summaryrefslogtreecommitdiff
diff options
context:
space:
mode:
-rw-r--r--.gitattributes4
-rw-r--r--LICENSE.txt11
-rw-r--r--README.md2
-rw-r--r--old/50081-8.txt6755
-rw-r--r--old/50081-8.zipbin140033 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h.zipbin1399365 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/50081-h.htm13303
-rw-r--r--old/50081-h/images/087.jpgbin34911 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/087hr.jpgbin110291 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/093.jpgbin72232 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/093hr.jpgbin134129 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/097.jpgbin51297 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/097hr.jpgbin136556 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/101.jpgbin52001 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/101hr.jpgbin160959 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/103.jpgbin15973 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/103hr.jpgbin110610 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/105.jpgbin43192 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/105hr.jpgbin130408 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/106.jpgbin15057 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/106hr.jpgbin122403 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/cover-page.jpgbin25945 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/portrait.jpgbin31603 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/rub.jpgbin571 -> 0 bytes
-rw-r--r--old/50081-h/images/signature.jpgbin1791 -> 0 bytes
25 files changed, 17 insertions, 20058 deletions
diff --git a/.gitattributes b/.gitattributes
new file mode 100644
index 0000000..d7b82bc
--- /dev/null
+++ b/.gitattributes
@@ -0,0 +1,4 @@
+*.txt text eol=lf
+*.htm text eol=lf
+*.html text eol=lf
+*.md text eol=lf
diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt
new file mode 100644
index 0000000..6312041
--- /dev/null
+++ b/LICENSE.txt
@@ -0,0 +1,11 @@
+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
+
+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
+jurisdictions other than the United States. Anyone seeking to utilize
+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
diff --git a/README.md b/README.md
new file mode 100644
index 0000000..a18c6c1
--- /dev/null
+++ b/README.md
@@ -0,0 +1,2 @@
+Project Gutenberg (https://www.gutenberg.org) public repository for
+eBook #50081 (https://www.gutenberg.org/ebooks/50081)
diff --git a/old/50081-8.txt b/old/50081-8.txt
deleted file mode 100644
index 09f7beb..0000000
--- a/old/50081-8.txt
+++ /dev/null
@@ -1,6755 +0,0 @@
-The Project Gutenberg EBook of Natur und Mensch, by Ernst Haeckel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Natur und Mensch
- Sechs Abschnitte aus Werken von Ernst Haeckel
-
-Author: Ernst Haeckel
-
-Editor: Carl W. Neumann
-
-Release Date: September 30, 2015 [EBook #50081]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK NATUR UND MENSCH ***
-
-
-
-
-Produced by Ralph Janke, Marilynda Fraser-Cunliffe, Jens
-Sadowski,and the Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
- [Illustration: Phot. A. Bischoff, Jena.]
-
- [Illustration: Unterschrift: Ernst Haeckel.]
-
-
-
-
- Natur und Mensch.
-
-
- Sechs Abschnitte aus Werken
- von
- Ernst Haeckel.
-
- Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen
- von
- Carl W. Neumann.
-
- Mit dem Bildnis Ernst Haeckels
- und zahlreichen Abbildungen im Text.
-
- Leipzig
- Druck und Verlag von Philipp Reclam jun.
-
-
-
-
- Einleitung.
-
-
-Hunderttausende führen den Namen Haeckels im Munde, urteilen über ihn
-und sein Lebenswerk und kennen doch nichts von ihm als sein
-vielbefehdetes Buch von den »Welträtseln«; vielleicht auch noch außerdem
-ein paar kleinere Schriften. Was er _vor_ diesen in vierzigjähriger
-rastloser Forscherarbeit geschaffen hat, blieb für die meisten
-Geheimnis. Sie wissen, daß Haeckels Name aufs engste verknüpft ist mit
-jener großen Bewegung, die Darwin durch sein epochemachendes Werk »Die
-Entstehung der Arten im Tier- und Pflanzenreiche« (1859) ins Leben rief,
-aber sie haben nur unklare Vorstellungen von der besonderen Art der
-Verdienste Ernst Haeckels. Ganz zu geschweigen von dem, was er
-unabhängig von Darwin in seinen voluminösen Monographien der
-Radiolarien, Kalkschwämme, Medusen usw. der Wissenschaft Großes
-geschenkt hat. Es ist daher angezeigt, der kleinen Auswahl von
-Abschnitten aus den bedeutendsten populären Werken des Jenaer
-Naturforschers, die dieses Bändchen vereinigt, wenigstens im Umriß ein
-Bild seines Lebens und Schaffens voranzustellen.
-
-Ernst Haeckel wurde am 16. Februar 1834 als Sohn des Regierungsrats Karl
-Haeckel in Potsdam geboren, wuchs aber in Merseburg auf, wohin noch im
-ersten Lebensjahre des Knaben der Vater versetzt worden war. Wer Fäden
-sucht, die bereits aus den Tagen der Jugend ins spätere Leben und Wirken
-des reifen Mannes hinüberwehen, kommt nicht in Verlegenheit.
-Kraftstrotzender Übermut auf der einen Seite, auf der anderen die
-Neigung, in einsamen Wanderstunden geheime Zwiesprache zu halten mit
-allem, was kreucht und fleucht, grünt und blüht, sind von früh an
-hervorstechende Züge im Wesen des Knaben. Der Elfjährige durchstreift
-schon die Kreuz und die Quer das Siebengebirge, um die vermeintlich nur
-dort wachsende graue Erika ausfindig zu machen. Der Merseburger
-Gymnasiast liefert Beiträge zu Garckes »^Flora Hallensis^« und legt sich
-in seinen Mußestunden ein Doppelherbarium an, eins für die »guten
-Arten«, die sich hübsch fügsam in Linnés System bequemen, und ein
-zweites für die »verdächtigen« Genera, die dann, in langer Reihe
-geordnet, den ununterbrochenen Übergang von einer guten Art zur anderen
-demonstrieren. »Es waren die von der Schule verbotenen Früchte der
-Erkenntnis, an denen ich in stillen Mußestunden mein geheimes,
-kindisches Vergnügen hatte.« In Wirklichkeit rührte der Gymnasiast da
-schon leise an jenes große Problem von der Dauer und Wandelbarkeit der
-Arten, das freilich vorerst nur in der Luft lag, aber ihn später so
-mächtig erfassen sollte.
-
-Als dieses »Später« im Jahre 1859 in greifbare Nähe zu rücken begann,
-fischte der fünfundzwanzigjährige Haeckel im Hafen von Messina nach
-allerlei Seetieren, vor allem nach Radiolarien, jenen trotz ihrer
-mikroskopischen Kleinheit so überaus reizvollen Strahltierchen mit dem
-vielgestaltigen, rhythmisch gewachsenen Kieselskelett, die wenige Jahre
-zuvor erst sein großer Lehrer Johannes Müller entdeckt hatte. Haeckel
-war Arzt seines Zeichens. Gehorchend dem Wunsche des Vaters -- nicht
-seinem eigenen Triebe, der ihn vielmehr mit Macht zur Botanik drängte --
-hatte er in Berlin, Würzburg und Wien das medizinische Brotstudium
-absolviert und sich nach bestandenem Staatsexamen als praktischer Arzt
-in Berlin niedergelassen. Als Mann der Theorie aber fehlte ihm für die
-Praxis der rechte Sinn, wie er später oft scherzte, so daß ihm der Vater
-zur endgültigen Klärung der Berufsfrage noch ein weiteres Studienjahr in
-Italien, dem Land seiner Sehnsucht, bewilligte. Und dieses Jahr ward
-entscheidend. Das fesselnde Studium des Planktons, dem er schon früher
-(1854) als junger Student unter Führung Johannes Müllers auf Helgoland
-eine Zeitlang obgelegen hatte, schob die Botanik und Medizin nunmehr
-definitiv in den Hintergrund. Zoologie hieß die Losung, und schneller,
-als er's sich träumen mochte, sollte er Fuß in ihr fassen. Im Mai 1860
-kam er zurück nach Berlin, um seine sizilianischen Planktonschätze,
-Zeichnungen und Präparate, im großen Stil zu bearbeiten, und ehe das
-Werk noch vollendet war, saß er mit Hilfe seines einstigen Würzburger
-Studienfreundes Karl Gegenbaur als außerordentlicher Professor in Jena.
-Im gleichen Jahre (1862) erschien als ein riesiger Folioband mit 35
-farbigen Kupfertafeln die »_Monographie der Radiolarien_«, die seinen
-Ruf als zoologischen Facharbeiter mit einem Schlage begründete, und daß
-auch das Tipfelchen auf dem i des Triumphes nicht fehle, verband er sich
-im August 1862 mit seiner »hochbegabten, feinsinnigen« Cousine Anna
-Sethe zu glücklichster, aber leider nur kurzer Ehe. Schon anderthalb
-Jahre später, gerade an seinem dreißigsten Geburtstag, entriß ihm ein
-jäher Tod die geliebte Frau. Dem höchsten Glück folgte fast auf dem Fuße
-der schwerste Schicksalsschlag, der ihn treffen konnte. In dieser
-trübsten Zeit aber schrieb er -- höchst seltsam zu sagen -- in einem
-Zuge das tiefste, bedeutendste Werk seines Lebens, die »_Generelle
-Morphologie der Organismen_.« Zwei starke Bände mit über 1200 Seiten
-Text.
-
-Noch während er an der italienischen Küste in Plankton schwelgte, erfuhr
-er, es sei da von England ein »ganz verrücktes« Buch nach Deutschland
-herübergekommen, dessen Verfasser nicht bloß das Linnésche Dogma von der
-Unveränderlichkeit der Arten bestreite, sondern auch an Stelle des
-einmaligen planvollen Schöpfungsaktes ein großes Gesetz kontinuierlicher
-Entwicklung des Lebens zu künden die Dreistigkeit habe: Darwins
-»Entstehung der Arten«. Dieses ketzerische Buch, das die Fachzoologen
-von damals entweder ganz totschwiegen oder schlankweg für »Humbug«
-erklärten, zog Haeckel gleich bei der ersten Lektüre ganz
-unwiderstehlich in seinen Bann und ließ ihn fortan nicht mehr los.
-Bereits in den »Radiolarien« war er ganz kurz darauf eingegangen, um
-dann auf der Stettiner Naturforscherversammlung von 1863 ausführlich,
-und zwar in zustimmendem Sinne, zu Darwins Ideengang Stellung zu nehmen.
-Die große Mehrzahl der Fachgenossen war freilich noch anderer Ansicht.
-Ein angesehener Zoologe erklärte Darwins Buch für den »harmlosen Traum
-eines Nachmittagsschläfchens«, ein anderer verglich die
-»naturphilosophischen Phantasien« mit dem Tischrücken, ein namhafter
-Geologe meinte, daß dem »vorübergehenden Schwindel« bald die
-Ernüchterung folgen müsse, und ein Anatom prophezeite, nach wenigen
-Jahren werde kein Mensch mehr davon sprechen. ^Tempora mutantur^!
-
-Auf Haeckel machte die Ablehnung so wenig Eindruck, daß er sich, obwohl
-tief niedergedrückt durch den Tod der geliebten Gattin (er hat später,
-1868, zum zweitenmal geheiratet), mit fliegender Feder daran machte, die
-ganze biologische Wissenschaft, soweit sie zusammenhing mit dem Problem
-der Entwicklung, aus der von Darwin geschaffenen Basis ganz neu zu
-gruppieren und umzugestalten. Eine Art wissenschaftlichen Testaments
-sollte die »Generelle Morphologie« werden. Auch damals, wie
-dreiunddreißig Jahre später in den »Welträtseln«, gedachte er mit dem
-Ende des Werkes einen Strich unter seine Lebensarbeit zu machen.
-Gelegentlich der Feier seines sechzigsten Geburtstages hat er es selber
-so dargestellt: »Ich lebte damals ganz als Einsiedler, gönnte mir kaum
-drei bis vier Stunden Schlaf täglich und arbeitete den ganzen Tag und
-die halbe Nacht. Dabei lebte ich in so strenger Askese, daß ich mich
-eigentlich wundern muß, heute noch gesund und lebendig vor Ihnen zu
-stehen.« Durch eifrige, hastige Arbeit wollte er alle die seelischen
-Schmerzen betäuben, und dann -- ja, was dann kommen sollte, wußte er
-selbst nicht. Tatsache ist aber, daß er in weniger als Jahresfrist die
-mehr als zwölfhundert engen Druckseiten aufs Papier brachte. Tatsache
-ist ferner, daß er in diesem monumentalen Werk alle, aber auch wirklich
-_alle_ die wichtigen Konsequenzen schon zog und alle wesentlichen und
-entscheidenden Anschauungen seiner monistischen und genetischen
-Philosophie schon entwickelte, deren Ausbau im einzelnen sein ganzes
-künftiges Leben beschäftigt hat. »In der Methode naturwissenschaftlicher
-Forschung«, sagt Bölsche sehr treffend, »bedeutet das Werk einen
-Markstein, an dem man die ganze Geistesarbeit der zweiten Hälfte des 19.
-Jahrhunderts charakterisieren und werten kann. Für die allgemeine
-biologische Systematik beginnt mit ihm eine neue Epoche in der Weise,
-wie es fünfzig Jahre vorher bei Cuvier und nochmals über fünfzig weiter
-zurück bei Linné der Fall gewesen war. Was es für die Zoologie im
-engeren Sinne ist, hat ein gewiß kompetenter Urteiler wie Richard
-Hertwig dreißig Jahre später in das einfache Wort zusammengefaßt: daß
-wenige Werke so viel beigetragen haben, das geistige Niveau der Zoologie
-zu heben.« Im ersten Bande wurden mit Hilfe einer selbstgeschaffenen
-wissenschaftlichen Kunstsprache, die heute vielfach zum eisernen
-Bestande der Zoologie gehört, die Grundbegriffe des Lebens, der
-Formenbildung und -umbildung, der Individualität und natürlichen
-Verwandtschaft, die Gesetze der Anpassung, Vererbung und Auslese
-methodologisch neu festgestellt. Im zweiten Bande wurde auf Grund der
-vergleichenden Anatomie, der Stammesgeschichte (Phylogenie) und
-Keimesgeschichte (Ontogenie) der dreifache Beweis für die
-Abstammungslehre versucht und das Ganze gekrönt durch das von Haeckel
-zum erstenmal scharf formulierte und auf das gesamte Gebiet der
-organischen Formenwelt angewandte »_biogenetische Grundgesetz_«, wonach
-die Entwicklungsgeschichte des Einzelwesens eine gedrängte, stark
-abgekürzte und häufig abgeänderte Wiederholung der Entwicklung des
-zugehörigen Stammes ist. Daß ein derartig weit in die Zukunft
-vorauseilendes wissenschaftliches Werk bei all seinen Vorzügen auch
-Unvollkommenheiten und Irrtümer aufweisen mußte, braucht kaum noch
-ausdrücklich betont zu werden. Kommende Jahre haben manche der
-Hypothesen, die Haeckel zum erstenmal aufgestellt hatte, von Grund aus
-verändert oder völlig verworfen, und auch er selbst ist nicht müde
-geworden, zu bessern und nachzuprüfen. Dem Werke selbst aber bleibt doch
-der Ruhm unbestritten, zum erstenmal »eine markige Skizze der belebten
-Natur im neuen Lichte der Entwicklungslehre und zugleich ein ganzes
-Programm für die biologische Forschung der nächsten Zukunft entworfen zu
-haben«.
-
-Im Herbst 1866 war das große Werk abgeschlossen. Physisch und geistig
-erschöpft, ging Haeckel, ohne erst noch das Erscheinen der »Morphologie«
-abzuwarten, auf Reisen, besuchte Darwin auf seinem Landsitze Down bei
-London und fuhr danach, den Rat seiner Freunde befolgend, nach
-Teneriffa, um dort unter Palmen Erholung zu suchen. In weiterer Folge
-ging dann die Reise nach Lanzerote, der kleinen vulkanischen Ozeaninsel,
-deren waldlose Kraterlandschaften stark an die Bilder vom Monde
-erinnern. Hier wurden in Gemeinschaft mit Richard Greeff und zwei
-jüngeren Zoologen vor allem Medusen und Siphonophoren (Staatsquallen)
-studiert, die das Meer in verschwenderischer Fülle herbeitrug, und in
-viermonatiger eifriger Arbeit kamen die Schätze zusammen, die Haeckel
-später die Abfassung seiner preisgekrönten »_Entwicklungsgeschichte der
-Siphonophoren_« (mit 14 Tafeln, 1869) ermöglichten.
-
-Sechs Monate blieb er von Jena fern. Wenn er indessen bei seiner
-Heimkehr erwartet hatte, die »Generelle Morphologie« würde in der
-Zwischenzeit die Geister wachgerüttelt haben, so sah er sich bitter
-enttäuscht. Die Fachgenossen ignorierten sie völlig oder verspotteten
-sie als ein »Konglomerat naturwissenschaftlicher Träumereien«, und die
-außerhalb der Fachwissenschaft stehende Leserwelt wußte auch damals so
-wenig wie heute von der Existenz des bedeutsamen Werkes. »Generelle
-Morphologie.« Schon der Titel sah keineswegs aus nach sehr weiter
-Verbreitung. Und im übrigen galt -- in einem gewissen Sinne -- wohl
-wirklich auch das, was der Verfasser selbst später von seinem Hauptwerke
-sagte: es sei zu weitschweifig und schwerfällig geschrieben gewesen.
-
-Indessen enttäuscht sein, heißt nicht auch entmutigt sein. Wenn man den
-naturphilosophischen Kern aus der »Morphologie« herausschälte,
-die Grundzüge der Entwicklungtheorie knapp und klar, aller
-sachwissenschaftlichen Schwere entledigt, noch einmal für weitere Kreise
-populär darstellte und gleichzeitig den Stoff chronologisch anordnete,
-d. h. den Gang der Entwicklung des Weltganzen vom Einfachen zum
-Komplizierten, vom Urnebel zum Menschen herauf vorführte, so müßte es
-doch in der Tat seltsam zugehen, wenn einem so beschaffenen Auszug der
-Erfolg versagt bleiben sollte. Aus solchen Erwägungen heraus hielt
-Haeckel im Wintersemester 1867/68 vor einem aus Laien und Studierenden
-aller Fakultäten zusammengesetzten Publikum Vorträge, die 1868 als
-»_Natürliche Schöpfungsgeschichte_« auch in Buchform erschienen --
-damals ein einzelner schmaler Band, der im Laufe der Zeit sich
-verdoppelte und heute in zwölf verschiedenen Übersetzungen vorliegt. Und
-dieses Buch drang nun tatsächlich durch. Es wurde nicht bloß von
-Gebildeten aller Stände gelesen, es zwang auch die Fachgenossen des
-Verfassers jetzt definitiv, so oder anders sich mit der neuen Auffassung
-und Darstellung der Entwicklungslehre auseinanderzusetzen. Das gab dann
-den Anlaß zu bitteren Kämpfen und Debatten, zu kräftigen Angriffen und
-ebenso kräftiger Gegenwehr. Besonders das »biogenetische Grundgesetz«
-war der Zankapfel, der sowohl die Empiriker als auch die Philosophen aus
-ihrer anfänglichen Passivität aufschreckte und auf das Kampffeld rief.
-
-Noch lebhafter aber entbrannte der Streit, als Haeckel im Jahre 1872 in
-seiner »_Monographie der Kalkschwämme_« (zwei Bände Text mit einem Atlas
-von 60 Bildertafeln) den »Versuch zur analytischen Lösung des Problems
-von der Entstehung der Arten« gemacht und dabei zum erstenmal die
-berühmte und fruchtbare _Gasträatheorie_ aufgestellt hatte, d. h. die
-Zurückführung aller höheren Tiere mit Einschluß des Menschen auf eine
-uralte gemeinsame Stammform, deren ganzer Körper zeitlebens nur aus zwei
-Zellschichten (Haut und Magen) besteht. Das war die hypothetische
-Gasträa oder das Urdarmtier. Bei seinen Untersuchungen über die
-Keimesgeschichte der Kalkschwämme war Haeckel aufgefallen, daß sich das
-Kalkschwamm-Individuum in ganz ähnlicher Weise aus dem Ei entwickelt,
-wie er es früher schon mehrfach bei anderen Tieren beobachtet hatte. Die
-befruchtete Eizelle teilt sich, und die neuentstandenen Zellen setzen
-die Teilung so lange fort, bis sich ein ganzer Zellhaufen gebildet hat,
-ein »Maulbeerkeim«, wie man ihn seiner äußeren Form wegen nannte. In
-diesem Maulbeerkeim bildet sich, da sämtliche Zellen aus Gründen der
-Ernährung nach außen drängen, eine Höhlung, die größer und größer wird
-und schließlich dem ganzen früheren Zellklumpen das Aussehen eines
-winzigen Gummiballs gibt; aus dem Maulbeerkeim ist allmählich ein
-kugeliger »Blasenkeim« geworden. Nun geht die Entwicklung in der Weise
-weiter, daß sich an einem Pol die Zellenschicht einsenkt und sich
-zuletzt völlig an die innere Seite der nicht eingestülpten Wand
-anschmiegt, so daß ein doppelwandiger Becher mit einer Öffnung zustande
-kommt, eine sogenannte »Gastrula«. Die äußere Zellenschicht funktioniert
-als Leibes-, die innere als Darmhaut; die Becheröffnung bildet den
-Gastrulamund. Ganz plump veranschaulichen kann man sich diesen
-Gastrulationsprozeß, indem man einen durchstochenen Gummiball so tief
-einbeult, daß Wand an Wand zu liegen kommt.
-
-Eine Gastrulation wie die geschilderte vollzieht sich aber nicht bloß
-bei einer Anzahl von Schwämmen, sondern auch bei vielen Nesseltieren
-(Polypen, Medusen), bei Würmern, Stachelhäutern und Manteltieren, ja
-sogar bei dem niedrigsten Wirbeltier, dem Lanzettfisch. Ähnlich -- nur
-die Form der Gastrula ändert sich -- spielt sich der Vorgang aber auch
-in der Keimesgeschichte aller höheren Tiere ab, und eben auf diesem
-durchgängigen Vorkommen der Gastrula begründete Haeckel seine
-hypothetische Gasträatheorie. Inzwischen hat man auch wirklich noch
-lebende Tierformen entdeckt, die dem Bild jener hypothetischen Gasträa
-annähernd noch völlig entsprechen.
-
-Es hat lange gedauert, bis die hier flüchtig angedeutete Gasträatheorie,
-die heute allgemein für eine der wichtigsten und fruchtbarsten in der
-ganzen Entwicklungsgeschichte gilt, sich durchsetzen konnte. Ihr
-Entdecker aber ließ sich auch hier durch die Gegnerschaft nicht beirren.
-Nachdem er die Theorie in der »Monographie der Kalkschwämme« mitgeteilt
-und in den »_Studien zur Gasträatheorie_« näher begründet hatte, ließ er
-sie einstweilen selbst für ihren Sieg sorgen und wandte sich inzwischen
-einer neuen großen Aufgabe zu: dem schwierigen Versuch, das
-biogenetische Grundgesetz in seinem ganzen Umfang auf den
-_Menschen_ anzuwenden und aus den empirischen Tatsachen seiner
-Keimesgeschichte den historischen Stufengang seiner Stammesgeschichte
-hypothetisch zu ergründen. Das geschah in der »_Anthropogenie oder
-Entwicklungsgeschichte des Menschen_«, die 1874 herauskam. Erst die
-beiden folgenden Jahre brachten dann zwei weitere Hefte der »Studien zur
-Gasträatheorie«.
-
-Die »Anthropogenie« war zugleich eine geniale und -- kühne Tat. Nicht
-genug, daß Haeckel als erster die gesamte Entwicklungsgeschichte des
-Menschen unter großen philosophischen Gesichtspunkten historisch
-darlegte und damit anfing, die genetische Betrachtung auch auf die
-Zellen, Gewebe, Organe und Funktionen auszudehnen, er besaß auch die in
-den Augen der »Exakten« unerhörte Kühnheit, den spröden Stoff
-gemeinverständlich zu fassen, die wissenschaftlichen Geheimnisse der
-Embryologie einem größeren Leserkreise auszuliefern und den gebildeten
-Zeitgenossen schonungslos ihren tierischen Ursprung klarzumachen. Bis
-dahin hatte man sich begnügt, die sicheren, weil direkt wahrnehmbaren
-Tatsachen möglichst genau zu beschreiben; nun kam da wieder der
-popularisationswütige Jenenser Professor und verknüpfte auch auf dem
-Gebiet der menschlichen Entwicklungsgeschichte mit Tatsachen kühne
-genealogische Hypothesen! Die »Würde der Wissenschaft« war in Gefahr,
-und die Angriffe fielen abermals, wie nach dem Erscheinen der
-»Schöpfungsgeschichte«, schneeflockendicht auf das neue Werk. In
-Wirklichkeit hat die Würde der Wissenschaft in den vier Jahrzehnten, die
-seit dem Erscheinen der »Anthropogenie« jetzt verflossen sind, so wenig
-darunter gelitten, wie das Werk selbst an Bedeutung verloren hat. Die
-beiden reich illustrierten Prachtbände, die fortgesetzt neue
-Auflagen erleben, gelten immer noch unbestritten als die beste
-zusammenhängende Darstellung des großen Wundergebiets der menschlichen
-Entwicklungsgeschichte, die in der gesamten naturwissenschaftlichen
-Literatur existiert.
-
-Auch in der Folgezeit hat Haeckel fast unausgesetzt im schärfsten
-Kreuzfeuer der durch die Entwicklungslehre erzeugten Debatten gestanden.
-Besonders wiederum nach dem 18. September 1877, wo er in München auf der
-50. Versammlung der deutschen Naturforscher und Ärzte über »_Die heutige
-Entwicklungslehre im Verhältnis zur Gesamtwissenschaft_« sprach und
-unter anderem forderte, die Deszendenztheorie müsse als wichtiges
-Bildungsmittel auch in der Schule ihren berechtigten Einfluß geltend
-machen -- eine Rede, die Rudolf Virchow zu seinem vielbesprochenen
-Gegenvortrage über »Die Freiheit der Wissenschaft im modernen Staate«
-Veranlassung gab. Im Jahre vor jener Münchener Naturforscherversammlung
-hatte Haeckel in seiner Schrift: »_Die Perigenesis der Plastidule_ oder
-die Wellenzeugung der Lebensteilchen« bereits zu erweisen versucht, daß
-das »unbewußte Gedächtnis« eine allgemeine Funktion nicht bloß der
-Zelle, sondern auch aller Protoplasma-Moleküle der Zelle (Plastidule)
-sei, mit anderen Worten: daß die Zellseele, die Grundlage der
-erfahrungsmäßigen Psychologie, selbst wieder zusammengesetzt sei aus den
-psychischen Tätigkeiten der kleinsten Teilchen des Protoplasmas: »die
-Plastidule ist demnach der letzte Faktor des organischen Seelenlebens«.
-Das zog er auch jetzt, in der Münchener Rede, mit Nachdruck heran bei
-der Besprechung des bedeutungsvollen Umschwungs in der Beurteilung der
-»Seelenfrage«; ist doch die Annahme der Beseelung aller Materie ein
-notwendiges Postulat für die folgerichtige Durchführung der monistischen
-Entwicklungslehre und damit der monistischen Weltanschauung. Virchow war
-aber auch damit nicht einverstanden. Die Theorie der Zellseele erklärte
-er für ein »bloßes Spiel mit Worten«, und ganz entschieden bestritt er
-das wissenschaftliche Bedürfnis, das Gebiet der geistigen Vorgänge über
-den Kreis derjenigen Körper hinaus auszudehnen, in und an denen wir sie
-wirklich sich darstellen sehen. »Wir haben keinen Grund, jetzt schon
-davon zu sprechen, daß die niedrigsten Tiere psychische Eigenschaften
-besitzen; wir finden dieselben nur bei den höheren, ganz sicher nur bei
-den höchsten« usw. Und dann kam im Anschluß an die Bekämpfung der
-Zellseelentheorie die Bekämpfung der Deszendenztheorie überhaupt, nicht
-mit Gründen der Wissenschaft, sondern -- im Staatsinteresse! »Nun
-stellen Sie sich einmal vor,« rief der Redner emphatisch aus, »wie sich
-die Deszendenztheorie heute schon im Kopfe eines Sozialisten darstellt!
-Ja, meine Herren, das mag manchem lächerlich erscheinen, und ich will
-hoffen, daß die Deszendenztheorie für uns nicht alle die Schrecken
-bringen möge, die ähnliche Theorien wirklich im Nachbarlande angerichtet
-haben. Immerhin hat auch diese Theorie, wenn sie konsequent durchgeführt
-wird, eine ungemein bedenkliche Seite, und daß der Sozialismus mit ihr
-Fühlung genommen hat, wird Ihnen hoffentlich nicht entgangen sein.«
-Zuletzt resumierte sich Virchow dahin, daß man _nicht_ lehren und es
-_nicht_ als eine Errungenschaft der Wissenschaft bezeichnen könne, »daß
-der Mensch vom Affen oder von irgendeinem anderen Tier abstamme«. Heute
-schütteln wir lächelnd den Kopf über all diese Velleitäten. Damals
-jedoch galt die Virchowsche Rede für eine »moralische Tat«
-sondergleichen, die auf Jahrzehnte hinaus allen grundsätzlichen Gegnern
-der Abstammungslehre ein Ansporn zu doppeltem Eifer in ihrer Bekämpfung
-wurde.
-
-Haeckel hat im Jahre 1878 in seiner Schrift »_Freie Wissenschaft und
-freie Lehre_« ausführlich auf Virchows Münchener Rede geantwortet, im
-übrigen aber auch die Entscheidung dieses Streites der Zukunft
-anheimgegeben. Nur ganz gelegentlich ist er später auf die Debatten
-zurückgekommen, vor allem in seinen Berliner Vorträgen; »_Der Kampf um
-den Entwicklungsgedanken_« (1905). Ihn lockten zunächst wieder
-wichtigere und fruchtbarere Aufgaben.
-
-Schon 1864 und 1865 waren im Anschluß an die »Monographie der
-Radiolarien« die ersten Teile eines umfangreichen Prachtwerkes über die
-Medusen erschienen, deren Studium Haeckel seit den Tagen von Helgoland
-immer von neuem entzückt hatte. Jetzt galt es nicht bloß den Abschluß
-_dieses_ Werkes, dessen erster Band 1879 unter dem Titel »_Das System
-der Medusen_« (mit 40 Tafeln in Farbendruck) und dessen zweiter (mit 32
-Tafeln) 1881 unter dem Titel »_Die Tiefsee-Medusen der Challengerreise_
-und der Organismus der Medusen« herauskam, jetzt galt es auch die
-mikroskopische Durchforschung der riesigen Radiolarienschätze und weiter
-der Siphonophoren und Tiefsee-Hornschwämme, die die berühmte
-wissenschaftliche Expedition der englischen Korvette »Challenger« in den
-Jahren 1873 bis 1876 gesammelt und deren Bearbeitung die englische
-Regierung Haeckel anvertraut hatte. Zehn Jahre mühsamer Arbeit
-verflossen, bis das neue große _Radiolarienwerk_ (2750 Seiten Text und
-140 Tafeln) zum Abschluß gebracht war, zwei weitere Jahre, bis auch das
-»_System der Siphonophoren_« (mit 50 Farbendrucktafeln) und die
-»_Tiefsee-Hornschwämme_« (mit 8 Tafeln) erscheinen konnten. Besonders
-das Radiolarienwerk ist bewundernswert. 810 Arten waren bekannt, als
-Haeckel 1877 die Arbeit in Angriff nahm; als er zehn Jahre später den
-Abschlußstrich machte, hatte er 3508 neue Arten hinzuentdeckt! Alle
-diese zauberhaft schönen, mikroskopisch kleinen Meeresgeschöpfe hatte
-sein Ordnungssinn nicht nur benannt und beschrieben, sondern nach
-wissenschaftlichen Grundsätzen auch übersichtlich gruppiert und nach
-Verwandtschaftsgraden in ein System von 85 Familien, 20 Ordnungen, 4
-Legionen und 2 Unterklassen gebracht. Welch beispielloses Gedächtnis,
-welch kritisches Unterscheidungsvermögen war dazu nötig! Und welch ein
-künstlerisch geschulter Blick war erforderlich, um die subtilen und
-schwierigen Formen dann auch im Bilde noch festzuhalten! Nur einmal noch
-in seinem späteren Leben gelang ihm ein gleich phänomenales Werk, wenn
-auch anderer Art: die dreibändige »_Systematische Phylogenie_«, der
-Entwurf eines natürlichen Systems der Organismen auf Grund ihrer
-Stammesgeschichte, der 1896 vollendet wurde. »Man mag im einzelnen, ja
-in Hauptpunkten verschiedener Ansicht sein,« sagt darüber der Züricher
-Zoologe Professor Arnold Lang, »aber staunend und bewundernd müssen wir
-stehen vor diesem Werke, staunend über die ungeheure Fülle des Wissens,
-die sich in diesem Umfange vielleicht nie mehr in einem Kopfe vereinigen
-wird, bewundernd vor der geistigen Arbeit, mit welcher einerseits die
-unzähligen Einzelerscheinungen verknüpft werden und anderseits der ganze
-riesige Stoff in formal vollendeter Weise übersichtlich gegliedert
-wird.«
-
-Von allen diesen hervorragenden Gaben des unermüdlichen Spezialforschers
-und Detailarbeiters Haeckel weiß in der Regel der Laie nichts oder so
-gut wie nichts. Für ihn kommt zunächst nur der »populäre« Verfasser der
-»Natürlichen Schöpfungsgeschichte«, der »_Welträtsel_« und
-»_Lebenswunder_« in Frage. Zumal der Verfasser der »Welträtsel«, der
-sich vermaß, über irdische und himmlische Dinge so temperamentvoll sein
-Urteil abzugeben. Höchstens daß dieser und jener auch noch das
-verdienstvolle Tafelwerk der »_Kunstformen der Natur_« kennt, in dem vom
-Standpunkt des Ästhetikers die wundersamen Kunstgebilde der Radiolarien,
-Schwämme, Siphonophoren usw., aber auch die aus der höheren Tier- und
-Pflanzenwelt als vorbildlicher Ornamentenschatz für das moderne
-Kunstgewerbe zusammengestellt sind. Kein Wunder deshalb, daß man auch
-unter Gebildeten vielfach den schiefsten und ungerechtesten Urteilen
-begegnet, sobald einmal auf Haeckel und dessen Wirken und Schaffen die
-Rede kommt.
-
-Allein schon die rein quantitative Arbeitsleistung dieses Mannes muß mit
-Bewunderung erfüllen. Wenn man erwägt, daß außer den genannten populären
-und wissenschaftlichen Werken, die er von Auflage zu Auflage stets neu
-zu bearbeiten und zu verbessern bestrebt war, noch eine Menge kleinerer
-Aufsätze und Abhandlungen seiner Feder entflossen sind, und daß neben
-all diesem noch seine Lehrtätigkeit an der Jenaer Hochschule und seine
-alljährlichen Forschungsreisen einhergingen, so muß angesichts solcher
-Schaffenskraft selbst den Arbeitsfreudigsten ein gelindes Gruseln
-anwehen. Hinzu kommt aber noch, daß Haeckel auch die Originale seiner
-wundervollen Farbendrucktafeln, von denen allein die großen Monographien
-rund 360 an der Zahl aufweisen, großenteils selbst aquarelliert hat,
-wobei ihm sein hochentwickeltes Zeichen- und Maltalent sehr zustatten
-kam.
-
-Wie sehr übrigens Haeckel stets Forscher und Künstler in einer Person
-war, das zeigen am besten seine weit über tausend farbenprächtigen
-»_Wanderbilder_«, von denen ein kleiner Teil unter diesem Titel
-erschienen ist. Wohin seine Forschungsreisen ihn immer auch führten --
-und er hat mehr als dreißig in seinem Leben gemacht -- immer und überall
-war das Malzeug sein Weggefährte. Hatte die Feder ihr Pensum vollendet
-oder fühlte der Forscher sich abgespannt von der mühsamen zoologischen
-Facharbeit, so dürstete die Seele des Künstlers, des Ästhetikers dann um
-so glühender nach einem Trunk aus dem sprudelnden Quell der Gesamtnatur,
-und er ruhte nicht eher, als bis er ihr irgendein Stück ihrer Schönheit
-mit Stift oder Pinsel entwunden hatte. Auf dem blauen Meer wie auf
-ragenden Berggipfeln, unter den sengenden Strahlen der Tropensonne wie
-im Schatten des Urwalddickichts, in den russischen Steppen wie im
-nordischen Fjord -- allüberall war der nimmersatte Schönheitssucher in
-Haeckel dem Forscher ein steter Begleiter. Seine mit Hildebrandtscher
-Farbenglut gemalten Wanderbilder muß man gesehen, seine formvollendeten
-reichillustrierten Reisebücher »_Arabische Korallen_«, »_Indische
-Reisebriefe_« und »_Aus Insulinde_« muß man gelesen haben, um seinen
-heiligen Enthusiasmus für alles Wahre, Schöne und Gute dem ganzen
-Umfange nach zu begreifen.
-
-In wundervoller Geschlossenheit liegt heute das arbeits- und
-früchtereiche Lebenswerk Haeckels vor unseren Augen, das Lebenswerk
-eines Forschers, Künstlers und Philosophen. Und das eines Kämpfers, wie
-man hinzufügen darf. Niemand kann leugnen, daß er bei all seiner
-Genialität recht oft auch gefehlt hat wie ein ganz sterblicher Mensch,
-daß ihm sein heißes Temperament oft die Sehweite kürzte und daß seine
-Philosophie, seine Weltanschauung an Lücken und Schwächen nicht arm ist.
-Jeder hat die Philosophie, die in ihm ist. Er hat die seine, die aus dem
-fruchtbaren Boden der Erfahrungswissenschaften hervorgewachsen und
-deshalb allen rein spekulativen Erkenntnistheorien wenig hold ist. Er
-hat sie zum Abschluß gebracht und ist glücklich darin. Ihm ist es genug,
-das Unerforschte so in die Enge getrieben zu haben, daß es sich wie von
-selbst ihm ergeben muß. Aber niemand, der wirklich sein Lebenswerk
-kennt, kann auch leugnen, daß Haeckels ganze fünfzigjährige
-Beschäftigung mit der Natur und Hingebung an die Natur, daß sein ganzes
-Forschen und Denken nichts anderes war als ein Ausfluß religiösen
-Sehnens, als Herzenssache, Gemütssache. Ihm, der der Wahrheit um ihrer
-selbst willen nachspürte, war ganz notwendig das Wahre identisch mit dem
-Göttlichen.
-
-Ernst Haeckel kann, wenn er die Inventur seines Lebens macht, wohl
-zufrieden sein. Das höchste Glück der Erdenkinder hat er erreicht und
-gewährt: das Glück der Persönlichkeit, und seinen Namen hat er mit
-unvergänglichen Lettern tief eingegraben in die Annalen der
-Menschheitsgeschichte. »Spätere Generationen«, sagt Wilhelm Bölsche, auf
-dessen ausgezeichnete Biographie des Gelehrten der Leser ausdrücklich
-verwiesen sei, »werden uns um einen Mann wie Haeckel beneiden. Von
-anderen wird man Folianten wälzen, zum Nachschlagen, ohne auf das
-Titelblatt mit dem Namen zu achten. Bei ihm wird man den Namen suchen.
-Von seiner geistigen Persönlichkeit wird man sich erzählen. Daß man mit
-ihm streiten konnte, wird man verstehen. Daß Zeitgenossen seine Größe
-nicht sahen -- dafür wird man nur ein Achselzucken haben.«
-
- * * * * *
-
-Die sechs kurzen Abschnitte aus einigen der bedeutendsten
-gemeinverständlichen Werke Ernst Haeckels, die dieses Sammelbändchen
-vereinigt, vermögen natürlich nur einen schwachen Begriff von der
-wissenschaftlichen Gesamtleistung des berühmten Naturforschers zu
-vermitteln. Wenn sie dem einen oder anderen Welträtsel-Leser, dem einen
-oder anderen für Fragen der Naturwissenschaft Interessierten zum Anlaß
-werden, die Werke selbst in die Hand zu nehmen, ist ihr Hauptzweck
-erreicht. Nichtsdestoweniger ist zu erwarten, daß die Lektüre der
-einzelnen Kapitel auch an und für sich jedem Leser genußreiche und
-anregende Stunden bescheren wird.
-
-Die ersten beiden Abschnitte »Inhalt und Bedeutung der Abstammungslehre«
-und »Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden« sind der »Natürlichen
-Schöpfungsgeschichte« (11. Auflage, 1911, Verlag von Georg Reimer in
-Berlin) entnommen. Es sind zwei von den dreißig darin vereinigten
-Vorträgen über die Entwicklungslehre im allgemeinen und die von Darwin,
-Goethe und Lamarck im besonderen, Vorträge, die selbst dem ohne jede
-wissenschaftliche Vorbildung an sie herantretenden Laien verständlich
-sind. Der dritte Abschnitt über »Die Gasträatheorie« dagegen will schon
-ein bißchen »studiert« sein, wie klar und anschaulich Haeckel das
-schwierige Thema auch zu behandeln verstanden hat. Wenn wir unter den
-dreißig Vorträgen der »Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des
-Menschen« (6. Auflage, 1911. Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig)
-gerade diesen zum Abdruck erwählten, so geschah es, weil er im Rahmen
-des zweibändigen Werkes noch wiederum ein Stück besonderen Eigenwerks
-darstellt, insofern Ernst Haeckel selbst, wie schon ausgeführt wurde,
-der Entdecker der bedeutsamen Gasträatheorie ist. Der Abschnitt
-»Erfahrung und Erkenntnis«, in dem der Verfasser im Anschluß an
-Schleiden und Johannes Müller ein für allemal programmatisch seinen
-Standpunkt zur Naturphilosophie festlegte, entstammt der 1866
-erschienenen »Generellen Morphologie« (von der ein teilweiser,
-unveränderter Abdruck unter dem Titel »Prinzipien der Generellen
-Morphologie der Organismen« 1906 bei Georg Reimer herausgekommen ist),
-der Abschnitt »Arabische Korallen« dem kleinen, durch zahlreiche
-Abbildungen und farbenfreudige Aquarell-Reproduktionen geschmückten
-Prachtbande gleichen Titels, in dem Ernst Haeckel 1875 seinen Ausflug
-nach den Korallenbänken des Roten Meeres beschrieb, zugleich einen Blick
-in das Leben der Korallentiere erschließend (Verlag von Georg Reimer).
-In dieser unübertrefflich lebendigen Schilderung, nicht minder in der
-ihr folgenden über »Brussa und den asiatischen Olymp«, kommt neben dem
-Naturforscher in Haeckel vor allem der feinempfindende Ästhetiker zur
-Geltung, der schönheitsuchende Künstler wie der Meister des Worts.
-
-Für die Erlaubnis zur Wiedergabe des Aufsatzes über »Brussa«, der 1875
-in der Deutschen Rundschau erschien und seitdem nicht wieder abgedruckt
-wurde, bin ich Sr. Exzellenz Herrn Geheimrat Haeckel zu besonderem Danke
-verpflichtet, für die Genehmigung zum Nachdruck der übrigen Abschnitte
-außerdem den Herren Verlagsbuchhändlern Dr. de Gruyter (i. Fa.: Georg
-Reimer) und Wilhelm Engelmann.
-
-_Leipzig_, Ostern 1912.
-
- Carl W. Neumann.
-
-
-
-
- Natur und Mensch.
-
-
-
-
-
- I.
- Inhalt und Bedeutung der
- Abstammungslehre.
-
-
-Die geistige Bewegung, zu welcher der englische Naturforscher Charles
-Darwin im Jahre 1859 durch sein berühmtes Werk »Über die Entstehung der
-Arten«[1] den Anstoß gab, hat während des seitdem verflossenen kurzen
-Zeitraums eine beispiellose Tiefe und Ausdehnung gewonnen. Allerdings
-ist die in jenem Werke dargestellte naturwissenschaftliche Theorie
-(gewöhnlich kurzweg die Darwinsche Theorie oder der Darwinismus genannt)
-nur ein Bruchteil einer viel umfassenderen Wissenschaft, nämlich der
-universalen Entwicklungslehre, welche ihre unermeßliche Bedeutung über
-das ganze Gebiet aller menschlichen Erkenntnis erstreckt. Allein die Art
-und Weise, in welcher Darwin die letztere durch die erstere fest
-begründet hat, ist so überzeugend, und die entscheidende Wendung, welche
-durch die notwendigen Folgeschlüsse jener Theorie in der gesamten
-Weltanschauung der Menschheit angebahnt worden ist, muß jedem tiefer
-denkenden Menschen so gewaltig erscheinen, daß man ihre allgemeine
-Bedeutung nicht hoch genug anschlagen kann. Ohne Zweifel muß diese
-ungeheure Erweiterung unseres menschlichen Gesichtskreises unter allen
-den zahlreichen und großartigen wissenschaftlichen Fortschritten unserer
-Zeit als der bei weitem folgenschwerste und wichtigste angesehen werden.
-
-[Fußnote 1: Universal-Bibliothek Nr. 3071-76.]
-
-Wenn man das 19. Jahrhundert mit Recht das Zeitalter der
-Naturwissenschaften nennt, wenn man mit Stolz auf die unermeßlich
-bedeutenden Fortschritte in allen Zweigen derselben blickt, so pflegt
-man dabei gewöhnlich weniger an die Erweiterung unserer allgemeinen
-Naturerkenntnis, als vielmehr an die unmittelbaren praktischen Erfolge
-jener Fortschritte zu denken. Man erwägt dabei die völlige und unendlich
-folgenreiche Umgestaltung des menschlichen Verkehrs, welche durch das
-entwickelte Maschinenwesen, durch die Eisenbahnen, Dampfschiffe,
-Telegraphen, Telephone und andere Erfindungen der Physik hervorgebracht
-worden ist. Oder man denkt an den mächtigen Einfluß, welchen die Chemie
-in der Heilkunst, in der Landwirtschaft, in allen Künsten und Gewerben
-gewonnen hat. Wie hoch Sie aber auch diese Einwirkung der neueren
-Naturwissenschaft auf das praktische Leben anschlagen mögen, so muß
-dieselbe, von einem höheren und allgemeineren Standpunkt aus gewürdigt,
-doch hinter dem ungeheuren Einfluß zurückstehen, welchen die
-theoretischen Fortschritte der heutigen Naturwissenschaft auf das
-gesamte Erkenntnisgebiet des Menschen, auf seine ganze Weltanschauung
-und Geistesbildung notwendig ausüben. Denken Sie nur an den
-unermeßlichen Umschwung aller unserer theoretischen Anschauungen,
-welchen wir der allgemeinen Anwendung des Mikroskops verdanken. Denken
-Sie allein an die Zellentheorie, die uns die scheinbare Einheit des
-menschlichen Organismus als das zusammengesetzte Resultat aus der
-staatlichen Verbindung von Milliarden elementarer Lebenseinheiten, der
-Zellen, nachweist. Oder erwägen Sie die ungeheure Erweiterung unseres
-theoretischen Gesichtskreises, welche wir der Spektralanalyse, der Lehre
-von der Wärmemechanik und von der Erhaltung der Kraft verdanken. Unter
-allen diesen bewunderungswürdigen theoretischen Fortschritten nimmt aber
-jedenfalls unsere heutige Entwicklungslehre bei weitem den höchsten Rang
-ein.
-
-Jeder von Ihnen wird den Namen Darwin gehört haben, aber die meisten
-werden wahrscheinlich nur unvollkommene Vorstellungen von dem
-eigentlichen Werte seiner Lehre besitzen. Denn wenn man alles
-vergleicht, was seit dem Erscheinen seines epochemachenden Hauptwerks
-über dasselbe geschrieben worden ist, so muß demjenigen, der sich nicht
-näher mit den organischen Naturwissenschaften befaßt hat, der nicht in
-die inneren Geheimnisse der Zoologie und Botanik eingedrungen ist, der
-Wert jener Theorie doch zweifelhaft erscheinen. Die Beurteilung
-derselben ist voll von Widersprüchen und Mißverständnissen. Daher hat
-selbst jetzt, fünfzig Jahre nach dem Erscheinen von Darwins Werk,
-dasselbe noch nicht allgemein diejenige volle Bedeutung erlangt, welche
-ihm von Rechts wegen gebührt, und welche es jedenfalls früher oder
-später erlangen wird. Die meisten von den zahllosen Schriften, welche
-für und gegen den Darwinismus während dieses Zeitraums veröffentlicht
-wurden, lassen den erforderlichen Grad von biologischer, und besonders
-von zoologischer Bildung vermissen. Obwohl jetzt alle bedeutenden
-Naturforscher der Gegenwart zu den Anhängern jener Theorie gehören,
-haben doch nur wenige derselben Geltung und Verständnis in weiteren
-Kreisen zu verschaffen gesucht. Daher rühren die befremdenden
-Widersprüche und die seltsamen Urteile, die man noch heute vielfach über
-den Darwinismus hören kann. Gerade dieser Umstand hat mich vorzugsweise
-bestimmt, die Darwinsche Theorie und die damit zusammenhängenden
-weiteren Lehren zum Gegenstand allgemein verständlicher Vorträge zu
-machen. Ich halte es für die Pflicht der Naturforscher, daß sie nicht
-allein in dem engeren Kreise ihrer Fachwissenschaft auf Verbesserungen
-und Entdeckungen sinnen, daß sie sich nicht allein in das Studium des
-Einzelnen mit Liebe und Sorgfalt vertiefen, sondern daß sie auch die
-wichtigen, allgemeinen Ergebnisse ihrer besonderen Studien für das Ganze
-nutzbar machen, und daß sie naturwissenschaftliche Bildung in weiten
-Kreisen verbreiten helfen. Der höchste Triumph des menschlichen Geistes,
-die wahre Erkenntnis der allgemeinsten Naturgesetze, darf nicht das
-Privateigentum einer privilegierten Gelehrtenkaste bleiben, sondern muß
-segensreiches Gemeingut der ganzen gebildeten Menschheit werden.
-
-Die Theorie, welche durch Darwin an die Spitze unserer Naturerkenntnis
-gestellt worden ist, pflegt man gewöhnlich als Abstammungslehre oder
-Deszendenztheorie zu bezeichnen. Andere nennen sie Umbildungslehre oder
-Transmutationstheorie oder auch kurz: Transformismus. Beide
-Bezeichnungen sind richtig. Denn diese Lehre behauptet, daß alle
-verschiedenen Organismen (d. h. alle Tierarten und Pflanzenarten, welche
-jemals auf der Erde gelebt haben, und noch jetzt leben) von einer
-einzigen oder von wenigen höchst einfachen Stammformen abstammen, und
-daß sie sich aus diesen auf dem natürlichen Wege allmählicher Umbildung
-langsam entwickelt haben. Obwohl diese Entwicklungstheorie schon im
-Anfange unseres Jahrhunderts von verschiedenen großen Naturforschern,
-insbesondere von Lamarck und Goethe, aufgestellt und verteidigt wurde,
-hat sie doch erst im Jahre 1859 durch Darwin ihre vollständige
-Ausbildung und ihre ursächliche Begründung erfahren. Dies ist der Grund,
-weshalb sie oft ausschließlich (obwohl nicht ganz richtig) als Darwins
-Theorie bezeichnet wird.
-
-Der unschätzbare Wert der Abstammungslehre erscheint in verschiedenem
-Lichte, je nachdem Sie bloß deren nähere Bedeutung für die organische
-Naturwissenschaft, oder aber ihren weiteren Einfluß auf die gesamte
-Welterkenntnis des Menschen in Betracht ziehen. Die organische
-Naturwissenschaft oder die Biologie, welche als Zoologie die Tiere, als
-Botanik die Pflanzen zum Gegenstand ihrer Erkenntnis hat, wird durch die
-Abstammungslehre von Grund aus umgestaltet. Denn durch die
-Deszendenztheorie lernen wir die wahren wirkenden Ursachen der
-organischen Formerscheinungen erkennen, während die bisherige Tier- und
-Pflanzenkunde sich überwiegend mit der Kenntnis ihrer Tatsachen
-beschäftigte. Man kann daher auch die Abstammungslehre als die
-mechanische Erklärung der organischen Form-Erscheinungen oder als »die
-Lehre von den wahren Ursachen in der organischen Natur« bezeichnen.
-
-Da ich nicht voraussetzen kann, daß Ihnen allen die Ausdrücke
-»organische und anorganische Natur« geläufig sind, und da uns die
-Gegenüberstellung dieser beiderlei Naturkörper in der Folge noch
-vielfach beschäftigen wird, so muß ich ein paar Worte zur Verständigung
-darüber vorausschicken. Organismen oder organische Naturkörper nennen
-wir alle Lebewesen oder belebten Körper, also alle Pflanzen und Tiere,
-den Menschen mit inbegriffen, weil bei ihnen fast immer eine
-Zusammensetzung aus verschiedenartigen Teilen (Werkzeugen oder
-»Organen«) nachzuweisen ist; diese Organe müssen zusammenwirken, um die
-Lebenserscheinungen hervorzubringen. Eine solche Zusammensetzung
-vermissen wir dagegen bei den Anorganen oder anorganischen Naturkörpern,
-den sogenannten toten oder unbelebten Körpern, den Mineralien oder
-Gesteinen, dem Wasser, der atmosphärischen Luft usw. Die Organismen
-enthalten stets eiweißartige Kohlenstoffverbindungen in weichem oder
-»festflüssigem« Zustande, während diese den Anorganen stets fehlen. Auf
-diesem wichtigen Unterschiede beruht die Einteilung der gesamten
-Naturwissenschaft in zwei große Hauptabteilungen, in die Biologie oder
-Wissenschaft von den Organismen (Anthropologie, Zoologie und Botanik)
-und die Anorgologie oder Abiologie, die Wissenschaft von den Anorganen
-(Mineralogie, Geologie, Hydrographie, Meteorologie usw.).
-
-Die unvergleichliche Bedeutung der Abstammungslehre für die Biologie
-liegt also vorzugsweise darin, daß sie uns die Entstehung der
-organischen Formen auf mechanischem Wege erklärt und deren wirkende
-Ursachen nachweist. So hoch man aber auch mit Recht dieses Verdienst der
-Deszendenztheorie anschlagen mag, so tritt dasselbe doch fast zurück vor
-der unermeßlichen Wichtigkeit, welche eine einzige notwendige Folgerung
-derselben für sich allein in Anspruch nimmt. Diese unvermeidliche
-Folgerung ist die Lehre von der tierischen Abstammung des
-Menschengeschlechts.
-
-Die Bestimmung der Stellung des Menschen in der Natur und seiner
-Beziehungen zur Gesamtheit der Dinge, diese Frage aller Fragen für die
-Menschheit, wie sie Huxley mit Recht genannt hat, wird durch jene
-Erkenntnis der tierischen Abstammung des Menschengeschlechts endgültig
-gelöst. Wir gelangen also durch den Transformismus oder die
-Deszendenztheorie zum erstenmal in die Lage, eine natürliche
-Entwicklungsgeschichte des Menschengeschlechts wissenschaftlich
-begründen zu können. Sowohl alle Verteidiger als alle denkenden Gegner
-Darwins haben anerkannt, daß die Abstammung des Menschengeschlechts
-zunächst von affenartigen Säugetieren, weiterhin aber von niederen
-Wirbeltieren, mit Notwendigkeit aus seiner Theorie folgt.
-
-Allerdings hat Darwin diese wichtigste von allen Folgerungen seiner
-Lehre nicht sofort selbst ausgesprochen. In seinem Werke von der
-»Entstehung der Arten« ist die tierische Abstammung des Menschen nicht
-erörtert. Der ebenso vorsichtige als kühne Naturforscher ging damals
-absichtlich mit Stillschweigen darüber hinweg, weil er voraussah, daß
-dieser bedeutendste von allen Folgeschlüssen der Abstammungslehre
-zugleich das größte Hindernis für die Verbreitung und Anerkennung
-derselben sein werde. Gewiß hätte Darwins Buch von Anfang an noch weit
-mehr Widerspruch und Ärgernis erregt, wenn sogleich diese wichtigste
-Konsequenz darin klar ausgesprochen worden wäre. Erst zwölf Jahre
-später, in dem 1871 erschienenen Werke über »Die Abstammung des Menschen
-und die geschlechtliche Zuchtwahl«[2] hat Darwin jenen weitreichendsten
-Folgeschluß offen anerkannt, und ausdrücklich seine volle
-Übereinstimmung mit den Naturforschern erklärt, welche denselben
-inzwischen schon selbst gezogen hatten. Offenbar ist die Tragweite
-dieser Folgerung ganz unermeßlich, und keine Wissenschaft wird sich den
-Konsequenzen derselben entziehen können. Die Anthropologie oder die
-Wissenschaft vom Menschen, und infolgedessen auch die ganze Philosophie,
-wird in allen einzelnen Zweigen dadurch von Grund aus umgestaltet.
-
-[Fußnote 2: Universal-Bibliothek Nr. 3216-25.]
-
-Um es mit einem Satze auszudrücken, so ist jene bedeutungsvolle, aber
-die meisten Menschen von vornherein abstoßende Folgerung nichts weiter
-als ein besonderer Deduktionsschluß, den wir aus dem sicher begründeten
-allgemeinen Induktionsgesetze der Deszendenztheorie nach den strengen
-Geboten der unerbittlichen Logik notwendig ziehen müssen.
-
-Vielleicht ist nichts geeigneter, Ihnen die ganze und volle Bedeutung
-der Abstammungslehre mit zwei Worten klarzumachen, als die Bezeichnung
-derselben mit dem Ausdruck: »Natürliche Schöpfungsgeschichte«. Jedoch
-ist dieselbe nur in einem gewissen Sinne richtig; denn streng genommen
-schließt der Ausdruck »natürliche Schöpfungsgeschichte« einen inneren
-Widerspruch, eine ^contradictio in adjecto^ ein. Lassen Sie uns, um dies
-zu verstehen, einen Augenblick den zweideutigen Begriff der Schöpfung
-etwas näher ins Auge fassen. Wenn man unter Schöpfung die Entstehung
-eines Körpers durch eine schaffende Gewalt oder Kraft versteht, so kann
-man dabei entweder an die Entstehung seines Stoffes (der körperlichen
-Materie) oder an die Entstehung seiner Form (der körperlichen Gestalt)
-denken.
-
-Die Schöpfung im ersteren Sinne, als die Entstehung der Materie, geht
-uns hier gar nichts an. Dieser Vorgang, wenn er überhaupt jemals
-stattgefunden hat, ist gänzlich der menschlichen Erkenntnis entzogen, er
-kann daher auch niemals Gegenstand naturwissenschaftlicher Erforschung
-sein. Die Naturwissenschaft hält die Materie für ewig und unvergänglich,
-weil durch die Erfahrung noch niemals das Entstehen oder Vergehen auch
-nur des kleinsten Teilchens der Materie nachgewiesen worden ist. Da wo
-ein Naturkörper zu verschwinden scheint, wie z. B. beim Verbrennen, beim
-Verwesen, beim Verdunsten usw., da ändert er nur seine Form, seinen
-physikalischen Aggregatzustand oder seine chemische Verbindungsweise.
-Ebenso beruht die Entstehung eines neuen Naturkörpers, z. B. eines
-Kristalles, eines Pilzes, eines Infusoriums nur darauf, daß
-verschiedene Stoffteilchen, welche vorher in einer gewissen Form
-oder Verbindungsweise existierten, infolge von veränderten
-Existenzbedingungen eine neue Form oder Verbindungsweise annehmen. Aber
-noch niemals ist der Fall beobachtet worden, daß auch nur das kleinste
-Stoffteilchen aus der Welt verschwunden, oder nur ein Atom zu der
-bereits vorhandenen Masse hinzugekommen wäre. Der Naturforscher kann
-sich daher ein Entstehen der Materie ebensowenig als ein Vergehen
-derselben vorstellen; er betrachtet die in der Welt bestehende Quantität
-der Materie als eine gegebene feste Tatsache. Fühlt jemand das
-Bedürfnis, sich die Entstehung dieser Materie als die Wirkung einer
-übernatürlichen Schöpfungstätigkeit, einer außerhalb der Materie
-stehenden schöpferischen Kraft vorzustellen, so haben wir nichts
-dagegen. Aber wir müssen bemerken, daß damit auch nicht das geringste
-für eine wissenschaftliche Naturkenntnis gewonnen ist. Eine solche
-Vorstellung von einer immateriellen Kraft, welche die Materie erst
-schafft, ist ein Glaubensartikel, welcher mit der menschlichen
-Wissenschaft gar nichts zu tun hat. Wo der mystische Glaube anfängt,
-hört die echte Wissenschaft auf. Beide Tätigkeiten des menschlichen
-Geistes sind scharf voneinander zu halten. Der Glaube an übernatürliche
-Vorgänge hat seinen Ursprung in der dichtenden Einbildungskraft, das
-klare Wissen dagegen in dem erkennenden Verstande des Menschen. Die
-Wissenschaft hat die segenbringenden Früchte von dem Baume der
-Erkenntnis zu pflücken, unbekümmert darum, ob dadurch die dichterischen
-Einbildungen der Glaubenschaft beeinträchtigt werden oder nicht.
-
-Wenn also die Naturwissenschaft sich die »natürliche
-Schöpfungsgeschichte« zu ihrer höchsten, schwersten und lohnendsten
-Aufgabe macht, so kann sie den Begriff der Schöpfung nur in der zweiten,
-oben angeführten Bedeutung verstehen, als die Entstehung der Form
-der Naturkörper. In diesem Sinne kann man die Geologie die
-Schöpfungsgeschichte der Erde nennen; denn sie sucht die Entstehung der
-geformten anorganischen Erdoberfläche und die mannigfaltigen
-geschichtlichen Veränderungen in der Gestalt der festen Erdrinde zu
-erforschen. Ebenso kann man die Entwicklungsgeschichte der Tiere und
-Pflanzen, welche die Entstehung der belebten Formen und den
-mannigfaltigen historischen Wechsel der tierischen und pflanzlichen
-Gestalten untersucht, die Schöpfungsgeschichte der Organismen nennen. Da
-jedoch in den Begriff der Schöpfung sich immer leicht die
-unwissenschaftliche Vorstellung von einem außerhalb der Materie
-stehenden und dieselbe umbildenden Schöpfer einschleicht, so wird es in
-Zukunft wohl besser sein, denselben durch die strengere Bezeichnung der
-Entwicklung zu ersetzen.
-
-Der hohe Wert, welchen die Entwicklungsgeschichte für das
-wissenschaftliche Verständnis der Tier- und Pflanzenformen besitzt, ist
-seit einem halben Jahrhundert allgemein anerkannt; man kann ohne sie in
-der organischen Morphologie oder Formenlehre keinen sicheren Schritt
-mehr tun. Jedoch hat man vor 1866 unter Entwicklungsgeschichte nur einen
-Teil dieser Wissenschaft, nämlich diejenige der organischen Individuen
-oder Einzelwesen verstanden, die sogenannte Embryologie, richtiger und
-umfassender _Ontogenie_ genannt. Außer dieser gibt es aber auch noch
-eine Entwicklungsgeschichte der organischen Arten, Klassen und Stämme
-(Phylen); und diese steht zu der ersteren in den wichtigsten
-Beziehungen. Das Material dafür liefert die Versteinerungskunde oder
-Paläontologie. Diese lehrt uns, daß jedes organische Phylum, jeder Stamm
-des Tier- und Pflanzenreichs, während der verschiedenen Perioden der
-Erdgeschichte durch eine Reihe von ganz verschiedenen Klassen und Arten
-vertreten wird. So ist z. B. der Stamm der Wirbeltiere durch die Klassen
-der Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere vertreten und
-jede dieser Klassen zu verschiedenen Zeiten durch ganz verschiedene
-Arten. Diese paläontologische Entwicklungsgeschichte der Organismen kann
-man als Stammesgeschichte oder _Phylogenie_ bezeichnen; sie steht in den
-wichtigsten und merkwürdigsten Beziehungen zu dem anderen Zweige der
-organischen Entwicklungsgeschichte, zur Keimesgeschichte oder Ontogenie.
-Die letztere läuft der ersteren im großen und ganzen parallel. Um
-es kurz mit einem Satze zu sagen, so ist die individuelle
-Entwicklungsgeschichte eine schnelle, durch die Gesetze der Vererbung
-und Anpassung bedingte Wiederholung der langsamen paläontologischen
-Entwicklungsgeschichte; die Ontogenie ist ein kurzer Auszug oder eine
-Rekapitulation der Phylogenie. Das ist unser _biogenetisches
-Grundgesetz_ (1866), das einzig und allein durch die Abstammungslehre
-erklärt und in seinen Ursachen verstanden werden kann; ohne dieselbe
-bleibt es ganz unverständlich und unerklärlich.
-
-Die Deszendenztheorie zeigt uns zugleich, _warum_ überhaupt die
-einzelnen Tiere und Pflanzen sich entwickeln müssen, _warum_ dieselben
-nicht gleich in fertiger und entwickelter Form ins Leben treten. Keine
-übernatürliche Schöpfungsgeschichte vermag uns das große Rätsel der
-organischen Entwicklung irgendwie zu erklären. Ebenso wie auf diese
-hochwichtige Frage gibt uns der Transformismus auch auf alle anderen
-allgemeinen biologischen Fragen befriedigende Antworten, und zwar sind
-diese Antworten rein mechanisch-kausaler Natur; sie weisen lediglich
-natürliche, physikalisch-chemische Kräfte als die Ursachen von
-Erscheinungen nach, die man früher gewohnt war, der unmittelbaren
-Einwirkung übernatürlicher, schöpferischer Kräfte zuzuschreiben. Mithin
-entfernt der Transformismus aus allen Gebietsteilen der Botanik und
-Zoologie, und namentlich auch aus dem wichtigsten Teile der letzteren,
-aus der Anthropologie, den Wunderglauben; er lüftet den mystischen
-Schleier des Wunderbaren und Übernatürlichen, mit welchem man bisher die
-verwickelten Erscheinungen dieser natürlichen Erkenntnisgebiete zu
-verhüllen liebte. Das unklare Nebelbild mythologischer Dichtung kann vor
-dem klaren Sonnenlicht naturwissenschaftlicher Erkenntnis nicht länger
-bestehen.
-
-Von ganz besonderem Interesse sind unter jenen biologischen
-Erscheinungen diejenigen, welche die gewöhnliche Annahme von der
-Entstehung eines jeden Organismus durch eine zweckmäßig bauende
-Schöpferkraft widerlegen. Nichts hat in dieser Beziehung der früheren
-Naturforschung so große Schwierigkeiten verursacht, als die Deutung der
-sogenannten »_rudimentären Organe_«, derjenigen Teile im Tier- und
-Pflanzenkörper, welche eigentlich ohne Leistung, ohne physiologische
-Bedeutung, und dennoch formell vorhanden sind. Diese Teile verdienen das
-allerhöchste Interesse, obwohl die meisten Leute wenig oder nichts davon
-wissen. Fast jeder höher entwickelte Organismus, fast jedes Tier und
-jede Pflanze, besitzt neben den scheinbar zweckmäßigen Einrichtungen
-seiner Organisation andere Einrichtungen, die durchaus keinen Zweck,
-keine Funktion in dessen Leben haben können.
-
-Beispiele davon finden sich überall. Bei den Embryonen mancher
-Wiederkäuer, unter anderen bei unserem gewöhnlichen Rindvieh, stehen
-Schneidezähne im Zwischenkiefer der oberen Kinnlade, welche niemals zum
-Durchbruch gelangen, also auch keinen Zweck haben. Die Embryonen mancher
-Walfische, welche späterhin die bekannten Barten statt der Zähne
-besitzen, tragen, solange sie noch nicht geboren sind und keine Nahrung
-zu sich nehmen, dennoch zahlreiche Zähne in ihren Kiefern; auch dieses
-Gebiß tritt niemals in Tätigkeit. Ferner besitzen die meisten höheren
-Tiere Muskeln, die nie zur Anwendung kommen; selbst der Mensch besitzt
-solche rudimentäre Muskeln. Die meisten von uns sind nicht fähig, ihre
-Ohren willkürlich zu bewegen, obwohl die Muskeln für diese Bewegung
-vorhanden sind; aber einzelnen Personen, die sich andauernd Mühe geben,
-diese Muskeln zu üben, ist es in der Tat gelungen, ihre Ohren wieder in
-Bewegung zu setzen. In diesen noch jetzt vorhandenen, aber verkümmerten
-Organen, welche dem vollständigen Verschwinden entgegengehen, ist es
-noch möglich, durch besondere Übung, durch andauernden Einfluß der
-Willenstätigkeit des Nervensystems, die beinahe erloschene Tätigkeit
-wieder zu beleben. Dagegen vermögen wir dies nicht mehr in den kleinen
-rudimentären Ohrmuskeln, welche noch am Knorpel unserer Ohrmuschel
-vorkommen; diese bleiben immer völlig wirkungslos. Bei unseren
-langohrigen Vorfahren aus der Tertiärzeit, Affen, Halbaffen und
-Beuteltieren, welche gleich den meisten anderen Säugetieren ihre große
-Ohrmuschel frei und lebhaft bewegten, waren jene Muskeln viel stärker
-entwickelt und von großer Bedeutung. So haben in gleicher Weise auch
-viele Spielarten der Hunde und Kaninchen, deren wilde Vorfahren ihre
-steifen Ohren vielseitig bewegten, unter dem Einflusse des Kulturlebens
-sich jenes »Ohrenspitzen« abgewöhnt; sie haben dadurch verkümmerte
-Ohrmuskeln und schlaff herabhängende Ohren bekommen.
-
-Auch noch an anderen Stellen seines Körpers besitzt der Mensch solche
-rudimentäre Organe, welche durchaus von keiner Bedeutung für das Leben
-sind und niemals funktionieren. Eines der merkwürdigsten, obwohl
-unscheinbarsten Organe der Art ist die kleine halbmondförmige Falte,
-welche wir am inneren Winkel unseres Auges, nahe der Nasenwurzel
-besitzen, die sogenannte ^Plica semilunaris^. Diese unbedeutende
-Hautfalte bietet für unser Auge gar keinen Nutzen; sie ist nur der ganz
-verkümmerte Rest eines dritten, inneren Augenlides, welches neben dem
-oberen und unteren Augenlide bei anderen Säugetieren, bei Vögeln und
-Reptilien sehr entwickelt ist. Ja sogar schon unsere uralten Vorfahren
-aus der Silurzeit, die Urfische, scheinen dies dritte Augenlid, die
-sogenannte Nickhaut, besessen zu haben. Denn viele von ihren nächsten
-Verwandten, die in wenig veränderter Form noch heute fortleben, viele
-Haifische nämlich, besitzen eine sehr starke Nickhaut, und diese kann
-vom inneren Augenwinkel her über den ganzen Augapfel hinübergezogen
-werden.
-
-Zu den schlagendsten Beispielen von rudimentären Organen gehören die
-Augen, welche nicht sehen. Solche finden sich bei sehr vielen Tieren,
-welche im Dunkeln, z. B. in Höhlen, unter der Erde leben. Die Augen sind
-hier oft wirklich in ausgebildetem Zustande vorhanden; aber sie sind von
-dicker, undurchsichtiger Haut bedeckt, so daß kein Lichtstrahl in sie
-hineinfallen kann, mithin können sie auch niemals sehen. Solche Augen
-ohne Gesichtsfunktion besitzen z. B. mehrere Arten von unterirdisch
-lebenden Maulwürfen und Blindmäusen, von Schlangen und Eidechsen, von
-Amphibien und Fischen; ferner zahlreiche wirbellose Tiere, die im
-Dunkeln ihr Leben zubringen: viele Käfer, Krebstiere, Schnecken, Würmer
-usw.
-
-Eine Fülle der interessantesten Beispiele von rudimentären Organen
-liefert die vergleichende Osteologie oder Skelettlehre der Wirbeltiere,
-einer der anziehendsten Zweige der vergleichenden Anatomie. Bei den
-allermeisten Wirbeltieren finden wir zwei Paar Gliedmaßen am Rumpf, ein
-Paar Vorderbeine und ein Paar Hinterbeine. Sehr häufig ist jedoch das
-eine oder das andere Paar derselben verkümmert, seltener beide, wie bei
-den Schlangen und einigen aalartigen Fischen. Aber einige Schlangen, z.
-B. die Riesenschlangen (^Boa^, ^Python^), haben hinten noch einige
-unnütze Knochenstückchen im Leibe, welche die Reste der verloren
-gegangenen Hinterbeine sind. Ebenso haben die walfischartigen Säugetiere
-(^Cetaceen^), welche nur entwickelte Vorderbeine (Brustflossen)
-besitzen, hinten im Fleische noch ein Paar ganz überflüssige Knochen,
-die Überbleibsel der verkümmerten Hinterbeine. Dasselbe gilt von vielen
-echten Fischen, bei denen in gleicher Weise die Hinterbeine
-(Bauchflossen) verloren gegangen sind. Umgekehrt besitzen unsere
-Blindschleichen (^Anguis^) und einige andere Eidechsen inwendig ein
-vollständiges Schultergerüst, obwohl die Vorderbeine, zu deren
-Befestigung dasselbe dient, nicht mehr vorhanden sind. Ferner finden
-sich bei verschiedenen Wirbeltieren die einzelnen Knochen der beiden
-Beinpaare in allen verschiedenen Stufen der Verkümmerung, und oft die
-rückgebildeten Knochen und die zugehörigen Muskeln stückweise erhalten,
-ohne doch irgendwie eine Verrichtung ausführen zu können. Das Instrument
-ist wohl noch da, aber es kann nicht mehr spielen.
-
-Fast ganz allgemein finden Sie ferner rudimentäre Organe in den
-Pflanzenblüten vor, indem der eine oder der andere Teil der männlichen
-Fortpflanzungsorgane (der Staubfäden und Staubbeutel), oder der
-weiblichen Fortpflanzungsorgane (Griffel, Fruchtknoten usw.) mehr oder
-weniger verkümmert oder »fehlgeschlagen« (abortiert) ist. Auch hier
-können Sie bei verschiedenen, nahe verwandten Pflanzenarten das Organ in
-allen Graden der Rückbildung verfolgen. So z. B. ist die große
-natürliche Familie der lippenblütigen Pflanzen (^Labiaten^), zu welcher
-Melisse, Pfefferminze, Majoran, Gundelrebe, Thymian usw. gehören,
-dadurch ausgezeichnet, daß die rachenförmige zweilippige Blumenkrone
-zwei lange und zwei kurze Staubfäden enthält. Allein bei vielen
-einzelnen Pflanzen dieser Familie, z. B. bei verschiedenen Salbeiarten
-und beim Rosmarin, ist nur das eine Paar der Staubfäden ausgebildet, und
-das andere Paar ist mehr oder weniger verkümmert, oft ganz verschwunden.
-Bisweilen sind die Staubfäden vorhanden, aber ohne Staubbeutel, so daß
-sie keinen Nutzen haben können. Seltener findet sich sogar noch das
-Rudiment oder der verkümmerte Rest eines fünften Staubfadens, ein
-physiologisch (für die Lebensverrichtung) ganz nutzloses, aber
-morphologisch (für die Erkenntnis der Form und der natürlichen
-Verwandtschaft) äußerst wertvolles Organ. In meiner »Generellen
-Morphologie der Organismen« habe ich in dem Abschnitt von der
-»Unzweckmäßigkeitslehre oder Dysteleologie« noch eine große Anzahl von
-anderen Beispielen angeführt.
-
-Keine biologische Erscheinung hat wohl jemals die Zoologen und Botaniker
-in größere Verlegenheit versetzt als diese rudimentären oder abortiven
-(verkümmerten) Organe. Es sind Werkzeuge außer Dienst, Körperteile,
-welche da sind, ohne etwas zu leisten, zweckmäßig eingerichtet, ohne
-ihren Zweck in Wirklichkeit zu erfüllen. Wenn man die Versuche früherer
-Naturforscher zur Erklärung dieses Rätsels betrachtet, kann man sich in
-der Tat kaum eines Lächelns über ihre seltsamen Vorstellungen erwehren.
-Außerstande, eine wirkliche Erklärung zu finden, kamen einige z. B. zu
-dem Endresultate, daß der Schöpfer »der Symmetrie wegen« diese Organe
-angelegt habe. Nach der Meinung anderer mußte es dem Schöpfer unpassend
-oder unanständig erscheinen, daß diese Organe bei denjenigen Organismen,
-bei denen sie nicht leistungsfähig sind und ihrer ganzen Lebensweise
-nach nicht sein können, völlig fehlten, während die nächsten Verwandten
-sie besäßen; und zum Ersatz für die mangelnde Funktion verlieh er ihnen
-wenigstens die äußere Ausstattung der leeren Form. Sind doch auch die
-uniformierten Zivilbeamten bei Hofe oft mit einem unschuldigen Degen
-ausgestattet, den sie niemals aus der Scheide ziehen. Ich glaube aber
-kaum, daß Sie von einer solchen dekorativen Erklärung befriedigt sein
-werden.
-
-Nun wird gerade diese allgemein verbreitete und rätselhafte Erscheinung
-der rudimentären Organe, an welcher alle übrigen Erklärungsversuche
-scheitern, vollkommen erklärt, und zwar in der einfachsten und
-einleuchtendsten Weise erklärt durch Darwins Theorie von der _Vererbung_
-und von der _Anpassung_. Wir können die wichtigen Gesetze der Vererbung
-und Anpassung an den Haustieren und Kulturpflanzen, welche wir künstlich
-züchten, empirisch verfolgen, und es ist bereits eine Reihe solcher
-Gesetze festgestellt worden. Ohne jetzt auf diese einzugehen, will ich
-nur sagen, daß einige davon auf mechanischem Wege die Entstehung der
-rudimentären Organe vollkommen erklären, so daß wir das Auftreten
-derselben als einen ganz natürlichen Prozeß ansehen müssen, bedingt
-durch den Nichtgebrauch der Organe. Durch Anpassung an besondere
-Lebensbedingungen sind die früher tätigen und wirklich arbeitenden
-Organe allmählich nicht mehr gebraucht worden und außer Dienst getreten.
-Infolge der mangelnden Übung sind sie mehr und mehr verkümmert, trotzdem
-aber immer noch durch Vererbung von einer Generation auf die andere
-übertragen worden, bis sie endlich größtenteils verschwanden. Wenn wir
-nun annehmen, daß alle oben angeführten Wirbeltiere von einem einzigen
-gemeinsamen Stammvater abstammen, welcher zwei sehende Augen und zwei
-wohlentwickelte Beinpaare besaß, so erklärt sich ganz einfach der
-verschiedene Grad der Verkümmerung und Rückbildung dieser Organe bei
-solchen Nachkommen desselben, welche diese Teile nicht mehr gebrauchen
-konnten. Ebenso erklärt sich vollständig der verschiedene
-Ausbildungsgrad der ursprünglich (in der Blütenknospe) angelegten fünf
-Staubfäden bei den Lippenblütern, wenn wir annehmen, daß alle Pflanzen
-dieser Familie von einem gemeinsamen, mit fünf Staubfäden ausgestatteten
-Stammvater abstammen.
-
-Ich habe Ihnen die Erscheinung der rudimentären Organe etwas
-ausführlicher vorgeführt, weil dieselbe von der allergrößten allgemeinen
-Bedeutung ist; denn sie führt uns auf die großen, allgemeinen,
-tiefliegenden Grundlagen der Philosophie und der Naturwissenschaft hin,
-für deren Lösung die Deszendenztheorie nunmehr der unentbehrliche
-Leitstern geworden ist. Sobald wir nämlich, dieser Theorie entsprechend,
-die ausschließliche Wirksamkeit physikalisch-chemischer Ursachen ebenso
-in der lebenden (organischen) Körperwelt, wie in der sogenannten
-leblosen (anorganischen) Natur anerkennen, so räumen wir damit jener
-Weltanschauung die ausschließliche Herrschaft ein, welche man mit dem
-Namen der mechanischen bezeichnen kann, im Gegensatze zu der
-hergebrachten teleologischen Auffassung. Wenn Sie die Weltanschauungen
-der verschiedenen Völker und Zeiten miteinander vergleichend
-zusammenstellen, können Sie dieselben schließlich alle in zwei
-gegenüberstehende Gruppen bringen: eine kausale oder mechanische und
-eine teleologische oder vitalistische. Die letztere war in der Biologie
-früher fast allgemein herrschend. Man sah danach das Tierreich und das
-Pflanzenreich als Produkte einer zweckmäßig wirkenden schöpferischen
-Tätigkeit an. Bei dem Anblick jedes Organismus schien sich zunächst
-unabweislich die Überzeugung aufzudrängen, daß eine so künstliche
-Maschine, ein so verwickelter Bewegungsapparat, wie es der Organismus
-ist, nur durch eine zwecktätige Schöpferkraft hervorgebracht werden
-könne; durch eine Tätigkeit, welche analog, obwohl unendlich viel
-vollkommener ist, als die Tätigkeit des Menschen bei der Konstruktion
-seiner Maschinen. Wie erhaben man auch die früheren Vorstellungen des
-Schöpfers und seiner schöpferischen Tätigkeit steigern, wie sehr man sie
-aller menschlichen Analogie entkleiden mag, so bleibt doch im letzten
-Grunde bei der teleologischen Naturauffassung dieser Vergleich
-unabweislich und notwendig. Man muß sich im Grunde dann immer den
-Schöpfer selbst als einen Organismus vorstellen, als ein Wesen, welches
-ähnlich dem Menschen, wenn auch in unendlich vollkommenerer Form, über
-seine bildende Tätigkeit nachdenkt, den Plan der Maschinen entwirft, und
-dann mittels Anwendung geeigneter Materialien diese Maschinen
-zweckentsprechend ausführt. Alle diese Vorstellungen leiden notwendig an
-der Grundschwäche des Anthropomorphismus oder der Vermenschlichung.
-Stets werden dabei, wie hoch man sich auch den Schöpfer vorstellen mag,
-demselben die menschlichen Eigenschaften beigelegt, einen Plan zu
-entwerfen und danach den Organismus zweckmäßig zu konstruieren. Das wird
-auch von derjenigen Schule, welche Darwins Lehre am schroffsten
-gegenübersteht, und welche unter den Naturforschern ihren bedeutendsten
-Vertreter in Louis Agassiz gefunden hat, ganz klar ausgesprochen. Das
-berühmte Werk von Agassiz (^Essay on classification^), welches dem
-Darwinschen Werke vollkommen entgegengesetzt ist und fast gleichzeitig
-erschien (1858), hat ganz folgerichtig jene absurden anthropomorphischen
-Vorstellungen vom Schöpfer bis zum höchsten Grade ausgebildet.
-
-Was nun überhaupt jene vielgerühmte _Zweckmäßigkeit in der Natur_
-betrifft, so ist sie nur für denjenigen vorhanden, welcher die
-Erscheinungen im Tier- und Pflanzenleben durchaus oberflächlich
-betrachtet. Schon die rudimentären Organe mußten dieser beliebten Lehre
-einen harten Stoß versetzen. Jeder aber, der tiefer in die Organisation
-und Lebensweise der verschiedenen Tiere und Pflanzen eindringt, der sich
-mit der Wechselwirkung der Lebenserscheinungen und der sogenannten
-»Ökonomie der Natur« vertrauter macht, muß sie notwendig fallen lassen.
-Die vielgrepriesene Weisheit und Zweckmäßigkeit existiert ebensowenig
-als die vielgerühmte »Allgüte des Schöpfers«. Diese optimistischen
-Anschauungen haben leider ebensowenig wirkliche Begründung als die
-beliebte Redensart von der »sittlichen Weltordnung«, welche durch die
-ganze Völkergeschichte in ironischer Weise illustriert wird. Im
-Mittelalter ist dafür die »sittliche« Herrschaft der christlichen Päpste
-und ihrer frommen, vom Blute zahlloser Menschenopfer dampfenden
-Inquisition nicht weniger bezeichnend, als in der Gegenwart der
-herrschende Militarismus mit seinem »sittlichen« Apparate von Zündnadeln
-und anderen raffinierten Mordwaffen; oder der Pauperismus als
-untrennbarer Anhang unserer verfeinerten Kultur.
-
-Wenn Sie das Zusammenleben und die gegenseitigen Beziehungen der
-Pflanzen und der Tiere (mit Inbegriff der Menschen) näher betrachten, so
-finden Sie überall und zu jeder Zeit das Gegenteil von jenem gemütlichen
-und friedlichen Beisammensein, welches die Güte des Schöpfers den
-Geschöpfen hätte bereiten müssen; vielmehr sehen Sie überall einen
-schonungslosen, höchst erbitterten _Kampf aller gegen alle_. Nirgends in
-der Natur, wohin Sie auch Ihre Blicke lenken mögen, ist jener
-idyllische, von den Dichtern besungene Friede vorhanden -- vielmehr
-überall Kampf, Streben nach Selbsterhaltung, nach Vernichtung der
-direkten Gegner und nach Vernichtung des Nächsten. Leidenschaft und
-Selbstsucht, bewußt oder unbewußt, bleibt überall die Triebfeder des
-Lebens. Das bekannte Dichterwort:
-
- »Die Natur ist vollkommen überall,
- Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual«
-
-ist schön, aber leider nicht wahr. Vielmehr bildet auch in dieser
-Beziehung der Mensch keine Ausnahme von der übrigen Tierwelt. Darwin hat
-gerade dieses wichtige Verhältnis in seiner hohen und allgemeinen
-Bedeutung uns erst recht klar vor Augen gestellt, und derjenige
-Abschnitt seiner Lehre, welchen er selbst den »Kampf ums Dasein« nennt,
-ist einer ihrer wichtigsten Teile.
-
-Wir müssen also jener vitalistischen oder teleologischen Betrachtung der
-lebendigen Natur, welche die Tier- und Pflanzenformen als Produkte eines
-gütigen und weisen Schöpfers oder einer zweckmäßig tätigen
-schöpferischen Naturkraft ansieht, durchaus entgegentreten; dagegen sind
-wir gezwungen, uns entschieden jene Weltanschauung anzueignen, welche
-man die mechanische oder kausale nennt. Man kann sie auch als die
-monistische oder einheitliche bezeichnen, im Gegensatze zu der
-zwiespältigen oder dualistischen Anschauung, welche in jener
-teleologischen Weltauffassung notwendig enthalten ist. Die mechanische
-Naturbetrachtung ist seit Jahrzehnten auf gewissen Gebieten der
-Naturwissenschaft so sehr eingebürgert, daß hier über die
-entgegengesetzte kein Wort mehr verloren wird. Es fällt keinem Physiker
-oder Chemiker, keinem Mineralogen oder Astronomen mehr ein, in den
-Erscheinungen, welche ihm auf seinem wissenschaftlichen Gebiete
-fortwährend vor Augen kommen, die Wirksamkeit eines zweckmäßig tätigen
-Schöpfers zu erblicken oder aufzusuchen. Man betrachtet jene
-Erscheinungen vielmehr allgemein und ohne Widerspruch als die
-notwendigen und unabänderlichen Wirkungen der physikalischen und
-chemischen Kräfte, welche an dem Stoffe oder der Materie haften; und
-insofern ist diese Anschauung rein »materialistisch«, in einem gewissen
-Sinne dieses vieldeutigen Wortes. Wenn der Physiker die
-Bewegungserscheinungen der Elektrizität oder des Magnetismus, den Fall
-eines Körpers oder die Schwingungen der Lichtwellen zu erklären sucht,
-so ist er bei dieser Arbeit durchaus davon entfernt, das Eingreifen
-einer übernatürlichen schöpferischen Kraft anzunehmen. In dieser
-Beziehung befand sich bisher die Biologie, als die Wissenschaft von den
-sogenannten »belebten« Naturkörpern, in vollem Gegensatze zu jenen
-vorher genannten anorganischen Naturwissenschaften (der
-Anorgologie). Zwar hat die neuere Physiologie, die Lehre von den
-Bewegungserscheinungen im Tier- und Pflanzenkörper, den mechanischen
-Standpunkt der letzteren vollkommen angenommen; allein die Morphologie,
-die Wissenschaft von der Gestaltung der Tiere und Pflanzen, schien
-dadurch gar nicht berührt zu werden. Die Morphologen behandeln nach wie
-vor, im Gegensatze zu jener mechanischen Betrachtung der Leistungen, die
-Formen der Tiere und Pflanzen als Erscheinungen, die durchaus nicht
-mechanisch erklärbar seien, die vielmehr notwendig einer höheren,
-übernatürlichen, zweckmäßig tätigen Schöpferkraft ihren Ursprung
-verdanken müßten. Dabei war es ganz gleichgültig, ob man diese
-Schöpferkraft als persönlichen Gott anbetete, oder ob man sie
-Lebenskraft (^vis vitalis^) oder Endursache (^causa finalis^) nannte. In
-allen Fallen flüchtete man hier, um es mit einem Worte zu sagen, zum
-Wunder als der Erklärung. Man warf sich einer mystischen
-Glaubensdichtung in die Arme und verließ somit das sichere Gebiet
-naturwissenschaftlicher Erkenntnis.
-
-Alles nun, was vor Darwin geschehen ist, um eine natürliche, mechanische
-Auffassung von der Entstehung der Tier- und Pflanzenformen zu begründen,
-vermochte diese nicht zum Durchbruch und zu allgemeiner Anerkennung zu
-bringen. Dies gelang erst Darwins Lehre, und hierin liegt ein
-unermeßliches Verdienst derselben. Denn wir werden dadurch zu der
-Überzeugung von der Einheit der organischen und der anorganischen Natur
-geführt. Auch derjenige Teil der Naturwissenschaft, welcher bisher am
-längsten und am hartnäckigsten sich einer mechanischen Auffassung und
-Erklärung widersetzte, die Lehre vom zweckmäßigen Bau der lebendigen
-Formen, von der Bedeutung und Entstehung derselben, wird dadurch mit
-allen übrigen naturwissenschaftlichen Lehren auf einen und denselben Weg
-der Vollendung gebracht. Die Einheit _aller_ Naturerscheinungen wird
-dadurch endgültig festgestellt.
-
-Diese Einheit der ganzen Natur, die Beseelung aller Materie, die
-Untrennbarkeit der geistigen Kraft und des körperlichen Stoffes hat
-Goethe mit den Worten behauptet: »Die Materie kann nie ohne Geist, der
-Geist nie ohne Materie existieren und wirksam sein.« Von den großen
-monistischen Philosophen aller Zeiten sind diese obersten Grundsätze der
-mechanischen Weltanschauung vertreten worden. Schon Demokritos von
-Abdera, der unsterbliche Begründer der Atomenlehre, sprach dieselben
-fast ein halbes Jahrtausend vor Christus klar aus, ganz vorzüglich aber
-der erhabene Spinoza und der große Dominikanermönch Giordano Bruno. Der
-letztere wurde dafür am 17. Februar 1600 in Rom von der christlichen
-Inquisition auf dem Scheiterhaufen verbrannt, an demselben Tage, an
-welchem 36 Jahre früher sein großer Landsmann und Kampfgenosse Galilei
-geboren wurde. Auf dem Campo di Fiori in Rom, wo jener Scheiterhaufen
-stand, hat jetzt das freie neuerstandene Italien dem großen monistischen
-Märtyrer ein Denkmal errichtet (am 9. Juni 1889), ein beredtes Zeichen
-des gewaltigen Umschwungs der Zeit.
-
-Durch die Deszendenztheorie wird es uns zum erstenmal möglich, die
-monistische Lehre von der Einheit der Natur fest zu begründen; danach
-bietet eine mechanisch-kausale Erklärung auch der verwickeltsten
-organischen Erscheinungen, z. B. der Entstehung und Einrichtung der
-Sinnesorgane, in der Tat nicht mehr prinzipielle Schwierigkeiten für das
-allgemeine Verständnis, als die mechanische Erklärung irgendwelcher
-physikalischen Prozesse, wie z. B. der Erdbeben, des Erdmagnetismus, der
-Meeresströmungen usw. Wir gelangen dadurch zu der äußerst wichtigen
-Überzeugung, daß _alle Naturkörper_, die wir kennen, _gleichmäßig
-belebt_ sind, daß der Gegensatz, welchen man zwischen lebendiger und
-toter Körperwelt aufstellte, im Grunde nicht existiert. Wenn ein Stein,
-frei in die Luft geworfen, nach bestimmten Gesetzen zur Erde fällt, oder
-wenn in einer Salzlösung sich ein Kristall bildet, oder wenn Schwefel
-und Quecksilber sich zu Zinnober verbinden, so sind diese Erscheinungen
-nicht mehr und nicht minder mechanische Lebenserscheinungen, als das
-Wachstum und das Blühen der Pflanzen, als die Fortpflanzung und die
-Sinnestätigkeit der Tiere, als die Empfindung und die Gedankenbildung
-des Menschen. Insbesondere ist auch das Bewußtsein des Menschen und der
-höheren Tiere keineswegs ein besonderes übernatürliches »Welträtsel«,
-wie Du Bois-Reymond 1872 in seiner »Ignorabimus«-Rede irrtümlich
-behauptet hatte. Vielmehr beruht dasselbe ebenso auf der mechanischen
-Arbeit der Ganglienzellen im Gehirn, wie die übrigen Seelentätigkeiten;
-den Beweis dafür habe ich im zehnten Kapitel meines Buches über die
-»Welträtsel« geführt. Die Naturkräfte treten auch im Seelenleben nur in
-verschiedenen Verbindungen und Formen auf, bald einfacher, bald
-zusammengesetzter; aber immer sind sie auch hier dem allgemeinen
-Substanzgesetz unterworfen. Gebundene Spannkräfte werden frei und gehen
-in lebendige Kräfte über, oder umgekehrt. Das große Gesetz von der
-Erhaltung der Kraft oder Energie (Robert Mayer 1842) und das damit
-verknüpfte Gesetz von der Erhaltung des Stoffes oder der Materie
-(Lavoisier 1789) gelten beide in gleicher Weise für alle organischen wie
-für alle anorganischen Naturkörper. In dieser Herstellung der
-einheitlichen oder monistischen Naturauffassung liegt das höchste und
-allgemeinste Verdienst unserer neuen, die Krone der heutigen
-Naturwissenschaft bildenden Entwicklungslehre.
-
- (Aus »Natürliche Schöpfungsgeschichte«.)
-
-
-
-
- II.
- Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden.
-
-
-Die geschichtliche Auffassung des organischen Lebens, welche die
-Abstammungslehre in die biologischen Wissenschaften eingeführt hat,
-fördert nächst der Anthropologie keinen anderen Wissenschaftszweig so
-sehr, als den beschreibenden Teil der Naturgeschichte, die systematische
-Zoologie und Botanik. Die meisten Naturforscher, die sich bisher mit der
-Systematik der Tiere und Pflanzen beschäftigten, sammelten, benannten
-und ordneten die verschiedenen Arten dieser Naturkörper mit einem
-ähnlichen Interesse, wie die Altertumsforscher und Ethnographen die
-Waffen und Gerätschaften der verschiedenen Völker sammeln. Viele erhoben
-sich selbst nicht über denjenigen Grad der Wißbegierde, mit dem man
-Wappen, Briefmarken und ähnliche Kuriositäten zu sammeln, zu
-etikettieren und zu ordnen pflegt. In ähnlicher Weise wie diese Sammler
-an der Formenmannigfaltigkeit, Schönheit oder Seltsamkeit der Wappen,
-Briefmarken usw. ihre Freude finden, und dabei die erfinderische
-Bildungskunst des Menschen bewundern, in ähnlicher Weise ergötzten sich
-die meisten Naturforscher an den mannigfaltigen Formen der Tiere und
-Pflanzen und erstaunten über die reiche Phantasie des Schöpfers, über
-seine unermüdliche Schöpfungstätigkeit und über die seltsame Laune, in
-welcher er neben so vielen schönen und nützlichen Organismen auch eine
-Anzahl häßlicher und unnützer Formen gebildet habe.
-
-Diese kindliche Behandlung der systematischen Zoologie und Botanik wird
-durch die Abstammungslehre gründlich vernichtet. An die Stelle des
-oberflächlichen und spielenden Interesses, mit welchem die meisten
-bisher die organischen Gestalten betrachteten, tritt das weit
-höhere Interesse des erkennenden Verstandes, welcher in der
-_Formverwandtschaft_ der Organismen ihre wahre _Stammverwandtschaft_
-erblickt. Das natürliche System der Tiere und Pflanzen, welches man
-früher entweder nur als Namenregister zur übersichtlichen Ordnung der
-verschiedenen Formen oder als Sachregister zum kurzen Ausdruck ihres
-Ähnlichkeitsgrades schätzte, erhält durch die Abstammungslehre den
-ungleich höheren Wert eines wahren Stammbaumes der Organismen. Diese
-Stammtafel soll uns den genealogischen Zusammenhang der kleineren und
-größeren Gruppen enthüllen. Sie soll zu zeigen versuchen, in welcher
-Weise die verschiedenen Klassen, Ordnungen, Familien, Gattungen und
-Arten des Tier- und Pflanzenreichs den verschiedenen Zweigen, Ästen und
-Astgruppen ihres Stammbaums entsprechen. Jede weitere und höherstehende
-Kategorie oder Gruppenstufe des Systems (z. B. Klasse, Ordnung) umfaßt
-eine Anzahl von größeren und stärkeren Zweigen des Stammbaums, jede
-engere und tieferstehende Kategorie (z. B. Gattung, Art) nur eine
-kleinere und schwächere Gruppe von Ästchen. Nur wenn wir in dieser Weise
-das natürliche System als Stammbaum betrachten, können wir den wahren
-Wert desselben erkennen. Dieser genealogischen Auffassung des
-organischen Systems gehört ohne Zweifel allein die Zukunft.
-
-Wie können wir uns aber den wirklichen Stammbaum der tierischen und
-pflanzlichen Formengruppen aus den dürftigen und fragmentarischen, bis
-jetzt darüber gewonnenen Erfahrungen konstruieren? Die Antwort hierauf
-liegt schon zum Teil in demjenigen, was wir früher über den
-Parallelismus der drei Entwicklungsreihen bemerkt haben, über den
-wichtigen ursächlichen Zusammenhang, welcher die paläontologische
-Entwicklung der ganzen organischen Stämme mit der embryologischen
-Entwicklung der Individuen und mit der systematischen Entwicklung der
-Gruppenstufen verbindet.
-
-Zunächst werden wir uns zur Lösung dieser schwierigen Aufgabe an die
-_Paläontologie_ oder Versteinerungskunde zu wenden haben. Denn wenn
-wirklich die Deszendenztheorie wahr ist, wenn wirklich die versteinerten
-Reste der vormals lebenden Tiere und Pflanzen von den ausgestorbenen
-Urahnen und Vorfahren der jetzigen Organismen herrühren, so müßte uns
-eigentlich ohne weiteres die Kenntnis und Vergleichung der
-Versteinerungen den Stammbaum der Organismen aufdecken. So einfach und
-einleuchtend dies nach dem theoretisch entwickelten Prinzip erscheint,
-so außerordentlich schwierig und verwickelt gestaltet sich die Aufgabe,
-wenn man sie wirklich in Angriff nimmt. Ihre praktische Lösung würde
-schon sehr schwierig sein, wenn die Versteinerungen einigermaßen
-vollständig erhalten wären. Das ist aber keineswegs der Fall. Vielmehr
-ist die handgreifliche Schöpfungsurkunde, welche in den Versteinerungen
-begraben liegt, über alle Maßen unvollständig. Daher erscheint es jetzt
-vor allem notwendig, diese Urkunde kritisch zu prüfen und den Wert,
-welchen die Versteinerungen für die Entwicklungsgeschichte der
-organischen Stämme besitzen, zu bestimmen.
-
-In der Regel finden wir Versteinerungen oder Petrefakten nur in
-denjenigen Gesteinen eingeschlossen, welche schichtenweise als Schlamm
-im Wasser abgelagert wurden, und welche man deshalb neptunische,
-geschichtete oder sedimentäre Gesteine nennt. Die Ablagerung solcher
-Schichten konnte natürlich erst beginnen, nachdem im Verlaufe der
-Erdgeschichte die Verdichtung des Wasserdampfes zu tropfbar-flüssigem
-Wasser erfolgt war. Seit diesem Zeitpunkt begann nicht allein das
-organische Leben auf der Erde, sondern auch eine ununterbrochene und
-höchst wichtige Umgestaltung der erstarrten anorganischen Erdrinde. Das
-Wasser begann seitdem jene außerordentlich wichtige mechanische
-Wirksamkeit, durch welche die Erdoberfläche fortwährend, wenn auch
-langsam, umgestaltet wird. Ich darf wohl als bekannt voraussetzen,
-welchen außerordentlich bedeutenden Einfluß in dieser Beziehung noch
-jetzt das Wasser in jedem Augenblick ausübt. Indem es als Regen
-niederfällt, die obersten Schichten der Erdrinde durchsickert und von
-den Erhöhungen in die Vertiefungen herabfließt, löst es verschiedene
-mineralische Bestandteile des Bodens chemisch auf und spült mechanisch
-die locker zusammenhängenden Teilchen ab. An den Bergen herabfließend
-führt das Wasser den Schutt derselben in die Ebene und lagert ihn als
-Schlamm im stehenden Wasser ab. So arbeitet es beständig an einer
-Erniedrigung der Berge und Ausfüllung der Täler. Ebenso arbeitet die
-Brandung des Meeres ununterbrochen an der Zerstörung der Küsten und an
-der Auffüllung des Meerbodens durch die herabgeschlämmten Trümmer. So
-würde schon die Tätigkeit des Wassers allein, wenn sie nicht durch
-andere Umstände wieder aufgewogen würde, mit der Zeit die ganze Erde
-nivellieren. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Gebirgsmassen,
-welche alljährlich als Schlamm dem Meere zugeführt werden und sich auf
-dessen Boden absetzen, so bedeutend sind, daß im Verlauf einer längeren
-oder kürzeren Periode, vielleicht von wenigen Millionen Jahren, die
-Erdoberfläche vollkommen geebnet und von einer zusammenhängenden
-Wasserschale umschlossen werden würde. Daß dies nicht geschieht,
-verdanken wir der fortdauernden Schrumpfung und Faltung der erhärteten
-Erdrinde und der vulkanischen Gegenwirkung des feurigflüssigen
-Erdinneren. Diese Reaktion des geschmolzenen Kerns gegen die feste Rinde
-bedingt ununterbrochen wechselnde Hebungen und Senkungen an den
-verschiedensten Stellen der Erdoberfläche. Meistens geschehen dieselben
-sehr langsam; allein indem sie Jahrtausende hindurch fortdauern, bringen
-sie durch Summierung der kleinen Einzelwirkungen nicht minder großartige
-Resultate hervor, wie die entgegenwirkende und nivellierende Tätigkeit
-des Wassers.
-
-Indem die Hebungen und Senkungen verschiedener Gegenden im Laufe von
-Jahrmillionen vielfach miteinander wechseln, kommt bald dieser bald
-jener Teil der Erdoberfläche über oder unter den Spiegel des Meeres. Es
-gibt vielleicht keinen Oberflächenteil der Erdrinde, der nicht
-infolgedessen schon wiederholt über oder unter dem Meeresspiegel gewesen
-wäre. Durch diesen vielfachen Wechsel erklärt sich die Mannigfaltigkeit
-und die verschiedenartige Zusammensetzung der zahlreichen neptunischen
-Gesteinschichten, welche sich an den meisten Stellen in beträchtlicher
-Dicke übereinander abgelagert haben. In den verschiedenen
-Geschichtsperioden, während deren die Ablagerung stattfand, lebte eine
-mannigfach verschiedene Bevölkerung von Tieren und Pflanzen. Wenn die
-Leichen derselben auf den Boden der Gewässer herabsanken, drückten sie
-ihre Körperform in dem weichen Schlamme ab, und unverwesliche Teile,
-harte Knochen, Zähne, Schalen usw. wurden unzerstört in demselben
-eingeschlossen. Sie blieben in dem Schlamm, der sich zu neptunischem
-Gestein verdichtete, erhalten, und dienen nun als Versteinerungen zur
-Charakteristik der betreffenden Schichten. Durch sorgfältige
-Vergleichung der verschiedenen übereinander gelagerten Schichten und der
-in ihnen erhaltenen Versteinerungen ist es so möglich geworden, sowohl
-das relative Alter der Schichten und Schichtengruppen zu bestimmen, als
-auch gewisse Hauptmomente der Phylogenie oder der Entwicklungsgeschichte
-der Tier- und Pflanzenstämme empirisch festzustellen.
-
-Die verschiedenen übereinander abgelagerten Schichten der neptunischen
-Gesteine, welche in sehr mannigfaltiger Weise aus Kalk, Ton und Sand
-zusammengesetzt sind, haben die Geologen gruppenweise in ein ideales
-System zusammengestellt, welches dem ganzen Zusammenhange der
-_organischen Erdgeschichte_ entspricht, d. h. desjenigen Teiles der
-Erdgeschichte, während dessen organisches Leben existierte. Wie die
-sogenannte »Weltgeschichte« in größere oder kleinere Perioden zerfällt,
-welche durch den zeitweiligen Entwicklungszustand der bedeutendsten
-Völker charakterisiert und durch hervorragende Ereignisse voneinander
-abgegrenzt werden, so teilen wir auch die unendlich längere organische
-Erdgeschichte in eine Reihe von größeren oder kleineren Perioden ein.
-Jede dieser Perioden ist durch eine charakteristische Flora und Fauna,
-durch die besonders starke Entwicklung bestimmter Pflanzen- oder
-Tiergruppen ausgezeichnet, und jede ist von der vorhergehenden und
-folgenden Periode durch einen auffallenden teilweisen Wechsel in der
-Zusammensetzung der Tier- und Pflanzenbevölkerung getrennt.
-
-Für die nachfolgende Übersicht des historischen Entwicklungsganges, den
-die großen Tier- und Pflanzenstämme genommen haben, ist es notwendig,
-zunächst hier die systematische Klassifikation der neptunischen
-Schichtengruppen und der denselben entsprechenden größeren und kleineren
-Geschichtsperioden anzugeben. Wie Sie sogleich sehen werden, sind wir
-imstande, die ganze Masse der übereinanderliegenden Sedimentgesteine in
-fünf oberste Hauptgruppen oder _Terrains_, jedes Terrain in mehrere
-untergeordnete Schichtengruppen oder _Systeme_, und jedes System von
-Schichten wiederum in noch kleinere Gruppen oder _Formationen_
-einzuteilen; endlich kann auch jede Formation wieder in Etagen oder
-Unterformationen, und jede von diesen wiederum in noch kleinere Lagen,
-Bänke usw. geschieden werden. Jedes der fünf großen Terrains wurde
-während eines großen Hauptabschnittes der Erdgeschichte, während eines
-_Zeitalters_, abgelagert; jedes System während einer kürzeren _Periode_,
-jede Formation während einer noch kürzeren Epoche usw. Indem wir so die
-Zeiträume der organischen Erdgeschichte und die während derselben
-abgelagerten neptunischen und versteinerungsführenden Erdschichten in
-ein gegliedertes System bringen, verfahren wir genau wie die Historiker,
-welche die Völkergeschichte in die drei Hauptabschnitte des Altertums,
-des Mittelalters und der Neuzeit, und jeden dieser Abschnitte wieder in
-untergeordnete Perioden und Epochen einteilen. Wie aber der Historiker
-durch diese scharfe systematische Einteilung und durch die bestimmte
-Abgrenzung der Perioden durch einzelne Jahreszahlen nur die Übersicht
-erleichtern und keineswegs den ununterbrochenen Zusammenhang der
-Ereignisse und der Völkerentwicklung leugnen will, so gilt ganz dasselbe
-auch von unserer systematischen Einteilung, Spezifikation oder
-Klassifikation der organischen Erdgeschichte. Auch hier geht der rote
-Faden der zusammenhängenden Entwicklung überall ununterbrochen hindurch.
-Wir verwahren uns also ausdrücklich gegen die Anschauung, als wollten
-wir durch unsere scharfe Abgrenzung der größeren und kleineren
-Schichtengruppen und der ihnen entsprechenden Zeiträume irgendwie an
-Cuviers irrige Lehre von den Erdrevolutionen und von den wiederholten
-Neuschöpfungen der organischen Bevölkerung anknüpfen.
-
-Die fünf großen Hauptabschnitte der organischen Erdgeschichte oder der
-paläontologischen Entwicklungsgeschichte bezeichnen wir als
-primordiales, primäres, sekundäres, tertiäres und quartäres Zeitalter.
-Jedes ist durch die vorwiegende Entwicklung bestimmter Tier- und
-Pflanzengruppen in demselben bestimmt charakterisiert, und wir könnten
-demnach auch die fünf Zeitalter einerseits durch die natürlichen
-Hauptgruppen des Pflanzenreichs, andererseits durch die verschiedenen
-Klassen des Wirbeltierstammes anschaulich bezeichnen. Dann wäre das
-erste oder primordiale Zeitalter dasjenige der Tange und Schädellosen,
-das zweite oder primäre Zeitalter das der Farne und Fische, das dritte
-oder sekundäre Zeitalter das der Nadelwälder und Reptilien, das vierte
-oder tertiäre Zeitalter das der Laubwälder und Säugetiere, endlich das
-fünfte oder quartäre Zeitalter dasjenige des Menschen und seiner Kultur.
-Die Abschnitte oder Perioden, welche wir in jedem der fünf Zeitalter
-unterscheiden, werden durch die verschiedenen Systeme von Schichten
-bestimmt, in die jedes der fünf großen Terrains zerfällt. Lassen Sie uns
-jetzt noch einen flüchtigen Blick auf die Reihe dieser Systeme und
-zugleich auf die Bevölkerung der fünf großen Zeitalter werfen.
-
-Den ersten und längsten Hauptabschnitt der organischen Erdgeschichte
-bildet die _Primordialzeit_ oder das Zeitalter der Tangwälder, das auch
-das archäische, archolithische oder archozoische Zeitalter genannt wird.
-Es umfaßt den ungeheuren Zeitraum von der ersten Urzeugung, von der
-Entstehung des ersten irdischen Organismus, bis zum Ende der silurischen
-Schichtenbildung. Während dieses unermeßlichen Zeitraums, welcher
-wahrscheinlich länger war, als alle übrigen vier Zeiträume
-zusammengenommen, lagerten sich die drei mächtigsten von allen
-neptunischen Schichtensystemen ab, nämlich zu unterst das laurentische,
-darüber das kambrische und darüber das silurische System. Von den
-meisten Geologen wird das silurische System, und von vielen auch noch
-das kambrische System zu den paläolithischen Terrains gestellt; indessen
-erscheint es aus biologisch-historischen Gesichtspunkten zweckmäßiger,
-sie mit den archozoischen zu vereinigen. Die ungefähre Dicke oder
-Mächtigkeit dieser drei Systeme zusammengenommen beträgt 70000 Fuß.
-Davon kommen ungefähr 30000 auf das laurentische, 18000 auf das
-kambrische und 22000 auf das silurische System. Die durchschnittliche
-Mächtigkeit aller vier übrigen Terrains, des primären, sekundären,
-tertiären und quartären zusammengenommen, mag dagegen etwa höchstens
-60000 Fuß betragen, und schon hieraus, abgesehen von vielen anderen
-Gründen, ergibt sich, daß die Dauer der Primordialzeit wahrscheinlich
-viel länger war, als die Dauer der folgenden Zeitalter bis zur Gegenwart
-zusammengenommen. Viele Millionen von Jahren müssen zur Ablagerung
-solcher Schichtenmassen erforderlich gewesen sein. Leider befindet sich
-der bei weitem größte Teil der primordialen Schichtengruppen in dem
-sogleich zu erörternden metamorphischen Zustande, und dadurch sind die
-in ihnen enthaltenen Versteinerungen, die ältesten und wichtigsten von
-allen, größtenteils zerstört und unkenntlich geworden. Nur in einem
-Teile der kambrischen und silurischen Schichten sind Petrefakten in
-größerer Menge und in kenntlichem Zustande erhalten worden.
-
-Trotzdem die primordialen oder archozoischen Versteinerungen uns nur zum
-bei weitem kleinsten Teile in kenntlichem Zustande erhalten sind,
-besitzen dieselben dennoch den Wert unschätzbarer Dokumente für diese
-älteste und dunkelste Zeit der organischen Erdgeschichte. Zunächst
-scheint daraus hervorzugehen, daß während dieses ganzen ungeheuren
-Zeitraums fast nur Wasserbewohner existierten. Wenigstens sind bis jetzt
-unter allen archozoischen Petrefakten nur sehr wenige gefunden worden,
-welche man mit Sicherheit auf landbewohnende Organismen beziehen kann:
-die ältesten von diesen sind einige silurische Farne und Skorpione. Fast
-alle Pflanzenreste, die wir aus der Primordialzeit besitzen, gehören zu
-der niedrigsten von allen Pflanzengruppen, zu der im Wasser lebenden
-Klasse der Tange oder Algen. Diese bildeten in dem warmen Urmeere der
-Primordialzeit mächtige Wälder, von deren Formenreichtum und Dichtigkeit
-uns noch heutigen Tages ihre Epigonen, die Tangwälder des atlantischen
-Sargassomeeres, eine ungefähre Vorstellung geben mögen. Die kolossalen
-Tangwälder der archozoischen Zeit ersetzten damals die noch fehlende
-Waldvegetation des Festlandes. Gleich den Pflanzen lebten auch fast alle
-Tiere, von denen man Reste in den archozoischen Schichten gefunden hat,
-im Wasser. Von den Gliedertieren finden sich nur Krebstiere und einzelne
-Skorpione, noch keine Insekten. Von den Wirbeltieren sind nur sehr
-wenige Fischreste bekannt, welche sich in den jüngsten von allen
-primordialen Schichten, in der oberen Silurformation, vorfinden. Dagegen
-müssen wir annehmen, daß Würmer und schädellose Wirbeltiere (Akranier),
-die Ahnen der Fische, massenhaft während der Primordialzeit gelebt
-haben. Daher können wir sie sowohl nach den Schädellosen als nach den
-Tangen benennen.
-
-Die _Primärzeit_ oder das Zeitalter der Farnwälder, der zweite
-Hauptabschnitt der organischen Erdgeschichte, welchen man auch das
-paläolithische oder paläozoische Zeitalter nennt, dauerte vom Ende der
-silurischen Schichtenbildung bis zum Ende der permischen
-Schichtenbildung. Auch dieser Zeitraum war von sehr langer Dauer und
-zerfällt wiederum in drei Perioden, während deren sich drei mächtige
-Schichtensysteme ablagerten, nämlich zu unterst das devonische System
-oder der alte rote Sandstein, darüber das karbonische oder
-Steinkohlensystem, und darüber das permische System oder der neue rote
-Sandstein und der Zechstein. Die durchschnittliche Dicke dieser drei
-Systeme zusammengenommen mag etwa 42000 Fuß betragen, woraus sich schon
-die ungeheure Länge der für ihre Bildung erforderlichen Zeiträume
-ergibt. Die meisten Geologen rechnen zur Paläozoischen Ära noch die
-silurische und viele auch die kambrische Periode.
-
-Die devonischen und permischen Formationen sind vorzüglich reich an
-Fischresten, sowohl an Urfischen als an Schmelzfischen. Aber noch fehlen
-in der primären Zeit gänzlich die Knochenfische. In der Steinkohle
-finden sich schon verschiedene Reste von landbewohnenden Tieren, und
-zwar sowohl Gliedertieren (Spinnen und Insekten) als Wirbeltieren
-(Amphibien). Im permischen System kommen zu den Amphibien noch die höher
-entwickelten Schleicher oder Reptilien, und zwar unseren Eidechsen
-nahverwandte Formen (^Proterosaurus^ usw.). Trotzdem können wir das
-primäre Zeitalter das der Fische nennen, weil diese wenigen Amphibien
-und Reptilien ganz gegen die ungeheure Menge der paläozoischen Fische
-zurücktreten. Ebenso wie die Fische unter den Wirbeltieren, so
-herrschten unter den Pflanzen während dieses Zeitraums die Farnpflanzen
-oder Filicinen vor, und zwar sowohl echte Farnkräuter und Farnbäume
-(Laubfarne oder Filikarien) als Schaftfarne (Kalamarien) und
-Schuppenfarne (Selagineen). Diese landbewohnenden Farne oder Filizinen
-bildeten die Hauptmasse der dichten paläozoischen Inselwälder, deren
-fossile Reste uns in den ungeheuer mächtigen Steinkohlenlagern des
-karbonischen Systems und in den schwächeren Kohlenlagern des devonischen
-und permischen Systems erhalten sind. Sie berechtigen uns, die
-Primärzeit ebensowohl das Zeitalter der Farne als das der Fische zu
-nennen.
-
-Der dritte große Hauptabschnitt der paläontologischen
-Entwicklungsgeschichte wird durch die _Sekundärzeit_ oder das Zeitalter
-der Nadelwälder gebildet, welches auch das mesolithische oder
-mesozoische Zeitalter genannt wird. Es reicht vom Ende der permischen
-Schichtenbildung bis zum Ende der Kreideschichtenbildung und zerfällt
-abermals in drei große Perioden. Die währenddessen abgelagerten
-Schichtensysteme sind zu unterst das Triassystem, in der Mitte das
-Jurasystem und zu oberst das Kreidesystem. Die durchschnittliche Dicke
-dieser drei Systeme zusammengenommen bleibt schon weit hinter derjenigen
-der primären Systeme zurück und beträgt im ganzen nur ungefähr 15000
-Fuß. Die Sekundärzeit wird demnach wahrscheinlich nicht halb so lang als
-die Primärzeit gewesen sein.
-
-Wie in der Primärzeit die Fische, so herrschen in der Sekundärzeit die
-Schleicher oder Reptilien über alle übrigen Wirbeltiere vor. Zwar
-entstanden während dieses Zeitraums die ersten Vögel und Säugetiere;
-auch lebten damals die riesigen Labyrinthodonten; und zu den zahlreich
-vorhandenen Urfischen und Schmelzfischen der älteren Zeit gesellten sich
-die ersten echten Knochenfische. Aber die charakteristische und
-überwiegende Wirbeltierklasse der Sekundärzeit bildeten die höchst
-mannigfaltig entwickelten Reptilien. Neben solchen Schleichern, welche
-den heute noch lebenden Eidechsen, Krokodilen und Schildkröten
-nahestanden, wimmelte es in der mesozoischen Zeit überall von
-abenteuerlich gestalteten Drachen. Insbesondere sind die merkwürdigen
-fliegenden Eidechsen oder Pterosaurier, die schwimmenden Seedrachen oder
-Halisaurier und die kolossalen Landdrachen oder Dinosaurier der
-Sekundärzeit eigentümlich, da sie weder vorher noch nachher lebten. Man
-kann demgemäß die Sekundärzeit das Zeitalter der Schleicher oder
-Reptilien nennen. Andere bezeichnen sie als das Zeitalter
-der Nadelwälder, genauer eigentlich der Gymnospermen oder
-Nacktsamenpflanzen. Diese Pflanzen, vorzugsweise durch die beiden
-wichtigen Klassen der Nadelhölzer oder Koniferen und der Farnpalmen oder
-Zycadeen vertreten, setzten während der Sekundärzeit ganz überwiegend
-den Bestand der Wälder zusammen. Die farnartigen Pflanzen traten dagegen
-zurück und die Laubhölzer entwickelten sich erst gegen Ende des
-Zeitalters, in der Kreidezeit.
-
-Viel kürzer und weniger eigentümlich als diese drei ersten Zeitalter war
-der vierte Hauptabschnitt der organischen Erdgeschichte, die
-_Tertiärzeit_ oder das Zeitalter der Laubwälder. Dieser Zeitraum,
-welcher auch zänolithisches oder zänozoisches Zeitalter heißt,
-erstreckte sich vom Ende der Kreideschichtenbildung bis zum Ende der
-pliozänen Schichtenbildung. Die währenddessen abgelagerten Schichten
-erreichen nur ungefähr eine mittlere Mächtigkeit von 3000 Fuß und
-bleiben demnach weit hinter den drei ersten Terrains zurück. Auch sind
-die drei Systeme, welche man in dem tertiären Terrain unterscheidet, nur
-schwer voneinander zu trennen. Das älteste derselben heißt eozänes oder
-alttertiäres, das mittlere miozänes oder mitteltertiäres und das jüngste
-pliozänes oder neutertiäres System.
-
-Die gesamte Bevölkerung der Tertiärzeit nähert sich im ganzen und im
-einzelnen schon viel mehr derjenigen der Gegenwart, als es in den
-vorhergehenden Zeitaltern der Fall war. Unter den Wirbeltieren überwiegt
-von nun an die Klasse der Säugetiere bei weitem alle übrigen. Ebenso
-herrscht in der Pflanzenwelt die formenreiche Gruppe der
-Decksamen-Pflanzen oder Angiospermen vor; ihre Laubhölzer bilden die
-charakteristischen Laubwälder der Tertiärzeit. Die Abteilung der
-Angiospermen besteht aus den beiden Klassen der Einkeimblättrigen oder
-Monokotylen und der Zweikeimblättrigen oder Dikotylen. Zwar hatten sich
-Angiospermen aus beiden Klassen schon in der Kreidezeit gezeigt, und
-Säugetiere traten schon im letzten Abschnitt der Triaszeit auf. Allein
-beide Gruppen, Säugetiere und Decksamenpflanzen, erreichen ihre
-eigentliche Entwicklung und Oberherrschaft erst in der Tertiärzeit, so
-daß man diese mit vollem Rechte danach benennen kann.
-
-Den fünften und letzten Hauptabschnitt der organischen Erdgeschichte
-bildet die _Quartärzeit_ oder Kulturzeit, derjenige, gegen die Länge der
-vier übrigen Zeitalter verschwindend kurze Zeitraum, den wir gewöhnlich
-in komischer Selbstüberhebung die »Weltgeschichte« zu nennen pflegen. Da
-die Ausbildung des Menschen und seiner Kultur mächtiger als alle
-früheren Vorgänge auf die organische Welt umgestaltend einwirkte, und da
-sie vor allem dieses jüngste Zeitalter charakterisiert, so könnte man
-dasselbe auch die Menschenzeit, das anthropolithische oder
-anthropozoische Zeitalter nennen. Es könnte allenfalls auch das
-Zeitalter der Kulturwälder heißen, weil selbst auf den niederen Stufen
-der menschlichen Kultur ihr umgestaltender Einfluß sich bereits in der
-Benutzung der Wälder und ihrer Erzeugnisse, und somit auch in der
-Physiognomie der Landschaft bemerkbar macht. Geologisch wird der Beginn
-dieses Zeitalters, welches bis zur Gegenwart reicht, durch das Ende der
-pliozänen Schichtenablagerung begrenzt.
-
-Die neptunischen Schichten, welche während des verhältnismäßig kurzen
-quartären Zeitraums abgelagert wurden, sind an den verschiedenen Stellen
-der Erde von sehr verschiedener, meist aber von sehr geringer Dicke. Man
-bringt dieselben in zwei verschiedene Systeme, von denen man das ältere
-als diluvial oder pleistozän, das neuere als alluvial oder rezent
-bezeichnet. Das Diluvialsystem zerfällt selbst wieder in zwei
-Formationen, in die älteren glazialen und die neueren postglazialen
-Bildungen. Während der älteren Diluvialzeit nämlich fand jene
-außerordentlich merkwürdige Erniedrigung der Erdtemperatur statt, welche
-zu einer ausgedehnten Vergletscherung der gemäßigten Zonen führte. Diese
-»Eiszeit« oder Glazialperiode hat für die geographische und
-topographische Verbreitung der Organismen hohe Bedeutung gewonnen. Auch
-die auf die Eiszeit folgende »Nacheiszeit«, die postglaziale Periode
-oder die neuere Diluvialzeit, während welcher die Temperatur wiederum
-stieg und das Eis sich nach den Polen zurückzog, war für die
-gegenwärtige Gestaltung der chorologischen Verhältnisse höchst
-bedeutungsvoll.
-
-Der biologische Charakter der Quartärzeit liegt wesentlich in der
-Entwicklung und Ausbreitung des menschlichen Organismus und seiner
-Kultur. Weit mehr als jeder andere Organismus hat der Mensch
-umgestaltend, zerstörend und neubildend auf die Tier- und
-Pflanzenbevölkerung der Erde eingewirkt. Aus diesem Grunde -- nicht weil
-wir dem Menschen im übrigen eine privilegierte Ausnahmestellung in der
-Natur einräumen -- können wir mit vollem Rechte die Ausbreitung des
-Menschen und seiner Kultur als Beginn eines besonderen letzten
-Hauptabschnitts der organischen Erdgeschichte bezeichnen. Wahrscheinlich
-fand allerdings die körperliche Entwicklung des Urmenschen aus
-menschenähnlichen Affen bereits in der jüngeren oder pliozänen,
-vielleicht sogar schon in der mittleren oder miozänen Tertiärzeit statt.
-Allein die eigentliche Entwicklung der menschlichen Sprache, welche wir
-als den wichtigsten Hebel für die Ausbildung der eigentümlichen Vorzüge
-des Menschen und seiner Herrschaft über die übrigen Organismen
-betrachten, fällt wahrscheinlich erst in jenen Zeitraum, welchen man aus
-geologischen Gründen als pleistozäne oder diluviale Zeit von der
-vorhergehenden Pliozänperiode trennt. Jedenfalls ist derjenige Zeitraum,
-welcher seit der Entwicklung der menschlichen Sprache bis zur Gegenwart
-verfloß, mag derselbe auch viele Jahrtausende und vielleicht
-Hunderttausende von Jahren in Anspruch genommen haben, verschwindend
-gering gegen die unermeßliche Länge der Zeiträume, welche vom Beginn
-des organischen Lebens auf der Erde bis zur Entstehung des
-Menschengeschlechts verflossen.
-
-Die tabellarische Übersicht Seite 69 zeigt die Reihenfolge der
-paläontologischen Terrains, Systeme und Formationen, d. h. der größeren
-und kleineren neptunischen Schichtengruppen, welche Versteinerungen
-einschließen, von den obersten oder alluvialen bis zu den untersten oder
-laurentischen Ablagerungen hinab. Die Tabelle Seite 68 führt die
-historische Einteilung der entsprechenden Zeiträume vor, der größeren
-und kleineren paläontologischen Perioden, und zwar in umgekehrter
-Reihenfolge.
-
- Übersicht
- der paläontologischen Perioden oder der größeren
- Zeitabschnitte
- der organischen Erdgeschichte.
-
- Erster Zeitraum: Archozoisches Zeitalter.
- Primordial-Zeit.
- (Zeitalter der Schädellosen und der Tangwälder.)
-
- 1. Ältere Archolithzeit oder Laurentische Periode.
- 2. Mittlere Archolithzeit " Kambrische Periode.
- 3. Neuere Archolithzeit " Silurische Periode.
-
- Zweiter Zeitraum: Paläozoisches Zeitalter.
- Primär-Zeit.
- (Zeitalter der Fische und Farnwälder.)
-
- 4. Ältere Paläolithzeit oder Devonische Periode.
- 5. Mittlere Paläolithzeit " Steinkohlen-Periode.
- 6. Neuere Paläolithzeit " Permische Periode.
-
- Dritter Zeitraum: Mesozoisches Zeitalter.
- Sekundär-Zeit.
- (Zeitalter der Reptilien und der Nadelwälder.)
-
- 7. Ältere Mesolithzeit oder Trias-Periode.
- 8. Mittlere Mesolithzeit " Jura-Periode.
- 9. Neuere Mesolithzeit " Kreide-Periode.
-
- Vierter Zeitraum: Zänozoisches Zeitalter.
- Tertiär-Zeit.
- (Zeitalter der Säugetiere und der Laubwälder.)
-
- 10. Ältere Zänolithzeit oder Eozäne Periode.
- 11. Mittlere Zänolithzeit " Miozäne Periode.
- 12. Neuere Zänolithzeit " Pliozäne Periode.
-
- Fünfter Zeitraum: Anthropozoisches Zeitalter.
- Quartär-Zeit.
- (Zeitalter der Menschen und der Kulturwälder.)
-
- 13. Ältere Anthropolithzeit oder Eiszeit. Glaziale Periode.
- 14. Mittlere Anthropolithzeit " Postglaziale Periode.
- 15. Neuere Anthropolithzeit " Kultur-Periode.
-
- (Die Kultur-Periode ist die historische Zeit oder die Periode der
- Überlieferungen.)
-
- Übersicht
- der paläontologischen Formationen oder der
- versteinerungsführenden
- Schichten der Erdrinde.
-
- =============================================================================
- Terrains | Systeme | Formation | Synonyme der
- | | | Formationen
- -----------------------------------------------------------------------------
- V. Anthropolithische { XIV. Rezent { 36. Präsent Oberalluviale
- Terrains oder { (Alluvium) { 35. Rezent Unteralluviale
- anthropozoische {
- (quartäre) { XIII. Pleistozän { 34. Postglazial Oberdiluviale
- Schichtengruppen { (Diluvium) { 33. Glazial Unterdiluviale
-
- IV. Zänolithische { XII. Pliozän { 32. Arvern Oberpliozäne
- Terrains oder { (Neutertiär) { 31. Subapennin Unterpliozäne
- zänozoische {
- (tertiäre) { XI. Miozän { 30. Falun Obermiozäne
- Schichtengruppen { (Mitteltertiär) { 29. Limburg Untermiozäne
- {
- { X. Eozän { 28. Gips Obereozäne
- { (Alttertiär) { 27. Grobkalk Mitteleozäne
- { { 26. Londonton Untereozäne
-
- III. Mesolithische { IX. Kreide { 25. Weißkreide Oberkreide
- Terrains oder { { 24. Grünsand Mittelkreide
- mesozoische { { 23. Neokom Unterkreide
- (sekundäre) { { 22. Wealden Wälderformation
- Schichtengruppen {
- { VIII. Jura { 21. Portland Oberoolith
- { { 20. Oxford Mitteloolith
- { { 19. Bath Unteroolith
- { { 18. Lias Liasformation
- {
- { VII. Trias { 17. Keuper Obertrias
- { { 16. Muschelkalk Mitteltrias
- { { 15. Buntsand Untertrias
-
- II. Paläolithische { VI. Permisches { 14. Zechstein Oberpermische
- Terrains oder { (Dyas) { 13. Neurotsand Unterpermische
- paläozoische {
- (primäre) { V. Karbonisches { 12. Kohlensand Oberkarbonische
- Schichtengruppen { (Steinkohle) { 11. Kohlenkalk Unterkarbonische
- {
- { IV. Devonisches { 10. Pilton Oberdevonische
- { (Altrotsand) { 9. Ilfracombe Mitteldevonische
- { { 8. Linton Unterdevonische
-
- I. Archolithische { III. Silurisches { 7. Ludlow Obersilurische
- Terrains oder { { 6. Landovery Mittelsilurische
- archozoische { { 5. Landeilo Untersilurische
- (primordiale) {
- Schichtengruppen { II. Kambrisches { 4. Potsdam Oberkambrische
- { { 3. Longmynd Unterkambrische
- {
- { I. Laurentisches { 2. Labrador Oberlaurentische
- { { 1. Ottawa Unterlaurentische
-
- ---------------------------------------------------------------------
- | Tabelle |
- | |
- | zur Übersicht der neptunischen versteinerungsführenden Schichten- |
- | Systeme der Erdrinde mit Bezug auf ihre verhältnismäßige |
- | durchschnittliche Dicke. (130000 Fuß zirka.) |
- |=====================================================================|
- | IV. Zänozoische Schichten-Systeme. | Eozän, Miozän, |
- | Zirka 3000 Fuß. | Pliozän. |
- |-----------------------------------------+---------------------------|
- | | IX. Kreide-System. |
- | III. Mesozoische Schichten-Systeme. |---------------------------|
- | Ablagerungen der Sekundärzeit. | VIII. Jura-System. |
- | Zirka 15000 Fuß. |---------------------------|
- | | VII. Trias-System. |
- |-----------------------------------------+---------------------------|
- | | VI. Permisches |
- | II. Paläozoische Schichten-Systeme. | System. |
- | |---------------------------|
- | Ablagerungen der Primär-Zeit. | V. Steinkohlen- |
- | | System. |
- | Zirka 42000 Fuß. |---------------------------|
- | | IV. Devonisches |
- | | System. |
- |-----------------------------------------+---------------------------|
- | | III. Silurisches |
- | | System. |
- | I. Archozoische Schichten-Systeme. | Zirka 22000 Fuß. |
- | |---------------------------|
- | Ablagerungen der Primordial-Zeit. | II. Kambrisches |
- | | System. |
- | Zirka 70000 Fuß. | Zirka 18000 Fuß. |
- | |---------------------------|
- | | I. Laurentisches |
- | | System. |
- | | Zirka 30000 Fuß. |
- ---------------------------------------------------------------------
-
-Man hat viele Versuche angestellt, die Zahl der Jahrtausende, welche
-diese Zeiträume zusammensetzen, annähernd zu berechnen. Man verglich die
-Dicke der Schlammschichten, welche erfahrungsgemäß während eines
-Jahrhunderts sich absetzen, und welche nur wenige Linien oder Zolle
-betragen, mit der gesamten Dicke der geschichteten Gesteinsmassen, deren
-ideales System wir soeben überblickt haben. Diese Dicke mag im ganzen
-durchschnittlich ungefähr 130000 Fuß betragen, und hiervon kommen 70000
-auf das primordiale oder archozoische, 42000 auf das primäre oder
-paläozoische, 15000 auf das sekundäre oder mesozoische und endlich nur
-3000 auf das tertiäre oder zänozoische Terrain. Die sehr geringe und
-nicht annähernd bestimmbare durchschnittliche Dicke des quartären oder
-anthropozoischen Terrains kommt dabei gar nicht in Betracht. Man kann
-sie höchstens durchschnittlich auf 500-700 Fuß anschlagen.
-Selbstverständlich haben aber alle diese Maßangaben nur einen ganz
-durchschnittlichen und annähernden Wert und sollen nur dazu dienen, das
-_relative_ Maßverhältnis der Schichtensysteme und der ihnen
-entsprechenden Zeitabschnitte ganz _ungefähr_ zu überblicken. Auch
-werden die Maße sehr verschieden abgeschätzt.
-
-Wenn man nun die gesamte Zeit der organischen Erdgeschichte, d. h. den
-ganzen Zeitraum seit Beginn des Lebens auf der Erde bis auf den heutigen
-Tag, in hundert gleiche Teile teilt, und wenn man dann, dem angegebenen
-durchschnittlichen Dickenverhältnis der Schichtensysteme entsprechend,
-die relative Zeitdauer der fünf Hauptabschnitte oder Zeitalter nach
-Prozenten berechnet, so ergibt sich folgendes Resultat. (Vergl. Seite
-70.)
-
- I. Archozoische oder Primordialzeit 53,6
- II. Paläozoische oder Primärzeit 32,1
- III. Mesozoische oder Sekundärzeit 11,5
- IV. Zänozoische oder Tertiärzeit 2,3
- V. Anthropozoische oder Quartärzeit 0,5
- ------
- Summa: 100,0
-
-Es beträgt demnach die Länge des archozoischen Zeitraums, währenddessen
-fast noch keine landbewohnenden Tiere und Pflanzen existierten, mehr als
-die Hälfte, mehr als 53 Prozent, dagegen die Länge des anthropozoischen
-Zeitraums, währenddessen der Mensch existierte, kaum ein halbes Prozent
-von der ganzen Länge der organischen Erdgeschichte. Es ist aber ganz
-unmöglich, die Länge dieser Zeiträume auch nur annähernd nach Jahren zu
-berechnen.
-
-Die Dicke der Schlammschichten, welche während eines Jahrhunderts sich
-in der Gegenwart ablagern, und welche man als Basis für diese Berechnung
-benutzen wollte, ist an den verschiedenen Stellen der Erde unter den
-ganz verschiedenen Bedingungen, unter denen überall die Ablagerung
-stattfindet, natürlich ganz verschieden. Sie ist sehr gering auf dem
-Boden des hohen Meeres, in den Betten breiter Flüsse mit kurzem Laufe
-und in Landseen, welche sehr dürftige Zuflüsse erhalten. Sie ist
-verhältnismäßig bedeutend an Meeresküsten mit starker Brandung, am
-Ausfluß großer Ströme mit langem Lauf und in Landseen mit starken
-Zuflüssen. An der Mündung des Mississippi, welcher sehr bedeutende
-Schlammassen mit sich fortführt, würden in 100000 Jahren wohl etwa 600
-Fuß abgelagert werden. Auf dem Grunde des offenen Meeres, weit von den
-Küsten entfernt, werden sich während dieses langen Zeitraums nur wenige
-Fuß Schlamm absetzen. Selbst an den Küsten, wo verhältnismäßig viel
-Schlamm abgelagert wird, mag die Dicke der dadurch während eines
-Jahrhunderts gebildeten Schichten, wenn sie nachher sich zu festem
-Gesteine verdichtet haben, doch nur wenige Zoll oder Linien betragen.
-Jedenfalls aber bleiben alle auf diese Verhältnisse gegründeten
-Berechnungen ganz unsicher, und wir können uns auch nicht einmal
-annähernd die ungeheure Länge der Zeiträume vorstellen, welche zur
-Bildung jener neptunischen Schichtensysteme erforderlich waren. Nur
-relative, nicht absolute Zeitmaße sind hier mit Vorsicht anwendbar.
-
-Man würde übrigens auch vollkommen fehlgehen, wenn man die Mächtigkeit
-jener Schichtensysteme allein als Maßstab für die inzwischen wirklich
-verflossene Zeit der Erdgeschichte betrachten wollte. Denn Hebungen und
-Senkungen der Erdrinde haben beständig miteinander gewechselt, und aller
-Wahrscheinlichkeit nach entspricht oft der mineralogische und
-paläontologische Unterschied, den man zwischen je zwei aufeinander
-folgenden Schichtensystemen und zwischen je zwei Formationen derselben
-wahrnimmt, einem beträchtlichen Zwischenraum von mehreren Jahrtausenden,
-währenddessen die betreffende Stelle der Erdrinde über das Wasser
-gehoben war. Erst nach Ablauf dieser Zwischenzeit, als eine neue Senkung
-diese Stelle wieder unter Wasser brachte, fand die Ablagerung einer
-neuen Bodenschicht statt. Da aber inzwischen die anorganischen und
-organischen Verhältnisse an diesem Orte eine beträchtliche Umbildung
-erfahren hatten, mußte die neugebildete Schlammschicht aus verschiedenen
-Bodenbestandteilen zusammengesetzt sein und ganz verschiedene
-Versteinerungen einschließen.
-
-Die auffallenden Unterschiede, die zwischen den Versteinerungen zweier
-übereinander liegenden Schichten so häufig stattfinden, sind einfach und
-leicht nur durch die Annahme zu erklären, daß derselbe Punkt der
-Erdoberfläche _wiederholten Senkungen und Hebungen_ ausgesetzt wurde.
-Noch gegenwärtig finden solche Hebungen und Senkungen, welche man teils
-der Faltung der schrumpfenden Erdrinde, teils der Reaktion des
-feuerflüssigen Erdkerns gegen die erstarrte Rinde zuschreibt, in weiter
-Ausdehnung statt. So steigt z. B. die Küste von Schweden und ein Teil
-von der Westküste Südamerikas beständig langsam empor, während die Küste
-von Holland und ein Teil von der Ostküste Südamerikas allmählich
-untersinkt. Das Steigen wie das Sinken geschieht nur sehr langsam und
-beträgt im Jahrhundert bald nur einige Linien, bald einige Zoll oder
-höchstens einige Fuß. Wenn aber diese Bewegung Hunderte von
-Jahrtausenden hindurch ununterbrochen andauert, kann sie die höchsten
-Gebirge bilden.
-
-Offenbar haben ähnliche Hebungen und Senkungen während des ganzen
-Verlaufes der organischen Erdgeschichte ununterbrochen an verschiedenen
-Stellen miteinander gewechselt. Das ergibt sich mit Sicherheit aus der
-geographischen Verbreitung der Organismen. Nun ist es aber für die
-Beurteilung unserer paläontologischen Schöpfungsurkunde außerordentlich
-wichtig, sich klarzumachen, daß bleibende Schichten sich bloß während
-langsamer Senkung des Bodens unter Wasser ablagern können, nicht aber
-während andauernder Hebung. Wenn der Boden langsam mehr und mehr unter
-den Meeresspiegel versinkt, so gelangen die abgelagerten
-Schlammschichten in immer tieferes und ruhigeres Wasser, wo sie sich
-ungestört zu Gestein verdichten können. Wenn sich dagegen umgekehrt der
-Boden langsam hebt, so kommen die soeben abgelagerten Schlammschichten,
-welche Reste von Pflanzen und Tieren umschließen, sogleich wieder in den
-Bereich des Wogenspiels und werden durch die Kraft der Brandung alsbald
-nebst den eingeschlossenen organischen Resten zerstört. Aus diesem
-einfachen, aber sehr gewichtigen Grunde können also nur während einer
-andauernden Senkung des Bodens sich reichlichere Schichten ablagern, in
-denen die organischen Reste erhalten bleiben. Wenn je zwei verschiedene
-übereinander liegende Formationen oder Schichten mithin zwei
-verschiedenen Senkungsperioden entsprechen, so müssen wir zwischen
-diesen letzteren einen langen Zeitraum der Hebung annehmen, von dem wir
-gar nichts wissen, weil uns keine fossilen Reste von den damals lebenden
-Tieren und Pflanzen aufbewahrt werden konnten. Offenbar verdienen aber
-diese spurlos dahingegangenen Hebungszeiträume nicht geringere
-Berücksichtigung als die damit abwechselnden Senkungszeiträume, von
-deren organischer Bevölkerung uns die versteinerungsführenden Schichten
-eine ungefähre Vorstellung geben. Wahrscheinlich waren die ersteren
-durchschnittlich von nicht geringerer Dauer als die letzteren; für diese
-Annahme sprechen viele gewichtige Gründe.
-
-Schon hieraus ergibt sich, wie unvollständig unsere Urkunde notwendig
-sein muß, um so mehr, da sich theoretisch erweisen läßt, daß gerade
-während der Hebungszeiträume das Tier- und Pflanzenleben an
-Mannigfaltigkeit zunehmen mußte. Denn indem neue Strecken Landes über
-das Wasser gehoben werden, bilden sich neue Inseln. Jede neue Insel ist
-aber ein neuer Schöpfungsmittelpunkt, weil die zufällig dorthin
-verschlagenen Tiere und Pflanzen aus dem neuen Boden im Kampf ums Dasein
-reiche Gelegenheit finden, sich eigentümlich zu entwickeln und neue
-Arten zu bilden. Die Bildung neuer Arten hat offenbar während dieser
-Zwischenzeiten, aus denen uns leider keine Versteinerungen erhalten
-bleiben konnten, vorzugsweise stattgefunden; umgekehrt gab die langsame
-Senkung des Bodens eher Gelegenheit zum Aussterben zahlreicher Arten und
-zu einem Rückschritt in der Artenbildung. Auch die Zwischenformen
-zwischen den alten und den neu sich bildenden Spezies werden
-vorzugsweise während jener Hebungszeiträume gelebt haben und konnten
-daher ebenfalls keine fossilen Reste hinterlassen.
-
-Zu den sehr bedeutenden und empfindlichen Lücken der paläontologischen
-Schöpfungsurkunde, welche durch die Hebungszeiträume bedingt werden,
-kommen nun leider noch viele andere Umstände hinzu, welche den hohen
-Wert derselben außerordentlich verringern. Dahin gehört vor allen der
-metamorphische Zustand der ältesten Schichtengruppen, gerade derjenigen,
-welche die Reste der ältesten Flora und Fauna, der Stammformen aller
-folgenden Organismen enthalten, und dadurch von ganz besonderem
-Interesse sein würden. Gerade diese Gesteine, und zwar der größere Teil
-der primordialen oder archolithischen Schichten, fast das ganze
-laurentische und ein großer Teil des kambrischen Systems, enthalten gar
-keine kenntlichen Reste mehr, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil
-diese Schichten durch den Einfluß des feuerflüssigen Erdinnern
-nachträglich wieder verändert oder metamorphosiert wurden. Durch die
-Hitze des glühenden Erdkerns sind diese tiefsten neptunischen
-Rindenschichten in ihrer ursprünglichen Schichtenstruktur gänzlich
-umgewandelt und in einen kristallinischen Zustand übergeführt worden.
-Dabei ging aber die Form der darin eingeschlossen organischen Reste ganz
-verloren. Nur hier und da wurde sie durch einen glücklichen Zufall
-erhalten, wie es bei manchen der ältesten bekannten Petrefakten aus den
-untersten kambrischen Schichten der Fall ist. Jedoch können wir aus den
-Lagern von kristallinischer Kohle (Graphit) und kristallinischem Kalk
-(Marmor), welche sich in den metamorphischen Gesteinen eingelagert
-finden, mit Sicherheit auf die frühere Anwesenheit von versteinerten
-Pflanzen- und Tierresten in denselben schließen. Neuerdings sind fossile
-Radiolarien auch in präkambrischen Schichten entdeckt.
-
-Außerordentlich unvollständig wird unsere Schöpfungsurkunde durch den
-Umstand, daß erst ein sehr kleiner Teil der Erdoberfläche genauer
-geologisch untersucht ist, vorzugsweise Europa und Nordamerika; auch von
-Südamerika und Ostindien sind einzelne Stellen der Erdrinde
-aufgeschlossen; der größte Teil derselben ist uns aber unbekannt.
-Dasselbe gilt vom größten Teil Asiens, des umfangreichsten aller
-Weltteile, auch von Afrika (ausgenommen das Kap der Guten Hoffnung und
-die Mittelmeerküste) und von Australien wissen wir nur sehr wenig. Im
-ganzen ist wohl kaum der hundertste Teil der gesamten Erdoberfläche
-gründlich paläontologisch erforscht. Wir können daher wohl hoffen, bei
-weiterer Ausbreitung der geologischen Untersuchungen, denen namentlich
-die Anlage von Eisenbahnen und Bergwerken sehr zu Hilfe kommen wird,
-noch einen großen Teil wichtiger Versteinerungen aufzufinden. Ein
-Fingerzeig dafür ist uns durch die merkwürdigen Versteinerungen gegeben,
-die man an den wenigen genauer untersuchten Punkten von Afrika und
-Asien, in den Kapgegenden und am Himalaja, sowie neuerdings in
-Patagonien aufgefunden hat. Eine Reihe von ganz neuen und sehr
-eigentümlichen Tierformen ist uns dadurch bekannt geworden. Freilich
-müssen wir anderseits erwägen, daß der ausgedehnte Boden der jetzigen
-Meere vorläufig für die paläontologischen Forschungen fast unzugänglich
-ist; den größten Teil der hier seit uralten Zeiten begrabenen
-Versteinerungen werden wir entweder niemals oder erst nach Verlauf
-vieler Jahrtausende kennen lernen, wenn durch allmähliche Hebungen der
-gegenwärtige Meeresboden mehr zutage getreten sein wird. Wenn Sie
-bedenken, daß die ganze Erdoberfläche zu ungefähr drei Fünfteilen aus
-Wasser und nur zu zwei Fünfteilen aus Festland besteht, so können Sie
-ermessen, daß auch in dieser Beziehung die paläontologische Urkunde eine
-ungeheure Lücke enthalten muß.
-
-Nun kommen aber noch eine Reihe von Schwierigkeiten für die
-Paläontologie hinzu, welche in der Natur der Organismen selbst begründet
-sind. Vor allem ist hier hervorzuheben, daß in der Regel nur harte und
-feste Körperteile der Organismen auf den Boden des Meeres und der süßen
-Gewässer gelangen und hier in Schlamm eingeschlossen und versteinert
-werden können. Es sind also namentlich die Knochen und Zähne der
-Wirbeltiere, die Kalkschalen der Weichtiere, die Chitinskelette der
-Gliedertiere, die Kalkskelette der Sterntiere und Korallen, ferner die
-holzigen, festen Teile der Pflanzen, die einer solchen Versteinerung
-fähig sind. Die weichen und zarten Teile dagegen, welche bei den
-allermeisten Organismen den bei weitem größten Teil des Körpers bilden,
-gelangen nur sehr selten unter so günstigen Verhältnissen in den
-Schlamm, daß sie versteinern, oder daß ihre äußere Form deutlich in dem
-erhärteten Schlamme sich abdrückt. Nun bedenken Sie, daß ganze große
-Klassen von Organismen, wie z. B. die Medusen, die Platoden, die nackten
-Mollusken, welche keine Schale haben, ein großer Teil der Gliedertiere,
-die meisten Würmer und selbst die niedersten Wirbeltiere gar keine
-festen und harten, versteinerungsfähigen Körperteile besitzen. Ebenso
-sind gerade die wichtigsten Pflanzenteile, die Blüten, meistens so weich
-und zart, daß sie sich nicht in kenntlicher Form konservieren können.
-Von allen diesen wichtigen Lebensformen werden wir naturgemäß auch gar
-keine versteinerten Reste zu finden erwarten können. Ferner sind die
-Embryonen und Jugendzustände fast aller Organismen so weich und zart,
-daß sie gar nicht versteinerungsfähig sind. Was wir also von
-Versteinerungen in den neptunischen Schichtensystemen der Erdrinde
-vorfinden, das sind im Verhältnis zum Ganzen nur wenige Formen, und
-meistens nur einzelne Bruchstücke.
-
-Sodann ist zu berücksichtigen, daß die Meerbewohner in einem viel
-höheren Grade Aussicht haben, ihre toten Körper in den abgelagerten
-Schlammschichten versteinert zu erhalten, als die Bewohner der süßen
-Gewässer und des Festlandes. Die das Land bewohnenden Organismen können
-in der Regel nur dann versteinert werden, wenn ihre Leichen zufällig ins
-Wasser fallen und auf dem Boden in erhärtenden Schlammschichten begraben
-werden, was von mancherlei Bedingungen abhängig ist. Daher kann es uns
-nicht wundernehmen, daß die bei weitem größte Mehrzahl der
-Versteinerungen Organismen angehört, die im Meere lebten, und daß von
-den Landbewohnern verhältnismäßig nur sehr wenige im fossilen Zustande
-erhalten sind. Welche Zufälligkeiten hierbei ins Spiel kommen, mag Ihnen
-allein der Umstand beweisen, daß man von vielen fossilen Säugetieren,
-insbesondere von den meisten Säugetieren der Sekundärzeit, weiter nichts
-kennt als den Unterkiefer. Dieser Knochen ist erstens verhältnismäßig
-fest und löst sich zweitens sehr leicht von dem toten Körper, der auf
-dem Wasser schwimmt, ab. Während die Leiche vom Wasser fortgetrieben und
-zerstört wird, fällt der Unterkiefer auf den Grund des Wassers hinab und
-wird hier vom Schlamm umschlossen. Daraus erklärt sich allein die
-merkwürdige Tatsache, daß in einer Kalkschicht des Jurasystems bei
-Oxford in England, in den Schiefern von Stonesfield, bis jetzt fast nur
-die Unterkiefer von zahlreichen Beuteltieren gefunden worden sind; sie
-gehören zu den ältesten Säugetieren, welche wir kennen. Von dem ganzen
-übrigen Körper derselben war auch nicht ein Knochen mehr vorhanden. Die
-»exakten« Gegner der Entwicklungstheorie würden nach der bei ihnen
-gebräuchlichen Logik hieraus den Schluß ziehen müssen, daß der
-Unterkiefer der einzige Knochen im Leibe jener merkwürdigen Tiere war.
-
-Für die kritische Würdigung der vielen unbedeutenden Zufälle, die unsere
-Kenntnis der Versteinerungen in der bedeutendsten Weise beeinflussen,
-sind ferner auch die Fußspuren sehr lehrreich, welche sich in großer
-Menge in verschiedenen ausgedehnten Sandsteinlagern, z. B. in dem roten
-Sandstein von Connecticut in Nordamerika, finden. Diese Fußtritte rühren
-offenbar von Wirbeltieren, wahrscheinlich von Reptilien her, von deren
-Körper selbst uns nicht die geringste Spur erhalten geblieben ist. Die
-Abdrücke, welche ihre Füße im Schlamm hinterlassen haben, verraten uns
-allein die vormalige Existenz von diesen uns sonst ganz unbekannten
-Tieren.
-
-Welche Zufälligkeiten außerdem noch die Grenzen unserer
-paläontologischen Kenntnisse bestimmen, können Sie daraus ermessen, daß
-man von sehr vielen wichtigen Versteinerungen nur ein einziges oder nur
-ein paar Exemplare kennt. Im Jahre 1861 wurde im lithographischen
-Schiefer von Solnhofen das unvollständige Skelett des ältesten bis jetzt
-bekannten Vogels entdeckt; ^Archaeopteryx lithographica^; 1877 wurde
-ebendaselbst ein zweites Exemplar gefunden, welches das erste in
-glücklichster Weise ergänzt. Die Kenntnis dieses einzigen Vogels aus dem
-Jurasystem besitzt für die Phylogenie der ganzen Vogelklasse die
-allergrößte Wichtigkeit. Alle bisher bekannten Vögel stellten eine sehr
-einförmig organisierte Gruppe dar, und zeigten keine auffallenden
-Übergangsbildungen zu anderen Wirbeltierklassen, auch nicht zu den
-nächstverwandten Reptilien. Jener fossile Vogel aus dem Jura dagegen
-besaß keinen gewöhnlichen Vogelschwanz, sondern einen Eidechsenschwanz,
-und bestätigte dadurch die aus anderen Gründen vermutete Abstammung der
-Vögel von den Eidechsen. Durch dieses Petrefakt wurde also nicht nur
-unsere Vorstellung von dem Alter der Vogelklasse, sondern auch von ihrer
-Blutsverwandtschaft mit den Reptilien wesentlich erweitert. Ebenso sind
-unsere Kenntnisse von anderen Tiergruppen oft durch die zufällige
-Entdeckung einer einzigen Versteinerung wesentlich umgestaltet worden.
-Da wir aber wirklich von vielen wichtigen Petrefakten nur sehr wenige
-Exemplare oder nur Bruchstücke kennen, so muß auch aus diesem Grunde die
-paläontologische Urkunde höchst unvollständig sein.
-
-Eine weitere und sehr empfindliche Lücke derselben ist durch den Umstand
-bedingt, daß die _Zwischenformen_, welche die verschiedenen Arten
-verbinden, in der Regel nicht erhalten sind, und zwar aus dem einfachen
-Grunde, weil dieselben (nach dem Prinzip der Divergenz des Charakters)
-im Kampfe ums Dasein ungünstiger gestellt waren als die am meisten
-divergierenden Varietäten, die sich aus einer und derselben Stammform
-entwickelten. Die Zwischenglieder sind im ganzen immer rasch
-ausgestorben und haben sich nur selten vollständig erhalten. Die am
-stärksten divergierenden Formen dagegen konnten sich längere Zeit
-hindurch als selbständige Arten am Leben erhalten, sich in zahlreichen
-Individuen ausbreiten und demnach auch leichter versteinert werden.
-Dadurch ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß nicht in vielen Fällen auch
-die verbindenden Zwischenformen der Arten sich so vollständig
-versteinert erhielten, daß sie noch gegenwärtig die systematischen
-Paläontologen in die größte Verlegenheit versetzen und endlose
-Streitigkeiten über die ganz willkürlichen Grenzen der Spezies
-hervorrufen.
-
-Ein ausgezeichnetes Beispiel der Art liefert die berühmte vielgestaltige
-Süßwasserschnecke aus dem Stubental bei Steinheim in Württemberg, welche
-bald als ^Paludina^, bald als ^Valvata^, bald als ^Planorbis
-multiformis^ beschrieben worden ist. Die schneeweißen Schalen dieser
-kleinen Schnecke setzen mehr als die Hälfte von der ganzen Masse eines
-tertiären Kalkhügels zusammen und offenbaren dabei an dieser einen
-Lokalität eine solche wunderbare Formenmannigfaltigkeit, daß man die am
-meisten divergierenden Extreme als wenigstens zwanzig ganz verschiedene
-Arten beschreiben und diese sogar in vier ganz verschiedene Gattungen
-versetzen könnte. Aber alle diese extremen Formen sind durch so
-massenhafte verbindende Zwischenformen verknüpft, und diese liegen so
-gesetzmäßig über- und nebeneinander, daß Hilgendorf daraus auf das
-klarste den Stammbaum der ganzen Formengruppe entwickeln konnte. Ebenso
-finden sich bei sehr vielen anderen fossilen Arten (z. B. vielen
-Ammoniten, Terebrateln, Seeigeln, Seelilien usw.) die verknüpfenden
-Zwischenformen in solcher Masse, daß sie die »fossilen Spezieskrämer«
-zur Verzweiflung bringen.
-
-Wenn Sie nun alle vorher angeführten Verhältnisse erwägen, so werden Sie
-sich nicht darüber wundern, daß die paläontologische Schöpfungsurkunde
-ganz außerordentlich lückenhaft und unvollständig ist. Aber dennoch
-haben die wirklich gefundenen Versteinerungen den größten Wert. Ihre
-Bedeutung für die natürliche Schöpfungsgeschichte ist nicht geringer als
-die Bedeutung, welche die berühmte Inschrift von Rosette und das Dekret
-von Kanopus für die Völkergeschichte, für die Archäologie und Philologie
-besitzen. Wie es durch diese beiden uralten Inschriften möglich wurde,
-die Geschichte des alten Ägyptens außerordentlich zu erweitern und die
-ganze Hieroglyphenschrift zu entziffern, so genügen uns in vielen Fällen
-einzelne Knochen eines Tieres oder unvollständige Abdrücke einer
-niederen Tier- oder Pflanzenform, um die wichtigsten Anhaltspunkte für
-die Geschichte einer ganzen Gruppe und die Erkenntnis ihres Stammbaums
-zu gewinnen. Ein paar kleine Backzähne, die in der Keuperformation der
-Trias gefunden wurden, waren lange Zeit hindurch der einzige Beweis
-dafür, daß schon in der Triaszeit Säugetiere wirklich existiert haben.
-
-Von der Unvollkommenheit des geologischen Schöpfungsberichtes sagt
-Darwin, in Übereinstimmung mit Lyell, dem berühmten Geologen: »Der
-natürliche Schöpfungsbericht, wie ihn die Paläontologie liefert, ist
-eine Geschichte der Erde, unvollständig erhalten und in wechselnden
-Dialekten geschrieben, wovon aber nur der letzte, bloß auf einige Teile
-der Erdoberfläche sich beziehende Band bis auf uns gekommen ist. Doch
-auch von diesem Bande ist nur hier und da ein kurzes Kapitel erhalten,
-und von jeder Seite sind nur da und dort einige Zeilen übrig. Jedes Wort
-der langsam wechselnden Sprache dieser Beschreibung, mehr oder weniger
-verschieden in der ununterbrochenen Reihenfolge der einzelnen
-Abschnitte, mag den anscheinend plötzlich wechselnden Lebensformen
-entsprechen, welche in den unmittelbar aufeinander liegenden Schichten
-unserer weit voneinander getrennten Formationen begraben liegen.«
-
-Wenn Sie diese außerordentliche Unvollständigkeit der paläontologischen
-Urkunde sich beständig vor Augen halten, so wird es Ihnen nicht
-wunderbar erscheinen, daß wir noch auf so viele unsichere Hypothesen
-angewiesen sind, indem wir wirklich den Stammbaum der verschiedenen
-organischen Gruppen entwerfen wollen. Jedoch besitzen wir
-glücklicherweise außer den Versteinerungen auch noch andere historische
-Urkunden; und diese sind in vielen Fällen von nicht geringerem und in
-den meisten sogar von viel höherem Werte als die Petrefakten. Die bei
-weitem wichtigste von diesen anderen Schöpfungsurkunden ist ohne Zweifel
-die _Ontogenie_ oder Keimesgeschichte; denn sie wiederholt uns kurz in
-großen, markigen Zügen das Bild der Stammesgeschichte oder _Phylogenie_.
-
-Allerdings ist die Skizze, welche uns die Ontogenie der Organismen von
-ihrer Phylogenie gibt, in den meisten Fällen mehr oder weniger
-verwischt, und zwar um so mehr, je mehr die Anpassung im Laufe der Zeit
-das Übergewicht über die Vererbung erlangt hat, und je mächtiger das
-Gesetz der abgekürzten Vererbung und das Gesetz der wechselbezüglichen
-Anpassung eingewirkt haben. Allein dadurch wird der hohe Wert nicht
-vermindert, welchen die wirklich treu erhaltenen Züge jener Skizze
-besitzen. Besonders für die Erkenntnis der frühesten paläontologischen
-Entwicklungszustände ist die Ontogenie von ganz unschätzbaren Werte,
-weil gerade von den ältesten Entwicklungsstufen der Stämme und Klassen
-uns gar keine versteinerten Reste erhalten worden sind und auch schon
-wegen der weichen und zarten Körperbeschaffenheit derselben nicht
-erhalten bleiben konnten. Keine Versteinerung könnte uns von der
-unschätzbar wichtigen Tatsache berichten, welche die Ontogenie uns
-erzählt, daß die ältesten gemeinsamen Vorfahren aller verschiedenen
-Tier- und Pflanzenarten ganz einfache Zellen, gleich den Eiern waren.
-Keine Versteinerung könnte uns die unendlich wertvolle, durch die
-Ontogenie festgestellte Tatsache beweisen, daß durch einfache
-Vermehrung, Gemeindebildung und Arbeitsteilung jener Zellen die
-unendlich mannigfaltigen Körperformen der vielzelligen Organismen
-entstanden. Allein schon die Gastrulation ist eine der wichtigsten
-Stammesurkunden. So hilft uns die Ontogenie über viele und große Lücken
-der Paläontologie hinweg.
-
-[Illustration: Hand von neun verschiedenen Säugetieren. 1. Mensch. 2.
-Gorilla. 3. Orang. 4. Hund. 5. Seehund. 6. Delphin. 7. Fledermaus. 8.
-Maulwurf. 9. Schnabeltier.]
-
-Zu den unschätzbaren Schöpfungsurkunden der Paläontologie und Ontogenie
-gesellen sich nun drittens die nicht minder wichtigen Zeugnisse für die
-Blutsverwandtschaft der Organismen, welche uns die _vergleichende
-Anatomie_ liefert. Wenn äußerlich sehr verschiedene Organismen in ihrem
-inneren Bau nahezu übereinstimmen, so können wir daraus mit voller
-Sicherheit schließen, daß diese Übereinstimmung ihren Grund in der
-Vererbung, jene Ungleichheit dagegen ihren Grund in der Anpassung hat.
-Betrachten Sie z. B. vergleichend die Hände oder Vorderpfoten der neun
-verschiedenen Säugetiere, welche auf Seite 87 abgebildet sind, und bei
-denen das knöcherne Skelettgerüst im Innern der Hand und der fünf Finger
-sichtbar ist. Überall finden sich bei der verschiedensten äußeren Form
-dieselben Knochen in derselben Zahl, Lagerung und Verbindung wieder. Daß
-die Hand des Menschen (Fig. 1) von derjenigen seiner nächsten
-Verwandten, des Gorilla (Fig. 2) und des Orang (Fig. 3), sehr wenig
-verschieden ist, wird vielleicht sehr natürlich erscheinen. Wenn aber
-auch die Vorderpfote des Hundes (Fig. 4), sowie die Brustflosse (die
-Hand) des Seehundes (Fig. 5) und des Delphins (Fig. 6) ganz denselben
-wesentlichen Bau zeigt, so wird dies schon mehr überraschen. Und noch
-wunderbarer wird es Ihnen vorkommen, daß auch der Flügel der Fledermaus
-(Fig. 7), die Grabschaufel des Maulwurfs (Fig. 8) und der Vorderfuß des
-unvollkommensten aller Säugetiere, des Schnabeltieres (Fig. 9) ganz aus
-denselben Knochen zusammengesetzt ist. Nur die Größe und Form der
-Knochen ist vielfach geändert. Die Zahl und die Art ihrer Anordnung und
-Verbindung ist dieselbe geblieben. Es ist ganz undenkbar, daß irgendeine
-andere Ursache als die gemeinschaftliche Vererbung von gemeinsamen
-Stammeltern diese wunderbare Homologie oder Gleichheit im wesentlichen
-inneren Bau bei so verschiedener äußerer Form verursacht habe. Und wenn
-Sie nun im System von den Säugetieren weiter hinuntersteigen und finden,
-daß sogar bei den Vögeln die Flügel, bei den Reptilien und Amphibien die
-Vorderfüße wesentlich in derselben Weise aus denselben Knochen
-zusammengesetzt sind, wie die Arme des Menschen und die Vorderbeine der
-übrigen Säugetiere, so können Sie schon daraus auf die gemeinsame
-Abstammung aller dieser Wirbeltiere mit voller Sicherheit schließen. Der
-Grad der inneren Formverwandtschaft enthüllt Ihnen hier, wie überall,
-den Grad der wahren Stammverwandtschaft.
-
- (Aus »Natürliche Schöpfungsgeschichte«.)
-
-
-
-
- III.
- Die Gasträatheorie.
-
-
-Die ersten Vorgänge der individuellen Entwicklung, welche nach erfolgter
-Befruchtung der Eizelle und Bildung der Stammzelle eintreten, sind im
-ganzen Tierreiche wesentlich dieselben; sie beginnen überall mit der
-sogenannten Eifurchung und Keimblätterbildung. Nur die niedersten und
-einfachsten Tiere, die Urtiere oder Protozoen, machen davon eine
-Ausnahme; denn sie bleiben zeitlebens einzellig. Zu diesen Urtieren
-gehören die Amöben, Gregarinen, Rhizopoden, Infusorien usw. Da ihr
-ganzer Organismus nur durch eine einzige Zelle repräsentiert wird,
-können sie niemals »Keimblätter«, d. h. bestimmt geformte
-Zellenschichten bilden. Alle übrigen Tiere dagegen, alle Gewebetiere
-oder Metazoen (wie wir sie im Gegensatz zu jenen Protozoen nennen)
-bilden durch wiederholte Teilung der befruchteten Eizelle echte
-Keimblätter. Das gilt ebensowohl von den niederen Nesseltieren und
-Wurmtieren, wie von den höher entwickelten Weichtieren, Sterntieren,
-Gliedertieren und Wirbeltieren.
-
-Bei allen diesen Metazoen oder vielzelligen Tieren sind die wichtigsten
-Vorgänge der Keimung im wesentlichen gleich, obwohl sie, äußerlich
-betrachtet, oft sehr verschieden erscheinen. Überall zerfällt die
-Stammzelle, welche aus der befruchteten Eizelle hervorgegangen ist,
-zunächst durch wiederholte Teilung in eine große Anzahl von einfachen
-Zellen. Diese Zellen sind alle direkte Nachkommen der Stammzelle und
-werden aus später zu erörternden Gründen als Furchungszellen oder
-»Furchungskugeln« bezeichnet (^Blastomera^ oder ^Segmentella^). Der
-wiederholte Teilungsprozeß der Stammzelle, durch welchen die
-Furchungszellen entstehen, ist schon lange unter dem Namen der
-_Eifurchung_ oder schlechtweg »Furchung« (^Segmentatio^) bekannt. Früher
-oder später treten die Furchungszellen zur Bildung einer runden
-(ursprünglich kugeligen) _Keimblase_ (^Blastula^) zusammen; dann aber
-sondern sie sich in zwei wesentlich verschiedene Gruppen und ordnen sich
-in zwei getrennte Zellenschichten: die beiden _primären Keimblätter_.
-Diese umschließen eine Verdauungshöhle, den _Urdarm_, mit einer Öffnung,
-dem _Urmund_. Die bedeutungsvolle Keimform, welche diese ältesten
-Primitivorgane besitzt, nennen wir _Gastrula_, den Vorgang ihrer
-Entstehung _Gastrulation_. Dieser ontogenetische Vorgang besitzt die
-höchste Bedeutung und ist der eigentliche Ausgangspunkt für die
-Gestaltung des vielzelligen Tierkörpers.
-
-Die fundamentalen Keimungsprozesse der Eifurchung und der
-Keimblätterbildung sind erst in den letzten dreißig Jahren vollkommen
-klar erkannt und in ihrer wahren Bedeutung richtig gewürdigt worden. Sie
-bieten in den verschiedenen Tiergruppen mancherlei auffallende
-Verschiedenheiten dar, und es war nicht leicht, die wesentliche
-Gleichheit oder Identität derselben im ganzen Tierreiche nachzuweisen.
-Erst nachdem ich 1872 die Gasträatheorie aufgestellt und später (1875)
-alle die einzelnen Formen der Eifurchung und Gastrulabildung auf eine
-und dieselbe Grundform zurückgeführt hatte, konnte jene wichtige
-Identität als wirklich bewiesen angesehen werden. Es ist damit ein
-_einheitliches Gesetz_ gewonnen, welches die ersten Vorgänge der Keimung
-bei sämtlichen Tieren beherrscht.
-
-Der Mensch verhält sich in bezug auf diese ersten und wichtigsten
-Vorgänge jedenfalls durchaus gleich den übrigen höheren Säugetieren, und
-zunächst den Affen. Da der menschliche Keim oder Embryo selbst noch in
-einem viel späteren Stadium der Ausbildung, wo bereits Gehirnblasen,
-Augen, Gehörorgane, Kiemenbogen usw. angelegt sind, nicht wesentlich von
-dem gleichgeformten Keime der übrigen höheren Säugetiere verschieden
-ist, so dürfen wir mit voller Sicherheit annehmen, daß auch die ersten
-Vorgänge der Keimung, der Eifurchung und Keimblätterbildung dieselben
-sind. Wirklich beobachtet sind diese Verhältnisse allerdings bisher noch
-nicht. Da aber sowohl die jüngsten wirklich beobachteten menschlichen
-Embryonen (in Form von Keimblasen), als auch die darauf folgenden weiter
-entwickelten Keimformen mit denjenigen des Kaninchens, des Hundes und
-anderer höherer Säugetiere wesentlich übereinstimmen, so wird kein
-vernünftiger Mensch daran zweifeln, daß auch die Eifurchung und
-Keimblätterbildung hier geradeso wie dort verläuft.
-
-Nun ist aber die besondere Form, welche die Eifurchung und
-Keimblätterbildung bei den Säugetieren besitzt, keineswegs die
-ursprüngliche, einfache und palingenetische Form der Keimung. Vielmehr
-ist dieselbe infolge von zahlreichen embryonalen Anpassungen sehr stark
-abgeändert, gestört oder cenogenetisch modifiziert. Wir können dieselbe
-daher unmöglich an und für sich allein verstehen. Vielmehr müssen wir,
-um zu diesem Verständnis zu gelangen, die verschiedenen Formen der
-Eifurchung und Keimblätterbildung im Tierreiche vergleichend betrachten;
-und vor allem müssen wir die ursprüngliche, _palingenetische_ Form
-derselben aufsuchen, aus welcher die abgeänderte, _cenogenetische_ Form
-der Säugetierkeimung erst viel später allmählich entstanden ist.
-
-Diese ursprüngliche, palingenetische Form der Eifurchung und
-Keimblätterbildung besteht im Stamme der Wirbeltiere, zu welchem der
-Mensch gehört, heutzutage einzig und allein noch beim niedersten und
-ältesten Gliede dieses Stammes, bei dem wunderbaren Lanzettierchen oder
-Amphioxus. Dieselbe palingenetische Form der Keimung finden wir aber in
-ganz gleicher Weise auch noch bei vielen niederen, wirbellosen Tieren
-vor, so z. B. bei der merkwürdigen Seescheide (^Ascidia^), bei der
-Teichschnecke (^Limnaeus^), beim Pfeilwurm (^Sagitta^), ferner bei sehr
-vielen Sterntieren und Nesseltieren, so z. B. beim gewöhnlichen Seestern
-und Seeigel, bei vielen Medusen und Korallen und bei den einfachsten
-Schwämmen (^Olynthus^). Wir wollen hier als Beispiel die palingenetische
-Eifurchung und Keimblätterbildung einer achtzähligen Einzelkoralle
-betrachten, welche ich 1873 im Roten Meere entdeckt und in meinen
-»Arabischen Korallen« als ^Monoxenia Darwinii^ beschrieben habe.
-
-[Illustration: Fig. 1. Gastrulation einer Koralle (^Monoxenia
-Darwinii^).]
-
-Die befruchtete Eizelle dieser Koralle (siehe die Abbildungen S. 93)
-zerfällt zunächst durch Teilung in zwei gleiche Zellen (C). Zuerst teilt
-sich der Kern der Stammzelle und das anhängende Centrosoma in zwei
-gleiche Hälften, diese stoßen sich ab, weichen auseinander und wirken
-als Anziehungsmittelpunkte auf das umgebende Protoplasma; infolgedessen
-schnürt sich das letztere durch eine Ringfurche ringsherum ein und geht
-ebenfalls in zwei gleiche Hälften auseinander. Jede der beiden so
-entstandenen »Furchungszellen« zerfällt auf dieselbe Weise wiederum in
-zwei gleiche Zellen, und zwar liegt die Trennungsebene dieser beiden
-letzteren senkrecht auf derjenigen der beiden ersteren (Fig. D). Die
-vier gleichen Furchungszellen (die Enkelinnen der Stammzelle) liegen in
-einer Ebene. Jetzt teilt sich jede derselben abermals in zwei gleiche
-Hälften, und wiederum geht die Teilung des Zellkernes derjenigen des
-umhüllenden Protoplasma voraus. Die so entstandenen acht Furchungszellen
-zerfallen auf die gleiche Weise wieder in sechzehn. Aus diesen werden
-durch abermalige Teilung 32 Furchungszellen. Indem jede von diesen sich
-halbiert, entstehen 64, weiterhin 128 Zellen usw. Das Endresultat dieser
-wiederholten gleichmäßigen Zweiteilung ist die Bildung eines kugeligen
-Haufens von gleichartigen Furchungszellen, und diesen nennen wir
-_Maulbeerkeim_ (^Morula^). Die Zellen liegen so dicht gedrängt
-aneinander, wie die Körner einer Maulbeere oder Brombeere, und daher
-erscheint die Oberfläche der Kugel im ganzen höckerig.
-
-Nachdem die Eifurchung dergestalt beendigt ist, verwandelt sich der
-dichte Maulbeerkeim in eine hohle kugelige Blase. Wässerige Flüssigkeit
-oder Gallerte sammelt sich in der Mitte der dichten Kugel an; die
-Furchungszellen weichen auseinander und begeben sich alle an die
-Oberfläche derselben. Hier platten sie sich durch gegenseitigen Druck
-vielflächig ab, nehmen die Gestalt von abgestutzten Pyramiden an und
-ordnen sich in eine einzige Schicht regelmäßig nebeneinander (Fig. F,
-G). Diese Zellenschicht heißt die _Keimhaut_ (^Blastoderma^); die
-gleichartigen Zellen, welche dieselbe in einfacher Lage zusammensetzen,
-nennen wir _Keimhautzellen_, und die ganze hohle Kugel, deren Wand die
-letzteren bilden, heißt _Keimhautblase_, auch kurz »Keimblase« oder
-»Blasenkeim« (^Blastula^). Der innere Hohlraum der Kugel, der mit klarer
-Flüssigkeit oder Gallerte gefüllt ist, heißt »Furchungshöhle« oder
-_Keimhöhle_.
-
-Bei unserer Koralle, wie bei vielen anderen niederen Tieren, beginnt
-schon jetzt der junge Tierkeim sich selbständig zu bewegen und im Wasser
-umherzuschwimmen. Es wächst nämlich aus jeder Keimhautzelle ein dünner
-und langer, fadenförmiger Fortsatz hervor, eine Peitsche oder Geißel;
-und diese führt selbständig langsame, später raschere Schwingungen aus
-(Fig. F). Jede Keimhautzelle wird so zu einer schwingenden
-»Geißelzelle«. Durch die vereinigte Kraft aller dieser schwingenden
-Geißeln wird die ganze kugelige Keimhautblase drehend oder rotierend im
-Wasser umhergetrieben. Bei vielen anderen Tieren, insbesondere bei
-solchen, wo sich der Keim innerhalb geschlossener Eihüllen entwickelt,
-bilden sich die schwingenden Geißelfäden an den Keimhautzellen erst
-später oder kommen überhaupt nicht zur Ausbildung. Die Keimhautblase
-kann wachsen und sich ausdehnen, indem sich die Keimhautzellen durch
-fortgesetzte Teilung (in der Kugelfläche!) vermehren und im inneren
-Hohlraum noch mehr Flüssigkeit ausgeschieden wird. Es gibt noch heute
-einige Organismen, welche auf der Bildungsstufe der Blastula zeitlebens
-stehenbleiben, Hohlkugeln, welche durch Flimmerbewegung im Wasser
-umherschwimmen und deren Wand aus einer einzigen Zellenschicht besteht:
-die Kugeltierchen (^Volvox^), die Flimmerkugeln (^Magosphaera^,
-^Synura^) und andere.
-
-Jetzt tritt ein sehr wichtiger und merkwürdiger Vorgang ein, nämlich die
-_Einstülpung der Keimblase_ (Fig. H). Aus der Kugel mit einschichtiger
-Zellenwand wird ein Becher mit zweischichtiger Zellenwand (Fig. G, H,
-I). An einer bestimmten Stelle der Kugeloberfläche bildet sich eine
-Abplattung, die sich zu einer Grube vertieft. Diese Grube wird tiefer
-und tiefer; sie wächst auf Kosten der inneren Keimhöhle oder
-Furchungshöhle. Die letztere nimmt immer mehr ab, je mehr sich die
-erstere ausdehnt. Endlich verschwindet die innere Keimhöhle ganz, indem
-sich der innere, eingestülpte Teil der Keimhaut (oder die Wand der
-Grube) an den äußeren, nicht eingestülpten Teil derselben innig anlegt.
-Zugleich nehmen die Zellen der beiden Teile verschiedene Gestalt und
-Größe an; die inneren Zellen werden mehr rundlich, die äußeren mehr
-länglich (Fig. I). So bekommt der Keim die Gestalt eines becherförmigen
-oder krugförmigen Körpers, dessen Wand aus zwei verschiedenen
-Zellenschichten besteht, und dessen innere Höhlung sich am einen Ende
-(an der ursprünglichen Einstülpungsstelle) nach außen öffnet. Diese
-höchst wichtige und interessante Keimform nennen wir Becherkeim oder
-_Becherlarve_ (^Gastrula^, Fig. 1 I im Längsschnitt, K von außen).
-
-_Die Gastrula halte ich für die wichtigste und bedeutungsvollste
-Keimform des Tierreichs._ Denn bei allen echten Tieren (nach Ausschluß
-der einzelligen Protozoen) geht aus der Eifurchung entweder eine reine,
-ursprüngliche, palingenetische Gastrula hervor, oder doch eine
-gleichbedeutende cenogenetische Keimform, die sekundär aus der ersteren
-entstanden ist und sich unmittelbar darauf zurückführen läßt. Sicher ist
-es eine Tatsache von höchstem Interesse und von der größten Bedeutung,
-daß Tiere der verschiedensten Stämme: Wirbeltiere und Manteltiere,
-Weichtiere und Gliedertiere, Sterntiere und Wurmtiere, Nesseltiere und
-Schwammtiere sich aus einer und derselben Keimform entwickeln. Als
-redende Beispiele stelle ich hier einige reine Gastrulaformen aus
-verschiedenen Tierstämmen nebeneinander:
-
-[Illustration: Fig. 2 (B). Gastrula eines Wurmes (Pfeilwurm, ^Sagitta^)
-nach Kowalevsky. -- Fig. 3 (C). Gastrula eines Echinodermen (Seestern,
-^Uraster^), nicht völlig eingestülpt (^Depula^), nach Alexander Agassiz.
--- Fig. 4 (D). Gastrula eines Arthropoden (Urkrebs, ^Nauplius^) (wie 3).
--- Fig. 5. (E). Gastrula eines Mollusken (Teichschnecke, ^Limnaeus^),
-nach Karl Rabl. -- Fig. 6 (A). Gastrula eines einfachsten Urdarmtieres,
-einer Gasträade (^Gastrophysema^), Haeckel. -- Fig. 7 (F). Gastrula
-eines Wirbeltieres (Lanzettierchen, ^Amphioxus^), nach Kowalevsky.
-(Frontal-Ansicht.) -- Überall bedeutet: d Urdarmhöhle. o Urmund. s
-Furchungshöhle. i Entoderm (Darmblatt). e Ektoderm (Hautblatt).]
-
-Bei dieser außerordentlichen Bedeutung der Gastrula müssen wir die
-Zusammensetzung ihrer ursprünglichen Körperform auf das genaueste
-untersuchen. Gewöhnlich ist die typische reine Gastrula sehr klein, mit
-bloßem Auge nicht sichtbar oder höchstens unter günstigen Umständen als
-ein feiner Punkt erkennbar, meistens von 1/20-1/10, seltener von 1/5-1/2
-mm Durchmesser (bisweilen mehr). Ihre Gestalt gleicht meistens einem
-rundlichen Becher, bald ist sie mehr eiförmig, bald mehr ellipsoid oder
-spindelförmig; bei einigen mehr halbkugelig oder fast kugelig, bei
-anderen wiederum mehr in die Länge gestreckt oder fast zylindrisch. Sehr
-charakteristisch ist die geometrische Grundform des Körpers, welche
-durch eine einzige Achse mit zwei verschiedenen Polen bestimmt wird.
-Diese Achse ist die Hauptachse oder Längsachse des späteren Tierkörpers;
-der eine Pol ist der Mundpol; der entgegengesetzte der Gegenmundpol. Bei
-den Bilaterien oder den höheren Tieren mit zweiseitiger Grundform nimmt
-die cenogenetisch abgeänderte Gastrula gewöhnlich schon frühzeitig
-ebenfalls die bilaterale (dreiachsige) Grundform an. Durch die
-einachsige Grundform unterscheidet sich die Gastrula sehr wesentlich von
-der kugeligen Blastula und Morula, bei denen alle Körperachsen gleich
-sind. Der Querschnitt der primären Gastrula ist kreisrund.
-
-Die innere Höhle des Gastrulakörpers bezeichne ich als _Urdarm_
-(^Progaster^) und seine Öffnung als _Urmund_ (^Prostoma^). Denn jene
-Höhle ist die ursprüngliche Ernährungshöhle oder Darmhöhle des Körpers,
-und diese Öffnung hat anfänglich zur Nahrungsaufnahme in denselben
-gedient. Später allerdings verhalten sich Urdarm und Urmund in den
-verschiedenen Tierstämmen sehr verschieden. Bei den meisten Nesseltieren
-und vielen Wurmtieren bleiben sie zeitlebens bestehen. Bei den meisten
-höheren Tieren hingegen, und so auch bei den Wirbeltieren, geht nur der
-größere mittlere Teil des späteren Darmrohrs aus dem Urdarme hervor; die
-spätere Mundöffnung bildet sich neu, während der Urmund zuwächst oder
-sich in den After umwandelt. Wir müssen also wohl unterscheiden zwischen
-dem Urmund und Urdarm der Gastrula einerseits und zwischen dem Nachdarm
-und Nachmund des ausgebildeten Wirbeltieres anderseits.
-
-Von der größten Bedeutung sind die beiden Zellenschichten, welche die
-Urdarmhöhle umschließen und deren Wand allein zusammensetzen. Denn diese
-beiden Zellenschichten, die einzig und allein den ganzen Körper bilden,
-sind nichts anderes als die beiden primären Keimblätter oder die
-_Urkeimblätter_ (^Blastophylla^). Die äußere Zellenschicht ist das
-_Hautblatt_ oder ^Ektoderma^ (Fig. 2-7 e); die innere Zellenschicht ist
-das _Darmblatt_ oder ^Entoderma^ (i). Ersteres wird auch oft als
-Ektoblast oder Epiblast, letzteres als Endoblast oder Hypoblast
-bezeichnet. _Aus diesen beiden primären Keimblättern allein baut sich
-der ganze Körper bei allen Metazoen oder vielzelligen Tieren auf._ Das
-Hautblatt liefert die äußere Oberhaut, das Darmblatt hingegen die innere
-Darmhaut. Zwischen beiden Keimblättern bildet sich später das mittlere
-Keimblatt (^Mesoderma^) und die mit Blut oder Lymphe erfüllte
-Leibeshöhle (^Coeloma^).
-
-Die beiden primären Keimblätter wurden zuerst im Jahre 1817 von Pander
-beim bebrüteten Hühnchen klar unterschieden, das äußere als seröses, das
-innere als muköses Blatt oder Schleimblatt. Aber ihre volle Bedeutung
-wurde erst von Baer erkannt, welcher in seiner klassischen
-Entwicklungsgeschichte (1828) das äußere als animales, das innere als
-vegetatives bezeichnete. Diese Bezeichnung ist insofern passend, als aus
-dem äußeren Blatte vorzugsweise (wenn auch nicht ausschließlich) die
-animalen Organe der Empfindung: Haut, Nerven und Sinnesorgane entstehen;
-hingegen aus dem inneren Blatte vorzugsweise die vegetativen Organe der
-Ernährung und Fortpflanzung, namentlich der Darm und das
-Blutgefäßsystem. Zwanzig Jahre später (1849) wies dann Huxley darauf
-hin, daß bei vielen niederen Pflanzentieren, namentlich Medusen, der
-ganze Körper eigentlich zeitlebens nur aus diesen beiden primären
-Keimblättern besteht. Bald darauf führte Allman (1853) für dieselben die
-Benennung ein, die bald allgemein angenommen wurde; er nannte das äußere
-Ektoderm (Außenblatt), das innere Entoderm (Innenblatt). Aber erst seit
-dem Jahre 1867 wurde (vorzugsweise von Kowalevsky) durch vergleichende
-Beobachtung der Nachweis geführt, daß auch bei wirbellosen Tieren der
-verschiedensten Klassen, bei Wurmtieren, Weichtieren, Sterntieren und
-Gliedertieren, der Körper sich aus denselben beiden primären
-Keimblättern aufbaut. Endlich habe ich selbst auch bei den niedersten
-Gewebetieren, bei den Schwämmen oder Spongien, dieselben (1872)
-nachgewiesen und zugleich in meiner Gasträatheorie den Beweis zu führen
-gesucht, daß diese »Grenzblätter« überall, von den Schwämmen und
-Korallen bis zu den Insekten und Wirbeltieren hinauf (also auch beim
-Menschen) als gleichbedeutend oder homolog aufzufassen sind. Diese
-fundamentale »Homologie der primären Keimblätter und des Urdarms« ist im
-Laufe der letzten dreißig Jahre durch die sorgfältigen Untersuchungen
-zahlreicher vortrefflicher Beobachter bestätigt und jetzt für sämtliche
-Metazoen fast allgemein anerkannt worden.
-
-[Illustration: Fig. 8. Gastrula eines niederen Schwammes (^Olynthus^). A
-von außen, B im Längsschnitte durch die Achse. g Urdarm (primitive
-Darmhöhle). o Urmund (primitive Mundöffnung). i innere Zellenschicht der
-Körperwand (inneres Keimblatt, Entoderm, Endoblast oder Darmblatt). c
-äußere Zellenschicht (äußeres Keimblatt, Ektoderm, Ektoblast oder
-Hautblatt).]
-
-Gewöhnlich bieten auch schon am Gastrulakeim die Zellen, welche die
-beiden primären Keimblätter zusammensetzen, erkennbare Verschiedenheiten
-dar. Meistens (wenn auch nicht immer) sind die Zellen des Hautblattes
-oder Ektoderms (Fig. 8c, 9e) kleiner, zahlreicher, heller, hingegen die
-Zellen des Darmblattes oder Entoderms (i) größer, weniger zahlreich und
-dunkler. Das Protoplasma der Ektodermzellen ist klarer und fester als
-die trübere und weichere Zellsubstanz der Entodermzellen, letztere sind
-meist viel reicher an Dotterkörnern (Eiweiß- und Fettkörnchen) als
-erstere. Auch besitzen die Darmblattzellen gewöhnlich eine stärkere
-Verwandtschaft zu Farbstoffen und färben sich in Karminlösung, Anilin
-usw. rascher und lebhafter als die Hautblattzellen. Die Kerne der
-Entodermzellen sind meistens rundlich, diejenigen der Ektodermzellen
-hingegen länglich.
-
-Diese physikalischen, chemischen und morphologischen Unterschiede der
-beiden Keimblätter, welche ihrem physiologischen Gegensatze entsprechen,
-sind auch insofern von hohem Interesse, als sie uns den ersten und
-ältesten Vorgang der Sonderung oder Differenzierung im Tierkörper vor
-Augen führen. Die Keimhaut (^Blastoderma^), welche die Wand der
-kugeligen Keimhautblase oder Blastula bildet, besteht bloß aus einer
-einzigen Schicht von gleichartigen Zellen. Diese Keimhautzellen oder
-Blastodermzellen sind ursprünglich sehr regelmäßig und gleichartig
-gebildet, von ganz gleicher Größe, Form und Beschaffenheit. Meistens
-sind sie durch gegenseitigen Druck abgeplattet, sehr oft regelmäßig
-sechseckig. Sie bilden das _erste Gewebe_ des Metazoen-Organismus, ein
-einfaches Zellenpflaster oder Epithelium. Die Gleichmäßigkeit dieser
-Zellen verschwindet früher oder später während der Einstülpung der
-Keimhautblase. Die Zellen, welche den eingestülpten, inneren Teil
-derselben (das spätere Entoderm) zusammensetzen, nehmen gewöhnlich schon
-während des Einstülpungs-Vorganges selbst eine andere Beschaffenheit an
-als die Zellen, welche den äußeren, nicht eingestülpten Teil (das
-spätere Ektoderm) konstituieren. Wenn der Einstülpungs-Prozeß vollendet
-ist, treten die histologischen Verschiedenheiten in den Zellen der
-beiden primären Keimblätter meist sehr auffallend hervor.
-
-Wir haben bisher nur diejenige Form der Eifurchung und der Gastrula ins
-Auge gefaßt, welche wir aus vielen und gewichtigen Gründen als die
-_ursprüngliche_, die primordiale oder palingenetische aufzufassen
-berechtigt sind. Wir können sie die äquale oder gleichmäßige Furchung
-nennen, weil die Furchungszellen zunächst gleich bleiben. Die daraus
-hervorgehende Gastrula bezeichnen wir als _Glocken_-Gastrula oder
-^Archigastrula^. In ganz gleicher Form, wie bei unserer Koralle treffen
-wir dieselbe auch bei den niedersten Pflanzentieren an, bei
-Gastrophysema (Fig. 6) und bei den einfachsten Schwämmen (^Olynthus^,
-Fig. 8); ferner bei vielen Medusen und Hydrapolypen, bei niederen
-Würmern verschiedener Klassen (Brachiopoden, ^Sagitta^, Fig. 2), bei
-Manteltieren (^Ascidia^); sodann bei vielen Sterntieren (Fig. 3),
-niederen Gliedertieren (Fig. 4) und Weichtieren (Fig. 5); endlich ein
-wenig modifiziert auch beim niedersten Wirbeltiere (^Amphioxus^).
-
-[Illustration: Fig. 9. Zellen aus den beiden primären Keimblättern d.
-Säugetieres (aus den beiden Schichten der Keimhaut). i größere dunklere
-Zellen der inneren Schicht, des vegetativen Keimblattes od. Entoderms. e
-kleinere hellere Zellen der äußeren Schicht, des animalen Keimblattes
-oder Ektoderms.]
-
-Die _Gastrulation des Amphioxus_ ist deshalb von besonderem Interesse,
-weil dieses niederste und älteste aller Wirbeltiere die größte Bedeutung
-für die Phylogenie dieses Stammes, also auch für unsere Anthropogenie
-besitzt. Wie die vergleichende Anatomie der Wirbeltiere die verwickelten
-Verhältnisse im Körperbau der verschiedenen Klassen durch divergente
-Entwicklung aus jenem einfachsten »Urwirbeltier« ableitet, so führt die
-vergleichende Ontogenie die verschiedenen sekundären Gastrulationsformen
-der Wirbeltiere auf die einfache, primäre Keimblätterbildung des
-Amphioxus zurück. Obwohl diese letztere, im Gegensatze zu den
-cenogenetischen Modifikationen der ersteren, im ganzen als
-palingenetisch zu betrachten ist, so unterscheidet sie sich doch schon
-in einigen Punkten von der ganz ursprünglichen Gastrulation, wie sie z.
-B. bei Monoxenia und bei Sagitta vorliegt. Aus der mustergültigen
-Darstellung von Hatschek (1881) geht hervor, daß die beiderlei
-Zellenarten der Keimblätter beim Amphioxus, wie bei vielen anderen
-Tieren, schon frühzeitig während des Furchungsprozesses ungleiche
-Beschaffenheit annehmen. Nur die vier ersten Furchungszellen, welche
-durch zwei vertikale, sich rechtwinklig schneidende Teilungsebenen
-getrennt werden, sind vollkommen gleich. Die dritte horizontale
-Furchungsebene liegt nicht im Äquator des Eies, sondern ein wenig
-oberhalb desselben, so daß sie jene vier Blastomeren in ungleiche
-Hälften teilt: vier obere kleinere und vier untere größere; jene bilden
-die animale, diese die vegetale Hemisphäre. Hatschek sagt daher mit
-Recht, daß die Eifurchung des Amphioxus keine streng äquale, sondern
-eine adäquale oder »fastgleiche« sei und sich der inäqualen nähere. Auch
-im weiteren Verlaufe des Furchungsprozesses bleibt der Größenunterschied
-der beiderlei Zellgruppen bemerkbar; die kleineren, animalen Zellen der
-oberen Halbkugel teilen sich rascher als die größeren vegetalen Zellen
-der unteren Hemisphäre (Fig. 10 A, B). Daher besteht denn auch die
-Keimhaut, welche am Ende des Furchungsprozesses die einschichtige Wand
-der kugeligen Keimblase bildet, nicht aus lauter gleichartigen und
-gleich großen Zellen, wie bei Sagitta und Monoxenia; sondern die Zellen
-der oberen Blastodermhälfte sind zahlreicher und kleiner (Mutterzellen
-des Ektoderms), die Zellen der unteren Hälfte weniger zahlreich, aber
-größer (Mutterzellen des Entoderms); mithin ist auch die Furchungshöhle
-der Keimblase (Fig 10 C, h) nicht vollkommen kugelig, sondern ein
-abgeplattetes Sphäroid, mit ungleichen Polen der vertikalen Achse.
-Während am Vegetalpole der Achse die Blastula eingestülpt wird, nimmt
-der Größenunterschied der Keimhautzellen beständig zu (Fig. 10 D, E); er
-ist am auffallendsten, nachdem die Invagination vollendet und die
-Furchungshöhle verschwunden ist (Fig. 10 F). Die größeren vegetalen
-Zellen des Entoderms sind reicher an eingelagerten Körnern und daher
-trüber als die kleineren und helleren animalen Zellen des Ektoderms.
-
-[Illustration: Fig. 10. Gastrulation des Amphioxus, nach Hatschek
-(vertikale Durchschnitte durch die Eiachse). A, B, C drei Stadien der
-Blastulabildung; D, E Einstülpung der Blastula; F fertige Gastrula. h
-Furchungshöhle. g Urdarmhöhle.]
-
-[Illustration: Fig. 11. Gastrula des Amphioxus in der Seitenansicht von
-links (optischer Medianschnitt). Nach Hatschek. g Urdarm, u Urmund, p
-peristomale Polzellen, i Entoderm, e Ektoderm, d Rückenseite, v
-Bauchseite.]
-
-Aber nicht nur durch diese frühzeitige (oder cenogenetisch vorzeitige!)
-Sonderung der beiderlei Keimblattzellen, sondern auch noch durch eine
-andere wichtige Eigentümlichkeit entfernt sich die adäquale Gastrulation
-des Amphioxus von der typischen äqualen Eifurchung der Sagitta, der
-Monoxenia und des Olynthus. Die reine Archigastrula dieser letzteren ist
-einachsig, ihr Querschnitt in der ganzen Länge kreisrund. Der Vegetalpol
-der vertikalen Achse liegt genau in der Mitte des Urmundes. Bei der
-Gastrula des Amphioxus ist das nicht der Fall. Schon während der
-Einstülpung seiner Keimblase wird die ideale Achse nach einer Seite
-gekrümmt, indem das Wachstum des Blastoderms (oder die Vermehrung seiner
-Zellen) an einer Seite lebhafter ist als an der entgegengesetzten; die
-rascher wachsende und daher stärker gekrümmte Seite (Fig. 11 v) ist die
-künftige Bauchseite, die entgegengesetzte flachere ist die Rückenseite
-(d). Der Urmund, welcher ursprünglich, bei der typischen Archigastrula,
-am Vegetalpole der Hauptachse lag, ist aus diesem auf die Rückenseite
-verschoben; und während seine beiden Lippen ursprünglich in einer auf
-der Hauptachse senkrechten Ebene lagen, sind sie jetzt so verschoben,
-daß diese Ebene (die Urmundebene) die Achse unter einem schiefen Winkel
-schneidet. Die dorsale Lippe liegt daher mehr oben und vorn, die
-ventrale Lippe mehr unten und hinten. In dieser letzteren, am ventralen
-Übergang des Entoderms in das Ektoderm, liegen nebeneinander ein paar
-auffallend große Zellen, eine rechte und eine linke (Fig. 11p); das sind
-die bedeutungsvollen Urmundpolzellen, oder die »Urzellen des Mesoderms«.
-
-Durch diese wichtigen, schon im Laufe der Gastrulation auftretenden
-Sonderungen ist die ursprüngliche einachsige Grundform der Archigastrula
-bei Amphioxus bereits in die _dreiachsige_ übergegangen und somit schon
-die _zweiseitige_ oder »bilateralsymmetrische« Grundform des
-Wirbeltieres bestimmt. Die senkrechte Mittelebene oder Sagittalebene
-geht zwischen den beiden Urmundpolzellen der Länge nach durch den Körper
-hindurch und teilt ihn in zwei gleiche Hälften, rechte und linke. Der
-Urmund liegt am späteren Hinterende, etwas oberhalb des Aboralpols der
-Längsachse. Senkrecht auf dieser Hauptachse steht in der Medianebene die
-Pfeilachse (Sagittalachse) oder »Dorsoventralachse«, welche die
-Mittellinien der flachen Rückenseite und der gewölbten Bauchseite
-verbindet. Die horizontale Querachse oder Lateralachse, senkrecht auf
-den beiden (ungleichpoligen) Achsen, ist gleichpolig und geht quer
-herüber von rechts nach links. Somit zeigt bereits die Gastrula des
-Amphioxus die charakteristische bilaterale oder zweiseitige Grundform
-des Wirbeltierkörpers, und diese hat sich von ihr aus auf alle anderen
-modifizierten Gastrulaformen dieses Stammes übertragen.
-
-Abgesehen von dieser zweiseitigen Grundform gleicht die Gastrula des
-Amphioxus darin der typischen Archigastrula der niederen Tiere (Fig.
-2-8), daß beide primäre Keimblätter noch aus einer einzigen einfachen
-Zellenschicht bestehen. Offenbar ist das die älteste und ursprünglichste
-Form des Metazoenkeims. Obgleich die vorhergenannten Tiere den
-verschiedensten Klassen angehören, so stimmen sie doch untereinander und
-mit vielen anderen niederen Tieren darin überein, daß sie diese von
-ihren ältesten gemeinsamen Vorfahren überkommene palingenetische Form
-der Gastrulabildung durch konservative _Vererbung_ bis auf den heutigen
-Tag beibehalten haben. Bei der großen Mehrzahl der Tiere ist das aber
-nicht der Fall. Vielmehr ist bei diesen der ursprüngliche Vorgang der
-Keimung im Laufe vieler Millionen Jahre allmählich mehr oder minder
-abgeändert, durch _Anpassung_ an neue Entwicklungsbedingungen gestört
-und modifiziert worden. Sowohl die Eifurchung als auch die darauf
-folgende Gastrulation haben infolgedessen ein mannigfach verschiedenes
-Aussehen gewonnen. Ja, die Verschiedenheiten sind im Laufe der Zeit so
-bedeutend geworden, daß man bei den meisten Tieren die Furchung nicht
-richtig gedeutet und die Gastrula überhaupt nicht erkannt hat. Erst
-durch ausgedehnte vergleichende Untersuchungen, welche ich in den Jahren
-1866-1875 bei Tieren der verschiedensten Klassen angestellt habe, ist es
-mir gelungen, in jenen anscheinend so abweichenden Keimungsprozessen
-denselben gemeinsamen Grundvorgang nachzuweisen und alle verschiedenden
-Keimungsformen auf die eine, bereits beschriebene, ursprüngliche Form
-der Keimung zurückzuführen. Im Gegensatze zu dieser primären
-palingenetischen Keimungsform betrachte ich alle übrigen, davon
-abweichenden Formen als sekundäre, abgeänderte oder cenogenetische. Die
-mehr oder minder abweichende Gastrulaform, welche daraus hervorgeht,
-kann man allgemein als sekundäre, modifizierte Gastrula oder
-Metagastrula bezeichnen.
-
-Unter den zahlreichen und mannigfaltigen cenogenetischen Formen der
-Eifurchung und Gastrulation unterscheide ich wieder drei verschiedene
-Hauptformen: 1. die ungleichmäßige Furchung; 2. die scheibenförmige
-Furchung und 3. die oberflächliche Furchung. Aus der ungleichmäßigen
-Furchung entsteht die _Hauben_gastrula; aus der scheibenförmigen
-Furchung geht die _Scheiben_gastrula hervor; aus der oberflächlichen
-Furchung entwickelt sich die _Blasen_gastrula. Bei den Wirbeltieren
-kommt die letztere Form gar nicht vor; diese ist dagegen die
-gewöhnlichste bei den Gliedertieren (Krebsen, Spinnen, Insekten usw.).
-Die Säugetiere und Amphibien besitzen die ungleichmäßige Furchung und
-die Haubengastrula; ebenso die Schmelzfische (Ganoiden) und die
-Rundmäuler (Pricken und Inger). Hingegen finden wir bei den meisten
-Fischen und bei allen Reptilien und Vögeln die scheibenförmige Furchung
-und die Scheibengastrula.
-
-Der weitaus wichtigste Vorgang, welcher die verschiedenen
-cenogenetischen Formen der Gastrulation bedingt, ist die _veränderte
-Ernährung des Eies_ und die Anhäufung von _Nahrungsdotter_ in der
-Eizelle. Unter diesem Begriffe fassen wir verschiedene chemische
-Substanzen zusammen (hauptsächlich Körner von Eiweiß- und Fettkörpern),
-welche ausschließlich als Reservestoff oder Nahrungsmaterial für den
-Keim dienen. Da der Keim der Metazoen in der ersten Zeit seiner
-Entwicklung noch nicht imstande ist, selbständig sich Nahrung zu
-verschaffen und daraus den Tierkörper aufzubauen, muß das nötige
-Material dazu bereits in der Eizelle aufgespeichert sein. Wir
-unterscheiden daher in den Eiern allgemein als zwei Hauptbestandteile
-den aktiven _Bildungsdotter_ (^Protoplasma^) und den passiven
-_Nahrungsdotter_ (^Deutoplasma^) auch schlechtweg »Dotter« genannt. Bei
-den kleinen palingenetischen Eiern sind die Dotterkörnchen so klein und
-so gleichmäßig im Protoplasma der Eizelle verteilt, daß die regelmäßige
-wiederholte Teilung derselben dadurch nicht beeinflußt wird. Bei der
-großen Mehrzahl der Tiereier hingegen ist die Masse des Dottervorrats
-mehr oder weniger ansehnlich, und derselbe ist in einem bestimmten Teile
-der Eizelle angehäuft, so daß man schon am unbefruchteten Ei diese
-»Proviantkammer« von dem Bildungsdotter deutlich unterscheiden kann.
-Gewöhnlich tritt dann eine polare Differenzierung der Eizelle in der
-Weise ein, daß eine Hauptachse an derselben sichtbar wird und daß der
-Bildungsdotter (mit dem Keimbläschen) an einem Pole, der Nahrungsdotter
-hingegen am entgegengesetzten Pole dieser Eiachse sich anhäuft; ersterer
-heißt dann der _animale Pol_, letzterer der _vegetale_ Pol der
-vertikalen Eiachse.
-
-Bei solchen »telolecithalen Eiern« erfolgt dann allgemein die
-Gastrulation in der Weise, daß bei der wiederholten Teilung des
-befruchteten Eies die animale (gewöhnlich obere) Hälfte sich rascher
-teilt als die vegetale (untere). Die Kontraktionen des aktiven
-Protoplasma, welche die fortgesetzte Zellteilung bewirken, finden in der
-unteren vegetalen Hälfte größeren Widerstand des passiven Deutoplasma
-als in der oberen animalen Hälfte. Daher finden wir in der letzteren
-zahlreichere, aber kleinere, in der ersteren weniger zahlreiche, aber
-größere Zellen. Die animalen Zellen liefern das äußere, die vegetalen
-das innere Keimblatt.
-
-Obgleich diese »ungleichmäßige Furchung« der Rundmäuler, Ganoiden und
-Amphibien von der ursprünglichen »gleichmäßigen Furchung« (z. B. der
-Monoxenia) sich auf den ersten Blick unterscheidet, haben doch beide
-Arten der Gastrulation das gemein, daß der Teilungsprozeß fortdauernd
-die ganze Eizelle betrifft. Remak nannte sie daher totale Eifurchung und
-die betreffenden Eier _holoblastisch_. Anders verhält es sich bei der
-zweiten Hauptgruppe der Eier, welche er jenen als meroblastische
-gegenüberstellte; dazu gehören die bekannten großen Eier der Vögel und
-Reptilien, sowie der meisten Fische. Die träge Masse des passiven
-Nahrungsdotters wird hier so groß, daß die Protoplasma-Kontraktionen des
-aktiven Bildungsdotters ihre Teilung nicht mehr zu bewältigen vermögen.
-Es erfolgt daher nur eine _partielle Eifurchung_. Während das
-Protoplasma im animalen Bezirk der Eizelle sich unter lebhafter
-Vermehrung der Kerne fortdauernd teilt, bleibt das Deutoplasma im
-vegetalen Bezirk mehr oder weniger ungeteilt, es wird einfach als
-Nahrungsmaterial von den sich bildenden Zellen aufgezehrt. Je größer die
-Masse des angehäuften Proviants, desto mehr erscheint der
-Furchungsprozeß lokal beschränkt. Jedoch kann derselbe noch lange Zeit
-(selbst nachdem schon die Gastrulation mehr oder weniger vollendet ist)
-in der Weise fortdauern, daß die im Deutoplasma verteilten vegetalen
-Zellkerne sich durch Teilung langsam vermehren; da jeder derselben von
-einer geringen Menge Protoplasma umhüllt ist, kann er sich später eine
-Portion des Nahrungsdotters aneignen und so eine wahre »_Dotterzelle_«
-bilden. Wenn diese vegetale Zellbildung sich noch längere Zeit
-fortsetzt, nachdem bereits die beiden primären Keimblätter gesondert
-sind, bezeichnet man den Prozeß als _Nachfurchung_ (Waldeyer).
-
-Die meroblastischen Eier finden sich bloß bei größeren und höher
-entwickelten Tieren, und nur bei solchen, deren Embryo längerer Zeit und
-reichlicher Ernährung zu seiner Entwicklung innerhalb der Eihüllen
-bedarf. Je nachdem der Nahrungsdotter zentral im Innern der Eizelle oder
-exzentrisch, an einer Seite derselben, angehäuft ist, unterscheiden wir
-zwei Gruppen von teilfurchenden Eiern, periblastische und
-diskoblastische. Bei den ersteren, den _periblastischen_ Eiern, ist der
-Nahrungsdotter zentral, im Innern der Eizelle eingeschlossen; der
-Bildungsdotter umgibt ersteren blasenförmig, und daher erfährt derselbe
-eine oberflächliche Furchung; eine solche findet sich im Stamme der
-Gliedertiere, bei den Krebsen, Spinnen, Insekten usw. Bei den
-_diskoblastischen_ Eiern hingegen häuft sich der Nahrungsdotter
-einseitig, am vegetalen oder unteren Pole der senkrechten Eiachse an,
-während am oberen oder animalen Pole der Eikern und die Hauptmasse des
-Bildungsdotters liegt. Die Eifurchung beginnt hier am oberen Pole und
-führt zur Bildung einer dorsalen Keimscheibe. Das ist der Fall bei allen
-meroblastischen Wirbeltieren, bei den meisten Fischen, den Reptilien und
-Vögeln, und den eierlegenden Säugetieren (Schnabeltieren).
-
-Die Gastrulation der diskoblastischen Eier bietet der mikroskopischen
-Untersuchung und der einheitlichen Erkenntnis außerordentliche
-Schwierigkeiten dar. Diese zu überwinden ist erst den
-_vergleichend_-ontogenetischen Untersuchungen gelungen, welche
-zahlreiche ausgezeichnete Beobachter während der letzten Dezennien
-angestellt haben; vor allen die Gebrüder Hertwig, Rabl, Kupffer,
-Selenka, Rückert, Goette, Rauber u. a. Diese eingehenden und
-sorgfältigen, mit Hilfe der vervollkommneten modernen Technik (Färbungs-
-und Schnittmethoden) ausgeführten Untersuchungen haben in erfreulichster
-Weise die Anschauungen bestätigt, welche ich zuerst 1875 in meiner
-Abhandlung über die »Gastrula und die Eifurchung der Tiere« ausgeführt
-hatte. Da das klare Verständnis dieser phylogenetisch begründeten
-Anschauungen nicht allein für die Entwicklungsgeschichte im allgemeinen,
-sondern auch für die Anthropogenie im besonderen von fundamentaler
-Bedeutung ist, gestatte ich mir, dieselben hier nochmals kurz mit
-Beziehung auf den Wirbeltierstamm zusammenzufassen.
-
-1. Alle Wirbeltiere, mit Inbegriff des Menschen, sind phylogenetisch
-verwandt, Glieder eines einzigen natürlichen Stammes. 2. Daher müssen
-auch die ontogenetischen Grundzüge ihrer individuellen Entwicklung
-phylogenetisch zusammenhängen. 3. Da die Gastrulation des Amphioxus die
-einfachsten Verhältnisse in der ursprünglichen palingenetischen Form
-zeigt, muß diejenige der übrigen Wirbeltiere sich von der ersteren
-ableiten lassen. 4. Die cenogenetischen Abänderungen der letzteren
-werden um so bedeutender, je mehr Nahrungsdotter sich im Ei ansammelt.
-5. Obgleich die Masse des Nahrungsdotters in den Eiern der
-diskoblastischen Wirbeltiere sehr groß werden kann, geht doch in allen
-Fällen aus der Morula ebenso eine Keimblase oder Blastula hervor, wie
-bei den holoblastischen Eiern. 6. Ebenso entsteht in allen Fällen aus
-der Keimblase durch Einstülpung oder Invagination die Gastrula. 7. Die
-Höhle, welche durch diese Einstülpung im Keim entsteht, ist in allen
-Fällen der Urdarm und seine Öffnung der Urmund. 8. Der Nahrungsdotter,
-gleichviel ob groß oder klein, liegt stets in der Bauchwand des Urdarms,
-die Zellen, welche nachträglich (durch »Nachfurchung«) in demselben
-entstehen können, gehören ebenso dem inneren Keimblatt oder Endoblast
-an, wie die Zellen, welche die Urdarmhöhle unmittelbar einschließen. 9.
-Der Urmund welcher ursprünglich unten am Basalpol der vertikalen Achse
-liegt, wird durch das Dotterwachstum nach hinten und dann nach oben, auf
-die Dorsalseite des Keimes gedrängt; die vertikale Achse des Urdarms
-wird dadurch allmählich in horizontale Lage gedrängt. 10. Der Urmund
-kommt bei allen Wirbeltieren früher oder später zum Verschlusse und geht
-nicht in die bleibende Mundöffnung über; vielmehr entspricht der
-Urmundrand der späteren Aftergegend. Von dieser bedeutungsvollen Stelle
-geht weiterhin die Bildung des mittleren Keimblattes aus, das von hier
-aus zwischen die beiden primären Keimblätter hineinwächst.
-
-Die ausgedehnten vergleichenden Untersuchungen der vorher erwähnten
-Forscher haben ferner ergeben, daß bei den diskoblastischen höheren
-Wirbeltieren (Reptilien, Vögel, Säugetiere) der lange vergeblich
-gesuchte »_Urmund_« der Keimscheibe überall an deren Hinterende sich
-findet und nichts anderes ist als die längst bekannte »_Primitivrinne_«.
-Das ist eine in der hinteren Rückenfläche der scheibenförmigen Gastrula
-gelegene Rinne, die früher irrtümlich mit dem Hinterteil des
-Medullarrohrs verwechselt wurde. Allerdings steht sie mit diesem eine
-Zeitlang in direktem Zusammenhang; allein ursprünglich ist sie nach
-Anlage und Bedeutung ganz davon verschieden. Die beiden parallelen
-Längswülste, welche diese schmale, in der Mittellinie gelegene
-»Primitivrinne« einschließen, sind die beiden _Urmundlippen_, rechte und
-linke. Der Urmund, der ursprünglich (bei den holoblastischen
-Wirbeltieren) eine kleine kreisrunde Öffnung ist, ändert also (infolge
-der wachsenden Anhäufung des Nahrungsdotters und der dadurch bedingten
-Ausdehnung der Bauchwand des Urdarms) nicht allein seine Lage und
-Richtung, sondern auch seine Gestalt und Ausdehnung. Er verwandelt sich
-zunächst in eine sichelförmige Querspalte (»Sichelrinne«), an der wir
-eine untere und eine obere Urmundlippe unterscheiden. Die breite
-Querspalte wird aber bald schmäler und verwandelt sich in eine
-Längsspalte (ähnlich einer »Hasenscharte«), indem rechte und linke
-Hälfte der »Sichelrinne« sich verkürzen, der Mittelteil sich nach vorn
-verlängert und die beiden Hälften der dorsalen Oberlippe nach vorn
-auswachsen. Letztere berühren sich später in der Medianlinie und bilden
-den wichtigen sogenannten »Primitivstreif«.
-
-Die Gastrulation läßt sich somit bei allen Wirbeltieren auf einen und
-denselben Vorgang zurückführen. Ebenso lassen sich auch die
-verschiedenen Formen derselben bei den wirbellosen Metazoen immer auf
-eine von jenen vier Hauptformen der Eifurchung reduzieren. Mit Bezug auf
-die Unterscheidung der totalen und partiellen Eifurchung stellt sich das
-Verhältnis der vier Eifurchungsformen zueinander folgendermaßen:
-
- I. Palingenetische { 1. Gleichmäßige Furchung }
- (ursprüngliche) { (Glockengastrula). }
- Furchung { }
- } A. Totale Furchung
- } (ohne selbständigen
- } Nahrungsdotter).
- { 2. Ungleichmäßige Furchung }
- { (Haubengastrula). }
- {
- II. Cenogenetische {
- (durch {
- Anpassung { 3. Scheibenartige Furchung }
- abgeänderte) { (Scheibengastrula). } B. Partielle Furchung
- Furchung. { } (mit selbständigem
- { 4. Oberflächliche Furchung } Nahrungsdotter).
- { (Blasengastrula). }
-
-Die niedersten Metazoen, welche wir kennen, nämlich die niederen
-Pflanzentiere (Schwämme, einfachste Polypen usw.), bleiben zeitlebens
-auf einer Bildungsstufe stehen, welche von der Gastrula nur sehr wenig
-verschieden ist; ihr ganzer Körper ist nur aus zwei Zellenschichten oder
-Blättern zusammengesetzt. Diese Tatsache ist von außerordentlicher
-Bedeutung. Denn wir sehen, daß der Mensch, und überhaupt jedes
-Wirbeltier, rasch vorübergehend ein zweiblätteriges Bildungsstadium
-durchläuft, welches bei jenen niedersten Pflanzentieren zeitlebens
-erhalten bleibt. Wenn wir hier wieder unser Biogenetisches Grundgesetz
-(Seite 35) anwenden, so gelangen wir sofort zu folgendem hochwichtigen
-Schlusse: »_Der Mensch und alle anderen Tiere, welche in ihrer ersten
-individuellen Entwicklungsperiode eine zweiblätterige Bildungsstufe oder
-eine Gastrulaform durchlaufen, müssen von einer uralten einfachen
-Stammform abstammen, deren ganzer Körper zeitlebens (wie bei den
-niedersten Pflanzentieren noch heute) nur aus zwei verschiedenen
-Zellenschichten oder Keimblättern bestanden hat._« Wir wollen diese
-bedeutungsvolle uralte Stammform _Gasträa_ (d. h. Urdarmtier) nennen.
-
-Nach dieser Gasträatheorie ist ein Organ bei allen vielzelligen Tieren
-ursprünglich von derselben morphologischen und physiologischen
-Bedeutung: der _Urdarm_, und ebenso müssen auch die beiden primären
-Keimblätter, welche die Wand des Urdarms bilden, überall als
-gleichbedeutend oder »homolog« angesehen werden. Diese wichtige
-»_Homologie der beiden primären Keimblätter_« wird einerseits dadurch
-bewiesen, daß überall die Gastrula ursprünglich auf dieselbe Weise
-entsteht, nämlich durch Einstülpung der Blastula; und anderseits
-dadurch, daß überall dieselben fundamentalen Organe aus den beiden
-Keimblättern hervorgehen. Überall bildet das äußere Keimblatt, das
-Hautblatt oder Ektoderm, die wichtigsten Organe des animalen Lebens:
-Hautdecke, Nervensystem, Sinnesorgane usw. Hingegen entstehen aus dem
-inneren Keimblatt, aus dem Darmblatt oder Entoderm, die wichtigsten
-Organe des vegetativen Lebens: die Organe der Ernährung, Verdauung,
-Blutbildung usw.
-
-Bei denjenigen niederen Pflanzentieren, deren ganzer Körper zeitlebens
-auf der zweiblätterigen Bildungsstufe stehenbleibt, bei den Gasträaden,
-den einfachsten Schwämmen (^Olynthus^) und Polypen (^Hydra^), bleiben
-auch diese beiden Funktionsgruppen, animale und vegetative Leistungen,
-scharf auf die beiden einfachen primären Keimblätter verteilt.
-Zeitlebens behält hier das äußere Keimblatt die einfache Bedeutung einer
-umhüllenden Decke (einer Oberhaut) und vollzieht zugleich die Bewegungen
-und Empfindungen des Körpers. Hingegen das innere Keimblatt besitzt
-zeitlebens die einfache Bedeutung einer ernährenden Darmzellenschicht
-und liefert außerdem häufig noch die Fortpflanzungszellen.
-
-Das bekannteste von diesen Gasträaden oder »gastrulaähnlichen Tieren«
-ist der gemeine Süßwasserpolyp (^Hydra^). Allerdings besitzt dieses
-einfachste aller Nesseltiere noch einen Kranz von Tentakeln oder
-Fangfäden, welcher den Mund umgibt. Auch ist das äußere Keimblatt
-bereits etwas histologisch differenziert. Aber diese Zutaten sind erst
-sekundär entstanden, und das innere Keimblatt ist eine ganz einfache
-Zellenschicht geblieben. In der Hauptsache hat auch die Hydra den
-einfachen Körperbau unserer uralten Stammutter Gasträa bis auf den
-heutigen Tag durch zähe Vererbung getreu konserviert.
-
-Bei allen übrigen Tieren, und namentlich bei allen Wirbeltieren,
-erscheint die Gastrula nur als ein rasch vorübergehender Keimzustand.
-Hier verwandelt sich vielmehr bald das zweiblätterige Stadium der
-Keimanlage zunächst in ein dreiblätteriges und dann in ein
-vierblätteriges Stadium. Mit dem Zustandekommen von vier übereinander
-liegenden Keimblättern haben wir wieder einen festen und sicheren
-Standpunkt gewonnen, von welchem aus wir die weiteren, viel
-schwierigeren und verwickelteren Vorgänge der Ausbildung beurteilen und
-verfolgen können.
-
- (Aus »Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen«.)
-
-
-
-
- IV.
- Erfahrung und Erkenntnis.
-
-
-»Die wichtigsten Wahrheiten in den Naturwissenschaften sind weder allein
-durch Zergliederung der Begriffe der Philosophie, noch allein durch
-bloßes Erfahren gefunden worden, sondern durch eine denkende Erfahrung,
-welche das Wesentliche von dem Zufälligen in der Erfahrung unterscheidet
-und dadurch Grundsätze findet, aus welchen viele Erfahrungen abgeleitet
-werden. Dies ist mehr als bloßes Erfahren, und wenn man will, eine
-philosophische Erfahrung.« (Johannes Müller, Handbuch der Physiologie
-des Menschen.)
-
-»Vergleichen wir die morphologischen Wissenschaften mit den
-physikalischen Theorien, so müssen wir uns gestehen, daß erstere in
-jeder Hinsicht unendlich weit zurück sind. Die Ursache dieser
-Erscheinung liegt nun allerdings zum Teil in dem Gegenstande, dessen
-verwickeltere Verhältnisse sich noch am meisten der mathematischen
-Behandlung entziehen, aber großenteils ist auch die große Nichtachtung
-methodologischer Verständigung daran schuld, indem man sich einerseits
-durchaus nicht um scharfe Fassung der leitenden Prinzipien bekümmert,
-anderseits selbst die allgemeinsten und bekanntesten Anforderungen der
-Philosophie hintangesetzt hat, weil bei dem weiten Abstande ihrer
-allgemeinen Aussprüche von den Einzelheiten, mit denen sich die
-empirischen Naturwissenschaften beschäftigen, die Notwendigkeit ihrer
-Anwendung sich der unmittelbaren Auffassung entzog. So sind gar viele
-Arbeiter in dieser Beziehung durchaus nicht mit ihrer Aufgabe
-verständigt, und die Fortschritte in der Wissenschaft hängen oft rein
-vom Zufall ab.« (Schleiden, Grundzüge der wissenschaftlichen Botanik.)
-
-Wir erlauben uns, dieses methodologische Kapitel,[3] welches die Mittel
-und Wege zur Lösung unserer morphologischen Aufgaben zeigen soll, mit
-zwei vortrefflichen Aussprüchen von den beiden größten Morphologen
-einzuleiten, welche im fünften Dezennium des neunzehnten Jahrhunderts
-die organische Naturwissenschaft in Deutschland beherrschten. Wie
-Johannes Müller für die Zoologie, so hat Schleiden damals für die
-Botanik mit der klarsten Bestimmtheit den Weg gewiesen, welcher uns
-allein auf dem Gebiete der Biologie, und insbesondere auf dem der
-Morphologie, zu dem Ziele unserer Wissenschaft hinzuführen vermag.
-Dieser einzig mögliche Weg kann natürlich kein anderer sein als
-derjenige, welcher für alle Naturwissenschaften -- oder, was dasselbe
-ist, für alle wahren Wissenschaften -- ausschließliche Gültigkeit hat.
-Es ist dies der Weg der denkenden Erfahrung, der Weg der philosophischen
-Empirie. Wir könnten ihn ebensogut als den Weg des erfahrungsmäßigen
-Denkens, den Weg der empirischen Philosophie bezeichnen.
-
-[Fußnote 3: Im vierten Kapitel seiner 1866 erschienenen »generellen
-Morphologie« behandelt Haeckel kritisch die »naturwissenschaftlichen
-Methoden, welche sich gegenseitig notwendig ergänzen müssen«. Es sind
-dies 1. Empirie und Philosophie (Erfahrung und Erkenntnis), 2. Analyse
-und Synthese und 3. Induktion und Deduktion. Wir geben hier den ersten
-Abschnitt dieser »Methodik der Morphologie der Organismen« wieder, weil
-die darin niedergelegten »unerschütterlichen Überzeugungen« für das
-gesamte spätere Lebenswerk des Jenaer Naturforschers maßgebend geblieben
-sind. Aus der innigen Verbindung von empirischer Beobachtung und
-philosophischer Theorie beruhen seine sämtlichen wissenschaftlichen
-Werke. (Anm. d. H.)]
-
-Absichtlich stellen wir die bedeutenden Aussprüche dieser beiden großen
-»empirischen und exakten« Naturforscher an die Spitze dieses
-methodologischen Kapitels, weil wir dadurch hoffen, die Aufmerksamkeit
-der heutigen Morphologen und der Biologen überhaupt intensiver auf einen
-Punkt zu lenken, der nach unserer innigsten Überzeugung für den
-Fortschritt der gesamten Biologie, und der Morphologie insbesondere, von
-der allergrößten Bedeutung ist, der aber gerade im gegenwärtigen
-Zeitpunkte in demselben Maße von den allermeisten Naturforschern völlig
-vernachlässigt wird, als er vor allen anderen hervorgehoben zu werden
-verdiente. Es ist dies die gegenseitige Ergänzung von Beobachtung und
-Gedanken, der innige Zusammenhang von Naturbeschreibung und
-Naturphilosophie, die notwendige Wechselwirkung zwischen Empirie und
-Theorie.
-
-Einer der größten Morphologen, den unser deutsches Vaterland erzeugt
-hat, Karl Ernst v. Bär, hat dem klassischen Werke, durch welches er die
-tierische Ontogenie, eine sogenannte »rein empirische und deskriptive
-Wissenschaft«, neu begründete, den Titel vorangesetzt: »Über
-Entwicklungsgeschichte der Tiere. _Beobachtung und Reflexion._« Wenn
-seine Nachfolger diese drei Worte stets bei ihren Arbeiten im Auge
-behalten hätten, würde es besser um unsere Wissenschaft aussehen, als es
-jetzt leider aussieht. »Beobachtung und Reflexion« sollte die
-Überschrift jeder wahrhaft _naturwissenschaftlichen_ Arbeit lauten
-können. Bei wie vielen aber ist dies möglich? Wenn wir ehrlich sein
-wollen, können wir ihre Zahl kaum gering genug anschlagen und finden
-unter Hunderten kaum eine. Und dennoch können nur durch die innigste
-Wechselwirkung von Beobachtung und Reflexion wirkliche Fortschritte in
-jeder Naturwissenschaft, und also auch in der Morphologie, gemacht
-werden. Hören wir weiter, was K. E. v. Bär, der »empirische und exakte«
-Naturforscher, in dieser Beziehung sagt:
-
-»Zwei Wege sind es, aus denen die Naturwissenschaft gefördert werden
-kann: Beobachtung und Reflexion. Die Forscher ergreifen meistens für den
-einen von beiden Partei. Einige verlangen nach _Tatsachen_, andere nach
-Resultaten und allgemeinen _Gesetzen_, jene nach _Kenntnis_, diese nach
-_Erkenntnis_, jene möchten für besonnen, diese für tiefblickend gelten.
-Glücklicherweise ist der Geist des Menschen selten so einseitig
-ausgebildet, daß es ihm möglich wird, nur den einen Weg der Forschung zu
-gehen, ohne auf den anderen Rücksicht zu nehmen. Unwillkürlich wird der
-Verächter der Abstraktion sich von Gedanken bei seiner Beobachtung
-beschleichen lassen; und nur in kurzen Perioden der Fieberhitze ist sein
-Gegner vermögend, sich der Spekulation im Felde der Naturwissenschaft
-mit völliger Hintansetzung der Erfahrung hinzugeben. Indessen bleibt
-immer, für die Individuen sowohl als für ganze Perioden der
-Wissenschaft, die eine Tendenz die vorherrschende, der man mit
-Bewußtsein des Zwecks sich hingibt, wenn auch die andere nicht ganz
-fehlt.«
-
-Mit diesen wenigen Worten ist das gegenseitige Wechselverhältnis von
-Beobachtung und Reflexion, die notwendige Verbindung von empirischer
-Tatsachenkenntnis und von philosophischer Gesetzeserkenntnis treffend
-bezeichnet. Aber auch die Tatsache, daß in den einzelnen Naturforschern
-sowohl als in den einzelnen Perioden der Naturwissenschaft selten beide
-Richtungen in harmonischer Eintracht und gegenseitiger Durchdringung
-zusammenwirken, vielmehr eine von beiden fast immer bedeutend über die
-andere überwiegt, ist von Bär sehr richtig hervorgehoben worden, und
-gerade dieser Punkt ist es, auf den wir hier zunächst die besondere
-Aufmerksamkeit lenken möchten. Denn wenn wir einerseits überzeugt sind,
-daß wir nur durch die gemeinsame Tätigkeit beider Richtungen dem Ziele
-unserer Wissenschaft uns nähern können, und wenn wir anderseits zu der
-Einsicht gelangen, welche von beiden Richtungen im gegenwärtigen Stadium
-unserer wissenschaftlichen Entwicklung die einseitig überwiegende ist,
-so werden wir auch die Mittel zur Hebung dieser Einseitigkeit angeben
-und die Methode bestimmen können, welche die Morphologie gegenwärtig
-zunächst und vorzugsweise einzuschlagen hat.
-
-Es bedarf nun keines allzu tiefen Scharfblicks und keines allzu weiten
-Überblicks, um alsbald zu der Überzeugung zu gelangen, daß in dem ganzen
-zweiten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts und darüber hinaus bis
-jetzt, und zwar vorzüglich vom Jahre 1840-1860, die rein empirische und
-»exakte« Richtung ganz überwiegend in der Biologie und vor allem in der
-Morphologie geherrscht, und daß sie diese Alleinherrschaft in
-fortschreitendem Maße dergestalt ausgedehnt hat, daß die spekulative
-oder philosopische Richtung im fünften Dezennium vorigen Jahrhunderts
-fast vollständig von ihr verdrängt war. Auf allen Gebieten der Biologie,
-sowohl in der Zoologie als in der Botanik, galt während dieses Zeitraums
-allgemein die Naturbeobachtung und die Naturbeschreibung als »die
-eigentliche Naturwissenschaft«, und die »Naturphilosophie« wurde als
-eine Verirrung betrachtet, als ein Phantasiespiel, welches nicht nur
-nichts mit der Beobachtung und Beschreibung zu tun habe, sondern auch
-gänzlich aus dem Gebiete der »eigentlichen Naturwissenschaft« zu
-verbannen sei. Freilich war diese einseitige Verkennung der Philosophie
-nur zu sehr gefördert und gerechtfertigt durch das verkehrte und
-willkürliche Verfahren der sogenannten »Naturphilosophie«, welche im
-ersten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts die Naturwissenschaft zu
-unterwerfen suchte, und welche, statt von empirischer Basis auszugehen,
-in der ungemessensten Weise ihrer wilden und erfahrungslosen Phantasie
-die Zügel schießen ließ. Die namentlich von Oken, Schelling usw.
-ausgehende Naturphantasterei mußte ganz natürlich als anderes Extrem den
-krassesten Empirismus hervorrufen. Der natürliche Rückschlag gegen diese
-letztere in demselben Grade einseitige Richtung trat erst im Jahre 1859
-ein, als Charles Darwin seine großartige Entdeckung der »natürlichen
-Züchtung« veröffentlichte und damit den Anstoß zu einem allgemeinen
-Umschwung der gesamten Biologie und namentlich der Morphologie gab. Die
-gedankenvolle Naturbetrachtung, der im besten Sinne philosophische, d.
-h. naturgemäß denkende Geist, welcher sein epochemachendes Werk
-durchzieht, wird der vergessenen und verlassenen Naturphilosophie wieder
-zu dem ihr gebührenden Platze verhelfen und den Beginn einer neuen
-Periode der Wissenschaft bezeichnen. Freilich ist dieser gewaltige
-Umschwung bei weitem noch nicht zu allgemeinem Durchbruch gelangt; die
-Mehrzahl der Biologen ist noch zu sehr und zu allgemein in den Folgen
-der vorher überall herrschenden einseitig empirischen Richtung befangen,
-als daß wir die Rückkehr zur denkenden Naturbetrachtung als eine bewußte
-und allgemeine bezeichnen könnten. Indes hat dieselbe doch bereits in
-einigen Kreisen begonnen, an vielen Stellen feste Wurzel geschlagen, und
-wird voraussichtlich nicht allein in den nächsten Jahren schon das
-verlorene Terrain wieder erobern, sondern in wenigen Dezennien sich so
-allgemeine Geltung verschafft haben, daß man (wohl noch vor Ablauf des
-neunzehnten Jahrhunderts) verwundert auf die Beschränktheit und
-Verblendung zahlreicher Naturforscher zurückblicken wird, die heute noch
-die Philosophie von dem Gebiete der Biologie ausschließen wollen. Wir
-unsererseits sind unerschütterlich davon überzeugt, daß man in der
-wahrhaft »erkennenden« Wissenschaft die Empirie und die Philosophie gar
-nicht voneinander trennen kann. Jene ist nur die erste und niederste,
-diese die letzte und höchste Stufe der Erkenntnis. _Alle wahre
-Naturwissenschaft ist Philosophie und alle wahre Philosophie ist
-Naturwissenschaft._ _Alle wahre Wissenschaft aber ist in diesem Sinne
-Naturphilosophie._
-
-In der Tat könnte heute schon die allgemein übliche einseitige
-Ausschließung der Philosophie aus der Naturwissenschaft jedem objektiv
-dies Verhältnis betrachtenden Gebildeten als ein befremdendes Rätsel
-erscheinen, wenn nicht der Entwicklungsgang der Biologie selbst ihm die
-Lösung dieses Rätsels sehr nahe legte. Wenn wir die Geschichte unserer
-Wissenschaft in den allgemeinsten Zügen überblicken, so bemerken wir
-alsbald, daß die beiden scheinbar entgegengesetzten, in der Tat aber
-innig verbundenen Forschungsrichtungen in der Naturwissenschaft, die
-beobachtende oder empirische und die denkende oder philosophische, zwar
-stets mehr oder minder eng verbunden nebeneinander herlaufen, daß aber
-doch, wie es Bär sehr richtig ausdrückt, immer die eine der beiden
-Richtungen über die andere bedeutend überwiegt, und zwar »sowohl für die
-Individuen, als für ganze Perioden der Wissenschaft«. So finden wir ein
-beständiges Oszillieren, einen Wechsel der beiden Richtungen, der uns
-zeigt, daß niemals in gleichmäßigem Fortschritt, sondern stets in
-wechselnder Wellenbewegung die Biologie ihrem Ziele sich nähert. Die
-Exzesse, welche jede der beiden Forschungsrichtungen begeht, sobald sie
-das Übergewicht über die andere gewonnen hat, die Ausschließlichkeit,
-durch welche jede in der Regel sich als die allein richtige, als die
-»eigentliche« Methode der Naturwissenschaft betrachtet, führen nach
-längerer oder kürzerer Dauer wieder zu einem Umschwung, welcher der
-überlegenen Gegnerin abermals zur Herrschaft verhilft.
-
-Wie dieser regelmäßige Regierungswechsel von empirischer und
-philosophischer Naturforschung auf dem gesamten Gebiete der Biologie uns
-überall entgegentritt, so sehen wir ganz besonders bei einem allgemeinen
-Überblick des Entwicklungsganges, den die Morphologie vom Anfang des
-achtzehnten Jahrhunderts an genommen, daß die beiden feindlichen
-Schwestern, die doch im Grunde nicht ohne einander leben können, stets
-abwechselnd die Herrschaft behauptet haben. Nachdem Linné die
-Morphologie der Organismen zum ersten Male in feste wissenschaftliche
-Form gebracht und ihr das systematische Gewand angezogen hatte, wurde
-zunächst der allgemeine Strom der neubelebten Naturforschung auf die
-rein empirische Beobachtung und Beschreibung der zahllosen neuen Formen
-hingelenkt, welche unterschieden, benannt und in das Fachwerk des
-Systems eingeordnet werden mußten. Die systematische Beschreibung und
-Benennung, als Mittel des geordneten Überblicks der zahllosen
-Einzelformen, wurde aber bald Selbstzweck, und damit verlor sich die
-Formbeobachtung der Tiere und Pflanzen in der gedankenlosesten Empirie.
-Das massenhaft sich anhäufende Rohmaterial forderte mehr und mehr zu
-einer denkenden Verwertung desselben auf, und so entstand die Schule der
-Naturphilosophen, als deren bedeutendsten Forscher, wenn auch nicht
-(wegen mangelnder Anerkennung) als deren eigentlichen Begründer wir
-Lamarck bezeichnen müssen.[4] In Deutschland vorzüglich durch _Oken_ und
-_Goethe_, in Frankreich durch _Lamarck_ und Etienne _Geoffroy S.
-Hilaire_ vertreten, war diese ältere Naturphilosophie eifrigst bemüht,
-aus dem Chaos der zahllosen Einzelbeobachtungen, die sich immer mehr zu
-einem unübersehbaren Berge häuften, allgemeine Gesetze abzuleiten und
-den Zusammenhang der Erscheinungen zu ermitteln. Wie weit sie schon
-damals auf diesem Wege gelangte, zeigt die klassische ^Philosophie
-zoologique^ von Lamarck (1809) und die bewunderungswürdige Metamorphose
-der Pflanzen von _Goethe_ (1790). Doch war die empirische Basis, auf
-welcher diese Heroen der Naturforschung ihre genialen Gedankengebäude
-errichteten, noch zu schmal und unvollkommen, die ganze damalige
-Kenntnis der Organismen noch zu sehr bloß auf die äußeren
-Formverhältnisse beschränkt, als daß ihre denkende Naturbetrachtung die
-festesten Anhaltspunkte hätte gewinnen und die darauf gegründeten
-allgemeinen Gesetze schon damals eine weitere Geltung hätten erringen
-können. Entwicklungsgeschichte und Paläontologie existierten noch nicht,
-und die vergleichende Anatomie hatte kaum noch Wurzeln geschlagen. Wie
-weit aber diese Genien trotzdem ihrer Zeit vorauseilten, bezeugt vor
-allem die (in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast allgemein
-ignorierte) Tatsache, daß beide, sowohl Lamarck als Goethe, die
-wichtigsten Sätze der Deszendenztheorie bereits mit voller Klarheit und
-Bestimmtheit aussprachen. Erst ein volles halbes Jahrhundert später
-sollte _Darwin_ dafür die Beweise liefern.
-
-[Fußnote 4: Selten ist wohl das Verdienst eines der bedeutendsten Männer
-so völlig von seinen Zeitgenossen verkannt und gar nicht gewürdigt
-worden, wie es mit Lamarck ein halbes Jahrhundert hindurch der Fall war.
-Nichts beweist dies vielleicht so schlagend als der Umstand, daß Cuvier
-in seinem Bericht über die Fortschritte der Naturwissenschaften, in
-welchem auch die unbedeutendsten Bereicherungen des empirischen
-Materials aufgeführt werden, des bedeutendsten aller biologischen Werke
-jenes Zeitraums, der ^Philosophie zoologique^ von Lamarck, mit keinem
-Worte Erwähnung tut!]
-
-Die eigentliche Blütezeit der älteren Naturphilosophie fällt in die
-ersten Dezennien des neunzehnten Jahrhunderts. Aber schon im zweiten und
-noch schneller im dritten näherte sie sich ihrem jähen Untergange, teils
-durch eigene Verblendung und Ausartung, teils durch Mangel an
-Verständnis bei der Mehrzahl der Zeitgenossen, teils durch das rasche
-und glänzende Emporblühen der empirischen Richtung, welche in _Cuvier_
-einen neuen und gewaltigen Reformator fand. Gegenüber der willkürlichen
-und verkehrten Phantasterei, in welche die Naturphilosophie bald sowohl
-in Frankreich als in Deutschland damals ausartete, war es dem exakten,
-strengen und auf der breitesten empirischen Basis stehenden Cuvier ein
-leichtes, die verwilderten und undisziplinierten Gegner aus dem Felde zu
-schlagen. Bekanntlich war es der 22. Februar 1830, an welchem der
-Konflikt zwischen den beiden entgegengesetzten Richtungen in der Pariser
-Akademie zum öffentlichen Austrage kam und damit definitiv geendigt zu
-sein schien, daß Cuvier seinen Hauptgegner E. Geoffroy S. Hilaire mit
-Hilfe seiner überwiegenden empirischen Beweismittel in den Augen der
-großen Mehrheit vollständig besiegte. Dieser merkwürdige öffentliche
-Konflikt, durch welchen die Niederlage der älteren Naturphilosophie
-besiegelt wurde, ist in mehrfacher Beziehung von höchstem Interesse,
-vorzüglich auch deshalb, weil er von _Goethe_ in der meisterhaftesten
-Form in einem kritischen Aufsatze dargestellt wurde, welchen derselbe
-wenige Tage vor seinem Tode (im März 1832) vollendete. Dieser höchst
-lesenswerte Aufsatz, das letzte schriftliche Vermächtnis, welches der
-deutsche Dichterfürst uns hinterlassen, enthält nicht allein eine
-vortreffliche Charakteristik von Cuvier und Geoffroy S. Hilaire, sondern
-auch eine ausgezeichnete Darstellung der beiden entgegengesetzten von
-ihnen vertretenen Richtungen, »des immerwährenden Konfliktes zwischen
-den Denkweisen, in die sich die wissenschaftliche Welt schon lange
-trennt; zwei Denkweisen, welche sich in dem menschlichen Geschlechte
-meistens getrennt und dergestalt verteilt finden, daß sie, wie überall,
-so auch im Wissenschaftlichen, schwer zusammen verbunden angetroffen
-werden, und wie sie getrennt sind, sich nicht wohl vereinigen mögen.
-Haben wir die Geschichte der Wissenschaften und eine eigene lange
-Erfahrung vor Augen, so möchte man befürchten, die menschliche Natur
-werde sich von diesem Zwiespalt kaum jemals retten können.«
-
-Die Niederlage der älteren Naturphilosophie, welche Cuvier als der
-Heerführer der neu erstehenden »exakten Empirie« herbeigeführt und in
-jenem Konflikt offenbar gemacht hatte, war so vollständig, daß in den
-folgenden drei Dezennien, von 1830-1860, unter der nun allgemein sich
-ausbreitenden empirischen Schule von Philosophie gar keine Rede mehr
-war. Mit den Träumereien und Phantasiespielen jener ausgearteten
-Naturphantasterei wurden auch die wahren und großen Verdienste der alten
-Naturphilosophie vergessen, aus der jene hervorgegangen war, und man
-gewöhnte sich sehr allgemein an die Vorstellung, daß Naturwissenschaft
-und Philosophie in einem unversöhnlichen Gegensatze zueinander ständen.
-Dieser Irrtum wurde dadurch insbesondere begünstigt, daß die
-verbesserten Instrumente und Beobachtungsmethoden der Neuzeit, und vor
-allem die sehr verbesserten Mikroskope, der empirischen Naturbeobachtung
-ein unendlich weites Feld der Forschung eröffneten, aus welchem es ein
-leichtes war, mit wenig Mühe und ohne große Gedankenanstrengung
-Entdeckungen neuer Formverhältnisse in Hülle und Fülle zu machen.
-Während die Beobachtungen der ersten empirischen Periode, welche sich
-aus _Linnés_ Schule entwickelte, vorzugsweise nur auf die _äußeren_
-Formverhältnisse der Organismen gerichtet gewesen waren, wandte sich nun
-die zweite empirische Periode, welche aus _Cuviers_ Schule hervorging,
-vorwiegend der Beobachtung des _inneren_ Baues der Tiere und Pflanzen
-zu. Und in der Tat gab es hier, nachdem Cuvier durch Begründung der
-vergleichenden Anatomie und der Paläontologie ein weites neues Feld der
-Beobachtung geöffnet, nachdem _Bär_ durch Reformation der
-Entwicklungsgeschichte und _Schwann_ durch Begründung der Gewebelehre
-auf dem tierischen, _Schleiden_ auf dem pflanzlichen Gebiete neue und
-große Ziele gesteckt, nachdem _Johannes Müller_ die gesamte Biologie mit
-gewaltiger Hand in die neugeöffneten Bahnen der exakten Beobachtung
-hineingewiesen hatte, überall so unendlich viel zu beobachten und zu
-beschreiben, es wurde so leicht, mit nur wenig Geduld, Fleiß und
-Beobachtungsgabe neue Tatsachen zu entdecken, daß wir uns nicht wundern
-können, wenn darüber die leitenden Prinzipien der Naturforschung
-gänzlich vernachlässigt und die erklärende Gedankenarbeit von den
-meisten völlig vergessen wurde. Da noch im gegenwärtigen Augenblick
-diese »rein empirische« Richtung die allgemein überwiegende ist, da
-die Bezeichnung der Naturphilosophie noch in den weitesten
-naturwissenschaftlichen Kreisen nur als Schimpfwort gilt und selbst von
-den hervorragendsten Biologen nur in diesem Sinne gebraucht wird, so
-haben wir nicht nötig, die grenzenlose Einseitigkeit dieser Richtung
-noch näher zu erläutern und werden nur noch insofern näher darauf
-eingehen, als wir gezwungen sind, unseren Zeitgenossen ihr
-»exakt-empirisches«, d. h. gedankenloses und beschränktes Spiegelbild
-vorzuhalten. Wir wollen hier nur noch auf die seltsame Selbsttäuschung
-hinweisen, in welcher die neuere Biologie befangen ist, wenn sie die
-nackte gedankenlose Beschreibung _innerer_ und feinerer, insbesondere
-_mikroskopischer_ Formverhältnisse als »_wissenschaftliche Zoologie_«
-und »_wissenschaftliche Botanik_« preist und mit nicht geringem Stolze
-der früher ausschließlich herrschenden reinen Beschreibung der _äußeren_
-und gröberen Formverhältnisse gegenüberstellt, welche die sogenannten
-»Systematiker« beschäftigt. Sobald bei diesen beiden Richtungen, die
-sich so scharf gegenüberzustellen belieben, die Beschreibung an sich das
-Ziel ist (gleichviel ob der inneren oder äußeren, der feineren oder
-gröberen Formen), so ist die eine genau so viel wert als die andere.
-Beide werden erst zur Wissenschaft, wenn sie die Form zu erklären und
-auf Gesetze zurückzuführen streben.
-
-Nach unserer eigenen innigsten Überzeugung ist der Rückschlag, der gegen
-diese ganze einseitige und daher beschränkte Empirie notwendig früher
-oder später erfolgen mußte, bereits tatsächlich erfolgt, wenn auch
-zunächst nur in wenigen engen Kreisen. Die 1859 von _Charles Darwin_
-veröffentlichte Entdeckung der natürlichen Zuchtwahl im Kampfe
-ums Dasein, eine der größten Entdeckungen des menschlichen
-Forschungstriebes, hat mit einem Male ein so gewaltiges und klärendes
-Licht in das dunkle Chaos der haufenweis gesammelten biologischen
-Tatsachen geworfen, daß es auch den krassesten Empirikern fernerhin,
-wenn sie überhaupt mit der Wissenschaft fortschreiten wollen, nicht mehr
-möglich sein wird, sich der daraus emporwachsenden neuen
-Naturphilosophie zu entziehen. Indem die von Darwin neu begründete
-Deszendenztheorie die ganze gewaltige Fülle der seither empirisch
-angehäuften Tatsachenmassen durch einen einzigen genialen Gedanken
-erleuchtet, die schwierigsten Probleme der Biologie aus dem einen
-obersten Gesetze der »wirkenden Ursachen« vollständig erklärt, die
-unzusammenhängende Masse aller biologischen Erscheinungen auf dieses
-eine einfache große Naturgesetz zurückführt, hat sie bereits tatsächlich
-die bisher ausschließlich herrschende Empirie völlig überflügelt und
-einer neuen und gesunden Philosophie die weiteste und fruchtbarste Bahn
-geöffnet. Es ist eine Hauptaufgabe der »generellen Morphologie« zu
-zeigen, wie die wichtigsten Erscheinungsreihen der Morphologie sich mit
-Hilfe derselben vollständig erklären und auf große und allgemeine
-Naturgesetze zurückführen lassen.
-
-Wenn wir das Resultat dieses flüchtigen Überblickes über den inneren
-Entwicklungsgang der Morphologie in wenigen Worten zusammenfassen, so
-können wir füglich von Beginn des achtzehnten Jahrhunderts an bis jetzt
-vier abwechselnd empirische und philosophische Perioden der Morphologie
-unterscheiden, welche durch die Namen von Linné, Lamarck, Cuvier, Darwin
-bezeichnet sind, nämlich: I. Periode: _Linné_, (geb. 1707). _Erste
-empirische Periode_ (achtzehntes Jahrhundert). Herrschaft der
-empirischen äußeren Morphologie (Systematik). II. Periode: _Lamarck_
-(geb. 1744) und _Goethe_ (geb. 1749).[5] _Erste philosophische Periode_
-(erstes Drittel des neunzehnten Jahrhunderts). Herrschaft der
-phantastisch-philosophischen Morphologie (ältere Naturphilosophie). III.
-Periode: _Cuvier_ (geb. 1769).[6] _Zweite empirische Periode_ (zweites
-Drittel des neunzehnten Jahrhunderts). Herrschaft der empirischen
-inneren Morphologie (Anatomie). IV. Periode: _Darwin_ (geb. 1809).
-_Zweite philosophische Periode_. Begonnen 1859. Herrschaft der
-empirisch-philosophischen Morphologie (neuere Naturphilosophie).
-
-[Fußnote 5: Wir nennen hier absichtlich Lamarck und Goethe als die
-geistvollsten Repräsentanten der älteren Naturphilosophie, wenngleich
-sie sich entfernt nicht desselben Einflusses und derselben Anerkennung
-zu erfreuen hatten, wie Etienne Geoffroy S. Hilaire (geb. 1771) und
-Lorenz Oken (geb. 1779), die gewöhnlich als die Koryphäen dieser
-Richtung vorangestellt werden.]
-
-[Fußnote 6: Als hervorragende Koryphäen dieser Periode würden wir hier
-noch Johannes Müller, Schleiden und einige andere hervorzuheben haben,
-wenn nicht gerade diese bedeutendsten Männer, als wahrhaft
-philosophische Naturforscher, sich von der großen Einseitigkeit
-freigehalten hätten, welche Cuviers Schule und der große Troß der
-Zeitgenossen zum extremsten Empirismus ausbildete.]
-
-Indem wir die beiden Richtungen der organischen Morphologie, die
-empirische und philosophische, so schroff einander gegenüberstellen,
-müssen wir ausdrücklich bemerken, daß nur die große Masse der
-beschränkteren und gröber organisierten Naturforscher es war, welche
-diesen Gegensatz in seiner ganzen Schärfe ausbildete und entweder die
-eine oder die andere Methode als die allein seligmachende pries und für
-die »eigentliche« Naturwissenschaft hielt. Die umfassenderen und seiner
-organisierten Naturforscher, und vor allen die großen Koryphäen, deren
-Namen wir an die Spitze der von ihnen beherrschten Perioden gestellt
-haben, waren stets mehr oder minder überzeugt, daß nur eine innige
-Verbindung von Beobachtung und Theorie, von Empirie und Philosophie, den
-Fortschritt der Naturwissenschaft wahrhaft fördern könnte. Man pflegt
-gewöhnlich Cuvier als den strengsten und exklusivsten Empiriker, als den
-abgesagtesten Feind jeder Naturphilosophie hinzustellen. Und sind nicht
-seine besten Arbeiten, seine wertvollsten Entdeckungen, wie z. B. die
-Aufstellung der vier tierischen Typen (Stämme), die Begründung des
-Gesetzes von der Korrelation der Teile, von den »^Causes finales^«,
-Ausflüsse der reinsten Naturphilosophie? Ist nicht die von ihm neu
-begründete »vergleichende Anatomie« ihrem ganzen Wesen nach eine rein
-philosophische Wissenschaft, welche das empirische Material der Zootomie
-bloß als Basis braucht? Ist es nicht lediglich der _Gedanke_, die
-Theorie, welche auf der rein empirischen Zootomie als notwendiger
-Grundlage das philosophische Lehrgebäude der vergleichenden Anatomie
-errichten? Und wenn _Cuvier_ aus einem einzigen Zahne oder Knochen eines
-fossilen Tieres die ganze Natur und systematische Stellung desselben mit
-Sicherheit erkannte, war dies Beobachtung oder war es Reflexion?
-Betrachten wir anderseits den Stifter der älteren Naturphilosophie,
-_Lamarck_, so brauchen wir, um den Vorwurf der Einseitigkeit zu
-widerlegen, bloß darauf hinzuweisen, daß dieser eminente Mann seinen Ruf
-als großer Naturforscher größtenteils einem vorwiegend deskriptiven
-Werke, der berühmten »^Histoire naturelle des animaux sans vertèbres^«
-verdankte. Seine »^Philosophie zoologique^«, welche die Deszendenzlehre
-zum ersten Male als vollkommen abgerundete Theorie aufstellte, eilte mit
-ihrem prophetischen Gedankenfluge seiner Zeit so voraus, daß sie von
-seinen Zeitgenossen gar nicht verstanden und ein volles halbes
-Jahrhundert hindurch (1809-1859) totgeschwiegen wurde. _Johannes
-Müller_, den wir Deutschen mit gerechtem Stolz als den größten Biologen
-der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts unser eigen nennen, und
-der in den Augen der meisten jetzt lebenden Biologen als der strengste
-Empiriker und Gegner der Naturphilosophie gilt, verdankt die Fülle
-seiner zahlreichen und großen Entdeckungen viel weniger seinem
-ausgezeichneten sinnlichen Beobachtungstalent, als seinem kombinierenden
-Gedankenreichtum und der natürlichen Philosophie seiner wahrhaft
-denkenden Beobachtungsmethode. _Charles Darwin_, der größte aller jetzt
-lebenden Naturforscher, überragt uns alle nicht allein durch
-Ideenreichtum und Gedankenfülle seines die ganze organische Natur
-umfassenden Geistes, sondern ebensosehr durch die intensiv und extensiv
-gleichbedeutende und fruchtbare Methode seiner empirischen
-Naturbeobachtung.
-
-Nach unserer festesten Überzeugung können nur diejenigen Naturforscher
-wahrhaft fördernd und schaffend in den Gang der Wissenschaft eingreifen,
-welche, bewußt oder unbewußt, ebenso scharfe Denker als sorgfältige
-Beobachter sind. Niemals kann die bloße Entdeckung einer nackten
-_Tatsache_, und wäre sie noch so merkwürdig, einen wahrhaften
-Fortschritt in der Naturwissenschaft herbeiführen, sondern stets nur der
-Gedanke, die _Theorie_, welche diese Tatsache erklärt, sie mit den
-verwandten Tatsachen vergleichend verbindet und daraus ein _Gesetz_
-ableitet. Betrachten wir die größten Naturforscher, welche zu allen
-Zeiten auf dem biologischen Gebiete tätig gewesen sind, von Aristoteles
-an, Linné und Cuvier, Lamarck und Goethe, Bär und Johannes Müller und
-wie die Reihe der glänzenden Sterne erster Größe, bis auf Charles Darwin
-herab, weiter heißt -- sie alle sind ebenso große Denker, als Beobachter
-gewesen, und sie alle verdanken ihren unsterblichen Ruhm nicht der Summe
-der einzelnen von ihnen entdeckten Tatsachen, sondern ihrem denkenden
-Geiste, der diese Tatsachen in Zusammenhang zu bringen und daraus
-Gesetze abzuleiten verstand. Die rein empirischen Naturforscher, welche
-nur durch Entdeckung neuer Tatsachen die Wissenschaft zu fördern
-glauben, können in derselben ebensowenig etwas leisten, als die rein
-spekulativen Philosophen, welche der Tatsachen entbehren zu können
-glauben und die Natur aus ihren Gedanken konstruieren wollen. Diese
-werden zu phantastischen Träumern, jene im besten Falle zu genauen
-Kopiermaschinen der Natur. Im Grunde freilich gestaltet sich das
-tatsächliche Verhältnis überall so, daß die reinen Empiriker sich mit
-einer unvollständigen und unklaren, ihnen selbst nicht bewußten
-Philosophie, die reinen Philosophen dagegen mit einer ebensolchen,
-unreinen und mangelhaften Empirie begnügen. Das Ziel der
-Naturwissenschaft ist die Herstellung eines vollkommen architektonisch
-geordneten Lehrgebäudes. Der reine Empiriker bringt statt dessen einen
-ungeordneten Steinhaufen zusammen; der reine Philosoph auf der andern
-Seite baut Luftschlösser, welche der erste empirische Windstoß über den
-Haufen wirft. Jener begnügt sich mit dem Rohmaterial, dieser mit dem
-Plan des Gebäudes. Aber nur durch die innigste Wechselwirkung von
-empirischer Beobachtung und philosophischer Theorie kann das Lehrgebäude
-der Naturwissenschaft wirklich zustande kommen.
-
-Wir schließen diesen Abschnitt, wie wir ihn begonnen, mit einem
-Ausspruch von Johannes Müller: »Die Phantasie ist ein unentbehrliches
-Gut, denn sie ist es, durch welche neue Kombinationen zur Veranlassung
-wichtiger Entdeckungen gemacht werden. Die Kraft der Unterscheidung des
-isolierenden Verstandes sowohl, als der erweiternden und zum Allgemeinen
-strebenden Phantasie sind dem Naturforscher in einem harmonischen
-Wechselwirken notwendig. Durch Störung dieses Gleichgewichts wird der
-Naturforscher von der Phantasie zu Träumereien hingerissen, während
-diese Gabe den talentvollen Naturforscher von hinreichender
-Verstandesstärke zu den wichtigsten Entdeckungen führt.«
-
- (Aus »Generelle Morphologie der Organismen«. 1866.)
-
-
-
-
- V.
- Arabische Korallen.
-
-
-Die zauberhaften Korallenbänke des Roten Meeres aus eigener Anschauung
-kennen zu lernen, war schon seit langer Zeit mein lebhafter Wunsch. Als
-daher im März 1873 eine lange gehegte Hoffnung in Erfüllung ging und ich
-eine zweimonatige Reise in den Orient antreten konnte, lag es in meinem
-Plane, wenn irgend möglich, von Suez aus einen Abstecher nach den
-nächstgelegenen Korallenriffen zu machen. Ein solcher Ausflug erscheint
-auf der Landkarte sehr leicht, ist aber für einen einzelnen Reisenden
-mit vielen und großen Schwierigkeiten verknüpft. Denn die Zahl der
-bewohnten Orte an den langgestreckten, öden und unwirtlichen Küsten des
-Roten Meeres ist sehr gering, und diese wenigen Orte selbst sind
-meistens nur von armen, halbwilden Mohammedanern bewohnt. Man muß Zelte,
-Diener, Lebensmittel und Trinkwasser selbst mitbringen, um
-dort existieren zu können. Auch gibt es keine regelmäßige
-Dampfschiffverbindung zwischen Suez und diesen elenden Küstenorten.
-Keiner derselben wird von den großen europäischen Dampfern berührt, die
-allwöchentlich durch das Rote Meer fahren und die Überlandpost nach
-Indien befördern.
-
-In der nächsten Umgebung von Suez und überhaupt im nördlichsten Teile
-des Roten Meeres fehlen die Korallenbänke, die sonst über den größten
-Teil beider Küsten desselben sich ausdehnen. Der nächstgelegene Ort, an
-welchem man schöne Korallenriffe beobachten und den man in kürzester
-Zeit erreichen kann, ist das arabische Dörfchen Tor oder Tur, an der
-Westküste der Sinaihalbinsel gelegen. Hier hatten früher schon
-Ehrenberg, Ransonnet, Frauenfeld und andere Naturforscher der Korallen
-wegen sich längere oder kürzere Zeit aufgehalten. Um von Suez aus nach
-Tur zu gelangen, muß man entweder ein eigenes Segelschiff mieten, oder
-zu Kamel durch die arabische Wüste reiten. Zu diesem Landweg auf dem
-Wüstenschiff, der 55 Reitstunden beträgt, sind mindestens vier bis fünf
-Tage erforderlich. Dazu reichte aber meine Zeit nicht aus; auch wäre der
-Transport der Korallen, die ich zu sammeln wünschte, auf dem Kamel sehr
-mißlich gewesen. Es blieb also nichts übrig, als ein Segelschiff zu
-mieten. Aber auch das erwies sich als untunlich. Denn die gewöhnlichen,
-halbgedeckten arabischen Segelboote sind böse Fahrzeuge, im höchsten
-Grade unbequem und unreinlich, überfüllt mit parasitischen Insekten
-aller Art; und dabei war der geforderte Preis unerschwinglich hoch.
-Außerdem hätte ich mich der Gefahr ausgesetzt, bei widrigem Winde acht
-Tage und länger in einem solchen erbärmlichen Fahrzeug auf dem Roten
-Meere zu kreuzen, ohne mein Ziel erreichen zu können.
-
-So wäre denn mein sehnlicher Wunsch, die Korallenbänke von Tur zu
-besuchen, schwerlich in Erfüllung gegangen, wenn nicht der
-österreichische Generalkonsul in Kairo, Herr von Cischini, der mich
-während meines dortigen Aufenthaltes mit Freundlichkeiten aller Art
-überhäufte, mir ein Fahrzeug verschafft hätte, das zu erlangen ich mir
-früher nie hatte träumen lassen. Er bewog nämlich den Vizekönig von
-Ägypten, Ismail Pascha, für den beabsichtigten Ausflug nach Tur die
-Benutzung eines in Suez stationierten Dampfschiffes der ägyptischen
-Kriegsflotte zu gestatten. Zugleich wurden meine Freunde und
-Reisegefährten, Professor Straßburger aus Jena und Professor Panceri aus
-Neapel, eingeladen, als Gäste des Khedive an der Expedition
-teilzunehmen.
-
-Am 22. März verließen wir Kairo, die wunderbare Metropole des Nillandes,
-in der wir die Märchen aus Tausend und einer Nacht lebendig vor uns
-gesehen hatten. Die Eisenbahn führte uns von dort in elf Stunden nach
-Suez. Unsere interessante Reisegesellschaft bestand zum größten Teile
-aus einer bunten Karawane von Mekkapilgern. Namentlich bot ein
-Haremwaggon dritter Klasse, in welchen ein glücklicher Zufall uns einen
-Einblick gewährte, ein merkwürdiges Bild. Die Bahnfahrt selbst ist
-höchst originell. Wir durchschneiden zuerst in nordöstlicher Richtung
-den östlichen Rand des üppig fruchtbaren Nildelta und passieren
-zahlreiche Fellah-Dörfer. Da bieten uns die niederen braunen Lehmhütten,
-von Dattelpalmen umgeben, mit ihrer charakteristischen Staffage von
-verschleierten Weibern, nackten Kindern, Büffeln, die Schöpfräder
-treiben, Kamelen usw. eine Fülle von malerischen Motiven. In Benha
-wendet sich die Bahn nach Osten, vereinigt sich mit dem von Alexandrien
-nach Suez gehenden Schienenweg, der die ostindische Überlandpost
-befördert, und geht nun eine Strecke weit mitten durch die Wüste.
-Ringsum erblicken wir eine Zeitlang nichts als gelben Sand und blauen
-Himmel. Um uns den vollen Eindruck einer Wüstenreise zu geben, wehte den
-ganzen Tag hindurch ein heftiger Chamsin, jener erstickend heiße
-Wüstenwind, der als Samum der Schrecken der Karawanen ist. Sein
-glühender Odem warf ganze Regenschauer feinen Wüstensandes gegen die
-Fenster unseres Coupés, und wir wünschten uns Glück, im geschlossenen
-Waggon und nicht draußen auf dem Rücken der Kamele zu sitzen.
-
-Abends um sieben Uhr in Suez angelangt, wurden wir von dem dortigen
-österreichischen Konsul, Herrn von Remy-Berzenkovich, freundlichst
-empfangen und sogleich zum Gouverneur Hassan-Bey geführt. Hier erfuhren
-wir zu unserer Freude, daß unser Kriegsschiff, die Dampferkorvette
-»Khartoum«, zur Fahrt bereit draußen auf der Reede liege. Der Kommandant
-derselben, Kapitän Ali Schukri, ein stattlicher brauner Araber in
-ägyptischer Marineuniform, wurde uns vorgestellt und bot uns mit
-orientalischer Unterwürfigkeit seine Dienste an. In dem großartigen
-englischen Peninsular-Hotel, das noch vor wenigen Jahren von den
-Engländern als das üppigste und komfortabelste Hotel der Welt gepriesen
-wurde, war für uns Quartier bereitet. Wir wurden als Gäste des Khedive
-mit größter Aufmerksamkeit bedient und fürstlich verpflegt.
-
-Am anderen Morgen wollten wir unsere Seereise antreten. Leider steigerte
-sich aber der heftige Chamsin in der Nacht zu einem förmlichen Sturme,
-so daß wir den ganzen Tag in Suez bleiben mußten. Obgleich diese Stadt
-weder durch Naturschönheiten, noch durch besondere Sehenswürdigkeiten
-ausgezeichnet ist, so ist ein kurzer Aufenthalt in derselben interessant
-genug. Denn als Knotenpunkt des lebendigsten Verkehrs zwischen drei
-Weltteilen und als Hafenort der Mekkapilger bietet es in dem bunten
-Leben seiner Straßen und Basare eine reiche ethnographische Musterkarte.
-Mit europäischen Reisenden und Matrosen aller Nationen mischen sich
-Neger aus dem Osten und Süden Afrikas, Berber und Ägypter, Araber und
-Levantiner aller Klassen, Mekkapilger aus allen Ländern des Ostens,
-persische und indische Kaufleute. Dazwischen drängen sich verschleierte
-braune Weiber und unverschleierte Früchteverkäuferinnen, Kamele und
-Pferde, schöne orientalische Esel und zahllose Hunde.
-
-Nicht minder interessant als dieser bunte Völkermarkt war für uns
-Naturforscher der Fischmarkt von Suez. Denn obwohl derselbe weder
-besonders groß noch reichhaltig ist, so erkannten wir doch auf den
-ersten Blick, daß wir uns in einem völlig neuen Gebiete der marinen
-Fauna, ja schon mitten in der wunderbaren Tierwelt des Indischen Ozeans
-befanden. Die schmale Landenge von Suez trennt nämlich zwei gewaltige
-Seereiche, die schon seit vielen Jahrtausenden außer allem Zusammenhange
-stehen und in denen sich demgemäß, der Darwinschen Theorie entsprechend,
-eine völlig verschiedene Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat. Die
-Fauna und Flora des Mittelmeeres, die zum großen Gebiete des
-Atlantischen Ozeans gehört, ist gänzlich verschieden von der Tier- und
-Pflanzenbevölkerung des Roten Meeres, das eine Provinz des Indischen
-Ozeans bildet. Unter hundert Korallenarten des Roten Meeres findet sich
-nicht eine einzige Art, die auch im Mittelmeere vorkäme. Nur ein ganz
-kleiner Bruchteil von Tierarten ist beiden benachbarten Meeren
-gemeinsam. Wenn wir daher gestern früh den Fischmarkt von Alexandrien
-und heute morgen, kaum vierundzwanzig Stunden später, denjenigen von
-Suez besuchen, so finden wir den auffallenden Gegensatz zwischen beiden
-ebenso groß, als ob wir gestern den Fischmarkt von Barcelona oder
-Marseille und heute denjenigen von Kalkutta oder Singapore gesehen
-hätten. Diese merkwürdige Erscheinung erklärt sich ganz einfach aus den
-Konsequenzen der Deszendenztheorie und der damit verbundenen
-Migrationstheorie.
-
-Der Sturm, der uns diesen interessanten, obwohl unerwünschten Aufenthalt
-in Suez verursachte, legte sich erst am Morgen des zweiten Tages, und
-gegen Mittag erschien der Gouverneur, um uns in seiner Dampfjolle nach
-dem fast eine Stunde von der Stadt entfernt auf der Reede ankernden
-Kriegsschiffe »Khartoum« hinüberzufahren. Die Wellen gingen immer noch
-so hoch, daß sie das ganze Verdeck überfluteten, und brachten beim
-Anlegen beide Dampfschiffe in so unsanfte Berührung, daß das Bugspriet
-und die Schanzkleidung des kleineren Dampfers vollständig
-zersplitterten. Auch das Hinüberklettern vom einen zum anderen war
-ebenso wie der Transport unserer Gläserkisten, Netze und Instrumente,
-mit ziemlichen Schwierigkeiten verbunden und wurde unter heillosem
-Geschrei der Matrosen bewerkstelligt, welches das Toben von Wind und
-Wellen übertönte. Das höllische Konzert wurde vollständig durch das
-ohrenzerreißende Trommeln, Pfeifen und Klappern des Musikkorps von
-Khartoum. Die ganze Mannschaft desselben, 126 Köpfe stark, war nämlich
-zu unserem feierlichen Empfange unter Gewehr getreten und salutierte.
-Der Kapitän empfing uns mit größter Unterwürfigkeit und stellte uns das
-Offizierkorps vor. Jedoch blieb die Unterhaltung ziemlich mangelhaft, da
-wir kaum ein Dutzend arabischer Worte und unsere neuen Freunde ungefähr
-ebensoviel englische Vokabeln kannten. Die eigentliche Unterhaltung
-wurde durch den österreichischen Konsul von Remy vermittelt, der
-geläufig Arabisch sprach. Er hatte die Güte, uns zu begleiten und auf
-der ganzen Fahrt die Rolle des Dolmetschers zu spielen.
-
-Wegen des fortdauernden hohen Wellenganges, der erst gegen Abend
-schwächer wurde, konnte unser Dampfer erst um Mitternacht die Anker
-lichten und gen Süden steuern. Den ganzen folgenden Tag fuhren wir
-zwischen Asien und Afrika durch den Golf von Suez, zu unserer Rechten
-die ägyptische, zur Linken die arabische Küste; malerische
-langgestreckte öde Gebirgsketten auf beiden Seiten im Hintergrunde.
-
-Da wir erst spät in der Nacht unser Reiseziel erreicht haben würden,
-wegen der gefährlichen Korallenriffe aber doch in den Hafen von Tur
-nicht hätten einlaufen können, ging unsere Korvette um vier Uhr
-nachmittags, etwa 20 Seemeilen von Tur entfernt, in einer geschützten
-kleinen Bucht der arabischen Küste vor Anker. Wir ließen uns sofort im
-Boote ans Land setzen, und voll Ehrfurcht betraten wir zum erstenmal den
-heiligen Boden der alten Asia. Die Küste war völlig öde und einsam, aber
-großartig wild. Mächtige, 3000 bis 4000 Fuß hohe Berge der Sinaikette
-erhoben sich steil über dem schmalen sandigen Küstensaum.
-
-Alle überragt der gewaltige »Djebel Serbal«, dessen wildzerklüftete rote
-Granitwälle, von zahlreichen Diorit- und Porphyrgängen durchsetzt, sich
-bis über 6000 Fuß erheben. Durch die zahlreichen zerrissenen Spitzen,
-die steilen Abstürze, die phantastischen Kluftbildungen erhebt sich
-dieser malerische »Djebel Serbal« zu dem großartigsten und prächtigsten
-unter allen den gewaltigen Berghäuptern der Sinaihalbinsel. Auch hat er
-lange Zeit als Nebenbuhler der eigentlichen Sinaikuppe, des Mosesberges
-(Djebel Musa) dagestanden; und viele frommen Seelen glauben noch heute,
-daß auf ersterem, nicht auf letzterem die Gesetztafeln der zehn Gebote
-publiziert und der »alte Bund« zwischen Jehova und seiner auserwählten
-Semitenrasse geschlossen wurde. In den ersten Jahrhunderten des
-Christentums war diese Ansicht herrschend, und zahlreiche Einsiedler,
-Mönche und Nonnen, wohnten damals in den Grotten und Felsenhöhlen des
-zerklüfteten »Berges der Gesetzgebung«. Zahlreiche Prozessionen
-pilgerten zu seinen Höhen und erfreuten sich der mannigfachen Genüsse,
-welche die dichtbelaubten und quellenreichen Fruchtgärten des
-»Wadi-Feiran« darboten. Letzteres ist ein herrliches Tal am Fuße des
-»Djebel Serbal«, das wegen seiner üppigen Fruchtbarkeit als »Perle der
-Sinaihalbinsel« gepriesen wird, ein greller Gegensatz zu der umgebenden
-öden Steinwüste.
-
-Als wir aus dem Boote ans Land sprangen, berührte unser Fuß zuerst
-reinen Korallenfelsen. Überall im Sande des Strandes lagen tote,
-gebleichte Korallenblöcke umher, pilzförmige Fungien, sternbedeckte
-Asträen, labyrinthische Mäandrinen, verästelte Madreporen, dunkelrote
-Orgelkorallen oder Tubiporen. Mit Ausnahme einiger niederer
-Strandpflanzen mit fleischigen Blättern und eines zwischen den Felsen
-wachsenden Kappernstrauches war nichts von Vegetation zu sehen. Lautlose
-Stille rings umher; von menschlicher Existenz keine Spur weit und breit.
-Küste und Gebirge sahen aus, als ob sie nie ein Menschenfuß betreten
-hätte.
-
-Der Sonnenuntergang war prächtig und übergoß die gewaltigen roten
-Granitmauern mit den glühendsten Farben. Rasch brach die Dunkelheit ein
-und der wolkenlose Himmel bedeckte sich mit einem Sternengewand, das wir
-nie zuvor in solchem Glanze hatten funkeln sehen. Wir ließen uns durch
-unseren indischen Koch unsere Abendmahlzeit vom Schiffe an den Strand
-holen und genossen sie auf Korallenblöcken sitzend in gehobenster
-Stimmung. Unser edler Gastfreund, der Khedive, hatte unsere Küche aufs
-beste versorgt, und unter anderem auch mit einer Champagnerkiste
-ausgestattet. Dieses schäumende Getränk ist bei den Orientalen sehr
-beliebt und wird, da der Koran nur den Genuß des Weines verbietet, als
-eine Art Bier angesehen. So konnte denn auch der arabische
-Schiffsleutnant, der unsere Schaluppe führte, unbeschadet seiner
-Frömmigkeit, uns helfen, den ersten Abend auf asiatischem Boden in
-Champagnerbier zu feiern. Erst spät abends kehrten wir in heiterster
-Stimmung an Bord des »Khartoum« zurück, wo uns ein herrliches Lager auf
-den über Verdeck gelegten Polstern unter dem funkelnden Sternenzelt
-erwartete. Um Mitternacht lichtete das Schiff die Anker und lief am
-anderen Morgen kurz nach Sonnenaufgang im Hafen von Tur ein.
-
-Die Küstenlandschaft von Tur ist ein echtes Charakterbild vom Strande
-des steinigen Arabiens. Die gelbe Sandwüste, die sich längs des
-dunkelblauen Meeres hinzieht, ist von Vegetation völlig entblößt; mit
-Ausnahme einzelner Dhumpalmen und einiger kleiner Gruppen von
-Dattelpalmen, die teils in der unmittelbaren Umgebung von Tur ein wenig
-dürftigen Schatten spenden, teils eine entfernte Oase bezeichnen. In
-imposanter Majestät erhebt sich aber im Hintergrunde der Wüste das
-gewaltige Gebirge des Sinai, mit seinen kühn geformten Gipfeln und
-zerklüfteten Felsrücken. Tur selbst ist ein dürftiges Dörfchen mit kaum
-zwei Dutzend Hütten und wenig über hundert Einwohnern. Ein kleines
-Zeltlager, von einer eben jetzt am Strande lagernden Karawane errichtet,
-steigerte den orientalischen Charakter des originellen Bildes. Das
-Dörfchen Tur liegt an der Umrandung eines kleinen, flachen,
-hufeisenförmigen Hafenbeckens. Die Felsenriffe, welche dieses Becken
-umfassen und nur eine schmale Einfahrt freilassen, sind Korallenbänke.
-Der ganze Hafen ist ein reizender Korallengarten. Als wir in der
-Schaluppe über die flachen Bänke hinglitten und in zehn bis zwanzig Fuß
-Tiefe durch die kristallklare Flut hindurch den Boden betrachteten,
-entzückten uns die prächtigsten, nie zuvor lebend gesehenen
-Korallenbüsche, auf dem gelben Sande überall in bunter Mannigfaltigkeit
-zerstreut, wie exotische Ziersträucher in einem schönen Blumengarten.
-Der Hafendamm, an dem unser Boot anlegt, ist ganz aus Korrallenblöcken
-erbaut, und als wir uns den niederen würfelförmigen Hütten nähern,
-werden wir durch die Wahrnehmung überrascht, daß auch diese fast ganz
-aus Korallenstein bestehen. Als ob es gewöhnliche Sandsteine wären,
-liegen da die herrlichsten schneeweißen Blöcke von Sternkorallen,
-Mäandrinen, Madreporen usw. übereinander gehäuft. Manche von diesen
-elenden Hütten birgt in einer einzigen Wand eine größere Sammlung von
-schönen Korallenblöcken, als in vielen europäischen Museen zu finden
-ist. Am liebsten hätten wir das ganze Dorf aufgekauft, zusammengepackt
-und in die Heimat geschickt.
-
-Augenblicklich sind jedoch die herrlichen lebenden Korallentiere im
-Hafen für uns von größerem Interesse als die toten Steingerüste in den
-Hüttenwänden, und begierig besteigen wir die flachen arabischen Boote,
-die inzwischen für unsere Korallenjagd ausgerüstet und mit Tauchern
-bemannt worden sind. Die bei weitem zweckmäßigste Methode nämlich,
-lebende Korallen vom Meeresgrunde zu erhalten, ist die Anwendung von
-Tauchern. Unser gewöhnliches Schleppnetz, mit dem wir sonst die
-zoologischen Schätze vom Meeresboden heraufholen, ist hier ganz
-unbrauchbar. Die kleinen und zierlichen Korallenstöcke werden durch das
-Schleppnetz zerbrochen und verdorben; die großen und schweren Blöcke
-zerreißen selbst das Netz und sind nicht damit heraufzuheben. Hingegen
-bewährten sich die arabischen Taucher, deren wir uns in Tur bedienten
-und die durch den Betrieb der Perlenfischerei im längeren Verweilen
-unter Wasser sehr geübt waren, als äußerst geschickte Korallenfänger.
-Sie waren weder mit Taucherglocken noch mit Skaphandern oder anderen
-Tauchapparaten ausgerüstet; sie schwammen aber so ausgezeichnet, konnten
-so lange unter Wasser bleiben und wußten so geschickt selbst größere
-Korallen von ihren Ansatzpunkten abzulösen, daß sie niemals wieder
-emportauchten, ohne uns mit neuen prächtigen Korallengeschenken zu
-überraschen.
-
-Die Korallenfischerei mit diesen Tauchern, die uns während unseres
-Aufenthaltes in Tur fast den ganzen Tag beschäftigte, war höchst
-anziehend und unterhaltend. Das Wasser in dem seichten und stillen,
-durch das vorliegende Korallenriff gegen die Brandung geschützten Hafen
-ist so kristallhell, daß wir bis auf zehn und zwanzig Fuß Tiefe jeden
-kleinen Krebs und Seestern, jede Muschel und Schnecke auf dem Boden
-zwischen den Korallenbüschen erkennen können. Sobald wir unseren
-Tauchern den gewünschten Gegenstand bezeichnet haben, springen sie
-hinab. Vorsichtig die spitzen Ecken und scharfen Kanten der
-Korallenstöcke vermeidend, huschen die schlanken braunen Jünglinge wie
-Fische zwischen denselben umher und lösen die gewünschten Stücke vom
-Boden ab. Bloß mit den Füßen rudernd, die Beute mit beiden Armen
-umschlungen haltend, tauchen sie wieder empor. In wenigen Stunden sind
-unsere Boote mit den kostbarsten Schätzen gefüllt.
-
-Die großen Glasgefäße, die wir in Fächerkisten aus Triest mitgebracht
-haben, sind bald ganz voll von lebenden Korallen. Vorsichtig aus dem
-Meere genommen und in das ruhige Wasser der Gefäße versetzt, entfalten
-sie allmählich ihre zarten, zurückgezogenen Blumenleiber. Da schauen wir
-zum erstenmal in nächster Nähe das unbeschreiblich schöne Schauspiel,
-welches diese herrlichen, scheinbar aus dem Korallenstein
-hervorwachsenden Blumentiere mit ihren wundervollen Farben, zierlichen
-Formen und graziösen Bewegungen gewähren. Die prächtigen bunten Aktinien
-des Roten Meeres, die blauen Xenien, die grünen Ammotheen und die gelben
-Sarkophyten wetteifern an leuchtender Farbenpracht mit den in allen
-Irisfarben strahlenden Blumenkelchen, die wie durch Zauber aus den
-scheinbar toten Kalkgerüsten der Steinkorallen hervorsprossen. Besonders
-fallen uns unter diesen die glänzenden Sternkorallen oder Asträen und
-die merkwürdigen Orgelkorallen oder Tubiporen auf. Aus den purpurroten
-Kalkröhren der letzteren, die gleich Orgelpfeifen dicht nebeneinander
-gereiht stehen, stecken zierliche grasgrüne Personen ihre acht
-gefiederten Fangarme aus.
-
-Wir beschränken uns aber nicht auf den Hafen von Tur, sondern segeln
-weiter hinaus, wo an den größeren Korallenriffen längs der Küste neue
-Überraschungen unserer harren und wo wir die vielgerühmte Pracht der
-indischen Korallenbänke in ihrem vollen Farbenglanze schauen. Das
-kristallklare Wasser ist hier unmittelbar an der Küste fast immer so
-ruhig und bewegungslos, daß man die ganze wunderbare Korallendecke des
-Bodens mit ihrer mannigfaltigen Bevölkerung von allerlei Seetieren
-deutlich erkennen kann. Hier, wie im größten Teile des Roten Meeres,
-zieht parallel der Küste ein langer Damm von Korallenriffen hin,
-ungefähr eine Viertelstunde vom Lande entfernt. Diese Wallriffe oder
-Barrierenriffe sind wahre Wellenbrecher. Der Wogenandrang zerschellt an
-ihrer unebenen zackigen Oberfläche, welche bis nahe unter den
-Wasserspiegel ragt; und ein weißer Schaumkamm kennzeichnet so deutlich
-ihren Verlauf. Auch wenn draußen auf dem Meere der Sturm tobt, ist hier
-in dem durch das Riff geschützten Kanale oder Graben das Wasser
-verhältnismäßig ruhig, und kleinere Schiffe können darin ungestört ihre
-Fahrt längs der Küste fortsetzen. Nach außen gegen das hohe Meer fällt
-das Korallenriff steil hinunter. Nach innen gegen die Küste dagegen
-flacht es sich allmählich ab, und meist bleibt die Tiefe des Kanals so
-gering, daß man die ganze Farbenpracht der Korallengärten auf seinem
-Boden erblicken kann.
-
-Diese Pracht zu schildern vermag keine Feder und kein Pinsel. Die
-begeisterten Schilderungen von Darwin, Ehrenberg, Ransonnet und anderen
-Naturforschern, die ich früher gelesen, hatten meine Erwartungen sehr
-hoch gespannt; sie wurden aber durch die Wirklichkeit übertroffen. Ein
-Vergleich dieser formenreichen und farbenglänzenden Meerschaften mit den
-blumenreichsten Landschaften gibt keine richtige Vorstellung. Denn hier
-unten in der blauen Tiefe ist eigentlich alles mit bunten Blumen
-überhäuft und alle diese zierlichen Blumen sind lebendige Korallentiere.
-Die Oberfläche der größeren Korallenblöcke, von sechs bis acht Fuß
-Durchmesser, ist mit Tausenden von lieblichen Blumensternen bedeckt. Auf
-den verzweigten Bäumen und Sträuchern sitzt Blüte an Blüte. Die großen
-bunten Blumenkelche zu deren Füßen sind ebenfalls Korallen. Ja sogar das
-bunte Moos, das die Zwischenräume zwischen den größeren Stöcken
-ausfüllt, zeigt sich bei genauerer Betrachtung aus Millionen winziger
-Korallentierchen gebildet. Und alle diese Blütenpracht übergießt die
-leuchtende arabische Sonne in dem kristallhellen Wasser mit einem
-unsagbaren Glanze!
-
-In diesen wunderbaren Korallengärten, welche die sagenhafte Pracht der
-zauberischen Hesperidengärten übertreffen, wimmelt außerdem ein
-vielgestaltiges Tierleben der mannigfaltigsten Art. Metallglänzende
-Fische von den sonderbarsten Formen und Farben spielen in Scharen um die
-Korallenkelche, gleich den Kolibris, die um die Blumenkelche der
-Tropenpflanzen schweben. Unter ihnen fällt uns vor allen der sonderbare
-Halbmondfisch auf (^Platax Ehrenbergii^). Sein platt zusammengedrückter,
-sichelförmiger Körper, der je nach dem Lichtfalle bald in gelbgrünlichem
-Bronzeglanz, bald in prachtvollem Blau strahlt, ist oben in eine lange
-dreieckige gekrümmte Rückenflosse, unten in eine gleiche Analflosse
-ausgezogen. So erscheint der ganze Fisch als leuchtende Sichel im
-Halbdunkel der Korallenwälder, als das Symbol des türkischen Halbmondes,
-der jetzt noch diese arabischen Küsten beherrscht. Gleich einem
-leuchtenden Kometenschweife zieht durch die blaue Tiefe ein silberweißer
-Bandfisch von der Gestalt eines silbernen Schuppengürtels
-(^Trichiurus^). Ein rotbrauner, mit seltsamem Helmschmuck an dem
-gepanzerten Haupte ausgestatteter Drachenkopf (^Scorpaena^) jagt eine
-ganze Schar von kleinen goldgelben Lippfischen vor sich her
-(^Labroiden^). Aber auch der grimme Menschenhai, der Schrecken des
-Meeres, fehlt nicht, und bisweilen erscheinen im Hafen von Tur solche
-Haifische von zehn bis zwanzig Fuß Länge.
-
-Noch viel mannigfaltiger und interessanter als die Fische sind die
-wirbellosen Tiere der verschiedensten Klassen, welche auf den
-Korallenbänken ihr Wesen treiben. Zierliche durchsichtige Krebse aus der
-Garnelengruppe schnellen haufenweise vorüber und bunte Krabben klettern
-zwischen den Korallenzweigen. Auch rote Seesterne, violette
-Schlangensterne und schwarze Seeigel klettern in Menge auf den Ästen der
-Korallensträucher; der Scharen bunter Muscheln und Schnecken nicht zu
-gedenken. Reizende Würmer mit bunten Kiemenfederbüschen schauen aus
-ihren Röhren hervor. Da kommt auch ein dichter Schwarm von zarten
-violetten Medusen geschwommen, und zu unserer Überraschung erkennen wir
-in der zierlichen Glocke eine alte Bekannte aus der Ostsee und Nordsee,
-die Aurelia.
-
-Man könnte glauben, daß in diesen bezaubernden Korallenhainen, wo jedes
-Tier zur Blume wird, der glückselige Friede der elysischen Gefilde
-herrsche. Aber ein näherer Blick in ihr buntes Getriebe lehrt uns bald,
-daß auch hier, wie im Menschenleben, beständig der wilde Kampf ums
-Dasein tobt, oft zwar still und lautlos, aber darum nicht minder
-furchtbar und unerbittlich. Die große Mehrzahl des Lebendigen, das hier
-in üppigster Fülle sich entwickelt, wird beständig vernichtet, um die
-Existenz einer bevorzugten Minderzahl zu ermöglichen. Überall lauert
-Schrecken und Gefahr. Um uns davon zu überzeugen, brauchen wir bloß
-selbst einmal unterzutauchen. Rasch entschlossen springen wir über Bord
-und schauen nun erst, von wunderbarem, grünem und blauem Glanze
-umgossen, die Farbenpracht der Korallenbänke ganz in der Nähe. Aber bald
-erfahren wir, daß der Mensch ungestraft so wenig unter Korallen als
-unter Palmen wandelt. Die spitzen Zacken der Steinkorallen erlauben uns
-nirgends festen Fuß zu fassen. Wir suchen uns einen freien Sandfleck zum
-Standpunkt aus. Aber ein im Sande verborgener Seeigel (^Diadema^) bohrt
-seine fußlangen, mit seinen Widerhaken bewaffneten Stacheln in unseren
-Fuß; äußerst spröde zersplittern sie in der Wunde und können nur durch
-vorsichtiges Ausschneiden entfernt werden. Wir bücken uns, um eine
-prächtige smaragdgrüne Aktinie vom Boden aufzuheben, die zwischen den
-Schalenklappen einer toten Riesenmuschel zu sitzen scheint. Jedoch zur
-rechten Zeit noch erkennen wir, daß der grüne Körper keine Aktinie,
-sondern der Leib des lebenden Muscheltieres selbst ist; hätten wir es
-unvorsichtig angefaßt, so wäre unsere Hand durch den kräftigen Schluß
-der beiden Schalenklappen elend zerquetscht worden. Nun suchen wir einen
-schönen violetten Madreporenzweig abzubrechen, ziehen aber rasch die
-Hand zurück; denn eine mutige kleine Krabbe (^Trapezia^), die
-scharenweise zwischen den Ästen wohnt, zwickt uns empfindlich mit den
-Scheren. Noch schlimmere Erfahrungen machen wir bei dem Versuche, die
-daneben stehende Feuerkoralle (^Millepora^) abzubrechen. Millionen
-mikroskopischer Giftbläschen entleeren bei der oberflächlichen Berührung
-ihren ätzenden Saft auf unsere Haut, und unsere Hand brennt, als ob wir
-ein glühendes Eisen angefaßt hätten. Ebenso heftig brennt ein zierlicher
-kleiner Hydrapolyp, der höchst unschuldig aussieht. Um nicht auch noch
-mit einem brennenden Medusenschwarme in unliebsame Berührung zu kommen
-oder gar einem der nicht seltenen Haifische zur Beute zu fallen, tauchen
-wir wieder empor und schwingen uns in die Barke.
-
-Welche fabelhafte Fülle des buntesten Tierlebens auf diesen
-Korallenbänken durcheinander wimmelt und miteinander ums Dasein kämpft,
-davon kann man sich erst bei genauerem Studium ein annäherndes Bild
-machen. Jeder einzelne Korallenstock ist eigentlich ein kleines
-zoologisches Museum. Wir setzen z. B. einen schönen Madreporenstock
-(^Stylopora^), den eben unser Taucher emporgebracht hat, vorsichtig in
-ein großes, mit Seewasser gefülltes Glasgesäß, damit seine Korallentiere
-ruhig ihren zierlichen Blumenkörper entfalten. Als wir eine Stunde
-später wieder nachsehen, ist nicht nur der vielverzweigte Stock mit den
-schönsten Korallenblüten bedeckt, sondern auch Hunderte von größeren und
-Tausende von kleineren Tierchen kriechen und schwimmen im Glase herum:
-Krebse und Würmer, Kraken und Schnecken, Tascheln und Muscheln,
-Seesterne und Seeigel, Medusen und Fischchen; alle vorher im Geäste des
-Stockes verborgen. Und selbst wenn wir den Korallenstock herausnehmen
-und mit dem Hammer in Stücke zerschlagen, finden wir in seinem Inneren
-noch eine Menge verschiedener Tierchen, namentlich bohrende Muscheln,
-Krebse und Würmer verborgen. Und welche Fülle unsichtbaren Lebens
-enthüllt uns erst das Mikroskop! Welcher Reichtum merkwürdiger
-Entdeckungen harrt hier noch zukünftiger Zoologen, denen das Glück
-beschieden ist, Monate und Jahre hindurch an diesen Korallenküsten zu
-verweilen.
-
-Uns war leider nur ein paar kurze Tage lang der Genuß dieser feenhaften
-Korallengärten beschieden. Glücklicherweise begünstigte uns das
-herrlichste Frühlingswetter, so daß wir unsere Korallenfischerei mit dem
-glänzendsten Erfolg betreiben konnten. Die mitgenommenen Kisten mit
-Gläsern und Weingeist waren in kurzer Zeit völlig mit Korallen und
-anderen Seetieren gefüllt. Unsere Boote schleppten ganze Ladungen von
-Korallenblöcken zur Korvette, deren Verdeck bald vollständig damit
-überhäuft war. Schwerlich ist wohl noch ein Kriegsschiff, und sicher
-niemals ein ägyptisches, so über und über mit Korallen bedeckt gewesen.
-Wir konnten später von Suez aus nur zwölf Kisten damit füllen und nach
-Hause schicken; der bei weitem größte Teil mußte zurückbleiben und ziert
-jetzt den Garten unseres dort wohnenden Freundes, des Konsuls Remy.
-
-Ein letzter Besuch am Lande schloß unseren kurzen Aufenthalt in Tur. Mit
-dankbarem und gerührtem Herzen nahmen wir Abschied von Land und Leuten,
-von Meer und Korallenbänken. Die Bewohner von Tur, halb griechischen,
-halb arabischen Ursprungs, sind arme Fischer; gute unverdorbene
-Menschen, die selten mit Fremden in Berührung kommen. Der günstige
-Eindruck, den sie uns gleich beim ersten Besuch gemacht hatten, wurde
-durch nähere Bekanntschaft nur verstärkt, und wir erinnern uns mit
-lebhaftem Vergnügen der herzlichen Gastfreundschaft, die wir in ihren
-niederen Korallenhütten genossen.
-
-Ganz besonderen Dank schulden wir dem braven Hennaen, dem eingeborenen
-»Naturforscher von Tur«; einem Fischer, der schon den früher hier
-anwesenden deutschen Naturforschern die wesentlichsten Dienste geleistet
-hatte und sich auch bei unserer Korallenfischerei vorzüglich bewährte.
-Mit den Lokalitäten der Korallenbänke von Tur und mit ihren zahlreichen
-Bewohnern genau vertraut, vermochte er uns in kürzester Zeit die
-reichste zoologische Ernte zu verschaffen. Er besitzt ein Dokument, in
-welchem von den früheren Besuchern seine vortrefflichen Dienstleistungen
-dankbarst anerkannt sind, und auch ich konnte nur ein gleich ehrenvolles
-Zeugnis hinzufügen. Auf Hennaens ausdrückliche Bitte mußten wir am
-letzten Nachmittag vor unserer Abreise nochmals in seine niedere
-Korallenhütte kommen, wo er uns, umgeben von den angesehensten
-Einwohnern des Ortes, mit Kaffee und Datteln bewirtete. Auch
-verschiedene hübsche Korallen, Sterntiere und Mollusken, die wir nicht
-selbst erbeutet hatten, machte er uns hier noch zum Geschenk. Dann
-machten wir noch einen gemeinsamen Spaziergang nach dem kleinen, eine
-halbe Stunde vom Dorfe entfernten Palmenhain, wo neben prächtig
-entwickelten Dattelpalmen (^Phoenix^) auch einzelne Exemplare von der
-schönen, gabelig verzweigten Dhumpalme Oberägyptens sich finden
-(^Hyphaene^). Bei der Rückkehr an den Strand besuchten wir noch die
-Ruine eines kleinen alten Forts, in der Nähe des Dorfes.
-
-Wie gerne hätten wir noch länger bei unseren neuen arabischen Freunden
-verweilt und hätten mit der kleinen, vor dem Dorfe liegenden
-Kamelkarawane eine Wüstenreise angetreten! Wie gerne hätten wir die so
-nahe vor uns liegenden gewaltigen Bergkuppen des Sinai und des Serbal
-erklommen; und in dem Mosestal das uralte berühmte Sinaikloster oder in
-dem Feirantal die wundervollen Fruchtgärten der »Sinaiperle« besucht!
-Aber unsere Uhr ist leider abgelaufen! Schon raucht der Schornstein
-unseres Dampfers. Die blauen Schatten der Palmen im gelben Sande neigen
-sich stark nach Osten und die Gebirgskuppen des Sinai beginnen sich in
-magischen Purpurglanz zu hüllen. Noch erquicken wir uns nach des Tages
-schwerer Arbeit durch ein letztes, herrliches Bad in der blauen, jetzt
-aber im Abendglanze wirklich purpurschimmernden Flut des »Roten Meeres«.
-Nach herzlichstem Abschiede von den guten Turbewohnern und besonders von
-Hennaen und von unseren braven Tauchern besteigen wir zum letztenmal die
-Schaluppe und rudern zum »Khartoum« hinüber.
-
-Während unsere Korvette die Anker lichtet und sich nach Norden wendet,
-genießen wir den unvergeßlichen Anblick eines Sonnenunterganges, wie man
-ihn nur in diesen Breiten und nur in dieser Luft sehen kann. Gleich dem
-Zauberbilde einer Fata Morgana strahlt die ganze Sinaikette mit ihren
-zackigen Gipfeln in glühendem Purpur; die Schatten ihrer Klüfte
-schimmern in magischem Blau. Am Fuße des Gebirges gehen diese herrlichen
-Farbentöne in ein zartes Violett über, das durch eine gesättigte Lage
-von tiefem Braun sich vom gelben Wüstensande abhebt. Die glühenden
-Farben werden durch das tiefe, fast schwarze Blau des Meeres kraftvoll
-gehoben. Die Kronen der Palmen am Strande, leise im lauen Abendwinde
-schwankend, senden uns einen letzten Gruß, und die rasch hereinsinkende
-Nacht entzieht das märchenhafte Bild unseren scheidenden Blicken. Addio
-Arabia!
-
- (Aus »Arabische Korallen«.)
-
-
-
-
- VI.
- Brussa und der asiatische Olymp.
-
-
-Wenn man auf dem Seewege nach Konstantinopel den Hellespontos passiert
-hat und das Marmarameer ostwärts durchschneidet, erblickt man am
-südlichen Gestade des letzteren in blauer Ferne langgestreckte Bergzüge.
-In mehrfach unterbrochenen, edelgeformten Linien stufenweise ansteigend,
-finden dieselben in einer majestätischen, mit ewigem Schnee bedeckten
-Kuppel ihren malerischen Abschluß. Diese stolze Gebirgskuppel ist der
-Olympos der asiatischen Griechen, der musische Olymp des Herodot, der
-bithynische Olmyp anderer klassischer Autoren. Allerdings erfreut sich
-dieser asiatische Olympos nicht des hohen Rufes wie sein europäischer
-Namensbruder, der auf der Grenze von Mazedonien und Thessalien liegt und
-auf den die altgriechischen Sagen den Sitz der Götter verlegen. Aber
-dennoch wird der abendländische Wanderer durch den Besuch des ersteren
-weit mehr als durch die Besteigung des letzteren befriedigt werden. Denn
-der wenig besuchte asiatische Olymp und seine nähere Umgebung ist mit
-einer Fülle von Naturschönheiten geschmückt, welche dem europäischen
-Götterberge abgehen, und die historischen Erinnerungen, welche sich an
-die von ersterem beherrschte Schaubühne weltgeschichtlicher Dramen
-knüpfen, verleihen ihm einen besonderen Reiz. Unmittelbar am Fuße des
-asiatischen Olymps liegt Brussa, die von Hannibal gegründete Hauptstadt
-Bithyniens, die Wiege der osmanischen Dynastie, eine von türkischen
-Dichtern vielbesungene Perle des Orients, welche an hohem Reiz der Lage
-mit Damaskus und mit Granada wetteifert.
-
-Im Abendlande ist Brussa heutzutage ein wenig bekannter und wenig
-genannter Ort. Für den Geschichtsforscher knüpfen sich freilich an
-diesen Namen hochwichtige Begebenheiten; dem Arzt ist Brussa durch seine
-heilkräftigen, weitberühmten heißen Quellen bekannt, das »Baden« des
-Orients, und für den Kaufmann ist diese ansehnlichste Handelsstadt
-Anatoliens durch ihre Seidenwaren und Samtfabriken von großer Bedeutung.
-Aber von den hohen Naturschönheiten Brussas, von den malerischen Reizen
-seiner Lage, von dem üppigen Schmucke seiner südlichen Vegetation, von
-der Fülle rauschender Quellen in seinen kühlen Felsentälern ist in
-Europa wenig bekannt; unter Tausenden von Touristen, die jetzt
-alljährlich nach Konstantinopel reisen, gelangen nur sehr wenige nach
-dem kaum eine Tagereise davon entfernten Brussa. Und doch ist sicher ein
-Besuch dieses herrlichen Ortes weit lohnender, als viele berühmte
-»Sehenswürdigkeiten« des Orients.
-
-Der Besuch, den ich selbst im April 1873 dem asiatischen Olymp und
-Brussa abstattete, ist mir unter den vielen anmutigen Erinnerungen, die
-ich von meiner damals unternommenen Orientreise mit nach Hause brachte,
-eine der wertvollsten geblieben; und wenn ich hier eine flüchtige Skizze
-davon mitteile, so hoffe ich, dadurch manchen Leser, den sein
-Glücksstern nach den reizenden Ufern des Bosporus führt, zu veranlassen,
-von der türkischen Hauptstadt aus diesen höchst lohnenden Ausflug nach
-der Residenz der ersten Sultane des Osmanenreiches zu unternehmen.
-Insbesondere möchte ich aber dadurch diesen oder jenen Landschaftsmaler
-auf die ungehobenen Schätze aufmerksam machen, die sein Auge in Brussa
-und seiner Umgebung reicher als in den ausgebeuteten Gefilden von
-Neapel, Palermo oder Granada finden wird.
-
-Wenige Wochen, bevor ich nach Brussa kam, hatte ich in Kairo die Märchen
-von Tausend und einer Nacht lebendig an mir vorüberziehen sehen, hatte
-von der Pyramide des Cheops einen Blick in die Libysche Wüste getan und
-von Suez auf einem Kriegsschiffe des Khedive einen höchst interessanten
-Ausflug zu den Korallenbänken des Roten Meeres am Fuße des Sinai
-unternommen. Von Alexandrien war ich darauf nach Smyrna gefahren, von wo
-ich in Gesellschaft liebenswürdiger deutscher Landsleute Exkursionen
-nach dem klassischen Trümmerstätten von Magnesia und Ephesus unternahm,
-in ersterem das uralte, in den Felsen gehauene Riesenbild der Niobe, in
-letzterem die kürzlich ausgegrabenen Substruktionen des weltberühmten
-Dianatempels bewundernd. Wenige Tage später genoß ich auf der Akropolis
-von Athen und auf den Tempelruinen von Eleusis unvergeßliche Stunden
-lebendiger Erinnerung an die Blüte des klassischen Altertums; und
-abermals nach wenigen Tagen erfreute ich mich an den Ufern des Bosporus
-und am Goldenen Horn von Konstantinopel der Fülle von Natur- und
-Kunstgenüssen, von historischen Reminiszenzen und ethnographischen
-Bildern, mit denen die gewaltige Hauptstadt des Türkenreiches noch heute
-geschmückt ist. Und doch, nachdem alle diese wunderbaren Gemälde des
-Orients in der raschen Folge weniger Wochen an meinem Auge
-vorübergegangen waren, nachdem die Phantasie durch das Übermaß der
-genossenen großartigen und mannigfaltigen Bilder übersättigt erschien,
-vermochte zuletzt noch das herrliche Brussa einen so tiefen Eindruck zu
-hinterlassen, daß ich mir keinen schöneren und harmonischeren Abschluß
-zu der langen Reihe der bunten vorhergegangenen Orientbilder wünschen
-könnte.
-
-Es war ein heiterer, wolkenloser Frühlingsmorgen, als ich am 25. April
-1873 in Gesellschaft des bekannten Landschaftsmalers Ernst Körner aus
-Berlin die Fahrt nach Brussa antrat. Der Kanzler am deutschen
-Generalkonsulat in Konstantinopel, Herr Rohnstock, welcher der
-türkischen Sprache vollkommen mächtig ist, begleitete uns und hatte die
-Güte, die Rolle eines Dolmetschers zu übernehmen. Während die
-aufsteigende Morgensonne mit ihren ersten Strahlen die Fenster von
-Skutari und von den kleineren Ortschaften am asiatischen Ufer des
-Bosporus vergoldete, stiegen wir nach der großen Brücke hinunter, welche
-an der Ausmündung des Goldenen Horns das fränkische Pera mit dem
-alttürkischen Stambul verbindet. In der Nähe dieser Brücke ankern die
-kleinen Dampfboote, welche mehrmals wöchentlich von Konstantinopel nach
-dem Golfe von Mudania fahren. Die kleine Stadt Mudania liegt am
-südlichen Gestade des Marmarameeres, in gerader Linie etwa sechs
-deutsche Meilen südwärts von Stambul entfernt. Sie ist der Hafenort von
-Brussa und steht durch eine gute, vier Meilen lange Fahrstraße mit ihm
-in Verbindung.
-
-Ein leichter Kaik, einer venezianischen Gondel ähnlich, führt uns von
-der Perabrücke zu dem kleinen Dampfer hinüber; wir finden sein Verdeck
-bereits dicht besetzt mit türkischen Landleuten in buntfarbiger Tracht,
-mit zerlumpten Fischern und verschleierten Weibern. Um acht Uhr lichtet
-unser Schiff die Anker und bahnt sich mühsam seinen Weg durch das dichte
-Gewühl von Fahrzeugen aller Nationen, welche den größten Hafen des
-Orients erfüllen. Rasch durchkreuzen wir das südliche Ende des Bosporus,
-lassen die malerische, mit Zypressen bedeckte Serailspitze von Stambul
-zu unserer Rechten, den alten Leanderturm und den riesigen
-Begräbnisplatz von Skutari mit seinem berühmten Zypressenwald zu unserer
-Linken liegen, und ergötzen uns an dem wundervollen Bilde, welches das
-alte Stambul hier von der Südseite gewährt. Je weiter wir uns von ihm
-entfernen, desto imposanter tritt die gewaltige Häusermasse der
-türkischen Hauptstadt auf ihren Hügeln hervor; die Kuppeln ihrer
-zahlreichen Moscheen und die schlanken Minarette daneben schimmern
-golden im Glanze der Morgensonne. Unten am Strande zieht sich der Rest
-der alten Stadtmauer hin, deren westliches Ende mit dem malerischen
-Schlosse der sieben Türme abschließt. Dieses mächtige alte Kastell
-spielte lange Zeit als Zitadelle der Hauptstadt eine wichtige Rolle bei
-den Belagerungen und erinnert uns mit seinen mittelalterlichen
-Mauerkränzen und Turmzinnen an die gewaltigen Ereignisse, die hier im
-Laufe von zwei Jahrtausenden vorübergezogen sind. Doch werden wir in
-diesen historischen Betrachtungen bald durch den modernen Pfiff der
-Lokomotive gestört, die längs der Mauern hindampft; sie befährt den
-neuen Schienenweg nach Adrianopel, welcher wenige Monate nach unserer
-Anwesenheit dem Verkehr übergeben wurde; ein wichtiger Fortschritt zur
-abendländischen Kultur und somit zur Auflösung des altersschwachen
-Osmanenreiches.
-
-Während wir südwärts steuern, entschwindet das glänzende Bild der
-Konstantins-Stadt allmählich unseren Blicken. Wir fahren ziemlich nahe
-an den Prinzeninseln vorüber, den lieblichen, mit Villen und Gärten
-bedeckten Eilanden, auf denen im heißen Sommer die vornehmen Bewohner
-von Pera und Stambul sich vom staubigen Gewühl des Alltagstreibens
-erholen. Scharen von Delphinen umspielen unser Schiff und tauchen mit
-ihren Rückenflossen sich tummelnd empor. Unser Kurs geht gerade auf eine
-steile, links weit vorspringende Landspitze zu, das »Bos burun« oder das
-»Vorgebirge des Eises«. Zwischen diesen und den Prinzeninseln öffnet
-sich zu unserer Linken ein tief einschneidender, von bewaldeten Bergen
-umgebener Meerbusen, der Golf von Nikomedia, der »Sinus Astacenus« der
-alten Römer. Tief im Grunde desselben liegt das unbedeutende Städtchen
-Isnikmid, der letzte Rest des mächtigen alten Nikomedia, jener früheren
-Residenz der bithynischen Könige, die durch zahlreiche Erdbeben
-verwüstet wurde.
-
-Zu unserer Rechten taucht jetzt aus der blauen Flut das schöne Eiland
-Kalolimni auf; wir fahren zwischen ihm und dem Eiskap hindurch und
-werden durch den herrlichen Anblick des Golfs von Mudania überrascht.
-Rings von langgestreckten, schöngeformten Bergketten umschlossen, deren
-Füße kulissenartig vorspringen, gleicht dieser Golf, der »Sinus Cianus«
-der Alten, einem großen, stillen Landsee. An seinen Gestaden landete
-Jason auf der Argonautenfahrt. Am südlichen Ufer des Golfs, wo er sich
-in das Marmarameer öffnet, liegt das Städtchen Mudania, eine Doppelreihe
-ärmlicher Holzhäuser, von vielen pyramidenförmigen Lebensbäumen
-(^Thuja^) überragt. Ihre Bewohner sind zum größten Teile griechische
-Gärtner und Weinbauer. Die Tochter eines solchen war die hier geborene
-Sophia Witt, die später durch ihre Schönheit und ihren Geist berühmt
-gewordene Gräfin Potocka.
-
-Um zwölf Uhr mittags legt unser Boot an der Landungsbrücke von Mudania
-an. Nachdem wir uns bei den Polizeibeamten mittels unseres türkischen
-Passes legitimiert haben, besteigen wir einen der bereitstehenden
-offenen Wagen, der mit zwei schmucken Schimmeln bespannt ist, und im
-munteren Trab fahren wir auf der Landstraße nach Brussa.
-
-Die Mittagssonne entsendete jetzt glühende Strahlen vom wolkenlosen
-Aprilhimmel Kleinasiens herab, und zu unserer Linken schlugen die
-plätschernden Wellen des spiegelklaren Meeres so verführerisch auf den
-weichen Sand des schmalen Strandes, daß wir der Versuchung nicht
-widerstehen konnten, unsere Fahrt nach kurzer Dauer zu unterbrechen und
-ein improvisiertes Bad zu nehmen. Köstlich erfrischt von den kühlen
-Wellen und von einem frischen Trunk aus einer Felsenquelle, die nach
-kurzem Lauf sich ins Meer ergießt, gingen wir jetzt eine Strecke neben
-dem Wagen aufwärts. Die Straße steigt zwischen Olivengärten und
-Weinbergen in vielen Windungen bergan. Je höher wir hinaufkommen, desto
-schöner gestaltet sich der Blick auf den blauen Golf zu unseren Füßen
-und auf die edelgeformten, teils bebauten, teils bewaldeten Berge, die
-denselben in stattlichem Kranze umschließen. Besonders werden unsere
-Blicke durch den hohen, südöstlich gelegenen Berg Usuntschar gefesselt,
-seine ungemein schöne Form erinnert auffallend an den berühmten »Monte
-Pellegrino« bei Palermo.
-
-Nachdem wir anderthalb Stunden gestiegen, haben wir den Sattel des
-langgestreckten Bergrückens erreicht, welcher den Golf von Mudania und
-die Ebene von Brussa trennt, und wir fahren nun, nach einem letzten
-Rückblick auf das Marmarameer, hinter dem türkischen Dorfe Tschakirchan
-durch eine felsige Schlucht bergab. Am Ausgange der letzteren überrascht
-uns plötzlich die großartige Aussicht auf den weiten grünen Talkessel
-von Brussa, überragt von der gewaltigen, den ganzen südlichen
-Hintergrund ausfüllenden Granitpyramide des schneegekrönten Olympos. Das
-frischeste Frühlingsgrün schmückt die lachende Ebene zu unseren Füßen,
-mitten hindurch windet sich in weitem S-förmigen Doppelbogen der
-anmutige Fluß Nilufer. Er umgürtet den Fuß des Olymps und nimmt in sein
-Bett die zahllosen Bergbäche und Quellen auf, die den westlichen und
-nördlichen Abhängen des Berges entströmen. Den schönen Namen Nilufer --
-d. h. »Lotosblume« (^Lotos Nenufar^) -- verdankt der Fluß einer
-griechischen Prinzessin, die durch ihre Schönheit und Anmut weit berühmt
-war. Diese unglückliche Fürstin wurde während ihres Hochzeitsfestes auf
-dem festen Schlosse Biledschik von dem Sultan Osman, dem Gründer der
-Osmanendynastie, überfallen, räuberisch entführt und in den Harem seines
-Sohnes Orchan eingesperrt. Hier wurde sie später die Mutter des
-kriegerischen Sultan Murad I.
-
-Nach halbstündiger heißer Fahrt durch die Ebene, deren Wiesen
-stellenweise ganz blau von Irisblüten waren, hatten wir das Gestade des
-Nilufer erreicht und hielten Rast im Schatten eines anmutigen
-Eichenhaines; ein türkisches Kaffeehaus erquickte uns mit köstlichem
-Mokkatrank. Hier zog auf der Straße eine lange Karawane von schweren
-anatolischen Lastkameelen an uns vorüber, wie man sie in den Straßen von
-Smyrna so oft sieht. Mit Ballen von kostbarer Brussaseide belastet,
-gingen die schwerfälligen Tiere gravitätisch hintereinander her, durch
-Stricke zu einer langen Kette verbunden. Den Kopf der langen Kolonne
-bildete ein kleiner kluger Esel, wie er hier gewöhnlich als Führer der
-Kamelzüge auftritt. Denn das Langohr vertritt hier im Morgenlande die
-leitende Intelligenz der Huftiere, im Gegensatze zu den im Abendlande
-herrschenden Anschauungen.
-
-Je mehr wir uns auf unserer weiteren Fahrt dem Olympgebirge näherten,
-desto mehr entfalteten sich die landschaftlichen Reize der Gegend. In
-freundlichem Gegensatze zu den dunkeln, waldigen Schluchten des Gebirges
-zeigte sich die üppige Fruchtbarkeit des Tales in lachendem
-Frühlingsgrün. Plätschernde Brunnen und mächtige Platanen an den Seiten
-des Weges verbreiteten Kühlung und Schatten.
-
-Die Sonne neigte sich schon stark gen Westen, als wir in die Stadt
-einfuhren. Unsere Ankunft gestaltete sich dadurch besonders festlich,
-daß gerade ein griechischer Feiertag war. Die ganze griechische
-Bevölkerung, in die buntesten Festgewänder gekleidet, lustwandelte vor
-der Stadt und erfreute sich des schönen warmen Frühlingsabends. In
-heiteren Gruppen lagerten viele Familien auf den blumigen Hügeln vor den
-Mauern und ergötzten sich mit Musik, Spiel und Tanz. Keine schönere
-Staffage hätte den Vordergrund des herrlichen Bildes zieren können, das
-die prächtige Stadt mit ihren zahllosen Minaretten und Kuppeln, im
-Glanze der Abendsonne funkelnd, unseren entzückten Augen darbot.
-
-In dem schön gelegenen »Hotel du Mont Olymp«, dem einzigen europäischen
-Gasthofe von Brussa, fanden wir freundlichste Aufnahme und beste
-Verpflegung. Der treffliche Wirt desselben, Don Franzesco Franchi aus
-Florenz, war in jeder Weise bemüht, uns unseren Aufenthalt so angenehm
-als möglich zu machen. Seine köstlichen Orangen und Feigen, die
-vorzüglichen ^Maccaroni con pomi d'oro^ und die leckeren Forellen aus
-den Olymposbächen, gewürzt durch den edlen, rosenroten, am Fuße des
-Götterberges gewachsenen Wein, mundeten uns so vortrefflich, als ob es
-Nektar und Ambrosia von der olympischen Göttertafel selbst gewesen wäre.
-Dabei ergötzten sich unsere Geruchsnerven an den aromatischen
-Blumendüften der zahlreichen benachbarten Gärten, in denen Rosen und
-Lilien, Jasmin und Nelken, Daphne und Balsamine in üppigster Fülle
-blühten; und als ob Vater Zeus am Tore seiner Götterwohnung alle Sinne
-gleichmäßig entzücken wolle, wurden wir noch am späten Abend durch ein
-unerwartetes Konzert überrascht. Denn als wir das Verlangen nach Speise
-und Trank gesättigt hatten, unsere Schlafzimmer aufsuchten und auf deren
-Balkon hinaustraten, um die würzige Abendluft zu atmen, tönte uns aus
-der benachbarten Waldschlucht der melodische Gesang zahlreicher
-Nachtigallen entgegen. Während diese liebliche Sängerin bei uns meistens
-die Einsamkeit aufsucht, wohnt sie in Kleinasien scharenweis in den
-Gärten und scheint im Wettgesange besondere Kunst zu entfalten. Jeden
-Abend, wenn wir in Brussa unser Lager aufgesucht hatten, lauschten wir
-noch lange ihren entzückenden Liedern und wurden erst spät dadurch in
-den süßesten Schlaf gesungen.
-
-Waren so schon die ersten Eindrücke, die wir am Abend unserer Ankunft in
-Brussa empfingen, höchst angenehm, so überzeugten uns unsere Wanderungen
-in der Stadt und in der näheren Umgebung bald, daß eine lieblichere
-Sommerfrische im Orient wohl nicht gefunden werden kann. Fürwahr, die
-türkischen Dichter haben recht, wenn sie diese Stadt als ein irdisches
-Paradies besingen. Reizend schön, lieblich und großartig zugleich ist
-die ganze Lage und Umgebung der Stadt, in vieler Beziehung derjenigen
-von Granada ähnlich. Als ich auf der alten Schloßruine von Brussa, auf
-steilem Felsen hoch über der Stadt stand, und als mein Blick über die
-Häusermassen, Kuppeln und Gärten zu meinen Füßen schweifte, und weiter
-hinaus über die ausgedehnte, üppige grüne Ebene und in blauer Ferne über
-den umschließenden Kranz von malerischen Höhenzügen, da tauchte lebendig
-die Erinnerung an das herrliche Panorama in mir auf, das ich vor Jahren
-auf der Alhambra und über der berühmten Vega von Granada genossen hatte.
-Wie die andalusische Hauptstadt von den schneegekrönten Höhen der Sierra
-Nevada, so wird Brussa von dem gewaltigen Schneehaupte des Olymp
-überragt. Hier wie dort erhält die Lage der Stadt ihren besonderen Reiz
-durch die Anlehnung an das wilde und großartige Gebirge, durch den
-Quellenreichtum der buschigen Felsenschluchten und durch die üppige
-Vegetation der von vielen Bächen bewässerten Ebene. Auch bieten die
-beiden Städte viele Vergleichungspunkte in den zahlreichen und
-prächtigen Denkmälern islamitischer Kunst und Geschichte, mit denen sie
-noch heute geschmückt sind. Aber die Verhältnisse sind in Brussa
-großartiger und gewaltiger als in Granada. Die anatolische
-Osmanenresidenz mit ihren vielen hundert glänzenden Kuppeln, weißen
-Minaretten und schwarzen Zypressen daneben ist weit malerischer als die
-berühmte andalusische Kalifenresidenz, und auch in bezug auf die
-sprudelnde Wasserfülle und die Üppigkeit der südlichen Vegetation ist
-die erstere der letzteren weit überlegen. Im übrigen aber hat doch der
-landschaftliche Charakter beider Gegenden sehr viel Ähnlichkeit, und es
-legt ein gutes Zeugnis für den Schönheitssinn und das feine Naturgefühl
-der mohammedanischen Fürsten ab, daß sie ebenso in Kleinasien wie in
-Spanien die mit den höchsten Naturreizen geschmückte Stadt zum
-bleibenden Herrschersitz wählten. Das Gegenteil gilt von den
-christlichen Königen Spaniens, den Gönnern der heiligen Inquisition;
-denn diese erwählten zu ihrer Residenz das traurige Madrid, mitten auf
-der öden Hochebene von Kastilien, ohne Wald und ohne Wasser.
-
-Die üppige Ebene von Brussa, die südlich vom Olympgebirge, nördlich von
-den Höhenzügen des Arganthonios (jetzt Katirli) umschlossen wird, ist
-ungefähr vier deutsche Meilen lang, eine Meile breit, und fast in ihrer
-ganzen Ausdehnung teils mit fruchtbaren Wiesen, teils mit
-Maulbeerpflanzungen bedeckt. Dieser Maulbeerwald ist das große
-Proviantmagazin für die Seidenraupen, welche Brussas wichtigsten
-Handelsartikel, die kostbare Brussaseide, spinnen. Zahlreiche, aus dem
-Olymp hervorquellende Bäche sorgen für beständige Bewässerung der Ebene.
-Während die Hauptmasse des Olymp nach Süden steil abfällt, strahlen nach
-Norden von seinem Fuße zwölf gewaltige Bergrücken aus, zwischen denen
-ebensoviele Schluchten liegen. In jeder Schlucht rauscht ein Bergstrom,
-der aus tausend Quellen das schmelzende Schneewasser des Olympgipfels
-sammelt. Diese Bergströme führen auch im heißesten Sommer eine nie
-versiegende Wasserfülle in das Tal, und darin liegt bei dem köstlichen
-Klima die Hauptursache der üppigen Vegetationsfülle, wie des poetischen
-Reizes der herrlichen Gegend. Überall rieseln kalte und warme Quellen
-aus den Schluchten des Götterberges, Wasserfälle stürzen von seinen
-jähen Felswänden, plätschernde Brunnen versorgen alle Teile der Stadt,
-und hier wird der Koranspruch zur Wahrheit:
-
- »Das Wasser hat Leben
- Allen Dingen gegeben.«
- (^Min el -- mai^
- ^Küllun schejun hai.^)
-
-Eine von den erwähnten Schluchten, wegen ihrer himmelhohen Felswände das
-Himmelstal (Gökdereh) genannt, geht durch den östlichen Teil der Stadt
-mitten hindurch und ist von einer kühnen Brücke überspannt. Im Grunde
-rauscht der wilde Bergstrom über Felsentrümmer, während die Felsenmauern
-an beiden Seiten, unterhalb der Häuser, mit Buschwerk und
-Schlingpflanzen behangen sind. Eine andere, kleinere, aber ebenfalls
-sehr malerische Schlucht (Kodocha Naib) durchschneidet den westlichen
-Teil der Stadt. Zwischen diesen beiden Schluchten erheben sich, mitten
-über Brussa, auf einer gewaltigen, fast senkrecht abfallenden
-Felsenterrasse, die Ruinen der Zitadelle und der ältesten osmanischen
-Herrscherpaläste, derjenigen von Muhammed I. und Murad I., daneben die
-Moschee Sultan Orchans und die Grabkapellen von Orchan und Osman. Auch
-vom Marmorbade des Harems sind noch bedeutende Reste vorhanden. Von der
-alten Festung, der ältesten des osmanischen Reiches, sind nur noch ein
-paar Mauern und Turmruinen übrig, und im Grase versteckt liegen vier
-uralte, verrostete, eiserne Kanonenläufe. Wilder Wein und Efeu
-überziehen wuchernd das zerfallene Trümmerwerk. Gleich hinter der
-Zitadelle liegt Bunarbaschi, das »Quellenhaupt«, einer der beliebtesten
-öffentlichen Spaziergänge Brussas. Hier trifft man jederzeit, besonders
-aber gegen Abend, lustwandelnde oder auf den Rasenplätzen gelagerte
-Gruppen, die im Schatten alter Platanen ihren Tschibuk rauchen, Kaffee
-schlürfen und dem Gemurmel der vorübereilenden Bergbäche lauschen.
-
-Unmittelbar an diese reizende Promenade stößt ein Friedhof mit mächtigen
-alten Zypressen, und wenn wir diesen durchschreiten und dann auf einem
-anmutigen Felsenpfade den Berg eine Viertelstunde hinansteigen, so
-kommen wir zu den berühmten Wallfahrtsorten zweier mohammedanischer
-Heiligen, Murad Abdal und Seid Nassir. Von hier genießen wir bei
-Abendbeleuchtung eine der schönsten Aussichten über die ganze, zu
-unseren Füßen liegende Stadt, über die weite grüne Ebene und über die
-fernen Arganthoniosberge, die im Glanze der Abendsonne sich in das
-zarteste rosige Gewand hüllen.
-
-Nicht weniger als 365 malerische Aussichtspunkte und anmutige
-Spaziergänge zählen die Bewohner von Brussa mit Stolz in ihrer
-herrlichen Umgebung auf, und ebenso groß soll auch die Zahl der
-glänzenden Kuppeln, der Moscheen und Gruftkirchen sein, die aus dem
-bunten Häusermeer der Stadt und aus den überall eingestreuten grünen
-Gärten hervorragen. Doch ist wohl die Mehrzahl derselben jetzt halb
-verfallen oder ganz zerstört. Immerhin dürften noch gegen 200 Kuppeln
-vorhanden sein, und diese gehören nebst den schlanken Minaretten und den
-uralten Zypressen zu den charakteristischen Zierden der Stadt. Die
-weißen Minarette, die gleich hohen Marmorsäulen über die
-metallglänzenden Kuppeln der Moscheen emporstreben, stehen in
-lichtvollem Kontrast zu den düstern, schwarzgrünen Zypressen, welche
-überall einzeln und gruppenweise in der Stadt und ihrer nächsten
-Umgebung zerstreut sind. Nie habe ich gewaltigere und ehrwürdigere
-Zypressen gesehen als hier in Brussa. Verglichen mit diesen mächtigen,
-uralten Riesen, erschienen mir die berühmten Zypressen der Villa d'Este
-in Tivoli bei Rom als schlanke Jünglinge. Überaus wirkungsvoll heben
-sich ihre dichten, schwarzen Nadelpyramiden auf der lichtvollen und
-farbenprächtigen Landschaft von Brussa ab, besonders wenn die
-untergehende Sonne diese mit einem zauberhaften roten Glanze überzieht.
-
-Gleich allen anderen Städten des Orients ist auch Brussa im Innern viel
-weniger anziehend als von außen. Doch zeichnen sich die engen Straßen
-durch verhältnismäßige Reinlichkeit aus, und die blumenreichen Gärten
-hinter den Häusern geben ihnen einen freundlichen Charakter. Die Stadt
-zieht sich über eine Stunde lang am Olympabhange hin, ist aber kaum eine
-Viertelstunde breit. Die Einwohnerzahl, früher weit über hunderttausend,
-beträgt jetzt kaum 70000, darunter ungefähr 10000 Armenier, 6000
-Griechen und 3000 Juden. Auch einige deutsche Kaufleute leben in Brussa,
-darunter ein Badenser, namens Schwab, der zugleich das Amt eines
-deutschen Vizekonsuls vertritt. Wir lernten in ihm einen ebenso
-liebenswürdigen als fein gebildeten und poetisch begabten Landsmann
-kennen und denken mit Vergnügen an die höchst angenehmen Abende zurück,
-die wir in seinem gastfreien Hause verlebten. Ganz besonders erfreut war
-ich, in Herrn Schwab einen warmen Freund der »Natürlichen
-Schöpfungsgeschichte« zu entdecken und zu hören, daß er dem
-»Darwinismus« unter den Anwohnern des asiatischen Olympos schon manchen
-Anhänger geworben hat.
-
-Unter den öffentlichen Gebäuden von Brussa sind vor allen die von den
-ältesten Osmanen-Sultanen gegründeten Moscheen und Grabdenkmäler von
-Interesse, sowohl durch ihren architektonischen Schmuck als durch die
-daran geknüpften historischen Erinnerungen. Alle die älteren Herrscher
-der Osmanen-Dynastie haben sich hier durch schöne Kuppeldome verewigt:
-voran Osman, Ertoghruls Sohn, der als Gründer des Osmanenreichs sich
-welthistorische Bedeutung erwarb; dann Orchan, der nach langer
-hartnäckiger Belagerung im Jahre 1326 Brussa eroberte, kurz vor dem Tode
-seines Vaters Osman; darauf Murad I., welcher den Schrecken der
-türkischen Waffen nach Europa trug und 1389 in der siegreichen Schlacht
-auf dem Amselfeld in Serbien fiel. Murads Sohn war Childrim Bajasid, der
-»Blitzstrahl«, der gewaltige Krieger, der bis in das westliche Ungarn
-vordrang, 1396 bei Nikopolis den deutschen Kaiser Sigismund schlug,
-selbst aber 1402 in der furchtbaren Schlacht bei Angora von dem Mongolen
-Timur geschlagen und gefangengenommen wurde. Auf Bajasid folgte sein
-Sohn Mohammed I., auf diesem Murad II. und dann Mohammed II., der 1453
-Konstantinopel eroberte. Alle diese mächtigen Sultane des
-Osmanenreiches, die das ganze Abendland mit ihrer furchtbar wachsenden
-Macht in Schrecken setzten, haben in Brussa eine Zeitlang residiert und
-Moscheen gestiftet; die meisten sind auch dort begraben.
-
-Auf der Ostseite der Stadt hat Childrim Bajasid seine Moschee erbaut,
-durch edle Einfachheit ausgezeichnet. Daneben steht sein Grabmal, im
-ältesten und einfachsten Stil der osmanischen Baukunst. Nicht weit davon
-erhebt sich auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht die prachtvolle
-Moschee Mohammeds I., die für die schönste des ganzen osmanischen
-Reiches gilt. Polierte Platten von buntfarbigem Marmor schmücken die
-Außenwände, so daß der Dom schon von fern wie ein Edelstein glänzt. Ein
-wundervolles Tor, mit den zierlichsten Marmorarabesken, führt in das
-Innere, das mit blauen und grünen Porzellanplatten getäfelt ist; darauf
-prangen Koraninschriften in weißem Schmelz. Der Mirab (die Nische, worin
-der Koran liegt) ist von rotem Marmor, mit Gold verziert. Auch die
-Kuppeln und Minarettes dieser wundervollen Moschee waren ehedem ganz mit
-grünem persischen Porzellan bekleidet, weshalb sie den Namen der »grünen
-Moschee« erhielt.
-
-Am anderen Ende von Brussa, nahe dem westlichen Eingang, liegt an einem
-höchst malerischen Platze, von hohen Platanen und Zypressen umgeben, die
-»^Muradieh^«, die Moschee und Gruftkirche Murads II., daran stoßend ein
-Dutzend Mausoleen, Kapellen und Schulen. In den Gruftkirchen hängen noch
-Kleider und Waffen der Sultane und ihrer Familien. Auf den Sarkophagen
-liegen schwarze Samtdecken, mit Silber und Gold gestickt, davor der
-Koran und Gebetbücher in prächtigen alten Pergamentbänden mit feiner
-Malerei. Reizend ist der Garten vor dieser Moschee, in welchem jetzt
-eben Rosen, Lilien und Jasmin ihre Wohlgerüche ausströmen.
-
-Die größte Moschee von Brussa, auf dem höchsten Punkte der Stadt
-gelegen, ist vom Sultan Murad I. angefangen, von seinem Sohn Bajasid I.
-fortgeführt und erst von seinem Enkel Mohammed I. vollendet. Sie bildet
-ein Quadrat von 200 Fuß Seitenlänge, und ihr Dach ist aus 19 Kuppeln
-zusammengesetzt. An Stelle der zwanzigsten befindet sich ein mächtiges
-kreisrundes Fenster und darunter ein großes viereckiges Wasserbecken, in
-dem Forellen spielen; eine Eigentümlichkeit dieser Moschee. Mirab und
-Estrade sind mit Marmorarabesken, Pfeiler und Wände mit seltsamen
-Schriftzügen, Sprüchen aus dem Koran geschmückt. Früher wurde diese
-Moschee in den Ramasannächten mit 700 Lampen erleuchtet.
-
-Viele von den Moscheen und den andern merkwürdigen Gebäuden Brussas, die
-Hammer in seinem »Umblick auf einer Reise von Konstantinopel nach
-Brussa« (1818) genau beschrieben hat, sind gelegentlich der wiederholten
-Verheerungen der schönen Stadt durch Krieg, Feuersbrünste und Erdbeben,
-insbesondere durch das letzte große Erdbeben von 1855, zerstört worden.
-Unter den wohlerhaltenen Gebäuden sind besonders noch die warmen Bäder
-zu erwähnen, schön gewölbte Kuppeldome, in denen mächtige warme Quellen
-sprudeln. Diese Thermalquellen, sieben an der Zahl, brechen aus den
-Tiefen des Olymp hervor; sie waren schon im Altertum wegen ihrer
-Heilkraft berühmt und wurden vielleicht für Hannibal die Veranlassung,
-hier die Stadt zu gründen, die er seinem Gastfreunde und Gönner, dem
-Könige Prusias von Bithynien zu Ehren »Prusa« nannte. Noch jetzt werden
-die Heilquellen Brussas alljährlich von mehreren tausend Patienten aus
-allen Teilen des Orients besucht. In manche der Bäder werden heiße und
-kalte Quellen nebeneinander geleitet und nach Bedürfnis in den
-Marmorbassins gemischt. Die Temperatur ist teilweise ausnehmend hoch und
-beträgt bei den vier mächtigen Hauptquellen 66 Grad R.
-
-Unter den Ausflügen, die wir von Brussa aus unternahmen, war der
-weiteste und interessanteste die Ersteigung des Olymp. Am 26. April um 5
-Uhr morgens bestiegen wir die starken türkischen Bergpferde, welche uns
-auf den ungefähr 8000 Fuß hohen Götterberg hinauftragen sollten. Zwei
-berittene und bewaffnete Türken dienten uns als Führer und als Eskorte.
-Der klare wolkenlose Himmel und die empfindlich kalte Morgenluft
-versprachen uns einen schönen Tag, und sie hielten Wort. Nachdem wir die
-Stadt am östlichen Ende verlassen und eine kurze Strecke durch
-Weingärten geritten waren, führte uns ein steiler und steiniger Pfad in
-dem Walde aufwärts, der als dichter grüner Mantel den ganzen unteren
-Teil des gewaltigen Berges einhüllt. Der nördliche Abhang des Olymp
-gliedert sich in drei verschiedene Terrassen, von denen die unterste
-gegen 2000, jede der beiden oberen ungefähr 3000 Fuß hoch ist. Die
-oberste Terrasse ist fast ohne Baumwuchs, die mittlere mit Nadelholz,
-die untere mit Laubholz bedeckt; hier unten bestand auf unserem Wege der
-Laubwald größtenteils aus edlen Kastanien und Nußbäumen, weiter oben
-gesellten sich dazu viele Buchen und Eichen. Wilder Wein, Waldreben,
-Brombeeren und andere Schlingpflanzen winden sich in zierlichen
-Girlanden von Baum zu Baum und dichtes Efeugewand umschließt die
-altersgrauen Stämme. Der Boden zwischen den Baumwurzeln ist mit einem
-lachenden Teppich bunter Frühlingsblumen geziert: roten Anemonen,
-violetten Hyazinthen, blauen Veilchen, gelben Ranunkeln und weißen
-Narzissen. Der gelbe Jasminstrauch verbreitet mit seinen zierlichen
-Blütentrauben ringsum balsamischen Duft. Der Weg führt eine lange
-Strecke an dem steilen östlichen Rande des Gökdereh oder Himmelstales
-empor, dessen gewaltiger Felsenkessel mit senkrecht abfallenden Wänden
-in schwindelnder Tiefe zu unseren Füßen liegt. Die granitische
-Felsenmasse des Olymp ist auf dieser ersten Terrasse zum größten Teile
-von einem Gürtel von schiefrigem Gneiß umgeben, jedoch ist derselbe an
-vielen Stellen von weißem Marmor durchsetzt. Auf der zweiten Terrasse
-tritt fast überall der Granit zutage. Auf der dritten Terrasse ist der
-rote Granit wieder vielfach von grauem und weißem Marmor bedeckt, der
-auch den Gipfel bildet.
-
-Nachdem wir etwa eine Stunde lang an der oberen Kante der
-Himmelsschlucht emporgestiegen waren, erreichten wir an der Grenze der
-ersten und zweiten Terrasse einen sehr anmutigen Platz. Der Wald ist
-hier auf eine ausgedehnte Strecke gelichtet und der quellenreiche
-Felsboden mit üppigem Rasen bedeckt. Das Gebell großer zottiger
-Wolfshunde, die uns entgegensprangen, lenkte unsere Blicke auf eine
-Ziegenherde, die in einiger Entfernung am Felsenhang weidete, und
-daneben wurden wir einige sonderbare Zelte von halbtonnenförmiger
-Gestalt gewahr. Es waren die Sennhütten turkomanischer Hirten, die den
-Sommer über auf den Abhängen des Olymp Alpenwirtschaft treiben. Im
-Winter ziehen sie als unstete, halbwilde Nomaden in der Ebene umher.
-Ihre Schafe und Ziegen sollen von den Herden Sultan Osmans abstammen,
-der an 40000 Lämmer auf dem Olymp weiden ließ.
-
-Auf dieser Turkmenenplatte genossen wir einen herrlichen Rückblick über
-die ganze grüne Ebene von Brussa, tief unten im Grunde der blaue See von
-Jenischehr, rechts im Hintergrunde die schöne Bergkette des
-Arganthonios, links jäh zu unserer Seite das großartige Gökdereh. Von
-der Turkmenenplatte aufwärts führte uns der Weg fast drei Stunden lang
-über die Granitgehänge der zweiten Terrasse, deren Walddecke meist aus
-Nadelholz, größtenteils Edeltannen und Lärchenfichten, besteht.
-Namentlich unter ersteren finden sich prachtvolle alte Stämme von
-gewaltiger Höhe und Stärke, mit langen, grauen Bartflechten behangen.
-Große Strecken des Forstes waren durch Waldbrände zerstört, und wie
-riesige Gespenster ragten die nackten, gebleichten Stämme der hohen
-Edeltannen mit ihren halbverkohlten Zweigen aus den üppigen
-Farnkrautbüschen hervor, die sich auf der Brandstätte angesiedelt
-hatten. Zwischen den Aschenhaufen und den umherliegenden verkohlten
-Baumtrümmern sproßte neues reiches Pflanzenleben aus den Ruinen der
-vorhergegangenen Generation empor. Hunderte von kleinen Bächen, von dem
-schmelzenden Olymposschnee gespeist, rieselten zwischen den
-Felsentrümmern, und mehrmals mußten unsere Pferde durch reißende
-Bergwasser schreiten, deren schäumende Wellen bis zu unserem Sattel
-emporreichten.
-
-Der gewaltige Bergspalt des Himmelstales, auf dessen östlichem Rande
-sich unser Pfad bisher meistens hielt, findet jetzt seinen Abschluß
-durch eine kolossale Mauer von himmelhohen Felswänden, die von dem
-untern Rande der dritten Olympterrasse fast senkrecht abstürzen.
-
-Prächtige Wasserfälle schäumen donnernd zwischen den zerklüfteten
-Granitpfeilern in die furchtbare Tiefe hinab und lösen sich unten in
-feinen Wasserstaub auf. Üppige weiche Moospolster bekleiden die
-hervorragenden Köpfe des triefenden Gesteins. Unser beschwerlicher Pfad
-weicht der unersteiglichen Felsenmauer, die südwärts von uns liegt, aus
-und wendet sich mehr gegen Osten, über einen zerklüfteten Abhang hinweg,
-der über und über mit den großartigsten Felsentrümmern bedeckt ist. Die
-riesigen Granitblöcke, die hier chaotisch durcheinander und übereinander
-liegen, sind von früheren Reisenden treffend mit den Wurfgeschossen
-verglichen, deren sich die Giganten bei ihrem mißlungenen Sturme auf die
-Götterburg bedienten; oder auch mit den zerrissenen Gliedern der
-Giganten selbst, die Jupiter mit seinem Blitzstrahl zerschmetterte und
-in Stein verwandelte.
-
-Mühsam zwischen diesem Granitgetrümmer uns hindurchwindend, gelangen wir
-zu einer steilen Felsentreppe, über welche unsere wackeren Rosse mit
-bewunderungswürdiger Geschicklichkeit und Vorsicht hinanklettern. Nur an
-wenigen Stellen müssen wir absteigen und den guten Tieren selbst mit
-heraufhelfen. Nachdem wir die steilen, zum Teil in eine senkrechte
-Felswand gehauenen Stufen glücklich erklommen haben, stehen wir
-plötzlich vor einem neuen überraschenden Bilde. Vor uns liegt die dritte
-Terrasse, eine ausgedehnte Hochebene, mit Tausenden von riesigen
-Granitblöcken bedeckt, hier und da auch mit einigen niederen, ganz
-verkümmerten Tannen. Über denselben aber steigt in erhabener Majestät
-der gewaltige Dom des Olympgipfels auf, eine schön gewölbte Kuppe, von
-oben bis unten in einen schimmernden Schneemantel gehüllt. Zu unserer
-Rechten liegt am oberen Waldrande vorn ein kleiner, von Gebüsch
-umgebener, Forellen enthaltender Alpensee. Mein Freund Körner hat diese
-großartige Szenerie in einem prächtigen Ölbilde verewigt, das jetzt mein
-Studierzimmer schmückt.
-
-In munterem Galopp reiten wir nun auf dem weichen Moosboden gerade auf
-unser Ziel los. Doch nimmt der Wasserreichtum des von tausend Quellen
-getränkten Hochmoores bald so sehr zu, daß unsere Rosse bei jedem
-Schritte tief in den Schlamm sinken. Wir müssen absteigen und sie
-vorsichtig hinter uns herziehen, bis wir wieder festen Granitboden unter
-den Füßen haben. Wir begegnen hier einer langen Karawane von Eseln, die
-in Zwerchsäcken Olymposschnee herabholen, in Brussa und Konstantinopel
-die Hauptquelle für das schöne Fruchteis, das die Bewohner im heißen
-Sommer erquickt.
-
-Langsam über eine fast geneigte, teilweise mit Schnee bedeckte Berglehne
-aufsteigend, haben wir endlich um 10 Uhr den nördlichen Fuß des
-kegelförmigen Gipfels erreicht. Hier liegt eine halb verfallene
-steinerne Hütte, die im Sommer von turkmenischen Hirten bewohnt wird.
-Sie erinnerte mich an die ^Casa inglese^ am Fuße des obersten
-Aschenkegels des Ätna, in der ich im Oktober 1859 übernachtete, und an
-die ähnliche Steinhütte, in der ich im November 1866 oben auf dem Pik
-von Teneriffa rastete, bevor ich die Besteigung des obersten, damals
-ebenfalls ganz mit Schnee bedeckten Kegels begann. Obgleich die elende
-Turkmenenhütte uns wenig mehr als ein trockenes Plätzchen inmitten der
-umgebenden Schneelandschaft gewährte, so war uns doch eine halbstündige
-Rast in derselben nach dem ununterbrochenen, anstrengenden,
-fünfstündigen Reiten und Klettern sehr willkommen.
-
-Wir zäumten unsere Pferde ab, breiteten die Satteldecken auf dem
-zerfallenen Gemäuer aus und zündeten aus umherliegendem Wurzelwerk und
-mitgebrachten Kohlen ein wohltuendes Feuer an. Bald kochte über
-demselben ein kräftiger Kaffee, und mit ausgezeichnetem Appetit
-verzehrten wir den Inhalt unserer Satteltaschen: olympischen Käse und
-anatolische Hühnereier, Smyrnafeigen und zyprische Orangen. Der
-treffliche rosenrote Feuerwein aus dem Olymphotel goß neue Kraft in
-unsere ermüdeten Glieder. Während dieses herzerfreuenden Mahles
-bewunderten wir den großartigen Ernst der Alpenlandschaft, die uns
-umgab, und beratschlagten, ob und wie wir die Ersteigung des unmittelbar
-vor uns liegenden Schneekegels bewerkstelligen könnten. Unsere Freunde
-unten in Brussa hatten uns zwar vorher schon versichert, daß in dieser
-Jahreszeit an eine Besteigung des Gipfels nicht zu denken sei und daß
-wir des Schnees wegen höchstens bis zur dritten Terrasse kommen würden.
-Auch wollten unsere Führer davon nichts wissen und verweigerten jeden
-Versuch zur Mitwirkung; ja sie prophezeiten uns sogar sicheren Untergang
-im Schnee, wenn wir unbegreiflicherweise auf den Gipfel klettern
-wollten. Indessen lag der schneeblinkende Doppelgipfel so verlockend vor
-uns, daß wir wenigstens den Versuch einer Ersteigung beschlossen, zumal
-ein glücklicher Erfolg ähnlicher früherer Wagnisse uns ermutigte. War
-ich den höheren und steileren Schneekegel des Pik von Teneriffa vor
-sieben Jahren allein und gegen den Willen der Führer glücklich
-hinaufgekommen, so mußte auch dieses, offenbar viel weniger schwierige
-Unternehmen glücken; und so traten wir denn wohlgemut nach halbstündiger
-Rast unsere Wanderung an.
-
-Das glückliche Gelingen mußte davon abhängen, ob die vor uns liegende
-steile Schneewand, die in ununterbrochener Flucht von der Turkmenenhütte
-bis zum Doppelgipfel aufstieg, zugänglich war; ob der Schnee weich genug
-war, um darin festen Fuß zu fassen, hart genug, um nicht zu tief
-einzusinken. In der Tat war dies der Fall, und wir konnten ohne Gefahr,
-wenn auch nur langsam und beschwerlich, im Zickzack über die glänzende
-Lehne emporsteigen. Unsere kleine Gesellschaft kam jedoch bald
-auseinander, da sich jeder seinen eigenen Weg suchte. Ich hielt mich am
-weitesten östlich, zog die kürzeste und steilste Richtung vor und hatte
-nach anderthalbstündigem anstrengenden Klettern glücklich den höchsten
-Gipfel erreicht; es war gerade 12 Uhr mittags. Eine halbe Stunde später
-traf auch der Maler Körner oben ein, der sich seinen Pfad auf einer
-etwas flacher geneigten Schneelehne gesucht und dadurch einen Umweg
-gemacht hatte. Unsere anderen Reisegefährten, die eine ungünstigere, zu
-sehr von der Sonne aufgeweichte Schneehalde betreten hatten, erreichten
-die Höhe nicht und kehrten nach vergeblichen Versuchen zur
-Turkmenenhütte zurück, wo unsere Führer bei den Pferden geblieben waren.
-
-Eigentümlich erhebend und großartig war die gewaltige Rundsicht, die wir
-nun auf dem Gipfel des asiatischen Olymp, in ungefähr 8000 Fuß Höhe über
-dem Meere, genossen, und die durch das herrlichste, klarste Sonnenlicht
-begünstigt wurde. Wir standen auf einem anatolischen »Dreiherrenspitz«,
-denn der Gipfel des Olympos bezeichnet die Grenze dreier Provinzen des
-alten römischen Weltreiches. Bithynien im Norden und Osten, Phrygien im
-Süden, Mysien im Westen. Vor allem großartig und prächtig ist der Blick
-nach Norden, wo unser Auge über die grüne Ebene von Brussa und den
-blauen Golf von Mudania hinüber auf das Marmarameer schweift, auf die
-Prinzeninseln und weiter bis zum Bosporus, ja bis zu dem Häusermeer und
-dem Kuppelwald von Konstantinopel, das wir eben noch erkennen können.
-Westwärts erfreut sich das Auge an den herrlichen grünen Gefilden des
-fruchtbaren und früher reich bevölkerten mysischen Küstenlandes, aus
-denen die beiden großen Landseen von Apollonia und Manija wie zwei
-blinkende Augen glanzvoll hervorschauen. Im Süden hingegen erblicken wir
-weit und breit nur dunkles Waldgebirge, Kuppen über Kuppen gehäuft, die
-Gipfel noch mit Schnee bedeckt, ohne eine Spur von menschlichen
-Wohnsitzen. Ostwärts ist die Rundsicht großenteils durch die
-benachbarten niederen Höhen des Olymprückens verdeckt.
-
-Welche Ereignisse vollzogen sich auf der welthistorischen Schaubühne,
-welche unser Auge hier mit einem Blicke meilenweit überfliegt! Welche
-Fülle der größten historischen Erinnerungen knüpft sich allein an die
-Wasserstraße zu unseren Füßen, die gleich einem Zauberbande zwei
-Weltteile trennt und verbindet! Hier führten Xerxes und Darius ihre
-persischen Heeresmassen nach Griechenland hinüber; hier traten die
-römischen Legionen von Europa nach Asien über, um die Königreiche von
-Bithynien und Mysien der Universalherrschaft Roms zu unterwerfen; aus
-demselben Boden sammelten die ersten Osmanensultane, deren Wiege in
-Brussa stand, ihre Türkenheere, die in kurzer Zeit der Schrecken Europas
-wurden; und ebenda strömten wiederum die bunten Scharen der Kreuzfahrer
-aus allen Landen Europas nach dem »Heiligen Lande«, um das leere Phantom
-der Grabeskirche zu erobern!
-
-Nachdem wir uns an dem wunderbaren Panorama gesättigt und die daran sich
-knüpfenden Erinnerungen in raschem Phantasiefluge an uns hatten
-vorüberziehen lassen, warfen wir noch einen Blick auf die nächste
-Umgebung, auf die weißen Marmorblöcke, die den Gipfel des Olymp
-bedecken, und auf die winzige Alpenflora, die zwischen denselben den
-Boden bekleidet. Da erkannten wir, unter der Schneedecke versteckt,
-zierliche kleine Saxifragen und Gentianen, niedliche Kruziferen und
-Primeln, Alpenpflanzen, deren schöne, farbenreiche Blüten im Hochsommer
-den Gipfel des Götterberges mit buntem Schmucke zieren. Gegenwärtig
-waren nur das im Winterschlaf versunkene Kraut der Zwergflora sichtbar
-und trockene Früchte aus dem vorigen Jahre. Aber ein Schwarm von
-niedlichen roten, schwarz getüpfelten Marienkäferchen (^Coccionella^)
-tummelte sich im Sonnenschein auf dem schneebedeckten Rasen. Auch eine
-der beliebtesten und am meisten charakteristischen Pflanzen unserer
-Hochalpen fehlte nicht: das Edelweiß, oder doch eine diesem nahe
-verwandte, mit weitem Filz bedeckte ^Gnaphalium^-Art.
-
-Als bleibendes Andenken an die gelungene Olympbesteigung schlug ich mir
-die Spitze des am höchsten vorragenden Marmorblockes ab und steckte sie
-zu den Alpenpflanzen in die Wandertasche; vertrauend, daß Vater Zeus
-darüber nicht zürnen werde, wenn sein Götterberg um einen halben Fuß
-niedriger ist. Dann trat ich mit meinem Gefährten Körner wohlgemut den
-Rückweg an. Über die glatte Schneewand herabrutschend, waren wir in
-kurzer Zeit wieder bei der Turkmenen-Hütte und banden uns hier noch
-einen schönen Strauß von den bunten Blumen, die unmittelbar am Rande des
-schmelzenden Schnees blühten: gelber und violetter Safran (^Crocus^),
-blaue Meerzwiebel (^Scilla^) und rote Aurikeln (^Primula^). Dann setzten
-wir uns wieder zu Pferde, genossen auf dem Rückwege, der mit mehr Muße
-zurückgelegt wurde, noch eine prachtvolle Abendbeleuchtung und waren um
-8 Uhr abends wieder in Brussa.
-
- Ende.
-
-
-
-
- Natur und Mensch.
- Inhalt.
-
-
- Seite
- Einleitung: Ernst Haeckel 3
- Natur und Mensch: 23
- I. Inhalt und Bedeutung der Abstammungslehre 25
- II. Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden 51
- III. Die Gasträatheorie 89
- IV. Erfahrung und Erkenntnis 119
- V. Arabische Korallen 138
- VI. Brussa und der asiatische Olymp 159
-
-
-
-
-
-
- Georg Reimer, Berlin W. 35.
-
- Ernst Haeckel
-
- Natürliche Schöpfungsgeschichte.
-
- Gemeinverständliche wissenschaftliche Vorträge über die
- Entwicklungsgeschichte.
-
- Ausgabe in einem Bande. Mit 30 Tafeln. Geb. 8 M.
-
- Prinzipien der Generellen Morphologie der Organismen.
-
- Wörtlicher Abdruck eines Teiles der 1866 erschienenen Generellen
- Morphologie. (Allg. Grundzüge der organischen Formen-Wissenschaft
- mechanisch begründet durch die von Charles Darwin reformierte
- Deszendenz-Theorie.)
-
- Mit einem Porträt. Geheftet 12 M. Halbfranz geb. 14 M
-
- Systematische Phylogenie.
-
- Entwurf eines natürlichen Systems der Organismen auf Grund
- ihrer Stammesgeschichte.
-
- 1. Teil: Protisten und Pflanzen. 10 M.
- 2. Teil: Wirbellose Tiere (Invertebrata). 17 M.
- 3. Teil: Wirbeltiere (Vertebrata). 16 M.
-
- Drei Halbfranzbände gebunden 49 M.
-
- Arabische Korallen.
-
- Ein Ausflug nach den Korallenbänken des Roten Meeres und ein
- Blick in das Leben der Korallentiere. Populäre Vorlesung mit
- wissenschaftlichen Erläuterungen.
-
- Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 20 Holzschnitten. Geheftet
- 15 M.
-
- Selektionsprinzip
- und Probleme der Artbildung.
-
- Ein Handbuch des Darwinismus
- von
- Dr. Ludwig Plate
- Professor der Zoologie an der Landw. Hochschule und an der
- Universität Berlin.
-
- Dritte, sehr vermehrte Auflage.
-
- Mit 60 Figuren im Text.
-
- VIII u. 493 S. Gr. 8. Geh. M 12.--, in Leinen geb. M 13.--
-
- Von allen neueren Arbeiten über die Selektionstheorie ist
- vorliegende unstreitig die bedeutendste ... Zum Schlusse möchten
- wir noch auf den Gegensatz dieser im besten Sinne
- wissenschaftlichen Kritik zu den tendenziösen Entstellungen
- Fleischmanns, Dennerts usw. hinweisen, ein Gegensatz, der so
- auffallend ist, daß selbst der Laie sofort sehen wird, zu wessen
- Führung er am meisten Vertrauen haben darf.
-
- Die Umschau.
-
- Einführung
- in die Vererbungswissenschaft.
-
- In zwanzig Vorlesungen für Studierende,
- Ärzte, Züchter von
- Dr. Richard Goldschmidt
- a. o. Professor der Zoologie an der Universität München.
-
- Mit 161 Abbildungen im Text.
-
- IX u. 502 S. gr. 8. Geh. M 11.--; in Leinen geb. M 12.25.
-
- Das fesselnd und klar geschriebene Buch muß dringend allen denen
- empfohlen werden, welche in die moderne Ausgestaltung der
- Vererbungslehre, ihre Methoden, Ergebnisse und theoretischen
- Vorstellungen eindringen wollen.
-
- Zentralbl. f. Physiologie.
-
- Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage
- Wilhelm Engelmann in Leipzig.
-
- Anthropogenie
- oder Entwickelungsgeschichte
- des Menschen.
-
- Keimes- und Stammesgeschichte
- von
- Ernst Haeckel.
-
- Sechste, verbesserte Auflage.
-
- Zwei Teile:
-
- Erster Teil:
- Keimesgeschichte oder Ontogenie.
-
- Zweiter Teil:
- Stammesgeschichte oder Phylogenie.
-
- Mit 30 Tafeln, 512 Textfiguren und 60 genetischen Tabellen.
- In zwei Leinenbänden M 20.--; in zwei Halbfranzbänden M
- 24.--.
-
- Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage
- Wilhelm Engelmann in Leipzig.
-
- Reclams Universal-Bibliothek.
-
- Preis jeder Nummer 20 Pfennig.
-
- Bücher der Naturwissenschaft
- herausgegeben von Prof. Dr. Siegmund Günther.
-
- 1. Band. Grundriß der Naturphilosophie v. Prof. Dr. Wilh.
- Ostwald. Mit dem Bildnis des Verfassers. Nr. 4992/93. Geb. 80 Pf.
- In Leder- od. Pergamentbd. M. 1.50.
-
- 2. Band. Geschichte d. Naturwissenschaften v. Prof. Dr. Siegm.
- Günther. Erster Teil. Mit dem Bildnis des Verfassers, 2 farbigen
- u. 4 schwarzen Tafeln. Nr. 5069/70.
-
- 3. Band. Geschichte d. Naturwissenschaften v. Prof. Dr. Siegm.
- Günther. Zweiter Teil. Mit 2 farbigen und 8 schwarzen Tafeln. Nr.
- 5071-74. (1. u. 2. Teil zus. in 1 Band geb. M. 1.50. In Lederbd.
- M. 2.50.)
-
- 4. Band. Strahlungserscheinungen, Ionen, Elektronen und
- Radioaktivität von Dr. G. Bugge. Mit 4 Tafeln und 20 Zeichnungen
- im Text. Nr. 5151/52. Geb. 80 Pf. In Lederband M. 1.50.
-
- 5. Band. Licht und Farbe v. Prof. Dr. Rob. Geigel. Mit 1 Porträt,
- 4 bunten Tafeln u. 75 Zeichnungen im Text. Nr. 5188-90. Geb. 1 M.
- In Lederband M. 1.75.
-
- 6. Band. Der Sternenhimmel v. Prof. Dr. I. B. Messerschmitt. Mit
- dem Bildnis des Verfassers, 4 farbigen, 9 schwarzen Tafeln und 24
- Zeichnungen im Text. Nr. 5228-30. Geb. M. 1.--. In Lederband M.
- 1.75.
-
- 7. Band. Die Abstammungslehre v. Prof. Dr. Kurt Lampert. Mit dem
- Bildnis des Verfassers, 4 bunten, 7 schwarzen Tafeln und 9
- Abbildungen im Text. Nr. 5241-43. Geb. M. 1.--. In Lederband M.
- 1.75.
-
- 8. Band. Die chemischen Grundstoffe v. Dr. Max Speter. Mit 4
- bunten, 6 schwarzen Tafeln und 10 Figuren im Text. Nr. 5269/70.
- Geb. 80 Pf.
-
- 9. Band. Die Elektrizität von Prof. Franz Adami. Erster Teil. Mit
- einem Porträt, 4 schwarzen Tafeln und 29 Textfiguren. Nr.
- 5298/99.
-
- 10. Band. Die Wärme v. Robert Geigel. Mit 4 Tafeln und 32
- Zeichnungen im Text. Nr. 5321-23. Geb. M. 1.--. In Leder- oder
- Pergamentband M. 1.75.
-
- 11. Band. Chemie u. Technik v. Dr. Günther Bugge. Mit 7 Tafeln
- und 14 Zeichnungen im Text. Nr. 5348-50. Geb. M. 1.--. In Leder-
- oder Pergamentband M. 1.75.
-
- Miniatur-Ausgaben
- in modernen Leinenbänden aus Reclams
- Universal-Bibliothek
-
- Pf.
-
- Abaelard u. Heloise, Briefwechsel 100
- Achleitner, Eisenbahnstreik 80
- Adami, Die Elektrizität 150
- Adlersfeld-Ballestrem, Violet 80
- Aeschylos, Sämtliche Dramen 150
- Albrecht, Abriß der römischen Literaturgeschichte 120
- Albumblätter 60
- Alt, Das Klima 80
- Alexis, Cabanis. 2 Bände 220
- --, Hosen d. Herrn v. Bredow 100
- --, Der Roland von Berlin 175
- --, Der Werwolf 120
- --, Der falsche Woldemar. 2 Bde. je 100
- Andersen, Bilderbuch ohne Bilder 60
- --, Glückspeter 60
- --, Der Improvisator 120
- --, Nur ein Geiger 120
- --, Sämtliche Märchen. 2 Lnbde. 250
- --, O. Z. 100
- -- Sein oder Nichtsein 100
- Anschütz, Erinnerung. aus dessen Leben und Wirken 100
- Anthologie, Griechische 120
- Apel u. Laun, Gespensterbuch 150
- Archenholtz, Gesch. d. 7 jähr Krieg. 120
- Ariosto, Rasender Roland. 2 Bde. 225
- Aristoteles, Die Poetik 60
- --, Verfassung von Athen 60
- Arndt, Erinnerungen 100
- --, Gedichte 80
- --, Wanderungen mit Stein 80
- Arnim, Bettina von, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde 150
- Arnim-Brentano, Des Knaben Wunderhorn 175
- Arnold, Die Leuchte Asiens 80
- Auerbach, Barfüßele 100
- --, Die Frau Professorin 80
- --, Diethelm von Buchenberg 100
- --, Joseph im Schnee 80
- Augustinus, Bekenntnisse 120
-
- Balzac, Die Chouans 120
- --, Die Frau von 30 Jahren 80
- Bandlow, Stratenfegels. 5 Bände zus. in 1 Band 150
- --, Lustig Tügs. 5 Bde. zus. in 1 Bd. 150
- Bartels, Hebbel-Biographie 60
- Basedows Vorstellung an Menschenfreunde 60
- Baudelaire, Gedichte u. Skizzen 60
- Beecher-Stowe, Onkel Toms Hütte 150
- Beetschen, Flegeljahre der Liebe 60
- Beitzke, Geschichte des Russischen Krieges im Jahre 1812 120
- Bell, Jane Eyre 150
- Bellamy, Ein Rückblick 80
- --, Dr. Heidenhoffs Wunderkur 60
- --, Miß Ludingtons Schwester 80
- Benzmann, Mod. deutsche Lyrik 150
- Bérangers Lieder 80
- Berges, Amerikana. Bd. 1-5 zus. 150
- Bern, Deklamatorium 150
- Bernhard, Die Glücklichen 60
- Bierbaum, Reife Früchte 80
- Bier-Komment (Tascheneinband) 40
- Biernatzki, Die Hallig 80
- Bismarck, Goldene Worte 60
- --, Reden. 13 Bände je 100
- Bismarcks Humor 60
- Björnson, Erzählungen 175
- --, Schauspiele 225
- Bleibtreu, Bei Jena u. a. Nov. 60
- --, Friedrich d. Große bei Kolin 80
- Blumauer, Aeneis 80
- Blumenthal, Scherzgedichte 60
- Blüthgen, Aus gärender Zeit 120
- Bock, Meßfahrt u. and. Novellen 60
- Boëtius, Tröstungen d. Philos. 80
- Bojardo, Verliebt. Roland. 2 Bde. 225
- Boner, Der Edelstein 80
- Börne, Skizzen u. Erzählungen 100
- Börner, Raimund-Biographie 60
- Bötticher, Alfanzereien 60
- --, Allerlei Schnick-Schnack 60
- --, Allotria 60
- --, Neue Allotria. (Illustr.) 60
- --, Weiteres Heiteres 60
- --, Leichte Ware 60
- --, Humoristisches Allerlei. Zus. geb. in 2 Bänden je 120
- Bourget, Der Luxus der Andern 80
- Boy-Ed, Aus Tantalus Geschlecht 120
- Boyesen, Faust-Kommentar 80
- Brachvogel, Friedem. Bach. 2 Bde. je 100
- Brant, Narrenschiff 80
- Bremer, Die Nachbarn 120
- --, Friedrich, Musiklexikon 175
- Brendicke, Bilder aus der Geschichte der Leibesübungen 80
- Brentano, Heitere Geschichten. Bd. 1-5 zus. in 1 Band 150
- Bret Harte, Gabriel Conroy 150
- --, Kalifornische Erzählungen. 2 Bände je 120
- --, Geschichte einer Mine 80
- --, Thankful Blossom 60
- Briesen, Gemütsmenschen. 1. u. 2. Band zus. in 1 Band 80
- Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks 120
- Brinckman, Kasper-Ohm un ick 80
- Brücke, Säugetierorganismus 175
- Brugsch, Aus dem Morgenlande 80
- Brümmer, Lexikon deutsch. Dichter bis Ende des 18. Jahrh. 150
- --, Lexikon der deutschen Dichter des 19. Jahrh. 8 Bde. je 150
- Bruno, Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen 80
- Buchanan, Der Deserteur 120
- Bücher der Naturwissenschaft. Hrsg. v. Prof. Dr. S. Günther:
- Bd. 1. Ostwald, Naturphilosophie 80
- " 2/3. Günther, Geschichte der Naturwissenschaft 150
- " 4. Bugge, Strahlungserschein. 80
- " 5. Geigel, Licht und Farbe 100
- " 6. Messerschmitt, Sternenhimmel 100
- " 7. Lampert, Abstammungslehre 100
- " 8. Speter, Chem. Grundstoffe 80
- " 9. u. 14. Adami, Elektrizität 150
- " 10. Geigel, Wärme 100
- " 11. Bugge, Chemie u. Technik 100
- " 12. Alt, Klima 80
- " 13. Messerschmitt, Physik der Gestirne 100
- " 14. s. Bd. 9.
- " 15. Lampert, Vom Keim zum Leben 100
- " 16. Wieleitner, Schnee und Eis der Erde 100
- " 17. Speter, Chem. Verwandtsch. 80
- " 18/19. Hempelmann, Wirbeltierkörper 150
- " 20. Pahde, Meereskunde 100
- " 21. Leiser, Welt der Kolloide 80
- " 22/23. Brücke, Säugetierorg. 175
- " 24. Halbfaß, Süßwass. d. Erde 100
- Buddhas Leben und Wirken 100
- Bugge, Chemie und Technik 100
- --, Strahlungserscheinungen (Radioaktivität) 80
- Bülows Reden. 4 Bde. je 100
- Bulwer, Eugen Aram 150
- --, Nacht und Morgen 150
- --, Pelham 150
- --, Rienzi 150
- --, Die letzten Tage von Pompeji 150
- Bürger, Gedichte 100
- --, Münchhausens Abenteuer 60
- Burnett, Lord Fauntleroy 80
- Burns' Lieder und Balladen 60
- Busch, Gedichte 60
- Busse, Der dankb. Heilige u. a. Nov. 60
- Byron, Briefe 100
- --, Gesang. v. Chillon. -- Mazeppa 60
- --, Der Gjaur 60
- --, Der Korsar 60
- --, Manfred 60
- --, Ritter Harold 80
-
- Calderon, Das Leben ein Traum 60
- Camoes, Die Lusiaden 100
- Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche 100
- in der Geschichte
- Carmen Sylva, Aus dem Leben 60
- Cäsar, Der Bürgerkrieg 80
- --, Der Gallische Krieg 100
- Cervantes, Don Quijote. 2 Bde. 250
- Chamisso, Gedichte 120
- --, Peter Schlemihl 60
- Chateaubriand, Atala. -- René. -- Der letzte Abencerrage 80
- Cherbuliez, Reich geworden 100
- Chiavacci, Wiener Bilder 80
- Cholmondeley, Diana 120
- Chop, Richard Wagners Tondramen. Komplett in 2 Bänden 300
- --, Beethovens Symphonien 100
- Cicero, Gespräche in Tuskulum 100
- Claudius' Ausgewählte Werke 150
- Cölestin, Forsthausgeschichten 80
- Collius, Ohne Namen 150
- Cooper, Der letzte Mohikan 100
- --, Der Spion 100
- Cornelius, Peter, Gedichte 60
- Cremer, Holländische Novellen 150
- Çûdraka, Vasantasênâ 80
-
- Dadone, Wie ich z. mein. Frau kam 80
- Damm, Arthur Schopenhauer 100
- Dante, Göttliche Komödie 150
- --, Das Neue Leben 60
- Darwin, Die Abstammung des Menschen. 2 Bde. je 150
- --, Entstehung der Arten 175
- Daudet, A., Briefe a. mein. Mühle 80
- --, Fromont jun. & Risler sen. 100
- --, Jack 175
- --, Künstler-Ehen 60
- --, Tartarin aus Tarascon 60
- --, E., Die Frau des Botschafters 120
- Daumer, Hafis 80
- David, Der Bettelvogt u. a. Erz. 60
- --, Ein Poet u. a. Erzählungen 60
- Davids, Der Buddhismus 80
- Defoe, Robinson Crusoe 100
- Denison, So'n Mann wie mein Mann 80
- Descartes, Methode des richtigen Vernunftgebrauchs 60
- Dessauer, Götzendienst 100
- Detmold, Randzeichnungen. -- Anleitung zur Kunstkennerschaft 60
- Deutscher Minnesang 80
- Dickens, Copperfield. 2 Leinenbde. 225
- --, Dombey & Sohn. 2 Bde. je 150
- --, Harte Zeiten 100
- --, Heimchen am Herde 60
- --, Der Kampf des Lebens 60
- --, Klein Dorrit. 2 Leinenbände 250
- --, Londoner Skizzen 120
- --, Martin Chuzzlewit. 2 Leinbde. 225
- --, Nikolas Nickelby. 2 Leinenbde. 225
- --, Oliver Twist 120
- --, Die Pickwickier. 2 Lnbde. 200
- --, Zwei Städte 120
- --, Die Silvester-Glocken 60
- --, Der Verwünschte 60
- --, Der Weihnachtsabend 60
- --, Weihnachtsgeschichten in 1 Bd. 150
- Diers, Frau Elsbeth 80
- Dittrich, Tages-Chronik v. 1870/71 80
- Dokumente zur Geschichte des Krieges 1914/15. 3 Bände je 60
- Dombrowski, Grüne Brüche. 2 Bde. je 60
- Donnelly, Cäsars Denksäule 100
- Dostojewskij, Erzählungen 60
- --, Memoiren aus einem Totenhaus 100
- --, Schuld und Sühne 150
- Doyle, Onkel Bernac 80
- Droste-Hülshoff, Gedichte 120
- Dufresne, Damespiel 80
- --, Schachaufgaben. 5 Teile je 80
- --, Schachmeisterpartien. 1. Teil (2.-4. s. Mieses) 80
- --, Schachspiel 150
- Dumas, Die drei Musketiere 175
- --, Zwanzig Jahre später. 2 Bde. 250
-
- Eberhard, Hannchen und die Küchlein 60
- Eckermann, Gespräche m. Goethe 175
- Eckstein, Der Besuch im Karzer 60
- Edda. Deutsch von Wolzogen 120
- v. Eichendorff, Gedichte 100
- --, Aus d. Leben e. Taugenichts 60
- --, Marmorbild. -- Schloß Dürande 60
- Ekkehard von St. Gallen, Das Waltharilied 60
- Eliot, Adam Bede 175
- --, Die Mühle am Floß 175
- --, Silas Marner 80
- Emerson, Essays 80
- --, Repräsentanten des Menschengeschlechts 80
- Enking, Heine Stölting u. a. Erz. 60
- Eötvös, Der Dorfnotar 150
- Epiktets Handbüchlein d. Moral 60
- Erckmann-Chatrian, Freund Fritz 80
- --, Geschichte eines Anno 1813 Konskribierten 80
- --, Waterloo 80
- --, Geschichte e. Anno 1813 Konskribierten u. Waterloo in 1 120
- Bd.
- Ernst, Vom Strande des Lebens 60
- Etlar, Vendetta 80
- Eulenspiegel 80
- Euler, Algebra 120
- Ewald, Bilder aus dem Tier- und Pflanzenleben 60
- --, Streiflichter 60
- Eyth, Berufstragik 80
-
- Felder, Liebeszeichen 60
- Ferry, Der Waldläufer. 2 Bde. 225
- Feth, Gedichte 60
- Feuchtersleben, Diätetik d. Seele 60
- Feuerbach, Wesen d. Christentums 150
- Feuerwehrliederb. (Tascheneinbd.) 40
- Fichte, Bestimmung d. Menschen 80
- --, Reden an die deutsche Nation 80
- Fielding, Tom Jones. 2 Bde. 225
- Fischart, Die Flohhatz 60
- Flaubert, Madame Bovary 150
- --, Salambo 120
- Fleming, Ausgewählte Dichtungen 80
- Flygare-Carlen, Rose von Tistelö 150
- Fofanow, Gedichte 60
- Forster, Ansichten vom Niederrhein. 3 Teile. Zus. geb. 175
- Fouqué, Undine 60
- France, Prof. Bonnards Schuld 80
- Franklins Leben 80
- Französische Lyrik 150
- Faungruber, Ausseer G'schichten 80
- Freidanks Bescheidenheit 80
- Freiligrath, Gedichte 80
- Frenzel, Das Abenteuer 60
- --, Die Berliner Märztage und andere Erinnerungen 60
- --, Der Hausfreund 60
- --, Die Uhr 60
- Freund, Rätselschatz 150
- Fried, Lexikon deutscher Zitate 100
- --, Lexikon fremdsprachl. Zitate 100
- Friedrichs des Großen ausgewählte Briefe 120
- Fritze, Indische Sprüche 60
-
- Gaedertz, Fritz Reuter-Biogr. 80
- Gallet, Kapitän Satan 120
- Gaudy, Schneidergesell 60
- --, Venezianische Novellen 100
- Geibel, Gedichte 100
- Geigel, Licht und Farbe 100
- --, Die Wärme 100
- Geiger, A., Der Blitz -- Die Trommel 80
- --, L., Chamisso-Biographie 60
- Geijer, Gedichte 60
- Gellert, Fabeln u. Erzählungen 80
- --, Oden und Lieder 60
- Gensichen, Zu den Sternen! 80
- George, Fortschritt und Armut 150
- Gerhard, Die Stangenjäger u. andere Erzählungen 60
- Gerhardts geistliche Lieder 100
- Gerstäcker, Unter dem Äquator 150
- --, Flußpiraten des Mississippi 150
- --, Der Kunstreiter 120
- --, Die Regulatoren in Arkansas 150
- Gerstmann, Der Mühlhofbauer 60
- Gesetze: s. unter Reichsgesetze, Preußische, Österreichische
- und Schweizerische Gesetze.
- Gilm, Gedichte 120
- Girschner, Musikal. Aphorismen 60
- Gleim, Ausgewählte Werke 80
- Glümer, Schröder-Devrient 80
- Gobineau, Asiatische Novellen 80
- --, Reisefrüchte 80
- --, Die Renaissance 150
- --, Das Siebengestirn 120
- --, Die Tänzerin von Schemacha 60
- Gogol, Phantasien u. Geschichten 120
- Goldsmith, Der Landprediger von Wakefield 80
- Gorjkij, Erzählungen 175
- Goethe, Egmont 60
- --, Faust. 2 Teile in 1 Band 80
- --, Gedichte. In Leinen, 2 Bde. je 150
- --, Götz von Berlichingen 60
- --, Hermann und Dorothea 60
- --, Iphigenie auf Tauris 60
- --, Dramatische Meisterwerke (Götz von Berlichingen. Egmont. 100
- Iphigenie auf Tauris. Tasso)
- --, Reineke Fuchs 60
- --, Torquato Tasso 60
- --, Werthers Leiden 60
- --, Briefe an Frau Charlotte von Stein 175
- Goethe u. Zelter, Briefwechsel. 3 Bände je 150
- Goethe-Schiller Xenien 80
- Goethes Mutter, Briefe 100
- Gottfried v. Straßburg, Tristan und Isolde 175
- Gotthelf, Uli der Knecht 100
- --, Uli der Pächter 120
- Gottschall, H. Schachaufg. 2 Teile je 80
- --, R., Deutsche Lyrik d. 19. Jahrhdts. bis zur modernen Ära 150
- --, Grabbe-Biographie 60
- --, Lenau-Biographie 60
- --, Schiller-Biographie 80
- --, Die Rose vom Kaukasus 60
- Grabein, Der tolle Hans 80
- --, Wildwasser 60
- Gracians Handorakel 80
- Greinz, Lust. Tiroler Geschichten 60
- Grillparzer, Gedichte 80
- Grimm, Brüder, 50 Märchen (mit 12 Bildern) 80
- --, Sämtl. Märchen 1. u. 2. Bd. 175
- --, -- 3. Bd. 150
- --, M., Aus der Kinderstube 60
- Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplizissimus 150
- Groller, Detektiv Dagoberts Taten und Abenteuer. 2 Bände je 100
- --, Vom kleinen Rudi 60
- Grosse, Novellen des Architekten 60
- Grossi, Marco Visconti 120
- Grün, Anastasius, Gedichte 80
- --, Spaziergänge e. Wiener Poeten 60
- Gruppe, O. F., Gedichte 80
- Gudrun. Deutsch von Junghans 80
- Gundlach, Französische Lyrik 150
- --, 1000 Schnadahüpfln 80
- Gunkel, Ohne Heim 80
- Günther, Joh. Chr., Gedichte 80
- --, Sigm., Geschichte der Naturwissenschaften 150
- Gussew und Spiro, Gespräche mit Graf Leo Tolstoi 60
- Gutzkow, Ausgewählte Novellen 80
- --, Der Königsleutnant 60
- --, Urbild des Tartüffe 60
- --, Uriel Acosta 60
- --, Zopf und Schwert 60
-
- Haarhaus, Goethe-Biographie 100
- Habberton, Allerhand Leute 80
- --, Frau Marburgs Zwillinge 60
- --, Andrer Leute Kinder 100
- --, Helenes Kinderchen 80
- --, Helenes Kinderchen u. Andrer Leute Kinder in 1 Band 150
- Hackländer, Augenblick d. Glücks 100
- --, Handel und Wandel 100
- --, Soldatenleben im Frieden 80
- Haeckel, Natur und Mensch 80
- Haek, Phantasie- u. Lebensbilder 60
- Hagedorn, Poetische Werke 100
- Hagen, Norika 80
- Halbfaß, Süßwasser der Erde 100
- Hals oder Peinliche Gerichtsordnung 60
- Hamm, Wilhelm, Gedichte 60
- Hammer, Schau um dich 60
- Hansjakob, Der Theodor 60
- Hartmann, Krieg um den Wald 80
- Hartmann v. Aue, Gregorius 60
- --, Der arme Heinrich 60
- Hauff, Die Bettlerin 60
- --, Lichtenstein 100
- --, Der Mann im Monde 80
- --, Märchen 100
- --, Memoiren des Satan 100
- --, Phantasien 60
- Haug, Sinngedichte 60
- Haushofer, Der Floßmeister. -- Scharka 60
- Häusser, Freiheitskriege. 1. Band 120
- --, -- 2. Band 175
- --, Völkerschlacht b. Leipzig 1813 60
- Hebbel, Gedichte 120
- --, Die Nibelungen 80
- Hebel, Allemannische Gedichte 60
- --, Schatzkästlein 80
- Hegel, Philosophie der Geschichte 150
- Heiberg, Die Andere. -- Einmal im Himmel 80
- Hein, Adalbert Stifter 60
- Heine, Atta Troll -- Deutschland 60
- --, Buch der Lieder 80
- --, Neue Gedichte 60
- --, Die Harzreise 60
- --, Romanzero 80
- Heliand 80
- Helmer, Prinz Rosa-Stramin 60
- Hempelmann, Der Wirbeltierkörper. 1. u. 2. Teil zus. in 1 Bd. 150
- Herbart, Allgemeine Pädagogik 80
- --, Pädagogische Vorlesungen 80
- Herder, Der Eid 60
- --, Schulreden 80
- --, Stimmen der Völker 100
- Hermannsthal, Ghaselen 60
- Herodotos Geschichten. 2 Bände 200
- Herold, Zenab 80
- Herrig, Gesamm. Aufsätze über Schopenhauer 60
- Hertz, König Renés Tochter 60
- Hertzka, Reise nach Freiland 80
- Herwegh, Gedichte eines Lebendigen 80
- Herzog, Komödien des Lebens 80
- Hesekiel, Das Buch vom Fürsten Bismarck. 2 Bände 200
- Heyden, Das Wort der Frau 60
- Heyse, Paul, Zwei Gefangene 60
- --, König Saul 60
- Hilfsbuch, engl.-franz.-deutsches 150
- Hille, Aus d. Heiligtum d. Schönh. 60
- Hiob, Das Buch 100
- Hippel, Über die Ehe 80
- Hitopadesa 100
- Hocking, Im Kampfe m. d. Schicksal 100
- Hoefer, Erzählgn. e. alt. Tambours 60
- Hoffmann, Elixiere des Teufels 100
- --, Kater Murr 120
- --, Klein Zaches 60
- --, Kreisleriana 80
- Hoffmann v. Fallersleben, Ausgewählte Gedichte 80
- --, Kinderlieder 60
- Hölderlin, Gedichte 60
- Hollaender, Der Pflegesohn und zwei andere Novellen 60
- Holtei, Der letzte Komödiant 175
- --, Schlesische Gedichte 120
- --, Die Vagabunden. 2 Bände 240
- Hölty, Gedichte 60
- Holzamer, Der Held u. a. Nov. 60
- Homer, Werke. Von Voß (Ilias, Odyssee) 150
- --, Ilias 100
- --, Odyssee 100
- Hopfen, Der Böswirt 60
- --, Mein Onkel Don Juan 120
- Horaz Werke. Von Voß 80
- Hufeland, Makrobiotik 120
- Hugo, Victor, Notre-Dame 175
- Humboldt, A. v., Ansicht d. Natur 100
- --, W. v., Briefe an eine Freundin 150
- Hume, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand 80
- Hunt, Leigh, Liebesmär von Rimini. Deutsch v. Meerheimb 60
- Hutten, Gesprächsbüchlein 80
-
- Jacobsen, Niels Lyhne 80
- --, Sechs Novellen 60
- Jahn, Deutsches Volkstum 80
- --, Kleine Schriften 80
- --, u. Eiselen, Deutsche Turnkunst 80
- Japanische Novellen u. Gedichte 60
- Ibsen, Brand 80
- --, Gedichte 60
- --, Gesammelte Werke. 4 Lbd. je 150
- Iden-Zeller, 12000 Kilometer durch Sibirien 60
- Jean Paul, Flegeljahre 120
- --, Hesperus. 2 Leinenbde. 200
- --, Immergrün &c. 60
- --, Der Jubelsenior 80
- --, Dr. Katzberger 80
- --, Der Komet 120
- --, Levana 100
- --, Quintus Fixlein 80
- --, Siebenkäs 120
- --, Titan. 2 Leinenbände 225
- Jensen, H., Schatten d. Schlachtfeldes 80
- --, Wilh., Erbin von Helmstede 100
- --, Hunnenblut 60
- Jerome, Die müßigen Gedanken eines Müßigen 80
- Jerrold, Frau Kaudels Gardinenpredigten 80
- Jesaja, Buch vom Propheten 100
- Ifflands Briefwechsel 100
- Immermann, Die Epigonen 150
- --, Münchhausen 175
- --, Der Oberhof 100
- --, Tristan u. Isolde 100
- --, Tulifäntchen 60
- Joëls Kochbuch 120
- Jókai, Dame mit den Meeraugen 100
- --, Schwarze Diamanten 150
- --, Ein Goldmensch 150
- --, Ein ungarischer Nabob 150
- --, Gold. Zeit in Siebenbürgen 100
- --, Die Táblabirós 120
- --, Traurige Tage 100
- --, Die unsichtb. Sängerin. -- Das Faustpfand 60
- --, Zoltán Karpáthi 150
- Irving, Alhambra 100
- --, Skizzenbuch 120
- Jugenderinnerungen eines alten Mannes 150
- Jugendliederbuch (Tascheneinband) 40
- Junggesellenbrevier 60
- Jung-Stillings Lebensgeschichte 150
-
- Kalidasa, Sakuntala 60
- Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten 60
- --, Zum ewigen Frieden 60
- --, Kritik der Urteilskraft 120
- --, Kritik der prakt. Vernunft 80
- --, Kritik der reinen Vernunft 150
- --, Von der Macht des Gemüts 60
- --, Allgemeine Naturgeschichte &c. 80
- --, Prolegomena 80
- --, Die Religion 80
- --, Streit der Fakultäten 60
- --, Träume eines Geistersehers 60
- Kartenspiele. 3 Bände je 60
- Kellen, Bienenbuch 60
- Keller, Helen, Auswahl 60
- Kennan, Russische Gefängnisse 60
- --, Sibirien. 3 Teile 150
- --, Zeltleben in Sibirien 100
- Kerner, Gedichte 80
- --, Die Seherin von Prevorst 150
- Kiesgen, Kleist-Biographie 60
- Kinkel, Otto der Schütz 60
- Kleist, E. Chr. v., Werke 60
- Klepp, Lehrbuch d. Photographie 80
- Klopstock, Messias 120
- --, Oden und Epigramme 100
- Knigge, Umgang mit Menschen 100
- Kobell, Gedichte in oberbayrischer Mundart 80
- --, Gedichte in pfälz. Mundart 60
- Köhler, Fr., s. Taschenwörterbücher.
- --, Fremdwörterbuch 100
- --, Br., Trachtenkunde. 2 Bde. 400
- Kolzow, Gedichte 60
- Kommersbuch (Tascheneinband) 40
- Kommers- u. Studentenliederbuch in 1 Band 60
- Konrad, Das Rolandslied 120
- Kopisch, Gedichte 100
- Koran, Der 150
- Körner, Leier und Schwert 60
- --, Zriny 60
- Korolenko, Der blinde Musiker 60
- --, Sibirische Novellen 80
- Kortum, Die Jobsiade 100
- Kosegarten, Jucunde 60
- Kriegslieder (Tascheneinband) 40
- Kröger, Wohnung des Glücks 60
- Krummacher, Parabeln 100
- Kugler, Geschichte Friedrichs d. Großen 150
- Kühns, Unter Napoleons Joch 100
- Kürnberger, Der Amerikamüde 150
-
- Lafontaines Fabeln 100
- Lagerlöf, Gösta Berling 120
- --, Eine Gutsgeschichte 80
- Lamartine, Dichtungen 60
- --, Graziella 60
- Lambeck, Engl.-franz.-deutsches Hilfsbuch 150
- Lampert, Abstammungslehre 100
- --, vom Keim zum Leben 100
- Lamprecht, Porträtgalerie aus der Deutschen Geschichte 80
- Land, Ja -- die Liebe 60
- Lange, Geschichte des Materialismus. 2 Bde. je 175
- Lavater, Worte des Herzens 60
- Le Braz, Sirenenblut 80
- Leffler, Sonja Kovalevsky 80
- Lehmann, Fludyer in Cambridge 80
- Leibniz, Kleinere philos. Schriften 100
- --, Die Theodizee. 2 Bde. 225
- Leiser, Die Welt der Kolloide 80
- Leitner, Gedichte 100
- Lenau, Die Albigenser 60
- --, Faust 60
- --, Gedichte 100
- --, Savonarola 60
- Lenk, Gesch. d. Buren (1652-1899) 150
- Lennig, Etwas zum Lachen 60
- Lenz, Militärische Humoresken 120
- Lermontow, Gedichte 60
- --, Ein Held unsrer Zeit 80
- Lesage, Gil Blas 175
- --, Der hinkende Teufel 80
- Lessing, Dramat. Meisterwerke (Nathan der Weise. Emilia 80
- Galotti. Minna von Barnhelm)
- --, Emilia Galotti 60
- --, Laokoon 80
- --, Minna von Barnhelm 60
- --, Nathan der Weise 60
- Leuthold, Gedichte 100
- Lichtenberg, Ausgew. Schriften 120
- Lichtstrahlen aus dem Talmud 60
- Lie, Die Familie auf Gilje 80
- --, Ein Mahlstrom 80
- --, Der Dreimaster »Zukunft« 80
- Liebesbrevier 60
- Liebmann, Christliche Symbolik 80
- Lingg, Byzantinische Novellen 60
- Linguet, Die Bastille 150
- Livius, Röm. Geschichte, 4 Bde. je 150
- Locke, Über den menschlichen Verstand, 2 Bde. je 150
- Lohengrin, Deutsch v. Junghans 80
- Lombroso, Genie und Irrsinn 120
- --, Handbuch der Graphologie 150
- --, Studien üb. Genie u. Entart. 100
- --, P., Kodak 80
- Longfellow, Evangeline 60
- --, Gedichte 60
- --, Hiawatha 80
- --, Miles Standish 60
- Loti, Die Islandfischer 80
- Lucrez, Von der Natur der Dinge 100
- Ludwig, Die Heiterethei 100
- --, Zwischen Himmel und Erde 80
- Ludwig I. von Bayern, Gedichte 80
- Luther, Sendbrief v. Dolmetschen 60
- --, Tischreden 120
- Lux, Kunst im eigenen Heim 60
- Lyrik, Deutsche, des 19. Jahrh. bis zur modernen Ära 150
- --, Moderne Deutsche 150
-
- Macchiavelli, Buch vom Fürsten 80
- Mackay, Letzte Pflicht 80
- Madách, Tragödie des Menschen 80
- Mahlmann, Gedichte 60
- Maikow, Gedichte 60
- Manzoni, Die Verlobten. 2 Bde. 200
- Marc Aurels Selbstbetrachtungen 80
- Margueritte, Weltkinder 100
- Mark Twain, Ausgew. Skizzen 175
- Marryat, Japhet 120
- --, Peter Simpel 150
- Martials Gedichte 60
- Mathesius, Luthers Leben 120
- Matthisson, Gedichte 60
- Maupassant, Novellen 150
- Meerheimb, Psychodram. 2 Bde. je 60
- Mehring, Deutsche Verslehre 100
- --, Ungebundenes in geb. Form 60
- Meißner, Aus d. Papieren eines Polizeikommissärs 150
- Mendelssohn, Phädon 60
- Mendheim, Uhland-Biographie 60
- Merbach, Bismarck 60
- Merker, Wieland-Biographie 60
- Messerschmitt, Physik d. Gestirne 100
- --, Sternenhimmel 100
- Meyer, Auf der Sternwarte 60
- Michelet, Die Frau 100
- --, Die Liebe 100
- Mickiewicz, Balladen 60
- Mieses, Schachmeisterpartien. Teil 2-4 (Teil 1 f. Dufresne) je 80
- Mignet, Geschichte der französischen Revolution 150
- Mikszáth, Der wundertätige Regenschirm 80
- Mill, Über Freiheit 80
- Milow, Stephan, Drei Novellen 60
- Milton, Das verlorene Paradies 80
- Minnesang, Deutscher 80
- Möbius, Das Nervensystem 60
- Molo, Totes Sein 60
- Moltke, Die beiden Freunde 60
- Montesquieu, Persische Briefe 120
- Moore, Irische Melodien 60
- --, Lalla Rukh 80
- Moreto, Donna Diana 60
- Mörike, Gedichte 80
- --, Mozart auf d. Reise nach Prag 60
- Moritz, Anton Reiser 120
- --, Götterlehre 120
- Mosen, Bilder vom Moose 100
- Möser, Patriotische Phantasien 80
- Mügge, Afraja. 2 Bde. 220
- --, Der Vogt von Sylt 100
- Muellenbach, Waldmann und Zampa und andere Novellen 60
- Müller, Curt, Hexenaberglaube 80
- --, Wilh., Gedichte 120
- Müllner, Dramatische Werke 150
- Murger, Zigeunerleben 120
- Murner, Narrenbeschwörung 100
- Musäos, Hero und Leander 60
- Mutterherz, Das 60
- Mylius, Die Türken vor Wien 80
-
- Nadler, Fröhlich Palz, Gott erhalts! 80
- Nadson, Gedichte 60
- Namenbuch 80
- Nathusius, Elisabeth 150
- --, Tagebuch eines armen Fräuleins 60
- Nekrassow, Gedichte 60
- --, Wer lebt glücklicher in Rußland? 100
- Nepos' Biographien 80
- Nettelbecks Lebensbeschreibung 150
- Neumann, H. K., Nur Jehan 60
- --, C. W., Wunder d. Urwelt. 2 Bde. je 60
- Neumann-Hofer, Familie Rizzoni 120
- Nibelungenlied 120
- Niese, Der verrückte Flinsheim und zwei andere Novellen 60
- Nikitin, Gedichte 60
- Nirwana 60
- Noël, Kleines Volk 60
- Nohl, Musikgeschichte 100
- Novalis, Gedichte 60
-
- Ohnet, Sergius Panin 100
- Ossig, Spanisches Taschen-Wörterbuch 150
- Österreichische Börsenschiedsgerichtsordnungen 80
- --, Bürgerliches Gesetzbuch 150
- --, Exekutionsordnung 150
- --, Gerichtsorganisationsgesetz 80
- --, Personalsteuergesetz 100
- --, Vollzugsvorschrift z. Personalsteuergesetz. 1. Hauptstück 120
- 2. u. 3. Hauptstück 100
- 4.-6. Hauptstück 100
- 1.-6. Hauptstück zusammen in 1 Band 250
- --, Zivilprozeßordnung 150
- Ostwald, H., Landstreichergeschichten 60
- --, W., Grundriß der Naturphilosophie 80
- Oswald von Wolkenstein, Dichtungen 80
- Ouida, Fürstin Zouroff 80
- Ovid, Heroiden 80
- --, Verwandlungen 80
-
- Pahde, Meereskunde 100
- Parreidt, Zähne u. ihre Pflege 60
- Pascal, Gedanken 100
- Pauli, Schimpf und Ernst 80
- Perfall, Dämon Ruhm 120
- --, Trudenstein. -- Prüglmensch 80
- Pestalozzi, Lienhard u. Gertrud 120
- --, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt 80
- Peter, Das Aquarium 60
- Petersen, Die Irrlichter 60
- --, Prinzessin Ilse 60
- Petöfi, Gedichte 80
- --, Prosaische Schriften 80
- Petrarca, Sonette 80
- Pfarrer vom Kalenberg und Peter Leu 60
- Pfeffel, Poetische Werke 120
- Platen Gedichte 80
- Platon, Phädon 60
- Plutarch, Vergleichende Lebensbeschreibungen. 4 Bände je 150
- Poe, Novellen. 3 Bde. zus. in 1 Bd. 100
- Pol de Mont, Zeiten und Zonen 60
- Pollock, Gesch. der Staatslehre 60
- Polonskij, Gedichte 60
- Pötzl, Der Herr von Nigerl 80
- --, Hoch vom Kahlenberg. I-III 100
- --, Kriminal-Humoresken 100
- --, Die Leute von Wien 80
- --, Rund um den Stephansturm 80
- Presber, Das Eichhorn u. a. Sat. 60
- --, Untermensch u. and. Satiren 60
- Preußische Gesetze:
- Verfassungsurkunde für den preußischen Staat 60
- Wahl-Reglement d. Preußischen Abgeordneten-Hauses 60
- Properz, Elegieen 60
- Prophet Jesaja 100
- Psalter, Der 60
- Pferhofer, Aus jungen Tagen 60
- Puschkin, Gedichte 80
- --, Der Gefangene im Kaukasus 60
- --, Die Hauptmannstochter 80
- --, Novellen 80
- --, Onegin 80
-
- Raabe, Zum wilden Mann 60
- Rameau, Die Hexe 100
- Rangabé, Kriegserinnerungen aus 1870-71 60
- Ranke, Die Erhebung Preußens im Jahre 1813 80
- Räuber, Literarische Salzkörner 100
- Reclam, Prof. Dr. Carl, Gesundheits-Schlüssel 60
- Rehfues, Scipio Cicala. 2 Lbde. 225
- Reichenau, Bilder aus dem Kinderleben 60
- Reichsgesetze, Deutsche:
- Bankwesen 80
- Binnenschiffahrts- u. Flößereigesetz 60
- Bürgerliches Gesetzbuch 150
- -- -- Tascheneinbd. 125
- Freiwillige Gerichtsbarkeit 60
- Gerichtskostenwesen 60
- Gerichtsverfassungsgesetz 60
- Geschäftsordnung f. d. Reichstag 60
- Gewerbegerichtsgesetz 60
- Gewerbeordnung 80
- Grundbuchordnung 60
- Handelsgesetzbuch 80
- -- u. Wechselordnung zus. geb. 100
- Impfgesetz f. d. Deutsche Reich 60
- Kaufmannsgerichte 60
- Konkursordnung 60
- Kriegsgesetze 100
- -- Ergänzungsband 80
- Militärversorgungsgesetze für das Deutsche Reich 80
- Patentgesetz 60
- Preßgesetz und Verlagsrecht 60
- Rechtsanwaltsordnung 80
- Reichs- und Staatsangehörigkeit 60
- Reichsverfassung 60
- Stempelgesetz 80
- Strafgesetzbuch 60
- Strafprozeßordnung 80
- Unlauterer Wettbewerb 60
- Urheberrechtsgesetze 60
- Vereinsgesetz 80
- Verfass. des Deutschen Reiches 60
- Versicherungsgesetze:
- Angestelltenversicherung 100
- Reichsversicherungsordnung 150
- -- Tascheneinband 125
- Versicherungsbehörden [Gewerbeunfallversicherung 2623/24 -- 60
- Invalidenversicherung 2571 -- Krankenversicherung 3564/65
- -- Unfallversicherung 4531-33: jetzt in
- Reichsversicherungsordnung, s. oben.]
- Wehrbeitrag u. Besitzsteuergesetz 60
- Wechselordnung 60
- Zivilprozeßordnung 100
- Zuwachssteuergesetz 80
- Zwangsversteigerungsgesetz 60
- Reinick, Geschichten und Lieder für die Jugend 80
- Renan, Die Apostel 100
- --, Das Leben Jesu 100
- Renard, Ist der Mensch frei? 80
- Resa, Weihnachtsgeschichten 60
- Reuß, Doktors Bescherung u. a. N. 60
- Reuter, Christian, Schelmuffskys Reisebeschreibung 60
- Reuter, Fritz, Dörchläuchting 80
- --, Eine heitere Episode aus einer traurigen Zeit 60
- --, Hanne Nüte un de lütte Pudel 80
- --, Julklapp! Polterabendgedichte 60
- --, Kein Hüsung 80
- --, Läuschen un Rimels 100
- --, De meckelnbörgschen Montecchi un Capuletti 100
- --, Meine Vaterst. Stavenhagen 80
- --, Ut mine Festungstid 80
- --, Ut de Franzosentid 80
- --, De Reis' nah Belligen 80
- --, Ut mine Stromtid 175
- Reuter, Gabriele, Eines Toten Wiederkehr u. andere Novellen 60
- Ricek-Gerolding, Gelehrt. Zecher goldnes Alphabet 60
- Riehl, Burg Reibeck 60
- --, Die 14 Nothelfer 60
- Riemann, Bürger-Biographie 60
- --, Lessing-Biographie 60
- Roberts, Um den Namen 80
- Rodenbach, Die Eiche am Kreuzweg. -- Berufung 80
- --, Das tote Brügge 60
- Rosegger, Geschichten und Gestalten aus den Alpen 60
- Rosenberger, König der Diebe 60
- Roswitha von Gandersheim 80
- Rousseau, Bekenntnisse. 2 Bde. 225
- --, Emil. 2 Bde. 225
- --, Gesellschaftsvertrag 80
- --, Die neue Heloise 2 Bde. 225
- Rückert, Gedichte 80
- --, Gedichte für die Jugend 80
- --, Liebesfrühling 80
- --, Weisheit des Brahmanen 150
- Rumohr, Geist der Kochkunst 120
- Runeberg, Fähnrich Stahl 80
- Ruppius, Der Pedlar 100
- --, Vermächtnis des Pedlars 100
- Ruskin, Vorlesungen über Kunst 80
- Russische Dichterinnen 60
- Ruth, Das Buch 60
- Rützebeck, Dänischer Sommer 80
- Rydberg, Venus von Milo 60
-
- Saar, Ginevra. -- Die Troglodytin 60
- Sach, Hans, Poet. Werke. 2 Bde. je 80
- --, Dramatische Werke. 2 Bde. je 80
- Sachsen-Spiegel 80
- St. Pierre, Paul und Virginie 60
- Salis-Seewis, Gedichte 60
- Sallet, Gedichte 100
- --, Laien-Evangelium 100
- Sallust, Der Jugurthinische Krieg 60
- Sallwürk, Mörike-Biographie 60
- Salus, Nachdenkliche Geschichten 60
- Salzmann, Ameisenbüchlein 60
- --, Der Himmel auf Erden 80
- --, Krebsbüchlein 80
- Saphir, Deklamationsgedichte 100
- Sarcey, Belagerung von Paris 100
- Schanz, Wolken 80
- Scharling, Zur Neujahrszeit im Pfarrhof von Röddebo 100
- Schaumberger, Im Hirtenhaus 80
- --, Bergheimer Musikanten-Gesch. 100
- Schefer, Laienbrevier 100
- Schelling, Clara 80
- --, Die Weltalter 100
- Schenkendorf, Gedichte 100
- Schermann, Firma Murks. Band 1-3 zusammen gebunden 100
- Scherr, Das rote Quartal 60
- Schiller, Braut von Messina 60
- --, Don Karlos 60
- --, Gedichte. Leinen 80
- --, Jungfrau von Orleans 60
- --, Dram. Meisterwerke. 2 Bde. je 120
- --, Maria Stuart 60
- --, Die Räuber 60
- --, Wilhelm Tell 60
- --, Wallenstein. 2 Teile 80
- Schiller u. Goethe, Briefwechsel. 3 Bände je 100
- Schlaf, Tantchen Mohnhaupt 80
- Schleiermacher, Monologen 60
- --, Weihnachtsfeier 60
- Schmid, Almenrausch u. Edelweiß 80
- Schmidt, Zeitgenössische Berichte über die Leipziger Schlacht 60
- Schmied-Kufahl, Fechtbüchlein. (Illustriert) 100
- Schnadahüpfln, Tausend 80
- Schöne, Lehr- und Flegeljahre eines alten Schauspielers 80
- Schönthan, F. v., Der General 60
- --, P. v., Kindermund 60
- --, Der Kuß 60
- Schopenhauer, A., Sämtliche Werke. 6 Bände je 150
- --, Aphorismen z. Lebensweisheit 80
- --, Briefe 150
- --, Einleitung in die Philosophie nebst Abhandlungen &c. 80
- --, Gracians Handorakel 80
- --, Neue Paralipomena 150
- --, Philosophische Anmerkungen 80
- Schreiner, Hohe Fahrt 60
- Schubart, Gedichte 120
- Schücking, Eine dunkle Tat 80
- --, Die Rheider Burg 100
- --, Der Kampf im Spessart 80
- Schulze, Die bezauberte Rose 60
- Schumann, Ges. Schriften über Musik u. Musiker. 3 Bde. in 1 175
- Bd.
- Schwab, Gedichte 150
- --, Die deutschen Volksbücher 200
- Schwegler, Gesch. d. Philosophie 150
- Schweizerische Bundesverfassung 60
- -- Kranken- u. Unfallversicherung 60
- -- Obligationenrecht 100
- -- Zivilgesetzbuch 100
- -- -- u. Obligationenrecht in 1 Bd. 175
- -- -- -- Tascheneinband 150
- Scott, Braut von Lammermoor 100
- --, Der Herr der Inseln 60
- --, Ivanhoe 120
- --, Die Jungfrau vom See 80
- --, Kenilworth 120
- --, Letzten Minnesängers Sang 60
- --, Quentin Durward 150
- --, Waverley 150
- Sealsfield, Das Kajütenbuch 100
- Seidl, Ausgewählte Dichtungen Band 1-3 zusammen 100
- Seneca, Ausgewählte Schriften 100
- --, Fünfzig ausgewählte Briefe 80
- Seume, Gedichte 100
- --, Spaziergang nach Syrakus 100
- Shakespeare, Hamlet 60
- --, Der Kaufmann von Venedig 60
- --, Othello 60
- --, Romeo und Julia 60
- Shelley, Entfesselte Prometheus 80
- --, Feenkönigin 60
- Sienkiewicz, Familie Polaniecki 2 Bände 240
- --, Quo vadis? 175
- --, Zersplittert 80
- Silberstein, Trutz-Nachtigall 60
- Smiles, Der Charakter 100
- --, Die Pflicht 120
- --, Selbsthilfe 100
- --, Sparsamkeit 120
- Soldatenliederbuch (Tascheneinbd.) 40
- Sophokles, Sämtliche Dramen 150
- Souvestre, Am Kamin 80
- --, Ein Philosoph 80
- Spee, Trutznachtigall 100
- Speter, Die chemisch. Grundstoffe 80
- --, Die chemische Verwandtschaft 80
- Spielhagen, Alles fließt 60
- --, Dorfkokette 60
- --, Was die Schwalbe sang 100
- Spindler, Der Jesuit 120
- --, Der Jude 175
- Spinoza, Briefwechsel 100
- --, Die Ethik 120
- --, Der politische Traktat 80
- --, Der theologisch-politische Traktat 120
- --, Vervollkommnung d. Verstandes 60
- Spitta, Psalter und Harfe 60
- Spurgeon, Geistesstrahlen 200
- Staël, Corinna oder Italien 150
- --, Über Deutschland. 2 Bde 225
- Stanley, Wie ich Livingstone fand 150
- Stein, v., Goethe und Schiller 60
- Steinmüller, Baron Kahlebutz. 1. und 2. Bd. zus. in 1 Bd. 80
- Stelzhamer, Ausgew. Dichtungen 80
- Stendhal, Novellen 100
- Steputat, Deutsches Reimlexikon 80
- Stern, Gluck in Versailles. -- Nanon 60
- Sterne, Empfindsame Reise 60
- --, Tristram Shandy 150
- Stevenson, Die Schatzinsel 100
- --, u. Osbourne, Schiffbruch 120
- Stifter, Bergkristall. -- Brigitta 60
- --, Der Hochwald 60
- Stirner, Der Einzige und sein Eigentum 120
- Strachwitz, Gedichte 80
- Streicher, Schillers Flucht 80
- Striegler, Das deutsche Turnen 80
- Strindberg, Die Leute auf Hemsö 80
- Strodtmann, Gedichte. Mit Goldschn. 120
- Studentenliederbuch (Tascheneinbd.) 40
- Swift, Gullivers Reisen 120
-
- Tacitus, Die Annalen 120
- --, Die Germania 60
- --, Die Historien 100
- Tagebuch eines bösen Buben 80
- Taschen-Wörterbücher:
- --, Englisches 150
- Engl.-deutsch. Teil einzeln 100
- Deutsch-engl. Teil einzeln 100
- --, Französisches 150
- Franz.-deutsch. Teil einzeln 100
- Deutsch-franz. Teil einzeln 100
- --, Italienisches 150
- Ital.-deutsch. Teil einzeln 100
- Deutsch-ital. Teil einzeln 100
- --, Spanisches 150
- --, Englisch-französisch-deutsches Hilfsbuch 150
- --, Fremdwörterbuch 100
- --, Deutsches Wörterbuch 100
- Tasso, Befreites Jerusalem 120
- Tausend und eine Nacht. 8 Bde. je 150
- Tegnér, Abendmahlskinder 60
- --, Axel 60
- --, Frithjofs-Sage 80
- Telmann, In Reichenhall 60
- Tennyson, Enoch Arden 60
- --, Königsidyllen, 80
- Testament, Neues. [Übersetzt von E. Stage.], 150
- Tetzner, Deutsche Geschichte in Liedern, 150
- --, Namenbuch, 80
- --, Deutsches Sprichwörterbuch, 150
- --, Deutsches Wörterbuch, 100
- --, Wörterbuch sinnverwandter Ausdrücke, 150
- --, Wörterverzeichnis zur deutschen Rechtschreibung. 40
- (Tascheneinband),
- Thackeray, Der Jahrmarkt des Lebens. 2 Bde., 225
- --, Das Snobsbuch, 100
- Theokrits Gedichte. Von Boß, 60
- Thukydides, Der Peloponnesische Krieg, 175
- Thümmel, Wilhelmine, 60
- Thiedge, Urania, 60
- Tillier, Belle-Plante u. Kornelius, 80
- --, Mein Onkel Benjamin, 80
- Tintschew, Gedichte, 60
- Tolstoj Alexej, Gedichte, 60
- --, Leo, Anna Karenina. 2 Bde., 250
- --, Auferstehung. 1. u. 2. Bd. zus., 150
- --, Chadshi Murat, 80
- --, Evangelium, 80
- --, Zwei Husaren, 60
- --, Kindheit, 80
- --, Die Kosake, 80
- --, Krieg und Frieden 2 Bde., 250
- --, Volkserzählungen, 80
- Torn, Offiziersgeschichten, 150
- Torrund, Sein Herzenskind, 60
- Trenck, Friedr. von der, Lebensgeschichte, 80
- Tschabuschnigg, Sonnenwende, 60
- Tschechow, Humoresken und Satiren. Band 1-3 zus., 100
- Tschudi, Kaiserin Elisabeth, 80
- --, Kaiserin Eugenie, 80
- --, König Ludwig II. v. Bayern, 100
- --, Königin Maria Sophia von Neapel, 80
- --, Marie Antoinettes Jugend, 80
- --, Marie Antoinette und die Revolution, 120
- --, Napoleons Mutter, 80
- --, Napoleons Sohn, 100
- Turgenjew, Dunst, 80
- --, Frühlingswogen, 80
- --, Gedichte in Prosa, 60
- --, Die neue Generation, 120
- --, Erste Liebe, 60
- --, Memoiren eines Jägers, 100
- --, Väter und Söhne, 100
- Turnerliederbuch (Tascheneinband), 40
-
- Uhland, Dramatische Dichtungen, 60
- --, Gedichte, 80
- Usteri, De Vikari, 80
-
- Vaka, Harem, 80
- Varnhagen, Fürst Leopold, 80
- Vely, Mente, 80
- Vergils Aeneide. Von Boß, 80
- --, Ländliche Gedichte, 60
- Villinger, Die Sünde des heiligen Johannes und andre 60
- Novellen,
- Vix, Die Totenbestattung, 80
- Vogl, Ausgewählte Dichtungen, 80
- Volney, Die Aninen, 100
- Voltaire, Geschichte Karls XII., 100
- --, Zeitalter Ludwig XIV. 2 Bde., 225
- Voneisen, Albumblätter, 60
- --, Junggesellenbrevier, 60
- --, Kunterbunt, 60
- --, Liebesbrevier, 60
- --, Das Mutterherz, 60
- --, Nirwana, 60
- Voß, Idyllen und Lieder, 60
- --, Luise, 60
- --, d. J., Goethe und Schiller in Briefen, 80
- --, R., Amata. -- Liebeopfer, 60
- --, Die Auferstandenen. 2 Bde. zus. in 1 Bandm 175
- --, Kentaurenliebe. -- Die Toteninsel, 60
- --, Narzissenzauber. -- Das Wunderbare, 60
- --, Rolla, 120
- Vrchlicky, Gedichte, 80
-
- Wagner, Rich., Autobiogr. Skizze. Mitteilung an meine 80
- Freunde,
- --, Bayreuth, 60
- --, Ein deutscher Musiker in Paris, 80
- --, Erinnerungen, 60
- --, Über das Dirigieren. -- Bericht über eine deutsche 80
- Musikschule,
- --, Tondramen. 2 Bde. je, 150
- Wahlreglement des preußischen Abgeordnetenhauses, 60
- Waiblinger, Gedichte aus Italien, 100
- Waldmüller, Walpra, 60
- Waldow, Wera, 80
- Wallace, Ben Hur. 2 Bände je, 100
- Walther von der Vogelweide, Sämtliche Gedichte, 80
- Weber, C. M. v., Ausgew. Schriften, 80
- --, L., Shakespeare-Biographie, 60
- Weddigen, Geistliche Oden, 60
- Weiser, Jesus. Teil 1-4 zus., 120
- Weißbuch, Deutsch. (Dokumente I), 60
- Westkirch, Der Bürgermeister von Immelheim u. and. Nov., 60
- --, Diebe 60
- --, Die Gletschermühle, 60
- --, Der Knecht von Wörpedamm, 60
- --, Recht der Liebe u. 2 and. Nov., 60
- --, Timm Bredenkamps Glück, 80
- --, Urschels Fundgut, 60
- --, Erzählungen. Zus. geb. in 2 Bdn. je, 150
- Whitman, Grashalme, 80
- Wichert, Am Strande, 60
- --, Für tot erklärt, 60
- --, Eine Geige. -- Drei Weihnachten, 60
- --, Nur Wahrheit. -- Sie verlangt ihre Strafe, 60
- --, Die gnädige Frau von Paretz, 60
- Wickenburg, Franz Mooshammer, 80
- Wieland, Die Abderiten, 100
- --, Oberon, 80
- Wieleitner, Schnee u. Eis der Erde, 100
- Wilbrandt, König Teja, 60
- Wildberg, Dunkle Geschichten, 60
- --, Neben der Welt u. a. Erzähl., 80
- Wilde, Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading, 60
- --, Dorian Gray, 100
- Wildermuth, Hagestolze, 60
- --, Schwäbische Pfarrhäuser, 60
- Wilhelm II. Reden. 4 Bände je, 100
- Willomitzer, Nacht im Mittelalter, 60
- Winter, Ohne Fehl, 100
- Wiseman, Fabiola, 120
- Witschel, Morgen- und Abendopfer, 80
- Wolf, Prolegomena zu Homer, 100
- Wolff, Allgemeine Musiklehre, 60
- --, Elementar-Gesanglehre, 60
- Wolfram von Eschenbach, Parzival. 2 Bde., 225
- Wörterbücher s. Taschenwörterbücher.
- Woude, Traudel und ich, 80
- Wundt, Zur Psychologie u. Ethik, 80
- Württemberg, Alex. Graf von, Sämtliche Gedichte, 100
-
- Xenophon, Anabasis, 80
- --, Erinnerungen an Sokrates, 80
- --, Griechische Geschichte, 100
- --, Kyrupädie, 120
-
- Zaleski, Die heilige Familie, 60
- Zangerle, Meraner Geschichte, 60
- Zedlitz, Gedichte, 80
- --, Waldfräulein, 60
- Zipper, Grillparzer-Biographie, 60
- --, Körner-Biographie, 60
- Zittel, Entstehung der Bibel, 80
- Zobeltitz, H. v., König Pharaos Tochter, 60
- Zola, Das Fest in Coqueville und andere Novellen, 80
- --, Germinal, 150
- --, Herrn Chabres Kur u. a. N., 80
- --, Sturm auf die Mühle u. a. N., 80
- Zschokke, Alamontade, 80
-
- Durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verleger Philipp Reclam
- jun. in Leipzig unberechnet zu beziehen
-
- Prospekte der Universal-Bibliothek:
-
- Vollständiges Verzeichnis nach Autoren geordnet.
-
- Vollständiges Verzeichnis nach Materien geordnet.
-
- Verzeichnis der dramatischen Werke mit Angabe der Personenzahl
- und des Theatervertriebes.
-
- Verzeichnis von 100 einaktigen Lustspielen mit Angabe des Inhalts
- und der Besetzung.
-
- Verzeichnung von Reise- und Unterhaltungslektüre.
-
- Ausführliches Verzeichnis der Neuerscheinungen.
-
- Die Helios-Klassiker
-
- sind von bedeutenden Literarhistorikern herausgegeben und mit
- künstlerisch ausgeführten Porträt-Beilagen geschmückt. Die Werke
- sind in geschmackvollen biegsamen Leinen- und in prächtigen
- Ganzleder-Bänden mit echtem Goldschnitt vorrätig. -- Durch
- erstaunliche Wohlfeilheit bei modern-geschmackvoller Ausstattung
- werden sie die Freude an den Büchern der Klassiker immer mehr
- verbreiten.
-
- Verzeichnis der Helios-Klassiker:
-
- Börne. Gesammelte Schriften. 3 Bände mit Bildnis. In Leinen M.
- 5.--.
-
- Byron. Sämtl. Werke. 3 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 5.--.
-
- Chamisso. Sämtliche Werke. 2 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. M.
- 2.50, in Leder M. 6.--.
-
- Chamisso. Auswahl. 1 Band mit Bildn. In Lein. M. 1.25.
-
- Eichendorff. Gesamm. Werke. 2 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. M.
- 3.--, in Leder M. 6.--.
-
- Gaudy. Ausgew. Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 3.50.
-
- Goethe. Sämtl. Werke. 10 Bde. mit 3 Bildnissen. In Leinen M.
- 15.--, in Leder M. 30.--.
-
- Goethes Werke in 4 Hauptbdn. u. einer Folge v. Ergänzungsbdn.
- M. Abb., Portr., Faksim. Preis der 4 Hauptbde. in Lein. M.
- 5.--, in Leder M. 12.--. Ergänzungsbde. in Leinen je M. 1.25,
- in Leder je M. 2.--.
-
- Grabbe. Sämtl. Werke. 2 Bde. m. Bildn. In Leinen M. 3.50.
-
- Grillparzer. Sämtliche Werke. 3 Bde. mit 3 Bildn. In Lein. M.
- 5.--, in Leder M. 9.--.
-
- Hauff. Sämtl. Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 3.--, in
- Leder M. 7.--.
-
- Hebbel. Sämtliche Werke in 4 Bd. u. 2 Ergänzungsbdn. Mit
- Abbildg. u. Faksimiles. Preis der 4 Hauptbände in Lein. M.
- 5.--, in Led. M. 12.--; der 2 Ergänzgsbde. in Leinen M. 2.50,
- in Leder M. 6.--.
-
- Heine. Sämtl. Werke. 4 Bde. mit 2 Bildnissen. In Leinen M.
- 5.--, in Leder M. 12.--.
-
- Herder. Ausgewählte Werke. 3 Bände mit 2 Bildnissen. In Leinen
- M. 5.--.
-
- Kleist. Sämtliche Werke. 1 Bd. mit Bildn. In Lein. M. 1.50, in
- Leder M. 3.25.
-
- Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig
-
- Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig
-
- Körner. Sämtl. Werke. 1 Bd. mit Bildn. In Lein. M. 1.40. in
- Leder M. 3.--.
-
- Lenau. Sämtl. Werke. 1 Band mit Bildn. In Lein. M. 1.50, in
- Leder M. 3.25.
-
- Lessing. Sämtl. Werke 3 Bde. mit 2 Bildnissen. In Leinen M.
- 5.--, in Leder M. 9.--.
-
- Lessing. Auswahl. 1 Bd. mit Bildnis. In Leinen M. 1.75.
-
- Longfellow. Sämtl. poetische Werke. 2 Bände mit 2 Bildnissen.
- In Leinen M. 3.50.
-
- Ludwig. Ausgewählte Werke. 1 Bd. mit Bildn. In Leinen M. 1.75,
- in Leder M. 3.50.
-
- Milton. Poetische Werke. 1 Bd. mit Bildn. In Lein. M. 2.--.
-
- Molière. Sämtl. Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 3.50.
-
- Möricke. Sämtl. Werke. 2 Bde. mit 2 Bildnissen. In Leinen M.
- 3.50, in Leder M. 6.--.
-
- Reuter. Sämtl. Werke. 4 Bde. mit zahlreich. Abb. In Lein. M.
- 6.--, in Leder M. 12.--.
-
- Reuter. Auswahl. 2 Bde. mit zahlreich. Abbildgn. In Lein. M.
- 3.50, in Leder M. 7.--.
-
- Rückert. Ausgewählte Werke. 3 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. M.
- 5.--, in Leder M. 9.--.
-
- Schiller. Sämtliche Werke in 4 Hauptbdn. u. 2 Ergänzungsbänden.
- Mit Abb., Portr., Faksim. Preis d. 4 Hauptbde. in Lein. M.
- 5.--, in Led. M. 12.--, der Gesamtausgabe in Leinen M. 7.50,
- in Leder M. 18.--.
-
- Shakespeare. Dramat. Werke. 4 Bde. mit Abbild. In Leinen M.
- 5.--, in Leder M. 12.--.
-
- Stifter. Ausgewählte Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M.
- 3.50, in Leder M. 6.--.
-
- Uhland. Gesammelte Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 2.50,
- in Leder M. 6.--.
-
- Sonderausgaben aus Reclams Klassikern:
-
- Goethe. Aus meinem Leben. Geh. 90 Pf., Halblein. M. 1.20.
-
- Goethe. Gedichte. 2 Bde. Geh. je M. 1.--, in Lein. je M. 1.50,
- in Leder m. Goldschn. je M. 2.50.
-
- Goethe. Italien. Reise. Geh. 90 Pf., in Halbleinen M. 1.20.
-
- Goethe. Die Wahlverwandtschaften. Geh. 30 Pf., in Halbleinen
- 60 Pf.
-
- Goethe. West-östl. Diwan. Geh. 70 Pf., in Leinen M. 1.--.
-
- Goethe. Wilhelm Meisters Lehrjahre. Geh. 90 Pf., in Halbleinen
- M. 1.20.
-
- Goethe. Wilhelm Meisters Wanderjahre. Geh. 60 Pf., in
- Halbleinen 90 Pf.
-
- Lessing. Hamburgische Dramaturgie. Geh. 90 Pf., in Halbleinen
- M. 1.20.
-
- Schiller. Gedichte. Geh. 50 Pf., in Leinen 80 Pf., in Leder
- mit Goldschnitt M. 2.--.
-
- Schiller. Geschichte des 30jährigen Krieges. Geh. 70 Pf., in
- Leinen M. 1.--.
-
- Schiller. Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande.
- Geh. 30 Pf., in Halblein. 60 Pf.
-
-
-
-
-Anmerkungen zur Transkription
-
-
-Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Hervorhebungen, die im Original
-g e s p e r r t sind, wurden mit Unterstrichen wie _hier_
-gekennzeichnet. Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt waren,
-wurden ^so^ markiert.
-
-Offensichtliche Fehler wurden berichtigt wie hier aufgeführt
-(vorher/nachher):
-
- [S. 73]:
- ... miteinander gewechselt, und aller Wahrscheilichkeit nach ...
- ... miteinander gewechselt, und aller Wahrscheinlichkeit nach ...
-
- [S. 106]:
- ... verschwunden ist (Fig. 40 F). Die größeren vegetalen ...
- ... verschwunden ist (Fig. 10 F). Die größeren vegetalen ...
-
- [S. 182]:
- ... jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie prohezeiten uns ...
- ... jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie prophezeiten uns ...
-
- [S. 185]:
- ... in raschem Phatasiefluge an uns hatten vorüberziehen ...
- ... in raschem Phantasiefluge an uns hatten vorüberziehen ...
-
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Natur und Mensch, by Ernst Haeckel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK NATUR UND MENSCH ***
-
-***** This file should be named 50081-8.txt or 50081-8.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/5/0/0/8/50081/
-
-Produced by Ralph Janke, Marilynda Fraser-Cunliffe, Jens
-Sadowski,and the Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org
-
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
diff --git a/old/50081-8.zip b/old/50081-8.zip
deleted file mode 100644
index f03b409..0000000
--- a/old/50081-8.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h.zip b/old/50081-h.zip
deleted file mode 100644
index c50047d..0000000
--- a/old/50081-h.zip
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/50081-h.htm b/old/50081-h/50081-h.htm
deleted file mode 100644
index 9b8d179..0000000
--- a/old/50081-h/50081-h.htm
+++ /dev/null
@@ -1,13303 +0,0 @@
-<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
-"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
-<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" lang="de" xml:lang="de">
-<head>
-<meta http-equiv="Content-Type" content="text/html;charset=iso-8859-1" />
-<title>The Project Gutenberg eBook of Natur und Mensch, by Ernst Haeckel</title>
- <link rel="coverpage" href="images/cover-page.jpg" />
- <!-- TITLE="Natur und Mensch" -->
- <!-- AUTHOR="Ernst Haeckel" -->
- <!-- LANGUAGE="de" -->
- <!-- PUBLISHER="Philipp Reclam jun., Leipzig" -->
- <!-- DATE="1920" -->
- <!-- COVER="images/cover-page.jpg" -->
-
-<style type='text/css'>
-
-body { margin-left:15%; margin-right:15%; }
-
-h1 { text-indent:0; text-align:center; }
-h2 { text-indent:0; text-align:center; }
-
-div.titlematter { page-break-before:always; }
-
-h1.title { margin-top:1em; margin-bottom:1em; }
-.aut { text-indent:0; text-align:center; margin-bottom:1em; line-height:1.5em; }
-.aut .line2 { font-size:0.8em; }
-.aut .line3 { font-size:1.2em; font-weight:bold; }
-.ed { text-indent:0; text-align:center; margin-bottom:1em; line-height:1.5em; }
-.ed .line1 { font-size:0.8em; }
-.ed .line2 { font-size:0.8em; }
-.ill { text-indent:0; text-align:center; margin-bottom:3em; font-size:0.8em; }
-.pub { text-indent:0; text-align:center; line-height:1.5em; }
-.pub .line1 { font-weight:bold; }
-.pub .line2 { padding-top:2em; border-top:1px solid black; }
-
-p.tit2 { text-indent:0; text-align:center; font-size:1.5em; font-weight:bold;
- margin-top:4em; margin-bottom:6em; page-break-before:always; }
-
-h2.chapter { margin-top:4em; margin-bottom:1em; page-break-before:always; }
-h2.chapter .firstline { font-size:0.8em; }
-
-p { margin:0; text-align:justify; text-indent:1em; }
-p.noindent { text-indent:0; }
-p.center { text-indent:0; text-align:center; margin:1em; }
-p.right { text-indent:0; text-align:right; margin-right:1em; }
-p.place { margin-top:1em; }
-p.sign { text-indent:0; text-align:right; margin-bottom:1em; }
-p.src { text-indent:0; text-align:right; margin:1em; font-size:0.8em; }
-p.end { text-indent:0; text-align:center; margin-top:4em; margin-bottom:4em; }
-p.tb { text-indent:0; text-align:center; margin:1em; }
-.nom { font-size:0.65em; vertical-align:.7ex }
-.denom { font-size:0.65em; }
-
-/* footnotes */
-hr.footnote{ margin-right:80%; border-top:1px solid black; margin-top:1em; }
-p.footnote { text-indent:0; margin:1em; margin-top:0; font-size:0.8em; }
-
-/* poetry */
-div.poem-container { text-align:center; }
-div.poem-container div.poem { display:inline-block; }
-div.stanza { text-align:left; text-indent:0; margin-top:1em; margin-bottom:1em;
- font-size:0.9em; }
-.stanza .verse { text-align:left; text-indent:-2em; margin-left:2em; }
-.stanza .verse2 { text-align:left; text-indent:-2em; margin-left:4em; }
-
-em { letter-spacing:.2em; margin-right:-0.2em; font-style:normal; }
-.antiqua { font-family:sans-serif; font-size:95%; }
-.hidden { display:none; }
-.underline { text-decoration: underline; }
-
-/* tables */
-div.table { text-align:center; margin-top:0.5em; margin-bottom:0.5em; }
-table { border-spacing:0; margin-left:auto; margin-right:auto; text-align:center; }
-td { border-collapse:collapse; border:0; padding:0; margin:0;
- padding-left:0.2em; padding-right:0.2em; }
-tr { border:0; padding:0; margin:0; }
-p.tabhdr { text-indent:0; text-align:center; margin-top:1em;
- margin-left:auto; margin-right:auto; max-width:20em; }
-
-table.toc { margin-left:auto; margin-right:auto; text-align:center; margin-bottom:6em; }
-table.toc td { vertical-align:top; text-align:left; }
-table.toc td.col1 { text-align:right; }
-table.toc td.col_page { text-align:right; width:6em; }
-
-div.table68 .hdr1 { text-indent:0; text-align:center; margin-top:1em;
- margin-left:auto; margin-right:auto; max-width:20em; }
-div.table68 .hdr2 { text-indent:0; text-align:center; margin-top:0.5em; }
-div.table68 .hdr2 .line3 { font-size:0.8em; }
-div.table68 table { font-size:0.8em; }
-div.table68 .col1 { width:2em; text-align:right; }
-div.table68 .col2 { width:11em; text-align:left; }
-div.table68 .col3 { width:3em; text-align:center; }
-div.table68 .col4 { width:11em; text-align:left; }
-
-table.table69 { font-size:0.8em; border-spacing:0.3em; }
-table.table69 th { text-align:center; font-weight:bold; font-size:1.25em; }
-table.table69 td { vertical-align:middle; text-align:center; }
-table.table69 td.col1 { width:6em; }
-table.table69 td.col3 { width:6em; }
-table.table69 td.col7 { width:6em; }
-table.table69 td.col5 { text-align:right; }
-table.table69 td.col6 { text-align:left; }
-table.table69 td.col7 { text-align:left; }
-table.table69 td.col2 { border-top:1px solid black; border-bottom:1px solid black;
- border-left:1px solid black; }
-table.table69 td.col4 { border-top:1px solid black; border-bottom:1px solid black;
- border-left:1px solid black;}
-
-p.tabhdr70 { text-indent:0; text-align:center; line-height:1em; max-width:25em;
- margin-left:auto; margin-right:auto;}
-p.tabhdr70 .line1 { font-weight:bold; }
-p.tabhdr70 .line2 { font-size:0.8em;; }
-table.table70 { font-size:0.8em; }
-table.table70 td { vertical-align:middle; text-align:center; border-top:1px solid black; }
-
-table.table72 .col1 { text-align:right; }
-table.table72 .col2 { text-align:left; }
-table.table72 .col3 { text-align:right; }
-
-table.table116 { font-size:0.8em; width:35em; border-spacing:0.3em; }
-table.table116 td { vertical-align:middle; text-align:left;
- padding-left:1.5em; text-indent:-1em; }
-table.table116 td.col1 { width:8em; }
-table.table116 td.col1a { border-top:1px solid black; border-bottom:1px solid black;
- border-left:1px solid black; padding:0.2em; }
-table.table116 td.col3a { border-top:1px solid black; border-bottom:1px solid black;
- border-right:1px solid black; padding:0.2em; }
-
-a:link { text-decoration: none; color: rgb(10%,30%,60%); }
-a:visited { text-decoration: none; color: rgb(10%,30%,60%); }
-a.hr:link { text-decoration: none; color: rgb(100%,100%,100%); }
-a.hr:visited { text-decoration: none; color: rgb(100%,100%,100%); }
-a:hover { text-decoration: underline; }
-a:active { text-decoration: underline; }
-
-/* Transcriber's note */
-.trnote { font-size:0.8em; background-color: #ccc;
- color: #000; border: black 1px dotted; margin: 2em; padding: 1em;
- page-break-before:always; margin-top:3em; }
-.trnote p { text-indent:0; margin-bottom:1em; }
-.trnote ul { margin-left: 0; padding-left: 0; }
-.trnote li { text-align: left; margin-bottom: 0.5em; margin-left: 1em; }
-.trnote ul li { list-style-type: square; }
-p.no-handheld { display:block; }
-span.handheld-only { display:none; }
-
-/* page numbers */
-a[title].pagenum { position: absolute; right: 1%; }
-a[title].pagenum:after { content: attr(title); color: gray; background-color: inherit;
- letter-spacing: 0; text-indent: 0; text-align: right; font-style: normal;
- font-variant: normal; font-weight: normal; font-size: x-small;
- border: 1px solid silver; padding: 1px 4px 1px 4px;
- display: inline; }
-div.ads a.pagenum { visibility:hidden; }
-div.ads a.pagenum:after { visibility:hidden; }
-
-
-/* images with captions */
-p.cap { text-indent:0; font-size:0.8em; }
-div.centerpic { clear:both; margin:10px; text-align:center; margin-left:auto; margin-right:auto;
- page-break-inside:avoid; }
-div.leftpic { clear:left; float:left; margin:0.5em; margin-left:0;
- page-break-inside:avoid; }
-div.rightpic { clear:right; float:right; margin:0.5em; margin-right:0;
- page-break-inside:avoid; }
-div.w200 { width:200px; }
-div.w300 { width:300px; }
-div.w400 { width:400px; }
-div.w500 { width:500px; }
-div.w550 { width:550px; }
-
-span.centerpic { vertical-align:middle; }
-
-/* ads */
-div.ads { page-break-before:always; font-size:0.8em; max-width:27em; margin-left:auto;
- margin-right:auto; padding:1em; margin-bottom:1em; border:1px solid black; }
-div.ads p { text-indent:0; }
-div.ads .hdr { text-indent:0; text-align:center; margin-top:1em; margin-bottom:2em; }
-div.ads .hdr .firstline { font-size:1.5em; font-weight:bold; }
-div.ads .center { text-indent:0; text-align:center; margin-top:0.5em; margin-bottom:0.5em; }
-div.ads .big { font-size:1.25em; }
-div.ads .bold { font-weight:bold; }
-div.ads .list { margin-left:2em; }
-div.ads.ads3 p { text-indent:-2em; margin-left:2em; }
-div.ads table.table193 { padding-left:1em; }
-div.ads table.table193 td { vertical-align:top; }
-div.ads table.table193 td.col2 { width:4em; }
-div.ads table.table193 td.col1 { text-align:left; text-indent:-1em; margin-left:1em; }
-div.ads table.table193 td.col2 { text-align:right; }
-div.ads table.table193 .i1 td.col1 { padding-left:1em; }
-div.ads table.table193 .i2 td.col1 { padding-left:2em; }
-div.ads table.table193 .d td { padding-top:1em; }
-div.ads table.table193 .d td.col1:first-letter { font-size:2em; }
-div.ads .twocol .left { display:table-cell; vertical-align:top; width:50%;
- padding-right:0.5em; }
-div.ads .twocol .right{ display:table-cell; vertical-align:top; width:50%;
- border-left:1px solid black; padding-left:0.5em; }
-div.twocol p { margin-left:1em; text-indent:-1em; }
-
-@media handheld {
- body { margin-left:0; margin-right:0; }
- div.poem-container div.poem { display:block; margin-left:2em; }
- em { letter-spacing:0; margin-right:0; font-style:italic; }
- a.pagenum { display:none; }
- a.pagenum:after { display:none; }
- p.no-handheld { display:none; }
- span.handheld-only { display:inline; }
-
- /* tables */
- div.table68 .hdr1 { max-width:inherit; }
- p.tabhdr { max-width:inherit; }
- table.table69 td.col1 { width:auto; }
- table.table69 td.col3 { width:auto; }
- table.table69 td.col7 { width:auto; }
- p.tabhdr70 { max-width:inherit; }
- table.table116 { width:inherit; }
- table.table116 td.col1 { width:inherit; }
-
- div.ads { max-width:inherit; padding:0; border:0; }
-
- /*images */
- div.leftpic { float:none; clear:both; margin:10px; text-align:center; margin-left:auto; margin-right:auto; }
- div.rightpic { float:none; clear:both; margin:10px; text-align:center; margin-left:auto; margin-right:auto;}
- div.w200 { width:auto; }
- div.w300 { width:auto; }
- div.w400 { width:auto; }
- div.w500 { width:auto; }
- div.w550 { width:auto; }
-}
-
-</style>
-</head>
-
-<body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Natur und Mensch, by Ernst Haeckel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most
-other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
-whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of
-the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
-www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have
-to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
-
-Title: Natur und Mensch
- Sechs Abschnitte aus Werken von Ernst Haeckel
-
-Author: Ernst Haeckel
-
-Editor: Carl W. Neumann
-
-Release Date: September 30, 2015 [EBook #50081]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK NATUR UND MENSCH ***
-
-
-
-
-Produced by Ralph Janke, Marilynda Fraser-Cunliffe, Jens
-Sadowski,and the Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-
-
-
-
-
-</pre>
-
-
-<div class="titlematter">
-<div class="centerpic w400" id="img-portrait">
-<img src="images/portrait.jpg" alt="" />
-<p class="right cap">
-Phot. A.&nbsp;Bischoff, Jena.
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="centerpic" id="img-signature">
-<img src="images/signature.jpg" alt="" />
-</div>
-
-</div>
-
-<div class="titlematter">
-<h1 class="title">
-Natur und Mensch.
-</h1>
-
-<p class="aut">
-<span class="line1">Sechs Abschnitte aus Werken</span><br />
-<span class="line2">von</span><br />
-<span class="line3">Ernst Haeckel.</span>
-</p>
-
-<p class="ed">
-<span class="line1">Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen</span><br />
-<span class="line2">von</span><br />
-<span class="line3">Carl W. Neumann.</span>
-</p>
-
-<p class="ill">
-Mit dem Bildnis Ernst Haeckels<br />
-und zahlreichen Abbildungen im Text.
-</p>
-
-<p class="pub">
-<span class="line1">Leipzig</span><br />
-<span class="line2">Druck und Verlag von Philipp Reclam jun.</span>
-</p>
-
-</div>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-1">
-<a id="page-3" class="pagenum" title="3"></a>
-<span class="firstline"><span class="line1">Einleitung.</span></span>
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Hunderttausende führen den Namen Haeckels im Munde,
-urteilen über ihn und sein Lebenswerk und kennen doch
-nichts von ihm als sein vielbefehdetes Buch von den
-&bdquo;Welträtseln&ldquo;; vielleicht auch noch außerdem ein paar
-kleinere Schriften. Was er <em>vor</em> diesen in vierzigjähriger
-rastloser Forscherarbeit geschaffen hat, blieb für die meisten
-Geheimnis. Sie wissen, daß Haeckels Name aufs engste
-verknüpft ist mit jener großen Bewegung, die Darwin durch
-sein epochemachendes Werk &bdquo;Die Entstehung der Arten im
-Tier- und Pflanzenreiche&ldquo; (1859) ins Leben rief, aber sie
-haben nur unklare Vorstellungen von der besonderen Art
-der Verdienste Ernst Haeckels. Ganz zu geschweigen von
-dem, was er unabhängig von Darwin in seinen voluminösen
-Monographien der Radiolarien, Kalkschwämme, Medusen usw.
-der Wissenschaft Großes geschenkt hat. Es ist daher angezeigt,
-der kleinen Auswahl von Abschnitten aus den bedeutendsten
-populären Werken des Jenaer Naturforschers,
-die dieses Bändchen vereinigt, wenigstens im Umriß ein
-Bild seines Lebens und Schaffens voranzustellen.
-</p>
-
-<p>
-Ernst Haeckel wurde am 16.&nbsp;Februar 1834 als Sohn
-des Regierungsrats Karl Haeckel in Potsdam geboren,
-wuchs aber in Merseburg auf, wohin noch im ersten Lebensjahre
-des Knaben der Vater versetzt worden war. Wer
-Fäden sucht, die bereits aus den Tagen der Jugend ins
-<a id="page-4" class="pagenum" title="4"></a>
-spätere Leben und Wirken des reifen Mannes hinüberwehen,
-kommt nicht in Verlegenheit. Kraftstrotzender Übermut
-auf der einen Seite, auf der anderen die Neigung,
-in einsamen Wanderstunden geheime Zwiesprache zu halten
-mit allem, was kreucht und fleucht, grünt und blüht, sind
-von früh an hervorstechende Züge im Wesen des Knaben.
-Der Elfjährige durchstreift schon die Kreuz und die Quer
-das Siebengebirge, um die vermeintlich nur dort wachsende
-graue Erika ausfindig zu machen. Der Merseburger Gymnasiast
-liefert Beiträge zu Garckes &bdquo;<span class="antiqua">Flora Hallensis</span>&ldquo; und
-legt sich in seinen Mußestunden ein Doppelherbarium an,
-eins für die &bdquo;guten Arten&ldquo;, die sich hübsch fügsam in Linnés
-System bequemen, und ein zweites für die &bdquo;verdächtigen&ldquo;
-Genera, die dann, in langer Reihe geordnet, den ununterbrochenen
-Übergang von einer guten Art zur anderen demonstrieren.
-&bdquo;Es waren die von der Schule verbotenen Früchte
-der Erkenntnis, an denen ich in stillen Mußestunden mein
-geheimes, kindisches Vergnügen hatte.&ldquo; In Wirklichkeit
-rührte der Gymnasiast da schon leise an jenes große Problem
-von der Dauer und Wandelbarkeit der Arten, das freilich
-vorerst nur in der Luft lag, aber ihn später so mächtig
-erfassen sollte.
-</p>
-
-<p>
-Als dieses &bdquo;Später&ldquo; im Jahre 1859 in greifbare Nähe
-zu rücken begann, fischte der fünfundzwanzigjährige Haeckel
-im Hafen von Messina nach allerlei Seetieren, vor allem
-nach Radiolarien, jenen trotz ihrer mikroskopischen Kleinheit
-so überaus reizvollen Strahltierchen mit dem vielgestaltigen,
-rhythmisch gewachsenen Kieselskelett, die wenige Jahre zuvor
-erst sein großer Lehrer Johannes Müller entdeckt hatte.
-Haeckel war Arzt seines Zeichens. Gehorchend dem Wunsche
-des Vaters &mdash; nicht seinem eigenen Triebe, der ihn vielmehr
-mit Macht zur Botanik drängte &mdash; hatte er in Berlin,
-Würzburg und Wien das medizinische Brotstudium absolviert
-<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a>
-und sich nach bestandenem Staatsexamen als praktischer
-Arzt in Berlin niedergelassen. Als Mann der
-Theorie aber fehlte ihm für die Praxis der rechte Sinn,
-wie er später oft scherzte, so daß ihm der Vater zur endgültigen
-Klärung der Berufsfrage noch ein weiteres Studienjahr
-in Italien, dem Land seiner Sehnsucht, bewilligte.
-Und dieses Jahr ward entscheidend. Das fesselnde Studium
-des Planktons, dem er schon früher (1854) als junger
-Student unter Führung Johannes Müllers auf Helgoland
-eine Zeitlang obgelegen hatte, schob die Botanik und Medizin
-nunmehr definitiv in den Hintergrund. Zoologie hieß
-die Losung, und schneller, als er&rsquo;s sich träumen mochte,
-sollte er Fuß in ihr fassen. Im Mai 1860 kam er zurück
-nach Berlin, um seine sizilianischen Planktonschätze, Zeichnungen
-und Präparate, im großen Stil zu bearbeiten, und
-ehe das Werk noch vollendet war, saß er mit Hilfe seines
-einstigen Würzburger Studienfreundes Karl Gegenbaur als
-außerordentlicher Professor in Jena. Im gleichen Jahre
-(1862) erschien als ein riesiger Folioband mit 35 farbigen
-Kupfertafeln die &bdquo;<em>Monographie der Radiolarien</em>&ldquo;,
-die seinen Ruf als zoologischen Facharbeiter mit einem
-Schlage begründete, und daß auch das Tipfelchen auf dem i
-des Triumphes nicht fehle, verband er sich im August
-1862 mit seiner &bdquo;hochbegabten, feinsinnigen&ldquo; Cousine Anna
-Sethe zu glücklichster, aber leider nur kurzer Ehe. Schon
-anderthalb Jahre später, gerade an seinem dreißigsten Geburtstag,
-entriß ihm ein jäher Tod die geliebte Frau. Dem
-höchsten Glück folgte fast auf dem Fuße der schwerste Schicksalsschlag,
-der ihn treffen konnte. In dieser trübsten Zeit
-aber schrieb er &mdash; höchst seltsam zu sagen &mdash; in einem Zuge
-das tiefste, bedeutendste Werk seines Lebens, die &bdquo;<em>Generelle
-Morphologie der Organismen</em>.&ldquo; Zwei starke
-Bände mit über 1200 Seiten Text.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a>
-Noch während er an der italienischen Küste in Plankton
-schwelgte, erfuhr er, es sei da von England ein &bdquo;ganz verrücktes&ldquo;
-Buch nach Deutschland herübergekommen, dessen
-Verfasser nicht bloß das Linnésche Dogma von der Unveränderlichkeit
-der Arten bestreite, sondern auch an Stelle des
-einmaligen planvollen Schöpfungsaktes ein großes Gesetz
-kontinuierlicher Entwicklung des Lebens zu künden die
-Dreistigkeit habe: Darwins &bdquo;Entstehung der Arten&ldquo;. Dieses
-ketzerische Buch, das die Fachzoologen von damals entweder
-ganz totschwiegen oder schlankweg für &bdquo;Humbug&ldquo; erklärten,
-zog Haeckel gleich bei der ersten Lektüre ganz unwiderstehlich
-in seinen Bann und ließ ihn fortan nicht mehr los.
-Bereits in den &bdquo;Radiolarien&ldquo; war er ganz kurz darauf
-eingegangen, um dann auf der Stettiner Naturforscherversammlung
-von 1863 ausführlich, und zwar in zustimmendem
-Sinne, zu Darwins Ideengang Stellung zu nehmen.
-Die große Mehrzahl der Fachgenossen war freilich
-noch anderer Ansicht. Ein angesehener Zoologe erklärte
-Darwins Buch für den &bdquo;harmlosen Traum eines Nachmittagsschläfchens&ldquo;,
-ein anderer verglich die &bdquo;naturphilosophischen
-Phantasien&ldquo; mit dem Tischrücken, ein namhafter
-Geologe meinte, daß dem &bdquo;vorübergehenden Schwindel&ldquo;
-bald die Ernüchterung folgen müsse, und ein Anatom prophezeite,
-nach wenigen Jahren werde kein Mensch mehr davon
-sprechen. <span class="antiqua">Tempora mutantur</span>!
-</p>
-
-<p>
-Auf Haeckel machte die Ablehnung so wenig Eindruck,
-daß er sich, obwohl tief niedergedrückt durch den Tod der
-geliebten Gattin (er hat später, 1868, zum zweitenmal
-geheiratet), mit fliegender Feder daran machte, die ganze
-biologische Wissenschaft, soweit sie zusammenhing mit dem
-Problem der Entwicklung, aus der von Darwin geschaffenen
-Basis ganz neu zu gruppieren und umzugestalten. Eine
-Art wissenschaftlichen Testaments sollte die &bdquo;Generelle Morphologie&ldquo;
-<a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a>
-werden. Auch damals, wie dreiunddreißig Jahre
-später in den &bdquo;Welträtseln&ldquo;, gedachte er mit dem Ende des
-Werkes einen Strich unter seine Lebensarbeit zu machen.
-Gelegentlich der Feier seines sechzigsten Geburtstages hat
-er es selber so dargestellt: &bdquo;Ich lebte damals ganz als
-Einsiedler, gönnte mir kaum drei bis vier Stunden Schlaf
-täglich und arbeitete den ganzen Tag und die halbe Nacht.
-Dabei lebte ich in so strenger Askese, daß ich mich eigentlich
-wundern muß, heute noch gesund und lebendig vor
-Ihnen zu stehen.&ldquo; Durch eifrige, hastige Arbeit wollte er
-alle die seelischen Schmerzen betäuben, und dann &mdash; ja,
-was dann kommen sollte, wußte er selbst nicht. Tatsache
-ist aber, daß er in weniger als Jahresfrist die mehr als
-zwölfhundert engen Druckseiten aufs Papier brachte. Tatsache
-ist ferner, daß er in diesem monumentalen Werk alle,
-aber auch wirklich <em>alle</em> die wichtigen Konsequenzen schon
-zog und alle wesentlichen und entscheidenden Anschauungen
-seiner monistischen und genetischen Philosophie schon entwickelte,
-deren Ausbau im einzelnen sein ganzes künftiges
-Leben beschäftigt hat. &bdquo;In der Methode naturwissenschaftlicher
-Forschung&ldquo;, sagt Bölsche sehr treffend, &bdquo;bedeutet das
-Werk einen Markstein, an dem man die ganze Geistesarbeit
-der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts charakterisieren
-und werten kann. Für die allgemeine biologische Systematik
-beginnt mit ihm eine neue Epoche in der Weise,
-wie es fünfzig Jahre vorher bei Cuvier und nochmals über
-fünfzig weiter zurück bei Linné der Fall gewesen war. Was
-es für die Zoologie im engeren Sinne ist, hat ein gewiß
-kompetenter Urteiler wie Richard Hertwig dreißig Jahre
-später in das einfache Wort zusammengefaßt: daß wenige
-Werke so viel beigetragen haben, das geistige Niveau der
-Zoologie zu heben.&ldquo; Im ersten Bande wurden mit Hilfe
-einer selbstgeschaffenen wissenschaftlichen Kunstsprache, die
-<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a>
-heute vielfach zum eisernen Bestande der Zoologie gehört,
-die Grundbegriffe des Lebens, der Formenbildung und -umbildung,
-der Individualität und natürlichen Verwandtschaft,
-die Gesetze der Anpassung, Vererbung und Auslese methodologisch
-neu festgestellt. Im zweiten Bande wurde auf
-Grund der vergleichenden Anatomie, der Stammesgeschichte
-(Phylogenie) und Keimesgeschichte (Ontogenie) der dreifache
-Beweis für die Abstammungslehre versucht und das Ganze
-gekrönt durch das von Haeckel zum erstenmal scharf formulierte
-und auf das gesamte Gebiet der organischen Formenwelt
-angewandte &bdquo;<em>biogenetische Grundgesetz</em>&ldquo;, wonach
-die Entwicklungsgeschichte des Einzelwesens eine gedrängte,
-stark abgekürzte und häufig abgeänderte Wiederholung der
-Entwicklung des zugehörigen Stammes ist. Daß ein derartig
-weit in die Zukunft vorauseilendes wissenschaftliches
-Werk bei all seinen Vorzügen auch Unvollkommenheiten und
-Irrtümer aufweisen mußte, braucht kaum noch ausdrücklich
-betont zu werden. Kommende Jahre haben manche der
-Hypothesen, die Haeckel zum erstenmal aufgestellt hatte, von
-Grund aus verändert oder völlig verworfen, und auch er
-selbst ist nicht müde geworden, zu bessern und nachzuprüfen.
-Dem Werke selbst aber bleibt doch der Ruhm unbestritten,
-zum erstenmal &bdquo;eine markige Skizze der belebten Natur im
-neuen Lichte der Entwicklungslehre und zugleich ein ganzes
-Programm für die biologische Forschung der nächsten Zukunft
-entworfen zu haben&ldquo;.
-</p>
-
-<p>
-Im Herbst 1866 war das große Werk abgeschlossen.
-Physisch und geistig erschöpft, ging Haeckel, ohne erst noch
-das Erscheinen der &bdquo;Morphologie&ldquo; abzuwarten, auf Reisen,
-besuchte Darwin auf seinem Landsitze Down bei London
-und fuhr danach, den Rat seiner Freunde befolgend, nach
-Teneriffa, um dort unter Palmen Erholung zu suchen. In
-weiterer Folge ging dann die Reise nach Lanzerote, der
-<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a>
-kleinen vulkanischen Ozeaninsel, deren waldlose Kraterlandschaften
-stark an die Bilder vom Monde erinnern. Hier
-wurden in Gemeinschaft mit Richard Greeff und zwei
-jüngeren Zoologen vor allem Medusen und Siphonophoren
-(Staatsquallen) studiert, die das Meer in verschwenderischer
-Fülle herbeitrug, und in viermonatiger eifriger Arbeit kamen
-die Schätze zusammen, die Haeckel später die Abfassung
-seiner preisgekrönten &bdquo;<em>Entwicklungsgeschichte der Siphonophoren</em>&ldquo;
-(mit 14 Tafeln, 1869) ermöglichten.
-</p>
-
-<p>
-Sechs Monate blieb er von Jena fern. Wenn er indessen
-bei seiner Heimkehr erwartet hatte, die &bdquo;Generelle
-Morphologie&ldquo; würde in der Zwischenzeit die Geister wachgerüttelt
-haben, so sah er sich bitter enttäuscht. Die Fachgenossen
-ignorierten sie völlig oder verspotteten sie als ein
-&bdquo;Konglomerat naturwissenschaftlicher Träumereien&ldquo;, und
-die außerhalb der Fachwissenschaft stehende Leserwelt wußte
-auch damals so wenig wie heute von der Existenz des bedeutsamen
-Werkes. &bdquo;Generelle Morphologie.&ldquo; Schon der
-Titel sah keineswegs aus nach sehr weiter Verbreitung.
-Und im übrigen galt &mdash; in einem gewissen Sinne &mdash; wohl
-wirklich auch das, was der Verfasser selbst später von seinem
-Hauptwerke sagte: es sei zu weitschweifig und schwerfällig
-geschrieben gewesen.
-</p>
-
-<p>
-Indessen enttäuscht sein, heißt nicht auch entmutigt sein.
-Wenn man den naturphilosophischen Kern aus der &bdquo;Morphologie&ldquo;
-herausschälte, die Grundzüge der Entwicklungtheorie
-knapp und klar, aller sachwissenschaftlichen Schwere
-entledigt, noch einmal für weitere Kreise populär darstellte
-und gleichzeitig den Stoff chronologisch anordnete, d.&nbsp;h. den
-Gang der Entwicklung des Weltganzen vom Einfachen zum
-Komplizierten, vom Urnebel zum Menschen herauf vorführte,
-so müßte es doch in der Tat seltsam zugehen, wenn einem
-so beschaffenen Auszug der Erfolg versagt bleiben sollte.
-<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a>
-Aus solchen Erwägungen heraus hielt Haeckel im Wintersemester
-1867/68 vor einem aus Laien und Studierenden
-aller Fakultäten zusammengesetzten Publikum Vorträge, die
-1868 als &bdquo;<em>Natürliche Schöpfungsgeschichte</em>&ldquo; auch in
-Buchform erschienen &mdash; damals ein einzelner schmaler Band,
-der im Laufe der Zeit sich verdoppelte und heute in zwölf
-verschiedenen Übersetzungen vorliegt. Und dieses Buch drang
-nun tatsächlich durch. Es wurde nicht bloß von Gebildeten
-aller Stände gelesen, es zwang auch die Fachgenossen des
-Verfassers jetzt definitiv, so oder anders sich mit der neuen
-Auffassung und Darstellung der Entwicklungslehre auseinanderzusetzen.
-Das gab dann den Anlaß zu bitteren
-Kämpfen und Debatten, zu kräftigen Angriffen und ebenso
-kräftiger Gegenwehr. Besonders das &bdquo;biogenetische Grundgesetz&ldquo;
-war der Zankapfel, der sowohl die Empiriker als
-auch die Philosophen aus ihrer anfänglichen Passivität aufschreckte
-und auf das Kampffeld rief.
-</p>
-
-<p>
-Noch lebhafter aber entbrannte der Streit, als Haeckel
-im Jahre 1872 in seiner &bdquo;<em>Monographie der Kalkschwämme</em>&ldquo;
-(zwei Bände Text mit einem Atlas von
-60 Bildertafeln) den &bdquo;Versuch zur analytischen Lösung des
-Problems von der Entstehung der Arten&ldquo; gemacht und dabei
-zum erstenmal die berühmte und fruchtbare <em>Gasträatheorie</em>
-aufgestellt hatte, d.&nbsp;h. die Zurückführung aller
-höheren Tiere mit Einschluß des Menschen auf eine uralte
-gemeinsame Stammform, deren ganzer Körper zeitlebens
-nur aus zwei Zellschichten (Haut und Magen) besteht. Das
-war die hypothetische Gasträa oder das Urdarmtier. Bei
-seinen Untersuchungen über die Keimesgeschichte der Kalkschwämme
-war Haeckel aufgefallen, daß sich das Kalkschwamm-Individuum
-in ganz ähnlicher Weise aus dem
-Ei entwickelt, wie er es früher schon mehrfach bei anderen
-Tieren beobachtet hatte. Die befruchtete Eizelle teilt sich,
-<a id="page-11" class="pagenum" title="11"></a>
-und die neuentstandenen Zellen setzen die Teilung so lange
-fort, bis sich ein ganzer Zellhaufen gebildet hat, ein &bdquo;Maulbeerkeim&ldquo;,
-wie man ihn seiner äußeren Form wegen nannte.
-In diesem Maulbeerkeim bildet sich, da sämtliche Zellen
-aus Gründen der Ernährung nach außen drängen, eine
-Höhlung, die größer und größer wird und schließlich dem
-ganzen früheren Zellklumpen das Aussehen eines winzigen
-Gummiballs gibt; aus dem Maulbeerkeim ist allmählich
-ein kugeliger &bdquo;Blasenkeim&ldquo; geworden. Nun geht die Entwicklung
-in der Weise weiter, daß sich an einem Pol die
-Zellenschicht einsenkt und sich zuletzt völlig an die innere
-Seite der nicht eingestülpten Wand anschmiegt, so daß ein
-doppelwandiger Becher mit einer Öffnung zustande kommt,
-eine sogenannte &bdquo;Gastrula&ldquo;. Die äußere Zellenschicht funktioniert
-als Leibes-, die innere als Darmhaut; die Becheröffnung
-bildet den Gastrulamund. Ganz plump veranschaulichen
-kann man sich diesen Gastrulationsprozeß, indem
-man einen durchstochenen Gummiball so tief einbeult, daß
-Wand an Wand zu liegen kommt.
-</p>
-
-<p>
-Eine Gastrulation wie die geschilderte vollzieht sich aber
-nicht bloß bei einer Anzahl von Schwämmen, sondern auch
-bei vielen Nesseltieren (Polypen, Medusen), bei Würmern,
-Stachelhäutern und Manteltieren, ja sogar bei dem niedrigsten
-Wirbeltier, dem Lanzettfisch. Ähnlich &mdash; nur die
-Form der Gastrula ändert sich &mdash; spielt sich der Vorgang
-aber auch in der Keimesgeschichte aller höheren Tiere ab,
-und eben auf diesem durchgängigen Vorkommen der Gastrula
-begründete Haeckel seine hypothetische Gasträatheorie. Inzwischen
-hat man auch wirklich noch lebende Tierformen
-entdeckt, die dem Bild jener hypothetischen Gasträa annähernd
-noch völlig entsprechen.
-</p>
-
-<p>
-Es hat lange gedauert, bis die hier flüchtig angedeutete
-Gasträatheorie, die heute allgemein für eine der wichtigsten
-<a id="page-12" class="pagenum" title="12"></a>
-und fruchtbarsten in der ganzen Entwicklungsgeschichte gilt,
-sich durchsetzen konnte. Ihr Entdecker aber ließ sich auch
-hier durch die Gegnerschaft nicht beirren. Nachdem er die
-Theorie in der &bdquo;Monographie der Kalkschwämme&ldquo; mitgeteilt
-und in den &bdquo;<em>Studien zur Gasträatheorie</em>&ldquo; näher
-begründet hatte, ließ er sie einstweilen selbst für ihren Sieg
-sorgen und wandte sich inzwischen einer neuen großen Aufgabe
-zu: dem schwierigen Versuch, das biogenetische Grundgesetz
-in seinem ganzen Umfang auf den <em>Menschen</em> anzuwenden
-und aus den empirischen Tatsachen seiner Keimesgeschichte
-den historischen Stufengang seiner Stammesgeschichte
-hypothetisch zu ergründen. Das geschah in der &bdquo;<em>Anthropogenie
-oder Entwicklungsgeschichte des Menschen</em>&ldquo;,
-die 1874 herauskam. Erst die beiden folgenden
-Jahre brachten dann zwei weitere Hefte der &bdquo;Studien zur
-Gasträatheorie&ldquo;.
-</p>
-
-<p>
-Die &bdquo;Anthropogenie&ldquo; war zugleich eine geniale und &mdash;
-kühne Tat. Nicht genug, daß Haeckel als erster die gesamte
-Entwicklungsgeschichte des Menschen unter großen
-philosophischen Gesichtspunkten historisch darlegte und damit
-anfing, die genetische Betrachtung auch auf die Zellen, Gewebe,
-Organe und Funktionen auszudehnen, er besaß auch
-die in den Augen der &bdquo;Exakten&ldquo; unerhörte Kühnheit, den
-spröden Stoff gemeinverständlich zu fassen, die wissenschaftlichen
-Geheimnisse der Embryologie einem größeren Leserkreise
-auszuliefern und den gebildeten Zeitgenossen schonungslos
-ihren tierischen Ursprung klarzumachen. Bis dahin hatte
-man sich begnügt, die sicheren, weil direkt wahrnehmbaren
-Tatsachen möglichst genau zu beschreiben; nun kam da
-wieder der popularisationswütige Jenenser Professor und
-verknüpfte auch auf dem Gebiet der menschlichen Entwicklungsgeschichte
-mit Tatsachen kühne genealogische Hypothesen!
-Die &bdquo;Würde der Wissenschaft&ldquo; war in Gefahr, und die
-<a id="page-13" class="pagenum" title="13"></a>
-Angriffe fielen abermals, wie nach dem Erscheinen der
-&bdquo;Schöpfungsgeschichte&ldquo;, schneeflockendicht auf das neue Werk.
-In Wirklichkeit hat die Würde der Wissenschaft in den vier
-Jahrzehnten, die seit dem Erscheinen der &bdquo;Anthropogenie&ldquo;
-jetzt verflossen sind, so wenig darunter gelitten, wie das
-Werk selbst an Bedeutung verloren hat. Die beiden reich
-illustrierten Prachtbände, die fortgesetzt neue Auflagen erleben,
-gelten immer noch unbestritten als die beste zusammenhängende
-Darstellung des großen Wundergebiets der
-menschlichen Entwicklungsgeschichte, die in der gesamten
-naturwissenschaftlichen Literatur existiert.
-</p>
-
-<p>
-Auch in der Folgezeit hat Haeckel fast unausgesetzt im
-schärfsten Kreuzfeuer der durch die Entwicklungslehre erzeugten
-Debatten gestanden. Besonders wiederum nach dem
-18.&nbsp;September 1877, wo er in München auf der 50.&nbsp;Versammlung
-der deutschen Naturforscher und Ärzte über &bdquo;<em>Die
-heutige Entwicklungslehre im Verhältnis zur
-Gesamtwissenschaft</em>&ldquo; sprach und unter anderem forderte,
-die Deszendenztheorie müsse als wichtiges Bildungsmittel
-auch in der Schule ihren berechtigten Einfluß geltend
-machen &mdash; eine Rede, die Rudolf Virchow zu seinem vielbesprochenen
-Gegenvortrage über &bdquo;Die Freiheit der Wissenschaft
-im modernen Staate&ldquo; Veranlassung gab. Im Jahre
-vor jener Münchener Naturforscherversammlung hatte Haeckel
-in seiner Schrift: &bdquo;<em>Die Perigenesis der Plastidule</em>
-oder die Wellenzeugung der Lebensteilchen&ldquo; bereits zu erweisen
-versucht, daß das &bdquo;unbewußte Gedächtnis&ldquo; eine allgemeine
-Funktion nicht bloß der Zelle, sondern auch aller
-Protoplasma-Moleküle der Zelle (Plastidule) sei, mit anderen
-Worten: daß die Zellseele, die Grundlage der erfahrungsmäßigen
-Psychologie, selbst wieder zusammengesetzt
-sei aus den psychischen Tätigkeiten der kleinsten Teilchen
-des Protoplasmas: &bdquo;die Plastidule ist demnach der letzte
-<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a>
-Faktor des organischen Seelenlebens&ldquo;. Das zog er auch jetzt,
-in der Münchener Rede, mit Nachdruck heran bei der Besprechung
-des bedeutungsvollen Umschwungs in der Beurteilung
-der &bdquo;Seelenfrage&ldquo;; ist doch die Annahme der Beseelung
-aller Materie ein notwendiges Postulat für die
-folgerichtige Durchführung der monistischen Entwicklungslehre
-und damit der monistischen Weltanschauung. Virchow
-war aber auch damit nicht einverstanden. Die Theorie der
-Zellseele erklärte er für ein &bdquo;bloßes Spiel mit Worten&ldquo;,
-und ganz entschieden bestritt er das wissenschaftliche Bedürfnis,
-das Gebiet der geistigen Vorgänge über den Kreis
-derjenigen Körper hinaus auszudehnen, in und an denen
-wir sie wirklich sich darstellen sehen. &bdquo;Wir haben keinen
-Grund, jetzt schon davon zu sprechen, daß die niedrigsten
-Tiere psychische Eigenschaften besitzen; wir finden dieselben
-nur bei den höheren, ganz sicher nur bei den höchsten&ldquo; usw.
-Und dann kam im Anschluß an die Bekämpfung der Zellseelentheorie
-die Bekämpfung der Deszendenztheorie überhaupt,
-nicht mit Gründen der Wissenschaft, sondern &mdash; im
-Staatsinteresse! &bdquo;Nun stellen Sie sich einmal vor,&ldquo; rief
-der Redner emphatisch aus, &bdquo;wie sich die Deszendenztheorie
-heute schon im Kopfe eines Sozialisten darstellt! Ja, meine
-Herren, das mag manchem lächerlich erscheinen, und ich
-will hoffen, daß die Deszendenztheorie für uns nicht alle
-die Schrecken bringen möge, die ähnliche Theorien wirklich
-im Nachbarlande angerichtet haben. Immerhin hat auch
-diese Theorie, wenn sie konsequent durchgeführt wird, eine
-ungemein bedenkliche Seite, und daß der Sozialismus mit
-ihr Fühlung genommen hat, wird Ihnen hoffentlich nicht
-entgangen sein.&ldquo; Zuletzt resumierte sich Virchow dahin,
-daß man <em>nicht</em> lehren und es <em>nicht</em> als eine Errungenschaft
-der Wissenschaft bezeichnen könne, &bdquo;daß der Mensch
-vom Affen oder von irgendeinem anderen Tier abstamme&ldquo;.
-<a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a>
-Heute schütteln wir lächelnd den Kopf über all diese Velleitäten.
-Damals jedoch galt die Virchowsche Rede für eine
-&bdquo;moralische Tat&ldquo; sondergleichen, die auf Jahrzehnte hinaus
-allen grundsätzlichen Gegnern der Abstammungslehre ein
-Ansporn zu doppeltem Eifer in ihrer Bekämpfung wurde.
-</p>
-
-<p>
-Haeckel hat im Jahre 1878 in seiner Schrift &bdquo;<em>Freie
-Wissenschaft und freie Lehre</em>&ldquo; ausführlich auf Virchows
-Münchener Rede geantwortet, im übrigen aber auch
-die Entscheidung dieses Streites der Zukunft anheimgegeben.
-Nur ganz gelegentlich ist er später auf die Debatten zurückgekommen,
-vor allem in seinen Berliner Vorträgen; &bdquo;<em>Der
-Kampf um den Entwicklungsgedanken</em>&ldquo; (1905). Ihn
-lockten zunächst wieder wichtigere und fruchtbarere Aufgaben.
-</p>
-
-<p>
-Schon 1864 und 1865 waren im Anschluß an die
-&bdquo;Monographie der Radiolarien&ldquo; die ersten Teile eines umfangreichen
-Prachtwerkes über die Medusen erschienen, deren
-Studium Haeckel seit den Tagen von Helgoland immer von
-neuem entzückt hatte. Jetzt galt es nicht bloß den Abschluß
-<em>dieses</em> Werkes, dessen erster Band 1879 unter dem Titel
-&bdquo;<em>Das System der Medusen</em>&ldquo; (mit 40 Tafeln in Farbendruck)
-und dessen zweiter (mit 32 Tafeln) 1881 unter dem
-Titel &bdquo;<em>Die Tiefsee-Medusen der Challengerreise</em>
-und der Organismus der Medusen&ldquo; herauskam, jetzt galt
-es auch die mikroskopische Durchforschung der riesigen Radiolarienschätze
-und weiter der Siphonophoren und Tiefsee-Hornschwämme,
-die die berühmte wissenschaftliche Expedition
-der englischen Korvette &bdquo;Challenger&ldquo; in den Jahren
-1873 bis 1876 gesammelt und deren Bearbeitung die englische
-Regierung Haeckel anvertraut hatte. Zehn Jahre
-mühsamer Arbeit verflossen, bis das neue große <em>Radiolarienwerk</em>
-(2750 Seiten Text und 140 Tafeln) zum
-Abschluß gebracht war, zwei weitere Jahre, bis auch das
-&bdquo;<em>System der Siphonophoren</em>&ldquo; (mit 50 Farbendrucktafeln)
-<a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a>
-und die &bdquo;<em>Tiefsee-Hornschwämme</em>&ldquo; (mit 8 Tafeln)
-erscheinen konnten. Besonders das Radiolarienwerk ist bewundernswert.
-810 Arten waren bekannt, als Haeckel
-1877 die Arbeit in Angriff nahm; als er zehn Jahre später
-den Abschlußstrich machte, hatte er 3508 neue Arten hinzuentdeckt!
-Alle diese zauberhaft schönen, mikroskopisch kleinen
-Meeresgeschöpfe hatte sein Ordnungssinn nicht nur benannt
-und beschrieben, sondern nach wissenschaftlichen Grundsätzen
-auch übersichtlich gruppiert und nach Verwandtschaftsgraden
-in ein System von 85 Familien, 20 Ordnungen, 4 Legionen
-und 2 Unterklassen gebracht. Welch beispielloses Gedächtnis,
-welch kritisches Unterscheidungsvermögen war dazu
-nötig! Und welch ein künstlerisch geschulter Blick war erforderlich,
-um die subtilen und schwierigen Formen dann
-auch im Bilde noch festzuhalten! Nur einmal noch in
-seinem späteren Leben gelang ihm ein gleich phänomenales
-Werk, wenn auch anderer Art: die dreibändige &bdquo;<em>Systematische
-Phylogenie</em>&ldquo;, der Entwurf eines natürlichen
-Systems der Organismen auf Grund ihrer Stammesgeschichte,
-der 1896 vollendet wurde. &bdquo;Man mag im einzelnen,
-ja in Hauptpunkten verschiedener Ansicht sein,&ldquo; sagt
-darüber der Züricher Zoologe Professor Arnold Lang, &bdquo;aber
-staunend und bewundernd müssen wir stehen vor diesem
-Werke, staunend über die ungeheure Fülle des Wissens, die
-sich in diesem Umfange vielleicht nie mehr in einem Kopfe
-vereinigen wird, bewundernd vor der geistigen Arbeit, mit
-welcher einerseits die unzähligen Einzelerscheinungen verknüpft
-werden und anderseits der ganze riesige Stoff in
-formal vollendeter Weise übersichtlich gegliedert wird.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Von allen diesen hervorragenden Gaben des unermüdlichen
-Spezialforschers und Detailarbeiters Haeckel weiß in
-der Regel der Laie nichts oder so gut wie nichts. Für ihn
-kommt zunächst nur der &bdquo;populäre&ldquo; Verfasser der &bdquo;Natürlichen
-<a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a>
-Schöpfungsgeschichte&ldquo;, der &bdquo;<em>Welträtsel</em>&ldquo; und &bdquo;<em>Lebenswunder</em>&ldquo;
-in Frage. Zumal der Verfasser der &bdquo;Welträtsel&ldquo;,
-der sich vermaß, über irdische und himmlische Dinge so
-temperamentvoll sein Urteil abzugeben. Höchstens daß
-dieser und jener auch noch das verdienstvolle Tafelwerk der
-&bdquo;<em>Kunstformen der Natur</em>&ldquo; kennt, in dem vom Standpunkt
-des Ästhetikers die wundersamen Kunstgebilde der
-Radiolarien, Schwämme, Siphonophoren usw., aber auch
-die aus der höheren Tier- und Pflanzenwelt als vorbildlicher
-Ornamentenschatz für das moderne Kunstgewerbe zusammengestellt
-sind. Kein Wunder deshalb, daß man auch
-unter Gebildeten vielfach den schiefsten und ungerechtesten
-Urteilen begegnet, sobald einmal auf Haeckel und dessen
-Wirken und Schaffen die Rede kommt.
-</p>
-
-<p>
-Allein schon die rein quantitative Arbeitsleistung dieses
-Mannes muß mit Bewunderung erfüllen. Wenn man erwägt,
-daß außer den genannten populären und wissenschaftlichen
-Werken, die er von Auflage zu Auflage stets
-neu zu bearbeiten und zu verbessern bestrebt war, noch eine
-Menge kleinerer Aufsätze und Abhandlungen seiner Feder
-entflossen sind, und daß neben all diesem noch seine Lehrtätigkeit
-an der Jenaer Hochschule und seine alljährlichen
-Forschungsreisen einhergingen, so muß angesichts solcher
-Schaffenskraft selbst den Arbeitsfreudigsten ein gelindes
-Gruseln anwehen. Hinzu kommt aber noch, daß Haeckel
-auch die Originale seiner wundervollen Farbendrucktafeln,
-von denen allein die großen Monographien rund 360 an
-der Zahl aufweisen, großenteils selbst aquarelliert hat, wobei
-ihm sein hochentwickeltes Zeichen- und Maltalent sehr
-zustatten kam.
-</p>
-
-<p>
-Wie sehr übrigens Haeckel stets Forscher und Künstler
-in einer Person war, das zeigen am besten seine weit über
-tausend farbenprächtigen &bdquo;<em>Wanderbilder</em>&ldquo;, von denen ein
-<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a>
-kleiner Teil unter diesem Titel erschienen ist. Wohin seine
-Forschungsreisen ihn immer auch führten &mdash; und er hat
-mehr als dreißig in seinem Leben gemacht &mdash; immer und
-überall war das Malzeug sein Weggefährte. Hatte die
-Feder ihr Pensum vollendet oder fühlte der Forscher sich
-abgespannt von der mühsamen zoologischen Facharbeit, so
-dürstete die Seele des Künstlers, des Ästhetikers dann um
-so glühender nach einem Trunk aus dem sprudelnden Quell
-der Gesamtnatur, und er ruhte nicht eher, als bis er ihr
-irgendein Stück ihrer Schönheit mit Stift oder Pinsel entwunden
-hatte. Auf dem blauen Meer wie auf ragenden
-Berggipfeln, unter den sengenden Strahlen der Tropensonne
-wie im Schatten des Urwalddickichts, in den russischen
-Steppen wie im nordischen Fjord &mdash; allüberall war
-der nimmersatte Schönheitssucher in Haeckel dem Forscher
-ein steter Begleiter. Seine mit Hildebrandtscher Farbenglut
-gemalten Wanderbilder muß man gesehen, seine formvollendeten
-reichillustrierten Reisebücher &bdquo;<em>Arabische Korallen</em>&ldquo;,
-&bdquo;<em>Indische Reisebriefe</em>&ldquo; und &bdquo;<em>Aus Insulinde</em>&ldquo;
-muß man gelesen haben, um seinen heiligen Enthusiasmus
-für alles Wahre, Schöne und Gute dem ganzen Umfange
-nach zu begreifen.
-</p>
-
-<p>
-In wundervoller Geschlossenheit liegt heute das arbeits-
-und früchtereiche Lebenswerk Haeckels vor unseren Augen,
-das Lebenswerk eines Forschers, Künstlers und Philosophen.
-Und das eines Kämpfers, wie man hinzufügen darf. Niemand
-kann leugnen, daß er bei all seiner Genialität recht
-oft auch gefehlt hat wie ein ganz sterblicher Mensch, daß
-ihm sein heißes Temperament oft die Sehweite kürzte und
-daß seine Philosophie, seine Weltanschauung an Lücken und
-Schwächen nicht arm ist. Jeder hat die Philosophie, die
-in ihm ist. Er hat die seine, die aus dem fruchtbaren
-Boden der Erfahrungswissenschaften hervorgewachsen und
-<a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a>
-deshalb allen rein spekulativen Erkenntnistheorien wenig
-hold ist. Er hat sie zum Abschluß gebracht und ist glücklich
-darin. Ihm ist es genug, das Unerforschte so in die
-Enge getrieben zu haben, daß es sich wie von selbst ihm
-ergeben muß. Aber niemand, der wirklich sein Lebenswerk
-kennt, kann auch leugnen, daß Haeckels ganze fünfzigjährige
-Beschäftigung mit der Natur und Hingebung an die Natur,
-daß sein ganzes Forschen und Denken nichts anderes war
-als ein Ausfluß religiösen Sehnens, als Herzenssache, Gemütssache.
-Ihm, der der Wahrheit um ihrer selbst willen
-nachspürte, war ganz notwendig das Wahre identisch mit
-dem Göttlichen.
-</p>
-
-<p>
-Ernst Haeckel kann, wenn er die Inventur seines Lebens
-macht, wohl zufrieden sein. Das höchste Glück der Erdenkinder
-hat er erreicht und gewährt: das Glück der Persönlichkeit,
-und seinen Namen hat er mit unvergänglichen
-Lettern tief eingegraben in die Annalen der Menschheitsgeschichte.
-&bdquo;Spätere Generationen&ldquo;, sagt Wilhelm Bölsche,
-auf dessen ausgezeichnete Biographie des Gelehrten der
-Leser ausdrücklich verwiesen sei, &bdquo;werden uns um einen
-Mann wie Haeckel beneiden. Von anderen wird man
-Folianten wälzen, zum Nachschlagen, ohne auf das Titelblatt
-mit dem Namen zu achten. Bei ihm wird man den
-Namen suchen. Von seiner geistigen Persönlichkeit wird
-man sich erzählen. Daß man mit ihm streiten konnte,
-wird man verstehen. Daß Zeitgenossen seine Größe nicht
-sahen &mdash; dafür wird man nur ein Achselzucken haben.&ldquo;
-</p>
-
-<p class="tb">
-*
-</p>
-
-<p class="noindent">
-Die sechs kurzen Abschnitte aus einigen der bedeutendsten
-gemeinverständlichen Werke Ernst Haeckels, die dieses
-Sammelbändchen vereinigt, vermögen natürlich nur einen
-schwachen Begriff von der wissenschaftlichen Gesamtleistung
-<a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a>
-des berühmten Naturforschers zu vermitteln. Wenn sie
-dem einen oder anderen Welträtsel-Leser, dem einen oder
-anderen für Fragen der Naturwissenschaft Interessierten
-zum Anlaß werden, die Werke selbst in die Hand zu nehmen,
-ist ihr Hauptzweck erreicht. Nichtsdestoweniger ist zu erwarten,
-daß die Lektüre der einzelnen Kapitel auch an und
-für sich jedem Leser genußreiche und anregende Stunden
-bescheren wird.
-</p>
-
-<p>
-Die ersten beiden Abschnitte &bdquo;Inhalt und Bedeutung
-der Abstammungslehre&ldquo; und &bdquo;Schöpfungsperioden und
-Schöpfungsurkunden&ldquo; sind der &bdquo;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&ldquo;
-(11.&nbsp;Auflage, 1911, Verlag von Georg Reimer
-in Berlin) entnommen. Es sind zwei von den dreißig
-darin vereinigten Vorträgen über die Entwicklungslehre im
-allgemeinen und die von Darwin, Goethe und Lamarck im
-besonderen, Vorträge, die selbst dem ohne jede wissenschaftliche
-Vorbildung an sie herantretenden Laien verständlich
-sind. Der dritte Abschnitt über &bdquo;Die Gasträatheorie&ldquo; dagegen
-will schon ein bißchen &bdquo;studiert&ldquo; sein, wie klar und
-anschaulich Haeckel das schwierige Thema auch zu behandeln
-verstanden hat. Wenn wir unter den dreißig Vorträgen der
-&bdquo;Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen&ldquo;
-(6.&nbsp;Auflage, 1911. Verlag von Wilhelm Engelmann in
-Leipzig) gerade diesen zum Abdruck erwählten, so geschah
-es, weil er im Rahmen des zweibändigen Werkes noch
-wiederum ein Stück besonderen Eigenwerks darstellt, insofern
-Ernst Haeckel selbst, wie schon ausgeführt wurde, der
-Entdecker der bedeutsamen Gasträatheorie ist. Der Abschnitt
-&bdquo;Erfahrung und Erkenntnis&ldquo;, in dem der Verfasser im
-Anschluß an Schleiden und Johannes Müller ein für allemal
-programmatisch seinen Standpunkt zur Naturphilosophie
-festlegte, entstammt der 1866 erschienenen &bdquo;Generellen
-Morphologie&ldquo; (von der ein teilweiser, unveränderter
-<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a>
-Abdruck unter dem Titel &bdquo;Prinzipien der Generellen Morphologie
-der Organismen&ldquo; 1906 bei Georg Reimer herausgekommen
-ist), der Abschnitt &bdquo;Arabische Korallen&ldquo; dem
-kleinen, durch zahlreiche Abbildungen und farbenfreudige
-Aquarell-Reproduktionen geschmückten Prachtbande gleichen
-Titels, in dem Ernst Haeckel 1875 seinen Ausflug nach
-den Korallenbänken des Roten Meeres beschrieb, zugleich
-einen Blick in das Leben der Korallentiere erschließend
-(Verlag von Georg Reimer). In dieser unübertrefflich
-lebendigen Schilderung, nicht minder in der ihr folgenden
-über &bdquo;Brussa und den asiatischen Olymp&ldquo;, kommt neben
-dem Naturforscher in Haeckel vor allem der feinempfindende
-Ästhetiker zur Geltung, der schönheitsuchende Künstler wie
-der Meister des Worts.
-</p>
-
-<p>
-Für die Erlaubnis zur Wiedergabe des Aufsatzes über
-&bdquo;Brussa&ldquo;, der 1875 in der Deutschen Rundschau erschien
-und seitdem nicht wieder abgedruckt wurde, bin ich Sr.
-Exzellenz Herrn Geheimrat Haeckel zu besonderem Danke
-verpflichtet, für die Genehmigung zum Nachdruck der übrigen
-Abschnitte außerdem den Herren Verlagsbuchhändlern
-Dr. de Gruyter (i. Fa.: Georg Reimer) und Wilhelm
-Engelmann.
-</p>
-
-<p class="place">
-<em>Leipzig</em>, Ostern 1912.
-</p>
-
-<p class="sign">
-Carl W. Neumann.
-</p>
-
-<p class="tit2">
-<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a>
-Natur und Mensch.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-2">
-<a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a>
-<span class="firstline"><span class="line1">I.</span></span><br />
-<span class="line2">Inhalt und Bedeutung der</span>
-<span class="line3">Abstammungslehre.</span>
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Die geistige Bewegung, zu welcher der englische
-Naturforscher Charles Darwin im Jahre 1859 durch sein
-berühmtes Werk &bdquo;Über die Entstehung der Arten&ldquo;<a class="fnote" href="#footnote-1" id="fnote-1">[1]</a>
-den Anstoß gab, hat während des seitdem verflossenen
-kurzen Zeitraums eine beispiellose Tiefe und Ausdehnung
-gewonnen. Allerdings ist die in jenem Werke
-dargestellte naturwissenschaftliche Theorie (gewöhnlich
-kurzweg die Darwinsche Theorie oder der Darwinismus
-genannt) nur ein Bruchteil einer viel umfassenderen
-Wissenschaft, nämlich der universalen Entwicklungslehre,
-welche ihre unermeßliche Bedeutung über das
-ganze Gebiet aller menschlichen Erkenntnis erstreckt.
-Allein die Art und Weise, in welcher Darwin die
-letztere durch die erstere fest begründet hat, ist so
-überzeugend, und die entscheidende Wendung, welche
-durch die notwendigen Folgeschlüsse jener Theorie in
-der gesamten Weltanschauung der Menschheit angebahnt
-worden ist, muß jedem tiefer denkenden Menschen
-so gewaltig erscheinen, daß man ihre allgemeine
-Bedeutung nicht hoch genug anschlagen kann. Ohne
-Zweifel muß diese ungeheure Erweiterung unseres
-menschlichen Gesichtskreises unter allen den zahlreichen
-und großartigen wissenschaftlichen Fortschritten unserer
-<a id="page-26" class="pagenum" title="26"></a>
-Zeit als der bei weitem folgenschwerste und wichtigste
-angesehen werden.
-</p>
-
-<p>
-Wenn man das 19. Jahrhundert mit Recht das Zeitalter
-der Naturwissenschaften nennt, wenn man mit
-Stolz auf die unermeßlich bedeutenden Fortschritte in
-allen Zweigen derselben blickt, so pflegt man dabei
-gewöhnlich weniger an die Erweiterung unserer allgemeinen
-Naturerkenntnis, als vielmehr an die unmittelbaren
-praktischen Erfolge jener Fortschritte zu
-denken. Man erwägt dabei die völlige und unendlich
-folgenreiche Umgestaltung des menschlichen Verkehrs,
-welche durch das entwickelte Maschinenwesen, durch
-die Eisenbahnen, Dampfschiffe, Telegraphen, Telephone
-und andere Erfindungen der Physik hervorgebracht
-worden ist. Oder man denkt an den mächtigen Einfluß,
-welchen die Chemie in der Heilkunst, in der Landwirtschaft,
-in allen Künsten und Gewerben gewonnen
-hat. Wie hoch Sie aber auch diese Einwirkung der
-neueren Naturwissenschaft auf das praktische Leben
-anschlagen mögen, so muß dieselbe, von einem höheren
-und allgemeineren Standpunkt aus gewürdigt, doch
-hinter dem ungeheuren Einfluß zurückstehen, welchen
-die theoretischen Fortschritte der heutigen Naturwissenschaft
-auf das gesamte Erkenntnisgebiet des Menschen,
-auf seine ganze Weltanschauung und Geistesbildung
-notwendig ausüben. Denken Sie nur an den unermeßlichen
-Umschwung aller unserer theoretischen Anschauungen,
-welchen wir der allgemeinen Anwendung
-des Mikroskops verdanken. Denken Sie allein an die
-Zellentheorie, die uns die scheinbare Einheit des menschlichen
-Organismus als das zusammengesetzte Resultat
-aus der staatlichen Verbindung von Milliarden elementarer
-Lebenseinheiten, der Zellen, nachweist. Oder
-<a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a>
-erwägen Sie die ungeheure Erweiterung unseres theoretischen
-Gesichtskreises, welche wir der Spektralanalyse,
-der Lehre von der Wärmemechanik und von der
-Erhaltung der Kraft verdanken. Unter allen diesen bewunderungswürdigen
-theoretischen Fortschritten nimmt
-aber jedenfalls unsere heutige Entwicklungslehre bei
-weitem den höchsten Rang ein.
-</p>
-
-<p>
-Jeder von Ihnen wird den Namen Darwin gehört
-haben, aber die meisten werden wahrscheinlich nur unvollkommene
-Vorstellungen von dem eigentlichen Werte
-seiner Lehre besitzen. Denn wenn man alles vergleicht,
-was seit dem Erscheinen seines epochemachenden Hauptwerks
-über dasselbe geschrieben worden ist, so muß
-demjenigen, der sich nicht näher mit den organischen
-Naturwissenschaften befaßt hat, der nicht in die inneren
-Geheimnisse der Zoologie und Botanik eingedrungen
-ist, der Wert jener Theorie doch zweifelhaft
-erscheinen. Die Beurteilung derselben ist voll von
-Widersprüchen und Mißverständnissen. Daher hat
-selbst jetzt, fünfzig Jahre nach dem Erscheinen von
-Darwins Werk, dasselbe noch nicht allgemein diejenige
-volle Bedeutung erlangt, welche ihm von
-Rechts wegen gebührt, und welche es jedenfalls
-früher oder später erlangen wird. Die meisten von
-den zahllosen Schriften, welche für und gegen den
-Darwinismus während dieses Zeitraums veröffentlicht
-wurden, lassen den erforderlichen Grad von biologischer,
-und besonders von zoologischer Bildung vermissen.
-Obwohl jetzt alle bedeutenden Naturforscher
-der Gegenwart zu den Anhängern jener Theorie gehören,
-haben doch nur wenige derselben Geltung und
-Verständnis in weiteren Kreisen zu verschaffen gesucht.
-Daher rühren die befremdenden Widersprüche und die
-<a id="page-28" class="pagenum" title="28"></a>
-seltsamen Urteile, die man noch heute vielfach über
-den Darwinismus hören kann. Gerade dieser Umstand
-hat mich vorzugsweise bestimmt, die Darwinsche
-Theorie und die damit zusammenhängenden weiteren
-Lehren zum Gegenstand allgemein verständlicher Vorträge
-zu machen. Ich halte es für die Pflicht der
-Naturforscher, daß sie nicht allein in dem engeren
-Kreise ihrer Fachwissenschaft auf Verbesserungen und
-Entdeckungen sinnen, daß sie sich nicht allein in das
-Studium des Einzelnen mit Liebe und Sorgfalt vertiefen,
-sondern daß sie auch die wichtigen, allgemeinen
-Ergebnisse ihrer besonderen Studien für das Ganze
-nutzbar machen, und daß sie naturwissenschaftliche Bildung
-in weiten Kreisen verbreiten helfen. Der höchste
-Triumph des menschlichen Geistes, die wahre Erkenntnis
-der allgemeinsten Naturgesetze, darf nicht das
-Privateigentum einer privilegierten Gelehrtenkaste bleiben,
-sondern muß segensreiches Gemeingut der ganzen
-gebildeten Menschheit werden.
-</p>
-
-<p>
-Die Theorie, welche durch Darwin an die Spitze
-unserer Naturerkenntnis gestellt worden ist, pflegt
-man gewöhnlich als Abstammungslehre oder Deszendenztheorie
-zu bezeichnen. Andere nennen sie Umbildungslehre
-oder Transmutationstheorie oder auch kurz:
-Transformismus. Beide Bezeichnungen sind richtig.
-Denn diese Lehre behauptet, daß alle verschiedenen
-Organismen (d.&nbsp;h. alle Tierarten und Pflanzenarten,
-welche jemals auf der Erde gelebt haben, und noch
-jetzt leben) von einer einzigen oder von wenigen höchst
-einfachen Stammformen abstammen, und daß sie sich
-aus diesen auf dem natürlichen Wege allmählicher
-Umbildung langsam entwickelt haben. Obwohl diese
-Entwicklungstheorie schon im Anfange unseres Jahrhunderts
-<a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a>
-von verschiedenen großen Naturforschern,
-insbesondere von Lamarck und Goethe, aufgestellt und
-verteidigt wurde, hat sie doch erst im Jahre 1859 durch
-Darwin ihre vollständige Ausbildung und ihre ursächliche
-Begründung erfahren. Dies ist der Grund, weshalb
-sie oft ausschließlich (obwohl nicht ganz richtig)
-als Darwins Theorie bezeichnet wird.
-</p>
-
-<p>
-Der unschätzbare Wert der Abstammungslehre erscheint
-in verschiedenem Lichte, je nachdem Sie bloß
-deren nähere Bedeutung für die organische Naturwissenschaft,
-oder aber ihren weiteren Einfluß auf die
-gesamte Welterkenntnis des Menschen in Betracht
-ziehen. Die organische Naturwissenschaft oder die
-Biologie, welche als Zoologie die Tiere, als Botanik
-die Pflanzen zum Gegenstand ihrer Erkenntnis hat,
-wird durch die Abstammungslehre von Grund aus
-umgestaltet. Denn durch die Deszendenztheorie lernen
-wir die wahren wirkenden Ursachen der organischen
-Formerscheinungen erkennen, während die bisherige
-Tier- und Pflanzenkunde sich überwiegend mit der
-Kenntnis ihrer Tatsachen beschäftigte. Man kann daher
-auch die Abstammungslehre als die mechanische
-Erklärung der organischen Form-Erscheinungen oder
-als &bdquo;die Lehre von den wahren Ursachen in der
-organischen Natur&ldquo; bezeichnen.
-</p>
-
-<p>
-Da ich nicht voraussetzen kann, daß Ihnen allen
-die Ausdrücke &bdquo;organische und anorganische Natur&ldquo;
-geläufig sind, und da uns die Gegenüberstellung dieser
-beiderlei Naturkörper in der Folge noch vielfach beschäftigen
-wird, so muß ich ein paar Worte zur Verständigung
-darüber vorausschicken. Organismen oder
-organische Naturkörper nennen wir alle Lebewesen oder
-belebten Körper, also alle Pflanzen und Tiere, den
-<a id="page-30" class="pagenum" title="30"></a>
-Menschen mit inbegriffen, weil bei ihnen fast immer
-eine Zusammensetzung aus verschiedenartigen Teilen
-(Werkzeugen oder &bdquo;Organen&ldquo;) nachzuweisen ist; diese
-Organe müssen zusammenwirken, um die Lebenserscheinungen
-hervorzubringen. Eine solche Zusammensetzung
-vermissen wir dagegen bei den Anorganen oder anorganischen
-Naturkörpern, den sogenannten toten oder unbelebten
-Körpern, den Mineralien oder Gesteinen, dem
-Wasser, der atmosphärischen Luft usw. Die Organismen
-enthalten stets eiweißartige Kohlenstoffverbindungen
-in weichem oder &bdquo;festflüssigem&ldquo; Zustande, während
-diese den Anorganen stets fehlen. Auf diesem wichtigen
-Unterschiede beruht die Einteilung der gesamten
-Naturwissenschaft in zwei große Hauptabteilungen, in
-die Biologie oder Wissenschaft von den Organismen
-(Anthropologie, Zoologie und Botanik) und die Anorgologie
-oder Abiologie, die Wissenschaft von den
-Anorganen (Mineralogie, Geologie, Hydrographie,
-Meteorologie usw.).
-</p>
-
-<p>
-Die unvergleichliche Bedeutung der Abstammungslehre
-für die Biologie liegt also vorzugsweise darin,
-daß sie uns die Entstehung der organischen Formen
-auf mechanischem Wege erklärt und deren wirkende
-Ursachen nachweist. So hoch man aber auch mit Recht
-dieses Verdienst der Deszendenztheorie anschlagen mag,
-so tritt dasselbe doch fast zurück vor der unermeßlichen
-Wichtigkeit, welche eine einzige notwendige Folgerung
-derselben für sich allein in Anspruch nimmt. Diese
-unvermeidliche Folgerung ist die Lehre von der tierischen
-Abstammung des Menschengeschlechts.
-</p>
-
-<p>
-Die Bestimmung der Stellung des Menschen in
-der Natur und seiner Beziehungen zur Gesamtheit der
-Dinge, diese Frage aller Fragen für die Menschheit,
-<a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a>
-wie sie Huxley mit Recht genannt hat, wird durch jene
-Erkenntnis der tierischen Abstammung des Menschengeschlechts
-endgültig gelöst. Wir gelangen also durch
-den Transformismus oder die Deszendenztheorie zum
-erstenmal in die Lage, eine natürliche Entwicklungsgeschichte
-des Menschengeschlechts wissenschaftlich begründen
-zu können. Sowohl alle Verteidiger als alle
-denkenden Gegner Darwins haben anerkannt, daß die
-Abstammung des Menschengeschlechts zunächst von
-affenartigen Säugetieren, weiterhin aber von niederen
-Wirbeltieren, mit Notwendigkeit aus seiner Theorie folgt.
-</p>
-
-<p>
-Allerdings hat Darwin diese wichtigste von allen
-Folgerungen seiner Lehre nicht sofort selbst ausgesprochen.
-In seinem Werke von der &bdquo;Entstehung der
-Arten&ldquo; ist die tierische Abstammung des Menschen
-nicht erörtert. Der ebenso vorsichtige als kühne Naturforscher
-ging damals absichtlich mit Stillschweigen
-darüber hinweg, weil er voraussah, daß dieser bedeutendste
-von allen Folgeschlüssen der Abstammungslehre
-zugleich das größte Hindernis für die Verbreitung und
-Anerkennung derselben sein werde. Gewiß hätte Darwins
-Buch von Anfang an noch weit mehr Widerspruch
-und Ärgernis erregt, wenn sogleich diese wichtigste
-Konsequenz darin klar ausgesprochen worden
-wäre. Erst zwölf Jahre später, in dem 1871 erschienenen
-Werke über &bdquo;Die Abstammung des Menschen
-und die geschlechtliche Zuchtwahl&ldquo;<a class="fnote" href="#footnote-2" id="fnote-2">[2]</a> hat Darwin jenen
-weitreichendsten Folgeschluß offen anerkannt, und ausdrücklich
-seine volle Übereinstimmung mit den Naturforschern
-erklärt, welche denselben inzwischen schon
-selbst gezogen hatten. Offenbar ist die Tragweite dieser
-Folgerung ganz unermeßlich, und keine Wissenschaft
-<a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a>
-wird sich den Konsequenzen derselben entziehen können.
-Die Anthropologie oder die Wissenschaft vom Menschen,
-und infolgedessen auch die ganze Philosophie,
-wird in allen einzelnen Zweigen dadurch von Grund
-aus umgestaltet.
-</p>
-
-<p>
-Um es mit einem Satze auszudrücken, so ist jene
-bedeutungsvolle, aber die meisten Menschen von vornherein
-abstoßende Folgerung nichts weiter als ein besonderer
-Deduktionsschluß, den wir aus dem sicher
-begründeten allgemeinen Induktionsgesetze der Deszendenztheorie
-nach den strengen Geboten der unerbittlichen
-Logik notwendig ziehen müssen.
-</p>
-
-<p>
-Vielleicht ist nichts geeigneter, Ihnen die ganze
-und volle Bedeutung der Abstammungslehre mit zwei
-Worten klarzumachen, als die Bezeichnung derselben
-mit dem Ausdruck: &bdquo;Natürliche Schöpfungsgeschichte&ldquo;.
-Jedoch ist dieselbe nur in einem gewissen Sinne richtig;
-denn streng genommen schließt der Ausdruck &bdquo;natürliche
-Schöpfungsgeschichte&ldquo; einen inneren Widerspruch,
-eine <span class="antiqua">contradictio in adjecto</span> ein. Lassen Sie uns, um
-dies zu verstehen, einen Augenblick den zweideutigen
-Begriff der Schöpfung etwas näher ins Auge fassen.
-Wenn man unter Schöpfung die Entstehung eines
-Körpers durch eine schaffende Gewalt oder Kraft versteht,
-so kann man dabei entweder an die Entstehung
-seines Stoffes (der körperlichen Materie) oder an die
-Entstehung seiner Form (der körperlichen Gestalt) denken.
-</p>
-
-<p>
-Die Schöpfung im ersteren Sinne, als die Entstehung
-der Materie, geht uns hier gar nichts an.
-Dieser Vorgang, wenn er überhaupt jemals stattgefunden
-hat, ist gänzlich der menschlichen Erkenntnis
-entzogen, er kann daher auch niemals Gegenstand
-naturwissenschaftlicher Erforschung sein. Die Naturwissenschaft
-<a id="page-33" class="pagenum" title="33"></a>
-hält die Materie für ewig und unvergänglich,
-weil durch die Erfahrung noch niemals das Entstehen
-oder Vergehen auch nur des kleinsten Teilchens
-der Materie nachgewiesen worden ist. Da wo ein
-Naturkörper zu verschwinden scheint, wie z.&nbsp;B. beim
-Verbrennen, beim Verwesen, beim Verdunsten usw.,
-da ändert er nur seine Form, seinen physikalischen
-Aggregatzustand oder seine chemische Verbindungsweise.
-Ebenso beruht die Entstehung eines neuen
-Naturkörpers, z.&nbsp;B. eines Kristalles, eines Pilzes,
-eines Infusoriums nur darauf, daß verschiedene Stoffteilchen,
-welche vorher in einer gewissen Form oder
-Verbindungsweise existierten, infolge von veränderten
-Existenzbedingungen eine neue Form oder Verbindungsweise
-annehmen. Aber noch niemals ist der Fall beobachtet
-worden, daß auch nur das kleinste Stoffteilchen
-aus der Welt verschwunden, oder nur ein Atom
-zu der bereits vorhandenen Masse hinzugekommen
-wäre. Der Naturforscher kann sich daher ein Entstehen
-der Materie ebensowenig als ein Vergehen derselben
-vorstellen; er betrachtet die in der Welt bestehende
-Quantität der Materie als eine gegebene feste
-Tatsache. Fühlt jemand das Bedürfnis, sich die Entstehung
-dieser Materie als die Wirkung einer übernatürlichen
-Schöpfungstätigkeit, einer außerhalb der
-Materie stehenden schöpferischen Kraft vorzustellen, so
-haben wir nichts dagegen. Aber wir müssen bemerken,
-daß damit auch nicht das geringste für eine wissenschaftliche
-Naturkenntnis gewonnen ist. Eine solche
-Vorstellung von einer immateriellen Kraft, welche die
-Materie erst schafft, ist ein Glaubensartikel, welcher
-mit der menschlichen Wissenschaft gar nichts zu tun
-hat. Wo der mystische Glaube anfängt, hört die echte
-<a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a>
-Wissenschaft auf. Beide Tätigkeiten des menschlichen
-Geistes sind scharf voneinander zu halten. Der Glaube
-an übernatürliche Vorgänge hat seinen Ursprung in
-der dichtenden Einbildungskraft, das klare Wissen dagegen
-in dem erkennenden Verstande des Menschen.
-Die Wissenschaft hat die segenbringenden Früchte von
-dem Baume der Erkenntnis zu pflücken, unbekümmert
-darum, ob dadurch die dichterischen Einbildungen der
-Glaubenschaft beeinträchtigt werden oder nicht.
-</p>
-
-<p>
-Wenn also die Naturwissenschaft sich die &bdquo;natürliche
-Schöpfungsgeschichte&ldquo; zu ihrer höchsten, schwersten
-und lohnendsten Aufgabe macht, so kann sie den
-Begriff der Schöpfung nur in der zweiten, oben angeführten
-Bedeutung verstehen, als die Entstehung der
-Form der Naturkörper. In diesem Sinne kann man
-die Geologie die Schöpfungsgeschichte der Erde nennen;
-denn sie sucht die Entstehung der geformten anorganischen
-Erdoberfläche und die mannigfaltigen geschichtlichen
-Veränderungen in der Gestalt der festen Erdrinde
-zu erforschen. Ebenso kann man die Entwicklungsgeschichte
-der Tiere und Pflanzen, welche die
-Entstehung der belebten Formen und den mannigfaltigen
-historischen Wechsel der tierischen und pflanzlichen
-Gestalten untersucht, die Schöpfungsgeschichte der Organismen
-nennen. Da jedoch in den Begriff der
-Schöpfung sich immer leicht die unwissenschaftliche Vorstellung
-von einem außerhalb der Materie stehenden
-und dieselbe umbildenden Schöpfer einschleicht, so wird
-es in Zukunft wohl besser sein, denselben durch die
-strengere Bezeichnung der Entwicklung zu ersetzen.
-</p>
-
-<p>
-Der hohe Wert, welchen die Entwicklungsgeschichte
-für das wissenschaftliche Verständnis der Tier- und
-Pflanzenformen besitzt, ist seit einem halben Jahrhundert
-<a id="page-35" class="pagenum" title="35"></a>
-allgemein anerkannt; man kann ohne sie in der organischen
-Morphologie oder Formenlehre keinen sicheren
-Schritt mehr tun. Jedoch hat man vor 1866 unter
-Entwicklungsgeschichte nur einen Teil dieser Wissenschaft,
-nämlich diejenige der organischen Individuen
-oder Einzelwesen verstanden, die sogenannte Embryologie,
-richtiger und umfassender <em>Ontogenie</em> genannt.
-Außer dieser gibt es aber auch noch eine Entwicklungsgeschichte
-der organischen Arten, Klassen und Stämme
-(Phylen); und diese steht zu der ersteren in den wichtigsten
-Beziehungen. Das Material dafür liefert die
-Versteinerungskunde oder Paläontologie. Diese lehrt
-uns, daß jedes organische Phylum, jeder Stamm des
-Tier- und Pflanzenreichs, während der verschiedenen
-Perioden der Erdgeschichte durch eine Reihe von ganz
-verschiedenen Klassen und Arten vertreten wird. So
-ist z.&nbsp;B. der Stamm der Wirbeltiere durch die Klassen
-der Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere
-vertreten und jede dieser Klassen zu verschiedenen
-Zeiten durch ganz verschiedene Arten. Diese paläontologische
-Entwicklungsgeschichte der Organismen kann
-man als Stammesgeschichte oder <em>Phylogenie</em> bezeichnen;
-sie steht in den wichtigsten und merkwürdigsten
-Beziehungen zu dem anderen Zweige der organischen
-Entwicklungsgeschichte, zur Keimesgeschichte oder Ontogenie.
-Die letztere läuft der ersteren im großen und
-ganzen parallel. Um es kurz mit einem Satze zu sagen,
-so ist die individuelle Entwicklungsgeschichte eine schnelle,
-durch die Gesetze der Vererbung und Anpassung bedingte
-Wiederholung der langsamen paläontologischen
-Entwicklungsgeschichte; die Ontogenie ist ein kurzer
-Auszug oder eine Rekapitulation der Phylogenie. Das
-ist unser <em>biogenetisches Grundgesetz</em> (1866), das
-<a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a>
-einzig und allein durch die Abstammungslehre erklärt
-und in seinen Ursachen verstanden werden kann; ohne
-dieselbe bleibt es ganz unverständlich und unerklärlich.
-</p>
-
-<p>
-Die Deszendenztheorie zeigt uns zugleich, <em>warum</em>
-überhaupt die einzelnen Tiere und Pflanzen sich entwickeln
-müssen, <em>warum</em> dieselben nicht gleich in fertiger
-und entwickelter Form ins Leben treten. Keine
-übernatürliche Schöpfungsgeschichte vermag uns das
-große Rätsel der organischen Entwicklung irgendwie
-zu erklären. Ebenso wie auf diese hochwichtige Frage
-gibt uns der Transformismus auch auf alle anderen
-allgemeinen biologischen Fragen befriedigende Antworten,
-und zwar sind diese Antworten rein mechanisch-kausaler
-Natur; sie weisen lediglich natürliche,
-physikalisch-chemische Kräfte als die Ursachen von Erscheinungen
-nach, die man früher gewohnt war, der
-unmittelbaren Einwirkung übernatürlicher, schöpferischer
-Kräfte zuzuschreiben. Mithin entfernt der Transformismus
-aus allen Gebietsteilen der Botanik und
-Zoologie, und namentlich auch aus dem wichtigsten
-Teile der letzteren, aus der Anthropologie, den Wunderglauben;
-er lüftet den mystischen Schleier des
-Wunderbaren und Übernatürlichen, mit welchem man
-bisher die verwickelten Erscheinungen dieser natürlichen
-Erkenntnisgebiete zu verhüllen liebte. Das unklare
-Nebelbild mythologischer Dichtung kann vor dem klaren
-Sonnenlicht naturwissenschaftlicher Erkenntnis nicht
-länger bestehen.
-</p>
-
-<p>
-Von ganz besonderem Interesse sind unter jenen
-biologischen Erscheinungen diejenigen, welche die gewöhnliche
-Annahme von der Entstehung eines jeden
-Organismus durch eine zweckmäßig bauende Schöpferkraft
-widerlegen. Nichts hat in dieser Beziehung der
-<a id="page-37" class="pagenum" title="37"></a>
-früheren Naturforschung so große Schwierigkeiten verursacht,
-als die Deutung der sogenannten &bdquo;<em>rudimentären
-Organe</em>&ldquo;, derjenigen Teile im Tier- und Pflanzenkörper,
-welche eigentlich ohne Leistung, ohne physiologische
-Bedeutung, und dennoch formell vorhanden
-sind. Diese Teile verdienen das allerhöchste Interesse,
-obwohl die meisten Leute wenig oder nichts davon
-wissen. Fast jeder höher entwickelte Organismus, fast
-jedes Tier und jede Pflanze, besitzt neben den scheinbar
-zweckmäßigen Einrichtungen seiner Organisation
-andere Einrichtungen, die durchaus keinen Zweck, keine
-Funktion in dessen Leben haben können.
-</p>
-
-<p>
-Beispiele davon finden sich überall. Bei den Embryonen
-mancher Wiederkäuer, unter anderen bei unserem
-gewöhnlichen Rindvieh, stehen Schneidezähne im
-Zwischenkiefer der oberen Kinnlade, welche niemals
-zum Durchbruch gelangen, also auch keinen Zweck
-haben. Die Embryonen mancher Walfische, welche
-späterhin die bekannten Barten statt der Zähne besitzen,
-tragen, solange sie noch nicht geboren sind und keine
-Nahrung zu sich nehmen, dennoch zahlreiche Zähne in
-ihren Kiefern; auch dieses Gebiß tritt niemals in
-Tätigkeit. Ferner besitzen die meisten höheren Tiere
-Muskeln, die nie zur Anwendung kommen; selbst der
-Mensch besitzt solche rudimentäre Muskeln. Die meisten
-von uns sind nicht fähig, ihre Ohren willkürlich
-zu bewegen, obwohl die Muskeln für diese Bewegung
-vorhanden sind; aber einzelnen Personen, die sich andauernd
-Mühe geben, diese Muskeln zu üben, ist es
-in der Tat gelungen, ihre Ohren wieder in Bewegung
-zu setzen. In diesen noch jetzt vorhandenen, aber verkümmerten
-Organen, welche dem vollständigen Verschwinden
-entgegengehen, ist es noch möglich, durch
-<a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a>
-besondere Übung, durch andauernden Einfluß der Willenstätigkeit
-des Nervensystems, die beinahe erloschene
-Tätigkeit wieder zu beleben. Dagegen vermögen wir
-dies nicht mehr in den kleinen rudimentären Ohrmuskeln,
-welche noch am Knorpel unserer Ohrmuschel
-vorkommen; diese bleiben immer völlig wirkungslos.
-Bei unseren langohrigen Vorfahren aus der Tertiärzeit,
-Affen, Halbaffen und Beuteltieren, welche gleich
-den meisten anderen Säugetieren ihre große Ohrmuschel
-frei und lebhaft bewegten, waren jene Muskeln viel
-stärker entwickelt und von großer Bedeutung. So haben
-in gleicher Weise auch viele Spielarten der Hunde und
-Kaninchen, deren wilde Vorfahren ihre steifen Ohren
-vielseitig bewegten, unter dem Einflusse des Kulturlebens
-sich jenes &bdquo;Ohrenspitzen&ldquo; abgewöhnt; sie haben
-dadurch verkümmerte Ohrmuskeln und schlaff herabhängende
-Ohren bekommen.
-</p>
-
-<p>
-Auch noch an anderen Stellen seines Körpers besitzt
-der Mensch solche rudimentäre Organe, welche
-durchaus von keiner Bedeutung für das Leben sind
-und niemals funktionieren. Eines der merkwürdigsten,
-obwohl unscheinbarsten Organe der Art ist die kleine
-halbmondförmige Falte, welche wir am inneren Winkel
-unseres Auges, nahe der Nasenwurzel besitzen, die sogenannte
-<span class="antiqua">Plica semilunaris</span>. Diese unbedeutende Hautfalte
-bietet für unser Auge gar keinen Nutzen; sie ist
-nur der ganz verkümmerte Rest eines dritten, inneren
-Augenlides, welches neben dem oberen und unteren
-Augenlide bei anderen Säugetieren, bei Vögeln und
-Reptilien sehr entwickelt ist. Ja sogar schon unsere
-uralten Vorfahren aus der Silurzeit, die Urfische,
-scheinen dies dritte Augenlid, die sogenannte Nickhaut,
-besessen zu haben. Denn viele von ihren nächsten Verwandten,
-<a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a>
-die in wenig veränderter Form noch heute
-fortleben, viele Haifische nämlich, besitzen eine sehr
-starke Nickhaut, und diese kann vom inneren Augenwinkel
-her über den ganzen Augapfel hinübergezogen
-werden.
-</p>
-
-<p>
-Zu den schlagendsten Beispielen von rudimentären
-Organen gehören die Augen, welche nicht sehen. Solche
-finden sich bei sehr vielen Tieren, welche im Dunkeln,
-z.&nbsp;B. in Höhlen, unter der Erde leben. Die Augen
-sind hier oft wirklich in ausgebildetem Zustande vorhanden;
-aber sie sind von dicker, undurchsichtiger Haut
-bedeckt, so daß kein Lichtstrahl in sie hineinfallen kann,
-mithin können sie auch niemals sehen. Solche Augen
-ohne Gesichtsfunktion besitzen z.&nbsp;B. mehrere Arten von
-unterirdisch lebenden Maulwürfen und Blindmäusen,
-von Schlangen und Eidechsen, von Amphibien und
-Fischen; ferner zahlreiche wirbellose Tiere, die im
-Dunkeln ihr Leben zubringen: viele Käfer, Krebstiere,
-Schnecken, Würmer usw.
-</p>
-
-<p>
-Eine Fülle der interessantesten Beispiele von rudimentären
-Organen liefert die vergleichende Osteologie
-oder Skelettlehre der Wirbeltiere, einer der anziehendsten
-Zweige der vergleichenden Anatomie. Bei den
-allermeisten Wirbeltieren finden wir zwei Paar Gliedmaßen
-am Rumpf, ein Paar Vorderbeine und ein
-Paar Hinterbeine. Sehr häufig ist jedoch das eine
-oder das andere Paar derselben verkümmert, seltener
-beide, wie bei den Schlangen und einigen aalartigen
-Fischen. Aber einige Schlangen, z.&nbsp;B. die Riesenschlangen
-(<span class="antiqua">Boa</span>, <span class="antiqua">Python</span>), haben hinten noch einige
-unnütze Knochenstückchen im Leibe, welche die Reste der
-verloren gegangenen Hinterbeine sind. Ebenso haben
-die walfischartigen Säugetiere (<span class="antiqua">Cetaceen</span>), welche nur
-<a id="page-40" class="pagenum" title="40"></a>
-entwickelte Vorderbeine (Brustflossen) besitzen, hinten
-im Fleische noch ein Paar ganz überflüssige Knochen,
-die Überbleibsel der verkümmerten Hinterbeine. Dasselbe
-gilt von vielen echten Fischen, bei denen in gleicher
-Weise die Hinterbeine (Bauchflossen) verloren
-gegangen sind. Umgekehrt besitzen unsere Blindschleichen
-(<span class="antiqua">Anguis</span>) und einige andere Eidechsen inwendig
-ein vollständiges Schultergerüst, obwohl die Vorderbeine,
-zu deren Befestigung dasselbe dient, nicht mehr
-vorhanden sind. Ferner finden sich bei verschiedenen
-Wirbeltieren die einzelnen Knochen der beiden Beinpaare
-in allen verschiedenen Stufen der Verkümmerung,
-und oft die rückgebildeten Knochen und die zugehörigen
-Muskeln stückweise erhalten, ohne doch irgendwie eine
-Verrichtung ausführen zu können. Das Instrument
-ist wohl noch da, aber es kann nicht mehr spielen.
-</p>
-
-<p>
-Fast ganz allgemein finden Sie ferner rudimentäre
-Organe in den Pflanzenblüten vor, indem der eine
-oder der andere Teil der männlichen Fortpflanzungsorgane
-(der Staubfäden und Staubbeutel), oder der
-weiblichen Fortpflanzungsorgane (Griffel, Fruchtknoten
-usw.) mehr oder weniger verkümmert oder &bdquo;fehlgeschlagen&ldquo;
-(abortiert) ist. Auch hier können Sie bei
-verschiedenen, nahe verwandten Pflanzenarten das Organ
-in allen Graden der Rückbildung verfolgen. So
-z.&nbsp;B. ist die große natürliche Familie der lippenblütigen
-Pflanzen (<span class="antiqua">Labiaten</span>), zu welcher Melisse, Pfefferminze,
-Majoran, Gundelrebe, Thymian usw. gehören,
-dadurch ausgezeichnet, daß die rachenförmige zweilippige
-Blumenkrone zwei lange und zwei kurze Staubfäden
-enthält. Allein bei vielen einzelnen Pflanzen
-dieser Familie, z.&nbsp;B. bei verschiedenen Salbeiarten
-und beim Rosmarin, ist nur das eine Paar der Staubfäden
-<a id="page-41" class="pagenum" title="41"></a>
-ausgebildet, und das andere Paar ist mehr oder
-weniger verkümmert, oft ganz verschwunden. Bisweilen
-sind die Staubfäden vorhanden, aber ohne
-Staubbeutel, so daß sie keinen Nutzen haben können.
-Seltener findet sich sogar noch das Rudiment oder der
-verkümmerte Rest eines fünften Staubfadens, ein physiologisch
-(für die Lebensverrichtung) ganz nutzloses,
-aber morphologisch (für die Erkenntnis der Form und
-der natürlichen Verwandtschaft) äußerst wertvolles
-Organ. In meiner &bdquo;Generellen Morphologie der
-Organismen&ldquo; habe ich in dem Abschnitt von der
-&bdquo;Unzweckmäßigkeitslehre oder Dysteleologie&ldquo; noch
-eine große Anzahl von anderen Beispielen angeführt.
-</p>
-
-<p>
-Keine biologische Erscheinung hat wohl jemals die
-Zoologen und Botaniker in größere Verlegenheit versetzt
-als diese rudimentären oder abortiven (verkümmerten)
-Organe. Es sind Werkzeuge außer Dienst,
-Körperteile, welche da sind, ohne etwas zu leisten,
-zweckmäßig eingerichtet, ohne ihren Zweck in Wirklichkeit
-zu erfüllen. Wenn man die Versuche früherer
-Naturforscher zur Erklärung dieses Rätsels betrachtet,
-kann man sich in der Tat kaum eines Lächelns über
-ihre seltsamen Vorstellungen erwehren. Außerstande,
-eine wirkliche Erklärung zu finden, kamen einige z.&nbsp;B.
-zu dem Endresultate, daß der Schöpfer &bdquo;der Symmetrie
-wegen&ldquo; diese Organe angelegt habe. Nach der
-Meinung anderer mußte es dem Schöpfer unpassend
-oder unanständig erscheinen, daß diese Organe bei denjenigen
-Organismen, bei denen sie nicht leistungsfähig
-sind und ihrer ganzen Lebensweise nach nicht sein
-können, völlig fehlten, während die nächsten Verwandten
-sie besäßen; und zum Ersatz für die mangelnde
-Funktion verlieh er ihnen wenigstens die äußere Ausstattung
-<a id="page-42" class="pagenum" title="42"></a>
-der leeren Form. Sind doch auch die uniformierten
-Zivilbeamten bei Hofe oft mit einem unschuldigen
-Degen ausgestattet, den sie niemals aus der
-Scheide ziehen. Ich glaube aber kaum, daß Sie von
-einer solchen dekorativen Erklärung befriedigt sein
-werden.
-</p>
-
-<p>
-Nun wird gerade diese allgemein verbreitete und
-rätselhafte Erscheinung der rudimentären Organe, an
-welcher alle übrigen Erklärungsversuche scheitern, vollkommen
-erklärt, und zwar in der einfachsten und einleuchtendsten
-Weise erklärt durch Darwins Theorie
-von der <em>Vererbung</em> und von der <em>Anpassung</em>. Wir
-können die wichtigen Gesetze der Vererbung und Anpassung
-an den Haustieren und Kulturpflanzen, welche
-wir künstlich züchten, empirisch verfolgen, und es ist
-bereits eine Reihe solcher Gesetze festgestellt worden.
-Ohne jetzt auf diese einzugehen, will ich nur sagen,
-daß einige davon auf mechanischem Wege die Entstehung
-der rudimentären Organe vollkommen erklären,
-so daß wir das Auftreten derselben als einen
-ganz natürlichen Prozeß ansehen müssen, bedingt durch
-den Nichtgebrauch der Organe. Durch Anpassung an
-besondere Lebensbedingungen sind die früher tätigen
-und wirklich arbeitenden Organe allmählich nicht mehr
-gebraucht worden und außer Dienst getreten. Infolge
-der mangelnden Übung sind sie mehr und mehr verkümmert,
-trotzdem aber immer noch durch Vererbung
-von einer Generation auf die andere übertragen worden,
-bis sie endlich größtenteils verschwanden. Wenn
-wir nun annehmen, daß alle oben angeführten Wirbeltiere
-von einem einzigen gemeinsamen Stammvater
-abstammen, welcher zwei sehende Augen und zwei
-wohlentwickelte Beinpaare besaß, so erklärt sich ganz
-<a id="page-43" class="pagenum" title="43"></a>
-einfach der verschiedene Grad der Verkümmerung und
-Rückbildung dieser Organe bei solchen Nachkommen
-desselben, welche diese Teile nicht mehr gebrauchen
-konnten. Ebenso erklärt sich vollständig der verschiedene
-Ausbildungsgrad der ursprünglich (in der Blütenknospe)
-angelegten fünf Staubfäden bei den Lippenblütern,
-wenn wir annehmen, daß alle Pflanzen dieser
-Familie von einem gemeinsamen, mit fünf Staubfäden
-ausgestatteten Stammvater abstammen.
-</p>
-
-<p>
-Ich habe Ihnen die Erscheinung der rudimentären
-Organe etwas ausführlicher vorgeführt, weil dieselbe
-von der allergrößten allgemeinen Bedeutung ist; denn
-sie führt uns auf die großen, allgemeinen, tiefliegenden
-Grundlagen der Philosophie und der Naturwissenschaft
-hin, für deren Lösung die Deszendenztheorie
-nunmehr der unentbehrliche Leitstern geworden ist. Sobald
-wir nämlich, dieser Theorie entsprechend, die ausschließliche
-Wirksamkeit physikalisch-chemischer Ursachen
-ebenso in der lebenden (organischen) Körperwelt, wie
-in der sogenannten leblosen (anorganischen) Natur anerkennen,
-so räumen wir damit jener Weltanschauung
-die ausschließliche Herrschaft ein, welche man mit dem
-Namen der mechanischen bezeichnen kann, im Gegensatze
-zu der hergebrachten teleologischen Auffassung.
-Wenn Sie die Weltanschauungen der verschiedenen
-Völker und Zeiten miteinander vergleichend zusammenstellen,
-können Sie dieselben schließlich alle in zwei
-gegenüberstehende Gruppen bringen: eine kausale oder
-mechanische und eine teleologische oder vitalistische.
-Die letztere war in der Biologie früher fast allgemein
-herrschend. Man sah danach das Tierreich und das
-Pflanzenreich als Produkte einer zweckmäßig wirkenden
-schöpferischen Tätigkeit an. Bei dem Anblick jedes
-<a id="page-44" class="pagenum" title="44"></a>
-Organismus schien sich zunächst unabweislich die Überzeugung
-aufzudrängen, daß eine so künstliche Maschine,
-ein so verwickelter Bewegungsapparat, wie es der Organismus
-ist, nur durch eine zwecktätige Schöpferkraft
-hervorgebracht werden könne; durch eine Tätigkeit,
-welche analog, obwohl unendlich viel vollkommener ist,
-als die Tätigkeit des Menschen bei der Konstruktion
-seiner Maschinen. Wie erhaben man auch die früheren
-Vorstellungen des Schöpfers und seiner schöpferischen
-Tätigkeit steigern, wie sehr man sie aller menschlichen
-Analogie entkleiden mag, so bleibt doch im letzten
-Grunde bei der teleologischen Naturauffassung dieser
-Vergleich unabweislich und notwendig. Man muß sich
-im Grunde dann immer den Schöpfer selbst als einen
-Organismus vorstellen, als ein Wesen, welches ähnlich
-dem Menschen, wenn auch in unendlich vollkommenerer
-Form, über seine bildende Tätigkeit nachdenkt,
-den Plan der Maschinen entwirft, und dann mittels
-Anwendung geeigneter Materialien diese Maschinen
-zweckentsprechend ausführt. Alle diese Vorstellungen
-leiden notwendig an der Grundschwäche des Anthropomorphismus
-oder der Vermenschlichung. Stets werden
-dabei, wie hoch man sich auch den Schöpfer vorstellen
-mag, demselben die menschlichen Eigenschaften
-beigelegt, einen Plan zu entwerfen und danach den
-Organismus zweckmäßig zu konstruieren. Das wird
-auch von derjenigen Schule, welche Darwins Lehre
-am schroffsten gegenübersteht, und welche unter den
-Naturforschern ihren bedeutendsten Vertreter in Louis
-Agassiz gefunden hat, ganz klar ausgesprochen. Das berühmte
-Werk von Agassiz (<span class="antiqua">Essay on classification</span>), welches
-dem Darwinschen Werke vollkommen entgegengesetzt
-ist und fast gleichzeitig erschien (1858), hat ganz folgerichtig
-<a id="page-45" class="pagenum" title="45"></a>
-jene absurden anthropomorphischen Vorstellungen
-vom Schöpfer bis zum höchsten Grade ausgebildet.
-</p>
-
-<p>
-Was nun überhaupt jene vielgerühmte <em>Zweckmäßigkeit
-in der Natur</em> betrifft, so ist sie nur für
-denjenigen vorhanden, welcher die Erscheinungen im
-Tier- und Pflanzenleben durchaus oberflächlich betrachtet.
-Schon die rudimentären Organe mußten
-dieser beliebten Lehre einen harten Stoß versetzen.
-Jeder aber, der tiefer in die Organisation und Lebensweise
-der verschiedenen Tiere und Pflanzen eindringt,
-der sich mit der Wechselwirkung der Lebenserscheinungen
-und der sogenannten &bdquo;Ökonomie der Natur&ldquo; vertrauter
-macht, muß sie notwendig fallen lassen. Die
-vielgrepriesene Weisheit und Zweckmäßigkeit existiert
-ebensowenig als die vielgerühmte &bdquo;Allgüte des Schöpfers&ldquo;.
-Diese optimistischen Anschauungen haben leider
-ebensowenig wirkliche Begründung als die beliebte
-Redensart von der &bdquo;sittlichen Weltordnung&ldquo;, welche
-durch die ganze Völkergeschichte in ironischer Weise
-illustriert wird. Im Mittelalter ist dafür die &bdquo;sittliche&ldquo;
-Herrschaft der christlichen Päpste und ihrer frommen,
-vom Blute zahlloser Menschenopfer dampfenden Inquisition
-nicht weniger bezeichnend, als in der Gegenwart
-der herrschende Militarismus mit seinem &bdquo;sittlichen&ldquo;
-Apparate von Zündnadeln und anderen raffinierten
-Mordwaffen; oder der Pauperismus als
-untrennbarer Anhang unserer verfeinerten Kultur.
-</p>
-
-<p>
-Wenn Sie das Zusammenleben und die gegenseitigen
-Beziehungen der Pflanzen und der Tiere (mit
-Inbegriff der Menschen) näher betrachten, so finden
-Sie überall und zu jeder Zeit das Gegenteil von jenem
-gemütlichen und friedlichen Beisammensein, welches
-die Güte des Schöpfers den Geschöpfen hätte bereiten
-<a id="page-46" class="pagenum" title="46"></a>
-müssen; vielmehr sehen Sie überall einen schonungslosen,
-höchst erbitterten <em>Kampf aller gegen alle</em>.
-Nirgends in der Natur, wohin Sie auch Ihre Blicke
-lenken mögen, ist jener idyllische, von den Dichtern
-besungene Friede vorhanden &mdash; vielmehr überall Kampf,
-Streben nach Selbsterhaltung, nach Vernichtung der
-direkten Gegner und nach Vernichtung des Nächsten.
-Leidenschaft und Selbstsucht, bewußt oder unbewußt,
-bleibt überall die Triebfeder des Lebens. Das bekannte
-Dichterwort:
-</p>
-
-<div class="poem-container">
- <div class="poem">
- <div class="stanza">
- <p class="verse">&bdquo;Die Natur ist vollkommen überall,</p>
- <p class="verse">Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual&ldquo;</p>
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<p class="noindent">
-ist schön, aber leider nicht wahr. Vielmehr bildet auch
-in dieser Beziehung der Mensch keine Ausnahme von
-der übrigen Tierwelt. Darwin hat gerade dieses wichtige
-Verhältnis in seiner hohen und allgemeinen Bedeutung
-uns erst recht klar vor Augen gestellt, und
-derjenige Abschnitt seiner Lehre, welchen er selbst den
-&bdquo;Kampf ums Dasein&ldquo; nennt, ist einer ihrer wichtigsten
-Teile.
-</p>
-
-<p>
-Wir müssen also jener vitalistischen oder teleologischen
-Betrachtung der lebendigen Natur, welche die
-Tier- und Pflanzenformen als Produkte eines gütigen
-und weisen Schöpfers oder einer zweckmäßig tätigen
-schöpferischen Naturkraft ansieht, durchaus entgegentreten;
-dagegen sind wir gezwungen, uns entschieden
-jene Weltanschauung anzueignen, welche man die
-mechanische oder kausale nennt. Man kann sie auch
-als die monistische oder einheitliche bezeichnen, im
-Gegensatze zu der zwiespältigen oder dualistischen Anschauung,
-welche in jener teleologischen Weltauffassung
-notwendig enthalten ist. Die mechanische Naturbetrachtung
-ist seit Jahrzehnten auf gewissen Gebieten der
-<a id="page-47" class="pagenum" title="47"></a>
-Naturwissenschaft so sehr eingebürgert, daß hier über
-die entgegengesetzte kein Wort mehr verloren wird. Es
-fällt keinem Physiker oder Chemiker, keinem Mineralogen
-oder Astronomen mehr ein, in den Erscheinungen,
-welche ihm auf seinem wissenschaftlichen Gebiete
-fortwährend vor Augen kommen, die Wirksamkeit eines
-zweckmäßig tätigen Schöpfers zu erblicken oder aufzusuchen.
-Man betrachtet jene Erscheinungen vielmehr
-allgemein und ohne Widerspruch als die notwendigen
-und unabänderlichen Wirkungen der physikalischen und
-chemischen Kräfte, welche an dem Stoffe oder der
-Materie haften; und insofern ist diese Anschauung rein
-&bdquo;materialistisch&ldquo;, in einem gewissen Sinne dieses vieldeutigen
-Wortes. Wenn der Physiker die Bewegungserscheinungen
-der Elektrizität oder des Magnetismus,
-den Fall eines Körpers oder die Schwingungen der
-Lichtwellen zu erklären sucht, so ist er bei dieser Arbeit
-durchaus davon entfernt, das Eingreifen einer
-übernatürlichen schöpferischen Kraft anzunehmen. In
-dieser Beziehung befand sich bisher die Biologie, als die
-Wissenschaft von den sogenannten &bdquo;belebten&ldquo; Naturkörpern,
-in vollem Gegensatze zu jenen vorher genannten
-anorganischen Naturwissenschaften (der Anorgologie).
-Zwar hat die neuere Physiologie, die Lehre
-von den Bewegungserscheinungen im Tier- und Pflanzenkörper,
-den mechanischen Standpunkt der letzteren
-vollkommen angenommen; allein die Morphologie, die
-Wissenschaft von der Gestaltung der Tiere und Pflanzen,
-schien dadurch gar nicht berührt zu werden. Die
-Morphologen behandeln nach wie vor, im Gegensatze
-zu jener mechanischen Betrachtung der Leistungen, die
-Formen der Tiere und Pflanzen als Erscheinungen,
-die durchaus nicht mechanisch erklärbar seien, die vielmehr
-<a id="page-48" class="pagenum" title="48"></a>
-notwendig einer höheren, übernatürlichen, zweckmäßig
-tätigen Schöpferkraft ihren Ursprung verdanken
-müßten. Dabei war es ganz gleichgültig, ob man diese
-Schöpferkraft als persönlichen Gott anbetete, oder ob
-man sie Lebenskraft (<span class="antiqua">vis vitalis</span>) oder Endursache (<span class="antiqua">causa
-finalis</span>) nannte. In allen Fallen flüchtete man hier,
-um es mit einem Worte zu sagen, zum Wunder als
-der Erklärung. Man warf sich einer mystischen Glaubensdichtung
-in die Arme und verließ somit das sichere
-Gebiet naturwissenschaftlicher Erkenntnis.
-</p>
-
-<p>
-Alles nun, was vor Darwin geschehen ist, um eine
-natürliche, mechanische Auffassung von der Entstehung
-der Tier- und Pflanzenformen zu begründen, vermochte
-diese nicht zum Durchbruch und zu allgemeiner Anerkennung
-zu bringen. Dies gelang erst Darwins Lehre,
-und hierin liegt ein unermeßliches Verdienst derselben.
-Denn wir werden dadurch zu der Überzeugung von
-der Einheit der organischen und der anorganischen
-Natur geführt. Auch derjenige Teil der Naturwissenschaft,
-welcher bisher am längsten und am hartnäckigsten
-sich einer mechanischen Auffassung und Erklärung
-widersetzte, die Lehre vom zweckmäßigen Bau der
-lebendigen Formen, von der Bedeutung und Entstehung
-derselben, wird dadurch mit allen übrigen naturwissenschaftlichen
-Lehren auf einen und denselben Weg der
-Vollendung gebracht. Die Einheit <em>aller</em> Naturerscheinungen
-wird dadurch endgültig festgestellt.
-</p>
-
-<p>
-Diese Einheit der ganzen Natur, die Beseelung
-aller Materie, die Untrennbarkeit der geistigen Kraft
-und des körperlichen Stoffes hat Goethe mit den
-Worten behauptet: &bdquo;Die Materie kann nie ohne Geist,
-der Geist nie ohne Materie existieren und wirksam
-sein.&ldquo; Von den großen monistischen Philosophen aller
-<a id="page-49" class="pagenum" title="49"></a>
-Zeiten sind diese obersten Grundsätze der mechanischen
-Weltanschauung vertreten worden. Schon Demokritos
-von Abdera, der unsterbliche Begründer der Atomenlehre,
-sprach dieselben fast ein halbes Jahrtausend vor
-Christus klar aus, ganz vorzüglich aber der erhabene
-Spinoza und der große Dominikanermönch Giordano
-Bruno. Der letztere wurde dafür am 17.&nbsp;Februar 1600
-in Rom von der christlichen Inquisition auf dem
-Scheiterhaufen verbrannt, an demselben Tage, an welchem
-36 Jahre früher sein großer Landsmann und
-Kampfgenosse Galilei geboren wurde. Auf dem Campo
-di Fiori in Rom, wo jener Scheiterhaufen stand, hat
-jetzt das freie neuerstandene Italien dem großen monistischen
-Märtyrer ein Denkmal errichtet (am 9.&nbsp;Juni
-1889), ein beredtes Zeichen des gewaltigen Umschwungs
-der Zeit.
-</p>
-
-<p>
-Durch die Deszendenztheorie wird es uns zum
-erstenmal möglich, die monistische Lehre von der Einheit
-der Natur fest zu begründen; danach bietet eine
-mechanisch-kausale Erklärung auch der verwickeltsten
-organischen Erscheinungen, z.&nbsp;B. der Entstehung und
-Einrichtung der Sinnesorgane, in der Tat nicht mehr
-prinzipielle Schwierigkeiten für das allgemeine Verständnis,
-als die mechanische Erklärung irgendwelcher
-physikalischen Prozesse, wie z.&nbsp;B. der Erdbeben, des Erdmagnetismus,
-der Meeresströmungen usw. Wir gelangen
-dadurch zu der äußerst wichtigen Überzeugung,
-daß <em>alle Naturkörper</em>, die wir kennen, <em>gleichmäßig
-belebt</em> sind, daß der Gegensatz, welchen man zwischen
-lebendiger und toter Körperwelt aufstellte, im Grunde
-nicht existiert. Wenn ein Stein, frei in die Luft geworfen,
-nach bestimmten Gesetzen zur Erde fällt, oder
-wenn in einer Salzlösung sich ein Kristall bildet, oder
-<a id="page-50" class="pagenum" title="50"></a>
-wenn Schwefel und Quecksilber sich zu Zinnober verbinden,
-so sind diese Erscheinungen nicht mehr und
-nicht minder mechanische Lebenserscheinungen, als das
-Wachstum und das Blühen der Pflanzen, als die
-Fortpflanzung und die Sinnestätigkeit der Tiere, als
-die Empfindung und die Gedankenbildung des Menschen.
-Insbesondere ist auch das Bewußtsein des
-Menschen und der höheren Tiere keineswegs ein besonderes
-übernatürliches &bdquo;Welträtsel&ldquo;, wie Du Bois-Reymond
-1872 in seiner &bdquo;Ignorabimus&ldquo;-Rede irrtümlich
-behauptet hatte. Vielmehr beruht dasselbe
-ebenso auf der mechanischen Arbeit der Ganglienzellen
-im Gehirn, wie die übrigen Seelentätigkeiten; den
-Beweis dafür habe ich im zehnten Kapitel meines
-Buches über die &bdquo;Welträtsel&ldquo; geführt. Die Naturkräfte
-treten auch im Seelenleben nur in verschiedenen
-Verbindungen und Formen auf, bald einfacher, bald
-zusammengesetzter; aber immer sind sie auch hier dem
-allgemeinen Substanzgesetz unterworfen. Gebundene
-Spannkräfte werden frei und gehen in lebendige Kräfte
-über, oder umgekehrt. Das große Gesetz von der Erhaltung
-der Kraft oder Energie (Robert Mayer 1842)
-und das damit verknüpfte Gesetz von der Erhaltung
-des Stoffes oder der Materie (Lavoisier 1789) gelten
-beide in gleicher Weise für alle organischen wie für
-alle anorganischen Naturkörper. In dieser Herstellung
-der einheitlichen oder monistischen Naturauffassung
-liegt das höchste und allgemeinste Verdienst unserer
-neuen, die Krone der heutigen Naturwissenschaft bildenden
-Entwicklungslehre.
-</p>
-
-<p class="src">
-(Aus &bdquo;Natürliche Schöpfungsgeschichte&ldquo;.)
-</p>
-
-<hr class="footnote" />
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-1" id="footnote-1">[1]</a> Universal-Bibliothek Nr. 3071-76.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-2" id="footnote-2">[2]</a> Universal-Bibliothek Nr. 3216-25.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-3">
-<a id="page-51" class="pagenum" title="51"></a>
-<span class="firstline"><span class="line1">II.</span></span><br />
-<span class="line2">Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden.</span>
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Die geschichtliche Auffassung des organischen Lebens,
-welche die Abstammungslehre in die biologischen
-Wissenschaften eingeführt hat, fördert nächst der Anthropologie
-keinen anderen Wissenschaftszweig so sehr, als
-den beschreibenden Teil der Naturgeschichte, die systematische
-Zoologie und Botanik. Die meisten Naturforscher,
-die sich bisher mit der Systematik der Tiere
-und Pflanzen beschäftigten, sammelten, benannten und
-ordneten die verschiedenen Arten dieser Naturkörper
-mit einem ähnlichen Interesse, wie die Altertumsforscher
-und Ethnographen die Waffen und Gerätschaften
-der verschiedenen Völker sammeln. Viele erhoben
-sich selbst nicht über denjenigen Grad der Wißbegierde,
-mit dem man Wappen, Briefmarken und
-ähnliche Kuriositäten zu sammeln, zu etikettieren und
-zu ordnen pflegt. In ähnlicher Weise wie diese
-Sammler an der Formenmannigfaltigkeit, Schönheit
-oder Seltsamkeit der Wappen, Briefmarken usw. ihre
-Freude finden, und dabei die erfinderische Bildungskunst
-des Menschen bewundern, in ähnlicher Weise
-ergötzten sich die meisten Naturforscher an den mannigfaltigen
-Formen der Tiere und Pflanzen und erstaunten
-über die reiche Phantasie des Schöpfers, über seine
-<a id="page-52" class="pagenum" title="52"></a>
-unermüdliche Schöpfungstätigkeit und über die seltsame
-Laune, in welcher er neben so vielen schönen
-und nützlichen Organismen auch eine Anzahl häßlicher
-und unnützer Formen gebildet habe.
-</p>
-
-<p>
-Diese kindliche Behandlung der systematischen Zoologie
-und Botanik wird durch die Abstammungslehre
-gründlich vernichtet. An die Stelle des oberflächlichen
-und spielenden Interesses, mit welchem die meisten
-bisher die organischen Gestalten betrachteten, tritt das
-weit höhere Interesse des erkennenden Verstandes,
-welcher in der <em>Formverwandtschaft</em> der Organismen
-ihre wahre <em>Stammverwandtschaft</em> erblickt.
-Das natürliche System der Tiere und Pflanzen,
-welches man früher entweder nur als Namenregister
-zur übersichtlichen Ordnung der verschiedenen Formen
-oder als Sachregister zum kurzen Ausdruck ihres
-Ähnlichkeitsgrades schätzte, erhält durch die Abstammungslehre
-den ungleich höheren Wert eines wahren
-Stammbaumes der Organismen. Diese Stammtafel soll
-uns den genealogischen Zusammenhang der kleineren
-und größeren Gruppen enthüllen. Sie soll zu zeigen
-versuchen, in welcher Weise die verschiedenen Klassen,
-Ordnungen, Familien, Gattungen und Arten des Tier- und
-Pflanzenreichs den verschiedenen Zweigen, Ästen
-und Astgruppen ihres Stammbaums entsprechen. Jede
-weitere und höherstehende Kategorie oder Gruppenstufe
-des Systems (z.&nbsp;B. Klasse, Ordnung) umfaßt
-eine Anzahl von größeren und stärkeren Zweigen des
-Stammbaums, jede engere und tieferstehende Kategorie
-(z.&nbsp;B. Gattung, Art) nur eine kleinere und schwächere
-Gruppe von Ästchen. Nur wenn wir in dieser Weise
-das natürliche System als Stammbaum betrachten,
-können wir den wahren Wert desselben erkennen.
-<a id="page-53" class="pagenum" title="53"></a>
-Dieser genealogischen Auffassung des organischen
-Systems gehört ohne Zweifel allein die Zukunft.
-</p>
-
-<p>
-Wie können wir uns aber den wirklichen Stammbaum
-der tierischen und pflanzlichen Formengruppen
-aus den dürftigen und fragmentarischen, bis jetzt darüber
-gewonnenen Erfahrungen konstruieren? Die Antwort
-hierauf liegt schon zum Teil in demjenigen, was
-wir früher über den Parallelismus der drei Entwicklungsreihen
-bemerkt haben, über den wichtigen
-ursächlichen Zusammenhang, welcher die paläontologische
-Entwicklung der ganzen organischen Stämme
-mit der embryologischen Entwicklung der Individuen
-und mit der systematischen Entwicklung der Gruppenstufen
-verbindet.
-</p>
-
-<p>
-Zunächst werden wir uns zur Lösung dieser schwierigen
-Aufgabe an die <em>Paläontologie</em> oder Versteinerungskunde
-zu wenden haben. Denn wenn wirklich
-die Deszendenztheorie wahr ist, wenn wirklich die
-versteinerten Reste der vormals lebenden Tiere und
-Pflanzen von den ausgestorbenen Urahnen und Vorfahren
-der jetzigen Organismen herrühren, so müßte
-uns eigentlich ohne weiteres die Kenntnis und Vergleichung
-der Versteinerungen den Stammbaum der
-Organismen aufdecken. So einfach und einleuchtend
-dies nach dem theoretisch entwickelten Prinzip erscheint,
-so außerordentlich schwierig und verwickelt gestaltet
-sich die Aufgabe, wenn man sie wirklich in Angriff
-nimmt. Ihre praktische Lösung würde schon sehr
-schwierig sein, wenn die Versteinerungen einigermaßen
-vollständig erhalten wären. Das ist aber keineswegs
-der Fall. Vielmehr ist die handgreifliche Schöpfungsurkunde,
-welche in den Versteinerungen begraben liegt,
-über alle Maßen unvollständig. Daher erscheint es
-<a id="page-54" class="pagenum" title="54"></a>
-jetzt vor allem notwendig, diese Urkunde kritisch zu
-prüfen und den Wert, welchen die Versteinerungen
-für die Entwicklungsgeschichte der organischen Stämme
-besitzen, zu bestimmen.
-</p>
-
-<p>
-In der Regel finden wir Versteinerungen oder
-Petrefakten nur in denjenigen Gesteinen eingeschlossen,
-welche schichtenweise als Schlamm im Wasser abgelagert
-wurden, und welche man deshalb neptunische,
-geschichtete oder sedimentäre Gesteine nennt. Die Ablagerung
-solcher Schichten konnte natürlich erst beginnen,
-nachdem im Verlaufe der Erdgeschichte die
-Verdichtung des Wasserdampfes zu tropfbar-flüssigem
-Wasser erfolgt war. Seit diesem Zeitpunkt begann
-nicht allein das organische Leben auf der Erde, sondern
-auch eine ununterbrochene und höchst wichtige Umgestaltung
-der erstarrten anorganischen Erdrinde. Das
-Wasser begann seitdem jene außerordentlich wichtige
-mechanische Wirksamkeit, durch welche die Erdoberfläche
-fortwährend, wenn auch langsam, umgestaltet
-wird. Ich darf wohl als bekannt voraussetzen, welchen
-außerordentlich bedeutenden Einfluß in dieser Beziehung
-noch jetzt das Wasser in jedem Augenblick
-ausübt. Indem es als Regen niederfällt, die obersten
-Schichten der Erdrinde durchsickert und von den Erhöhungen
-in die Vertiefungen herabfließt, löst es verschiedene
-mineralische Bestandteile des Bodens chemisch
-auf und spült mechanisch die locker zusammenhängenden
-Teilchen ab. An den Bergen herabfließend führt das
-Wasser den Schutt derselben in die Ebene und lagert
-ihn als Schlamm im stehenden Wasser ab. So arbeitet
-es beständig an einer Erniedrigung der Berge und
-Ausfüllung der Täler. Ebenso arbeitet die Brandung
-des Meeres ununterbrochen an der Zerstörung der
-<a id="page-55" class="pagenum" title="55"></a>
-Küsten und an der Auffüllung des Meerbodens durch
-die herabgeschlämmten Trümmer. So würde schon
-die Tätigkeit des Wassers allein, wenn sie nicht durch
-andere Umstände wieder aufgewogen würde, mit der
-Zeit die ganze Erde nivellieren. Es kann keinem
-Zweifel unterliegen, daß die Gebirgsmassen, welche
-alljährlich als Schlamm dem Meere zugeführt werden
-und sich auf dessen Boden absetzen, so bedeutend sind,
-daß im Verlauf einer längeren oder kürzeren Periode,
-vielleicht von wenigen Millionen Jahren, die Erdoberfläche
-vollkommen geebnet und von einer zusammenhängenden
-Wasserschale umschlossen werden würde.
-Daß dies nicht geschieht, verdanken wir der fortdauernden
-Schrumpfung und Faltung der erhärteten Erdrinde
-und der vulkanischen Gegenwirkung des feurigflüssigen
-Erdinneren. Diese Reaktion des geschmolzenen
-Kerns gegen die feste Rinde bedingt ununterbrochen
-wechselnde Hebungen und Senkungen an den verschiedensten
-Stellen der Erdoberfläche. Meistens geschehen
-dieselben sehr langsam; allein indem sie
-Jahrtausende hindurch fortdauern, bringen sie durch
-Summierung der kleinen Einzelwirkungen nicht minder
-großartige Resultate hervor, wie die entgegenwirkende
-und nivellierende Tätigkeit des Wassers.
-</p>
-
-<p>
-Indem die Hebungen und Senkungen verschiedener
-Gegenden im Laufe von Jahrmillionen vielfach miteinander
-wechseln, kommt bald dieser bald jener Teil
-der Erdoberfläche über oder unter den Spiegel des
-Meeres. Es gibt vielleicht keinen Oberflächenteil der
-Erdrinde, der nicht infolgedessen schon wiederholt über
-oder unter dem Meeresspiegel gewesen wäre. Durch
-diesen vielfachen Wechsel erklärt sich die Mannigfaltigkeit
-und die verschiedenartige Zusammensetzung
-<a id="page-56" class="pagenum" title="56"></a>
-der zahlreichen neptunischen Gesteinschichten, welche
-sich an den meisten Stellen in beträchtlicher Dicke
-übereinander abgelagert haben. In den verschiedenen
-Geschichtsperioden, während deren die Ablagerung
-stattfand, lebte eine mannigfach verschiedene Bevölkerung
-von Tieren und Pflanzen. Wenn die Leichen
-derselben auf den Boden der Gewässer herabsanken,
-drückten sie ihre Körperform in dem weichen Schlamme
-ab, und unverwesliche Teile, harte Knochen, Zähne,
-Schalen usw. wurden unzerstört in demselben eingeschlossen.
-Sie blieben in dem Schlamm, der sich zu
-neptunischem Gestein verdichtete, erhalten, und dienen
-nun als Versteinerungen zur Charakteristik der betreffenden
-Schichten. Durch sorgfältige Vergleichung
-der verschiedenen übereinander gelagerten Schichten
-und der in ihnen erhaltenen Versteinerungen ist es so
-möglich geworden, sowohl das relative Alter der
-Schichten und Schichtengruppen zu bestimmen, als
-auch gewisse Hauptmomente der Phylogenie oder der
-Entwicklungsgeschichte der Tier- und Pflanzenstämme
-empirisch festzustellen.
-</p>
-
-<p>
-Die verschiedenen übereinander abgelagerten Schichten
-der neptunischen Gesteine, welche in sehr mannigfaltiger
-Weise aus Kalk, Ton und Sand zusammengesetzt
-sind, haben die Geologen gruppenweise in ein
-ideales System zusammengestellt, welches dem ganzen
-Zusammenhange der <em>organischen Erdgeschichte</em>
-entspricht, d.&nbsp;h. desjenigen Teiles der Erdgeschichte,
-während dessen organisches Leben existierte. Wie die
-sogenannte &bdquo;Weltgeschichte&ldquo; in größere oder kleinere
-Perioden zerfällt, welche durch den zeitweiligen Entwicklungszustand
-der bedeutendsten Völker charakterisiert
-und durch hervorragende Ereignisse voneinander abgegrenzt
-<a id="page-57" class="pagenum" title="57"></a>
-werden, so teilen wir auch die unendlich
-längere organische Erdgeschichte in eine Reihe von
-größeren oder kleineren Perioden ein. Jede dieser
-Perioden ist durch eine charakteristische Flora und
-Fauna, durch die besonders starke Entwicklung bestimmter
-Pflanzen- oder Tiergruppen ausgezeichnet,
-und jede ist von der vorhergehenden und folgenden
-Periode durch einen auffallenden teilweisen Wechsel
-in der Zusammensetzung der Tier- und Pflanzenbevölkerung
-getrennt.
-</p>
-
-<p>
-Für die nachfolgende Übersicht des historischen Entwicklungsganges,
-den die großen Tier- und Pflanzenstämme
-genommen haben, ist es notwendig, zunächst
-hier die systematische Klassifikation der neptunischen
-Schichtengruppen und der denselben entsprechenden
-größeren und kleineren Geschichtsperioden anzugeben.
-Wie Sie sogleich sehen werden, sind wir imstande, die
-ganze Masse der übereinanderliegenden Sedimentgesteine
-in fünf oberste Hauptgruppen oder <em>Terrains</em>,
-jedes Terrain in mehrere untergeordnete Schichtengruppen
-oder <em>Systeme</em>, und jedes System von Schichten
-wiederum in noch kleinere Gruppen oder <em>Formationen</em>
-einzuteilen; endlich kann auch jede Formation
-wieder in Etagen oder Unterformationen, und jede von
-diesen wiederum in noch kleinere Lagen, Bänke usw. geschieden
-werden. Jedes der fünf großen Terrains wurde
-während eines großen Hauptabschnittes der Erdgeschichte,
-während eines <em>Zeitalters</em>, abgelagert;
-jedes System während einer kürzeren <em>Periode</em>, jede
-Formation während einer noch kürzeren Epoche usw.
-Indem wir so die Zeiträume der organischen Erdgeschichte
-und die während derselben abgelagerten
-neptunischen und versteinerungsführenden Erdschichten
-<a id="page-58" class="pagenum" title="58"></a>
-in ein gegliedertes System bringen, verfahren wir
-genau wie die Historiker, welche die Völkergeschichte
-in die drei Hauptabschnitte des Altertums, des Mittelalters
-und der Neuzeit, und jeden dieser Abschnitte
-wieder in untergeordnete Perioden und Epochen einteilen.
-Wie aber der Historiker durch diese scharfe
-systematische Einteilung und durch die bestimmte Abgrenzung
-der Perioden durch einzelne Jahreszahlen
-nur die Übersicht erleichtern und keineswegs den ununterbrochenen
-Zusammenhang der Ereignisse und
-der Völkerentwicklung leugnen will, so gilt ganz
-dasselbe auch von unserer systematischen Einteilung,
-Spezifikation oder Klassifikation der organischen Erdgeschichte.
-Auch hier geht der rote Faden der zusammenhängenden
-Entwicklung überall ununterbrochen
-hindurch. Wir verwahren uns also ausdrücklich gegen
-die Anschauung, als wollten wir durch unsere scharfe
-Abgrenzung der größeren und kleineren Schichtengruppen
-und der ihnen entsprechenden Zeiträume
-irgendwie an Cuviers irrige Lehre von den Erdrevolutionen
-und von den wiederholten Neuschöpfungen
-der organischen Bevölkerung anknüpfen.
-</p>
-
-<p>
-Die fünf großen Hauptabschnitte der organischen
-Erdgeschichte oder der paläontologischen Entwicklungsgeschichte
-bezeichnen wir als primordiales, primäres,
-sekundäres, tertiäres und quartäres Zeitalter. Jedes
-ist durch die vorwiegende Entwicklung bestimmter Tier- und
-Pflanzengruppen in demselben bestimmt charakterisiert,
-und wir könnten demnach auch die fünf Zeitalter
-einerseits durch die natürlichen Hauptgruppen
-des Pflanzenreichs, andererseits durch die verschiedenen
-Klassen des Wirbeltierstammes anschaulich bezeichnen.
-Dann wäre das erste oder primordiale Zeitalter dasjenige
-<a id="page-59" class="pagenum" title="59"></a>
-der Tange und Schädellosen, das zweite oder
-primäre Zeitalter das der Farne und Fische, das
-dritte oder sekundäre Zeitalter das der Nadelwälder
-und Reptilien, das vierte oder tertiäre Zeitalter das
-der Laubwälder und Säugetiere, endlich das fünfte
-oder quartäre Zeitalter dasjenige des Menschen und
-seiner Kultur. Die Abschnitte oder Perioden, welche
-wir in jedem der fünf Zeitalter unterscheiden, werden
-durch die verschiedenen Systeme von Schichten bestimmt,
-in die jedes der fünf großen Terrains zerfällt. Lassen
-Sie uns jetzt noch einen flüchtigen Blick auf die Reihe
-dieser Systeme und zugleich auf die Bevölkerung der
-fünf großen Zeitalter werfen.
-</p>
-
-<p>
-Den ersten und längsten Hauptabschnitt der organischen
-Erdgeschichte bildet die <em>Primordialzeit</em> oder
-das Zeitalter der Tangwälder, das auch das archäische,
-archolithische oder archozoische Zeitalter genannt wird.
-Es umfaßt den ungeheuren Zeitraum von der ersten
-Urzeugung, von der Entstehung des ersten irdischen
-Organismus, bis zum Ende der silurischen Schichtenbildung.
-Während dieses unermeßlichen Zeitraums,
-welcher wahrscheinlich länger war, als alle übrigen
-vier Zeiträume zusammengenommen, lagerten sich die
-drei mächtigsten von allen neptunischen Schichtensystemen
-ab, nämlich zu unterst das laurentische, darüber
-das kambrische und darüber das silurische System.
-Von den meisten Geologen wird das silurische System,
-und von vielen auch noch das kambrische System zu
-den paläolithischen Terrains gestellt; indessen erscheint
-es aus biologisch-historischen Gesichtspunkten zweckmäßiger,
-sie mit den archozoischen zu vereinigen. Die
-ungefähre Dicke oder Mächtigkeit dieser drei Systeme
-zusammengenommen beträgt 70000 Fuß. Davon
-<a id="page-60" class="pagenum" title="60"></a>
-kommen ungefähr 30000 auf das laurentische, 18000
-auf das kambrische und 22000 auf das silurische
-System. Die durchschnittliche Mächtigkeit aller vier
-übrigen Terrains, des primären, sekundären, tertiären
-und quartären zusammengenommen, mag dagegen etwa
-höchstens 60000 Fuß betragen, und schon hieraus,
-abgesehen von vielen anderen Gründen, ergibt sich,
-daß die Dauer der Primordialzeit wahrscheinlich viel
-länger war, als die Dauer der folgenden Zeitalter
-bis zur Gegenwart zusammengenommen. Viele Millionen
-von Jahren müssen zur Ablagerung solcher
-Schichtenmassen erforderlich gewesen sein. Leider befindet
-sich der bei weitem größte Teil der primordialen
-Schichtengruppen in dem sogleich zu erörternden metamorphischen
-Zustande, und dadurch sind die in ihnen
-enthaltenen Versteinerungen, die ältesten und wichtigsten
-von allen, größtenteils zerstört und unkenntlich
-geworden. Nur in einem Teile der kambrischen und
-silurischen Schichten sind Petrefakten in größerer Menge
-und in kenntlichem Zustande erhalten worden.
-</p>
-
-<p>
-Trotzdem die primordialen oder archozoischen Versteinerungen
-uns nur zum bei weitem kleinsten Teile
-in kenntlichem Zustande erhalten sind, besitzen dieselben
-dennoch den Wert unschätzbarer Dokumente für diese
-älteste und dunkelste Zeit der organischen Erdgeschichte.
-Zunächst scheint daraus hervorzugehen, daß während
-dieses ganzen ungeheuren Zeitraums fast nur Wasserbewohner
-existierten. Wenigstens sind bis jetzt unter
-allen archozoischen Petrefakten nur sehr wenige gefunden
-worden, welche man mit Sicherheit auf landbewohnende
-Organismen beziehen kann: die ältesten
-von diesen sind einige silurische Farne und Skorpione.
-Fast alle Pflanzenreste, die wir aus der Primordialzeit
-<a id="page-61" class="pagenum" title="61"></a>
-besitzen, gehören zu der niedrigsten von allen
-Pflanzengruppen, zu der im Wasser lebenden Klasse
-der Tange oder Algen. Diese bildeten in dem warmen
-Urmeere der Primordialzeit mächtige Wälder, von
-deren Formenreichtum und Dichtigkeit uns noch heutigen
-Tages ihre Epigonen, die Tangwälder des atlantischen
-Sargassomeeres, eine ungefähre Vorstellung
-geben mögen. Die kolossalen Tangwälder der archozoischen
-Zeit ersetzten damals die noch fehlende Waldvegetation
-des Festlandes. Gleich den Pflanzen lebten
-auch fast alle Tiere, von denen man Reste in den
-archozoischen Schichten gefunden hat, im Wasser.
-Von den Gliedertieren finden sich nur Krebstiere und
-einzelne Skorpione, noch keine Insekten. Von den
-Wirbeltieren sind nur sehr wenige Fischreste bekannt,
-welche sich in den jüngsten von allen primordialen
-Schichten, in der oberen Silurformation, vorfinden.
-Dagegen müssen wir annehmen, daß Würmer und
-schädellose Wirbeltiere (Akranier), die Ahnen der Fische,
-massenhaft während der Primordialzeit gelebt haben.
-Daher können wir sie sowohl nach den Schädellosen
-als nach den Tangen benennen.
-</p>
-
-<p>
-Die <em>Primärzeit</em> oder das Zeitalter der Farnwälder,
-der zweite Hauptabschnitt der organischen
-Erdgeschichte, welchen man auch das paläolithische
-oder paläozoische Zeitalter nennt, dauerte vom Ende
-der silurischen Schichtenbildung bis zum Ende der
-permischen Schichtenbildung. Auch dieser Zeitraum
-war von sehr langer Dauer und zerfällt wiederum
-in drei Perioden, während deren sich drei mächtige
-Schichtensysteme ablagerten, nämlich zu unterst das
-devonische System oder der alte rote Sandstein, darüber
-das karbonische oder Steinkohlensystem, und
-<a id="page-62" class="pagenum" title="62"></a>
-darüber das permische System oder der neue rote
-Sandstein und der Zechstein. Die durchschnittliche
-Dicke dieser drei Systeme zusammengenommen mag
-etwa 42000 Fuß betragen, woraus sich schon die ungeheure
-Länge der für ihre Bildung erforderlichen
-Zeiträume ergibt. Die meisten Geologen rechnen zur
-Paläozoischen Ära noch die silurische und viele auch
-die kambrische Periode.
-</p>
-
-<p>
-Die devonischen und permischen Formationen sind
-vorzüglich reich an Fischresten, sowohl an Urfischen
-als an Schmelzfischen. Aber noch fehlen in der
-primären Zeit gänzlich die Knochenfische. In der
-Steinkohle finden sich schon verschiedene Reste von
-landbewohnenden Tieren, und zwar sowohl Gliedertieren
-(Spinnen und Insekten) als Wirbeltieren
-(Amphibien). Im permischen System kommen zu den
-Amphibien noch die höher entwickelten Schleicher oder
-Reptilien, und zwar unseren Eidechsen nahverwandte
-Formen (<span class="antiqua">Proterosaurus</span> usw.). Trotzdem können wir
-das primäre Zeitalter das der Fische nennen, weil
-diese wenigen Amphibien und Reptilien ganz gegen
-die ungeheure Menge der paläozoischen Fische zurücktreten.
-Ebenso wie die Fische unter den Wirbeltieren,
-so herrschten unter den Pflanzen während dieses Zeitraums
-die Farnpflanzen oder Filicinen vor, und zwar
-sowohl echte Farnkräuter und Farnbäume (Laubfarne
-oder Filikarien) als Schaftfarne (Kalamarien) und
-Schuppenfarne (Selagineen). Diese landbewohnenden
-Farne oder Filizinen bildeten die Hauptmasse der
-dichten paläozoischen Inselwälder, deren fossile Reste
-uns in den ungeheuer mächtigen Steinkohlenlagern
-des karbonischen Systems und in den schwächeren
-Kohlenlagern des devonischen und permischen Systems
-<a id="page-63" class="pagenum" title="63"></a>
-erhalten sind. Sie berechtigen uns, die Primärzeit
-ebensowohl das Zeitalter der Farne als das der
-Fische zu nennen.
-</p>
-
-<p>
-Der dritte große Hauptabschnitt der paläontologischen
-Entwicklungsgeschichte wird durch die <em>Sekundärzeit</em>
-oder das Zeitalter der Nadelwälder gebildet,
-welches auch das mesolithische oder mesozoische Zeitalter
-genannt wird. Es reicht vom Ende der permischen
-Schichtenbildung bis zum Ende der Kreideschichtenbildung
-und zerfällt abermals in drei große
-Perioden. Die währenddessen abgelagerten Schichtensysteme
-sind zu unterst das Triassystem, in der Mitte
-das Jurasystem und zu oberst das Kreidesystem. Die
-durchschnittliche Dicke dieser drei Systeme zusammengenommen
-bleibt schon weit hinter derjenigen der
-primären Systeme zurück und beträgt im ganzen nur
-ungefähr 15000 Fuß. Die Sekundärzeit wird demnach
-wahrscheinlich nicht halb so lang als die Primärzeit
-gewesen sein.
-</p>
-
-<p>
-Wie in der Primärzeit die Fische, so herrschen in
-der Sekundärzeit die Schleicher oder Reptilien über
-alle übrigen Wirbeltiere vor. Zwar entstanden während
-dieses Zeitraums die ersten Vögel und Säugetiere;
-auch lebten damals die riesigen Labyrinthodonten; und
-zu den zahlreich vorhandenen Urfischen und Schmelzfischen
-der älteren Zeit gesellten sich die ersten echten
-Knochenfische. Aber die charakteristische und überwiegende
-Wirbeltierklasse der Sekundärzeit bildeten
-die höchst mannigfaltig entwickelten Reptilien. Neben
-solchen Schleichern, welche den heute noch lebenden
-Eidechsen, Krokodilen und Schildkröten nahestanden,
-wimmelte es in der mesozoischen Zeit überall von
-abenteuerlich gestalteten Drachen. Insbesondere sind
-<a id="page-64" class="pagenum" title="64"></a>
-die merkwürdigen fliegenden Eidechsen oder Pterosaurier,
-die schwimmenden Seedrachen oder Halisaurier
-und die kolossalen Landdrachen oder Dinosaurier der
-Sekundärzeit eigentümlich, da sie weder vorher noch
-nachher lebten. Man kann demgemäß die Sekundärzeit
-das Zeitalter der Schleicher oder Reptilien nennen.
-Andere bezeichnen sie als das Zeitalter der Nadelwälder,
-genauer eigentlich der Gymnospermen oder Nacktsamenpflanzen.
-Diese Pflanzen, vorzugsweise durch die beiden
-wichtigen Klassen der Nadelhölzer oder Koniferen und
-der Farnpalmen oder Zycadeen vertreten, setzten während
-der Sekundärzeit ganz überwiegend den Bestand
-der Wälder zusammen. Die farnartigen Pflanzen
-traten dagegen zurück und die Laubhölzer entwickelten
-sich erst gegen Ende des Zeitalters, in der Kreidezeit.
-</p>
-
-<p>
-Viel kürzer und weniger eigentümlich als diese
-drei ersten Zeitalter war der vierte Hauptabschnitt
-der organischen Erdgeschichte, die <em>Tertiärzeit</em> oder
-das Zeitalter der Laubwälder. Dieser Zeitraum,
-welcher auch zänolithisches oder zänozoisches Zeitalter
-heißt, erstreckte sich vom Ende der Kreideschichtenbildung
-bis zum Ende der pliozänen Schichtenbildung.
-Die währenddessen abgelagerten Schichten erreichen
-nur ungefähr eine mittlere Mächtigkeit von 3000 Fuß
-und bleiben demnach weit hinter den drei ersten
-Terrains zurück. Auch sind die drei Systeme, welche
-man in dem tertiären Terrain unterscheidet, nur schwer
-voneinander zu trennen. Das älteste derselben heißt
-eozänes oder alttertiäres, das mittlere miozänes oder
-mitteltertiäres und das jüngste pliozänes oder neutertiäres
-System.
-</p>
-
-<p>
-Die gesamte Bevölkerung der Tertiärzeit nähert
-sich im ganzen und im einzelnen schon viel mehr derjenigen
-<a id="page-65" class="pagenum" title="65"></a>
-der Gegenwart, als es in den vorhergehenden
-Zeitaltern der Fall war. Unter den Wirbeltieren
-überwiegt von nun an die Klasse der Säugetiere bei
-weitem alle übrigen. Ebenso herrscht in der Pflanzenwelt
-die formenreiche Gruppe der Decksamen-Pflanzen
-oder Angiospermen vor; ihre Laubhölzer bilden die
-charakteristischen Laubwälder der Tertiärzeit. Die
-Abteilung der Angiospermen besteht aus den beiden
-Klassen der Einkeimblättrigen oder Monokotylen und
-der Zweikeimblättrigen oder Dikotylen. Zwar hatten
-sich Angiospermen aus beiden Klassen schon in der
-Kreidezeit gezeigt, und Säugetiere traten schon im
-letzten Abschnitt der Triaszeit auf. Allein beide
-Gruppen, Säugetiere und Decksamenpflanzen, erreichen
-ihre eigentliche Entwicklung und Oberherrschaft erst
-in der Tertiärzeit, so daß man diese mit vollem Rechte
-danach benennen kann.
-</p>
-
-<p>
-Den fünften und letzten Hauptabschnitt der organischen
-Erdgeschichte bildet die <em>Quartärzeit</em> oder
-Kulturzeit, derjenige, gegen die Länge der vier übrigen
-Zeitalter verschwindend kurze Zeitraum, den wir gewöhnlich
-in komischer Selbstüberhebung die &bdquo;Weltgeschichte&ldquo;
-zu nennen pflegen. Da die Ausbildung
-des Menschen und seiner Kultur mächtiger als alle
-früheren Vorgänge auf die organische Welt umgestaltend
-einwirkte, und da sie vor allem dieses jüngste
-Zeitalter charakterisiert, so könnte man dasselbe auch
-die Menschenzeit, das anthropolithische oder anthropozoische
-Zeitalter nennen. Es könnte allenfalls auch
-das Zeitalter der Kulturwälder heißen, weil selbst auf
-den niederen Stufen der menschlichen Kultur ihr umgestaltender
-Einfluß sich bereits in der Benutzung der
-Wälder und ihrer Erzeugnisse, und somit auch in
-der Physiognomie der Landschaft bemerkbar macht.
-<a id="page-66" class="pagenum" title="66"></a>
-Geologisch wird der Beginn dieses Zeitalters, welches
-bis zur Gegenwart reicht, durch das Ende der pliozänen
-Schichtenablagerung begrenzt.
-</p>
-
-<p>
-Die neptunischen Schichten, welche während des
-verhältnismäßig kurzen quartären Zeitraums abgelagert
-wurden, sind an den verschiedenen Stellen der
-Erde von sehr verschiedener, meist aber von sehr geringer
-Dicke. Man bringt dieselben in zwei verschiedene
-Systeme, von denen man das ältere als
-diluvial oder pleistozän, das neuere als alluvial oder
-rezent bezeichnet. Das Diluvialsystem zerfällt selbst
-wieder in zwei Formationen, in die älteren glazialen
-und die neueren postglazialen Bildungen. Während
-der älteren Diluvialzeit nämlich fand jene außerordentlich
-merkwürdige Erniedrigung der Erdtemperatur
-statt, welche zu einer ausgedehnten Vergletscherung
-der gemäßigten Zonen führte. Diese &bdquo;Eiszeit&ldquo; oder
-Glazialperiode hat für die geographische und topographische
-Verbreitung der Organismen hohe Bedeutung
-gewonnen. Auch die auf die Eiszeit folgende
-&bdquo;Nacheiszeit&ldquo;, die postglaziale Periode oder die neuere
-Diluvialzeit, während welcher die Temperatur wiederum
-stieg und das Eis sich nach den Polen zurückzog, war
-für die gegenwärtige Gestaltung der chorologischen
-Verhältnisse höchst bedeutungsvoll.
-</p>
-
-<p>
-Der biologische Charakter der Quartärzeit liegt
-wesentlich in der Entwicklung und Ausbreitung des
-menschlichen Organismus und seiner Kultur. Weit
-mehr als jeder andere Organismus hat der Mensch
-umgestaltend, zerstörend und neubildend auf die Tier-
-und Pflanzenbevölkerung der Erde eingewirkt. Aus
-diesem Grunde &mdash; nicht weil wir dem Menschen im
-übrigen eine privilegierte Ausnahmestellung in der
-<a id="page-67" class="pagenum" title="67"></a>
-Natur einräumen &mdash; können wir mit vollem Rechte
-die Ausbreitung des Menschen und seiner Kultur als
-Beginn eines besonderen letzten Hauptabschnitts der
-organischen Erdgeschichte bezeichnen. Wahrscheinlich
-fand allerdings die körperliche Entwicklung des Urmenschen
-aus menschenähnlichen Affen bereits in der
-jüngeren oder pliozänen, vielleicht sogar schon in der
-mittleren oder miozänen Tertiärzeit statt. Allein die
-eigentliche Entwicklung der menschlichen Sprache, welche
-wir als den wichtigsten Hebel für die Ausbildung
-der eigentümlichen Vorzüge des Menschen und seiner
-Herrschaft über die übrigen Organismen betrachten,
-fällt wahrscheinlich erst in jenen Zeitraum, welchen
-man aus geologischen Gründen als pleistozäne oder
-diluviale Zeit von der vorhergehenden Pliozänperiode
-trennt. Jedenfalls ist derjenige Zeitraum, welcher
-seit der Entwicklung der menschlichen Sprache bis zur
-Gegenwart verfloß, mag derselbe auch viele Jahrtausende
-und vielleicht Hunderttausende von Jahren
-in Anspruch genommen haben, verschwindend gering
-gegen die unermeßliche Länge der Zeiträume, welche
-vom Beginn des organischen Lebens auf der Erde
-bis zur Entstehung des Menschengeschlechts verflossen.
-</p>
-
-<p>
-Die tabellarische Übersicht <a href="#page-69">Seite 69</a> zeigt die Reihenfolge
-der paläontologischen Terrains, Systeme und
-Formationen, d.&nbsp;h. der größeren und kleineren neptunischen
-Schichtengruppen, welche Versteinerungen
-einschließen, von den obersten oder alluvialen bis zu
-den untersten oder laurentischen Ablagerungen hinab.
-Die Tabelle <a href="#page-68">Seite 68</a> führt die historische Einteilung
-der entsprechenden Zeiträume vor, der größeren und
-kleineren paläontologischen Perioden, und zwar in
-umgekehrter Reihenfolge.
-</p>
-
-<div class="table table68" id="Table-68" title="Tabelle: Paläontologische Perioden">
-<p class="hdr1">
-<a id="page-68" class="pagenum" title="68"></a>
-<span class="firstline"><b>Übersicht</b></span><br />
-der paläontologischen Perioden oder der größeren Zeitabschnitte
-der organischen Erdgeschichte.
-</p>
-
-<p class="hdr2">
-<span class="line1">Erster Zeitraum: <b>Archozoisches Zeitalter</b>.</span><br />
-<span class="line2">Primordial-Zeit.</span><br />
-<span class="line3">(Zeitalter der Schädellosen und der Tangwälder.)</span>
-</p>
-
-<table summary="Table-1">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">1.</td>
- <td class="col2">Ältere Archolithzeit</td>
- <td class="col3">oder</td>
- <td class="col4">Laurentische Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">2.</td>
- <td class="col2">Mittlere Archolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Kambrische Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">3.</td>
- <td class="col2">Neuere Archolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Silurische Periode.</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-<p class="hdr2">
-<span class="line1">Zweiter Zeitraum: <b>Paläozoisches Zeitalter</b>.</span><br />
-<span class="line2">Primär-Zeit.</span><br />
-<span class="line3">(Zeitalter der Fische und Farnwälder.)</span>
-</p>
-
-<table summary="Table-2">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">4.</td>
- <td class="col2">Ältere Paläolithzeit</td>
- <td class="col3">oder</td>
- <td class="col4">Devonische Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">5.</td>
- <td class="col2">Mittlere Paläolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Steinkohlen-Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">6.</td>
- <td class="col2">Neuere Paläolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Permische Periode.</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-<p class="hdr2">
-<span class="line1">Dritter Zeitraum: <b>Mesozoisches Zeitalter</b>.</span><br />
-<span class="line2">Sekundär-Zeit.</span><br />
-<span class="line3">(Zeitalter der Reptilien und der Nadelwälder.)</span>
-</p>
-
-<table summary="Table-3">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">7.</td>
- <td class="col2">Ältere Mesolithzeit</td>
- <td class="col3">oder</td>
- <td class="col4">Trias-Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">8.</td>
- <td class="col2">Mittlere Mesolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Jura-Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">9.</td>
- <td class="col2">Neuere Mesolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Kreide-Periode.</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-<p class="hdr2">
-<span class="line1">Vierter Zeitraum: <b>Zänozoisches Zeitalter</b>.</span><br />
-<span class="line2">Tertiär-Zeit.</span><br />
-<span class="line3">(Zeitalter der Säugetiere und der Laubwälder.)</span>
-</p>
-
-<table summary="Table-4">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">10.</td>
- <td class="col2">Ältere Zänolithzeit</td>
- <td class="col3">oder</td>
- <td class="col4">Eozäne Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">11.</td>
- <td class="col2">Mittlere Zänolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Miozäne Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">12.</td>
- <td class="col2">Neuere Zänolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Pliozäne Periode.</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-<p class="hdr2">
-<span class="line1">Fünfter Zeitraum: <b>Anthropozoisches Zeitalter</b>.</span><br />
-<span class="line2">Quartär-Zeit.</span><br />
-<span class="line3">(Zeitalter der Menschen und der Kulturwälder.)</span>
-</p>
-
-<table summary="Table-5">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">13.</td>
- <td class="col2">Ältere Anthropolithzeit</td>
- <td class="col3">oder</td>
- <td class="col4">Eiszeit. Glaziale Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">14.</td>
- <td class="col2">Mittlere Anthropolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Postglaziale Periode.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">15.</td>
- <td class="col2">Neuere Anthropolithzeit</td>
- <td class="col3">"</td>
- <td class="col4">Kultur-Periode.</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-</div>
-
-<p class="center">
-(Die Kultur-Periode ist die historische Zeit oder die Periode der
-Überlieferungen.)
-</p>
-
-<p class="tabhdr">
-<a id="page-69" class="pagenum" title="69"></a>
-<span class="firstline"><b>Übersicht</b></span><br />
-der paläontologischen Formationen oder der versteinerungsführenden
-Schichten der Erdrinde.
-</p>
-
-
-<div class="table" id="Table-69" title="Tabelle: Paläontologische Formationen">
-
-<table class="table69" summary="Table-69">
-<tbody>
- <tr class="header">
- <th class="col1">Terrains</th>
- <th class="col3" colspan="2">Systeme</th>
- <th class="col6" colspan="3">Formation</th>
- <th class="col7">Synonyme der Formationen</th>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="4">V. Anthropolithische Terrains oder anthropozoische (quartäre) Schichtengruppen</td>
- <td class="col2" rowspan="4">&nbsp;</td>
- <td class="col3" rowspan="2">XIV. Rezent (Alluvium)</td>
- <td class="col4" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col5">36.</td>
- <td class="col6"><b>Präsent</b></td>
- <td class="col7">Oberalluviale</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">35.</td>
- <td class="col6"><b>Rezent</b></td>
- <td class="col7">Unteralluviale</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="2">XIII. Pleistozän (Diluvium)</td>
- <td class="col4" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col5">34.</td>
- <td class="col6"><b>Postglazial</b></td>
- <td class="col7">Oberdiluviale</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">33.</td>
- <td class="col6"><b>Glazial</b></td>
- <td class="col7">Unterdiluviale</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="7">IV. Zänolithische Terrains oder zänozoische (tertiäre) Schichtengruppen</td>
- <td class="col2" rowspan="7">&nbsp;</td>
- <td class="col3" rowspan="2">XII. Pliozän (Neutertiär)</td>
- <td class="col4" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col5">32.</td>
- <td class="col6"><b>Arvern</b></td>
- <td class="col7">Oberpliozäne</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">31.</td>
- <td class="col6"><b>Subapennin</b></td>
- <td class="col7">Unterpliozäne</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="2">XI. Miozän (Mitteltertiär)</td>
- <td class="col4" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col5">30.</td>
- <td class="col6"><b>Falun</b></td>
- <td class="col7">Obermiozäne</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">29.</td>
- <td class="col6"><b>Limburg</b></td>
- <td class="col7">Untermiozäne</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="3">X. Eozän (Alttertiär)</td>
- <td class="col4" rowspan="3">&nbsp;</td>
- <td class="col5">28.</td>
- <td class="col6"><b>Gips</b></td>
- <td class="col7">Obereozäne</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">27.</td>
- <td class="col6"><b>Grobkalk</b></td>
- <td class="col7">Mitteleozäne</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">26.</td>
- <td class="col6"><b>Londonton</b></td>
- <td class="col7">Untereozäne</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="11">III. Mesolithische Terrains oder mesozoische (sekundäre) Schichtengruppen</td>
- <td class="col2" rowspan="11">&nbsp;</td>
- <td class="col3" rowspan="4">IX. Kreide</td>
- <td class="col4" rowspan="4">&nbsp;</td>
- <td class="col5">25.</td>
- <td class="col6"><b>Weißkreide</b></td>
- <td class="col7">Oberkreide</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">24.</td>
- <td class="col6"><b>Grünsand</b></td>
- <td class="col7">Mittelkreide</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">23.</td>
- <td class="col6"><b>Neokom</b></td>
- <td class="col7">Unterkreide</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">22.</td>
- <td class="col6"><b>Wealden</b></td>
- <td class="col7">Wälderformation</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="4">VIII. Jura</td>
- <td class="col4" rowspan="4">&nbsp;</td>
- <td class="col5">21.</td>
- <td class="col6"><b>Portland</b></td>
- <td class="col7">Oberoolith</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">20.</td>
- <td class="col6"><b>Oxford</b></td>
- <td class="col7">Mitteloolith</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">19.</td>
- <td class="col6"><b>Bath</b></td>
- <td class="col7">Unteroolith</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">18.</td>
- <td class="col6"><b>Lias</b></td>
- <td class="col7">Liasformation</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="3">VII. Trias</td>
- <td class="col4" rowspan="3">&nbsp;</td>
- <td class="col5">17.</td>
- <td class="col6"><b>Keuper</b></td>
- <td class="col7">Obertrias</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">16.</td>
- <td class="col6"><b>Muschelkalk</b></td>
- <td class="col7">Mitteltrias</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">15.</td>
- <td class="col6"><b>Buntsand</b></td>
- <td class="col7">Untertrias</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="7">II. Paläolithische Terrains oder paläozoische (primäre) Schichtengruppen</td>
- <td class="col2" rowspan="7">&nbsp;</td>
- <td class="col3" rowspan="2">VI. Permisches (Dyas)</td>
- <td class="col4" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col5">14.</td>
- <td class="col6"><b>Zechstein</b></td>
- <td class="col7">Oberpermische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">13.</td>
- <td class="col6"><b>Neurotsand</b></td>
- <td class="col7">Unterpermische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="2">V. Karbonisches (Steinkohle)</td>
- <td class="col4" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col5">12.</td>
- <td class="col6"><b>Kohlensand</b></td>
- <td class="col7">Oberkarbonische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">11.</td>
- <td class="col6"><b>Kohlenkalk</b></td>
- <td class="col7">Unterkarbonische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="3">IV. Devonisches (Altrotsand)</td>
- <td class="col4" rowspan="3">&nbsp;</td>
- <td class="col5">10.</td>
- <td class="col6"><b>Pilton</b></td>
- <td class="col7">Oberdevonische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">9.</td>
- <td class="col6"><b>Ilfracombe</b></td>
- <td class="col7">Mitteldevonische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">8.</td>
- <td class="col6"><b>Linton</b></td>
- <td class="col7">Unterdevonische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="7">I. Archolithische Terrains oder archozoische (primordiale) Schichtengruppen</td>
- <td class="col2" rowspan="7">&nbsp;</td>
- <td class="col3" rowspan="3">III. Silurisches</td>
- <td class="col4" rowspan="3">&nbsp;</td>
- <td class="col5">7.</td>
- <td class="col6"><b>Ludlow</b></td>
- <td class="col7">Obersilurische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">6.</td>
- <td class="col6"><b>Landovery</b></td>
- <td class="col7">Mittelsilurische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">5.</td>
- <td class="col6"><b>Landeilo</b></td>
- <td class="col7">Untersilurische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="2">II. Kambrisches</td>
- <td class="col4" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col5">4.</td>
- <td class="col6"><b>Potsdam</b></td>
- <td class="col7">Oberkambrische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">3.</td>
- <td class="col6"><b>Longmynd</b></td>
- <td class="col7">Unterkambrische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col3" rowspan="2">I. Laurentisches</td>
- <td class="col4" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col5">2.</td>
- <td class="col6"><b>Labrador</b></td>
- <td class="col7">Oberlaurentische</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col5">1.</td>
- <td class="col6"><b>Ottawa</b></td>
- <td class="col7">Unterlaurentische</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-</div>
-
-
-<p class="tabhdr70">
-<a id="page-70" class="pagenum" title="70"></a>
-<span class="line1">Tabelle</span><br />
-<span class="line2">zur Übersicht der neptunischen versteinerungsführenden Schichten-Systeme
-der Erdrinde mit Bezug auf ihre verhältnismäßige
-durchschnittliche Dicke. (130000 Fuß zirka.)</span>
-</p>
-
-<div class="table" id="Table-70" title="Tabelle: Neptunische Schichten-Systeme">
-
-<table class="table70" summary="Table-70">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">IV. <b>Zänozoische Schichten-Systeme.</b><br />
- Zirka 3000 Fuß.</td>
- <td class="col2">Eozän, Miozän,<br />
- Pliozän.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="3">III. <b>Mesozoische Schichten-Systeme.</b><br />
- Ablagerungen der Sekundärzeit.<br />
- Zirka 15000 Fuß.</td>
- <td class="col2">IX. Kreide-System.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col2">VIII. Jura-System.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col2">VII. Trias-System.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="3">II. <b>Paläozoische Schichten-Systeme.</b><br />
- Ablagerungen der Primär-Zeit.<br />
- Zirka 42000 Fuß.</td>
- <td class="col2">VI. Permisches System.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col2">V. Steinkohlen-System.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col2">IV. Devonisches System.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="3">I. <b>Archozoische Schichten-Systeme.</b><br />
- Ablagerungen der Primordial-Zeit.<br />
- Zirka 70000 Fuß.</td>
- <td class="col2">III. Silurisches System.<br />
- Zirka 22000 Fuß.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col2">II. Kambrisches System.<br />
- Zirka 18000 Fuß.</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col2">I. Laurentisches System.<br />
- Zirka 30000 Fuß.</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-</div>
-
-<p>
-<a id="page-71" class="pagenum" title="71"></a>
-Man hat viele Versuche angestellt, die Zahl der Jahrtausende,
-welche diese Zeiträume zusammensetzen, annähernd
-zu berechnen. Man verglich die Dicke der
-Schlammschichten, welche erfahrungsgemäß während
-eines Jahrhunderts sich absetzen, und welche nur wenige
-Linien oder Zolle betragen, mit der gesamten Dicke
-der geschichteten Gesteinsmassen, deren ideales System
-wir soeben überblickt haben. Diese Dicke mag im ganzen
-durchschnittlich ungefähr 130000 Fuß betragen, und
-hiervon kommen 70000 auf das primordiale oder
-archozoische, 42000 auf das primäre oder paläozoische,
-15000 auf das sekundäre oder mesozoische
-und endlich nur 3000 auf das tertiäre oder zänozoische
-Terrain. Die sehr geringe und nicht annähernd
-bestimmbare durchschnittliche Dicke des quartären oder
-anthropozoischen Terrains kommt dabei gar nicht in
-Betracht. Man kann sie höchstens durchschnittlich auf
-500-700 Fuß anschlagen. Selbstverständlich haben
-aber alle diese Maßangaben nur einen ganz durchschnittlichen
-und annähernden Wert und sollen nur
-dazu dienen, das <em>relative</em> Maßverhältnis der Schichtensysteme
-und der ihnen entsprechenden Zeitabschnitte
-ganz <em>ungefähr</em> zu überblicken. Auch werden die Maße
-sehr verschieden abgeschätzt.
-</p>
-
-<p>
-Wenn man nun die gesamte Zeit der organischen
-Erdgeschichte, d.&nbsp;h. den ganzen Zeitraum seit Beginn
-des Lebens auf der Erde bis auf den heutigen Tag,
-in hundert gleiche Teile teilt, und wenn man dann,
-dem angegebenen durchschnittlichen Dickenverhältnis
-der Schichtensysteme entsprechend, die relative Zeitdauer
-der fünf Hauptabschnitte oder Zeitalter nach
-Prozenten berechnet, so ergibt sich folgendes Resultat.
-(Vergl. <a href="#page-70">Seite 70</a>.)
-</p>
-
-<div class="table" id="Table-72" title="Tabelle: Relative Dauer der Zeitalter">
-<table class="table72" summary="Table-6">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-72" class="pagenum" title="72"></a>I.</td>
- <td class="col2">Archozoische oder Primordialzeit</td>
- <td class="col3">53,6</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">II.</td>
- <td class="col2">Paläozoische oder Primärzeit</td>
- <td class="col3">32,1</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">III.</td>
- <td class="col2">Mesozoische oder Sekundärzeit</td>
- <td class="col3">11,5</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">IV.</td>
- <td class="col2">Zänozoische oder Tertiärzeit</td>
- <td class="col3">2,3</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">V.</td>
- <td class="col2">Anthropozoische oder Quartärzeit</td>
- <td class="col3">0,5</td>
- </tr>
- <tr class="s">
- <td class="col1" colspan="3">&mdash;&mdash;&mdash;</td>
- </tr>
- <tr class="s">
- <td class="col1" colspan="3">Summa: 100,0</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-</div>
-
-<p>
-Es beträgt demnach die Länge des archozoischen
-Zeitraums, währenddessen fast noch keine landbewohnenden
-Tiere und Pflanzen existierten, mehr als die
-Hälfte, mehr als 53 Prozent, dagegen die Länge
-des anthropozoischen Zeitraums, währenddessen der
-Mensch existierte, kaum ein halbes Prozent von der
-ganzen Länge der organischen Erdgeschichte. Es ist
-aber ganz unmöglich, die Länge dieser Zeiträume auch
-nur annähernd nach Jahren zu berechnen.
-</p>
-
-<p>
-Die Dicke der Schlammschichten, welche während
-eines Jahrhunderts sich in der Gegenwart ablagern,
-und welche man als Basis für diese Berechnung benutzen
-wollte, ist an den verschiedenen Stellen der Erde
-unter den ganz verschiedenen Bedingungen, unter denen
-überall die Ablagerung stattfindet, natürlich ganz verschieden.
-Sie ist sehr gering auf dem Boden des hohen
-Meeres, in den Betten breiter Flüsse mit kurzem Laufe
-und in Landseen, welche sehr dürftige Zuflüsse erhalten.
-Sie ist verhältnismäßig bedeutend an Meeresküsten mit
-starker Brandung, am Ausfluß großer Ströme mit
-langem Lauf und in Landseen mit starken Zuflüssen.
-An der Mündung des Mississippi, welcher sehr bedeutende
-Schlammassen mit sich fortführt, würden in
-100000 Jahren wohl etwa 600 Fuß abgelagert werden.
-Auf dem Grunde des offenen Meeres, weit von den
-Küsten entfernt, werden sich während dieses langen
-Zeitraums nur wenige Fuß Schlamm absetzen. Selbst
-<a id="page-73" class="pagenum" title="73"></a>
-an den Küsten, wo verhältnismäßig viel Schlamm abgelagert
-wird, mag die Dicke der dadurch während
-eines Jahrhunderts gebildeten Schichten, wenn sie nachher
-sich zu festem Gesteine verdichtet haben, doch nur
-wenige Zoll oder Linien betragen. Jedenfalls aber
-bleiben alle auf diese Verhältnisse gegründeten Berechnungen
-ganz unsicher, und wir können uns auch
-nicht einmal annähernd die ungeheure Länge der Zeiträume
-vorstellen, welche zur Bildung jener neptunischen
-Schichtensysteme erforderlich waren. Nur relative,
-nicht absolute Zeitmaße sind hier mit Vorsicht
-anwendbar.
-</p>
-
-<p>
-Man würde übrigens auch vollkommen fehlgehen,
-wenn man die Mächtigkeit jener Schichtensysteme allein
-als Maßstab für die inzwischen wirklich verflossene
-Zeit der Erdgeschichte betrachten wollte. Denn Hebungen
-und Senkungen der Erdrinde haben beständig
-miteinander gewechselt, und aller <a id="corr-0"></a>Wahrscheinlichkeit nach
-entspricht oft der mineralogische und paläontologische
-Unterschied, den man zwischen je zwei aufeinander
-folgenden Schichtensystemen und zwischen je zwei Formationen
-derselben wahrnimmt, einem beträchtlichen
-Zwischenraum von mehreren Jahrtausenden, währenddessen
-die betreffende Stelle der Erdrinde über das
-Wasser gehoben war. Erst nach Ablauf dieser Zwischenzeit,
-als eine neue Senkung diese Stelle wieder unter
-Wasser brachte, fand die Ablagerung einer neuen Bodenschicht
-statt. Da aber inzwischen die anorganischen und
-organischen Verhältnisse an diesem Orte eine beträchtliche
-Umbildung erfahren hatten, mußte die neugebildete
-Schlammschicht aus verschiedenen Bodenbestandteilen
-zusammengesetzt sein und ganz verschiedene Versteinerungen
-einschließen.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-74" class="pagenum" title="74"></a>
-Die auffallenden Unterschiede, die zwischen den
-Versteinerungen zweier übereinander liegenden Schichten
-so häufig stattfinden, sind einfach und leicht nur
-durch die Annahme zu erklären, daß derselbe Punkt
-der Erdoberfläche <em>wiederholten Senkungen und
-Hebungen</em> ausgesetzt wurde. Noch gegenwärtig finden
-solche Hebungen und Senkungen, welche man teils der
-Faltung der schrumpfenden Erdrinde, teils der Reaktion
-des feuerflüssigen Erdkerns gegen die erstarrte
-Rinde zuschreibt, in weiter Ausdehnung statt. So steigt
-z.&nbsp;B. die Küste von Schweden und ein Teil von der
-Westküste Südamerikas beständig langsam empor, während
-die Küste von Holland und ein Teil von der Ostküste
-Südamerikas allmählich untersinkt. Das Steigen
-wie das Sinken geschieht nur sehr langsam und beträgt
-im Jahrhundert bald nur einige Linien, bald
-einige Zoll oder höchstens einige Fuß. Wenn aber diese
-Bewegung Hunderte von Jahrtausenden hindurch ununterbrochen
-andauert, kann sie die höchsten Gebirge
-bilden.
-</p>
-
-<p>
-Offenbar haben ähnliche Hebungen und Senkungen
-während des ganzen Verlaufes der organischen Erdgeschichte
-ununterbrochen an verschiedenen Stellen miteinander
-gewechselt. Das ergibt sich mit Sicherheit
-aus der geographischen Verbreitung der Organismen.
-Nun ist es aber für die Beurteilung unserer paläontologischen
-Schöpfungsurkunde außerordentlich wichtig,
-sich klarzumachen, daß bleibende Schichten sich bloß
-während langsamer Senkung des Bodens unter Wasser
-ablagern können, nicht aber während andauernder
-Hebung. Wenn der Boden langsam mehr und mehr
-unter den Meeresspiegel versinkt, so gelangen die abgelagerten
-Schlammschichten in immer tieferes und ruhigeres
-<a id="page-75" class="pagenum" title="75"></a>
-Wasser, wo sie sich ungestört zu Gestein verdichten
-können. Wenn sich dagegen umgekehrt der Boden langsam
-hebt, so kommen die soeben abgelagerten Schlammschichten,
-welche Reste von Pflanzen und Tieren umschließen,
-sogleich wieder in den Bereich des Wogenspiels
-und werden durch die Kraft der Brandung alsbald
-nebst den eingeschlossenen organischen Resten zerstört.
-Aus diesem einfachen, aber sehr gewichtigen
-Grunde können also nur während einer andauernden
-Senkung des Bodens sich reichlichere Schichten ablagern,
-in denen die organischen Reste erhalten bleiben. Wenn
-je zwei verschiedene übereinander liegende Formationen
-oder Schichten mithin zwei verschiedenen Senkungsperioden
-entsprechen, so müssen wir zwischen diesen
-letzteren einen langen Zeitraum der Hebung annehmen,
-von dem wir gar nichts wissen, weil uns keine fossilen
-Reste von den damals lebenden Tieren und Pflanzen
-aufbewahrt werden konnten. Offenbar verdienen aber
-diese spurlos dahingegangenen Hebungszeiträume nicht
-geringere Berücksichtigung als die damit abwechselnden
-Senkungszeiträume, von deren organischer Bevölkerung
-uns die versteinerungsführenden Schichten eine ungefähre
-Vorstellung geben. Wahrscheinlich waren die
-ersteren durchschnittlich von nicht geringerer Dauer als
-die letzteren; für diese Annahme sprechen viele gewichtige
-Gründe.
-</p>
-
-<p>
-Schon hieraus ergibt sich, wie unvollständig unsere
-Urkunde notwendig sein muß, um so mehr, da sich
-theoretisch erweisen läßt, daß gerade während der
-Hebungszeiträume das Tier- und Pflanzenleben an
-Mannigfaltigkeit zunehmen mußte. Denn indem neue
-Strecken Landes über das Wasser gehoben werden,
-bilden sich neue Inseln. Jede neue Insel ist aber ein
-<a id="page-76" class="pagenum" title="76"></a>
-neuer Schöpfungsmittelpunkt, weil die zufällig dorthin
-verschlagenen Tiere und Pflanzen aus dem neuen
-Boden im Kampf ums Dasein reiche Gelegenheit finden,
-sich eigentümlich zu entwickeln und neue Arten
-zu bilden. Die Bildung neuer Arten hat offenbar
-während dieser Zwischenzeiten, aus denen uns leider
-keine Versteinerungen erhalten bleiben konnten, vorzugsweise
-stattgefunden; umgekehrt gab die langsame
-Senkung des Bodens eher Gelegenheit zum Aussterben
-zahlreicher Arten und zu einem Rückschritt in der Artenbildung.
-Auch die Zwischenformen zwischen den alten
-und den neu sich bildenden Spezies werden vorzugsweise
-während jener Hebungszeiträume gelebt haben
-und konnten daher ebenfalls keine fossilen Reste hinterlassen.
-</p>
-
-<p>
-Zu den sehr bedeutenden und empfindlichen Lücken
-der paläontologischen Schöpfungsurkunde, welche durch
-die Hebungszeiträume bedingt werden, kommen nun
-leider noch viele andere Umstände hinzu, welche den
-hohen Wert derselben außerordentlich verringern. Dahin
-gehört vor allen der metamorphische Zustand der
-ältesten Schichtengruppen, gerade derjenigen, welche
-die Reste der ältesten Flora und Fauna, der Stammformen
-aller folgenden Organismen enthalten, und
-dadurch von ganz besonderem Interesse sein würden.
-Gerade diese Gesteine, und zwar der größere Teil der
-primordialen oder archolithischen Schichten, fast das
-ganze laurentische und ein großer Teil des kambrischen
-Systems, enthalten gar keine kenntlichen Reste mehr,
-und zwar aus dem einfachen Grunde, weil diese Schichten
-durch den Einfluß des feuerflüssigen Erdinnern
-nachträglich wieder verändert oder metamorphosiert
-wurden. Durch die Hitze des glühenden Erdkerns sind
-<a id="page-77" class="pagenum" title="77"></a>
-diese tiefsten neptunischen Rindenschichten in ihrer
-ursprünglichen Schichtenstruktur gänzlich umgewandelt
-und in einen kristallinischen Zustand übergeführt worden.
-Dabei ging aber die Form der darin eingeschlossen
-organischen Reste ganz verloren. Nur hier und da
-wurde sie durch einen glücklichen Zufall erhalten, wie es
-bei manchen der ältesten bekannten Petrefakten aus den
-untersten kambrischen Schichten der Fall ist. Jedoch
-können wir aus den Lagern von kristallinischer Kohle
-(Graphit) und kristallinischem Kalk (Marmor), welche
-sich in den metamorphischen Gesteinen eingelagert finden,
-mit Sicherheit auf die frühere Anwesenheit von
-versteinerten Pflanzen- und Tierresten in denselben
-schließen. Neuerdings sind fossile Radiolarien auch in
-präkambrischen Schichten entdeckt.
-</p>
-
-<p>
-Außerordentlich unvollständig wird unsere Schöpfungsurkunde
-durch den Umstand, daß erst ein sehr
-kleiner Teil der Erdoberfläche genauer geologisch untersucht
-ist, vorzugsweise Europa und Nordamerika; auch
-von Südamerika und Ostindien sind einzelne Stellen
-der Erdrinde aufgeschlossen; der größte Teil derselben
-ist uns aber unbekannt. Dasselbe gilt vom größten
-Teil Asiens, des umfangreichsten aller Weltteile, auch
-von Afrika (ausgenommen das Kap der Guten Hoffnung
-und die Mittelmeerküste) und von Australien wissen
-wir nur sehr wenig. Im ganzen ist wohl kaum der
-hundertste Teil der gesamten Erdoberfläche gründlich
-paläontologisch erforscht. Wir können daher wohl
-hoffen, bei weiterer Ausbreitung der geologischen Untersuchungen,
-denen namentlich die Anlage von Eisenbahnen
-und Bergwerken sehr zu Hilfe kommen wird,
-noch einen großen Teil wichtiger Versteinerungen aufzufinden.
-Ein Fingerzeig dafür ist uns durch die merkwürdigen
-<a id="page-78" class="pagenum" title="78"></a>
-Versteinerungen gegeben, die man an den
-wenigen genauer untersuchten Punkten von Afrika und
-Asien, in den Kapgegenden und am Himalaja, sowie
-neuerdings in Patagonien aufgefunden hat. Eine
-Reihe von ganz neuen und sehr eigentümlichen Tierformen
-ist uns dadurch bekannt geworden. Freilich
-müssen wir anderseits erwägen, daß der ausgedehnte
-Boden der jetzigen Meere vorläufig für die paläontologischen
-Forschungen fast unzugänglich ist; den größten
-Teil der hier seit uralten Zeiten begrabenen Versteinerungen
-werden wir entweder niemals oder erst
-nach Verlauf vieler Jahrtausende kennen lernen, wenn
-durch allmähliche Hebungen der gegenwärtige Meeresboden
-mehr zutage getreten sein wird. Wenn Sie
-bedenken, daß die ganze Erdoberfläche zu ungefähr drei
-Fünfteilen aus Wasser und nur zu zwei Fünfteilen
-aus Festland besteht, so können Sie ermessen, daß auch
-in dieser Beziehung die paläontologische Urkunde eine
-ungeheure Lücke enthalten muß.
-</p>
-
-<p>
-Nun kommen aber noch eine Reihe von Schwierigkeiten
-für die Paläontologie hinzu, welche in der Natur
-der Organismen selbst begründet sind. Vor allem
-ist hier hervorzuheben, daß in der Regel nur harte
-und feste Körperteile der Organismen auf den Boden
-des Meeres und der süßen Gewässer gelangen und
-hier in Schlamm eingeschlossen und versteinert werden
-können. Es sind also namentlich die Knochen und
-Zähne der Wirbeltiere, die Kalkschalen der Weichtiere,
-die Chitinskelette der Gliedertiere, die Kalkskelette der
-Sterntiere und Korallen, ferner die holzigen, festen
-Teile der Pflanzen, die einer solchen Versteinerung
-fähig sind. Die weichen und zarten Teile dagegen,
-welche bei den allermeisten Organismen den bei weitem
-<a id="page-79" class="pagenum" title="79"></a>
-größten Teil des Körpers bilden, gelangen nur sehr
-selten unter so günstigen Verhältnissen in den Schlamm,
-daß sie versteinern, oder daß ihre äußere Form deutlich
-in dem erhärteten Schlamme sich abdrückt. Nun
-bedenken Sie, daß ganze große Klassen von Organismen,
-wie z.&nbsp;B. die Medusen, die Platoden, die nackten Mollusken,
-welche keine Schale haben, ein großer Teil der
-Gliedertiere, die meisten Würmer und selbst die niedersten
-Wirbeltiere gar keine festen und harten, versteinerungsfähigen
-Körperteile besitzen. Ebenso sind gerade
-die wichtigsten Pflanzenteile, die Blüten, meistens so
-weich und zart, daß sie sich nicht in kenntlicher Form
-konservieren können. Von allen diesen wichtigen Lebensformen
-werden wir naturgemäß auch gar keine versteinerten
-Reste zu finden erwarten können. Ferner
-sind die Embryonen und Jugendzustände fast aller
-Organismen so weich und zart, daß sie gar nicht versteinerungsfähig
-sind. Was wir also von Versteinerungen
-in den neptunischen Schichtensystemen der Erdrinde
-vorfinden, das sind im Verhältnis zum Ganzen
-nur wenige Formen, und meistens nur einzelne Bruchstücke.
-</p>
-
-<p>
-Sodann ist zu berücksichtigen, daß die Meerbewohner
-in einem viel höheren Grade Aussicht haben, ihre toten
-Körper in den abgelagerten Schlammschichten versteinert
-zu erhalten, als die Bewohner der süßen Gewässer
-und des Festlandes. Die das Land bewohnenden
-Organismen können in der Regel nur dann versteinert
-werden, wenn ihre Leichen zufällig ins Wasser
-fallen und auf dem Boden in erhärtenden Schlammschichten
-begraben werden, was von mancherlei Bedingungen
-abhängig ist. Daher kann es uns nicht
-wundernehmen, daß die bei weitem größte Mehrzahl
-<a id="page-80" class="pagenum" title="80"></a>
-der Versteinerungen Organismen angehört, die
-im Meere lebten, und daß von den Landbewohnern
-verhältnismäßig nur sehr wenige im fossilen Zustande
-erhalten sind. Welche Zufälligkeiten hierbei ins Spiel
-kommen, mag Ihnen allein der Umstand beweisen, daß
-man von vielen fossilen Säugetieren, insbesondere von
-den meisten Säugetieren der Sekundärzeit, weiter nichts
-kennt als den Unterkiefer. Dieser Knochen ist erstens
-verhältnismäßig fest und löst sich zweitens sehr leicht
-von dem toten Körper, der auf dem Wasser schwimmt,
-ab. Während die Leiche vom Wasser fortgetrieben und
-zerstört wird, fällt der Unterkiefer auf den Grund des
-Wassers hinab und wird hier vom Schlamm umschlossen.
-Daraus erklärt sich allein die merkwürdige
-Tatsache, daß in einer Kalkschicht des Jurasystems bei
-Oxford in England, in den Schiefern von Stonesfield,
-bis jetzt fast nur die Unterkiefer von zahlreichen
-Beuteltieren gefunden worden sind; sie gehören zu den
-ältesten Säugetieren, welche wir kennen. Von dem
-ganzen übrigen Körper derselben war auch nicht ein
-Knochen mehr vorhanden. Die &bdquo;exakten&ldquo; Gegner der
-Entwicklungstheorie würden nach der bei ihnen gebräuchlichen
-Logik hieraus den Schluß ziehen müssen,
-daß der Unterkiefer der einzige Knochen im Leibe jener
-merkwürdigen Tiere war.
-</p>
-
-<p>
-Für die kritische Würdigung der vielen unbedeutenden
-Zufälle, die unsere Kenntnis der Versteinerungen
-in der bedeutendsten Weise beeinflussen, sind
-ferner auch die Fußspuren sehr lehrreich, welche sich
-in großer Menge in verschiedenen ausgedehnten Sandsteinlagern,
-z.&nbsp;B. in dem roten Sandstein von Connecticut
-in Nordamerika, finden. Diese Fußtritte rühren
-offenbar von Wirbeltieren, wahrscheinlich von Reptilien
-<a id="page-81" class="pagenum" title="81"></a>
-her, von deren Körper selbst uns nicht die geringste
-Spur erhalten geblieben ist. Die Abdrücke,
-welche ihre Füße im Schlamm hinterlassen haben, verraten
-uns allein die vormalige Existenz von diesen
-uns sonst ganz unbekannten Tieren.
-</p>
-
-<p>
-Welche Zufälligkeiten außerdem noch die Grenzen
-unserer paläontologischen Kenntnisse bestimmen, können
-Sie daraus ermessen, daß man von sehr vielen wichtigen
-Versteinerungen nur ein einziges oder nur ein
-paar Exemplare kennt. Im Jahre 1861 wurde im
-lithographischen Schiefer von Solnhofen das unvollständige
-Skelett des ältesten bis jetzt bekannten Vogels
-entdeckt; <span class="antiqua">Archaeopteryx lithographica</span>; 1877 wurde ebendaselbst
-ein zweites Exemplar gefunden, welches das
-erste in glücklichster Weise ergänzt. Die Kenntnis
-dieses einzigen Vogels aus dem Jurasystem besitzt für
-die Phylogenie der ganzen Vogelklasse die allergrößte
-Wichtigkeit. Alle bisher bekannten Vögel stellten eine
-sehr einförmig organisierte Gruppe dar, und zeigten
-keine auffallenden Übergangsbildungen zu anderen
-Wirbeltierklassen, auch nicht zu den nächstverwandten
-Reptilien. Jener fossile Vogel aus dem Jura dagegen
-besaß keinen gewöhnlichen Vogelschwanz, sondern einen
-Eidechsenschwanz, und bestätigte dadurch die aus anderen
-Gründen vermutete Abstammung der Vögel von
-den Eidechsen. Durch dieses Petrefakt wurde also nicht
-nur unsere Vorstellung von dem Alter der Vogelklasse,
-sondern auch von ihrer Blutsverwandtschaft mit den
-Reptilien wesentlich erweitert. Ebenso sind unsere
-Kenntnisse von anderen Tiergruppen oft durch die zufällige
-Entdeckung einer einzigen Versteinerung wesentlich
-umgestaltet worden. Da wir aber wirklich von
-vielen wichtigen Petrefakten nur sehr wenige Exemplare
-<a id="page-82" class="pagenum" title="82"></a>
-oder nur Bruchstücke kennen, so muß auch aus
-diesem Grunde die paläontologische Urkunde höchst unvollständig
-sein.
-</p>
-
-<p>
-Eine weitere und sehr empfindliche Lücke derselben
-ist durch den Umstand bedingt, daß die <em>Zwischenformen</em>,
-welche die verschiedenen Arten verbinden,
-in der Regel nicht erhalten sind, und zwar aus dem
-einfachen Grunde, weil dieselben (nach dem Prinzip
-der Divergenz des Charakters) im Kampfe ums Dasein
-ungünstiger gestellt waren als die am meisten divergierenden
-Varietäten, die sich aus einer und derselben
-Stammform entwickelten. Die Zwischenglieder sind
-im ganzen immer rasch ausgestorben und haben sich
-nur selten vollständig erhalten. Die am stärksten divergierenden
-Formen dagegen konnten sich längere Zeit
-hindurch als selbständige Arten am Leben erhalten,
-sich in zahlreichen Individuen ausbreiten und demnach
-auch leichter versteinert werden. Dadurch ist jedoch
-nicht ausgeschlossen, daß nicht in vielen Fällen
-auch die verbindenden Zwischenformen der Arten sich
-so vollständig versteinert erhielten, daß sie noch gegenwärtig
-die systematischen Paläontologen in die größte
-Verlegenheit versetzen und endlose Streitigkeiten über
-die ganz willkürlichen Grenzen der Spezies hervorrufen.
-</p>
-
-<p>
-Ein ausgezeichnetes Beispiel der Art liefert die
-berühmte vielgestaltige Süßwasserschnecke aus dem
-Stubental bei Steinheim in Württemberg, welche bald
-als <span class="antiqua">Paludina</span>, bald als <span class="antiqua">Valvata</span>, bald als <span class="antiqua">Planorbis
-multiformis</span> beschrieben worden ist. Die schneeweißen
-Schalen dieser kleinen Schnecke setzen mehr als die
-Hälfte von der ganzen Masse eines tertiären Kalkhügels
-zusammen und offenbaren dabei an dieser einen
-<a id="page-83" class="pagenum" title="83"></a>
-Lokalität eine solche wunderbare Formenmannigfaltigkeit,
-daß man die am meisten divergierenden Extreme
-als wenigstens zwanzig ganz verschiedene Arten beschreiben
-und diese sogar in vier ganz verschiedene
-Gattungen versetzen könnte. Aber alle diese extremen
-Formen sind durch so massenhafte verbindende Zwischenformen
-verknüpft, und diese liegen so gesetzmäßig über-
-und nebeneinander, daß Hilgendorf daraus auf das
-klarste den Stammbaum der ganzen Formengruppe
-entwickeln konnte. Ebenso finden sich bei sehr vielen
-anderen fossilen Arten (z.&nbsp;B. vielen Ammoniten, Terebrateln,
-Seeigeln, Seelilien usw.) die verknüpfenden
-Zwischenformen in solcher Masse, daß sie die &bdquo;fossilen
-Spezieskrämer&ldquo; zur Verzweiflung bringen.
-</p>
-
-<p>
-Wenn Sie nun alle vorher angeführten Verhältnisse
-erwägen, so werden Sie sich nicht darüber wundern,
-daß die paläontologische Schöpfungsurkunde ganz
-außerordentlich lückenhaft und unvollständig ist. Aber
-dennoch haben die wirklich gefundenen Versteinerungen
-den größten Wert. Ihre Bedeutung für die natürliche
-Schöpfungsgeschichte ist nicht geringer als die
-Bedeutung, welche die berühmte Inschrift von Rosette
-und das Dekret von Kanopus für die Völkergeschichte,
-für die Archäologie und Philologie besitzen. Wie es
-durch diese beiden uralten Inschriften möglich wurde,
-die Geschichte des alten Ägyptens außerordentlich zu
-erweitern und die ganze Hieroglyphenschrift zu entziffern,
-so genügen uns in vielen Fällen einzelne Knochen
-eines Tieres oder unvollständige Abdrücke einer niederen
-Tier- oder Pflanzenform, um die wichtigsten Anhaltspunkte
-für die Geschichte einer ganzen Gruppe und
-die Erkenntnis ihres Stammbaums zu gewinnen. Ein
-paar kleine Backzähne, die in der Keuperformation der
-<a id="page-84" class="pagenum" title="84"></a>
-Trias gefunden wurden, waren lange Zeit hindurch
-der einzige Beweis dafür, daß schon in der Triaszeit
-Säugetiere wirklich existiert haben.
-</p>
-
-<p>
-Von der Unvollkommenheit des geologischen Schöpfungsberichtes
-sagt Darwin, in Übereinstimmung mit
-Lyell, dem berühmten Geologen: &bdquo;Der natürliche Schöpfungsbericht,
-wie ihn die Paläontologie liefert, ist eine
-Geschichte der Erde, unvollständig erhalten und in
-wechselnden Dialekten geschrieben, wovon aber nur
-der letzte, bloß auf einige Teile der Erdoberfläche sich
-beziehende Band bis auf uns gekommen ist. Doch
-auch von diesem Bande ist nur hier und da ein kurzes
-Kapitel erhalten, und von jeder Seite sind nur da und
-dort einige Zeilen übrig. Jedes Wort der langsam
-wechselnden Sprache dieser Beschreibung, mehr oder
-weniger verschieden in der ununterbrochenen Reihenfolge
-der einzelnen Abschnitte, mag den anscheinend
-plötzlich wechselnden Lebensformen entsprechen, welche
-in den unmittelbar aufeinander liegenden Schichten
-unserer weit voneinander getrennten Formationen begraben
-liegen.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Wenn Sie diese außerordentliche Unvollständigkeit
-der paläontologischen Urkunde sich beständig vor Augen
-halten, so wird es Ihnen nicht wunderbar erscheinen,
-daß wir noch auf so viele unsichere Hypothesen angewiesen
-sind, indem wir wirklich den Stammbaum
-der verschiedenen organischen Gruppen entwerfen
-wollen. Jedoch besitzen wir glücklicherweise außer
-den Versteinerungen auch noch andere historische Urkunden;
-und diese sind in vielen Fällen von nicht geringerem
-und in den meisten sogar von viel höherem
-Werte als die Petrefakten. Die bei weitem wichtigste
-von diesen anderen Schöpfungsurkunden ist ohne Zweifel
-<a id="page-85" class="pagenum" title="85"></a>
-die <em>Ontogenie</em> oder Keimesgeschichte; denn sie wiederholt
-uns kurz in großen, markigen Zügen das Bild
-der Stammesgeschichte oder <em>Phylogenie</em>.
-</p>
-
-<p>
-Allerdings ist die Skizze, welche uns die Ontogenie
-der Organismen von ihrer Phylogenie gibt, in den
-meisten Fällen mehr oder weniger verwischt, und zwar
-um so mehr, je mehr die Anpassung im Laufe der
-Zeit das Übergewicht über die Vererbung erlangt hat,
-und je mächtiger das Gesetz der abgekürzten Vererbung
-und das Gesetz der wechselbezüglichen Anpassung
-eingewirkt haben. Allein dadurch wird der
-hohe Wert nicht vermindert, welchen die wirklich treu
-erhaltenen Züge jener Skizze besitzen. Besonders für
-die Erkenntnis der frühesten paläontologischen Entwicklungszustände
-ist die Ontogenie von ganz unschätzbaren
-Werte, weil gerade von den ältesten Entwicklungsstufen
-der Stämme und Klassen uns gar keine
-versteinerten Reste erhalten worden sind und auch schon
-wegen der weichen und zarten Körperbeschaffenheit derselben
-nicht erhalten bleiben konnten. Keine Versteinerung
-könnte uns von der unschätzbar wichtigen Tatsache
-berichten, welche die Ontogenie uns erzählt, daß
-die ältesten gemeinsamen Vorfahren aller verschiedenen
-Tier- und Pflanzenarten ganz einfache Zellen, gleich
-den Eiern waren. Keine Versteinerung könnte uns
-die unendlich wertvolle, durch die Ontogenie festgestellte
-Tatsache beweisen, daß durch einfache Vermehrung,
-Gemeindebildung und Arbeitsteilung jener Zellen die
-unendlich mannigfaltigen Körperformen der vielzelligen
-Organismen entstanden. Allein schon die Gastrulation
-ist eine der wichtigsten Stammesurkunden. So hilft
-uns die Ontogenie über viele und große Lücken der
-Paläontologie hinweg.
-</p>
-
-<div class="leftpic w300" id="img-087">
-<a id="page-86" class="pagenum" title="86"></a><a class="hr" href="images/087hr.jpg"><img src="images/087.jpg" alt="" /></a>
-<p class="fl cap">
-<span class="firstline"><b>Hand von neun verschiedenen Säugetieren.</b></span><br />
-1.&nbsp;Mensch. 2.&nbsp;Gorilla. 3.&nbsp;Orang. 4.&nbsp;Hund. 5.&nbsp;Seehund.
-6.&nbsp;Delphin. 7.&nbsp;Fledermaus. 8.&nbsp;Maulwurf. 9.&nbsp;Schnabeltier.
-</p>
-
-</div>
-
-<p>
-Zu den unschätzbaren Schöpfungsurkunden der
-Paläontologie und Ontogenie gesellen sich nun drittens
-die nicht minder wichtigen Zeugnisse für die Blutsverwandtschaft
-der Organismen, welche uns die <em>vergleichende
-Anatomie</em> liefert. Wenn äußerlich sehr
-verschiedene Organismen in ihrem inneren Bau nahezu
-übereinstimmen, so können wir daraus mit voller Sicherheit
-schließen, daß diese Übereinstimmung ihren Grund
-in der Vererbung, jene Ungleichheit dagegen ihren
-Grund in der Anpassung hat. Betrachten Sie z.&nbsp;B.
-vergleichend die Hände oder Vorderpfoten der neun
-verschiedenen Säugetiere, welche auf <a href="#img-087">Seite 87</a> abgebildet
-sind, und bei denen das knöcherne Skelettgerüst im Innern
-der Hand und der fünf Finger sichtbar ist. Überall
-finden sich bei der verschiedensten äußeren Form dieselben
-Knochen in derselben Zahl, Lagerung und Verbindung
-wieder. Daß die Hand des Menschen (Fig.&nbsp;1)
-von derjenigen seiner nächsten Verwandten, des Gorilla
-(Fig.&nbsp;2) und des Orang (Fig.&nbsp;3), sehr wenig verschieden
-ist, wird vielleicht sehr natürlich erscheinen. Wenn aber
-auch die Vorderpfote des Hundes (Fig.&nbsp;4), sowie die
-Brustflosse (die Hand) des Seehundes (Fig.&nbsp;5) und des
-Delphins (Fig.&nbsp;6) ganz denselben wesentlichen Bau
-zeigt, so wird dies schon mehr überraschen. Und noch
-wunderbarer wird es Ihnen vorkommen, daß auch der
-Flügel der Fledermaus (Fig.&nbsp;7), die Grabschaufel des
-Maulwurfs (Fig.&nbsp;8) und der Vorderfuß des unvollkommensten
-aller Säugetiere, des Schnabeltieres (Fig.&nbsp;9)
-ganz aus denselben Knochen zusammengesetzt ist. Nur
-die Größe und Form der Knochen ist vielfach geändert.
-Die Zahl und die Art ihrer Anordnung und Verbindung
-ist dieselbe geblieben. Es ist ganz undenkbar,
-daß irgendeine andere Ursache als die gemeinschaftliche
-<a id="page-88" class="pagenum" title="88"></a>
-Vererbung von gemeinsamen Stammeltern diese
-wunderbare Homologie oder Gleichheit im wesentlichen
-inneren Bau bei so verschiedener äußerer Form verursacht
-habe. Und wenn Sie nun im System von
-den Säugetieren weiter hinuntersteigen und finden,
-daß sogar bei den Vögeln die Flügel, bei den Reptilien
-und Amphibien die Vorderfüße wesentlich in
-derselben Weise aus denselben Knochen zusammengesetzt
-sind, wie die Arme des Menschen und die Vorderbeine
-der übrigen Säugetiere, so können Sie schon
-daraus auf die gemeinsame Abstammung aller dieser
-Wirbeltiere mit voller Sicherheit schließen. Der Grad
-der inneren Formverwandtschaft enthüllt Ihnen hier,
-wie überall, den Grad der wahren Stammverwandtschaft.
-</p>
-
-<p class="src">
-(Aus &bdquo;Natürliche Schöpfungsgeschichte&ldquo;.)
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-4">
-<a id="page-89" class="pagenum" title="89"></a>
-<span class="firstline"><span class="line1">III.</span></span><br />
-<span class="line2">Die Gasträatheorie.</span>
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Die ersten Vorgänge der individuellen Entwicklung,
-welche nach erfolgter Befruchtung der Eizelle und Bildung
-der Stammzelle eintreten, sind im ganzen Tierreiche
-wesentlich dieselben; sie beginnen überall mit
-der sogenannten Eifurchung und Keimblätterbildung.
-Nur die niedersten und einfachsten Tiere, die Urtiere
-oder Protozoen, machen davon eine Ausnahme; denn
-sie bleiben zeitlebens einzellig. Zu diesen Urtieren gehören
-die Amöben, Gregarinen, Rhizopoden, Infusorien
-usw. Da ihr ganzer Organismus nur durch
-eine einzige Zelle repräsentiert wird, können sie niemals
-&bdquo;Keimblätter&ldquo;, d.&nbsp;h. bestimmt geformte Zellenschichten
-bilden. Alle übrigen Tiere dagegen, alle
-Gewebetiere oder Metazoen (wie wir sie im Gegensatz
-zu jenen Protozoen nennen) bilden durch wiederholte
-Teilung der befruchteten Eizelle echte Keimblätter. Das
-gilt ebensowohl von den niederen Nesseltieren und
-Wurmtieren, wie von den höher entwickelten Weichtieren,
-Sterntieren, Gliedertieren und Wirbeltieren.
-</p>
-
-<p>
-Bei allen diesen Metazoen oder vielzelligen Tieren
-sind die wichtigsten Vorgänge der Keimung im wesentlichen
-gleich, obwohl sie, äußerlich betrachtet, oft sehr
-verschieden erscheinen. Überall zerfällt die Stammzelle,
-welche aus der befruchteten Eizelle hervorgegangen ist,
-<a id="page-90" class="pagenum" title="90"></a>
-zunächst durch wiederholte Teilung in eine große Anzahl
-von einfachen Zellen. Diese Zellen sind alle
-direkte Nachkommen der Stammzelle und werden aus
-später zu erörternden Gründen als Furchungszellen
-oder &bdquo;Furchungskugeln&ldquo; bezeichnet (<span class="antiqua">Blastomera</span> oder
-<span class="antiqua">Segmentella</span>). Der wiederholte Teilungsprozeß der
-Stammzelle, durch welchen die Furchungszellen entstehen,
-ist schon lange unter dem Namen der <em>Eifurchung</em>
-oder schlechtweg &bdquo;Furchung&ldquo; (<span class="antiqua">Segmentatio</span>)
-bekannt. Früher oder später treten die Furchungszellen
-zur Bildung einer runden (ursprünglich kugeligen)
-<em>Keimblase</em> (<span class="antiqua">Blastula</span>) zusammen; dann aber
-sondern sie sich in zwei wesentlich verschiedene Gruppen
-und ordnen sich in zwei getrennte Zellenschichten:
-die beiden <em>primären Keimblätter</em>. Diese umschließen
-eine Verdauungshöhle, den <em>Urdarm</em>, mit
-einer Öffnung, dem <em>Urmund</em>. Die bedeutungsvolle
-Keimform, welche diese ältesten Primitivorgane besitzt,
-nennen wir <em>Gastrula</em>, den Vorgang ihrer Entstehung
-<em>Gastrulation</em>. Dieser ontogenetische Vorgang besitzt
-die höchste Bedeutung und ist der eigentliche Ausgangspunkt
-für die Gestaltung des vielzelligen Tierkörpers.
-</p>
-
-<p>
-Die fundamentalen Keimungsprozesse der Eifurchung
-und der Keimblätterbildung sind erst in den
-letzten dreißig Jahren vollkommen klar erkannt und
-in ihrer wahren Bedeutung richtig gewürdigt worden.
-Sie bieten in den verschiedenen Tiergruppen mancherlei
-auffallende Verschiedenheiten dar, und es war nicht
-leicht, die wesentliche Gleichheit oder Identität derselben
-im ganzen Tierreiche nachzuweisen. Erst nachdem
-ich 1872 die Gasträatheorie aufgestellt und später
-(1875) alle die einzelnen Formen der Eifurchung und
-<a id="page-91" class="pagenum" title="91"></a>
-Gastrulabildung auf eine und dieselbe Grundform
-zurückgeführt hatte, konnte jene wichtige Identität als
-wirklich bewiesen angesehen werden. Es ist damit ein
-<em>einheitliches Gesetz</em> gewonnen, welches die ersten
-Vorgänge der Keimung bei sämtlichen Tieren beherrscht.
-</p>
-
-<p>
-Der Mensch verhält sich in bezug auf diese ersten
-und wichtigsten Vorgänge jedenfalls durchaus gleich
-den übrigen höheren Säugetieren, und zunächst den
-Affen. Da der menschliche Keim oder Embryo selbst
-noch in einem viel späteren Stadium der Ausbildung,
-wo bereits Gehirnblasen, Augen, Gehörorgane, Kiemenbogen
-usw. angelegt sind, nicht wesentlich von dem
-gleichgeformten Keime der übrigen höheren Säugetiere
-verschieden ist, so dürfen wir mit voller Sicherheit
-annehmen, daß auch die ersten Vorgänge der Keimung,
-der Eifurchung und Keimblätterbildung dieselben sind.
-Wirklich beobachtet sind diese Verhältnisse allerdings
-bisher noch nicht. Da aber sowohl die jüngsten wirklich
-beobachteten menschlichen Embryonen (in Form
-von Keimblasen), als auch die darauf folgenden weiter
-entwickelten Keimformen mit denjenigen des Kaninchens,
-des Hundes und anderer höherer Säugetiere
-wesentlich übereinstimmen, so wird kein vernünftiger
-Mensch daran zweifeln, daß auch die Eifurchung und
-Keimblätterbildung hier geradeso wie dort verläuft.
-</p>
-
-<p>
-Nun ist aber die besondere Form, welche die Eifurchung
-und Keimblätterbildung bei den Säugetieren
-besitzt, keineswegs die ursprüngliche, einfache und palingenetische
-Form der Keimung. Vielmehr ist dieselbe
-infolge von zahlreichen embryonalen Anpassungen sehr
-stark abgeändert, gestört oder cenogenetisch modifiziert.
-Wir können dieselbe daher unmöglich an und für sich
-allein verstehen. Vielmehr müssen wir, um zu diesem
-<a id="page-92" class="pagenum" title="92"></a>
-Verständnis zu gelangen, die verschiedenen Formen der
-Eifurchung und Keimblätterbildung im Tierreiche vergleichend
-betrachten; und vor allem müssen wir die
-ursprüngliche, <em>palingenetische</em> Form derselben aufsuchen,
-aus welcher die abgeänderte, <em>cenogenetische</em>
-Form der Säugetierkeimung erst viel später allmählich
-entstanden ist.
-</p>
-
-<p>
-Diese ursprüngliche, palingenetische Form der Eifurchung
-und Keimblätterbildung besteht im Stamme
-der Wirbeltiere, zu welchem der Mensch gehört, heutzutage
-einzig und allein noch beim niedersten und
-ältesten Gliede dieses Stammes, bei dem wunderbaren
-Lanzettierchen oder Amphioxus. Dieselbe palingenetische
-Form der Keimung finden wir aber in ganz
-gleicher Weise auch noch bei vielen niederen, wirbellosen
-Tieren vor, so z.&nbsp;B. bei der merkwürdigen Seescheide
-(<span class="antiqua">Ascidia</span>), bei der Teichschnecke (<span class="antiqua">Limnaeus</span>), beim
-Pfeilwurm (<span class="antiqua">Sagitta</span>), ferner bei sehr vielen Sterntieren
-und Nesseltieren, so z.&nbsp;B. beim gewöhnlichen Seestern
-und Seeigel, bei vielen Medusen und Korallen und bei
-den einfachsten Schwämmen (<span class="antiqua">Olynthus</span>). Wir wollen
-hier als Beispiel die palingenetische Eifurchung und
-Keimblätterbildung einer achtzähligen Einzelkoralle betrachten,
-welche ich 1873 im Roten Meere entdeckt und
-in meinen &bdquo;Arabischen Korallen&ldquo; als <span class="antiqua">Monoxenia Darwinii</span>
-beschrieben habe.
-</p>
-
-<div class="centerpic w400" id="img-093">
-<a class="hr" href="images/093hr.jpg"><img src="images/093.jpg" alt="" /></a>
-<p class="cap">
-Fig.&nbsp;1. Gastrulation einer Koralle (<span class="antiqua">Monoxenia Darwinii</span>).
-</p>
-
-</div>
-
-<p>
-Die befruchtete Eizelle dieser Koralle (siehe die
-Abbildungen <a href="#img-093">S.&nbsp;93</a>) zerfällt zunächst durch Teilung
-in zwei gleiche Zellen (C). Zuerst teilt sich der Kern
-der Stammzelle und das anhängende Centrosoma in
-zwei gleiche Hälften, diese stoßen sich ab, weichen auseinander
-und wirken als Anziehungsmittelpunkte auf
-das umgebende Protoplasma; infolgedessen schnürt sich
-<a id="page-94" class="pagenum" title="94"></a>
-das letztere durch eine Ringfurche ringsherum ein und
-geht ebenfalls in zwei gleiche Hälften auseinander.
-Jede der beiden so entstandenen &bdquo;Furchungszellen&ldquo;
-zerfällt auf dieselbe Weise wiederum in zwei gleiche
-Zellen, und zwar liegt die Trennungsebene dieser beiden
-letzteren senkrecht auf derjenigen der beiden ersteren
-(Fig.&nbsp;D). Die vier gleichen Furchungszellen (die Enkelinnen
-der Stammzelle) liegen in einer Ebene. Jetzt
-teilt sich jede derselben abermals in zwei gleiche Hälften,
-und wiederum geht die Teilung des Zellkernes
-derjenigen des umhüllenden Protoplasma voraus. Die
-so entstandenen acht Furchungszellen zerfallen auf die
-gleiche Weise wieder in sechzehn. Aus diesen werden
-durch abermalige Teilung 32 Furchungszellen. Indem
-jede von diesen sich halbiert, entstehen 64, weiterhin
-128 Zellen usw. Das Endresultat dieser wiederholten
-gleichmäßigen Zweiteilung ist die Bildung eines kugeligen
-Haufens von gleichartigen Furchungszellen, und
-diesen nennen wir <em>Maulbeerkeim</em> (<span class="antiqua">Morula</span>). Die
-Zellen liegen so dicht gedrängt aneinander, wie die
-Körner einer Maulbeere oder Brombeere, und daher
-erscheint die Oberfläche der Kugel im ganzen höckerig.
-</p>
-
-<p>
-Nachdem die Eifurchung dergestalt beendigt ist,
-verwandelt sich der dichte Maulbeerkeim in eine hohle
-kugelige Blase. Wässerige Flüssigkeit oder Gallerte
-sammelt sich in der Mitte der dichten Kugel an; die
-Furchungszellen weichen auseinander und begeben sich
-alle an die Oberfläche derselben. Hier platten sie sich
-durch gegenseitigen Druck vielflächig ab, nehmen die
-Gestalt von abgestutzten Pyramiden an und ordnen
-sich in eine einzige Schicht regelmäßig nebeneinander
-(Fig.&nbsp;F, G). Diese Zellenschicht heißt die <em>Keimhaut</em>
-(<span class="antiqua">Blastoderma</span>); die gleichartigen Zellen, welche dieselbe
-<a id="page-95" class="pagenum" title="95"></a>
-in einfacher Lage zusammensetzen, nennen wir <em>Keimhautzellen</em>,
-und die ganze hohle Kugel, deren Wand
-die letzteren bilden, heißt <em>Keimhautblase</em>, auch kurz
-&bdquo;Keimblase&ldquo; oder &bdquo;Blasenkeim&ldquo; (<span class="antiqua">Blastula</span>). Der innere
-Hohlraum der Kugel, der mit klarer Flüssigkeit oder
-Gallerte gefüllt ist, heißt &bdquo;Furchungshöhle&ldquo; oder
-<em>Keimhöhle</em>.
-</p>
-
-<p>
-Bei unserer Koralle, wie bei vielen anderen niederen
-Tieren, beginnt schon jetzt der junge Tierkeim
-sich selbständig zu bewegen und im Wasser umherzuschwimmen.
-Es wächst nämlich aus jeder Keimhautzelle
-ein dünner und langer, fadenförmiger Fortsatz
-hervor, eine Peitsche oder Geißel; und diese führt
-selbständig langsame, später raschere Schwingungen
-aus (Fig.&nbsp;F). Jede Keimhautzelle wird so zu einer
-schwingenden &bdquo;Geißelzelle&ldquo;. Durch die vereinigte Kraft
-aller dieser schwingenden Geißeln wird die ganze kugelige
-Keimhautblase drehend oder rotierend im Wasser
-umhergetrieben. Bei vielen anderen Tieren, insbesondere
-bei solchen, wo sich der Keim innerhalb geschlossener
-Eihüllen entwickelt, bilden sich die schwingenden
-Geißelfäden an den Keimhautzellen erst später
-oder kommen überhaupt nicht zur Ausbildung. Die
-Keimhautblase kann wachsen und sich ausdehnen, indem
-sich die Keimhautzellen durch fortgesetzte Teilung
-(in der Kugelfläche!) vermehren und im inneren Hohlraum
-noch mehr Flüssigkeit ausgeschieden wird. Es
-gibt noch heute einige Organismen, welche auf der
-Bildungsstufe der Blastula zeitlebens stehenbleiben,
-Hohlkugeln, welche durch Flimmerbewegung im Wasser
-umherschwimmen und deren Wand aus einer einzigen
-Zellenschicht besteht: die Kugeltierchen (<span class="antiqua">Volvox</span>), die
-Flimmerkugeln (<span class="antiqua">Magosphaera</span>, <span class="antiqua">Synura</span>) und andere.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-96" class="pagenum" title="96"></a>
-Jetzt tritt ein sehr wichtiger und merkwürdiger
-Vorgang ein, nämlich die <em>Einstülpung der Keimblase</em>
-(Fig.&nbsp;H). Aus der Kugel mit einschichtiger
-Zellenwand wird ein Becher mit zweischichtiger Zellenwand
-(Fig.&nbsp;G, H, I). An einer bestimmten Stelle der
-Kugeloberfläche bildet sich eine Abplattung, die sich zu
-einer Grube vertieft. Diese Grube wird tiefer und
-tiefer; sie wächst auf Kosten der inneren Keimhöhle
-oder Furchungshöhle. Die letztere nimmt immer mehr
-ab, je mehr sich die erstere ausdehnt. Endlich verschwindet
-die innere Keimhöhle ganz, indem sich der
-innere, eingestülpte Teil der Keimhaut (oder die Wand
-der Grube) an den äußeren, nicht eingestülpten Teil
-derselben innig anlegt. Zugleich nehmen die Zellen
-der beiden Teile verschiedene Gestalt und Größe an;
-die inneren Zellen werden mehr rundlich, die äußeren
-mehr länglich (Fig.&nbsp;I). So bekommt der Keim die
-Gestalt eines becherförmigen oder krugförmigen Körpers,
-dessen Wand aus zwei verschiedenen Zellenschichten
-besteht, und dessen innere Höhlung sich am
-einen Ende (an der ursprünglichen Einstülpungsstelle)
-nach außen öffnet. Diese höchst wichtige und interessante
-Keimform nennen wir Becherkeim oder <em>Becherlarve</em>
-(<span class="antiqua">Gastrula</span>, Fig.&nbsp;1 I im Längsschnitt, K von
-außen).
-</p>
-
-<p>
-<em>Die Gastrula halte ich für die wichtigste und
-bedeutungsvollste Keimform des Tierreichs.</em>
-Denn bei allen echten Tieren (nach Ausschluß der einzelligen
-Protozoen) geht aus der Eifurchung entweder
-eine reine, ursprüngliche, palingenetische Gastrula hervor,
-oder doch eine gleichbedeutende cenogenetische Keimform,
-die sekundär aus der ersteren entstanden ist und
-sich unmittelbar darauf zurückführen läßt. Sicher ist
-<a id="page-97" class="pagenum" title="97"></a>
-es eine Tatsache von höchstem Interesse und von der
-größten Bedeutung, daß Tiere der verschiedensten
-Stämme: Wirbeltiere und Manteltiere, Weichtiere und
-Gliedertiere, Sterntiere und Wurmtiere, Nesseltiere
-und Schwammtiere sich aus einer und derselben Keimform
-entwickeln. Als redende Beispiele stelle ich hier
-einige reine Gastrulaformen aus verschiedenen Tierstämmen
-nebeneinander:
-</p>
-
-<div class="centerpic w550" id="img-097">
-<a class="hr" href="images/097hr.jpg"><img src="images/097.jpg" alt="" /></a>
-<p class="cap">
-Fig.&nbsp;2 (B). Gastrula eines Wurmes (Pfeilwurm, <span class="antiqua">Sagitta</span>) nach Kowalevsky.
-&mdash; Fig.&nbsp;3 (C). Gastrula eines Echinodermen (Seestern, <span class="antiqua">Uraster</span>),
-nicht völlig eingestülpt (<span class="antiqua">Depula</span>), nach Alexander Agassiz. &mdash; Fig.&nbsp;4
-(D). Gastrula eines Arthropoden (Urkrebs, <span class="antiqua">Nauplius</span>) (wie 3). &mdash;
-Fig.&nbsp;5. (E). Gastrula eines Mollusken (Teichschnecke, <span class="antiqua">Limnaeus</span>), nach
-Karl Rabl. &mdash; Fig.&nbsp;6 (A). Gastrula eines einfachsten Urdarmtieres,
-einer Gasträade (<span class="antiqua">Gastrophysema</span>), Haeckel. &mdash; Fig.&nbsp;7 (F). Gastrula
-eines Wirbeltieres (Lanzettierchen, <span class="antiqua">Amphioxus</span>), nach Kowalevsky.
-(Frontal-Ansicht.) &mdash; Überall bedeutet: d&nbsp;Urdarmhöhle. o&nbsp;Urmund.
-s&nbsp;Furchungshöhle. i&nbsp;Entoderm (Darmblatt). e&nbsp;Ektoderm (Hautblatt).
-</p>
-
-</div>
-
-<p>
-<a id="page-98" class="pagenum" title="98"></a>
-Bei dieser außerordentlichen Bedeutung der Gastrula
-müssen wir die Zusammensetzung ihrer ursprünglichen
-Körperform auf das genaueste untersuchen. Gewöhnlich
-ist die typische reine Gastrula sehr klein, mit
-bloßem Auge nicht sichtbar oder höchstens unter günstigen
-Umständen als ein feiner Punkt erkennbar,
-meistens von <span class="nom">1</span>/<span class="denom">20</span>-<span class="nom">1</span>/<span class="denom">10</span>, seltener von <span class="nom">1</span>/<span class="denom">5</span>-<span class="nom">1</span>/<span class="denom">2</span>&nbsp;mm Durchmesser
-(bisweilen mehr). Ihre Gestalt gleicht meistens
-einem rundlichen Becher, bald ist sie mehr eiförmig,
-bald mehr ellipsoid oder spindelförmig; bei einigen
-mehr halbkugelig oder fast kugelig, bei anderen wiederum
-mehr in die Länge gestreckt oder fast zylindrisch.
-Sehr charakteristisch ist die geometrische Grundform
-des Körpers, welche durch eine einzige Achse mit zwei
-verschiedenen Polen bestimmt wird. Diese Achse ist
-die Hauptachse oder Längsachse des späteren Tierkörpers;
-der eine Pol ist der Mundpol; der entgegengesetzte
-der Gegenmundpol. Bei den Bilaterien oder
-den höheren Tieren mit zweiseitiger Grundform nimmt
-die cenogenetisch abgeänderte Gastrula gewöhnlich schon
-frühzeitig ebenfalls die bilaterale (dreiachsige) Grundform
-an. Durch die einachsige Grundform unterscheidet
-sich die Gastrula sehr wesentlich von der kugeligen
-Blastula und Morula, bei denen alle Körperachsen
-gleich sind. Der Querschnitt der primären Gastrula
-ist kreisrund.
-</p>
-
-<p>
-Die innere Höhle des Gastrulakörpers bezeichne ich
-als <em>Urdarm</em> (<span class="antiqua">Progaster</span>) und seine Öffnung als <em>Urmund</em>
-(<span class="antiqua">Prostoma</span>). Denn jene Höhle ist die ursprüngliche
-Ernährungshöhle oder Darmhöhle des Körpers,
-und diese Öffnung hat anfänglich zur Nahrungsaufnahme
-in denselben gedient. Später allerdings verhalten
-sich Urdarm und Urmund in den verschiedenen
-<a id="page-99" class="pagenum" title="99"></a>
-Tierstämmen sehr verschieden. Bei den meisten Nesseltieren
-und vielen Wurmtieren bleiben sie zeitlebens
-bestehen. Bei den meisten höheren Tieren hingegen,
-und so auch bei den Wirbeltieren, geht nur der größere
-mittlere Teil des späteren Darmrohrs aus dem Urdarme
-hervor; die spätere Mundöffnung bildet sich neu,
-während der Urmund zuwächst oder sich in den After
-umwandelt. Wir müssen also wohl unterscheiden zwischen
-dem Urmund und Urdarm der Gastrula einerseits
-und zwischen dem Nachdarm und Nachmund des
-ausgebildeten Wirbeltieres anderseits.
-</p>
-
-<p>
-Von der größten Bedeutung sind die beiden Zellenschichten,
-welche die Urdarmhöhle umschließen und
-deren Wand allein zusammensetzen. Denn diese beiden
-Zellenschichten, die einzig und allein den ganzen
-Körper bilden, sind nichts anderes als die beiden primären
-Keimblätter oder die <em>Urkeimblätter</em> (<span class="antiqua">Blastophylla</span>).
-Die äußere Zellenschicht ist das <em>Hautblatt</em>
-oder <span class="antiqua">Ektoderma</span> (Fig.&nbsp;2-7&nbsp;e); die innere Zellenschicht
-ist das <em>Darmblatt</em> oder <span class="antiqua">Entoderma</span> (i). Ersteres
-wird auch oft als Ektoblast oder Epiblast, letzteres
-als Endoblast oder Hypoblast bezeichnet. <em>Aus diesen
-beiden primären Keimblättern allein baut sich
-der ganze Körper bei allen Metazoen oder
-vielzelligen Tieren auf.</em> Das Hautblatt liefert
-die äußere Oberhaut, das Darmblatt hingegen die
-innere Darmhaut. Zwischen beiden Keimblättern bildet
-sich später das mittlere Keimblatt (<span class="antiqua">Mesoderma</span>) und die
-mit Blut oder Lymphe erfüllte Leibeshöhle (<span class="antiqua">Coeloma</span>).
-</p>
-
-<p>
-Die beiden primären Keimblätter wurden zuerst
-im Jahre 1817 von Pander beim bebrüteten Hühnchen
-klar unterschieden, das äußere als seröses, das innere
-als muköses Blatt oder Schleimblatt. Aber ihre volle
-<a id="page-100" class="pagenum" title="100"></a>
-Bedeutung wurde erst von Baer erkannt, welcher in
-seiner klassischen Entwicklungsgeschichte (1828) das
-äußere als animales, das innere als vegetatives bezeichnete.
-Diese Bezeichnung ist insofern passend, als
-aus dem äußeren Blatte vorzugsweise (wenn auch
-nicht ausschließlich) die animalen Organe der Empfindung:
-Haut, Nerven und Sinnesorgane entstehen;
-hingegen aus dem inneren Blatte vorzugsweise die
-vegetativen Organe der Ernährung und Fortpflanzung,
-namentlich der Darm und das Blutgefäßsystem.
-Zwanzig Jahre später (1849) wies dann Huxley darauf
-hin, daß bei vielen niederen Pflanzentieren, namentlich
-Medusen, der ganze Körper eigentlich zeitlebens nur
-aus diesen beiden primären Keimblättern besteht.
-Bald darauf führte Allman (1853) für dieselben die
-Benennung ein, die bald allgemein angenommen wurde;
-er nannte das äußere Ektoderm (Außenblatt), das
-innere Entoderm (Innenblatt). Aber erst seit dem
-Jahre 1867 wurde (vorzugsweise von Kowalevsky)
-durch vergleichende Beobachtung der Nachweis geführt,
-daß auch bei wirbellosen Tieren der verschiedensten
-Klassen, bei Wurmtieren, Weichtieren, Sterntieren und
-Gliedertieren, der Körper sich aus denselben beiden
-primären Keimblättern aufbaut. Endlich habe ich
-selbst auch bei den niedersten Gewebetieren, bei den
-Schwämmen oder Spongien, dieselben (1872) nachgewiesen
-und zugleich in meiner Gasträatheorie den
-Beweis zu führen gesucht, daß diese &bdquo;Grenzblätter&ldquo;
-überall, von den Schwämmen und Korallen bis zu
-den Insekten und Wirbeltieren hinauf (also auch beim
-Menschen) als gleichbedeutend oder homolog aufzufassen
-sind. Diese fundamentale &bdquo;Homologie der primären
-Keimblätter und des Urdarms&ldquo; ist im Laufe der letzten
-<a id="page-101" class="pagenum" title="101"></a>
-dreißig Jahre durch die sorgfältigen Untersuchungen
-zahlreicher vortrefflicher Beobachter bestätigt und jetzt
-für sämtliche Metazoen fast allgemein anerkannt
-worden.
-</p>
-
-<div class="centerpic w500" id="img-101">
-<a class="hr" href="images/101hr.jpg"><img src="images/101.jpg" alt="" /></a>
-<p class="cap">
-Fig.&nbsp;8. Gastrula eines niederen Schwammes (<span class="antiqua">Olynthus</span>). A&nbsp;von außen,
-B&nbsp;im Längsschnitte durch die Achse. g&nbsp;Urdarm (primitive Darmhöhle).
-o&nbsp;Urmund (primitive Mundöffnung). i&nbsp;innere Zellenschicht der Körperwand
-(inneres Keimblatt, Entoderm, Endoblast oder Darmblatt). c&nbsp;äußere
-Zellenschicht (äußeres Keimblatt, Ektoderm, Ektoblast oder Hautblatt).
-</p>
-
-</div>
-
-<p>
-Gewöhnlich bieten auch schon am Gastrulakeim
-die Zellen, welche die beiden primären Keimblätter
-zusammensetzen, erkennbare Verschiedenheiten dar.
-Meistens (wenn auch nicht immer) sind die Zellen
-des Hautblattes oder Ektoderms (Fig.&nbsp;8c, 9e) kleiner,
-zahlreicher, heller, hingegen die Zellen des Darmblattes
-oder Entoderms (i) größer, weniger zahlreich
-und dunkler. Das Protoplasma der Ektodermzellen
-ist klarer und fester als die trübere und weichere Zellsubstanz
-der Entodermzellen, letztere sind meist viel
-reicher an Dotterkörnern (Eiweiß- und Fettkörnchen)
-<a id="page-102" class="pagenum" title="102"></a>
-als erstere. Auch besitzen die Darmblattzellen gewöhnlich
-eine stärkere Verwandtschaft zu Farbstoffen und
-färben sich in Karminlösung, Anilin usw. rascher und
-lebhafter als die Hautblattzellen. Die Kerne der Entodermzellen
-sind meistens rundlich, diejenigen der Ektodermzellen
-hingegen länglich.
-</p>
-
-<p>
-Diese physikalischen, chemischen und morphologischen
-Unterschiede der beiden Keimblätter, welche ihrem
-physiologischen Gegensatze entsprechen, sind auch insofern
-von hohem Interesse, als sie uns den ersten und
-ältesten Vorgang der Sonderung oder Differenzierung
-im Tierkörper vor Augen führen. Die Keimhaut
-(<span class="antiqua">Blastoderma</span>), welche die Wand der kugeligen Keimhautblase
-oder Blastula bildet, besteht bloß aus einer
-einzigen Schicht von gleichartigen Zellen. Diese Keimhautzellen
-oder Blastodermzellen sind ursprünglich sehr
-regelmäßig und gleichartig gebildet, von ganz gleicher
-Größe, Form und Beschaffenheit. Meistens sind sie
-durch gegenseitigen Druck abgeplattet, sehr oft regelmäßig
-sechseckig. Sie bilden das <em>erste Gewebe</em> des
-Metazoen-Organismus, ein einfaches Zellenpflaster oder
-Epithelium. Die Gleichmäßigkeit dieser Zellen verschwindet
-früher oder später während der Einstülpung
-der Keimhautblase. Die Zellen, welche den eingestülpten,
-inneren Teil derselben (das spätere Entoderm)
-zusammensetzen, nehmen gewöhnlich schon während
-des Einstülpungs-Vorganges selbst eine andere Beschaffenheit
-an als die Zellen, welche den äußeren,
-nicht eingestülpten Teil (das spätere Ektoderm) konstituieren.
-Wenn der Einstülpungs-Prozeß vollendet
-ist, treten die histologischen Verschiedenheiten in den
-Zellen der beiden primären Keimblätter meist sehr
-auffallend hervor.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-103" class="pagenum" title="103"></a>
-Wir haben bisher nur diejenige Form der Eifurchung
-und der Gastrula ins Auge gefaßt, welche
-wir aus vielen und gewichtigen Gründen als die <em>ursprüngliche</em>,
-die primordiale oder palingenetische
-aufzufassen berechtigt sind. Wir können sie die äquale
-oder gleichmäßige Furchung nennen, weil die Furchungszellen
-zunächst gleich bleiben. Die daraus hervorgehende
-Gastrula bezeichnen
-wir als <em>Glocken</em>-Gastrula
-oder <span class="antiqua">Archigastrula</span>. In ganz
-gleicher Form, wie bei unserer
-Koralle treffen wir dieselbe
-auch bei den niedersten Pflanzentieren
-an, bei Gastrophysema
-(Fig.&nbsp;6) und bei
-den einfachsten Schwämmen
-(<span class="antiqua">Olynthus</span>, Fig.&nbsp;8); ferner
-bei vielen Medusen und
-Hydrapolypen, bei niederen
-Würmern verschiedener Klassen
-(Brachiopoden, <span class="antiqua">Sagitta</span>,
-Fig.&nbsp;2), bei Manteltieren
-(<span class="antiqua">Ascidia</span>); sodann bei vielen
-Sterntieren (Fig.&nbsp;3), niederen
-Gliedertieren (Fig.&nbsp;4) und
-Weichtieren (Fig.&nbsp;5); endlich ein wenig modifiziert
-auch beim niedersten Wirbeltiere (<span class="antiqua">Amphioxus</span>).
-</p>
-
-<div class="rightpic w200" id="img-103">
-<a class="hr" href="images/103hr.jpg"><img src="images/103.jpg" alt="" /></a>
-<p class="cap">
-Fig.&nbsp;9. Zellen aus den beiden
-primären Keimblättern d.&nbsp;Säugetieres
-(aus den beiden Schichten
-der Keimhaut). i&nbsp;größere dunklere
-Zellen der inneren Schicht, des
-vegetativen Keimblattes od.&nbsp;Entoderms.
-e&nbsp;kleinere hellere Zellen der
-äußeren Schicht, des animalen
-Keimblattes oder Ektoderms.
-</p>
-
-</div>
-
-<p>
-Die <em>Gastrulation des Amphioxus</em> ist deshalb
-von besonderem Interesse, weil dieses niederste und
-älteste aller Wirbeltiere die größte Bedeutung für die
-Phylogenie dieses Stammes, also auch für unsere
-Anthropogenie besitzt. Wie die vergleichende Anatomie
-der Wirbeltiere die verwickelten Verhältnisse im Körperbau
-<a id="page-104" class="pagenum" title="104"></a>
-der verschiedenen Klassen durch divergente Entwicklung
-aus jenem einfachsten &bdquo;Urwirbeltier&ldquo; ableitet,
-so führt die vergleichende Ontogenie die verschiedenen
-sekundären Gastrulationsformen der Wirbeltiere auf
-die einfache, primäre Keimblätterbildung des Amphioxus
-zurück. Obwohl diese letztere, im Gegensatze zu
-den cenogenetischen Modifikationen der ersteren, im
-ganzen als palingenetisch zu betrachten ist, so unterscheidet
-sie sich doch schon in einigen Punkten von der
-ganz ursprünglichen Gastrulation, wie sie z.&nbsp;B. bei
-Monoxenia und bei Sagitta vorliegt. Aus der mustergültigen
-Darstellung von Hatschek (1881) geht hervor,
-daß die beiderlei Zellenarten der Keimblätter beim
-Amphioxus, wie bei vielen anderen Tieren, schon frühzeitig
-während des Furchungsprozesses ungleiche Beschaffenheit
-annehmen. Nur die vier ersten Furchungszellen,
-welche durch zwei vertikale, sich rechtwinklig
-schneidende Teilungsebenen getrennt werden, sind vollkommen
-gleich. Die dritte horizontale Furchungsebene
-liegt nicht im Äquator des Eies, sondern ein wenig
-oberhalb desselben, so daß sie jene vier Blastomeren in
-ungleiche Hälften teilt: vier obere kleinere und vier
-untere größere; jene bilden die animale, diese die
-vegetale Hemisphäre. Hatschek sagt daher mit Recht,
-daß die Eifurchung des Amphioxus keine streng äquale,
-sondern eine adäquale oder &bdquo;fastgleiche&ldquo; sei und sich
-der inäqualen nähere. Auch im weiteren Verlaufe
-des Furchungsprozesses bleibt der Größenunterschied
-der beiderlei Zellgruppen bemerkbar; die kleineren,
-animalen Zellen der oberen Halbkugel teilen sich rascher
-als die größeren vegetalen Zellen der unteren Hemisphäre
-(Fig.&nbsp;10&nbsp;A, B). Daher besteht denn auch die
-Keimhaut, welche am Ende des Furchungsprozesses
-<a id="page-105" class="pagenum" title="105"></a>
-die einschichtige Wand der kugeligen Keimblase bildet,
-nicht aus lauter gleichartigen und gleich großen Zellen,
-wie bei Sagitta und Monoxenia; sondern die Zellen
-der oberen Blastodermhälfte sind zahlreicher und kleiner
-(Mutterzellen des Ektoderms), die Zellen der unteren
-Hälfte weniger zahlreich, aber größer (Mutterzellen
-des Entoderms); mithin ist auch die Furchungshöhle
-der Keimblase (Fig&nbsp;10&nbsp;C, h) nicht vollkommen kugelig,
-sondern ein abgeplattetes Sphäroid, mit ungleichen
-Polen der vertikalen Achse. Während am Vegetalpole
-der Achse die Blastula eingestülpt wird, nimmt
-der Größenunterschied der Keimhautzellen beständig
-zu (Fig.&nbsp;10&nbsp;D, E); er ist am auffallendsten, nachdem
-<a id="page-106" class="pagenum" title="106"></a>
-die Invagination vollendet und die Furchungshöhle
-verschwunden ist (Fig.&nbsp;<a id="corr-1"></a>10&nbsp;F). Die größeren vegetalen
-Zellen des Entoderms sind reicher an eingelagerten
-Körnern und daher trüber als die kleineren und helleren
-animalen Zellen des Ektoderms.
-</p>
-
-<div class="centerpic w500" id="img-105">
-<a class="hr" href="images/105hr.jpg"><img src="images/105.jpg" alt="" /></a>
-<p class="cap">
-Fig.&nbsp;10. Gastrulation des Amphioxus, nach Hatschek (vertikale Durchschnitte
-durch die Eiachse). A, B, C drei Stadien der Blastulabildung;
-D, E Einstülpung der Blastula; F fertige Gastrula. h&nbsp;Furchungshöhle.
-g&nbsp;Urdarmhöhle.
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="leftpic w200" id="img-106">
-<a class="hr" href="images/106hr.jpg"><img src="images/106.jpg" alt="" /></a>
-<p class="cap">
-Fig.&nbsp;11. Gastrula des Amphioxus
-in der Seitenansicht von links
-(optischer Medianschnitt). Nach
-Hatschek. g&nbsp;Urdarm, u&nbsp;Urmund,
-p&nbsp;peristomale Polzellen, i&nbsp;Entoderm,
-e&nbsp;Ektoderm, d&nbsp;Rückenseite,
-v&nbsp;Bauchseite.
-</p>
-
-</div>
-
-<p>
-Aber nicht nur durch diese frühzeitige (oder cenogenetisch
-vorzeitige!) Sonderung der beiderlei Keimblattzellen,
-sondern auch noch
-durch eine andere wichtige
-Eigentümlichkeit entfernt sich
-die adäquale Gastrulation
-des Amphioxus von der
-typischen äqualen Eifurchung
-der Sagitta, der Monoxenia
-und des Olynthus. Die reine
-Archigastrula dieser letzteren
-ist einachsig, ihr Querschnitt
-in der ganzen Länge kreisrund.
-Der Vegetalpol der
-vertikalen Achse liegt genau
-in der Mitte des Urmundes.
-Bei der Gastrula des Amphioxus
-ist das nicht der Fall.
-Schon während der Einstülpung
-seiner Keimblase
-wird die ideale Achse nach einer Seite gekrümmt, indem
-das Wachstum des Blastoderms (oder die Vermehrung
-seiner Zellen) an einer Seite lebhafter ist
-als an der entgegengesetzten; die rascher wachsende
-und daher stärker gekrümmte Seite (Fig.&nbsp;11&nbsp;v) ist die
-künftige Bauchseite, die entgegengesetzte flachere ist die
-Rückenseite (d). Der Urmund, welcher ursprünglich,
-bei der typischen Archigastrula, am Vegetalpole der
-<a id="page-107" class="pagenum" title="107"></a>
-Hauptachse lag, ist aus diesem auf die Rückenseite
-verschoben; und während seine beiden Lippen ursprünglich
-in einer auf der Hauptachse senkrechten
-Ebene lagen, sind sie jetzt so verschoben, daß diese
-Ebene (die Urmundebene) die Achse unter einem schiefen
-Winkel schneidet. Die dorsale Lippe liegt daher mehr
-oben und vorn, die ventrale Lippe mehr unten und
-hinten. In dieser letzteren, am ventralen Übergang
-des Entoderms in das Ektoderm, liegen nebeneinander
-ein paar auffallend große Zellen, eine rechte und eine
-linke (Fig.&nbsp;11p); das sind die bedeutungsvollen Urmundpolzellen,
-oder die &bdquo;Urzellen des Mesoderms&ldquo;.
-</p>
-
-<p>
-Durch diese wichtigen, schon im Laufe der Gastrulation
-auftretenden Sonderungen ist die ursprüngliche
-einachsige Grundform der Archigastrula bei Amphioxus
-bereits in die <em>dreiachsige</em> übergegangen und
-somit schon die <em>zweiseitige</em> oder &bdquo;bilateralsymmetrische&ldquo;
-Grundform des Wirbeltieres bestimmt. Die
-senkrechte Mittelebene oder Sagittalebene geht zwischen
-den beiden Urmundpolzellen der Länge nach durch den
-Körper hindurch und teilt ihn in zwei gleiche Hälften,
-rechte und linke. Der Urmund liegt am späteren Hinterende,
-etwas oberhalb des Aboralpols der Längsachse.
-Senkrecht auf dieser Hauptachse steht in der Medianebene
-die Pfeilachse (Sagittalachse) oder &bdquo;Dorsoventralachse&ldquo;,
-welche die Mittellinien der flachen Rückenseite
-und der gewölbten Bauchseite verbindet. Die
-horizontale Querachse oder Lateralachse, senkrecht auf
-den beiden (ungleichpoligen) Achsen, ist gleichpolig und
-geht quer herüber von rechts nach links. Somit zeigt
-bereits die Gastrula des Amphioxus die charakteristische
-bilaterale oder zweiseitige Grundform des Wirbeltierkörpers,
-und diese hat sich von ihr aus auf alle
-<a id="page-108" class="pagenum" title="108"></a>
-anderen modifizierten Gastrulaformen dieses Stammes
-übertragen.
-</p>
-
-<p>
-Abgesehen von dieser zweiseitigen Grundform gleicht
-die Gastrula des Amphioxus darin der typischen Archigastrula
-der niederen Tiere (Fig.&nbsp;2-8), daß beide
-primäre Keimblätter noch aus einer einzigen einfachen
-Zellenschicht bestehen. Offenbar ist das die älteste und
-ursprünglichste Form des Metazoenkeims. Obgleich die
-vorhergenannten Tiere den verschiedensten Klassen angehören,
-so stimmen sie doch untereinander und mit
-vielen anderen niederen Tieren darin überein, daß sie
-diese von ihren ältesten gemeinsamen Vorfahren überkommene
-palingenetische Form der Gastrulabildung
-durch konservative <em>Vererbung</em> bis auf den heutigen
-Tag beibehalten haben. Bei der großen Mehrzahl der
-Tiere ist das aber nicht der Fall. Vielmehr ist bei
-diesen der ursprüngliche Vorgang der Keimung im
-Laufe vieler Millionen Jahre allmählich mehr oder
-minder abgeändert, durch <em>Anpassung</em> an neue Entwicklungsbedingungen
-gestört und modifiziert worden.
-Sowohl die Eifurchung als auch die darauf folgende
-Gastrulation haben infolgedessen ein mannigfach verschiedenes
-Aussehen gewonnen. Ja, die Verschiedenheiten
-sind im Laufe der Zeit so bedeutend geworden,
-daß man bei den meisten Tieren die Furchung nicht
-richtig gedeutet und die Gastrula überhaupt nicht erkannt
-hat. Erst durch ausgedehnte vergleichende Untersuchungen,
-welche ich in den Jahren 1866-1875 bei
-Tieren der verschiedensten Klassen angestellt habe, ist
-es mir gelungen, in jenen anscheinend so abweichenden
-Keimungsprozessen denselben gemeinsamen Grundvorgang
-nachzuweisen und alle verschiedenden Keimungsformen
-auf die eine, bereits beschriebene, ursprüngliche
-<a id="page-109" class="pagenum" title="109"></a>
-Form der Keimung zurückzuführen. Im Gegensatze
-zu dieser primären palingenetischen Keimungsform
-betrachte ich alle übrigen, davon abweichenden Formen
-als sekundäre, abgeänderte oder cenogenetische. Die
-mehr oder minder abweichende Gastrulaform, welche
-daraus hervorgeht, kann man allgemein als sekundäre,
-modifizierte Gastrula oder Metagastrula bezeichnen.
-</p>
-
-<p>
-Unter den zahlreichen und mannigfaltigen cenogenetischen
-Formen der Eifurchung und Gastrulation
-unterscheide ich wieder drei verschiedene Hauptformen:
-1.&nbsp;die ungleichmäßige Furchung; 2.&nbsp;die scheibenförmige
-Furchung und 3.&nbsp;die oberflächliche Furchung. Aus der
-ungleichmäßigen Furchung entsteht die <em>Hauben</em>gastrula;
-aus der scheibenförmigen Furchung geht die
-<em>Scheiben</em>gastrula hervor; aus der oberflächlichen
-Furchung entwickelt sich die <em>Blasen</em>gastrula. Bei den
-Wirbeltieren kommt die letztere Form gar nicht vor;
-diese ist dagegen die gewöhnlichste bei den Gliedertieren
-(Krebsen, Spinnen, Insekten usw.). Die Säugetiere
-und Amphibien besitzen die ungleichmäßige Furchung
-und die Haubengastrula; ebenso die Schmelzfische
-(Ganoiden) und die Rundmäuler (Pricken und Inger).
-Hingegen finden wir bei den meisten Fischen und bei
-allen Reptilien und Vögeln die scheibenförmige Furchung
-und die Scheibengastrula.
-</p>
-
-<p>
-Der weitaus wichtigste Vorgang, welcher die verschiedenen
-cenogenetischen Formen der Gastrulation
-bedingt, ist die <em>veränderte Ernährung des Eies</em>
-und die Anhäufung von <em>Nahrungsdotter</em> in der
-Eizelle. Unter diesem Begriffe fassen wir verschiedene
-chemische Substanzen zusammen (hauptsächlich Körner
-von Eiweiß- und Fettkörpern), welche ausschließlich
-als Reservestoff oder Nahrungsmaterial für den Keim
-<a id="page-110" class="pagenum" title="110"></a>
-dienen. Da der Keim der Metazoen in der ersten
-Zeit seiner Entwicklung noch nicht imstande ist, selbständig
-sich Nahrung zu verschaffen und daraus den
-Tierkörper aufzubauen, muß das nötige Material dazu
-bereits in der Eizelle aufgespeichert sein. Wir unterscheiden
-daher in den Eiern allgemein als zwei Hauptbestandteile
-den aktiven <em>Bildungsdotter</em> (<span class="antiqua">Protoplasma</span>)
-und den passiven <em>Nahrungsdotter</em> (<span class="antiqua">Deutoplasma</span>)
-auch schlechtweg &bdquo;Dotter&ldquo; genannt. Bei den
-kleinen palingenetischen Eiern sind die Dotterkörnchen
-so klein und so gleichmäßig im Protoplasma der Eizelle
-verteilt, daß die regelmäßige wiederholte Teilung
-derselben dadurch nicht beeinflußt wird. Bei der großen
-Mehrzahl der Tiereier hingegen ist die Masse des
-Dottervorrats mehr oder weniger ansehnlich, und derselbe
-ist in einem bestimmten Teile der Eizelle angehäuft,
-so daß man schon am unbefruchteten Ei diese
-&bdquo;Proviantkammer&ldquo; von dem Bildungsdotter deutlich
-unterscheiden kann. Gewöhnlich tritt dann eine polare
-Differenzierung der Eizelle in der Weise ein, daß eine
-Hauptachse an derselben sichtbar wird und daß der
-Bildungsdotter (mit dem Keimbläschen) an einem
-Pole, der Nahrungsdotter hingegen am entgegengesetzten
-Pole dieser Eiachse sich anhäuft; ersterer
-heißt dann der <em>animale Pol</em>, letzterer der <em>vegetale</em>
-Pol der vertikalen Eiachse.
-</p>
-
-<p>
-Bei solchen &bdquo;telolecithalen Eiern&ldquo; erfolgt dann allgemein
-die Gastrulation in der Weise, daß bei der
-wiederholten Teilung des befruchteten Eies die animale
-(gewöhnlich obere) Hälfte sich rascher teilt als die
-vegetale (untere). Die Kontraktionen des aktiven Protoplasma,
-welche die fortgesetzte Zellteilung bewirken,
-finden in der unteren vegetalen Hälfte größeren Widerstand
-<a id="page-111" class="pagenum" title="111"></a>
-des passiven Deutoplasma als in der oberen
-animalen Hälfte. Daher finden wir in der letzteren
-zahlreichere, aber kleinere, in der ersteren weniger zahlreiche,
-aber größere Zellen. Die animalen Zellen liefern
-das äußere, die vegetalen das innere Keimblatt.
-</p>
-
-<p>
-Obgleich diese &bdquo;ungleichmäßige Furchung&ldquo; der
-Rundmäuler, Ganoiden und Amphibien von der ursprünglichen
-&bdquo;gleichmäßigen Furchung&ldquo; (z.&nbsp;B. der Monoxenia)
-sich auf den ersten Blick unterscheidet, haben
-doch beide Arten der Gastrulation das gemein, daß
-der Teilungsprozeß fortdauernd die ganze Eizelle betrifft.
-Remak nannte sie daher totale Eifurchung und
-die betreffenden Eier <em>holoblastisch</em>. Anders verhält
-es sich bei der zweiten Hauptgruppe der Eier, welche
-er jenen als meroblastische gegenüberstellte; dazu gehören
-die bekannten großen Eier der Vögel und Reptilien,
-sowie der meisten Fische. Die träge Masse des
-passiven Nahrungsdotters wird hier so groß, daß die
-Protoplasma-Kontraktionen des aktiven Bildungsdotters
-ihre Teilung nicht mehr zu bewältigen vermögen.
-Es erfolgt daher nur eine <em>partielle Eifurchung</em>.
-Während das Protoplasma im animalen Bezirk der
-Eizelle sich unter lebhafter Vermehrung der Kerne fortdauernd
-teilt, bleibt das Deutoplasma im vegetalen
-Bezirk mehr oder weniger ungeteilt, es wird einfach
-als Nahrungsmaterial von den sich bildenden Zellen
-aufgezehrt. Je größer die Masse des angehäuften
-Proviants, desto mehr erscheint der Furchungsprozeß
-lokal beschränkt. Jedoch kann derselbe noch lange Zeit
-(selbst nachdem schon die Gastrulation mehr oder weniger
-vollendet ist) in der Weise fortdauern, daß die im
-Deutoplasma verteilten vegetalen Zellkerne sich durch
-Teilung langsam vermehren; da jeder derselben von
-<a id="page-112" class="pagenum" title="112"></a>
-einer geringen Menge Protoplasma umhüllt ist, kann
-er sich später eine Portion des Nahrungsdotters aneignen
-und so eine wahre &bdquo;<em>Dotterzelle</em>&ldquo; bilden.
-Wenn diese vegetale Zellbildung sich noch längere Zeit
-fortsetzt, nachdem bereits die beiden primären Keimblätter
-gesondert sind, bezeichnet man den Prozeß als
-<em>Nachfurchung</em> (Waldeyer).
-</p>
-
-<p>
-Die meroblastischen Eier finden sich bloß bei größeren
-und höher entwickelten Tieren, und nur bei solchen,
-deren Embryo längerer Zeit und reichlicher Ernährung
-zu seiner Entwicklung innerhalb der Eihüllen bedarf.
-Je nachdem der Nahrungsdotter zentral im Innern
-der Eizelle oder exzentrisch, an einer Seite derselben,
-angehäuft ist, unterscheiden wir zwei Gruppen von
-teilfurchenden Eiern, periblastische und diskoblastische.
-Bei den ersteren, den <em>periblastischen</em> Eiern, ist der
-Nahrungsdotter zentral, im Innern der Eizelle eingeschlossen;
-der Bildungsdotter umgibt ersteren blasenförmig,
-und daher erfährt derselbe eine oberflächliche
-Furchung; eine solche findet sich im Stamme der Gliedertiere,
-bei den Krebsen, Spinnen, Insekten usw. Bei
-den <em>diskoblastischen</em> Eiern hingegen häuft sich der
-Nahrungsdotter einseitig, am vegetalen oder unteren
-Pole der senkrechten Eiachse an, während am oberen
-oder animalen Pole der Eikern und die Hauptmasse
-des Bildungsdotters liegt. Die Eifurchung beginnt
-hier am oberen Pole und führt zur Bildung einer
-dorsalen Keimscheibe. Das ist der Fall bei allen meroblastischen
-Wirbeltieren, bei den meisten Fischen, den
-Reptilien und Vögeln, und den eierlegenden Säugetieren
-(Schnabeltieren).
-</p>
-
-<p>
-Die Gastrulation der diskoblastischen Eier bietet
-der mikroskopischen Untersuchung und der einheitlichen
-<a id="page-113" class="pagenum" title="113"></a>
-Erkenntnis außerordentliche Schwierigkeiten dar. Diese
-zu überwinden ist erst den <em>vergleichend</em>-ontogenetischen
-Untersuchungen gelungen, welche zahlreiche ausgezeichnete
-Beobachter während der letzten Dezennien
-angestellt haben; vor allen die Gebrüder Hertwig, Rabl,
-Kupffer, Selenka, Rückert, Goette, Rauber u.&nbsp;a. Diese
-eingehenden und sorgfältigen, mit Hilfe der vervollkommneten
-modernen Technik (Färbungs- und Schnittmethoden)
-ausgeführten Untersuchungen haben in erfreulichster
-Weise die Anschauungen bestätigt, welche ich
-zuerst 1875 in meiner Abhandlung über die &bdquo;Gastrula
-und die Eifurchung der Tiere&ldquo; ausgeführt hatte. Da
-das klare Verständnis dieser phylogenetisch begründeten
-Anschauungen nicht allein für die Entwicklungsgeschichte
-im allgemeinen, sondern auch für die Anthropogenie
-im besonderen von fundamentaler Bedeutung
-ist, gestatte ich mir, dieselben hier nochmals kurz
-mit Beziehung auf den Wirbeltierstamm zusammenzufassen.
-</p>
-
-<p>
-1.&nbsp;Alle Wirbeltiere, mit Inbegriff des Menschen,
-sind phylogenetisch verwandt, Glieder eines einzigen
-natürlichen Stammes. 2.&nbsp;Daher müssen auch die ontogenetischen
-Grundzüge ihrer individuellen Entwicklung
-phylogenetisch zusammenhängen. 3.&nbsp;Da die Gastrulation
-des Amphioxus die einfachsten Verhältnisse in
-der ursprünglichen palingenetischen Form zeigt, muß
-diejenige der übrigen Wirbeltiere sich von der ersteren
-ableiten lassen. 4.&nbsp;Die cenogenetischen Abänderungen
-der letzteren werden um so bedeutender, je mehr Nahrungsdotter
-sich im Ei ansammelt. 5.&nbsp;Obgleich die
-Masse des Nahrungsdotters in den Eiern der diskoblastischen
-Wirbeltiere sehr groß werden kann, geht
-doch in allen Fällen aus der Morula ebenso eine Keimblase
-<a id="page-114" class="pagenum" title="114"></a>
-oder Blastula hervor, wie bei den holoblastischen
-Eiern. 6.&nbsp;Ebenso entsteht in allen Fällen aus der
-Keimblase durch Einstülpung oder Invagination die
-Gastrula. 7.&nbsp;Die Höhle, welche durch diese Einstülpung
-im Keim entsteht, ist in allen Fällen der Urdarm und
-seine Öffnung der Urmund. 8.&nbsp;Der Nahrungsdotter,
-gleichviel ob groß oder klein, liegt stets in der Bauchwand
-des Urdarms, die Zellen, welche nachträglich
-(durch &bdquo;Nachfurchung&ldquo;) in demselben entstehen können,
-gehören ebenso dem inneren Keimblatt oder Endoblast
-an, wie die Zellen, welche die Urdarmhöhle unmittelbar
-einschließen. 9.&nbsp;Der Urmund welcher ursprünglich
-unten am Basalpol der vertikalen Achse liegt, wird
-durch das Dotterwachstum nach hinten und dann nach
-oben, auf die Dorsalseite des Keimes gedrängt; die
-vertikale Achse des Urdarms wird dadurch allmählich
-in horizontale Lage gedrängt. 10.&nbsp;Der Urmund kommt
-bei allen Wirbeltieren früher oder später zum Verschlusse
-und geht nicht in die bleibende Mundöffnung
-über; vielmehr entspricht der Urmundrand der späteren
-Aftergegend. Von dieser bedeutungsvollen Stelle geht
-weiterhin die Bildung des mittleren Keimblattes aus,
-das von hier aus zwischen die beiden primären Keimblätter
-hineinwächst.
-</p>
-
-<p>
-Die ausgedehnten vergleichenden Untersuchungen
-der vorher erwähnten Forscher haben ferner ergeben,
-daß bei den diskoblastischen höheren Wirbeltieren
-(Reptilien, Vögel, Säugetiere) der lange vergeblich
-gesuchte &bdquo;<em>Urmund</em>&ldquo; der Keimscheibe überall an deren
-Hinterende sich findet und nichts anderes ist als die
-längst bekannte &bdquo;<em>Primitivrinne</em>&ldquo;. Das ist eine in
-der hinteren Rückenfläche der scheibenförmigen Gastrula
-gelegene Rinne, die früher irrtümlich mit dem Hinterteil
-<a id="page-115" class="pagenum" title="115"></a>
-des Medullarrohrs verwechselt wurde. Allerdings
-steht sie mit diesem eine Zeitlang in direktem Zusammenhang;
-allein ursprünglich ist sie nach Anlage
-und Bedeutung ganz davon verschieden. Die beiden
-parallelen Längswülste, welche diese schmale, in der
-Mittellinie gelegene &bdquo;Primitivrinne&ldquo; einschließen, sind
-die beiden <em>Urmundlippen</em>, rechte und linke. Der
-Urmund, der ursprünglich (bei den holoblastischen
-Wirbeltieren) eine kleine kreisrunde Öffnung ist, ändert
-also (infolge der wachsenden Anhäufung des Nahrungsdotters
-und der dadurch bedingten Ausdehnung der
-Bauchwand des Urdarms) nicht allein seine Lage und
-Richtung, sondern auch seine Gestalt und Ausdehnung.
-Er verwandelt sich zunächst in eine sichelförmige Querspalte
-(&bdquo;Sichelrinne&ldquo;), an der wir eine untere und
-eine obere Urmundlippe unterscheiden. Die breite
-Querspalte wird aber bald schmäler und verwandelt
-sich in eine Längsspalte (ähnlich einer &bdquo;Hasenscharte&ldquo;),
-indem rechte und linke Hälfte der &bdquo;Sichelrinne&ldquo; sich
-verkürzen, der Mittelteil sich nach vorn verlängert
-und die beiden Hälften der dorsalen Oberlippe nach
-vorn auswachsen. Letztere berühren sich später in der
-Medianlinie und bilden den wichtigen sogenannten
-&bdquo;Primitivstreif&ldquo;.
-</p>
-
-<p>
-Die Gastrulation läßt sich somit bei allen Wirbeltieren
-auf einen und denselben Vorgang zurückführen.
-Ebenso lassen sich auch die verschiedenen Formen derselben
-bei den wirbellosen Metazoen immer auf eine
-von jenen vier Hauptformen der Eifurchung reduzieren.
-Mit Bezug auf die Unterscheidung der totalen und
-partiellen Eifurchung stellt sich das Verhältnis der vier
-Eifurchungsformen zueinander folgendermaßen:
-</p>
-
-
-<div class="table" id="Table-116" title="Tabelle: Verhältnis der vier Eifurchungsformen">
-
-<table class="table116" summary="Table-116">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">I. Palingenetische (ursprüngliche) Furchung</td>
- <td class="col1a">&nbsp;</td>
- <td class="col2">1. Gleichmäßige Furchung (Glockengastrula).</td>
- <td class="col3a" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col3" rowspan="2">A. Totale Furchung (ohne selbständigen Nahrungsdotter).</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1" rowspan="3">II. Cenogenetische (durch Anpassung abgeänderte) Furchung.</td>
- <td class="col1a" rowspan="3">&nbsp;</td>
- <td class="col2">2. Ungleichmäßige Furchung (Haubengastrula).</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col2">3. Scheibenartige Furchung (Scheibengastrula).</td>
- <td class="col3a" rowspan="2">&nbsp;</td>
- <td class="col3" rowspan="2">B. Partielle Furchung (mit selbständigem Nahrungsdotter).</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col2">4. Oberflächliche Furchung (Blasengastrula).</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-</div>
-
-<p>
-Die niedersten Metazoen, welche wir kennen, nämlich
-die niederen Pflanzentiere (Schwämme, einfachste
-Polypen usw.), bleiben zeitlebens auf einer Bildungsstufe
-stehen, welche von der Gastrula nur sehr wenig
-verschieden ist; ihr ganzer Körper ist nur aus zwei
-Zellenschichten oder Blättern zusammengesetzt. Diese
-Tatsache ist von außerordentlicher Bedeutung. Denn
-wir sehen, daß der Mensch, und überhaupt jedes
-Wirbeltier, rasch vorübergehend ein zweiblätteriges
-Bildungsstadium durchläuft, welches bei jenen niedersten
-Pflanzentieren zeitlebens erhalten bleibt. Wenn
-wir hier wieder unser Biogenetisches Grundgesetz
-(<a href="#page-35">Seite 35</a>) anwenden, so gelangen wir sofort zu folgendem
-hochwichtigen Schlusse: &bdquo;<em>Der Mensch und
-alle anderen Tiere, welche in ihrer ersten
-individuellen Entwicklungsperiode eine zweiblätterige
-Bildungsstufe oder eine Gastrulaform
-durchlaufen, müssen von einer uralten
-einfachen Stammform abstammen, deren ganzer
-Körper zeitlebens (wie bei den niedersten
-Pflanzentieren noch heute) nur aus zwei verschiedenen
-Zellenschichten oder Keimblättern
-bestanden hat.</em>&ldquo; Wir wollen diese bedeutungsvolle
-uralte Stammform <em>Gasträa</em> (d.&nbsp;h. Urdarmtier) nennen.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-117" class="pagenum" title="117"></a>
-Nach dieser Gasträatheorie ist ein Organ bei allen
-vielzelligen Tieren ursprünglich von derselben morphologischen
-und physiologischen Bedeutung: der <em>Urdarm</em>,
-und ebenso müssen auch die beiden primären
-Keimblätter, welche die Wand des Urdarms bilden,
-überall als gleichbedeutend oder &bdquo;homolog&ldquo; angesehen
-werden. Diese wichtige &bdquo;<em>Homologie der beiden
-primären Keimblätter</em>&ldquo; wird einerseits dadurch
-bewiesen, daß überall die Gastrula ursprünglich auf
-dieselbe Weise entsteht, nämlich durch Einstülpung der
-Blastula; und anderseits dadurch, daß überall dieselben
-fundamentalen Organe aus den beiden Keimblättern
-hervorgehen. Überall bildet das äußere Keimblatt, das
-Hautblatt oder Ektoderm, die wichtigsten Organe des
-animalen Lebens: Hautdecke, Nervensystem, Sinnesorgane
-usw. Hingegen entstehen aus dem inneren
-Keimblatt, aus dem Darmblatt oder Entoderm, die
-wichtigsten Organe des vegetativen Lebens: die Organe
-der Ernährung, Verdauung, Blutbildung usw.
-</p>
-
-<p>
-Bei denjenigen niederen Pflanzentieren, deren ganzer
-Körper zeitlebens auf der zweiblätterigen Bildungsstufe
-stehenbleibt, bei den Gasträaden, den einfachsten
-Schwämmen (<span class="antiqua">Olynthus</span>) und Polypen (<span class="antiqua">Hydra</span>), bleiben
-auch diese beiden Funktionsgruppen, animale und
-vegetative Leistungen, scharf auf die beiden einfachen
-primären Keimblätter verteilt. Zeitlebens behält hier
-das äußere Keimblatt die einfache Bedeutung einer
-umhüllenden Decke (einer Oberhaut) und vollzieht zugleich
-die Bewegungen und Empfindungen des Körpers.
-Hingegen das innere Keimblatt besitzt zeitlebens die
-einfache Bedeutung einer ernährenden Darmzellenschicht
-und liefert außerdem häufig noch die Fortpflanzungszellen.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-118" class="pagenum" title="118"></a>
-Das bekannteste von diesen Gasträaden oder
-&bdquo;gastrulaähnlichen Tieren&ldquo; ist der gemeine Süßwasserpolyp
-(<span class="antiqua">Hydra</span>). Allerdings besitzt dieses einfachste
-aller Nesseltiere noch einen Kranz von Tentakeln
-oder Fangfäden, welcher den Mund umgibt.
-Auch ist das äußere Keimblatt bereits etwas histologisch
-differenziert. Aber diese Zutaten sind erst
-sekundär entstanden, und das innere Keimblatt ist
-eine ganz einfache Zellenschicht geblieben. In der
-Hauptsache hat auch die Hydra den einfachen Körperbau
-unserer uralten Stammutter Gasträa bis auf
-den heutigen Tag durch zähe Vererbung getreu konserviert.
-</p>
-
-<p>
-Bei allen übrigen Tieren, und namentlich bei
-allen Wirbeltieren, erscheint die Gastrula nur als ein
-rasch vorübergehender Keimzustand. Hier verwandelt
-sich vielmehr bald das zweiblätterige Stadium der
-Keimanlage zunächst in ein dreiblätteriges und dann
-in ein vierblätteriges Stadium. Mit dem Zustandekommen
-von vier übereinander liegenden Keimblättern
-haben wir wieder einen festen und sicheren Standpunkt
-gewonnen, von welchem aus wir die weiteren, viel
-schwierigeren und verwickelteren Vorgänge der Ausbildung
-beurteilen und verfolgen können.
-</p>
-
-<p class="src">
-(Aus &bdquo;Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen&ldquo;.)
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-5">
-<a id="page-119" class="pagenum" title="119"></a>
-<span class="firstline"><span class="line1">IV.</span></span><br />
-<span class="line2">Erfahrung und Erkenntnis.</span>
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-&bdquo;Die wichtigsten Wahrheiten in den Naturwissenschaften
-sind weder allein durch Zergliederung der Begriffe
-der Philosophie, noch allein durch bloßes Erfahren
-gefunden worden, sondern durch eine denkende
-Erfahrung, welche das Wesentliche von dem Zufälligen
-in der Erfahrung unterscheidet und dadurch Grundsätze
-findet, aus welchen viele Erfahrungen abgeleitet
-werden. Dies ist mehr als bloßes Erfahren, und wenn
-man will, eine philosophische Erfahrung.&ldquo; (Johannes
-Müller, Handbuch der Physiologie des Menschen.)
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Vergleichen wir die morphologischen Wissenschaften
-mit den physikalischen Theorien, so müssen wir uns
-gestehen, daß erstere in jeder Hinsicht unendlich weit
-zurück sind. Die Ursache dieser Erscheinung liegt nun
-allerdings zum Teil in dem Gegenstande, dessen verwickeltere
-Verhältnisse sich noch am meisten der mathematischen
-Behandlung entziehen, aber großenteils ist
-auch die große Nichtachtung methodologischer Verständigung
-daran schuld, indem man sich einerseits
-durchaus nicht um scharfe Fassung der leitenden Prinzipien
-bekümmert, anderseits selbst die allgemeinsten
-und bekanntesten Anforderungen der Philosophie hintangesetzt
-hat, weil bei dem weiten Abstande ihrer allgemeinen
-Aussprüche von den Einzelheiten, mit denen
-<a id="page-120" class="pagenum" title="120"></a>
-sich die empirischen Naturwissenschaften beschäftigen,
-die Notwendigkeit ihrer Anwendung sich der unmittelbaren
-Auffassung entzog. So sind gar viele Arbeiter
-in dieser Beziehung durchaus nicht mit ihrer Aufgabe
-verständigt, und die Fortschritte in der Wissenschaft
-hängen oft rein vom Zufall ab.&ldquo; (Schleiden, Grundzüge
-der wissenschaftlichen Botanik.)
-</p>
-
-<p>
-Wir erlauben uns, dieses methodologische Kapitel,<a class="fnote" href="#footnote-3" id="fnote-3">[3]</a>
-welches die Mittel und Wege zur Lösung unserer morphologischen
-Aufgaben zeigen soll, mit zwei vortrefflichen
-Aussprüchen von den beiden größten Morphologen
-einzuleiten, welche im fünften Dezennium des
-neunzehnten Jahrhunderts die organische Naturwissenschaft
-in Deutschland beherrschten. Wie Johannes
-Müller für die Zoologie, so hat Schleiden damals für
-die Botanik mit der klarsten Bestimmtheit den Weg
-gewiesen, welcher uns allein auf dem Gebiete der Biologie,
-und insbesondere auf dem der Morphologie, zu
-dem Ziele unserer Wissenschaft hinzuführen vermag.
-Dieser einzig mögliche Weg kann natürlich kein anderer
-sein als derjenige, welcher für alle Naturwissenschaften
-&mdash; oder, was dasselbe ist, für alle wahren Wissenschaften
-&mdash; ausschließliche Gültigkeit hat. Es ist dies
-<a id="page-121" class="pagenum" title="121"></a>
-der Weg der denkenden Erfahrung, der Weg der philosophischen
-Empirie. Wir könnten ihn ebensogut als
-den Weg des erfahrungsmäßigen Denkens, den Weg
-der empirischen Philosophie bezeichnen.
-</p>
-
-<p>
-Absichtlich stellen wir die bedeutenden Aussprüche
-dieser beiden großen &bdquo;empirischen und exakten&ldquo; Naturforscher
-an die Spitze dieses methodologischen Kapitels,
-weil wir dadurch hoffen, die Aufmerksamkeit der heutigen
-Morphologen und der Biologen überhaupt intensiver
-auf einen Punkt zu lenken, der nach unserer innigsten
-Überzeugung für den Fortschritt der gesamten Biologie,
-und der Morphologie insbesondere, von der
-allergrößten Bedeutung ist, der aber gerade im gegenwärtigen
-Zeitpunkte in demselben Maße von den allermeisten
-Naturforschern völlig vernachlässigt wird, als
-er vor allen anderen hervorgehoben zu werden verdiente.
-Es ist dies die gegenseitige Ergänzung von
-Beobachtung und Gedanken, der innige Zusammenhang
-von Naturbeschreibung und Naturphilosophie,
-die notwendige Wechselwirkung zwischen Empirie und
-Theorie.
-</p>
-
-<p>
-Einer der größten Morphologen, den unser deutsches
-Vaterland erzeugt hat, Karl Ernst v.&nbsp;Bär, hat dem
-klassischen Werke, durch welches er die tierische Ontogenie,
-eine sogenannte &bdquo;rein empirische und deskriptive
-Wissenschaft&ldquo;, neu begründete, den Titel vorangesetzt:
-&bdquo;Über Entwicklungsgeschichte der Tiere. <em>Beobachtung
-und Reflexion.</em>&ldquo; Wenn seine Nachfolger
-diese drei Worte stets bei ihren Arbeiten im Auge behalten
-hätten, würde es besser um unsere Wissenschaft
-aussehen, als es jetzt leider aussieht. &bdquo;Beobachtung
-und Reflexion&ldquo; sollte die Überschrift jeder wahrhaft
-<em>naturwissenschaftlichen</em> Arbeit lauten können. Bei
-<a id="page-122" class="pagenum" title="122"></a>
-wie vielen aber ist dies möglich? Wenn wir ehrlich
-sein wollen, können wir ihre Zahl kaum gering genug
-anschlagen und finden unter Hunderten kaum eine. Und
-dennoch können nur durch die innigste Wechselwirkung
-von Beobachtung und Reflexion wirkliche Fortschritte
-in jeder Naturwissenschaft, und also auch in der Morphologie,
-gemacht werden. Hören wir weiter, was
-K.&nbsp;E. v.&nbsp;Bär, der &bdquo;empirische und exakte&ldquo; Naturforscher,
-in dieser Beziehung sagt:
-</p>
-
-<p>
-&bdquo;Zwei Wege sind es, aus denen die Naturwissenschaft
-gefördert werden kann: Beobachtung und Reflexion.
-Die Forscher ergreifen meistens für den einen
-von beiden Partei. Einige verlangen nach <em>Tatsachen</em>,
-andere nach Resultaten und allgemeinen <em>Gesetzen</em>,
-jene nach <em>Kenntnis</em>, diese nach <em>Erkenntnis</em>, jene
-möchten für besonnen, diese für tiefblickend gelten.
-Glücklicherweise ist der Geist des Menschen selten so
-einseitig ausgebildet, daß es ihm möglich wird, nur
-den einen Weg der Forschung zu gehen, ohne auf den
-anderen Rücksicht zu nehmen. Unwillkürlich wird der
-Verächter der Abstraktion sich von Gedanken bei seiner
-Beobachtung beschleichen lassen; und nur in kurzen
-Perioden der Fieberhitze ist sein Gegner vermögend,
-sich der Spekulation im Felde der Naturwissenschaft
-mit völliger Hintansetzung der Erfahrung hinzugeben.
-Indessen bleibt immer, für die Individuen sowohl als
-für ganze Perioden der Wissenschaft, die eine Tendenz
-die vorherrschende, der man mit Bewußtsein des
-Zwecks sich hingibt, wenn auch die andere nicht ganz
-fehlt.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Mit diesen wenigen Worten ist das gegenseitige
-Wechselverhältnis von Beobachtung und Reflexion, die
-notwendige Verbindung von empirischer Tatsachenkenntnis
-<a id="page-123" class="pagenum" title="123"></a>
-und von philosophischer Gesetzeserkenntnis
-treffend bezeichnet. Aber auch die Tatsache, daß in
-den einzelnen Naturforschern sowohl als in den einzelnen
-Perioden der Naturwissenschaft selten beide Richtungen
-in harmonischer Eintracht und gegenseitiger
-Durchdringung zusammenwirken, vielmehr eine von
-beiden fast immer bedeutend über die andere überwiegt,
-ist von Bär sehr richtig hervorgehoben worden,
-und gerade dieser Punkt ist es, auf den wir hier zunächst
-die besondere Aufmerksamkeit lenken möchten.
-Denn wenn wir einerseits überzeugt sind, daß wir
-nur durch die gemeinsame Tätigkeit beider Richtungen
-dem Ziele unserer Wissenschaft uns nähern können,
-und wenn wir anderseits zu der Einsicht gelangen,
-welche von beiden Richtungen im gegenwärtigen Stadium
-unserer wissenschaftlichen Entwicklung die einseitig
-überwiegende ist, so werden wir auch die Mittel
-zur Hebung dieser Einseitigkeit angeben und die Methode
-bestimmen können, welche die Morphologie gegenwärtig
-zunächst und vorzugsweise einzuschlagen hat.
-</p>
-
-<p>
-Es bedarf nun keines allzu tiefen Scharfblicks und
-keines allzu weiten Überblicks, um alsbald zu der Überzeugung
-zu gelangen, daß in dem ganzen zweiten Viertel
-des neunzehnten Jahrhunderts und darüber hinaus bis
-jetzt, und zwar vorzüglich vom Jahre 1840-1860, die
-rein empirische und &bdquo;exakte&ldquo; Richtung ganz überwiegend
-in der Biologie und vor allem in der Morphologie geherrscht,
-und daß sie diese Alleinherrschaft in fortschreitendem
-Maße dergestalt ausgedehnt hat, daß die
-spekulative oder philosopische Richtung im fünften Dezennium
-vorigen Jahrhunderts fast vollständig von
-ihr verdrängt war. Auf allen Gebieten der Biologie,
-sowohl in der Zoologie als in der Botanik, galt während
-<a id="page-124" class="pagenum" title="124"></a>
-dieses Zeitraums allgemein die Naturbeobachtung und
-die Naturbeschreibung als &bdquo;die eigentliche Naturwissenschaft&ldquo;,
-und die &bdquo;Naturphilosophie&ldquo; wurde als eine
-Verirrung betrachtet, als ein Phantasiespiel, welches
-nicht nur nichts mit der Beobachtung und Beschreibung
-zu tun habe, sondern auch gänzlich aus dem
-Gebiete der &bdquo;eigentlichen Naturwissenschaft&ldquo; zu verbannen
-sei. Freilich war diese einseitige Verkennung
-der Philosophie nur zu sehr gefördert und gerechtfertigt
-durch das verkehrte und willkürliche Verfahren der sogenannten
-&bdquo;Naturphilosophie&ldquo;, welche im ersten Drittel
-des neunzehnten Jahrhunderts die Naturwissenschaft
-zu unterwerfen suchte, und welche, statt von empirischer
-Basis auszugehen, in der ungemessensten Weise ihrer
-wilden und erfahrungslosen Phantasie die Zügel schießen
-ließ. Die namentlich von Oken, Schelling usw. ausgehende
-Naturphantasterei mußte ganz natürlich als
-anderes Extrem den krassesten Empirismus hervorrufen.
-Der natürliche Rückschlag gegen diese letztere in demselben
-Grade einseitige Richtung trat erst im Jahre 1859
-ein, als Charles Darwin seine großartige Entdeckung
-der &bdquo;natürlichen Züchtung&ldquo; veröffentlichte und damit
-den Anstoß zu einem allgemeinen Umschwung der gesamten
-Biologie und namentlich der Morphologie gab.
-Die gedankenvolle Naturbetrachtung, der im besten
-Sinne philosophische, d.&nbsp;h. naturgemäß denkende Geist,
-welcher sein epochemachendes Werk durchzieht, wird
-der vergessenen und verlassenen Naturphilosophie wieder
-zu dem ihr gebührenden Platze verhelfen und den Beginn
-einer neuen Periode der Wissenschaft bezeichnen.
-Freilich ist dieser gewaltige Umschwung bei weitem
-noch nicht zu allgemeinem Durchbruch gelangt; die
-Mehrzahl der Biologen ist noch zu sehr und zu allgemein
-<a id="page-125" class="pagenum" title="125"></a>
-in den Folgen der vorher überall herrschenden
-einseitig empirischen Richtung befangen, als daß wir
-die Rückkehr zur denkenden Naturbetrachtung als eine
-bewußte und allgemeine bezeichnen könnten. Indes hat
-dieselbe doch bereits in einigen Kreisen begonnen, an
-vielen Stellen feste Wurzel geschlagen, und wird voraussichtlich
-nicht allein in den nächsten Jahren schon
-das verlorene Terrain wieder erobern, sondern in wenigen
-Dezennien sich so allgemeine Geltung verschafft
-haben, daß man (wohl noch vor Ablauf des neunzehnten
-Jahrhunderts) verwundert auf die Beschränktheit und
-Verblendung zahlreicher Naturforscher zurückblicken
-wird, die heute noch die Philosophie von dem Gebiete
-der Biologie ausschließen wollen. Wir unsererseits
-sind unerschütterlich davon überzeugt, daß man in der
-wahrhaft &bdquo;erkennenden&ldquo; Wissenschaft die Empirie und
-die Philosophie gar nicht voneinander trennen kann.
-Jene ist nur die erste und niederste, diese die letzte und
-höchste Stufe der Erkenntnis. <em>Alle wahre Naturwissenschaft
-ist Philosophie und alle wahre
-Philosophie ist Naturwissenschaft.</em> <em>Alle wahre
-Wissenschaft aber ist in diesem Sinne Naturphilosophie.</em>
-</p>
-
-<p>
-In der Tat könnte heute schon die allgemein übliche
-einseitige Ausschließung der Philosophie aus der Naturwissenschaft
-jedem objektiv dies Verhältnis betrachtenden
-Gebildeten als ein befremdendes Rätsel erscheinen,
-wenn nicht der Entwicklungsgang der Biologie selbst
-ihm die Lösung dieses Rätsels sehr nahe legte. Wenn
-wir die Geschichte unserer Wissenschaft in den allgemeinsten
-Zügen überblicken, so bemerken wir alsbald,
-daß die beiden scheinbar entgegengesetzten, in
-der Tat aber innig verbundenen Forschungsrichtungen
-<a id="page-126" class="pagenum" title="126"></a>
-in der Naturwissenschaft, die beobachtende oder empirische
-und die denkende oder philosophische, zwar stets
-mehr oder minder eng verbunden nebeneinander herlaufen,
-daß aber doch, wie es Bär sehr richtig ausdrückt,
-immer die eine der beiden Richtungen über die
-andere bedeutend überwiegt, und zwar &bdquo;sowohl für die
-Individuen, als für ganze Perioden der Wissenschaft&ldquo;.
-So finden wir ein beständiges Oszillieren, einen Wechsel
-der beiden Richtungen, der uns zeigt, daß niemals in
-gleichmäßigem Fortschritt, sondern stets in wechselnder
-Wellenbewegung die Biologie ihrem Ziele sich nähert.
-Die Exzesse, welche jede der beiden Forschungsrichtungen
-begeht, sobald sie das Übergewicht über die
-andere gewonnen hat, die Ausschließlichkeit, durch welche
-jede in der Regel sich als die allein richtige, als die
-&bdquo;eigentliche&ldquo; Methode der Naturwissenschaft betrachtet,
-führen nach längerer oder kürzerer Dauer wieder zu
-einem Umschwung, welcher der überlegenen Gegnerin
-abermals zur Herrschaft verhilft.
-</p>
-
-<p>
-Wie dieser regelmäßige Regierungswechsel von empirischer
-und philosophischer Naturforschung auf dem
-gesamten Gebiete der Biologie uns überall entgegentritt,
-so sehen wir ganz besonders bei einem allgemeinen
-Überblick des Entwicklungsganges, den die
-Morphologie vom Anfang des achtzehnten Jahrhunderts
-an genommen, daß die beiden feindlichen Schwestern,
-die doch im Grunde nicht ohne einander leben
-können, stets abwechselnd die Herrschaft behauptet
-haben. Nachdem Linné die Morphologie der Organismen
-zum ersten Male in feste wissenschaftliche Form
-gebracht und ihr das systematische Gewand angezogen
-hatte, wurde zunächst der allgemeine Strom der neubelebten
-Naturforschung auf die rein empirische Beobachtung
-<a id="page-127" class="pagenum" title="127"></a>
-und Beschreibung der zahllosen neuen Formen
-hingelenkt, welche unterschieden, benannt und in das
-Fachwerk des Systems eingeordnet werden mußten.
-Die systematische Beschreibung und Benennung, als
-Mittel des geordneten Überblicks der zahllosen Einzelformen,
-wurde aber bald Selbstzweck, und damit verlor
-sich die Formbeobachtung der Tiere und Pflanzen
-in der gedankenlosesten Empirie. Das massenhaft sich
-anhäufende Rohmaterial forderte mehr und mehr zu
-einer denkenden Verwertung desselben auf, und so entstand
-die Schule der Naturphilosophen, als deren bedeutendsten
-Forscher, wenn auch nicht (wegen mangelnder
-Anerkennung) als deren eigentlichen Begründer
-wir Lamarck bezeichnen müssen.<a class="fnote" href="#footnote-4" id="fnote-4">[4]</a> In Deutschland vorzüglich
-durch <em>Oken</em> und <em>Goethe</em>, in Frankreich durch
-<em>Lamarck</em> und Etienne <em>Geoffroy S.&nbsp;Hilaire</em> vertreten,
-war diese ältere Naturphilosophie eifrigst bemüht,
-aus dem Chaos der zahllosen Einzelbeobachtungen,
-die sich immer mehr zu einem unübersehbaren
-Berge häuften, allgemeine Gesetze abzuleiten und
-den Zusammenhang der Erscheinungen zu ermitteln.
-Wie weit sie schon damals auf diesem Wege gelangte,
-zeigt die klassische <span class="antiqua">Philosophie zoologique</span> von Lamarck
-(1809) und die bewunderungswürdige Metamorphose
-der Pflanzen von <em>Goethe</em> (1790). Doch war die empirische
-<a id="page-128" class="pagenum" title="128"></a>
-Basis, auf welcher diese Heroen der Naturforschung
-ihre genialen Gedankengebäude errichteten, noch zu
-schmal und unvollkommen, die ganze damalige Kenntnis
-der Organismen noch zu sehr bloß auf die äußeren
-Formverhältnisse beschränkt, als daß ihre denkende
-Naturbetrachtung die festesten Anhaltspunkte hätte gewinnen
-und die darauf gegründeten allgemeinen Gesetze
-schon damals eine weitere Geltung hätten erringen
-können. Entwicklungsgeschichte und Paläontologie existierten
-noch nicht, und die vergleichende Anatomie
-hatte kaum noch Wurzeln geschlagen. Wie weit aber
-diese Genien trotzdem ihrer Zeit vorauseilten, bezeugt
-vor allem die (in der ersten Hälfte des 19.&nbsp;Jahrhunderts
-fast allgemein ignorierte) Tatsache, daß beide,
-sowohl Lamarck als Goethe, die wichtigsten Sätze der
-Deszendenztheorie bereits mit voller Klarheit und Bestimmtheit
-aussprachen. Erst ein volles halbes Jahrhundert
-später sollte <em>Darwin</em> dafür die Beweise liefern.
-</p>
-
-<p>
-Die eigentliche Blütezeit der älteren Naturphilosophie
-fällt in die ersten Dezennien des neunzehnten
-Jahrhunderts. Aber schon im zweiten und noch schneller
-im dritten näherte sie sich ihrem jähen Untergange, teils
-durch eigene Verblendung und Ausartung, teils durch
-Mangel an Verständnis bei der Mehrzahl der Zeitgenossen,
-teils durch das rasche und glänzende Emporblühen
-der empirischen Richtung, welche in <em>Cuvier</em>
-einen neuen und gewaltigen Reformator fand. Gegenüber
-der willkürlichen und verkehrten Phantasterei, in
-welche die Naturphilosophie bald sowohl in Frankreich
-als in Deutschland damals ausartete, war es
-dem exakten, strengen und auf der breitesten empirischen
-Basis stehenden Cuvier ein leichtes, die verwilderten
-und undisziplinierten Gegner aus dem Felde
-<a id="page-129" class="pagenum" title="129"></a>
-zu schlagen. Bekanntlich war es der 22.&nbsp;Februar 1830,
-an welchem der Konflikt zwischen den beiden entgegengesetzten
-Richtungen in der Pariser Akademie zum
-öffentlichen Austrage kam und damit definitiv geendigt
-zu sein schien, daß Cuvier seinen Hauptgegner E.&nbsp;Geoffroy
-S.&nbsp;Hilaire mit Hilfe seiner überwiegenden empirischen
-Beweismittel in den Augen der großen Mehrheit
-vollständig besiegte. Dieser merkwürdige öffentliche
-Konflikt, durch welchen die Niederlage der älteren
-Naturphilosophie besiegelt wurde, ist in mehrfacher
-Beziehung von höchstem Interesse, vorzüglich auch deshalb,
-weil er von <em>Goethe</em> in der meisterhaftesten Form
-in einem kritischen Aufsatze dargestellt wurde, welchen
-derselbe wenige Tage vor seinem Tode (im März 1832)
-vollendete. Dieser höchst lesenswerte Aufsatz, das letzte
-schriftliche Vermächtnis, welches der deutsche Dichterfürst
-uns hinterlassen, enthält nicht allein eine vortreffliche
-Charakteristik von Cuvier und Geoffroy S. Hilaire,
-sondern auch eine ausgezeichnete Darstellung der
-beiden entgegengesetzten von ihnen vertretenen Richtungen,
-&bdquo;des immerwährenden Konfliktes zwischen den
-Denkweisen, in die sich die wissenschaftliche Welt schon
-lange trennt; zwei Denkweisen, welche sich in dem
-menschlichen Geschlechte meistens getrennt und dergestalt
-verteilt finden, daß sie, wie überall, so auch im
-Wissenschaftlichen, schwer zusammen verbunden angetroffen
-werden, und wie sie getrennt sind, sich nicht wohl
-vereinigen mögen. Haben wir die Geschichte der Wissenschaften
-und eine eigene lange Erfahrung vor Augen,
-so möchte man befürchten, die menschliche Natur werde
-sich von diesem Zwiespalt kaum jemals retten können.&ldquo;
-</p>
-
-<p>
-Die Niederlage der älteren Naturphilosophie, welche
-Cuvier als der Heerführer der neu erstehenden &bdquo;exakten
-<a id="page-130" class="pagenum" title="130"></a>
-Empirie&ldquo; herbeigeführt und in jenem Konflikt offenbar
-gemacht hatte, war so vollständig, daß in den folgenden
-drei Dezennien, von 1830-1860, unter der nun
-allgemein sich ausbreitenden empirischen Schule von
-Philosophie gar keine Rede mehr war. Mit den Träumereien
-und Phantasiespielen jener ausgearteten Naturphantasterei
-wurden auch die wahren und großen Verdienste
-der alten Naturphilosophie vergessen, aus der
-jene hervorgegangen war, und man gewöhnte sich sehr
-allgemein an die Vorstellung, daß Naturwissenschaft
-und Philosophie in einem unversöhnlichen Gegensatze
-zueinander ständen. Dieser Irrtum wurde dadurch
-insbesondere begünstigt, daß die verbesserten Instrumente
-und Beobachtungsmethoden der Neuzeit, und
-vor allem die sehr verbesserten Mikroskope, der empirischen
-Naturbeobachtung ein unendlich weites Feld
-der Forschung eröffneten, aus welchem es ein leichtes
-war, mit wenig Mühe und ohne große Gedankenanstrengung
-Entdeckungen neuer Formverhältnisse in Hülle
-und Fülle zu machen. Während die Beobachtungen
-der ersten empirischen Periode, welche sich aus <em>Linnés</em>
-Schule entwickelte, vorzugsweise nur auf die <em>äußeren</em>
-Formverhältnisse der Organismen gerichtet gewesen
-waren, wandte sich nun die zweite empirische Periode,
-welche aus <em>Cuviers</em> Schule hervorging, vorwiegend
-der Beobachtung des <em>inneren</em> Baues der Tiere und
-Pflanzen zu. Und in der Tat gab es hier, nachdem
-Cuvier durch Begründung der vergleichenden Anatomie
-und der Paläontologie ein weites neues Feld der Beobachtung
-geöffnet, nachdem <em>Bär</em> durch Reformation
-der Entwicklungsgeschichte und <em>Schwann</em> durch Begründung
-der Gewebelehre auf dem tierischen, <em>Schleiden</em>
-auf dem pflanzlichen Gebiete neue und große Ziele
-<a id="page-131" class="pagenum" title="131"></a>
-gesteckt, nachdem <em>Johannes Müller</em> die gesamte Biologie
-mit gewaltiger Hand in die neugeöffneten Bahnen
-der exakten Beobachtung hineingewiesen hatte, überall
-so unendlich viel zu beobachten und zu beschreiben, es
-wurde so leicht, mit nur wenig Geduld, Fleiß und Beobachtungsgabe
-neue Tatsachen zu entdecken, daß wir
-uns nicht wundern können, wenn darüber die leitenden
-Prinzipien der Naturforschung gänzlich vernachlässigt
-und die erklärende Gedankenarbeit von den
-meisten völlig vergessen wurde. Da noch im gegenwärtigen
-Augenblick diese &bdquo;rein empirische&ldquo; Richtung
-die allgemein überwiegende ist, da die Bezeichnung der
-Naturphilosophie noch in den weitesten naturwissenschaftlichen
-Kreisen nur als Schimpfwort gilt und selbst
-von den hervorragendsten Biologen nur in diesem Sinne
-gebraucht wird, so haben wir nicht nötig, die grenzenlose
-Einseitigkeit dieser Richtung noch näher zu erläutern
-und werden nur noch insofern näher darauf
-eingehen, als wir gezwungen sind, unseren Zeitgenossen
-ihr &bdquo;exakt-empirisches&ldquo;, d.&nbsp;h. gedankenloses und beschränktes
-Spiegelbild vorzuhalten. Wir wollen hier
-nur noch auf die seltsame Selbsttäuschung hinweisen, in
-welcher die neuere Biologie befangen ist, wenn sie die
-nackte gedankenlose Beschreibung <em>innerer</em> und feinerer,
-insbesondere <em>mikroskopischer</em> Formverhältnisse
-als &bdquo;<em>wissenschaftliche Zoologie</em>&ldquo; und &bdquo;<em>wissenschaftliche
-Botanik</em>&ldquo; preist und mit nicht geringem
-Stolze der früher ausschließlich herrschenden reinen Beschreibung
-der <em>äußeren</em> und gröberen Formverhältnisse
-gegenüberstellt, welche die sogenannten &bdquo;Systematiker&ldquo;
-beschäftigt. Sobald bei diesen beiden Richtungen,
-die sich so scharf gegenüberzustellen belieben,
-die Beschreibung an sich das Ziel ist (gleichviel ob der
-<a id="page-132" class="pagenum" title="132"></a>
-inneren oder äußeren, der feineren oder gröberen Formen),
-so ist die eine genau so viel wert als die andere.
-Beide werden erst zur Wissenschaft, wenn sie
-die Form zu erklären und auf Gesetze zurückzuführen
-streben.
-</p>
-
-<p>
-Nach unserer eigenen innigsten Überzeugung ist der
-Rückschlag, der gegen diese ganze einseitige und daher
-beschränkte Empirie notwendig früher oder später erfolgen
-mußte, bereits tatsächlich erfolgt, wenn auch
-zunächst nur in wenigen engen Kreisen. Die 1859 von
-<em>Charles Darwin</em> veröffentlichte Entdeckung der natürlichen
-Zuchtwahl im Kampfe ums Dasein, eine der
-größten Entdeckungen des menschlichen Forschungstriebes,
-hat mit einem Male ein so gewaltiges und
-klärendes Licht in das dunkle Chaos der haufenweis
-gesammelten biologischen Tatsachen geworfen, daß es
-auch den krassesten Empirikern fernerhin, wenn sie überhaupt
-mit der Wissenschaft fortschreiten wollen, nicht
-mehr möglich sein wird, sich der daraus emporwachsenden
-neuen Naturphilosophie zu entziehen. Indem
-die von Darwin neu begründete Deszendenztheorie die
-ganze gewaltige Fülle der seither empirisch angehäuften
-Tatsachenmassen durch einen einzigen genialen Gedanken
-erleuchtet, die schwierigsten Probleme der Biologie
-aus dem einen obersten Gesetze der &bdquo;wirkenden
-Ursachen&ldquo; vollständig erklärt, die unzusammenhängende
-Masse aller biologischen Erscheinungen auf dieses eine
-einfache große Naturgesetz zurückführt, hat sie bereits
-tatsächlich die bisher ausschließlich herrschende Empirie
-völlig überflügelt und einer neuen und gesunden Philosophie
-die weiteste und fruchtbarste Bahn geöffnet. Es
-ist eine Hauptaufgabe der &bdquo;generellen Morphologie&ldquo;
-zu zeigen, wie die wichtigsten Erscheinungsreihen der
-<a id="page-133" class="pagenum" title="133"></a>
-Morphologie sich mit Hilfe derselben vollständig erklären
-und auf große und allgemeine Naturgesetze
-zurückführen lassen.
-</p>
-
-<p>
-Wenn wir das Resultat dieses flüchtigen Überblickes
-über den inneren Entwicklungsgang der Morphologie
-in wenigen Worten zusammenfassen, so können
-wir füglich von Beginn des achtzehnten Jahrhunderts
-an bis jetzt vier abwechselnd empirische und philosophische
-Perioden der Morphologie unterscheiden,
-welche durch die Namen von Linné, Lamarck, Cuvier,
-Darwin bezeichnet sind, nämlich: I.&nbsp;Periode: <em>Linné</em>,
-(geb.&nbsp;1707). <em>Erste empirische Periode</em> (achtzehntes
-Jahrhundert). Herrschaft der empirischen äußeren Morphologie
-(Systematik). II.&nbsp;Periode: <em>Lamarck</em> (geb.&nbsp;1744)
-und <em>Goethe</em> (geb.&nbsp;1749).<a class="fnote" href="#footnote-5" id="fnote-5">[5]</a> <em>Erste philosophische
-Periode</em> (erstes Drittel des neunzehnten Jahrhunderts).
-Herrschaft der phantastisch-philosophischen Morphologie
-(ältere Naturphilosophie). III.&nbsp;Periode: <em>Cuvier</em> (geb.&nbsp;1769).<a class="fnote" href="#footnote-6" id="fnote-6">[6]</a>
-<em>Zweite empirische Periode</em> (zweites
-Drittel des neunzehnten Jahrhunderts). Herrschaft
-der empirischen inneren Morphologie (Anatomie).
-IV.&nbsp;Periode: <em>Darwin</em> (geb.&nbsp;1809). <em>Zweite philosophische
-Periode</em>. Begonnen 1859. Herrschaft der
-<a id="page-134" class="pagenum" title="134"></a>
-empirisch-philosophischen Morphologie (neuere Naturphilosophie).
-</p>
-
-<p>
-Indem wir die beiden Richtungen der organischen
-Morphologie, die empirische und philosophische, so
-schroff einander gegenüberstellen, müssen wir ausdrücklich
-bemerken, daß nur die große Masse der beschränkteren
-und gröber organisierten Naturforscher es war,
-welche diesen Gegensatz in seiner ganzen Schärfe ausbildete
-und entweder die eine oder die andere Methode
-als die allein seligmachende pries und für die &bdquo;eigentliche&ldquo;
-Naturwissenschaft hielt. Die umfassenderen und
-seiner organisierten Naturforscher, und vor allen die
-großen Koryphäen, deren Namen wir an die Spitze
-der von ihnen beherrschten Perioden gestellt haben,
-waren stets mehr oder minder überzeugt, daß nur eine
-innige Verbindung von Beobachtung und Theorie, von
-Empirie und Philosophie, den Fortschritt der Naturwissenschaft
-wahrhaft fördern könnte. Man pflegt gewöhnlich
-Cuvier als den strengsten und exklusivsten
-Empiriker, als den abgesagtesten Feind jeder Naturphilosophie
-hinzustellen. Und sind nicht seine besten
-Arbeiten, seine wertvollsten Entdeckungen, wie z.&nbsp;B. die
-Aufstellung der vier tierischen Typen (Stämme), die
-Begründung des Gesetzes von der Korrelation der Teile,
-von den &bdquo;<span class="antiqua">Causes finales</span>&ldquo;, Ausflüsse der reinsten Naturphilosophie?
-Ist nicht die von ihm neu begründete
-&bdquo;vergleichende Anatomie&ldquo; ihrem ganzen Wesen nach
-eine rein philosophische Wissenschaft, welche das empirische
-Material der Zootomie bloß als Basis braucht?
-Ist es nicht lediglich der <em>Gedanke</em>, die Theorie, welche
-auf der rein empirischen Zootomie als notwendiger
-Grundlage das philosophische Lehrgebäude der vergleichenden
-Anatomie errichten? Und wenn <em>Cuvier</em>
-<a id="page-135" class="pagenum" title="135"></a>
-aus einem einzigen Zahne oder Knochen eines fossilen
-Tieres die ganze Natur und systematische Stellung desselben
-mit Sicherheit erkannte, war dies Beobachtung
-oder war es Reflexion? Betrachten wir anderseits
-den Stifter der älteren Naturphilosophie, <em>Lamarck</em>,
-so brauchen wir, um den Vorwurf der Einseitigkeit
-zu widerlegen, bloß darauf hinzuweisen, daß dieser
-eminente Mann seinen Ruf als großer Naturforscher
-größtenteils einem vorwiegend deskriptiven Werke, der
-berühmten &bdquo;<span class="antiqua">Histoire naturelle des animaux sans vertèbres</span>&ldquo;
-verdankte. Seine &bdquo;<span class="antiqua">Philosophie zoologique</span>&ldquo;, welche
-die Deszendenzlehre zum ersten Male als vollkommen
-abgerundete Theorie aufstellte, eilte mit ihrem prophetischen
-Gedankenfluge seiner Zeit so voraus, daß sie
-von seinen Zeitgenossen gar nicht verstanden und ein
-volles halbes Jahrhundert hindurch (1809-1859) totgeschwiegen
-wurde. <em>Johannes Müller</em>, den wir
-Deutschen mit gerechtem Stolz als den größten Biologen
-der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts
-unser eigen nennen, und der in den Augen der meisten
-jetzt lebenden Biologen als der strengste Empiriker und
-Gegner der Naturphilosophie gilt, verdankt die Fülle
-seiner zahlreichen und großen Entdeckungen viel weniger
-seinem ausgezeichneten sinnlichen Beobachtungstalent,
-als seinem kombinierenden Gedankenreichtum und der
-natürlichen Philosophie seiner wahrhaft denkenden Beobachtungsmethode.
-<em>Charles Darwin</em>, der größte
-aller jetzt lebenden Naturforscher, überragt uns alle
-nicht allein durch Ideenreichtum und Gedankenfülle
-seines die ganze organische Natur umfassenden Geistes,
-sondern ebensosehr durch die intensiv und extensiv gleichbedeutende
-und fruchtbare Methode seiner empirischen
-Naturbeobachtung.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-136" class="pagenum" title="136"></a>
-Nach unserer festesten Überzeugung können nur diejenigen
-Naturforscher wahrhaft fördernd und schaffend
-in den Gang der Wissenschaft eingreifen, welche, bewußt
-oder unbewußt, ebenso scharfe Denker als sorgfältige
-Beobachter sind. Niemals kann die bloße Entdeckung
-einer nackten <em>Tatsache</em>, und wäre sie noch so
-merkwürdig, einen wahrhaften Fortschritt in der Naturwissenschaft
-herbeiführen, sondern stets nur der Gedanke,
-die <em>Theorie</em>, welche diese Tatsache erklärt, sie
-mit den verwandten Tatsachen vergleichend verbindet
-und daraus ein <em>Gesetz</em> ableitet. Betrachten wir die
-größten Naturforscher, welche zu allen Zeiten auf dem
-biologischen Gebiete tätig gewesen sind, von Aristoteles
-an, Linné und Cuvier, Lamarck und Goethe, Bär
-und Johannes Müller und wie die Reihe der glänzenden
-Sterne erster Größe, bis auf Charles Darwin herab,
-weiter heißt &mdash; sie alle sind ebenso große Denker, als
-Beobachter gewesen, und sie alle verdanken ihren unsterblichen
-Ruhm nicht der Summe der einzelnen von
-ihnen entdeckten Tatsachen, sondern ihrem denkenden
-Geiste, der diese Tatsachen in Zusammenhang zu bringen
-und daraus Gesetze abzuleiten verstand. Die rein
-empirischen Naturforscher, welche nur durch Entdeckung
-neuer Tatsachen die Wissenschaft zu fördern glauben,
-können in derselben ebensowenig etwas leisten, als die
-rein spekulativen Philosophen, welche der Tatsachen
-entbehren zu können glauben und die Natur aus ihren
-Gedanken konstruieren wollen. Diese werden zu phantastischen
-Träumern, jene im besten Falle zu genauen
-Kopiermaschinen der Natur. Im Grunde freilich gestaltet
-sich das tatsächliche Verhältnis überall so, daß
-die reinen Empiriker sich mit einer unvollständigen und
-unklaren, ihnen selbst nicht bewußten Philosophie, die
-<a id="page-137" class="pagenum" title="137"></a>
-reinen Philosophen dagegen mit einer ebensolchen, unreinen
-und mangelhaften Empirie begnügen. Das Ziel
-der Naturwissenschaft ist die Herstellung eines vollkommen
-architektonisch geordneten Lehrgebäudes. Der
-reine Empiriker bringt statt dessen einen ungeordneten
-Steinhaufen zusammen; der reine Philosoph auf der
-andern Seite baut Luftschlösser, welche der erste empirische
-Windstoß über den Haufen wirft. Jener begnügt
-sich mit dem Rohmaterial, dieser mit dem Plan
-des Gebäudes. Aber nur durch die innigste Wechselwirkung
-von empirischer Beobachtung und philosophischer
-Theorie kann das Lehrgebäude der Naturwissenschaft
-wirklich zustande kommen.
-</p>
-
-<p>
-Wir schließen diesen Abschnitt, wie wir ihn begonnen,
-mit einem Ausspruch von Johannes Müller:
-&bdquo;Die Phantasie ist ein unentbehrliches Gut, denn sie
-ist es, durch welche neue Kombinationen zur Veranlassung
-wichtiger Entdeckungen gemacht werden. Die
-Kraft der Unterscheidung des isolierenden Verstandes
-sowohl, als der erweiternden und zum Allgemeinen
-strebenden Phantasie sind dem Naturforscher in einem
-harmonischen Wechselwirken notwendig. Durch Störung
-dieses Gleichgewichts wird der Naturforscher von
-der Phantasie zu Träumereien hingerissen, während
-diese Gabe den talentvollen Naturforscher von hinreichender
-Verstandesstärke zu den wichtigsten Entdeckungen
-führt.&ldquo;
-</p>
-
-<p class="src">
-(Aus &bdquo;Generelle Morphologie der Organismen&ldquo;. 1866.)
-</p>
-
-<hr class="footnote" />
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-3" id="footnote-3">[3]</a> Im vierten Kapitel seiner 1866 erschienenen &bdquo;generellen Morphologie&ldquo;
-behandelt Haeckel kritisch die &bdquo;naturwissenschaftlichen Methoden,
-welche sich gegenseitig notwendig ergänzen müssen&ldquo;. Es sind dies
-1.&nbsp;Empirie und Philosophie (Erfahrung und Erkenntnis), 2.&nbsp;Analyse
-und Synthese und 3.&nbsp;Induktion und Deduktion. Wir geben hier den
-ersten Abschnitt dieser &bdquo;Methodik der Morphologie der Organismen&ldquo;
-wieder, weil die darin niedergelegten &bdquo;unerschütterlichen Überzeugungen&ldquo;
-für das gesamte spätere Lebenswerk des Jenaer Naturforschers maßgebend
-geblieben sind. Aus der innigen Verbindung von empirischer
-Beobachtung und philosophischer Theorie beruhen seine sämtlichen wissenschaftlichen
-Werke. (Anm.&nbsp;d.&nbsp;H.)
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-4" id="footnote-4">[4]</a> Selten ist wohl das Verdienst eines der bedeutendsten Männer
-so völlig von seinen Zeitgenossen verkannt und gar nicht gewürdigt
-worden, wie es mit Lamarck ein halbes Jahrhundert hindurch der Fall
-war. Nichts beweist dies vielleicht so schlagend als der Umstand, daß
-Cuvier in seinem Bericht über die Fortschritte der Naturwissenschaften,
-in welchem auch die unbedeutendsten Bereicherungen des empirischen
-Materials aufgeführt werden, des bedeutendsten aller biologischen
-Werke jenes Zeitraums, der <span class="antiqua">Philosophie zoologique</span> von Lamarck, mit
-keinem Worte Erwähnung tut!
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-5" id="footnote-5">[5]</a> Wir nennen hier absichtlich Lamarck und Goethe als die geistvollsten
-Repräsentanten der älteren Naturphilosophie, wenngleich sie
-sich entfernt nicht desselben Einflusses und derselben Anerkennung zu
-erfreuen hatten, wie Etienne Geoffroy&nbsp;S. Hilaire (geb.&nbsp;1771) und
-Lorenz Oken (geb.&nbsp;1779), die gewöhnlich als die Koryphäen dieser
-Richtung vorangestellt werden.
-</p>
-
-<p class="footnote">
-<a class="footnote" href="#fnote-6" id="footnote-6">[6]</a> Als hervorragende Koryphäen dieser Periode würden wir hier
-noch Johannes Müller, Schleiden und einige andere hervorzuheben
-haben, wenn nicht gerade diese bedeutendsten Männer, als wahrhaft
-philosophische Naturforscher, sich von der großen Einseitigkeit freigehalten
-hätten, welche Cuviers Schule und der große Troß der Zeitgenossen
-zum extremsten Empirismus ausbildete.
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-6">
-<a id="page-138" class="pagenum" title="138"></a>
-<span class="firstline"><span class="line1">V.</span></span><br />
-<span class="line2">Arabische Korallen.</span>
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Die zauberhaften Korallenbänke des Roten Meeres
-aus eigener Anschauung kennen zu lernen, war schon
-seit langer Zeit mein lebhafter Wunsch. Als daher
-im März 1873 eine lange gehegte Hoffnung in Erfüllung
-ging und ich eine zweimonatige Reise in den
-Orient antreten konnte, lag es in meinem Plane,
-wenn irgend möglich, von Suez aus einen Abstecher
-nach den nächstgelegenen Korallenriffen zu machen.
-Ein solcher Ausflug erscheint auf der Landkarte sehr
-leicht, ist aber für einen einzelnen Reisenden mit vielen
-und großen Schwierigkeiten verknüpft. Denn die Zahl
-der bewohnten Orte an den langgestreckten, öden und
-unwirtlichen Küsten des Roten Meeres ist sehr gering,
-und diese wenigen Orte selbst sind meistens nur von
-armen, halbwilden Mohammedanern bewohnt. Man
-muß Zelte, Diener, Lebensmittel und Trinkwasser selbst
-mitbringen, um dort existieren zu können. Auch gibt
-es keine regelmäßige Dampfschiffverbindung zwischen
-Suez und diesen elenden Küstenorten. Keiner derselben
-wird von den großen europäischen Dampfern
-berührt, die allwöchentlich durch das Rote Meer fahren
-und die Überlandpost nach Indien befördern.
-</p>
-
-<p>
-In der nächsten Umgebung von Suez und überhaupt
-im nördlichsten Teile des Roten Meeres fehlen
-<a id="page-139" class="pagenum" title="139"></a>
-die Korallenbänke, die sonst über den größten Teil
-beider Küsten desselben sich ausdehnen. Der nächstgelegene
-Ort, an welchem man schöne Korallenriffe
-beobachten und den man in kürzester Zeit erreichen
-kann, ist das arabische Dörfchen Tor oder Tur, an
-der Westküste der Sinaihalbinsel gelegen. Hier hatten
-früher schon Ehrenberg, Ransonnet, Frauenfeld und
-andere Naturforscher der Korallen wegen sich längere
-oder kürzere Zeit aufgehalten. Um von Suez aus nach
-Tur zu gelangen, muß man entweder ein eigenes
-Segelschiff mieten, oder zu Kamel durch die arabische
-Wüste reiten. Zu diesem Landweg auf dem Wüstenschiff,
-der 55 Reitstunden beträgt, sind mindestens vier
-bis fünf Tage erforderlich. Dazu reichte aber meine
-Zeit nicht aus; auch wäre der Transport der Korallen,
-die ich zu sammeln wünschte, auf dem Kamel sehr
-mißlich gewesen. Es blieb also nichts übrig, als ein
-Segelschiff zu mieten. Aber auch das erwies sich als
-untunlich. Denn die gewöhnlichen, halbgedeckten arabischen
-Segelboote sind böse Fahrzeuge, im höchsten
-Grade unbequem und unreinlich, überfüllt mit parasitischen
-Insekten aller Art; und dabei war der geforderte
-Preis unerschwinglich hoch. Außerdem hätte
-ich mich der Gefahr ausgesetzt, bei widrigem Winde
-acht Tage und länger in einem solchen erbärmlichen
-Fahrzeug auf dem Roten Meere zu kreuzen, ohne mein
-Ziel erreichen zu können.
-</p>
-
-<p>
-So wäre denn mein sehnlicher Wunsch, die Korallenbänke
-von Tur zu besuchen, schwerlich in Erfüllung
-gegangen, wenn nicht der österreichische Generalkonsul
-in Kairo, Herr von Cischini, der mich während meines
-dortigen Aufenthaltes mit Freundlichkeiten aller Art
-überhäufte, mir ein Fahrzeug verschafft hätte, das zu
-<a id="page-140" class="pagenum" title="140"></a>
-erlangen ich mir früher nie hatte träumen lassen. Er
-bewog nämlich den Vizekönig von Ägypten, Ismail
-Pascha, für den beabsichtigten Ausflug nach Tur die
-Benutzung eines in Suez stationierten Dampfschiffes
-der ägyptischen Kriegsflotte zu gestatten. Zugleich
-wurden meine Freunde und Reisegefährten, Professor
-Straßburger aus Jena und Professor Panceri aus
-Neapel, eingeladen, als Gäste des Khedive an der
-Expedition teilzunehmen.
-</p>
-
-<p>
-Am 22.&nbsp;März verließen wir Kairo, die wunderbare
-Metropole des Nillandes, in der wir die Märchen
-aus Tausend und einer Nacht lebendig vor uns
-gesehen hatten. Die Eisenbahn führte uns von dort
-in elf Stunden nach Suez. Unsere interessante Reisegesellschaft
-bestand zum größten Teile aus einer bunten
-Karawane von Mekkapilgern. Namentlich bot ein
-Haremwaggon dritter Klasse, in welchen ein glücklicher
-Zufall uns einen Einblick gewährte, ein merkwürdiges
-Bild. Die Bahnfahrt selbst ist höchst originell. Wir
-durchschneiden zuerst in nordöstlicher Richtung den östlichen
-Rand des üppig fruchtbaren Nildelta und passieren
-zahlreiche Fellah-Dörfer. Da bieten uns die
-niederen braunen Lehmhütten, von Dattelpalmen umgeben,
-mit ihrer charakteristischen Staffage von verschleierten
-Weibern, nackten Kindern, Büffeln, die
-Schöpfräder treiben, Kamelen usw. eine Fülle von
-malerischen Motiven. In Benha wendet sich die Bahn
-nach Osten, vereinigt sich mit dem von Alexandrien
-nach Suez gehenden Schienenweg, der die ostindische
-Überlandpost befördert, und geht nun eine Strecke
-weit mitten durch die Wüste. Ringsum erblicken wir
-eine Zeitlang nichts als gelben Sand und blauen
-Himmel. Um uns den vollen Eindruck einer Wüstenreise
-<a id="page-141" class="pagenum" title="141"></a>
-zu geben, wehte den ganzen Tag hindurch ein
-heftiger Chamsin, jener erstickend heiße Wüstenwind,
-der als Samum der Schrecken der Karawanen ist.
-Sein glühender Odem warf ganze Regenschauer feinen
-Wüstensandes gegen die Fenster unseres Coupés, und
-wir wünschten uns Glück, im geschlossenen Waggon
-und nicht draußen auf dem Rücken der Kamele zu
-sitzen.
-</p>
-
-<p>
-Abends um sieben Uhr in Suez angelangt, wurden
-wir von dem dortigen österreichischen Konsul,
-Herrn von Remy-Berzenkovich, freundlichst empfangen
-und sogleich zum Gouverneur Hassan-Bey geführt.
-Hier erfuhren wir zu unserer Freude, daß unser
-Kriegsschiff, die Dampferkorvette &bdquo;Khartoum&ldquo;, zur
-Fahrt bereit draußen auf der Reede liege. Der Kommandant
-derselben, Kapitän Ali Schukri, ein stattlicher
-brauner Araber in ägyptischer Marineuniform, wurde
-uns vorgestellt und bot uns mit orientalischer Unterwürfigkeit
-seine Dienste an. In dem großartigen
-englischen Peninsular-Hotel, das noch vor wenigen
-Jahren von den Engländern als das üppigste und
-komfortabelste Hotel der Welt gepriesen wurde, war
-für uns Quartier bereitet. Wir wurden als Gäste des
-Khedive mit größter Aufmerksamkeit bedient und fürstlich
-verpflegt.
-</p>
-
-<p>
-Am anderen Morgen wollten wir unsere Seereise
-antreten. Leider steigerte sich aber der heftige Chamsin
-in der Nacht zu einem förmlichen Sturme, so daß wir
-den ganzen Tag in Suez bleiben mußten. Obgleich
-diese Stadt weder durch Naturschönheiten, noch durch
-besondere Sehenswürdigkeiten ausgezeichnet ist, so ist
-ein kurzer Aufenthalt in derselben interessant genug.
-Denn als Knotenpunkt des lebendigsten Verkehrs zwischen
-<a id="page-142" class="pagenum" title="142"></a>
-drei Weltteilen und als Hafenort der Mekkapilger
-bietet es in dem bunten Leben seiner Straßen
-und Basare eine reiche ethnographische Musterkarte.
-Mit europäischen Reisenden und Matrosen aller Nationen
-mischen sich Neger aus dem Osten und Süden
-Afrikas, Berber und Ägypter, Araber und Levantiner
-aller Klassen, Mekkapilger aus allen Ländern des
-Ostens, persische und indische Kaufleute. Dazwischen
-drängen sich verschleierte braune Weiber und unverschleierte
-Früchteverkäuferinnen, Kamele und Pferde,
-schöne orientalische Esel und zahllose Hunde.
-</p>
-
-<p>
-Nicht minder interessant als dieser bunte Völkermarkt
-war für uns Naturforscher der Fischmarkt von
-Suez. Denn obwohl derselbe weder besonders groß
-noch reichhaltig ist, so erkannten wir doch auf den
-ersten Blick, daß wir uns in einem völlig neuen Gebiete
-der marinen Fauna, ja schon mitten in der
-wunderbaren Tierwelt des Indischen Ozeans befanden.
-Die schmale Landenge von Suez trennt nämlich zwei
-gewaltige Seereiche, die schon seit vielen Jahrtausenden
-außer allem Zusammenhange stehen und in denen
-sich demgemäß, der Darwinschen Theorie entsprechend,
-eine völlig verschiedene Tier- und Pflanzenwelt entwickelt
-hat. Die Fauna und Flora des Mittelmeeres,
-die zum großen Gebiete des Atlantischen Ozeans gehört,
-ist gänzlich verschieden von der Tier- und Pflanzenbevölkerung
-des Roten Meeres, das eine Provinz des
-Indischen Ozeans bildet. Unter hundert Korallenarten
-des Roten Meeres findet sich nicht eine einzige Art,
-die auch im Mittelmeere vorkäme. Nur ein ganz
-kleiner Bruchteil von Tierarten ist beiden benachbarten
-Meeren gemeinsam. Wenn wir daher gestern früh
-den Fischmarkt von Alexandrien und heute morgen,
-<a id="page-143" class="pagenum" title="143"></a>
-kaum vierundzwanzig Stunden später, denjenigen von
-Suez besuchen, so finden wir den auffallenden Gegensatz
-zwischen beiden ebenso groß, als ob wir gestern
-den Fischmarkt von Barcelona oder Marseille und
-heute denjenigen von Kalkutta oder Singapore gesehen
-hätten. Diese merkwürdige Erscheinung erklärt sich
-ganz einfach aus den Konsequenzen der Deszendenztheorie
-und der damit verbundenen Migrationstheorie.
-</p>
-
-<p>
-Der Sturm, der uns diesen interessanten, obwohl
-unerwünschten Aufenthalt in Suez verursachte, legte
-sich erst am Morgen des zweiten Tages, und gegen
-Mittag erschien der Gouverneur, um uns in seiner
-Dampfjolle nach dem fast eine Stunde von der Stadt
-entfernt auf der Reede ankernden Kriegsschiffe &bdquo;Khartoum&ldquo;
-hinüberzufahren. Die Wellen gingen immer
-noch so hoch, daß sie das ganze Verdeck überfluteten,
-und brachten beim Anlegen beide Dampfschiffe in so
-unsanfte Berührung, daß das Bugspriet und die
-Schanzkleidung des kleineren Dampfers vollständig
-zersplitterten. Auch das Hinüberklettern vom einen
-zum anderen war ebenso wie der Transport unserer
-Gläserkisten, Netze und Instrumente, mit ziemlichen
-Schwierigkeiten verbunden und wurde unter heillosem
-Geschrei der Matrosen bewerkstelligt, welches das Toben
-von Wind und Wellen übertönte. Das höllische Konzert
-wurde vollständig durch das ohrenzerreißende
-Trommeln, Pfeifen und Klappern des Musikkorps von
-Khartoum. Die ganze Mannschaft desselben, 126 Köpfe
-stark, war nämlich zu unserem feierlichen Empfange
-unter Gewehr getreten und salutierte. Der Kapitän
-empfing uns mit größter Unterwürfigkeit und stellte
-uns das Offizierkorps vor. Jedoch blieb die Unterhaltung
-<a id="page-144" class="pagenum" title="144"></a>
-ziemlich mangelhaft, da wir kaum ein Dutzend
-arabischer Worte und unsere neuen Freunde ungefähr
-ebensoviel englische Vokabeln kannten. Die eigentliche
-Unterhaltung wurde durch den österreichischen
-Konsul von Remy vermittelt, der geläufig Arabisch
-sprach. Er hatte die Güte, uns zu begleiten und auf
-der ganzen Fahrt die Rolle des Dolmetschers zu
-spielen.
-</p>
-
-<p>
-Wegen des fortdauernden hohen Wellenganges, der
-erst gegen Abend schwächer wurde, konnte unser Dampfer
-erst um Mitternacht die Anker lichten und gen Süden
-steuern. Den ganzen folgenden Tag fuhren wir zwischen
-Asien und Afrika durch den Golf von Suez, zu
-unserer Rechten die ägyptische, zur Linken die arabische
-Küste; malerische langgestreckte öde Gebirgsketten auf
-beiden Seiten im Hintergrunde.
-</p>
-
-<p>
-Da wir erst spät in der Nacht unser Reiseziel erreicht
-haben würden, wegen der gefährlichen Korallenriffe
-aber doch in den Hafen von Tur nicht hätten einlaufen
-können, ging unsere Korvette um vier Uhr
-nachmittags, etwa 20 Seemeilen von Tur entfernt, in
-einer geschützten kleinen Bucht der arabischen Küste
-vor Anker. Wir ließen uns sofort im Boote ans
-Land setzen, und voll Ehrfurcht betraten wir zum
-erstenmal den heiligen Boden der alten Asia. Die
-Küste war völlig öde und einsam, aber großartig wild.
-Mächtige, 3000 bis 4000 Fuß hohe Berge der Sinaikette
-erhoben sich steil über dem schmalen sandigen
-Küstensaum.
-</p>
-
-<p>
-Alle überragt der gewaltige &bdquo;Djebel Serbal&ldquo;, dessen
-wildzerklüftete rote Granitwälle, von zahlreichen Diorit-
-und Porphyrgängen durchsetzt, sich bis über 6000 Fuß
-<a id="page-145" class="pagenum" title="145"></a>
-erheben. Durch die zahlreichen zerrissenen Spitzen, die
-steilen Abstürze, die phantastischen Kluftbildungen erhebt
-sich dieser malerische &bdquo;Djebel Serbal&ldquo; zu dem
-großartigsten und prächtigsten unter allen den gewaltigen
-Berghäuptern der Sinaihalbinsel. Auch hat er
-lange Zeit als Nebenbuhler der eigentlichen Sinaikuppe,
-des Mosesberges (Djebel Musa) dagestanden;
-und viele frommen Seelen glauben noch heute, daß
-auf ersterem, nicht auf letzterem die Gesetztafeln der
-zehn Gebote publiziert und der &bdquo;alte Bund&ldquo; zwischen
-Jehova und seiner auserwählten Semitenrasse geschlossen
-wurde. In den ersten Jahrhunderten des
-Christentums war diese Ansicht herrschend, und zahlreiche
-Einsiedler, Mönche und Nonnen, wohnten damals
-in den Grotten und Felsenhöhlen des zerklüfteten
-&bdquo;Berges der Gesetzgebung&ldquo;. Zahlreiche Prozessionen
-pilgerten zu seinen Höhen und erfreuten sich der
-mannigfachen Genüsse, welche die dichtbelaubten und
-quellenreichen Fruchtgärten des &bdquo;Wadi-Feiran&ldquo; darboten.
-Letzteres ist ein herrliches Tal am Fuße des
-&bdquo;Djebel Serbal&ldquo;, das wegen seiner üppigen Fruchtbarkeit
-als &bdquo;Perle der Sinaihalbinsel&ldquo; gepriesen wird,
-ein greller Gegensatz zu der umgebenden öden Steinwüste.
-</p>
-
-<p>
-Als wir aus dem Boote ans Land sprangen, berührte
-unser Fuß zuerst reinen Korallenfelsen. Überall
-im Sande des Strandes lagen tote, gebleichte Korallenblöcke
-umher, pilzförmige Fungien, sternbedeckte Asträen,
-labyrinthische Mäandrinen, verästelte Madreporen,
-dunkelrote Orgelkorallen oder Tubiporen. Mit Ausnahme
-einiger niederer Strandpflanzen mit fleischigen
-Blättern und eines zwischen den Felsen wachsenden
-Kappernstrauches war nichts von Vegetation zu sehen.
-<a id="page-146" class="pagenum" title="146"></a>
-Lautlose Stille rings umher; von menschlicher Existenz
-keine Spur weit und breit. Küste und Gebirge sahen
-aus, als ob sie nie ein Menschenfuß betreten hätte.
-</p>
-
-<p>
-Der Sonnenuntergang war prächtig und übergoß
-die gewaltigen roten Granitmauern mit den glühendsten
-Farben. Rasch brach die Dunkelheit ein und der
-wolkenlose Himmel bedeckte sich mit einem Sternengewand,
-das wir nie zuvor in solchem Glanze hatten
-funkeln sehen. Wir ließen uns durch unseren indischen
-Koch unsere Abendmahlzeit vom Schiffe an den Strand
-holen und genossen sie auf Korallenblöcken sitzend in
-gehobenster Stimmung. Unser edler Gastfreund, der
-Khedive, hatte unsere Küche aufs beste versorgt, und
-unter anderem auch mit einer Champagnerkiste ausgestattet.
-Dieses schäumende Getränk ist bei den Orientalen
-sehr beliebt und wird, da der Koran nur den
-Genuß des Weines verbietet, als eine Art Bier angesehen.
-So konnte denn auch der arabische Schiffsleutnant,
-der unsere Schaluppe führte, unbeschadet
-seiner Frömmigkeit, uns helfen, den ersten Abend auf
-asiatischem Boden in Champagnerbier zu feiern. Erst
-spät abends kehrten wir in heiterster Stimmung an
-Bord des &bdquo;Khartoum&ldquo; zurück, wo uns ein herrliches
-Lager auf den über Verdeck gelegten Polstern unter
-dem funkelnden Sternenzelt erwartete. Um Mitternacht
-lichtete das Schiff die Anker und lief am anderen
-Morgen kurz nach Sonnenaufgang im Hafen
-von Tur ein.
-</p>
-
-<p>
-Die Küstenlandschaft von Tur ist ein echtes Charakterbild
-vom Strande des steinigen Arabiens. Die
-gelbe Sandwüste, die sich längs des dunkelblauen
-Meeres hinzieht, ist von Vegetation völlig entblößt;
-mit Ausnahme einzelner Dhumpalmen und einiger
-<a id="page-147" class="pagenum" title="147"></a>
-kleiner Gruppen von Dattelpalmen, die teils in der
-unmittelbaren Umgebung von Tur ein wenig dürftigen
-Schatten spenden, teils eine entfernte Oase bezeichnen.
-In imposanter Majestät erhebt sich aber im Hintergrunde
-der Wüste das gewaltige Gebirge des Sinai,
-mit seinen kühn geformten Gipfeln und zerklüfteten
-Felsrücken. Tur selbst ist ein dürftiges Dörfchen mit
-kaum zwei Dutzend Hütten und wenig über hundert
-Einwohnern. Ein kleines Zeltlager, von einer eben
-jetzt am Strande lagernden Karawane errichtet, steigerte
-den orientalischen Charakter des originellen
-Bildes. Das Dörfchen Tur liegt an der Umrandung
-eines kleinen, flachen, hufeisenförmigen Hafenbeckens.
-Die Felsenriffe, welche dieses Becken umfassen und
-nur eine schmale Einfahrt freilassen, sind Korallenbänke.
-Der ganze Hafen ist ein reizender Korallengarten.
-Als wir in der Schaluppe über die flachen
-Bänke hinglitten und in zehn bis zwanzig Fuß Tiefe
-durch die kristallklare Flut hindurch den Boden betrachteten,
-entzückten uns die prächtigsten, nie zuvor lebend
-gesehenen Korallenbüsche, auf dem gelben Sande überall
-in bunter Mannigfaltigkeit zerstreut, wie exotische Ziersträucher
-in einem schönen Blumengarten. Der Hafendamm,
-an dem unser Boot anlegt, ist ganz aus Korrallenblöcken
-erbaut, und als wir uns den niederen
-würfelförmigen Hütten nähern, werden wir durch die
-Wahrnehmung überrascht, daß auch diese fast ganz
-aus Korallenstein bestehen. Als ob es gewöhnliche
-Sandsteine wären, liegen da die herrlichsten schneeweißen
-Blöcke von Sternkorallen, Mäandrinen, Madreporen
-usw. übereinander gehäuft. Manche von diesen
-elenden Hütten birgt in einer einzigen Wand eine
-größere Sammlung von schönen Korallenblöcken, als
-<a id="page-148" class="pagenum" title="148"></a>
-in vielen europäischen Museen zu finden ist. Am
-liebsten hätten wir das ganze Dorf aufgekauft, zusammengepackt
-und in die Heimat geschickt.
-</p>
-
-<p>
-Augenblicklich sind jedoch die herrlichen lebenden
-Korallentiere im Hafen für uns von größerem Interesse
-als die toten Steingerüste in den Hüttenwänden,
-und begierig besteigen wir die flachen arabischen Boote,
-die inzwischen für unsere Korallenjagd ausgerüstet und
-mit Tauchern bemannt worden sind. Die bei weitem
-zweckmäßigste Methode nämlich, lebende Korallen vom
-Meeresgrunde zu erhalten, ist die Anwendung von
-Tauchern. Unser gewöhnliches Schleppnetz, mit dem
-wir sonst die zoologischen Schätze vom Meeresboden
-heraufholen, ist hier ganz unbrauchbar. Die kleinen
-und zierlichen Korallenstöcke werden durch das Schleppnetz
-zerbrochen und verdorben; die großen und schweren
-Blöcke zerreißen selbst das Netz und sind nicht damit
-heraufzuheben. Hingegen bewährten sich die arabischen
-Taucher, deren wir uns in Tur bedienten und die
-durch den Betrieb der Perlenfischerei im längeren Verweilen
-unter Wasser sehr geübt waren, als äußerst geschickte
-Korallenfänger. Sie waren weder mit Taucherglocken
-noch mit Skaphandern oder anderen Tauchapparaten
-ausgerüstet; sie schwammen aber so ausgezeichnet,
-konnten so lange unter Wasser bleiben und
-wußten so geschickt selbst größere Korallen von ihren
-Ansatzpunkten abzulösen, daß sie niemals wieder emportauchten,
-ohne uns mit neuen prächtigen Korallengeschenken
-zu überraschen.
-</p>
-
-<p>
-Die Korallenfischerei mit diesen Tauchern, die uns
-während unseres Aufenthaltes in Tur fast den ganzen
-Tag beschäftigte, war höchst anziehend und unterhaltend.
-Das Wasser in dem seichten und stillen,
-<a id="page-149" class="pagenum" title="149"></a>
-durch das vorliegende Korallenriff gegen die Brandung
-geschützten Hafen ist so kristallhell, daß wir bis
-auf zehn und zwanzig Fuß Tiefe jeden kleinen Krebs
-und Seestern, jede Muschel und Schnecke auf dem
-Boden zwischen den Korallenbüschen erkennen können.
-Sobald wir unseren Tauchern den gewünschten Gegenstand
-bezeichnet haben, springen sie hinab. Vorsichtig
-die spitzen Ecken und scharfen Kanten der Korallenstöcke
-vermeidend, huschen die schlanken braunen Jünglinge
-wie Fische zwischen denselben umher und lösen
-die gewünschten Stücke vom Boden ab. Bloß mit den
-Füßen rudernd, die Beute mit beiden Armen umschlungen
-haltend, tauchen sie wieder empor. In
-wenigen Stunden sind unsere Boote mit den kostbarsten
-Schätzen gefüllt.
-</p>
-
-<p>
-Die großen Glasgefäße, die wir in Fächerkisten
-aus Triest mitgebracht haben, sind bald ganz voll von
-lebenden Korallen. Vorsichtig aus dem Meere genommen
-und in das ruhige Wasser der Gefäße versetzt,
-entfalten sie allmählich ihre zarten, zurückgezogenen
-Blumenleiber. Da schauen wir zum erstenmal in
-nächster Nähe das unbeschreiblich schöne Schauspiel,
-welches diese herrlichen, scheinbar aus dem Korallenstein
-hervorwachsenden Blumentiere mit ihren wundervollen
-Farben, zierlichen Formen und graziösen Bewegungen
-gewähren. Die prächtigen bunten Aktinien
-des Roten Meeres, die blauen Xenien, die grünen
-Ammotheen und die gelben Sarkophyten wetteifern
-an leuchtender Farbenpracht mit den in allen Irisfarben
-strahlenden Blumenkelchen, die wie durch Zauber
-aus den scheinbar toten Kalkgerüsten der Steinkorallen
-hervorsprossen. Besonders fallen uns unter
-diesen die glänzenden Sternkorallen oder Asträen und
-<a id="page-150" class="pagenum" title="150"></a>
-die merkwürdigen Orgelkorallen oder Tubiporen auf.
-Aus den purpurroten Kalkröhren der letzteren, die
-gleich Orgelpfeifen dicht nebeneinander gereiht stehen,
-stecken zierliche grasgrüne Personen ihre acht gefiederten
-Fangarme aus.
-</p>
-
-<p>
-Wir beschränken uns aber nicht auf den Hafen
-von Tur, sondern segeln weiter hinaus, wo an den
-größeren Korallenriffen längs der Küste neue Überraschungen
-unserer harren und wo wir die vielgerühmte
-Pracht der indischen Korallenbänke in ihrem
-vollen Farbenglanze schauen. Das kristallklare Wasser
-ist hier unmittelbar an der Küste fast immer so ruhig
-und bewegungslos, daß man die ganze wunderbare
-Korallendecke des Bodens mit ihrer mannigfaltigen
-Bevölkerung von allerlei Seetieren deutlich erkennen
-kann. Hier, wie im größten Teile des Roten Meeres,
-zieht parallel der Küste ein langer Damm von Korallenriffen
-hin, ungefähr eine Viertelstunde vom Lande entfernt.
-Diese Wallriffe oder Barrierenriffe sind wahre
-Wellenbrecher. Der Wogenandrang zerschellt an ihrer
-unebenen zackigen Oberfläche, welche bis nahe unter
-den Wasserspiegel ragt; und ein weißer Schaumkamm
-kennzeichnet so deutlich ihren Verlauf. Auch wenn
-draußen auf dem Meere der Sturm tobt, ist hier in
-dem durch das Riff geschützten Kanale oder Graben
-das Wasser verhältnismäßig ruhig, und kleinere Schiffe
-können darin ungestört ihre Fahrt längs der Küste
-fortsetzen. Nach außen gegen das hohe Meer fällt das
-Korallenriff steil hinunter. Nach innen gegen die Küste
-dagegen flacht es sich allmählich ab, und meist bleibt
-die Tiefe des Kanals so gering, daß man die ganze
-Farbenpracht der Korallengärten auf seinem Boden
-erblicken kann.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-151" class="pagenum" title="151"></a>
-Diese Pracht zu schildern vermag keine Feder
-und kein Pinsel. Die begeisterten Schilderungen von
-Darwin, Ehrenberg, Ransonnet und anderen Naturforschern,
-die ich früher gelesen, hatten meine Erwartungen
-sehr hoch gespannt; sie wurden aber durch die
-Wirklichkeit übertroffen. Ein Vergleich dieser formenreichen
-und farbenglänzenden Meerschaften mit den
-blumenreichsten Landschaften gibt keine richtige Vorstellung.
-Denn hier unten in der blauen Tiefe ist
-eigentlich alles mit bunten Blumen überhäuft und alle
-diese zierlichen Blumen sind lebendige Korallentiere.
-Die Oberfläche der größeren Korallenblöcke, von sechs
-bis acht Fuß Durchmesser, ist mit Tausenden von
-lieblichen Blumensternen bedeckt. Auf den verzweigten
-Bäumen und Sträuchern sitzt Blüte an Blüte. Die
-großen bunten Blumenkelche zu deren Füßen sind
-ebenfalls Korallen. Ja sogar das bunte Moos, das
-die Zwischenräume zwischen den größeren Stöcken ausfüllt,
-zeigt sich bei genauerer Betrachtung aus Millionen
-winziger Korallentierchen gebildet. Und alle diese
-Blütenpracht übergießt die leuchtende arabische Sonne
-in dem kristallhellen Wasser mit einem unsagbaren
-Glanze!
-</p>
-
-<p>
-In diesen wunderbaren Korallengärten, welche die
-sagenhafte Pracht der zauberischen Hesperidengärten
-übertreffen, wimmelt außerdem ein vielgestaltiges Tierleben
-der mannigfaltigsten Art. Metallglänzende Fische
-von den sonderbarsten Formen und Farben spielen in
-Scharen um die Korallenkelche, gleich den Kolibris,
-die um die Blumenkelche der Tropenpflanzen schweben.
-Unter ihnen fällt uns vor allen der sonderbare Halbmondfisch
-auf (<span class="antiqua">Platax Ehrenbergii</span>). Sein platt zusammengedrückter,
-sichelförmiger Körper, der je nach
-<a id="page-152" class="pagenum" title="152"></a>
-dem Lichtfalle bald in gelbgrünlichem Bronzeglanz,
-bald in prachtvollem Blau strahlt, ist oben in eine
-lange dreieckige gekrümmte Rückenflosse, unten in eine
-gleiche Analflosse ausgezogen. So erscheint der ganze
-Fisch als leuchtende Sichel im Halbdunkel der Korallenwälder,
-als das Symbol des türkischen Halbmondes,
-der jetzt noch diese arabischen Küsten beherrscht. Gleich
-einem leuchtenden Kometenschweife zieht durch die blaue
-Tiefe ein silberweißer Bandfisch von der Gestalt eines
-silbernen Schuppengürtels (<span class="antiqua">Trichiurus</span>). Ein rotbrauner,
-mit seltsamem Helmschmuck an dem gepanzerten Haupte
-ausgestatteter Drachenkopf (<span class="antiqua">Scorpaena</span>) jagt eine ganze
-Schar von kleinen goldgelben Lippfischen vor sich her
-(<span class="antiqua">Labroiden</span>). Aber auch der grimme Menschenhai, der
-Schrecken des Meeres, fehlt nicht, und bisweilen erscheinen
-im Hafen von Tur solche Haifische von zehn
-bis zwanzig Fuß Länge.
-</p>
-
-<p>
-Noch viel mannigfaltiger und interessanter als die
-Fische sind die wirbellosen Tiere der verschiedensten
-Klassen, welche auf den Korallenbänken ihr Wesen
-treiben. Zierliche durchsichtige Krebse aus der Garnelengruppe
-schnellen haufenweise vorüber und bunte
-Krabben klettern zwischen den Korallenzweigen. Auch
-rote Seesterne, violette Schlangensterne und schwarze
-Seeigel klettern in Menge auf den Ästen der Korallensträucher;
-der Scharen bunter Muscheln und Schnecken
-nicht zu gedenken. Reizende Würmer mit bunten
-Kiemenfederbüschen schauen aus ihren Röhren hervor.
-Da kommt auch ein dichter Schwarm von zarten violetten
-Medusen geschwommen, und zu unserer Überraschung
-erkennen wir in der zierlichen Glocke eine
-alte Bekannte aus der Ostsee und Nordsee, die
-Aurelia.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-153" class="pagenum" title="153"></a>
-Man könnte glauben, daß in diesen bezaubernden
-Korallenhainen, wo jedes Tier zur Blume wird, der
-glückselige Friede der elysischen Gefilde herrsche. Aber
-ein näherer Blick in ihr buntes Getriebe lehrt uns
-bald, daß auch hier, wie im Menschenleben, beständig
-der wilde Kampf ums Dasein tobt, oft zwar still und
-lautlos, aber darum nicht minder furchtbar und unerbittlich.
-Die große Mehrzahl des Lebendigen, das
-hier in üppigster Fülle sich entwickelt, wird beständig
-vernichtet, um die Existenz einer bevorzugten Minderzahl
-zu ermöglichen. Überall lauert Schrecken und
-Gefahr. Um uns davon zu überzeugen, brauchen wir
-bloß selbst einmal unterzutauchen. Rasch entschlossen
-springen wir über Bord und schauen nun erst, von
-wunderbarem, grünem und blauem Glanze umgossen,
-die Farbenpracht der Korallenbänke ganz in der Nähe.
-Aber bald erfahren wir, daß der Mensch ungestraft
-so wenig unter Korallen als unter Palmen wandelt.
-Die spitzen Zacken der Steinkorallen erlauben uns
-nirgends festen Fuß zu fassen. Wir suchen uns einen
-freien Sandfleck zum Standpunkt aus. Aber ein im
-Sande verborgener Seeigel (<span class="antiqua">Diadema</span>) bohrt seine fußlangen,
-mit seinen Widerhaken bewaffneten Stacheln
-in unseren Fuß; äußerst spröde zersplittern sie in der
-Wunde und können nur durch vorsichtiges Ausschneiden
-entfernt werden. Wir bücken uns, um eine prächtige
-smaragdgrüne Aktinie vom Boden aufzuheben, die
-zwischen den Schalenklappen einer toten Riesenmuschel
-zu sitzen scheint. Jedoch zur rechten Zeit noch erkennen
-wir, daß der grüne Körper keine Aktinie, sondern der
-Leib des lebenden Muscheltieres selbst ist; hätten wir
-es unvorsichtig angefaßt, so wäre unsere Hand durch
-den kräftigen Schluß der beiden Schalenklappen elend
-<a id="page-154" class="pagenum" title="154"></a>
-zerquetscht worden. Nun suchen wir einen schönen
-violetten Madreporenzweig abzubrechen, ziehen aber
-rasch die Hand zurück; denn eine mutige kleine Krabbe
-(<span class="antiqua">Trapezia</span>), die scharenweise zwischen den Ästen wohnt,
-zwickt uns empfindlich mit den Scheren. Noch schlimmere
-Erfahrungen machen wir bei dem Versuche, die
-daneben stehende Feuerkoralle (<span class="antiqua">Millepora</span>) abzubrechen.
-Millionen mikroskopischer Giftbläschen entleeren bei
-der oberflächlichen Berührung ihren ätzenden Saft auf
-unsere Haut, und unsere Hand brennt, als ob wir ein
-glühendes Eisen angefaßt hätten. Ebenso heftig brennt
-ein zierlicher kleiner Hydrapolyp, der höchst unschuldig
-aussieht. Um nicht auch noch mit einem brennenden
-Medusenschwarme in unliebsame Berührung zu kommen
-oder gar einem der nicht seltenen Haifische zur
-Beute zu fallen, tauchen wir wieder empor und
-schwingen uns in die Barke.
-</p>
-
-<p>
-Welche fabelhafte Fülle des buntesten Tierlebens
-auf diesen Korallenbänken durcheinander wimmelt und
-miteinander ums Dasein kämpft, davon kann man sich
-erst bei genauerem Studium ein annäherndes Bild
-machen. Jeder einzelne Korallenstock ist eigentlich ein
-kleines zoologisches Museum. Wir setzen z.&nbsp;B. einen
-schönen Madreporenstock (<span class="antiqua">Stylopora</span>), den eben unser
-Taucher emporgebracht hat, vorsichtig in ein großes,
-mit Seewasser gefülltes Glasgesäß, damit seine Korallentiere
-ruhig ihren zierlichen Blumenkörper entfalten.
-Als wir eine Stunde später wieder nachsehen, ist nicht
-nur der vielverzweigte Stock mit den schönsten Korallenblüten
-bedeckt, sondern auch Hunderte von größeren
-und Tausende von kleineren Tierchen kriechen und
-schwimmen im Glase herum: Krebse und Würmer,
-Kraken und Schnecken, Tascheln und Muscheln, Seesterne
-<a id="page-155" class="pagenum" title="155"></a>
-und Seeigel, Medusen und Fischchen; alle vorher
-im Geäste des Stockes verborgen. Und selbst wenn
-wir den Korallenstock herausnehmen und mit dem
-Hammer in Stücke zerschlagen, finden wir in seinem
-Inneren noch eine Menge verschiedener Tierchen,
-namentlich bohrende Muscheln, Krebse und Würmer
-verborgen. Und welche Fülle unsichtbaren Lebens enthüllt
-uns erst das Mikroskop! Welcher Reichtum merkwürdiger
-Entdeckungen harrt hier noch zukünftiger
-Zoologen, denen das Glück beschieden ist, Monate und
-Jahre hindurch an diesen Korallenküsten zu verweilen.
-</p>
-
-<p>
-Uns war leider nur ein paar kurze Tage lang der
-Genuß dieser feenhaften Korallengärten beschieden.
-Glücklicherweise begünstigte uns das herrlichste Frühlingswetter,
-so daß wir unsere Korallenfischerei mit
-dem glänzendsten Erfolg betreiben konnten. Die mitgenommenen
-Kisten mit Gläsern und Weingeist waren
-in kurzer Zeit völlig mit Korallen und anderen Seetieren
-gefüllt. Unsere Boote schleppten ganze Ladungen
-von Korallenblöcken zur Korvette, deren Verdeck
-bald vollständig damit überhäuft war. Schwerlich ist
-wohl noch ein Kriegsschiff, und sicher niemals ein
-ägyptisches, so über und über mit Korallen bedeckt
-gewesen. Wir konnten später von Suez aus nur zwölf
-Kisten damit füllen und nach Hause schicken; der bei
-weitem größte Teil mußte zurückbleiben und ziert jetzt
-den Garten unseres dort wohnenden Freundes, des
-Konsuls Remy.
-</p>
-
-<p>
-Ein letzter Besuch am Lande schloß unseren kurzen
-Aufenthalt in Tur. Mit dankbarem und gerührtem
-Herzen nahmen wir Abschied von Land und Leuten,
-von Meer und Korallenbänken. Die Bewohner von
-Tur, halb griechischen, halb arabischen Ursprungs,
-<a id="page-156" class="pagenum" title="156"></a>
-sind arme Fischer; gute unverdorbene Menschen, die
-selten mit Fremden in Berührung kommen. Der
-günstige Eindruck, den sie uns gleich beim ersten Besuch
-gemacht hatten, wurde durch nähere Bekanntschaft nur
-verstärkt, und wir erinnern uns mit lebhaftem Vergnügen
-der herzlichen Gastfreundschaft, die wir in
-ihren niederen Korallenhütten genossen.
-</p>
-
-<p>
-Ganz besonderen Dank schulden wir dem braven
-Hennaen, dem eingeborenen &bdquo;Naturforscher von Tur&ldquo;;
-einem Fischer, der schon den früher hier anwesenden
-deutschen Naturforschern die wesentlichsten Dienste geleistet
-hatte und sich auch bei unserer Korallenfischerei
-vorzüglich bewährte. Mit den Lokalitäten der Korallenbänke
-von Tur und mit ihren zahlreichen Bewohnern
-genau vertraut, vermochte er uns in kürzester Zeit die
-reichste zoologische Ernte zu verschaffen. Er besitzt ein
-Dokument, in welchem von den früheren Besuchern
-seine vortrefflichen Dienstleistungen dankbarst anerkannt
-sind, und auch ich konnte nur ein gleich ehrenvolles
-Zeugnis hinzufügen. Auf Hennaens ausdrückliche
-Bitte mußten wir am letzten Nachmittag vor unserer
-Abreise nochmals in seine niedere Korallenhütte kommen,
-wo er uns, umgeben von den angesehensten Einwohnern
-des Ortes, mit Kaffee und Datteln bewirtete.
-Auch verschiedene hübsche Korallen, Sterntiere und
-Mollusken, die wir nicht selbst erbeutet hatten, machte
-er uns hier noch zum Geschenk. Dann machten wir
-noch einen gemeinsamen Spaziergang nach dem kleinen,
-eine halbe Stunde vom Dorfe entfernten Palmenhain,
-wo neben prächtig entwickelten Dattelpalmen (<span class="antiqua">Phoenix</span>)
-auch einzelne Exemplare von der schönen, gabelig
-verzweigten Dhumpalme Oberägyptens sich finden
-(<span class="antiqua">Hyphaene</span>). Bei der Rückkehr an den Strand besuchten
-<a id="page-157" class="pagenum" title="157"></a>
-wir noch die Ruine eines kleinen alten Forts,
-in der Nähe des Dorfes.
-</p>
-
-<p>
-Wie gerne hätten wir noch länger bei unseren
-neuen arabischen Freunden verweilt und hätten mit
-der kleinen, vor dem Dorfe liegenden Kamelkarawane
-eine Wüstenreise angetreten! Wie gerne hätten wir
-die so nahe vor uns liegenden gewaltigen Bergkuppen
-des Sinai und des Serbal erklommen; und in dem
-Mosestal das uralte berühmte Sinaikloster oder in
-dem Feirantal die wundervollen Fruchtgärten der
-&bdquo;Sinaiperle&ldquo; besucht! Aber unsere Uhr ist leider
-abgelaufen! Schon raucht der Schornstein unseres
-Dampfers. Die blauen Schatten der Palmen im
-gelben Sande neigen sich stark nach Osten und die
-Gebirgskuppen des Sinai beginnen sich in magischen
-Purpurglanz zu hüllen. Noch erquicken wir uns nach
-des Tages schwerer Arbeit durch ein letztes, herrliches
-Bad in der blauen, jetzt aber im Abendglanze wirklich
-purpurschimmernden Flut des &bdquo;Roten Meeres&ldquo;. Nach
-herzlichstem Abschiede von den guten Turbewohnern
-und besonders von Hennaen und von unseren braven
-Tauchern besteigen wir zum letztenmal die Schaluppe
-und rudern zum &bdquo;Khartoum&ldquo; hinüber.
-</p>
-
-<p>
-Während unsere Korvette die Anker lichtet und sich
-nach Norden wendet, genießen wir den unvergeßlichen
-Anblick eines Sonnenunterganges, wie man ihn nur
-in diesen Breiten und nur in dieser Luft sehen kann.
-Gleich dem Zauberbilde einer Fata Morgana strahlt
-die ganze Sinaikette mit ihren zackigen Gipfeln in
-glühendem Purpur; die Schatten ihrer Klüfte schimmern
-in magischem Blau. Am Fuße des Gebirges
-gehen diese herrlichen Farbentöne in ein zartes Violett
-über, das durch eine gesättigte Lage von tiefem Braun
-<a id="page-158" class="pagenum" title="158"></a>
-sich vom gelben Wüstensande abhebt. Die glühenden
-Farben werden durch das tiefe, fast schwarze Blau des
-Meeres kraftvoll gehoben. Die Kronen der Palmen
-am Strande, leise im lauen Abendwinde schwankend,
-senden uns einen letzten Gruß, und die rasch hereinsinkende
-Nacht entzieht das märchenhafte Bild unseren
-scheidenden Blicken. Addio Arabia!
-</p>
-
-<p class="src">
-(Aus &bdquo;Arabische Korallen&ldquo;.)
-</p>
-
-<h2 class="chapter" id="chapter-0-7">
-<a id="page-159" class="pagenum" title="159"></a>
-<span class="firstline"><span class="line1">VI.</span></span><br />
-<span class="line2">Brussa und der asiatische Olymp.</span>
-</h2>
-
-<p class="noindent">
-Wenn man auf dem Seewege nach Konstantinopel
-den Hellespontos passiert hat und das Marmarameer
-ostwärts durchschneidet, erblickt man am südlichen Gestade
-des letzteren in blauer Ferne langgestreckte Bergzüge.
-In mehrfach unterbrochenen, edelgeformten Linien
-stufenweise ansteigend, finden dieselben in einer majestätischen,
-mit ewigem Schnee bedeckten Kuppel ihren
-malerischen Abschluß. Diese stolze Gebirgskuppel ist
-der Olympos der asiatischen Griechen, der musische
-Olymp des Herodot, der bithynische Olmyp anderer
-klassischer Autoren. Allerdings erfreut sich dieser asiatische
-Olympos nicht des hohen Rufes wie sein europäischer
-Namensbruder, der auf der Grenze von Mazedonien
-und Thessalien liegt und auf den die altgriechischen
-Sagen den Sitz der Götter verlegen. Aber
-dennoch wird der abendländische Wanderer durch den
-Besuch des ersteren weit mehr als durch die Besteigung
-des letzteren befriedigt werden. Denn der wenig besuchte
-asiatische Olymp und seine nähere Umgebung ist
-mit einer Fülle von Naturschönheiten geschmückt, welche
-dem europäischen Götterberge abgehen, und die historischen
-Erinnerungen, welche sich an die von ersterem
-beherrschte Schaubühne weltgeschichtlicher Dramen knüpfen,
-verleihen ihm einen besonderen Reiz. Unmittelbar
-<a id="page-160" class="pagenum" title="160"></a>
-am Fuße des asiatischen Olymps liegt Brussa, die
-von Hannibal gegründete Hauptstadt Bithyniens, die
-Wiege der osmanischen Dynastie, eine von türkischen
-Dichtern vielbesungene Perle des Orients, welche an
-hohem Reiz der Lage mit Damaskus und mit Granada
-wetteifert.
-</p>
-
-<p>
-Im Abendlande ist Brussa heutzutage ein wenig bekannter
-und wenig genannter Ort. Für den Geschichtsforscher
-knüpfen sich freilich an diesen Namen hochwichtige
-Begebenheiten; dem Arzt ist Brussa durch seine
-heilkräftigen, weitberühmten heißen Quellen bekannt,
-das &bdquo;Baden&ldquo; des Orients, und für den Kaufmann ist
-diese ansehnlichste Handelsstadt Anatoliens durch ihre
-Seidenwaren und Samtfabriken von großer Bedeutung.
-Aber von den hohen Naturschönheiten Brussas, von
-den malerischen Reizen seiner Lage, von dem üppigen
-Schmucke seiner südlichen Vegetation, von der Fülle
-rauschender Quellen in seinen kühlen Felsentälern ist
-in Europa wenig bekannt; unter Tausenden von Touristen,
-die jetzt alljährlich nach Konstantinopel reisen,
-gelangen nur sehr wenige nach dem kaum eine Tagereise
-davon entfernten Brussa. Und doch ist sicher ein
-Besuch dieses herrlichen Ortes weit lohnender, als viele
-berühmte &bdquo;Sehenswürdigkeiten&ldquo; des Orients.
-</p>
-
-<p>
-Der Besuch, den ich selbst im April 1873 dem asiatischen
-Olymp und Brussa abstattete, ist mir unter den
-vielen anmutigen Erinnerungen, die ich von meiner
-damals unternommenen Orientreise mit nach Hause
-brachte, eine der wertvollsten geblieben; und wenn ich
-hier eine flüchtige Skizze davon mitteile, so hoffe ich,
-dadurch manchen Leser, den sein Glücksstern nach den
-reizenden Ufern des Bosporus führt, zu veranlassen,
-<a id="page-161" class="pagenum" title="161"></a>
-von der türkischen Hauptstadt aus diesen höchst lohnenden
-Ausflug nach der Residenz der ersten Sultane des
-Osmanenreiches zu unternehmen. Insbesondere möchte
-ich aber dadurch diesen oder jenen Landschaftsmaler
-auf die ungehobenen Schätze aufmerksam machen, die
-sein Auge in Brussa und seiner Umgebung reicher als
-in den ausgebeuteten Gefilden von Neapel, Palermo
-oder Granada finden wird.
-</p>
-
-<p>
-Wenige Wochen, bevor ich nach Brussa kam, hatte
-ich in Kairo die Märchen von Tausend und einer Nacht
-lebendig an mir vorüberziehen sehen, hatte von der
-Pyramide des Cheops einen Blick in die Libysche Wüste
-getan und von Suez auf einem Kriegsschiffe des Khedive
-einen höchst interessanten Ausflug zu den Korallenbänken
-des Roten Meeres am Fuße des Sinai unternommen.
-Von Alexandrien war ich darauf nach Smyrna gefahren,
-von wo ich in Gesellschaft liebenswürdiger deutscher
-Landsleute Exkursionen nach dem klassischen Trümmerstätten
-von Magnesia und Ephesus unternahm, in
-ersterem das uralte, in den Felsen gehauene Riesenbild
-der Niobe, in letzterem die kürzlich ausgegrabenen
-Substruktionen des weltberühmten Dianatempels bewundernd.
-Wenige Tage später genoß ich auf der
-Akropolis von Athen und auf den Tempelruinen von
-Eleusis unvergeßliche Stunden lebendiger Erinnerung
-an die Blüte des klassischen Altertums; und abermals
-nach wenigen Tagen erfreute ich mich an den Ufern
-des Bosporus und am Goldenen Horn von Konstantinopel
-der Fülle von Natur- und Kunstgenüssen, von
-historischen Reminiszenzen und ethnographischen Bildern,
-mit denen die gewaltige Hauptstadt des Türkenreiches
-noch heute geschmückt ist. Und doch, nachdem
-alle diese wunderbaren Gemälde des Orients in der
-<a id="page-162" class="pagenum" title="162"></a>
-raschen Folge weniger Wochen an meinem Auge vorübergegangen
-waren, nachdem die Phantasie durch das
-Übermaß der genossenen großartigen und mannigfaltigen
-Bilder übersättigt erschien, vermochte zuletzt
-noch das herrliche Brussa einen so tiefen Eindruck zu
-hinterlassen, daß ich mir keinen schöneren und harmonischeren
-Abschluß zu der langen Reihe der bunten
-vorhergegangenen Orientbilder wünschen könnte.
-</p>
-
-<p>
-Es war ein heiterer, wolkenloser Frühlingsmorgen,
-als ich am 25.&nbsp;April 1873 in Gesellschaft des bekannten
-Landschaftsmalers Ernst Körner aus Berlin die
-Fahrt nach Brussa antrat. Der Kanzler am deutschen
-Generalkonsulat in Konstantinopel, Herr Rohnstock,
-welcher der türkischen Sprache vollkommen mächtig ist,
-begleitete uns und hatte die Güte, die Rolle eines Dolmetschers
-zu übernehmen. Während die aufsteigende
-Morgensonne mit ihren ersten Strahlen die Fenster
-von Skutari und von den kleineren Ortschaften am
-asiatischen Ufer des Bosporus vergoldete, stiegen wir
-nach der großen Brücke hinunter, welche an der Ausmündung
-des Goldenen Horns das fränkische Pera mit
-dem alttürkischen Stambul verbindet. In der Nähe
-dieser Brücke ankern die kleinen Dampfboote, welche
-mehrmals wöchentlich von Konstantinopel nach dem
-Golfe von Mudania fahren. Die kleine Stadt Mudania
-liegt am südlichen Gestade des Marmarameeres,
-in gerader Linie etwa sechs deutsche Meilen südwärts
-von Stambul entfernt. Sie ist der Hafenort von Brussa
-und steht durch eine gute, vier Meilen lange Fahrstraße
-mit ihm in Verbindung.
-</p>
-
-<p>
-Ein leichter Kaik, einer venezianischen Gondel ähnlich,
-führt uns von der Perabrücke zu dem kleinen
-<a id="page-163" class="pagenum" title="163"></a>
-Dampfer hinüber; wir finden sein Verdeck bereits dicht
-besetzt mit türkischen Landleuten in buntfarbiger Tracht,
-mit zerlumpten Fischern und verschleierten Weibern.
-Um acht Uhr lichtet unser Schiff die Anker und bahnt
-sich mühsam seinen Weg durch das dichte Gewühl von
-Fahrzeugen aller Nationen, welche den größten Hafen
-des Orients erfüllen. Rasch durchkreuzen wir das südliche
-Ende des Bosporus, lassen die malerische, mit
-Zypressen bedeckte Serailspitze von Stambul zu unserer
-Rechten, den alten Leanderturm und den riesigen Begräbnisplatz
-von Skutari mit seinem berühmten Zypressenwald
-zu unserer Linken liegen, und ergötzen uns
-an dem wundervollen Bilde, welches das alte Stambul
-hier von der Südseite gewährt. Je weiter wir uns von
-ihm entfernen, desto imposanter tritt die gewaltige
-Häusermasse der türkischen Hauptstadt auf ihren Hügeln
-hervor; die Kuppeln ihrer zahlreichen Moscheen und
-die schlanken Minarette daneben schimmern golden im
-Glanze der Morgensonne. Unten am Strande zieht sich
-der Rest der alten Stadtmauer hin, deren westliches
-Ende mit dem malerischen Schlosse der sieben Türme
-abschließt. Dieses mächtige alte Kastell spielte lange
-Zeit als Zitadelle der Hauptstadt eine wichtige Rolle
-bei den Belagerungen und erinnert uns mit seinen
-mittelalterlichen Mauerkränzen und Turmzinnen an
-die gewaltigen Ereignisse, die hier im Laufe von zwei
-Jahrtausenden vorübergezogen sind. Doch werden wir
-in diesen historischen Betrachtungen bald durch den
-modernen Pfiff der Lokomotive gestört, die längs der
-Mauern hindampft; sie befährt den neuen Schienenweg
-nach Adrianopel, welcher wenige Monate nach
-unserer Anwesenheit dem Verkehr übergeben wurde;
-ein wichtiger Fortschritt zur abendländischen Kultur
-<a id="page-164" class="pagenum" title="164"></a>
-und somit zur Auflösung des altersschwachen Osmanenreiches.
-</p>
-
-<p>
-Während wir südwärts steuern, entschwindet das
-glänzende Bild der Konstantins-Stadt allmählich unseren
-Blicken. Wir fahren ziemlich nahe an den Prinzeninseln
-vorüber, den lieblichen, mit Villen und Gärten bedeckten
-Eilanden, auf denen im heißen Sommer die vornehmen
-Bewohner von Pera und Stambul sich vom staubigen
-Gewühl des Alltagstreibens erholen. Scharen von Delphinen
-umspielen unser Schiff und tauchen mit ihren
-Rückenflossen sich tummelnd empor. Unser Kurs geht
-gerade auf eine steile, links weit vorspringende Landspitze
-zu, das &bdquo;Bos burun&ldquo; oder das &bdquo;Vorgebirge des
-Eises&ldquo;. Zwischen diesen und den Prinzeninseln öffnet
-sich zu unserer Linken ein tief einschneidender, von bewaldeten
-Bergen umgebener Meerbusen, der Golf von
-Nikomedia, der &bdquo;Sinus Astacenus&ldquo; der alten Römer.
-Tief im Grunde desselben liegt das unbedeutende Städtchen
-Isnikmid, der letzte Rest des mächtigen alten Nikomedia,
-jener früheren Residenz der bithynischen Könige,
-die durch zahlreiche Erdbeben verwüstet wurde.
-</p>
-
-<p>
-Zu unserer Rechten taucht jetzt aus der blauen Flut
-das schöne Eiland Kalolimni auf; wir fahren zwischen
-ihm und dem Eiskap hindurch und werden durch den
-herrlichen Anblick des Golfs von Mudania überrascht.
-Rings von langgestreckten, schöngeformten Bergketten
-umschlossen, deren Füße kulissenartig vorspringen,
-gleicht dieser Golf, der &bdquo;Sinus Cianus&ldquo; der Alten,
-einem großen, stillen Landsee. An seinen Gestaden
-landete Jason auf der Argonautenfahrt. Am südlichen
-Ufer des Golfs, wo er sich in das Marmarameer öffnet,
-liegt das Städtchen Mudania, eine Doppelreihe ärmlicher
-Holzhäuser, von vielen pyramidenförmigen Lebensbäumen
-<a id="page-165" class="pagenum" title="165"></a>
-(<span class="antiqua">Thuja</span>) überragt. Ihre Bewohner sind zum
-größten Teile griechische Gärtner und Weinbauer. Die
-Tochter eines solchen war die hier geborene Sophia
-Witt, die später durch ihre Schönheit und ihren Geist
-berühmt gewordene Gräfin Potocka.
-</p>
-
-<p>
-Um zwölf Uhr mittags legt unser Boot an der
-Landungsbrücke von Mudania an. Nachdem wir uns
-bei den Polizeibeamten mittels unseres türkischen Passes
-legitimiert haben, besteigen wir einen der bereitstehenden
-offenen Wagen, der mit zwei schmucken Schimmeln
-bespannt ist, und im munteren Trab fahren wir auf
-der Landstraße nach Brussa.
-</p>
-
-<p>
-Die Mittagssonne entsendete jetzt glühende Strahlen
-vom wolkenlosen Aprilhimmel Kleinasiens herab, und
-zu unserer Linken schlugen die plätschernden Wellen
-des spiegelklaren Meeres so verführerisch auf den weichen
-Sand des schmalen Strandes, daß wir der Versuchung
-nicht widerstehen konnten, unsere Fahrt nach kurzer
-Dauer zu unterbrechen und ein improvisiertes Bad zu
-nehmen. Köstlich erfrischt von den kühlen Wellen und
-von einem frischen Trunk aus einer Felsenquelle, die
-nach kurzem Lauf sich ins Meer ergießt, gingen wir
-jetzt eine Strecke neben dem Wagen aufwärts. Die
-Straße steigt zwischen Olivengärten und Weinbergen
-in vielen Windungen bergan. Je höher wir hinaufkommen,
-desto schöner gestaltet sich der Blick auf den
-blauen Golf zu unseren Füßen und auf die edelgeformten,
-teils bebauten, teils bewaldeten Berge, die denselben
-in stattlichem Kranze umschließen. Besonders
-werden unsere Blicke durch den hohen, südöstlich gelegenen
-Berg Usuntschar gefesselt, seine ungemein schöne
-Form erinnert auffallend an den berühmten &bdquo;Monte
-Pellegrino&ldquo; bei Palermo.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-166" class="pagenum" title="166"></a>
-Nachdem wir anderthalb Stunden gestiegen, haben
-wir den Sattel des langgestreckten Bergrückens erreicht,
-welcher den Golf von Mudania und die Ebene von
-Brussa trennt, und wir fahren nun, nach einem letzten
-Rückblick auf das Marmarameer, hinter dem türkischen
-Dorfe Tschakirchan durch eine felsige Schlucht bergab.
-Am Ausgange der letzteren überrascht uns plötzlich die
-großartige Aussicht auf den weiten grünen Talkessel
-von Brussa, überragt von der gewaltigen, den ganzen
-südlichen Hintergrund ausfüllenden Granitpyramide
-des schneegekrönten Olympos. Das frischeste Frühlingsgrün
-schmückt die lachende Ebene zu unseren Füßen,
-mitten hindurch windet sich in weitem S-förmigen
-Doppelbogen der anmutige Fluß Nilufer. Er umgürtet
-den Fuß des Olymps und nimmt in sein Bett
-die zahllosen Bergbäche und Quellen auf, die den westlichen
-und nördlichen Abhängen des Berges entströmen.
-Den schönen Namen Nilufer &mdash; d.&nbsp;h. &bdquo;Lotosblume&ldquo;
-(<span class="antiqua">Lotos Nenufar</span>) &mdash; verdankt der Fluß einer griechischen
-Prinzessin, die durch ihre Schönheit und Anmut weit
-berühmt war. Diese unglückliche Fürstin wurde während
-ihres Hochzeitsfestes auf dem festen Schlosse
-Biledschik von dem Sultan Osman, dem Gründer der
-Osmanendynastie, überfallen, räuberisch entführt und
-in den Harem seines Sohnes Orchan eingesperrt.
-Hier wurde sie später die Mutter des kriegerischen
-Sultan Murad I.
-</p>
-
-<p>
-Nach halbstündiger heißer Fahrt durch die Ebene,
-deren Wiesen stellenweise ganz blau von Irisblüten
-waren, hatten wir das Gestade des Nilufer erreicht
-und hielten Rast im Schatten eines anmutigen Eichenhaines;
-ein türkisches Kaffeehaus erquickte uns mit
-köstlichem Mokkatrank. Hier zog auf der Straße eine
-<a id="page-167" class="pagenum" title="167"></a>
-lange Karawane von schweren anatolischen Lastkameelen
-an uns vorüber, wie man sie in den Straßen von
-Smyrna so oft sieht. Mit Ballen von kostbarer Brussaseide
-belastet, gingen die schwerfälligen Tiere gravitätisch
-hintereinander her, durch Stricke zu einer langen Kette
-verbunden. Den Kopf der langen Kolonne bildete ein
-kleiner kluger Esel, wie er hier gewöhnlich als Führer
-der Kamelzüge auftritt. Denn das Langohr vertritt
-hier im Morgenlande die leitende Intelligenz der Huftiere,
-im Gegensatze zu den im Abendlande herrschenden
-Anschauungen.
-</p>
-
-<p>
-Je mehr wir uns auf unserer weiteren Fahrt dem
-Olympgebirge näherten, desto mehr entfalteten sich die
-landschaftlichen Reize der Gegend. In freundlichem
-Gegensatze zu den dunkeln, waldigen Schluchten des
-Gebirges zeigte sich die üppige Fruchtbarkeit des Tales
-in lachendem Frühlingsgrün. Plätschernde Brunnen
-und mächtige Platanen an den Seiten des Weges verbreiteten
-Kühlung und Schatten.
-</p>
-
-<p>
-Die Sonne neigte sich schon stark gen Westen, als
-wir in die Stadt einfuhren. Unsere Ankunft gestaltete
-sich dadurch besonders festlich, daß gerade ein griechischer
-Feiertag war. Die ganze griechische Bevölkerung, in
-die buntesten Festgewänder gekleidet, lustwandelte vor
-der Stadt und erfreute sich des schönen warmen Frühlingsabends.
-In heiteren Gruppen lagerten viele Familien
-auf den blumigen Hügeln vor den Mauern und
-ergötzten sich mit Musik, Spiel und Tanz. Keine schönere
-Staffage hätte den Vordergrund des herrlichen Bildes
-zieren können, das die prächtige Stadt mit ihren zahllosen
-Minaretten und Kuppeln, im Glanze der Abendsonne
-funkelnd, unseren entzückten Augen darbot.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-168" class="pagenum" title="168"></a>
-In dem schön gelegenen &bdquo;Hotel du Mont Olymp&ldquo;,
-dem einzigen europäischen Gasthofe von Brussa, fanden
-wir freundlichste Aufnahme und beste Verpflegung. Der
-treffliche Wirt desselben, Don Franzesco Franchi aus
-Florenz, war in jeder Weise bemüht, uns unseren
-Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. Seine
-köstlichen Orangen und Feigen, die vorzüglichen <span class="antiqua">Maccaroni
-con pomi d&rsquo;oro</span> und die leckeren Forellen aus den
-Olymposbächen, gewürzt durch den edlen, rosenroten,
-am Fuße des Götterberges gewachsenen Wein, mundeten
-uns so vortrefflich, als ob es Nektar und Ambrosia von
-der olympischen Göttertafel selbst gewesen wäre. Dabei
-ergötzten sich unsere Geruchsnerven an den aromatischen
-Blumendüften der zahlreichen benachbarten
-Gärten, in denen Rosen und Lilien, Jasmin und
-Nelken, Daphne und Balsamine in üppigster Fülle
-blühten; und als ob Vater Zeus am Tore seiner Götterwohnung
-alle Sinne gleichmäßig entzücken wolle, wurden
-wir noch am späten Abend durch ein unerwartetes
-Konzert überrascht. Denn als wir das Verlangen
-nach Speise und Trank gesättigt hatten, unsere Schlafzimmer
-aufsuchten und auf deren Balkon hinaustraten,
-um die würzige Abendluft zu atmen, tönte uns aus der
-benachbarten Waldschlucht der melodische Gesang zahlreicher
-Nachtigallen entgegen. Während diese liebliche
-Sängerin bei uns meistens die Einsamkeit aufsucht,
-wohnt sie in Kleinasien scharenweis in den Gärten und
-scheint im Wettgesange besondere Kunst zu entfalten.
-Jeden Abend, wenn wir in Brussa unser Lager aufgesucht
-hatten, lauschten wir noch lange ihren entzückenden
-Liedern und wurden erst spät dadurch in
-den süßesten Schlaf gesungen.
-</p>
-
-<p>
-Waren so schon die ersten Eindrücke, die wir am
-<a id="page-169" class="pagenum" title="169"></a>
-Abend unserer Ankunft in Brussa empfingen, höchst
-angenehm, so überzeugten uns unsere Wanderungen
-in der Stadt und in der näheren Umgebung bald, daß
-eine lieblichere Sommerfrische im Orient wohl nicht
-gefunden werden kann. Fürwahr, die türkischen Dichter
-haben recht, wenn sie diese Stadt als ein irdisches
-Paradies besingen. Reizend schön, lieblich und großartig
-zugleich ist die ganze Lage und Umgebung der
-Stadt, in vieler Beziehung derjenigen von Granada
-ähnlich. Als ich auf der alten Schloßruine von Brussa,
-auf steilem Felsen hoch über der Stadt stand, und als
-mein Blick über die Häusermassen, Kuppeln und Gärten
-zu meinen Füßen schweifte, und weiter hinaus über
-die ausgedehnte, üppige grüne Ebene und in blauer
-Ferne über den umschließenden Kranz von malerischen
-Höhenzügen, da tauchte lebendig die Erinnerung an
-das herrliche Panorama in mir auf, das ich vor Jahren
-auf der Alhambra und über der berühmten Vega von
-Granada genossen hatte. Wie die andalusische Hauptstadt
-von den schneegekrönten Höhen der Sierra Nevada,
-so wird Brussa von dem gewaltigen Schneehaupte des
-Olymp überragt. Hier wie dort erhält die Lage der
-Stadt ihren besonderen Reiz durch die Anlehnung an
-das wilde und großartige Gebirge, durch den Quellenreichtum
-der buschigen Felsenschluchten und durch die
-üppige Vegetation der von vielen Bächen bewässerten
-Ebene. Auch bieten die beiden Städte viele Vergleichungspunkte
-in den zahlreichen und prächtigen Denkmälern
-islamitischer Kunst und Geschichte, mit denen
-sie noch heute geschmückt sind. Aber die Verhältnisse
-sind in Brussa großartiger und gewaltiger als in
-Granada. Die anatolische Osmanenresidenz mit ihren
-vielen hundert glänzenden Kuppeln, weißen Minaretten
-<a id="page-170" class="pagenum" title="170"></a>
-und schwarzen Zypressen daneben ist weit malerischer
-als die berühmte andalusische Kalifenresidenz, und auch
-in bezug auf die sprudelnde Wasserfülle und die Üppigkeit
-der südlichen Vegetation ist die erstere der letzteren
-weit überlegen. Im übrigen aber hat doch der landschaftliche
-Charakter beider Gegenden sehr viel Ähnlichkeit,
-und es legt ein gutes Zeugnis für den Schönheitssinn
-und das feine Naturgefühl der mohammedanischen
-Fürsten ab, daß sie ebenso in Kleinasien wie in
-Spanien die mit den höchsten Naturreizen geschmückte
-Stadt zum bleibenden Herrschersitz wählten. Das Gegenteil
-gilt von den christlichen Königen Spaniens, den
-Gönnern der heiligen Inquisition; denn diese erwählten
-zu ihrer Residenz das traurige Madrid, mitten auf
-der öden Hochebene von Kastilien, ohne Wald und
-ohne Wasser.
-</p>
-
-<p>
-Die üppige Ebene von Brussa, die südlich vom
-Olympgebirge, nördlich von den Höhenzügen des Arganthonios
-(jetzt Katirli) umschlossen wird, ist ungefähr
-vier deutsche Meilen lang, eine Meile breit, und fast
-in ihrer ganzen Ausdehnung teils mit fruchtbaren
-Wiesen, teils mit Maulbeerpflanzungen bedeckt. Dieser
-Maulbeerwald ist das große Proviantmagazin für die
-Seidenraupen, welche Brussas wichtigsten Handelsartikel,
-die kostbare Brussaseide, spinnen. Zahlreiche,
-aus dem Olymp hervorquellende Bäche sorgen für beständige
-Bewässerung der Ebene. Während die Hauptmasse
-des Olymp nach Süden steil abfällt, strahlen
-nach Norden von seinem Fuße zwölf gewaltige Bergrücken
-aus, zwischen denen ebensoviele Schluchten liegen.
-In jeder Schlucht rauscht ein Bergstrom, der aus tausend
-Quellen das schmelzende Schneewasser des Olympgipfels
-sammelt. Diese Bergströme führen auch im
-<a id="page-171" class="pagenum" title="171"></a>
-heißesten Sommer eine nie versiegende Wasserfülle in
-das Tal, und darin liegt bei dem köstlichen Klima die
-Hauptursache der üppigen Vegetationsfülle, wie des
-poetischen Reizes der herrlichen Gegend. Überall rieseln
-kalte und warme Quellen aus den Schluchten des Götterberges,
-Wasserfälle stürzen von seinen jähen Felswänden,
-plätschernde Brunnen versorgen alle Teile der Stadt,
-und hier wird der Koranspruch zur Wahrheit:
-</p>
-
-<div class="poem-container">
- <div class="poem">
- <div class="stanza">
- <p class="verse">&bdquo;Das Wasser hat Leben</p>
- <p class="verse">Allen Dingen gegeben.&ldquo;</p>
- <p class="verse2">(<span class="antiqua">Min el &mdash; mai</span></p>
- <p class="verse2"><span class="antiqua">Küllun schejun hai.</span>)</p>
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<p class="noindent">
-Eine von den erwähnten Schluchten, wegen ihrer
-himmelhohen Felswände das Himmelstal (Gökdereh)
-genannt, geht durch den östlichen Teil der Stadt mitten
-hindurch und ist von einer kühnen Brücke überspannt.
-Im Grunde rauscht der wilde Bergstrom über Felsentrümmer,
-während die Felsenmauern an beiden Seiten,
-unterhalb der Häuser, mit Buschwerk und Schlingpflanzen
-behangen sind. Eine andere, kleinere, aber
-ebenfalls sehr malerische Schlucht (Kodocha Naib) durchschneidet
-den westlichen Teil der Stadt. Zwischen diesen
-beiden Schluchten erheben sich, mitten über Brussa, auf
-einer gewaltigen, fast senkrecht abfallenden Felsenterrasse,
-die Ruinen der Zitadelle und der ältesten
-osmanischen Herrscherpaläste, derjenigen von Muhammed I.
-und Murad I., daneben die Moschee Sultan Orchans
-und die Grabkapellen von Orchan und Osman.
-Auch vom Marmorbade des Harems sind noch bedeutende
-Reste vorhanden. Von der alten Festung,
-der ältesten des osmanischen Reiches, sind nur noch
-ein paar Mauern und Turmruinen übrig, und im Grase
-versteckt liegen vier uralte, verrostete, eiserne Kanonenläufe.
-<a id="page-172" class="pagenum" title="172"></a>
-Wilder Wein und Efeu überziehen wuchernd das
-zerfallene Trümmerwerk. Gleich hinter der Zitadelle
-liegt Bunarbaschi, das &bdquo;Quellenhaupt&ldquo;, einer der beliebtesten
-öffentlichen Spaziergänge Brussas. Hier trifft
-man jederzeit, besonders aber gegen Abend, lustwandelnde
-oder auf den Rasenplätzen gelagerte Gruppen,
-die im Schatten alter Platanen ihren Tschibuk rauchen,
-Kaffee schlürfen und dem Gemurmel der vorübereilenden
-Bergbäche lauschen.
-</p>
-
-<p>
-Unmittelbar an diese reizende Promenade stößt ein
-Friedhof mit mächtigen alten Zypressen, und wenn wir
-diesen durchschreiten und dann auf einem anmutigen
-Felsenpfade den Berg eine Viertelstunde hinansteigen,
-so kommen wir zu den berühmten Wallfahrtsorten
-zweier mohammedanischer Heiligen, Murad Abdal und
-Seid Nassir. Von hier genießen wir bei Abendbeleuchtung
-eine der schönsten Aussichten über die ganze, zu
-unseren Füßen liegende Stadt, über die weite grüne
-Ebene und über die fernen Arganthoniosberge, die im
-Glanze der Abendsonne sich in das zarteste rosige Gewand
-hüllen.
-</p>
-
-<p>
-Nicht weniger als 365 malerische Aussichtspunkte
-und anmutige Spaziergänge zählen die Bewohner von
-Brussa mit Stolz in ihrer herrlichen Umgebung auf,
-und ebenso groß soll auch die Zahl der glänzenden
-Kuppeln, der Moscheen und Gruftkirchen sein, die aus
-dem bunten Häusermeer der Stadt und aus den überall
-eingestreuten grünen Gärten hervorragen. Doch ist wohl
-die Mehrzahl derselben jetzt halb verfallen oder ganz
-zerstört. Immerhin dürften noch gegen 200 Kuppeln
-vorhanden sein, und diese gehören nebst den schlanken
-Minaretten und den uralten Zypressen zu den charakteristischen
-Zierden der Stadt. Die weißen Minarette,
-<a id="page-173" class="pagenum" title="173"></a>
-die gleich hohen Marmorsäulen über die metallglänzenden
-Kuppeln der Moscheen emporstreben, stehen in
-lichtvollem Kontrast zu den düstern, schwarzgrünen
-Zypressen, welche überall einzeln und gruppenweise in
-der Stadt und ihrer nächsten Umgebung zerstreut sind.
-Nie habe ich gewaltigere und ehrwürdigere Zypressen
-gesehen als hier in Brussa. Verglichen mit diesen mächtigen,
-uralten Riesen, erschienen mir die berühmten
-Zypressen der Villa d&rsquo;Este in Tivoli bei Rom als
-schlanke Jünglinge. Überaus wirkungsvoll heben sich
-ihre dichten, schwarzen Nadelpyramiden auf der lichtvollen
-und farbenprächtigen Landschaft von Brussa ab,
-besonders wenn die untergehende Sonne diese mit einem
-zauberhaften roten Glanze überzieht.
-</p>
-
-<p>
-Gleich allen anderen Städten des Orients ist auch
-Brussa im Innern viel weniger anziehend als von
-außen. Doch zeichnen sich die engen Straßen durch
-verhältnismäßige Reinlichkeit aus, und die blumenreichen
-Gärten hinter den Häusern geben ihnen einen
-freundlichen Charakter. Die Stadt zieht sich über eine
-Stunde lang am Olympabhange hin, ist aber kaum
-eine Viertelstunde breit. Die Einwohnerzahl, früher
-weit über hunderttausend, beträgt jetzt kaum 70000,
-darunter ungefähr 10000 Armenier, 6000 Griechen
-und 3000 Juden. Auch einige deutsche Kaufleute leben
-in Brussa, darunter ein Badenser, namens Schwab,
-der zugleich das Amt eines deutschen Vizekonsuls vertritt.
-Wir lernten in ihm einen ebenso liebenswürdigen
-als fein gebildeten und poetisch begabten Landsmann
-kennen und denken mit Vergnügen an die höchst
-angenehmen Abende zurück, die wir in seinem gastfreien
-Hause verlebten. Ganz besonders erfreut war
-ich, in Herrn Schwab einen warmen Freund der
-<a id="page-174" class="pagenum" title="174"></a>
-&bdquo;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&ldquo; zu entdecken und
-zu hören, daß er dem &bdquo;Darwinismus&ldquo; unter den Anwohnern
-des asiatischen Olympos schon manchen Anhänger
-geworben hat.
-</p>
-
-<p>
-Unter den öffentlichen Gebäuden von Brussa sind
-vor allen die von den ältesten Osmanen-Sultanen gegründeten
-Moscheen und Grabdenkmäler von Interesse,
-sowohl durch ihren architektonischen Schmuck als durch
-die daran geknüpften historischen Erinnerungen. Alle
-die älteren Herrscher der Osmanen-Dynastie haben sich
-hier durch schöne Kuppeldome verewigt: voran Osman,
-Ertoghruls Sohn, der als Gründer des Osmanenreichs
-sich welthistorische Bedeutung erwarb; dann
-Orchan, der nach langer hartnäckiger Belagerung im
-Jahre 1326 Brussa eroberte, kurz vor dem Tode seines
-Vaters Osman; darauf Murad I., welcher den Schrecken
-der türkischen Waffen nach Europa trug und 1389 in
-der siegreichen Schlacht auf dem Amselfeld in Serbien
-fiel. Murads Sohn war Childrim Bajasid, der &bdquo;Blitzstrahl&ldquo;,
-der gewaltige Krieger, der bis in das westliche
-Ungarn vordrang, 1396 bei Nikopolis den deutschen
-Kaiser Sigismund schlug, selbst aber 1402 in der furchtbaren
-Schlacht bei Angora von dem Mongolen Timur
-geschlagen und gefangengenommen wurde. Auf Bajasid
-folgte sein Sohn Mohammed I., auf diesem Murad II.
-und dann Mohammed II., der 1453 Konstantinopel eroberte.
-Alle diese mächtigen Sultane des Osmanenreiches,
-die das ganze Abendland mit ihrer furchtbar
-wachsenden Macht in Schrecken setzten, haben in Brussa
-eine Zeitlang residiert und Moscheen gestiftet; die
-meisten sind auch dort begraben.
-</p>
-
-<p>
-Auf der Ostseite der Stadt hat Childrim Bajasid
-seine Moschee erbaut, durch edle Einfachheit ausgezeichnet.
-<a id="page-175" class="pagenum" title="175"></a>
-Daneben steht sein Grabmal, im ältesten und
-einfachsten Stil der osmanischen Baukunst. Nicht weit
-davon erhebt sich auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht
-die prachtvolle Moschee Mohammeds I., die für die
-schönste des ganzen osmanischen Reiches gilt. Polierte
-Platten von buntfarbigem Marmor schmücken die
-Außenwände, so daß der Dom schon von fern wie
-ein Edelstein glänzt. Ein wundervolles Tor, mit den
-zierlichsten Marmorarabesken, führt in das Innere,
-das mit blauen und grünen Porzellanplatten getäfelt
-ist; darauf prangen Koraninschriften in weißem Schmelz.
-Der Mirab (die Nische, worin der Koran liegt) ist
-von rotem Marmor, mit Gold verziert. Auch die
-Kuppeln und Minarettes dieser wundervollen Moschee
-waren ehedem ganz mit grünem persischen Porzellan
-bekleidet, weshalb sie den Namen der &bdquo;grünen Moschee&ldquo;
-erhielt.
-</p>
-
-<p>
-Am anderen Ende von Brussa, nahe dem westlichen
-Eingang, liegt an einem höchst malerischen Platze, von
-hohen Platanen und Zypressen umgeben, die &bdquo;<span class="antiqua">Muradieh</span>&ldquo;,
-die Moschee und Gruftkirche Murads II., daran
-stoßend ein Dutzend Mausoleen, Kapellen und Schulen.
-In den Gruftkirchen hängen noch Kleider und Waffen
-der Sultane und ihrer Familien. Auf den Sarkophagen
-liegen schwarze Samtdecken, mit Silber und
-Gold gestickt, davor der Koran und Gebetbücher in
-prächtigen alten Pergamentbänden mit feiner Malerei.
-Reizend ist der Garten vor dieser Moschee, in welchem
-jetzt eben Rosen, Lilien und Jasmin ihre Wohlgerüche
-ausströmen.
-</p>
-
-<p>
-Die größte Moschee von Brussa, auf dem höchsten
-Punkte der Stadt gelegen, ist vom Sultan Murad I.
-<a id="page-176" class="pagenum" title="176"></a>
-angefangen, von seinem Sohn Bajasid I. fortgeführt
-und erst von seinem Enkel Mohammed I. vollendet.
-Sie bildet ein Quadrat von 200 Fuß Seitenlänge,
-und ihr Dach ist aus 19 Kuppeln zusammengesetzt.
-An Stelle der zwanzigsten befindet sich ein mächtiges
-kreisrundes Fenster und darunter ein großes viereckiges
-Wasserbecken, in dem Forellen spielen; eine Eigentümlichkeit
-dieser Moschee. Mirab und Estrade sind mit
-Marmorarabesken, Pfeiler und Wände mit seltsamen
-Schriftzügen, Sprüchen aus dem Koran geschmückt.
-Früher wurde diese Moschee in den Ramasannächten
-mit 700 Lampen erleuchtet.
-</p>
-
-<p>
-Viele von den Moscheen und den andern merkwürdigen
-Gebäuden Brussas, die Hammer in seinem
-&bdquo;Umblick auf einer Reise von Konstantinopel nach
-Brussa&ldquo; (1818) genau beschrieben hat, sind gelegentlich
-der wiederholten Verheerungen der schönen Stadt
-durch Krieg, Feuersbrünste und Erdbeben, insbesondere
-durch das letzte große Erdbeben von 1855, zerstört
-worden. Unter den wohlerhaltenen Gebäuden sind
-besonders noch die warmen Bäder zu erwähnen, schön
-gewölbte Kuppeldome, in denen mächtige warme Quellen
-sprudeln. Diese Thermalquellen, sieben an der Zahl,
-brechen aus den Tiefen des Olymp hervor; sie waren
-schon im Altertum wegen ihrer Heilkraft berühmt und
-wurden vielleicht für Hannibal die Veranlassung, hier
-die Stadt zu gründen, die er seinem Gastfreunde und
-Gönner, dem Könige Prusias von Bithynien zu Ehren
-&bdquo;Prusa&ldquo; nannte. Noch jetzt werden die Heilquellen
-Brussas alljährlich von mehreren tausend Patienten
-aus allen Teilen des Orients besucht. In manche der
-Bäder werden heiße und kalte Quellen nebeneinander
-geleitet und nach Bedürfnis in den Marmorbassins
-<a id="page-177" class="pagenum" title="177"></a>
-gemischt. Die Temperatur ist teilweise ausnehmend
-hoch und beträgt bei den vier mächtigen Hauptquellen
-66 Grad R.
-</p>
-
-<p>
-Unter den Ausflügen, die wir von Brussa aus
-unternahmen, war der weiteste und interessanteste die
-Ersteigung des Olymp. Am 26.&nbsp;April um 5&nbsp;Uhr
-morgens bestiegen wir die starken türkischen Bergpferde,
-welche uns auf den ungefähr 8000 Fuß hohen Götterberg
-hinauftragen sollten. Zwei berittene und bewaffnete
-Türken dienten uns als Führer und als Eskorte.
-Der klare wolkenlose Himmel und die empfindlich
-kalte Morgenluft versprachen uns einen schönen
-Tag, und sie hielten Wort. Nachdem wir die Stadt
-am östlichen Ende verlassen und eine kurze Strecke
-durch Weingärten geritten waren, führte uns ein steiler
-und steiniger Pfad in dem Walde aufwärts, der als
-dichter grüner Mantel den ganzen unteren Teil des
-gewaltigen Berges einhüllt. Der nördliche Abhang
-des Olymp gliedert sich in drei verschiedene Terrassen,
-von denen die unterste gegen 2000, jede der beiden
-oberen ungefähr 3000 Fuß hoch ist. Die oberste Terrasse
-ist fast ohne Baumwuchs, die mittlere mit Nadelholz,
-die untere mit Laubholz bedeckt; hier unten bestand
-auf unserem Wege der Laubwald größtenteils
-aus edlen Kastanien und Nußbäumen, weiter oben
-gesellten sich dazu viele Buchen und Eichen. Wilder
-Wein, Waldreben, Brombeeren und andere Schlingpflanzen
-winden sich in zierlichen Girlanden von Baum
-zu Baum und dichtes Efeugewand umschließt die
-altersgrauen Stämme. Der Boden zwischen den Baumwurzeln
-ist mit einem lachenden Teppich bunter Frühlingsblumen
-geziert: roten Anemonen, violetten Hyazinthen,
-blauen Veilchen, gelben Ranunkeln und weißen
-<a id="page-178" class="pagenum" title="178"></a>
-Narzissen. Der gelbe Jasminstrauch verbreitet mit
-seinen zierlichen Blütentrauben ringsum balsamischen
-Duft. Der Weg führt eine lange Strecke an dem
-steilen östlichen Rande des Gökdereh oder Himmelstales
-empor, dessen gewaltiger Felsenkessel mit senkrecht
-abfallenden Wänden in schwindelnder Tiefe zu
-unseren Füßen liegt. Die granitische Felsenmasse des
-Olymp ist auf dieser ersten Terrasse zum größten Teile
-von einem Gürtel von schiefrigem Gneiß umgeben,
-jedoch ist derselbe an vielen Stellen von weißem Marmor
-durchsetzt. Auf der zweiten Terrasse tritt fast
-überall der Granit zutage. Auf der dritten Terrasse
-ist der rote Granit wieder vielfach von grauem und
-weißem Marmor bedeckt, der auch den Gipfel bildet.
-</p>
-
-<p>
-Nachdem wir etwa eine Stunde lang an der oberen
-Kante der Himmelsschlucht emporgestiegen waren, erreichten
-wir an der Grenze der ersten und zweiten Terrasse
-einen sehr anmutigen Platz. Der Wald ist hier
-auf eine ausgedehnte Strecke gelichtet und der quellenreiche
-Felsboden mit üppigem Rasen bedeckt. Das
-Gebell großer zottiger Wolfshunde, die uns entgegensprangen,
-lenkte unsere Blicke auf eine Ziegenherde,
-die in einiger Entfernung am Felsenhang weidete, und
-daneben wurden wir einige sonderbare Zelte von halbtonnenförmiger
-Gestalt gewahr. Es waren die Sennhütten
-turkomanischer Hirten, die den Sommer über
-auf den Abhängen des Olymp Alpenwirtschaft treiben.
-Im Winter ziehen sie als unstete, halbwilde Nomaden
-in der Ebene umher. Ihre Schafe und Ziegen sollen
-von den Herden Sultan Osmans abstammen, der an
-40000 Lämmer auf dem Olymp weiden ließ.
-</p>
-
-<p>
-Auf dieser Turkmenenplatte genossen wir einen
-herrlichen Rückblick über die ganze grüne Ebene von
-<a id="page-179" class="pagenum" title="179"></a>
-Brussa, tief unten im Grunde der blaue See von
-Jenischehr, rechts im Hintergrunde die schöne Bergkette
-des Arganthonios, links jäh zu unserer Seite das
-großartige Gökdereh. Von der Turkmenenplatte aufwärts
-führte uns der Weg fast drei Stunden lang
-über die Granitgehänge der zweiten Terrasse, deren
-Walddecke meist aus Nadelholz, größtenteils Edeltannen
-und Lärchenfichten, besteht. Namentlich unter ersteren
-finden sich prachtvolle alte Stämme von gewaltiger
-Höhe und Stärke, mit langen, grauen Bartflechten
-behangen. Große Strecken des Forstes waren durch
-Waldbrände zerstört, und wie riesige Gespenster ragten
-die nackten, gebleichten Stämme der hohen Edeltannen
-mit ihren halbverkohlten Zweigen aus den üppigen
-Farnkrautbüschen hervor, die sich auf der Brandstätte
-angesiedelt hatten. Zwischen den Aschenhaufen und den
-umherliegenden verkohlten Baumtrümmern sproßte
-neues reiches Pflanzenleben aus den Ruinen der vorhergegangenen
-Generation empor. Hunderte von kleinen
-Bächen, von dem schmelzenden Olymposschnee gespeist,
-rieselten zwischen den Felsentrümmern, und mehrmals
-mußten unsere Pferde durch reißende Bergwasser schreiten,
-deren schäumende Wellen bis zu unserem Sattel
-emporreichten.
-</p>
-
-<p>
-Der gewaltige Bergspalt des Himmelstales, auf
-dessen östlichem Rande sich unser Pfad bisher meistens
-hielt, findet jetzt seinen Abschluß durch eine kolossale
-Mauer von himmelhohen Felswänden, die von dem
-untern Rande der dritten Olympterrasse fast senkrecht
-abstürzen.
-</p>
-
-<p>
-Prächtige Wasserfälle schäumen donnernd zwischen
-den zerklüfteten Granitpfeilern in die furchtbare Tiefe
-<a id="page-180" class="pagenum" title="180"></a>
-hinab und lösen sich unten in feinen Wasserstaub auf.
-Üppige weiche Moospolster bekleiden die hervorragenden
-Köpfe des triefenden Gesteins. Unser beschwerlicher
-Pfad weicht der unersteiglichen Felsenmauer, die
-südwärts von uns liegt, aus und wendet sich mehr
-gegen Osten, über einen zerklüfteten Abhang hinweg,
-der über und über mit den großartigsten Felsentrümmern
-bedeckt ist. Die riesigen Granitblöcke, die hier
-chaotisch durcheinander und übereinander liegen, sind
-von früheren Reisenden treffend mit den Wurfgeschossen
-verglichen, deren sich die Giganten bei ihrem mißlungenen
-Sturme auf die Götterburg bedienten; oder
-auch mit den zerrissenen Gliedern der Giganten selbst,
-die Jupiter mit seinem Blitzstrahl zerschmetterte und
-in Stein verwandelte.
-</p>
-
-<p>
-Mühsam zwischen diesem Granitgetrümmer uns
-hindurchwindend, gelangen wir zu einer steilen Felsentreppe,
-über welche unsere wackeren Rosse mit bewunderungswürdiger
-Geschicklichkeit und Vorsicht hinanklettern.
-Nur an wenigen Stellen müssen wir absteigen
-und den guten Tieren selbst mit heraufhelfen. Nachdem
-wir die steilen, zum Teil in eine senkrechte Felswand
-gehauenen Stufen glücklich erklommen haben,
-stehen wir plötzlich vor einem neuen überraschenden
-Bilde. Vor uns liegt die dritte Terrasse, eine ausgedehnte
-Hochebene, mit Tausenden von riesigen Granitblöcken
-bedeckt, hier und da auch mit einigen niederen,
-ganz verkümmerten Tannen. Über denselben aber steigt
-in erhabener Majestät der gewaltige Dom des Olympgipfels
-auf, eine schön gewölbte Kuppe, von oben bis
-unten in einen schimmernden Schneemantel gehüllt.
-Zu unserer Rechten liegt am oberen Waldrande vorn
-ein kleiner, von Gebüsch umgebener, Forellen enthaltender
-<a id="page-181" class="pagenum" title="181"></a>
-Alpensee. Mein Freund Körner hat diese großartige
-Szenerie in einem prächtigen Ölbilde verewigt,
-das jetzt mein Studierzimmer schmückt.
-</p>
-
-<p>
-In munterem Galopp reiten wir nun auf dem weichen
-Moosboden gerade auf unser Ziel los. Doch nimmt
-der Wasserreichtum des von tausend Quellen getränkten
-Hochmoores bald so sehr zu, daß unsere Rosse bei
-jedem Schritte tief in den Schlamm sinken. Wir müssen
-absteigen und sie vorsichtig hinter uns herziehen, bis
-wir wieder festen Granitboden unter den Füßen haben.
-Wir begegnen hier einer langen Karawane von Eseln,
-die in Zwerchsäcken Olymposschnee herabholen, in
-Brussa und Konstantinopel die Hauptquelle für das
-schöne Fruchteis, das die Bewohner im heißen Sommer
-erquickt.
-</p>
-
-<p>
-Langsam über eine fast geneigte, teilweise mit
-Schnee bedeckte Berglehne aufsteigend, haben wir endlich
-um 10&nbsp;Uhr den nördlichen Fuß des kegelförmigen
-Gipfels erreicht. Hier liegt eine halb verfallene steinerne
-Hütte, die im Sommer von turkmenischen Hirten bewohnt
-wird. Sie erinnerte mich an die <span class="antiqua">Casa inglese</span>
-am Fuße des obersten Aschenkegels des Ätna, in der
-ich im Oktober 1859 übernachtete, und an die ähnliche
-Steinhütte, in der ich im November 1866 oben auf dem
-Pik von Teneriffa rastete, bevor ich die Besteigung des
-obersten, damals ebenfalls ganz mit Schnee bedeckten
-Kegels begann. Obgleich die elende Turkmenenhütte
-uns wenig mehr als ein trockenes Plätzchen inmitten
-der umgebenden Schneelandschaft gewährte, so war
-uns doch eine halbstündige Rast in derselben nach dem
-ununterbrochenen, anstrengenden, fünfstündigen Reiten
-und Klettern sehr willkommen.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-182" class="pagenum" title="182"></a>
-Wir zäumten unsere Pferde ab, breiteten die Satteldecken
-auf dem zerfallenen Gemäuer aus und zündeten
-aus umherliegendem Wurzelwerk und mitgebrachten
-Kohlen ein wohltuendes Feuer an. Bald kochte über
-demselben ein kräftiger Kaffee, und mit ausgezeichnetem
-Appetit verzehrten wir den Inhalt unserer Satteltaschen:
-olympischen Käse und anatolische Hühnereier,
-Smyrnafeigen und zyprische Orangen. Der treffliche
-rosenrote Feuerwein aus dem Olymphotel goß
-neue Kraft in unsere ermüdeten Glieder. Während
-dieses herzerfreuenden Mahles bewunderten wir den
-großartigen Ernst der Alpenlandschaft, die uns umgab,
-und beratschlagten, ob und wie wir die Ersteigung
-des unmittelbar vor uns liegenden Schneekegels bewerkstelligen
-könnten. Unsere Freunde unten in Brussa
-hatten uns zwar vorher schon versichert, daß in dieser
-Jahreszeit an eine Besteigung des Gipfels nicht zu
-denken sei und daß wir des Schnees wegen höchstens
-bis zur dritten Terrasse kommen würden. Auch wollten
-unsere Führer davon nichts wissen und verweigerten
-jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie <a id="corr-2"></a>prophezeiten uns
-sogar sicheren Untergang im Schnee, wenn wir unbegreiflicherweise
-auf den Gipfel klettern wollten. Indessen
-lag der schneeblinkende Doppelgipfel so verlockend
-vor uns, daß wir wenigstens den Versuch einer
-Ersteigung beschlossen, zumal ein glücklicher Erfolg
-ähnlicher früherer Wagnisse uns ermutigte. War ich
-den höheren und steileren Schneekegel des Pik von
-Teneriffa vor sieben Jahren allein und gegen den
-Willen der Führer glücklich hinaufgekommen, so mußte
-auch dieses, offenbar viel weniger schwierige Unternehmen
-glücken; und so traten wir denn wohlgemut
-nach halbstündiger Rast unsere Wanderung an.
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-183" class="pagenum" title="183"></a>
-Das glückliche Gelingen mußte davon abhängen, ob
-die vor uns liegende steile Schneewand, die in ununterbrochener
-Flucht von der Turkmenenhütte bis zum
-Doppelgipfel aufstieg, zugänglich war; ob der Schnee
-weich genug war, um darin festen Fuß zu fassen, hart
-genug, um nicht zu tief einzusinken. In der Tat war
-dies der Fall, und wir konnten ohne Gefahr, wenn
-auch nur langsam und beschwerlich, im Zickzack über
-die glänzende Lehne emporsteigen. Unsere kleine Gesellschaft
-kam jedoch bald auseinander, da sich jeder
-seinen eigenen Weg suchte. Ich hielt mich am weitesten
-östlich, zog die kürzeste und steilste Richtung vor und
-hatte nach anderthalbstündigem anstrengenden Klettern
-glücklich den höchsten Gipfel erreicht; es war gerade
-12&nbsp;Uhr mittags. Eine halbe Stunde später traf auch
-der Maler Körner oben ein, der sich seinen Pfad auf
-einer etwas flacher geneigten Schneelehne gesucht und
-dadurch einen Umweg gemacht hatte. Unsere anderen
-Reisegefährten, die eine ungünstigere, zu sehr von der
-Sonne aufgeweichte Schneehalde betreten hatten, erreichten
-die Höhe nicht und kehrten nach vergeblichen
-Versuchen zur Turkmenenhütte zurück, wo unsere
-Führer bei den Pferden geblieben waren.
-</p>
-
-<p>
-Eigentümlich erhebend und großartig war die gewaltige
-Rundsicht, die wir nun auf dem Gipfel des
-asiatischen Olymp, in ungefähr 8000 Fuß Höhe über
-dem Meere, genossen, und die durch das herrlichste,
-klarste Sonnenlicht begünstigt wurde. Wir standen
-auf einem anatolischen &bdquo;Dreiherrenspitz&ldquo;, denn der
-Gipfel des Olympos bezeichnet die Grenze dreier Provinzen
-des alten römischen Weltreiches. Bithynien im
-Norden und Osten, Phrygien im Süden, Mysien im
-Westen. Vor allem großartig und prächtig ist der
-<a id="page-184" class="pagenum" title="184"></a>
-Blick nach Norden, wo unser Auge über die grüne
-Ebene von Brussa und den blauen Golf von Mudania
-hinüber auf das Marmarameer schweift, auf die Prinzeninseln
-und weiter bis zum Bosporus, ja bis zu dem
-Häusermeer und dem Kuppelwald von Konstantinopel,
-das wir eben noch erkennen können. Westwärts erfreut
-sich das Auge an den herrlichen grünen Gefilden
-des fruchtbaren und früher reich bevölkerten mysischen
-Küstenlandes, aus denen die beiden großen Landseen
-von Apollonia und Manija wie zwei blinkende Augen
-glanzvoll hervorschauen. Im Süden hingegen erblicken
-wir weit und breit nur dunkles Waldgebirge, Kuppen
-über Kuppen gehäuft, die Gipfel noch mit Schnee bedeckt,
-ohne eine Spur von menschlichen Wohnsitzen.
-Ostwärts ist die Rundsicht großenteils durch die benachbarten
-niederen Höhen des Olymprückens verdeckt.
-</p>
-
-<p>
-Welche Ereignisse vollzogen sich auf der welthistorischen
-Schaubühne, welche unser Auge hier mit
-einem Blicke meilenweit überfliegt! Welche Fülle der
-größten historischen Erinnerungen knüpft sich allein
-an die Wasserstraße zu unseren Füßen, die gleich einem
-Zauberbande zwei Weltteile trennt und verbindet!
-Hier führten Xerxes und Darius ihre persischen Heeresmassen
-nach Griechenland hinüber; hier traten die
-römischen Legionen von Europa nach Asien über, um
-die Königreiche von Bithynien und Mysien der Universalherrschaft
-Roms zu unterwerfen; aus demselben
-Boden sammelten die ersten Osmanensultane, deren
-Wiege in Brussa stand, ihre Türkenheere, die in kurzer
-Zeit der Schrecken Europas wurden; und ebenda
-strömten wiederum die bunten Scharen der Kreuzfahrer
-aus allen Landen Europas nach dem &bdquo;Heiligen Lande&ldquo;,
-um das leere Phantom der Grabeskirche zu erobern!
-</p>
-
-<p>
-<a id="page-185" class="pagenum" title="185"></a>
-Nachdem wir uns an dem wunderbaren Panorama
-gesättigt und die daran sich knüpfenden Erinnerungen
-in raschem <a id="corr-3"></a>Phantasiefluge an uns hatten vorüberziehen
-lassen, warfen wir noch einen Blick auf die
-nächste Umgebung, auf die weißen Marmorblöcke, die
-den Gipfel des Olymp bedecken, und auf die winzige
-Alpenflora, die zwischen denselben den Boden bekleidet.
-Da erkannten wir, unter der Schneedecke versteckt,
-zierliche kleine Saxifragen und Gentianen, niedliche
-Kruziferen und Primeln, Alpenpflanzen, deren schöne,
-farbenreiche Blüten im Hochsommer den Gipfel des
-Götterberges mit buntem Schmucke zieren. Gegenwärtig
-waren nur das im Winterschlaf versunkene
-Kraut der Zwergflora sichtbar und trockene Früchte
-aus dem vorigen Jahre. Aber ein Schwarm von
-niedlichen roten, schwarz getüpfelten Marienkäferchen
-(<span class="antiqua">Coccionella</span>) tummelte sich im Sonnenschein auf dem
-schneebedeckten Rasen. Auch eine der beliebtesten und
-am meisten charakteristischen Pflanzen unserer Hochalpen
-fehlte nicht: das Edelweiß, oder doch eine
-diesem nahe verwandte, mit weitem Filz bedeckte
-<span class="antiqua">Gnaphalium</span>-Art.
-</p>
-
-<p>
-Als bleibendes Andenken an die gelungene Olympbesteigung
-schlug ich mir die Spitze des am höchsten
-vorragenden Marmorblockes ab und steckte sie zu den
-Alpenpflanzen in die Wandertasche; vertrauend, daß
-Vater Zeus darüber nicht zürnen werde, wenn sein
-Götterberg um einen halben Fuß niedriger ist. Dann
-trat ich mit meinem Gefährten Körner wohlgemut den
-Rückweg an. Über die glatte Schneewand herabrutschend,
-waren wir in kurzer Zeit wieder bei der
-Turkmenen-Hütte und banden uns hier noch einen
-schönen Strauß von den bunten Blumen, die unmittelbar
-<a id="page-186" class="pagenum" title="186"></a>
-am Rande des schmelzenden Schnees blühten:
-gelber und violetter Safran (<span class="antiqua">Crocus</span>), blaue Meerzwiebel
-(<span class="antiqua">Scilla</span>) und rote Aurikeln (<span class="antiqua">Primula</span>). Dann
-setzten wir uns wieder zu Pferde, genossen auf dem
-Rückwege, der mit mehr Muße zurückgelegt wurde,
-noch eine prachtvolle Abendbeleuchtung und waren um
-8&nbsp;Uhr abends wieder in Brussa.
-</p>
-
-<p class="end">
-Ende.
-</p>
-
-<h2 class="toc chapter" id="chapter-0-8">
-<a id="page-187" class="pagenum" title="187"></a>
-<span class="firstline"><span class="line1">Natur und Mensch.</span></span><br />
-<span class="line2">Inhalt.</span>
-</h2>
-
-<div class="table" id="Table-187" title="Tabelle: Inhalt">
-<table class="toc" summary="TOC">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">&nbsp;</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- <td class="col_page">Seite</td>
- </tr>
- <tr class="h">
- <td class="col1">&nbsp;</td>
- <td class="col2"><em>Einleitung:</em> Ernst Haeckel</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-3">3</a></td>
- </tr>
- <tr class="h">
- <td class="col1">&nbsp;</td>
- <td class="col2"><em>Natur und Mensch:</em></td>
- <td class="col_page"><a href="#page-23">23</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">I.</td>
- <td class="col2">Inhalt und Bedeutung der Abstammungslehre</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-25">25</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">II.</td>
- <td class="col2">Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-51">51</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">III.</td>
- <td class="col2">Die Gasträatheorie</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-89">89</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">IV.</td>
- <td class="col2">Erfahrung und Erkenntnis</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-119">119</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">V.</td>
- <td class="col2">Arabische Korallen</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-138">138</a></td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">VI.</td>
- <td class="col2">Brussa und der asiatische Olymp</td>
- <td class="col_page"><a href="#page-159">159</a></td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
-</div>
-
-<div class="ads ads1">
-<p class="center">
-<a id="page-189" class="pagenum" title="189"></a>
-Georg Reimer, Berlin W. 35.
-</p>
-
-<p class="hdr">
-<span class="firstline">Ernst Haeckel</span>
-</p>
-
-<p class="big bold center">
-Natürliche Schöpfungsgeschichte.
-</p>
-
-<p class="center">
-Gemeinverständliche wissenschaftliche Vorträge über die
-Entwicklungsgeschichte.
-</p>
-
-<p class="center">
-Ausgabe in einem Bande. Mit 30 Tafeln. Geb. 8&nbsp;M.
-</p>
-
-<p class="big bold center">
-Prinzipien der Generellen Morphologie der Organismen.
-</p>
-
-<p>
-Wörtlicher Abdruck eines Teiles der 1866 erschienenen
-Generellen Morphologie. (Allg. Grundzüge der organischen
-Formen-Wissenschaft mechanisch begründet durch
-die von Charles Darwin reformierte Deszendenz-Theorie.)
-</p>
-
-<p class="center">
-Mit einem Porträt. Geheftet 12&nbsp;M. Halbfranz geb. 14&nbsp;M
-</p>
-
-<p class="big bold center">
-Systematische Phylogenie.
-</p>
-
-<p class="center">
-Entwurf eines natürlichen Systems der Organismen
-auf Grund ihrer Stammesgeschichte.
-</p>
-
-<p class="list">
-1. Teil: Protisten und Pflanzen. 10&nbsp;M.<br />
-2. Teil: Wirbellose Tiere (<span class="antiqua">Invertebrata</span>). 17&nbsp;M.<br />
-3. Teil: Wirbeltiere (<span class="antiqua">Vertebrata</span>). 16&nbsp;M.
-</p>
-
-<p class="center">
-Drei Halbfranzbände gebunden 49&nbsp;M.
-</p>
-
-<p class="big bold center">
-Arabische Korallen.
-</p>
-
-<p>
-Ein Ausflug nach den Korallenbänken des Roten Meeres
-und ein Blick in das Leben der Korallentiere. Populäre
-Vorlesung mit wissenschaftlichen Erläuterungen.
-</p>
-
-<p class="center">
-Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 20 Holzschnitten.
-Geheftet 15&nbsp;M.
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="ads ads2">
-<p class="hdr">
-<a id="page-190" class="pagenum" title="190"></a>
-<span class="firstline">Selektionsprinzip</span><br />
-und Probleme der Artbildung.
-</p>
-
-<p class="unwrap center">
-Ein Handbuch des Darwinismus<br />
-von<br />
-<b>Dr. Ludwig Plate</b><br />
-Professor der Zoologie an der Landw. Hochschule und an der<br />
-Universität Berlin.
-</p>
-
-<p class="bold center">
-Dritte, sehr vermehrte Auflage.
-</p>
-
-<p class="center">
-Mit 60 Figuren im Text.
-</p>
-
-<p class="center">
-VIII u. 493 S. Gr. 8. Geh. M&nbsp;12.&mdash;, in Leinen geb. M&nbsp;13.&mdash;
-</p>
-
-<p>
-Von allen neueren Arbeiten über die Selektionstheorie ist vorliegende
-unstreitig die bedeutendste ... Zum Schlusse möchten wir
-noch auf den Gegensatz dieser im besten Sinne wissenschaftlichen
-Kritik zu den tendenziösen Entstellungen Fleischmanns, Dennerts usw.
-hinweisen, ein Gegensatz, der so auffallend ist, daß selbst der Laie
-sofort sehen wird, zu wessen Führung er am meisten Vertrauen
-haben darf.
-</p>
-
-<p class="src">
-<em>Die Umschau.</em>
-</p>
-
-<p class="big bold unwrap center">
-Einführung<br />
-in die Vererbungswissenschaft.
-</p>
-
-<p class="unwrap center">
-In zwanzig Vorlesungen für Studierende,<br />
-Ärzte, Züchter von<br />
-<b>Dr. Richard Goldschmidt</b><br />
-a.&nbsp;o. Professor der Zoologie an der Universität München.
-</p>
-
-<p class="center">
-Mit 161 Abbildungen im Text.
-</p>
-
-<p class="center">
-IX u. 502 S. gr. 8. Geh. M&nbsp;11.&mdash;; in Leinen geb. M&nbsp;12.25.
-</p>
-
-<p>
-Das fesselnd und klar geschriebene Buch muß dringend allen
-denen empfohlen werden, welche in die moderne Ausgestaltung der
-Vererbungslehre, ihre Methoden, Ergebnisse und theoretischen Vorstellungen
-eindringen wollen.
-</p>
-
-<p class="src">
-<em>Zentralbl. f. Physiologie.</em>
-</p>
-
-<p class="unwrap center">
-Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage<br />
-<b>Wilhelm Engelmann in Leipzig</b>.
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="ads ads2">
-<p class="hdr">
-<a id="page-191" class="pagenum" title="191"></a>
-<span class="firstline">Anthropogenie</span><br />
-oder Entwickelungsgeschichte
-des Menschen.
-</p>
-
-<p class="unwrap center">
-Keimes- und Stammesgeschichte<br />
-von<br />
-<b>Ernst Haeckel</b>.
-</p>
-
-<p class="center">
-Sechste, verbesserte Auflage.
-</p>
-
-<p class="center">
-Zwei Teile:
-</p>
-
-<p class="unwrap center">
-Erster Teil:<br />
-<b>Keimesgeschichte oder Ontogenie</b>.
-</p>
-
-<p class="unwrap center">
-Zweiter Teil:<br />
-<b>Stammesgeschichte oder Phylogenie</b>.
-</p>
-
-<p class="center">
-Mit 30 Tafeln, 512 Textfiguren und 60 genetischen
-Tabellen. In zwei Leinenbänden M&nbsp;20.&mdash;; in zwei
-Halbfranzbänden M&nbsp;24.&mdash;.
-</p>
-
-<p class="unwrap center">
-Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage<br />
-<b>Wilhelm Engelmann in Leipzig</b>.
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="ads ads3">
-<p class="big bold center">
-<a id="page-192" class="pagenum" title="192"></a>
-<span class="centerpic"><img src="images/rub.jpg" alt="" /></span>
-Reclams Universal-Bibliothek.
-<span class="centerpic"><img src="images/rub.jpg" alt="" /></span>
-</p>
-
-<p class="center">
-Preis jeder Nummer 20 Pfennig.
-</p>
-
-<p class="hdr">
-<span class="firstline"><b>Bücher der Naturwissenschaft</b></span><br />
-herausgegeben von Prof. Dr. Siegmund Günther.
-</p>
-
-<p>
-1. Band. <b>Grundriß der Naturphilosophie</b> v. Prof.
-Dr. Wilh. Ostwald. Mit dem Bildnis des Verfassers.
-Nr.&nbsp;4992/93. Geb. 80 Pf. In Leder- od. Pergamentbd. M.&nbsp;1.50.
-</p>
-
-<p>
-2. Band. <b>Geschichte d. Naturwissenschaften</b> v. Prof.
-Dr. Siegm. Günther. Erster Teil. Mit dem Bildnis
-des Verfassers, 2 farbigen u. 4 schwarzen Tafeln. Nr.&nbsp;5069/70.
-</p>
-
-<p>
-3. Band. <b>Geschichte d. Naturwissenschaften</b> v. Prof.
-Dr. Siegm. Günther. Zweiter Teil. Mit 2 farbigen
-und 8 schwarzen Tafeln. Nr.&nbsp;5071-74.
-(1. u. 2.&nbsp;Teil zus. in 1 Band geb. M.&nbsp;1.50. In Lederbd. M.&nbsp;2.50.)
-</p>
-
-<p>
-4. Band. <b>Strahlungserscheinungen</b>, Ionen, Elektronen
-und Radioaktivität von Dr. G. Bugge. Mit
-4&nbsp;Tafeln und 20&nbsp;Zeichnungen im Text. Nr.&nbsp;515<span class="nom">1</span>/<span class="denom">5</span>2. Geb. 80&nbsp;Pf.
-In Lederband M.&nbsp;1.50.
-</p>
-
-<p>
-5. Band. <b>Licht und Farbe</b> v. Prof. Dr. Rob. Geigel.
-Mit 1&nbsp;Porträt, 4&nbsp;bunten Tafeln u. 75&nbsp;Zeichnungen im Text.
-Nr.&nbsp;5188-90. Geb. 1&nbsp;M. In Lederband M.&nbsp;1.75.
-</p>
-
-<p>
-6. Band. <b>Der Sternenhimmel</b> v. Prof. Dr. I.&nbsp;B.
-Messerschmitt. Mit dem Bildnis des Verfassers, 4&nbsp;farbigen,
-9&nbsp;schwarzen Tafeln und 24&nbsp;Zeichnungen im Text.
-Nr.&nbsp;5228-30. Geb. M.&nbsp;1.&mdash;. In Lederband M.&nbsp;1.75.
-</p>
-
-<p>
-7. Band. <b>Die Abstammungslehre</b> v. Prof. Dr. Kurt
-Lampert. Mit dem Bildnis des Verfassers, 4&nbsp;bunten,
-7&nbsp;schwarzen Tafeln und 9&nbsp;Abbildungen im Text. Nr.&nbsp;5241-43.
-Geb. M.&nbsp;1.&mdash;. In Lederband M.&nbsp;1.75.
-</p>
-
-<p>
-8. Band. <b>Die chemischen Grundstoffe</b> v. Dr. Max
-Speter. Mit 4&nbsp;bunten, 6&nbsp;schwarzen Tafeln und 10&nbsp;Figuren
-im Text. Nr.&nbsp;5269/70. Geb. 80&nbsp;Pf.
-</p>
-
-<p>
-9. Band. <b>Die Elektrizität</b> von Prof. Franz Adami.
-Erster Teil. Mit einem Porträt, 4&nbsp;schwarzen Tafeln und
-29&nbsp;Textfiguren. Nr.&nbsp;5298/99.
-</p>
-
-<p>
-10. Band. <b>Die Wärme</b> v. Robert Geigel. Mit 4&nbsp;Tafeln
-und 32&nbsp;Zeichnungen im Text. Nr.&nbsp;5321-23. Geb. M.&nbsp;1.&mdash;.
-In Leder- oder Pergamentband M.&nbsp;1.75.
-</p>
-
-<p>
-11. Band. <b>Chemie u. Technik</b> v. Dr. Günther Bugge.
-Mit 7&nbsp;Tafeln und 14&nbsp;Zeichnungen im Text. Nr.&nbsp;5348-50.
-Geb. M.&nbsp;1.&mdash;. In Leder- oder Pergamentband M.&nbsp;1.75.
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="ads ads4">
-<p class="hdr">
-<a id="page-193" class="pagenum" title="193"></a>
-<span class="firstline">Miniatur-Ausgaben</span><br />
-in modernen Leinenbänden aus Reclams
-Universal-Bibliothek
-</p>
-
- <div class="table table193" id="Table-193" title="Tabelle: RUB Miniatur-Ausgaben">
-<table class="table193" summary="Table-7">
-<tbody>
- <tr>
- <td class="col1">&nbsp;</td>
- <td class="col2">Pf.</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Abaelard u. Heloise, Briefwechsel</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Achleitner, Eisenbahnstreik</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Adami, Die Elektrizität</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Adlersfeld-Ballestrem, Violet</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Aeschylos, Sämtliche Dramen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Albrecht, Abriß der römischen Literaturgeschichte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Albumblätter</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Alt, Das Klima</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Alexis, Cabanis. 2 Bände</td>
- <td class="col2">220</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Hosen d. Herrn v. Bredow</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Roland von Berlin</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Werwolf</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der falsche Woldemar. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Andersen, Bilderbuch ohne Bilder</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Glückspeter</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Improvisator</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Nur ein Geiger</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sämtliche Märchen. 2 Lnbde.</td>
- <td class="col2">250</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, O. Z.</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash; Sein oder Nichtsein</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Anschütz, Erinnerung. aus dessen Leben und Wirken</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Anthologie, Griechische</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Apel u. Laun, Gespensterbuch</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Archenholtz, Gesch. d. 7&nbsp;jähr Krieg.</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ariosto, Rasender Roland. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Aristoteles, Die Poetik</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Verfassung von Athen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Arndt, Erinnerungen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wanderungen mit Stein</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Arnim, Bettina von, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Arnim-Brentano, Des Knaben Wunderhorn</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Arnold, Die Leuchte Asiens</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Auerbach, Barfüßele</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Frau Professorin</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Diethelm von Buchenberg</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Joseph im Schnee</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Augustinus, Bekenntnisse</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Balzac, Die Chouans</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Frau von 30 Jahren</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bandlow, Stratenfegels. 5 Bände zus. in 1 Band</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Lustig Tügs. 5 Bde. zus. in 1 Bd.</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bartels, Hebbel-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Basedows Vorstellung an Menschenfreunde</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Baudelaire, Gedichte u. Skizzen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Beecher-Stowe, Onkel Toms Hütte</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Beetschen, Flegeljahre der Liebe</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Beitzke, Geschichte des Russischen Krieges im Jahre 1812</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bell, Jane Eyre</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bellamy, Ein Rückblick</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Dr. Heidenhoffs Wunderkur</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Miß Ludingtons Schwester</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Benzmann, Mod. deutsche Lyrik</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bérangers Lieder</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Berges, Amerikana. Bd. 1-5 zus.</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bern, Deklamatorium</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bernhard, Die Glücklichen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bierbaum, Reife Früchte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bier-Komment (Tascheneinband)</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Biernatzki, Die Hallig</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bismarck, Goldene Worte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Reden. 13 Bände</td>
- <td class="col2">je 100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bismarcks Humor</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Björnson, Erzählungen</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schauspiele</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bleibtreu, Bei Jena u. a. Nov.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Friedrich d. Große bei Kolin</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Blumauer, Aeneis</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Blumenthal, Scherzgedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Blüthgen, Aus gärender Zeit</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bock, Meßfahrt u. and. Novellen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Boëtius, Tröstungen d. Philos.</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bojardo, Verliebt. Roland. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Boner, Der Edelstein</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Börne, Skizzen u. Erzählungen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Börner, Raimund-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bötticher, Alfanzereien</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Allerlei Schnick-Schnack</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-194" class="pagenum" title="194"></a>&mdash;, Allotria</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Neue Allotria. (Illustr.)</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Weiteres Heiteres</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Leichte Ware</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Humoristisches Allerlei. Zus. geb. in 2 Bänden</td>
- <td class="col2">je 120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bourget, Der Luxus der Andern</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Boy-Ed, Aus Tantalus Geschlecht</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Boyesen, Faust-Kommentar</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brachvogel, Friedem. Bach. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brant, Narrenschiff</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bremer, Die Nachbarn</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Friedrich, Musiklexikon</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brendicke, Bilder aus der Geschichte der Leibesübungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brentano, Heitere Geschichten. Bd. 1-5 zus. in 1 Band</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bret Harte, Gabriel Conroy</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kalifornische Erzählungen. 2 Bände</td>
- <td class="col2">je 120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Geschichte einer Mine</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Thankful Blossom</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Briesen, Gemütsmenschen. 1. u. 2. Band zus. in 1 Band</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brinckman, Kasper-Ohm un ick</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brücke, Säugetierorganismus</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brugsch, Aus dem Morgenlande</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Brümmer, Lexikon deutsch. Dichter bis Ende des 18. Jahrh.</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Lexikon der deutschen Dichter des 19. Jahrh. 8 Bde.</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bruno, Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Buchanan, Der Deserteur</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bücher der Naturwissenschaft. Hrsg. v. Prof. Dr. S. Günther:</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bd. 1. Ostwald, Naturphilosophie</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 2/3. Günther, Geschichte der Naturwissenschaft</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 4. Bugge, Strahlungserschein.</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 5. Geigel, Licht und Farbe</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 6. Messerschmitt, Sternenhimmel</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 7. Lampert, Abstammungslehre</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 8. Speter, Chem. Grundstoffe</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 9. u. 14. Adami, Elektrizität</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 10. Geigel, Wärme</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 11. Bugge, Chemie u. Technik</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 12. Alt, Klima</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 13. Messerschmitt, Physik der Gestirne</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 14. s. Bd. 9.</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 15. Lampert, Vom Keim zum Leben</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 16. Wieleitner, Schnee und Eis der Erde</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 17. Speter, Chem. Verwandtsch.</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 18/19. Hempelmann, Wirbeltierkörper</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 20. Pahde, Meereskunde</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 21. Leiser, Welt der Kolloide</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 22/23. Brücke, Säugetierorg.</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">" 24. Halbfaß, Süßwass. d. Erde</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Buddhas Leben und Wirken</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bugge, Chemie und Technik</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Strahlungserscheinungen (Radioaktivität)</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bülows Reden. 4 Bde.</td>
- <td class="col2">je 100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bulwer, Eugen Aram</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Nacht und Morgen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Pelham</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Rienzi</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die letzten Tage von Pompeji</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Bürger, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Münchhausens Abenteuer</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Burnett, Lord Fauntleroy</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Burns&rsquo; Lieder und Balladen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Busch, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Busse, Der dankb. Heilige u. a. Nov.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Byron, Briefe</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gesang. v. Chillon. &mdash; Mazeppa</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Gjaur</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Korsar</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Manfred</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ritter Harold</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Calderon, Das Leben ein Traum</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Camoes, Die Lusiaden</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche in der Geschichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Carmen Sylva, Aus dem Leben</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cäsar, Der Bürgerkrieg</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Gallische Krieg</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cervantes, Don Quijote. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">250</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Chamisso, Gedichte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Peter Schlemihl</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-195" class="pagenum" title="195"></a>Chateaubriand, Atala. &mdash; René. &mdash; Der letzte Abencerrage</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cherbuliez, Reich geworden</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Chiavacci, Wiener Bilder</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cholmondeley, Diana</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Chop, Richard Wagners Tondramen. Komplett in 2 Bänden</td>
- <td class="col2">300</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Beethovens Symphonien</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cicero, Gespräche in Tuskulum</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Claudius&rsquo; Ausgewählte Werke</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cölestin, Forsthausgeschichten</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Collius, Ohne Namen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cooper, Der letzte Mohikan</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Spion</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cornelius, Peter, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Cremer, Holländische Novellen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Çûdraka, Vasantasênâ</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Dadone, Wie ich z. mein. Frau kam</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Damm, Arthur Schopenhauer</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dante, Göttliche Komödie</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Das Neue Leben</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Darwin, Die Abstammung des Menschen. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Entstehung der Arten</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Daudet, A., Briefe a. mein. Mühle</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Fromont jun. &amp; Risler sen.</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Jack</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Künstler-Ehen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Tartarin aus Tarascon</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, E., Die Frau des Botschafters</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Daumer, Hafis</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">David, Der Bettelvogt u. a. Erz.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ein Poet u. a. Erzählungen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Davids, Der Buddhismus</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Defoe, Robinson Crusoe</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Denison, So&rsquo;n Mann wie mein Mann</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Descartes, Methode des richtigen Vernunftgebrauchs</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dessauer, Götzendienst</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Detmold, Randzeichnungen. &mdash; Anleitung zur Kunstkennerschaft</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Deutscher Minnesang</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dickens, Copperfield. 2 Leinenbde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Dombey &amp; Sohn. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Harte Zeiten</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Heimchen am Herde</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Kampf des Lebens</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Klein Dorrit. 2 Leinenbände</td>
- <td class="col2">250</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Londoner Skizzen</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Martin Chuzzlewit. 2 Leinbde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Nikolas Nickelby. 2 Leinenbde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Oliver Twist</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Pickwickier. 2 Lnbde.</td>
- <td class="col2">200</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zwei Städte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Silvester-Glocken</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Verwünschte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Weihnachtsabend</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Weihnachtsgeschichten in 1 Bd.</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Diers, Frau Elsbeth</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dittrich, Tages-Chronik v. 1870/71</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dokumente zur Geschichte des Krieges 1914/15. 3 Bände</td>
- <td class="col2">je 60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dombrowski, Grüne Brüche. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Donnelly, Cäsars Denksäule</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dostojewskij, Erzählungen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Memoiren aus einem Totenhaus</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schuld und Sühne</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Doyle, Onkel Bernac</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Droste-Hülshoff, Gedichte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dufresne, Damespiel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schachaufgaben. 5 Teile</td>
- <td class="col2">je 80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schachmeisterpartien. 1. Teil (2.-4. s. Mieses)</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schachspiel</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Dumas, Die drei Musketiere</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zwanzig Jahre später. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">250</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Eberhard, Hannchen und die Küchlein</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Eckermann, Gespräche m. Goethe</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Eckstein, Der Besuch im Karzer</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Edda. Deutsch von Wolzogen</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">v. Eichendorff, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Aus d. Leben e. Taugenichts</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Marmorbild. &mdash; Schloß Dürande</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ekkehard von St. Gallen, Das Waltharilied</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Eliot, Adam Bede</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Mühle am Floß</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Silas Marner</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Emerson, Essays</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Repräsentanten des Menschengeschlechts</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Enking, Heine Stölting u. a. Erz.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Eötvös, Der Dorfnotar</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Epiktets Handbüchlein d. Moral</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-196" class="pagenum" title="196"></a>Erckmann-Chatrian, Freund Fritz</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Geschichte eines Anno 1813 Konskribierten</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Waterloo</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Geschichte e. Anno 1813 Konskribierten u. Waterloo in 1 Bd.</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ernst, Vom Strande des Lebens</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Etlar, Vendetta</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Eulenspiegel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Euler, Algebra</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ewald, Bilder aus dem Tier- und Pflanzenleben</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Streiflichter</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Eyth, Berufstragik</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Felder, Liebeszeichen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ferry, Der Waldläufer. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Feth, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Feuchtersleben, Diätetik d. Seele</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Feuerbach, Wesen d. Christentums</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Feuerwehrliederb. (Tascheneinbd.)</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Fichte, Bestimmung d. Menschen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Reden an die deutsche Nation</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Fielding, Tom Jones. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Fischart, Die Flohhatz</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Flaubert, Madame Bovary</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Salambo</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Fleming, Ausgewählte Dichtungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Flygare-Carlen, Rose von Tistelö</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Fofanow, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Forster, Ansichten vom Niederrhein. 3 Teile. Zus. geb.</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Fouqué, Undine</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">France, Prof. Bonnards Schuld</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Franklins Leben</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Französische Lyrik</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Faungruber, Ausseer G&rsquo;schichten</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Freidanks Bescheidenheit</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Freiligrath, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Frenzel, Das Abenteuer</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Berliner Märztage und andere Erinnerungen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Hausfreund</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Uhr</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Freund, Rätselschatz</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Fried, Lexikon deutscher Zitate</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Lexikon fremdsprachl. Zitate</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Friedrichs des Großen ausgewählte Briefe</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Fritze, Indische Sprüche</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Gaedertz, Fritz Reuter-Biogr.</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gallet, Kapitän Satan</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gaudy, Schneidergesell</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Venezianische Novellen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Geibel, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Geigel, Licht und Farbe</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Wärme</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Geiger, A., Der Blitz &mdash; Die Trommel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, L., Chamisso-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Geijer, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gellert, Fabeln u. Erzählungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Oden und Lieder</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gensichen, Zu den Sternen!</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">George, Fortschritt und Armut</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gerhard, Die Stangenjäger u. andere Erzählungen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gerhardts geistliche Lieder</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gerstäcker, Unter dem Äquator</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Flußpiraten des Mississippi</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Kunstreiter</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Regulatoren in Arkansas</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gerstmann, Der Mühlhofbauer</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gesetze: s. unter Reichsgesetze, Preußische, Österreichische und Schweizerische Gesetze.</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gilm, Gedichte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Girschner, Musikal. Aphorismen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gleim, Ausgewählte Werke</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Glümer, Schröder-Devrient</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gobineau, Asiatische Novellen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Reisefrüchte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Renaissance</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Das Siebengestirn</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Tänzerin von Schemacha</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gogol, Phantasien u. Geschichten</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Goldsmith, Der Landprediger von Wakefield</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gorjkij, Erzählungen</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Goethe, Egmont</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Faust. 2 Teile in 1 Band</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte. In Leinen, 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Götz von Berlichingen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Hermann und Dorothea</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Iphigenie auf Tauris</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Dramatische Meisterwerke (Götz von Berlichingen. Egmont. Iphigenie auf Tauris. Tasso)</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Reineke Fuchs</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Torquato Tasso</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Werthers Leiden</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-197" class="pagenum" title="197"></a>&mdash;, Briefe an Frau Charlotte von Stein</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Goethe u. Zelter, Briefwechsel. 3 Bände</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Goethe-Schiller Xenien</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Goethes Mutter, Briefe</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gottfried v. Straßburg, Tristan und Isolde</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gotthelf, Uli der Knecht</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Uli der Pächter</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gottschall, H. Schachaufg. 2 Teile</td>
- <td class="col2">je 80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, R., Deutsche Lyrik d. 19. Jahrhdts. bis zur modernen Ära</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Grabbe-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Lenau-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schiller-Biographie</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Rose vom Kaukasus</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Grabein, Der tolle Hans</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wildwasser</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gracians Handorakel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Greinz, Lust. Tiroler Geschichten</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Grillparzer, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Grimm, Brüder, 50 Märchen (mit 12 Bildern)</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sämtl. Märchen 1. u. 2. Bd.</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, &mdash; 3. Bd.</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, M., Aus der Kinderstube</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplizissimus</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Groller, Detektiv Dagoberts Taten und Abenteuer. 2 Bände</td>
- <td class="col2">je 100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Vom kleinen Rudi</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Grosse, Novellen des Architekten</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Grossi, Marco Visconti</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Grün, Anastasius, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Spaziergänge e. Wiener Poeten</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gruppe, O.&nbsp;F., Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gudrun. Deutsch von Junghans</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gundlach, Französische Lyrik</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, 1000 Schnadahüpfln</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gunkel, Ohne Heim</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Günther, Joh. Chr., Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sigm., Geschichte der Naturwissenschaften</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gussew und Spiro, Gespräche mit Graf Leo Tolstoi</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Gutzkow, Ausgewählte Novellen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Königsleutnant</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Urbild des Tartüffe</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Uriel Acosta</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zopf und Schwert</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Haarhaus, Goethe-Biographie</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Habberton, Allerhand Leute</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Frau Marburgs Zwillinge</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Andrer Leute Kinder</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Helenes Kinderchen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Helenes Kinderchen u. Andrer Leute Kinder in 1 Band</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hackländer, Augenblick d. Glücks</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Handel und Wandel</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Soldatenleben im Frieden</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Haeckel, Natur und Mensch</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Haek, Phantasie- u. Lebensbilder</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hagedorn, Poetische Werke</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hagen, Norika</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Halbfaß, Süßwasser der Erde</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hals oder Peinliche Gerichtsordnung</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hamm, Wilhelm, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hammer, Schau um dich</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hansjakob, Der Theodor</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hartmann, Krieg um den Wald</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hartmann v. Aue, Gregorius</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der arme Heinrich</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hauff, Die Bettlerin</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Lichtenstein</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Mann im Monde</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Märchen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Memoiren des Satan</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Phantasien</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Haug, Sinngedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Haushofer, Der Floßmeister. &mdash; Scharka</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Häusser, Freiheitskriege. 1. Band</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, &mdash; 2. Band</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Völkerschlacht b. Leipzig 1813</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hebbel, Gedichte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Nibelungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hebel, Allemannische Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schatzkästlein</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hegel, Philosophie der Geschichte</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Heiberg, Die Andere. &mdash; Einmal im Himmel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hein, Adalbert Stifter</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Heine, Atta Troll &mdash; Deutschland</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Buch der Lieder</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Neue Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Harzreise</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Romanzero</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Heliand</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Helmer, Prinz Rosa-Stramin</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-198" class="pagenum" title="198"></a>Hempelmann, Der Wirbeltierkörper. 1. u. 2. Teil zus. in 1 Bd.</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Herbart, Allgemeine Pädagogik</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Pädagogische Vorlesungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Herder, Der Eid</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schulreden</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Stimmen der Völker</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hermannsthal, Ghaselen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Herodotos Geschichten. 2 Bände</td>
- <td class="col2">200</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Herold, Zenab</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Herrig, Gesamm. Aufsätze über Schopenhauer</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hertz, König Renés Tochter</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hertzka, Reise nach Freiland</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Herwegh, Gedichte eines Lebendigen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Herzog, Komödien des Lebens</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hesekiel, Das Buch vom Fürsten Bismarck. 2 Bände</td>
- <td class="col2">200</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Heyden, Das Wort der Frau</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Heyse, Paul, Zwei Gefangene</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, König Saul</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hilfsbuch, engl.-franz.-deutsches</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hille, Aus d. Heiligtum d. Schönh.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hiob, Das Buch</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hippel, Über die Ehe</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hitopadesa</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hocking, Im Kampfe m. d. Schicksal</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hoefer, Erzählgn. e. alt. Tambours</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hoffmann, Elixiere des Teufels</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kater Murr</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Klein Zaches</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kreisleriana</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hoffmann v. Fallersleben, Ausgewählte Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kinderlieder</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hölderlin, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hollaender, Der Pflegesohn und zwei andere Novellen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Holtei, Der letzte Komödiant</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schlesische Gedichte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Vagabunden. 2 Bände</td>
- <td class="col2">240</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hölty, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Holzamer, Der Held u. a. Nov.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Homer, Werke. Von Voß (Ilias, Odyssee)</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ilias</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Odyssee</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hopfen, Der Böswirt</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Mein Onkel Don Juan</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Horaz Werke. Von Voß</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hufeland, Makrobiotik</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hugo, Victor, Notre-Dame</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Humboldt, A. v., Ansicht d. Natur</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, W. v., Briefe an eine Freundin</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hume, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hunt, Leigh, Liebesmär von Rimini. Deutsch v. Meerheimb</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Hutten, Gesprächsbüchlein</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Jacobsen, Niels Lyhne</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sechs Novellen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jahn, Deutsches Volkstum</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kleine Schriften</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, u. Eiselen, Deutsche Turnkunst</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Japanische Novellen u. Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ibsen, Brand</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gesammelte Werke. 4 Lbd.</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Iden-Zeller, 12000 Kilometer durch Sibirien</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jean Paul, Flegeljahre</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Hesperus. 2 Leinenbde.</td>
- <td class="col2">200</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Immergrün &amp;c.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Jubelsenior</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Dr. Katzberger</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Komet</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Levana</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Quintus Fixlein</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Siebenkäs</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Titan. 2 Leinenbände</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jensen, H., Schatten d. Schlachtfeldes</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wilh., Erbin von Helmstede</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Hunnenblut</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jerome, Die müßigen Gedanken eines Müßigen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jerrold, Frau Kaudels Gardinenpredigten</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jesaja, Buch vom Propheten</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ifflands Briefwechsel</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Immermann, Die Epigonen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Münchhausen</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Oberhof</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Tristan u. Isolde</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Tulifäntchen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Joëls Kochbuch</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jókai, Dame mit den Meeraugen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schwarze Diamanten</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ein Goldmensch</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ein ungarischer Nabob</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gold. Zeit in Siebenbürgen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-199" class="pagenum" title="199"></a>&mdash;, Die Táblabirós</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Traurige Tage</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die unsichtb. Sängerin. &mdash; Das Faustpfand</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zoltán Karpáthi</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Irving, Alhambra</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Skizzenbuch</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jugenderinnerungen eines alten Mannes</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jugendliederbuch (Tascheneinband)</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Junggesellenbrevier</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Jung-Stillings Lebensgeschichte</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Kalidasa, Sakuntala</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zum ewigen Frieden</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kritik der Urteilskraft</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kritik der prakt. Vernunft</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kritik der reinen Vernunft</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Von der Macht des Gemüts</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Allgemeine Naturgeschichte &amp;c.</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Prolegomena</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Religion</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Streit der Fakultäten</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Träume eines Geistersehers</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kartenspiele. 3 Bände</td>
- <td class="col2">je 60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kellen, Bienenbuch</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Keller, Helen, Auswahl</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kennan, Russische Gefängnisse</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sibirien. 3 Teile</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zeltleben in Sibirien</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kerner, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Seherin von Prevorst</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kiesgen, Kleist-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kinkel, Otto der Schütz</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kleist, E. Chr. v., Werke</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Klepp, Lehrbuch d. Photographie</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Klopstock, Messias</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Oden und Epigramme</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Knigge, Umgang mit Menschen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kobell, Gedichte in oberbayrischer Mundart</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte in pfälz. Mundart</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Köhler, Fr., s. Taschenwörterbücher.</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Fremdwörterbuch</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Br., Trachtenkunde. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">400</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kolzow, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kommersbuch (Tascheneinband)</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kommers- u. Studentenliederbuch in 1 Band</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Konrad, Das Rolandslied</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kopisch, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Koran, Der</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Körner, Leier und Schwert</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zriny</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Korolenko, Der blinde Musiker</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sibirische Novellen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kortum, Die Jobsiade</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kosegarten, Jucunde</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kriegslieder (Tascheneinband)</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kröger, Wohnung des Glücks</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Krummacher, Parabeln</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kugler, Geschichte Friedrichs d. Großen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kühns, Unter Napoleons Joch</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Kürnberger, Der Amerikamüde</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Lafontaines Fabeln</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lagerlöf, Gösta Berling</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Eine Gutsgeschichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lamartine, Dichtungen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Graziella</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lambeck, Engl.-franz.-deutsches Hilfsbuch</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lampert, Abstammungslehre</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, vom Keim zum Leben</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lamprecht, Porträtgalerie aus der Deutschen Geschichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Land, Ja &mdash; die Liebe</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lange, Geschichte des Materialismus. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lavater, Worte des Herzens</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Le Braz, Sirenenblut</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Leffler, Sonja Kovalevsky</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lehmann, Fludyer in Cambridge</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Leibniz, Kleinere philos. Schriften</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Theodizee. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Leiser, Die Welt der Kolloide</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Leitner, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lenau, Die Albigenser</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Faust</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Savonarola</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lenk, Gesch. d. Buren (1652-1899)</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lennig, Etwas zum Lachen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lenz, Militärische Humoresken</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lermontow, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ein Held unsrer Zeit</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lesage, Gil Blas</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der hinkende Teufel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-200" class="pagenum" title="200"></a>Lessing, Dramat. Meisterwerke (Nathan der Weise. Emilia Galotti. Minna von Barnhelm)</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Emilia Galotti</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Laokoon</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Minna von Barnhelm</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Nathan der Weise</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Leuthold, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lichtenberg, Ausgew. Schriften</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lichtstrahlen aus dem Talmud</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lie, Die Familie auf Gilje</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ein Mahlstrom</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Dreimaster &bdquo;Zukunft&ldquo;</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Liebesbrevier</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Liebmann, Christliche Symbolik</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lingg, Byzantinische Novellen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Linguet, Die Bastille</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Livius, Röm. Geschichte, 4 Bde.</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Locke, Über den menschlichen Verstand, 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lohengrin, Deutsch v. Junghans</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lombroso, Genie und Irrsinn</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Handbuch der Graphologie</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Studien üb. Genie u. Entart.</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, P., Kodak</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Longfellow, Evangeline</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Hiawatha</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Miles Standish</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Loti, Die Islandfischer</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lucrez, Von der Natur der Dinge</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ludwig, Die Heiterethei</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zwischen Himmel und Erde</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ludwig I. von Bayern, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Luther, Sendbrief v. Dolmetschen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Tischreden</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lux, Kunst im eigenen Heim</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Lyrik, Deutsche, des 19. Jahrh. bis zur modernen Ära</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Moderne Deutsche</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Macchiavelli, Buch vom Fürsten</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mackay, Letzte Pflicht</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Madách, Tragödie des Menschen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mahlmann, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Maikow, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Manzoni, Die Verlobten. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">200</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Marc Aurels Selbstbetrachtungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Margueritte, Weltkinder</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mark Twain, Ausgew. Skizzen</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Marryat, Japhet</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Peter Simpel</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Martials Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mathesius, Luthers Leben</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Matthisson, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Maupassant, Novellen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Meerheimb, Psychodram. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mehring, Deutsche Verslehre</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ungebundenes in geb. Form</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Meißner, Aus d. Papieren eines Polizeikommissärs</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mendelssohn, Phädon</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mendheim, Uhland-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Merbach, Bismarck</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Merker, Wieland-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Messerschmitt, Physik d. Gestirne</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sternenhimmel</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Meyer, Auf der Sternwarte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Michelet, Die Frau</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Liebe</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mickiewicz, Balladen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mieses, Schachmeisterpartien. Teil 2-4 (Teil 1 f. Dufresne)</td>
- <td class="col2">je 80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mignet, Geschichte der französischen Revolution</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mikszáth, Der wundertätige Regenschirm</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mill, Über Freiheit</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Milow, Stephan, Drei Novellen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Milton, Das verlorene Paradies</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Minnesang, Deutscher</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Möbius, Das Nervensystem</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Molo, Totes Sein</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Moltke, Die beiden Freunde</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Montesquieu, Persische Briefe</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Moore, Irische Melodien</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Lalla Rukh</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Moreto, Donna Diana</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mörike, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Mozart auf d. Reise nach Prag</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Moritz, Anton Reiser</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Götterlehre</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mosen, Bilder vom Moose</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Möser, Patriotische Phantasien</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mügge, Afraja. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">220</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Vogt von Sylt</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Muellenbach, Waldmann und Zampa und andere Novellen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Müller, Curt, Hexenaberglaube</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wilh., Gedichte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-201" class="pagenum" title="201"></a>Müllner, Dramatische Werke</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Murger, Zigeunerleben</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Murner, Narrenbeschwörung</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Musäos, Hero und Leander</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mutterherz, Das</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Mylius, Die Türken vor Wien</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Nadler, Fröhlich Palz, Gott erhalts!</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nadson, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Namenbuch</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nathusius, Elisabeth</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Tagebuch eines armen Fräuleins</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nekrassow, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wer lebt glücklicher in Rußland?</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nepos&rsquo; Biographien</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nettelbecks Lebensbeschreibung</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Neumann, H.&nbsp;K., Nur Jehan</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, C.&nbsp;W., Wunder d. Urwelt. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Neumann-Hofer, Familie Rizzoni</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nibelungenlied</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Niese, Der verrückte Flinsheim und zwei andere Novellen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nikitin, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nirwana</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Noël, Kleines Volk</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Nohl, Musikgeschichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Novalis, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Ohnet, Sergius Panin</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ossig, Spanisches Taschen-Wörterbuch</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Österreichische Börsenschiedsgerichtsordnungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Bürgerliches Gesetzbuch</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Exekutionsordnung</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gerichtsorganisationsgesetz</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Personalsteuergesetz</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Vollzugsvorschrift z. Personalsteuergesetz. 1. Hauptstück</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">2. u. 3. Hauptstück</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">4.-6. Hauptstück</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">1.-6. Hauptstück zusammen in 1 Band</td>
- <td class="col2">250</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zivilprozeßordnung</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ostwald, H., Landstreichergeschichten</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, W., Grundriß der Naturphilosophie</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Oswald von Wolkenstein, Dichtungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ouida, Fürstin Zouroff</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ovid, Heroiden</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Verwandlungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Pahde, Meereskunde</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Parreidt, Zähne u. ihre Pflege</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pascal, Gedanken</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pauli, Schimpf und Ernst</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Perfall, Dämon Ruhm</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Trudenstein. &mdash; Prüglmensch</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pestalozzi, Lienhard u. Gertrud</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Peter, Das Aquarium</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Petersen, Die Irrlichter</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Prinzessin Ilse</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Petöfi, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Prosaische Schriften</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Petrarca, Sonette</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pfarrer vom Kalenberg und Peter Leu</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pfeffel, Poetische Werke</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Platen Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Platon, Phädon</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Plutarch, Vergleichende Lebensbeschreibungen. 4 Bände</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Poe, Novellen. 3 Bde. zus. in 1 Bd.</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pol de Mont, Zeiten und Zonen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pollock, Gesch. der Staatslehre</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Polonskij, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pötzl, Der Herr von Nigerl</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Hoch vom Kahlenberg. I-III</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kriminal-Humoresken</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Leute von Wien</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Rund um den Stephansturm</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Presber, Das Eichhorn u. a. Sat.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Untermensch u. and. Satiren</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Preußische Gesetze:</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Verfassungsurkunde für den preußischen Staat</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Wahl-Reglement d. Preußischen Abgeordneten-Hauses</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Properz, Elegieen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Prophet Jesaja</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Psalter, Der</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Pferhofer, Aus jungen Tagen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Puschkin, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Gefangene im Kaukasus</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Hauptmannstochter</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-202" class="pagenum" title="202"></a>&mdash;, Novellen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Onegin</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Raabe, Zum wilden Mann</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rameau, Die Hexe</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rangabé, Kriegserinnerungen aus 1870-71</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ranke, Die Erhebung Preußens im Jahre 1813</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Räuber, Literarische Salzkörner</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Reclam, Prof. Dr. Carl, Gesundheits-Schlüssel</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rehfues, Scipio Cicala. 2 Lbde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Reichenau, Bilder aus dem Kinderleben</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Reichsgesetze, Deutsche:</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Bankwesen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Binnenschiffahrts- u. Flößereigesetz</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Bürgerliches Gesetzbuch</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">&mdash; &mdash; Tascheneinbd.</td>
- <td class="col2">125</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Freiwillige Gerichtsbarkeit</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Gerichtskostenwesen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Gerichtsverfassungsgesetz</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Geschäftsordnung f. d. Reichstag</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Gewerbegerichtsgesetz</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Gewerbeordnung</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Grundbuchordnung</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Handelsgesetzbuch</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">&mdash; u. Wechselordnung zus. geb.</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Impfgesetz f. d. Deutsche Reich</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Kaufmannsgerichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Konkursordnung</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Kriegsgesetze</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">&mdash; Ergänzungsband</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Militärversorgungsgesetze für das Deutsche Reich</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Patentgesetz</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Preßgesetz und Verlagsrecht</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Rechtsanwaltsordnung</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Reichs- und Staatsangehörigkeit</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Reichsverfassung</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Stempelgesetz</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Strafgesetzbuch</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Strafprozeßordnung</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Unlauterer Wettbewerb</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Urheberrechtsgesetze</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Vereinsgesetz</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Verfass. des Deutschen Reiches</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Versicherungsgesetze:</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Angestelltenversicherung</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Reichsversicherungsordnung</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">&mdash; Tascheneinband</td>
- <td class="col2">125</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Versicherungsbehörden [Gewerbeunfallversicherung 2623/24 &mdash; Invalidenversicherung 2571 &mdash; Krankenversicherung 3564/65 &mdash; Unfallversicherung 4531-33: jetzt in <em>Reichsversicherungsordnung</em>, s.&nbsp;oben.]</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Wehrbeitrag u. Besitzsteuergesetz</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Wechselordnung</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Zivilprozeßordnung</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Zuwachssteuergesetz</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="i1">
- <td class="col1">Zwangsversteigerungsgesetz</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Reinick, Geschichten und Lieder für die Jugend</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Renan, Die Apostel</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Das Leben Jesu</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Renard, Ist der Mensch frei?</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Resa, Weihnachtsgeschichten</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Reuß, Doktors Bescherung u. a. N.</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Reuter, Christian, Schelmuffskys Reisebeschreibung</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Reuter, Fritz, Dörchläuchting</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Eine heitere Episode aus einer traurigen Zeit</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Hanne Nüte un de lütte Pudel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Julklapp! Polterabendgedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kein Hüsung</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Läuschen un Rimels</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, De meckelnbörgschen Montecchi un Capuletti</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Meine Vaterst. Stavenhagen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ut mine Festungstid</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ut de Franzosentid</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, De Reis&rsquo; nah Belligen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ut mine Stromtid</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Reuter, Gabriele, Eines Toten Wiederkehr u. andere Novellen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ricek-Gerolding, Gelehrt. Zecher goldnes Alphabet</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Riehl, Burg Reibeck</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die 14 Nothelfer</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Riemann, Bürger-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Lessing-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Roberts, Um den Namen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rodenbach, Die Eiche am Kreuzweg. &mdash; Berufung</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Das tote Brügge</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-203" class="pagenum" title="203"></a>Rosegger, Geschichten und Gestalten aus den Alpen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rosenberger, König der Diebe</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Roswitha von Gandersheim</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rousseau, Bekenntnisse. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Emil. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gesellschaftsvertrag</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die neue Heloise 2 Bde.</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rückert, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte für die Jugend</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Liebesfrühling</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Weisheit des Brahmanen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rumohr, Geist der Kochkunst</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Runeberg, Fähnrich Stahl</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ruppius, Der Pedlar</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Vermächtnis des Pedlars</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ruskin, Vorlesungen über Kunst</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Russische Dichterinnen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Ruth, Das Buch</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rützebeck, Dänischer Sommer</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Rydberg, Venus von Milo</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Saar, Ginevra. &mdash; Die Troglodytin</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sach, Hans, Poet. Werke. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Dramatische Werke. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sachsen-Spiegel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">St. Pierre, Paul und Virginie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Salis-Seewis, Gedichte</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sallet, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Laien-Evangelium</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sallust, Der Jugurthinische Krieg</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sallwürk, Mörike-Biographie</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Salus, Nachdenkliche Geschichten</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Salzmann, Ameisenbüchlein</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Himmel auf Erden</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Krebsbüchlein</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Saphir, Deklamationsgedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sarcey, Belagerung von Paris</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schanz, Wolken</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Scharling, Zur Neujahrszeit im Pfarrhof von Röddebo</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schaumberger, Im Hirtenhaus</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Bergheimer Musikanten-Gesch.</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schefer, Laienbrevier</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schelling, Clara</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Weltalter</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schenkendorf, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schermann, Firma Murks. Band 1-3 zusammen gebunden</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Scherr, Das rote Quartal</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schiller, Braut von Messina</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Don Karlos</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte. Leinen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Jungfrau von Orleans</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Dram. Meisterwerke. 2 Bde.</td>
- <td class="col2">je 120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Maria Stuart</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Räuber</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wilhelm Tell</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wallenstein. 2 Teile</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schiller u. Goethe, Briefwechsel. 3 Bände</td>
- <td class="col2">je 100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schlaf, Tantchen Mohnhaupt</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schleiermacher, Monologen</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Weihnachtsfeier</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schmid, Almenrausch u. Edelweiß</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schmidt, Zeitgenössische Berichte über die Leipziger Schlacht</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schmied-Kufahl, Fechtbüchlein. (Illustriert)</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schnadahüpfln, Tausend</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schöne, Lehr- und Flegeljahre eines alten Schauspielers</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schönthan, F.&nbsp;v., Der General</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, P.&nbsp;v., Kindermund</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Kuß</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schopenhauer, A., Sämtliche Werke. 6 Bände</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Aphorismen z. Lebensweisheit</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Briefe</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Einleitung in die Philosophie nebst Abhandlungen &amp;c.</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gracians Handorakel</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Neue Paralipomena</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Philosophische Anmerkungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schreiner, Hohe Fahrt</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schubart, Gedichte</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schücking, Eine dunkle Tat</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Rheider Burg</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Kampf im Spessart</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schulze, Die bezauberte Rose</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schumann, Ges. Schriften über Musik u. Musiker. 3 Bde. in 1 Bd.</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schwab, Gedichte</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die deutschen Volksbücher</td>
- <td class="col2">200</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schwegler, Gesch. d. Philosophie</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Schweizerische Bundesverfassung</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash; Kranken- u. Unfallversicherung</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash; Obligationenrecht</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash; Zivilgesetzbuch</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash; &mdash; u. Obligationenrecht in 1 Bd.</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash; &mdash; &mdash; Tascheneinband</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-204" class="pagenum" title="204"></a>Scott, Braut von Lammermoor</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Herr der Inseln</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ivanhoe</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Jungfrau vom See</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kenilworth</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Letzten Minnesängers Sang</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Quentin Durward</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Waverley</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sealsfield, Das Kajütenbuch</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Seidl, Ausgewählte Dichtungen Band 1-3 zusammen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Seneca, Ausgewählte Schriften</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Fünfzig ausgewählte Briefe</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Seume, Gedichte</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Spaziergang nach Syrakus</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Shakespeare, Hamlet</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Kaufmann von Venedig</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Othello</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Romeo und Julia</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Shelley, Entfesselte Prometheus</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Feenkönigin</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sienkiewicz, Familie Polaniecki 2 Bände</td>
- <td class="col2">240</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, <span class="antiqua">Quo vadis?</span></td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zersplittert</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Silberstein, Trutz-Nachtigall</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Smiles, Der Charakter</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Pflicht</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Selbsthilfe</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sparsamkeit</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Soldatenliederbuch (Tascheneinbd.)</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sophokles, Sämtliche Dramen</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Souvestre, Am Kamin</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ein Philosoph</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Spee, Trutznachtigall</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Speter, Die chemisch. Grundstoffe</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die chemische Verwandtschaft</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Spielhagen, Alles fließt</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Dorfkokette</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Was die Schwalbe sang</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Spindler, Der Jesuit</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Jude</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Spinoza, Briefwechsel</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Ethik</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der politische Traktat</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der theologisch-politische Traktat</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Vervollkommnung d. Verstandes</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Spitta, Psalter und Harfe</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Spurgeon, Geistesstrahlen</td>
- <td class="col2">200</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Staël, Corinna oder Italien</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Über Deutschland. 2 Bde</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stanley, Wie ich Livingstone fand</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stein, v., Goethe und Schiller</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Steinmüller, Baron Kahlebutz. 1. und 2. Bd. zus. in 1 Bd.</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stelzhamer, Ausgew. Dichtungen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stendhal, Novellen</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Steputat, Deutsches Reimlexikon</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stern, Gluck in Versailles. &mdash; Nanon</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Sterne, Empfindsame Reise</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Tristram Shandy</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stevenson, Die Schatzinsel</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, u. Osbourne, Schiffbruch</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stifter, Bergkristall. &mdash; Brigitta</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Hochwald</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Stirner, Der Einzige und sein Eigentum</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Strachwitz, Gedichte</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Streicher, Schillers Flucht</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Striegler, Das deutsche Turnen</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Strindberg, Die Leute auf Hemsö</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Strodtmann, Gedichte. Mit Goldschn.</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Studentenliederbuch (Tascheneinbd.)</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Swift, Gullivers Reisen</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Tacitus, Die Annalen</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Germania</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Historien</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tagebuch eines bösen Buben</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Taschen-Wörterbücher:</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Englisches</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Engl.-deutsch. Teil einzeln</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Deutsch-engl. Teil einzeln</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Französisches</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Franz.-deutsch. Teil einzeln</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Deutsch-franz. Teil einzeln</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Italienisches</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Ital.-deutsch. Teil einzeln</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="i2">
- <td class="col1">Deutsch-ital. Teil einzeln</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Spanisches</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Englisch-französisch-deutsches Hilfsbuch</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Fremdwörterbuch</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Deutsches Wörterbuch</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tasso, Befreites Jerusalem</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tausend und eine Nacht. 8 Bde.</td>
- <td class="col2">je 150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tegnér, Abendmahlskinder</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Axel</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Frithjofs-Sage</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Telmann, In Reichenhall</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tennyson, Enoch Arden</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-205" class="pagenum" title="205"></a>&mdash;, Königsidyllen,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Testament, Neues. [Übersetzt von E. Stage.],</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tetzner, Deutsche Geschichte in Liedern,</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Namenbuch,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Deutsches Sprichwörterbuch,</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Deutsches Wörterbuch,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wörterbuch sinnverwandter Ausdrücke,</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Wörterverzeichnis zur deutschen Rechtschreibung. (Tascheneinband),</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Thackeray, Der Jahrmarkt des Lebens. 2 Bde.,</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Das Snobsbuch,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Theokrits Gedichte. Von Boß,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Thukydides, Der Peloponnesische Krieg,</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Thümmel, Wilhelmine,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Thiedge, Urania,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tillier, Belle-Plante u. Kornelius,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Mein Onkel Benjamin,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tintschew, Gedichte,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tolstoj Alexej, Gedichte,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Leo, Anna Karenina. 2 Bde.,</td>
- <td class="col2">250</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Auferstehung. 1. u. 2. Bd. zus.,</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Chadshi Murat,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Evangelium,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zwei Husaren,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kindheit,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Kosake,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Krieg und Frieden 2 Bde.,</td>
- <td class="col2">250</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Volkserzählungen,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Torn, Offiziersgeschichten,</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Torrund, Sein Herzenskind,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Trenck, Friedr. von der, Lebensgeschichte,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tschabuschnigg, Sonnenwende,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tschechow, Humoresken und Satiren. Band 1-3 zus.,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Tschudi, Kaiserin Elisabeth,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kaiserin Eugenie,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, König Ludwig II. v. Bayern,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Königin Maria Sophia von Neapel,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Marie Antoinettes Jugend,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Marie Antoinette und die Revolution,</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Napoleons Mutter,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Napoleons Sohn,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Turgenjew, Dunst,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Frühlingswogen,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte in Prosa,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die neue Generation,</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Erste Liebe,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Memoiren eines Jägers,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Väter und Söhne,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Turnerliederbuch (Tascheneinband),</td>
- <td class="col2">40</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Uhland, Dramatische Dichtungen,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Gedichte,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Usteri, De Vikari,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Vaka, Harem,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Varnhagen, Fürst Leopold,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Vely, Mente,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Vergils Aeneide. Von Boß,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ländliche Gedichte,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Villinger, Die Sünde des heiligen Johannes und andre Novellen,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Vix, Die Totenbestattung,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Vogl, Ausgewählte Dichtungen,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Volney, Die Aninen,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Voltaire, Geschichte Karls XII.,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Zeitalter Ludwig XIV. 2 Bde.,</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Voneisen, Albumblätter,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Junggesellenbrevier,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kunterbunt,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Liebesbrevier,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Das Mutterherz,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Nirwana,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Voß, Idyllen und Lieder,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Luise,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, d. J., Goethe und Schiller in Briefen,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, R., Amata. &mdash; Liebeopfer,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Auferstandenen. 2 Bde. zus. in 1 Bandm</td>
- <td class="col2">175</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kentaurenliebe. &mdash; Die Toteninsel,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Narzissenzauber. &mdash; Das Wunderbare,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Rolla,</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Vrchlicky, Gedichte,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Wagner, Rich., Autobiogr. Skizze. Mitteilung an meine Freunde,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Bayreuth,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Ein deutscher Musiker in Paris,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1"><a id="page-206" class="pagenum" title="206"></a>&mdash;, Erinnerungen,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Über das Dirigieren. &mdash; Bericht über eine deutsche Musikschule,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Tondramen. 2 Bde. je,</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wahlreglement des preußischen Abgeordnetenhauses,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Waiblinger, Gedichte aus Italien,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Waldmüller, Walpra,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Waldow, Wera,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wallace, Ben Hur. 2 Bände je,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Walther von der Vogelweide, Sämtliche Gedichte,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Weber, C.&nbsp;M. v., Ausgew. Schriften,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, L., Shakespeare-Biographie,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Weddigen, Geistliche Oden,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Weiser, Jesus. Teil 1-4 zus.,</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Weißbuch, Deutsch. (Dokumente I),</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Westkirch, Der Bürgermeister von Immelheim u. and. Nov.,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Diebe</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die Gletschermühle,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Der Knecht von Wörpedamm,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Recht der Liebe u. 2 and. Nov.,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Timm Bredenkamps Glück,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Urschels Fundgut,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Erzählungen. Zus. geb. in 2 Bdn. je,</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Whitman, Grashalme,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wichert, Am Strande,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Für tot erklärt,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Eine Geige. &mdash; Drei Weihnachten,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Nur Wahrheit. &mdash; Sie verlangt ihre Strafe,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Die gnädige Frau von Paretz,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wickenburg, Franz Mooshammer,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wieland, Die Abderiten,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Oberon,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wieleitner, Schnee u. Eis der Erde,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wilbrandt, König Teja,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wildberg, Dunkle Geschichten,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Neben der Welt u. a. Erzähl.,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wilde, Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Dorian Gray,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wildermuth, Hagestolze,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Schwäbische Pfarrhäuser,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wilhelm II. Reden. 4 Bände je,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Willomitzer, Nacht im Mittelalter,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Winter, Ohne Fehl,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wiseman, Fabiola,</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Witschel, Morgen- und Abendopfer,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wolf, Prolegomena zu Homer,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wolff, Allgemeine Musiklehre,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Elementar-Gesanglehre,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wolfram von Eschenbach, Parzival. 2 Bde.,</td>
- <td class="col2">225</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wörterbücher s. Taschenwörterbücher.</td>
- <td class="col2">&nbsp;</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Woude, Traudel und ich,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Wundt, Zur Psychologie u. Ethik,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Württemberg, Alex. Graf von, Sämtliche Gedichte,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Xenophon, Anabasis,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Erinnerungen an Sokrates,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Griechische Geschichte,</td>
- <td class="col2">100</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Kyrupädie,</td>
- <td class="col2">120</td>
- </tr>
- <tr class="d">
- <td class="col1">Zaleski, Die heilige Familie,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Zangerle, Meraner Geschichte,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Zedlitz, Gedichte,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Waldfräulein,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Zipper, Grillparzer-Biographie,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Körner-Biographie,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Zittel, Entstehung der Bibel,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Zobeltitz, H. v., König Pharaos Tochter,</td>
- <td class="col2">60</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Zola, Das Fest in Coqueville und andere Novellen,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Germinal,</td>
- <td class="col2">150</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Herrn Chabres Kur u. a. N.,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">&mdash;, Sturm auf die Mühle u. a. N.,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
- <tr>
- <td class="col1">Zschokke, Alamontade,</td>
- <td class="col2">80</td>
- </tr>
-</tbody>
-</table>
- </div>
-<p>
-Durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verleger
-Philipp Reclam jun. in Leipzig unberechnet zu beziehen
-</p>
-
-<p class="bold center">
-Prospekte der Universal-Bibliothek:
-</p>
-
- <div class="twocol">
- <div class="left">
-<p>
-Vollständiges Verzeichnis nach Autoren
-geordnet.
-</p>
-
-<p>
-Vollständiges Verzeichnis nach Materien
-geordnet.
-</p>
-
-<p>
-Verzeichnis der dramatischen Werke
-mit Angabe der Personenzahl und
-des Theatervertriebes.
-</p>
-
- </div>
- <div class="right">
-<p>
-Verzeichnis von 100 einaktigen Lustspielen
-mit Angabe des Inhalts
-und der Besetzung.
-</p>
-
-<p>
-Verzeichnung von Reise- und Unterhaltungslektüre.
-</p>
-
-<p>
-Ausführliches Verzeichnis der Neuerscheinungen.
-</p>
-
- </div>
- </div>
-</div>
-
-<div class="ads ads5">
-<p class="hdr">
-<a id="page-207" class="pagenum" title="207"></a>
-<span class="firstline">Die Helios-Klassiker</span>
-</p>
-
-<p>
-sind von bedeutenden Literarhistorikern herausgegeben
-und mit künstlerisch ausgeführten Porträt-Beilagen
-geschmückt. Die Werke sind in geschmackvollen
-biegsamen Leinen- und in prächtigen Ganzleder-Bänden
-mit echtem Goldschnitt vorrätig. &mdash;
-Durch erstaunliche Wohlfeilheit bei modern-geschmackvoller
-Ausstattung werden sie die Freude an den
-Büchern der Klassiker immer mehr verbreiten.
-</p>
-
-<p class="bold center">
-Verzeichnis der Helios-Klassiker:
-</p>
-
- <div class="twocol">
- <div class="left">
-<p>
-<b>Börne.</b> Gesammelte Schriften.
-3 Bände mit Bildnis. In
-Leinen M. 5.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Byron.</b> Sämtl. Werke. 3 Bde.
-mit Bildn. In Lein. M. 5.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Chamisso.</b> Sämtliche Werke.
-2 Bde. mit 2 Bildn. In Lein.
-M. 2.50, in Leder M. 6.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Chamisso.</b> Auswahl. 1 Band
-mit Bildn. In Lein. M. 1.25.
-</p>
-
-<p>
-<b>Eichendorff.</b> Gesamm. Werke.
-2 Bde. mit 2 Bildn. In Lein.
-M. 3.&mdash;, in Leder M. 6.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Gaudy.</b> Ausgew. Werke. 2 Bde.
-mit Bildn. In Lein. M. 3.50.
-</p>
-
-<p>
-<b>Goethe.</b> Sämtl. Werke. 10 Bde.
-mit 3 Bildnissen. In Leinen
-M. 15.&mdash;, in Leder M. 30.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Goethes</b> Werke in 4 Hauptbdn.
-u. einer Folge v. Ergänzungsbdn.
-M. Abb., Portr., Faksim.
-Preis der 4 Hauptbde. in Lein.
-M. 5.&mdash;, in Leder M. 12.&mdash;.
-Ergänzungsbde. in Leinen je
-M. 1.25, in Leder je M. 2.&mdash;.
-</p>
-
- </div>
- <div class="right">
-<p>
-<b>Grabbe.</b> Sämtl. Werke. 2 Bde.
-m. Bildn. In Leinen M. 3.50.
-</p>
-
-<p>
-<b>Grillparzer.</b> Sämtliche Werke.
-3 Bde. mit 3 Bildn. In Lein.
-M. 5.&mdash;, in Leder M. 9.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Hauff.</b> Sämtl. Werke. 2 Bde.
-mit Bildn. In Lein. M. 3.&mdash;,
-in Leder M. 7.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Hebbel.</b> Sämtliche Werke in
-4 Bd. u. 2 Ergänzungsbdn.
-Mit Abbildg. u. Faksimiles.
-Preis der 4 Hauptbände in
-Lein. M. 5.&mdash;, in Led. M. 12.&mdash;;
-der 2 Ergänzgsbde. in Leinen
-M. 2.50, in Leder M. 6.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Heine.</b> Sämtl. Werke. 4 Bde.
-mit 2 Bildnissen. In Leinen
-M. 5.&mdash;, in Leder M. 12.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Herder.</b> Ausgewählte Werke.
-3 Bände mit 2 Bildnissen.
-In Leinen M. 5.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Kleist.</b> Sämtliche Werke. 1 Bd.
-mit Bildn. In Lein. M. 1.50,
-in Leder M. 3.25.
-</p>
-
- </div>
- </div>
-<p class="center">
-Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig
-</p>
-
-</div>
-
-<div class="ads ads6">
-<p class="bold center">
-<a id="page-208" class="pagenum" title="208"></a>
-Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig
-</p>
-
- <div class="twocol">
- <div class="left">
-<p>
-<b>Körner.</b> Sämtl. Werke. 1 Bd.
-mit Bildn. In Lein. M. 1.40.
-in Leder M. 3.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Lenau.</b> Sämtl. Werke. 1 Band
-mit Bildn. In Lein. M. 1.50,
-in Leder M. 3.25.
-</p>
-
-<p>
-<b>Lessing.</b> Sämtl. Werke 3 Bde.
-mit 2 Bildnissen. In Leinen
-M. 5.&mdash;, in Leder M. 9.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Lessing.</b> Auswahl. 1 Bd. mit
-Bildnis. In Leinen M. 1.75.
-</p>
-
-<p>
-<b>Longfellow.</b> Sämtl. poetische
-Werke. 2 Bände mit 2 Bildnissen.
-In Leinen M. 3.50.
-</p>
-
-<p>
-<b>Ludwig.</b> Ausgewählte Werke.
-1 Bd. mit Bildn. In Leinen
-M. 1.75, in Leder M. 3.50.
-</p>
-
-<p>
-<b>Milton.</b> Poetische Werke. 1 Bd.
-mit Bildn. In Lein. M. 2.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Molière.</b> Sämtl. Werke. 2 Bde.
-mit Bildn. In Lein. M. 3.50.
-</p>
-
-<p>
-<b>Möricke.</b> Sämtl. Werke. 2 Bde.
-mit 2 Bildnissen. In Leinen
-M. 3.50, in Leder M. 6.&mdash;.
-</p>
-
- </div>
- <div class="right">
-<p>
-<b>Reuter.</b> Sämtl. Werke. 4 Bde.
-mit zahlreich. Abb. In Lein.
-M. 6.&mdash;, in Leder M. 12.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Reuter.</b> Auswahl. 2 Bde. mit
-zahlreich. Abbildgn. In Lein.
-M. 3.50, in Leder M. 7.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Rückert.</b> Ausgewählte Werke.
-3 Bde. mit 2 Bildn. In Lein.
-M. 5.&mdash;, in Leder M. 9.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Schiller.</b> Sämtliche Werke in
-4 Hauptbdn. u. 2 Ergänzungsbänden.
-Mit Abb., Portr.,
-Faksim. Preis d. 4 Hauptbde.
-in Lein. M. 5.&mdash;, in Led. M. 12.&mdash;,
-der Gesamtausgabe in Leinen
-M. 7.50, in Leder M. 18.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Shakespeare.</b> Dramat. Werke.
-4 Bde. mit Abbild. In Leinen
-M. 5.&mdash;, in Leder M. 12.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Stifter.</b> Ausgewählte Werke.
-2 Bde. mit Bildn. In Lein.
-M. 3.50, in Leder M. 6.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Uhland.</b> Gesammelte Werke.
-2 Bde. mit Bildn. In Lein.
-M. 2.50, in Leder M. 6.&mdash;.
-</p>
-
- </div>
- </div>
-<p class="bold center">
-Sonderausgaben aus Reclams Klassikern:
-</p>
-
- <div class="twocol">
- <div class="left">
-<p>
-<b>Goethe.</b> Aus meinem Leben.
-Geh. 90 Pf., Halblein. M. 1.20.
-</p>
-
-<p>
-<b>Goethe.</b> Gedichte. 2 Bde. Geh.
-je M. 1.&mdash;, in Lein. je M. 1.50,
-in Leder m. Goldschn. je M. 2.50.
-</p>
-
-<p>
-<b>Goethe.</b> Italien. Reise. Geh.
-90 Pf., in Halbleinen M. 1.20.
-</p>
-
-<p>
-<b>Goethe.</b> Die Wahlverwandtschaften.
-Geh. 30 Pf., in Halbleinen
-60 Pf.
-</p>
-
-<p>
-<b>Goethe.</b> West-östl. Diwan. Geh.
-70 Pf., in Leinen M. 1.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Goethe.</b> Wilhelm Meisters
-Lehrjahre. Geh. 90 Pf., in
-Halbleinen M. 1.20.
-</p>
-
-<p>
-<b>Goethe.</b> Wilhelm Meisters
-Wanderjahre. Geh. 60 Pf.,
-in Halbleinen 90 Pf.
-</p>
-
- </div>
- <div class="right">
-<p>
-<b>Lessing.</b> Hamburgische Dramaturgie.
-Geh. 90 Pf., in
-Halbleinen M. 1.20.
-</p>
-
-<p>
-<b>Schiller.</b> Gedichte. Geh. 50 Pf.,
-in Leinen 80 Pf., in Leder
-mit Goldschnitt M. 2.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Schiller.</b> Geschichte des 30jährigen
-Krieges. Geh. 70 Pf., in
-Leinen M. 1.&mdash;.
-</p>
-
-<p>
-<b>Schiller.</b> Geschichte des Abfalls
-der vereinigten Niederlande.
-Geh. 30 Pf., in Halblein. 60 Pf.
-</p>
-
- </div>
- </div>
-</div>
-
-
-<div class="trnote">
-<p id="trnote" class="chapter"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p>
-
-<p class="no-handheld">
-Seitennummern von Seiten mit ganzseitigen Abbildungen (87 und 93) werden nicht angezeigt.
-</p>
-
-<p>
-Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt.
-<span class="handheld-only">Hervorhebungen, die im Original
-g&nbsp;e&nbsp;s&nbsp;p&nbsp;e&nbsp;r&nbsp;r&nbsp;t
-sind, wurden mit <em>einem anderen Schriftstil</em> gekennzeichnet.</span>
-Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt waren, wurden in einer
-<span class="antiqua">anderen Schriftart</span> markiert.
-</p>
-
-<p>
-Offensichtliche Fehler wurden berichtigt wie hier
-aufgeführt (vorher/nachher):
-</p>
-
-
-<ul>
-
-<li>
-... miteinander gewechselt, und aller <span class="underline">Wahrscheilichkeit</span> nach ...<br />
-... miteinander gewechselt, und aller <a href="#corr-0"><span class="underline">Wahrscheinlichkeit</span></a> nach ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... verschwunden ist (Fig.&nbsp;<span class="underline">40</span>&nbsp;F). Die größeren vegetalen ...<br />
-... verschwunden ist (Fig.&nbsp;<a href="#corr-1"><span class="underline">10</span></a>&nbsp;F). Die größeren vegetalen ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie <span class="underline">prohezeiten</span> uns ...<br />
-... jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie <a href="#corr-2"><span class="underline">prophezeiten</span></a> uns ...<br />
-</li>
-
-<li>
-... in raschem <span class="underline">Phatasiefluge</span> an uns hatten vorüberziehen ...<br />
-... in raschem <a href="#corr-3"><span class="underline">Phantasiefluge</span></a> an uns hatten vorüberziehen ...<br />
-</li>
-</ul>
-</div>
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Natur und Mensch, by Ernst Haeckel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK NATUR UND MENSCH ***
-
-***** This file should be named 50081-h.htm or 50081-h.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/5/0/0/8/50081/
-
-Produced by Ralph Janke, Marilynda Fraser-Cunliffe, Jens
-Sadowski,and the Online Distributed Proofreading Team at
-http://www.pgdp.net
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions will
-be renamed.
-
-Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
-law means that no one owns a United States copyright in these works,
-so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
-States without permission and without paying copyright
-royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
-of this license, apply to copying and distributing Project
-Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
-concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
-and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
-specific permission. If you do not charge anything for copies of this
-eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
-for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
-performances and research. They may be modified and printed and given
-away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
-not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
-trademark license, especially commercial redistribution.
-
-START: FULL LICENSE
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
-Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
-www.gutenberg.org/license.
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
-Gutenberg-tm electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or
-destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
-possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
-Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
-by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
-person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
-1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
-agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
-electronic works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
-Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
-of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
-works in the collection are in the public domain in the United
-States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
-United States and you are located in the United States, we do not
-claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
-displaying or creating derivative works based on the work as long as
-all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
-that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
-free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
-works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
-Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
-comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
-same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
-you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
-in a constant state of change. If you are outside the United States,
-check the laws of your country in addition to the terms of this
-agreement before downloading, copying, displaying, performing,
-distributing or creating derivative works based on this work or any
-other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
-representations concerning the copyright status of any work in any
-country outside the United States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
-immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
-prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
-on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
-phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
-performed, viewed, copied or distributed:
-
- This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
- most other parts of the world at no cost and with almost no
- restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
- under the terms of the Project Gutenberg License included with this
- eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
- United States, you'll have to check the laws of the country where you
- are located before using this ebook.
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
-derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
-contain a notice indicating that it is posted with permission of the
-copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
-the United States without paying any fees or charges. If you are
-redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
-Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
-either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
-obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
-trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
-additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
-will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
-posted with the permission of the copyright holder found at the
-beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
-any word processing or hypertext form. However, if you provide access
-to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
-other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
-version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
-(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
-to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
-of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
-Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
-full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
-provided that
-
-* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
- to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
- agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
- within 60 days following each date on which you prepare (or are
- legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
- payments should be clearly marked as such and sent to the Project
- Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
- Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
- Literary Archive Foundation."
-
-* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or destroy all
- copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
- all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
- works.
-
-* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
- any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
- receipt of the work.
-
-* You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
-Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
-are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
-from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
-Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
-trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
-Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
-electronic works, and the medium on which they may be stored, may
-contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
-or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
-intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
-other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
-cannot be read by your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium
-with your written explanation. The person or entity that provided you
-with the defective work may elect to provide a replacement copy in
-lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
-or entity providing it to you may choose to give you a second
-opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
-the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
-without further opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
-OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
-LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of
-damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
-violates the law of the state applicable to this agreement, the
-agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
-limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
-unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
-remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
-accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
-production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
-electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
-including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
-the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
-or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
-additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
-Defect you cause.
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of
-computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
-exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
-from people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
-generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
-Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
-www.gutenberg.org
-
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
-U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
-mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
-volunteers and employees are scattered throughout numerous
-locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
-Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
-date contact information can be found at the Foundation's web site and
-official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
-
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
-DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
-state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations. To
-donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
-Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
-freely shared with anyone. For forty years, he produced and
-distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
-volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
-the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
-necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
-edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search
-facility: www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
-
-
-
-</pre>
-
-</body>
-</html>
diff --git a/old/50081-h/images/087.jpg b/old/50081-h/images/087.jpg
deleted file mode 100644
index 17351c5..0000000
--- a/old/50081-h/images/087.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/087hr.jpg b/old/50081-h/images/087hr.jpg
deleted file mode 100644
index 42a90aa..0000000
--- a/old/50081-h/images/087hr.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/093.jpg b/old/50081-h/images/093.jpg
deleted file mode 100644
index 7854cf8..0000000
--- a/old/50081-h/images/093.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/093hr.jpg b/old/50081-h/images/093hr.jpg
deleted file mode 100644
index f1c38b7..0000000
--- a/old/50081-h/images/093hr.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/097.jpg b/old/50081-h/images/097.jpg
deleted file mode 100644
index e316ea6..0000000
--- a/old/50081-h/images/097.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/097hr.jpg b/old/50081-h/images/097hr.jpg
deleted file mode 100644
index 1aa42d3..0000000
--- a/old/50081-h/images/097hr.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/101.jpg b/old/50081-h/images/101.jpg
deleted file mode 100644
index 15a1239..0000000
--- a/old/50081-h/images/101.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/101hr.jpg b/old/50081-h/images/101hr.jpg
deleted file mode 100644
index 98c18e2..0000000
--- a/old/50081-h/images/101hr.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/103.jpg b/old/50081-h/images/103.jpg
deleted file mode 100644
index a71f529..0000000
--- a/old/50081-h/images/103.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/103hr.jpg b/old/50081-h/images/103hr.jpg
deleted file mode 100644
index 92f36f9..0000000
--- a/old/50081-h/images/103hr.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/105.jpg b/old/50081-h/images/105.jpg
deleted file mode 100644
index bdfbef2..0000000
--- a/old/50081-h/images/105.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/105hr.jpg b/old/50081-h/images/105hr.jpg
deleted file mode 100644
index ea94544..0000000
--- a/old/50081-h/images/105hr.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/106.jpg b/old/50081-h/images/106.jpg
deleted file mode 100644
index 79cb846..0000000
--- a/old/50081-h/images/106.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/106hr.jpg b/old/50081-h/images/106hr.jpg
deleted file mode 100644
index e713fea..0000000
--- a/old/50081-h/images/106hr.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/cover-page.jpg b/old/50081-h/images/cover-page.jpg
deleted file mode 100644
index b82dd16..0000000
--- a/old/50081-h/images/cover-page.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/portrait.jpg b/old/50081-h/images/portrait.jpg
deleted file mode 100644
index 1c6eacd..0000000
--- a/old/50081-h/images/portrait.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/rub.jpg b/old/50081-h/images/rub.jpg
deleted file mode 100644
index d26c117..0000000
--- a/old/50081-h/images/rub.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ
diff --git a/old/50081-h/images/signature.jpg b/old/50081-h/images/signature.jpg
deleted file mode 100644
index d779407..0000000
--- a/old/50081-h/images/signature.jpg
+++ /dev/null
Binary files differ