacob &mdash; geb. 18. April 1802 zu Basel, 1830-56 Docent für Pharmakognosie,
-1. Mai 1834 zum Dr.phil. ernannt.</p>
-
-<p class="hang">23. <b>Drechsler</b>, Hermann Adolph &mdash; geb. 30. Jan. 1815 zu Waldkirchen im sächsischen Erzgebirge, studierte
-1836-41 in Leipzig Theologie und Philosophie, 1840 cand. theol. u. 1843 Dr.phil. daselbst, M. 1846
-bis 1848 Docent für Mathematik in Basel, dann Lehrer am Vitzthumschen Gymnasium in Dresden,
-seit 1869 Direktor des Kgl. mathematisch-physikalischen Salon daselbst.</p>
-
-<p class="hang">24. <b>Frey</b>, Alfred &mdash; geb. 1819 zu Aarau, promovierte in Berlin, von 1844 an Assistent des Prof. Jung
-im Spital in Basel, 1854-60 Docent für Botanik, † 5. April 1874 zu Knutwyl (Kt. Luzern).</p>
-
-<p class="hang">25. <b>Kündig</b>, August Theodor &mdash; geb. 4. Oct. 1834 zu Basel, 13. Juni 1857 Dr.phil. in Heidelberg,
-1861-69 Docent für Chemie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">26. <b>Balmer</b>, Johann Jacob &mdash; geb. 1. Mai 1825 zu Lausen (Baselland), 8. Oct. 1849 Dr.phil. und seitdem
-Docent für darstellende Geometrie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">27. <b>Schmid</b>, Werner &mdash; geb. 29. Aug. 1841 zu Frauenfeld, 1863 Dr.phil. in Basel, 1870-73, 1875
-und 1876 Docent für Chemie daselbst, dann bis 1878 in Zürich, 3. Juni 1881 Konkordatsarzt
-in Basel, jetzt Arzt in Illinois (Nord-Amerika).</p>
-
-<p class="hang">28. <b>Bender</b>, Carl &mdash; aus Darmstadt, Docent für Chemie in Basel im W. 1870.</p>
-
-<p class="hang">29. <b>Salomon</b>, Friedrich &mdash; geb. 1849 zu Braunschweig, Dr.phil. in Leipzig, Assistent am Laboratorium
-des Prof. Wiedemann, Docent der Chemie in Basel im S. 1876, ging an das Polytechnikum in
-Braunschweig.</p>
-
-<p class="hang">30. <b>Griesbach</b>, Hermann &mdash; geb. 9. April 1854 zu Schwartau (im Fürstenthum Eutin), 9. Aug. 1876
-Dr.phil. in Leipzig, seit 1883 Docent für Zoologie an der Universität Basel, Lehrer an der
-Gewerbeschule in Mülhausen, promovierte im Juli 1885 in Heidelberg zum Dr.med.</p>
-
-<p class="hang">31. <b>Nietzki</b>, Rudolf &mdash; geb. 9. März 1847 zu Heilsberg (Ostpreussen), 14. März 1874 Dr.phil. in Göttingen,
-1876-78 am chemischen Laboratorium in Leiden, 1879-84 Techniker, W. 1884 Docent für
-Chemie in Basel.</p>
-
-<p class="hang">32. <b>Nienhaus</b>, Casimir &mdash; geb. 4. März 1838 zu Stadtlohn (Westfalen), 1875 Privatassistent am eidgen.
-Polytechnikum, seit 1882 leitender Examinator der pharmazeutischen Prüfungen in Basel und
-M. 1884 Lektor für Pharmakognosie an der Universität.</p>
-
-<hr class="small" />
-<h4><span class="pagenum"><a name="Seite_61" id="Seite_61">61</a></span>
-
-<b>Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer</b></h4>
-
-<p class="center">(mit Angabe der Seite, auf welcher die Notiz steht).</p>
-
-<p class="hang">Aeby <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Arnold <a href="#Seite_47">47</a> &mdash; Auberlen <a href="#Seite_46">46</a>.</p>
-
-<p class="hang">Bachofen <a href="#Seite_47">47</a> &mdash; Bagge <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Balmer <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Baumgartner <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Bechmann <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Beck <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Behaghel <a href="#Seite_55">55</a>
-Bender <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Bernoulli, Christ. <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Bernoulli-Beber <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Bernoulli-Werthemann <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Beseler <a href="#Seite_47">47</a>
-Binding <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Bischoff <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Böhl <a href="#Seite_46">46</a> &mdash; Böhringer <a href="#Seite_46">46</a> &mdash; Bolliger <a href="#Seite_58">58</a>&mdash; Boos <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Born <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Bossart <a href="#Seite_57">57</a>
-Breiting <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Brenner <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Brockhaus <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Brömmel <a href="#Seite_53">53</a> &mdash; Bruch <a href="#Seite_49">49</a> &mdash; Brunnenmeister <a href="#Seite_49">49</a>
-Bücher <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Bulacher <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Bunge <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Burckhardt, Achilles <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Burckhardt, Adolf <a href="#Seite_47">47</a>
-Burckhardt-Finsler, Albert <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Burckhardt-Merian, Albert <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Burckhardt, Albrecht Ed. <a href="#Seite_52">52</a>
-Burckhardt, Aug. <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Burckhardt, Christ. <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Burckhardt, Eman. <a href="#Seite_49">49</a> &mdash; Burckhardt, Friedr. <a href="#Seite_59">59</a>
-Burckhardt, Gottl. <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Burckhardt, Jac. <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Buser <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Buss <a href="#Seite_52">52</a>.</p>
-
-<p class="hang">Cartier <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Christ <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Contzen <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Cornu <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Courvoisier <a href="#Seite_52">52</a>.</p>
-
-<p class="hang">de Wette, W.M. Leb. <a href="#Seite_44">44</a> &mdash; de Wette, Ludw. <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Dilthey <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Drechsler <a href="#Seite_60">60</a>.</p>
-
-<p class="hang">Ecker <a href="#Seite_49">49</a> &mdash; Eckert <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Eisele <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Eucken <a href="#Seite_54">54</a>.</p>
-
-<p class="hang">Fiechter <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Fischer-Dietschy <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Fischer, Friedrich <a href="#Seite_53">53</a> &mdash; Fitting <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Fliedner <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Floto <a href="#Seite_54">54</a>
-Frey, Alfred <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Frey, Hans <a href="#Seite_57">57</a>.</p>
-
-<p class="hang">Gelzer (Vater) <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Gelzer (Sohn) <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Georg <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Gerlach <a href="#Seite_53">53</a> &mdash; Girard <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Gönner <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Göring <a href="#Seite_58">58</a>
-Göttisheim <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; v.d. Goltz <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Goppelsröder <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Gottschau <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Griesbach <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Grimm, Chr. <a href="#Seite_52">52</a>
-Grimm, Jul. <a href="#Seite_47">47</a>.</p>
-
-<p class="hang">Hagenbach, Friedr. <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Hagenbach, Karl Rud. <a href="#Seite_44">44</a> &mdash; Hagenbach-Bischoff <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Hagenbach-Burckhardt <a href="#Seite_51">51</a>
-Hartmann <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Hauschild <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Heimlicher <a href="#Seite_49">49</a> &mdash; Heinze <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Heman <a href="#Seite_46">46</a> &mdash; Hermann <a href="#Seite_52">52</a>
-Heusler (Vater) <a href="#Seite_46">46</a> &mdash; Heusler (Sohn) <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Heussler, Abrah. <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Heussler, Hans <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Heyne <a href="#Seite_54">54</a>
-His <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Hoffmann, C.E.E. <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Hoffmann, Wilhelm <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Hoppe <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Hosch <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Huber <a href="#Seite_48">48</a>.</p>
-
-<p class="hang">Imhoff <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Immermann <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Im Thurn <a href="#Seite_51">51</a>.</p>
-
-<p class="hang">Jannasch <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Jhering <a href="#Seite_47">47</a> &mdash; Jung <a href="#Seite_49">49</a>.</p>
-
-<p class="hang">Kaftan <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Kautzsch <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Kiessling <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Kinkelin <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Kollmann <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Krafft <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Kündig <a href="#Seite_60">60</a>.</p>
-
-<p class="hang">Laspeyres <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Leist <a href="#Seite_47">47</a> &mdash; Liebermeister <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Linder <a href="#Seite_53">53</a>.</p>
-
-<p class="hang">Mähly <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Marriott <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Marti <a href="#Seite_46">46</a> &mdash; Massini <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Meissner, Georg <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Meissner, Karl Friedrich <a href="#Seite_58">58</a>
-Merian, Joh. Jac. <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Merian, Peter <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Merian, Rud. <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Meyer, Carl Rem. <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Meyer-Merian <a href="#Seite_51">51</a>
-Meyer-Steiger <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Miaskowski <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Mieg <a href="#Seite_49">49</a> &mdash; Miescher, Carl <a href="#Seite_49">49</a> &mdash; Miescher-His <a href="#Seite_49">49</a>
-Miescher-Rüsch <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Misteli <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Mosley <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Müller, Albr. <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Müller, Joh. Georg <a href="#Seite_44">44</a>.</p>
-
-<p class="hang">Nasse <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Neumann, Carl <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Neumann, Jul. <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Nienhaus <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Nietzki <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Nietzsche <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Nusser <a href="#Seite_51">51</a>.</p>
-
-<p class="hang">Orelli <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Overbeck <a href="#Seite_45">45</a>.</p>
-
-<p class="hang">Pfeffer <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Piccard <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Picchioni <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Planck <a href="#Seite_47">47</a> &mdash; Preiswerk <a href="#Seite_46">46</a>.</p>
-
-<p class="hang">Rauber <a href="#Seite_52">52</a> &mdash; Reber <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Ribbeck <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Rieger <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Riggenbach, Bernhard <a href="#Seite_46">46</a> &mdash; Riggenbach, Chr. Joh. <a href="#Seite_44">44</a>
-Röper <a href="#Seite_58">58</a> &mdash; Röse <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Romundt <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Roth, K. Ludwig <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Roth, Moritz <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Roth, Wilhelm <a href="#Seite_57">57</a>
-Rütimeyer <a href="#Seite_50">50</a>.</p>
-
-<p class="hang">Salomon <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Schärer <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Schenkel <a href="#Seite_44">44</a> &mdash; Schiess <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Schmid, Joh. <a href="#Seite_46">46</a> &mdash; Schmid, Werner <a href="#Seite_60">60</a> &mdash; Schmidt <a href="#Seite_45">45</a>
-Schnedermann <a href="#Seite_46">46</a> &mdash; Schnell <a href="#Seite_47">47</a> &mdash; Schönbein <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Schönberg <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Schulin, Friedrich <a href="#Seite_48">48</a>
-Schulin, Karl <a href="#Seite_51">51</a> &mdash; Schultz <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Schwarzkopf <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Schwendener <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Siebeck <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Smend <a href="#Seite_45">45</a>
-Socin, Alb. <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Socin, Aug. <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Soldan <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Speiser <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Stähelin, Christ. <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Stähelin, Joh. Jac. <a href="#Seite_44">44</a>
-Stähelin, Rud. <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Steffensen <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Stehlin <a href="#Seite_49">49</a> &mdash; Steingass <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Stengel <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Stintzing <a href="#Seite_47">47</a>
-Stockmeyer <a href="#Seite_45">45</a> &mdash; Streckeisen <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Streuber <a href="#Seite_56">56</a> &mdash; Sury <a href="#Seite_52">52</a>.</p>
-
-<p class="hang">Teichmann <a href="#Seite_48">48</a> &mdash; Teichmüller <a href="#Seite_54">54</a> &mdash; Thun († <a href="#Seite_23">23</a>. Sept. 1885) <a href="#Seite_55">55</a>.</p>
-
-<p class="hang">Vinet <a href="#Seite_53">53</a> &mdash; Vischer (Vater) <a href="#Seite_53">53</a> &mdash; Vischer (Sohn) <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Vöchting <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Volkelt <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; VonderMühll, Alb. <a href="#Seite_49">49</a>
-VonderMühll, Wilh. <a href="#Seite_57">57</a>.</p>
-
-<p class="hang">Wackernagel, Jac. <a href="#Seite_55">55</a> &mdash; Wackernagel, Wilhelm <a href="#Seite_53">53</a> &mdash; de Wette, W.M. Leb. <a href="#Seite_44">44</a> &mdash; de Wette, Ludwig <a href="#Seite_51">51</a>
-Wiedemann <a href="#Seite_59">59</a> &mdash; Wille <a href="#Seite_50">50</a> &mdash; Windscheid <a href="#Seite_47">47</a> &mdash; Wölfflin <a href="#Seite_57">57</a> &mdash; Wunderlich <a href="#Seite_47">47</a> &mdash; Wyss <a href="#Seite_48">48</a>.</p>
-
-<p class="hang">Zimmermann <a href="#Seite_47">47</a>.</p>
-<hr class="small" />
-<h3>
-<span class="pagenum"><a name="Seite_62" id="Seite_62">62</a></span>
-C. <b>Studentenschaft der Universität.</b></h3>
-
-<p class="center"><b>1835-1852</b></p>
-
-<p class="center">(in Durchschnittszahlen)</p>
-
-<table summary="studentenschaft">
-<tr><td>Jahr</td> <td>1835:</td>
-<td class="br">40</td>
-<td>Jahr</td> <td>1841:</td> <td class="br">37</td>
-<td>Jahr</td> <td>1847:</td> <td>84 (darunter 10 M.<a name="FNAnker_28d_28d" id="FNAnker_28d_28d"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>)
-</td></tr>
-
-<tr><td class="center">&rdquo;</td> <td>1836:</td> <td class="br">60</td>
-<td class="center">&rdquo;</td> <td>1842:</td> <td class="br">38</td>
-<td class="center">&rdquo;</td> <td>1848:</td> <td>76</td></tr>
-<tr>
- <td class="center">&rdquo;</td><td>1837:</td> <td class="br">53 (darunter 16 M.<a name="FNAnker_28a_28a" id="FNAnker_28a_28a"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>)
-</td><td class="center">&rdquo;</td> <td>1843:</td> <td class="br">45</td>
-<td class="center">&rdquo;</td> <td>1849:</td> <td>60</td>
-</tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td> <td>1838:</td> <td class="br">63 (darunter 17 M.<a name="FNAnker_28b_28b" id="FNAnker_28b_28b"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>)
-</td><td class="center">&rdquo;</td> <td>1844:</td> <td class="br">83 (darunter 13 M.<a name="FNAnker_28c_28c" id="FNAnker_28c_28c"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>)
-</td><td class="center">&rdquo;</td> <td>1850:</td> <td>58</td>
-</tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td> <td>1839:</td> <td class="br">42</td>
- <td class="center">&rdquo;</td> <td>1845:</td> <td class="br">62</td>
-<td class="center">&rdquo;</td> <td>1851:</td> <td>69 (darunter 9 M.<a name="FNAnker_28_28" id="FNAnker_28_28"></a><a href="#Fussnote_28_28" class="fnanchor">[28]</a>)
-</td> </tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td> <td>1840:</td> <td class="br">43</td>
-
-<td class="center">&rdquo;</td> <td>1846:</td> <td class="br">65</td>
-<td class="center">&rdquo;</td> <td>1852:</td> <td>67.</td></tr>
-
-</table>
-
-<hr class="small" />
-<p class="center"><b>1853-1869</b>.</p>
-
-<table summary="1853-1869">
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="tdc" colspan="2"><b>Theologen.</b> </td>
- <td class="tdc" colspan="2"><b>Juristen.</b> </td>
- <td class="tdc" colspan="2"><b>Mediciner.</b></td>
- <td class="tdc" colspan="2"><b>Philosophen.</b></td>
- <td class="tdc" colspan="2"><b>Gesamtzahl.</b></td> </tr>
-
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td><i>Sommer</i></td> <td><i>Winter</i></td>
-<td><i>S.</i></td> <td><i>W.</i></td> <td><i>S.</i></td>
- <td><i>W.</i> </td> <td><i>S.</i></td> <td><i>W.</i> </td>
- <td><i>S.</i></td> <td><i>W.</i></td></tr>
-
-<tr><td>Jahr</td> <td>1853:</td> <td class="center">44</td> <td>45</td>
- <td>15</td> <td>14</td> <td>16</td> <td>19</td>
- <td>3</td> <td>3</td> <td>78</td> <td>81</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
-<td>1854:</td>
- <td class="center">44</td>
-<td>45</td>
- <td>8</td>
- <td>9</td>
-<td>18</td>
- <td>18</td>
- <td>5</td>
- <td>5</td>
- <td>75</td>
- <td>77</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
- <td>1855:</td>
- <td class="center">54</td>
- <td>51</td>
- <td>6</td>
- <td>3</td>
-<td>17</td>
-<td> 21</td>
- <td>8</td>
-<td>6</td>
-<td>85</td>
- <td>81</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
-<td>1856:</td>
- <td class="center">54</td>
- <td>41</td>
- <td>4</td>
- <td>2</td>
-<td>28</td>
- <td>26</td>
- <td>9</td>
-<td>9</td>
- <td>95</td>
- <td>78</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
- <td>1857:</td>
- <td class="center">50 </td>
-<td>41</td>
- <td>4</td>
- <td>4</td>
-<td>25</td>
- <td>20</td>
- <td>13</td>
- <td>9</td>
- <td>92</td>
- <td>74</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
- <td>1858:</td>
-<td class="center">47</td>
- <td>45</td>
- <td>7</td>
- <td>6</td>
- <td>17 </td>
- <td>17</td>
- <td>13</td>
-<td>11</td>
- <td>84</td>
- <td>79</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
- <td>1859:</td>
-<td class="center">46</td>
-<td>38</td>
- <td>6</td>
- <td>2</td>
-<td>18</td>
- <td>21</td>
- <td>12</td>
- <td>15</td>
- <td>82</td>
- <td>76</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
-<td>1860:</td>
-<td class="center">47</td>
- <td>46</td>
- <td>5</td>
- <td>4</td>
-<td>23</td>
- <td>20</td>
- <td>15</td>
- <td>13</td>
-<td>90</td>
-<td>83</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
-<td>1861:</td>
-<td class="center">50</td>
- <td>45</td>
-<td>7</td>
- <td>9</td>
- <td>22</td>
- <td>23</td>
- <td>11</td>
-<td>11</td>
- <td>90</td>
- <td>88</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
- <td>1862:</td>
-<td class="center">45</td>
-<td>38</td>
- <td>8</td>
- <td>6</td>
- <td>19</td>
- <td>22</td>
- <td>21</td>
- <td>22</td>
- <td>93</td>
- <td>88</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
- <td>1863:</td>
-<td class="center">39</td>
-<td>35</td>
- <td>4</td>
- <td>8</td>
-<td>18</td>
- <td>20</td>
- <td>20</td>
-<td>18</td>
- <td>81</td>
- <td>81</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
-<td>1864:</td>
- <td class="center">40</td>
- <td>50</td>
- <td>7</td>
-<td>8</td>
-<td>18</td>
- <td>21</td>
- <td>16</td>
- <td>23</td>
- <td>81</td>
- <td>102</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
-<td>1865:</td>
- <td class="center">60</td>
- <td>50 </td>
- <td>6</td>
- <td>7</td>
- <td>25</td>
- <td>30</td>
- <td>21</td>
- <td>20</td>
- <td>112</td>
-<td>107</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
-<td>1866:</td>
-<td class="center">44</td>
- <td>46</td>
-<td>10</td>
-<td>9</td>
- <td>25</td>
-<td>28</td>
-<td>20</td>
- <td>22</td>
-<td>99</td>
-<td>105</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
- <td>1867:</td>
-<td class="center">57</td>
- <td>54 </td>
- <td>9 </td>
-<td>11 </td>
-<td>29</td>
-<td>36</td>
- <td>20</td>
-<td>22</td>
-<td>115</td>
-<td>123</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td>
-<td>1868:</td>
-<td class="center">57 </td>
-<td>48</td>
-<td>12</td>
-<td>11</td>
- <td>41</td>
-<td>51</td>
-<td>20</td>
-<td>19</td>
-<td>130</td>
-<td>129</td></tr>
-<tr><td class="center">&rdquo;</td> <td>1869:</td> <td class="center">43</td> <td>36</td> <td>12</td> <td>9</td> <td>40</td> <td>46</td>
- <td>20</td> <td>21 </td> <td>115</td> <td>112</td></tr>
-</table>
-
-<p class="center p2"><span class="pagenum"><a name="Seite_63" id="Seite_63">63</a></span>
-<b>1870-1885</b>.</p>
-
-<table summary="1870-85">
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td><b>Theologen.</b> </td>
-<td><b>Juristen.</b> </td>
-<td><b>Mediciner.</b> </td>
-<td><b>Philosophen.</b> </td>
-<td><b>Basler.</b> </td>
-<td><b>Schweizer.</b> </td>
-<td><b>Ausländer.</b></td>
-<td><b>Gesamtzahl.</b> </td></tr>
-
-<tr><td>Sommer 1870:</td>
- <td class="tdc">36 </td>
- <td class="tdc">11</td>
- <td class="tdc">42</td>
- <td class="tdc">27</td>
- <td class="tdc">27 </td>
- <td class="tdc">70</td>
- <td class="tdc">19</td>
- <td class="tdc">116</td> </tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1870/71:</td>
-<td class="tdc">42 </td>
- <td class="tdc">12</td>
- <td class="tdc">45</td>
- <td class="tdc">30</td>
- <td class="tdc">27 </td>
- <td class="tdc">84</td>
- <td class="tdc">18</td>
-<td class="tdc">129</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1871:</td>
-<td class="tdc">43</td>
- <td class="tdc">18</td>
- <td class="tdc">58</td>
- <td class="tdc">39</td>
- <td class="tdc">34</td>
- <td class="tdc">95</td>
- <td class="tdc">29</td>
- <td class="tdc">158</td> </tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1871/72:</td>
-<td class="tdc">41</td>
- <td class="tdc">14</td> <td class="tdc">69</td>
- <td class="tdc">37</td>
- <td class="tdc">34</td>
- <td class="tdc">96</td> <td class="tdc">31</td>
- <td class="tdc">161</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1872:</td>
-<td class="tdc">43</td>
- <td class="tdc">14</td> <td class="tdc">67</td>
- <td class="tdc">37</td>
- <td class="tdc">37</td> <td class="tdc">97</td>
- <td class="tdc">27 </td>
- <td class="tdc">161</td> </tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1872/73:</td>
-<td class="tdc">37</td>
- <td class="tdc">13</td> <td class="tdc">74</td>
- <td class="tdc">32 </td>
- <td class="tdc">32</td>
- <td class="tdc">107 </td> <td class="tdc">17</td>
- <td class="tdc">156</td>
-</tr>
-<tr><td>Sommer 1873:</td>
- <td class="tdc">38</td>
- <td class="tdc">19</td>
- <td class="tdc">65 </td>
- <td class="tdc">28</td>
- <td class="tdc">43</td>
- <td class="tdc">89</td>
- <td class="tdc">18</td>
- <td class="tdc">150</td> </tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1873/74:</td>
- <td class="tdc">43</td>
- <td class="tdc">16</td>
- <td class="tdc">83</td>
- <td class="tdc">26</td>
- <td class="tdc">40</td>
- <td class="tdc">108</td> <td class="tdc">20</td>
- <td class="tdc">168</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1874:</td>
- <td class="tdc">51 </td>
- <td class="tdc">19</td> <td class="tdc">69</td>
- <td class="tdc">23</td>
- <td class="tdc">39</td>
- <td class="tdc">101</td>
- <td class="tdc">22</td>
- <td class="tdc">162</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1874/75:</td>
- <td class="tdc">52</td>
- <td class="tdc">13</td>
- <td class="tdc">71</td>
- <td class="tdc">24</td> <td class="tdc">37</td>
- <td class="tdc">105</td>
- <td class="tdc">18</td> <td class="tdc">160</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1875:</td>
- <td class="tdc">54</td>
- <td class="tdc">25</td>
- <td class="tdc">73</td>
- <td class="tdc">35</td>
- <td class="tdc">52</td>
- <td class="tdc">115</td>
- <td class="tdc">20</td>
- <td class="tdc">187</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1875/76:</td>
- <td class="tdc">50</td>
- <td class="tdc">25</td>
- <td class="tdc">82</td>
- <td class="tdc">45</td>
- <td class="tdc">49</td> <td class="tdc">127</td>
- <td class="tdc">26</td>
- <td class="tdc">202</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1876:</td>
- <td class="tdc">50</td>
- <td class="tdc">24</td>
- <td class="tdc">76</td>
- <td class="tdc">49</td>
- <td class="tdc">55</td>
- <td class="tdc">118</td>
- <td class="tdc">26</td>
- <td class="tdc">199</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1876/77:</td> <td class="tdc">38</td>
- <td class="tdc">19</td>
- <td class="tdc">70</td>
- <td class="tdc">50</td> <td class="tdc">52</td>
-<td class="tdc">102</td>
- <td class="tdc">23</td> <td class="tdc">177</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1877:</td>
- <td class="tdc">36</td>
- <td class="tdc">19</td>
- <td class="tdc">62</td>
- <td class="tdc">48</td>
- <td class="tdc">50</td>
- <td class="tdc">90</td>
- <td class="tdc">25</td>
- <td class="tdc">165</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1877/78:</td> <td class="tdc">51</td> <td class="tdc">24</td> <td class="tdc">74</td>
- <td class="tdc">44</td> <td class="tdc">53</td>
-<td class="tdc">110</td>
- <td class="tdc">30</td> <td class="tdc">193</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1878:</td>
- <td class="tdc">53</td>
- <td class="tdc">26</td> <td class="tdc">70</td>
- <td class="tdc">44</td>
- <td class="tdc">58</td> <td class="tdc">103</td>
- <td class="tdc">32</td>
- <td class="tdc">193</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1878/79:</td> <td class="tdc">45</td> <td class="tdc">26</td> <td class="tdc">87</td>
- <td class="tdc">47</td>
- <td class="tdc">55</td>
- <td class="tdc">122</td>
- <td class="tdc">28</td> <td class="tdc">205</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1879:</td>
- <td class="tdc">48</td> <td class="tdc">24</td>
- <td class="tdc">77</td>
- <td class="tdc">49</td>
- <td class="tdc">59</td> <td class="tdc">107</td>
- <td class="tdc">32</td>
- <td class="tdc">198</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1879/80:</td> <td class="tdc">49</td> <td class="tdc">19</td> <td class="tdc">81</td>
- <td class="tdc">42</td>
- <td class="tdc">45</td> <td class="tdc">112</td>
- <td class="tdc">34</td>
- <td class="tdc">191</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1880:</td>
- <td class="tdc">52</td> <td class="tdc">28</td> <td class="tdc">76</td>
- <td class="tdc">52</td>
- <td class="tdc">52</td>
- <td class="tdc">119</td>
- <td class="tdc">37</td>
- <td class="tdc">208</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1880/81:</td>
-<td class="tdc">61</td>
- <td class="tdc">27</td>
- <td class="tdc">99</td>
- <td class="tdc">56</td>
- <td class="tdc">52</td>
- <td class="tdc">151</td>
- <td class="tdc">40</td>
- <td class="tdc">243</td></tr>
-<tr><td class="tdc">Sommer 1881: </td>
- <td class="tdc">67</td>
- <td class="tdc">33</td>
- <td class="tdc">100</td>
- <td class="tdc">65</td>
- <td class="tdc">62</td>
- <td class="tdc">163</td>
- <td class="tdc">40</td>
- <td class="tdc">265</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1881/82:</td>
-<td class="tdc">56</td>
- <td class="tdc">41</td>
-<td class="tdc">100</td>
- <td class="tdc">70</td>
- <td class="tdc">60</td>
- <td class="tdc">169</td>
- <td class="tdc">38</td>
-<td class="tdc">267</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1882:</td>
- <td class="tdc">66</td>
- <td class="tdc">41</td>
- <td class="tdc">85</td>
- <td class="tdc">72</td>
- <td class="tdc">72</td>
- <td class="tdc">158</td>
- <td class="tdc">34</td>
- <td class="tdc">264</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1882/83:</td> <td class="tdc">55</td>
-<td class="tdc">45</td>
- <td class="tdc">99</td>
- <td class="tdc">67</td>
- <td class="tdc">63</td>
- <td class="tdc">161</td>
- <td class="tdc">42</td>
- <td class="tdc">266</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1883:</td>
- <td class="tdc">63</td>
- <td class="tdc">44</td>
- <td class="tdc">100</td>
- <td class="tdc">70</td>
- <td class="tdc">70</td>
- <td class="tdc">169</td>
- <td class="tdc">38</td>
- <td class="tdc">277</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1883/84:</td>
- <td class="tdc">66</td>
- <td class="tdc">40</td>
- <td class="tdc">108</td>
- <td class="tdc">74</td>
- <td class="tdc">74</td>
- <td class="tdc">173</td>
- <td class="tdc">41</td>
- <td class="tdc">288</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1884:</td>
- <td class="tdc">83</td>
- <td class="tdc">40</td>
- <td class="tdc">103</td>
- <td class="tdc">78</td>
- <td class="tdc">90</td>
- <td class="tdc">169</td>
- <td class="tdc">45</td>
- <td class="tdc">304</td></tr>
-<tr><td class="tdin">Winter 1884/85:</td> <td class="tdc">79</td>
-<td class="tdc">46</td>
- <td class="tdc">113</td>
- <td class="tdc">76</td>
- <td class="tdc">82</td>
- <td class="tdc">183</td>
- <td class="tdc">49</td>
-<td class="tdc">314</td></tr>
-<tr><td>Sommer 1885:</td>
- <td class="tdc">82</td>
- <td class="tdc">55 </td>
- <td class="tdc">104</td>
- <td class="tdc">84</td>
- <td class="tdc">90</td>
- <td class="tdc">182</td>
- <td class="tdc">53</td>
-<td class="tdc">325</td></tr>
- </table>
-<hr class="small" />
-<p class="center">Vom 1. Sept. 1835 bis 1. Sept. 1885 inscribierten sich insgesamt 3285 Studierende.</p>
-
-<p class="right">
-A. Teichmann.
-</p>
-
-<div class="footnotes"><h3>FUSSNOTEN:</h3>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_27_27" id="Fussnote_27_27"></a><a href="#FNAnker_27_27"><span class="label">[27]</span></a> Die erst im J. 1866 eingeführte Trennung in zwei Abtheilungen wurde &mdash; rücksichtlich der Einreihung
-der Lehrer &mdash; als von Anfang an bestehend behandelt.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_28_28" id="Fussnote_28_28"></a><a href="#FNAnker_28_28"><span class="label">[28]</span></a> M. = Missionszöglinge.</p></div></div>
-<div class="chapter">&nbsp;</div>
-<hr class="chap" />
-
-<h2>
-<span class="pagenum hidev"><a name="Seite_64" id="Seite_64">64</a></span>
-IV. <br />
-
- Sammlungen und Unterrichtsanstalten
-der Universität.<a name="FNAnker_29_29" id="FNAnker_29_29"></a><a href="#Fussnote_29_29" class="fnanchor">[29]</a>
-</h2>
-
-<h3>1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek).</h3>
-
-<p>Der § 5 des Gesetzes über Verwaltung und Verwendung des Universitätsgutes vom
-6. April 1836 lautet:</p>
-
-<p>»Die öffentliche Bibliothek und das Münzkabinet stehen unter einer aus wenigstens
-fünf Mitgliedern bestehenden [von der Regenz ernannten] Kommission, unter denen der
-Bibliothekar ist. Der Bibliothekar geniesst als Entschädigung freie Wohnung oder ein angemessenes
-Aequivalent und die bisherigen Fr. 32 [alter Währung = 2 Louisdor] aus dem
-Universitätsgut. Seine Ordnung wird von der Regenz entworfen und vom Erziehungskollegium
-genehmigt. Er wird aus der Mitte der ordentlichen Professoren auf doppelten
-Vorschlag der Curatel vom Erziehungskollegium ernannt. Die Bibliothek ist für ihre Vermehrung
-und Erweiterung auf den dazu bestimmten Fond verwiesen.«</p>
-
-<p>Die Stelle des Bibliothekars wurde nach Erlass dieses Gesetzes ihrem bisherigen
-Inhaber, dem Professor der lateinischen Sprache und Litteratur <em class="gesperrt">Franz Dorotheus Gerlach</em>,
-der sie seit 1829 bekleidet hatte, aufs Neue übertragen. Die Bibliothek war im Hause zur
-Mücke am obern Schlüsselberg aufgestellt. Die Oeffnungszeit derselben war bei der ersten
-Ernennung <em class="gesperrt">Gerlachs</em> von einem auf vier Tage ausgedehnt worden; späterhin, nach der
-Verlegung der Anstalt ins Museum und nachdem <em class="gesperrt">Gerlach</em> bereits von sich aus die ihm
-durch das Bibliotheksreglement auferlegte Arbeitszeit verlängert hatte, wurde sie auf alle sechs
-Wochentage erstreckt. Amtswohnung des Bibliothekars war der kürzlich abgebrochene Schönauer
-<span class="pagenum"><a name="Seite_65" id="Seite_65">65</a></span>Hof hinter dem Münster. Eine Ergänzung der Einnahmen, welche die Zinsen des 1664
-gegründeten fiscus bibliothecæ nebst den ihm zugewiesenen Inscriptions- und Examengebühren
-boten, bildeten die seit 1697 alljährlich eingesammelten Neujahrsgeschenke (strenæ). Der
-ebenfalls in die Einnahme der Bibliothek fliessende Miethzins des neben der Mücke gelegenen
-Reinacher Hofes fiel weg, als dieser nach Vollendung des Museumsbaues an den Staat abgetreten
-wurde. Einen erheblichen Zuwachs der ordentlichen Einnahmen brachte das
-Universitätsgesetz von 1855, welches festsetzte, dass jährlich 5000 Fr. aus Staatsmitteln an die
-akademischen Sammlungen vertheilt werden sollten. Der Bibliothek wurden hievon regelmässig
-2000 Franken zugewiesen. Zu den strenæ traten im Laufe der Zeit mehr und mehr
-weitere freiwillige Gaben, Geschenke bei bestimmten Anlässen, Legate, regelmässige und
-ausserordentliche Beiträge der Akademischen Gesellschaft, des Museumsvereins u.s.w.
-(neuerdings auch der Ertrag der in der Aula von Universitätslehrern gehaltenen Abendvorlesungen).</p>
-
-<p>Im Jahr 1849 wurde die Bibliothek in das neuerbaute Museum übertragen. Bei dieser
-Gelegenheit wurde die im Jahr 1822 ausgesonderte Bibliothek des naturwissenschaftlichen
-Museums wieder mit ihr vereinigt, dagegen das Münz- und Antiquitätenkabinet abgetrennt
-und unter die Aufsicht einer besonderen Kommission gestellt. Die Amtswohnung des
-Bibliothekars wurde in den südlichen Flügel des Museums verlegt.</p>
-
-<p>In dem Bibliotheksreglement von 1837 ist von Gehilfen und Custoden die Rede. Schon
-1837 erscheint als Custos Cand. theol. <em class="gesperrt">Karl Buxtorf</em> (1858 Dr.phil. h.c.); neben ihm finden
-wir nacheinander verschiedene Gehilfen, die nach Maassgabe der ihnen zugewiesenen Arbeiten
-honoriert werden. Zu Anfang des Jahres 1856 erfolgte auf Antrag der Bibliothekskommission
-und unter Genehmigung der Curatel eine neue Regelung des Verhältnisses dieser untern
-Angestellten durch die Regenz, indem den Herren <em class="gesperrt">Buxtorf</em> als Unterbibliothekar und
-Dr. <em class="gesperrt">Ed. Wölfflin</em> als Bibliothekssekretär fixe Gehalte mit der Verpflichtung zu einer bestimmten
-Arbeitszeit zuerkannt wurden. Diese Gehalte wurden aus den Einnahmen der Bibliothek
-und einem Beitrage des fiscus legatorum der Universität bestritten. Auf <em class="gesperrt">Wölfflin</em> folgten
-nacheinander die DDr. <em class="gesperrt">Wilh. Vischer</em>, <em class="gesperrt">Theoph. Burckhardt</em>, <em class="gesperrt">Karl Meyer</em>.</p>
-
-<p>Eine völlige Umgestaltung der Bibliotheksverhältnisse brachte das Universitätsgesetz
-von 1866. Das Bibliothekariat, das bis dahin als Nebenbeschäftigung einem ordentlichen
-Professor zugetheilt gewesen war, wurde in ein eigenes Amt umgewandelt. Der Bibliothekar,
-der andre Geschäfte nur mit besondrer Bewilligung des Erziehungskollegiums übernehmen
-darf, erhält aus Staatsmitteln eine Besoldung von Fr. 3000 (die nach dem Lehrerbesoldungsgesetz
-von 1875 bis auf 4000 erhöht werden kann); die Amtswohnung fällt weg. Er wird
-vom Erziehungskollegium auf den Vorschlag der Curatel, welche zuvor das Gutachten der<span class="pagenum"><a name="Seite_66" id="Seite_66">66</a></span>
-Bibliothekskommission einzuholen hat, auf eine Amtsdauer von sechs Jahren gewählt. Die
-Bibliothekskommission ist ihm übergeordnet; er wohnt ihren Sitzungen, sofern es sich nicht
-um seine persönlichen Angelegenheiten handelt, mit berathender Stimme bei. Die nöthigen
-Unterbibliothekare werden auf seinen Vorschlag von der Bibliothekskommission ernannt und
-können jeweilen wieder entlassen werden. Für ihre Ausgaben ist die Bibliothek zunächst
-auf ihren Fiscus angewiesen, ausserdem erhält sie einen regelmässigen Staatsbeitrag von
-2500 Franken und kann noch einen weitern aus den 2500 Franken erhalten, die der Kleine
-Rath jährlich auf Antrag des Erziehungskollegiums an die akademischen Anstalten vertheilt.</p>
-
-<p>In Folge der Umgestaltung der Bibliothekarsstelle trat Professor <em class="gesperrt">Gerlach</em> mit Neujahr
-1867 zurück, sein Nachfolger wurde Dr. <em class="gesperrt">Wilh. Vischer</em>. Die Geschäfte der beiden bisherigen
-Unterbeamten wurden Einem Unterbibliothekar mit erhöhter Besoldung übertragen, und es
-wurde als solcher Dr. <em class="gesperrt">Karl Meyer</em> ernannt. Dr. <em class="gesperrt">Buxtorf</em> wurde nach Herstellung aus
-schwerer Krankheit bei den Vorarbeiten zur Anlage eines neuen Kataloges verwandt und
-entsprechend honoriert; zu diesen Arbeiten wurden auch eine Anzahl Studenten herangezogen,
-theils gegen Genuss von Stipendien, deren die Regenz zwei an solche Hilfsarbeiter vergab,
-theils gegen das Recht einer erweiterten Benutzung der Bibliothek.</p>
-
-<p>Wie schon früher die naturforschende Gesellschaft ihre Bibliothek der Universitätsbibliothek
-unter gewissen Bedingungen einverleibt hatte, so geschah dasselbe 1868 auch von
-Seiten der historischen und der antiquarischen Gesellschaft. Im Jahr 1879 wurde unter
-Vorbehalt des Eigenthumsrechtes der naturforschenden Gesellschaft die derselben von
-Dr. <em class="gesperrt">Jac. Melch. Ziegler</em> geschenkte Kartensammlung, zu deren Fortführung sich ein eigener
-Verein bildete, der Universitätsbibliothek übergeben.</p>
-
-<p>Im Jahr 1871 trat Bibliothekar <em class="gesperrt">Vischer</em> zurück, an seine Stelle wurde Dr. <em class="gesperrt">Ludwig
-Sieber</em> gewählt. Im Jahr 1874 verstand sich die Regenz dazu, an Stelle der Stipendien, die
-sie bisher an Hilfsarbeiter aus der Studentenschaft vergeben hatte, aus dem fiscus legatorum
-einen jährlichen Beitrag zur Besoldung eines zweiten Unterbeamten zu gewähren. Es konnten
-in Folge davon als Bibliothekssekretäre nacheinander angestellt werden die Doctoren
-<em class="gesperrt">Jul. Cornu</em>, <em class="gesperrt">Jac. Wackernagel</em>, <em class="gesperrt">Alb. Burckhardt</em>, <em class="gesperrt">Ad. Baumgartner</em>. Im Jahr 1876
-wurde durch den Grossen Rath die Stelle eines Bibliotheksdieners errichtet, nachdem die
-Geschäfte eines solchen bisher dem Universitätspedellen obgelegen hatten.</p>
-
-<p>Trotz diesen Verstärkungen des Personals wurde es bei der stets zunehmenden
-Benutzung der Anstalt immer schwieriger, die laufenden Geschäfte zu bewältigen, während
-die Arbeiten für die dringend nothwendige Neukatalogisierung ganz zurücktreten mussten.
-Als nun zu Anfang des Jahres 1883 Herr Altrathsherr <em class="gesperrt">Peter Merian</em> verstarb, der seit
-vielen Jahrzehnten die Katalogisierung der naturwissenschaftlichen Werke in freiwilliger<span class="pagenum"><a name="Seite_67" id="Seite_67">67</a></span>
-Weise besorgt hatte, war der Augenblick gekommen, die untern Beamtungen der Bibliothek
-ebenso umzugestalten, wie es 1866 mit der obersten geschehen war, so dass auch sie nicht
-eine Nebenbeschäftigung, sondern die Hauptbeschäftigung der damit Betrauten ausmachen
-sollten. Im September 1883 beschloss der Grosse Rath, dass dem Oberbibliothekar, wie er
-nun genannt wurde, aus Staatsmitteln ein in Bezug auf Wahlart und Besoldungsansatz gleichgestellter
-zweiter Bibliothekar solle beigegeben werden. Die Bibliothekskommission ihrerseits
-übernahm es, aus den Mitteln der Bibliothek eine dritte entsprechende Stelle zu errichten,
-deren Inhaber in erster Linie an der Herstellung eines neuen Kataloges zu arbeiten hätte.
-Sie konnte dies um so eher thun, als einerseits die Regenz sich bereit fand, den Beitrag,
-den sie bis dahin aus dem fiscus legatorum für die Anstellung eines Bibliothekssekretärs
-gegeben hatte, auch künftig verabfolgen zu lassen, andrerseits die Mittel der Bibliothek selbst
-in letzter Zeit einen erheblichen Zuwachs erhalten hatten durch ein Legat von 40,000 Franken,
-mit welchem sie von dem 1880 verstorbenen Herrn <em class="gesperrt">Wilh. Burckhardt-Forcart</em> bedacht
-worden. Als zweiter Bibliothekar wurde der bisherige Unterbibliothekar Prof. <em class="gesperrt">Karl Meyer</em>
-gewählt, als dritter Dr. <em class="gesperrt">Friedr. Thomæ</em> aus Frankfurt a.M., der indessen kürzlich einem
-Rufe an die Universitätsbibliothek in Tübingen gefolgt ist.</p>
-
-<p>Im Jahr 1833, zur Zeit der Auseinandersetzung mit der Landschaft, wurde die Bändezahl
-der Bibliothek, abgesehen von den etwa 4000 in 1500 Bänden enthaltenen Manuscripten,
-auf 44,000 geschätzt, im Jahr 1849, nach der Uebersiedlung ins Museum und nachdem die
-in obiger Schätzung nicht inbegriffene Bibliothek des naturwissenschaftlichen Museums dazu
-gekommen, auf 70,000. Im Jahr 1870 wurden gegen 100,000 Bände gezählt; jetzt, 1885,
-mögen es deren gegen 140,000 sein. Der Zuwachs, namentlich der letzten Jahrzehnte, beruht
-zu grossem Theil auf einer Anzahl mehr oder weniger bedeutender Schenkungen, theils von
-den Erben verstorbener Professoren, theils von andern Freunden der Anstalt herrührend.
-Wir verweisen bezüglich derselben auf die Notizen, die sich in den Verwaltungsberichten
-der Regierung finden, für die letzte Zeit auch auf die gedruckten Jahresberichte der Bibliothek.
-Der Schenkung der Bibliothek <em class="gesperrt">Wilh. Wackernagels</em> durch dessen Erben im Jahr 1870
-folgte die Errichtung einer Wackernagelstiftung, aus welcher der Bibliothek bisher alljährlich
-Fr. 250 zur Vervollständigung der in jener enthaltenen Litteratur zuflossen. Der Ergänzung
-andrer Zweige der Litteratur dienen ähnliche, kleinere Stiftungen. Der Tod des Herrn
-<em class="gesperrt">Peter Merian</em>, der jährlich aus eigenen Mitteln namhafte Summen auf die Ergänzung
-der naturwissenschaftlichen Abtheilung verwendet hatte, gab Anlass zu einer <em class="gesperrt">Peter Merian-Stiftung</em>,
-durch welche der entstehende Ausfall gedeckt werden sollte. Den 56,000 Franken,
-welche zu diesem Zwecke im Jahr 1883 gesammelt wurden, fügte die Familie des Verstorbenen
-noch weitere 10,000 bei.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_68" id="Seite_68">68</a></span>
-
- Die Jahreseinnahme der Bibliothek betrug in den ersten Jahren nach der Reorganisation
-der Universität 4-5000 Franken jetziger Währung, im Jahr 1884 belief sie sich auf Fr. 19,166,
-eine freilich im Verhältnisse zu den heutigen Bedürfnissen immer noch bescheidene Summe.</p>
-
-<p>Ueber die Benutzung der Anstalt finden sich aus den ersten Jahrzehnten unsres
-Zeitraums keine Zahlenangaben. Im Jahr 1868, dem ersten, das ganz unter die Herrschaft
-der neuen Reglemente von 1867 fällt, wurden 3892 Bände an 280 hiesige und 24 auswärtige
-Benutzer ausgeliehen, im Jahr 1884 6735 Bände gedruckter Bücher und 11 Manuscripte an
-412 Hiesige und 62 Auswärtige.</p>
-
-<hr class="small" />
-
-<p>Wegen Verhinderung des Oberbibliothekars zusammengestellt durch den Vorsteher der
-Bibliothekskommission</p>
-
-<p class="right">
-Wilhelm Vischer.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>2. Kunstsammlung.</h3>
-
-<p>Zur Zeit der Reorganisation der Universität im Jahre 1834 bestand unsere Kunstsammlung
-der Hauptsache nach aus dem schon 1661 bei Anlass der zweiten Säcularfeier
-der Universität angekauften Amerbachischen Kabinet und der erst neuestens, im Jahr 1823,
-ihr zugefallenen Fäschischen Kunstkammer. Ragte jenes, nebst seinem Reichthum an Werken
-der beiden Holbein, hervor als die früheste von einem kunstsinnigen Privatmann gegründete
-Sammlung, so kam es dieser zu Gute, dass ihr Stifter, der Rechtsgelehrte <em class="gesperrt">Rem. Fäsch</em>
-(1595-1670), so glücklich gewesen war, während der unruhigen Zeiten des dreissigjährigen
-Krieges seine Kunstschätze sammeln zu können. Für weitere Erwerbungen scheint aber
-der Sinn noch nicht vorhanden gewesen zu sein, denn während anderthalb Jahrhunderten
-beschränkte sich der Zuwachs auf eine Anzahl von Gelehrten-Porträts und auf die Schenkung
-eines dem damaligen Bibliothekar befreundeten St. Gallers in Paris, welcher zwischen 1717
-und 1724 der Sammlung eine Reihe der eben dort in Kupferstich erschienenen Prachtwerke
-vergabte. So mag es sich auch erklären, dass immer noch das alte Lokal zur Mücke, in
-welches die Kunstsammlung mit der Universitätsbibliothek sich theilen musste, für genügend
-gelten konnte.</p>
-
-<p>Eine günstigere Zeit brach für unsere Kunstsammlung erst an, als diese nach den
-Wirren der dreissiger Jahre um den Preis von Fr. 22,500 n.W. aus der Theilung mit
-Baselland für die Stadt hatte können gerettet werden. Wie für die Universität, deren<span class="pagenum"><a name="Seite_69" id="Seite_69">69</a></span>
-Erhaltung noch weit grössere Opfer erfordert hatte, so erwachte nun auch für die mit ihr
-verbundenen wissenschaftlichen Sammlungen ein ganz neues Interesse. Die erste Frucht
-desselben war der schon 1840 angeregte Gedanke, durch das Zusammenwirken freiwilliger
-Geber mit den staatlichen Behörden ein Museum zu errichten, in welchem gleichzeitig alle
-Sammlungen der Stadt ihre würdige Aufstellung finden könnten. Zugleich wurde die Kunstsammlung,
-welche bis dahin nur ein Anhängsel der Universitätsbibliothek gebildet hatte,
-behufs selbstständiger Verwaltung einer anfänglich aus fünf, später aus sieben Mitgliedern
-bestellenden Kommission unterstellt, deren erster Vorsteher Herr Prof. <em class="gesperrt">Friedr. Fischer</em>
-war. Ihm folgte Herr Prof. <em class="gesperrt">Wilh. Wackernagel</em> und nach dessen Rücktritt Herr
-Dr. <em class="gesperrt">Ed. His-Heusler</em>. Diese Vorsteher sowohl als einzelne Mitglieder erwarben sich um
-die Sammlung nicht geringe Verdienste durch Ordnen und Katalogisieren ihres nach und
-nach zu ansehnlicher Bedeutung erwachsenen Bestandes an Handzeichnungen, Kupferstichen
-und Holzschnitten. Als 1849 das neue Museum fertig dastand, konnte Dank diesen Vorarbeiten
-um so leichter und übersichtlicher das Vorhandene in die neuen, höchst zweckentsprechenden
-Räumlichkeiten eingeordnet werden; die Gemälde in den schönen Oberlichtsaal,
-die vorzüglichsten Handzeichnungen, in viel grösserer Zahl als früher eingerahmt,
-schmückten die Wände des Vorsaales, während die verschliessbaren Schränke in der Mitte
-desselben den übrigen Bestand an einzelnen Stichen und Kopierwerken aufnahmen. Durch
-Ausscheidung und Herübernahme aller derjenigen Werke aus der Universitätsbibliothek,
-welche die Kunstgeschichte berühren, ward zugleich der Grund zu einer gesonderten Kunstbibliothek
-gelegt und so im Wesentlichen nunmehr erst die Sammlung dem eigentlichen
-Kunststudium dienstbar gemacht.</p>
-
-<p>Wie sehr dieselbe aber durch ihre Versetzung in das neue Museum auch in der
-Werthschätzung der Bürger- und Einwohnerschaft gestiegen sei, das zeigte sich schon in
-dem weit zahlreichern Besuche, und auf erfreulichere Weise noch in den zahlreichen
-Schenkungen und Vermächtnissen, welche nun der Sammlung zuzufliessen begannen. Nicht
-nur aus dem, was der Einzelne etwa an Kunstschätzen besass, ward ein schönes Stück um's
-andre der öffentlichen Sammlung übergeben, auch wo Gelegenheit sich bot, Neues zu
-erwerben, da standen sofort Gönner und Geber zusammen, um durch ihre oft namhaften
-Beiträge den Ankauf eines Kunstwerkes zu ermöglichen.</p>
-
-<p>Ausdrücklicher Erwähnung bedürfen einige Stiftungen besonderer Art. Zuerst war es
-die durch ihren Kunstsinn bekannte Fräulein <em class="gesperrt">Emilie Linder</em>, die von 1847 an von München
-aus durch fast jährlich wiederholte Geschenke, sowohl aus ihren eigenen Erwerbungen, als
-aus dem reichen Nachlass ihres Grossvaters, des Stiftsschaffners <em class="gesperrt">J. C. Dienast</em>, die Sammlung
-ihrer Vaterstadt bedachte, bis durch ihre letztwillige Verfügung 1867 jener Nachlass selbst<span class="pagenum"><a name="Seite_70" id="Seite_70">70</a></span>
-der Sammlung zufiel. Waren unter den zahlreichen Oelgemälden und den prächtigen Handzeichnungen,
-welche letztere allein einen ganzen Saal füllen, vorzugsweise die Meister der
-neuern Münchnerschule vertreten, so fand sich unter dem reichen Vorrath an Kupferstichen
-und Holzschnitten neben einer Reihe von Dürer'schen Blättern mehr als die Hälfte des
-ganzen Werkes von <em class="gesperrt">Rembrandt</em>, nicht zu gedenken der grossen Zahl von Kunstbüchern,
-welche die Bibliothek unserer Sammlung aufs Erwünschteste ergänzten.</p>
-
-<p>Noch ehe aber diese Schätze alle in den Besitz der Kunstsammlung gelangt waren, fiel ihr
-ein zweites, nicht minder bedeutendes Vermächtniss zu, nämlich was die beiden Künstler
-und Kunsthändler <em class="gesperrt">Peter Birmann</em>, der Vater, und sein Sohn <em class="gesperrt">Samuel Birmann-Vischer</em>
-(gest. 1846) an Gemälden, namentlich der niederländischen, französischen und italienischen
-Schule, sowie an Kupferstichen (über 20,000) zusammengebracht hatten, dazu noch neben
-einer reichhaltigen Kunstbibliothek die schon oben (Seite 40) erwähnte Kapitalstiftung für
-den Ankauf von Werken schweizerischer Künstler bestimmt.</p>
-
-<p>Mehr noch durch den hohen Kunstwerth als durch die Zahl bedeutend war die
-Schenkung, welche in den Jahren 1850 und 1851 die Sammlung dem Gemeinsinn des Herrn
-<em class="gesperrt">Peter Vischer-Passavant</em> und seiner Erben zu verdanken hatte; befanden sich doch
-darunter zwei Originalzeichnungen Dürers, welche nun eine Hauptzierde unserer Handzeichnungssammlung
-bilden. Das Jahr 1859 brachte ferner das Vermächtniss von Fr. 10,000
-von Seiten der Ehegatten <em class="gesperrt">Bleiler-Mieg</em>, dessen Ertrag theils zur Erwerbung von Kunstgegenständen,
-theils zur Förderung angehender Künstler sollte verwendet werden. Eine
-gleiche Summe stifteten im Jahr 1862 die Erben des Herrn Bürgermeister <em class="gesperrt">Felix Sarasin</em>
-zur Anschaffung von Werken kunstwissenschaftlichen Inhalts und Fr. 5000 Herr Notar
-<em class="gesperrt">Gedeon Meyer</em> zum Ankauf von Gemälden. Endlich erfolgte im Jahre 1880 das Legat
-des Herrn W. <em class="gesperrt">Burckhardt-Forcart</em>, durch welches dem Museumsverein eine Reihe
-auserlesener Werke der bisher nur schwach vertretenen holländischen Schule, sowie einige
-treffliche Bilder spanischer, deutscher und vlämischer Meister zufielen.</p>
-
-<p>Dass mit diesen und den übrigen hier nicht namentlich aufgeführten Schenkungen die
-Ansprüche an die unserer Kunstsammlung zu Gebote stehenden Räumlichkeiten stets höhere
-werden mussten, liegt auf der Hand. Bereits heute, nachdem seit Eröffnung des Museums
-36 Jahre verflossen sind, ist bis auf das Treppenhaus hinaus jeder verfügbare Platz ausgenützt.
-Mit um so grösserer Befriedigung darf dem Augenblick entgegengesehen werden, da nach
-Erstellung einer besondern Skulpturhalle der geräumige zweite Oberlichtsaal, der heute noch
-die antiken Gipsabgüsse beherbergt, für die Kunstsammlung sich öffnen wird. Wenn während
-nahezu zweihundert Jahren unsere Sammlung in der alten Mücke sich konnte genügen lassen,
-heute aber bereits die Räume, die im neuen Museum ihr zugedacht waren, zu enge geworden<span class="pagenum"><a name="Seite_71" id="Seite_71">71</a></span>
-sind, so mag diese Thatsache schon es bezeugen, wie fruchtbar die letzten fünfzig Jahre für
-ihre Entwicklung und gewiss nicht minder für die Förderung des Kunstsinnes in den weitesten
-Kreisen unserer Stadt gewesen sind. Möge denn die Sammlung mit unserer alma mater als
-deren »sonderbares Kleinod« auch in Zukunft weiter wachsen und gedeihen!</p>
-
-<p class="right">
-Emanuel LaRoche,<br />
-
- <small>Konservator der Kunstsammlung.</small>
-</p>
-<hr class="small" />
-
-<h3>3. Antiquarische Sammlung.</h3>
-
-<p>Bis zum Jahre 1835 und von da noch weitere vierzehn Jahre war die antiquarische
-Sammlung zusammen mit der Kunstsammlung, und ohne eigentlich von ihr getrennt zu sein,
-im Hause zur Mücke aufgestellt, und bildete, was die Verwaltung betrifft, einen blossen
-Annex der öffentlichen Bibliothek. Sie enthielt ihrem wesentlichen Bestande nach die
-Antiquitäten des Amerbachischen Kabinets, aus dem sie erwachsen war (1661), die Bruckner'sche
-Sammlung von vaterländischen Alterthümern (1778) und die einschlägigen Sachen des
-Fäschischen Kabinets (1823); ausserdem die im Jahre 1815 angekaufte Falkeysen'sche
-Sammlung von Basler Münzen.</p>
-
-<p>In dem Zeitraum von 1835 bis zur Erbauung des Museums (1849) fanden keinerlei
-Veränderungen statt. Doch erfolgte noch in den vierziger Jahren von Seite der Erben des
-Herrn <em class="gesperrt">Lucas Vischer</em> die grossartige Schenkung der von diesem in Mexico gesammelten
-Alterthümer, welche dann freilich erst ein paar Jahre später aufgestellt werden konnten.
-In dem 1849 bezogenen Neubau des Museums wurden der antiquarischen Sammlung die
-beiden an die Gemäldegallerie anstossenden Zimmer angewiesen, das zur Linken der schon
-bisher bestehenden Sammlung auf der Mücke, welcher jetzt auch der Kirchenschatz des
-Münsters (vorher im Rathhaus), sowie die Erwerbungen der antiquarischen Gesellschaft hinzugefügt
-wurden; das zur Rechten dem mexicanischen Kabinet. Die Gegenstände des
-letzteren wurden in gefälliger, aber nicht gerade zweckmässiger Weise auf eine in der Mitte
-des Zimmers errichtete treppenfönnige Pyramide (gleichsam ein mexicanisches Teocalli)
-geordnet.</p>
-
-<p>Mit der Aufstellung im neuen Local war zugleich die Anlegung einer Sammlung von
-Gipsabgüssen verbunden, worauf schon beim Entwurf des Baues (Antikensaal mit Oberlicht)
-Rücksicht genommen war. Die zur Anschaffung der Abgüsse nöthigen Gelder stellte der
-neugegründete Museumsverein unter Vorbehalt des Eigenthumsrechtes zur Verfügung, so dass
-bald nach der Uebertragung der Sammlungen ins Museum auch der Antikensaal mit über
-30 Hauptwerken (14 Statuen, 9 Köpfen und 8 Reliefs) dekoriert war.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_72" id="Seite_72">72</a></span>
-
- Jetzt erst, nachdem für eine angemessene Aufstellung gesorgt war, konnte das Interesse
-des Publikums für die Sammlung geweckt und an eine nutzbringende Verwaltung derselben
-gedacht werden. Diese Verwaltung war in die Hände des Herrn Prof. W. <em class="gesperrt">Vischer</em>,
-Vater, gelegt, der von da an bis zu seinem Tode 25 Jahre lang (1849-74) mit seltener
-Umsicht und Hingebung der Kommission für die antiquarische Abtheilung des Museums
-vorstand. Aus der unten folgenden Uebersicht über die hauptsächlichsten Erwerbungen und
-Schenkungen lässt sich am besten erkennen, was für eine gedeihliche Entwicklung die
-Sammlung unter seiner Leitung nahm. Doch muss zur richtigen Beurtheilung noch zweierlei
-vorausgeschickt werden.</p>
-
-<p>Einmal machte sich sehr bald, speziell bei Anlass der Münsterrestauration im Anfange
-der fünfziger Jahre, das Bestreben geltend, neben der bisher vorwiegenden Berücksichtigung
-des römischen Alterthums auch mittelalterliche Kunstwerke in die Sammlung aufzunehmen.
-Die grosse Zahl und der Umfang der sich darbietenden Gegenstände machten es nöthig,
-einen besonderen Raum ausserhalb des Museums für sie zu schaffen. So entstand 1855-57
-die mittelalterliche Sammlung im Conciliumssaal, die sich dann in kurzer Zeit aus einer
-Filiale der antiquarischen zu einer selbstständigen und ebenbürtigen Schwester derselben
-entwickelte. Die Erwerbungen der antiquarischen Sammlung dagegen blieben fortan der
-Hauptsache nach auf das vorchristliche Alterthum beschränkt.</p>
-
-<p>Sodann wurde im weiteren Verlauf der fünfziger Jahre in der Kommission die Frage
-erörtert, ob es nicht am Platze sei, das Augenmerk auch auf die stets sich mehrenden Funde
-von Pfahlbauten zu richten, eine Frage, welche nach der Dietrich'schen Schenkung ähnlicher
-mexicanischer Alterthümer im Jahre 1857 kaum mehr anders als in bejahendem Sinne
-entschieden werden konnte. Während daher einerseits das Mittelalter und die Renaissance
-für die Zukunft ausgeschieden, bezw. einer besonderen Sammlung überlassen wurden, kam
-andrerseits zum griechisch-römischen Alterthum noch das prähistorische hinzu, und auch
-diesem hat der damalige Vorsteher eine geraume Zeit sein lebhaftes Interesse entgegengebracht.
-Erst nach seinem Tode ist zu Gunsten der anderen Abtheilungen, um die finanziellen
-Kräfte nicht gar zu sehr zu zersplittern, auf fernere Ankäufe solcher Gegenstände
-verzichtet worden.</p>
-
-<p>Die Erwerbungen vertheilen sich daher auf mindestens fünf verschiedene Kategorien
-(griechisch-römische Alterthümer, Münzen, Gipsabgüsse, Pfahlbauten, Ethnographisches), und
-zwar in chronologischer Aufzählung wie folgt:</p>
-
-<p>1851. Münzfund von Reichenstein (2599 römische Münzen von Gordian III. bis Carinus,
-darunter besonders viele des Probus).</p>
-
-<p>1852. Ankauf der Horner-Müller'schen Vasen aus Unteritalien (44 Stück).</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_73" id="Seite_73">73</a></span>
-
- 1855. Ankauf eines Theils der Fueter'schen Münzsammlung in Bern (257 Schweizermünzen).</p>
-
-<p>1857. Schenkung des Herrn Dr. <em class="gesperrt">Dietrich</em> von nordamerikanischen Steinalterthümern
-(ca. 1000 Stück Waffen und Werkzeuge verschiedener Art).</p>
-
-<p>1858. Ankauf der Schmid'schen Sammlung von Augst (Münzen, Inschriften, architektonische
-Ueberreste, Bildwerke von Bronze, Stein und Terracotta, Waffen und Geräthe von
-Augusta Rauracorum, Gräberfunde von Kaiseraugst).</p>
-
-<p>1859. Erste Ankäufe von Pfahlbautenalterthümern (aus Moosseedorf, Pfäffikon und Biel).</p>
-
-<p>1862. Schenkung des Herrn Prof. <em class="gesperrt">Aeby</em> von Steinwerkzeugen und Waffen aus Dänemark.</p>
-
-<p>1864. Schenkung von 141 modernen Silbermünzen (darunter 97 napoleonische Medaillen)
-durch Hrn. <em class="gesperrt">Hoffmann-Burckhardt</em>. &mdash; Schenkung des Herrn <em class="gesperrt">Ad. Krayer</em> (ethnographisch
-interessante Gegenstände aus China).</p>
-
-<p>1865. Schenkung des Herrn <em class="gesperrt">Ad. Vischer</em> (212 chinesische Münzen).</p>
-
-<p>1866 u. 67. Schenkung westafrikanischer Gegenstände durch die Herren J.Fr. und
-E. <em class="gesperrt">Vest</em> aus Gorea.</p>
-
-<p>1868. Ankauf von 151 griechischen Münzdoubletten aus der Imhoof'schen Sammlung,
-mit Hilfe eines Kredits der Akademischen Gesellschaft. &mdash; Schenkung des Apollokopfes von
-Steinhäuser durch einen Ungenannten.</p>
-
-<p>1869. Nachträgliche Erwerbung des Herakles- und des Athletenkopfes von Steinhäuser
-durch einige Kunstfreunde. &mdash; Hauptschenkung des Herrn Rathsherrn W. <em class="gesperrt">Vischer</em>
-(378 griechische Silbermünzen).</p>
-
-<p>1872. Schenkung einer Sammlung griechischer und römischer Münzen durch Herrn
-Ingenieur W. <em class="gesperrt">Bachofen</em>. &mdash; Schenkung einer Anzahl griechischer Antiquitäten durch Herrn
-Rathsherrn W. <em class="gesperrt">Vischer</em>. &mdash; Schenkung einer grossen Anzahl ostasiatischer Gegenstände
-(aus Japan, China, Hinterindien) durch die Herren Gebrüder <em class="gesperrt">Zahn</em>.</p>
-
-<p>1874. Erwerbung einer Auswahl griechischer Vasen aus Capua.</p>
-
-<p>1877. Erwerbung der in Augst zurückgebliebenen architektonischen Ueberreste aus
-der Sammlung Schmid. &mdash; Uebernahme der bisher in der Bibliothek verwahrten grossen
-Gemmenabdrucksammlung von Cades (Geschenk von Herrn Oberst R. <em class="gesperrt">Merian</em>).</p>
-
-<p>1878. Schenkung der Holzreliefs von Tikal in Mittelamerika durch Hrn. Dr. G. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>.</p>
-
-<p>1880. Erwerbung der Sammlung Quiquerez (Römische Alterthümer und Münzen aus
-dem Bisthum, burgundische Waffen und Geräthe).</p>
-
-<p>1881. Schenkung ethnographischer Gegenstände aus Sierra Leone in Westafrika durch
-Herrn J.L. <em class="gesperrt">Baur</em>.</p>
-
-<p>1883. Reinigung und Aufstellung der Basler Münzstempel.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_74" id="Seite_74">74</a></span>
-
- Bei dieser Uebersicht sind die von Jahr zu Jahr angekauften Gipsabgüsse nicht mit
-aufgeführt, wie auch viele kleinere Erwerbungen und Schenkungen übergangen sind. Und
-doch nahmen die Gipsabgüsse jeweilen einen grossen Theil des zur Verfügung stehenden
-Geldes in Anspruch; zumal seit 1875, wo ausser solchen im Durchschnitt bloss noch vaterländische
-Alterthümer und etwa besonders wichtige Münzen angekauft wurden, während die
-Aeufnung der prähistorischen und der ethnographischen Sammlung lediglich Geschenken
-überlassen blieb. Seit eben dieser Zeit wurde der Ankauf von Gipsabgüssen durch freiwillige
-jährliche Beiträge von einer Anzahl von Kunstfreunden unterstützt. Die Zahl der vorhandenen
-Stücke beläuft sich gegenwärtig auf 145 Nummern, wovon 39 grössere Statuen oder
-Gruppen, 50 Büsten und Köpfe, 32 Reliefs und 24 kleinere Gegenstände.</p>
-
-<p>Im Gegensatz zu allen diesen Erwerbungen wurden im Jahre 1881 der Kirchenschatz
-und die seit 1865 uns ebenfalls anvertrauten Zunftbecher nebst den Amerbach'schen Goldschmiedmodellen
-an die Mittelalterliche Sammlung abgetreten.</p>
-
-<p>Was die sonstige Geschichte der Sammlung betrifft, so ist zu bemerken, dass seit dem
-Bezug des Museums zwei Mal grössere Lokalveränderungen und Umstellungen stattfanden.
-Das eine Mal im Jahre 1865, wo sie aus den Sälen neben der Gemäldegallerie in die frühere
-Bibliothekarenwohnung hinter dem Antikensaal übersiedeln musste, bei welcher Gelegenheit
-sie im Grunde wenig gewann. Das ethnographische Kabinet und die Pfahlbauten wurden
-damals sammt dem Kirchenschatz im vorderen, das eigentliche Antiquarium der Hauptsache
-nach im hinteren Zimmer aufgestellt, obschon die Scheidung nicht streng durchgeführt werden
-konnte. Und dann bei fortwährend sich steigerndem Raummangel ein zweites Mal im Jahre
-1877, wo endlich zwei weitere Räumlichkeiten (das frühere chemische Laboratorium im Erdgeschoss)
-für ihre Bedürfnisse hergerichtet wurden. Erst jetzt konnten die heterogenen
-Bestandteile der Sammlung systematisch von einander getrennt, das ethnographische Kabinet,
-sowie die Pfahlbauten in besondere Zimmer (eben in die des Erdgeschosses) verwiesen, und
-von der neugeordneten speziell antiquarischen Abtheilung ein Katalog verfasst werden (1881).
-Doch hat die doppelte Umstellung nicht blos nachtheilig auf den Zustand mancher zerbrechlichen
-kleinen Gegenstände eingewirkt, sondern leider auch manche Fundnotizen in Verwirrung gebracht.</p>
-
-<p>Das Münzkabinet ist in den letzten Jahren vollständig geordnet worden. Es umfasst,
-nach Ausscheidung und Verkauf der Doubletten, circa 2600 griechische und circa 7000
-römische Münzen (die griechische Abtheilung gewissermassen eine Schöpfung des Herrn
-Rathsherrn W. <em class="gesperrt">Vischer</em>), sodann über 1000 Stück Basler Münzen und Medaillen, circa
-1500 sonstige Schweizermünzen nebst 500 Brakteaten und circa 4500 ausländische, darunter
-gegen 1800 Medaillen; im Ganzen über 17,000 Stück. Eine Auswahl der vorzüglichsten und
-interessantesten ist seit 1877 in drei Münztischen ausgestellt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_75" id="Seite_75">75</a></span>
-
- Wenn wir zum Schluss einen Ausblick auf die künftige Gestaltung der Sammlung
-richten, so steht zu erwarten, dass in der nächsten Zeit abermals eine Filiale sich von ihr
-lostrennen und zu einem selbstständigen Institut erheben wird, nämlich das Gipsmuseum,
-für welches vom Kunstverein hinter der Kunsthalle ein eigenes, bessern Raum gewährendes
-Gebäude errichtet werden soll. &mdash; Ob dann der alte Grundstock des Antiquariums, von dem
-sich jetzt auch die ethnographische Sammlung lokal getrennt hat, vereinsamt im Museum
-zurückbleiben oder sich wieder mit seiner natürlichen Schwester, der Mittelalterlichen
-Sammlung, vereinigen wird, darüber zu entscheiden bleibt der Zukunft vorbehalten.</p>
-
-<p class="right">
-J.J. Bernoulli-Reber.
-</p>
-<hr class="small" />
-
-<h3>4. Mittelalterliche Sammlung.</h3>
-
-<p>Unter den der Fürsorge der akademischen Behörden unterstellten Sammlungen, deren
-Entstehung noch in die Zeit vor dem Jubiläum des Jahres 1860 zurückreicht, ist in der
-zeitlichen Folge die letzte die Mittelalterliche Sammlung. Der thatkräftige Geist, welcher
-die Decennien nach der Reorganisation der Universität erfüllte, das in jenen Jahren neu
-hervortretende und in der Restauration des Münsterinnern sich bethätigende Verständniss
-für bildende Kunst, das wachsende Bewusstsein von Wesen und Werth auch des rein
-archäologischen Studiums verlangten und ermöglichten das Zustandekommen der Sammlung.
-Für diesen Zweck alle jene treibenden lebensvollen Kräfte fruchtbar gemacht zu haben, ist
-das Verdienst <em class="gesperrt">Wilhelm Wackernagels</em>, der mit festem Willen, mit warmer Begeisterung
-und wahrer Sachkenntniss den Plan entwarf und die Gründung vollzog.</p>
-
-<p>Im Jahre 1856/57 geschah dies, aber es dauerte noch mehrere Jahre, bis die jüngste
-der akademischen Sammlungen als eine den andern ebenbürtige in der Organisation berücksichtigt
-wurde. Sie unterstand zunächst der antiquarischen Kommission. Erst 1861 wurde
-von der Regenz eine besondere Kommission bestellt. Sie bestand unter dem Vorsitz des
-Stifters aus den Herren Architekt <em class="gesperrt">Riggenbach</em> († 1863), Dr. <em class="gesperrt">Remigius Meyer</em> (bis 1877),
-Dr. <em class="gesperrt">Carl Burckhardt-Burckhardt</em> (bis 1870) und <em class="gesperrt">Samuel Merian-Bischoff</em>; ihre
-constituierende Sitzung fand am 18. Januar 1862 statt.</p>
-
-<p>Ein schwerer Schlag traf die Sammlung am 21. December 1869 mit dem Hinschied
-<em class="gesperrt">Wilhelm Wackernagels</em>. Jedoch war es ein Glück zu nennen, dass sein Nachfolger auf
-dem Lehrstuhl auch hier seine Stelle einnehmen konnte. <em class="gesperrt">Moritz Heyne</em> entfaltete als
-solcher eine ausserordentliche Energie zur Hebung und Mehrung der Sammlung und verstand
-es, das Interesse weiterer Kreise für dieselbe zu wecken. Das glänzende Ergebniss dieser<span class="pagenum"><a name="Seite_76" id="Seite_76">76</a></span>
-Thätigkeit zeigte sich besonders deutlich bei dem am 16. Mai 1882 gefeierten fünfundzwanzigjährigen
-Jubiläum. Im Herbst 1883 wurde an die durch <em class="gesperrt">Heyne's</em> Abgang nach Göttingen
-erledigte Vorsteherschaft das älteste Mitglied, Herr <em class="gesperrt">Samuel Merian-Bischoff</em>, gewählt,
-und bei diesem Anlass das Amt eines Konservators geschaffen.</p>
-
-<p>Im Lauf der Jahre traten folgende Mitglieder in die Kommission ein: Stadtrath <em class="gesperrt">Amadeus
-Merian</em> (1863-1879), Dr.G. <em class="gesperrt">Wackernagel</em> (seit 1870), Dr.L. <em class="gesperrt">Sieber</em> (1872-1882),
-<em class="gesperrt">Hans Labhardt</em> (1877-1884), Dr. <em class="gesperrt">Albert Burckhardt-Finsler</em> (seit 1879; seit 1883
-Konservator), J.G. <em class="gesperrt">Mende</em> (seit 1879), Direktor W. <em class="gesperrt">Bubeck</em> (seit 1882), Prof. O. <em class="gesperrt">Behaghel</em>
-(seit 1884), Prof. <em class="gesperrt">Jacob Burckhardt</em> (seit 1884), Dr. <em class="gesperrt">Rudolf Wackernagel</em> (1884-1885),
-<em class="gesperrt">Hans Burckhardt-Burckhardt</em> (seit 1885).</p>
-
-<p>Die bei Anlegung der Sammlung leitende Ansicht ihres Urhebers war gewesen: »Es
-soll diese Sammlung das Leben des Mittelalters in Werken der kunstbeflissenen gewerbthätigen
-Menschenhand, in Originalwerken selbst oder in getreuen Nachbildungen, zur
-Anschauung bringen; schicklicher Weise wird dabei rückwärts in die altchristlichen Zeiten
-und vorwärts über die Grenzen des Mittelalters hinaus bis in die Zeit der sogen. Renaissance
-gegriffen. Ohne solch eine Ausdehnung würde dem Bilde der Rahmen und der Reihenfolge
-ihr Anfang und ihr Ende fehlen.« Also eine Sammlung von allgemeiner Tendenz. &mdash; Es
-ist bekannt, wie der Gang der Entwicklung dieses erste Programm verschoben hat, wie von
-Jahr zu Jahr in steigendem Maasse die Sammlung den Charakter eines baslerischen kulturhistorischen
-Museums annahm, und hiemit ihr Schwergewicht aus dem Mittelalter in die
-neuere Zeit verlegt wurde. Wenn der Stifter anfangs nur für erlaubt hielt, bis in die Zeit
-der Renaissance zu greifen, so ist seitdem und schon zu seiner Zeit das Sammeln bis an die
-Schwelle des XIX. Jahrhunderts ausgedehnt worden. Dieser Gang der Entwicklung war
-durch die Verhältnisse gegeben; die Kleinheit der finanziellen Geldmittel, die Unermüdlichkeit
-der Behörden und Bürger Basels in Zuwendung von Alterthümern wirkten von selbst auf
-eine lokale Einschränkung hin.</p>
-
-<p>Der erste Grundstock der Sammlung war durch Abgüsse von Skulpturen des hiesigen
-Münsters gebildet worden; es wurde sofort für nöthig gehalten, diese Serie durch Nachbildungen
-auswärtiger Bildnerei zu ergänzen. In gleicher Weise wurden Gipsabgüsse auswärtiger
-Alterthümer auch aus den Gebieten der Kleinkunst beschafft, um dem Beschauer die Entwicklung
-eines und desselben Gegenstandes in verschiedenen Zeiten und Orten vorführen
-zu können. Dieselbe allgemeine Tendenz tritt in der mit besonderer Vorliebe gepflegten
-Sammlung alter Schriftfragmente, in der Anlegung einer Urkundensammlung, eines reichen
-Apparates von Abbildungen und Nachschlagewerken zu Tage. Bald aber wich diese Thätigkeit
-zurück vor der immer mächtiger zudrängenden Menge der Erzeugnisse alter heimischer<span class="pagenum"><a name="Seite_77" id="Seite_77">77</a></span>
-Kunstübung. Es kann hier nicht versucht werden, das Hauptsächliche aus den reichen
-Erwerbungen namhaft zu machen. Es wird genügen, auf einiges besonders Hervorragendes
-hinzuweisen. 1857: die Votivtafel der Isabella von Burgund, die Truhe aus der Domprobstei
-und die des Erasmus. 1859: Bruchstücke des Todtentanzes. 1863: Elfenbeinlöffel aus der
-Lassbergischen Sammlung; Holzschnitzerei aus Meggen. 1869: Truhe aus Schloss Greifensee.
-1874: Tscheckenpürlinbett. 1871: Bretspielstein aus dem XII. Jahrhundert; Waffensammlung.
-1872: Schnitzereien aus der Spinnwetternzunft; Schreibtisch aus dem Augustinerkloster.
-1870: Kanonenrohre aus dem Zeughaus. 1878: Sammlung musikalischer Instrumente. 1879:
-Iselinzimmer aus dem Bärenfelser Hof. 1880: Sammlung Quiquerez. 1881: Glasgemälde
-aus der Sammlung Bürki. 1882: Kirchenschatz, Zunftkleinodien, Goldschmiedmodelle. 1883:
-Winterthurer Ofen; Teppich aus dem Kloster Feldbach. &mdash; Manche der hier genannten und
-auch viele andere Stücke sind von deren Inhabern unter Eigenthumsvorbehalt überlassen
-worden, ein Verfahren, welches in neuerer Zeit besonders von Seiten der Zünfte, gleich zu
-Anfang aber für die reichen Sammlungen der antiquarischen Gesellschaft geübt wurde; auf
-den Namen der letztern wurden früher auch die meisten Geschenke eingetragen.</p>
-
-<p>Es ist begreiflich, dass der wachsende Inhalt der Sammlung immer mehr Räume in
-Anspruch nahm. Zu dem für die ersten Stücke angewiesenen Conciliumssaal kamen 1859
-die unterhalb desselben befindliche Nikolauskapelle, durch die es erst möglich wurde, die
-Sammlung allsonntäglich dem Publikum zu öffnen, 1868 die Säle des Münsterarchivs, 1874
-einige Estrichräumlichkeiten, deren Herrichtung ziemlich viele Bauten nöthig machte, aber
-zum ersten Mal eine durchgeführte sachliche Anordnung ermöglichte. Das letzte ist die 1879
-erfolgte Zuweisung des Betsaals, des grösten Raums der Sammlung und des einzigen, in
-dem solche Schätze wie das Iselinzimmer würdig untergebracht werden konnten. Seitdem
-ist freilich neue Raumnoth eingetreten. Alle Erweiterungen brachten indess keine eigentliche
-Aenderung des Lokals; die Sammlung bildet nach wie vor einen Anhang des Münsters.</p>
-
-<p>Ihre Mittel verdankt sie gröstentheils der Freigebigkeit ihrer Gönner; zu erwähnen
-sind die Jahresbeiträge der Regierung (seit 1857 Fr. 300), der Gemeinnützigen Gesellschaft
-(seit 1858 Fr. 500), des Museumsvereins (seit 1863 Fr. 200), und der Akademischen Gesellschaft,
-die der letztern von wechselndem Betrag und zum Theil der 1870 gegründeten Wackernagelstiftung
-entnommen, von der ein bestimmter Theil von vornherein für die Sammlung vorbehalten
-wurde. Seit 1872 besteht der von Herrn <em class="gesperrt">Hans Labhardt</em> gegründete »Verein für die
-Mittelalterliche Sammlung«, der z.B. 1884 Fr. 619 beisteuerte. Dazu viele einzelne Geldbeiträge
-von Freunden, meist für bestimmte Erwerbungen gewährt (z.B. 1879 Fr. 4580 an das
-Iselin'sche Zimmer) und seit dem Jahre 1881 ein Antheil an den Eintrittsgeldern (1884
-Fr. 838.90). Doch hielt sich das Budget lange in sehr bescheidenen Ziffern. In den ersten<span class="pagenum"><a name="Seite_78" id="Seite_78">78</a></span>
-zehn Jahren erreichte es zweimal nicht die Höhe von Fr. 1000, und betrug durchschnittlich
-Fr. 15-1600, bewegte sich dann in den siebziger Jahren um Fr. 2000 herum. Seit 1880 hat
-es die 4000 überschritten. Ausserordentliche Belastung brachte der Umbau der Estrichräume,
-dessen Kosten im Betrag von rund Fr. 20,000 durch Beiträge des Staats (Fr. 5000), der
-Akademischen Gesellschaft (Fr. 2000), der Gemeinnützigen Gesellschaft (Fr. 3000), des
-Museumsvereins und einzelner Freunde gedeckt wurden.</p>
-
-<p>Für Bekanntmachung der Schätze der Sammlung dienten theils die Vorlesungen, welche
-seit 1877 von dem frühern Vorsteher und später von dem Konservator in den Räumen der
-Sammlung abgehalten wurden, theils verschiedene Druckschriften. Wir nennen ausser den
-Katalogen die zusammenhängenden Darstellungen von <em class="gesperrt">Wilhelm Wackernagel</em> im Universitätsprogramm
-von 1857 und von <em class="gesperrt">Moritz Heyne</em> im Neujahrsblatt von 1874, sowie
-den von letzterm herausgegebenen Führer (Basel, bei Felix Schneider 1880). Ueber die
-Glasgemälde gibt das von Dr. <em class="gesperrt">Albert Burckhardt-Finsler</em> verfasste Programm des
-Gymnasiums (Basel 1885) Auskunft. Der 1864 erfolgten Widergabe einer Anzahl Gegenstände
-durch Photograph <em class="gesperrt">Höflinger</em> folgte »die Kunst im Hause. Abbildungen von Gegenständen
-aus der Mittelalterlichen Sammlung«, mit Zeichnungen von W. <em class="gesperrt">Bubeck</em> und Text von
-M. <em class="gesperrt">Heyne</em> (Basel, bei Detloff I. 1880, II. Reihe 1882), ein Werk geeignet zu zeigen, welchen
-Gewinn das heimische Kunsthandwerk aus den hier vorhandenen Schätzen zu ziehen vermöchte.</p>
-
-<p class="right">
- Nach Mittheilungen<br />
- <small>des Konservators der Sammlung</small>.
-</p>
-<hr class="small" />
-
-<h3>5. Naturhistorisches Museum.</h3>
-
-<p>Ueber die Hauptzüge der Geschichte dieser Anstalt sind von dem Unterzeichneten in
-den letzten Jahren mehrere Darstellungen veröffentlicht worden: für die ältere Periode bis
-zur Entstehung des im Jahre 1822 im Falkensteiner Hof eingerichteten und der akademischen
-Regenz unterstellten Museums &mdash; und weiter bis zur Erbauung des »neuen Museums« im Jahre
-1847 in einem besondern Abschnitt der Gedenkschrift an Peter Merian;<a name="FNAnker_30_30" id="FNAnker_30_30"></a><a href="#Fussnote_30_30" class="fnanchor">[30]</a> und über die
-zwei Jahre seit dessen Hinschied zwei Berichte, von welchen derjenige für 1883 von der
-Akademischen Gesellschaft, beide, für 1883 und 1884, von der Naturforschenden Gesellschaft
-publiciert worden sind.<a name="FNAnker_31_31" id="FNAnker_31_31"></a><a href="#Fussnote_31_31" class="fnanchor">[31]</a></p>
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_79" id="Seite_79">79</a></span>
-Für den gegenwärtigen Anlass wird es also wohl passend sein, hauptsächlich die
-Periode von 1847 bis 1883 ins Auge zu fassen. Doch ist dabei zu erinnern, dass auch diese
-Periode ihren Anfang nimmt von 1835 an, von dem Moment, wo nach der durch eidgenössisches
-Schiedsgericht vollzogenen Theilung des Staatsvermögens zwischen Baselstadt und Baselland
-an erstere die Frage herantrat, in wiefern sie es vermöge, nach so schwerer Schädigung von
-Neuem für den Weiterbau ihrer wissenschaftlichen Anstalten einzustehen.</p>
-
-<p>Die erste Antwort bestand, wie bekannt, für das naturwissenschaftliche Museum in
-einer von dessen Kommission (<em class="gesperrt">Peter Merian</em>, Präsident, Prof. Chr. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>, Prof.
-K.Fr. <em class="gesperrt">Meissner</em>, Dr. <em class="gesperrt">Schönbein</em>, Dr. L. <em class="gesperrt">Imhoff</em>, Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>, Dr. F. <em class="gesperrt">Ryhiner</em>)
-an die Gemeinnützige Gesellschaft und weiter an das Publikum gerichteten Bitte um fernere
-Unterstützung, »da in den jetzigen Zeitverhältnissen die Hilfsmittel zu einem nur in einigem
-Maasse anderen Städten, wo wissenschaftlicher Sinn herrsche, ebenbürtigen Ausdehnung der
-naturwissenschaftlichen Sammlungen nur im Gemeinsinn der Mitbürger zu finden seien, und
-Baselstadt in der nunmehrigen isolierten Lage nur durch solche Gesinnung eine ehrenvolle
-Stellung zu behaupten und das zu ersetzen vermöge, was ihm an Kopfzahl abgehe.«</p>
-
-<p>Der Erfolg war ein Beitrag von circa 5000 Fr. an Geschenken aus dem Publikum.
-Verbessert wurden diese Verhältnisse durch das Gesetz vom 6. April 1836 über Verwendung
-des Universitätsgutes, wonach von nun an dem Museum aus letzterem ein jährlicher Beitrag
-von Fr. 800 zugewiesen wurde. Die Kommission zum Museum wurde bei diesem Anlass
-von der Regenz neu bestellt aus den Herren P. <em class="gesperrt">Merian</em>, Präsident, Proff. <em class="gesperrt">Meissner</em>,
-<em class="gesperrt">Schönbein</em> und J.J. <em class="gesperrt">Mieg</em>, Dr. L. <em class="gesperrt">Imhoff</em> und Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>. Dazu kamen wiederholt
-ausserordentliche Beiträge von Seiten der Gemeinnützigen Gesellschaft, welche sich schon
-seit längerer Zeit mit einem regelmässigen Beitrag von Fr. 200 betheiligt hatte, sowie von
-Privaten; namentlich flossen solche Hilfsquellen ergiebig bei Anlass der Versammlung der
-Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft in Basel im Jahre 1838.</p>
-
-<p>Auch die Geschenke an Naturalien, über deren ältern Bestand und Quellen auf den
-schon genannten Bericht (Note 1) verwiesen werden kann,<a name="FNAnker_32_32" id="FNAnker_32_32"></a><a href="#Fussnote_32_32" class="fnanchor">[32]</a> nahmen wieder in erfreulicher
-Weise zu. An grösseren derartigen Vergabungen sind zu nennen die von den Professoren
-<em class="gesperrt">Peter</em> und <em class="gesperrt">Rud. Merian</em> zu Gunsten des Museums angekaufte Sammlung von Versteinerungen
-aus England von Professor Meissner; ferner eine ansehnliche Sammlung von Vögeln und
-<span class="pagenum"><a name="Seite_80" id="Seite_80">80</a></span>Säugethieren von Herrn <em class="gesperrt">Dettwyler</em> von Langenbruck, niedergelassen in Pennsylvania,
-eine ähnliche Sammlung von Dr.Fr. <em class="gesperrt">Ryhiner</em> in Illinois, dann eine Sammlung von Land-
-und Süsswasser-Conchylien aus der Umgebung von Basel von Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bernoulli</em>, und in
-den vierziger Jahren eine Reihenfolge von höchst werthvollen Geschenken von Missionar
-<em class="gesperrt">Riis</em> von der afrikanischen Goldküste und später von den Antillen; von Herrn <em class="gesperrt">Carl Respinger</em>
-und Stadtrath <em class="gesperrt">Bischoff-Respinger</em> Thiere aus Mexico und Havannah, ähnliche
-Sendungen aus Mexico von Herrn <em class="gesperrt">Bened. Wölfflin</em>, schweizerischem Konsul daselbst,
-javanische Vögel von Dr.C. <em class="gesperrt">Streckeisen</em> u.s.f. Für die Thierwelt der Goldküste besass
-Basel lange Zeit eine der bestversehenen Sammlungen. 1844 kaufte die Akademische
-Gesellschaft für das Museum von Prof. <em class="gesperrt">Klipstein</em> in Giessen eine ansehnliche Sammlung
-von Gipsabgüssen fossiler Säugethiere aus Rheinhessen (darunter den colossalen Schädel des
-Dinotherium).</p>
-
-<p>Durch diese günstigen Verhältnisse hob sich der Zustand der meisten Abtheilungen
-in ansehnlicher Art. Des regelmässigsten und reichsten Ausbaues erfreute sich stets durch
-die Fürsorge ihres besonderen Vorstehers, P. <em class="gesperrt">Merian</em>, woran sich auch während langer
-Zeit Dr. <em class="gesperrt">Christ. Burckhardt</em> betheiligte, die Abtheilung der Conchylien und Petrefakten,
-unter welchen namentlich die Echinodermen schon frühe eine hohe Stelle einnahmen. In
-gleich günstiger Lage befand sich die unter derselben Fürsorge stehende Mineraliensammlung,
-welcher von auswärts ansehnliche Geschenke, hauptsächlich von Hrn. C. <em class="gesperrt">Vischer-Passavant</em>
-in Mexico, zuflossen. Auch die Insektensammlungen, sowie diejenige der Corallen standen
-in raschem Fortschritt und ebenfalls vorwiegend durch Geschenke, unter welchen die reiche
-Privatsammlung von Dr. L. <em class="gesperrt">Imhoff</em>, die lange Zeit den Grundstock dieser Abtheilung bildete,
-und die wiederholten Geschenke von Hrn. <em class="gesperrt">Andr. Bischoff-Ehinger</em> in erster Linie zu
-nennen sind. Die eigenen Hilfsmittel des Museums wurden dafür hauptsächlich auf Vervollständigung
-der früher unbedeutenderen Abtheilungen der Säugethiere und Vögel verwendet,
-deren Betrag hiedurch, wie durch die erwähnten Geschenke von auswärts, sich rasch hob.
-Am weitesten zurück blieben immer noch, obschon sie mindestens für Westafrika sehr
-Werthvolles enthielten, die Abtheilungen der Reptilien und Fische, sowie, mit Ausnahme
-der trocken aufzubewahrenden, diejenigen der niedern Thiere. Eine von Prof. <em class="gesperrt">Alex. Ecker</em>
-in Triest angelegte Sammlung von Meeresthieren der Art wurde im Jahre 1847 von der
-Naturforschenden Gesellschaft angekauft.</p>
-
-<p>Durch all das war allmählig das im Jahre 1822 bezogene Lokal im Falkensteiner Hof
-zu eng geworden. Im December 1841 entschloss sich daher eine zu diesem Zweck gebildete
-Kommission, bestehend aus Mitgliedern des Kunstvereins, der Naturforschenden Gesellschaft
-und der Bibliothekskommission, zum Aufruf an die Bürgerschaft, für die Erbauung des<span class="pagenum"><a name="Seite_81" id="Seite_81">81</a></span>
-gegenwärtigen Museums, wozu der Grosse Rath durch Beschluss vom 21. März 1843 seine
-Betheiligung zusagte. An der Herstellung hat der Staat Fr. 184,000, die Stadt 16,000, der
-Universitätsfond 15,000, die Bürgerschaft nahezu 70,000 Fr. beigetragen. Schon im Spätjahr
-1847 wurde das Gebäude bezogen und am 26. November 1849 eröfnet.<a name="FNAnker_33_33" id="FNAnker_33_33"></a><a href="#Fussnote_33_33" class="fnanchor">[33]</a> Das Jahr 1850
-fügte dazu die Stiftung des Museumsvereins, der sich ausschliesslich die Sorge für die verschiedenen
-Sammlungen der neuen Anstalt zum Zweck setzte, und dessen kräftiger Beihilfe
-sich auch die naturhistorische Abtheilung besonders häufig zu erfreuen hatte.</p>
-
-<p>Wenn wir uns für die fernere Entwicklung unserer Anstalt seit diesem Wendepunkt
-an eine Eintheilung halten, die sich von selbst aufdrängt, so wurden die regelmässigen
-Hilfsquellen, die also von 1849 an aus Fr. 800 aus dem Universitätsgut und Fr. 200 von der
-Gemeinnützigen Gesellschaft bestanden hatten, schon von 1850 an von dem Museumsverein
-um einen erst wechselnden, von 1857 an um einen auf Fr. 850 festgestellten Jahresbeitrag
-vermehrt, wozu aber sehr häufig ausserordentliche Beiträge kamen. Vom Jahr 1852 an
-wurde der Beitrag aus dem Universitätsgut auf Fr. 1200, derjenige der Gemeinnützigen
-Gesellschaft auf Fr. 300 gestellt. Von 1857 an kam zu dem ordentlichen Beitrag aus dem
-Universitätsgut noch ein ausserordentlicher aus dem Kredit für die akademischen Sammlungen,
-der im Durchschnitt dem ordentlichen an Höhe gleich stand, und vom gleichen Jahre an
-setzte der Museumsverein seinen jährlichen Zuschuss auf 850 Fr. Vom Jahre 1862 an flossen
-ferner zum ersten Mal ansehnliche Zuschüsse aus den durch Grossrathsbeschluss dem Museum
-zugewiesenen Zinsen von auswärtigen Anlagen der Universität, als »Spezialfonds für das
-naturhistorische Museum.«</p>
-
-<p>Durch Universitätsgesetz vom 30. Januar 1866 wurde endlich das naturhistorische
-Museum abgetrennt von dem physikalischen Kabinet und der chemischen Anstalt und unter
-Leitung einer besondern Kommission von wenigstens fünf Mitgliedern gestellt, wozu die
-ordentlichen Professoren der Zoologie und Geologie gehören sollten. Gewählt wurden von
-der Regenz unter dem Präsidium von P. <em class="gesperrt">Merian</em> die Professoren L. <em class="gesperrt">Rütimeyer</em> und
-<em class="gesperrt">Albr. Müller</em>, ferner Dr. <em class="gesperrt">Christ. Burckhardt</em>, Dr. L. <em class="gesperrt">Imhoff</em>, wovon letzterer der
-Kommission schon seit 1834, die beiden vorhergenannten seit 1849 angehört hatten. 1867
-kam dazu Herr <em class="gesperrt">Andr. Bischoff-Ehinger</em>. Nach dem nemlichen Gesetz wurde das Museum
-für Unterhalt und Vermehrung zunächst auf die Eingänge des etwa 40,000 Fr. betragenden
-naturwissenschaftlichen Fonds und auf einen regelmässigen Staatsbeitrag von Fr. 500 angewiesen,
-so dass seit diesem Jahr die regelmässigen Einnahmen bestehen aus circa 2000 Fr.
-aus dem erwähnten Spezialfond, 500 Fr. ordentlichen und seit einer Anzahl von Jahren
-<span class="pagenum"><a name="Seite_82" id="Seite_82">82</a></span>500 Fr. ausserordentlichen Kredites (für die akademischen Sammlungen) von der Kirchen- und
-Schulgutsverwaltung, aus dem Beitrag von der Gemeinnützigen Gesellschaft von Fr. 300 bis
-1877 und seither Fr. 500, aus dem regelmässigen Beitrag von Fr. 700 vom Museumsverein
-und, seit 1867, einem Jahresbeitrag von Fr. 115 von der Akademischen Gesellschaft. Seit dem
-Tode des Herrn <em class="gesperrt">Bischoff-Ehinger</em> ist dazu für die entomologische Sammlung ein
-besonderes Legat gekommen, das derselben jährlich 80 Fr. abwirft.</p>
-
-<p>In und ausserhalb Basel ist bekannt genug, dass dabei ausserordentliche Hilfsquellen
-nicht fehlten. Wie für andere Anstalten, so sind auch für das naturhistorische Museum,
-wo es sich um grössere Einrichtungen oder besonders kostspielige Ankäufe handelte, bald
-die Behörden, bald freiwillige Korporationen, in besonders kräftiger Weise vor allem der
-Museumsverein hilfreich eingestanden. Zudem verzeichnet das Schenkbuch häufig, und
-bei besonderen Anlässen oft sehr ansehnliche freiwillige Beiträge von Freunden und aus
-Trauerhäusern, den letzten und grössten im Jahre 1883, von den Hinterbliebenen des Mannes,
-der unserer Anstalt als Mitglied der Kommission seit 1821, als Präsident derselben seit 1830
-angehörte und ihr bis zu seinem Tode in stets gleicher Fülle sein ungewöhnlich reiches
-Kapital an Wissen, an Einsicht und an Einfluss zugewendet hat.</p>
-
-<p>Ueber den unter solchen Verhältnissen erreichten Inhalt der Sammlungen geben die
-zwei oben genannten Berichte für 1883 und 1884 einlässliche Auskunft. Wir entnehmen
-denselben für die hier in Rede stehende Periode nur folgende Zahlen:</p>
-<table summary="zahlen">
-<tr><td colspan="2">&nbsp;</td>
- <td>1834</td> <td>1884 </td></tr>
-<tr><td>Säugethiere</td> <td>Arten-Zahl</td> <td>75</td> <td>462</td> </tr>
-<tr><td>Vögel</td> <td>&nbsp;</td> <td>545</td> <td>2,361 </td></tr>
-<tr><td>Reptilien</td> <td>&nbsp;</td> <td>136</td> <td>1,287 </td></tr>
-<tr><td>Fische </td> <td>&nbsp;</td> <td>222</td> <td>623 </td></tr>
-<tr><td>Conchylien</td> <td>&nbsp;</td> <td>653</td> <td>4,464</td> </tr>
-<tr><td>Gliederthiere </td> <td>&nbsp;</td> <td>3,480</td> <td>etwa 32,000</td> </tr>
-<tr><td>Corallen (lebende)</td> <td>&nbsp;</td> <td>100</td> <td>211</td> </tr>
- </table>
-
-<p>Es weisen also einzelne Abtheilungen in dem Zeitraum von fünfzig Jahren eine
-Verfünffachung bis Verzehnfachung der Spezies-Zahl auf. Dasselbe würde, wenn Zählung
-von Spezies sich hier durchführen liesse, für die Versteinerungen gelten, über deren Bestand
-der Bericht von 1884 eine allgemeine Uebersicht giebt.</p>
-
-<p>Wenn dieser Anwachs für die Pfleger der einzelnen Sammlungen vor allem in der
-die Aufstellung immer bedenklicher erschwerenden Raumanfüllung an den Tag trat, so mag
-er für das Publikum in umgekehrter Weise durch scheinbare Raumvermehrung bemerkbar<span class="pagenum"><a name="Seite_83" id="Seite_83">83</a></span>
-geworden sein. Im Jahr 1877 wurde zuerst ein neues Lokal in dem bisherigen amphitheatralischen
-Hörsaal eröffnet zu besonderer Aufnahme der Reptilien und Fische, deren
-ausserordentlich starke Zunahme bezeichnet ist durch den im Jahr 1875 erfolgten Eintritt
-von Hrn. Dr.Fr. <em class="gesperrt">Müller</em> in die naturhistorische Kommission. Im Jahr 1879 kam dazu ein
-neues Lokal hinter der Aula für Aufnahme einer besondern Sammlung von fossilen Wirbelthieren.
-Veranlasst war dieselbe zunächst durch den reichen Zufluss von Gipsabgüssen von
-Ueberresten grösserer Säugethiere aus einer grossen Zahl von Museen Frankreichs und
-Italiens. Jetzt birgt sie auch die für die Schweiz einzig dastehende Sammlung fossiler
-Säugethiere aus den Bohnerzen von Egerkingen, die uns Hr. Pfarrer <em class="gesperrt">Cartier</em> in Ober-Buchsiten
-im Jahr 1884 zum Geschenk gemacht hat, und eine sehr ansehnliche Originalsammlung
-ähnlicher Art aus Südfrankreich. 1882 wurde ein ferneres Lokal für die Aufstellung
-der Crustaceen, und 1883 eines für die Corallen eröffnet, beide letzteren ebenfalls besorgt
-von Herrn Dr.Fr. <em class="gesperrt">Müller</em>.</p>
-
-<p>Da es nicht das Ziel dieses Berichtes sein kann, auf die Veränderungen im Bestand
-der Sammlung im Detail einzugehen und ohnehin das Wesentliche dieser Veränderung vielmehr
-in der allmähligen Vervollständigung der wissenschaftlichen Bedeutsamkeit des Inhalts,
-als etwa in Bauschzahlen oder Arealzunahme besteht, so ist es doch billig, auch für die
-Periode seit 1849 die grössern Schenkungen, so weit dies nicht schon geschehen ist, namentlich
-aufzuführen. Unablässig folgen sich hier, wenn auch in den amtlichen Berichten selten
-namentlich erwähnt, die Geschenke von P. <em class="gesperrt">Merian</em>, vor allem auf dem Gebiet der Versteinerungen.
-1862 erfolgte durch Testament von Hrn. Fr. <em class="gesperrt">Heusler</em> die Vereinigung von
-dessen aus 3-4000 Stücken bestehenden Mineraliensammlung mit dem Museum. Während
-nahezu eines Jahrzehntes folgten sich in den vierziger und fünfziger Jahren Zusendungen
-an Naturalien verschiedener Art von Dr.C. <em class="gesperrt">Dieterich</em>, erst aus Aegypten, später aus
-Michigan. Aus derselben Zeit, etwa von 1850 an, datieren öftere Geschenke an Insekten
-von Hrn. <em class="gesperrt">Andr. Bischoff-Ehinger</em>, welche nach dessen Tode im Jahre 1875 abschlossen
-mit der Vergabung seiner gesammten, etwa 18,000 Arten umfassenden Privatsammlung,
-nebst entomologischer Bibliothek und einem schon genannten Spezial-Legat für Pflege der
-Sammlung. Andere Insekten-Zuflüsse verdanken wir Herrn <em class="gesperrt">Rud. Geigy</em> und Herrn <em class="gesperrt">Adolf
-Burckhardt-Bischoff</em>. Das Jahr 1871 brachte von den Erben von Prof. <em class="gesperrt">Schönbein</em>
-die ungefähr 3000 Arten enthaltende Conchyliensammlung von dessen Schwiegervater,
-Kanzleirath <em class="gesperrt">Benz</em> in Stuttgart, das Jahr 1876 die Petrefaktensammlung des im Jahr zuvor
-verstorbenen Dr. <em class="gesperrt">Christoph Burckhardt</em>. Schon zwei Jahre vorher hatte Herr Dr. <em class="gesperrt">Victor
-Gilliéron</em> eine ansehnliche Sammlung ähnlicher Art aus dem Kanton Freiburg, dem Jura
-und der Umgebung von Basel dem Museum zum Geschenk gemacht. Der Vogelsammlung<span class="pagenum"><a name="Seite_84" id="Seite_84">84</a></span>
-fielen grössere Schenkungen zu aus Ostindien im Jahr 1855 von Herrn <em class="gesperrt">Rud. Geigy</em>, aus
-Australien von Hrn. <em class="gesperrt">Achilles Bischoff</em>, und besonders reichlich (274 Arten) aus Brasilien
-von Herrn <em class="gesperrt">Carl Euler</em>, und von eben daher 1873 von Konsul <em class="gesperrt">Heinr. David</em> daselbst.
-1870 fiel durch Testament die ansehnliche Privatsammlung einheimischer Vögel (ca. 90 Arten
-in 600 Exemplaren) von Prof. J.J. <em class="gesperrt">Mieg</em> dem Museum zu. &mdash; Die in einigen Zahlen schon
-angedeutete gewaltige Zunahme der Reptilien beruht hauptsächlich auf den von 1864-1878
-fast jährlich wiederholten Geschenken von Dr. <em class="gesperrt">Gust. Bernoulli</em> in Guatemala und seit
-1875 auf den an Auswahl nothwendiger Weise immer judiziöser gewordenen von
-Hrn. Dr.Fr. <em class="gesperrt">Müller</em>. Aus dem Ausland sind dazu in den letzten Jahren wiederholt Zusendungen
-von Hrn. Dr.C. <em class="gesperrt">Passavant</em> und Dr.E. <em class="gesperrt">Mähly</em> aus Westafrika und von den
-Herren Dr. <em class="gesperrt">Paul</em> und <em class="gesperrt">Fr. Sarasin</em> aus Ceylon gekommen. Das letzte und eines der
-reichsten von derartigen Geschenken seit fünfzig Jahren, dasjenige von Hrn. Pfarrer <em class="gesperrt">Cartier</em>,
-ist schon genannt worden.</p>
-
-<p class="p2">Von dieser Aufzählung wäre es endlich unrecht die einzelnen hervorragenden Erwerbungen
-auszuschliessen, welche ihrer Seltenheit oder Bedeutung halber ein ausserordentliches
-Zusammenwirken von Gesellschaften und Privaten erforderten. Dahin gehört der Ankauf
-eines fossilen Krokodiles (Mystriosaurus) aus dem schwäbischen Lias im Jahr 1865, im Jahr
-1871 die Erwerbung eines damals noch ungewöhnliche Opfer erfordernden Gorilla-Skelettes,
-die im Jahr 1876 als Nachgabe zu der schweizerischen Naturforscherversammlung in Basel
-erfolgte Schenkung der prachtvollen Ichthyosaurus-Tafel in dem palæontologischen Saal hinter
-der Aula, im Jahr 1877 die Erwerbung des schönen fossilen Moa-Skelettes (Palapteryx) und
-aus neuester Zeit die mehr als zur Hälfte durch Geschenk zu Stande gekommene prächtige
-Pentacrinitengruppe, welche seit diesem Jahr den Mineraliensaal schmückt.</p>
-
-<p class="p2">Bezüglich des Personals der die Sammlungen besorgenden Kommission ist zu dem
-bereits Gesagten nur nachzutragen, dass dieselbe im Jahr 1868 durch den Tod Herrn
-Dr.L. <em class="gesperrt">Imhoff</em>, im Jahr 1875 die Herren Dr.Chr. <em class="gesperrt">Burckhardt</em> und A. <em class="gesperrt">Bischoff-Ehinger</em>
-verlor, welche alle drei der Sammlung durch seltene Hingabe, die bis über den Tod hinaus
-dauerte, ausserordentliche Dienste geleistet hatten. Zum Ersatz traten durch Wahl der
-Universitäts-Regenz ein 1875 Hr. Dr.Fr. <em class="gesperrt">Müller</em>, 1879 Hr. Fr. <em class="gesperrt">Riggenbach-Stehlin</em>.
-Am 8. Februar 1883, zehn Tage nachdem er mit zum ersten Mal veränderter Handschrift seinen
-achtundvierzigsten Jahresbericht über das Museum niedergeschrieben hatte, schied <em class="gesperrt">Peter
-Merian</em>. Von der Regenz wurde zum Vorsteher der Kommission der Unterzeichnete und
-als neues Mitglied Hr. Dr.V. <em class="gesperrt">Gilliéron</em> gewählt. Schon von 1877 an war als freiwilliger
-Mitarbeiter an der Abtheilung der Schmetterlinge Hr. <em class="gesperrt">Hans Sulger</em> beigetreten. Die<span class="pagenum"><a name="Seite_85" id="Seite_85">85</a></span>
-besondere Aufsicht über die Bischoff-Ehinger'sche Sammlung war nach dessen Tode Herrn
-<em class="gesperrt">Heinrich Knecht</em> übertragen worden. Eines Präparators haben wir uns seit 1875 enthalten
-und die sämmtliche Besorgung, abgesehen vom Ausstopfen, das auswärts geschieht, ohne
-strenge Scheidung der Gebiete, auf unsere Mitglieder vertheilt, an Prof. <em class="gesperrt">Albr. Müller</em> für
-Mineralogie und einen Theil der Petrefaktensammlung, Hrn. <em class="gesperrt">Hans Sulger</em> und H. <em class="gesperrt">Knecht</em>
-für Insekten, Herrn Dr. Fr. <em class="gesperrt">Müller</em> für die übrigen wirbellosen Thiere und für Fische und
-Reptilien, an den Unterzeichneten für Vögel und Säugethiere und den übrigen Theil der
-Petrefaktensammlung.</p>
-
-<p class="right">
-L. Rütimeyer.
-</p>
-<hr class="small" />
-
-<h3>6. Physikalische Anstalt.</h3>
-
-<p>Im Jahre 1835 bildete das physikalische Kabinet einen Theil des im Jahre 1821
-gegründeten naturwissenschaftlichen Museums, und es war ihm ein Raum im Falkensteiner
-Hof zu ebener Erde links eingeräumt. Vorsteher desselben war <em class="gesperrt">Chr. Fr. Schönbein</em>, der
-an der Universität zugleich die Chemie und Physik vertrat und die letztere Wissenschaft
-auch in der obersten Klasse des Pädagogiums (obern Gymnasiums) lehrte. Die Apparate
-des Kabinets dienten zu den die Vorträge begleitenden Demonstrationen, so wie auch zu den
-Forschungen des Professors, die, soweit sie die Physik betrafen, hauptsächlich dem Gebiete
-des Voltaismus angehörten. Im Jahre 1849 siedelte die physikalische Anstalt mit den andern
-wissenschaftlichen Sammlungen in das neuerbaute Museum an der Augustinergasse über;
-sie erhielt daselbst zu ebener Erde links einen schönen grossen Saal, der sich aber der
-feuchten Nordlage wegen nicht besonders zur Aufbewahrung der Instrumente eignete; der
-daran stossende speziell für die physikalischen Vorlesungen bestimmte Hörsaal wurde seiner
-schlechten akustischen Eigenschaften wegen nur selten entsprechend seiner Bestimmung
-gebraucht und diente später mehr als Laboratorium. Durch das Gesetz vom 30. März 1852 wurde
-der Lehrstuhl der Physik von dem der Chemie abgetrennt und Herrn <em class="gesperrt">Christoph Stähelin</em>
-sel. übertragen; Gesundheitsrücksichten nöthigten diesen, schon nach Ablauf eines Jahres
-zurückzutreten, und es wurde als Professor der Physik an der Universität Herr Dr. <em class="gesperrt">Gustav
-Wiedemann</em>, bis dahin Privatdocent in Berlin, berufen. Dieser wusste nicht nur durch
-seinen frischen und anregenden Vortrag die Studierenden und ein weiteres wissenschaftliches
-Publikum für die Physik zu interessieren, sondern er hat auch in den äusserst mangelhaften
-Laboratoriumsräumen bedeutende wissenschaftliche Arbeiten, besonders aus der Lehre des
-Galvanismus und Magnetismus zu Tage gefördert. Im Jahre 1863 verliess er nach zehnjähriger
-reicher Thätigkeit Basel und wandte sich einem weiteren Wirkungskreise in Deutsch<span class="pagenum"><a name="Seite_86" id="Seite_86">86</a></span>land
-zu; der Lehrstuhl der Physik in Basel wurde nunmehr dem Unterzeichneten anvertraut.
-Die bedeutenden Fortschritte auf dem Gebiete der experimentellen Wissenschaften und die
-damit stets wachsenden Anforderungen bezüglich passender Einrichtungen für Forschung
-und Demonstration liessen den Mangel der Räumlichkeiten im Museum stets mehr empfinden
-und dem Wunsche, der Physik und Chemie eine neue Stätte zu bereiten, konnte entsprochen
-werden, als die Akademische Gesellschaft sich mit der Kommission, welche den beim Universitätsjubiläum
-1860 gestifteten Sternwartefond verwaltete, zu gemeinsamem Vorgehen
-verständigte und mit noch weiterer Unterstützung von Seite des Staates, des Universitätsvermögens,
-der Stadtgemeinde, des Museumsvereines, der Gemeinnützigen Gesellschaft und
-mancher Freunde der Universität auf dem hohen Wall in der Nähe des Petersplatzes eine
-neue Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie gründete, in Erinnerung an die berühmten
-Basler Mathematiker <em class="gesperrt">Bernoullianum</em> nannte und im Jahre 1874 der Universität als Geschenk
-übergab; nahezu 90% der für Bau und Ausrüstung nöthigen Summe von ungefähr Fr. 410,000
-sind auf Privatweg durch freiwilligen Opfersinn beigesteuert worden. Die physikalische Anstalt
-nimmt nun die westliche Hälfte dieses Gebäudes ein. Sie hat zu ihrer Verfügung einen
-hellen trockenen Saal für die Instrumentensammlung, einen zweckmässigen Hörsaal für die
-Universitätsvorlesungen, ein praktisch eingerichtetes Laboratorium, in dem zeitweise <span class="err" title="original: vorgegerücktere">vorgerücktere</span>
-Praktikanten wissenschaftliche Forschungen machen und regelmässig die Uebungen
-der Studierenden der Medicin und der Naturwissenschaften abgehalten werden; ferner ein
-Zimmer und ein Laboratorium für den Professor der Physik, der zugleich Vorsteher der
-Anstalt ist, die nöthigen Lokalitäten für Aufstellung der galvanischen Batterie, photometrische
-Messungen und für Versuche, die grosse Höhe verlangen, einen Maschinenraum und eine
-mechanische Werkstätte, in welcher der Gehilfe die für Forschung und Demonstration
-nöthigen Konstruktionen und Reparaturen ausführen kann. Im ersten und zweiten Stock
-sind die Räumlichkeiten und Instrumente für die Meteorologie und die Astronomie; sie
-stehen mit der Physik unter der gleichen Direktion und werden seit einigen Jahren von
-Herrn Dr. <em class="gesperrt">Albert Riggenbach</em> besorgt, der freiwillig die Assistentenstelle für die beiden
-genannten Wissenschaften versieht. Ein grosser ungefähr 450 Personen fassender Hörsaal
-in der Mitte des Gebäudes eignet sich auch besonders zu physikalischen Demonstrationen
-und wird jeden Winter regelmässig bei öffentlichen populären Vorträgen zur Verbreitung
-physikalischer Kenntnisse in weiteren Kreisen benützt. In den verflossenen elf Jahren,
-während welcher die Physik im Bernoullianum haust, wurde manches zur Vervollkommnung
-gethan. Der Vorsteher war stets bestrebt, die Sammlung der Instrumente und die Einrichtungen
-für Demonstration und Forschung zu vervollständigen und, so weit es die sehr
-bescheidenen Mittel gestatteten, dem steten Fortschritt der Wissenschaft entsprechend den<span class="pagenum"><a name="Seite_87" id="Seite_87">87</a></span>
-Bedürfnissen anzupassen; in dieser Hinsicht möchten wir besonders erwähnen die Aufstellung
-der astronomischen Instrumente im Jahre 1878, worauf die Akademische Gesellschaft etwas
-über Fr. 32,000 aus dem von ihr übernommenen Sternwartefond verwandte, und die Installation
-eines Gasmotors und einer Dynamomaschine mit den nöthigen Einrichtungen für
-Projektion mit elektrischem Licht im Jahre 1881, wozu der Ertrag besonderer Vorträge und freiwillige
-Gaben von Freunden der Wissenschaft die Mittel mit ungefähr Fr. 11,000 liefern mussten.</p>
-
-<p>Die Kosten für Laboratorium und Sammlung werden theils aus dem Staatskredit, theils
-aus Beiträgen der Akademischen Gesellschaft und des Museumsvereins, theils aus Geschenken
-verschiedener Freunde der Anstalt bestritten; in den verflossenen elf Jahren kamen ausser
-der auf Anschaffung der astronomischen Instrumente schon erwähnten Summe folgende
-Einnahmeposten der physikalischen Anstalt zu:</p>
-
-<table summary="summe">
-<tr><td>vom Staate direkt</td>
-<td class="tdc">Fr.</td>
-<td class="tdr">13,800.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr><td>von freiwilligen Gesellschaften</td>
-<td class="tdc">»</td>
-<td class="tdr">10,572.&mdash;</td>
-</tr>
-<tr><td>von Freunden</td>
-<td class="tdc">»</td>
-<td class="tdr">19,826.&mdash;</td>
-</tr>
-</table>
-
-<p>also durchschnittlich im Jahr Fr. 4000.&mdash;, wovon der Staat 31%, die freiwilligen Gesellschaften
-24% und die Freunde 45% gaben; es wurden somit von den Ausgaben für die physikalische
-Anstalt mehr als zwei Drittel durch freiwillige Privatbeiträge gedeckt. Ausserdem sind, wie
-das Schenkbuch aufweist, noch manche verschiedene theils sehr werthvolle Apparate, wobei
-wir ganz besonders die von Herrn <em class="gesperrt">Handmann-Howald</em> sel. uns übergebenen elektrischen
-Instrumente erwähnen, so wie auch Präparate, Bücher, Photographieen und Zeichnungen
-von manchen Gönnern unserer Anstalt geschenkt worden.</p>
-
-<p>Nähere Auskunft über die Geschichte und Einrichtung der physikalischen Anstalt
-geben folgende Druckschriften:</p>
-<ul class="hang">
- <li>1. Die Eröffnungsfeier des Bernoullianums in Basel am 2. Juni 1874 mit der Festrede von
-Professor <em class="gesperrt">Fritz Burckhardt</em>.
-</li>
- <li>2. Bernoullianum, Anstalt für Physik, Chemie und Astronomie an der Universität Basel. &mdash;
-Beschreibung und Pläne herausgegeben von <em class="gesperrt">Eduard Hagenbach</em>, Professor der
-Physik, <em class="gesperrt">Julius Piccard</em>, Professor der Chemie und J.J. <em class="gesperrt">Stehlin</em>, Architekt. Basel 1876.
- </li>
-
- <li>3. Bericht über die Ausrüstung der astronomischen Anstalt von <em class="gesperrt">Ed. Hagenbach</em>. Basel 1878.
-</li> </ul>
-
-<p>Jahresberichte über die physikalische Anstalt werden seit 1879 als Beilage zum Jahresbericht
-der Akademischen Gesellschaft gedruckt.</p>
-
-<p class="right">
-Ed. Hagenbach-Bischoff.
-</p>
-<hr class="small" />
-<h3>
-<span class="pagenum"><a name="Seite_88" id="Seite_88">88</a></span>
-7. Chemische Anstalt.</h3>
-
-<p>In den siebzehn ersten Jahren der Periode 1835-1885 ist die im vorigen Abschnitt
-skizzierte Geschichte der physikalischen Anstalt zugleich diejenige der Chemischen. Auch
-nach der im Jahr 1852 erfolgten Trennung der Lehrstühle für Physik und Chemie blieben
-beide Institute, sowohl im Falkensteiner Hof als im Museum und später im Bernoullianum
-neben einander, und theilten ein so ähnliches Schicksal, dass wir &mdash; um bereits Gesagtes
-nicht zu wiederholen &mdash; uns kurz fassen können.</p>
-
-<p>Der Glanzpunkt in der Geschichte der Anstalt fällt in die Zeit des Falkensteiner Hofes, wo,
-mit geringen Mitteln ausgeführt, die Epoche machenden Arbeiten von <em class="gesperrt">Schönbein</em> über das
-Ozon und die Schiessbaumwolle die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt auf Basel
-lenkten. Heute, nachdem die Zahl ähnlicher Fälle von Allotropie und salpetersauren organischen
-Verbindungen sich ausserordentlich vermehrt hat, ist man kaum noch im Stande,
-die Summe von Scharfsinn zu würdigen, welche solche Entdeckungen erforderten, und das
-Aufsehen zu begreifen, welches sie damals hervorriefen. Dass schon vor <em class="gesperrt">Schönbein</em> ein
-explodierbares Nitroamylum bekannt war, und dass nicht Er, sondern Genfer Forscher die
-wahre Natur des Ozons erkannten, vermindert durchaus nicht sein hohes Verdienst.</p>
-
-<p>Durch seine geniale Persönlichkeit wirkte <em class="gesperrt">Schönbein</em> auch als Lehrer äusserst
-anregend; aber die Spezialität seines Forschungsgebietes, die Originalität seiner Untersuchungsmethoden,
-sein Bedürfniss als Pionier der Wissenschaft, frei und unabhängig seine eigenen
-ungebahnten Wege zu gehen, alles dies und wohl auch der Mangel au Platz brachten es mit sich,
-dass er nur wenige Bevorzugte in sein Laboratorium aufnahm und den praktischen Unterricht,
-namentlich in der Analyse und in der organischen Chemie, nie streng schulmässig
-betrieb. Es fehlte in Basel ein eigentliches Praktikantenlaboratorium im modernen Sinne.
-Und doch wurde der Mangel eines solchen immer fühlbarer.</p>
-
-<p>Die Erweiterung der medicinischen Fakultät, die Einführung des schweizerischen
-Konkordates für ärztliche Prüfungen, der enorme Aufschwung der organischen Chemie und
-der für Basel wichtigen Fabrikation künstlicher Farbstoffe, erforderten eine Berücksichtigung
-im chemischen Unterricht der philosophischen Fakultät. Dies war die nächste Aufgabe des
-nach dem Tode <em class="gesperrt">Schönbeins</em> (1868) als dessen Nachfolger (1869) berufenen Unterzeichneten;
-welcher Aufgabe, Dank der wohlwollenden Unterstützung von Behörden und Privaten,
-zum Theil schon im alten Lokal im Museum, besser im neuen Bernoullianum (1874) entsprochen
-werden konnte.</p>
-
-<p>Im neuen Gebäude erhielt die chemische Anstalt die östliche Hälfte mit Hörsaal,
-Vorbereitungszimmer, Sammlung, Arbeitszimmer und Privatlaboratorium des Vorstehers,<span class="pagenum"><a name="Seite_89" id="Seite_89">89</a></span>
-analytisches und technisches Laboratorium für circa 25 Praktikanten, Wagen- und Bibliothekenzimmer,
-Werkstätte, Vorrathsräume, Keller und Hof. Während der daselbst verbrachten
-23 Semester haben 414 Praktikanten (durchschnittlich 18 Praktikanten ohne Lehrer und
-Assistenten) in 10-45 wöchentlichen Stunden regelmässig gearbeitet. Bei der im Sommer 1885
-erreichten Zahl von 41 Praktikanten waren allerdings die Nachtheile einer Ueberfüllung
-stark zu spüren. Der Vorsteher wurde für die Vorlesungen und das Praktikum, ausser von
-einem Diener, von je einem oder zwei, im ganzen acht verschiedenen Assistenten unterstützt,
-von denen drei habilitiert waren und in der Anstalt Spezialvorlesungen hielten.</p>
-
-<p>Von wissenschaftlichen Arbeiten, die aus dem Institut hervorgegangen sind, können
-summarisch erwähnt werden solche über Chrysin und Tectochrysin, Resorcin, Nitrokresole,
-Cantharidin und Orthoxylol, Protamin, Anthrachinon, chemisch-physikalische Versuche (<em class="gesperrt">Piccard</em>
-und Schüler); ferner zahlreiche Ergänzungen in den höheren Fettreihen, Dank einer
-verbesserten Methode der Destillation im luftleeren Raum (<em class="gesperrt">Krafft</em> und Schüler); Untersuchungen
-in der unteren Fettreihe (<em class="gesperrt">Kahlbaum</em>); neuerdings die Entdeckung von mehrfachen
-Chinoylen und Hexaoxybenzol, aus Chinon sowohl, als bei der merkwürdigen
-Synthese aus Kohlenoxydkalium (<em class="gesperrt">Nietzki</em> und Schüler); und in anderen Gebieten von
-<em class="gesperrt">Hagenbuch</em>, <em class="gesperrt">Salomon</em>, <em class="gesperrt">Fèvre</em>, <em class="gesperrt">Beck</em> und <em class="gesperrt">Passavant</em>, <em class="gesperrt">Andeer</em> u.s.w. Zahlreiche
-Arbeiten in der angewandten Chemie wurden endlich vom Unterzeichneten während einer
-provisorischen Amtsdauer als Kantonschemiker ausgeführt, wodurch die chemische Anstalt,
-soweit als möglich ohne Beeinträchtigung ihres akademischen Charakters, in beständiger
-Fühlung mit der Basler Bürgerschaft und der Basler Industrie geblieben ist.</p>
-
-<p>Die finanzielle Lage der Anstalt ist zwar im Vergleich mit ähnlichen Instituten scheinbar
-sehr bescheiden, indem wir gesetzlich vom Staate, ausser Assistenz, Bedienung, Heizung,
-Beleuchtung und baulicher Unterhaltung, bloss 3000 Fr. erhalten; aber allen wirklichen
-Bedürfnissen ist bisher auf die eine oder die andere Weise stets entsprochen worden. Von
-der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft, vom Museumsverein, von zahlreichen Freunden
-der Universität, von chemischen Fabrikanten, von Sanitätsbehörden für hygienische Untersuchungen
-u.s.w. hat die chemische Anstalt in den elf Jahren an Geld- und Naturalbeiträgen
-über 20,000 Fr. empfangen, also circa ⅖ der gesammten Laboratoriumseinnahmen. Wir
-haben die auf lange Erfahrung gegründete Ueberzeugung, dass, so lange die Anstalt ihrem
-wissenschaftlichen und praktischen Zweck entspricht, sie nicht Noth leiden wird.</p>
-
-<p class="right">
-Jules Piccard.
-</p>
-<hr class="small" />
- <h3><span class="pagenum"><a name="Seite_90" id="Seite_90">90</a></span>
-
- 8. Botanische Anstalt. </h3>
-
-<p>Die Geschichte der botanischen Anstalt reicht zurück bis zum Jahre 1588, als beim
-unteren Collegium ein kleiner botanischer Garten angelegt wurde.</p>
-
-<p>Etwas über hundert Jahre später, 1692, gründete man beim Spital auf einem grösseren,
-etwa zwei Juchart umfassenden Areal einen neuen Garten, welcher der Pflege wissenschaftlich
-und medicinisch wichtiger Pflanzen gewidmet war. Um die Erweiterung und den Ausbau
-dieser Anstalt machte sich besonders <em class="gesperrt">Werner de Lachenal</em> verdient. Im Bunde mit den
-Behörden und durch Aufwendung beträchtlicher eigener Mittel gelang es ihm, um 1777 eine
-ordentliche Professor-Wohnung zu erstellen, und die Sammlungen der Anstalt, besonders die
-Bibliothek, nach und nach zu erweitern.</p>
-
-<p>Als jedoch im vierten Decennium unsres Jahrhunderts das neue Spital erbaut wurde,
-ergab sich die Notwendigkeit, auch das Areal des botanischen Gartens mit der neuen
-Anstalt zu vereinigen. In Folge dessen kam zwischen der Erziehungsbehörde und dem
-Stadtrathe ein Vertrag zu Stande, in welchem die Verlegung des botanischen Gartens
-beschlossen wurde. Dieser Vertrag erhielt am 7. August 1838 die Genehmigung des Grossen
-Rathes und wurde in den Jahren 1838-1842 zur Ausführung gebracht.</p>
-
-<p>Die neue botanische Anstalt wurde vor das Aeschenthor verlegt (jetzt St. Jacobstrasse 6).
-Um das Areal zu beschaffen, kaufte löbl. Spitalpflegamt das Schneider'sche Gut
-an, das an Flächeninhalt ungefähr 3 Juchart und 218 Ruthen betrug. Durch weiteren Ankauf
-Seitens löbl. Akademischer Gesellschaft wurde dieser Raum soweit vermehrt, dass das ganze
-Grundstück fast 4 Juchart umfasste. Auf diesem Gebiet fand unter Professor <em class="gesperrt">Meissner</em> die
-Neugründung der Anstalt statt. Die äussere Gestalt, welche dieselbe dabei erhielt, war
-diejenige, welche sie bis heute behalten hat; der ganze Entwicklungsprozess aber fällt nach
-Obigem in denjenigen engeren Zeitraum, welchen diese Geschichte behandelt.</p>
-
-<p>Wie die ältere, so zerfiel auch die neue Anstalt in zwei Theile, das Institut im engeren
-Sinne nebst der Professor-Wohnung und den Garten mit den Gewächshäusern.</p>
-
-<p>Was zunächst den Garten anbelangt, so wurde als Eintheilungsprincip das de Candolle'sche
-System zu Grunde gelegt und die annuellen Gewächse, Stauden und Sträucher nach
-dem früher gebräuchlichen Verfahren auf parallele Beete gepflanzt. Daneben wurde ein
-besonderes Quartier für offizinelle Gewächse bestimmt. &mdash; Durch die vereinte Thätigkeit der
-hohen Regierung, des löbl. Stadtrathes, der löbl. Gemeinnützigen Gesellschaft, sowie einer zu
-dem Zweck veranstalteten Subskription gelang es, ein geräumiges, aus drei Abtheilungen, Kalt-,
-Temperirt- und Warmhaus bestehendes Gewächshaus zu erstellen, dem sich in der Folge ein
-Vermehrungs- und ein kleineres Haus zur Aufbewahrung von Kalthauspflanzen anschloss.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_91" id="Seite_91">91</a></span>
-
- Als sich in der Folge das aus Holz erstellte grosse Gewächshaus als unzulänglich
-erwies, wurde es im Jahre 1862 durch ein neues, geräumigeres und aus Eisen konstruiertes
-ersetzt, zu dessen Bau die hohe Regierung Fr. 25,000 und der Reservefond der Universität
-Fr. 10,000 beitrug. Im Jahre 1865 wurde auf dem Areal des botanischen Gartens ein Polizeiposten
-und in Verbindung damit eine Gärtnerwohnung erbaut und endlich im Jahre 1881
-an Stelle des alten, baufällig gewordenen Vermehrungshauses ein neues, aus Eisen gefertigtes
-errichtet, das sich in jeder Richtung als zweckmässig erwiesen hat.</p>
-
-<p>Damit gelangen wir zur Besprechung des Instituts. Ursprünglich war dasselbe, vom
-Unterrichtszwecke abgesehen, wesentlich systematischen Aufgaben gewidmet; die verfügbaren
-Räume dienten lediglich zur Aufstellung der Herbarien und der Bibliothek. Im Laufe der
-Zeit machte sich jedoch mehr und mehr das Bedürfniss geltend, auch der anatomisch-physiologischen
-Richtung in der Wissenschaft Rechnung zu tragen. Nachdem schon Professor
-<em class="gesperrt">Schwendener</em> in diesem Sinne die ersten Schritte gethan hatte, wurden seinem Nachfolger
-Professor <em class="gesperrt">Pfeffer</em> die Mittel zur Einrichtung eines eigentlichen kleinen Laboratoriums
-bewilligt und zur Unterhaltung und weiteren Ausbildung desselben von löbl. Akademischer
-Gesellschaft ein jährlicher Beitrag von Fr. 500 ausgesetzt. Mit Hilfe dieser Mittel wurden
-im Laufe der letzten Jahre nach und nach die ersten und notwendigsten Apparate herbeigeschafft,
-welche zur Ausführung der einfacheren physiologischen Versuche erforderlich sind.
-Um endlich dem Bedürfniss nach einigen grösseren Instrumenten und Apparaten, vor allem
-nach einem den heutigen Anforderungen entsprechenden, vollständigen Mikroskope, zu
-genügen, wurde im verflossenen Jahre von hoher Regierung und löbl. Akademischer Gesellschaft
-ein Extrakredit von Fr. 2,500 bewilligt.</p>
-
-<p>Wir dürfen diese Zeilen mit dem Bemerken schliessen, dass die botanische Anstalt in
-lebendiger Entwicklung begriffen ist. Möge sie trotz ihres Alters immer jung bleiben, wie
-der Gegenstand ihres Studiums, die immer sich neu verjüngende Pflanzenwelt.</p>
-
-<p class="right">
-H. Vöchting.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>9. Normal-anatomische Anstalt.</h3>
-
-<p>Im Sommersemester 1885 wurde diese Anstalt aus dem Collegienhaus am Rheinsprung
-in das neuerbaute Vesalianum auf dem Werkhof-Areal verlegt und theilt sich mit der
-physiologischen Anstalt in die Räume des Erdgeschosses und des Souterrains.</p>
-
-<p>Ueber die Vergangenheit der Anstalt berichtete jüngst in vortrefflicher Weise Herr
-Prof. <em class="gesperrt">Wilhelm His</em>, der Direktor des anatomischen Institutes in Leipzig. In der Ge<span class="pagenum"><a name="Seite_92" id="Seite_92">92</a></span>denkschrift
-zur Eröffnung des Vesalianum (Leipzig 1885) ist »die Geschichte des anatomischen
-Unterrichtes in Basel« von ihm niedergelegt und gerade jene Periode ausführlich behandelt
-worden, welche die letzten sechzig Jahre umfasst. <em class="gesperrt">His</em> vermochte am besten diesen Theil
-der Vergangenheit darzustellen, weil er vom Jahre 1857-72 als Lehrer an der Universität
-gewirkt und als geborener Basler während seiner Gymnasial- und Universitätsstudien die
-ganze Reihe derjenigen Lehrer persönlich gekannt hat, welche von <em class="gesperrt">C.G. Jung</em> angefangen
-die vereinigte anatomisch-physiologische Anstalt geleitet haben. Seit der Berufung des
-Prof. <em class="gesperrt">W. His</em> als Professor der Anatomie nach Leipzig ist die Anatomische Anstalt, wie an
-anderen Universitäten, unter einen selbstständigen Vorsteher gestellt. Die beträchtliche
-Steigerung des Besuches der Universitäten in den letzten zehn Jahren hat sich auch auf
-die Universität Basel und ganz besonders auf die medicinische Fakultät erstreckt. Bei dem
-Fach der Anatomie macht sich ebenso, wie bei dem Besuch der klinischen Fächer, jede
-vermehrte Frequenz doppelt fühlbar. Die Präparierübungen werden nämlich von jedem
-Mediciner durch zwei Wintersemester hindurch besucht. So kommt es, dass bei hundert
-Medicinern, welche sich auf vier Jahrgänge vertheilen, die Zahl der Präparanten bis auf
-fünfzig steigen kann. Bei solcher Frequenz waren die Räumlichkeiten in dem Collegienhaus
-am Rheinsprung, welche kaum für zwanzig Präparanten dürftigen Platz boten, durchaus ungenügend
-geworden, und die hohen Behörden gingen in Verbindung mit der Akademischen
-Gesellschaft daran, für Anatomie und Physiologie ein neues Gebäude zu errichten. (Genaueres
-über die Entstehungsgeschichte siehe in dem Bericht über die physiologische Anstalt).</p>
-
-<p>In dem Neubau des Vesalianums ist die Anatomie in dem Erdgeschoss untergebracht.
-Bei der Berechnung des für ein anatomisches Institut in Basel nothwendigen Raumes wurde
-eine Frequenz der Anstalt von 60 Präparanten vorausgesetzt. (Im Winter 1884/85 hatten
-56 Mediciner an den Präparierübungen Theil genommen.) So enthält denn der Präpariersaal
-am Westende des Gebäudes mit einer Fläche von 154 Quadratmeter für jeden Arbeiter
-2½ Quadratmeter. Dazu kommt noch in unmittelbarer Nähe des Seciersaales eine Garderobe.</p>
-
-<p>Der Hörsaal befindet sich in dem Centrum des Gebäudes, liegt nach Norden; die
-Sitzbänke sind nicht amphitheatralisch, sondern senkrecht zu drei grossen Fenstern gestellt,
-welche den Raum mit einem einheitlichen Licht erfüllen. An ihn schliesst sich als nothwendige
-Ergänzung ein Saal für anatomische und mikroskopische Demonstrationen, welche
-in dem Hörsaal aus besonderen Gründen nicht stattfinden können, unmittelbar an. Der
-Demonstrationssaal enthält eine Handsammlung für die Studierenden der Medicin, welche in
-der Anstalt arbeiten. Sie steht ebenso wie der Saal und ein daselbst befindliches Mikroskop
-zu freier Verfügung. Auch der Präpariersaal enthält eine grosse Anzahl von Präparaten,
-welche der freien Benutzung bei den Präparierübungen zugänglich sind.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_93" id="Seite_93">93</a></span>
-
- Eine andere Abtheilung des Erdgeschosses, welche ebenso wie der Hör- und der
-Demonstrationssaal nach Norden liegt, umfasst die Sammlungsräume mit einer Bodenfläche
-von 111 Quadratmetern.</p>
-
-<p>Die Arbeitszimmer liegen der Südfront entlang, soweit dieselbe nicht von dem Präpariersaal,
-der Garderobe, einer kleinen Treppe und dem hellen, geräumigen Stiegenhaus
-eingenommen wird. Das Souterrain ist zur Hälfte der anatomischen Anstalt zugetheilt,
-ebenso wie ein Theil des Speichers.</p>
-
-<p>Die anatomische Sammlung ist in drei Abtheilungen gegliedert.</p>
-
-<p>Die erste Abtheilung umfasst die systematische Anatomie, und zwar mit der bekannten
-Gliederung in Präparate für die Knochen- und Bänderlehre, die Eingeweidelehre und die
-Sinnesorgane, die Gefässlehre, die Nervenlehre.</p>
-
-<p>Die zweite Abtheilung umfasst die Rassenanatomie; sie ist in dem breiten Korridor
-des neuen Gebäudes in den besonders für Rassenschädel konstruierten Schränken aufgestellt.
-Was in dieser Abtheilung von den Herren <em class="gesperrt">His</em> und <em class="gesperrt">Rütimeyer</em> gesammelt wurde, ist
-durch die Veröffentlichung eines Werkes, betitelt »Crania helvetica«, in 4º, Basel 1864, auf die
-Höhe eines wissenschaftlichen Vergleichungsmateriales gehoben worden. Keine Universität
-der Schweiz besitzt eine so ausgedehnte Sammlung schweizerischer Schädel. Die Schädel
-der historischen Bevölkerung sind zahlreich vertreten, aber auch die prähistorische Bevölkerung.
-Aus der burgundischen und helvetischen Periode und aus der Periode der Pfahlbauten
-besitzen wir manches werthvolle Objekt.</p>
-
-<p>Die dritte Abtheilung umfasst die embryologische Sammlung, und besteht aus einer
-grossen Zahl vortrefflicher Wachspräparate, welche wir, abgesehen von den Weingeistpräparaten,
-zum überwiegenden Theile schenkungsweise von Herrn Prof. <em class="gesperrt">His</em> erhalten haben.
-Sie entstammen seinen wichtigen Arbeiten über die Entwicklungsgeschichte des Menschen,
-des Hühnchens und des Lachses.</p>
-
-<p>Eine vierte Abtheilung umfasst die mikroskopischen Präparate. Diese Sammlung ist
-in einem der nach Süden gelegenen Zimmer aufgestellt.</p>
-
-<p>Als höchst interessante Reliquien für die Geschichte des anatomischen Unterrichts
-sind zu verzeichnen:</p>
-
-<ul><li>1) ein weibliches Skelett, von <em class="gesperrt">Felix Plater</em></li>
-
-<li>2) ein männliches Skelett, von <em class="gesperrt">Vesal</em> hergestellt.</li></ul>
-
-<p>Ueber das letztere siehe die oben citierte Abhandlung von <em class="gesperrt">W. His</em>, S. 3.</p>
-
-<p>Diese beiden Skelette sind wohl die ältesten Knochenpräparate, welche in irgend einer
-anatomischen Sammlung existieren.</p>
-
-<p>Die anatomische Sammlung ist für 16,000 Franken versichert.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_94" id="Seite_94">94</a></span>
-
-An der Anstalt wirken zur Zeit, abgesehen von dem Vorsteher, noch ein Prosektor, Herr
-Dr.med. <em class="gesperrt">Gottschau</em> aus Berlin, und ein Assistent, stud. med. <em class="gesperrt">VonderMühll</em> aus Basel.
-Der Abwart der Anstalt hat im Erdgeschoss eine Werkstätte und im Souterrain eine mit
-Berücksichtigung aller sanitären Maassregeln erstellte Wohnung.</p>
-
-<p>Die Länge des stattlichen Gebäudes beträgt 55.43 Meter &mdash; die Breite in dem Mittelbau
-24.20 Meter. Die Westfront trägt in vergoldeten Lettern den Namen »<em class="gesperrt">Vesalianum.</em>«</p>
-
-<p class="right">
-J. Kollmann.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>10. Vergleichend-anatomische Anstalt.</h3>
-
-<p>Da erst vor kurzem, bei Ablauf von fünfundzwanzig Jahren seit Uebertragung der
-Leitung der vergleichend-anatomischen Sammlung an den Unterzeichneten, der Jahresbericht
-von 1880 einen Ueberblick über die allmählige Entwicklung derselben gegeben hat,<a name="FNAnker_34_34" id="FNAnker_34_34"></a><a href="#Fussnote_34_34" class="fnanchor">[34]</a> so
-kann sich der gegenwärtige Bericht hinsichtlich jener Periode kurz fassen.</p>
-
-<p>Ein Keim von Lehrmitteln für vergleichende Anatomie und Zoologie wurde zu Anfang
-der zwanziger Jahre, und zwar innerhalb des Rahmens der Sammlung für menschliche Anatomie
-zuerst angelegt auf Anregung von Professor <em class="gesperrt">C.G. Jung</em>.<a name="FNAnker_35_35" id="FNAnker_35_35"></a><a href="#Fussnote_35_35" class="fnanchor">[35]</a> Die Hauptbestandteile
-derselben bildete ein von <em class="gesperrt">Fr. Nusser</em>, dem Prosektor von Professor Jung, hergestellter Vorrath
-von Thierskeletten, hauptsächlich Säugethiere und Vögel. Allmählig kamen dazu allerlei
-Geschenke, namentlich osteologischer Natur, von dem Professor für Botanik und Zoologie,
-<em class="gesperrt">K.Fr. Meissner</em>; ferner die vortreffliche Privatsammlung von Gehörpräparaten des 1843 verstorbenen
-Dr.med. <em class="gesperrt">Ed. Hagenbach</em> als Geschenk von dessen Erben. Später eine von Herrn
-Prof. <em class="gesperrt">Miescher-His</em> angelegte und von ihm geschenkte, für die damalige Zeit schon ansehnliche
-Sammlung wirbelloser Meerthiere, hauptsächlich aus Neapel, und bald darauf, durch
-Ankauf, eine grössere, auch die Fische umfassende, die von dem Unterzeichneten in den
-Jahren 1851 und 1853 in Nizza und Palermo angelegt worden war, so wie allmählig eine
-Anzahl von vergleichend-anatomischen Präparaten, welche von den verschiedenen Inhabern
-des anatomisch-physiologischen Lehrstuhls, namentlich von Professor <em class="gesperrt">Alex. Ecker</em> und
-<em class="gesperrt">C. Bruch</em> herrührten.</p>
-
-<p>Bis zum Jahr 1855, wo zuerst (im October) ein besonderer Lehrstuhl für vergleichende
-Anatomie und Zoologie errichtet und dem Unterzeichneten anvertraut wurde, war dieser
-Vorrath an Lehrmitteln bereits auf circa 1000 Nummern des Präparatenkataloges angestiegen.
-<span class="pagenum"><a name="Seite_95" id="Seite_95">95</a></span>Untergebracht waren dieselben in dem kleineren der zwei im ersten Stock des unteren
-Collegiums der menschlichen Anatomie angewiesenen Säle; doch wurde bald nöthig, mit
-den grossen Skeletten in den Mittelraum auch des grösseren Saales überzugreifen. Auch für
-Anschaffungen und Präparation wurde die Sammlung anfänglich auf Aushilfe von Seiten der
-anatomisch-physiologischen Muttersammlung angewiesen, was bei den beschränkten eigenen
-Verhältnissen der letztern zu allerlei Misslichkeiten hätte führen können, wenn nicht bald,
-schon von 1857 an, die Berufung von Professor W. <em class="gesperrt">His</em> an den Lehrstuhl für menschliche
-Anatomie und Physiologie ein volles Einverständniss gesichert hätte. Immerhin betrug die
-Einnahme der Sammlung für vergleichende Anatomie im Jahr 1856 nur Fr. 155 und stieg
-auch in den folgenden Jahren nur langsam, sei es &mdash; und vor allem auf Verwendung von
-Professor <em class="gesperrt">Jung</em>, &mdash; durch gelegentliche freiwillige Zuschüsse von Seite der medicinischen
-Fakultät, sei es durch ähnliche freiwillige Unterstützung von manchen Freunden der rasch
-anwachsenden Sammlung, unter welchen an Verstorbenen namentlich Prof. K. Fr. <em class="gesperrt">Meissner</em>
-und C. <em class="gesperrt">Streckeisen</em> dankbare Erinnerung verdienen.</p>
-
-<p>Ueber die allmählige Weitergestaltung giebt etwas einlässlichere Auskunft der Regenzbericht
-für 1865. Die Sammlung gliederte sich nach und nach in drei verschiedenartige
-Abtheilungen: eine für vergleichende Anatomie, eine für Zoologie, soweit solche noch nicht
-im naturhistorischen Museum Pflege finden konnte, nämlich für wirbellose Thiere und für
-Fische und Reptilien in Weingeist, und eine dritte ausschliesslich aus Geschenken entstandene
-für Palæontologie, vorwiegend bestehend aus Thierresten von prähistorischen Fundstellen, wie
-Pfahlbauten, Knochenhöhlen u.s.w. bis in die jüngere Tertiärzeit, letztere hauptsächlich vertreten
-durch Gipsabgüsse nach den Originalsammlungen des Auslandes, namentlich Frankreichs
-und einer grossen Anzahl von Museen Italiens.</p>
-
-<p>Eine wesentliche Förderung wurde der Sammlung zu Theil durch das Universitätsgesetz
-vom Januar 1866, das ihr in Bezug auf Einnahme und Haushalt Selbstständigkeit
-und einen Jahreskredit von Fr. 1000 nebst Fr. 300 für Bedienung gewährte, wobei indess
-die freiwilligen Beiträge nicht ausblieben und namentlich auch die medicinische Fakultät
-Jahre lang fortfuhr, ihre Examengebühren vorwiegend dieser Sammlung zuzuwenden. Wie
-denn auch der Kreis von Freunden von befreundeten Anstalten im In- und Ausland und
-namentlich von Schülern, die aus dem Ausland oft höchst werthvolle Beiträge an Naturalien,
-heimsandten, sich immer mehr vergrössert hatte. An besonders ansehnlichen Beiträgen aus
-früheren Jahren nennen wir die Skelettsammlung von Professor J. J. <em class="gesperrt">Mieg</em>, die nach dessen
-Tod im Jahre 1870 der Anatomie so gut als geschenkweise zufiel, die Jahre lang wiederholten
-Zusendungen von Dr. <em class="gesperrt">Karl Dieterich</em> aus Michigan, diejenige von <em class="gesperrt">Ed. Spitteler</em>
-in Ceylon, von Dr. <em class="gesperrt">Zahnd</em> im Capland, und vor allem die von 1863-78 fast jedes Jahr<span class="pagenum"><a name="Seite_96" id="Seite_96">96</a></span>
-sich wiederholenden höchst werthvollen Geschenke von Dr. <em class="gesperrt">Gustav Bernoulli</em> in Guatemala.<a name="FNAnker_36_36" id="FNAnker_36_36"></a><a href="#Fussnote_36_36" class="fnanchor">[36]</a></p>
-
-<p>Alles das nöthigte zu immer grösserer räumlicher Ausdehnung. Schon 1864 war dem
-dringendsten Bedarf Rechnung getragen worden durch Glasschränke im Mittelraum des Saales;
-aber auch von dem Areal für menschliche Anatomie musste immer ausgiebigerer Gebrauch
-gemacht und dessen Mittelraum und Decke gefüllt werden; und von 1877 musste man unter
-Entgegenkommen des Professors der pathologischen Anatomie auch in dessen Sammlungssaal,
-ein Stockwerk höher, eindringen, wobei gleichzeitig Manches an die mittlerweile entstandene
-Reptiliensammlung des Museums, und auch die Gipsabgüsse tertiärer Säugethiere
-der daselbst entstandenen besondern Sammlung abgegeben wurden.</p>
-
-<p>Vom Jahr 1877 an bis auf 1885 fügte dann die Akademische Gesellschaft zu den
-genannten Hilfsmitteln aus dem Kirchen- und Schulgut einen jährlichen Zuschuss von Fr. 500,
-der namentlich erlaubt hat, dem bei derartiger Zunahme an Inhalt und Ausdehnung immer
-drückenderen Bedarf an regelmässiger Aushilfe für Bedienung zu begegnen, die bisher oft
-unzureichend, oft ganz ausbleibend durch Studierende besorgt worden war; immerhin verpflichtet
-auch hier, so gut wie bei Geschenken, Dankbarkeit, aus älterer Zeit namentlich der
-treuen und hingebenden Arbeit der Herren Stud. <em class="gesperrt">Kossakowsky</em> und <em class="gesperrt">Tachella</em> zu gedenken.</p>
-
-<p>Die Errichtung einer besondern pathologisch-anatomischen Anstalt eröffnete uns endlich
-im Jahr 1881 deren schon theilweise besetzten Saal vollständig. Trotz der Verdoppelung
-des Raumes füllte sich indess derselbe sofort so, dass nirgends merkliche Lücken entstanden
-und nicht ersichtlich war, wie der frühere Zustand wieder hergestellt werden könnte. Dasselbe
-lässt sich sagen von der in das gegenwärtige Jahr fallenden schliesslichen Besitznahme auch
-des Überrestes der Räumlichkeiten für menschliche Anatomie in Folge der Errichtung des
-Vesalianums.</p>
-
-<p>Erst hierdurch ist die vergleichend-anatomische Sammlung, freilich immer noch zum
-Theil in Räumlichkeiten, über deren Ungunst die Berichte an die Regenz seit Jahrzehnten
-Klage führten, völlig unabhängig geworden (mit einem Kredit von Fr. 2100 für die Sammlung
-und für Assistenz und wie bisher Fr. 900 für den im Hause wohnenden Anatomie-Diener).
-Sie hat auch das frühere Areal der menschlichen und der pathologisch-anatomischen
-Sammlungen völlig besetzt und ist eine besondere Lernsammlung zum Privatstudium der
-Studierenden in dem alten Seciersaal eingerichtet, während der sogenannte neue Seciersaal
-bereits in diesem Sommer im Anschluss an die Vorlesungen zu Demonstrationen unter der
-Leitung des Assistenten, Herrn Cand. phil. <em class="gesperrt">Leuthardt</em>, verwendet wurde.</p>
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_97" id="Seite_97">97</a></span>
-Über den Inhalt der Sammlung können Zahlen je länger je weniger richtigen Aufschluss
-geben. Einige Details gab der schon genannte von der Akademischen Gesellschaft
-veröffentlichte Bericht für 1880, den wir bis 1885 in folgender Weise ergänzen:</p>
-
-<p>Summa der Katalognummern etwa 5500, wovon über 3000 der vergleichend-anatomischen
-Abtheilung, nahezu 2000 der zoologischen und das Übrige, meist nicht einzelne Gegenstände,
-sondern ganze Reihen enthaltend, der palæontologischen zufallen. Für Spezielleres sind in
-der osteologischen Sammlung, die immer noch das Schwergewicht bildet, etwa 820 Spezies
-von Wirbelthieren vertreten:</p>
-
- <table summary="wirbeltieren">
- <tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="tdc bb" colspan="4">Spezies von</td></tr>
-
- <tr>
-<td>&nbsp;</td>
-<td class="tdc">Säugethieren</td>
-<td class="tdc">Vögeln</td>
-<td class="tdc">Reptilien</td>
-<td class="tdc">Fischen </td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-
-<tr><td>durch ganze Skelette (nahezu 700)</td>
-<td class="tdc">180</td>
-<td class="tdc">127</td>
- <td class="tdc">94</td>
- <td class="tdc">71</td>
-<td>&nbsp;</td>
-</tr>
-<tr><td>dazu durch Schädel (nahezu 1200)</td>
-<td class="tdc bb">206</td>
-<td class="tdc bb">83</td>
- <td class="tdc bb">30</td>
- <td class="tdc bb">33</td>
-<td class="bb">&nbsp;</td>
-</tr>
-<tr>
-<td>&nbsp;</td>
- <td class="tdc">386</td>
- <td class="tdc">210 </td>
-<td class="tdc">124</td>
-<td class="tdc">104</td>
-<td class="tdc">Summa 824.</td>
-</tr>
-</table>
-<p>In Weingeist: Wirbellose Thiere 1040, Fische 440, Batrachier und Reptilien 350 Arten.</p>
-
-<p>Vergleichend-anatomische Objekte in Weingeist circa 600 Nummern.</p>
-
-<p>Wichtiger als diese Zahlen ist die Anerkennung, dass diese Hilfsmittel den Anforderungen
-des akademischen Unterrichts in einer Weise entsprechen, die während Jahrzehnten
-als unerreichbar erschien, und dass einzelne Abteilungen auch für Spezialstudien eine reiche
-Fülle bieten, die immer noch im Zunehmen begriffen ist durch fortdauernde Fürsorge aus
-allerlei Quellgebieten, worunter wir für die letzten Jahre besonders hervorheben die Zusendungen
-von Dr. <em class="gesperrt">Gränicher</em> (Mittelmeerfauna), von Dr. C. <em class="gesperrt">Passavant</em> und Dr. E. <em class="gesperrt">Mähly</em>
-aus West-Afrika, von Dr. <em class="gesperrt">Paul</em> und <em class="gesperrt">Friedrich Sarasin</em> aus Ceylon.</p>
-
-<p>Am Schlusse einer Darstellung, die durch das viele Erfreuliche, das sie zu melden
-erlaubt, die Schattenseiten des Rückblickes, die in den jährlichen amtlichen Berichten häufigen
-Ausdruck fanden, zu übersehen verpflichtet, mag es billig sein, beizufügen, dass durch die
-letzten Veränderungen endlich auch &mdash; nach dreissig Jahren allerdings etwas spät &mdash; vielleicht
-der empfindlichste Übelstand, das Fehlen eines besondern Lokales für die Vorlesungen, die
-Tag für Tag an einen grossen Vorrath von Lehrmaterial gebunden sind, beseitigt werden
-konnte.</p>
-
-<p class="right">
-L. Rütimeyer.
-</p>
-<hr class="small" />
- <h3><span class="pagenum"><a name="Seite_98" id="Seite_98">98</a></span>
- 11. Physiologische Anstalt. </h3>
-
-<p>Seit der Rekonstruktion der medicinischen Fakultät in den zwanziger Jahren dieses
-Jahrhunderts trat die Physiologie als besonderes Lehrfach auf, anfangs (unter den Herren
-Fr. <em class="gesperrt">Meissner</em> und Fr. <em class="gesperrt">Miescher</em>, Vater) mit der vergleichenden Anatomie und der allgemeinen
-Pathologie einem Professor zugewiesen, später, nach Prof. <em class="gesperrt">Jung's</em> Übertritt zur
-praktischen Medicin, mit der deskriptiven Anatomie vereinigt (unter den HH. A. <em class="gesperrt">Ecker</em>,
-C. <em class="gesperrt">Bruch</em>, G. <em class="gesperrt">Meissner</em>, W. <em class="gesperrt">His</em>). Seit Anfang der fünfziger Jahre entstand allmählig durch
-Anschaffungen aus dem für anatomische und physiologische Lehrmittel bewilligten Kredit
-der Grundstock einer Sammlung von Instrumenten für physiologische Versuche und Demonstrationen,
-als deren älteste, werthvolle Stücke hervorzuheben sind ein Ludwig'sches Kynographion
-von Keinath aus dem Jahre 1854, mehrere Apparate nach Vierordt zur Physiologie
-des Kreislaufs von ebendemselben 1855 und 56, sowie ein Dubois'scher Multiplikator
-von Sauerwald von 1859. Besondere Lokalien für physiologische Zwecke waren, mit Ausnahme
-eines Hörsaals, keine reserviert.</p>
-
-<p>Bei Anlass der Wegberufung von Herrn Prof. W. <em class="gesperrt">His</em> wurde durch Grossrathsbeschluss
-vom 24. Februar 1873 eine besondere ordentliche Professur für Physiologie geschaffen und
-derselben für die Bedürfnisse des physiologischen Unterrichts ein jährlicher Kredit von
-Fr. 1500 aus Staatsmitteln zugewiesen; ausserdem wurde die Stelle eines zweiten Abwarts
-(mit Fr. 1500 Gehalt) kreiert, welchem die Bedienung der Professoren der Physiologie und
-der pathologischen Anatomie übertragen wurde. Der hiemit neu begründeten physiologischen
-Anstalt wurden als Räumlichkeiten zugewiesen: ein Hörsaal und ein Arbeitszimmer im südöstlichen
-Flügel des Universitätsgebäudes, vom Rheinsprung aus Parterre, mit besonderem
-Eingange, beide Räume seit 1866 von Herrn Prof. <em class="gesperrt">His</em> benützt; ferner Thierställe, sowie
-ein Aquarium in dem Hofraum neben dem Leichenkeller. Später wurde vom Baudepartement
-noch die Einrichtung einer kleinen Werkstätte im Holzschuppen neben dem Hofthor bewilligt.
-Die Verbindung zwischen den oberen und unteren Lokalien war theilweise durch eine
-Leiter hergestellt.</p>
-
-<p>Unter den so geschaffenen Verhältnissen konnte während des Zeitraums von 1872-85
-mit Hilfe des bewilligten Kredites (zu welchem 1875 auch die Akademische Gesellschaft
-einen Extrazuschuss gewährte) der Bestand der physiologischen Sammlung ein erfreuliches
-Wachsthum aufweisen, so dass die behufs Feuerversicherung im April 1884 aufgenommene
-Schätzung einen Werth von Fr. 16,000 ergab. Die eigentliche Anstaltsthätigkeit war dagegen,
-sowohl was den Unterricht als was die Forschung betrifft, in hohem Grade durch Raum<span class="pagenum"><a name="Seite_99" id="Seite_99">99</a></span>mangel
-gehemmt, obwohl auch der Korridor mit Utensilien angefüllt und jeder verfügbare
-Raum aufs Aeusserste ausgenützt wurde.</p>
-
-<p>Um den oben geschilderten Uebelständen, sowie auch dem Raummangel der anatomischen
-Anstalt abzuhelfen, wurde, nachdem in den Jahren 1881 und 1882 seitens der
-hohen Behörden mehrere Gutachten von der medicinischen Fakultät über diese Angelegenheit
-eingeholt worden waren, die Errichtung eines Neubaues für Anatomie und Physiologie auf
-dem Areal des Werkhofes in Aussicht genommen, wozu die Akademische Gesellschaft in
-einer Uebereinkunft mit dem Staat vom 20. September 1882 sich bereit erklärte, die Hälfte
-der veranschlagten Baukosten bis auf die Summe von Fr. 160,000 beizutragen. Nachdem
-letztgenannte Uebereinkunft von dem Plenum der Akademischen Gesellschaft ratifiziert war
-und den 29. Januar 1883 auf Grund dieses Vertrages das ganze Projekt, sowie die von Herrn
-Reber ausgearbeiteten Pläne die Genehmigung des Grossen Rathes erhalten hatten, wurde
-im Frühjahr 1883 der Bau unter Leitung von Herrn P. <em class="gesperrt">Reber</em> begonnen, noch im Spätherbst
-desselben Jahres unter Dach gebracht, und nachdem über dem innern Ausbau und
-den Einrichtungsarbeiten noch das Jahr 1884 verstrichen war, mit dem Beginn des Sommersemesters
-1885 für den Unterricht eröffnet. Zu Ehren des grossen Neubegründers der
-menschlichen Anatomie, der 1542/43 auch in Basel wirkte, <em class="gesperrt">Andreas Vesalius</em>, erhielt der
-Neubau den Namen »Vesalianum«.</p>
-
-<p>Von den Räumen des Vesalianums sind hinwiederum der physiologischen Anstalt zugetheilt:
-das ganze erste (obere) Stockwerk mit Ausnahme eines Hörsaales nebst Wartezimmer
-für Privatdocenten verschiedener medicinischer Fächer; ferner die Räume der
-Dachetage mit Ausnahme einer Kammer, eines kleinen Zimmers nach Süden für mikrophotographische
-Arbeiten, sowie eines Theiles des Dachbodens im Westanbau, welche
-Lokalien der anatomischen Anstalt zugewiesen sind; in die Räume des hellen und luftigen
-Souterrains theilen sich, soweit sie nicht durch die Heizungsanlagen in Beschlag genommen
-sind, die anatomische und die physiologische Anstalt, welche letztere daselbst ihre Behälter
-für Thiere, ihre Vorräthe von Chemikalien und andere Utensilien unterbringt.</p>
-
-<p>Die Hauptetage enthält die nöthigen Räume und Einrichtungen, um neben den theoretischen
-und experimentellen Vorlesungen in den verschiedenen Richtungen der physiologischen
-Wissenschaft selbstständig zu arbeiten und Schüler praktisch zu unterrichten: einen
-Hörsaal für circa fünfzig Zuhörer, dazu ein Vorbereitungszimmer, worin auch die physiologische
-Sammlung aufgestellt ist; ein grösseres und ein kleineres Laboratorium für physiologisch-chemische
-Arbeiten, mit zusammen zwanzig Arbeitsplätzen; ein kleines Zimmer für
-Elementaranalysen, ein Waagezimmer, ein Zimmer für physikalisch-chemische Untersuchungen,
-Privatlaboratorium und Bureau des Professors, ein Zimmer für mikroskopische<span class="pagenum"><a name="Seite_100" id="Seite_100">100</a></span>
-Arbeiten, einen grösseren Raum für Experimente, einen Raum für Gasanalysen, zwei
-Arbeitsräume, welche für physikalisch-physiologische Untersuchungen bestimmt sind, eine
-Werkstätte für den Abwart.</p>
-
-<p>Um den vermehrten Bedürfnissen der so bedeutend erweiterten physiologischen Anstalt
-Rechnung zu tragen, wurde durch Grossrathsbeschluss vom 16. März 1885 für die erste
-instrumentale Ausrüstung ein Kredit von Fr. 5,000 bewilligt und der regelmässige jährliche
-Staatsbeitrag von Fr. 1,500 auf Fr. 2,000 erhöht; ausserdem wurde für einen Assistenten
-ein jährlicher Beitrag von Fr. 1,500 ausgesetzt. Der Abwart bezieht den bisherigen Gehalt
-von Fr. 1,500 bei freier Wohnung im Dachgeschoss.</p>
-
-<p class="right">
-Friedrich Miescher-Rüsch.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>12. Pathologisch-anatomische Anstalt.</h3>
-
-<p>Die pathologische Anatomie ist an hiesiger Universität seit 1850 durch eine eigene
-Professur vertreten. Doch war schon früher dieses Fach von Lehrern der medicinischen
-Fakultät berücksichtigt worden. Wir besitzen noch heute einige von <em class="gesperrt">Felix Plater</em> herrührende
-Präparate; der wichtigste Theil des Grundstockes der pathologisch-anatomischen
-Sammlung entspringt der vielseitigen Thätigkeit von <em class="gesperrt">C.G. Jung</em>. Unter anderm bewahren
-wir das Präparat einer von <em class="gesperrt">Jung</em> ausgeführten Ovariotomie auf, als Erinnerung an die erste
-in der Schweiz ausgeführte Operation dieser Art.</p>
-
-<p>Seit Uebernahme der Professur durch Herrn <em class="gesperrt">Miescher</em> (Vater) hat regelmässiger
-Unterricht in der pathologischen Anatomie und fortwährende Vermehrung der Sammlung
-stattgefunden. Für Beides ist auch durch den Verstorbenen <em class="gesperrt">C.E.E. Hoffmann</em> Vieles
-geschehen.</p>
-
-<p>Sowohl das Wachsthum der Sammlung, als die seit Ende der sechziger Jahre steigende
-Zahl der Medicin-Studierenden liessen den Mangel an Raum im Universitätsgebäude immer
-fühlbarer hervortraten. Nachdem schon seit 1872 auf Abhilfe gesonnen worden war, gelang
-es 1879 durch das Zusammenwirken der Akademischen Gesellschaft, des Pflegamtes des
-Spitals und des Staates einen Ausweg zu finden. Durch Vertrag vom 10. März 1879 wurde
-die Erstellung eines den Zwecken der pathologischen Anatomie dienenden Gebäudes
-beschlossen. Die Akademische Gesellschaft leistete an die Kosten Fr. 85,000, das Spital
-Fr. 30,000. Letzteres gab zugleich das nothwendige Areal; der Staat übernahm Fr. 18,000
-für Ausrüstung der Anstalt. Das Gebäude wurde 1880 beendigt und im Herbst desselben
-Jahres bezogen.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_101" id="Seite_101">101</a></span>
-
-Die Lage des Gebäudes im Garten der Spitals entspricht dem Zweck der Anstalt.
-In dem einstöckigen Mittelbau finden sich oben Hörsaal und Sammlungsräume, unten die
-Arbeitszimmer für Studierende und den Professor. Der eine Parterreflügel enthält einen
-Saal zum Mikroskopieren, der andre zwei Sektionsräume. Das Souterrain besitzt Abteilungen
-für Leichen, Präparate, Brennmaterial u.s.w.</p>
-
-<p>Im Jahr 1881 hat der Staat den bisherigen Jahreskredit der Anstalt um Fr. 1,200 erhöht.</p>
-
-<p>So ist der pathologischen Anatomie eine gedeihliche Entwicklung gesichert worden.
-Der Unterricht zerfällt in Vorlesungen und in praktische Uebungen der Studierenden; für
-beides liefert die Sammlung Objekte zur Demonstration. Ausser den Sektionen des Spitals
-werden die des Kinderspitals und bei eintretendem Bedürfniss auch solche für Privatärzte
-vorgenommen. Die Sammlungen werden stets vermehrt; sie erhalten alljährlich Beiträge
-von der chirurgischen und gynäkologischen Klinik, sowie von hiesigen und auswärtigen
-Aerzten. Studierende und Aerzte finden in der Anstalt Gelegenheit, sich einlässlich mit
-pathologisch-anatomischen Untersuchungen zu befassen.</p>
-
-<p>Einige Zahlen mögen ein annäherndes Bild von dem Stande der pathologisch-anatomischen
-Anstalt geben. Von 1873-79 betrug die Zahl der Sektionen im jährlichen Durchschnitt
-222, von 1880-84 309. Die Sammlung zählt jetzt 3517 Präparate, wovon 2662 in
-Spiritus, 855 trocken aufbewahrt werden. Der jährliche Zuwachs seit 1873 beziffert sich
-durchschnittlich auf 150-180 Nummern. Grössere anatomische Arbeiten sind von jungen
-Aerzten unter Leitung des Vorstehers ausgeführt und durch den Druck veröffentlicht worden
-1873-79 eine, 1880-84 zehn.</p>
-
-<p class="right">
-Moritz Roth.
-</p>
-<hr class="small" />
-
-<h3>13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale.</h3>
-
-<p>Eine reguläre medicinische Klinik nach dem Muster anderer Universitätskliniken
-existiert in Basel erst seit dem Jahre 1865, wenn auch schon früher von Herrn Professor
-Dr. <em class="gesperrt">Jung</em> sel., gewesenem Oberarzte der medicinischen Abtheilung des Bürgerspitals,
-wohl während der Morgenvisite im Krankenhause gelegentlich klinischer Unterricht ertheilt
-worden ist. Die Einführung einer ständigen medicinischen Klinik, als integrirenden Bestandtheils
-des medicinischen Unterrichtes an hiesiger Universität, wurde im März 1865
-durch Vereinbarung zwischen der Staatsbehörde und Spitalbehörde beschlossen, der Beschluss
-vom Grossen Rathe nachträglich genehmigt und zu gleicher Zeit das neuzugründende Institut
-zur Beschaffung seiner Lehrbedürfnisse, insbesondere zur Ertheilung von Freibetten an
-geeignete Patienten, mit einem jährlichen Kredite versehen. Nachdem so eine medicinische<span class="pagenum"><a name="Seite_102" id="Seite_102">102</a></span>
-Klinik im eigentlichen Wortsinne erst ermöglicht worden war und mit erfolgtem Ableben
-des Herrn Professor <em class="gesperrt">Jung</em> das Lehrfach der klinischen Medicin durch Berufung des Herrn
-Professor Dr. <em class="gesperrt">Carl Liebermeister</em> an hiesige Universität einen neuen geeigneten Vertreter
-erhalten hatte, begann die medicinische Klinik unter dessen Leitung zu Anfang des
-Wintersemesters 1865/66 und ist sie seitdem permanent Universitätsattribut geblieben. Sie
-wird wöchentlich fünfmal (an den Wochentagen, mit Ausnahme des Donnerstags) Vormittags
-im Bürgerspitale abgehalten, anfänglich vor der chirurgischen Klinik von 9-10&frac12; Uhr,
-später und zwar seit Sommersemester 1878 (inclus.) durch Austausch der Stunden erst nach
-dieser letzteren, nämlich von 10&frac12;-12 Uhr. Als Vorsteher der Klinik, und zugleich als
-ordentliche Professoren der speziellen Pathologie und Therapie an der Universität, fungierten
-bisher der schon genannte Professor Dr. <em class="gesperrt">Liebermeister</em> und, nach erfolgter Berufung
-desselben an die Universität Tübingen, seit Herbst 1871 der Unterzeichnete. Dem Chefarzte
-der Klinik standen ferner bisher jeweilen zwei jüngere absolvierte Aerzte als Assistenzärzte
-zur Seite, von denen der eine die männlichen, der andere die weiblichen Patienten unter
-sich hat. Die Amtsdauer derselben soll ordnungsgemäss je zwei Jahre betragen, hat aber
-in Wirklichkeit wiederholt mehr (bis zu vier Jahren), wiederholt auch weniger lange (nur ein
-Jahr) gewährt. Ausserdem besitzt sowohl die männliche wie die weibliche Abtheilung auch
-noch je einen aus der Zahl der Studierenden der Medicin und Klinicisten gewählten Hilfsassistenten,
-der auf die Dauer eines Semesters sich zum Dienst auf der betreffenden klinischen
-Abtheilung verpflichtet und dem die kleineren Obliegenheiten auf derselben unterstellt
-sind. Ausser der vom Chefarzt selbst gehaltenen medicinischen Klinik werden im Anschluss
-und zur Vorbereitung auf dieselbe den jüngeren und angehenden Klinicisten auch noch
-verschiedene diagnostische und propädeutische Kurse ertheilt. So findet namentlich in jedem
-Semester wenigstens ein (nach Bedürfniss gab es deren mitunter auch wohl zwei) theoretisch-praktischer
-Kursus in der physikalischen Diagnostik (Auskultation und Perkussion) wöchentlich
-in zwei Stunden Seitens des Einen der beiden Assistenzärzte statt, während dem Anderen
-die Abhaltung eines laryngoskopischen Kurses obliegt; ferner hält der Chefarzt selbst seit
-1881 auch noch zum wenigsten in jedem Wintersemester einen zweistündigen Kurs über
-klinische Propädeutik, in welchem namentlich die methodische Krankenuntersuchung allseitig
-und zusammenfassend betrieben und damit der junge Mediciner direkt auf das Praktizieren
-in der Klinik vorbereitet wird.</p>
-
-<p>Die Frequenz der klinischen Zuhörer hat sich seit 1865 um ein Ansehnliches gehoben;
-während sie im ersten Semester des Bestehens der Klinik (Wintersemester 1865/66) nur 8
-betrug, war sie beim Wegzug des Herrn Professor <em class="gesperrt">Liebermeister</em> im Sommersemester
-1871 bereits auf 19 gestiegen. Im Sommersemester 1872 erreichte sie dann die Zahl von<span class="pagenum"><a name="Seite_103" id="Seite_103">103</a></span>
-24 ordentlich inskribierten Zuhörern; im Wintersemester 1878/79 die von 36, und im Wintersemester
-1880/81 ihr bisheriges Maximum mit 43 Inscribierten. In den letzten zwei Jahren
-bewegte sich die Frequenz anhaltend zwischen 30-40, sie betrug im Wintersemester 1883/84
-35, im Sommersemester 1884 37, im Wintersemester 1884/85 35 und im Sommersemester
-1885 endlich 33 Hörer. Ausser von Studierenden der Medicin und nicht immatrikulierten
-Zuhörern ist aber die Klinik seit ihrem Bestehen auch schon wiederholt von praktischen
-Aerzten, einheimischen wie fremden, theils vorübergehend, theils auch dauernder besucht
-worden.</p>
-
-<p>Die klinischen Patienten rekrutieren sich theils aus der städtischen Bevölkerung, die
-im Bürgerspitale ärztliche Hilfe sucht und Aufnahme findet; theils aus Fremden, denen
-vom Direktor der Klinik behufs Vorstellung und Besprechung derselben in der Klinik
-klinische Freibetten ertheilt werden. Von den gewöhnlichen Spitalpatienten aus der Stadt
-und nächsten Umgebung werden nur solche Fälle in der Klinik vorgestellt, an welche sich
-ein besonderes wissenschaftliches &mdash; sei es pathologisches, sei es therapeutisches &mdash; Interesse
-knüpft, und welche vom Direktor der Klinik deswegen als zur klinischen Besprechung
-tauglich befunden werden. Die Vorstellung der Kranken erfolgt ferner immer nur nach
-deren ausdrücklich eingeholter Einwilligung hierzu, und es haben Schwierigkeiten in dieser
-Beziehung seit Bestehen der Klinik nur sehr vereinzelt stattgefunden. Von kardinaler
-Wichtigkeit aber für die gedeihliche Entwicklung des klinischen Unterrichtes (auf dem Gebiete
-der innern Medicin, wie der Chirurgie und Geburtshilfe) ist jedenfalls das den Kliniken
-seit deren Begründung zugestandene Recht der Freibetten gewesen. Was speziell die
-medicinische Klinik anlangt, so steht es nach demselben dem internen Kliniker zu, gleichzeitig
-je bis zu zehn Patienten, völlig unabhängig von deren Heimatsverhältnissen und deren
-Zahlungsfähigkeit, lediglich zum Zwecke des Unterrichtes Aufnahme im Spitale zu gewähren,
-wenn deren Kranksein wissenschaftlich-fachliches Interesse darbietet. Die so aufgenommenen
-Kranken stellten nach und nach ein Hauptkontingent zur Klinik; sie zahlen, wenn
-sie bedürftig sind, nichts, oder andernfalls eine sehr ermässigte, tägliche Verpflegungstaxe,
-die gegenwärtig Fr. 1.50 pro Tag beträgt. Die Nachfrage nach diesen klinischen Freibetten
-ist anfänglich eine geringere, im weitem eine immer wachsende gewesen, und oft ist es in
-den letzten Jahren vorgekommen, dass Gesuche um Aufnahme in diese Freibetten abgewiesen
-werden mussten, weil es an dem überhaupt verfüglichen Raume fehlte, oder weil der betreffende
-Fall sich nicht zur Besprechung in der Klinik vorzugsweise eignete. So haben
-im Jahre 1884 im Ganzen nur 52, im Jahre 1882 nur 56 Gesuche berücksichtigt werden
-können, während im dazwischenliegenden Jahre 1883 die Zahl der in Freibetten aufgenommenen
-Patienten 95 und im Jahr 1881 80 betragen hat.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_104" id="Seite_104">104</a></span>
-
-Aus vorstehendem Ueberblick über die Verhältnisse der medicinischen Klinik während
-der ersten zwanzig Jahre ihres Bestehens erhellt, dass die Entwicklung des Institutes in
-allen Hauptbeziehungen eine sehr glückliche genannt werden darf. Es fehlt ihm namentlich
-weder an einer ausreichenden Frequenz der Zuhörer, noch an dem nöthigen Lehrstoffe in
-Bezug auf klinisch-brauchbare Fälle. Zu wünschen wäre dagegen sehr, dass ihr für die
-grössere Zahl der Besucher auch ein grösserer und zweckmässig eingerichteter Hörsaal nach
-dem Muster anderer Kliniken im Spitale eingerichtet würde, und dass namentlich dem Kliniker
-und dessen Mitarbeitern daselbst etwelche passend gelegene und hinlänglich grosse Arbeitsräume
-zugewiesen würden, da es an solchen schon seit mehreren Jahren nahezu völlig gebricht,
-und die früher disponibeln Räume zu Krankenzimmern eingerichtet werden mussten.
-Es steht zu erwarten, dass diesen Uebelständen bei der bevorstehenden Verlegung des
-Irrenhauses Rechnung getragen werde, da andernfalls ein Hauptzweck der Klinik, wissenschaftliche
-Forschung zu fördern und überhaupt in strenger Methode zu ermöglichen, nur
-in der unvollkommensten Weise erfüllt werden könnte.</p>
-
-<p class="right">
-Hermann Immermann.
-</p>
-<hr class="small" />
-
-<h3>14. Chirurgische Klinik.</h3>
-
-<p>Die chirurgische Klinik in Basel datiert vom Jahre 1865. Wohl hatten schon früher
-die Oberärzte des hiesigen Bürgerspitals die Befugniss, bei ihren Krankenbesuchen und bei
-Vornahme von Operationen Studierende der Medicin zuzuziehen; einen geordneten regelmässigen
-klinischen Unterricht gab es aber nicht und konnte es aus Mangel an den nöthigen
-Einrichtungen nicht geben. An die Einführung eines solchen konnte erst gedacht werden,
-als den 15. März 1865 durch einen Beschluss des Kleinen Rathes die letzten Hindernisse
-fielen, welche der Vollziehung der zwischen der Universitäts-Behörde und dem löblichen
-Spitalpflegamt getroffenen Vereinbarung entgegenstanden. Schon für das Sommersemester
-1865 wurde ein erster Anfang gemacht; doch fanden die angekündigten klinischen Vorträge
-wenig Berücksichtigung, weil der gleichzeitig neu organisierten medicinischen Klinik die
-entsprechende Leitung noch fehlte. Erst als durch Berufung von Herrn Professor <em class="gesperrt">Liebermeister</em>
-für das folgende Wintersemester diesem Mangel abgeholfen war, konnte den 7. November
-1865 vor 9 inskribierten Praktikanten und einer Anzahl hiesiger Aerzte die chirurgische
-Klinik in Basel als definitiv constituiert erklärt und eröffnet werden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_105" id="Seite_105">105</a></span>
-
-Von diesem Tage an bis heute wurde dieselbe, mit nur zwei nennenswerthen Unterbrechungen
-während der Kriegsjahre 1866 und 1870, jeweilen in anderthalb Stunden Vormittags
-an fünf Wochentagen vom Unterzeichneten gehalten.</p>
-
-<p>Die schon erwähnte Uebereinkunft zwischen dem Regierungsrath und dem Stadtrath,
-welche im Jahre 1875 erneuert und erweitert wurde, beseitigte den Hauptübelstand früherer
-Zeit durch die Einführung der sogenannten Freibetten. Diese Einrichtung giebt dem klinischen
-Vorstand die Befugniss, »bis auf 10 Betten mit Kranken zu besetzen, welche nach seinem
-eigenen freien Ermessen, ohne Rücksicht auf Heimath, Zahlungsfähigkeit und sonstige Berechtigungsgründe
-aufzunehmen sind.« Da die gewöhnlichen Spitalkranken, ihrer Zahl und
-Beschaffenheit nach, in keiner Weise genügen konnten, um die nöthige Abwechslung in der
-Wahl der zum Unterricht zu verwendenden Krankheitsfälle zu ermöglichen, waren und
-sind diese Freibetten geradezu eine Lebensbedingung für die hiesige chirurgische Klinik,
-abgesehen davon, dass dieselben für viele arme, unglückliche Kranke der Stadt und der Umgebung
-eine grosse Wohlthat sind. Sobald daher durch den Ausbau des neuen Krankenhausflügels
-der Raum es erlaubte, wurde von der neuen Einrichtung ein im Laufe der
-Jahre immer steigender Gebrauch gemacht. Während in den ersten Jahren die Zahl der
-in die chirurgischen Freibetten aufgenommenen Kranken zwischen 40 und 60 schwankte,
-stieg sie später auf 100 bis 150. Im Ganzen sind während der letzten neunzehn Jahre 1854
-Freibettpatienten, meist schwere und seltene Krankheitsfälle, zum Unterricht verwendet
-worden.</p>
-
-<p>Der jeweilige Assistenzarzt der Abtheilung war auch stets in der Klinik thätig und
-unterstützte den Vorstand bei den Demonstrationen und Operationen; ebenso hielt derselbe
-regelmässig einen praktischen Kurs in der Verband- und Instrumentenlehre.</p>
-
-<p>Die Frequenz des Besuchs von Seiten der Studierenden war von Anfang an eine stetig
-zunehmende. Während der ersten fünf Jahre war das Mittel per Semester 12 Zuhörer und
-Praktikanten; in den darauffolgenden fünf Jahren stieg dasselbe auf 22,3. In den letzten
-zehn Jahren betrug es 30. Im Ganzen inskribierten sich während der verflossenen zwanzig
-Jahre 946 Studierende.</p>
-
-<p>Da heutzutage von jedem jungen Arzt verlangt wird, dass er ein durch vorherige
-sorgfältige Uebung gesichertes Wissen und Können fertig in die Praxis mitbringt, und da
-er selbst nur unter dieser Bedingung den schweren Verpflichtungen, die er gleich bei Anfang
-seiner Berufsthätigkeit übernimmt, Herr zu werden vermag, ist es eine der Aufgaben des
-Unterrichts, die Erwerbung praktischer Kenntnisse und Fertigkeiten so viel wie möglich zu
-erleichtern. Ein ganz wesentliches Mittel hiezu sind die Assistentenstellen. Sie stehen jedem
-Mediciner aus den älteren Semestern offen, vorausgesetzt, dass er sich sonst durch seinen<span class="pagenum"><a name="Seite_106" id="Seite_106">106</a></span>
-Charakter dazu qualifiziert und für ein Jahr sich verpflichtet. Seit 1865 sind über 40 Studierende
-als Assistenten der chirurgischen Klinik thätig gewesen.</p>
-
-<p>Den finanziellen Bedürfnissen der Klinik durch Anschaffung von Lehrmitteln jeder
-Art wurde im Lauf der Zeit in verschiedener Weise genügt. Anfangs bezog hierzu der
-Vorstand jährlich eine bestimmte Summe aus dem »Klinischen Kredit.« Nach 1875 übernahm
-die Spitalverwaltung diese Ausgaben für sämtliche klinische Institute gegen eine bestimmte
-jährliche Gesamtvergütung. Ausserdem erhielt die chirurgische Klinik einen Zuschuss von
-Fr. 200 aus dem medizinischen Vermächtnissfond. Endlich wurde durch Regierungsrathsbeschluss
-vom 23. December 1882 eine Summe bis auf Fr. 2000 jährlich dem jetzigen Vorstand
-der Klinik zu Unterrichtszwecken bewilligt. Dadurch wurde letzterer in den Stand gesetzt,
-sein Privatlaboratorium auch einzelnen Studierenden zu eröffnen und einen Assistenten zur
-Unterstützung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten anzustellen.</p>
-
-<p class="right">
-August Socin.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>15. Geburtshilflich-gynækologische Klinik.</h3>
-
-<p>Bis zum Sommersemester 1868 fehlte jeder praktische Unterricht in Geburtshilfe und
-Gynækologie.</p>
-
-<p>Theoretischer Unterricht wurde in verdankenswerther Weise von dem Privatdocenten
-Herrn Dr. <em class="gesperrt">Achilles Burckhardt</em> ertheilt.</p>
-
-<p>Am 3. Juni 1868 wurde die geburtshilflich-gynækologische Klinik im Neubau des
-Bürgerspitals eröffnet. Als Leiter der Klinik war im April 1868 der bisherige Privatdocent
-Dr. J.J. <em class="gesperrt">Bischoff</em> berufen worden im Einverständnisse mit löbl. Spitalpflegamte, welches
-demselben die Leitung der Abtheilung übertrug, deren Belegraum ohne Privatzimmer etwa
-22 Betten betrug, welche Zahl später auf 44 stieg. Im Anfang hatte der Vorsteher die Leitung
-von Abtheilung und Klinik allein zu besorgen und erst mit Januar 1875 wurde hauptsächlich
-aus klinischen Rücksichten ein Assistenzarzt angestellt, welcher im Spitale Station hat.</p>
-
-<p>In den ersten Semestern wurde die Klinik regelmässig viermal wöchentlich von
-8-9 Uhr gehalten, später dreimal; dagegen wurde vom Wintersemester 1877/78 an wöchentlich
-einstündig ein diagnostischer geburtshilflicher Kurs gehalten und zwar bis zum Sommersemester
-1885 von dem jeweiligen Assistenzarzte und von da vom Vorsteher. Ausser den
-regelmässigen Stunden wurde den Klinicisten Gelegenheit gegeben, den Geburten bei Tag
-und bei Nacht beizuwohnen, indem dieselben jeweilen durch einen Bediensteten des Spitals
-herbeigerufen wurden.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_107" id="Seite_107">107</a></span>
-
-Anfänglich wurden in der Klinik fast ausschliesslich geburtshilfliche Fälle vorgestellt;
-von Jahr zu Jahr mehrten sich aber die Aufnahmen Frauenkranker, so dass die Klinik jetzt
-beiden Disciplinen der Gynækologie im weitern Sinne gerecht wird.</p>
-
-<p>Um die Aufnahme auch auswärtiger klinisch interessanter Krankheitsfälle zu ermöglichen,
-war die Klinik von Anfang mit vier klinischen Freibetten ausgestattet worden, welche
-Zahl dem Bedürfnisse aber lange nicht genügte. Später wurde die Zahl auf zehn erhöht, wobei
-wie in den andern Kliniken ein Theil unentgeltlich, ein anderer gegen die übliche Taxe
-aufgenommen wird.</p>
-
-<p>In den ersten Jahren ihres Bestehens litt die Klinik (und dies steht in Zusammenhang
-mit der Anzahl der Freibetten einerseits und mit der anfänglichen Scheu der Bevölkerung
-vor Aufnahme in Spitalabtheilungen, an welchen Klinik gehalten wurde, andrerseits, eine
-Scheu, die seit Jahren nur zu vollständig abgelegt worden ist) einigermaassen Mangel an für
-die Klinik verfügbaren Krankheitsfällen; ziemlich bald aber mehrten sich diese so, dass
-gegenwärtig immer genügend für den klinischen Unterricht gesorgt ist. Es geht dies am
-besten aus folgenden Zahlen hervor.</p>
-
-<p>Im Jahre 1868 betrug die Zahl sämtlicher verpflegten Frauen 88 (wovon 83 Schwangere,
-2 Wöchnerinnen mit 67 Geburten und 3 Frauenkranke) und die Zahl der Kinder 74; im
-Jahre 1884 dagegen betrug die Zahl der Frauen 644 (wovon 442 Schwangere und Wöchnerinnen
-mit 420 Geburten und 202 Frauenkranke), die der Kinder 421. &mdash; Hiezu kommen
-noch 102 weitere gynækologische Fälle, welche nur ambulatorisch behandelt wurden.</p>
-
-<p>Einer wissenschaftlichen Verwerthung des klinischen Materiales stand bis jetzt der
-vollständige Mangel an dazu nöthigen Räumlichkeiten im Wege, so dass sowohl die vom
-Vorsteher und dessen Assistenzärzten zum Drucke gelangten Arbeiten, als auch die aus
-der Klinik entstandenen Dissertationen von Schülern derselben nur praktische Gebiete
-beschlagen konnten, während von experimentellen Arbeiten nie die Rede sein konnte. Die
-Klinik besitzt denn auch, ausser den für Operationen nöthigen Instrumenten, nur ganz wenige
-Apparate, dagegen eine schon ziemlich ansehnliche Anzahl dem Unterrichte dienlicher Präparate.</p>
-
-<p class="right">
-J.J. Bischoff.
-</p>
-<hr class="small" />
-<h3><span class="pagenum"><a name="Seite_108" id="Seite_108">108</a></span>
-
-16. Psychiatrische Klinik.</h3>
-
-<p>Es wurden zwar von Herrn Professor <em class="gesperrt">Brenner</em> sel. in früheren Jahren öfters Kranke
-der Irrenabtheilung vor einzelnen Medicin-Studierenden demonstriert, doch begann der
-eigentliche regelmässige und methodische, theoretische und klinische Unterricht im Gebiete
-der Geisteskrankheiten erst im Herbste 1875. Es war dies eine Folge des Beschlusses
-E.E. Grossen Raths von Baselstadt vom 1. Februar 1875, wonach für das Fach der Psychiatrie
-an der medicinischen Fakultät ein ordentlicher Professor angestellt wurde. Als solcher
-wurde Dr.med. <em class="gesperrt">Ludwig Wille</em>, damals Direktor der Irrenanstalt St. Urban, ernannt, welcher
-Ende Oktober 1875 seine Wirksamkeit mit der Eröffnung der psychiatrischen Klinik im
-städtischen Spital begann und bis jetzt fortsetzte. Durch die Genehmigung der Anstellung
-eines Assistenzarztes, der Anschaffung geeigneter Lehrmittel und zu klinischen Zwecken
-dienender Apparate, der Verwendung von klinischen Freibetten im Verlaufe der nächsten
-Jahre erhielt die psychiatrische Klinik allmählig auch die nothwendige Unterstützung zu
-ihrem ferneren Bestande und zu weiterer Entwicklung. Die im Verlaufe der letzten zehn
-Jahre geradezu verdoppelte Zahl der Aufnahmen von Kranken in die Abtheilung ergab auch
-das genügende Material für Beobachtung und Untersuchung. Leider sind die für die psychiatrische
-Klinik verwendeten zwei wöchentlichen Stunden wenig zur Erfüllung der Aufgabe,
-was jedoch durch den regelmässigen Besuch der theoretischen Vorlesungen über Psychiatrie
-während zwei Semestern von Seite der Studierenden wieder einigermaassen ausgeglichen wird.</p>
-
-<p>Die Zahl der die psychiatrische Klinik besuchenden Studierenden während der vergangenen
-zehn Jahre betrug 199, wovon 104 auf die Winter- und 95 Studierende auf die
-Sommersemester treffen. Das Maximum derselben in den Wintersemestern war 16, das
-Minimum 4, der mittlere Durchschnitt 10,4; das Maximum in den Sommersemestern 15, das
-Minimum 5, der Durchschnitt 9,5 Studierende. Es konnten in den einzelnen Wintern durchschnittlich
-41, in den Sommern durchschnittlich 26 Kranke demonstriert werden. Es machte
-sich hiebei weniger das mangelnde Interesse der Studierenden an dem Spezialfach, als vielmehr
-die oft ungenügende Vorbildung in den Thatsachen und Lehren der Nervenanatomie,
--Physiologie und -Pathologie störend geltend. Immerhin wird das Spezialfach, das bei der
-Schlussprüfung nicht verwerthet wird, stets nur bei den Strebsamsten das volle Interesse
-dauernd wach halten.</p>
-
-<p>Von gröster Bedeutung für die Zukunft der psychiatrischen Klinik ist der durch das
-rühmens- und dankenswerthe Entgegenkommen unsrer Tit. hohen staatlichen und städtischen
-Behörden, dann durch den hohen Bürgersinn der Frau <em class="gesperrt">Merian</em> ermöglichte Beschluss E.E.
-Grossen Rathes vom 23. April 1883 der Errichtung einer neuen, zur Aufnahme von 210 Kranken<span class="pagenum"><a name="Seite_109" id="Seite_109">109</a></span>
-bestimmten kantonalen Irrenanstalt an Stelle der bisherigen in jeder Beziehung ungenügenden
-Irrenabtheilung des Spitals. Es wird nach dem gegenwärtigen Stande der baulichen Verhältnisse
-möglich sein, die Anstalt im Laufe des Sommers 1886 zu beziehen. Wenn auch
-einerseits, besonders im Anfang, die etwas weite Entfernung der neuen Anstalt von der
-Stadt störend auf den Besuch der Klinik einwirken dürfte, so ist andrerseits zu hoffen, dass
-durch das reichere und mannigfaltigere Krankenmaterial, durch die dem Standpunkt der
-modernen Wissenschaft entsprechende Ausrüstung, durch die korrekte, den Lehrzweck
-berücksichtigende Eintheilung und Ausführung der neuen Anstalt diese Störung wieder ihre
-Ausgleichung finden wird. Es wird dann die psychiatrische Klinik würdig den übrigen
-grossartigen Schöpfungen des medicinischen Unterrichts während der letzten zwei Jahrzehnte
-dastehen und hoffentlich in gleicher Weise durch die passende Verpflegung und Behandlung
-der Kranken, wie durch die Verbreitung der für die Praxis so nöthigen psychiatrischen
-Kenntnisse, die grossen vom Staate und von Privaten geleisteten finanziellen Opfer rechtfertigen.
-Möge die neue Anstalt für ferne Zeiten den Bewohnern Basels zum Segen gereichen,
-wie sie stets als ein herrliches Denkmal bürgerlichen Edel- und Opfersinns anerkannt
-werden wird!</p>
-
-<p class="right">
-Ludwig Wille.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>17. Poliklinik des Bürgerspitals.</h3>
-
-<p>Auf Anregung der Oberärzte des Spitals wurde im Jahre 1874 am 31. August durch
-Vertrag zwischen der Curatel unserer Universität und dem Pflegamte des Bürgerspitals
-bestimmt, dass in Verbindung mit dem letztem eine Poliklinik eröffnet werde, welche zunächst
-die Aufgabe haben sollte, solchen Kranken, welche Spitalaufenthalt nicht nöthig hatten, in
-einem täglich geöffneten Ambulatorium unentgeltlich Rath zu ertheilen und welche gleichzeitig
-auch als klinisches Institut dem Unterrichte der Studierenden dienen sollte.</p>
-
-<p>Dieses Ambulatorium wurde unter der Aufsicht und Direktion der Oberärzte des Spitals
-durch einen ad hoc ernannten Assistenzarzt geleitet und dazu am 22. Oktober 1875 erwählt
-der Privatdocent für Pharmakologie Dr. <em class="gesperrt">Rudolf Massini</em>; derselbe wurde in der Folge
-im Jahre 1877 zum ausserordentlichen Professor und 1882 zum Direktor der Poliklinik ernannt.</p>
-
-<p>Als Lokal wurden vom Pflegamte des Bürgerspitals zwei Parterrelokalitäten des Markgräfischen
-Hofes zur Verfügung gestellt, welche einestheils mit der Strasse, anderntheils mit dem
-Spital in direkter Verbindung stehen und von denen das eine als Wartezimmer, das andere<span class="pagenum"><a name="Seite_110" id="Seite_110">110</a></span>
-als Untersuchungssaal und Auditorium dienen; dieselben wurden zu diesen Zwecken baulich
-entsprechend eingerichtet; bei der Ausdehnung des Institutes wurden auch die wünschenswerthen
-Verbesserungen und Einrichtungen von dem Bürgerspitale stets in zuvorkommender
-Weise ausgeführt. Am 30. November 1874 konnte die Anstalt für Publikum und Studierende
-eröffnet werden.</p>
-
-<p>Ueber die Frequenz giebt folgende Tabelle Aufschluss:</p>
-<table summary="frequenz">
-<tr>
-<td><b>Winter-Sem.</b> </td>
-<td><b>Studierende.</b></td>
-<td><b>Sommer-Sem.</b> </td>
-<td><b>Studierende.</b></td>
-<td><b>Frequenz.</b></td>
-<td><b>Personen.</b></td>
-<td><b>Konsultationen.</b> </td></tr>
-
-<tr><td>1874/75</td>
-<td class="tdc">5</td>
-<td>1875</td>
-<td class="tdc">6</td>
-<td>1874</td>
- <td>111</td>
-<td>176</td> </tr>
-<tr><td>1875/76</td>
- <td class="tdc">8</td>
-<td>1876</td>
- <td class="tdc">8</td>
- <td>1875</td>
- <td>1258 </td>
- <td>3644</td> </tr>
-<tr><td>1876/77</td>
- <td class="tdc">7</td>
- <td>1877</td>
- <td class="tdc">5</td>
- <td>1876 </td>
- <td>2277</td>
- <td>5555</td> </tr>
-<tr><td>1877/78</td>
-<td class="tdc">3</td>
- <td>1878</td>
-<td class="tdc">3</td>
- <td>1877</td>
- <td>3475</td>
- <td>8469</td> </tr>
-<tr><td>1878/79 </td>
-<td class="tdc">8</td>
- <td>1879</td>
-<td class="tdc">6</td>
- <td>1878</td>
- <td>4375</td>
- <td>10538</td></tr>
-<tr><td>1879/80</td>
-<td class="tdc">3</td>
- <td>1880</td>
-<td class="tdc">6</td>
- <td>1879</td>
- <td>4464</td>
- <td>9613</td> </tr>
-<tr><td>1880/81</td>
-<td class="tdc">4</td>
- <td>1881</td>
-<td class="tdc">11</td>
- <td>1880</td>
- <td>4972</td>
- <td>10903</td></tr>
-<tr><td>1881/82</td>
-<td class="tdc">2</td>
- <td>1882</td>
-<td class="tdc">5</td>
- <td>1881</td>
- <td>5630</td>
- <td>11689</td> </tr>
-<tr><td>1882/83</td>
-<td class="tdc">5</td>
- <td>1883</td>
-<td class="tdc">8</td>
- <td>1882</td>
- <td>5692</td>
- <td>12040</td> </tr>
-<tr><td>1883/84</td>
-<td class="tdc">13</td>
- <td>1884</td>
-<td class="tdc">18</td>
- <td>1883</td>
- <td>6641</td>
- <td>13050</td> </tr>
-<tr><td>1884/85</td>
-<td class="tdc">14</td>
- <td>1885</td>
-<td class="tdc">15</td>
- <td>1884</td>
- <td>7291</td>
- <td>14985</td> </tr>
-</table>
-
-<p>Von grossem Einfluss auf den Besuch der Studierenden war die Zeit der Abhaltung
-der Poliklinik; dieselbe war in den Jahren 1874-77 auf die Nachmittagsstunde verlegt worden,
-als die Freistunde der arbeitenden Klassen; für die Hörer aber, welche den ganzen Vormittag
-die Kliniken besuchen, eine unbequeme Zeit; auch die Verlegung auf Vormittags 8-9 Uhr,
-welche Zeit theils mit der geburtshilflichen, theils mit der ophthalmologischen Klinik kollidierte,
-war ohne Erfolg, und erst die seit 1881 eingeführte Morgenstunde 7-8 Uhr brachte eine
-erfreulichere Frequenz.</p>
-
-<p>Neben dem Ambulatorium wurden stets auch Besuche in der Stadt gemacht und
-einzelne Patienten vorgerückteren Schülern zur Besorgung überwiesen. Doch war es aus
-Mangel an Assistenz nicht möglich, ein eigentliches Poliklinikum fest zu organisieren. Vom
-Jahre 1874 bis 1877 wurde die Poliklinik vom Assistenzarzt allein besorgt; die steigende
-Frequenz führte im Sommer 1877 zur Anstellung eines Unterassistenten, der namentlich das
-Protokoll zu führen hatte; doch genügte bald auch diese Aushilfe nicht mehr. Nachdem in
-den Jahren 1881-1883 die Aerzte a <em class="gesperrt">Wengen</em> und Dr. <em class="gesperrt">Fiechter</em> in höchst willkommener
-Weise ihre vorzüglichen Dienste der Poliklinik zur Verfügung gestellt hatten, wurde im
-September 1883 die Anstellung eines ständigen Hilfsarztes durch den Regierungsrath beschlossen
-und als solcher Herr Dr. <em class="gesperrt">Hoffmann-Paravicini</em> erwählt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_111" id="Seite_111">111</a></span>
-
-Bei der Gründung der Poliklinik wurde das Honorar des Assistenzarztes auf 2000 Fr.
-festgestellt, wovon 1500 Fr. der Spital, 500 Fr. die Regierung trug; ausserdem wurde ein
-Jahreskredit von 700 Fr. für Instrumente, Verbandstoffe u.s.w. eröffnet, wovon 200 Fr. auf den
-Spital, 500 Fr. auf den Staat fielen. Vom Jahre 1877 an übernahm der Spital die Lieferung
-von Verbandstoffen und Bureaumaterial, und es wurden nunmehr 300 Fr. von dem Kredit von
-700 Fr. für Honorierung eines Hilfsassistenten bestimmt. Vom Jahre 1883 an wurde ausserdem
-ein Kredit von 1200 Fr. für den Hilfsarzt durch die Regierung zur Verfügung gestellt.</p>
-
-<p>Durch das kräftige und wohlwollende Zusammenwirken der Behörden des Staates und
-des Bürgerspitals wurde auf diese Weise ein lebenskräftiges und blühendes Institut geschaffen,
-das sowohl für die öffentliche Krankenpflege, als für den Unterricht eine fühlbare Lücke
-ausgefüllt hat und von dem wir hoffen dürfen, dass es bald durch weiteren Ausbau zu einer
-noch reicheren Entwicklung werde geführt werden.</p>
-
-<p class="right">
-Rudolf Massini.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik.</h3>
-
-<p>I. <em class="gesperrt">Ophthalmologische Klinik</em> wurde zum ersten Male 1867 im Sommersemester
-von dem damaligen ausserordentlichen Professor <em class="gesperrt">Heinrich Schiess</em> in der Augenheilanstalt,
-Allschwylerstrasse Nr. 9, vor sechs Zuhörern gehalten. Dieselbe wurde Anfangs mit
-Unterbrechungen, später ganz regelmässig in zwei, später in drei Stunden wöchentlich abgehalten.
-Von Seite der Akademischen Gesellschaft erhielt die Augenheilanstalt von 1869 an
-einen regelmässigen Beitrag von 1000 Fr., und damit war eine nähere Verbindung zwischen
-der Universität und der genannten Anstalt angebahnt. Da die Lokalitäten der Anstalt durchaus
-unzweckmässig und ungenügend waren, schritt man im Jahre 1875 zu einem Neubau an der
-Mittleren Strasse. Die Kosten desselben samt Land und Mobiliar beliefen sich auf circa
-250,000 Fr. Die hohen Behörden leisteten hiezu einen Betrag von 15,000 Fr., das löbl. Pflegamt
-des Spitals einen von 20,000 Fr., das Uebrige wurde zum grösten Theil durch freiwillige
-Beiträge der hiesigen Bürger und Einwohner zusammengebracht. Die neue Anstalt ist daher
-ein beredtes Zeugniss für Basels werkthätige Nächstenliebe und für das einträchtige Zusammengehen
-von Behörden und Privaten für humane Zwecke.</p>
-
-<p>Bei dieser Gelegenheit wurde das Verhältniss zwischen Universität und Augenheilanstalt
-durch einen Vertrag in der Weise geregelt, dass einerseits Regierung, Akademische Gesellschaft
-und Löbl. Pflegamt zusammen jährlich 6000 Fr. an die Betriebskosten beitragen, wogegen<span class="pagenum"><a name="Seite_112" id="Seite_112">112</a></span>
-der Oberarzt der Anstalt, der zugleich Direktor der ophthalmologischen Klinik ist, verpflichtet
-ist, regelmässigen Unterricht in der Ophthalmologie zu ertheilen und eine Poliklinik abzuhalten.
-Ein im Hause wohnender Assistenzarzt hat ebenfalls beim betreffenden Unterricht behilflich
-zu sein. Das aus acht Mitgliedern bestehende Anstaltscomité hat einen Delegierten des
-Löbl. Pflegamts in seiner Mitte.</p>
-
-<p>Die Räumlichkeiten der Anstalt bieten Platz für 48 Kranke; es besteht eine besondere
-Kinderabtheilung im Erdgeschoss. Für den klinischen und theoretischen Unterricht findet
-sich ein grosses Zimmer mit Seitenlicht vor, ausserdem ein Spiegelzimmer und Untersuchungszimmer
-für die poliklinischen Kranken; ein Arbeitszimmer für Studierende ist leider nicht
-vorhanden. Die Anzahl der jährlich verpflegten klinischen Kranken hat in den letzten Jahren
-circa 440 betragen; die tägliche Durchschnittszahl 31-33 Kranke. Diese Anzahl erlaubte,
-nicht nur den Studierenden die gewöhnlichen Augenkrankheiten vorzuführen, sondern sie
-auch mit den seltenen, pathologischen Formen bekannt zu machen; von dem Assistenzarzte
-wurden zuweilen ophthalmoskopische Kurse abgehalten, um die Studierenden mit dieser auch
-für das allgemeine medicinische Studium wichtigen Untersuchungsmethode bekannt zu machen.
-Es wurden im Sommersemester in den letzten fünf Jahren durchschnittlich 80.2, im Wintersemester
-115.4 Kranke den Studierenden vorgestellt.</p>
-
-<p>Die Sammlung pathologischer Augen, die bereits eine sehr ansehnliche geworden, und
-diejenige der mikroskopischen Präparate sind ebenfalls für den klinischen Unterricht herangezogen.
-Die Frequenz <span class="err" title="original: de">der</span> Klinik, die vor dem Bezug der neuen Anstalt schon wegen Raummangels
-eine beschränktere gewesen, hat sich seither wesentlich gehoben und betrug in den
-letzten fünf Jahren im Sommersemester 15, im Wintersemester 19,4 Studierende.</p>
-
-<p>II. Die <em class="gesperrt">ophthalmologische Poliklinik</em>, welche überhaupt die erste Poliklinik war,
-die in Basel existierte, wurde im Jahre 1865 am ersten Mai eröffnet, und hatte im ersten
-Jahre eine Frequenz von 262 Kranken. Die Anzahl der Patienten nahm beständig zu und
-hat sich auch die Befürchtung, dass bei der grossen Entfernung der neuen Anstalt die Frequenz
-zurückgehen werde, als unrichtig erwiesen. Auch jetzt noch ist die Frequenzziffer im Ansteigen
-begriffen, wie folgende Zahlen beweisen mögen:</p>
-
-<table summary="anzahl">
-<tr><td class="tdc"><b>Anzahl der Kranken.</b></td>
-<td class="tdc"><b>Jahr</b>.</td></tr>
-
- <tr><td class="tdc">1340</td> <td>1880 </td></tr>
- <tr><td class="tdc">1587</td> <td>1881</td></tr>
- <tr><td class="tdc">1581</td> <td>1882 </td></tr>
- <tr><td class="tdc">1621</td> <td>1883 </td></tr>
- <tr><td class="tdc">1779</td> <td>1884.</td> </tr>
- </table>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_113" id="Seite_113">113</a></span>
-
-Die Kranken erhalten Gratiskonsultation, keine Medikamente und keine Brillen. Bei
-der steigenden Frequenz, wobei eine genaue Untersuchung und richtige Protokollführung
-immer schwieriger wurde, wurde im Jahre 1884 von dem Anstaltscomité ein poliklinischer
-Assistent angestellt, der das Protokoll zu führen hat und auch bei den Untersuchungen thätig
-ist. Auf diese Art wird zuweilen einem älteren Medicin-Studierenden, der diese Stelle
-bekleidet, Gelegenheit geboten, sich etwas mehr, als dies gewöhnlich geschieht, mit dem
-Fache vertraut zu machen. Die Poliklinik wird übrigens sowohl während des Semesters
-als auch in den Ferien von ältern Medicin-Studierenden frequentiert.</p>
-
-<p class="right">
-Heinrich Schiess.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>19. Ohrenklinik.</h3>
-
-<p>Die Ohrenklinik hat den Zweck, Studierenden<span class="err" title="original: Unterrricht"> Unterricht</span> zu ertheilen in der Kenntniss
-und Behandlung der Erkrankungen des Gehörorgans und zugleich angehenden Ohrenärzten
-und sonstigen Interessenten Gelegenheit zu geben zu wissenschaftlichen Arbeiten und weiterer
-Ausbildung in der theoretischen und praktischen Ohrenheilkunde.</p>
-
-<p>In früherer Zeit widmete der 1868 verstorbene Prof. Dr. <em class="gesperrt">Streckeisen</em> diesem Gebiete
-sein besonderes Interesse und stellte auch mit Vorliebe gehörkranke Kinder in der Klinik
-des Kinderspitals vor; eine eigentliche Ohrenklinik bestand jedoch in Basel nicht. &mdash; Diese
-wurde durch den jetzigen Vorsteher im Jahre 1876 eröffnet und umfasst:</p>
-
-<p>I. <em class="gesperrt">Otologisches Institut.</em> &mdash; Dasselbe befindet sich im Universitätsgebäude in zwei
-demselben von der hohen Curatel zugewiesenen Zimmern.</p>
-
-<p>Nebenbei bemerkt, ist diese höchst willkommene Zuweisung eines Lokals für das otologische
-Institut die einzige Unterstützung, welche von Seite des Staates der Ohrenklinik zu
-Gute kommt und werden, abgesehen von dem jährlich dem Institut zufallenden Fakultätsbeitrag
-(circa 50 Fr.), die Kosten der Ohrenklinik von dem Vorsteher derselben getragen.</p>
-
-<p>Die beiden Zimmer des Institutes dienen als Arbeitszimmer und zugleich als Aufstellungsraum
-für die Sammlung, welche eine grosse Reihe von Präparaten normal-anatomischen
-und pathologisch-anatomischen Inhalts enthält. Die Sammlung ist in erster Linie
-bestimmt zu Demonstrationen bei den Vorlesungen, dann aber auch zur Erweiterung unserer
-Kenntnisse über Anatomie und Pathologie des Ohres überhaupt.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_114" id="Seite_114">114</a></span>
-
-II. <em class="gesperrt">Ohrenklinik.</em> &mdash; Diese wird jeden Dienstag von ½3-½5 Uhr abgehalten in der
-Wohnung des Vorstehers. (St. Albanvorstadt 42).</p>
-
-<p>Die Patienten erhalten unentgeltliche Konsultation, Operationen u.s.w., jedoch nicht
-Gratis-Medikamente.</p>
-
-<p>Ein kleiner Fond von Fr. 100, den ein in der Ohrenklinik geheilter Patient aus Dankbarkeit
-dieser später zur Verfügung stellte, wurde benützt zur Anschaffung von Spritzen und
-ähnlichen Instrumenten, welche an Unbemittelte abgegeben werden.</p>
-
-<p>Im Jahre 1876 besuchten die Ohrenklinik 82 Patienten mit 324 Konsultationen, im
-Jahr 1883 dagegen 317 Patienten mit 414 und im vorigen Jahre 320 Patienten mit 455 Konsultationen.</p>
-
-<p>Leider gestatten es die in meiner Wohnung disponiblen Räumlichkeiten nicht, eine
-grössere Zahl, als vier bis fünf Studierende aufzunehmen, besonders im Winter, wo meist
-nur bei Gasbeleuchtung untersucht werden kann.</p>
-
-<p>Wir hoffen, dass die Zeit nicht so ferne sei, wo durch Zuweisung eines geeigneten
-Lokals für den klinischen Unterricht und durch Anstellung eines Assistenten es dem Vorsteher
-möglich gemacht werde, die Beschränkung in der Zahl der aufzunehmenden Studierenden
-aufzuheben und die Benutzung der Ohrenklinik allen Interessenten zugänglich zu machen.</p>
-
-<p class="right">
-Albert Burckhardt-Merian.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>20. Kinderklinik.</h3>
-
-<p>Eine regelmässige Klinik der Kinderkrankheiten besteht im Kinderspital seit der Mitte
-der Sechziger Jahre und wurde bis zum Jahre 1868 von Herrn Professor <em class="gesperrt">Streckeisen</em> sel.
-abgehalten.</p>
-
-<p>Bei der Neubesetzung der Stelle eines Oberarztes des Kinderspitals, welcher aus
-einem Doppelvorschlag der medicinischen Fakultät von dem Comité des Kinderspitals gewählt
-wurde, ist derselbe verpflichtet worden, regelmässig Klinik zu halten, an der Universität zu
-lesen und eine Poliklinik zu leiten. Seit dem Jahre 1808 hält der Unterzeichnete regelmässig
-Klinik jeden Donnerstag von 10-12 Uhr und benützt hiezu zum Theil das klinische Krankenmaterial,
-d.h. die im Kinderspital verpflegten Kranken, zum Theil die Poliklinik, d.h. die
-aus der Stadt zur Konsultation kommenden kranken Kinder. Im Kinderspital werden jährlich
-circa 400 Kranke verpflegt; der tägliche Bestand schwankt zwischen 35 und 45.</p>
-
-<p><span class="pagenum"><a name="Seite_115" id="Seite_115">115</a></span>
-
-Die Klinik wird von den älteren Studierenden regelmässig besucht; ihre Zahl beläuft
-sich im Durchschnitt in den letzten zehn Jahren auf etwa 15-20 und mehr. Es wird dabei
-dem Studierenden reichlich Gelegenheit geboten, sich mit den Krankheiten des kindlichen
-Alters, sowohl den medicinischen als den chirurgischen vertraut zu machen. Es steht dem
-leitenden Arzte zur Pflege der kranken Kinder an ärztlichem Personal zur Seite ein Secundararzt
-und ein Assistent; in die Krankenpflege theilen sich neun Schwestern aus der Diaconissenanstalt
-in Riehen. Dem ökonomischen Theil der Anstalt steht ein Verwalter vor.
-Das Kinderspital steht unter einem Comité, das sich selbst ergänzt; die Anstalt ist eine
-wohlthätige Stiftung, die eigenes Vermögen hat, zum Unterhalt aber ausserdem auf Legate
-angewiesen ist. Von der Universität erhält das Spital keinerlei finanzielle Unterstützung.</p>
-
-<p class="right">
-E. Hagenbach-Burckhardt.
-</p>
-<hr class="small" />
-
-<h3>21. Theologisches Seminar.</h3>
-
-<p>In der theologischen Fakultät bestand bis zum Sommer 1885 blos ein Seminar für
-homiletische und für katechetische Uebungen zum Zweck der unmittelbaren Vorbereitung
-auf den praktisch-kirchlichen Dienst. Dasselbe wurde im Januar 1867 gegründet, nachdem
-schon früher Herr Professor <em class="gesperrt">Hagenbach</em> und seit 1851 Herr Pfarrer (jetzt Professor) <em class="gesperrt">Stockmeyer</em>
-die homiletischen und die Herren Professoren <em class="gesperrt">Riggenbach</em> und <em class="gesperrt">Auberlen</em>, sowie
-Herr Pfarrer <em class="gesperrt">Miville</em> abwechselnd katechetische Uebungen geleitet hatten. Seit Errichtung
-des Seminars pflegen die Uebungen der homiletischen Abtheilung ausnahmslos in jedem
-Semester, die der katechetischen in jedem Wintersemester abgehalten zu werden. Vorsteher
-der ersteren ist seit der Gründung des Seminars Herr Professor <em class="gesperrt">Stockmeyer</em> (bis 1873 für den
-zweiten Kursus unter Mitwirkung von Herrn Professor <em class="gesperrt">Hagenbach</em>), Vorsteher der
-letzteren Herr Professor <em class="gesperrt">Riggenbach</em>. Für den Eintritt ist beiderseits ein vorangegangenes
-theologisches Studium von mindestens vier Semestern als Bedingung gefordert. Die Uebungen,
-zu denen alle Theilnehmer verpflichtet sind, bestehen in der Ausarbeitung und Kritik von
-Predigten und Katechesen; für die homiletische Abtheilung ist ausserdem noch in einem
-zweiten Kursus, der indessen nicht regelmässig abgehalten wird, die Gelegenheit zum Vortrag
-der für das Seminar ausgearbeiteten Predigten im öffentlichen Gottesdienst geboten.
-Durch einen von der Regenz genehmigten Fakultätsbeschluss soll von Herbst 1885 an dieses
-homiletisch-katechetische Seminar durch Heranziehung zunächst der alttestamentlich und neutestamentlich
-exegetischen, sowie der kirchengeschichtlichen Disciplin zu einem allgemein
-<span class="pagenum"><a name="Seite_116" id="Seite_116">116</a></span>
-theologischen Seminar erweitert werden, dessen einzelne Abtheilungen indessen, was
-Leitung und Mitgliedschaft betrifft, von einander unabhängig sind und dessen von der
-Fakultät zu ernennende Vorsteher die maassgebenden Bestimmungen über die Art und die
-Bedingungen der Theilnahme je für die verschiedenen Disciplinen zu treffen haben. Zugleich
-ist mit dieser Erweiterung des Seminars die Aufstellung einer Handbibliothek verbunden
-worden, deren Benützung zunächst den Mitgliedern vorbehalten ist; über die Bücheranschaffungen
-entscheidet die Fakultät nach den von den Vorstehern der einzelnen Abtheilungen
-gemachten Vorschlägen.</p>
-
-<p class="right">
-Chr. J. Riggenbach.
-</p>
-<hr class="small" />
-
-<h3>22. Pädagogisches Seminar.</h3>
-
-<p>Dieses Seminar trat mit Beginn des Wintersemesters 1873/74 ins Leben und hat die
-Aufgabe, Studierende für ein höheres Lehramt vorzubereiten. Für seine Einrichtung war
-die Erwägung maassgebend, dass einerseits bei dem gegenwärtigen Zustande des Unterrichtswesens
-eine gewisse Orientierung über die wichtigeren allgemeinen Probleme, wie über die
-Methodik der einzelnen Lehrfächer schon während der Universitätszeit wünschenswerth sei,
-dass aber andrerseits diese Beschäftigung mit der Pädagogik sich innerhalb gewisser Schranken
-halten müsse, um nicht den eigentlichen Zweck der Universitätsstudien, die Vertiefung in
-die Wissenschaft selbst, zu gefährden. Die Seminarübungen sind theils theoretischer, theils
-praktischer Art. Anfänglich wurden beide vom einzigen Direktor, dem Ordinarius der Philosophie,
-geleitet; als aber in Folge von Veränderungen dessen Kräfte in verstärktem Maasse für die
-philosophischen Vorlesungen in Anspruch genommen wurden, übertrug die Curatel die Leitung
-der praktischen Uebungen dem Rektor des Gymnasiums.</p>
-
-<p>Es leiteten das pädagogische Seminar 1873/74 Professor Dr. Rud. <em class="gesperrt">Eucken</em> &mdash; 1874/75
-Professor Dr. Max <em class="gesperrt">Heinze</em> &mdash; 1875/81 Professor Herm. <em class="gesperrt">Siebeck</em> &mdash; 1881/83 Professor Herm.
-<em class="gesperrt">Siebeck</em> und Professor Fr. <em class="gesperrt">Burckhardt</em> &mdash; seitdem Professor Joh. <em class="gesperrt">Volkelt</em> und Professor
-Fr. <em class="gesperrt">Burckhardt</em>.</p>
-
-<p class="right">
-Fritz Burckhardt.
-</p>
-<hr class="small" />
-<h3><span class="pagenum"><a name="Seite_117" id="Seite_117">117</a></span>
-
-23. Philologisches Seminar.</h3>
-
-<p>Das hiesige philologische Seminar wurde, auf Antrag der philosophischen Fakultät, zum
-ersten Mal im Jahre 1861 eröffnet unter der Leitung der Herren Professoren <em class="gesperrt">Gerlach</em>, <em class="gesperrt">Ribbeck</em>
-und <em class="gesperrt">Vischer</em>. Sein in den Bedürfnissen der Zeit liegender Zweck war, jungen Studierenden
-der Philologie Gelegenheit zu selbstständiger Arbeit zu geben und die Beschäftigung
-mit der classischen Philologie möglichst dem späteren Wirkungskreis im theoretischen und
-praktischen Schulleben anzubequemen. Der letztgenannte Gesichtspunkt braucht nun allerdings
-seit der Lostrennung der pädagogischen Sektion nicht mehr strikte festgehalten zu werden
-(d.h. seit der Gründung eines spezifisch pädagogischen Seminars, 1873); doch wird er auch
-nicht völlig aus dem Auge gelassen, insofern ja die Mehrzahl der Philologie-Studierenden
-später zur Schulpraxis übergeht. Die Zahl der Besucher (bestehend aus ordentlichen Mitgliedern
-und blossen Auskultanten) schwankte in den Jahren 1861-1872 zwischen 4 und 11, im Winter
-des Jahres 1872 mussten die Uebungen wegen Mangels an Theilnehmern ausgesetzt werden.
-Im übrigen wurden Uebungen im Interpretieren und in der Kritik, anfänglich sowohl in
-lateinischer als auch in deutscher Sprache vorgenommen; später änderte sich dies (s. unten).
-An fleissige Mitglieder wurden und werden jetzt noch jährliche Prämien vertheilt.</p>
-
-<p>Im Jahr 1874 befand sich das philologische Seminar (Direktoren die Herren Professoren
-<em class="gesperrt">Gerlach</em> und <em class="gesperrt">Nietzsche</em>) in grosser Zuhörernoth, da die Zahl der Theilnehmer bis auf
-einen zurückging. Doch hob sich die Zahl auf erfreuliche Weise schon in den nächsten Jahren,
-wo auch Professor <em class="gesperrt">Mähly</em> als Mitdirektor in die Leitung des Institutes eintrat; von 1875
-an ist ein langsames, aber stetiges Steigen (6-10 Theilnehmer) zu konstatieren, &mdash; im
-Winter 1880 nahmen sogar 13 Zuhörer an den Uebungen Theil &mdash; um dann wieder ebenso
-langsam einem decrescendo Platz zu machen (10, 6, 7) und wieder einen kleinen Aufschwung
-zu erfahren (8, 9), bis im Sommer 1884 mit 4 Zuhörern die kleinste Zahl seit zehn Jahren
-sich einstellte; im Sommer des laufenden Jahres ist sie wieder auf 7 gestiegen. Freilich
-machen (mit Ausnahmen) die ausserordentlichen, d.h. die nicht ordentlichen Mitglieder den
-grösseren Bruchtheil der jeweiligen Zahl aus.</p>
-
-<p>Mit dem Jahr 1878 schloss, nach mehrmaligen durch Krankheit veranlassten längeren
-Pausen, die Thätigkeit Herrn Professor <em class="gesperrt">Nietzsche's</em> am Seminar zugleich mit seiner akademischen
-ab, und an seine Stelle trat im Winter 1879 Herr Professor J. <em class="gesperrt">Wackernagel</em>,
-der sich mit Professor J. <em class="gesperrt">Mähly</em> in die Direktion des Seminars theilt.</p>
-
-<p>Die Uebungen finden seit einer Reihe von Jahren vier Mal wöchentlich statt und
-gewöhnlich wechseln die beiden Direktoren in der Vornahme derselben also ab, dass der
-gleiche in dem einen Semester die lateinische, im folgenden die griechische Sprache
-<span class="pagenum"><a name="Seite_118" id="Seite_118">118</a></span>
-und Litteratur übernimmt. In den Stunden selber wird nur und ausschliesslich Latein
-gesprochen. Die (vorwiegend kritisch behandelten) Autoren vertraten so ziemlich nach Stoffen
-und Zeiten den Umkreis der Zeit beider Litteraturen, von den homerischen Gesängen an
-bis auf die griechische Anthologie, von Nævius herab bis Silius Italicus, Epiker und Dramatiker,
-Lyriker und Rhetoren, Grammatiker und Philosophen, Historiker und Scholiasten; oft
-auch, wo die Werke eines Schriftstellers nicht mehr erhalten sind, wurden die gesammelten
-Fragmente desselben behandelt.</p>
-
-<p class="right">
-Jacob Mähly.
-</p>
-
-<h3>24. Germanisch-romanisches Seminar.</h3>
-
-<p>Laut der Statuten hat dieses im Wintersemester 1885/86 zu eröffnende Seminar den
-Zweck, das wissenschaftliche und praktische Studium der germanischen und romanischen
-Sprachen zu fördern, insbesondere die künftigen Lehrer der neueren Sprachen an Gymnasien
-und Realschulen für ihren Beruf vorzubereiten.</p>
-
-<p>Es zerfällt in zwei Abtheilungen, eine für germanische und eine für romanische
-Philologie. Direktoren derselben sind die betreffenden Fachprofessoren.</p>
-
-<p>Die Uebungen des Seminars sind schriftliche und mündliche. Jene bestehen in wissenschaftlichen
-und stilistischen Ausarbeitungen, diese in Interpretationsübungen und mündlichen
-Vorträgen. Jedes ordentliche Mitglied muss im Lauf des Semesters wenigstens eine schriftliche
-Arbeit liefern oder einen Vortrag halten.</p>
-
-<p>Mit dem Seminar soll eine kleine Handbibliothek verbunden werden, zu deren Anlegung
-die Akademische Gesellschaft, in verdankenswerther Weise einen Beitrag von Fr. 500
-der Direktion zur Verfügung gestellt hat. Für die Benützung der Handbibliothek wird eine
-besondere Ordnung aufgestellt werden. Wer aus dem Seminar austritt, kann auf seinen
-Wunsch vom Direktor ein Zeugniss über seine Leistungen im Seminar erhalten.</p>
-
-<p class="right">
-Gustav Soldan.
-</p>
-
-<h3>25. Staatswissenschaftliches Seminar.
-<span class="pagenum"><a name="Seite_119" id="Seite_119">119</a></span>
-</h3>
-
-<p>Dasselbe wurde 1877 gegründet, trat aber erst 1878 in Wirksamkeit. Zweck desselben
-ist: »Erweckung und Pflege des Sinnes für das Studium der Staatswissenschaften, sowie die
-Anleitung zu methodischer Behandlung von Fragen aus den Gebieten der Nationalökonomie,
-der Statistik, des öffentlichen Rechts, der Verwaltungslehre und wirthschaftlichen Kulturgeschichte.«
-Behufs Unterstützung der Uebungen besteht eine eigene Seminar-Bibliothek (im
-Sommer 1885 ungefähr 1800 Bände und Brochüren), welche mit einer grösseren Anzahl ausländischer
-statistischer Bureaux im Schriftenaustausch steht, zu welchem Zwecke dem Seminar
-die von der Regierung ausgehenden Publikationen in einer grösseren Anzahl von Exemplaren
-überwiesen werden. Seminar und Bibliothek stehen unter Leitung des jeweiligen Professors
-der Nationalökonomie und Statistik. Zur Ertheilung von Prämien, sowie zu Anschaffungen
-für die Bibliothek ist der Direktion ein jährlicher Kredit bis zu Fr. 400 eröffnet. Die Frequenz
-schwankte zwischen vier bis zehn Mitgliedern.</p>
-
-<p class="right">
-Karl Bücher.
-</p>
-
-<hr class="small" />
-<h3>26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar.</h3>
-
-<p>Das Seminar trat mit dem Sommersemester 1866 ins Leben. Es hat den Zweck,
-Studierende, welche sich der Mathematik oder den Naturwissenschaften widmen, bei der
-selbstständigen Bearbeitung wissenschaftlicher Aufgaben anzuleiten und zu unterstützen.
-Sämtliche Lehrer der Mathematik und der Naturwissenschaften an der philosophischen und
-medicinischen Fakultät, welche sich dazu verständigen, werden als Lehrer des Seminars
-betrachtet. Die Anmeldung der Studierenden zur Betheiligung an dem Seminar geschieht
-bei den betreffenden Lehrern. Zur Aufmunterung des Fleisses oder zur Erleichterung bei
-den durch die Arbeiten veranlassten Unkosten können für eingelieferte Arbeiten Prämien
-in Form von Geld, Apparaten oder Büchern ertheilt werden, wofür ein jährlicher Kredit
-von Fr. 500 ausgesetzt ist. Eine grössere Anzahl von zum Theil trefflichen Arbeiten vorgerückter
-Studierender, meist mathematischen Inhaltes, sind aus dem Seminar hervorgegangen
-und mit Prämien bedacht worden.</p>
-
-<p class="right">
-Hermann Kinkelin.
-</p>
-
-<div class="footnotes"><h3>FUSSNOTEN:</h3>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_29_29" id="Fussnote_29_29"></a><a href="#FNAnker_29_29"><span class="label">[29]</span></a> Ueber die frühere Geschichte der Sammlungen s. auch P. Merian, zur Geschichte der in dem neuen Museum
-aufgestellten Sammlungen (in der Festschrift zur Einweihung des Museums, Basel 1849).</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_30_30" id="Fussnote_30_30"></a><a href="#FNAnker_30_30"><span class="label">[30]</span></a> Rathsherr Peter Merian. Programm zur Rectoratsfeier der Universität Basel 1883, wobei auch zu
-verweisen ist auf einen viel früheren Bericht: Festschrift zur Einweihung des Museums in Basel am 26. Nov.
-1849 von P. Merian.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_31_31" id="Fussnote_31_31"></a><a href="#FNAnker_31_31"><span class="label">[31]</span></a> Beilage zum Jahresbericht der Akademischen Gesellschaft für 1883. Verhandlungen der Naturforschenden
-Gesellschaft in Basel. VII. 3. 1855.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_32_32" id="Fussnote_32_32"></a><a href="#FNAnker_32_32"><span class="label">[32]</span></a> Ueber eine der bedeutendsten ältern Schenkungen, das im Jahr 1830 dem Museum durch Verfügung
-der Erben zugefallene Naturalien-Kabinet des Stadtraths-Präsidenten Hieronymus Bernoulli, das sich über alle
-Arten von Wirbelthieren, sowie über Crustaceen, Conchylien, Echinodermen und Corallen verbreitete, aber auch
-namentlich an Versteinerungen und Mineralien reich war, und das bis auf den heutigen Tag als Grundstock
-des jetzigen Bestandes gelten kann, siehe auch Baslerische Mittheilungen vom 20. März 1830. (Von der Hand
-von Prof. Chr. Bernoulli).</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_33_33" id="Fussnote_33_33"></a><a href="#FNAnker_33_33"><span class="label">[33]</span></a> Siehe oben genannte Festschrift.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_34_34" id="Fussnote_34_34"></a><a href="#FNAnker_34_34"><span class="label">[34]</span></a> Publiciert von der Akademischen Gesellschaft in der Beilage zum Jahresbericht für 1880.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_35_35" id="Fussnote_35_35"></a><a href="#FNAnker_35_35"><span class="label">[35]</span></a> S. hierüber Gedenkschrift zur Eröffnung des Vesalianum 1885.</p></div>
-
-<div class="footnote">
-
-<p><a name="Fussnote_36_36" id="Fussnote_36_36"></a><a href="#FNAnker_36_36"><span class="label">[36]</span></a> Bericht über d. vergl. anatom. Sammlung v. 1878 in der Beil. z. Jahresb. der Akad. Gesellsch. v. 1878.</p></div></div>
-<div class="chapter">&nbsp;</div>
-<hr class="full" />
-
-<h2><a name="INHALT" id="INHALT">INHALT.</a></h2>
-
-<table summary="inhalt">
- <tr><td>&nbsp;</td>
-<td>&nbsp;</td>
-<td>Seite</td></tr>
-
-<tr><td class="tdr">I.</td>
-<td>Geschichte der Organisation der Universität </td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_5">5</a></td></tr>
-
-<tr><td class="tdr">II.</td>
-<td>Fonds der Universität</td>
-<td class="tdr"><a href="#Fonds_der_Universitaet">33</a></td></tr>
-
-<tr><td class="tdr">III.</td> <td>Rektoren, Lehrpersonal und Studentenschaft der Universität</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_42">42-63</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">A. Rektoren der Universität</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_42">42</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">B. Lehrpersonal der Universität</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_44">44</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td class="tdind">Alphabetisches Verzeichniss der Universitätslehrer</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_61">61</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
-<td class="tdin">C. Studentenschaft der Universität</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_62">62</a></td></tr>
-
-<tr><td class="tdr">IV.</td> <td>Sammlungen und Unterrichtsanstalten der Universität</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_64">64-119</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">1. Oeffentliche Bibliothek (Universitätsbibliothek)</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_64">64</a></td></tr>
-
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">2. Kunstsammlung</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_68">68</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">3. Antiquarische Sammlung</td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_71">71</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">4. Mittelalterliche Sammlung</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_75">75</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">5. Naturhistorisches Museum</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_78">78</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">6. Physikalische Anstalt </td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_85">85</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">7. Chemische Anstalt</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_88">88</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">8. Botanische Anstalt</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_90">90</a></td> </tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">9. Normal-anatomische Anstalt </td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_91">91</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">10. Vergleichend-anatomische Anstalt </td>
-<td class="tdr"><a href="#Seite_94">94</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">11. Physiologische Anstalt</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_98">98</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">12. Pathologisch-anatomische Anstalt</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_100">100</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">13. Medicinische Klinik im Bürgerspitale</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_101">101</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">14. Chirurgische Klinik </td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_104">104</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">15. Geburtshilflich-gynäkologische Klinik </td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_106">106</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">16. Psychiatrische Klinik</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_108">108</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">17. Poliklinik des Bürgerspitals</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_109">109</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">18. Ophthalmologische Klinik und Poliklinik </td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_111">111</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">19. Ohrenklinik </td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_113">113</a></td> </tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">20. Kinderklinik </td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_114">114</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">21. Theologisches Seminar</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_115">115</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">22. Pädagogisches Seminar</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_116">116</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">23. Philologisches Seminar</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_117">117</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">24. Germanisch-romanisches Seminar</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_118">118</a></td></tr>
-<tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">25. Staatswissenschaftliches Seminar</td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_119">119</a></td></tr>
- <tr><td>&nbsp;</td>
- <td class="tdin">26. Mathematisch-naturwissenschaftliches Seminar </td>
- <td class="tdr"><a href="#Seite_119">119</a></td></tr>
-</table>
-
-<hr class="full" />
-
-<div class="transnote">
-<h2><a id="Anmerkungen_zur_Transkription"></a>Anmerkungen zur Transkription:</h2>
-
-<p class="noin">Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen;
- lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.</p>
-
-<p class="noin">Die erste Zeile entspricht dem Original, die zweite Zeile enthält die Korrektur.</p>
-
-<p>S. <a href="#Seite_50">50</a>:</p>
-<ul>
- <li>Dr.med. in Würzburg, 61</li>
-
-<li>Dr.med. in Würzburg, <span class="u">1861</span></li></ul>
-
-<p>S. <a href="#Seite_86">86</a>:</p>
-<ul>
-<li>in dem zeitweise vorgegerücktere</li>
-
-<li>in dem zeitweise <span class="u">vorgerücktere</span></li> </ul>
-
-<p>S. <a href="#Seite_112">112</a>:</p>
-<ul>
-<li>Die Frequenz de Klinik</li>
-
-<li>Die Frequenz <span class="u">der</span> Klinik</li></ul>
-
-<p>S. <a href="#Seite_113">113</a>:</p>
-
- <ul><li>Studierenden Unterrricht </li>
-
- <li>Studierenden <span class="u">Unterricht</span> </li></ul>
-</div>
-<p>&nbsp;</p>
-<p>&nbsp;</p>
-<hr class="pg" />
-<p>***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE UNIVERSITÄT BASEL IN DEN FÜNFZIG JAHREN SEIT IHRER REORGANISATION IM JAHRE 1835***</p>
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-
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-
-<ul>
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-
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- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.</li>
-
-<li>You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.</li>
-
-<li>You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.</li>
-</ul>
-
-<p>1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.</p>
-
-<p>1.F.</p>
-
-<p>1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.</p>
-
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-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
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-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
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-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.</p>
-
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-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.</p>
-
-<p>1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.</p>
-
-<p>1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.</p>
-
-<p>1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause. </p>
-
-<h3 class="pg">Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm</h3>
-
-<p>Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.</p>
-
-<p>Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org.</p>
-
-<h3 class="pg">Section 3. Information about the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation</h3>
-
-<p>The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.</p>
-
-<p>The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact</p>
-
-<p>For additional contact information:</p>
-
-<p> Dr. Gregory B. Newby<br />
- Chief Executive and Director<br />
- gbnewby@pglaf.org</p>
-
-<h3 class="pg">Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation</h3>
-
-<p>Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.</p>
-
-<p>The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit <a href="http://www.gutenberg.org/donate">www.gutenberg.org/donate</a>.</p>
-
-<p>While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.</p>
-
-<p>International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.</p>
-
-<p>Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate</p>
-
-<h3 class="pg">Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.</h3>
-
-<p>Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.</p>
-
-<p>Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.</p>
-
-<p>Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org</p>
-
-<p>This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.</p>
-
-</body>
-</html>
-
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