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Langkau, Jens Sadowski, and the -Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net - - - - - - -________________________________________________________________________ - - - - - Anmerkungen zur Transkription - - -Dieses Buch ist ursprünglich erschienen als eine Serie von Artikeln in: -Groß, Hans (Hrsg.); Archiv für Kriminal-Anthropologie und Kriminalistik, -F. C. W. Vogel, Leipzig; Bd. 63 (1915), S. 1-46, 97-133, 372-396; Bd. 64 -(1915), S. 127-183, 297-355; Bd. 65 (1916), S. 33-89. - - - Inhaltsverzeichnis - - I. Vorbemerkung - II. Einleitung - III. Verzeichnis veralteter, meist jetzt umgeänderter jenischer - Wörter - IV. Verzeichnis der jenischen Wörter, die aus der Zigeunersprache - stammen - V. Deutsch-jenisches Wörterbuch - VI. Alphabetisches Verzeichnis der jenischen Stammwörter - VII. Sprachproben - VIII. Jenische Schnadahüpfel - Nachträge - Anmerkungen - -Weitere Anmerkungen zur Transkription finden sich am Ende des Buches. - -________________________________________________________________________ - - - - - Die jenische Sprache. [63.1] - - - Von Engelbert Wittich. - - Herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Prof. Dr. L. Günther - in Gießen. - - - - - I. Vorbemerkung. - Von Prof. _Günther_. - - -Daß das Rotwelsch der Gauner und die mit ihm verwandten sog. -Geheimsprachen (der Dirnen, »Kunden«, fahrenden Leute, Hausierer und -Händler) heute in langsamem, aber stetigem Abnehmen begriffen sind, -unterliegt wohl ebensowenig einem Zweifel wie die Tatsache, daß der -zurzeit noch gebräuchliche Rest dieser besonderen Ausdrucksweisen sich -in fortwährender Umgestaltung befindet. Daher erwirbt sich jeder, der in -der Lage ist, einigermaßen zuverlässige Mitteilungen über -den gegenwärtigen Wortbestand jener Jargons zu machen, ein -wissenschaftliches Verdienst, ähnlich dem des Ethnologen, der uns die -Sprachen aussterbender Naturvölker vor ihrem völligen Verschwinden noch -rasch zugänglich macht. Dem Gelehrten, der sich für diese Dinge -interessiert, also etwa einem Sprachforscher oder gar einem -Kriminalisten, wird es freilich nicht leicht gelingen, die noch heute -praktische Verwendung einer Geheimsprache aus eigener Anschauung kennen -zu lernen, da die Angehörigen des engeren Kreises, in dem die -betreffende Verständigungsart üblich ist, dem fremden, ihrem Tun und -Treiben sonst meist fernstehenden Eindringling begreiflicherweise ein -gewisses Mißtrauen entgegenzubringen pflegen. Selten sind aber auch -Aufzeichnungen von Geheimsprachen durch solche Leute, die sie selber aus -der »Praxis« kennen (also nach Art etwa des berühmten Gauner Wörterbuchs -des »Konstanzer Hans« von 1791), da dies außer dem Willen, den in der -Regel sorgfältig behüteten Schatz der Öffentlichkeit preiszugeben, doch -auch schon einen bestimmten Grad allgemeiner Bildung, namentlich aber -einen gewissen Sprachsinn voraussetzt. - -In der Persönlichkeit des Sammlers des hier zu besprechenden [63.2] -Wörterbuches der »jenischen Sprache«, Engelbert _Wittich_, erscheinen -jene Voraussetzungen im wesentlichen erfüllt. Er ist nämlich einerseits -von Jugend auf vertraut gewesen mit den Ausdrücken des von ihm -veröffentlichten Vokabulars[1], da er unter umherziehenden Handelsleuten -und Zigeunern aufgewachsen (wenn nicht gar ein geborener Zigeuner) ist, -während er andererseits an seiner im ganzen etwas dürftigen -Volksschulbildung als Autodidakt so fleißig weiter gearbeitet hat, daß -er sich auf dem Gebiete der »Zigeunerkunde« bei den Fachleuten einen -gewissen Namen erworben. Auch den meisten Lesern des »Archivs« dürfte er -bereits kein Fremder mehr sein. Seine Schrift »Blicke in das Leben der -Zigeuner« (Striegau 1911) ist z. B. im »Archiv«, Bd. 46, S. 363 von -Albert _Hellwig_ allen zur Lektüre warm empfohlen worden, weil sie »viel -Interessantes« enthalte, und schon in Bd. 31 (1908), S. 134 ff. ist eine -von ihm verfaßte kurze Grammatik der Zigeunersprache durch Johannes -_Jühling_ herausgegeben worden. Ebenso stammt das von demselben -Gelehrten in Bd. 32 (1909), S. 219 ff. veröffentlichte »alphabetische -Wörterverzeichnis der Zigeunersprache« eigentlich von _Wittich_ her[2]. - -Das — ursprünglich 125 Oktavblätter umfassende — Manuskript der -_Wittich_schen Arbeit, die außer dem eigentlichen Wörterbuch (Nr. V) -auch einleitende Bemerkungen (über die jenische Sprache im allgemeinen -sowie über veraltet gewordene und aus der Zigeunersprache stammende -Vokabeln insbesondere [Nr. II-IV]) und zum Schluß noch »Sprachproben« -und »jenische Schnadahüpfel« (Nr. VII u. VIII) enthält, ging mir im -Sommer 1914 mit der Bitte des Verfs. zu, die Veröffentlichung — am -liebsten in einer Zeitschrift — vermitteln zu wollen. Da mir die [63.3] -Sammlung recht interessant und — trotz mancher Mängel — wohl wert -erschien, weiteren Kreisen bekannt gemacht zu werden, wandte ich mich -dieserhalb an den Herausgeber des »Archivs«, der dafür bereitwilligst -die Spalten seiner Zeitschrift zur Verfügung stellte, unter der -Bedingung jedoch, daß ich dem Ganzen eine annehmbare wissenschaftliche -Gestalt zu geben unternähme. Diese Klausel war allerdings notwendig, -denn in der »Urform« ließ das Manuskript nicht nur in der Stilistik -(bes. in der »Einleitg.«), Grammatik und Orthographie recht viel zu -wünschen übrig, es fehlte auch in dem Wörterverzeichnis durchweg eine -alphabetisch genaue Reihenfolge der Vokabeln, ja an manchen Stellen fand -sich in dieser Beziehung ein kaum zu beschreibender Wirrwarr, dessen -Lichtung sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Auch standen mehrere, -zu einzelnen Wörtern gegebene Bemerkungen prinzipieller Art nicht an der -richtigen Stelle und mußten daher umgesetzt werden. - -[Fußnote 1: ([1] auf S. 63.2) Die Versicherung des Vrfs. (s. unten -»Einleitung«, S. 25), daß er das von ihm mitgeteilte Wortmaterial aus -eigener praktischer Kenntnis und »nicht aus Büchern« geschöpft habe, -erscheint im allgemeinen gewiß glaubwürdig. Immerhin hat er aber bei der -Zusammenstellung und Bearbeitung des Stoffs auch wohl einige Bücher zur -Hand gehabt, wie sich denn z. B. die Benutzung von Rich. _Liebichs_ -Schrift »Die Zigeuner in ihrem Wesen und ihrer Sprache« (Leipz. 1863) an -mehreren Stellen (bes. auch der »Einltg.«) nachweisen läßt. S. Näh. in -m. Anmerkgn. zur »Einltg.«; vgl. auch in dieser »Vorbemerkg.« weiter -unten S. 16 ff.] - -[Fußnote 2: ([2] auf S. 63.2) Aus der Überschrift ist dies übrigens -_nicht_ ersichtlich. Ich habe daher in meinen »Beiträgen zum Rotwelsch« -usw. (im »Archiv«, Bd. 33, 38 ff.) — in Übereinstimmung mit _H. Groß_, -Handbuch für Untersuchungsrichter, 6. Aufl. (1914), S. 503, Anm. 3 — -dieses Zigeuner-Vokabular unter _Jühlings_ Namen zitiert und halte daran -der Gleichmäßigkeit halber auch in der vorliegenden Arbeit fest. — Über -Aufsätze _Wittichs_ in einer anderen Zeitschr. s. noch _Groß_, a. a. O., -S. 511, Anm. 2 a. E.] - -Leider hat der Verf. für das Wörterbuch nur die Form »Deutsch-Jenisch« -— nicht (bzw. nicht _auch_) »Jenisch-Deutsch« — gewählt, was eine -bessere Übersicht über den geheimsprachlichen Wortbestand gegeben hätte. -Um jedoch diesen annähernd zu bestimmen, habe ich am Schlusse des -Vokabulars wenigstens die (in zahlreichen Verbindungen und -Zusammensetzungen wiederkehrenden) jenischen _Stammwörter_ alphabetisch -zusammengestellt (Nr. VI). Auch die »Sprachproben« enthielten noch -einige Wörter, die im Glossar ursprünglich fehlten. Ich habe sie diesem -eingefügt und durch den Zusatz »Spr.« besonders kenntlich gemacht. Im -übrigen wiederholen auch diese Sprachproben nur das Material des -Wörterbuchs in zusammenhängender Rede (meist in Gesprächsform)[3], wobei -aber mehrfache Wiederholungen und Weitschweifigkeiten anzutreffen waren, -die ich fortgelassen habe. Andere Partien dieses Teils mußten wegen -ihres obszönen oder doch allzu derben, frivolen Inhalts gestrichen -werden. Auch die »Schnadahüpfel« erscheinen in dieser Hinsicht zum Teil -recht bedenklich. Da sie jedoch nicht — gleich den Prosastücken — nur -der Phantasie _Wittichs_ entsprungen sind, sondern als altüberlieferter -Besitzstand der »jenischen Leute« zu betrachten sein dürften[4] und [63.4] -mithin eine gewisse kulturgeschichtliche Bedeutung haben, ließ ich sie -unangetastet. Zu dem eigentlichen Wörterbuche habe ich fortlaufende -Anmerkungen hinzugefügt, auf deren Anordnung und Inhalt weiter unten -noch genauer einzugehen sein wird. Zuvor aber möchte ich hier über den -Begriff und die Eigenart der von _Wittich_ aufgezeichneten Geheimsprache -noch einige nähere Bemerkungen vorausschicken. - -[Fußnote 3: ([1] auf S. 63.3) Zu der Nr. 25 der Sprachproben -(»Dächlespflanzerulme«) war vom Verf. bemerkt, daß »in dieser Skizze … -fast alle Wörter der jenischen Sprache enthalten« seien. Gerade hier -mußte ich aber — aus den im Text genannten Gründen — Kürzungen -vornehmen.] - -[Fußnote 4: ([2] auf S. 63.3) Die in Nr. 1 u. 2 von W. mitgeteilten -»Schnadahüpfel« stimmen z. B. nach dem Inhalt und zum Teil auch nach der -Form fast ganz mit einigen »Strophen aus Jauner-Liedern« überein, die -den »Schmusereyen« im _W.-B. des Konstanzer Hans_ (1791) angehängt sind -(s. _Kluge_, Rotw. I, S. 260).] - -Über die als Titel des Ganzen gewählte Bezeichnung »die jenische -Sprache« ist zunächst zu sagen, daß sie im vorliegenden Falle nicht etwa -schlechthin als gleichbedeutend mit dem Rotwelsch oder der Gaunersprache -aufzufassen ist, obwohl sich dieser Sprachgebrauch — dem auch die -Etymologie des Wortes »jenisch« nach herrschender Meinung sehr wohl -entspricht[5] — etwa seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts nachweisen -läßt und dann bis in die Neuzeit hinein erhalten hat[6]. Vielmehr liegt -_hier_ eine neuere, engere Auffassung zu Grunde, wonach man unter [63.5] -»Jenisch« speziell die Sprache der »Landfahrer«[7], der Hausierer, -wandernden Krämer und Händler begreift[8]. Es handelt sich demnach bei -der »jenischen Sprache« _E. Wittichs_ um einen süddeutschen -Händlerjargon. Die Leute, die sich desselben noch bedienen, sind (nach -den eigenen Angaben W.s in seiner »Einleitung«) ihrem Gewerbe nach meist -Korbmacher, Bürstenbinder, Schirmhändler, Kesselflicker, -Scherenschleifer u. dergl., welche namentlich aus Württemberg, Baden und -dem Elsaß, ferner auch aus Bayern stammen. So erklärt sich das -Überwiegen der schwäbischen Mundart, insbesondere die weitgehende -Übereinstimmung mit den (von _Kluge_ u. a. bereits veröffentlichten) -»schwäbischen Händlersprachen«. Diese aber zeigen ihrerseits wiederum -eine ganz überraschende Ähnlichkeit mit der süddeutschen, namentlich der [63.6] -schwäbisch-badischen Gaunersprache, auch älterer Zeit, also z. B. mit -dem »_Pfullendorfer Jauner-Wörterbuch_« von 1820, ja sogar mit Quellen -aus dem 18. Jahrhundert. Mit den letzteren (also z. B. dem nur -handschriftlich überlieferten »_Dolmetscher der Gaunersprache_« [vgl. -_Groß'_ Archiv, Bd. 56, S. 177, Anm. 2], den Mitteilungen von _Schöll_ -in seinem »Abriß des Jauner- und Bettelwesens in Schwaben« [1793; vgl. -_Kluge_, Rotw. I, S. 268 ff.] sowie dem — hauptsächlich gleichfalls dem -schwäbischen Sprachgebiet angehörenden — Wörterbuch des _Konstanzer -Hans_[9]) weist gerade auch das _Wittich_sche »Jenisch« noch merkwürdig -viele Berührungspunkte auf[10]. - -[Fußnote 5: ([1] auf S. 63.4) Es soll nämlich herstammen vom hebr. -_jn(h)_ = »übervorteilen, überlisten«, das auch als das Stammwort von -»Gauner« angesehen wird. Vgl. _Günther_, Rotwelsch, S. 5 vbd. mit -_Weigand_, W.-B. I, Sp. 632 u. _Seiler_, Lehnwort IV, S. 490] - -[Fußnote 6: ([2] auf S. 63.4) In dem m. W. frühesten Beleg des Wortes -(näml. in der _Wiener Kellnersprache_ 1714 [176]) erscheint es -allerdings noch in speziellerem Sinne (»eine gewisse Redensart« [d. h. -Sprechweise] der Wiener Kellner, »welche sie _die jenische Sprache_ -nennen«), aber schon wenige Jahre später (in der _Dillinger Liste_ 1721 -[182]) findet sich — wie der Zusammenhang ergibt — »jenische Sprache« -für die Gaunersprache gebraucht, und noch deutlicher läßt dies die -_Ludwigsburger Gesamtliste_ 1728 erkennen (198: »_Jaunerisch oder -Jenisch_«). Weitere Belege sind dann: _Hildburghaus. W.-B._ 1753 ff. -(235); _Bierbrauer_ 1753/58 (242); _Sulzer Zigeunerliste_ 1787 (251: -»Die Sprache _der Jauner, die Jenische Sprache_ genannt«); _W.-B. des -Konst. Hans_ 1791 (252: »_Die Jauner-_ oder _Jenische Sprache_«; vgl. -258: sie [die Gauner] _schmusen auf Jenisch_ = »sie reden auf _ihre_ -Sprache«); _Schwäb. Falschmünzerprozeß_ 1791/92 (260-262); _Schöll_ 1793 -(268); _Schintermicherl_ 1807 (288: »Die sog. _jennische Sprache_«); -_Reichsanzeiger_ 1810 (290: _jännisch_); _Pfister_ 1812 (301: _kochemer -Lohschen_ = _jenische Sprache_); v. _Grolman_, _Aktenmäß. Gesch._ 1813 -(310: »die eigentlichen _Gauner_, _Jenische_ [oder Romanische] -_Leute_«); _Brills Nachrichten_ 1814 (314); _Christensen_ 1814 (315, -316); _Falkenberg_ 1818 (333, im Titel); _Stradafisel_ 1822 (356: »in -der _jännischen_ oder sog. _Diebessprache_«); v. _Grolman_ 30 u. T.-G. -95 (_jenisch_ = gaunerisch, den Gaunern und ihren Vertrauten eigen; -_jenische Sprache_ = Gaunersprache); _Wenmohs_ 1821 (358); _Eberhardts -Poliz.-Nachrichten_ 1828 ff. (364: »Die sog. _Jenische_ oder _Kochemer -Sprache_«); _Pillwein_ 1830 (365: »Die sog. _Jähnische Sprache_«); v. -_Train_ 1832 (366, im Titel: »… Gauner- u. Diebs-, vulgo _Jenische -Sprache_«); _Karmayer_ 86-88 u. 158 (_jendig_, _jenisch_ [auch _innig_] -= gaunerisch, rotwelsch [_innig_ noch bes. = der jenischen Sprache -kundig]; _jenig_, _jenisch, der_ _jenische Stand_ = alle der jenischen -Sprache kundigen Gauner, Diebe und Räuber; _jen(d)ig_ oder _jendisch -parlen_ = jenisch reden); _Castelli_ 1847 (340); _Fröhlich_ 1851 (399: -_jênisch_ = gaunerisch, spitzbübisch, auch _klug_ [in _dieser_ -Verallgemeinerung _hier_ zum _ersten Male_; vgl. die gleichsam -umgekehrte Bedeutungsentwicklg. von _kochem_, _Kochemer_ (= Gauner) vom -hebr. _chkm_ = »klug, gescheit«, »der Kluge, Gescheite« (s. _Günther_, -Rotwelsch, S. 5, Anm. 3 u. S. 17; _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 197, Anm. -2)]; daher: _jênische Leute_ = kluge, gescheite Leute); A.-L. 551 -(_jenisch_ = klug, gescheit, gaunerisch, Gauner; _jenische Leut_ = -kluge, gescheite, mit Gaunern einverstandene Leute, Gauner; _jenisch -kacheln_ [= kohlen] = in der Gaunersprache reden); _Wiener Dirnenspr._ -1886 (417: _jenisch_ = klug, gaunerisch); _Lindenberg_ 185 (_jenisch_ = -klug, im Gaunertum erfahren); _Klausmann_ u. _Weien_ X (_jenisch_ = -klug, gescheit, gaunerisch; _jenische Leute_ = kluge, im Gaunertum -erfahrene Leute, mit denen man sich einlassen kann); _Groß_ 470 -(_jenisch_ = klug, gescheit, Gauner; _jenisch kacheln_ = Gaunerspreche -reden) u. E. K. 42 (_innig_ = einer, der Rotwelsch kann und überhaupt -mit dem Gaunerwesen vertraut ist); _Pollak_ 217 (_Jenisch_ = -Gaunersprache); _Rabben_ 66 (_jenisch kacheln_ = in der Gaunerspreche -reden); _Ostwald_ (Ku.) 71 (_jenisch_ = klug, im Gaunertum erfahren; -vgl. 72: _jenisch kacheln_ = die Gaunersprache reden).] - -[Fußnote 7: ([1] auf S. 63.5) So definiert _H. Fischer_, Schwäb. W.-B. -IV, Sp. 93 den Begriff »jenisch« grundsätzlich durch »_wer oder was zu -Landfahrern u. dergl. gehört_«, und ähnlich sagt _Ostwald_ (Ku.) 71: -»_Jenisch_ sind _alle fahrenden Leute_, die nicht vom _Sinde_ (s. [Ku.] -143) abstammen, d. h. keine Zigeuner sind«. Dazu: _jenischer Adel_ = -»Landfahrer, Vagabunden« (bei _Fischer_, a. a. O. Sp. 93). Daß auch die -Kundensprache »_jenische Sprache_« genannt wird, erklärt _Ostwald_ (Ku.) -71 zwar für »irrtümlich«, doch hat er selber (Ku. [72]) die etwas engere -Bezeichnung _Jenisch-Tippern_ — im Anschluß an Ku. 11 (422) — durch -»Kundensprache« wiedergegeben.] - -[Fußnote 8: ([2] auf S. 63.5) S. dazu näh. Angaben bei _Fischer_, a. a. -O., Sp. 93. Die Bezeichnung von Hausierer- und Händlersprachen als -»Jenisch« findet sich ausdrücklich z. B. auch bei _Kluge_ (Rotw. I, Sp. -476 ff., 490), _W. Zündel_ in d. Württembg. V.-J.-Heften für -Landesgesch., N. F. Bd. XIII (1904), S. 202 ff. u. _R. Kapff_ in der Z. -f. deutsche Wortforschg., Bd. X (1908/9), S. 213 ff., 216.] - -Worin liegt nun der Grund für diese Erscheinung? Man wird zunächst nur -allzu geneigt sein, das Schwabenland als die sog. _Ganfer-Medine_, d. h. -das ehemalige Eldorado aller Gauner[11], dafür verantwortlich zu machen, -umso mehr als man ja auch in anderen Gegenden unseres Vaterlandes, so z. -B. in dem oberhessischen Vogelsberg, ein — in letzter Linie auf den -Einfluß der großen Räuberbanden früherer Jahrhunderte zurückzuführendes -— Fortleben rotwelschen Sprachguts innerhalb bestimmter Berufsschichten -nachgewiesen hat[12]. Allein damit würde man doch etwas über das Ziel -hinausschießen; der Richtigkeit jener Schlußfolgerung steht nämlich die -Tatsache entgegen, — daß wie _Kluge_ (Rotw. I, S. 476) über die für die -schwäbische Händlersprache von ihm herangezogenen Ortschaften bemerkt -hat — »die des Jenischen kundige gewerbetreibende Bevölkerung _nicht -einheimisch_, sondern in ihren Ursprüngen zum größten Teil von _außen_« -hereingekommen ist. In gleicher Weise dürfte es sich aber auch bei -_Wittichs_ »jenischen Leuten« der Hauptsache nach _nicht_ um seßhafte -Eingeborene handeln, worauf schon die offenbar vorliegende (und weiter -unten noch näher zu berührende) Vermischung mit Zigeunern, jenem [63.7] -Wandervolke par excellence, hindeutet. Auf alle Fälle zulässig bleibt -dagegen der Hinweis darauf, daß ja von jeher — schon von den Zeiten des -_Liber Vagatorum_ an — das Rotwelsch auch den im Lande umherziehenden -Krämern und Händlern geläufig gewesen ist[13]. - -[Fußnote 9: ([1] auf S. 63.6) Schon A.-L. IV, S. 165 hat richtig -erkannt, daß in dieser Quelle besonders »der _schwäbische_ … Dialekt -… überall stark hervor«tritt.] - -[Fußnote 10: ([2] auf S. 63.6) Vgl. dazu auch schon oben S. 3, Anm. 4.] - -[Fußnote 11: ([3] auf S. 63.6) S. dazu Näh. bei _Günther_, Rotwelsch, S. -7. Andererseits ist bekanntlich gerade im schwäbischen Gebiet _auch_ die -erste erfolgreiche _Bekämpfung_ des Gaunertums (durch Männer wie den -berühmten »Malefiz-Schenk«, den Oberamtmann _Schäffer_ u. a. m.) -eingeleitet worden. S. darüber Näh. jetzt bes. bei _E. Arnold_ in -_Groß'_ Archiv, Bd. 54 (1913), S. 80 ff., 84 u. Anm. 1; vgl. auch Bd. -53, S. 121 ff.] - -[Fußnote 12: ([4] auf S. 63.6) S. den (von mir mit Erläuterungen -versehenen) Aufsatz von _H. Weber_, »Die Lingelbacher Musikantensprache -und die Geheimsprache der Vogelsberger Maurer«, in den »Hess. Blättern -für Volkskunde«, Bd. XI, 2. Heft (1912), S. 130/31.] - -Die Ähnlichkeit unseres »Jenisch« mit der deutschen Gaunersprache zeigt -sich nun in den verschiedensten Punkten, nicht zum wenigsten gleich in -der starken Durchsetzung mit Wörtern _fremden Ursprungs_, unter denen -wieder — ganz wie beim Rotwelsch sowie bei vielen anderen -Händlersprachen — diejenigen, die sich auf das _Jüdischdeutsche_, in -letzter Linie also aufs _Hebräische_ zurückführen lassen, den breitesten -Raum einnehmen[14]. Es sei gestattet hier diese Vokabeln, und zwar in -alphabetischer Ordnung nach ihrer _jenischen_ Form, näher -aufzuzählen[15]. Mit ziemlicher _Sicherheit_ gehören dahin: a) die -_Hauptwörter_[16]: _Bäzem_ = Ei (bzw. _Betzam_ = »männliches Glied«), -_Beiz_ = Gasthaus (u. s. Ableitungen, wie _Beizer_ = Wirt usw.), -_Boschert_ = Kupfergeld, Pfennig, _Bossert_ = Fleisch, _Dofes_ = Arrest, -Gefängnis, _Gallach_ = Geistlicher, Pfarrer, _G'far_ = Dorf, _Goi_ = -Frau, _Jahre_ = Wald, _Kaffer_ = Bauer, Mann, _Kaim_ = Jude, _Keif_ = -das Borgen, Schulden, _Keiluf_ = Hund, _Kenem_ = Laus, Filzlaus, _Kies_ [63.8] -= Geld, _Klass_ = Büchse, Gewehr, _Kluft_ = Kleid (u. s. Abltgn.), -_Kohl_ = Lüge (u. s. Abltgn.), _Lechem_ oder _Lehm_ = Brot, _Leile_ = -Nacht, _Malfes_ = Rock, _Mocham_ oder _Mochum_ = Dorf, _More_ = Prügel, -Streit (bezw. _Morerei_ = Geschrei, Gezänk, das Streiten), _Rochus_ = -Zorn, _Ruf_ = Hunger, _Schaffel_ = Scheune, _Schenagel_ = Arbeit (u. s. -Ableitgn.), _Schmelemer_ = Zigeuner, _Schuk_ = Mark (als Geldstück), -_Schure_ = Ding (dann Aushilfswort für sehr verschiedene Begriffe), -_Schüx_ = Mädchen (jedoch nur in der Verbindg. _schofle Schüx_ = Hure), -_Sore_ = Ware, Ding, Sache (u. dann Aushilfswort ähnlich wie _Schure_), -_Soruf_ = Branntwein, _Ulme_(-ma) = Leute (bes. in Verbdgn. u. Zus.); b) -die (durch die Endung -e(n) oder -a »angedeutschen«) _Zeitwörter_[17]: -_achile(n)_ (-la) = essen, _begeren_ = sterben, _dalfen_ = betteln, -_diberen_ = reden, sprechen, _kaspere_ = betrügen, _schmusen_ (= -diberen) u. _schwächen_ = trinken[18]; c) die _Eigenschaftswörter_[19]: -_dof_ oder _duft_ = gut, _kochem_ = gescheit, klug, _massig_ = zornig, -_molum_ = berauscht, _schofel_ = schlecht, _wo(h)nisch_ = -katholisch[20]; d) das Umstandswort _kenn_ = ja. Dazu treten dann noch -als nur mit (größerer oder geringerer) Wahrscheinlichkeit hierhin zu -rechnen[21]: a) die _Hauptwörter_[22]: (_Boga_ = Kuh), _Bos_ = After, -_Duft_ = Kirche, _Galm_ (plur. _Galma_) = Kind, _Hamore_ = Fehde, -Streit, _Heges_ = Dörfchen, _Johle_ = Wein, (_Kafler_ = Metzger), [63.9] -_Kober_ = Wirt, _Lanenger_ = Soldat, (_Lek_ = Zuchthaus [Arrest, -Gefängnis]), (_Schuker_ = Gendarm), _Stratz_ (plur. Stratze) = Kind; b) -die Zeitwörter[23]: (_baschen_ = kaufen), _derchen_ = betteln, -_schef(f)ten_ = sein, sitzen (gehen, kommen), _sicheren_ = kochen; c) -das (auch als Adv. u. Verneinungspartikel gebrauchte) unbestimmte subst. -Zahlfürwort: _Lore_ (lore) = nichts (nicht, nein)[24]. Daß übrigens -früher die Zahl der Vokabeln hebräischen Stammes sogar noch größer -gewesen ist, zeigt die von _Wittich_ in seiner »Einleitung« gegebene -Zusammenstellung jetzt veralteter Ausdrücke, von denen die Hauptwörter -_Bomm_ = die Schweiz und _Jamm_ = Tag sowie die Zeitwörter _holchen_ = -gehen (nebst _abgeholcht_ = fortgegangen) und _malochen_ (wohl für: -_schiebes malochen_) = fortgehen, gehen in diese Gruppe gehören (s. Näh. -dazu in den Anmerkgn. zur »Einltg.«). - -[Fußnote 13: ([1] auf S. 63.7) Vgl. _Kluge_, Unser Deutsch (2. Aufl., -Leipzig 1910), S. 71.] - -[Fußnote 14: ([2] auf S. 63.7) Beachtenswert ist in dieser Hinsicht, daß -manche Händler, z. B. in der _Pfalz_ und in _Franken_ für ihren (bes. -stark mit Judendeutsch durchsetzten) Jargon die Bezeichnung -_Lôchne-kôdesch_ (so in der Pfalz [s. _Kluge_, Rotw. I, S. 438]) oder -_Lotekhôlisch_ (so in Franken [s. _Meisinger_ in d. Z. f. hochd. -Mundarten, Bd. III (1902), S. 121 ff.]) haben (vgl. auch _Groß'_ Archiv, -Bd. 33, S. 220, Anm. 2), die nichts anderes ist als eine Entstellung aus -dem jüd. _loschon (ha-)kodesch_ = die »Sprache der Heiligkeit« oder -»heilige Sprache«, d. i. das Hebräische. S. _Landau_ in d. Z. f. hochd. -Mundarten, Bd. III, S. 319 vbd. mit A.-L. III, S. 53 u. IV, S. 399; vgl. -auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1293. In der _schwäb. Händlerspr._ -(482) bedeutet _lotekorisch_ nur »jüdisch.« Das _Wittich_sche Jenisch -kennt den Ausdruck (auch dafür) _nicht_.] - -[Fußnote 15: ([3] auf S. 63.7) Über die _Etymologie_ dieser Wörter s. -das Näh. in den Anmerkgn. zum W.-B. selbst (unter den betr. deutschen -Bedeutgn.).] - -[Fußnote 16: ([4] auf S. 63.7) Nur substantivisch gebrauchte -Eigenschaftswörter, wie _Dof_ = Glück, Pracht (eigtl. _dof_ = gut) — -bzw. _nobis Dof_ = Trübsal (eigtl. = nicht gut), _Molum_ = Rausch -(eigtl. m. = berauscht) u. _Schofel_ = Gefahr, Not, Schmach (eigtl. sch. -= schlecht) sind _nicht_ hier, sondern unter den Eigenschaftswörtern -(lit. c) aufgeführt worden. Ebenso ist für die substantivischen -_Ableitungen_ von Adjektiven (wie z. B. _Schofelei_ = Unglück, -_Schoflerei_ = Gericht von _schofel_) oder von Zeitwörtern (wie etwa -_Kasperer_ = Betrüger von _kaspere_, _Schmuser_ = Schwätzer von -_schmusen_ u. _Schwäche_ = Viehtränke, _Schwächerei_ = Trank, -Trinkgelage von _schwächen_) auf die Rubriken b u. c zu verweisen.] - -[Fußnote 17: ([1] auf S. 63.8) Mit Ausnahme bloßer _Ableitungen_ von -(den unter a genannten) _Hauptwörtern_, wie z. B. _eidofema_ = -einkerkern (von _Dofes_), _a(n)kluften_, _aus-_, _verkluften_ = -ankleiden, ausziehen, verkleiden (von _Kluft_), _kohlen_ = belügen, -betrügen (von _Kohl_), _schenegeln_ = arbeiten (von _Schenagel_), -_schurele_ = begatten und in Zus. mit Präpos, für sehr verschiedene -Begriffe gebr. (von _Schure_) u. a. m.] - -[Fußnote 18: ([2] auf S. 63.8) Über _substantiv. Ableitungen_ hiervon s. -schon S. 7, Anm. 16 a. E.] - -[Fußnote 19: ([3] auf S. 63.8) Bloße _Ableitungen von Hauptwörtern_, wie -_scheneglich_ = fleißig von _Schenagel_), _schmelemerisch_ = -zigeunerisch (von _Schmelemer_), oder _von Zeitwörtern_, wie _begerisch_ -= sterblich, krank (von _begeren_), _diberich_ u. _schmusich_ = -gesprächig (von _diberen_ u. _schmusen_), sind hier _nicht_ -berücksichtigt worden.] - -[Fußnote 20: ([4] auf S. 63.8) Über den Gebrauch von _dof_, _molum_, -_schofel_ als _Substantive_ s. schon oben S. 7, Anm. 16. — Auch -_begerisch_ (s. Anm. 19) kommt als Hauptw. (= Siechtum) vor.] - -[Fußnote 21: ([5] auf S. 63.8) Die in Klammern gesetzten Vokabeln halte -ich persönlich _nicht_ (od. doch nicht in _erster_ Linie) für -hebräischer Herkunft. Näh. s. in den betr. Anmkgn. zum W.-B.] - -[Fußnote 22: ([6] auf S. 63.8) Bloße substantivische _Ableitungen von_ -(den unter b genannten) _Zeitwörtern_ (wie etwa _Bascher_ = Käufer, -_Dercher_ = Bettler, _Sichere_ = Küche u. a. m.) sind hier außer -Betracht geblieben.] - -Sehr groß erscheint auch der Einfluß der _Zigeunersprache_ auf unser -Glossar. Schon die Zahl der mit Sicherheit unmittelbar hieraus -übernommenen Vokabeln steht nämlich nur wenig hinter derjenigen der -Wörter hebräischer Herkunft zurück, während sie die der sonst in -rotwelschen Quellen oder in anderen Krämersprachen etwa anzutreffenden -Mengen von Ausdrücken dieser Art erheblich übersteigt. Nur bei dem -Jenisch der schwäbischen Händler in _Unterdeufstetten_ macht sich — wie -Rudolf _Kapff_ (in der Zeitschr. für deutsch. Wortforschg., Bd. X. S. -214) nachgewiesen — ebenfalls ein stärkerer zigeunerischer Einschlag -bemerkbar. Während aber hier die Wörter dieses Stammes immerhin etwa -zwei Dutzend nicht übersteigen, sind sie im _Wittich_'schen Vokabular -ungefähr auf die doppelte Summe zu schätzen. Da der Verf. in seiner -»Einleitung« selber ein genaueres Verzeichnis dieser Vokabeln -angefertigt hat, kann hier auf ihre Aufzählung verzichtet werden; jedoch -sei der Vollständigkeit halber bemerkt, daß dort einerseits die weiteren -Ableitungen von den zigeunerischen Stammwörtern (wie z. B. die Zeitw. -_lubnen_ = »huren« und _matschen_ = fischen zu _Lubne_ = Hure und -_Matsche_ = Fisch oder das Adj. _bogelich_ = gierig u. dergl zu -_Bog[g]elo_ = Hunger) nicht berücksichtigt sind, während andererseits [63.10] -einige der aufgezählten Vokabeln auch unmittelbar — nicht erst durch -Vermittlung der Zigeuner — aus dem Deutschen oder aus anderen Sprachen -ins Jenische eingedrungen sein könnten (Näh. s. in den Anmerkgn. zur -»Einleitg.«; vgl. auch gleich weiter unten die Anm. 26). Mit der bloßen -Rezeption der äußeren Form erscheint übrigens die Einwirkung des -Zigeunertums auf die _Wittich_sche Händlersprache noch lange nicht -erschöpft, vielmehr ist auch noch in einer ganzen Reihe von — ihrer -_äußeren_ Erscheinung nach dem _Deutschen_ oder _anderen_ Sprachen -zuzuweisenden — jenischen Ausdrücken _begrifflich_ die besondere -Anschauungs- und Denkweise des Zigeunervolks deutlich wahrnehmbar. Das -Nähere hierüber ist aber besser erst weiter unten in anderem -Zusammenhange mitzuteilen. - -[Fußnote 23: ([1] auf S. 63.9) Ausgenommen solche, die (wie z. B. -_kafleren_ = schlachten u. _ei'leken_ = einkerkern) _sicher_ oder (wie -z. B. _bosen_ [bosme] = lecken) _vielleicht_ erst wieder von den unter a -genannten _Hauptwörtern_ (_Kafler_, _Lek_, _Bos_) _abgeleitet_ sind. S. -das Näh. in den einschläg. Anmerkgn. zum W.-B.] - -[Fußnote 24: ([2] auf S. 63.9) _Selbständige Eigenschaftswörter_ dieser -Art sind nicht vorhanden. Für bloße _adjekt. Ableitungen_ (wie z. B. -_dercherich_ = bettelhaft, dürftig von dem Zeitw. _derchen_) sei auf die -Anmerkgn. zum W.-B. verwiesen.] - -Von sonstigen fremden Sprachen haben nur das _Lateinische_[25] und seine -beiden Haupt-Töchtersprachen, das _Französische_ und _Italienische_, -etwas breitere Spuren hinterlassen[26], während sich auf das _Slawische_ -und auf die _nordischen_ Sprachen mit Bestimmtheit nur ganz wenig -zurückführen läßt.[27] - -[Fußnote 25: ([1] auf S. 63.10) S. z. B. _Patris_ = Vater, wohl auch -_g'want_ = anmutig u. dergl. (von _quantum_) und _Ki(e)bes_ = Kopf (von -_caput_) sowie _nobis_ = nicht, das jedoch in _erster_ Linie dem -_Italienischen_ zuzuweisen sein dürfte (s. das Näh. im W.-B. unter -»Dietrich«), ebenso wie _Vergondert_ = Konkurs und _bosten_ = gehen -(vermittelt durch unsere Lehnwörter _Gant_ und _Post_). Auf ältere -_Lehnwörter_ aus dem _Lateinischen_ gehen vermutlich noch zurück _Kolb_ -= Pfarrer und _Sins_ = Herr (s. das Näh. im W.-B. selbst), während zu -_durme_ = schlafen, ruhen, liegen wohl zunächst das Französische -(_dormir_) heranzuziehen sein dürfte. Vgl. auch die Latinisierungen auf -_-us_ bei Wörtern deutscher oder fremder Herkunft (wie _Bikus_ = Essen, -_Rochus_ = Zorn).] - -[Fußnote 26: ([2] auf S. 63.10) S. für das _Französische_: _Bommerling_ -= Apfel (von _pomme_), _Mamere_ = Mutter(= »_ma mêre_«), _Scharrisele_ = -Kirschen (von _cerises_), ferner _Feneter_ = Fenster und _Furschet_ = -Gabel (die _Wittich_ in seiner »Einltg.« beide unter den Zigeunerwörtern -aufgeführt hat; s. dort in den Anm. das Näh. dazu). Über _durme_ s. -schon die vorige Anm. Das Zeitw. _baschen_ = kaufen (vgl. oben S. 9) — -vielleicht vom französ. _passer_ — kann auch dem _Italienischen_ -(_passare_) zugeteilt werden. Mehr vom ital. _grande_ als vom französ. -_grand_ beeinfußt worden ist ferner wohl _grandich_ = groß usw. In -erster Linie _italien._ Herkunft sind endlich _nobis_ (s. oben Anm. 25) -und _Strade_ = Weg, Straße. Über _Fehte_ = »Quartier« s. das W.-B. unter -»Hauswirt«. Über _Vergondert_ und _bosten_ vgl. oben Anm. 25.] - -[Fußnote 27: ([3] auf S. 63.10) Auf das _Slawische_ (Polnische) nämlich: -_sicher_ _Rawine_ = Leiter (nur _vielleicht_ auch _Bauser_ = Angst bezw. -_bausen_ = fürchten und _Stöber_ = Baum); s. das Näh. im W.-B. unter -»Leiter«, »Angst« und »Apfelbaum«; auf das _Nordische_ (Schwedische -usw.): _Fehma_ = Hand (und _vielleicht_ auch [das damit wohl -zusammenhängende] Zeitw. _febern_ = schreiben); s. das Näh. im W.-B. -unter »Hand« und »abschreiben«.] - -Auch abgesehen von der »Sprachenmischung« treffen wir weiter in unserem [63.11] -Jenisch fast alle charakteristischen Kennzeichen des Rotwelschs an. So -begegnet man beinahe auf jeder Seite des Vokabulars einer der typischen -rotwelschen Endungen _-erich_, _-ert_ (aus dem ältern _-hart_) und -_-ling_ (-linger) bezw. _-ing_ (vgl. z. B. _Toberich_ = Tabak, -_Glansert_ = Glas, _Rauschert_ = Stroh, _Flössling_ oder _Schwimmerling_ -= Fisch, _Hitzling_ = Ofen usw.), die übrigens auch — ganz wie es bei -den Gaunern üblich — an Wörter _fremden_ Stammes angehängt sind (vgl. -z. B. _Schwächerich_ = Durst, _Boschert_ = Pfennig, _Bossert_ = Fleisch -[sämtl. aus d. Hebr.], _Babing_ = Gans [aus d. Zigeun.], _Bommerling_ = -Apfel [aus dem Franz.]). Weiter finden sich mehrfach Fälle der — zu -größerer Unkenntlichmachung der ursprünglichen Form dienenden — -_Abbreviaturen_ (und zwar in der Form der sog. _Aphärese_, d. h. der -Weglassung der Anfangssilbe[n], wie _Bolla_ [= Kartoffeln] statt und -neben _Schundbolla_, _Staude_ [= Hemd] statt [rotw.] _Hanfstaude_, -höchstwahrscheinlich auch _Boga_ [= Kuh] statt _Horboga_ und vielleicht -auch _Bos_ [= After] statt _Schundbos_ [vgl. das Näh. in den Anm. zum -W.-B.]), und vereinzelt erscheint auch eine sog. _Transposition_ -(nämlich bei _Kopel_ = Beinkleid, Hose, vermutl. statt zigeun. -_cholep_). Bei der Begriffsbildung tritt u. a. auf der Gebrauch des -»_pars pro toto_« (wie z. B. _Langohr_ = Hase) und von Eigennamen als -Gattungswörtern (s. z. B. _Lattenkarle_ oder _August mit dem Ofenrohr_ = -Gendarm), auch für Tiere und Sachen (vgl. _Hornikel_ = Ochse, -_Groenikel_ = Schwein [zu _Ni(c)kel_, Kurzform von _Nikolaus_], _Dietz_ -[wohl Kurzform von Dietrich] = penis, _Blauhanze_ = Zwetschgen), die -auch noch auf andere Weise _personifiziert_ erscheinen (vgl. -_Lachapatscher_ = Ente, _Strohbutzer_ = Gans sowie das merkwürdige -_Jerusalemsfreund_ = Schaf [s. Näh. in den Anm. zum W.-B. unter -»Hammel«]; _Linzere_ = Brille, _Stradelinzer_ = Wegweiser u. a. m.), -endlich das weite Gebiet der (im Rotwelsch so beliebten) _Metaphern_ -oder Begriffsübertragungen (wie z. B. _Hasa_ [d. h. Hasen] = Flöhe, -_Schundflederling_ [eigtl. »Dreckvogel«] = Mistkäfer, _Kupferflederling_ -[eigtl. »Heuvogel«] = Heuschrecke; _Schlang_ = Kette, _Fuchs_, _Füchsle_ -= Gold, Goldstück, _Frösch_ = Monate; _Dächle_ = Regenschirm, -_Galgennägel_ = Rüben usw.). - -Während sich in allen diesen und noch manchen anderen Erscheinungen der -mehr oder weniger enge Anschluß an rotwelsche Vorbilder unschwer -erkennen läßt[28], weist unser Jenisch auch einige ihm speziell eigene, [63.12] -überall hervortretende Besonderheiten auf. Es sind dies namentlich: die -stark ausgeprägte _mundartliche Färbung_ der Vokabeln und die auffällig -große Zahl von (oft recht langen) _Zusammensetzungen_ oder -_Verbindungen_ mehrerer Wörter miteinander. - -[Fußnote 28: ([1] auf S. 63.11) Hingewiesen sei bes. auch noch auf die -fast ganz mit dem Rotwelsch übereinstimmende Bildung der Standes- und -Berufsbezeichnungen, namentlich in der Form von Zusammensetzungen mit -gewissen substantisierten Tätigkeitsformen, wie _Pflanzer_ (vgl. _Groß'_ -Archiv, Bd. 46, S. 12 ff.) — so z. B. _Funkpflanzer_ = Heizer, -_Schrendepflanzer_ = Zimmermann — und _Schenegler_ (vgl. Archiv, Bd. -46, S. 304ff.) — so z. B. _Bichschenegler_ = Münzarbeiter, -_Hitzlingschenegler_ = Ofensetzer — oder mit selbständigen Hauptwörtern -mit der Bedeutung »Mann« (»Herr«, »Kerl«, »Bursche« u. dergl.) bezw. — -für weibl. Personen — »Frau« (»Mädchen«), wie _Kaffer_ (vgl. Archiv, -Bd. 48, S. 328 ff.), _Gadscho_ (vgl. Archiv, Bd. 49, S. 331 ff.), _Sins_ -(vgl. Archiv, Bd. 38, S. 270), _Benk_ (vgl. Archiv, Bd. 49, S. 344 ff.), -_Freier_ (vgl. Archiv, Bd. 49, S. 350 ff.), _Fiesel_ (vgl. Archiv, Bd. -50, S. 157 ff.) oder (für weibl. Pers.) _Moss_ und _Model_ (vgl. Archiv, -Bd. 50, S. 344 ff.). Beispiele: _Leilekaffer_ = Nachtwächter, -_Rädlingskaffer_ = Fuhrmann; _Begergadscho_ = Leichenbeschauer; -_Begersins_ = Arzt, _Sturmkittsins_ = Ratsherr; _Rattebenk_ = -Nachtwächter, _Stradebenk_ = Straßenwärter; _Fehtefreier_ = -»Quartierbursche«; _Verkemersfiesel_ = Handelsbursche, _Sicherfiesel_ = -Koch; _Deiselmoss_ = Hebamme, _Begermoss_ = Leichenfrau; _Galmamodel_ = -Kindermädchen usw.] - -Die dialektische Ausgestaltung der Wörter — die natürlich durchweg die -süddeutsche, insbesondere schwäbische Eigenart an sich trägt[29], geht -zuweilen so weit, daß die ursprüngliche Grundform nur noch schwer zu -erkennen ist. So hat z. B. _Klettert_ = Tisch nichts mit unserm Zeitwort -»klettern« zu tun, sondern ist nur eine schlechte Aussprache von -_Glättert_ = _Glatthart_, und _Blatt_ (= blatt) _pflanzen_ = im Freien -übernachten gehört nicht etwa zu dem Subst. _Blatt_, sondern zum Adj. -_platt_ (vgl. auch _baschen_, _Bommerling_ u. ä. statt [der sonst — im -Rotw. usw. — vorherrschenden Formen] _paschen_, _Pommerling_; _bugle_ -und _bukle_ = tragen, _gril(l)isch_ u. _kril(l)isch_ = protestantisch, -_Gluber_ u. _Kluper_ = Uhr u. a. m.). Fast noch häufiger als die -Konsonanten erscheinen die _Vokale_ verändert. So finden sich z. B. -neben den Formen _Groenert_, _Groenikel_, _Ruedel_, _nuschig_ auch die -breiteren: _Groanert_, _Groanikel_, _Ruadel_, _nuaschig_, neben _Kunde_, -_Rundling_, _Schund_ auch _Konde_, _Rondling_, _Schond_, und besonders -beliebt erscheint der Wechsel zwischen den Buchstaben i und e. Man [63.13] -vergleiche: _nobis_ und _nobes_, _Patris_ und _Patres_, _linzen_ und -_lenzen_, _link_ und _lenk_. Auch die Endung _-ling_ ist demgemäß (wie -_Wittich_ auch in seiner »Einleitung« selber betont hat) häufig zu -_-leng_ umgewandelt worden. Da hierbei indessen nur völlige Willkür -(nicht irgendeine bestimmte Sprachregel) geherrscht zu haben scheint, so -erübrigt es sich, die einzelnen Gruppen der nur auf _-ling_, nur auf -_-leng_ und der bald auf die eine, bald auf die andere Weise -auslautenden Wörter genauer gegenüberzustellen[30]. Auch bei anderen -_Endungen_ von Hauptwörtern oder solchen von Zeitwörtern sind bald die -Formen der Mundart, bald die der Schriftsprache, bald beide -nebeneinander gewählt worden (vgl. z. B. _Fehma_ = Hand, _Hasa_ = Flöhe, -_Bolla_ u. _Bolle_ = Kartoffeln, _Buxa_ u. _Buxe_ = Hose, _Ulma_ u. -_Ulme_ = Leute, _Schei_ u. _Schein_ = Tag, _Kollerin_ = Müllerin, aber -_Deislere_ = Wöchnerin, _Stichlere_ = Schneiderin; _fuchsa_ = erzeugen, -_fu(h)la_ od. _schmelza_ = cacare, i. d. R. auch: _achila_ od. _kahla_ = -essen; _budera_ = begatten, _kaspere_ = betrügen, _schlummere_ = liegen, -_toberiche_ = rauchen; _biken_ od. _butten_ = essen, _bosten_ od. -_pfichen_ = gehen; dagegen [in Zus.]: _bohla_, _bohle_ und _bohlen_ = -fallen, _pfladera_ [-re, -ren] = waschen, _ruadla_ [-le, -len] = fahren -usw.). Als eine spezifisch schwäbische Endung von Hauptwörtern dürfte -wohl _-ete_ (od. _-ede_) angesehen werden, die uns (nach Analogie etwa -von _Gäutschete_ = Schaukel zu _gautschen_ = schaukeln [s. _Fischer_, -Schwäb. W.-B. III, Sp, 109[31]]) z. B. in _Buklete_ = Traglast, -_Dämpfete_ = Zigarre, _Flösslete_ = Urin, _Schmelzede_ = »Abweichung« -(Diarrhöe) und — auch an einen fremden (zigeun.) Stamm angehängt — in -_Fu(h)lete_ (= Schmelzede) entgegentritt[32]. Sehr beliebt erscheint -auch die bekannte süddeutsche substantivische Verkleinerungsform --le[33]. Die gewöhnliche Adjektiv-Endung schreibt _Wittich_ regelmäßig [63.14] -_-ich_, nur ausnahmsweise _-ig_ (so z. B. neben _grandich_ seltener auch -_grandig_, neben _muffich_ auch _mufig_); eine kleinere Gruppe dieser -Wortgattung endigt auch auf _-isch_ (so z. B. _begerisch_, _biberisch_, -_gril[l]isch_, _jenisch_, _wo[h]nisch_, _schmelemerisch_). - -[Fußnote 29: ([1] auf S. 63.12) Ausnahmen, wie z. B. die dem Rotwelsch -entlehnten, ursprünglich dem _niederd._ Sprachgebiet angehörenden -Vokabeln _Buxa(-e)_ = Hose u. _schlummere_ = liegen (eigtl. »schlafen«, -arg.: _Schlumerkitt_ = Herberge) oder wie _Strauberts_ = Haare, das wohl -mit dem _norddeutsch. Plural-S_, wie in »Jungens«, »Mädchens«, versehen -sein dürfte, bestätigen nur die Regel.] - -[Fußnote 30: ([1] auf S. 63.13) Merkwürdig ist, daß zuweilen bei -demselben Worte der Singular auf _-leng_, der Plural dagegen auf _-ling_ -gebildet worden, so z.B. bei _Schmaleng_ = Katze u. _Stupfleng_ = Igel.] - -[Fußnote 31: ([2] auf S. 63.13) Mehrere ähnliche Beispiele enthält auch -das _Pleißlen der Killertaler_ (s. _Kluge_, Rotw. I, S. 435, 436).] - -[Fußnote 32: ([3] auf S. 63.13) Dagegen ist die Endung _-es_ (wie z. B. -in _Benges_ = Bursche u. dgl., _dambes_ [eigtl. Rausch, dam = -berauscht], _Guf(f)es_ = Prügel) auch sonst im Rotw. u. den verw. -Geheimsprachen bekannt (vgl. _Pott_, Zigeuner II, S. 33, Nr. 2), aber in -den einzelnen Fällen wohl verschieden zu deuten (s. _Pott_ I, S. 103, -104; vgl. auch _Behaghel_, Deutsche Sprache [5. Aufl. 1911], S. 308). -Bei _Guf(f)es_ erblickt _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 905 in _-es_ -die abgeschwächte hebr. Plural-Endg. _-ôth_.] - -[Fußnote 33: ([4] auf S. 63.13) Auch sie ist (wie ebenfalls sonst in den -Geheimsprachen) nicht nur an Wörter deutschen Stammes, sondern _auch_ an -solche _fremder_ Herkunft angehängt worden (s. z. B. _Käfferle_, zu -_Kaffer_ [aus dem Hebr.]; _Doberle_ = Beil, zu _Dober_ = Axt, _Gachnele_ -= Küchlein, d. h. Hühnchen, zu _Gachne_ = Henne, Huhn, u. _Gaschele_ = -Kinder, eigtl. »kleine Leute«, zu _Gasche_ od. _Gadsche_ = Leute, plur. -von _Gadscho_ = »Kerl« [_alle drei_ aus dem _Zigeun._], _Sinsle_ = -Junker, zu _Sins_ = Herr [vermittelt wohl durch e. latein. Lehnwort], -_Scharrisele_ = Kirschen [aus dem Französ.]). Im übrigen ist noch zu -beachten, daß sie nicht immer bloß eine Verkleinerung gegenüber dem -Stammwort bedeutet (wie dies z. B. allerdings der Fall bei _Fi[e]sele_ -od. _Freierle_ = Junge, Knabe [zu _Fi[e]sel_, _Freier_ = Bube, Bursche -(Jüngling) bezw. fremder Bursche], _Mössle_ = Jungfrau [zu _Moss_ = -Frau], _Schmalerle_ = Kätzchen [zu _Schmaler_ = Katze], _Trabertle_ = -Füllen [zu _Trabert_ = Pferd] u. a. m.; vgl. auch noch _Doberle_ = Beil -[zu _Dober_ = Axt; s. oben], _Füchsle_ = Goldstück [zu _Fuchs_ = Gold], -_Späusle_ = Splitter [zu _Spraus_ = Holz]), sondern zuweilen den -ursprünglichen Begriff auch vollständig verändert (s. bes. _Schwächerle_ -= Brust, Euter [aber _Schwächer_ = Rausch, Trunkenheit], _Krächerle_ = -Nuß [aber _Kracher_ = Wald]; vgl. auch _Schurele_ u. _Schure_ [worüber -Näh. im W.-B. unter »abbiegen«] u. _Hegesle_ = Knödel u. _Heges_ = -kleines Dorf [bei denen aber wohl _kein_ gleicher Stamm zu Grunde liegen -dürfte]). Eine Mittelstufe nehmen ein die Ausdrücke _Kittle_ (zu _Kitt_ -= Haus), da es in _Wittichs_ Vokabular sowohl »Gartenhaus« als _auch_ -spezieller »Arrest, Gefängnis« bedeutet (wie im Rotw. _Kittchen_), u. -_Käfferle_ (zu _Kaffer_ [s. oben]), das zwar »Junggeselle« und »Greis«, -aber _auch_ den »männlichen Samen« bedeutet [s. zu letzterer Bedeutg., -die eine längere Erklärung erfordert, das Näh. in den Anm. zum W.-B. -unter »Onanie treiben«). Manchmal findet sich endlich sogar _nur_ die -Verkleinerung als selbständiger Begriff, während ein entsprechendes -_un_verkleinertes Stammwort (wenigstens im _Jenischen_) _fehlt_, so bei -_Dächle_ = (Regen-)Schirm, _Räp(p)le_ = Mark, _Scharrisele_ = Kirschen, -_Schuberle_ = Geist, Gespenst, _Steinhäufle_ = Stadt, _Stupfle_ = Dorn.] - -Was sodann die zahlreichen _Zusammensetzungen_ (bezw. Verbindungen) -anbelangt, so dürften hierbei zunächst prinzipiell zwei Gruppen zu -unterscheiden sein. Bei einer _kleineren_ Kategorie dieser Fälle handelt -es sich einfach um wörtliche Übersetzungen von Ausdrücken, die zum Teil -auch im Deutschen schon etwas lang erscheinen, ins »Jenische«, und dabei -mag den Verfasser eine gewisse philologische Freude an diesen Gebilden -dazu verleitet haben, seinem Wörterbuche auch solche zungenbrecherischen -Kompositionen wie z. B. _Hornikelgielblättlingschottel_ (= -Ochsenmaulsalatschüssel) einzuverleiben[34], die in der Praxis des -täglichen Lebens doch kaum je in ihrer ganzen Fülle ausgesprochen zu [63.15] -werden pflegen. Wesentlich anders liegt dagegen die Sache bei der -_Mehrzahl_ der Zusammensetzungen oder Verbindungen, insofern sie nämlich -als wirklich notwendige Umschreibungen für Begriffe eingestellt sind, -für die es im Jenischen überhaupt keine selbständigen Wörter gibt, wobei -übrigens der Vollständigkeit halber noch bemerkt werden muß, daß außer -_diesem_ Notbehelf auch noch mancherlei _andere_ Mittel, das Fehlende zu -ersetzen, Verwendung gefunden haben. So erscheinen z. B. nicht nur (wie -ja nicht selten auch in unserer Gemeinsprache) Zeitwörter als Aushilfe -für Substantive, sei es in Form des Infinitivs[35] oder von -Partizipien[36], sondern es sind — nach Vorbildern im Rotwelsch[37] — -auch Adjektive in gleicher Weise oder umgekehrt Hauptwörter für -Eigenschaftswörter gebraucht worden[38], und endlich haben dann noch [63.16] -viele Substantive eine Verengerung vom Gattungsbegriffe zur -Artbezeichnung erfahren. Namentlich kommt dies für im Jenischen nicht -vorhandene Bezeichnungen einzelner Tiere und Pflanzen vor, so wenn _Kib_ -= Hund auch den Pudel bedeutet, _Flössling_ (_Schwimmerling_ oder -_Matsche_) = Fisch auch den Karpfen oder Hering (argum. -_Flösslingschottel_ = Heringsbüchse), _Flederling_ (od. _Fläderling_) = -Vogel auch Elster, Kuckuk, Star und Taube, oder wenn _Stöber_ = Baum -auch für Birke, Buche, Eiche und Fichte gebraucht wird, _Kupfer_ = -Frucht, Getreide auch Heu, Klee, Häcksel und die meisten Getreidearten -(wie Hafer, Roggen, Weizen) umfaßt usw.[39]. Auf die ganz ungeheure -Ausdehnung, welche in _Wittichs_ Jenisch besonders noch die -Bezeichnungen _Sore_ und — mehr noch — _Schure_ (eigtl. wohl nur -»Ware«, dann »Ding«, »Sache«) als Aushilfsmittel für alles Mögliche (z. -B. nicht nur für leblose Gegenstände, sondern auch für abstrakte -Begriffe, ja selbst für Tiere) erfahren haben, hat der Verf. in seiner -»Einleitung« (S. 24) selber ausdrücklich hingewiesen[40] (vgl. für die -Einzelheiten, deren Aufzählung hier zu weit führen würde, m. Anmerkgn. -zu den Wörtern »abbiegen« und »Brücke« im W.-B.). Da solche -Begriffsverengerungen aber doch mehr oder weniger etwas Gewaltsames, -Künstliches an sich haben, so erklärt es sich unschwer, daß man sie -nicht ungern durch irgendeinen Zusatz doch häufig noch etwas näher -gekennzeichnet oder m. a. W. eben jene Gruppe umschreibender -Zusammensetzungen oder Verbindungen verwertet hat, von denen vorhin -schon die Rede gewesen. So sind doch z. B. _Schallerfleterling_ -(d. h. »Singvogel«) für die Amsel oder den Kanarienvogel, -_grandicher Flederling_ (d. h. »großer Vogel«) für den Adler, oder -_Spronkert-Flössling_ (d. h. »Salzfisch«) für den Hering schon viel -nähere Kennzeichnungen jener Tiere als das einfache _Flederling_ und -_Flössling_. - -[Fußnote 34: ([1] auf S. 63.14) Dieses Beispiel steht keineswegs etwa -vereinzelt da; vgl. u. a. auch noch _Krachersäftlingbrandling_ = -Heidelbeerkuchen u. _Jerusalemsfreundschenegler_ = Schäferknecht.] - -[Fußnote 35: ([1] auf S. 63.15) So z. B. _Bereime_ u. _Zeine_ (doch wohl -beides eigtl. = _bereime[n]_, _zeine[n]_ = zahlen) = Zahlung, _Dupfen_ -(eigtl. = stechen) = Stich, _Muffen_ (eigtl. = riechen) = Geruch, -_Glemsen_ (eigtl. = weinen) = Tränen und (mit interessanter -Begriffsverengerung) _Bleisgeren_ oder _Pfreimen_ (eigtl. = zahlen) = -Steuern.] - -[Fußnote 36: ([2] auf S. 63.15) So z. B. _Begert_ (eigtl. = gestorben) = -Leiche, _Verdibert_ (eigtl. = verraten) = Verrat, _Vergondert_ (eigtl. -wohl = »vergantet«, ausgepfändet, im Konkurs) = Konkurs, _Vergrönt_ -(eigtl. = verheiratet) = Ehe, _Vermuft_ (eigtl. etwa = »verfault«, dann -verarmt, heruntergekommen, bankerott) = Armut, Bedrängnis, Konkurs. — -Übrigens kommen natürlich Partizipien auch für _Adjektive_ vor (so z. B. -_begert_ = tot, _gefebert_ [geschrieben] = schriftlich, _grandich bikt_ -[viel gegessen] = satt), u. außerdem sind dafür auch noch andere -Zeitwortformen üblich, vgl. z. B. die satzartigen Umschreibungen: _gneis -nobis_ (eigtl. »[ich] kenne nicht«] = unbekannt, _hauret nobis_ (eigtl. -»[es] ist nichts«) = ungültig, unzweckmäßig, _begert nobis_ (eigtl. -»[er, sie, es] stirbt nicht«) = unsterblich u. a. m.] - -[Fußnote 37: ([3] auf S. 63.15) Vgl. _Günther_, Rotwelsch, S. 63, Anm. -64.] - -[Fußnote 38: ([4] auf S. 63.15) Beispiele: a) _Gebrauch von Adjektiven -für Substantive_: Mit _Flexion_ der Adjektive (also z. B. _Wo[h]nischer_ -= Katholik, _nobis Dofs_ [d. h. eigtl. »nichts Gutes«] = Übel) kommt -dieser ja auch in unserer Gemeinsprache vor; das Jenische weist aber -Fälle auf, wo das Eigenschaftwort auch unflektiert zum Substantiv -erhoben worden, s. z. B. die schon oben S. 7, Anm. 4, in anderem -Zusammenhange erwähnten Wörter _Dof_ (bezw. nobis Dof), _Molum_ u. -_Schofel_, für letzteres als Synon. auch _Lenk_, ferner _Bauserich_ -(eigtl. ängstlich, furchtsam) = das Grausen, _Begerisch_ (eigtl. krank) -= Siechtum, _Biberisch_ (eigtl. kalt, frostig) = Kälte, Frost, -_Dercherich_ (eigtl. dürftig) = Mangel, Not, _Grandich_ (groß) = Höhe, -Gewalt u. a. m.; über _Flu(h)tich_ = Nässe s. lit. b am Ende; über -_Stumpf_ = Ärger s. d. W.-B. unter diesem Worte; b) _Gebrauch von -Substantiven für Adjektive_: _schwächer_ (Rausch) u. _dambes_ (eigtl. -wohl ebenfalls = Rausch) = berauscht, _kohl_ (Lüge) = verlogen, _leile_ -u. _ratte_ (Nacht) = dunkel, _schei(n)_ (Tag, Helle) = hell; vgl. auch -_flu(h)te_ = naß, während _Flu(h)tich_ für »Nässe« angeführt ist, wobei -aber vielleicht die Bedeutgn. doch umzustellen sein könnten -(Schreibfehler?).] - -Hier ist nun die Stelle, wo noch etwas näher auf den Einfluß hinzuweisen -ist, den — gerade bei dieser Art von umschreibenden Aushilfs- oder -Ersatzbegriffen — die _Zigeunersprache_ geübt hat. Wenn man z. B. -_Wittichs_ Glossar mit dem »deutsch-zigeunerischen Wörterbuch« bei -_Liebich_ (Die Zigeuner usw. S. 171 ff.) vergleicht, wird man erstaunt [63.17] -sein, dort die allermeisten dieser Sprachgebilde — nur eben in -_zigeunerischer_ Form — wiederzufinden. Sehr zahlreich sind zunächst -die Übereinstimmungen mit den — auch im Jenischen — durch -_Verbindungen_ von Substantiven und Eigenschaftswörtern umschriebenen -Begriffen, wie z. B.: _grandicher Kaffer_ (zig. bāro gādscho[41]), -d. h. »großer Mann« = Riese, _grandicher Sins_ (zig. bāro rai), d. h. -»großer Herr« = Amtmann, Richter u. dergl. m.[42], _grandich Babing_ od. -_Strohbutzer_ (zig. bāro pāpin), d. h. »große [od. größte] Gans« = -Schwan, _grandiche Schrende_ (zig. bāri tattin od. isma), d. h. -»große Stube« = Saal, _grandicher Kies_ (zig. bāro parr), d. h. -»großer Stein« = Felsen, _grandicher Funk_ (zig. bāro jāk), d. h. -»großes Feuer« = Feuersbrunst[43]; _oberkünftiger Giel_ (zig. pralduno -mui), d. h. »oberes Maul« = Gaumen, _unterkünftiger Tritt_ (zig. -telstuno pīro), d. h. »unterer Fuß« = Fußsohle, _näpfiger Schund_ -(zig. danterpáskero tschikk), d. h. »beißender Dreck« = Kalk, _g'funktes -Gib_ (zig. chadschēdo gīb), d. h.: »gebranntes Getreide« = Malz, -_nobes dofer Glitschin_ (zig. tschi tschātschi glitin), d. h. »kein -guter [rechter] Schlüssel« = Dietrich und noch gar vieles andere, wofür -hier auf das W.-B. selbst verwiesen werden muß[44]. Ebenso steht es mit -derartigen jenischen _Zusammensetzungen_ im e. S. (d. h. der in _einem_ -Wort geschriebenen Bildungen aus mehreren Substantiven u. dergl.), nur -daß die _Zigeuner_ auch hierbei regelmäßig die Form der lockereren -_Verbindung_ (u. zwar meist von Haupt- und Eigenschaftswörtern) kennen. [63.18] -Auch dafür nur einige Beispiele, die zugleich die charakteristische -Denkweise der braunen Söhne des Ostens besonders ins Licht rücken: -_Schwächerlemamere_ (zig. tschutschĭnéngeri dai), d. h. »Brustmutter« -= Amme, _Trittgriffling_ (zig. heréngĕro gus[ch]to), d. h. -»Fußfinger« = Zehe, _Stöberschmaler_ (zig. rukkéskri mádschka), d. h. -»Baumkatze« = Eichhörnchen, _Mufferhorboga_ (zig. nakkéskĕri -gurumni), d. h. »nasige Kuh« = Nashorn, _Leile-_ oder _Ratteflederling_ -(zig. rattjakro tschirkŭlo), d. h. »Nachtvogel« = Eule, -_Begerflederling_ (zig. muléskĕro tschirkŭlo), d. h. »Totenvogel« -= Käuzchen, Steineule, _Schmuserfläderling_ (zig. rakkerpáskĕro -tschirkŭlo), d. h. »der sprechende Vogel« = Papagei[45], -_Koelegroenert_ (zig. bengeskĕri trab), d. h. »Teufelskraut« = -Unkraut, _Begerkittle_ (zig. mīleskĕro kēr), d. h. -»Totenhäuschen« = Sarg, _Bossertschei_ (zig. [auch], massĕlo diwes), -d. h. »Fleischtag« = Sonntag, _Bäzamaschei_ (zig. jāringĕro -diwes), d. h. »Eiertag« = Karfreitag, _Bäzemaweisling_ (zig. [u. a. -auch] jāringĕro gurko), d. h. »Eiersonntag« = Ostern usw.[46] - -[Fußnote 39: ([1] auf S. 63.16) Vgl. auch noch _Lanenger_ (Soldat), -sowohl = Infanterist wie Kavallerist (»Husar«), _Begerisch_ = Siechtum -im allgem., dann aber bes. auch Fallsucht, Epilepsie.] - -[Fußnote 40: ([2] auf S. 63.16) S. daselbst auch über das — gleichfalls -eine Art Aushilfsfunktion versehende — von _Schure_ abgeleitete Zeitw. -_schurele_ (das bes. in Zus. mit Präpositionen vorkommt); ebends. ferner -über den ähnl. Gebrauch des Zeitw. _pflanzen_.] - -[Fußnote 41: ([1] auf S. 63.17) Die zigeunerischen Ausdrücke sind im -folgenden ausschließlich nach dem Werke von _R. Liebich_ über die -Zigeuner angeführt, da von den mir zugänglich gewesenen neueren -Wörterbüchern (vgl. unten S. 22) keines eine _deutsch-zigeunerische_ -Abteilung enthielt. Ich muß es deshalb aber dahin gestellt sein lassen, -ob die sämtlichen hier aufgezählten Bezeichnungen auch wirklich heute -noch im lebendigen Sprachgebrauch erhalten sind.] - -[Fußnote 42: ([2] auf S. 63.17) S. Näh. noch im W.-B. unter »Amtmann«. -Die merkwürdige Art der Steigerung (bei Rangstufen u. dergl.) im -_Wittichschen_ Jenisch, wonach über _grandicher_ (als Komparativ -aufzufassen) wieder noch das einfache (unflektierte) _grandich_ — als -Superlativ — steht, so daß z. B. _grandich Sins_ mehr als _grandicher -Sins_, nämlich den König, bedeutet (worüber Näh. noch im W.-B. unter -»Bischof«), ist der Zigeunersprache unbekannt.] - -[Fußnote 43: ([3] auf S. 63.17) Noch weitere Verbindungen dieser Art mit -_grandich_ s. im W.-B. in der Anm. zu »Adler«.] - -[Fußnote 44: ([4] auf S. 63.17) Außer Verbindungen von Haupt- und -Eigenschaftswörtern gehören hierher auch noch solche von _mehreren -Hauptwörtern_, wie z. B. _Patris und Mamere_ (zigeun. o dad te i dai), -d. h. »Vater und Mutter« = Eltern, sowie satzartige Umschreibungen für -(im Deutschen) einfache Zeitwörter, z. B. _Flu(h)te bostet mer herab_ -(zigeun. panin naschēla mande tele), d. h. »(das) Wasser läuft mir -herab« = ich schwitze.] - -Man könnte nun geneigt sein, anzunehmen, daß _Wittich_, dem ja die -Zigeunersprache ganz geläufig ist, einfach die zigeunerischen -Umschreibungen ins »Jenische« übersetzt habe. Allein dem steht die -Tatsache entgegen, daß in vielen ähnlichen Fällen _keine wörtliche_ -Übereinstimmung, vielmehr nur eine gewisse Analogie zwischen »Jenisch« -und »Zigeunerisch« besteht[47], ja in manchen sogar auch das nicht -einmal, sei es, daß die Zigeuner ihre Umschreibung einem anderen [63.19] -Vorstellungskreise entnommen haben als die jenischen Leute[48] oder -überhaupt für den betreffenden Begriff ein selbständiges kurzes Wort -besitzen, während das im Jenischen nicht der Fall ist[49]. So muß man -wohl vermuten, daß infolge des Verkehrs zwischen den Händlern, -Hausierern usw. und den Zigeunern aus der Anschauungsweise der letzteren -zwar ein sehr beträchtlicher Teil auch bei den ersteren eingedrungen -ist, während dagegen ein — immerhin noch ganz stattlicher — Rest des -Jenischen sich von diesem Einfluß frei gehalten hat. - -[Fußnote 45: ([1] auf S. 63.18) Weitere Bezeichnungen dieser Art für -Vögel s. im W.-B. unter »Adler«. Auch dem oben (S. 16) erwähnten -_Spronkert-Flössling_ = Hering entspricht das zig. lōndo mādscho, -d. h. »gesalzener Fisch«.] - -[Fußnote 46: ([2] auf S. 63.18) Über den als _Wortspiel_ zu -betrachtenden Ausdruck _Sprauskritzler_ (zig. [u. a. auch] gaschtĕno -lil), d. h. »Holzbrief« = Steckbrief s. das Näh. noch in d. Anm. zum -W.-B. — Über den Einfluß des _Aberglaubens_, besonderer _Gebräuche_ -usw. der Zigeuner auch auf das Jenische s. Näh. im W.-B. unter -»Bachstelze« und »Löwenzahn«.] - -[Fußnote 47: ([3] auf S. 63.18) So heißt z. B. das Aas im Jensichen -_mufiger Bossert_ od. _Mass_ (d. h. »stinkendes Fleisch«), im Zigeun. -_mulo mass_ (d. h. »totes Fleisch«), der Pfau im Jenischen -_Dofefläderling_ (d. h. »schöner Vogel«), im Zigeun. (u. a. auch) -_gisĕwo tschirkŭlo_ (d. h. »stolzer Vogel«), die Wanze im -Jenischen _Mufkenem_ (d. h. »Stinklaus«), im Zigeun. _platti_ oder -_lōli tochīw_ (d. h. »platte oder rote Laus«), der Mond im -Jenischen _Leileschei_ (d. h. »Nachtlicht«), im Zigeun. _rattískĕro -kamm_ (d. h. »Nachtsonne«), der Steckbrief im Jenischen (u. a. auch) -_lenker_ oder _schofler_) _Kritzler_ (d. h. »schlechter [böser] Brief«), -im Zigeun. (u. a. auch) _gālo lil_ (d. h. »schwarzer Brief«) usw.] - -Zum Schluß noch einige Bemerkungen über die Einrichtung meiner -»Anmerkungen« zu _Wittichs_ »Deutsch-Jenischem Wörterbuch«. Was zunächst -deren Reihenfolge betrifft, so habe ich dabei grundsätzlich die Methode -beobachtet, daß jedesmal _dort_ zu einer jenischen Vokabel die -erforderlichen Erläuterungen gegeben wurden, wo diese _zum ersten Mal_ -auftritt, sei es nun für sich _allein_ oder auch nur in einer -_Zusammensetzung_ mit anderen Wörtern, sodaß also z. B. unter -»Apfelbaum« = _Bommerlingstöber_ — als der ersten Zusammensetzung mit -_Stöber_ = Baum — auch alles, was über _Stöber_ zu bemerken, mitgeteilt -worden[50], während andererseits unter der Zus. »Baumkatze« = -_Stöberschmaler_ (und nicht erst unter »Katze«) die Vokabel _Schmaler_ -behandelt worden ist. In ganz derselben Weise wurde auch mit den -Verbindungen verfahren. Gleich bei der ersten Vokabel des Wörterbuchs: -Aas = _mufiger Bossert_ od. _Mass_ (d. h. eigtl. »stinkendes Fleisch«) [63.20] -sind daher z. B. auch _mufig_ und sein Stammwort _muffen_ = riechen -(stinken) sowie _Bossert_ od. _Mass_ = Fleisch betrachtet und die -_weiteren_ Verbindungen und Zusammensetzungen damit aufgezählt -worden[51], wogegen an allen anderen Stellen, wo diese Vokabeln noch -wiederkehren, auf »Aas« zurückverwiesen worden ist. Es liegt auf der -Hand, daß hierdurch gerade zu Beginn des Glossars die Anmerkungen in -Zahl und Umfang reichlich anschwellen mußten, während sie dann -weiterhin geringer werden und gegen das Ende zu fast nur noch in -Zurückverweisungen bestehen. - -[Fußnote 48: ([1] auf S. 63.19) So heißt z. B. im Jenischen der Adler -_grandicher Flederling_ (d. h. »großer Vogel« [vgl. oben S. 16]), im -Zigeun. dagegen _dui menakro tchírkŭlo_ (d. h. »der doppelhalsige -Vogel«, und zwar nach _Liebich_, S. 146 wahrscheinlich deshalb, »weil -dem Zigeuner das Bild dieses Vogels zuerst auf dem österreichischen -Wappenschilde begegnet ist«), weiter die Tanne im Jen. _Jahre-_ oder -_Kracherstöber_ (d. h. »Waldbaum«), im Zigeun. dagegen _mellĕlo ruk_ -(d. h. »schwarzer Baum«), der Diamant im Jen. _dofer Kies_ (d. h. -»schöner Stein«), im Zigeun. _dikkapáskĕro parr_ (d. h. -»durchsichtiger Stein«), der Backstein im Jen. _Kittleskies_ (d. h. -»Hausstein«), im Zigeun. _chadschēdo_ od. _lōlo parr_ (d. h. -»gebrannter« od. »roter Stein«), der Bleistift im Jen. _Feberschure_ (d. -h. »Schreibding«), Im Zigeun. _geschtĕno pōr_ (d. h. »hölzerne -Feder«) usw.] - -[Fußnote 49: ([2] auf S. 63.19) Vgl. z. B. _grandich Sins_ (eigtl. -»größter Herr«) = König (s. oben S. 17, Anm. 42), zig. (meist) _kralo_, -_grandiche Gachne_ (eigtl. »große Henne«) = Hahn, zig. _paschno_(-lo) -od. _pussin_, _Schofeleiflederling_ (eigtl. »Unglücksvogel«) = Rabe, -zig. _korāko_, _grandich Flu(h)te_ (eigtl. »großes [od. größtes] -Wasser«) = Meer, zig. _sēro_, _grandiche Kitt_ (eigtl. »großes Haus«) -= Hof, zig. _medrīa_, _dofe Kitt_ (eigtl. »schönes Haus«) = Schloß, -zig. _filĕzzin_, _dofer Schmunk_ (eigtl. »gutes Fett«) = Butter, zig. -_kīl_ u. a. m.] - -[Fußnote 50: ([3] auf S. 63.19) Über _Bommerling_ konnte dagegen das -Erforderliche schon unter »Apfel« angegeben werden, da ja das _einfache_ -Wort vor jeder anderen Zusammensetzg. im W.-B. steht.] - -In den Anmerkungen habe ich außer der Übersicht über den jenischen -Wortbestand (Stammwort und Ableitungen davon[52], Zusammensetzungen, -Verbindungen und Redensarten damit) auch die etwa nachweisbaren _Belege_ -in den _stammverwandten_ (rotwelschen oder sonstigen geheimsprachlichen) -_Quellen_ zusammengestellt. Dabei mußte indessen grundsätzlich eine -gewisse Beschränkung — nämlich auf das schwäbische (bzw. badische) -Sprachgebiet — platzgreifen. Es wurden demnach regelmäßig auf etwa -vorhandene Parallelen hin geprüft: a) _für das ältere Rotwelsch_: der -sog. »_Dolmetscher der Gaunersprache_« (nach einer im Reg.-Archiv zu -Sigmaringen befindlichen Handschrift aus dem 18. Jahrh. von Prof. _H. -Fischer_ in Tübingen abgedruckt in den »Mitteilungen des Vereins für -Geschichte und Altertumskunde in Hohenzollern«, Jahrg. 38 [1904/5], S. -89 ff.), zitiert: _Dolm. der Gaunerspr._; - -das _Wörterbuch des Konstanzer Hans_, 1791 (vgl. näh. Titel u. Abdr. bei -_Kluge_, Rotw. I, S. 232 ff.), zitiert: _W.-B. des Konst. Hans_; - -die rotwelschen Vokabeln in _Schölls_ »Abriß des Jauner- und -Bettelwesens in Schwaben«, 1793 (nach _Kluge_, a. a. O., S. 268 ff.), -zitiert: _Schöll_; - -das _Pfullendorfer Jauner-Wörterbuch_ von 1820 (s. Titel u. Abdr. bei -_Kluge_, S. 336 ff.), zitiert: _Pfulld. J.-W.-B._; - -[Fußnote 51: ([1] auf S. 63.20) Und zwar sind diese Aufzählungen der -Einfachheit halber — in Übereinstimmung mit der Anlage des W.-Bs. in -der Form »Deutsch-Jenisch« — regelmäßig nach der alphabet. Reihenfolge -der _deutschen_ Bedeutungen der Vokabeln vorgenommen worden.] - -[Fußnote 52: ([2] auf S. 63.20) Wo im W.-B. sich etwa eine Ableitung vor -dem Stammworte findet, ist das letztere _dort_ mitbehandelt worden, so -z. B. _Schure_ unter »abbiegen« (= _abschurele_) u. nicht erst unter -»Achsel«, wo _Schure_ zum ersten Mal selbständig auftritt, _Funk_ = -Feuer unter »abbrennen« (_abfunken_), _Ruadel_ = Wagen unter »abfahren« -(_abruadlen_), das Zeitw. _muffen_ = riechen, wie schon im Text bemerkt -worden, unter »Aas« (= _mufiger Bossert_ od. _Mass_) usw.] - -b) für die _Gauner-_ und _Kundensprache der Gegenwart_: [63.21] - -F. X. _Mayer_, »Jenisch in der Verbrecherwelt«, in den »Württemb. -Vierteljahrsheften für Landesgeschichte«, N. F. Bd. XVI (1907), S. 66 -ff., zitiert: _Schwäb. Gaun.- und Kundenspr._; - -c) für die _schwäbischen Händlersprachen_: - -die Sammlung von _Kluge_ in s. Rotw. I, S. 479 ff., zitiert: _Schwäb. -Händlerspr._; dazu die Ergänzungen von: - -W. _Zündel_, »Jenisch in Pfedelbach«, in den »Württ. V.-J. H. f. -Landesgesch.«, N. F. Bd. XIII (1904), S. 202 ff.[53], zitiert nur durch -den Zus.: »_Pfedelbach_« nebst Seitenzahl zu »Schwäb. Händlerspr.«; - -Rud. _Kapff_, »Nachträge zu _Kluge_, Rotwelsch I«, in der »Zeitschr. für -deutsche Wortforschung«, Bd. X (1908/9), S. 212 ff. Sofern sich diese -Nachträge auf die _schwäb. Händlerspr._ beziehen, sind sie nur nach den -Namen der betr. Ortschaften (_Unterdeufstetten_, _Lützenhardt_ u. -_Deggingen_) abgek. zitiert: _U., Lütz. u. Degg._ nebst Seitenzahl zu -»Schwäb. Händlerspr.«. - -Berücksichtigt wurden auch noch das (der schwäb. Händlerspr. sehr -ähnliche) sog. _Pleißlen der Killertaler_ in Hohenzollern (nach _Kluge_, -a. a. O., S. 434 ff. vbd. mit R. _Kapff_, a. a. O., S. 212/13), ferner -die (ebenfalls manche Übereinstimmungen usw. enthaltende) _Pfälzer -Händlersprache_ (bei _Kluge_, S. 437 ff.), das (_dieser_ wieder -verwandte) Jenisch der Handelsleute aus der Gegend von _Metz_ nach -_Kapff_, S. 216/17 (zit.: Metzer Jenisch) und ausnahmsweise auch noch -sonstige Krämersprachen sowie anderen Gegenden angehörige Sammlungen der -Gaunersprache (wie z. B. die stets reichen Aufschluß bietende v. -_Grolmans_). - -Für die _Etymologien_ der jenischen Vokabeln endlich konnte ich meistens -auf die Ausführungen in meinen, in dieser Zeitschr. (Bd. 33 und Bd. -38-56) veröffentlichten »Beiträgen zum Rotwelsch und den ihm verwandten -Geheimsprachen« (I, II) verweisen (zitiert einfach: _Groß'_ Archiv [mit -Band- und Seitenzahl]), während manches andere in meinen Erläuterungen -zu der oben S. 6, Anm. 12 angeführten Abhandlung von H. _Weber_ (zitiert -einfach: _Weber-Günther_) enthalten ist. Eine reiche Fundgrube -etymologischer Notizen über die Gauner-, Kunden- und Händlersprache in -Schwaben bildet sodann H. _Fischers_ »Schwäbisches Wörterbuch« (z. Zt. 4 -Bände, Tübingen, 1901-1911). Da dieses groß angelegte Werk jedoch noch [63.22] -nicht ganz abgeschlossen ist, wurde für das Fehlende auch das ältere -Schwäbische Wörterbuch von Joh. Christ. v. _Schmid_ (2. Aufl., Stuttg. -1844) herangezogen. Mancherlei etymologische Aufschlüsse verdanke ich -endlich wiederum der stets freundlichst gewährten Beihilfe von Dr. A. -_Landau_ (Wien). — Für die Zigeunersprache habe ich (außer den schon -erwähnten Vokabularen von _Liebich_ und _Jühling_(_-Wittich_) sowie den -bekannten Werken von _Pott_ und _Miklosich_ [vgl. _Groß'_ Archiv, Bd. -33, S. 225, 231 und Bd. 38, S. 252, Anm. 1]) noch benutzt: Franz -Nikolaus _Finck_, Lehrbuch des Dialekts der deutschen Zigeuner, Marburg -1903 (zitiert: _Finck_). Für die Zitierungsart der sonstigen Literatur -sei hier auf die Übersicht in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 222-232 (nebst -den Ergänzungen in Bd. 38 ff.) verwiesen. H. _Groß_, Handbuch für -Untersuchungsrichter wurde überall nach der neuesten (6.) Aufl. -(München, Berlin und Leipzig 1914) angeführt. - -[Fußnote 53: ([1] auf S. 63.21) Hier sind (S. 206, Anm. 1) auch einige -Vokabeln angeführt, die bei den Händlern in _Eningen_ (einem von -_Kluge_, Rotw. I, S. 479 ff. _nicht_ berücksichtigten Orte) vorkommen. -Sie sind in der vorliegenden Arbeit gleichfalls herangezogen worden -(zitiert: _Eningen_ [S. 206, Anm. 1]).] - - - - - II. Einleitung. - (»_Allgemeine Bemerkungen über die jenische Sprache_«). - Von _Engelbert Wittich_. - - -Die vorliegende Arbeit will und kann in keiner Weise auf Sprachforschung -— soweit man davon überhaupt bei der jenischen Sprache reden kann — -Anspruch erheben, sie soll nur einen bescheidenen Beitrag liefern zur -Sprachbereicherung, sozusagen zur Erschließung und Vervollständigung des -Sprachschatzes, zur Belehrung für jeden Interessenten. Vielleicht kann -sie auch in der Praxis der Kriminal- und Polizeibehörden verwendet -werden und ihnen einige Dienste leisten. - -Ob die jenische Sprache eine direkte Gaunersprache ist, d. h. eine zu -polizeiwidrigen Zwecken erfundene Sprache[54], kann der Verfasser nicht -sagen oder beurteilen, denn dazu fehlen ihm alle notwendigen tieferen -Kenntnisse[55]. - -Der Verfasser hat die Sprache unter den »fahrenden Leuten« kennen -gelernt, welche mit ihren kleinen zwei- und vierrädrigen, mit Segeltuch [63.23] -bedeckten Karren, die gewöhnlich Mann und Frau, Kind und Kegel -beherbergen, im Lande umherziehen. Diese Leute, die teils aus dem -Württembergischen, teils aus Bayern und Baden, aber auch aus dem Elsaß -stammen und in Bayern »Krattler«[56], sonst überall »Jenische« genannt -werden (daher auch die Bezeichnung »jenische Sprache«[57]), setzen sich -ihrem Berufe nach aus Bürstenbindern, Schirmhändlern, Sieb- und -Korbmachern, Kesselflickern (»Keßlern«), Scherenschleifern u. dergl. -zusammen. - -[Fußnote 54: ([1] auf S. 63.22) Zu dieser Definition des Begriffs -»Gaunersprache« durch _Wittich_ vgl. _Günther_, Rotwelsch, S. 2 und Anm. -1 vbd. mit H. _Groß_, Handbuch für Untersuchungsrichter, Bd. I, S. 447 -u. Anm. 2.] - -[Fußnote 55: ([2] auf S. 63.22) Etwas weiter unten hat der Verf. aber -doch seine Ansicht hierüber in ziemlich bestimmter Form geäußert. Vgl. -dazu Anm. 58 auf S. 23.] - -Früher wurde das Hausiergewerbe vielfach zum verschleierten Bettel -benutzt. Ein charakteristisches und wahrheitsgetreues Bild aus der -Vergangenheit dieser Leute gibt unter den »Sprachproben« die Skizze -»Dächlespflanzerulme« (Nr. 25; vgl. auch die »Schnadahüpfel« am Schluß -der Arbeit). Um aber meinem Gerechtigkeitssinne Genüge zu tun und zur -Ehre dieser modernen Nomaden, denen die stete Wanderschaft zwar Licht -und Luft in reichem Maße, aber auch ein kärgliches und unruhiges Dasein -bietet, sei es gesagt, daß der Bettel bei ihnen _heutigen_ Tages nur -noch in geringem Umfange oder gar nicht mehr vorkommt, daß sie also im -wesentlichen nur ihrem gesetzlich geregelten Wandergewerbe nachgehen. -Auch haben es sich die Heutigen bequemer gemacht als es vor Zeiten ihre -Väter hatten; sie haben die kleinen Schnappkarren, die sie selbst ziehen -mußten, abgeschafft und sich dafür größere, mit einer Plane überspannte -oder ganz aus Holz hergestellte Wagen (ähnlich denen der Zigeuner) -zugelegt samt einem Rößlein davor. Übrigens gehen diese Gewerbe -bedeutend zurück, und die fahrenden Leute verschwinden daher mehr und -mehr von der Landstraße; am häufigsten sind sie noch in den Reichslanden -und in Bayern anzutreffen. - -Meiner, allerdings unmaßgeblichen Ansicht nach ist die jenische Sprache -ein gemachtes und ersonnenes Kauderwelsch, dem jedoch kein unerlaubter, -geheimer Zweck des jenischen Volkes zugrunde liegt, sondern lediglich -das Bestreben, sich vor Uneingeweihten abzuschließen und ihren Jargon -als harmlose Handelssprache zu benutzen[58], ähnlich wie es auch die -Handelsjuden tun, welche die jenische Sprache ebenfalls verstehen und -sprechen. - -[Fußnote 56: ([1] auf S. 63.23) S. dazu Näh. im Vokabular unter -»fahrende Leute«.] - -[Fußnote 57: ([2] auf S. 63.23) Diese Behauptung dürfte dahin zu -berichtigen sein, daß umgekehrt der Begriff »jenische _Sprache_« der -geschichtlich _früher_ auftretende gewesen ist. Vgl. dazu Näh. oben in -meiner »Vorbemerkung«, S. 4 und Anm. 6.] - -[Fußnote 58: ([3] auf S. 63.23) In der Fassung dieses Satzes hat sich -der Verf. sehr eng an die Ausführungen angeschlossen, die _Liebich_, Die -Zigeuner, S. 114 über das Verhältnis der sog. Standes- oder -Berufssprachen zur _Gaunersprache_ gegeben hat.] - -Beinahe selbstverständlich erscheint es, daß sich die jenische Sprache [63.24] -auch durch zigeunerische Wörter bereichert hat, während umgekehrt die -Zigeunersprache — die ja eine richtige grammatikalische Sprache und als -solche mit der jenischen nicht zu vergleichen ist — aus dieser keine -Anleihen gemacht hat. Zwar versteht der Zigeuner fast ohne Ausnahme die -jenische Sprache, aber er verschmäht es, das defekte Gefieder der -seinigen mit jenischen Federn zu ergänzen und auszuflicken, denn zieren -würde er sie dadurch nicht, sondern nur herabwürdigen und schänden[59]. - -Im Laufe der Zeit haben sich manche Wörter der jenischen Sprache -verändert, sind z. B. abgekürzt worden usw., ja es scheint, daß sich -auch das zur Zeit noch gebräuchliche Wortmaterial in fortwährender -Umgestaltung und die jenische Sprache überhaupt im großen ganzen heute -im Rückgange befindet. Die schon veralteten Ausdrücke sowie die Vokabeln -zigeunerischen Ursprungs — von denen oben kurz die Rede war — sind vor -dem eigentlichen deutsch-jenischen Lexikon noch besonders -zusammengestellt worden (s. N. II u. III). Auffallend ist es, daß im -Jenischen sehr häufig besondere Ausdrücke für die meisten Tier- und -Pflanzengattungen, für Baum- und Straucharten, die doch jeden Tag -gesehen werden, fehlen[60], und daß zur Bezeichnung derselben — sowie -überhaupt aller Gegenstände (oder auch Tätigkeiten), wofür kein -spezieller Name vorhanden ist — die Wörter _Schure_ oder _Sore_ (bei -Tätigkeiten das [davon abgeleitete] Zeitw. _schurele_ [oder auch -_pflanzen_]) herhalten müssen, auf welche in dieser Beziehung fast -Unglaubliches abgeladen wird. _Schure_ oder _Sore_ bedeutet aber -zunächst nur eine (die) Sache oder ein (das) Ding ohne irgendwelche -genauere Angabe, so daß der richtige Sinn des Wortes lediglich erst aus -dem jeweiligen Zusammenhang der Rede zu entnehmen ist. Ein überaus -häufig gebrauchtes Wort der jenischen Sprache ist auch _grandich_. - -Endlich möchte ich noch hervorheben, daß ich mich beim Aufschreiben -dieser Sprache sowohl an das schwäbische Idiom hielt als _auch_ an mein [63.25] -Gehör. Daher kommt es, daß ich bald _l¶i¶nzen_, _Rädl¶i¶ng_, -_Scheinl¶i¶ng_, bald _l¶e¶nzen_, _Rädl¶e¶ng_, _Scheinl¶e¶ng_ geschrieben -habe u. a. m. Nur nebenbei sei bemerkt, daß ich die jenische Sprache -gewissenhaft und nach genauer Prüfung eines jeden Wortes aufgeschrieben -habe und nicht — aus Büchern! Leicht war es für mich, die Wörter dieser -Sprache zu sammeln, aber schwer, sie zu ordnen und zu erklären, was ja -selbst dem Fachmann Schwierigkeiten bereiten dürfte. Der Verfasser -bittet daher, etwaige Mißverständnisse, Schreibfehler usw., die sich -eingeschlichen haben sollten, zu entschuldigen. - -[Fußnote 59: ([1] auf S. 63.24) Auch dieser Satz stimmt _fast wörtlich_ -mit dem überein, was _Liebich_, a. a. O., S. 114, 115 über das -Verhältnis der Zigeunersprache zur _Gaunersprache_ bemerkt hat. — Der -_Sache_ nach ist das von _Wittich_ Gesagte übrigens unlängst auch von W. -_Zündel_ in den »Württemb. V.-J.-Heften für Landesgeschichte« usw., N. -F. Bd. XIII, S. 205 bestätigt worden. (»Auch weist der richtige Zigeuner -einen Stammesgenossen, der ihm gegenüber jenische Kenntnisse verwerten -will, zurecht: _goi dig hawo jenari_, d. h. ›sieh da, was für ein -Jenischer‹«.)] - -[Fußnote 60: ([2] auf S. 63.24) Auch hierbei zeigt sich Anschluß an -_Liebichs_ ähnliche Bemerkungen über die _Zigeunersprache_ (a. a. O. S. -118).] - -Möge die Arbeit gütige Aufnahme finden im Kreise der Leser und Forscher; -dann bin ich reichlich belohnt für den darauf verwandten Fleiß. - -Stuttgart, im Juni 1914. - - _Engelbert Wittich._ - - - - - III. Verzeichnis veralteter, meist jetzt umgeänderter jenischer - Wörter.[61] - - - _früher_ _Bedeutung_ _heute dafür - (meistens)_ - abgeholcht[62] fortgegangen schiebes[63] - Baiser Wirt Beizer[64] - Bomm[65] die Schweiz heute unbekannt [63.26] - Fehma[66] die Hände Grifleng[67] - holchen[68] kommen bosten[69] - Jamm[70] Tag Schei[71] - mich kohlert[72] mich hungert mich bickert('s)[73] [63.27] - Mahlbosch[74] Rock Malfes[74] - malochen[75] fortgehen, gehen schiebes bosten[76] - Mogumle[77] Stadt Steinhäufle[78] - Mokem[77] Stadt Mochum (aber auch = - Dorf)[77] - Palar[79] Dorf G'fahr[80] - Schofelkitt[81] Zuchthaus Dofes, Lek[82] [63.28] - schornen[83] stehlen schoren[83] - Schücksel[84] Mädchen Model[85] - zopfen[86] stehlen schniffen[87] - -[Fußnote 61: ([1] auf S. 63.25) Die Mehrzahl dieser veralteten Vokabeln -ist _hebräischen_ Ursprungs (vgl. schon m. »Vorbemerkung«, S. 9). -Während für _Bomm_ = Schweiz überhaupt kein (neueres) Ersatzwort -angeführt ist, sind für die übrigen unmodern gewordenen Bezeichnungen -teils Wörter eines _anderen Stammes_ eingetreten (so für _abgeholcht_, -_holchen_, _Jamm_, _mich kohlert_, _malochen_, _Mogumle_, _Palar_), -teils solche, die zwar auf den gleichen Stamm zurückgehen, aber in der -_Form_ geringere oder größere Veränderungen aufweisen (so für _Baiser_, -_Mahlbosch_, _schornen_). Als doch _nicht völlig_ veraltet erscheinen -nach dem _Vokabular_ selbst: _Fehma_ = Hand und _Schofelkitt_ = -Zuchthaus (vgl. dazu auch das Vokabular unter »Arrest«); _zopfen_ ist -zwar im Wörterbuch für »_stehlen_« nicht erwähnt, dagegen findet es sich -unter »erwischen« sowie in der Zusammensetzung _herauszopfen_ = -herausstehlen, u. zu vgl. ist ferner das von dem Zeitw. abgeleitete -Subst. _Zopferei_ = Diebstahl. Auch _Schücksel_ für »Mädchen« fehlt im -W.-B., aber unter »Hure« ist die Verbindg. _schofle Schüx_ (also -unverkleinert) angeführt. Daß _Mochum_ (statt des älteren _Mokem_) noch -jetzt sowohl »_Stadt_« wie »Dorf« bedeuten soll, ist aus dem Glossar -nicht ersichtlich, da der Ausdruck dort (neben der Form _Mocham_) _nur_ -unter »Dorf« — nicht auch unter »Stadt« — aufgeführt ist. Das vom -Verf. im Manuskript ebenfalls als veraltet genannte _Rawine_ = Leiter -habe ich hier gestrichen, da es in ganz derselben Form _und_ Bedeutung -auch im W.-B. selber enthalten ist. — Über einige in das Verzeichnis -von _Wittich_ selber _nicht_ mit aufgenommene veraltete oder in der -Bedeutung veränderte Wörter hat er (unten S. 28) noch besondere -Bemerkungen gegeben.] - -[Fußnote 62: ([2] auf S. 63.26) Das Stammwort _holchen_ (= gehen) findet -sich (in dem bes. _verwandten Quellenkreise_) schon im _Dolm. der -Gaunerspr._ 92, ferner im _W.-B. des Konst. Hans_ 255 (= laufen, -springen; vgl. 260: _abg'holcht_), bei _Schöll_ 271, 272 (= laufen, -gehen) u. im _Pfulld. J.-W.-B._ 340, 342 (ebenso). Vgl. auch noch -_Pfälz. Händlerspr._ 437 (_hulchen_ = springen). Zur _Etymologie_ des -(schon bei G. _Edlibach_ um 1490 [20] in der Form _alcha_ bezeugten) -Wortes (vom hebr. _hlak_) sowie über weitere Belege s. die Angaben in -_Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 213, Anm. 1 u. S. 227, Anm. 2; vgl. auch noch -_Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1762.] - -[Fußnote 63: ([3] auf S. 63.26) S. Näh. im W.-B. unter »davongehen«.] - -[Fußnote 64: ([4] auf S. 63.26) S. Näh. im W.-B. unter »Gasthaus«.] - -[Fußnote 65: ([5] auf S. 63.26) Übereinstimmend schon: _Dolm. der -Gaunerspr._ 99 u. _W.-B. des Konst. Hans_ 256; im _Pfulld. J.-W.-B._ -346: _Bum_ u. noch in der _schwäb. Gauner- u. Kundenspr._ 75: _Pumps_ -(od. Pummerkessel). Zur _Etymologie_ (Abkürzung nach den -Anfangsbuchstaben von _Bores-Medine_ u. ähnl. [d. h. »Land der Kühe«] -aus hebr. _pr[h]_, jüd. _pôrô_ = »Kuh« und _medîn[h]_ = »Landschaft, -Gerichtsbezirk, Provinz«) sowie über weitere Belege s. Näh. in _Groß'_ -Archiv, Bd. 43, S. 30 (unter »Pumser«) u. Anm. 1.] - -[Fußnote 66: ([6] auf S. 63.26) S. Näh. im W.-B unter »Hand«.] - -[Fußnote 67: ([7] auf S. 63.26) S. im W.-B. unter »Daumen«.] - -[Fußnote 68: ([8] auf S. 63.26) Vgl. oben Anm. 62.] - -[Fußnote 69: ([9] auf S. 63.26) S. im W.-B. unter »abgehen«.] - -[Fußnote 70: ([10] auf S. 63.26) Übereinstimmend schon: _Dolm. der -Gaunerspr._ 100, _W.-B. des Konst. Hans_ 256, 257 u. _Schöll_ 271; vgl. -_Pfulld. J.-W.-B._ 339 (_Jum_ [wie auch schon im _Basl. Gloss._ v. 1733 -[202]). Dagegen hat auffälligerweise in der _schwäb. Gauner- u. -Kundenspr._ 71 (in Übereinstimmung mit neueren Sammlungen der Gauner- u. -Kundenspr. überhaupt [vgl. z. B. _Rabben_ 65 u. _Ostwald_ (Ku.) 71]) das -Dimin. _Jämchen_ (od. Jem[m]chen) die Bedeutung »Jahr« (daher z. B. _ein -Jemmchen abreißen_ = ein Jahr im Gefängnis zubringen [_Ostw._, a. a. -O.]). Zur _Etymologie_ (vom hebr. _jôm_ = »Tag«) sowie über weitere -Belege s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 249, lit. f (unter -»Jomschmi[e]r[e]«); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 71 (unter -»Jam«), der jedoch über den Bedeutungswechsel bei _Jämchen_ keine -Auskunft gibt. Möglicherweise handelt es sich hierbei um eine -Verquickung von _Jamm_ = Tag mit _Jann_ = Jahr (s. z. B. _Pfister bei -Christensen_ 1814 [322]) u. ä., das etymolog. gleichfalls unsicher (vgl. -Näh. im W.-B. unter »alljährlich«), vielleicht aber als bloße -Entstellung des Auslauts von »Jahr« anzusehen ist. Auf gleiche Weise -könnte ev. auch _Jämchen_ selber entstanden sein.] - -[Fußnote 71: ([11] auf S. 63.26) S. Näh. im W.-B. unter »alltäglich«.] - -[Fußnote 72: ([12] auf S. 63.27) S. dazu schon _Dolm. der Gaunerspr._ 94 -(_es kollert mich_ = es hungert mich); _W.-B. des Konst. Hans_ 258 (_es -kohlert mi_); vgl. auch _Schöll_ 272 (_Koler_ = Hunger, _kolerig_ = -hungrig); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 340 (_Kolter_ = Hunger; _kolderig_ = -ausgehungert, _kolterik_ = hungrig). Zur _Etymologie_: Nach _Fischer_, -Schwäb. W.-B. IV, Sp. 574 (unter »koldere[n]«), vbd. mit Sp. 575 (unter -»kolderig«) und Sp. 574 (unter »Kolder«) dürften die Vokabeln in -Beziehung zu setzen sein zu griech.-lat. _cholera_ = »Galle«, wozu auch -das nhd. »Koller« gehört (vgl. darüber _Weigand_, W.-B. I, Sp. 1095/96). -Dagegen ist in _Kohldampf_ u. ä. = Hunger (vgl. _Schütze_, S. 75, 76), -das auch der _schwäb. Gauner- u. Kundenspr._ (71) sowie der _pfälz._ u. -_schwäb. Händlerspr._ (438, 482) geläufig ist, die erste Silbe doch wohl -zu unserem nhd. Kohl zu stellen; s. _Fischer_, a. a. O., Sp. 574; vgl. -auch _Weber-Günther_, S. 191.] - -[Fußnote 73: ([13] auf S. 63.27) S. im W.-B. unter »Abendessen«.] - -[Fußnote 74: ([14] auf S. 63.27) S. unter »Frauenrock«.] - -[Fußnote 75: ([15] auf S. 63.27) Wahrscheinlich ist diese Bezeichnung -nur aufzufassen als eine Kürzung von _schiebes malochen_ (vgl. _Groß'_ -Archiv, Bd. 46, S. 291, Anm. 2), das z. B. schon im _W.-B. des Konst. -Hans_ vorkommt (258: _Jetzt maloch i' schiabes_ = jetzt gehe ich fort). -Zur _Etymologie_ von _malochen_ (aus dem hebr. _mel'k[h]_ = »Arbeit, -Verrichtung«) s. _Groß'_ Archiv, B. 46, S. 289 ff.; vgl. auch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1426.] - -[Fußnote 76: ([16] auf S. 63.27) S. über _schiebes_: oben S. 26, Anm. -63, über _bosten_: oben S. 26, Anm. 69.] - -[Fußnote 77: ([17] auf S. 63.27) S. unter »Dorf«.] - -[Fußnote 78: ([18] auf S. 63.27) S. unter »Stadt«.] - -[Fußnote 79: ([19] auf S. 63.27) Übereinstimmend hiermit hat schon das -_W.-B. des Konst. Hans_ 256, 257 (in den »Schmusereyen«) _Palar_ u. -_Balar_ = Dorf, während das eigentl. Vokabular (254) dafür nur _Ballar_ -anführt, das auch der _Dolm. der Gaunerspr._ 91 hat; ganz ähnlich ferner -_Schöll_ 272 u. das _Pfulld. J.-W.-B._ 339 (_Balar_) sowie andere -Quellen des 19. Jahrb. (so z. B. v. _Grolman_ 5 u. T.-G. 90). Die -_Etymologie_ bleibt (nach _Fischer_, _Schwäb_. W.-B. I, Sp. 581) -»unklar«. Einen Zusammenhang mit dem für »Wald« vorkommenden -kundensprachl. _Ballat_ (s. z. B. _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 77; -vgl. auch _Groß'_ Archiv, Bd. 59, S. 264, 268 u. 281) oder _Ballert_ (s. -dazu Archiv, Bd. 50, S. 360, Anm. 1) anzunehmen, erscheint wohl zu -gewagt.] - -[Fußnote 80: ([20] auf S. 63.27) S. Näh. unter »Bauerndorf«.] - -Die ältere Zusammensetzung _Gefinkelterjohle_ = Branntwein[88] ist heute -in zwei Wörter getrennt worden: _Gefinkelter_ und _Johle_, indem man -unter ersterem den Branntwein, unter letzterem den Wein versteht[89]. -_Grandscharrle_ (= »Hatschier«) wurde früher (bei den jenischen Leuten) -eine Art Landjäger (Gendarm) genannt[90]. Sowohl »Hatschier« wie das -jenische _Grandscharrle_ sind jetzt nicht mehr gebräuchlich, aber ohne -Zweifel stammt von letzterem das heutige kürzere jenische _Scharrle_ für -»Schultheiß« (Bürgermeister) her[90]. _Kochem_, früher so viel wie der -Gauner, Dieb, bedeutet jetzt nur »schlau, gescheit« (z. B. _kochemer -Kaffer_ = ein gescheiter, kein dummer Mann, _sei kochem_ = sei gescheit -usw.)[91]. _Zwiss_ = zwei war früher das einzige Zahlwort in unserem -Jenisch[92], heute ist überhaupt keines mehr bekannt. Über das jetzt -gleichfalls veraltete _tschi_ = ja s. das Nähere noch unten S. 31, Anm. -118. - -[Fußnote 81: ([21] auf S. 63.28) S. Näh. unter »Abort«, »arg« und -»Arrest«.] - -[Fußnote 82: ([22] auf S. 63.28) S. im W.-B. »Arrest«, vgl. auch -»Gefängnis« und »Zuchthaus«; unter letzterem Wort ist jedoch _Dofes_ -nicht angeführt.] - -[Fußnote 83: ([23] auf S. 63.28) S. unter »ausstehlen«.] - -[Fußnote 84: ([24] auf S. 63.28) S. Näh. unter »Hure«.] - -[Fußnote 85: ([25] auf S. 63.28) S. unter »Beischläferin«.] - -[Fußnote 86: ([26] auf S. 63.28) S. unter »Diebstahl«.] - -[Fußnote 87: ([27] auf S. 63.28) S. unter »anfassen«.] - -[Fußnote 88: ([28] auf S. 63.28) S. Näh. im W.-B. unter diesem Worte.] - -[Fußnote 89: ([29] auf S. 63.28) S. Näh. im W.-B. unter »Branntwein« und -»Apfelwein«. Die Trennung der beiden Wörter hat übrigens schon das -_Pfulld. J.-W.-B._ (338 u. 346).] - -[Fußnote 90: ([30] auf S. 63.28) S. Näh. unter »Bürgermeister«.] - -[Fußnote 91: ([31] auf S. 63.28) Mit dieser Bedeutungserweiterung ist -das Jenische wieder zu dem Begriffe des _hebr._ Stammwortes -zurückgekehrt; s. schon oben »Vorbemerkung«, S. 5, Anm. 8; vgl. auch das -W.-B. unter »besonnen«.] - -[Fußnote 92: ([32] auf S. 63.28) _Zwis_ = zwei haben schon der _Dolm. -der Gaunerspr._ 102, das _W.-B. des Konst. Hans_ 256, 257 u. das -_Pfulld. J.-W.-B._ 346 (hier [346] auch als Subst. = Paar), ja bereits -der _Niedd. Lib. Vagat_ (78) kennt die Form _swis_. Vgl. dazu _Kluge_, -Unser Deutsch (2. Aufl. 1910), S. 84; dort auch über das (ebenfalls in -dem _schwäb._ Quellenkreise bekannte) Zahlwort _tribis_ oder _dribis_ = -drei.] - - - - - IV. Verzeichnis der jenischen Wörter, die aus der Zigeunersprache [63.29] - stammen.[93] - - - _jenisch_ _Bedeutung_ _zigeunerisch_[94] - Babing Gans Babi[95] - Balo Schwein Bali[96] - Bellel Kropf Bälel[95] - Bet Mark (Geldstück) Beti[95] - bleisgeren bezahlen bleisern[97] - Bochdam Leinwand, Tuch Pochtann[98] - Bogeia Fischbein Gogeia (d. h. - Knochen, - Bein)[95] - Bog(g)elo Hunger Bock, Bockelo[99] - butsche fragen putsche[100] - Dibolde Juden Bipolte[95] - Dober Axt Tower[95] - Doberle Beil zu Tower[101] - Feneter Fenster Fenetra[95] - Fu(h)l Kot (menschl.od. Ful[102] - tierische - Exkremente) - Furschet Gabel Forschreta[95] [63.30] - Gachne Huhn Kachni[103] - Garo, Gari penis Gar[104] - Gasche Menschen, Leute Gatsche[105] - Gaschele Kinder (eigtl. zu Gatschen[105] - »kleine Leute«) - Gib Frucht, Getreide Gib[95] - Girall Käse Girall[95] - Glitschin Schlüssel Gliten[106] - Jak Licht Jag (= Feuer)[95] - kahla essen chala[107] - Katschete Branntwein Chatscherti[95] - Kopel Hose Cholep[108] - Kuiete bes. Viehpulver, aber Chuerti[109] - auch Pulver - überhaupt, z. B. - Schießpulver - Lobe Geld Lowe[110] - Loli, Lolo Gendarm vgl. lolo (d. h. - rot)[95] - Lomel Messerklinge Lommla[111] - Lubne Dirne (= Hure) Lubni[112] - manga betteln manga[95] - Maro Brot Maro[95] - Mass Fleisch Mass[113] - Matrele Kartoffeln Maträli[114] - Matsche Fisch Matscho[95] - naschen fliehen, gehen nascha[95] - Rat Blut Ratt[95] - Ratte Nacht Rati[115] - Romane Frau Romni[95] - schoren stehlen vgl. Tschoraben, d. - h. das - Stehlen[116] - Sende (die) Zigeuner Sinte (sing. - Sinto)[95] - Tschai Mädchen Tschai (Tochter, - Mädchen)[95] - tschanen fliehen, gehen (auch tschantamenge[95] [63.31] - kommen) - Tschuggel Hund Tschukel[95] - Tschure Messer Tschuri[95] - -[Fußnote 93: ([1] auf S. 63.29) Zu diesem Verzeichnis sei bemerkt, daß -ich es nach dem »deutsch-jenischen Wörterbuche« (sowie nach einzelnen -Stellen von _Wittichs_ »Einleitung«) noch vervollständigt habe (es -fehlten in ihm ursprünglich die Wörter _Bellel_, _Gib_, _Loli_ [Lolo], -_Maro_, _Rat_, _schornen_ und _Tschai_); _nicht_ darin aufgenommen sind -dagegen die _bloßen Ableitungen_ _bogelich_ = gierig, _lubnen_ = huren, -_matschen_ = fischen u. _Matscher_ = Fischer (s. oben S. 9) sowie solche -Vokabeln, bei denen nur _vermutungs_weise auch zigeunerischer Ursprung -angenommen werden könnte (wie z. B. bei _Ki[e]bes_ = Kopf [s. Näh. unter -»Angesicht«), _Kritsch_ = Bürgermeister [s. d.] u. _Toberich_ = Tabak, -auch Pfeife [s. d.]). Zu _Feneter_ u. _Furschot_ ist zu sagen, daß sie -zwar ins Jenische durch Vermittlung der Zigeunersprache eingedrungen -sein mögen (s. Näh. im W.-B. unter »Fenster« u. »Gabel«), eigentlich -aber natürlich, aus dem _Französischen_ herstammen, von dem sie ev. auch -direkt entlehnt sein könnten (vgl. »Vorbemerkung«, S. 10, Anm. 26). -_Lomel_ = Messerklinge kann wahrscheinl. unmittelbar auf ein deutsches -Lehnwort (aus dem Latein.) zurückgeführt werden (s. Näh. im W.-B. unter -»Klinge«). — Über den auffälligen Wechsel der Konsonanten im Anfang der -Wörter _Bogeia_ u. _Dibolde_ (statt zigeun.: _Gogeia_ u. _Bipolte_) s. -d. Näh. im W.-B. unter den deutschen Bedeutungen.] - -[Fußnote 94: ([2] auf S. 63.29) Da _Wittich_ die Zigeunerwörter durchweg -in der Form angeführt hat, die sie in dem von ihm gesammelten, durch -_Jühling_ in _Groß'_ Archiv, Bd. 32, S. 219 ff. herausgegebenen -»alphabet. Wörterverzeichnis der Zigeunersprache« (vgl. »Vorbemkg.« S. -2, Anm. 2) zeigen, habe ich die Ergänzungen (s. oben Anm. 93) ebenfalls -_danach_ angeführt.] - -[Fußnote 95: ([3] auf S. 63.29) S. das deutsch-jenische W.-B. unter der -deutsch. Bedeutg.] - -[Fußnote 96: ([4] auf S. 63.29) S. das W.-B. unter »Eber«.] - -[Fußnote 97: ([5] auf S. 63.30) S. das W.-B. unter »anzahlen«.] - -[Fußnote 98: ([6] auf S. 63.30) S. unter »Barchent«.] - -[Fußnote 99: ([7] auf S. 63.30) S. »Appetit«.] - -[Fußnote 100: ([8] auf S. 63.30) S. »anfragen«.] - -[Fußnote 101: ([9] auf S. 63.30) S. »Axt«.] - -[Fußnote 102: ([10] auf S. 63.30) S. »Abort«.] - -[Fußnote 103: ([11] auf S. 63.30) S. »Hahn«.] - -[Fußnote 104: ([12] auf S. 63.30) S. »Glied (männliches)«.] - -[Fußnote 105: ([13] auf S. 63.30) S. »Kerl«.] - -[Fußnote 106: ([14] auf S. 63.30) S. »Dietrich«.] - -[Fußnote 107: ([15] auf S. 63.30) S. »Abendessen«.] - -[Fußnote 108: ([16] auf S. 63.30) S. »Beinkleid«.] - -[Fußnote 109: ([17] auf S. 63.30) S. »Mastpulver«.] - -[Fußnote 110: ([18] auf S. 63.30) S. »Bank«.] - -[Fußnote 111: ([19] auf S. 63.30) S. »Klinge«.] - -[Fußnote 112: ([20] auf S. 63.30) S. »Beischläferin«.] - -[Fußnote 113: ([21] auf S. 63.30) S. »Aas«.] - -[Fußnote 114: ([22] auf S. 63.30) S. »Erdäpfel«.] - -[Fußnote 115: ([23] auf S. 63.30) S. »Abend«.] - -[Fußnote 116: ([24] auf S. 63.30) S. »ausstehlen«.] - -_Besondere Bemerkungen (Wittichs) zu einzelnen dieser Vokabeln_: In der -Zigeunersprache bedeutet _lolo_ rot, der Rote, im Jenischen wird mit -_Loli_ oder _Lolo_ der Gendarm bezeichnet, wahrscheinlich nach den -früheren roten Aufschlägen der Landjäger. _Gaschele_ = Kinder (d. h. -eigentl. »kleine Leute«) im Jenischen ist abzuleiten vom zigeun. -_Gatsche_, sing. _Gatscho_, der Nichtzigeuner, Mann, Bauer, im -Gegensatze zum zigeun. _Rom_, der Mann überhaupt[117], und _Sinto_, der -Zigeuner. _Tschai_ ist der jenische Ausdruck für jedes Mädchen (einerlei -ob Stadtfräulein, Kellnerin oder Bauernmädchen) sowie auch für die -Geliebte, während damit im Zigeunerischen nur ein Zigeunermädchen -(Tochter) oder eine Zigeunerfrau (Gattin) niemals aber eine -Nichtzigeunerin bezeichnet wird[118]. - -[Fußnote 117: ([1] auf S. 63.31) Über das fem. _Romane_ s. Näh. im W.-B. -unter »Frau«.] - -[Fußnote 118: ([2] auf S. 63.31) An einer anderen Stelle der -»Einleitung« hatte der Verf. auch die heute in der »jenischen Sprache« -veraltete Vokabel _tschi_ = ja (vgl. übereinstimmend u. a. schm. _Dolm. -der Gaunerspr._ 94, _W.-B. des Konst. Hans_ 255, 256 [_t'schi_] u. -_Pfulld. J.-W.-B._ 349) in Beziehung gesetzt zu dem zigeun. Ausdruck -_tschi_ = nicht(s) (nein) (vgl. _Pott_ I, S. 274, 323; _Liebich_, S. -164, 225 [_tsi_, _tschi_ = nicht, nichts]; _Miklosich_, Beiträge l/II, -S. 26 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 189 [_či_ = nicht(s)]; _Finck_, S. -91 [_tši_ = nicht]), das auch in die _schwäbische Händlersprache_ -eingedrungen ist (s. U. [214]: _tschi_ = nein). Danach würde es sich -dann hierbei um einen — bes. merkwürdigen — Fall der sog. -_Enantiosemie_, d. h. der Umkehrung der Bedeutung in das gerade -Gegenteil (vgl. _Günther_, Rotwelsch, S. 20, 21, Anm. 14) handeln. Es -dürfte jedoch _richtiger_ sein, mit _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 432 -das italienische _si_ (dial. _ši_ [spr. schi]) = »ja« (das auch in -deutsche Mundarten eingedrungen ist [vgl. _Lexer_, Kärnt. W.-B., Leipz. -1867, S. 216: _schi_ = ja]) als die Quelle zu vermuten.] - - - - - V. Deutsch-jenisches Wörterbuch. - - - A. - -Aas, _mufiger Bossert_ oder _mufiger Mass_, d. h. stinkendes -Fleisch[119] - -[Fußnote 119: ([3] auf S. 63.31) a) Über die Analogie in der -Zigeunerspr. (_mulo mass_, eigtl. »totes Fleisch« [s. _Liebich_, S. 147, -171]) vgl. schon »Vorbemerkung«, S. 18, Anm. 47. Das Adj. _mufig_ od. -_muffich_ = stinkend gehört zu dem Zeitw. _muffen_ = riechen -(»schmecken«), stinken; vgl. auch die Verbdgn. _dof muffen_ (eigtl. »gut -riechen«) = duften u. _Toberich muffen_ (eigtl. »Tabak riechen«) = -schnupfen (vgl. »Pfeife«). Eine _Zusammensetzg._ mit dem Stamme -(_muff-_) des Zeitworts ist _Muffkenem_ = Wanze (eigtl. »Stinklaus«; -vgl. über Analogie im Zig. »Vorbemerkg.«, S. 18, Anm. 47 u. Näh. unter -»Wanze« bezw. »Filzlaus«). Als _Subst._ gebraucht ist _Muffen_ = Geruch. -Weitere Ableitungen sind: _Muffer_ (eigtl. »Riecher«) = Nase (vgl. dazu -_Mufferhorboge_, eigtl. »Nasenkuh« = Nashorn [s. d. betr. -Übereinstimmung mit d. Zigeun.; vgl. auch schon »Vorbemerkg.« S. 18]) -und _Mufferei_ = Gestank, Witterung (daher: _begerische Mufferei_ = -Totengeruch; vgl. Näh. unter »absterben«). Ein Zeitw. _vermuf(f)en_ -setzt voraus das Partizip _vermuft_, eigtl. = verfault, dann (im -übertragenen Sinne) = arm (ärmlich, armselig), heruntergekommen, -bankerott, auch als Subst. gebraucht für Armut, Bedrängnis, Konkurs. _Zu -vgl. (aus dem bes. verwandten Quellenkreise)_: _Dolm. der Gaunerspr._ 96 -(_Muffer_ = Nase); _Schöll_ 271, 272 (_muffen_ = riechen, _Muffer_ = -Nase); _Pfulld. J.-W.-B._ 338, 340, 342, 343 (_muffen_ = riechen, -_Muffer_ = Nase); _Schwäb. Händlerspr._ 479, 488 (_Muffer_ = Nase, -_vermuft_ = bankerott, in _Pfedelb._ [210, 212] auch: _muffen_ = riechen -und _Muffert_ = Mist, in _Lütz._ [215]: _muffen_ = riechen, _vermuffen_ -= im Spiel verlieren u. _Muffnagel_ = Zigarre, in _Degg._ [215]: -_Mufferling_ = = Schnupftabak). _Zur Etymologie_ (von dem deutsch., -mundartl. weit verbreiteten Zeitw. _muffen_ = »übel, insbes. nach Moder -oder Fäulnis riechen« bezw. d. Adj. _muffig_ od. _mufficht_) s. _Pott_ -II, S. 18 u. A.-L. 576 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. VI, Sp. 2625 und Sp. -2623 (unter »Muff«, I, Nr. 3), _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1573 ff. -u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1784; vgl. auch _Weigand_, W.-B. II, -Sp. 326. - -b) _Bossert_ = Fleisch (auch speziell »Wellfleisch«), Braten, erscheint -sehr beliebt in allerlei _Zusammensetzgn._ (oder _Verbindgn._) und zwar -bes.: [Griechisch: a]) _ans Ende_ gesetzt, so: aa) für die Fleischarten -_nach den verschiedenen Tieren_, wie: _Babingbossert_ = Gänsefleisch -(_gesicherter Strohbutzerbossert_ = Gänsebraten), _Kibe(n)bossert_ = -Hundefleisch, _Stupflengbossert_ = Igelfleisch, _Schmalerbossert_ = -Katzenfleisch, _Horbogebossert_ = Kuh- oder Rindfleisch, -_Hornikelbossert_ = Ochsenfleisch, _Trabertbossert_ = Pferdefleisch, -_Groenikelsbossert_ = Schweinefleisch; ferner bb) für die _Art der -Zubereitung_: _eingespronktes Bossert_ = Pökelfleisch, _Hitzlingbossert_ -= Rauchfleisch, _Spronkertbossert_ = Salzfleisch, _Schwäzlingbossert_ = -Schinken, _Schmunkbossert_ = Speck, _Rondlingbossert_ = Wurstfleisch; -cc) für _menschl. Körperteile_: _Näpflingbossert_ = Zahnfleisch; dd) -auch im _übertragenen Sinne_: _Koelebossert_ = »Teufelsbraten«; -[Griechisch: b]) _am Anfang_ der Zusammensetzg. stehend; aa) für -_Gerätschaften_, wie _Bossertschottel_ = Fleischbüchse, _Bossertnolle_ = -Fleischhafen; bb) für gewisse _Speisen_: _Bossertblättling_ = Gulasch -(eigtl. »Fleischsalat«), _Bosserträsling_ = Leberkäse; cc) -_Bossertschei_, d. h. eigtl. »Fleischtag« = Sonntag (s. d. betr. die -Übereinstimmung mit d. Zigeunerischen, vgl. auch »Vorbemerkung«, S. 18). -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkreise_): _Dolm. der Gaunerspr._ 92, 99 -(_Boser_ = Fleisch, Speck); _Pfulld. J.-W. B._ 339, 340, 341 (_Bosert_ = -Fleisch, _Schwarzbosert_ = geräuchertes Fleisch, _B. von einem Horboge_ -= Kalbfleisch); _Schwäb. Gauner- u. Kundenspr._ 69, 75 (_Bossert_ = -Fleisch, _Schmunkbossert_ = Speck); _Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Bosset_, -_Bôser_ od. _Bôßert_ = Fleisch; dazu noch in _Pfedelb._ [209, 213] bes. -_Graunikels-, Hobuchen-, Trappertbossert_ = Schweine-, Kuh-, -Pferdefleisch u. _Schmunkbossert_ = Speck sowie in _Lütz._ [213]: -_Flīse-bosert_ = Ente). Zur _Etymologie_ (vom hebr. _bsr_, jüd. -_bôsôr_ = »Fleisch«) sowie über weitere Belege im Rotw. (seit d. 15. -Jahrh.) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 10 u. Anm. 2; vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 154 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1316. - -c) _Mass_ (im wesentl. gleichbed. mit _Bossert_ gebraucht) erscheint -nicht ganz so beliebt in _Zusammensetzgn._, doch findet es sich z. B. -(am Ende) in verschiedenen Bezeichnungen von Fleischarten nach Tieren, -wie _Babingmass_ = Gänsefleisch (_gesicherter B._ = Gänsebraten), -_Tschuggel-_, _Stupfleng-_, _Horboge-_, _Trabertmoss_ = Hunde-, Igel-, -Kuh-, Pferdefleisch. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkreise_); _Dolm. -der Gaunerspr._ 92, 99 (_Mas_ = Fleisch, Speck); _W.-B. des Konst. Hans_ -245 (_Mass_); _Pfulld. J.-W.-B._ (nur in gewiss. Zusammensetzgn., z. B. -[343] _Horboge-Maß_ = Ochsenfleisch); _Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Maß_; -_Maßfetzer_ = Metzger; in _Pfedelb._ [214]: _Mast_ = Wurst). Vgl. auch -_Metzer Jenisch_ 216 (_Mās_ = Fleisch). Zur _Etymologie_: Am -wahrscheinlichsten ist es, daß das Wort ins Rotwelsch und die verw. -Geheimsprachen unmittelbar aus der Zigeunersprache eingedrungen ist -(vgl. »Einleitg.« S. 30), welche _mas_ od. (in Deutschl.) _mass_ (schon -altind. _māsa_) in gleicher Bedeutung kennt (s. die Angaben in -_Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 257 unter »Masengero« und dazu noch _Finck_, -S. 72); doch mag auch das tschechische, ebenfalls gleichbed. _maso_ mit -eingewirkt haben. Über das (auf die gleiche indogerm. Wurzel -zurückgehende) früher gemein-germanische, jetzt im wesentl. veraltete -_Mass_ = »Speise« (»zugemessene, ausgeteilte Kost für die Hausgenossen«, -schon ahd. u. mhd. _maz_ [vgl. _Lexer_, Mhd. Hand-W.-B. I, Sp. 2063], -got. _mats_, angels. _mete_, engl. _meat_) s. Näh. bes. bei _Grimm_, D. -W.-B. VI, Sp. 1721; vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1517 -(unter »Mass« II, Nr. 1 u. 2).] - -abbeißen, _abnäpfen_[120] [63.33] - -abbetteln, _abdalfen_[121], _abderchen_[122] - -[Fußnote 120: ([4] auf S. 63.33) Das Zeitw. _näpfen_ bedeutet: beißen, -kauen, nagen (daher _abnäpfen_ auch = abnagen), auch jucken. Weitere -_Zusammensetzgn._ damit sind (außer _abnäpfen_) noch _ausnäpfen_ = -ausbeißen und _wegnäpfen_ = wegnagen, _Ableitungen_ davon: das Adj. -_näpfich_ (_-ig_) = bissig (beißend), krätzig, räudig (vgl. die -_Verbdg._ _näpfiger Schund_ [eigtl. »beißender Dreck«] = Kalk [s. d. -betr. Übereinstmg. mit d. Zigeun.; vgl. auch »Vorbemerkg.« S. 17]) u. -das Subst. _Näpfling_ = Zahn, Gebiß (vgl. die Zus. _Ober-_ und -_Vordernäpfling_ = Ober- und Vorderzahn sowie _Näpflingsins_ = Zahnarzt -u. _Näpflingbossert_ = Zahnfleisch). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkreise_): nur _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_näpfen_ = beißen, in -_Pfedelb._ [209] = coire, in _Lütz._ [215]: _Näpfling_ = Zahn). Die -_Etymologie_ bleibt unklar. Auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV., Sp. 1941 -hat _näpfen_ = beißen nicht bestimmt erklärt. Über die Bedeutg. _coire_ -s. ebds. vbd. mit Sp. 1914 unter »naffze(n)« u. »Naffke« (wozu zu vgl. -_Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 233).] - -[Fußnote 121: ([5] auf S. 63.33) Das Zeitw. _dalfen_ bedeutet: betteln -(begehren, fordern). Weitere _Zus._ damit: _andalfen_ = anbetteln; -_Ableitungen_ davon: _Dalfer_ = Bettler u. _Dalferei_ = Bettelei. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 90 (_talfnen_ -= betteln); _Schöll_ 273 (_Talfer_ od. _Talcher_ = Bettler); _Pfulld. -J.-W.-B._ 336, 337, 338, 340 (_dalven_ = abbetteln, _dalfen_ = betteln, -_ausdalfen_ = ausbetteln, _Dalver_ = Armer, _Dalfer_ [Dalcher] = -Bettler, _Talfkunde_ = Handwerksbursche); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ -67, 68 (_dalfen_ = betteln, _Kaff abdalfen_ = Dorf abbetteln, -_Dalfianus_ = Bettler); _Schwäb. Händlerspr._ 480 (_dalfen_ = betteln). -Zur _Etymologie_ (wohl vom hebr. _dal_ = »arm«) sowie über sonstige -Belege im Rotw. s. die Angaben in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 9 (unter -»Talfkunde«) vbd. mit Bd. 33, S. 241/42, Anm. 1. Nach _Fischer_, Schwäb. -W.-B. II, Sp. 39 ist der Ursprung des Wortes »unklar«.] - -abbiegen, _abschurele_[123] [63.34] - -abbinden, _abschurele_ - -[Fußnote 122: ([6] auf S. 63.34) Das Zeitw. _derchen_ erscheint im wes. -als Synon. zu _dalfen_ (Bedeutg. also bes.: betteln, ferner begehren, -bitten (daher _abderche_ auch = abbitten), [er]flehen, fordern, -verlangen); vgl. dazu die _Verbindg._ _derchter Lehm_ = Bettelbrot -(wörtl. »gebetteltes Brot«). Weitere _Zusammensetzungen_: _anderchen_ = -anbetteln, auch wohl _bederchen_ = bedanken, danken. _Ableitungen_: die -Subst. _Dercher_ = Bettler (fem.: -ere) u. _Dercherei_ = Bettelei (auch -Gesuch) u. das Adj. _dercherich_ = dürftig (ärmlich, bettelhaft), -verarmt, das auch als Subst. gebraucht wird (_Dercherich_ = Mangel, -Not). Beliebt sind allerlei _Zus._ mit _Dercher_, so: _Dercherbich_ -(eigtl. = Bettelgeld, dann) = Almosen (s. d. betr. Übereinstimmung mit -d. Zigeun.), _Dercherulma_ = arme Leute (Bettelleute), _Dercherkritzler_ -= Bettelbrief, _Dercherfiesel_, _-kaffer_, _-model_, _-moss_ = -Bettelbube, -mann, -mädchen, -frau, _Dercherrande_, _-stenz_ = -Bettelsack, -stab. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 90, 93 (_därgen_ = betteln, _Daerge-stozem_ = -Handwerksbursche); (_Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_türchen_); _Schwäb. -Händlerspr._ 479 (_derchen_, in _Pfedelb._ [213] auch: _Dercherkitt_ = -Bettelhaus). Die _Etymologie_ ist unsicher (vielleicht zu hebr. _dereq_, -jüd. _derech_ = »Straße, Weg«, jedoch ev. mit Einfluß deutscher Wörter); -s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 284/5 u. Anm. 2 u. 3 (unter -»Derfen-Schin«); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W. B. II, Sp. 74 u. 159 -(unter »därgen« und »derchen«).] - -[Fußnote 123: ([7] auf S. 63.34) Das Zeitw. _schurele_ findet sich nur -vereinzelt ohne weiteren Zusatz gebraucht, nämlich für »begatten« oder -»erzeugen« (wozu der Gebrauch des Hauptw. _Schure_ für »männliches -Glied« paßt), dagegen versieht es in _Zusammensetzgn._ die Funktion -einer Art von Aushilfszeitw. (vgl. _Wittichs_ »Einleitung«, S. 24 und -meine »Vorbemerkung«, S. 16, Anm. 40). So bedeutet z. B. _abschurele_ -(außer »abbiegen«) noch: abbinden, ablesen, abmähen, abpflücken, -abputzen, abreißen, abschirren, abschneiden, absondern, abwischen und -abziehen; ferner _anschurele_: anbinden, anblasen, anfangen, anhalten, -anschneiden; _aufschurele_: aufbewahren, aufbrechen, aufdecken, -aufheben, aufladen, auflesen, aufmachen, aufsuchen; _ausschurele_: -ausbürsten, ausfragen, ausrechnen; _einschurele_: einblasen, einbrechen, -einfangen, einfüllen, eingeben, einschneiden, einschnüren, einschütten, -einspannen. Zur _Etymologie_: Das Zeitw. ist offenbar eine (aus den -sonstigen Geheimsprachen mir nicht bekannte) Ableitung des Hauptworts -_Schure_, über dessen Gebrauch als Aushilfswort für die verschiedensten -Begriffe, für die es im Jenischen an besonderen Bezeichnungen fehlt, -schon in meiner »Vorbemerkung« (S. 16) und in _Wittichs_ »Einleitung« -(S. 24) kurz die Rede gewesen. Hier folgt nun eine genaue Aufzählung der -einzelnen Fälle. _Schure_ im allgem. = »Ding« (ursprüngl. wohl [wie -_Sore_] = »Ware«, obwohl es im Vokabular unter diesem Worte fehlt) kommt -vor: a) für sich _allein_ (ohne Zusatz), zunächst: [Griechisch: a]) für -mancherlei _Sachen_ (unbelebte Dinge), nämlich: Acker, Angel, Bindfaden, -Brecheisen, Brei, Bremse, Brücke, Buch, Bürste, Decke, Deckel, Deichsel, -Dorn, Dose, Draht, Eimer, Eis, Eisen, Faden, Fahne, Falle, Gitarre, -Gürtel, Puppe (Docke); vgl. das Dimin. _Schurele_ = Brett; ferner bes. -noch [Griechisch: b]) für gewisse _Pflanzen_ (Gemüse usw.), so: Binsen, -Blume, Bohne, Gurke; [Griechisch: g]) für den _abstrakten Begriff_ -»Eid«; [Griechisch: d]) für _menschl. Körperteile_: Achsel, männliches -Glied; [Griechisch: e]) für _Tiere_: Affe, Bock, Bremse (? [s. d.]), -Dohle; vgl. das Dimin. _Schurele_ = Eidechse; b) in _Zusammensetzungen_: -[Griechisch: a]) für _Sachen_ (im w. S.): _Sauftschure_ = Bettuch -(»Bett[über]züge«), _Feberschure_ = Bleistift, _Lehmschure_ = -Brotschrank, _Rutscherschure_ = Bürsten, Kehrbesen, _Schmunk-Schure_ = -Butterfaß (Schmalzfaß), _Scheischure_ = Docht, _Bich-_, _Kies-_ oder -_Lobeschure_ = Geldkasse oder -kästen, _Begerschure_ = Gottesacker -(Kirchhof), Grab, Gruft, _Straubertsschure_ = Haarnadel, -öl oder Kamm, -_Dokschure_ = Hacke, _Niklengschure_ = Harfe, Harmonika, _Nikelschure_ = -Klarinette (_Nikleschure_ = Leierkasten), _Stöberschure_ = Obst, -_Toberichschure_ = (Tabaks-)Pfeife, Zigarre, _Streiflingschure_ = -Strumpfband; [Griechisch: b]) für einen mehr _abstrakt._ Begriff, näml. -_Randeschure_ = Bauchgrimmen (Bauchweh); vgl. auch die Verbindung -_grandiche Schure_ = Reichtum, Überfluß, Vermögen (vgl. auch -»vermögend«); [Griechisch: g]) für ein _Tier_: _Jahre-_ oder -_Kracherschure_= Hirsch; [Griechisch: d]) für _Personen_ (Berufe): -_Schoffeleischure_ = Gerichtsvollzieher (Spr.), _Groenikelschure_ = Sau- -(Schweine-)Hirt, _Jerusalemsfreundschure_ = Schafhirt, Schäfer. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): nur _Schwäb. Händlerspr._ 480, 481 -(_Schure_ = Ding, Gegenstand, nur in _Wolfach_ [484] auch = Mund, in -_Lütz._ [215] = Ware). Die gaunersprachl. Quellen, bes. der _älteren_ -Zeit, haben dafür meist die Form _Sore_ (s. darüber Näh. unter -»Brücke«). Über sonstige Formen sowie über die _Etymologie_ des Wortes -(vom hebr. _sĕchôr_ = »Handelsverkehr«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, -Bd. 38, S. 241 u. Anm. 1 u. S. 242 (unter »Sorar«).] - -abbitten, _abderche_[124] [63.35] - -abbrennen, _abfunken_[125] - -[Fußnote 124: ([8] auf S. 63.35) S. abbetteln.] - -[Fußnote 125: ([9] auf S. 63.35) Das Zeitw. _funken_ bedeutet brennen -(vgl. _funkt_ = brennend, d. h. eigtl. »[es] brennt«), heizen, zünden; -vgl. die _Verbindg._ _g'funktes Gib_ = Malz (eigtl. »gebranntes -Getreide«, in Übereinstimmung mit der Zigeunerspr. [vgl. schon -»Vorbemerkung«, S. 17 sowie unter »Malz«]). Weitere _Zus._ sind: -_anfunken_ = anzünden (vgl. dazu _a'gefunkter Spraus_ = Kohle), -_ausfunken_ = ausbrennen, verlöschen, _einfunken_ = einbrennen, -einheizen, _niederfunken_ = niederbrennen, _verfunken_ = verbrennen, -versengen. Das Verbum gehört zu dem Stamme _Funk_ = Feuer (Brand, -Flamme, Glut); vgl. die _Verbindgn._ und _Zusammensetzgn._: _Funk -anpflanzen_ und _auspflanzen_ = anbrennen und (aus)löschen, _grandicher -Funk_ = Feuersbrunst (s. d. betr. d. Übereinstimmung mit der -Zigeunerspr.; vgl. auch schon »Vorbemerkung«, S. 17); _Funkkies_ = -Feuerstein, _Funkspreisle_ = Zündhölzer. _Ableitungen_: das Subst. -_Funker_ = Köhler, Kohlenbrenner (aber das Dimin. _Funkerle_ = -Zündhölzer) und das Adj. _funkich_ = feurig. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 90, 100 (_funken_ = brandmarken, -_gefunkt werden_ = gebrandmarkt werden, _verfunkt werden_ = verbrannt -werden); _Schöll_ 274 (_Funkbruder_ = Brandbettler); _Pfulld. J.-W.-B._ -336, 337, 339, 345 (_Funk_ = Feuer, _funken_ = brennen, feuern, _ab-_, -_verfunken_ = ab-, verbrennen); _Schwäb. Gauner- und Kundenspr._ 68 -(_funken_ = brennen; _Funkerer_ = Brandstifter); _Schwäb. Händlerspr._ -480, 483, 488 (_Funk_ [in _Pfedelb._ (209, 211): [_Funkert_] = Feuer, -Licht, _Funker_ [in _Pfedelb._ (214): _Funkert_] oder _Funkerle_ = -Zündholz; in _Degg._ [215]: _Funkspraus_ = Zigarre; in _Pfedelb._ 208, -213]: _funken_ = brennen, _abfunken_ = abbrennen, _anfunke[l]n_ = -anbrennen [dieses auch in _Lütz._ (214)], _verfunken_ = verbrennen). -Vgl. noch _Pfälz. Händlerspr._ 437 (_Funkert_ = Feuerzeug); _Metzer -Jenisch_ 216, 217 (_Funkert_ = Feuer, _funke_ = kochen, sieden). Zur -_Etymologie_ der Vokabeln (die sämtl. _deutsch._ Ursprungs sind) s. das -Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 48 unter »Funker«; vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 187 (unter »Funkert«), sowie _Fischer_, Schwäb. -W.-B. II, Sp. 1832 (unter »Funk« Nr. 3) und Sp. 1833 (unter »Funker«).] - -abbrühen (»abschäumen«), _abflu(h)ten_[126] [63.36] - -Abend, _Leile_[127], _Ratte_[128] - -[Fußnote 126: ([10] auf S. 63.36) Diese Bezeichnung setzt ein Zeitw. -_flu(h)ten_ voraus, das aber (für sich _allein_) in _Wittichs_ Vokabular -nicht vorkommt. Das Stammwort ist das Subst. _Flu(h)te_ (masc. gen.), -hier im Sinne von »Brühe« (s. d.), sonst bes. = Wasser (Bach, Bad, Fluß, -Flut, Gewässer, Quelle, See, Strom, Teich), das auch als Adj. (= naß) -gebraucht wird. Es erscheint beliebt in Verbindungen, wie _biberischer -Flu(h)te_ (_Biberischerflute_) = Eiswasser (eigtl. »eisiges Wasser«), -_bostender Flu(h)te_ = laufendes Wasser (und dazu die Redensart: -_Flu[h]te bostet mer herab_ = ich schwitze (eigtl. »das Wasser läuft mir -herab«, in Übereinstimmung mit der Zigeunerspr. [vgl. das Näh. unter -»schwitzen«]) und _grandich Flu(h)te_ (eigtl. »großes [oder größtes] -Wasser«) = Meer (vgl. »Vorbemerkung«, S. 19, Anm. 49), namentlich aber -in _Zusammensetzgn._, wie a) _am Anfang_ stehend: _Flu(h)tesore_ = -Brücke (s. d.), aber auch Wasserfaß, _Flu(h)tekies_ (eigentl. -»Wasserstein«) = Insel (s. d. betr. Analogie im Zigeunerischen), -_Flu(h)tefläderling_ (eigtl. »Wasservogel«) = Bachstelze, -_Flu(h)tekupfer_ = Meergras oder Schilf, _Flu(h)tegroenikel_ = -Meerschweinchen, _Flu(h)tefu(h)l_ oder _-schund_ = Schlamm, -_Flu(h)tekib_ = Seehund, _Flu(h)tegachne_ oder _-stierer_ = Wasserhuhn, -_Flu(h)tenolle_ = Wasserkrug, _Flu(h)terolle_ = Wassermühle; b) _ans -Ende_ gesetzt: _Scheinlingflu(h)te_ = Augenwasser, _Flösselflu(h)te_ = -Harn (Urin), aber auch Regenwasser, _Pfladerflu(h)te_ = Waschwasser, -_Süßlingflu(h)te_ = Zuckerwasser; über _Biberischerflu(h)te_ (in einem -Wort geschr.) s. schon oben unter a. Eine weitere _Ableitung_ von -_Flu(h)te_ (außer _abflu[h]ten_) ist das Adj. _flu(h)tich_ = feucht, -wässerig, auch als Subst. (_Flu(h)tich_ gebr. = Nässe. — _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Flude_ = Wasser); -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 342, 346 (ebenso, Bedeutg. auch: Bach; _grandig -Flotte_ = Meer); _Schwäb. Händlerspr._ 482, 488 (_Flude_ oder _Flute_, -auch _Flôte_ = Wasser, _Fludi_ = Kaffee [in _Pfedelb._ (210) dafür -_Schwarzflude_ od. _-floße_]; in _Lütz._ [215]: _flude[n]_ = regnen). -Der _Etymologie_ nach gehört das (auch sonst im Rotwelsch bekannte) Wort -(vgl. z. B. schon _Basl. Gloss._ 1733 [202: _Flodi_]) wohl zweifelsohne -zu unserem deutschen »Flut«. Vgl. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1597 -vb. mit _Weigand_, W-B. I, Sp. 564/65.] - -Abendbrot (Abendtisch) s. Abendessen [63.37] - -Abendessen, _Leilebiken_[129], _z'Leilebutten_[130], _Rattekahla_[131] - -[Fußnote 127: ([11] auf S. 63.37) _Leile_ hat die Grundbedeutg. »Nacht«, -kommt aber auch spezieller für Mitternacht, sowie ferner (außer für -Abend) noch für Dämmerung oder Finsternis vor, sodann als Adj. gebraucht -für dunkel oder finster. Auch sind damit ziemlich viele -_Zusammensetzgn._ gebildet (und zwar sämtl. so, daß das Wort am -_Anfange_ steht), nämlich: _Leilebiken_ = Abendessen (während Nachtessen -durch _Leilebikus_ u. _-achilerei_ wiedergegeben), _Leileschenagel_ = -Nachtarbeit, _Leileschei(n)_ = Nachtlicht, _Leilesitzling_ = Nachtstuhl, -_Leilekaffer_ = Nachtwächter, _Leilekitt_ = Wachthaus, _Leileschrende_ = -Wachtstube; bes. interessant sind noch die Umschreibungen -_Leilefläderling_ = (eigtl. »Nachtvogel«) = Eule (s. d. betr. -Übereinstimmg. mit d. Zigeun.; vgl. auch »Vorbemrkg.«, S. 18), -_Leileschei(n)_ (eigtl. »Nachtlicht« [s. oben]) = Mond (s. d. betr. -Analogie im Zigeun.; vgl. auch »Vorbemerkg.«, S. 18, Anm. 47) oder auch -Stern (daher _Leilescheischund_ [eigtl. »Nachtlichtschmutz«] = -Sternschnuppe). Zu _vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 96 (_Leile_ = Nacht); _W.-B. des Konst. Hans_ 258 (_z' leili -schefte_ = »logieren«, _heute leile_ = heut' Nacht); _Schöll_ 271 -(_Leile_); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_Beily_ [vedr. für _Leily_]); -_Schwäb. Händlerspr._ 484 (_Laile_ od. [in _Pfedelb._ (211) _Leile_). -Vgl. auch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Laile_). Zur _Etymologie_ (vom -hebr. _lail[h]_ = »Nacht«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 229 -(unter »Leilest«); vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. -1148/49.] - -[Fußnote 128: ([12] auf S. 63.37) _Ratte_, für dieselben Bedeutungen wie -_Leile_ (also z. B. auch als Adj. für »dunkel«) gebraucht, kommt in -_Zusammensetzgn._ seltener vor, doch findet sich _Rattekahla_ = -Abendessen, _Rattebutterei_ = Nachtessen u. die Umschreibg. -_Rattefläderling_ = Eule (s. Anm. 127). _Zu vergl._ (aus d. _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Ratte_ = Nacht); _W.-B. des -Konst. Hans_ 255, 256, 257, 258 (_Ratiginger_ = Nachtdiebe, _Ratte_ = -Nacht, _zwei Rattene_ = zwei Nächte); _Schöll_ 272 (_Ratte_); _Pfulld. -J.-W.-B._ 342 (ebenso); _Schwäb. Gaun.-u. Kundenspr._ 73 (desgl.); -_Schwäb. Händlerspr._ 480 (_ratt[e]_ = dunkel, in _Pfedelb._ [214] auch -_Ratte_ = Nacht. in U. [214]: _Rattebutte[n]_ = Nachtessen). Zur -_Etymologie_ (vom gleichbed. zigeun. _rat_ oder [in Deutschl.] _ratt_, -schon altind. _ratri_) s. die Angaben in _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 212, -Anm. 1, u. dazu noch _Finck_, S. 82.] - -[Fußnote 129: ([13] auf S. 63.37) Das (hier substantivisch gebrauchte) -Zeitw. _biken_ bedeutet: essen (kauen, schmausen, verzehren); vgl. dazu: -_grandich bikt_ = satt (eigtl. »viel gegessen«). Weitere -_Zusammensetzgn._: _ab-_, _auf-_, _ausbiken_ = ab-, auf-, ausessen. -_Ableitungen_: die Substantive _Bikerei_ = Essen (Frühstück, Gastmahl, -Gericht, Mahlzeit, [das] Speisen) oder (in latinis. Form) _Bikus_ = -Essen (Gastmahl, Gericht, Kost, Mahlzeit, Schmaus, Speise), beide -(namentl. aber das letztere) auch in _Zus._ beliebt; vgl. -_Schimmerlingsbikerei_ od. _Flößlingbikus_ = Fischessen, -_Strohbuzerbikus_ = Gansessen, _Langohrbikus_ = Hasenessen, -_Stupfelbikus_ = Igelessen, _Rondlingbikus_ = Wurstessen; ferner: -_Groenereibikus_ = Hochzeitsschmaus, _Begerbikerei_ od. _-bikus_ = -Leichenschmaus, _Leilebikus_ = Nachtessen (vgl. oben Anmerkung 127]. -Vermutlich dürfen zu _biken_ aber auch noch in Beziehung gesetzt werden -das Zeitw. _bikern_ = hungern (_mich bikert['s]_ = mich hungert [wofür -_früher_ _mich kohlert_ gebräuchlich gewesen; s. _Wittichs_ »Einltg.«, -S. 21]) sowie das Adj. _bikerich_ = gierig, hungrig, dann auch = -habgierig, geizig. _Zu vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 92 u. 94 (_bicken_ = essen u. _Bicker_ = Hunger); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 69, 74 (_bicken_ = essen, _Bikus_ = Kost, -_Bickerle_ = Sparsamer [der nichts gibt]); _Schwäb. Händlerspr._ 480, -482 (_bicken_ = essen, _Bickerei_ od. _Bickus_ = Essen [in _Pfedelb._ -(211): _Pickus_ = Kost]; _bikerisch_ = hungrig [in _Pfedelb._ (210)]: -_bikerischer Klob_ = Geizhals). Zur _Etymologie_ des (auch sonst im -Rotwelsch sowie in den verw. Geheimspr. [z. B. bei den _Pfälz. Händlern_ -(437)] verbreiteten) Wortes (wohl jedenfalls vom deutsch. Zeitw. -_picken_, älter _bicken_ [so schon mhd. neben _becken_], d. h. eigtl. -[zunächst von Tieren gebr.] »mit der Schnabelspitze zufahrend stoßen -oder aufnehmen« [_Weigand_, W.-B. II, Sp. 425]) s. Näh. bei -_Weber-Günther_, S. 184 (unter »picken«); vgl. auch A.-L. IV, 69 u. -524/25 vbd. m. _Wagner_ bei _Herrig_, S. 227 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. -I, Sp. 1096 (unter »picken«). Die Latinisierung _Pickus_ hat m. Wiss. -zuerst _Zimmermann_ 1847 (373, 383) verzeichnet.] - -[Fußnote 130: ([14] auf S. 63.38) Das Zeitw. _butten_ wird in -_denselben_ Bedeutungen gebraucht wie _biken_ (daher z. B. auch -_grandich buttet_ = satt sowie die _Zus._ _ab-_, _auf-_, _ausbutten_). -Desgl. entspricht die _Ableitg._ _Butterei_ im wes. den -Substantivierungen _Bikerei_ u. _Bikus_, während es in _Zusammensetzgn._ -seltener vorkommt (vgl. aber _Matschebutterei_ = Fischessen u. -_Rattebutterei_ = Nachtessen (s. oben S. 37, Anm. 128). Über das -stammverwandte _Pu(t)lak_ = Hunger s. das Nähere unter »Appetit«. _Zu -vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 92 -(_butten_ = essen); _W.-B. des Konst. Hans_ 258 (ebenso; vgl. [255] -_Buttschnurr_ = »Steigbettler«); _Pfulld. J.-W.-B._ 337 (_butten_ = -essen, schlucken, _abbutten_ = abfressen); _Schwäb. Händlerspr._ 480 -(_butten_ = essen, _Butterei_ = [das] Essen, in U. [214]: -_Rattebutte[n]_ = Nachtessen); s. auch _Pleißlen der Killertaler_ (nach -_Kapff_ [212]: _butten_ = essen) u. _Metzer Jenisch_ 216 (_butte_). Zur -_Etymologie_: Nach A.-L. 528 vbd. m. _Wagner_ bei _Herrig_ 226 ist -_butten_ wohl eine Nebenform zu ndd. _biten_ = »beißen« (vgl. schon -_Ndd. Lib. Vagat_ [75]: _botten_, wie noch jetzt im _Hennese Flick_ von -_Breyell_ [457]). Vgl. auch _Günther_, Rotwelsch, S. 52 sowie (über die -Verbreitg. des Ausdr. in den südd. Mundarten) _Fischer_, Schwäb. W.-B. -I, Sp. 1564, Nr. 2, der indessen über die Etymologie schweigt.] - -[Fußnote 131: ([15] auf S. 63.38) Auch das (hierin substantivierte) -Zeitw. _kahla_ (seltener -le) bedeutet »essen, verzehren«; dazu die -_Zus._ _ab-_, _auf-_, _auskahla_. — Mit der _Ableitg._ _Kahlerei_ (im -wes. gleichbed. mit _Bikerei_ u. _Butterei_) sind gebildet worden die -_Zus._ _Flotschekahlerei_ = Fischessen u. _Groenereikahlerei_ = -Hochzeitsschmaus. _Zu vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 92 (_kahlen_ = essen); _W.-B. des Konst. Hans_ 259 (_z' -kahlet_ = zu essen); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 339, 340 (_kahlen_ = -abessen, abfressen, _kohlen_ = essen, _z' viel kahlen_ = überfressen); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 69 (_kahlen_); _Schwäb. Händlerspr._ (U. -[214] u. _Lütz_ [214]: _khäle[n]_). Zur _Etymologie_ (aus der -_Zigeunerspr._ [vgl. oben »Einleitg.«, S. 30]) s. _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 576 (unter »k¶o¶le[n]«) u. Sp. 165 (unter »k¶a¶le[n]«) -(der übrigens auch »eine Mischung« mit dem gleichbed., aus d. _Hebr._ -stammenden _achlen_ für möglich hält) vbd. mit _Liebich_, S. 130, 195 u. -241 (_chāwa_ = ich esse, speise), _Miklosich_, Beiträge I/II, S. 22 -(unter »khād«) u. Denkschriften, Bd. 26, S. 217/18 (unter »cha«: bei -d. _deutsch._ Zig. _chāva_ altind. _khād_), _Jühling_ 220 (_Chalo_ -= Fresser, _Chaben_ = Essen, aber _chala_ = es beißt [anders oben -»Einltg.«, S. 30), _Finck_, S. 67 (Wurzel: _xā-_).] - -aberwitzig, _nillich_, auch _ni(e)sich_, _nu(a)schich_[132] [63.38] - -abessen, _abbiken_, _abbutten_, _abkahla_[133] - -[Fußnote 132: ([16] auf S. 63.39) Diese Ausdrücke werden wohl alle drei -(am häufigsten aber die beiden ersten) als miteinander _gleich_bedeutend -gebraucht, und zwar (außer in der obigen. Bedtg. noch) für: albern, -blöde (= blödsinnig), dämlich, dumm, geisteskrank, irrsinnig, läppisch, -närrisch, schwachsinnig, töricht, unklug, unsinnig, unvernünftig, -unverständig, wahnsinnig. _Zusammensetzungen_ damit sind: -_Nillicheschei_ od. _Ni(e)sicheschei_ (d. h. eigtl. »närrischer [oder -Narren-] Tag«) = Fastnacht (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der -Zigeunerspr.) und _Nillichegiel_, _Ni(e)siche-_ und _Nuschichegiel_ (d. -h. eigtl. »närrisches Maul, Gesicht«) = Fastnachtsmaske, dann einerseits -noch spezieller = »Affengesicht« (s. d.) als Bezeichnung einer -besonderen Art von Fastnachtsmasken, andererseits allgemeiner = Larve -oder Maske überhaupt. Die genannten Adjektive sind _Ableitgn._ von den -Hauptw. _Nille_, _Ni(e)se_, _Nusche_ = Dummkopf (dummer Mensch), Geck, -Narr, Tor, Tropf (dazu die _Zus._: _Nille-_ od. _Ni[e]sekitt_ = -Irrenhaus [Narren-, Tollhaus] u. _Nille-_ od. _Ni[e]seki[e]bes_ = -Tollkopf). Eine weitere (substant.) _Ableitg._ von _Nille_, _Ni(e)se_, -_Nusche_ ist endlich _Nillerei_, _Ni(e)serei_ od. (seltener) _Nuscherei_ -= Blödigkeit (d. h. Blödsinn), Dummheit, Kinderei, Irrsinn, Wahnsinn. -_Zu vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 -(_Nille_ = Narr); _ebenso_: _Schöll_ 271 u. _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (hier -[339] ferner das Adj. _nilli_ = einfältig). Zur _Etymologie_: Nach -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 2082 (unter »Nülle« I) ist _Nülle_ (od. -_Nille_) = Narr, Dummkopf usw. identisch mit _Nolle_ = dicker Mensch, -Einfältiger, das wohl zu _Knoll(en)_, schwäb. auch _G'noll_, _Noll_ = -»rundlicher harter Körper«, »zusammenhängende runde Masse« (schon mhd. -_knolle_ = »Erdscholle, Klumpen« _und_ »grober, plumper Mensch«; vgl. -ahd. _hnol_ = »Erhöhung«, angels. _cnoll_ = »Bergspitze«, engl. _knoll_ -= »Hügel«) gehört; s. _Fischer_, a. a. O., Sp. 2055 (unter »Nolle«, Nr. -3) vbd. mit Sp. 541 (unter »Knoll[e(n)]«, bes. Nr. 3c) u. _Weigand_, -W.-B. II, Sp. 1080 (unter »Knollen«). Schon A.-L. 578 hat _Nille_ = -»Narr, Geck, Spaßmacher« und »penis« gleichfalls auf »Knolle« -zurückgeführt. Auch bei der letzteren Bedeutung, die (neben der -selteneren von »vulva«) auch sonst volkstümlich ist (s. _Müller_ in d. -»Anthropophyteia«, Bd. VIII, S. 4 u. 10, u. _Günther_, ebds. Bd. IX, S. -31, Anm. 2 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. VII, Sp. 980), handelt es sich -wohl um dasselbe Wort, denn _Grimm,_ a. a. O. leitet es zwar zunächst -von dem Zeitw. _nollen_ (od. _nullen_) = »futuere« her, stellt dieses -aber zum mhd. _nol_ = »mons Veneris« (s. Näh. a. a. O., Sp. 879 unter -»nollen«). Überhaupt werden die Begriffe »Dummkopf« u. »penis« öfter ja -durch denselben Ausdruck wiedergegeben (vgl. z. B. _Schmeller_, Bayer. -W.-B. II, Sp. 642 betr. d. Wort »Schwanz«). — Die Bezeichnung _Niese_ = -Dummkopf hat _Fischer_, a. a. O., IV, Sp. 2044 vbd. mit Sp. 2050 zu -_Nise_ als Kurzform des Eigennamens _Dionysius_ — freilich nur mit -einem Fragezeichen — in Verbindung gebracht. Über _Nusche_ wage ich -keine Vermutung aufzustellen.] - -[Fußnote 133: ([17] auf S. 63.39) S. Abendessen.] - -[Fußnote 134: ([18] auf S. 63.39) Das Zeitw. _ruadle(n)_ (-la, ruedle) = -fahren ist auch noch enthalten in den _Zus._ _aus-_, _darüber-_, _ein-_, -_heraus-_, _nach-_, _um-_ u. _wegruadle(n)_. Es gehört zu dem Subst. -_Ruadel_ (od. _Ruedel_) = Wagen, bes. Fahrzeug auf dem Lande, Karren. -_Zu vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 488 -(_Rudel_ = Wagen). Das in älteren rotw. Quellen vorkommende Zeitw. -_rodeln_ (s. z. B. auch _W.-B. des Konst. Hans_ 259 u. _Schöll_ 272) -dürfte wegen seiner Bedeutung (»führen, mit sich führen«) nicht ohne -weiteres zum Vergleiche herangezogen werden, jedenfalls dagegen aber -_gradeln_ od. _radeln_ = fahren, das z. B. _Schintermicherl_ 1807 (288) -u. _Karmayer_ 63 u. 129 haben. Denn seiner _Etymologie_ nach ist das -Zeitw. _ruadle(n)_ wohl nur aufzufassen als eine dialektische Färbung -von »radeln« (s. dazu _Günther_, Rotw., S. 98, 99, Anm. 118), ebenso wie -_Ruadel_ (_Ruedel_) eine solche von »Radel«, Dim. von »Rad«, -sein dürfte. Über das Symn. _Rädling_ (-leng) s. Näh. unter -»Eisenbahnwagen«.] - -abfahren, _abruadlen_[134] [63.40] - -abfallen (abwerfen), _abbohlen_[135] - -abgeben, _abdogen_ (gib's ab = _dog's ab_)[136] - -abgehen (abspringen), _abbosten_[137], _abpfichen_[138] - -[Fußnote 135: ([19] auf S. 63.40) Das Zeitw. _bohle(n)_ (-la) = fallen, -werfen (Spr.) kommt noch vor in den _Zus._ _ab-_, _auf-_, _einbohlen_ (= -einstürzen), _hin-_, _nach-_, _nieder-_, _umbohlen_. _Zu vergl._ (aus d. -_verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [209, 210]: -_bohlen_ = fallen, _nausbolen_ = hinauswerfen). Für »werfen« ist -_bohlen_ auch in rotw. Quellen des 19. Jahrh. bekannt (s. z. B. -_Pfister_ bei _Christensen_ 1814 [317]; _v. Grolman_ 10 u. T.-G. 133; -_Karmayer_ G.-D. 192). _Etymologie_: Nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, -Sp. 1271 handelt es sich um ein schwäbisches Wort mit der Grundbedeutung -»rollen, im Bogen werfen«, ahd. _bolôn_, mhd. _boln_ = »rollen, werfen, -schleudern« (_Lexer_, Mhd. Hand-W.-B. I, Sp. 324), das _transit._ u. -_intransit._ gebraucht wird, so daß daraus auch die Bedeutg. »fallen« -entstehen konnte. Über das stammverwandte _Bolle_ = Kartoffeln s. unter -»Bratkartoffeln«.] - -[Fußnote 136: ([20] auf S. 63.40) Das einfache _dogen_ (-ga), auch -_doken_, kommt vor in dem Sinne von: a) geben (hergeben); b) beschenken; -c) schlagen (hauen, fechten). Zu der Bedeutg. unter a) gehören (außer -_abdogen_ [s. auch unter »abliefern«]) die _Zus._ _aus-_, _heraus-_ u. -_vordogen_ = aus-, herausgeben und vorschießen (leihen), zu der unter -c): _zudogen_ = zuschlagen sowie das Subst. _Dokschure_ (eigtl. -»Hauding«) = Hacke (s. d. betr. die Übereinstimmung mit der -Zigeunerspr.). Als _Ableitg._ ist wohl anzusehen _Doge_ = Schläge (falls -nicht etwa = _Doge[n]_ als subst. Zeitwort). In dem bes. _verw. -Quellenkreise_ ist das Wort m. Wiss. unbekannt, dagegen kommt es sonst -vereinzelt vor im Rotw. des 19. Jahrh. (s. z. B. _v. Grolman_, _Akt. -Gesch._ 1813 [312: _Koberment gedockt_ = Schläge gegeben] u. W.-B. 16 u. -T.-G. 95 u. 118 [_docken_ = geben, schenken]; _Christensen_ 1814 [320, -331: _tocken_ = geben, _die Vehm tocken_ = die Hand geben]; _Karmayer_ -30 [_docken_ = reichen, geben) sowie in d. _Krämerspr._ (s. _Eifl. -Hausierspr._ (491: _geduckt_ = gegeben). Die _Etymologie_ bleibt unklar. -Auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 241 (unter »docke[n]«) gibt keine -Erklärung.] - -[Fußnote 137: ([21] auf S. 63.40) Das Zeitw. _bosten_ (wofür früher -_holchen_ gebräuchl. [s. oben »Einltg.«, S. 26]) = gehen, fliehen, -folgen, kommen, laufen, spazieren (gehen) kommt noch vor in den _Zus._: -_aufbosten_ = auflaufen, _ausbosten_ = ausgehen, auslaufen, -_darüberbosten_ = darübergehen, _ei'bosten_ = einlaufen, _herabbosten_ = -herabgehen, -laufen, _hinausbosten_ = hinausgehen, _nachbosten_ = -nachfolgen, _umher-_, _unterbosten_ = umher-, untergehen, _verbosten_ = -verlaufen, _wegbosten_ = weglaufen, _zurückbosten_ = zurücklaufen; -ferner in den _Verbindungen_: _schiebes bosten_ = davongehen, sich -entfernen, entspringen, entweichen, fliehen, fortgehen (früher dafür -_malochen_ [s. »Einltg.«, S. 27]), _schenzieren bosten_ = hausieren -gehen, _Jahre bosten_ = jagen (eigtl. [in den] Wald gehen [um zu -jagen]), _begerisch bosten_ = lahm gehen, _ins Sauft bosten_ (eigtl. -»ins Bett gehen«) = niederkommen, _grandiche Rande bosten_ (eigt. »[mit -einem] dicken Bauch gehen«) = schwanger gehen, endl. noch in der längern -Umschreibung _Flu(h)te bostet mer herab_ = ich schwitze (s. darüber -schon oben S. 36, Anm. 126 vbd. m. S. 17, Anm. 44). Eine _Ableitg._ ist -das Subst. _Boster_ = Läufer. _Zu vergl._ (aus d. _verw. Quellenkr._): -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 339, 340, 342 (_posten_ = gehen, _boschen_ = -laufen, _auspostet_ = ausgelaufen, _durchbosten_ = durchlaufen, -_verposten_ = entfliehen); _Schwäb. Händlerspr._ 481 (_pō̆schten_ -[in _Pfedelb._ (210): _boschten_] = gehen, _pl[^æ]te poschten_ [in -_Pfedelb._ (209): _boschten_] = fortgehen, durchgehen, in _Pfedelb._ -[208/9]: _naus-_ u. _abboschten_ = auslaufen u. durch- od. fortgehen). -— Die Form _boschen_ (bôschen) = gehen hat auch schon _v. Grolman_, -_Akt. Gesch._ 1813 (312) u. W.-B. 11 u. T.-G. 96, das Subst. _Boster_ -findet sich in der Zus. _Leili-Boster_ = Nachtdieb bei _Pfister_ bei -_Christensen_ 1814 (325). _Etymologie_: Nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, -Sp. 1318 bedeutet _poste(n)_ (bošte) im Schwäb. »herumlaufen, kleine -Aufträge besorgen« u. ä., eigentl. soviel wie »Postgänge machen«, so daß -es also zu unserem Lehnwort _Post_ (aus dem ital. _posta_, mlat. _posta_ -= »[Post-] Standort«, aus _posita_, zu lat. _ponere_ [s. _Weigand_, -W.-B. II, Sp. 456, vbd. m. _Seiler_, Lehnwort III, S. 186) gehört. -Näheres (auch über andere südd. Mundarten) s. ebds. vbd. mit _Grimm_, D. -W.-B. II, Sp. 267 (unter »besten«) u. VII, Sp. 2025 (unter »posten«, Nr. -1)] - -abgerahmte Milch, _abgeschunde Gleis_[139] [63.41] - -abgeschlossen s. abschließen - -[Fußnote 138: ([22] auf S. 63.41) Das Zeitw. _pfiche(n)_ = gehen, folgen -findet sich noch in den _Zus._ _auspfichen_ = ausbrechen, _herabpfichen_ -= herabgehen, _hinauspfichen_ = hinausgehen sowie in den _Verbindgn._ -_schiebes pfichen_ = davongehen, fortgehen (entrinnen) und _schenzieren -pfichen_ = hausieren gehen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 339, 340 (_pfichen_ = gehen [ausgehen, -entfliehen, herumziehen]); _Schwäb. Händlerspr._ 481 (u. _Lütz._ [214] -_pfiche[n]_ = gehen, _pficht_ = er ist fort). Die _Etymologie_ des -Wortes (das bei _Fischer_, Schwäb. W.-B. nicht angeführt ist) bleibt -zweifelhaft. Nur unsichere Hypothesen bei A.-L. IV, 245/46.] - -[Fußnote 139: ([23] auf S. 63.41) a) Das in dieser Verbindung enthaltene -Wort _Gleis_ = Milch kommt auch noch in folgenden Zus. vor: [Griechisch: -a]) am _Anfang_ stehend: in _Gleisnolle_ = Melkfaß (oder Milchtopf, --napf), _Gleisschottel_ = Melkgefäß (eigtl. Milchschüssel), -_Gleiskechelte_ = Milchbrötchen (Spr.), _Gleisglansert_ = Milchglas, -_Gleisschnall_ = Milchsuppe und _Gleisschund_ (eigtl. »Milchdreck«) = -Rahm oder Sahne (dem das obige _abgeschunde Gleis_ entspricht!; -[Griechisch: b]) _am Ende_ stehend: _Schmunkgleis_ = Buttermilch. _Zu -vgl._ (aus d. _verw. Quellenkr._) _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Glais_); -_Pfullend. J.-W.-B._ (_Gleis_; _Gleiskittle_ = Milchhaus, -_Gleispolifska_ oder _-schnalla_ = Milchsuppe); _Schwäb. Händlerspr._ -484 (_Gleiß_); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 (_Gleiss_). Zur _Etymologie_ -des Wortes (höchstwahrscheinlich von unserem deutsch, _gleißen_, d. h. -glänzen) sowie über weitere Belege im Rotw. usw. s. Näh. _Groß'_ Archiv, -Bd. 33, S. 256, Anm. 2 verbd. mit Bd. 42, S. 49 (unter »Gleißer«); vgl. -auch _Weber-Günther_, S. 177/78 (unter »Klais«) und _Fischer_, Schwäb. -W.-B. III, Sp. 689. — b) Zu _abgeschunde_, das ein Zeitw. _abschunden_ -voraussetzt, vgl. das ähnliche _einschunden_ = einsalben, einschmieren, -während das einfache _schunden_ im W.-B. durch »austreten (schwer«), d. -h. cacare, wiedergegeben ist. Es ist (gleich dem Adj. _schundich_ -[schondich (Spr.)] = beschmutzt, dreckig, kotig, schmierig, schmutzig, -trübe, unflätig, unreinlich, unsauber) _abgeleitet_ von dem Hauptw. -_Schund_ od. _Schond_ = Dreck, Kot, Schmutz, Unflat, Unrat, auch -spezieller noch Asche, Dünger (Mist), Exkremente, Lehm. Dazu die -_Verbindg._ _näpfiger Schund_ = Kalk (worüber das Näh. schon oben S. 17) -sowie mannigfache _Zusammensetzgn._, so: a) mit Sch. _am Anfang_: -_Schundkitt_ = Abort, _Schundschottel_ = Aschenbecher, _Schundbolle_ = -Kartoffeln (eigtl. etwa »Dreckknollen«), _Schundfurschet_ = Mistgabel, -_Schundfläderling_ = Mistkäfer (eigtl. »Mistvogel«), _Schundsitzling_ = -Nachtstuhl; b) mit Sch. _am Ende_: _Gleisschund_ = Rahm, Sahne (s. oben -lit. a), _Flu(h)teschund_ (eigtl. »Wasserdreck«) = Schlamm, -_Leilescheischund_ = Sternschnuppe (worüber Näh. schon oben S. 37, Anm. -127). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 89, -92, 93, 97 (_Schund_ = Exkremente, _Schund-Kitte_ = Abtritt, -_Schompolle_ [dial. statt: Schundbolle] = »Grundbirnen«, d. h. -Kartoffeln; _schunden_ = Notdurft verrichten; vgl. [90]: _beschunden_ = -betrügen [also ähnl. wie unser »bescheißen« gebr.; vgl. _Weigand_, W.-B. -I, Sp. 213]); _Pfulld. J.-W.-B._ 339, 341, 344 (_Schund_ = Dreck, Kot, -Schutt; vgl. auch [342] _Schunplotzer_ = Maurer); _Schwäb. Händlerspr._ -479, 480, 482, 484, 486 (_Schund_ = Dreck, Schmutz, aber auch = Acker, -Feld; _schundig_ = dreckig, schmutzig, _Schumbolle_ = Kartoffeln, -_Schundplutzer_ oder _Schunplotzer_ [in _Degg._ (215): _Schundblozer_] = -Maurer, in U. [214]: _schunde[n]_ = cacare, _beschunden_ [in _Lütz._ -(214): _b'schunderle(n)_] = betrügen). S. auch noch _Metzer Jenisch_ 216 -(_schunde_ = cacare und _Schund-Bais_ = Abtritt). Zur _Etymologie_ (vom -deutsch. Stammwort »schinden«, daher Grundbedg. von Schund eigtl. -»Abfall beim Schinden«) sowie über weitere rotw. Belege s. d. Näh. in -_Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 139.] - -abkaufen, _abbaschen_[140], _abbikeren_[141], _abgremen_[142], [63.42] -_abkemere_[143] - -[Fußnote 140: ([24] auf S. 63.42) Das Stammwort ist _basche(n)_ = -kaufen; vgl. _einbaschen_ (Spr.), _verbaschen_. _Ableitungen_ davon sind -die Subst. _Bascher_ = Käufer, _Verbascher_ = Handelsbursche, -_Verbaschere_ = Handelsfrau. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 341 (_baschen_ = kaufen, _verbaschen_ = -ausbieten); _Schwäb. Händlerspr._ 487 (_verpassen_ oder _verpschen_ = -verkaufen). S. auch _Metzer Jenisch_ 217 (_verpasse_ = verkaufen). Zur -_Etymologie_ sowie über weitere Belege im Rotw. (schon 1687: _verpassen_ -= verkaufen) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 62 u. Anm. 1. Der dort (im -Anschluß an _Schmeller_, _Paul_, _Kluge_ u. a.) vertretenen Ansicht, die -das Wort _paschen_ (= schmuggeln usw.) vom französ. _passer_ oder ital. -_passare_ (= »[die Landesgrenze] überschreiten«) herleitet (dafür auch -z. B. _Seiler_, Lehnwort III, S. 101 u. Anm. 2), steht noch eine andere -gegenüber, die _hebräischen_ Ursprung annimmt; s. darüber Näh. bei H. -_Klenz_, W.-B. nach der neuen deutsch. Rechtschreibung, Leipzig 1904, S. -173, Sp. 3 und _Weigand_, W.-B. II, Sp. 379. _Fischer_, Schwäb. W.-B. -II, Sp. 1261 (unter »verpaschen« u. »verpassen«, Nr. 4) hat keine -Erklärung gegeben.] - -ablesen, _abschurele_[144] [63.43] - -abliefern, _abdogen_[145] - -abmähen, _abschurele_[144] - -abnagen, _abnäpfen_[146] - -Abort, _Fu(h)lkitt_[147], _Schmelzkitt_[148], _Schundkitt_[149] - -[Fußnote 141: ([25] auf S. 63.43) Stammwort: _bikeren_ = kaufen; -_Ableitung_: das Subst. _Bikerer_ = Käufer. In den _verw. Quellen_ -unbekannt, ebenso m. Wiss. auch sonst im Rotw. Auch über die -_Etymologie_ läßt sich nichts Gewisses sagen; ein Zusammengang mit d. -Adj. _bikerich_ (s. oben S. 37, Anm. 129) dürfte kaum anzunehmen sein.] - -[Fußnote 142: ([26] auf S. 63.43) Mit dem Zeitw. _greme(n)_ = kaufen -(erkaufen) sind noch gebildet die _Zus._: _ausgremen_ = auskaufen und -_vergremen_ = handeln. Dazu die _Ableitungen_: _Gremer_ = Käufer -(_Zus._: _Trabertgremer_ = Pferdehändler), _Vergremer_ = Handelsbursche, -_Vergremere_ = Handelsmädchen (_Zus._: _Vergremerskaffer_ = Handelsmann, -fem. aber _Vergremmoss_ [= Handelsfrau]). _Zu vgl._ (aus d. _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 487 (_vergrimmen_ = verkaufen; in -_Lütz._ [215]: _kremen_ = kaufen). Die _Etymologie_ ist unsicher. Auch -_Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1200 (unter »verkräme[n]«) und Sp. 1202 -(unter »verkrümme[n]« Nr. 2) gibt keinen näheren Aufschluß darüber.] - -[Fußnote 143: ([27] auf S. 63.43) Stammwort: _kemere_ = kaufen; vgl. -_verkemere_ = verkaufen, handeln. _Ableitungen_: _Kemerer_ = Käufer, -Krämer (_Zus._: a) mit K. _vorne_: _Kemererskitt_ = Kauf- oder -Krämerladen; b) mit K. _hinten_: _Trabertkemerer_ = Pferdehändler, -_Groenikelkemerer_ = Schweinehändler), _Verkemerer_ = Verkäufer, -Handelsmann, fem. _Verkemere_ = Handelsfrau (_Zus._ damit: -_Verkemerers-Benk_ oder _-Fiesel_ = Handwerksbursche und -_Verkemeresmodel_ [sic] = Handelsmädchen [aber _Verkemerskaffer_ = -Handelsmann]). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 337, 341 (_kimmern_ = kaufen, _verkimmern_ = anbieten). -Häufigere Belege im sonstigen Rotwelsch seit dem _Lib. Vagat_ (54, 55). -S. Näh. darüber sowie über die (nicht ganz sichere) _Etymologie_ in -_Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 58 (u. Anm. 1), 59 (unter »Kümmerer«). Nur -Hypothesen bei _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 832, nach welchen d. -Ausdr. »kaum zu beurteilen« ist. — Während _verkümmeln_ = verkaufen (s. -_Schwäb. Händlerspr._ in _Pfedelb._ [215]) wohl bloß eine Weiterbildung -von _verkümmern_ ist (s. auch _Fischer_, a. a. O., Sp. 123), sind dem -Stamme nach davon zu sondern die Zeitw. _kündigen_ = kaufen (s. z. B. -ähnl. schon: _Dolm. der Gaunerspr._ 94 [_künnigen_]) und _verkündigen_ = -verkaufen (s. z. B. auch _Schwäb. Gauner- u. Kundenspr._ 77). Näh. -hierüber im Archiv, a. a. O., S. 58, 59, Anm. 1; vgl. auch _Fischer_, a. -a. O., Sp. 1204 vbd. mit Sp 1189 (unter »verkenne[n]«).] - -[Fußnote 144: ([28] auf S. 63.43) S. abbiegen.] - -[Fußnote 145: ([29] auf S. 63.43) S. abgeben.] - -[Fußnote 146: ([30] auf S. 63.43) S. abbeißen.] - -[Fußnote 147: ([31] auf S. 63.44) _Fu(h)lkitt_ bedeutet (ebenso wie -_Schundkitt_) wörtl etwa »Kothaus«, zu _Kitt_ = Haus u. _Fu(h)l_ = -Dreck, Kot (Exkremente), Mist. Weitere _Zusammensetzgn._ damit sind -noch: a) mit _F. vorne_: _Fu(h)lnolle_ = Nachthafen; b) mit _F. hinten_: -_Flu(h)tefu(h)l_ = Schlamm. _Ableitungen_ davon sind: das Subst. -_Fu(h)lete_ = »Abweichung« (Diarrhöe) u. das Zeitw. _fu(h)la_ = -»austreten (schwer)«, d. h. cacare. _Zu vergl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ (_Lütz._ [214]: _fīle[n]_ = -cacare, _Fīl-kitt_ = Abtritt, _Fīl-nolle_ = Nachttopf). Zur -_Etymologie_ (vom zigeun. _fīl_ = Kot, Dünger u. dgl. [vgl. Einleitg. -S. 29]), s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Spalte 1821 (unter -»fīle[n]«) vbd. mit _Pott_ II, S. 391/92, _Liebich_, S. 135, 190, -216, _Miklosich_, Beiträge I/II, S. 10 u. Denkschriften, Bd. 26, S. -238/239 (unter »khul«) u. _Finck_, S. 58. Bei _Jühling_, S. 220 (unter -»Chen«) ist auch _fuhlen_ (od fuhla) = »schwer austreten« als zigeun. -angeführt. — _Kitt_ bedeutet Haus (Landhaus), ferner: Gebäude, Obdach, -Wohnung, auch Käfig od. Stall (für Tiere). Das Dimin. _Kittle_ ist -angeführt für: Gartenhaus sowie für Arrest, Gefängnis, Haft oder Kerker; -dazu: _im Kittle_ = gefangen. Verbindungen mit _Kitt_ sind: _grandiche -Kitt_ (d. h. »großes Haus«) = Hof u. _dofe Kitt_ (d. h. »schönes Haus« = -Schloß (vgl. »Vorbemerkung«, S. 19, Anm. 49.) Sehr zahlreich sind die -_Zusammensetzungen_, so a) mit _Kitt voran_: _Kittkaffer_ = Hausherr, -_Kittpatris_ = Hausvater, _Kittmoss_ = Hausfrau, _Kittmamere_ = -Hausmutter, _Kittschenegler_ (fem. _-ere_) = Hausknecht (-magd), -_Kittkenluf_ od. _-kib_ = Haushund, _Kittglitschin_ = Hausschlüssel; b) -mit _Kitt hinten_ (außer den obigen drei Synon. für Abort) noch: -_Schenagelskitt_ = Arbeitshaus, _Dercherkitt_ = Armenhaus, _Bich-_ oder -_Lobekitt_ = Bank (d. h. Bankhaus; dazu: _grandiche Lobekitt_ = »Münze«, -d. h Münzwerkstätte, Syn.: _Bichpflanzerskitt_), _Ruechekitt_ = -Bauernhaus, _Zschorkitt_ = Diebesherberge, _Schlumerkitt_ = Herberge, -_Sinsekitt_ = Herren-(od. Herrschafts-)haus, _Finkelkitt_ = Hexenhaus, -_Nille-_, _Ni(e)se-_ od. _Nuschekitt_ od. _Hegelkitt_ = Irrenhaus, -Narrenhaus (vgl. auch »Tollhaus«), _Kemererskitt_ = Kauf- od. -Krämerladen, _Nikel-_ od. _Schnurrantekitt_ = Komödien- od. -Schauspielhaus (Theater), _Begerkitt_ = Krankenhaus (Siechenhaus, -Spital) od. Leichenhaus (vgl. _grandich Begerkitt_ = Hospital, -_Lanenger-Begerkitt_ [eigtl. »Soldaten-Krankenhaus«] = Lazarett), -_Bommer-_ od. _Keifkitt_ = Leihhaus, _Kaflerkitt_ = Metzgerhaus (vgl. -_grandiche Kaflerkitt_ = Schlachthaus), _Gallach-_ oder _Kolbekitt_ = -Pfarrhaus (vgl. _grandich Kolbekitt_ = Kloster [s. d. betr. -Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.], _Buzereikitt_ = Polizeiamt, -_Sturmkitt_ = Rathaus (s. Näh. unter dies. Wort), _Klasskitt_ = -Schießhaus, _Plauderkitt_ = Schule (auch: Lehrerhaus), _Blibelkitt_ = -»Stundenhaus« (d. h. »Versammlungshaus der Methodisten«), _Patriskitt_ = -Vaterhaus, _Leilekitt_ = Wachthaus (wörtl. »Nachthaus«), _Pfladerkitt_ = -Waschhaus, _Johlekitt_ = Weinhaus, _Schofelkitt_ = Zuchthaus. Während in -allen diesen Fällen _Kitt_ mehr oder weniger die Bedeutg. von »Haus« im -gewöhnl. Sinne des Wortes hat, erscheint es etwas spezieller gebraucht -in den Ausdrücken _Gachne-_, _Stenzel-_ od. _Stiererkitt_ = Hühnerhaus, -_Keiluf-_ od. _Kibekitt_, Hundehütte, _Fläderlingskitt_ = Vogelbauer u. -_Luberkitt_ = Uhrgehäuse. Mit dem Dimin. _Kittle_ sind gebildet: a) im -Sinne von »kleines Haus, Häuschen«: [Griechisch: a]) _am Anfang_: -_Kittlekies_ = Backstein od. Dachziegel; [Griechisch: b]) _am Ende_: -_Ruchekittle_ = Bauernhäuschen(Spr.), _Begerkittle_ (d. -h.»Totenhäuschen«) = Sarg (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun., -vgl. schon »Vorbmrkg.«, S. 18); b) im Sinne von »Gefängnis« u. dergl.: -_Kittlebuz_ = Gefangenwärter. _Zu vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 89-93, 97, 98, 101 (_Kitt_ = Haus u. _kittlen_ = -schlafen; ferner schon mehrere _Zus._ mit _Kitt_ [Kitte], näml.: -_Sefle-_ od. _Schund-Kitte_ = Abtritt, _Prinzen Kitt_ = Amtshaus, -_Ruochen Kitt_ = Bauernhaus, _Kocheme-Kitt_ = Diebesherberge, -_Sturmkitt_ = Rathaus u. _Baiskitt_ = Wirtshaus; mit _engerer_ Bedeutg. -von K. noch: _Flotschen-Kitt_ = Fischkasten); _W.-B. des Konst. Hans_ -253-255, 257, 258 (_Zus._: _Ruoche-Kitt_ = Bauernhaus, _T'schorr-Kitt_ = -Diebesherberge, _Gallacha-Kitt_ = Pfarrhaus, _Sturm-Kitt_ = Rathaus, -_Baiserkitt_ = Wirtshaus, _Schofelkitt_ = Zuchthaus); _Schöll_ 272, 274 -(_die Kitteren_ = die Häuser u. _Kitts_ = Herbergen [der »Stappler«]); -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 338, 340, 342, 343, 345, 346 (_Kitt_ = -Aufenhaltsort, Haus [Bauernhaus]; _Zus._: a) _mit Kitt_: _Bäkerischkitt_ -od. _Bollerskitt_ = Krankenhaus, _Kollachekitt_ = Pfarrhaus, -_Rauschkitt_ = Strohhaus, _Baiserkitt_ = Wirtshaus, _Schofelkitt_ = -Zuchthaus; b) _mit Kit[t]le_: _Schmelzkittle_ = Abtritt, _Gleiskittle_ = -Milchhaus); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 67, 69 (_Kittchen_ = Arrest, -Gefängnis, _Kittchenbos_ = Arrestaufseher); _Schwäb. Händlerspr._ 479, -482, 488 (_Kitt_ = Haus, Arrest, _Kittle_ = Arrest, _Drîfekitt_ = Arrest -od. Zuchthaus, in U. [213]: _Schmelzkitt_ [in _Pfedelb._ (213): -_Schmelzkittle_] = Abtritt u. _Derches-_ od. _Mangkitt_ = Bettelhaus; in -_Lütz._ [214]: _Fīl-Kitt_ od. _Schofel-Kitt_ = Abtritt [hier -letzteres also in _anderem_ Sinne gebraucht als sonst üblich!]). S. noch -_Pfälz. Händlerspr._ 438 u. _Metzer Jenisch_ 216 (_Kittche_ = Gefängnis -bezw. Arrest). Die _Etymologie_ des Wortes (das schon im Rotwelsch des -17. Jahrh. auftritt [vgl. _Schütze_, S. 74, unter »Kittchen«]) ist noch -_nicht_ sicher festgestellt (vgl. _Stumme_, S. 19 sowie _Fischer_, -Schwäb. W.-B. IV, Sp. 426), jedoch erscheint es wohl immer noch besser, -_deutschen_ Ursprung zu vermuten (s. Näh. darüber bei _Günther_, -Rotwelsch, S. 51 vbd. mit _O. Weise_ in d. Zeitschr. des Allgem. -Deutsch. Sprachvereins, Jahrg. XVI [1901], Sp. 328; vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 177, unter »Kittche«) als (wie neuerdings z. B. -wieder _Seiler_, Lehnwort IV, S. 491 u. Anm. 1 in Übereinstimmg. mit -A.-L. 558 befürwortet hat) es herzuleiten von dem jüdischen _kissê_ = -»Sitz, Sessel«, dessen _Form_ und engere _Bedeutung_ dagegen Bedenken -erregen müssen.] - -[Fußnote 148: ([32] auf S. 63.45) Der Ausdr. _Schmelzkitt_ gehört zu dem -Stamme _schmelz-_ des Zeitworts _schmelza_ = »austreten (schwer)«, d. h. -cacare. Eine ähnl. _Zus._ damit ist auch _Schmelznolle_ = Nachthafen. -_Ableitungen_ davon sind: die Subst. _Schmelzer_ = After, Hinterer u. -_Schmelzede_ = »Abweichung« (d. h. Diarrhöe). _Nicht_ zu _Schmelzer_ im -_obigen_ Sinne zu stellen, sondern unmittelbar von dem Zeitw. -_schmelzen_ abzuleiten ist die _Zus._ _Buxenschmelzer_ = Feigling, die -wörtlich dem gleichbed. südd. »Hosenscheißer« (vgl. dazu _Groß'_ Archiv, -Bd. 56, S. 183) entspricht. _Zu vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 37 (_schmelzen_ = Notdurft verrichten); _Pfulld. -J.-W.-B._ 337 (_Schmelzkitle_ od. _Schmelzköhrle_ = Abtritt); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 66, 68, 74 _schmelzen_ = cacare, _Schmelzer_ = -Podex, _Schmelzgusch_ = Abtritt [vgl. betr. _-gusch_, wohl zu franz. -_coucher_: _Fischer_, _Schwäb. W.-B._ III, Sp. 936)); _Schwäb. -Händlerspr._ 479, 480, 485 (hat ebenfalls _schmelzen_, _Schmelzer_ u. -_Schmelzgusch_ [od. _-kanti_, in U. (213): _Schmelzkitt_, in _Pfedelb._ -(208): _Schmelzkittle_] in gleichem Sinne). Die _Etymologie_ des Wortes -ist zwar nicht ganz sicher, doch dürfte es kaum zu gewagt sein, darin -nur eine Begriffsverengerung zu erblicken von unserem gemeinsprachl. -_schmelzen_ = »flüssig werdend zergehen« od. vielmehr von dessen -_transit._ Bedeutg. »schmelzen _machen_, in Fluß bringen«. S. Näh. bei -_Weigand_, W.-B. II, Sp. 747. (bes. (für die Bedeutg. im _Jenischen_) zu -beachten dort: altnord. _melta_ = »verdauen«); vgl. ferner bei _Grimm_, -D. W.-B. IX, Sp. 1025 (unter »schmelzen«, Nr. IV): ndl. _smelten_ - -»stercus liquidum egerere«.] - -abpflücken, _abschurele_[144] [63.44] - -abputzen, _abschurele_ - -abreißen, _abschurele_ - -abschaffen, _abschenegeln_[150] - -[Fußnote 149: ([33] auf S. 63.46) S. (betr. _Schund_) das Näh. schon -unter »abgerahmte Milch«.] - -[Fußnote 150: ([34] auf S. 63.46) Richtiger dürfte die Bedeutg. wohl -durch »sich abschaffen«, volkstüml. für »sich abarbeiten«, wiederzugeben -sein, da _schenegeln_ = arbeiten ist; vgl. dazu als Gegensatz: _nobis -schenegla_ = faulenzen (eigtl. »nichts arbeiten«). Das Zeitw. stammt her -von dem Subst. _Schenagel_ = Arbeit (auch Beruf, Geschäft, Gewerbe). -Weitere _Ableitungen_ davon sind: das Subst. _Schenegler_ = Arbeiter -(Dienstbote, Dienstknecht, Gesinde, Knecht. Lohndiener), fem.: -_Scheneglere_ = Magd u. das Adj. _scheneglich_ = fleißig. Mit den -Hauptw. _Schenagel_ u. (bes.) _Schenegler_ sind mancherlei _Zus._ -gebildet worden, so a) mit _Schenagel_: [Griechisch: a]) _am Anfang_: -_Schenagelskitt_ = Arbeitshaus, _Schenagelsbich_, _-lobe_ od. _-kies_ = -Lohn (eigtl. »Arbeitsgeld«); [Griechisch: b]) _am Ende_: -_Griflingschenagel_ = Handarbeit, _Leileschenagel_ = Nachtarbeit; b) mit -_Schenegler_ (_nur_ am Ende u. bes. für Gewerbe od. Berufe beliebt): -_Stradeschenegler_ = Chausseearbeiter, Straßenarbeiter, _Rutschenegler_ -= Eisenbahnarbeiter, _Glansertschenegler_ = Glaser, _Kittschenegler_ = -Hausknecht (fem.: _-ere_ = Hausmagd), _Bichschenegler_ = Münzarbeiter, -_Hitzlingschenegler_ = Ofensetzer, _Trabertschenegler_ = Pferdeknecht, -_Jerusalemsfreundschenegler_ = Schäferknecht (zur Erklärg. s. d. Näh. -unter »Hammel«). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 89 (_schinnageln_ = arbeiten); _Schöll_ 271 (_schönegle_); -_Pfulld. J.-W.-B._ 337-348 (_schinepeln_ [sic] u. _Schineplerei_ = -Arbeit, aber [richtig] _Schinegglerei_ = Handwerk; vgl. auch -_Schiankterei_ = Kanzlei; für: »_Manobisch, schinegeln_« = »Faulenzer« -[339] ist wohl zu lesen: »_[ma] nobisch schinegeln_« = »faulenzen«; vgl. -noch _Schineller[in]_ = [Bauern] Knecht [bzw. -Magd], _Fuchsschineller_ -= Goldarbeiter); _Schwäb. Gaun. u. -Kundenspr._ 66, 67 (_schenägeln_, -_Schenagel_ = Arbeit, _Schenagelswinde_ = Arbeitshaus); _Schwäb. -Händlerspr._ 479 (_schenig[e]len_ oder [seltener] _schineg[e]len_ [in -_Pfedelb._ (208): auch _schenegln_], _Schenachel_ = Arbeit, auch -Handwerkszeug, vgl. dazu in _Degg._ [215]: _de[n] Schenagel reiße[n]_ = -arbeiten; in U. [214]: _Schenal-penk_ u. _-mŏs_ = Knecht u. Magd). -Vgl. auch noch _Pleißlen der Killertaler_ 416 (_schenēge[n]_), -_Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Schineggel_ = Arbeit, _schenigle_ = arbeiten) -u. _Metzer Jenisch_ 216 (_schinnegle_ = arbeiten). Zur _Etymologie_ (vom -rotw. _Schinagole_ = Schubkarren, Zus. vom _Schin_ = hebr. _schîn_, dem -Anfangsbuchstaben des Wortes »Schub« und _Agole_ = »Karren, Wagen«, vom -gleichbed. hebr. _agl[h]_, jüd. _agôlô_) s. das Näh. in _Groß'_ -Archiv, Bd. 46, S. 304 ff. vbd. mit Bd. 38, S. 22 (unter »Aglon«) u. 283 -(unter »Schien«); vgl. auch _Weber-Günther_, S. 164 (unter -»schenägeln«).] - -abschießen, _abschnellen_[151] [63.97] - -abschirren, _abschurele_[152] - -abschließen, _beschrenken_ (abgeschlossen, _b'schrenkt_)[153] - -[Fußnote 151: ([1] auf S. 63.97) Mit _schnellen_ = schießen (auch -knallen) sind noch zusammengesetzt: _herab-_ und _niederschnellen_, - ferner — als Substantivierung — _Fläderlingschnellen_ = (das) -Vogelschießen. _Ableitungen_: _Schnelle_ oder _Schneller_ = Büchse, -Flinte, Gewehr (Schießgewehr), Pistole (dazu _Schnellepflanzer_ = -Büchsenmacher). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 99, 101 (_schnellen_ = schießen, _geschnellt_ = geschossen, -_verschnellen_ = verschießen); _W.-B. des Konst. Hans_ 255 (_g'schnellt_ -= geschossen); _Pfulld. J.-W.-B._ 344 (_schnellen_ = schießen, als -Subst. _Schnellen_ = Schuß); _Schwäb. Händlerspr._ 485 (_schnellen_, in -_Lütz._ [214]: _Schneller_ = Gewehr). Zur _Etymologie_ des (schon seit -dem 17. Jahrh. im Rotw. auftretenden) Wortes s. A.-L. 602 vbd. mit -_Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1296 unter »schnellen«, Nr. I, 1, bes. lit. -[Griechisch: d] sowie _Weigand_, W.-B. II, Sp. 764, wonach _schnellen_, -mhd. _snellen_ (Ableitg. vom Adj. _schnell_) = »durch starken Widerdruck -in hohem Grade sich fortbewegen machen« besonders von Bogen und Pfeilen, -dann auch von Kugeln gebräuchl. gewesen; vgl. auch _Schneller_ u. a. = -»die Vorrichtung zum Abdrücken am Schießgewehr« (1691 bei _Stieler_).] - -[Fußnote 152: ([2] auf S. 63.97) S. abbiegen.] - -[Fußnote 153: ([3] auf S. 63.97) _Beschrenken_ bedeutet auch schließen -(oder sperren) schlechthin sowie ver- od. zuschließen (daher -_b'schrenkt_ auch = verschlossen); dazu die _Zus._ _anb'schrenke_ = -anschließen und die _Ableitg._ _Beschrenker_ = Schließer. Dagegen setzt -_zuschrenken_ = zuschließen ein einfaches _schrenken_ = schließen -voraus, das aber im Vokab. fehlt. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schöll_ 272 (_aufschrenken_ = aufmachen); _Pfulld. -J.-W.-B._ 339, 344 (_schränken_ = schließen, einschließen, -_aufschränken_ = eröffnen); _Schwäb. Gaun.- und Kundenspr._ 73 -(_Schränker_ = Hausdieb); _Schwäb. Händlerspr._ (in _Lütz._ [215]: -_schränke[n]_ = schließen, _Schrenke_ = Tür, in U. [214]: -_abschränke[n]_ = verschließen). Zur _Etymologie_ des zweifellos rein -deutschen (mit »Schrank« und »Schranke« verwandten) Wortes _schränken_ -usw., das schon im Rotw. des 17. Jahrh. bekannt gewesen, s. d. Näh. in -_Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 73, 74 (unter »Schränker«).] - -abschreiben, _abfeberen_[154] [63.98] - -absingen, _abschallen_[155] - -absondern, _abschurele_[152] - -abspringen, _abbosten_[156] - -absterben, _abbegeren_[157] - -[Fußnote 154: ([4] auf S. 63.98) Das Zeitwort _febere(n)_ (-ra) = -schreiben oder beschreiben (daher _gefebert_ = schriftlich) kommt noch -vor in den _Zus._: _auf-_, _aus-_, _ein-_, _heraus-_, _nach-_, -_nieder-_, _über-_, _unter-_ und _vorfebern_. Mit dem Stamm _feber-_ -sind gebildet die Subst. _Feberschure_ = Bleistift (eigentl. -»Schreibding«) und _Feberklettert_ = Schreibtisch. _Ableitungen_ sind: -_Feberer_ = Schreiber (dazu _grandicher Feberer_ = Schriftgelehrter) und -_Feberei_ = Schrift oder (das) Schreiben. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._) _Dolm. der Gaunerspr._ 98 (_febren_ und _Febrer_); _W.-B. -des Konst. Hans_ 254, 257 (_febere_ und _Feberer_, _ausfeberen_ = -ausschreiben); _Schöll_ 274 (_febern_ = schreiben [in der Bettlerspr.]); -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 341, 344 (hier ebenfalls _febern_, _Feberer_ und -_ausfebern_, ferner noch _Feberei_ = Schreibzeug); _Schwäb. Händlerspr._ -480, 486 (_f[^æ]beren_ oder _fêberen_ und _Pfeberei_ = Brief). Vgl. auch -_Pfälz. Händlerspr._ 437 (_fêwere_ = schreiben). Zur _Etymologie_, die -_Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 996 als »unklar« bezeichnet, s. -Hypothesen (betr. nordischen Ursprungs) in _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 64 -ff. unter »Feberer«; vgl. dazu auch weiter unten über _Fehma_ (unter -»Hand«).] - -[Fußnote 155: ([5] auf S. 63.98) Mit _schallen_ = singen sind noch -zusammengesetzt: _nach-_ und _vorschallen_. _Ableitungen_: _Schaller_ = -Sänger (fem.: _-erin_, _Zus._: _Schallerfläderling_ = Singvogel, insbes. -Amsel, Kanarienvogel) und _Schallerei_ = Gesang. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 (_schallen_ = singen); -desgl. _W.-B. des Konst. Hans_ 254 und _Pfulld. J.-W.-B._ 343 (hier -[340, 342] auch: _Schallen_ = Gesang und _Schaller_ = Sänger); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 73, 74 (_schallen_, _Schaller_ = Sänger, -_Schallerle_ = Organist, _Schallerkasten_ = Kirche); _Schwäb. -Händlerspr._ 483, 486 (_schallen_, _Schaller_, _Duftschaller_ [d. h. -»Kirchensänger«] = Lehrer). Zur _Etymologie_ (von unserm deutsch. Zeitw. -_schallen_) sowie über weitere Belege s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, -S. 69-71; vgl. auch _Weber-Günther_, S. 180 u. 188.] - -[Fußnote 156: ([6] auf S. 63.98) S. abgehen.] - -[Fußnote 157: ([7] auf S. 63.98) _Begeren_ bedeutet: sterben, umkommen, -auch spezieller ersticken. Dazu das Partiz. _begert_ = gestorben, -verstorben (entleibt, entseelt, leblos, starr, tot) sowie die Negation -_begert nobis_ (eigtl. »stirbt nicht«) = unsterblich und die Zus. -_Begertflössling_ (d.h. »toter Fisch«) = Hering. Als Subst. gebraucht -ist _Begert_ = Leiche. Die dafür sonst im Rotwelsch vorkommende Vokabel -_Beger_ u. ähnl. (auch = Tod), das Stammwort für das Zeitw. _begern_ -(vgl. unter »Etymologie«), ist für sich _allein_ in _Wittichs_ Vokabular -_nicht_ angeführt, wohl aber sind _damit_ (od. vielleicht auch bloß mit -dem Stamme _beger-_ des Zeitw. _begeren_) zahlreiche _Zusammensetzgn._ -gebildet worden, so _Begersins_ = Arzt (Doktor), auch bes. Wundarzt (u. -dazu die Verbdg. _schofler Begersins_ = Quacksalber), _Begerschure_ = -Gottesacker (Kirchhof), auch Grab, Gruft, _Begerkies_ = Grabstein, -Leichenstein, _Begerfläderling_ = Käuzchen, Steineule (vgl. dazu betr. -die Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr. schon »Vorbemerkung«, S. 18 -sowie unter »Käuzchen«), _Begerkitt_ = Krankenhaus (Siechenhaus, Spital) -u. Leichenhaus (vgl. _grandiche B._ = Hospital, _Lanenger B._ = -Lazarett, u. das Dim. _Begerkittle_ = Sarg [s. dazu schon oben S. 44, -Anm. 147 unter »Abort«]), _Begergadscho_ od. _Begerkaffer_ = -Leichenbeschauer, letzteres auch Totengräber, _Begersauft_ = Leichenbett -(Sterbe-, Totenbett), _Begermoss_ = Leichenfrau, _Begerbikus_ = -Leichenschmaus, _Begerbochdam_ = Leichentuch, _Begerkluft_ = -Sterbekleid, _Begersore_ = Totenbahre, _Begerkritzler_ = Totenschein. -_Ableitungen_ (von _begeren_) sind: das Subst. _Begerei_ = (das) -Sterben, Krankheit, auch speziell Seuche, u. das Adj. _begerisch_ = -sterblich, krank (gebrechlich, leidend, unpäßlich) u. speziell lahm -(daher: _begerisch bosten_ = lahm gehen; vgl. ferner die Negat. _nobis -begerisch_ = wohl [gesund], die Verbdg. _begerische Mufferei_ = -Totengeruch u. die Zus. _Begerischsauft_ = Krankenbett). Auch als Subst. -wird _Begerisch_ gebraucht = Siechtum oder spezieller: Epilepsie -(Fallsucht), während _grandich Begerisch_ die Schwindsucht bedeutet. _Zu -vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95 -(_begerisch_ = krank, vgl. auch 98: _begerisch gekeilt werden_ = hart -geschlagen werden); _Schöll_ 271, 273 (_Beger_ = Tod, _begern_ = -sterben); _Pfulld. J.-W.-B._ 341, 345 (_bäkeren_ = sterben, _bägeret_ = -gestorben, _bäkeret_ = tot, _Bäkerei_ = Krankheit, _bäkerisch_ = krank, -_Bäkerischkitt_ = Krankenhaus); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 67, 72, -76 (_begern_ = sterben od. krank sein [hierfür auch _bechern_], -_abgebegert_ = gestorben, _Begerer_ = Arzt, _Begerwinde_ = Krankenhaus); -_Schwäb. Händlerspr._ 486, 487 (_bêkeren_ = sterben [vgl. in _Pfedelb._ -(213): _bägert_ u. _beechert_ = gestorben], _bêkerisch_ [in _Pfedelb._ -(213): _beecherisch_] = sterbenskrank, todkrank, _Bêkerwinde_ = Spital). -Zur _Etymologie_ (vom hebr. _peger_ = »Leichnam«) sowie über weitere -Belege im Rotw. s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 69 u. Anm. 1 -(unter »Begerschaberer«) vbd. mit Bd. 43, S. 29 (unter »Pöckerer«). Vgl. -auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 576 vbd. mit Sp. 363/64 (unter -»auf-bägere[n]«).] - -Abt s. Priester, [63.99] - -abtragen, _abbugle_[158] - -Abtritt s. Abort - -[Fußnote 158: ([8] auf S. 63.99) Mit _bugle_ (-la) od. _buk(e)le(n)_ -(-la) = tragen, bringen, holen (Spr.) finden sich noch die -_Zusammensetzungen_: _fortbugla_ = fortbringen, forttragen, -_herausbukla_ = heraustragen, _mitbukle_ = mitbringen, _umher-_, -_wegbukle_ = umhertragen, wegtragen sowie die Verbindung _schiebes -bukle_ = davontragen. _Ableitungen_ sind: die Subst. _Bukler_ (in der -Zus. _Kritzlerbukler_ = Briefträger, Postbote) u. _Buklete_ = Last, -Traglast. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ -100 (_buckeln_ = tragen); _Schöll_ 272 (_buklen_); _Pfulld. J.-W.-B._ -345 (ebenso); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 76 (_buckeln_); _Schwäb. -Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [213] _bukeln_, in _Lütz._ [215] -_buckle[n]_). Zur _Etymologie_ (vom deutsch. _Buckel_ od. _Puckel_) -sowie über weitere rotw. Belege s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. -209 u. Anm. 2. Vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1504 (mit -weiteren Angaben).] - -abwaschen, _abpfladeren_[159] [63.100] - -abwerfen s. abfallen - -Abweichung (Diarrhöe), _Fu(h)lete_[160], _Schmelzede_[160] - -abwischen, _abschurele_[161] - -abzahlen, _abpfreimen_[162], _abzaine_[163] - -abziehen, _abschurele_[164] - -Achsel, _Schure_[164] - -Acker, _Schure_[164] - -Adler, _grandicher Flederling_[165] - -[Fußnote 159: ([9] auf S. 63.100) Mit _pfladere(n)_ (-ra) = waschen -(auch: baden, ferner putzen, reinigen, säubern, wischen) sind noch -zusammengesetzt: _auf-_ u. _auspfladere(n)_ (-ra) = auf- u. auswaschen -(ausspülen). Mit dem Stamme _pflader-_ zusammenges. Hauptwörter sind -_Pfladerschottel_ = Waschbecken, _Pfladersore_ = Wäsche, _Pfladermoss_ = -Wäscherin, _Pfladerkitt_ = Waschhaus, _Pfladerflu(h)te_ = Waschwasser. -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 89, 91, -101 (_Fladerei_ = Wäsche, _Fladerer_ = »Balbierer«, Doktor); _Pfulld. -J.-W.-B._ 343, 346 (_fladeren_ = waschen, _Flader-Schury_ = -Schermesser); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 77 (_flattern_ = waschen); -_Schwäb. Händlerspr._ 488 (_pfladere_); vgl. auch _Pleißlen der -Killertaler_ 435 (_fladere[n]_) u. _Metzer Jenisch_ 207 (_flādere_). -Zur (nicht ganz sichern) _Etymologie_ sowie über weitere rotw. Belege s. -_Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 44, 45 u. Anm. 1, 2. — _Fischer_, Schwäb. -W.-B. II, Sp. 1537 gibt keine Erklärung.] - -[Fußnote 160: ([10] auf S. 63.100) S. Abort.] - -[Fußnote 161: ([11] auf S. 63.100) S. abbiegen.] - -[Fußnote 162: ([12] auf S. 63.100) Mit _pfreimen_ (-ma) = bezahlen -(zahlen), vergüten ist noch zusammenges. _auspfreimen_ = auszahlen; als -Subst. gebraucht: _Pfreimen_ = Steuern. _Ableitung_: _Pfreimerei_ = -Zahlung (Sold, Verdienst). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 338, 346 (_pfräumen_ = auszahlen, bezahlen, -zahlen); _Schwäb. Händlerspr._ 479, 488 (_pfreimen_ = bezahlen, zahlen). -Zur _Etymologie_: Nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1078 ist -_pfreimen_ wohl nur eine Nebenform von _bereimen_ (s. darüber das Näh. -weiter unten unter »bezahlen«), wozu die (z. B. bei _Karmayer_ 17 -vorkommende) Form _bepreimen_ (vgl. _Groß'_ Archiv, B. 33, S. 305, Anm. -3, lit. a) den Übergang zu vermitteln scheint.] - -[Fußnote 163: ([13] auf S. 63.100) Mit _z¶a¶ine[n]_ (od. _z¶e¶ine[n]_) = -bezahlen (zahlen) sind noch zus. _an-_ u. _auszeine[n]_ (-na). Als -Subst. gebraucht ist _Zeine_ = Zahlung. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 259 (_zainen_ = zahlen); _Schwäb. -Händlerspr._ in U. [214]: _zaine[n]_= bezahlen). Die _Etymologie_ ist -unklar.] - -[Fußnote 164: ([14] auf S. 63.100) S. abbiegen.] - -[Fußnote 165: ([15] auf S. 63.100) _Grandicher Flederling_ heißt -wörtlich »großer Vogel«, während _¶grandich¶ Flederling_ = Storch, -eigentlich wohl durch »größter Vogel« (d. h. der in Deutschland bekannte -größte Vogel) wiederzugeben sein dürfte mit Rücksicht auf das, was -_Wittich_ an anderer Stelle (s. unter »Bischof«) über den Gebrauch von -_grandich_ (im Gegensatz zu _grandicher_) als Superlativ im Jenischen -ausgeführt hat (vgl. dazu auch schon »Vorbemerkung«, S. 17, Anm. 42 u. -Näh. noch in m. Anm. zu »Bischof«). — Mit _Flederling_ (od. -_Fläderling_) schlechthin werden auch einzelne Vogelarten bezeichnet, so -die Elster, der Kuckuck, der Star und die Taube (vgl. dazu -»Vorbemerkung«, S. 16). Aber auch manche _Zusammensetzungen_ mit dem -Worte finden sich sowohl für bestimmte _Gattungen_ von Vögeln (s. -_Schallerflederling_ = Singvogel, _Flu[h]teflederling_ = Wasservogel) -als auch für einzelne _Arten_. So kommt _Schallerflederling_ auch -spezieller für die Amsel und den Kanarienvogel und _Flu(h)teflederling_ -für die Bachstelze (als e. Art Übersetzung) vor (neben der Bezeichng. -_jenischer Flederling_, worüber das Näh. noch weiter unten bei -»Bachstelze«); vgl. ferner: _Stämpfflederling_ (eigtl. »der schimpfende -Vogel«) = Elster (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.), -_Leile-_ od. _Ratteflederling_ (d. h. »Nachtvogel«) = Eule (s. d. betr. -Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr., vgl. auch oben S. 37, Anm. 127), -_Begerflederling_ (d. h. »Totenvogel«) = Käuzchen, Steineule (vgl. dazu -schon oben S. 98, Anm. 157), _Schmuserflederling_ (d. h. »der sprechende -Vogel«) = Papagei (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr., vgl. -auch schon »Vorbemerkung«, S. 18), _Dofeflederling_ (d. h. »der schöne -Vogel«) = Pfau (s. d. betr. Analogie im Zigeun., vgl. auch -»Vorbemerkung«, S. 18, Anm. 47), _Schofeleiflederling_ (d. h. -»Unglücksvogel«) = Rabe (vgl. »Vorbemerkg.«, S. 19, Anm. 49) u. -_Furschetflederling_ (d. h. »Gabelvogel«) = Schwalbe (nach deren -gabelförmigem Schwanze; s. betr. die Übereinstimmg. mit d. Zigeun. unter -»Schwalbe«). Beachtenswert ist, daß _Flederling_ in gewiss. Zus. auch -für _andere_ Tiere (Insekten) vorkommt, so in _Kupferflederling_ = -Heuschrecke und _Schundflederling_ = Mistkäfer. Seltener sind endlich -Zus., in denen das Wort _vorangesetzt_ ist, so: _Flederlingskitt_ = -Vogelbauer, _Fl.-bäzeme_ = Vogeleier, _Fl.-nolle_ = Vogelnapf u. -_Fl.-schnellen_ = Vogelschießen. — _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 101 (_Fletterling_ = Vogel); -_Schwäb. Händlerspr._ 488 (_Fläterling_ = Vogel [in _Pfedelb._ (213): -_Flätterling_ auch spezieller = Taube, wozu noch bemerkt sei, daß gerade -_diese engere_ Bedeutg. im alten Rotw. zuerst vorkommt; s. z. B. _Hildb. -W.-B._ 1753ff (227) u. _Rotw. Gramm._ n. 1755 (18. u. D.-R. 47)]). -Seiner _Etymologie_ nach gehört das Wort natürlich zu »_flattern_«; s. -_Günther_, Rotwelsch, S. 60 vbd. mit _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. -1545 (unter »Flätterling«). — - -Das (in der Verbindg. _grandich[er] Flederling_ enthaltene) Adj. -_grandich_ (oder _grandig_) hat außer der häufigsten und allgemeinsten -Bedeutung »groß« noch folgende: bedeutend, begütert, dick, erwachsen, -gewichtig, hoch, hochherzig, lang, mächtig, prächtig, reich, viel, voll, -vorzüglich, endlich auch noch »wütend« (doch geht es in _diesem_ Sinne -wahrscheinl. auf einen _anderen_ Stamm zurück; s. d. Näh. unten bei der -»Etymologie« a. E.); mit vorgesetzter Verneinung (_nobis grandich_) ist -es = wenig, winzig, als _Adverb_ gebraucht bedeutet es: oft (häufig), -als _Subst._ (_Grandich_): Gewalt, Höhe. Der Komporat. _grandicher_ -kommt nicht nur für »größer«, sondern auch für »mehr« (»mehrfach«, -»vielmals«) vor. In _Verbindungn._ erscheint _grandich_: a) zuweilen mit -einem _Zeitw._, so _grandich¶e¶ pflanzen_ (eigtl. etwa »den Großen -spielen«) = hoffärtig (aufgeblasen, stolz, übermütig) sein (wogegen -_grandich¶e¶r pflanzen_ nur durch »verlängern« wiedergegeben ist), viel -häufiger aber natürlich: b) mit _Hauptwörtern_, und zwar in d. R. (und -nicht selten in unmittelbarem Anschluß an die Zigeunersprache) als -umschreibender Ersatz für Begriffe, für die es im Jenischen keine -besonderen selbständigen Bezeichnungen gibt (vgl. »Vorbemerkung«, S. -17ff.), so [Griechisch: a]) für Sachen im weit. S. (einschl. z. B. -Gebäude u. dergl.): _grandiche Jahre-_ od. _Krachersäftling_ (d. h. -»große Waldtraube«) = Ananas, _grandiche Duft_ (d. h. »große Kirche«) = -Dom (s. d. betr. d. Zigeun.), _grandicher Kies_ (d. h. »großer Stein«) = -Felsen (s. d. betr. d. Zigeun.), auch Quaderstein, _grandiche Kitt_ (d. -h. »großes Haus«) = Hof, _grandiche Kolbekitt_ (d. h. »großes -Pfarrhaus«) = Kloster (s. d. betr. d. Zigeun.), _grandiche Schoflerei_ -(d. h. »großes Gericht«) = Kreis- (Land-, Kriminal-) Gericht (s. betr. -d. Zigeun. unter »Kreis-« u. »Kriminalgericht«), _grandicher -Sins-Obermann_ (d. h. etwa »des großen Herrn- [des Landesherrn] Hut«) = -Krone (s. d. betr. d. Zigeun.), _grandiche Lobekitt_ (d. h. »großes -Geldhaus«) = Münze, Münzwerkstätte, _grandiche Hegerle_ (d. h. »große -Knödel«) = Nudeln, _grandiche Kaflerkitt_ (d. h. »großes Metzgerhaus«) = -Schlachthaus, _grandiche Schrende_ (d. h. »große Stube«) = Saal (s. d. -betr. d. Zigeun.), _grandicher Spraus_ (d. h. »großes [langes] Holz«) = -Stange (s. d. betr. Analog. im Zigeun.); ferner [Griechisch: b]) auch -für — mehr od. weniger — _abstrakte Begriffe_; so: _grandich Flu(h)te_ -(d. h. »großes« [od. größtes] Wasser) = Meer (vgl. schon oben S. 36, -Anm. 126), _grandich Ulma_ (d. h. »viele Leute«) = Menge, _grandich -Lanenger_ (»viele Soldaten«) = Heer (s. d. betr. d. Zigeun.), ferner -_grandicher Funk_ (d. h. »großes Feuer«) = Feuersbrunst (s. d. betr. d. -Zigeun.), _grandich Bogelo_ (d. h. »großer Hunger«) = Heißhunger, -_grandich Begerisch_ (d. h. »großes [schweres] Siechtum«) = -Schwindsucht, _grandich Schure_ od. _Sore_ (d. h. »viele Dinge«) = -Reichtum, Überfluß, Vermögen; sodann [Griechisch: g]) für _Tiere_: so -(außer _grandich[er] Flederling_ noch); _grandiche Gachne_ (d. h. -»großes Huhn«) = Hahn, _grandich Jerusalemsfreund_ (d. h. »großes Schaf -[Hammel]«) = Schafbock, _grandich Babing_ od. _Strohbuzer_ (d. h. »große -Gans«) = Schwan (s. d. betr. d. Zigeun.); endlich [Griechisch: d]) für -_Menschen_, und zwar: aa) nach deren _Eigenschaften_, wie _grandicher -Kaffer_ (d. h. »großer Mann«) = Riese (s. d. betr. d. Zigeun.) bezw. -_nobis grandicher Kaffer_ = Zwerg; zu vgl. auch die (wohl als partes pro -toto für die Personen _selbst_ gebräuchl.) Bezeichngn. _grandicher -Rande_ = Dickbauch, _grandicher Ki(e)bes_ = Dickkopf oder Starrkopf u. -_grandicher Giel_ (Grandichergiel) = Großmaul (wobei noch zu erwähnen, -daß _solche_ Verbindungen auch als Adjektive gebraucht vorkommen, s. z. -B. _grandicher Rande_ = beleibt, wohlbeleibt, bes. auch schwanger, -trächtig, _grandicher Muffer_ = großnasig; vgl. auch _grandich Sore_ (s. -oben) = vermögend; bb) nach dem _Stande_ od. _Beruf_, wie z. B. -_grandicher Sins_ (d. h. »großer Herr«) = Amtmann, Richter (s. d. betr. -d. Zigeun.), aber auch Fürst, Herrscher u. dgl. m. (s. d. betr. d. -Zigeun.), _grandicher Feberer_ (d. h. »großer Schreiber«) = -Schriftgelehrter u. a. m. Auf die weiteren Beispiele _dieser Art_ ist — -um Wiederholungen zu vermeiden — ausführlicher erst in der Anm. zu dem -Worte »Bischof« eingegangen, da dort _Wittichs_ Bemerkung über die in -seinem Jenisch eigentümliche Art steht, die Steigerung von Rangstufen -durch Hinzufügung von _grandicher_ (als Komparativ) u. _grandich_ (als -Superlativ) vorzunehmen (vgl. S. 101). Als bloße wörtl. Übersetzungen -unserer deutsch. Bezeichnungen erscheinen natürlich _Grandicher-Patres_ -u. _Grandichemamere_ = Großvater, -mutter. — _Zu vgl._ betr. _grandich_ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 256, 259 -(_grandig_ = gewaltig, stark); _Schöll_ 271 (_grandig_ = groß, stark, -viel); _Pfulld. J.-W.-B._ 339, 340, 342, 344, 345 (_grandig_ = groß, -_grandiger Kanoffer_ od. _Gschor_ = »Erzdieb«, _grandiges Schuberle_ od. -_Balderle_ = Gespenst, _grandig Flotte_ = Meer, _grandige Kehr_ = Schloß -[Gebäude], _grandige Duft_ [od. _Kangeri_ (aus dem Zigeun.)] = Tempel); -_Schwäb. Händlerspr._ 481 (_grandig_ = groß); auch dem _Metzer Jenisch_ -(216) bekannt. Der _Etymologie_ nach geht das (schon zu Beginn des 17. -Jahrh. im Rotw. auftretende) Wort wohl unmittelbar auf roman. Ursprung, -und zwar noch eher auf das italien. _grande_ als auf das französ. -_grand_, zurück. S. Näh. in _Groß'_ Archiv Bd. 38, S. 270 (unter »Sens«) -u. dazu noch _Weber-Günther_, S. 173 (unter »garant«) sowie _Fischer_, -Schwäb. W.-B. III, Sp. 790. Nur in dem Sinne »wütend« — wozu das bes. -in der bayr. Mundart allgemeiner gebräuchl. _grandig_ = »mürrisch, -verdrießlich, übel aufgelegt« u. dergl. zu vergleichen ist — dürfte es -wohl auf einen _anderen_ Stamm zurückgehen. S. dazu d. Näh. bei -_Fischer_, a. a. O. unter u. zu »grandig«, Nr. 2, c verbd. mit -_Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1003 (unter »Grand«) sowie Sp. 999 -(unter »grennen«).] - -Affe, _Schure_[166] [63.102] - -Affengesicht (Fastnachtsmaske), _Ni(e)sichegiel_, auch _Nilliche-_ od. -_Nuschichegiel_ (d. h. »närrisches Maul«)[167] - -After, _Bos_[168], _Schmelzer_[169] [63.103] - -[Fußnote 166: ([16] auf S. 63.103) S. abbiegen.] - -[Fußnote 167: ([17] auf S. 63.103) Über die Adj. _ni(e)sich_, _nillich_ -od. _nuschich_ s. d. Näh. schon oben unter »aberwitzig«. _Giel_ -bedeutet: Maul (Schnauze), Mund (Lippe), dann auch allgemeiner -(gleichsam als pars pro toto) Gesicht, Miene, Signalement (s. d. betr. -Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr.). Andere _Zus._ bzw. _Verbdgn._ mit -_Giel_ sind noch _Grandichergiel_ = Großmaul (s. dazu schon oben S. 100, -Anm. 165), _Schmusichergiel_ = Plappermaul sowie _oberkünftiger Giel_ -(d. h. eigtl. etwa »Obermaul«) = Gaumen (s. d. betr. Übereinstimmg. m. -d. Zig., vgl. auch »Vorbemerkung«, S. 17). _Vielleicht_ dürften als -Ableitungen von _Giel_ auch das Zeitw. _giele(n)_ (-la) = (sich) -erbrechen, übergeben (auch als Subst. gebr.) u. das Adj. _gielerich_ = -übel (»zum Übergeben [Erbrechen] schlecht« [Spr.]) betrachtet werden. -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 338, 342, 345 -(_Giel_ = Maul, _gillen_ = erbrechen, speien); _Schwäb. Händlerspr._ -4841 (_Gîl_ = Mund). Der _Etymologie_ nach gehört das (als rotw. schon -im _Lib. Vagat._ [54] bekannte) Wort zu dem bereits mhd. _giel_ = »Maul, -Rachen, Schlund« (s. _Lexer_, Mhd. Hand-W.-B. I, Sp. 1011; vgl. auch -_Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 892), bildet also »einen der nicht -häufigen Fälle der Erhaltung von _Archaismen_ im Rotwelsch« (so: -_Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 651; vgl. auch schon _Wagner_ bei -_Herrig_, S. 207 u. _Behaghel_ in d. Z. der Allg. Deutsch. Sprachver. -Jahrg. 1905, Sp. 158). Das Zeitw. _gil(l)en_ = erbrechen usw. hat -_Fischer_, a. a. O., Sp. 658 — freilich nur mit einen Fragezeichen — -zu dem hebr. _gilla_ = »enthüllen« in Beziehung gesetzt.] - -[Fußnote 168: ([18] auf S. 63.103) Als eine _Zus._ mit _Bos_ = After -(Hinterer) könnte vielleicht aufgefaßt werden _Boslem_ = Exkremente (das -wäre dann eigtl. — da _Lehm_ auch im _Wittich_'schen Vokabular für -»Brot« vorkommt — soviel wie »Afterbrot«). Ebenso scheint ein gewisser -Zusammenhang vorzuliegen zwischen _Bos_ u. dem Zeitw. _bosen_ od. -_bosme_ = lecken, zu dem möglicherweise die Redensart _jann'_ _mei Bos_ -= »leck mich (im A….)« (s. d. W.-B.) den Übergang gebildet hat. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 -(_Bos_ = Podex [ganze Hinterseite]); _Schwäb. Händlerspr._ 485 (_Boß_ = -Podex; vgl. dazu noch in _Pfedelb._ [211]: _muff mei Boß_ = »l. m. i. -A.«). Die _Etymologie_ ist unsicher. _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. -1303 hat das hebr. _bōš_ = »sich schämen« herangezogen, jedoch nur -mit einem Fragezeichen. Weniger gesucht erscheint es m. E., in _Bos_ zu -erblicken nur eine Abkürzung (nach Art der sog. Aphärese) von der -Zusammensetzg. _Schundbos_ u. ä. (wörtl. etwa »Kothaus«, zu _Schund_ = -Kot u. dgl. [s. oben S. 41, Anm. 139] u. _Bos_ = Haus, älterer rotw. -Form für _Bais_ u. ä., aus dem gleichbed. hebr. _bajit_ [vgl. Archiv, -Bd. 38, S. 221, Anm. 1]), die sich zu Anfang des 19. Jahrh. in einzelnen -Sammlungen der Gaunerspr. als Bezeichnung für den »Hinteren« findet (so -z. B. bei _Karmayer_ 150 [neben _Schandbus_ (138)]; vgl. _Pfister_ 1812 -[303: _Schonnboos_] u. _v. Grolman_ 58 u. 63 u. T.-G. 101 [_Schonboos_ -u. _Schandbus_ od. _-buß_]).] - -albern s. aberwitzig [63.104] - -alljährlich, _jedes Ja(h)ne_ (d. h. jedes Jahr)[170] - -alltäglich, _jeden Schei_ (d. h. jeden Tag)[171] - -[Fußnote 169: ([19] auf S. 63.104) S. Abort.] - -[Fußnote 170: ([20] auf S. 63.104) Dieselbe Ausdrucksweise haben auch -die Zigeuner (s. _Liebich_, S. 139 u. 174: _hakko bersch_ [d. h. »jedes -Jahr«] = alljährlich). — _Jane_ od. _Jahne_ = Jahr findet sich auch -noch in den _Verbdgn._ _voriges Ja(h)ne_ = vorjährig u. _nobis dofs -Ja(h)ne_ (d. h. eigtl. »kein gutes Jahr«) = Mißjahr (s. d. betr. d. -Zigeunerspr.) u. in den Zus. _Ja(h)neschei_ = Jahrestag u. _Neuja(h)ne_ -= Neujahr (Spr). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 94 (_Jone_ = Jahr, daher _Jone Gschok_ = Jahrmarkt); _W.-B. -des Konst. Hans_ 257, 259 (_Jane_ = Jahr, _Jann_ = Jahre); _Pfulld. -J.-W.-B._ 341 (_Jane_ = Jahr). Die _Etymologie_ bleibt zweifelhaft. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 74 hat hingewiesen teils auf _Jam_ = -Tag (in der Form _Jäm[m]chen_ = Jahr [s. dazu schon oben »Einleitg.«, S. -26, Anm. 70]), teils auf das hebr. _schānā_, jüd. _schōnō_ = -Jahr, das auch in die Gaunerspr. eingedrungen ist (s. z. B. schon -_Christensen_ 1814 [322: _Schone_], u. dann öfter bis zur Neuzeit [vgl. -A.-L. 603 u. _Groß_ 492 (_Schono_, _-num_), _Rabben_ 121 u. _Ostwald_ -137 (_Schone_, _-num_)]). Jedoch erscheint es vielleicht am einfachsten, -auch hier (gleichwie möglicherweise ja bei _Jäm[m]chen_) nur eine -absichtliche Entstellung des Auslauts von »Jahr« anzunehmen.] - -[Fußnote 171: ([21] auf S. 63.104) Auch diese Umschreibung ist bei den -Zigeunern gebräuchlich (s. _Liebich_, S. 139 u. 174: _hakko diwes_ [d. -h. »jeden Tag«] = alltäglich). — Das jenische _Schei_ (od. _Schein_) = -Tag (wofür früher _Jamm_ gebräuchlich gewesen [vgl. oben »Einltg.«, S. -26, Anm. 70]), hat noch verschiedene Nebenbedeutungen, so: Helle (auch -als Adj. gebr. = hell), Licht (Wachslicht, Kerze), Fackel (Wachsfackel), -Ampel, Lampe, Laterne u. endlich Fenster. Mehrere dieser Bedeutungen -begegnen auch in den _Zusammensetzungen_ mit dem Worte, so: a) = Tag -(nur _ans Ende_ gestellt) in: _Nilliche-_(_Ni[e]siche-_ od. -_Nuschiche-_)_schei_ = Fastnacht (vgl. oben S. 39, Anm. 132), -_Ja(h)neschei_ = Jahrestag (vgl. oben Anmerkg. 170), _Bäzemeschei_ -(eigtl. »Eiertag«) = Karfreitag (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der -Zigeunerspr., vgl. auch »Vorbemerkung«, S. 18), _Brandlengschei_ (eigtl. -»Kuchentag«) = Kirchweihe, _Flössleschei_ = Regentag, _Bossertschei_ -(eigtl. »Fleischtag«) = Sonntag (vgl. schon oben S. 31, Anm. 119); b) = -_Licht_ (od. _Lampe_): [Griechisch: a]) _vorangestellt_: in -_Scheischure_ (eigtl. »Licht- [od. Lampen-] Ding«) = Docht u. -_Scheinpflanzer_ = Lichtzieher; [Griechisch: b]) _ans Ende_ gestellt: in -_Schuberleschein_ (d. h. »Gespensterlicht«) = Irrlicht (s. d. betr. die -Zigeunerspr.), _Leileschei(n)_ = Nachtlicht, dann aber auch Mond u. -Stern (vgl. dazu schon oben S. 37, Anm. 127); c) = _Fenster_: in -_Scheiglansert_ = Fensterglas. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_W.-B. des Konst. Hans_ 255, (_Sch¶ai¶springer_ = »Diebe, die bei Tag -stehlen«); übereinstimmend damit in der Bedeutg.: _Sch¶ein¶springer_ bei -_Schöll_ 269, 270 u. im _Pfulld. J.-W.-B._ 345 (vgl. hier [339] auch -noch _Prenzenschein_ = Feiertag, während _Schein_ — _ohne_ Zusatz — -[337] so viel wie »Auge« bedeutet); _Schwäb. Händlerspr._ 487 vbd. mit -479, 480, 483 (_Schein_ = Tag, Nebenbedtgn.: Auge, Fenster, Licht; vgl. -in _Pfedelb._ [214]: _Bichschein_ = Zahltag). In den übrigen rotw. -Quellen findet sich _Schein_ für »Tag« (abges. von der oben erwähnten -Zus.) m. Wiss. zuerst bei _Schintermicherl_ 1807 (288), für »Auge« -zuerst bei _Pfister_ bei _Christensen_ 1814 (328), dagegen schon im -_Basl. Glossar v. 1733_ (201) für »Glas«. Aus den Krämerspr. vgl. noch: -_Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Schainche_ = Auge, Fenster, Lampe), _Metzer -Jenisch_ 216 (_Scheinche_ = Augen), u. _Winterfeld_. _Hausierspr._ 441 -(_Scheincher_ = Fenster). Der _Etymologie_ nach gehört das Wort wohl -zweifelsohne zu unserem gemeinsprachl. _Schein_ (in dem ursprünglichsten -Sinne von »ins Auge fallende Helle«, mhd. _schîn_, ahd. _scîn_ = »Glanz, -Helligkeit, Sichtbarkeit« usw. (s. _Weigand_, W.-B. II, Sp. 690/91); -vgl. auch A.-L. 597. Über das stammverwandte _Scheinling_ = Auge s. das -Näh. unter »Augapfel«.] - -Almosen, _Dercherbich_ (d. h. »Bettelgeld)«[172] [63.105] - -Amme, _Schwächerlemamere_ (d. h. »Brustmutter«)[173] - -[Fußnote 172: ([22] auf S. 63.105) Dieselbe Umschreibung kennt auch die -Zigeunersprache; s. _Liebich_, S. 145 u. 174 (_mangamáskero lowo_, d. h. -eigtl. »Bettelgeld« = Almosen). — Betr. _Dercher-_ s. das Näh. unter -»abbetteln«. Das jenische _Bich_ = Geld (Geldstück, Kupfergeld), Münze, -dann auch Barschaft, Gehalt (Sold), Summe kommt in mancherlei -_Zusammensetzgn._ vor, so a) _am Anfang_ stehend: [Griechisch: a]) für -Personen: in _Bichsins_ = Bankier, aber auch Münzmeister, u. -_Bichschenegler_ = Münzarbeiter (auch wohl _Bichpflanzer_, argum.: -_Bichpflanzerskitt_ = Münzwerkstätte, vgl. auch noch die Umschreibg. -_nobis dufter Bichpflanzer_ [d. h. eigtl. »kein guter Geldmacher«] = -Falschmünzer); [Griechisch: b]) für Sachen: _Bichkitt_ = Bankhaus, -_Bichschure_ = Geldkasse od. -kasten, _Bichrande_ = Geldsack; b) _ans -Ende_ gesetzt: (außer in _Dercherbich_ noch) in _Stradebich_ = -Chausseegeld (Pflaster-, Wegegeld), _Schenagelsbich_ = (Arbeits-) Lohn, -_Duftbicht_ (eigtl. »Kirchengeld«) = Opfergeld, _Kritzlerbich_ = -Papiergeld. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): nur _Schwäb. -Händlerspr._ 481 (_Bich_, _Pich_ od. _Spich_ = Geld; dazu [in _Pfedelb._ -(214): _Bichschein_ = Zahltag]); die _Pfälz. Händlerspr._ 438 hat die -Form _Pech_. Über sonstige Belege im Rotwelsch usw. (wo die Form _Pich_ -od. _Picht_ — neben _Bicht_ — vorwiegt) sowie die (nicht sichere) -_Etymologie_ des Wortes s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 279, 280 -u. Anm. 1 u. 2 (im Anschluß an A.-L. 583 [unter »Pich«]). — _Fischer_, -Schwäb. W.-B. I, Sp. 1094 gibt keine Erklärung.] - -[Fußnote 173: ([23] auf S. 63.105) Auch hiermit (wie schon in der -»Vorbemerkung« S. 18 erwähnt) sachlich übereinstimmend die Zigeunerspr.; -s. _Liebich_, S. 174 (_tschutschĭnéngĕri_ _dai_, d. h. »die -Brustmutter« = Amme; doch wird _dai_ dabei auch wohl weggelassen [s. S. -166, vgl. auch _Finck_, S. 93]). Das jenische Wort _Schwächerle_ = Brust -(bes. Weiberbrust), bei Tieren = Euter (daher _Horbogen-_, _Trabert-_, -_Groenikelsschwächerle_ = Kuh-, Pferdeeuter, Schweinezitzen), dann auch -= Herz, geht zurück auf das Zeitw. _schwächen_ = trinken (saufen, -zechen), aber auch = dursten (in der Wendg. _mich schwächert's_). Zu -_ersterer_ Bedtg.: _geschwächt_ = betrunken, berauscht, _halbgeschwächt_ -= halbtrunken sowie die _Zus._: _ausschwächen_ = austrinken (aber -_schwäch' [a]uf_ = trink' aus), _beschwächen_ = betrinken, _ver-_ u. -_vorschwächen_ = ver-, vortrinken. Zu beachten ist, daß das -(_un_verkleinerte) Subst. _Schwächer_ nur so viel wie »Rausch, -Trunkenheit« (auch wohl »berauscht, betrunken«) bedeutet (vgl. -»Vorbemerkg.«, S. 13, Anm. 33). Weitere _Ableitungen_ (von _schwächen_) -sind dann noch: d. Adj. _schwächerich_ = durstig (Spr.), als Subst. = -Durst, u. d. Subst. _Schwäche_ = Tränke, Viehtränke (daher -_Trabertschwäche_ = Pferdetränke), _Schwächet_ = Getränk, _Schwächerei_ -= Sauferei, Trank, Trinkgelage, Zeche. _Zusammensetzgn._ mit dem Stamm -_schwäch-_ (des Zeitworts _schwächen_) sind endlich: _Schwächglansert_, -_-nolle_, _-schottel_ = Trinkglas, -schale, -schüssel, alle drei aber -auch (allgemeiner) = Trinkgefäß. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 91 u. 100 (_schwächen_ = trinken, _Dobrisch -schwächen_ = Tabak rauchen; _es schwächet mich_ = es dürstet mich); -_W.-B. des Konst. Hans_ 255, 256, 258, 259 (_schwäche[n]_ = trinken, _z' -Schwächet steken_ = zu trinken geben, _Dow're schwäche_ = Tabak rauchen; -_es schwächert mi_ = es durstet mich); _Schöll_ 271 (_schwächen_ = -trinken, _Schwächer_ = Durst); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 339, 343, 345 -(_schwächen_ = trinken, saufen, aussaufen, _verschwächen_ = versaufen -[verdr.: erlaufen], _Schwäche_ od. _Schwächer_ = Rausch, _Schwächerei_ = -Trunkenheit); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 67, 68, 76 (_schwächen_, -_ausschwächen_, _Schwäche_ = Trunk; _Schwäche¶m¶_ = Durst); _Schwäb. -Händlerspr._ 487 (_schwächen_, in _Pfedelb._ [208, 209, 212-14]: -_ausschwächen_, ferner _Schwäche_ = Trank, _Schwächem_ = Durst, -_Schwächere_ = Wirtshaus, _schwecherisch_ = durstig, _Schwächbruder_ = -Saufbruder, in _Lütz._ [215] _Schwächer_ = Rausch). Vgl. noch _Metzer -Jenisch_ 216, 217 (_schwäche_ = trinken, _beschwächt_ = betrunken). Zur -(nicht sicheren, aber vermutl. auf das Hebr. zurückzuführenden) -_Etymologie_ s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 42 ff. (unter -»Schwächer«); vgl. auch _Weber-Günther_, S. 169 (unter »Schwäche«). — - -Das zweite (in der Zus. _Schwächerlemamere_ enthaltene) Wort, _Mamere_ = -Mutter, findet sich auch noch in der Verbindg. _Patres_ (d. h. Vater) -_und Mamere_ = Eltern (s. d. betr. d. Zigeunerspr., die ebenfalls kein -eigenes Wort für »Eltern« hat [vgl. auch »Vorbemerkung«, S. 17, Anm. -44]) sowie in den folgenden _Zus._: a) _am Anfang_ stehend: -_Mamereglied_, das drei Bedeutgn. hat, nämlich [Griechisch: a]) Oheim -(als »Mutterbruder«), [Griechisch: b]) Tante (als »Mutterschwester«), -[Griechisch: g]) Neffe (v. mütterl. Seite her; vgl. zu [Griechisch: a] -u. [Griechisch: b] betr. die Überstimmg. mit d. Zigeun. Näh. unter -»Oheim« u. »Tante«), weiter _Mameregroenikel_ = Mutterschwein; b) ans -_Ende_ ges.: _Grandichemamere_ = Großmutter, _Kittmamere_ = Hausmutter, -_Schoflemamere_ (eigtl. »schlechte Mutter«) = Stiefmutter. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Mam¶ai¶re_ = -Mutter), _Schöll_ 271 (_Ma¶mm¶ere_); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_Mamere_); -_Schwäb. Händlerspr._ 484 (wie _Schöll_). Zur _Etymologie_: Nach -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1432 ist das (auch sonst noch im Rotw. -vorkommende) Wort — wie übrigens auch schon _Schöll_ 271 vermutet hat -— wohl ohne Bedenken herzuleiten vom französ. »_mamère_«. Eine -Heranziehung der Zigeunersprache ist daher nicht nötig, wie denn z. B. -auch die _Sulzer Zigeunerliste v. 1787_ (251) ausdrückl. das rotw. -_Mammere_ dem gleichb. zigeun. _Mamma_ (vgl. _Finck_, S. 71: _máma_) -gegenübergestellt hat.] - -Ampel, _Schei_ (d. h. mehr das Licht in der Ampel als diese selbst)[174] [63.107] - -Amsel, _Schallerfläderling_ (d. h. eigtl. nur Singvogel; vgl. -Kanarienvogel)[175] - -Amtmann, _grandicher Sins_[176] - -Amtsdiener, _Bu(t)z_[177] - -[Fußnote 174: ([24] auf S. 63.107) Auch die Zigeunerspr. hat _denselben_ -Ausdruck (_momĕlin_) für Licht (Fackel, Kerze) u. Ampel (Lampe, -Leuchter); s. _Liebich_, S. 147, 174, 196, 214, 218 u. 219. Im übrigen -s. über _Schei(n)_. Näh. schon oben unter »alltäglich«.] - -[Fußnote 175: ([25] auf S. 63.107) S. unter »absingen« u. »Adler«.] - -[Fußnote 176: ([26] auf S. 63.107) Auch die Zigeunersprache kennt (wie -schon in der »Vorbemerkung«, S. 17 erwähnt) diese Umschreibung (eigtl. -»großer Herr« für »Amtmann« u. dergl. (s. _Liebich_, S. 127 u. 174: -_bāro rai_; vgl. auch _Jühling_, S. 225 [= »Bezirksamtmann«]), desgl. -für die Bedeutgn. »Richter«, »Herrscher« u. »Oberherr« (s. d. Vork. im -W.-B.), während für die weiteren Bedeutgn. »Fürst« u. »Landesherr« bes. -Benennungen bestehen. Über _grandich Sins_ = König (fem. _grandich -Sinse_) — wobei _grandich_ als Superlativ zu betrachten — s. d. Näh. -noch unter »Bischof«; vgl. auch schon »Vorbemerkung«, S. 17, Anm. 42. -_Zusammensetzgn._ mit _Sins_ (od. Sens) = Herr (Edelmann, Gebieter [vgl. -fem. _Sinse_ od. _Sense_ = Herrin (Dame, Edeldame) u. d. Dimin. _Sinsle_ -= Junker]) sind: a) _im Anfang_: _Sinsekitt_ = Herrenhaus, -Herrschaftshaus u. _Sinseschrende_ = Herrenzimmer, während in -_Sinsemoss_ = Herrin (Dame, Edeldame) und _Sinsemodel_ = Fräulein doch -wohl eher das fem. _Sinse_ steckt; b) _am Ende_ (beliebt bes. als -Berufsbezeichngn.): _Begersins_ = Arzt (Doktor), Wundarzt (u. dazu -_schofler Begersins_ = Quacksalber, vgl. auch oben S. 98, Anm. 157), -_Bich-_, _Kies-_, _Lobesins_ = Bankier (_Bichsins_ auch = Münzmeister), -_Fehtesins_ = Quartierherr (fem. _-sinse_ = Quartierfrau), -_Sturmkittsins_ = Ratsherr, _Dupfsins_ = Wundarzt, _Näpflingsins_ = -Zahnarzt. _Zu vgl._ (aus d. _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ -254, 259 (_Sinz_ = Herr, _Sinst_ = der regierende Herr); _Schöll_ 272 -(_Sens_ = Herr); _Pfulld. J.-W.-B._ 338, 340, 341 (_Sens_ = Herr, -_Obersens_ = Beamter, _Senserei_ = Herrschaft, Kanzlei); _Schwäb. -Händlerspr._ 482 (_Sens_ = Herr, in U. [213] = Amtsrichter [in -_Pfedelb._ (208) dafür: _Seetzer_] u. _Senserei_ = Amtsgericht). Über -weitere Belege im Rotw. seit d. 15. Jahrh. (woraus hier bes. erwähnt -sei, daß _grandiger Sims_ für »Amtmann« od. »Edelmann« schon bei _A. -Hempel_ 1687 [168] vorkommt) sowie über die nicht sichere) _Etymologie_ -s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 269ff (unter (»Sens«).] - -[Fußnote 177: ([27] auf S. 63.107) _Bu(t)z_ bedeutet bes. auch noch -Büttel, Polizeidiener, Polizist. Eine _Verbindung_ damit ist _grandicher -Bu(t)z_ = Polizeiwachtmeister und (als nochmal. Steigerung) _grandich -Bu(t)z_ = Polizeidirektor (s. dazu das Näh. noch unter »Bischof«). -_Zusammensetzgn._ damit sind: a) _am Anfang_: _Bu(t)zekeiluf_ od. _-kib_ -= Polizeihund; b) _am Ende_: _Dofes-_, _Kittle-_ oder _Lekbu(t)z_ = -Gefangenwärter. Eine _Ableitung_ ist: _Bu(t)zerei_ = Polizei (dazu -weiter die _Zus._ _Bu[t]zereikitt_ = Polizeiamt). _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Butz_ = »Bettelvogt«); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 63, 73 (_Buz_ = Polizei, _verdeckter Buz_ -= Geheimpolizist): _Schwäb. Händlerspr._ 485 (_Butz_ od. _Betz_ [in -_Pfedelb._ (212): auch _Buz_] = Polizist; vgl. in _Lütz._ [215]: -_Grünlingsbutz_ = Waldhüter). Vgl. auch _Pfälz. Händlerspr._ 437 u. -_Metzer Jenisch_ 216 (_Buts_ bzw. _Butz_ = Polizist). Zur _Etymologie_ -des (rein deutschen) Wortes sowie über seine sonstigen Belege im Rotw. -(in der Form _Putz_ schon seit d. Mitte des 18. Jahrh.) s. ausführl. -_Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 10ff u. zu vgl. dazu etwa noch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. I, Sp. 1571 (unter »Butz«, Nr. 3, b).] - -Ananas, _grandiche Jahresäftling_ od. _gr. Krachersäftling_ (d. h. »die [63.108] -große Waldtraube«, abzuleiten von _Säftling_ = Traube[178] und _Jahre_ -oder _Kracher_ = Wald[179]). Mit _Jahre-_ od. _Krachersäftling_ werden -fast alle beerenartigen Früchte bezeichnet (vgl. Anm. 178 im Anf.). - -[Fußnote 178: ([28] auf S. 63.108) S. auch unter »Weinbeere« u. -»Weintraube«. _Zus._ mit dem Worte sind (außer _Jahre-_ od. -_Krachersäftling_, das in gleicher Weise für Brombeere, -Erdbeere, Heidelbeere u. Himbeere gebräuchl. ist) noch das ähnl. -_Staubertsäftling_ = Mehlbeere (so daß _Säftling_ also bes. auch die -»Beere« bedeutet [vgl. _Wittichs_ Bemerkg. im Text], obwohl es dafür -[_ohne_ Zus.] im W.-B. — vielleicht bloß versehentlich — _nicht_ -aufgeführt ist) sowie (am _Anf._ stehend) _Säftlingsore_ = Weinberg (s. -dazu betr. _Sore_ Näh. unter »Brücke«). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 100 (_Saftling_ = Trauben); -_Pfulld. J.-W.-B._ 343 (_Säftling_ = Rebe); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 75 (_Säftling_ = Traube); _Schwäb. Händlerspr._ 487 (ebenso; -vgl. im _Pfedelb._ [214]: _Säftlingjole_ = Wein). Der _Etymologie_ nach -gehört das Wort natürlich zu unserem gemeinspr. _Saft_; vgl. _Günther_, -Rotwelsch, S. 61.] - -[Fußnote 179: ([29] auf S. 63.108) a) Mit _Jahre_ = Wald (Forst, Gehölz, -auch bes. Fichtenwald) sind (außer _Jahresäftling_) noch folgende _Zus._ -gebildet worden: _Jahrekrächerle_ = Haselnuß, _Jahrestöber_ (d. h. -»Waldbaum« = Tanne; _Jahreschure_ (d. h. etwa »Waldding«) = Hirsch u. -_Jahrestierer_ (d. h. »Waldhuhn«) = Rebhuhn (s. d. betr. Übereinstimmg. -mit d. Zigeun.). Als _Verbindg._ erscheint _Jahre bosten_ (eigtl. nur -»[in den] Wald gehen« [vgl. oben S. 40, Anm. 137]) für das Zeitw. -»jagen«. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ -254 (_Jahre_ = Wald); _Schöll_ 271 (_Jaare_); _Pfulld. J.-W.-B._ 346 -(_Jahre_; vgl. [339, 341]: _Jahrhegel_ = Förster, Jäger); _Schwäb. -Händlerspr._ 488 (_Jre_). Über weitere rotw. Belege sowie die -_Etymologie_ (vom hebr. _jaa'r_ = »Wald«) s. d. Näh. in _Groß'_ Archiv, -Bd. 38, S. 251, Anm. 2; vgl. auch Bd. 42, S. 7 (unter »Jahrhegel«) sowie -noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 79 (unter »Jare«). - -b) Mit _Kracher_ (das in _denselben_ Bedeutgn. wie _Jahre_ gebraucht -wird) sind im wes. auch die _gleichen Zusammensetzgn._ gebildet worden, -so außer _Krachersäftling_ noch _Kracherkrächerle_ (= Haselnuß), -_Kracherstöber_ (= Tanne) u. _Kracherschure_ (= Hirsch); dagegen ist -neben _Jahrestierer_ (= Rebhuhn) allerdings nur _Krachergachne_ als -Synon. angeführt. Auch _Kracher bosten_ hat den _gleichen_ Sinn wie -_Jahre bosten_. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 340, 346 (_Krach_ = Holz, Wald); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 77 (_Kracher_ = Wald sowie die geogr. Bezeichg. -_Schwarzkracher_ = Schwarzwald); _Schwäb. Händlerspr._ 488 (_Kracher_ = -Wald). Über weitere rotw. Belege sowie zur _Etymologie_ (von unserem -gemeinspr. Zeitw. _krachen_) s. d. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 11 -(u. Anm. 1) u. 12; vgl. auch _Weber-Günther_, S. 181 (unter »Krachet«) -u. _Fischer_ Schwäb. W.-B. IV, Sp. 662 (unter »Krachert«).] - -anbeten, _anbliblen_[180] [63.109] - -anbetteln, _andalfen_, _anderchen_[181] - -anbinden, _anschurele_[182] - -anblasen, _anschurele_ - -anbrennen, _den Funk anpflanzen_ (d. h. das Feuer anmachen)[183] - -[Fußnote 180: ([30] auf S. 63.109) Mit _blible(n)_ = beten, auch -predigen sind ferner noch zusammengesetzt: _nach-_ u. _vorblible(n)_ = -nach- u. vorbeten, sodann (mit dem Stamme _blibel-_ [des Zeitworts]) die -Substantive _Blibelulma_ = fromme Leute, auch »Stundenleute«, d. h. -Methodisten, _Blibelkaffer_, _-moss_, _-kitt_ = »Stundenmann, -frau, --haus« (in gleichem Sinne) und _Blibelschlang_ (eigtl. »Betkette«) = -Rosenkranz (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.). -_Ableitungen_ sind: das Subst. _Bliblerei_ = Gebet u. das Adj. -_bliblich_ = gläubig, heilig (dazu die _Verbdg._ _bliblicher Schuberle_ -= heiliger Geist). In dem _verw. Quellenkreise_ hat das Wort nur die -_schwäb. Händlerspr._ (in _Lütz._ [214]: _b'lipple[n]_ = beten). Zur -_Etymologie_ bietet einigen Aufschluß das veraltete schwäb. -_Blippenplapper_, eine »spöttische Ablautbildung« für »Plapperer« (nach -_Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1206).] - -[Fußnote 181: ([31] auf S. 63.109) S. abbetteln.] - -[Fußnote 182: ([32] auf S. 63.109) S. abbiegen.] - -[Fußnote 183: ([33] auf S. 63.109) Über _Funk_ = Feuer s. abbrennen. Das -Zeitw. _pflanzen_ (Grundbedeutg.: machen [daher: _aufpflanzen_ = -aufmachen (Spr.)], verfertigen) versieht in Verbindg. mit anderen -Wörtern die Rolle eines Aushilfsbegriffs in vielen Fällen, wo im -Jenischen keine besonderen Bezeichnungen vorhanden sind (vgl. darüber -schon die »Einleitg.« S. 24 sowie m. »Vorbemerkg.«, S. 16, Anm. 40), so -z. B. in den Redensarten _grandiche pflanzen_ (d. h. eigtl. »den Großen -machen« oder »spielen«) = hoffärtig (aufgeblasen, stolz, übermütig) sein -(dagegen: _grandicher pflanzen_ [eigtl. »größer machen«] = verlängern), -_Blatt_ (blatt) _pflanzen_ = im Freien übernachten (s. d. Näh. unter -»übernachten«), _Strauberts pflanzen_ (eigtl. »Haare machen«) = kämmen, -_Bomme_ od. _Keif pflanzen_ (eigtl. »Schulden machen«) = leihen, -_Käfferle pflanzen_ = Onanie treiben (s. zur _Erklärung_ Näh. unter -diesem Ausdr.), _schofle Falle (-la) pflanzen_ (eigtl. »böse Sachen -machen«) = »huren« (s. Näh. unter »böse«); mit _auspflanzen_ ist endlich -(als Gegensatz zu dem obigen _den Funk anpflanzen_) gebildet: _d(en) -Funk auspflanzen_ = löschen (auslöschen), wonach dann wohl auch das -_einfache auspflanzen_ die Bedeutg. von »ausblasen« erhalten hat. -Besonderer Beliebtheit erfreut sich aber (ganz wie im Rotwelsch) die -Ableitung _Pflanzer_, fem. _-erin_ (= »Verfertiger[in]«) in -_Zusammensetzgn._ mit Substantiven als Bezeichnungen für -die verschiedensten Berufsarten, insbes. die Gewerbe, so: -_Klass-_ od. _Schnellepflanzer_ = Büchsenmacher, _Schures-_ od. -_Stiepenpflanzer_ = Bürstenbinder, _Griflengtrittlingpflanzer_ = -Handschuhmacher, _Nollespflanzer_ = Häfner, Töpfer, auch Kesselflicker, -_Oberman(n)pflanzer_ = Hutmacher (Kappen-, Mützenmacher) od. Kürschner, -_Straubertsschurepflanzer_ = Kammacher, _Schottel_ (od. _Schottle-_) -_pflanzer_ = Korbmacher, _Rädlengpflanzer_ = Kutschenbauer, Wagner, -_Bochdampflanzer_ = Leineweber, Tuchmacher, _Scheinpflanzer_ = -Lichtzieher, _Scharflingpflanzer_ = Messerschmied, _Kies-_ od. -_Lobepflanzer_ = Münzarbeiter (auch wohl _Bichpflanzer_, argum.: -_Bichpflanzerskitt_ = Münzwerkstätte u. zu vgl. _nobis dufter -Bichpflanzer_ = Falschmünzer [worüber Näh. auch schon oben S. 105, Anm. -172]), _Hitzlingpflanzer_ = Ofensetzer, _Kritzlerpflanzer_ = -Papiermacher, _Dächles-_ od. _Pflotscherpflanzer_ (fem.: _-erin_) = -Schirmflicker(in), _Glitschinpflanzer_ = Schlosser, _Trittlingpflanzer_ -= Schuhmacher (Schuster), _Sprauspflanzer_ = Stockmacher, -_Streiflingpflanzer_ = Strumpfwirker, _Gengle-_ od. _Luberpflanzer_ = -Uhrmacher, _Lattepflanzer_ = Waffenschmied, _Schrendepflanzer_ = -Zimmermann. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 98 (_Nuschepflanzer_ = Schuhmacher); _Pfulld. J.-W.-B._ -337-339, 342-344 (_pflanzen_ = machen, _toxpflanzt_ = abgerichtet, -_krank_ od. _dildi pflanzen_ = einstecken; _Fleppapflanzer_ = -Büchermacher, _Tschuripflanzer_ = Messerschmied, _Girchen-_ od. -_Nuschenpflanzer_ = Schuhmacher, _Zinkenpflanzer_ = Petschaftfälscher); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 75 (_Pflanzer_ [ohne Zus.] = -Schuhmacher); _Schwäb. Händlerspr._ 483, 486, 487 (_Schottelpflanzer_ = -Korbmacher, _Stichlingpflanzer_ = Schneider, _Trittlingpflanzer_ = -Schuster, _Gänglingpflanzer_ [in _Pfedelb._ (213): _Gluckerspflanzer_] = -Uhrmacher; ferner ebenfalls noch in _Pfedelb._ [208, 210-213]: _Krach_ -[od. _Hallas_] _pflanzen_ = lärmen, _Bummen pflanzen_ = Schulden machen, -_Plamppflanzer_ = Bierbrauer, _Schuberlespflanzer_ = »Geistererlöser« -[Tätigkeit des kathol. Pfarrers], aber auch = Teufel, _Obermannpflanzer_ -= Hutmacher, _Zainepflanzer_ = Korbmacher, _Dickköpfpflanzer_ = -Nagelschmied, _Staudenpflanzerin_ = Näherin, _Kluftenpflanzer_ = -Schneider; endl. noch in U. [213]: _Mulumpflanzer_ = Arzt). Zur -_Etymologie_ s. d. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 12ff. (wo auch die -meisten der oben angeführten Zus. erklärt sind).] - -anfangen, _anschurele_[184] [63.110] - -anfassen, _anschniffen_[185] - -[Fußnote 184: ([34] auf S. 63.110) S. abbiegen.] - -[Fußnote 185: ([35] auf S. 63.110) Mit _schniffen_ = anpacken, erfassen, -nehmen, holen (Spr.), bes. aber = stehlen (entwenden, rauben, berauben) -sind noch zusammengesetzt: _aus-_, _heraus-_ u. _wegschniffen_ = aus-, -heraus-, wegstehlen. _Ableitungen_: die Subst. _Schniffer_ = Dieb, -Gauner, Räuber (dazu die _Zus._ _Schnifferulma_ = Diebesbande) u. -_Schnifferei_ = Diebstahl sowie das Adj. _schniffich_ = diebisch. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 339, 345 -(schniffen = ausplündern, stehlen, als Subst. _Schniffen_ = Diebstahl); -_Schwäb. Händlerspr._ 486, 487 (_schniffen_ = stehlen [ausplündern (s. -_Pfedelb._ [208])], _Schniffer_ = Strolch). Übrigens sind die Vokabeln -_schniffen_, _Schniffer_ (Nebenf. _schnipfen_ [auch _schnüffen_] u. -_Schnipfer_) u. _Schnifferei_ schon dem Rotwelsch des 17. u. 18. Jahrh. -bekannt gewesen (vgl. z. B. _A. Hempel_ 1687 [168: _schniffen_ = -»mausen«, _Schnifferey_ = »Mauserei«, _ein grandiger Schniffer_ = »ein -rechter Erzdieb«, _Hornickel-_, _Trabertschniffer_ = Kuh-, Pferdedieb]; -_Waldh. Lex._ 1726 [187-189, 190: alles im wes. ebenso, außerdem noch -für Pferdedieb auch _Zußgenschniffer_ u. _Schniffer_ auch = »einer, der -das Geld aus der Ficke (Tasche) ziehet«]; _Münchner Deskription_ 1727 -[192: _schniffen_ u. das _Schniffen_ oder Rauben]; _Basl. Glossar_ 1733 -[202: _schnüffen_ = stehlen]; _Hildburgh. W.-B._ 1753 ff. [288, 231: -_geschnipft_ = gestohlen, _Schnipffer_ = »Spitzbub«]; _Körners Zus._ zur -_Rotw. Gramm._ v. 1755 [241: _schniffen_ od. _schnipfen_ = stehlen]). -Zur _Etymologie_ s. _Landau_ im Schweiz. Archiv für Volksk., Bd. IV, S. -240 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1333 (unter »schnipfen«, Nr. 3). -Danach bedeutet _schnipfen_ od. _schniffen_ mundartlich (so z. B. im -_Schwäbischen_ [vgl. _Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 474]) soviel wie »mit -einer schnellen Bewegung etwas wegschnappen, entwenden, listig stehlen«; -es ist hauptsächl. auf die oberdeutschen Mundarten beschränkt geblieben; -vgl. u. a. noch _Schmeller_, Bayer. W.-B. II, Sp. 578 u. _Hügel_, Wien. -Dial.-Lex., S. 143.] - -anfragen (fragen), _butschen_[186] [63.111] - -Angel, _Schure_[187] - -angenehm, _dof_, _duft_[188] - -[Fußnote 186: ([36] auf S. 63.111) Mit _butschen_ ist zusammengesetzt -_ausbutschen_ = ausfragen, ausforschen, forschen. Es ist sonst m. Wiss. -in den Geheimsprachen nicht bekannt. Der _Etymologie_ nach stammt es aus -der Zigeunersprache her (s. »Einltg.«, S. 29). Vgl. Näh. bei _Pott_ II, -S. 375 (unter »Pchuczav«), _Liebich_, S. 154 u. 198 (_putschawa_ = ich -frage, forsche), _Miklosich_, Denkschriften, Bd. 27, S. 41 (unter -»phuč«: bei d. deutsch. Zig.: _pučava_ = ich frage, _pučjum_ = -Frage usw.), _Jühling_, S. 225 (_putsch_ = frage [Imperat.], -_Putschaben_ = die Frage, das Fragen), _Finck_, S. 81 (_p'utš-_, -_p'utšew-_ [p'utšej-, p'utšed-] = »fragen, forschen«).] - -[Fußnote 187: ([37] auf S. 63.111) S. abbiegen.] - -[Fußnote 188: ([38] auf S. 63.111) Das Adj. _dof_ (weit seltener: _duft_ -[das in der modern. Gaun.- u. Kundensprache überwiegt]) mit der -Grundbedtg. »gut« (dazu Komparat.: _döfer_ = besser) wird in überaus -weitem Sinne gebraucht, wie folgende Übersicht der verschiedenen -einzelnen Begriffe (bei denen das [gleichzeitige od. alleinige] -Vorkommen der Form _duft_ in Klammern angemerkt ist) dartut. Es bedeutet -nämlich noch: anständig, anwendbar (auch _duft_), artig, aufrichtig, -beliebt, bequem, bieder, brav, brauchbar (nur _duft_; s. d. Verbdgn. -unter dies. Worte), dienstfertig, dienstwillig, echt, edel, ehrbar, -ehrenhaft, ehrenwert, ehrlich, fein, folgsam, freundlich, friedfertig, -frisch (Spr.); geeignet, zufällig, gefühlvoll, geheilt, gemütlich, -gemütvoll, genesen, geschmeidig, gesund, getreu, gerecht, geziemend, -gnädig, günstig (auch _duft_), gütig, gutmütig, heil, heilsam, herzlich, -hochherzig, höflich, hold (auch _duft_), hübsch (auch _duft_), keusch, -kostbar, leutselig, lieb, liebenswürdig, lieblich (auch _duft_), -liebreich (auch _duft_), nobel (auch _duft_), nützlich, prächtig, sanft, -sauber, schamhaft, schön, sittsam, tauglich (auch _duft_), treu, tüchtig -(auch _duft_), tugendhaft, unschuldig, verschämt, vortrefflich, -vorzüglich, wahrhaft, wohlwollend, willig, züchtig; dazu weiter die -Verneinung _nobis dof_ (eigtl. »nicht gut«) = garstig, nichtswürdig, -treulos, unecht, unkeusch, unnütz, unrichtig, untauglich, untreu, -unzüchtig, wertlos. Sowohl _dof_ wie _nobis dof_ sind dann auch zu -Hauptwörtern erhoben worden, und zwar ersteres für »Glück« od. »Pracht«, -letzteres für »Trübsal« oder (flektiert: _nobis Dofs_) für »Übel« (vgl. -»Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 38). Die Umschreibung _dof diberen_ od. -_schmusen_ (d. h. »gut reden«, [von jmd.]), bedeutet »(jmd.) loben«. -Ferner sind _dof_ u. _nobis dof_ in Verbindg. mit Substantiven zur -Umschreibung zahlreicher Begriffe verwendet worden, für die es im -Jenischen an besonderen (selbständigen) Bezeichnungen fehlt (vgl. dazu -»Vorbemkg.«, S. 17, 18, Anm. 47 u. S. 19, Anm. 48). So: a) Verbindgn. -mit _dof_: _dofer Schmunk_ (d. h. etwa »gutes Fett, Schmalz«) = Butter, -_dofer Kies_ (d. h. »schöner Stein«) = Diamant, Edelstein, _dofer -Schwimmerling_ (d. h. »schöner Fisch«) = Forelle, _dofer Benges_ od. -_Benk_ (d. h. etwa »lieber Bursche«) = Geliebter, Liebhaber u. _dofe -Model_ (d. h. »liebes Mädchen«) = Geliebte, Liebhaberin (wogegen bei -_dofer Benk_, _Freier_ od. _Fiesel_ im Sinne von »Junker« nach _Wittich_ -_dofer_ als Komparativ aufgefaßt werden soll, so daß die Umschreibung -soviel wie »_besserer_ Jüngling« od. »_besserer_ junger Mann« bedeute), -_dofer Rädling_ (d. h. »schöner Wagen«) = Kutsche, _dofer Lanenger_ (d. -h. etwa »schöner [feiner] Soldat«) = Offizier, _dofe Kitt_ (d. h. -»schönes Haus«) = Schloß. Durch die Zusammenziehung in _ein_ Wort sind -noch _enger_ verbunden worden: _Dofefläderling_ (d. h. »schöner Vogel«) -= Pfau (s. dazu schon oben S. 18, Anm. 47) u. _Dofelehm_ (d. h. »gutes -[feines] Brot«) = Weißbrot (Gegens. _Schoflelehm_ [d. h. »schlechtes -Brot«] = Schwarzbrot); b) Verbdgn. mit _nobis_ (-es) _dof_ od. _duft_: -_nobes dofer Glitschin_ (d. h. »kein guter Schlüssel«) = Dietrich (s. d. -betr. Analogie in d. Zigeunerspr., vgl. auch schon »Vorbemerkung«, S. -18), _nobis dufter Bich-_, _Kies-_ od. _Lobepflanzer_ = Falschmünzer (s. -dazu schon oben S. 105, Anm. 172) u. _nobis dofs Jahne_ = Mißjahr (s. -dazu schon oben S. 104, Anm. 170). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_tof_ = gut); _W.-B. des Konst. -Hans_ 256, 259 (_dof_ = gut); _Schöll_ 271 (_tov_ = gut); _Pfulld. -J.-W.-B._ 338, 340, 344 (_tofe_ = gut, _töfer_ = besser, _dov_ = schön, -_Tofe_ = Biedermann); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 70 (_duft_ [_dov_] -= gut); _Schwäb. Händlerspr._ 481, 484 (_dof_ [in _Pfedelb._ (212): -_dov_] = gut, schön; in _Pfedelb._ [209]: auch _döver_ = besser). Vgl. -auch _Pfälz. Händlerspr._ 437 (_dôf_ od. _tôf_ = gut. Zur _Etymologie_ -(vom hebr. _Tôb[h]_ [_tōf_] = »gut«) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S. -156; vgl. auch _Weber-Günther_, S. 155, _Seiler_, Lehnwort IV, S. 490, -u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 246 (unter »tof«) u. 445 (unter -»duft«).] - -Angesicht, _Ki(e)bes_ (d. h. eigtl. Kopf)[189] [63.112] - -Angst, _Bauser_[190] - -[Fußnote 189: ([39] auf S. 63.112) _Ki(e)bes_ (-bis), eigtl. = Haupt, -Kopf, Schädel, auch bes. Hinterkopf, ferner noch = Stirn u. Hals findet -sich in der Verbindg. _grandicher Ki(e)bes_ = Dickkopf od. Starrkopf (s. -dazu schon oben S. 100, Anm. 165), in der längeren Umschreibung _nobis -Strauberts auf'm Ki(e)bes_ (d. h. eigtl. »keine Haare auf dem Kopfe«) = -Kahlkopf sowie in den folgenden _Zus._: a) _am Anfang_: in -_Ki(e)besschlang_ = Halskette, _Ki(e)besstrauberts_ = Haupthaare, -Kopfhaare; b) _am Ende_: in _Straubertski(e)bes_ = Lockenkopf, -_Vorderki(e)bes_ = Vorderkopf sowie (in übertrag. Sinne) in _Nille-_ od. -_Ni(e)seki(e)bes_ = Tollkopf u. _Toberichki(e)bes_ = Pfeifenkopf. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95 (_Kiebes_ -= Kopf); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Kibes_); _Schöll_ 272 (ebenso; -vgl. _kibesen_ = enthaupten); _Pfulld._ _J.-W.-B._ 341 (desgl.); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 (_Gîbes_); _Schwäb. Händlerspr._ 483 -(_Kibes_ od. _-bis_; vgl. dazu in _Pfedelb._ [210]: _Kahlkibes_ = -Kahlkopf). Vgl. auch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Kiwes_ = Kopf) u. -_Metzer Jenisch_ 216 (_Kibes_ [Kibes] = Kopf). Im _Pleißlen der -Killertaler_ 435 ist _Kîvis_ = Verständnis. — Über die sonstigen -verschiedenen Formen im Rotwelsch s. _Groß'_ Archiv, Bd. 56, S. 55 u. -Anm. 1. Zur (nicht sicheren) _Etymologie_ vgl. _Pott_ II, S. 16, -_Günther_, Rotwelsch, S. 36 u. Anm. 1 u. bes. jetzt noch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. IV, Sp. 360/61 (»wenn nicht etwa zu zigeun. _chīw_ = -»Deckel« [s. _Finck_, S. 68: xīw] … nur zu _Kabas_, rotw. = Kopf -[s. schon _Lib. Vagat._ (54)] zu stellen«, wozu mhd. _kabez_, aus lat. -_caput_ [Haupt], heranzuziehen, vielleicht mit ablaut. Form _Kibes_, -_Kabes_ wie _piff_, _paff_).] - -ängstlich, _bauserich_[190] [63.113] - -anhalten, _anschurele_[191] - -ankaufen, _anbaschen_, _angremen_, _ankemeren_[192] - -anklagen, _anschurele_[191] - -ankleiden, _a(n)kluften_[193] - -[Fußnote 190: ([40] auf S. 63.113) _Bauser_ = Angst (Beängstigung), -Entsetzen, Erschrecken, Furcht, Schreck ist vielleicht — ebenso wie das -Adj. _bauserich_ = ängstlich, furchtsam, auch als Subst. (für »das -Grauen«) gebraucht (vgl. dazu _bauserich sein_ = befürchten, [sich] -beunruhigen sowie die Verneinung _nobis bauserich_ = furchtlos) erst -eine Ableitung von dem Zeitw. _bausen_ = fürchten. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 92 (_bausen_ = fürchten); -_W.-B. des Konst. Hans_ 257 (ebenso, auch: _es baust ihm_ = er fürchtet -sich, ferner noch: _Bauser_ = Angst); _Schöll_ 271, 273 (_bausen_ = -fürchten, _Bauser_ = Angst); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 343, 344 (_Bauser_ -= Angst, Schauer, _bauserich_ = ängstlich, scheu); _Schwäb. Händlerspr._ -479 (_Baußer_ u. _Baußam_ [in _Pfedelb._ (208): _Bausam_] = Angst). Die -_Etymologie_ ist unsicher, denn die Hypothesen A.-L.'s (523: Ableitg. -vom deutsch. Zeitw. _bauschen_ [pauschen], mhd. _bûschen_, _biuschen_, = -»schwellen machen« bzw. spätmhd. u. älternhd. _bûsen_, _bausen_ = -»aufschwellen«; s. Näh. bei _Weigand_, W.-B. I, Sp. 171) erscheinen doch -wohl zu gewagt. _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 733 gibt keine -Erklärung. Nach gefl. Mitteilgn. von _Dr. A. Landau_ (Wien) soll -vor etwa 50 Jahren _Boitsi haben_ = »Furcht haben« in der -galizisch-jüdischen Schülersprache gebräuchlich gewesen sein, das -wahrscheinlich auf das kleinruss. _bojati sja_ = »sich fürchten«, poln. -_bać sie_ (3 Pers. Sing. Praes.: _boi sie_) zurückgeht, doch wagt L. -keinen unmittelbaren Zusammenhang dieser Ausdrücke mit dem rotw. -_bausen_ anzunehmen.] - -[Fußnote 191: ([41] auf S. 63.113) S. abbiegen.] - -[Fußnote 192: ([42] auf S. 63.113) S. abkaufen.] - -[Fußnote 193: ([43] auf S. 63.113) Das Zeitw. _kluften_ scheint in -_Wittichs_ Jenisch nur im _Zus._ üblich zu sein, wie (außer _ankluften_ -[wozu _nobis ankluftet_, d. h. »nicht angekleidet«, »unbekleidet« = -nackt] noch): _auskluften_ = ausziehen, entkleiden (daher _auskluftet_ -ebenfalls = nackt) u. _verkluften_ = verkleiden. Es gehört zu den Subst. -_Kluft_ = Kleid (Anzug, Gewand, Tracht), womit auch einige -_Zusammensetzgn._ (so: _Kafferskluft_ = Manneskleid, _Lanengerkluft_ = -»Montur«, _Begerkluft_ = Sterbekleid) sowie die _Verbdg._ _unterkünftige -Kluft_ = Unterkleid gebildet sind. Eine weitere _Ableitg._ (von _Kluft_, -bzw. _kluften_) ist dann _Klufterei_ = Kleidung, Bekleidung (Anzug, -Gewand), womit ebenfalls wieder zwei _Zus._ vorhanden sind, näml. -_Mossklufterei_ = Frauenkleid u. _Kafferklufterei_ = Männerkleider. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95 (_eine -ganze Klufterei_ = »Kleidung von Kopf bis Fuß«); _W.-B. des Konst. Hans_ -253 (_Klufterey_ = die Kleider); _Pfulld. J.-W.-B._ 341 (_Klufterei_ = -Kleid, vgl. [337] _Klufting usmalochen_ od. _abketschen_ = auskleiden); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 66, 71 (_Kluft_ od. _Klufterei_ = Kleid, -_ankluften_ = anziehen); _Schwab. Händlerspr._ 483 _Kluft_ = Kleid, u. -dazu noch in _Pfedelb._ [208, 212]: _Kluftenpflanzer_ = Schneider u. -_ankluften_ = anziehen); vgl. auch _Pleißlen der Killertaler_ 435 -(_Kliftle_ = Kleid, Anzug) sowie noch _Metzer Jenisch_ 216 (_Klăft_ = -Rock). Über die sonstigen Belege u. Formen im Rotw. sowie die -_Etymologie_ (vom hebr. _chălîfôt_ = »Kleider, insbes. Feier- od. -Ehrenkleider«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 273/74 (unter -»Kluftier«) u. d. Anm. verbd. mit Bd. 46, S. 10, Anm. 1. Vgl. auch noch -_Seiler_, Lehnwort IV, S. 491 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 508 -(unter »Kluft« II) vbd. mit Sp. 435 (unter »Klaffot«).] - -ankommen, _anbosten_, _anpfichen_[194] [63.114] - -anlachen, _anschmol(l)en_[195] - -anmutig, _g'want_[196] - -[Fußnote 194: ([44] auf S. 63.114) S. abgehen.] - -[Fußnote 195: ([45] auf S. 63.114) Als Zus. mit _schmol(l)en_ = lachen -(kichern) findet sich noch _ausschmol(l)en_ = auslachen. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Schöll_ 272 (_schmollen_ = scherzen); _Pfulld. -J.-W.-B._ 342 u. _Schwäb. Händlerspr._ 483 (= lachen). Zur _Etymologie_: -Da wir heute unter _schmollen_ meist soviel wie »mit mürrischem -Stillschweigen unfreundlich sein« verstehen (s. _Weigand_, W.-B. II, Sp. -751), erscheint die in den Geheimsprachen begegnende — fast -_entgegen_gesetzte — Bedeutung zunächst auffällig; jedoch handelt es -sich hier _nicht_ etwa um eine sog. _Enantiosemie_, d. h. Umkehrung des -Sinnes in das Gegenteil (s. _Behaghel_ in d. Z. des Allg. Deutsch. -Sprachv., Jahrg. 1905, Sp. 158 gegen _Günther_, Rotwelsch, S. 21, Anm. -14), vielmehr hat _schmollen_ (mhd. _smollen_) anfangs nur die gleichsam -»neutrale« Bedeutg. »das Gesicht verziehen« gehabt, aus der sich dann -_sowohl_ der Begriff »das Gesicht _zum Lächeln_ verziehen« od. -»_lächeln_« (so z. B. noch bei _Schiller_ u. _Uhland_) entwickeln konnte -(vgl. d. engl. _to smile_) als auch der uns jetzt geläufige des -_mürrischen_ Stillschweigens. Vgl. (außer _Weigand_, a. a. O.) noch v. -_Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 472 u. _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1105/6, Nr. -1.] - -[Fußnote 196: ([46] auf S. 63.114) Das Adj. _g'want_ hat in _Wittichs_ -W.-B. noch folgende Bedeutungen: anständig, artig, behend, brauchbar, -fein, flink, geschickt, geschmeidig, gewandt, nützlich, tauglich, -tüchtig; dazu die Verneinung _nobis g'want_ = nichtsnutzig. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 257, 258 (_e -Gwandter_ = »ein Handfester« u. _der gwandtste_ = der Beste); _Schwäb. -Händlerspr._ 481 (_gwant_ = gut [in _Pfedelb._ (210, 212): _quant_ = -geschickt, gut, schön; ebendas. (212) _Quantheit_ = Schönheit, in -_Eningen_ (206, Anm. 1): _Gwanderpenk_ = Schultheiß]); vgl. auch -_Pleißlen der Killertaler_ 435, 436 (_gwant_ = gut, schön, _gwanter -Jôle_ od. _Plempel_ = Wein) u. _Metzer Jenisch_ 216 (_gewandt_ = gut). -Über die sonstigen Belege im Rotw. (s. z. B. schon _Ndd. Lib. Vaget_ -[77: _quant_ = »vel eft grot«) u. den Geheimspr. sowie über die -_Etymologie_ s. _Weber-Günther_, S. 172 (unter »gewahnd«). Der Ableitung -des Wortes vom latein. _quantum_ (s. A.-L. IV, S. 70; _Günther_, -Rotwelsch S. 34; _Stumme_, S. 22, 23) steht gegenüber die Auffassung, -die darin nichts anderes als unser deutsches »gewandt« erblickt. So u. -a. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 607, der jedoch ausdrückl. -bemerkt, daß in Schwaben das Wort (das z. B. auch die Tübinger Studenten -gebrauchen) aus der Schriftsprache aufgenommen sein müßte, da das -Partiz. zu »wenden« schwäb. _g(e)wend(e)t_ heißt.] - -anpacken, _schniffen_ (daher: _schniff' ihn_ = pack' ihn)[197] [63.115] - -anreden, ansprechen, _andiberen_[198] - -ansagen, _anschmusen_[199] - -[Fußnote 197: ([47] auf S. 63.115) S. anfassen.] - -[Fußnote 198: ([48] auf S. 63.115) Das Zeitw. _dibere(n)_ (-ra) = reden, -sprechen (erzählen, plaudern, auch spezieller antworten, beantworten) -kommt noch vor in den _Zus._: _nachdiberen_ = nachsagen, _verdiberen_ = -verraten (dazu das subst. Partiz. _Verdibert_ = Verrat) u. _vordiberen_ -= vorsagen sowie in d. _Verbdgn._ _dof diberen_ = loben (vgl. oben S. -111, Anm. 188) u. _nobis diberen_ = stumm sein (s. d. betr. -Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr.). Dazu die _Ableitungen_: _Diberer_ = -Plauderer, Sprecher, _Verdiberer_ = Verräter, _Diberei_ = Erzählung, -Gerede, Gespräch, Geschwätz, dann auch spezieller Untersuchung od. -Verhör u. das Adj. _diberich_ = gesprächig. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. d. Gaunerspr._ 49 97, 99 (_tiebern_ od. _madiebern_ -= reden, schwatzen, _Madiberei_ = »Jaunersprache«); _Pfulld. J.-W.-B._ -337, 340, 343-45 (_diberen_ = aussagen, sprechen, schwatzen, _gedibert_ -= abgeredet, _Dib(l)erei_ = Sprache, Geständnis); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 70, 74, 75 _diberen_ = reden, sprechen, _Gediwer_ = -Geschwätz); _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_diberen_ = sprechen, in -_Pfedelb._ [210]: _Gediewer_ = Geschwätz); vgl. auch _Pleißlen der -Killertaler_ 435 (_debere[n]_ = schimpfen) u. _Pfälz. Händlerspr._ 437 -(_dîbere_ = sprechen). Über weitere Belege im Rotw. sowie die -_Etymologie_ (vom hebr. _dibbêr_ = »reden, sprechen«, Partiz. -_mĕdabbêr_) s. Näh. bes. bei _Weber-Günther_, S. 162 (unter -»dewern«); vgl. auch _Wagner_ bei _Herrig_, S. 236; _Günther_, -Rotwelsch, S. 27; _Seiler_, Lehnwort IV, S. 489/90; _Fischer_, Schwäb. -W.-B. II, Sp. 186.] - -[Fußnote 199: ([49] auf S. 63.115) Das Zeitw. _schmusen_ hat im wes. -dieselben Bedeutgn. wie _diberen_. Von _Zus._ damit finden sich: -_aufschmusen_ = aufsagen, _ausschmusen_ = aussagen, aussprechen, -_nachschmusen_ = nachsprechen u. _vorschmusen_ = vorsagen, von -_Verbindungen_: _dof schmusen_ u. _nobis schmusen_ in gleichem Sinne wie -_dof_ u. _nobis diberen_ (s. oben Anm. 198) sowie _Bremser schmusen_ = -»auslassen« (d. h. furzen). _Ableitungen_ sind: _Schmuser_ = Plauderer, -Schwätzer, Sprecher (vgl. _Schmuserfläderling_ = Papagei [s. oben S. -100, Anm. 165]) u. _Schmuserei_ = Diberei sowie das Adj. _schmusich_ = -gesprächig (vgl. dazu _Schmusichergiel_ = Plappermaul). _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 97 (_schmusen_ = reden); -_W.-B. des Konst. Hans_ 256 (= sagen; vgl. 258: _auf Jenisch schmusen_); -_Schöll_ 272 (= sagen; vgl. 273: _Schmusereyen_ [ohne Übers.]); _Pfulld. -J.-W.-B._ 337, 340, 344-46 (_schmusen_ od. _schmußen_ = aussagen, -schwatzen, sprechen, verraten, _verschmusen_ = ausplaudern, -_abgeschmust_ = abgeredet, abgeurteilt, _Schmuserei_ = Geständnis); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 (_schmußen_ = reden, sprechen; vgl. -[68] _Glattschmuser_ = Denunziant); _Schwäb. Händlerspr._ 486 -(_schmusen_ = sprechen, [in _Pfedelb._ (208): aussagen; vgl. ebendas. -(214) _zuschmusen_ = zutragen]). _Zu vgl._ auch noch _Schwäb. -Falschmünzerprozeß 1791/92_ (261, 263: _anschmusen_ = anreden), ferner -_Pfälz. Händlerspr._ 438 (_schmûsen_ = sprechen) u. _Winterfeld. -Hausiererspr._ 442 (_doufe schmusen_ für a) »beichten« u. b) »sich -verbürgen«). Noch weitere Belege bei _Schütze_, S. 90. Zur _Etymologie_ -(vom hebr. _schĕmû'ôth_ [jüd. _schemûoß_ ausgespr.] = »Erzählungen«, -plur. von _schĕmû'_ = »Nachricht [Geschichte], Gerücht, Gerede«) s. -_Stumme_, S. 14 u. 21 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1135, -_Weigand_, W.-B. II, Sp. 755 (unter »Schmus«) u. _Seiler_, Lehnwort IV, -S. 494.] - -anschauen, _anlinzen_[200] [63.116] - -anschließen, _anb'schrenke_[201] - -anschneiden, _anschurele_[202] - -ansehen s. anschauen - -ansprechen s. anreden - -anständig, _dof_[203], _g'want_[204] - -Antlitz s. Angesicht u. Gesicht - -antworten, _diberen_[205], _schmusen_[206] - -anwendbar, _dof_, _duft_[203] - -[Fußnote 200: ([50] auf S. 63.116) Das Zeitw. _linzen_ (od. _lenzen_) = -bedeutet a) blicken, schauen, sehen (auch: beobachten, besehen, -besichtigen, betrachten, ersehen, gaffen, gucken, spähen; ferner aber -auch b) fragen (erfragen). Zu der Bedeutg. unter a) gehören (außer -_anlinzen_) noch die _Zus._ _auflinzen_ = aufsehen, _auslenzen_ = -aussehen, _herablinzen_ = herabschauen, _herumlinzen_ = herumblicken, -_nachlinzen_ = nachsehen, _niederlinzen_ = niederblicken, _überlinzen_ = -übersehen, _umlinzen_ = umblicken, -schauen, _weglinzen_ = wegsehen, -_zulinzen_ = zuschauen, _zurücklinzen_ = zurücksehen; zu der unter b): -_auslinzen_ = (aus)forschen. _Ableitgn._: _Linzer_ = Spiegel, _Linzere_ -(fem.) = Brille (_Zus._: _Stradelinzer_ = Wegweiser) u. (mit dem Stamme -des Zeitw.: _linz-_): _Linzgrifling_ = Zeigefinger. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 100 (_Verlenz_ = Verhör); -_W.-B. des Konst. Hans_ 257, 259 (ebenso, ferner _lenzen_ = sehen, -_anlenzen_ = ansehen); _Schöll_ 273 (_Verlenz_ = Verhör); _Pfulld. -J.-W.-B._ 343-345 (_linzen_ = schauen, sehen, _verlenzen_ = verhören, -_Verlinz_ = Verhör); _Schwäb. Händlerspr._ (_Lütz._ [215]: _lensen_ = -sehen). Zur _Etymologie_ des Wortes (das deutsch. Ursprungs ist) s. d. -Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 60, 61 unter »Linser« (ebds. Anm. 4 -noch weitere rotw. Belege); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. -1258 (unter _linzen_) vbd. mit Sp. 1175 (unter »lenzen«).] - -[Fußnote 201: ([51] auf S. 63.116) S. abschließen.] - -[Fußnote 202: ([52] auf S. 63.116) S. abbiegen.] - -[Fußnote 203: ([53] auf S. 63.116) S. angenehm.] - -[Fußnote 204: ([54] auf S. 63.116) S. anmutig.] - -[Fußnote 205: ([55] auf S. 63.116) S. anreden.] - -[Fußnote 206: ([56] auf S. 63.116) S. ansagen.] - -anzahlen, _anbleisgeren_[207], _anpfreimen_[208], _anzeinen_[208] [63.117] - -anziehen s. ankleiden - -Anzug, _Kluft_, _Klufterei_[209] - -anzünden, _anfunken_[210] - -Apfel, _Bommerling_[211] - -Apfelbaum, _Bommerlingstöber_[212] - -[Fußnote 207: ([57] auf S. 63.117) Zu _bleisgeren_ = bezahlen, zahlen -(auch als Hauptw.: _Bleisgeren_ = Steuern) s. noch die _Zus._ -_ausbleisgeren_ = auszahlen. In dem _verw. Quellenkr._ (u. wohl auch -sonst im Rotw.) anscheinend _un_bekannt. _Etymologie_: aus der -Zigeunerspr. (s. »Einltg.«, S. 29). Vgl. Näh. bei _Liebich_, S. 152 u. -185 (_pleisserwāwa_ = »ich bezahle, vergelte«); _Miklosich_, -Denkschriften, Bd. 27, S. 46, 47 (unter »pleisker«: bei d. deutsch. Zig. -_pleisservāva_ = »bezahlen«, vgl. slaw. _plati-ti_); _Finck_, S. 78 -(_plaiserw_ - [_plaiserd_ -]= »bezahlen, ersetzen, lohnen, vergelten«).] - -[Fußnote 208: ([58] auf S. 63.117) S. abzahlen.] - -[Fußnote 209: ([59] auf S. 63.117) S. ankleiden.] - -[Fußnote 210: ([60] auf S. 63.117) S. abbrennen; vgl. auch anbrennen.] - -[Fußnote 211: ([61] auf S. 63.117) Mit _Bommerling_ sind gebildet die -_Zus._ _Bommerlingstöber_, _-kies_, _-brandling_, _-jo(h)le_ = -Apfelbaum, -kern, -kuchen, -wein sowie (ans _Ende_ gesetzt) -_Scheinlingbommerling_ = Augapfel. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 89 (_Bommerlen_ = Apfel); _W.-B. -des Konst. Hans_ 254 (_Bommerling_); _Schöll_ 271 (_Pommerling_); -_Pfulld. J.-W.-B._ 337 (ebenso, Bedtg.: = _Äpfel_; vgl. -_Pommerlingsteberling_ = Apfelbaum); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 66 -(_Bommerling_, Nebenbdtg. [71]: _Kartoffel_); _Schwäb. Händlerspr._ 479, -484 (_Bommerling_ = Apfel, Obst); _dieselbe Form_ hat auch die _Pfälz. -Händlerspr._ 437 (für Apfel); vgl. noch _Metzer Jenisch_ 216 -(_Bomeche_). Auch sonst im Rotw. seit Anf. des 18. Jahrh. bekannt. Zur -_Etymologie_ (vom französ. _pomme_) s. _Pott_ II, S. 36; A.-L. 585, -_Günther_, Rotwelsch, S. 38; _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1283.] - -[Fußnote 212: ([62] auf S. 63.117) _Stöber_ = Baum (Dimin. _Stöberle_ = -Bäumchen) wird auch als Bezeichnung _einzelner_ Baumarten gebraucht, für -die keine besonderen jenischen Ausdrücke vorhanden sind (vgl. d. W.-B. -unter »Birke«), so für Birke, Buche, Eiche und Fichte. Dagegen sind für -andere Bäume (bzw. baumartige Gewächse) besondere _Zusammensetzgn._ mit -_Stöber_ gebildet worden, so (außer _Bommerlingstöber_) noch: -_Stielingstöber_ = Birnbaum, _Scharriselestöber_ = Kirschbaum, -_Staubertsäftlingstöber_ = Mehlbeerbaum, _Krächer(le)stöber_ = Nußbaum, -_Blaulingstöber_ = Pflaumenbaum, _Jahre-_ oder _Kracherstöber_ = Tanne -(vgl. oben S. 108, Anm. 179, lit. a u. b), _Kupferstöber_ (eigtl. etwa -»Grasbaum«) = Weidenbaum, _Jo(h)lestöber_ = Weinstock, _Blauhanzestöber_ -= Zwetschgenbaum. Andere _Zus._ mit _Stöber_ (am _Anfang_ stehend) sind -noch: _Stöberspraus_ = Baumholz oder Stamm (s. d. betr. Übereinstimmg. -mit d. Zigeunerspr.), _Stöberschmaler_ = »Baumkatze«, d. h. Eichhörnchen -(s. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeunerspr. schon. »Vorbemerkung«, S. 18 -sowie noch unter »Baumkatze«), _Stöbersschure_ oder _-sore_ = Obst. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schöll_ 271 (_Steber_ = Baum); -_Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Stöberling_, vgl. [337] _Pommerlingsteberling_ -= Apfelbaum); in der _schwäb. Händlerspr._ (479, 487) ist dagegen nur -_Stemmerling_ = Baum, Stock bekannt. Die _Etymologie_ des (auch sonst -noch im Rotw. [bes. in d. Form _Steber_] vorkommenden) Wortes ist -_unsicher_; vielleicht gehört es zu unserem »Stab« od. damit stammverw. -Ausdr. in andern Sprachen (vgl. bei _Weigand_, W.-B. II, Sp. 940 unter -»Stab«: lit. _stabarai_ = »trockene _Baum_äste«). _Miklosich_, Beitr. -III, S. 19 (unter »Steber«) hat zunächst _slaw._ Ursprung (vgl. neusl. -_steber_ = »Säule« u. bes. serb. _stabar_ = »Stamm«) vermutet.] - -Apfelkern, _Bommerlingkies_[213] [63.118] - -Apfelkuchen, _Bommerlingbrandling_[214] - -[Fußnote 213: ([63] auf S. 63.118) _Kies_, eigentl. a) = Stein -(Gestein), bes. auch Kieselstein, dann auch b) = Kern, kommt in _beiden_ -Bedeutgn. in zahlreichen _Verbindgn._ u. _Zusammensetzgn._ vor, so in -der Bdtg. unter a: in den _Verbdgn._ _dofer Kies_ = Diamant, Edelstein -u. _grandicher Kies_ = Felsen (s. dazu schon oben S. 100, Anm. 165) od. -Quaderstein sowie in den folgenden _Zus._: [Griechisch: a]) mit K. -_vorne_: _Kieslobe_ = Pflastergeld (eigtl. »Steingeld«) u. _Kiesguffer_ -= Steinhauer, Steinmetz; [Griechisch: b]) mit K. _am Ende_: _Kittlekies_ -= Backstein od. Dachziegel, _Funkkies_ = Feuerstein, _Begerkies_ = -Grab-, Leichenstein, _Flu(h)tekies_ (eigtl. »Wasserstein«) = Insel (vgl. -schon oben S. 36, Anm. 126); _Stradekies_ = Kilometer-, Meilenstein; -ferner in der Bedtg. unter b: (außer _Bommerlingkies_) noch: -_Stieling-_, _Scharrisele-_, _Kräckerle-_, _Blauling-_ u. -_Blauhanzekies_ = Birnen-, Kirschen-, Nuß-, Pflaumen- u. Zwetschgenkern. -— Eine _Ableitg._ von _Kies_ = Stein ist das Adj. _kiesich_ = steinig. -Zu trennen ist der Etymologie nach: _Kies_ = Geld, worüber das Näh. -unter »Bank«. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ -344 (_Kißel_ = Stein); _Schwäb. Händlerspr._ 487 (_Kûß_ od. _Kisel_ [in -_Lütz._ (215): _Khis_] = Stein; vgl. auch [484]: _Kîseler_ [in -_Pfedelb._ (218): _Kieseler_], _Kî(e)slerspink-_ od. _Kî(e)slerfisl_ = -Maurer). _Etymologie_: wohl jedenfalls zu unserem gemeinsprachl. »Kies« -bzw. »Kiesel« (mhd. _kis_, _kisel_); vgl. _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 9 -(unter »Kîseler«), auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 420 (unter -»Kis«, Nr. 4, c), 422 (unter »Kisel«, Nr. 3) u. 872 (unter »Kus«).] - -[Fußnote 214: ([64] auf S. 63.118) _Brandling_ (-leng) = Kuchen -erscheint noch in d. folgenden _Zus._ a) am _Anfang_ stehend: -_Brandlingschei_ (= eigtl. »Kuchentag«) = Kirchweihe u. -_Brandlingweisleng_ (eigtl. »Kuchensonntag«) = Kirchweihsonntag; b) ans -_Ende_ gesetzt: (außer _Bommerlingbr._ noch): _Bäzemebrandling_ = -Eierkuchen, _Niesichescheibrandling_ = Fastnachtskuchen, -_Krachersäftlingbr._ = Heidelbeerkuchen, _Girall-_ od. _Räslingbr._ = -Käsekuchen, _Scharriselebr._ = Kirschkuchen, _Süßlingbr._ = Lebkuchen, -_Blauhanzebr._ = Zwetschenkuchen, _Sorebrandling_ = Zwiebelkuchen. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_Brandling_ -= Küchlein); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 73 (Form ebenso, Bedtg.: -Pfannkuchen); _Schwäb. Händlerspr._ 483 (Bedtg.: Kuchen, in _Pfedelb._ -[212] = Pfannkuchen). Vielleicht ist auch statt _Bundling_ = Kuchen im -_Dolm. der Gaunerspr._ 35 zu lesen: _Brandling_. _Etymologie_: Das Wort, -das sonst im Rotwelsch, wenigstens in der Form _Brändling_ (od. -_Brendling_), für »Kaffee« (s. z. B. auch schon _Dolm. der Gaunerspr._ -94 [_Brendling_]) oder »Schnaps« (vgl. A.-L. 526) u. dergl. m. (s. z. B. -schon _Körners_ _Zus. zur Rotw.-Gramm._ v. 1755 [209: _Brandling_ = -»Kofent«]) vorkommt, gehört wohl zu unserem Zeitw. _brennen_.] - -Apfelwein, _Bommerlingjo(h)le_[215]; s. auch Most [63.119] - -Appetit, _Bog(g)elo_[216], _Putl(t)ak_[217], _Ruf_[218]; s. auch Hunger - -[Fußnote 215: ([65] auf S. 63.119) _Jo(h)le_ = Wein (Rebensaft) kommt -noch vor in der Verbdg. _gesicherter Jo(h)le_ = Glühwein, Punsch, und in -den folgenden _Zusammensetzgn._: _Jo(h)lesore_ = Weinfaß, -_Jo(h)leglansert_ = Weinglas od. -flasche, _Jo(h)lekitt_, _-spraus_, -_-schnall_, _-stöber_ = Weinhaus, -rebe, -suppe, -stock. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ (_G'finkelterjole_ = -Branntwein [vgl. dazu oben »Einltg.«, S. 28]); _Pfulld. J.-W.-B._ 346 -(_Jole_ = Wein); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 77 (ebenso); _Schwäb. -Händlerspr._ 488 (_Jole_ od. _Jôli_ [in _Pfedelb._ (214): _Jole_ od. -_Säftlingsjole_] = Wein; vgl. 484]: _Stielingsjôle_ [eigtl. -»Birnenwein«] = Most); vgl. auch _Pleißlen der Killertaler_ 435 (_Jôle_ -od. _gwanter Jôle_ = Wein) u. _Metzer Jenisch_ 217 (_Jole_ = Wein). Die -Form _Joli_ hat schon das _Basl. Glossar_ v. 1733 (202). Die -_Etymologie_ ist unsicher; nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 103/4 -(unter »Jole«, Nr. 1) handelt es sich vielleicht um eine der zahlreichen -rotw. Verunstaltungen des hebr. _jajin_ = Wein (s. darüber Näh. bei -_Weber-Günther_, S. 156; vgl. auch A.-L. 550 u. _Günther_, Rotwelsch, S. -81).] - -[Fußnote 216: ([66] auf S. 63.119) Zu _Bog(g)elo_ (od. Bogalo) = Hunger -(Appetit) vgl. noch die _Verbdg._ _grandich Bogelo_ = Heißhunger u. die -_Ableitung_ _bogelich_, das aber im W.-B. nur durch »gierig« od. -»knickerig« (nicht durch »hungrig«) wiedergegeben ist. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._) nur: _Schwäb. Händlerspr._ (_Lütz._ [215]: -_Boggelo_ = Hunger). _Etymologie_: aus der Zigeunerspr. (s. »Einleitg.«, -S. 29); vgl. A.-L. 526 (unter »Bock« [wo auch _bokelo_ (-kalo) = -hungrig, _Bokillo_ = Geiz u. _bockelig_ = geizig od. hungrig als -_gauner_sprachl. angeführt ist]) u. _Günther_, Rotwelsch, S. 31 vbd. mit -_Pott_ II, S. 396 (unter »Bokh«), _Liebich_, S. 129, 201, 206, 211 -(_bōk_ = Hunger, Geiz, Habgier, _bōkĕlo_ [od. -ŏlo] = -hungrig, geizig, habgierig), _Miklosich_, Beitr. I/II, S. 20, 25 u. -Denkschriften, Bd. 26, S. 180/81 (unter »bokh«: bei den deutsch. Zig.: -_bōk_ = Hunger), _Jühling_, S. 220 (_Bok_ = Hunger), _Finck_, S. 52 -(_bok_ = Hunger, Geiz u. _bok'elo_ = hungrig, geizig). Über d. Ursprung -aus dem Altind. s. _Pott_ u. _Miklosich_, a. a. O.] - -[Fußnote 217: ([67] auf S. 63.119) Mit _Put(t)lak_ = Hunger (Appetit, -auch Gier) ist gebildet die _Verbdg._ _grandich P._ (= gr. Bogelo), also -= Heißhunger. _Zu vgl._ (aus d. _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ -340 (_Buttlak_ = Hunger); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 69 -(_puttlachen_ = essen). — In der Form _Buttlack_ (nebst d. Adj. -_buttlakig_ = hungrig) tritt die Vokabel auch sonst im Rotw. des 19. -Jahrh. auf (vgl. z. B. _Pfister_ 1812 [296] u. bei _Christensen 1814_ -[318]; _v. Grolman, Aktenmäß. Gesch._ 1813 [313] u. W.-B. 12 u. T.-G. -103; _Karmayer_ 24). _Etymologie_: Der erste Bestandteil des Wortes -gehört wohl ohne Zweifel zu _butten_ = essen (worüber das Näh. schon -oben S. 38, Anm. 130 unter »Abendessen«). Einige Schwierigkeiten macht -dagegen die Endung _-lak_. Vielleicht dürfte sie in Beziehung gesetzt -werden zu dem rotw. bezw. geheimspr. Adj. _la(c)k_ = schlecht, böse, -schlimm u. dgl. (s. z. B. aus dem _verw. Quellenkr._: _Dolm. der -Gaunerspr._ 100 [_lack_ = übel]; _Pfullend. J.-W.-B._ 337, 338, 344 -[_lak_ = abgemattet, bös, schlimm]; _Schwäb. Händlerspr._ 480, 486 -[_lack_ = dumm, schlecht (in _Pfedelb._ [209] auch bös, vgl. -ebds. _lacke Schix_ = Dirne)]; mit flekt. Endung [_laker_ = -liederlich,falsch], bei _Schöll_ 272, womit zu vgl. _locker_ = falsch, -schlecht bei _Pfister_ bei _Christensen 1814_ [325], zu welcher Form -dann wieder noch _lock_ = klein, schlecht, arm usw. in dem [freilich -nicht mehr verwandten] _Hennese Flick von Breyell_ [456] paßt). Danach -wäre dann _Put(t)lak_ od. _Buttla(c)k_ zu deuten etwa als Umschreibung -für »(mit dem) Essen (steht es) schlecht« oder als reine Negation »Essen -— nicht«. Fraglich bleibt übrigens auch noch die Herkunft des Adj. -_la(c)k_. Während z. B. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 910 ff. das -zigeun. _láko_ = »leicht, gering« (_Finck_, S. 69) herangezogen hat, ist -darin vermutl. eher eine mundartl. Nebenform zu _lau_ = »nicht frisch, -matt, abgestanden, ohne Salz, ungewürzt« u. dgl. (vgl. _Schmeller_, -Bayer. W.-B. I, Sp. 1432; _Grimm_, D. W.-B. VI, Sp. 34 vbd. m. Sp. -285/86) zu erblicken (nach gefl. Mitteilungen von Dr. A. _Landau_).] - -Äquilibrist (Seiltänzer), _Schnurrand_[219] [63.120] - -Arbeit, _Schenagel_[220] - -arbeiten, _sch(e)negle(n)_[220] - -Arbeiter, _Schenegler_[220] - -Arbeitshaus, _Schenagelskitt_[221] - -[Fußnote 218: ([68] auf S. 63.120) _Ruf_ = Hunger (Appetit) ist m. Wiss. -in dem speziell _verw. Quellenkr. nicht_ bekannt, dagegen die Form -_Roof_ u. ähnl. (sowie d. Adj. _roofig_ = hungrig) _sonst_ hier u. da im -Rotw. usw. anzutreffen (vgl. z. B. _Christensen_ 1814 [318 u. 324]; _v. -Grolman_ 57 u. T.-G. 1 B.; _Karmayer_ G.-D. 215; _Thiele_ 297; A.-L. 592 -u. _Groß_ 487 [hier _Roëw_, _Roow_ u. _Raiwon_]; _Rabben_ 112; _Ostwald_ -123; in der _Pfälz. Händlerspr._ [438]: _Rôch_ od. _Rauch_). Zur -_Etymologie_ (vom hebr. _r 'b_ = »Hunger« s. A.-L. 592 u. 457 unter -»Roëw«).] - -[Fußnote 219: ([69] auf S. 63.120) _Schnurran¶d¶_ od. (besser) -_Schnurran¶t¶_ hat auch noch die (etwas allgemeinere) Bedeutgn. -»Gaukler« od. »Komödiant« (Schauspieler). S. dazu die _Zus._ a) mit Sch. -_voran_: _Schnurrantekitt_ = Komödien-, Schauspielhaus, -_Schnurrantekritzler_ = Komödienzettel, Programm; b) mit Sch. _am Ende_: -_Randeschnurrant_ = Taschenspieler. In dem _verw. Quellenkr._ m. Wiss. -unbekannt, dagegen hat d. _Kundenspr._ II (423): _Schnurrant_ = Bettler. -Zur _Etymologie_ s. A.-L. IV, Sp. 293: »Nach dem mhd. snarrence ist -_Schnurrant_ der umherziehende Bettelmusikant, wahrscheinlich vom -schnarrenden Laute seiner Leier so genannt«. Es handelt sich (nach -_Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1413) bei dem mundartlich, besonders auch in -_Schwaben_, verbreiteten Ausdruck (s. v. _Schmid_, Schwäb. W.-B., S. -475), der aber auch noch der Schriftsprache unserer klassischen -Literatur (z. B. bei _Goethe_) — für einen »Possenreißer« — geläufig -gewesen, um eine Ableitung von dem latinisierten Zeitwort _schnurrare_, -gleichbed. mit _schnurren_ (od. schnorren), d. h. eigtl. »(mit der -Schnurrpfeife [u. dgl.]) als Bettelmusikant umherziehen«, dann »betteln« -überhaupt (vgl. _Grimm_, a. a. O., Sp. 1420, Nr. 8), wofür es insbes. -bekanntl. auch im Rotwelsch usw. verbreitet erscheint (vgl. A.-L. 293 u. -602 sowie [aus dem _verw. Quellenkr._]: _Dolm. der Gaunerspr._ 90 -[_schorren_ (sic) = betteln]; _W.-B. des Konst. Hans_ 255 [_Schnurrer_ = -Bettelleute]; _Schöll_ 273 [Form ebenso]; _Pfulld. J.-W.-B._ 336 bis 338 -[_schnurren_ = (ab)betteln, _ausschnurren_ = ausbetteln, _Schnurrer_ = -Bettler]; _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 67, 68 [_schnurren_ (gehen) = -betteln (gehen), _auf die Schnurre_ = auf den Bettel]); _Schwäb. -Händlerspr._ 479 [_schnurren_]). In _Wittichs_ W.-B. ist es aber _nicht_ -angeführt.] - -[Fußnote 220: ([70] auf S. 63.120) S. abschaffen.] - -[Fußnote 221: ([71] auf S. 63.120) Betr. _Kitt_ s. Abort.] - -Arbeitslohn, _Schenagelsbich_[222], vgl. Lohn [63.121] - -arg, _lenk_[223], _schofel_[224] - -[Fußnote 222: ([72] auf S. 63.121) Betr. _Bich_ s. Almosen.] - -[Fußnote 223: ([73] auf S. 63.121) Das Adj. _lenk_ (mundartl. = _link_ -[so bei _Wittich_ nur in d. Spr. u. vereinzelt in einer _Zus._] = arg -(Grundbed.: falsch) umfaßt (ähnlich wie sein Gegenstück _dof_ od. -_duft_) noch eine große Zahl mehr od. weniger ähnlicher Begriffe, -nämlich: bösartig, böse (vgl. dazu d. Komparat.: _lenker_ = böser), -böswillig, buhlerisch, eifersüchtig, elend, erzürnt, frech, garstig, -gefährlich, gehässig, gefühllos, gemütlos, gewalttätig, gottlos, -grausam, grimmig, grob, hartherzig, haßartig, heftig, nichtswürdig, -ruchlos, streng, tückisch, unverschämt, wüst; als Subst. gebr.: = Gefahr -od. Schmach. Dazu die _Verbdg._ _lenker Kritzler_ (eigtl. »böser Brief«) -= Steckbrief (s. d. betr. Analogie im Zigeuner., vgl. auch -»Vorbemerkung«, S. 18, Anm. 47) u. d. _Zus._ _Linkfi(e)sel_ = böser Mann -(Syn.: _lenker Kaffer_). _Zu vgl._ (aus d. _verw. Quellenkr._): _Dolm. -der Gaunerspr._ 92, 97 (_link_ = falsch, _linke Fleppe_ = falscher Paß); -_Pfulld. J.-W.-B._ 339 (_link_ = falsch); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ -74 (_link_ = falsch, schlecht, _Linkmichel_ = falscher Mensch, _linker -Schenagel_ = nicht passende Arbeit); _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_lenk_ = -schlecht [in _Pfedelb._ (209): auch = bös, falsch]; in _Degg._ [215]: -_Linkmichel_ = schlechter Kerl). Über sonstige rotw. Belege (seit d. 17. -Jahrh.) s. _Schütze_ 78; betr. _Linkmichel_ s. auch _Groß'_ Archiv, Bd. -51, S. 152, Anm. 2 u. Bd. 59, S. 266. Zur _Etymologie_ (Erweiterng. des -gemeinspr. _link_ als Gegensatz zu _recht_, nach der _Hand_ genommen -[_Weigand_, W.-B. II, Sp. 70]) s. _Pott_ II, S. 15, 16; A.-L. 567, vgl. -auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1254 (betr. lenk).] - -[Fußnote 224: ([74] auf S. 63.121) Das Adj. _schofel_ (auch schoffel) -hat im wes. die gleichen Bedeutgn. wie _lenk_. Es fehlt nur unter -»gemütlos« u. »wüst« (wohl bloß versehentlich), während anderseits _nur_ -_schofel_ (_nicht_ aber _lenk_) angeführt ist unter den Ausdrücken: arm, -entzwei, gemein, kümmerlich, lasterhaft, niederträchtig, schamlos, -schlecht (wofür _lenk_ gewiß nur versehentl. fortgelassen), traurig, -treulos, unanständig, verrucht; als _Subst._ gebraucht ist es = Gefahr, -Schmach (wie _Lenk_) u. außerd. noch = Not. Der Komparat. _schofler_ ist -durch »böser« wiedergegeben. Viel häufiger als mit _lenk_ sind mit -_schofel_ _Verbindgn._ od. _Zusammensetzgn._ für selbständige Begriffe -gebildet worden, nämlich: a) _Verbindgn._ _schofle Model_ = -Beischläferin, Dirne (Freudenmädchen, Hure [für letzteren Ausdr. Syn. -auch: _schofle Schüx_]), _schofle Moss_ = Ehebrecherin, Kebsweib (für -letzt. auch: _schofle Goi_), _schofler Kaffer_ (auch — _Benk_, — -_Fiesel_ od. — _Freier_) = Heuchler (alles [außer _sch. Benk_] auch -unter »Hurenkerl« angeführt; _sch. Benk_ [Benges] oder _Fiesel_ auch = -Krüppel); _schofler Begersins_ = Quacksalber, _schofler Kritzler_ (wie -_lenker Kr._ [s. oben Anm. 223] = Steckbrief; vgl. auch noch -die Redensart _schofle Falle (-la) pflanzen_ = »huren«; b) -_Zusammensetzungen_ (d. h. in _einem_ Wort geschr.): _Schoflelehm_ = -Schwarzbrot (vgl. als Gegenst. _Dofelehm_ = Weißbrot [oben S. 111, Anm. -188]), _Schoflergalm_ = Stiefkind, _Schoflemamere_ = Stiefmutter, -_Schoflerpatris_ = Stiefvater, _Schofelkitt_ = Zuchthaus. _Ableitungen_: -_Schofelei_ = Unglück (s. dazu _Schofeleifläderling_ = Rabe [vgl. oben -S. 100, Anm. 165]), _Schoflerei_ = Gericht, Amtsgericht (vgl. dazu -_grandige Schoflerei_ = Land- [Kreis-, Kriminal-] Gericht u. -_Schoflereisitzling_ = Richterstuhl, dagegen _Schoffeleischure_ = -Gerichtsvollzieher). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 91, 92, 97, 99, 101 (_schofel_ = falsch, streng, -_Schofel-fleppe_ = falscher Paß, _schofel Marum_, _Lehm_ [od. Lechem] = -schwarzes Brot, _Schofel Kitt_ = Zuchthaus); _W.-B. des Konst. Hans_ -256, 257, 259 (_schofel_ = bös, _schofler Kaffer_ = böser Mann, -_Schofelkitt_ = Zuchthaus); _Schöll_ 272, 273 (_schovel_ = schlimm, -_schovel Gasche_ = schlimme Leute); _Pfulld. J.-W.-B._ 344, 346 -(_schofel_ = schlimm, _Schofelkitt_ = Zuchthaus); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 74 (_schofel_ = schlecht); _Schwäb. Händlerspr._ 486 -(ebenso, abweichend vom sonst. Sprachgebr. in _Lütz._ [214]: -_Schofel-Kitt_ = Abtritt [vgl. oben S. 44, Anm. 147]). _Etymologie_: Die -Vokabel, die etwa seit Mitte des 18. Jahrh. im Rotw. u. dann auch in -unserer Schriftsprache auftritt, ist jüdisch-deutscher Herkunft (von -»einem nicht gerade üblichen« _schōfēl_ (statt: _schāfāl_), -dem Partizip des hebr.-rabb. _schāfēl_ = »niedrig gemacht, -gedemütigt werden, sinken«). S. _Weigand_, W.-B. II, Sp. 776 vbd. mit -A.-L. 603 u. 475, _Günther_, Rotwelsch, S. 94, _Stumme_, S. 19 u. -_Seiler_, Lehnwort IV, S. 495.] - -Ärger, _Stumpf_[225] [63.122] - -ärgerlich, _stumpfich_[225]; s. auch zornig - -[Fußnote 225: ([75] auf S. 63.122) Zu _Stumpf_ (auch = Entrüstung, -Trotz, Zorn) gehören als _Ableitungen_: a) das Adj. _stumpfich_ oder -(seltener) _stämpfich_) = ärgerlich, empfindlich, entrüstet, ergrimmt, -erzürnt, gereizt, grimmig, trotzig, unwillig, verdrießlich, verstimmt, -wütend, zänkisch, zornig; b) das Zeitw. _stumpfen_ (stümpfen) oder -(häufiger) _stämpfen_ (_erstere_ Formen für: schmähen, lästern, -_letztere_ Form für: bedrohen, beleidigen, beschimpfen, drohen, fluchen, -schelten, schimpfen, zanken; dazu die _Zus._: _ausstämpfen_ = -ausschelten, -schimpfen, -zanken); c) die (zunächst auf das Zeitw. -_stämpfen_ zurückgehenden) Substantive: _Stämpfer_ = Schmäher, Zänker -und _Stämpferei_ = Wortwechsel, Zank, Zänkerei, Zwist. Zu dem -Stamme _stämpf-_ (des Zeitw. stämpfen) gehört auch die _Zus._ -_Stämpffläderling_ (d. h. eigtl. der »schimpfende Vogel«) = Elster (s. -d. betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 338, 340, 343, 346 (_stumpf_ = bös -[345: = taub], _Stumpf_ = Haß, Zorn, _stimpfen_ = schelten, zanken); -_Schwäb. Händlerspr._ 485, 488 (_stumpf_ = zornig [in _Pfedelb._ (214) -als Subst. _Stumpf_ = Zorn], _stumpfen_ = schimpfen). Übrigens dürften -sich die Vokabeln bis ins 18. Jahrh. hinein verfolgen lassen. So findet -sich z. B. im _W.-B. von St. Georgen_ 1750 (219, 220) _stumpf_ = -unsicher, im _Schwäb. Falschmünzerprozeß_ von 1791/92 (261 ff.) mehrmals -_Stumpf_ oder _stumpf machen_ = »Lärmen« oder »Angst machen« (v. S. der -Gauner) sowie das Subst. _Stumpfmacher_ = »Lermen- (d. h. Lärm-) -Macher«; vgl. noch ebds. (263) sowie in der _Uracher Jauner- und -Betrügerliste_ 1792 (268): _anstimpfen_ od. _anstempfen_ (= anschmusen), -d. h. etwa Überreden eines leichtgläubigen Opfers v. S. der Betrüger. -Bei _Schintermicherl_ 1807 (288) — der auch _stumpf_ = »hart od. böse« -hat — bedeutet das Zeitw. _stimpfen_ = bellen (von Hunden). -_Etymologie_: Bei _Stumpf_ = Ärger, Zorn usw. liegt wohl nur eine -Substantivierung vom Adj. _stumpf_ vor, das u. a. in dem Sinne von -»böse« schon im Mhd. bekannt gewesen (s. _Weigand_, W.-B. II, Sp. 999) -und sich noch bis in die neuere Zeit hinein in der bayr.-österreich. -Mundart erhalten hat (vgl. bes. _Schmeller_, Bayer. W.-B. II, Sp. 761 m. -Hinweis auf _Castelli_ [Öster. W.-B., 1847], S. 239: _stumpf_ = böse, -verdrießlich). Für das Zeitw. _stumpfen_, _stämpfen_ vgl. noch bes. -_Schmeller_, a. a. O., Sp. 760 (_stimpfen_, _stümpfen_ = »sticheln, -[be]kritteln, schmähen«) u. Sp. 762 (_stumpfieren_ = »kritteln, -[be]spotten«); auch _v. Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 518 vbd. m. 515 -(_stumpfieren_ = schimpfen, lächerlich machen, _stumpflerisch_ = -spöttisch, anzüglich).] - -arm (ärmlich, armselig), _vermuft_[226], auch wohl _schofel_ (Spr.)[227] [63.123] -u. _dercherich_[228] - -arme Leute, _Dercherulma_ (d. h. eigtl. »Bettelleute«)[229] - -Armenhaus, _Dercherkitt_[230] - -Armut, _Vermuft_[231] - -Arrest, _Dofes_[232], _Kittle_[233], _Lek_[234]. Eigentlich soll mit -_Dofes_ das Gefängnis im e S., mit _Kittle_ der Arrest (Haft) und mit [63.124] -_Lek_ (od. _Schofelkitt_) das Zuchthaus bezeichnet werden. - -[Fußnote 226: ([76] auf S. 63.123) S. Aas.] - -[Fußnote 227: ([77] auf S. 63.123) S. arg.] - -[Fußnote 228: ([78] auf S. 63.123) S. abbetteln.] - -[Fußnote 229: ([79] auf S. 63.123) Über _Dercher-_ s. abbetteln. — -_Ulma_ (-me) = Leute kommt noch vor: a) in den _Zusammensetzungen_: -_Schniffer-_ od. _Schorerulma_ = Diebesbande, _Fehteulme_ = -Herbergsleute (Spr.), _Dächlespflanzerulma_ = Schirmflickerleute (Spr.), -_Steinhäuflesulme_ = Städter, _Blibelulma_ (-e) = fromme Leute, -»Stundenleute« (d. h. Methodisten); b) in den _Verbindgn._: _jenische -Ulma_ = »fahrende Leute« u. _grandich Ulma_ (d. h. »viele Leute«) = -Menge (s. d. betr. Übereinstimme, mit d. Zigeun.). Das Wort ist in dem -bes. _verw. Quellenkr._ m. Wiss. unbekannt u. auch sonst im Rotwelsch -(wenigstens in _gleicher Form u. Bedeutg._) selten; vgl. aber z. B. -schon _Lib. Vagat_ 55 (_Wyßulm_ = »einfaltig volck«), dann öfter -wiederholt, ferner _Münchner Deskription_ 1727 (192: _die platten Ulm_, -etwa im Sinne von »Gaunern« u. dergl.) u. _Schintermicherl_ 1807 (289: -_Ulm_ = Leute); dagegen hat _Pfister_ bei _Christensen_ 1814 (327) die -Form _Ohlem_ (= Menge), die sich dem jüd. (hebr.) Stammworte mehr -annähert. Ihrer _Etymologie_ nach geht die Vokabel nämlich zurück auf -das hebr. _'ôlm_ = »Ewigkeit, Welt«, jüd. _ôlem_ od. _ulen_ = »Welt, -dann Leute, Menschenmenge« (wie französ. _monde_ = »Welt« u. »Leute«); -vgl. A.-L. 426 (unter »Olam«) u. _Wagner_ bei _Herrig_, S. 237.] - -[Fußnote 230: ([80] auf S. 63.123) S. abbetteln u. Abort.] - -[Fußnote 231: ([81] auf S. 63.123) S. Aas, vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, -Anm. 36 (subst. Partiz.).] - -[Fußnote 232: ([82] auf S. 63.123) _Dofes_ ist im W.-B. auch durch -»Gefängnis, Gewahrsam, Haft« u. »Kerker« wiedergegeben; dazu: _im Dofes_ -= gefangen sowie die _Zusammensetzg._ _Dofesbu(t)z_ = Gefangenwärter. -_Ableitg._: das Zeitw. _ei'dofema_ = einkerkern (einsperren, -einstecken). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ -340 (_Doves_ = Gefängnis); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 67 (_Doves_ = -Arrest, _Ratte-Doves_ = Dunkelarrest); _Schwäb. Händlerspr._ 479, 488 -(_Dôfes_ [in _Pfedelb._ (214): _Doves_] = Arrest, Zuchthaus). Vgl. auch -_Pfälz. Händlerspr._ 437 (_Dôfes_ = Gefängnis). Über sonstige Belege im -Rotwelsch sowie die _Etymologie_ des Wortes (wohl vom hebr. _tfaf_ = -»ergreifen, gefangen nehmen«) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 288 (mit -weiteren Angaben); vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. -246/47, welcher meint, daß der Ausdruck »vielleicht volkstümlich an -_tōf_ (gut) ironisch angelehnt« sei.] - -[Fußnote 233: ([83] auf S. 63.123) S. Abort.] - -[Fußnote 234: ([84] auf S. 63.123) _Lek_ hat dieselben Bedeutgn. wie -_Dofes_ u. außerdem noch insbes. die von »Zuchthaus« (s. oben i. Text); -vgl. dazu: _im Lek_ = gefangen; _Zus._: _Lekbu(t)z_ = Gefangenwärter; -_Ableitg._: _ei'leken_ = _ei'dofema_. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 92, 100 (_Leck_ = Gefängnis, _Leik_ -= Turm); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Lek_, plur. _Leke_ = Gefängnis); -_Schöll_ 272 (ebenso, vgl. 273: _in der Leke_ = in der Gefangenschaft); -_Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_Leke_ [sing.] = Gefängnis); in der _schwäb. -Händlerspr._ unbekannt. Zur _Etymologie_ bemerkt _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 1172 nur, daß sie »unklar« sei; _Stumme_, S. 21, hat das -hebr. _lqach_ = »nehmen, ergreifen« herangezogen; vgl. auch A.-L. 566 -unter »Lekach« vbd. mit 561 unter »Leck«, wo jedoch in erster Linie -_deutscher_ Ursprung des Wortes angenommen (mhd. _lûchen_ od. _liechen_, -ahd. _lûhhan_, _liohhan_ = »schließen, zuschließen«, das auch das -Stammwort für unser »Loch« [schon mhd. _loch_ oder (seltener) _luch_ -auch = Gefängnis]) gewesen ist; s. _Weigand_, W.-B. II, Sp. 75, vbd. mit -_Grimm_, D. W.-B. VI, Sp. 1093, 1094, Nr. 4). Demnach dürfte _Lek_ = -Loch zu deuten sein, wofür auch die Form _L¶o¶cke_ (= Gefängnis) schon -im älteren Rotwelsch (s. A. _Hempel_ 1687 [169]; _Waldheim. Lex._ 1726 -[187]; _Körners Zus. zur Rotw. Gramm._ von 1755 [240]) spricht, ferner -der gleiche Gebrauch von _Loch_ in der _modernen Gaun.- u. Kundenspr._ -(s. z. B. _Rabben_ 83 u. _Ostwald_ [Ku.] 96), bei den _Studenten_ (vgl. -_Kluge_, Studentenspr., S. 18 [schon in älterer Zeit]: _Hundsloch_ = -Karzer), _Schülern_ (s. _Eilenberger_, Pennälerspr. S. 15 u. 42: _Loch_ -= Karzer) und _Soldaten_ (s. _Horn_, Soldatenspr., S. 9 u. 121: _Loch_ = -Arrestlokal) sowie auch wohl in der allgemeinen Umgangssprache (vgl. -dazu u. a. _Blumschein_ in d. Wiss. Beih. zur Zeitschr. des Allg. -Deutsch. Sprachv. III, S. 117).] - -artig, _dof_[235], _g'want_[236] - -Arzt, _Begersins_[237] - -Asche, _Schund_[238] - -Aschenbecher, _Schundschottel_[239] - -[Fußnote 235: ([85] auf S. 63.124) S. angenehm.] - -[Fußnote 236: ([86] auf S. 63.124) S. anmutig.] - -[Fußnote 237: ([87] auf S. 63.124) S. absterben und Amtmann.] - -[Fußnote 238: ([88] auf S. 63.124) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 239: ([89] auf S. 63.124) _Schottel_ (plur.: _Schottle_) = -Schüssel, Büchse (Gefäß, »Gelte«, Geschirr, Korb, Kübel, Schale, Tasse, -Teller, Wanne) ist beliebt in zahlreichen _Zusammensetzungen_ für -allerlei Behältnisse, so (außer _Schundschottel_) noch: _Lehmschottel_ = -Brotbüchse, _Soreschottel_ = Erbsen- od. Linsenschüssel, aber auch -Pfefferbüchse u. Porzellantasse, _Schmunkschottel_ = Fettbüchse, -_Bossertschottel_ = Fleischbüchse, _Flößlingschottel_ = Heringbüchse, -_Süßlengschottel_ = Kaffeetasse, aber auch Zichorienbüchse, -_Staubschottel_ = Mehlschüssel, _Gleisschottel_ = Milchgefäß, -eigtl. Milchschüssel, _Hornikelgielblättlingschottel_ = -Ochsenmaulsalatschüssel, _Horbogebossertschottel_ = Rindfleischbüchse, -_Spronkertschottel_ = Salzbüchse, _Schwächschottel_ = Trinkgeschirr, -Trinkschale, _Pfladerschottel_ = Waschbecken. Mit _Schottel_ am Anfang -ist dagegen nur _eine Zus._ gebildet worden, nämlich _Schottelpflanzer_ -= Korbmacher. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 95, 98 (_Schodel_ = Schüssel, _Schottel_ = Korb, -_Schottelpflanzer_ = Korbmacher); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_Schottel_ = -Kachel); _Schwäb. Händlerspr._ 481, 483, 488 (_Schottele_ = Korb, Glas -[in _Pfedelb._ (212): Schoppen], Wanne, _Schottelepflanzer_ = -Korbmacher). _Etymologie_: Die Vokabel, die sonst im Rotw. auch in der -Form _Schuttel_ vorkommt (s. z. B. _Pfister_ bei _Christensen_ 1814 -[330]), ist doch wohl nur eine (dialekt.) Veränderung von uns. -gemeinspr. »Schüssel« (mnd. _schottel_ od. _schuttel_ [_Weigand_, W.-B. -II, Sp. 805]); s. _Günther_, Rotwelsch, S. 52; vgl. auch _Groß'_ Archiv, -Bd. 46, S. 31.] - -Ast (Baumast), _Sprate_[240], _Stenz_[241] [63.125] - -Attest, _Kritzler_[242] - -[Fußnote 240: ([90] auf S. 63.125) _Sprate_ hat auch die allgemeinere -Bedeutung von »Stecken« od. »Stock«. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 (_Sprade_ = Stock); _ebenso_: -_Pfulld. J.-W.-B._ 345 u. _Schwäb. Händlerspr._ 487. Die _Etymologie_ -ist unsicher. Da sich jedoch in der _Pfälzer Händlerspr._ (439) die Form -_spte_ = Stock findet, könnte man vielleicht an unser gemeinsprachl. -»_Spaten_« denken, das verwandt ist mit dem griech.-lat. _spatha_ = -»zweischneidiges Schwert« u. dergl. (s. Näh. bei _Weigand_, W.-B. II, -Sp. 904), ital. _spada_, auch rotw. (z. B. bei _Pfister_ bei -_Christensen_ 1814 [330]) _Spaden_ = Degen (vgl. dazu _Pott_ II, S. 17; -_Günther_, Rotwelsch, S. 37).] - -[Fußnote 241: ([91] auf S. 63.125) _Stenz_ heißt ebenfalls eigentlich -»Stock« (»Stecken«), bedeutet dann aber auch (die damit ausgeteilten) -Prügel (auch im plur. _Stenze_ = Schläge). _Zus._ damit: _Dercherstenz_ -= Bettelstab; _Ableitgn._: zunächst das Zeitw. _stenzen_ = hauen, -prügeln, schlagen (_Zus._ _niederstenzen_ = niederschlagen, _verstenzen_ -= verhauen, _zustenzen_ = zuschlagen) u. davon wieder das Subst. -_Stenzerei_ = Schlägerei (Fehde). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 68, 72, 76 (_Stenz_ = -Stock, _Flatter-_ od. _Flosserstenz_ = Schirm; _stenzen_ = durchhauen); -_Schwäb. Händlerspr._ 487, 488 (_Stenz_ od. _Stanz_ [in _Pfedelb._ -(213): auch _Stenzling_] = Stock, _Stenz kriegen_ = Prügel bekommen; -Nebenbdtg. [483]: »Louis«; in U. [215]: _stenzen_ = schlagen, in -_Pfedelb._ [213] dagegen = stehlen). Über weitere Belege im Rotw. sowie -die (nicht sichere) _Etymologie_ s. das Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, -S. 76 u. Anm. 1 u. 2 (unter »Stanzer«) vbd. m. Bd. 56, S. 59, Anm. 1.] - -[Fußnote 242: ([92] auf S. 63.125) _Kritzler_ hat noch die Bedeutgn.: -Brief, Dokument, Schreiben oder Schrift, Urkunde, Zettel. Dazu folgende -_Zusammensetzgn._: a) mit _Kr. vorne_: _Kritzlerbukler_ = Briefträger, -Postbote, _Kritzlerrande_ = Brieftasche, auch Papiersack, _Kritzlerbich_ -od. _-lobe_ = Papiergeld, _Kritzlerpflanzer_ = Papiermacher, -_Kritzlerrädling_ = Postwagen; b) mit _Kr. hinten_: _Dercherkritzler_ = -Bettelbrief, _Schnurrantekritzler_ = Komödienzettel (Programm), -_Sprauskritzler_ = Steckbrief (ein wohl aus der Zigeunersprache -übernommenes Wortspiel [vgl. schon »Vorbemerkg.«, S. 18, Anm. 46], -worüber das Näh. noch unter »Steckbrief«), _Begerkritzler_ = -Totenschein. Als _Verbindg._ erscheint _lenker_ od. _schofler Kritzler_ -= Steckbrief (vgl. Näh. schon oben S. 121, Anm. 223 u. Anm. 224). _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 480 -(_Kritzler_ = Brief); auch _Pleißlen der Killertaler_ 435 (Bedtg.: -Brief, auch [nach _Kapff_ 213]: Paß, Wandergewerbeschein; _kritzle[n]_ = -schreiben). In der Pennälersprache bedeutet _Kritzler_ den Federhalter -(s. _Eilenberger_, S. 38). Der _Etymologie_ nach gehört der Ausdr. -jedenfalls zu unserem gemeinspr. Zeitw. _kritzeln_ = »kratzend fein -schreiben«, Dim. von d. ält. nhd. u. mhd. _kritzen_, ahd. _krizôn_ = -»einritzen«, vielleicht mit Kreis verw., aber schwerlich zu kratzen (s. -_Weigand_, W.-B. I, Sp. 1155); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, -Sp. 771.] - -aufbewahren, _aufschurela_[243] [63.126] - -aufbrechen, _aufschurela_ - -aufdecken, _aufschurela_ - -aufessen, _aufbiken_, _aufbutten_, _aufkahla_[244] - -auffallen, _aufbohlen_[245] - -aufgeblasen sein s. hoffärtig (stolz) sein - -aufhängen, _aufschnüren_[246] - -aufheben, _aufschurelen_[243] - -aufhenken s. aufhängen - -aufhören, _sich (auf)schupfen_ (bes. als Imperat.: hör' auf, _schupf -dich [auf]_)[247] - -[Fußnote 243: ([93] auf S. 63.126) S. abbiegen.] - -[Fußnote 244: ([94] auf S. 63.126) S. (betr. alle drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 245: ([95] auf S. 63.126) S. abfallen.] - -[Fußnote 246: ([96] auf S. 63.126) Das einfache _schnüren_ = erhängen, -hängen (henken) ist schon dem ältesten Rotwelsch (so z. B. dem _Lib. -Vagat_ [55: _schnuren_]) bekannt gewesen. Aus dem _verw. Quellenkr._ -vgl. _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_schüren_ [sic] = henken u. _geschürt_ -[sic] _werden_ = gehenkt werden); _W.-B. des Konst. Hans_ 257 -(_g'schürt_ [sic] = gehängt); _Schöll_ 271 (_schmieren_ [sic] = hängen, -aber richtig [273]: _die Geschnürten_ = die Gehängten); _Pfulld. -J.-W.-B._ 337, 340 (_schnüren_ = aufhenken, _schniren_ = henken). -_Etymologie_: Der Ausdr. ist wohl nichts anderes als eine -Begriffsverengerung unseres gemeinsprachl. schnüren. Vgl. A.-L. 602, -vbd. m. _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1407, Nr. 1; s. auch _Horn_, -Soldatensprache, Sp. 124 u. Anm. 6.] - -[Fußnote 247: ([97] auf S. 63.126) Die Aufforderung _schupf dich_ (od. -_schupf dich auf_) ist auch wiedergegeben durch »sei ruhig«, »schweig -still« od. »halts Maul« (für letzteres auch: _schupf' de' Giel_ [s. -unter »Maul«]). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. -Händlerspr._ 487 (_schupf dich auf_ = still). _Etymologie_: Die auch -schon dem älteren Rotwelsch bekannte Wendung (s. schon A. _Hempel_ 1687 -[169: _schuff dich_ = pack dich]) braucht nicht erst mit A.-L. 599 auf -hebr. Ursprung zurückgeleitet zu werden, sondern gehört wohl (wie das -schles. _schupf dich_ = »setz' dich nieder« [s. _Grimm_, D. W.-B. IX, -Sp. 2010, Nr. 4, d] u. das schwäb. _verschupfen_, _ab-_, _wegschupfen_ = -wegschieben, -stoßen [s. v. _Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 481 u. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1322]) einfach zu unserem mundartl. -Zeitwort _schupfen_ (od. schuppen) = schieben; vgl. dazu auch _Groß'_ -Archiv, Bd. 47, S. 145, 146. Dort insbes. auch Näh. über _schupfen_ = -backen, eine Bedeutung, die ebenfalls in _Wittichs_ Jenisch bekannt ist. -Dazu die _Ableitungen_: _Schupfer_ = Bäcker, jedoch nur in der _Zus._ -_Lehmschupfer_, fem. _-ere_ (d. h. eigtl. »Brotbäcker[in]«; vgl. dazu -die weitere Zus. _Lehmschupferhitzling_ = Backofen) u. _Schupferei_ = -Bäckerei. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. -Hans_ 254 (_Leemschlupfer_ [sic] = »Beck«); _Pfulld. J.-W.-B._ 337 -(_Lächumschupfer_); _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_schupfen_ = backen, -_Schupferei_ = Bäckerei, _Lêmschupfer_ [in _Pfedelb._ (208): auch -_Schupferbink_] = Bäcker).] - -aufladen, _aufschurelen_[248] [63.127] - -auflaufen, _aufbosten_ (_-tet_)[249] - -auflesen, _aufschurela_[248] - -aufmachen, _aufschurelen_, _aufpflanzen_ (Spr.)[250] - -aufnähen, _aufstichlen_[251] - -aufrichtig, _dof_[252] - -aufsagen, _aufschmusen_[253] - -aufschlagen, _aufguffen_[254] - -[Fußnote 248: ([98] auf S. 63.127) S. abbiegen.] - -[Fußnote 249: ([99] auf S. 63.127) S. abgehen.] - -[Fußnote 250: ([100] auf S. 63.127) S. anbrennen.] - -[Fußnote 251: ([101] auf S. 63.127) Mit _stichle(n)_ = nähen ist ferner -noch zusammengesetzt _ei'stichle_ = einnähen. _Ableitungen_: _Stichler_ -= Schneider (vgl. dazu _Stichlersmoss_ = Schneidersfrau) u. _Stichlere_ -= a) Schneiderin, b) Nadel. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._); -_Dolm. der Gaunerspr._ 96, 98 (_Stichler_ = Schneider, _Stichlerin_ = -Näherin); _Pfulld. J.-W.-B._ 345 (_Stichler_ = Schneider); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 73 (ebenso); _Schwäb. Händlerspr._ 484, 486 -(ebenso, doch _Stichler_ auch = Metzger [wie _nur_ so im _Pleißlen der -Killertaler_ 436]; _sticheln_ = nähen). Zur _Etymologie_ (v. deutsch -_sticheln_, d. h. eigtl. »Stiche machen« [beim Nähen usw.]) s. Näh. in -_Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 24 u. 76 (unter »Stichling« u. »Stich[e]ler« -[= Schneider]). Über das stammverwandte _Stichling_ = Gabel s. unter -diesem Worte.] - -[Fußnote 252: ([102] auf S. 63.127) S. angenehm.] - -[Fußnote 253: ([103] auf S. 63.127) S. ansagen.] - -[Fußnote 254: ([104] auf S. 63.127) Weitere _Zus._ mit _guffe(n)_ -(_-fa_) = schlagen (prügeln, auch fechten) sind noch: _einguffen_ = -einhauen, einschlagen, _niederguffa_ = niederschlagen, _verguffen_ = -verhauen, _zuguffen_ = zuschlagen. _Ableitungen_: _Guffe_ = Schläge -(wenn nicht bloß subst. Infin.), _Guf(f)es_ = Hieb(e), Prügel; -_Guf(f)erei_ = Fehde, Schlägerei, auch _Guffer_ in den _Zusammensetzgn._ -_Galmeguffer_ = Lehrer, Schullehrer (eigtl. »Kinderprügler«) u. -_Hertling-_ od. _Kiesguffer_ = Steinhauer, Steinmetz. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 255 (_guft_ = geschlagen); -_Pfulld. J.-W.-B._ 343-345 (_gufen_ = schlagen, prügeln, _niedergufen_ = -niederschlagen, _Gufes_ od. _Guves_ = Prügel, Schlag, Streich); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 68, 72, 74 (_guffen_ = schlagen, _Guffer_ = -»Bickel« [d. h. Spitzhacke], Meißel, _Gufferei_ = Schlägerei); _Schwäb. -Händlerspr._ 483, 485-487 (_guffen_ = prügeln, schlagen, _Galmeguffer_ = -Lehrer [in U. (214): _Galme¶n¶guffer_, in _Pfedelb._ (211): Form ebenso, -Bedeutg. spezieller: Oberlehrer, während der »Unterlehrer« -_Schrazeskneppler_ (vgl. dazu: _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 140) heißt], -_Hertlingguffer_ = Steinhauer; speziell in _Pfedelb._ [212, 213] ferner -noch: _Gufes_ = Schläge, _Gufferei_ = Schlägerei, _Galmegufferei_ = -Schule u. _Guffertemente_ = Ohrfeige). Vgl. auch noch _Pfälz. -Händlerspr._ 438 (_kuffese_ = schlagen). Über weitere rotw. Belege sowie -die _Etymologie_ des Wortes (vom mundartl. [ält. bayr.] _Goffe_ = -»Hinterbacke«) s. das Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 137 u. Anm. 2; -vgl. auch _Weber-Günther_, S. 178 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. -905 (der in der Endung _-es_ bei _Guf[f]es_ das hebr. _-ôth_ erblickt -[vgl. »Vorbemerkg.«, S. 13, Anm. 32]).] - -aufschreiben, _auffeberen_[255] [63.128] - -aufsehen, _auflinzen_[256] - -aufspielen (zum Tanz), _aufnikla_[257] - -aufsuchen, _aufschurele_[258] - -aufwachen, _aufdurme_[259] - -[Fußnote 255: ([105] auf S. 63.128) S. abschreiben.] - -[Fußnote 256: ([106] auf S. 63.128) S. anschauen.] - -[Fußnote 257: ([107] auf S. 63.128) Das einfache _nikle(n)_ (-la) hat -die doppelte Bedeutung von a) = tanzen u. b) = »spielen«, d. h. -musizieren (daher auch _vornikle_ = a) vortanzen u. b) vorspielen), -während _nur_ die _erstere_ (u. wohl jedenfalls ursprünglichere [vgl. -die rotw. Belege u. die Etymologie]) festgelegt ist in _herum-_ (od. -_umher-_) _nikla_ (-le) = herum- (od. umher-) tanzen. _Ableitungen_: -_Nikler_ = a) Tänzer, b) Musikant, Spieler (Zus.: _Vornikler_ = -Vortänzer); fem.: _Niklere_ = Tänzerin; _Niklerei_ = Tanz, Theater, -_Nikelei_ (besser wohl gleichfalls _Niklerei_[?]) = Musik, Spiel. Mit -dem Stamm des Zeitw. (_nikel-_) sind gebildet die _Zus._: _Nikelkitt_ = -Komödienhaus u. _Nikelschure_ = Klarinette od. Klavier (vgl. auch -_Nikleschure_ = Leierkasten, während für »Harfe« und »Harmonika« das -vollere _Niklengschure_ angeführt ist). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 255 (_nikle_ = tanzen [wohl -zugleich der früheste Beleg]); _Schöll_ 272 (_niklen_ = tanzen); -_Pfulld. J.-W.-B._ 345 (_nikeln_, Bedeutg. ebenso); _Schwäb. -Händlerspr._ (_Lütz._ [215]: _nickle[n]_ = tanzen). Die _Etymologie_ des -Wortes ist zwar nicht ganz sicher, doch liegt es jedenfalls viel näher, -es mit _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 2028 (wie d. schwäb. _nickle(n)_ -= »Kopf und Nacken hin- und herbewegen«) zu unserem Zeitw. _nicken_ zu -stellen, als es mit _Stumme_, S. 20 mit dem hebr. _niggên_ = »Musik -machen« in Zusammenhang zu bringen, zumal ja die ursprünglichere -Bedeutg. doch wohl zweifelsohne »tanzen« gewesen ist.] - -[Fußnote 258: ([108] auf S. 63.128) S. abbiegen.] - -[Fußnote 259: ([109] auf S. 63.128) Das Zeitw. _durme(n)_ bedeutet: -schlafen, (schlummern), dann auch: liegen, ruhen; daher: _aufdurme_ -eigtl. wohl = »aufhören zu schlafen«; weitere _Zus._ sind noch: -_ausdurme(n)_ = ausschlafen (vgl. _ausdurmt_ = erwacht), _ei'durme_ = -einschlafen, _herumdurma_ = herumliegen, _hindurmen_ = (sich) hinlegen, -_niederdurmen_ = (sich) niederlegen. _Ableitung_: das Adj. _durmerich_ = -schläfrig. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ -344 (_Durmklamine_ = Schlafzimmer [während schlafen hier durch -_schlaunen_ wiedergegeben]); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74, 77 -(_durmen_ = schlafen, _Durmel_ = Schlaf, _Durmmalfes_ = Schlafrock); -_Schwäb. Händlerspr._ 485 (_durmen_ [in _Pfedelb._ (212): _dormen_] = -schlafen, desgl. in _Pfedelb._ [212]: _dormisch_ = schläfrig, _i hab -Darming_ = ich bin schläfrig u. _Dormmalfes_ = Schlafrock). Vgl. auch -_Pfälz. Händlerspr._ 437 (_durme_ = schlafen). Über weitere Belege im -Rotw. usw. (seit Anf. des 17. Jahrh.) sowie über die _Etymologie_ -(zunächst vielleicht vom deutsch. mundartl. _durmeln_ [turmeln u. ä.]) = -taumeln, schlummern, leicht schlafen, _Durmel_ [Turmel u. ä.] = Taumel, -Schläfrigkeit, leichter Schlaf [mhd. _türmeln_, _turmeln_ = taumeln, -_türmel_, _turmel_ = Taumel, Schwindel (vgl. _Grimm_, D. W.-B. II, Sp. -1733 ff; _Schmeller_, _Bayer. W-B. I_, Sp. 621/22 u. a. m.)], das aber -auch wohl vom französ. _dormir_ [in letzter Linie also vom lat. -_dormire_] beeinflußt worden [vgl. »Vorbemerkung«, S. 10, Anm. 25 u. 26) -s. Näheres bei _Weber-Günther_, S. 172 u. 174, Anm. 2 vbd. mit _Pott_ -II, S. 17, A.-L. 534 u. _Günther_, Rotwelsch, S. 23, vgl. auch -_Fischer_, Schwab. W.-B. II, Sp. 500 (unter »durme[n]« vbd. mit Sp. 499 -(unter »Durmel«).] - -aufwaschen, _aufpfladeren_[260] [63.129] - -aufzehren s. aufessen - -Augapfel, _Scheinlingbommerling_[261] - -Auge, _Scheiling_[261] - -Augenbrauen, _Scheinlingstrauberts_[262] - -Augenwasser, _Scheinlingflu(h)te_[263] - -ausbeißen, _ausnäpfen_[264] - -[Fußnote 260: ([110] auf S. 63.129) S. abwaschen.] - -[Fußnote 261: ([111] auf S. 63.129) Wörtl. Übersetzg. aus dem Deutschen -in Übereinstimmg. auch mit der Zigeunerspr. (s. _Liebich_, S. 140 u. -178). Mit _Schei(n)ling_ = Auge (Blick) sind noch zusammengesetzt auch: -_Scheinlingstrauberts_ (d. h. eigtl. »Augenhaare«) = Augenbrauen (s. d. -betr. die Zigeunerspr.) u. _Scheinlingflu(h)te_ = Augenwasser. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 89 (_Scheinling_ = -Auge); _Schöll_ 271 (ebenso); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 342 (ebenso, -Nebenbdtg. auch: Licht); _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_Scheinling[e]_ = -Augen [in _Pfedelb._ (209) auch = Brille]). Vgl. auch _Pleißlen der -Killertaler_ 435 (_Schenling_ = Augen, Fenster). Zur _Etymologie_ des — -auch sonst im Rotwelsch (etwa seit Anf. des 18. Jahrh.) öfter -begegnenden — Wortes (mit den Nebenbedeutgn. »Fenster« [so schon bei A. -_Hempel_ 1687 (168: _Schein¶d¶ling_)], »Laterne« [s. schon _Hermann_ -1818 (336)], »Spiegel« [s. _Fröhlich_ 1851 (410); vgl. A.-L. 597 u. -Neuere] u. ä. m.) — vom deutsch. Zeitw. _scheinen_ — s. -_Weber-Günther_, S. 186 vbd. mit _Pott_ II, S. 20 u. A.-L. 597.] - -[Fußnote 262: ([112] auf S. 63.129) Mit _Strauberts_ = Haar(e), -(Borsten) sind noch folgende _Zus._ gebildet worden: a) am _Anfang_ -stehend: _Straubertsschure_ = Haarnadel, Haaröl u. Kamm, -_Straubertski(e)bes_ = Lockenkopf; b) ans _Ende_ gesetzt: -Ki(e)besstrauberts = Haupt-, Kopfhaar, _Trabertstrauberts_ = Pferdehaar, -_Groenikelsstrauberts_ = Schweinsborsten, _Jerusalemfreundsstrauberts_ -(d. h. »Schafhaare«) = Wolle (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der -Zigeunerspr.). Als _Verbindgn._ kommen vor: _Straubertspflanzen_ (d. h. -etwa »Haare machen«) = kämmen, _nobis Strauberts_ (d. h. »keine Haare«) -= kahl sowie das längere _nobis Strauberts auf dem Ki(e)bes_ = Kahlkopf. -Eine _Ableitg._ ist das Adj. _straubertsich_ = haarig. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_Straupert_ = Haar); -_Schöll_ 271 (_Straubert_); _Schwäb. Händlerspr._ 479, 481 (_Straubert_ -[in _Pfedelb._ (210) auch _Straub_ od. _Straupert_ = Haar, letztere Form -sowie [in _Pfedelb._ (208) auch _Straub_] auch = Bart [womit schon das -ältere Rotwelsch übereinstimmt, s. u. a. W. _Scherffer_ 1650 (160)). -Vgl. noch _Metzer Jenisch_ 216 (_Straubert_ = Haar). Der _Etymologie_ -nach gehört das Wort wohl zu unserem Zeitw. _(sich) sträuben_, d. h. -»sich starr empor richten (vom Haar)« (s. _Weigand_, W.-B. II, Sp. 984). -Über das -s am Ende s. schon »Vorbemerkung«, S. 12, Anm. 29.] - -[Fußnote 263: ([113] auf S. 63.129) Betr. _Flu(h)te_ s. abbrühen.] - -[Fußnote 264: ([114] auf S. 63.129) S. abbeißen.] - -ausblasen, _auspflanzen_[265] [63.130] - -ausbrechen, _auspfiche_[266] - -ausbrennen, _ausfunken_[267] - -ausbürsten, _ausschurele_[268] - -ausessen, _ausbiken_, _ausbutten_, _auskahla_[269] - -ausfahren, _ausruadlen_[270] - -ausfegen, _ausschurele_[268] - -ausforschen, _ausbutschen_[271], _auslinzen_[272]; vgl. forschen - -ausfragen, _ausbutchen_[271] - -ausgeben, _ausdogen_[273] - -ausgehen, _ausbosten_[274] - -ausgekleidet, _auskluftet_[275] - -ausgeschlafen, s. ausschlafen - -auskleiden, _auskluften_[276] - -auskochen, _aussicheren_[275] - -auslachen, _ausschmol(l)en_[277] - -auslassen, _bremsere_[278], _Bremser schmusen_[279] - -[Fußnote 265: ([115] auf S. 63.130) S. anbrennen.] - -[Fußnote 266: ([116] auf S. 63.130) S. abgehen.] - -[Fußnote 267: ([117] auf S. 63.130) S. abbrennen, vgl. anzünden.] - -[Fußnote 268: ([118] auf S. 63.130) S. abbiegen.] - -[Fußnote 269: ([119] auf S. 63.130) S. (zu allen drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 270: ([120] auf S. 63.130) S. abfahren.] - -[Fußnote 271: ([121] auf S. 63.130) S. anfragen.] - -[Fußnote 272: ([122] auf S. 63.130) S. anschauen.] - -[Fußnote 273: ([123] auf S. 63.130) S. abgeben.] - -[Fußnote 274: ([124] auf S. 63.130) S. abgehen.] - -[Fußnote 275: ([125] auf S. 63.130) S. ankleiden.] - -[Fußnote 276: ([126] auf S. 63.130) Stammwort: _sicheren_ = kochen -(braten); vgl. dazu: _gesichert_ (= gekocht, gebraten) in den Verbindgn. -_gesicherter Babingermass_ od. _Strohbutzerbossert_ = Gänsebraten u. -_gesicherter Jo(h)le_ = Glühwein,Punsch; _nobis gesichert_ = ungekocht; -ferner (als _Zus._ mit dem Stamm _sicher-_): _Sicherbenk_, _-fiesel_ -oder _-kaffer_ = Koch. _Ableitung_: _Sichere_ = Küche (u. dazu -_Sichereglitschin_ = Küchenschlüssel). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95 (_sichern_ = kochen, _Sicherei_ -= Küche); _W.-B. des Konst. Hans_ 254, 257 (_Sicherey_ od. _Zicherey_ = -Küche); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 340, 342, 344 (_sichern_ = aussieden, -schmälzen, _gesichert_ = gesotten, _versichern_ = ausschmälzen, -_Sicherei_ = Küche); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 69, 72 (_sichern_ = -kochen, _gesichert_ = gekocht, _Sichere_ = Küche); _Schwäb. Händlerspr._ -483 (_sichern_ = kochen, in _Pfedelb._ [210, 211]: _gesichert_ = -gesotten u. _Sichere_ = Küche). Über die unsichere _Etymologie_ -(vielleicht vom hebr. sîr = »Topf«) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 51.] - -[Fußnote 277: ([127] auf S. 63.130) S. anlachen.] - -[Fußnote 278: ([128] auf S. 63.130) Was hier unter »auslassen« zu -verstehen ist, ergibt sich aus der deutlicheren Bezeichnung bei _Kapff_ -in seinen Ergänzungen zur _schwäb. Händlerspr._ (_Lütz._ 214: -_bremse[n]_ = »furzen«, _Bremser_ = »Furz«). Die _Etymologie_ bleibt -unsicher, doch könnte man vielleicht an einen Vergleich mit dem -knarrenden Geräusch des Bremsens denken; vgl. etwa auch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. I, Sp. 1395 (unter »bremse[n]«, Nr. 5: _bremse[n]_ = -»prickeln in der Nase, z. B. vom kohlensaurem Getränke«).] - -auslaufen, _ausbosten_[280] [63.131] - -auslöschen s. löschen - -ausrechnen, _ausschurele_[281] - -aussagen, _ausschmusen_[282] - -ausschalten, _ausstämpfen_[283] - -ausschimpfen, _ausstämpfen_ - -ausschlafen, _ausdurmen_[284], _ausschlauna_[285] - -ausschreiben, _ausfeberen_[286] - -aussehen, _auslenzen_[287] - -ausspotten, _ausschmol(l)en_[288] - -aussprechen, _ausschmusen_[289] - -[Fußnote 279: ([129] auf S. 63.131) Zu dieser Redensart s. (betr. -_schmusen_) das Näh. unter »ansagen«.] - -[Fußnote 280: ([130] auf S. 63.131) S. abgehen.] - -[Fußnote 281: ([131] auf S. 63.131) S. abbiegen.] - -[Fußnote 282: ([132] auf S. 63.131) S. ansagen.] - -[Fußnote 283: ([133] auf S. 63.131) S. Ärger.] - -[Fußnote 284: ([134] auf S. 63.131) S. aufwachen.] - -[Fußnote 285: ([135] auf S. 63.131) Das Zeitw. _schlanne(n)_ (-na) -entspricht in seinen Bedeutgn. (schlafen [schlummern], liegen, ruhen) -ganz dem Syn. _durme(n)_, so auch in den _Zus._, nämlich (außer -_ausschlauna_ [wozu zu vgl.: _ausg'schlaunet_ = erwacht]) noch -_einschlauna_ = einschlafen, _herumschlauna_ = herumliegen, -_hinschlaunen_ = (sich) hinlegen, _niederschlaune_ = (sich) niederlegen. -_Ableitung_: das Adj. _schlaunerich_ = schläfrig. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 98 (_schlaunen_ = schlafen); -_W.-B. des Konst. Hans_ 256 (_schlauna_ = schlafen); _Schöll_ 271 -(_Schlauna_ = Schlaf); _Pfulld. J.-W.-B._ 339, 342, 344 (_schlaunen_ = -schlafen, _verschlaunen_ = einschlafen, _nobus schlaune_ = schlaflos -sein, _Schlane_ = Schlaf, _Schlaunklamine_ = Schlafzimmer, -_Schlaumalfes_ [sic] = Schlafrock, _schlaunerig_ = schläfrig); _Schwäb. -Händlerspr._ (_Lütz._ 215: _schlaune[n]_ = schlafen). _Etymologie_: Der -Ausdruck, der sich bis in den _Lib. Vagat._ zurückverfolgen läßt (s. -dort 55: _schlun_ = schaffen [lies: schlaffen]) stammt her von einem in -deutsch. Mundarten bekannten Zeitwort (z. B. alemann: _schlunen_). S. -_Pott_ II, S. 17, A.-L. 601 (unter _schlonen_), _Kluge_, Unser Deutsch -(2. Aufl.), S. 81 vbd. mit W.-B. (7. Aufl.), S. 43 (unter »schlummern«) -u. _Stalder_, Schweiz. Idiotikon usw., Bd. II, S. 333 (_schlunen_); vgl. -auch _Weber-Günther_, S. 180. Über das stammverwandte _schlummern_ s. d. -Näh. unter »Herberge«.] - -[Fußnote 286: ([136] auf S. 63.131) S. abschreiben.] - -[Fußnote 287: ([137] auf S. 63.131) S. anschauen.] - -[Fußnote 288: ([138] auf S. 63.131) S. anlachen.] - -[Fußnote 289: ([139] auf S. 63.131) S. ansagen.] - -ausspülen, _auspfladera_[290] [63.132] - -ausstehlen, _ausschniffen_[291], _ausschoren_[292] - -austreten (schwer), d. h. cacare, _fu(h)la_, _schmelza_[293], -_schunden_[294] - -austreten (leicht), d. h. _mingere_, _flösle_[295] - -[Fußnote 290: ([140] auf S. 63.132) S. abwaschen.] - -[Fußnote 291: ([141] auf S. 63.132) S. anfassen.] - -[Fußnote 292: ([142] auf S. 63.132) Das Zeitw. _schoren_ (z'schore -[Spr.]) = stehlen (entwenden), (be)rauben), findet sich noch in d. -_Zus._: _herausschoren_ = herausstehlen u. _wegschoren_ = wegstehlen. -_Ableitungen_: _Schorer_ = Dieb, Räuber (vgl. dazu _Schorerulma_ = -Diebesbande) u. _Schorerei_ = Diebstahl. Mit dem stammverw. Hauptw. -_Zschor_ = Dieb, Räuber, dagegen ist zusammenges. _Zschor-Kitt_ = -Diebesherberge. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des -Konst. Hans_ 253, 255, 257, 260 (_schornen_ = stehlen, _T'schor_ od. -_Schorne_ = Dieb, _T'schorr-Kitt_ = Diebesherberge, _T'schor-Bais_ = -Diebeswirtshaus, _T'schor-Kaffer_, _-Gaya_ = Mann [bzw. Frau], der [die] -gestohlene Sachen kauft); _Schöll_ 268, 271-73 (_dschornen_ = stehlen, -_Dschorn_ = Raub, _Tschor_ = Dieb, »Jauner«); _Pfulld. J.-W.-B._ 337-39, -343, 345 (_schornen_ = stehlen, ausplündern, _Schornen_ = Diebstahl, -_Gschor_ = Dieb, Schelm, Spitzbube); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 75 -(_tschornen_ = stehlen); _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_schôren_ [in U. -(214): _tschōren_] = stehlen). Zur _Etymologie_ der (auch _sonst_ im -Rotwelsch [seit Anf. des 18. Jahrh.] bekannten) Vokabeln — aus der -Zigeunersprache (vgl. Einltg., S. 30) — s. die Angaben in _Groß'_ -Archiv, Bd. 48, S. 326, Anm. 1 u. dazu noch _Jühling_, S. 227 -(_Tschoraben_ = das Stehlen, _Tschormasskäro_ = Dieb) u. _Finck_, S. 92 -(_tšōr_ = »Dieb, Räuber«, _tšōr[d]_- = »stehlen, rauben«); -vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 432 (unter »Tschor[n]« bzw. -»tschor[n]e[n]«).] - -[Fußnote 293: ([143] auf S. 63.132) S. (zu beiden Ausdr.) Abort.] - -[Fußnote 294: ([144] auf S. 63.132) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 295: ([145] auf S. 63.132) Das Zeitw. _flös(s)le(n)_ od. -_flessle_ bedeutet (außer: »harnen«, »pissen«) auch noch »regnen« (Spr.) -u. dementsprechend das Subst. _Flösle_ = a) Harn (»Pisse«, Urin), b) -Regen. Für die Bedeutg. unter a) auch: _Flöslete_. Mit dem Stamm -(_flössel-_) des Zeitw. _flöss(e)le(n)_ erscheinen gebildet die _Zus._ -_Flösselflu(h)te_ = a) Harn (»Pisse«), Urin, b) Regenwasser, -_Flösselnolle_ = Nachthafen, Urintopf u. _Flösselglansert_ = Uringlas, -ferner noch _Flösselreifling_ = Regenbogen u. _Flösselschei_ = Regentag. -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 101 -(_flöslen_ = »Wasser abschlagen«); _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_flößeln_ = -»brunzen«, Nebenbedtg.: beweinen, heulen); _Schwäb. Händlerspr._ 484, -485, 488 (_flößlen_ = mingere, _flößeln_ od. _flößeren_ = regnen [aber -_flôßeren_ = weinen]; dazu in _Pfedelb._ [211] noch _Flößl_ = »Kandel«, -d. h. Dachrinne). Vgl. auch _Pleißlen der Killertaler_ (nach _Kapff_ -[212]: _flüssne[n]_ = mingere). Zur _Etymologie_ von _flös(s)len_ u. ä. -(dessen Bedeutungen im sonstigen Rotwelsch sehr wechseln [vgl. z. B.: a) -_Basler Betrügnisse_ um 1450 (15: _geflösselt_ = ertränkt) u. dann öfter -im 16. u. 17. Jahrh.; b) _Lib. Vagat._ 53 (_flößlen_ = »seichen«) u. -dann öfter (s. oben; vgl. auch noch _Pfister_ 1812 [298: _Flössel_ = -Urin]); c) _D. Schwenter_ um 1620 (140: _flösseln_ = sieden; vgl. _Flos_ -= Suppe); d) _A. Hempel_ 1687 (168: _flösseln_ = weinen); e) -_Schintermicherl_ 1807 (289: _flösseln_ = regnen; vgl. _Flos_ = -Wasser)]) s. A.-L. 541 (unter »Floß«) u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, -Sp. 1585/86 (unter »flössere[n]« u. »flössle[n]«). An erster Stelle -dürfte wohl als Quelle dafür zu betrachten sein das mundartl. _Floß_ für -»kleines fließendes Wasser« (vgl. auch mhd. _vlôz_ = »Fluß, Strömung« u. -a. m. [s. _Weigand_, W.-B. I, Sp. 558 u. 559 unter »Floß« 1 u. 2]), -weiterhin überhaupt das gemein-deutsche _Fluß_ bzw. _fließen_ usw. Vgl. -auch das stammverwandte (rotw. u.) jenische _Flößling_ = Fisch, worüber -d. Näh. noch weiter unten, sowie das alte rotw. _Floßart_ (_Flossert_) -u. ä. = Wasser (vgl. Näh. bei _Weber-Günther_, S. 186).] - -austrinken, _ausschwächen_ (trink aus, _schwäch [a]uf_)[296] [63.133] - -auswaschen s. ausspülen - -ausweinen, _ausglemsa_[297] - -auszahlen, _ausbleisgeren_[298], _auspfreima_, _auszeina_[299] - -auszanken, _ausstämpfen_[300] - -ausziehen, _ausklufta_ (-ten)[301] - -Axt, _Dober_[302] - -[Fußnote 296: ([146] auf S. 63.133) S. Amme.] - -[Fußnote 297: ([147] auf S. 63.133) Zu _glemse(n)_ (-sa) = weinen -(beweinen), heulen, jammern, schreien (als Subst. _Glemsen_ = Tränen, -_Ableitung_: _Glemserei_ = Heulerei) _vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93, 101 (_klemsen_ = heulen, -weinen); _Schwäb. Händlerspr._ (U. [214]: _glimse[n]_ = weinen). Die -_Etymologie_ ist unsicher. _Fischer_, Schwäb. W.-B. hat das Wort nicht -aufgeführt.] - -[Fußnote 298: ([148] auf S. 63.133) S. anzahlen.] - -[Fußnote 299: ([149] auf S. 63.133) S. (zu beiden Ausdr.) abzahlen.] - -[Fußnote 300: ([150] auf S. 63.133) S. Ärger.] - -[Fußnote 301: ([151] auf S. 63.133) S. ankleiden.] - -[Fußnote 302: ([152] auf S. 63.133) Dazu das Diminutiv _Doberle_ = Beil. -In den _verw. Quellen_ m. Wiss. unbekannt u. desgl. wohl im älteren -Rotwelsch (denn in der _Sulzer Zigeunerliste_ v. 1787 [252] ist es nur -als Zigeunerwort — für rotw. _Hekerling_ — aufgeführt), dagegen findet -es sich in einigen Sammlungen des 19. Jahrh. (wie _Pfister_ 1812 [297], -_v. Grolman_ 17 u. T.-G. 84, _Karmayer_ G.-D. 196). Zur _Etymologie_ aus -der Zigeunerspr. (vgl. »Einltg.«, S. 29) s. Näh. bei _Liebich_, S. 162, -180 u. 182 (_tōwer_ = Axt, Beil); _Miklosich_, Beiträge III, S. 20 u. -Denkschriften, Bd. 27, S. 83 (unter »tover«: bei den deutsch. Zig.: -_tover_; vgl. pers. u. hind. _tabar_, kurd. _taver_, armen. _tapar_, -russ. _topor_ usw.); _Jühling_, S. 89 (_Dowär_ = Axt, Beil); _Finck_, S. -89 (_tower_ = »Axt, Beil«).] - - - B. [63.372] - -Bach, _Flu(h)te_[303] - -Bachstelze, _Flu(h)tefläderling_[304]. Häufiger ist indessen die -Bezeichnung _jenischer Fläderling_, d. h. »der jenische Vogel«[305]. -Dieser Name erklärt sich aus dem Aberglauben der fahrenden Leute, daß -sie, wenn sie eine Bachstelze sehen, bald mit ihresgleichen -zusammentreffen werden, und daß dies noch sicherer und früher (und mit -vielen »Fahrenden«) geschehen werde, wenn es sich um mehrere solche -Vögel handelt. Alle jenischen Leute halten felsenfest an diesem Glauben, -den sie jedenfalls von den Zigeunern übernommen haben, bei denen die -Bachstelze noch eine andere, besondere Bedeutung hat, so daß sie von -ihnen ausschließlich als ihr _romano tschirklo_, d. h. »Zigeunervogel« -angesehen wird[306]. - -[Fußnote 303: ([1] auf S. 63.372) S. abbrühen.] - -[Fußnote 304: ([2] auf S. 63.372) Betr. _Fläderling_ s. Adler.] - -[Fußnote 305: ([3] auf S. 63.372) Der Ausdruck _jenisch_ ist hier, wie -die nachfolgenden Bemerkungen _Wittichs_ im Text zeigen, in dem Sinne -von »zu den fahrenden Leuten gehörig« oder »auf sie Bezug habend« (vgl. -»Vorbemerkung«, S. 5 u. Anm. 7) genommen. Übereinstimmend damit die -weiteren Verbindungen: _jenischer Benk_ (Benges) od. _Fi(e)sel_ = -»fahrender Bursche«, _jenische Moss_ u. _Model_ = »fahrende Frau« u. -»fahrendes Mädchen«, _jenische Ulma_ = »fahrende Leute«. Bemerkt sei -hierzu noch, daß nach _Jühling_, S. 220 von den Zigeunern »alle -herumziehenden Leute«, die »_nicht_ Zigeuner« sind, als _Chalo-Jenische_ -(zu _Chalo_ = Fresser [ebds. S. 220]?) bezeichnet werden. Im übrigen -vgl. betr. die _Etymologie_, die verschiedenen _Bedeutungen_ u. die -_Belege_ für das Wort _jenisch_ (im Rotw. usw.) die ausführl. Angaben in -m. »Vorbemerkg.«, S. 4, Anm. 6 ff.] - -[Fußnote 306: ([4] auf S. 63.372) Bestätigt ist dieser Ausdruck auch von -_Liebich_, S. 156, 165 u. 180 u. _Finck_, S. 92 (_rómeno tširklo_), -die jedoch beide keine Erklärung hinzugefügt haben. Näheres darüber soll -sich nach einer Mitteilg. _Wittichs_ in seinen (auch von _Groß_, Handb. -für Untersuchungsrichter, S. 511, Amn. 2 a. E. angeführten) Aufsätzen im -Jahrg. 1912, Heft 1 der »Mitteilungen über die Vogelwelt« (S. 89, 212 -ff.) finden, die ich leider nicht einsehen konnte.] - -backen, _schupfen_[307] [63.373] - -Bäcker (Bäckermeister), _Lehmschupfer_, d. h. eigtl. (genauer) -»Brotbäcker«[307][308] - -Bäckerei, _Schupferei_[307] - -Bäckerin, _Schupferin_[307] - -Backofen, _Lehmschupferhitzling_[309] - -Backstein, _Kittleskies_, d. h. »Hausstein«[310] - -[Fußnote 307: ([5] auf S. 63.373) S. aufhören.] - -[Fußnote 308: ([6] auf S. 63.373) _Lehm_ (od. [seltener] _Lechem_) = -Brot kommt auch noch in folgenden _Zusammensetzgn._ vor: a) _im Anfang_ -stehend: _Lehmschottel_ = Brotbüchse, _Lehmrande_ = Brotsack, -_Lehmschure_ = Brotschrank; b) _ans Ende_ gesetzt: _Dercherlehm_ = -Bettelbrot, _Schmunklehm_ = Butterbrot, _Lanengerlehm_ od. _-lechem_ (d. -h. »Soldatenbrot«) = Kommißbrot (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. -Zigeun.), _Schoflelehm_ od. _Schofellechem_ (Spr.) = Schwarzbrot, -_Dofelehm_ od. _dofer Lehm_ (Spr.) = Weißbrot, _Süßlinglehm_ = -Zuckerbrot. Betr. die Vermutung, daß auch _Boslem_ = Exkremente zu -_Lehm_ zu ziehen s. schon oben unter »After«. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91 (_Lechem_ od. _Lehm_ = Brot, -_schofel —_, _gehechelter —_ (= schwarzes, weißes Brot); _W.-B. des -Konst. Hans_ 254 (_Leham_ = Brot, _Lehmschlupfer_ [sic] = Bäcker); -_Schöll_ 271 (_Lehem_ = Brot); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 338 (_Lächum_ = -Brot, _Lächumschupfer_ od. _Lemer_ = Bäcker, _Lächumrande_ = Brotsack); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 67 (_Lechum_ od. _Lehm_ = Brot, -_Kafferlechum_ = Bauernbrot); _Schwäb. Händlerspr._ 479, 480 (_Lêm_ [in -_Pfedelb._ (209): _Lehm_] od. _Lechem_ = Brot, _Lêmschupfer_ = Bäcker, -in _Pfedelb._ [208]: _Kafferlehm_ = Bauernbrot). S. auch noch _Pfälz. -Händlerspr._ 436, 437 (_Lêchem_ od. _Leachem_ = Brot, _Finne Lêchum_ = -Stück Brot) u. _Metzer Jenisch_ 216 (_Lēm_). Zur _Etymologie_ (vom -gleichbed. hebr. _lĕchĕm_) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 25, 26 -(dort in den Anmerkgn. auch über die sonst. Belege im Rotw.); vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 157/58 (unter »Legem«) u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. -IV, Sp. 1081 u. 1082 (unter »Lechem« u. »Lehm«).] - -[Fußnote 309: ([7] auf S. 63.373) Mit _Hitzling_ = Ofen (_am Anfang_) -sind noch folgende _Zus._ gebildet: _Hitzlingschwä(t)zling_ = Ofenruß -(s. d. betr. _Schwetzling_ [wohl für Schwärzling] = Ruß), -_Hitzlingpflanzer_ od. _-schenegler_ = Ofensetzer, _Hitzlingbossert_ = -Rauchfleisch. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 89, 91 (_Hitzling_ = Ofen, _Lechem-_ od. _Lehmhitzling_ = -Backofen); _Schöll_ 271 (_Hitzling_ = Ofen, aber auch = Sonne); _Pfulld. -J.-W.-B._ 337, 343 (_Hitzling_ = Ofen, _Lächumschupferhitzling_ = -Backhaus); _Schwäb. Händlerspr._ 487 (_Hitzling_). Zur _Etymologie_ des -Wortes (das im Rotw. schon 1687 — bei _A. Hempel_ [167] — für »Stube« -vorkommt) vom deutsch. Subst. _Hitze_ vgl. A.-L. 549, _Günther_, -Rotwelsch, S. 60 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1702.] - -[Fußnote 310: ([8] auf S. 63.373) S. (betr. _Kittle_) Abort u. (betr. -_Kies_) Apfelkern; vgl. dazu auch »Vorbemerkg.«, S. 19, Anm. 48 sowie -die Anm. zu »Ziegelstein« im W.-B.] - -Bad, _Flu(h)te_[311] [63.374] - -baden, _pfladeren_[312] - -Bahn, _Rutsch_[313] - -Bank (zum Sitzen), _Sitzleng_[314] - -Bank (= Bankhaus), _Bichkitt_[315] oder _Lobekitt_[316] - -bankerott vgl. Konkurs - -Bankier, _Bichsins_[317], _Kiessins_[318] oder _Lobesins_[319] - -[Fußnote 311: ([9] auf S. 63.374) S. abbrühen.] - -[Fußnote 312: ([10] auf S. 63.374) S. abwaschen.] - -[Fußnote 313: ([11] auf S. 63.374) Mit _Rutsch_ = Bahn, Eisenbahn sind -_zusammengesetzt_: _Rutschschenegler_ = Eisenbahnarbeiter u. -_Rutschrädling_ = Eisenbahnwagen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 69 (_Rutsch_ = Eisenbahn); -_Schwäb. Händlerspr._ 480 (ebenso); s. auch _Pleißlen der Killertaler_ -436 (_Rutscher_ = Wagen, Eisenbahn). _Zur Etymologie_ (vom Zeitw. -_rutschen_) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 67 (unter »Rutscher«).] - -[Fußnote 314: ([12] auf S. 63.374) _Sitzleng_ (-ling) = Bank (Kanapee) -oder Stuhl (Schemel, Sessel) kommt auch vor in den _Zus._ _Leile-_ od. -_Schundsitzl¶e¶ng_ = Nachtstuhl u. _Schoflereisitzl¶i¶ng_ = -Richterstuhl. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. -Händlerspr._ 487 (_Sitzling_ = Stuhl, Bank); s. auch im _Metzer Jenisch_ -(217) _Setzerling_ = Stuhl, während der _Hennese Flick_ von _Breyell_ -(450) dafür _Sitterd_, das _Bargunsch von Zeele_ (470) _Zitterik_ hat. -Der _Etymologie_ nach gehört der Ausdr. natürlich zu _sitzen_.] - -[Fußnote 315: ([13] auf S. 63.374) S. Almosen u. Abort.] - -[Fußnote 316: ([14] auf S. 63.374) Vgl. dazu die _Verbindg._ _grandiche -Lobekitt_ = Münze, Münzwerkstätte. — _Lobe_ = Geld, Geldstück, Münze -(ferner Barschaft, Gehalt, Sold, Summe) findet sich ferner noch in -folgenden _Zusammensetzgn._: a) _am Anfang_: _Lobesins_ = Bankier, -_Lobeschure_ = Geldkasse od. -kästen, _Loberande_ = Geldsack, -_Lobepflanzer_ = Münzarbeiter (dazu: _nobis dufter Lobepflanzer_ = -Falschmünzer); b) _am Ende_: _Stradelobe_ = Chausseegeld, -_Schenagelslobe_ (eigtl. »Arbeitsgeld«) = Lohn, _Duftlobe_ (eigtl. -»Kirchengeld«) = Opfergeld, _Kieslobe_ (eigtl. »Steingeld«) = -Pflastergeld. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ -340 (_Labe_ = Geld); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 70 (_Labai_); -_Schwäb. Händlerspr._ 481 (_Lôbe_); ebenso auch im _Metzer Jenisch_ 216. -Über weitere Belege aus dem Rotw. usw. sowie zur _Etymologie_ aus der -_Zigeunerspr._ (vgl. »Einleitung«, S. 30) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. -33, S. 270/71 und Anm. 3 vbd. noch m. _Liebich_, S. 144, 201, 223 -(_lōwo_ = Geld, Münze), _Miklosich_, Denkschriften, Bd. 27, S. 7 (bei -d. deutsch. Zig.: _lōvo_) u. _Finck_, S. 71 (_lōwo_ = Münze, plur. -_lōwe_ = Geld); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 901 (unter -»Labe«) u. 1310 (unter »Lobe«).] - -[Fußnote 317: ([15] auf S. 63.374) S. Almosen und Amtmann.] - -[Fußnote 318: ([16] auf S. 63.374) Mit _Kies_ = Geld, Geldstück, Münze -sind ferner noch _zusammengesetzt_: a) _am Anfang_: _Kiesreiber_ = -Beutel, Geldbeutel (-tasche), Säckel, _Kiesschure_ = Geldkasse od. --kästen, _Kiesrande_ = Geldsack, _Kiespflanzer_ = Münzarbeiter (vgl. -_nobis dufter Kiespflanzer_ = Falschmünzer); b) _am Ende_: -_Schenagelskies_ = Lohn u. _Duftkies_ = Opfergeld. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 90 (_Kis_ = Beutel u. -_kislen_ = Beutel schneiden); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 u. 258 (_Kies_ -= Silber, Geld; vgl. auch [255]: _kiesle_ = Beutel schneiden); _Schöll_ -269, 270 (_Kis_ = Beutel, Geld; _Kißler_ = Beutel schneiden); _Pfulld. -J.-W.-B._ 340 (_Kiß_ = Geld, _Kißrande_ = Geldbeutel); _Schwäb. Gaun.- -u. Kundenspr._ 69, 70 (_Kies_ = Geld, _Kiesreiber_ = Geldbeutel); -_Schwäb. Händlerspr._ 481 (_Kîs_ [in _Pfedelb._ (211): _Kies_] = Geld, -_Kis-_ [od. Kies]_reiber_ = Geldbeutel). Über weitere Belege im Rotw. -und die _Etymologie_ (vom hebr. _kîs_ = »Beutel, Geldbeutel, Geld«, -jedoch vielleicht auch mit Einfluß des rotw. _Kisow_ od. _Kisof[f]_ = -Silber[geld] aus hebr. _kesef_ = »Silber«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, -Bd. 33, S. 254, Anm. 1 u. bes. S. 260 ff. u. die Anmerkgn.; vgl. auch -noch _Seiler_, Lehnwort IV, S. 491 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. -420 (unter »Kis«, Nr. 4, lit. a u. b, mit Hinweis auf d. zigeun. _kísik_ -= »Beutel, Geldbeutel« [_Finck_, S. 64]).] - -Barchent, _Bochdam_[320] [63.375] - -Barschaft, _Bich_[321], _Gore_[322], _Lobe_[323] - -Bauch, _Rande_[324] - -[Fußnote 319: ([17] auf S. 63.375) S. Bank u. Amtmann.] - -[Fußnote 320: ([18] auf S. 63.375) _Bochdam_ bedeutet auch allgemeiner -Leinwand od. Tuch. _Zus._ damit sind: a) _am Anfang_: _Bochdampflanzer_ -= Leinenweber od. Tuchmacher; b) _am Ende_: _Begerbochdam_ = -Leichentuch. _Zu vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 100 (_Bockdam_ = »Tuch en général«); _W.-B. des Konst. Hans_ -255 (_Bokdam_ = Tuch); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 u. 345 (_Bokdame_ = -wollenes Tuch; _Dame_ = Leinwand, Tuch). Auch sonst im Rotw. (bei -_Schintermicherl_ 1807 [288] z. B. in der Form _Poktam_ [= Leinwand]) -bekannt. Zur _Etymologie_ (aus der _Zigeunerspr._ [vgl. »Einleitung«, S. -29]) s. A.-L. 585 (unter »Pochtam« [der an eine zigeunerische -Verstümmelung von _begodim_, Plur. des hebr. _beged_ = »Kleid«, dachte]) -vbd. mit _Pott_ II, S. 367/68 (unter »Pochtan«), _Liebich_, S. 152, 181, -219 (_pōchtánn_ = Leinwand, Barchent), _Miklosich_, Beiträge III, S. -17 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 48 (bei den deutsch. Zig.: _pōchtan_ -= Leinwand), _Jühling_ 220 (_Bochtan_ = Leinwand) u. _Finck_, S. 79 -(_póxtan_ = »Leinwand, Tuch, Barchent«).] - -[Fußnote 321: ([19] auf S. 63.375) S. Almosen.] - -[Fußnote 322: ([20] auf S. 63.375) _Gore_ hat ungefähr dieselben -Bedeutgn. wie _Bich_, _Kies_ u. _Lobe_, also (außer Barschaft noch) bes. -Geld (Geldstück, Münze), auch Gehalt, ist aber in _Zus._ weniger -beliebt; vgl. jedoch _Stradegore_ = Chausseegeld. Unter den _verw. -Quellen_ hat das Wort nur die _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 70 (_Gore_ -= Geld). Nach _Horn_, Soldatenspr., S. 96, soll es auch bei den -württembergischen Soldaten gebräuchlich sein. Die _Etymologie_ ist -unsicher; auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 751 gibt darüber keinen -Aufschluß.] - -[Fußnote 323: ([21] auf S. 63.375) S. Bank.] - -[Fußnote 324: ([22] auf S. 63.375) Die Bedeutung von _Rande_ = Bauch -(Wanst) ist erst eine Begriffsübertragung, denn ursprünglich ist der -Ausdr. so viel wie: Beutel, Sack (Bündel, Felleisen, Quersack, Ranzen -[auch: Büchsenranzen], Rucksack, Tornister), Tasche. In _diesem_ Sinne -ist er verwendet in folgenden _Zus._: a) _am Anfang_ (selten): -_Randeschnurrant_ = Taschenspieler; b) _am Ende_ (sehr häufig): -_Dercherrande_ = Bettelsack, _Kritzlerrande_ = Brieftasche, _Lehmrande_ -= Brotsack, _Bich-_, _Kies-_ u. _Loberande_ = Geldsack, _Bäzemerande_ = -Hodensack, _Sprausrande_ = Holzsack, _Buxen-_ od. _Kopelrande_ = -Hosensack (-tasche), _Stupflengrande_ = Igelsack, _Schmalerrande_ = -Katzensack, _Staubertrande_ = Mehlsack, _Malfesrande_ = Rocktasche, -_Dächlesrande_ = Schirmsack, _Toberichrande_ = Tabaksbeutel, -_Toberichschurerande_ = Zigarrentasche. Mit _Rande_ = Bauch sind -gebildet nur die _Zus._ _Randeschure_ = Bauchgrimmen u. die _Verbindg._ -_grandicher Rande_ = Dickbauch, als Adj. gebr. = beleibt, wohlbeleibt, -insbs. auch schwanger (trächtig); vgl. dazu _gr. Rande bosten_ = -schwanger gehen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 98 (_Rante_ = Sack); _W.-B. des Konst. Hans_ 255, 260 -(_Rande_ = Sack, Felleisen); _Schöll_ 271 (_Rande_ = Sack); _Pfulld. -J.-W-B._ 338, 340, 343, 345 (_Rande_ = Bündel, Sack, Tasche, -_Lächumrande_ = Brotsack, _Kißrande_ = Geldbeutel); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 67 (_Rande_ = Bauch [_nur_ so!]); _Schwäb. Händlerspr._ 485, -487 (_Rande_ = Ranzen, Tasche, [in _Pfedelb._ (208) auch = Bauch]); s. -auch _Pleißlen der Killertaler_ 436 (_Rande_ = Portemonnaie). Zur -_Etymologie_ des — im Rotwelsch schon früh auftretenden Wortes (vgl. -_Lib. Vagat._ [55]: _Rantz_ = Sack), das auch als Quelle unseres -gemeinsprachl. »Ranzen« zu betrachten ist, s. _Günther_, Rotwelsch, S. -96 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. VII, Sp. 111 (unter »Ranzen«, Nr. 2), -_Kluge_, W.-B. (7. Aufl.), S. 363, Sp. 2 und _Weigand_, W.-B. II, Sp. -526 (unter »Ranzen« u. »Ränzel«); vgl. auch _Horn_, Soldatenspr., S. 65. -Auch unser _Ranzen_ ist wohl für »Bauch«, »dicken Leib, auch im Zustand -der Schwangerschaft«, zunächst als »ein niedriges Volkswort des 18./19. -Jahrhunderts«, dann auch im Schriftdeutsch gebräuchlich geworden. S. -_Grimm_, D. W.-B., a. a. O. vbd. mit _Kluge_, a. a. O.] - -Bauchgrimmen, _Randeschure_[325] [63.376] - -Bauer, _Kaffer_[326], _Ruch_[327]; vgl. auch Landmann - -[Fußnote 325: ([23] auf S. 63.376) S. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 326: ([24] auf S. 63.376) _Kaffer_ (Plur. _Käffer_ [Spr.]) hat -auch in _Wittichs_ Jenisch — in wesentlicher Übereinstimmg. mit dem -Rotwelsch (vgl. _Groß'_ Archiv, Bd. 48, S. 331/32) — mehrfache -Bedeutgn., nämlich: a) Mann (Kerl); b) spezieller: Ehemann (Gatte, -Gemahl); c) Bauer (Landmann). Zu der Bedeutg. unter a gehört das Dimin. -_Käfferle_ mit den Bedeutgn. a) Junggeselle u. b) Greis (alter Mann), -während die Redensart _Käfferle pflanzen_ = Onanie treiben wohl (wie -noch weiter unten auszuführen ist) an die Bedeutung unter c angeknüpft -hat. Mit K. in der Bedeutg. unter a (= Mann) sind gebildet worden: -[Griechisch: a]) _die Verbindungen_: _grandicher Kaffer_ = Riese (s. d. -betr. die Übereinstimmg. mit d. Zigeun.; vgl. auch »Vorbemerkung«, S. -17) nebst dem Gegensatz _nobis grandicher Kaffer_ = Zwerg sowie -_schofler Kaffer_ = Heuchler (od. auch »Hurenkerl«); [Griechisch: b]) -folgende _Zusammensetzgn._: aa) mit K. _am Anfang_: _Kaffermalfes_ = -Gewand für Männer, _Kafferkluft_, _-klufterei_ = Mannskleid, -kleider, -_Kafferstreifling_ = Socken; bb) mit K. _am Ende_ (bes. beliebt für -_Standes-_ u. _Berufsbezeichnungen_, wie im Rotw. [vgl. »Vorbemerkung«, -S. 12, Anm. 29]): _Dercherkaffer_ = Bettelmann, _Rädlingskaffer_ = -Fuhrmann, _Vergremers-_ od. _Verkemerskaffer_ = Handelsmann, -_Kittkaffer_ = Hausherr, _Fehtekaffer_ = Hauswirt, Herbergsgeber, -Quartierherr, _Finkelkaffer_ = Hexenmeister, Schwarzkünstler, -_Sprauskaffer_ = Holzmacher, _Sicherkaffer_ = Koch, _Begerkaffer_ = -Leichenbeschauer, aber auch Totengräber, _Leilekaffer_ = Nachtwächter, -_Blibelkaffer_ = »Stundenmann« (Methodist). Mit K. in der Bedeutg. unter -b (= Ehemann) sind _zusammengesetzt_: [Griechisch: a]) _im Anf._: -_Kaffersglied_ = Mannsschwester; [Griechisch: b]) _am Ende_: -_Modelkaffer_ = Tochtermann (Schwiegersohn); zu vgl. hierzu auch das -(gleichsam menschliche Begriffe auf Tiere übertragende) _Trabertkaffer_ -= Hengst (eigtl. »Pferde[ehe]mann«, männl. Pferd im Gegens. zu -_Trabertmoss_ = Stute [s. d.]; betr. der Zigeunerspr. s. unter -»Hengst«). Mit K. in der Bedeutg. unter c (= Bauer) sind _keine Zus._ -od. _Verbdgn._ gebildet worden. Mit dem Dimin. _Käfferle_ findet sich -noch die _Verbdg._ _nobis vergrönter Käfferle_ (eigtl. »nicht -verheiratetes Männchen«) = Junggeselle, die insofern pleonastisch -erscheint, als ja auch schon das einfache _Käfferle_ dasselbe -bezeichnet. Über die Redensart _Käfferle pflanzen_ s. schon oben. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91, 96, 98 -(_Kaffer_ = Mann, _Grönkaffer_ = Ehemann, _Gaskekaffer_ = Schulmeister); -_W.-B. des Konst. Hans_ 255, 256, 259 (_Kaffer_ = Kameraden [s. dazu: -_Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 22 u. Anm. 1], _schofler Kaffer_ = böser -Mann, _T'schorkaffer_ = Mann, der gestohlene Sachen kauft); _Schöll_ 271 -(_Gaver_ = Mann); _Pfulld. J.-W.-B._ 338, 341, 342 (_Kafer_ = Mann, -Biedermann, _kochemer Kafer_ = kluger Mann); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 67 (_Kaffer_ = Bauer, Dorfbewohner, _Kafferlechem_ = -Bauernbrot.); _Schwäb. Händlerspr._ 479, 483 (_Kaffer_ = Mann, Bauer). -S. noch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Kafrînum_ = Mann). Über weitere -Belege im Rotw. sowie die _Etymologie_ (aus dem Hebr. [_kfr_, -Verbindgsform _kĕfar_, = Dorf, bzw. rabbin. _kaphri_ = »Dorfbewohner, -Bauer«]) s. d. ausführl. Angaben in _Groß'_ Archiv, Bd. 48, S. 328 ff. -u. dazu noch _Weber-Günther_, S. 165, _Seiler_, Lehnwort IV, S. 490 u. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 145.] - -Bauerndorf, _Rucheg'fahr_[328] [63.377] - -[Fußnote 327: ([25] auf S. 63.377) Mit _Ruch_ = Bauer (Landmann) sind -_zusammengesetzt_: _Rucheg'fahr_ = Bauerndorf (vgl. dazu die _folgende_ -Anm.), _Ruchamoss_ = Bauernfrau (vgl. S. 378, Anm. 329) u. _Ruchekitt_ = -Bauernhaus. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 90 (_Ruoch_ = Bauer, _Ruochen Kitt_ = Bauernhaus); _W.-B. -des Konst. Hans_ 253 (im wes. ebenso); _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Ruech_ = -Bauer, _Ruechekehr_ = Bauernhaus, _Ruchemalfes_ = Bauernkittel, -_Ruchegasche_ = Bauernvolk u. a. m.); _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_Rûch_ -od. _Ruoch_ = Bauer); s. auch _Pleißlen der Killertaler_ 436 (_Ruch_). -Über sonstige Belege im Rotw. sowie die _Etymologie_ (wahrscheinl. vom -mhd. Adj. _rûch_ u. ä. = »rauh«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. -5.] - -[Fußnote 328: ([26] auf S. 63.377) Für _G'fahr_ (Gefahr) = Dorf -(Ortschaft) war früher im Jenischen _Palar_ gebräuchlich (s. -»Einleitung«, S. 27); über d. Synon. _Mochum_ (-am) bzw. _Hegesle_ (= -kleines Dorf) s. unter »Dorf«. Außer _Rucheg'fahr_ finden sich _keine -Zus._ mit dem Worte. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 91 (_G'far_ = Dorf); _Pfulld. J.-W.-B._ 339 (_Gfart_); -_Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Gefar_); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 -(_G'fār_), u. _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Kfr_). Dagegen hat die -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 68 die stammverwandte Form _Kaff_; -ähnlich bei den _schwäb. Händlern_ in _Lütz._ 214 (_Khāf_). Über -sonstige Belege im Rotwelsch u. die _Etymologie_ (vom hebr. _kfr_ = -Dorf [vgl. oben Anmerkung 326 (zu _Kaffer_)]) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, -Bd. 48, S. 328 u. Anm. 3; vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. -135 (unter »G[e]fahr« II); insbs. noch über die Form _Kaff_ s. Archiv, -Bd. 48, S. 329, Anm. 2 u. dazu noch _Fischer_, a. a. O., Bd. IV, Sp. 143 -(unter »Kaf[f]«, Nr. 1) vbd. mit Bd. III, Sp. 2 (betr. _Gab_ = Dorf, das -nach ihm zum zigeun. _gāw_ = Dorf [s. _Finck_, S. 58; vgl. _Jühling_, -S. 221] zu stellen ist).] - -Bauernfrau, _Ruchamos(s)_[329] [63.378] - -Bauernhaus, _Ruchakitt_ (Dimin.: _Ruchekittle_ [Spr.])[330] - -Bauersleute, _Rucheulme_ (Spr.)[331] - -Baum, _Stöber_[332] - -Bäumchen, _Stöberle_[332] - -[Fußnote 329: ([27] auf S. 63.378) _Moss_ od. (seltner) _Mos_ bedeutet: -a) Frau (Frauensperson, Frauenzimmer), Weib, sodann enger b) entsprechd. -der Bedtg. von _Kaffer_ unter b): Ehefrau (Gattin, Gemahlin); dazu das -Dimin. _Mössle_ = Jungfrau; eine _Ableitung_ davon ist _mossich_ = -weiblich od. weibisch. In der Bedeutg. unter a) findet sich das Wort in -den _Verbindungen_: _schofle Mos(s)_ = Ehebrecherin, Kebsweib und -_jenische Mos(s)_ = fahrende Frau sowie in folgenden _Zusammensetzgn._: -[Griechisch: a]) _am Anfang_ stehend: _Mos(s)malfes_ = Gewand für -Frauen, Frauen- od. Weiberrock, _Mos(s)klufterei_ = Frauenkleid, -_Mos(s)fīrflamme_ = Frauenschürze, _Mos(s)schrende_ = Frauenstube; -[Griechisch: b]) _ans Ende_ gesetzt (bes. für _Standes- u. -Berufsbezeichn._ [vgl. »Vorbemerkg.«, S. 12, Anm. 29]): _Derchermos(s)_ -= Bettelfrau, _Vergremmos(s)_ = Handelsfrau, _Kittmos(s)_ = Hausfrau, -_Deisel-_ od. _Disselmos(s)_ = Hebamme, _Finkelmos(s)_ = Hexe, -_Begermos(s)_ = Leichenfrau, _Fehtemos(s)_ = Quartiersfrau, -_Jerusalemsfreundmos(s)_ = Schäferin, _Blibelmos(s)_ = »Stundenfrau« -(Methodistin), _Pfladermos(s)_ = Wäscherin. Dagegen beziehen sich -_mehr_ auf die Bedeutg. unter b (= Ehefrau) die _Zus._: -_Ruchamos(s)_ = Bauernfrau, _Stichtlersmos(s)_ = Schneidersfrau, -_Trittlingpflanzersmos(s)_ = Schustersfrau u. _Lanengersmos(s)_ = -Soldatenfrau, wohl auch noch _Sinsemos(s)_ = Dame, Herrin, das aber auch -zu Gruppe a gerechnet werden könnte. Über _Trabertmos(s)_ = Stute (als -Gegens. zu _Trabertkaffer_) s. schon oben S. 376, Anm. 326; vgl. dazu -betr. d. Zigeunerspr. Näh. unter »Hengst«. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91, 101 (_Moos_ = Weib, -_Grünt'-Moss_ = Ehefrau); _Schöll_ 272 (_Moos_ = Weib); _Pfulld. -J.-W.-B._ 339, 340, 342, 346 (_Mosch_ = Eheweib, _Musch_ = Frau, _Muß_ = -Weib, _Fingelmuß_ = Hexe, _Oldrischmus_ = Mutter); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 69, 70 (_Moß_ = Frau, _Mößle_ = Fräulein, _Finkelmos_ = -Hexe); _Schwäb. Händlerspr._ 483 (_Moß_ = Frau, Weib [in _Pfedelb._ -(211) auch: Mutter]; _Dimin._: _Mößle_ od. _Mêßle_ = Mädchen [in -_Pfedelb._ (209 u. 213) auch = Fräulein, Tochter]; _Zus._: _Finkelmoss_ -= Hexe, in _Pfedelb._ [208 u. 214]: _Rammelsmoß_ = Bäuerin, _Baizersmoß_ -= Wirtin, _Wittmoß_ = Witwe, in U. [214]: _Schenalmoss_ = Magd). S. auch -noch _Metzer Jenisch_ 217 (_Muss_ = Weib) u. _Pfälz. Händlerspr._ 438 -(_Moss_ = Frau). Über noch weitere Belege im Rotwelsch u. die -_Etymologie_ des Wortes (das _deutschen_ Ursprungs u. eigentl. eine pars -pro toto [spätmhd. _mucze_ od. _mutz(e)_ = »weibl. Geburtsglied«] -gewesen) s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S. 345 ff.; vgl. auch -»Anthropophytoia«, Bd. IX, S. 34 ff. u. _Weber-Günther_, S. 178 (unter -»Moß«) sowie _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1770 (unter »Moß«) vbd. -mit Sp. 1827 (unter »Musch«).] - -[Fußnote 330: ([28] auf S. 63.378) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 331: ([29] auf S. 63.378) S. (betr. _Ulme_) arme Leute.] - -[Fußnote 332: ([30] auf S. 63.378) S. Apfelbaum.] - -[Fußnote 333: ([31] auf S. 63.378) _Spraus_ = Holz hat auch noch die -engeren Bedeutgn.: Block, Dorn, Pfahl, Pflock, Prügel, Scheitholz, Stab, -Stecken, Stock; dazu das Dimin. _Spräusle_ = Splitter u. die _Ableitung_ -_sprausich_ = hölzern. _Zus._ mit _Spraus_ sind noch: a) _am Anf._: -_Sprausrande_ = Holzsack, _Sprauskaffer_ = Holzmacher, _Sprauskritzler_ -= Steckbrief (s. Näh. unter diesem Worte; vgl. auch schon -»Vorbemerkung«, S. 18, Anm. 46 sowie die Anm. zu »Attest«), -_Sprauspflanzer_ = Stockmacher; b) _am Ende_ (außer _Stöberspraus_): -_Johlespraus_ = Weinrebe. Mit _Spräusle_ ist gebildet _Funkspr¶ei¶sle_ -(sic) = Zündhölzer. Eine _Verbindg._ ist _grandicher Spraus_ = Stange -(s. d. betr. wes. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.) u. _a'gefunkter Spraus_ -(eigtl. »angebranntes Holz«) = Kohle. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunersprache_ 94 (_Spraus_ = Holz); _W.-B. des -Konst. Hans_ 255 (_Sprauß_, Bedeutg. ebenso); _Pfulld. J.-W.-B._ 340, -346 (_Form_: ebenso, _Bedtg._: auch Wald, _Sprausfetzer_ = Zimmermann); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 77 (_Sprausfetzer_); _Schwäb. -Händlerspr._ 482, 488 (wie _Pfulld. J.-W.-B._, dazu in _Degg._ [215]: -_Funk-Spraus_ = Zigarre). Auch das _Metzer Jenisch_ (216) kennt _Spraus_ -= Holz. Zur _Etymologie_ des Wortes (wohl verwandt mit unserem -gemeinspr. »Sproß«) sowie noch über sonstige Belege im Rotw. s. _Groß'_ -Archiv, Bd. 42, S. 55, Anm. 1.] - -Baumholz, _Stöberspraus_[333]; vgl. auch Stamm [63.379] - -Baumkatze (d. h. Eichhörnchen), _Stöberschmaler_[334] - -Beängstigung, _Bauser_[335] - -[Fußnote 334: ([32] auf S. 63.379) Die Bezeichnung des Eichhörnchens als -_Stöberschmaler_, d. h. »Baumkatze«, ist sicher aus der Zigeunersprache -übernommen, in der das Tier sachlich ganz ebenso heißt (näml. [nach -_Liebich_ 156, 181, 191] _rukkéskri_ od. _rukkengĕri mádschka_ od. -[nach _Finck_ 72] _rakéskeri mátška_, d. h. etwa die sich auf Bäumen -aufhaltende Katze, zu _ruk(k)_ = Baum u. _mátška_ (madschka) = Katze -[s. _Liebich_, S. 156, 181, 214 u. _Finck_, S. 72, 82]); vgl. auch schon -»Vorbemerkung«, S. 18. Ein Synon. damit ist auch _romésk(e)ri -mátška_, d. h. »Zigeunerkatze« (s. _Liebich_, S. 156 u. 191 u. -_Finck_, S. 72), wie denn das Eichhörnchen neben dem Igel und dem Fuchs -(sowie dem Federvieh) zu den »Leckerbissen« der Zigeunerküche gehört (s. -_Liebich_, S. 85). — Neben _Schmaler_ = Katze (auch Kater; Dimin.: -_Schmalerle_ = Kätzchen) findet sich im Jenischen auch die gleichbd. -Form _Schmaleng_ (plur. _Schmaling_ [vgl. »Vorbemerkung«, S. 13, Anm. -30). Mit _Schmaler_ sind _zusammengesetzt_ noch _Schmalerbossert_ = -Katzenfleisch und _Schmalerrande_ = Katzensack. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 341 (_Schmaling_ = Katze); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 71 (_Gschmaling_); _Schwäb. Händlerspr._ -482/83 (_Schmle_ [in _Pfedelb._ (211): _Gschmale_], _Schmling_ [in -_Pfedelb._ (211): _Schmarling_] oder _Gschmling_ [in _Pfedelb._ (211): -auch _Gschmarling_] = Katze); s. auch _Pfälz. Händlerspr._ 438 -(_Schmalert_) u. _Regensb. Rotwelsch_ 489 (_Schmali_ u. a. m.). Der -_Dolm. der Gaunerspr._ (98) kennt das Synon. _Schmalfus_, das schon im -_W.-B. von St. Georgen_ 1750 (207) verzeichnet ist und sich — gleich -den Formen _Schmaler_ (zuerst dial.: _Schmola_ bei _Schintermicherl_ -1807 [289]) u. _Schmaling_ — bei den Gaunern bzw. Kunden bis in die -Neuzeit erhalten hat (vgl. z. B. _Groß_ 491 u. _Ostwald_ [Ku.] 133). Der -_Etymologie_ nach gehören alle diese Ausdrücke gewiß zu unserem Adj. -_schmal_; s. _Pott_ II, S. 23; _Wagner_ bei _Hersig_, S. 249; _Günther_, -Rotwelsch, S. 57 u. 63, Anm. 64; vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, -Sp. 481 (unter »G[e]schmaling«).] - -[Fußnote 335: ([33] auf S. 63.379) S. Angst.] - -beantworten, _dibera_[336], _schmusen_[337] [63.380] - -bedanken, _bederchen_[338] - -bedeutend, _grandich_[339] - -Bedrängnis, _Vermuft_[340]; vgl. Armut und Konkurs - -bedrohen, _stämpfen_[341] - -befragen, _lenzen_[342]; vgl. fragen - -befürchten, _bauserich sein_[343] - -begatten (Begattung), _bodera_ oder _budera_[344], _kirmen_[345] -_schnirgla_[346], _schurela_[347] - -[Fußnote 336: ([34] auf S. 63.380) S. anreden.] - -[Fußnote 337: ([35] auf S. 63.380) S. ansagen.] - -[Fußnote 338: ([36] auf S. 63.380) S. abbetteln.] - -[Fußnote 339: ([37] auf S. 63.380) S. Adler.] - -[Fußnote 340: ([38] auf S. 63.380) S. Aas; vgl. »Vorbemerkg.«, S. 15, -Anm. 36 (Substantivierung eines Partizips).] - -[Fußnote 341: ([39] auf S. 63.380) S. Ärger.] - -[Fußnote 342: ([40] auf S. 63.380) S. anschauen.] - -[Fußnote 343: ([41] auf S. 63.380) S. Angst.] - -[Fußnote 344: ([42] auf S. 63.380) Das Zeitw. _bodera_ (-re) od. -_budera_ (-re) = begatten (erzeugen), als Subst. gebr. = Begattung -(Beischlaf) ist m. W. nicht nur in dem _verw. Quellenkreis_, sondern -auch _sonst_ im Rotw. usw. _un_gebräuchlich. Es ist nach _Fischer_, -Schwäb. W.-B. I, Sp. 1557 (unter »budere[n]«) ein gemein-schwäbischer -Ausdruck mit den Bedeutungen: a) »klopfen, schlagen«, b) »poltern« u. c) -»_Unzucht treiben_«, der seinerseits zu dem Hauptw. _Buder_ (Nebenf. zu -_Bauder_) = »Stoß« (s. W.-B. I, Sp. 1506 vbd. m. Sp. 69) gehört, wobei -(bezügl. der Bedeutg. unter c) »volkstüml. etymol. an _buttern_, auch an -_pudern_ (d. h. ›mit Puder bestreuen‹) gedacht werden« mag.] - -[Fußnote 345: ([43] auf S. 63.380) Das Zeitw. _kirme(n)_ (mit _gleicher_ -Bedeutg. u. Verwendung wie _bodera_) kommt für »Unzucht treiben« auch in -der _schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ (76) vor, desgl. (noch etwas -allgemeiner) für »coire« in der _schwäb. Händlerspr._ (in U. [213]). Es -scheint sich auch hier zunächst um ein _schwäb._ (bzw. überhaupt südd.) -Dialektwort (mit ursprüngl. wohl allgemeinerer Bedeutg.) zu handeln; s. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 213 (unter »g[e]hirme[n]«) mit weitern -Angaben über südd. Mundarten.] - -[Fußnote 346: ([44] auf S. 63.380) Das Zeitw. _schnirgla_ (-le) — -ebenfalls gleichbed. m. _bodera_ — ist m. Wiss. sonst in den -Geheimsprachen _nicht_ bekannt. _Etymologisch_ darf man es (nach gefl. -Mitteilung von Dr. _A. Landau_-Wien) vielleicht stellen zu mundartl. -_Schneck(e)_ = »feminal«, vulva u. dgl. (s. z. B. _Schmeller_, Bayer. -W.-B. II, Sp. 567 [unter »Schneck«, lit. g] u. ausführl. Angaben bes. -bei _Aigremont_ in d. »Anthropophyteia«, Bd. VI, S. 48, 49; vgl. auch -_Müller_, ebds. Bd. VIII, S. 11) bzw. (schwäb. u. bayr.) _Schnickel_ = -»penis« (s. v. _Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 474 u. _Schmeller_, a. a. O., -Sp. 567 [mit Anführg. v. holl. _sneukelen_ = »Hurenhäuser besuchen«]) -oder (schles.) _Schnicke_ = »penis«, _schnicken_ = »supprimere abiquam« -(s. _Weinhold_, Beitr. zu e. schles. W.-B., S. 87; vgl. auch _Müller_, -a. a. O. S. 6).] - -[Fußnote 347: ([45] auf S. 63.380) S. abbiegen.] - -begehren, _dalfen_, _derchen_[348] [63.381] - -begütert, _grandich_[349] - -behend, _g'want_[350] - -behext, _verfinkelt_[351] - -Beil, _Doberle_[352] - -Beinkleid, _Buxa_[353], _Kopel_[354]; vgl. Hose(n) - -[Fußnote 348: ([46] auf S. 63.381) S. abbetteln.] - -[Fußnote 349: ([47] auf S. 63.381) S. Adler.] - -[Fußnote 350: ([48] auf S. 63.381) S. anmutig.] - -[Fußnote 351: ([49] auf S. 63.381) Diese Vokabel setzt ein Zeitw. -_verfinkeln_ = behexen voraus, das aber im Vokabular nicht angeführt -ist, ebenso wie ein einfaches _finkeln_ (im Rotw. für »kochen [sieden, -braten]« usw. bekannt) fehlt, während als _Ableitungen_ von letzterem -die Subst. _Finkler_ = Zauberer, Schwarzkünstler, _Finklere_ = Zauberin, -_Finklerei_ = Hexerei, Zauberei u. als _Zus._ mit dessen Stamm -_finkel-_: _Finkelmoss_ = Hexe, _Finkelkaffer_ = Hexenmeister u. -_Finkelkitt_ = Hexenhaus erscheinen. Über das — gleichfalls zu diesem -Zeitw. gehörige — Subst. _Gefinkelter_ = Branntwein s. Näh. unter -diesem Ausdr. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schöll_ 270 -(_Fenkel Caspar_ = Betrug mit Hexerei); _Pfulld. J.-W.-B._ 340 -(_Fingelschize_ = Hexe); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 70 (_Finkelmos_ -= Hexe); _Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [210]: _Finkelmoß_ = Hexe, -_Finkelschütz_ = Hexenmeister). — Das einfache _Finckel_ = Hexe kannte -die _Scharfrichtersprache_ v. 1813 (308). Zur _Etymologie_: Den Übergang -von der Bedeutg. des — zu dem Stammwort _Funk_ u. ähnl. = Feuer (vgl. -Bd. 63 S. 35 u. Anm. 125) gehörenden — Zeitw. _finkeln_ od. _fünkeln_ = -kochen usw. (s. schon _Lib. Vagat_ [53]: _fünckeln_ = sieden od. braten -u. dann öfter) zu den Begriffen _Finklerei_ = Hexerei, _Finklere_ od. -_Finkelmoss_ = Hexe usw. haben höchstwahrscheinlich Ausdrücke wie -»Teufelsbraten« u. »Hexenküche« (u. überhaupt die Vorstellung von dem -Zubereiten [Kochen] von allerlei Zaubertränken durch die Hexen) -vermittelt; s. dazu _Pott_ II, S. 34; vgl. auch _Groß'_ Archiv, Bd. 50, -S. 350 (unter »Fingelmusch«).] - -[Fußnote 352: ([50] auf S. 63.381) S. Axt.] - -[Fußnote 353: ([51] auf S. 63.381) _Buxa_ (-e), plur. _Buxen_ = -Beinkleid, Hose kommt auch vor in _Zus._, nämlich _Buxeschmelzer_ = -Feigling (vgl. dazu schon Bd. 63, S. 132, Anm. 293 zu »austreten -[schwer]«) u. _Buxerande_ = Hosensack. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_Buchsen_ = Hosen); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 71 (_Buxen_ = Hosen); _Schwäb. Händlerspr._ 482 -(ganz ebenso). S. auch _Pleißlen der Killertaler_ 434 (_Form_: ebenso, -_Bedtg._: auch Unterhosen) u. _Regensburg. Rotw._ 490 (_Buxen_ = Hose). -_Etymologie_: Es handelt sich um ein schon früh (17. Jahrh.) ins -Rotwelsch — auch in Süddeutschl. — eingedrungenes _niederd._ Wort. S. -_Pott_ II, S. 17 u. _Günther_, Rotwelsch, S. 51 vbd. mit _Kluge_, Unser -Deutsch (2. Aufl.), S. 81; vgl. auch _Fischer_, Schwab. W.-B. I, Sp. -1495 (unter »Buchse[e]«).] - -[Fußnote 354: ([52] auf S. 63.381) Mit _Kopel_ (plur. _Kopla_) = -Beinkleid, Hose _zusammengesetzt_ ist nur _Kopelrande_ (= Buxerande). In -dem _verw. Quellenkr._ ist der Ausdr. unbekannt. Der _Etymologie_ nach -handelt es sich zwar wahrscheinlich um ein _Zigeunerwort_ (s. -»Einleitung« S. 30), jedoch müßte bei seiner Aufnahme ins Jenische eine -Umstellung (Transposition) der Buchstaben der letzten Silbe -stattgefunden haben, da es im Zigeunerischen — nach _Jühling_, S. 221 -— _Cholep_ lautet (s. ebds. S. 228: früher dafür auch _Ch¶och¶lep_). -Vgl. ferner _Pott_ II, S. 163, 170 (unter »Chólov«); _Liebich_, S. 130, -182, 211 (_chōlib_ od. _chóleb_ = Beinkleid, Hose); _Miklosich_, -Denkschriften, Bd. 26, S. 222 (unter »cholov«: bei den deutsch. Zig.: -_cholib_); _Finck_, S. 69 (_xóli¶w¶_ od. _xólu¶w¶_ = »Hose«). In -_dieser_ Form ist die Vokabel vereinzelt wohl auch ins Rotwelsch -eingedrungen (vgl. z. B. _v. Grolman_ 39 u. T.-G. 102 [_Kolle¶w¶_ od. -_Kollet_ = Hosen] u. _Karmayer_, G.-D. 206 [ebenso]).] - -Beischlaf s. begatten [63.382] - -Beischläferin, _Lubne_[355], _schofle Model_ (d. h. »schlechtes -Mädchen«)[356] - -beißen, _näpfen_[357] - -beiwohnen s. begatten - -Bekleidung, _Klufterei_[358] - -[Fußnote 355: ([53] auf S. 63.382) _Lubne_ hat im W.-B. auch die -Bedeutgn.: Hure (Dirne [Buhldirne], Freudenmädchen), Ehebrecherin, -Kebsweib (Mätresse). Dazu die _Zus._ _Lubnebenk_ = »Hurenkerl« und die -_Ableitg._: _lubnen_ = »huren«. In dem _verw. Quellenkr._ ist das Wort -_un_bekannt, dagegen ist es sonst im Rotw., wenngleich selten, -anzutreffen. S. darüber sowie über die _Etymologie_ (aus der -Zigeunersprache [vgl. »Einleitung«, S. 30]) d. näh. Angaben in _Groß'_ -Archiv, Bd. 38, S. 256/57 u. »Anthropophyteia«, Bd. VIII, S. 19 (vgl. -auch Bd. IX, S. 26) u. dazu noch _Finck_, S. 71 (zig. _lúbni_ [-li, --lin] = »Hure«); vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1311 -(unter »Lubegane«). Nach _Miklosich_, Beitr. I/II, S. 32 u. -Denkschriften, Bd. 27, S. 7 geht das Zigeunerwort auf das altind. _lubh_ -= »verlangen, begierig sein« zurück.] - -[Fußnote 356: ([54] auf S. 63.382) Über _schofel_ s. unter »arg«. — -_Schof(e)le Model_ (auch _Schoflemodel_) ist im W.-B. auch noch durch -»Dirne«, »Freudenmädchen« u. »Hure« wiedergegeben. Mit _Model_ = Mädchen -(Frauensperson, Frauenzimmer), auch Braut, Schwester und Tochter (dazu -d. Dimin. _Mödele_ = junges [kleines] Mädchen) sind noch gebildet: a) -die _Verbindgn._: _dofe Model_ = Geliebte (Liebhaberin, Liebste [wogegen -_dufte Model_ nur allgemeiner ein »brauchbares Mädchen« bedeuten soll]) -u. _jenische Model_ = »fahrendes Mädchen«; b) mehrere _Zusammensetzgn._, -näml. [Griechisch: a]) _am Anfang_: _Modelgalm_ = Tochterkind, -_Modelkaffer_ = Tochtermann (Schwiegersohn), _Modelfiesel_ = -Tochtersohn; [Griechisch: b]) _am Ende_ (bes. für _Stände_ u. _Berufe_ -[vgl. »Vorbemerkung«, S. 12, Anm. 29]): _Derchermodel_ = Bettelmädchen, -_Sinsemodel_ = Fräulein, _Verkemeresmodel_ = Handelsmädchen, _Galma-_ -od. _Schrabinermodel_ = Kindermädchen, _Fehtemodel_ = Quartiermädchen, -_Jerusalemsfreundmodel_ = Schäferin, _Schmelemermodel_ = -Zigeunermädchen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 342 (_Model_ = Mädchen); _Schwäb. Händlerspr._ 481, 483 -(_Môdel_ = Mädchen, Frau [in _Pfedelb._ (209): auch Fräulein u. -Tochter]). Über die Belege im _sonst._ Rotwelsch usw. sowie die (nicht -ganz sichere) _Etymologie_ s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S. 344 -ff.; vgl. auch »Anthropophyteia«, Bd. IX, S. 27 sowie _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 1725 (nach dem _Model_ »vielleicht einfach« aus »Modell« -entstanden ist).] - -[Fußnote 357: ([55] auf S. 63.382) S. abbeißen.] - -[Fußnote 358: ([56] auf S. 63.382) S. ankleiden.] - -bekommen, _bestieben_ (als Partiz. _bestiebst_)[359] [63.383] - -Bekümmernis haben s. befürchten - -beleibt, _grandicher Rande_[360] - -beleidigen s. bedrohen - -beliebt, _dof_[361] - -beloben, _dof schmusen_ (d. h. »schön reden«)[362]; vgl. loben - -belügen, _ko(h)len_[363] - -bemittelt s. begütert - -beobachten, _linzen_[364] - -[Fußnote 359: ([57] auf S. 63.383) _Bestieben_ heißt auch noch -spezieller: erwischen od. fangen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 89, 90, 92 (_bestieben_ = bekommen, -_bestiebt werden_ = arretiert od. erwischt werden); _W.-B. des Konst. -Hans_ 256, 257 ff. (_bestieben_ [Partiz.: _bestiebt_] = bekommen); -_Schöll_ 272 (ebenso); _Pfulld. J.-W.-B._ 338, 339 (_bestieben_ = -bekommen, ertappen, fangen); _Schwäb. Händlerspr._ 479 (auch _Lütz._ -[214]: _besti[e]be[n]_ = bekommen [in _Pfedelb._ (209, 210, 212) auch = -ertappen, fangen, geben u. schenken; in _Eningen_ (S. 206, Anm. 1): -_stieben_ = geben u. die merkwürd. Subst. _Beistieber(in)_ = Knecht, -Magd u. _Käppelesstieber_ = Pfarrer (zu _Käppele_ = Kirche [vgl. _Groß'_ -Archiv, Bd. 49, S. 349]), wozu vielleicht _stieben_ = laufen im -_Pleißlen der Killertaler_ 436 herangezogen werden dürfte]). Die -_Etymologie_ bleibt unsicher. A.-L. 524 hat das Wort zu dem gemeinspr. -»stöbern« gestellt, _Stumme_, S. 19 denkt an einen Zusammenhang mit -»stibitzen« (wofür _bestieben_ = bestehlen im _Hildburgh. W.-B._ 1753 -ff. [226] sprechen würde) od. auch an das latein. _stipare_ = stopfen -(»in die Tasche stopfen?«), _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 941 (zu -»bestieben«, Nr. 2) bemerkt nur negativ: »vielleicht ein anderes Wort« -als »bestäuben«.] - -[Fußnote 360: ([58] auf S. 63.383) S. Adler und Bauch.] - -[Fußnote 361: ([59] auf S. 63.383) S. angenehm.] - -[Fußnote 362: ([60] auf S. 63.383) S. (betr. _schmusen_) ansagen.] - -[Fußnote 363: ([61] auf S. 63.383) Das Zeitw. _ko(h)len_ = belügen, -erlügen (während es für das einfache »lügen« — wohl nur versehentlich -— im W.-B. fehlt), ferner verleugnen u. betrügen — nebst der _Zus._ -_vorko(h)len_ = vorlügen — gehört zu dem Hauptwort _Kohl_ = Lüge -(Fabel), das auch adjektivisch (= erlogen, verlogen) gebraucht wird. -_Ableitungen_ davon sind: _Kohler_ = Lügner u. _Kohlerei_ = das Lügen, -der Betrug. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 90 (_Kohl machen_ = »einen zum besten haben«); _W.-B. des -Konst. Hans_ 259 (_Kohl malochen_ = lügen); _Pfulld. J.-W.-B._ 339, 342 -(_kohlen_ = erzählen, lügen, _ankohlen_ = anführen, anlügen; _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 67, 68, 72 (_Kohl_ = Aufschneiderei, Lüge, _Kohl -reissen_ od. _kohlen_ = lügen, _ankohlen_ od. _verkohlen_ = betrügen); -_Schwäb. Händlerspr._ 479, 483 (_Kohl reissen_ od. _kôlen_ = lügen, -_verkôlen_ = betrügen; dazu in _Pfedelb._ [208, 209, 211] noch: _Kohl_ = -Lüge, _ankohlen_ = anlügen u. betrügen sowie _wegkohlen_ = leugnen). -Über sonstige Belege im Rotw. usw. sowie die _Etymologie_ (vom hebr. -_qôl_ = »Stimme«) s. d. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 135 (unter -»Oberkohler«) u. Anm. 1 u. 2; vgl. auch noch _Seiler_, Lehnwort IV, S. -491 u. _Fischer_, Schwab. W.-B. IV, Sp. 570 (unter »Kol« II).] - -[Fußnote 364: ([62] auf S. 63.383) S. anschauen.] - -bequem, _dof_[365] [63.384] - -berauben, _schniffen_[366], _schoren_[367] - -berauscht, _dambes_ (= Dambes)[368], _geschwächt_[369], _molum_[370], -_schwächer_ (= Schwächer)[369][371] - -Beruf, _Schenagel_[372] - -[Fußnote 365: ([63] auf S. 63.384) S. angenehm.] - -[Fußnote 366: ([64] auf S. 63.384) S. anfassen.] - -[Fußnote 367: ([65] auf S. 63.384) S. ausstehlen.] - -[Fußnote 368: ([66] auf S. 63.384) Bei _dambes_ = berauscht liegt -offenbar der Fall eines adjektiv. Gebrauchs eines Substantivs (_Dambes_ -= Rausch [Spr.]) vor; vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38). Der -_Etymologie_ nach gehört _Dambes_, das als _Dam¶p¶es_ auch in -süddeutsch. Mundarten (Schwaben, Bayern, Tirol usw.) für einen Rausch -(mäßigen Grades) gebräuchlich ist (vgl. _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. -510 u. bes. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 46 mit ausführl. -Lit.-Angaben über die verschied. Mundarten), vermutlich zu _Dampf_ od. -auch zu dem Zeitw. _dämmen_ = »prassen, schwelgen« u. dgl. (s. -_Schmeller_, a. a. O., Sp. 509 vbd. m. _Grimm_, D. W.-B. II, Sp 709). -Die Endung _-es_ (vgl. »Vorbemerkung«, S. 13, Anm. 32) ist _hier_ wohl -als eine Abschwächung des latein. _-us_ zu betrachten. — Im Rotw. u. in -sonstigen Geheimspr. ist der Ausdr. m. W. _nicht_ bekannt.] - -[Fußnote 369: ([67] auf S. 63.384) S. Amme.] - -[Fußnote 370: ([68] auf S. 63.384) _Molum_ = berauscht kommt (gleichsam -als Gegenstück zu dem ursprüngl. Subst. _Dambes_ für »berauscht«) auch -als Hauptw. — für »Rausch« — gebraucht vor. _Zu vgl._ (aus d. _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 u. _Schwäb. Händlerspr._ -485, die übereinstimmend nur _Molum_ = Rausch (also _nicht_ als Adj.) -haben. Seiner _Etymologie_ nach ist das Wort aber als Adj. (bzw. -Partiz.) aufzufassen, da es _nicht_ etwa zu dem zigeun. _mōl_ = -»Wein« (s. _Finck_, S. 74; vgl. _Liebich_, S. 146 u. 259, _Miklosich_, -Beitr. I/II, S. 14 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 16 sowie _Jühling_, S. -224) gehört, sondern zurückgeht auf d. jüd. _môle_ (hebr. _mle'_ = -»erfüllend, voll«, zu _ml'_ [_mlê'_] = »erfüllen« [vgl. A.-L. 403]), -das in die meisten deutschen Mundarten als _mole_ (moule, moile) od. -_molum_ (målum) eingedrungen (so z. B. bes. in Thüringen u. Sachsen, -Hessen u. Westfalen) und (in d. Form _molum_ = »besoffen«) auch der -Studentensprache (seit Anf. des 19. Jahrh.) bekannt gewesen ist (s. -_Kluge_, Studentenspr., S. 105). Daß es jedoch in diese erst aus der -Gaunersprache aufgenommen wäre (s. _J. Meier_, Hall. Studentenspr., S. -10), ist kaum anzunehmen, da im eigtl. Rotwelsch das Wort (und zwar i. -d. R. in der Form _mole_) m. Wiss. nicht vor dem 19. Jahrh. vorkommt, -und auch dann _meist_ nur in dem allgemeinen Sinne von »voll, gefüllt« -überhaupt (s. z. B. _v. Grolman_, T.-G. 131; _Karmayer_, G.-D. 121; -_Groß_ 479; nur bei _Thiele_ noch bes. _mole jajin_ = »voll Weines«; -erst bei A.-L. 575 in d. Form _molum_ = »betrunken« u. bei _Groß_ 479 -vbd. m. 476 [unter »lunen«]: _Molum_ (-lun) = »Rausch«). S. -_Weber-Günther_, S. 159/60 (unter »moule«); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 1733 (unter »Molum«).] - -[Fußnote 371: ([69] auf S. 63.384) Auch hierbei handelt es sich (wie bei -d. Syn. _dambes_) um den adjektiv. Gebrauch eines Substantivs, -_Schwächer_ = Rausch (vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38).] - -[Fußnote 372: ([70] auf S. 63.384) S. abschaffen.] - -beschenken, _dogen_[373], _ste(c)ken_[374], s. auch schlagen [63.385] - -beschimpfen, _stämpfen_[375] - -beschmutzt, _schundich_[376] - -beschreiben, _febera_ (d. h. eigtl. nur »schreiben«)[377] - -besehen, _linzen_ (d. h. eigtl. »sehen«)[378] - -Besen s. Kehrbesen; vgl. Bürste - -besichtigen, _linzen_[378] - -besonnen, _kochem_[379] - -[Fußnote 373: ([71] auf S. 63.385) S. abgeben.] - -[Fußnote 374: ([72] auf S. 63.385) _Ste(c)ken_ hat (gleich _dogen_) auch -die allgemeinere Bedeutung von »geben« (so z. B. _Fehma_ oder _Grifling -ste[c]ken_ = die Hand geben), dann aber auch die von »hauen, prügeln« -(s. auch: »fechten«). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 92 (_stecken_ = geben); _W.-B. des Konst. Hans_ 256, 259 -(_steken_ = geben, aber auch: sagen); _Schöll_ 272 (ganz ebenso); -_Pfulld. J.-W.-B._ 340, 344 (_steken_ = hergeben, schenken, _Fehma -steken_ = Hand geben, _usserkinnig steken_ = herausgeben); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 69 (_stecken_ = geben); _Schwäb. Händlerspr._ (in -_Pfedelb._ [210]: _stecken_ = geben, _Griffling stecken_ = die Hand -geben); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 (_st¶i¶cken_ = geben). Zur -_Etymologie_: Es handelt sich um nichts anderes als unser gemeinsprachl. -Zeitw. _stecken_, das »Bewirkungswort« zu _stec¶h¶en_ (_Weigand_, W.-B. -II, Sp. 957 unter »stecken« 1), das wohl auch (z. B. nach _Ku._ IV -[433]) gleichbedeutend damit gebraucht wird, in der _neueren_ -Gaunersprache aber meist in einem engeren Sinne (nämlich: »_heimlich_ -geben« [»zustecken«], »_heimlich_ zu _verstehen_ geben« (vgl. z. B. -A.-L. 610; _Groß_ 495; _Rabben_ 125] od. »_heimlich_ Unterschrift geben« -[s. _Ostwald_ 148]) vorkommt. Von Verbindungen wie _den Kohl stecken_ = -»den Staupenschlag geben« oder _einem Guffti_ od. _Macks stecken_ = -»schlagen« (eigtl. »jmdm. Schläge geben«) im älteren Rotwelsch (s. für -die erstere Wendung: _A. Hempel_ 1687 [168] u. _Waldheim. Lex._ 1726 -[189], für die letztere: _W.-B. von St. Georgen_ 1750 [218 u. 220]) -sowie dem mundartl. volkstüml. »_einem eine_ (näml. Ohrfeige) _stecken_« -(s. _Schmeller_, Bayer. W.-B. II, Sp. 726) u. dgl. m. konnte sich dann -die engere Bedeutung von »prügeln« usw. leicht entwickeln; außerdem mag -auch der Anklang an »Stecken« (= Stock) dabei vielleicht noch mit -eingewirkt haben.] - -[Fußnote 375: ([73] auf S. 63.385) S. Ärger.] - -[Fußnote 376: ([74] auf S. 63.385) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 377: ([75] auf S. 63.385) S. abschreiben.] - -[Fußnote 378: ([76] auf S. 63.385) S. anschauen.] - -[Fußnote 379: ([77] auf S. 63.385) _Kochem_ hat im W.-B. noch folgende -Bedeutungen: gelehrt, gescheit, klug, schlau, vernünftig, verschlagen, -verschmitzt, verständig. In dem _verw. Quellenkreise_ der _älteren_ Zeit -tritt das Wort nur in dem bekannten engeren Sinne von »gaunerisch«, »auf -die Gauner bezüglich« u. dgl. oder in d. R. vielmehr _substantivisch_ -gebraucht für »Gauner« (»Spitzbube«, »Dieb«) u. ä. auf, während es in -der _neueren_ Zeit dann wieder mehr seine ursprüngliche Bedeutung (vgl. -unten »Etymologie«) — von »klug«, »gescheit« usw. — angenommen hat, -also mit _Wittichs_ Jenisch übereinstimmt (s. auch schon »Einleitung«, -S. 28 u. Anm. 92 vbd. mit »Vorbemerkung« S. 5, Anm. 8). _Vgl._ _Dolm. -der Gaunerspr._ 91, 93, 94 (_Kocheme_ [sing.] = Spitzbub, _Kocheme-Kitt_ -= Diebsherberge, _Kocheme Grunerej_ od. _Gascherey_ = Diebshochzeit, -_Kochemgeis_ = Diebsvolk u. a. m.); _W.-B. des Konst. Hans_ 256 -(_Kochem_ = Dieb); _Schöll_ 268, 271, 273 (_Kochum_ = Dieb, _Kochumer_ -[plur.] = »Jauner«, _Kochumebaiser_ = Diebswirt); _Pfulld. J.-W.-B._ -308, 341, 343 (_Kochemer_ = »Schelm«, _Kochemer Kehr_, _-Kitt_ od. -_-Baiss_ = Diebsherberge, als Adj. gebr. aber _kochem_ = klug, daher -_kochemer Baiser_, _Kaim_, _Kafer_ = kluger Wirt, Jud, Mann); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 70, 71, 77 (_kochem_ = klug, _kochum_ = hochfein, -_cochum_ = vortrefflich); _Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [210]: -_kochem_ = gescheit, klug). Zur _Etymologie_ (vom hebr. _chkm_ = -»klug, weise«) s. die Angaben in _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 197, Anm. 2 -u. bei _Weber-Günther_, S. 157 (hier auch weiter _rotw._ Belege); vgl. -auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 560.] - -besser, _döfer_[380] [63.386] - -bestehlen s. berauben - -bestrafen s. schlagen; vgl. auch beschenken - -bestraft (gerichtlich), _g'strupft_[381] - -besudelt s. beschmutzt - -beten, _bliblen_[382] - -betrachten, _linzen_[383] - -betrinken, _beschwächen_[384] - -Betrug, _Kasperei_[385], _Kohlerei_[386] - -betrügen, _kaspere_[385], _kohlen_[386] - -[Fußnote 380: ([78] auf S. 63.386) Komparativ zu _dof_; s. angenehm.] - -[Fußnote 381: ([79] auf S. 63.386) Ein danach zu erwartender Infin. -_strupfen_ = strafen ist im W.-B. nicht angeführt. Dagegen findet sich -noch das (wohl als Stamm zu betrachtende) Hauptw. _Strupf_ = Strafe (u. -dazu: _Strupf bereimen_ = Strafe bezahlen). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [213]: _Strups_ = -Strafe [aber _schripfen_ od. _stricheln_ = strafen]). Die _Etymologie_ -erscheint nicht sicher. Die z. B. bei v. _Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 514 -und _Schmeller_, Bayer. W.-B. III, Sp. 818 (unter »strupfen«) -angeführten Bedeutgn. wollen nicht recht passen; vielleicht liegt daher -nur bloße Verunstaltung von »Strafe«, »strafen« vor. Mit Bezug auf den -(aus der Wendg. _Strupf bereimen_ [für _Strupf_] zu entnehmenden) -engeren Begriff »_Geld_strafe« könnte man allenfalls auch an das -wienerische _Strupf'n_ = Gulden (s. _Schranka_, Wien. Dial.-Lex., S. -167) denken.] - -[Fußnote 382: ([80] auf S. 63.386) S. anbeten.] - -[Fußnote 383: ([81] auf S. 63.386) S. anschauen.] - -[Fußnote 384: ([82] auf S. 63.386) S. Amme.] - -[Fußnote 385: ([83] auf S. 63.386) _Kasperei_ = Betrug (bes. auch -Wahrsagen) u. _Kasperer_ = Betrüger (Wahrsager, Zauberer [Spr.]), fem. -_Kaspere_ = Wahrsagerin sind _Ableitungen_ von dem Zeitw. _kaspere_ = -betrügen, auch zaubern (Spr.). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 90 (_Kasperer_ = »Betrüger mit falschen -Arzneien«); _Schöll_ 270, 271 (_kaspern_ = betrügen, _Fenkel Caspar_ = -»Betrug mit Hexerei«, _Höllich Caspar_ = »Betrug mit Beschwörung -unschädlicher Geister u. Erhebung verborgener Schätze«); _Pfulld. -J.-W.-B._ 338 (_kaspern_ = betrügen, lügen); _Schwäb. Händlerspr._ (in -_Pfedelb._ [209]: _kaspern_ = betrügen). Über weitere Belege im Rotw. s. -_Schütze_, S. 72, 73. Zur _Etymologie_ (vom hebr. _kzab_ = »belügen«) -s. _Groß'_ Archiv Bd. 42, S. 21, 22 (unter »Kasper-Fehlinger«); vgl. -auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 250 (unter »kaspern«) betr. -Angaben über die mundartl. Verbreitg. des Wortes.] - -Betrüger, _Fehlinger_[387], _Kasperer_[385] [63.387] - -betrunken s. berauscht; vgl. trunken. - -Bett, _Sauft_, plur. _Sauften_, _Säufter_ oder _Säuftlinge_ (letzteres -Spr.)[388] - -Bettelbrief, _Dercherkritzler_[389] - -Bettelbrot, _derchter Lehm_ (d. h. »gebetteltes Brot«)[390] - -Bettelbube, _Dercherfi(e)sel_[391] - -[Fußnote 386: ([84] auf S. 63.387) S. belügen.] - -[Fußnote 387: ([85] auf S. 63.387) _Fehlinger_ findet sich schon in den -_verw. Quellen_ des 18. Jahrh., jedoch in dem engeren Sinne von -»Betrüger mit falschen Arzneien« (so: _Dolm. der Gaunerspr._ 90; Synon.: -_Kasperer_ [s. oben Anm. 385]; vgl. [89] _Feling_ = Arznei) u. dergl. -(s. _W.-B. des Konst. Hans_ 255 [= »falsche Ärzte, Ölträger«]). Eine -nähere Einteilung der _Fehlinger_ (in _Staats-_ u. _gemeine Fehlinger_) -gibt dann _Schöll_ 1793 (269/70; vgl. 272: _Feling_ = Arzneien); s. auch -noch _Schwäb. Falschmünzerprozeß_ 1791/92 (262) und _Uracher Jauner- u. -Betrügerliste_ 1792 (268) sowie weitere Belege in _Groß'_ Archiv Bd. 42, -S. 21 (unter »Fe(h)ling«). In _neuerer_ Zeit ist dagegen der Ausdruck m. -Wiss. sonst nirgends mehr gebräuchlich. Zur (nicht sicheren) -_Etymologie_ s. das Näh. in _Groß'_ Archiv Bd. 42, S. 20, 21. _Fischer_, -Schwäb. W.-B. II, Sp. 1042 hat die Vokabel nicht erklärt.] - -[Fußnote 388: ([86] auf S. 63.387) _Sauft_ (wohl auch im Sing. -_Säuftl¶e¶ng_, argum.: plur. _Säuftling_ [vgl. »Vorbemerkg.«, S. 13, -Anm. 30]) = Bett (Federbett), Lager, auch Kissen erscheint noch in der -Redensart _in Sauft bosten_ = niederkommen sowie in folgenden _Zus._: a) -im _Anfang_: _Sauftschottel_ = Bettschüssel u. _Sauftschure_ = -Bettüberzug (Bettuch, Bettzüge); b) _am Ende_: _Rauschertsauft_ = Streu- -od. Strohlager u. _Galmesauft_ (eigtl. »Kinderbett«) = Wiege. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld J.-W.-B._ 338, 341 (_Sa¶n¶ft_ = -Bett, Kissen); _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_Sonft_ od. _Saunft_ = Bett; -Nebenformen: _Senftling_ u. _Sänftel_ [in _Eningen_ (206, Anm. 2): -_Seifle_]); s. auch _Pleißlen der Killertaler_ 436 (_Sempfle_ oder -_Siampfle_). Zur _Etymologie_: Es handelt sich wohl jedenfalls nur um -eine (mundartl.) Verunstaltung von _Sanft_ (bzw. _Sänftling_), einer -alten rotw. Vokabel, die — in der Form _Senfterich_ — schon im 15. u. -16. Jahrh. auftritt (s. _Basl. Betrügnisse_ um 1450 [15]; _Lib. Vagat._ -55 [_Senfftrich_]), dann später als _Senftling_ (so schon _A. Hempel_ -1687 [167]), _Sänftling_, _Senffte_ (s. schon _Hildburgh. W.-B._ 1753 -ff. [231]), _Sänft_ (s. A.-L. 594) u. a. m. begegnet und ohne Zweifel zu -unserem Adj. »sanft« gehört (s. _Weber-Günther_, S. 181 vbd. im _Pott_ -II, S. 11, A.-L. a. a. O., _Stumme_, S. 25). Der Übergang von _Sanft_ -(Sonft) zu _Sau¶n¶ft_ (s. _Schwäb. Händlerspr._) und von da zu _Sauft_ -ist leicht gegeben.] - -[Fußnote 389: ([87] auf S. 63.387) S. abbetteln u. Attest.] - -[Fußnote 390: ([88] auf S. 63.387) S. (betr. _Lehm_) Bäcker.] - -[Fußnote 391: ([89] auf S. 63.387) _Fi(e)sel_ = Bube (Jüngling) bedeutet -auch noch spezieller: Freund, Kamerad, Kollege sowie ferner: Bräutigam, -Geliebter, Liebhaber; dazu das Dimin. _Fi(e)sele_ = Junge (Knabe), Sohn. -_Verbindungen_ damit sind: _schofler Fi(e)sel_ = Heuchler, ferner, -»Hurenkerl« u. auch Krüppel, _jenischer Fi[e]sel_ = fahrender Bursche, -_dofer Fi(e)sel_ = Junker (während _dufter Fi(e)sel_ für »brauchbarer -Bursche« angeführt ist); als _Zusammensetzgn._ damit kommen (_bes._ auch -als Standes- u. Berufsbezeichgn. [vgl. »Vorbemerkung« S. 12, Anm. 29]) -noch (außer _Dercherfi[e]sel_) vor: _Linkfi(e)sel_ = böser Mensch -(Mann), _Verkemerfi(e)sel_ = Handelsbursche, _Sicherfi(e)sel_ = Koch, -_Kenemerfi(e)sel_ = »Lausbube«, _Fehtefi(e)sel_ = Quartierbursche, -_Modelfi(e)sel_ = Tochtersohn (während unter »Sohn« nur das Dim. -_Fi[e]sele_ [s. oben] angeführt ist), _Schmelemerfi(e)sel_ = -Zigeunerbursche. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 338, 341, 344 (_Fißel_ = Bube, Junge, Knabe, _Visel_ = Sohn); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 68, 76 (_Fiesel_ = Bursche, _Bruchfiesel_ -= lumpiger Stromer); _Schwäb. Händerspr._ 482-84, 486 (_Fîsel_ [Fisel], -_Fîßel_ = Junge, Mann, Sohn [in _Pfedelb._ (209, 210): Bursche, -Junggeselle]; _Zus._: _Kîslerfîsl_ = Maurer, in _Pfedelb._ [209, 211, -212]: _Stibbersfisel_ = Bettler, _Wägersfisel_ = Kaufmannslehrling, -_Facklersfisel_ = Schreiberlehrling). Über sonstige Belege in Rotw. -sowie die _Etymologie_ s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S. 137 ff.: -vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1523 (unter »Fisel«, Nr. -5).] - -Bettelei, _Dalferei_, _Dercherei_[392] [63.388] - -Bettelfrau, _Derchermoss_[393] - -bettelhaft s. arm; vgl. dürftig - -Bettelleute, _Dercherulma_ (-me)[394] - -Bettelmädchen, _Derchermodel_[395] - -Bettelmann, _Dercherkaffer_[396] - -betteln, _dalfen_, _derchen_[392], _manga_[397] - -Bettelsack, _Dercherrande_[398] - -Bettelstab, _Dercherstenz_[399] - -[Fußnote 392: ([90] auf S. 63.388) S. (zu beiden Ausdr.) abbetteln.] - -[Fußnote 393: ([91] auf S. 63.388) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.] - -[Fußnote 394: ([92] auf S. 63.388) S. (betr. _Ulma_) arme Leute.] - -[Fußnote 395: ([93] auf S. 63.388) S. (betr. _Model_) Beischläferin.] - -[Fußnote 396: ([94] auf S. 63.388) S. (betr. _Kaffer_) Bauer.] - -[Fußnote 397: ([95] auf S. 63.388) Zu _manga_ (dial. = mange[n]) vgl. -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 330, 338 (_mangölen_ = -abbetteln, betteln, _Mangöler_ = Bettler); _Schwäb. Händlerspr._ 479 -(_mangen_ = betteln; in U. [213]: _Mangkitt_ = Bettelhaus); s. auch noch -_Metzer Jenisch_ 216 (_mange_ = betteln). Zur _Etymologie_ (aus der -_Zigeunerspr._ vgl. »Einleitung«, S. 30]) s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. -IV, Sp. 1438 vbd. m. _Pott_ II, S. 445 (unter »Mangawa«), _Liebich_, S. -145, 184 u. 197 (_mangāwa_ = ich bitte, flehe, bettele), _Miklosich_, -Beitr. III, S. 15 (unter »mangen«) u. S. 30 u. Denkschriften Bd. 27. S. -9, 10 (unter »mang«: bei d. deutsch. Zig.: _mangāva_ = bitten, -betteln), _Jühling_, S. 224 (_manga_ = betteln) u. _Finck_, S. 72 -(Stamm: _mang-_ [mangd-] = »bitten, betteln, fordern«).] - -[Fußnote 398: ([96] auf S. 63.388) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 399: ([97] auf S. 63.388) S. (betr. _Stenz_) Ast.] - -Bettelweib s. Bettelfrau [63.389] - -Bettler, _Dalfer_, _Dercher_ (fem. _Derchere_ [Spr.])[392] - -Bettschüssel, _Sauftschottel_[400] - -Bettüberzug, _Sauftschure_[401] - -Bettuch, " " - -Bettzüge, " " - -beunruhigen (sich), _bauserich sein_[402] - -Beutel, _Kiesreiber_[403], _Rande_[404] - -beweinen, _glemsen_[405]; vgl. weinen - -bewerfen, _plotzen_[406]; vgl. werfen - -bezahlen, _bereimen_[407], _bleisgeren_[408], _pfreimen_, _zainen_, -(zeinen [Spr.])[409] - -[Fußnote 400: ([98] auf S. 63.389) S. Bett u. Aschenbecher.] - -[Fußnote 401: ([99] auf S. 63.389) S. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 402: ([100] auf S. 63.389) S. Angst.] - -[Fußnote 403: ([101] auf S. 63.389) _Kiesreiber_ bedeutet eigentl. -spezieller _Geld_beutel, _Geld_börse (Börse, Säckel), zus. aus _Kies_ = -_Geld_ u. dgl. (s. Näh. unter »Bankier«) u. _Reiber_ = Beutel, das -jedoch in _Wittichs_ W.-B. nicht für sich allein vorkommt, sondern nur -in gewiss. _Zus._ wie (außer _Kiesreiber_) noch _Toberichreiber_ = -Tabaksbeutel u. _Dämpferereiber_ = Zigarrenbeutel. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93, 98 (_Reipert_ = Sack) -_Megesreipert_ = Geldbeutel [wozu betr. _Meges_ = Geld zu vgl. _Groß'_ -Archiv, Bd. 33, S. 257, Anm. 2, lit. b u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, -Sp. 572: zu hebr. _mäkäs_ = »Abgabe«]); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ -70 (_Kiesreiber_ = Geldbeutel); _Schwäb. Händlerspr._ 481 (_Kîsreiber_, -Bedtg. ebenso). Über weitere Belege im Rotw. — seit dem 16. Jahrh. (s. -schon _Lib. Vagat._ 54 [_Rippart_ = »Säckel«]) — u. die _Etymologie_ -(wohl zu unserem Zeitw. _reiben_, mhd. _rîben_) s. Näh. bes. bei -_Weber-Günther_, S. 179; vgl. auch _Pott_ II, S. 34, 35; A.-L. 591 -(unter »Reiber«); _Stumme_, S. 24.] - -[Fußnote 404: ([102] auf S. 63.389) S. Bauch.] - -[Fußnote 405: ([103] auf S. 63.389) S. ausweinen.] - -[Fußnote 406: ([104] auf S. 63.389) Mit _plotze[n]_ (-za) = werfen -(bewerfen), schmeißen sind zusammengesetzt: _einplotza_ = einwerfen -(oder einfallen), _herab-_, _hin-_, _nach-_, _niederplotze[n]_ = herab-, -hin-, nach-, niederwerfen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 343 (_plozen_ = fallen, _aufplozen_ = -aufbrechen, aufmachen, _niederplozen_ = niederwerfen; _Schunplotzer_ = -Maurer); _Schwäb. Händlerspr._ 488 (_Schumplotzer_ od. _Schundplotzer_ -[in _Degg._ (215): _Schund-blozer_] = Maurer; in _Pfedelb._ [212]: -_niederpletzen_ = niederwerfen). Zur _Etymologie_ (zu d. mundartl., bes. -schwäb. _plotzen_ od. _blotzen_ = »stoßen, schlagen [prügeln], _werfen_« -[bes. mit Geräusch »hin- und herwerfen« u. dgl.]) s. die Angaben in -_Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 139, Anm. 2 u. dazu auch _Fischer_, Schwäb. -W.-B. I, Sp. 1217.] - -[Fußnote 407: ([105] auf S. 63.389) Zu _bereimen_ = bezahlen (auch -vergüten) s. die Wendung _Strupf bereimen_ = Strafe bezahlen (vgl. oben -unter »bestraft«). Auch _Bereime_ = Zahlung ist wohl nichts anderes als -der substantiv. Infinitiv (in dial. Aussprache), während _Bereimerei_ = -Verdienst als eine Ableitung davon erscheint. _Zu_ _vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_beräumen_ [in -_Pfedelb._ (209): _bereimen_] = bezahlen, in _Pfedelb._ [208] auch: -_ausbereimen_ = auszahlen). Über sonstige Belege im Rotw. (vom 18. -Jahrh. [s. _Kluge_ Rotw. I, S. 239] bis zur Gegenwart) s. _Groß'_ Archiv -Bd. 33, S. 305, Anm. 3 unter lit. a. Ebds. auch über die _Etymologie_ -des Wortes, das von A. L. 524 zu dem ahd. (h)rim = Zahl (vgl. Näh. bei -_Graff_, Althd. Sprachsch. II, Sp. 506) gestellt worden, während -_Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 863 zwar den Ausdruck »bereinigen« (im -Sinne von »bezahlen«) zum Vergleiche herangezogen hat, dann aber doch -meint, eine Entstellung aus »bereinen« passe deshalb nicht, weil dieses -ebenso wie das Adj. »rein« in Schwaben nicht volksüblich sei.] - -bieder, _dof_[410] [63.390] - -Bier, _Blamb_[411] - -Bierglas (-flasche), _Blambglansert_[412] - -Bindfaden, _Schure_[413] - -Binsen, " - -Birke, _Stöber_ (d. h. Baum). Damit werden — mit wenigen Ausnahmen — -_alle_ Bäume bezeichnet[414] - -[Fußnote 408: ([106] auf S. 63.390) S. anzahlen.] - -[Fußnote 409: ([107] auf S. 63.390) S. (zu beiden Ausdr.) abzahlen.] - -[Fußnote 410: ([108] auf S. 63.390) S. angenehm.] - -[Fußnote 411: ([109] auf S. 63.390) Mit _Blamb_ ist _zusammengesetzt_ -nur _Blambglansert_ (s. d. W.-B.), das auch unter »Schoppenglas« -angeführt ist. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 90 (_Blembel_ = Bier); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 -(_B[l]empel_); _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Blamp_ od. _Blempel_); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 68 (_Plampe_); _Schwab. Händlerspr._ 480 (_Plamp_ -= Bier, dazu in _Pfedelb._ [208]; _Plamppflanzer_ = Bierbrauer; -abweichend in _Eningen_ [206, Anm. 1]: _Plempel_ = Wein). Im _Pleißlen -der Killertaler_ (436) ist _Plamp_, _Plempel_ od. _Plimpel_ = Getränk -schlechthin, _Gañsplempel_ = Wasser, _gwanter Plempel_ = Wein. Über -sonstige Belege in Rotw. (seit d. 17. Jahrh.) u. die _Etymologie_ s. -ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 46. S. 25 (u. Anm. 1) u. 26; vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 179 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1153 (unter -»Plämpel«).] - -[Fußnote 412: ([110] auf S. 63.390) Mit _Glansert_ = Glas (Humpen, -Schoppen) aber auch Flasche (»Bouteille«, »Pulle«) finden sich ferner -noch folgende _Zus._: _Gefinkelter-_ oder _Sorufglansert_ = -Branntweinpulle (-flasche), _Feneter-_ oder _Scheiglansert_ = -Fensterglas, _Gleisglansert_ = Milchglas, _Grabegautsehertglansert_ = -Mostglas, _Schwächglansert_ = Trinkglas, -geschirr, _Flösselglansert_ = -Uringlas, _Johleglansert_ = Weinglas. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_Glensert_ = Glas); _Schwäb. -Händlerspr._ (U. [213]: _Glänzerle_ = Glas). _Etymologie_: Das Wort, dem -sich auch sonst im Rotwelsch noch manche _ähnliche_ Formen zur Seite -stellen lassen, gehört wohl sicher zu unserem gemeinspr. »Glanz« bzw. -»glänzen«. Vgl. _Pott_ II, S. 33; _Weber-Günther_, S. 189; _Fischer_, -Schwäb. W.-B. III, Sp. 607 (unter »Glänzer«).] - -[Fußnote 413: ([111] auf S. 63.390) S. abbiegen.] - -[Fußnote 414: ([112] auf S. 63.390) S. alles Nähere unter »Apfelbaum«.] - -Birnbaum, _Stielingstöber_[415] [63.391] - -Birne, _Stieling_ - -Birnenkern, _Stielingkies_[416] - -Bischof, _grandicher Kolb_, d. h. »der große Pfarrer«[417], während der -Papst als _grandich Kolb_, d. h. »der größte Pfarrer«, bezeichnet -wird[418]. Im Jenischen wird nämlich mit _grandicher_ immer die nächste -höhere Charge, Rangstufe usw. bezeichnet, mit _grandich_ dagegen stets -der höchste Rang usw.[419]. - -[Fußnote 415: ([113] auf S. 63.391) Mit _Stieling_ = Birne ist ferner -noch zusammengesetzt _Stielingkies_ = Birnenkern. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 90 (_Stieling_ = Birne); -_Schöll_ 271 (ebenso); _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Stühling_); _Schwäb. -Händlerspr._ 480, 484 (_Stîling_; vgl. _Stîlingsjôle_ = Most); s. auch -noch _Metzer Jenisch_ 216 (_Stilche_ od. _Stîlche_). Der _Etymologie_ -nach gehört das (schon Mitte des 18. Jahrh. im Rotw. bekannte) Wort -(vgl. _Kluge_, Rotw. I. S. 232) ohne Zweifel zu unserm gemeinspr. -»Stiel«; vgl. _Pott_ II, S. 38 u. _Günther_, Rotwelsch, S. 61.] - -[Fußnote 416: ([114] auf S. 63.391) S. (betr. _Kies_) Apfelkern.] - -[Fußnote 417: ([115] auf S. 63.391) Vgl. auch Hoherpriester. Mit _Kolb_ -= Geistlicher, Pfarrer (Prediger, Priester) finden sich folgende -_Zusammensetzgn._: a) _am Anfang_: _Kolbekitt_ = Pfarrhaus (u. dazu die -Verbindg. _grandiche Kolbekitt_ = Kloster [s. d. betr. Übereinstimmg. -mit d. Zigeunerspr.]) u. _Kolbemalfes_ = Priesterrock; b) _am Ende_: -_Kaimekolb_ (d. h. »Judenpfarrer«) = Rabbiner (s. d. betr. -Übereinstimmg. mit d. Zigeun.). _Zu vergl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 341, 343 (_Kolb_ = Pfarrer, Priester, -_Unterkolb_ = Kaplan); _Schwäb. Händlerspr._ 482 (unter »katholisch«) u. -484 (_Kol¶p¶_ [in _Pfedelb._ (212): _Kol¶b¶_] = Pfarrer, in _Pfedelb._ -[212]: _Oberkolb_ = Oberpfarrer). Über weitere Belege im Rotw. u. die -_Etymologie_ des Wortes (vermutl. zu d. älteren Lehnw. [aus d. Latein.] -_Kolbe_ = »geschorener Kopf« mit Bez. auf die Tonsur der kathol. -Geistlichen) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 267/68; vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 172 (unter »Kolm«).] - -[Fußnote 418: ([116] auf S. 63.391) Auch die Zigeunersprache kennt die -Umschreibung »großer Pfarrer«, _bāro rašai_ (raschai), für -»Bischof« oder »Superintendent« (s. _Finck_, S. 82) u. dergl. (z. B. -»Hoherpriester, Abt, Prälat, Oberpfarrer« [s. _Liebich_, S. 127]), ja -nach _Jühling_, S. 225 sogar für den Papst (für den sonst [nach -_Liebich_, S. 131 u. 228] _schwendo dād_, d. h. »heiliger Vater« -gebräuchlich ist). Die von _Wittich_ im Text erwähnte Art der Steigerung -der Rangstufen im Jenischen (durch _grandicher_ — _grandich_) ist -mithin den Zigeunern hier — wie auch i. d. Regel sonst — _nicht_ -bekannt (vgl. schon »Vorbemerkung«, S. 17, Anm. 42; s. jedoch auch -weiter unten die Anm. zu »Förster«).] - -[Fußnote 419: ([117] auf S. 63.391) Diese merkwürdige Art der -Steigerung, bei der _grandicher_ als eine Art _Komparativ_ erscheint -(wie es denn auch zuweilen zur Erklärung dabei ausdrücklich durch -»größer« wiedergegeben ist), während die einfache — unflektierte — -Grundstufe (der »Positiv«) als _Superlativ_ fungiert, erinnert an einen -in gewissem Umfange auch in unserer Gemeinsprache zu beobachtenden -Sprachgebrauch, wonach etwa ein »besseres Kindermädchen« nicht so hoch -geschätzt wird wie ein »gutes«, ein »älterer Herr« jünger zu sein pflegt -als ein »alter« usw. Konsequent ist diese Gradsteigerung im W.-B. -durchgeführt (außer bei _Kolb_, _grandicher_ _Kolb_, _grandich Kolb_) -noch in folgenden Fällen: _Sins_ = »Herr« (Edelmann, Gebieter), -_grandicher Sins_ = Fürst (Herrscher), Oberherr (Landesherr) — jedoch -auch für Beamte (Amtmann, Richter) gebr. —, _grandich Sins_, d. h. »der -größte Herr«, = König (fem. _grandich Sinse_ = Königin); _Grünwedel_ = -Forstmann (schlechthin) od. Forstwart, _grandicher Grünwedel_ (d. h. — -wie hier ausdrückl. hinzugefügt ist — eigtl. »der größere Forstmann«) = -Förster, _grandich Grünwedel_ (d. h. »der größte Forstmann«) = -Oberförster; _Schuker_ = Gendarm, _grandicher Schuker_ = Wachtmeister -(Obergendarm), _grandich Schuker_ = Oberwachtmeister; _Bu(t)z_ = -Polizeidiener, _grandicher Bu(t)z_ = Polizeiwachtmeister, _grandich -Bu(t)z_ = Polizeidirektor. Dagegen fehlt zu _Lanenger_ = Soldat, -_grandicher Lanenger_ (_Grandicher-Lanenger_) = Offizier, insbes. -Hauptmann ein Superlativ _grandich L._, den man etwa für den Oberst oder -General erwarten dürfte; vielmehr hat _grandich Lanenger_ im Vokab. die -Bedeutg. von »Heer«, ist demnach als Plural und in dem Sinne von »(sehr) -_viele_ Soldaten« auszulegen. In gleicher Weise ist _grandich_ auch -sonst noch verwendet worden, so z. B. in _grandich Ulma_ = Menge (eigtl. -»[sehr] viele Menschen«), _grandich Schure_ od. _Sore_ = Reichtum, -Überfluß, Vermögen (eigtl. »[sehr] viele Dinge«), u. in anderen Fällen -ist es, weil ein (durch den Zusatz von _grandicher_ gekennzeichnetes) -Mittelglied fehlt, wohl einfach durch »groß« oder »sehr groß« -wiederzugeben, so z. B. bei _grandich Flu(h)te_ = Meer (eigtl. »[sehr] -großes Wasser«), _grandich Begerisch_ = Schwindsucht (eigtl. »[sehr] -großes Siechtum«) oder _grandich Babing_ od. _Strohbutzer_ = Schwan -(eigtl. »[sehr] große Gans«). Dagegen könnte man die Verbindg. _grandich -Flederling_ = Storch (in entsprechender Übertragung der für menschliche -Rangunterschiede aufgestellten Regel auf die Tiere) ihrem eigtl. Sinne -nach wohl durch »_größter_ Vogel« (nämlich unter den bei uns in -Deutschland bekannten Arten) wiedergeben, da in _grandicher Flederling_ -= Adler eine Mittelstufe gegeben ist (vgl. schon oben unter »Adler«).] - -bissig, _näpfich_ (-ig)[420] [63.392] - -bitten, _derchen_[421] - -Bittschrift s. Bettelbrief - -Bleistift, _Feberschure_[422] - -Blick, _Scheileng_[423] - -blicken, _linzen_[424] - -Block s. Holz - -blöde (blödsinnig) s. aberwitzig; vgl. albern - -Blödigkeit (Blödsinn), _Ni(e)sserei_, _Nillerei_, _Nuscherei_[425] - -Blume, _Schure_[426] - -[Fußnote 420: ([118] auf S. 63.392) S. abbeißen.] - -[Fußnote 421: ([119] auf S. 63.392) S. abbetteln.] - -[Fußnote 422: ([120] auf S. 63.392) S. abschreiben u. abbiegen; vgl. -dazu auch, »Vorbemerkung«, S. 19, Anm. 48.] - -[Fußnote 423: ([121] auf S. 63.392) S. Augapfel.] - -[Fußnote 424: ([122] auf S. 63.392) S. anschauen.] - -[Fußnote 425: ([123] auf S. 63.392) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 426: ([124] auf S. 63.392) S. abbiegen.] - -Blut, _Rat_[427] [63.393] - -blutig, _ratich_[427] - -Bock, _Schure_[426] - -Bohnen, " - -Bohrer, " - -Borg (Kredit), auf —, auf _den Bengel_[428], _auf Keif_[429]; vgl. auch -Schulden - -borgen (leihen), _Bomma_ od. _Keif pflanzen_ (d. h. »Schulden -machen«)[430] - -Börse, _Kiesreiber_[431] - -[Fußnote 427: ([125] auf S. 63.393) Zu _Rat_ = Blut (Geblüt) gehören die -_Ableitungen_ _ratich_ = blutig u. _verratten_ = verbluten. In dem -_verw. Quellenkr._ ungebräuchlich u. auch sonst im Rotw. selten (vgl. -jedoch z. B. _Groß_ 486). Zur _Etymologie_ (aus der _Zigeunersprache_ -[vgl. »Einleitung«, S. 30]) s. Näh. bei _Pott_ II, S. 272 (unter »Rat«), -_Liebich_, S. 154 u. 186 (_rād_), _Miklosich_, Denkschriften, Bd. 27, -S. 54 (bei d. deutsch. Zig.: _rād_, zu altind. _rakta_, hind. -_rātā_ = »rot«), _Jühling_, S. 225 (_Ratt_) u. _Finck_, S. 82 -(_rat_).] - -[Fußnote 428: ([126] auf S. 63.393) Diese Wendung, die m. Wiss. sonst -nirgends bekannt ist, bleibt auch etymologisch unklar.] - -[Fußnote 429: ([127] auf S. 63.393) _Keif_ = Borg(en), Kredit, aber auch -Schulden kommt noch vor in der _Verbindg._ _Keif pflanzen_ (eigtl. -»Schulden machen«) = borgen, leihen u. in der _Zus._ _Keifkitt_ = -Leihhaus. Aus dem _verw. Quellenkr._ darf wahrscheinlich schon _keif_ = -teuer im _W.-B. des Konst. Hans_ (260) hierher gezogen werden, als -Subst. erscheint das Wort in der _Pfälz. Händlerspr._ (438) in der Form -_Kôfes_ = Schuld. — Die (allgem.) _Kundenspr._ kennt die Redensart -_Keif machen_ = Schulden (auf der Penne) machen (s. _Ku._ III [426] u. -IV [431]; _Ostwald_ [Ku.] 78) sowie ein Adj. _keif_ = schuldig (s. -_Ostwald_, a. a. O.). Seiner _Etymologie_ nach stammt _Keif_ wohl -jedenfalls aus dem Hebr. (_chôb_ = »Schuld«, jüd. _chuf_, _chof_, -poln.-jüd. _choiw_); s. A.-L. 368 (unter »Chuw«); vgl. auch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. IV, Sp. 310 (der jedoch auch eine Ableitung vom jüd. -_Keifel_ = »Geldstück« zur Wahl stellt).] - -[Fußnote 430: ([128] auf S. 63.393) Betr. _pflanzen_ s. anbrennen. — -_Bomma_ (od. Bomme[r]) = Schulden kommt außerdem noch vor in der _Zus._ -_Bommerkitt_ = Syn. zu _Keifkitt_ (s. Anm. 429). _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_Bommer_ [in _Pfedelb._ -(212): _Bummen_] = Schulden; dazu in _Pfedelb._ [212] noch _bummich_ = -schuldig); _Pleißlen der Killertaler_ 434 (_Bommer_ = Schulden). -_Etymologie_: Nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp.1286 (unter bzw. zu -»Pommer«, Nr. 6 [d. i. schwäb. = »Schulden, spez. Trink- u. -Spielschulden«]) gehört der Ausdruck zu dem volkstüml. »Pump« bzw. -»pumpen«, dessen Ursprung bekanntlich in der Gaunersprache zu suchen -ist. (S. schon bei _A. Hempel_ 1687 [168]: _pompen_ — borgen, u. _so_ -auch noch bei den _schwäb. Händlern_ [in _Pfedelb._ (209)]; in _Körner's -Zus. zur Rotw. Gramm._ v. 1755 [241]: die Subst. _Pumpes_ = Schuld, -_Pumpesmacher_ od. _Pumper_ = Borger). Vgl. _Günther_, Rotwelsch, S. 54 -vbd. m. _Kluge_, W.-B. S. 358 u. _Weigand_, W-B. II, Sp. 491 (unter -»pumpen«, Nr. 3).] - -[Fußnote 431: ([129] auf S. 63.393) S. Beutel; vgl. Bankier.] - -Borsten, _Strauberts_[432] [63.394] - -bösartig, _lenk_, _schofel_[433] - -böse, _lenk_ (_link_ [Spr.]), _schofel_[433] - -böse Frau, _lenke Goi_[434] od. _Moss_[435] - -böse Sachen (Dinge) machen, _lenke_ od. _schofle Falla pflanzen_[436]; -vgl. huren - -böser (Komporativ), _lenker_, _schofler_[433] - -böser Mann (Mensch), _lenker Kaffer_[437], _Linkfi(e)sel_ (Spr.)[438] - -böses Kind, _Gof_, plur. _Gofa_[439] - -böses kleines Kind, _Göfle_ (_Gefle_ [Spr.])[439] - -Bouteille (Flasche), _Glansert_[440] - -[Fußnote 432: ([130] auf S. 63.394) S. Augenbrauen.] - -[Fußnote 433: ([131] auf S. 63.394) S. (zu beiden Ausdr.) arg.] - -[Fußnote 434: ([132] auf S. 63.394) Mit _Goi_ (= Frau, Weib) kommt noch -vor die _Verbindg._ _schofle Goi_ = Kebsweib (also mit engerem Sinne als -_lenke Goi_, während sonst die Adj. _lenk_ u. _schofel_ ja ungefähr -gleichbedeutend gebraucht werden; vgl. Näh. unter »arg«). _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 255 (_Tschor-Gaya_ = -Frau, die gestohlene Sachen kauft); _Schöll_ 272 (_Gaja_ = Weib); -_Pfulld. J.-W.-B._ 339, 346 (_Gai_ = Frau, _Gaie_ = Weib, _Grängoi_ = -Eheweib); _Schwäb. Händlerspr._ 481 u. 483 (_Goie_ = Frau, _Goi_ = -Mädchen) s. auch noch _Pfälz. Händlerspr._ 437 (_Gôje_ = Frau). Über -weitere Belege im Rotw. u. die _Etymologie_ (fem. zu rotw. _Goi_ = -»Mann« [in Zus.], vom hebr. _gôi_, pl. _gojim_, = »Volk, Nichtjude, -Heide, Christ«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 48, S. 325 ff. vbd. m. -323/24; vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 736 (unter -»Goi«, Nr. 2).] - -[Fußnote 435: ([133] auf S. 63.394) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 436: ([134] auf S. 63.394) Um was für »böse Sachen« es sich bei -dieser Redensart wohl speziell handelt, dürfte daraus zu entnehmen sein, -daß sie auch gleichbedeutend mit »huren« gebraucht wird, so daß das Wort -_Falla_ (Falle) hier vielleicht in der Bedeutg. von »Bett« zu nehmen -ist, die es in volkstüml. Redeweise in manchen Gegenden hat (s. _H. -Meyer_, Richt. Berliner, S. 39 u. _Horn_, Soldatensprache, S. 9 u. 100). -Die rotw. Wendg. _Falle machen_ u. ä. (für »zum [betrüglichen] Spiel -verlocken« [s. A.-L. 538]) wird man dagegen — wegen ihres engeren -Begriffs — wohl kaum damit in Zusammenhang bringen dürfen. — Erwähnt -sei übrigens noch der Ausdruck _Falbais_ = »Hurenschenke« bei _Castelli_ -1847 (391), _Fröhlich_ 1851 (397) u. in der _Wiener Dirnenspr._ 1886 -(417).] - -[Fußnote 437: ([135] auf S. 63.394) S. Bauer.] - -[Fußnote 438: ([136] auf S. 63.394) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 439: ([137] auf S. 63.394) _Gof_ (plur. _Gofa_) = böses Kind -(Dim. _Göfle_ [Gefle (Spr.)] ist in _gleicher_ Bedeutg. auch der -_schwäb. Händlerspr._ bekannt (483: _Gôf_ = böses Kind, im Plur. -[_Gôfe_] dagegen = Kinder _schlechthin_). _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, -Sp. 735 bemerkt dazu, daß die Bezeichnung (in Schwaben überhaupt) »nur -geringschätzig od. tadelnd als Ausdruck des Unmuts« gebraucht wird, bes. -für ein »unartiges, naseweises, widerwärtiges, krittliges Kind« -(»Range«, »Göre«), während er sie der _Etymologie_ nach unerklärt -gelassen hat.] - -[Fußnote 440: ([138] auf S. 63.394) S. Bierglas.] - -Brand, _Funk_[441] [63.395] - -Branntwein, _Gefinkelter_[442], _Katschete_[443], _Soruf_[444] - -Branntweinpulle (-flasche), _Gefinkelterglansert_ od. -_Sorufglansert_[445] - -braten, _sicheren_[446] - -Braten, _Bossert_, _Mass_, d. h. »Fleisch«[447] - -Bratkartoffeln, _Schmunkbolle_ (Spr.)[448] - -[Fußnote 441: ([139] auf S. 63.395) S. abbrennen.] - -[Fußnote 442: ([140] auf S. 63.395) _Zusammengesetzt_ hiermit sind a) -_am Anfang_: _Gefinkelterglansert_ = Branntweinpulle (-flasche) u. b) -_am Ende_: _Blauhanzegefinkelter_ = »Zwetschgenwasser«. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 90 ([_Finkeljochem_ od.] -_gefinkelter Jaiem_ = Branntwein); _W.-B. des Konst. Hans_ 254, 256 -(_G'finkelterjole_ = Branntwein); _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Gfinkelter_ = -Branntwein); _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_G[e]finkelte[r]_ = Schnaps); s. -auch noch _Metzer Jenisch_ 217 (_Fünkeler_ = Schnaps). Zur _Etymologie_: -Wie die älteren Quellen zeigen, lautete der Ausdruck ursprünglich -_Gefinkelter Jaiem_, _-jole_, d. h. »gebrannter Wein« (vgl. -»Einleitung«, S. 28), zu _finkeln_ (fünkeln) u. ä. = »sieden, braten, -kochen« (s. dazu schon oben unter »behext«). Vgl. _Günther_, Rotwelsch, -S. 81; _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 163 (unter »g[e]finkelt«).] - -[Fußnote 443: ([141] auf S. 63.395) Mit _Katschete_ sind im W.-B. _keine -Zus._ gebildet worden, auch _fehlt_ es in dem _verw. Quellenkreise_ und -kommt auch sonst im Rotw. nur _selten_ vor (so z. B. bei _Pfister_ 1812 -[300: _Katschedi_, in einer Zusammensetzg.], _v. Grolman_ 33 -[_Katschedi_] u. _Karmayer_, G.-D. 203 [ebenso]: vgl. auch _Miklosich_, -Beitr., S. 11 u. 22). Über die _Etymologie_ des Wortes aus der -_Zigeunersprache_ (vgl. »Einleitung«, S. 30) s. Näh. bei _Pott_ II, S. -160 (unter »Chatschjevava«), _Liebich_, S. 130 u. 186 (_chatschérdi_), -_Miklosich_, Beitr. III, S. 11 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 218 (unter -»chačar«: bei den deutsch. Zig.: _chačerdi_ = Branntwein, Partiz. -von _chačāva_ od. _chačevava_ = »brennen, anzünden«), -_Jühling_, S. 220 (_Chatschärti_ = Schnaps) u. _Finck_, S. 68 -(_xátšerdi_ = »Branntwein«).] - -[Fußnote 444: ([142] auf S. 63.395) _Soruf_ erscheint in _gleicher_ -Weise in _Zus._ verwendet wie _Gefinkelter_ (_Sorufglansert_, -_Blauhanzesoruf_). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 486 (_Sorof_ = Branntwein); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 75 -(_Soruff_ od. _Soroff_ = Schnaps); _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_Sôruf_ = -Schnaps); ebenso auch in der _Pfälz. Händlerspr._ 439. Über weitere -Belege im Rotw. sowie die _Etymologie_ (vom hebr. _frûf_, Part. pass. -von _fraf_ = »brennen«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 223 u. -Anm. 1 u. S. 229 u. Anm. 1; vgl. auch _Günther_, Rotwelsch, S. 85 u. in -d. »Wiss. Beiheften zur Zeitschr. des Allgem. Deutsch. Sprachvereins«, -V. Reihe, Heft 36 (1913), S. 184.] - -[Fußnote 445: ([143] auf S. 63.395) S. (betr. _Glansert_) Bierglas.] - -[Fußnote 446: ([144] auf S. 63.395) S. auskochen.] - -[Fußnote 447: ([145] auf S. 63.395) S. (zu beiden Wörtern) Aas.] - -[Fußnote 448: ([146] auf S. 63.395) a) _Schmunk_ bedeutet soviel wie: -Schmalz (Fett, Mark, »Schmer«), in _Zus._ auch Butter, wofür sonst -spezieller _dofer Schmunk_, d. h. »gutes (od. besseres) Fett (Schmalz)«, -gebraucht wird. Die _Zusammensetzgn._ sind: [Griechisch: a]) mit _Schm. -voran_ (außer _Schmunkbolle_ noch): _Schmunklehm_ = Butterbrot -_Schmunkschure_ = Butter-(od. Schmalz-)faß, _Schmunkgleis_ = Buttermilch -_Schmunkschottel_ = Fettbüchse, _Schmunkhornikel_ = Mastochse, -_Schmunkbossert_ = Speck; [Griechisch: b]) mit _Schm. am Ende_:_ -Bogaschmunk_ = Kuhbutter, _Hornikelschmunk_ = Ochsenfett, auch Unschlitt -(s. d. betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr.), _Horbogeschmunk_ = -Rindsfett sowie ebenfalls Unschlitt. Eine _Ableitg._ ist das Zeitw. -_schmunken_ = schmälzen (schmelzen). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91, 98 (_Schmunk_ = Butter, -Schmalz); _W.-B. des Konst. Hans_ 253 (_Form_: ebenso, _Bedtg._: -Schmalz), _Pfulld. J.-W.-B._ 344 (ebenso, dazu: _schmunkig_ = -schmutzig); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74, 75 (_Schmunke_ = Schmalz; -_Zus._: _Schmunkbossert_ = Speck); _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_Schmunk_ -= Schmalz; dazu in _Pfedelb._ [209, 213]: _Rindschmunk_ = Butter u. -_Schmunkbossert_ = Speck); s. auch _Pleißlen der Killertaler_ 436 -(_Schmoñg_ = Schmalz) u. _Metzer Jenisch_ 216 (_Schmunk_ = Butter). Über -weitere Belege im Rotw. usw. sowie die _Etymologie_ des Wortes (das nach -richtiger Ansicht _deutsch._ Ursprungs ist) s. das Näh. in _Groß'_ -Archiv, Bd. 47, S. 210 (unter »Schmunk-Buckeler«); vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 180. — b) _Bolle_ (-la) bedeutet — ebenso wie die -Zus. _Schundbolla_ (s. dazu Näh. schon unter »abgerahmte Milch«) —: -Kartoffeln (Erdäpfel). Zwei andere _Zus._ damit sind noch (nach den -Spr.) _Bolleblättling_ = Kartoffelsalat u. _Bolleschottel_ = -Kartoffelschüssel. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 93 (_Schompollen_ = »Grundbieren« (d. h. Grundbirnen, -schwäb. = Kartoffeln); _Pfulld. J.-W.-B._ 341 (_Bolle_ = Kartoffeln); -_Schwäb. Händlerspr._ 482 (_Bolle_ od. _Schunbolle_ = Kartoffeln). Zur -_Etymologie_ s. bes. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1274 (unter -»Bolle«, Nr. 5, bes. lit. b), wonach _Bolle_ im allgem. einen »runden -Körper, Klumpen, Kugel«, weiter eine »rundliche (knorpelige) Frucht« u. -bes. die Kartoffel bedeutet; vgl. dazu auch _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. -298 (betr. _Bolle_ = a) Zwiebel, b) Taschenuhr) sowie bes. über die Form -_Schundbolle_ u. ä. A.-L. 605 u. _Groß'_ Archiv, Bd. 59, S. 263, 265, -283. Über die Verwandschaft von _Bolle_ mit d. mhd. Zeitw. _boln_ (ahd. -_bolôn_) = »rollen, wälzen, werfen, schleudern« u. dgl. s. _Kluge_, -W.-B., S. 64 u. _Weigand_, W.-B. I, Sp. 265; vgl. auch schon oben (unter -»abfallen«) betr. das jenische Zeitw. _bohlen_. - -[Fußnote 449: ([147] auf S. 63.396) S. angenehm.] - -brauchbar, _duft_[449], _g'want_[450] [63.396] - -brauchbare Frau, _dufte Mos(s)_[451] - -[Fußnote 450: ([148] auf S. 63.396) S. anmutig.] - -[Fußnote 451: ([149] auf S. 63.396) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.] - -brauchbarer Bursche, _dufter Benges_, — _Benk_[452] oder — [64.127] -_Fi(e)sel_[453] - -[Fußnote 452: ([1] auf S. 64.127) _Benges_ od. _Benk_ = Bube, Bursche, -Jüngling, dann auch: Freund, Kamerad, Kollege, ferner: Geliebter, -Liebhaber (Bräutigam), endlich noch: Sohn (sowie dazu d. Dimin. -_Bengesle_ = Junge, Knabe) erscheint beliebt in _Verbindungen_ und -_Zusammensetzgn._ (sowohl für Eigenschafts- wie Standes- u. -Berufsbezeichnungen [vgl. dazu »Vorbemerkung«, S. 12, Anm. 29]), so: a) -in _Verbindgn._ (außer _dufter B._ noch): _jenischer Benges_ od. _Benk_ -= fahrender Bursche, _schofler Benk_ = Heuchler, auch Krüppel, _dofer -Benk_ = Junker, dann (gleich _dofer Benges_) auch: Geliebter (also wie -das einfache _Benges_ od. _Benk_ [s. oben], während _dufter Benk_ od. -_Benges_ nur durch »brauchbarer Bursche« wiedergegeben ist (s. oben im -Text), _nobis vergrönter Benges_ (d. h. eigtl. »nicht verheirateter -Bursche«) = lediger Mann; b) in _Zus._: [Griechisch: a]) für -_Eigenschaften_: _Lubnebenges_ = »Hurenkerl«, _Kenemerbenges_ (_-benk_) -= »Lausbube«; [Griechisch: b]) für _Berufe_: _Verkemersbenk_ = -Handelsbursche, _Sicherbenk_ = Koch, _Rattebenk_ = Nachtwächter, -_Groenikelbenk_ = Sauhirt, Schweinehirt, _Jerusalemsfreundbenk_ = -Schäfer, Schafhirt, _Stradebenk_ = Straßenwärter. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 76 (_Bink_ = Vater); -_Schwäb. Händlerspr._ 482-484 (_Penk_ = Herr, _Pink_ [in _Pfedelb._ -(211, 213): _Bink_] = Mann [in _Pfedelb._ (a. a. O) auch: Meister, -Vater]; _Kislerpink_ = Maurer, in _Pfedelb._ [208, 210, 211, 213] noch: -_alter Bink_ = »Ausdinger«, _Schupferbink_ = Bäcker, _Treppertsbink_ = -Fuhrmann, _Hausbink_ = Hausherr, _Wägersbink_ = Kaufmann, -_Langraßlersbink_ = Stationsvorstand [an d. Eisenbahn], in _Eningen_ -[206, Anm. 1]: _Penk_ = Mann, _Stichelpenk_ = Landjäger, _Gwanderpenk_ = -Schultheiß, _Plempenteilespenk_ = Wirt; in U. [214]: _Schenägelspenk_ = -Knecht, _Balespenk_ = Waldhüter). Sehr beliebt sind Zus. mit _Penk_ -(Pink) = Mann (vgl. dazu _Penkle_ = Bube, Knabe) auch im _Pleißlen der -Killertaler_, und zwar auch hier sowohl für Berufe (s. darüber Näh. in -_Groß'_ Archiv, Bd. 49, S. 349) als auch zur Kennzeichng. von -Eigenschaften (s. z. B. [435, 436]: _Fetschnerspink_ = schlechter Kerl -u. _Schnellpenk_ = geiler Mann; vgl. auch [nach _Kapff_ 213]: -_Schwenzlerspenk_ = Dieb (zu _schwenzle(n)_ = stehlen]). Über weitere -Belege aus dem Rotw. sowie die _Etymologie_ s. ausführl. _Groß'_ Archiv, -Bd. 49, S. 344 ff.; vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 819 (unter -»Penk«).] - -brauchbarer Mann, _dufter Kaffer_[454] [64.128] - -brauchbares Kind, _dufter Galm_[455]; im Plural: _dufte Galme_ oder -_Schrabiner_[456]; vgl. braves Kind - -brauchbares Mädchen, _dufte Model_[457] - -Braut, _Model_[457] - -Bräutigam, _Benges_[458], _Fie(s)el_[459] - -brav, _dof_[460] - -braves Kind, _dofer Galm_, plur.: _dofe Galme_ oder _Schrabiner_[461] - -[Fußnote 453: ([2] auf S. 64.128) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 454: ([3] auf S. 64.128) S. Bauer.] - -[Fußnote 455: ([4] auf S. 64.128) _Galm_ = Kind, plur. _Galme_ (od. -ma) -= Kinder (Nachkommen), Dimin. _Gälmle_ (Kindlein [Spr.]) findet sich -noch in der _Verbdg._ _dofer Galm_ = braves Kind sowie in den folgenden -_Zusammenstzgn._: a) _am Anfang_: _Galmamodel_ = Kindermädchen (-magd), -_Galmeguffer_ (d. h. eigtl. »Kinderprügler«) = Lehrer, Schullehrer, -_Galmesauft_ (eigtl. »Kinderbett«) = Wiege; b) _am Ende_: _Schoflergalm_ -= Stiefkind. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 95 (_Gallme_ = Kind); _Pfulld. J.-W.-B._ 341 (_Galma_ = -Kind); _Schwäb. Händlerspr._ 483 (_Galme_ = Kinder [sowohl kleinere wie -auch größere], _Galmeguffer_ = Lehrer [in _Pfedelb._ (211, 213): -_Galmen_ = Kind (sic), _Galmenguffer_ = Oberlehrer [im Gegensatze zu dem -_Schrazeskneppler_ = Unterlehrer; vgl. dazu schon oben unter -»aufschlagen«] u. _Galmegufferei_ = Schule]): s. auch _Metzer Jenisch_ -216 (_Galmes_ [neben Galster u. Gambes] = Kind). Über noch weitere rotw. -Belege sowie die (nicht ganz sichere) _Etymologie_ (vielleicht in erster -Linie zu hebr. _gôlem_ = »Leibesfrucht, Embryo« u. dergl.) s. _Groß'_ -Archiv, Bd. 47, S. 138 (womit im wes. übereinstimmt auch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. III, Sp. 34); vgl. jedoch auch Archiv Bd. 48, S. 350 -(Nachtr. u. Berichtigungen: _Galme_ zu mhd. _galmen_ = »schallen«?)] - -[Fußnote 456: ([5] auf S. 64.128) _Schrabiner_ od. _Schrawiner_ = -Kinder, Nachkommen (nur im Plural) scheint weniger gebräuchlich zu sein -als _Galme_ (-ma), auch in _Verbdgn._ u. _Zus._; s. jedoch noch _dofe -Schrabiner_ und _Schrabinermodel_ als Synon. zu _dofe Galme_ u. -_Galmamodel_ (s. d.) _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. -Händlerspr._ 483 (_Schrawêner_ = Kinder). — Nach _Schütze_ 90 soll -_Schrab(b)iner_ (das auch schon in _Ku._ III [428] angeführt) gemäß -einer Mitteilung eines ostpreußischen »Kunden« der Plural zu _Schrappen_ -= Kind sein. Letzteres findet sich (jedoch meist für die _Mehrzahl_ -[»Kinder«]) vereinzelt auch in der Gaunersprache (s. z. B. _v. Grolman_ -64 u. T.-G. 105 [_Schrappen_ = Kinder]; _Karmayer_ 149 (_Schrapp_ od. -_Schrampen_ = Kind [also beides _sing._]; A.-L. 604 [_Schrappen_, -_Schrabben_ od. _Schrammen_ = Kinder]; _Groß_ 492 [_Schrapfen_ = kleine -Kinder]; vgl. ferner noch _Hall. Lattcherschmus_ 492 [_Schräppchens_ = -Kinder]). Die _Etymologie_ bleibt unsicher (s. _Groß'_ Archiv, Bd. 47, -S. 140, Anm. 3 a. E.); vgl. A.-L. 604, der das angels. _screpan_ (nach -_Kluge W.-B._, S. 415: _crimpan_) = »schrumpfen«, das engl. _shrimp_ = -»Knirps, Zwerg« sowie unser volkstüml. spött. _Krabbe_ (eigtl. »kleiner -Seekrebs«) für ein kleines (munteres) Kind (s. _Paul_, W.-B., S. 304 u. -_Weigand_, W.-B. I, Sp. 1131) herangezogen hat. — Über das Synon. -_Stratz_ (plur.: Stratze) s. unter »Hurenkind«.] - -Brecheisen, _Schure_[462] [64.129] - -Brei, " - -Bremse, " - -brennen; _funken_[463] - -brennend, _funkt_ (d. h. »es brennt«) - -Brett, _Schurele_[462] - -Brief, _Kritzler_[464] - -Brieftasche, _Kritzlerrande_[465] - -Briefträger, _Kritzlerbuckler_[466] - -Brille, _Linzere_[467] - -Brombeere, _Jahresäftling_ od. _Krachersäftling_[468] - -Brot, _Lechem_ od. _Lehm_[469], _Maro_[470] - -Brotbäcker, _Lehmschupfer_[471] - -Brotbüchse, _Lehmschottel_[472] - -[Fußnote 457: ([6] auf S. 64.129) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 458: ([7] auf S. 64.129) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 459: ([8] auf S. 64.129) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 460: ([9] auf S. 64.129) S. angenehm.] - -[Fußnote 461: ([10] auf S. 64.129) S. brauchbares Kind.] - -[Fußnote 462: ([11] auf S. 64.129) S. abbiegen. Ob es sich bei _Schure_ -= Bremse um die Tierbezeichnung oder um das gleichnamige Werkzeug -handelt, ist nicht ersichtlich.] - -[Fußnote 463: ([12] auf S. 64.129) S. abbrennen.] - -[Fußnote 464: ([13] auf S. 64.129) S. Attest.] - -[Fußnote 465: ([14] auf S. 64.129) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 466: ([15] auf S. 64.129) S. (betr. _-buckler_) abtragen.] - -[Fußnote 467: ([16] auf S. 64.129) S. anschauen.] - -[Fußnote 468: ([17] auf S. 64.129) S. Ananas.] - -[Fußnote 469: ([18] auf S. 64.129) S. Bäcker.] - -[Fußnote 470: ([19] auf S. 64.129) _Maro_ = Brot (seltener als _Lechem_ -od. _Lehm_) kommt im W.-B. nur in _einer Zus._ vor, _Lanengermaro_ -(eigtl. »Soldatenbrot«) = Kommißbrot (s. d. betr. Übereinstimmg. mit der -Zigeunerspr.). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 91 (_Marum_ = Brot, _gehechelter, schofel M._ = weißes, -schwarzes Brot); _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Maro_ = Brot, _Kächeltema¶n¶o_ -(sic, Druckf.) = »Bäckerbrot«); _Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Maro_); s. -auch _Metzer Jenisch_ 216 (ebenso). — Über weitere Belege in Rotw. -sowie die _Etymologie_ (aus der _Zigeunerspr._ (vgl. »Einleitung«, S. -30]) s. die Angaben in _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 22, 23 u. Anm. l u. -dazu noch _Finck_, S. 72 (_māro_). Nach _Miklosich_, Denkschriften, -Bd. 27, S. 10 läßt sich das Wort bis ins Altindische (_manḍha_ = -»eine Art Gebäck«) zurückverfolgen.] - -[Fußnote 471: ([20] auf S. 64.129) S. Bäcker.] - -[Fußnote 472: ([21] auf S. 64.129) S. (betr. _Schottel_) Aschenbecher.] - -Brötchen s. Semmel (Weck) [64.130] - -Brotsack, _Lehmrande_[473] - -Brotschrank, _Lehmschure_[474] - -Brücke, _Flu(h)tesore_[475], _Schure_[474] - -Bruder, _Glied_. Unter _Glied_ versteht man die Kinder (den Sohn, die -Tochter) einer Familie, aber auch sonstige Verwandte, z. B. einen Bruder -oder eine Schwester (des Vaters oder der Mutter); vgl. Geschwister, -Schwester, Sohn, Tochter, ferner Oheim, Tante u. Neffe[476] - -[Fußnote 473: ([22] auf S. 64.130) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 474: ([23] auf S. 64.130) S. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 475: ([24] auf S. 64.130) Betr. _Flu(h)te_ s. abbrühen. — Das -Wort _Sore_ nimmt eine ähnliche Aushilfsstellung ein wie (das auf -_denselben_ Stamm zurückzuführende) _Schure_ (vgl. »Einltg.«, S. 24 u. -»Vorbmkg.«, S. 16), jedoch kommt es für sich _allein_ doch seltener vor -als letzteres und auch in _Verbindgn._ u. _Zusammensetzgn._ mit anderen -Vokabeln erreicht es nicht die gleiche Beliebtheit wie _Schure_. a) -_Ohne_ Zusatz erscheint es gebraucht: [Griechisch: a]) für _Tiere_: im -Sinne von »Vieh«; [Griechisch: b]) für _Sachen_: in den Bedeutgn. »Ding, -Sache«, ferner »Ware« (wohl die ursprüngl. Bedtg.) u. spezieller noch: -Porzellan, Zwirn sowie versch. Produkte des Pflanzenreichs, näml.: -Erbsen, Linsen, Pfeffer und Zwiebeln. b) Eine _Verbindg._ mit _Sore_ für -einen allgemeinen (abstrakten) Begriff ist _grandich Sore_ (ebenso wie -_gr. Schure_) = Reichtum, Überfluß, Vermögen (eigtl. = »[sehr] viele -Dinge«; vgl. dazu oben unter »Bischof«). c) _Zusammensetzgn._ mit _Sore_ -sind: [Griechisch: a]) im _Anfang_: _Soreschottel_ = Erbsen- od. -Linsenschüssel, aber auch: Pfefferbüchse und Porzellantasse u. -_Sorebrandling_ = Zwiebelkuchen; [Griechisch: b]) _am Ende_: (außer -_Flu[h]tesore_, das noch die Nebenbdtg. »Wasserfaß« hat, noch): -_Stöbersore_ = Obst, _Kupfersore_ (d. h. eigtl. »Grasding«) = Sense, -_Begersore_ = Totenbahre, _Pfladersore_ = Wäsche, _Johlesore_ = Weinfaß, -_Säftlingsore_ = Weinberg, _Rondlingsore_ = Wursthaut. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._ [in dem der Aushilfscharakter des Wortes im -allgem. noch nicht so scharf hervortritt wie in _Wittichs_ Jenisch]): -_Dolm. der Gaunerspr._ 89, 95, 99, 101 (_Sore_ = allerhand Ware, _Mette -Sōre_ = Barche[n]t [zu _Mette_ = Bett, vom jüd. _mittō_, hebr. -_mittā_; s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1642], _g'socht Sore_ = -Krämerware, _Gschock Sore_ = gestohlene Marktware); _W.-B. des Konst. -Hans_ 253 (_Sore_ = »die in den Kammern und Kisten befindliche Ware«); -_Schöll_ 272 (_Sore_ = Ware, _Achelsore_ = Eßwaren); _Pfulld. J.-W.-B._ -339, 341-343, 345, 346 (_Sore_ = Ware, Zeug, Sache, _Achselsore_ od. -_schluckige Sore_ = Eßwaren, Lebensmittel, Speisen, _Kangerisore_ = -Kirchengerät [zu _Kangeri_ = Kirche, aus d. Zigeunerspr.; vgl. z. B. -_Finck_, S. 63], _Sichereisore_ = Küchengerätschaften); _Schwäb. -Händlerspr._ 488 (_Sore_ = Ware). Über weitere Belege im Rotw. und die -_Etymologie_ des Wortes (die die gleiche wie die von _Schure_ ist) s. -_Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 241/42; vgl. oben unter »abbiegen«.] - -[Fußnote 476: ([25] auf S. 64.130) _Glied_ bedeutet demnach: Bruder, -Schwester (Geschwister) bzw. Sohn, Tochter. Dazu die _Zusammensetzgn._: -_Kafferglied_ = Mannesschwester (Schwägerin), _Patrisglied_ = a) Oheim -väterlicherseits (»Vatersbruder«), b) Tante väterlicherseits -(»Vatersschwester«), c) Neffe (väterlicherseits), _Mamereglied_ = a) -Oheim mütterlicherseits (»Mutterbruder«), b) Tante mütterlicherseits -(»Mutterschwester«), c) Neffe (mütterlichereits). S. dazu betr. -Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr. unter »Oheim« u. »Tante«. — _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 338, 344 (_Glied_ -= Bruder, Schwester); _Schwäb. Händlerspr._ (U. [214]: _Glied_ = -Schwester). _Etymologie_: Ein Zusammenhang mit dem rotw. _Gli(e)d_ = -Hure (worüber Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 13, 14 u. -»Anthropophyteia«, Bd. IX, S. 22 ff.) wird kaum vorliegen, vielmehr -dürfte der Ausdruck wohl — wie im wes. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. -III, Sp. 692 (unter »Glid« II) anzunehmen scheint — schlechthin mit -unserem gemeinsprachl. »Glied« (hier im Sinne etwa von »Familienglied«) -gleichbedeutend sein.] - -Brühe, _Flu(h)te_[477] [64.131] - -Brust (weibliche), _Schwächerle_[478] - -Bube _Benges_[479], _Fi(e)sel_[480] - -Buch, _Schure_[481] - -Buche, _Stöber_[482] - -Büchse (als Behältnis), _Schottel_[483] - -Büchse (= Flinte), _Klass_[484], _Schnelle_[485] - -Büchsenmacher, _Klass-_ od. _Schnellepflanzer_[486] - -Büchsenranzen, _Rande_[487] - -Buhldirne, _Lubne_[488] - -buhlerisch, _lenk_, _schofel_[489] - -[Fußnote 477: ([26] auf S. 64.131) S. abbrühen.] - -[Fußnote 478: ([27] auf S. 64.131) S. Amme.] - -[Fußnote 479: ([28] auf S. 64.131) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 480: ([29] auf S. 64.131) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 481: ([30] auf S. 64.131) S. abbiegen.] - -[Fußnote 482: ([31] auf S. 64.131) S. Apfelbaum.] - -[Fußnote 483: ([32] auf S. 64.131) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 484: ([33] auf S. 64.131) _Klass_ = Büchse (Flinte, Gewehr -[Schießgewehr], Muskete) findet sich nur in zwei _Zus._, näml. -_Klasspflanzer_ = Büchsenmacher und _Klasskitt_ = Schießhaus. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaun._ 93 (_Klosheim_ = -Gewehr); _W.-B. des Konst. Hans_ 256 (_Klasse_ [plur.] = Pistolen); -_Schöll_ 271 (_Glasse_ = Flinte, Gewehr); _Pfulld. J.-W.-B._ 340, 344 -(_Klassa_ = Geschütz, _Klasse_ = Gewehr, Schießgewehr, _klassen_ = -schießen, _Klasset_ = Schuß); _Schwäb Gaun.- u. Kundenspr._ 70, (_Klass_ -= Gewehr); _Schwäb. Händlerspr._ 481 (_Klaß_ [in _Pfedelb._ (209): -_Klasse_] = Gewehr, Flinte). — Im sonst. Rotw. (wo das Wort übrigens -schon 1724 [im _Duisb. Vokab._ (184)] — als _Classey_ = Pistole — -nachweisbar ist) gehen die Formen sehr auseinander. S. Näh. darüber -sowie über die _Etymologie_ (entw. vom hebr. _kĕli ēma_ = »Gerät -der Furcht« od. vom hebr. _kĕli zimma_ — »Gerät der Schädlichkeit«) -in _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 12, Anm. * (zu »Klassensenteser«).] - -[Fußnote 485: ([34] auf S. 64.131) S. abschießen.] - -[Fußnote 486: ([35] auf S. 64.131) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 487: ([36] auf S. 64.131) S. Bauch.] - -[Fußnote 488: ([37] auf S. 64.131) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 489: ([38] auf S. 64.131) S. arg.] - -[Fußnote 490: ([39] auf S. 64.131) _Hornikel_ od. _Hornigel_ = Ochse -(Bulle, Stier) findet sich in den folgenden _Zusammensetzgn._: a) _am -Anfang_: _Schmunkhornikel_ = Mastochse; b) _am Ende_: _Hornikelschmunk_ -= Ochsenfett, auch Unschlitt (s. d. betr. Übereinstmmg. mit d. Zigeun.), -_Hornikelbossert_ = Ochsenfleisch, _Hornikelgielblättling_ = -Ochsenmaulsalat, _Hornikelkafler_ = Ochsenmetzger, _Hornikelstenkert_ = -Ochsenstall. In dem spez. _verw. Quellenkr._ ist der Ausdr. m. W. -unbekannt, dagegen findet er sich im _Metzer Jenisch_ 216 (in der Form -_Hornigl_ für »Kuh«) sowie auch schon im ältern Rotwelsch für »Ochse« -oder »Kuh« (s. z. B. _Schwenter_ 1620 [137: _Hornnickl_ = Ochsen]; bei -_A. Hempel_ 1687 [167: _Hornickel_ = Kuh) u. a. m.). Zur _Etymologie_ -(wohl von _Horn_ u. _Nickel_, Kurzform von _Nikolaus_, also e. Art. -Personifizierung des Tiers durch e. menschl. Eigennamen) s. _Günther_, -Rotwelsch, S. 80; vgl. auch _Pott_ II, S. 11 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. -III, Sp. 850 (betr. das analog gebildete _Gronickel_ = Schwein, worüber -Näh. auch noch unten unter »Eber«).] - -Bulle (= Ochse), _Hornikel_[490] [64.132] - -Bündel, _Rande_[487] - -Bürgermeister, _Kritsch_[491], _Schar(r)le_[492] - -Bursche s. Bube; fahrender Bursche, _jenischer Benges_, _Benk_ oder -_Fi(e)sel_[493] - -Bürste, _Stiepa_, Plural: _Stiebe_ (Spr.)[494], _Rutscherschure_[495] -oder bloß _Schure_[496] - -[Fußnote 491: ([40] auf S. 64.132) _Kritsch_ = Bürgermeister -(Ortsvorsteher, Schultheiß, Ratsherr) ist schon dem _Dolm. der -Gaunerspr._ 98, 101 bekannt gewesen (_Kritsch_ = Schulz, Vogt; vgl. -[89]: _Krisch_ = Ammann [sic]); vgl. ferner: _Pfulld. J.-W.-B._ 346 -(_Gritsch_ = Vogt) u. _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_Kritsch_ = -Schultheiß). Die _Etymologie_ ist zweifelhaft. Von _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 770 (unter »Kritsch« II) ist das zigeun. _krísni_ = »Amt, -Gericht« (s. _Finck_, S. 66; vgl. auch _Pott_ II, S. 123 [unter -»Krisni«]; _Liebich_, S. 138, 174 u. 202 [_grisni_ = Gericht, Amt]; -_Jühling_, S. 222 [_Grissni_ = Gericht]) herangezogen worden.] - -[Fußnote 492: ([41] auf S. 64.132) _Schar(r)le_ (Synon. zu _Kritsch_) -kommt in _dieser_ Form und Bedeutung im _Dolm. der Gaunerspr._ noch -_nicht_ vor, vielmehr findet sich hier (93) nur das längere -_Grandscharle_ für »Hatschier«, das _früher_ auch in _Wittichs_ Jenisch -gebräuchlich gewesene (vgl. »Einleitung«, S. 28), dagegen hat schon das -_W.-B. des Konst. Hans_ neben _Grandscharle_ = Hatschier (so: 257, in -den »Schmusereyen«) auch noch _Scharle_ = Schultheiß, Dorfvogt (so: 254, -im Vokabular), und ebenso führt das _Pfulld. J.-W.-B._ _beide_ Vokabeln -auf (s. 339: _Granscharle_ = Gardist; 346: _Scharle_ = Vogt). Die -neueren schwäb. Quellen kennen dagegen nur noch die letztere Form; s. -_Schwäb. Gaun. u. Kundenspr._ 74 u. _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_Scharle_ -od. _Schrle_ = Schultheiß). _Etymologie_: Die Herkunft des Wortes -_Schar(r)le_ (auch in Grandscharle) bleibt unsicher; auch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. III, Sp. 790 (unter »Grandscharle«) hat keine Erklärung -gegeben. Über Hypothesen s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 49, S. 347 -(unter »Scha[a]rbin[c]k«); ebends. (in Anm. 2) auch noch weitere rotw. -Belege für _Scha(a)r(r)le_ u. _Gran(d)schar(r)le_.] - -[Fußnote 493: ([42] auf S. 64.132) S. (betr. _jenisch_) Bachstelze, -(betr. _Benges_ od. _Benk_) brauchbarer Bursche u. (betr. (_Fi[e]sel_) -Bettelbube.] - -[Fußnote 494: ([43] auf S. 64.132) _Stiepa_ (plur. Stiebe [Spr.]) = -Bürste (Kehrbesen [Besen]) — u. dazu die Zus. _Stiepenpflanzer_ = -Bürstenbinder (Spr.) — ist dem _verw. Quellenkr._ sowie auch sonst im -Rotw. m. Wiss. _nicht_ bekannt. Der _Etymologie_ nach dürfte es wohl zu -unserm gemeinsprachl. »stieben« bezw. »stäuben« gestellt werden (s. -_Weigand_, W.-B. II, Sp. 955: _stäuben_, [eigtl.] »_stieben_ machen, -Staub erregen; _aber auch_ in _denselben_ Bedeutgn. wie _stauben_«, d. -h. »Staub von sich geben, Staub erregen, _Staub entfernen_ [in -_abstauben_]«; vgl. Sp. 970 unter »stieben«).] - -Bürstenbinder, _Schurespflanzer_ oder _Stiepenpflanzer_ (beides [64.133] -Spr.)[497] - -Busen s. Brust - -Büttel, _Buz_[498]; vgl. Polizeidiener - -Butter, _dofer Schmunk_, d. h. »(gutes oder) besseres Fett -(Schmalz)«[499] - -Butterbrot, _Schmunklehm_[500] - -Butterfaß (Schmalzfaß), _Schmunkschure_[501] - -Buttermilch, _Schmunkgleis_[502] - - - C. - -Charfreitag s. Karfreitag - -Chaussee (Straße, Weg), _Strade_[503] - -[Fußnote 495: ([44] auf S. 64.133) In _Rutscherschure_ (sonst m. Wiss. -nirgends bekannt) gehört der erste Bestandteil natürlich zu unserem -Zeitw. _rutschen_ (= »sich gleitend bewegen«); vgl. Näh. bei _Weigand_, -W.-B. II, Sp. 630. — Betr. _Schure_ s. d. folgde. Anm.] - -[Fußnote 496: ([45] auf S. 64.133) S. abbiegen.] - -[Fußnote 497: ([46] auf S. 64.133) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 498: ([47] auf S. 64.133) S. Amtsdiener.] - -[Fußnote 499: ([48] auf S. 64.133) S. angenehm und Bratkartoffeln; vgl. -auch »Vorbemerkung«, S. 19, Anm. 49.] - -[Fußnote 500: ([49] auf S. 64.133) S. (betr. _Lehm_) Bäcker.] - -[Fußnote 501: ([50] auf S. 64.133) S. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 502: ([51] auf S. 64.133) S. (betr. _Gleis_) abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 503: ([52] auf S. 64.133) _Strade_ = Straße (Chaussee, Pfad, -Weg) findet sich auch in einer Reihe von _Zusammensetzgn._ (nur am -Anfang), nämlich: _Stradeschenegler_ = Chausseearbeiter -(Straßenarbeiter), _Stradebich_, _-gore_ oder _-lobe_ = Chausseegeld -(Pflaster-, Wegegeld), _Stradekies_ od. _-hertling_ = Kilometerstein -(Meilenzeiger), _Stradebenk_ = Straßenwärter, _Stradelinzer_ = -Wegweiser. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gauerspr._ -99, 101 (_Strade_ = Weg; _Stratekehr_ = Straßenräuber); _W.-B. des -Konst. Hans_ 254, 259 (_Strade_ = Weg, Straße, _Stradekehrer_ u. -_-kehr¶a¶_ = Straßenräuber u. -raub); _Schöll_ 271 (_Strade_ = Straße); -_Pfulld. J.-W.-B._ 346 (Form: ebenso, Bdtg. Weg); _Schwäb. Händlerspr._ -487 (_Strate_ [in _Pfedelb._ (212): _Strade_] = Straße); s. auch _Metzer -Jenisch_ 216 (_Strālje_ = Straße). Über weitere rotw. Belege sowie -die _Etymologie_ (Wurzel wohl: ital. _strada_ bzw. lat. _strata_, zu -vgl. ndd. _Strt_) s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 65, Anm. 1 -(zu »Straderadler«); vgl. auch Bd. 54, S. 158-164 (unter »Stradehändler« -u. »Stradekehrer«).] - -Chausseearbeiter (Straßenarbeiter), _Stradeschenegler_[504] [64.134] - -Chausseegeld (Pflaster-, Wegegeld), _Stradebich_[505], -_Stradegore_[506], _Stradelobe_[507] - -Cichorie s. Zichorie - -Cigarre s. Zigarre - - - D. - -Da (hier), da herum, _her(r)les_ oder _her(r)lem_[508] - -Dachziegel s. Backstein - -daher (= hierher), _her(r)les_[508], komme daher (= hierher), _bost' -her(r)lem_, _pfich' her(r)les_[509], _schef(f)t' her(r)les_[510] - -[Fußnote 504: ([53] auf S. 64.134) S. (betr. _-schenegler_) abschaffen.] - -[Fußnote 505: ([54] auf S. 64.134) S. (betr. _Bich_) Almosen.] - -[Fußnote 506: ([55] auf S. 64.134) S. (betr. _Gore_) Barschaft.] - -[Fußnote 507: ([56] auf S. 64.134) S. (betr. _Lobe_) Bank.] - -[Fußnote 508: ([57] auf S. 64.134) Zu _her(r)les_ od. _her(r)lem_ = -hier, da (daher, daneben, danieder) _vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_herles_ = hier oder da); _W.-B. des Konst. -Hans_ 256 (_herrles_ = hier); _Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_hirles_ = hier, -hierher); _Schwäb. Händlerspr._ 480, 482 (_hirles_ [in _Pfedelb._ (209) -dagegen: _herlis_] = dieser, _herles_ od. _hirles_ = hierher! [komm -her!], in _Lütz._ [214]: _hirlem_ = hier); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 -(_herlis_ = hier). Zur _Etymologie_ des (auch sonst hin und wieder im -Rotw. begegnenden) Wortes s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1680 -(unter »hirles«), wonach es »gewiß« zu unserem »hier« zu stellen ist.] - -[Fußnote 509: ([58] auf S. 64.134) S. (betr. _bosten_ u. _pfichen_) = -abgehen.] - -[Fußnote 510: ([59] auf S. 64.134) Das Zeitwort _schef(f)ten_ hat -mehrfache Bedeutungen, nämlich: a) die ganz allgemeine von »sein« (s. -weiter unten im Vokabular: _das schef[f]t Lore_ = das ist nichts u. -_schef[f]t a Ruch_ = das ist ein Bauer; vgl. auch _dof schef[f]t's_ = -heil, d. h. eigtl. »es _ist_ [geht] gut«), sodann b) die spezielleren -von [Griechisch: a]) »sitzen« (niedersitzen) u. [Griechisch: b]) -»kommen« (vgl. oben: _schef[f]t' her[r]les_ = komm daher [hierher]) oder -»gehen«, bes. in der Verbindg. _schiebes schef(f)ten_ = davongehen -(fort-, weggehen), sich entfernen (s. [betr. _schiebes_] Näh. unter -»davongehen«). Auch in dem _verw. Quellenkr._ lassen sich diese -verschiedenen Bedeutgn. verfolgen, wobei in der ältern Zeit die unter a, -in der neuern die unter b, [Griechisch: b] überwiegt. _Vgl._ _Dolm. der -Gaunerspr._ 94 (_scheft_ = ist); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 u. 256 -(_scheften_ = sein); _Schöll_ 272 (_scheften_ = sein, aber auch: haben, -ferner: sich setzen); _Pfulld. J.-W.-B._ 345 _schefften_ = gehen); -_Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [210, 214]: _schee[f]ten_ = gehen -[vgl. _scheeft ab_, _ist abgescheeft_], _zusammenscheften_ = -zusammenkommen; in _Lütz._ [215]: _schäfte[n]_ = laufen); vgl. auch noch -_Pfälz. Händlerspr._ 438 (_scheften_ = sein; gehen). Über weitere rotw. -Belege s. _Weber-Günther_ S. 185 (wo jedoch die ältesten Beispiele [s. -_Kluge_, Rotw. I, S. 218, 248, 251] aus Versehen fortgelassen sind). -Ebends. auch Näh. über die _Etymologie_ des Wortes, die nicht ganz -sicher und vielleicht für seine verschiedenen Bedeutungen zu sondern -ist. So hat es _Stumme_, S. 14 für die Bedeutg. »sein« und bes. »sitzen« -auf das hebr. _schebet_, infinit. construct. von _jschab_ = »sitzen, -verweilen«, zurückgeführt, während bezügl. der _anderen_ Bedeutungen von -A.-L. 597 u. _Meisinger_ in d. Z. f. hochd. Mundarten, Jahrg. III -(1902), S. 125 (unter Nr. 59) unser Zeitw. »_schaffen_« als Quelle -betrachtet worden ist.] - -Dame, _Sense_, _Sinsemos(s)_[511] [64.135] - -dämlich s. aberwitzig; vgl. albern - -Dämmerung, _Leile_, _Ratte_ (eigtl. »Nacht«)[512] - -daneben (danieder), _her(r)les_, _her(r)lem_[513] - -danken (bedanken), _bederchen_[514] - -darüberfahren, _darüberruadla_[515] - -darübergehen (-springen), _darüberbosten_[516] - -das ist nichts, _das sche(f)ft[517] Lore_ (lore)[518], das ist ein -Bauer, _schef(f)t[517] a Ruch_[519] - -[Fußnote 511: ([60] auf S. 64.135) S. Amtmann u. (betr. _Mos[s]_) -Bauernfrau.] - -[Fußnote 512: ([61] auf S. 64.135) S. Abend.] - -[Fußnote 513: ([62] auf S. 64.135) S. da.] - -[Fußnote 514: ([63] auf S. 64.135) S. abbetteln.] - -[Fußnote 515: ([64] auf S. 64.135) S. abfahren.] - -[Fußnote 516: ([65] auf S. 64.135) S. abgehen.] - -[Fußnote 517: ([66] auf S. 64.135) S. unter »daher« a. E.] - -[Fußnote 518: ([67] auf S. 64.135) _Lore_ (lore) = nichts, nicht, auch -wohl: nein (Spr.) ist sonst m. Wiss. in den Quellen nicht anzutreffen. -Wahrscheinlich liegt hier aber nur eine Verunstaltung (wenn nicht gar -ein Schreibfehler für _Lo¶n¶e_ (lo[h]ne) vor, das vereinzelt schon im -ältern Rotw. (etwa seit d. 18. Jahrh.) in den Bedeutungen »nichts« -(nicht), nein (auch: »niemand«) vorkommt (s. z. B. _Körners Zus. zur -Rotw. Gramm._ v. 1755 [241 unter »wächeln«: _lone_ = nichts]; _Krünitz' -Enzyklopädie_ 1820 [351: _Lohne_ = niemand, nein]; _v. Grolman_ 43 u. -T.-G. 112, 113 u. _Karmayer G.-D._ 208 [_lo[h]ne_ = nein, nicht, -nichts]). Dieses aber ist seinerseits (nach _Weber-Günther_, S. 156) -vermutlich eine Abkürzung der volleren Form _lolohne_, _laulo(h)ne_, die -in den älteren jüdisch-deutschen Glossaren durch »mit nichten« u. dergl. -wiedergegeben ist (s. z. B. v. _Reitzenstein_ 1764 [247]; vgl. _Thiele_ -273) und auch im Rotw. den Begriff einer bes. starken Verneinung an sich -trägt (s. z. B. _Kluge_, Rotw. 325, 367; vgl. auch 441). Es entspricht -dem hebr. _lô lnû_, d. h. eigtl. »nicht uns« (s. schon _Thiele_ 272, -Anm.**), einer Abwehrformel bei Erwähnung schädlicher Sachen, eines -traurigen Ereignisses, also etwa »Gott behüte« (nach gefl. Mitteilg. von -_A. Landau_). Das _einfache lo_ (loo), _lau_, _law_ u. a. = nicht -(nichts), nein ist im Rotw. öfter anzutreffen (s. Belege bei -_Weber-Günther_, a. a. O.), so namentl. auch in dem _schwäb. -Quellenkr._; vgl. _Dolm. der Gaunerspr._ 97 (_lau_ = nein); _W.-B. des -Konst. Hans_ 255 (ebenso); _Schöll_ 270 (Form: ebenso, Bedtg.: nichts); -_Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_lau_, _lo_ = nichts); _Schwäb. Händlerspr._ 484 -(_lo_ = nicht); s. auch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_lô_ = nein); -merkwürdig die Form _lopach_ = nichts (es ist nichts) in der _schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 73 (während nein dort _none_ heißt). Zur -_Etymologie_ von _lo_, _lau_ (u. s. Nebenbedeutg. »falsch, schlecht«) s. -noch A.-L. 565 (unter »Lametaleph«); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. -IV, Sp. 1020 u. 1261.] - -[Fußnote 519: ([68] auf S. 64.135) S. Bauer.] - -Daumen, _Grif(f)leng_[520] [64.136] - -davongehen, _schiebes[521] bosten_[522], — _pfichen_[522], — -_schef(f)ten_[523] - -davontragen, _schiebes bukle_[524] - -Decke, _Schure_[525] - -Deckel, " - -Degen, _Latt_[526] - -[Fußnote 520: ([69] auf S. 64.136) _Grif(f)leng_ (-ling) = Hand (Faust, -auch Finger und spezieller Daumen) findet sich auch in der Wendung -_Grif(f)leng steken_ = die Hände geben sowie in folgenden -_Zusammenstzgn._: a) _im Anfang_: _Grif(f)lingobermann_ = Fingerhut, -_Gri(f)lengschenagel_ = Handarbeit, _Grif(f)lingtrittling_ = Handschuh; -b) am _Ende_: _Trittgrif(f)leng_ (eigtl. »Fußfinger«) = Zehe (s. d. -betr. Übereinstimmung mit d. Zigeun.), _Linzgrif(f)ling_ = Zeigefinger. -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (hier -_Griffling_ = Handschuh, während die Hand durch _Feme_ wiedergegeben -ist); _Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_Grifling_ = Hand); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 70 (_Griffling_); _Schwäb. Händlerspr._ 481 (_Griffling_ = -Hand, Finger). Das _Pleißlen der Killertaler_ 435 kennt _Greiferle_ = -Hand. S. weiteres, bes. auch zur _Etymologie_ des Wortes (das natürlich -zu unserm »Griff« bezw. »greifen« gehört), noch in _Groß'_ Archiv, Bd. -42, S. 50 (unter »Greifer«); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. -834.] - -[Fußnote 521: ([70] auf S. 64.136) _Schiebes_ (davon, fort, weg) kommt -in _Wittichs W.-B._ nur vor in den Wendungen _schiebes bosten_, -_pfichen_ od. _schef(f)ten_ = davongehen (fortgehen); vgl. auch: sich -entfernen, entrinnen, entspringen, entweichen, fliehen, weggehen) sowie -_schiebes bukle_ = davontragen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 91 (_Schiebes[-]machen_ = durchgehen od. -»echappieren« [womit im wes. übereinstimmend auch schon d. W.-B. von -_St. Georgen_ 1750 (216: _Schübes machen_, Bdtg. ebenso)]; _W.-B. des -Konst. Hans_ 258 (_schiabes malochen_ = fortgehen [vgl. dazu -»Einleitung«, S. 27, Anm. 75]; _Schöll_ 273 (_schiebes machen_ = sich -aus dem Staube machen); _Pfulld. J.-W.-B._ 339, 342 (_schibes_ = fort, -los, _schibisnaschen_ = scheiden [s. betr. _naschen_ in _Wittichs W.-B._ -unter »fliehen«]); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 (_schiebes_ = fort) u. -_Eifler Hausiererspr._ 491 (_bod schiebes_ = geh fort). Zur -_Etymologie_: Am einfachsten ist das Wort _schiebes_ doch wohl (mit -_Stumme_, S. 20) von unserm deutsch. Zeitw. »schieben« (über dessen -Gebrauch im Rotw. zu vgl. _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 146 ff.) -herzuleiten, jedoch könnten immerhin auch _hebr._ Vokabeln mit von -Einfluß gewesen sein; s. darüber Näh. bei _Weigand_ im »Intelligenzblatt -für die Provinz Oberhessen«, Jahrg. 1846, Nr. 73, S. 296 (der zu jüd. -_Schībes gehen_ = zu Grunde, verloren gehen das hebr. _schêbet_ = -»Ruhe, Aufhören« herangezogen); vgl. auch A.-L. 599 unter »schieben« u. -_Weber-Günther_, S. 192.] - -[Fußnote 522: ([71] auf S. 64.136) S. abgehen.] - -[Fußnote 523: ([72] auf S. 64.136) S. unter »daher« a. E.] - -[Fußnote 524: ([73] auf S. 64.136) S. (betr. _bukle_) abtragen.] - -[Fußnote 525: ([74] auf S. 64.136) S. abbiegen.] - -[Fußnote 526: ([75] auf S. 64.136) _Latt_ = Degen, Säbel (Hirschfänger) -kommt auch vor in der _Zus._ _Lattenkarle_ = Gendarm (s. darüber Näh. -unter diesem Worte) u. _Lattenpflanzer_ = Waffenschmied. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_Latt_ = -Seitengewehr); s. auch noch _Hennese Flick_ von _Breyell_ 450 (_Lott_ = -Degen). Auch in der Soldatensprache ist _Latt_ in _gleichem_ Sinne -bekannt (s. _Horn_, Soldatenspr. S. 68), doch bedeutet es bei den -bayrischen Soldaten _auch das Gewehr_, und _ebenso_ auch wohl bei den -Gaunern (s. _Pollak_ 221; _Ostwald_ 93) u. Kunden (arg.: _August mit der -Latte_ = Landjäger, Gendarm [_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 u. -_Ostwald_ (_Ku._) 15]), was eigentlich auch natürlicher erscheint, da -man doch den Ausdr. etymologisch wohl zu unserm Hauptw. _Latte_ stellen -darf (vgl. dazu noch _Groß'_ Archiv, Bd. 51, S. 140 u. _Fischer_ Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 1015 unter »Latt[e]«, Nr. 2).] - -Deichsel, _Schure_[525] [64.137] - -Diamant, _dofer Kies_[527] - -dick, _grandich_[528] - -Dickbauch, _grandicher Rande_[529] - -Dickkopf, _grandicher Ki(e)bes_[530] - -Dieb, _Schniffer_[531], _Schorer_[532] - -Diebesbande, _Schnifferulma_, _Schorerulma_[533] - -Diebesherberge, _Zschorkitt_[534] - -diebisch, _schniffich_[531] - -Diebstahl, _Schnifferei_[531], _Schorerei_[532], _Zopferei_[535] - -[Fußnote 527: ([76] auf S. 64.137) S. angenehm u. Apfelkern. Eine etwas -abweichende Umschreibung für »Diamant« kennt die Zigeunersprache, -nämlich _dikkapáskĕro parr_, d. h. »durchsichtiger Stein« (_Liebich_, -S. 132, 189); vgl. »Vorbemerkung« S. 19, Anm. 48.] - -[Fußnote 528: ([77] auf S. 64.137) S. Adler.] - -[Fußnote 529: ([78] auf S. 64.137) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 530: ([79] auf S. 64.137) S. (betr. _Ki[e]bes_) Angesicht.] - -[Fußnote 531: ([80] auf S. 64.137) S. anfassen.] - -[Fußnote 532: ([81] auf S. 64.137) S. ausstehlen.] - -[Fußnote 533: ([82] auf S. 64.137) S. (betr. _Ulma_) arme Leute.] - -[Fußnote 534: ([83] auf S. 64.137) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 535: ([84] auf S. 64.137) _Zopferei_ = Diebstahl ist eine -Ableitung von dem Zeitw. _zopfen_, das für »stehlen« — nach _Wittichs_ -»Einleitung« (S. 28) — jetzt veraltet sein soll, jedoch auch in diesem -Sinne noch im W.-B. in der Zus. _herauszopfen_ = herausstehlen angeführt -ist, während es hier außerdem (ähnl. wie im Rotw.) — ohne Zus. — für -»erwischen« vorkommt. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des -Konst. Hans_ 259 (_krank zopfen_ = gefangen nehmen); _Schöll_ 271, 273 -(_zopfen_ = nehmen, _krank zopfen_ = gefangen nehmen); _Pfulld. -J.-W.-B._ 337, 339-341, 345 (_zopfen_ = ausplündern, herausnehmen, -stehlen, _Zopfen_ [als Subst.] = Diebstahl; _krankzopfen_ = -gefangennehmen, _kiwiszopfen_ = köpfen u. a. m.); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 67 (_zopfen_ = ausplündern); _Schwäb. Händlerspr._ 484, 486 -(_zopfen_ = ausplündern, nehmen, stehlen [in _Pfedelb._ (208, 213) auch: -ausplündern, nehmen u. verhaften], _Staubzepfer_ [eigtl. »Mehldieb«] = -Müller). Über weitere Belege im Rotw. (seit d. 17. Jahrh.) sowie die -_Etymologie_ (= Nebenform zu »zupfen«, die bes. auch der allgem. schwäb. -Mundart bekannt ist) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 152, Anm. 1 -vbd. m. _v. Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 550.] - -Dienstbote, _Schenegler_ (Knecht), _Scheneglere_ (Magd)[536]; vgl. [64.138] -Gesinde - -dienstfertig, _dof_[537] - -Dienstknecht s. Dienstbote - -Dienstmagd " " " " - -dienstwillig, _dof_[537] - -Dietrich _Glitschin_[538] oder (genauer) _nobes dofer Glitschin_, d. h. -»kein guter Schlüssel«[539]; vgl. Nachschlüssel - -[Fußnote 536: ([85] auf S. 64.138) S. abschaffen.] - -[Fußnote 537: ([86] auf S. 64.138) S. angenehm.] - -[Fußnote 538: ([87] auf S. 64.138) _Glitschin_, eigtl. = Schlüssel, dann -auch Dietrich findet sich — außer in der Verbindg. _nobes dofer -Glitschin_, ebenfalls = Dietrich (s. oben) — auch noch in folgenden -_Zusammensetzgn._: a) _am Anfang_: _Glitschinpflanzer_ = Schlosser; b) -_am Ende_: _Kittglitschin_ = Hausschlüssel, _Duftglitschin_ = -Kirchenschlüssel, _Sichereglitschin_ = Küchenschlüssel, -_Sturmkittglitschin_ = Rathhausschlüssel, _Luberglitschin_ = -Uhrschlüssel. In dem _verw. Quellenkr._ ist das Wort zwar nicht bekannt, -wohl aber kommt es sonst in der neueren Gaunersprache sowie — in -_ähnl._ Formen — auch schon im ältern Rotwelsch vor. S. _Groß'_ Archiv, -Bd. 43, S. 53, Anm. 1 vbd. mit S. 52, Anm. 3. Ebds. S. 52, 53 (im Text) -auch ausführl. Angaben über die _Etymologie_ — aus der -_Zigeunersprache_ (s. »Einleitung« S. 30); vgl. dazu auch noch _Finck_, -S. 65 (der jedoch nur die Form _klídi[n]_ anführt, während die älteren -Sammlungen meist _glitschin_ u. _glitin_ als gebräuchlichste Form bei d. -_deutsch._ Zig. haben).] - -[Fußnote 539: ([88] auf S. 64.138) Eine ähnliche Umschreibung kennt auch -die Zigeunersprache, wenigstens nach _Liebich_, S. 189, der _tschi -tschātschi glitin_, d. h. »kein _rechter_ Schlüssel«, für »Dietrich« -hat (vgl. »Vorbemerkung«, S. 17), wogegen der Begriff bei _Finck_, S. 65 -einfacher durch _bángi klídin_, d. h. etwa »falscher Schlüssel«, -wiedergegeben ist. — _Nobes_ od. (häufiger) _nobis_ hat außer der -Hauptbedeutg. »nicht« auch noch die von »nein«, »niemals« und »umsonst«, -ferner von »unbedeutend« od. »unnütz« sowie (als Subst. gebraucht) von -»Null« u. »Tand« (s. d. Wörter betr. die Übereinstimmg. m. d. Zigeun.). -Dazu zahlreiche _Verbindungen_, nämlich: a) mit _Zeitwortformen_, u. -zwar [Griechisch: a]) mit _Infinitiven_: _nobis sehenegla_ (d. h. -»nicht[s] arbeiten«) = faulenzen, _nobis diberen_ od. _schmusen_ (d. h. -»nicht[s] reden, sprechen«) = stumm sein (s. d. betr. die Übereinstimmg. -mit d. Zigeun.); [Griechisch: b]) mit der _ersten u. dritten Pers. -Präs._ (als Umschreibg. für deutsche Adjektive): _gneis nobis_ (d. h. -»[ich] kenne [es] nicht«) = unbekannt, _hauret nobis_ (d. h. »[es] ist -nichts«) = ungültig, unzweckmäßig, _begert nobis_ (d. h. »[er, sie, es] -stirbt nicht«) = unsterblich (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.); -[Griechisch: g]) mit _Partizipien_ (z. Teil für deutsche Adjektive): -_nobis vergrönt_ (eigtl. »nicht verheiratet«) = ledig (unverheiratet), -_nobis ang'kluftet_ (d. h. »nicht angekleidet«) = nackt (unbedeckt), -_nobis geschert_ = ungekocht; b) mit _Adjektiven_: _nobis bauserich_ = -furchtlos, _nobis dof_ = garstig, nichtsnutzig, unecht, unkeusch, -unnütz, untauglich, untreu, unzüchtig, wertlos (vgl. auch die -Substantivierung _nobis Dofs_ = Trübsal, Übel), _nobis grandich_ = -machtlos, wenig, winzig, _nobis g'want_ = nichtsnutzig, _nobis -wo(h)nisch_ (bzw. _gril[l]isch_, _diboldisch_), d. h. eigtl. »nicht -katholisch (bzw. protestantisch, jüdisch«) = ungläubig, _nobis -begerisch_ (d. h. »nicht krank«) = wohl (gesund, unverletzt); c) _mit -einem Substantiv_ (für ein deutsches Adjektiv): _nobis Strauberts_ (d. -h. »keine Haare«) = kahl; d) mit _Substantiven und_ vorgesetzten -_Adjektiven_ (zur Umschreibung von Begriffen, für die es im Jenischen an -einfachen Hauptwörtern fehlt): — außer _nobes dofer Glitschin_ = -Dietrich noch — _nobis dofer Bich-_, _Kies-_ od. _Lobepflanzer_ = -Falschmünzer, _nobis vergrönter Käfferle_ = Junggeselle, _nobis dofs -Jahne_ = Mißjahr (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.), _nobis -grandicher Kaffer_ = Zwerg; endlich erscheint es noch e) in einer fast -satzartigen Wendung: nämlich _nobis Strauberts auf'm Ki(e)bes_ (d. h. -»keine Haare auf dem Kopfe«) für das deutsche Subst. Kahlkopf. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 339, 342, 345 (_noves_ -= nicht; _nobus schlaune_ = schlaflos; _Manobisch_, _schinegeln_ = -Faulenzer [wofür wohl richtig zu lesen, (ma) _nobisch schinegeln_ = -faulenzen], _nobis maker_ [v. hebr. _makr_ = »bekannt«; s. _Fischer_, -Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1371] od. _nobis knais_ = unbekannt); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 73 (_nobes_ = nichts [es ist nichts], _lauter -nobes_ = alles nichts); _Schwäb. Händlerspr._ 484 (_nobis_ = nein, -_nôbis_ = nicht [in _Pfedelb._ (212): _nowes_ = nein, nicht u. _binowes_ -= gar nichts]). Auch in _nicht_ verwandten Krämersprachen findet sich -das Wort (s. z. B. in _nordwestfäl. Bargunsch_ 446 [_nobis_ = nein, -nicht] u. im _Hennese Flick von Breyell_ 456 [_nobes_ = nein]). Über das -Auftreten der Vokabel im ältern Rotwelsch (seit Auf. des 17. Jahrh. [s. -z. B. schon _Ulenhart_ 1617 [132, 132: _nobis_ = nicht] u. dann öfter in -verschiedenen Formen) s. Näh. bei _Weber-Günther_, S. 173/74 unter -»_nowes_«; desgl. bezügl. der _Etymologie_, worüber u. a. folgendes -ausgeführt ist: »Nach _Wagner_ bei _Herrig_, S. 225 hängt das Wort ›ohne -Zweifel … mit dem alten _Nobis_ zusammen, welches wieder von der -italienischen Nebenform _nabisso_ (= in abisso; französ. _abîme_, -griech.-lat. _abyssus_ = Abgrund, Hölle) herzuleiten ist‹. Dazu das -bekannte _Nobiskrug_ = Hölle; eigtl. ›Höllenschenke‹ (s. dazu _Kluge_, -W.-B. S. 332/33, _Weigand_, W.-B. II, Sp. 308 u. bes. _Grimm_, D. W.-B. -VII, Sp. 862 ff.). Unbeschadet _dieser_ Etymologie besteht aber -vielleicht (nach gefl. Mitteilg. von Dr. _A. Landau_) auch noch ein -gewisser Zusammenhang zwischen _nobis_ = nicht und dem oben (Anm. 518) -betrachteten _lo[h]ne_. Da nämlich _lô lnû_ (woraus _lolone_, _lone_ -entstanden) der Anfang des 115. Psalmes ist, der in der Vulgata (Ps. -113) ›Non nobis, Domine …, sed nomini tuo da gloriam‹ lautet, so -könnte dies analog zur Anwendung von _non nobis_ _allein_ in der -Bedeutung ›nein‹ geführt haben, zumal, gleichwie in _lone_ lautlich _lô_ -= nein steckt, auch in _nobis_ das _no_ als _Negation_ empfunden werden -konnte. Ob aber dieser Parallelismus mehr als Zufall ist, muß -dahingestellt bleiben.« Über weitere Bedeutungsveränderungen von _nobis_ -in den _Krämersprachen_ s. noch ebds. S. 174, Anm. 1.] - -Ding, _Schure_[540], _Sore_[541] [64.139] - -Dirne, _Lubne_[542], _schofele Model_[543] (bes. ersteres in der üblen -Bedeutg. von »Hure«); vgl. Buhldirne. - -Docht, _Scheischure_[544] - -[Fußnote 540: ([89] auf S. 64.139) S. abbiegen.] - -[Fußnote 541: ([90] auf S. 64.139) S. Brücke.] - -[Fußnote 542: ([91] auf S. 64.139) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 543: ([92] auf S. 64.139) S. arg. u. Beischläferin.] - -[Fußnote 544: ([93] auf S. 64.139) S. alltäglich u. abbiegen.] - -Docke s. Puppe [64.140] - -Dohle, _Schure_[540] - -Doktor (Arzt), _Begersins_[545] - -Dokument s. Attest; vgl. Brief - -Dolch, _Scharfling_[546] - -Dom, _grandiche Duft_[547] (d. h. »große Kirche«)[548] - -Dorf, _G'fahr_ (Gefahr)[549], _Mocham_, _Mochem_ (Spr.) od. -_Mochum_[550] - -[Fußnote 545: ([94] auf S. 64.140) S. absterben u. Amtmann.] - -[Fußnote 546: ([95] auf S. 64.140) Mit _Scharfling_ (od. _Scharpflengl_ -= Messer (auch spezieller: Federmesser od. Rasiermesser), Dolch ist nur -die _Zus._ _Scharflingpflanzer_ = Messerschmied gebildet. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 484 (_Schärfling_ = -Messer), wogegen in der _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 der Ausdr. -soviel wie »Rettich« bedeutet. Der _Etymologie_ nach gehört er natürlich -zu unserem Adj. _scharf_.] - -[Fußnote 547: ([96] auf S. 64.140) _Duft_ = Kirche (Gotteshaus, Kapelle, -Tempel) erscheint auch noch in der _Verbindg._ _Duft halten_ = -Gottesdienst halten sowie in den _Zus._: _Duftnolle_ = Kelch, -_Duftglitschin_ = Kirchenschlüssel, _Duftkies_ = Opfergeld. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95 (_Duft_ = -Kirche); ebenso übereinstimmend auch _W.-B. des Konst. Hans_ 254 u. -_Pfulld. J.-W.-B._ 341 (hier [345] auch: _grandiche Duft_ = Tempel); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 71 (_Duft_ = Kirche, _Duftreiter_ = -Kirchenräuber); _Schwäb. Händlerspr._ 483 (_Duft_, Bedg. ebenso, -_Dufter_ od. _Duftschaller_ = Lehrer), s. auch noch _Metzer Jenisch_ 216 -(_Duft_ = Kirche) u. _Eifler Hausiererspr._ 490 (_Doft_). Über weitere -Belege im Rotw. sowie die (unsichere) _Etymologie_ des Wortes -(vielleicht vom hebr. _tefill[h]_ = »Gebet« od. zu _duft_ [heb. _Tôb_] -= gut) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 70 u. Anm. 2 u. S. 71 (unter -»Duftschaller«); vgl. auch _Weber-Günther_, S. 169. _Fischer_, Schwäb. -W.-B. II, Sp. 445 hat der Ausdr. — allerdings nur mit einem -Fragezeichen — zu dem Weihrauchduft in den katholischen Kirchen in -Beziehung gesetzt.] - -[Fußnote 548: ([97] auf S. 64.140) Dieselbe Umschreibung kennt auch die -Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. 189 (_bari kangri_ = Dom).] - -[Fußnote 549: ([98] auf S. 64.140) S. Bauerndorf. — Über das frühere -(jetzt veraltete) Synon. _Palar_ s. »Einleitung«, S. 27 u. Anm. 79.] - -[Fußnote 550: ([99] auf S. 64.140) Die dritte Form (_Mochum_ [Dim. -_Mochumle_ (Spr.)]) soll nach der »Einltg.«, S. 27 — gleich den -früheren, jetzt veralteten _Mokem_ u. _Mogumle_ — _auch_ »Stadt« -bedeuten (wie auch fast allgem. im Rotwelsch), während im W.-B. für -»Stadt« nur _Steinhäufle_ angeführt ist (vgl. »Einltg.«, S. 25, Anm. -61). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._); _Dolm. der Gaunerspr._ 99 -(_Mokum_ = Stadt); _W.-B. des Konst. Hans_ 251, 257 (_Mokem_ = Stadt, -Dimin.: _Mogumle_ = Städtchen); _Schöll_ 271 (_Mokum_ = Stadt, -_Ortschaft_); _Pfulld. J.-W.-B._ 339, 345 (_Mochum_ = Stadt, _Dorf_); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 75 (Form.: ebens., Bedtg. Stadt); Schwäb. -Händlerspr. 480 (Form: ebens. Bedtg.: _Dorf_ [in _Degg._ (215) = -Stadt]). Über weitere Belege im Rotw. sowie die _Etymologie_ (v. hebr. -_mqôm_ = »Ort«) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 213 u. Anm. 2 u. S. 214; -vgl. auch _Weber-Günther_, S. 159 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. -1720/21 (unter »Mochum«).] - -Dörfchen (Dörflein), _Heges_[551], auch _Mochumle_ (Spr.)[550] [64.141] - -Dorn, _Schure_[552], _Spraus_[553], _Stupfle_[554] - -Dose, _Schure_[552] - -Draht, " - -Dreck, _Fu(h)l_[555], _Schund_ od. _Schond_[556] - -dreckig, _schundich_[556] - -Drehorgel s. Leierkasten - -drohen, _stämpfen_[557] - -[Fußnote 551: ([100] auf S. 64.141) Die Vokabel ist im _obigen_ Sinne -sonst nirgends bekannt; herangezogen werden könnten ja allenfalls (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 (_Hegis_ = Spital, -Bettelhaus), _Pfulld. J.-W.-B._ 337 (_Heges_ = Armenhaus) u. _Schwäb. -Händlerspr._ 482 (_Hêges_ = kleines Haus), _wenn_ man nämlich eine -Bedeutungsveränderung von »kleines _Haus_« (Bettel- oder Armenhaus usw.) -zu »kleines _Dorf_« für möglich hält. Auch für _Hegis_ (-es) usw. in -_jenem Sinne_, das auch z. B. schon im _Lib. Vagat_, 54 (_Hegiß_ = -Spital) vorkommt, ist die _Etymologie_ übrigens zweifelhaft; A.-L.s -Hypothesen (548 unter »Heckdisch«) erscheinen zu gesucht. Dagegen könnte -das jüd. _hekdisch_ = »Siechenhaus, Bettlerherberge«, vom neuhebr. -_hekdêsch_ = »was dem Heiligtum geweiht ist«, »Geheiligtes« (zu -_hkdasch_ = »abgesondert sein«) als Quelle herangezogen werden (nach -Dr. _A. Landau_). _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1351 (unter »Hegis«) -hat keine Erklärung gegeben. — Vielleicht könnte _Heges_ = Dörflein -auch einfach aus unserm _deutsch. Hege_ (= »Umhegung, Umzäunung« [vgl. -_Weigand_, W.-B. I, Sp. 831]) weiter gebildet worden sein.] - -[Fußnote 552: ([101] auf S. 64.141) S. abbiegen.] - -[Fußnote 553: ([102] auf S. 64.141) S. Baumholz.] - -[Fußnote 554: ([103] auf S. 64.141) _Stupfle_ = Dorn, Stachel ist in dem -_verw. Quellenkr._ zwar _nicht_ bekannt, dagegen findet sich hier das -Zeitw. _stupfen_ = stechen, zu dem das Hauptw. als _Ableitg._ gehört; -vgl. _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 342, 344 (_ausstupfen_ = ausstechen; -_stupfeln_ = nähen, _Stupfler_ = Schneider [schon im _W.-B. des Konst. -Hans_ dafür: _Stupfer_]); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 69 u. 75 -(_stupfen_ = stechen, erstechen); _Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ -[209, 213]: ebenso, sonst [486] dafür: _dupfen_ [worüber Näh. in -_Wittichs W.-B._ unter »stechen«]; vgl. 484, 486: _Stupfer_ = Schneider, -_Stupflerin_ = Näherin, womit auch zu vgl. _Pleißlen der Killertaler_ -436 [_Stupferles-Penk_ = Schneider, _Stupferles-Senn_ = Näherin, auch -Floh, für _erstere_ Bedtg. auch _Stupferin_, während _Stupfer_ hier -»Gabel« bedeutet]). Zur _Etymologie_: das Stammwort _stupfen_ = stechen -(s. oben) gehört der südd., insbes. schwäbisch. u. bairischen Mundart -an. S. Näh. bei _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 79 (unter »Stupfer«) vbd. mir -_v. Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 515, Nr. 3 u. _Schmeller_, Bayer. W.-B. -II, Sp. 774. Über den auf den _gleichen_ Stamm zurückgehenden jenisch. -Ausdr. _Stupfel_ od. _Stupfleng_ = Igel s. noch weiter unten.] - -[Fußnote 555: ([104] auf S. 64.141) S. Abort.] - -[Fußnote 556: ([105] auf S. 64.141) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 557: ([106] auf S. 64.141) S. Ärger.] - -duften, _dof muffen_ (eigtl. »gut riechen«; _herles muft's dof_, hier [64.142] -riecht es gut[558] - -dumm, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_[559] - -dummer Mensch s. Dummkopf - -Dummheit, _Hegelei_[560], _Ni(e)serei_, _Nillerei_, _Nuscherei_[559] - -Dummkopf, _Hegel_[560], _Ni(e)se_, _Nille_, _Nusche_[559] - -Dünger s. Dreck - -dunkel, _leile_ (= Leile), _ratte_ (= Ratte, d. h. Nacht)[561] - -dürftig, _dercherich_ (eigtl. »bettelhaft«)[562] - -Durst, _Schwächerich_ (subst. Adj.; s. durstig)[563] - -dursten, mich durstet, _mich schwächert's_[563] - -durstig, _schwächerich_ (Spr.)[563] - - - E. - -Eber, _Balo_[564], _Groanikel_[565] - -[Fußnote 558: ([107] auf S. 64.142) S. angenehm u. Aas.] - -[Fußnote 559: ([108] auf S. 64.142) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 560: ([109] auf S. 64.142) _Hegelei_ ist — ebenso wie das Adj. -_hegelich_ = unverständig — eine Ableitung von _Hegel_ = Dummkopf -(dummer Mensch), Einfaltspinsel, Geck, Narr; dazu die Zusstzgn. -_Hegelkitt_ = Irrenhaus u. _Hegellauti_ = närrischer Kerl, Possenreißer -(wobei die Bedtg. des _-lauti_ zweifelhaft bleibt). Auch das _Metzer -Jenisch_ 216 kennt _Hēgel_ = Dummkopf, wogegen das Wort in den -zunächst _verw. Quellen_ in diesem Sinne _un_bekannt erscheint (s. -jedoch _Pfulld. J.-W.-B._ 389 [_Jahrhegel_ = Förster]). Über das -Vorkommen der Vokabel im sonstigen _Rotwelsch_ (in d. Formen _Hegel_, -_Heckel_, _Häckel_, _Hög[e]l_ mit den Bedtgn. »Narr, Geck; Lump; Schaf; -Bauer«) sowie ihre _Etymologie_ s. die Angaben in _Groß'_ Archiv, Bd. -42, S. 6, 7 u. dazu noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1330 (unter -»Hegel«) vbd. mit Sp. 1011 (unter »Häckel« I, Nr. 2), der Heckel = -»roher Mensch« zu »_hacken_« stellt. Vgl. auch _Weber-Günther_, S. 183 -(unter »Häckel«).] - -[Fußnote 561: ([110] auf S. 64.142) S. Abend; vgl. über den Gebrauch des -Substantivs als Adjektiv: »Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 38 a. E.] - -[Fußnote 562: ([111] auf S. 64.142) S. abbetteln.] - -[Fußnote 563: ([112] auf S. 64.142) S. Amme.] - -[Fußnote 564: ([113] auf S. 64.142) _Balo_ = Schwein, Sau (Eber, Hauer, -auch Ferkel) findet sich (in dem _verw. Quellenkr._) schon bei _Schöll_ -271, während das _Pfulld. J-W.-B._ 343, 344 die Form _Bale_ (= Sau, -Schwein), die _schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 75 aber _Male_ (= Schwein) -hat, was wohl nur verdruckt sein dürfte. Über weitere Belege im Rotw. -sowie die _Etymologie_ des Wortes (aus der _Zigeunerspr._ [vgl. -»Einleitung«, S. 29]) s. d. näh. Angaben in _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. -32 u. Anm. 3 u. S. 33 u. Anm. 1 (zu »Balebumser«), u. dazu noch -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1419 (unter »Male«) vbd. mit _Finck_, -S. 49 (_bálo_ oder _bālo_ = »Schwein«).] - -[Fußnote 565: ([114] auf S. 64.142) _Groanikel_ od. (häufiger) -_Groenikel_, Syn. zu _Balo_, findet sich auch in verschied. -_Zusammensetzgn._ (während solche mit _Balo_ _nicht_ gebildet sind) u. -zwar: a) _am Anfang_: _Groenikelbenk_ od. _-schure_ = Sau- od. -Schweinehirt, _Groenikelstenkert_ = Sau- od. Schweinestall, -_Groenikelbossert_ = Schweinefleisch, _Groenikelkemerer_ -= Schweinehändler, _Groenikelkafler_ = Schweinemetzger, -_Groenikelschwächerle_ = Schweinezitzen, _Groenikelstrauberts_ = -Schweinsborsten; b) _am Ende_: _Flu(h)tegroanikele_ = Meerschweinchen u. -_Mameregroanikel_ = Mutterschwein. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 (_Kranickel_ = Schwein); -_Pfulld. J.-W.-B._ 343, 344 (_Kronickel_ = Sau, Schwein); _Schwäb. -Händlerspr._ 486 (_Krûnikel_, _Krônikel_ [_in Pfedelb._ (213): -_Graunickel_], auch wohl bloß _Nickel_ = Schwein). Über weitere rotw. -Belege sowie die _Etymologie_ (zu mundl. _gronen_ [_graunen_] u. ä. = -»grunzen« [s. bes. _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1000] u. _Ni[c]kel_, -Abkürzung vom Eigennamen _Nikolaus_ [vgl. oben unter »Bulle« betr. -_Hornickel_], also eigtl. »Grunznikel« [wie in _Strelitz. Gloss._ v. -1747 (214/15)]) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 33 u. Anm. 2 (zu -»Kronickels-Bumser«); vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. -849/50 (unter »Gronickel«, mit Anfühg. von bayr. _Gronigl_ = »Murrkopf« -nach _Schmeller_, a. a .O. 1, Sp. 1772 unter »Nickel«).] - -echt, _dof_[566] [64.143] - -edel, _dof_[566], _g'want_[567] - -Edelmann, _Sins_, femin. (Edeldame), _Sense_[568] - -Edelstein s. Diamant - -Ehe, _Vergrönt_ (= _vergrönt_, d. h. eigtl. »_in_ der Ehe«, -»verheiratet«)[569]; vgl. Heirat u. Hochzeit - -[Fußnote 566: ([115] auf S. 64.143) S. angenehm.] - -[Fußnote 567: ([116] auf S. 64.143) S. anmutig.] - -[Fußnote 568: ([117] auf S. 64.143) S. Amtmann.] - -[Fußnote 569: ([118] auf S. 64.143) Es liegt hier wohl vor der Fall des -Gebrauchs eines Partizips (_vergrönt_ = verheiratet [ehelich], von dem -Zeitw. _vergrönen_ od. _vergröneren_ = [ver]heiraten, verehelichen) als -Substantiv (s. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 36); vgl. als Gegensatz: -_nobis vergrönt_ = ledig (unverehelicht, unverheiratet) u. daher _nobis -vergrönter Benges_ od. _Käfferle_ = lediger Mann, Junggeselle. Eine -_Ableitg._ von _vergröne(re)n_ ist _Vergrönerei_ = Heirat, während -_Groenerei_ = Hochzeit (nebst d. _Zus._ _Groenereibikus_ od. _-kahlerei_ -= Hochzeitsschmaus) ein einfaches _groenen_ = heiraten voraussetzt, das -aber im W.-B. nicht angeführt ist. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91, 93, 94 (_Grunerej_ = Hochzeit, -_Kocheme Grunerej_ = Diebshochzeit, _Grünt'schaj_ od. _-Mos_ = Ehefrau, -_Grün-Kaffer_ = Ehemann); _Schöll_ 271 (_Grunerey_ = Hochzeit); _Pfulld. -J.-W.-B._ 339, 340 (_Gränerei_ = Ehe, Hochzeit, _Kränerei_ = Heirat, -_Grenzgasch_ = Ehe, _Grängoi_ = Eheweib); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ -68-70 (_krönern_ = heiraten, _Krönerin_ = Ehefrau, _Kroner_ = Ehemann, -_Krone_ = Frau); _Schwäb. Händlerspr._ 482 (_krönen_ od. _krö[h]nern_ = -heiraten, dazu [in _Pfedelb._ (209): _Krönerei_ = Hochzeit, _Kröner_, -_Krönerin_ = Ehemann, -frau, ferner _vergrünt_ [in _Pfedelb._ (213): -_verkrönert_] = verheiratet). Zur (nicht sicheren) _Etymologie_ des -Wortes (das vermutlich mit dem Aufsetzen einer Krone als -Hochzeitszeremonie zusammenhängt) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. -56 u. Anm. 1 u. S. 57 u. Anm. 2 (unter »Krönerin«) sowie Bd. 56, S. 69 -(unter »Krone«).] - -Ehebrecherin, _Lubne_[570] od. _schofle Mos(s)_[571] [64.144] - -Ehefrau, _Mos(s)_[571] - -ehelich s. Ehe - -Ehemann, _Kaffer_[572] - -ehrbar, _dof_[573] - -ehrenhaft, ehrenwert, " - -ehrlich, " - -Ei, _Bäzem_, plur. _Bäzema_ (od. _-me_)[574] - -Eiche, _Stöber_[575] - -Eichhörnchen s. Baumkatze - -Eid, _Schure_[576] - -[Fußnote 570: ([119] auf S. 64.144) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 571: ([120] auf S. 64.144) S. arg u. Bauernfrau.] - -[Fußnote 572: ([121] auf S. 64.144) S. Bauer.] - -[Fußnote 573: ([122] auf S. 64.144) S. angenehm.] - -[Fußnote 574: ([123] auf S. 64.144) Der Plural _Bäzeme_ bedeutet auch: -»Hoden«. Ebenso handelt es sich bei dem — nach _Wittich_ (im -Manuskript) mit Unrecht davon scharf gesonderten — _Betzam_ od. _Bezem_ -= männliches Glied, penis, das — wie er selber bemerkte — »in der -Aussprache kaum davon zu unterscheiden« ist, um _dasselbe_ Wort, nur in -etwas anderer Schreibung (vgl. die Etymol.). _Zus._ a) mit _Bäzem(e)_ = -Ei(er) sind: [Griechisch: a]) _am Anfang_: _Bäzemabrandleng_ = -Eierkuchen, _Bäzemagachne_ od. _-stierer_ = Legehuhn, _Bäzemaschei_ -(eigtl. »Eiertag«) = Karfreitag (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. -Zigeun.; vgl. auch schon »Vorbemerkung«, S. 18); [Griechisch: b]) _am -Ende_: _Fläderlingbäzeme_ = Vogeleier, _Strohbutzersbäzeme_ = Gänseeier. -b) Mit _Bäzeme_ = Hoden ist gebildet _Bäzemerande_ = Hodensack. c) Mit -_Betzam_ (Bezem) = penis fehlen Zusammensetzgn. im W.-B. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 339 (_Betzum_ = Ei); -_Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Betze_ od. _Betzum_ = Eier, in _Pfedelb._ -[209]: _Bezem_ = Ei u. Eier, ebds. [211] _Bēzĕmĕ_ = membrum -muliebre, dagegen in _Lütz._ [215] — übereinstimmend mit _Wittichs_ -Jenisch — = membrum virile); s. auch noch _Pfälz. Händlerspr._ 437 u. -_Metzer Jenisch_ 212 (_Bĕtzche_ = Ei). Die Bedeutg. von _Betzam_ -(Bezem) = membrum virile kennt auch schon das Rotwelsch des 19. Jahrh. -(s. z. B. _Pfister_ 1812 [_Pehzem_ = männliches Glied]; _v. Grolman_ 7 -u. _T.-G._ 98 [_Behzem_]; _Castelli_ 1847 [391: _Bedzem_]; ebenso: -_Fröhlich_ 1851 [394] u. _Wiener Dirnenspr._ 1886 [417], während A.-L. -523 _Bezem_ hat). — Über die sehr verschiedenen Formen des Wortes (in -der _ursprgl._ Bedeutg. »Ei«) im Rotw. sowie die _Etymologie_ (vom -gleichbed. hebr. _bêça_ [jüd. bezo], plur. _beçîm_) s. _Weber-Günther_, -S. 152/53 (unter »Bärkse«) vbd. mit A.-L. 523 (unter »Beitze«) u. 341 -(unter »Beza«), _Günther_, Rotwelsch, S. 26, _Stumme_, S. 23 u. -_Kleemann_, S. 235. Über die Bedeutungserweiterung (zu dem Begriff -_penis_) s. _A.-L._ 523 u. _Müller_ in d. »Anthropophyteia«, Bd. VIII, -S. 4 mit weiteren Angaben. Ob der Gebrauch des Wortes für membrum -_muliebre_ (bei d. schwäb. Händl. i. _Pfedelb._ [s. oben]) auf einer -weiteren Bedeutungsverschiebung oder auf Ungenauigkeit beruht, mag -dahingestellt bleiben.] - -[Fußnote 575: ([124] auf S. 64.144) S. Apfelbaum.] - -[Fußnote 576: ([125] auf S. 64.144) S. abbiegen.] - -Eierkuchen, _Bäzemabrandleng_[577] [64.145] - -eifersüchtig, _lenk_, _schofel_[578] - -Eimer, _Schure_[576] - -einblasen, _einschurele_[576] - -einbrechen, " - -einbrennen, _einfunken_[579] - -einfahren, _einruadla_[580] - -einfallen, _einplotza_[581] - -einfältig, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_[582] - -Einfaltspinsel, _Hegel_[583] - -einfangen, _einschurele_[576] - -einfüllen, " - -eingeben, " - -einhandeln s. einkaufen - -einhauen, _einguffen_[584] - -einheizen, _einfunken_[579] - -einkaufen, _einbaschen_ (Spr.), _eingreme_[585] - -einkerkern, _eindofema_, _einleken_[586] - -einlaufen, _ei'bosten_[587] - -einnähen, _ei'stichle_[588] - -einsalben, _einschunde_[589] - -einsalzen, _einspronken_[590] - -[Fußnote 577: ([126] auf S. 64.145) S. (betr. _Brandleng_) Apfelkuchen.] - -[Fußnote 578: ([127] auf S. 64.145) S. arg.] - -[Fußnote 579: ([128] auf S. 64.145) S. abbrennen.] - -[Fußnote 580: ([129] auf S. 64.145) S. abfahren.] - -[Fußnote 581: ([130] auf S. 64.145) S. bewerfen.] - -[Fußnote 582: ([131] auf S. 64.145) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 583: ([132] auf S. 64.145) S. Dummheit.] - -[Fußnote 584: ([133] auf S. 64.145) S. aufschlagen.] - -[Fußnote 585: ([134] auf S. 64.145) S. (zu beiden Ausdr.) abkaufen.] - -[Fußnote 586: ([135] auf S. 64.145) S. (zu beiden Ausdr.) Arrest.] - -[Fußnote 587: ([136] auf S. 64.145) S. abgehen.] - -[Fußnote 588: ([137] auf S. 64.145) S. aufnähen.] - -[Fußnote 589: ([138] auf S. 64.145) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 590: ([139] auf S. 64.145) Das Zeitw. _einspronken_ (s. dazu -die _Verbdg._ _eingespronkter Bossert_ = Pökelfleisch) ist ebenso wie -das einfache _spronkere_ = salzen (richtiger doch wohl: _spronken_?) — -u. dazu _g'spronkt_ od. _gesprunkt_ = gesalzen, salzig — eine Ableitung -von dem Hauptwort _Spronkert_ = Salz. Mit diesem sind zusammengesetzt: -_Spronkert-Flössling_, _Spronkertflotscher_ od. _-schwimmerling_ (d. h. -eigtl. »Salzfisch«) = Hering (s. d. betr. Übereinstimmg m. d. Zigeun.), -_Spronkertschottel_ = Salzbüchse, _Spronkertbossert_ = Salzfleisch, -_Spronkertnolle_ = Salznapf. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 98 (_Sprunkert_ = Salz); übereinstimmd.: _Schöll_ -271 u. _Pfulld. J.-W.-B._ 343 (hier [339] auch: _einsprunken_ = -einsalzen); _Schwäb. Händlerspr._ 485 (_Sprungert_ [in _Pfedelb._ (212): -_Sprunk_] = Salz). Auch die _Pfälz. Händlerspr._ 439 kennt _Sprungert_. -Über weitere Belege des Wortes in Rotw. (wo es schon seit d. 15. Jahrh. -— in sehr wechselnden Formen — auftritt) u. seine (nicht sichere) -_Etymologie_ s. Näh. bei _Weber-Günther_, S. 187/88 (unter »Sprunkert«) -vbd. m. _Pott_ II, S. 35, _A.-L._ 610 u. _Hoffmann-Krayer_ im Schweiz. -Archiv für Volkskunde, Bd. III, S. 246, Anm. 132 (die an die Zeitw. -»springen«, »sprenkeln« u. »[be]sprengen« gedacht haben).] - -einschlafen, _ei'durme_ (-ma)[591], _einschlauna_[592] [64.146] - -einschlagen s. _einhauen_ - -einschlummern s. einschlafen - -einschmieren s. einsalben - -einschneiden, _einschurelen_[593] - -einschnüren, " - -einschreiben, _einfebera_[594] - -einschütten, _einschurelen_[593] - -einspannen, " - -einsperren s. einkerkern - -einstecken " " - -einstürzen, _einbohla_[595] - -einwerfen, _einplotza_[596] - -Eis, _Schure_[593] - -Eisen, " - -Eisenbahn, _Rutsch_[597] - -Eisenbahnarbeiter, _Rutschschenegler_[598] - -Eisenbahnwagen, _Rutschrädling_[599] - -[Fußnote 591: ([140] auf S. 64.146) S. aufwachen.] - -[Fußnote 592: ([141] auf S. 64.146) S. ausschlafen.] - -[Fußnote 593: ([142] auf S. 64.146) S. abbiegen.] - -[Fußnote 594: ([143] auf S. 64.146) S. abschreiben.] - -[Fußnote 595: ([144] auf S. 64.146) S. abfallen.] - -[Fußnote 596: ([145] auf S. 64.146) S. bewerfen.] - -[Fußnote 597: ([146] auf S. 64.146) S. Bahn.] - -[Fußnote 598: ([147] auf S. 64.146) S. (betr. _Schenegler_) abschaffen.] - -[Fußnote 599: ([148] auf S. 64.146) _Rädling_ (-leng) = Fahrzeug (auf -dem Lande), Wagen findet sich noch in der _Verbindg._ _dofer Rädling_ -(d. h. »schöner Wagen«) = Kutsche sowie in folgenden _Zusammensetzgn._: -a) _am Anfang_: _Rädlingkaffer_ = Fuhrmann u. _Rädlingpflanzer_ = -Kutschenbauer, Wagner; b) _am Ende_: _Kritzlerrädling_ (eigtl. -»Briefwagen«) = Postwagen u. _Schmelemerrädling_ = Zigeunerwagen. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 255 -(_Rädling_ = Landkutsche); _Pfulld. J.-W.-B._ 346 (= Wagen); _Schwäb. -Händlerspr._ 488 (ebenso; Syn. _Rdel_ od. _Rudel_). Über weitere rotw. -Belege u. die _Etymologie_ (zu »Rad«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, -S. 25 u. Anm. 1 (unter »Radlinger«) vbd. m. _Pott_ II, S. 37, _A.-L._ -583 u. _Günther_, Rotwelsch, S. 99, Anm. 118; vgl. auch Archiv, Bd. 46, -S. 27 (_Radlingpflanzer_ = Wagner bei _Karmayer_ 130).] - -eisig, _bib(e)risch_ (eigtl. »kalt«)[600] [64.147] - -Eiswasser, _Biberischerflu(h)te_ (d. h. eigtl. »kaltes Wasser«)[601] - -elend, _lenk_, _schofel_[602] (elend daran gewesen, _schofel daran -gehauret_)[603] - -Elster, _Flederling_[604] oder (genauer) _Stämpfflederling_[605], d. h. -»der schimpfende Vogel«[606] - -Eltern, _Patris[607] und Mamere_[608], d. h. »Vater und Mutter«[609] - -[Fußnote 600: ([149] auf S. 64.147) Das Adj. _biberisch_ (bibrisch -[Spr.]) = kalt (eisig, frostig), das auch als Subst. (= Kälte, Frost) -gebracht wird, ist eine _Ableitung_ von dem Zeitw. _biberen_ = frieren -(_mich biberts'_ = mich friert's). Eine _Zus._ mit _biberisch_ ist -_Biberischerflu(h)te_ = Eiswasser. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94 (_biberisch_ = kalt); _Pfulld. -J.-W.-B._ 339, 341 (_biberisch_ = kalt, _biberen_ = frieren, _verbibern_ -= erfrieren); _Schwäb. Händlerspr._ 482 (_biberisch_ = kalt, in -_Pfedelb._ [209, 210]: _biberen_ = frieren [z. B. _mi bibert's an d' -Grifling_ = mich friert's an den Händen] u. _verbiberen_ = erfrieren). -Sowohl das Adj. wie das Zeitw. sind auch sonst im Rotw. bekannt -(letzteres auch mit den _Neben_bedeutgn. »beten« u. »lesen«; s. A.-L. -524). Der _Etymologie_ nach erscheint _biberen_ (wie auch das gemeinspr. -_bebern_ = »heftig beben« u. d. mundartl. _bibbern_ od. _bebbern_ = -»zittern« [s. z. B. _H. Meyer_, Richt. Berliner, 7. Aufl. (1911), S. -19]) wohl als »Iteritivbildung« von »beben«. _S. Pott_ II, S. 17 vbd. -mit _Weigand_, W.-B. I, Sp. 173; vgl. auch _Günther_, Rotwelsch, S. 79, -Anm. 81 u. S. 98, Anm. 118 sowie _Groß'_ Archiv, Bd. 49, S. 338, Anm. 1 -(zu S. 336).] - -[Fußnote 601: ([150] auf S. 64.147) S. (betr. _Flu[h]te_) abbrühen.] - -[Fußnote 602: ([151] auf S. 64.147) S. arg.] - -[Fußnote 603: ([152] auf S. 64.147) Das Zeitw. _hauren_ hat (ähnl. wie -_schef[f]ten_) die doppelte Bedeutg. von: a) sein u. b) sitzen -(niedersitzen). S. zur _ersteren_ Bedeutg. noch die Umschreibung _hauret -nobis_ (eigtl. »es ist nichts«) = ungültig, unzweckmäßig (vgl. oben -unter »Dietrich«). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 337, 338, 342, 344-46 (_hauren_ = ausruhen, bleiben, liegen, -sitzen, _oberkinnig hauren_ = aufsitzen, _beducht hauren_ = still stehen -[vgl. dazu betr. _beducht_: _Weigand_, W.-B. I, Sp. 225 unter -»betuchen«], _scheffhauren_ = warten, _Haurigerlaninger_ = Schildwache); -_Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [209, 210]: _hawern_ = dasein, -sein, _ghawert_ = gewesen). Über sonstige Belege im Rotw. sowie die -_Etymologie_ des Wortes (vom ältern deutsch, _hauren_ [od. hauern] = -»niederhocken, kauern«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 27, 28 u. -Anm. 1 zu »Haurigerlaninger«).] - -[Fußnote 604: ([153] auf S. 64.147) S. Adler.] - -[Fußnote 605: ([154] auf S. 64.147) S. (betr. _Stämpf-_) Ärger.] - -[Fußnote 606: ([155] auf S. 64.147) Übereinstimmend hiermit auch die -Zigeunersprache. _S. Liebich_, S. 118, 164 u. 193 u. _Finck_, S. 92 -(_tšingerpáskero tširklo_ = Elster, eigtl. der »zänkische«, der -»Zank- u. Streitvogel«).] - -[Fußnote 607: ([156] auf S. 64.147) _Patris_ od. _Patres_ = Vater findet -sich auch in folgenden _Zusammensetzgn._: a) _am Anfang_: _Patrisglied_ -(das — gleich _Mamereglied_ [s. dazu oben unter »Amme«] — drei -Bedeutgn. hat, näml.): [Griechisch: a]) Oheim (im Sinne -v. »Vatersbruder«); [Griechisch: b]) Tante (im Sinne von -»Vatersschwester«), [Griechisch: g]) Neffe (väterlicherseits; vgl. schon -oben unter »Bruder« sowie betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun. noch unter -»Oheim« u. »Tante«), _Patriskitt_ = Vaterhaus, _Patrissteinhäufle_ = -Vaterstadt; b) _am Ende_: _Grandicher-Patres_ = Großvater, _Kittpatris_ -= Hausvater, _Schoflerpatris_ = Stiefvater. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 100 (_Patres_ = Vater [so: auch -_Sulz_, _Zigeunerliste_ 1787 (251)]); _Schöll_ 271 (_Patris_); _Schwäb. -Händlerspr._ 487 (_Ptris_). Über weitere rotw. Belege u. die -_Etymologie_ (von latein. _pater_, gen. _patris_) s. Näh. in _Groß'_ -Archiv, Bd. 50, S. 355 u. Anm 1; vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. -I, Sp. 677.] - -empfindlich, _stumpfich_[610] [64.148] - -emporblicken, _linzen_[611] - -Ente, _Lachapatscher_[612] - -Entenfuß, _Lachepatscherstritt_[613] - -[Fußnote 608: ([157] auf S. 64.148) S. Amme.] - -[Fußnote 609: ([158] auf S. 64.148) Nach _Liebich_, S. 131 u. 193 -umschreiben auch die Zigeuner den Begriff »Eltern« in gleicher Weise (_o -dad te i dai_, d. h. Vater u. Mutter); vgl. »Vorbemerkung«, S. 17, Anm. -44.] - -[Fußnote 610: ([159] auf S. 64.148) S. Ärger.] - -[Fußnote 611: ([160] auf S. 64.148) S. anschauen.] - -[Fußnote 612: ([161] auf S. 64.148) _Lacha-_ od. _Lachepatscher_ = Ente -(s. dazu die _Zus._: _Lachepatscherstritt_ u. _-stenkert_ = Entenfuß, --stall sowie das _Dimin._ _Lachepatscherle_ = »Küchlein« [d. h. -_Enten_küchlein]) findet sich auch in der _schwäb. Händlerspr._ 480 -(_Lachepatscher_ od. _Lachpatsche_). Das ältere Rotwelsch kannte dafür -den Ausdr. _Dreckpatscher_ (s. z. B. auch: _Dolm. der Gaunerspr._ 92: -_Treckpatscher_). S. dazu, insbes. auch über die _Etymologie_ der -Wörter, Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 215, 216 u. Anm. 1; vgl. auch -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 908.] - -[Fußnote 613: ([162] auf S. 64.148) _Tritt_ = Fuß (auch Fußstapfe, -Fußtritt), Ferse, Schenkel, ferner (bei Tieren) Pfote sowie auch Schuh -kommt noch vor in der _Verbindg._ _unterkünftiger Tritt_ (d. h. eigtl. -»der untere Fuß«) = Fußsohle (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.) -sowie in den folgenden _Zusammensetzgn._: a) _am Anfang_: -_Trittgrif(f)leng_ (-ling) (eigtl. »Fußfinger«) = (Fuß-) Zehe (s. d. -betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.); b) _am Ende_: (_außer -Lachepatscherstritt_ noch): _Babinger-_ od. _Strohbutzerstritt_ = -Gänsefuß, _Traperttritt_ = Gaul- od. Pferdefuß, _Gachne-_, _Stanzel-_ -od. _Stierertritt_ = Hühnerfuß u. _Vordertritt_ = Vorderfuß. Für -»Handschuhmacher« ist im W.-B. _Grif(f)lingstrittpflanzer_ angeführt, -woraus sich _Grif(f)lingstritt_ = Handschuh ergibt, obwohl im Vok. dafür -nur _Grif(f)lengstrittleng_ genannt ist. Auch in dem _verw. Quellenkr._ -kommt statt _Tritt_ durchweg in gleicher Bedeutg. das stammverwandte -_Trittling_ vor (s. darüber Näh. unter »Ferse«), während sich in der -sonst. Gaunerspr. vereinzelt auch _Tritt_ für »Schuh« findet neben dem -(häufigern) Dimin. _Trittchen_ u. ä., das bes. auch in der neueren -Kundenspr. u. in den Krämerspr. beliebt ist (vgl. z. B. auch: _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 76 [_Trittchen_ = Stiefel] u. _Metzer Jenisch_ 217 -[_Trittche_ = Schuh]). Ausführl. _Belege_ s. (betr. _Tritt_) in _Groß'_ -Archiv, Bd. 46, S. 299 u. 309 u. (betr. _Trittchen_ u. ä.) ebds., Bd. -46, S. 18, 19, Anm. 2 vbd. mit _Weber-Günther_, S. 191/92. Die -_Etymologie_ bedarf keiner näheren Erläuterung.] - -Entenstall, _Lachepatschersstenkert_[614] [64.149] - -entfernen (sich), _schiebes bosten_ od. _schef(f)ten_, entferne dich, -gehe fort, _schef(f)te schiebes_[615] - -entkleiden, _ausklufte_[616] - -entleibt, _begeret_ (d. h. »gestorben«)[617] - -entrinnen, _schiebes pfichen_[618] - -entrüstet, _stumpfich_[619] - -Entrüstung, _Stumpf_[619] - -entschlafen s. entleibt - -entseelt " " - -Entsetzen, _Bauser_[620] - -entspringen, entweichen, _schiebes bosten_[615] - -entwenden (Entwendung), _schniffen_[621], _schornen_[622] - -entwischen s. entspringen - -entzwei, _schofel_ (Spr.)[623] - -Epilepsie, _Begerisch_ (subst. Adj.)[624] - -[Fußnote 614: ([163] auf S. 64.149) Mit _Stenkert_ od. (seltener) -_Stenker_ = Stall (Käfig) sind noch folgende _Zusammensetzgn._ gebildet: -_Strohbutzerstenkert_ = Gänsestall, _Gachnestenkert_ = Hühnerstall, -_Keiluf-_ od. _Kibestenkert_ = Hundestall, _Horbogestenkert_ = Kuhstall, -Rinderstall, _Hornikelstenkert_ = Ochsenstall, _Trabertstenker_ (hier -so!) = Pferdestall (s. dazu das Dimin. _Trabertstenkertle_ = -Füllenstall, wofür eigentlich _Trabertlestenkert_ zu erwarten, da das -Füllen _Trabertle_, Dimin. zu _Trabert_ [od. Trapert] Pferd, heißt; vgl. -Näh. unter »Füllen«), _Groenikelstenkert_ = Sau- (Schweine)stall, -_Jerusalemsfreundstenkert_ = Schafstall. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 (Stenkert = Stall); _W.-B. des -Konst. Hans_ 255 (_Stenker_); _Pfulld. J.-W.-B._ 345 (_Stinker_; vgl. -aber auch [343] unter »Roßstall«: _Stenger_, ferner [340]: -_Stierestinker_ = Hühnerstall); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 75 -(_Stenkert_); _Schwäb. Händlerspr._ 486 (ebenso, in _Pfedelb._ [213] -aber _Stinkert_, das übrigens hier auch »Käs« bedeutet, während es in -_Lütz._ [214] soviel wie »Abtritt« ist). Das auch sonst im Rotw. -verbreitete Wort gehört der _Etymologie_ nach natürlich zu unserm Zeitw. -»stinken«; s. _Pott_ II, S. 35 u. _A.-L._ 610 (unter »Stänker«).] - -[Fußnote 615: ([164] auf S. 64.149) S. davongehen; vgl. (betr. -_bosten_): abgehen u. (betr. _schef[f]ten_): daher a. E.] - -[Fußnote 616: ([165] auf S. 64.149) S. ankleiden.] - -[Fußnote 617: ([166] auf S. 64.149) S. absterben.] - -[Fußnote 618: ([167] auf S. 64.149) S. (betr. _schiebes_) Anm. 615 u. -(betr. _pfichen_) abgehen.] - -[Fußnote 619: ([168] auf S. 64.149) S. Ärger.] - -[Fußnote 620: ([169] auf S. 64.149) S. Angst.] - -[Fußnote 621: ([170] auf S. 64.149) S. anfassen.] - -[Fußnote 622: ([171] auf S. 64.149) S. ausstehlen.] - -[Fußnote 623: ([172] auf S. 64.149) S. arg.] - -[Fußnote 624: ([173] auf S. 64.149) S. absterben.] - -erbitten s. bitten [64.150] - -erbittert s. entrüstet; vgl. auch zornig - -erbrechen (sich), übergeben (sich), _giela_ (Spr.), auch als Subst.: das -Erbrechen, Übergeben, _Giela_ (-le)[625] - -Erbsen, _Sore_[626] - -Erbsenschüssel, _Soreschottel_[627] - -Erdäpfel, _Bolla_[628], _Matrele_[629]; vgl. Kartoffel - -Erdbeere, _Jahresäftling_ od. _Krachersäftling_[630] - -erfassen, _schniffen_[631] - -erflehen, _derchen_[632] - -erforschen s. ausfragen - -erfragen (fragen), _lenzen_[633] - -ergrimmt s. entrüstet - -erhängen, _aufknüpfen_[634], _schnüren_[635] - -erkaufen, _grema_[636] - -erkennen, _kneisen_ (gneis[s]en)[637] - -[Fußnote 625: ([174] auf S. 64.150) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 626: ([175] auf S. 64.150) S. Brücke.] - -[Fußnote 627: ([176] auf S. 64.150) S. (betr. _Schottel_) Aschenbecher.] - -[Fußnote 628: ([177] auf S. 64.150) S. Bratkartoffeln.] - -[Fußnote 629: ([178] auf S. 64.150) Diese Vokabel ist im W.-B. _nicht_ -zu _Verbindgn._ od. _Zusammensetzgn._ verwendet worden. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_Matrellen_ = -»Grundbieren« (d. h. Grundbirnen, schwäb. = Kartoffeln); _Pfulld. -J.-W.-B._ 341 (_Matrella_ = Kartoffeln); _Schwäb. Händlerspr._ (U. -[214]: _Matrelle_ = Kartoffel). Über weitere rotw. Belege sowie die -_Etymologie_ — aus der _Zigeunerspr._ (vgl. »Einleitung«, S. 30) — s. -das Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 311 (unter »Matrelen-Bosseler«) -u. dazu noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1524 (unter -»Matērelle«) vbd. mit _Finck_, S. 72 (_matrēli_ = »Kartoffel«).] - -[Fußnote 630: ([179] auf S. 64.150) S. Ananas.] - -[Fußnote 631: ([180] auf S. 64.150) S. anfassen.] - -[Fußnote 632: ([181] auf S. 64.150) S. abbetteln.] - -[Fußnote 633: ([182] auf S. 64.150) S. anschauen.] - -[Fußnote 634: ([183] auf S. 64.150) Der Ausdruck bedarf keiner -Erläuterung, ist aber sonst im Rotw. u. in den Geheimspr. nicht -gebräuchlich; vgl. jedoch bei _Karmayer_ 95 die Bezeichng. -_Knüpfschragen_ für den Galgen (wohl zu _Schagen_ = »Holzgestell mit -schräg od. kreuzweise stehenden Füßen« nach _Weigand_, W.-B. II, Sp. -784).] - -[Fußnote 635: ([184] auf S. 64.150) S. aufhängen.] - -[Fußnote 636: ([185] auf S. 64.150) S. abkaufen.] - -[Fußnote 637: ([186] auf S. 64.150) Das Zeitw. _kneisen_ od. -_gneis(s)en_ bedeutet: erkennen (kennen), merken, aber auch: können -(wissen, verstehen); dazu die Umschreibung _gneis nobis_ = unbekannt -(vgl. schon oben unter »Dietrich«). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95 ([einen] _kneisen_ = [einen] -kennen); _Schöll_ 272 (_kneissen_ — »inne werden«); _Pfulld. J.-W.-B._ -338, 339 (_begneist_ = bekannt, _verkneissen_ = erkennen); _Schwäb. -Händlerspr._ 479, 484, 488 (_kneißen_ od. _kneißen_ = bemerken, merken, -verstehen, in _Pfedelb._ [213]: _kneissen_, auch = sehen). Über weitere -Belege im Rotw. (schon seit dem 17. Jahrh.) sowie die _Etymologie_ s. -Näh. bei _Weber-Günther_, S. 178 (unter, »kneisen«). Zu den dortigen -Zitaten (A.-L. 559 vbd. mit _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 980 u. 1759 -[_g'neißen_ = »(etwas) in die Nase bekommen, wittern, merken, -wahrnehmen, ahnen«]) s. auch noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 357 -(unter »g[e]neisse[n]«); zu vgl. ferner _H. Meyer_, Richt. Berliner (7. -Aufl.), S. 72 (wonach auch in Berlin _kneißen_ für »scharf hinsehen« -bekannt ist).] - -erlogen, _kohl_ (eigtl. _Kohl_ = Lüge)[638] [64.151] - -ermorden, _deisen_ (Partiz.: ermordet, _deist_)[639] - -erschlagen, " " - -erschießen, _verschnellen_ (erschossen, _verschnellt_)[640] - -Erschrecken (das), _Bauser_[641] - -ersehen (sehen), _linzen_[642] - -ersticken, _begeren_[643] - -erwachsen, _grandich_ (od. -dig)[644] - -erwacht, _ausdurmt_[645], _ausg'schlaunet_[646] - -erwischen, _bestieben_[647], _zopfen_[648] - -erwürgen, _deisen_[649] - -[Fußnote 638: ([187] auf S. 64.151) S. belügen.] - -[Fußnote 639: ([188] auf S. 64.151) Das Zeitw. _deisen_ kommt vor für: -ermorden (morden), erschlagen, töten (totmachen, totschlagen [Spr.]), -unterbringen, vernichten, dann auch spezieller für »erwürgen« sowie für -»schlachten«; dazu die _Zus._ _halbdeist_ = halbtot u. die _Ableitg._ -_Deiser_ = Mörder od. Totschläger. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 (_deisen_ od. _teißen_ = -schlagen, _Teißerei_ = Schlägerei); _Schwab. Händlerspr._ 484, 487 -(_deißen_ = töten, metzgen, schlachten, dazu: _Klæbedeißer_ = -Pferdemetzger; in _Pfedelb._ [212]: _deisen_ = schlachten, aber _deißen_ -= coire [Grundbedtg. auch hier wohl »schlagen«, vgl. (209): _eindeißte -Bezem_ = »eingeschlagene Eier«], ferner in _Lütz._ [215): _deisse[n]_ = -schlagen, _Deisser_ = Metzger u. in _Degg._ [215]: _Deiss_ = Schlag). -Über sonstige rotw. Belege und die (nicht ganz sichere) _Etymologie_ s. -Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 46 u. Anm. 2 u. S. 47 (unter lit. k.: -»Teissflamerer«). Auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 139 bezeichnet -die Etymol. als »unklar«.] - -[Fußnote 640: ([189] auf S. 64.151) S. abschießen.] - -[Fußnote 641: ([190] auf S. 64.151) S. Angst.] - -[Fußnote 642: ([191] auf S. 64.151) S. anschauen.] - -[Fußnote 643: ([192] auf S. 64.151) S. absterben.] - -[Fußnote 644: ([193] auf S. 64.151) S. Adler.] - -[Fußnote 645: ([194] auf S. 64.151) S. aufwachen.] - -[Fußnote 646: ([195] auf S. 64.151) S. ausschlafen.] - -[Fußnote 647: ([196] auf S. 64.151) S. bekommen.] - -[Fußnote 648: ([197] auf S. 64.151) S. Diebstahl.] - -[Fußnote 649: ([198] auf S. 64.151) S. ermorden.] - -erzählen, _dibere_[650], _schmusen_[651] [64.152] - -Erzählung, _Diberei_, _Schmuserei_ - -erzeugen, _bodere_ (od. budere), _kirme_, _schnirgle_[652], -_schurele_[653], auch _fuchsa_[654] - -erzürnt, _stumpfich_[655], auch wohl _lenk_ od. _schof(f)el_[656] - -essen, _achila_[657], _biken_, _butten_, _kahla_[658] - -Essen (das), _Achilerei_[657], _Bikerei_ (od. _Bikus_), _Butterei_, -_Kahlerei_[658] - -Eule, _Leile-_ od. _Ratteflederling_, d. h. »Nachtvogel«)[659] - -Euter, _Schwächerle_[660] - -[Fußnote 650: ([199] auf S. 64.152) S. ansagen.] - -[Fußnote 651: ([200] auf S. 64.152) S. anreden.] - -[Fußnote 652: ([201] auf S. 64.152) S. (zu allen drei Ausdr.) begatten.] - -[Fußnote 653: ([202] auf S. 64.152) S. abbiegen.] - -[Fußnote 654: ([203] auf S. 64.152) Das oben unter »begabten« nicht als -Syn. angeführte Zeitw. _fuchsa_ kommt sonst m. Wiss. in den Geheimspr. -nicht vor. Es ist ein (ziemlich selten gebr.) schwäb. Ausdruck für -»unehelich beiwohnen« od. — allgemeiner — »Unzucht treiben«; s. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1810 (unter »fuchse[n]« vbd. mit _v. -Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 208 (unter »fugsen« [u. neben »vögeln«], der -zwar das Wort zunächst zu _fügen_ im Sinne von »vereinigen« stellt, -jedoch weiter bemerkt, daß es »auch von Vögeln wegen ihrer -Begattungslust und vom _Fuchs_ hergeleitet werden« könne, »da auch das -lateinische _lupa_ und seine Verwandten ähnliche Begriffe bezeichnen«.] - -[Fußnote 655: ([204] auf S. 64.152) S. Ärger.] - -[Fußnote 656: ([205] auf S. 64.152) S. arg.] - -[Fußnote 657: ([206] auf S. 64.152) Von dem Zeitw. _achila_, _achile(n)_ -= essen (kauen, schmausen, verzehren) ist abgeleitet das Hauptw. -_Achilerei_ = (das) Essen (Frühstück, Kost, Mahlzeit, Speisen); s. dazu -die _Zus._: _Fösslingachilerei_ = Fischessen, _Leileachilerei_ = -Nachtessen, _Rundlingachilerei_ = Wurstessen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schöll_ 271, 272 (_achlen_ = essen, _Achelsore_ = -Eßwaren); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 339, 342, 345 (_acheln_ = essen, -_abacheln_ = abfressen, _Achelsore_ = Eßwaren, Lebensmittel, Speisen); -_Schwäb. Händlerspr._ 480 (_ach[e]len_ [in _Pfedelb._ (209): -_ach¶i¶len_] = essen); s. auch _Pfälz. Händlerspr._ 337 (_achîle_ = -essen). Die zuletzt genannten (mit ¶i¶ in der zweiten Silbe gebildeten) -Formen kommen auch in der Gauner- u. Kundenspr. vereinzelt vor (s. z. B. -_Thiele_ 223 u. A.-L. 516 [_Achile-Bajes_ = Speisehaus, Restaurant]; -_Ostwald_ [Ku.] 11 [_ach¶ie¶len_ neben _acheln_]). Über weitere rotw. -Belege im allg. (seit d. _Lib. Vagat_ [52]) sowie die _Etymologie_ (vom -gleichbed. hebr. _kal_ [od. _āchal_]) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 51, S. -154 (unter »Achelpeter«) vbd. mit _Schütze_, S. 70; vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 162 (mit Angaben über die Verbreitg. in d. deutsch. -Mundarten), ferner _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 90 (unter »achle[n]«) -u. _Seiler_, Lehnwort IV, Sp. 489.] - -[Fußnote 658: ([207] auf S. 64.152) S. (zu allen drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 659: ([208] auf S. 64.152) S. Abend u. Adler. — -Übereinstimmende Bezeichnung der Eule (als _rattjakro tschirkulo_, d. h. -gleichfalls »Nachtvogel«) auch in der Zigeunersprache nach _Liebich_, S. -165 u. 193 (vgl. »Vorbemerkung«, S. 18).] - -[Fußnote 660: ([209] auf S. 64.152) S. Amme.] - -evangelisch, _gril(l)isch_ od. _kril(l)isch_ (Spr.)[661] [64.153] - -Exkremente (tierische u. menschliche), _Boslem_[662], _Fu(h)l_[663], -_Schond_[664] - - - F. - -Fabel, _Kohl_[665] - -Fackel, _Schein_[666] - -Faden, _Schure_[667] - -Fahne, " - -fahren, _ruadla_[668] - -fahrende Leute, _jenische Ulma_[669], _Krattler_[670] - -Fahrzeug (auf dem Lande), _Rädleng_[671], _Ruadel_[668] - -Falle, _Schure_[667] - -fallen, _bohla_[672] - -[Fußnote 661: ([210] auf S. 64.153) Das Adj. _gril(l)isch_ od. -(seltener) _kril(l)isch_ = evangelisch (protestantisch) erscheint auch -als Substantivierung _Gril(l)ischer_ = Protestant sowie in die -Verneinung _nobis gril(l)isch_ = ungläubig. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_grillisch_ = lutherisch); -_W.-B. des Konst. Hans_ 257 (ebenso, vgl. [256]: _Grillische -Käfer-Märtine_ = Württemberg [u. dazu _Günther_ i. d. Zeitschr. »Die -Polizei«, Jahrg. IV (1906), Nr. 3, S. 51, Sp. 2]); _Schöll_ 274 (in d. -»Bettlersprache«: _crilisch_); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_grillisch_); -_Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [209]: _krillisch_ [oder -_krittisch_] = evangelisch, in _Lütz._ [215]: _grillisch_ = -protestantisch). Zur _Etymologie_ (des auch sonst im Rotw. [des 19. -Jahrb.] bekannten Wortes s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 835 (unter -»Grill[e]« Nr. 2). Danach nennt die katholische Bevölkerung in gewissen -Gegenden Schwabens die Protestanten _Grillen_ (wobei zunächst wohl an -unsere _Tier_bezeichnung zu denken ist), u. dazu ist dann als Adj. -_grillisch_ (in schlechter Ausspr. _krillisch_) gebildet worden (s. a. -a. O., Sp. 836 unter »grillisch«).] - -[Fußnote 662: ([211] auf S. 64.153) S. After u. Bäcker.] - -[Fußnote 663: ([212] auf S. 64.153) S. Abort.] - -[Fußnote 664: ([213] auf S. 64.153) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 665: ([214] auf S. 64.153) S. belügen.] - -[Fußnote 666: ([215] auf S. 64.153) S. alltäglich.] - -[Fußnote 667: ([216] auf S. 64.153) S. abbiegen.] - -[Fußnote 668: ([217] auf S. 64.153) S. abfahren.] - -[Fußnote 669: ([218] auf S. 64.153) S. Bachstelze u. arme Leute.] - -[Fußnote 670: ([219] auf S. 64.153) _Krattler_ ist eine mundartliche, -besonders in Bayern allgemein übliche Bezeichnung für die »fahrenden -Leute«, zunächst eigtl. für »die Tiroler, die gewöhnlich in Gesellschaft -ihrer ganzen Familie kleine Karren« (mit zwei Rädern, _Kratten_ genannt, -v. latein _caretta_) »voll Obst, Kreide usw. zum Verhandeln nach Bayern -ziehen und für den Rückweg Hafnergeschirr usw. zu laden pflegen«. -(_Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1385). Vgl. auch _Grimm_, D. W.-B. V, -Sp. 2070 (unter »Kratte« Nr. 3) u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 693 -(unter »Kratte[n]«). In den Geheimsprachen ist der Ausdruck m. Wiss. -sonst nicht gebräuchlich.] - -[Fußnote 671: ([220] auf S. 64.153) S. Eisenbahnwagen.] - -[Fußnote 672: ([221] auf S. 64.153) S. abfallen.] - -fallende Sucht (Fallsucht), _Begerisch_ (subst. Adj.)[673]; vgl. [64.154] -Epilepsie - -falsch, _lenk_, _schofel_[674] - -Falschmünzer, _nobis dofer Bich-_, _Kies-_ od. _Lobepflanzer_ (d. h. -»kein guter Geldmacher«)[675] - -fangen, _bestieben_[676] - -Fastnacht, _Ni(e)sicheschei_ od. _Nillicheschei_ (d. h. der »närrische« -oder »Narrentag«)[677] - -Fastnachtsküchle, _Nillichescheibrandling_[678] - -Fastnachtsmaske, _Ni(e)sichegiel_, _Nilliche-_ od. _Nuschichegiel_ (d. -h. »närrisches Maul«)[679] - -faul s. falsch - -faulenzen, _nobis schenegla_ (d. h. »nicht[s] arbeiten«)[680] - -Faust, _Grif(f)leng_[681] - -fechten, _doga_[682], _guffa_[683], _ste(c)ken_[684]; vgl. schlagen - -Federbett, _Sauft_[685] - -Federmesser, _Scharfling_ od. _Scharpfleng_[686] - -Fehde, _Guferei_[683], _Hamore_[687], _Stenzerei_[688] - -[Fußnote 673: ([222] auf S. 64.154) S. absterben.] - -[Fußnote 674: ([223] auf S. 64.154) S. arg.] - -[Fußnote 675: ([224] auf S. 64.154) S. Dietrich; vgl. auch (betr. -_Bich_) Almosen, (betr. _Kies_) Bankier, (betr. _Lobe_) Bank u. (betr. -_-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 676: ([225] auf S. 64.154) S. bekommen.] - -[Fußnote 677: ([226] auf S. 64.154) S. aberwitzig u. alltäglich. In -_gleicher_ Weise wird Fastnacht auch bei den Zigeunern bezeichnet; s. -_Liebich_, S. 169 (_narbuléngĕro diwes_, d. h. »Narrentag«) u. -_Finck_, S. 55, (_narwelengero díwes_).] - -[Fußnote 678: ([227] auf S. 64.154) S. (btr. _Brandling_) Apfelkuchen.] - -[Fußnote 679: ([228] auf S. 64.154) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 680: ([229] auf S. 64.154) S. (betr. _nobis_) Dietrich u. -(betr. _schenegla_) abschaffen.] - -[Fußnote 681: ([230] auf S. 64.154) S. Daumen.] - -[Fußnote 682: ([231] auf S. 64.154) S. abgeben.] - -[Fußnote 683: ([232] auf S. 64.154) S. aufschlagen.] - -[Fußnote 684: ([233] auf S. 64.154) S. beschenken.] - -[Fußnote 685: ([234] auf S. 64.154) S. Bett.] - -[Fußnote 686: ([235] auf S. 64.154) S. Dolch.] - -[Fußnote 687: ([236] auf S. 64.154) _Hamore_ = Streit (Fehde, Gefecht, -Geschrei, Gezänk, Handgemenge, Kampf, Prügelei, Schlägerei) erscheint in -_Wittichs_ W.-B. gewissermaßen als Synonym zu _More_ (= Prügelei, -Streit) od. _Morerei_ (= Geschrei, Gezänk, Streiten), die wohl gleichen -Stammes sein dürften (s. d. Etymologie). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 255 (_Hamore_ = Händel); _Schöll_ -272 (ebenso); _Pfulld. J.-W.-B._ 340, 345 (_More_ = Händel, _Mori_ = -Streit, Zus. _Morekaffen_ [lies: _-kaffer_] = »bestohlene -Diebsverfolger«); _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_Môrest_ od. _Mores_ = -Angst, in U. [214]: _Mōre_ = Streit u. _mōre[n]_ [in _Lütz._ -(214): _hamīre(n)_] = streiten); s. auch _Pfälz. Händlerspr._ 438 -(_Môres_ = Angst). Über weitere Belege im Rotw. sowie d. _Etymologie_ s. -noch Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 48, S. 334, Anm. 4. Da das _Pfulld. -J.-W.-B._ (340) _More_ durch ganz denselben Ausdruck (»Händel«) -verdeutscht wie die _älteren_ rotw. Quellen _Hamore_, so läßt dies wohl -darauf schließen, daß es sich hier um dasselbe Wort handelt. _More_ aber -(von dem weiter _Morerei_ — ev. durch Vermittlung eines Zeitw. -_mōren_ [s. _Schwäb. Händlerspr._ in _Lütz._ (214)] — leicht -gebildet werden konnte), dürfte wohl zu dem hebr. _môr'_ = »Furcht« -gestellt werden, wie es denn auch im Rotw. (des 19. Jahrh.) mehrfach -durch »Angst« od. »Furcht« wiedergegeben ist (u. ebenso in d. _Schwäb. -u. Pfälz. Händlerspr._ [s. oben]). Jedenfalls erscheinen diese -Hypothesen wohl weniger gesucht als die bei _Fischer_, Schwäb. W.-B. -III, Sp. 1093 — allerdings nur mit einem _Fragezeichen_ — -aufgestellte, wonach zu _Hamore_ das hebr. _chămôr_ = »Esel« -herangezogen worden.] - -Feiertag, Festtag, _Weisleng_[689]. (Obgleich _Weisleng_ eigentlich [64.155] -Sonntag bedeutet, wird doch auch jeder andere Feiertag damit bezeichnet) - -Feigling, _Buxeschmelzer_ (d. h. eigtl. »Hosenscheißer«)[690] - -fein, _dof_, _g'want_[691] - -feines Haus, _dofe Kitt_[692]; vgl. Schloß - -Feldschütz s. Flurschütz - -Felleisen, _Rande_[693] - -Felsen, _grandicher Kies_ (d. h. »großer Stein«)[694] - -[Fußnote 688: ([237] auf S. 64.155) S. Ast.] - -[Fußnote 689: ([238] auf S. 64.155) Mit _Weisleng_ (-ling) = Sonntag -(Feier-, Festtag) sind folgende _Zus._ gebildet worden: -_Brandlingweisling_ (d. h. eigtl. »Kuchensonntag« = Kirchweihsonntag -(der durch Kuchenessen gefeiert zu werden pflegt), _Bäzemaweisling_ (d. -h. eigtl. »Eiersonntag«) = Ostern (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. -Zigeun.), _Schuberleweisling_ (d. h. eigtl. »Geistsonntag« [mit Bez. auf -die Ausgießung des heiligen Geistes]) = Pfingsten (s. d. betr. Analogie -in d. Zigeunerspr.). Aus dem _verw. Quellenkr._ kennt nur die _schwäb. -Händlerspr._ in _Deggingen_ (215) _Weissling_ in der Bedeutg. »Sonntag«. -Im _Rotw._ kommt dagegen die Vokabel in diesem Sinne _nicht_, dagegen -für sehr verschiedene Dinge (mit weißer od. glänzender Farbe) vor, so z. -B. für _Ei_ (so auch in der _schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 68), für -_Milch_ (so auch in der _schwäb. Händlerspr._ 484), für _Schnee_ (s. z. -B. schon _Schintermicherl_ 1807 [288]), für den »Silbergnanziger« (s. -_Fröhlich_ 1851 [419]; vgl. in der neueren Kundenspr. die Bdtg. -»Zwanzig- od. Fünfpfennigstück«) usw. Vgl. _Pott_ II, S. 8, A.-L. 621, -_Günther_, Rotwelsch, S. 62 u. in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 296 u. Anm. -3. Der _Etymologie_ nach nimmt _Weissling_ = Sonntag usw. jedenfalls -wohl Bezug auf das Weiße als »Farbe des Tages, Lichtes .. und _der -festlichen Freude_« (vgl. Näh. dazu bei _H. Schrader_, Wundergarten, S. -70).] - -[Fußnote 690: ([239] auf S. 64.155) S. Beinkleid u. Abort.] - -[Fußnote 691: ([240] auf S. 64.155) S. angenehm u. anmutig.] - -[Fußnote 692: ([241] auf S. 64.155) S. angenehm u. Abort.] - -[Fußnote 693: ([242] auf S. 64.155) S. Bauch.] - -[Fußnote 694: ([243] auf S. 64.155) S. Adler u. Apfelkern. — Dieselbe -Umschreibung kennt auch die Zigeunersprache; s. _Liebich_ S. 196 -(_bāro parr_, d. h. »großer Stein« [od. _pesso parr_, d. h. »dicker -Stein«] = Fels).] - -Fenster, _Feneter_[695], _Schei_[696] [64.156] - -Fensterglas, _Feneter-_ od. _Scheiglansert_[697] - -Ferkel, _Balo_, _Groanikel_[698] - -Ferse, _Tritt_[699], _Trittleng_[700] - -Fett, _Schmunk_[701] - -Fettbüchse, _Schmunkschottel_[702] - -feucht, _flu(h)tich_[703] - -Feuer, _Funk_[704] - -[Fußnote 695: ([244] auf S. 64.156) _Zusammengesetzt_ damit ist nur -_Feneterglansert_ = Fensterglas. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_W.-B. des Konst. Hans_ 258 (_Fenette_ [fem. gen.] = Fenster); _Schöll_ -271 (_Feneter_); _Pfulld. J.-W.-B._ 389 (_Finetter_) _Schwäb. -Händlerspr._ 480 (_Feneter_ od. _Finêter_); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 -(_Fenēt_); _Eifler Hausiererspr._ 490 (_Finet_) u. _Winterfeld_, -_Hausiererspr._ 441 (_Finester_ = Fenster u. Auge). Zur _Etymologie_ -(vom franz. _fenêtre_ [ital. _finestra_]) s. _Pott_ II, S. 17, -_Günther_, Rotwelsch, S. 37 u. _Weber-Günther_, S. 173; vgl. auch -_Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1052. Da _Wittich_ in sr. »Einleitung« -(S. 29) die Vokabel unter den aus der _Zigeunersprache_ stammenden (in -der Form _Fenetra_) aufgeführt hat, mag es sein, daß seine »jenischen -Leute« sie _zunächst_ von den Zigeunern übernommen haben, die sie (in -ähnl. Form) auch kennen (s. _Finck_, S. 57: _fenétri_ = »Fenster«, -während _Liebich_ S. 196 dafür nur _wochni_ hat [vgl. bei _Jülling_, S. -227: _Wochli_ = Fensterscheiben]); doch geht natürlich auch das -Zigeunerwort wohl zweifelsohne auf das Französische zurück (vgl. -»Vorbemerkg.«, S. 10, Anm. 26 u. »Einleitg.« S. 29, Anm. 93).] - -[Fußnote 696: ([245] auf S. 64.156) S. alltäglich.] - -[Fußnote 697: ([246] auf S. 64.156) S. (betr. _Glansert_) Bierglas.] - -[Fußnote 698: ([247] auf S. 64.156) S. (zu beiden Ausdr.) Eber.] - -[Fußnote 699: ([248] auf S. 64.156) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 700: ([249] auf S. 64.156) _Trittleng_ (-ling) bedeutet -(ähnlich wie _Tritt_) Fuß (Ferse), aber besonders auch Schuh -od. Stiefel. _Zusammensetzgn._ damit sind: a) _im Anfang_: -_Trittlengstreifling_ = Fußlappen; b) _am Ende_: _Grif(f)lingtrittling_ -= Handschuh, _Halbtrittleng_ = Halbstiefel, _Traperttrittling_ = Huf -(eigtl. wohl Pferdefuß; vgl. _Traperttritt_ = »Gaulfuß« [s. oben unter -»Entenfuß«]. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 92, 98 (_Trittling_ = Füße, Schuh); _Schöll_ 271 (Form: -ebenso, Bedtg.: Fuß); _Pfulld. J.-W.-B._ 344 (ebenso); _Schwäb. Gaun.- -u. Kundenspr._ 75, 76 (_Trittling_ = Schuh, Stiefel); _Schwäb. -Händlerspr._ 481, 486, 487 (Form: ebenso, Bedtgn.: Fuß, Schuh, Stiefel, -vgl. _Trittlingspflanzer_ = Schuster); auch im _Pleißlen der -Killertaler_ (436) hat _Trittling_ _dieselben_ Bedeutgn. Über weitere -Belege im Rotw. u. die _Etymologie_ (zu »Tritt« bzw. »treten«) s. -_Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 18 u. Anm. 1 u. S. 19.] - -[Fußnote 701: ([250] auf S. 64.156) S. Bratkartoffeln.] - -[Fußnote 702: ([251] auf S. 64.156) S. (betr. _Schottel_) Aschenbecher.] - -[Fußnote 703: ([252] auf S. 64.156) S. abbrühen.] - -[Fußnote 704: ([253] auf S. 64.156) S. abbrennen.] - -Feuersbrunst, _grandicher Funk_ (d. h. »großes Feuer«)[705] [64.157] - -Feuerstein, _Funkkies_[706] - -feurig, _funkich_[707] - -Fichte, _Stöber_[708] - -Fichtenwald, _Jahre_, _Kracher_ (d. h. überhaupt »Wald«)[709] - -Filzlaus, _Kenem_[710] - -Finger, _Grif(f)ling_[711] - -Fingerhut, _Grif(f)lingoberman(n)_[712] - -[Fußnote 705: ([254] auf S. 64.157) S. Adler u. abbrennen. — Auch die -Zigeuner haben keinen besonderen Ausdruck für Feuersbrunst, sondern -sagen dafür _bāro jāk_, d. h. gleichfalls »großes Feuer«, oder -_diwii jāk_, d. h. »wildes, wütendes Feuer« (s. _Liebich_, S. 197); -vgl. »Vorbemerkg.«, S. 17.] - -[Fußnote 706: ([255] auf S. 64.157) S. (betr. _Kies_) Apfelkern.] - -[Fußnote 707: ([256] auf S. 64.157) S. abbrennen.] - -[Fußnote 708: ([257] auf S. 64.157) S. Apfelbaum.] - -[Fußnote 709: ([258] auf S. 64.157) S. (zu beiden Ausdr.) Ananas.] - -[Fußnote 710: ([259] auf S. 64.157) Mit _Kenem_ (= Laus, Filzlaus, plur. -_Keneme_ = Ungeziefer) sind _zusammengesetzt_: a) am _Anfang_: -_Kenemebenges_, _-benk_ od. _-fi(e)sel_ = »Lausbub«; b) am _Ende_: -_Muffkenem_ (d. h. eigtl. »Stinklaus«) = Wanze (vgl. Aas). _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Kinum_ = -Läuse); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_Künum_ = Laus, plur. hier: _Künumer_); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 71, 72 (_Kinum_ od. _Kinem_ = Läuse, -_Kinumrechen_ = Kamm [vgl. das volkstüml. »Lauseharke«]); _Schwäb. -Händlerspr._ 488 (_Kenum_, _Kînum_ od. _Kîneme_ [in _Pfedelb._ (211): -_Kinnem_] = Laus, in _Pfedelb._ [211] auch _Kinnemrechen_ = Kamm); s. -auch noch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Kînum_ = Laus). Zur _Etymologie_ -aus dem Hebr. (bibl. _kinnîm_ od. _kinnm_, eigtl. = »Stechmücken«, jüd. -_kinnim_ = »Läuse«) s. _Günther_, Rotwelsch, S. 67 u. Anm. 67 vbd. mit -A.-L. 538 u. 390 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 387; vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 157 (unter »Kinnem«), woselbst auch noch weitere -Belege aus d. Rotw. angeführt sind.] - -[Fußnote 711: ([260] auf S. 64.157) S. Daumen.] - -[Fußnote 712: ([261] auf S. 64.157) _Oberman(n)_ = Hut (Haube, Kappe, -Mütze) kommt auch noch in folgenden _Zus._ vor: a) _am Anfang_: -_Oberman(n)pflanzer_ = Hutmacher (Kappenmacher) od. Kürschner; b) -_am Ende_: _Lanengeroberman(n)_ = Helm od. Soldatenmütze, -_Grandicher-Sins-Oberman(n)_ (d. h. eigtl. »Königshut«, zu _grandich -Sins_ = König [s. oben unter »Bischof«], weshalb genauer -_Grandich-Sins-Oberm._ zu erwarten wäre) = Krone (s. d. betr. die -Übereinstimmg. mit d. Zigeun.) u. _Süslingoberman(n)_ = Zuckerhut (wobei -der Ausdr. — wie in _Grif[f]lingoberman[n]_ — im _übertrag._ Sinne -gebraucht ist). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 94 (_Obermann_ = Hut, dann auch Rahm); _Pfulld. J.-W.-B._ -339-342 (_Aberma_ = Filzhut, _Oberma_ = Hut, auch Milchrahm, _Obermäne_ -= Kappe); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 71 (_Obermann_ = steifer Hut, -vgl. _Strohmann_ = Strohhut); _Schwäb. Händlerspr._ 482 (_Oberman_ = -Hut; dazu in _Pfedelb._ [210] noch: _Obermannspflanzer_ = Hutmacher). -Über weitere Belege in Rotw. usw. sowie die _Erklärung_ des Ausdrucks s. -_Groß'_ Archiv, Bd. 49, S. 336, Anm. 4; vgl. auch _Weber-Günther_, S. -191/92 (unter »Öwermännche«).] - -Fingerring, _Reifling_[713] [64.158] - -finster, _leile_ (eigtl. _Leile_ = Nacht)[714] - -Finsternis, _Leile_ - -Fisch, _Flössling_[715], _Flotscher_[716], _Matsche_[717], -_Schwimmerling_[718] - -[Fußnote 713: ([262] auf S. 64.158) _Reifling_ = Ring (Fingerring) kommt -(in übertrag. Bedeutg.) auch noch vor in der _Zus._ _Flösselreifling_ -(d. h. eigtl. »Wasserring«) = Regenbogen (s. d. betr. Übereinstimmg. m. -d. Zigeun.). Das (natürlich zu unserem »Reif[en]« gehörende) Wort ist -auch der _schwäb. Händlerspr._ (485) bekannt, in sonstigen Geheimspr. -dagegen kaum gebräuchlich. Das _Pleißlen der Killertaler_ (436) hat -_Raifle_ = Ring.] - -[Fußnote 714: ([263] auf S. 64.158) S. Abend.] - -[Fußnote 715: ([264] auf S. 64.158) _Flössling_ wird (ähnlich wie -_Flederling_ = Vogel für bestimmte Vogel_arten_) auch für einzelne -_Fischarten_ verwendet, so z. B. für den Karpfen und (wie wohl auch in -der _Gaunerspr._ [s. A.-L. 541]) für den Hering (s. in letzterer Bdtg. -als argum.: _Flösslingschottel_ = »Heringbüchse«), der übrigens auch -genauer durch _Spronkertsflössling_ (d. h. »Salzfisch«) oder -_Begertflössling_ (d. h. »toter Fisch«) wiedergegeben wird (s. hierzu -auch betr. Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr. Näh. unter »Hering«; vgl. -auch schon »Vorbemerkg.«, S. 18, Anm. 45). Für andere Fischsorten -erscheinen Verbdgn. od. Zus. mit den Synon. _Schwimmerling_ (s. unten -Anm. 4) gebräuchlicher. _Zusammensetzgn._ mit _Flössling am Anfang_ sind -noch _Flösslingachilerei_ od. _-bikus_ = Fischessen. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 92 (_Flösling_); _Schöll_ -271 (_Flößling_); _Pfulld. J.-W.-B._ 339 (_Fl¶e¶ßling_, vgl. _fleßlinge_ -= fischen); _Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Flößling_ [plur.] = Fische). -_Etymologie_: Nach _Stumme_, S. 24 ist der — im Rotwelsch schon im 15. -Jahrb. (s. z. B. _Basl. Betrügnisse_ um 1450 [15]) auftretende — -Ausdruck »weniger von der _Flosse_ des Fisches (s. dazu _Weigand_, W.-B. -I, Sp. 559) als von _Floß_ = ›Wasser‹ (s. dazu _Weigand_, a. a. O., Sp. -559 unter »Floß« Nr. 2; vgl. für d. Rotw. z. B. _Schintermicherl_ 1807 -[289: _Flos_ = Wasser]) ausgehend zu deuten«. S. auch A.-L. 541 (unter -»Floß«). — Vgl. oben _flösle(n)_ usw. unter »austreten (leicht)«.] - -[Fußnote 716: ([265] auf S. 64.158) _Flotscher_ (od. _Pflotscher_) -erscheint weniger gebräuchlich als die Synon. _Flössling_ u. -_Schwimmerling_, auch in _Zus._, von denen nur _Spronkertflotscher_ = -Hering (vgl. Anm. 715) u. _Flotscherkahlerei_ = Fischessen zu nennen -sind. Außerdem hat aber _Flotscher_ od. _Pflotscher[t]_ auch noch die -Bedeutung: Schirm, bes. Regenschirm. (_Zus._: _Bogeiepflotschert[t]_ = -Fischbeinschirm [vgl. dazu unten Anm. 719] u. _Pflotscherpflanzer[in]_ = -Schirmflicker[in]). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 92 (_Flotschen_ = Fisch, _Flotschenkitt_ = Fischkasten; -_Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Flotscher_ = Fisch; vgl. auch [488]: -_pflötsche_ = [sich] waschen). _Zur Etymologie_: In der Bedeutg. »Fisch« -dürfte _Flotscher_ doch wohl in _letzter_ Linie mit _fließen_ (im Sinne -von »schwimmen« [s. _Weigand_, W.-B. I, Sp. 554 unter »fließen«, Nr. 2 -u. 559 unter »Flosse« a. E.]) als Stammwort irgendwie zusammenhängen. Zu -der _zweiten_ Bedeutg. (Regenschirm) gibt _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, -Sp. 1068 (unter »Pflotsch«) vbd. mit Sp. 1057 (unter »Pflatsch«) u. 1058 -(unter »pflatsche[n]«) einigen Aufschluß. Danach bedeutet im Schwäb. -_pflatsche(n)_ »mit klatschendem Laut (eigtl. mit dem Laut: -»_pflatsch_«) auf den Boden fallen«, was besonders vom Wasser und -_Regen_ gebraucht wird, daher _Pflatschregen_ od. auch bloß _Pflatsch_ -(Pflatscher) od. _Pflotsch_ = Regenguß (vgl. »Platzregen«). Das Wort -geht (nach _Fischer_) »etwa parallel mit _patschen_« (worüber zu vgl. -_Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 215), »nur daß es sich weit mehr auf das -Wasser bezieht« (vgl. auch _v. Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 406). Übrigens -läßt _Fischer_ (a. a. O.) es noch dahingestellt sein, ob _pflotsche[n]_ -(das auch für »im Wasser waten« vorkommt) nicht »ein Wort für sich« sein -könnte.] - -Fischbein, _Bogeia_[719] [64.159] - -Fischbeinschirm, _Bogeilepflotschert_[720] - -[Fußnote 717: ([266] auf S. 64.159) _Matsche_ kommt (gleich _Flössling_) -ebenfalls in der spezielleren Bedeutg. »Karpfen« vor. _Zus._ damit: -_Matschebutterei_ = Fischessen; _Ableitungen_ davon: _matschen_ = -fischen u. (_davon_ wieder) _Matscher_ = Fischer. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Matsche_ = Fische, in -U. [214] auch d. sing. _Mătsch_ = Fisch); nur vereinzelt auch im -Rotw. bekannt (s. z. B. _Pfister_ 1812 [302: _Matsche_ = Fisch]; _v. -Grolman_ 46 [ebenso] u. T.-G. 93 [hier: _Matscho_ als sing.]; _Karmayer_ -G.-D. 209 [wie _v. Grolm._]). Zur _Etymologie_: (aus der _Zigeunerspr._ -[vgl. »Einleitung«, S. 30]) s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IX, Sp. 1525 -(unter »Matsch«) vbd. mit _Pott_ II, S. 437 (unter »Maczo«), _Liebich_, -S. 145 u. 197 (_mādscho_ od. _mādschin_), _Miklosich_, Beitr. III, -S. 14 (bei d. _deutsch._ Zigeun.: _mādšo_ od. _-šin_) u. -Denkschriften, Bd. 27, S. 8 (unter »mačo«: bei den _deutsch._ -Zigeun.: _māčo_ [mādscho]), _Jühling_, S. 224 [_Matscho_, plur. --e) u. _Finck_, S. 73 (_mātšo_). Nach _Miklosich_ (a. a. O.) läßt -sich die Vokabel bis ins Altindische (_matsja_) zurückverfolgen.] - -[Fußnote 718: ([267] auf S. 64.159) Auch _Schwimmerling_ kommt (gleich -_Flössling_ u. _Matsche_) noch spezieller für »Karpfen« vor. Für andere -Fischarten erscheint es in der _Verbindg._ _dofer Schwimmerling_ (d. h. -etwa »schöner Fisch«) = Forelle sowie in der _Zus._ _Fuchsschwimmerling_ -= Goldfisch u. _Spronkertschwimmerling_ = Hering (vgl. die Synon. -_Spronkertflössling_ u. _-flotscher_). An den _Anfang_ gestellt ist -dieses Wort in der _Zus._ _Schwimmerlingbikerei_ = Fischessen u. -_Schwimmerlingsflederling_ = Fischreiher (d. h. eigtl. nur -»Fischvogel«). In dem _verw. Quellenkr._ ist die Vokabel (die natürlich -zu »schwimmen« gehört) nicht bekannt, im _sonst. Rotw._ vereinzelt -anzutreffen, während die _Kundenspr._ ein kürzeres _Schwimmling_ = -Hering kennt. S. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 314 u. Anm. 1.] - -[Fußnote 719: ([268] auf S. 64.159) Dieses Wort (mit dem die _Zus._ -_Bogeiepflotschert_ = Fischbeinschirm [s. oben Anm. 716] gebildet ist) -hat auch die _schwäb. Händlerspr._ 480 (_Bogeie_ = Fischbein), während -es sonst m. Wiss. nirgends bekannt ist. Seiner _Etymologie_ nach stammt -es wohl aus der _Zigeunersprache_ her (vgl. »Einleitung«, S. 29), in der -es allerdings statt mit B mit G anlautet u. zugleich eine allgemeinere -Bedeutg. zu haben scheint. S. bes. _Jühling_, S. 222 (wo _Gogcia_ = -»Beiner[?]« u. als Sing. _Gogalo_ [= Bein] angeführt ist, das auch in -anderen Sammlungen vorkommt [s. _Liebich_, S. 137, 182 u. 215 -(_gogālo_ od. _kokālo_ = Bein od. Knochen); _Miklosich_, -Denkschriften, Bd. 26, S. 243 (unter »kokalo«: bei den _deutsch._ -Zigeun.: _gogālo_); _Finck_, S. 65 (_kókalo_ = »Knochen, Bein, -Knöchel«)] und [nach _Mikl._, a. a. O ] mit dem neugriech. [Griechisch: -kokalon] zusammenhängt).] - -fischen, _matschen_[721] [64.160] - -Fischer, _Matscher_ - -Fischessen, _Flösslingachilerei_[722] od. _-bikus_[723], -_Flotscherkahlerei_, _Matschebutterei_ od. _Schwimmerlingbikerei_[724] - -Fischreiher, _Schwimmerlingsflederling_[725] - -Flamme, _Funk_[726] - -Flasche, _Glansert_[727] - -flehen, _derchen_[728] - -Fleisch, _Bossert_, _Mas(s)_[729] - -Fleischbüchse, _Bossertschottel_[730] - -Fleischer, _Kafler_[731] - -[Fußnote 720: ([269] auf S. 64.160) S. Fischbein u. Fisch (oben. S. 158, -Anm. 716).] - -[Fußnote 721: ([270] auf S. 64.160) S. Fisch (oben S. 159, Anm. 717).] - -[Fußnote 722: ([271] auf S. 64.160) S. Fisch u. essen.] - -[Fußnote 723: ([272] auf S. 64.160) S. (betr. _Bikus_) Abendessen.] - -[Fußnote 724: ([273] auf S. 64.160) S. (zu allen drei Ausdr.) Fisch und -Abendessen.] - -[Fußnote 725: ([274] auf S. 64.160) S. (betr. _Flederling_) Adler.] - -[Fußnote 726: ([275] auf S. 64.160) S. abbrennen.] - -[Fußnote 727: ([276] auf S. 64.160) S. Bierglas.] - -[Fußnote 728: ([277] auf S. 64.160) S. abbetteln.] - -[Fußnote 729: ([278] auf S. 64.160) S. Aas.] - -[Fußnote 730: ([279] auf S. 64.160) (betr. _Schottel_) Aschenbecher.] - -[Fußnote 731: ([280] auf S. 64.160) Mit _Kafler_ = Fleischer (Metzger, -Schlächter) finden sich folgende _Zusammensetzgn._: a) _am Anfang_: -_Kaflerkitt_ = Metzgerhaus (u. dazu die weitere _Verbdg._ _grandich -Kaflerskitt_ = Schlachthaus); b) _am Ende_: _Kibekafler_ = Hundemetzger, -_Stupfelkafler_ = Igelmetzger, _Horboge-_ od. _Bogakafler_ = Kuh- -(ersteres auch Rindvieh-) Metzger, _Trabert-_, _Hornikel-_, -_Groenikelkafler_ = Pferde-, Ochsen-, Schweinemetzger. _Ableitungen_ von -_Kafler_ sind das Zeitw. _kaflere_ = schlachten (s. dazu die _Zus._ -_niederkaflere_ = niedermetzeln) u. das Subst. _Kaflerei_ = Metzgerei -(s. dazu die _Zus._ _Kaflereischnall_ = »Metzelsuppe«). _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 98 (_Kafler_ = -Schinder); _Pfullend. J.-W.-B._ 338, 340, 341, 344 (_Kaffler_ = -Abdecker, Metzger, _Kafler_ = Henker, Schinder, _Kaflerei_ = Schinderei, -_kaflen_ = schlachten); _Schwäb. Händlerspr._ 480, 484, 485 (_Kfler_ = -Metzger, Schinder [in U. (213) = Gendarm], _kfelen_ = schlachten, -_Kfel_ = Fleisch von verrecktem Vieh). _Etymologie_: Der Ausdruck, der -im Rotwelsch (wie auch schon aus den angeführten Belegen des verw. -Quellenkreises ersichtlich ist) ursprünglich die engere Bedeutung von -»Abdecker« oder »Schinder« (dann auch wohl von »Henker«) gehabt hat, ist -offenbar nur eine Weiterbildung des gleichbed. älteren _Caviller_ od. -_Kafiller_ u. ä., über dessen Ursprung die Ansichten zwar noch nicht -ganz einig sind, auf das aber jedenfalls — selbst wenn man es zunächst -vom _Hebräischen_ (syr. _kephál_ = »abdecken, ziehen«) herleiten will — -doch _auch_ das md., früher auch hochd. _fillen_ (mhd. _villen_) = »das -Fell abziehen« Einfluß geübt haben wird. So jetzt auch _Seiler_, -Lehnwort IV, S. 490; vgl. Näheres noch in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 36 -ff. (unter »Caviller«; s. hier insbs. auch S. 38, lit. e u. f betr. die -notw. Belege für _Kaf[f]ler_ u. _Caffler_). _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, -Sp. 146 (unter »Kafler«) gibt keine bestimmte Erklärung.] - -Fleischhafen, _Bossertnolle_[732] [64.161] - -fleißig, _scheneglich_[733] - -flicken, _pflanzen_ (Spr.)[734] - -fliehen, _bosten_[735] od. _schiebes bosten_[736], _naschen_ (geflohen, -_genascht_)[737] od. _tschanen_[738] - -[Fußnote 732: ([281] auf S. 64.161) _Nolle_ ist eine beliebte -Bezeichnung für ein »Gefäß« verschiedener Art, insbs. Topf (Hafen, -Tiegel), auch Kessel u. Napf (in Zus.), ferner Kanne, Krug (Humpen, -Pokal, Schoppen), namentl. auch in _Zusammensetzgn._ Als solche sind zu -nennen: a) mit N. am _Anfang_: _Nollepfanzer_ = Hafner (Töpfer), -Kesselflicker; b) mit N. _am Ende_ (außer _Bossertnolle_ noch): -_Süslengnolle_ = Kaffeekanne, _Duftnolle_ (d. h. eigtl. »Kirchenpokal«) -= Kelch, _Gleisnolle_ = Milchtopf (-napf), auch Melkfaß (s. d. betr. -Übereinstimmg. m. d. Zigeun.), _Fu(h)lnolle_ od. _Schmelznolle_ = -Nachthafen, _Flösselnolle_ = Nachttopf (Urintopf), _Spronkertnolle_ = -Salznapf, _Schwächnolle_ = Trinkgeschirr, _Fläderlingsnolle_ = -Vogelnapf, _Flu(h)tenolle_ = Wasserkrug, _Johlenolle_ = Weinkrug. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93, 100 -(_Nolle_ = Hafen, Topf); _W.-B. des Konst. Hans_ 255 (_Nolle_ = -Kochhafen); _Pfulld. J.-W.-B._ 341 (_Servnolle_ = Kessel [Brennkessel]); -_Schwäb. Händlerspr._ 486, 487 (_Nolle_ = Schüssel, Topf, in _Lütz._ -[214]: _Fülnolle_ = Nachttopf). Zur (_nicht_ sicheren) _Etymologie_ s. -etwa A.-L. 579 vbd. mit _v. Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 409 (_Noll_ -[G'noll, Knoll] = »rundlicher, harter Körper«), _Fischer_, Schwäb. W.-B. -IV, Sp. 2055 (unter »Nolle« Nr. 2) u. _Grimm_, D. W.-B. VII, Sp. 879 -vbd. m. VI, Sp. 1144; vgl. auch _Keiper_ in d. Z. f. hochd. Mundarten, -Bd. II (1901), S. 53 ff.] - -[Fußnote 733: ([282] auf S. 64.161) S. abschaffen.] - -[Fußnote 734: ([283] auf S. 64.161) S. anbrennen.] - -[Fußnote 735: ([284] auf S. 64.161) S. abgehen.] - -[Fußnote 736: ([285] auf S. 64.161) S. davongehen.] - -[Fußnote 737: ([286] auf S. 64.161) Das Zeitw. _naschen_ (= fliehen, -auch wohl gehen, kommen) findet sich in dem _verw. Quellenkr._ m. -Wissens nur im _Pfulld. J.-W.-B._ (342) für »laufen« (vgl. auch 341: -_naschirlen_ = kommen) sowie (337, 339, 340, 343, 345) in einer ganzen -Reihe von _Zusammensetzgn._ (nämlich: _ausnaschen_ = ausgehen, -_durchnaschen_ = durchlaufen, _innerkinnignaschen_ = einsteigen, -_vernaschen_ = entfliehen, _hinternaschen_ = hintergehen, -_schibisnaschen_ = scheiden, _beduchtnaschen_ = schleichen, -_hordignaschen_ od. _guantnaschen_ = springen). Für sich allein kommt es -hier u. da noch im sonst. Rotw. (des 19. Jahrh.) vor (s. z. B. _Pfister -bei Christensen_ 1814 [= gehen]; _v. Grolman_ 50 u. T.-G. 96 [ebenso]; -_Karmayer_ 116 [desgl., doch hier _auch_ andere Bedeutgn.]). Zur -_Etymologie_ (aus der _Zigeunerspr._ (vgl. »Einleitung«, S. 30]) s. -A.-L. IV, S. 245 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1959 vbd. mit -_Pott_ II, S. 324 (unter »Naszavav«), _Liebich_, S. 149, 197, 218 -(_naschāwa_ = ich laufe [fließe], fliehe), _Miklosich_, Beitr. III, -S. 16 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 21 (unter »naš«: bei den -_deutsch._ Zigeun.: _našav̄a_ = laufen, fließen), _Jühling_, S. -224 (_nascha_ = fliehen) u. _Finck_, S. 75 (Stamm: _naš-_, -_nāšs-_, _našew-_ u. ä. = »laufen, gehen, fließen, schwärmen, -jagen«).] - -flink, _dof_[739], _g'want_[740] [64.162] - -Flinte, _Klass_[741], _Schnelle(r)_[742] - -Flöhe, _Hasa_[743] - -fluchen, _stämpfen_[744] - -Flurschütz (Feldschütz), _Grünleng_[745] - -Fluß, _Flu(h)te_[746] - -Flut, " - -Fohlen s. Füllen - -folgen, _boste_[734], _pfichen_[734] - -folgsam, _dof_[739] - -fordern, _dalfen_, _derchen_[747] - -Forelle, _dofer Schwimmerling_ (d. h. etwa »schöner [guter] Fisch«)[748] - -[Fußnote 738: ([287] auf S. 64.162) Zu dem Zeitw. _tschanen_ = fliehen -(auch wohl gehen, kommen) ist _zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_tschanen_ = herumziehen) u. _Schwäb. -Händlerspr._ (in _Lütz._ (214]: _tschāne[n]_ = gehen). Seiner -_Etymologie_ nach stammt der Ausdr. gleichfalls (wie d. Syn. _naschen_) -aus der _Zigeunerspr._ (vgl. »Einleitung«, S. 31). S. Näh. bei -_Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 431 vbd. mit _Pott_ II, S. 212/13 -(unter »Dscha«), _Liebich_, S. 133 u. 201 (_dschāwa_ = ich gehe), -_Miklosich_, Denkschriften, Bd. 26, S. 206/7 (unter »dža«: bei den -_deutsch._ Zigeun.: _džava_ = ich gehe), _Jühling_, S. 227 (_tschah_ -= geh!) a. _Finck_, S. 56 (Stamm: _dša-_ = gehen; vgl. -_dšā́ben_ = »Gang, Tritt«).] - -[Fußnote 739: ([288] auf S. 64.162) S. angenehm.] - -[Fußnote 740: ([289] auf S. 64.162) S. anmutig.] - -[Fußnote 741: ([290] auf S. 64.162) S. Büchse.] - -[Fußnote 742: ([291] auf S. 64.162) S. abschießen.] - -[Fußnote 743: ([292] auf S. 64.162) Die gleiche Bezeichnung (nur im -Sing.) kennt auch die _schwäb. Händlerspr._ 481 (_Hase_ = Floh). Es -handelt sich hier jedenfalls um eine der auch im Rotwelsch beliebten -metaphorischen Verwendungen einer Tiergattung für eine _andere_ (vgl. -dazu _Günther_, Rotwelsch. S. 70, 71), wobei offenbar das schnelle -Laufen bezw. Springen (Hüpfen) der beiden Tiere das tertium -comparationis gewesen ist. Vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. -1206 (zu »Hase«, Nr. 3).] - -[Fußnote 744: ([293] auf S. 64.162) S. Ärger.] - -[Fußnote 745: ([294] auf S. 64.162) Zu _Grünleng_ = Jäger, Flur-od. -Feldschütz vgl. (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 341 -(_Grün¶d¶ing_ = Jäger, das nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 882 -vielleicht nur ein Schreibfehler für _Grünling_ ist; vgl. auch _Groß'_ -Archiv, Bd. 56, S. 184) u. _Schwäb. Händlerspr._ 488 (_Grünling_ -[_Groêling_] = Waldhüter [in _Lütz._ (215) = Jäger, während der -Waldhüter dort _Grü(n)lingsbutz_ heißt]); s. auch noch _Regensburg. -Rotw._ 489 (_Grünling_ = Jäger, Förster). Zur _Etymologie_ s. Näh. in -_Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 22. Über andere Bedeutgn. von _Grünling_ im -Rotw. s. _Günther_, Rotwelsch, S. 62. Über das ähnliche _Grünwedel_ s. -unter »Förster«.] - -[Fußnote 746: ([295] auf S. 64.162) S. abbrühen.] - -[Fußnote 747: ([296] auf S. 64.162) S. abbetteln.] - -[Fußnote 748: ([297] auf S. 64.162) S. angenehm u. Fisch. Über die -_abweichenden_ Bezeichnungen in d. _Zigeunerspr._ s. Näh. unter -»Hering«.] - -forschen, _ausbutschen_[749], _auslinzen_[750] [64.163] - -Förster, _grandicher Grünwedel_, d. h. »der größere Forstmann«)[751] - -Forstmann, Forstwart, _Grünwedel_ - -fortbringen, _fortbugla_[752] - -fortfahren, _abruadla_[753] - -fortgehen, _schiebes bosten_, — _pfichen_ od. — _schef(f)ten_[754] - -fortschleichen s. fortgehen - -forttragen s. fortbringen - -fragen, _butschen_[749], _lenzen_[750] - -Frau, _Goi_[755], _Mogel_[756], _Mos(s)_[757], _Romane_[758] - -[Fußnote 749: ([298] auf S. 64.163) S. anfragen.] - -[Fußnote 750: ([299] auf S. 64.163) S. anschauen.] - -[Fußnote 751: ([300] auf S. 64.163) S. über die Rangsteigerung -_Grünwedel_ = Forstmann (-wart), _grandich¶er¶ Gr._ = Förster, -_grand¶ich¶ Gr._ = Oberförster schon oben unter »Bischof«. _Zwei_ -ähnliche Abstufungen kennen (nach _Liebich_, S. 198) auch die Zigeun., -nämlich: _wēschéskero_ = Forstmann, Förster u. _barĭdīr w._ (d. -h. »der größere [höhere] Forstmann«) = Forstmeister. Dagegen fehlt eine -dem Jenischen entsprechende Bezeichng. für den Oberförster (vgl. Bd. 63, -S. 391, Anm. 418 [zu »Bischof«]). Für die Bezeichg. _Grünwedel_ _vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94 (_Grünwedel_ = -Jäger); _Pfulld. J.-W.-B._ 341 (ebenso); in der _Schwäb. Gaun.-, Kunden- -u. Händlerspr._ _nicht_ bekannt, obwohl dort mancherlei _ähnliche_ -Ausdrücke vorkommen (wie z. B. _Grünstäudle_ = Jäger [so: _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 71 und _Schwäb. Händlerspr._ 82], _Grünstaudler_ = -Feldhüter, _Grünstäudel_, _-staud_ od. _-stäudling_, _Grünsteiger_, -_-rattler_ u. a. m. = Waldhüter [s. _Schwäb. Händlerspr._ 480 u. 488]). -Über weitere Belege (für _Grünwedel_) aus dem Rotw. sowie die -_Etymologie_ des Wortes s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 55, S. 179, Anm. -2.] - -[Fußnote 752: ([301] auf S. 64.163) S. abtragen.] - -[Fußnote 753: ([302] auf S. 64.163) S. abfahren.] - -[Fußnote 754: ([303] auf S. 64.163) S. davongehen; vgl. (betr. _bosten_ -u. _pfichen_) abgehen u. (betr. _schef[f]ten_) unter »daher« a. E.] - -[Fußnote 755: ([304] auf S. 64.163) S. böse Frau.] - -[Fußnote 756: ([305] auf S. 64.163) Zu _Mogel_ od. _Mokel_ = Frau -(Frauensperson, Frauenzimmer), Weib _vgl._ _Schwäb. Händlerspr._ 481, -484 (_Mockel_ = Frau, _Mokel_ = Mutter). Die _Etymologie_ bleibt -unsicher. Herangezogen könnte etwa werden bes. schwäb. _Mockel_, u. a. = -»plumpes _Weibsbild_«, _Mockele(in)_ = »rundliches Kind, _Mädchen_« -(aber _beides auch_ für Rindvieh, bes. _Kuh_ od. _Kalb_ gebraucht) nach -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1722. Nr. 4 u. Nr. 8, b u. c; vgl. bei -_Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1566 (_Mockel_ [auch] = »weibliche -Geschlechtsteile«). Über ein seltenes rotw. _Muck_ (od. _Mück_) = Frau -s. _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S. 347. Anm. 1.] - -[Fußnote 757: ([306] auf S. 64.163) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 758: ([307] auf S. 64.163) Zu _Romane_ = Frau vgl. (aus d. -_verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 69, 72 (_Rumie_ = -Frau, femin. zu _Romno_ = Mann u. _Schwäb. Händlerspr._ (in U. [214]: -_Romli_ = Mädchen [vgl. _Rom_ = Mann]). Auch im sonstig. (neueren) Rotw. -ist das Wort (dial. entstellt) hier und da anzutreffen (s. z. B. -_Pfister_ bei _Christensen_ 1814 [_Rumini_ = Frau]; _v. Grolman_ 57 -[ebenso]; _Karmayer_ G.-D. 215 [verdr.: _Runinni_]). _Etymologie_: Die -Vokabel stammt aus der _Zigeunersprache_ (vgl. »Einleitung«, S. 30) u. -bildet das fem. (_romni_ u. ä.) zu _rom_ = Mann, Ehemann, Zigeuner, -(vgl. _rōmano_ [romeno] = zigeunerisch). S. Näh. bei A.-L. 589 (unter -»Rammenin«) vbd. mit _Pott_ I, S. 35, 42 u. II, S. 259, 275 u. 528, -_Liebich_ S. 156 u. 191, 198, 262 (_romni_ = Frau, Ehefrau, Zigeunerin), -_Miklosich_, Beitr. III, S. 18 u. 23 u. Beitr., Bd. 27, S. 56, 57 (unter -»rom«: bei den _deutsch._ Zig. _romni_ = Frau [Eheweib], Zigeunerin), -_Jühling_, S. 227 (unter »Tschai«: _Romni_ = Frau).] - -Frau, fahrende, _jenische Mos(s)_ od. — _Model_[759] [64.164] - -Frau, junge, _Mössle_ (das jedoch _auch_ »kleines Mädchen« u. »alte -Frau« bedeutet)[760] - -Frauenkleid, _Mos(s)klufterei_[761] - -Frauenrock, _Mos(s)malfes_[762] - -Frauenschürze, _Mos(s)fürflamme_[763] - -[Fußnote 759: ([308] auf S. 64.164) S. Bachstelze, Bauernfrau u. -Beischläferin.] - -[Fußnote 760: ([309] auf S. 64.164) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 761: ([310] auf S. 64.164) S. (betr. _Klufterei_) ankleiden.] - -[Fußnote 762: ([311] auf S. 64.164) _Malfes_ (neuere Form für das ältere -_Mahlbosch_ [vgl. »Einleitung«, S. 27]) = Rock (Jacke, Kittel, Kutte, -Überrock) ist verwendet in folgenden _Zusammensetzgn._: a) _am Anfang_: -_Malfesrande_ = Rocktasche; b) _am Ende_: (außer _Mos[s]malfes_ noch): -_Gadscho-_ od. _Kaffermalfes_ = Männerrock, _Plauderermalfes_ = -Lehrerrock, _Gallach-_ od. _Kolbemalfes_ = Priesterrock. Eine -_Verbindg._ damit ist _unterkünftiger Malfes_ = Unterrock. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94, 98 (_Malebosch_ -od. _Malus_ = Rock, _ein ganzer M._ = Rock und Kamisol, _ein halber M._ -= Kamisol); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Malves_ = Kamisol, _Mahlbosch_ -= Rock); _Schöll_ 271 (Formen: _Malves_ u. _Malbosch_, Bedeutgn.: wie im -_W.-B. des Konst. Hans_); _Pfulld. J.-W.-B._ 338, 341, 343, 344: -_Malves_ od. _Malboschum_ = Kittel, _Malfes_ od. _Maleboschen_ = Rock, -_Ruchemalfes_ [od. _Mahlboschen_] = Bauernkittel, _Schlaumalfes_ = -Schlafrock); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 77 (_Malfes_ = Weste, -dagegen _Walmusch_ [sic] = Rock, aber wieder _Dormmalfes_ = Schlafrock); -_Schwäb. Händlerspr._ 485 (_Malfes_ u. _Walmusch_ = Rock, dazu [in -_Pfedelb._ (212)]: _Dormmalfes_ = Schlafrock); s. auch noch _Pfälzer -Händlerspr._ 438, 439 (_Malebīsch_ = Anzug, _Walmüsch_ = Rock) u. -_Metzer Jenisch_ 216 (_Malbosche_ = Kleider). Über weitere, in der Form -sehr verschiedene Belege aus dem Rotw., der Kundenspr. usw. sowie über -die _Etymologie_ (vom. hebr. _mlbûsch_ = »Kleider«) s. ausführl. -_Groß'_ Archiv, Bd. 49, S. 348 u. Anm. 2 u. S. 349 vbd. m. _Schütze_ S. -98 (unter »Walmusch«); vgl. _Weber-Günther_, S. 167 u. _Fischer_, -Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1418.] - -[Fußnote 763: ([312] auf S. 64.164) Zu _Fürflamme_ = Schürze vgl. (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 (_Vorflam_ = Schürz); -_Pfulld. J.-W.-B._ 344 (_Flamme_ = Schürze). Auch in d. _sonst._ rotw. -Quellen ist das Wort teils in der kürzern Form _Flamme_ (od. Flammert), -teils in der längeren _Vorflamme(rt)_ od. _Fürflamme(rt)_ u. ä. mehrfach -anzutreffen. S. z. B. schon _Hildburgh. W.-B._ 1753 ff. (227: _Flamme_); -ferner _Krünitz' Encyklopädie_ 1820 (353: _Vorflamme_); _v. Grolman_ 21, -22 u. T.-G. 120 (_Fürflamm[e]_, _Für-_ od. _Vorflammert_ od. _Flamme_, -_Flammert_); _Karmayer_ 52 (_Fürflamm_ [masc. gen.]) Die _Etymologie_ -ist zwar nicht ganz sicher, doch ist wohl an den hellen Schein einer -weithin leuchtenden (gleichsam »flammenden«) _weißen_ Schürze zu denken; -vgl. A.-L. 540 (unter »Flamme« [wo auch die Nebenbedeutgn. von -_Flamme(rt)_ — wie z. B. Hals- od. Schnupftuch — angegeben sind]); s. -auch noch _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 302 u. Anm. 2. — _Fischer_, -Schwäb. W.-B. II, Sp. 1538 (unter »Flamme«) hat keine Erklärung -hinzugefügt.] - -Frauensperson (Frauenzimmer), _Goi_[764], _Model_[765], _Mogel_[766], [64.165] -_Mos(s)_[767]; vgl. Frau - -Frauenstube, _Mos(s)schrende_[768] - -Fräulein, _Sinsemodel_[769] - -frech, _lenk_, _schofel_[770] - -Freien, im — übernachten s. übernachten - -Fremder (d. h. ein Herr, Bursche, Mann, aber kein Bauer), _Freier_[771] - -[Fußnote 764: ([313] auf S. 64.165) S. böse Frau.] - -[Fußnote 765: ([314] auf S. 64.165) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 766: ([315] auf S. 64.165) S. Frau.] - -[Fußnote 767: ([316] auf S. 64.165) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 768: ([317] auf S. 64.165) Mit _Schrende_ = Stube (Gemach, -Zimmer) sind gebildet die _Verbdgn._ _grandiche Schrende_ = Saal) (s. d. -betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.) sowie folgende _Zusammensetzgn._: a) -_am Anfang_: _Schrendepflanzer_ = Zimmermann; b) _am Ende_ (außer -_Mos[s]schrende_ noch) _Sinseschrende_ = Herrenzimmer, _Leileschrende_ -(eigtl. »Nachtstube«) = Wachtstube. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 100 (_Schrende_ = Stube); -_übereinstimmend_ (in Form _und_ Bedeutg.) auch: _W.-B. des Konst. Hans_ -254, _Schöll_ 271 u. _Pfulld. J.-W.-B._ 345; dagegen in der _schwäb. -Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [213]): _Schrenze_ = Stube. Über weitere -Belege im Rotwelsch sowie _Etymologie_ des Wortes (das ohne Zweifel -_deutsch._ Ursprungs ist) s. das Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 54, S. 165, -Anm. 2 u. dazu etwa auch noch _v. Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 478 (unter -»Schrand«).] - -[Fußnote 769: ([318] auf S. 64.165) S. Amtmann u. Beischläferin.] - -[Fußnote 770: ([319] auf S. 64.165) S. arg.] - -[Fußnote 771: ([320] auf S. 64.165) Zu _Freier_ = Fremder (auch Herr, -Jüngling) s. das Dimin. _Freierle_ = Junge, Knabe, auch Sohn, die -_Verbindungen_ _dofer Freier_ = Junker u. _schofler Freier_ = Heuchler -od. auch »Hurenkerl« sowie die _Zus._ _Fehtefreier_ = Quartierbursche -(vgl. »Vorbemerkg.«, S. 12, Anm. 29). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91 (_Freier_ = »ein gewachsener -Bub«); _Schwäb. Händlerspr._ 480 (_Freier_ = Mann). Über sonstige Belege -im Rotw. sowie die _Etymologie_ s. _Groß'_ Archiv, Bd. 49, S. 350 ff. -Daß _Freier_ in _Wittichs_ Jenisch niemals für einen Bauer verwendet -werden soll, ist insofern bes. zu beachten, als die ursprünglichste -Bedeutg. im _Rotwelsch_ gerade »Bauer« gewesen sein dürfte (s. u. a. -schon _W.-B. v. St. Georgen_ 1750 [350]).] - -Freudenmädchen, _Lubne_, _Schoflemodel_[772] [64.166] - -Freund, _Benges_ od. _Benk_[773]; _Fi(e)sel_[774] - -freundlich, _dof_[775] - -friedfertig, " - -Friedhof s. Gottesacker - -frieren, mich friert's, _mich bibert's_[776] - -frisch, _dof_ (Spr.)[775] - -fromm, " - -fromme Leute, _Blibelulma_[777] - -Frost, _Bib(e)risch_ (subst. Adj.)[778] - -frostig, _bib(e)risch_[776] - -Frucht, _Gib_[779], _Kupfer_[780] - -[Fußnote 772: ([321] auf S. 64.166) S. (zu beiden Ausdr.) -Beischläferin.] - -[Fußnote 773: ([322] auf S. 64.166) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 774: ([323] auf S. 64.166) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 775: ([324] auf S. 64.166) S. angenehm.] - -[Fußnote 776: ([325] auf S. 64.166) S. eisig.] - -[Fußnote 777: ([326] auf S. 64.166) S. anbeten u. arme Leute.] - -[Fußnote 778: ([327] auf S. 64.166) Vgl. »Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 38.] - -[Fußnote 779: ([328] auf S. 64.166) _Gib_ (= Frucht, bedeutet bes. auch -Getreide sowie — noch spezieller — Weizen und wohl auch Gerste (wie -aus der _Verbdg._ _g'funktes Gib_ [»gebranntes Getreide« (Gerste)] = -Malz [s. d. betr. d. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.; vgl, auch schon -»Vorbemerkg.«, S. 17] zu schließen sein dürfte). _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 339-341 (_Gi[e]b_ = Frucht, -Korn, Hafer, für letzteres auch: _Spitzgib_); _Schwäb. Händlerspr._ 481 -(_Gîp_ = Getreide), im sonst. Rotw. ziemlich selten. _Etymologie_: Das -Wort stammt aus der _Zigeunerspr._ (vgl. »Einleitung«, S. 30) u. in -letzter Linie aus dem Altind. S. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 647 -(unter »Gip«) vbd. m. _Pott_ II, S. 67 (unter »Gieb«), _Liebich_, S. 136 -u. 203, 216 (_gīb_ = Getreide, Korn), _Miklosich_, Beitr. III, S. 21 -u. Denkschriften, Bd. 26, S. 214 (unter »_giv_«: bei d. _deutsch._ -Zigeun.: _gīb_ = Getreide, Korn), _Jühling_ 222 (_Gib_ = Frucht, -Feld) u. _Finck_, S. 59 (_giw_ = »Getreide [Korn, Weizen, Gerste, -Roggen«]).] - -[Fußnote 780: ([329] auf S. 64.166) Auch _Kupfer_ = Frucht, dann -Getreide (Korn), auch Futter kommt (gleich _Gib_) noch spezieller für -einzelne Getreide_arten_ vor, nämlich für Hafer, Roggen, Weizen, und -endlich noch für Gras, Heu (Grummet), Klee und Häcksel (Häckerling). -Auch sind damit (im Gegens. zu _Gib_) verschiedene _Zusammensetzgn._ -gebildet worden, nämlich a) am _Anfang_: _Kupfertrapert_ = Heupferd, -_Kupferflederling_ (eigtl. »Heuvogel«) = Heuschrecke, _Kupfersore_ -(eigtl. etwa »Gras- od. Heuding«) = Sense (s. d. betr. Analogie in d. -Zigeunerspr.), _Kupferstöber_ (eigtl. »Grasbaum«) = Weidenbaum; b) _am -Ende_: _Flu(h)tekupfer_ = Meergras, Schilf. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_Kupfer_ = Heu); _Schöll_ 271 -(ebenso); _Pfulld. J.-W.-B._ 340 (desgl.); _Schwäb. Händlerspr._ 481, -482 (_Kupfer_ = Futter [für Vieh], Heu). Auch im sonstigen Rotw. kommt -die Vokabel (für »Heu«) wohl (seit d. 18. Jahrh.) vor (s. z. B. schon -_Hildburgh. W.-B._ 1753 ff. [271: _Kuffert_ (sic) = Heu] u. dann [i. d. -Form _Kupfer_] öfter; merkwürdig die Umkehrung _Heu_ [als _rotw._ Vok.] -= Kupfer im _W.-B. von St. Georgen_ 1750 [217], die aber vielleicht bloß -auf einem Irrtum beruht). Die _Etymologie_ ist ungewiß, auch von -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 854 nicht erläutert worden; es bleibt -daher fraglich, ob wirklich eine Gleichsetzung mit unserem deutsch. -(Lehn-)Worte »Kupfer« — als Metallbezeichnung — (vgl. _Günther_, -Rotwelsch, S. 66) anzunehmen ist.] - -Frühstück, _Achilerei_[781], _Bikerei_ od. _Bikus_, _Kahlerei_[782] [64.167] - -Fuhrmann, _Rädlingskaffer_ (d. h. »Fuhrwerksmann«)[783] - -Füllen (Fohlen), _Trabertle_ (d. h. »Pferdchen«)[784] - -Füllenstall, _Trabertstenkertle_[785] - -Furcht, _Bauser_[786] - -fürchten, _bausen_[786] - -furchtlos, _nobis bauserich_ (d. h. »nicht furchtsam«)[787] - -furchtsam, _bauserich_[786] - -Fürst, _grandicher Sins_ (d. h. »großer Herr«)[788] - -Furz, _Bremser_[789] - -[Fußnote 781: ([330] auf S. 64.167) S. essen.] - -[Fußnote 782: ([331] auf S. 64.167) S. (zu allen drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 783: ([332] auf S. 64.167) S. Eisenbahnwagen u. Bauer.] - -[Fußnote 784: ([333] auf S. 64.167) _Trabertle_ ist Dimin. zu _Trabert_ -od. _Trapert_ = Pferd (Roß, auch [mehr verächtl.] Gaul, Klepper, Mähre -sowie spezieller: Hengst, Rappe u. Schimmel), es wird also zunächst ohne -Rücksicht auf das Geschlecht oder sonstige Beschaffenheit (z. B. die -Farbe) des Tieres gebraucht, jedoch findet sich für »Hengst« noch -spezieller auch _Trabertkaffer_ (d. h. eigtl. »Pferdemann«, männliches -Pferd), wozu dann als Gegenstück _Trabertmos(s)_ (eigtl. »Pferdefrau«) = -Stute erscheint (vgl. dazu schon oben in d. Anm. zu »Bauer« u. -»Bauernfrau« sowie weiter unten unter »Hengst«). Weitere -_Zusammensetzgn._ mit _Tr._ sind noch: a) am _Anfang_: _Trapertstritt_ = -Gaul- od. Pferdefuß, _Traperttrittleng_ = Huf (eigtl. wohl auch -»Pferdefuß«), _Trabertbossert_ od. _-mass_ = Pferdefleisch, -_Trabertstrauberts_ = Pferdehaare, _Trabertkemerer_ = Pferdehändler, -_Trabertschenegler_ = Pferdeknecht, _Trabertstenkert_ = Pferdestall (u. -dazu das Dimin. _Trabertstenkertle_, wofür logischer _Trabertlestenkert_ -zu erwarten [s. schon oben unter »Entenstall«]) u. _Trabertschwäche_ = -Pferdetränke (wogegen _Trabertschwächerle_ »Pferdeeuter« bedeutet [vgl. -oben unter »Amme«]); b) _am Ende_: _Kupfertrapert_ = Heupferd (vgl. oben -S. 166, Anm. 780). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 97 (_Trappert_ = Pferd); _Pfulld. J.-W.-B._ 343 (_Trappen_); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 73 (_Trappert_ u. _Trapperle_ = Pferd); -_Schwäb. Händlerspr._ 485 (_Trappert_ [Treppert, Treppling] u. -_Traber_); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 (_Trappert_). Über weitere rotw. -Belege (seit d. 17. Jahrh.) sowie die _Etymologie_ (zu »traben« bzw. -»trappeln« usw.) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 27 u. Anm. 1 (zu -»Trappert-Leininger«).] - -[Fußnote 785: ([334] auf S. 64.167) S. Entenstall; vgl. auch die vorige -Anm.] - -[Fußnote 786: ([335] auf S. 64.167) S. Angst.] - -[Fußnote 787: ([336] auf S. 64.167) S. (betr. _nobis_) Dietrich.] - -[Fußnote 788: ([337] auf S. 64.167) S. Adler u. Amtmann; vgl. Bischof.] - -[Fußnote 789: ([338] auf S. 64.167) S. auslassen.] - -furzen, _bremsere_[789], _Bremser schmusen_[790] [64.168] - -Fuß, _Tritt_[791], _Trittleng_[792]; vgl. auch Schuh, Stiefel - -Fußlappen, _Trittlengstreifleng_[793]; vgl. Socken - -Fußsohle, _unterkünftiger Tritt_ (d. h. »der untere Fuß«)[794] - -Fußstapfe, Fußtritt, _Tritt_[791] - -[Fußnote 790: ([339] auf S. 64.168) S. (betr. _schmusen_) ansagen.] - -[Fußnote 791: ([340] auf S. 64.168) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 792: ([341] auf S. 64.168) S. Ferse.] - -[Fußnote 793: ([342] auf S. 64.168) _Streifleng_ (-ling, plur. -linge), -eigtl. = Strumpf findet sich auch noch in folgenden _Zusammensetzgn._: -a) _am Anfang_: _Streiflingschure_ = Strumpfband u. _Streiflingpflanzer_ -= Strumpfwirker; b) _am Ende_ (außer in d. _obigen Vok._ noch in) -_Kafferstreifling_ = Socken (eigtl. »Männerstrümpfe«). _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Streifling_ = -Paar Strümpfe); _Pfulld. J.-W.-B._ 345 (Form: ebenso, Bedtg.: Strumpf); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 76 (_Streifling_ = Strümpfe); _Schwäb. -Händlerspr._ 484 (wie im _Pfulld. J.-W.-B._); s. auch noch _Metzer -Jenisch_ 217 (_Stre[i]fche_ = Strumpf). Im sonst. Rotwelsch usw. tritt -die Vokabel zunächst in der Bedeutg. »Hose« (s. schon _Lib. Vagat._ -[55]), erst seit d. 17. Jahrb. auch für »Strumpf« auf (s. _Schwenter's -Steganologia_ um 1620 [138] u. dann öfter bis zur Gegenwart; vgl. -_Schütze_, S. 94, auch _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 29, Anm. 2). Zur -_Etymologie_ (von _streifen_ = »überstreifen [über den Fuß]«) s. Archiv, -a. a. O., S. 29: vgl. auch _Pott_ II, S. 37.] - -[Fußnote 794: ([343] auf S. 64.168) Übereinstimmende Umschreibung des -deutschen Ausdrucks auch bei den Zigeunern; s. _Liebich_, S. 199 -(_telstīno pīro_ [d. h. »der untere Fuß«] = Fußsohle); vgl. auch -schon »Vorbemerkg.«, S. 17. Das Adj. unterkünftig = unterer — als Adv. -gebr. = unten — (im Gegensatze zu _oberkünftig_ = oberer, als Adv. = -oben [s. Näh. unter »Gaumen«]) kommt auch noch vor in den _Verbindgn._: -_unterkünftige Kluft_ = Unterkleid u. _unterkünftiger Malfes_ = -Unterrock. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. -Hans_ 256 (_unterkönig_ = unten); _Pfulld. J.-W.-B._ 340, 345 -(_unterkönig_ = hinab [Gegens.: _oberkönig_ = hinauf] u. _unterki¶m¶ig_ -[besser wohl zu lesen: _unterkinnig_] = unten; vgl. auch _inner-_, -_usler-_ u. _ennenkönig_ = hinein, hinaus, hinüber); _Schwäb. -Händlerspr._ 487 (_unterkünftig_ = unten; vgl. [484]: _oberkünftig_ = -oben). Auch im sonstigen Rotw. findet sich die Vokabel, u. zwar schon -seit dem 18. Jahrh. (s. _W.-B. v. St. Georgen_ 1750 [219]: -_unterkünftig_ = unten, Gegens. [218]: _oberkünftig_ = oben), während -sie in neuerer Zeit wohl bes. in der _Kunden_sprache fortlebt (vgl. z. -B. _Ku._ III, 429 u. _Ostwald_ [Ku.] 159 vbd. m. _Ku._ III 427 u. -_Ostwald_ [Ku.] 109 [Gegenstz.: _oberkünftig_]), obgleich sie in der -_schwäb. (Gaun.- u.) Kundenspr._ fehlt, die dafür (76) aber -_hinterkünftig_ = hintenherum kennt. _Etymologie_: Man darf wohl mit -A.-L. 557 (unter »kenntlich«) u. 579 (unter »oberkünftig«) den zweiten -(zu einer »_Verstärkung_« der Ortsbezeichnung dienenden) Bestandteil des -Wortes (_-künftig_, verunstaltet zu _-kinnig_, _-könig_ usw.) — gleich -unserem gemeinspr. Adj. _künftig_ — zu dem jetzt nur noch in -Zusammensetzgn. (wie Ankunft, Herkunft, Zukunft) gebräuchl. Subst. -_Kunft_ (mhd. _kunft_, _kumft_) = »das Kommen«, einem »Verbalabstraktum« -zu dem Zeitw. _kommen_ (vgl. _Weigand_, W.-B. I, Sp. 1172), in Beziehung -setzen.] - -Fußzehe, _Trittgrif(f)leng_ (d. h. eigtl. »Fußfinger«)[795] [64.169] - -Futter, _Kupfer_[796] - - - G. - -Gabel, _Furschet_[797], _Stichling_[798] - -gaffen, _linzen_[799], _spannen_[800] - -[Fußnote 795: ([344] auf S. 64.169) S. (betr. _Grif[f]leng_) Daumen. — -Auch diese Umschreibung findet sich nach _Liebich_, S. 199 u. 262 (unter -»Zehe«) bei den _Zigeunern_ (näml.: _berengĕro gus[ch]to_, d. h. -eigtl. »Fußfinger«).] - -[Fußnote 796: ([345] auf S. 64.169) S. Frucht.] - -[Fußnote 797: ([346] auf S. 64.169) _Zusammensetzgn._ hiermit sind: a) -_am Anfang_; _Furschetfläderling_ (d. h. eigtl. »Gabelvogel«) = Schwalbe -(s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.); b) _am Ende_: -_Schundfurschet_ = Mistgabel. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -nur _Schwäb. Händlerspr._ 481 (_Furschett_ = Gabel). Im Rotw. m. Wiss. -sonst kaum gebräuchlich. Zur _Etymologie_: An und für sich kann der -Ausdruck _unmittelbar_ vom Französischen (_fourchette_) hergeleitet -werden (vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1869), jedoch mag die -Vokabel (gleich _Feneter_ = Fenster [s. d.]) in _Wittich's_ Jenisch wohl -durch die Vermittlung von _Zigeunern_ eingedrungen sein und insofern auf -_deren_ Sprache zurückgeführt werden (vgl. »Einleitung«, S. 30), in die -sie aber natürlich gleichfalls aus dem Französischen übernommen ist. S. -ausdrücklich auch _Liebich_, S. 116; vgl. »Einleitung«, S. 29, Anm. 93 -vbd. m. »Vorbemerkg.«, S. 10, Anm. 26. Als zigeun. Form führt _Liebich_ -(a. a. O. S. 135 u. 199): _forschétta_, _Finck_, S. 58: _foršéta_, -_Jühling_, S. 221 dagegen: _Forsch¶r¶äta_ (vgl. i. d. »Einltg.«: -reta) -an.] - -[Fußnote 798: ([347] auf S. 64.169) Mit _Stichling_ ist nur -_zusammengesetzt_: _Fu[h]lstichling_ = Mistgabel (Syn. zu -_Schundfurschet_). Auch _Stichling_ = Gabel ist in dem _verw. -Quellenkr._ nur der _schwäb. Händlerspr._ (481) bekannt, doch deutet -hier das Vorkommen des Ausdrucks _Stichlingspflanzer_ = Schneider (486) -hin auf die Nebenbedeutg. »Nadel«, wofür die Vokabel z. B. auch in der -_schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ (73) — allein — angeführt ist, während -sie bei den _Pfälz. Händlern_ (439) — wieder abweichend — »Messer« -bedeutet. Über die versch. Bedeutgn. des Wortes im Rotw. bezw. in der -Kundenspr. (näml.: a) Schneider; b) Nadel; c) Zaunpfahl) sowie die -_Etymologie_ (zu »Stich«, »stechen«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, -S. 24 u. Anm. 1.] - -[Fußnote 799: ([348] auf S. 64.169) S. anschauen.] - -[Fußnote 800: ([349] auf S. 64.169) Zu dem Zeitw. _spannen_ = sehen -(gaffen, gucken) vgl. (aus dem _vorw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ -337, 343 (_spannen_ = ausschauen aussehen, schauen); _Schwäb. -Händlerspr._ 486 (_spannen_ = sehen; vgl. [470] _Spanner_ = Augen); s. -auch _Pleißlen der Killertaler_ 436 (_spanne[n]_ = sehen, beobachten, -_Spanner_ = Augen). Über weitere Belege im Rotw. sowie die _Etymologie_ -des Wortes (das _deutschen_ Ursprungs ist) s. ausführl. _Groß'_ Archiv, -Bd. 42, S. 75 (unter »Spanner«) vbd. mit _Weber-Günther_, S. 181 (unter -»spennen«, wonach der wohl _älteste_ Beleg für das Zeitw. [in der Form -_spenden_] bereits bei _A. Hempel_ 1687 [169: _der spendts_ = »der -siehets«] anzutreffen ist).] - -Gans, _Babing_[801], _Strohbutzer_[802] [64.170] - -Gänsebraten, _gesicherter Babingermass_ od. _gesicherter -Strohbutzerbossert_ (d. h. »gekochtes [gebratenes] Gänsefleisch«)[803] - -Gänseeier, _Strohbutzersbäzeme_[804] - -Gänsefleisch, _Babingerbossert_ od. _-mass_ oder -_Strohbutzerbossert_[805] - -[Fußnote 801: ([350] auf S. 64.170) Mit _Babing_ (plur. Babinger) sind -gebildet die _Verbindg._ _grandich Babing_ (d. h. etwa [»sehr] große -Gans« [vgl. oben unter »Bischof«]) = Schwan (s. d. betr. Übereinstimmg. -mit der Zigeunerspr.; vgl. auch schon »Vorbemerkung«, S. 17) sowie die -_Zusammensetzgn._ _Babingerbossert_ od. _Babingermass_ = Gänsefleisch -(letzteres in der weiteren Verbdg. _gesicherter Babingermass_ = -Gänsebraten) u. _Babingerstritt_ = Gänsefuß. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): nur _Dolm. der Gaunerspr._ 92 (_Bappe_ = Gans); im -_sonst._ Rotw. tritt die Form _Babing_ u. a. etwa seit Anfang des 19. -Jahrh. (s. _Pfister_ 1812 [295] u. a. m.) auf. Zur _Etymologie_ (aus der -_Zigeunerspr._ [vgl. »Einleitung«, S. 29]) s. _A.-L._ 521 u. _Günther_, -Rotwelsch, S. 31 u. 62 vbd. mit _Pott_ II, S. 350 (unter »Papin«), -_Liebich_, S. 149 u. 200 (_pāpin_), _Miklosich_, Beitr. III, S. 17, -23 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 29, 30 (bei d. _deutsch._ Zig.: -_pāpin_), _Jühling_ S. 220 (_Babni_), _Finck_, S. 76 (_pāpi[n]_). -Das Wort ist (nach _Pott_ u. _Miklosich_, a. a. O.) verwandt mit -ngriech. [Griechisch: pappia] = »Ente«.] - -[Fußnote 802: ([351] auf S. 64.170) Mit _Strohbutzer_ (Dimin. -_Strohbutzerle_ = »Küchlein«, d. h. Gänschen) sind gebildet die -_Verbindung grandich Strohbutzer_ = Schwan (s. dazu die Bemerkg. zu -dem Synon. _gr. Babing_ [oben Anm. 801]) sowie die _Zus._ -_Strohbutzerbossert_ = Gänsefleisch (u. dazu weiter _gesicherter -Str.-bossert_ = Gänsebraten), _Strohbutzerbäzeme_ = Gänseeier, -_Strohbutzerstritt_ = Gänsefuß, _Strohbutzerbikus_ = Gansessen, -_Strohbutzerstenkert_ = Gänsestall. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 92 (_Strohbuz_ od. _Budel_ = Gans); -_W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Strohbuze_); _Pfulld. J.-W.-B._ 339 -(_Strohbutzer_ od. _Strohbudel_); _Schwäb. Händlerspr._ 481 -(_Strbudel_); s. auch noch _Regensb. Rotwelsch_ 489 (_Strohbuze_). Zur -_Etymologie_: Bei der Form _Strohbutzer_, dial. = _Strohputzer_ (so z. -B. schon _Waldheim. Lex._ 1726 [187]) liegt es nahe, nur eine weitere -Ausgestaltung der noch älteren Form _Strohbohrer_ (s. z. B. schon _Lib. -Vagat._ [55: _Stroborer_] u. öfter) anzunehmen, die ja keiner bes. -Erklärung bedarf. Da jedoch schon seit Anf. des 17. Jahrh. im Rotw. auch -die Form _Strohbuz(e)_ u. ä. (s. z. B. schon _Schwenters Steganologia_ -um 1620 [137] u. öfter [vgl. dazu die Belege aus dem verw. -Quellenkreise]) — u. dann auch _bloß_ _Butze_, _Buhze_, _Budel_ u. a. -m. — als gleichbedeutend vorkommt, so könnte man _diese_ auch wohl zu -_Butz(-e)_ im Sinne von »Person oder _Tier_ von _kleiner_ Gestalt« (s. -dazu _Grimm_, D. W.-B. II, Sp. 591 unter »Butze«, Nr. 1; _Schmeller_, -Bayer. W.-B. II, Sp. 317; auch _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 10 unter -»Putz«) in Beziehung setzen. Vgl. im allgem. noch _Pott_, II, S. 22, -A.-L. 612 (unter »Strohbohrer«) vbd. mit 528 (unter »Buze«) u. -_Günther_, Rotwelsch, S. 73, Anm. 74 u. 75.] - -[Fußnote 803: ([352] auf S. 64.170) S. (betr. _gesichert_) auskochen u. -(betr. _Bossert_ u. _Mass_) Aas.] - -[Fußnote 804: ([353] auf S. 64.170) S. (betr. _Bäzeme_) Ei.] - -[Fußnote 805: ([354] auf S. 64.170) S. (betr. _Bossert_ u. _Mass_) Aas.] - -Gänsefuß, _Babingerstritt_[806] [64.171] - -Gansessen, _Strohbutzerbikus_[807] - -Gänsestall, _Strohbutzerstenkert_[808] - -garstig, _nobis dof_ (d. h. »nicht schön«)[809], auch _lenk_, -_schofel_[810] - -Gartenhaus, _Kittle_[811] - -Gastgeber s. Gastwirt - -Gasthaus, _Beiz_, _Beizerei_,[812] _Kober_, _Koberei_[813] - -[Fußnote 806: ([355] auf S. 64.171) S. (betr. _Tritt_) Entenfuß.] - -[Fußnote 807: ([356] auf S. 64.171) S. Abendessen.] - -[Fußnote 808: ([357] auf S. 64.171) S. Entenstall.] - -[Fußnote 809: ([358] auf S. 64.171) S. Dietrich u. angenehm.] - -[Fußnote 810: ([359] auf S. 64.171) S. arg.] - -[Fußnote 811: ([360] auf S. 64.171) S. Abort.] - -[Fußnote 812: ([361] auf S. 64.171) Zu _Beiz_ oder (seltener) _Beizerei_ -= Gasthaus, Wirtshaus (Kneipe, Schenke) gehört die _Zusammensetzg._ -_Lanengerbeiz_ = Soldatenwirtschaft und die _Ableitung_ _Beizer_ (in -früherer Zeit: _Baiser_ [vgl. »Einleitung«, S. 25]) od. (seltner) -_Beizerer_ = Wirt (Gast-, Schenkwirt), femin.: _Beizere_. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93, 101 (_Beis_ = Haus, -_Beisskitt_ od. _Koberbeis_ = Wirtshaus, _Baiser_ = Wirt, _Baiserin_ = -Wirtin); _W.-B. des Konst. Hans_ 254, 256, 258 (_Bais_ od. _Baiser-Kitt_ -= Wirtshaus, _T'schorbais_ = Diebswirtshaus, _Baiser_ = Wirt); _Schöll_ -271, 272 (_Bais_ = Haus, plur. _Baiser_ = Wirtshäuser); _Pfulld. -J.-W.-B._ 338, 339, 346 (_Kochemer-Baies_ = Diebsherberge, _Baiser_ = -Wirt, Gastwirt, _Baiserkitt_ = Wirtshaus); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 77 (_Baiz_ = Wirtshaus, _Baizer[in]_ = Wirt[in]); _Schwäb. -Händlerspr._ 482, 488 (_Baiß_ = Haus, aber — sowohl in _dieser_ Form -wie in den Nebenformen _Baitz_, _Boitz_, _Beitzg_ [_Beitzle_] — _auch_ -= Wirtschaft; _Baiser_, _Baitzer_ od. _Beitz[g]er_ = Wirt); s. auch noch -_Pleißlen der Killertaler_ 434 (_Baitze_ = Wirtshaus), während die -_Pfälz. Händlerspr._ (437) _Bais_ od. _Bôies_ nur in dem allgem. Sinne -von »Haus« kennt. Über weitere Belege aus dem Rotw. (wo schon in den -_Basl. Betrügnissen_ um 1450 [15] das Wort in der Form _Pöse_ = Herberge -auftritt, während es in der Form _Bais_ zunächst für »Haus« [s. _W.-B. -v. St. Georgen_ 1750 (216)], für »Wirtshaus« dagegen zuerst im _W.-B. -des Konst. Hans_ [s. oben] vorkommt) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 43, -S. 15 (u. Amn. 2) u. 16 (unter »Baiser«) vbd. m. Bd. 38, S. 221, Anm. 1 -u. _Weber-Günther_, S. 153. Ebds. auch über die _Etymologie_ (vom hebr. -_bajit_ = »Haus«); vgl. auch A.-L. 524 (unter »Bes«); _Günther_, -Rotwelsch, S. 27; _Stumme_, S. 27; _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. -580/81.] - -[Fußnote 813: ([362] auf S. 64.171) Zu _Kober_ od. (seltener) _Koberei_, -Synon. zu _Beiz_ (_Beizerei_) s. d. _Zusammensetzgn._ _Lanengerkober_ (= -Lanengerbeiz) u. die _Ableitung_ _Koberer_ = Wirt (Gast-, Schankwirt), -femin. _Kobere_. Bemerkenswert erscheint, daß auch _Kober_ in _Wittichs_ -Jenisch das _Wirtshaus_ bedeutet, während es im Rotwelsch (ebenso wie d. -längere _Koberer_) i. d. R. für den _Wirt_ vorkommt (über _Ausnahmen_ s. -_Groß'_ Archiv Bd. 43, S. 24, Anm. 3 [zu S. 23] a. E). _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 101 (_Koberbeis_ = -Wirtshaus); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 68 (_Kober_ = Diebswirt); -_Schwäb. Händlerspr._ 488 (_Koberer_ = Wirt, _Koberei_ = Wirtschaft); s. -auch _Metzer Jenisch_ 217 (_Koberei_ = Wirtshaus). Über weitere Belege -aus dem Rotw. usw. sowie die (nicht sichere, vielleicht aber zu dem -hebr. _chber_ = »Gefährte, Genosse« in Beziehung zu setzende) -_Etymologie_ s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 22 ff. u. d. -Anmkgn. vbd. m. Bd. 38, S. 197, Anm. 2 — _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, -Sp. 59 hat keine Erklärung gegeben.] - -Gastmahl, _Bikerei_, _Bikus_, _Butterei_, _Kahlerei_[807] [64.172] - -Gastwirt, _Beizer(er)_[812], _Koberer_[813] - -Gastwirtin, _Beizere_[812], _Kobere_[813] - -Gatte, _Kaffer_[814] - -Gattin, _Mos(s)_[815] - -Gaukler, _Schnurrant_[816] - -Gaul, _Trapert_[817] - -Gaulfuß, _Traperttritt_[818] - -Gaumen, _oberkünftiger Giel_ (d. h. etwa »Obermaul«)[819] - -Gauner, _Schniffer_[820], _Zschor_[821]; vgl. Dieb - -gebären, _Deislere werden_ (d. h. eigtl. »Wöchnerin werden« od. -»niederkommen«)[822] - -Gebäude, _Kitt_[823] - -[Fußnote 814: ([363] auf S. 64.172) S. Bauer.] - -[Fußnote 815: ([364] auf S. 64.172) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 816: ([365] auf S. 64.172) S. Äquilibrist.] - -[Fußnote 817: ([366] auf S. 64.172) S. Füllen.] - -[Fußnote 818: ([367] auf S. 64.172) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 819: ([368] auf S. 64.172) Dieselbe Umschreibung ist auch bei -den Zigeunern üblich nach _Liebich_, S. 153 u. 200 (_praldīno mui_, -d. h. »das Obermaul«, = Gaumen; vgl. »Vorbemerkung«, S. 17). — Betr. -_Giel_ s. Affengesicht. Das Adj. _oberkünftig_ (= oberer) — als Adv. -gebr. = oben — ist der Gegens. zu _unterkünftig_ [s. darüber schon oben -unter »Fußsohle«). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 337, 340 (_oberkönig_ = hinauf, _oberkinnighauren_ = -aufsitzen); _Schwäb. Händlerspr._ 484 (_oberkünftig_ = oben); s. auch -_Pfälz. Händlerspr._ 439 (_überkindig_ = gegenüber). Im sonst. Rotw. -tritt _oberkünftig_ (ebenso wie s. Gegens. _unterkünftig_) z. B. schon -im _W.-B. v. St. Georgen_ 1750 (218) auf, ist dagegen in d. Neuzeit -hauptsächl. _Kunden_ausdr. geworden. S. darüber sowie über die -_Etymologie_ das Näh. schon oben unter »Fußsohle«.] - -[Fußnote 820: ([369] auf S. 64.172) S. anfassen.] - -[Fußnote 821: ([370] auf S. 64.172) S. ausstehlen.] - -[Fußnote 822: ([371] auf S. 64.172) Zu _Deislere_ = Wöchnerin -(»Kindbetterin«) s. die Weiterbildg. _Deislerei_ = Geburt u. die (zu dem -Stamme (_Deis[e]l-_ gehörige) _Zusammensetzg._ _Deiselmoss_ (od. -_Disselmoss_) = Hebamme. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. -der Gaunerspr._ 35 (_Deuslerin_ = Kindbetterin) u. _Pfulld. J.-W.-B._ -341 (_Deußleri_ [-rin] = Kindbetterin u. _Deußlerei_ = Kindbett). Sonst -m. W. unbekannt. Die _Etymologie_ ist unsicher. _Fischer_, Schwäb. W.-B. -II, Sp. 139 hat die Vokabel zu d. Zeitw. _deisen_ (deißen) = schlagen, -töten, schlachten, auch coire (s. oben unter »ermorden«) gestellt (aber -weshalb?).] - -[Fußnote 823: ([372] auf S. 64.172) S. Abort.] - -geben, _dogen_[824], _ste(c)ken_[825] [64.173] - -Gebet, _Bliblerei_[826] - -Gebieter, _Sins_[827] - -Gebiß, _Näpfling_ (d. h. »Zähne«)[828] - -Geblüt, _Rat_[829] - -Geburt, _Deislerei_[830] - -gebratene Kartoffeln s. Bratkartoffeln - -gebrechlich, _begerisch_[831] - -Geck, _Hegel_[832], _Ni(e)se_, _Nille_, _Nusche_[833] - -geeignet, _dof_[834] - -Gefahr, _Lenk_, _Schofel_[835] - -gefällig, _dof_[834] - -gefangen, _im Dofes_[836], _im Kittle_[837], _im Lek_[836] - -Gefangenwärter, _Dofesbu(t)z_, _Kittlesbu(t)z_, _Lekbu(t)z_[838] - -Gefängnis, _Dofes_[836], _Kittle_[837], _Lek_[836] - -Gefäß, _Nolle_ (bes. Topf, Hafen)[839] od. _Schottel_ (bes. -Schüssel)[840] - -Gefecht, _Hamore_[841] - -gefühllos, _lenk_, _schofel_[842] - -gefühlvoll, _dof_[834] - -Gehalt, _Bich_[843], _Gore_[844], _Lobe_[845] - -[Fußnote 824: ([373] auf S. 64.173) S. abgeben.] - -[Fußnote 825: ([374] auf S. 64.173) S. beschenken.] - -[Fußnote 826: ([375] auf S. 64.173) S. anbeten.] - -[Fußnote 827: ([376] auf S. 64.173) S. Amtmann.] - -[Fußnote 828: ([377] auf S. 64.173) S. abbeißen.] - -[Fußnote 829: ([378] auf S. 64.173) S. Blut.] - -[Fußnote 830: ([379] auf S. 64.173) S. gebären.] - -[Fußnote 831: ([380] auf S. 64.173) S. absterben.] - -[Fußnote 832: ([381] auf S. 64.173) S. Dummheit.] - -[Fußnote 833: ([382] auf S. 64.173) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 834: ([383] auf S. 64.173) S. angenehm.] - -[Fußnote 835: ([384] auf S. 64.173) Substantivierung der entsprechd. -Adjektive (s. arg); vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38 vbd. mit S. 7, -Anm. 16.] - -[Fußnote 836: ([385] auf S. 64.173) S. Arrest.] - -[Fußnote 837: ([386] auf S. 64.173) S. Abort.] - -[Fußnote 838: ([387] auf S. 64.173) S. (betr. _Bu(t)z_) Amtsdiener.] - -[Fußnote 839: ([388] auf S. 64.173) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 840: ([389] auf S. 64.173) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 841: ([390] auf S. 64.173) S. Fehde.] - -[Fußnote 842: ([391] auf S. 64.173) S. arg.] - -[Fußnote 843: ([392] auf S. 64.173) S. Almosen.] - -[Fußnote 844: ([393] auf S. 64.173) S. Barschaft.] - -[Fußnote 845: ([394] auf S. 64.173) S. Bank.] - -gehängt, _g'schnürt_[846] [64.174] - -gehässig, _lenk_, _schofel_[842] - -geheilt, _dof_[834] - -gehen, _bosten_, _pfichen_[847] (wohl auch _naschen_, _tschanen_)[848] - -gehenkt s. gehängt - -Gehölz, _Jahre_, _Kracher_[849] - -Geist (Gespenst), _Schuberle_[850] - -geistesarm, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_[851] - -Geistlicher, _Gal(l)ach_[852], _Kolb_[853] - -[Fußnote 846: ([395] auf S. 64.174) S. aufhängen.] - -[Fußnote 847: ([396] auf S. 64.174) S. (zu beiden Ausdr.) abgehen.] - -[Fußnote 848: ([397] auf S. 64.174) S. (zu beiden Ausdr.) fliehen.] - -[Fußnote 849: ([398] auf S. 64.174) S. (zu beiden Ausdr.) Ananas.] - -[Fußnote 850: ([399] auf S. 64.174) Mit _Schuberle_ = Geist (Gespenst, -Spuk) ist gebildet die _Verbindg._ _bliblischer Schuberle_ = heiliger -Geist u. die _Zusammensetzg._ _Schuberleschein_ (d. h. eigtl. -»Gespensterlicht«) = Irrlicht (s. d. betr. Analogie im Zigeunerischen). -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 -(_Schuberle_ = Gespenst); _Uracher Jauner- u. Betrügerliste_ 1792 (268: -_Schuberlenspflanzer_ = »ein vorgeblicher Geistererlöser« [als -Betrügerart]); _Schöll_ 272 (_Schuberle_ = Geist, Gespenst); _Pfulld. -J.-W.-B._ 340, 342 (_grandiges Schuberle_ = Gespenst, _Tschuberle_ = -Nachtgespenst); _Schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [210, 213]: -_Schuberle_ [od. _Schubachtle_], plur.: _Schuberlich_ = Geist; -_Schuberlespflanzer_ = a) Geistererlöser (»Tätigkeit des kathol. -Pfarrers«); b) Teufel; dazu als Zeitw. _es schubert_ = es spukt). Im -sonst. Rotw. findet sich vereinzelt — neben dem Dim. auf -le — auch -wohl ein unverkleinertes _Schuhwer_ (od. _Schuwe_) in gleicher Bedeutg. -(s. z. B. _Pfister_ 1812 [305]; _v. Grolman_ 64 u. T.-G. 97; _Karmayer_ -G.-D. 218). Die _Etymologie_ des Wortes ist noch nicht festgestellt; -vgl. auch _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 15, Anm. 1.] - -[Fußnote 851: ([400] auf S. 64.174) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 852: ([401] auf S. 64.174) Mit _Gal(l)ach_ = Geistlicher -(Pfarrer, Prediger, Priester) sind gebildet die _Verbdg._ _grandicher -Gal(l)ach_ = Hoherpriester (betr. d. Syn. _gr. Kolb_ s. unter »Bischof«) -u. folgd. _Zus._: a) _am Anfang_: _Gal(l)achkitt_ = Pfarrhaus, -_Gal(l)achmalfes_ = Priesterrock; b) _am Ende_: _Diboldegal(l)ach_ (d. -h. eigtl. »Judenpriester«) = Rabbiner (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. -Zigeun.). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ -37 (_Galloch_ = Pfarrer); _W.-B. des Konst. Hans_ 257, 258 (_Galach_, -_Galoch_ u. _Gallach_ = Pfarrer; _Galacha-Kitt_ = Pfarrhaus); _Pfulld. -J.-W.-B._ 343 (_Kollach_ = Pfarrer, _Rollach_ [verdruckt] = Priester, -_Kollachekitt_ = Pfarrhaus); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 73 (_Galach_ -= Pfarrer [neben _Galorum_ = »Pfaffe«], _Galachswinde_ = [kathol.] -Pfarrhaus); _Schwäb. Händlerspr._ 483, 484 (_Gallach_ = Pfarrer, aber -auch Kaufmann; vgl. [486] d. merkwürd.: _Gallach reißen_ = »Spektakel -machen«); s. auch noch _Metzer Jenisch_ 216 (_Gallach_ = Pfarrer). Über -das Vorkommen der (alten u. sehr verbreiteten) Vokabel im Rotwelsch usw. -sowie die _Etymologie_ (vom aram. u. nhebr. _gelach_ = »scheren«, -Bedeutg. also »der Geschorene«, mit Bez. auf die Tonsur der kathol. -Geistlichen) s. ausführt. _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 225 ff.; vgl. auch -noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 23.] - -geistlos s. geistesarm. [64.175] - -geizig, _bikerich_[854] - -Geld, _Bich_[843], _Gore_[844], _Kies_[855], _Lobe_[845]; vgl. -Kupfergeld - -Geldbeutel, _Kiesreiber_[856] - -Geldkasse, Geldkasten, _Bichschure_, _Kies-_ od. _Lobeschure_[857] - -Geldsack, _Bich-_, _Kies-_ od. _Loberande_[858] - -Geldstück (Münze) s. Geld - -Geldtasche s. Geldbeutel - -gelehrt, _kochem_[859] - -Geliebte, _dofe Model_ oder (bloß) _Model_[860] - -Geliebter, _Benges_[861], _Fi(e)sel_[862], _dofer Benges_ (od. Benk) - -Gelte (Gefäß für Flüssigkeiten), _Schottel_[863] - -Gemach, _Schrende_[864] - -Gemahl, _Kaffer_[865] - -Gemahlin, _Mos(s)_[866] - -gemein, _schofel_[867] - -Gemüse, _Groanert_[868] - -[Fußnote 853: ([402] auf S. 64.175) S. Bischof.] - -[Fußnote 854: ([403] auf S. 64.175) S. Abendessen.] - -[Fußnote 855: ([404] auf S. 64.175) S. Bankier.] - -[Fußnote 856: ([405] auf S. 64.175) S. Beutel.] - -[Fußnote 857: ([406] auf S. 64.175) S. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 858: ([407] auf S. 64.175) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 859: ([408] auf S. 64.175) S. besonnen.] - -[Fußnote 860: ([409] auf S. 64.175) S. Beischläferin; vgl. angenehm.] - -[Fußnote 861: ([410] auf S. 64.175) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 862: ([411] auf S. 64.175) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 863: ([412] auf S. 64.175) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 864: ([413] auf S. 64.175) S. Frauenstube.] - -[Fußnote 865: ([414] auf S. 64.175) S. Bauer.] - -[Fußnote 866: ([415] auf S. 64.175) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 867: ([416] auf S. 64.175) S. arg.] - -[Fußnote 868: ([417] auf S. 64.175) Mit _Groanert_ od. _Groenert_ = -Gemüse, dann (auch spezieller) Kohl, Kraut (Sauerkraut) sind -_zusammengesetzt_: a) _am Anfang_: _Groanertblättling_ = Krautsalat; b) -_am Ende_: _Koelesgroenert_ (d. h. eigentl. »Teufelskraut«) = Unkraut -(s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.; vgl. auch schon -»Vorbemerkg.«, S. 18) _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 95 (_Gronert_ = Kraut); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 -(_Gruonert_ = Kraut); _Pfulld. J.-W.-B._ 341, 343 (_Kronet_ = Kraut -neben _Kro¶m¶et_ [wohl verdruckt] = Salat); _Schwäb. Händerspr._ 483 -(_Grûnert_ = Kraut). Über weitere Belege aus dem Rotwelsch (wo die -Vokabel als _Grunhart_ = Feld z. B. schon im _Lib. Vagat_ [54] u. dann -öfter, als _Grünert_ = Heu bei _A. Hempel_ 1687 [167] u. a. m., als -_Grunert_ = Krauthaupt im _Waldheim Lex._ 1726 [188], als _Gronert_ = -Kraut im _Hildburgh. W.-B._ 1783 ff. [228] vorkommt) s. _Weber-Günther_, -S. 187 (unter »Kronert«). Zur _Etymologie_ (von »grün« in versch. -mundartl. Aussprache) s. ebds. vbd. mit _Pott_ II, S. 9, _Günther_, -Rotwelsch, S. 62 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 882 (unter -»Grunert«).] - -gemütlich, _dof_[869] [64.176] - -gemütlos, _lenk_[867] - -gemütskrank, _ni(e)sich_, _nil(l)ich_[870] - -gemütvoll, _dof_[869] - -Gendarm, _Lolo_ od. _Loli_[871], _Schuker_[872], auch (humoristisch) -_August mit dem Ofenrohr_[873] od. _Lattenkarle_[874] - -[Fußnote 869: ([418] auf S. 64.176) S. angenehm.] - -[Fußnote 870: ([419] auf S. 64.176) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 871: ([420] auf S. 64.176) _Lolo_ od. _Loli_ = Gendarm findet -sich zwar nicht in dem bes. verwandten Quellenkr., dagegen kennt das -_Metzer Jenisch_ (216) die Bezeichg. in _fast_ gleicher Form (_Lole_) -und in derselben Bedeutung; im Rotw. ist sie m. Wiss. unbekannt. -_Etymologie_: aus der _Zigeunersprache_, u. zwar vom Adj. _lōlo_ = -rot, nach _Wittich_ wohl mit Bez. auf die roten Aufschläge an der -frühern Uniform der »Landjäger« (vgl. »Einleitung«, S. 31). Vgl. (über -das Zigeunerwort, das sich aufs Altind. [_lōha_ = »rötlich, eisern«] -zurückführen läßt) noch _Pott_ II, S. 338, _Liebich_, S. 144, 187 u. 233 -(_lōlo_ = rot, bunt), _Miklosich_, Denkschriften, Bd. 27, S. 6 (wie -_Liebich_) u. _Finck_ 71 (_lōlo_ = rot); bei _Jühling_, S. 223 nur im -Zus. angeführt.] - -[Fußnote 872: ([421] auf S. 64.176) Zu _Schuker_ s. die (schon oben -unter »Bischof« näher besprochenen) Gradsteigerungen _grandicher -Schuker_ = Wachtmeister (Obergendarm) u. _grandich Schuker_ = -Oberwachtmeister. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 338, 344 (_Tschugger_ = Bettelvogt neben _Schuker_ = Gardist); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 67, 72, 73, 75 (_Schucker_ = Aufseher, -_Schuker_ od. _linker Schucker_ = Landjäger, _Oberschucker_ = -Oberaufseher, Stationskommandant); _Schwäb. Händlerspr._ 481, 483 -(_Schu[c]ker_ [in _Pfedelb._ (211): auch _Schoker_] = Gendarm, -Landjäger). Über weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. s. _Groß'_ -Archiv, Bd. 43, S. 40, 41 (unter »Schoter«, lit. i). Zu der (noch nicht -sicher festgestellten) _Etymologie_ s. ebds. S. 39, 40 u. Anm. 2 vbd. -mit Bd. 56, S. 185 (in d. »Nachträgen u. Berichtigungen«), wo die -Ableitung vom deutsch. mundartl. Zeitw. _schucken_ = »werfen, stoßen, -schubsen« als die wahrscheinlichste angenommen ist.] - -[Fußnote 873: ([422] auf S. 64.176) Diese (einen beliebten Eigennamen -zum _Gattungsbegriff_ erhebende) Verbindung dürfte wohl aufzufassen sein -als eine Weiterbildung des synon. Ausdrucks _August mit der Latte_, der -z. B. (neben _windiger August_) auch in der schwäb. _Gauner- u. -Kundenspr._ 72 (für den »Landjäger«) bekannt ist (ebenso wie auch -_sonst_ in der Kundenspr.; s. _Groß'_ Archiv, Bd. 51, S. 140 [u. oben -unter »Degen«]; vgl. auch ebds. S. 139 über d. Syn. _blanker August_).] - -[Fußnote 874: ([423] auf S. 64.176) Bei dieser (zu _Karle_, südd. Dim. -zum Eigennamen _Karl_, gehörigen, also sprachlich der vorigen -Umschreibung gleich zu beurteilenden) Bezeichnung (vgl. auch schon oben -unter »Degen«) liegt vermutlich eine Kombination vor von dem gauner- u. -kundenspr. _Lattenseppel_ (bes. [wie _August mit der Latte_] = Gendarm), -doch auch wohl allgemeiner Polizeibeamter (vgl. _Groß'_ Archiv, Bd. 51, -S. 154]) mit _Klempners Karl_, das (bei Gaunern u. Kunden) gleichfalls -für den Gendarmen (Polizisten od. Schutzmann) vorkommt (s. Näh. darüber -in _Groß'_ Archiv, Bd. 51, S. 149/50).] - -genehm, _dof_[875] [64.177] - -genießen, _achila_[876], _biken_, _butten_, _kahla_[877] - -Gerät s. Geschirr - -Gerede, _Diberei_ od. _Gedieber_ (Spr.)[878], _Schmuserei_[879] - -gereizt, _stumpfich_[880] - -Gericht (= Speise), _Bikerei_ od. _Bikus_, _Butterei_, _Kahlerei_[877] - -Gericht (bes. Amtsgericht), _Schoflerei_[881] - -Gerichtsvollzieher, _Schoffeleischure_ (Spr.)[882] - -Gerste, wohl durch _Gib_ auszudrücken[883]; vgl. Malz - -Geruch, _Muffen_ (d. h. eigtl. »das Riechen, Stinken«)[884] - -gesalzen, _g'spronkt_, _gesprunkt_[885] - -Gesang, _Schallerei_[886] - -Geschäft, _Schenagel_[887] - -gescheit, _kochem_[888] - -geschickt, _g'want_[889] - -Geschirr (als Gerät), _Schottel_[890] - -geschmeidig, _dof_[875], _g'want_[889] - -Geschrei, _Hamore_, _Morerei_[891] - -Geschwätz, _Diberei_[878], _Schmuserei_[879] - -Geschwister, _Glied_[892] - -[Fußnote 875: ([424] auf S. 64.177) S. angenehm.] - -[Fußnote 876: ([425] auf S. 64.177) S. essen.] - -[Fußnote 877: ([426] auf S. 64.177) S. (zu allen drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 878: ([427] auf S. 64.177) S. anreden.] - -[Fußnote 879: ([428] auf S. 64.177) S. ansagen.] - -[Fußnote 880: ([429] auf S. 64.177) S. Ärger.] - -[Fußnote 881: ([430] auf S. 64.177) S. arg.] - -[Fußnote 882: ([431] auf S. 64.177) S. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 883: ([432] auf S. 64.177) S. Frucht.] - -[Fußnote 884: ([433] auf S. 64.177) S. Aas; vgl. »Vorbemkg.«, S. 15, -Anm. 38.] - -[Fußnote 885: ([434] auf S. 64.177) S. einsalzen.] - -[Fußnote 886: ([435] auf S. 64.177) S. absingen.] - -[Fußnote 887: ([436] auf S. 64.177) S. abschaffen.] - -[Fußnote 888: ([437] auf S. 64.177) S. besonnen.] - -[Fußnote 889: ([438] auf S. 64.177) S. anmutig.] - -[Fußnote 890: ([439] auf S. 64.177) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 891: ([440] auf S. 64.177) S. (zu _beiden_ Ausdr.) Fehde.] - -[Fußnote 892: ([441] auf S. 64.177) S. Bruder.] - -Gesicht, _Giel_ (d. h. eigtl. »Mund« od. »Maul«)[893], auch _Ki(e)bes_ [64.178] -(d. h. eigtl. »Kopf«)[894] - -Gesinde, _Schenegler_ (Knecht) bezw. _Scheneglere_ (Magd)[895]; vgl. -Dienstboten - -Gespenst, _Schuberle_[896] - -Gespräch, _Diberei_[897], _Schmuserei_[898] - -gesprächig, _diberich_[897], _schmuserich_[898] - -Gestank, _Mufferei_[899] - -Gestein, _Hertling_[900], _Kies_[901] - -gestorben, _begert_[902] - -Gesuch, _Dercherei_[903] - -gesund, _dof_[904] - -Getränk, _Schwächet_[905] - -Getreide, _Gib_, _Kupfer_[906] - -getreu, _dof_[904] - -[Fußnote 893: ([442] auf S. 64.178) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 894: ([443] auf S. 64.178) S. Angesicht.] - -[Fußnote 895: ([444] auf S. 64.178) S. abschaffen.] - -[Fußnote 896: ([445] auf S. 64.178) S. Geist.] - -[Fußnote 897: ([446] auf S. 64.178) S. anreden.] - -[Fußnote 898: ([447] auf S. 64.178) S. ansagen.] - -[Fußnote 899: ([448] auf S. 64.178) S. Aas.] - -[Fußnote 900: ([449] auf S. 64.178) _Hertling_ hat im W.-B. zwei -verschiedene Bedeutungen, nämlich: a) Stein (Gestein) u. noch spezieller -Kieselstein; b) Messer. _Zusammensetzgn._ sind jedoch nur mit dem Worte -_im ersterem Sinne_ gebildet worden, u. zwar: a) _am Anfang_: -_Hertlingsguffer_ = Steinhauer, Steinmetz; b) _am Ende_: _Rollehertling_ -= Mühlstein, _Stradehertling_ (d. h. eigtl. »Wegstein«) = -Kilometerstein, Meilenzeiger (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. -Zigeun.). Unter den _verw. Quellen_ kennen die Sammlungen der _Gaun.- u. -Kundenspr._ die Vokabel _nur_ in der Bedeutung »Messer«, während die -_schwäb. Händlerspr._ _Härtling_ = Messer, dagegen _Hertling_ = Stein -hat. Vgl. _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Hertling_ = Messer); _Pfulld. -J.-W.-B._ 342 (_Hettling_ [sic] = Messer, _Hettlingflammerer_ = -Messerschmied); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 (_Hertling_ = Messer); -_Schwäb. Händlerspr._ 484, 487 (_Härtling_ = Messer, _Hertling_ = Stein, -_Hertlingsguffer_ [in _Pfedelb._ (213) auch _Hertlingskneppler_] = -Steinhauer). Über weitere Belege im Rotw. (wo die Bedeutg. durchweg -»Messer« u. dgl. [Axt, Schwert, Säbel] ist) sowie die _Etymologie_ (zu -»hart«) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 45, 46 u. Anm. 1 vbd. m. Bd. 47, -S. 139/40; vgl. auch _Pott_, S. 33, _Günther_, Rotwelsch, S. 59 u. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1194.] - -[Fußnote 901: ([450] auf S. 64.178) S. Apfelkern.] - -[Fußnote 902: ([451] auf S. 64.178) S. absterben.] - -[Fußnote 903: ([452] auf S. 64.178) S. abbetteln.] - -[Fußnote 904: ([453] auf S. 64.178) S. angenehm.] - -[Fußnote 905: ([454] auf S. 64.178) S. Amme.] - -[Fußnote 906: ([455] auf S. 64.178) S. (zu beiden Ausdr.) Frucht.] - -Gewahrsam, _Dofes_, _Lek_[907] [64.179] - -Gewalt, _Grandich_[908] - -gewalttätig, _lenk_, _schofel_[909] - -Gewand, _Kluft_, _Klufterei_[910], _Kaffermalfes_ (Gew. für -Männer)[911], _Mos(s)malfes_ (für Frauen)[912]; vgl. Männerrock, -Frauenrock - -gewandt (flink) _dof_[913], _g'want_[914] - -Gewässer, _Flu(h)te_[915] - -Gewehr, _Klass_[916], _Schnelle_[917] - -Gewerbe, _Schenagel_[918]; vgl. Arbeit, Beruf - -Gewerbeschein, _Flebbe_[919] - -gewichtig, _grandich_[920] - -gewogen (= wohlgesinnt), _dof_[913] - -Gezänk, _Hamore_, _Morerei_[921] - -[Fußnote 907: ([456] auf S. 64.179) S. (zu beiden Ausdr.) Arrest.] - -[Fußnote 908: ([457] auf S. 64.179) Substantivierung des Adj. _grandich_ -(s. Adler); vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38.] - -[Fußnote 909: ([458] auf S. 64.179) S. arg.] - -[Fußnote 910: ([459] auf S. 64.179) S. ankleiden.] - -[Fußnote 911: ([460] auf S. 64.179) S. Bauer u. Frauenrock.] - -[Fußnote 912: ([461] auf S. 64.179) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.] - -[Fußnote 913: ([462] auf S. 64.179) S. angenehm.] - -[Fußnote 914: ([463] auf S. 64.179) S. anmutig.] - -[Fußnote 915: ([464] auf S. 64.179) S. abbrühen.] - -[Fußnote 916: ([465] auf S. 64.179) S. Büchse.] - -[Fußnote 917: ([466] auf S. 64.179) S. abschießen.] - -[Fußnote 918: ([467] auf S. 64.179) S. abschaffen.] - -[Fußnote 919: ([468] auf S. 64.179) Zu _Flebbe_ (das auch noch »Paß« -bedeutet) gehört als _Ableitung_ das Zeitw. _flebben_ od. _fleppen_ für -»(die Papiere) kontrollieren« od. »(den Paß) visieren«, das jedoch im -Vokabular nur im Partiz. _geflebbt_ od. _gefleppt_ (= »kontrolliert, -visiert«) angeführt ist. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. -der Gaunerspr._ 97 (_Fleppe_ = Paß); _Schöll_ 271 (_Flebbe_ = Brief); -_Pfulld. J.-W.-B._ 337, 338, 343, 344 (_Flepp_ [Fleppe, -en] = Attestat, -Brief, Buch, Paß, Schrift, _Fleppapflanzer_ = Bücherschreiber, -_Fleppemalocher_ = Paßmacher); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 73, 76 -(_Fleppe_ = Papiere zum Wandern, _fleppen_ = die Papiere visitieren); -_Schwäb. Händlerspr._ 484 (_Flepp_ [in _Pfedelb._ (212): _Flebbe_] = -Papiere zum Ausweis, Paß [in _Pfedelb._ (213, 214) auch = Wanderbuch, -Zeugnis], auffällig [in _Pfedelb._ (210)] _flebben_ = gehen); s. auch -_Pleißlen der Killertaler_ 435 (_Flepp_ = Papiere zum Ausweis) u. -_Pfälz. Händlerspr._ 437 (_Flebbe_ od. _Flêber_ = Legitimation). Über -weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. sowie die (nicht sichere) -_Etymologie_ s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 252/53 u. Anm. 4 u. -Bd. 42, S. 41, Anm. 1 vbd. m. _Weber-Günther_, S. 186 (unter »Flebbert«) -u. _Schütze_, S. 68. — _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1567 (unter -»Flepp[e]«) gibt keine etymol. Erklärung.] - -[Fußnote 920: ([469] auf S. 64.179) S. Adler.] - -[Fußnote 921: ([470] auf S. 64.179) S. (zu beiden Ausdr.) Fehde.] - -geziemend, _dof_[913] [64.180] - -Gier, _Put(t)lak_[922] - -gierig, _bikerich_[923], _bogelich_[922] - -Gitarre, _Schure_[924] - -Glas, _Glansert_[925] - -Glaser, _Glansertschenegler_[918] - -gläubig, _bliblich_[926] - -Glied, männliches (penis), _Betzam_ od. _Bezem_[927], _Dietz_[928], -_Garo_ od. _Gari_[929], auch _Schure_ (letzteres in diesem Falle kräftig -gesprochen)[924] - -Glied, weibliches (»Scham«), _Geschmu_ od. _G'schmui_[930] - -[Fußnote 922: ([471] auf S. 64.180) S. Appetit.] - -[Fußnote 923: ([472] auf S. 64.180) S. Abendessen.] - -[Fußnote 924: ([473] auf S. 64.180) S. abbiegen.] - -[Fußnote 925: ([474] auf S. 64.180) S. Bierglas.] - -[Fußnote 926: ([475] auf S. 64.180) S. anbeten.] - -[Fußnote 927: ([476] auf S. 64.180) Die Bemerkung _Wittichs_, die hierzu -im Text hinzugefügt gewesen, daß man nämlich die Vokabel _nicht_ -verwechseln dürfe mit _Bäzam_ od. _Bäzem_ = Ei, obwohl dieses »in der -Aussprache kaum davon zu unterscheiden« sei, erledigt sich dadurch, daß -es sich in der Tat doch (auch der _Etymologie_ nach) um _dasselbe_ Wort -handelt. Vgl. das Näh. schon unter »Ei«.] - -[Fußnote 928: ([477] auf S. 64.180) Der Ausdruck (der sonst m. Wiss. in -den Geheimsprachen nicht vorkommt) dürfte aufzufassen sein als die -Kurzform des Eigennamens _Dietrich_, dessen Gebrauch für den penis in -deutsch. Mundarten nachweisbar (u. schon 1710 in d. Literatur bezeugt) -ist. Vgl. _Müller_ in d. »Anthropophyteia«, Bd. VIII, S. 2 (wo noch das -obersächs. _Schwippkedietrich_ als Synon. angeführt ist).] - -[Fußnote 929: ([478] auf S. 64.180) Zu _Garo_ (-ri) vgl. in der _schwäb. -Händlerspr._ (484) _Anglersgre_ = »membrum virile«. _Ohne_ Zusatz ist -_Gari_ (-ro) in _gleichem_ Sinne in einzelnen rotw. Quellen des 19. -Jahrh. angeführt (s. z. B. _Pfister_ 1812 [298], _v. Grolman_ 23 u. -T.-G. 98; _Karmayer_ 58) und auch sonst mundartlich gebräuchlich (so z. -B. im Elsaß; vgl. _Martin-Lienhardt_, Els. W.-B. II, Sp. 940). Zur -_Etymologie_ — aus der _Zigeunersprache_ (vgl. »Einleitung«, S. 30) — -s. die Lit-.Angaben in _Groß'_ Archiv, Bd. 56, S. 58, Anm. 3 u. dazu -noch _Finck_, S. 63 (_kār_, _kāro_ = »Schwanz, Schweif, männliches -Glied, Ziemer« [in den übrigen zig. W.-Büchnern usw. meist: _gāro_, -bei _Jühling_, S. 221: _Gār_]).] - -[Fußnote 930: ([479] auf S. 64.180) Zu _G(e)schmu(i)_ _vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 (_Schmoi_ = -»membr. fem.«); _Schwäb. Händlerspr._ (in _Lütz._ [215]: _G'schmu_ = -»membrum muliebre«, während in U. [214] die _Zus._ _G'schmufink_ für den -penis gebraucht wird, in _Degg._ [215] dagegen _Schmufink_ die Zigarre -bedeutet [Metapher?]). S. auch _Metzer Jenisch_ 216 (_Schmu_ = »membrum -muliebre«) sowie aus dem älteren Rotw.: _Körner's Zus. zur Rotw. Gramm._ -v. 1755 (240: _Schmoje_ = Weibesscham; _Pfister_ 1812 (305: _Schmue_ = -weibliche Scham); _Brills Nachrichten_ 1814 (324: ebenso); _v. Grolman_ -62 u. T.-G. 98 (_Schmu_); _Karmayer_ 145 (ebenso). Die Etymologie ist -unsicher. Auch _Müller_ in d. »Anthropophyteia«, Bd. VIII, S. 9 u. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 485 geben keine Erklärung. Nach A.-L. -601 soll es sich — bei der Form _Schmu(e)_ — um eine »Transposition« -von _Musch_ handeln (vgl. _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S. 346); in -_G(e)schmu(i)_ wäre dann das Wort wohl mit der (bes. bayr.-österr.) -Vorsilbe _Ge-_ versehen; vgl. das _Geschmudel_ = »feminal« (_Schmeller_, -Bayer. W.-B. II, Sp. 545 unter »schmudeln«).] - -Glück, _Dof_[931] [64.181] - -Glühwein, _gesicherter Johle_[932] - -Glut, _Funk_[933] - -gnädig, _dof_[913] - -Gold, _Fuchs_[934] - -Goldfisch, _Fuchsschwimmerling_[935] - -Goldstück, _Füchsle_ od. _Goldfüchsle_[934] - -Gottesacker, _Begerschure_[936]; vgl. Friedhof, Kirchhof - -Gottesdienst (halten), _Duft (halten)_[937] - -Gotteshaus, _Duft_[937]; vgl. Kirche - -gottlos, _lenk_, _schofel_[938] - -Grab, _Begerschure_[936] - -Grabstein, _Begerkies_[939] - -Gras, _Kupfer_[940] - -gewaltsam, _lenk_, _schofel_[938] - -Grausen (das), _Bauserich_[941] - -Greis, _Käfferle_ (d. h. eigtl. etwa »[altes] Männchen«)[942] - -grimmig, _lenk_, _schofel_[938] - -grob, " " - -groß, _grandich_ (-dig)[943] - -[Fußnote 931: ([480] auf S. 64.181) Substantivierung des Adj. _dof_ (s. -angenehm); vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38 vbd. mit S. 7, Anm. 16.] - -[Fußnote 932: ([481] auf S. 64.181) S. auskochen u. Apfelwein.] - -[Fußnote 933: ([482] auf S. 64.181) S. abbrennen.] - -[Fußnote 934: ([483] auf S. 64.181) Zu _Fuchs_ (Dimin. _Füchsle_ [od. -_Goldfüchsle_] = Goldstück, _Zus._: _Fuchsschwimmerling_ = Goldfisch) -_vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 254 u. -_Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_Fuchs_ = Gold). Über weitere Belege aus dem -Rotwelsch u. d. Kundenspr. sowie zur _Etymologie_ (metaphor. -Tierbezeichng.) s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 317 ff. u. Anm. -3 vbd. m. Bd. 55, S. 157, Anm. 1; vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, -Sp. 1808, Nr. 7.] - -[Fußnote 935: ([484] auf S. 64.181) S. Fisch.] - -[Fußnote 936: ([485] auf S. 64.181) S. absterben u. abbiegen.] - -[Fußnote 937: ([486] auf S. 64.181) S. Dom.] - -[Fußnote 938: ([487] auf S. 64.181) S. arg.] - -[Fußnote 939: ([488] auf S. 64.181) absterben u. Apfelkern.] - -[Fußnote 940: ([489] auf S. 64.181) S. Frucht.] - -[Fußnote 941: ([490] auf S. 64.181) Wohl Substantivierung des Adj. -_bauserich_ = ängstlich (s. Angst); vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. -38.] - -[Fußnote 942: ([491] auf S. 64.181) S. Bauer.] - -[Fußnote 943: ([492] auf S. 64.181) S. Adler.] - -große Arbeit, _grandicher Schenagel_[944] [64.182] - -große Augen, _grandiche Scheiling_[945] - -große Dame, _grandiche Sense_[946] - -große Kirche, _grandiche Duft_[937] - -große Nase, _grandicher Muffer_[947] - -große Schulden, _grandich Bomme_[948] - -großer Bauer, _grandicher Ruch_[949] - -großer Herr, _grandicher Sins_[946] - -großer Kopf, _grandicher Ki(e)bes_[950] - -großer Mann, _grandicher Kaffer_[951] - -großer Mund, _grandicher Giel_[952] - -großes Herrenhaus, _grandiche Sinsekitt_[953] - -Großmaul, _Grandichergiel_[952] - -Großmutter, _Grandichemamere_[954]; vgl. Mutter - -großnasig; _grandicher Muffer_[947] - -Großvater, _Grandicher-Patres_[955], vgl. Vater - -Gruft s. Grab - -Grummet, _Kupfer_[956] - -gucken (schauen, sehen), _linzen_[957], _spannen_[958] - -Gulasch, _Bossertblättling_ (d. h. eigtl. »Fleischsalat«)[959] - -[Fußnote 944: ([493] auf S. 64.182) S. abschaffen.] - -[Fußnote 945: ([494] auf S. 64.182) S. Augapfel.] - -[Fußnote 946: ([495] auf S. 64.182) S. Amtmann.] - -[Fußnote 947: ([496] auf S. 64.182) S. Aas.] - -[Fußnote 948: ([497] auf S. 64.182) S. borgen.] - -[Fußnote 949: ([498] auf S. 64.182) S. Bauer.] - -[Fußnote 950: ([499] auf S. 64.182) S. Angesicht.] - -[Fußnote 951: ([500] auf S. 64.182) S. Bauer.] - -[Fußnote 952: ([501] auf S. 64.182) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 953: ([502] auf S. 64.182) S. Amtmann u. Abort.] - -[Fußnote 954: ([503] auf S. 64.182) S. Amme.] - -[Fußnote 955: ([504] auf S. 64.182) S. Eltern.] - -[Fußnote 956: ([505] auf S. 64.182) S. Frucht.] - -[Fußnote 957: ([506] auf S. 64.182) S. anschauen.] - -[Fußnote 958: ([507] auf S. 64.182) S. gaffen.] - -[Fußnote 959: ([508] auf S. 64.182) _Blättling_ (= Salat) findet sich -auch noch in folgenden _Zus._ (nur vorne): _Schureblättling_ = -Gurkensalat, _Spronkertflösslingblättling_ = Heringsalat, -_Bolleblättling_ = Kartoffelsalat (Spr.), _Groanertblättling_ = -Krautsalat, _Schmelemerblättling_ (d. h. eigtl. »Zigeunersalat«) -= Löwenzahn (s. zur Erklärung Näh. unter diesem Worte), -_Hornikelgielblättling_ = Ochsenmaulsalat. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 343 (_Blättling_ = Salat, aber [341, -342] auch = Karte u. Teller); _Schwäb. Händlerspr._ 485 (_Bl[^æ]tling_ -[in _Pfedelb._ (212): _Blättling_] = Salat); s. auch _Pleißlen der -Killertaler_ 434 (_Blättlinger_ = Salat, aber auch Kuchen). Der -_Etymologie_ nach gehört der Ausdr. ohne Zweifel zu »Blatt«, während -_Blättling_ = Kuchen (richtiger _Plattling_ [s. z. B. _Schlemmer_ 1840 -(369)]), Teller (s. oben u. auch _sonst_ im Rotw. des 19. Jahrh.) oder -Tisch (s. z. B. _v. Grolman_ 9 u. T.-G. 127) mit »Platte« od. »platt« -zusammenhängt. Vgl. _Pott_ II, S. 38 u. _Günther_, Rotwelsch S. 61.] - -Gurke, _Schure_[960] [64.183] - -Gurkensalat, _Schureblättling_[959] - -günstig, _dof_, _duft_[961] - -günstiger Bursche, _dufter Benges_ od. _Benk_[962], _dufter -Fi(e)sel_[963], — _Freier_[964] - -günstiges Mädchen, _dufte Model_[965] - -Gürtel, _Schure_[960] - -gut, _dof_[961] - -gute Frau, _dofe Goi_[966], _dofe Mos(s)_[967] - -guter Bursche, _dofer Benges_ (Benk)[962], — _Fi(e)sel_[963], — -_Freier_[964] - -guter Mann, _dofer Kaffer_[951] - -gutes Mädchen, _dofe Model_[965] - -gütig, _dof_[961] - -gutmütig, " - -[Fußnote 960: ([509] auf S. 64.183) S. abbiegen.] - -[Fußnote 961: ([510] auf S. 64.183) S. angenehm.] - -[Fußnote 962: ([511] auf S. 64.183) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 963: ([512] auf S. 64.183) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 964: ([513] auf S. 64.183) S. Fremder.] - -[Fußnote 965: ([514] auf S. 64.183) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 966: ([515] auf S. 64.183) S. böse Frau.] - -[Fußnote 967: ([516] auf S. 64.183) S. Bauernfrau.] - - - H. [64.297] - -Haar, _Strauberts_[968] - -haarig, _straubertsich_[968] - -Haarnadel, _Straubertsschure_[969] - -Haaröl, " - -Haber s. Hafer - -habgierig, _bikerich_[970] - -Hacke, _Dogschure_ (d. h. eigtl. ein »Hauding«, zu _dogen_ = hauen)[971] - -Häckerling, Häcksel, _Kupfer_[972] - -Hafen s. Toof - -Hafer, _Kupfer_[972], _Spitzling_[973]; vgl. Futter - -[Fußnote 968: ([1] auf S. 64.297) S. Augenbrauen.] - -[Fußnote 969: ([2] auf S. 64.297) S. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 970: ([3] auf S. 64.297) S. Abendessen.] - -[Fußnote 971: ([4] auf S. 64.297) S. abgeben und abbiegen. — Auch die -zigeun. Vokabel für Hacke (_dawmáskeri_) soll nach _Liebich_, S. 206 -eigtl. soviel wie ein »Hauding« bedeuten.] - -[Fußnote 972: ([5] auf S. 64.297) S. Frucht.] - -[Fußnote 973: ([6] auf S. 64.297) Zu _Spitzling_ = Hafer _vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Schwäb. Händlerspr._ 481 (_Spitzling_ [od. -(seltener) _Spitz_] = Hafer; Nebenbdg. [488]: Weidenbaum), während das -_Pfulld. J.-W.-B._ 340 dafür _Spitzgib_ (od. bloß _Gib_ [s. oben unter -»Frucht«]) hat und das _W.-B. des Konst. Hans_ 255 u. _Schöll_ 271 -_Spitznase_ für »Gerste« kennen. Im sonstigen Rotwelsch kommt -_Spitzling_ zwar schon seit d. 16. Jahrh. (s. _Lib. Vagat_ [55]) für den -Hafer vor, hat jedoch auch noch mehrere Nebenbedeutungen, wie -(Näh-)Nadel, Nagel, Ahle (Pfriem) u. Messer; s. _Günther_, Rotwelsch, S. -60 vbd. mit _Schütze_, S. 93 (nach dem noch heute _Spitzling_ = Hafer -»besonders in Süddeutschland von fahrenden Künstlern u. dgl., die für -ihr Wagenpferd fechten«, gebraucht werden soll).] - -Häfner, _Nollespflanzer_[974] [64.298] - -Haft, _Dofes_[975], _Kittle_[976], _Lek_[975] - -Hahn, _Grandiche-Gachne_ (d. h. »große Henne« od. »großes Huhn«)[977] - -Halbstiefel, _Halbtrittleng_[978] - -halbtot, _halbdeist_[979] - -halbtrunken, _halbgeschwächt_[980] - -Hals, _Ki(e)bes_[981] - -Halskette, _Ki(e)besschlang_[982] - -[Fußnote 974: ([7] auf S. 64.298) S. Fleischhafen u. anbrennen.] - -[Fußnote 975: ([8] auf S. 64.298) S. Arrest.] - -[Fußnote 976: ([9] auf S. 64.298) S. Abort.] - -[Fußnote 977: ([10] auf S. 64.298) Diese Bezeichnung ist den Zigeunern -(die sonst ja ähnliche Umschreibungen wohl kennen [s. z. B. _bāri -pāpin_ (jen.: _grandich Babing_), d. h. »(sehr) große Gans« = -Schwan]) nicht bekannt; vgl. auch, »Vorbemerkung«, S. 19, Anm. 49. — -Mit _Gachne_ = Henne, Huhn (Dimin. _Gachnele_ = »Küchlein«) ist auch -eine Reihe von _Zusammensetzgn._ gebildet worden, nämlich: a) _am -Anfang_: _Gachnekitt_ = Hühnerhaus, _Gachnetritt_ = Hühnerfuß, -_Gachnekeiluf_ = Hühnerhund, _Gachnestenkert_ = Hühnerstall; b) _am -Ende_: _Bäzemegachne_ (d. h. eigtl »Eierhuhn«) = Legehuhn, -_Krachergachne_ (d. h. eigtl. »Waldhuhn«) = Rebhuhn (s. d. betr. -Übereinstimmg. mit d. Zigeun.), _Flu(h)tegachne_ = Wasserhuhn. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94 (_Kachine_ = -Huhn); _Sulzer_, _Zigeunerliste_ 1787 (251: _Gachene_ = Hennen); _W.-B. -des Konst. Hans_ 254 (_Gachene_ [sing.] = Henne); _Schöll_ 271 (ebenso); -_Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_Gachem_ = Henne); _Schwäb. Händlerspr._ 482 -(_Kachum_ = Henne [in _Pfedelb._ (210): dafür _Gagak_]). Zur -_Etymologie_ des Wortes — aus der _Zigeunersprache_ (vgl. »Einleitung«, -S. 30) — s. Näh. bei _Pott_ II, S. 16, _Günther_, Rotwelsch, S. 31 u. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 142 (unter »Kachine«) vbd. mit _Pott_ -II, S. 91 (unter »Kachni«), _Liebich_, S. 141, 208 u. 211 (_kachní[n]_ = -Huhn, Henne), _Miklosich_ Beitr. I/II, S. 29, III, S. 11 u. -Denkschriften, Bd. 26, S. 228 (unter »kahni«: bei d. _deutsch._ Zigeun.: -_kachni[n]_), _Jühling_, S. 223 (_Kachni_ = Huhn, plur.: _-ia_) u. -_Finck_, S. 62 (_káxni_, _káxnin_ od. _káxli_ = »Huhn, Henne«). Bei der -Form _Gagak_ — bei den schwäb. Händlern in _Pfedelbach_ (s. oben) — -liegt wohl eine — ev. zugleich mit Anlehnung an das zigeun. Stammwort -vorgenommene — lautnachahmende Bildung (mit Bez. auf das »Gackern« der -Hennen) vor, wie sie bes. die Kindersprache liebt. S. auch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. III, Sp. 16.] - -[Fußnote 978: ([11] auf S. 64.298) S. Ferse.] - -[Fußnote 979: ([12] auf S. 64.298) S. ermorden.] - -[Fußnote 980: ([13] auf S. 64.298) S. Amme; vgl. berauscht.] - -[Fußnote 981: ([14] auf S. 64.298) S. Angesicht.] - -[Fußnote 982: ([15] auf S. 64.298) Mit _Schlang_ = Kette, Leine (Spr.) -sind noch folgende _Zus._ gebildet (nur _am Ende_): _Loslingschlang_ -(eigtl. »Ohrkette«) = Ohrring, _Blibelschlang_ (eigtl. »Betkette«) = -Rosenkranz (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.), _Lubertschlang_ -= Uhrkette. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 90, 95 (_Schlangen_ = Borten, Ketten); _Pfulld. J.-W.-B._ -337 (_Schlang_ = Kette; vgl. [341] das Zeitw. _schlangen_ = -anschließen); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 71 (_Schlange_ = Kette); -_Schwäb. Händlerspr._ 483 (_Schlang_ = Kette [in _Degg._ (215) dagegen: -_Schlang(e)_ = Wurst]). Über weitere Belege des Wortes (einer alten -_Metapher_ aus dem Tierreiche) im Rotwelsch s. Näh. in _Groß'_ Archiv, -Bd. 42, S. 72 u. Anm. 1 (unter »Schlangemer«).] - -halt das Maul!, _schupf dich auf!_[983] [64.299] - -Hammel, _Jerusalemsfreund_[984]; vgl. Schaf - -Hand, _Fehma_[985], _Grif(f)leng_[986] - -[Fußnote 983: ([16] auf S. 64.299) S. aufhören.] - -[Fußnote 984: ([17] auf S. 64.299) Mit _Jerusalemsfreund_ = Schaf -(Hammel) sind gebildet die _Verbdgn._ _grandich Jerusalemsfreund_ = -Schafbock u. folgende _Zus._: _Jerusalemsfreundbenk_ od. -_-schure_ = Hirt, Schäfer, _Jerusalemsfreundmodel_ = Schäferin, -_Jerusalemsfreundkib_ = Schäferhund, _Jerusalemsfreundschenegler_ = -Schäferknecht, _Jerusalemsfreundstenkert_ = Schafstall, -_Jerusalemsfreundstrauberts_ (d. h. eigtl. »Schafhaare«) = Wolle (s. d. -betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.). — Diese auffällige Bezeichnung -(die nach e. Mitteilg. _Wittichs_ bes. bei den Bürstenhändlern u. -Schirmflickern des schwäb. Dorfes _Lützenhardt_ gebräuchlich sein soll) -findet sich _weder_ in dem _verw. Quellenkreise_ _noch_ m. Wiss. sonst -im Rotw. u. ihm verw. Geheimsprachen. Zur Erklärung dürfte vielleicht -herangezogen werden die Verwendung des Ausdr. _Jerusalem_ für eine -bestimmte _Klee_sorte (Jerusalemsklee, Trifolium hierosolimitanum; vgl. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 94) wie überhaupt auch sonst noch in -_Pflanzennamen_ (vgl. dazu schon _Frisch_, Teutsch-Latein. W.-B., Berl. -1741, Bd. I, S. 186; _Grimm_, D. W.-B. IV, 2, Sp. 2312; Schweiz. Idiot. -III, Sp. 67). Da nun schon im ältern Rotw. für das Schaf die Benennung -_Kleebeißer_ gebräuchlich gewesen (s. z. B. _A. Hempel_ 1687 [169] u. -dann öfter; vgl. _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 276), so wäre der Übergang -hiervon zu dem »Freund« guten Klees, dem »_Jerusalemsfreund_«, wohl -leicht gegeben.] - -[Fußnote 985: ([18] auf S. 64.299) _Fehma_ = Hand (Hände) ist demnach -doch im Jenisch noch _nicht_ völlig veraltet (vgl. »Einleitung«, S. 25, -Anm. 61), jedoch erscheint es außer in der Verbindg. _Fehma ste(c)ken_ = -die Hände geben wenig gebräuchlich, namentl. _nicht_ in Zusammensetzgn., -während mit dem Synon. _Grif(f)ling_ (-leng) eine Reihe solcher gebildet -ist (vgl. Näh. schon unter »Daumen«). _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_Feme_ = Hand, plur. _Fenem_ -[wohl verschrieben], u. _Fehm¶a¶_ [sic] _stecken_ = die Hand geben -[wogegen _Griffling_ hier »Handschuhe« bedeutet); _W.-B. des Konst. -Hans_ 256 (_Fehma_ = Hand); _Schöll_ 272 (_Feme_ = Hand); _Pfulld. -J.-W.-B._ 337, 340 (_Fehma_ = Arm, Hand, _Fehma stecken_ = die Hand -geben); in der _schwäb. Gaun.-, Kunden- u. Händlerspr._ nicht mehr -bekannt, dagegen noch im _Metzer Jenisch_ 216 (_Fēm_ = Hand). Über -weitere Belege im Rotwelsch sowie die _Etymologie_ des Wortes (wohl vom -_nord._ Zahlwort _fem_ = 5, mit Bez. auf die fünf Finger der Hand) s. -Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 65, 66 u. Anm. 1. _Fischer_, Schwäb. -W.-B. II, Sp. 1051 (unter »Feme«) hat keine Erklärung hinzugefügt.] - -[Fußnote 986: ([19] auf S. 64.299) S. Daumen.] - -Handarbeit, _Grif(f)lengsschenagel_[987] [64.300] - -Hände, die — geben, _Fehma_ od. _Grif(f)leng ste(c)ken_[988] - -handeln, _verbaschen_, _vergremen_, _verkemeren_[989], -_verkitschen_[990] - -Handelsbursche, _Verbascher_, _Vergremerer_[991], -_Verkemerers-Benk_[992] od. _-Fi(e)sel_[993] - -Handelsfrau (-weib), _Verbaschere_, _Vergremere_, _Verkemerere_[991], -_Vergremmos(s)_[994] - -Handelsmädchen, _Vergremere_[991], _Verkemeresmodel_[995] - -Handelsmann, _Verkemerer_[991], _Vergremerskaffer_ od. -_Verkemerskaffer_[996] - -Handgemenge, _Hamore_[997] - -[Fußnote 987: ([20] auf S. 64.300) S. abschaffen.] - -[Fußnote 988: ([21] auf S. 64.300) S. (betr. _ste[c]ken_) beschenken.] - -[Fußnote 989: ([22] auf S. 64.300) S. (zu allen drei Ausdr.) abkaufen.] - -[Fußnote 990: ([23] auf S. 64.300) Das Zeitw. _verkitschen_ = handeln, -verkaufen (s. dazu die Ableitg. _Verkitscher_ = Verkäufer) findet sich -(in dem _verw. Quellenkr._) auch in der _schwäb. Gaun.-, Kunden- u. -Händlerspr._ (s. _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 71, 77 [_kitschen_ = -kaufen, _verkitschen_ = verkaufen]; _Schwäb. Händlerspr._ 487 -[_verkitschen_ od. _vergitschen_ = verkaufen]), auch ist es — in etwas -abweichender Form (nämlich _verkitzen_ [od. _verklitschen_]) u. im etwas -_engeren_ Sinne (nämlich »erbetteltes Zeug verkaufen«) der _älteren -Kundenspr. überhaupt_ bekannt gewesen (s. _Ku._ III [429]). Zur -_Etymologie_: Nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1194 (unter -»verkitschen«) u. IV, Sp. 426 (unter »kitschen«) bedeutet in der schwäb. -Mundart _(ver)kitschen_ »im Kleinen (ver)handeln«, dann spezieller auch -»auf listige Art (ver)kaufen« (vgl. bei _Grimm_, D. W.-B. XII, Sp. 641: -_verkitschen_ = »auf unehrliche Weise verkaufen«) und könnte vielleicht -gedeutet werden als eine Ableitung von _Kitsch_, das u. a. für »kurzes -Holz, Abfall von Reisig, schlechte Holzware« vorkommt. In der letzteren -Bedeutg. (»schlechte Holzware«) stimmt _Kitsch_ merkwürdig zu dem -(neuerdings — bes. für schlechte Gemälde — sehr beliebt gewordenen) -Künstlerausdruck _Kitsch_ = »wertloser Schund« (s. _Fischer_, a. a. O.), -der jedoch nach der Z. d. Allgem. Deutsch. Sprachv., Jahrg. 24 (1909), -Sp. 126 erst aus dem oben erwähnten Zeitw. _(ver)kitschen_ entstanden -sein soll (wofür auf die Wiedergabe seiner Bedeutg. bei _Schmeller_, -Bayer. W.-B. I, Sp. 1313 [durch »etwas für Geld anbringen, los werden, -z. B. _ein Gemälde verkitschen_«] verwiesen worden).] - -[Fußnote 991: ([24] auf S. 64.300) S. abkaufen.] - -[Fußnote 992: ([25] auf S. 64.300) S. (betr. _Benk_) brauchbarer -Bursche.] - -[Fußnote 993: ([26] auf S. 64.300) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 994: ([27] auf S. 64.300) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.] - -[Fußnote 995: ([28] auf S. 64.300) S. (betr. _Model_) Beischläferin.] - -[Fußnote 996: ([29] auf S. 64.300) S. (betr. _Kaffer_) Bauer.] - -[Fußnote 997: ([30] auf S. 64.300) S. Fehde.] - -Handschuh, _Grif(f)lengstrittleng_[998] [64.301] - -Handschuhmacher, _Grif(f)lingstrittpflanzer_[999] - -Handwerksbursche, _Konde_ od. _Kunde_[1000] - -hängen (= aufhängen, henken), _schnüren_[1001] - -Harfe, _Niklengschure_ (d. h. etwa »Spielding«)[1002] - -Harmonika, " " " - -Harn (Urin), _Flösle_, _Flösslete_, _Flösselflu(h)te_[1003] - -harnen, _flössle_[1003]; vgl. auch regnen - -hartherzig, _lenk_, _schofel_[1004] - -Hase, _Langohr_[1005] - -Hasenessen, _Langohrbikus_[1006] - -Haselnuß, _Jahrekrächerle_ od. _Kracherkrächerle_ (d. h. eigtl. -»Waldnuß«)[1007] - -haßartig, _lenk_, _schofel_[1004] - -[Fußnote 998: ([31] auf S. 64.301) S. Daumen u. Ferse. — Synon. wohl -auch _Grif(f)lingstritt_, wie aus der Zus. _Grif(f)lingstrittpflanzer_ = -Handschuhmacher zu schließen.] - -[Fußnote 999: ([32] auf S. 64.301) Vgl. die vor. Anm. a. E.; betr. -_-pflanzer_ s. anbrennen.] - -[Fußnote 1000: ([33] auf S. 64.301) Zu _Konde_ od. _Kunde_ (= -Handwerksbursche) vgl. (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ -340 (_Talfkunde_ = Handwerksbursche [zugleich wohl _erster_ Beleg für -das Wort im Rotw. _überhaupt_]); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 70 -(_Kunde_ = Handwerksbursch); _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_Kundi_ [in -_Pfedelb._ (209): _Kunde_] = Bettler). Über weitere Belege im Rotwelsch -(nach 1820) u. in der Kundenspr. (Bedtg. meist: _wandernder_ -Handwerksbursche, Vagabund u. dgl.) sowie d. _Etymologie_ des Wortes (zu -»kennen«, also eigtl. soviel wie »der Bekannte«, als Anrede der Kunden -unter sich) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 8, 9.] - -[Fußnote 1001: ([34] auf S. 64.301) S. aufhängen.] - -[Fußnote 1002: ([35] auf S. 64.301) S. aufspielen u. abbiegen.] - -[Fußnote 1003: ([36] auf S. 64.301) S. austreten (leicht) u. (betr. -_Flu[h]te_) abbrühen.] - -[Fußnote 1004: ([37] auf S. 64.301) S. arg.] - -[Fußnote 1005: ([38] auf S. 64.301) Zu _Langohr_ = Hase, auch Kaninchen -(_Zus._: _Langohrbikus_ = Hasenessen) _vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_Grünspreit-Langohr_ = Hase [zu -_Grünspreit_ = Feld], während _Langohr_ [ohne Zusatz] hier = Esel ist); -_Schwäb. Händlerspr._ 481 = Hase [in _Pfedelb._ (210) _auch_ = Esel); s. -auch _Regensb._ Rotwelsch 490 (_Langöhrl_ = Hase). Im sonst. Rotw. tritt -_Langohr_ zunächst für den Esel auf (s. z. B. _Hildburgh. W.-B._ 1753 -ff. [229], während d. Hase hier _Langfuß_ heißt, in _Körners Zus. zur -Rotw. Gramm._ v. 1755 [240] aber zwischen _gross Langohr_ = Esel u. -_klein Langohr_ [od. _Langfuß_] = Hase unterschieden ist), seit d. 19. -Jahrh. dagegen überwiegt die Bedeutg. »Hase« (s. schon _Pfister_ 1812 -[301] u. a. m.). Es handelt sich hierbei um eine der vielen, bes. gerade -zur Kennzeichnung der Tiere im Rotwelsch beliebten partes pro toto; vgl. -_Pott_ II, S. 23; _Günther_, Rotwelsch, S. 58; _Fischer_, Schwäb. W.-B. -IV, Sp. 985.] - -[Fußnote 1006: ([39] auf S. 64.301) S. (betr. _Bikus_) Abendessen.] - -[Fußnote 1007: ([40] auf S. 64.301) Betr. _Jahre_ od. _Kracher_ = Wald -s. Ananas. — Mit _Krächerle_ = Nuß (Nüsse) sind auch noch gebildet die -_Zusammensetzgn._: _Krächerlestöber_ (i. d. Spr.: _Krächerstöber_ [wohl -versehentlich]) = Nußbaum u. _Krächerlekies_ = Nußkern. In dem _verw. -Quellenkr._ lauten die Formen (im wes. Übereinstimmg. mit dem Rotw. -_überhaupt_ [s. z. B. schm. _Lib. Vagat_ (54) u. dann öfter]): -_Krächling_ od. _Kracherling_. _Vgl._ _Dolm. der Gaunerspr._ 93, 97 -(_Kracherling_ = Nuß, _Heckenkracherling_ = Haselnuß); _Pfulld. -J.-W.-B._ 338, 342 (_Krächling_ = Baumnuß, Nuß; Nebenbedtg. [346]: -Zahn); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 73 (_Krächling_ = Nuß); _Schwäb. -Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [212]: _Krächling_, in U. [214]: -_Kracherling_). Zur _Etymologie_ (vom deutsch. Zeitw. »krachen«) s. -_Pott_ II, S. 38; _A.-L._ 562 (unter »Kracher«); _Günther_, Rotwelsch, -S. 61; _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 663 (unter »Krachling«).] - -Haube, _Oberman(n)_[1008] [64.302] - -hauen, _dogen_ od. _doken_[1009], _ste(c)ken_[1010], _stenzen_[1011] - -Hauer (wilder Eber), _Balo_, _Groanikel_[1012] - -häufig, _grandich_[1013] - -Haupt, _Ki(e)bes_[1014] - -Haupthaar, _Ki(e)besstrauberts_[1015] - -Hauptmann, _Grandicher-Lanenger_. Mit _Lanenger_ werden alle Soldaten -(ohne Unterschied der Waffengattung) bezeichnet, Offiziere nur unter -Hinzufügung der Eigenschaftswörter _dof_ od. _grandich_, also _dofer -Lanenger_, d. h. eigtl. guter (od. besserer) Soldat, od. _grandicher -L._, d. h. großer, hoher (od. höherer) Soldat[1016] - -[Fußnote 1008: ([41] auf S. 64.302) S. Fingerhut.] - -[Fußnote 1009: ([42] auf S. 64.302) S. abgeben.] - -[Fußnote 1010: ([43] auf S. 64.302) S. beschenken.] - -[Fußnote 1011: ([44] auf S. 64.302) S. Ast.] - -[Fußnote 1012: ([45] auf S. 64.302) S. Eber.] - -[Fußnote 1013: ([46] auf S. 64.302) S. Adler.] - -[Fußnote 1014: ([47] auf S. 64.302) S. Angesicht.] - -[Fußnote 1015: ([48] auf S. 64.302) S. (betr. _Strauberts_) -Augenbrauen.] - -[Fußnote 1016: ([49] auf S. 64.302) S. dazu auch die Bemerkgn. in d. -Anm. zu »Bischof«. — _Lanenger_ = Soldat (Krieger, Kriegsmann), plur. -_Lanengere_ = Soldaten (Militär, Truppen), ist im W.-B. auch für »Husar« -und »Infanterist« angeführt worden (vgl. _Wittichs_ Bemerkg. oben im -Text). — Die _Verbindg._ _grandich Lanenger_ (mit der Bedeutg. »[sehr] -viele Soldaten«) wird für »Heer« gebraucht (vgl. schon oben unter -»Bischof« sowie betr. die Übereinstimmg. mit d. Zigeun. noch weiter -unten unter »Heer«). Als _Zusammensetzgn._ mit dem Wort erscheinen: -_Lanengeroberman(n)_ (d. h. eigtl. »Soldatenhut«) = Helm, -_Lanengerlechem_, _-lehm_ oder _-maro_ (d. h. »Soldatenbrot«) -= Kommißbrot (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.), -_Lanengerbegerkitt_ (d. h. »Soldatenkrankenhaus«) = Lazarett, -_Lanengerkluft_ (d. h. »Soldatenkleidung«) = Montur, _Lanengermoss_ = -Soldatenfrau, _Lanengerbeiz_ od. _-kober_ = Soldatenwirtschaft. _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 -(_Laninger_ = Soldat); _Schöll_ 271 (_Launinger_); _Pfulld. J.-W.-B._ -338, 339, 344 (_Laninger_ = Soldat, aber auch Bettelvogt, -_Schmirlaninger_ = Wache, _Haurigerlaninger_ = Schildwache); _Schwäb. -Händlerspr._ 483, 486 (_Laninger_ od. _Lanenger_ = Soldat, erstere Form -[neben _Lner_] auch = Landjäger). Über weitere Belege im Rotwelsch -sowie die (nicht sichere) _Etymologie_ des Wortes s. Näh. in _Groß'_ -Archiv, Bd. 42, S. 26 ff. (unter »Lenninger«); vgl. auch noch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. IV, Sp. 989 (der auf einen ev. Zusammenhang mit »Land«, -wie in »Landsknecht [Lanzer, Landel]« hinweist).] - -Haus, _Kitt_[1017] [64.303] - -Hausfrau, _Kittmos(s)_[1018] - -Hausherr, _Kittkaffer_[1019] - -Haushund, _Kittkeiluf_[1020] od. _Kittkip_[1021] - -hausieren (gehen), _schenzieren_ (_bosten_ od. _pfichen_) (Spr.)[1022] - -[Fußnote 1017: ([50] auf S. 64.303) S. Abort.] - -[Fußnote 1018: ([51] auf S. 64.303) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau; vgl. -auch die Anm. zu »Hauswirt«.] - -[Fußnote 1019: ([52] auf S. 64.303) S. Bauer.] - -[Fußnote 1020: ([53] auf S. 64.303) Mit _Keiluf_ = Hund, auch spezieller -Pudel, sind noch folgende _Zusammensetzgn._ gebildet: a) _im Anfang_: -_Keilufkitt_ = Hundehütte, _Keilufstenkert_ = Hundestall; b) _am Ende_: -_Gachnekeiluf_ = Hühnerhund, _Bu(t)zekeiluf_ = Polizeihund. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94 (_Keluf_); -_W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Kohluf_); _Schöll_ 271 (ebenso): _Pfulld. -J.-W.-B._ 340 (_Gilof_); _Schwäb. Händlerspr._ 482 (_Kailuf_); s. auch -_Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Kêluf_). Über noch weitere rotw. Belege sowie -die _Etymologie_ des Wortes (vom gleichbed. hebr. _keleb_) s. Näh. bei -_Weber-Günther_, S. 156 (unter »Keilef«); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 309 (unter »Kailuf«).] - -[Fußnote 1021: ([54] auf S. 64.303) Mit _Kip_ oder (häufiger) _Kib_ -(plur. _Kibe_, Dimin. _Kible_ [Spr.]), Synon. zu _Keiluf_ (daher _auch_ -= Pudel), sind noch mehr _Zusammensetzgn._ gebildet als mit letzteren, -nämlich: a) _im Anfang_: _Kibe(n)bossert_ = Hundefleisch, _Kibekitt_ (= -Keilufkitt), _Kibekafler_ = Hundemetzger, _Kibestenkert_ (= -Keilufstenkert), _Kibeschwächerle_ = Hundezitzen; b) _am Ende_: -_Stierer-_ od. _Stenzelkib_ (= Gachnekeiluf), _Stupfelkib_ = Igelhund -(Spr.), _Bu(t)zekib_ (= Bu(t)zekeiluf), _Jerusalemsfreundkib_ = -Schäferhund, _Flu(h)tekib_ = Seehund, _Schmelemerkib_ = Zigeunerhund. -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 254 -(_Kipp_ = Hund [wohl zugleich erster Beleg im Rotw. überhaupt]); -_Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_Kib_); _Schwäb. Händlerspr._ 482 (_Kipp_); s. -auch _Metzer Jenisch_ 216 (ebenso). Die _Etymologie_ des (auch in sonst. -rotw. Quellen des 19. Jahrh. noch vereinzelt anzutreffenden) Wortes -bleibt dunkel; auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 388 gibt keinen -Aufschluß darüber.] - -[Fußnote 1022: ([55] auf S. 64.303) Betr. _bosten_ u. _pfichen_ s. -abgehen. — Zu _schenzieren_ = hausieren finde ich keinen Beleg in -anderen Quellen. Dagegen kennt das _Metzer Jenisch_ 216 _sch¶r¶anze_ in -gleicher Bedeutung, während schon _Schöll_ 269 ein Subst. -_Sch¶r¶enzierer_ als Synon. für die sonst als _Scheinspringer_ -bezeichneten Gauner (die sich bei Tage in Wohnungen einschleichen, um zu -stehlen) anführt, das auch A.-L. 604 neben der Form _Sch¶ra¶nzierer_ (zu -dem Zeitw. _schr¶a¶nzieren_ od. _schrenzieren_ = »sich [unter -irgendeinem Vorwande] in Häuser [bes. Gasthöfe] einschleichen, um zu -stehlen [oder zu baldowern]«) erwähnt u. vom ahd. _schr¶a¶nz_ = List -hergeleitet hat. Indessen liegt es wohl mindestens ebenso nahe, das -rotw. _Schrende_ (Schr¶a¶ntz, Schren[t]z[e] u. ä. = Stube (vgl. _Groß'_ -Archiv, Bd. 54, S. 165/66, Anm. 3) als Quelle dafür heranzuziehen, das -zugleich auch für _schranze_ = hausieren passen würde. Danach aber -dürfte dann vielleicht auch in _Wittichs_ Jenisch statt _schenzieren_ -richtiger _sch¶r¶enzieren_ zu lesen sein.] - -Hausknecht, _Kittschenegler_[1023] [64.304] - -Hausmagd, _Kittscheneglere_ - -Hausmutter, _Kittmamere_[1024] - -Hausschlüssel, _Kittglitschin_[1025] - -Hausvater, _Kittpatris_[1026] - -Hauswirt, _Fehtekaffer_ (Dimin.: _-käfferle_ [Spr.])[1027]; vgl. -Herberge - -Hebamme, _Deiselmos(s)_ od. _Disselmos(s)_[1028] - -Hebräer, _Kaim_[1029]; vgl. Juden - -[Fußnote 1023: ([56] auf S. 64.304) S. (betr. _Schenegler_) abschaffen.] - -[Fußnote 1024: ([57] auf S. 64.304) S. Amme.] - -[Fußnote 1025: ([58] auf S. 64.304) S. Dietrich.] - -[Fußnote 1026: ([59] auf S. 64.304) S. Eltern.] - -[Fußnote 1027: ([60] auf S. 64.304) Betr. _Kaffer_ s. Bauer. — Mit -_Fehte_ = Herberge (Quartier, Wohnung) sind (außer _Fehtekaffer_, das -auch durch »Herberggeber«, »Herbergsvater« und »Quartierherr« -wiedergegeben) noch zusammengesetzt: _Fehteulme_ = Herbergsleute (Spr.), -_Fehtefi(e)sel_ od. _-freier_ = Quartierbursche, _Fehtemos(s)_ od. -_-sinse_ = Quartierfrau (ersteres in den Spr. durch »Hausfrau« -wiedergegeben), _Fehtesins_ = Quartiersherr (also Syn. zu _Fehtekaffer_) -u. _Fehtemodel_ = Quartiermädchen. _Ableitung_: _fehten_ = übernachten, -auch das »Übernachten erlauben« (v. S. des Wirts) nach Spr. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Schöll_ 272 (_Fede_ = Herberge; _Pfulld. -J.-W.-B._ 343 (_Fede_ = Quartier; vgl. [338] das Zeitw. _feden_ = -beherbergen); _Schwäb. Händlerspr._ 479 (_Fêde_ = Bett [in _Pfedelb._ -(212) _auch_ = Quartier; vgl. ebd.: _in d' Fede hotschen_ = schlafen]); -auch sonst im Rotw. seit Anf. des 18. Jahrh. (s. _Basl. Glossar_ v. 1733 -[201] hin und wieder angeführt. Zur (nicht sicheren) _Etymologie_ s. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. II. Sp. 999/1000, wonach die Bedeutung -»Quartier« aus dem ital. _fede_ im Sinne von »Verschreibung« (warum?), -die Bedeutung »Bett« aber aus unserem deutsch. »Feder« erklärt werden -könnte.] - -[Fußnote 1028: ([61] auf S. 64.304) S. gebären und Bauernfrau.] - -[Fußnote 1029: ([62] auf S. 64.304) _Kaim_ = Jude (Hebräer), fem.: -_Kaime_, plur.: _Kaimen_, erscheint noch in der _Zus._ _Kaimkolb_ (d. h. -»Judengeistlicher«) = Rabbiner (s. d. betr. Übereinstimmg. m. d. -Zigeun.). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ -94 (_Kaim_ = Jude); _Pfulld. J.-W.-B._ 341 (ebenso); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 71 (_Keim_ [_Gheim_, _Goim_] = Juden); _Schwäb. Händlerspr._ -482 (_Kaim_ [in _Pfedelb._ (210): _Keim_] od. _Kaimchen_ = Jude). Über -weitere Belege im Rotw. sowie die _Etymologie_ (aus dem Hebr. -[_chajjim_]) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 48, S. 323/24 u. Anm. 2. -_Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1286 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, -Sp. 143 geben keine genügende Erklärung.] - -Heer, _grandich Lanenger_ (d. h. »[sehr] viele Soldaten«)[1030] [64.305] - -heftig, _lenk_, _schofel_[1031] - -Heidelbeere, _Jahresäftling_ od. _Krachersäftling_[1032] - -Heidelbeerkuchen, _Krachersäftlingbrandling_[1033] - -heil, _dof schef(f)t's_ (d. h. »es ist [geht] gut«)[1034] - -heilig, _bliblich_[1035] - -heiliger Geist, _bliblischer Schuberle_[1036] - -heilsam, _dof_[1037] - -Heirat, _Vergrönerei_[1038] - -heiraten, _vergröneren_[1038] - -Heißhunger, _grandich Bogelo_ od. _grandich Put(t)lak_[1039] - -heizen, _funken_[1040] - -Heizer, _Funkpflanzer_[1041] - -hell, _schei_ (= _Schei_)[1042] - -Helle, _Schei_[1042] - -Helm, _Lanengeroberman(n)_, d. h. »Soldatenhut«)[1043] - -Hemd, _Hamfert_[1044], _Staud_[1045] - -[Fußnote 1030: ([63] auf S. 64.305) S. Hauptmann u. vgl. Bischof. — -Dieselbe Umschreibung kennt nach _Liebich_, S. 207 auch die Zigeunerspr. -(_but līrde_, d. h. »viel Soldaten« = Heer).] - -[Fußnote 1031: ([64] auf S. 64.305) S. arg.] - -[Fußnote 1032: ([65] auf S. 64.305) S. Ananas.] - -[Fußnote 1033: ([66] auf S. 64.305) S. (betr. _Brandling_) Apfelkuchen.] - -[Fußnote 1034: ([67] auf S. 64.305) S. angenehm u. daher (a. E.).] - -[Fußnote 1035: ([68] auf S. 64.305) S. anbeten.] - -[Fußnote 1036: ([69] auf S. 64.305) S. (betr. _Schuberle_) Geist.] - -[Fußnote 1037: ([70] auf S. 64.305) S. angenehm.] - -[Fußnote 1038: ([71] auf S. 64.305) S. Ehe.] - -[Fußnote 1039: ([72] auf S. 64.305) S. Adler u. Appetit.] - -[Fußnote 1040: ([73] auf S. 64.305) S. abbrennen.] - -[Fußnote 1041: ([74] auf S. 64.305) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1042: ([75] auf S. 64.305) S. alltäglich; über _schei_ als Adj. -gebr. vgl. auch »Vorbemerkg.« S. 15, Anm. 38 a. E.] - -[Fußnote 1043: ([76] auf S. 64.305) S. Hauptmann u. Fingerhut.] - -[Fußnote 1044: ([77] auf S. 64.305) Diese Vokabel findet sich in ganz -gleicher Form _und_ Bedeutung in der _Schwäb. Händlerspr._ in _Degg._ -(215), während für _Lütz._ (214) die Schreibung _Ha¶n¶fert_ angeführt -ist. Sie dürfte aufzufassen sein als eine (mit der typischen Endung -_-ert_ versehene) Abkürzung (durch Weglassung der Endsilbe, sog. -_Apokope_) von dem älteren — als eine Art _pars pro toto_ (nach dem -_Hauptbestandteil_) erscheinenden — Synon. _Hanfstaud(e)_ (s. schon -_Lib. Vagat._ [54] u. a. m., so z. B. auch _Dolm. der Gaunerspr._ 93 -sowie noch _Schwäb. Händlerspr._ 482). Vgl. _Pott_ II, S. 23 und -_Günther_, Rotwelsch, S. 67 vbd. mit _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. -1145 (unter »Hanfert«) u. 1146 (unter »Hanfstaude«); s. auch die -folgende Anm.] - -[Fußnote 1045: ([78] auf S. 64.305) Für _Staud_ = Hemd sind aus dem -_verw. Quellenkr._ anzuführen: _Pfullend. J.-W.-B._ 340 und _Schwäb. -Händlersprache_ 482 (neben _Hanfstaude_ [s. oben Anm. 1044], in -_Pfedelb._ [210]: _Staude_ neben den längeren Synon. _Hanf-_, -_Flächse-_, _Wergstaude_; vgl. ebds. [211]: _Staudenpflanzerin_ = = -Näherin); s. auch noch _Winterfelder Hausierersprache_ 442 (_Staudche_) -Auch bei diesem Ausdrucke, der auch im _sonstigen_ neueren Rotwelsch -(des 19. Jahrh.) sowie in der Kundensprache beliebt ist (s. die Belege -bei _Schütze_, S. 92), handelt es sich (gleichwie bei _Hamfert_) um eine -Abkürzung von _Hanfstaude_, jedoch in der Form des sog. _Aphärese_ -(Weglassung der _Anfangs_silbe). S. A.-L. 610; vgl. auch _Horn_, -Soldatensprache, S. 63, Anm. 6.] - -Hengst, _Trapert_ (-bert)[1046] od. (genauer) _Trabert-Kaffer_ (d. h. [64.306] -eigtl. »Pferdemann«, »männliches Pferd«)[1047] - -henken ([auf]hängen), _schnüren_[1048] - -Henne, _Brawari_[1049], _Stenzel_[1050], _Stierer_[1051] - -[Fußnote 1046: ([79] auf S. 64.306) S. Füllen.] - -[Fußnote 1047: ([80] auf S. 64.306) S. (betr. _Kaffer_) Bauer; vgl. -Stute (= _Trabertmoss_, d. h. eigtl. »Pferdeweib«, »weibliches Pferd«). -— Auch bei den Zigeunern heißt nach _Liebich_, S. 208, 244 der Hengst -_morschkerdino grai_, d. h. »männliches Pferd«, die Stute (grasni oder) -_graieskĕri tschuwli_, d. h. etwa »Pferdeweib«.] - -[Fußnote 1048: ([81] auf S. 64.306) S. aufhängen.] - -[Fußnote 1049: ([82] auf S. 64.306) Über diese (im W.-B. unter »Huhn« -_nicht_ angeführte) Vokabel, die m. Wiss. sonst nirgends in den -Geheimsprachen vorkommt, vermochte ich auch in _etymolog._ Beziehung -_nichts Sicheres_ in Erfahrung zu bringen. Da mir jedoch _Wittich_ auf -eine Anfrage hin mitteilte, daß er das Wort von »_böhmischen_ jenischen -Leuten« gehört habe, so könnte es vielleicht mit dem tschech. _brav_ -(worin v wie w ausgesprochen wird) = »Schmal- od. Kleinvieh« in -Zusammenhang gebracht werden, obwohl ja dessen Form _und_ Bedeutung noch -einigermaßen abweicht (nach gefl. Mittlg. v. _Dr. A. Landau_).] - -[Fußnote 1050: ([83] auf S. 64.306) Mit _Stenzel_ = Henne (Huhn) sind -gebildet die _Zusammensetzgn._: _Stenzeltritt_ = Hühnerfuß, -_Stenzelkitt_ = Hühnerhaus u. _Stenzelkib_ = Hühnerhund. _Zu vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94 (_Stenzel_ = Huhn); -_Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_Stanzla_ = Henne); _Schwäb. Händlerspr._ 482 -(_Stenzel_, _Stenzling_ [in _Lütz._ (214): _Stelzling_] od. _Stanzel_ = -Henne, in letzterer Form auch = Gans [481]). Die _Etymologie_ bleibt -zweifelhaft. Auch _Hoffmann-Krayer_ u. _Landau_ im Schweiz. Archiv für -Volksk., Bd. III, S. 243, Anm. 75 u. Bd. IV, S. 239 geben — in ihren -Erläuterungen zu den Vokabeln des _Basler Glossars_ v. 1733 (das [201] -schon _Stenzel_ = Huhn angeführt hat) keinen befriedigenden Aufschluß -über die Herkunft des Wortes.] - -[Fußnote 1051: ([84] auf S. 64.306) _Stierer_, Syn. zu Stenzel, kommt -nicht nur in _denselben Zus._ wie dieses vor (also: _Stierertritt_, -_-kitt_ u. _-kib_), sondern auch noch in einigen _anderen_, so: a) _am -Anfang_: _Stiererstenkert_ = Hühnerstall; b) _am Ende_: _Bäzemestierer_ -= Legehuhn und _Flu(h)testierer_ = Wasserhuhn. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 340 (_Stire_ = Henne; _Stirestinker_ = -Hühnerstall); _Schwäb. Händerspr._ 482 (_Stîrer_ = Henne); s. auch -_Regensb. Rotw._ 489 (_Stieri_ = Hahn [aber auch = Ochse]). Über weitere -Belege im Rotw. (schon seit d. 17. Jahrh.) u. in der Kundenspr. sowie -die _Etymologie_ des Wortes (wohl vom deutsch. mundartl. Zeitw. -_stieren_ [stüren, stören] = »durchsuchen, scharren«) s. Näh. in _Groß'_ -Archiv, Bd. 38, S. 231, Anm. 1.] - -herabblicken, -schauen, _herablinzen_[1052] [64.307] - -herabgehen, -laufen, _herabbosten_, _-pfichen_[1053] - -herabschießen, _herabschnelle_[1054] - -herabwerfen, _herabplotzen_[1055] - -herausfahren, _herausruadla_[1056] - -herausgeben, _herausdogen_[1057] - -herausschreiben, _herausfeberen_[1058] - -herausstehlen, _herausschniffen_[1059], _herausschoren_[1060], -_herauszopfen_[1061] - -heraustragen, _herausbukla_[1062] - -Herberge, _Fehte_[1063] od. _Schlumerkitt_[1064] - -[Fußnote 1052: ([85] auf S. 64.307) S. anschauen.] - -[Fußnote 1053: ([86] auf S. 64.307) S. abgehen.] - -[Fußnote 1054: ([87] auf S. 64.307) S. abschießen.] - -[Fußnote 1055: ([88] auf S. 64.307) S. bewerfen.] - -[Fußnote 1056: ([89] auf S. 64.307) S. abfahren.] - -[Fußnote 1057: ([90] auf S. 64.307) S. abgeben.] - -[Fußnote 1058: ([91] auf S. 64.307) S. abschreiben.] - -[Fußnote 1059: ([92] auf S. 64.307) S. anfassen.] - -[Fußnote 1060: ([93] auf S. 64.307) S. ausstehlen.] - -[Fußnote 1061: ([94] auf S. 64.307) S. Diebstahl.] - -[Fußnote 1062: ([95] auf S. 64.307) S. abtragen.] - -[Fußnote 1063: ([96] auf S. 64.307) S. Hauswirt.] - -[Fußnote 1064: ([97] auf S. 64.307) Diese _Zusammensetzung_ bedeutet -wörtlich »Schlafhaus«, zu _Schlummer_ = Schlaf (das in _Wittichs_ Vokab. -nicht angeführt ist) bezw. dem Zeitw. _schlummern_ (das zwar im W.-B. in -der Form _schlummere_ enthalten ist, jedoch nicht unter »schlafen«, -sondern nur unter dem weiteren Begriffe »liegen«) u. _Kitt_ = Haus (s. -Abort). _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ -98 (_Schlummer_ = Schlaf, _schlummern_ = schlafen); _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 76 (_schlummern_ = übernachten; _Schwäb. Händlerspr._ 485 -(_schlummern_ = schlafen). Über weitere Belege im Rotw. s. Näh. bei -_Weber-Günther_, S. 179/180 (wo jedoch die Bemerkung, daß in den Quellen -das Hauptw. _Schlummer_ früher als das Zeitw. _schlummern_ auftrete, zu -berichtigen ist, da — ganz abgesehen von dem alten gleichbed. _slöm_ im -_Ndd. Lib. Vagat._ [78] — auch die Form _schlummern_ schon im _W.-B. -von St. Georgen_ 1750 [218] als rotw. Vokabel vorkommt, während -_Schlummer_ sich m. Wiss. zuerst im _Hildburgh. W.-B._ v. 1753 ff. [231] -findet). Ebds. auch Näh. über die _Etymologie_ des Wortes, das aus den -deutsch. Mundarten, insbes. dem niederdeutsch. Sprachgebiet, übernommen -sein dürfte; vgl. auch _Pott_ II, S. 17 u. _Kluge_, Unser Deutsch, S. 81 -vbd. mit Et. W.-B., S. 403 (unter »schlummern«) u. _Weigand_, W.-B. II, -Sp. 738 (unter »Schlummer«). Über den Ausdr. _Schlummerpech_ = -Schlafgeld (bes. in d. Kundenspr.) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 279, -Anm. 1.] - -Herberggeber, Herbergsvater, _Fehtekaffer_[1065] [64.308] - -Herbergsleute, _Fehteulme_ (Spr.)[1066] - -Herd, _Hitzling_[1067] - -hergeben, _dogen_[1057] - -Hering, _Spronkert-Flössling_, _Spronkertflotscher_ od. _-schwimmerling_ -(d. h. »Salzfisch«)[1068] od. auch _Begertflössling_ (d. h. »toter -Fisch«)[1069] - -Heringsbüchse, _Flösslingschottel_ (d. h. eigtl. nur -»Fischbüchse«)[1070] - -Heringsalat, _Spronkertflösslingblättling_[1071] - -Herr, _Freier_[1072], _Sens_ od. _Sins_[1073] - -Herrenhaus (Herrschaftshaus) _Sinserkitt_[1074] - -Herrenzimmer, _Sinseschrende_[1075] - -Herrin, _Sinse_[1073], _Sinsemos(s)_[1076] - -[Fußnote 1065: ([98] auf S. 64.308) S. Hauswirt und Bauer.] - -[Fußnote 1066: ([99] auf S. 64.308) S. (betr. _Ulme_) arme Leute.] - -[Fußnote 1067: ([100] auf S. 64.308) S. Backofen.] - -[Fußnote 1068: ([101] auf S. 64.308) S. einsalzen und Fisch.] - -[Fußnote 1069: ([102] auf S. 64.308) S. (betr. _Begert-_) absterben. — -Während die Umschreibung »salziger (od. gesalzener) Fisch« (_lon̄do -mādscho_ [od. lon̄di mādschin]) für den Hering auch den -Zigeunern bekannt ist (s. _Liebich_, S. 144 u. 209 und _Finck_, S. 73 -[_lon̄do mātšo_]; vgl. auch schon »Vorbemerkg.«, S. 18, Anm. -45), bedeutet dagegen bei ihnen »toter Fisch« (_mīlo mādscho_ -[matšo]) die Forelle (für die aber auch _lolo mādscho_, d. h. -»roter [bunter] Fisch«, vorkommt); s. _Liebich_, S. 147 u. 198 sowie -_Finck_, S. 73. Zur Erklärung des _ersteren_ Ausdrucks bemerkt -_Liebich_, S. 32, 33 (gegen Zweifel bei _Pott_ II, S. 437): »(Der) -Ängstlichkeit (mit dem der Zigeuner den Namen Verstorbener auszusprechen -vermeidet) verdankt der unter dem Namen Forelle bekannte Fisch seine -jetzt übliche zigeunerische Bezeichnung als _mulo madscho_, _mulĕno -madscho_, d. h. der tote Fisch. Als nämlich eine Zigeunerin mit Namen -_Forella_ gestorben war, wollte man auch die gleichlautende Bezeichnung -des Fisches aufgeben, um nicht bei dem Anblick des Fisches an die -Verstorbene direkt erinnert zu werden, deshalb hieß von da an der Fisch -Forelle der tote Fisch, und dieser Ausdruck ist (neben _lolo madscho_ -[s. oben]) jedem Zigeuner geläufig, jedem verständlich.« Wie nun aber -die _gleiche_ Umschreibung in der _jenischen_ Sprache für den _Hering_ -zu deuten ist, vermag ich nicht zu sagen.] - -[Fußnote 1070: ([103] auf S. 64.308) S. (betr. _Schottel_) -Aschenbecher.] - -[Fußnote 1071: ([104] auf S. 64.308) S. (betr. _Blättling_) Gulasch.] - -[Fußnote 1072: ([105] auf S. 64.308) S. Fremder.] - -[Fußnote 1073: ([106] auf S. 64.308) S. Amtmann.] - -[Fußnote 1074: ([107] auf S. 64.308) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1075: ([108] auf S. 64.308) S. (betr. _Schrende_) Frauenstube.] - -[Fußnote 1076: ([109] auf S. 64.308) S. (betr. _Mos(s)_) Bauernfrau.] - -Herrscher, _grandicher Sins_ (d. h. »großer Herr«)[1077] [64.309] - -herumblicken, _herumlinzen_[1078] - -herumfahren, _herumruadla_[1079] - -herumliegen, _herumdurma_[1080], _herumschlauna_[1081] - -herumtanzen, _herumnikla_[1082] - -herumtragen, _herumbukla_[1083] - -heruntergekommen, _vermuft_[1084], _verschoffelt_[1085] - -Herz, _Schwächerle_[1086] - -herzlich, _dof_[1087] - -Heu, _Kupfer_[1088] - -Heuchler, _schofler Benk_[1089], _schofler Fi(e)sel_[1090], — -_Freier_[1091], — _Kaffer_[1092] - -heulen, _glemsen_[1093] - -Heulerei, _Glemserei_ - -Heupferd (Heuschrecke), _Kupfertrabert_[1094], _Kupferflederling_ (d. h. -eigtl. »Heuvogel«)[1095] - -Hexe, _Finkelmos(s)_[1096] - -Hexenhaus, _Finkelkitt_[1097] - -Hexenmeister, _Finkelkaffer_[1092] - -Hexerei, _Finklerei_[1096] - -Hieb(e), _Guffes_[1098] - -[Fußnote 1077: ([110] auf S. 64.309) S. Adler u. Amtmann, vgl. Bischof. -Dieselbe Art der Umschreibung für Herrscher (näml. _baro rai_) kennen -auch die Zigeuner nach _Liebich_, S. 209.] - -[Fußnote 1078: ([111] auf S. 64.309) S. anschauen.] - -[Fußnote 1079: ([112] auf S. 64.309) S. abfahren.] - -[Fußnote 1080: ([113] auf S. 64.309) S. aufwachen.] - -[Fußnote 1081: ([114] auf S. 64.309) S. ausschlafen.] - -[Fußnote 1082: ([115] auf S. 64.309) S. aufspielen.] - -[Fußnote 1083: ([116] auf S. 64.309) S. abtragen.] - -[Fußnote 1084: ([117] auf S. 64.309) S. Aas.] - -[Fußnote 1085: ([118] auf S. 64.309) S. arg.] - -[Fußnote 1086: ([119] auf S. 64.309) S. Amme.] - -[Fußnote 1087: ([120] auf S. 64.309) S. angenehm.] - -[Fußnote 1088: ([121] auf S. 64.309) S. Frucht.] - -[Fußnote 1089: ([122] auf S. 64.309) S. arg u. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1090: ([123] auf S. 64.309) S. (betr. _Fi[e]sel_) Bettelbube.] - -[Fußnote 1091: ([124] auf S. 64.309) S. (betr. _Freier_) Fremder.] - -[Fußnote 1092: ([125] auf S. 64.309) S. (betr. _Kaffer_) Bauer.] - -[Fußnote 1093: ([126] auf S. 64.309) S. ausweinen.] - -[Fußnote 1094: ([127] auf S. 64.309) S. Frucht u. Füllen.] - -[Fußnote 1095: ([128] auf S. 64.309) S. Frucht und Adler.] - -[Fußnote 1096: ([129] auf S. 64.309) S. behext und Bauernfrau.] - -[Fußnote 1097: ([130] auf S. 64.309) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1098: ([131] auf S. 64.309) S. aufschlagen.] - -hier, _her(r)les_, _her(r)lem_[1099] (hier ist er, _da hauret er_; hier [64.310] -ist es, _her[r]les hauret's_)[1100] - -Himbeere, _Jahresäftling_ od. _Krachersäftling_[1101] - -hinausgehen, _hinausbosten_[1102] - -hinauskommen, _hinauspfichen_[1102] - -hinfallen, _hinbohla_[1103] - -hinlegen, _hindurmen_[1080], _hinschlaunen_[1081] - -hinken s. lahmgehen - -Hintere (der), _Bos_[1104], _Schmelzer_[1105] - -Hinterkopf, _Ki(e)bes_[1106] - -hinwerfen, _hinplotzen_[1107] - -Hirsch, _Jahreschure_ od. _Kracherschure_[1108] - -Hirschfänger, _Latt_[1109] - -Hirt, _Jerusalemsfreundschure_ (d. h. zunächst bes. »Schafhirt, -Schäfer«)[1110] - -hoch, _grandich_[1111] - -hochherzig, _dof_[1112], _grandich_[1111] - -Hochzeit, _Grönerei_[1113] - -Hochzeitsschmaus, _Grönereibikus_[1114] - -Hoden, _Bäzeme_ (d. h. eigtl. »Eier«)[1115] - -Hodensack, _Bäzemerande_[1116] - -Hof, _grandiche Kitt_ (d. h. »großes Haus«)[1117] - -hoffärtig sein, _grandiche pflanzen_ (d. h. eigtl. etwa: »den Großen -spielen«)[1118] - -[Fußnote 1099: ([132] auf S. 64.310) S. da.] - -[Fußnote 1100: ([133] auf S. 64.310) S. unter »elend«.] - -[Fußnote 1101: ([134] auf S. 64.310) S. Ananas.] - -[Fußnote 1102: ([135] auf S. 64.310) S. abgehen.] - -[Fußnote 1103: ([136] auf S. 64.310) S. abfallen.] - -[Fußnote 1104: ([137] auf S. 64.310) S. After.] - -[Fußnote 1105: ([138] auf S. 64.310) S. Abort.] - -[Fußnote 1106: ([139] auf S. 64.310) S. Angesicht.] - -[Fußnote 1107: ([140] auf S. 64.310) S. bewerfen.] - -[Fußnote 1108: ([141] auf S. 64.310) S. Ananas u. abbiegen.] - -[Fußnote 1109: ([142] auf S. 64.310) S. Degen.] - -[Fußnote 1110: ([143] auf S. 64.310) S. Hammel und abbiegen.] - -[Fußnote 1111: ([144] auf S. 64.310) S. Adler.] - -[Fußnote 1112: ([145] auf S. 64.310) S. angenehm.] - -[Fußnote 1113: ([146] auf S. 64.310) S. Ehe.] - -[Fußnote 1114: ([147] auf S. 64.310) S. (betr. _Bikus_) Abendessen.] - -[Fußnote 1115: ([148] auf S. 64.310) S. Ei.] - -[Fußnote 1116: ([149] auf S. 64.310) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 1117: ([150] auf S. 64.310) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1118: ([151] auf S. 64.310) S. (betr. _pflanzen_) anbrennen.] - -höflich, _dof_[1112] [64.311] - -Höhe, _Grandich_[1111][1119] - -Hoherpriester, _grandicher Gallach_[1120] od. _grandicher Kolb_[1121] - -holen, _buk(e)le(n)_ (Spr.)[1122], _schniffen_ (Spr.)[1123] - -hold, _dof_, _duft_[1112] - -Holz, _Spraus_[1124] - -hölzern, _sprausich_[1124] - -Holzmacher, _Sprauskaffer_[1125] - -Holzsack, _Sprausrande_[1126] - -hör auf, _schupf dich_[1127] - -Hose, _Buxe_, _Kopel_ (plur.: _Buxen_, _Kopla_)[1128] - -Hosensack(-tasche) _Buxerande_, _Kopelrande_[1126] - -Hospital, _grandiche Begerkitt_[1129] - -hübsch, _dof_, _duft_[1112] - -Huf, _Traperttrittleng_[1130]; vgl. Gaulfuß - -Huhn, _Gachne_[1131], _Stenzel_, _Stierer_[1132] - -Hühnerfuß, _Gachnetritt_, _Stenzel-_ od. _Stierertritt_[1133] - -Hühnerhaus, _Gachnekitt_, _Stenzel-_ oder _Stiererkitt_[1134] - -Hühnerhund, _Gachnekeiluf_, _Stenzel-_ od. _Stiererkib_[1135] - -Hühnerstall, _Gachne-_ od. _Stiererstenkert_[1136] - -Humpen, _Glansert_[1137], _Nolle_[1138] - -humpeln s. lahm gehen - -[Fußnote 1119: ([152] auf S. 64.311) S. Substantivierung des Adjektives -_grandich_; vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38.] - -[Fußnote 1120: ([153] auf S. 64.311) S. Geistlicher.] - -[Fußnote 1121: ([154] auf S. 64.311) S. Bischof.] - -[Fußnote 1122: ([155] auf S. 64.311) S. abtragen.] - -[Fußnote 1123: ([156] auf S. 64.311) S. anfassen.] - -[Fußnote 1124: ([157] auf S. 64.311) S. Baumholz.] - -[Fußnote 1125: ([158] auf S. 64.311) S. (betr. _Kaffer_) Bauer.] - -[Fußnote 1126: ([159] auf S. 64.311) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 1127: ([160] auf S. 64.311) S. aufhören.] - -[Fußnote 1128: ([161] auf S. 64.311) S. (zu beiden Ausdr.) Beinkleid.] - -[Fußnote 1129: ([162] auf S. 64.311) S. Adler, absterben u. Abort.] - -[Fußnote 1130: ([163] auf S. 64.311) S. Füllen und Ferse.] - -[Fußnote 1131: ([164] auf S. 64.311) S. Hahn.] - -[Fußnote 1132: ([165] auf S. 64.311) S. (zu beiden Ausdr.) Henne.] - -[Fußnote 1133: ([166] auf S. 64.311) S. (betr. _Tritt_) Entenfuß.] - -[Fußnote 1134: ([167] auf S. 64.311) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1135: ([168] auf S. 64.311) S. (betr. _Keiluf_ u. _Kib_) -Haushund.] - -[Fußnote 1136: ([169] auf S. 64.311) S. (betr. _Stenkert_) Entenstall.] - -[Fußnote 1137: ([170] auf S. 64.311) S. Bierglas.] - -[Fußnote 1138: ([171] auf S. 64.311) S. Fleischhafen.] - -Hund, _Keiluf_, _Kib_ (Dimin.: _Kible_ [Spr.])[1135], _Tschuggel_[1139] [64.312] - -Hundefleisch, _Kibe(n)bossert_, _Tschuggelmass_[1140] - -Hundestätte, _Keilufkitt_ od. _Kibekitt_[1134] - -Hundemetzger, _Kibekafler_[1141] - -Hundestall, _Keiluf-_ od. _Kibestenkert_[1136] - -Hundezitzen, _Kibeschwächerle_[1142] - -Hunger, _Bog(g)elo_, _Put(t)lack_, _Ruf_[1143] - -hungern, mich hungert's, _mich bikert's_[1144] - -hungrig, _bikerich_ (Spr.)[1144] - -Hure, _Lubne_, _schofle Model_[1145], _schofle Schüx_[1146] - -[Fußnote 1139: ([172] auf S. 64.312) Im Gegensatz zu dem Synon. _Keiluf_ -u. bes. _Kib_, die mehrfach in _Zusammensetzgn._ erscheinen, tritt -_Tschuggel_ bloß in der _Zus._ _Tschuggelmass_ = Hundefleisch auf. Unter -den _verw. Quellen_ kennt schon der _Dolm. der Gaunerspr._ 94 die -Vokabel in der Form _Schokel_ sowie noch jetzt die _schwäb. Händlerspr._ -in _Lütz._ (214) in der Form _Tschŭglo_, weiter findet sie sich auch -im sonst. neuern Rotw. (seit d. 19. Jahrh.) öfter (in verschied. Formen) -angeführt (vgl. z. B. _Pfister_ 1812 [305, 307: _Schukel_ od. -_Tschukel_]; _Christensen_ 1814 [323, 324: _Juckel_]; _v. Grolman_, 31, -64, 72 u. T.-G. 102 [hier alle drei Formen]; _Karmayer_ G.-D. 202, 218 -u. 222 [im wes. ebenso] u. a. m.) Zur _Etymologie_ aus der Zigeunerspr. -(vgl. »Einleitung«, S. 31) s. Näheres bei A.-L. 605 (unter »Schuckel«) -und _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 432 (unter »Tschuckle«) [wo -übrigens _auch_ das mhd. _zohe_ = Hündin herangezogen]) vbd. mit _Pott_ -II, S. 213/14 (unter »Xukel«), _Liebich_, S. 166 u. 211 (_tschukklo_), -_Miklosich_, Beitr. I/II, S. 13, III, S. 9, 22 u. Denkschriften, Bd. 26, -S. 209 (unter »džukel«: bei d. deutsch. Zig.: _čukklo_), _Jühling_ -(S. 207 (_Tschukäl_) u. _Finck_, S. 56 (_dšuklo_ od. _dšukel_). -Das Wort ist (nach _Pott_ u. _Miklosich_, a. a. O.) bis aufs Altindische -zu verfolgen.] - -[Fußnote 1140: ([173] auf S. 64.312) S. (betr. _Bossert_ u. _Mass_) -Aas.] - -[Fußnote 1141: ([174] auf S. 64.312) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1142: ([175] auf S. 64.312) S. (betr. _Schwächerle_) Amme.] - -[Fußnote 1143: ([176] auf S. 64.312) S. (zu allen drei Ausdr.) Appetit.] - -[Fußnote 1144: ([177] auf S. 64.312) S. Abendessen.] - -[Fußnote 1145: ([178] auf S. 64.312) S. (zu beiden Ausdr.) -Beischläferin, vgl. arg.] - -[Fußnote 1146: ([179] auf S. 64.312) _Schüx_, früher wohl auch -_Schücksel_ (= Mädchen; vgl. »Einleitung«, S. 28) ist natürlich nur eine -mundartl. gefärbte Nebenform zu den im Rotw. u. in der Kundenspr. sehr -verbreiteten Ausdr. _Schix_, _Schi(c)kse_, _Schicksel_ usw. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Schickse_ = -Mädchen); _W.-B. des Konst. Hans_ 255 (_Schikse_ = ein Mägdlein); -_Schöll_ 271 (_Schikse_ = Mädchen, Beischläferin); _Pfulld. J.-W.-B._ -342, 345 (_Schix_ = Mädchen, Tochter; vgl. [340]: _Fingelschize_ = -Hexe); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 68, 77 (_Schix_ = Dirne, -Weibsperson, dazu versch. _Zus._ wie z. B. _Dippelschix_ = Landfahrerin, -_Gallachschixe_ = Pfarrköchin); _Schwäb. Händlerspr._ 483 (_Schix_ = -Mädchen [in _Pfedelb._ (214): = Weibsbild, ebds. (209): _lacke Schix_ = -Dirne, eigtl. »schlechtes Weibsbild« (vgl. betr. _lack_: Bd. 63, S. 119, -Anm. 217 zu _Put[t]lak_)]); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 (_Schicksi_ = -Mädchen). Über weitere Belege im Rotw. usw. sowie die _Etymologie_ (aus -dem Hebräischen) s. ausführl. _Groß'_ Archiv, Bd. 48, S. 341 ff.; vgl. -auch »Anthropophyteia«, Bd. IX, S. 15 ff., _Weber-Günther_, S. 160/61 -(unter »Schecks«) u. _Seiler_, Lehnwort IV, S. 493.] - -huren, _lubnen_[1145], _schofle Falle pflanzen_[1147] [64.313] - -Hurenkerl, _Lubnebenges_[1148], _schofler Fi(e)sel_[1149], — -_Freier_[1150] od. — _Kaffer_[1151] - -Hurenkind (uneheliches Kind), _Stratz_ (plur.: _Stratze_). Dieses Wort -ist aber auch für Kind im _allgem._ gebräuchlich[1152] - -hurtig, _g'want_[1153] - -Husar, _Lanenger_ (d. h. eigtl. nur »Soldat«)[1154] - -Hut, _Oberman(n)_[1155] - -Hutmacher, _Oberman(n)pflanzer_[1156] - - - I. - -Igel, _Stupfel_ od. _Stupfleng_ (plur.: _Stupfl¶i¶ng_)[1157] - -[Fußnote 1147: ([180] auf S. 64.313) S. unter »böse Sachen machen«; vgl. -auch anbrennen.] - -[Fußnote 1148: ([181] auf S. 64.313) S. (betr. _Benges_) brauchbarer -Bursche.] - -[Fußnote 1149: ([182] auf S. 64.313) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 1150: ([183] auf S. 64.313) S. Fremder.] - -[Fußnote 1151: ([184] auf S. 64.313) S. Bauer.] - -[Fußnote 1152: ([185] auf S. 64.313) Die Vokabel findet sich (in der -Form _Stratze_ als sing. für »Kind« schlechthin) auch in der _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 71, sonst aber m. Wiss. nicht in den -Geheimsprachen. Die _Etymologie_ ist unsicher, falls man nicht annehmen -will, daß es sich bloß um eine Nebenform oder Entstellung von _Schraze_ -handelt, das — gleichfalls für »Kind« — sowohl im Rotw. überhaupt als -auch speziell in dem _verw. Quellenkr._ vorkommt. Vgl. _Pfullend. -J.-W.-B._ 341 (_Schraze_ = Kind [s. auch _Schrada_ = Knabe]); _Schwäb. -Händlerspr._ 483 (_Schrtze_ = [kleinere] Kinder [in _Degg._ (215): auch -als sing. = Kind], (_Schratzesknippler_ [in _Pfedelb._ 211): -_Schrazeskneppler_], d. h. eigtl. »Kinderprügler«, = Lehrer [in -_Pfedelb._: spez. Unterlehrer im Gegens. zu _Galmenguffer_, dem -Oberlehrer (vgl. dazu schon oben unter »brauchbares Kind« u. -»aufschlagen«)]). Über weitere rotw. Belege für _dieses_ Wort sowie -seine (gleichfalls _nicht_ ganz sichere) _Etymologie_ s. d. Näh. in -_Groß'_ Archiv, Bd. 47, S. 140 u. Anm. 3; vgl. auch _Weber-Günther_, S. -168.] - -[Fußnote 1153: ([186] auf S. 64.313) S. anmutig.] - -[Fußnote 1154: ([187] auf S. 64.313) S. Hauptmann.] - -[Fußnote 1155: ([188] auf S. 64.313) S. Fingerhut] - -[Fußnote 1156: ([189] auf S. 64.313) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1157: ([190] auf S. 64.313) S. dazu die _Zusammensetzgn._: -_Stupfelbikus_ = Igelessen, _Stupfelmass_ od. _Stupflengbossert_ = -Igelfleisch, _Stupfelkib_ = Igelhund (Spr.), _Stupfelkafler_ = -Igelmetzger, _Stupfel-_ od. _Stupflengrande_ = Igelsack. Sowohl in der -Form _Stupfel_ wie auch _Stupfling_ ist die Vokabel auch der _schwäb. -Händlerspr._ 482 bekannt (in _Lütz._: [215] daneben noch _Stachling_, -während in _Matzenbach_ dafür die latinisierte Form _Stachelinus_ -gebräuchlich ist, ähnlich wie sich bei den Zigeunern (bei denen der Igel -eine große Rolle, bes. auch als beliebte Speise, spielt [s. _Liebich_, -S. 39, 85, 86]) dafür (u. a.) wohl _stachlino_ (bei den deutsch. Zigeun. -allerdings meist _stacheléngĕro_) findet (vgl. _Pott_ II, S. 245 -[unter »Stàchlo«], _Liebich_, S. 160 u. 212 [_stachélengĕro_], -_Miklosich_, Beitr. III, S. 19 [ebenso], _Jühling_ 226 [hier: -_Stachlino_, dagegen plur.: _Stachlingäre_], _Finck_, S. 87 -[_štaxeléngero]_). Der _Etymologie_ nach gehört _Stupfel_ od. -_Stupfleng_ (-ling) zu dem gauner-, kunden- und geheimsprachl. sowie -auch allgem. mundartl. _stupfen_ = stechen mit Rücks. auf die Stacheln -des Igels (vgl. jen.: _Stupfle_ = Stachel [s. dazu Näh. schon oben unter -»Dorn«]), denen natürlich auch die Syn. _Stachling_, _Stachelinus_ u. -die ähnlichen Zigeunerwörter ihre Entstehung verdanken.] - -Igelessen, _Stupfelbikus_[1158] [64.314] - -Igelfleisch, _Stupfelmass_, _Stupflengbossert_ od. _Stupfelbossert_ -(Spr.)[1159] - -Igelhund, _Stupfelkib_ (Spr.)[1160] - -Igelmetzger, _Stupfelkafler_[1161] - -Igelsack, _Stupfel-_ od. _Stupflengrande_[1162] - -Infanterist, _Lanenger_ (d. h. »Soldat«)[1163] - -ingrimmig, _stumpfich_[1164] - -Insel, _Flu(h)tekies_ (d. h. eigtl. »Wasserstein«, als Stein = Gebirge, -das aus dem Wasser hervorragt[1165] - -irr, irrsinnig, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_[1166] - -Irrenhaus, _Hegelkitt_[1167] od. _Ni(e)sekitt_, _Nillekitt_, -_Nuschekitt_[1168] - -Irrlicht, _Schuberleschein_ (d. h. »Gespensterlicht«[1169] - -Irrsinn s. Wahnsinn. - - - J (= Jod). - -ja, _kenn_[1170] - -[Fußnote 1158: ([191] auf S. 64.314) S. (betr. _Bikus_) Abendessen.] - -[Fußnote 1159: ([192] auf S. 64.314) S. (betr. _Mass_ u. _Bossert_) -Aas.] - -[Fußnote 1160: ([193] auf S. 64.314) S. Haushund.] - -[Fußnote 1161: ([194] auf S. 64.314) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1162: ([195] auf S. 64.314) S. Bauch.] - -[Fußnote 1163: ([196] auf S. 64.314) S. Hauptmann.] - -[Fußnote 1164: ([197] auf S. 64.314) S. Ärger.] - -[Fußnote 1165: ([198] auf S. 64.314) S. abbrühen u. Apfelkern. — -Ähnlich heisst bei den Zigeunern (nach _Liebich_, S. 149 u. 212) die -Insel _paninjākri montaia_, d. h. »Wasserberg« od. »Wassergebirge«.] - -[Fußnote 1166: ([199] auf S. 64.314) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 1167: ([200] auf S. 64.314) S. Dummheit u. Abort.] - -[Fußnote 1168: ([201] auf S. 64.314) Vgl. Anm. 1166 u. 1167 a. E.] - -[Fußnote 1169: ([202] auf S. 64.314) S. Geist u. alltäglich. — Ähnlich -ist die Bezeichnung des Irrlichts bei den Zigeunern, näml. _muléskĕri -momelin_, d. h. eigtl. »Totenlicht« (Syn. auch: _dschapáskĕri -momelin_, d. h. »wanderndes Licht«) nach _Liebich_, S. 147 u. 212.] - -[Fußnote 1170: ([203] auf S. 64.314) _Vgl._ dazu (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr. _71 (_kenn_ = ja, _kenn -Mathilde_ = ganz richtig); _Schwäb. Händlerspr._ 481, 482 (_kenn_ = ja, -_kenn Mathilde_ = »grüß Gott«); s. auch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_kent_ -= ja) sowie d. _Winterfelder u. Eifler Hausiererspr._ 441, 491 (_kenn_). -Über weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. s. _Schütze_, S. 73, -vbd. mit _Groß'_ Archiv, Bd. 51, S. 162 (unter »Mathilde«) und Anm. 2 -(betr. _kenn Kunde_, wozu auch zu vgl. Bd. 59, S. 267, 287). Über die -_Etymologie_ (vom hebr. _kên_ od. _ken_ = »so [richtig], ja«) s. A.-L. -556 und _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 330, vgl. jedoch auch Archiv, -Bd. 51, S. 162, Anm. 2 a. E. (über einen Einfluß auch des deutschen -Zeitw. »kennen« bei dem Ausdr. _kenn Kunde_ od. _Mathilde_).] - -Jacke, _Malfes_[1171] [64.315] - -jagen, _Jahre_ od. _Kracher bosten_ (d. h. eigtl. »[in den] Wald gehen -[zum Jagen]«)[1172] - -Jäger, _Grünleng_[1173] - -Jahr, _Ja(h)ne_[1174] - -Jahrestag, _Ja(h)neschei_[1175] - -jammern, _glemsen_[1176] - -jucken, _näpfen_[1177] - -Jude, _Kaim_ (plur.: _Kaimen_[1178] od. _Dibolde_[1179]) - -[Fußnote 1171: ([204] auf S. 64.315) S. Frauenrock.] - -[Fußnote 1172: ([205] auf S. 64.315) S. Ananas u. abgehen.] - -[Fußnote 1173: ([206] auf S. 64.315) S. Flurschütz.] - -[Fußnote 1174: ([207] auf S. 64.315) S. alljährlich.] - -[Fußnote 1175: ([208] auf S. 64.315) S. (betr. _Schei_) alltäglich.] - -[Fußnote 1176: ([209] auf S. 64.315) S. ausweinen.] - -[Fußnote 1177: ([210] auf S. 64.315) S. abbeißen.] - -[Fußnote 1178: ([211] auf S. 64.315) S. Hebräer.] - -[Fußnote 1179: ([212] auf S. 64.315) Zu _Dibolde_ = Juden gehören die -_Zusammensetzg._ _Dibolde-Gallach_ (d. h. »Judenpriester«) = Rabbiner -(s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.) u. die _Ableitg._ -_diboldisch_ = jüdisch (Gegensatz: _nobis diboldisch_ [eigtl. -nicht-jüdisch] = ungläubig [vom jüd. Standpunkt aus; Syn. _nobis -gril(l)isch_, — _wonisch_, d. h. eigtl. »nicht-evangelisch, --katholisch«]). Die Vokabel, die in dem _verw. Quellenkreise_ unbekannt -ist, kommt im sonstig. Rotwelsch (d. 19. Jahrh.) vereinzelt vor, jedoch -mit anderem Anlaut (_Ba-_, _Bi-_, _Pi-_); s. z. B. _Pfister_ 1812 (295: -_Babolde_); _v. Grolman_ 5 u. T.-G. 103 (ebenso); _Karmayer_ G.-D. 190 -(desgl.); _Derenbourgs Glossar_ 1856 (414: desgl.); A.-L. 584 -(_Pipolte_, fem. _Pipoltiza_); _Groß_ 458 (_Biboldo_). Der _Etymologie_ -nach stammt der Ausdr. aus der Zigeunersprache her (vgl. »Einleitung«, -S. 29), in der _biboldo_ (od. bipoldo) eigtl. »der Ungetaufte« bedeutet -(von _boldo_ [od. poldo], zu _[me] polāwa_ = »[ein]tauchen, taufen« -[s. _Liebich_, S. 152 u. 245; vgl. _Finck_, S. 52 (Stamm: _bōl_ [od. -bold] = »[ein]tauchen, taufen«, das sich bis ins _Hind._ [_bōrnā_ -= »eintauchen«] verfolgen läßt)] u. dem Negativpräfix _bi-_). S. Näh. -bei _Pott_ II, S. 422 (unter »Bolaw«), _Liebich_, S. 128 u. 213 -(_bipoldo_), _Miklosich_, Beitr. III, S. 8 u. Denkschriften, Bd. 26, S. -181 (unter »bol«: bei den deutsch. Zig.: _bipoldo_), _Finck_, S. 51 -(_bibóldo_); bei _Jühling_ nicht angeführt. — Über die Veränderung des -Anlauts im Jenischen s. auch _Pott_, a. a. O.] - -Jüdin, _Kaime_[1178] [64.316] - -jüdisch, _diboldisch_[1179] - -Junge, _Bengesle_[1180], _Fi(e)sele_[1181], _Freierle_[1182] - -junges (kleines) Mädchen, _Mödele_[1183] - -Jungfrau, _Mössle_[1184] - -Junggeselle, _Käfferle_ (d. h. eigtl. »Männchen«)[1185] od. (genauer) -_nobis vergröntes Käfferle_ (d. h. »nicht verheiratetes Männchen«)[1186] - -Jüngling, _Benges_ od. _Benk_[1180], _Fi(e)sel_[1181], _Freier_[1182] - -Junker, _dofer Benk_[1180] od. _Fi(e)sel_[1181] (d. h. etwa ein »guter -[od. besserer] junger Mann«) od. _Sinsle_ (d. h. »Herrchen«)[1187]. - - - K. - -Kadaver, _mufiger Bossert_ od. — _Maas_[1188] - -Kaffee, _Süs(s)leng_ (-ling [Spr.])[1189] - -Kaffekanne, _Süs(s)lengnolle_[1190] - -Kaffeetasse, _Süs(s)lengschottel_[1191] - -[Fußnote 1180: ([213] auf S. 64.316) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1181: ([214] auf S. 64.316) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 1182: ([215] auf S. 64.316) S. Fremder.] - -[Fußnote 1183: ([216] auf S. 64.316) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 1184: ([217] auf S. 64.316) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 1185: ([218] auf S. 64.316) S. Bauer.] - -[Fußnote 1186: ([219] auf S. 64.316) S. (betr. _nobis vergröntes_) -Dietrich u. Ehe.] - -[Fußnote 1187: ([220] auf S. 64.316) S. Amtmann.] - -[Fußnote 1188: ([221] auf S. 64.316) S. Aas.] - -[Fußnote 1189: ([222] auf S. 64.316) _Süs(s)leng_ (od. _-ling_) bedeutet -außer Kaffee (Zichorie) auch noch: Tee, Zucker u. allgem. Süßigkeit. -Dazu folgende _Zusammensetzgn._: _Süs(s)lengnolle_ = Kaffeekanne, -_Süs(s)lengschottel_ = Kaffeetasse, auch Zichorienbüchse, -_Süs(s)lingbrandling_ = Lebkuchen, _Süs(s)linglehm_ = Zuckerbrot, -_Süs(s)lingoberman(n)_ = Zuckerhut, _Süs(s)lingflu(h)te_ = Zuckerwasser. -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94 u. 101 -(_Süsling_ = Zucker, auch Honig); _Schwäb. Händlerspr._ 488 (_Süßling_ = -Zucker). Im _Pfulld. J.-W.-B._ 340 bedeutet _Süß_ den Honig, im -_Pleißlen der Killertaler_ 436 _Süessler_ od. _Süssholz_ den Zucker. -Über weitere Belege im Rotw. (s. schon _Hildburgh. W.-B._ 1753 ff. [222, -232: _Süßling_ = Honig oder Bienenstock] u. dann öfter [mit versch. -Bedeutgn.]) sowie über die Nebenform _Süssert_ s. noch _Weber-Günther_, -S. 188 (unter »Zosset«). Der Stamm des Wortes ist natürlich unser Adj. -»süß«; vgl. _Pott_ II, S. 10; A.-L. 612; _Günther_, Rotwelsch, S. 60. — -Zu der Bedeutg. »Kaffee« sei noch bemerkt, daß (nach _Liebich_, S. 138 -u. 213) auch bei den Zigeunern der Kaffee _gudli_, d. i. etwa »der Süße« -(vgl. _gudlo_ = Zucker), heißt (neben _mellĕli_, d. i. »der -Schwarze«;) vgl. auch _Finck_, S. 59.] - -[Fußnote 1190: ([223] auf S. 64.316) S. (betr. _Nolle_) Fleischhafen.] - -[Fußnote 1191: ([224] auf S. 64.316) S. Aschenbecher.] - -Käfig, _Kitt_ (d. h. »Haus«)[1192], _Stenkert_ (d. h. »Stall«)[1193]; [64.317] -vgl. Vogelbauer - -kahl, _nobis Strauberts_ (d. h. »keine Haare«)[1194] - -Kahlkopf, _nobis Strauberts auf'm Ki(e)bes_ (d. h. »keine Haare auf dem -Kopf«[1195] - -Kalb, _Horbögle_[1196] - -Kalk, _näpfiger Schund_ (d. h. »beißender Dreck«)[1197] - -kalt, _biberisch_ (_bibrisch_ [Spr.])[1198] - -Kälte, _Biberisch_ (subst. Adj.)[1198] - -[Fußnote 1192: ([225] auf S. 64.317) S. Abort.] - -[Fußnote 1193: ([226] auf S. 64.317) S. Entenstall.] - -[Fußnote 1194: ([227] auf S. 64.317) S. Dietrich u. Augenbrauen,] - -[Fußnote 1195: ([228] auf S. 64.317) S. (betr. _Ki[e]bes_) Angesicht.] - -[Fußnote 1196: ([229] auf S. 64.317) _Horbögle_ (= Kalb) ist Dimin. zu -_Horboge_ (-boga) oder (abgekürzt in der Form der Aphärese) bloß _Boga_ -= Kuh, Rind. Von _Zusammensetzgn._ mit _diesen_ Wörtern vgl. a) _am -Anfang_: _Horbogaschwächerle_ = Kuheuter, _Horbogebossert_ od. _-mass_ = -Kuh- od. Rindfleisch, _Horbogekafler_ od. _Bogakafler_ = Kuhmetzger -(letzteres auch Rindermetzger), _Horbogestenkert_ = Kuh- od. -Rinderstall, _Horbogeschmunk_ = Rinderfett, auch Unschlitt (s. d. betr. -Analogie mit der Zigeunerspr.), wogegen _Bogaschmunk_ nur durch -»Kuhbutter« wiedergegeben; b) _am Ende_: _Mufferhorboge_ (d. h. eigtl. -»Nasenkuh«) = Nashorn (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun). _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95, 97 -(_Hobogen_ = Kuß [wofür jedenfalls zu lesen: Kuh, argum.: _Hohrbogen_ = -Ochs); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Hohrboge_ = Stück Rindvieh); -_Schöll_ 271 (_Haarbogen_ = Rindvieh); _Pfulld. J.-W.-B._ 340, 342, 343 -(_Horboge_ = Kuh, Ochs, Rind, _junge Horboge_ = Kalb, _Horbogemaß_ = -Ochsenfleisch); _Schwäb. Händlerspr._ 482, 483, 485, 487 (_Hôrbôg[e]_ -[in _Pfedelb._ (211): _Hobuche_] = Kuh, Rind, Stier, _Hôrb[^oe]gle_ = -Kalb, _Hôrbôgmost_ = Rindfleisch); s. auch _Regensb. Rotw._ 489 -(_Haarbogen_ = Kuh). Über weitere Belege im Rotw. s. _Groß'_ Archiv, Bd. -43, S. 31/32, Anm. 3. Der _Etymologie_ nach handelt es sich wahrscheinl. -um eine Verunstaltung aus dem älteren Synon. _Hornbock_, das schon im -_Lib. Vagat._ (54) vorkommt. S. Näh. darüber im Archiv, Bd. 43, S. 32 u. -Anm. 1 u. dazu noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1822 unter -_Ho(r)nbog(e[n])_, der zwar die Silbe _Hor-_ ebenfalls als »Horn« -auslegt, dagegen _-boge(n)_ »eher zu hebr. _bakar_ = Rindvieh«, -poln.-jüd. _boker_ (vgl. _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 32) »als zu Bogen« -in Beziehung setzen möchte. Die kürzere Form _Boga_ könnte natürlich -_unmittelbar_ von der hebr. Vokabel hergeleitet werden, doch halte ich -die Auffassung derselben als Abbreviatur von _Horboga_ für richtiger -(vgl. »Vorbemerkung«, S. 8). Über das ähnl. _Hornikel_ = Ochse s. schon -oben unter »Bulle«.] - -[Fußnote 1197: ([230] auf S. 64.317) S. abbeißen und abgerahmte Milch. -— Dieselbe Umschreibung (näml. _danterpaskĕro tschikk_) kennt auch -die Zigeunersprache; s. _Liebich_, S. 131, 164 u. 213 sowie auch -_Finck_, S. 91 (_danderpáskero tšik_) vbd. m. S. 54 (_danderpáskero_ -= »ätzend, beißend«); vgl. auch schon »Vorbemerkg.«, S. 17.] - -[Fußnote 1198: ([231] auf S. 64.317) S. eisig; über _Biberisch_ als -subst. Adj. vgl. auch »Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 38.] - -Kamerad, _Benges_ od. _Benk_[1199], _Fi(e)sel_[1200] [64.318] - -Kamm, _Straubertsschure_[1201] - -Kammacher, _Straubertsschurepflanzer_[1202] - -kämmen, _Strauberts pflanzen_ (d. h. »die Haare machen«)[1202] - -Kampf, _Hamore_[1203] - -Kanapee, _Sitzleng_[1204] - -Kanarienvogel, _Schallerfläderling_ (d. h. »Singvogel«)[1205]; vgl. -Amsel - -Kaninchen, _Langohr_[1206] - -Kanne, _Nolle_[1207] - -Kapelle, _Duft_[1208] - -Kappe, _Oberman(n)_[1209] - -Kappenmacher, _Oberman(n)pflanzer_[1202] - -Karfreitag, _Bäzamaschei_ (d. h. »Eiertag«)[1210]; vgl. Ostern - -Karpfen, _Flössling_, _Matsche_, _Schwimmerling_ (d. h. eigentl. nur -»Fisch«)[1211] - -Karren, _Rädleng_[1212], _Ruadel_[1213] - -Kartoffeln, _Bolla_ od. _Schundbolla_[1214], _Matrele_[1215] - - " , gebratene s. Bratkartoffeln. - -Kartoffelsalat, _Bolleblättling_ (Spr.)[1216] - -Kartoffelschüssel, _Bolleschottel_ (Spr.)[1217] - -[Fußnote 1199: ([232] auf S. 64.318) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1200: ([233] auf S. 64.318) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 1201: ([234] auf S. 64.318) S. Augenbrauen und abbiegen.] - -[Fußnote 1202: ([235] auf S. 64.318) S. (betr. _-pflanzer_ [pflanzen]) -anbrennen.] - -[Fußnote 1203: ([236] auf S. 64.318) S. Fehde.] - -[Fußnote 1204: ([237] auf S. 64.318) S. Bank.] - -[Fußnote 1205: ([238] auf S. 64.318) S. absingen u. Adler.] - -[Fußnote 1206: ([239] auf S. 64.318) S. Hase.] - -[Fußnote 1207: ([240] auf S. 64.318) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1208: ([241] auf S. 64.318) S. Dom.] - -[Fußnote 1209: ([242] auf S. 64.318) S. Fingerhut.] - -[Fußnote 1210: ([243] auf S. 64.318) S. Ei u. alltäglich. — Auch in der -Zigeunersprache heißt der Karfreitag (aber auch wohl das Osterfest) -_jāréngĕro_ (od. jāríngĕro) _diwes_, d. i. gleichfalls der -»Eiertag«; s. _Liebich_, S. 140 u. 188 vbd. m. _Finck_, S. 55 (hier nur -= Ostern); vgl. »Vorbemerkg.«, S. 18. Über eine der _jenischen_ -Umschreibg. für _Ostern_ genau entsprechende zigeun. Bezeichnung s. noch -weiter unten (unter »Ostern«).] - -[Fußnote 1211: ([244] auf S. 64.318) S. Fisch. Das Synm. _Flotscher_ ist -hier nicht angeführt.] - -[Fußnote 1212: ([245] auf S. 64.318) S. Eisenbahnwagen.] - -[Fußnote 1213: ([246] auf S. 64.318) S. abfahren.] - -[Fußnote 1214: ([247] auf S. 64.318) S. Bratkartoffeln; vgl. abgerahmte -Milch.] - -[Fußnote 1215: ([248] auf S. 64.318) S. Erdäpfel.] - -[Fußnote 1216: ([249] auf S. 64.318) S. Gulasch.] - -[Fußnote 1217: ([250] auf S. 64.318) S. Aschenbecher.] - -Käse, _Girall_[1218], _Räsleng_[1219] [64.319] - -Käskuchen, _Girall-_ od. _Räslengbrandleng_[1220] - -Kater s. Katze - -Katholik, _Wo(h)nischer_[1221] - -katholisch, _wo(h)nisch_ - -[Fußnote 1218: ([251] auf S. 64.319) Zu _Girall_ s. die _Zus._ -_Girallbrandleng_ = Käskuchen. Die Vokabel ist _sonst_ m. Wiss. in den -Geheimsprachen _nicht_ bekannt. Der _Etymologie_ nach stammt sie aus der -_Zigeunersprache_ (vgl. schon »Einleitg.«, S. 30). Näh. s. darüber bei -_Pott_ II, S. 257/58 (unter »Giral«); _Liebich_, S. 142 u. 213 -(_kīral_); _Miklosich_, Beitr. I/II, S. 12 u. Denkschriften, Bd. 26, -S. 234 (unter »keral«: bei den _deutsch._ Zig.: _kiral_) vbd. mit S. 238 -(unter »khil«); _Jühling_, S. 222 (_Girall_); _Finck_, S. 64 (_kiral_). -Das Wort läßt sich (nach _Pott_ und _Miklosich_, a. a. O.) bis ins -Altind. (_kšīra_ = Milch) zurückverfolgen.] - -[Fußnote 1219: ([252] auf S. 64.319) Mit _Räsleng_ ist (außer -_Räslengbrandleng_ = Girallbrandleng) noch _zusammengesetzt_: -_Bosserträsleng_ (eigtl. »Fleischkäse«) = Leberkäse. _Zu vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): nur _Schwäb. Händlerspr._ 482 (_Ræßling_ = Käse, -aber [485] auch = Rettich). Sonst nirgends erwähnt. Zur _Etymologie_: -Vermutlich handelt es sich um eine durch Anhängung der typischen rotw. -Endung _-ling_ (= leng) vorgenommene Substantivierung des mundartl., -insbes. schwäbischen Adj. _räs_, das (nach _v. Schmid_, Schwäb. W.-B., -S. 425) u. a. etwa bedeutet was »die Zunge reizt«, im Geschmack »scharf« -(wie Rettich) oder »herb« ist.] - -[Fußnote 1220: ([253] auf S. 64.319) S. (betr. _Brandleng_) -Apfelkuchen.] - -[Fußnote 1221: ([254] auf S. 64.319) _Wo(h)nischer_ ist Substantivierung -des Adj. _wo(h)nisch_ = katholisch (Gegens. _nobis wo[h]nisch_ = -ungläubig [vom Standpunkt der Katholiken aus]); s. auch »Vorbemerkung«, -S. 15, Anm. 38. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 94 (_wohnisch_ = katholisch); _W.-B. des Konst. Hans_ 257 -(_wahnisch_); _Schöll_ 274 (Bettlersprache: _wohnisch_); _Pfulld. -J.-W.-B._ 341 (ebenso); _Schwäb. Händlersprache_ 482 (_wônisch Kolp_ [in -_Pfedelb._ (212): _Kolb_] = katholischer Pfarrer). Auch im sonstigen -Rotw. hier u. da anzutreffen (z. B. _Pfister_ bei _Christensen_ [332: -_wohnisch_]; _v. Grolman_ 75 u. T.-G. 105 [_wo(h)nisch_]; _Karmayer_ 182 -[_wonnisch_] usw.). Zur _Etymologie_ s. Näh. bei _Günther_ in der -Zeitschr. »Die Polizei«, Jahrg. 4 (1906), Nr. 5, S. 99, Sp. 2 u. Anm. -29. Danach handelt es sich bei _wo(h)nisch_ wohl um »eine zugleich mit -Änderung des Anlauts vorgenommene Abkürzung« (in der Form der -»Aphärese«) von dem Synon. _doflemonisch_ oder _toflemonisch_ (s. z. B. -_Pfister_ 1812 [296]; _v. Grolman_ 16, 71 u. T.-G. 105; _Karmayer_ 166 -usw.; vgl. auch _Pfälz. Händlerspr._ 437 [_dôfelmnisch_]), einer -Adjektivbildung aus _Toflemone_ u. ä. = »katholische Religion« (s. z. B. -bei _v. Grolman_ 71 [neben _Toflenemone_]), zusammengesetzt aus _tofel_ -oder _dofel emone_, d. h. zunächst »der andere Glaube«, dann aber wohl -auch der »falsche«, d. i. der christliche (katholische) »Glaube« (vom -hebr. _Tifla_ = »das Falsche, Unrechte« u. _'amn[h]_ oder -_'emûmn[h]_, jüd. _emônô_, _emûnô_ = »Glaube, Religion«). Daß _dofel_ -oder _tofel_ in den Vokabularien der Gaunerspr. nicht bloß für -»ungereimt, abgeschmackt«, sondern auch für »alt« angeführt ist (s. -_Thiele_ 316 vbd. mit _Pfister_ 1812 [297], _Christensen_ 1814 [327] u. -_v. Grolman_ 16, 71 u. T.-G. 81, die _nur_ die letztere Bedeutg. haben), -erklärt sich daraus, daß nach der Reformation die protestantische -Religion mit _chodesch emone_ (chadesch emûnô) u. ä., d. h. »neuer -Glaube« (vgl. _v. Grolman_ 12 [_Cadisch - Amune_ oder _-nemone_] u. -A.-L. 367 u. 530) bezeichnet wurde, wodurch sich der früher für den -_christlichen_ Glauben _überhaupt_ gebrauchte Ausdruck _tofel_ od. -_dofel emone_ u. ä. zu dem Begriff »_katholischer_«, mithin jetzt -»_alter_ Glaube«, verengerte.] - -Kätzchen, _Schmalerle_[1222] [64.320] - -Katze, _Schmaleng_ (plur. _Schmaling_) od. _Schmaler_[1222] - -Katzenfleisch, _Schmalerbossert_[1223] - -Katzensack, _Schmalerrande_[1224] - -kauen, _achile_[1225], _biken_, _butten_[1226], _näpfen_[1227] - -kaufen, _bascha_, _bikeren_, _gremen_, _kemere_[1228] - -Käufer, _Bascher_, _Bikerer_, _Gremer_, _Kemerer_[1228] - -Kaufladen, _Kemererskitt_[1229] - -Käuzchen, _Begerflederling_ (d. h. »Totenvogel«)[1230]; vgl. Steineule - -Kebsweib, _Lubne_[1231], _schofle Goi_ od. — _Mos(s)_[1232] - -Kehrbesen, _Rutscherschure_[1233], _Stiepa_[1234] - -Kelch, _Duftnolle_[1235] - -kennen, _gneissen_[1236] - -Kerker, _Dofes_[1237], _Kittle_[1229], _Lek_[1237]; vgl. Gefängnis - -[Fußnote 1222: ([255] auf S. 64.320) S. Baumkatze.] - -[Fußnote 1223: ([256] auf S. 64.320) S. (betr. _Bossert_) Aas.] - -[Fußnote 1224: ([257] auf S. 64.320) S. Bauch.] - -[Fußnote 1225: ([258] auf S. 64.320) S. essen.] - -[Fußnote 1226: ([259] auf S. 64.320) S. Abendessen.] - -[Fußnote 1227: ([260] auf S. 64.320) S. abbeißen.] - -[Fußnote 1228: ([261] auf S. 64.320) S. abkaufen.] - -[Fußnote 1229: ([262] auf S. 64.320) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1230: ([263] auf S. 64.320) S. absterben u. Adler. — _Zu vgl._ -dazu bei _Karmayer_ 122: _Pegerfletterl_ = Nachteule oder Kauz. In -derselben Weise umschreiben (nach _Liebich_, S. 214 u. 243) auch die -Zigeuner das Käuzchen od. die Steineule, (näml. als _muléskĕro [-ri] -tschirkŭlo_, d. i. »Totenvogel«; vgl. auch schon »Vorbemerkg.«, S. -18.] - -[Fußnote 1231: ([264] auf S. 64.320) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 1232: ([265] auf S. 64.320) S. arg u. böse Frau bezw. (betr. -_Mos[s]_) Bauernfrau.] - -[Fußnote 1233: ([266] auf S. 64.320) S. abbiegen, vgl. auch Bürste.] - -[Fußnote 1234: ([267] auf S. 64.320) S. Bürste.] - -[Fußnote 1235: ([268] auf S. 64.320) S. Dom u. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1236: ([269] auf S. 64.320) S. erkennen.] - -[Fußnote 1237: ([270] auf S. 64.320) S. Arrest.] - -Kerl, _Gadscho_[1238], _Kaffer_[1239] [64.321] - -Kern, _Kies_[1240] - -Kerze, _Schein_[1241] - -Kessel, _Nolle_[1242], _Russling_[1243] - -Kesselflicker, _Nollepflanzer_[1244]; vgl. Häfner - -Kette, _Schlang_[1245] - -keusch, _dof_[1246] - -kichern, _schmol(l)en_[1247] - -Kieselstein, _Hertling_[1248], _Kies_[1240] - -Kilometerstein, _Stradehertling_ od. _-kies_ (d. h. eigtl. -»Straßenstein«)[1249] - -Kind, _Galm_ (Dimin. _Gälmle_ [Spr.])[1250], _Gof_[1251], _Stratz_[1252] - -[Fußnote 1238: ([270a] auf S. 64.321) Zu _Gadscho_ = Kerl, auch Landmann -(dagegen nicht unter »Bauer« angeführt) — im Plural _Gadsche_ od. -_Gasche_ = Leute, Dim. _Gaschele_ = Kinder — gehören die -_Zusammensetzgn._: _Gadschomalfes_ = Männerrock u. _Begergadscho_ = -Leichenbeschauer (vgl. dazu auch »Vorbemerkg.«, S. 12, Anm. 29). _Zu -vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94 (_Kochem -gasche_ = »Hurenleben führen und im solchen herumziehen«); _Schöll_ 272 -(_Gasche_ = Leute, _schovel Gasche_ = schlimme Leute); _Pfulld. -J.-W.-B._ 338, 342, 343 (_Gasche_ = Leute, Menschen, Personen, -_Ruchegasche_ = Bauernvolk); _Schwäb. Händlerspr._ 483 (_Gsche_ = -Leute, in _Lütz._ [215]: _Gātsche_ = Kind); s. auch _Metzer Jenisch_ -216 (_Gātsch_ = Mann). Über weitere Belege im Rotw. sowie die -_Etymologie_ (aus der _Zigeunerspr._ [vgl. »Einleitung«, S. 30], in der -_gadžo_ od. _gadšo_ [gadscho] od. gatscho zunächst den -»Nichtzigeuner«, dann aber wohl auch allgemeiner »Mensch« oder — wieder -spezieller — »Bauer« bedeutet) s. d. ausführl. Angaben in _Groß'_ -Archiv, Bd. 49, S. 331/32, u. dazu noch _Finck_, S. 58. Bei _Fischer_, -Schwäb. W.-B. III, Sp. 78 (unter »Gasche« II) u. Sp. 87 (unter -»Gatsche«) ist über die Etymologie nichts angegeben.] - -[Fußnote 1239: ([271] auf S. 64.321) S. Bauer.] - -[Fußnote 1240: ([272] auf S. 64.321) S. Apfelkern.] - -[Fußnote 1241: ([273] auf S. 64.321) S. alltäglich.] - -[Fußnote 1242: ([274] auf S. 64.321) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1243: ([275] auf S. 64.321) Zu _Russling_ = Kessel (Pfanne, -Tiegel) _vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 94 -(_Rusling_, hier = Kamin); _Pfulld. J.-W.-B._ 343 (_Rußling_ = Pfanne). -Über weitere rotw. Belege (mit _verschied._ Bedeutgn.) sowie die -_Etymologie_ (von »Ruß«) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 72 (unter -»Russlings-Schlangemer«).] - -[Fußnote 1244: ([279] auf S. 64.321) S. Fleischhafen u. anbrennen.] - -[Fußnote 1245: ([280] auf S. 64.321) S. Halskette.] - -[Fußnote 1246: ([281] auf S. 64.321) S. angenehm.] - -[Fußnote 1247: ([282] auf S. 64.321) S. anlachen.] - -[Fußnote 1248: ([283] auf S. 64.321) S. Gestein.] - -[Fußnote 1249: ([284] auf S. 64.321) S. (betr. _Strade_) Chaussee; vgl. -Meilenstein.] - -[Fußnote 1250: ([285] auf S. 64.321) S. brauchbares Kind.] - -[Fußnote 1251: ([286] auf S. 64.321) _Gof_ wird besonders für ein -unartiges Kind, jedoch _auch_ in allgemeinerem Sinne gebraucht; s. böses -Kind.] - -[Fußnote 1252: ([287] auf S. 64.321) S. Hurenkind.] - -Kindbetterin, _Deislere_[1253] [64.322] - -Kinder, _Galma_[1250], _Gaschele_ (d. h. eigtl. »kleine Leute«)[1244], -_Schrabiner_[1254], _Stratze_[1252] - -Kinderei, _Ni(e)serei_, _Nillerei_[1255] - -Kindermädchen (-magd), _Galmamodel_ od. _Schrabinermodel_[1256] - -Kirche, _Duft_[1257] - -Kirchenschlüssel, _Duftglitschin_[1258] - -Kirchhof s. Gottesacker - -Kirchweih, _Brandlingschei_ (d. h. »Kuchentag«)[1259] - -Kirchweihsonntag, _Brandlengweisling_ (d. h. »Kuchensonntag«)[1260] - -Kirschbaum, _Scharriselestöber_[1261] - -Kirsche, _Scharrisele_ - -Kirsch(en)kern, _Scharriselekies_[1262] - -Kirsch(en)kuchen, _Scharriselebrandling_[1263] - -Kirschenstein s. Kirsch(en)kern - -Kissen, _Sauft_[1264] - -Kittel, _Malfes_[1265] - -Klarinette, _Nikelschure_[1266] - -Klavier, " - -Klee, _Kupfer_[1267] - -[Fußnote 1253: ([288] auf S. 64.322) S. gebären.] - -[Fußnote 1254: ([289] auf S. 64.322) S. brauchbares Kind (am Ende).] - -[Fußnote 1255: ([290] auf S. 64.322) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 1256: ([291] auf S. 64.322) S. (betr. _Model_) Beischläferin.] - -[Fußnote 1257: ([292] auf S. 64.322) S. Dom.] - -[Fußnote 1258: ([293] auf S. 64.322) S. (betr. _Glitschin_) Dietrich.] - -[Fußnote 1259: ([294] auf S. 64.322) S. Apfelkuchen u. alltäglich.] - -[Fußnote 1260: ([295] auf S. 64.322) S. (betr. _Weisling_) Feiertag.] - -[Fußnote 1261: ([296] auf S. 64.322) S. (betr. _Stöber_) Apfelbaum. — -_Scharrisele_ = Kirsche (_nur_ als _Dimin._ gebräuchl. [vgl. -»Vorbemerkg.«, S. 13, Anm. 33 a. E.]) findet sich noch in den -_Zusammensetzgn._: _Scharriselekies_ = Kirsch(en)kern od. -stein u. -_Scharriselebrandling_ = Kirsch(en)kuchen. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gauerspr._ 95 (_Scharriselen_ = Kirschen); -_Pfulld. J.-W.-B._ 341 (_Scharisele_ = Kirsche). Die _Etymologie_ des -(sonst zieml. seltenen) Ausdrucks gebt zweifelsohne auf das gleichbed. -französ. _cérise_ (ital. _ciriegia_, lat. _cerasus_) zurück; vgl. -_Günther_, Rotwelsch, S. 37.] - -[Fußnote 1262: ([297] auf S. 64.322) S. (betr. _Kies_) Apfelkern.] - -[Fußnote 1263: ([298] auf S. 64.322) S. (betr. _Brandling_) -Apfelkuchen.] - -[Fußnote 1264: ([299] auf S. 64.322) S. Bett.] - -[Fußnote 1265: ([300] auf S. 64.322) S. Frauenrock.] - -[Fußnote 1266: ([301] auf S. 64.322) S. aufspielen u. abbiegen.] - -[Fußnote 1267: ([302] auf S. 64.322) S. Frucht.] - -Kleid, _Kluft_[1268] [64.323] - -kleiden, _a'klufte_[1269] - -Kleidung, _Klufterei_[1268] - -Klepper, _Trabert_[1269] - -Klinge, _Lomel_[1270] - -Kloster, _grandiche Kolbekitt_[1271] - -Kloß s. Knödel. - -Klotz, _Spraus_[1272] - -klug, _kochem_[1273] - -Knabe, _Bengesle_[1274], _Fi(e)sele_[1275], _Freierle_[1276] - -knallen, _schnelle_[1277] - -knauserig, _bogelich_[1278] - -Knecht, _Schenegler_[1279] - -Kneipe, _Beiz_, _Kober_[1280] - -Kneipwirt s. Gastwirt; vgl. Wirt. - -Knödel (»Knöpfle« [Spr.], »Spätzle« [Spr.]), _Hegesle_ (nicht zu -verwechseln mit _Heges_ = kleines Dorf)[1281] - -[Fußnote 1268: ([303] auf S. 64.323) S. ankleiden.] - -[Fußnote 1269: ([304] auf S. 64.323) S. Füllen.] - -[Fußnote 1270: ([305] auf S. 64.323) S. Für _Lomel_ = Klinge, -Messerschneide finde ich im Rotw. u. i. d. sonst. Geheimspr. keine -Belege. Das Wort soll (nach _Wittichs_ »Einleitg.«, S. 30) aus der -_Zigeunersprache_ stammen, auch findet sich bei _Liebich_, S. 215 in der -Tat _lommla_ = Klinge verzeichnet (während in den anderen zigeun. -Vokalbularien, auch bei _Jühling_, etwas Ähnliches nicht anzutreffen -ist). Nach _Fischer_, Schwab. W.-B. IV, Sp. 938 (unter »Lamel«) ist -_Lamel_ (od. Lomel) = Messerklinge (insbes. eine lahme, stumpfe) allgem. -schwäbisch, und ebenso ist der Ausdr. in Bayern (als _Lammel_, _Lämmel_ -od. _Lommel_ [fem. u. neutr. gen.]; s. _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. -1470) u. in anderen Gegenden (Kurhessen, Elsaß, Schweiz) bekannt. Er -soll nach _Fischer_ (a. a. O. vbd. mit _Schmeller_, a. a. O.) vom mhd. -_lmel_ (s. _Lexer_, Mhd. Hand-W.-B. I, Sp. 1816) abzuleiten sein, das -seinerseits auf das latein. _lamella_ od. _lamina_ zurückgeht.] - -[Fußnote 1271: ([306] auf S. 64.323) S. Adler, Bischof u. Abort. — -Dieselbe Umschreibung (die etwa »großes Haus für Geistliche [Mönche]« -bedeutet) findet sich auch bei den Zigeunern; s. _Liebich_, S. 127 u. -215 (_baro raschaiéngĕro kēr_ = Kloster).] - -[Fußnote 1272: ([307] auf S. 64.323) S. Baumholz.] - -[Fußnote 1273: ([308] auf S. 64.323) S. besonnen.] - -[Fußnote 1274: ([309] auf S. 64.323) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1275: ([310] auf S. 64.323) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 1276: ([311] auf S. 64.323) S. Fremder.] - -[Fußnote 1277: ([312] auf S. 64.323) S. abschießen. Vgl. dazu das rotw. -_knallen_ = schießen (Belege in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 54).] - -[Fußnote 1278: ([313] auf S. 64.323) S. Appetit.] - -[Fußnote 1279: ([314] auf S. 64.323) S. abschaffen.] - -[Fußnote 1280: ([315] auf S. 64.323) S. (zu beiden Ausdr.) Gasthaus.] - -[Fußnote 1281: ([316] auf S. 64.323) _Hegesle_ (_nur_ als Dimin. gebr.) -bedeutet _Knödel_ u. insbes. »Knöpfle« u. »Spätzle«, beides mundartl. -Bezeichnungen für südd., bes. schwäb. knödelartige Mehlspeisen (vgl. -[über _Knöfle_, Dimin. zu _Knopf_] _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 544 -unter »Knopf«, Nr. 4, a; [über _Spätzle_, Dimin. zu _Spatz_ = Sperling] -_v. Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 499 unter »Spatzen« u. _Schmeller_, -Bayer. W.-B. II, Sp. 692 unter »Spatz«, lit. c). Dazu die _Zus._ -_Hegesleschnall_ = Spätzlessuppe (Spr.) u. die _Verbdg._ _grandiche -Hegesle_ = Nudeln. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der -Gaunerspr._ 95 (_Hegesle_ = »Knöpflen«); _Pfulld. J.-W.-B._ 341 -(_Hegesle_ = Knopf). Die _Etymologie_ bleibt dunkel. Auch _Fischer_, -Schwäb. W.-B. III. Sp. 1331 (unter »Hegis«, Nr. 2) gibt keine -Erklärung.] - -Koch, _Sicherbenk_, _Sicherfi(e)sel_ od. _-kaffer_[1282] [64.324] - -kochen, _sichere_[1282] - -Kohl, _Groanert_[1283] - -Kohle, _a'gefunkter Spraus_ (d. h. »angebranntes Holz«)[1284] - -Kohlenbrenner, Köhler, _Funker_[1284] - -Kollege, _Benges_[1285], _Fies(e)l_[1286] - -kommen, _bosten_[1287] - -Kommißbrot, _Lanengerlehm_ od. _-lechem_[1288], _Lanengermaro_[1289] - -Komödiant, _Schnurrant_[1290] - -Komödienhaus, _Schnurrantekitt_[1291], auch _Nikelkitt_[1292] - -Komödienzettel (Programm), _Schnurrantekritzler_[1293] - -König, _grandich Sins_ (d. h. »der größte Herr«)[1294] - -Königin, _grandich Sinse_ (d. h. »die größte Dame«)[1294] - -können (verstehen, wissen), _gneisen_ (daher z. B.: ich kann's nicht, -_ich gneis es nobis_)[1295] - -Konkurs, _Vergondert_[1296] - -[Fußnote 1282: ([317] auf S. 64.324) S. abkochen vbd. mit brauchbarer -Bursche, Bettelbube u. Bauer.] - -[Fußnote 1283: ([318] auf S. 64.324) S. Gemüse.] - -[Fußnote 1284: ([319] auf S. 64.324) S. abbrennen u. Baumholz.] - -[Fußnote 1285: ([320] auf S. 64.324) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1286: ([321] auf S. 64.324) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 1287: ([322] auf S. 64.324) S. abgehen.] - -[Fußnote 1288: ([323] auf S. 64.324) S. Hauptmann u. Bäcker.] - -[Fußnote 1289: ([324] auf S. 64.324) S. (betr. _Maro_) Brot.] - -[Fußnote 1290: ([325] auf S. 64.324) S. Äquilibrist.] - -[Fußnote 1291: ([326] auf S. 64.324) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1292: ([327] auf S. 64.324) S. (betr. _Nikel-_) aufspielen.] - -[Fußnote 1293: ([328] auf S. 64.324) S. (betr. _Kritzler_) Attest.] - -[Fußnote 1294: ([329] auf S. 64.324) S. Adler u. Amtmann; vgl. Bischof.] - -[Fußnote 1295: ([330] auf S. 64.324) S. erkennen.] - -[Fußnote 1296: ([331] auf S. 64.324) _Vergondert_ ist ein -substantiviertes Partizip (vgl. »Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 36) von -_vergondere_ = verpfänden, das etymolog. gehört zu gemeinsprachl. -_verganten_ = versteigern, einer Ableitg. von dem (bes. in Bayern u. -Österreich gebräuchl.) Hauptw. _Gant_ (f.), d. h. gerichtlicher Verkauf -an den Meistbietenden, Zwangsversteigerung, dann auch Konkurs, aus dem -ital. _incanto_ = lat. incantum, in quantum, d. h. »für wie viel«, »wie -hoch«, nach dem Rufe des Versteigerers. S. u. a. _Weigand_, W.-B. I, Sp. -619 vbd. mit _A. Schirmer_, W.-B. der deutschen Kaufmannssprache (1911), -S. 68 u. 69, Anm. 1 ff. (woselbst noch näh. Angaben).] - -Konkurs, _Vermuft_[1297] (d. h. eigentlich »im Konkurs« oder [64.325] -»bankerott«) - -kontrolliert, _gefleppt_[1298] - -Kopf, _Kie(b)es_[1299] - -Kopfhaar, _Ki(e)besstrauberts_[1300] - -Korb, _Schottel_, plur. _Schottle_[1301] - -Korbmacher, _Schottel-_ od. _Schottlepflanzer_[1302] - -Korn, _Kupfer_[1303] - -Kost, _Achilerei_[1304], _Bikus_, _Butterei_, _Kahlerei_[1305] - -kostbar, _dof_[1306] - -Kot, _Fuhl_[1307], _Schond_ od. _Schund_[1308] - -kotig, _schundich_[1308] - -Krämer, _Kemerer_[1309] - -Krämerladen, _Kemererskitt_[1310] - -krank, _begerisch_[1311] - -Krankenbett, _Begerischsauft_[1312] - -Krankenhaus, _Begerkitt_[1311][1310] - -Krankheit, _Begerei_[1311] - -krätzig, _näpfich_[1313] - -Kraut, _Groanert_[1314] - -[Fußnote 1297: ([332] auf S. 64.325) S. Aas. — Auch _Vermuft_ ist -substantiv. Partizip (s. »Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 36); vgl. Armut u. -Bedrängnis.] - -[Fußnote 1298: ([333] auf S. 64.325) S. Gewerbeschein.] - -[Fußnote 1299: ([334] auf S. 64.325) S. Angesicht.] - -[Fußnote 1300: ([335] auf S. 64.325) S. (betr. _Strauberts_) -Augenbrauen.] - -[Fußnote 1301: ([336] auf S. 64.325) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 1302: ([337] auf S. 64.325) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1303: ([338] auf S. 64.325) S. Frucht.] - -[Fußnote 1304: ([339] auf S. 64.325) S. essen (Essen).] - -[Fußnote 1305: ([340] auf S. 64.325) S. (zu allen drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 1306: ([341] auf S. 64.325) S. angenehm.] - -[Fußnote 1307: ([342] auf S. 64.325) S. Abort.] - -[Fußnote 1308: ([343] auf S. 64.325) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 1309: ([344] auf S. 64.325) S. abkaufen.] - -[Fußnote 1310: ([345] auf S. 64.325) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1311: ([346] auf S. 64.325) S. absterben.] - -[Fußnote 1312: ([347] auf S. 64.325) S. (betr. _Sauft_) Bett.] - -[Fußnote 1313: ([348] auf S. 64.325) S. abbeißen.] - -[Fußnote 1314: ([349] auf S. 64.325) S. Gemüse.] - -Krautsalat, _Groanertblättling_[1315] [64.326] - -Kredit, auf —, _auf den Bengel_, _auf Keif_[1316] - -Kreisgericht, _grandiche Schoflerei_[1317] - -krepieren, _begere_[1311] - -Krieger, Kriegsmann, _Lanenger_[1318] - -Kriminalgericht, _grandiche Schoflerei_[1317][1319] - -Krone, _grandicher Sins-Oberman(n)_ (d. h. »des Königs Hut«)[1320] - -Kropf, _Bellel_[1321] - -Krug, _Nolle_[1322] - -Krüppel, _schofler Benges_ od. _Benk_, schofler Fi(e)sel[1323]. (Das -_schofel_ soll hier soviel ausdrücken wie: »Der Mann [Bursche] ist übel, -schlimm daran«). - -Kübel, _Schottel_[1324] - -Küche, _Sichere_[1325] - -Kuchen, _Brandleng_[1326] - -Küchenschlüssel, _Sichereglitschin_[1327] - -Küchlein (als Tierbezeichng.), _Gachnele_ (d. h. »Hühnchen«)[1328], [64.327] -_Lachebatscherle_ (d. h. »Entlein«)[1329], _Strohbutzerle_ (d. h. -»Gänschen«)[1330] - -[Fußnote 1315: ([350] auf S. 64.326) S. (betr. _Blättling_) Gulasch.] - -[Fußnote 1316: ([351] auf S. 64.326) S. Borg (auf —).] - -[Fußnote 1317: ([352] auf S. 64.326) S. Adler u. arg.] - -[Fußnote 1318: ([353] auf S. 64.326) S. Hauptmann.] - -[Fußnote 1319: ([354] auf S. 64.326) Auch bei den Zigeunern heißt (nach -_Liebich_, S. 217) das _Kriminal_gericht _bāri grisni_, d. h. -»großes, hohes Gericht«, das _Kreis_gericht _bāri zephāni_, d. h. -eigtl. wohl »großer Kreis« (_zephāni_ allein auch = Landgericht); -vgl. _Liebich_, S. 216, 218.] - -[Fußnote 1320: ([355] auf S. 64.326) S. Adler, Amtmann u. Fingerhut; -vgl. Bischof u. König. — Dieselbe Umschreibung für »Krone« kennt auch -die Zigeunersprache; s. _Liebich_, S. 217 (_kraléskĕro -dschakkerpenn_, d. h. »des Königs Hut«, od. _bāro raiéskĕro_ [od. -_scheréskĕri] stātin_, d. h. »des großen Herrn [od. Häuptlings] -Hut«).] - -[Fußnote 1321: ([356] auf S. 64.326) Diese Vokabel _fehlt_ sowohl in dem -_verw. Quellenkr._ als auch _sonst_ in d. Geheimsprachen (falls nicht -etwa _Belly_ [= Bauch?] in d. _Rotw. Gramm._ v. 1755 [III, 59; vgl. -_Kluge_, Rotw. I, S. 237, Anm. 1] hierher zu rechnen). Sie soll (nach -»Einleitung«, S. 29) aus der _Zigeunersprache_ stammen; s. dazu -_Jühling_, S. 219, wo _Bälel_ in gleicher Bedeutg. angeführt ist, -während m. Wiss. in den übrigen zigeun. Vokabularien nichts Ähnliches -enthalten ist.] - -[Fußnote 1322: ([357] auf S. 64.326) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1323: ([358] auf S. 64.326) S. arg u. brauchbarer Bursche bzw. -Bettelbube.] - -[Fußnote 1324: ([359] auf S. 64.326) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 1325: ([360] auf S. 64.326) S. abkochen.] - -[Fußnote 1326: ([361] auf S. 64.326) S. Apfelkuchen.] - -[Fußnote 1327: ([362] auf S. 64.326) S. (betr. _Glitschin_) Dietrich.] - -[Fußnote 1328: ([363] auf S. 64.326) S. Hahn.] - -Kuckuck, _Flederling_[1331] - -Kuh, _Horboga_, auch _Boga_[1332] - -Kuhbutter, _Bogaschmunk_[1333] - -Kuheuter, _Horbogaschwächerle_[1334] - -Kuhfleisch, _Horbogebossert_ od. _-mass_[1335] - -Kuhmetzger, _Horbogekafler_ od. _Bogakafler_[1336] - -Kuhstall, _Horbogestenkert_[1337] - -kümmerlich, _schofel_[1338] - -Kupfergeld, _Bich_[1339], _Boschert_[1340] - -Kürschner, _Oberman(n)pflanzer_[1341]; vgl. Kappenmacher - -Kutsche, _dofer Rädleng_ (d. h. »schöner Wagen«)[1342] - -Kutschenbauer, _Rädlengpflanzer_[1343]; vgl. Wagner - -Kutte, _Malfes_[1344] - - - L. - -lachen, _schmol(l)en_[1345] - -Lager, _Sauft_[1346] - -[Fußnote 1329: ([364] auf S. 64.327) S. Ente.] - -[Fußnote 1330: ([365] auf S. 64.327) S. Gans.] - -[Fußnote 1331: ([366] auf S. 64.327) S. Adler.] - -[Fußnote 1332: ([367] auf S. 64.327) S. Kalb.] - -[Fußnote 1333: ([368] auf S. 64.327) S. (betr. _Schmunk_) -Bratkartoffeln.] - -[Fußnote 1334: ([369] auf S. 64.327) S. Amme.] - -[Fußnote 1335: ([370] auf S. 64.327) S. Aas.] - -[Fußnote 1336: ([371] auf S. 64.327) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1337: ([372] auf S. 64.327) S. Entenstall.] - -[Fußnote 1338: ([373] auf S. 64.327) S. arg.] - -[Fußnote 1339: ([374] auf S. 64.327) S. Almosen.] - -[Fußnote 1340: ([375] auf S. 64.327) Zu _Boschert_ = Kupfergeld (bes. -Pfennig) _vgl._ (aus d. _verw. Quellenkr._): _Schwäb Gaun.- u. -Kundenspr._ 70 (_Boscher_ = Pfennig); _Schwäb. Händlerspr._ 485 -(_Bôscher_ u. _Bôschet_ = Pfennig, in _Lütz._ [215] dafür: -_Bōschem_); s. auch _Pleißlen der Killertaler_ 434 (_Bôscher_ = -Pfennig) u. _Pfälz. Händlerspr._ 437 (_Bôsche_, Bdtg. ebenso). Über -weitere Belege aus dem Rotw. usw. sowie die _Etymologie_ (wohl vom -neuhebr. _paschut_, jüdisch _poschut_ od. _poschit_ = »Kleingeld«) s. -Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 268/69 u. Anm. 2 ff.; vgl. auch -_Weber-Günther_, S. 154. Bei _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 1310 ist -keine Erklärung gegeben.] - -[Fußnote 1341: ([376] auf S. 64.327) S. Fingerhut u. anbrennen.] - -[Fußnote 1342: ([377] auf S. 64.327) S. angenehm u. Eisenbahnwagen.] - -[Fußnote 1343: ([378] auf S. 64.327) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1344: ([379] auf S. 64.327) S. Frauenrock.] - -[Fußnote 1345: ([380] auf S. 64.327) S. anlachen.] - -[Fußnote 1346: ([381] auf S. 64.327) S. Bett.] - -lahm, _begerisch_[1347] [64.328] - -lahm gehen, _begerisch bosten_[1348] - -Lampe, _Schein_[1349] - -Landesherr, _grandicher Sins_[1350] - -Landgericht, _grandige Schoflerei_[1351] - -Landhaus, _Kitt_[1352] - -Landmann, _Gadscho_[1353], _Kaffer_, _Ruch_[1354] - -lang, _grandich_[1355] - -läppisch, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_[1356] - -Larve, _Ni(e)sichergiel_, _Nillichergiel_[1357]; vgl. Fastnachtsmaske - -Last (Traglast), _Buklete_[1358] - -lasterhaft, _schofel_[1359] - -lästern, _stümpfen_[1360] - -Laterne, _Schein_[1349] - -laufen, _bosten_[1348] - -laufendes Wasser, _bostender Flu(h)te_[1361] - -Läufer, _Boster_[1348] - -Laus, _Kenem_[1362] - -Lausbube, Lausejunge, _Kenemebenges_ (-benk) od. _-fi(e)sel_[1363] - -Lazarett, _Lanenger-Begerkitt_ (d. h. »Soldaten-Krankenhaus«)[1364] - -Leberkäse, _Bosserträsling_ (d. h. eigtl. »Fleischkäse«)[1365] - -Leberwurst, _Rundling_. (Damit wird aber auch jede andere Wurst -bezeichnet)[1366] - -[Fußnote 1347: ([382] auf S. 64.328) S. absterben.] - -[Fußnote 1348: ([383] auf S. 64.328) S. (betr. _bosten_) abgehen.] - -[Fußnote 1349: ([384] auf S. 64.328) S. alltäglich.] - -[Fußnote 1350: ([385] auf S. 64.328) S. Adler u. Amtmann; vgl. Bischof.] - -[Fußnote 1351: ([386] auf S. 64.328) S. Adler u. arg; vgl. die Anmkgn. -zu »Kriminalgericht«.] - -[Fußnote 1352: ([387] auf S. 64.328) S. Abort.] - -[Fußnote 1353: ([388] auf S. 64.328) S. Kerl.] - -[Fußnote 1354: ([389] auf S. 64.328) S. (zu beiden Ausdr.) Bauer.] - -[Fußnote 1355: ([390] auf S. 64.328) S. Adler.] - -[Fußnote 1356: ([391] auf S. 64.328) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 1357: ([392] auf S. 64.328) S. (betr. _Giel_) Affengesicht.] - -[Fußnote 1358: ([393] auf S. 64.328) S. abtragen.] - -[Fußnote 1359: ([394] auf S. 64.328) S. arg.] - -[Fußnote 1360: ([395] auf S. 64.328) S. Ärger.] - -[Fußnote 1361: ([396] auf S. 64.328) S. (betr. _Flu[h]te_) abbrühen.] - -[Fußnote 1362: ([397] auf S. 64.328) S. Filzlaus.] - -[Fußnote 1363: ([398] auf S. 64.328) S. (betr. _Benges_ [Benk] u. -_Fi[e]sel_) brauchbarer Bursche u. Bettelbube.] - -[Fußnote 1364: ([399] auf S. 64.328) S. Hauptmann, absterben u. Abort; -vgl. Krankenhaus.] - -[Fußnote 1365: ([400] auf S. 64.328) S. Aas u. Käse.] - -[Fußnote 1366: ([401] auf S. 64.328) Mit _Rondling_ = _Rundling_ (im -Sinne von »Wurst« schlechthin) sind folgende _Zus._ gebildet: -_Rondlingachilerei_ od. _-bikus_ = Wurstessen, _Rondlingbossert_ = -Wurstfleisch, _Rondlingsore_ = Wursthaut, _Rondlingschnall_ = -Wurstsuppe. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): nur _Schwäb. -Händlerspr._ 488 (_Rundling_ = Wurst; Synon. _Darmling_ u. _Schling_). -Sonst kommt der (natürlich von »rund« abzuleitende) Ausdruck noch vor: -a) in der (neueren) _Gaunerspr._ für Kugel, b) in der _Kundenspr._ (im -Plural) für Kartoffeln (vgl. _Günther_, Rotwelsch, S. 60), während das -übliche Gauner- u. Kundenwort für Wurst u. a. _Längling_ ist (so z. B. -auch schon im _Dolm. der Gaunerspr._ 90 [_Lengling_ = Bratwurst]), das -jedoch auch noch Nebenbedeutungen hat; vgl. dazu _Groß'_, Archiv, Bd. -46, S. 313 u. Anm. 1 vbd. mit _Weber-Günther_, S. 186.] - -Lebkuchen, _Süslingbrandling_ (d. h. »Zuckerkuchen«)[1367] [64.329] - -leblos, _begert_ (d. h. »gestorben, tot«)[1368] - -lecken, _bosen_ (bosme)[1369], _jannen_[1370] - -leck mich … (Einladung des _Götz von Berlichingen_), _jann mei -Bos_[1370][1369] - -ledig, _nobis vergrönt_ (d. h. »nicht verheiratet«)[1371] - -lediger Mann, _nobis vergrönter Benges_[1372]; vgl. Junggeselle - -Legende, _Kohl_[1373] - -Leghuhn, _Bäzemagachne_[1374], _Bäzemastierer_[1375] - -Lehm, _Schund_[1376] - -Lehrer, _Galmeguffer_ (d. h. »Kinderprügler«)[1377], _Plauderer_[1378] - -[Fußnote 1367: ([402] auf S. 64.329) S. Kaffee und Apfelkuchen. — Eine -ähnliche Umschreibung für den Lebkuchen kennt auch die Zigeunersprache, -nämlich _gīlo maro_, d. h. »süßes Brot« (s. _Liebich_, S. 138 u. -218).] - -[Fußnote 1368: ([403] auf S. 64.329) S. absterben.] - -[Fußnote 1369: ([404] auf S. 64.329) S. After.] - -[Fußnote 1370: ([405] auf S. 64.329) Zu _jannen_ = lecken _vgl._ (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_janne mich_ = -»lecke mich im Hintern«). Zur _Etymologie_ s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. -IV, Sp. 75 mit Hinweis auf das Vorkommen des Ausdr. in den deutsch. -Mundarten, z. B. im _Elsaß_ (s. _Martin-Lierhardt_, Els. W.-B. I, 407) -und in der _Schweiz_ (s. Schweiz. Idiotikon III, Sp. 45). _Hier_ lautet -die Form _jenne[n]_ und kommt nur in der Redensart »_du cha[nn]st mer -jenne[n]_« als »schnöder Abfertigung« vor. Dazu ist bemerkt, daß es sich -vielleicht nur scheinbar um ein Zeitwort, in Wirklichkeit dagegen um ein -Pronomen (»jenen«) im Sinne von »Hinteren« handle (wobei zu ergänzen -»lecken«), so daß das Ganze sich als eine _elliptische_ Redeweise -darstelle.] - -[Fußnote 1371: ([406] auf S. 64.329) S. Dietrich u. Ehe.] - -[Fußnote 1372: ([407] auf S. 64.329) S. (betr. _Benges_) brauchbarer -Bursche.] - -[Fußnote 1373: ([408] auf S. 64.329) S. belügen.] - -[Fußnote 1374: ([409] auf S. 64.329) S. Ei u. Hahn.] - -[Fußnote 1375: ([410] auf S. 64.329) S. (betr. _Stierer_) Henne.] - -[Fußnote 1376: ([411] auf S. 64.329) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 1377: ([412] auf S. 64.329) S. brauchbares Kind u. -aufschlagen.] - -[Fußnote 1378: ([413] auf S. 64.329) Mit _Plauderer_ sind -_zusammengesetzt_: _Plaudererskitt_ = Lehrershaus (auch: Schule) u. -_Plauderersmalfes_, Lehrersrock. Eine _Ableitung_ davon ist _Plauderei_ -= Schule. _Zu vergl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 72, 75 (_Plauderer_ = Lehrer, Schullehrer [_s' Plauderle_ = -Herr Lehrer], _Plauderwinde_ = Schulhaus); _Schwäb. Händlerspr._ 483 -(_Plauderer_ = Lehrer). Über weitere Belege im Rotw. u. in der -Kundenspr. sowie die _Etymologie_ (von unserm Zeitw. »plaudern«) s. -_Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 64; vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. -1182 (unter »Plauder«).] - -Lehrershaus, _Plaudererskitt_[1379]; vgl. Schule [64.330] - -Lehrersrock, _Plauderersmalfes_[1380] - -Leibweh (-schmerz), _Begerisch_ (subst. Adj.)[1381] - -Leiche, _Begert_ (d. h. »der Gestorbene, Tote«)[1381] - -Leichenbeschauer, _Begergadscho_[1382], _Begerkaffer_[1383] (d. h. »der -Totenmann«); letzteres auch = Totengräber - -Leichenbett (Totenbett), _Begersauft_[1384] - -Leichenfrau, _Begermos(s)_[1385] - -Leichenhaus, _Begerkitt_[1379]; vgl. auch Krankenhaus - -Leichenschmaus, _Begerbikerei_ od. _-bikus_[1386] - -Leichenstein, _Begerkies_[1387] - -Leichentuch, _Begerbochdam_[1388] - -leidend, _begerisch_[1381] - -Leierkasten, _Nikleschure_[1389] - -leihen; _Bomma_ od. _Keif pflanzen_ (d. h. »Schulden machen«)[1390] - -Leihhaus, _Bommerkitt_, _Keifkitt_[1379] - -Leine, _Schlang_ (Spr.)[1391] - -Leinenweber, _Bochdampflanzer_[1392] - -Leinwand, _Bochdam_ - -Leiter, _Rawine_[1393] - -[Fußnote 1379: ([414] auf S. 64.330) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1380: ([415] auf S. 64.330) S. Frauenrock.] - -[Fußnote 1381: ([416] auf S. 64.330) S. absterben; vgl. »Vorbemerkung«, -S. 15, Anm. 36 u. 38.] - -[Fußnote 1382: ([417] auf S. 64.330) S. Kerl.] - -[Fußnote 1383: ([418] auf S. 64.330) S. Bauer.] - -[Fußnote 1384: ([419] auf S. 64.330) S. Bett.] - -[Fußnote 1385: ([420] auf S. 64.330) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 1386: ([421] auf S. 64.330) S. Abendessen.] - -[Fußnote 1387: ([422] auf S. 64.330) S. Apfelkern.] - -[Fußnote 1388: ([423] auf S. 64.330) S. Barchent.] - -[Fußnote 1389: ([424] auf S. 64.330) S. aufspielen u. abbiegen.] - -[Fußnote 1390: ([425] auf S. 64.330) S. borgen u. Borg (auf —).] - -[Fußnote 1391: ([426] auf S. 64.330) S. Halskette.] - -[Fußnote 1392: ([427] auf S. 64.330) Barchent u. anbrennen.] - -[Fußnote 1393: ([428] auf S. 64.330) Zu _Rawine_ _vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Revine_ = Leiter); _W.-B. des -Konst. Hans_ 253, 258 (_Rawine_); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_Rabine_); in -der _schwäb. Kunden- u. Händlerspr._ unbekannt. Im sonst. Rotw. findet -sich die Vokabel in recht verschied. Formen, s. z. B. schon _Koburg. -Designation_ 1735 (204: _Trapin_); ferner _Hildburgh. W.-B._ 1753 ff. -(228: _Harbine_ = Stiege); _Pfister bei Christensen_ 1814 327 -(_Rawine_); _v. Grolman_ 55, 71 u. _T.-G._ 109 (_Rawine_ od. _Trapin_ = -Leiter; zu vgl. auch 72 u. _T. G._ 127: _Treppine_, _Treppone_ = -Treppe); _Karmayer G.-D._ 214 u. 221 (im wesentl. ebenso). _Etymologie_: -Die Bezeichnung stammt her von dem gleichbed. poln. _drabina_. S. -_Landau_ in d. Mitteilgn. zur jüd. Volkskunde, Jahrg. 10 (1908), S. 37.] - -Leute, _Gadsche_ od. _Gasche_[1394], _Ulma_[1395] [64.331] - -leutselig, _dof_[1396] - -Licht, _Jak_[1397], _Schein_[1398] - -Lichtzieher, _Scheinpflanzer_[1399] - -lieb, _dof_[1396] (mein lieber Bursche, _mein dofer Fi[e]sel_[1400], -mein liebes Mädchen, _meine dofe Model_[1401]) - -liebenswürdig, _dof_[1396] - -Liebhaber, _Benges_ od. _Benk_[1402], _Fi(e)sel_[1400] - -Liebhaberin, _Model_[1401] - -lieblich, _dof_[1396] - -liebreich, " - -Liebste, _dofe Model_[1396][1401] - -liegen, _durmen_[1403], _schlaune_[1404], _schlummere_[1405] (eigtl. -»schlafen, schlafend daliegen«) - -Linsen, _Sore_[1406] - -Linsenschüssel, _Soreschottel_[1407] - -[Fußnote 1394: ([429] auf S. 64.331) S. Kerl.] - -[Fußnote 1395: ([430] auf S. 64.331) S. arme Leute.] - -[Fußnote 1396: ([431] auf S. 64.331) S. angenehm.] - -[Fußnote 1397: ([432] auf S. 64.331) Zu _Jak_ = Licht _vgl._ (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Fak_ = Licht [doch wohl -= _Jak_, wenn nicht = _Funk_]); _W.-B. des Konst. Hans_ 255, 258 (_Jak_ -= Licht); _Schöll_ 271 (_Jak_ = Feuer). _Pfulld. J.-W.-B._ 341, 342 -(_Jak_ = Licht, Kerzenlicht). Auch sonst noch im Rotw. des 19. Jahrh. -seit _Pfister_ bei _Christensen_ 1814 [322: _Jak_ = Feuer]. Zur -_Etymologie_ (aus der _Zigeunerspr._ [vgl. »Einleitung«, S. 30]) s. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 65 vbd. mit _Pott_ II, S. 47 (unter -»Ack«), _Liebich_, S. 140 u. 197 (_jāk_ = Feuer, Flamme), -_Miklosich_, Beitr. I/II, S. 15, III, S. 11, 22 u. Denkschriften, Bd. -26, S. 225 (unter »jag«: bei d. _deutsch._ Zig.: _jāk_), _Jühling_, -S. 223 (_Jag_ = Feuer) u. _Finck_, S. 61 (_jāk_ = Feuer).] - -[Fußnote 1398: ([433] auf S. 64.331) S. alltäglich.] - -[Fußnote 1399: ([434] auf S. 64.331) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1400: ([435] auf S. 64.331) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 1401: ([436] auf S. 64.331) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 1402: ([437] auf S. 64.331) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1403: ([438] auf S. 64.331) S. aufwachen.] - -[Fußnote 1404: ([439] auf S. 64.331) S. ausschlafen.] - -[Fußnote 1405: ([440] auf S. 64.331) S. Herberge.] - -[Fußnote 1406: ([441] auf S. 64.331) S. Brücke.] - -[Fußnote 1407: ([442] auf S. 64.331) S. (betr. _Schottel_) -Aschenbecher.] - -Lippe, _Giel_[1408] [64.332] - -Liste, _Kritzler_[1409] - -loben, _dof diberen_[1410] od. _dof schmusen_[1411] (d. h. »gut reden«). - -Lockenkopf, _Straubertskiebes_[1412] - -Löffel, _Schnabel_ (plur. _Schnäbel_)[1413] - -Lohn, _Schenegelsbich_, _-kies_, _-lobe_[1414] - -Lohndiener, _Schenegler_[1414] - -löschen, _d' Funk auspflanzen_ (d. h. »das Feuer ausmachen«)[1415] - -Löwenzahn (Pflanze), _Schmelemerllättling_, d. h. »Zigeunersalat«.[1416] -(Aus dieser Pflanze machen die Zigeuner für ihr Leben gern Salat und [64.333] -nennen ihn wegen der harntreibenden Eigenschaft des Saftes der Pflanze -_muterdo schach_, d. h. »Urinkraut«)[1417] - -[Fußnote 1408: ([443] auf S. 64.332) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 1409: ([444] auf S. 64.332) S. Attest.] - -[Fußnote 1410: ([445] auf S. 64.332) S. angenehm u. anreden.] - -[Fußnote 1411: ([446] auf S. 64.332) S. (betr. _schmusen_) ansagen.] - -[Fußnote 1412: ([447] auf S. 64.332) S. Augenbrauen u. Angesicht.] - -[Fußnote 1413: ([448] auf S. 64.332) _Zu vgl._ dazu (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Schnabel[-lapp]_ = Löffel, -_Kesurener Schnabel_ = silberne Löffel); _Pfulld. J.-W.-B._ 341, 342 -(_Schnabel_ = Kochlöffel, _Schnabelholz_ = Löffel). Auch sonst noch im -Rotw. des 19. Jahrh. (seit _Pfister_ bei _Christensen_ 1814 [229]). Zur -_Etymologie_: Wie aus _Schnabelholz_ zu entnehmen, handelt es sich bei -_Schnabel_ wohl nur um Abkürzung (Apokope) dieser od. einer ähnl. -längeren Form (vgl. bei _Schintermicherl_ 1807 [290: _Schnapelberger_ = -Löffel]); s. _Günther_, Rotwelsch, S. 46.] - -[Fußnote 1414: ([449] auf S. 64.332) S. abschaffen u. Almosen bezw. -Bankier u. Bank.] - -[Fußnote 1415: ([450] auf S. 64.332) S. abbrennen u. anbrennen.] - -[Fußnote 1416: ([451] auf S. 64.332) Mit _Schmelemer_ = Zigeuner sind -noch _zusammengesetzt_: _Schmelemerfi(e)sel_ u. _-model_ = -Zigeunerbursche u. -mädchen, _Schmelemerkib_ = Zigeunerhund, -_Schmelemerrädling_ = Zigeunerwagen. Eine _Ableitg._ davon ist: -_schmelemerisch_ = zigeunerisch. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 101 (_Schmelemer_ = Zigeuner); _Pfulld. J.-W.-B._ -340 (_Schmälemer_ = »Heide« [während es unter »Zigeuner« fehlt]); -_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 69 (_Schmälemer_ = »fahrende Leute«); -_Schwäb. Händlerspr._ (in _Lütz._ 215: _Schmēlemer_ = Zigeuner). S. -auch schon _Bruchsaler Liste_ 1770 (248: »die _schmählem_ oder -Zigeuner-Sprach«); ferner noch _Eberhardts Poliz. Nachrichten_ 1828 ff. -(364: »Die _Schmelmer_- oder Zigeunersprache«). Zur _Etymologie_: -Unhaltbar erscheint die Hypothese A.-L.'s, der (601 unter »Schmal« vbd. -mit 606/7 unter »Schwelemer«) den Ausdr. _Schmelemer_ (oder -_Schmälinger_ [vgl. auch _Groß_ 491 (neben _Schmelinger_)]) zu »schmal« -in Beziehung gesetzt hat, während er betr. der Nebenform _Schwelemer_ -od. _Schwählemer_ (s. _Pfister_ bei _Christensen_ 1814 [330]; _v. -Grolman_ 65 u. _T.-G._ 135 _Karmayer G.-D._ 218) zu keinem festen -Ergebnis gelangt ist. Richtig erscheint dagegen seine Bemerkung (544 -unter »Gischmol«), daß _Schmälinger_ wohl »gleicher Abstammung« sei wie -_Gischmol_ u. ä., das als Synon. dafür ebenfalls hier und da vorkommt -(s. z. B. _Christensen_ 1814 [330: _Gischschmol_ od. _Geschmeilen_]; _v. -Grolman_ 24 u. _T.-G._ 135 [_Geschmol(l)_, plur.: _Geschmeilim_]; -_Karmayer_ G.-D. 199 [ebenso]; _Derenbourgs Glossar_ 1856 [414: -desgl.]). Von _dieser_ Form ist nämlich bei der Erklärung auszugehen. -Sie ist entstanden aus dem jüd. _Jischmô(e)l_, vom hebr. _jischm'êl_ = -Ismaël. Die früher nicht nur in England, Spanien und Griechenland, -sondern auch in Deutschland (vgl. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 544) -verbreitete Meinung von der Herkunft der Zigeuner aus _Ägypten_ wird -noch von den Juden geteilt. Sie haben nun offenbar diese Annahme auch -geneologisch zu begründen versucht, indem sie _Ismaël_, dessen Mutter -und Frau nach 1. Mos. 16, 1 u. 21, 21 Ägypterinnen waren, zum Stammvater -der Zigeuner machten. Aus dem oben angeführten Plur. _Geschmeilim_, d. -h. eigtl. »Ismasēliter«, ist dann _Schmelemer_ u. ä. hervorgegangen -(nach gefl. Mittlg. von Dr. _A. Landau_).] - -Luder, _mufiger Bossert_[1418] - -Lüge, _Kohl_ (_aufs Kohl_, d. h. »es ist erlogen«)[1419] - -Lügen (das), _Kohlerei_ - -Lügner, _Kohler_ - - - M. - -machen, _pflanzen_ (Spr.)[1420] - -mächtig, _grandich_ (-dig)[1421] - -machtlos, _nobis grandich_[1422] - -Mädchen, _Model_[1423], _Tschai_[1424] - - " , fahrendes, _jenische Model_[1425] - -Magd, _Scheneglere_[1426] - -[Fußnote 1417: ([452] auf S. 64.333) Bestätigt ist dies auch schon von -_Liebich_, S. 86; vgl. ebds. (im Vokab.) S. 147 u. 220.] - -[Fußnote 1418: ([453] auf S. 64.333) S. Aas.] - -[Fußnote 1419: ([454] auf S. 64.333) S. belügen. — Das Zeitw. _kohlen_ -= lügen fehlt hier wohl nur aus Versehen.] - -[Fußnote 1420: ([455] auf S. 64.333) S. anbrennen.] - -[Fußnote 1421: ([456] auf S. 64.333) S. Adler.] - -[Fußnote 1422: ([457] auf S. 64.333) S. (betr. _nobis_) Dietrich.] - -[Fußnote 1423: ([458] auf S. 64.333) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 1424: ([459] auf S. 64.333) _Zu vgl._ dazu (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91 u. 101 (_Tschai_ = Weib; -_Grünt'schaj_ = Ehefrau); _Schwäb. Händlerspr._ (U. 214: _Tschoj_ [od. -Tschigi] = Mädchen). Über weitere rotw. Belege sowie die _Etymologie_ -(aus der _Zigeunersprache_ [vgl. »Einleitung«, S. 30 u. 31]) s. Näheres -in _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S. 366 u. Anm. 2 u. »Anthropophyteia«, Bd. -IX, S. 19 (unter »Guidillerschey«) u. dazu noch _Fischer_, Schwäb. W.-B. -II, S. 431, 432 (unter »Tschoj« u. »Tschigi«) vbd. mit _Finck_, S. 90 -(_tšai_ = Mädchen, Tochter). Nach _Jühling_, S. 227 ist _Tschai_ nur -als Anrede bei den Zigeunern untereinander gebräuchlich; vgl. oben unter -»Frau« betr. _Romni_.] - -[Fußnote 1425: ([460] auf S. 64.333) S. (betr. _jenisch_) Bachstelze; -vgl. »Vorbemerkung«, S. 4, 5, Anm. 6 ff.] - -[Fußnote 1426: ([461] auf S. 64.333) S. abschaffen.] - -Mahl, Mahlzeit, _Achilerei_[1427], _Bikerei_ od. _Bikus_, [64.334] -_Butterei_[1428] - -Mähre (Pferd), _Trabert_[1429] - -Malz, _g'funktes Gib_ (d. h. »gebranntes Getreide«)[1430] - -Mangel, _Dercherich_ (subst. Adj.)[1431] - -Mann, _Kaffer_ (plur.: _Käffer_ [Spr.])[1432] - -Männerrock, _Gadschomalfes_[1433] _Kaffermalfes_ - -männliches Glied, _Betzam_ (Bezem)[1434], _Dietz_, _Gari_ (od. -Garo)[1435], _Schure_[1436] - -Mannskleid, _Kafferskluft_[1437] - -Mannskleider, _Kaffersklufterei_[1437] - -Mannesschwester, _Kaffersglied_[1438] - -Mark (das), _Schmunk_[1439] - -Mark (die), _Bet_[1440], _Flachs_ od. _Flächsle_[1441], _Räp(p)le_[1442] [64.335] -od. _Schuk_[1443] - -[Fußnote 1427: ([462] auf S. 64.334) S. essen.] - -[Fußnote 1428: ([463] auf S. 64.334) S. (zu allen drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 1429: ([464] auf S. 64.334) S. Füllen.] - -[Fußnote 1430: ([465] auf S. 64.334) S. abbrennen u. Frucht. — Betr. -die Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr. (vgl. »Vorbemerkung«, S. 17) s. -_Liebich_, S. 130 u. 220: _chadschēdo gib_ (d. h. »gebranntes -Getreide«) = Malz, wozu noch zu betonen, daß nach _Finck_, S. 59 das -zigeun. _gīw̱_ (= gib) u. a. auch _spezieller_ für »Gerste« -gebraucht wird (vgl. oben unter »Frucht«).] - -[Fußnote 1431: ([466] auf S. 64.334) S. abbetteln; vgl. »Vorbemerkung«, -S. 15, Anm. 38.] - -[Fußnote 1432: ([467] auf S. 64.334) S. Bauer.] - -[Fußnote 1433: ([468] auf S. 64.334) S. Kerl u. Frauenrock.] - -[Fußnote 1434: ([469] auf S. 64.334) S. Ei.] - -[Fußnote 1435: ([470] auf S. 64.334) S. (zu beiden Ausdr.) Glied -(männliches).] - -[Fußnote 1436: ([471] auf S. 64.334) S. abbiegen.] - -[Fußnote 1437: ([472] auf S. 64.334) S. (betr. _Kluft[erei]_) -ankleiden.] - -[Fußnote 1438: ([473] auf S. 64.334) S. (betr. _Glied_) Bruder.] - -[Fußnote 1439: ([474] auf S. 64.334) S. Bratkartoffeln.] - -[Fußnote 1440: ([475] auf S. 64.334) _Zu vgl._ zu dieser Vokabel (aus -dem _verw. Quellenkr._): nur _W.-B. des Konst. Hans_ 254, 259 (_Beta_ = -Jahrmarkt, Markt, _grandig beta_ = Messe). Danach würde es sich offenbar -bei der Bedeutung »Mark« (als Geldstück) um eine Begriffsübertragung auf -Grund des (fast völligen) Gleichklangs der _deutschen_ Wörter »Markt« u. -»Mark« handeln, wie sie auch bei dem (auch rotw.) _Schuk_ (s. unten Anm. -1443) vorgenommen worden. Nach _Wittich_ (»Einleitung«, S. 29) soll -_Bet_ = Mark _zigeunerischen_ Ursprungs sein, ich finde aber in den -zigeun. Vokabularien (außer bei _Jühling_, S. 220: _Beti_ [Bete] = Mark) -nichts Ähnliches angeführt.] - -[Fußnote 1441: ([476] auf S. 64.334) Die Vokabel ist u. a. bekannt auch -in der _schwäb. Händlerspr._, S. 484 (_Flachs_, _Flächsle_ [in -_Pfedelb._ (210) auch _Flucks_ od. _Flux_] = Mark). Über sonstige Belege -(aus dem Rotw. u. der Kundenspr.) sowie zur _Erklärung_ des Ausdrucks s. -das Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 245 u. Anm. 6. _Fischer_, Schwäb. -W.-B. II, Sp. 1553 schweigt über die Deutung.] - -[Fußnote 1442: ([477] auf S. 64.334) S. dazu die Verbdgn. _drei -Räp(p)le_ = Taler. _Räpple_ = Mark ist auch der _schwäb. Händlerspr._ in -U. (214) bekannt. Zur _Etymologie_ (Dimin. von _Rappen_) s. d. Näh. in -_Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 302 u. Anm. 5 vbd. mit S. 305, Anm. 3 u. dazu -noch _Weigand_, W.-B. II, Sp. 528 (unter »Rappen«), wo bemerkt ist, daß -das Wort nach _E. Schröder_ »ursprünglich eine spöttische Bezeichnung -der schlechten Pfennige« gewesen, »die der Herr _von Rappoltstein_ bei -Kolmar 1291 unbefugterweise prägte«; vgl. Schweiz. Idiot. VI, Sp. 1178.] - -Maske, _ni(e)sicher_, _nillicher_ od. _muschicher Giel_[1444] - -Mastochse, _Schmunkhornikel_ (eigtl. »Fettochse«)[1445] - -Mastpulver, _Kuiete_ (Das Wort wird auch für Pulver jeder Art gebraucht; -vgl. Pulver, Schießpulver)[1446] - -Maßkrug, _Blambnolle_ (eigtl. = »Bierkrug«)[1447] - -Mätresse, _Lubne_[1448], _schofle Model_[1449] - -Maul, _Giel_[1450] (halt's Maul, _schupf[1451] de Giel_ [od. _schupf -dich_]) - -Meer, _grandich Flu(h)te_[1452] - -Meergras, _Flu(h)tekupfer_[1453] - -[Fußnote 1443: ([478] auf S. 64.335) _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 70 (_Schuk_ = Mark); -_Schwäb. Händlerspr._ 484 (ebenso); s. auch _Metzer Jenisch_ 216 -(_Schockum_ = Mark). _Etymologie._ Hier liegt (gleichwie wohl auch bei -_Bet_ [s. Anm. 1440]) zweifelsohne eine auf Grund der Ähnlichkeit von -»Markt« und »Mark« vorgenommene Begriffsübertragung, nämlich von dem -hebr. _schûq_ = »Straße, Markt, Jahrmarkt«, vor. S. Näh. hierzu sowie -über die Belege für _Schock_ (Geschock, G'schuk) u. ä. = (Jahr-)Markt im -Rotw. u. (das seltenere) _Schuk_ (od. Schock) = Mark in der neueren -Gaun.- u. Kundenspr. in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 283/84 u. Anm. 5 vbd. -m. Bd. 59, S. 285; vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W. B. III, Sp. 490 -(unter »G[e]schock«).] - -[Fußnote 1444: ([479] auf S. 64.335) S. aberwitzig u. Affengesicht.] - -[Fußnote 1445: ([480] auf S. 64.335) S. Bratkartoffeln u. Bulle.] - -[Fußnote 1446: ([481] auf S. 64.335) Mit _Kuiete_ = Pulver ist -zusammengesetzt _Kuieterolle_ u. _-roller_ = Pulvermühle, -müller. Das -Wort, das m. W. im Rotw. usw. _nicht_ vorkommt, stammt wohl aus der -_Zigeunersprache_ (s. »Einleitung«, S. 30); vgl. Näh. bei _Pott_ II, S. -159 (unter »Churdo« [Adj. = klein, zerbröckelt]), _Liebich_, S. 230 -(_gurdi_ = Pulver [Schießpulver]) vbd. mit S. 131, 206, 242 (_churdin_ = -Spreu, Häcksel), _Miklosich_, Denkschriften, Bd. 26, S. 223 (unter -»churdo«: bei den _deutsch._ Zig.: _churdin_ [Bedtg. wie bei _Liebich_], -bei den _böhm._ Zigeun.: _churdo_ = klein, mürbe, bei den span.: -_churdi_ = Pulver; _Etym._ wohl zu altind. _khud_ = brechen), _Jühling_, -S. 221 (_Chuiärti_ = Pulver) u. _Finck_, S. 69 (_xúrdi[n]_, Bedtg. wie -bei _Liebich_).] - -[Fußnote 1447: ([482] auf S. 64.335) S. Bierglas u. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1448: ([483] auf S. 64.335) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 1449: ([484] auf S. 64.335) S. arg u. Beischläferin.] - -[Fußnote 1450: ([485] auf S. 64.335) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 1451: ([486] auf S. 64.335) S. aufhören.] - -[Fußnote 1452: ([487] auf S. 64.335) S. Adler u. abbrühen; vgl. -Bischof.] - -[Fußnote 1453: ([488] auf S. 64.335) S. (betr. _Kupfer_) Frucht.] - -Meerschweinchen, _Flu(h)tegroanikele_[1454] [64.336] - -Mehl, _Staubert_[1455] - -Mehlbeere, _Staubertsäftling_[1456] - -Mehlbeerbaum, _Staubertsäftlingstöber_[1457] - -Mehlschüssel, _Staubertschottel_[1458] - -Mehlsack, _Staubertrande_[1459] - -mehr, _grandich_[1460] - -mehrfach, _grandicher_ - -Meilenstein (Meilenzeiger), _Stradehertling_[1461] od. _Stradekies_ (d. -h. »Straßenstein«)[1462]; vgl. Kilometerstein - -Melkfaß, _Gleisnolle_ (d. h. eigtl. »Milchnapf«)[1463] - -Melkgefäß, _Gleisschottel_ (d. h. eigtl. »Milchschüssel«)[1464] - -Menge, _grandich Ulma_ (d. h. »[sehr] viele Leute«)[1465] - -[Fußnote 1454: ([489] auf S. 64.336) S. Eber.] - -[Fußnote 1455: ([490] auf S. 64.336) S. hierzu die _Zusammensetzgn._: -_Staubertsäftling_ = Mehlbeere (_-stöber_ = Mehlbeerbaum), -_Staubertschottel_ = Mehlschüssel, _Staubertrande_ = Mehlsack. _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Staupert_ = -Mehl); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (ebenso); _Schwäb. Händlerspr._ (in -_Pfedelb._ [211]: _Staubert_ u. _Staub_, in _Lütz._ [215]: _Staubert_). -Die einfachere Form _Staub_ = Mehl kennt auch die _schwäb. Gaun.- u. -Kundenspr._ 72, die _Händlerspr._ 484 (abgesehen von _Lützenhardt_) -sowie das _Pleißlen der Killertaler_ 436. Über weitere Belege des sehr -alten rotw. (schon im _Lib. Vagat._ 55 in der Form _Stupart_ -vorkommenden) Wortes, das natürlich zu unserem gemeinspr. Staub gehört, -s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 77 (unter »Stöber«).] - -[Fußnote 1456: ([491] auf S. 64.336) S. (betr. _Säftling_) Ananas.] - -[Fußnote 1457: ([492] auf S. 64.336) S. Apfelbaum. — Bemerkt sei hierzu -beiläufig, daß der Mehlbeerbaum (zig. _jarriéngĕro rukk_, zu -_jár[r]o_ = Mehl [s. _Liebich_, S. 140 u. 221]) bei den Zigeunern für -_heilig_ gilt, weshalb die Mehlbeere u. a. auch _deweléngēro -brōl_, d. i. »Götterbirne«, heißt (_Liebich_, S. 38 u. 221).] - -[Fußnote 1458: ([493] auf S. 64.336) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 1459: ([494] auf S. 64.336) S. Bauch.] - -[Fußnote 1460: ([495] auf S. 64.336) S. Adler.] - -[Fußnote 1461: ([496] auf S. 64.336) S. Chaussee u. Gestein.] - -[Fußnote 1462: ([497] auf S. 64.336) S. (betr. _Kies_) Apfelkern. — -Auch bei den Zigeunern wird der Meilenstein wohl bezeichnet als -_troméskĕro parr_ (d. h. »Wegstein«) od. auch als _tschiréskĕro -parr_ (d. h. »Zeitstein«); s. _Liebich_, S. 162 u. 221.] - -[Fußnote 1463: ([498] auf S. 64.336) S. abgerahmte Milch u. -Fleischhafen. — Dieselbe Ausdrucksweise kennen die Zigeuner; s. -_Liebich_, S. 221 vbd. m. S. 162 (_thīteskĕri pīri_, d. h. -eigtl. »_Milch_napf«, = Melkfaß).] - -[Fußnote 1464: ([499] auf S. 64.336) S. (betr. _Schottel_) Aschenbecher. -— Auch hiermit fast übereinstimmend das Zigeunerische; s. _Liebich_, S. -221 u. 162 (_thīteskĕri turdli[n]_, d. h. eigtl. »_Milch_faß«, = -Melkgefäß).] - -[Fußnote 1465: ([500] auf S. 64.336) S. Adler u. arme Leute; vgl. auch -Bischof. — Die Zigeuner sagen für »Menge« _bīt kettenè_, d. h. -»viele zusammen«; s. _Liebich_, S. 221.] - -merken, _gneisen_[1466] [64.337] - -Messer, _Scharfling_ (od. Scharpfleng)[1467], _Tschure_[1468], auch -öfter _Hertling_[1469] - -Messerklinge, Messerschneide, _Lomel_[1470] - -Messerschmied, _Scharfling-_ (od. Scharpfleng-)_pflanzer_[1471] - -Methodist, _Blibelkaffer_[1472]; femin.: _Blibelmos(s)_[1473], plur.: -_Blibelulme_[1474] - -Methodistenhaus, _Blibelkitt_[1475] - -Metzelsuppe, _Kaflereischnall_[1476] - -Metzger, _Kafler_[1476] - -Metzgershaus, _Kaflerskitt_[1476][1475] - -[Fußnote 1466: ([501] auf S. 64.337) S. erkennen.] - -[Fußnote 1467: ([502] auf S. 64.337) S. Dolch.] - -[Fußnote 1468: ([503] auf S. 64.337) _Zu vgl._ dazu (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Tschuri_ = Messer); _Pfulld. -J.-W.-B._ 342, 345 (ebenso [u. dazu _Tschuripflanzer_ = Messerschmied]; -Nebenformen: _Schury_ [= Scheermesser; Syn.; _Flader-Schury_] od. -_Schuri_ [= Stilett]). Zur _Etymologie_: Es handelt sich hier _nicht_ -etwa bloß um eine etwas veränderte Schreibung des (ja allerdings in -_Wittichs_ Jenisch sehr speziell verwendeten) Wortes _Schure_, sondern -um eine Entlehnung aus der _Zigeunersprache_ (vgl. »Einleitung«, S. 31). -S. darüber die näh. Angaben (einschl. weiterer Belege im Rotw.) in -_Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 22 u. Anm. 1 (unter »Tschuripflanzer«) u. -dazu noch _Finck_, S. 93 (_tšuri[n]_ = Messer). Nach _Miklosich_, -Denkschriften, Bd. 26, S. 197 (unter _čurī_) läßt sich die Vokabel -bis ins Altindische (_čhurī_ od. _kšurī_) zurückverfolgen.] - -[Fußnote 1469: ([504] auf S. 64.337) S. Gestein.] - -[Fußnote 1470: ([505] auf S. 64.337) S. Klinge.] - -[Fußnote 1471: ([506] auf S. 64.337) S. (betr. _-planzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1472: ([507] auf S. 64.337) S. anbeten u. Bauer.] - -[Fußnote 1473: ([508] auf S. 64.337) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.] - -[Fußnote 1474: ([509] auf S. 64.337) S. arme Leute.] - -[Fußnote 1475: ([510] auf S. 64.337) S. Abort.] - -[Fußnote 1476: ([511] auf S. 64.337) S. (betr. _Kaflerei_ u. ä.) -Fleischer. — Mit _Schnall_ = Suppe sind ferner noch _zusammengesetzt_: -_Gleisschnall_ = Milchsuppe (Dimin.: _Gleisschnälle_ = Milchsüppchen -[Spr.]), _Hegesleschnall_ = Spätzlessuppe (Spr.) u. _Rondlingschnall_ = -Wurstsuppe. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ -345, 347 (_Schnallen_ = Suppe, _Gleisschnalla_ = Milchsuppe); _Schwäb. -Gaun.- u. Kundenspr._ 76, 77 (_Schnalle_ = Suppe, _Wasserschnalle_ = -Wassersuppe); _Schwäb. Händlerspr._ 480, 487 (_Schnall_ = Suppe, -_Wasserschnall_ = Brotsuppe; vgl. auch [484] _Gräbeschnalle_ = -Fallobst); s. auch noch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Schnell_ od. -_Schneltse_ = Suppe); auch im sonst. Rotw. bekannt in versch. Formen (s. -z. B schon im _Basl. Gloss._ v. 1733 [202]: _Schnallen_, im 19. Jahrh. -[seit _Pfister_ bei _Christensen_ [329]) öfter auch _Schnelle_). Zur -_Etymologie_ (vom mundartl. _schnallen_ = »geräuschvoll schlürfen« -[_Schmeller_, Bayer. W.-B. II, Sp. 574 u. _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1163 -unter »Schnalle«, Nr. 7, 6 u. Sp. 1164 unter »schnallen«, Nr. 2] s. -_Weber-Günther_, S. 180; vgl. auch Wiss. Beih. zur Z. der Allg. Deutsch. -Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 186.] - -Miene (Gesicht), _Giel_ (eigtl. »Mund, Maul«)[1477] [64.338] - -Milch, _Gleis_[1478] - -Milchbrötchen, _Gleiskechelte_ (Spr.)[1479] - -Milchglas, _Gleisglansert_[1480] - -Milchnapf (-hafen, -topf), _Gleisnolle_[1481] - -Milchschüssel, _Gleisschottel_[1482] - -Milchsuppe, _Gleisschnall_, (Dimin.: _Gleisschnälle_ = Milchsüppchen -[Spr.])[1476] - -Militär, _Lanengere_ (d. h. Soldaten)[1483] - -Mist, _Fuhl_[1484], _Schund_[1485] - -Mistgabel, _Fuhlstichling_, _Schundfurschet_[1486] - -Mistkäfer, _Schundflederling_ (d. h. eigtl. »Dreckvogel«)[1487] - -Mißjahr, _nobis dofs Ja(h)ne_ (d. h. »kein gutes Jahr«)[1488] - -[Fußnote 1477: ([512] auf S. 64.338) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 1478: ([513] auf S. 64.338) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 1479: ([514] auf S. 64.338) _Zu_ _Kechelte_ = Brötchen (Semmel, -Weck) _vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91, 95 -(_gehechelter Lechem_, _Lehm_ od. _Marum_ = weißes Brot, _Gehechelter_ = -Kuchen); _W.-B. des Konst. Hans_ 258 (_Kächelterleam_ = Weißbrot); -_Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Kächelterma¶n¶o_ [sic] = Bäckerbrot); _Schwäb. -Händlerspr._ 488 (_Kĕchelte_ [in _Pfedelb._ (214): _Ghechelter_] = -Weck, Semmel). Über weitere Belege im Rotw. (wo das Wort zum Teil arg -verunstaltet worden] sowie in sonst. Geheimspr. (s. z. B. _Frickhöfer -Sprache_ 442 [_Geh[^æ]chelter_ = Brötchen]) s. Näh. bei _Weber-Günther_, -S. 189; ebds. auch über die _Etymologie_ des Ausdrucks, über die hier -folgendes bemerkt sei. _Kechelte(r)_ ist die schlechte (mundartl.) -Aussprache von _Gehechelte(r)_ u. dieses ein substantiviertes Partizip, -bei dem eigentl. _Lechem_ (= Brot) od. dergl. zu ergänzen ist (s. _W.-B. -v. St. Georgen_ 1750 [219: _gehechelter Legum_ od. _Löben_ = Weißbrot] -sowie die oben angeführten älteren schwäb. Quellen). Zu denken ist aber -dabei (nach _Pott_ II, S. 24) »an die Beutelung des Mehls, die sich -entfernt mit der Aushechelung des _Flachses_ vergleichen läßt«, wie denn -_hecheln_ im allgemeinen Sinne (etwa von »schön machen«) früher auch -sonst gebraucht worden, so z. B. sogar in der Verbindg. _gehechelter -Wein_ für einen solchen, der irgendwie künstlich behandelt war. S. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 190 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. IV, 1, -Sp. 2335; vgl. auch _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1041.] - -[Fußnote 1480: ([515] auf S. 64.338) S. (betr. _Glansert_) Bierglas.] - -[Fußnote 1481: ([516] auf S. 64.338) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1482: ([517] auf S. 64.338) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 1483: ([518] auf S. 64.338) S. Hauptmann.] - -[Fußnote 1484: ([519] auf S. 64.338) S. Abort.] - -[Fußnote 1485: ([520] auf S. 64.338) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 1486: ([521] auf S. 64.338) S. (betr. _Stichling_ u. -_Furschet_) Gabel.] - -[Fußnote 1487: ([522] auf S. 64.338) S. (betr. _Flederling_) Adler.] - -[Fußnote 1488: ([523] auf S. 64.338) S. Dietrich, angenehm u. -alljährlich — Auch die Zigeuner haben die sachlich gleiche Umschreibung -(_kek ladscho bersch_) für »Mißjahr«; s. _Liebich_, S. 222.] - -mitbringen, _mitbukle_[1489] [64.339] - -Mitternacht, _Leile_, _Ratte_ (d. h. Nacht)[1490] - -Möhren, _Galgennägel_[1491] - -Monat, _Frosch_, plur. _Frösche_[1492] - -Mond, _Leileschein_ (d. h. »Nachtlicht«)[1493] - -Montur, _Lanengerkluft_ (d. h. »Soldatenanzug, -kleidung«)[1494] - -morden, _deisen_[1495] - -Mörder, _Deiser_; vgl. auch Totschläger - -Most, _Grabagautschert_[1496] - -[Fußnote 1489: ([524] auf S. 64.339) S. abtragen.] - -[Fußnote 1490: ([525] auf S. 64.339) S. (zu beiden Ausdr.) Abend.] - -[Fußnote 1491: ([526] auf S. 64.339) Diese eigenartige Metapher ist auch -bekannt der _schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 (Bedtg.: Rüben) sowie der -_schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [210], Bedtg.: gelbe Rüben). Sie -ist ferner sonst im neueren Rotw. (schon seit _Pfister_ bei -_Christensen_ 1814 [320] u. noch bei _Rabben_ 53) u. in der Kundenspr. -(s. _Ostwald_ [Ku.] 55) beliebt, desgl. auch bei den Soldaten. S. -_Günther_, Rotwelsch, S. 15 u. in d. Wiss. Beih. zur Z. d. Allg. -Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 189; _Fischer_, Schwäb. -W.-B. III, Sp. 29, Nr. 3; _Horn_, Soldatensprache, S. 91; vgl. i. allg. -auch noch _Grimm_, D. W.-B. IV, 1, 1, Sp. 1176.] - -[Fußnote 1492: ([527] auf S. 64.339) _Zu vgl._ hierzu (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 (_Frosch_ od. -_Fröschchen_ = Monat) u. _Schwäb. Händlerspr._ 484 (_Frösch_ = Monate). -Nach der letzteren Stelle dürfte der sonderbare Ausdruck besonders für -die Angabe der Dauer einer Freiheitsstrafe gebraucht werden, wie dies — -nach _Ostwald_ (Ku.) 53 (6 _Frösch_ = 6 Monate Gefängnis) — auch in der -allgemeinen Kundenspr. üblich zu sein scheint. Die Entstehung bleibt -dunkel; auch bei _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1791, Nr. 8 ist -darüber keine Erklärung gegeben.] - -[Fußnote 1493: ([528] auf S. 64.339) S. Abend u. alltäglich. — Bei den -Zigeunern heißt der Mond — ähnlich — die »Nachtsonne«, _rattiskĕro -kamm_ (s. _Liebich_, S. 141 u. 223).] - -[Fußnote 1494: ([529] auf S. 64.339) S. Hauptmann u. ankleiden. — -Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunersprache (s. Näh. bei -_Liebich_, S. 223).] - -[Fußnote 1495: ([530] auf S. 64.339) S. ermorden.] - -[Fußnote 1496: ([531] auf S. 64.339) Zu _Grab¶a¶gautschert_ od. -_Grab¶e¶gautschert_ = Most (u. s. _Zus._ _Gr.-glansert_, _Gr.-nolle_ = -Mostglas, Mostkrug) _vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- -u. Kundenspr._ 72 (_Grabbengautscher_) u. _Schwäb. Händlerspr._ 488 -(_Grabbegautschert_ [in _Pfedelb._ (211): _-scher_]); s. auch _Pleißlen -der Killertaler_ 436 (_Rappegautscher_); wieder anders, nämlich -_Krabberkautscher_ bei _Ostwald_ (Ku.) 87. Zur _Etymologie_: Da -_gautschen_ in der schwäb. Mundart allgemein gebräuchlich ist für -»schaukeln, (sich) _schaukelnd_ hin- und herbewegen, wiegen, schwanken« -(s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 109), so erscheint es sehr -verführerisch, den ersten Bestandteil in _Grabegautschert_ u. ä. mit -unserem »Graben« in einen Zusammenhang zu bringen, weil ja der Most den -Zecher leicht in den Graben wirft; jedoch hat der Ausdruck damit nichts -zu tun, er soll vielmehr (wie die Form _Rappegautscher_ bei den -_Killertalern_ am deutlichsten erkennen läßt) herzuleiten sein von -_Rapp_ od. _Krapp_ (Krabb, Grab) = Rabe, Krähe (s. _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 690/91 unter »Krapp[e]«) und würde demnach (weil die Raben -häufig auf den Obstbäumen sitzen) soviel bedeuten wie »das Ergebnis des -›Gautschens‹ der Raben auf den Obstbäumen«, d. i. Obst, Obstmost, Most -(nach gefl. Mittlg. von Prof. Dr. _O. Meisinger_ in Karlsruhe); vgl. -auch Wiss. Beih. zur Zeitschr. des Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, -Heft 36, S. 187 u. Anm. 1. — _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 691 -(unter »Krappe[n]gautscher«) weist noch (für die allgemeinere Bedeutg. -»saurer Wein«) hin auf den Anklang an »Rachenputzer«; vgl. ebds. V, Sp. -139.] - -Mostglas, _Grabegautschertglansert_[1497] [64.340] - -Mostkrug, _Grabegautschertnolle_[1498] - -müde s. schläfrig - -Mühle, _Rolle_[1499] - -Mühlstein, _Rollerhertling_[1500], _Rollerkies_[1501] - -Müller, _Roller_; Müllerin, _Rollerin_[1500] - -Mund, _Giel_[1502] - -Münzarbeiter, _Bichschenegler_[1503], _Kies-_ od. _Lobepflanzer_ (diese -beiden eigtl. = »Geldmacher«)[1504] - -Münze (= Geldstück), _Bich_[1503], _Gore_[1505], _Kies_, _Lobe_[1504] - -Münze (= Münzwerkstätte), _Bichpflanzerskitt_ (d. h. -»Geldmacherhaus«)[1506] od. _grandiche Lobekitt_ (d. h. »großes -Geldhaus«)[1507] - -Münzmeister, _Bichsins_[1508]; vgl. Bankier. - -Musik, _Nikelei_[1509] - -[Fußnote 1497: ([532] auf S. 64.340) S. Bierglas.] - -[Fußnote 1498: ([533] auf S. 64.340) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1499: ([534] auf S. 64.340) Mit _Rolle_ sind _zusammengesetzt_: -a) _im Anfang_: _Rollehertling_ oder _-kies_ = Mühlstein; b) _am Ende_: -_Kuieterolle_ = Pulvermühle u. _Flu(h)terolle_ = Wassermühle. -_Ableitg._: _Roller_ = Müller (dazu _Kuieteroller_ = Pulvermüller), -fem.: _Rollerin_. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 342 (_Roll_ = Mühle, _Roller_ = Müller); _Schwäb. Händlerspr._ -484 (ebenso). Über weitere Belege der schon früh im Rotw. -weitverbreiteten Vokabeln sowie die _Etymologie_ s. das Näh. in _Groß'_ -Archiv, Bd. 42, S. 65 u. Anm. 2 u. S. 66.] - -[Fußnote 1500: ([535] auf S. 64.340) S. Gestein.] - -[Fußnote 1501: ([536] auf S. 64.340) S. Apfelkern.] - -[Fußnote 1502: ([537] auf S. 64.340) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 1503: ([538] auf S. 64.340) S. Almosen u. abschaffen.] - -[Fußnote 1504: ([539] auf S. 64.340) S. (betr. _Kies_) Bankier, (betr. -_Lobe_) Bank u. (betr. _-pflanzer_) anbrennen. Nicht erwähnt ist hier -_Bichpflanzer_ als Synon., auf dessen Vorkommen jedoch aus der _Zus._ -_Bichpflanzerskitt_ = Münze (Münzwerkstätte) zu schließen ist; vgl. auch -_nobis dofer Bichpflanzer_ (_Kies-_ od. _Lobepflanzer_) = Falschmünzer.] - -[Fußnote 1505: ([540] auf S. 64.340) S. Barschaft.] - -[Fußnote 1506: ([541] auf S. 64.340) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1507: ([542] auf S. 64.340) S. (betr. _grandich_) Adler.] - -[Fußnote 1508: ([543] auf S. 64.340) S. (betr. _Sins_) Amtmann.] - -[Fußnote 1509: ([544] auf S. 64.340) S. aufspielen.] - -Musikant, _Nikler_ [64.341] - -musizieren, _nikle_ - -Muskete (Gewehr), _Klass_[1510] - -Mutter, _Mamere_[1511] - -Mutterbruder (od. -Schwester), _Mameresglied_[1512] - -Mutterschwein, _Mameregroenikel_[1513] - -Mütze, _Oberman(n)_[1514] - -Mützenmacher, _Oberman(n)pflanzer_[1515] - - - N. - -nachbeten, _nachblible_[1516] - -nachfahren, _nachruadle_[1517] - -nachfallen, _nachbohle_[1518] - -nachfolgen, _nachbosten_[1519] - -Nachkommen (die), _Galma_, _Schrawiner_[1520] - -nachschießen, _nachschnelle_[1521] - -Nachschlüssel, _nobes dofer Glitschin_[1522] - -nachschreiben, _nachfebere_[1523] - -nachsehen, _nachlinzen_[1524] - -nachsingen, _nachschalle_[1525] - -nachsprechen, _nachdiberen_[1526], _nachschmusen_[1527] - -Nacht, _Leile_, _Ratte_[1528] - -Nachtarbeit, _Leileschenagel_[1529] - -[Fußnote 1510: ([545] auf S. 64.341) S. Büchse.] - -[Fußnote 1511: ([546] auf S. 64.341) S. Amme.] - -[Fußnote 1512: ([547] auf S. 64.341) S. (betr. _Glied_) Bruder.] - -[Fußnote 1513: ([548] auf S. 64.341) S. Eber.] - -[Fußnote 1514: ([549] auf S. 64.341) S. Fingerhut.] - -[Fußnote 1515: ([550] auf S. 64.341) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1516: ([551] auf S. 64.341) S. anbeten.] - -[Fußnote 1517: ([552] auf S. 64.341) S. abfahren.] - -[Fußnote 1518: ([553] auf S. 64.341) S. abfallen.] - -[Fußnote 1519: ([554] auf S. 64.341) S. abgehen.] - -[Fußnote 1520: ([555] auf S. 64.341) S. (zu beiden Ausdr.) brauchbares -Kind.] - -[Fußnote 1521: ([556] auf S. 64.341) S. abschießen.] - -[Fußnote 1522: ([557] auf S. 64.341) S. Dietrich; vgl. angenehm.] - -[Fußnote 1523: ([558] auf S. 64.341) S. abschreiben.] - -[Fußnote 1524: ([559] auf S. 64.341) S. anschauen.] - -[Fußnote 1525: ([560] auf S. 64.341) S. absingen.] - -[Fußnote 1526: ([561] auf S. 64.341) S. anreden.] - -[Fußnote 1527: ([562] auf S. 64.341) S. ansagen.] - -[Fußnote 1528: ([563] auf S. 64.341) S. Abend.] - -[Fußnote 1529: ([564] auf S. 64.341) S. (betr. _Schenagel_) abschaffen.] - -Nachtessen, _Leileachilerei_[1530], _Leilebikus_, _Rattebutterei_[1531] [64.342] - -Nachthafen, _Fuhlnolle_, _Schmelznolle_[1532] - -Nachtlicht, _Leileschein_[1533] - -Nachtstuhl, _Leilesitzleng_[1534], _Schundsitzleng_[1535] - -Nachttopf, _Flöselnolle_[1536] - -Nachtwächter, _Leilekaffer_[1537], _Rattebenk_[1538] - -nachwerfen, _nachplotzen_[1539] - -nackt, _nobis ang'kluftet_ (d. h. »nicht angekleidet«) od. _auskluftet_ -(d. h. »ausgezogen«)[1540] - -Nadel, _Stichlere_[1541] - -nagen, _näpfen_[1542] - -nähen, _stichle_[1541] - -Napf, _Nolle_[567) - -Narr, _Hegel_[1543], _Ni(e)se_, _Nille_, _Nusche_[1544] - -Narrenhaus, _Hegelkitt_, _Ni(e)sekitt_, _Nillekitt_, _Nuschekitt_[1545] - -närrisch, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_[1544] - -närrischer Kerl, Mensch, _Hegellauti_[1543] - -Nase, _Muffer_[1546] - -Nashorn, _Mufferhorboga_ (d. h. eigtl. »Nasenkuh«)[1547] - -Nässe, _Flu(h)tich_[1548] - -naß, _flu(h)te_[1549] - -[Fußnote 1530: ([565] auf S. 64.342) S. essen.] - -[Fußnote 1531: ([566] auf S. 64.342) S. (zu beiden Ausdr.) Abendessen.] - -[Fußnote 1532: ([567] auf S. 64.342) S. Abort u. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1533: ([568] auf S. 64.342) S. (betr. _Schein_) alltäglich.] - -[Fußnote 1534: ([569] auf S. 64.342) S. Bank.] - -[Fußnote 1535: ([570] auf S. 64.342) S. (betr. _Schund_) abgerahmte -Milch.] - -[Fußnote 1536: ([571] auf S. 64.342) S. austreten (leicht).] - -[Fußnote 1537: ([572] auf S. 64.342) S. Bauer.] - -[Fußnote 1538: ([573] auf S. 64.342) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1539: ([574] auf S. 64.342) S. bewerfen.] - -[Fußnote 1540: ([575] auf S. 64.342) S. (zu beiden Ausdr.) ankleiden.] - -[Fußnote 1541: ([576] auf S. 64.342) S. aufnähen.] - -[Fußnote 1542: ([577] auf S. 64.342) S. abbeißen.] - -[Fußnote 1543: ([578] auf S. 64.342) S. Dummheit.] - -[Fußnote 1544: ([579] auf S. 64.342) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 1545: ([580] auf S. 64.342) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1546: ([581] auf S. 64.342) S. Aas.] - -[Fußnote 1547: ([582] auf S. 64.342) S. (betr. _Horboga_) Kalb. — Auch -die Zigeuner bezeichnen das Nashorn als _(baro) nakkésk(ĕ)ri -gurumni_, d. h. »(groß)nasige Kuh«; s. _Liebich_, S. 139 u. 225.] - -[Fußnote 1548: ([583] auf S. 64.342) S. abbrühen.] - -[Fußnote 1549: ([584] auf S. 64.342) Wenn _nicht_ im Vokabular -vielleicht doch zu lesen ist: Nässe, _Flu(h)te_, naß, _flu(h)tich_, -würde es sich bei _Flu(h)tich_ = Nässe handeln um die Substantivierung -eines Adjektivs (s. _flu[h]tich_ = feucht), bei _flu(h)te_ = naß dagegen -um Gebrauch eines Hauptworts (Bedeutg.: Wasser u. dgl.) als -Eigenschaftswort (vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38 a. E.).] - -Neffe (von väterlicher Seite) _Patrisglied_[1550], (von mütterlicher [64.343] -Seite) _Mamereglied_[1551]; vgl. auch Oheim u. Tante - -nehmen, _schniffen_[1552] - -nein, _nobis_[1553], auch _lore_ (Spr.)[1554] - -Neujahr, _Neujahne_[1555] - -nicht, _nobis_[1553] - -nichts, _Lore_ (Spr.)[1554] - -nichtsnutzig, _nobis dof_[1556], _nobis g'want_[1557] - -nichtswürdig, _lenk_, _schofel_[1558] - -nie, _nobis_[1553] - -niederblicken, _niederlinzen_[1559] - -niederbrennen, _niederfunken_[1560] - -niederfallen, _niederbohle_[1561] - -niederkommen, _Deislere werden_ (d. h. »Wöchnerin werden«)[1562] od. _in -Sauft bosten_ (d. h. »ins [Wochen-]Bett gehen«)[1563] - -niederlegen (sich), _niederdurme_[1564], _niederschlaune_[1565] - -niedermetzeln, _niederkaflere_[1566] - -niederschießen, _niederschnelle_[1567] - -niederschlagen, _niederguffa_[1568], _niederstenze_[1569] - -niederschreiben, _niederfebere_[1570] - -[Fußnote 1550: ([585] auf S. 64.343) S. Eltern u. Bruder.] - -[Fußnote 1551: ([586] auf S. 64.343) S. (betr. _Mamere_) Amme.] - -[Fußnote 1552: ([587] auf S. 64.343) S. anfassen.] - -[Fußnote 1553: ([588] auf S. 64.343) S. Dietrich.] - -[Fußnote 1554: ([589] auf S. 64.343) S. »das ist nichts.«] - -[Fußnote 1555: ([590] auf S. 64.343) S. alljährlich.] - -[Fußnote 1556: ([591] auf S. 64.343) S. Dietrich u. angenehm.] - -[Fußnote 1557: ([592] auf S. 64.343) S. (betr. _g'want_) mutig.] - -[Fußnote 1558: ([593] auf S. 64.343) S. (zu beiden Ausdr.) arg.] - -[Fußnote 1559: ([594] auf S. 64.343) S. anschauen.] - -[Fußnote 1560: ([595] auf S. 64.343) S. abbrennen.] - -[Fußnote 1561: ([596] auf S. 64.343) S. abfallen.] - -[Fußnote 1562: ([597] auf S. 64.343) S. gebären.] - -[Fußnote 1563: ([598] auf S. 64.343) S. Bett u. abgehen.] - -[Fußnote 1564: ([599] auf S. 64.343) S. aufwachen.] - -[Fußnote 1565: ([600] auf S. 64.343) S. ausschlafen.] - -[Fußnote 1566: ([601] auf S. 64.343) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1567: ([602] auf S. 64.343) S. abschießen.] - -[Fußnote 1568: ([603] auf S. 64.343) S. aufschlagen.] - -[Fußnote 1569: ([604] auf S. 64.343) S. Ast.] - -[Fußnote 1570: ([605] auf S. 64.343) S. abschreiben.] - -niedersitzen s. sitzen [64.344] - -niederträchtig, _schofel_[1571] - -niederwerfen, _niederplotzen_[1572] - -niemals s. nie - -nobel, _dof_, _duft_[1573] - -Not, _Dercherich_[1574], _Schofel_[1571] (beides subst. Adj.); vgl. -Mangel - -Nudeln, _grandiche Hegesle_ (d. h. »große Spatzen« od. »Knöpfle« -[Knödel])[1575] - -Null, _Nobis_ (d. h. eigtl. »nichts«)[1576] - -Nuß (Nüsse), _Krächerle_[1577] - -Nußbaum, _Krächerlestöber_ (in d. Spr: »_Krächerstöber_«)[1578] - -Nußkern, _Krächerlekies_[1579] - -nützlich, _dof_[1573], _g'want_[1580] - - - O. - -Obdach, _Kitt_[1581] - -oben, _oberkünftig_[1582] - -Oberförster, _grandich Grünwedel_ (d. h. »der größte Forstmann«)[1583] - -Obergendarm, _grandicher Schuker_[1584]; vgl. Wachtmeister - -Oberherr, _grandicher Sins_[1585] - -Oberwachtmeister, _grandich Schuker_ (d. h. »der größte Gendarm«)[1584] - -Oberzahn, _Obernäpfling_[1586] - -[Fußnote 1571: ([606] auf S. 64.344) S. arg; betr. das Subst. _Schofel_ -vgl. »Vorbemerkg.« S. 15, Anm. 38 vbd. m. S. 7, Anm. 16.] - -[Fußnote 1572: ([607] auf S. 64.344) S. bewerfen.] - -[Fußnote 1573: ([608] auf S. 64.344) S. angenehm.] - -[Fußnote 1574: ([609] auf S. 64.344) S. abbetteln (vgl. »Vorbemerkg.«, -S. 15, Anm. 38.] - -[Fußnote 1575: ([610] auf S. 64.344) S. Adler und Knödel.] - -[Fußnote 1576: ([611] auf S. 64.344) Sachlich übereinstimmend damit auch -die Zigeunersprache; s. _Liebich_, S. 226 (_tschi_, d. h. »nichts« = -Null).] - -[Fußnote 1577: ([612] auf S. 64.344) S. Haselnuß.] - -[Fußnote 1578: ([613] auf S. 64.344) S. (betr. _Stöber_) Apfelbaum.] - -[Fußnote 1579: ([614] auf S. 64.344) S. Apfelkern.] - -[Fußnote 1580: ([615] auf S. 64.344) S. anmutig.] - -[Fußnote 1581: ([616] auf S. 64.344) S. Abort.] - -[Fußnote 1582: ([617] auf S. 64.344) S. Gaumen.] - -[Fußnote 1583: ([618] auf S. 64.344) S. Adler u. Forstmann; vgl. -Bischof.] - -[Fußnote 1584: ([619] auf S. 64.344) S. Adler u. Gendarm; vgl. Bischof.] - -[Fußnote 1585: ([620] auf S. 64.344) S. Adler u. Amtmann; vgl. Bischof. -— Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. -227.] - -[Fußnote 1586: ([621] auf S. 64.344) S. abbeißen.] - -Obst, _Stöberschure_[1587] oder _Stöbersore_[1588] [64.345] - -Ochse, _Hornikel_[1589] - -Ochsenfett, _Hornikel-Schmunk_[1590] - -Ochsenfleisch, _Hornikelbossert_[1591] - -Ochsenmaulsalat, _Hornikelgielblättling_[1592] - -Ochsenmaulsalatbüchse, _Hornikelgielblättlingschottel_[1593] - -Ochsenmetzger, _Hornikelkafler_[1594] - -Ochsenstall, _Hornikelstenkert_[1595] - -Ofen, _Hitzling_[1596] - -Ofenruß, _Hitzlingschwä(t)zling_[1597] - -Ofensetzer, _Hitzlingpflanzer_[1598], _Hitzlingschenegler_[1599] - -Offizier, _grandicher_ (od. auch _dofer_) _Lanenger_[1600] - -oft, _grandich_[1601] - -Oheim (von väterl. Seite), _Patrisglied_[1602], (von mütterl. Seite), -_Mamereglied_[1603]; vgl. Neffe u. Tante - -Ohr, _Losling_[1604] - -[Fußnote 1587: ([622] auf S. 64.345) S. Apfelbaum u. abbiegen.] - -[Fußnote 1588: ([623] auf S. 64.345) S. (betr. _Sore_) Brücke.] - -[Fußnote 1589: ([624] auf S. 64.345) S. Bulle.] - -[Fußnote 1590: ([625] auf S. 64.345) S. (betr. _Schmunk_) -Bratkartoffeln.] - -[Fußnote 1591: ([626] auf S. 64.345) S. Aas.] - -[Fußnote 1592: ([627] auf S. 64.345) S. Affengesicht u. Gulasch.] - -[Fußnote 1593: ([628] auf S. 64.345) S. (_Schottel_) Aschenbecher.] - -[Fußnote 1594: ([629] auf S. 64.345) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1595: ([630] auf S. 64.345) S. Entenstall.] - -[Fußnote 1596: ([631] auf S. 64.345) S. Backofen.] - -[Fußnote 1597: ([632] auf S. 64.345) _Schwä(t)zling_ (od. Schwetzling) = -Ruß kommt noch vor in der _Zusammensetzg._ _Schwä(t)zlingbossert_ = -Schinken (d. h. eigentl. »Ruß- od. Rauchfleisch«). Der _Etymologie_ nach -ist es jedenfalls nur schlechte Aussprache für _Schwärzling_, gehört -also zu »schwarz«. Doch findet sich — auch in der richtigen Schreibung -— die Vokabel in der _jenisch. Bedeutg._ m. Wiss. nicht in den _verw. -Quellen_ oder im sonst. Rotw., in dem vielmehr _Schwärzling_ für -»Kaffee(bohne)« vorkommt; s. u. a. _v. Grolman_ 65 u. T.-G. 104; -_Karmayer_ G.-D. 218; A.-L. 606; _Groß_ 493; nach _Ostwald_ (Ku.) 141 -auch = Tinte.] - -[Fußnote 1598: ([633] auf S. 64.345) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1599: ([634] auf S. 64.345) S. abschaffen.] - -[Fußnote 1600: ([635] auf S. 64.345) S. Hauptmann vbd. m. Adler u. -angenehm; vgl. Bischof.] - -[Fußnote 1601: ([636] auf S. 64.345) S. Adler.] - -[Fußnote 1602: ([637] auf S. 64.345) S. Eltern u. Bruder.] - -[Fußnote 1603: ([638] auf S. 64.345) S. (betr. _Mamere_) Amme. — Auch -von den Zigeunern wird für »Oheim« unterschieden _dādéskĕro_ und -_dākro prāl_, d. h. »väterlicher (des Vaters)« u. »mütterlicher -(der Mutter) Bruder«; s. _Liebich_, S. 131 u. 207.] - -[Fußnote 1604: ([639] auf S. 64.345) _Zus._ damit: _Loslingschlang_ = -Ohrring. _Zu vgl._ (aus dem. _verw. Quellenkr._): _Schwäb Händlerspr._ -484 (_Loser_ = Ohr; vgl. [482] _losere_ [in _Pfedelb._ (210): _losen_] = -hören); s. auch _Regensb. Rotw._ 489 (_Luser_ = Ohr); auch schon (mit -der Endung _-ling_) im älteren Rotw. des 15. u. 16. Jahrh. (s. schon -_Basl. Betrügnisse_ um 1450 [15: _Luselinge_ = Ohren]; _Lib. Vagat._ 54 -[_Lüßlinng_ = Ohr] u. a. m.) bekannt. _Etymologie_: Der Ausdr. gehört, -wie das weidmänn. (u. wohl auch sonst mundartl. gebr.) _Loser_ (Luser) = -Ohr des Wildes (eigentl. »Aufhorcher« [vgl. mhd. _losære_ = Horcher, -Lauscher, ahd. _losari_ = Hörer, Zuhörer]), zu dem Zeitw. _losen_ (schon -mhd. _losen_, ahd. _[h]losên_, _losên_) = aufhorchen, zuhören; s. _Pott_ -II, S. 20 vbd. mit _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1297 (unter Loser, -Nr. 3), Sp. 1298 (unter »losere[n]«, Sp. 1346 (unter »Luser«) u. -_Weigand_, W.-B. II, Sp. 85.] - -Ohrring, _Loslingschlang_[1605] [64.346] - -Onanie treiben, _Käfferle pflanzen_[1606] - -Onkel s. Oheim - -Opfergeld, _Duftbich_[1607], _Duftlobe_ oder _-kies_[1608] (d. h. -»Kirchengeld«). - -Orgel s. Leierkasten - -Ortschaft, _G'fahr_[1609] - -Ortsvorsteher, _Kritsch_, _Schar(r)le_[1610] - -Ostern, _Bäzemaweisling_ (d. h. »Eiersonntag«)[1611] - -o weh!, _o Laich!_[1612] - -[Fußnote 1605: ([640] auf S. 64.346) S. (betr. _Schlang_), Halskette.] - -[Fußnote 1606: ([641] auf S. 64.346) Bei dieser (m. Wiss. im Rotw. u. in -d. sonstigen Geheimsprachen nicht bekannten) eigentümlichen Redensart -ist _Käfferle_ wohl _nicht_ (wie bei _Käfferle_ = Junggeselle oder -Greis) zu _Kaffer_ im Sinne von »Mann (Kerl)«, sondern im Sinne vor -»Bauer« zu stellen, und zwar dürfte es sich sehr wahrscheinlich handeln -um eine _jenische Übersetzung_ der mundartl. fast in ganz Deutschland -(einschl. Schweiz und Österreich) verbreiteten Bezeichnung »_kalter -Bauer_« für Onanie bzw. Pollution u. deren Spuren; s. dazu die -Redensarten: _den kalten Bauern schlagen_ od. _herunterreißen_ (steir.) -u. zu vgl. im einzelnen über die deutsch. Mundarten: _Grimm_, D. W.-B. -I. Sp. 1176 (unter »Bauer«, Nr. 2) vbd. mit _Müller_ in den -»Anthropophyteia«, Bd. VIII, S. 20. Ob nun aber hierbei der Ausdruck -»Bauer« _wirklich_ = _rusticus_ (Landmann) aufzufassen ist (wofür z. B. -unbedenklich _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 703 [unter »Bauer«, Nr. 3, -d] eingetreten) oder ob man ihn mit _Grimm_, a. a. O., Sp. 1175 als ein -eigenes (auf das _Gotische_ zurückzuführendes) Wort im Sinne von -_voluptas_, _libido_ nehmen will, mag dahingestellt bleiben. Für das -Adj. _kalt_ (hier etwa = »wider die Natur«) verweist _Fischer_, a. a. O. -auf »die Vorstellung von der ›kalten‹ Natur der Teufelsbuhlschaft.«] - -[Fußnote 1607: ([642] auf S. 64.346) S. Dom u. Almosen.] - -[Fußnote 1608: ([643] auf S. 64.346) S. (betr. _Lobe_ u. _Kies_) Bank u. -Bankier.] - -[Fußnote 1609: ([644] auf S. 64.346) S. Bauerndorf.] - -[Fußnote 1610: ([645] auf S. 64.346) S. (zu beiden Ausdr.) -Bürgermeister.] - -[Fußnote 1611: ([646] auf S. 64.346) S. Ei u. Feiertag. — Auch bei den -Zigeunern kommt wohl _jāréngĕro gurko_ (d. h. »Eiersonntag«) für -Ostern vor, doch scheint dafür jetzt _jāréngĕro diwes_ (d. h. -»Eiertag«) gebräuchlicher zu sein, das jedoch auch entsprechend dem -jenisch. _Bäzamaschei_ — den Karfreitag bedeutet; s. _Liebich_, S. 140 -u. 227 vbd. mit _Finck_, S. 55; vgl. oben unter »Karfreitag«.] - -[Fußnote 1612: ([647] auf S. 64.346) Eine Deutung des Wortes _Laich_ in -dieser Verbdg. vermag ich nicht zu geben.] - - - P. [64.347] - -Pallasch (Säbel), _Latt_[1613] - -Papagei, _Schmuserfläderling_ (d. h. »der sprechende Vogel«)[1614] - -Papiergeld, _Kritzlerbich_[1615], _Kritzlerlobe_[1616] - -Papiermacher, _Kritzlerpflanzer_[1617] - -Papst, _grandich Kolb_ (d. h. »der größte Pfarrer«)[1618] - -Paß, _Flebb(e)_[1619] - -Pastor, _Gallach_[1620], _Kolb_[1618] - -penis s. Glied (männliches) - -Pfad, _Strade_[1621] - -Pfahl, _Spraus_[1622] - -Pfanne, _Russling_[1623] - -Pfarrer, _Gallach_[1620], _Kolb_[1618] - -Pfarrhaus, _Gallachekitt_, _Kolbekitt_[1624] - -Pfau, _Dofefläderling_ (d. h. »der schöne Vogel«)[1625] - -[Fußnote 1613: ([648] auf S. 64.347) S. Degen.] - -[Fußnote 1614: ([649] auf S. 64.347) S. ansagen u. Adler. — Sachlich -übereinstimmend auch die Zigeunerspr. (_rak[k]erpáskĕro tschirkulo_ -[tširklo], d. h. etwa »der gesprächige Vogel«, = Papagei): s. -_Liebich_, S. 118, 155 u. 228 vbd. m. _Finck_, S. 92; vgl. auch schon -»Vorbemerkg.«, S. 18.] - -[Fußnote 1615: ([650] auf S. 64.347) S. Attest u. Almosen.] - -[Fußnote 1616: ([651] auf S. 64.347) S. (betr. _Lobe_) Bank.] - -[Fußnote 1617: ([652] auf S. 64.347) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1618: ([653] auf S. 64.347) S. Adler u. Bischof. Ebds. (S. 391, -Anm. 116) auch betr. die Zigeunersprache.] - -[Fußnote 1619: ([654] auf S. 64.347) S. Gewerbeschein.] - -[Fußnote 1620: ([655] auf S. 64.347) S. Geistlicher.] - -[Fußnote 1621: ([656] auf S. 64.347) S. Chaussee.] - -[Fußnote 1622: ([657] auf S. 64.347) S. Baumholz.] - -[Fußnote 1623: ([658] auf S. 64.347) S. Kessel.] - -[Fußnote 1624: ([659] auf S. 64.347) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1625: ([660] auf S. 64.347) S. angenehm u. Adler. — Bei den -Zigeunern kommt für den Pfau (neben _pōno_ od. _pōni_ [s. _Pott_ -II, S. 362; _Liebich_, S. 152 u. 228; _Finck_, S. 79]) auch _gisĕwo -tschirkulo_ (tširklo), d. h. »stolzer Vogel«, vor (nach _Liebich_, S. -228); vgl. »Vorbemerkg.«, S. 18, Anm. 47.] - -[Fußnote 1626: ([661] auf S. 64.347) S. dazu das Zeitw. _dämpfe(n)_ = -(Tabak) rauchen sowie die weitere _Ableitung_ _Dämpfere_ od. _Dämpfete_ -(Spr.) = Zigarre (u. dazu die _Zus._ _Dämpferereiber_ = Zigarrenbeutel). -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 343, 345 -(_Dämpfköllen_ = Pfeife, Tabakspfeife); _Schwäb. Händlerspr._ 485, 488 -(_dämpfen_ = rauchen, _Dämpfere_ = Zigarre); s. auch _Pleißlen der -Killertaler_ 434 (_Dämpfer_ = Schnupftabak). Zur _Etymologie_ (von -»Dampf«, »dampfen«) s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 46.] - -Pfeife, _Dämpfe_[1626] _Toberich_[1627] od. (genauer) [64.348] -_Toberichschure_[1628] (d. h. »Tabakspfeife« [s. d.]); vgl. Tabak u. -Zigarre - -Pfeifenkopf, _Toberichki(e)bes_[1629] - -Pfeffer, _Sore_[1630] - -Pfefferbüchse, _Soreschottel_[1631] - -Pfennig, _Boschert_[1632] - -Pferd, _Trabert_ od. _Trapert_[1633] - -Pferdeeuter, _Trabertschwächerle_[1634] - -Pferdefleisch, _Trabertbossert_ od. _Trabertmass_[1635] - -Pferdefuß, _Trapertritt_[1636] - -Pferdehaar, _Trabertstrauberts_[1637] - -Pferdehändler, _Trabertgremer_, _Trabertkemerer_[1638] - -[Fußnote 1627: ([662] auf S. 64.348) Mit _Toberich_ (= a) Tabak; b) -Pfeife [Tabakspfeife]) sind mehrere _Zusammensetzgn._ gebildet worden, -u. zwar: a) in der _ersten_ Bedeutg.: _Toberichrande_ od. _-reiber_ = -Tabaksbeutel, _Toberichschure_ = (Tabaks-) Pfeife, auch Zigarre (od. -bloß Tabak); b) in der _zweiten_ Bedeutg.: _Toberichki(e)bes_ = -Pfeifenkopf. _Ableitung_: _toberiche_ = (Tabak) rauchen, während für -»schnupfen« die _Verbindg._ _Toberich muffe(n)_, d. h. eigtl. »Tabak -riechen«) gebraucht wird. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. -der Gaunerspr._ 100 (_Dobrisch_ = Tabak, _Dobrischfinne_, _-klinge_ = -Tabaksdose, -pfeife; _D. schwächen_ = Tabak rauchen); _W.-B. des -Konstanzer Hans_ 255 (_Dow're_ = Tabak, _D. schwäche_ = Tabak rauchen); -_Pfulld. J.-W.-B._ 343-345 (_Dobere_ = Tabak, Schnupftabak, -_Dobereckling_ = Tabakspfeife); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 76 -(_Doverich_ = Tabak); _Schwäb. Händlerspr._ 485, 487, 488 (_Tôberich_ -[in _Pfedelb._ (213): _Dowerich_] = Tabak, Zigarre [für letzteres auch -_Tob(e)rich(s)stengel_], _Tôberichskling_ [in _Pfedelb._ (213): -_Dowerichsklinge_] od. _Tôbere_ = [Tabaks-]Pfeife, _tôberichen_ [in -_Pfedelb._ (212): _dowrichen_] = rauchen). Über weitere Rotw. Belege -(seit d. _Basl. Glossar_ v. 1733 [202: _Doberen_]) sowie die -_Etymologie_ des Wortes (das von einigen mit der Zigeunersprache -[_tīvăli_ = Rauchtabak (s. z. B. _Liebich_, S. 166, 244 u. -_Finck_, S. 94)] in Verbindg. gebracht worden, einfacher aber doch wohl -als bloße Verunstaltung von »Tobak« aufzufassen sein dürfte) s. Näh. in -_Groß'_ Archiv, Bd. 43, S. 46, 47 u. Anm. 2; vgl. auch Wiss. Beih. zur -Zeitschr. des Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, 36. Heft, S. 186, Anm. -1 sowie _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 235/36.] - -[Fußnote 1628: ([663] auf S. 64.348) S. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 1629: ([664] auf S. 64.348) S. Angesicht.] - -[Fußnote 1630: ([665] auf S. 64.348) S. Brücke.] - -[Fußnote 1631: ([666] auf S. 64.348) S. (betr. _Schottel_) -Aschenbecher.] - -[Fußnote 1632: ([667] auf S. 64.348) S. Kupfergeld.] - -[Fußnote 1633: ([668] auf S. 64.348) S. Füllen.] - -[Fußnote 1634: ([669] auf S. 64.348) S. (betr. _Schwäche[rle]_) Amme.] - -[Fußnote 1635: ([670] auf S. 64.348) S. Aas.] - -[Fußnote 1636: ([671] auf S. 64.348) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 1637: ([672] auf S. 64.348) S. Augenbrauen.] - -[Fußnote 1638: ([673] auf S. 64.348) S. (zu beiden Ausdr.) abkaufen.] - -Pferdemetzger, _Trabertkafler_[1639] [64.349] - -Pferdestall, _Trabertstenker_[1640] - -Pferdetränke, _Trabertschwäche_[1634] - -Pfingsten, _Schuberleweisling_ (d. h. »Geistsonntag«)[1641] - -Pflastergeld, _Kieslobe_[1642]; _Stradebich_[1643] - -Pflaume, _Blauling_ od. _Bloling_ [Spr.][1644] - -Pflaumenbaum, _Blaulingstöber_[1645] - -Pflaumenkern, _Blaulingkies_[1646] - -Pflock, _Spraus_[1647] - -Pfote, _Tritt_[1648] - -Pisse (= Harn, Urin), _Flösle_, _Flösslete_, _Flösselflu(h)te_[1649] - -pissen, _flöslen_[1649] - -Pistole, _Schneller_[1650] - -Plappermaul, _Schmusichergiel_[1651] - -plaudern, _diberen_[1652], _schmusen_[1653] - -Plauderer, _Diberer_, _Schmuser_ - -Pokal, _Nolle_[1654] - -Pökelfleisch, _eingespronkter Bossert_ (d. h. »eingesalzenes -Fleisch«)[1655] - -[Fußnote 1639: ([674] auf S. 64.349) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1640: ([675] auf S. 64.349) S. Entenstall.] - -[Fußnote 1641: ([676] auf S. 64.349) S. Geist u. Feiertag. — Die -Beziehung auf die Ausgießung des _heiligen Geistes_ in diesem Ausdrucke -tritt noch deutlicher hervor in dem gleichbed. zigeunerisch. _dīlo -tucho dīwes_, d. h. »heiliger Geisttag« (neben d. einfacheren -_dīlŏ dīwes_, d. h. »heiliger Tag«); s. _Liebich_, S. 228 u. -134 vbd. m. _Finck_, S. 55.] - -[Fußnote 1642: ([677] auf S. 64.349) S. Apfelkern u. Bankier.] - -[Fußnote 1643: ([678] auf S. 64.349) S. Chaussee u. Almosen.] - -[Fußnote 1644: ([679] auf S. 64.349) S. zu diesem (natürlich von »blau« -hergeleiteten) Worte die _Zus._ _Blaulingstöber_ u. _-kies_ = -Pflaumenbaum u. -kern. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): nur -_Schwäb. Händlerspr._ 485 (_Bläuling_ = Pflaume); im Rotw. gleichbed. -wohl _Blauerling_ (s. z. B. bei _v. Grolman_ 9 u. T.-G. 114 u. -_Karmayer_ G.-D. 192), während schon in älterer Zeit (z. B. im _W.-B. -von St. Georgen_ 1750 [217]) _Blauling_ für »Milch« vorkommt. Über -_Blauhanze_ s. unter »Zwetschgen«.] - -[Fußnote 1645: ([680] auf S. 64.349) S. (betr. _Stöber_) Apfelbaum.] - -[Fußnote 1646: ([681] auf S. 64.349) S. Apfelkern.] - -[Fußnote 1647: ([682] auf S. 64.349) S. Baumholz.] - -[Fußnote 1648: ([683] auf S. 64.349) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 1649: ([684] auf S. 64.349) S. austreten (leicht) u. (betr. -_Flu[h]te_) abbrühen.] - -[Fußnote 1650: ([685] auf S. 64.349) S. abschießen.] - -[Fußnote 1651: ([686] auf S. 64.349) S. ansagen u. Affengesicht.] - -[Fußnote 1652: ([687] auf S. 64.349) S. anreden.] - -[Fußnote 1653: ([688] auf S. 64.349) S. ansagen.] - -[Fußnote 1654: ([689] auf S. 64.349) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1655: ([690] auf S. 64.349) S. einsalzen u. Aas.] - -Polizei, _Bu(t)zerei_[1656] [64.350] - -Polizeiamt, _Bu(t)zereikitt_[1657] - -Polizeidiener, Polizist, _Bu(t)z_[1656] - -Polizeidirektor, _grandich Bu(t)z_ (d. h. »der größte Polizist«)[1658] - -Polizeihund, _Bu(t)zekeiluf_, _Bu(t)zekibe_[1659] - -Polizeiwachtmeister, _grandicher Bu(t)z_[1658] - -Porzellan, _Sore_[1660] - -Porzellantasse, _Soreschottel_[1661] - -Possenreißer, _Hegellauti_[1662] - -Postbote, _Kritzlerbukler_[1663] - -Postwagen, _Kritzlerrädling_[1664] - -Pracht, _Dof_ (= dof)[1665] - -prächtig, _dof_[1665], _grandich_[1658] - -predigen, _blible_[1666] - -Prediger, _Gallach_[1667], _Kolb_[1668] - -Priester s. Prediger - -Priesterrock, _Gallachmalfes_, _Kolbemalfes_[1669] - -Protestant, _Gril(l)ischer_[1670] - -protestantisch, _gril(l)isch_ od. _kril(l)isch_[1670] - -Prügel (= Stock), _Spraus_[1671] - -Prügel (= Hiebe), _Gufes_[1672], _Stenz_[1673] - -Prügelei, _Hamore_, _More_[1674] - -prügeln, _guffen_[1672], _ste(c)ken_[1675], _stenzen_[1673]; vgl. -schlagen - -[Fußnote 1656: ([691] auf S. 64.350) S. Amtsdiener.] - -[Fußnote 1657: ([692] auf S. 64.350) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1658: ([693] auf S. 64.350) S. (betr. _grandich_) Adler; vgl. -Bischof.] - -[Fußnote 1659: ([694] auf S. 64.350) S. (zu beiden Ausdr.) Haushund.] - -[Fußnote 1660: ([695] auf S. 64.350) S. Brücke.] - -[Fußnote 1661: ([696] auf S. 64.350) S. (betr. _Schottel_) -Aschenbecher.] - -[Fußnote 1662: ([697] auf S. 64.350) S. Dummheit.] - -[Fußnote 1663: ([698] auf S. 64.350) S. Attest u. abtragen.] - -[Fußnote 1664: ([699] auf S. 64.350) S. (betr. _Rädling_) -Eisenbahnwagen.] - -[Fußnote 1665: ([700] auf S. 64.350) S. angenehm; vgl. auch -»Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38 vbd. m. S. 7, Anm. 16.] - -[Fußnote 1666: ([701] auf S. 64.350) S. anbeten.] - -[Fußnote 1667: ([702] auf S. 64.350) S. Geistlicher.] - -[Fußnote 1668: ([703] auf S. 64.350) S. Bischof.] - -[Fußnote 1669: ([704] auf S. 64.350) S. (betr. _Malfes_) Frauenrock.] - -[Fußnote 1670: ([705] auf S. 64.350) S. evangelisch.] - -[Fußnote 1671: ([706] auf S. 64.350) S. Baumholz.] - -[Fußnote 1672: ([707] auf S. 64.350) S. aufschlagen.] - -[Fußnote 1673: ([708] auf S. 64.350) S. Ast.] - -[Fußnote 1674: ([709] auf S. 64.350) S. Fehde.] - -[Fußnote 1675: ([710] auf S. 64.350) S. beschenken.] - -Pudel, _Keiluf_, _Kib_[1659] [64.351] - -Pulle (Flasche), _Glansert_[1676] - -Pulver (jeder Art), _Kuiete_[1677] - -Pulvermühle, _Kuiete-Rolle_[1678] - -Pulvermüller, _Kuieteroller_ (fem.: _-rollerin_)[1678] - -Punsch, _gesicherter Johle_[1679]; vgl. Glühwein - -Puppe (Docke), _Schure_[1680] - -putzen (reinigen), _pfladere_[1681] - - - Q. - -Quacksalber, _schofler Begersins_ (d. h. »schlechter Doktor -[Arzt]«[1682] - -Quaderstein, _grandicher Kies_[1683] - -Quartier, _Fehte_[1684] - -Quartierbursche, _Fehtefi(e)sel_ od. _-freier_[1685] - -Quartierherr, _Fehtekaffer_ od. _-sins_[1686] vgl. Hauswirt - -Quartierfrau, _Fehtemos(s)_ od. _-sinse_[1687] - -Quartiermädchen, _Fehtemodel_[1688] - -Quelle, _Flu(h)te_[1689] - -Quersack, _Rande_[1690] - - - R. - -Rabbiner, _Diboldegallach_[1691] od. _Kaimekolb_[1692] (d. h. -»Judengeistlicher od. -pfarrer«)[1693] - -[Fußnote 1676: ([711] auf S. 64.351) S. Bierglas.] - -[Fußnote 1677: ([712] auf S. 64.351) S. Mastpulver.] - -[Fußnote 1678: ([713] auf S. 64.351) S. (betr. _Rolle[r]_) Mühle.] - -[Fußnote 1679: ([714] auf S. 64.351) S. abkochen u. Apfelwein.] - -[Fußnote 1680: ([715] auf S. 64.351) S. abbiegen.] - -[Fußnote 1681: ([716] auf S. 64.351) S. abwaschen.] - -[Fußnote 1682: ([717] auf S. 64.351) S. arg, absterben u. Amtmann. — -Bei den Zigeunern findet sich der Begriff _negativ_ umschrieben durch -_tschi tschātscho_ (od. ladscho) _radíngĕro_ (radískĕro), d. h. -»kein rechter (od. guter) Arzt«; s. _Liebich_, S. 154 u. 230.] - -[Fußnote 1683: ([718] auf S. 64.351) S. Adler u. Apfelkern.] - -[Fußnote 1684: ([719] auf S. 64.351) S. Hauswirt.] - -[Fußnote 1685: ([720] auf S. 64.351) S. (betr. _Fi[e]sel_ u. _Freier_) -Bettelbube u. Fremder.] - -[Fußnote 1686: ([721] auf S. 64.351) S. Bauer u. Amtmann.] - -[Fußnote 1687: ([722] auf S. 64.351) S. Bauernfrau u. Amtmann.] - -[Fußnote 1688: ([723] auf S. 64.351) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 1689: ([724] auf S. 64.351) S. abbrühen.] - -[Fußnote 1690: ([725] auf S. 64.351) S. Bauch.] - -[Fußnote 1691: ([726] auf S. 64.351) S. Jude u. Geistlicher.] - -[Fußnote 1692: ([727] auf S. 64.351) S. Hebräer u. Bischof.] - -[Fußnote 1693: ([728] auf S. 64.351) Die gleiche Umschreibung -(_bipoldéngĕro raschai_, d. h. »Judenpriester«) kennen auch die -Zigeuner; s. _Liebich_, S. 128 u. 230.] - -Rabe, _Schofeleiflederling_ (d. h. »Unglücksvogel«)[1694] [64.352] - -Rahm, _Gleisschund_ (d. h. eigtl. »Milchdreck«)[1695] - -Ranzen, _Rande_[1690] - -Rappe, _Trabert_[1696]. Für die verschiedene _Farbe_ der Pferde gibt es -keine nähere Bezeichnung (vgl. Schimmel); dagegen wird das _Geschlecht_ -der Tiere wohl kenntlich gemacht; vgl. Näh. unter »Hengst« u. »Stute« - -Rasiermesser, _Scharfling_[1697] od. _Tschure_[1698] (d. i. beides -eigtl. nur »Messer«) - -Rathaus, _Sturmkitt_[1699] - -Rathausschlüssel, _Sturmkittglitschin_[1700] - -Rathausuhr, _Sturmkittgluber_[1701] - -[Fußnote 1694: ([729] auf S. 64.352) S. arg u. Adler; vgl. -»Vorbemerkung«, S. 19, Anm. 49.] - -[Fußnote 1695: ([730] auf S. 64.352) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 1696: ([731] auf S. 64.352) S. Füllen.] - -[Fußnote 1697: ([732] auf S. 64.352) S. Dolch.] - -[Fußnote 1698: ([733] auf S. 64.352) S. Messer.] - -[Fußnote 1699: ([734] auf S. 64.352) S. dazu die _Zusammensetzgn._ -_Sturmkittglitschin_ u. _-gluber_ = Rathausschlüssel u. -uhr sowie -_Sturmkittsins_ = Ratsherr. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): -_Dolm. der Gaunerspr._ 97 (_Sturmkitt_ = Rathaus); _W.-B. des Konst. -Hans_ 254 (ebenso); _Schwäb. Händlerspr._ (U. [214]: ebenso; vgl. ebds. -[214]: _hohe Sturmkitt_ = Amtsgericht). Auch sonst im Rotw. neben den -Synon. _Sturm-Kaste(n)_ (s. z. B. schon _A. Hempel_ 1687 [167]), -_Sturm-Bayes_ (s. z. B. _Pfister_ bei _Christensen_ 1814 [331]) od. -_Sturmkandich_ (s. z. B. _v. Grolman_ 70 n. T.-G. 116). Zur _Etymologie_ -s. _Pott_ II, S. 18 u. A.-L. 612, nach denen die erste Silbe in diesen -Zusammensetzgn. zu unserem Worte »Turm« gehört (also _Sturmkitt_ wohl = -»s'Turmkitt«, abgek. für _das Turmkitt_, d. h. »das Turmhaus«), weil die -Rathäuser »gewöhnlich mit einem Turm geziert« sind (A.-L., a. a. O.).] - -[Fußnote 1700: ([735] auf S. 64.352) S. (betr. _Glitschin_) Dietrich.] - -[Fußnote 1701: ([736] auf S. 64.352) Mit _Gluber_ (auch _Gluper_ od. -_Kluper_ od. — am richtigsten wohl — _Luber_) = Uhr sind auch noch -_zusammengesetzt_ (am Anfang): _Luberkitt_ = Uhrgehäuse, _Luberschlang_ -= Uhrkette, _Luberpflanzer_ = Uhrmacher, _Luberglitschin_ = -Uhrschlüssel, _Luberrande_ = Uhrtasche. _Zu vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 98 (_Lupper_ = Sackuhr); _W.-B. des -Konst. Hans_ 254 (ebenso; vgl. auch 258: _Lopper_ u. _Lapper_); _Pfulld. -J.-W.-B._ 345 (_Lupper_ [od. Nopper] = Uhr, _Randelupper_, bes. = -Sackuhr); _Schwäb. Händlerspr._ 487 (_Lôber[e]_, _Lubbere_, _Klupper_ -[in _Pfedelb._ (213): _Glupper_ (od. Gluckere), in _Lütz._ (215): -_Klepper_] = Uhr, Taschenuhr). Über weitere Belege im Rotw. s. noch -_Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 23, Anm. 2. Ebds. S. 24 auch über die -Hypothesen betr. die (zweifelhafte) _Etymologie_, unter denen diejenige, -die den Ausdruck mit d. niederd. _lupen_ (lopen) = laufen in -Zusammenhang gebracht hat, wohl noch am annehmbarsten erscheint; s. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV., Sp. 1263 (unter »Lober« II) vbd. mit Sp. -1346 (unter »Lupper[e]«). Vgl. auch unten die Anm. zu dem ähnl. Synon. -_Gengle_ (unter »Uhr«).] - -Ratsherr, _Sturmkittsins_[1702], auch _Kritsch_ od. _Schar(r)le_[1703] [64.353] - -rauben, _schniffen_[1704], _schoren_[1705] - -Räuber, _Schniffer_[1704], _Schorer_ od. _Tschor_[1705] - -rauchen, _dämpfen_, _toberiche_[1706] - -Rauchfleisch, _Hitzlingbossert_[1707] - -räudig, _näpfich_[1708] - -Rausch, _Molum_ (subst. Adj.)[1709], _Schwächer_[1710], nach den Spr. -auch _Dambes_[1709] - -Rebe s. Weinrebe - -Rebensaft, _Johle_[1711] - -Rebhuhn, _Jahrestierer_ od. _Krachergachne_[1712] (d. h. -»Waldhuhn«)[1713] - -reden, _dibere_[1714], _schmuse_[1715] - -Regen, _Flössle_[1716] - -Regenbogen, _Flösselreifling_ (d. h. eigtl. »Regenring«)[1717] - -Regenschirm s. Schirm - -Regentag, _Flösselschei_[1718] - -Regenwasser, _Flösselflu(h)te_[1719] - -regnen, _flössle_ od. _flessle_ (Spr.)[1716] - -reich, _grandich_[1720] - -reicher Bauer, _grandicher Ruch_[1721] - -[Fußnote 1702: ([737] auf S. 64.353) S. (betr. _Sins_) Amtmann.] - -[Fußnote 1703: ([738] auf S. 64.353) S. (zu beiden Ausdr.) -Bürgermeister.] - -[Fußnote 1704: ([739] auf S. 64.353) S. anfassen.] - -[Fußnote 1705: ([740] auf S. 64.353) S. ausstehlen.] - -[Fußnote 1706: ([741] auf S. 64.353) S. (zu beiden Ausdr.) Pfeife.] - -[Fußnote 1707: ([742] auf S. 64.353) S. Backofen u. Aas.] - -[Fußnote 1708: ([743] auf S. 64.353) S. abbeißen.] - -[Fußnote 1709: ([744] auf S. 64.353) S. berauscht; vgl. »Vorbemerkung«, -S. 15, Anm. 38 vbd. mit S. 7, Anm. 16.] - -[Fußnote 1710: ([745] auf S. 64.353) S. Amme.] - -[Fußnote 1711: ([746] auf S. 64.353) S. Apfelwein.] - -[Fußnote 1712: ([747] auf S. 64.353) S. Ananas u. Henne bezw. Hahn.] - -[Fußnote 1713: ([748] auf S. 64.353) Die sachlich gleiche Ausdrucksweise -kennen auch die Zigeuner; s. _Liebich_, S. 152 u. 231 (_porréskĕri -kachnin_ = Rebhuhn, eigtl. »Busch- od. Waldhuhn«, zu _porr_ = Busch, -Gebüsch, Gehölz, Wald u. dergl.).] - -[Fußnote 1714: ([749] auf S. 64.353) S. anreden.] - -[Fußnote 1715: ([750] auf S. 64.353) S. ansagen.] - -[Fußnote 1716: ([751] auf S. 64.353) S. austreten (leicht).] - -[Fußnote 1717: ([752] auf S. 64.353) S. (betr. _Reifling_) Fingerring. -— Auch bei den Zigeunern heißt der Regenbogen _brschindéskĕri -gusterin_, d. i. »Regenring« od. _deweléskĕri (an)gusterin_, d. i. -»Gottes Ring« (nach _Liebich_, S. 129 u. 231).] - -[Fußnote 1718: ([753] auf S. 64.353) S. alltäglich.] - -[Fußnote 1719: ([754] auf S. 64.353) S. abbrühen.] - -[Fußnote 1720: ([755] auf S. 64.353) S. Adler.] - -[Fußnote 1721: ([756] auf S. 64.353) S. (betr. _Ruch_) Bauer.] - -reicher Herr, _grandiger_ (sic) _Sins_[1722] [64.354] - -Reichtum, _grandich Schure_ od. _Sore_ (d. h. »[sehr] viele -Sachen«)[1723] - -reinigen, _pfladere_[1724] - -reizend, _dof_, _duft_[1725] - -Richter, _grandicher Sins_[1722] (d. h. eigtl. »großer Herr«)[1726] - -Richterstuhl, _Schoflereisitzling_ (d. h. eigtl. »Gerichtsstuhl«)[1727] - -riechen, _muffen_[1728] - -Riese, _grandicher Kaffer_ (d. h. »großer Mann«)[1729] - -Rind, _Horboge_[1730] - -Rinderfett, _Horbogeschmunk_[1731] - -Rinderstall, _Horbogestenkert_[1732] - -Rindfleisch, _Horbogebossert_[1728] - -Rindfleischbüchse, _Horbogebossertschottel_[1733] - -Rindvieh s. Rind - -Rindviehmetzger, _Horbogekafler_[1734] - -Ring, _Reifling_[1735] - -Rock, _Malfes_[1736] - -Rocktasche, _Malfesrande_[1737] - -Roggen, _Kupfer_[1738] - -Rosenkranz, _Blibelschlang_ (d. h. »Betkette«)[1739] - -[Fußnote 1722: ([757] auf S. 64.354) S. (betr. _Sins_) Amtmann; vgl. -auch Bischof.] - -[Fußnote 1723: ([758] auf S. 64.354) S. (betr. _Schure_) abbiegen u. -(betr. _Sore_) Brücke; vgl. Bischof.] - -[Fußnote 1724: ([759] auf S. 64.354) S. abwaschen.] - -[Fußnote 1725: ([760] auf S. 64.354) S. angenehm.] - -[Fußnote 1726: ([761] auf S. 64.354) Über die sachlich gleiche -Bezeichnung (_bāro rai_) für den Richter bei den Zigeunern s. Näh. -bei _Liebich_, S. 232; vgl. auch schon »Vorbemerkung«, S. 17.] - -[Fußnote 1727: ([762] auf S. 64.354) S. arg u. Bank.] - -[Fußnote 1728: ([763] auf S. 64.354) S. Aas.] - -[Fußnote 1729: ([764] auf S. 64.354) S. Adler u. Bauer. — Sachlich -übereinstimmende Ausdrucksweise auch in der Zigeunersprache; s. -_Liebich_, S. 232 (_bāro dschēno_ od. _gādscho_, d. h. »großer -Mensch (Kerl)«, = Riese); vgl. »Vorbemerkung«, S. 17.] - -[Fußnote 1730: ([765] auf S. 64.354) S. Kalb.] - -[Fußnote 1731: ([766] auf S. 64.354) S. (betr. _Schmunk_) -Bratkartoffeln.] - -[Fußnote 1732: ([767] auf S. 64.354) S. Entenstall.] - -[Fußnote 1733: ([768] auf S. 64.354) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 1734: ([769] auf S. 64.354) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1735: ([770] auf S. 64.354) S. Fingerring.] - -[Fußnote 1736: ([771] auf S. 64.354) S. Frauenrock.] - -[Fußnote 1737: ([772] auf S. 64.354) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 1738: ([773] auf S. 64.354) S. Frucht.] - -[Fußnote 1739: ([774] auf S. 64.354) S. anbeten u. Halskette. — -Sachlich übereinstimmend hiermit auch die Zigeunersprache; s. _Liebich_, -S. 153 u. 233 u. _Finck_, S. 95 (_pris[s]ermásk[ē]ri wērklin_, d. -h. »die Betkette«, = Rosenkranz).] - -Roß s. Pferd [64.355] - -Roßmetzger s. Pferdemetzger - -Rüben s. Möhren - -ruchlos, _lenk_, _schofel_[1740] - -Rucksack, _Rande_[1737] - -ruhen, _durme_[1741], _schlaune_[1742] - -ruhig sein s. schweigen; vgl. aufhören - -Rüssel, _Muffer_[1728] - -Ruß, _Schwetzling_[1743] - -[Fußnote 1740: ([775] auf S. 64.355) S. arg.] - -[Fußnote 1741: ([776] auf S. 64.355) S. aufwachen.] - -[Fußnote 1742: ([777] auf S. 64.355) S. ausschlafen.] - -[Fußnote 1743: ([778] auf S. 64.355) S. Ofenruß. ] - - - S. [65.33] - -Saal, _grandiche Schrende_ (d. h. »große Stube«)[1744] - -Säbel, _Latt_[1745] - -Sache, _Sore_[1746] - -Sack, _Rande_[1747] - -Säckel, _Kiesreiber_[1748] - -sagen s. reden; vgl. sprechen - -Sahne, _Gleisschund_[1749]; vgl. Rahm - -Salat, _Blättling_[1750] - -Salz, _Spronkert_[1751] - -Salzbüchse, _Spronkertschottel_[1752] - -salzen, _spronkere_[1751] - -salzig, _g'spronkt_ - -Salzfisch, _Spronkertschwimmerling_[1753]; vgl. Hering - -Salzfleisch, _Spronkertbossert_[1754] - -[Fußnote 1744: ([1] auf S. 65.33) S. Adler u. Frauenstube. — Sachl. -übereinstimmend auch die Zigeunersprache; s. _Liebich_, S. 234 -(_bāri_ [od. buchli] _tattin_ [od. isma], d. h. »große [od. weite] -Stube« = Saal); vgl. schon »Vorbemerkung«, S. 17.] - -[Fußnote 1745: ([2] auf S. 65.33) S. Degen.] - -[Fußnote 1746: ([3] auf S. 65.33) S. Brücke.] - -[Fußnote 1747: ([4] auf S. 65.33) S. Bauch.] - -[Fußnote 1748: ([5] auf S. 65.33) S. Beutel; vgl. Bankier.] - -[Fußnote 1749: ([6] auf S. 65.33) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 1750: ([7] auf S. 65.33) S. Gulasch.] - -[Fußnote 1751: ([8] auf S. 65.33) S. einsalzen.] - -[Fußnote 1752: ([9] auf S. 65.33) S. (betr. _Schottel_) Aschenbecher.] - -[Fußnote 1753: ([10] auf S. 65.33) S. (betr. _Schwimmerling_) Fisch.] - -[Fußnote 1754: ([11] auf S. 65.33) S. (betr. _Bossert_) Aas.] - -Salznapf, _Spronkertnolle_[1755] [65.34] - -sanft, _dof_[1756] - -Sänger, _Schaller_; Sängerin, _Schallerin_[1757] - -Sarg, _Begerkittle_ (d. h. »Totenhäuschen«)[1758] - -Satan, _Koele_[1759]; vgl. Teufel - -satt, _grandich bikt_ od. _buttet_ (d. h. »viel gegessen«)[1760] - -Sau, _Balo_, _Groenikel_[1761] - -sauber, _dof_[1756] - -säubern, _pfladere_[1762] - -Sauerkraut, _Groenert_[1763] - -saufen, _schwächen_[1764] - -Sauferei, _Schwächerei_ - -Sauhirt, _Groenikelbenk_, _Groenikelschure_[1761][1765] - -Saustall, _Groenikelstenkert_[1766] - -[Fußnote 1755: ([12] auf S. 65.34) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1756: ([13] auf S. 65.34) S. angenehm.] - -[Fußnote 1757: ([14] auf S. 65.34) S. absingen.] - -[Fußnote 1758: ([15] auf S. 65.34) S. absterben u. Abort. — Auch bei -den Zigeunern kommt für den Sarg _muléskĕro ker_, d. h. »Totenhaus«, -vor neben _muléskĕri kistari_, d. h. »Totenkiste«, oder _muléskéro -rukk_, d. h. »Totenbaum« (»weil vormals ein ausgehöhlter Baum als Sarg -diente«); s. _Liebich_, S. 147 u. 234; vgl. »Vorbemerkg.«, S. 18.] - -[Fußnote 1759: ([16] auf S. 65.34) S. dazu die _Zusammenstzgn_.: -_Koelebossert_ = »Teufelsbraten«, _Koeleklettert_ = »Teufelstisch« (?) -u. _Koelesgroenert_ (d. h. eigtl. »Teufelskraut«) = Unkraut (s. d. betr. -Übereinstimmg. mit d. Zigeun.); eine Ableitg. davon ist das Adj. -_koelich_ = teuflisch. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. -J.-W.-B._ 345 (_Kohle_ = Teufel, _kohlezopfen_ = »Teufelholen«); -_Schwäb. Händlerspr._ 487 (_Kôle_, _Koule_ [od. _Quane_] = Teufel). -Sonst m. Wiss. unbekannt. Die _Etymologie_ des Wortes ist unsicher. Bei -der Form _Ko(h)le_ könnte man ja allenfalls an eine Metapher mit Bez. -auf die (kohl)schwarze Farbe des Teufels denken (vgl. _Günther_, -Rotwelsch, S. 66); nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 575 (unter -»Kole« I) liegt dagegen — ebenso wie bei _Quane_ in der _schwäb_. -_Händlerspr._ (s. Sp. 889) — vielleicht eine koseformartige -Verunstaltung des Eigennamens _Konrad_ vor, der (gleich verschiedenen -anderen Eigennamen) in manchen Gegenden für den Teufel vorkommt (vgl. -dazu _Fischer_, a. a. O. IV, Sp. 608 unter »Konrad«, Nr. 4 vbd. mit -_Wackernagel_, Kleinere Schriften [Leipz. 1872 ff.], Bd. III, S. 151/52 -u. _O. Meisinger_, die Appellativnamen in den hochd. Mundarten [Progr.] -I [Lörrach 1904], S. 15, 16).] - -[Fußnote 1760: ([17] auf S. 65.34) S. Adler u. Abendessen; vgl. -»Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 38.] - -[Fußnote 1761: ([18] auf S. 65.34) S. Eber.] - -[Fußnote 1762: ([19] auf S. 65.34) S. abwaschen.] - -[Fußnote 1763: ([20] auf S. 65.34) S. Gemüse.] - -[Fußnote 1764: ([21] auf S. 65.34) S. Amme.] - -[Fußnote 1765: ([22] auf S. 65.34) S. (betr. _Benk_) brauchbarer Bursche -u. (betr. _Schure_) abbiegen.] - -[Fußnote 1766: ([23] auf S. 65.34) S. Entenstall.] - -Schädel, _Ki(e)bes_[1767] [65.35] - -Schaf, _Jerusalemsfreund_[1768] - -Schafbock, _grandich Jerusalemsfreund_[1769] - -Schäfer, _Jerusalemsfreundschure_[1770] - -Schäferhund, _Jerusalemsfreundkib_[1771] - -Schäferin, _Jerusalemsfreundmos(s)_[1772] - -Schäferknecht, _Jerusalemsfreundschenegler_[1773] - -Schafhirt s. Schäfer - -Schafstall, _Jerusalemsfreundstenkert_[1766] - -Schale (Schüssel), _Schottel_[1752] - -Scham, (weibliche), _Geschmu_, _G'schmui_[1774] - -schamhaft, _dof_[1756] - -schamlos, _schofel_[1775] - -schauen, _linzen_[1776] - -Schauspieler s. Komödiant - -Schauspielhaus, _Schnurrantekitt_[1777]; vgl. Komödienhaus - -Scheit, Scheitholz, _Spraus_[1778] - -schelten, _stämpfen_[1779] - -Schemel, _Sitzleng_[1780] - -Schenke, _Beiz_, _Kober_[1781] - -Schenkel, _Tritt_[1782] - -schenken s. beschenken - -Schenkwirt, _Beizerer_, _Koberer_; Schenkwirtin, _Beizere_, -_Kobere_[1781] - -Scheune, _Schaffel_ (Dimin.: _Schaffelle_ [Spr.])[1783] - -[Fußnote 1767: ([24] auf S. 65.35) S. Angesicht.] - -[Fußnote 1768: ([25] auf S. 65.35) S. Hammel.] - -[Fußnote 1769: ([26] auf S. 65.35) S. (betr. _grandich_) Adler; vgl. -auch Bischof.] - -[Fußnote 1770: ([27] auf S. 65.35) S. Anm. 1765 a. E.] - -[Fußnote 1771: ([28] auf S. 65.35) S. Haushund.] - -[Fußnote 1772: ([29] auf S. 65.35) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 1773: ([30] auf S. 65.35) S. abschaffen.] - -[Fußnote 1774: ([31] auf S. 65.35) S. Glied (weibliches).] - -[Fußnote 1775: ([32] auf S. 65.35) S. arg.] - -[Fußnote 1776: ([33] auf S. 65.35) S. anschauen.] - -[Fußnote 1777: ([34] auf S. 65.35) S. Äquilibrist u. Abort.] - -[Fußnote 1778: ([35] auf S. 65.35) S. Baumholz.] - -[Fußnote 1779: ([36] auf S. 65.35) S. Ärger.] - -[Fußnote 1780: ([37] auf S. 65.35) S. Bank.] - -[Fußnote 1781: ([38] auf S. 65.35) S. (zu beiden Ausdr.) Gasthaus.] - -[Fußnote 1782: ([39] auf S. 65.35) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 1783: ([40] auf S. 65.35) Zu _Schaffel_ = Scheune (Schuppen, -Speicher, Tenne), Dimin.: _Schaffelle_ (Spr.), vgl. (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 344 (_Schaffel[e]_ = Scheuer); _Schwäb. -Händlerspr._ (_Lütz._ [215]: _Schafell_ = Scheune). Im sonst. Rotw. -findet sich (in _älterer_ Zeit) die Form _Schabelle(n)_ — für Scheune, -»Stadel« u. dgl. = (s. z. B. _Hempel_ 1687 [169]; _Waldheim. Lex._ 1726 -[188]; _Hildburgh. W.-B._ 1753 ff. [251] u. a. m.), später _auch_ -_Schowelle_ (s. z. B _Pfister bei Christensen_ 1814 [330]; _v. Grolman_ -63 u. T.-G. 118; Thiele 311), _Schabolle_, _Schapolle_, _Schewelle_ u. -ä. (s. A.-L. 598 unter »Schibboles«). Ob auch das _gleichbed._ -_Schambutter_ (so z. B. schon im _W.-B. des Konst. Hans_ 258 sowie im -19. Jahrh.) nur eine Weiterbildung desselben Stammes ist, wage ich nicht -zu entscheiden; wegen _der abweichenden Bedeutung_ zu trennen dürften -dagegen wohl sein _Schaffel_ (_Schaffehl_ oder _Schaffihl_) = Schüssel -(z. B. bei _Pfister bei Christensen_ 1814 [328] und _v. Grolman_ 58 u. -T.-G. 120) bezw. _Schaffel_ = Schlüssel (z. B. bei _Falkenberg_ 1818 -[334]). _Etymologie_: Der Ausdruck darf wohl mit A.-L. 598 hergeleitet -werden vom hebr. _schibbôlet_ = Ähre (Kornähre), woraus die -Begriffserweiterung zu »Scheune« u. dgl. unschwer zu erklären ist.] - -schießen, _schnelle_[1784] [65.36] - -Schießgewehr, _Klass_[1785], _Schnelle_[1784] - -Schießhaus, _Klasskitt_[1786] - -Schießpulver, _Kuiete_[1787] - -Schilf, _Flu(h)tekupfer_ (d. h. »Wassergras«)[1788] - -Schimmel, _Trabert_[1789]; vgl. die Bemerkung unter »Rappe« - -schimpfen, _stämpfen_[1779] - -Schinken, _Schwärzlingbossert_ (d. h. eigtl. »Ruß- [od. Rauch-] -fleisch«)[1790] - -Schirm (bes. Regenschirm), _Dächle_ (Spr.)[1791], _Flotscher_ od. -_Pflotscher(t)_ (Spr.)[1792] - -Schirmflicker(in), _Dächlespflanzer(in)_ od. _Pflotscherpflanzer(in)_ -(Spr.)[1793] - -[Fußnote 1784: ([41] auf S. 65.36) S. abschießen.] - -[Fußnote 1785: ([42] auf S. 65.36) S. Büchse.] - -[Fußnote 1786: ([43] auf S. 65.36) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1787: ([44] auf S. 65.36) S. Mastpulver.] - -[Fußnote 1788: ([45] auf S. 65.36) S. abbrühen u. Frucht.] - -[Fußnote 1789: ([46] auf S. 65.36) S. Füllen.] - -[Fußnote 1790: ([47] auf S. 65.36) S. Ofenruß u. Aas — An das in -_Schwär(z)ling_ steckende »schwarz« erinnert auch die Ausdrucksweise der -Zigeuner, die den Schinken (nach _Liebich_, S. 135 u. 236) durch -_gālo mass_, d. h. »_schwarzes_ (geräuchertes) Fleisch«, od. -_baléskĕro méllelo mass_, d. h. »_schwarzes_ Schweinefleisch«, -umschreiben.] - -[Fußnote 1791: ([48] auf S. 65.36) _Zu_ _Dächle_ = (Regen-)Schirm s. die -_Zus._: _Dächlespflanzer(in)_ = Schirmflicker(in) (u. dazu -_Dächlespflanzerulma_ = Schirmflickerleute) u. _Dächlesrande_ = -Schirmsack (sämtl. in den Spr.). Der (in den Geheimsprachen sonst m. -Wiss. nicht gebräuchl.) Ausdruck ist wohl nur eine Weiterbildung -(verkleinerte Verkürzung) des (neueren) volkstüml. »Regendach« für -Regenschirm (vgl. dazu _Grimm_, D. W.-B. VIII, Sp. 519).] - -[Fußnote 1792: ([49] auf S. 65.36) S. Fisch.] - -[Fußnote 1793: ([50] auf S. 65.36) S. (betr. _-pflanzer[in]_) -anbrennen.] - -Schirmflickerleute, _Dächlespflanzerulma_ (Spr.)[1794] [65.37] - -Schirmsack, _Dächlesrande_ (Spr.)[1795] - -schlachten, _deisen_[1796], _kaflere_[1797] - -Schlächter, _Kafler_ - -Schlachthaus, _grandich Kaflerskitt_[1798] - -schlafen, _durme_[1799], _schlaune_[1800] - -schläfrig, _durmerich_[1799], _schlaunerich_[1800] - -Schläge, _Doge_[1801], _Guffe_[1802], _Stenze_[1803]; vgl. Prügel - -schlagen, _dogen_[1801], _guffen_[1802], _koberen_[1804], -_stenzen_[1803]; vgl. prügeln - -Schlägerei, _Gufferei_[1802], _Hamore_[1805], _Stenzerei_[1803] - -Schlamm, _Flu(h)tefu(h)l_ od. _Flu(h)teschund_ (d. h. eigtl. -»Wasserdreck«)[1806] - -schlau, _kochem_[1807] - -schlecht, _schofel_[1808] - -[Fußnote 1794: ([51] auf S. 65.37) S. (betr. _Ulma_) arme Leute.] - -[Fußnote 1795: ([52] auf S. 65.37) S. Bauch.] - -[Fußnote 1796: ([53] auf S. 65.37) S. ermorden.] - -[Fußnote 1797: ([54] auf S. 65.37) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1798: ([55] auf S. 65.37) S. (betr. _Kitt_) Abort; vgl. -Metzgerhaus.] - -[Fußnote 1799: ([56] auf S. 65.37) S. aufwachen.] - -[Fußnote 1800: ([57] auf S. 65.37) S. ausschlafen.] - -[Fußnote 1801: ([58] auf S. 65.37) S. abgeben.] - -[Fußnote 1802: ([59] auf S. 65.37) S. aufschlagen.] - -[Fußnote 1803: ([60] auf S. 65.37) S. Ast.] - -[Fußnote 1804: ([61] auf S. 65.37) S. dazu _verkobere_ = verhauen. — -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 343, 345 -(_koberen_ = auspeitschen, prügeln, schlagen, _makoberen_ od. -_mulkobern_ = totschlagen [s. betr. _mul_ = tot (aus dem Zigeun.): -_Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 81], _Koberei_ = Schlag, Streich); _Schwäb. -Händlerspr._ 486 (_Koprement[e]_ = Schläge). Im sonst Rotw. selten; s. -jedoch z. B. noch _v. Grolman_, _Aktenmäß. Gesch._ 1813 (312: _Koberment -gedockt_ = Schläge gegeben). Die _Etymologie_ ist zweifelhaft. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 627 hat zu _Koprement_ das ital. -_coprire_ = »zudecken« (mit einem Fragezeichen) herangezogen. Nach -_Grimm_, D. W.-B. V, Sp. 1546, Nr. 3, lit. g u. Sp. 1547 soll das in -deutschen Mundarten verbreitete _kobern_ = »durchprügeln« (auch _Kober -kriegen_ = »Prügel kriegen« u. ä. m.) entstanden sein aus dem latein. -_recuperare_ = »sich erholen« (vielleicht in scherzhafter Anwendung), -das jedoch zugleich wohl auch mit einem abgestorbenen _germanischen_ -Stamm verwachsen sei.] - -[Fußnote 1805: ([62] auf S. 65.37) S. Fehde.] - -[Fußnote 1806: ([63] auf S. 65.37) S. abbrühen u. Abort bezw. abgerahmte -Milch. — Bei den Zigeunern wird der Schlamm (nach _Liebich_, S. 164 u. -236 durch _sāno tschikk_, d. h. »dünner Schmutz«, umschrieben.] - -[Fußnote 1807: ([64] auf S. 65.37) S. besonnen.] - -[Fußnote 1808: ([65] auf S. 65.37) S. arg.] - -schließen, _beschrenken_[1809] [65.38] - -Schließer, _Beschrenker_ - -Schlosser, _Glitschinpflanzer_[1810] - -Schloß (Gebäude), _dofe Kitt_ (d. h. »schönes Haus«)[1811] - -schluchzen, _glemsen_[1812] - -schlummern, _durme_[1813], _schlaune_[1814] - -Schlüssel, _Glitschin_[1815] - -Schmach, _Lenk_, _Schofel_ (subst. Adj.)[1816] - -schmähen, _stämpfen_ od. _stumpfen_[1817] - -Schmäher, _Stämpfer_ - -Schmalz, _Schmunk_[1818] - -schmalzen, _schmunken_ - -Schmaus, _Bikus_, _Butterei_, _Kahlerei_[1819] - -schmausen, _achilen_[1820], _biken_, _butten_[1819] - -schmecken, (= riechen), _muffen_[1821] - -schmeißen, _plotzen_[1822] - -schmelzen (richtiger wohl: schmalzen), _schmunken_[1818] - -Schmiere, _Schmunk_[1818] - -schmierig, _schundich_[1823] - -Schmutz, _Schund_[1823] - -schmutzig, _schundich_ od. _schondich_ (Spr.) - -Schnabel, _Muffer_[1821] - -Schnaps s. Branntwein - -Schnauze, _Giel_[1824] - -Schneider, _Stichler_; Schneiderin, _Stichlere_[1825] - -[Fußnote 1809: ([66] auf S. 65.38) S. abschließen.] - -[Fußnote 1810: ([67] auf S. 65.38) S. Dietrich u. anbrennen.] - -[Fußnote 1811: ([68] auf S. 65.38) S. angenehm u. Abort.] - -[Fußnote 1812: ([69] auf S. 65.38) S. ausweinen.] - -[Fußnote 1813: ([70] auf S. 65.38) S. aufwachen.] - -[Fußnote 1814: ([71] auf S. 65.38) S. ausschlafen.] - -[Fußnote 1815: ([72] auf S. 65.38) S. Dietrich.] - -[Fußnote 1816: ([73] auf S. 65.38) S. (zu beiden Ausdr.) arg; vgl. -»Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38 vbd. m. S. 8, Anm. 20.] - -[Fußnote 1817: ([74] auf S. 65.38) S. Ärger.] - -[Fußnote 1818: ([75] auf S. 65.38) S. Bratkartoffeln.] - -[Fußnote 1819: ([76] auf S. 65.38) S. (zu allen drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 1820: ([77] auf S. 65.38) S. essen.] - -[Fußnote 1821: ([78] auf S. 65.38) S. Aas.] - -[Fußnote 1822: ([79] auf S. 65.38) S. bewerfen.] - -[Fußnote 1823: ([80] auf S. 65.38) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 1824: ([81] auf S. 65.38) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 1825: ([82] auf S. 65.38) S. aufnähen.] - -Schneidersfrau, _Stichlersmos(s)_[1826] [65.39] - -schnupfen, _Toberich muffe_ (d. h. »Tabak riechen«)[1827] - -schön, _dof_[1828] - -Schoppen, _Glansert_[1829], _Nolle_[1830] - -Schoppenglas, _Blambglansert_ (d. h. »Bierglas«)[1829] - -Schreck(en), _Bauser_[1831] - -schreiben, _feberen_[1832] - -Schreiben (= Schreiberei, Schrift), _Feberei_[1832], (= Brief), -_Kritzler_[1833] - -Schreiber, _Feberer_ - -Schreibtisch, _Feberklettert_[1834] - -schreien, _glemsen_[1835] - -Schrift, _Feberei_[1832], _Kritzler_[1833] - -Schriftgelehrter, _grandich Feberer_[1836] - -schriftlich, _gefebert_ (d. h. »geschrieben«)[1832] - -Schuh, _Tritt_[1837], _Trittling_[1838] - -Schuhmacher, _Trittlengspflanzer_[1839] - -[Fußnote 1826: ([83] auf S. 65.39) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.] - -[Fußnote 1827: ([84] auf S. 65.39) S. Pfeife u. Aas. — Sachlich -übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. 160, 238 u. 244 -(_me sungāwa tuwăli_, d. h. »ich rieche Tabak«, = ich schnupfe.)] - -[Fußnote 1828: ([85] auf S. 65.39) S. angenehm.] - -[Fußnote 1829: ([86] auf S. 65.39) S. Bierglas.] - -[Fußnote 1830: ([87] auf S. 65.39) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 1831: ([88] auf S. 65.39) S. Angst.] - -[Fußnote 1832: ([89] auf S. 65.39) S. abschreiben; betr. _gefebert_ = -schriftlich vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 36.] - -[Fußnote 1833: ([90] auf S. 65.39) S. Attest.] - -[Fußnote 1834: ([91] auf S. 65.39) Mit _Klettert_ (= Tisch [Tafel]) sind -weiter noch zusammengesetzt: a) im Anfang: _Klettertpflanzer_ = -Tischler; b) am Ende: _Koeleklettert_ = »Teufelstisch« (?). _Zu vgl._ -(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 100 (_Glettert_ = -Tisch); _W.-B. des Konst. Hans_ 259 (_Kleppert_ = Tisch). Zur -_Etymologie_: Ohne Zweifel ist die ältere Form _Glettert_ (aus der durch -mundartl. Aussprache leicht _Klettert_ entstehen konnte) richtiger als -_Kleppert_ und (wie auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 676 meint) -nichts anderes als das ältere _Glattert_ (s. z. B. _A. Hempel_ 1687 -[167] u. _Waldh. Lex._ 1726 [190]), das seinerseits dem noch älteren -_Glatthart_ u. ä. (s. _Lib. Vagat._ 53 u. schon bei _G. Edlibach_ um -1490 [20: _Glatthar_]) entspricht (mit Bez. auf die Glätte der -Tischplatte; vgl. im _Pfulld. J.-W.-B._ 345: _Glatt_ = Tisch). S. -_Stumme_, S. 24; _Günther_, Rotwelsch, S. 59; vgl. auch _Pott_ II, S. 34 -u. A.-L. IV, S. 282/83 sowie schon »Vorbemerkg.«, S. 10.] - -[Fußnote 1835: ([92] auf S. 65.39) S. ausweinen.] - -[Fußnote 1836: ([93] auf S. 65.39) S. (betr. _grandich_) Adler; vgl. -Bischof.] - -[Fußnote 1837: ([94] auf S. 65.39) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 1838: ([95] auf S. 65.39) S. Ferse.] - -[Fußnote 1839: ([96] auf S. 65.39) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -Schulden, _Bomma_[1840], _Keif_[1841] [65.40] - -Schule, _Plaudererskitt_[1842], auch _Plauderei_ (Spr.) - -Schullehrer, _Galmeguffer_[1843], _Plauderer_[1842] - -Schultheiß, _Kritsch_, _Schar(r)le_[1844] - -Schuppen, _Schaffel_[1845] - -Schürze, _Fürflamme_[1846] - -Schüssel, _Schottel_[1847] - -Schuster s. Schuhmacher - -Schustersfrau, _Trittlingpfanzersmos(s)_[1848] - -Schutzmann s. Polizeidiener - -schwachsinnig, _ni(e)sich_, _nillich_[1849] - -Schwalbe, _Furschetefläderling_ (d. h. »Gabelvogel«, nach der -gabelförmigen Gestalt des Schwanzes)[1850] - -Schwan, _grandich Babing_ od. _Strohbutzer_ (d. h. etwa »[sehr] große -Gans«)[1851] - -schwanger, _grandiche Rande_ (d. h. eigtl. »dicker Bauch«)[1852] - -schwanger gehen, _grandiche Rande bosten_[1853] - -Schwarzbrot, _Schoflelehm_ od. _Schofellechem_ (Spr.) (d. h. »schlechtes -Brot«)[1854] - -Schwarzkünstler, _Finkelkaffer_[1855] - -Schwätzer, _Schmuser_[1856] - -schweigen, _(sich) schupfen_, _sich aufschupfen_ (schweig still, -_schupfte_ [Spr.], _schupf dich [auf]_)[1857] - -[Fußnote 1840: ([97] auf S. 65.40) S. borgen.] - -[Fußnote 1841: ([98] auf S. 65.40) S. Borg (auf —)] - -[Fußnote 1842: ([99] auf S. 65.40) S. Lehrer u. Abort.] - -[Fußnote 1843: ([100] auf S. 65.40) S. brauchbares Kind u. aufschlagen; -vgl. Lehrer.] - -[Fußnote 1844: ([101] auf S. 65.40) S. (zu beiden Ausdr.) -Bürgermeister.] - -[Fußnote 1845: ([102] auf S. 65.40) S. Scheune.] - -[Fußnote 1846: ([103] auf S. 65.40) S. Frauenschürze.] - -[Fußnote 1847: ([104] auf S. 65.40) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 1848: ([105] auf S. 65.40) S. Ferse, anbrennen u. Bauernfrau.] - -[Fußnote 1849: ([106] auf S. 65.40) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 1850: ([107] auf S. 65.40) S. Gabel u. Adler. — Sachl. -übereinstimmend auch die Zigeunerspr. (_forschettākro tschirkŭlo_, -d. h. »Gabelvogel«, — neben _forschettākri porin_, d. h. -»Gabelschwanz«); s. _Liebich_, S. 135 u. 239.] - -[Fußnote 1851: ([108] auf S. 65.40) S. Adler u. Gans; vgl. Bischof. — -Dieselbe Art der Umschreibung kennen die Zigeuner; s. _Liebich_, S. 239 -(_bāri pāpin_, d. h. »große Gans« = Schwan); vgl. schon -»Vorbemerkung«, S. 17.] - -[Fußnote 1852: ([109] auf S. 65.40) S. Adler u. Bauch.] - -[Fußnote 1853: ([110] auf S. 65.40) S. (betr. _bosten_) abgehen.] - -[Fußnote 1854: ([111] auf S. 65.40) S. arg u. Bäcker.] - -[Fußnote 1855: ([112] auf S. 65.40) S. behext u. Bauer.] - -[Fußnote 1856: ([113] auf S. 65.40) S. ansagen.] - -[Fußnote 1857: ([114] auf S. 65.40) S. aufhören.] - -Schwein, _Balo_, _Groenikel_[1858] [65.41] - -Schweinefleisch, _Groenikelbossert_[1859] - -Schweinehändler, _Groenikelkemerer_[1860] - -Schweinehirt s. Sauhirt - -Schweinemetzger, _Groenikelkafler_[1861] - -Schweinestall s. Saustall. - -Schweinezitzen, _Groenikelschwächerle_[1862] - -Schweinsborsten, _Groenikelstrauberts_[1863] - -Schwert, _Latt_[1864] - -Schwester, _Glied_[1865], _Model_[1866]; vgl. Geschwister - -Schwiegersohn s. Tochtermann. - -Schwindsucht, _grandich Begerisch_[1867] - -schwitzen (ich schwitze, _Flu[h]te bostet mer herab_, d. h. »das Wasser -läuft mir herab«)[1868] - -See, _Flu(h)te_[1868] - -Seehund, _Flu(h)tekib_[1869] - -sehen, _linzen_[1870] - -sei ruhig (still) s. schweigen - -Seiltänzer, _Schnurrant_[1871] - -Semmel (Weck), _Kechelte_[1872] - -Sense, _Kupfersore_ (d. h. etwa »Grasding«)[1873] - -Sessel, _Sitzleng_[1874] - -[Fußnote 1858: ([115] auf S. 65.41) S. (zu beiden Ausdr.) Eber.] - -[Fußnote 1859: ([116] auf S. 65.41) S. (betr. _Bossert_) Aas.] - -[Fußnote 1860: ([117] auf S. 65.41) S. abkaufen.] - -[Fußnote 1861: ([118] auf S. 65.41) S. Fleischer.] - -[Fußnote 1862: ([119] auf S. 65.41) S. Amme.] - -[Fußnote 1863: ([120] auf S. 65.41) S. Augenbrauen.] - -[Fußnote 1864: ([121] auf S. 65.41) S. Degen.] - -[Fußnote 1865: ([122] auf S. 65.41) S. Bruder.] - -[Fußnote 1866: ([123] auf S. 65.41) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 1867: ([124] auf S. 65.41) S. Adler u. absterben; vgl. Bischof; -s. auch (betr. die Substantivierung des Adj) »Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. -38.] - -[Fußnote 1868: ([125] auf S. 65.41) S. abbrühen u. abgehen. — Sachlich -übereinstimmend auch die Zigeunersprache; s. das Näh. schon in der -»Vorbemerkg«, S. 17, Anm. 44 a. E. vbd. mit _Liebich_, S. 240 (unter -»schwitzen«).] - -[Fußnote 1869: ([126] auf S. 65.41) S. (betr. _Kib_) Haushund.] - -[Fußnote 1870: ([127] auf S. 65.41) S. anschauen.] - -[Fußnote 1871: ([128] auf S. 65.41) S. Äquilibrist.] - -[Fußnote 1872: ([129] auf S. 65.41) S. Milchbrötchen.] - -[Fußnote 1873: ([130] auf S. 65.41) S. Frucht u. Brücke. — Im Zigeun. -heißt (nach _Liebich_, S. 164 u. 240) die Sense _kasséskĕri -tschinamáskĕri_, d. h. »ein Heuschneideding« (zu _kass_ = Heu), od. -wohl auch bloß _tschinamáskĕri_.] - -[Fußnote 1874: ([131] auf S. 65.41) S. Bank.] - -Seuche, _Begerei_[1875] [65.42] - -Siechenhaus s. Krankenhaus; vgl. Spital - -Siechtum, _Begerisch_[1875] - -Signalement, _Giel_ (d. h. »Gesicht«)[1876] - -singen, _schallen_[1877] - -Singvogel, _Schallerfläderling_[1878] - -sinnlos, _ni(e)sich_, _nillich_[1879] - -sittsam, _dof_[1880] - -sitzen (niedersitzen), _hauren_[1881], _schef(f)ten_[1882] - -Socken, _Kafferstreifling_ (d. h. »Männerstrümpfe«)[1883] - -Sohn, _Bengesle_[1884], _Fi(e)sele_[1885], _Freierle_[1886], auch -_Glied_[1887] - -Sold, _Bich_[1888], _Lobe_[1889], _Pfreimerei_[1890] - -Soldat, _Lanenger_[1891] - -Soldaten, _Lanengere_ - -Soldatenfrau, _Lanengermos(s)_[1892] - -Soldatenmütze, _Lanengeroberman(n)_[1893] - -Soldatenwirtschaft, _Lanengerbeiz_ od. _-kober_[1894] - -Sonntag, _Bossertschei_ (d. h. »Fleischtag«)[1895] od. _Weisleng_[1896] - -Sorge, _Bauser_[1897] - -[Fußnote 1875: ([132] auf S. 65.42) S. absterben.] - -[Fußnote 1876: ([133] auf S. 65.42) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 1877: ([134] auf S. 65.42) S. absingen.] - -[Fußnote 1878: ([135] auf S. 65.42) S. (betr. _Fläderling_) Adler.] - -[Fußnote 1879: ([136] auf S. 65.42) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 1880: ([137] auf S. 65.42) S. angenehm.] - -[Fußnote 1881: ([138] auf S. 65.42) S. elend.] - -[Fußnote 1882: ([139] auf S. 65.42) S. daher (a. E.)] - -[Fußnote 1883: ([140] auf S. 65.42) S. Bauer u. Fußlappen.] - -[Fußnote 1884: ([141] auf S. 65.42) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1885: ([142] auf S. 65.42) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 1886: ([143] auf S. 65.42) S. Fremder.] - -[Fußnote 1887: ([144] auf S. 65.42) S. Bruder.] - -[Fußnote 1888: ([145] auf S. 65.42) S. Almosen.] - -[Fußnote 1889: ([146] auf S. 65.42) S. Bank.] - -[Fußnote 1890: ([147] auf S. 65.42) S. abzahlen.] - -[Fußnote 1891: ([148] auf S. 65.42) S. Hauptmann.] - -[Fußnote 1892: ([149] auf S. 65.42) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.] - -[Fußnote 1893: ([150] auf S. 65.42) S. Fingerhut.] - -[Fußnote 1894: ([151] auf S. 65.42) S. Gasthaus.] - -[Fußnote 1895: ([152] auf S. 65.42) S. Aas u. alltäglich. — Auch die -Zigeuner kennen für Sonntag (neben dem einfachen _gurko_) die -Umschreibung _más(s)elo diwes_, d. h. ebenfalls »Fleischtag« (s. -_Liebich_, S. 145, 190 u. 241 sowie _Finck_, S. 55 u. 72), weil an -diesem Tage ausnahmsweise »Fleisch aufgetragen zu werden pflegt« -(_Liebich_, S. 85); vgl. auch schon »Vorbemerkg.«, S. 18.] - -[Fußnote 1896: ([153] auf S. 65.42) S. Feiertag.] - -[Fußnote 1897: ([154] auf S. 65.42) S. Angst.] - -spähen, _linzen_[1898] [65.43] - -Spätzle (schwäb. Mehlspeise), _Hegesle_ (Spr.)[1899] - -Spätzlessuppe, _Hegesleschnall_ (Spr.)[1900] - -spazieren (gehen), _bosten_[1901] - -Speck, _Schmunkbossert_ (d. h. »Fettfleisch«)[1902] - -Speicher, _Schaffel_[1903] - -Speise, _Bikus_[1904] - -Speisen (das), _Achilerei_[1905], _Bikerei_, _Butterei_, -_Kahlerei_[1904]. - -sperren (schließen), _beschrenken_[1906] - -Spiegel, _Linzer_[1898] - -Spiel (Musik), _Niklerei_[1907] - -spielen (musizieren), _niklen_ - -Spieler (Musikant), _Nikler_ - -Spital, _Begerkitt_[1908] - -Splitter, _Spräusle_[1909] - -sprechen, _dibere_[1910], _schmusen_[1911] - -Sprecher, _Diberer_, _Schmuser_ - -Spuk (Gespenst), _Schuberle_[1912] - -Staar, _Fläderling_[1913] - -Stab, _Spraus_[1909] - -Stachel, _Stupfle_[1914] - -Stadt, _Steinhäufle_[1915] - -[Fußnote 1898: ([155] auf S. 65.43) S. anschauen.] - -[Fußnote 1899: ([156] auf S. 65.43) S. Knödel.] - -[Fußnote 1900: ([157] auf S. 65.43) S. (betr. _Schnall_) Metzelsuppe.] - -[Fußnote 1901: ([158] auf S. 65.43) S. abgehen.] - -[Fußnote 1902: ([159] auf S. 65.43) S. Bratkartoffeln u. Aas.] - -[Fußnote 1903: ([160] auf S. 65.43) S. Scheune.] - -[Fußnote 1904: ([161] auf S. 65.43) S. Abendessen.] - -[Fußnote 1905: ([162] auf S. 65.43) S. essen.] - -[Fußnote 1906: ([163] auf S. 65.43) S. abschließen.] - -[Fußnote 1907: ([164] auf S. 65.43) S. aufspielen.] - -[Fußnote 1908: ([165] auf S. 65.43) S. absterben u. Abort.] - -[Fußnote 1909: ([166] auf S. 65.43) S. Baumholz.] - -[Fußnote 1910: ([167] auf S. 65.43) S. anreden.] - -[Fußnote 1911: ([168] auf S. 65.43) S. ansagen.] - -[Fußnote 1912: ([169] auf S. 65.43) S. Gespenst.] - -[Fußnote 1913: ([170] auf S. 65.43) S. Adler.] - -[Fußnote 1914: ([171] auf S. 65.43) S. Dorn; vgl. Igel.] - -[Fußnote 1915: ([172] auf S. 65.43) Mit _Steinhäufle_ sind -_zusammengesetzt_: a) _im Anfang_: _Steinhäuflesulme_ = Städter; b) _am -Ende_: _Patrissteinhäufle_ = Vaterstadt u. _Vorsteinhäufle_ = Vorstadt. -_Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 -(_Steinhäufle_ = Stadt); _Pfulld. J.-W.-B._ 345 (ebenso); _Schwäb. -Händlerspr._ 486 (desgl., nur in _Wolfach_ auch = Dorf [s. 480]). Zur -_Etymologie_ (Dimin. von dem humorist., im Rotw. schon seit dem 18. -Jahrh. [s. z. B. _Hildburgh. W.-B._ 1753 ff. (232)] auftretenden Ausdr. -_Steinhaufen_ = Stadt [s. A.-L. 611]) vgl. Näh. noch (z. B. auch über -_Verbindgn._ u. _Zus._ mit dem Worte zur Bezeichnung _bestimmter -Städte_) bei _Günther_ in der Zeitschr. »Die Polizei«, Jahrg. IV (1906), -S. 122/23. — Nach _Wittichs_ »Einleitung«, S. 27 soll für _Steinhäufle_ -im Jenischen früher _Mogumle_ od. _Mokem_ gebräuchlich gewesen u. -_Mochum_ sogar noch jetzt üblich sein, obwohl es mehr für »Dorf« -vorzukommen scheint; vgl. Näh. unter »Dorf«.] - -Städter, _Steinhäuflesulme_[1916] [65.44] - -Stall, _Stenkert_[1917] - -Stamm, _Stöberspraus_[1918] - -Stange, _grandicher Spraus_ (d. h. etwa »langes Holz«)[1919] - -starr, _begert_ (d. h. »gestorben«, »tot«)[1920] - -Starrkopf (Dickkopf), _grandicher Ki(e)bes_[1921] - -stechen, _dupfen_[1922] - -Steckbrief, _lenker_ od. _schofler Kritzler_ (d. h. »schlechter -Brief«)[1923] oder auch _Sprauskritzler_ (d. h. eigentl. -»Holzbrief«)[1924] - -[Fußnote 1916: ([173] auf S. 65.44) S. (betr. _Ulme_) arme Leute.] - -[Fußnote 1917: ([174] auf S. 65.44) S. Entenstall.] - -[Fußnote 1918: ([175] auf S. 65.44) S. Apfelbaum u. Baumholz. Sachlich -übereinstimmend auch die Zigeunersprache; s. _Liebich_, S. 242 -(_rukkéskĕro gascht_, eigtl. etwa »Baumholz«, = Stamm).] - -[Fußnote 1919: ([176] auf S. 65.44) S. (betr. _grandich_) Adler; vgl. -Bischof. — Vgl. i. d. Zigeunerspr.: _bāro sāno gascht_, d. h. -»großes (langes) dünnes Holz«, = Stange; s. _Liebich_, 242.] - -[Fußnote 1920: ([177] auf S. 65.44) S. absterben. — Vgl. auch im -Zigeun.: _mulo_ (eigtl. »tot«) = starr (_Liebich_, S. 242).] - -[Fußnote 1921: ([178] auf S. 65.44) S. betr. (_Ki[e]bes_) Angesicht. — -Vgl. im Zigeun.: _pesso schēro_, d. h. »Dickkopf«, = Starrkopf -(_Liebich_, S. 242).] - -[Fußnote 1922: ([179] auf S. 65.44) Zu _dupfen_ = stechen (auch als -Subst. _Dupfen_ = Stich, das Stechen) s. d. _Zus._ _Dupfsins_ = -Wundarzt. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ -101 (_vertupfen_ = verstechen); _Schöll_ 271 (_verdupfen_ = erstechen); -_Pfulld. J.-W.-B._ 339, 346 (_dupfen_ = verstechen, _verlupfen_ [lies: -verdupfen] = erstechen); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 69 u. 75 -(_dupfen_ = stechen, _tupfen_ = erstechen); _Schwäb. Händlerspr._ 486 -(_dupfen_ = stechen). Auch sonst noch im (neueren) Rotw. gebr. (s. z. B. -_Schintermicherl_ 1807 (288: _tupfen_ = stechen], _Pfister bei -Christensen_ 1814 [319: _dupfen_ = stechen] u. a. m.). Zur _Etymologie_ -(von unserem gemeinspr., bes. in Süddeutschl. gebräuchl. Zeitw. _tupfen_ -= »gelinde spitz anstoßen«) s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 472-73 -(unter »tupfen«) vbd. mit _Weigand_, W.-B. II, Sp. 1088; vgl. auch -_Schmeller_, W.-B. I, Sp. 615.] - -[Fußnote 1923: ([180] auf S. 65.44) S. arg u. Attest.] - -[Fußnote 1924: ([181] auf S. 65.44) Vgl. (betr. _Spraus_) Anm. 1909. — -Es handelt sich hierbei um ein Wortspiel, indem man das »Steck-« in -Steckbrief als »Stecken« (= Stock, Holz) aufgefaßt und dann ins Jenische -übersetzt hat (vgl. Stock). Sachlich übereinstimmend auch die -Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. 242 u. _Finck_, S. 70 (_gaschtĕno_ -[od. kašteno] _līl_, d. h. eigtl. »hölzerner Brief« od. -»Steck¶en¶brief«, = Steckbrief neben _gālo_ [od. _kālo] līl_, -d. h. eigtl. »schwarzer Brief«); vgl. auch »Vorbemerkung«, S. 18, Anm. -46 u. 47.] - -Stecken s. Stock [65.45] - -Steg, _Strade_[1925] - -stehlen, _schniffen_[1926], _schoren_ od. _z'schoren_ (Spr.)[1927] - -Stein, _Hertling_[1928], _Kies_[1929] - -steinern, _kiesich_[1929] - -Steineule, _Begerfläderling_ (d. h. »Totenvogel«)[1930]; vgl. Käuzchen - -Steinhauer, Steinmetz, _Hertlingsguffer_ oder _Kiesguffer_[1931] - -Steinklopfer s. Steinhauer - -Sterbebett, _Begersauft_[1932] - -Sterbekleid, _Begerkluft_[1933] - -sterben, _begeren_[1932] - -Sterben (das), _Begerei_ - -sterblich, _begerisch_ - -Stern, _Leileschei_ (d. h. »Nachtlicht«)[1934]; vgl. Mond - -Sternschnuppe, _Leileschei-Schund_ (d. h. »Nachtlichtschmutz«)[1935] - -Steuern, _Bleisgeren_[1936], _Pfreimen_[1937] - -Stich (= »das Stechen«), _Dupfen_[1938] - -Stiefel, _Trittleng_[1939] - -Stiefkind, _Schoflergalm_[1940] - -[Fußnote 1925: ([182] auf S. 65.45) S. Chaussee.] - -[Fußnote 1926: ([183] auf S. 65.45) S. anfassen.] - -[Fußnote 1927: ([184] auf S. 65.45) S. ausstehlen.] - -[Fußnote 1928: ([185] auf S. 65.45) S. Gestein.] - -[Fußnote 1929: ([186] auf S. 65.45) S. Apfelkern.] - -[Fußnote 1930: ([187] auf S. 65.45) S. absterben u. Adler; betr. die -Übereinstimmung mit d. Zigeunern s. Käuzchen.] - -[Fußnote 1931: ([188] auf S. 65.45) S. (betr. _-guffer_) aufschlagen.] - -[Fußnote 1932: ([189] auf S. 65.45) S. (betr. _Sauft_) Bett.] - -[Fußnote 1933: ([190] auf S. 65.45) S. ankleiden.] - -[Fußnote 1934: ([191] auf S. 65.45) S. Abend u. alltäglich.] - -[Fußnote 1935: ([192] auf S. 65.45) S. (betr. _Schund_) abgerahmte -Milch.] - -[Fußnote 1936: ([193] auf S. 65.45) S. anzahlen. - -[Fußnote 1937: ([194] auf S. 65.45) S. abzahlen. — _Beide_ Ausdr. -bedeuten eigentl. nur »das Bezahlen«; vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. -35. Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. -242: _pleisserpenn_, d. h. »die Bezahlung«, = Steuer.] - -[Fußnote 1938: ([195] auf S. 65.45) S. stechen; vgl. »Vorbemerkung«, S. -15, Anm. 35.] - -[Fußnote 1939: ([196] auf S. 65.45) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 1940: ([197] auf S. 65.45) S. arg u. brauchbares Kind.] - -Stiefmutter, _Schoflemamere_[1941] [65.46] - -Stiefvater, _Schoflerpatris_[1942] - -Stier, _Hornigel_ (sic)[1943] - -still schweigen (still sein) s. schweigen - -stinken, _muffen_[1944] - -stinkend, _muffich_ (mufig) - -Stirn, _Ki(e)bis_ (sic)[1945] - -Stock (Stecken), _Spraus_[1946], _Sprate_, _Stenz_[1947] - -Stockmacher, _Sprauspflanzer_[1948] - -stolz sein, _grandiche pflanzen_ (d. h. »den Großen machen«, »den großen -Herrn spielen«)[1949] - -Storch, _grandich Flederling_ (wohl = »der größte Vogel«)[1950] - -Strafe, _Strupf_[1951]; Strafe bezahlen, _Strupf bereimen_[1952] - -strafen s. bestraft - -Straße, _Strade_[1953] - -Straßenarbeiter, _Stradeschenegler_[1954] - -Straßenwärter, _Stradebenk_[1955] - -Streichhölzer s. Zündhölzer - -Streit, _Hamore_, _More_[1956] - -Streiten (das), _Morerei_ - -streng, _lenk_, _schofel_[1957] - -Streu, _Rauschert_[1958] - -[Fußnote 1941: ([198] auf S. 65.46) S. (betr. _Mamere_) Amme] - -[Fußnote 1942: ([199] auf S. 65.46) S. Eltern.] - -[Fußnote 1943: ([200] auf S. 65.46) S. Bulle.] - -[Fußnote 1944: ([201] auf S. 65.46) S. Aas.] - -[Fußnote 1945: ([202] auf S. 65.46) S. Angesicht.] - -[Fußnote 1946: ([203] auf S. 65.46) S. Baumholz.] - -[Fußnote 1947: ([204] auf S. 65.46) S. (zu beiden Ausdr.) Ast.] - -[Fußnote 1948: ([205] auf S. 65.46) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1949: ([206] auf S. 65.46) S. (betr. _grandiche_) Adler.] - -[Fußnote 1950: ([207] auf S. 65.46) S. Adler; vgl. Bischof.] - -[Fußnote 1951: ([208] auf S. 65.46) S. bestraft.] - -[Fußnote 1952: ([209] auf S. 65.46) S. (betr. _bereimen_) bezahlen.] - -[Fußnote 1953: ([210] auf S. 65.46) S. Chaussee.] - -[Fußnote 1954: ([211] auf S. 65.46) S. (betr. _Schenegler_) abschaffen.] - -[Fußnote 1955: ([212] auf S. 65.46) S. brauchbarer Bursche.] - -[Fußnote 1956: ([213] auf S. 65.46) S. Fehde.] - -[Fußnote 1957: ([214] auf S. 65.46) S. arg.] - -[Fußnote 1958: ([215] auf S. 65.46) Zu _Rauschert_ = Streu, Stroh -(_Zus._: _Rauschertsauft_ = Streu- od. Strohlager, Strohbett) vgl. (aus -dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 99 (_Rauscher_ = Stroh); -_Schöll_ 271 (ebenso); _Pfulld. J.-W.-B._ 345 (_Rauschet_ = Stroh, -_Rauschkitt_ = Strohhaus); _Schwäb. Gaun.- u._ _Kundenspr._ 76 -(_Rauscher_); _Schwäb. Händlerspr._ 487 (_Rauschet_). Auch sonst im -Rotw. schon früh (seit d. _Basl. Betrügnissen_ um 1450 [16: _Ruschart_ = -Strohsack] u. _Lib. Vagat._ 54 [_Rauschart_, Bedtg. ebenso]) weit -verbreitet. Zur _Etymologie_ (vom »Rauschen« des Strohs) s. _Pott_ II, -S. 34; A.-L. 590; _Stumme_, S. 15, 21; _Günther_, Rotwelsch, S. 59.] - -Streulager, _Rauschertsauft_[1959] [65.47] - -Stroh, _Rauschert_ - -Strohbett (Strohlager), _Rauschertsauft_ - -Strom, _Flu(h)te_[1960] - -Strumpf, _Streifling_ (plur.: _Streiflinge_)[1961] - -Strumpfwirker, _Streiflingpflanzer_[1962] - -Stube, _Schrende_[1963] - -Stuhl, _Sitzling_[1964] - -stumm sein, _nobis dibere_ od. _schmuse_[1965] (d. h. »nicht[s] -sprechen«)[1966] - -Stundenfrau (Methodistin), _Blibelmos(s)_[1967] - -Stundenhaus (Methodistenhaus), _Blibelkitt_[1968] - -Stundenleute (Methodisten), _Blibelulme_[1969] - -Stundenmann (Methodist), _Blibelkaffer_[1970] - -Stute, _Trabertmoss_ (d. h. eigtl. »Pferdefrau«, weibliches -Pferd)[1971]; vgl. Hengst - -Summe, _Bich_[1972], _Lobe_[1973] - -Suppe, _Schnall_[1974] - -Süßigkeit, _Süs(s)ling_[1975] - -[Fußnote 1959: ([216] auf S. 65.47) S. (betr. _Sauft_) Bett.] - -[Fußnote 1960: ([217] auf S. 65.47) S. abbrühen.] - -[Fußnote 1961: ([218] auf S. 65.47) S. Fußlappen.] - -[Fußnote 1962: ([219] auf S. 65.47) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 1963: ([220] auf S. 65.47) S. Frauenstube.] - -[Fußnote 1964: ([221] auf S. 65.47) S. Bank.] - -[Fußnote 1965: ([222] auf S. 65.47) S. Dietrich u. anreden bezw. -ansagen.] - -[Fußnote 1966: ([223] auf S. 65.47) Ähnlich auch in der Zigeunerspr.; s. -_Liebich_, S. 244 (unter »stumm sein«: _me naschti rakkerwāwa_, d. h. -»ich kann nicht reden«).] - -[Fußnote 1967: ([224] auf S. 65.47) S. anbeten u. Bauernfrau.] - -[Fußnote 1968: ([225] auf S. 65.47) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 1969: ([226] auf S. 65.47) S. arme Leute.] - -[Fußnote 1970: ([227] auf S. 65.47) S. Bauer.] - -[Fußnote 1971: ([228] auf S. 65.47) S. Füllen u. Bauernfrau. — Betr. -Analogie in der Zigeunerspr. s. schon oben unter »Hengst«.] - -[Fußnote 1972: ([229] auf S. 65.47) S. Almosen.] - -[Fußnote 1973: ([230] auf S. 65.47) S. Bank.] - -[Fußnote 1974: ([231] auf S. 65.47) S. Metzelsuppe.] - -[Fußnote 1975: ([232] auf S. 65.47) S. Kaffee.] - - - T. [65.48] - -Tabak, _Toberich_[1976]; Tabak rauchen, _dämpfe_ oder _toberiche_[1976]; -Tabak schnupfen, _Toberich muffe_ (d. h. »Tabak riechen«)[1977] - -Tabaksbeutel, _Toberichrande_[1978] od. _Toberichreiber_[1979] - -Tabakspfeife, _Toberichschure_[1980] od. auch bloß _Toberich_ - -Tafel, _Klettert_[1981] - -Tag, _Schei_[1982]; Tag und Nacht, _Schei und Leile_[1983] - -Taler, _drei Räp(p)le_ (d. h. »drei Mark«)[1984] - -Tand, _Nobis_ (d. h. eigtl. »nichts«)[1985] - -Tanne, _Jahrestöber_ od. _Kracherstöber_ (d. h. »Waldbaum«)[1986] - -Tante (von väterl. Seite), _Patrisglied_[1987], (von mütterl. Seite), -_Mamereglied_[1988]; vgl. Oheim u. Neffe - -Tanz, _Niklerei_[1989] - -tanzen, _nikle_ - -Tänzer, _Nikler_, fem.: _Niklere_ - -Tasche, _Rande_[1990] - -Taschenspieler, _Randeschnurrant_[1991] - -Tasse, _Schottel_[1992] - -Taube, _Fläderling_[1993] - -[Fußnote 1976: ([233] auf S. 65.48) S. Pfeife.] - -[Fußnote 1977: ([234] auf S. 65.48) S. Aas; vgl. schnupfen; daselbst -auch über die Zigeunersprache.] - -[Fußnote 1978: ([235] auf S. 65.48) S. Bauch.] - -[Fußnote 1979: ([236] auf S. 65.48) S. Beutel.] - -[Fußnote 1980: ([237] auf S. 65.48) S. abbiegen.] - -[Fußnote 1981: ([238] auf S. 65.48) S. Schreibtisch.] - -[Fußnote 1982: ([239] auf S. 65.48) S. alltäglich.] - -[Fußnote 1983: ([240] auf S. 65.48) S. Abend.] - -[Fußnote 1984: ([241] auf S. 65.48) S. Mark.] - -[Fußnote 1985: ([242] auf S. 65.48) S. Dietrich. — Sachlich -übereinstimmend auch die Zigeunerspr. nach _Liebich_, S. 244 (_Tschi_, -d. h. »nichts«, = Tand).] - -[Fußnote 1986: ([243] auf S. 65.48) S. Ananas u. Apfelbaum; vgl. dazu -auch über die Zigeunerspr. »Vorbemerkung«, S. 19, Anm. 48.] - -[Fußnote 1987: ([244] auf S. 65.48) S. Eltern u. Bruder.] - -[Fußnote 1988: ([245] auf S. 65.48) S. (betr. _Mamere_) Amme. — Auch -von den Zigeunern wird für »Tante« unterschieden _dadéskĕri pēn_ -u. _dākri pēn_, d. h. »väterliche (des Vaters)« u. »mütterliche -(der Mutter) Schwester«; s. _Liebich_, S. 244; vgl. dazu auch oben die -Anm. zu »Oheim«.] - -[Fußnote 1989: ([246] auf S. 65.48) S. aufspielen.] - -[Fußnote 1990: ([247] auf S. 65.48) S. Bauch.] - -[Fußnote 1991: ([248] auf S. 65.48) S. (betr. _Schnurrant_) -Äquilibrist.] - -[Fußnote 1992: ([249] auf S. 65.48) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 1993: ([250] auf S. 65.48) S. Adler.] - -tauglich, _dof_ od. _duft_[1994], _g'want_[1995] [65.49] - -Teich, _Flu(h)te_[1996] - -Teller, _Schottel_[1992] - -Tempel, _Duft_[1997] - -Tenne, _Schaffel_[1998] - -teuer, _grandich_[1993] - -Teufel, _Koele_[1999] - -Teufelsbraten, _Koelebossert_[2000] - -Teufelstisch (?), _Koeleklettert_[2001] - -teuflisch, _koelich_[1999] - -Theater, _Niklerei_[1989] - -Thee, _Süs(s)ling_[2002] - -Tiegel, _Nolle_[2003], _Russling_[2004] - -Tisch, _Klettert_[2001] - -Tischler, _Klettertpflanzer_[2005] - -Tochter, _Model_[2006], auch wohl _Glied_[2007] - -Tochterkind, _Modelgalm_[2008] - -Tochtermann, _Modelkaffer_[2009] - -Tochtersohn, _Modelfi(e)sel_[2010] - -Tollhaus, _Ni(e)sekitt_, _Nilleskitt_[2011] - -Tollkopf, _Ni(e)seki(e)bes_, _Nilleki(e)bes_[2012] - -Topf, _Nolle_[2003] - -Töpfer, _Nollepflanzer_[2005] - -Tor, _Ni(e)se_, _Nille_[2011] - -[Fußnote 1994: ([251] auf S. 65.49) S. angenehm.] - -[Fußnote 1995: ([252] auf S. 65.49) S. anmutig.] - -[Fußnote 1996: ([253] auf S. 65.49) S. abbrühen.] - -[Fußnote 1997: ([254] auf S. 65.49) S. Dom.] - -[Fußnote 1998: ([255] auf S. 65.49) S. Scheune.] - -[Fußnote 1999: ([256] auf S. 65.49) S. Satan.] - -[Fußnote 2000: ([257] auf S. 65.49) S. (betr. _Bossert_) Aas.] - -[Fußnote 2001: ([258] auf S. 65.49) S. (betr. _Klettert_) Schreibtisch.] - -[Fußnote 2002: ([259] auf S. 65.49) S. Kaffee.] - -[Fußnote 2003: ([260] auf S. 65.49) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 2004: ([261] auf S. 65.49) S. Kessel.] - -[Fußnote 2005: ([262] auf S. 65.49) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 2006: ([263] auf S. 65.49) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 2007: ([264] auf S. 65.49) S. Bruder.] - -[Fußnote 2008: ([265] auf S. 65.49) S. (betr. _Galm_) brauchbares Kind.] - -[Fußnote 2009: ([266] auf S. 65.49) S. Bauer.] - -[Fußnote 2010: ([267] auf S. 65.49) S. Bettelbube.] - -[Fußnote 2011: ([268] auf S. 65.49) S. aberwitzig u. Abort.] - -[Fußnote 2012: ([269] auf S. 65.49) S. (betr. _Ki[e]bes_) Angesicht.] - -töricht, _ni(e)sich_, _nillich_ [65.50] - -Tornister, _Rande_[1990] - -tot, _begert_ (d. h. »gestorben«)[2013] - -töten (totmachen, totschlagen [Spr.]), _deisen_[2014] - -Totenbahre, _Begersore_[2015] - -Totenbett, _Begersauft_[2016] - -Totengeruch, _begerische Mufferei_[2017] - -Totengräber, _Begerkaffer_[2018]; vgl. auch Leichenbeschauer - -Totenschein, _Begerkritzler_[2019] - -Totschläger, _Deiser_[2014]; vgl. Mörder - -Tracht (Kleidung), _Kluft_[2020] - -trächtig, _grandiche Rande_ (d. h. eigtl. »dicker Bauch«)[2021]; vgl. -schwanger - -tragen, _buk(e)le(n)_ (Spr.)[2022] - -Tränen, _Glemsen_ (substantivierter Infinitiv)[2023] - -Trank, _Schwächerei_[2024] - -Tränke (Viehtränke), _Schwäche_[2024] - -Traube, _Säftling_[2025]; vgl. Weintraube - -traurig, _schofel_ (Spr.)[2026] - -treu, _dof_[2024] - -treulos, _lenk_, _schofel_[2026] od. _nobis dof_[2027] - -trinken, _schwächen_[2024] - -Trinkgelage, _Schwächerei_ - -Trinkgeschirr, _Schwächglansert_ (eigentl. »Trinkglas«)[2028], -_Schwächnolle_ (eigtl. »Trinktopf«)[2029] od. _Schwächschottel_ (eigtl. -»Trinkschüssel«)[2030] - -[Fußnote 2013: ([270] auf S. 65.50) S. absterben; vgl. »Vorbemerkg.«, S. -15, Anm. 36.] - -[Fußnote 2014: ([271] auf S. 65.50) S. ermorden.] - -[Fußnote 2015: ([272] auf S. 65.50) S. (betr. _Sore_) Brücke.] - -[Fußnote 2016: ([273] auf S. 65.50) S. Bett.] - -[Fußnote 2017: ([274] auf S. 65.50) S. Aas.] - -[Fußnote 2018: ([275] auf S. 65.50) S. Bauer.] - -[Fußnote 2019: ([276] auf S. 65.50) S. Attest.] - -[Fußnote 2020: ([277] auf S. 65.50) S. ankleiden.] - -[Fußnote 2021: ([278] auf S. 65.50) S. Adler u. Bauch.] - -[Fußnote 2022: ([279] auf S. 65.50) S. abtragen.] - -[Fußnote 2023: ([280] auf S. 65.50) S. ausweinen; vgl. »Vorbemerkung«, -S. 15, Anm. 35.] - -[Fußnote 2024: ([281] auf S. 65.50) S. Amme.] - -[Fußnote 2025: ([282] auf S. 65.50) S. Ananas.] - -[Fußnote 2026: ([283] auf S. 65.50) S. arg.] - -[Fußnote 2027: ([284] auf S. 65.50) S. angenehm.] - -[Fußnote 2028: ([285] auf S. 65.50) S. (betr. _nobis_) Dietrich.] - -[Fußnote 2029: ([286] auf S. 65.50) S. (betr. _Glansert_) Bierglas.] - -[Fußnote 2030: ([287] auf S. 65.50) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 2031: ([288] auf S. 65.50) S. Aschenbecher.] - -Trinkglas, _Schwächglansert_ [65.51] - -Trinkschale, _Schwächschottel_ - -Tropf, _Ni(e)se_, _Nille_[2031] - -Trotz (Zorn) _Stumpf_[2032] - -trotzig (zornig), _stumpfich_ - -trübe, _schundich_ (d. h. eigtl. »schmutzig«)[2033] - -Trübsal, _nobis Dof_ (d. h. »nicht gut, nichts Gutes«)[2034][2027]; vgl. -Übel - -trunken (betrunken), _geschwächt_[2024]; vgl. berauscht - -Trunkenheit, _Schwächer_ - -Truppen, _Lanengere_ (d. h. »Soldaten«)[2035] - -Tuch (Gewebe), _Bochdam_[2036] - -Tuchmacher, _Bochdampflanzer_[2037] - -tüchtig, _duft_[2038], _g'want_[2039] - -tückisch, _lenk_, _schofel_[2026] - -tugendhaft, _dof_[2038] - - - U. - -übel (zum Übergeben, Erbrechen schlecht), _gielerich_ (Spr.)[2040] - -Übel (das), _nobis Dofs_ (d. h. »nichts Gutes«)[2027][2034] vgl. Trübsal - -Überfluß, _grandich Schure_ od. _Sore_[2041]; vgl. Reichtum - -übergeben (sich) (= sich erbrechen), _giele_[2040] - -Übergeben (das) (= Erbrechen), _Giele_ - -übermütig sein, _grandiche pflanzen_[2042]; vgl. stolz sein - -übernachten, auch das Übernachten erlauben (v. S. des Wirtes), _fehten_ -(Spr.)[2043] - -übernachten, im Freien —, _Blatt_ (blatt) _pflanzen_ (Spr.)[2044] - -[Fußnote 2032: ([289] auf S. 65.51) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 2033: ([290] auf S. 65.51) S. Ärger.] - -[Fußnote 2034: ([291] auf S. 65.51) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 2035: ([292] auf S. 65.51) Vgl. dazu »Vorbemerkung« S. 15, Anm. -38 vbd. m. S. 7, Anm. 16.] - -[Fußnote 2036: ([293] auf S. 65.51) S. Hauptmann.] - -[Fußnote 2037: ([294] auf S. 65.51) S. Barchent.] - -[Fußnote 2038: ([295] auf S. 65.51) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 2039: ([296] auf S. 65.51) S. anmutig.] - -[Fußnote 2040: ([297] auf S. 65.51) S. Affengesicht.] - -[Fußnote 2041: ([298] auf S. 65.51) S. Adler u. abbiegen bezw. Brücke; -vgl. Bischof.] - -[Fußnote 2042: ([299] auf S. 65.51) S. Adler u. anbrennen.] - -[Fußnote 2043: ([300] auf S. 65.51) S. Hauswirt.] - -[Fußnote 2044: ([301] auf S. 65.51) In dem _verw. Quellenkr._ m. Wiss. -unbekannt; dagegen kennt die _Wiener Gaunerspr._ nach _Pollak_ 207 -_Blatt machen_ = »unter freiem Himmel schlafen«. Das _Blatt_ (= _blatt_) -in diesen Redensarten aber ist offenbar nur eine mundartliche Form für -_platt_, was sich ergibt aus den sonst weiter verbreiteten neueren -gauner- und kundensprachlich. _gleichbedeut._ Wendungen _platt machen_, -_platt_ od. (eine) _Platte(n) reißen_ (s. _Lindenberg_ 188; _Groß_ 484; -_Rabben_ 102; Ku. II [423], III [427], IV [432]; _Schütze_ 83; _Pollak_ -[Ku.] 190; _Ostwald_ [Ku.] 114; vgl. auch _Weber_ im Archiv, Bd. 59, S. -283) — wofür in der älteren Zeit auch _platte Penne machen_ (s. z. B. -schon _Hermann_ 1818 [336]; _Krünitz Enzyklopädie_ 1820 [352]; _Thiele_ -292; _Zimmermann_ 1847 [384]; A.-L. 584) —, worin sich das »platt« -(bzw. »Platte«) auf das Liegen auf der »platten« Erde bezieht.] - -Überrock, _Malfes_[2045] [65.52] - -überschreiben, _überfeberen_[2046] - -übersehen, _überlinzen_[2047] - -Uhr, _Gluber_ (Gluper [Spr.]), _Kluper_ (Spr.) od. _Luber_[2048], auch -_Gengle_[2049] - -Uhrgehäuse, _Luberkitt_[2050] - -Uhrkette, _Luberschlang_, _Gluperschlang_ (Spr.)[2051] - -Uhrmacher, _Genglespflanzer_, _Luberpflanzer_[2037] - -Uhrschlüssel, _Luberglitschin_[2052] - -Uhrtasche, _Luberrande_[2053] - -umblicken, _umlinzen_[2044] - -umbringen (töten), _deise_[2054] - -umfahren, _umruadle_[2055] - -umfallen, _umbohle_[2056] - -umhergehen, _umherbosten_[2057] - -umhertanzen, _umhernikle_[2058] - -umhertragen, _umherbukle_[2059] - -[Fußnote 2045: ([302] auf S. 65.52) S. Frauenrock.] - -[Fußnote 2046: ([303] auf S. 65.52) S. abschreiben.] - -[Fußnote 2047: ([304] auf S. 65.52) S. anschauen.] - -[Fußnote 2048: ([305] auf S. 65.52) S. Rathausuhr.] - -[Fußnote 2049: ([306] auf S. 65.52) Zu _Gengle_ = Uhr (u. dazu die -_Zus._ _Genglespflanzer_ = Uhrmacher) _zu vgl._ in der _schwäb. -Händlerspr._ (487) _Gängling_ = Uhr und _Gänglingpflanzer_ = Uhrmacher, -wo die Schreibung mit ä deutlicher auf die Ableitung des Wortes von -»Gang« (mit Bez. auf das »Gehen« der Uhr) hinweist; s. _Groß'_ Archiv, -Bd. 46, S. 31 sowie auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 46; vgl. auch -die ähnliche Auslegung des Synon. _Luper_ (oben unter »Rathausuhr«).] - -[Fußnote 2050: ([307] auf S. 65.52) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 2051: ([308] auf S. 65.52) S. Halskette.] - -[Fußnote 2052: ([309] auf S. 65.52) S. Dietrich.] - -[Fußnote 2053: ([310] auf S. 65.52) S. Bauch.] - -[Fußnote 2054: ([311] auf S. 65.52) S. ermorden.] - -[Fußnote 2055: ([312] auf S. 65.52) S. abfahren.] - -[Fußnote 2056: ([313] auf S. 65.52) S. abfallen.] - -[Fußnote 2057: ([314] auf S. 65.52) S. abgehen.] - -[Fußnote 2058: ([315] auf S. 65.52) S. aufspielen.] - -[Fußnote 2059: ([316] auf S. 65.52) S. abtragen.] - -umkommen (sterben), _begere_[2060] [65.53] - -umschauen, _umlinzen_[2047] - -umsonst, _nobis_ (eigtl. = »nichts«)[2061] - -umwerfen, _umbohle(n)_ (Spr.)[2056] - -unanständig, _schofel_[2062] - -unbedeckt, _nobis ankluftet_ (d. h. »nicht angekleidet«)[2063] - -unbekannt, _gneis nobis_ (d. h. »[ich] kenne [es] nicht«)[2064] - -unecht, _nobis dof_ (d. h. »nicht gut«)[2065] - -Unflat, _Schund_[2066] - -unflätig, _schundich_ - -ungekocht, _nobis gesichert_[2067] - -Ungeziefer, _Keneme_[2068] - -ungläubig, _nobis wo(h)nisch_ (d. h. »nicht katholisch«)[2069], _nobis -gril(l)isch_ (d. h. »nicht evangelisch«)[2070], _nobis diboldisch_ (d. -h. »nicht jüdisch«)[2071] - -Unglück, _Schofelei_[2062] - -Unglücksvogel, _Schofeleifläderling_[2072]; vgl. auch Rabe - -ungültig, _hauret nobis_ (d. h. »[es] ist nichts«)[2073] - -unkeusch, _nobis dof_[2065] - -unklug, _ni(e)sich_, _nillich_[2074] - -Unkraut, _Koelesgroenert_ (d. h. »Teufelskraut«)[2075] - -unnütz, _nobis_ (d. h. eigtl. »nichts«)[2061] - -unpäßlich, _begerisch_[2076] - -[Fußnote 2060: ([317] auf S. 65.53) S. absterben.] - -[Fußnote 2061: ([318] auf S. 65.53) S. Dietrich.] - -[Fußnote 2062: ([319] auf S. 65.53) S. arg.] - -[Fußnote 2063: ([320] auf S. 65.53) S. (betr. _ankluftet_) ankleiden.] - -[Fußnote 2064: ([321] auf S. 65.53) S. (betr. _gneis_) erkennen; vgl. -»Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 36 a. E.] - -[Fußnote 2065: ([322] auf S. 65.53) S. (betr. _dof_) angenehm.] - -[Fußnote 2066: ([323] auf S. 65.53) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 2067: ([324] auf S. 65.53) S. abkochen.] - -[Fußnote 2068: ([325] auf S. 65.53) S. Filzlaus.] - -[Fußnote 2069: ([326] auf S. 65.53) S. Katholik.] - -[Fußnote 2070: ([327] auf S. 65.53) S. evangelisch.] - -[Fußnote 2071: ([328] auf S. 65.53) S. Jude.] - -[Fußnote 2072: ([329] auf S. 65.53) S. (betr. _Fläderling_) Adler.] - -[Fußnote 2073: ([330] auf S. 65.53) S. unter »elend«; vgl. -»Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 36 a. E.] - -[Fußnote 2074: ([331] auf S. 65.53) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 2075: ([332] auf S. 65.53) S. Satan u. Gemüse. — Sachlich -übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s. _Liebich_ 127 u. 249 vbd. mit -_Finck_, S. 55 (_bengéskĕro_ [od. -ri] _trāb_ [od. drāw], d. h. -»des Teufels Kraut« od. noch genauer »teuflische Wurzel«, = Unkraut); -vgl. auch »Vorbemerkung«, S. 18.] - -[Fußnote 2076: ([333] auf S. 65.53) S. absterben.] - -Unrat, _Schund_[2077] [65.54] - -unrein, _schundich_[2077] - -unrichtig, _nobis dof_[2075] - -unsauber, _schundich_[2074] - -Unschlitt, _Horboge-_ od. _Hornikelschmunk_ (d. h. »Rinds- od. -Ochsenfett«)[2078] - -unschuldig, _dof_[2065] - -unsinnig, _ni(e)sich_, _nillich_[2074] - -unsittlich, _schofel_[2062] - -unsterblich, _begert nobis_ (d. h. »stirbt nicht«)[2076][2079] - -untauglich, _nobis dof_[2075] - -unten, _unterkünftig_[2080] - -untergehen, _unterbosten_[2081] - -Unterkleid, _unterkünftige Kluft_[2082] - -Unterrock, _unterkünftiger Malfes_[2083] - -unterschreiben, _unterfebere_[2084] - -Untersuchung, _Diberei_[2085] od. _Schmuserei_[2086] (d. h. [beides] -etwa = »Fragerei«)[2087] - -untreu, _nobis dof_[2065] - -unverehelicht (unverheiratet), _nobis vergrönt_[2088] - -unverletzt, _nobis begerisch_[2076] - -unvernünftig, _hegelich_[2089], _ni(e)sich_, _nillich_ od. -_nuschich_[2074] - -unverschämt, _lenk_, _schofel_[2062] - -unverständig s. unvernünftig - -unwillig, _stumpfich_[2090] - -unwissend, _nillich_[2074] - -[Fußnote 2077: ([334] auf S. 65.54) S. abgerahmte Milch.] - -[Fußnote 2078: ([335] auf S. 65.54) S. Kalb bezw. Bulle u. -Bratkartoffeln.] - -[Fußnote 2079: ([336] auf S. 65.54) Vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 36 -a. E. sowie auch bei den Zigeun.: _nāno merēla_ (d. h. »stirbt -nicht«) = unsterblich; s. _Liebich_, S. 249.] - -[Fußnote 2080: ([337] auf S. 65.54) S. Fußsohle.] - -[Fußnote 2081: ([338] auf S. 65.54) S. abgehen.] - -[Fußnote 2082: ([339] auf S. 65.54) S. (betr. _Kluft_) ankleiden.] - -[Fußnote 2083: ([340] auf S. 65.54) S. Frauenrock.] - -[Fußnote 2084: ([341] auf S. 65.54) S. abschreiben.] - -[Fußnote 2085: ([342] auf S. 65.54) S. anreden.] - -[Fußnote 2086: ([343] auf S. 65.54) S. ansagen.] - -[Fußnote 2087: ([344] auf S. 65.54) Sachl. übereinstimmend auch die -Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. 154, 250, 252 (_putschäpenn_, d. h. »die -Frage, Fragerei«, = Verhör, Untersuchung).] - -[Fußnote 2088: ([345] auf S. 65.54) S. Ehe.] - -[Fußnote 2089: ([346] auf S. 65.54) S. Dummheit.] - -[Fußnote 2090: ([347] auf S. 65.54) S. Ärger.] - -unzüchtig, _nobis dof_[2065] [65.55] - -unzweckmäßig, _hauret nobis_ (d. h. »[es] ist nichts«)[2091]; vgl. -ungültig - -Urin, _Flösle_, _Flösslete_[2092] od. _Flösselflu(h)te_[2093] - -Uringlas, _Flösselglansert_[2094] - -Urintopf, _Flösselnolle_[2095] - -Urkunde, _Kritzler_[2096] - - - V. - -Vater, _Patris_[2097] - -Vaterhaus, _Patriskitt_[2098] - -Vaterstadt, _Patrissteinhäufle_[2099] - -verarmt, _dercherich_[2100] - -verbluten, _verratten_[2101] - -verbrennen, _verfunken_[2102] - -Verdienst, _Bereimerei_[2103], _Pfreimerei_[2104] (d. h. »Bezahlung, -[Lohn]«)[2105] - -verdrießlich, _stumpfich_[2090] - -verehelichen (sich) s. heiraten - -verehelicht (verheiratet), _vergrönt_[2088] - -verfault, _vermuft_[2106] - -verfertigen, _pflanzen_[2107] - -Verfertiger, _Pflanzer_ (nur in Zus. gebräuchlich) - -vergüten, _bereimen_[2103], _pfreimen_[2104] - -[Fußnote 2091: ([348] auf S. 65.55) S. unter »elend«.] - -[Fußnote 2092: ([349] auf S. 65.55) S. austreten (leicht).] - -[Fußnote 2093: ([350] auf S. 65.55) S. (betr. _Flu[h]te_) abbrühen.] - -[Fußnote 2094: ([351] auf S. 65.55) S. Bierglas.] - -[Fußnote 2095: ([352] auf S. 65.55) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 2096: ([353] auf S. 65.55) S. Attest.] - -[Fußnote 2097: ([354] auf S. 65.55) S. Eltern.] - -[Fußnote 2098: ([355] auf S. 65.55) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 2099: ([356] auf S. 65.55) S. Stadt.] - -[Fußnote 2100: ([357] auf S. 65.55) S. abbetteln.] - -[Fußnote 2101: ([358] auf S. 65.55) S. Blut.] - -[Fußnote 2102: ([359] auf S. 65.55) S. abbrennen.] - -[Fußnote 2103: ([360] auf S. 65.55) S. bezahlen.] - -[Fußnote 2104: ([361] auf S. 65.55) S. abzahlen.] - -[Fußnote 2105: ([362] auf S. 65.55) Vgl. dazu auch in der Zigeunerspr.: -_pleisserpenn_, d. h. »Bezahlung, Lohn«, = Verdienst; s. _Liebich_, S. -251 vbd. mit S. 152.] - -[Fußnote 2106: ([363] auf S. 65.55) S. Aas.] - -[Fußnote 2107: ([364] auf S. 65.55) S. anbrennen.] - -verhauen, _verguffe_[2108], _verkobere_[2109], _verstenze_[2110] [65.56] - -Verhör, _Diberei_ (eigentl. etwa »Fragerei«)[2111]; vgl. Untersuchung - -verkaufen, _verbaschen_ (Spr.), _vergremen_, _verkemere_[2112], -_verkitschen_[2113] - -Verkäufer, _Verkemerer_, _Verkitscher_ - -verkleiden, _verkluften_[2114] - -verlachen, _ausschmol(l)en_[2115] - -verlangen, _derchen_[2116] - -verlängern, _grandicher pflanzen_ (d. h. »größer machen«)[2117] - -verlaufen, _verbosten_[2118] - -verleugnen, _kohlen_ (eigtl. »lügen«)[2119] - -verlogen, _Kohl_[2120] - -verlöschen, _ausfunken_[2121] - -Vermögen, _grandich Schure_ od. _Sore_[2122]; vgl. Reichtum - -vermögend, _grandich Schure_[2120] - -vernichten, _deisen_[2123] - -vernünftig, _kochem_[2124] - -verpfänden, _vergondere_[2125] - -verprügeln s. verhauen - -Verrat, _Verdibert_[2111][2126] - -verraten, _verdibern_ - -Verräter, _Verdiberer_ - -[Fußnote 2108: ([365] auf S. 65.56) S. aufschlagen.] - -[Fußnote 2109: ([366] auf S. 65.56) S. schlagen.] - -[Fußnote 2110: ([367] auf S. 65.56) S. Ast.] - -[Fußnote 2111: ([368] auf S. 65.56) S. anreden; vgl. (betr. die -Zigeunerspr.) oben Anm. 2087.] - -[Fußnote 2112: ([369] auf S. 65.56) S. (zu allen drei Ausdr.) abkaufen.] - -[Fußnote 2113: ([370] auf S. 65.56) S. handeln.] - -[Fußnote 2114: ([371] auf S. 65.56) S. ankleiden.] - -[Fußnote 2115: ([372] auf S. 65.56) S. anlachen.] - -[Fußnote 2116: ([373] auf S. 65.56) S. abbetteln.] - -[Fußnote 2117: ([374] auf S. 65.56) S. Adler u. anbrennen.] - -[Fußnote 2118: ([375] auf S. 65.56) S. abgehen.] - -[Fußnote 2119: ([376] auf S. 65.56) S. belügen.] - -[Fußnote 2120: ([377] auf S. 65.56) Vgl. (betr. den Gebrauch des Subst. -als Adj.) »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38 E.] - -[Fußnote 2121: ([378] auf S. 65.56) S. abbrennen.] - -[Fußnote 2122: ([379] auf S. 65.56) S. Adler u. abbiegen bezw. Brücke.] - -[Fußnote 2123: ([380] auf S. 65.56) S. ermorden.] - -[Fußnote 2124: ([381] auf S. 65.56) S. besonnen.] - -[Fußnote 2125: ([382] auf S. 65.56) S. Konkurs.] - -[Fußnote 2126: ([383] auf S. 65.56) Substant. Partiz. von _verdibern_; -vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 36.] - -verrucht, _schofel_[2127] [65.57] - -verrückt, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_[2128] - -verschämt, _dof_[2129] - -verschlagen s. verschmitzt - -verschließen, _beschrenken_[2130] - -verschlossen, _beschrenkt_ - -verschmitzt, _kochem_[2124] - -versengen, _verfunken_[2121] - -verspotten, _ausschmol(l)en_ (d. h. »auslachen«)[2115] - -verständig, _kochem_[2124] - -verstimmt (ärgerlich), _stumpfich_[2131] - -verstorben, _begert_[2132] - -vertrinken, _verschwächen_[2133] - -verwahrlost s. heruntergekommen - -verzehren, _achilen_[2134], _biken_, _butten_, _kahle_[2135] - -Vieh, _Sore_[2136] - -Viehpulver, _Kuiete_[2137] - -Viehtränke, _Schwäche_[2133] - -viel, _grandig_[2138] - -vielmals, _grandicher_ (wohl Komparativ) - -visieren (den Paß kontrollieren), _flebben_; visiert, _geflebbt_[2139] - -Vogel, _Fläderling_[2138] - -Vogelbauer (Käfig), _Fläderlingskitt_[2140] od. -_Fläderlingsstenkert_[2141] - -Vogeleier, _Flederlingsbäzeme_[2142] - -[Fußnote 2127: ([384] auf S. 65.57) S. arg.] - -[Fußnote 2128: ([385] auf S. 65.57) S. aberwitzig.] - -[Fußnote 2129: ([386] auf S. 65.57) S. angenehm.] - -[Fußnote 2130: ([387] auf S. 65.57) S. abschließen.] - -[Fußnote 2131: ([388] auf S. 65.57) S. Ärger.] - -[Fußnote 2132: ([389] auf S. 65.57) S. absterben.] - -[Fußnote 2133: ([390] auf S. 65.57) S. Amme.] - -[Fußnote 2134: ([391] auf S. 65.57) S. essen.] - -[Fußnote 2135: ([392] auf S. 65.57) S. (zu allen drei Ausdr.) -Abendessen.] - -[Fußnote 2136: ([393] auf S. 65.57) S. Brücke.] - -[Fußnote 2137: ([394] auf S. 65.57) S. Mastpulver.] - -[Fußnote 2138: ([395] auf S. 65.57) S. Adler.] - -[Fußnote 2139: ([396] auf S. 65.57) S. Gewerbeschein.] - -[Fußnote 2140: ([397] auf S. 65.57) S. (betr. _Kitt_) Abort.] - -[Fußnote 2141: ([398] auf S. 65.57) S. Entenstall.] - -[Fußnote 2142: ([399] auf S. 65.57) S. Ei.] - -Vogelnapf, _Fläderlingsnolle_[2143] [65.58] - -Vogelspießer, _Fläderlingsschnellen_[2144] - -voll, _grandig_[2138] - -vorbeten, _vorblible_[2145] - -Vorderfuß, _Vordertritt_[2146] - -Vorderkopf, _Vorderki(e)bes_[2147] - -Vorderzahn, _Vordernäpfling_[2148] - -vorjährig, _voriges Ja(h)ne_[2149] - -vorlügen, _vorkohlen_[2150] - -vorsagen, _vordibere_[2151], _vorschmuse_[2152] - -vorschießen (leihen), _vordogen_ (eigentl. »vorgeben«)[2153] - -vorschreiben, _vorfeberen_[2154] - -vorsingen, _vorschallen_[2155] - -vorspielen, _vornikle_[2156] - -Vorstadt, _Vorsteinhäufle_[2157] - -vortanzen, _vornikle_[2156] - -Vortänzer, _Vornikler_ - -vortrefflich, _dof_[2129] - -vortrinken, _vorschwächen_[2133] - -vorzüglich, _dof_[2129], _grandich_[2138] - - - W. - -Wachsfackel (-kerze, -licht), _Schein_[2158] - -Wachthaus (d. h. eigtl. »Nachthaus«), _Leilekitt_[2159] - -[Fußnote 2143: ([400] auf S. 65.58) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 2144: ([401] auf S. 65.58) S. abschießen.] - -[Fußnote 2145: ([402] auf S. 65.58) S. anbeten.] - -[Fußnote 2146: ([403] auf S. 65.58) S. Entenfuß.] - -[Fußnote 2147: ([404] auf S. 65.58) S. Angesicht.] - -[Fußnote 2148: ([405] auf S. 65.58) S. abbeißen.] - -[Fußnote 2149: ([406] auf S. 65.58) S. alljährlich.] - -[Fußnote 2150: ([407] auf S. 65.58) S. belügen.] - -[Fußnote 2151: ([408] auf S. 65.58) S. anreden.] - -[Fußnote 2152: ([409] auf S. 65.58) S. ansagen.] - -[Fußnote 2153: ([410] auf S. 65.58) S. abgeben.] - -[Fußnote 2154: ([411] auf S. 65.58) S. abschreiben.] - -[Fußnote 2155: ([412] auf S. 65.58) S. absingen.] - -[Fußnote 2156: ([413] auf S. 65.58) S. aufspielen.] - -[Fußnote 2157: ([414] auf S. 65.58) S. Stadt.] - -[Fußnote 2158: ([415] auf S. 65.58) S. alltäglich.] - -[Fußnote 2159: ([416] auf S. 65.58) S. Abend u. Abort.] - -Wachtmeister, _grandicher Schuker_ (d. h. »großer« oder [genauer] [65.59] -»größerer [od. Ober-] Gendarm«)[2160]; vgl. Oberwachtmeister - -Wachtstube, _Leileschrende_[2161] - -Waffenschmied, _Lattepflanzer_[2162] - -Wagen, _Rädling_[2163], _Ruedel_[2164] - -Wagner (Kutschenbauer), _Rädlingpflanzer_[2156][2155] - -Wahnsinn, _Ni(e)serei_, _Nillerei_[2128] - -wahnsinnig, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_ - -wahrhaft, _dof_[2129] - -Wahrsagen (das), _Kasperei_[2165] - -Wahrsager, _Kasperer_; Wahrsagerin, _Kaspere_ - -Wald (Waldung), _Jahre_, _Kracher_[2166] - -Waldhüter s. Flurschütz. - -Wallnuß, _Krächerle_[2167] - -Wanne, _Schottel_[2168] - -Wanst, _Rande_[2169] - -Wanze, _Mufkenem_ (d. h. »Stinklaus«)[2170] - -Ware, _Sore_[2171] - -Waschbecken, _Pfladerschottel_[2172][2168] - -Wäsche, _Pfladersore_[2172][2171] - -waschen, _pfladeren_ - -Wäscherin (Waschfrau), _Pfladermoss_[2173] - -Waschhaus, _Pfladerkitt_[2174] - -Waschwasser, _Pfladerflu(h)te_[2175] - -Wasser, _Flu(h)te_[2176] - -[Fußnote 2160: ([417] auf S. 65.59) S. Adler u. Gendarm; vgl. Bischof.] - -[Fußnote 2161: ([418] auf S. 65.59) S. (betr. _Schrende_) Frauenstube.] - -[Fußnote 2162: ([419] auf S. 65.59) S. Degen u. anbrennen.] - -[Fußnote 2163: ([420] auf S. 65.59) S. Eisenbahnwagen.] - -[Fußnote 2164: ([421] auf S. 65.59) S. abfahren.] - -[Fußnote 2165: ([422] auf S. 65.59) S. Betrug.] - -[Fußnote 2166: ([423] auf S. 65.59) S. (zu beiden Ausdr.) Ananas.] - -[Fußnote 2167: ([424] auf S. 65.59) S. Haselnuß.] - -[Fußnote 2168: ([425] auf S. 65.59) S. Aschenbecher.] - -[Fußnote 2169: ([426] auf S. 65.59) S. Bauch.] - -[Fußnote 2170: ([427] auf S. 65.59) S. Aas u. Filzlaus; — Bei den -Zigeunern wird (nach _Liebich_, S. 258 vbd. m. S. 166) die Wanze durch -_platti tschīw_ od. _lōli tschuw_, d. h. »platte« od. »rote Laus«, -umschrieben; vgl. auch schon »Vorbemerkung«, S. 18, Anm. 47] - -[Fußnote 2171: ([428] auf S. 65.59) S. Brücke.] - -[Fußnote 2172: ([429] auf S. 65.59) S. (betr. _Pflader-_ [pfladeren]) -abwaschen.] - -[Fußnote 2173: ([430] auf S. 65.59) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 2174: ([431] auf S. 65.59) S. Abort.] - -[Fußnote 2175: ([432] auf S. 65.59) S. abbrühen.] - -Wasserfaß, _Flu(h)tesoe_[2171] [65.60] - -Wasserhuhn, _Flu(h)tegachne_[2166] od. _Flu(h)testierer_[2177] - -wässerig, _flu(h)tich_; vgl. feucht - -Wasserkrug, _Flu(h)tenolle_[2178] - -Wassermühle, _Flu(h)terolle_[2179] - -Wasserstelze s. Bachstelze - -Wassersuppe, _Flu(h)teschnall_[2180] - -Wasservogel, _Flu(h)tefläderling_[2181] - -Weck s. Semmel - -weg (fort)!, _schef(f)t' schiebes_ (d. h. »geh weg [fort]!«)[2182] - -Weg, _Strade_[2183] - -Wegegeld, _Stradebich_[2184] - -wegfahren, _wegruadla_[2185] - -weglaufen, _wegbosten_[2186] - -wegnagen, _wegnäpfen_[2187] - -wegnehmen s. nehmen - -wegsehen, _weglinzen_[2188] - -wegstehlen, _wegschniffen_[2189], _wegschoren_[2190] - -wegtragen, _wegbukle_[2191] - -Wegweiser, _Stradelinzer_[2183][2188] - -Weib, _Goi_[2192], _Mokel_[2193], _Mos(s)_ (Dim.: _Mös[s]le_ -[Spr.])[2194] - -Weiberbrust, _Schwächerle_[2195] - -Weiberrock, _Mos(s)malfes_[2196] - -[Fußnote 2176: ([433] auf S. 65.60) S. Hahn.] - -[Fußnote 2177: ([434] auf S. 65.60) S. Henne.] - -[Fußnote 2178: ([435] auf S. 65.60) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 2179: ([436] auf S. 65.60) S. Mühle.] - -[Fußnote 2180: ([437] auf S. 65.60) S. Metzelsuppe.] - -[Fußnote 2181: ([438] auf S. 65.60) S. Adler.] - -[Fußnote 2182: ([439] auf S. 65.60) S. daher a. E. u. davongehen.] - -[Fußnote 2183: ([440] auf S. 65.60) S. Chaussee.] - -[Fußnote 2184: ([441] auf S. 65.60) S. (betr. _Bich_) Almosen.] - -[Fußnote 2185: ([442] auf S. 65.60) S. abfahren.] - -[Fußnote 2186: ([443] auf S. 65.60) S. abgehen.] - -[Fußnote 2187: ([444] auf S. 65.60) S. abbeißen.] - -[Fußnote 2188: ([445] auf S. 65.60) S. anschauen.] - -[Fußnote 2189: ([446] auf S. 65.60) S. anfassen.] - -[Fußnote 2190: ([447] auf S. 65.60) S. ausstehlen.] - -[Fußnote 2191: ([448] auf S. 65.60) S. abtragen.] - -[Fußnote 2192: ([449] auf S. 65.60) S. böse Frau.] - -[Fußnote 2193: ([450] auf S. 65.60) S. Frau.] - -[Fußnote 2194: ([451] auf S. 65.60) S. Bauernfrau.] - -[Fußnote 2195: ([452] auf S. 65.60) S. Amme.] - -[Fußnote 2196: ([453] auf S. 65.60) S. (betr. _Malfes_) Frauenrock.] - -weibisch, weiblich, _mossich_[2196] [65.61] - -weibliches Glied s. Glied; vgl. Scham - -Weide (= Weidenbaum), _Kupferstöber_ (d. h. eigtl. etwa -»Grasbaum«)[2197] - -Weidmann (Jäger), _Grünling_[2198] - -Wein, _Johle_[2199] - -Weinbeere, _Säftling_[2200] - -Weinberg, _Säftlingsore_[2201] - -weinen, _glemsen_[2202] - -Weinfaß, _Johlesore_[2199][2201] - -Weinflasche (-glas), _Johleglansert_[2203] - -Weinhaus, _Johlekitt_[2204] - -Weinkrug, _Johlenolle_[2205] - -Weinrebe, _Johlespraus_[2206] - -Weinstock, _Johlestöber_[2207] - -Weintraube, _Säftling_[2200] - -Weißbrot, _Dofelehm_ (od. _dofer Lehm_ [Spr.]) (d. h. »gutes [feines] -Brot«)[2208] - -Weizen, _Gib_, _Kupfer_[2209] - -Wellfleisch, _Bossert_, _Mass_ (d. h. [beides] eigtl. nur -»Fleisch«)[2210] - -wenig, _nobis grandig_ (d. h. »nicht viel«)[2211] - -werfen, _plotzen_[2212], auch _bohlen_ (Spr.)[2213] - -wertlos, _nobis dof_ (d. h. »nicht gut«)[2129] - -Wiege, _Galmesauft_ (wörtlich »Kinderbett«)[2214] - -willig, _dof_[2129] - -[Fußnote 2197: ([454] auf S. 65.61) S. Frucht u. Apfelbaum.] - -[Fußnote 2198: ([455] auf S. 65.61) S. Flurschütz.] - -[Fußnote 2199: ([456] auf S. 65.61) S. Apfelwein] - -[Fußnote 2200: ([457] auf S. 65.61) S. Ananas.] - -[Fußnote 2201: ([458] auf S. 65.61) S. (betr. _Sore_) Brücke.] - -[Fußnote 2202: ([459] auf S. 65.61) S. ausweinen.] - -[Fußnote 2203: ([460] auf S. 65.61) S. Bierglas.] - -[Fußnote 2204: ([461] auf S. 65.61) S. Abort.] - -[Fußnote 2205: ([462] auf S. 65.61) S. Fleischhafen.] - -[Fußnote 2206: ([463] auf S. 65.61) S. Baumholz.] - -[Fußnote 2207: ([464] auf S. 65.61) S. Apfelbaum.] - -[Fußnote 2208: ([465] auf S. 65.61) S. angenehm u. Bäcker.] - -[Fußnote 2209: ([466] auf S. 65.61) S. (zu beiden Ausdr.) Frucht.] - -[Fußnote 2210: ([467] auf S. 65.61) S. (zu beiden Ausdr.) Aas.] - -[Fußnote 2211: ([468] auf S. 65.61) S. Dietrich u. Adler.] - -[Fußnote 2212: ([469] auf S. 65.61) S. bewerfen.] - -[Fußnote 2213: ([470] auf S. 65.61) S. abfallen.] - -[Fußnote 2214: ([471] auf S. 65.61) S. brauchbares Kind u. Bett. — Vgl. -bei den Zigeunern (nach _Liebich_, S. 260): _tschawéskĕro -schukklepenn_, d. h. etwa »Kinderschaukel«, = Wiege.] - -winzig, _nobis grandig_ (d. h. »nicht groß«)[2211] [65.62] - -Wirt, _Beizer_, _Koberer_[2215] - -Wirtin, _Beizere_, _Kobere_ - -Wirtshaus, Wirtschaft, _Beiz_, _Kober_ od. _Koberei_ - -wischen, _pfladere_[2216] - -Witterung (= Geruch), _Mufferei_[2217] - -Wöchnerin, _Deislere_[2218] - -wohl (gesund), _nobis begerisch_ (d. h. »nicht krank«)[2219] - -wohlbeleibt, _grandicher Rande_ (d. h. eigtl. »dicker Bauch«)[2220] - -wohlwollend, _dof_[2129] - -Wohnung, _Fehte_ (bes. Herberge)[2221], _Kitt_ (bes. Haus)[2222] - -Wolle, _Jerusalemsfreundstrauberts_ (d. h. »Schafhaare«)[2223] - -Wortwechsel (Zank), _Stämpferei_[2224] - -Wundarzt, _Begersins_[2225] od. (genauer) _Dupfsins_ (d. h. etwa »der -Stechmann«)[2226] - -Wurst, _Rondling_ od. _Rundling_[2227] - -Wurstessen, _Rondlingachilerei_[2228] od. _Rondlingbikus_[2229] - -Wurstfleisch, _Rondlingbossert_[2230] - -Wursthaus, _Rondlingsore_[2231] - -Wurstsuppe, _Rondlingschnall_[2232] - -wüst, _lenk_ (Spr.)[2233] - -wütend, _grandich_[2211], _stumpfich_[2224] - -[Fußnote 2215: ([472] auf S. 65.62) S. (zu beiden Ausdr.) Gasthaus.] - -[Fußnote 2216: ([473] auf S. 65.62) S. abwaschen.] - -[Fußnote 2217: ([474] auf S. 65.62) S. Aas.] - -[Fußnote 2218: ([475] auf S. 65.62) S. gebären.] - -[Fußnote 2219: ([476] auf S. 65.62) S. (betr. _begerisch_) absterben.] - -[Fußnote 2220: ([477] auf S. 65.62) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 2221: ([478] auf S. 65.62) S. Hauswirt.] - -[Fußnote 2222: ([479] auf S. 65.62) S. Abort.] - -[Fußnote 2223: ([480] auf S. 65.62) S. Hammel u. Augenbrauen. — -Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. 261 -(_bakoréngere balla_, d. h. »Schafhaare«, = Wolle); vgl. auch _Finck_, -S. 49 (_bakréskero bal_ = Schafwolle).] - -[Fußnote 2224: ([481] auf S. 65.62) S. Ärger.] - -[Fußnote 2225: ([482] auf S. 65.62) S. absterben u. Amtmann.] - -[Fußnote 2226: ([483] auf S. 65.62) S. (betr. _Dupf-_) stechen.] - -[Fußnote 2227: ([484] auf S. 65.62) S. Leberwurst.] - -[Fußnote 2228: ([485] auf S. 65.62) S. (betr. _Achilerei_) essen.] - -[Fußnote 2229: ([486] auf S. 65.62) S. Abendessen.] - -[Fußnote 2230: ([487] auf S. 65.62) S. Aas.] - -[Fußnote 2231: ([488] auf S. 65.62) S. Brücke.] - -[Fußnote 2232: ([489] auf S. 65.62) S. Metzelsuppe.] - -[Fußnote 2233: ([490] auf S. 65.62) S. arg.] - - - Z. [65.63] - -zahlen s. bezahlen. - -zahlreich, _grandich_[2211] - -Zahlung, _Bereime_[2234], _Pfreimerei_, _Zeine_[2235] - -Zahn, _Näpfling_[2236] - -Zahnarzt, _Näpflingsins_[2237] - -Zahnfleisch, _Näpflingbossert_[2238] - -Zank, _Stämpferei_[2224] - -zanken, _stämpfen_ - -Zänker, _Stämpfer_ - -Zänkerei s. Zank - -zänkisch, _stämpfich_ - -zärtlich, _dof_[2129] - -Zauber, _Finklerei_[2239] - -zaubern, _kaspere_ (Spr.)[2240] - -Zauberer, _Finkler_, _Kasperer_ (Spr.); Zauberin, _Finklere_ - -Zeche, _Schwächerei_[2241] - -zechen, _schwächen_ - -Zehe, _Trittgriffling_ (d. h. »Fußfinger«)[2242] - -Zehnpfennigstück (»Zehner«), _Schafnase_[2243] - -Zeigefinger, _Linzgriffling_[2244] - -Zettel, _Kritzler_[2245] - -[Fußnote 2234: ([491] auf S. 65.63) S. bezahlen; vgl. auch -»Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 35 (_Bereime_ [u. _Zeine_] wohl = subst. -Infinitive).] - -[Fußnote 2235: ([492] auf S. 65.63) S. (zu beiden Ausdr.) abzahlen; vgl. -(betr. _Zeine_) auch die vor. Anm. a. E.] - -[Fußnote 2236: ([493] auf S. 65.63) S. abbeißen.] - -[Fußnote 2237: ([494] auf S. 65.63) S. (betr. _Sins_) Amtmann.] - -[Fußnote 2238: ([495] auf S. 65.63) S. Aas.] - -[Fußnote 2239: ([496] auf S. 65.63) S. behext.] - -[Fußnote 2240: ([497] auf S. 65.63) S. Betrug.] - -[Fußnote 2241: ([498] auf S. 65.63) S. Amme.] - -[Fußnote 2242: ([499] auf S. 65.63) S. Entenfuß u. Daumen.] - -[Fußnote 2243: ([500] auf S. 65.63) Diese merkwürdige Bezeichnung findet -sich schon in dem _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (in der Form _Schofnase_ u. -mit der Bedeutg. »Groschen«); sonst ist sie m. Wiss. unbekannt im -Rotwelsch u. in den Geheimsprachen. Ob es sich um eine Metapher handelt -oder wie die Umschreibung sonst zu erklären ist (ob vielleicht nach -einem mit einer »Schafnase« ausgestatteten Regentenkopfe auf einer Münze -[Hypothese von Dr. _A. Landau_, Wien]), bleibt zweifelhaft.] - -[Fußnote 2244: ([501] auf S. 65.63) S. (betr. _Linz-_) anschauen.] - -[Fußnote 2245: ([502] auf S. 65.63) S. Attest.] - -Zichorie, _Süs(s)ling_[2246] [65.64] - -Zichorienbüchse, _Süs(s)lingschottel_[2247] - -Ziegelstein, _g'funkter Kies_ (d. h. »gebrannter Stein«)[2248] - -zierlich, _dof_[2129] - -Zigarre, _Dämpfere_ od. _Dämpfete_ (letzteres Spr.)[2249], -_Toberichschure_ (das jedoch auch »[Tabaks-]Pfeife« bedeutet)[2250] - -Zigarrenbeutel, _Dämpferereiber_[2251] - -Zigarrentasche, _Toberichschurerande_[2252] - -Zigeuner, _Schmelemer_[2253], _Sende_[2254] - -zigeunerisch, _schmelemerisch_[2253] - -[Fußnote 2246: ([503] auf S. 65.64) S. Kaffee.] - -[Fußnote 2247: ([504] auf S. 65.64) S. (betr. _Schottel_) Aschenbecher.] - -[Fußnote 2248: ([505] auf S. 65.64) S. abbrennen u. Apfelkern. — -Sachlich übereinstimmend damit auch die Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. -262 (_chadschēdo parr_, d. h. »gebrannter Stein« = Ziegelstein; Syn: -_lōlo parr_, d. h. »roter Stein«). _Beide_ Ausdr. auch bei -_Lieblich_, S. 180 unter »Backstein«, während in _Wittichs_ Jenisch -_dafür nur Kittleskies_ angeführt ist; vgl. »Vorbemerkg.«, S. 19, Anm. -48.] - -[Fußnote 2249: ([506] auf S. 65.64) S. Pfeife.] - -[Fußnote 2250: ([507] auf S. 65.64) S. Pfeife u. abbiegen.] - -[Fußnote 2251: ([508] auf S. 65.64) S. (betr. _Reiber_) Beutel.] - -[Fußnote 2252: ([509] auf S. 65.64) S. (betr. _Rande_) Bauch.] - -[Fußnote 2253: ([510] auf S. 65.64) S. Löwenzahn.] - -[Fußnote 2254: ([511] auf S. 65.64) Zu _Sende_ = Zigeuner vgl. (aus dem -_verw. Quellenkr._): _Sulzer Zigeunerliste_ 1787 (252: _die Sende_ = die -Zigeuner); _W.-B. des Konst. Hans_ 257 (_die Sente_ [ebenfalls -_plur._]); _Schwäb. Gauner- u. Kundenspr._ 77 (_Sendo_ = Zigeuner); -_Schwäb. Händlerspr._ (_Lütz._ [215]: _Sĭndo_). Auch in der sonstigen -Gauner- u. Kundenspr., bes. d. 19. Jahrh. (seit _Pfister_ 1812 [206]) -öfter in versch. Formen (_Sende_, _Sente_, _Sande_, _Sinde_ usw.) -angeführt u. bis in die Neuzeit erhalten s. _Groß_ 494 [_Sinte_; -Nebenbedtg.: Genosse]; _Rabben_ 123 [_Sinter_; auch hier Nebenbedtg.: -Genosse, Komplize); _Ostwald_ [Ku.] 143 [hier getrennt: _Sinde_ = -Zigeuner; _Sinter_ = Komplize). Zur _Etymologie_ des aus der -_Zigeunerspr._ entlehnten Wortes (vgl. »Einleitung«, S. 30) von noch -_unsicherer_ Herkunft s. Näh. bei _Pott_ I, S. 32 ff. vbd. m. _Liebich_, -S. 7, Anm. 1. Die Form lautet bei den deutsch. Zig. nach den meisten -Vokab. _sínto_ (plur. _sīnte_); s. (außer _Pott_, a. a. O. u. II, S. -239 u. _Liebich_, S. 159 u. 262) auch _Miklosich_, Beitr. III, S. 19 u. -_Finck_, S. 85; bei _Jühling_, S. 226 dagegen: _Sendo_, plur. _Sendi_; -fem. _Sendaza_; vgl. _Sendeaza_ = »Volk der Sendi«. — Über das zigeun. -Synon. _rom_ (eigtl. »Mann«) s. oben unter »Frau« (Anm. zu _Romane_ a. -E.). Die ebenfalls gleichbed. Bezeichnung _mānuš_ (»mānusch«), -d. h. eigtl. »Mensch« (vgl. darüber Näh. bei _Pott_ II, S. 446; -_Liebich_, S. 145 u. 262; _Miklosich_, Beitr. III, S. 15 u. -Denkschriften, Bd. 27, S. 10; _Jühling_, S. 224; _Finck_, S. 72), fehlt -in _Wittichs_ »Jenisch«, obwohl sie mit veränderter Form mehrfach im -Rotwelsch des 19. Jahrh. (seit _Pfister bei Christensen_ 1814 [326]) -anzutreffen und auch in die _schwäb. Händlerspr._ eingedrungen ist (s. -_Lütz._ [215]: _Manischer_ = Zigeuner; vgl. 488: _mônisch_ = -zigeunerisch); vgl. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1440 sowie noch -Archiv, Bd. 59, S. 263, 64.] - -Zigeunerbursche, _Schmelemerfi(e)sel_[2255] [65.65] - -Zigeunerhund, _Schmelemerkib_[2256] - -Zigeunermädchen, _Schmelemermodel_[2257] - -Zigeunerwagen, _Schmelemerrädling_[2258] - -Zimmer, _Schrende_[2259] - -Zimmermann, _Schrendepflanzer_[2260] - -Zorn, _Rochus_[2261], _Stumpf_[2224] - -zornig, _massig_[2262], _stämpfich_ od. _stumpfich_[2224] - -Zuchthaus, _Lek_[2263], _Schofelkitt_[2264] - -züchtig, _dof_[2129] - -Zucker, _Süs(s)ling_[2246] - -[Fußnote 2255: ([512] auf S. 65.65) S. (betr. _Fi(e)sel_) Bettelbube.] - -[Fußnote 2256: ([513] auf S. 65.65) S. Haushund.] - -[Fußnote 2257: ([514] auf S. 65.65) S. Beischläferin.] - -[Fußnote 2258: ([515] auf S. 65.65) S. Eisenbahnwagen.] - -[Fußnote 2259: ([516] auf S. 65.65) S. Frauenstube.] - -[Fußnote 2260: ([517] auf S. 65.65) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.] - -[Fußnote 2261: ([518] auf S. 65.65) _Zu Rochus vgl._ (aus dem _verw. -Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 77 (_Roches_ od. _Broches_ -= Zorn); _Schwäb. Händlerspr._ 488 (hier nur das Adj. _prouches_ = -zornig; vgl. in _Pfedelb._ [215]: _broches_ = trotzig). Im sonst. Rotw. -kommt die Vokabel vorwiegend als Adjektiv vor (s. z. B. _Pfister_ 1812 -[286: _brooges_ = bös, feind] u. dann so öfter, mit lateinisch. Endung -— _brochus_ = böse — in _Krünitz' Enzyklopädie_ 1820 [349], in der -_Handthierka_ 1820 [354]: _braukes_ = böse, bei _Thiele_ 236 und -_Fröhlich_ 1851 [395]: _brauges_, das auch A.-L. 592 — neben -_b[e]roges_ [= zornig, tobend] — hat, desgl. auch _Groß_ 459 [= böse, -erzürnt]), jedoch vereinzelt auch als Hauptwort (s. A.-L. 592 u. _Groß_ -487: _Roges_ = Unruhe, Zorn, Toben, desgl. _Ostwald_ 123 [Bedeutg.: -Zorn]). _Etymologie_: _Rochus_ (gleichsam latinisiert), richtiger -_Roges_, stammt her vom hebr. _rôgez_ = »Unruhe, Zorn«, das Adj. -_b(e)roges_ usw. aus _be rôges_, d. h. »im Zorn«. Vgl. A.-L. 592 (unter -»Roges«) u. 454 (unter »Rogas«) vbd. mit _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. -1433.] - -[Fußnote 2262: ([519] auf S. 65.65) Nach _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, -Sp. 1519, Nr. 2 bedeutet _massig_ im Schwäbischen (ähnlich wie auch in -anderen südd. Mundarten, z. B. im Elsaß) so viel wie: unzuverlässig, -störrisch (von Menschen u. Tieren, z. B. Pferden, gebr.), eigensinnig, -_zornig_, wütend, ungestüm, wild, derb, grob, mürrisch, widerwärtig, -zänkisch u. a. m. und wird auch als Subst. für »roher, derber Mensch« -gebraucht. Seiner _Etymologie_ nach gehört der Ausdruck wohl zu dem -neuhebr. _mazziq_ = »böser Geist, verderbenbringendes Wesen« (vom hebr. -Stamm _nzaq_ [vgl. A.-L., S. 410 unter »Nĕsack«]), das als _Massig_ -od. _Massik_ = Teufel ins Rotwelsch eingedrungen sowie (in der Form -_Massing_ und mit gleicher Bedeutg.) auch der _schwäb. Händlerspr._ -bekannt ist. S. _Dolm. der Gaunerspr._ 100 (_Massig_ = Teufel); _Pfulld. -J.-W.-B._ 345 (_Massik_); _Schwäb. Händlerspr._ 487 (_Massing_). Vgl. -_Fischer_, a. a. O.] - -[Fußnote 2263: ([520] auf S. 65.65) S. Arrest; vgl. Gefängnis.] - -[Fußnote 2264: ([521] auf S. 65.65) S. arg u. Abort; vgl. Arrest sowie -»Einleitung«, S. 28 u. S. 25, Anm. 61.] - -Zuckerbrot, _Süs(s)linglehm_[2265] [65.66] - -Zuckerhut, _Süs(s)lingoberman(n)_[2266] - -Zuckerwasser, _Süs(s)lingflu(h)te_[2267] - -zünden, _funken_[2268] - -Zündhölzer, _Funkerle_[2268], _Funkspreisle_[2269] - -zurücklaufen, _zurückbosten_[2270] - -zurücksehen, _zurücklinzen_[2271] - -zuschauen (zusehen), _zulinzen_ - -zuschlagen, _zudogen_[2272], _zuguffen_[2273], _zustenzen_[2274] - -zuschließen, _zub'schrenken_ od. auch (einfach) _beschrenken_ -(Spr.)[2275] - -Zwerg, _nobis grandicher Kaffer_ (d. h. »kein großer Mann«)[2276] - -Zwetschgen, _Blauhanze_ (od. _-hanse_ [Spr.])[2277] - -Zwetschgenbaum, _Blauhanzestöber_[2278] - -Zwetschgenkern (-stein), _Blauhanzekies_[2279] - -Zwetschgenkuchen, _Blauhanzebrandling_[2280] - -[Fußnote 2265: ([522] auf S. 65.66) S. (betr. _Lehm_) Bäcker.] - -[Fußnote 2266: ([523] auf S. 65.66) S. Fingerhut.] - -[Fußnote 2267: ([524] auf S. 65.66) S. abbrühen.] - -[Fußnote 2268: ([525] auf S. 65.66) S. abbrennen.] - -[Fußnote 2269: ([526] auf S. 65.66) S. (betr. _Spreisle_) Baumholz.] - -[Fußnote 2270: ([527] auf S. 65.66) S. abgehen.] - -[Fußnote 2271: ([528] auf S. 65.66) S. anschauen.] - -[Fußnote 2272: ([529] auf S. 65.66) S. abgeben.] - -[Fußnote 2273: ([530] auf S. 65.66) S. aufschlagen.] - -[Fußnote 2274: ([531] auf S. 65.66) S. Ast.] - -[Fußnote 2275: ([532] auf S. 65.66) S. abschließen.] - -[Fußnote 2276: ([533] auf S. 65.66) S. Dietrich, Adler u. Bauer. — Die -Zigeuner umschreiben (nach _Liebich_ S. 264) den Begriff etwas einfacher -durch _dikkno gādscho_, d. h. »kleiner Mann«; vgl. oben unter -»Riese«.] - -[Fußnote 2277: ([534] auf S. 65.66) Mit _Blauhanze_ (od. _-hanse_) sind -zusammengesetzt: _Blauhanzestöber_ = Zwetschenbaum, _Blauhanzekies_, -_-brandling_ u. _-g'finkelter_ od. _-soruf_ = Zwetschgenkern (-stein), --kuchen u. -wasser. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. -Händlerspr._ 488 (_Blauhansen_ = Zwetschgen neben dem gleichbed. -_Blauhosen_ [das auch das _Pfulld. J.-W.-B._ 346 sowie (in der Form -_Blohosen_) schon der _Dolm. der Gaunerspr._ 102 kennt]); s. auch -_Metzer Jenisch_ 218 (_Blauhänsche_ = Zwetschge). Über Belege (für -_Blauhan[n]se_) im Rotw. (des 19. u. 20. Jahrh.) s. _Groß'_ Archiv, Bd. -51, S. 145, Anm. 3. Ebds. zur _Etymologie_ (gleichsam Personifizierung -durch Verbindung mit dem Eigennamen _Hans_); vgl. auch _Pott_ II, S. 9 -u. 36 u. _Günther_, Rotwelsch, S. 84. = Über _Blauling_ = Pflaume s. -schon oben.] - -[Fußnote 2278: ([535] auf S. 65.66) S. (betr. _Stöber_) Apfelbaum.] - -[Fußnote 2279: ([536] auf S. 65.66) S. Apfelkern.] - -[Fußnote 2280: ([537] auf S. 65.66) S. Apfelkuchen.] - -Zwetschgenwasser (Branntwein), _Blauhanzeg'finkelter_ od. [65.67] -_Blauhanzesoruf_[2281] - -Zwiebel, _Sore_[2282] - -Zwiebelkuchen, _Sorebrandling_[2280] - -Zwirn, _Sore_[2282] - -Zwist, _Stämpferei_[2224] - -[Fußnote 2281: ([538] auf S. 65.67) S. (zu beiden Ausdr.) Branntwein; -vgl. (betr. _G'finkelter_) auch behext.] - -[Fußnote 2282: ([539] auf S. 65.67) S. Brücke.] - - - - - VI. Alphabetisches Verzeichnis der jenischen Stammwörter. - - - A. - -_achile(n)_ (-la) s. essen. - -_aufknüpfen_ s. erhängen. - -_August mit dem Ofenrohr_ s. Gendarm. - - - B. - -_Babing_ s. Gans. - -_Balo_ s. Eber. - -_baschen_ s. abkaufen. - -_bausen_ s. Angst. - -_Bäzem_ (Betzam, Bezem) s. Ei. - -_begeren_ s. absterben. - -_Beiz_ s. Gasthaus. - -_Bellel_ s. Kropf. - -_Bengel, auf den_ — s. Borg, auf den — - -_Benges_ vgl. _Benk_. - -_Benk_ (Benges) s. brauchbarer Bursche. - -_bereimen_ s. bezahlen. - -_beschrenken_ s. abschließen. - -_bestieben_ s. bekommen. - -_Bet_ s. Mark. - -_Betzam_ (Bezem) vgl. _Bäzem_. - -_bibern_ (mich bibert's) s. eisig. - -_Bich_ s. Almosen. - -_biken_ s. Abendessen. - -_bikeren_ s. abkaufen. - -_Blamb_ s. Bier. - -_Blatt_ (pflanzen) s. übernachten (im Freien.) - -_Blättling_ s. Gulasch. - -_Blauhanze_ s. Zwetschgen. - -_Blauling_ s. Pflaume. - -_bleisgeren_ s. anzahlen. - -_bliblen_ s. anbeten. - -_Bochdam_ s. Barchent. - -_bodere_ (-ra) (budere [-ra]) s. begatten. - -_Boga_ s. Kalb; vgl. _Horboge_. - -_Bogalo_ vgl. _Bog(g)elo_. - -_Bogeia_ s. Fischbein - -_Bog(g)elo_ (Bogalo) s. Appetit. - -_bohle(n)_ (-la) s. abfallen. - -_Bolle_ (-la) s. Bratkartoffeln. - -_Bomme_ (-ma) s. borgen. - -_Bommerling_ s. Apfel. - -_Bos_ (bosen) s. After. - -_Boschert_ s. Kupfergeld. - -_bosen_ vgl. _Bos_. - -_Bossert_ s. Aas. - -_bosten_ s. abgehen. - -_Brandling_ (-leng) s. Apfelkuchen. - -_Brawari_ s. Henne. - -_bremsere_ s. auslassen. - -_budere_ (-ra) vgl. _bodere_ (-ra). - -_buk(e)le(n)_ (-la) od. _bugle_ (-la) s. abtragen. - -_butschen_ s. anfragen. - -_butten_ s. Abendessen. - -_Bu(t)z_ s. Amtsdiener. - -_Buxe_ (-xa) s. Beinkleid. - - - D. - -_Dächle_ s. Schirm. - -_dalfen_ s. abbetteln. - -_dambes_ s. berauscht. - -_dämpfe(n)_ s. Pfeife. - -_deisen_ s. ermorden. - -_Deislere_ s. gebären. - -_derchen_ s. abbetteln. - -_dibere(n)_ (-ra) s. anreden. [65.68] - -_Dibolde_ s. Jude. - -_Dietz_ s. Glied (männliches). - -_Dober_ s. Axt. - -_dof_ (duft) s. angenehm. - -_Dofes_ s. Arrest. - -_dogen_ (-ga), _doken_ s. abgeben. - -_Duft_ s. Dom. - -_duft_ vgl. dof. - -_dupfen_ s. stechen. - -_durme(n)_ s. aufwachen. - - - F. - -_Falle_ (-la) (schofle — pflanzen) s. böse Sachen machen. - -_febere(n)_ (-ra) s. abschreiben. - -_Fehlinger_ s. Betrüger. - -_Fehma_ s. Hand. - -_Fehte_ s. Hauswirt. - -_Feneter_ s. Fenster. - -_Fi(e)sel_ s. Bettelbube. - -_Finkel-_ = (bzw. Finkler u. ä.) s. behext. - -_Flachs_ (Flächsle) s. Mark. - -_Fläderling_ vgl. _Flederling_. - -_Flebbe_ s. Gewerbeschein. - -_Flederling_ (Fläderling) s. Adler. - -_flös(s)le(n)_ s. austreten (leicht). - -_Flössling_ s. Fisch. - -_Flotscher_ (Pflotscher[t]) s. Fisch. - -_Flu(h)te_ s. abbrühen. - -_Freier_ s. Fremder. - -_Frosch_ s. Monat. - -_Fuchs_ s. Gold. - -_fuchsa_ s. erzeugen. - -_Fuhl_ s. Abort. - -_Funk_ s. abbrennen. - -_Fürflamme_ s. Frauenschürze. - -_Furschet_ s. Gabel. - - - G. - -_Gachne_ s. Hahn. - -_Gadscho_ s. Kerl. - -_Galgennägel_ s. Möhren. - -_Gal(l)ach_ s. Geistlicher. - -_Galm_ s. brauchbares Kind. - -_Garo_ (-ri) s. Glied (männliches). - -_G(e)fahr_ s. Bauerndorf. - -_Gefinkelter_ vgl. _Finkel-_; s. auch Branntwein. - -_Gengle_ s. Uhr. - -_G(e)schmu(i)_ s. Glied (weibliches). - -_Gib_ s. Frucht. - -_Giel_ s. Affengesicht. - -_Girall_ s. Käse. - -_Glansert_ s. Bierglas. - -_Gleis_ s. abgerahmte Milch. - -_glemsen_ s. ausweinen. - -_Glied_ s. Bruder. - -_Glitschin_ s. Dietrich. - -_Gluber_ (Kluber, -per) vgl. _Luber_. - -_gneis(s)en_ vgl. _kneisen_. - -_Goi_ s. böse Frau. - -_Gof_ s. böses Kind. - -_Gore_ s. Barschaft. - -_Grabegautschert_ (oder Grabagautschert) s. Most. - -_grandich_ (-dig) s. Adler. - -_gremen_ s. abkaufen. - -_Grif(f)ling_ (-leng) s. Daumen. - -_gril(l)isch_ (kril[l]isch) s. evangelisch. - -_Groanikel_ (od. Groenikel) s. Eber. - -_Groanert_ (Groenert) s. Gemüse. - -_Groenerei_ vgl. _vergroene(re)n_. - -_Groenert_ vgl. _Groanert_. - -_Groenikel_ vgl. _Groanikel_. - -_Grünleng_ s. Flurschütz. - -_Grünwedel_ s. Förster. - -_guffe(n)_ (-fa) s. aufschlagen. - -_g'want_ s. anmutig. - - - H. - -_Hamfert_ s. Hemd. - -_Hamore_ vgl. _More_ (Morerei). - -_Hasa_ s. Flöhe. - -_hauren_ s. elend. - -_Hegel_ s. Dummheit. - -_Heges_ s. Dörfchen. - -_Hegesle_ s. Knödel. - -_her(r)les_ (-lem) s. da. - -_Hertling_ s. Gestein. - -_Hitzling_ s. Backofen. - -_Horboge_ s. Kalb; vgl. _Boga_. - -_Hornikel_ (-nigel) s. Bulle. - - - J. (Jod). - -_Ja(h)ne_ s. alljährlich. - -_Jahre_ s. Ananas. - -_Jak_ s. Licht. - -_jannen_ s. lecken. [65.69] - -_jenisch_ s. Bachstelze. - -_Jerusalemsfreund_ s. Hammel. - -_Johle_ s. Apfelwein. - - - K. - -_Kaffer_ s. Bauer. - -_Kafler_ s. Fleischer. - -_kahle_ (-la) s. Abendessen. - -_Kaim_ s. Hebräer. - -_Karle_ (in Lattenkarle) s. Gendarm; vgl. _Latt_. - -_kaspere_ s. Betrug. - -_Katschete_ s. Branntwein. - -_Kechelte_ s. Milchbrötchen. - -_Keif_ s. Borg, auf — - -_Keiluf_ s. Haushund. - -_kemere_ s. abkaufen. - -_Kenem_ s. Filzlaus. - -_kenn_ s. ja. - -_Kib_ s. Haushund. - -_Ki(e)bes_ s. Angesicht. - -_Kies_ (= Stein, Kern) s. Apfelkern. - -_Kies_ (= Geld) s. Bankier. - -_kirmen_ s. begatten. - -_Kitt_ s. Abort. - -_Klass_ s. Büchse. - -_Klettert_ s. Schreibtisch. - -_Kluft_ s. ankleiden. - -_Kluber_ (Kluper od. Gluber) vgl. _Luber_. - -_kneisen_ (gneis[s]en) s. erkennen. - -_Kober_ s. Gasthaus. - -_koberen_ s. schlagen. - -_kochem_ s. besonnen. - -_Koele_ s. Satan. - -_Kohl_ s. belügen. - -_Kolb_ s. Bischof. - -_Konde_ vgl. _Kunde_. - -_Kopel_ s. Beinkleid. - -_Kracher_ s. Ananas. - -_Krächerle_ s. Haselnuß. - -_Krattler_ s. fahrende Leute. - -_Kritsch_ s. Bürgermeister. - -_Kritzler_ s. Attest. - -_kril(l)isch_ vgl. _gril(l)isch_. - -_Kunde_ (Konde) s. Handwerksbursche. - -_Kuiete_ s. Mastpulver. - -_Kupfer_ s. Frucht. - - - L. - -_Lache-_ od. _Lachapatscher_ s. Ente. - -_Laich, o_ — s. o weh. - -_Lanenger_ s. Hauptmann. - -_Langohr_ s. Hase. - -_Latt_ s. Degen. - -_Lechem_ vgl. _Lehm_. - -_Lehm_ (od. Lechem) s. Bäcker. - -_Leile_ s. Abend. - -_Lek_ s. Arrest. - -_lenk_ (link) s. arg. - -_lenzen_ vgl. _linzen_. - -_link_ vgl. _lenk_. - -_linzen_ (lenzen) s. anschauen. - -_Lobe_ s. Barschaft. - -_Lolo_ (-li) s. Gendarm. - -_Lomel_ s. Klinge. - -_Lore_ (lore) s. das ist nichts. - -_Losling_ s. Ohr. - -_Luber_ (Gluber, Kluber, -per) s. Rathausuhr. - -_Lubne_ s. Beischläferin. - - - M. - -_Malfes_ s. Frauenrock. - -_Mamere_ s. Amme. - -_manga_ s. betteln. - -_Maro_ s. Brot. - -_Mass_ s. Aas. - -_massig_ s. zornig. - -_Matrele_ s. Erdäpfel. - -_Matsche_ s. Fisch. - -_Mocham_ (-um) s. Dorf. - -_Model_ s. Beischläferin. - -_Mogel_ (-kel) s. Frau. - -_molum_ s. berauscht. - -_Moss_ s. Bauernfrau. - -_More_ (Hamore, Morerei) s. Fehde. - -_muffen_ s. Aas. - - - N. - -_näpfen_ s. abbeißen. - -_naschen_ s. fliehen. - -_Ni(e)se_ s. aberwitzig. - -_nikle(n)_ s. aufspielen. - -_Nille_ s. aberwitzig. - -_nobis_ s. Dietrich. - -_Nolle_ s. Fleischhafen. - -_Nusche_ s. aberwitzig. - - - O. [65.70] - -_oberkünftig_ s. Gaumen. - -_Oberman(n)_ s. Fingerhut. - - - P. - -_Patris_ (-tres) s. Eltern. - -_pfiche(n)_ s. abgehen. - -_pfladere(n)_ s. abwaschen. - -_pflanzen_ s. anbrennen. - -_pfreimen_ (-ma) s. abzahlen. - -_Pflotscher(t)_ vgl. _Flotscher_. - -_Plauderer_ s. Lehrer. - -_plo(t)ze(n)_ (-za) s. bewerfen. - -_Put(t)lak_ s. Appetit. - - - R. - -_Rädling_ (-leng) s. Eisenbahnwagen. - -_Rande_ s. Bauch. - -_Räp(p)le_ s. Mark. - -_Räsleng_ s. Käse. - -_Rat_ s. Blut. - -_Ratte_ s. Abend. - -_Rauschert_ s. Streu. - -_Rawine_ s. Leiter. - -_Reiber_ (in Zusammensetzgn.) s. Beutel. - -_Reifling_ s. Fingerring. - -_Rochus_ s. Zorn. - -_Rolle_ (Roller) s. Mühle. - -_Romane_ s. Frau. - -_Rondling_ vgl. _Rundling_. - -_Ruadel_ (Ruedel) s. abfahren. - -_Ruch_ s. Bauer. - -_Ruedel_ vgl. _Ruadel_. - -_Rundling_ (Rondling) s. Leberwurst. - -_Ruf_ s. Appetit. - -_Russling_ s. Kessel. - -_Rutsch_ s. Bahn. - -_Rutscherschure_ s. Bürste. - - - S. - -_Säftling_ s. Ananas. - -_Sauft_ s. Bett. - -_Schaffel_ s. Scheune. - -_Schafnase_ s. Zehnpfennigstück. - -_schallen_ s. absingen. - -_Scharfling_ (od. Scharpfleng) s. Dolch. - -_Scharrisele_ s. Kirschbaum. - -_Schar(r)le_ s. Bürgermeister. - -_schef(f)ten_ s. daher (a. E.) - -_Schei(n)_ s. alltäglich. - -_Schei(n)ling_ (-leng) s. Augapfel. - -_Schenagel_ (schenegle usw.) s. abschaffen. - -_schenzieren_ s. hausieren. - -_schiebes_ s. davongehen. - -_Schlang_ s. Halskette. - -_schlaune(n)_ (-na) s. ausschlafen. - -_schlummere_ s. Herberge. - -_Schmaleng_ od. _Schmaler_ s. Baumkatze. - -_Schmelemer_ s. Löwenzahn. - -_schmol(l)en_ s. anlachen. - -_Schmunk_ s. Bratkartoffeln. - -_schmuse(n)_ s. ansagen. - -_Schnabel_ s. Löffel. - -_Schnall_ s. Metzelsuppe. - -_schnelle(n)_ s. abschießen. - -_schniffen_ s. anfassen. - -_schnirgle_ (-la) s. begatten. - -_schnüren_ s. aufhängen. - -_Schnurrant_ (-rand) s. Äquilibrist. - -_schofel_ s. arg. - -_Schond_ vgl. _Schund_. - -_schoren_ s. ausstehlen. - -_Schottel_ s. Aschenbecher. - -_Schrabiner_ (-winer) s. brauchbares Kind. - -_Schrende_ s. Frauenstube. - -_Schuberle_ s. Geist. - -_Schuk_ s. Mark. - -_Schuker_ s. Gendarm. - -_Schund_ (od. Schond) s. abgerahmte Milch. - -_schupfen_ (sich) s. aufhören. - -_Schure_ (schurele) s. abbiegen. - -_Schüx_ s. Hure. - -_schwächen_ s. Amme. - -_Schwä(t)zling_ (Schwetzling) s. Ofenruß. - -_Schwimmerling_ s. Fisch. - -_Sende_ s. Zigeuner. - -_sichere(n)_ s. auskochen. - -_Sins_ s. Amtmann. - -_Sitzling_ (-leng) s. Bank (zum Sitzen). - -_Sore_ s. Brücke. - -_Soruf_ s. Branntwein. - -_spannen_ s. gaffen. - -_Spitzling_ s. Hafer. - -_Sprate_ s. Ast. - -_Spraus_ s. Baumholz. - -_Spronkert_ s. einsalzen. - -_stämpfen_ (stämpfich) vgl. _Stumpf_. - -_Staubert_ s. Mehl. - -_Staud_ s. Hemd. [65.71] - -_ste(c)ken_ s. beschenken. - -_Steinhäufle_ s. Stadt. - -_Stenker(t)_ s. Entenstall. - -_Stenz_ s. Ast. - -_Stenzel_ s. Henne. - -_stichle(n)_, _Stichling_ s. aufnähen u. Gabel. - -_Stieling_ s. Birne. - -_Stiepa_ s. Bürste. - -_Stierer_ s. Henne. - -_Stöber_ s. Apfelbaum. - -_Strade_ s. Chaussee. - -_Stratz_ s. Hurenkind. - -_Strauberts_ s. Augenbrauen. - -_Streifling_ (-leng) s. Fußlappen. - -_Strohbutze_ s. Gans. - -_Strupf_ s. bestraft (gerichtlich). - -_Stupfle_ (Stupfel, Stupfleng) s. Dorn u. Igel. - -_Sturmkitt_ s. Rathaus. - -_Stumpf_ (stümpfen [stämpfen], stumpfich [stämpfich] s. Ärger. - -_Süsling_ (-leng) s. Kaffee. - - - T. - -_Toberich_ s. Pfeife. - -_Trabert_ (-pert) s. Füllen. - -_Tritt_ s. Entenfuß. - -_Trittling_ (-leng) s. Ferse; vgl. _Tritt_. - -_Tschai_ s. Mädchen. - -_tschanen_ s. fliehen. - -_Tschuggel_ s. Hund. - -_Tschure_ s. Messer. - - - U. - -_Ulme_ (-ma) s. arme Leute. - -_unterkünftig_ s. Fußsohle. - - - V. - -_verfinkelt_ vgl. _Finkel-_. - -_Vergondert_ s. Konkurs. - -_vergröne(re)n_ s. Ehe. - -_verkitschen_ s. handeln. - - - W. - -_Weisling_ (-leng) s. Feiertag. - -_wo(h)nisch_ s. Katholik. - - - Z. - -_zaine(n)_ od. _zeine(n)_ (-na) s. abzahlen. - -_zopfen_ s. Diebstahl. - - - - - VII. Sprachproben.[2283] - - - Jenisch. Deutsch. - - 1. Meinst', scheffte keine 1. Meinst du, es seien keine - Grünwedel herles im Kracher? Forstwärter hier im Wald? - 2. Herles im Steinhäufle schefft 2. Hier in der Stadt ist der - der Kolb krillisch und der Pfarrer evangelisch und der - Kritsch wonisch. Schultheiß katholisch. - 3. Hauret herles das G'fahr 3. Ist hier das Dorf evangelisch [65.72] - krillisch oder wonisch? oder katholisch? Nein, Juden - Nobis, Kaime schefften sind darin. - herlem. - 4. Herlem im Gefahr schefft ein 4. Hier im Dorf ist ein strenger - lenker Schuker; Buz und Gendarm; der Polizeidiener - Scharle hauret aber dof. und der Schultheiß sind aber - gut. - 5. _Diberei_: Schmus', Kaffer, 5. _Gespräch_: Sag, Mann, bist du [65.73] - hauerst begerisch? Nobis, krank? Nein, Frau. Hungrig? - Moss. Bikerich? Nobis. Nein. Durstig? Nein. - Schwächerich? Nobis. Schläfrig? Nein. Betrunken? - Durmerich? Nobis. Geschwächt? Nein, Frau. Ist es dir - Nobis, Moss. Schefft's dir schlecht? Nein. Zum Übergeben - schofel? Nobis. Gielerich? schlecht (übel)? Nein. Gut? - Nobis. Dof? Kenn, Moss. Ja, Weib. - 6. Moss, was sicherst? Ich 6. Frau, was kochst du (da)? Ich [65.74] - sichere Hegesle mit koche »Knöpfle« (»Spätzle«) - Stupfelbossert und pflanz' mit Igelfleisch und mache - ein Blättling. (dazu) einen Salat. - 7. Der Sore scheft in dem 7. Die Sache ist in dem - vermuften Ruchekittle. verwahrlosten Bauernhäuschen. - 8. _Lenzerei_: Model, lenz' die 8. _Fragerei_: Mädchen, frag' die [65.75] - Rucheulme, was herles der Bauersleute, was hier der - Ruch schefft? Kenn, Patris. Bauer ist? Ja, Vater. — - — Ulme, hauret der Kaffer Leute, ist der Mann - wonisch? Nobis, Model. katholisch? Nein, Mädchen. - Krillisch? Kenn. Schefft er Evangelisch? Ja. Ist er dumm? - niesich? Nobis. Nillich? Nein. Verrückt?[2284] Nein. - Nobis. Schofel? Nobis. Arm? Nein. Vergantet (im - Vermufft? Nobis. Grandich? Konkurs)? Nein. Reich? Ja. - Kenn. Haurets ein Ist's ein Hexenmeister? Nein. - Finkelkaffer? Nobis. Ein Zauberer? Nein. Ein - Kasperer? Nobis. »Stundenmann« (Methodist)? - Blibelkaffer? Kenn. Schefft's Ja. Ist es ein hungriger oder - ein bikerischer oder lenker böser Mann? Nein, ein guter. - Benk? Nobis, ein dofer. Ist er hier vom Dorfe? Ja. - Schefft er herles vom Gefahr? Gibt er schlecht (beim - Kenn. Stekt er lenk? Nobis, Betteln)? Nein, Mädchen. Gut? - Model. Dof? Kenn. — Ja. — Es ist gut, Mädchen, - Schefftet dof, Model, schupf höre auf und gehe fort. Ja, - dich auf und bost' schiebes. Vater. - Kenn, Patris. - 9. Warum glemst unterkünftig das 9. Warum weint da unten das böse [65.76] - Gefle so grandig? Den Malfes (kleine) Kind so sehr? Den - hats verfunkt am Hitzling. Rock hat's verbrannt am Ofen. - Jetzt schefft's bauserich, 's Jetzt fürchtet es (wörtl.: - bestiebt Guffes. ist es ängstlich), es bekomme - Hiebe. - 10. Oberkünftig herles in der 10. Oben hier in dem großen - grandiche Ruchekitt schefft Bauernhaus ist ein - ein Nille. Der hauret link. geistesgestörter Mensch. Der - Spann', da linzt er zum ist (sehr) böse. Sieh', hier - Feneter am Stenkert. Kenn, schaut er zum Fenster am - ich bost' schiebes. Stall heraus. Ja, ich gehe - fort. - 11. Fiesel, — dibert der 11. Kamerad, — sagt der - Schurespflanzer — heut' Bürstenbinder — heute Nacht - Leile bostemer in Stupfling; gehen wir auf den Igelfang; - mei' Keiluf scheft ein dofer mein Hund ist ein guter - Stupfelkib, aber link auf d' Igelhund, aber bös auf die - Schmaler und Langohren. Ich Katzen und Hasen. Ich nehme - schniff' ein Rande und Stenz einen Sack und einen Stock - mit, vielleicht bestiebemer mit, vielleicht bekommen wir - ein Schmaler und spannet eine Katze und sehen Kraut - Groenert zum Schniffen. zum Stehlen. - 12. Bostet, bostet, herles im 12. Kommt, kommt, hier im - Kober schefft ein dofer Wirtshaus ist ein freigebiger - Freier, der pfreimt grandich Fremder, der bezahlt viel zum - z'schwächet. Trinken. - 13. Schwäch' Grabegautschert, 13. Trink' Most, Freund, hier im - Benges, herles im Nolle Krug ist (er), und im Glas - hauret, und im Glansert ist Branntwein. Trink' fest, - schefft Gefinkelter. Schwäch' bis du umfällst. — Nein, ich - grandig, bis d' umbohlst. — bekomme keinen Rausch, - Lore, ich bestieb' kein Kamerad, falle nicht und - Dambes, Benk, bohl' nobis und übergebe (breche) mich (auch) - giel' nobis. nicht. - 14. Linz', Kaffer, herles im 14. Schau', Mann, hier im [65.77] - Dofes schefft mei' Patris Gefängnis sitzt mein Vater - zwei Frösch wegen zwei Monate wegen Enten- und - Lachepatscher und Stenzel Hühnerstehlens ab. - schniffe. - 15. Jetzt schwäch' ich Blamb und 15. Jetzt trink' ich Bier und - bik' Räsling. Schwächst du esse Käse. Trinkst du nichts, - nobis, Benges? — Kenn, ich Kamerad? — Ja, ich trinke - schwäch' Johle und kahl' Wein und esse Wurst. Meine - Rundling. Mei' Moss schwächt Frau trinkt Kaffee. - Süssling. - 16. Schon Leile, und mei' Kaffer 16. Schon Nacht, und mein Mann - schefft nobis herles. Ich ist (noch) nicht hier. Ich - baus' mir herlem in der fürchte mich hier in der - grandigen Schaffel — schmust großen Scheune — sagt die - die jenisch' Moss —, ich fahrende Frau —, ich gehe - boste und beschrenk'. und schließe zu. - 17. So, Galme, — dibert die 17. So, Kinder, — sagt die - Mamere — ist Schnall und Mutter — habt ihr (eigtl.: - Bolle' buttet und Gleis ist) die Suppe und die - geschwächt? — Kenn, Mamere. Kartoffeln gegessen und Milch - — Dann bostet in Sauft und getrunken? — Ja, Mutter. — - schlaunet. Dann geht zu (ins) Bett und - schlaft. - 18. Fiesel, linz', herles bostet 18. Kamerad, schau, hier kommt - ein Kaffer aus dem ein Mann aus dem Bauerndorf - Rucheg'fahr mit einem mit einem großen Hund an der - grandigen Kib an der Schlang Leine und (einem) Regenschirm - und Pflotscher in de' in der Hand. Es regnet doch - Griffling. Es flösslet doch nicht? — Nein, es ist ein - nobis? — Nobis, 's hauret Herr, kein Bauer, ich sehe es - ein Sins, kein Ruch, ich an dem feinen Anzug und (den) - spann's an der dofe Kluft und Stiefeln. — Ja, es ist ein - Tritt. — Kenn, 's schefft Herr, schau seinen schönen - ein Sins, spann' sein dofer Hut auf dem Kopfe, die - Oberman auf 'em Kiebes, die Uhrkette und (die) Uhr in der - Gluperschlang und Gluper im Tasche. — Regnen wird's - Rande. — Flössle wird's heute bei Tage nicht, es hat - heut' nobis am Schei, es hat heute Nacht viel (stark) - heut' Leile grandig geregnet. Sieh', der Herr - g'flesslet. Linz' der Sins lacht, er merkt es, daß wir - schmollt, er gneist's, dass von ihm und (dem) Hunde - wir von ihm und Keiluf sprechen. Komm', wir gehen - schmuset. Pfich', wir fort. — Ja, wir gehen. - schefften schiebes. — Kenn, - wir pfichet. - 19. Patris, — dibert der Galm — 19. Vater, — sagt das Kind — - ruedlemer in das Mochumle, wo fahren wir in das Dörfchen, - wir am grandigen Fluhte wo wir am großen Wasser - halten mit dem Rädling, und halten mit dem Wagen, und - sicheren? In der Schaffel vom kochen (da)? Übernachten - Scharle fehten? — Kenn, — (wir) in der Scheune vom - schmust die Mamere — das Schultheiß? — Ja, — sagt - Gefahr hauret's, wo neben der die Mutter — dieses Dorf ist - Fehte der Trabertkober es, wo neben der Herberge die - schefft mit der dof Beizere Rößleswirtschaft ist mit der - und Beizer mit dem grandigen guten Wirtin und (dem) Wirt - Muffer, wo wir vor'm Jahne so mit der großen Nase, wo wir - grandich Sore verbaschten. — voriges Jahr so viel Ware - Schwächet und buttemer heut' verkauften. — Trinken und - Leile nobis in der Beiz? — essen wir heute Abend nichts - lenzt der Kaffer seine Moss. in der Wirtschaft? — fragt - — Nobis, nobis, — schmust der Mann sein Weib. — Nein, - die Moss — kein Boschert nein, — sagt die Frau — - Lobe schefft herles. kein Pfennig Geld ist (dafür) - da. - 20. Schupf' dich auf und sei 20. Sei ruhig und gescheit und [65.78] - kochem und stämpf' nicht so schimpfe nicht so viel, - grandich, Fiesel. — Nobis, Freund. — Nein, ich bin - ich schupf' mich lore, ich nicht still, ich habe einen - schefft' grandich stumpfich großen Zorn (eigtl.: bin sehr - auf den bikerichen Beizer zornig) auf den geizigen Wirt - herles und schmusem's noch. hier und sage es ihm noch. - Der Beizer schefft ein Der Wirt ist ein böser - Linkfiesel, der kemeret nobis Mensch, der kauft keine - keine Stiebe und Schottle. Bürsten und keine Körbe. Die - Die Beizerin hauret nobis so Wirtin ist nicht so schlecht. - schofel. — Kenn, das schefft — Ja, das ist ein braves - ein g'want's Mössle. — Weibchen. — Schweig still, - Schupfte, schefft' nobis sei nicht dumm. Schau, der - nillich. Spann, der Koberer Wirt sieht ganz zornig (aus). - linzt massig. Fiesel, er Kamerad, er merkt unser - gneist die lenke Diberei. — schimpfendes Gespräch. — Ich - Ich kahl' und schwäch' nobis esse und trinke nichts mehr - mehr herles. Pfich', wir hier. Komm, wir bezahlen den - zeinet den Beizer und Wirt und gehen fort. — Ja, - schefften schiebes. — Kenn, Kamerad. - Fiesel. - 21. Linz', in dem Mochem, wo man 21. Schau, in dem Dorfe, das man - spannt, schefft ein g'wanter (da) sieht, ist ein braver - Plauderer. Der stekt dof Schulmeister. Der gibt gut zu - z'biket und z'schwächet und essen und zu trinken und - kemeret grandich Sore. kauft viel Ware. - 22. Herles in dem Gefahr 22. Hier in dem Dorfe sind - schefften schofle Ruchen, da schlechte Bauern, da bekommt - bestiebtmer nobis zu dalfen. man nichts beim Betteln. - 23. Schefft Schnall nobis 23. Ist die Suppe nicht kalt, ist [65.79] - bibrisch, hauretse auch dof sie auch gut geschmalzen und - geschmunkt und gesprunkt? gesalzen? - 24. _Stiepenpflanzer_: Ulme, 24. _Bürstenbinder_: Leute, - schwächet grandicher Blamb trinket (lieber) mehr Bier - und Grabegautschert als und Most anstatt zu - dibere. Beizer, ich schwäch' schwätzen. Wirt, ich trinke - ein Stielingsjohle. Schwächet einen Birnenmost. Trinket - auf, Ulme! Benges, Käffer, aus, Leute! Burschen, Männer, - schwächet grandiger trinkt mehr Branntwein und - Gefinkelter und niklet! tanzt. Weiber, Mädchen, - Mossen, Modle, schwächet trinkt Wein und singt! - Johle und schallet! - _Model_ (nikelt und schallt): _Mädchen_ (tanzt und singt): - »Und a' jenische Model »Und ein fahrendes Mädchen - Schnifft a' jenischer Fiesel« Nimmt sich einen fahrenden - Burschen« - — — — — — — — — — — — — — — - _Koberer_: Lore, Ulme, herles _Wirt_: Nichts, Leute, hier wird - wird nobis g'schallet. nicht gesungen. - _Beizere_: Model, schupf dich _Wirtin_: Mädchen, höre auf! - auf! - _Jenischer Benk_: Und nobis _Fahrender Bursche_: Und (darf - nikle? man auch) nicht tanzen? - _Beizer_: Nobis, nobis! _Wirt_: Nein, nein! - 25. _Dächlespflanzerulme._ 25. _Schirmflickersleute._ - _Dächlespflanzer_: Moss, _Schirmflicker_: Weib, (es) - schefft Leile, pfich' ist Abend, geh' fort, (um - schiebes Fehte linze. Galme, nach einer) Herberge (zu) - schupfetich, bis Mamere vom sehen. Kinder, seid ruhig, - Fehte linzen bostet herles im bis (die) Mutter zurückkommt - Heges. — von dem Suchen (eigtl. Sehen) - (nach) einer Herberge hier in - dem Dörfchen. — - Patris, linz', die Mamere pficht. Vater, schau', die Mutter kommt. - — — - Kenn, schniffet den Rädling, Ja, nehmt den Wagen, Kinder, und - Galme, und bostet. gehet. - _Dächlespflanzerin_: Kaffer, die _Schirmflickerin_: Mann, die - Fehteulme hauret nobis Herbergsleute sind nicht da - herles, aber's Glied hat (zu Hause), aber der Sohn hat - gefehtet. — uns das Übernachten erlaubt. - — - Wo schlaunetmer, Moss, im Wo schlafen wir, Weib, im Stall - Stenkert oder Schaffel? Wo oder (in der) Scheune? Wo ist - schefft Fehte? — Spann', die Herberge? — Schau, hier - herles das Schaffelle die kleine Scheune ist es. — - hauret's. — Galme, pflanzet Kinder, macht (die) Scheune - Schaffel auf und schefftet auf und geht fort zum - schiebes zum Dalfen. Moss, Betteln. Weib, mach' das - pflanz' den Sauft. — Linz', Bett. — Sieh', Mann, die - Kaffer, die Galme bosten vom Kinder kommen vom Betteln, - Derchen, und heiles pficht und hier kommt (auch) der - der Fehtekaffer. Dibere mit Hauswirt. Sprich mit dem - dem Hegel. — Kenn, Moss. — Einfaltspinsel. — Ja, Frau. - — - Moss, ich haure begerisch. Der Weib, ich bin krank. Der Hauswirt [65.80] - Fehtekaffer schmust, es sagt, es stehe schlecht (mit - scheffte schofel. mir). - _Moss_: Kaffer, ich bestieb' _Frau_: Mann, ich bekomme Angst; - Bauser; boste in Begerkitt gehe in (das) Krankenhaus - oder zum Begersins. — Nobis, oder zum Doktor. — Nein, - nobis, nur nobis in nein, nur nicht ins Spital. - Begerkitt. — Kenn, 's ist — Ja, es ist besser, Mann, - döfer, Kaffer, du buttest du ißt hier (die) Kartoffeln - herles Schundbolle mit mit Butter und Rahm. Ich esse - Schmunk und Gleisschund. Ich Brot und trinke Milch; dann - bik' Lehm und schwäch' Gleis; gehen wir in (unsere) Betten. - dann pfichet mir in - Sauftlinge. - _Model_: Mamere, ich hab' nobis _Mädchen_: Mutter ich habe nichts - g'buttet bestiebt und hab' zu essen bekommen und habe - grandig Puttlak. Dog' mir (sehr) großen Hunger - Schofellechem oder Bolle und (Heißhunger). Gib mir - abg'schunde Gleis. Schwarzbrot oder Kartoffeln - und abgerahmte Milch. - _Mamere_: Kenn, kenn, herles _Mutter_: Ja, ja, hier nimm den - schniff' den Gleisnolle mit Milchhafen mit (dem) Löffel - Schnabel und Bolleschottel. und (die) Kartoffelschüssel. - _Patris_: Moss, bukle die Stratze _Vater_: Frau, bringe die Kinder - in Sauft. _Galme_ (glemsen zu Bette. _(Die) Kinder_ - und schmusen): Bostet heut' (weinen und sagen): Kommt - Leile nobis a' Schuberle? heute Nacht (auch) kein - Gespenst? - _Patris_ (stumpfich): _Vater_ (zornig): Seid still, - Schupfetich, Galme, oder der Kinder, oder der Teufel soll - Koele mussich bukele. (muß) euch holen. - _Moss_: Schupfte, Kaffer, mit dem _Frau_: Hör' auf, Mann, mit dem - lenken Gedieber oder ich wüsten Gerede oder ich - bestieb' ein Stumpf. Galme, bekomme einen Zorn. Kinder, - bliblet z'Leile und betet zur Nacht und schlaft. - schlaunet. - _Kaffer_: Durmet die Schrawiner? _Mann_: Schlafen die Kinder? [65.81] - _Moss_: Kenn. — _Frau_: Ja. — - _Kaffer_: Dann schniff' _Mann_: Dann nimm (ein) Zündholz - Funkspreisle und funk' herles und zünde hier das Licht an - den Schein an und linz' nach und sieh nach Läusen im Rock - Keneme im Malfes und und (in den) Strümpfen. Ich - Streifling. Ich linz' im schaue im Hemd und (in der) - Hanfert und Buxen. Es näpft Hose (nach). Es beißt mich so - mich grandig, seit der sehr, seit der Wagen (mit) - Rädling Schwelemer herles Zigeuner(n) bei uns gewesen - gehauret und ein Schei und einen Tag mit (uns) - mitgerudelt ist. Moss, ich gefahren ist. Weib, ich - linz' und linz' und bestieb' schaue und schaue und bekomme - nobis und spann' nobis kei' und sehe keine Laus. - Kenem. - _Moss_: Kaffer, soll der Fiesel _Frau_: Mann, soll der Junge - nobis aufs Kohl in Stupfling nicht fortgehen und so tun, - bosten und Bommerling, als wolle er Igel fangen und - Stieling und Blauhanse (statt dessen) Äpfel, Birnen - schniffe? und Zwetschgen stehlen? - _Kaffer_: Ich schmoll', der _Mann_: Ich muß lachen, der - Hegellauti … Ich boste am närrische Kerl … Ich gehe - Schei und schniff Säftling, am Tage (selbst) und stehle - Bloling und Scharrisele und Trauben, Pflaumen und - bukles' im Buxe- und Kirschen und trage sie in - Malfesrande. (meiner) Hosen- und - Rocktasche (heim). - _Moss_: Schupfte, Kaffer, ich _Frau_: Sei still, Mann, ich sehe - spann' ein Schein. Linz', ein Licht. Schau, hier kommen - herles pfichet Ulme! Leute! - _Kaffer_: Kenn, 's hauret das _Mann_: Ja, es ist der bankrotte - vermufft' Fehtekäfferle und kleine Hauswirt und (die) - Fehtemoss. Sie bosten in Hausfrau (= Quartiersfrau). - Horbogestenkert. Sie gehen in den Kuhstall. - _Moss_: Kenn, linz', sie _Frau_: Ja, schau, sie sind - schefften im Stenkert. (schon) im Stall. Mann, … - Fiesel, … der Ruch pflanzt der Bauer macht einen wüsten - ein linker Giel. Mund. - _Kaffer_: Kenn, der Fehtekaffer _Mann_: Ja, der Hauswirt ist - schefft stumpfich, er hauret zornig, er ist in Konkurs - vermufft vor grandich Bommen. geraten wegen großer - Schulden. - _Moss_: Vergondert hauret er? _Frau_: Im Konkurs ist er? Jetzt - Jetzt gneiss' ich den verstehe ich seinen großen - grandigen Rochus. Zorn. - _Kaffer_: Kenn, g'schnifft und _Mann_: Ja, (weg)genommen und - verkemeret hat der verkauft hat der - Schoffeleischure ein Gerichtsvollzieher ein - Groenikel, Trabert und Schwein, (ein) Pferd und - Hornikel, und die Horboge (einen) Ochsen, und die Kühe - hauret am Kaim. gehören dem Juden. - _Moss_: Das schefft schofel, _Frau_: Das ist traurig, Mann. [65.82] - Benges. Linz', die Moss Schau, die Frau geht vom - bostet vom Stenkert zur Stall in die Scheune und holt - Schaffel und schnifft Kupfer. Heu. - _Kaffer_: Nobis, sie pficht _Mann_: Nein, sie kommt hierher - herles und bukelt Rauschert und trägt Stroh in (den) - in Stenkert. Stall. - _Pflotscherpflanzerin_: Dofe _Schirmflickerin_: Guten Abend, - Leile, Fehtemoss, noch nobis Hausfrau, noch nicht im (zu) - im Sauft? — Nobis, noch Bett? — Nein, noch nicht. - nobis. Durmeter noch nobis? Schlaft ihr noch nicht? Ich - Ich pfich' heut' Ratte lore komme heute Nacht nicht ins - in Sauft, wir bestieben ein Bett, wir bekommen ein junges - Horbögle. Herles hauret ein Kalb. Hier ist ein Hund. - Kib. Napft er nobis? — Beißt er nicht? — Nein, - Nobis, Fehtemoss. — Das Hausfrau. — Das ist gut. - schefft dof. Dofe Leile, Goi, Gute Nacht, Frau, schlaft - schlaunet dof! — Dofe Leile, gut! — Gute Nacht, Hausfrau, - Fehtemoss, pflanzet's dof! macht's gut! - _Moss_: Spannst nobis, Kaffer, _Frau_: Siehst du nichts, Mann, - herles bostet ein grandiger da läuft eine große Katze. - Schmaler. - _Kaffer_: Das schefft g'want, _Mann_: Das ist gut, Weib, gib - Moss, dog' mir mein Sprate, mir meinen Stock, dann (will - dann deisen, und Scharfling, ich sie) totschlagen, und - dann dupfen. mein Messer, dann (will ich - sie) stechen. - _Moss_: Nobis, Fiesel, _Frau_: Nein, Mann, Katzenfleisch - Schmalerbossert bik' ich und esse und koche ich nicht. - sichere nobis. - _Kaffer_: Was muft herles so _Mann_: Was riecht hier so - schofel? schlecht? - _Moss_: Spann', der Schein _Frau_: Schau, das Licht ist es, - hauret's, er bostet schiebes, es geht aus, jetzt gehen wir - jetzt pfichet mir in Sauft, (auch) zu (ins) Bett, Mann. - Kaffer. — — - Die Leile ist schiebes, es Die Nacht ist vorbei, es ist Tag. - schefft Schei. Wo hauret Wo sind meine Kleider? Guten - meine Klufterei? Dofer Schei, Morgen, Mann. Gib mir meinen - Kaffer! Stek' mir mein Malfes Rock und (meine) Schuhe zum - und Trittling zum Ankluften, Anziehen, ich gehe hausieren. - ich boste schenzieren. Dog' Gib mir Wasser zum Waschen - mir Fluhte zum Pfladeren und und Haarmachen. — Kinder tut - Straubertspflanzen. — Galme, (eigtl.: werft) (die) Betten - bohlet Säuftling in Rädling, in (den) Wagen (und) macht - pflanzet den Rauschert das Stroh weg. — - schiebes. — - Moss, pfich' schenzieren und Weib, geh' hausieren und verkaufe [65.83] - vergrem' grandig. — viel. — - Kenn, kenn, Kaffer, aber ich Ja, ja, Mann, aber ich sehe es - spann's, in dem krillischen (schon), in diesem - Heges verkemere ich nobis lutherischen Dorfe verkaufe - grandig. Doge mir mein ich nicht viel. Gib mir - Dächlesrande, Kaffer, und meinem Schirmsack, Mann, und - pflanzte Sore, dann scheffte (die) gemachte Ware, dann - schiebes. — gehe (ich) fort. — - Galme, pflanzet Strauberts, Kinder, macht (euch) die Haare, - pfladert eure schondiche wascht (euch) eure - Griffling und Kiebes. schmutzigen Hände und (das) - Schnifft Spraus zum Sicheren. Gesicht. Nehmt Holz (mit) zum - Linzet, herles scheft ein Kochen. Seht, hier ist ein - g'wantes Schurele, schönes Brett(chen), stehlet - z'schoret's. — Kenn, Patris. es. — Ja, Vater. — - — - Pflanzet den Kib vom Rädling und Macht den Hund vom Wagen (los) - Schaffel auf! Fiesel, boste und (die) Scheune auf! Junge, - Bolle und Schmunk dalfen. Die gehe fort, (um) Kartoffeln - Mamere dercht Gleis und Lehm. und Schmalz (zu) betteln. Die - Model, schniff herles den Mutter bettelt Milch und - Staubertrande und pfich' zur Brot. Mädchen, nimm hier den - Rolle und derch' Staubert zu Mehlsack und gehe zur Mühle - Hegesle pflanzen. Der Roller und bettle um Mehl zum - schefft g'want und stekt dof. Spätzlemachen. Der Müller ist - Ich schniff' dofen Fluhte zum brav und gibt gut. Ich nehme - Süsling sichere und ruedle frisches Wasser (mit) zum - vor's Gefahr und pflanz' den Kaffeekochen und fahre vor's - Funk. — Dorf hinaus und brenne das - Feuer an. — - Fiesel, pfichst? — Junge, kommst du? — - Kenn, Patris. — Ja, Vater. — - Schmunk und Bolle bestiebt? — (Hast du) Schmalz und Kartoffeln - Kenn. — bekommen? — Ja. — - Patris, linz', die Mamere und Vater, schau', die Mutter und - Model bosten. — (das) Mädchen kommen. — - Verkemeret nobis, kein Boschert, Verkauft (habe ich) nichts, (für) - Kaffer; aber grandig z'dalfet keinen Pfennig, Mann; aber - bestiebt und ein g'wanter viel zu betteln (habe ich) - Bogeiepflotschert ein'bascht, bekommen und einen noch guten - spann'! — Fischbeinschirm eingehandelt, - schau! — - Kenn, die Bogeie schefften dof Ja, die Fischbeine sind gut zum [65.84] - zum verkitschen, da derche Verkaufen, da(für) verlange - ich grandig. — ich viel. — - Model, herles hauret Bich. Boste Mädchen, hier ist Geld. Gehe zum - zum Lehmschupfer und grem' Bäcker und kaufe für zehn - für a' Schafnas' Kechelte zum Pfennige Wecken zum Kaffee. - Süsling. Dem Patris pflanze Dem Vater mache (ich) - Schmunkbolle. — Bratkartoffeln. — - Patris, linz', 's pficht ein Vater, sieh, es kommt ein - Schuker! — Gendarm! — - Nobis, Fiesel, 's schefft ein Nein, Junge, es ist ein - Grünwedel. Linze die dof Latt Forstwart. Schau (nur) den - und Klass. — schönen Hirschfänger und - (das) Gewehr. — - Moss, spann, die Model buklet ein Weib, sieh (nur), das Mädchen - Brandling. Die Model schefft bringt einen Kuchen. Das - wie a' Finkelmoss und hauret Mädchen ist wie eine Hexe und - eine g'wante Derchere. — (ist) eine tüchtige - Bettlerin. — - Wo bestiebt, Model? In der Wo (hast du das) bekommen, - Schupferei 'dalft? — Mädchen? (Hast du es) in der - Bäckerei gebettelt? — - Kenn, Patris. — Ja, Vater. — - Es schefft gesichert. Galme, Es ist gekocht. Kinder, Mann, - Kaffer, bostet zum Bicken. kommt zum Essen! Werft nichts - Bohlet nobis um! Herles um! Hier sind (die) Löffel, - hauret Schnäbel, Kaffeetassen und Milchhafen. - Süslingschottle und Esset! — - Gleisnolle. Achilt! — - Dog' mir ein Stichling, Moss. Ich Gib mir eine Gabel, Weib. Ich - pfich' und butte meine gehe und esse meine - Schmunkbolle unter dem gebratenen Kartoffeln unter - Stöber. — diesem Baum. — - Kenn, Kaffer, herles schefft Ja, Mann, hier ist deine Gabel. - deine Furschet. — — - Doge mir Spronkert, Fiesel, die Gib mir Salz, Junge, die - Bolle hauret nobis dof Kartoffeln sind nicht genug - g'sprunkt. Wie hauret's, (eigtl.: nicht gut) gesalzen. - Galme, bostet ihr nobis zur Wie steht es, Kinder, geht - Plauderei? — ihr nicht zur Schule? — - Nobis, Patris, der Plauderer und Nein, Vater, der Lehrer und (der) - Kolb schefften schiebes in's Pfarrer sind fort in die - Steinhäufle und pfichet in Stadt und gehen in die schöne - die dof Duft. — Kirche. — - Patris, Mamere, linzet herles Vater, Mutter, sehet, da kommt - bostet ein Rädling ein Wagen (mit) Zigeuner(n). - Schmelemer! Nobis, es — Nein, es sind »jenische - schefften jenische Ulme, Leute«, Korbmacher oder - Schottlepflanzer oder Schirmmacher. — - Dächlespflanzer. — - Lore, 's hauret Ulme, wo kasperet Nein, es sind Leute die zaubern, [65.85] - oder Dercherulme. — oder Bettelleute. — - Nobis, nobis, Schurespflanzer Nein, nein, Bürstenbinder sind - hauret's. — es. — - Kenn, aber ich gneise's nobis. — Ja, aber ich kenne sie nicht. — - Pflanzet den Funk aus! Die Sore Macht das Feuer aus! Packt - in Rädling bohlt! Patris und (eigtl.: werft) die Ware in - Fiesel, schniffet den Rädling den Wagen. Vater und Junge, - in Griffling, und nehmt den Wagen in die Hand, - abgeruadelt! Pfich', Model, und (dann) abgefahren! Komm, - wir bosten. Mädchen, wir laufen. - Patris, bostet mir ins dofe Vater, gehen wir in die schöne - Steinhäufle, wo der grandich Stadt, wo der König ist? — - Sins schefft? — - Kenn, Fiesel. — Ja, Kind. — - Gremst wieder Trabertbossert beim Kaufst (du da) wieder - Trabertkafler, Patris? — Der Pferdefleisch beim - Mass vor'm Jahne ist dof Roßmetzger, Vater. Das - g'hauret. — Fleisch voriges Jahr ist gut - gewesen. — - Nobis Fiesel, wir kemeret, ein Nein, Junge, wir kaufen ein - Kible. Kibenbossert hauret Hündchen. Hundefleisch ist - döfer. — besser. — - Kaffer, wenn's nobis flösslet, Mann, wenn's nicht regnet, - pflanzet mir Blatt unter dem übernachten wir am Sonntag im - grandichen Krächerstöber in Freien unter dem großen - dem wonischen Ruchegefahr Nußbaum in dem katholischen - über'n Weisling. Rauschert Bauerndorf. Stroh bekommen - bestiebet mir. Wenn's nobis wir (schon). Wenn's (nur) - ein Flösselschei schefft! — kein Regentag wird! — - Kenn, Moss, und sicheret eine Ja, Weib, und (dann) kochen wir - Hegesleschnall, Groenert und eine »Spätzles«suppe, Kraut - Groenikelbossert. — und Schweinefleisch. — - Lore, Kaffer, Bolleblättling und Nein, Mann, Kartoffelsalat und - Stupfelmass. Igelfleisch. - 26. Stichler, — dibert der 26. Schneider, — sagt der - Schmelemer — schefftet so Zigeuner — seid so gut und - dof und pflanzet diese macht mir diese schlechte - schofle Buxe. Ich bereim' ein (zerrissene) Hose. Ich - Flächsle. — bezahle (dafür) eine Mark. — - Nobis, nobis, — schmust der Nein, nein, — sagt der Schneider [65.86] - Stichler — ich pflanz' die — ich flicke (eigtl.: mache) - schundich' Buxe nobis. Ich diese schmutzige Hose nicht. - will lore Kenemer. Ich will keine Läuse - (bekommen). - 27. _Ruch_ (butschet ein 27. _Bauer_ (fragt ein - jenischen Galmen): Wo »jenisches« Kind): Woher seid - haureter schureles?[2285] — ihr? — - Dibert des Schrawiners _Patris_: (Es) sagt des Kindes _Vater_: - Schmus' nobis, Galm! — Sag' (es) nicht, Kind! — - _Galm_: Von Schmusdernobishausen _Kind_: Von »Sag' - dir's - nicht - am Niesebach. — - hausen« am Narrenbach. — - _Ruch_: Wo hauret's? — _Bauer_: Wo liegt (denn) das? - _Galm_: Bei Nobisgneis am _Kind_: Bei »Ich - weiß - (es) - - Nilleberg aufs Kohl und nicht« am Dummkopfberg, und - Blauangestrichen[2286]. alles ist recht erlogen. - 28. Pflanz', doge mir ein 28. Mach', gib mir ein - Funkerle zum Toberich Streichholz zum Anzünden der - anfunken. — Pfeife. — - Herles, meine Dämpfete funkt, Hier, meine Zigarre brennt, nimm - schniffse zum anfunken. sie zum Anzünden. - 29. Herles, Galme, schefft der 29. Hier Kinder, sitzt (ist) der - Patris ein' Schei im Kittle Vater einen Tag im Arrest - wegen Hamore und Stenzerei. wegen Händel und Schlägerei. - 30. Linz, Moss, herlem in der Lek 30. Sieh, Frau, hier im Gefängnis - schefft mein Glied ein Jahne sitzt (ist) mein Bruder ein - wegen Dupfen und Schnellen. Jahr (lang) wegen Stechens - und Schießens. - 31. Herles im Gefahr scheffte 31. Hier im Dorf wurde (ich) - gestrupft wegen Derchen und bestraft wegen Bettelns und - link Schenzieren. Mein Kaffer unerlaubten Hausierens. Mein - stämpft und pflanzt Hamore Mann schimpft und fängt - mit Buz und Scharle. Streit an (eigtl.: macht - Streit) mit dem Polizeidiener - und dem Schultheiß. - 32. Spann', die grandich Kitt 32. Schau, das große Haus hier! [65.87] - herles! — Kenn, Gneistse — Ja. Kennst du es nicht? — - lore? — Nobis. — Die Nein. — Das Zuchthaus ist - Schoffelkitt schefft's. es. - 33. _Derchermoss_: Hauret so dof, 33. _Bettelweib_: Seid so gut, - Lehmschupfer, und dogt mir Bäcker, und gebt mir (etwas) - dofen Lehm oder Gleiskechelte Weißbrot oder Milchbrötchen - für mein Gälmle zum für mein Kindlein, um eine - Gleisschnälle sicheren. Milchsuppe zu kochen. - _Lehmschupfer_: Nobis, nobis, für _Bäckermeister_: Nein, nein, - Dercherulme wird lore 'dogt. Bettelleuten wird nichts - gegeben. - 34. Mir schefft's gielerich vor 34. Mir ist (es) schlecht vom - grandig Grabegautschert vielen Apfelmost-Trinken, - schwächen und lore biken. — ohne etwas (dazu) gegessen zu - Herles, schwäche Fluhte. — haben (wörtlich: »und nichts - Nobis. essen«). — Hier, trinke - Wasser. — Nein. - 35. Mei' Kluper schefft schofel. 35. Meine Uhr ist entzwei. Ich - Ich pfich' schiebes zum gehe fort zum Uhrmacher. — - Genglespflanzer. - -[Fußnote 2283: ([1] auf S. 65.71) Schon in meiner »Vorbemerkung« (S. 3) -habe ich erwähnt, daß die »Sprachproben« — aus dort näher angegebenen -Gründen — nicht unwesentlich gekürzt worden sind. Sie umfaßten -ursprünglich 46 Nummern, die auf 35 reduziert werden konnten; außerdem -wurden aber auch noch _innerhalb_ einzelner Nummern (s. bes. in Nr. 25) -mehrfache Streichungen vorgenommen. Bei der Übersetzung der jenischen -Gespräche ins Deutsche habe ich grundsätzlich soweit wie möglich den -_Wittichschen_ Wortlaut beibehalten und nur hier und da einzelne Stellen -in eine etwas flüssigere Form gebracht. Der jenische Text stellt sich -als wichtige Ergänzung zu dem »Wörterbuch« dar, nicht nur durch die -Verwendung mancher dort ursprünglich fehlender (und erst von mir mit dem -Zusatz »Spr.« hinzugefügter) Vokabeln, sondern namentlich auch insofern, -als wir erst hier erfahren, wie die einzelnen Wörter in einer konkreten -Satzverbindung gebraucht zu werden pflegen. Während z. B. im Wörterbuch -über das _Geschlecht der Hauptwörter_ nur ganz ausnahmsweise etwas zu -entnehmen ist, erscheinen sie hier regelmäßig in Verbindung -mit dem (bestimmten oder unbestimmten) Artikel, also unter -Geschlechtsbezeichnung. Diese aber weicht in zahlreichen Fällen von der -in unserer Gemeinsprache üblichen ab (vgl. z. B. _der_ Galm = _das_ -Kind, _der_ Funk = _das_ Feuer, _der_ Flu[h]te = _das_ Wasser [vgl. -_die_ Flut], _der_ Stichling = _die_ Gabel [aber — in Übereinstimmg. -mit dem Deutsch. u. Französ. — _die_ Furschet], _die_ Model = _das_ -Mädchen, _die_ Kitt = _das_ Haus usw.). Zuweilen scheint auch der -Sprachgebrauch zu schwanken. So findet sich z. B. in Nr. 7 _der_ Sore = -_die_ Sache (in Übereinstimmg. u. a. mit dem _W.-B. des Konst. Hans_ -[254]), während an einer anderen Stelle (Nr. 26) das Wort als _femin._ -gebraucht wird (_pflanzte Sore_ = die gemachte Ware), was auch in der -_neueren_ Gaunersprache der Fall ist (vgl. z. B. [Griechisch: Ô] -[Griechisch: S] in Z. V, 429 u. _Rabben_ 124). In einzelnen Fällen ist -aber _kein_ Artikel gesetzt worden, während wir nach dem deutschen Text -einen solchen erwarten würden, so z. B. in Nr. 23 (_Schefft Schnall -nobis bibrisch?_ = Ist _die_ Suppe nicht kalt?); Nr. 25 (_Wo schefft -Fehte?_ = Wo ist _die_ Herberge?; … _pflanzet Schaffel auf_ = … -macht _die_ Scheune auf; _bohlet Säuftling in Rädling_ = tut [eigtl. -werft] _die_ Betten in den Wagen; … _pflanzet Strauberts_ = … macht -[euch] _die_ Haare), namentlich auch dann, wenn schon ein _anderes_, -_mit_ (dem bestimmten od. unbestimmten) Artikel versehenes Hauptwort -_voran_gestellt worden; vgl. z. B. Nr. 11 (_Ich schniff' ein Rande und -Stenz_ = Ich nehme einen Sack und _einen_ Stock mit); Nr. 19 (_mit der -dof Beizere und Beizer_ … = … mit der guten Wirtin und _dem_ Wirt -…); Nr. 25 (_Linze die dof Latt und Klass_ = Schau [nur] den schönen -Hirschfänger und _das_ Gewehr). - -Obwohl sonst — wie beim Rotwelsch — _Grammatik_ und _Syntax_ sich auch -beim Gebrauch des »Jenischen« grundsätzlich den allgemeinen Regeln -unserer Muttersprache anschließen, enthalten naturgemäß Gespräche, die -zwischen Leuten aus dem niederen Volke geführt werden, auch in dieser -Beziehung mancherlei Abweichungen von der Schriftsprache. - -I. Zunächst seien hierfür zwei (nicht bloß auf einzelne Mundarten -beschränkte, vielmehr) wohl durch ganz Deutschland verbreitete -Besonderheiten der volkstümlichen Redeweise erwähnt, nämlich: - -1. daß »des Nachdrucks halber _Verneinungen doppelt_ (ja dreifach) -gesetzt werden können, _ohne einander_ aufzuheben« (_Polle-Weise_, Wie -denkt das Volk über die Sprache?, 3. Aufl., Leipzig 1904, S. 108; vgl. -Näh. noch bei _R. Hildebrand_, Ges. Aufsätze, Leipzig 1890, S. 214 ff.). -_Beispiele_: in Nr. 20 (… _der kemeret nobis keine Stiebe_ … = … -der kauft keine Bürsten …) u. Nr. 25 (… _ich spann' nobis kei Kenem_ -= … ich sehe keine Laus); - -2. die Verwechselung des _Dativs_ u. _Akkusativs_ bei den _persönlichen -Fürwörtern_ (also mir statt mich, dir statt dich usw. und umgekehrt). -_Beispiel_: in Nr. 16 (_Ich baus' mir_ = ich fürchte mich). - -II. Folgende Eigentümlichkeiten sind dagegen auf die _Mundarten_ -namentl. die süddeutschen (bayr.-schwäb. Dialekt) beschränkt: - -1. der Gebrauch des _Nominativs statt_ des _Akkusativs_ bei -Hauptwörtern. Während sich für den _umgekehrten_ Fall (also Gebrauch des -Akkus. für den Nomin.), der z. B. auch im Schwäbischen vorkommt (s. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 579 unter »ein« Nr. I: das ist ein_en_ -gut_en_ Mann) m. Wiss. in _Wittichs_ Jenisch kein Beispiel findet, -enthält es für die _zuerst_ genannte Besonderheit — außer einigen -unsicheren Fällen (in denen der unbestimmte Artikel _ein_ ev. auch als -Akkusativ eines Neutrums aufgefaßt werden könnte) — mehrere -_zweifelsfreie_, so z. B. Nr. 11 (… _vielleicht bestiebemer ein -Schmaler_ = … vielleicht bekommen wir eine Katze), Nr. 18 (… _spann' -sein dofer Oberman_ = … schau seinen schönen Hut), Nr. 24 (… _ich -schwäch' ein Stielingsjohle_ = … ich trinke einen Birnenmost; … -_schwächt … Gefinkelter_ = … trinket … Branntwein), Nr. 25 (… -_ich bestieb' ein Stumpf_ = … ich bekomme einen Zorn; … _der Ruch -pflanzt ein linker Giel_ = … der Bauer macht einen wüsten Mund) usw.; -2) der Gebrauch des relat. räuml. Adv. _wo_ statt des Relativpronomens -_welcher_ (-e -es) bezw. der (die das), worüber zu vgl. u. a. _v. -Schmid_, Schwäb. W.-B. S. 536/37 u. _Schmeller_, Bayer. W.-B. II, Sp. -828 (unter »wo«, lit. c). _Beispiele_: Nr. 21 (… _in dem Mochem, wo -man spannt_ = in dem Dorfe, das man ḍ sieht); Nr. 25 (… _Ulme, wo -kasperet_ = Leute, die zaubern). - -III. _Zum Teil_ gleichfalls auf die _Mundarten_ beschränkt, _zum Teil_ -aber auch _allgemein_ volkstümlich erscheinen gewisse (übrigens nur -_neben_ den schriftdeutschen Formen auftretende) _Veränderungen_ -(namentlich _Kürzungen_) verschiedener (kurzer) Wertgattungen) so: 1) -_des_ (bestimmten und [häufiger] des unbestimmten) _Artikels_; s. Nr. 11 -(_d' Schmaler_ = die Katzen); Nr. 18 (_in de' Griffling_ = in der Hand; -_auf'em Kiebes_ = auf dem Kopfe); Nr. 19 (_vor'm Jahne_ = vor einem -Jahre); Nr. 25 (_s' Glied_ = der Sohn; _in's Steinhäufle_ = in die -Stadt); bes. aber (betr. a' = _ein_ [einer, eine]; vgl. dazu _v. -Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 1 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 578): -Nr. 24 _a' jenisches Model_; _a' jenischer Fiesel_); Nr. 25 (_a' -Schuberle_; _a' Schafnas'_; _a' Finkelmoss_); 2) des _adj. Zahlpronomens -kein_ (-ner, -ne) = _kei'_ (vgl. dazu _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. -310); s. Nr. 25 (_kei' Kenem_ = keine Laus); 3) _des besitzanzeigenden -Fürworts mein_ (-ner, -ne) = _mei'_; s. z. B. Nr. 11 (_mei' Keiluf_); -Nr. 14 (_mei' Patris_); Nr. 15 (_mei' Moss_); Nr. 35 (_mei' Kluper_); 4) -_der persönlichen Fürwörter_ in Verbindung mit Zeitwörtern; vgl. z. B. -a) _du_ = d'; s. z. B. Nr. 13 (_bis d' umbohlst_ = bis du umfällst); b) -_dir_ = _der_; s. Nr. 27 (_Schmusder nobis_ = sag' dir['s] nicht); c) -_dich_ = _te_ in der (z. B. in Nr. 20, 25 [öfter] begegnenden) -Imperativform _schupfte_ (für: schupf dich) = hör' auf (schweig' still); -d) _ihm_ = (e)m; s. Nr. 20 (_ich schmusem's_ = ich sage es ihm); e) -_sie_ (Nom. u. Akkus.) = s(e); s. z. B. 23 (_hauretse_ …? = ist sie -…?); Nr. 25 (_ich … bukles'_ = ich trage sie); Nr. 28 (_schniffse_ = -nimm sie); Nr. 32 (_gneistse lore_ …?); f) _es_ (Nom. u. Akkus.) = 's; -s. Nr. 8, 9, 18 (_s' schefft_ od. _s' hauret ein Sins_ = es ist ein -Herr; _ich spann's_ = ich sehe es; _er gneist's_ = er merkt es); Nr. 19, -25 (_s' hauret_ = es ist) u. a. m.; g) _man_ = _mer_ (vgl. dazu _v. -Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 382 unter »mer«, Nr. 1; _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 1433 unter »man«; auch _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. -1642 unter »mir«, lit. c); s. Nr. 22 (… _da bestiebtmer nobis_ = … -da bekommt man nichts); h) _wir_ = _mer_ oder (etwas seltener) _mir_ -(vgl. _v. Schmid_, a. a. O., S. 382 unter »mer«, Nr. 2 u. S. 533 unter -»wir«; _Fischer_, a. a. O. IV, Sp. 1433 unter »man« a. E.; _Schmeller_, -a. a. O. I, Sp. 1641 unter »mir«, lit. b); _Beispiele_: [Griechisch: a]) -für _mer_: Nr. 11 (_bostemer_ = gehen wir; _bestiebemer_ = bekommen -wir); Nr. 19 (_ruedlemer_ …? = fahren wir …?; _buttemer_ …? = -essen wir …?); Nr. 25 (_Wo schlaunetmer_ = Wo schlafen wir?) u. a. m.; -[Griechisch: b]) für _mir_: Nr. 25 (_Dann [Jetzt] pfichet mir in -Sauft[linge]_ = dann (jetzt) gehen wir zu Bett; _bostet mir_ = gehen -wir; _pflanzet mir Blatt_ = übernachten wir im Freien; _bestiebet mir_ = -bekommen wir); i) _ihr_ = _er_; s. Nr. 25 (_durmeter noch nobis?_ = -schlaft ihr noch nicht?); Nr. 27 (_haureter?_ = seid ihr?); k) _euch_ = -_ich_; s. Nr. 25 (_schupfetich_ = seid still; _der Koele mussich bukele_ -= der Teufel muß [soll] euch holen). — Oft werden auch die persönl. -Fürwörter ganz weggelassen; s. z. B. Nr. 4 (_hauerst begerisch?_ = bist -du krank?); Nr. 6 (_was sicherst?_ = was kochst du?); Nr. 13 (_in Nolle -hauret_ = im Krug ist er [näml. d. Most]); Nr. 25 (_spannst nobis_ = -siehst du nichts; _dann scheffte schiebes_ = dann gehe ich fort; -_pflanze_ = mache ich) u. a. m. - -IV. Auch allerlei _Abkürzungen_ durch Weglassung der _Endsilben_ -(Buchstaben) _oder_ der _Anfangssilben_ — bei Haupt-, Eigenschafts-, -Umstands-, namentlich aber Zeitwörtern — stehen (gleich den Fällen -unter III) in Übereinstimmung mit der allgemein oder doch mundartlich -üblichen Redeweise des Volkes überhaupt. _Beispiele_: 1) für Kürzung -durch Weglassung der _End_silbe -e (-en): a) _bei Substantiven_: Nr. 25 -(_a' Schafnas'_); b) _bei Adjektiven_: u. a. Nr. 16 (_die jenisch -Moss_); Nr. 19 (_mit der dof Beizere_); Nr. 25 (_in die dof Duft_; _die -dof Latt_) usw.; c) _bei Adverbien_: Nr. 11 und öfter (_heut'_ [Leile] = -heute [Nacht]; d) _bei Verben_: hier ist dieser Sprachgebrauch für _die -erste Person Präsentis_ und _den Imperativ_ so häufig, daß er fast als -_Regel_ erscheint, immerhin finden sich in diesen Fällen _auch_ noch die -volleren Formen, und zwar zuweilen unmittelbar _neben_ den kürzeren; -vgl. z. B. (für die _1. Person Präs._) Nr. 16 (_Ich boste und -beschrenk'_ = ich gehe und schließe zu) und (für den _Imperativ_) Nr. 28 -(_Pflanz', doge mir ein Funkerle_ = Mach', gib mir ein Streichholz); 2) -für Kürzung durch Weglassung der _Anfangssilbe_ (ge-): bei Zeitwörtern -(Partizipien): Nr. 17 (_'buttet_ = gegessen); Nr. 25 (_ein'bascht_ = -eingekauft; _'pflanzte Sore_ = gemachte Ware; _'dalft_ = gebettelt); Nr. -33 (_'dogt_ = gegeben) usw. Den Übergang dazu vermittelt g' statt ge-; -s. z. B. Nr. 24 (_g'schallet_ = gesungen); Nr. 25 (_abg'schunde Gleis_, -_g'sprunkt_, _g'hauret_ usw.). - -V. Eine spezielle (wohl auch auf _mundartlichen_ Einfluß -zurückzuführende) Eigentümlichkeit des _Wittichschen_ Jenisch ist -endlich noch der Gebrauch der Endsilbe _-et_ statt des im Schriftdeutsch -üblichen _-en_ in mehreren Zeitwortformen, nämlich für den _Infinitiv_, -für die _erste_ und für die _dritte Person Pluralis des Präsens_, wofür -sich übrigens mehrfache Beispiele auch schon im _W.-B. des Konstanzer -Hans_ (»Schmusereyen«) finden, dessen Ähnlichkeiten mit unserem Jenisch -ja auch sonst mehrfach auffallen (vgl. schon »Vorbemerkung«, S. 3, Anm. -4, S. 6 u. in _dieser_ Anm. oben S. 73 sowie noch weiter unten die Anm. -2284 zu den »jenischen Schnadahüpfeln«). _Beispiele_: 1) für den -_Infinitiv_: a) in _W.-B. des Konst. Hans_: 256 u. 258 (_z' malochet_ = -zu plündern; _z' holchet_ = zu laufen); 259 (_z' kahlet und z' -schwächet_ = zu essen und zu trinken); b) in _Wittichs Sprachpr._: Nr. -12 (_z' schwächet_ = zum Trinken [zu trinken]); Nr. 21 (_z' biket und z' -schwächet_ = zu essen und zu trinken); Nr. 25 (_z' buttet_ = zu essen; -_z' dalfet_ = zu betteln); 2) _für die erste Person Plur. des Präs._: a) -im _W.-B. des Konstanzer Hans_: 256 (_Holchet mir_ …? = Kommen wir -…?); b) in _Wittichs Sprachpr._: Nr. 11 (_vielleicht bestiebemer … -und spannet_ = vielleicht bekommen wir … und sehen); Nr. 18 (_dass wir -… schmuset_ = daß wir … sprechen); ebds. (_wir pfichet_ = wir -gehen); Nr. 19 (_Schwächet und buttemer_ …? = Trinken und essen wir -…?); Nr. 20 (_Wir zeinet … und schefften schiebes_ = wir bezahlen -… und gehen fort); Nr. 25 (_wir kemeret_ = wir kaufen usw.); ebds. -([schon oben unter Nr. III, 3 lit. h als Belege für den Gebrauch von -_mer_ und _mir_ = _wir_ angeführt]: _Wo schlaunetmer?_; _Jetzt pfichet -mir in Sauft_; _bostet mir_; _pflanzet mir Blatt_; _bestiebet mir_); 3) -für die _dritte Person Plur. des Präs._: a) im _W.-B. des Konst. Hans_: -256 (… _den Kochem, die schiaunet_ = … den Dieben, die schlafen; -_S'e schmuset_ = sie sagen; _Jetzt schwächet s'e_ = Jetzt trinken sie); -260 (… _Grandscharrle schefftet lau und Prinzen schefftet lau schofel_ -= … Die Hatschier' sind für nichts, und die Herren sind gar nicht -scharf); b) in _Wittichs Sprachpr._: Nr. 4 (_Buz und Scharle hauret … -dof_ = Polizeidiener und Schultheiß sind … gut); Nr. 25 (_Durmet die -Schrawiner?_ = Schlafen die Kinder?; _herles pfichet Ulme_ = hier kommen -Leute; _die Horboge hauret am Kaim_ = die Kühe gehören dem Juden) u. a. -m. — Die sonst noch vorkommenden Abweichungen von der Schriftsprache -bedürfen kaum einer besonderen Hervorhebung oder Erläuterung.] - -[Fußnote 2284: ([2] auf S. 65.75) Nach dem Wörterbuch bedeutet -_ni(e)sich_ und _nillich_ sowohl dumm als _auch_ verrückt.] - -[Fußnote 2285: ([1] auf S. 65.86) Das hier in Verbindung mit »wo« (für -»woher«) vorkommende Wort _schureles_ habe ich nicht ins -jenisch-deutsche Wörterbuch eingestellt, weil es sehr schwierig -erscheint, eine passende Verdeutschung dafür (ohne Rücksicht auf den -ganzen Satz) zu geben. (Das einfache »her« würde kaum deutlich genug -sein.) In der _schwäbischen Händlersprache in Unterdeufstetten_ (213) -ist _schurles_ für »fort!« gebräuchlich. Dahingestellt lasse ich es auch -sein, ob dieses Adverb — etwa gleich dem Zeitw. _schurele(n)_ — noch -in Verbindung mit dem — einen Aushilfscharakter an sich tragenden — -Hauptw. _Schure_ (Schurele) gebracht werden darf oder etwa anders zu -erklären ist.] - -[Fußnote 2286: ([2] auf S. 65.86) Eine wörtliche Übersetzung dieser -Redensart erscheint nicht gut möglich. Ins W.-B. ist sie deshalb nicht -mit eingetragen worden.] - - - - - VIII. Jenische Schnadahüpfel.[2287] - - -1. - - Ei, g'want sein Kocheme, - Denn sie tun nobis als schoren, - Wann sie lore Rande füllen - Und dof mit der Sore springen. - Hei ja! Viva! - Grandscharle was pflanzst du da?[2288] - -[Fußnote 2287: ([1] auf S. 65.87) _Wittich_ hat hierzu in einer -Anmerkung bemerkt, daß er von einer Übersetzung dieser »Schnadahüpfel« -abgesehen habe, weil teils ihr Sinn sich leicht mit Hilfe des -jenisch-deutschen Wörterbuchs herausbringen lasse, teils dagegen (wie z. -B. bei Nr. 3) eine Wiedergabe der jenischen Unflätigkeiten im Deutschen -kaum möglich erscheine. Ich kann dem nur beistimmen. Die Gründe, weshalb -ich von diesen »Schnadahüpfeln« — trotz ihres groben Inhalts — nichts -gestrichen habe, sind in meiner »Vorbemerkung.«, S. 3, 4 angegeben -worden.] - -[Fußnote 2288: ([2] auf S. 65.87) Die Nummern 1 u. 2 (bezw. 4) der -»Schnadahüpfel« stimmen (wie schon in der »Vorbemerkg.«, S. 3, Anm. 4 -erwähnt) auffälligerweise dem _Inhalte_ nach _fast ganz_ und auch in der -_Form zum Teil_ noch mit »ein paar Strophen aus _Jauner-Liedern_« -überein, die sich am Schluß des »_Wörterbuchs des_ _Konstanzer Hans_« -von 1791 (bei _Kluge_, Rotw. I, S. 260) abgedruckt finden. Da mir nun -_Wittich_ auf eine Anfrage hin versicherte, daß ihm das W.-B. des -Konstanzer Hans gänzlich _unbekannt_ gewesen sei, so muß man wohl -schlechterdings annehmen, daß es sich hier um alte, bis in die Gegenwart -hinein erhaltene Überlieferungen aus der Blütezeit des deutschen -Gaunertums handelt, die bei den »jenischen Leuten« nur in der äußeren -Form einige Abänderungen erfahren haben. — Von Nr. 1 lautet (nach -_Kluge_, a. a. O.) die ältere Fassung folgendermaßen: - - Ey lustig seyn Kanofer (die Diebe, Schorne) - Dann sia thun nichts als Schofle; - Wann sia kenne Rande fülla - Und brav mit der Sore springa. - Hei ja! Vi va! - Grandscharrle, was machst du da? - -Zu _Kanofer_, das auch das _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Kanoffer_ = Dieb; -vgl. 339, 343, 345) kennt u. das auch sonst im Rotwelsch vorkommt, s. -_Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 193, der das Wort in erster Linie zwar -zu jüd. _chonef_ = »Heuchler, Betrüger«, _chanufa_ = »Heuchelei« -gestellt hat (vgl. dazu auch _Weigand_ im »Intelligenzblatt für die -Provinz Oberhessen«, Jahrg. 1846, Nr. 74, S. 300 [unter Nr. 13]), jedoch -hinzufügt, daß es »doch (auch) wohl nicht ohne Beziehung zu _ganfen_, -stehlen« sei.] - -2. [65.88] - - Schicksel, was hat auch der Kochem g'schmust? - Er hat g'schmust: Wann er vom Schoren pficht, - Schefft er gleich wieder zu mir[2289]. - -3. - - Jann mei' Bos, - Bos mei' Bos, - Pflanz' mei Bos um, - Bik' mein Schund, - Zehnthalb Pfund, - Weil der'n wohl gunnt! - -4. - - Model, was hat der Fiesel g'schmust, - Wo er ist 'bostet zu dir? - Er hat g'schmust, wenn er nobis eine andere bestiebt, - Bostet er gleich wieder zu mir[2289]. - -5. - - Do' drüben auf'm Bergele - Haun i d' Derchermodel karessiert, - No' hauret ihrs Schmunkschottele, - Der Berg na' g'marschiert. - -[Fußnote 2289: ([1] auf S. 65.88) Zu dieser Nummer (sowie auch zu Nr. 4) -vgl. die folgende Fassung beim »_Konstanzer Hans_«: - - Schicksal, was hot auch der Kochern g'schmußt, - Wia er ist abgeholcht von dier? - Er hat g'schmußt: Wann er vom Schornen holch, - Scheft er gleich wieder zu mier. -] - -6. [65.89] - - Jenischer Benges, bist nena g'want, - I schmelz dir in d'Griffling, - No' bohlst da an d' Wand. - -7. - - Jesses Marerkele, vors Grandscharleskitt - Grandscharleskitt, Grandscharleskitt, - Wenn du mi' nobis schniffst, - No' schmelz d'r in's G'nick. - Holdri, Holdra, Holdro! - - - - - Nachträge. - - -Nachträge zu Band 63. _Zu S. 5, Anm. 8_: Die Verallgemeinerung des -Wortes _jenisch_ zu der Bedeutg. »klug« findet sich auch schon bei -_Thiele_ 259, dem _Fröhlich_ 1851 gefolgt ist. - -_Zu S. 19, Anm. 48 a. E._: Mit dem zigeun. _chadschē do parr_, d. h. -»gebrannter Stein« = Backstein steht in Übereinstimmg. in _Wittichs_ -W.-B. _g'funkter Kies_ = Ziegelstein. - -_Zu S. 105, Anm. 173 a. E._: Der (im Anschluß an _Fischer_, Schwäb. -W.-B. IV, Sp. 1432) vertretenen Herleitung von _Mamere_ = Mutter vom -französischen _ma mère_ steht entgegen, daß die rotw. Quellen ganz -überwiegend die Vokabel mit mm (also _Mammere_ od. [wie z. B. _v. -Grolman_ 44 u. T.-G. 112 u. andere] _Mammer_) schreiben, woraus zu -schließen, daß der Ton auf die _erste_ Silbe zu legen ist. Nach einer -gefl. Mitteilung von Dr. _A. Landau_ (Wien) würde es sich deshalb wohl -um das in den meisten Mundarten (auch im Schwäbischen [s. _Fischer_, a. -a. O.]) bekannte Wort _Mamme_ = Mutter handeln, das mit der Endung -re -versehen worden. Zur Erklärung dieses Vorgangs aber vermag allerdings -auch _Landau_ nur zu verweisen auf »die polnisch-jüdische verächtliche -Bezeichnung für Mutter: _Mammeru_ (mit dem Hauptton auf a und der -Pejorativendung -ru)«. - -_Zu S. 123, Anm. 229_: Die Vokabel _Ulme_ (-ma) = Leute findet sich in -der Form _Ohlen_ und mit der Bedeutg. »Welt« auch bei _Pfister_ 1812 -(303); vgl. _Fischer_, Schwäb. W.-B. V, Sp. 55 unter »Olem« vbd. mit I, -Sp. 448 unter »Aulem«. - -Nachträge zu Band 64. _Zu S. 138, Anm. 539_ (Zeile 5 von unten) ist das -_non_ vor _nobis_ zu streichen. - -_Zu S. 140, Anm. 550_: Die Beschränkung des Ausdrucks _Mokum_ auf die -Bedeutung »Dorf« findet sich auch in der von _H. Weber_ in _Groß'_ -Archiv, Bd. 59 veröffentlichten Liste von Wörtern der Kundensprache (s. -das. S. 283 vbd. m. S. 266). _Zu S. 174, Anm. 850_: Eine Zusammensetzung -mit _Schuberle_ ist auch noch _Schuberleweisling_ (d. h. eigentl. -»Geistsonntag« = Pfingsten (worüber das Näh. schon S. 155, Anm. 689 [zu -»Feiertag«] angeführt). - -_Zu S. 142, Anm. 565 vbd. mit S. 336, Anm. 1454_ ist zu -_Flu(h)tegroanikele_ = Meerschweinchen zu bemerken, daß es sich hierbei -wohl um eine _Diminutivbildung_ von _Groanikel_ handelt. - -_Zu S. 164/165, Anm. 763._ Für _Fünflamme_ = Schürze stellte mir Dr. _A. -Landau_ die folgende Etymologie zur Verfügung, die in der Tat weniger -gesucht erscheint als die von A.-L. 540 gegebene, der ich mich -angeschlossen. Er denkt nämlich an die ältere Bedeutung von _Flamm_ -(Flamme) = »Haut, Lappen« (s. _Grimm_, D. W.-B. III, Sp. 1712, Nr. 2), -wozu zu vgl. auch französ. _flamme_ — »Lappen, Wimpel, Fähnchen« (vom -lat. _flamma_). In den vom D. W.-B. III, Sp. 1714, Nr. 3 zitierten -Stellen aus _Musculus_ (»Hosenteufel«) scheint _Flamme_ u. _Hosenflamme_ -soviel wie »Hosenlatz« zu bedeuten. _Fünflamm(e)_ wäre demnach aus -_Flamm(e)_ analog gebildet wie _Fürfleck_ = »Schurzfell, Schürze« (s. D. -W.-B. IV 1, 1, Sp. 727; vgl. _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 786) aus -_Fleck_ (Grundbedtg.: »pannus, Lappen, Fetzen«; s. D. W.-B. III, Sp. -1741, Nr. 1). Vgl. auch _Fürschurz_ u. bes. noch _Fürtuch_ (= -»[Weiber-]Schürze«; s. Näh. D. W.-B. IV, 1, 1, Sp. 920/21, Nr. 2). - -_Zu S. 180, Anm. 929_: _Gari_ = penis ist (nach _Pollak_ 213) auch noch -der neueren _Wiener Gaunersprache_ bekannt. - -Nachtrag zu Band 65. _Zu S. 65, Anm. 2262_: In rotwelschen Quellen des -19. Jahrhunderts (so z. B. bei _Pfister bei Christensen_ 1814 [326], _v. -Grolman_ 46 u. T.-G. 130 u. _Karmayer_ G.-D. 209) kommt das Wort -_Massi(c)k_ auch für »Schwätzer« oder »Verräter« vor. Man könnte dabei -an einen Zusammenhang mit dem rotw. _massern_, hebr. _masr_ = -»verraten« (vgl. _Günther_, Rotwelsch, S. 76) denken; jedoch kann sich -jene Bedeutung auch _ohne dem_ entwickelt haben, da es ja nur -begreiflich ist, daß die Gauner, um ihren gefährlichsten Feind, den -Verräter, zu bezeichnen, zu den stärksten Ausdrücken greifen. - -________________________________________________________________________ - - - - - Anmerkungen zur Transkription - - -Dieses Buch ist ursprünglich erschienen als eine Serie von Artikeln in: -Groß, Hans (Hrsg.); Archiv für Kriminal-Anthropologie und Kriminalistik, -F. C. W. Vogel, Leipzig; Bd. 63 (1915), S. 1-46, 97-133, 372-396; Bd. 64 -(1915), S. 127-183, 297-355; Bd. 65 (1916), S. 33-89. Die einzelnen -Artikel wurden zu einem zusammenhängenden Text vereinigt. -Fortsetzungshinweise und Wiederholungen der Zwischenüberschriften wurden -entfernt und die »Nachträge« am Ende der jeweiligen Artikel an einer -Stelle zusammengefaßt. Seitennummern wurden durch Voranstellung der -Nummer des jeweiligen Bandes des »Archivs« ergänzt. - -Die Fußnoten mußten vom Fließtext getrennt und durchgängig neu numeriert -werden. Auf Grund der großen Anzahl von Fußnoten (2289) und der -zahllosen Querverweise zwischen den Fußnoten wurde eine Liste der -ursprünglichen Nummern, der entsprechenden neuen Nummern und der -zugehörigen Seitennummern zum Vergleich weiter unten angefügt. - -Außerdem wurden die Fußnoten mit der ursprünlichen Nummer sowie der -Seitennummer markiert. - -Einige Seiten enthielten nur Fußnoten. Die entsprechenden Seitennummern -wurden entfernt. - -Hervorhebungen, die im Original g e s p e r r t sind, wurden mit -Unterstrichen wie _hier_ gekennzeichnet. Fettdruck wurde ¶so¶ markiert. - -Offensichtliche Fehler wurden berichtigt, teilweise unter Verwendung der -zitierten Quellenliteratur. Eine Liste der Änderungen findet sich weiter -unten. Der folgende Fall ließ sich nicht eindeutig klären: Anm. 302, -»topor«: Am Ende des russischen Wortes _topor_ (Axt) erscheint im Druck -ein Buchstabe, der wie ein kleines b oder das Weichheitszeichen des -kyrillischen Alphabetes aussieht, dort aber nicht hingehört (entfernt). - - - - -Liste der Änderungen am Originaltext - - -Die Schreibweise und Grammatik der Vorlage wurden weitgehend -beibehalten. Lediglich offensichtliche Fehler wurden berichtigt wie hier -aufgeführt (vorher/nachher): - - [S. 63.7]: - … jenischem Form, näher aufzuzählen. Mit ziemlicher Sicherheit … - … jenischen Form, näher aufzuzählen. Mit ziemlicher Sicherheit … - - [S. 63.8]: - … berauscht, schofel = schlecht, wo(h)nisch = katholisch; c) - das … - … berauscht, schofel = schlecht, wo(h)nisch = katholisch; d) - das … - - [S. 63.14]: - … Kittchen), u. Käfferle (zu Kaffee [s. oben]), das zwar - »Junggeselle« und … - … Kittchen), u. Käfferle (zu Kaffer [s. oben]), das zwar - »Junggeselle« und … - - [S. 63.19]: - … grundsätzlich die Methode beobachtet, das jedesmal dort zu - einer … - … grundsätzlich die Methode beobachtet, daß jedesmal dort zu - einer … - - [S. 63.33]: - … Zahnfleich). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkreise): nur - Schwäb. Händlerspr. … - … Zahnfleisch). Zu vgl. (aus dem verw. Quellenkreise): nur - Schwäb. Händlerspr. … - - [S. 63.42]: - … Erkärung gegeben. … - … Erklärung gegeben. … - - [S. 63.43]: - … Gauerspr. 94 [künnigen]) und verkündigen = verkaufen (s. z. - B. auch … - … Gaunerspr. 94 [künnigen]) und verkündigen = verkaufen (s. z. - B. auch … - - [S. 63.100]: - … S. 173 (unter »garant«) sowie Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. - 790. Nur in den … - … S. 173 (unter »garant«) sowie Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. - 790. Nur in dem … - - [S. 63.105]: - … Dobrisch schwächen = Tabak rauchen; es schwachet mich = es - dürstet … - … Dobrisch schwächen = Tabak rauchen; es schwächet mich = es - dürstet … - - [S. 63.107]: - … desgl. für die Bedeutgn. »Richter«, »Herrscher« u. »Oberherr« - (s. d. Vok. … - … desgl. für die Bedeutgn. »Richter«, »Herrscher« u. »Oberherr« - (s. d. Vork. … - - [S. 63.107]: - … Herrin (Dame, Edeldame) u. d. Dimien. Sinsle = Junker]) sind: - a) im Anfang: … - … Herrin (Dame, Edeldame) u. d. Dimin. Sinsle = Junker]) sind: - a) im Anfang: … - - [S. 63.107]: - … (fem. -sinse = Quatierfrau), Sturmkittsins = Ratsherr, - Dupfsins = … - … (fem. -sinse = Quartierfrau), Sturmkittsins = Ratsherr, - Dupfsins = … - - [S. 63.109]: - … (dazu die Verbdg. biblicher Schuberle = heiliger Geist). In - dem verw. … - … (dazu die Verbdg. bliblicher Schuberle = heiliger Geist). In - dem verw. … - - [S. 63.109]: - … (eigtl. »böse Sachen machen«) = »huren« (s. Näh. unter - »böse«); mit auspfanzen ist … - … (eigtl. »böse Sachen machen«) = »huren« (s. Näh. unter - »böse«); mit auspflanzen ist … - - [S. 63.115]: - … Quellenkr.): Dolm. der Gaunerpr. 97 (schmusen = reden); W.-B. - des … - … Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 97 (schmusen = reden); - W.-B. des … - - [S. 63.120]: - … = Taschenspieler. In den verw. Quellenkr. m. Wiss. unbekannt, … - … = Taschenspieler. In dem verw. Quellenkr. m. Wiss. unbekannt, … - - [S. 63.130]: - … (Lütz. 214: bremse[n] = »furzem«, Bremser = »Furz«). Die - Etymologie … - … (Lütz. 214: bremse[n] = »furzen«, Bremser = »Furz«). Die - Etymologie … - - [S. 63.390]: - … ([109] auf S. 63.390) Mit Blamb ist zusammgesetzt nur - Blambglansert (s. d. W.-B.), … - … ([109] auf S. 63.390) Mit Blamb ist zusammengesetzt nur - Blambglansert (s. d. W.-B.), … - - [S. 64.130]: - … Ware, Achelsore = Eßwaren); Pfulld. J.-W.-B. 339, 341-343, - 34ö, 34ô (Sore … - … Ware, Achelsore = Eßwaren); Pfulld. J.-W.-B. 339, 341-343, - 345, 346 (Sore … - - [S. 64.136]: - … Quellenkr.): Dolm. der Gaunerpr. 91 (Schiebes[-]machen = - durchgehen … - … Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 91 (Schiebes[-]machen = - durchgehen … - - [S. 64.138]: - … Übereinstimmg. mit d. Zigeun.); [Greek: b]) mit der ersten u. - dritten Perf. Präs. (als … - … Übereinstimmg. mit d. Zigeun.); [Greek: b]) mit der ersten u. - dritten Pers. Präs. (als … - - [S. 64.138]: - … zumal, gleichwie in lone lautlich lô = nein steckt, auch in - nobis des no als … - … zumal, gleichwie in lone lautlich lô = nein steckt, auch in - nobis das no als … - - [S. 64.147]: - … s. A.-L. 524). Der Etymolgie nach erscheint biberen (wie auch - das gemeinspr. … - … s. A.-L. 524). Der Etymologie nach erscheint biberen (wie - auch das gemeinspr. … - - [S. 64.149]: - … Zusammensetzgn. gebildet: Srohbutzerstenkert = Gänsestall, … - … Zusammensetzgn. gebildet: Strohbutzerstenkert = Gänsestall, … - - [S. 64.150]: - … verw. Quellenkr.): Dolm. der Gauerspr. 95 ([einen] kneisen = - [einen … - … verw. Quellenkr.): Dolm. der Gaunerspr. 95 ([einen] kneisen = - [einen … - - [S. 64.155]: - … [288]), für dem »Silbergnanziger« (s. Fröhlich 1851 [419]; - vgl. in der neueren … - … [288]), für den »Silbergnanziger« (s. Fröhlich 1851 [419]; - vgl. in der neueren … - - [S. 64.170]: - … sind gebildet die Verbindung grandich Stohbutzer = Schwan (s. … - … sind gebildet die Verbindung grandich Strohbutzer = Schwan - (s. … - - [S. 64.178]: - … dem verw. Quellen kennen die Sammlungen der Gaun.- u. - Kundenspr. die … - … den verw. Quellen kennen die Sammlungen der Gaun.- u. - Kundenspr. die … - - [S. 64.181]: - … Goldstück, Füchsle od. Godfüchsle … - … Goldstück, Füchsle od. Goldfüchsle … - - [S. 64.182]: - … große Dame, grandische Sense … - … große Dame, grandiche Sense … - - [S. 64.303]: - … dürfte dann vielleicht auch in Wittichs Jensich statt - schenzieren richtiger … - … dürfte dann vielleicht auch in Wittichs Jenisch statt - schenzieren richtiger … - - [S. 64.311]: - … ([152] auf S. 64.311) S. Subtantivierung des Adjektives - grandich; vgl. »Vorbemerkung«, … - … ([152] auf S. 64.311) S. Substantivierung des Adjektives - grandich; vgl. »Vorbemerkung«, … - - [S. 64.314]: - … Liebich, S. 149 u. 212) die Insel paninjākri monteia, d. - h. »Wasserberg« od. … - … Liebich, S. 149 u. 212) die Insel paninjākri montaia, d. - h. »Wasserberg« od. … - - [S. 64.314]: - … Anm. 2 a. E. (über einem Einfluß auch des deutschen Zeitw. - »kennen« bei dem … - … Anm. 2 a. E. (über einen Einfluß auch des deutschen Zeitw. - »kennen« bei dem … - - [S. 64.316]: - … Tee, Zucker u. allgem. Süßigkeit. Dazu folgende - Zusammensetzgn.: Süs(s)plengnolle … - … Tee, Zucker u. allgem. Süßigkeit. Dazu folgende - Zusammensetzgn.: Süs(s)lengnolle … - - [S. 64.319]: - … Näh. s. darüber bei Pott II, S. 257/58 (unter »Ciral«); - Liebich, S. 142 u. 213 … - … Näh. s. darüber bei Pott II, S. 257/58 (unter »Giral«); - Liebich, S. 142 u. 213 … - - [S. 64.329]: - … Brot« (s. Liebisch, S. 138 u. 218). … - … Brot« (s. Liebich, S. 138 u. 218). … - - [S. 64.340]: - … zu schließen ist; vgl. auch nobis dofer Bichpflanzer (Kies- - od. Lobepfanzer) … - … zu schließen ist; vgl. auch nobis dofer Bichpflanzer (Kies- - od. Lobepflanzer) … - - [S. 64.342]: - … nacht, nobis ang'kluftet (d. h. »nicht angekleidet«) od. - auskluftet … - … nackt, nobis ang'kluftet (d. h. »nicht angekleidet«) od. - auskluftet … - - [S. 64.345]: - … Ochenmaulsalat, Hornikelgielblättling … - … Ochsenmaulsalat, Hornikelgielblättling … - - [S. 64.351]: - … Begriff negativ umschrieben dursh tschi tschātscho (od. - ladscho) radíngĕro … - … Begriff negativ umschrieben durch tschi tschātscho (od. - ladscho) radíngĕro … - - [S. 65.35]: - … = Scheuer); Schwäb. Händerspr. (Lütz. [215]: Schafell = - Scheune). … - … = Scheuer); Schwäb. Händlerspr. (Lütz. [215]: Schafell = - Scheune). … - - [S. 65.36]: - … Schinken, Schwäzlingbossert (d. h. eigtl. »Ruß- [od. Rauch- … - … Schinken, Schwärzlingbossert (d. h. eigtl. »Ruß- [od. Rauch- … - - [S. 65.38]: - … schmelzen (richtiger wohl: schmälzen), schmunken … - … schmelzen (richtiger wohl: schmalzen), schmunken … - - [S. 65.39]: - … ([96] auf S. 65.39) S. (betr. -planzer) anbrennen. … - … ([96] auf S. 65.39) S. (betr. -pflanzer) anbrennen. … - - [S. 65.41]: - … Schwester, Glied, Model; vgl. Gsschwister … - … Schwester, Glied, Model; vgl. Geschwister … - - [S. 65.56]: - … verlängere, grandicher pflanzen (d. h. »größer machen«) … - … verlängern, grandicher pflanzen (d. h. »größer machen«) … - - [S. 65.64]: - … sīnte); s. (außer Pott, a. a. O. u. II, S. 239 u. - Liebisch, S. 159 u. 262) … - … sīnte); s. (außer Pott, a. a. O. u. II, S. 239 u. Liebich, - S. 159 u. 262) … - - [S. 65.70]: - … Schure (shcurele) s. abbiegen. … - … Schure (schurele) s. abbiegen. … - - [S. 65.87]: - … Obwohl sonst — wie beim Rotwelsch — Grammatik und Syntex - sich … - … Obwohl sonst — wie beim Rotwelsch — Grammatik und Syntax - sich … - - [S. 65.87]: - … oder (etwa seltener) mir (vgl. v. Schmid, a. a. O., S. 382 - unter »mer«, Nr. 2 u. … - … oder (etwas seltener) mir (vgl. v. Schmid, a. a. O., S. 382 - unter »mer«, Nr. 2 u. … - - [S. 65.89]: - … eine Diminitivbildung von Groanikel handelt. … - … eine Diminutivbildung von Groanikel handelt. … - - - - -Liste der Fußnotennummern vor und nach der durchgehenden Neunumerierung - -Band 63 - - -S. 2 [1]: [1], S. 2 [2]: [2], S. 3 [1]: [3], -S. 3 [2]: [4], S. 4 [1]: [5], S. 4 [2]: [6], -S. 5 [1]: [7], S. 5 [2]: [8], S. 6 [1]: [9], -S. 6 [2]: [10], S. 6 [3]: [11], S. 6 [4]: [12], -S. 7 [1]: [13], S. 7 [2]: [14], S. 7 [3]: [15], -S. 7 [4]: [16], S. 8 [1]: [17], S. 8 [2]: [18], -S. 8 [3]: [19], S. 8 [4]: [20], S. 8 [5]: [21], -S. 8 [6]: [22], S. 9 [1]: [23], S. 9 [2]: [24], -S. 10 [1]: [25], S. 10 [2]: [26], S. 10 [3]: [27], -S. 11 [1]: [28], S. 12 [1]: [29], S. 13 [1]: [30], -S. 13 [2]: [31], S. 13 [3]: [32], S. 13 [4]: [33], -S. 14 [1]: [34], S. 15 [1]: [35], S. 15 [2]: [36], -S. 15 [3]: [37], S. 15 [4]: [38], S. 16 [1]: [39], -S. 16 [2]: [40], S. 17 [1]: [41], S. 17 [2]: [42], -S. 17 [3]: [43], S. 17 [4]: [44], S. 18 [1]: [45], -S. 18 [2]: [46], S. 18 [3]: [47], S. 19 [1]: [48], -S. 19 [2]: [49], S. 19 [3]: [50], S. 20 [1]: [51], -S. 20 [2]: [52], S. 21 [1]: [53], S. 22 [1]: [54], -S. 22 [2]: [55], S. 23 [1]: [56], S. 23 [2]: [57], -S. 23 [3]: [58], S. 24 [1]: [59], S. 24 [2]: [60], -S. 25 [1]: [61], S. 26 [2]: [62], S. 26 [3]: [63], -S. 26 [4]: [64], S. 26 [5]: [65], S. 26 [6]: [66], -S. 26 [7]: [67], S. 26 [8]: [68], S. 26 [9]: [69], -S. 26 [10]: [70], S. 26 [11]: [71], S. 27 [12]: [72], -S. 27 [13]: [73], S. 27 [14]: [74], S. 27 [15]: [75], -S. 27 [16]: [76], S. 27 [17]: [77], S. 27 [18]: [78], -S. 27 [19]: [79], S. 27 [20]: [80], S. 28 [21]: [81], -S. 28 [22]: [82], S. 28 [23]: [83], S. 28 [24]: [84], -S. 28 [25]: [85], S. 28 [26]: [86], S. 28 [27]: [87], -S. 28 [28]: [88], S. 28 [29]: [89], S. 28 [30]: [90], -S. 28 [31]: [91], S. 28 [32]: [92], S. 29 [1]: [93], -S. 29 [2]: [94], S. 29 [3]: [95], S. 29 [4]: [96], -S. 30 [5]: [97], S. 30 [6]: [98], S. 30 [7]: [99], -S. 30 [8]: [100], S. 30 [9]: [101], S. 30 [10]: [102], -S. 30 [11]: [103], S. 30 [12]: [104], S. 30 [13]: [105], -S. 30 [14]: [106], S. 30 [15]: [107], S. 30 [16]: [108], -S. 30 [17]: [109], S. 30 [18]: [110], S. 30 [19]: [111], -S. 30 [20]: [112], S. 30 [21]: [113], S. 30 [22]: [114], -S. 30 [23]: [115], S. 30 [24]: [116], S. 31 [1]: [117], -S. 31 [2]: [118], S. 31 [3]: [119], S. 33 [4]: [120], -S. 33 [5]: [121], S. 34 [6]: [122], S. 34 [7]: [123], -S. 35 [8]: [124], S. 35 [9]: [125], S. 36 [10]: [126], -S. 37 [11]: [127], S. 37 [12]: [128], S. 37 [13]: [129], -S. 38 [14]: [130], S. 38 [15]: [131], S. 39 [16]: [132], -S. 39 [17]: [133], S. 39 [18]: [134], S. 40 [19]: [135], -S. 40 [20]: [136], S. 40 [21]: [137], S. 41 [22]: [138], -S. 41 [23]: [139], S. 42 [24]: [140], S. 43 [25]: [141], -S. 43 [26]: [142], S. 43 [27]: [143], S. 43 [28]: [144], -S. 43 [29]: [145], S. 43 [30]: [146], S. 44 [31]: [147], -S. 45 [32]: [148], S. 46 [33]: [149], S. 46 [34]: [150], -S. 97 [1]: [151], S. 97 [2]: [152], S. 97 [3]: [153], -S. 98 [4]: [154], S. 98 [5]: [155], S. 98 [6]: [156], -S. 98 [7]: [157], S. 99 [8]: [158], S. 100 [9]: [159], -S. 100 [10]: [160], S. 100 [11]: [161], S. 100 [12]: [162], -S. 100 [13]: [163], S. 100 [14]: [164], S. 100 [15]: [165], -S. 103 [16]: [166], S. 103 [17]: [167], S. 103 [18]: [168], -S. 104 [19]: [169], S. 104 [20]: [170], S. 104 [21]: [171], -S. 105 [22]: [172], S. 105 [23]: [173], S. 107 [24]: [174], -S. 107 [25]: [175], S. 107 [26]: [176], S. 107 [27]: [177], -S. 108 [28]: [178], S. 108 [29]: [179], S. 109 [30]: [180], -S. 109 [31]: [181], S. 109 [32]: [182], S. 109 [33]: [183], -S. 110 [34]: [184], S. 110 [35]: [185], S. 111 [36]: [186], -S. 111 [37]: [187], S. 111 [38]: [188], S. 112 [39]: [189], -S. 113 [40]: [190], S. 113 [41]: [191], S. 113 [42]: [192], -S. 113 [43]: [193], S. 114 [44]: [194], S. 114 [45]: [195], -S. 114 [46]: [196], S. 115 [47]: [197], S. 115 [48]: [198], -S. 115 [49]: [199], S. 116 [50]: [200], S. 116 [51]: [201], -S. 116 [52]: [202], S. 116 [53]: [203], S. 116 [54]: [204], -S. 116 [55]: [205], S. 116 [56]: [206], S. 117 [57]: [207], -S. 117 [58]: [208], S. 117 [59]: [209], S. 117 [60]: [210], -S. 117 [61]: [211], S. 117 [62]: [212], S. 118 [63]: [213], -S. 118 [64]: [214], S. 119 [65]: [215], S. 119 [66]: [216], -S. 119 [67]: [217], S. 120 [68]: [218], S. 120 [69]: [219], -S. 120 [70]: [220], S. 120 [71]: [221], S. 121 [72]: [222], -S. 121 [73]: [223], S. 121 [74]: [224], S. 122 [75]: [225], -S. 123 [76]: [226], S. 123 [77]: [227], S. 123 [78]: [228], -S. 123 [79]: [229], S. 123 [80]: [230], S. 123 [81]: [231], -S. 123 [82]: [232], S. 123 [83]: [233], S. 123 [84]: [234], -S. 124 [85]: [235], S. 124 [86]: [236], S. 124 [87]: [237], -S. 124 [88]: [238], S. 124 [89]: [239], S. 125 [90]: [240], -S. 125 [91]: [241], S. 125 [92]: [242], S. 126 [93]: [243], -S. 126 [94]: [244], S. 126 [95]: [245], S. 126 [96]: [246], -S. 126 [97]: [247], S. 127 [98]: [248], S. 127 [99]: [249], -S. 127 [100]: [250], S. 127 [101]: [251], S. 127 [102]: [252], 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JENISCHE SPRACHE *** - -***** This file should be named 50779-0.txt or 50779-0.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/0/7/7/50779/ - -Produced by Norbert H. 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