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If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Natur und Mensch - Sechs Abschnitte aus Werken von Ernst Haeckel - -Author: Ernst Haeckel - -Editor: Carl W. Neumann - -Release Date: September 30, 2015 [EBook #50081] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK NATUR UND MENSCH *** - - - - -Produced by Ralph Janke, Marilynda Fraser-Cunliffe, Jens -Sadowski,and the Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net - - - - - - - [Illustration: Phot. A. Bischoff, Jena.] - - [Illustration: Unterschrift: Ernst Haeckel.] - - - - - Natur und Mensch. - - - Sechs Abschnitte aus Werken - von - Ernst Haeckel. - - Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen - von - Carl W. Neumann. - - Mit dem Bildnis Ernst Haeckels - und zahlreichen Abbildungen im Text. - - Leipzig - Druck und Verlag von Philipp Reclam jun. - - - - - Einleitung. - - -Hunderttausende führen den Namen Haeckels im Munde, urteilen über ihn -und sein Lebenswerk und kennen doch nichts von ihm als sein -vielbefehdetes Buch von den »Welträtseln«; vielleicht auch noch außerdem -ein paar kleinere Schriften. Was er _vor_ diesen in vierzigjähriger -rastloser Forscherarbeit geschaffen hat, blieb für die meisten -Geheimnis. Sie wissen, daß Haeckels Name aufs engste verknüpft ist mit -jener großen Bewegung, die Darwin durch sein epochemachendes Werk »Die -Entstehung der Arten im Tier- und Pflanzenreiche« (1859) ins Leben rief, -aber sie haben nur unklare Vorstellungen von der besonderen Art der -Verdienste Ernst Haeckels. Ganz zu geschweigen von dem, was er -unabhängig von Darwin in seinen voluminösen Monographien der -Radiolarien, Kalkschwämme, Medusen usw. der Wissenschaft Großes -geschenkt hat. Es ist daher angezeigt, der kleinen Auswahl von -Abschnitten aus den bedeutendsten populären Werken des Jenaer -Naturforschers, die dieses Bändchen vereinigt, wenigstens im Umriß ein -Bild seines Lebens und Schaffens voranzustellen. - -Ernst Haeckel wurde am 16. Februar 1834 als Sohn des Regierungsrats Karl -Haeckel in Potsdam geboren, wuchs aber in Merseburg auf, wohin noch im -ersten Lebensjahre des Knaben der Vater versetzt worden war. Wer Fäden -sucht, die bereits aus den Tagen der Jugend ins spätere Leben und Wirken -des reifen Mannes hinüberwehen, kommt nicht in Verlegenheit. -Kraftstrotzender Übermut auf der einen Seite, auf der anderen die -Neigung, in einsamen Wanderstunden geheime Zwiesprache zu halten mit -allem, was kreucht und fleucht, grünt und blüht, sind von früh an -hervorstechende Züge im Wesen des Knaben. Der Elfjährige durchstreift -schon die Kreuz und die Quer das Siebengebirge, um die vermeintlich nur -dort wachsende graue Erika ausfindig zu machen. Der Merseburger -Gymnasiast liefert Beiträge zu Garckes »^Flora Hallensis^« und legt sich -in seinen Mußestunden ein Doppelherbarium an, eins für die »guten -Arten«, die sich hübsch fügsam in Linnés System bequemen, und ein -zweites für die »verdächtigen« Genera, die dann, in langer Reihe -geordnet, den ununterbrochenen Übergang von einer guten Art zur anderen -demonstrieren. »Es waren die von der Schule verbotenen Früchte der -Erkenntnis, an denen ich in stillen Mußestunden mein geheimes, -kindisches Vergnügen hatte.« In Wirklichkeit rührte der Gymnasiast da -schon leise an jenes große Problem von der Dauer und Wandelbarkeit der -Arten, das freilich vorerst nur in der Luft lag, aber ihn später so -mächtig erfassen sollte. - -Als dieses »Später« im Jahre 1859 in greifbare Nähe zu rücken begann, -fischte der fünfundzwanzigjährige Haeckel im Hafen von Messina nach -allerlei Seetieren, vor allem nach Radiolarien, jenen trotz ihrer -mikroskopischen Kleinheit so überaus reizvollen Strahltierchen mit dem -vielgestaltigen, rhythmisch gewachsenen Kieselskelett, die wenige Jahre -zuvor erst sein großer Lehrer Johannes Müller entdeckt hatte. Haeckel -war Arzt seines Zeichens. Gehorchend dem Wunsche des Vaters -- nicht -seinem eigenen Triebe, der ihn vielmehr mit Macht zur Botanik drängte -- -hatte er in Berlin, Würzburg und Wien das medizinische Brotstudium -absolviert und sich nach bestandenem Staatsexamen als praktischer Arzt -in Berlin niedergelassen. Als Mann der Theorie aber fehlte ihm für die -Praxis der rechte Sinn, wie er später oft scherzte, so daß ihm der Vater -zur endgültigen Klärung der Berufsfrage noch ein weiteres Studienjahr in -Italien, dem Land seiner Sehnsucht, bewilligte. Und dieses Jahr ward -entscheidend. Das fesselnde Studium des Planktons, dem er schon früher -(1854) als junger Student unter Führung Johannes Müllers auf Helgoland -eine Zeitlang obgelegen hatte, schob die Botanik und Medizin nunmehr -definitiv in den Hintergrund. Zoologie hieß die Losung, und schneller, -als er's sich träumen mochte, sollte er Fuß in ihr fassen. Im Mai 1860 -kam er zurück nach Berlin, um seine sizilianischen Planktonschätze, -Zeichnungen und Präparate, im großen Stil zu bearbeiten, und ehe das -Werk noch vollendet war, saß er mit Hilfe seines einstigen Würzburger -Studienfreundes Karl Gegenbaur als außerordentlicher Professor in Jena. -Im gleichen Jahre (1862) erschien als ein riesiger Folioband mit 35 -farbigen Kupfertafeln die »_Monographie der Radiolarien_«, die seinen -Ruf als zoologischen Facharbeiter mit einem Schlage begründete, und daß -auch das Tipfelchen auf dem i des Triumphes nicht fehle, verband er sich -im August 1862 mit seiner »hochbegabten, feinsinnigen« Cousine Anna -Sethe zu glücklichster, aber leider nur kurzer Ehe. Schon anderthalb -Jahre später, gerade an seinem dreißigsten Geburtstag, entriß ihm ein -jäher Tod die geliebte Frau. Dem höchsten Glück folgte fast auf dem Fuße -der schwerste Schicksalsschlag, der ihn treffen konnte. In dieser -trübsten Zeit aber schrieb er -- höchst seltsam zu sagen -- in einem -Zuge das tiefste, bedeutendste Werk seines Lebens, die »_Generelle -Morphologie der Organismen_.« Zwei starke Bände mit über 1200 Seiten -Text. - -Noch während er an der italienischen Küste in Plankton schwelgte, erfuhr -er, es sei da von England ein »ganz verrücktes« Buch nach Deutschland -herübergekommen, dessen Verfasser nicht bloß das Linnésche Dogma von der -Unveränderlichkeit der Arten bestreite, sondern auch an Stelle des -einmaligen planvollen Schöpfungsaktes ein großes Gesetz kontinuierlicher -Entwicklung des Lebens zu künden die Dreistigkeit habe: Darwins -»Entstehung der Arten«. Dieses ketzerische Buch, das die Fachzoologen -von damals entweder ganz totschwiegen oder schlankweg für »Humbug« -erklärten, zog Haeckel gleich bei der ersten Lektüre ganz -unwiderstehlich in seinen Bann und ließ ihn fortan nicht mehr los. -Bereits in den »Radiolarien« war er ganz kurz darauf eingegangen, um -dann auf der Stettiner Naturforscherversammlung von 1863 ausführlich, -und zwar in zustimmendem Sinne, zu Darwins Ideengang Stellung zu nehmen. -Die große Mehrzahl der Fachgenossen war freilich noch anderer Ansicht. -Ein angesehener Zoologe erklärte Darwins Buch für den »harmlosen Traum -eines Nachmittagsschläfchens«, ein anderer verglich die -»naturphilosophischen Phantasien« mit dem Tischrücken, ein namhafter -Geologe meinte, daß dem »vorübergehenden Schwindel« bald die -Ernüchterung folgen müsse, und ein Anatom prophezeite, nach wenigen -Jahren werde kein Mensch mehr davon sprechen. ^Tempora mutantur^! - -Auf Haeckel machte die Ablehnung so wenig Eindruck, daß er sich, obwohl -tief niedergedrückt durch den Tod der geliebten Gattin (er hat später, -1868, zum zweitenmal geheiratet), mit fliegender Feder daran machte, die -ganze biologische Wissenschaft, soweit sie zusammenhing mit dem Problem -der Entwicklung, aus der von Darwin geschaffenen Basis ganz neu zu -gruppieren und umzugestalten. Eine Art wissenschaftlichen Testaments -sollte die »Generelle Morphologie« werden. Auch damals, wie -dreiunddreißig Jahre später in den »Welträtseln«, gedachte er mit dem -Ende des Werkes einen Strich unter seine Lebensarbeit zu machen. -Gelegentlich der Feier seines sechzigsten Geburtstages hat er es selber -so dargestellt: »Ich lebte damals ganz als Einsiedler, gönnte mir kaum -drei bis vier Stunden Schlaf täglich und arbeitete den ganzen Tag und -die halbe Nacht. Dabei lebte ich in so strenger Askese, daß ich mich -eigentlich wundern muß, heute noch gesund und lebendig vor Ihnen zu -stehen.« Durch eifrige, hastige Arbeit wollte er alle die seelischen -Schmerzen betäuben, und dann -- ja, was dann kommen sollte, wußte er -selbst nicht. Tatsache ist aber, daß er in weniger als Jahresfrist die -mehr als zwölfhundert engen Druckseiten aufs Papier brachte. Tatsache -ist ferner, daß er in diesem monumentalen Werk alle, aber auch wirklich -_alle_ die wichtigen Konsequenzen schon zog und alle wesentlichen und -entscheidenden Anschauungen seiner monistischen und genetischen -Philosophie schon entwickelte, deren Ausbau im einzelnen sein ganzes -künftiges Leben beschäftigt hat. »In der Methode naturwissenschaftlicher -Forschung«, sagt Bölsche sehr treffend, »bedeutet das Werk einen -Markstein, an dem man die ganze Geistesarbeit der zweiten Hälfte des 19. -Jahrhunderts charakterisieren und werten kann. Für die allgemeine -biologische Systematik beginnt mit ihm eine neue Epoche in der Weise, -wie es fünfzig Jahre vorher bei Cuvier und nochmals über fünfzig weiter -zurück bei Linné der Fall gewesen war. Was es für die Zoologie im -engeren Sinne ist, hat ein gewiß kompetenter Urteiler wie Richard -Hertwig dreißig Jahre später in das einfache Wort zusammengefaßt: daß -wenige Werke so viel beigetragen haben, das geistige Niveau der Zoologie -zu heben.« Im ersten Bande wurden mit Hilfe einer selbstgeschaffenen -wissenschaftlichen Kunstsprache, die heute vielfach zum eisernen -Bestande der Zoologie gehört, die Grundbegriffe des Lebens, der -Formenbildung und -umbildung, der Individualität und natürlichen -Verwandtschaft, die Gesetze der Anpassung, Vererbung und Auslese -methodologisch neu festgestellt. Im zweiten Bande wurde auf Grund der -vergleichenden Anatomie, der Stammesgeschichte (Phylogenie) und -Keimesgeschichte (Ontogenie) der dreifache Beweis für die -Abstammungslehre versucht und das Ganze gekrönt durch das von Haeckel -zum erstenmal scharf formulierte und auf das gesamte Gebiet der -organischen Formenwelt angewandte »_biogenetische Grundgesetz_«, wonach -die Entwicklungsgeschichte des Einzelwesens eine gedrängte, stark -abgekürzte und häufig abgeänderte Wiederholung der Entwicklung des -zugehörigen Stammes ist. Daß ein derartig weit in die Zukunft -vorauseilendes wissenschaftliches Werk bei all seinen Vorzügen auch -Unvollkommenheiten und Irrtümer aufweisen mußte, braucht kaum noch -ausdrücklich betont zu werden. Kommende Jahre haben manche der -Hypothesen, die Haeckel zum erstenmal aufgestellt hatte, von Grund aus -verändert oder völlig verworfen, und auch er selbst ist nicht müde -geworden, zu bessern und nachzuprüfen. Dem Werke selbst aber bleibt doch -der Ruhm unbestritten, zum erstenmal »eine markige Skizze der belebten -Natur im neuen Lichte der Entwicklungslehre und zugleich ein ganzes -Programm für die biologische Forschung der nächsten Zukunft entworfen zu -haben«. - -Im Herbst 1866 war das große Werk abgeschlossen. Physisch und geistig -erschöpft, ging Haeckel, ohne erst noch das Erscheinen der »Morphologie« -abzuwarten, auf Reisen, besuchte Darwin auf seinem Landsitze Down bei -London und fuhr danach, den Rat seiner Freunde befolgend, nach -Teneriffa, um dort unter Palmen Erholung zu suchen. In weiterer Folge -ging dann die Reise nach Lanzerote, der kleinen vulkanischen Ozeaninsel, -deren waldlose Kraterlandschaften stark an die Bilder vom Monde -erinnern. Hier wurden in Gemeinschaft mit Richard Greeff und zwei -jüngeren Zoologen vor allem Medusen und Siphonophoren (Staatsquallen) -studiert, die das Meer in verschwenderischer Fülle herbeitrug, und in -viermonatiger eifriger Arbeit kamen die Schätze zusammen, die Haeckel -später die Abfassung seiner preisgekrönten »_Entwicklungsgeschichte der -Siphonophoren_« (mit 14 Tafeln, 1869) ermöglichten. - -Sechs Monate blieb er von Jena fern. Wenn er indessen bei seiner -Heimkehr erwartet hatte, die »Generelle Morphologie« würde in der -Zwischenzeit die Geister wachgerüttelt haben, so sah er sich bitter -enttäuscht. Die Fachgenossen ignorierten sie völlig oder verspotteten -sie als ein »Konglomerat naturwissenschaftlicher Träumereien«, und die -außerhalb der Fachwissenschaft stehende Leserwelt wußte auch damals so -wenig wie heute von der Existenz des bedeutsamen Werkes. »Generelle -Morphologie.« Schon der Titel sah keineswegs aus nach sehr weiter -Verbreitung. Und im übrigen galt -- in einem gewissen Sinne -- wohl -wirklich auch das, was der Verfasser selbst später von seinem Hauptwerke -sagte: es sei zu weitschweifig und schwerfällig geschrieben gewesen. - -Indessen enttäuscht sein, heißt nicht auch entmutigt sein. Wenn man den -naturphilosophischen Kern aus der »Morphologie« herausschälte, -die Grundzüge der Entwicklungtheorie knapp und klar, aller -sachwissenschaftlichen Schwere entledigt, noch einmal für weitere Kreise -populär darstellte und gleichzeitig den Stoff chronologisch anordnete, -d. h. den Gang der Entwicklung des Weltganzen vom Einfachen zum -Komplizierten, vom Urnebel zum Menschen herauf vorführte, so müßte es -doch in der Tat seltsam zugehen, wenn einem so beschaffenen Auszug der -Erfolg versagt bleiben sollte. Aus solchen Erwägungen heraus hielt -Haeckel im Wintersemester 1867/68 vor einem aus Laien und Studierenden -aller Fakultäten zusammengesetzten Publikum Vorträge, die 1868 als -»_Natürliche Schöpfungsgeschichte_« auch in Buchform erschienen -- -damals ein einzelner schmaler Band, der im Laufe der Zeit sich -verdoppelte und heute in zwölf verschiedenen Übersetzungen vorliegt. Und -dieses Buch drang nun tatsächlich durch. Es wurde nicht bloß von -Gebildeten aller Stände gelesen, es zwang auch die Fachgenossen des -Verfassers jetzt definitiv, so oder anders sich mit der neuen Auffassung -und Darstellung der Entwicklungslehre auseinanderzusetzen. Das gab dann -den Anlaß zu bitteren Kämpfen und Debatten, zu kräftigen Angriffen und -ebenso kräftiger Gegenwehr. Besonders das »biogenetische Grundgesetz« -war der Zankapfel, der sowohl die Empiriker als auch die Philosophen aus -ihrer anfänglichen Passivität aufschreckte und auf das Kampffeld rief. - -Noch lebhafter aber entbrannte der Streit, als Haeckel im Jahre 1872 in -seiner »_Monographie der Kalkschwämme_« (zwei Bände Text mit einem Atlas -von 60 Bildertafeln) den »Versuch zur analytischen Lösung des Problems -von der Entstehung der Arten« gemacht und dabei zum erstenmal die -berühmte und fruchtbare _Gasträatheorie_ aufgestellt hatte, d. h. die -Zurückführung aller höheren Tiere mit Einschluß des Menschen auf eine -uralte gemeinsame Stammform, deren ganzer Körper zeitlebens nur aus zwei -Zellschichten (Haut und Magen) besteht. Das war die hypothetische -Gasträa oder das Urdarmtier. Bei seinen Untersuchungen über die -Keimesgeschichte der Kalkschwämme war Haeckel aufgefallen, daß sich das -Kalkschwamm-Individuum in ganz ähnlicher Weise aus dem Ei entwickelt, -wie er es früher schon mehrfach bei anderen Tieren beobachtet hatte. Die -befruchtete Eizelle teilt sich, und die neuentstandenen Zellen setzen -die Teilung so lange fort, bis sich ein ganzer Zellhaufen gebildet hat, -ein »Maulbeerkeim«, wie man ihn seiner äußeren Form wegen nannte. In -diesem Maulbeerkeim bildet sich, da sämtliche Zellen aus Gründen der -Ernährung nach außen drängen, eine Höhlung, die größer und größer wird -und schließlich dem ganzen früheren Zellklumpen das Aussehen eines -winzigen Gummiballs gibt; aus dem Maulbeerkeim ist allmählich ein -kugeliger »Blasenkeim« geworden. Nun geht die Entwicklung in der Weise -weiter, daß sich an einem Pol die Zellenschicht einsenkt und sich -zuletzt völlig an die innere Seite der nicht eingestülpten Wand -anschmiegt, so daß ein doppelwandiger Becher mit einer Öffnung zustande -kommt, eine sogenannte »Gastrula«. Die äußere Zellenschicht funktioniert -als Leibes-, die innere als Darmhaut; die Becheröffnung bildet den -Gastrulamund. Ganz plump veranschaulichen kann man sich diesen -Gastrulationsprozeß, indem man einen durchstochenen Gummiball so tief -einbeult, daß Wand an Wand zu liegen kommt. - -Eine Gastrulation wie die geschilderte vollzieht sich aber nicht bloß -bei einer Anzahl von Schwämmen, sondern auch bei vielen Nesseltieren -(Polypen, Medusen), bei Würmern, Stachelhäutern und Manteltieren, ja -sogar bei dem niedrigsten Wirbeltier, dem Lanzettfisch. Ähnlich -- nur -die Form der Gastrula ändert sich -- spielt sich der Vorgang aber auch -in der Keimesgeschichte aller höheren Tiere ab, und eben auf diesem -durchgängigen Vorkommen der Gastrula begründete Haeckel seine -hypothetische Gasträatheorie. Inzwischen hat man auch wirklich noch -lebende Tierformen entdeckt, die dem Bild jener hypothetischen Gasträa -annähernd noch völlig entsprechen. - -Es hat lange gedauert, bis die hier flüchtig angedeutete Gasträatheorie, -die heute allgemein für eine der wichtigsten und fruchtbarsten in der -ganzen Entwicklungsgeschichte gilt, sich durchsetzen konnte. Ihr -Entdecker aber ließ sich auch hier durch die Gegnerschaft nicht beirren. -Nachdem er die Theorie in der »Monographie der Kalkschwämme« mitgeteilt -und in den »_Studien zur Gasträatheorie_« näher begründet hatte, ließ er -sie einstweilen selbst für ihren Sieg sorgen und wandte sich inzwischen -einer neuen großen Aufgabe zu: dem schwierigen Versuch, das -biogenetische Grundgesetz in seinem ganzen Umfang auf den -_Menschen_ anzuwenden und aus den empirischen Tatsachen seiner -Keimesgeschichte den historischen Stufengang seiner Stammesgeschichte -hypothetisch zu ergründen. Das geschah in der »_Anthropogenie oder -Entwicklungsgeschichte des Menschen_«, die 1874 herauskam. Erst die -beiden folgenden Jahre brachten dann zwei weitere Hefte der »Studien zur -Gasträatheorie«. - -Die »Anthropogenie« war zugleich eine geniale und -- kühne Tat. Nicht -genug, daß Haeckel als erster die gesamte Entwicklungsgeschichte des -Menschen unter großen philosophischen Gesichtspunkten historisch -darlegte und damit anfing, die genetische Betrachtung auch auf die -Zellen, Gewebe, Organe und Funktionen auszudehnen, er besaß auch die in -den Augen der »Exakten« unerhörte Kühnheit, den spröden Stoff -gemeinverständlich zu fassen, die wissenschaftlichen Geheimnisse der -Embryologie einem größeren Leserkreise auszuliefern und den gebildeten -Zeitgenossen schonungslos ihren tierischen Ursprung klarzumachen. Bis -dahin hatte man sich begnügt, die sicheren, weil direkt wahrnehmbaren -Tatsachen möglichst genau zu beschreiben; nun kam da wieder der -popularisationswütige Jenenser Professor und verknüpfte auch auf dem -Gebiet der menschlichen Entwicklungsgeschichte mit Tatsachen kühne -genealogische Hypothesen! Die »Würde der Wissenschaft« war in Gefahr, -und die Angriffe fielen abermals, wie nach dem Erscheinen der -»Schöpfungsgeschichte«, schneeflockendicht auf das neue Werk. In -Wirklichkeit hat die Würde der Wissenschaft in den vier Jahrzehnten, die -seit dem Erscheinen der »Anthropogenie« jetzt verflossen sind, so wenig -darunter gelitten, wie das Werk selbst an Bedeutung verloren hat. Die -beiden reich illustrierten Prachtbände, die fortgesetzt neue -Auflagen erleben, gelten immer noch unbestritten als die beste -zusammenhängende Darstellung des großen Wundergebiets der menschlichen -Entwicklungsgeschichte, die in der gesamten naturwissenschaftlichen -Literatur existiert. - -Auch in der Folgezeit hat Haeckel fast unausgesetzt im schärfsten -Kreuzfeuer der durch die Entwicklungslehre erzeugten Debatten gestanden. -Besonders wiederum nach dem 18. September 1877, wo er in München auf der -50. Versammlung der deutschen Naturforscher und Ärzte über »_Die heutige -Entwicklungslehre im Verhältnis zur Gesamtwissenschaft_« sprach und -unter anderem forderte, die Deszendenztheorie müsse als wichtiges -Bildungsmittel auch in der Schule ihren berechtigten Einfluß geltend -machen -- eine Rede, die Rudolf Virchow zu seinem vielbesprochenen -Gegenvortrage über »Die Freiheit der Wissenschaft im modernen Staate« -Veranlassung gab. Im Jahre vor jener Münchener Naturforscherversammlung -hatte Haeckel in seiner Schrift: »_Die Perigenesis der Plastidule_ oder -die Wellenzeugung der Lebensteilchen« bereits zu erweisen versucht, daß -das »unbewußte Gedächtnis« eine allgemeine Funktion nicht bloß der -Zelle, sondern auch aller Protoplasma-Moleküle der Zelle (Plastidule) -sei, mit anderen Worten: daß die Zellseele, die Grundlage der -erfahrungsmäßigen Psychologie, selbst wieder zusammengesetzt sei aus den -psychischen Tätigkeiten der kleinsten Teilchen des Protoplasmas: »die -Plastidule ist demnach der letzte Faktor des organischen Seelenlebens«. -Das zog er auch jetzt, in der Münchener Rede, mit Nachdruck heran bei -der Besprechung des bedeutungsvollen Umschwungs in der Beurteilung der -»Seelenfrage«; ist doch die Annahme der Beseelung aller Materie ein -notwendiges Postulat für die folgerichtige Durchführung der monistischen -Entwicklungslehre und damit der monistischen Weltanschauung. Virchow war -aber auch damit nicht einverstanden. Die Theorie der Zellseele erklärte -er für ein »bloßes Spiel mit Worten«, und ganz entschieden bestritt er -das wissenschaftliche Bedürfnis, das Gebiet der geistigen Vorgänge über -den Kreis derjenigen Körper hinaus auszudehnen, in und an denen wir sie -wirklich sich darstellen sehen. »Wir haben keinen Grund, jetzt schon -davon zu sprechen, daß die niedrigsten Tiere psychische Eigenschaften -besitzen; wir finden dieselben nur bei den höheren, ganz sicher nur bei -den höchsten« usw. Und dann kam im Anschluß an die Bekämpfung der -Zellseelentheorie die Bekämpfung der Deszendenztheorie überhaupt, nicht -mit Gründen der Wissenschaft, sondern -- im Staatsinteresse! »Nun -stellen Sie sich einmal vor,« rief der Redner emphatisch aus, »wie sich -die Deszendenztheorie heute schon im Kopfe eines Sozialisten darstellt! -Ja, meine Herren, das mag manchem lächerlich erscheinen, und ich will -hoffen, daß die Deszendenztheorie für uns nicht alle die Schrecken -bringen möge, die ähnliche Theorien wirklich im Nachbarlande angerichtet -haben. Immerhin hat auch diese Theorie, wenn sie konsequent durchgeführt -wird, eine ungemein bedenkliche Seite, und daß der Sozialismus mit ihr -Fühlung genommen hat, wird Ihnen hoffentlich nicht entgangen sein.« -Zuletzt resumierte sich Virchow dahin, daß man _nicht_ lehren und es -_nicht_ als eine Errungenschaft der Wissenschaft bezeichnen könne, »daß -der Mensch vom Affen oder von irgendeinem anderen Tier abstamme«. Heute -schütteln wir lächelnd den Kopf über all diese Velleitäten. Damals -jedoch galt die Virchowsche Rede für eine »moralische Tat« -sondergleichen, die auf Jahrzehnte hinaus allen grundsätzlichen Gegnern -der Abstammungslehre ein Ansporn zu doppeltem Eifer in ihrer Bekämpfung -wurde. - -Haeckel hat im Jahre 1878 in seiner Schrift »_Freie Wissenschaft und -freie Lehre_« ausführlich auf Virchows Münchener Rede geantwortet, im -übrigen aber auch die Entscheidung dieses Streites der Zukunft -anheimgegeben. Nur ganz gelegentlich ist er später auf die Debatten -zurückgekommen, vor allem in seinen Berliner Vorträgen; »_Der Kampf um -den Entwicklungsgedanken_« (1905). Ihn lockten zunächst wieder -wichtigere und fruchtbarere Aufgaben. - -Schon 1864 und 1865 waren im Anschluß an die »Monographie der -Radiolarien« die ersten Teile eines umfangreichen Prachtwerkes über die -Medusen erschienen, deren Studium Haeckel seit den Tagen von Helgoland -immer von neuem entzückt hatte. Jetzt galt es nicht bloß den Abschluß -_dieses_ Werkes, dessen erster Band 1879 unter dem Titel »_Das System -der Medusen_« (mit 40 Tafeln in Farbendruck) und dessen zweiter (mit 32 -Tafeln) 1881 unter dem Titel »_Die Tiefsee-Medusen der Challengerreise_ -und der Organismus der Medusen« herauskam, jetzt galt es auch die -mikroskopische Durchforschung der riesigen Radiolarienschätze und weiter -der Siphonophoren und Tiefsee-Hornschwämme, die die berühmte -wissenschaftliche Expedition der englischen Korvette »Challenger« in den -Jahren 1873 bis 1876 gesammelt und deren Bearbeitung die englische -Regierung Haeckel anvertraut hatte. Zehn Jahre mühsamer Arbeit -verflossen, bis das neue große _Radiolarienwerk_ (2750 Seiten Text und -140 Tafeln) zum Abschluß gebracht war, zwei weitere Jahre, bis auch das -»_System der Siphonophoren_« (mit 50 Farbendrucktafeln) und die -»_Tiefsee-Hornschwämme_« (mit 8 Tafeln) erscheinen konnten. Besonders -das Radiolarienwerk ist bewundernswert. 810 Arten waren bekannt, als -Haeckel 1877 die Arbeit in Angriff nahm; als er zehn Jahre später den -Abschlußstrich machte, hatte er 3508 neue Arten hinzuentdeckt! Alle -diese zauberhaft schönen, mikroskopisch kleinen Meeresgeschöpfe hatte -sein Ordnungssinn nicht nur benannt und beschrieben, sondern nach -wissenschaftlichen Grundsätzen auch übersichtlich gruppiert und nach -Verwandtschaftsgraden in ein System von 85 Familien, 20 Ordnungen, 4 -Legionen und 2 Unterklassen gebracht. Welch beispielloses Gedächtnis, -welch kritisches Unterscheidungsvermögen war dazu nötig! Und welch ein -künstlerisch geschulter Blick war erforderlich, um die subtilen und -schwierigen Formen dann auch im Bilde noch festzuhalten! Nur einmal noch -in seinem späteren Leben gelang ihm ein gleich phänomenales Werk, wenn -auch anderer Art: die dreibändige »_Systematische Phylogenie_«, der -Entwurf eines natürlichen Systems der Organismen auf Grund ihrer -Stammesgeschichte, der 1896 vollendet wurde. »Man mag im einzelnen, ja -in Hauptpunkten verschiedener Ansicht sein,« sagt darüber der Züricher -Zoologe Professor Arnold Lang, »aber staunend und bewundernd müssen wir -stehen vor diesem Werke, staunend über die ungeheure Fülle des Wissens, -die sich in diesem Umfange vielleicht nie mehr in einem Kopfe vereinigen -wird, bewundernd vor der geistigen Arbeit, mit welcher einerseits die -unzähligen Einzelerscheinungen verknüpft werden und anderseits der ganze -riesige Stoff in formal vollendeter Weise übersichtlich gegliedert -wird.« - -Von allen diesen hervorragenden Gaben des unermüdlichen Spezialforschers -und Detailarbeiters Haeckel weiß in der Regel der Laie nichts oder so -gut wie nichts. Für ihn kommt zunächst nur der »populäre« Verfasser der -»Natürlichen Schöpfungsgeschichte«, der »_Welträtsel_« und -»_Lebenswunder_« in Frage. Zumal der Verfasser der »Welträtsel«, der -sich vermaß, über irdische und himmlische Dinge so temperamentvoll sein -Urteil abzugeben. Höchstens daß dieser und jener auch noch das -verdienstvolle Tafelwerk der »_Kunstformen der Natur_« kennt, in dem vom -Standpunkt des Ästhetikers die wundersamen Kunstgebilde der Radiolarien, -Schwämme, Siphonophoren usw., aber auch die aus der höheren Tier- und -Pflanzenwelt als vorbildlicher Ornamentenschatz für das moderne -Kunstgewerbe zusammengestellt sind. Kein Wunder deshalb, daß man auch -unter Gebildeten vielfach den schiefsten und ungerechtesten Urteilen -begegnet, sobald einmal auf Haeckel und dessen Wirken und Schaffen die -Rede kommt. - -Allein schon die rein quantitative Arbeitsleistung dieses Mannes muß mit -Bewunderung erfüllen. Wenn man erwägt, daß außer den genannten populären -und wissenschaftlichen Werken, die er von Auflage zu Auflage stets neu -zu bearbeiten und zu verbessern bestrebt war, noch eine Menge kleinerer -Aufsätze und Abhandlungen seiner Feder entflossen sind, und daß neben -all diesem noch seine Lehrtätigkeit an der Jenaer Hochschule und seine -alljährlichen Forschungsreisen einhergingen, so muß angesichts solcher -Schaffenskraft selbst den Arbeitsfreudigsten ein gelindes Gruseln -anwehen. Hinzu kommt aber noch, daß Haeckel auch die Originale seiner -wundervollen Farbendrucktafeln, von denen allein die großen Monographien -rund 360 an der Zahl aufweisen, großenteils selbst aquarelliert hat, -wobei ihm sein hochentwickeltes Zeichen- und Maltalent sehr zustatten -kam. - -Wie sehr übrigens Haeckel stets Forscher und Künstler in einer Person -war, das zeigen am besten seine weit über tausend farbenprächtigen -»_Wanderbilder_«, von denen ein kleiner Teil unter diesem Titel -erschienen ist. Wohin seine Forschungsreisen ihn immer auch führten -- -und er hat mehr als dreißig in seinem Leben gemacht -- immer und überall -war das Malzeug sein Weggefährte. Hatte die Feder ihr Pensum vollendet -oder fühlte der Forscher sich abgespannt von der mühsamen zoologischen -Facharbeit, so dürstete die Seele des Künstlers, des Ästhetikers dann um -so glühender nach einem Trunk aus dem sprudelnden Quell der Gesamtnatur, -und er ruhte nicht eher, als bis er ihr irgendein Stück ihrer Schönheit -mit Stift oder Pinsel entwunden hatte. Auf dem blauen Meer wie auf -ragenden Berggipfeln, unter den sengenden Strahlen der Tropensonne wie -im Schatten des Urwalddickichts, in den russischen Steppen wie im -nordischen Fjord -- allüberall war der nimmersatte Schönheitssucher in -Haeckel dem Forscher ein steter Begleiter. Seine mit Hildebrandtscher -Farbenglut gemalten Wanderbilder muß man gesehen, seine formvollendeten -reichillustrierten Reisebücher »_Arabische Korallen_«, »_Indische -Reisebriefe_« und »_Aus Insulinde_« muß man gelesen haben, um seinen -heiligen Enthusiasmus für alles Wahre, Schöne und Gute dem ganzen -Umfange nach zu begreifen. - -In wundervoller Geschlossenheit liegt heute das arbeits- und -früchtereiche Lebenswerk Haeckels vor unseren Augen, das Lebenswerk -eines Forschers, Künstlers und Philosophen. Und das eines Kämpfers, wie -man hinzufügen darf. Niemand kann leugnen, daß er bei all seiner -Genialität recht oft auch gefehlt hat wie ein ganz sterblicher Mensch, -daß ihm sein heißes Temperament oft die Sehweite kürzte und daß seine -Philosophie, seine Weltanschauung an Lücken und Schwächen nicht arm ist. -Jeder hat die Philosophie, die in ihm ist. Er hat die seine, die aus dem -fruchtbaren Boden der Erfahrungswissenschaften hervorgewachsen und -deshalb allen rein spekulativen Erkenntnistheorien wenig hold ist. Er -hat sie zum Abschluß gebracht und ist glücklich darin. Ihm ist es genug, -das Unerforschte so in die Enge getrieben zu haben, daß es sich wie von -selbst ihm ergeben muß. Aber niemand, der wirklich sein Lebenswerk -kennt, kann auch leugnen, daß Haeckels ganze fünfzigjährige -Beschäftigung mit der Natur und Hingebung an die Natur, daß sein ganzes -Forschen und Denken nichts anderes war als ein Ausfluß religiösen -Sehnens, als Herzenssache, Gemütssache. Ihm, der der Wahrheit um ihrer -selbst willen nachspürte, war ganz notwendig das Wahre identisch mit dem -Göttlichen. - -Ernst Haeckel kann, wenn er die Inventur seines Lebens macht, wohl -zufrieden sein. Das höchste Glück der Erdenkinder hat er erreicht und -gewährt: das Glück der Persönlichkeit, und seinen Namen hat er mit -unvergänglichen Lettern tief eingegraben in die Annalen der -Menschheitsgeschichte. »Spätere Generationen«, sagt Wilhelm Bölsche, auf -dessen ausgezeichnete Biographie des Gelehrten der Leser ausdrücklich -verwiesen sei, »werden uns um einen Mann wie Haeckel beneiden. Von -anderen wird man Folianten wälzen, zum Nachschlagen, ohne auf das -Titelblatt mit dem Namen zu achten. Bei ihm wird man den Namen suchen. -Von seiner geistigen Persönlichkeit wird man sich erzählen. Daß man mit -ihm streiten konnte, wird man verstehen. Daß Zeitgenossen seine Größe -nicht sahen -- dafür wird man nur ein Achselzucken haben.« - - * * * * * - -Die sechs kurzen Abschnitte aus einigen der bedeutendsten -gemeinverständlichen Werke Ernst Haeckels, die dieses Sammelbändchen -vereinigt, vermögen natürlich nur einen schwachen Begriff von der -wissenschaftlichen Gesamtleistung des berühmten Naturforschers zu -vermitteln. Wenn sie dem einen oder anderen Welträtsel-Leser, dem einen -oder anderen für Fragen der Naturwissenschaft Interessierten zum Anlaß -werden, die Werke selbst in die Hand zu nehmen, ist ihr Hauptzweck -erreicht. Nichtsdestoweniger ist zu erwarten, daß die Lektüre der -einzelnen Kapitel auch an und für sich jedem Leser genußreiche und -anregende Stunden bescheren wird. - -Die ersten beiden Abschnitte »Inhalt und Bedeutung der Abstammungslehre« -und »Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden« sind der »Natürlichen -Schöpfungsgeschichte« (11. Auflage, 1911, Verlag von Georg Reimer in -Berlin) entnommen. Es sind zwei von den dreißig darin vereinigten -Vorträgen über die Entwicklungslehre im allgemeinen und die von Darwin, -Goethe und Lamarck im besonderen, Vorträge, die selbst dem ohne jede -wissenschaftliche Vorbildung an sie herantretenden Laien verständlich -sind. Der dritte Abschnitt über »Die Gasträatheorie« dagegen will schon -ein bißchen »studiert« sein, wie klar und anschaulich Haeckel das -schwierige Thema auch zu behandeln verstanden hat. Wenn wir unter den -dreißig Vorträgen der »Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des -Menschen« (6. Auflage, 1911. Verlag von Wilhelm Engelmann in Leipzig) -gerade diesen zum Abdruck erwählten, so geschah es, weil er im Rahmen -des zweibändigen Werkes noch wiederum ein Stück besonderen Eigenwerks -darstellt, insofern Ernst Haeckel selbst, wie schon ausgeführt wurde, -der Entdecker der bedeutsamen Gasträatheorie ist. Der Abschnitt -»Erfahrung und Erkenntnis«, in dem der Verfasser im Anschluß an -Schleiden und Johannes Müller ein für allemal programmatisch seinen -Standpunkt zur Naturphilosophie festlegte, entstammt der 1866 -erschienenen »Generellen Morphologie« (von der ein teilweiser, -unveränderter Abdruck unter dem Titel »Prinzipien der Generellen -Morphologie der Organismen« 1906 bei Georg Reimer herausgekommen ist), -der Abschnitt »Arabische Korallen« dem kleinen, durch zahlreiche -Abbildungen und farbenfreudige Aquarell-Reproduktionen geschmückten -Prachtbande gleichen Titels, in dem Ernst Haeckel 1875 seinen Ausflug -nach den Korallenbänken des Roten Meeres beschrieb, zugleich einen Blick -in das Leben der Korallentiere erschließend (Verlag von Georg Reimer). -In dieser unübertrefflich lebendigen Schilderung, nicht minder in der -ihr folgenden über »Brussa und den asiatischen Olymp«, kommt neben dem -Naturforscher in Haeckel vor allem der feinempfindende Ästhetiker zur -Geltung, der schönheitsuchende Künstler wie der Meister des Worts. - -Für die Erlaubnis zur Wiedergabe des Aufsatzes über »Brussa«, der 1875 -in der Deutschen Rundschau erschien und seitdem nicht wieder abgedruckt -wurde, bin ich Sr. Exzellenz Herrn Geheimrat Haeckel zu besonderem Danke -verpflichtet, für die Genehmigung zum Nachdruck der übrigen Abschnitte -außerdem den Herren Verlagsbuchhändlern Dr. de Gruyter (i. Fa.: Georg -Reimer) und Wilhelm Engelmann. - -_Leipzig_, Ostern 1912. - - Carl W. Neumann. - - - - - Natur und Mensch. - - - - - - I. - Inhalt und Bedeutung der - Abstammungslehre. - - -Die geistige Bewegung, zu welcher der englische Naturforscher Charles -Darwin im Jahre 1859 durch sein berühmtes Werk »Über die Entstehung der -Arten«[1] den Anstoß gab, hat während des seitdem verflossenen kurzen -Zeitraums eine beispiellose Tiefe und Ausdehnung gewonnen. Allerdings -ist die in jenem Werke dargestellte naturwissenschaftliche Theorie -(gewöhnlich kurzweg die Darwinsche Theorie oder der Darwinismus genannt) -nur ein Bruchteil einer viel umfassenderen Wissenschaft, nämlich der -universalen Entwicklungslehre, welche ihre unermeßliche Bedeutung über -das ganze Gebiet aller menschlichen Erkenntnis erstreckt. Allein die Art -und Weise, in welcher Darwin die letztere durch die erstere fest -begründet hat, ist so überzeugend, und die entscheidende Wendung, welche -durch die notwendigen Folgeschlüsse jener Theorie in der gesamten -Weltanschauung der Menschheit angebahnt worden ist, muß jedem tiefer -denkenden Menschen so gewaltig erscheinen, daß man ihre allgemeine -Bedeutung nicht hoch genug anschlagen kann. Ohne Zweifel muß diese -ungeheure Erweiterung unseres menschlichen Gesichtskreises unter allen -den zahlreichen und großartigen wissenschaftlichen Fortschritten unserer -Zeit als der bei weitem folgenschwerste und wichtigste angesehen werden. - -[Fußnote 1: Universal-Bibliothek Nr. 3071-76.] - -Wenn man das 19. Jahrhundert mit Recht das Zeitalter der -Naturwissenschaften nennt, wenn man mit Stolz auf die unermeßlich -bedeutenden Fortschritte in allen Zweigen derselben blickt, so pflegt -man dabei gewöhnlich weniger an die Erweiterung unserer allgemeinen -Naturerkenntnis, als vielmehr an die unmittelbaren praktischen Erfolge -jener Fortschritte zu denken. Man erwägt dabei die völlige und unendlich -folgenreiche Umgestaltung des menschlichen Verkehrs, welche durch das -entwickelte Maschinenwesen, durch die Eisenbahnen, Dampfschiffe, -Telegraphen, Telephone und andere Erfindungen der Physik hervorgebracht -worden ist. Oder man denkt an den mächtigen Einfluß, welchen die Chemie -in der Heilkunst, in der Landwirtschaft, in allen Künsten und Gewerben -gewonnen hat. Wie hoch Sie aber auch diese Einwirkung der neueren -Naturwissenschaft auf das praktische Leben anschlagen mögen, so muß -dieselbe, von einem höheren und allgemeineren Standpunkt aus gewürdigt, -doch hinter dem ungeheuren Einfluß zurückstehen, welchen die -theoretischen Fortschritte der heutigen Naturwissenschaft auf das -gesamte Erkenntnisgebiet des Menschen, auf seine ganze Weltanschauung -und Geistesbildung notwendig ausüben. Denken Sie nur an den -unermeßlichen Umschwung aller unserer theoretischen Anschauungen, -welchen wir der allgemeinen Anwendung des Mikroskops verdanken. Denken -Sie allein an die Zellentheorie, die uns die scheinbare Einheit des -menschlichen Organismus als das zusammengesetzte Resultat aus der -staatlichen Verbindung von Milliarden elementarer Lebenseinheiten, der -Zellen, nachweist. Oder erwägen Sie die ungeheure Erweiterung unseres -theoretischen Gesichtskreises, welche wir der Spektralanalyse, der Lehre -von der Wärmemechanik und von der Erhaltung der Kraft verdanken. Unter -allen diesen bewunderungswürdigen theoretischen Fortschritten nimmt aber -jedenfalls unsere heutige Entwicklungslehre bei weitem den höchsten Rang -ein. - -Jeder von Ihnen wird den Namen Darwin gehört haben, aber die meisten -werden wahrscheinlich nur unvollkommene Vorstellungen von dem -eigentlichen Werte seiner Lehre besitzen. Denn wenn man alles -vergleicht, was seit dem Erscheinen seines epochemachenden Hauptwerks -über dasselbe geschrieben worden ist, so muß demjenigen, der sich nicht -näher mit den organischen Naturwissenschaften befaßt hat, der nicht in -die inneren Geheimnisse der Zoologie und Botanik eingedrungen ist, der -Wert jener Theorie doch zweifelhaft erscheinen. Die Beurteilung -derselben ist voll von Widersprüchen und Mißverständnissen. Daher hat -selbst jetzt, fünfzig Jahre nach dem Erscheinen von Darwins Werk, -dasselbe noch nicht allgemein diejenige volle Bedeutung erlangt, welche -ihm von Rechts wegen gebührt, und welche es jedenfalls früher oder -später erlangen wird. Die meisten von den zahllosen Schriften, welche -für und gegen den Darwinismus während dieses Zeitraums veröffentlicht -wurden, lassen den erforderlichen Grad von biologischer, und besonders -von zoologischer Bildung vermissen. Obwohl jetzt alle bedeutenden -Naturforscher der Gegenwart zu den Anhängern jener Theorie gehören, -haben doch nur wenige derselben Geltung und Verständnis in weiteren -Kreisen zu verschaffen gesucht. Daher rühren die befremdenden -Widersprüche und die seltsamen Urteile, die man noch heute vielfach über -den Darwinismus hören kann. Gerade dieser Umstand hat mich vorzugsweise -bestimmt, die Darwinsche Theorie und die damit zusammenhängenden -weiteren Lehren zum Gegenstand allgemein verständlicher Vorträge zu -machen. Ich halte es für die Pflicht der Naturforscher, daß sie nicht -allein in dem engeren Kreise ihrer Fachwissenschaft auf Verbesserungen -und Entdeckungen sinnen, daß sie sich nicht allein in das Studium des -Einzelnen mit Liebe und Sorgfalt vertiefen, sondern daß sie auch die -wichtigen, allgemeinen Ergebnisse ihrer besonderen Studien für das Ganze -nutzbar machen, und daß sie naturwissenschaftliche Bildung in weiten -Kreisen verbreiten helfen. Der höchste Triumph des menschlichen Geistes, -die wahre Erkenntnis der allgemeinsten Naturgesetze, darf nicht das -Privateigentum einer privilegierten Gelehrtenkaste bleiben, sondern muß -segensreiches Gemeingut der ganzen gebildeten Menschheit werden. - -Die Theorie, welche durch Darwin an die Spitze unserer Naturerkenntnis -gestellt worden ist, pflegt man gewöhnlich als Abstammungslehre oder -Deszendenztheorie zu bezeichnen. Andere nennen sie Umbildungslehre oder -Transmutationstheorie oder auch kurz: Transformismus. Beide -Bezeichnungen sind richtig. Denn diese Lehre behauptet, daß alle -verschiedenen Organismen (d. h. alle Tierarten und Pflanzenarten, welche -jemals auf der Erde gelebt haben, und noch jetzt leben) von einer -einzigen oder von wenigen höchst einfachen Stammformen abstammen, und -daß sie sich aus diesen auf dem natürlichen Wege allmählicher Umbildung -langsam entwickelt haben. Obwohl diese Entwicklungstheorie schon im -Anfange unseres Jahrhunderts von verschiedenen großen Naturforschern, -insbesondere von Lamarck und Goethe, aufgestellt und verteidigt wurde, -hat sie doch erst im Jahre 1859 durch Darwin ihre vollständige -Ausbildung und ihre ursächliche Begründung erfahren. Dies ist der Grund, -weshalb sie oft ausschließlich (obwohl nicht ganz richtig) als Darwins -Theorie bezeichnet wird. - -Der unschätzbare Wert der Abstammungslehre erscheint in verschiedenem -Lichte, je nachdem Sie bloß deren nähere Bedeutung für die organische -Naturwissenschaft, oder aber ihren weiteren Einfluß auf die gesamte -Welterkenntnis des Menschen in Betracht ziehen. Die organische -Naturwissenschaft oder die Biologie, welche als Zoologie die Tiere, als -Botanik die Pflanzen zum Gegenstand ihrer Erkenntnis hat, wird durch die -Abstammungslehre von Grund aus umgestaltet. Denn durch die -Deszendenztheorie lernen wir die wahren wirkenden Ursachen der -organischen Formerscheinungen erkennen, während die bisherige Tier- und -Pflanzenkunde sich überwiegend mit der Kenntnis ihrer Tatsachen -beschäftigte. Man kann daher auch die Abstammungslehre als die -mechanische Erklärung der organischen Form-Erscheinungen oder als »die -Lehre von den wahren Ursachen in der organischen Natur« bezeichnen. - -Da ich nicht voraussetzen kann, daß Ihnen allen die Ausdrücke -»organische und anorganische Natur« geläufig sind, und da uns die -Gegenüberstellung dieser beiderlei Naturkörper in der Folge noch -vielfach beschäftigen wird, so muß ich ein paar Worte zur Verständigung -darüber vorausschicken. Organismen oder organische Naturkörper nennen -wir alle Lebewesen oder belebten Körper, also alle Pflanzen und Tiere, -den Menschen mit inbegriffen, weil bei ihnen fast immer eine -Zusammensetzung aus verschiedenartigen Teilen (Werkzeugen oder -»Organen«) nachzuweisen ist; diese Organe müssen zusammenwirken, um die -Lebenserscheinungen hervorzubringen. Eine solche Zusammensetzung -vermissen wir dagegen bei den Anorganen oder anorganischen Naturkörpern, -den sogenannten toten oder unbelebten Körpern, den Mineralien oder -Gesteinen, dem Wasser, der atmosphärischen Luft usw. Die Organismen -enthalten stets eiweißartige Kohlenstoffverbindungen in weichem oder -»festflüssigem« Zustande, während diese den Anorganen stets fehlen. Auf -diesem wichtigen Unterschiede beruht die Einteilung der gesamten -Naturwissenschaft in zwei große Hauptabteilungen, in die Biologie oder -Wissenschaft von den Organismen (Anthropologie, Zoologie und Botanik) -und die Anorgologie oder Abiologie, die Wissenschaft von den Anorganen -(Mineralogie, Geologie, Hydrographie, Meteorologie usw.). - -Die unvergleichliche Bedeutung der Abstammungslehre für die Biologie -liegt also vorzugsweise darin, daß sie uns die Entstehung der -organischen Formen auf mechanischem Wege erklärt und deren wirkende -Ursachen nachweist. So hoch man aber auch mit Recht dieses Verdienst der -Deszendenztheorie anschlagen mag, so tritt dasselbe doch fast zurück vor -der unermeßlichen Wichtigkeit, welche eine einzige notwendige Folgerung -derselben für sich allein in Anspruch nimmt. Diese unvermeidliche -Folgerung ist die Lehre von der tierischen Abstammung des -Menschengeschlechts. - -Die Bestimmung der Stellung des Menschen in der Natur und seiner -Beziehungen zur Gesamtheit der Dinge, diese Frage aller Fragen für die -Menschheit, wie sie Huxley mit Recht genannt hat, wird durch jene -Erkenntnis der tierischen Abstammung des Menschengeschlechts endgültig -gelöst. Wir gelangen also durch den Transformismus oder die -Deszendenztheorie zum erstenmal in die Lage, eine natürliche -Entwicklungsgeschichte des Menschengeschlechts wissenschaftlich -begründen zu können. Sowohl alle Verteidiger als alle denkenden Gegner -Darwins haben anerkannt, daß die Abstammung des Menschengeschlechts -zunächst von affenartigen Säugetieren, weiterhin aber von niederen -Wirbeltieren, mit Notwendigkeit aus seiner Theorie folgt. - -Allerdings hat Darwin diese wichtigste von allen Folgerungen seiner -Lehre nicht sofort selbst ausgesprochen. In seinem Werke von der -»Entstehung der Arten« ist die tierische Abstammung des Menschen nicht -erörtert. Der ebenso vorsichtige als kühne Naturforscher ging damals -absichtlich mit Stillschweigen darüber hinweg, weil er voraussah, daß -dieser bedeutendste von allen Folgeschlüssen der Abstammungslehre -zugleich das größte Hindernis für die Verbreitung und Anerkennung -derselben sein werde. Gewiß hätte Darwins Buch von Anfang an noch weit -mehr Widerspruch und Ärgernis erregt, wenn sogleich diese wichtigste -Konsequenz darin klar ausgesprochen worden wäre. Erst zwölf Jahre -später, in dem 1871 erschienenen Werke über »Die Abstammung des Menschen -und die geschlechtliche Zuchtwahl«[2] hat Darwin jenen weitreichendsten -Folgeschluß offen anerkannt, und ausdrücklich seine volle -Übereinstimmung mit den Naturforschern erklärt, welche denselben -inzwischen schon selbst gezogen hatten. Offenbar ist die Tragweite -dieser Folgerung ganz unermeßlich, und keine Wissenschaft wird sich den -Konsequenzen derselben entziehen können. Die Anthropologie oder die -Wissenschaft vom Menschen, und infolgedessen auch die ganze Philosophie, -wird in allen einzelnen Zweigen dadurch von Grund aus umgestaltet. - -[Fußnote 2: Universal-Bibliothek Nr. 3216-25.] - -Um es mit einem Satze auszudrücken, so ist jene bedeutungsvolle, aber -die meisten Menschen von vornherein abstoßende Folgerung nichts weiter -als ein besonderer Deduktionsschluß, den wir aus dem sicher begründeten -allgemeinen Induktionsgesetze der Deszendenztheorie nach den strengen -Geboten der unerbittlichen Logik notwendig ziehen müssen. - -Vielleicht ist nichts geeigneter, Ihnen die ganze und volle Bedeutung -der Abstammungslehre mit zwei Worten klarzumachen, als die Bezeichnung -derselben mit dem Ausdruck: »Natürliche Schöpfungsgeschichte«. Jedoch -ist dieselbe nur in einem gewissen Sinne richtig; denn streng genommen -schließt der Ausdruck »natürliche Schöpfungsgeschichte« einen inneren -Widerspruch, eine ^contradictio in adjecto^ ein. Lassen Sie uns, um dies -zu verstehen, einen Augenblick den zweideutigen Begriff der Schöpfung -etwas näher ins Auge fassen. Wenn man unter Schöpfung die Entstehung -eines Körpers durch eine schaffende Gewalt oder Kraft versteht, so kann -man dabei entweder an die Entstehung seines Stoffes (der körperlichen -Materie) oder an die Entstehung seiner Form (der körperlichen Gestalt) -denken. - -Die Schöpfung im ersteren Sinne, als die Entstehung der Materie, geht -uns hier gar nichts an. Dieser Vorgang, wenn er überhaupt jemals -stattgefunden hat, ist gänzlich der menschlichen Erkenntnis entzogen, er -kann daher auch niemals Gegenstand naturwissenschaftlicher Erforschung -sein. Die Naturwissenschaft hält die Materie für ewig und unvergänglich, -weil durch die Erfahrung noch niemals das Entstehen oder Vergehen auch -nur des kleinsten Teilchens der Materie nachgewiesen worden ist. Da wo -ein Naturkörper zu verschwinden scheint, wie z. B. beim Verbrennen, beim -Verwesen, beim Verdunsten usw., da ändert er nur seine Form, seinen -physikalischen Aggregatzustand oder seine chemische Verbindungsweise. -Ebenso beruht die Entstehung eines neuen Naturkörpers, z. B. eines -Kristalles, eines Pilzes, eines Infusoriums nur darauf, daß -verschiedene Stoffteilchen, welche vorher in einer gewissen Form -oder Verbindungsweise existierten, infolge von veränderten -Existenzbedingungen eine neue Form oder Verbindungsweise annehmen. Aber -noch niemals ist der Fall beobachtet worden, daß auch nur das kleinste -Stoffteilchen aus der Welt verschwunden, oder nur ein Atom zu der -bereits vorhandenen Masse hinzugekommen wäre. Der Naturforscher kann -sich daher ein Entstehen der Materie ebensowenig als ein Vergehen -derselben vorstellen; er betrachtet die in der Welt bestehende Quantität -der Materie als eine gegebene feste Tatsache. Fühlt jemand das -Bedürfnis, sich die Entstehung dieser Materie als die Wirkung einer -übernatürlichen Schöpfungstätigkeit, einer außerhalb der Materie -stehenden schöpferischen Kraft vorzustellen, so haben wir nichts -dagegen. Aber wir müssen bemerken, daß damit auch nicht das geringste -für eine wissenschaftliche Naturkenntnis gewonnen ist. Eine solche -Vorstellung von einer immateriellen Kraft, welche die Materie erst -schafft, ist ein Glaubensartikel, welcher mit der menschlichen -Wissenschaft gar nichts zu tun hat. Wo der mystische Glaube anfängt, -hört die echte Wissenschaft auf. Beide Tätigkeiten des menschlichen -Geistes sind scharf voneinander zu halten. Der Glaube an übernatürliche -Vorgänge hat seinen Ursprung in der dichtenden Einbildungskraft, das -klare Wissen dagegen in dem erkennenden Verstande des Menschen. Die -Wissenschaft hat die segenbringenden Früchte von dem Baume der -Erkenntnis zu pflücken, unbekümmert darum, ob dadurch die dichterischen -Einbildungen der Glaubenschaft beeinträchtigt werden oder nicht. - -Wenn also die Naturwissenschaft sich die »natürliche -Schöpfungsgeschichte« zu ihrer höchsten, schwersten und lohnendsten -Aufgabe macht, so kann sie den Begriff der Schöpfung nur in der zweiten, -oben angeführten Bedeutung verstehen, als die Entstehung der Form -der Naturkörper. In diesem Sinne kann man die Geologie die -Schöpfungsgeschichte der Erde nennen; denn sie sucht die Entstehung der -geformten anorganischen Erdoberfläche und die mannigfaltigen -geschichtlichen Veränderungen in der Gestalt der festen Erdrinde zu -erforschen. Ebenso kann man die Entwicklungsgeschichte der Tiere und -Pflanzen, welche die Entstehung der belebten Formen und den -mannigfaltigen historischen Wechsel der tierischen und pflanzlichen -Gestalten untersucht, die Schöpfungsgeschichte der Organismen nennen. Da -jedoch in den Begriff der Schöpfung sich immer leicht die -unwissenschaftliche Vorstellung von einem außerhalb der Materie -stehenden und dieselbe umbildenden Schöpfer einschleicht, so wird es in -Zukunft wohl besser sein, denselben durch die strengere Bezeichnung der -Entwicklung zu ersetzen. - -Der hohe Wert, welchen die Entwicklungsgeschichte für das -wissenschaftliche Verständnis der Tier- und Pflanzenformen besitzt, ist -seit einem halben Jahrhundert allgemein anerkannt; man kann ohne sie in -der organischen Morphologie oder Formenlehre keinen sicheren Schritt -mehr tun. Jedoch hat man vor 1866 unter Entwicklungsgeschichte nur einen -Teil dieser Wissenschaft, nämlich diejenige der organischen Individuen -oder Einzelwesen verstanden, die sogenannte Embryologie, richtiger und -umfassender _Ontogenie_ genannt. Außer dieser gibt es aber auch noch -eine Entwicklungsgeschichte der organischen Arten, Klassen und Stämme -(Phylen); und diese steht zu der ersteren in den wichtigsten -Beziehungen. Das Material dafür liefert die Versteinerungskunde oder -Paläontologie. Diese lehrt uns, daß jedes organische Phylum, jeder Stamm -des Tier- und Pflanzenreichs, während der verschiedenen Perioden der -Erdgeschichte durch eine Reihe von ganz verschiedenen Klassen und Arten -vertreten wird. So ist z. B. der Stamm der Wirbeltiere durch die Klassen -der Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere vertreten und -jede dieser Klassen zu verschiedenen Zeiten durch ganz verschiedene -Arten. Diese paläontologische Entwicklungsgeschichte der Organismen kann -man als Stammesgeschichte oder _Phylogenie_ bezeichnen; sie steht in den -wichtigsten und merkwürdigsten Beziehungen zu dem anderen Zweige der -organischen Entwicklungsgeschichte, zur Keimesgeschichte oder Ontogenie. -Die letztere läuft der ersteren im großen und ganzen parallel. Um -es kurz mit einem Satze zu sagen, so ist die individuelle -Entwicklungsgeschichte eine schnelle, durch die Gesetze der Vererbung -und Anpassung bedingte Wiederholung der langsamen paläontologischen -Entwicklungsgeschichte; die Ontogenie ist ein kurzer Auszug oder eine -Rekapitulation der Phylogenie. Das ist unser _biogenetisches -Grundgesetz_ (1866), das einzig und allein durch die Abstammungslehre -erklärt und in seinen Ursachen verstanden werden kann; ohne dieselbe -bleibt es ganz unverständlich und unerklärlich. - -Die Deszendenztheorie zeigt uns zugleich, _warum_ überhaupt die -einzelnen Tiere und Pflanzen sich entwickeln müssen, _warum_ dieselben -nicht gleich in fertiger und entwickelter Form ins Leben treten. Keine -übernatürliche Schöpfungsgeschichte vermag uns das große Rätsel der -organischen Entwicklung irgendwie zu erklären. Ebenso wie auf diese -hochwichtige Frage gibt uns der Transformismus auch auf alle anderen -allgemeinen biologischen Fragen befriedigende Antworten, und zwar sind -diese Antworten rein mechanisch-kausaler Natur; sie weisen lediglich -natürliche, physikalisch-chemische Kräfte als die Ursachen von -Erscheinungen nach, die man früher gewohnt war, der unmittelbaren -Einwirkung übernatürlicher, schöpferischer Kräfte zuzuschreiben. Mithin -entfernt der Transformismus aus allen Gebietsteilen der Botanik und -Zoologie, und namentlich auch aus dem wichtigsten Teile der letzteren, -aus der Anthropologie, den Wunderglauben; er lüftet den mystischen -Schleier des Wunderbaren und Übernatürlichen, mit welchem man bisher die -verwickelten Erscheinungen dieser natürlichen Erkenntnisgebiete zu -verhüllen liebte. Das unklare Nebelbild mythologischer Dichtung kann vor -dem klaren Sonnenlicht naturwissenschaftlicher Erkenntnis nicht länger -bestehen. - -Von ganz besonderem Interesse sind unter jenen biologischen -Erscheinungen diejenigen, welche die gewöhnliche Annahme von der -Entstehung eines jeden Organismus durch eine zweckmäßig bauende -Schöpferkraft widerlegen. Nichts hat in dieser Beziehung der früheren -Naturforschung so große Schwierigkeiten verursacht, als die Deutung der -sogenannten »_rudimentären Organe_«, derjenigen Teile im Tier- und -Pflanzenkörper, welche eigentlich ohne Leistung, ohne physiologische -Bedeutung, und dennoch formell vorhanden sind. Diese Teile verdienen das -allerhöchste Interesse, obwohl die meisten Leute wenig oder nichts davon -wissen. Fast jeder höher entwickelte Organismus, fast jedes Tier und -jede Pflanze, besitzt neben den scheinbar zweckmäßigen Einrichtungen -seiner Organisation andere Einrichtungen, die durchaus keinen Zweck, -keine Funktion in dessen Leben haben können. - -Beispiele davon finden sich überall. Bei den Embryonen mancher -Wiederkäuer, unter anderen bei unserem gewöhnlichen Rindvieh, stehen -Schneidezähne im Zwischenkiefer der oberen Kinnlade, welche niemals zum -Durchbruch gelangen, also auch keinen Zweck haben. Die Embryonen mancher -Walfische, welche späterhin die bekannten Barten statt der Zähne -besitzen, tragen, solange sie noch nicht geboren sind und keine Nahrung -zu sich nehmen, dennoch zahlreiche Zähne in ihren Kiefern; auch dieses -Gebiß tritt niemals in Tätigkeit. Ferner besitzen die meisten höheren -Tiere Muskeln, die nie zur Anwendung kommen; selbst der Mensch besitzt -solche rudimentäre Muskeln. Die meisten von uns sind nicht fähig, ihre -Ohren willkürlich zu bewegen, obwohl die Muskeln für diese Bewegung -vorhanden sind; aber einzelnen Personen, die sich andauernd Mühe geben, -diese Muskeln zu üben, ist es in der Tat gelungen, ihre Ohren wieder in -Bewegung zu setzen. In diesen noch jetzt vorhandenen, aber verkümmerten -Organen, welche dem vollständigen Verschwinden entgegengehen, ist es -noch möglich, durch besondere Übung, durch andauernden Einfluß der -Willenstätigkeit des Nervensystems, die beinahe erloschene Tätigkeit -wieder zu beleben. Dagegen vermögen wir dies nicht mehr in den kleinen -rudimentären Ohrmuskeln, welche noch am Knorpel unserer Ohrmuschel -vorkommen; diese bleiben immer völlig wirkungslos. Bei unseren -langohrigen Vorfahren aus der Tertiärzeit, Affen, Halbaffen und -Beuteltieren, welche gleich den meisten anderen Säugetieren ihre große -Ohrmuschel frei und lebhaft bewegten, waren jene Muskeln viel stärker -entwickelt und von großer Bedeutung. So haben in gleicher Weise auch -viele Spielarten der Hunde und Kaninchen, deren wilde Vorfahren ihre -steifen Ohren vielseitig bewegten, unter dem Einflusse des Kulturlebens -sich jenes »Ohrenspitzen« abgewöhnt; sie haben dadurch verkümmerte -Ohrmuskeln und schlaff herabhängende Ohren bekommen. - -Auch noch an anderen Stellen seines Körpers besitzt der Mensch solche -rudimentäre Organe, welche durchaus von keiner Bedeutung für das Leben -sind und niemals funktionieren. Eines der merkwürdigsten, obwohl -unscheinbarsten Organe der Art ist die kleine halbmondförmige Falte, -welche wir am inneren Winkel unseres Auges, nahe der Nasenwurzel -besitzen, die sogenannte ^Plica semilunaris^. Diese unbedeutende -Hautfalte bietet für unser Auge gar keinen Nutzen; sie ist nur der ganz -verkümmerte Rest eines dritten, inneren Augenlides, welches neben dem -oberen und unteren Augenlide bei anderen Säugetieren, bei Vögeln und -Reptilien sehr entwickelt ist. Ja sogar schon unsere uralten Vorfahren -aus der Silurzeit, die Urfische, scheinen dies dritte Augenlid, die -sogenannte Nickhaut, besessen zu haben. Denn viele von ihren nächsten -Verwandten, die in wenig veränderter Form noch heute fortleben, viele -Haifische nämlich, besitzen eine sehr starke Nickhaut, und diese kann -vom inneren Augenwinkel her über den ganzen Augapfel hinübergezogen -werden. - -Zu den schlagendsten Beispielen von rudimentären Organen gehören die -Augen, welche nicht sehen. Solche finden sich bei sehr vielen Tieren, -welche im Dunkeln, z. B. in Höhlen, unter der Erde leben. Die Augen sind -hier oft wirklich in ausgebildetem Zustande vorhanden; aber sie sind von -dicker, undurchsichtiger Haut bedeckt, so daß kein Lichtstrahl in sie -hineinfallen kann, mithin können sie auch niemals sehen. Solche Augen -ohne Gesichtsfunktion besitzen z. B. mehrere Arten von unterirdisch -lebenden Maulwürfen und Blindmäusen, von Schlangen und Eidechsen, von -Amphibien und Fischen; ferner zahlreiche wirbellose Tiere, die im -Dunkeln ihr Leben zubringen: viele Käfer, Krebstiere, Schnecken, Würmer -usw. - -Eine Fülle der interessantesten Beispiele von rudimentären Organen -liefert die vergleichende Osteologie oder Skelettlehre der Wirbeltiere, -einer der anziehendsten Zweige der vergleichenden Anatomie. Bei den -allermeisten Wirbeltieren finden wir zwei Paar Gliedmaßen am Rumpf, ein -Paar Vorderbeine und ein Paar Hinterbeine. Sehr häufig ist jedoch das -eine oder das andere Paar derselben verkümmert, seltener beide, wie bei -den Schlangen und einigen aalartigen Fischen. Aber einige Schlangen, z. -B. die Riesenschlangen (^Boa^, ^Python^), haben hinten noch einige -unnütze Knochenstückchen im Leibe, welche die Reste der verloren -gegangenen Hinterbeine sind. Ebenso haben die walfischartigen Säugetiere -(^Cetaceen^), welche nur entwickelte Vorderbeine (Brustflossen) -besitzen, hinten im Fleische noch ein Paar ganz überflüssige Knochen, -die Überbleibsel der verkümmerten Hinterbeine. Dasselbe gilt von vielen -echten Fischen, bei denen in gleicher Weise die Hinterbeine -(Bauchflossen) verloren gegangen sind. Umgekehrt besitzen unsere -Blindschleichen (^Anguis^) und einige andere Eidechsen inwendig ein -vollständiges Schultergerüst, obwohl die Vorderbeine, zu deren -Befestigung dasselbe dient, nicht mehr vorhanden sind. Ferner finden -sich bei verschiedenen Wirbeltieren die einzelnen Knochen der beiden -Beinpaare in allen verschiedenen Stufen der Verkümmerung, und oft die -rückgebildeten Knochen und die zugehörigen Muskeln stückweise erhalten, -ohne doch irgendwie eine Verrichtung ausführen zu können. Das Instrument -ist wohl noch da, aber es kann nicht mehr spielen. - -Fast ganz allgemein finden Sie ferner rudimentäre Organe in den -Pflanzenblüten vor, indem der eine oder der andere Teil der männlichen -Fortpflanzungsorgane (der Staubfäden und Staubbeutel), oder der -weiblichen Fortpflanzungsorgane (Griffel, Fruchtknoten usw.) mehr oder -weniger verkümmert oder »fehlgeschlagen« (abortiert) ist. Auch hier -können Sie bei verschiedenen, nahe verwandten Pflanzenarten das Organ in -allen Graden der Rückbildung verfolgen. So z. B. ist die große -natürliche Familie der lippenblütigen Pflanzen (^Labiaten^), zu welcher -Melisse, Pfefferminze, Majoran, Gundelrebe, Thymian usw. gehören, -dadurch ausgezeichnet, daß die rachenförmige zweilippige Blumenkrone -zwei lange und zwei kurze Staubfäden enthält. Allein bei vielen -einzelnen Pflanzen dieser Familie, z. B. bei verschiedenen Salbeiarten -und beim Rosmarin, ist nur das eine Paar der Staubfäden ausgebildet, und -das andere Paar ist mehr oder weniger verkümmert, oft ganz verschwunden. -Bisweilen sind die Staubfäden vorhanden, aber ohne Staubbeutel, so daß -sie keinen Nutzen haben können. Seltener findet sich sogar noch das -Rudiment oder der verkümmerte Rest eines fünften Staubfadens, ein -physiologisch (für die Lebensverrichtung) ganz nutzloses, aber -morphologisch (für die Erkenntnis der Form und der natürlichen -Verwandtschaft) äußerst wertvolles Organ. In meiner »Generellen -Morphologie der Organismen« habe ich in dem Abschnitt von der -»Unzweckmäßigkeitslehre oder Dysteleologie« noch eine große Anzahl von -anderen Beispielen angeführt. - -Keine biologische Erscheinung hat wohl jemals die Zoologen und Botaniker -in größere Verlegenheit versetzt als diese rudimentären oder abortiven -(verkümmerten) Organe. Es sind Werkzeuge außer Dienst, Körperteile, -welche da sind, ohne etwas zu leisten, zweckmäßig eingerichtet, ohne -ihren Zweck in Wirklichkeit zu erfüllen. Wenn man die Versuche früherer -Naturforscher zur Erklärung dieses Rätsels betrachtet, kann man sich in -der Tat kaum eines Lächelns über ihre seltsamen Vorstellungen erwehren. -Außerstande, eine wirkliche Erklärung zu finden, kamen einige z. B. zu -dem Endresultate, daß der Schöpfer »der Symmetrie wegen« diese Organe -angelegt habe. Nach der Meinung anderer mußte es dem Schöpfer unpassend -oder unanständig erscheinen, daß diese Organe bei denjenigen Organismen, -bei denen sie nicht leistungsfähig sind und ihrer ganzen Lebensweise -nach nicht sein können, völlig fehlten, während die nächsten Verwandten -sie besäßen; und zum Ersatz für die mangelnde Funktion verlieh er ihnen -wenigstens die äußere Ausstattung der leeren Form. Sind doch auch die -uniformierten Zivilbeamten bei Hofe oft mit einem unschuldigen Degen -ausgestattet, den sie niemals aus der Scheide ziehen. Ich glaube aber -kaum, daß Sie von einer solchen dekorativen Erklärung befriedigt sein -werden. - -Nun wird gerade diese allgemein verbreitete und rätselhafte Erscheinung -der rudimentären Organe, an welcher alle übrigen Erklärungsversuche -scheitern, vollkommen erklärt, und zwar in der einfachsten und -einleuchtendsten Weise erklärt durch Darwins Theorie von der _Vererbung_ -und von der _Anpassung_. Wir können die wichtigen Gesetze der Vererbung -und Anpassung an den Haustieren und Kulturpflanzen, welche wir künstlich -züchten, empirisch verfolgen, und es ist bereits eine Reihe solcher -Gesetze festgestellt worden. Ohne jetzt auf diese einzugehen, will ich -nur sagen, daß einige davon auf mechanischem Wege die Entstehung der -rudimentären Organe vollkommen erklären, so daß wir das Auftreten -derselben als einen ganz natürlichen Prozeß ansehen müssen, bedingt -durch den Nichtgebrauch der Organe. Durch Anpassung an besondere -Lebensbedingungen sind die früher tätigen und wirklich arbeitenden -Organe allmählich nicht mehr gebraucht worden und außer Dienst getreten. -Infolge der mangelnden Übung sind sie mehr und mehr verkümmert, trotzdem -aber immer noch durch Vererbung von einer Generation auf die andere -übertragen worden, bis sie endlich größtenteils verschwanden. Wenn wir -nun annehmen, daß alle oben angeführten Wirbeltiere von einem einzigen -gemeinsamen Stammvater abstammen, welcher zwei sehende Augen und zwei -wohlentwickelte Beinpaare besaß, so erklärt sich ganz einfach der -verschiedene Grad der Verkümmerung und Rückbildung dieser Organe bei -solchen Nachkommen desselben, welche diese Teile nicht mehr gebrauchen -konnten. Ebenso erklärt sich vollständig der verschiedene -Ausbildungsgrad der ursprünglich (in der Blütenknospe) angelegten fünf -Staubfäden bei den Lippenblütern, wenn wir annehmen, daß alle Pflanzen -dieser Familie von einem gemeinsamen, mit fünf Staubfäden ausgestatteten -Stammvater abstammen. - -Ich habe Ihnen die Erscheinung der rudimentären Organe etwas -ausführlicher vorgeführt, weil dieselbe von der allergrößten allgemeinen -Bedeutung ist; denn sie führt uns auf die großen, allgemeinen, -tiefliegenden Grundlagen der Philosophie und der Naturwissenschaft hin, -für deren Lösung die Deszendenztheorie nunmehr der unentbehrliche -Leitstern geworden ist. Sobald wir nämlich, dieser Theorie entsprechend, -die ausschließliche Wirksamkeit physikalisch-chemischer Ursachen ebenso -in der lebenden (organischen) Körperwelt, wie in der sogenannten -leblosen (anorganischen) Natur anerkennen, so räumen wir damit jener -Weltanschauung die ausschließliche Herrschaft ein, welche man mit dem -Namen der mechanischen bezeichnen kann, im Gegensatze zu der -hergebrachten teleologischen Auffassung. Wenn Sie die Weltanschauungen -der verschiedenen Völker und Zeiten miteinander vergleichend -zusammenstellen, können Sie dieselben schließlich alle in zwei -gegenüberstehende Gruppen bringen: eine kausale oder mechanische und -eine teleologische oder vitalistische. Die letztere war in der Biologie -früher fast allgemein herrschend. Man sah danach das Tierreich und das -Pflanzenreich als Produkte einer zweckmäßig wirkenden schöpferischen -Tätigkeit an. Bei dem Anblick jedes Organismus schien sich zunächst -unabweislich die Überzeugung aufzudrängen, daß eine so künstliche -Maschine, ein so verwickelter Bewegungsapparat, wie es der Organismus -ist, nur durch eine zwecktätige Schöpferkraft hervorgebracht werden -könne; durch eine Tätigkeit, welche analog, obwohl unendlich viel -vollkommener ist, als die Tätigkeit des Menschen bei der Konstruktion -seiner Maschinen. Wie erhaben man auch die früheren Vorstellungen des -Schöpfers und seiner schöpferischen Tätigkeit steigern, wie sehr man sie -aller menschlichen Analogie entkleiden mag, so bleibt doch im letzten -Grunde bei der teleologischen Naturauffassung dieser Vergleich -unabweislich und notwendig. Man muß sich im Grunde dann immer den -Schöpfer selbst als einen Organismus vorstellen, als ein Wesen, welches -ähnlich dem Menschen, wenn auch in unendlich vollkommenerer Form, über -seine bildende Tätigkeit nachdenkt, den Plan der Maschinen entwirft, und -dann mittels Anwendung geeigneter Materialien diese Maschinen -zweckentsprechend ausführt. Alle diese Vorstellungen leiden notwendig an -der Grundschwäche des Anthropomorphismus oder der Vermenschlichung. -Stets werden dabei, wie hoch man sich auch den Schöpfer vorstellen mag, -demselben die menschlichen Eigenschaften beigelegt, einen Plan zu -entwerfen und danach den Organismus zweckmäßig zu konstruieren. Das wird -auch von derjenigen Schule, welche Darwins Lehre am schroffsten -gegenübersteht, und welche unter den Naturforschern ihren bedeutendsten -Vertreter in Louis Agassiz gefunden hat, ganz klar ausgesprochen. Das -berühmte Werk von Agassiz (^Essay on classification^), welches dem -Darwinschen Werke vollkommen entgegengesetzt ist und fast gleichzeitig -erschien (1858), hat ganz folgerichtig jene absurden anthropomorphischen -Vorstellungen vom Schöpfer bis zum höchsten Grade ausgebildet. - -Was nun überhaupt jene vielgerühmte _Zweckmäßigkeit in der Natur_ -betrifft, so ist sie nur für denjenigen vorhanden, welcher die -Erscheinungen im Tier- und Pflanzenleben durchaus oberflächlich -betrachtet. Schon die rudimentären Organe mußten dieser beliebten Lehre -einen harten Stoß versetzen. Jeder aber, der tiefer in die Organisation -und Lebensweise der verschiedenen Tiere und Pflanzen eindringt, der sich -mit der Wechselwirkung der Lebenserscheinungen und der sogenannten -»Ökonomie der Natur« vertrauter macht, muß sie notwendig fallen lassen. -Die vielgrepriesene Weisheit und Zweckmäßigkeit existiert ebensowenig -als die vielgerühmte »Allgüte des Schöpfers«. Diese optimistischen -Anschauungen haben leider ebensowenig wirkliche Begründung als die -beliebte Redensart von der »sittlichen Weltordnung«, welche durch die -ganze Völkergeschichte in ironischer Weise illustriert wird. Im -Mittelalter ist dafür die »sittliche« Herrschaft der christlichen Päpste -und ihrer frommen, vom Blute zahlloser Menschenopfer dampfenden -Inquisition nicht weniger bezeichnend, als in der Gegenwart der -herrschende Militarismus mit seinem »sittlichen« Apparate von Zündnadeln -und anderen raffinierten Mordwaffen; oder der Pauperismus als -untrennbarer Anhang unserer verfeinerten Kultur. - -Wenn Sie das Zusammenleben und die gegenseitigen Beziehungen der -Pflanzen und der Tiere (mit Inbegriff der Menschen) näher betrachten, so -finden Sie überall und zu jeder Zeit das Gegenteil von jenem gemütlichen -und friedlichen Beisammensein, welches die Güte des Schöpfers den -Geschöpfen hätte bereiten müssen; vielmehr sehen Sie überall einen -schonungslosen, höchst erbitterten _Kampf aller gegen alle_. Nirgends in -der Natur, wohin Sie auch Ihre Blicke lenken mögen, ist jener -idyllische, von den Dichtern besungene Friede vorhanden -- vielmehr -überall Kampf, Streben nach Selbsterhaltung, nach Vernichtung der -direkten Gegner und nach Vernichtung des Nächsten. Leidenschaft und -Selbstsucht, bewußt oder unbewußt, bleibt überall die Triebfeder des -Lebens. Das bekannte Dichterwort: - - »Die Natur ist vollkommen überall, - Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual« - -ist schön, aber leider nicht wahr. Vielmehr bildet auch in dieser -Beziehung der Mensch keine Ausnahme von der übrigen Tierwelt. Darwin hat -gerade dieses wichtige Verhältnis in seiner hohen und allgemeinen -Bedeutung uns erst recht klar vor Augen gestellt, und derjenige -Abschnitt seiner Lehre, welchen er selbst den »Kampf ums Dasein« nennt, -ist einer ihrer wichtigsten Teile. - -Wir müssen also jener vitalistischen oder teleologischen Betrachtung der -lebendigen Natur, welche die Tier- und Pflanzenformen als Produkte eines -gütigen und weisen Schöpfers oder einer zweckmäßig tätigen -schöpferischen Naturkraft ansieht, durchaus entgegentreten; dagegen sind -wir gezwungen, uns entschieden jene Weltanschauung anzueignen, welche -man die mechanische oder kausale nennt. Man kann sie auch als die -monistische oder einheitliche bezeichnen, im Gegensatze zu der -zwiespältigen oder dualistischen Anschauung, welche in jener -teleologischen Weltauffassung notwendig enthalten ist. Die mechanische -Naturbetrachtung ist seit Jahrzehnten auf gewissen Gebieten der -Naturwissenschaft so sehr eingebürgert, daß hier über die -entgegengesetzte kein Wort mehr verloren wird. Es fällt keinem Physiker -oder Chemiker, keinem Mineralogen oder Astronomen mehr ein, in den -Erscheinungen, welche ihm auf seinem wissenschaftlichen Gebiete -fortwährend vor Augen kommen, die Wirksamkeit eines zweckmäßig tätigen -Schöpfers zu erblicken oder aufzusuchen. Man betrachtet jene -Erscheinungen vielmehr allgemein und ohne Widerspruch als die -notwendigen und unabänderlichen Wirkungen der physikalischen und -chemischen Kräfte, welche an dem Stoffe oder der Materie haften; und -insofern ist diese Anschauung rein »materialistisch«, in einem gewissen -Sinne dieses vieldeutigen Wortes. Wenn der Physiker die -Bewegungserscheinungen der Elektrizität oder des Magnetismus, den Fall -eines Körpers oder die Schwingungen der Lichtwellen zu erklären sucht, -so ist er bei dieser Arbeit durchaus davon entfernt, das Eingreifen -einer übernatürlichen schöpferischen Kraft anzunehmen. In dieser -Beziehung befand sich bisher die Biologie, als die Wissenschaft von den -sogenannten »belebten« Naturkörpern, in vollem Gegensatze zu jenen -vorher genannten anorganischen Naturwissenschaften (der -Anorgologie). Zwar hat die neuere Physiologie, die Lehre von den -Bewegungserscheinungen im Tier- und Pflanzenkörper, den mechanischen -Standpunkt der letzteren vollkommen angenommen; allein die Morphologie, -die Wissenschaft von der Gestaltung der Tiere und Pflanzen, schien -dadurch gar nicht berührt zu werden. Die Morphologen behandeln nach wie -vor, im Gegensatze zu jener mechanischen Betrachtung der Leistungen, die -Formen der Tiere und Pflanzen als Erscheinungen, die durchaus nicht -mechanisch erklärbar seien, die vielmehr notwendig einer höheren, -übernatürlichen, zweckmäßig tätigen Schöpferkraft ihren Ursprung -verdanken müßten. Dabei war es ganz gleichgültig, ob man diese -Schöpferkraft als persönlichen Gott anbetete, oder ob man sie -Lebenskraft (^vis vitalis^) oder Endursache (^causa finalis^) nannte. In -allen Fallen flüchtete man hier, um es mit einem Worte zu sagen, zum -Wunder als der Erklärung. Man warf sich einer mystischen -Glaubensdichtung in die Arme und verließ somit das sichere Gebiet -naturwissenschaftlicher Erkenntnis. - -Alles nun, was vor Darwin geschehen ist, um eine natürliche, mechanische -Auffassung von der Entstehung der Tier- und Pflanzenformen zu begründen, -vermochte diese nicht zum Durchbruch und zu allgemeiner Anerkennung zu -bringen. Dies gelang erst Darwins Lehre, und hierin liegt ein -unermeßliches Verdienst derselben. Denn wir werden dadurch zu der -Überzeugung von der Einheit der organischen und der anorganischen Natur -geführt. Auch derjenige Teil der Naturwissenschaft, welcher bisher am -längsten und am hartnäckigsten sich einer mechanischen Auffassung und -Erklärung widersetzte, die Lehre vom zweckmäßigen Bau der lebendigen -Formen, von der Bedeutung und Entstehung derselben, wird dadurch mit -allen übrigen naturwissenschaftlichen Lehren auf einen und denselben Weg -der Vollendung gebracht. Die Einheit _aller_ Naturerscheinungen wird -dadurch endgültig festgestellt. - -Diese Einheit der ganzen Natur, die Beseelung aller Materie, die -Untrennbarkeit der geistigen Kraft und des körperlichen Stoffes hat -Goethe mit den Worten behauptet: »Die Materie kann nie ohne Geist, der -Geist nie ohne Materie existieren und wirksam sein.« Von den großen -monistischen Philosophen aller Zeiten sind diese obersten Grundsätze der -mechanischen Weltanschauung vertreten worden. Schon Demokritos von -Abdera, der unsterbliche Begründer der Atomenlehre, sprach dieselben -fast ein halbes Jahrtausend vor Christus klar aus, ganz vorzüglich aber -der erhabene Spinoza und der große Dominikanermönch Giordano Bruno. Der -letztere wurde dafür am 17. Februar 1600 in Rom von der christlichen -Inquisition auf dem Scheiterhaufen verbrannt, an demselben Tage, an -welchem 36 Jahre früher sein großer Landsmann und Kampfgenosse Galilei -geboren wurde. Auf dem Campo di Fiori in Rom, wo jener Scheiterhaufen -stand, hat jetzt das freie neuerstandene Italien dem großen monistischen -Märtyrer ein Denkmal errichtet (am 9. Juni 1889), ein beredtes Zeichen -des gewaltigen Umschwungs der Zeit. - -Durch die Deszendenztheorie wird es uns zum erstenmal möglich, die -monistische Lehre von der Einheit der Natur fest zu begründen; danach -bietet eine mechanisch-kausale Erklärung auch der verwickeltsten -organischen Erscheinungen, z. B. der Entstehung und Einrichtung der -Sinnesorgane, in der Tat nicht mehr prinzipielle Schwierigkeiten für das -allgemeine Verständnis, als die mechanische Erklärung irgendwelcher -physikalischen Prozesse, wie z. B. der Erdbeben, des Erdmagnetismus, der -Meeresströmungen usw. Wir gelangen dadurch zu der äußerst wichtigen -Überzeugung, daß _alle Naturkörper_, die wir kennen, _gleichmäßig -belebt_ sind, daß der Gegensatz, welchen man zwischen lebendiger und -toter Körperwelt aufstellte, im Grunde nicht existiert. Wenn ein Stein, -frei in die Luft geworfen, nach bestimmten Gesetzen zur Erde fällt, oder -wenn in einer Salzlösung sich ein Kristall bildet, oder wenn Schwefel -und Quecksilber sich zu Zinnober verbinden, so sind diese Erscheinungen -nicht mehr und nicht minder mechanische Lebenserscheinungen, als das -Wachstum und das Blühen der Pflanzen, als die Fortpflanzung und die -Sinnestätigkeit der Tiere, als die Empfindung und die Gedankenbildung -des Menschen. Insbesondere ist auch das Bewußtsein des Menschen und der -höheren Tiere keineswegs ein besonderes übernatürliches »Welträtsel«, -wie Du Bois-Reymond 1872 in seiner »Ignorabimus«-Rede irrtümlich -behauptet hatte. Vielmehr beruht dasselbe ebenso auf der mechanischen -Arbeit der Ganglienzellen im Gehirn, wie die übrigen Seelentätigkeiten; -den Beweis dafür habe ich im zehnten Kapitel meines Buches über die -»Welträtsel« geführt. Die Naturkräfte treten auch im Seelenleben nur in -verschiedenen Verbindungen und Formen auf, bald einfacher, bald -zusammengesetzter; aber immer sind sie auch hier dem allgemeinen -Substanzgesetz unterworfen. Gebundene Spannkräfte werden frei und gehen -in lebendige Kräfte über, oder umgekehrt. Das große Gesetz von der -Erhaltung der Kraft oder Energie (Robert Mayer 1842) und das damit -verknüpfte Gesetz von der Erhaltung des Stoffes oder der Materie -(Lavoisier 1789) gelten beide in gleicher Weise für alle organischen wie -für alle anorganischen Naturkörper. In dieser Herstellung der -einheitlichen oder monistischen Naturauffassung liegt das höchste und -allgemeinste Verdienst unserer neuen, die Krone der heutigen -Naturwissenschaft bildenden Entwicklungslehre. - - (Aus »Natürliche Schöpfungsgeschichte«.) - - - - - II. - Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden. - - -Die geschichtliche Auffassung des organischen Lebens, welche die -Abstammungslehre in die biologischen Wissenschaften eingeführt hat, -fördert nächst der Anthropologie keinen anderen Wissenschaftszweig so -sehr, als den beschreibenden Teil der Naturgeschichte, die systematische -Zoologie und Botanik. Die meisten Naturforscher, die sich bisher mit der -Systematik der Tiere und Pflanzen beschäftigten, sammelten, benannten -und ordneten die verschiedenen Arten dieser Naturkörper mit einem -ähnlichen Interesse, wie die Altertumsforscher und Ethnographen die -Waffen und Gerätschaften der verschiedenen Völker sammeln. Viele erhoben -sich selbst nicht über denjenigen Grad der Wißbegierde, mit dem man -Wappen, Briefmarken und ähnliche Kuriositäten zu sammeln, zu -etikettieren und zu ordnen pflegt. In ähnlicher Weise wie diese Sammler -an der Formenmannigfaltigkeit, Schönheit oder Seltsamkeit der Wappen, -Briefmarken usw. ihre Freude finden, und dabei die erfinderische -Bildungskunst des Menschen bewundern, in ähnlicher Weise ergötzten sich -die meisten Naturforscher an den mannigfaltigen Formen der Tiere und -Pflanzen und erstaunten über die reiche Phantasie des Schöpfers, über -seine unermüdliche Schöpfungstätigkeit und über die seltsame Laune, in -welcher er neben so vielen schönen und nützlichen Organismen auch eine -Anzahl häßlicher und unnützer Formen gebildet habe. - -Diese kindliche Behandlung der systematischen Zoologie und Botanik wird -durch die Abstammungslehre gründlich vernichtet. An die Stelle des -oberflächlichen und spielenden Interesses, mit welchem die meisten -bisher die organischen Gestalten betrachteten, tritt das weit -höhere Interesse des erkennenden Verstandes, welcher in der -_Formverwandtschaft_ der Organismen ihre wahre _Stammverwandtschaft_ -erblickt. Das natürliche System der Tiere und Pflanzen, welches man -früher entweder nur als Namenregister zur übersichtlichen Ordnung der -verschiedenen Formen oder als Sachregister zum kurzen Ausdruck ihres -Ähnlichkeitsgrades schätzte, erhält durch die Abstammungslehre den -ungleich höheren Wert eines wahren Stammbaumes der Organismen. Diese -Stammtafel soll uns den genealogischen Zusammenhang der kleineren und -größeren Gruppen enthüllen. Sie soll zu zeigen versuchen, in welcher -Weise die verschiedenen Klassen, Ordnungen, Familien, Gattungen und -Arten des Tier- und Pflanzenreichs den verschiedenen Zweigen, Ästen und -Astgruppen ihres Stammbaums entsprechen. Jede weitere und höherstehende -Kategorie oder Gruppenstufe des Systems (z. B. Klasse, Ordnung) umfaßt -eine Anzahl von größeren und stärkeren Zweigen des Stammbaums, jede -engere und tieferstehende Kategorie (z. B. Gattung, Art) nur eine -kleinere und schwächere Gruppe von Ästchen. Nur wenn wir in dieser Weise -das natürliche System als Stammbaum betrachten, können wir den wahren -Wert desselben erkennen. Dieser genealogischen Auffassung des -organischen Systems gehört ohne Zweifel allein die Zukunft. - -Wie können wir uns aber den wirklichen Stammbaum der tierischen und -pflanzlichen Formengruppen aus den dürftigen und fragmentarischen, bis -jetzt darüber gewonnenen Erfahrungen konstruieren? Die Antwort hierauf -liegt schon zum Teil in demjenigen, was wir früher über den -Parallelismus der drei Entwicklungsreihen bemerkt haben, über den -wichtigen ursächlichen Zusammenhang, welcher die paläontologische -Entwicklung der ganzen organischen Stämme mit der embryologischen -Entwicklung der Individuen und mit der systematischen Entwicklung der -Gruppenstufen verbindet. - -Zunächst werden wir uns zur Lösung dieser schwierigen Aufgabe an die -_Paläontologie_ oder Versteinerungskunde zu wenden haben. Denn wenn -wirklich die Deszendenztheorie wahr ist, wenn wirklich die versteinerten -Reste der vormals lebenden Tiere und Pflanzen von den ausgestorbenen -Urahnen und Vorfahren der jetzigen Organismen herrühren, so müßte uns -eigentlich ohne weiteres die Kenntnis und Vergleichung der -Versteinerungen den Stammbaum der Organismen aufdecken. So einfach und -einleuchtend dies nach dem theoretisch entwickelten Prinzip erscheint, -so außerordentlich schwierig und verwickelt gestaltet sich die Aufgabe, -wenn man sie wirklich in Angriff nimmt. Ihre praktische Lösung würde -schon sehr schwierig sein, wenn die Versteinerungen einigermaßen -vollständig erhalten wären. Das ist aber keineswegs der Fall. Vielmehr -ist die handgreifliche Schöpfungsurkunde, welche in den Versteinerungen -begraben liegt, über alle Maßen unvollständig. Daher erscheint es jetzt -vor allem notwendig, diese Urkunde kritisch zu prüfen und den Wert, -welchen die Versteinerungen für die Entwicklungsgeschichte der -organischen Stämme besitzen, zu bestimmen. - -In der Regel finden wir Versteinerungen oder Petrefakten nur in -denjenigen Gesteinen eingeschlossen, welche schichtenweise als Schlamm -im Wasser abgelagert wurden, und welche man deshalb neptunische, -geschichtete oder sedimentäre Gesteine nennt. Die Ablagerung solcher -Schichten konnte natürlich erst beginnen, nachdem im Verlaufe der -Erdgeschichte die Verdichtung des Wasserdampfes zu tropfbar-flüssigem -Wasser erfolgt war. Seit diesem Zeitpunkt begann nicht allein das -organische Leben auf der Erde, sondern auch eine ununterbrochene und -höchst wichtige Umgestaltung der erstarrten anorganischen Erdrinde. Das -Wasser begann seitdem jene außerordentlich wichtige mechanische -Wirksamkeit, durch welche die Erdoberfläche fortwährend, wenn auch -langsam, umgestaltet wird. Ich darf wohl als bekannt voraussetzen, -welchen außerordentlich bedeutenden Einfluß in dieser Beziehung noch -jetzt das Wasser in jedem Augenblick ausübt. Indem es als Regen -niederfällt, die obersten Schichten der Erdrinde durchsickert und von -den Erhöhungen in die Vertiefungen herabfließt, löst es verschiedene -mineralische Bestandteile des Bodens chemisch auf und spült mechanisch -die locker zusammenhängenden Teilchen ab. An den Bergen herabfließend -führt das Wasser den Schutt derselben in die Ebene und lagert ihn als -Schlamm im stehenden Wasser ab. So arbeitet es beständig an einer -Erniedrigung der Berge und Ausfüllung der Täler. Ebenso arbeitet die -Brandung des Meeres ununterbrochen an der Zerstörung der Küsten und an -der Auffüllung des Meerbodens durch die herabgeschlämmten Trümmer. So -würde schon die Tätigkeit des Wassers allein, wenn sie nicht durch -andere Umstände wieder aufgewogen würde, mit der Zeit die ganze Erde -nivellieren. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Gebirgsmassen, -welche alljährlich als Schlamm dem Meere zugeführt werden und sich auf -dessen Boden absetzen, so bedeutend sind, daß im Verlauf einer längeren -oder kürzeren Periode, vielleicht von wenigen Millionen Jahren, die -Erdoberfläche vollkommen geebnet und von einer zusammenhängenden -Wasserschale umschlossen werden würde. Daß dies nicht geschieht, -verdanken wir der fortdauernden Schrumpfung und Faltung der erhärteten -Erdrinde und der vulkanischen Gegenwirkung des feurigflüssigen -Erdinneren. Diese Reaktion des geschmolzenen Kerns gegen die feste Rinde -bedingt ununterbrochen wechselnde Hebungen und Senkungen an den -verschiedensten Stellen der Erdoberfläche. Meistens geschehen dieselben -sehr langsam; allein indem sie Jahrtausende hindurch fortdauern, bringen -sie durch Summierung der kleinen Einzelwirkungen nicht minder großartige -Resultate hervor, wie die entgegenwirkende und nivellierende Tätigkeit -des Wassers. - -Indem die Hebungen und Senkungen verschiedener Gegenden im Laufe von -Jahrmillionen vielfach miteinander wechseln, kommt bald dieser bald -jener Teil der Erdoberfläche über oder unter den Spiegel des Meeres. Es -gibt vielleicht keinen Oberflächenteil der Erdrinde, der nicht -infolgedessen schon wiederholt über oder unter dem Meeresspiegel gewesen -wäre. Durch diesen vielfachen Wechsel erklärt sich die Mannigfaltigkeit -und die verschiedenartige Zusammensetzung der zahlreichen neptunischen -Gesteinschichten, welche sich an den meisten Stellen in beträchtlicher -Dicke übereinander abgelagert haben. In den verschiedenen -Geschichtsperioden, während deren die Ablagerung stattfand, lebte eine -mannigfach verschiedene Bevölkerung von Tieren und Pflanzen. Wenn die -Leichen derselben auf den Boden der Gewässer herabsanken, drückten sie -ihre Körperform in dem weichen Schlamme ab, und unverwesliche Teile, -harte Knochen, Zähne, Schalen usw. wurden unzerstört in demselben -eingeschlossen. Sie blieben in dem Schlamm, der sich zu neptunischem -Gestein verdichtete, erhalten, und dienen nun als Versteinerungen zur -Charakteristik der betreffenden Schichten. Durch sorgfältige -Vergleichung der verschiedenen übereinander gelagerten Schichten und der -in ihnen erhaltenen Versteinerungen ist es so möglich geworden, sowohl -das relative Alter der Schichten und Schichtengruppen zu bestimmen, als -auch gewisse Hauptmomente der Phylogenie oder der Entwicklungsgeschichte -der Tier- und Pflanzenstämme empirisch festzustellen. - -Die verschiedenen übereinander abgelagerten Schichten der neptunischen -Gesteine, welche in sehr mannigfaltiger Weise aus Kalk, Ton und Sand -zusammengesetzt sind, haben die Geologen gruppenweise in ein ideales -System zusammengestellt, welches dem ganzen Zusammenhange der -_organischen Erdgeschichte_ entspricht, d. h. desjenigen Teiles der -Erdgeschichte, während dessen organisches Leben existierte. Wie die -sogenannte »Weltgeschichte« in größere oder kleinere Perioden zerfällt, -welche durch den zeitweiligen Entwicklungszustand der bedeutendsten -Völker charakterisiert und durch hervorragende Ereignisse voneinander -abgegrenzt werden, so teilen wir auch die unendlich längere organische -Erdgeschichte in eine Reihe von größeren oder kleineren Perioden ein. -Jede dieser Perioden ist durch eine charakteristische Flora und Fauna, -durch die besonders starke Entwicklung bestimmter Pflanzen- oder -Tiergruppen ausgezeichnet, und jede ist von der vorhergehenden und -folgenden Periode durch einen auffallenden teilweisen Wechsel in der -Zusammensetzung der Tier- und Pflanzenbevölkerung getrennt. - -Für die nachfolgende Übersicht des historischen Entwicklungsganges, den -die großen Tier- und Pflanzenstämme genommen haben, ist es notwendig, -zunächst hier die systematische Klassifikation der neptunischen -Schichtengruppen und der denselben entsprechenden größeren und kleineren -Geschichtsperioden anzugeben. Wie Sie sogleich sehen werden, sind wir -imstande, die ganze Masse der übereinanderliegenden Sedimentgesteine in -fünf oberste Hauptgruppen oder _Terrains_, jedes Terrain in mehrere -untergeordnete Schichtengruppen oder _Systeme_, und jedes System von -Schichten wiederum in noch kleinere Gruppen oder _Formationen_ -einzuteilen; endlich kann auch jede Formation wieder in Etagen oder -Unterformationen, und jede von diesen wiederum in noch kleinere Lagen, -Bänke usw. geschieden werden. Jedes der fünf großen Terrains wurde -während eines großen Hauptabschnittes der Erdgeschichte, während eines -_Zeitalters_, abgelagert; jedes System während einer kürzeren _Periode_, -jede Formation während einer noch kürzeren Epoche usw. Indem wir so die -Zeiträume der organischen Erdgeschichte und die während derselben -abgelagerten neptunischen und versteinerungsführenden Erdschichten in -ein gegliedertes System bringen, verfahren wir genau wie die Historiker, -welche die Völkergeschichte in die drei Hauptabschnitte des Altertums, -des Mittelalters und der Neuzeit, und jeden dieser Abschnitte wieder in -untergeordnete Perioden und Epochen einteilen. Wie aber der Historiker -durch diese scharfe systematische Einteilung und durch die bestimmte -Abgrenzung der Perioden durch einzelne Jahreszahlen nur die Übersicht -erleichtern und keineswegs den ununterbrochenen Zusammenhang der -Ereignisse und der Völkerentwicklung leugnen will, so gilt ganz dasselbe -auch von unserer systematischen Einteilung, Spezifikation oder -Klassifikation der organischen Erdgeschichte. Auch hier geht der rote -Faden der zusammenhängenden Entwicklung überall ununterbrochen hindurch. -Wir verwahren uns also ausdrücklich gegen die Anschauung, als wollten -wir durch unsere scharfe Abgrenzung der größeren und kleineren -Schichtengruppen und der ihnen entsprechenden Zeiträume irgendwie an -Cuviers irrige Lehre von den Erdrevolutionen und von den wiederholten -Neuschöpfungen der organischen Bevölkerung anknüpfen. - -Die fünf großen Hauptabschnitte der organischen Erdgeschichte oder der -paläontologischen Entwicklungsgeschichte bezeichnen wir als -primordiales, primäres, sekundäres, tertiäres und quartäres Zeitalter. -Jedes ist durch die vorwiegende Entwicklung bestimmter Tier- und -Pflanzengruppen in demselben bestimmt charakterisiert, und wir könnten -demnach auch die fünf Zeitalter einerseits durch die natürlichen -Hauptgruppen des Pflanzenreichs, andererseits durch die verschiedenen -Klassen des Wirbeltierstammes anschaulich bezeichnen. Dann wäre das -erste oder primordiale Zeitalter dasjenige der Tange und Schädellosen, -das zweite oder primäre Zeitalter das der Farne und Fische, das dritte -oder sekundäre Zeitalter das der Nadelwälder und Reptilien, das vierte -oder tertiäre Zeitalter das der Laubwälder und Säugetiere, endlich das -fünfte oder quartäre Zeitalter dasjenige des Menschen und seiner Kultur. -Die Abschnitte oder Perioden, welche wir in jedem der fünf Zeitalter -unterscheiden, werden durch die verschiedenen Systeme von Schichten -bestimmt, in die jedes der fünf großen Terrains zerfällt. Lassen Sie uns -jetzt noch einen flüchtigen Blick auf die Reihe dieser Systeme und -zugleich auf die Bevölkerung der fünf großen Zeitalter werfen. - -Den ersten und längsten Hauptabschnitt der organischen Erdgeschichte -bildet die _Primordialzeit_ oder das Zeitalter der Tangwälder, das auch -das archäische, archolithische oder archozoische Zeitalter genannt wird. -Es umfaßt den ungeheuren Zeitraum von der ersten Urzeugung, von der -Entstehung des ersten irdischen Organismus, bis zum Ende der silurischen -Schichtenbildung. Während dieses unermeßlichen Zeitraums, welcher -wahrscheinlich länger war, als alle übrigen vier Zeiträume -zusammengenommen, lagerten sich die drei mächtigsten von allen -neptunischen Schichtensystemen ab, nämlich zu unterst das laurentische, -darüber das kambrische und darüber das silurische System. Von den -meisten Geologen wird das silurische System, und von vielen auch noch -das kambrische System zu den paläolithischen Terrains gestellt; indessen -erscheint es aus biologisch-historischen Gesichtspunkten zweckmäßiger, -sie mit den archozoischen zu vereinigen. Die ungefähre Dicke oder -Mächtigkeit dieser drei Systeme zusammengenommen beträgt 70000 Fuß. -Davon kommen ungefähr 30000 auf das laurentische, 18000 auf das -kambrische und 22000 auf das silurische System. Die durchschnittliche -Mächtigkeit aller vier übrigen Terrains, des primären, sekundären, -tertiären und quartären zusammengenommen, mag dagegen etwa höchstens -60000 Fuß betragen, und schon hieraus, abgesehen von vielen anderen -Gründen, ergibt sich, daß die Dauer der Primordialzeit wahrscheinlich -viel länger war, als die Dauer der folgenden Zeitalter bis zur Gegenwart -zusammengenommen. Viele Millionen von Jahren müssen zur Ablagerung -solcher Schichtenmassen erforderlich gewesen sein. Leider befindet sich -der bei weitem größte Teil der primordialen Schichtengruppen in dem -sogleich zu erörternden metamorphischen Zustande, und dadurch sind die -in ihnen enthaltenen Versteinerungen, die ältesten und wichtigsten von -allen, größtenteils zerstört und unkenntlich geworden. Nur in einem -Teile der kambrischen und silurischen Schichten sind Petrefakten in -größerer Menge und in kenntlichem Zustande erhalten worden. - -Trotzdem die primordialen oder archozoischen Versteinerungen uns nur zum -bei weitem kleinsten Teile in kenntlichem Zustande erhalten sind, -besitzen dieselben dennoch den Wert unschätzbarer Dokumente für diese -älteste und dunkelste Zeit der organischen Erdgeschichte. Zunächst -scheint daraus hervorzugehen, daß während dieses ganzen ungeheuren -Zeitraums fast nur Wasserbewohner existierten. Wenigstens sind bis jetzt -unter allen archozoischen Petrefakten nur sehr wenige gefunden worden, -welche man mit Sicherheit auf landbewohnende Organismen beziehen kann: -die ältesten von diesen sind einige silurische Farne und Skorpione. Fast -alle Pflanzenreste, die wir aus der Primordialzeit besitzen, gehören zu -der niedrigsten von allen Pflanzengruppen, zu der im Wasser lebenden -Klasse der Tange oder Algen. Diese bildeten in dem warmen Urmeere der -Primordialzeit mächtige Wälder, von deren Formenreichtum und Dichtigkeit -uns noch heutigen Tages ihre Epigonen, die Tangwälder des atlantischen -Sargassomeeres, eine ungefähre Vorstellung geben mögen. Die kolossalen -Tangwälder der archozoischen Zeit ersetzten damals die noch fehlende -Waldvegetation des Festlandes. Gleich den Pflanzen lebten auch fast alle -Tiere, von denen man Reste in den archozoischen Schichten gefunden hat, -im Wasser. Von den Gliedertieren finden sich nur Krebstiere und einzelne -Skorpione, noch keine Insekten. Von den Wirbeltieren sind nur sehr -wenige Fischreste bekannt, welche sich in den jüngsten von allen -primordialen Schichten, in der oberen Silurformation, vorfinden. Dagegen -müssen wir annehmen, daß Würmer und schädellose Wirbeltiere (Akranier), -die Ahnen der Fische, massenhaft während der Primordialzeit gelebt -haben. Daher können wir sie sowohl nach den Schädellosen als nach den -Tangen benennen. - -Die _Primärzeit_ oder das Zeitalter der Farnwälder, der zweite -Hauptabschnitt der organischen Erdgeschichte, welchen man auch das -paläolithische oder paläozoische Zeitalter nennt, dauerte vom Ende der -silurischen Schichtenbildung bis zum Ende der permischen -Schichtenbildung. Auch dieser Zeitraum war von sehr langer Dauer und -zerfällt wiederum in drei Perioden, während deren sich drei mächtige -Schichtensysteme ablagerten, nämlich zu unterst das devonische System -oder der alte rote Sandstein, darüber das karbonische oder -Steinkohlensystem, und darüber das permische System oder der neue rote -Sandstein und der Zechstein. Die durchschnittliche Dicke dieser drei -Systeme zusammengenommen mag etwa 42000 Fuß betragen, woraus sich schon -die ungeheure Länge der für ihre Bildung erforderlichen Zeiträume -ergibt. Die meisten Geologen rechnen zur Paläozoischen Ära noch die -silurische und viele auch die kambrische Periode. - -Die devonischen und permischen Formationen sind vorzüglich reich an -Fischresten, sowohl an Urfischen als an Schmelzfischen. Aber noch fehlen -in der primären Zeit gänzlich die Knochenfische. In der Steinkohle -finden sich schon verschiedene Reste von landbewohnenden Tieren, und -zwar sowohl Gliedertieren (Spinnen und Insekten) als Wirbeltieren -(Amphibien). Im permischen System kommen zu den Amphibien noch die höher -entwickelten Schleicher oder Reptilien, und zwar unseren Eidechsen -nahverwandte Formen (^Proterosaurus^ usw.). Trotzdem können wir das -primäre Zeitalter das der Fische nennen, weil diese wenigen Amphibien -und Reptilien ganz gegen die ungeheure Menge der paläozoischen Fische -zurücktreten. Ebenso wie die Fische unter den Wirbeltieren, so -herrschten unter den Pflanzen während dieses Zeitraums die Farnpflanzen -oder Filicinen vor, und zwar sowohl echte Farnkräuter und Farnbäume -(Laubfarne oder Filikarien) als Schaftfarne (Kalamarien) und -Schuppenfarne (Selagineen). Diese landbewohnenden Farne oder Filizinen -bildeten die Hauptmasse der dichten paläozoischen Inselwälder, deren -fossile Reste uns in den ungeheuer mächtigen Steinkohlenlagern des -karbonischen Systems und in den schwächeren Kohlenlagern des devonischen -und permischen Systems erhalten sind. Sie berechtigen uns, die -Primärzeit ebensowohl das Zeitalter der Farne als das der Fische zu -nennen. - -Der dritte große Hauptabschnitt der paläontologischen -Entwicklungsgeschichte wird durch die _Sekundärzeit_ oder das Zeitalter -der Nadelwälder gebildet, welches auch das mesolithische oder -mesozoische Zeitalter genannt wird. Es reicht vom Ende der permischen -Schichtenbildung bis zum Ende der Kreideschichtenbildung und zerfällt -abermals in drei große Perioden. Die währenddessen abgelagerten -Schichtensysteme sind zu unterst das Triassystem, in der Mitte das -Jurasystem und zu oberst das Kreidesystem. Die durchschnittliche Dicke -dieser drei Systeme zusammengenommen bleibt schon weit hinter derjenigen -der primären Systeme zurück und beträgt im ganzen nur ungefähr 15000 -Fuß. Die Sekundärzeit wird demnach wahrscheinlich nicht halb so lang als -die Primärzeit gewesen sein. - -Wie in der Primärzeit die Fische, so herrschen in der Sekundärzeit die -Schleicher oder Reptilien über alle übrigen Wirbeltiere vor. Zwar -entstanden während dieses Zeitraums die ersten Vögel und Säugetiere; -auch lebten damals die riesigen Labyrinthodonten; und zu den zahlreich -vorhandenen Urfischen und Schmelzfischen der älteren Zeit gesellten sich -die ersten echten Knochenfische. Aber die charakteristische und -überwiegende Wirbeltierklasse der Sekundärzeit bildeten die höchst -mannigfaltig entwickelten Reptilien. Neben solchen Schleichern, welche -den heute noch lebenden Eidechsen, Krokodilen und Schildkröten -nahestanden, wimmelte es in der mesozoischen Zeit überall von -abenteuerlich gestalteten Drachen. Insbesondere sind die merkwürdigen -fliegenden Eidechsen oder Pterosaurier, die schwimmenden Seedrachen oder -Halisaurier und die kolossalen Landdrachen oder Dinosaurier der -Sekundärzeit eigentümlich, da sie weder vorher noch nachher lebten. Man -kann demgemäß die Sekundärzeit das Zeitalter der Schleicher oder -Reptilien nennen. Andere bezeichnen sie als das Zeitalter -der Nadelwälder, genauer eigentlich der Gymnospermen oder -Nacktsamenpflanzen. Diese Pflanzen, vorzugsweise durch die beiden -wichtigen Klassen der Nadelhölzer oder Koniferen und der Farnpalmen oder -Zycadeen vertreten, setzten während der Sekundärzeit ganz überwiegend -den Bestand der Wälder zusammen. Die farnartigen Pflanzen traten dagegen -zurück und die Laubhölzer entwickelten sich erst gegen Ende des -Zeitalters, in der Kreidezeit. - -Viel kürzer und weniger eigentümlich als diese drei ersten Zeitalter war -der vierte Hauptabschnitt der organischen Erdgeschichte, die -_Tertiärzeit_ oder das Zeitalter der Laubwälder. Dieser Zeitraum, -welcher auch zänolithisches oder zänozoisches Zeitalter heißt, -erstreckte sich vom Ende der Kreideschichtenbildung bis zum Ende der -pliozänen Schichtenbildung. Die währenddessen abgelagerten Schichten -erreichen nur ungefähr eine mittlere Mächtigkeit von 3000 Fuß und -bleiben demnach weit hinter den drei ersten Terrains zurück. Auch sind -die drei Systeme, welche man in dem tertiären Terrain unterscheidet, nur -schwer voneinander zu trennen. Das älteste derselben heißt eozänes oder -alttertiäres, das mittlere miozänes oder mitteltertiäres und das jüngste -pliozänes oder neutertiäres System. - -Die gesamte Bevölkerung der Tertiärzeit nähert sich im ganzen und im -einzelnen schon viel mehr derjenigen der Gegenwart, als es in den -vorhergehenden Zeitaltern der Fall war. Unter den Wirbeltieren überwiegt -von nun an die Klasse der Säugetiere bei weitem alle übrigen. Ebenso -herrscht in der Pflanzenwelt die formenreiche Gruppe der -Decksamen-Pflanzen oder Angiospermen vor; ihre Laubhölzer bilden die -charakteristischen Laubwälder der Tertiärzeit. Die Abteilung der -Angiospermen besteht aus den beiden Klassen der Einkeimblättrigen oder -Monokotylen und der Zweikeimblättrigen oder Dikotylen. Zwar hatten sich -Angiospermen aus beiden Klassen schon in der Kreidezeit gezeigt, und -Säugetiere traten schon im letzten Abschnitt der Triaszeit auf. Allein -beide Gruppen, Säugetiere und Decksamenpflanzen, erreichen ihre -eigentliche Entwicklung und Oberherrschaft erst in der Tertiärzeit, so -daß man diese mit vollem Rechte danach benennen kann. - -Den fünften und letzten Hauptabschnitt der organischen Erdgeschichte -bildet die _Quartärzeit_ oder Kulturzeit, derjenige, gegen die Länge der -vier übrigen Zeitalter verschwindend kurze Zeitraum, den wir gewöhnlich -in komischer Selbstüberhebung die »Weltgeschichte« zu nennen pflegen. Da -die Ausbildung des Menschen und seiner Kultur mächtiger als alle -früheren Vorgänge auf die organische Welt umgestaltend einwirkte, und da -sie vor allem dieses jüngste Zeitalter charakterisiert, so könnte man -dasselbe auch die Menschenzeit, das anthropolithische oder -anthropozoische Zeitalter nennen. Es könnte allenfalls auch das -Zeitalter der Kulturwälder heißen, weil selbst auf den niederen Stufen -der menschlichen Kultur ihr umgestaltender Einfluß sich bereits in der -Benutzung der Wälder und ihrer Erzeugnisse, und somit auch in der -Physiognomie der Landschaft bemerkbar macht. Geologisch wird der Beginn -dieses Zeitalters, welches bis zur Gegenwart reicht, durch das Ende der -pliozänen Schichtenablagerung begrenzt. - -Die neptunischen Schichten, welche während des verhältnismäßig kurzen -quartären Zeitraums abgelagert wurden, sind an den verschiedenen Stellen -der Erde von sehr verschiedener, meist aber von sehr geringer Dicke. Man -bringt dieselben in zwei verschiedene Systeme, von denen man das ältere -als diluvial oder pleistozän, das neuere als alluvial oder rezent -bezeichnet. Das Diluvialsystem zerfällt selbst wieder in zwei -Formationen, in die älteren glazialen und die neueren postglazialen -Bildungen. Während der älteren Diluvialzeit nämlich fand jene -außerordentlich merkwürdige Erniedrigung der Erdtemperatur statt, welche -zu einer ausgedehnten Vergletscherung der gemäßigten Zonen führte. Diese -»Eiszeit« oder Glazialperiode hat für die geographische und -topographische Verbreitung der Organismen hohe Bedeutung gewonnen. Auch -die auf die Eiszeit folgende »Nacheiszeit«, die postglaziale Periode -oder die neuere Diluvialzeit, während welcher die Temperatur wiederum -stieg und das Eis sich nach den Polen zurückzog, war für die -gegenwärtige Gestaltung der chorologischen Verhältnisse höchst -bedeutungsvoll. - -Der biologische Charakter der Quartärzeit liegt wesentlich in der -Entwicklung und Ausbreitung des menschlichen Organismus und seiner -Kultur. Weit mehr als jeder andere Organismus hat der Mensch -umgestaltend, zerstörend und neubildend auf die Tier- und -Pflanzenbevölkerung der Erde eingewirkt. Aus diesem Grunde -- nicht weil -wir dem Menschen im übrigen eine privilegierte Ausnahmestellung in der -Natur einräumen -- können wir mit vollem Rechte die Ausbreitung des -Menschen und seiner Kultur als Beginn eines besonderen letzten -Hauptabschnitts der organischen Erdgeschichte bezeichnen. Wahrscheinlich -fand allerdings die körperliche Entwicklung des Urmenschen aus -menschenähnlichen Affen bereits in der jüngeren oder pliozänen, -vielleicht sogar schon in der mittleren oder miozänen Tertiärzeit statt. -Allein die eigentliche Entwicklung der menschlichen Sprache, welche wir -als den wichtigsten Hebel für die Ausbildung der eigentümlichen Vorzüge -des Menschen und seiner Herrschaft über die übrigen Organismen -betrachten, fällt wahrscheinlich erst in jenen Zeitraum, welchen man aus -geologischen Gründen als pleistozäne oder diluviale Zeit von der -vorhergehenden Pliozänperiode trennt. Jedenfalls ist derjenige Zeitraum, -welcher seit der Entwicklung der menschlichen Sprache bis zur Gegenwart -verfloß, mag derselbe auch viele Jahrtausende und vielleicht -Hunderttausende von Jahren in Anspruch genommen haben, verschwindend -gering gegen die unermeßliche Länge der Zeiträume, welche vom Beginn -des organischen Lebens auf der Erde bis zur Entstehung des -Menschengeschlechts verflossen. - -Die tabellarische Übersicht Seite 69 zeigt die Reihenfolge der -paläontologischen Terrains, Systeme und Formationen, d. h. der größeren -und kleineren neptunischen Schichtengruppen, welche Versteinerungen -einschließen, von den obersten oder alluvialen bis zu den untersten oder -laurentischen Ablagerungen hinab. Die Tabelle Seite 68 führt die -historische Einteilung der entsprechenden Zeiträume vor, der größeren -und kleineren paläontologischen Perioden, und zwar in umgekehrter -Reihenfolge. - - Übersicht - der paläontologischen Perioden oder der größeren - Zeitabschnitte - der organischen Erdgeschichte. - - Erster Zeitraum: Archozoisches Zeitalter. - Primordial-Zeit. - (Zeitalter der Schädellosen und der Tangwälder.) - - 1. Ältere Archolithzeit oder Laurentische Periode. - 2. Mittlere Archolithzeit " Kambrische Periode. - 3. Neuere Archolithzeit " Silurische Periode. - - Zweiter Zeitraum: Paläozoisches Zeitalter. - Primär-Zeit. - (Zeitalter der Fische und Farnwälder.) - - 4. Ältere Paläolithzeit oder Devonische Periode. - 5. Mittlere Paläolithzeit " Steinkohlen-Periode. - 6. Neuere Paläolithzeit " Permische Periode. - - Dritter Zeitraum: Mesozoisches Zeitalter. - Sekundär-Zeit. - (Zeitalter der Reptilien und der Nadelwälder.) - - 7. Ältere Mesolithzeit oder Trias-Periode. - 8. Mittlere Mesolithzeit " Jura-Periode. - 9. Neuere Mesolithzeit " Kreide-Periode. - - Vierter Zeitraum: Zänozoisches Zeitalter. - Tertiär-Zeit. - (Zeitalter der Säugetiere und der Laubwälder.) - - 10. Ältere Zänolithzeit oder Eozäne Periode. - 11. Mittlere Zänolithzeit " Miozäne Periode. - 12. Neuere Zänolithzeit " Pliozäne Periode. - - Fünfter Zeitraum: Anthropozoisches Zeitalter. - Quartär-Zeit. - (Zeitalter der Menschen und der Kulturwälder.) - - 13. Ältere Anthropolithzeit oder Eiszeit. Glaziale Periode. - 14. Mittlere Anthropolithzeit " Postglaziale Periode. - 15. Neuere Anthropolithzeit " Kultur-Periode. - - (Die Kultur-Periode ist die historische Zeit oder die Periode der - Überlieferungen.) - - Übersicht - der paläontologischen Formationen oder der - versteinerungsführenden - Schichten der Erdrinde. - - ============================================================================= - Terrains | Systeme | Formation | Synonyme der - | | | Formationen - ----------------------------------------------------------------------------- - V. Anthropolithische { XIV. Rezent { 36. Präsent Oberalluviale - Terrains oder { (Alluvium) { 35. Rezent Unteralluviale - anthropozoische { - (quartäre) { XIII. Pleistozän { 34. Postglazial Oberdiluviale - Schichtengruppen { (Diluvium) { 33. Glazial Unterdiluviale - - IV. Zänolithische { XII. Pliozän { 32. Arvern Oberpliozäne - Terrains oder { (Neutertiär) { 31. Subapennin Unterpliozäne - zänozoische { - (tertiäre) { XI. Miozän { 30. Falun Obermiozäne - Schichtengruppen { (Mitteltertiär) { 29. Limburg Untermiozäne - { - { X. Eozän { 28. Gips Obereozäne - { (Alttertiär) { 27. Grobkalk Mitteleozäne - { { 26. Londonton Untereozäne - - III. Mesolithische { IX. Kreide { 25. Weißkreide Oberkreide - Terrains oder { { 24. Grünsand Mittelkreide - mesozoische { { 23. Neokom Unterkreide - (sekundäre) { { 22. Wealden Wälderformation - Schichtengruppen { - { VIII. Jura { 21. Portland Oberoolith - { { 20. Oxford Mitteloolith - { { 19. Bath Unteroolith - { { 18. Lias Liasformation - { - { VII. Trias { 17. Keuper Obertrias - { { 16. Muschelkalk Mitteltrias - { { 15. Buntsand Untertrias - - II. Paläolithische { VI. Permisches { 14. Zechstein Oberpermische - Terrains oder { (Dyas) { 13. Neurotsand Unterpermische - paläozoische { - (primäre) { V. Karbonisches { 12. Kohlensand Oberkarbonische - Schichtengruppen { (Steinkohle) { 11. Kohlenkalk Unterkarbonische - { - { IV. Devonisches { 10. Pilton Oberdevonische - { (Altrotsand) { 9. Ilfracombe Mitteldevonische - { { 8. Linton Unterdevonische - - I. Archolithische { III. Silurisches { 7. Ludlow Obersilurische - Terrains oder { { 6. Landovery Mittelsilurische - archozoische { { 5. Landeilo Untersilurische - (primordiale) { - Schichtengruppen { II. Kambrisches { 4. Potsdam Oberkambrische - { { 3. Longmynd Unterkambrische - { - { I. Laurentisches { 2. Labrador Oberlaurentische - { { 1. Ottawa Unterlaurentische - - --------------------------------------------------------------------- - | Tabelle | - | | - | zur Übersicht der neptunischen versteinerungsführenden Schichten- | - | Systeme der Erdrinde mit Bezug auf ihre verhältnismäßige | - | durchschnittliche Dicke. (130000 Fuß zirka.) | - |=====================================================================| - | IV. Zänozoische Schichten-Systeme. | Eozän, Miozän, | - | Zirka 3000 Fuß. | Pliozän. | - |-----------------------------------------+---------------------------| - | | IX. Kreide-System. | - | III. Mesozoische Schichten-Systeme. |---------------------------| - | Ablagerungen der Sekundärzeit. | VIII. Jura-System. | - | Zirka 15000 Fuß. |---------------------------| - | | VII. Trias-System. | - |-----------------------------------------+---------------------------| - | | VI. Permisches | - | II. Paläozoische Schichten-Systeme. | System. | - | |---------------------------| - | Ablagerungen der Primär-Zeit. | V. Steinkohlen- | - | | System. | - | Zirka 42000 Fuß. |---------------------------| - | | IV. Devonisches | - | | System. | - |-----------------------------------------+---------------------------| - | | III. Silurisches | - | | System. | - | I. Archozoische Schichten-Systeme. | Zirka 22000 Fuß. | - | |---------------------------| - | Ablagerungen der Primordial-Zeit. | II. Kambrisches | - | | System. | - | Zirka 70000 Fuß. | Zirka 18000 Fuß. | - | |---------------------------| - | | I. Laurentisches | - | | System. | - | | Zirka 30000 Fuß. | - --------------------------------------------------------------------- - -Man hat viele Versuche angestellt, die Zahl der Jahrtausende, welche -diese Zeiträume zusammensetzen, annähernd zu berechnen. Man verglich die -Dicke der Schlammschichten, welche erfahrungsgemäß während eines -Jahrhunderts sich absetzen, und welche nur wenige Linien oder Zolle -betragen, mit der gesamten Dicke der geschichteten Gesteinsmassen, deren -ideales System wir soeben überblickt haben. Diese Dicke mag im ganzen -durchschnittlich ungefähr 130000 Fuß betragen, und hiervon kommen 70000 -auf das primordiale oder archozoische, 42000 auf das primäre oder -paläozoische, 15000 auf das sekundäre oder mesozoische und endlich nur -3000 auf das tertiäre oder zänozoische Terrain. Die sehr geringe und -nicht annähernd bestimmbare durchschnittliche Dicke des quartären oder -anthropozoischen Terrains kommt dabei gar nicht in Betracht. Man kann -sie höchstens durchschnittlich auf 500-700 Fuß anschlagen. -Selbstverständlich haben aber alle diese Maßangaben nur einen ganz -durchschnittlichen und annähernden Wert und sollen nur dazu dienen, das -_relative_ Maßverhältnis der Schichtensysteme und der ihnen -entsprechenden Zeitabschnitte ganz _ungefähr_ zu überblicken. Auch -werden die Maße sehr verschieden abgeschätzt. - -Wenn man nun die gesamte Zeit der organischen Erdgeschichte, d. h. den -ganzen Zeitraum seit Beginn des Lebens auf der Erde bis auf den heutigen -Tag, in hundert gleiche Teile teilt, und wenn man dann, dem angegebenen -durchschnittlichen Dickenverhältnis der Schichtensysteme entsprechend, -die relative Zeitdauer der fünf Hauptabschnitte oder Zeitalter nach -Prozenten berechnet, so ergibt sich folgendes Resultat. (Vergl. Seite -70.) - - I. Archozoische oder Primordialzeit 53,6 - II. Paläozoische oder Primärzeit 32,1 - III. Mesozoische oder Sekundärzeit 11,5 - IV. Zänozoische oder Tertiärzeit 2,3 - V. Anthropozoische oder Quartärzeit 0,5 - ------ - Summa: 100,0 - -Es beträgt demnach die Länge des archozoischen Zeitraums, währenddessen -fast noch keine landbewohnenden Tiere und Pflanzen existierten, mehr als -die Hälfte, mehr als 53 Prozent, dagegen die Länge des anthropozoischen -Zeitraums, währenddessen der Mensch existierte, kaum ein halbes Prozent -von der ganzen Länge der organischen Erdgeschichte. Es ist aber ganz -unmöglich, die Länge dieser Zeiträume auch nur annähernd nach Jahren zu -berechnen. - -Die Dicke der Schlammschichten, welche während eines Jahrhunderts sich -in der Gegenwart ablagern, und welche man als Basis für diese Berechnung -benutzen wollte, ist an den verschiedenen Stellen der Erde unter den -ganz verschiedenen Bedingungen, unter denen überall die Ablagerung -stattfindet, natürlich ganz verschieden. Sie ist sehr gering auf dem -Boden des hohen Meeres, in den Betten breiter Flüsse mit kurzem Laufe -und in Landseen, welche sehr dürftige Zuflüsse erhalten. Sie ist -verhältnismäßig bedeutend an Meeresküsten mit starker Brandung, am -Ausfluß großer Ströme mit langem Lauf und in Landseen mit starken -Zuflüssen. An der Mündung des Mississippi, welcher sehr bedeutende -Schlammassen mit sich fortführt, würden in 100000 Jahren wohl etwa 600 -Fuß abgelagert werden. Auf dem Grunde des offenen Meeres, weit von den -Küsten entfernt, werden sich während dieses langen Zeitraums nur wenige -Fuß Schlamm absetzen. Selbst an den Küsten, wo verhältnismäßig viel -Schlamm abgelagert wird, mag die Dicke der dadurch während eines -Jahrhunderts gebildeten Schichten, wenn sie nachher sich zu festem -Gesteine verdichtet haben, doch nur wenige Zoll oder Linien betragen. -Jedenfalls aber bleiben alle auf diese Verhältnisse gegründeten -Berechnungen ganz unsicher, und wir können uns auch nicht einmal -annähernd die ungeheure Länge der Zeiträume vorstellen, welche zur -Bildung jener neptunischen Schichtensysteme erforderlich waren. Nur -relative, nicht absolute Zeitmaße sind hier mit Vorsicht anwendbar. - -Man würde übrigens auch vollkommen fehlgehen, wenn man die Mächtigkeit -jener Schichtensysteme allein als Maßstab für die inzwischen wirklich -verflossene Zeit der Erdgeschichte betrachten wollte. Denn Hebungen und -Senkungen der Erdrinde haben beständig miteinander gewechselt, und aller -Wahrscheinlichkeit nach entspricht oft der mineralogische und -paläontologische Unterschied, den man zwischen je zwei aufeinander -folgenden Schichtensystemen und zwischen je zwei Formationen derselben -wahrnimmt, einem beträchtlichen Zwischenraum von mehreren Jahrtausenden, -währenddessen die betreffende Stelle der Erdrinde über das Wasser -gehoben war. Erst nach Ablauf dieser Zwischenzeit, als eine neue Senkung -diese Stelle wieder unter Wasser brachte, fand die Ablagerung einer -neuen Bodenschicht statt. Da aber inzwischen die anorganischen und -organischen Verhältnisse an diesem Orte eine beträchtliche Umbildung -erfahren hatten, mußte die neugebildete Schlammschicht aus verschiedenen -Bodenbestandteilen zusammengesetzt sein und ganz verschiedene -Versteinerungen einschließen. - -Die auffallenden Unterschiede, die zwischen den Versteinerungen zweier -übereinander liegenden Schichten so häufig stattfinden, sind einfach und -leicht nur durch die Annahme zu erklären, daß derselbe Punkt der -Erdoberfläche _wiederholten Senkungen und Hebungen_ ausgesetzt wurde. -Noch gegenwärtig finden solche Hebungen und Senkungen, welche man teils -der Faltung der schrumpfenden Erdrinde, teils der Reaktion des -feuerflüssigen Erdkerns gegen die erstarrte Rinde zuschreibt, in weiter -Ausdehnung statt. So steigt z. B. die Küste von Schweden und ein Teil -von der Westküste Südamerikas beständig langsam empor, während die Küste -von Holland und ein Teil von der Ostküste Südamerikas allmählich -untersinkt. Das Steigen wie das Sinken geschieht nur sehr langsam und -beträgt im Jahrhundert bald nur einige Linien, bald einige Zoll oder -höchstens einige Fuß. Wenn aber diese Bewegung Hunderte von -Jahrtausenden hindurch ununterbrochen andauert, kann sie die höchsten -Gebirge bilden. - -Offenbar haben ähnliche Hebungen und Senkungen während des ganzen -Verlaufes der organischen Erdgeschichte ununterbrochen an verschiedenen -Stellen miteinander gewechselt. Das ergibt sich mit Sicherheit aus der -geographischen Verbreitung der Organismen. Nun ist es aber für die -Beurteilung unserer paläontologischen Schöpfungsurkunde außerordentlich -wichtig, sich klarzumachen, daß bleibende Schichten sich bloß während -langsamer Senkung des Bodens unter Wasser ablagern können, nicht aber -während andauernder Hebung. Wenn der Boden langsam mehr und mehr unter -den Meeresspiegel versinkt, so gelangen die abgelagerten -Schlammschichten in immer tieferes und ruhigeres Wasser, wo sie sich -ungestört zu Gestein verdichten können. Wenn sich dagegen umgekehrt der -Boden langsam hebt, so kommen die soeben abgelagerten Schlammschichten, -welche Reste von Pflanzen und Tieren umschließen, sogleich wieder in den -Bereich des Wogenspiels und werden durch die Kraft der Brandung alsbald -nebst den eingeschlossenen organischen Resten zerstört. Aus diesem -einfachen, aber sehr gewichtigen Grunde können also nur während einer -andauernden Senkung des Bodens sich reichlichere Schichten ablagern, in -denen die organischen Reste erhalten bleiben. Wenn je zwei verschiedene -übereinander liegende Formationen oder Schichten mithin zwei -verschiedenen Senkungsperioden entsprechen, so müssen wir zwischen -diesen letzteren einen langen Zeitraum der Hebung annehmen, von dem wir -gar nichts wissen, weil uns keine fossilen Reste von den damals lebenden -Tieren und Pflanzen aufbewahrt werden konnten. Offenbar verdienen aber -diese spurlos dahingegangenen Hebungszeiträume nicht geringere -Berücksichtigung als die damit abwechselnden Senkungszeiträume, von -deren organischer Bevölkerung uns die versteinerungsführenden Schichten -eine ungefähre Vorstellung geben. Wahrscheinlich waren die ersteren -durchschnittlich von nicht geringerer Dauer als die letzteren; für diese -Annahme sprechen viele gewichtige Gründe. - -Schon hieraus ergibt sich, wie unvollständig unsere Urkunde notwendig -sein muß, um so mehr, da sich theoretisch erweisen läßt, daß gerade -während der Hebungszeiträume das Tier- und Pflanzenleben an -Mannigfaltigkeit zunehmen mußte. Denn indem neue Strecken Landes über -das Wasser gehoben werden, bilden sich neue Inseln. Jede neue Insel ist -aber ein neuer Schöpfungsmittelpunkt, weil die zufällig dorthin -verschlagenen Tiere und Pflanzen aus dem neuen Boden im Kampf ums Dasein -reiche Gelegenheit finden, sich eigentümlich zu entwickeln und neue -Arten zu bilden. Die Bildung neuer Arten hat offenbar während dieser -Zwischenzeiten, aus denen uns leider keine Versteinerungen erhalten -bleiben konnten, vorzugsweise stattgefunden; umgekehrt gab die langsame -Senkung des Bodens eher Gelegenheit zum Aussterben zahlreicher Arten und -zu einem Rückschritt in der Artenbildung. Auch die Zwischenformen -zwischen den alten und den neu sich bildenden Spezies werden -vorzugsweise während jener Hebungszeiträume gelebt haben und konnten -daher ebenfalls keine fossilen Reste hinterlassen. - -Zu den sehr bedeutenden und empfindlichen Lücken der paläontologischen -Schöpfungsurkunde, welche durch die Hebungszeiträume bedingt werden, -kommen nun leider noch viele andere Umstände hinzu, welche den hohen -Wert derselben außerordentlich verringern. Dahin gehört vor allen der -metamorphische Zustand der ältesten Schichtengruppen, gerade derjenigen, -welche die Reste der ältesten Flora und Fauna, der Stammformen aller -folgenden Organismen enthalten, und dadurch von ganz besonderem -Interesse sein würden. Gerade diese Gesteine, und zwar der größere Teil -der primordialen oder archolithischen Schichten, fast das ganze -laurentische und ein großer Teil des kambrischen Systems, enthalten gar -keine kenntlichen Reste mehr, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil -diese Schichten durch den Einfluß des feuerflüssigen Erdinnern -nachträglich wieder verändert oder metamorphosiert wurden. Durch die -Hitze des glühenden Erdkerns sind diese tiefsten neptunischen -Rindenschichten in ihrer ursprünglichen Schichtenstruktur gänzlich -umgewandelt und in einen kristallinischen Zustand übergeführt worden. -Dabei ging aber die Form der darin eingeschlossen organischen Reste ganz -verloren. Nur hier und da wurde sie durch einen glücklichen Zufall -erhalten, wie es bei manchen der ältesten bekannten Petrefakten aus den -untersten kambrischen Schichten der Fall ist. Jedoch können wir aus den -Lagern von kristallinischer Kohle (Graphit) und kristallinischem Kalk -(Marmor), welche sich in den metamorphischen Gesteinen eingelagert -finden, mit Sicherheit auf die frühere Anwesenheit von versteinerten -Pflanzen- und Tierresten in denselben schließen. Neuerdings sind fossile -Radiolarien auch in präkambrischen Schichten entdeckt. - -Außerordentlich unvollständig wird unsere Schöpfungsurkunde durch den -Umstand, daß erst ein sehr kleiner Teil der Erdoberfläche genauer -geologisch untersucht ist, vorzugsweise Europa und Nordamerika; auch von -Südamerika und Ostindien sind einzelne Stellen der Erdrinde -aufgeschlossen; der größte Teil derselben ist uns aber unbekannt. -Dasselbe gilt vom größten Teil Asiens, des umfangreichsten aller -Weltteile, auch von Afrika (ausgenommen das Kap der Guten Hoffnung und -die Mittelmeerküste) und von Australien wissen wir nur sehr wenig. Im -ganzen ist wohl kaum der hundertste Teil der gesamten Erdoberfläche -gründlich paläontologisch erforscht. Wir können daher wohl hoffen, bei -weiterer Ausbreitung der geologischen Untersuchungen, denen namentlich -die Anlage von Eisenbahnen und Bergwerken sehr zu Hilfe kommen wird, -noch einen großen Teil wichtiger Versteinerungen aufzufinden. Ein -Fingerzeig dafür ist uns durch die merkwürdigen Versteinerungen gegeben, -die man an den wenigen genauer untersuchten Punkten von Afrika und -Asien, in den Kapgegenden und am Himalaja, sowie neuerdings in -Patagonien aufgefunden hat. Eine Reihe von ganz neuen und sehr -eigentümlichen Tierformen ist uns dadurch bekannt geworden. Freilich -müssen wir anderseits erwägen, daß der ausgedehnte Boden der jetzigen -Meere vorläufig für die paläontologischen Forschungen fast unzugänglich -ist; den größten Teil der hier seit uralten Zeiten begrabenen -Versteinerungen werden wir entweder niemals oder erst nach Verlauf -vieler Jahrtausende kennen lernen, wenn durch allmähliche Hebungen der -gegenwärtige Meeresboden mehr zutage getreten sein wird. Wenn Sie -bedenken, daß die ganze Erdoberfläche zu ungefähr drei Fünfteilen aus -Wasser und nur zu zwei Fünfteilen aus Festland besteht, so können Sie -ermessen, daß auch in dieser Beziehung die paläontologische Urkunde eine -ungeheure Lücke enthalten muß. - -Nun kommen aber noch eine Reihe von Schwierigkeiten für die -Paläontologie hinzu, welche in der Natur der Organismen selbst begründet -sind. Vor allem ist hier hervorzuheben, daß in der Regel nur harte und -feste Körperteile der Organismen auf den Boden des Meeres und der süßen -Gewässer gelangen und hier in Schlamm eingeschlossen und versteinert -werden können. Es sind also namentlich die Knochen und Zähne der -Wirbeltiere, die Kalkschalen der Weichtiere, die Chitinskelette der -Gliedertiere, die Kalkskelette der Sterntiere und Korallen, ferner die -holzigen, festen Teile der Pflanzen, die einer solchen Versteinerung -fähig sind. Die weichen und zarten Teile dagegen, welche bei den -allermeisten Organismen den bei weitem größten Teil des Körpers bilden, -gelangen nur sehr selten unter so günstigen Verhältnissen in den -Schlamm, daß sie versteinern, oder daß ihre äußere Form deutlich in dem -erhärteten Schlamme sich abdrückt. Nun bedenken Sie, daß ganze große -Klassen von Organismen, wie z. B. die Medusen, die Platoden, die nackten -Mollusken, welche keine Schale haben, ein großer Teil der Gliedertiere, -die meisten Würmer und selbst die niedersten Wirbeltiere gar keine -festen und harten, versteinerungsfähigen Körperteile besitzen. Ebenso -sind gerade die wichtigsten Pflanzenteile, die Blüten, meistens so weich -und zart, daß sie sich nicht in kenntlicher Form konservieren können. -Von allen diesen wichtigen Lebensformen werden wir naturgemäß auch gar -keine versteinerten Reste zu finden erwarten können. Ferner sind die -Embryonen und Jugendzustände fast aller Organismen so weich und zart, -daß sie gar nicht versteinerungsfähig sind. Was wir also von -Versteinerungen in den neptunischen Schichtensystemen der Erdrinde -vorfinden, das sind im Verhältnis zum Ganzen nur wenige Formen, und -meistens nur einzelne Bruchstücke. - -Sodann ist zu berücksichtigen, daß die Meerbewohner in einem viel -höheren Grade Aussicht haben, ihre toten Körper in den abgelagerten -Schlammschichten versteinert zu erhalten, als die Bewohner der süßen -Gewässer und des Festlandes. Die das Land bewohnenden Organismen können -in der Regel nur dann versteinert werden, wenn ihre Leichen zufällig ins -Wasser fallen und auf dem Boden in erhärtenden Schlammschichten begraben -werden, was von mancherlei Bedingungen abhängig ist. Daher kann es uns -nicht wundernehmen, daß die bei weitem größte Mehrzahl der -Versteinerungen Organismen angehört, die im Meere lebten, und daß von -den Landbewohnern verhältnismäßig nur sehr wenige im fossilen Zustande -erhalten sind. Welche Zufälligkeiten hierbei ins Spiel kommen, mag Ihnen -allein der Umstand beweisen, daß man von vielen fossilen Säugetieren, -insbesondere von den meisten Säugetieren der Sekundärzeit, weiter nichts -kennt als den Unterkiefer. Dieser Knochen ist erstens verhältnismäßig -fest und löst sich zweitens sehr leicht von dem toten Körper, der auf -dem Wasser schwimmt, ab. Während die Leiche vom Wasser fortgetrieben und -zerstört wird, fällt der Unterkiefer auf den Grund des Wassers hinab und -wird hier vom Schlamm umschlossen. Daraus erklärt sich allein die -merkwürdige Tatsache, daß in einer Kalkschicht des Jurasystems bei -Oxford in England, in den Schiefern von Stonesfield, bis jetzt fast nur -die Unterkiefer von zahlreichen Beuteltieren gefunden worden sind; sie -gehören zu den ältesten Säugetieren, welche wir kennen. Von dem ganzen -übrigen Körper derselben war auch nicht ein Knochen mehr vorhanden. Die -»exakten« Gegner der Entwicklungstheorie würden nach der bei ihnen -gebräuchlichen Logik hieraus den Schluß ziehen müssen, daß der -Unterkiefer der einzige Knochen im Leibe jener merkwürdigen Tiere war. - -Für die kritische Würdigung der vielen unbedeutenden Zufälle, die unsere -Kenntnis der Versteinerungen in der bedeutendsten Weise beeinflussen, -sind ferner auch die Fußspuren sehr lehrreich, welche sich in großer -Menge in verschiedenen ausgedehnten Sandsteinlagern, z. B. in dem roten -Sandstein von Connecticut in Nordamerika, finden. Diese Fußtritte rühren -offenbar von Wirbeltieren, wahrscheinlich von Reptilien her, von deren -Körper selbst uns nicht die geringste Spur erhalten geblieben ist. Die -Abdrücke, welche ihre Füße im Schlamm hinterlassen haben, verraten uns -allein die vormalige Existenz von diesen uns sonst ganz unbekannten -Tieren. - -Welche Zufälligkeiten außerdem noch die Grenzen unserer -paläontologischen Kenntnisse bestimmen, können Sie daraus ermessen, daß -man von sehr vielen wichtigen Versteinerungen nur ein einziges oder nur -ein paar Exemplare kennt. Im Jahre 1861 wurde im lithographischen -Schiefer von Solnhofen das unvollständige Skelett des ältesten bis jetzt -bekannten Vogels entdeckt; ^Archaeopteryx lithographica^; 1877 wurde -ebendaselbst ein zweites Exemplar gefunden, welches das erste in -glücklichster Weise ergänzt. Die Kenntnis dieses einzigen Vogels aus dem -Jurasystem besitzt für die Phylogenie der ganzen Vogelklasse die -allergrößte Wichtigkeit. Alle bisher bekannten Vögel stellten eine sehr -einförmig organisierte Gruppe dar, und zeigten keine auffallenden -Übergangsbildungen zu anderen Wirbeltierklassen, auch nicht zu den -nächstverwandten Reptilien. Jener fossile Vogel aus dem Jura dagegen -besaß keinen gewöhnlichen Vogelschwanz, sondern einen Eidechsenschwanz, -und bestätigte dadurch die aus anderen Gründen vermutete Abstammung der -Vögel von den Eidechsen. Durch dieses Petrefakt wurde also nicht nur -unsere Vorstellung von dem Alter der Vogelklasse, sondern auch von ihrer -Blutsverwandtschaft mit den Reptilien wesentlich erweitert. Ebenso sind -unsere Kenntnisse von anderen Tiergruppen oft durch die zufällige -Entdeckung einer einzigen Versteinerung wesentlich umgestaltet worden. -Da wir aber wirklich von vielen wichtigen Petrefakten nur sehr wenige -Exemplare oder nur Bruchstücke kennen, so muß auch aus diesem Grunde die -paläontologische Urkunde höchst unvollständig sein. - -Eine weitere und sehr empfindliche Lücke derselben ist durch den Umstand -bedingt, daß die _Zwischenformen_, welche die verschiedenen Arten -verbinden, in der Regel nicht erhalten sind, und zwar aus dem einfachen -Grunde, weil dieselben (nach dem Prinzip der Divergenz des Charakters) -im Kampfe ums Dasein ungünstiger gestellt waren als die am meisten -divergierenden Varietäten, die sich aus einer und derselben Stammform -entwickelten. Die Zwischenglieder sind im ganzen immer rasch -ausgestorben und haben sich nur selten vollständig erhalten. Die am -stärksten divergierenden Formen dagegen konnten sich längere Zeit -hindurch als selbständige Arten am Leben erhalten, sich in zahlreichen -Individuen ausbreiten und demnach auch leichter versteinert werden. -Dadurch ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß nicht in vielen Fällen auch -die verbindenden Zwischenformen der Arten sich so vollständig -versteinert erhielten, daß sie noch gegenwärtig die systematischen -Paläontologen in die größte Verlegenheit versetzen und endlose -Streitigkeiten über die ganz willkürlichen Grenzen der Spezies -hervorrufen. - -Ein ausgezeichnetes Beispiel der Art liefert die berühmte vielgestaltige -Süßwasserschnecke aus dem Stubental bei Steinheim in Württemberg, welche -bald als ^Paludina^, bald als ^Valvata^, bald als ^Planorbis -multiformis^ beschrieben worden ist. Die schneeweißen Schalen dieser -kleinen Schnecke setzen mehr als die Hälfte von der ganzen Masse eines -tertiären Kalkhügels zusammen und offenbaren dabei an dieser einen -Lokalität eine solche wunderbare Formenmannigfaltigkeit, daß man die am -meisten divergierenden Extreme als wenigstens zwanzig ganz verschiedene -Arten beschreiben und diese sogar in vier ganz verschiedene Gattungen -versetzen könnte. Aber alle diese extremen Formen sind durch so -massenhafte verbindende Zwischenformen verknüpft, und diese liegen so -gesetzmäßig über- und nebeneinander, daß Hilgendorf daraus auf das -klarste den Stammbaum der ganzen Formengruppe entwickeln konnte. Ebenso -finden sich bei sehr vielen anderen fossilen Arten (z. B. vielen -Ammoniten, Terebrateln, Seeigeln, Seelilien usw.) die verknüpfenden -Zwischenformen in solcher Masse, daß sie die »fossilen Spezieskrämer« -zur Verzweiflung bringen. - -Wenn Sie nun alle vorher angeführten Verhältnisse erwägen, so werden Sie -sich nicht darüber wundern, daß die paläontologische Schöpfungsurkunde -ganz außerordentlich lückenhaft und unvollständig ist. Aber dennoch -haben die wirklich gefundenen Versteinerungen den größten Wert. Ihre -Bedeutung für die natürliche Schöpfungsgeschichte ist nicht geringer als -die Bedeutung, welche die berühmte Inschrift von Rosette und das Dekret -von Kanopus für die Völkergeschichte, für die Archäologie und Philologie -besitzen. Wie es durch diese beiden uralten Inschriften möglich wurde, -die Geschichte des alten Ägyptens außerordentlich zu erweitern und die -ganze Hieroglyphenschrift zu entziffern, so genügen uns in vielen Fällen -einzelne Knochen eines Tieres oder unvollständige Abdrücke einer -niederen Tier- oder Pflanzenform, um die wichtigsten Anhaltspunkte für -die Geschichte einer ganzen Gruppe und die Erkenntnis ihres Stammbaums -zu gewinnen. Ein paar kleine Backzähne, die in der Keuperformation der -Trias gefunden wurden, waren lange Zeit hindurch der einzige Beweis -dafür, daß schon in der Triaszeit Säugetiere wirklich existiert haben. - -Von der Unvollkommenheit des geologischen Schöpfungsberichtes sagt -Darwin, in Übereinstimmung mit Lyell, dem berühmten Geologen: »Der -natürliche Schöpfungsbericht, wie ihn die Paläontologie liefert, ist -eine Geschichte der Erde, unvollständig erhalten und in wechselnden -Dialekten geschrieben, wovon aber nur der letzte, bloß auf einige Teile -der Erdoberfläche sich beziehende Band bis auf uns gekommen ist. Doch -auch von diesem Bande ist nur hier und da ein kurzes Kapitel erhalten, -und von jeder Seite sind nur da und dort einige Zeilen übrig. Jedes Wort -der langsam wechselnden Sprache dieser Beschreibung, mehr oder weniger -verschieden in der ununterbrochenen Reihenfolge der einzelnen -Abschnitte, mag den anscheinend plötzlich wechselnden Lebensformen -entsprechen, welche in den unmittelbar aufeinander liegenden Schichten -unserer weit voneinander getrennten Formationen begraben liegen.« - -Wenn Sie diese außerordentliche Unvollständigkeit der paläontologischen -Urkunde sich beständig vor Augen halten, so wird es Ihnen nicht -wunderbar erscheinen, daß wir noch auf so viele unsichere Hypothesen -angewiesen sind, indem wir wirklich den Stammbaum der verschiedenen -organischen Gruppen entwerfen wollen. Jedoch besitzen wir -glücklicherweise außer den Versteinerungen auch noch andere historische -Urkunden; und diese sind in vielen Fällen von nicht geringerem und in -den meisten sogar von viel höherem Werte als die Petrefakten. Die bei -weitem wichtigste von diesen anderen Schöpfungsurkunden ist ohne Zweifel -die _Ontogenie_ oder Keimesgeschichte; denn sie wiederholt uns kurz in -großen, markigen Zügen das Bild der Stammesgeschichte oder _Phylogenie_. - -Allerdings ist die Skizze, welche uns die Ontogenie der Organismen von -ihrer Phylogenie gibt, in den meisten Fällen mehr oder weniger -verwischt, und zwar um so mehr, je mehr die Anpassung im Laufe der Zeit -das Übergewicht über die Vererbung erlangt hat, und je mächtiger das -Gesetz der abgekürzten Vererbung und das Gesetz der wechselbezüglichen -Anpassung eingewirkt haben. Allein dadurch wird der hohe Wert nicht -vermindert, welchen die wirklich treu erhaltenen Züge jener Skizze -besitzen. Besonders für die Erkenntnis der frühesten paläontologischen -Entwicklungszustände ist die Ontogenie von ganz unschätzbaren Werte, -weil gerade von den ältesten Entwicklungsstufen der Stämme und Klassen -uns gar keine versteinerten Reste erhalten worden sind und auch schon -wegen der weichen und zarten Körperbeschaffenheit derselben nicht -erhalten bleiben konnten. Keine Versteinerung könnte uns von der -unschätzbar wichtigen Tatsache berichten, welche die Ontogenie uns -erzählt, daß die ältesten gemeinsamen Vorfahren aller verschiedenen -Tier- und Pflanzenarten ganz einfache Zellen, gleich den Eiern waren. -Keine Versteinerung könnte uns die unendlich wertvolle, durch die -Ontogenie festgestellte Tatsache beweisen, daß durch einfache -Vermehrung, Gemeindebildung und Arbeitsteilung jener Zellen die -unendlich mannigfaltigen Körperformen der vielzelligen Organismen -entstanden. Allein schon die Gastrulation ist eine der wichtigsten -Stammesurkunden. So hilft uns die Ontogenie über viele und große Lücken -der Paläontologie hinweg. - -[Illustration: Hand von neun verschiedenen Säugetieren. 1. Mensch. 2. -Gorilla. 3. Orang. 4. Hund. 5. Seehund. 6. Delphin. 7. Fledermaus. 8. -Maulwurf. 9. Schnabeltier.] - -Zu den unschätzbaren Schöpfungsurkunden der Paläontologie und Ontogenie -gesellen sich nun drittens die nicht minder wichtigen Zeugnisse für die -Blutsverwandtschaft der Organismen, welche uns die _vergleichende -Anatomie_ liefert. Wenn äußerlich sehr verschiedene Organismen in ihrem -inneren Bau nahezu übereinstimmen, so können wir daraus mit voller -Sicherheit schließen, daß diese Übereinstimmung ihren Grund in der -Vererbung, jene Ungleichheit dagegen ihren Grund in der Anpassung hat. -Betrachten Sie z. B. vergleichend die Hände oder Vorderpfoten der neun -verschiedenen Säugetiere, welche auf Seite 87 abgebildet sind, und bei -denen das knöcherne Skelettgerüst im Innern der Hand und der fünf Finger -sichtbar ist. Überall finden sich bei der verschiedensten äußeren Form -dieselben Knochen in derselben Zahl, Lagerung und Verbindung wieder. Daß -die Hand des Menschen (Fig. 1) von derjenigen seiner nächsten -Verwandten, des Gorilla (Fig. 2) und des Orang (Fig. 3), sehr wenig -verschieden ist, wird vielleicht sehr natürlich erscheinen. Wenn aber -auch die Vorderpfote des Hundes (Fig. 4), sowie die Brustflosse (die -Hand) des Seehundes (Fig. 5) und des Delphins (Fig. 6) ganz denselben -wesentlichen Bau zeigt, so wird dies schon mehr überraschen. Und noch -wunderbarer wird es Ihnen vorkommen, daß auch der Flügel der Fledermaus -(Fig. 7), die Grabschaufel des Maulwurfs (Fig. 8) und der Vorderfuß des -unvollkommensten aller Säugetiere, des Schnabeltieres (Fig. 9) ganz aus -denselben Knochen zusammengesetzt ist. Nur die Größe und Form der -Knochen ist vielfach geändert. Die Zahl und die Art ihrer Anordnung und -Verbindung ist dieselbe geblieben. Es ist ganz undenkbar, daß irgendeine -andere Ursache als die gemeinschaftliche Vererbung von gemeinsamen -Stammeltern diese wunderbare Homologie oder Gleichheit im wesentlichen -inneren Bau bei so verschiedener äußerer Form verursacht habe. Und wenn -Sie nun im System von den Säugetieren weiter hinuntersteigen und finden, -daß sogar bei den Vögeln die Flügel, bei den Reptilien und Amphibien die -Vorderfüße wesentlich in derselben Weise aus denselben Knochen -zusammengesetzt sind, wie die Arme des Menschen und die Vorderbeine der -übrigen Säugetiere, so können Sie schon daraus auf die gemeinsame -Abstammung aller dieser Wirbeltiere mit voller Sicherheit schließen. Der -Grad der inneren Formverwandtschaft enthüllt Ihnen hier, wie überall, -den Grad der wahren Stammverwandtschaft. - - (Aus »Natürliche Schöpfungsgeschichte«.) - - - - - III. - Die Gasträatheorie. - - -Die ersten Vorgänge der individuellen Entwicklung, welche nach erfolgter -Befruchtung der Eizelle und Bildung der Stammzelle eintreten, sind im -ganzen Tierreiche wesentlich dieselben; sie beginnen überall mit der -sogenannten Eifurchung und Keimblätterbildung. Nur die niedersten und -einfachsten Tiere, die Urtiere oder Protozoen, machen davon eine -Ausnahme; denn sie bleiben zeitlebens einzellig. Zu diesen Urtieren -gehören die Amöben, Gregarinen, Rhizopoden, Infusorien usw. Da ihr -ganzer Organismus nur durch eine einzige Zelle repräsentiert wird, -können sie niemals »Keimblätter«, d. h. bestimmt geformte -Zellenschichten bilden. Alle übrigen Tiere dagegen, alle Gewebetiere -oder Metazoen (wie wir sie im Gegensatz zu jenen Protozoen nennen) -bilden durch wiederholte Teilung der befruchteten Eizelle echte -Keimblätter. Das gilt ebensowohl von den niederen Nesseltieren und -Wurmtieren, wie von den höher entwickelten Weichtieren, Sterntieren, -Gliedertieren und Wirbeltieren. - -Bei allen diesen Metazoen oder vielzelligen Tieren sind die wichtigsten -Vorgänge der Keimung im wesentlichen gleich, obwohl sie, äußerlich -betrachtet, oft sehr verschieden erscheinen. Überall zerfällt die -Stammzelle, welche aus der befruchteten Eizelle hervorgegangen ist, -zunächst durch wiederholte Teilung in eine große Anzahl von einfachen -Zellen. Diese Zellen sind alle direkte Nachkommen der Stammzelle und -werden aus später zu erörternden Gründen als Furchungszellen oder -»Furchungskugeln« bezeichnet (^Blastomera^ oder ^Segmentella^). Der -wiederholte Teilungsprozeß der Stammzelle, durch welchen die -Furchungszellen entstehen, ist schon lange unter dem Namen der -_Eifurchung_ oder schlechtweg »Furchung« (^Segmentatio^) bekannt. Früher -oder später treten die Furchungszellen zur Bildung einer runden -(ursprünglich kugeligen) _Keimblase_ (^Blastula^) zusammen; dann aber -sondern sie sich in zwei wesentlich verschiedene Gruppen und ordnen sich -in zwei getrennte Zellenschichten: die beiden _primären Keimblätter_. -Diese umschließen eine Verdauungshöhle, den _Urdarm_, mit einer Öffnung, -dem _Urmund_. Die bedeutungsvolle Keimform, welche diese ältesten -Primitivorgane besitzt, nennen wir _Gastrula_, den Vorgang ihrer -Entstehung _Gastrulation_. Dieser ontogenetische Vorgang besitzt die -höchste Bedeutung und ist der eigentliche Ausgangspunkt für die -Gestaltung des vielzelligen Tierkörpers. - -Die fundamentalen Keimungsprozesse der Eifurchung und der -Keimblätterbildung sind erst in den letzten dreißig Jahren vollkommen -klar erkannt und in ihrer wahren Bedeutung richtig gewürdigt worden. Sie -bieten in den verschiedenen Tiergruppen mancherlei auffallende -Verschiedenheiten dar, und es war nicht leicht, die wesentliche -Gleichheit oder Identität derselben im ganzen Tierreiche nachzuweisen. -Erst nachdem ich 1872 die Gasträatheorie aufgestellt und später (1875) -alle die einzelnen Formen der Eifurchung und Gastrulabildung auf eine -und dieselbe Grundform zurückgeführt hatte, konnte jene wichtige -Identität als wirklich bewiesen angesehen werden. Es ist damit ein -_einheitliches Gesetz_ gewonnen, welches die ersten Vorgänge der Keimung -bei sämtlichen Tieren beherrscht. - -Der Mensch verhält sich in bezug auf diese ersten und wichtigsten -Vorgänge jedenfalls durchaus gleich den übrigen höheren Säugetieren, und -zunächst den Affen. Da der menschliche Keim oder Embryo selbst noch in -einem viel späteren Stadium der Ausbildung, wo bereits Gehirnblasen, -Augen, Gehörorgane, Kiemenbogen usw. angelegt sind, nicht wesentlich von -dem gleichgeformten Keime der übrigen höheren Säugetiere verschieden -ist, so dürfen wir mit voller Sicherheit annehmen, daß auch die ersten -Vorgänge der Keimung, der Eifurchung und Keimblätterbildung dieselben -sind. Wirklich beobachtet sind diese Verhältnisse allerdings bisher noch -nicht. Da aber sowohl die jüngsten wirklich beobachteten menschlichen -Embryonen (in Form von Keimblasen), als auch die darauf folgenden weiter -entwickelten Keimformen mit denjenigen des Kaninchens, des Hundes und -anderer höherer Säugetiere wesentlich übereinstimmen, so wird kein -vernünftiger Mensch daran zweifeln, daß auch die Eifurchung und -Keimblätterbildung hier geradeso wie dort verläuft. - -Nun ist aber die besondere Form, welche die Eifurchung und -Keimblätterbildung bei den Säugetieren besitzt, keineswegs die -ursprüngliche, einfache und palingenetische Form der Keimung. Vielmehr -ist dieselbe infolge von zahlreichen embryonalen Anpassungen sehr stark -abgeändert, gestört oder cenogenetisch modifiziert. Wir können dieselbe -daher unmöglich an und für sich allein verstehen. Vielmehr müssen wir, -um zu diesem Verständnis zu gelangen, die verschiedenen Formen der -Eifurchung und Keimblätterbildung im Tierreiche vergleichend betrachten; -und vor allem müssen wir die ursprüngliche, _palingenetische_ Form -derselben aufsuchen, aus welcher die abgeänderte, _cenogenetische_ Form -der Säugetierkeimung erst viel später allmählich entstanden ist. - -Diese ursprüngliche, palingenetische Form der Eifurchung und -Keimblätterbildung besteht im Stamme der Wirbeltiere, zu welchem der -Mensch gehört, heutzutage einzig und allein noch beim niedersten und -ältesten Gliede dieses Stammes, bei dem wunderbaren Lanzettierchen oder -Amphioxus. Dieselbe palingenetische Form der Keimung finden wir aber in -ganz gleicher Weise auch noch bei vielen niederen, wirbellosen Tieren -vor, so z. B. bei der merkwürdigen Seescheide (^Ascidia^), bei der -Teichschnecke (^Limnaeus^), beim Pfeilwurm (^Sagitta^), ferner bei sehr -vielen Sterntieren und Nesseltieren, so z. B. beim gewöhnlichen Seestern -und Seeigel, bei vielen Medusen und Korallen und bei den einfachsten -Schwämmen (^Olynthus^). Wir wollen hier als Beispiel die palingenetische -Eifurchung und Keimblätterbildung einer achtzähligen Einzelkoralle -betrachten, welche ich 1873 im Roten Meere entdeckt und in meinen -»Arabischen Korallen« als ^Monoxenia Darwinii^ beschrieben habe. - -[Illustration: Fig. 1. Gastrulation einer Koralle (^Monoxenia -Darwinii^).] - -Die befruchtete Eizelle dieser Koralle (siehe die Abbildungen S. 93) -zerfällt zunächst durch Teilung in zwei gleiche Zellen (C). Zuerst teilt -sich der Kern der Stammzelle und das anhängende Centrosoma in zwei -gleiche Hälften, diese stoßen sich ab, weichen auseinander und wirken -als Anziehungsmittelpunkte auf das umgebende Protoplasma; infolgedessen -schnürt sich das letztere durch eine Ringfurche ringsherum ein und geht -ebenfalls in zwei gleiche Hälften auseinander. Jede der beiden so -entstandenen »Furchungszellen« zerfällt auf dieselbe Weise wiederum in -zwei gleiche Zellen, und zwar liegt die Trennungsebene dieser beiden -letzteren senkrecht auf derjenigen der beiden ersteren (Fig. D). Die -vier gleichen Furchungszellen (die Enkelinnen der Stammzelle) liegen in -einer Ebene. Jetzt teilt sich jede derselben abermals in zwei gleiche -Hälften, und wiederum geht die Teilung des Zellkernes derjenigen des -umhüllenden Protoplasma voraus. Die so entstandenen acht Furchungszellen -zerfallen auf die gleiche Weise wieder in sechzehn. Aus diesen werden -durch abermalige Teilung 32 Furchungszellen. Indem jede von diesen sich -halbiert, entstehen 64, weiterhin 128 Zellen usw. Das Endresultat dieser -wiederholten gleichmäßigen Zweiteilung ist die Bildung eines kugeligen -Haufens von gleichartigen Furchungszellen, und diesen nennen wir -_Maulbeerkeim_ (^Morula^). Die Zellen liegen so dicht gedrängt -aneinander, wie die Körner einer Maulbeere oder Brombeere, und daher -erscheint die Oberfläche der Kugel im ganzen höckerig. - -Nachdem die Eifurchung dergestalt beendigt ist, verwandelt sich der -dichte Maulbeerkeim in eine hohle kugelige Blase. Wässerige Flüssigkeit -oder Gallerte sammelt sich in der Mitte der dichten Kugel an; die -Furchungszellen weichen auseinander und begeben sich alle an die -Oberfläche derselben. Hier platten sie sich durch gegenseitigen Druck -vielflächig ab, nehmen die Gestalt von abgestutzten Pyramiden an und -ordnen sich in eine einzige Schicht regelmäßig nebeneinander (Fig. F, -G). Diese Zellenschicht heißt die _Keimhaut_ (^Blastoderma^); die -gleichartigen Zellen, welche dieselbe in einfacher Lage zusammensetzen, -nennen wir _Keimhautzellen_, und die ganze hohle Kugel, deren Wand die -letzteren bilden, heißt _Keimhautblase_, auch kurz »Keimblase« oder -»Blasenkeim« (^Blastula^). Der innere Hohlraum der Kugel, der mit klarer -Flüssigkeit oder Gallerte gefüllt ist, heißt »Furchungshöhle« oder -_Keimhöhle_. - -Bei unserer Koralle, wie bei vielen anderen niederen Tieren, beginnt -schon jetzt der junge Tierkeim sich selbständig zu bewegen und im Wasser -umherzuschwimmen. Es wächst nämlich aus jeder Keimhautzelle ein dünner -und langer, fadenförmiger Fortsatz hervor, eine Peitsche oder Geißel; -und diese führt selbständig langsame, später raschere Schwingungen aus -(Fig. F). Jede Keimhautzelle wird so zu einer schwingenden -»Geißelzelle«. Durch die vereinigte Kraft aller dieser schwingenden -Geißeln wird die ganze kugelige Keimhautblase drehend oder rotierend im -Wasser umhergetrieben. Bei vielen anderen Tieren, insbesondere bei -solchen, wo sich der Keim innerhalb geschlossener Eihüllen entwickelt, -bilden sich die schwingenden Geißelfäden an den Keimhautzellen erst -später oder kommen überhaupt nicht zur Ausbildung. Die Keimhautblase -kann wachsen und sich ausdehnen, indem sich die Keimhautzellen durch -fortgesetzte Teilung (in der Kugelfläche!) vermehren und im inneren -Hohlraum noch mehr Flüssigkeit ausgeschieden wird. Es gibt noch heute -einige Organismen, welche auf der Bildungsstufe der Blastula zeitlebens -stehenbleiben, Hohlkugeln, welche durch Flimmerbewegung im Wasser -umherschwimmen und deren Wand aus einer einzigen Zellenschicht besteht: -die Kugeltierchen (^Volvox^), die Flimmerkugeln (^Magosphaera^, -^Synura^) und andere. - -Jetzt tritt ein sehr wichtiger und merkwürdiger Vorgang ein, nämlich die -_Einstülpung der Keimblase_ (Fig. H). Aus der Kugel mit einschichtiger -Zellenwand wird ein Becher mit zweischichtiger Zellenwand (Fig. G, H, -I). An einer bestimmten Stelle der Kugeloberfläche bildet sich eine -Abplattung, die sich zu einer Grube vertieft. Diese Grube wird tiefer -und tiefer; sie wächst auf Kosten der inneren Keimhöhle oder -Furchungshöhle. Die letztere nimmt immer mehr ab, je mehr sich die -erstere ausdehnt. Endlich verschwindet die innere Keimhöhle ganz, indem -sich der innere, eingestülpte Teil der Keimhaut (oder die Wand der -Grube) an den äußeren, nicht eingestülpten Teil derselben innig anlegt. -Zugleich nehmen die Zellen der beiden Teile verschiedene Gestalt und -Größe an; die inneren Zellen werden mehr rundlich, die äußeren mehr -länglich (Fig. I). So bekommt der Keim die Gestalt eines becherförmigen -oder krugförmigen Körpers, dessen Wand aus zwei verschiedenen -Zellenschichten besteht, und dessen innere Höhlung sich am einen Ende -(an der ursprünglichen Einstülpungsstelle) nach außen öffnet. Diese -höchst wichtige und interessante Keimform nennen wir Becherkeim oder -_Becherlarve_ (^Gastrula^, Fig. 1 I im Längsschnitt, K von außen). - -_Die Gastrula halte ich für die wichtigste und bedeutungsvollste -Keimform des Tierreichs._ Denn bei allen echten Tieren (nach Ausschluß -der einzelligen Protozoen) geht aus der Eifurchung entweder eine reine, -ursprüngliche, palingenetische Gastrula hervor, oder doch eine -gleichbedeutende cenogenetische Keimform, die sekundär aus der ersteren -entstanden ist und sich unmittelbar darauf zurückführen läßt. Sicher ist -es eine Tatsache von höchstem Interesse und von der größten Bedeutung, -daß Tiere der verschiedensten Stämme: Wirbeltiere und Manteltiere, -Weichtiere und Gliedertiere, Sterntiere und Wurmtiere, Nesseltiere und -Schwammtiere sich aus einer und derselben Keimform entwickeln. Als -redende Beispiele stelle ich hier einige reine Gastrulaformen aus -verschiedenen Tierstämmen nebeneinander: - -[Illustration: Fig. 2 (B). Gastrula eines Wurmes (Pfeilwurm, ^Sagitta^) -nach Kowalevsky. -- Fig. 3 (C). Gastrula eines Echinodermen (Seestern, -^Uraster^), nicht völlig eingestülpt (^Depula^), nach Alexander Agassiz. --- Fig. 4 (D). Gastrula eines Arthropoden (Urkrebs, ^Nauplius^) (wie 3). --- Fig. 5. (E). Gastrula eines Mollusken (Teichschnecke, ^Limnaeus^), -nach Karl Rabl. -- Fig. 6 (A). Gastrula eines einfachsten Urdarmtieres, -einer Gasträade (^Gastrophysema^), Haeckel. -- Fig. 7 (F). Gastrula -eines Wirbeltieres (Lanzettierchen, ^Amphioxus^), nach Kowalevsky. -(Frontal-Ansicht.) -- Überall bedeutet: d Urdarmhöhle. o Urmund. s -Furchungshöhle. i Entoderm (Darmblatt). e Ektoderm (Hautblatt).] - -Bei dieser außerordentlichen Bedeutung der Gastrula müssen wir die -Zusammensetzung ihrer ursprünglichen Körperform auf das genaueste -untersuchen. Gewöhnlich ist die typische reine Gastrula sehr klein, mit -bloßem Auge nicht sichtbar oder höchstens unter günstigen Umständen als -ein feiner Punkt erkennbar, meistens von 1/20-1/10, seltener von 1/5-1/2 -mm Durchmesser (bisweilen mehr). Ihre Gestalt gleicht meistens einem -rundlichen Becher, bald ist sie mehr eiförmig, bald mehr ellipsoid oder -spindelförmig; bei einigen mehr halbkugelig oder fast kugelig, bei -anderen wiederum mehr in die Länge gestreckt oder fast zylindrisch. Sehr -charakteristisch ist die geometrische Grundform des Körpers, welche -durch eine einzige Achse mit zwei verschiedenen Polen bestimmt wird. -Diese Achse ist die Hauptachse oder Längsachse des späteren Tierkörpers; -der eine Pol ist der Mundpol; der entgegengesetzte der Gegenmundpol. Bei -den Bilaterien oder den höheren Tieren mit zweiseitiger Grundform nimmt -die cenogenetisch abgeänderte Gastrula gewöhnlich schon frühzeitig -ebenfalls die bilaterale (dreiachsige) Grundform an. Durch die -einachsige Grundform unterscheidet sich die Gastrula sehr wesentlich von -der kugeligen Blastula und Morula, bei denen alle Körperachsen gleich -sind. Der Querschnitt der primären Gastrula ist kreisrund. - -Die innere Höhle des Gastrulakörpers bezeichne ich als _Urdarm_ -(^Progaster^) und seine Öffnung als _Urmund_ (^Prostoma^). Denn jene -Höhle ist die ursprüngliche Ernährungshöhle oder Darmhöhle des Körpers, -und diese Öffnung hat anfänglich zur Nahrungsaufnahme in denselben -gedient. Später allerdings verhalten sich Urdarm und Urmund in den -verschiedenen Tierstämmen sehr verschieden. Bei den meisten Nesseltieren -und vielen Wurmtieren bleiben sie zeitlebens bestehen. Bei den meisten -höheren Tieren hingegen, und so auch bei den Wirbeltieren, geht nur der -größere mittlere Teil des späteren Darmrohrs aus dem Urdarme hervor; die -spätere Mundöffnung bildet sich neu, während der Urmund zuwächst oder -sich in den After umwandelt. Wir müssen also wohl unterscheiden zwischen -dem Urmund und Urdarm der Gastrula einerseits und zwischen dem Nachdarm -und Nachmund des ausgebildeten Wirbeltieres anderseits. - -Von der größten Bedeutung sind die beiden Zellenschichten, welche die -Urdarmhöhle umschließen und deren Wand allein zusammensetzen. Denn diese -beiden Zellenschichten, die einzig und allein den ganzen Körper bilden, -sind nichts anderes als die beiden primären Keimblätter oder die -_Urkeimblätter_ (^Blastophylla^). Die äußere Zellenschicht ist das -_Hautblatt_ oder ^Ektoderma^ (Fig. 2-7 e); die innere Zellenschicht ist -das _Darmblatt_ oder ^Entoderma^ (i). Ersteres wird auch oft als -Ektoblast oder Epiblast, letzteres als Endoblast oder Hypoblast -bezeichnet. _Aus diesen beiden primären Keimblättern allein baut sich -der ganze Körper bei allen Metazoen oder vielzelligen Tieren auf._ Das -Hautblatt liefert die äußere Oberhaut, das Darmblatt hingegen die innere -Darmhaut. Zwischen beiden Keimblättern bildet sich später das mittlere -Keimblatt (^Mesoderma^) und die mit Blut oder Lymphe erfüllte -Leibeshöhle (^Coeloma^). - -Die beiden primären Keimblätter wurden zuerst im Jahre 1817 von Pander -beim bebrüteten Hühnchen klar unterschieden, das äußere als seröses, das -innere als muköses Blatt oder Schleimblatt. Aber ihre volle Bedeutung -wurde erst von Baer erkannt, welcher in seiner klassischen -Entwicklungsgeschichte (1828) das äußere als animales, das innere als -vegetatives bezeichnete. Diese Bezeichnung ist insofern passend, als aus -dem äußeren Blatte vorzugsweise (wenn auch nicht ausschließlich) die -animalen Organe der Empfindung: Haut, Nerven und Sinnesorgane entstehen; -hingegen aus dem inneren Blatte vorzugsweise die vegetativen Organe der -Ernährung und Fortpflanzung, namentlich der Darm und das -Blutgefäßsystem. Zwanzig Jahre später (1849) wies dann Huxley darauf -hin, daß bei vielen niederen Pflanzentieren, namentlich Medusen, der -ganze Körper eigentlich zeitlebens nur aus diesen beiden primären -Keimblättern besteht. Bald darauf führte Allman (1853) für dieselben die -Benennung ein, die bald allgemein angenommen wurde; er nannte das äußere -Ektoderm (Außenblatt), das innere Entoderm (Innenblatt). Aber erst seit -dem Jahre 1867 wurde (vorzugsweise von Kowalevsky) durch vergleichende -Beobachtung der Nachweis geführt, daß auch bei wirbellosen Tieren der -verschiedensten Klassen, bei Wurmtieren, Weichtieren, Sterntieren und -Gliedertieren, der Körper sich aus denselben beiden primären -Keimblättern aufbaut. Endlich habe ich selbst auch bei den niedersten -Gewebetieren, bei den Schwämmen oder Spongien, dieselben (1872) -nachgewiesen und zugleich in meiner Gasträatheorie den Beweis zu führen -gesucht, daß diese »Grenzblätter« überall, von den Schwämmen und -Korallen bis zu den Insekten und Wirbeltieren hinauf (also auch beim -Menschen) als gleichbedeutend oder homolog aufzufassen sind. Diese -fundamentale »Homologie der primären Keimblätter und des Urdarms« ist im -Laufe der letzten dreißig Jahre durch die sorgfältigen Untersuchungen -zahlreicher vortrefflicher Beobachter bestätigt und jetzt für sämtliche -Metazoen fast allgemein anerkannt worden. - -[Illustration: Fig. 8. Gastrula eines niederen Schwammes (^Olynthus^). A -von außen, B im Längsschnitte durch die Achse. g Urdarm (primitive -Darmhöhle). o Urmund (primitive Mundöffnung). i innere Zellenschicht der -Körperwand (inneres Keimblatt, Entoderm, Endoblast oder Darmblatt). c -äußere Zellenschicht (äußeres Keimblatt, Ektoderm, Ektoblast oder -Hautblatt).] - -Gewöhnlich bieten auch schon am Gastrulakeim die Zellen, welche die -beiden primären Keimblätter zusammensetzen, erkennbare Verschiedenheiten -dar. Meistens (wenn auch nicht immer) sind die Zellen des Hautblattes -oder Ektoderms (Fig. 8c, 9e) kleiner, zahlreicher, heller, hingegen die -Zellen des Darmblattes oder Entoderms (i) größer, weniger zahlreich und -dunkler. Das Protoplasma der Ektodermzellen ist klarer und fester als -die trübere und weichere Zellsubstanz der Entodermzellen, letztere sind -meist viel reicher an Dotterkörnern (Eiweiß- und Fettkörnchen) als -erstere. Auch besitzen die Darmblattzellen gewöhnlich eine stärkere -Verwandtschaft zu Farbstoffen und färben sich in Karminlösung, Anilin -usw. rascher und lebhafter als die Hautblattzellen. Die Kerne der -Entodermzellen sind meistens rundlich, diejenigen der Ektodermzellen -hingegen länglich. - -Diese physikalischen, chemischen und morphologischen Unterschiede der -beiden Keimblätter, welche ihrem physiologischen Gegensatze entsprechen, -sind auch insofern von hohem Interesse, als sie uns den ersten und -ältesten Vorgang der Sonderung oder Differenzierung im Tierkörper vor -Augen führen. Die Keimhaut (^Blastoderma^), welche die Wand der -kugeligen Keimhautblase oder Blastula bildet, besteht bloß aus einer -einzigen Schicht von gleichartigen Zellen. Diese Keimhautzellen oder -Blastodermzellen sind ursprünglich sehr regelmäßig und gleichartig -gebildet, von ganz gleicher Größe, Form und Beschaffenheit. Meistens -sind sie durch gegenseitigen Druck abgeplattet, sehr oft regelmäßig -sechseckig. Sie bilden das _erste Gewebe_ des Metazoen-Organismus, ein -einfaches Zellenpflaster oder Epithelium. Die Gleichmäßigkeit dieser -Zellen verschwindet früher oder später während der Einstülpung der -Keimhautblase. Die Zellen, welche den eingestülpten, inneren Teil -derselben (das spätere Entoderm) zusammensetzen, nehmen gewöhnlich schon -während des Einstülpungs-Vorganges selbst eine andere Beschaffenheit an -als die Zellen, welche den äußeren, nicht eingestülpten Teil (das -spätere Ektoderm) konstituieren. Wenn der Einstülpungs-Prozeß vollendet -ist, treten die histologischen Verschiedenheiten in den Zellen der -beiden primären Keimblätter meist sehr auffallend hervor. - -Wir haben bisher nur diejenige Form der Eifurchung und der Gastrula ins -Auge gefaßt, welche wir aus vielen und gewichtigen Gründen als die -_ursprüngliche_, die primordiale oder palingenetische aufzufassen -berechtigt sind. Wir können sie die äquale oder gleichmäßige Furchung -nennen, weil die Furchungszellen zunächst gleich bleiben. Die daraus -hervorgehende Gastrula bezeichnen wir als _Glocken_-Gastrula oder -^Archigastrula^. In ganz gleicher Form, wie bei unserer Koralle treffen -wir dieselbe auch bei den niedersten Pflanzentieren an, bei -Gastrophysema (Fig. 6) und bei den einfachsten Schwämmen (^Olynthus^, -Fig. 8); ferner bei vielen Medusen und Hydrapolypen, bei niederen -Würmern verschiedener Klassen (Brachiopoden, ^Sagitta^, Fig. 2), bei -Manteltieren (^Ascidia^); sodann bei vielen Sterntieren (Fig. 3), -niederen Gliedertieren (Fig. 4) und Weichtieren (Fig. 5); endlich ein -wenig modifiziert auch beim niedersten Wirbeltiere (^Amphioxus^). - -[Illustration: Fig. 9. Zellen aus den beiden primären Keimblättern d. -Säugetieres (aus den beiden Schichten der Keimhaut). i größere dunklere -Zellen der inneren Schicht, des vegetativen Keimblattes od. Entoderms. e -kleinere hellere Zellen der äußeren Schicht, des animalen Keimblattes -oder Ektoderms.] - -Die _Gastrulation des Amphioxus_ ist deshalb von besonderem Interesse, -weil dieses niederste und älteste aller Wirbeltiere die größte Bedeutung -für die Phylogenie dieses Stammes, also auch für unsere Anthropogenie -besitzt. Wie die vergleichende Anatomie der Wirbeltiere die verwickelten -Verhältnisse im Körperbau der verschiedenen Klassen durch divergente -Entwicklung aus jenem einfachsten »Urwirbeltier« ableitet, so führt die -vergleichende Ontogenie die verschiedenen sekundären Gastrulationsformen -der Wirbeltiere auf die einfache, primäre Keimblätterbildung des -Amphioxus zurück. Obwohl diese letztere, im Gegensatze zu den -cenogenetischen Modifikationen der ersteren, im ganzen als -palingenetisch zu betrachten ist, so unterscheidet sie sich doch schon -in einigen Punkten von der ganz ursprünglichen Gastrulation, wie sie z. -B. bei Monoxenia und bei Sagitta vorliegt. Aus der mustergültigen -Darstellung von Hatschek (1881) geht hervor, daß die beiderlei -Zellenarten der Keimblätter beim Amphioxus, wie bei vielen anderen -Tieren, schon frühzeitig während des Furchungsprozesses ungleiche -Beschaffenheit annehmen. Nur die vier ersten Furchungszellen, welche -durch zwei vertikale, sich rechtwinklig schneidende Teilungsebenen -getrennt werden, sind vollkommen gleich. Die dritte horizontale -Furchungsebene liegt nicht im Äquator des Eies, sondern ein wenig -oberhalb desselben, so daß sie jene vier Blastomeren in ungleiche -Hälften teilt: vier obere kleinere und vier untere größere; jene bilden -die animale, diese die vegetale Hemisphäre. Hatschek sagt daher mit -Recht, daß die Eifurchung des Amphioxus keine streng äquale, sondern -eine adäquale oder »fastgleiche« sei und sich der inäqualen nähere. Auch -im weiteren Verlaufe des Furchungsprozesses bleibt der Größenunterschied -der beiderlei Zellgruppen bemerkbar; die kleineren, animalen Zellen der -oberen Halbkugel teilen sich rascher als die größeren vegetalen Zellen -der unteren Hemisphäre (Fig. 10 A, B). Daher besteht denn auch die -Keimhaut, welche am Ende des Furchungsprozesses die einschichtige Wand -der kugeligen Keimblase bildet, nicht aus lauter gleichartigen und -gleich großen Zellen, wie bei Sagitta und Monoxenia; sondern die Zellen -der oberen Blastodermhälfte sind zahlreicher und kleiner (Mutterzellen -des Ektoderms), die Zellen der unteren Hälfte weniger zahlreich, aber -größer (Mutterzellen des Entoderms); mithin ist auch die Furchungshöhle -der Keimblase (Fig 10 C, h) nicht vollkommen kugelig, sondern ein -abgeplattetes Sphäroid, mit ungleichen Polen der vertikalen Achse. -Während am Vegetalpole der Achse die Blastula eingestülpt wird, nimmt -der Größenunterschied der Keimhautzellen beständig zu (Fig. 10 D, E); er -ist am auffallendsten, nachdem die Invagination vollendet und die -Furchungshöhle verschwunden ist (Fig. 10 F). Die größeren vegetalen -Zellen des Entoderms sind reicher an eingelagerten Körnern und daher -trüber als die kleineren und helleren animalen Zellen des Ektoderms. - -[Illustration: Fig. 10. Gastrulation des Amphioxus, nach Hatschek -(vertikale Durchschnitte durch die Eiachse). A, B, C drei Stadien der -Blastulabildung; D, E Einstülpung der Blastula; F fertige Gastrula. h -Furchungshöhle. g Urdarmhöhle.] - -[Illustration: Fig. 11. Gastrula des Amphioxus in der Seitenansicht von -links (optischer Medianschnitt). Nach Hatschek. g Urdarm, u Urmund, p -peristomale Polzellen, i Entoderm, e Ektoderm, d Rückenseite, v -Bauchseite.] - -Aber nicht nur durch diese frühzeitige (oder cenogenetisch vorzeitige!) -Sonderung der beiderlei Keimblattzellen, sondern auch noch durch eine -andere wichtige Eigentümlichkeit entfernt sich die adäquale Gastrulation -des Amphioxus von der typischen äqualen Eifurchung der Sagitta, der -Monoxenia und des Olynthus. Die reine Archigastrula dieser letzteren ist -einachsig, ihr Querschnitt in der ganzen Länge kreisrund. Der Vegetalpol -der vertikalen Achse liegt genau in der Mitte des Urmundes. Bei der -Gastrula des Amphioxus ist das nicht der Fall. Schon während der -Einstülpung seiner Keimblase wird die ideale Achse nach einer Seite -gekrümmt, indem das Wachstum des Blastoderms (oder die Vermehrung seiner -Zellen) an einer Seite lebhafter ist als an der entgegengesetzten; die -rascher wachsende und daher stärker gekrümmte Seite (Fig. 11 v) ist die -künftige Bauchseite, die entgegengesetzte flachere ist die Rückenseite -(d). Der Urmund, welcher ursprünglich, bei der typischen Archigastrula, -am Vegetalpole der Hauptachse lag, ist aus diesem auf die Rückenseite -verschoben; und während seine beiden Lippen ursprünglich in einer auf -der Hauptachse senkrechten Ebene lagen, sind sie jetzt so verschoben, -daß diese Ebene (die Urmundebene) die Achse unter einem schiefen Winkel -schneidet. Die dorsale Lippe liegt daher mehr oben und vorn, die -ventrale Lippe mehr unten und hinten. In dieser letzteren, am ventralen -Übergang des Entoderms in das Ektoderm, liegen nebeneinander ein paar -auffallend große Zellen, eine rechte und eine linke (Fig. 11p); das sind -die bedeutungsvollen Urmundpolzellen, oder die »Urzellen des Mesoderms«. - -Durch diese wichtigen, schon im Laufe der Gastrulation auftretenden -Sonderungen ist die ursprüngliche einachsige Grundform der Archigastrula -bei Amphioxus bereits in die _dreiachsige_ übergegangen und somit schon -die _zweiseitige_ oder »bilateralsymmetrische« Grundform des -Wirbeltieres bestimmt. Die senkrechte Mittelebene oder Sagittalebene -geht zwischen den beiden Urmundpolzellen der Länge nach durch den Körper -hindurch und teilt ihn in zwei gleiche Hälften, rechte und linke. Der -Urmund liegt am späteren Hinterende, etwas oberhalb des Aboralpols der -Längsachse. Senkrecht auf dieser Hauptachse steht in der Medianebene die -Pfeilachse (Sagittalachse) oder »Dorsoventralachse«, welche die -Mittellinien der flachen Rückenseite und der gewölbten Bauchseite -verbindet. Die horizontale Querachse oder Lateralachse, senkrecht auf -den beiden (ungleichpoligen) Achsen, ist gleichpolig und geht quer -herüber von rechts nach links. Somit zeigt bereits die Gastrula des -Amphioxus die charakteristische bilaterale oder zweiseitige Grundform -des Wirbeltierkörpers, und diese hat sich von ihr aus auf alle anderen -modifizierten Gastrulaformen dieses Stammes übertragen. - -Abgesehen von dieser zweiseitigen Grundform gleicht die Gastrula des -Amphioxus darin der typischen Archigastrula der niederen Tiere (Fig. -2-8), daß beide primäre Keimblätter noch aus einer einzigen einfachen -Zellenschicht bestehen. Offenbar ist das die älteste und ursprünglichste -Form des Metazoenkeims. Obgleich die vorhergenannten Tiere den -verschiedensten Klassen angehören, so stimmen sie doch untereinander und -mit vielen anderen niederen Tieren darin überein, daß sie diese von -ihren ältesten gemeinsamen Vorfahren überkommene palingenetische Form -der Gastrulabildung durch konservative _Vererbung_ bis auf den heutigen -Tag beibehalten haben. Bei der großen Mehrzahl der Tiere ist das aber -nicht der Fall. Vielmehr ist bei diesen der ursprüngliche Vorgang der -Keimung im Laufe vieler Millionen Jahre allmählich mehr oder minder -abgeändert, durch _Anpassung_ an neue Entwicklungsbedingungen gestört -und modifiziert worden. Sowohl die Eifurchung als auch die darauf -folgende Gastrulation haben infolgedessen ein mannigfach verschiedenes -Aussehen gewonnen. Ja, die Verschiedenheiten sind im Laufe der Zeit so -bedeutend geworden, daß man bei den meisten Tieren die Furchung nicht -richtig gedeutet und die Gastrula überhaupt nicht erkannt hat. Erst -durch ausgedehnte vergleichende Untersuchungen, welche ich in den Jahren -1866-1875 bei Tieren der verschiedensten Klassen angestellt habe, ist es -mir gelungen, in jenen anscheinend so abweichenden Keimungsprozessen -denselben gemeinsamen Grundvorgang nachzuweisen und alle verschiedenden -Keimungsformen auf die eine, bereits beschriebene, ursprüngliche Form -der Keimung zurückzuführen. Im Gegensatze zu dieser primären -palingenetischen Keimungsform betrachte ich alle übrigen, davon -abweichenden Formen als sekundäre, abgeänderte oder cenogenetische. Die -mehr oder minder abweichende Gastrulaform, welche daraus hervorgeht, -kann man allgemein als sekundäre, modifizierte Gastrula oder -Metagastrula bezeichnen. - -Unter den zahlreichen und mannigfaltigen cenogenetischen Formen der -Eifurchung und Gastrulation unterscheide ich wieder drei verschiedene -Hauptformen: 1. die ungleichmäßige Furchung; 2. die scheibenförmige -Furchung und 3. die oberflächliche Furchung. Aus der ungleichmäßigen -Furchung entsteht die _Hauben_gastrula; aus der scheibenförmigen -Furchung geht die _Scheiben_gastrula hervor; aus der oberflächlichen -Furchung entwickelt sich die _Blasen_gastrula. Bei den Wirbeltieren -kommt die letztere Form gar nicht vor; diese ist dagegen die -gewöhnlichste bei den Gliedertieren (Krebsen, Spinnen, Insekten usw.). -Die Säugetiere und Amphibien besitzen die ungleichmäßige Furchung und -die Haubengastrula; ebenso die Schmelzfische (Ganoiden) und die -Rundmäuler (Pricken und Inger). Hingegen finden wir bei den meisten -Fischen und bei allen Reptilien und Vögeln die scheibenförmige Furchung -und die Scheibengastrula. - -Der weitaus wichtigste Vorgang, welcher die verschiedenen -cenogenetischen Formen der Gastrulation bedingt, ist die _veränderte -Ernährung des Eies_ und die Anhäufung von _Nahrungsdotter_ in der -Eizelle. Unter diesem Begriffe fassen wir verschiedene chemische -Substanzen zusammen (hauptsächlich Körner von Eiweiß- und Fettkörpern), -welche ausschließlich als Reservestoff oder Nahrungsmaterial für den -Keim dienen. Da der Keim der Metazoen in der ersten Zeit seiner -Entwicklung noch nicht imstande ist, selbständig sich Nahrung zu -verschaffen und daraus den Tierkörper aufzubauen, muß das nötige -Material dazu bereits in der Eizelle aufgespeichert sein. Wir -unterscheiden daher in den Eiern allgemein als zwei Hauptbestandteile -den aktiven _Bildungsdotter_ (^Protoplasma^) und den passiven -_Nahrungsdotter_ (^Deutoplasma^) auch schlechtweg »Dotter« genannt. Bei -den kleinen palingenetischen Eiern sind die Dotterkörnchen so klein und -so gleichmäßig im Protoplasma der Eizelle verteilt, daß die regelmäßige -wiederholte Teilung derselben dadurch nicht beeinflußt wird. Bei der -großen Mehrzahl der Tiereier hingegen ist die Masse des Dottervorrats -mehr oder weniger ansehnlich, und derselbe ist in einem bestimmten Teile -der Eizelle angehäuft, so daß man schon am unbefruchteten Ei diese -»Proviantkammer« von dem Bildungsdotter deutlich unterscheiden kann. -Gewöhnlich tritt dann eine polare Differenzierung der Eizelle in der -Weise ein, daß eine Hauptachse an derselben sichtbar wird und daß der -Bildungsdotter (mit dem Keimbläschen) an einem Pole, der Nahrungsdotter -hingegen am entgegengesetzten Pole dieser Eiachse sich anhäuft; ersterer -heißt dann der _animale Pol_, letzterer der _vegetale_ Pol der -vertikalen Eiachse. - -Bei solchen »telolecithalen Eiern« erfolgt dann allgemein die -Gastrulation in der Weise, daß bei der wiederholten Teilung des -befruchteten Eies die animale (gewöhnlich obere) Hälfte sich rascher -teilt als die vegetale (untere). Die Kontraktionen des aktiven -Protoplasma, welche die fortgesetzte Zellteilung bewirken, finden in der -unteren vegetalen Hälfte größeren Widerstand des passiven Deutoplasma -als in der oberen animalen Hälfte. Daher finden wir in der letzteren -zahlreichere, aber kleinere, in der ersteren weniger zahlreiche, aber -größere Zellen. Die animalen Zellen liefern das äußere, die vegetalen -das innere Keimblatt. - -Obgleich diese »ungleichmäßige Furchung« der Rundmäuler, Ganoiden und -Amphibien von der ursprünglichen »gleichmäßigen Furchung« (z. B. der -Monoxenia) sich auf den ersten Blick unterscheidet, haben doch beide -Arten der Gastrulation das gemein, daß der Teilungsprozeß fortdauernd -die ganze Eizelle betrifft. Remak nannte sie daher totale Eifurchung und -die betreffenden Eier _holoblastisch_. Anders verhält es sich bei der -zweiten Hauptgruppe der Eier, welche er jenen als meroblastische -gegenüberstellte; dazu gehören die bekannten großen Eier der Vögel und -Reptilien, sowie der meisten Fische. Die träge Masse des passiven -Nahrungsdotters wird hier so groß, daß die Protoplasma-Kontraktionen des -aktiven Bildungsdotters ihre Teilung nicht mehr zu bewältigen vermögen. -Es erfolgt daher nur eine _partielle Eifurchung_. Während das -Protoplasma im animalen Bezirk der Eizelle sich unter lebhafter -Vermehrung der Kerne fortdauernd teilt, bleibt das Deutoplasma im -vegetalen Bezirk mehr oder weniger ungeteilt, es wird einfach als -Nahrungsmaterial von den sich bildenden Zellen aufgezehrt. Je größer die -Masse des angehäuften Proviants, desto mehr erscheint der -Furchungsprozeß lokal beschränkt. Jedoch kann derselbe noch lange Zeit -(selbst nachdem schon die Gastrulation mehr oder weniger vollendet ist) -in der Weise fortdauern, daß die im Deutoplasma verteilten vegetalen -Zellkerne sich durch Teilung langsam vermehren; da jeder derselben von -einer geringen Menge Protoplasma umhüllt ist, kann er sich später eine -Portion des Nahrungsdotters aneignen und so eine wahre »_Dotterzelle_« -bilden. Wenn diese vegetale Zellbildung sich noch längere Zeit -fortsetzt, nachdem bereits die beiden primären Keimblätter gesondert -sind, bezeichnet man den Prozeß als _Nachfurchung_ (Waldeyer). - -Die meroblastischen Eier finden sich bloß bei größeren und höher -entwickelten Tieren, und nur bei solchen, deren Embryo längerer Zeit und -reichlicher Ernährung zu seiner Entwicklung innerhalb der Eihüllen -bedarf. Je nachdem der Nahrungsdotter zentral im Innern der Eizelle oder -exzentrisch, an einer Seite derselben, angehäuft ist, unterscheiden wir -zwei Gruppen von teilfurchenden Eiern, periblastische und -diskoblastische. Bei den ersteren, den _periblastischen_ Eiern, ist der -Nahrungsdotter zentral, im Innern der Eizelle eingeschlossen; der -Bildungsdotter umgibt ersteren blasenförmig, und daher erfährt derselbe -eine oberflächliche Furchung; eine solche findet sich im Stamme der -Gliedertiere, bei den Krebsen, Spinnen, Insekten usw. Bei den -_diskoblastischen_ Eiern hingegen häuft sich der Nahrungsdotter -einseitig, am vegetalen oder unteren Pole der senkrechten Eiachse an, -während am oberen oder animalen Pole der Eikern und die Hauptmasse des -Bildungsdotters liegt. Die Eifurchung beginnt hier am oberen Pole und -führt zur Bildung einer dorsalen Keimscheibe. Das ist der Fall bei allen -meroblastischen Wirbeltieren, bei den meisten Fischen, den Reptilien und -Vögeln, und den eierlegenden Säugetieren (Schnabeltieren). - -Die Gastrulation der diskoblastischen Eier bietet der mikroskopischen -Untersuchung und der einheitlichen Erkenntnis außerordentliche -Schwierigkeiten dar. Diese zu überwinden ist erst den -_vergleichend_-ontogenetischen Untersuchungen gelungen, welche -zahlreiche ausgezeichnete Beobachter während der letzten Dezennien -angestellt haben; vor allen die Gebrüder Hertwig, Rabl, Kupffer, -Selenka, Rückert, Goette, Rauber u. a. Diese eingehenden und -sorgfältigen, mit Hilfe der vervollkommneten modernen Technik (Färbungs- -und Schnittmethoden) ausgeführten Untersuchungen haben in erfreulichster -Weise die Anschauungen bestätigt, welche ich zuerst 1875 in meiner -Abhandlung über die »Gastrula und die Eifurchung der Tiere« ausgeführt -hatte. Da das klare Verständnis dieser phylogenetisch begründeten -Anschauungen nicht allein für die Entwicklungsgeschichte im allgemeinen, -sondern auch für die Anthropogenie im besonderen von fundamentaler -Bedeutung ist, gestatte ich mir, dieselben hier nochmals kurz mit -Beziehung auf den Wirbeltierstamm zusammenzufassen. - -1. Alle Wirbeltiere, mit Inbegriff des Menschen, sind phylogenetisch -verwandt, Glieder eines einzigen natürlichen Stammes. 2. Daher müssen -auch die ontogenetischen Grundzüge ihrer individuellen Entwicklung -phylogenetisch zusammenhängen. 3. Da die Gastrulation des Amphioxus die -einfachsten Verhältnisse in der ursprünglichen palingenetischen Form -zeigt, muß diejenige der übrigen Wirbeltiere sich von der ersteren -ableiten lassen. 4. Die cenogenetischen Abänderungen der letzteren -werden um so bedeutender, je mehr Nahrungsdotter sich im Ei ansammelt. -5. Obgleich die Masse des Nahrungsdotters in den Eiern der -diskoblastischen Wirbeltiere sehr groß werden kann, geht doch in allen -Fällen aus der Morula ebenso eine Keimblase oder Blastula hervor, wie -bei den holoblastischen Eiern. 6. Ebenso entsteht in allen Fällen aus -der Keimblase durch Einstülpung oder Invagination die Gastrula. 7. Die -Höhle, welche durch diese Einstülpung im Keim entsteht, ist in allen -Fällen der Urdarm und seine Öffnung der Urmund. 8. Der Nahrungsdotter, -gleichviel ob groß oder klein, liegt stets in der Bauchwand des Urdarms, -die Zellen, welche nachträglich (durch »Nachfurchung«) in demselben -entstehen können, gehören ebenso dem inneren Keimblatt oder Endoblast -an, wie die Zellen, welche die Urdarmhöhle unmittelbar einschließen. 9. -Der Urmund welcher ursprünglich unten am Basalpol der vertikalen Achse -liegt, wird durch das Dotterwachstum nach hinten und dann nach oben, auf -die Dorsalseite des Keimes gedrängt; die vertikale Achse des Urdarms -wird dadurch allmählich in horizontale Lage gedrängt. 10. Der Urmund -kommt bei allen Wirbeltieren früher oder später zum Verschlusse und geht -nicht in die bleibende Mundöffnung über; vielmehr entspricht der -Urmundrand der späteren Aftergegend. Von dieser bedeutungsvollen Stelle -geht weiterhin die Bildung des mittleren Keimblattes aus, das von hier -aus zwischen die beiden primären Keimblätter hineinwächst. - -Die ausgedehnten vergleichenden Untersuchungen der vorher erwähnten -Forscher haben ferner ergeben, daß bei den diskoblastischen höheren -Wirbeltieren (Reptilien, Vögel, Säugetiere) der lange vergeblich -gesuchte »_Urmund_« der Keimscheibe überall an deren Hinterende sich -findet und nichts anderes ist als die längst bekannte »_Primitivrinne_«. -Das ist eine in der hinteren Rückenfläche der scheibenförmigen Gastrula -gelegene Rinne, die früher irrtümlich mit dem Hinterteil des -Medullarrohrs verwechselt wurde. Allerdings steht sie mit diesem eine -Zeitlang in direktem Zusammenhang; allein ursprünglich ist sie nach -Anlage und Bedeutung ganz davon verschieden. Die beiden parallelen -Längswülste, welche diese schmale, in der Mittellinie gelegene -»Primitivrinne« einschließen, sind die beiden _Urmundlippen_, rechte und -linke. Der Urmund, der ursprünglich (bei den holoblastischen -Wirbeltieren) eine kleine kreisrunde Öffnung ist, ändert also (infolge -der wachsenden Anhäufung des Nahrungsdotters und der dadurch bedingten -Ausdehnung der Bauchwand des Urdarms) nicht allein seine Lage und -Richtung, sondern auch seine Gestalt und Ausdehnung. Er verwandelt sich -zunächst in eine sichelförmige Querspalte (»Sichelrinne«), an der wir -eine untere und eine obere Urmundlippe unterscheiden. Die breite -Querspalte wird aber bald schmäler und verwandelt sich in eine -Längsspalte (ähnlich einer »Hasenscharte«), indem rechte und linke -Hälfte der »Sichelrinne« sich verkürzen, der Mittelteil sich nach vorn -verlängert und die beiden Hälften der dorsalen Oberlippe nach vorn -auswachsen. Letztere berühren sich später in der Medianlinie und bilden -den wichtigen sogenannten »Primitivstreif«. - -Die Gastrulation läßt sich somit bei allen Wirbeltieren auf einen und -denselben Vorgang zurückführen. Ebenso lassen sich auch die -verschiedenen Formen derselben bei den wirbellosen Metazoen immer auf -eine von jenen vier Hauptformen der Eifurchung reduzieren. Mit Bezug auf -die Unterscheidung der totalen und partiellen Eifurchung stellt sich das -Verhältnis der vier Eifurchungsformen zueinander folgendermaßen: - - I. Palingenetische { 1. Gleichmäßige Furchung } - (ursprüngliche) { (Glockengastrula). } - Furchung { } - } A. Totale Furchung - } (ohne selbständigen - } Nahrungsdotter). - { 2. Ungleichmäßige Furchung } - { (Haubengastrula). } - { - II. Cenogenetische { - (durch { - Anpassung { 3. Scheibenartige Furchung } - abgeänderte) { (Scheibengastrula). } B. Partielle Furchung - Furchung. { } (mit selbständigem - { 4. Oberflächliche Furchung } Nahrungsdotter). - { (Blasengastrula). } - -Die niedersten Metazoen, welche wir kennen, nämlich die niederen -Pflanzentiere (Schwämme, einfachste Polypen usw.), bleiben zeitlebens -auf einer Bildungsstufe stehen, welche von der Gastrula nur sehr wenig -verschieden ist; ihr ganzer Körper ist nur aus zwei Zellenschichten oder -Blättern zusammengesetzt. Diese Tatsache ist von außerordentlicher -Bedeutung. Denn wir sehen, daß der Mensch, und überhaupt jedes -Wirbeltier, rasch vorübergehend ein zweiblätteriges Bildungsstadium -durchläuft, welches bei jenen niedersten Pflanzentieren zeitlebens -erhalten bleibt. Wenn wir hier wieder unser Biogenetisches Grundgesetz -(Seite 35) anwenden, so gelangen wir sofort zu folgendem hochwichtigen -Schlusse: »_Der Mensch und alle anderen Tiere, welche in ihrer ersten -individuellen Entwicklungsperiode eine zweiblätterige Bildungsstufe oder -eine Gastrulaform durchlaufen, müssen von einer uralten einfachen -Stammform abstammen, deren ganzer Körper zeitlebens (wie bei den -niedersten Pflanzentieren noch heute) nur aus zwei verschiedenen -Zellenschichten oder Keimblättern bestanden hat._« Wir wollen diese -bedeutungsvolle uralte Stammform _Gasträa_ (d. h. Urdarmtier) nennen. - -Nach dieser Gasträatheorie ist ein Organ bei allen vielzelligen Tieren -ursprünglich von derselben morphologischen und physiologischen -Bedeutung: der _Urdarm_, und ebenso müssen auch die beiden primären -Keimblätter, welche die Wand des Urdarms bilden, überall als -gleichbedeutend oder »homolog« angesehen werden. Diese wichtige -»_Homologie der beiden primären Keimblätter_« wird einerseits dadurch -bewiesen, daß überall die Gastrula ursprünglich auf dieselbe Weise -entsteht, nämlich durch Einstülpung der Blastula; und anderseits -dadurch, daß überall dieselben fundamentalen Organe aus den beiden -Keimblättern hervorgehen. Überall bildet das äußere Keimblatt, das -Hautblatt oder Ektoderm, die wichtigsten Organe des animalen Lebens: -Hautdecke, Nervensystem, Sinnesorgane usw. Hingegen entstehen aus dem -inneren Keimblatt, aus dem Darmblatt oder Entoderm, die wichtigsten -Organe des vegetativen Lebens: die Organe der Ernährung, Verdauung, -Blutbildung usw. - -Bei denjenigen niederen Pflanzentieren, deren ganzer Körper zeitlebens -auf der zweiblätterigen Bildungsstufe stehenbleibt, bei den Gasträaden, -den einfachsten Schwämmen (^Olynthus^) und Polypen (^Hydra^), bleiben -auch diese beiden Funktionsgruppen, animale und vegetative Leistungen, -scharf auf die beiden einfachen primären Keimblätter verteilt. -Zeitlebens behält hier das äußere Keimblatt die einfache Bedeutung einer -umhüllenden Decke (einer Oberhaut) und vollzieht zugleich die Bewegungen -und Empfindungen des Körpers. Hingegen das innere Keimblatt besitzt -zeitlebens die einfache Bedeutung einer ernährenden Darmzellenschicht -und liefert außerdem häufig noch die Fortpflanzungszellen. - -Das bekannteste von diesen Gasträaden oder »gastrulaähnlichen Tieren« -ist der gemeine Süßwasserpolyp (^Hydra^). Allerdings besitzt dieses -einfachste aller Nesseltiere noch einen Kranz von Tentakeln oder -Fangfäden, welcher den Mund umgibt. Auch ist das äußere Keimblatt -bereits etwas histologisch differenziert. Aber diese Zutaten sind erst -sekundär entstanden, und das innere Keimblatt ist eine ganz einfache -Zellenschicht geblieben. In der Hauptsache hat auch die Hydra den -einfachen Körperbau unserer uralten Stammutter Gasträa bis auf den -heutigen Tag durch zähe Vererbung getreu konserviert. - -Bei allen übrigen Tieren, und namentlich bei allen Wirbeltieren, -erscheint die Gastrula nur als ein rasch vorübergehender Keimzustand. -Hier verwandelt sich vielmehr bald das zweiblätterige Stadium der -Keimanlage zunächst in ein dreiblätteriges und dann in ein -vierblätteriges Stadium. Mit dem Zustandekommen von vier übereinander -liegenden Keimblättern haben wir wieder einen festen und sicheren -Standpunkt gewonnen, von welchem aus wir die weiteren, viel -schwierigeren und verwickelteren Vorgänge der Ausbildung beurteilen und -verfolgen können. - - (Aus »Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen«.) - - - - - IV. - Erfahrung und Erkenntnis. - - -»Die wichtigsten Wahrheiten in den Naturwissenschaften sind weder allein -durch Zergliederung der Begriffe der Philosophie, noch allein durch -bloßes Erfahren gefunden worden, sondern durch eine denkende Erfahrung, -welche das Wesentliche von dem Zufälligen in der Erfahrung unterscheidet -und dadurch Grundsätze findet, aus welchen viele Erfahrungen abgeleitet -werden. Dies ist mehr als bloßes Erfahren, und wenn man will, eine -philosophische Erfahrung.« (Johannes Müller, Handbuch der Physiologie -des Menschen.) - -»Vergleichen wir die morphologischen Wissenschaften mit den -physikalischen Theorien, so müssen wir uns gestehen, daß erstere in -jeder Hinsicht unendlich weit zurück sind. Die Ursache dieser -Erscheinung liegt nun allerdings zum Teil in dem Gegenstande, dessen -verwickeltere Verhältnisse sich noch am meisten der mathematischen -Behandlung entziehen, aber großenteils ist auch die große Nichtachtung -methodologischer Verständigung daran schuld, indem man sich einerseits -durchaus nicht um scharfe Fassung der leitenden Prinzipien bekümmert, -anderseits selbst die allgemeinsten und bekanntesten Anforderungen der -Philosophie hintangesetzt hat, weil bei dem weiten Abstande ihrer -allgemeinen Aussprüche von den Einzelheiten, mit denen sich die -empirischen Naturwissenschaften beschäftigen, die Notwendigkeit ihrer -Anwendung sich der unmittelbaren Auffassung entzog. So sind gar viele -Arbeiter in dieser Beziehung durchaus nicht mit ihrer Aufgabe -verständigt, und die Fortschritte in der Wissenschaft hängen oft rein -vom Zufall ab.« (Schleiden, Grundzüge der wissenschaftlichen Botanik.) - -Wir erlauben uns, dieses methodologische Kapitel,[3] welches die Mittel -und Wege zur Lösung unserer morphologischen Aufgaben zeigen soll, mit -zwei vortrefflichen Aussprüchen von den beiden größten Morphologen -einzuleiten, welche im fünften Dezennium des neunzehnten Jahrhunderts -die organische Naturwissenschaft in Deutschland beherrschten. Wie -Johannes Müller für die Zoologie, so hat Schleiden damals für die -Botanik mit der klarsten Bestimmtheit den Weg gewiesen, welcher uns -allein auf dem Gebiete der Biologie, und insbesondere auf dem der -Morphologie, zu dem Ziele unserer Wissenschaft hinzuführen vermag. -Dieser einzig mögliche Weg kann natürlich kein anderer sein als -derjenige, welcher für alle Naturwissenschaften -- oder, was dasselbe -ist, für alle wahren Wissenschaften -- ausschließliche Gültigkeit hat. -Es ist dies der Weg der denkenden Erfahrung, der Weg der philosophischen -Empirie. Wir könnten ihn ebensogut als den Weg des erfahrungsmäßigen -Denkens, den Weg der empirischen Philosophie bezeichnen. - -[Fußnote 3: Im vierten Kapitel seiner 1866 erschienenen »generellen -Morphologie« behandelt Haeckel kritisch die »naturwissenschaftlichen -Methoden, welche sich gegenseitig notwendig ergänzen müssen«. Es sind -dies 1. Empirie und Philosophie (Erfahrung und Erkenntnis), 2. Analyse -und Synthese und 3. Induktion und Deduktion. Wir geben hier den ersten -Abschnitt dieser »Methodik der Morphologie der Organismen« wieder, weil -die darin niedergelegten »unerschütterlichen Überzeugungen« für das -gesamte spätere Lebenswerk des Jenaer Naturforschers maßgebend geblieben -sind. Aus der innigen Verbindung von empirischer Beobachtung und -philosophischer Theorie beruhen seine sämtlichen wissenschaftlichen -Werke. (Anm. d. H.)] - -Absichtlich stellen wir die bedeutenden Aussprüche dieser beiden großen -»empirischen und exakten« Naturforscher an die Spitze dieses -methodologischen Kapitels, weil wir dadurch hoffen, die Aufmerksamkeit -der heutigen Morphologen und der Biologen überhaupt intensiver auf einen -Punkt zu lenken, der nach unserer innigsten Überzeugung für den -Fortschritt der gesamten Biologie, und der Morphologie insbesondere, von -der allergrößten Bedeutung ist, der aber gerade im gegenwärtigen -Zeitpunkte in demselben Maße von den allermeisten Naturforschern völlig -vernachlässigt wird, als er vor allen anderen hervorgehoben zu werden -verdiente. Es ist dies die gegenseitige Ergänzung von Beobachtung und -Gedanken, der innige Zusammenhang von Naturbeschreibung und -Naturphilosophie, die notwendige Wechselwirkung zwischen Empirie und -Theorie. - -Einer der größten Morphologen, den unser deutsches Vaterland erzeugt -hat, Karl Ernst v. Bär, hat dem klassischen Werke, durch welches er die -tierische Ontogenie, eine sogenannte »rein empirische und deskriptive -Wissenschaft«, neu begründete, den Titel vorangesetzt: »Über -Entwicklungsgeschichte der Tiere. _Beobachtung und Reflexion._« Wenn -seine Nachfolger diese drei Worte stets bei ihren Arbeiten im Auge -behalten hätten, würde es besser um unsere Wissenschaft aussehen, als es -jetzt leider aussieht. »Beobachtung und Reflexion« sollte die -Überschrift jeder wahrhaft _naturwissenschaftlichen_ Arbeit lauten -können. Bei wie vielen aber ist dies möglich? Wenn wir ehrlich sein -wollen, können wir ihre Zahl kaum gering genug anschlagen und finden -unter Hunderten kaum eine. Und dennoch können nur durch die innigste -Wechselwirkung von Beobachtung und Reflexion wirkliche Fortschritte in -jeder Naturwissenschaft, und also auch in der Morphologie, gemacht -werden. Hören wir weiter, was K. E. v. Bär, der »empirische und exakte« -Naturforscher, in dieser Beziehung sagt: - -»Zwei Wege sind es, aus denen die Naturwissenschaft gefördert werden -kann: Beobachtung und Reflexion. Die Forscher ergreifen meistens für den -einen von beiden Partei. Einige verlangen nach _Tatsachen_, andere nach -Resultaten und allgemeinen _Gesetzen_, jene nach _Kenntnis_, diese nach -_Erkenntnis_, jene möchten für besonnen, diese für tiefblickend gelten. -Glücklicherweise ist der Geist des Menschen selten so einseitig -ausgebildet, daß es ihm möglich wird, nur den einen Weg der Forschung zu -gehen, ohne auf den anderen Rücksicht zu nehmen. Unwillkürlich wird der -Verächter der Abstraktion sich von Gedanken bei seiner Beobachtung -beschleichen lassen; und nur in kurzen Perioden der Fieberhitze ist sein -Gegner vermögend, sich der Spekulation im Felde der Naturwissenschaft -mit völliger Hintansetzung der Erfahrung hinzugeben. Indessen bleibt -immer, für die Individuen sowohl als für ganze Perioden der -Wissenschaft, die eine Tendenz die vorherrschende, der man mit -Bewußtsein des Zwecks sich hingibt, wenn auch die andere nicht ganz -fehlt.« - -Mit diesen wenigen Worten ist das gegenseitige Wechselverhältnis von -Beobachtung und Reflexion, die notwendige Verbindung von empirischer -Tatsachenkenntnis und von philosophischer Gesetzeserkenntnis treffend -bezeichnet. Aber auch die Tatsache, daß in den einzelnen Naturforschern -sowohl als in den einzelnen Perioden der Naturwissenschaft selten beide -Richtungen in harmonischer Eintracht und gegenseitiger Durchdringung -zusammenwirken, vielmehr eine von beiden fast immer bedeutend über die -andere überwiegt, ist von Bär sehr richtig hervorgehoben worden, und -gerade dieser Punkt ist es, auf den wir hier zunächst die besondere -Aufmerksamkeit lenken möchten. Denn wenn wir einerseits überzeugt sind, -daß wir nur durch die gemeinsame Tätigkeit beider Richtungen dem Ziele -unserer Wissenschaft uns nähern können, und wenn wir anderseits zu der -Einsicht gelangen, welche von beiden Richtungen im gegenwärtigen Stadium -unserer wissenschaftlichen Entwicklung die einseitig überwiegende ist, -so werden wir auch die Mittel zur Hebung dieser Einseitigkeit angeben -und die Methode bestimmen können, welche die Morphologie gegenwärtig -zunächst und vorzugsweise einzuschlagen hat. - -Es bedarf nun keines allzu tiefen Scharfblicks und keines allzu weiten -Überblicks, um alsbald zu der Überzeugung zu gelangen, daß in dem ganzen -zweiten Viertel des neunzehnten Jahrhunderts und darüber hinaus bis -jetzt, und zwar vorzüglich vom Jahre 1840-1860, die rein empirische und -»exakte« Richtung ganz überwiegend in der Biologie und vor allem in der -Morphologie geherrscht, und daß sie diese Alleinherrschaft in -fortschreitendem Maße dergestalt ausgedehnt hat, daß die spekulative -oder philosopische Richtung im fünften Dezennium vorigen Jahrhunderts -fast vollständig von ihr verdrängt war. Auf allen Gebieten der Biologie, -sowohl in der Zoologie als in der Botanik, galt während dieses Zeitraums -allgemein die Naturbeobachtung und die Naturbeschreibung als »die -eigentliche Naturwissenschaft«, und die »Naturphilosophie« wurde als -eine Verirrung betrachtet, als ein Phantasiespiel, welches nicht nur -nichts mit der Beobachtung und Beschreibung zu tun habe, sondern auch -gänzlich aus dem Gebiete der »eigentlichen Naturwissenschaft« zu -verbannen sei. Freilich war diese einseitige Verkennung der Philosophie -nur zu sehr gefördert und gerechtfertigt durch das verkehrte und -willkürliche Verfahren der sogenannten »Naturphilosophie«, welche im -ersten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts die Naturwissenschaft zu -unterwerfen suchte, und welche, statt von empirischer Basis auszugehen, -in der ungemessensten Weise ihrer wilden und erfahrungslosen Phantasie -die Zügel schießen ließ. Die namentlich von Oken, Schelling usw. -ausgehende Naturphantasterei mußte ganz natürlich als anderes Extrem den -krassesten Empirismus hervorrufen. Der natürliche Rückschlag gegen diese -letztere in demselben Grade einseitige Richtung trat erst im Jahre 1859 -ein, als Charles Darwin seine großartige Entdeckung der »natürlichen -Züchtung« veröffentlichte und damit den Anstoß zu einem allgemeinen -Umschwung der gesamten Biologie und namentlich der Morphologie gab. Die -gedankenvolle Naturbetrachtung, der im besten Sinne philosophische, d. -h. naturgemäß denkende Geist, welcher sein epochemachendes Werk -durchzieht, wird der vergessenen und verlassenen Naturphilosophie wieder -zu dem ihr gebührenden Platze verhelfen und den Beginn einer neuen -Periode der Wissenschaft bezeichnen. Freilich ist dieser gewaltige -Umschwung bei weitem noch nicht zu allgemeinem Durchbruch gelangt; die -Mehrzahl der Biologen ist noch zu sehr und zu allgemein in den Folgen -der vorher überall herrschenden einseitig empirischen Richtung befangen, -als daß wir die Rückkehr zur denkenden Naturbetrachtung als eine bewußte -und allgemeine bezeichnen könnten. Indes hat dieselbe doch bereits in -einigen Kreisen begonnen, an vielen Stellen feste Wurzel geschlagen, und -wird voraussichtlich nicht allein in den nächsten Jahren schon das -verlorene Terrain wieder erobern, sondern in wenigen Dezennien sich so -allgemeine Geltung verschafft haben, daß man (wohl noch vor Ablauf des -neunzehnten Jahrhunderts) verwundert auf die Beschränktheit und -Verblendung zahlreicher Naturforscher zurückblicken wird, die heute noch -die Philosophie von dem Gebiete der Biologie ausschließen wollen. Wir -unsererseits sind unerschütterlich davon überzeugt, daß man in der -wahrhaft »erkennenden« Wissenschaft die Empirie und die Philosophie gar -nicht voneinander trennen kann. Jene ist nur die erste und niederste, -diese die letzte und höchste Stufe der Erkenntnis. _Alle wahre -Naturwissenschaft ist Philosophie und alle wahre Philosophie ist -Naturwissenschaft._ _Alle wahre Wissenschaft aber ist in diesem Sinne -Naturphilosophie._ - -In der Tat könnte heute schon die allgemein übliche einseitige -Ausschließung der Philosophie aus der Naturwissenschaft jedem objektiv -dies Verhältnis betrachtenden Gebildeten als ein befremdendes Rätsel -erscheinen, wenn nicht der Entwicklungsgang der Biologie selbst ihm die -Lösung dieses Rätsels sehr nahe legte. Wenn wir die Geschichte unserer -Wissenschaft in den allgemeinsten Zügen überblicken, so bemerken wir -alsbald, daß die beiden scheinbar entgegengesetzten, in der Tat aber -innig verbundenen Forschungsrichtungen in der Naturwissenschaft, die -beobachtende oder empirische und die denkende oder philosophische, zwar -stets mehr oder minder eng verbunden nebeneinander herlaufen, daß aber -doch, wie es Bär sehr richtig ausdrückt, immer die eine der beiden -Richtungen über die andere bedeutend überwiegt, und zwar »sowohl für die -Individuen, als für ganze Perioden der Wissenschaft«. So finden wir ein -beständiges Oszillieren, einen Wechsel der beiden Richtungen, der uns -zeigt, daß niemals in gleichmäßigem Fortschritt, sondern stets in -wechselnder Wellenbewegung die Biologie ihrem Ziele sich nähert. Die -Exzesse, welche jede der beiden Forschungsrichtungen begeht, sobald sie -das Übergewicht über die andere gewonnen hat, die Ausschließlichkeit, -durch welche jede in der Regel sich als die allein richtige, als die -»eigentliche« Methode der Naturwissenschaft betrachtet, führen nach -längerer oder kürzerer Dauer wieder zu einem Umschwung, welcher der -überlegenen Gegnerin abermals zur Herrschaft verhilft. - -Wie dieser regelmäßige Regierungswechsel von empirischer und -philosophischer Naturforschung auf dem gesamten Gebiete der Biologie uns -überall entgegentritt, so sehen wir ganz besonders bei einem allgemeinen -Überblick des Entwicklungsganges, den die Morphologie vom Anfang des -achtzehnten Jahrhunderts an genommen, daß die beiden feindlichen -Schwestern, die doch im Grunde nicht ohne einander leben können, stets -abwechselnd die Herrschaft behauptet haben. Nachdem Linné die -Morphologie der Organismen zum ersten Male in feste wissenschaftliche -Form gebracht und ihr das systematische Gewand angezogen hatte, wurde -zunächst der allgemeine Strom der neubelebten Naturforschung auf die -rein empirische Beobachtung und Beschreibung der zahllosen neuen Formen -hingelenkt, welche unterschieden, benannt und in das Fachwerk des -Systems eingeordnet werden mußten. Die systematische Beschreibung und -Benennung, als Mittel des geordneten Überblicks der zahllosen -Einzelformen, wurde aber bald Selbstzweck, und damit verlor sich die -Formbeobachtung der Tiere und Pflanzen in der gedankenlosesten Empirie. -Das massenhaft sich anhäufende Rohmaterial forderte mehr und mehr zu -einer denkenden Verwertung desselben auf, und so entstand die Schule der -Naturphilosophen, als deren bedeutendsten Forscher, wenn auch nicht -(wegen mangelnder Anerkennung) als deren eigentlichen Begründer wir -Lamarck bezeichnen müssen.[4] In Deutschland vorzüglich durch _Oken_ und -_Goethe_, in Frankreich durch _Lamarck_ und Etienne _Geoffroy S. -Hilaire_ vertreten, war diese ältere Naturphilosophie eifrigst bemüht, -aus dem Chaos der zahllosen Einzelbeobachtungen, die sich immer mehr zu -einem unübersehbaren Berge häuften, allgemeine Gesetze abzuleiten und -den Zusammenhang der Erscheinungen zu ermitteln. Wie weit sie schon -damals auf diesem Wege gelangte, zeigt die klassische ^Philosophie -zoologique^ von Lamarck (1809) und die bewunderungswürdige Metamorphose -der Pflanzen von _Goethe_ (1790). Doch war die empirische Basis, auf -welcher diese Heroen der Naturforschung ihre genialen Gedankengebäude -errichteten, noch zu schmal und unvollkommen, die ganze damalige -Kenntnis der Organismen noch zu sehr bloß auf die äußeren -Formverhältnisse beschränkt, als daß ihre denkende Naturbetrachtung die -festesten Anhaltspunkte hätte gewinnen und die darauf gegründeten -allgemeinen Gesetze schon damals eine weitere Geltung hätten erringen -können. Entwicklungsgeschichte und Paläontologie existierten noch nicht, -und die vergleichende Anatomie hatte kaum noch Wurzeln geschlagen. Wie -weit aber diese Genien trotzdem ihrer Zeit vorauseilten, bezeugt vor -allem die (in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast allgemein -ignorierte) Tatsache, daß beide, sowohl Lamarck als Goethe, die -wichtigsten Sätze der Deszendenztheorie bereits mit voller Klarheit und -Bestimmtheit aussprachen. Erst ein volles halbes Jahrhundert später -sollte _Darwin_ dafür die Beweise liefern. - -[Fußnote 4: Selten ist wohl das Verdienst eines der bedeutendsten Männer -so völlig von seinen Zeitgenossen verkannt und gar nicht gewürdigt -worden, wie es mit Lamarck ein halbes Jahrhundert hindurch der Fall war. -Nichts beweist dies vielleicht so schlagend als der Umstand, daß Cuvier -in seinem Bericht über die Fortschritte der Naturwissenschaften, in -welchem auch die unbedeutendsten Bereicherungen des empirischen -Materials aufgeführt werden, des bedeutendsten aller biologischen Werke -jenes Zeitraums, der ^Philosophie zoologique^ von Lamarck, mit keinem -Worte Erwähnung tut!] - -Die eigentliche Blütezeit der älteren Naturphilosophie fällt in die -ersten Dezennien des neunzehnten Jahrhunderts. Aber schon im zweiten und -noch schneller im dritten näherte sie sich ihrem jähen Untergange, teils -durch eigene Verblendung und Ausartung, teils durch Mangel an -Verständnis bei der Mehrzahl der Zeitgenossen, teils durch das rasche -und glänzende Emporblühen der empirischen Richtung, welche in _Cuvier_ -einen neuen und gewaltigen Reformator fand. Gegenüber der willkürlichen -und verkehrten Phantasterei, in welche die Naturphilosophie bald sowohl -in Frankreich als in Deutschland damals ausartete, war es dem exakten, -strengen und auf der breitesten empirischen Basis stehenden Cuvier ein -leichtes, die verwilderten und undisziplinierten Gegner aus dem Felde zu -schlagen. Bekanntlich war es der 22. Februar 1830, an welchem der -Konflikt zwischen den beiden entgegengesetzten Richtungen in der Pariser -Akademie zum öffentlichen Austrage kam und damit definitiv geendigt zu -sein schien, daß Cuvier seinen Hauptgegner E. Geoffroy S. Hilaire mit -Hilfe seiner überwiegenden empirischen Beweismittel in den Augen der -großen Mehrheit vollständig besiegte. Dieser merkwürdige öffentliche -Konflikt, durch welchen die Niederlage der älteren Naturphilosophie -besiegelt wurde, ist in mehrfacher Beziehung von höchstem Interesse, -vorzüglich auch deshalb, weil er von _Goethe_ in der meisterhaftesten -Form in einem kritischen Aufsatze dargestellt wurde, welchen derselbe -wenige Tage vor seinem Tode (im März 1832) vollendete. Dieser höchst -lesenswerte Aufsatz, das letzte schriftliche Vermächtnis, welches der -deutsche Dichterfürst uns hinterlassen, enthält nicht allein eine -vortreffliche Charakteristik von Cuvier und Geoffroy S. Hilaire, sondern -auch eine ausgezeichnete Darstellung der beiden entgegengesetzten von -ihnen vertretenen Richtungen, »des immerwährenden Konfliktes zwischen -den Denkweisen, in die sich die wissenschaftliche Welt schon lange -trennt; zwei Denkweisen, welche sich in dem menschlichen Geschlechte -meistens getrennt und dergestalt verteilt finden, daß sie, wie überall, -so auch im Wissenschaftlichen, schwer zusammen verbunden angetroffen -werden, und wie sie getrennt sind, sich nicht wohl vereinigen mögen. -Haben wir die Geschichte der Wissenschaften und eine eigene lange -Erfahrung vor Augen, so möchte man befürchten, die menschliche Natur -werde sich von diesem Zwiespalt kaum jemals retten können.« - -Die Niederlage der älteren Naturphilosophie, welche Cuvier als der -Heerführer der neu erstehenden »exakten Empirie« herbeigeführt und in -jenem Konflikt offenbar gemacht hatte, war so vollständig, daß in den -folgenden drei Dezennien, von 1830-1860, unter der nun allgemein sich -ausbreitenden empirischen Schule von Philosophie gar keine Rede mehr -war. Mit den Träumereien und Phantasiespielen jener ausgearteten -Naturphantasterei wurden auch die wahren und großen Verdienste der alten -Naturphilosophie vergessen, aus der jene hervorgegangen war, und man -gewöhnte sich sehr allgemein an die Vorstellung, daß Naturwissenschaft -und Philosophie in einem unversöhnlichen Gegensatze zueinander ständen. -Dieser Irrtum wurde dadurch insbesondere begünstigt, daß die -verbesserten Instrumente und Beobachtungsmethoden der Neuzeit, und vor -allem die sehr verbesserten Mikroskope, der empirischen Naturbeobachtung -ein unendlich weites Feld der Forschung eröffneten, aus welchem es ein -leichtes war, mit wenig Mühe und ohne große Gedankenanstrengung -Entdeckungen neuer Formverhältnisse in Hülle und Fülle zu machen. -Während die Beobachtungen der ersten empirischen Periode, welche sich -aus _Linnés_ Schule entwickelte, vorzugsweise nur auf die _äußeren_ -Formverhältnisse der Organismen gerichtet gewesen waren, wandte sich nun -die zweite empirische Periode, welche aus _Cuviers_ Schule hervorging, -vorwiegend der Beobachtung des _inneren_ Baues der Tiere und Pflanzen -zu. Und in der Tat gab es hier, nachdem Cuvier durch Begründung der -vergleichenden Anatomie und der Paläontologie ein weites neues Feld der -Beobachtung geöffnet, nachdem _Bär_ durch Reformation der -Entwicklungsgeschichte und _Schwann_ durch Begründung der Gewebelehre -auf dem tierischen, _Schleiden_ auf dem pflanzlichen Gebiete neue und -große Ziele gesteckt, nachdem _Johannes Müller_ die gesamte Biologie mit -gewaltiger Hand in die neugeöffneten Bahnen der exakten Beobachtung -hineingewiesen hatte, überall so unendlich viel zu beobachten und zu -beschreiben, es wurde so leicht, mit nur wenig Geduld, Fleiß und -Beobachtungsgabe neue Tatsachen zu entdecken, daß wir uns nicht wundern -können, wenn darüber die leitenden Prinzipien der Naturforschung -gänzlich vernachlässigt und die erklärende Gedankenarbeit von den -meisten völlig vergessen wurde. Da noch im gegenwärtigen Augenblick -diese »rein empirische« Richtung die allgemein überwiegende ist, da -die Bezeichnung der Naturphilosophie noch in den weitesten -naturwissenschaftlichen Kreisen nur als Schimpfwort gilt und selbst von -den hervorragendsten Biologen nur in diesem Sinne gebraucht wird, so -haben wir nicht nötig, die grenzenlose Einseitigkeit dieser Richtung -noch näher zu erläutern und werden nur noch insofern näher darauf -eingehen, als wir gezwungen sind, unseren Zeitgenossen ihr -»exakt-empirisches«, d. h. gedankenloses und beschränktes Spiegelbild -vorzuhalten. Wir wollen hier nur noch auf die seltsame Selbsttäuschung -hinweisen, in welcher die neuere Biologie befangen ist, wenn sie die -nackte gedankenlose Beschreibung _innerer_ und feinerer, insbesondere -_mikroskopischer_ Formverhältnisse als »_wissenschaftliche Zoologie_« -und »_wissenschaftliche Botanik_« preist und mit nicht geringem Stolze -der früher ausschließlich herrschenden reinen Beschreibung der _äußeren_ -und gröberen Formverhältnisse gegenüberstellt, welche die sogenannten -»Systematiker« beschäftigt. Sobald bei diesen beiden Richtungen, die -sich so scharf gegenüberzustellen belieben, die Beschreibung an sich das -Ziel ist (gleichviel ob der inneren oder äußeren, der feineren oder -gröberen Formen), so ist die eine genau so viel wert als die andere. -Beide werden erst zur Wissenschaft, wenn sie die Form zu erklären und -auf Gesetze zurückzuführen streben. - -Nach unserer eigenen innigsten Überzeugung ist der Rückschlag, der gegen -diese ganze einseitige und daher beschränkte Empirie notwendig früher -oder später erfolgen mußte, bereits tatsächlich erfolgt, wenn auch -zunächst nur in wenigen engen Kreisen. Die 1859 von _Charles Darwin_ -veröffentlichte Entdeckung der natürlichen Zuchtwahl im Kampfe -ums Dasein, eine der größten Entdeckungen des menschlichen -Forschungstriebes, hat mit einem Male ein so gewaltiges und klärendes -Licht in das dunkle Chaos der haufenweis gesammelten biologischen -Tatsachen geworfen, daß es auch den krassesten Empirikern fernerhin, -wenn sie überhaupt mit der Wissenschaft fortschreiten wollen, nicht mehr -möglich sein wird, sich der daraus emporwachsenden neuen -Naturphilosophie zu entziehen. Indem die von Darwin neu begründete -Deszendenztheorie die ganze gewaltige Fülle der seither empirisch -angehäuften Tatsachenmassen durch einen einzigen genialen Gedanken -erleuchtet, die schwierigsten Probleme der Biologie aus dem einen -obersten Gesetze der »wirkenden Ursachen« vollständig erklärt, die -unzusammenhängende Masse aller biologischen Erscheinungen auf dieses -eine einfache große Naturgesetz zurückführt, hat sie bereits tatsächlich -die bisher ausschließlich herrschende Empirie völlig überflügelt und -einer neuen und gesunden Philosophie die weiteste und fruchtbarste Bahn -geöffnet. Es ist eine Hauptaufgabe der »generellen Morphologie« zu -zeigen, wie die wichtigsten Erscheinungsreihen der Morphologie sich mit -Hilfe derselben vollständig erklären und auf große und allgemeine -Naturgesetze zurückführen lassen. - -Wenn wir das Resultat dieses flüchtigen Überblickes über den inneren -Entwicklungsgang der Morphologie in wenigen Worten zusammenfassen, so -können wir füglich von Beginn des achtzehnten Jahrhunderts an bis jetzt -vier abwechselnd empirische und philosophische Perioden der Morphologie -unterscheiden, welche durch die Namen von Linné, Lamarck, Cuvier, Darwin -bezeichnet sind, nämlich: I. Periode: _Linné_, (geb. 1707). _Erste -empirische Periode_ (achtzehntes Jahrhundert). Herrschaft der -empirischen äußeren Morphologie (Systematik). II. Periode: _Lamarck_ -(geb. 1744) und _Goethe_ (geb. 1749).[5] _Erste philosophische Periode_ -(erstes Drittel des neunzehnten Jahrhunderts). Herrschaft der -phantastisch-philosophischen Morphologie (ältere Naturphilosophie). III. -Periode: _Cuvier_ (geb. 1769).[6] _Zweite empirische Periode_ (zweites -Drittel des neunzehnten Jahrhunderts). Herrschaft der empirischen -inneren Morphologie (Anatomie). IV. Periode: _Darwin_ (geb. 1809). -_Zweite philosophische Periode_. Begonnen 1859. Herrschaft der -empirisch-philosophischen Morphologie (neuere Naturphilosophie). - -[Fußnote 5: Wir nennen hier absichtlich Lamarck und Goethe als die -geistvollsten Repräsentanten der älteren Naturphilosophie, wenngleich -sie sich entfernt nicht desselben Einflusses und derselben Anerkennung -zu erfreuen hatten, wie Etienne Geoffroy S. Hilaire (geb. 1771) und -Lorenz Oken (geb. 1779), die gewöhnlich als die Koryphäen dieser -Richtung vorangestellt werden.] - -[Fußnote 6: Als hervorragende Koryphäen dieser Periode würden wir hier -noch Johannes Müller, Schleiden und einige andere hervorzuheben haben, -wenn nicht gerade diese bedeutendsten Männer, als wahrhaft -philosophische Naturforscher, sich von der großen Einseitigkeit -freigehalten hätten, welche Cuviers Schule und der große Troß der -Zeitgenossen zum extremsten Empirismus ausbildete.] - -Indem wir die beiden Richtungen der organischen Morphologie, die -empirische und philosophische, so schroff einander gegenüberstellen, -müssen wir ausdrücklich bemerken, daß nur die große Masse der -beschränkteren und gröber organisierten Naturforscher es war, welche -diesen Gegensatz in seiner ganzen Schärfe ausbildete und entweder die -eine oder die andere Methode als die allein seligmachende pries und für -die »eigentliche« Naturwissenschaft hielt. Die umfassenderen und seiner -organisierten Naturforscher, und vor allen die großen Koryphäen, deren -Namen wir an die Spitze der von ihnen beherrschten Perioden gestellt -haben, waren stets mehr oder minder überzeugt, daß nur eine innige -Verbindung von Beobachtung und Theorie, von Empirie und Philosophie, den -Fortschritt der Naturwissenschaft wahrhaft fördern könnte. Man pflegt -gewöhnlich Cuvier als den strengsten und exklusivsten Empiriker, als den -abgesagtesten Feind jeder Naturphilosophie hinzustellen. Und sind nicht -seine besten Arbeiten, seine wertvollsten Entdeckungen, wie z. B. die -Aufstellung der vier tierischen Typen (Stämme), die Begründung des -Gesetzes von der Korrelation der Teile, von den »^Causes finales^«, -Ausflüsse der reinsten Naturphilosophie? Ist nicht die von ihm neu -begründete »vergleichende Anatomie« ihrem ganzen Wesen nach eine rein -philosophische Wissenschaft, welche das empirische Material der Zootomie -bloß als Basis braucht? Ist es nicht lediglich der _Gedanke_, die -Theorie, welche auf der rein empirischen Zootomie als notwendiger -Grundlage das philosophische Lehrgebäude der vergleichenden Anatomie -errichten? Und wenn _Cuvier_ aus einem einzigen Zahne oder Knochen eines -fossilen Tieres die ganze Natur und systematische Stellung desselben mit -Sicherheit erkannte, war dies Beobachtung oder war es Reflexion? -Betrachten wir anderseits den Stifter der älteren Naturphilosophie, -_Lamarck_, so brauchen wir, um den Vorwurf der Einseitigkeit zu -widerlegen, bloß darauf hinzuweisen, daß dieser eminente Mann seinen Ruf -als großer Naturforscher größtenteils einem vorwiegend deskriptiven -Werke, der berühmten »^Histoire naturelle des animaux sans vertèbres^« -verdankte. Seine »^Philosophie zoologique^«, welche die Deszendenzlehre -zum ersten Male als vollkommen abgerundete Theorie aufstellte, eilte mit -ihrem prophetischen Gedankenfluge seiner Zeit so voraus, daß sie von -seinen Zeitgenossen gar nicht verstanden und ein volles halbes -Jahrhundert hindurch (1809-1859) totgeschwiegen wurde. _Johannes -Müller_, den wir Deutschen mit gerechtem Stolz als den größten Biologen -der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts unser eigen nennen, und -der in den Augen der meisten jetzt lebenden Biologen als der strengste -Empiriker und Gegner der Naturphilosophie gilt, verdankt die Fülle -seiner zahlreichen und großen Entdeckungen viel weniger seinem -ausgezeichneten sinnlichen Beobachtungstalent, als seinem kombinierenden -Gedankenreichtum und der natürlichen Philosophie seiner wahrhaft -denkenden Beobachtungsmethode. _Charles Darwin_, der größte aller jetzt -lebenden Naturforscher, überragt uns alle nicht allein durch -Ideenreichtum und Gedankenfülle seines die ganze organische Natur -umfassenden Geistes, sondern ebensosehr durch die intensiv und extensiv -gleichbedeutende und fruchtbare Methode seiner empirischen -Naturbeobachtung. - -Nach unserer festesten Überzeugung können nur diejenigen Naturforscher -wahrhaft fördernd und schaffend in den Gang der Wissenschaft eingreifen, -welche, bewußt oder unbewußt, ebenso scharfe Denker als sorgfältige -Beobachter sind. Niemals kann die bloße Entdeckung einer nackten -_Tatsache_, und wäre sie noch so merkwürdig, einen wahrhaften -Fortschritt in der Naturwissenschaft herbeiführen, sondern stets nur der -Gedanke, die _Theorie_, welche diese Tatsache erklärt, sie mit den -verwandten Tatsachen vergleichend verbindet und daraus ein _Gesetz_ -ableitet. Betrachten wir die größten Naturforscher, welche zu allen -Zeiten auf dem biologischen Gebiete tätig gewesen sind, von Aristoteles -an, Linné und Cuvier, Lamarck und Goethe, Bär und Johannes Müller und -wie die Reihe der glänzenden Sterne erster Größe, bis auf Charles Darwin -herab, weiter heißt -- sie alle sind ebenso große Denker, als Beobachter -gewesen, und sie alle verdanken ihren unsterblichen Ruhm nicht der Summe -der einzelnen von ihnen entdeckten Tatsachen, sondern ihrem denkenden -Geiste, der diese Tatsachen in Zusammenhang zu bringen und daraus -Gesetze abzuleiten verstand. Die rein empirischen Naturforscher, welche -nur durch Entdeckung neuer Tatsachen die Wissenschaft zu fördern -glauben, können in derselben ebensowenig etwas leisten, als die rein -spekulativen Philosophen, welche der Tatsachen entbehren zu können -glauben und die Natur aus ihren Gedanken konstruieren wollen. Diese -werden zu phantastischen Träumern, jene im besten Falle zu genauen -Kopiermaschinen der Natur. Im Grunde freilich gestaltet sich das -tatsächliche Verhältnis überall so, daß die reinen Empiriker sich mit -einer unvollständigen und unklaren, ihnen selbst nicht bewußten -Philosophie, die reinen Philosophen dagegen mit einer ebensolchen, -unreinen und mangelhaften Empirie begnügen. Das Ziel der -Naturwissenschaft ist die Herstellung eines vollkommen architektonisch -geordneten Lehrgebäudes. Der reine Empiriker bringt statt dessen einen -ungeordneten Steinhaufen zusammen; der reine Philosoph auf der andern -Seite baut Luftschlösser, welche der erste empirische Windstoß über den -Haufen wirft. Jener begnügt sich mit dem Rohmaterial, dieser mit dem -Plan des Gebäudes. Aber nur durch die innigste Wechselwirkung von -empirischer Beobachtung und philosophischer Theorie kann das Lehrgebäude -der Naturwissenschaft wirklich zustande kommen. - -Wir schließen diesen Abschnitt, wie wir ihn begonnen, mit einem -Ausspruch von Johannes Müller: »Die Phantasie ist ein unentbehrliches -Gut, denn sie ist es, durch welche neue Kombinationen zur Veranlassung -wichtiger Entdeckungen gemacht werden. Die Kraft der Unterscheidung des -isolierenden Verstandes sowohl, als der erweiternden und zum Allgemeinen -strebenden Phantasie sind dem Naturforscher in einem harmonischen -Wechselwirken notwendig. Durch Störung dieses Gleichgewichts wird der -Naturforscher von der Phantasie zu Träumereien hingerissen, während -diese Gabe den talentvollen Naturforscher von hinreichender -Verstandesstärke zu den wichtigsten Entdeckungen führt.« - - (Aus »Generelle Morphologie der Organismen«. 1866.) - - - - - V. - Arabische Korallen. - - -Die zauberhaften Korallenbänke des Roten Meeres aus eigener Anschauung -kennen zu lernen, war schon seit langer Zeit mein lebhafter Wunsch. Als -daher im März 1873 eine lange gehegte Hoffnung in Erfüllung ging und ich -eine zweimonatige Reise in den Orient antreten konnte, lag es in meinem -Plane, wenn irgend möglich, von Suez aus einen Abstecher nach den -nächstgelegenen Korallenriffen zu machen. Ein solcher Ausflug erscheint -auf der Landkarte sehr leicht, ist aber für einen einzelnen Reisenden -mit vielen und großen Schwierigkeiten verknüpft. Denn die Zahl der -bewohnten Orte an den langgestreckten, öden und unwirtlichen Küsten des -Roten Meeres ist sehr gering, und diese wenigen Orte selbst sind -meistens nur von armen, halbwilden Mohammedanern bewohnt. Man muß Zelte, -Diener, Lebensmittel und Trinkwasser selbst mitbringen, um -dort existieren zu können. Auch gibt es keine regelmäßige -Dampfschiffverbindung zwischen Suez und diesen elenden Küstenorten. -Keiner derselben wird von den großen europäischen Dampfern berührt, die -allwöchentlich durch das Rote Meer fahren und die Überlandpost nach -Indien befördern. - -In der nächsten Umgebung von Suez und überhaupt im nördlichsten Teile -des Roten Meeres fehlen die Korallenbänke, die sonst über den größten -Teil beider Küsten desselben sich ausdehnen. Der nächstgelegene Ort, an -welchem man schöne Korallenriffe beobachten und den man in kürzester -Zeit erreichen kann, ist das arabische Dörfchen Tor oder Tur, an der -Westküste der Sinaihalbinsel gelegen. Hier hatten früher schon -Ehrenberg, Ransonnet, Frauenfeld und andere Naturforscher der Korallen -wegen sich längere oder kürzere Zeit aufgehalten. Um von Suez aus nach -Tur zu gelangen, muß man entweder ein eigenes Segelschiff mieten, oder -zu Kamel durch die arabische Wüste reiten. Zu diesem Landweg auf dem -Wüstenschiff, der 55 Reitstunden beträgt, sind mindestens vier bis fünf -Tage erforderlich. Dazu reichte aber meine Zeit nicht aus; auch wäre der -Transport der Korallen, die ich zu sammeln wünschte, auf dem Kamel sehr -mißlich gewesen. Es blieb also nichts übrig, als ein Segelschiff zu -mieten. Aber auch das erwies sich als untunlich. Denn die gewöhnlichen, -halbgedeckten arabischen Segelboote sind böse Fahrzeuge, im höchsten -Grade unbequem und unreinlich, überfüllt mit parasitischen Insekten -aller Art; und dabei war der geforderte Preis unerschwinglich hoch. -Außerdem hätte ich mich der Gefahr ausgesetzt, bei widrigem Winde acht -Tage und länger in einem solchen erbärmlichen Fahrzeug auf dem Roten -Meere zu kreuzen, ohne mein Ziel erreichen zu können. - -So wäre denn mein sehnlicher Wunsch, die Korallenbänke von Tur zu -besuchen, schwerlich in Erfüllung gegangen, wenn nicht der -österreichische Generalkonsul in Kairo, Herr von Cischini, der mich -während meines dortigen Aufenthaltes mit Freundlichkeiten aller Art -überhäufte, mir ein Fahrzeug verschafft hätte, das zu erlangen ich mir -früher nie hatte träumen lassen. Er bewog nämlich den Vizekönig von -Ägypten, Ismail Pascha, für den beabsichtigten Ausflug nach Tur die -Benutzung eines in Suez stationierten Dampfschiffes der ägyptischen -Kriegsflotte zu gestatten. Zugleich wurden meine Freunde und -Reisegefährten, Professor Straßburger aus Jena und Professor Panceri aus -Neapel, eingeladen, als Gäste des Khedive an der Expedition -teilzunehmen. - -Am 22. März verließen wir Kairo, die wunderbare Metropole des Nillandes, -in der wir die Märchen aus Tausend und einer Nacht lebendig vor uns -gesehen hatten. Die Eisenbahn führte uns von dort in elf Stunden nach -Suez. Unsere interessante Reisegesellschaft bestand zum größten Teile -aus einer bunten Karawane von Mekkapilgern. Namentlich bot ein -Haremwaggon dritter Klasse, in welchen ein glücklicher Zufall uns einen -Einblick gewährte, ein merkwürdiges Bild. Die Bahnfahrt selbst ist -höchst originell. Wir durchschneiden zuerst in nordöstlicher Richtung -den östlichen Rand des üppig fruchtbaren Nildelta und passieren -zahlreiche Fellah-Dörfer. Da bieten uns die niederen braunen Lehmhütten, -von Dattelpalmen umgeben, mit ihrer charakteristischen Staffage von -verschleierten Weibern, nackten Kindern, Büffeln, die Schöpfräder -treiben, Kamelen usw. eine Fülle von malerischen Motiven. In Benha -wendet sich die Bahn nach Osten, vereinigt sich mit dem von Alexandrien -nach Suez gehenden Schienenweg, der die ostindische Überlandpost -befördert, und geht nun eine Strecke weit mitten durch die Wüste. -Ringsum erblicken wir eine Zeitlang nichts als gelben Sand und blauen -Himmel. Um uns den vollen Eindruck einer Wüstenreise zu geben, wehte den -ganzen Tag hindurch ein heftiger Chamsin, jener erstickend heiße -Wüstenwind, der als Samum der Schrecken der Karawanen ist. Sein -glühender Odem warf ganze Regenschauer feinen Wüstensandes gegen die -Fenster unseres Coupés, und wir wünschten uns Glück, im geschlossenen -Waggon und nicht draußen auf dem Rücken der Kamele zu sitzen. - -Abends um sieben Uhr in Suez angelangt, wurden wir von dem dortigen -österreichischen Konsul, Herrn von Remy-Berzenkovich, freundlichst -empfangen und sogleich zum Gouverneur Hassan-Bey geführt. Hier erfuhren -wir zu unserer Freude, daß unser Kriegsschiff, die Dampferkorvette -»Khartoum«, zur Fahrt bereit draußen auf der Reede liege. Der Kommandant -derselben, Kapitän Ali Schukri, ein stattlicher brauner Araber in -ägyptischer Marineuniform, wurde uns vorgestellt und bot uns mit -orientalischer Unterwürfigkeit seine Dienste an. In dem großartigen -englischen Peninsular-Hotel, das noch vor wenigen Jahren von den -Engländern als das üppigste und komfortabelste Hotel der Welt gepriesen -wurde, war für uns Quartier bereitet. Wir wurden als Gäste des Khedive -mit größter Aufmerksamkeit bedient und fürstlich verpflegt. - -Am anderen Morgen wollten wir unsere Seereise antreten. Leider steigerte -sich aber der heftige Chamsin in der Nacht zu einem förmlichen Sturme, -so daß wir den ganzen Tag in Suez bleiben mußten. Obgleich diese Stadt -weder durch Naturschönheiten, noch durch besondere Sehenswürdigkeiten -ausgezeichnet ist, so ist ein kurzer Aufenthalt in derselben interessant -genug. Denn als Knotenpunkt des lebendigsten Verkehrs zwischen drei -Weltteilen und als Hafenort der Mekkapilger bietet es in dem bunten -Leben seiner Straßen und Basare eine reiche ethnographische Musterkarte. -Mit europäischen Reisenden und Matrosen aller Nationen mischen sich -Neger aus dem Osten und Süden Afrikas, Berber und Ägypter, Araber und -Levantiner aller Klassen, Mekkapilger aus allen Ländern des Ostens, -persische und indische Kaufleute. Dazwischen drängen sich verschleierte -braune Weiber und unverschleierte Früchteverkäuferinnen, Kamele und -Pferde, schöne orientalische Esel und zahllose Hunde. - -Nicht minder interessant als dieser bunte Völkermarkt war für uns -Naturforscher der Fischmarkt von Suez. Denn obwohl derselbe weder -besonders groß noch reichhaltig ist, so erkannten wir doch auf den -ersten Blick, daß wir uns in einem völlig neuen Gebiete der marinen -Fauna, ja schon mitten in der wunderbaren Tierwelt des Indischen Ozeans -befanden. Die schmale Landenge von Suez trennt nämlich zwei gewaltige -Seereiche, die schon seit vielen Jahrtausenden außer allem Zusammenhange -stehen und in denen sich demgemäß, der Darwinschen Theorie entsprechend, -eine völlig verschiedene Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat. Die -Fauna und Flora des Mittelmeeres, die zum großen Gebiete des -Atlantischen Ozeans gehört, ist gänzlich verschieden von der Tier- und -Pflanzenbevölkerung des Roten Meeres, das eine Provinz des Indischen -Ozeans bildet. Unter hundert Korallenarten des Roten Meeres findet sich -nicht eine einzige Art, die auch im Mittelmeere vorkäme. Nur ein ganz -kleiner Bruchteil von Tierarten ist beiden benachbarten Meeren -gemeinsam. Wenn wir daher gestern früh den Fischmarkt von Alexandrien -und heute morgen, kaum vierundzwanzig Stunden später, denjenigen von -Suez besuchen, so finden wir den auffallenden Gegensatz zwischen beiden -ebenso groß, als ob wir gestern den Fischmarkt von Barcelona oder -Marseille und heute denjenigen von Kalkutta oder Singapore gesehen -hätten. Diese merkwürdige Erscheinung erklärt sich ganz einfach aus den -Konsequenzen der Deszendenztheorie und der damit verbundenen -Migrationstheorie. - -Der Sturm, der uns diesen interessanten, obwohl unerwünschten Aufenthalt -in Suez verursachte, legte sich erst am Morgen des zweiten Tages, und -gegen Mittag erschien der Gouverneur, um uns in seiner Dampfjolle nach -dem fast eine Stunde von der Stadt entfernt auf der Reede ankernden -Kriegsschiffe »Khartoum« hinüberzufahren. Die Wellen gingen immer noch -so hoch, daß sie das ganze Verdeck überfluteten, und brachten beim -Anlegen beide Dampfschiffe in so unsanfte Berührung, daß das Bugspriet -und die Schanzkleidung des kleineren Dampfers vollständig -zersplitterten. Auch das Hinüberklettern vom einen zum anderen war -ebenso wie der Transport unserer Gläserkisten, Netze und Instrumente, -mit ziemlichen Schwierigkeiten verbunden und wurde unter heillosem -Geschrei der Matrosen bewerkstelligt, welches das Toben von Wind und -Wellen übertönte. Das höllische Konzert wurde vollständig durch das -ohrenzerreißende Trommeln, Pfeifen und Klappern des Musikkorps von -Khartoum. Die ganze Mannschaft desselben, 126 Köpfe stark, war nämlich -zu unserem feierlichen Empfange unter Gewehr getreten und salutierte. -Der Kapitän empfing uns mit größter Unterwürfigkeit und stellte uns das -Offizierkorps vor. Jedoch blieb die Unterhaltung ziemlich mangelhaft, da -wir kaum ein Dutzend arabischer Worte und unsere neuen Freunde ungefähr -ebensoviel englische Vokabeln kannten. Die eigentliche Unterhaltung -wurde durch den österreichischen Konsul von Remy vermittelt, der -geläufig Arabisch sprach. Er hatte die Güte, uns zu begleiten und auf -der ganzen Fahrt die Rolle des Dolmetschers zu spielen. - -Wegen des fortdauernden hohen Wellenganges, der erst gegen Abend -schwächer wurde, konnte unser Dampfer erst um Mitternacht die Anker -lichten und gen Süden steuern. Den ganzen folgenden Tag fuhren wir -zwischen Asien und Afrika durch den Golf von Suez, zu unserer Rechten -die ägyptische, zur Linken die arabische Küste; malerische -langgestreckte öde Gebirgsketten auf beiden Seiten im Hintergrunde. - -Da wir erst spät in der Nacht unser Reiseziel erreicht haben würden, -wegen der gefährlichen Korallenriffe aber doch in den Hafen von Tur -nicht hätten einlaufen können, ging unsere Korvette um vier Uhr -nachmittags, etwa 20 Seemeilen von Tur entfernt, in einer geschützten -kleinen Bucht der arabischen Küste vor Anker. Wir ließen uns sofort im -Boote ans Land setzen, und voll Ehrfurcht betraten wir zum erstenmal den -heiligen Boden der alten Asia. Die Küste war völlig öde und einsam, aber -großartig wild. Mächtige, 3000 bis 4000 Fuß hohe Berge der Sinaikette -erhoben sich steil über dem schmalen sandigen Küstensaum. - -Alle überragt der gewaltige »Djebel Serbal«, dessen wildzerklüftete rote -Granitwälle, von zahlreichen Diorit- und Porphyrgängen durchsetzt, sich -bis über 6000 Fuß erheben. Durch die zahlreichen zerrissenen Spitzen, -die steilen Abstürze, die phantastischen Kluftbildungen erhebt sich -dieser malerische »Djebel Serbal« zu dem großartigsten und prächtigsten -unter allen den gewaltigen Berghäuptern der Sinaihalbinsel. Auch hat er -lange Zeit als Nebenbuhler der eigentlichen Sinaikuppe, des Mosesberges -(Djebel Musa) dagestanden; und viele frommen Seelen glauben noch heute, -daß auf ersterem, nicht auf letzterem die Gesetztafeln der zehn Gebote -publiziert und der »alte Bund« zwischen Jehova und seiner auserwählten -Semitenrasse geschlossen wurde. In den ersten Jahrhunderten des -Christentums war diese Ansicht herrschend, und zahlreiche Einsiedler, -Mönche und Nonnen, wohnten damals in den Grotten und Felsenhöhlen des -zerklüfteten »Berges der Gesetzgebung«. Zahlreiche Prozessionen -pilgerten zu seinen Höhen und erfreuten sich der mannigfachen Genüsse, -welche die dichtbelaubten und quellenreichen Fruchtgärten des -»Wadi-Feiran« darboten. Letzteres ist ein herrliches Tal am Fuße des -»Djebel Serbal«, das wegen seiner üppigen Fruchtbarkeit als »Perle der -Sinaihalbinsel« gepriesen wird, ein greller Gegensatz zu der umgebenden -öden Steinwüste. - -Als wir aus dem Boote ans Land sprangen, berührte unser Fuß zuerst -reinen Korallenfelsen. Überall im Sande des Strandes lagen tote, -gebleichte Korallenblöcke umher, pilzförmige Fungien, sternbedeckte -Asträen, labyrinthische Mäandrinen, verästelte Madreporen, dunkelrote -Orgelkorallen oder Tubiporen. Mit Ausnahme einiger niederer -Strandpflanzen mit fleischigen Blättern und eines zwischen den Felsen -wachsenden Kappernstrauches war nichts von Vegetation zu sehen. Lautlose -Stille rings umher; von menschlicher Existenz keine Spur weit und breit. -Küste und Gebirge sahen aus, als ob sie nie ein Menschenfuß betreten -hätte. - -Der Sonnenuntergang war prächtig und übergoß die gewaltigen roten -Granitmauern mit den glühendsten Farben. Rasch brach die Dunkelheit ein -und der wolkenlose Himmel bedeckte sich mit einem Sternengewand, das wir -nie zuvor in solchem Glanze hatten funkeln sehen. Wir ließen uns durch -unseren indischen Koch unsere Abendmahlzeit vom Schiffe an den Strand -holen und genossen sie auf Korallenblöcken sitzend in gehobenster -Stimmung. Unser edler Gastfreund, der Khedive, hatte unsere Küche aufs -beste versorgt, und unter anderem auch mit einer Champagnerkiste -ausgestattet. Dieses schäumende Getränk ist bei den Orientalen sehr -beliebt und wird, da der Koran nur den Genuß des Weines verbietet, als -eine Art Bier angesehen. So konnte denn auch der arabische -Schiffsleutnant, der unsere Schaluppe führte, unbeschadet seiner -Frömmigkeit, uns helfen, den ersten Abend auf asiatischem Boden in -Champagnerbier zu feiern. Erst spät abends kehrten wir in heiterster -Stimmung an Bord des »Khartoum« zurück, wo uns ein herrliches Lager auf -den über Verdeck gelegten Polstern unter dem funkelnden Sternenzelt -erwartete. Um Mitternacht lichtete das Schiff die Anker und lief am -anderen Morgen kurz nach Sonnenaufgang im Hafen von Tur ein. - -Die Küstenlandschaft von Tur ist ein echtes Charakterbild vom Strande -des steinigen Arabiens. Die gelbe Sandwüste, die sich längs des -dunkelblauen Meeres hinzieht, ist von Vegetation völlig entblößt; mit -Ausnahme einzelner Dhumpalmen und einiger kleiner Gruppen von -Dattelpalmen, die teils in der unmittelbaren Umgebung von Tur ein wenig -dürftigen Schatten spenden, teils eine entfernte Oase bezeichnen. In -imposanter Majestät erhebt sich aber im Hintergrunde der Wüste das -gewaltige Gebirge des Sinai, mit seinen kühn geformten Gipfeln und -zerklüfteten Felsrücken. Tur selbst ist ein dürftiges Dörfchen mit kaum -zwei Dutzend Hütten und wenig über hundert Einwohnern. Ein kleines -Zeltlager, von einer eben jetzt am Strande lagernden Karawane errichtet, -steigerte den orientalischen Charakter des originellen Bildes. Das -Dörfchen Tur liegt an der Umrandung eines kleinen, flachen, -hufeisenförmigen Hafenbeckens. Die Felsenriffe, welche dieses Becken -umfassen und nur eine schmale Einfahrt freilassen, sind Korallenbänke. -Der ganze Hafen ist ein reizender Korallengarten. Als wir in der -Schaluppe über die flachen Bänke hinglitten und in zehn bis zwanzig Fuß -Tiefe durch die kristallklare Flut hindurch den Boden betrachteten, -entzückten uns die prächtigsten, nie zuvor lebend gesehenen -Korallenbüsche, auf dem gelben Sande überall in bunter Mannigfaltigkeit -zerstreut, wie exotische Ziersträucher in einem schönen Blumengarten. -Der Hafendamm, an dem unser Boot anlegt, ist ganz aus Korrallenblöcken -erbaut, und als wir uns den niederen würfelförmigen Hütten nähern, -werden wir durch die Wahrnehmung überrascht, daß auch diese fast ganz -aus Korallenstein bestehen. Als ob es gewöhnliche Sandsteine wären, -liegen da die herrlichsten schneeweißen Blöcke von Sternkorallen, -Mäandrinen, Madreporen usw. übereinander gehäuft. Manche von diesen -elenden Hütten birgt in einer einzigen Wand eine größere Sammlung von -schönen Korallenblöcken, als in vielen europäischen Museen zu finden -ist. Am liebsten hätten wir das ganze Dorf aufgekauft, zusammengepackt -und in die Heimat geschickt. - -Augenblicklich sind jedoch die herrlichen lebenden Korallentiere im -Hafen für uns von größerem Interesse als die toten Steingerüste in den -Hüttenwänden, und begierig besteigen wir die flachen arabischen Boote, -die inzwischen für unsere Korallenjagd ausgerüstet und mit Tauchern -bemannt worden sind. Die bei weitem zweckmäßigste Methode nämlich, -lebende Korallen vom Meeresgrunde zu erhalten, ist die Anwendung von -Tauchern. Unser gewöhnliches Schleppnetz, mit dem wir sonst die -zoologischen Schätze vom Meeresboden heraufholen, ist hier ganz -unbrauchbar. Die kleinen und zierlichen Korallenstöcke werden durch das -Schleppnetz zerbrochen und verdorben; die großen und schweren Blöcke -zerreißen selbst das Netz und sind nicht damit heraufzuheben. Hingegen -bewährten sich die arabischen Taucher, deren wir uns in Tur bedienten -und die durch den Betrieb der Perlenfischerei im längeren Verweilen -unter Wasser sehr geübt waren, als äußerst geschickte Korallenfänger. -Sie waren weder mit Taucherglocken noch mit Skaphandern oder anderen -Tauchapparaten ausgerüstet; sie schwammen aber so ausgezeichnet, konnten -so lange unter Wasser bleiben und wußten so geschickt selbst größere -Korallen von ihren Ansatzpunkten abzulösen, daß sie niemals wieder -emportauchten, ohne uns mit neuen prächtigen Korallengeschenken zu -überraschen. - -Die Korallenfischerei mit diesen Tauchern, die uns während unseres -Aufenthaltes in Tur fast den ganzen Tag beschäftigte, war höchst -anziehend und unterhaltend. Das Wasser in dem seichten und stillen, -durch das vorliegende Korallenriff gegen die Brandung geschützten Hafen -ist so kristallhell, daß wir bis auf zehn und zwanzig Fuß Tiefe jeden -kleinen Krebs und Seestern, jede Muschel und Schnecke auf dem Boden -zwischen den Korallenbüschen erkennen können. Sobald wir unseren -Tauchern den gewünschten Gegenstand bezeichnet haben, springen sie -hinab. Vorsichtig die spitzen Ecken und scharfen Kanten der -Korallenstöcke vermeidend, huschen die schlanken braunen Jünglinge wie -Fische zwischen denselben umher und lösen die gewünschten Stücke vom -Boden ab. Bloß mit den Füßen rudernd, die Beute mit beiden Armen -umschlungen haltend, tauchen sie wieder empor. In wenigen Stunden sind -unsere Boote mit den kostbarsten Schätzen gefüllt. - -Die großen Glasgefäße, die wir in Fächerkisten aus Triest mitgebracht -haben, sind bald ganz voll von lebenden Korallen. Vorsichtig aus dem -Meere genommen und in das ruhige Wasser der Gefäße versetzt, entfalten -sie allmählich ihre zarten, zurückgezogenen Blumenleiber. Da schauen wir -zum erstenmal in nächster Nähe das unbeschreiblich schöne Schauspiel, -welches diese herrlichen, scheinbar aus dem Korallenstein -hervorwachsenden Blumentiere mit ihren wundervollen Farben, zierlichen -Formen und graziösen Bewegungen gewähren. Die prächtigen bunten Aktinien -des Roten Meeres, die blauen Xenien, die grünen Ammotheen und die gelben -Sarkophyten wetteifern an leuchtender Farbenpracht mit den in allen -Irisfarben strahlenden Blumenkelchen, die wie durch Zauber aus den -scheinbar toten Kalkgerüsten der Steinkorallen hervorsprossen. Besonders -fallen uns unter diesen die glänzenden Sternkorallen oder Asträen und -die merkwürdigen Orgelkorallen oder Tubiporen auf. Aus den purpurroten -Kalkröhren der letzteren, die gleich Orgelpfeifen dicht nebeneinander -gereiht stehen, stecken zierliche grasgrüne Personen ihre acht -gefiederten Fangarme aus. - -Wir beschränken uns aber nicht auf den Hafen von Tur, sondern segeln -weiter hinaus, wo an den größeren Korallenriffen längs der Küste neue -Überraschungen unserer harren und wo wir die vielgerühmte Pracht der -indischen Korallenbänke in ihrem vollen Farbenglanze schauen. Das -kristallklare Wasser ist hier unmittelbar an der Küste fast immer so -ruhig und bewegungslos, daß man die ganze wunderbare Korallendecke des -Bodens mit ihrer mannigfaltigen Bevölkerung von allerlei Seetieren -deutlich erkennen kann. Hier, wie im größten Teile des Roten Meeres, -zieht parallel der Küste ein langer Damm von Korallenriffen hin, -ungefähr eine Viertelstunde vom Lande entfernt. Diese Wallriffe oder -Barrierenriffe sind wahre Wellenbrecher. Der Wogenandrang zerschellt an -ihrer unebenen zackigen Oberfläche, welche bis nahe unter den -Wasserspiegel ragt; und ein weißer Schaumkamm kennzeichnet so deutlich -ihren Verlauf. Auch wenn draußen auf dem Meere der Sturm tobt, ist hier -in dem durch das Riff geschützten Kanale oder Graben das Wasser -verhältnismäßig ruhig, und kleinere Schiffe können darin ungestört ihre -Fahrt längs der Küste fortsetzen. Nach außen gegen das hohe Meer fällt -das Korallenriff steil hinunter. Nach innen gegen die Küste dagegen -flacht es sich allmählich ab, und meist bleibt die Tiefe des Kanals so -gering, daß man die ganze Farbenpracht der Korallengärten auf seinem -Boden erblicken kann. - -Diese Pracht zu schildern vermag keine Feder und kein Pinsel. Die -begeisterten Schilderungen von Darwin, Ehrenberg, Ransonnet und anderen -Naturforschern, die ich früher gelesen, hatten meine Erwartungen sehr -hoch gespannt; sie wurden aber durch die Wirklichkeit übertroffen. Ein -Vergleich dieser formenreichen und farbenglänzenden Meerschaften mit den -blumenreichsten Landschaften gibt keine richtige Vorstellung. Denn hier -unten in der blauen Tiefe ist eigentlich alles mit bunten Blumen -überhäuft und alle diese zierlichen Blumen sind lebendige Korallentiere. -Die Oberfläche der größeren Korallenblöcke, von sechs bis acht Fuß -Durchmesser, ist mit Tausenden von lieblichen Blumensternen bedeckt. Auf -den verzweigten Bäumen und Sträuchern sitzt Blüte an Blüte. Die großen -bunten Blumenkelche zu deren Füßen sind ebenfalls Korallen. Ja sogar das -bunte Moos, das die Zwischenräume zwischen den größeren Stöcken -ausfüllt, zeigt sich bei genauerer Betrachtung aus Millionen winziger -Korallentierchen gebildet. Und alle diese Blütenpracht übergießt die -leuchtende arabische Sonne in dem kristallhellen Wasser mit einem -unsagbaren Glanze! - -In diesen wunderbaren Korallengärten, welche die sagenhafte Pracht der -zauberischen Hesperidengärten übertreffen, wimmelt außerdem ein -vielgestaltiges Tierleben der mannigfaltigsten Art. Metallglänzende -Fische von den sonderbarsten Formen und Farben spielen in Scharen um die -Korallenkelche, gleich den Kolibris, die um die Blumenkelche der -Tropenpflanzen schweben. Unter ihnen fällt uns vor allen der sonderbare -Halbmondfisch auf (^Platax Ehrenbergii^). Sein platt zusammengedrückter, -sichelförmiger Körper, der je nach dem Lichtfalle bald in gelbgrünlichem -Bronzeglanz, bald in prachtvollem Blau strahlt, ist oben in eine lange -dreieckige gekrümmte Rückenflosse, unten in eine gleiche Analflosse -ausgezogen. So erscheint der ganze Fisch als leuchtende Sichel im -Halbdunkel der Korallenwälder, als das Symbol des türkischen Halbmondes, -der jetzt noch diese arabischen Küsten beherrscht. Gleich einem -leuchtenden Kometenschweife zieht durch die blaue Tiefe ein silberweißer -Bandfisch von der Gestalt eines silbernen Schuppengürtels -(^Trichiurus^). Ein rotbrauner, mit seltsamem Helmschmuck an dem -gepanzerten Haupte ausgestatteter Drachenkopf (^Scorpaena^) jagt eine -ganze Schar von kleinen goldgelben Lippfischen vor sich her -(^Labroiden^). Aber auch der grimme Menschenhai, der Schrecken des -Meeres, fehlt nicht, und bisweilen erscheinen im Hafen von Tur solche -Haifische von zehn bis zwanzig Fuß Länge. - -Noch viel mannigfaltiger und interessanter als die Fische sind die -wirbellosen Tiere der verschiedensten Klassen, welche auf den -Korallenbänken ihr Wesen treiben. Zierliche durchsichtige Krebse aus der -Garnelengruppe schnellen haufenweise vorüber und bunte Krabben klettern -zwischen den Korallenzweigen. Auch rote Seesterne, violette -Schlangensterne und schwarze Seeigel klettern in Menge auf den Ästen der -Korallensträucher; der Scharen bunter Muscheln und Schnecken nicht zu -gedenken. Reizende Würmer mit bunten Kiemenfederbüschen schauen aus -ihren Röhren hervor. Da kommt auch ein dichter Schwarm von zarten -violetten Medusen geschwommen, und zu unserer Überraschung erkennen wir -in der zierlichen Glocke eine alte Bekannte aus der Ostsee und Nordsee, -die Aurelia. - -Man könnte glauben, daß in diesen bezaubernden Korallenhainen, wo jedes -Tier zur Blume wird, der glückselige Friede der elysischen Gefilde -herrsche. Aber ein näherer Blick in ihr buntes Getriebe lehrt uns bald, -daß auch hier, wie im Menschenleben, beständig der wilde Kampf ums -Dasein tobt, oft zwar still und lautlos, aber darum nicht minder -furchtbar und unerbittlich. Die große Mehrzahl des Lebendigen, das hier -in üppigster Fülle sich entwickelt, wird beständig vernichtet, um die -Existenz einer bevorzugten Minderzahl zu ermöglichen. Überall lauert -Schrecken und Gefahr. Um uns davon zu überzeugen, brauchen wir bloß -selbst einmal unterzutauchen. Rasch entschlossen springen wir über Bord -und schauen nun erst, von wunderbarem, grünem und blauem Glanze -umgossen, die Farbenpracht der Korallenbänke ganz in der Nähe. Aber bald -erfahren wir, daß der Mensch ungestraft so wenig unter Korallen als -unter Palmen wandelt. Die spitzen Zacken der Steinkorallen erlauben uns -nirgends festen Fuß zu fassen. Wir suchen uns einen freien Sandfleck zum -Standpunkt aus. Aber ein im Sande verborgener Seeigel (^Diadema^) bohrt -seine fußlangen, mit seinen Widerhaken bewaffneten Stacheln in unseren -Fuß; äußerst spröde zersplittern sie in der Wunde und können nur durch -vorsichtiges Ausschneiden entfernt werden. Wir bücken uns, um eine -prächtige smaragdgrüne Aktinie vom Boden aufzuheben, die zwischen den -Schalenklappen einer toten Riesenmuschel zu sitzen scheint. Jedoch zur -rechten Zeit noch erkennen wir, daß der grüne Körper keine Aktinie, -sondern der Leib des lebenden Muscheltieres selbst ist; hätten wir es -unvorsichtig angefaßt, so wäre unsere Hand durch den kräftigen Schluß -der beiden Schalenklappen elend zerquetscht worden. Nun suchen wir einen -schönen violetten Madreporenzweig abzubrechen, ziehen aber rasch die -Hand zurück; denn eine mutige kleine Krabbe (^Trapezia^), die -scharenweise zwischen den Ästen wohnt, zwickt uns empfindlich mit den -Scheren. Noch schlimmere Erfahrungen machen wir bei dem Versuche, die -daneben stehende Feuerkoralle (^Millepora^) abzubrechen. Millionen -mikroskopischer Giftbläschen entleeren bei der oberflächlichen Berührung -ihren ätzenden Saft auf unsere Haut, und unsere Hand brennt, als ob wir -ein glühendes Eisen angefaßt hätten. Ebenso heftig brennt ein zierlicher -kleiner Hydrapolyp, der höchst unschuldig aussieht. Um nicht auch noch -mit einem brennenden Medusenschwarme in unliebsame Berührung zu kommen -oder gar einem der nicht seltenen Haifische zur Beute zu fallen, tauchen -wir wieder empor und schwingen uns in die Barke. - -Welche fabelhafte Fülle des buntesten Tierlebens auf diesen -Korallenbänken durcheinander wimmelt und miteinander ums Dasein kämpft, -davon kann man sich erst bei genauerem Studium ein annäherndes Bild -machen. Jeder einzelne Korallenstock ist eigentlich ein kleines -zoologisches Museum. Wir setzen z. B. einen schönen Madreporenstock -(^Stylopora^), den eben unser Taucher emporgebracht hat, vorsichtig in -ein großes, mit Seewasser gefülltes Glasgesäß, damit seine Korallentiere -ruhig ihren zierlichen Blumenkörper entfalten. Als wir eine Stunde -später wieder nachsehen, ist nicht nur der vielverzweigte Stock mit den -schönsten Korallenblüten bedeckt, sondern auch Hunderte von größeren und -Tausende von kleineren Tierchen kriechen und schwimmen im Glase herum: -Krebse und Würmer, Kraken und Schnecken, Tascheln und Muscheln, -Seesterne und Seeigel, Medusen und Fischchen; alle vorher im Geäste des -Stockes verborgen. Und selbst wenn wir den Korallenstock herausnehmen -und mit dem Hammer in Stücke zerschlagen, finden wir in seinem Inneren -noch eine Menge verschiedener Tierchen, namentlich bohrende Muscheln, -Krebse und Würmer verborgen. Und welche Fülle unsichtbaren Lebens -enthüllt uns erst das Mikroskop! Welcher Reichtum merkwürdiger -Entdeckungen harrt hier noch zukünftiger Zoologen, denen das Glück -beschieden ist, Monate und Jahre hindurch an diesen Korallenküsten zu -verweilen. - -Uns war leider nur ein paar kurze Tage lang der Genuß dieser feenhaften -Korallengärten beschieden. Glücklicherweise begünstigte uns das -herrlichste Frühlingswetter, so daß wir unsere Korallenfischerei mit dem -glänzendsten Erfolg betreiben konnten. Die mitgenommenen Kisten mit -Gläsern und Weingeist waren in kurzer Zeit völlig mit Korallen und -anderen Seetieren gefüllt. Unsere Boote schleppten ganze Ladungen von -Korallenblöcken zur Korvette, deren Verdeck bald vollständig damit -überhäuft war. Schwerlich ist wohl noch ein Kriegsschiff, und sicher -niemals ein ägyptisches, so über und über mit Korallen bedeckt gewesen. -Wir konnten später von Suez aus nur zwölf Kisten damit füllen und nach -Hause schicken; der bei weitem größte Teil mußte zurückbleiben und ziert -jetzt den Garten unseres dort wohnenden Freundes, des Konsuls Remy. - -Ein letzter Besuch am Lande schloß unseren kurzen Aufenthalt in Tur. Mit -dankbarem und gerührtem Herzen nahmen wir Abschied von Land und Leuten, -von Meer und Korallenbänken. Die Bewohner von Tur, halb griechischen, -halb arabischen Ursprungs, sind arme Fischer; gute unverdorbene -Menschen, die selten mit Fremden in Berührung kommen. Der günstige -Eindruck, den sie uns gleich beim ersten Besuch gemacht hatten, wurde -durch nähere Bekanntschaft nur verstärkt, und wir erinnern uns mit -lebhaftem Vergnügen der herzlichen Gastfreundschaft, die wir in ihren -niederen Korallenhütten genossen. - -Ganz besonderen Dank schulden wir dem braven Hennaen, dem eingeborenen -»Naturforscher von Tur«; einem Fischer, der schon den früher hier -anwesenden deutschen Naturforschern die wesentlichsten Dienste geleistet -hatte und sich auch bei unserer Korallenfischerei vorzüglich bewährte. -Mit den Lokalitäten der Korallenbänke von Tur und mit ihren zahlreichen -Bewohnern genau vertraut, vermochte er uns in kürzester Zeit die -reichste zoologische Ernte zu verschaffen. Er besitzt ein Dokument, in -welchem von den früheren Besuchern seine vortrefflichen Dienstleistungen -dankbarst anerkannt sind, und auch ich konnte nur ein gleich ehrenvolles -Zeugnis hinzufügen. Auf Hennaens ausdrückliche Bitte mußten wir am -letzten Nachmittag vor unserer Abreise nochmals in seine niedere -Korallenhütte kommen, wo er uns, umgeben von den angesehensten -Einwohnern des Ortes, mit Kaffee und Datteln bewirtete. Auch -verschiedene hübsche Korallen, Sterntiere und Mollusken, die wir nicht -selbst erbeutet hatten, machte er uns hier noch zum Geschenk. Dann -machten wir noch einen gemeinsamen Spaziergang nach dem kleinen, eine -halbe Stunde vom Dorfe entfernten Palmenhain, wo neben prächtig -entwickelten Dattelpalmen (^Phoenix^) auch einzelne Exemplare von der -schönen, gabelig verzweigten Dhumpalme Oberägyptens sich finden -(^Hyphaene^). Bei der Rückkehr an den Strand besuchten wir noch die -Ruine eines kleinen alten Forts, in der Nähe des Dorfes. - -Wie gerne hätten wir noch länger bei unseren neuen arabischen Freunden -verweilt und hätten mit der kleinen, vor dem Dorfe liegenden -Kamelkarawane eine Wüstenreise angetreten! Wie gerne hätten wir die so -nahe vor uns liegenden gewaltigen Bergkuppen des Sinai und des Serbal -erklommen; und in dem Mosestal das uralte berühmte Sinaikloster oder in -dem Feirantal die wundervollen Fruchtgärten der »Sinaiperle« besucht! -Aber unsere Uhr ist leider abgelaufen! Schon raucht der Schornstein -unseres Dampfers. Die blauen Schatten der Palmen im gelben Sande neigen -sich stark nach Osten und die Gebirgskuppen des Sinai beginnen sich in -magischen Purpurglanz zu hüllen. Noch erquicken wir uns nach des Tages -schwerer Arbeit durch ein letztes, herrliches Bad in der blauen, jetzt -aber im Abendglanze wirklich purpurschimmernden Flut des »Roten Meeres«. -Nach herzlichstem Abschiede von den guten Turbewohnern und besonders von -Hennaen und von unseren braven Tauchern besteigen wir zum letztenmal die -Schaluppe und rudern zum »Khartoum« hinüber. - -Während unsere Korvette die Anker lichtet und sich nach Norden wendet, -genießen wir den unvergeßlichen Anblick eines Sonnenunterganges, wie man -ihn nur in diesen Breiten und nur in dieser Luft sehen kann. Gleich dem -Zauberbilde einer Fata Morgana strahlt die ganze Sinaikette mit ihren -zackigen Gipfeln in glühendem Purpur; die Schatten ihrer Klüfte -schimmern in magischem Blau. Am Fuße des Gebirges gehen diese herrlichen -Farbentöne in ein zartes Violett über, das durch eine gesättigte Lage -von tiefem Braun sich vom gelben Wüstensande abhebt. Die glühenden -Farben werden durch das tiefe, fast schwarze Blau des Meeres kraftvoll -gehoben. Die Kronen der Palmen am Strande, leise im lauen Abendwinde -schwankend, senden uns einen letzten Gruß, und die rasch hereinsinkende -Nacht entzieht das märchenhafte Bild unseren scheidenden Blicken. Addio -Arabia! - - (Aus »Arabische Korallen«.) - - - - - VI. - Brussa und der asiatische Olymp. - - -Wenn man auf dem Seewege nach Konstantinopel den Hellespontos passiert -hat und das Marmarameer ostwärts durchschneidet, erblickt man am -südlichen Gestade des letzteren in blauer Ferne langgestreckte Bergzüge. -In mehrfach unterbrochenen, edelgeformten Linien stufenweise ansteigend, -finden dieselben in einer majestätischen, mit ewigem Schnee bedeckten -Kuppel ihren malerischen Abschluß. Diese stolze Gebirgskuppel ist der -Olympos der asiatischen Griechen, der musische Olymp des Herodot, der -bithynische Olmyp anderer klassischer Autoren. Allerdings erfreut sich -dieser asiatische Olympos nicht des hohen Rufes wie sein europäischer -Namensbruder, der auf der Grenze von Mazedonien und Thessalien liegt und -auf den die altgriechischen Sagen den Sitz der Götter verlegen. Aber -dennoch wird der abendländische Wanderer durch den Besuch des ersteren -weit mehr als durch die Besteigung des letzteren befriedigt werden. Denn -der wenig besuchte asiatische Olymp und seine nähere Umgebung ist mit -einer Fülle von Naturschönheiten geschmückt, welche dem europäischen -Götterberge abgehen, und die historischen Erinnerungen, welche sich an -die von ersterem beherrschte Schaubühne weltgeschichtlicher Dramen -knüpfen, verleihen ihm einen besonderen Reiz. Unmittelbar am Fuße des -asiatischen Olymps liegt Brussa, die von Hannibal gegründete Hauptstadt -Bithyniens, die Wiege der osmanischen Dynastie, eine von türkischen -Dichtern vielbesungene Perle des Orients, welche an hohem Reiz der Lage -mit Damaskus und mit Granada wetteifert. - -Im Abendlande ist Brussa heutzutage ein wenig bekannter und wenig -genannter Ort. Für den Geschichtsforscher knüpfen sich freilich an -diesen Namen hochwichtige Begebenheiten; dem Arzt ist Brussa durch seine -heilkräftigen, weitberühmten heißen Quellen bekannt, das »Baden« des -Orients, und für den Kaufmann ist diese ansehnlichste Handelsstadt -Anatoliens durch ihre Seidenwaren und Samtfabriken von großer Bedeutung. -Aber von den hohen Naturschönheiten Brussas, von den malerischen Reizen -seiner Lage, von dem üppigen Schmucke seiner südlichen Vegetation, von -der Fülle rauschender Quellen in seinen kühlen Felsentälern ist in -Europa wenig bekannt; unter Tausenden von Touristen, die jetzt -alljährlich nach Konstantinopel reisen, gelangen nur sehr wenige nach -dem kaum eine Tagereise davon entfernten Brussa. Und doch ist sicher ein -Besuch dieses herrlichen Ortes weit lohnender, als viele berühmte -»Sehenswürdigkeiten« des Orients. - -Der Besuch, den ich selbst im April 1873 dem asiatischen Olymp und -Brussa abstattete, ist mir unter den vielen anmutigen Erinnerungen, die -ich von meiner damals unternommenen Orientreise mit nach Hause brachte, -eine der wertvollsten geblieben; und wenn ich hier eine flüchtige Skizze -davon mitteile, so hoffe ich, dadurch manchen Leser, den sein -Glücksstern nach den reizenden Ufern des Bosporus führt, zu veranlassen, -von der türkischen Hauptstadt aus diesen höchst lohnenden Ausflug nach -der Residenz der ersten Sultane des Osmanenreiches zu unternehmen. -Insbesondere möchte ich aber dadurch diesen oder jenen Landschaftsmaler -auf die ungehobenen Schätze aufmerksam machen, die sein Auge in Brussa -und seiner Umgebung reicher als in den ausgebeuteten Gefilden von -Neapel, Palermo oder Granada finden wird. - -Wenige Wochen, bevor ich nach Brussa kam, hatte ich in Kairo die Märchen -von Tausend und einer Nacht lebendig an mir vorüberziehen sehen, hatte -von der Pyramide des Cheops einen Blick in die Libysche Wüste getan und -von Suez auf einem Kriegsschiffe des Khedive einen höchst interessanten -Ausflug zu den Korallenbänken des Roten Meeres am Fuße des Sinai -unternommen. Von Alexandrien war ich darauf nach Smyrna gefahren, von wo -ich in Gesellschaft liebenswürdiger deutscher Landsleute Exkursionen -nach dem klassischen Trümmerstätten von Magnesia und Ephesus unternahm, -in ersterem das uralte, in den Felsen gehauene Riesenbild der Niobe, in -letzterem die kürzlich ausgegrabenen Substruktionen des weltberühmten -Dianatempels bewundernd. Wenige Tage später genoß ich auf der Akropolis -von Athen und auf den Tempelruinen von Eleusis unvergeßliche Stunden -lebendiger Erinnerung an die Blüte des klassischen Altertums; und -abermals nach wenigen Tagen erfreute ich mich an den Ufern des Bosporus -und am Goldenen Horn von Konstantinopel der Fülle von Natur- und -Kunstgenüssen, von historischen Reminiszenzen und ethnographischen -Bildern, mit denen die gewaltige Hauptstadt des Türkenreiches noch heute -geschmückt ist. Und doch, nachdem alle diese wunderbaren Gemälde des -Orients in der raschen Folge weniger Wochen an meinem Auge -vorübergegangen waren, nachdem die Phantasie durch das Übermaß der -genossenen großartigen und mannigfaltigen Bilder übersättigt erschien, -vermochte zuletzt noch das herrliche Brussa einen so tiefen Eindruck zu -hinterlassen, daß ich mir keinen schöneren und harmonischeren Abschluß -zu der langen Reihe der bunten vorhergegangenen Orientbilder wünschen -könnte. - -Es war ein heiterer, wolkenloser Frühlingsmorgen, als ich am 25. April -1873 in Gesellschaft des bekannten Landschaftsmalers Ernst Körner aus -Berlin die Fahrt nach Brussa antrat. Der Kanzler am deutschen -Generalkonsulat in Konstantinopel, Herr Rohnstock, welcher der -türkischen Sprache vollkommen mächtig ist, begleitete uns und hatte die -Güte, die Rolle eines Dolmetschers zu übernehmen. Während die -aufsteigende Morgensonne mit ihren ersten Strahlen die Fenster von -Skutari und von den kleineren Ortschaften am asiatischen Ufer des -Bosporus vergoldete, stiegen wir nach der großen Brücke hinunter, welche -an der Ausmündung des Goldenen Horns das fränkische Pera mit dem -alttürkischen Stambul verbindet. In der Nähe dieser Brücke ankern die -kleinen Dampfboote, welche mehrmals wöchentlich von Konstantinopel nach -dem Golfe von Mudania fahren. Die kleine Stadt Mudania liegt am -südlichen Gestade des Marmarameeres, in gerader Linie etwa sechs -deutsche Meilen südwärts von Stambul entfernt. Sie ist der Hafenort von -Brussa und steht durch eine gute, vier Meilen lange Fahrstraße mit ihm -in Verbindung. - -Ein leichter Kaik, einer venezianischen Gondel ähnlich, führt uns von -der Perabrücke zu dem kleinen Dampfer hinüber; wir finden sein Verdeck -bereits dicht besetzt mit türkischen Landleuten in buntfarbiger Tracht, -mit zerlumpten Fischern und verschleierten Weibern. Um acht Uhr lichtet -unser Schiff die Anker und bahnt sich mühsam seinen Weg durch das dichte -Gewühl von Fahrzeugen aller Nationen, welche den größten Hafen des -Orients erfüllen. Rasch durchkreuzen wir das südliche Ende des Bosporus, -lassen die malerische, mit Zypressen bedeckte Serailspitze von Stambul -zu unserer Rechten, den alten Leanderturm und den riesigen -Begräbnisplatz von Skutari mit seinem berühmten Zypressenwald zu unserer -Linken liegen, und ergötzen uns an dem wundervollen Bilde, welches das -alte Stambul hier von der Südseite gewährt. Je weiter wir uns von ihm -entfernen, desto imposanter tritt die gewaltige Häusermasse der -türkischen Hauptstadt auf ihren Hügeln hervor; die Kuppeln ihrer -zahlreichen Moscheen und die schlanken Minarette daneben schimmern -golden im Glanze der Morgensonne. Unten am Strande zieht sich der Rest -der alten Stadtmauer hin, deren westliches Ende mit dem malerischen -Schlosse der sieben Türme abschließt. Dieses mächtige alte Kastell -spielte lange Zeit als Zitadelle der Hauptstadt eine wichtige Rolle bei -den Belagerungen und erinnert uns mit seinen mittelalterlichen -Mauerkränzen und Turmzinnen an die gewaltigen Ereignisse, die hier im -Laufe von zwei Jahrtausenden vorübergezogen sind. Doch werden wir in -diesen historischen Betrachtungen bald durch den modernen Pfiff der -Lokomotive gestört, die längs der Mauern hindampft; sie befährt den -neuen Schienenweg nach Adrianopel, welcher wenige Monate nach unserer -Anwesenheit dem Verkehr übergeben wurde; ein wichtiger Fortschritt zur -abendländischen Kultur und somit zur Auflösung des altersschwachen -Osmanenreiches. - -Während wir südwärts steuern, entschwindet das glänzende Bild der -Konstantins-Stadt allmählich unseren Blicken. Wir fahren ziemlich nahe -an den Prinzeninseln vorüber, den lieblichen, mit Villen und Gärten -bedeckten Eilanden, auf denen im heißen Sommer die vornehmen Bewohner -von Pera und Stambul sich vom staubigen Gewühl des Alltagstreibens -erholen. Scharen von Delphinen umspielen unser Schiff und tauchen mit -ihren Rückenflossen sich tummelnd empor. Unser Kurs geht gerade auf eine -steile, links weit vorspringende Landspitze zu, das »Bos burun« oder das -»Vorgebirge des Eises«. Zwischen diesen und den Prinzeninseln öffnet -sich zu unserer Linken ein tief einschneidender, von bewaldeten Bergen -umgebener Meerbusen, der Golf von Nikomedia, der »Sinus Astacenus« der -alten Römer. Tief im Grunde desselben liegt das unbedeutende Städtchen -Isnikmid, der letzte Rest des mächtigen alten Nikomedia, jener früheren -Residenz der bithynischen Könige, die durch zahlreiche Erdbeben -verwüstet wurde. - -Zu unserer Rechten taucht jetzt aus der blauen Flut das schöne Eiland -Kalolimni auf; wir fahren zwischen ihm und dem Eiskap hindurch und -werden durch den herrlichen Anblick des Golfs von Mudania überrascht. -Rings von langgestreckten, schöngeformten Bergketten umschlossen, deren -Füße kulissenartig vorspringen, gleicht dieser Golf, der »Sinus Cianus« -der Alten, einem großen, stillen Landsee. An seinen Gestaden landete -Jason auf der Argonautenfahrt. Am südlichen Ufer des Golfs, wo er sich -in das Marmarameer öffnet, liegt das Städtchen Mudania, eine Doppelreihe -ärmlicher Holzhäuser, von vielen pyramidenförmigen Lebensbäumen -(^Thuja^) überragt. Ihre Bewohner sind zum größten Teile griechische -Gärtner und Weinbauer. Die Tochter eines solchen war die hier geborene -Sophia Witt, die später durch ihre Schönheit und ihren Geist berühmt -gewordene Gräfin Potocka. - -Um zwölf Uhr mittags legt unser Boot an der Landungsbrücke von Mudania -an. Nachdem wir uns bei den Polizeibeamten mittels unseres türkischen -Passes legitimiert haben, besteigen wir einen der bereitstehenden -offenen Wagen, der mit zwei schmucken Schimmeln bespannt ist, und im -munteren Trab fahren wir auf der Landstraße nach Brussa. - -Die Mittagssonne entsendete jetzt glühende Strahlen vom wolkenlosen -Aprilhimmel Kleinasiens herab, und zu unserer Linken schlugen die -plätschernden Wellen des spiegelklaren Meeres so verführerisch auf den -weichen Sand des schmalen Strandes, daß wir der Versuchung nicht -widerstehen konnten, unsere Fahrt nach kurzer Dauer zu unterbrechen und -ein improvisiertes Bad zu nehmen. Köstlich erfrischt von den kühlen -Wellen und von einem frischen Trunk aus einer Felsenquelle, die nach -kurzem Lauf sich ins Meer ergießt, gingen wir jetzt eine Strecke neben -dem Wagen aufwärts. Die Straße steigt zwischen Olivengärten und -Weinbergen in vielen Windungen bergan. Je höher wir hinaufkommen, desto -schöner gestaltet sich der Blick auf den blauen Golf zu unseren Füßen -und auf die edelgeformten, teils bebauten, teils bewaldeten Berge, die -denselben in stattlichem Kranze umschließen. Besonders werden unsere -Blicke durch den hohen, südöstlich gelegenen Berg Usuntschar gefesselt, -seine ungemein schöne Form erinnert auffallend an den berühmten »Monte -Pellegrino« bei Palermo. - -Nachdem wir anderthalb Stunden gestiegen, haben wir den Sattel des -langgestreckten Bergrückens erreicht, welcher den Golf von Mudania und -die Ebene von Brussa trennt, und wir fahren nun, nach einem letzten -Rückblick auf das Marmarameer, hinter dem türkischen Dorfe Tschakirchan -durch eine felsige Schlucht bergab. Am Ausgange der letzteren überrascht -uns plötzlich die großartige Aussicht auf den weiten grünen Talkessel -von Brussa, überragt von der gewaltigen, den ganzen südlichen -Hintergrund ausfüllenden Granitpyramide des schneegekrönten Olympos. Das -frischeste Frühlingsgrün schmückt die lachende Ebene zu unseren Füßen, -mitten hindurch windet sich in weitem S-förmigen Doppelbogen der -anmutige Fluß Nilufer. Er umgürtet den Fuß des Olymps und nimmt in sein -Bett die zahllosen Bergbäche und Quellen auf, die den westlichen und -nördlichen Abhängen des Berges entströmen. Den schönen Namen Nilufer -- -d. h. »Lotosblume« (^Lotos Nenufar^) -- verdankt der Fluß einer -griechischen Prinzessin, die durch ihre Schönheit und Anmut weit berühmt -war. Diese unglückliche Fürstin wurde während ihres Hochzeitsfestes auf -dem festen Schlosse Biledschik von dem Sultan Osman, dem Gründer der -Osmanendynastie, überfallen, räuberisch entführt und in den Harem seines -Sohnes Orchan eingesperrt. Hier wurde sie später die Mutter des -kriegerischen Sultan Murad I. - -Nach halbstündiger heißer Fahrt durch die Ebene, deren Wiesen -stellenweise ganz blau von Irisblüten waren, hatten wir das Gestade des -Nilufer erreicht und hielten Rast im Schatten eines anmutigen -Eichenhaines; ein türkisches Kaffeehaus erquickte uns mit köstlichem -Mokkatrank. Hier zog auf der Straße eine lange Karawane von schweren -anatolischen Lastkameelen an uns vorüber, wie man sie in den Straßen von -Smyrna so oft sieht. Mit Ballen von kostbarer Brussaseide belastet, -gingen die schwerfälligen Tiere gravitätisch hintereinander her, durch -Stricke zu einer langen Kette verbunden. Den Kopf der langen Kolonne -bildete ein kleiner kluger Esel, wie er hier gewöhnlich als Führer der -Kamelzüge auftritt. Denn das Langohr vertritt hier im Morgenlande die -leitende Intelligenz der Huftiere, im Gegensatze zu den im Abendlande -herrschenden Anschauungen. - -Je mehr wir uns auf unserer weiteren Fahrt dem Olympgebirge näherten, -desto mehr entfalteten sich die landschaftlichen Reize der Gegend. In -freundlichem Gegensatze zu den dunkeln, waldigen Schluchten des Gebirges -zeigte sich die üppige Fruchtbarkeit des Tales in lachendem -Frühlingsgrün. Plätschernde Brunnen und mächtige Platanen an den Seiten -des Weges verbreiteten Kühlung und Schatten. - -Die Sonne neigte sich schon stark gen Westen, als wir in die Stadt -einfuhren. Unsere Ankunft gestaltete sich dadurch besonders festlich, -daß gerade ein griechischer Feiertag war. Die ganze griechische -Bevölkerung, in die buntesten Festgewänder gekleidet, lustwandelte vor -der Stadt und erfreute sich des schönen warmen Frühlingsabends. In -heiteren Gruppen lagerten viele Familien auf den blumigen Hügeln vor den -Mauern und ergötzten sich mit Musik, Spiel und Tanz. Keine schönere -Staffage hätte den Vordergrund des herrlichen Bildes zieren können, das -die prächtige Stadt mit ihren zahllosen Minaretten und Kuppeln, im -Glanze der Abendsonne funkelnd, unseren entzückten Augen darbot. - -In dem schön gelegenen »Hotel du Mont Olymp«, dem einzigen europäischen -Gasthofe von Brussa, fanden wir freundlichste Aufnahme und beste -Verpflegung. Der treffliche Wirt desselben, Don Franzesco Franchi aus -Florenz, war in jeder Weise bemüht, uns unseren Aufenthalt so angenehm -als möglich zu machen. Seine köstlichen Orangen und Feigen, die -vorzüglichen ^Maccaroni con pomi d'oro^ und die leckeren Forellen aus -den Olymposbächen, gewürzt durch den edlen, rosenroten, am Fuße des -Götterberges gewachsenen Wein, mundeten uns so vortrefflich, als ob es -Nektar und Ambrosia von der olympischen Göttertafel selbst gewesen wäre. -Dabei ergötzten sich unsere Geruchsnerven an den aromatischen -Blumendüften der zahlreichen benachbarten Gärten, in denen Rosen und -Lilien, Jasmin und Nelken, Daphne und Balsamine in üppigster Fülle -blühten; und als ob Vater Zeus am Tore seiner Götterwohnung alle Sinne -gleichmäßig entzücken wolle, wurden wir noch am späten Abend durch ein -unerwartetes Konzert überrascht. Denn als wir das Verlangen nach Speise -und Trank gesättigt hatten, unsere Schlafzimmer aufsuchten und auf deren -Balkon hinaustraten, um die würzige Abendluft zu atmen, tönte uns aus -der benachbarten Waldschlucht der melodische Gesang zahlreicher -Nachtigallen entgegen. Während diese liebliche Sängerin bei uns meistens -die Einsamkeit aufsucht, wohnt sie in Kleinasien scharenweis in den -Gärten und scheint im Wettgesange besondere Kunst zu entfalten. Jeden -Abend, wenn wir in Brussa unser Lager aufgesucht hatten, lauschten wir -noch lange ihren entzückenden Liedern und wurden erst spät dadurch in -den süßesten Schlaf gesungen. - -Waren so schon die ersten Eindrücke, die wir am Abend unserer Ankunft in -Brussa empfingen, höchst angenehm, so überzeugten uns unsere Wanderungen -in der Stadt und in der näheren Umgebung bald, daß eine lieblichere -Sommerfrische im Orient wohl nicht gefunden werden kann. Fürwahr, die -türkischen Dichter haben recht, wenn sie diese Stadt als ein irdisches -Paradies besingen. Reizend schön, lieblich und großartig zugleich ist -die ganze Lage und Umgebung der Stadt, in vieler Beziehung derjenigen -von Granada ähnlich. Als ich auf der alten Schloßruine von Brussa, auf -steilem Felsen hoch über der Stadt stand, und als mein Blick über die -Häusermassen, Kuppeln und Gärten zu meinen Füßen schweifte, und weiter -hinaus über die ausgedehnte, üppige grüne Ebene und in blauer Ferne über -den umschließenden Kranz von malerischen Höhenzügen, da tauchte lebendig -die Erinnerung an das herrliche Panorama in mir auf, das ich vor Jahren -auf der Alhambra und über der berühmten Vega von Granada genossen hatte. -Wie die andalusische Hauptstadt von den schneegekrönten Höhen der Sierra -Nevada, so wird Brussa von dem gewaltigen Schneehaupte des Olymp -überragt. Hier wie dort erhält die Lage der Stadt ihren besonderen Reiz -durch die Anlehnung an das wilde und großartige Gebirge, durch den -Quellenreichtum der buschigen Felsenschluchten und durch die üppige -Vegetation der von vielen Bächen bewässerten Ebene. Auch bieten die -beiden Städte viele Vergleichungspunkte in den zahlreichen und -prächtigen Denkmälern islamitischer Kunst und Geschichte, mit denen sie -noch heute geschmückt sind. Aber die Verhältnisse sind in Brussa -großartiger und gewaltiger als in Granada. Die anatolische -Osmanenresidenz mit ihren vielen hundert glänzenden Kuppeln, weißen -Minaretten und schwarzen Zypressen daneben ist weit malerischer als die -berühmte andalusische Kalifenresidenz, und auch in bezug auf die -sprudelnde Wasserfülle und die Üppigkeit der südlichen Vegetation ist -die erstere der letzteren weit überlegen. Im übrigen aber hat doch der -landschaftliche Charakter beider Gegenden sehr viel Ähnlichkeit, und es -legt ein gutes Zeugnis für den Schönheitssinn und das feine Naturgefühl -der mohammedanischen Fürsten ab, daß sie ebenso in Kleinasien wie in -Spanien die mit den höchsten Naturreizen geschmückte Stadt zum -bleibenden Herrschersitz wählten. Das Gegenteil gilt von den -christlichen Königen Spaniens, den Gönnern der heiligen Inquisition; -denn diese erwählten zu ihrer Residenz das traurige Madrid, mitten auf -der öden Hochebene von Kastilien, ohne Wald und ohne Wasser. - -Die üppige Ebene von Brussa, die südlich vom Olympgebirge, nördlich von -den Höhenzügen des Arganthonios (jetzt Katirli) umschlossen wird, ist -ungefähr vier deutsche Meilen lang, eine Meile breit, und fast in ihrer -ganzen Ausdehnung teils mit fruchtbaren Wiesen, teils mit -Maulbeerpflanzungen bedeckt. Dieser Maulbeerwald ist das große -Proviantmagazin für die Seidenraupen, welche Brussas wichtigsten -Handelsartikel, die kostbare Brussaseide, spinnen. Zahlreiche, aus dem -Olymp hervorquellende Bäche sorgen für beständige Bewässerung der Ebene. -Während die Hauptmasse des Olymp nach Süden steil abfällt, strahlen nach -Norden von seinem Fuße zwölf gewaltige Bergrücken aus, zwischen denen -ebensoviele Schluchten liegen. In jeder Schlucht rauscht ein Bergstrom, -der aus tausend Quellen das schmelzende Schneewasser des Olympgipfels -sammelt. Diese Bergströme führen auch im heißesten Sommer eine nie -versiegende Wasserfülle in das Tal, und darin liegt bei dem köstlichen -Klima die Hauptursache der üppigen Vegetationsfülle, wie des poetischen -Reizes der herrlichen Gegend. Überall rieseln kalte und warme Quellen -aus den Schluchten des Götterberges, Wasserfälle stürzen von seinen -jähen Felswänden, plätschernde Brunnen versorgen alle Teile der Stadt, -und hier wird der Koranspruch zur Wahrheit: - - »Das Wasser hat Leben - Allen Dingen gegeben.« - (^Min el -- mai^ - ^Küllun schejun hai.^) - -Eine von den erwähnten Schluchten, wegen ihrer himmelhohen Felswände das -Himmelstal (Gökdereh) genannt, geht durch den östlichen Teil der Stadt -mitten hindurch und ist von einer kühnen Brücke überspannt. Im Grunde -rauscht der wilde Bergstrom über Felsentrümmer, während die Felsenmauern -an beiden Seiten, unterhalb der Häuser, mit Buschwerk und -Schlingpflanzen behangen sind. Eine andere, kleinere, aber ebenfalls -sehr malerische Schlucht (Kodocha Naib) durchschneidet den westlichen -Teil der Stadt. Zwischen diesen beiden Schluchten erheben sich, mitten -über Brussa, auf einer gewaltigen, fast senkrecht abfallenden -Felsenterrasse, die Ruinen der Zitadelle und der ältesten osmanischen -Herrscherpaläste, derjenigen von Muhammed I. und Murad I., daneben die -Moschee Sultan Orchans und die Grabkapellen von Orchan und Osman. Auch -vom Marmorbade des Harems sind noch bedeutende Reste vorhanden. Von der -alten Festung, der ältesten des osmanischen Reiches, sind nur noch ein -paar Mauern und Turmruinen übrig, und im Grase versteckt liegen vier -uralte, verrostete, eiserne Kanonenläufe. Wilder Wein und Efeu -überziehen wuchernd das zerfallene Trümmerwerk. Gleich hinter der -Zitadelle liegt Bunarbaschi, das »Quellenhaupt«, einer der beliebtesten -öffentlichen Spaziergänge Brussas. Hier trifft man jederzeit, besonders -aber gegen Abend, lustwandelnde oder auf den Rasenplätzen gelagerte -Gruppen, die im Schatten alter Platanen ihren Tschibuk rauchen, Kaffee -schlürfen und dem Gemurmel der vorübereilenden Bergbäche lauschen. - -Unmittelbar an diese reizende Promenade stößt ein Friedhof mit mächtigen -alten Zypressen, und wenn wir diesen durchschreiten und dann auf einem -anmutigen Felsenpfade den Berg eine Viertelstunde hinansteigen, so -kommen wir zu den berühmten Wallfahrtsorten zweier mohammedanischer -Heiligen, Murad Abdal und Seid Nassir. Von hier genießen wir bei -Abendbeleuchtung eine der schönsten Aussichten über die ganze, zu -unseren Füßen liegende Stadt, über die weite grüne Ebene und über die -fernen Arganthoniosberge, die im Glanze der Abendsonne sich in das -zarteste rosige Gewand hüllen. - -Nicht weniger als 365 malerische Aussichtspunkte und anmutige -Spaziergänge zählen die Bewohner von Brussa mit Stolz in ihrer -herrlichen Umgebung auf, und ebenso groß soll auch die Zahl der -glänzenden Kuppeln, der Moscheen und Gruftkirchen sein, die aus dem -bunten Häusermeer der Stadt und aus den überall eingestreuten grünen -Gärten hervorragen. Doch ist wohl die Mehrzahl derselben jetzt halb -verfallen oder ganz zerstört. Immerhin dürften noch gegen 200 Kuppeln -vorhanden sein, und diese gehören nebst den schlanken Minaretten und den -uralten Zypressen zu den charakteristischen Zierden der Stadt. Die -weißen Minarette, die gleich hohen Marmorsäulen über die -metallglänzenden Kuppeln der Moscheen emporstreben, stehen in -lichtvollem Kontrast zu den düstern, schwarzgrünen Zypressen, welche -überall einzeln und gruppenweise in der Stadt und ihrer nächsten -Umgebung zerstreut sind. Nie habe ich gewaltigere und ehrwürdigere -Zypressen gesehen als hier in Brussa. Verglichen mit diesen mächtigen, -uralten Riesen, erschienen mir die berühmten Zypressen der Villa d'Este -in Tivoli bei Rom als schlanke Jünglinge. Überaus wirkungsvoll heben -sich ihre dichten, schwarzen Nadelpyramiden auf der lichtvollen und -farbenprächtigen Landschaft von Brussa ab, besonders wenn die -untergehende Sonne diese mit einem zauberhaften roten Glanze überzieht. - -Gleich allen anderen Städten des Orients ist auch Brussa im Innern viel -weniger anziehend als von außen. Doch zeichnen sich die engen Straßen -durch verhältnismäßige Reinlichkeit aus, und die blumenreichen Gärten -hinter den Häusern geben ihnen einen freundlichen Charakter. Die Stadt -zieht sich über eine Stunde lang am Olympabhange hin, ist aber kaum eine -Viertelstunde breit. Die Einwohnerzahl, früher weit über hunderttausend, -beträgt jetzt kaum 70000, darunter ungefähr 10000 Armenier, 6000 -Griechen und 3000 Juden. Auch einige deutsche Kaufleute leben in Brussa, -darunter ein Badenser, namens Schwab, der zugleich das Amt eines -deutschen Vizekonsuls vertritt. Wir lernten in ihm einen ebenso -liebenswürdigen als fein gebildeten und poetisch begabten Landsmann -kennen und denken mit Vergnügen an die höchst angenehmen Abende zurück, -die wir in seinem gastfreien Hause verlebten. Ganz besonders erfreut war -ich, in Herrn Schwab einen warmen Freund der »Natürlichen -Schöpfungsgeschichte« zu entdecken und zu hören, daß er dem -»Darwinismus« unter den Anwohnern des asiatischen Olympos schon manchen -Anhänger geworben hat. - -Unter den öffentlichen Gebäuden von Brussa sind vor allen die von den -ältesten Osmanen-Sultanen gegründeten Moscheen und Grabdenkmäler von -Interesse, sowohl durch ihren architektonischen Schmuck als durch die -daran geknüpften historischen Erinnerungen. Alle die älteren Herrscher -der Osmanen-Dynastie haben sich hier durch schöne Kuppeldome verewigt: -voran Osman, Ertoghruls Sohn, der als Gründer des Osmanenreichs sich -welthistorische Bedeutung erwarb; dann Orchan, der nach langer -hartnäckiger Belagerung im Jahre 1326 Brussa eroberte, kurz vor dem Tode -seines Vaters Osman; darauf Murad I., welcher den Schrecken der -türkischen Waffen nach Europa trug und 1389 in der siegreichen Schlacht -auf dem Amselfeld in Serbien fiel. Murads Sohn war Childrim Bajasid, der -»Blitzstrahl«, der gewaltige Krieger, der bis in das westliche Ungarn -vordrang, 1396 bei Nikopolis den deutschen Kaiser Sigismund schlug, -selbst aber 1402 in der furchtbaren Schlacht bei Angora von dem Mongolen -Timur geschlagen und gefangengenommen wurde. Auf Bajasid folgte sein -Sohn Mohammed I., auf diesem Murad II. und dann Mohammed II., der 1453 -Konstantinopel eroberte. Alle diese mächtigen Sultane des -Osmanenreiches, die das ganze Abendland mit ihrer furchtbar wachsenden -Macht in Schrecken setzten, haben in Brussa eine Zeitlang residiert und -Moscheen gestiftet; die meisten sind auch dort begraben. - -Auf der Ostseite der Stadt hat Childrim Bajasid seine Moschee erbaut, -durch edle Einfachheit ausgezeichnet. Daneben steht sein Grabmal, im -ältesten und einfachsten Stil der osmanischen Baukunst. Nicht weit davon -erhebt sich auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht die prachtvolle -Moschee Mohammeds I., die für die schönste des ganzen osmanischen -Reiches gilt. Polierte Platten von buntfarbigem Marmor schmücken die -Außenwände, so daß der Dom schon von fern wie ein Edelstein glänzt. Ein -wundervolles Tor, mit den zierlichsten Marmorarabesken, führt in das -Innere, das mit blauen und grünen Porzellanplatten getäfelt ist; darauf -prangen Koraninschriften in weißem Schmelz. Der Mirab (die Nische, worin -der Koran liegt) ist von rotem Marmor, mit Gold verziert. Auch die -Kuppeln und Minarettes dieser wundervollen Moschee waren ehedem ganz mit -grünem persischen Porzellan bekleidet, weshalb sie den Namen der »grünen -Moschee« erhielt. - -Am anderen Ende von Brussa, nahe dem westlichen Eingang, liegt an einem -höchst malerischen Platze, von hohen Platanen und Zypressen umgeben, die -»^Muradieh^«, die Moschee und Gruftkirche Murads II., daran stoßend ein -Dutzend Mausoleen, Kapellen und Schulen. In den Gruftkirchen hängen noch -Kleider und Waffen der Sultane und ihrer Familien. Auf den Sarkophagen -liegen schwarze Samtdecken, mit Silber und Gold gestickt, davor der -Koran und Gebetbücher in prächtigen alten Pergamentbänden mit feiner -Malerei. Reizend ist der Garten vor dieser Moschee, in welchem jetzt -eben Rosen, Lilien und Jasmin ihre Wohlgerüche ausströmen. - -Die größte Moschee von Brussa, auf dem höchsten Punkte der Stadt -gelegen, ist vom Sultan Murad I. angefangen, von seinem Sohn Bajasid I. -fortgeführt und erst von seinem Enkel Mohammed I. vollendet. Sie bildet -ein Quadrat von 200 Fuß Seitenlänge, und ihr Dach ist aus 19 Kuppeln -zusammengesetzt. An Stelle der zwanzigsten befindet sich ein mächtiges -kreisrundes Fenster und darunter ein großes viereckiges Wasserbecken, in -dem Forellen spielen; eine Eigentümlichkeit dieser Moschee. Mirab und -Estrade sind mit Marmorarabesken, Pfeiler und Wände mit seltsamen -Schriftzügen, Sprüchen aus dem Koran geschmückt. Früher wurde diese -Moschee in den Ramasannächten mit 700 Lampen erleuchtet. - -Viele von den Moscheen und den andern merkwürdigen Gebäuden Brussas, die -Hammer in seinem »Umblick auf einer Reise von Konstantinopel nach -Brussa« (1818) genau beschrieben hat, sind gelegentlich der wiederholten -Verheerungen der schönen Stadt durch Krieg, Feuersbrünste und Erdbeben, -insbesondere durch das letzte große Erdbeben von 1855, zerstört worden. -Unter den wohlerhaltenen Gebäuden sind besonders noch die warmen Bäder -zu erwähnen, schön gewölbte Kuppeldome, in denen mächtige warme Quellen -sprudeln. Diese Thermalquellen, sieben an der Zahl, brechen aus den -Tiefen des Olymp hervor; sie waren schon im Altertum wegen ihrer -Heilkraft berühmt und wurden vielleicht für Hannibal die Veranlassung, -hier die Stadt zu gründen, die er seinem Gastfreunde und Gönner, dem -Könige Prusias von Bithynien zu Ehren »Prusa« nannte. Noch jetzt werden -die Heilquellen Brussas alljährlich von mehreren tausend Patienten aus -allen Teilen des Orients besucht. In manche der Bäder werden heiße und -kalte Quellen nebeneinander geleitet und nach Bedürfnis in den -Marmorbassins gemischt. Die Temperatur ist teilweise ausnehmend hoch und -beträgt bei den vier mächtigen Hauptquellen 66 Grad R. - -Unter den Ausflügen, die wir von Brussa aus unternahmen, war der -weiteste und interessanteste die Ersteigung des Olymp. Am 26. April um 5 -Uhr morgens bestiegen wir die starken türkischen Bergpferde, welche uns -auf den ungefähr 8000 Fuß hohen Götterberg hinauftragen sollten. Zwei -berittene und bewaffnete Türken dienten uns als Führer und als Eskorte. -Der klare wolkenlose Himmel und die empfindlich kalte Morgenluft -versprachen uns einen schönen Tag, und sie hielten Wort. Nachdem wir die -Stadt am östlichen Ende verlassen und eine kurze Strecke durch -Weingärten geritten waren, führte uns ein steiler und steiniger Pfad in -dem Walde aufwärts, der als dichter grüner Mantel den ganzen unteren -Teil des gewaltigen Berges einhüllt. Der nördliche Abhang des Olymp -gliedert sich in drei verschiedene Terrassen, von denen die unterste -gegen 2000, jede der beiden oberen ungefähr 3000 Fuß hoch ist. Die -oberste Terrasse ist fast ohne Baumwuchs, die mittlere mit Nadelholz, -die untere mit Laubholz bedeckt; hier unten bestand auf unserem Wege der -Laubwald größtenteils aus edlen Kastanien und Nußbäumen, weiter oben -gesellten sich dazu viele Buchen und Eichen. Wilder Wein, Waldreben, -Brombeeren und andere Schlingpflanzen winden sich in zierlichen -Girlanden von Baum zu Baum und dichtes Efeugewand umschließt die -altersgrauen Stämme. Der Boden zwischen den Baumwurzeln ist mit einem -lachenden Teppich bunter Frühlingsblumen geziert: roten Anemonen, -violetten Hyazinthen, blauen Veilchen, gelben Ranunkeln und weißen -Narzissen. Der gelbe Jasminstrauch verbreitet mit seinen zierlichen -Blütentrauben ringsum balsamischen Duft. Der Weg führt eine lange -Strecke an dem steilen östlichen Rande des Gökdereh oder Himmelstales -empor, dessen gewaltiger Felsenkessel mit senkrecht abfallenden Wänden -in schwindelnder Tiefe zu unseren Füßen liegt. Die granitische -Felsenmasse des Olymp ist auf dieser ersten Terrasse zum größten Teile -von einem Gürtel von schiefrigem Gneiß umgeben, jedoch ist derselbe an -vielen Stellen von weißem Marmor durchsetzt. Auf der zweiten Terrasse -tritt fast überall der Granit zutage. Auf der dritten Terrasse ist der -rote Granit wieder vielfach von grauem und weißem Marmor bedeckt, der -auch den Gipfel bildet. - -Nachdem wir etwa eine Stunde lang an der oberen Kante der -Himmelsschlucht emporgestiegen waren, erreichten wir an der Grenze der -ersten und zweiten Terrasse einen sehr anmutigen Platz. Der Wald ist -hier auf eine ausgedehnte Strecke gelichtet und der quellenreiche -Felsboden mit üppigem Rasen bedeckt. Das Gebell großer zottiger -Wolfshunde, die uns entgegensprangen, lenkte unsere Blicke auf eine -Ziegenherde, die in einiger Entfernung am Felsenhang weidete, und -daneben wurden wir einige sonderbare Zelte von halbtonnenförmiger -Gestalt gewahr. Es waren die Sennhütten turkomanischer Hirten, die den -Sommer über auf den Abhängen des Olymp Alpenwirtschaft treiben. Im -Winter ziehen sie als unstete, halbwilde Nomaden in der Ebene umher. -Ihre Schafe und Ziegen sollen von den Herden Sultan Osmans abstammen, -der an 40000 Lämmer auf dem Olymp weiden ließ. - -Auf dieser Turkmenenplatte genossen wir einen herrlichen Rückblick über -die ganze grüne Ebene von Brussa, tief unten im Grunde der blaue See von -Jenischehr, rechts im Hintergrunde die schöne Bergkette des -Arganthonios, links jäh zu unserer Seite das großartige Gökdereh. Von -der Turkmenenplatte aufwärts führte uns der Weg fast drei Stunden lang -über die Granitgehänge der zweiten Terrasse, deren Walddecke meist aus -Nadelholz, größtenteils Edeltannen und Lärchenfichten, besteht. -Namentlich unter ersteren finden sich prachtvolle alte Stämme von -gewaltiger Höhe und Stärke, mit langen, grauen Bartflechten behangen. -Große Strecken des Forstes waren durch Waldbrände zerstört, und wie -riesige Gespenster ragten die nackten, gebleichten Stämme der hohen -Edeltannen mit ihren halbverkohlten Zweigen aus den üppigen -Farnkrautbüschen hervor, die sich auf der Brandstätte angesiedelt -hatten. Zwischen den Aschenhaufen und den umherliegenden verkohlten -Baumtrümmern sproßte neues reiches Pflanzenleben aus den Ruinen der -vorhergegangenen Generation empor. Hunderte von kleinen Bächen, von dem -schmelzenden Olymposschnee gespeist, rieselten zwischen den -Felsentrümmern, und mehrmals mußten unsere Pferde durch reißende -Bergwasser schreiten, deren schäumende Wellen bis zu unserem Sattel -emporreichten. - -Der gewaltige Bergspalt des Himmelstales, auf dessen östlichem Rande -sich unser Pfad bisher meistens hielt, findet jetzt seinen Abschluß -durch eine kolossale Mauer von himmelhohen Felswänden, die von dem -untern Rande der dritten Olympterrasse fast senkrecht abstürzen. - -Prächtige Wasserfälle schäumen donnernd zwischen den zerklüfteten -Granitpfeilern in die furchtbare Tiefe hinab und lösen sich unten in -feinen Wasserstaub auf. Üppige weiche Moospolster bekleiden die -hervorragenden Köpfe des triefenden Gesteins. Unser beschwerlicher Pfad -weicht der unersteiglichen Felsenmauer, die südwärts von uns liegt, aus -und wendet sich mehr gegen Osten, über einen zerklüfteten Abhang hinweg, -der über und über mit den großartigsten Felsentrümmern bedeckt ist. Die -riesigen Granitblöcke, die hier chaotisch durcheinander und übereinander -liegen, sind von früheren Reisenden treffend mit den Wurfgeschossen -verglichen, deren sich die Giganten bei ihrem mißlungenen Sturme auf die -Götterburg bedienten; oder auch mit den zerrissenen Gliedern der -Giganten selbst, die Jupiter mit seinem Blitzstrahl zerschmetterte und -in Stein verwandelte. - -Mühsam zwischen diesem Granitgetrümmer uns hindurchwindend, gelangen wir -zu einer steilen Felsentreppe, über welche unsere wackeren Rosse mit -bewunderungswürdiger Geschicklichkeit und Vorsicht hinanklettern. Nur an -wenigen Stellen müssen wir absteigen und den guten Tieren selbst mit -heraufhelfen. Nachdem wir die steilen, zum Teil in eine senkrechte -Felswand gehauenen Stufen glücklich erklommen haben, stehen wir -plötzlich vor einem neuen überraschenden Bilde. Vor uns liegt die dritte -Terrasse, eine ausgedehnte Hochebene, mit Tausenden von riesigen -Granitblöcken bedeckt, hier und da auch mit einigen niederen, ganz -verkümmerten Tannen. Über denselben aber steigt in erhabener Majestät -der gewaltige Dom des Olympgipfels auf, eine schön gewölbte Kuppe, von -oben bis unten in einen schimmernden Schneemantel gehüllt. Zu unserer -Rechten liegt am oberen Waldrande vorn ein kleiner, von Gebüsch -umgebener, Forellen enthaltender Alpensee. Mein Freund Körner hat diese -großartige Szenerie in einem prächtigen Ölbilde verewigt, das jetzt mein -Studierzimmer schmückt. - -In munterem Galopp reiten wir nun auf dem weichen Moosboden gerade auf -unser Ziel los. Doch nimmt der Wasserreichtum des von tausend Quellen -getränkten Hochmoores bald so sehr zu, daß unsere Rosse bei jedem -Schritte tief in den Schlamm sinken. Wir müssen absteigen und sie -vorsichtig hinter uns herziehen, bis wir wieder festen Granitboden unter -den Füßen haben. Wir begegnen hier einer langen Karawane von Eseln, die -in Zwerchsäcken Olymposschnee herabholen, in Brussa und Konstantinopel -die Hauptquelle für das schöne Fruchteis, das die Bewohner im heißen -Sommer erquickt. - -Langsam über eine fast geneigte, teilweise mit Schnee bedeckte Berglehne -aufsteigend, haben wir endlich um 10 Uhr den nördlichen Fuß des -kegelförmigen Gipfels erreicht. Hier liegt eine halb verfallene -steinerne Hütte, die im Sommer von turkmenischen Hirten bewohnt wird. -Sie erinnerte mich an die ^Casa inglese^ am Fuße des obersten -Aschenkegels des Ätna, in der ich im Oktober 1859 übernachtete, und an -die ähnliche Steinhütte, in der ich im November 1866 oben auf dem Pik -von Teneriffa rastete, bevor ich die Besteigung des obersten, damals -ebenfalls ganz mit Schnee bedeckten Kegels begann. Obgleich die elende -Turkmenenhütte uns wenig mehr als ein trockenes Plätzchen inmitten der -umgebenden Schneelandschaft gewährte, so war uns doch eine halbstündige -Rast in derselben nach dem ununterbrochenen, anstrengenden, -fünfstündigen Reiten und Klettern sehr willkommen. - -Wir zäumten unsere Pferde ab, breiteten die Satteldecken auf dem -zerfallenen Gemäuer aus und zündeten aus umherliegendem Wurzelwerk und -mitgebrachten Kohlen ein wohltuendes Feuer an. Bald kochte über -demselben ein kräftiger Kaffee, und mit ausgezeichnetem Appetit -verzehrten wir den Inhalt unserer Satteltaschen: olympischen Käse und -anatolische Hühnereier, Smyrnafeigen und zyprische Orangen. Der -treffliche rosenrote Feuerwein aus dem Olymphotel goß neue Kraft in -unsere ermüdeten Glieder. Während dieses herzerfreuenden Mahles -bewunderten wir den großartigen Ernst der Alpenlandschaft, die uns -umgab, und beratschlagten, ob und wie wir die Ersteigung des unmittelbar -vor uns liegenden Schneekegels bewerkstelligen könnten. Unsere Freunde -unten in Brussa hatten uns zwar vorher schon versichert, daß in dieser -Jahreszeit an eine Besteigung des Gipfels nicht zu denken sei und daß -wir des Schnees wegen höchstens bis zur dritten Terrasse kommen würden. -Auch wollten unsere Führer davon nichts wissen und verweigerten jeden -Versuch zur Mitwirkung; ja sie prophezeiten uns sogar sicheren Untergang -im Schnee, wenn wir unbegreiflicherweise auf den Gipfel klettern -wollten. Indessen lag der schneeblinkende Doppelgipfel so verlockend vor -uns, daß wir wenigstens den Versuch einer Ersteigung beschlossen, zumal -ein glücklicher Erfolg ähnlicher früherer Wagnisse uns ermutigte. War -ich den höheren und steileren Schneekegel des Pik von Teneriffa vor -sieben Jahren allein und gegen den Willen der Führer glücklich -hinaufgekommen, so mußte auch dieses, offenbar viel weniger schwierige -Unternehmen glücken; und so traten wir denn wohlgemut nach halbstündiger -Rast unsere Wanderung an. - -Das glückliche Gelingen mußte davon abhängen, ob die vor uns liegende -steile Schneewand, die in ununterbrochener Flucht von der Turkmenenhütte -bis zum Doppelgipfel aufstieg, zugänglich war; ob der Schnee weich genug -war, um darin festen Fuß zu fassen, hart genug, um nicht zu tief -einzusinken. In der Tat war dies der Fall, und wir konnten ohne Gefahr, -wenn auch nur langsam und beschwerlich, im Zickzack über die glänzende -Lehne emporsteigen. Unsere kleine Gesellschaft kam jedoch bald -auseinander, da sich jeder seinen eigenen Weg suchte. Ich hielt mich am -weitesten östlich, zog die kürzeste und steilste Richtung vor und hatte -nach anderthalbstündigem anstrengenden Klettern glücklich den höchsten -Gipfel erreicht; es war gerade 12 Uhr mittags. Eine halbe Stunde später -traf auch der Maler Körner oben ein, der sich seinen Pfad auf einer -etwas flacher geneigten Schneelehne gesucht und dadurch einen Umweg -gemacht hatte. Unsere anderen Reisegefährten, die eine ungünstigere, zu -sehr von der Sonne aufgeweichte Schneehalde betreten hatten, erreichten -die Höhe nicht und kehrten nach vergeblichen Versuchen zur -Turkmenenhütte zurück, wo unsere Führer bei den Pferden geblieben waren. - -Eigentümlich erhebend und großartig war die gewaltige Rundsicht, die wir -nun auf dem Gipfel des asiatischen Olymp, in ungefähr 8000 Fuß Höhe über -dem Meere, genossen, und die durch das herrlichste, klarste Sonnenlicht -begünstigt wurde. Wir standen auf einem anatolischen »Dreiherrenspitz«, -denn der Gipfel des Olympos bezeichnet die Grenze dreier Provinzen des -alten römischen Weltreiches. Bithynien im Norden und Osten, Phrygien im -Süden, Mysien im Westen. Vor allem großartig und prächtig ist der Blick -nach Norden, wo unser Auge über die grüne Ebene von Brussa und den -blauen Golf von Mudania hinüber auf das Marmarameer schweift, auf die -Prinzeninseln und weiter bis zum Bosporus, ja bis zu dem Häusermeer und -dem Kuppelwald von Konstantinopel, das wir eben noch erkennen können. -Westwärts erfreut sich das Auge an den herrlichen grünen Gefilden des -fruchtbaren und früher reich bevölkerten mysischen Küstenlandes, aus -denen die beiden großen Landseen von Apollonia und Manija wie zwei -blinkende Augen glanzvoll hervorschauen. Im Süden hingegen erblicken wir -weit und breit nur dunkles Waldgebirge, Kuppen über Kuppen gehäuft, die -Gipfel noch mit Schnee bedeckt, ohne eine Spur von menschlichen -Wohnsitzen. Ostwärts ist die Rundsicht großenteils durch die -benachbarten niederen Höhen des Olymprückens verdeckt. - -Welche Ereignisse vollzogen sich auf der welthistorischen Schaubühne, -welche unser Auge hier mit einem Blicke meilenweit überfliegt! Welche -Fülle der größten historischen Erinnerungen knüpft sich allein an die -Wasserstraße zu unseren Füßen, die gleich einem Zauberbande zwei -Weltteile trennt und verbindet! Hier führten Xerxes und Darius ihre -persischen Heeresmassen nach Griechenland hinüber; hier traten die -römischen Legionen von Europa nach Asien über, um die Königreiche von -Bithynien und Mysien der Universalherrschaft Roms zu unterwerfen; aus -demselben Boden sammelten die ersten Osmanensultane, deren Wiege in -Brussa stand, ihre Türkenheere, die in kurzer Zeit der Schrecken Europas -wurden; und ebenda strömten wiederum die bunten Scharen der Kreuzfahrer -aus allen Landen Europas nach dem »Heiligen Lande«, um das leere Phantom -der Grabeskirche zu erobern! - -Nachdem wir uns an dem wunderbaren Panorama gesättigt und die daran sich -knüpfenden Erinnerungen in raschem Phantasiefluge an uns hatten -vorüberziehen lassen, warfen wir noch einen Blick auf die nächste -Umgebung, auf die weißen Marmorblöcke, die den Gipfel des Olymp -bedecken, und auf die winzige Alpenflora, die zwischen denselben den -Boden bekleidet. Da erkannten wir, unter der Schneedecke versteckt, -zierliche kleine Saxifragen und Gentianen, niedliche Kruziferen und -Primeln, Alpenpflanzen, deren schöne, farbenreiche Blüten im Hochsommer -den Gipfel des Götterberges mit buntem Schmucke zieren. Gegenwärtig -waren nur das im Winterschlaf versunkene Kraut der Zwergflora sichtbar -und trockene Früchte aus dem vorigen Jahre. Aber ein Schwarm von -niedlichen roten, schwarz getüpfelten Marienkäferchen (^Coccionella^) -tummelte sich im Sonnenschein auf dem schneebedeckten Rasen. Auch eine -der beliebtesten und am meisten charakteristischen Pflanzen unserer -Hochalpen fehlte nicht: das Edelweiß, oder doch eine diesem nahe -verwandte, mit weitem Filz bedeckte ^Gnaphalium^-Art. - -Als bleibendes Andenken an die gelungene Olympbesteigung schlug ich mir -die Spitze des am höchsten vorragenden Marmorblockes ab und steckte sie -zu den Alpenpflanzen in die Wandertasche; vertrauend, daß Vater Zeus -darüber nicht zürnen werde, wenn sein Götterberg um einen halben Fuß -niedriger ist. Dann trat ich mit meinem Gefährten Körner wohlgemut den -Rückweg an. Über die glatte Schneewand herabrutschend, waren wir in -kurzer Zeit wieder bei der Turkmenen-Hütte und banden uns hier noch -einen schönen Strauß von den bunten Blumen, die unmittelbar am Rande des -schmelzenden Schnees blühten: gelber und violetter Safran (^Crocus^), -blaue Meerzwiebel (^Scilla^) und rote Aurikeln (^Primula^). Dann setzten -wir uns wieder zu Pferde, genossen auf dem Rückwege, der mit mehr Muße -zurückgelegt wurde, noch eine prachtvolle Abendbeleuchtung und waren um -8 Uhr abends wieder in Brussa. - - Ende. - - - - - Natur und Mensch. - Inhalt. - - - Seite - Einleitung: Ernst Haeckel 3 - Natur und Mensch: 23 - I. Inhalt und Bedeutung der Abstammungslehre 25 - II. Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden 51 - III. Die Gasträatheorie 89 - IV. Erfahrung und Erkenntnis 119 - V. Arabische Korallen 138 - VI. Brussa und der asiatische Olymp 159 - - - - - - - Georg Reimer, Berlin W. 35. - - Ernst Haeckel - - Natürliche Schöpfungsgeschichte. - - Gemeinverständliche wissenschaftliche Vorträge über die - Entwicklungsgeschichte. - - Ausgabe in einem Bande. Mit 30 Tafeln. Geb. 8 M. - - Prinzipien der Generellen Morphologie der Organismen. - - Wörtlicher Abdruck eines Teiles der 1866 erschienenen Generellen - Morphologie. (Allg. Grundzüge der organischen Formen-Wissenschaft - mechanisch begründet durch die von Charles Darwin reformierte - Deszendenz-Theorie.) - - Mit einem Porträt. Geheftet 12 M. Halbfranz geb. 14 M - - Systematische Phylogenie. - - Entwurf eines natürlichen Systems der Organismen auf Grund - ihrer Stammesgeschichte. - - 1. Teil: Protisten und Pflanzen. 10 M. - 2. Teil: Wirbellose Tiere (Invertebrata). 17 M. - 3. Teil: Wirbeltiere (Vertebrata). 16 M. - - Drei Halbfranzbände gebunden 49 M. - - Arabische Korallen. - - Ein Ausflug nach den Korallenbänken des Roten Meeres und ein - Blick in das Leben der Korallentiere. Populäre Vorlesung mit - wissenschaftlichen Erläuterungen. - - Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 20 Holzschnitten. Geheftet - 15 M. - - Selektionsprinzip - und Probleme der Artbildung. - - Ein Handbuch des Darwinismus - von - Dr. Ludwig Plate - Professor der Zoologie an der Landw. Hochschule und an der - Universität Berlin. - - Dritte, sehr vermehrte Auflage. - - Mit 60 Figuren im Text. - - VIII u. 493 S. Gr. 8. Geh. M 12.--, in Leinen geb. M 13.-- - - Von allen neueren Arbeiten über die Selektionstheorie ist - vorliegende unstreitig die bedeutendste ... Zum Schlusse möchten - wir noch auf den Gegensatz dieser im besten Sinne - wissenschaftlichen Kritik zu den tendenziösen Entstellungen - Fleischmanns, Dennerts usw. hinweisen, ein Gegensatz, der so - auffallend ist, daß selbst der Laie sofort sehen wird, zu wessen - Führung er am meisten Vertrauen haben darf. - - Die Umschau. - - Einführung - in die Vererbungswissenschaft. - - In zwanzig Vorlesungen für Studierende, - Ärzte, Züchter von - Dr. Richard Goldschmidt - a. o. Professor der Zoologie an der Universität München. - - Mit 161 Abbildungen im Text. - - IX u. 502 S. gr. 8. Geh. M 11.--; in Leinen geb. M 12.25. - - Das fesselnd und klar geschriebene Buch muß dringend allen denen - empfohlen werden, welche in die moderne Ausgestaltung der - Vererbungslehre, ihre Methoden, Ergebnisse und theoretischen - Vorstellungen eindringen wollen. - - Zentralbl. f. Physiologie. - - Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage - Wilhelm Engelmann in Leipzig. - - Anthropogenie - oder Entwickelungsgeschichte - des Menschen. - - Keimes- und Stammesgeschichte - von - Ernst Haeckel. - - Sechste, verbesserte Auflage. - - Zwei Teile: - - Erster Teil: - Keimesgeschichte oder Ontogenie. - - Zweiter Teil: - Stammesgeschichte oder Phylogenie. - - Mit 30 Tafeln, 512 Textfiguren und 60 genetischen Tabellen. - In zwei Leinenbänden M 20.--; in zwei Halbfranzbänden M - 24.--. - - Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage - Wilhelm Engelmann in Leipzig. - - Reclams Universal-Bibliothek. - - Preis jeder Nummer 20 Pfennig. - - Bücher der Naturwissenschaft - herausgegeben von Prof. Dr. Siegmund Günther. - - 1. Band. Grundriß der Naturphilosophie v. Prof. Dr. Wilh. - Ostwald. Mit dem Bildnis des Verfassers. Nr. 4992/93. Geb. 80 Pf. - In Leder- od. Pergamentbd. M. 1.50. - - 2. Band. Geschichte d. Naturwissenschaften v. Prof. Dr. Siegm. - Günther. Erster Teil. Mit dem Bildnis des Verfassers, 2 farbigen - u. 4 schwarzen Tafeln. Nr. 5069/70. - - 3. Band. Geschichte d. Naturwissenschaften v. Prof. Dr. Siegm. - Günther. Zweiter Teil. Mit 2 farbigen und 8 schwarzen Tafeln. Nr. - 5071-74. (1. u. 2. Teil zus. in 1 Band geb. M. 1.50. In Lederbd. - M. 2.50.) - - 4. Band. Strahlungserscheinungen, Ionen, Elektronen und - Radioaktivität von Dr. G. Bugge. Mit 4 Tafeln und 20 Zeichnungen - im Text. Nr. 5151/52. Geb. 80 Pf. In Lederband M. 1.50. - - 5. Band. Licht und Farbe v. Prof. Dr. Rob. Geigel. Mit 1 Porträt, - 4 bunten Tafeln u. 75 Zeichnungen im Text. Nr. 5188-90. Geb. 1 M. - In Lederband M. 1.75. - - 6. Band. Der Sternenhimmel v. Prof. Dr. I. B. Messerschmitt. Mit - dem Bildnis des Verfassers, 4 farbigen, 9 schwarzen Tafeln und 24 - Zeichnungen im Text. Nr. 5228-30. Geb. M. 1.--. In Lederband M. - 1.75. - - 7. Band. Die Abstammungslehre v. Prof. Dr. Kurt Lampert. Mit dem - Bildnis des Verfassers, 4 bunten, 7 schwarzen Tafeln und 9 - Abbildungen im Text. Nr. 5241-43. Geb. M. 1.--. In Lederband M. - 1.75. - - 8. Band. Die chemischen Grundstoffe v. Dr. Max Speter. Mit 4 - bunten, 6 schwarzen Tafeln und 10 Figuren im Text. Nr. 5269/70. - Geb. 80 Pf. - - 9. Band. Die Elektrizität von Prof. Franz Adami. Erster Teil. Mit - einem Porträt, 4 schwarzen Tafeln und 29 Textfiguren. Nr. - 5298/99. - - 10. Band. Die Wärme v. Robert Geigel. Mit 4 Tafeln und 32 - Zeichnungen im Text. Nr. 5321-23. Geb. M. 1.--. In Leder- oder - Pergamentband M. 1.75. - - 11. Band. Chemie u. Technik v. Dr. Günther Bugge. Mit 7 Tafeln - und 14 Zeichnungen im Text. Nr. 5348-50. Geb. M. 1.--. In Leder- - oder Pergamentband M. 1.75. - - Miniatur-Ausgaben - in modernen Leinenbänden aus Reclams - Universal-Bibliothek - - Pf. - - Abaelard u. Heloise, Briefwechsel 100 - Achleitner, Eisenbahnstreik 80 - Adami, Die Elektrizität 150 - Adlersfeld-Ballestrem, Violet 80 - Aeschylos, Sämtliche Dramen 150 - Albrecht, Abriß der römischen Literaturgeschichte 120 - Albumblätter 60 - Alt, Das Klima 80 - Alexis, Cabanis. 2 Bände 220 - --, Hosen d. Herrn v. Bredow 100 - --, Der Roland von Berlin 175 - --, Der Werwolf 120 - --, Der falsche Woldemar. 2 Bde. je 100 - Andersen, Bilderbuch ohne Bilder 60 - --, Glückspeter 60 - --, Der Improvisator 120 - --, Nur ein Geiger 120 - --, Sämtliche Märchen. 2 Lnbde. 250 - --, O. Z. 100 - -- Sein oder Nichtsein 100 - Anschütz, Erinnerung. aus dessen Leben und Wirken 100 - Anthologie, Griechische 120 - Apel u. Laun, Gespensterbuch 150 - Archenholtz, Gesch. d. 7 jähr Krieg. 120 - Ariosto, Rasender Roland. 2 Bde. 225 - Aristoteles, Die Poetik 60 - --, Verfassung von Athen 60 - Arndt, Erinnerungen 100 - --, Gedichte 80 - --, Wanderungen mit Stein 80 - Arnim, Bettina von, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde 150 - Arnim-Brentano, Des Knaben Wunderhorn 175 - Arnold, Die Leuchte Asiens 80 - Auerbach, Barfüßele 100 - --, Die Frau Professorin 80 - --, Diethelm von Buchenberg 100 - --, Joseph im Schnee 80 - Augustinus, Bekenntnisse 120 - - Balzac, Die Chouans 120 - --, Die Frau von 30 Jahren 80 - Bandlow, Stratenfegels. 5 Bände zus. in 1 Band 150 - --, Lustig Tügs. 5 Bde. zus. in 1 Bd. 150 - Bartels, Hebbel-Biographie 60 - Basedows Vorstellung an Menschenfreunde 60 - Baudelaire, Gedichte u. Skizzen 60 - Beecher-Stowe, Onkel Toms Hütte 150 - Beetschen, Flegeljahre der Liebe 60 - Beitzke, Geschichte des Russischen Krieges im Jahre 1812 120 - Bell, Jane Eyre 150 - Bellamy, Ein Rückblick 80 - --, Dr. Heidenhoffs Wunderkur 60 - --, Miß Ludingtons Schwester 80 - Benzmann, Mod. deutsche Lyrik 150 - Bérangers Lieder 80 - Berges, Amerikana. Bd. 1-5 zus. 150 - Bern, Deklamatorium 150 - Bernhard, Die Glücklichen 60 - Bierbaum, Reife Früchte 80 - Bier-Komment (Tascheneinband) 40 - Biernatzki, Die Hallig 80 - Bismarck, Goldene Worte 60 - --, Reden. 13 Bände je 100 - Bismarcks Humor 60 - Björnson, Erzählungen 175 - --, Schauspiele 225 - Bleibtreu, Bei Jena u. a. Nov. 60 - --, Friedrich d. Große bei Kolin 80 - Blumauer, Aeneis 80 - Blumenthal, Scherzgedichte 60 - Blüthgen, Aus gärender Zeit 120 - Bock, Meßfahrt u. and. Novellen 60 - Boëtius, Tröstungen d. Philos. 80 - Bojardo, Verliebt. Roland. 2 Bde. 225 - Boner, Der Edelstein 80 - Börne, Skizzen u. Erzählungen 100 - Börner, Raimund-Biographie 60 - Bötticher, Alfanzereien 60 - --, Allerlei Schnick-Schnack 60 - --, Allotria 60 - --, Neue Allotria. (Illustr.) 60 - --, Weiteres Heiteres 60 - --, Leichte Ware 60 - --, Humoristisches Allerlei. Zus. geb. in 2 Bänden je 120 - Bourget, Der Luxus der Andern 80 - Boy-Ed, Aus Tantalus Geschlecht 120 - Boyesen, Faust-Kommentar 80 - Brachvogel, Friedem. Bach. 2 Bde. je 100 - Brant, Narrenschiff 80 - Bremer, Die Nachbarn 120 - --, Friedrich, Musiklexikon 175 - Brendicke, Bilder aus der Geschichte der Leibesübungen 80 - Brentano, Heitere Geschichten. Bd. 1-5 zus. in 1 Band 150 - Bret Harte, Gabriel Conroy 150 - --, Kalifornische Erzählungen. 2 Bände je 120 - --, Geschichte einer Mine 80 - --, Thankful Blossom 60 - Briesen, Gemütsmenschen. 1. u. 2. Band zus. in 1 Band 80 - Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks 120 - Brinckman, Kasper-Ohm un ick 80 - Brücke, Säugetierorganismus 175 - Brugsch, Aus dem Morgenlande 80 - Brümmer, Lexikon deutsch. Dichter bis Ende des 18. Jahrh. 150 - --, Lexikon der deutschen Dichter des 19. Jahrh. 8 Bde. je 150 - Bruno, Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen 80 - Buchanan, Der Deserteur 120 - Bücher der Naturwissenschaft. Hrsg. v. Prof. Dr. S. Günther: - Bd. 1. Ostwald, Naturphilosophie 80 - " 2/3. Günther, Geschichte der Naturwissenschaft 150 - " 4. Bugge, Strahlungserschein. 80 - " 5. Geigel, Licht und Farbe 100 - " 6. Messerschmitt, Sternenhimmel 100 - " 7. Lampert, Abstammungslehre 100 - " 8. Speter, Chem. Grundstoffe 80 - " 9. u. 14. Adami, Elektrizität 150 - " 10. Geigel, Wärme 100 - " 11. Bugge, Chemie u. Technik 100 - " 12. Alt, Klima 80 - " 13. Messerschmitt, Physik der Gestirne 100 - " 14. s. Bd. 9. - " 15. Lampert, Vom Keim zum Leben 100 - " 16. Wieleitner, Schnee und Eis der Erde 100 - " 17. Speter, Chem. Verwandtsch. 80 - " 18/19. Hempelmann, Wirbeltierkörper 150 - " 20. Pahde, Meereskunde 100 - " 21. Leiser, Welt der Kolloide 80 - " 22/23. Brücke, Säugetierorg. 175 - " 24. Halbfaß, Süßwass. d. Erde 100 - Buddhas Leben und Wirken 100 - Bugge, Chemie und Technik 100 - --, Strahlungserscheinungen (Radioaktivität) 80 - Bülows Reden. 4 Bde. je 100 - Bulwer, Eugen Aram 150 - --, Nacht und Morgen 150 - --, Pelham 150 - --, Rienzi 150 - --, Die letzten Tage von Pompeji 150 - Bürger, Gedichte 100 - --, Münchhausens Abenteuer 60 - Burnett, Lord Fauntleroy 80 - Burns' Lieder und Balladen 60 - Busch, Gedichte 60 - Busse, Der dankb. Heilige u. a. Nov. 60 - Byron, Briefe 100 - --, Gesang. v. Chillon. -- Mazeppa 60 - --, Der Gjaur 60 - --, Der Korsar 60 - --, Manfred 60 - --, Ritter Harold 80 - - Calderon, Das Leben ein Traum 60 - Camoes, Die Lusiaden 100 - Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche 100 - in der Geschichte - Carmen Sylva, Aus dem Leben 60 - Cäsar, Der Bürgerkrieg 80 - --, Der Gallische Krieg 100 - Cervantes, Don Quijote. 2 Bde. 250 - Chamisso, Gedichte 120 - --, Peter Schlemihl 60 - Chateaubriand, Atala. -- René. -- Der letzte Abencerrage 80 - Cherbuliez, Reich geworden 100 - Chiavacci, Wiener Bilder 80 - Cholmondeley, Diana 120 - Chop, Richard Wagners Tondramen. Komplett in 2 Bänden 300 - --, Beethovens Symphonien 100 - Cicero, Gespräche in Tuskulum 100 - Claudius' Ausgewählte Werke 150 - Cölestin, Forsthausgeschichten 80 - Collius, Ohne Namen 150 - Cooper, Der letzte Mohikan 100 - --, Der Spion 100 - Cornelius, Peter, Gedichte 60 - Cremer, Holländische Novellen 150 - Çûdraka, Vasantasênâ 80 - - Dadone, Wie ich z. mein. Frau kam 80 - Damm, Arthur Schopenhauer 100 - Dante, Göttliche Komödie 150 - --, Das Neue Leben 60 - Darwin, Die Abstammung des Menschen. 2 Bde. je 150 - --, Entstehung der Arten 175 - Daudet, A., Briefe a. mein. Mühle 80 - --, Fromont jun. & Risler sen. 100 - --, Jack 175 - --, Künstler-Ehen 60 - --, Tartarin aus Tarascon 60 - --, E., Die Frau des Botschafters 120 - Daumer, Hafis 80 - David, Der Bettelvogt u. a. Erz. 60 - --, Ein Poet u. a. Erzählungen 60 - Davids, Der Buddhismus 80 - Defoe, Robinson Crusoe 100 - Denison, So'n Mann wie mein Mann 80 - Descartes, Methode des richtigen Vernunftgebrauchs 60 - Dessauer, Götzendienst 100 - Detmold, Randzeichnungen. -- Anleitung zur Kunstkennerschaft 60 - Deutscher Minnesang 80 - Dickens, Copperfield. 2 Leinenbde. 225 - --, Dombey & Sohn. 2 Bde. je 150 - --, Harte Zeiten 100 - --, Heimchen am Herde 60 - --, Der Kampf des Lebens 60 - --, Klein Dorrit. 2 Leinenbände 250 - --, Londoner Skizzen 120 - --, Martin Chuzzlewit. 2 Leinbde. 225 - --, Nikolas Nickelby. 2 Leinenbde. 225 - --, Oliver Twist 120 - --, Die Pickwickier. 2 Lnbde. 200 - --, Zwei Städte 120 - --, Die Silvester-Glocken 60 - --, Der Verwünschte 60 - --, Der Weihnachtsabend 60 - --, Weihnachtsgeschichten in 1 Bd. 150 - Diers, Frau Elsbeth 80 - Dittrich, Tages-Chronik v. 1870/71 80 - Dokumente zur Geschichte des Krieges 1914/15. 3 Bände je 60 - Dombrowski, Grüne Brüche. 2 Bde. je 60 - Donnelly, Cäsars Denksäule 100 - Dostojewskij, Erzählungen 60 - --, Memoiren aus einem Totenhaus 100 - --, Schuld und Sühne 150 - Doyle, Onkel Bernac 80 - Droste-Hülshoff, Gedichte 120 - Dufresne, Damespiel 80 - --, Schachaufgaben. 5 Teile je 80 - --, Schachmeisterpartien. 1. Teil (2.-4. s. Mieses) 80 - --, Schachspiel 150 - Dumas, Die drei Musketiere 175 - --, Zwanzig Jahre später. 2 Bde. 250 - - Eberhard, Hannchen und die Küchlein 60 - Eckermann, Gespräche m. Goethe 175 - Eckstein, Der Besuch im Karzer 60 - Edda. Deutsch von Wolzogen 120 - v. Eichendorff, Gedichte 100 - --, Aus d. Leben e. Taugenichts 60 - --, Marmorbild. -- Schloß Dürande 60 - Ekkehard von St. Gallen, Das Waltharilied 60 - Eliot, Adam Bede 175 - --, Die Mühle am Floß 175 - --, Silas Marner 80 - Emerson, Essays 80 - --, Repräsentanten des Menschengeschlechts 80 - Enking, Heine Stölting u. a. Erz. 60 - Eötvös, Der Dorfnotar 150 - Epiktets Handbüchlein d. Moral 60 - Erckmann-Chatrian, Freund Fritz 80 - --, Geschichte eines Anno 1813 Konskribierten 80 - --, Waterloo 80 - --, Geschichte e. Anno 1813 Konskribierten u. Waterloo in 1 120 - Bd. - Ernst, Vom Strande des Lebens 60 - Etlar, Vendetta 80 - Eulenspiegel 80 - Euler, Algebra 120 - Ewald, Bilder aus dem Tier- und Pflanzenleben 60 - --, Streiflichter 60 - Eyth, Berufstragik 80 - - Felder, Liebeszeichen 60 - Ferry, Der Waldläufer. 2 Bde. 225 - Feth, Gedichte 60 - Feuchtersleben, Diätetik d. Seele 60 - Feuerbach, Wesen d. Christentums 150 - Feuerwehrliederb. (Tascheneinbd.) 40 - Fichte, Bestimmung d. Menschen 80 - --, Reden an die deutsche Nation 80 - Fielding, Tom Jones. 2 Bde. 225 - Fischart, Die Flohhatz 60 - Flaubert, Madame Bovary 150 - --, Salambo 120 - Fleming, Ausgewählte Dichtungen 80 - Flygare-Carlen, Rose von Tistelö 150 - Fofanow, Gedichte 60 - Forster, Ansichten vom Niederrhein. 3 Teile. Zus. geb. 175 - Fouqué, Undine 60 - France, Prof. Bonnards Schuld 80 - Franklins Leben 80 - Französische Lyrik 150 - Faungruber, Ausseer G'schichten 80 - Freidanks Bescheidenheit 80 - Freiligrath, Gedichte 80 - Frenzel, Das Abenteuer 60 - --, Die Berliner Märztage und andere Erinnerungen 60 - --, Der Hausfreund 60 - --, Die Uhr 60 - Freund, Rätselschatz 150 - Fried, Lexikon deutscher Zitate 100 - --, Lexikon fremdsprachl. Zitate 100 - Friedrichs des Großen ausgewählte Briefe 120 - Fritze, Indische Sprüche 60 - - Gaedertz, Fritz Reuter-Biogr. 80 - Gallet, Kapitän Satan 120 - Gaudy, Schneidergesell 60 - --, Venezianische Novellen 100 - Geibel, Gedichte 100 - Geigel, Licht und Farbe 100 - --, Die Wärme 100 - Geiger, A., Der Blitz -- Die Trommel 80 - --, L., Chamisso-Biographie 60 - Geijer, Gedichte 60 - Gellert, Fabeln u. Erzählungen 80 - --, Oden und Lieder 60 - Gensichen, Zu den Sternen! 80 - George, Fortschritt und Armut 150 - Gerhard, Die Stangenjäger u. andere Erzählungen 60 - Gerhardts geistliche Lieder 100 - Gerstäcker, Unter dem Äquator 150 - --, Flußpiraten des Mississippi 150 - --, Der Kunstreiter 120 - --, Die Regulatoren in Arkansas 150 - Gerstmann, Der Mühlhofbauer 60 - Gesetze: s. unter Reichsgesetze, Preußische, Österreichische - und Schweizerische Gesetze. - Gilm, Gedichte 120 - Girschner, Musikal. Aphorismen 60 - Gleim, Ausgewählte Werke 80 - Glümer, Schröder-Devrient 80 - Gobineau, Asiatische Novellen 80 - --, Reisefrüchte 80 - --, Die Renaissance 150 - --, Das Siebengestirn 120 - --, Die Tänzerin von Schemacha 60 - Gogol, Phantasien u. Geschichten 120 - Goldsmith, Der Landprediger von Wakefield 80 - Gorjkij, Erzählungen 175 - Goethe, Egmont 60 - --, Faust. 2 Teile in 1 Band 80 - --, Gedichte. In Leinen, 2 Bde. je 150 - --, Götz von Berlichingen 60 - --, Hermann und Dorothea 60 - --, Iphigenie auf Tauris 60 - --, Dramatische Meisterwerke (Götz von Berlichingen. Egmont. 100 - Iphigenie auf Tauris. Tasso) - --, Reineke Fuchs 60 - --, Torquato Tasso 60 - --, Werthers Leiden 60 - --, Briefe an Frau Charlotte von Stein 175 - Goethe u. Zelter, Briefwechsel. 3 Bände je 150 - Goethe-Schiller Xenien 80 - Goethes Mutter, Briefe 100 - Gottfried v. Straßburg, Tristan und Isolde 175 - Gotthelf, Uli der Knecht 100 - --, Uli der Pächter 120 - Gottschall, H. Schachaufg. 2 Teile je 80 - --, R., Deutsche Lyrik d. 19. Jahrhdts. bis zur modernen Ära 150 - --, Grabbe-Biographie 60 - --, Lenau-Biographie 60 - --, Schiller-Biographie 80 - --, Die Rose vom Kaukasus 60 - Grabein, Der tolle Hans 80 - --, Wildwasser 60 - Gracians Handorakel 80 - Greinz, Lust. Tiroler Geschichten 60 - Grillparzer, Gedichte 80 - Grimm, Brüder, 50 Märchen (mit 12 Bildern) 80 - --, Sämtl. Märchen 1. u. 2. Bd. 175 - --, -- 3. Bd. 150 - --, M., Aus der Kinderstube 60 - Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplizissimus 150 - Groller, Detektiv Dagoberts Taten und Abenteuer. 2 Bände je 100 - --, Vom kleinen Rudi 60 - Grosse, Novellen des Architekten 60 - Grossi, Marco Visconti 120 - Grün, Anastasius, Gedichte 80 - --, Spaziergänge e. Wiener Poeten 60 - Gruppe, O. F., Gedichte 80 - Gudrun. Deutsch von Junghans 80 - Gundlach, Französische Lyrik 150 - --, 1000 Schnadahüpfln 80 - Gunkel, Ohne Heim 80 - Günther, Joh. Chr., Gedichte 80 - --, Sigm., Geschichte der Naturwissenschaften 150 - Gussew und Spiro, Gespräche mit Graf Leo Tolstoi 60 - Gutzkow, Ausgewählte Novellen 80 - --, Der Königsleutnant 60 - --, Urbild des Tartüffe 60 - --, Uriel Acosta 60 - --, Zopf und Schwert 60 - - Haarhaus, Goethe-Biographie 100 - Habberton, Allerhand Leute 80 - --, Frau Marburgs Zwillinge 60 - --, Andrer Leute Kinder 100 - --, Helenes Kinderchen 80 - --, Helenes Kinderchen u. Andrer Leute Kinder in 1 Band 150 - Hackländer, Augenblick d. Glücks 100 - --, Handel und Wandel 100 - --, Soldatenleben im Frieden 80 - Haeckel, Natur und Mensch 80 - Haek, Phantasie- u. Lebensbilder 60 - Hagedorn, Poetische Werke 100 - Hagen, Norika 80 - Halbfaß, Süßwasser der Erde 100 - Hals oder Peinliche Gerichtsordnung 60 - Hamm, Wilhelm, Gedichte 60 - Hammer, Schau um dich 60 - Hansjakob, Der Theodor 60 - Hartmann, Krieg um den Wald 80 - Hartmann v. Aue, Gregorius 60 - --, Der arme Heinrich 60 - Hauff, Die Bettlerin 60 - --, Lichtenstein 100 - --, Der Mann im Monde 80 - --, Märchen 100 - --, Memoiren des Satan 100 - --, Phantasien 60 - Haug, Sinngedichte 60 - Haushofer, Der Floßmeister. -- Scharka 60 - Häusser, Freiheitskriege. 1. Band 120 - --, -- 2. Band 175 - --, Völkerschlacht b. Leipzig 1813 60 - Hebbel, Gedichte 120 - --, Die Nibelungen 80 - Hebel, Allemannische Gedichte 60 - --, Schatzkästlein 80 - Hegel, Philosophie der Geschichte 150 - Heiberg, Die Andere. -- Einmal im Himmel 80 - Hein, Adalbert Stifter 60 - Heine, Atta Troll -- Deutschland 60 - --, Buch der Lieder 80 - --, Neue Gedichte 60 - --, Die Harzreise 60 - --, Romanzero 80 - Heliand 80 - Helmer, Prinz Rosa-Stramin 60 - Hempelmann, Der Wirbeltierkörper. 1. u. 2. Teil zus. in 1 Bd. 150 - Herbart, Allgemeine Pädagogik 80 - --, Pädagogische Vorlesungen 80 - Herder, Der Eid 60 - --, Schulreden 80 - --, Stimmen der Völker 100 - Hermannsthal, Ghaselen 60 - Herodotos Geschichten. 2 Bände 200 - Herold, Zenab 80 - Herrig, Gesamm. Aufsätze über Schopenhauer 60 - Hertz, König Renés Tochter 60 - Hertzka, Reise nach Freiland 80 - Herwegh, Gedichte eines Lebendigen 80 - Herzog, Komödien des Lebens 80 - Hesekiel, Das Buch vom Fürsten Bismarck. 2 Bände 200 - Heyden, Das Wort der Frau 60 - Heyse, Paul, Zwei Gefangene 60 - --, König Saul 60 - Hilfsbuch, engl.-franz.-deutsches 150 - Hille, Aus d. Heiligtum d. Schönh. 60 - Hiob, Das Buch 100 - Hippel, Über die Ehe 80 - Hitopadesa 100 - Hocking, Im Kampfe m. d. Schicksal 100 - Hoefer, Erzählgn. e. alt. Tambours 60 - Hoffmann, Elixiere des Teufels 100 - --, Kater Murr 120 - --, Klein Zaches 60 - --, Kreisleriana 80 - Hoffmann v. Fallersleben, Ausgewählte Gedichte 80 - --, Kinderlieder 60 - Hölderlin, Gedichte 60 - Hollaender, Der Pflegesohn und zwei andere Novellen 60 - Holtei, Der letzte Komödiant 175 - --, Schlesische Gedichte 120 - --, Die Vagabunden. 2 Bände 240 - Hölty, Gedichte 60 - Holzamer, Der Held u. a. Nov. 60 - Homer, Werke. Von Voß (Ilias, Odyssee) 150 - --, Ilias 100 - --, Odyssee 100 - Hopfen, Der Böswirt 60 - --, Mein Onkel Don Juan 120 - Horaz Werke. Von Voß 80 - Hufeland, Makrobiotik 120 - Hugo, Victor, Notre-Dame 175 - Humboldt, A. v., Ansicht d. Natur 100 - --, W. v., Briefe an eine Freundin 150 - Hume, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand 80 - Hunt, Leigh, Liebesmär von Rimini. Deutsch v. Meerheimb 60 - Hutten, Gesprächsbüchlein 80 - - Jacobsen, Niels Lyhne 80 - --, Sechs Novellen 60 - Jahn, Deutsches Volkstum 80 - --, Kleine Schriften 80 - --, u. Eiselen, Deutsche Turnkunst 80 - Japanische Novellen u. Gedichte 60 - Ibsen, Brand 80 - --, Gedichte 60 - --, Gesammelte Werke. 4 Lbd. je 150 - Iden-Zeller, 12000 Kilometer durch Sibirien 60 - Jean Paul, Flegeljahre 120 - --, Hesperus. 2 Leinenbde. 200 - --, Immergrün &c. 60 - --, Der Jubelsenior 80 - --, Dr. Katzberger 80 - --, Der Komet 120 - --, Levana 100 - --, Quintus Fixlein 80 - --, Siebenkäs 120 - --, Titan. 2 Leinenbände 225 - Jensen, H., Schatten d. Schlachtfeldes 80 - --, Wilh., Erbin von Helmstede 100 - --, Hunnenblut 60 - Jerome, Die müßigen Gedanken eines Müßigen 80 - Jerrold, Frau Kaudels Gardinenpredigten 80 - Jesaja, Buch vom Propheten 100 - Ifflands Briefwechsel 100 - Immermann, Die Epigonen 150 - --, Münchhausen 175 - --, Der Oberhof 100 - --, Tristan u. Isolde 100 - --, Tulifäntchen 60 - Joëls Kochbuch 120 - Jókai, Dame mit den Meeraugen 100 - --, Schwarze Diamanten 150 - --, Ein Goldmensch 150 - --, Ein ungarischer Nabob 150 - --, Gold. Zeit in Siebenbürgen 100 - --, Die Táblabirós 120 - --, Traurige Tage 100 - --, Die unsichtb. Sängerin. -- Das Faustpfand 60 - --, Zoltán Karpáthi 150 - Irving, Alhambra 100 - --, Skizzenbuch 120 - Jugenderinnerungen eines alten Mannes 150 - Jugendliederbuch (Tascheneinband) 40 - Junggesellenbrevier 60 - Jung-Stillings Lebensgeschichte 150 - - Kalidasa, Sakuntala 60 - Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten 60 - --, Zum ewigen Frieden 60 - --, Kritik der Urteilskraft 120 - --, Kritik der prakt. Vernunft 80 - --, Kritik der reinen Vernunft 150 - --, Von der Macht des Gemüts 60 - --, Allgemeine Naturgeschichte &c. 80 - --, Prolegomena 80 - --, Die Religion 80 - --, Streit der Fakultäten 60 - --, Träume eines Geistersehers 60 - Kartenspiele. 3 Bände je 60 - Kellen, Bienenbuch 60 - Keller, Helen, Auswahl 60 - Kennan, Russische Gefängnisse 60 - --, Sibirien. 3 Teile 150 - --, Zeltleben in Sibirien 100 - Kerner, Gedichte 80 - --, Die Seherin von Prevorst 150 - Kiesgen, Kleist-Biographie 60 - Kinkel, Otto der Schütz 60 - Kleist, E. Chr. v., Werke 60 - Klepp, Lehrbuch d. Photographie 80 - Klopstock, Messias 120 - --, Oden und Epigramme 100 - Knigge, Umgang mit Menschen 100 - Kobell, Gedichte in oberbayrischer Mundart 80 - --, Gedichte in pfälz. Mundart 60 - Köhler, Fr., s. Taschenwörterbücher. - --, Fremdwörterbuch 100 - --, Br., Trachtenkunde. 2 Bde. 400 - Kolzow, Gedichte 60 - Kommersbuch (Tascheneinband) 40 - Kommers- u. Studentenliederbuch in 1 Band 60 - Konrad, Das Rolandslied 120 - Kopisch, Gedichte 100 - Koran, Der 150 - Körner, Leier und Schwert 60 - --, Zriny 60 - Korolenko, Der blinde Musiker 60 - --, Sibirische Novellen 80 - Kortum, Die Jobsiade 100 - Kosegarten, Jucunde 60 - Kriegslieder (Tascheneinband) 40 - Kröger, Wohnung des Glücks 60 - Krummacher, Parabeln 100 - Kugler, Geschichte Friedrichs d. Großen 150 - Kühns, Unter Napoleons Joch 100 - Kürnberger, Der Amerikamüde 150 - - Lafontaines Fabeln 100 - Lagerlöf, Gösta Berling 120 - --, Eine Gutsgeschichte 80 - Lamartine, Dichtungen 60 - --, Graziella 60 - Lambeck, Engl.-franz.-deutsches Hilfsbuch 150 - Lampert, Abstammungslehre 100 - --, vom Keim zum Leben 100 - Lamprecht, Porträtgalerie aus der Deutschen Geschichte 80 - Land, Ja -- die Liebe 60 - Lange, Geschichte des Materialismus. 2 Bde. je 175 - Lavater, Worte des Herzens 60 - Le Braz, Sirenenblut 80 - Leffler, Sonja Kovalevsky 80 - Lehmann, Fludyer in Cambridge 80 - Leibniz, Kleinere philos. Schriften 100 - --, Die Theodizee. 2 Bde. 225 - Leiser, Die Welt der Kolloide 80 - Leitner, Gedichte 100 - Lenau, Die Albigenser 60 - --, Faust 60 - --, Gedichte 100 - --, Savonarola 60 - Lenk, Gesch. d. Buren (1652-1899) 150 - Lennig, Etwas zum Lachen 60 - Lenz, Militärische Humoresken 120 - Lermontow, Gedichte 60 - --, Ein Held unsrer Zeit 80 - Lesage, Gil Blas 175 - --, Der hinkende Teufel 80 - Lessing, Dramat. Meisterwerke (Nathan der Weise. Emilia 80 - Galotti. Minna von Barnhelm) - --, Emilia Galotti 60 - --, Laokoon 80 - --, Minna von Barnhelm 60 - --, Nathan der Weise 60 - Leuthold, Gedichte 100 - Lichtenberg, Ausgew. Schriften 120 - Lichtstrahlen aus dem Talmud 60 - Lie, Die Familie auf Gilje 80 - --, Ein Mahlstrom 80 - --, Der Dreimaster »Zukunft« 80 - Liebesbrevier 60 - Liebmann, Christliche Symbolik 80 - Lingg, Byzantinische Novellen 60 - Linguet, Die Bastille 150 - Livius, Röm. Geschichte, 4 Bde. je 150 - Locke, Über den menschlichen Verstand, 2 Bde. je 150 - Lohengrin, Deutsch v. Junghans 80 - Lombroso, Genie und Irrsinn 120 - --, Handbuch der Graphologie 150 - --, Studien üb. Genie u. Entart. 100 - --, P., Kodak 80 - Longfellow, Evangeline 60 - --, Gedichte 60 - --, Hiawatha 80 - --, Miles Standish 60 - Loti, Die Islandfischer 80 - Lucrez, Von der Natur der Dinge 100 - Ludwig, Die Heiterethei 100 - --, Zwischen Himmel und Erde 80 - Ludwig I. von Bayern, Gedichte 80 - Luther, Sendbrief v. Dolmetschen 60 - --, Tischreden 120 - Lux, Kunst im eigenen Heim 60 - Lyrik, Deutsche, des 19. Jahrh. bis zur modernen Ära 150 - --, Moderne Deutsche 150 - - Macchiavelli, Buch vom Fürsten 80 - Mackay, Letzte Pflicht 80 - Madách, Tragödie des Menschen 80 - Mahlmann, Gedichte 60 - Maikow, Gedichte 60 - Manzoni, Die Verlobten. 2 Bde. 200 - Marc Aurels Selbstbetrachtungen 80 - Margueritte, Weltkinder 100 - Mark Twain, Ausgew. Skizzen 175 - Marryat, Japhet 120 - --, Peter Simpel 150 - Martials Gedichte 60 - Mathesius, Luthers Leben 120 - Matthisson, Gedichte 60 - Maupassant, Novellen 150 - Meerheimb, Psychodram. 2 Bde. je 60 - Mehring, Deutsche Verslehre 100 - --, Ungebundenes in geb. Form 60 - Meißner, Aus d. Papieren eines Polizeikommissärs 150 - Mendelssohn, Phädon 60 - Mendheim, Uhland-Biographie 60 - Merbach, Bismarck 60 - Merker, Wieland-Biographie 60 - Messerschmitt, Physik d. Gestirne 100 - --, Sternenhimmel 100 - Meyer, Auf der Sternwarte 60 - Michelet, Die Frau 100 - --, Die Liebe 100 - Mickiewicz, Balladen 60 - Mieses, Schachmeisterpartien. Teil 2-4 (Teil 1 f. Dufresne) je 80 - Mignet, Geschichte der französischen Revolution 150 - Mikszáth, Der wundertätige Regenschirm 80 - Mill, Über Freiheit 80 - Milow, Stephan, Drei Novellen 60 - Milton, Das verlorene Paradies 80 - Minnesang, Deutscher 80 - Möbius, Das Nervensystem 60 - Molo, Totes Sein 60 - Moltke, Die beiden Freunde 60 - Montesquieu, Persische Briefe 120 - Moore, Irische Melodien 60 - --, Lalla Rukh 80 - Moreto, Donna Diana 60 - Mörike, Gedichte 80 - --, Mozart auf d. Reise nach Prag 60 - Moritz, Anton Reiser 120 - --, Götterlehre 120 - Mosen, Bilder vom Moose 100 - Möser, Patriotische Phantasien 80 - Mügge, Afraja. 2 Bde. 220 - --, Der Vogt von Sylt 100 - Muellenbach, Waldmann und Zampa und andere Novellen 60 - Müller, Curt, Hexenaberglaube 80 - --, Wilh., Gedichte 120 - Müllner, Dramatische Werke 150 - Murger, Zigeunerleben 120 - Murner, Narrenbeschwörung 100 - Musäos, Hero und Leander 60 - Mutterherz, Das 60 - Mylius, Die Türken vor Wien 80 - - Nadler, Fröhlich Palz, Gott erhalts! 80 - Nadson, Gedichte 60 - Namenbuch 80 - Nathusius, Elisabeth 150 - --, Tagebuch eines armen Fräuleins 60 - Nekrassow, Gedichte 60 - --, Wer lebt glücklicher in Rußland? 100 - Nepos' Biographien 80 - Nettelbecks Lebensbeschreibung 150 - Neumann, H. K., Nur Jehan 60 - --, C. W., Wunder d. Urwelt. 2 Bde. je 60 - Neumann-Hofer, Familie Rizzoni 120 - Nibelungenlied 120 - Niese, Der verrückte Flinsheim und zwei andere Novellen 60 - Nikitin, Gedichte 60 - Nirwana 60 - Noël, Kleines Volk 60 - Nohl, Musikgeschichte 100 - Novalis, Gedichte 60 - - Ohnet, Sergius Panin 100 - Ossig, Spanisches Taschen-Wörterbuch 150 - Österreichische Börsenschiedsgerichtsordnungen 80 - --, Bürgerliches Gesetzbuch 150 - --, Exekutionsordnung 150 - --, Gerichtsorganisationsgesetz 80 - --, Personalsteuergesetz 100 - --, Vollzugsvorschrift z. Personalsteuergesetz. 1. Hauptstück 120 - 2. u. 3. Hauptstück 100 - 4.-6. Hauptstück 100 - 1.-6. Hauptstück zusammen in 1 Band 250 - --, Zivilprozeßordnung 150 - Ostwald, H., Landstreichergeschichten 60 - --, W., Grundriß der Naturphilosophie 80 - Oswald von Wolkenstein, Dichtungen 80 - Ouida, Fürstin Zouroff 80 - Ovid, Heroiden 80 - --, Verwandlungen 80 - - Pahde, Meereskunde 100 - Parreidt, Zähne u. ihre Pflege 60 - Pascal, Gedanken 100 - Pauli, Schimpf und Ernst 80 - Perfall, Dämon Ruhm 120 - --, Trudenstein. -- Prüglmensch 80 - Pestalozzi, Lienhard u. Gertrud 120 - --, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt 80 - Peter, Das Aquarium 60 - Petersen, Die Irrlichter 60 - --, Prinzessin Ilse 60 - Petöfi, Gedichte 80 - --, Prosaische Schriften 80 - Petrarca, Sonette 80 - Pfarrer vom Kalenberg und Peter Leu 60 - Pfeffel, Poetische Werke 120 - Platen Gedichte 80 - Platon, Phädon 60 - Plutarch, Vergleichende Lebensbeschreibungen. 4 Bände je 150 - Poe, Novellen. 3 Bde. zus. in 1 Bd. 100 - Pol de Mont, Zeiten und Zonen 60 - Pollock, Gesch. der Staatslehre 60 - Polonskij, Gedichte 60 - Pötzl, Der Herr von Nigerl 80 - --, Hoch vom Kahlenberg. I-III 100 - --, Kriminal-Humoresken 100 - --, Die Leute von Wien 80 - --, Rund um den Stephansturm 80 - Presber, Das Eichhorn u. a. Sat. 60 - --, Untermensch u. and. Satiren 60 - Preußische Gesetze: - Verfassungsurkunde für den preußischen Staat 60 - Wahl-Reglement d. Preußischen Abgeordneten-Hauses 60 - Properz, Elegieen 60 - Prophet Jesaja 100 - Psalter, Der 60 - Pferhofer, Aus jungen Tagen 60 - Puschkin, Gedichte 80 - --, Der Gefangene im Kaukasus 60 - --, Die Hauptmannstochter 80 - --, Novellen 80 - --, Onegin 80 - - Raabe, Zum wilden Mann 60 - Rameau, Die Hexe 100 - Rangabé, Kriegserinnerungen aus 1870-71 60 - Ranke, Die Erhebung Preußens im Jahre 1813 80 - Räuber, Literarische Salzkörner 100 - Reclam, Prof. Dr. Carl, Gesundheits-Schlüssel 60 - Rehfues, Scipio Cicala. 2 Lbde. 225 - Reichenau, Bilder aus dem Kinderleben 60 - Reichsgesetze, Deutsche: - Bankwesen 80 - Binnenschiffahrts- u. Flößereigesetz 60 - Bürgerliches Gesetzbuch 150 - -- -- Tascheneinbd. 125 - Freiwillige Gerichtsbarkeit 60 - Gerichtskostenwesen 60 - Gerichtsverfassungsgesetz 60 - Geschäftsordnung f. d. Reichstag 60 - Gewerbegerichtsgesetz 60 - Gewerbeordnung 80 - Grundbuchordnung 60 - Handelsgesetzbuch 80 - -- u. Wechselordnung zus. geb. 100 - Impfgesetz f. d. Deutsche Reich 60 - Kaufmannsgerichte 60 - Konkursordnung 60 - Kriegsgesetze 100 - -- Ergänzungsband 80 - Militärversorgungsgesetze für das Deutsche Reich 80 - Patentgesetz 60 - Preßgesetz und Verlagsrecht 60 - Rechtsanwaltsordnung 80 - Reichs- und Staatsangehörigkeit 60 - Reichsverfassung 60 - Stempelgesetz 80 - Strafgesetzbuch 60 - Strafprozeßordnung 80 - Unlauterer Wettbewerb 60 - Urheberrechtsgesetze 60 - Vereinsgesetz 80 - Verfass. des Deutschen Reiches 60 - Versicherungsgesetze: - Angestelltenversicherung 100 - Reichsversicherungsordnung 150 - -- Tascheneinband 125 - Versicherungsbehörden [Gewerbeunfallversicherung 2623/24 -- 60 - Invalidenversicherung 2571 -- Krankenversicherung 3564/65 - -- Unfallversicherung 4531-33: jetzt in - Reichsversicherungsordnung, s. oben.] - Wehrbeitrag u. Besitzsteuergesetz 60 - Wechselordnung 60 - Zivilprozeßordnung 100 - Zuwachssteuergesetz 80 - Zwangsversteigerungsgesetz 60 - Reinick, Geschichten und Lieder für die Jugend 80 - Renan, Die Apostel 100 - --, Das Leben Jesu 100 - Renard, Ist der Mensch frei? 80 - Resa, Weihnachtsgeschichten 60 - Reuß, Doktors Bescherung u. a. N. 60 - Reuter, Christian, Schelmuffskys Reisebeschreibung 60 - Reuter, Fritz, Dörchläuchting 80 - --, Eine heitere Episode aus einer traurigen Zeit 60 - --, Hanne Nüte un de lütte Pudel 80 - --, Julklapp! Polterabendgedichte 60 - --, Kein Hüsung 80 - --, Läuschen un Rimels 100 - --, De meckelnbörgschen Montecchi un Capuletti 100 - --, Meine Vaterst. Stavenhagen 80 - --, Ut mine Festungstid 80 - --, Ut de Franzosentid 80 - --, De Reis' nah Belligen 80 - --, Ut mine Stromtid 175 - Reuter, Gabriele, Eines Toten Wiederkehr u. andere Novellen 60 - Ricek-Gerolding, Gelehrt. Zecher goldnes Alphabet 60 - Riehl, Burg Reibeck 60 - --, Die 14 Nothelfer 60 - Riemann, Bürger-Biographie 60 - --, Lessing-Biographie 60 - Roberts, Um den Namen 80 - Rodenbach, Die Eiche am Kreuzweg. -- Berufung 80 - --, Das tote Brügge 60 - Rosegger, Geschichten und Gestalten aus den Alpen 60 - Rosenberger, König der Diebe 60 - Roswitha von Gandersheim 80 - Rousseau, Bekenntnisse. 2 Bde. 225 - --, Emil. 2 Bde. 225 - --, Gesellschaftsvertrag 80 - --, Die neue Heloise 2 Bde. 225 - Rückert, Gedichte 80 - --, Gedichte für die Jugend 80 - --, Liebesfrühling 80 - --, Weisheit des Brahmanen 150 - Rumohr, Geist der Kochkunst 120 - Runeberg, Fähnrich Stahl 80 - Ruppius, Der Pedlar 100 - --, Vermächtnis des Pedlars 100 - Ruskin, Vorlesungen über Kunst 80 - Russische Dichterinnen 60 - Ruth, Das Buch 60 - Rützebeck, Dänischer Sommer 80 - Rydberg, Venus von Milo 60 - - Saar, Ginevra. -- Die Troglodytin 60 - Sach, Hans, Poet. Werke. 2 Bde. je 80 - --, Dramatische Werke. 2 Bde. je 80 - Sachsen-Spiegel 80 - St. Pierre, Paul und Virginie 60 - Salis-Seewis, Gedichte 60 - Sallet, Gedichte 100 - --, Laien-Evangelium 100 - Sallust, Der Jugurthinische Krieg 60 - Sallwürk, Mörike-Biographie 60 - Salus, Nachdenkliche Geschichten 60 - Salzmann, Ameisenbüchlein 60 - --, Der Himmel auf Erden 80 - --, Krebsbüchlein 80 - Saphir, Deklamationsgedichte 100 - Sarcey, Belagerung von Paris 100 - Schanz, Wolken 80 - Scharling, Zur Neujahrszeit im Pfarrhof von Röddebo 100 - Schaumberger, Im Hirtenhaus 80 - --, Bergheimer Musikanten-Gesch. 100 - Schefer, Laienbrevier 100 - Schelling, Clara 80 - --, Die Weltalter 100 - Schenkendorf, Gedichte 100 - Schermann, Firma Murks. Band 1-3 zusammen gebunden 100 - Scherr, Das rote Quartal 60 - Schiller, Braut von Messina 60 - --, Don Karlos 60 - --, Gedichte. Leinen 80 - --, Jungfrau von Orleans 60 - --, Dram. Meisterwerke. 2 Bde. je 120 - --, Maria Stuart 60 - --, Die Räuber 60 - --, Wilhelm Tell 60 - --, Wallenstein. 2 Teile 80 - Schiller u. Goethe, Briefwechsel. 3 Bände je 100 - Schlaf, Tantchen Mohnhaupt 80 - Schleiermacher, Monologen 60 - --, Weihnachtsfeier 60 - Schmid, Almenrausch u. Edelweiß 80 - Schmidt, Zeitgenössische Berichte über die Leipziger Schlacht 60 - Schmied-Kufahl, Fechtbüchlein. (Illustriert) 100 - Schnadahüpfln, Tausend 80 - Schöne, Lehr- und Flegeljahre eines alten Schauspielers 80 - Schönthan, F. v., Der General 60 - --, P. v., Kindermund 60 - --, Der Kuß 60 - Schopenhauer, A., Sämtliche Werke. 6 Bände je 150 - --, Aphorismen z. Lebensweisheit 80 - --, Briefe 150 - --, Einleitung in die Philosophie nebst Abhandlungen &c. 80 - --, Gracians Handorakel 80 - --, Neue Paralipomena 150 - --, Philosophische Anmerkungen 80 - Schreiner, Hohe Fahrt 60 - Schubart, Gedichte 120 - Schücking, Eine dunkle Tat 80 - --, Die Rheider Burg 100 - --, Der Kampf im Spessart 80 - Schulze, Die bezauberte Rose 60 - Schumann, Ges. Schriften über Musik u. Musiker. 3 Bde. in 1 175 - Bd. - Schwab, Gedichte 150 - --, Die deutschen Volksbücher 200 - Schwegler, Gesch. d. Philosophie 150 - Schweizerische Bundesverfassung 60 - -- Kranken- u. Unfallversicherung 60 - -- Obligationenrecht 100 - -- Zivilgesetzbuch 100 - -- -- u. Obligationenrecht in 1 Bd. 175 - -- -- -- Tascheneinband 150 - Scott, Braut von Lammermoor 100 - --, Der Herr der Inseln 60 - --, Ivanhoe 120 - --, Die Jungfrau vom See 80 - --, Kenilworth 120 - --, Letzten Minnesängers Sang 60 - --, Quentin Durward 150 - --, Waverley 150 - Sealsfield, Das Kajütenbuch 100 - Seidl, Ausgewählte Dichtungen Band 1-3 zusammen 100 - Seneca, Ausgewählte Schriften 100 - --, Fünfzig ausgewählte Briefe 80 - Seume, Gedichte 100 - --, Spaziergang nach Syrakus 100 - Shakespeare, Hamlet 60 - --, Der Kaufmann von Venedig 60 - --, Othello 60 - --, Romeo und Julia 60 - Shelley, Entfesselte Prometheus 80 - --, Feenkönigin 60 - Sienkiewicz, Familie Polaniecki 2 Bände 240 - --, Quo vadis? 175 - --, Zersplittert 80 - Silberstein, Trutz-Nachtigall 60 - Smiles, Der Charakter 100 - --, Die Pflicht 120 - --, Selbsthilfe 100 - --, Sparsamkeit 120 - Soldatenliederbuch (Tascheneinbd.) 40 - Sophokles, Sämtliche Dramen 150 - Souvestre, Am Kamin 80 - --, Ein Philosoph 80 - Spee, Trutznachtigall 100 - Speter, Die chemisch. Grundstoffe 80 - --, Die chemische Verwandtschaft 80 - Spielhagen, Alles fließt 60 - --, Dorfkokette 60 - --, Was die Schwalbe sang 100 - Spindler, Der Jesuit 120 - --, Der Jude 175 - Spinoza, Briefwechsel 100 - --, Die Ethik 120 - --, Der politische Traktat 80 - --, Der theologisch-politische Traktat 120 - --, Vervollkommnung d. Verstandes 60 - Spitta, Psalter und Harfe 60 - Spurgeon, Geistesstrahlen 200 - Staël, Corinna oder Italien 150 - --, Über Deutschland. 2 Bde 225 - Stanley, Wie ich Livingstone fand 150 - Stein, v., Goethe und Schiller 60 - Steinmüller, Baron Kahlebutz. 1. und 2. Bd. zus. in 1 Bd. 80 - Stelzhamer, Ausgew. Dichtungen 80 - Stendhal, Novellen 100 - Steputat, Deutsches Reimlexikon 80 - Stern, Gluck in Versailles. -- Nanon 60 - Sterne, Empfindsame Reise 60 - --, Tristram Shandy 150 - Stevenson, Die Schatzinsel 100 - --, u. Osbourne, Schiffbruch 120 - Stifter, Bergkristall. -- Brigitta 60 - --, Der Hochwald 60 - Stirner, Der Einzige und sein Eigentum 120 - Strachwitz, Gedichte 80 - Streicher, Schillers Flucht 80 - Striegler, Das deutsche Turnen 80 - Strindberg, Die Leute auf Hemsö 80 - Strodtmann, Gedichte. Mit Goldschn. 120 - Studentenliederbuch (Tascheneinbd.) 40 - Swift, Gullivers Reisen 120 - - Tacitus, Die Annalen 120 - --, Die Germania 60 - --, Die Historien 100 - Tagebuch eines bösen Buben 80 - Taschen-Wörterbücher: - --, Englisches 150 - Engl.-deutsch. Teil einzeln 100 - Deutsch-engl. Teil einzeln 100 - --, Französisches 150 - Franz.-deutsch. Teil einzeln 100 - Deutsch-franz. Teil einzeln 100 - --, Italienisches 150 - Ital.-deutsch. Teil einzeln 100 - Deutsch-ital. Teil einzeln 100 - --, Spanisches 150 - --, Englisch-französisch-deutsches Hilfsbuch 150 - --, Fremdwörterbuch 100 - --, Deutsches Wörterbuch 100 - Tasso, Befreites Jerusalem 120 - Tausend und eine Nacht. 8 Bde. je 150 - Tegnér, Abendmahlskinder 60 - --, Axel 60 - --, Frithjofs-Sage 80 - Telmann, In Reichenhall 60 - Tennyson, Enoch Arden 60 - --, Königsidyllen, 80 - Testament, Neues. [Übersetzt von E. Stage.], 150 - Tetzner, Deutsche Geschichte in Liedern, 150 - --, Namenbuch, 80 - --, Deutsches Sprichwörterbuch, 150 - --, Deutsches Wörterbuch, 100 - --, Wörterbuch sinnverwandter Ausdrücke, 150 - --, Wörterverzeichnis zur deutschen Rechtschreibung. 40 - (Tascheneinband), - Thackeray, Der Jahrmarkt des Lebens. 2 Bde., 225 - --, Das Snobsbuch, 100 - Theokrits Gedichte. Von Boß, 60 - Thukydides, Der Peloponnesische Krieg, 175 - Thümmel, Wilhelmine, 60 - Thiedge, Urania, 60 - Tillier, Belle-Plante u. Kornelius, 80 - --, Mein Onkel Benjamin, 80 - Tintschew, Gedichte, 60 - Tolstoj Alexej, Gedichte, 60 - --, Leo, Anna Karenina. 2 Bde., 250 - --, Auferstehung. 1. u. 2. Bd. zus., 150 - --, Chadshi Murat, 80 - --, Evangelium, 80 - --, Zwei Husaren, 60 - --, Kindheit, 80 - --, Die Kosake, 80 - --, Krieg und Frieden 2 Bde., 250 - --, Volkserzählungen, 80 - Torn, Offiziersgeschichten, 150 - Torrund, Sein Herzenskind, 60 - Trenck, Friedr. von der, Lebensgeschichte, 80 - Tschabuschnigg, Sonnenwende, 60 - Tschechow, Humoresken und Satiren. Band 1-3 zus., 100 - Tschudi, Kaiserin Elisabeth, 80 - --, Kaiserin Eugenie, 80 - --, König Ludwig II. v. Bayern, 100 - --, Königin Maria Sophia von Neapel, 80 - --, Marie Antoinettes Jugend, 80 - --, Marie Antoinette und die Revolution, 120 - --, Napoleons Mutter, 80 - --, Napoleons Sohn, 100 - Turgenjew, Dunst, 80 - --, Frühlingswogen, 80 - --, Gedichte in Prosa, 60 - --, Die neue Generation, 120 - --, Erste Liebe, 60 - --, Memoiren eines Jägers, 100 - --, Väter und Söhne, 100 - Turnerliederbuch (Tascheneinband), 40 - - Uhland, Dramatische Dichtungen, 60 - --, Gedichte, 80 - Usteri, De Vikari, 80 - - Vaka, Harem, 80 - Varnhagen, Fürst Leopold, 80 - Vely, Mente, 80 - Vergils Aeneide. Von Boß, 80 - --, Ländliche Gedichte, 60 - Villinger, Die Sünde des heiligen Johannes und andre 60 - Novellen, - Vix, Die Totenbestattung, 80 - Vogl, Ausgewählte Dichtungen, 80 - Volney, Die Aninen, 100 - Voltaire, Geschichte Karls XII., 100 - --, Zeitalter Ludwig XIV. 2 Bde., 225 - Voneisen, Albumblätter, 60 - --, Junggesellenbrevier, 60 - --, Kunterbunt, 60 - --, Liebesbrevier, 60 - --, Das Mutterherz, 60 - --, Nirwana, 60 - Voß, Idyllen und Lieder, 60 - --, Luise, 60 - --, d. J., Goethe und Schiller in Briefen, 80 - --, R., Amata. -- Liebeopfer, 60 - --, Die Auferstandenen. 2 Bde. zus. in 1 Bandm 175 - --, Kentaurenliebe. -- Die Toteninsel, 60 - --, Narzissenzauber. -- Das Wunderbare, 60 - --, Rolla, 120 - Vrchlicky, Gedichte, 80 - - Wagner, Rich., Autobiogr. Skizze. Mitteilung an meine 80 - Freunde, - --, Bayreuth, 60 - --, Ein deutscher Musiker in Paris, 80 - --, Erinnerungen, 60 - --, Über das Dirigieren. -- Bericht über eine deutsche 80 - Musikschule, - --, Tondramen. 2 Bde. je, 150 - Wahlreglement des preußischen Abgeordnetenhauses, 60 - Waiblinger, Gedichte aus Italien, 100 - Waldmüller, Walpra, 60 - Waldow, Wera, 80 - Wallace, Ben Hur. 2 Bände je, 100 - Walther von der Vogelweide, Sämtliche Gedichte, 80 - Weber, C. M. v., Ausgew. Schriften, 80 - --, L., Shakespeare-Biographie, 60 - Weddigen, Geistliche Oden, 60 - Weiser, Jesus. Teil 1-4 zus., 120 - Weißbuch, Deutsch. (Dokumente I), 60 - Westkirch, Der Bürgermeister von Immelheim u. and. Nov., 60 - --, Diebe 60 - --, Die Gletschermühle, 60 - --, Der Knecht von Wörpedamm, 60 - --, Recht der Liebe u. 2 and. Nov., 60 - --, Timm Bredenkamps Glück, 80 - --, Urschels Fundgut, 60 - --, Erzählungen. Zus. geb. in 2 Bdn. je, 150 - Whitman, Grashalme, 80 - Wichert, Am Strande, 60 - --, Für tot erklärt, 60 - --, Eine Geige. -- Drei Weihnachten, 60 - --, Nur Wahrheit. -- Sie verlangt ihre Strafe, 60 - --, Die gnädige Frau von Paretz, 60 - Wickenburg, Franz Mooshammer, 80 - Wieland, Die Abderiten, 100 - --, Oberon, 80 - Wieleitner, Schnee u. Eis der Erde, 100 - Wilbrandt, König Teja, 60 - Wildberg, Dunkle Geschichten, 60 - --, Neben der Welt u. a. Erzähl., 80 - Wilde, Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading, 60 - --, Dorian Gray, 100 - Wildermuth, Hagestolze, 60 - --, Schwäbische Pfarrhäuser, 60 - Wilhelm II. Reden. 4 Bände je, 100 - Willomitzer, Nacht im Mittelalter, 60 - Winter, Ohne Fehl, 100 - Wiseman, Fabiola, 120 - Witschel, Morgen- und Abendopfer, 80 - Wolf, Prolegomena zu Homer, 100 - Wolff, Allgemeine Musiklehre, 60 - --, Elementar-Gesanglehre, 60 - Wolfram von Eschenbach, Parzival. 2 Bde., 225 - Wörterbücher s. Taschenwörterbücher. - Woude, Traudel und ich, 80 - Wundt, Zur Psychologie u. Ethik, 80 - Württemberg, Alex. Graf von, Sämtliche Gedichte, 100 - - Xenophon, Anabasis, 80 - --, Erinnerungen an Sokrates, 80 - --, Griechische Geschichte, 100 - --, Kyrupädie, 120 - - Zaleski, Die heilige Familie, 60 - Zangerle, Meraner Geschichte, 60 - Zedlitz, Gedichte, 80 - --, Waldfräulein, 60 - Zipper, Grillparzer-Biographie, 60 - --, Körner-Biographie, 60 - Zittel, Entstehung der Bibel, 80 - Zobeltitz, H. v., König Pharaos Tochter, 60 - Zola, Das Fest in Coqueville und andere Novellen, 80 - --, Germinal, 150 - --, Herrn Chabres Kur u. a. N., 80 - --, Sturm auf die Mühle u. a. N., 80 - Zschokke, Alamontade, 80 - - Durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verleger Philipp Reclam - jun. in Leipzig unberechnet zu beziehen - - Prospekte der Universal-Bibliothek: - - Vollständiges Verzeichnis nach Autoren geordnet. - - Vollständiges Verzeichnis nach Materien geordnet. - - Verzeichnis der dramatischen Werke mit Angabe der Personenzahl - und des Theatervertriebes. - - Verzeichnis von 100 einaktigen Lustspielen mit Angabe des Inhalts - und der Besetzung. - - Verzeichnung von Reise- und Unterhaltungslektüre. - - Ausführliches Verzeichnis der Neuerscheinungen. - - Die Helios-Klassiker - - sind von bedeutenden Literarhistorikern herausgegeben und mit - künstlerisch ausgeführten Porträt-Beilagen geschmückt. Die Werke - sind in geschmackvollen biegsamen Leinen- und in prächtigen - Ganzleder-Bänden mit echtem Goldschnitt vorrätig. -- Durch - erstaunliche Wohlfeilheit bei modern-geschmackvoller Ausstattung - werden sie die Freude an den Büchern der Klassiker immer mehr - verbreiten. - - Verzeichnis der Helios-Klassiker: - - Börne. Gesammelte Schriften. 3 Bände mit Bildnis. In Leinen M. - 5.--. - - Byron. Sämtl. Werke. 3 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 5.--. - - Chamisso. Sämtliche Werke. 2 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. M. - 2.50, in Leder M. 6.--. - - Chamisso. Auswahl. 1 Band mit Bildn. In Lein. M. 1.25. - - Eichendorff. Gesamm. Werke. 2 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. M. - 3.--, in Leder M. 6.--. - - Gaudy. Ausgew. Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 3.50. - - Goethe. Sämtl. Werke. 10 Bde. mit 3 Bildnissen. In Leinen M. - 15.--, in Leder M. 30.--. - - Goethes Werke in 4 Hauptbdn. u. einer Folge v. Ergänzungsbdn. - M. Abb., Portr., Faksim. Preis der 4 Hauptbde. in Lein. M. - 5.--, in Leder M. 12.--. Ergänzungsbde. in Leinen je M. 1.25, - in Leder je M. 2.--. - - Grabbe. Sämtl. Werke. 2 Bde. m. Bildn. In Leinen M. 3.50. - - Grillparzer. Sämtliche Werke. 3 Bde. mit 3 Bildn. In Lein. M. - 5.--, in Leder M. 9.--. - - Hauff. Sämtl. Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 3.--, in - Leder M. 7.--. - - Hebbel. Sämtliche Werke in 4 Bd. u. 2 Ergänzungsbdn. Mit - Abbildg. u. Faksimiles. Preis der 4 Hauptbände in Lein. M. - 5.--, in Led. M. 12.--; der 2 Ergänzgsbde. in Leinen M. 2.50, - in Leder M. 6.--. - - Heine. Sämtl. Werke. 4 Bde. mit 2 Bildnissen. In Leinen M. - 5.--, in Leder M. 12.--. - - Herder. Ausgewählte Werke. 3 Bände mit 2 Bildnissen. In Leinen - M. 5.--. - - Kleist. Sämtliche Werke. 1 Bd. mit Bildn. In Lein. M. 1.50, in - Leder M. 3.25. - - Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig - - Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig - - Körner. Sämtl. Werke. 1 Bd. mit Bildn. In Lein. M. 1.40. in - Leder M. 3.--. - - Lenau. Sämtl. Werke. 1 Band mit Bildn. In Lein. M. 1.50, in - Leder M. 3.25. - - Lessing. Sämtl. Werke 3 Bde. mit 2 Bildnissen. In Leinen M. - 5.--, in Leder M. 9.--. - - Lessing. Auswahl. 1 Bd. mit Bildnis. In Leinen M. 1.75. - - Longfellow. Sämtl. poetische Werke. 2 Bände mit 2 Bildnissen. - In Leinen M. 3.50. - - Ludwig. Ausgewählte Werke. 1 Bd. mit Bildn. In Leinen M. 1.75, - in Leder M. 3.50. - - Milton. Poetische Werke. 1 Bd. mit Bildn. In Lein. M. 2.--. - - Molière. Sämtl. Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 3.50. - - Möricke. Sämtl. Werke. 2 Bde. mit 2 Bildnissen. In Leinen M. - 3.50, in Leder M. 6.--. - - Reuter. Sämtl. Werke. 4 Bde. mit zahlreich. Abb. In Lein. M. - 6.--, in Leder M. 12.--. - - Reuter. Auswahl. 2 Bde. mit zahlreich. Abbildgn. In Lein. M. - 3.50, in Leder M. 7.--. - - Rückert. Ausgewählte Werke. 3 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. M. - 5.--, in Leder M. 9.--. - - Schiller. Sämtliche Werke in 4 Hauptbdn. u. 2 Ergänzungsbänden. - Mit Abb., Portr., Faksim. Preis d. 4 Hauptbde. in Lein. M. - 5.--, in Led. M. 12.--, der Gesamtausgabe in Leinen M. 7.50, - in Leder M. 18.--. - - Shakespeare. Dramat. Werke. 4 Bde. mit Abbild. In Leinen M. - 5.--, in Leder M. 12.--. - - Stifter. Ausgewählte Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. - 3.50, in Leder M. 6.--. - - Uhland. Gesammelte Werke. 2 Bde. mit Bildn. In Lein. M. 2.50, - in Leder M. 6.--. - - Sonderausgaben aus Reclams Klassikern: - - Goethe. Aus meinem Leben. Geh. 90 Pf., Halblein. M. 1.20. - - Goethe. Gedichte. 2 Bde. Geh. je M. 1.--, in Lein. je M. 1.50, - in Leder m. Goldschn. je M. 2.50. - - Goethe. Italien. Reise. Geh. 90 Pf., in Halbleinen M. 1.20. - - Goethe. Die Wahlverwandtschaften. Geh. 30 Pf., in Halbleinen - 60 Pf. - - Goethe. West-östl. Diwan. Geh. 70 Pf., in Leinen M. 1.--. - - Goethe. Wilhelm Meisters Lehrjahre. Geh. 90 Pf., in Halbleinen - M. 1.20. - - Goethe. Wilhelm Meisters Wanderjahre. Geh. 60 Pf., in - Halbleinen 90 Pf. - - Lessing. Hamburgische Dramaturgie. Geh. 90 Pf., in Halbleinen - M. 1.20. - - Schiller. Gedichte. Geh. 50 Pf., in Leinen 80 Pf., in Leder - mit Goldschnitt M. 2.--. - - Schiller. Geschichte des 30jährigen Krieges. Geh. 70 Pf., in - Leinen M. 1.--. - - Schiller. Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande. - Geh. 30 Pf., in Halblein. 60 Pf. - - - - -Anmerkungen zur Transkription - - -Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Hervorhebungen, die im Original -g e s p e r r t sind, wurden mit Unterstrichen wie _hier_ -gekennzeichnet. Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt waren, -wurden ^so^ markiert. - -Offensichtliche Fehler wurden berichtigt wie hier aufgeführt -(vorher/nachher): - - [S. 73]: - ... miteinander gewechselt, und aller Wahrscheilichkeit nach ... - ... miteinander gewechselt, und aller Wahrscheinlichkeit nach ... - - [S. 106]: - ... verschwunden ist (Fig. 40 F). Die größeren vegetalen ... - ... verschwunden ist (Fig. 10 F). Die größeren vegetalen ... - - [S. 182]: - ... jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie prohezeiten uns ... - ... jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie prophezeiten uns ... - - [S. 185]: - ... in raschem Phatasiefluge an uns hatten vorüberziehen ... - ... in raschem Phantasiefluge an uns hatten vorüberziehen ... - - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Natur und Mensch, by Ernst Haeckel - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK NATUR UND MENSCH *** - -***** This file should be named 50081-8.txt or 50081-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/0/0/8/50081/ - -Produced by Ralph Janke, Marilynda Fraser-Cunliffe, Jens -Sadowski,and the Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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You may copy it, give it away or re-use it under the terms of -the Project Gutenberg License included with this eBook or online at -www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have -to check the laws of the country where you are located before using this ebook. - -Title: Natur und Mensch - Sechs Abschnitte aus Werken von Ernst Haeckel - -Author: Ernst Haeckel - -Editor: Carl W. Neumann - -Release Date: September 30, 2015 [EBook #50081] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK NATUR UND MENSCH *** - - - - -Produced by Ralph Janke, Marilynda Fraser-Cunliffe, Jens -Sadowski,and the Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net - - - - - - -</pre> - - -<div class="titlematter"> -<div class="centerpic w400" id="img-portrait"> -<img src="images/portrait.jpg" alt="" /> -<p class="right cap"> -Phot. A. Bischoff, Jena. -</p> - -</div> - -<div class="centerpic" id="img-signature"> -<img src="images/signature.jpg" alt="" /> -</div> - -</div> - -<div class="titlematter"> -<h1 class="title"> -Natur und Mensch. -</h1> - -<p class="aut"> -<span class="line1">Sechs Abschnitte aus Werken</span><br /> -<span class="line2">von</span><br /> -<span class="line3">Ernst Haeckel.</span> -</p> - -<p class="ed"> -<span class="line1">Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen</span><br /> -<span class="line2">von</span><br /> -<span class="line3">Carl W. Neumann.</span> -</p> - -<p class="ill"> -Mit dem Bildnis Ernst Haeckels<br /> -und zahlreichen Abbildungen im Text. -</p> - -<p class="pub"> -<span class="line1">Leipzig</span><br /> -<span class="line2">Druck und Verlag von Philipp Reclam jun.</span> -</p> - -</div> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-1"> -<a id="page-3" class="pagenum" title="3"></a> -<span class="firstline"><span class="line1">Einleitung.</span></span> -</h2> - -<p class="noindent"> -Hunderttausende führen den Namen Haeckels im Munde, -urteilen über ihn und sein Lebenswerk und kennen doch -nichts von ihm als sein vielbefehdetes Buch von den -„Welträtseln“; vielleicht auch noch außerdem ein paar -kleinere Schriften. Was er <em>vor</em> diesen in vierzigjähriger -rastloser Forscherarbeit geschaffen hat, blieb für die meisten -Geheimnis. Sie wissen, daß Haeckels Name aufs engste -verknüpft ist mit jener großen Bewegung, die Darwin durch -sein epochemachendes Werk „Die Entstehung der Arten im -Tier- und Pflanzenreiche“ (1859) ins Leben rief, aber sie -haben nur unklare Vorstellungen von der besonderen Art -der Verdienste Ernst Haeckels. Ganz zu geschweigen von -dem, was er unabhängig von Darwin in seinen voluminösen -Monographien der Radiolarien, Kalkschwämme, Medusen usw. -der Wissenschaft Großes geschenkt hat. Es ist daher angezeigt, -der kleinen Auswahl von Abschnitten aus den bedeutendsten -populären Werken des Jenaer Naturforschers, -die dieses Bändchen vereinigt, wenigstens im Umriß ein -Bild seines Lebens und Schaffens voranzustellen. -</p> - -<p> -Ernst Haeckel wurde am 16. Februar 1834 als Sohn -des Regierungsrats Karl Haeckel in Potsdam geboren, -wuchs aber in Merseburg auf, wohin noch im ersten Lebensjahre -des Knaben der Vater versetzt worden war. Wer -Fäden sucht, die bereits aus den Tagen der Jugend ins -<a id="page-4" class="pagenum" title="4"></a> -spätere Leben und Wirken des reifen Mannes hinüberwehen, -kommt nicht in Verlegenheit. Kraftstrotzender Übermut -auf der einen Seite, auf der anderen die Neigung, -in einsamen Wanderstunden geheime Zwiesprache zu halten -mit allem, was kreucht und fleucht, grünt und blüht, sind -von früh an hervorstechende Züge im Wesen des Knaben. -Der Elfjährige durchstreift schon die Kreuz und die Quer -das Siebengebirge, um die vermeintlich nur dort wachsende -graue Erika ausfindig zu machen. Der Merseburger Gymnasiast -liefert Beiträge zu Garckes „<span class="antiqua">Flora Hallensis</span>“ und -legt sich in seinen Mußestunden ein Doppelherbarium an, -eins für die „guten Arten“, die sich hübsch fügsam in Linnés -System bequemen, und ein zweites für die „verdächtigen“ -Genera, die dann, in langer Reihe geordnet, den ununterbrochenen -Übergang von einer guten Art zur anderen demonstrieren. -„Es waren die von der Schule verbotenen Früchte -der Erkenntnis, an denen ich in stillen Mußestunden mein -geheimes, kindisches Vergnügen hatte.“ In Wirklichkeit -rührte der Gymnasiast da schon leise an jenes große Problem -von der Dauer und Wandelbarkeit der Arten, das freilich -vorerst nur in der Luft lag, aber ihn später so mächtig -erfassen sollte. -</p> - -<p> -Als dieses „Später“ im Jahre 1859 in greifbare Nähe -zu rücken begann, fischte der fünfundzwanzigjährige Haeckel -im Hafen von Messina nach allerlei Seetieren, vor allem -nach Radiolarien, jenen trotz ihrer mikroskopischen Kleinheit -so überaus reizvollen Strahltierchen mit dem vielgestaltigen, -rhythmisch gewachsenen Kieselskelett, die wenige Jahre zuvor -erst sein großer Lehrer Johannes Müller entdeckt hatte. -Haeckel war Arzt seines Zeichens. Gehorchend dem Wunsche -des Vaters — nicht seinem eigenen Triebe, der ihn vielmehr -mit Macht zur Botanik drängte — hatte er in Berlin, -Würzburg und Wien das medizinische Brotstudium absolviert -<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a> -und sich nach bestandenem Staatsexamen als praktischer -Arzt in Berlin niedergelassen. Als Mann der -Theorie aber fehlte ihm für die Praxis der rechte Sinn, -wie er später oft scherzte, so daß ihm der Vater zur endgültigen -Klärung der Berufsfrage noch ein weiteres Studienjahr -in Italien, dem Land seiner Sehnsucht, bewilligte. -Und dieses Jahr ward entscheidend. Das fesselnde Studium -des Planktons, dem er schon früher (1854) als junger -Student unter Führung Johannes Müllers auf Helgoland -eine Zeitlang obgelegen hatte, schob die Botanik und Medizin -nunmehr definitiv in den Hintergrund. Zoologie hieß -die Losung, und schneller, als er’s sich träumen mochte, -sollte er Fuß in ihr fassen. Im Mai 1860 kam er zurück -nach Berlin, um seine sizilianischen Planktonschätze, Zeichnungen -und Präparate, im großen Stil zu bearbeiten, und -ehe das Werk noch vollendet war, saß er mit Hilfe seines -einstigen Würzburger Studienfreundes Karl Gegenbaur als -außerordentlicher Professor in Jena. Im gleichen Jahre -(1862) erschien als ein riesiger Folioband mit 35 farbigen -Kupfertafeln die „<em>Monographie der Radiolarien</em>“, -die seinen Ruf als zoologischen Facharbeiter mit einem -Schlage begründete, und daß auch das Tipfelchen auf dem i -des Triumphes nicht fehle, verband er sich im August -1862 mit seiner „hochbegabten, feinsinnigen“ Cousine Anna -Sethe zu glücklichster, aber leider nur kurzer Ehe. Schon -anderthalb Jahre später, gerade an seinem dreißigsten Geburtstag, -entriß ihm ein jäher Tod die geliebte Frau. Dem -höchsten Glück folgte fast auf dem Fuße der schwerste Schicksalsschlag, -der ihn treffen konnte. In dieser trübsten Zeit -aber schrieb er — höchst seltsam zu sagen — in einem Zuge -das tiefste, bedeutendste Werk seines Lebens, die „<em>Generelle -Morphologie der Organismen</em>.“ Zwei starke -Bände mit über 1200 Seiten Text. -</p> - -<p> -<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a> -Noch während er an der italienischen Küste in Plankton -schwelgte, erfuhr er, es sei da von England ein „ganz verrücktes“ -Buch nach Deutschland herübergekommen, dessen -Verfasser nicht bloß das Linnésche Dogma von der Unveränderlichkeit -der Arten bestreite, sondern auch an Stelle des -einmaligen planvollen Schöpfungsaktes ein großes Gesetz -kontinuierlicher Entwicklung des Lebens zu künden die -Dreistigkeit habe: Darwins „Entstehung der Arten“. Dieses -ketzerische Buch, das die Fachzoologen von damals entweder -ganz totschwiegen oder schlankweg für „Humbug“ erklärten, -zog Haeckel gleich bei der ersten Lektüre ganz unwiderstehlich -in seinen Bann und ließ ihn fortan nicht mehr los. -Bereits in den „Radiolarien“ war er ganz kurz darauf -eingegangen, um dann auf der Stettiner Naturforscherversammlung -von 1863 ausführlich, und zwar in zustimmendem -Sinne, zu Darwins Ideengang Stellung zu nehmen. -Die große Mehrzahl der Fachgenossen war freilich -noch anderer Ansicht. Ein angesehener Zoologe erklärte -Darwins Buch für den „harmlosen Traum eines Nachmittagsschläfchens“, -ein anderer verglich die „naturphilosophischen -Phantasien“ mit dem Tischrücken, ein namhafter -Geologe meinte, daß dem „vorübergehenden Schwindel“ -bald die Ernüchterung folgen müsse, und ein Anatom prophezeite, -nach wenigen Jahren werde kein Mensch mehr davon -sprechen. <span class="antiqua">Tempora mutantur</span>! -</p> - -<p> -Auf Haeckel machte die Ablehnung so wenig Eindruck, -daß er sich, obwohl tief niedergedrückt durch den Tod der -geliebten Gattin (er hat später, 1868, zum zweitenmal -geheiratet), mit fliegender Feder daran machte, die ganze -biologische Wissenschaft, soweit sie zusammenhing mit dem -Problem der Entwicklung, aus der von Darwin geschaffenen -Basis ganz neu zu gruppieren und umzugestalten. Eine -Art wissenschaftlichen Testaments sollte die „Generelle Morphologie“ -<a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a> -werden. Auch damals, wie dreiunddreißig Jahre -später in den „Welträtseln“, gedachte er mit dem Ende des -Werkes einen Strich unter seine Lebensarbeit zu machen. -Gelegentlich der Feier seines sechzigsten Geburtstages hat -er es selber so dargestellt: „Ich lebte damals ganz als -Einsiedler, gönnte mir kaum drei bis vier Stunden Schlaf -täglich und arbeitete den ganzen Tag und die halbe Nacht. -Dabei lebte ich in so strenger Askese, daß ich mich eigentlich -wundern muß, heute noch gesund und lebendig vor -Ihnen zu stehen.“ Durch eifrige, hastige Arbeit wollte er -alle die seelischen Schmerzen betäuben, und dann — ja, -was dann kommen sollte, wußte er selbst nicht. Tatsache -ist aber, daß er in weniger als Jahresfrist die mehr als -zwölfhundert engen Druckseiten aufs Papier brachte. Tatsache -ist ferner, daß er in diesem monumentalen Werk alle, -aber auch wirklich <em>alle</em> die wichtigen Konsequenzen schon -zog und alle wesentlichen und entscheidenden Anschauungen -seiner monistischen und genetischen Philosophie schon entwickelte, -deren Ausbau im einzelnen sein ganzes künftiges -Leben beschäftigt hat. „In der Methode naturwissenschaftlicher -Forschung“, sagt Bölsche sehr treffend, „bedeutet das -Werk einen Markstein, an dem man die ganze Geistesarbeit -der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts charakterisieren -und werten kann. Für die allgemeine biologische Systematik -beginnt mit ihm eine neue Epoche in der Weise, -wie es fünfzig Jahre vorher bei Cuvier und nochmals über -fünfzig weiter zurück bei Linné der Fall gewesen war. Was -es für die Zoologie im engeren Sinne ist, hat ein gewiß -kompetenter Urteiler wie Richard Hertwig dreißig Jahre -später in das einfache Wort zusammengefaßt: daß wenige -Werke so viel beigetragen haben, das geistige Niveau der -Zoologie zu heben.“ Im ersten Bande wurden mit Hilfe -einer selbstgeschaffenen wissenschaftlichen Kunstsprache, die -<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a> -heute vielfach zum eisernen Bestande der Zoologie gehört, -die Grundbegriffe des Lebens, der Formenbildung und -umbildung, -der Individualität und natürlichen Verwandtschaft, -die Gesetze der Anpassung, Vererbung und Auslese methodologisch -neu festgestellt. Im zweiten Bande wurde auf -Grund der vergleichenden Anatomie, der Stammesgeschichte -(Phylogenie) und Keimesgeschichte (Ontogenie) der dreifache -Beweis für die Abstammungslehre versucht und das Ganze -gekrönt durch das von Haeckel zum erstenmal scharf formulierte -und auf das gesamte Gebiet der organischen Formenwelt -angewandte „<em>biogenetische Grundgesetz</em>“, wonach -die Entwicklungsgeschichte des Einzelwesens eine gedrängte, -stark abgekürzte und häufig abgeänderte Wiederholung der -Entwicklung des zugehörigen Stammes ist. Daß ein derartig -weit in die Zukunft vorauseilendes wissenschaftliches -Werk bei all seinen Vorzügen auch Unvollkommenheiten und -Irrtümer aufweisen mußte, braucht kaum noch ausdrücklich -betont zu werden. Kommende Jahre haben manche der -Hypothesen, die Haeckel zum erstenmal aufgestellt hatte, von -Grund aus verändert oder völlig verworfen, und auch er -selbst ist nicht müde geworden, zu bessern und nachzuprüfen. -Dem Werke selbst aber bleibt doch der Ruhm unbestritten, -zum erstenmal „eine markige Skizze der belebten Natur im -neuen Lichte der Entwicklungslehre und zugleich ein ganzes -Programm für die biologische Forschung der nächsten Zukunft -entworfen zu haben“. -</p> - -<p> -Im Herbst 1866 war das große Werk abgeschlossen. -Physisch und geistig erschöpft, ging Haeckel, ohne erst noch -das Erscheinen der „Morphologie“ abzuwarten, auf Reisen, -besuchte Darwin auf seinem Landsitze Down bei London -und fuhr danach, den Rat seiner Freunde befolgend, nach -Teneriffa, um dort unter Palmen Erholung zu suchen. In -weiterer Folge ging dann die Reise nach Lanzerote, der -<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a> -kleinen vulkanischen Ozeaninsel, deren waldlose Kraterlandschaften -stark an die Bilder vom Monde erinnern. Hier -wurden in Gemeinschaft mit Richard Greeff und zwei -jüngeren Zoologen vor allem Medusen und Siphonophoren -(Staatsquallen) studiert, die das Meer in verschwenderischer -Fülle herbeitrug, und in viermonatiger eifriger Arbeit kamen -die Schätze zusammen, die Haeckel später die Abfassung -seiner preisgekrönten „<em>Entwicklungsgeschichte der Siphonophoren</em>“ -(mit 14 Tafeln, 1869) ermöglichten. -</p> - -<p> -Sechs Monate blieb er von Jena fern. Wenn er indessen -bei seiner Heimkehr erwartet hatte, die „Generelle -Morphologie“ würde in der Zwischenzeit die Geister wachgerüttelt -haben, so sah er sich bitter enttäuscht. Die Fachgenossen -ignorierten sie völlig oder verspotteten sie als ein -„Konglomerat naturwissenschaftlicher Träumereien“, und -die außerhalb der Fachwissenschaft stehende Leserwelt wußte -auch damals so wenig wie heute von der Existenz des bedeutsamen -Werkes. „Generelle Morphologie.“ Schon der -Titel sah keineswegs aus nach sehr weiter Verbreitung. -Und im übrigen galt — in einem gewissen Sinne — wohl -wirklich auch das, was der Verfasser selbst später von seinem -Hauptwerke sagte: es sei zu weitschweifig und schwerfällig -geschrieben gewesen. -</p> - -<p> -Indessen enttäuscht sein, heißt nicht auch entmutigt sein. -Wenn man den naturphilosophischen Kern aus der „Morphologie“ -herausschälte, die Grundzüge der Entwicklungtheorie -knapp und klar, aller sachwissenschaftlichen Schwere -entledigt, noch einmal für weitere Kreise populär darstellte -und gleichzeitig den Stoff chronologisch anordnete, d. h. den -Gang der Entwicklung des Weltganzen vom Einfachen zum -Komplizierten, vom Urnebel zum Menschen herauf vorführte, -so müßte es doch in der Tat seltsam zugehen, wenn einem -so beschaffenen Auszug der Erfolg versagt bleiben sollte. -<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a> -Aus solchen Erwägungen heraus hielt Haeckel im Wintersemester -1867/68 vor einem aus Laien und Studierenden -aller Fakultäten zusammengesetzten Publikum Vorträge, die -1868 als „<em>Natürliche Schöpfungsgeschichte</em>“ auch in -Buchform erschienen — damals ein einzelner schmaler Band, -der im Laufe der Zeit sich verdoppelte und heute in zwölf -verschiedenen Übersetzungen vorliegt. Und dieses Buch drang -nun tatsächlich durch. Es wurde nicht bloß von Gebildeten -aller Stände gelesen, es zwang auch die Fachgenossen des -Verfassers jetzt definitiv, so oder anders sich mit der neuen -Auffassung und Darstellung der Entwicklungslehre auseinanderzusetzen. -Das gab dann den Anlaß zu bitteren -Kämpfen und Debatten, zu kräftigen Angriffen und ebenso -kräftiger Gegenwehr. Besonders das „biogenetische Grundgesetz“ -war der Zankapfel, der sowohl die Empiriker als -auch die Philosophen aus ihrer anfänglichen Passivität aufschreckte -und auf das Kampffeld rief. -</p> - -<p> -Noch lebhafter aber entbrannte der Streit, als Haeckel -im Jahre 1872 in seiner „<em>Monographie der Kalkschwämme</em>“ -(zwei Bände Text mit einem Atlas von -60 Bildertafeln) den „Versuch zur analytischen Lösung des -Problems von der Entstehung der Arten“ gemacht und dabei -zum erstenmal die berühmte und fruchtbare <em>Gasträatheorie</em> -aufgestellt hatte, d. h. die Zurückführung aller -höheren Tiere mit Einschluß des Menschen auf eine uralte -gemeinsame Stammform, deren ganzer Körper zeitlebens -nur aus zwei Zellschichten (Haut und Magen) besteht. Das -war die hypothetische Gasträa oder das Urdarmtier. Bei -seinen Untersuchungen über die Keimesgeschichte der Kalkschwämme -war Haeckel aufgefallen, daß sich das Kalkschwamm-Individuum -in ganz ähnlicher Weise aus dem -Ei entwickelt, wie er es früher schon mehrfach bei anderen -Tieren beobachtet hatte. Die befruchtete Eizelle teilt sich, -<a id="page-11" class="pagenum" title="11"></a> -und die neuentstandenen Zellen setzen die Teilung so lange -fort, bis sich ein ganzer Zellhaufen gebildet hat, ein „Maulbeerkeim“, -wie man ihn seiner äußeren Form wegen nannte. -In diesem Maulbeerkeim bildet sich, da sämtliche Zellen -aus Gründen der Ernährung nach außen drängen, eine -Höhlung, die größer und größer wird und schließlich dem -ganzen früheren Zellklumpen das Aussehen eines winzigen -Gummiballs gibt; aus dem Maulbeerkeim ist allmählich -ein kugeliger „Blasenkeim“ geworden. Nun geht die Entwicklung -in der Weise weiter, daß sich an einem Pol die -Zellenschicht einsenkt und sich zuletzt völlig an die innere -Seite der nicht eingestülpten Wand anschmiegt, so daß ein -doppelwandiger Becher mit einer Öffnung zustande kommt, -eine sogenannte „Gastrula“. Die äußere Zellenschicht funktioniert -als Leibes-, die innere als Darmhaut; die Becheröffnung -bildet den Gastrulamund. Ganz plump veranschaulichen -kann man sich diesen Gastrulationsprozeß, indem -man einen durchstochenen Gummiball so tief einbeult, daß -Wand an Wand zu liegen kommt. -</p> - -<p> -Eine Gastrulation wie die geschilderte vollzieht sich aber -nicht bloß bei einer Anzahl von Schwämmen, sondern auch -bei vielen Nesseltieren (Polypen, Medusen), bei Würmern, -Stachelhäutern und Manteltieren, ja sogar bei dem niedrigsten -Wirbeltier, dem Lanzettfisch. Ähnlich — nur die -Form der Gastrula ändert sich — spielt sich der Vorgang -aber auch in der Keimesgeschichte aller höheren Tiere ab, -und eben auf diesem durchgängigen Vorkommen der Gastrula -begründete Haeckel seine hypothetische Gasträatheorie. Inzwischen -hat man auch wirklich noch lebende Tierformen -entdeckt, die dem Bild jener hypothetischen Gasträa annähernd -noch völlig entsprechen. -</p> - -<p> -Es hat lange gedauert, bis die hier flüchtig angedeutete -Gasträatheorie, die heute allgemein für eine der wichtigsten -<a id="page-12" class="pagenum" title="12"></a> -und fruchtbarsten in der ganzen Entwicklungsgeschichte gilt, -sich durchsetzen konnte. Ihr Entdecker aber ließ sich auch -hier durch die Gegnerschaft nicht beirren. Nachdem er die -Theorie in der „Monographie der Kalkschwämme“ mitgeteilt -und in den „<em>Studien zur Gasträatheorie</em>“ näher -begründet hatte, ließ er sie einstweilen selbst für ihren Sieg -sorgen und wandte sich inzwischen einer neuen großen Aufgabe -zu: dem schwierigen Versuch, das biogenetische Grundgesetz -in seinem ganzen Umfang auf den <em>Menschen</em> anzuwenden -und aus den empirischen Tatsachen seiner Keimesgeschichte -den historischen Stufengang seiner Stammesgeschichte -hypothetisch zu ergründen. Das geschah in der „<em>Anthropogenie -oder Entwicklungsgeschichte des Menschen</em>“, -die 1874 herauskam. Erst die beiden folgenden -Jahre brachten dann zwei weitere Hefte der „Studien zur -Gasträatheorie“. -</p> - -<p> -Die „Anthropogenie“ war zugleich eine geniale und — -kühne Tat. Nicht genug, daß Haeckel als erster die gesamte -Entwicklungsgeschichte des Menschen unter großen -philosophischen Gesichtspunkten historisch darlegte und damit -anfing, die genetische Betrachtung auch auf die Zellen, Gewebe, -Organe und Funktionen auszudehnen, er besaß auch -die in den Augen der „Exakten“ unerhörte Kühnheit, den -spröden Stoff gemeinverständlich zu fassen, die wissenschaftlichen -Geheimnisse der Embryologie einem größeren Leserkreise -auszuliefern und den gebildeten Zeitgenossen schonungslos -ihren tierischen Ursprung klarzumachen. Bis dahin hatte -man sich begnügt, die sicheren, weil direkt wahrnehmbaren -Tatsachen möglichst genau zu beschreiben; nun kam da -wieder der popularisationswütige Jenenser Professor und -verknüpfte auch auf dem Gebiet der menschlichen Entwicklungsgeschichte -mit Tatsachen kühne genealogische Hypothesen! -Die „Würde der Wissenschaft“ war in Gefahr, und die -<a id="page-13" class="pagenum" title="13"></a> -Angriffe fielen abermals, wie nach dem Erscheinen der -„Schöpfungsgeschichte“, schneeflockendicht auf das neue Werk. -In Wirklichkeit hat die Würde der Wissenschaft in den vier -Jahrzehnten, die seit dem Erscheinen der „Anthropogenie“ -jetzt verflossen sind, so wenig darunter gelitten, wie das -Werk selbst an Bedeutung verloren hat. Die beiden reich -illustrierten Prachtbände, die fortgesetzt neue Auflagen erleben, -gelten immer noch unbestritten als die beste zusammenhängende -Darstellung des großen Wundergebiets der -menschlichen Entwicklungsgeschichte, die in der gesamten -naturwissenschaftlichen Literatur existiert. -</p> - -<p> -Auch in der Folgezeit hat Haeckel fast unausgesetzt im -schärfsten Kreuzfeuer der durch die Entwicklungslehre erzeugten -Debatten gestanden. Besonders wiederum nach dem -18. September 1877, wo er in München auf der 50. Versammlung -der deutschen Naturforscher und Ärzte über „<em>Die -heutige Entwicklungslehre im Verhältnis zur -Gesamtwissenschaft</em>“ sprach und unter anderem forderte, -die Deszendenztheorie müsse als wichtiges Bildungsmittel -auch in der Schule ihren berechtigten Einfluß geltend -machen — eine Rede, die Rudolf Virchow zu seinem vielbesprochenen -Gegenvortrage über „Die Freiheit der Wissenschaft -im modernen Staate“ Veranlassung gab. Im Jahre -vor jener Münchener Naturforscherversammlung hatte Haeckel -in seiner Schrift: „<em>Die Perigenesis der Plastidule</em> -oder die Wellenzeugung der Lebensteilchen“ bereits zu erweisen -versucht, daß das „unbewußte Gedächtnis“ eine allgemeine -Funktion nicht bloß der Zelle, sondern auch aller -Protoplasma-Moleküle der Zelle (Plastidule) sei, mit anderen -Worten: daß die Zellseele, die Grundlage der erfahrungsmäßigen -Psychologie, selbst wieder zusammengesetzt -sei aus den psychischen Tätigkeiten der kleinsten Teilchen -des Protoplasmas: „die Plastidule ist demnach der letzte -<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a> -Faktor des organischen Seelenlebens“. Das zog er auch jetzt, -in der Münchener Rede, mit Nachdruck heran bei der Besprechung -des bedeutungsvollen Umschwungs in der Beurteilung -der „Seelenfrage“; ist doch die Annahme der Beseelung -aller Materie ein notwendiges Postulat für die -folgerichtige Durchführung der monistischen Entwicklungslehre -und damit der monistischen Weltanschauung. Virchow -war aber auch damit nicht einverstanden. Die Theorie der -Zellseele erklärte er für ein „bloßes Spiel mit Worten“, -und ganz entschieden bestritt er das wissenschaftliche Bedürfnis, -das Gebiet der geistigen Vorgänge über den Kreis -derjenigen Körper hinaus auszudehnen, in und an denen -wir sie wirklich sich darstellen sehen. „Wir haben keinen -Grund, jetzt schon davon zu sprechen, daß die niedrigsten -Tiere psychische Eigenschaften besitzen; wir finden dieselben -nur bei den höheren, ganz sicher nur bei den höchsten“ usw. -Und dann kam im Anschluß an die Bekämpfung der Zellseelentheorie -die Bekämpfung der Deszendenztheorie überhaupt, -nicht mit Gründen der Wissenschaft, sondern — im -Staatsinteresse! „Nun stellen Sie sich einmal vor,“ rief -der Redner emphatisch aus, „wie sich die Deszendenztheorie -heute schon im Kopfe eines Sozialisten darstellt! Ja, meine -Herren, das mag manchem lächerlich erscheinen, und ich -will hoffen, daß die Deszendenztheorie für uns nicht alle -die Schrecken bringen möge, die ähnliche Theorien wirklich -im Nachbarlande angerichtet haben. Immerhin hat auch -diese Theorie, wenn sie konsequent durchgeführt wird, eine -ungemein bedenkliche Seite, und daß der Sozialismus mit -ihr Fühlung genommen hat, wird Ihnen hoffentlich nicht -entgangen sein.“ Zuletzt resumierte sich Virchow dahin, -daß man <em>nicht</em> lehren und es <em>nicht</em> als eine Errungenschaft -der Wissenschaft bezeichnen könne, „daß der Mensch -vom Affen oder von irgendeinem anderen Tier abstamme“. -<a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a> -Heute schütteln wir lächelnd den Kopf über all diese Velleitäten. -Damals jedoch galt die Virchowsche Rede für eine -„moralische Tat“ sondergleichen, die auf Jahrzehnte hinaus -allen grundsätzlichen Gegnern der Abstammungslehre ein -Ansporn zu doppeltem Eifer in ihrer Bekämpfung wurde. -</p> - -<p> -Haeckel hat im Jahre 1878 in seiner Schrift „<em>Freie -Wissenschaft und freie Lehre</em>“ ausführlich auf Virchows -Münchener Rede geantwortet, im übrigen aber auch -die Entscheidung dieses Streites der Zukunft anheimgegeben. -Nur ganz gelegentlich ist er später auf die Debatten zurückgekommen, -vor allem in seinen Berliner Vorträgen; „<em>Der -Kampf um den Entwicklungsgedanken</em>“ (1905). Ihn -lockten zunächst wieder wichtigere und fruchtbarere Aufgaben. -</p> - -<p> -Schon 1864 und 1865 waren im Anschluß an die -„Monographie der Radiolarien“ die ersten Teile eines umfangreichen -Prachtwerkes über die Medusen erschienen, deren -Studium Haeckel seit den Tagen von Helgoland immer von -neuem entzückt hatte. Jetzt galt es nicht bloß den Abschluß -<em>dieses</em> Werkes, dessen erster Band 1879 unter dem Titel -„<em>Das System der Medusen</em>“ (mit 40 Tafeln in Farbendruck) -und dessen zweiter (mit 32 Tafeln) 1881 unter dem -Titel „<em>Die Tiefsee-Medusen der Challengerreise</em> -und der Organismus der Medusen“ herauskam, jetzt galt -es auch die mikroskopische Durchforschung der riesigen Radiolarienschätze -und weiter der Siphonophoren und Tiefsee-Hornschwämme, -die die berühmte wissenschaftliche Expedition -der englischen Korvette „Challenger“ in den Jahren -1873 bis 1876 gesammelt und deren Bearbeitung die englische -Regierung Haeckel anvertraut hatte. Zehn Jahre -mühsamer Arbeit verflossen, bis das neue große <em>Radiolarienwerk</em> -(2750 Seiten Text und 140 Tafeln) zum -Abschluß gebracht war, zwei weitere Jahre, bis auch das -„<em>System der Siphonophoren</em>“ (mit 50 Farbendrucktafeln) -<a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a> -und die „<em>Tiefsee-Hornschwämme</em>“ (mit 8 Tafeln) -erscheinen konnten. Besonders das Radiolarienwerk ist bewundernswert. -810 Arten waren bekannt, als Haeckel -1877 die Arbeit in Angriff nahm; als er zehn Jahre später -den Abschlußstrich machte, hatte er 3508 neue Arten hinzuentdeckt! -Alle diese zauberhaft schönen, mikroskopisch kleinen -Meeresgeschöpfe hatte sein Ordnungssinn nicht nur benannt -und beschrieben, sondern nach wissenschaftlichen Grundsätzen -auch übersichtlich gruppiert und nach Verwandtschaftsgraden -in ein System von 85 Familien, 20 Ordnungen, 4 Legionen -und 2 Unterklassen gebracht. Welch beispielloses Gedächtnis, -welch kritisches Unterscheidungsvermögen war dazu -nötig! Und welch ein künstlerisch geschulter Blick war erforderlich, -um die subtilen und schwierigen Formen dann -auch im Bilde noch festzuhalten! Nur einmal noch in -seinem späteren Leben gelang ihm ein gleich phänomenales -Werk, wenn auch anderer Art: die dreibändige „<em>Systematische -Phylogenie</em>“, der Entwurf eines natürlichen -Systems der Organismen auf Grund ihrer Stammesgeschichte, -der 1896 vollendet wurde. „Man mag im einzelnen, -ja in Hauptpunkten verschiedener Ansicht sein,“ sagt -darüber der Züricher Zoologe Professor Arnold Lang, „aber -staunend und bewundernd müssen wir stehen vor diesem -Werke, staunend über die ungeheure Fülle des Wissens, die -sich in diesem Umfange vielleicht nie mehr in einem Kopfe -vereinigen wird, bewundernd vor der geistigen Arbeit, mit -welcher einerseits die unzähligen Einzelerscheinungen verknüpft -werden und anderseits der ganze riesige Stoff in -formal vollendeter Weise übersichtlich gegliedert wird.“ -</p> - -<p> -Von allen diesen hervorragenden Gaben des unermüdlichen -Spezialforschers und Detailarbeiters Haeckel weiß in -der Regel der Laie nichts oder so gut wie nichts. Für ihn -kommt zunächst nur der „populäre“ Verfasser der „Natürlichen -<a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a> -Schöpfungsgeschichte“, der „<em>Welträtsel</em>“ und „<em>Lebenswunder</em>“ -in Frage. Zumal der Verfasser der „Welträtsel“, -der sich vermaß, über irdische und himmlische Dinge so -temperamentvoll sein Urteil abzugeben. Höchstens daß -dieser und jener auch noch das verdienstvolle Tafelwerk der -„<em>Kunstformen der Natur</em>“ kennt, in dem vom Standpunkt -des Ästhetikers die wundersamen Kunstgebilde der -Radiolarien, Schwämme, Siphonophoren usw., aber auch -die aus der höheren Tier- und Pflanzenwelt als vorbildlicher -Ornamentenschatz für das moderne Kunstgewerbe zusammengestellt -sind. Kein Wunder deshalb, daß man auch -unter Gebildeten vielfach den schiefsten und ungerechtesten -Urteilen begegnet, sobald einmal auf Haeckel und dessen -Wirken und Schaffen die Rede kommt. -</p> - -<p> -Allein schon die rein quantitative Arbeitsleistung dieses -Mannes muß mit Bewunderung erfüllen. Wenn man erwägt, -daß außer den genannten populären und wissenschaftlichen -Werken, die er von Auflage zu Auflage stets -neu zu bearbeiten und zu verbessern bestrebt war, noch eine -Menge kleinerer Aufsätze und Abhandlungen seiner Feder -entflossen sind, und daß neben all diesem noch seine Lehrtätigkeit -an der Jenaer Hochschule und seine alljährlichen -Forschungsreisen einhergingen, so muß angesichts solcher -Schaffenskraft selbst den Arbeitsfreudigsten ein gelindes -Gruseln anwehen. Hinzu kommt aber noch, daß Haeckel -auch die Originale seiner wundervollen Farbendrucktafeln, -von denen allein die großen Monographien rund 360 an -der Zahl aufweisen, großenteils selbst aquarelliert hat, wobei -ihm sein hochentwickeltes Zeichen- und Maltalent sehr -zustatten kam. -</p> - -<p> -Wie sehr übrigens Haeckel stets Forscher und Künstler -in einer Person war, das zeigen am besten seine weit über -tausend farbenprächtigen „<em>Wanderbilder</em>“, von denen ein -<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a> -kleiner Teil unter diesem Titel erschienen ist. Wohin seine -Forschungsreisen ihn immer auch führten — und er hat -mehr als dreißig in seinem Leben gemacht — immer und -überall war das Malzeug sein Weggefährte. Hatte die -Feder ihr Pensum vollendet oder fühlte der Forscher sich -abgespannt von der mühsamen zoologischen Facharbeit, so -dürstete die Seele des Künstlers, des Ästhetikers dann um -so glühender nach einem Trunk aus dem sprudelnden Quell -der Gesamtnatur, und er ruhte nicht eher, als bis er ihr -irgendein Stück ihrer Schönheit mit Stift oder Pinsel entwunden -hatte. Auf dem blauen Meer wie auf ragenden -Berggipfeln, unter den sengenden Strahlen der Tropensonne -wie im Schatten des Urwalddickichts, in den russischen -Steppen wie im nordischen Fjord — allüberall war -der nimmersatte Schönheitssucher in Haeckel dem Forscher -ein steter Begleiter. Seine mit Hildebrandtscher Farbenglut -gemalten Wanderbilder muß man gesehen, seine formvollendeten -reichillustrierten Reisebücher „<em>Arabische Korallen</em>“, -„<em>Indische Reisebriefe</em>“ und „<em>Aus Insulinde</em>“ -muß man gelesen haben, um seinen heiligen Enthusiasmus -für alles Wahre, Schöne und Gute dem ganzen Umfange -nach zu begreifen. -</p> - -<p> -In wundervoller Geschlossenheit liegt heute das arbeits- -und früchtereiche Lebenswerk Haeckels vor unseren Augen, -das Lebenswerk eines Forschers, Künstlers und Philosophen. -Und das eines Kämpfers, wie man hinzufügen darf. Niemand -kann leugnen, daß er bei all seiner Genialität recht -oft auch gefehlt hat wie ein ganz sterblicher Mensch, daß -ihm sein heißes Temperament oft die Sehweite kürzte und -daß seine Philosophie, seine Weltanschauung an Lücken und -Schwächen nicht arm ist. Jeder hat die Philosophie, die -in ihm ist. Er hat die seine, die aus dem fruchtbaren -Boden der Erfahrungswissenschaften hervorgewachsen und -<a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a> -deshalb allen rein spekulativen Erkenntnistheorien wenig -hold ist. Er hat sie zum Abschluß gebracht und ist glücklich -darin. Ihm ist es genug, das Unerforschte so in die -Enge getrieben zu haben, daß es sich wie von selbst ihm -ergeben muß. Aber niemand, der wirklich sein Lebenswerk -kennt, kann auch leugnen, daß Haeckels ganze fünfzigjährige -Beschäftigung mit der Natur und Hingebung an die Natur, -daß sein ganzes Forschen und Denken nichts anderes war -als ein Ausfluß religiösen Sehnens, als Herzenssache, Gemütssache. -Ihm, der der Wahrheit um ihrer selbst willen -nachspürte, war ganz notwendig das Wahre identisch mit -dem Göttlichen. -</p> - -<p> -Ernst Haeckel kann, wenn er die Inventur seines Lebens -macht, wohl zufrieden sein. Das höchste Glück der Erdenkinder -hat er erreicht und gewährt: das Glück der Persönlichkeit, -und seinen Namen hat er mit unvergänglichen -Lettern tief eingegraben in die Annalen der Menschheitsgeschichte. -„Spätere Generationen“, sagt Wilhelm Bölsche, -auf dessen ausgezeichnete Biographie des Gelehrten der -Leser ausdrücklich verwiesen sei, „werden uns um einen -Mann wie Haeckel beneiden. Von anderen wird man -Folianten wälzen, zum Nachschlagen, ohne auf das Titelblatt -mit dem Namen zu achten. Bei ihm wird man den -Namen suchen. Von seiner geistigen Persönlichkeit wird -man sich erzählen. Daß man mit ihm streiten konnte, -wird man verstehen. Daß Zeitgenossen seine Größe nicht -sahen — dafür wird man nur ein Achselzucken haben.“ -</p> - -<p class="tb"> -* -</p> - -<p class="noindent"> -Die sechs kurzen Abschnitte aus einigen der bedeutendsten -gemeinverständlichen Werke Ernst Haeckels, die dieses -Sammelbändchen vereinigt, vermögen natürlich nur einen -schwachen Begriff von der wissenschaftlichen Gesamtleistung -<a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a> -des berühmten Naturforschers zu vermitteln. Wenn sie -dem einen oder anderen Welträtsel-Leser, dem einen oder -anderen für Fragen der Naturwissenschaft Interessierten -zum Anlaß werden, die Werke selbst in die Hand zu nehmen, -ist ihr Hauptzweck erreicht. Nichtsdestoweniger ist zu erwarten, -daß die Lektüre der einzelnen Kapitel auch an und -für sich jedem Leser genußreiche und anregende Stunden -bescheren wird. -</p> - -<p> -Die ersten beiden Abschnitte „Inhalt und Bedeutung -der Abstammungslehre“ und „Schöpfungsperioden und -Schöpfungsurkunden“ sind der „Natürlichen Schöpfungsgeschichte“ -(11. Auflage, 1911, Verlag von Georg Reimer -in Berlin) entnommen. Es sind zwei von den dreißig -darin vereinigten Vorträgen über die Entwicklungslehre im -allgemeinen und die von Darwin, Goethe und Lamarck im -besonderen, Vorträge, die selbst dem ohne jede wissenschaftliche -Vorbildung an sie herantretenden Laien verständlich -sind. Der dritte Abschnitt über „Die Gasträatheorie“ dagegen -will schon ein bißchen „studiert“ sein, wie klar und -anschaulich Haeckel das schwierige Thema auch zu behandeln -verstanden hat. Wenn wir unter den dreißig Vorträgen der -„Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen“ -(6. Auflage, 1911. Verlag von Wilhelm Engelmann in -Leipzig) gerade diesen zum Abdruck erwählten, so geschah -es, weil er im Rahmen des zweibändigen Werkes noch -wiederum ein Stück besonderen Eigenwerks darstellt, insofern -Ernst Haeckel selbst, wie schon ausgeführt wurde, der -Entdecker der bedeutsamen Gasträatheorie ist. Der Abschnitt -„Erfahrung und Erkenntnis“, in dem der Verfasser im -Anschluß an Schleiden und Johannes Müller ein für allemal -programmatisch seinen Standpunkt zur Naturphilosophie -festlegte, entstammt der 1866 erschienenen „Generellen -Morphologie“ (von der ein teilweiser, unveränderter -<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a> -Abdruck unter dem Titel „Prinzipien der Generellen Morphologie -der Organismen“ 1906 bei Georg Reimer herausgekommen -ist), der Abschnitt „Arabische Korallen“ dem -kleinen, durch zahlreiche Abbildungen und farbenfreudige -Aquarell-Reproduktionen geschmückten Prachtbande gleichen -Titels, in dem Ernst Haeckel 1875 seinen Ausflug nach -den Korallenbänken des Roten Meeres beschrieb, zugleich -einen Blick in das Leben der Korallentiere erschließend -(Verlag von Georg Reimer). In dieser unübertrefflich -lebendigen Schilderung, nicht minder in der ihr folgenden -über „Brussa und den asiatischen Olymp“, kommt neben -dem Naturforscher in Haeckel vor allem der feinempfindende -Ästhetiker zur Geltung, der schönheitsuchende Künstler wie -der Meister des Worts. -</p> - -<p> -Für die Erlaubnis zur Wiedergabe des Aufsatzes über -„Brussa“, der 1875 in der Deutschen Rundschau erschien -und seitdem nicht wieder abgedruckt wurde, bin ich Sr. -Exzellenz Herrn Geheimrat Haeckel zu besonderem Danke -verpflichtet, für die Genehmigung zum Nachdruck der übrigen -Abschnitte außerdem den Herren Verlagsbuchhändlern -Dr. de Gruyter (i. Fa.: Georg Reimer) und Wilhelm -Engelmann. -</p> - -<p class="place"> -<em>Leipzig</em>, Ostern 1912. -</p> - -<p class="sign"> -Carl W. Neumann. -</p> - -<p class="tit2"> -<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a> -Natur und Mensch. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-2"> -<a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a> -<span class="firstline"><span class="line1">I.</span></span><br /> -<span class="line2">Inhalt und Bedeutung der</span> -<span class="line3">Abstammungslehre.</span> -</h2> - -<p class="noindent"> -Die geistige Bewegung, zu welcher der englische -Naturforscher Charles Darwin im Jahre 1859 durch sein -berühmtes Werk „Über die Entstehung der Arten“<a class="fnote" href="#footnote-1" id="fnote-1">[1]</a> -den Anstoß gab, hat während des seitdem verflossenen -kurzen Zeitraums eine beispiellose Tiefe und Ausdehnung -gewonnen. Allerdings ist die in jenem Werke -dargestellte naturwissenschaftliche Theorie (gewöhnlich -kurzweg die Darwinsche Theorie oder der Darwinismus -genannt) nur ein Bruchteil einer viel umfassenderen -Wissenschaft, nämlich der universalen Entwicklungslehre, -welche ihre unermeßliche Bedeutung über das -ganze Gebiet aller menschlichen Erkenntnis erstreckt. -Allein die Art und Weise, in welcher Darwin die -letztere durch die erstere fest begründet hat, ist so -überzeugend, und die entscheidende Wendung, welche -durch die notwendigen Folgeschlüsse jener Theorie in -der gesamten Weltanschauung der Menschheit angebahnt -worden ist, muß jedem tiefer denkenden Menschen -so gewaltig erscheinen, daß man ihre allgemeine -Bedeutung nicht hoch genug anschlagen kann. Ohne -Zweifel muß diese ungeheure Erweiterung unseres -menschlichen Gesichtskreises unter allen den zahlreichen -und großartigen wissenschaftlichen Fortschritten unserer -<a id="page-26" class="pagenum" title="26"></a> -Zeit als der bei weitem folgenschwerste und wichtigste -angesehen werden. -</p> - -<p> -Wenn man das 19. Jahrhundert mit Recht das Zeitalter -der Naturwissenschaften nennt, wenn man mit -Stolz auf die unermeßlich bedeutenden Fortschritte in -allen Zweigen derselben blickt, so pflegt man dabei -gewöhnlich weniger an die Erweiterung unserer allgemeinen -Naturerkenntnis, als vielmehr an die unmittelbaren -praktischen Erfolge jener Fortschritte zu -denken. Man erwägt dabei die völlige und unendlich -folgenreiche Umgestaltung des menschlichen Verkehrs, -welche durch das entwickelte Maschinenwesen, durch -die Eisenbahnen, Dampfschiffe, Telegraphen, Telephone -und andere Erfindungen der Physik hervorgebracht -worden ist. Oder man denkt an den mächtigen Einfluß, -welchen die Chemie in der Heilkunst, in der Landwirtschaft, -in allen Künsten und Gewerben gewonnen -hat. Wie hoch Sie aber auch diese Einwirkung der -neueren Naturwissenschaft auf das praktische Leben -anschlagen mögen, so muß dieselbe, von einem höheren -und allgemeineren Standpunkt aus gewürdigt, doch -hinter dem ungeheuren Einfluß zurückstehen, welchen -die theoretischen Fortschritte der heutigen Naturwissenschaft -auf das gesamte Erkenntnisgebiet des Menschen, -auf seine ganze Weltanschauung und Geistesbildung -notwendig ausüben. Denken Sie nur an den unermeßlichen -Umschwung aller unserer theoretischen Anschauungen, -welchen wir der allgemeinen Anwendung -des Mikroskops verdanken. Denken Sie allein an die -Zellentheorie, die uns die scheinbare Einheit des menschlichen -Organismus als das zusammengesetzte Resultat -aus der staatlichen Verbindung von Milliarden elementarer -Lebenseinheiten, der Zellen, nachweist. Oder -<a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a> -erwägen Sie die ungeheure Erweiterung unseres theoretischen -Gesichtskreises, welche wir der Spektralanalyse, -der Lehre von der Wärmemechanik und von der -Erhaltung der Kraft verdanken. Unter allen diesen bewunderungswürdigen -theoretischen Fortschritten nimmt -aber jedenfalls unsere heutige Entwicklungslehre bei -weitem den höchsten Rang ein. -</p> - -<p> -Jeder von Ihnen wird den Namen Darwin gehört -haben, aber die meisten werden wahrscheinlich nur unvollkommene -Vorstellungen von dem eigentlichen Werte -seiner Lehre besitzen. Denn wenn man alles vergleicht, -was seit dem Erscheinen seines epochemachenden Hauptwerks -über dasselbe geschrieben worden ist, so muß -demjenigen, der sich nicht näher mit den organischen -Naturwissenschaften befaßt hat, der nicht in die inneren -Geheimnisse der Zoologie und Botanik eingedrungen -ist, der Wert jener Theorie doch zweifelhaft -erscheinen. Die Beurteilung derselben ist voll von -Widersprüchen und Mißverständnissen. Daher hat -selbst jetzt, fünfzig Jahre nach dem Erscheinen von -Darwins Werk, dasselbe noch nicht allgemein diejenige -volle Bedeutung erlangt, welche ihm von -Rechts wegen gebührt, und welche es jedenfalls -früher oder später erlangen wird. Die meisten von -den zahllosen Schriften, welche für und gegen den -Darwinismus während dieses Zeitraums veröffentlicht -wurden, lassen den erforderlichen Grad von biologischer, -und besonders von zoologischer Bildung vermissen. -Obwohl jetzt alle bedeutenden Naturforscher -der Gegenwart zu den Anhängern jener Theorie gehören, -haben doch nur wenige derselben Geltung und -Verständnis in weiteren Kreisen zu verschaffen gesucht. -Daher rühren die befremdenden Widersprüche und die -<a id="page-28" class="pagenum" title="28"></a> -seltsamen Urteile, die man noch heute vielfach über -den Darwinismus hören kann. Gerade dieser Umstand -hat mich vorzugsweise bestimmt, die Darwinsche -Theorie und die damit zusammenhängenden weiteren -Lehren zum Gegenstand allgemein verständlicher Vorträge -zu machen. Ich halte es für die Pflicht der -Naturforscher, daß sie nicht allein in dem engeren -Kreise ihrer Fachwissenschaft auf Verbesserungen und -Entdeckungen sinnen, daß sie sich nicht allein in das -Studium des Einzelnen mit Liebe und Sorgfalt vertiefen, -sondern daß sie auch die wichtigen, allgemeinen -Ergebnisse ihrer besonderen Studien für das Ganze -nutzbar machen, und daß sie naturwissenschaftliche Bildung -in weiten Kreisen verbreiten helfen. Der höchste -Triumph des menschlichen Geistes, die wahre Erkenntnis -der allgemeinsten Naturgesetze, darf nicht das -Privateigentum einer privilegierten Gelehrtenkaste bleiben, -sondern muß segensreiches Gemeingut der ganzen -gebildeten Menschheit werden. -</p> - -<p> -Die Theorie, welche durch Darwin an die Spitze -unserer Naturerkenntnis gestellt worden ist, pflegt -man gewöhnlich als Abstammungslehre oder Deszendenztheorie -zu bezeichnen. Andere nennen sie Umbildungslehre -oder Transmutationstheorie oder auch kurz: -Transformismus. Beide Bezeichnungen sind richtig. -Denn diese Lehre behauptet, daß alle verschiedenen -Organismen (d. h. alle Tierarten und Pflanzenarten, -welche jemals auf der Erde gelebt haben, und noch -jetzt leben) von einer einzigen oder von wenigen höchst -einfachen Stammformen abstammen, und daß sie sich -aus diesen auf dem natürlichen Wege allmählicher -Umbildung langsam entwickelt haben. Obwohl diese -Entwicklungstheorie schon im Anfange unseres Jahrhunderts -<a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a> -von verschiedenen großen Naturforschern, -insbesondere von Lamarck und Goethe, aufgestellt und -verteidigt wurde, hat sie doch erst im Jahre 1859 durch -Darwin ihre vollständige Ausbildung und ihre ursächliche -Begründung erfahren. Dies ist der Grund, weshalb -sie oft ausschließlich (obwohl nicht ganz richtig) -als Darwins Theorie bezeichnet wird. -</p> - -<p> -Der unschätzbare Wert der Abstammungslehre erscheint -in verschiedenem Lichte, je nachdem Sie bloß -deren nähere Bedeutung für die organische Naturwissenschaft, -oder aber ihren weiteren Einfluß auf die -gesamte Welterkenntnis des Menschen in Betracht -ziehen. Die organische Naturwissenschaft oder die -Biologie, welche als Zoologie die Tiere, als Botanik -die Pflanzen zum Gegenstand ihrer Erkenntnis hat, -wird durch die Abstammungslehre von Grund aus -umgestaltet. Denn durch die Deszendenztheorie lernen -wir die wahren wirkenden Ursachen der organischen -Formerscheinungen erkennen, während die bisherige -Tier- und Pflanzenkunde sich überwiegend mit der -Kenntnis ihrer Tatsachen beschäftigte. Man kann daher -auch die Abstammungslehre als die mechanische -Erklärung der organischen Form-Erscheinungen oder -als „die Lehre von den wahren Ursachen in der -organischen Natur“ bezeichnen. -</p> - -<p> -Da ich nicht voraussetzen kann, daß Ihnen allen -die Ausdrücke „organische und anorganische Natur“ -geläufig sind, und da uns die Gegenüberstellung dieser -beiderlei Naturkörper in der Folge noch vielfach beschäftigen -wird, so muß ich ein paar Worte zur Verständigung -darüber vorausschicken. Organismen oder -organische Naturkörper nennen wir alle Lebewesen oder -belebten Körper, also alle Pflanzen und Tiere, den -<a id="page-30" class="pagenum" title="30"></a> -Menschen mit inbegriffen, weil bei ihnen fast immer -eine Zusammensetzung aus verschiedenartigen Teilen -(Werkzeugen oder „Organen“) nachzuweisen ist; diese -Organe müssen zusammenwirken, um die Lebenserscheinungen -hervorzubringen. Eine solche Zusammensetzung -vermissen wir dagegen bei den Anorganen oder anorganischen -Naturkörpern, den sogenannten toten oder unbelebten -Körpern, den Mineralien oder Gesteinen, dem -Wasser, der atmosphärischen Luft usw. Die Organismen -enthalten stets eiweißartige Kohlenstoffverbindungen -in weichem oder „festflüssigem“ Zustande, während -diese den Anorganen stets fehlen. Auf diesem wichtigen -Unterschiede beruht die Einteilung der gesamten -Naturwissenschaft in zwei große Hauptabteilungen, in -die Biologie oder Wissenschaft von den Organismen -(Anthropologie, Zoologie und Botanik) und die Anorgologie -oder Abiologie, die Wissenschaft von den -Anorganen (Mineralogie, Geologie, Hydrographie, -Meteorologie usw.). -</p> - -<p> -Die unvergleichliche Bedeutung der Abstammungslehre -für die Biologie liegt also vorzugsweise darin, -daß sie uns die Entstehung der organischen Formen -auf mechanischem Wege erklärt und deren wirkende -Ursachen nachweist. So hoch man aber auch mit Recht -dieses Verdienst der Deszendenztheorie anschlagen mag, -so tritt dasselbe doch fast zurück vor der unermeßlichen -Wichtigkeit, welche eine einzige notwendige Folgerung -derselben für sich allein in Anspruch nimmt. Diese -unvermeidliche Folgerung ist die Lehre von der tierischen -Abstammung des Menschengeschlechts. -</p> - -<p> -Die Bestimmung der Stellung des Menschen in -der Natur und seiner Beziehungen zur Gesamtheit der -Dinge, diese Frage aller Fragen für die Menschheit, -<a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a> -wie sie Huxley mit Recht genannt hat, wird durch jene -Erkenntnis der tierischen Abstammung des Menschengeschlechts -endgültig gelöst. Wir gelangen also durch -den Transformismus oder die Deszendenztheorie zum -erstenmal in die Lage, eine natürliche Entwicklungsgeschichte -des Menschengeschlechts wissenschaftlich begründen -zu können. Sowohl alle Verteidiger als alle -denkenden Gegner Darwins haben anerkannt, daß die -Abstammung des Menschengeschlechts zunächst von -affenartigen Säugetieren, weiterhin aber von niederen -Wirbeltieren, mit Notwendigkeit aus seiner Theorie folgt. -</p> - -<p> -Allerdings hat Darwin diese wichtigste von allen -Folgerungen seiner Lehre nicht sofort selbst ausgesprochen. -In seinem Werke von der „Entstehung der -Arten“ ist die tierische Abstammung des Menschen -nicht erörtert. Der ebenso vorsichtige als kühne Naturforscher -ging damals absichtlich mit Stillschweigen -darüber hinweg, weil er voraussah, daß dieser bedeutendste -von allen Folgeschlüssen der Abstammungslehre -zugleich das größte Hindernis für die Verbreitung und -Anerkennung derselben sein werde. Gewiß hätte Darwins -Buch von Anfang an noch weit mehr Widerspruch -und Ärgernis erregt, wenn sogleich diese wichtigste -Konsequenz darin klar ausgesprochen worden -wäre. Erst zwölf Jahre später, in dem 1871 erschienenen -Werke über „Die Abstammung des Menschen -und die geschlechtliche Zuchtwahl“<a class="fnote" href="#footnote-2" id="fnote-2">[2]</a> hat Darwin jenen -weitreichendsten Folgeschluß offen anerkannt, und ausdrücklich -seine volle Übereinstimmung mit den Naturforschern -erklärt, welche denselben inzwischen schon -selbst gezogen hatten. Offenbar ist die Tragweite dieser -Folgerung ganz unermeßlich, und keine Wissenschaft -<a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a> -wird sich den Konsequenzen derselben entziehen können. -Die Anthropologie oder die Wissenschaft vom Menschen, -und infolgedessen auch die ganze Philosophie, -wird in allen einzelnen Zweigen dadurch von Grund -aus umgestaltet. -</p> - -<p> -Um es mit einem Satze auszudrücken, so ist jene -bedeutungsvolle, aber die meisten Menschen von vornherein -abstoßende Folgerung nichts weiter als ein besonderer -Deduktionsschluß, den wir aus dem sicher -begründeten allgemeinen Induktionsgesetze der Deszendenztheorie -nach den strengen Geboten der unerbittlichen -Logik notwendig ziehen müssen. -</p> - -<p> -Vielleicht ist nichts geeigneter, Ihnen die ganze -und volle Bedeutung der Abstammungslehre mit zwei -Worten klarzumachen, als die Bezeichnung derselben -mit dem Ausdruck: „Natürliche Schöpfungsgeschichte“. -Jedoch ist dieselbe nur in einem gewissen Sinne richtig; -denn streng genommen schließt der Ausdruck „natürliche -Schöpfungsgeschichte“ einen inneren Widerspruch, -eine <span class="antiqua">contradictio in adjecto</span> ein. Lassen Sie uns, um -dies zu verstehen, einen Augenblick den zweideutigen -Begriff der Schöpfung etwas näher ins Auge fassen. -Wenn man unter Schöpfung die Entstehung eines -Körpers durch eine schaffende Gewalt oder Kraft versteht, -so kann man dabei entweder an die Entstehung -seines Stoffes (der körperlichen Materie) oder an die -Entstehung seiner Form (der körperlichen Gestalt) denken. -</p> - -<p> -Die Schöpfung im ersteren Sinne, als die Entstehung -der Materie, geht uns hier gar nichts an. -Dieser Vorgang, wenn er überhaupt jemals stattgefunden -hat, ist gänzlich der menschlichen Erkenntnis -entzogen, er kann daher auch niemals Gegenstand -naturwissenschaftlicher Erforschung sein. Die Naturwissenschaft -<a id="page-33" class="pagenum" title="33"></a> -hält die Materie für ewig und unvergänglich, -weil durch die Erfahrung noch niemals das Entstehen -oder Vergehen auch nur des kleinsten Teilchens -der Materie nachgewiesen worden ist. Da wo ein -Naturkörper zu verschwinden scheint, wie z. B. beim -Verbrennen, beim Verwesen, beim Verdunsten usw., -da ändert er nur seine Form, seinen physikalischen -Aggregatzustand oder seine chemische Verbindungsweise. -Ebenso beruht die Entstehung eines neuen -Naturkörpers, z. B. eines Kristalles, eines Pilzes, -eines Infusoriums nur darauf, daß verschiedene Stoffteilchen, -welche vorher in einer gewissen Form oder -Verbindungsweise existierten, infolge von veränderten -Existenzbedingungen eine neue Form oder Verbindungsweise -annehmen. Aber noch niemals ist der Fall beobachtet -worden, daß auch nur das kleinste Stoffteilchen -aus der Welt verschwunden, oder nur ein Atom -zu der bereits vorhandenen Masse hinzugekommen -wäre. Der Naturforscher kann sich daher ein Entstehen -der Materie ebensowenig als ein Vergehen derselben -vorstellen; er betrachtet die in der Welt bestehende -Quantität der Materie als eine gegebene feste -Tatsache. Fühlt jemand das Bedürfnis, sich die Entstehung -dieser Materie als die Wirkung einer übernatürlichen -Schöpfungstätigkeit, einer außerhalb der -Materie stehenden schöpferischen Kraft vorzustellen, so -haben wir nichts dagegen. Aber wir müssen bemerken, -daß damit auch nicht das geringste für eine wissenschaftliche -Naturkenntnis gewonnen ist. Eine solche -Vorstellung von einer immateriellen Kraft, welche die -Materie erst schafft, ist ein Glaubensartikel, welcher -mit der menschlichen Wissenschaft gar nichts zu tun -hat. Wo der mystische Glaube anfängt, hört die echte -<a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a> -Wissenschaft auf. Beide Tätigkeiten des menschlichen -Geistes sind scharf voneinander zu halten. Der Glaube -an übernatürliche Vorgänge hat seinen Ursprung in -der dichtenden Einbildungskraft, das klare Wissen dagegen -in dem erkennenden Verstande des Menschen. -Die Wissenschaft hat die segenbringenden Früchte von -dem Baume der Erkenntnis zu pflücken, unbekümmert -darum, ob dadurch die dichterischen Einbildungen der -Glaubenschaft beeinträchtigt werden oder nicht. -</p> - -<p> -Wenn also die Naturwissenschaft sich die „natürliche -Schöpfungsgeschichte“ zu ihrer höchsten, schwersten -und lohnendsten Aufgabe macht, so kann sie den -Begriff der Schöpfung nur in der zweiten, oben angeführten -Bedeutung verstehen, als die Entstehung der -Form der Naturkörper. In diesem Sinne kann man -die Geologie die Schöpfungsgeschichte der Erde nennen; -denn sie sucht die Entstehung der geformten anorganischen -Erdoberfläche und die mannigfaltigen geschichtlichen -Veränderungen in der Gestalt der festen Erdrinde -zu erforschen. Ebenso kann man die Entwicklungsgeschichte -der Tiere und Pflanzen, welche die -Entstehung der belebten Formen und den mannigfaltigen -historischen Wechsel der tierischen und pflanzlichen -Gestalten untersucht, die Schöpfungsgeschichte der Organismen -nennen. Da jedoch in den Begriff der -Schöpfung sich immer leicht die unwissenschaftliche Vorstellung -von einem außerhalb der Materie stehenden -und dieselbe umbildenden Schöpfer einschleicht, so wird -es in Zukunft wohl besser sein, denselben durch die -strengere Bezeichnung der Entwicklung zu ersetzen. -</p> - -<p> -Der hohe Wert, welchen die Entwicklungsgeschichte -für das wissenschaftliche Verständnis der Tier- und -Pflanzenformen besitzt, ist seit einem halben Jahrhundert -<a id="page-35" class="pagenum" title="35"></a> -allgemein anerkannt; man kann ohne sie in der organischen -Morphologie oder Formenlehre keinen sicheren -Schritt mehr tun. Jedoch hat man vor 1866 unter -Entwicklungsgeschichte nur einen Teil dieser Wissenschaft, -nämlich diejenige der organischen Individuen -oder Einzelwesen verstanden, die sogenannte Embryologie, -richtiger und umfassender <em>Ontogenie</em> genannt. -Außer dieser gibt es aber auch noch eine Entwicklungsgeschichte -der organischen Arten, Klassen und Stämme -(Phylen); und diese steht zu der ersteren in den wichtigsten -Beziehungen. Das Material dafür liefert die -Versteinerungskunde oder Paläontologie. Diese lehrt -uns, daß jedes organische Phylum, jeder Stamm des -Tier- und Pflanzenreichs, während der verschiedenen -Perioden der Erdgeschichte durch eine Reihe von ganz -verschiedenen Klassen und Arten vertreten wird. So -ist z. B. der Stamm der Wirbeltiere durch die Klassen -der Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere -vertreten und jede dieser Klassen zu verschiedenen -Zeiten durch ganz verschiedene Arten. Diese paläontologische -Entwicklungsgeschichte der Organismen kann -man als Stammesgeschichte oder <em>Phylogenie</em> bezeichnen; -sie steht in den wichtigsten und merkwürdigsten -Beziehungen zu dem anderen Zweige der organischen -Entwicklungsgeschichte, zur Keimesgeschichte oder Ontogenie. -Die letztere läuft der ersteren im großen und -ganzen parallel. Um es kurz mit einem Satze zu sagen, -so ist die individuelle Entwicklungsgeschichte eine schnelle, -durch die Gesetze der Vererbung und Anpassung bedingte -Wiederholung der langsamen paläontologischen -Entwicklungsgeschichte; die Ontogenie ist ein kurzer -Auszug oder eine Rekapitulation der Phylogenie. Das -ist unser <em>biogenetisches Grundgesetz</em> (1866), das -<a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a> -einzig und allein durch die Abstammungslehre erklärt -und in seinen Ursachen verstanden werden kann; ohne -dieselbe bleibt es ganz unverständlich und unerklärlich. -</p> - -<p> -Die Deszendenztheorie zeigt uns zugleich, <em>warum</em> -überhaupt die einzelnen Tiere und Pflanzen sich entwickeln -müssen, <em>warum</em> dieselben nicht gleich in fertiger -und entwickelter Form ins Leben treten. Keine -übernatürliche Schöpfungsgeschichte vermag uns das -große Rätsel der organischen Entwicklung irgendwie -zu erklären. Ebenso wie auf diese hochwichtige Frage -gibt uns der Transformismus auch auf alle anderen -allgemeinen biologischen Fragen befriedigende Antworten, -und zwar sind diese Antworten rein mechanisch-kausaler -Natur; sie weisen lediglich natürliche, -physikalisch-chemische Kräfte als die Ursachen von Erscheinungen -nach, die man früher gewohnt war, der -unmittelbaren Einwirkung übernatürlicher, schöpferischer -Kräfte zuzuschreiben. Mithin entfernt der Transformismus -aus allen Gebietsteilen der Botanik und -Zoologie, und namentlich auch aus dem wichtigsten -Teile der letzteren, aus der Anthropologie, den Wunderglauben; -er lüftet den mystischen Schleier des -Wunderbaren und Übernatürlichen, mit welchem man -bisher die verwickelten Erscheinungen dieser natürlichen -Erkenntnisgebiete zu verhüllen liebte. Das unklare -Nebelbild mythologischer Dichtung kann vor dem klaren -Sonnenlicht naturwissenschaftlicher Erkenntnis nicht -länger bestehen. -</p> - -<p> -Von ganz besonderem Interesse sind unter jenen -biologischen Erscheinungen diejenigen, welche die gewöhnliche -Annahme von der Entstehung eines jeden -Organismus durch eine zweckmäßig bauende Schöpferkraft -widerlegen. Nichts hat in dieser Beziehung der -<a id="page-37" class="pagenum" title="37"></a> -früheren Naturforschung so große Schwierigkeiten verursacht, -als die Deutung der sogenannten „<em>rudimentären -Organe</em>“, derjenigen Teile im Tier- und Pflanzenkörper, -welche eigentlich ohne Leistung, ohne physiologische -Bedeutung, und dennoch formell vorhanden -sind. Diese Teile verdienen das allerhöchste Interesse, -obwohl die meisten Leute wenig oder nichts davon -wissen. Fast jeder höher entwickelte Organismus, fast -jedes Tier und jede Pflanze, besitzt neben den scheinbar -zweckmäßigen Einrichtungen seiner Organisation -andere Einrichtungen, die durchaus keinen Zweck, keine -Funktion in dessen Leben haben können. -</p> - -<p> -Beispiele davon finden sich überall. Bei den Embryonen -mancher Wiederkäuer, unter anderen bei unserem -gewöhnlichen Rindvieh, stehen Schneidezähne im -Zwischenkiefer der oberen Kinnlade, welche niemals -zum Durchbruch gelangen, also auch keinen Zweck -haben. Die Embryonen mancher Walfische, welche -späterhin die bekannten Barten statt der Zähne besitzen, -tragen, solange sie noch nicht geboren sind und keine -Nahrung zu sich nehmen, dennoch zahlreiche Zähne in -ihren Kiefern; auch dieses Gebiß tritt niemals in -Tätigkeit. Ferner besitzen die meisten höheren Tiere -Muskeln, die nie zur Anwendung kommen; selbst der -Mensch besitzt solche rudimentäre Muskeln. Die meisten -von uns sind nicht fähig, ihre Ohren willkürlich -zu bewegen, obwohl die Muskeln für diese Bewegung -vorhanden sind; aber einzelnen Personen, die sich andauernd -Mühe geben, diese Muskeln zu üben, ist es -in der Tat gelungen, ihre Ohren wieder in Bewegung -zu setzen. In diesen noch jetzt vorhandenen, aber verkümmerten -Organen, welche dem vollständigen Verschwinden -entgegengehen, ist es noch möglich, durch -<a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a> -besondere Übung, durch andauernden Einfluß der Willenstätigkeit -des Nervensystems, die beinahe erloschene -Tätigkeit wieder zu beleben. Dagegen vermögen wir -dies nicht mehr in den kleinen rudimentären Ohrmuskeln, -welche noch am Knorpel unserer Ohrmuschel -vorkommen; diese bleiben immer völlig wirkungslos. -Bei unseren langohrigen Vorfahren aus der Tertiärzeit, -Affen, Halbaffen und Beuteltieren, welche gleich -den meisten anderen Säugetieren ihre große Ohrmuschel -frei und lebhaft bewegten, waren jene Muskeln viel -stärker entwickelt und von großer Bedeutung. So haben -in gleicher Weise auch viele Spielarten der Hunde und -Kaninchen, deren wilde Vorfahren ihre steifen Ohren -vielseitig bewegten, unter dem Einflusse des Kulturlebens -sich jenes „Ohrenspitzen“ abgewöhnt; sie haben -dadurch verkümmerte Ohrmuskeln und schlaff herabhängende -Ohren bekommen. -</p> - -<p> -Auch noch an anderen Stellen seines Körpers besitzt -der Mensch solche rudimentäre Organe, welche -durchaus von keiner Bedeutung für das Leben sind -und niemals funktionieren. Eines der merkwürdigsten, -obwohl unscheinbarsten Organe der Art ist die kleine -halbmondförmige Falte, welche wir am inneren Winkel -unseres Auges, nahe der Nasenwurzel besitzen, die sogenannte -<span class="antiqua">Plica semilunaris</span>. Diese unbedeutende Hautfalte -bietet für unser Auge gar keinen Nutzen; sie ist -nur der ganz verkümmerte Rest eines dritten, inneren -Augenlides, welches neben dem oberen und unteren -Augenlide bei anderen Säugetieren, bei Vögeln und -Reptilien sehr entwickelt ist. Ja sogar schon unsere -uralten Vorfahren aus der Silurzeit, die Urfische, -scheinen dies dritte Augenlid, die sogenannte Nickhaut, -besessen zu haben. Denn viele von ihren nächsten Verwandten, -<a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a> -die in wenig veränderter Form noch heute -fortleben, viele Haifische nämlich, besitzen eine sehr -starke Nickhaut, und diese kann vom inneren Augenwinkel -her über den ganzen Augapfel hinübergezogen -werden. -</p> - -<p> -Zu den schlagendsten Beispielen von rudimentären -Organen gehören die Augen, welche nicht sehen. Solche -finden sich bei sehr vielen Tieren, welche im Dunkeln, -z. B. in Höhlen, unter der Erde leben. Die Augen -sind hier oft wirklich in ausgebildetem Zustande vorhanden; -aber sie sind von dicker, undurchsichtiger Haut -bedeckt, so daß kein Lichtstrahl in sie hineinfallen kann, -mithin können sie auch niemals sehen. Solche Augen -ohne Gesichtsfunktion besitzen z. B. mehrere Arten von -unterirdisch lebenden Maulwürfen und Blindmäusen, -von Schlangen und Eidechsen, von Amphibien und -Fischen; ferner zahlreiche wirbellose Tiere, die im -Dunkeln ihr Leben zubringen: viele Käfer, Krebstiere, -Schnecken, Würmer usw. -</p> - -<p> -Eine Fülle der interessantesten Beispiele von rudimentären -Organen liefert die vergleichende Osteologie -oder Skelettlehre der Wirbeltiere, einer der anziehendsten -Zweige der vergleichenden Anatomie. Bei den -allermeisten Wirbeltieren finden wir zwei Paar Gliedmaßen -am Rumpf, ein Paar Vorderbeine und ein -Paar Hinterbeine. Sehr häufig ist jedoch das eine -oder das andere Paar derselben verkümmert, seltener -beide, wie bei den Schlangen und einigen aalartigen -Fischen. Aber einige Schlangen, z. B. die Riesenschlangen -(<span class="antiqua">Boa</span>, <span class="antiqua">Python</span>), haben hinten noch einige -unnütze Knochenstückchen im Leibe, welche die Reste der -verloren gegangenen Hinterbeine sind. Ebenso haben -die walfischartigen Säugetiere (<span class="antiqua">Cetaceen</span>), welche nur -<a id="page-40" class="pagenum" title="40"></a> -entwickelte Vorderbeine (Brustflossen) besitzen, hinten -im Fleische noch ein Paar ganz überflüssige Knochen, -die Überbleibsel der verkümmerten Hinterbeine. Dasselbe -gilt von vielen echten Fischen, bei denen in gleicher -Weise die Hinterbeine (Bauchflossen) verloren -gegangen sind. Umgekehrt besitzen unsere Blindschleichen -(<span class="antiqua">Anguis</span>) und einige andere Eidechsen inwendig -ein vollständiges Schultergerüst, obwohl die Vorderbeine, -zu deren Befestigung dasselbe dient, nicht mehr -vorhanden sind. Ferner finden sich bei verschiedenen -Wirbeltieren die einzelnen Knochen der beiden Beinpaare -in allen verschiedenen Stufen der Verkümmerung, -und oft die rückgebildeten Knochen und die zugehörigen -Muskeln stückweise erhalten, ohne doch irgendwie eine -Verrichtung ausführen zu können. Das Instrument -ist wohl noch da, aber es kann nicht mehr spielen. -</p> - -<p> -Fast ganz allgemein finden Sie ferner rudimentäre -Organe in den Pflanzenblüten vor, indem der eine -oder der andere Teil der männlichen Fortpflanzungsorgane -(der Staubfäden und Staubbeutel), oder der -weiblichen Fortpflanzungsorgane (Griffel, Fruchtknoten -usw.) mehr oder weniger verkümmert oder „fehlgeschlagen“ -(abortiert) ist. Auch hier können Sie bei -verschiedenen, nahe verwandten Pflanzenarten das Organ -in allen Graden der Rückbildung verfolgen. So -z. B. ist die große natürliche Familie der lippenblütigen -Pflanzen (<span class="antiqua">Labiaten</span>), zu welcher Melisse, Pfefferminze, -Majoran, Gundelrebe, Thymian usw. gehören, -dadurch ausgezeichnet, daß die rachenförmige zweilippige -Blumenkrone zwei lange und zwei kurze Staubfäden -enthält. Allein bei vielen einzelnen Pflanzen -dieser Familie, z. B. bei verschiedenen Salbeiarten -und beim Rosmarin, ist nur das eine Paar der Staubfäden -<a id="page-41" class="pagenum" title="41"></a> -ausgebildet, und das andere Paar ist mehr oder -weniger verkümmert, oft ganz verschwunden. Bisweilen -sind die Staubfäden vorhanden, aber ohne -Staubbeutel, so daß sie keinen Nutzen haben können. -Seltener findet sich sogar noch das Rudiment oder der -verkümmerte Rest eines fünften Staubfadens, ein physiologisch -(für die Lebensverrichtung) ganz nutzloses, -aber morphologisch (für die Erkenntnis der Form und -der natürlichen Verwandtschaft) äußerst wertvolles -Organ. In meiner „Generellen Morphologie der -Organismen“ habe ich in dem Abschnitt von der -„Unzweckmäßigkeitslehre oder Dysteleologie“ noch -eine große Anzahl von anderen Beispielen angeführt. -</p> - -<p> -Keine biologische Erscheinung hat wohl jemals die -Zoologen und Botaniker in größere Verlegenheit versetzt -als diese rudimentären oder abortiven (verkümmerten) -Organe. Es sind Werkzeuge außer Dienst, -Körperteile, welche da sind, ohne etwas zu leisten, -zweckmäßig eingerichtet, ohne ihren Zweck in Wirklichkeit -zu erfüllen. Wenn man die Versuche früherer -Naturforscher zur Erklärung dieses Rätsels betrachtet, -kann man sich in der Tat kaum eines Lächelns über -ihre seltsamen Vorstellungen erwehren. Außerstande, -eine wirkliche Erklärung zu finden, kamen einige z. B. -zu dem Endresultate, daß der Schöpfer „der Symmetrie -wegen“ diese Organe angelegt habe. Nach der -Meinung anderer mußte es dem Schöpfer unpassend -oder unanständig erscheinen, daß diese Organe bei denjenigen -Organismen, bei denen sie nicht leistungsfähig -sind und ihrer ganzen Lebensweise nach nicht sein -können, völlig fehlten, während die nächsten Verwandten -sie besäßen; und zum Ersatz für die mangelnde -Funktion verlieh er ihnen wenigstens die äußere Ausstattung -<a id="page-42" class="pagenum" title="42"></a> -der leeren Form. Sind doch auch die uniformierten -Zivilbeamten bei Hofe oft mit einem unschuldigen -Degen ausgestattet, den sie niemals aus der -Scheide ziehen. Ich glaube aber kaum, daß Sie von -einer solchen dekorativen Erklärung befriedigt sein -werden. -</p> - -<p> -Nun wird gerade diese allgemein verbreitete und -rätselhafte Erscheinung der rudimentären Organe, an -welcher alle übrigen Erklärungsversuche scheitern, vollkommen -erklärt, und zwar in der einfachsten und einleuchtendsten -Weise erklärt durch Darwins Theorie -von der <em>Vererbung</em> und von der <em>Anpassung</em>. Wir -können die wichtigen Gesetze der Vererbung und Anpassung -an den Haustieren und Kulturpflanzen, welche -wir künstlich züchten, empirisch verfolgen, und es ist -bereits eine Reihe solcher Gesetze festgestellt worden. -Ohne jetzt auf diese einzugehen, will ich nur sagen, -daß einige davon auf mechanischem Wege die Entstehung -der rudimentären Organe vollkommen erklären, -so daß wir das Auftreten derselben als einen -ganz natürlichen Prozeß ansehen müssen, bedingt durch -den Nichtgebrauch der Organe. Durch Anpassung an -besondere Lebensbedingungen sind die früher tätigen -und wirklich arbeitenden Organe allmählich nicht mehr -gebraucht worden und außer Dienst getreten. Infolge -der mangelnden Übung sind sie mehr und mehr verkümmert, -trotzdem aber immer noch durch Vererbung -von einer Generation auf die andere übertragen worden, -bis sie endlich größtenteils verschwanden. Wenn -wir nun annehmen, daß alle oben angeführten Wirbeltiere -von einem einzigen gemeinsamen Stammvater -abstammen, welcher zwei sehende Augen und zwei -wohlentwickelte Beinpaare besaß, so erklärt sich ganz -<a id="page-43" class="pagenum" title="43"></a> -einfach der verschiedene Grad der Verkümmerung und -Rückbildung dieser Organe bei solchen Nachkommen -desselben, welche diese Teile nicht mehr gebrauchen -konnten. Ebenso erklärt sich vollständig der verschiedene -Ausbildungsgrad der ursprünglich (in der Blütenknospe) -angelegten fünf Staubfäden bei den Lippenblütern, -wenn wir annehmen, daß alle Pflanzen dieser -Familie von einem gemeinsamen, mit fünf Staubfäden -ausgestatteten Stammvater abstammen. -</p> - -<p> -Ich habe Ihnen die Erscheinung der rudimentären -Organe etwas ausführlicher vorgeführt, weil dieselbe -von der allergrößten allgemeinen Bedeutung ist; denn -sie führt uns auf die großen, allgemeinen, tiefliegenden -Grundlagen der Philosophie und der Naturwissenschaft -hin, für deren Lösung die Deszendenztheorie -nunmehr der unentbehrliche Leitstern geworden ist. Sobald -wir nämlich, dieser Theorie entsprechend, die ausschließliche -Wirksamkeit physikalisch-chemischer Ursachen -ebenso in der lebenden (organischen) Körperwelt, wie -in der sogenannten leblosen (anorganischen) Natur anerkennen, -so räumen wir damit jener Weltanschauung -die ausschließliche Herrschaft ein, welche man mit dem -Namen der mechanischen bezeichnen kann, im Gegensatze -zu der hergebrachten teleologischen Auffassung. -Wenn Sie die Weltanschauungen der verschiedenen -Völker und Zeiten miteinander vergleichend zusammenstellen, -können Sie dieselben schließlich alle in zwei -gegenüberstehende Gruppen bringen: eine kausale oder -mechanische und eine teleologische oder vitalistische. -Die letztere war in der Biologie früher fast allgemein -herrschend. Man sah danach das Tierreich und das -Pflanzenreich als Produkte einer zweckmäßig wirkenden -schöpferischen Tätigkeit an. Bei dem Anblick jedes -<a id="page-44" class="pagenum" title="44"></a> -Organismus schien sich zunächst unabweislich die Überzeugung -aufzudrängen, daß eine so künstliche Maschine, -ein so verwickelter Bewegungsapparat, wie es der Organismus -ist, nur durch eine zwecktätige Schöpferkraft -hervorgebracht werden könne; durch eine Tätigkeit, -welche analog, obwohl unendlich viel vollkommener ist, -als die Tätigkeit des Menschen bei der Konstruktion -seiner Maschinen. Wie erhaben man auch die früheren -Vorstellungen des Schöpfers und seiner schöpferischen -Tätigkeit steigern, wie sehr man sie aller menschlichen -Analogie entkleiden mag, so bleibt doch im letzten -Grunde bei der teleologischen Naturauffassung dieser -Vergleich unabweislich und notwendig. Man muß sich -im Grunde dann immer den Schöpfer selbst als einen -Organismus vorstellen, als ein Wesen, welches ähnlich -dem Menschen, wenn auch in unendlich vollkommenerer -Form, über seine bildende Tätigkeit nachdenkt, -den Plan der Maschinen entwirft, und dann mittels -Anwendung geeigneter Materialien diese Maschinen -zweckentsprechend ausführt. Alle diese Vorstellungen -leiden notwendig an der Grundschwäche des Anthropomorphismus -oder der Vermenschlichung. Stets werden -dabei, wie hoch man sich auch den Schöpfer vorstellen -mag, demselben die menschlichen Eigenschaften -beigelegt, einen Plan zu entwerfen und danach den -Organismus zweckmäßig zu konstruieren. Das wird -auch von derjenigen Schule, welche Darwins Lehre -am schroffsten gegenübersteht, und welche unter den -Naturforschern ihren bedeutendsten Vertreter in Louis -Agassiz gefunden hat, ganz klar ausgesprochen. Das berühmte -Werk von Agassiz (<span class="antiqua">Essay on classification</span>), welches -dem Darwinschen Werke vollkommen entgegengesetzt -ist und fast gleichzeitig erschien (1858), hat ganz folgerichtig -<a id="page-45" class="pagenum" title="45"></a> -jene absurden anthropomorphischen Vorstellungen -vom Schöpfer bis zum höchsten Grade ausgebildet. -</p> - -<p> -Was nun überhaupt jene vielgerühmte <em>Zweckmäßigkeit -in der Natur</em> betrifft, so ist sie nur für -denjenigen vorhanden, welcher die Erscheinungen im -Tier- und Pflanzenleben durchaus oberflächlich betrachtet. -Schon die rudimentären Organe mußten -dieser beliebten Lehre einen harten Stoß versetzen. -Jeder aber, der tiefer in die Organisation und Lebensweise -der verschiedenen Tiere und Pflanzen eindringt, -der sich mit der Wechselwirkung der Lebenserscheinungen -und der sogenannten „Ökonomie der Natur“ vertrauter -macht, muß sie notwendig fallen lassen. Die -vielgrepriesene Weisheit und Zweckmäßigkeit existiert -ebensowenig als die vielgerühmte „Allgüte des Schöpfers“. -Diese optimistischen Anschauungen haben leider -ebensowenig wirkliche Begründung als die beliebte -Redensart von der „sittlichen Weltordnung“, welche -durch die ganze Völkergeschichte in ironischer Weise -illustriert wird. Im Mittelalter ist dafür die „sittliche“ -Herrschaft der christlichen Päpste und ihrer frommen, -vom Blute zahlloser Menschenopfer dampfenden Inquisition -nicht weniger bezeichnend, als in der Gegenwart -der herrschende Militarismus mit seinem „sittlichen“ -Apparate von Zündnadeln und anderen raffinierten -Mordwaffen; oder der Pauperismus als -untrennbarer Anhang unserer verfeinerten Kultur. -</p> - -<p> -Wenn Sie das Zusammenleben und die gegenseitigen -Beziehungen der Pflanzen und der Tiere (mit -Inbegriff der Menschen) näher betrachten, so finden -Sie überall und zu jeder Zeit das Gegenteil von jenem -gemütlichen und friedlichen Beisammensein, welches -die Güte des Schöpfers den Geschöpfen hätte bereiten -<a id="page-46" class="pagenum" title="46"></a> -müssen; vielmehr sehen Sie überall einen schonungslosen, -höchst erbitterten <em>Kampf aller gegen alle</em>. -Nirgends in der Natur, wohin Sie auch Ihre Blicke -lenken mögen, ist jener idyllische, von den Dichtern -besungene Friede vorhanden — vielmehr überall Kampf, -Streben nach Selbsterhaltung, nach Vernichtung der -direkten Gegner und nach Vernichtung des Nächsten. -Leidenschaft und Selbstsucht, bewußt oder unbewußt, -bleibt überall die Triebfeder des Lebens. Das bekannte -Dichterwort: -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">„Die Natur ist vollkommen überall,</p> - <p class="verse">Wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual“</p> - </div> - </div> -</div> - -<p class="noindent"> -ist schön, aber leider nicht wahr. Vielmehr bildet auch -in dieser Beziehung der Mensch keine Ausnahme von -der übrigen Tierwelt. Darwin hat gerade dieses wichtige -Verhältnis in seiner hohen und allgemeinen Bedeutung -uns erst recht klar vor Augen gestellt, und -derjenige Abschnitt seiner Lehre, welchen er selbst den -„Kampf ums Dasein“ nennt, ist einer ihrer wichtigsten -Teile. -</p> - -<p> -Wir müssen also jener vitalistischen oder teleologischen -Betrachtung der lebendigen Natur, welche die -Tier- und Pflanzenformen als Produkte eines gütigen -und weisen Schöpfers oder einer zweckmäßig tätigen -schöpferischen Naturkraft ansieht, durchaus entgegentreten; -dagegen sind wir gezwungen, uns entschieden -jene Weltanschauung anzueignen, welche man die -mechanische oder kausale nennt. Man kann sie auch -als die monistische oder einheitliche bezeichnen, im -Gegensatze zu der zwiespältigen oder dualistischen Anschauung, -welche in jener teleologischen Weltauffassung -notwendig enthalten ist. Die mechanische Naturbetrachtung -ist seit Jahrzehnten auf gewissen Gebieten der -<a id="page-47" class="pagenum" title="47"></a> -Naturwissenschaft so sehr eingebürgert, daß hier über -die entgegengesetzte kein Wort mehr verloren wird. Es -fällt keinem Physiker oder Chemiker, keinem Mineralogen -oder Astronomen mehr ein, in den Erscheinungen, -welche ihm auf seinem wissenschaftlichen Gebiete -fortwährend vor Augen kommen, die Wirksamkeit eines -zweckmäßig tätigen Schöpfers zu erblicken oder aufzusuchen. -Man betrachtet jene Erscheinungen vielmehr -allgemein und ohne Widerspruch als die notwendigen -und unabänderlichen Wirkungen der physikalischen und -chemischen Kräfte, welche an dem Stoffe oder der -Materie haften; und insofern ist diese Anschauung rein -„materialistisch“, in einem gewissen Sinne dieses vieldeutigen -Wortes. Wenn der Physiker die Bewegungserscheinungen -der Elektrizität oder des Magnetismus, -den Fall eines Körpers oder die Schwingungen der -Lichtwellen zu erklären sucht, so ist er bei dieser Arbeit -durchaus davon entfernt, das Eingreifen einer -übernatürlichen schöpferischen Kraft anzunehmen. In -dieser Beziehung befand sich bisher die Biologie, als die -Wissenschaft von den sogenannten „belebten“ Naturkörpern, -in vollem Gegensatze zu jenen vorher genannten -anorganischen Naturwissenschaften (der Anorgologie). -Zwar hat die neuere Physiologie, die Lehre -von den Bewegungserscheinungen im Tier- und Pflanzenkörper, -den mechanischen Standpunkt der letzteren -vollkommen angenommen; allein die Morphologie, die -Wissenschaft von der Gestaltung der Tiere und Pflanzen, -schien dadurch gar nicht berührt zu werden. Die -Morphologen behandeln nach wie vor, im Gegensatze -zu jener mechanischen Betrachtung der Leistungen, die -Formen der Tiere und Pflanzen als Erscheinungen, -die durchaus nicht mechanisch erklärbar seien, die vielmehr -<a id="page-48" class="pagenum" title="48"></a> -notwendig einer höheren, übernatürlichen, zweckmäßig -tätigen Schöpferkraft ihren Ursprung verdanken -müßten. Dabei war es ganz gleichgültig, ob man diese -Schöpferkraft als persönlichen Gott anbetete, oder ob -man sie Lebenskraft (<span class="antiqua">vis vitalis</span>) oder Endursache (<span class="antiqua">causa -finalis</span>) nannte. In allen Fallen flüchtete man hier, -um es mit einem Worte zu sagen, zum Wunder als -der Erklärung. Man warf sich einer mystischen Glaubensdichtung -in die Arme und verließ somit das sichere -Gebiet naturwissenschaftlicher Erkenntnis. -</p> - -<p> -Alles nun, was vor Darwin geschehen ist, um eine -natürliche, mechanische Auffassung von der Entstehung -der Tier- und Pflanzenformen zu begründen, vermochte -diese nicht zum Durchbruch und zu allgemeiner Anerkennung -zu bringen. Dies gelang erst Darwins Lehre, -und hierin liegt ein unermeßliches Verdienst derselben. -Denn wir werden dadurch zu der Überzeugung von -der Einheit der organischen und der anorganischen -Natur geführt. Auch derjenige Teil der Naturwissenschaft, -welcher bisher am längsten und am hartnäckigsten -sich einer mechanischen Auffassung und Erklärung -widersetzte, die Lehre vom zweckmäßigen Bau der -lebendigen Formen, von der Bedeutung und Entstehung -derselben, wird dadurch mit allen übrigen naturwissenschaftlichen -Lehren auf einen und denselben Weg der -Vollendung gebracht. Die Einheit <em>aller</em> Naturerscheinungen -wird dadurch endgültig festgestellt. -</p> - -<p> -Diese Einheit der ganzen Natur, die Beseelung -aller Materie, die Untrennbarkeit der geistigen Kraft -und des körperlichen Stoffes hat Goethe mit den -Worten behauptet: „Die Materie kann nie ohne Geist, -der Geist nie ohne Materie existieren und wirksam -sein.“ Von den großen monistischen Philosophen aller -<a id="page-49" class="pagenum" title="49"></a> -Zeiten sind diese obersten Grundsätze der mechanischen -Weltanschauung vertreten worden. Schon Demokritos -von Abdera, der unsterbliche Begründer der Atomenlehre, -sprach dieselben fast ein halbes Jahrtausend vor -Christus klar aus, ganz vorzüglich aber der erhabene -Spinoza und der große Dominikanermönch Giordano -Bruno. Der letztere wurde dafür am 17. Februar 1600 -in Rom von der christlichen Inquisition auf dem -Scheiterhaufen verbrannt, an demselben Tage, an welchem -36 Jahre früher sein großer Landsmann und -Kampfgenosse Galilei geboren wurde. Auf dem Campo -di Fiori in Rom, wo jener Scheiterhaufen stand, hat -jetzt das freie neuerstandene Italien dem großen monistischen -Märtyrer ein Denkmal errichtet (am 9. Juni -1889), ein beredtes Zeichen des gewaltigen Umschwungs -der Zeit. -</p> - -<p> -Durch die Deszendenztheorie wird es uns zum -erstenmal möglich, die monistische Lehre von der Einheit -der Natur fest zu begründen; danach bietet eine -mechanisch-kausale Erklärung auch der verwickeltsten -organischen Erscheinungen, z. B. der Entstehung und -Einrichtung der Sinnesorgane, in der Tat nicht mehr -prinzipielle Schwierigkeiten für das allgemeine Verständnis, -als die mechanische Erklärung irgendwelcher -physikalischen Prozesse, wie z. B. der Erdbeben, des Erdmagnetismus, -der Meeresströmungen usw. Wir gelangen -dadurch zu der äußerst wichtigen Überzeugung, -daß <em>alle Naturkörper</em>, die wir kennen, <em>gleichmäßig -belebt</em> sind, daß der Gegensatz, welchen man zwischen -lebendiger und toter Körperwelt aufstellte, im Grunde -nicht existiert. Wenn ein Stein, frei in die Luft geworfen, -nach bestimmten Gesetzen zur Erde fällt, oder -wenn in einer Salzlösung sich ein Kristall bildet, oder -<a id="page-50" class="pagenum" title="50"></a> -wenn Schwefel und Quecksilber sich zu Zinnober verbinden, -so sind diese Erscheinungen nicht mehr und -nicht minder mechanische Lebenserscheinungen, als das -Wachstum und das Blühen der Pflanzen, als die -Fortpflanzung und die Sinnestätigkeit der Tiere, als -die Empfindung und die Gedankenbildung des Menschen. -Insbesondere ist auch das Bewußtsein des -Menschen und der höheren Tiere keineswegs ein besonderes -übernatürliches „Welträtsel“, wie Du Bois-Reymond -1872 in seiner „Ignorabimus“-Rede irrtümlich -behauptet hatte. Vielmehr beruht dasselbe -ebenso auf der mechanischen Arbeit der Ganglienzellen -im Gehirn, wie die übrigen Seelentätigkeiten; den -Beweis dafür habe ich im zehnten Kapitel meines -Buches über die „Welträtsel“ geführt. Die Naturkräfte -treten auch im Seelenleben nur in verschiedenen -Verbindungen und Formen auf, bald einfacher, bald -zusammengesetzter; aber immer sind sie auch hier dem -allgemeinen Substanzgesetz unterworfen. Gebundene -Spannkräfte werden frei und gehen in lebendige Kräfte -über, oder umgekehrt. Das große Gesetz von der Erhaltung -der Kraft oder Energie (Robert Mayer 1842) -und das damit verknüpfte Gesetz von der Erhaltung -des Stoffes oder der Materie (Lavoisier 1789) gelten -beide in gleicher Weise für alle organischen wie für -alle anorganischen Naturkörper. In dieser Herstellung -der einheitlichen oder monistischen Naturauffassung -liegt das höchste und allgemeinste Verdienst unserer -neuen, die Krone der heutigen Naturwissenschaft bildenden -Entwicklungslehre. -</p> - -<p class="src"> -(Aus „Natürliche Schöpfungsgeschichte“.) -</p> - -<hr class="footnote" /> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-1" id="footnote-1">[1]</a> Universal-Bibliothek Nr. 3071-76. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-2" id="footnote-2">[2]</a> Universal-Bibliothek Nr. 3216-25. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-3"> -<a id="page-51" class="pagenum" title="51"></a> -<span class="firstline"><span class="line1">II.</span></span><br /> -<span class="line2">Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden.</span> -</h2> - -<p class="noindent"> -Die geschichtliche Auffassung des organischen Lebens, -welche die Abstammungslehre in die biologischen -Wissenschaften eingeführt hat, fördert nächst der Anthropologie -keinen anderen Wissenschaftszweig so sehr, als -den beschreibenden Teil der Naturgeschichte, die systematische -Zoologie und Botanik. Die meisten Naturforscher, -die sich bisher mit der Systematik der Tiere -und Pflanzen beschäftigten, sammelten, benannten und -ordneten die verschiedenen Arten dieser Naturkörper -mit einem ähnlichen Interesse, wie die Altertumsforscher -und Ethnographen die Waffen und Gerätschaften -der verschiedenen Völker sammeln. Viele erhoben -sich selbst nicht über denjenigen Grad der Wißbegierde, -mit dem man Wappen, Briefmarken und -ähnliche Kuriositäten zu sammeln, zu etikettieren und -zu ordnen pflegt. In ähnlicher Weise wie diese -Sammler an der Formenmannigfaltigkeit, Schönheit -oder Seltsamkeit der Wappen, Briefmarken usw. ihre -Freude finden, und dabei die erfinderische Bildungskunst -des Menschen bewundern, in ähnlicher Weise -ergötzten sich die meisten Naturforscher an den mannigfaltigen -Formen der Tiere und Pflanzen und erstaunten -über die reiche Phantasie des Schöpfers, über seine -<a id="page-52" class="pagenum" title="52"></a> -unermüdliche Schöpfungstätigkeit und über die seltsame -Laune, in welcher er neben so vielen schönen -und nützlichen Organismen auch eine Anzahl häßlicher -und unnützer Formen gebildet habe. -</p> - -<p> -Diese kindliche Behandlung der systematischen Zoologie -und Botanik wird durch die Abstammungslehre -gründlich vernichtet. An die Stelle des oberflächlichen -und spielenden Interesses, mit welchem die meisten -bisher die organischen Gestalten betrachteten, tritt das -weit höhere Interesse des erkennenden Verstandes, -welcher in der <em>Formverwandtschaft</em> der Organismen -ihre wahre <em>Stammverwandtschaft</em> erblickt. -Das natürliche System der Tiere und Pflanzen, -welches man früher entweder nur als Namenregister -zur übersichtlichen Ordnung der verschiedenen Formen -oder als Sachregister zum kurzen Ausdruck ihres -Ähnlichkeitsgrades schätzte, erhält durch die Abstammungslehre -den ungleich höheren Wert eines wahren -Stammbaumes der Organismen. Diese Stammtafel soll -uns den genealogischen Zusammenhang der kleineren -und größeren Gruppen enthüllen. Sie soll zu zeigen -versuchen, in welcher Weise die verschiedenen Klassen, -Ordnungen, Familien, Gattungen und Arten des Tier- und -Pflanzenreichs den verschiedenen Zweigen, Ästen -und Astgruppen ihres Stammbaums entsprechen. Jede -weitere und höherstehende Kategorie oder Gruppenstufe -des Systems (z. B. Klasse, Ordnung) umfaßt -eine Anzahl von größeren und stärkeren Zweigen des -Stammbaums, jede engere und tieferstehende Kategorie -(z. B. Gattung, Art) nur eine kleinere und schwächere -Gruppe von Ästchen. Nur wenn wir in dieser Weise -das natürliche System als Stammbaum betrachten, -können wir den wahren Wert desselben erkennen. -<a id="page-53" class="pagenum" title="53"></a> -Dieser genealogischen Auffassung des organischen -Systems gehört ohne Zweifel allein die Zukunft. -</p> - -<p> -Wie können wir uns aber den wirklichen Stammbaum -der tierischen und pflanzlichen Formengruppen -aus den dürftigen und fragmentarischen, bis jetzt darüber -gewonnenen Erfahrungen konstruieren? Die Antwort -hierauf liegt schon zum Teil in demjenigen, was -wir früher über den Parallelismus der drei Entwicklungsreihen -bemerkt haben, über den wichtigen -ursächlichen Zusammenhang, welcher die paläontologische -Entwicklung der ganzen organischen Stämme -mit der embryologischen Entwicklung der Individuen -und mit der systematischen Entwicklung der Gruppenstufen -verbindet. -</p> - -<p> -Zunächst werden wir uns zur Lösung dieser schwierigen -Aufgabe an die <em>Paläontologie</em> oder Versteinerungskunde -zu wenden haben. Denn wenn wirklich -die Deszendenztheorie wahr ist, wenn wirklich die -versteinerten Reste der vormals lebenden Tiere und -Pflanzen von den ausgestorbenen Urahnen und Vorfahren -der jetzigen Organismen herrühren, so müßte -uns eigentlich ohne weiteres die Kenntnis und Vergleichung -der Versteinerungen den Stammbaum der -Organismen aufdecken. So einfach und einleuchtend -dies nach dem theoretisch entwickelten Prinzip erscheint, -so außerordentlich schwierig und verwickelt gestaltet -sich die Aufgabe, wenn man sie wirklich in Angriff -nimmt. Ihre praktische Lösung würde schon sehr -schwierig sein, wenn die Versteinerungen einigermaßen -vollständig erhalten wären. Das ist aber keineswegs -der Fall. Vielmehr ist die handgreifliche Schöpfungsurkunde, -welche in den Versteinerungen begraben liegt, -über alle Maßen unvollständig. Daher erscheint es -<a id="page-54" class="pagenum" title="54"></a> -jetzt vor allem notwendig, diese Urkunde kritisch zu -prüfen und den Wert, welchen die Versteinerungen -für die Entwicklungsgeschichte der organischen Stämme -besitzen, zu bestimmen. -</p> - -<p> -In der Regel finden wir Versteinerungen oder -Petrefakten nur in denjenigen Gesteinen eingeschlossen, -welche schichtenweise als Schlamm im Wasser abgelagert -wurden, und welche man deshalb neptunische, -geschichtete oder sedimentäre Gesteine nennt. Die Ablagerung -solcher Schichten konnte natürlich erst beginnen, -nachdem im Verlaufe der Erdgeschichte die -Verdichtung des Wasserdampfes zu tropfbar-flüssigem -Wasser erfolgt war. Seit diesem Zeitpunkt begann -nicht allein das organische Leben auf der Erde, sondern -auch eine ununterbrochene und höchst wichtige Umgestaltung -der erstarrten anorganischen Erdrinde. Das -Wasser begann seitdem jene außerordentlich wichtige -mechanische Wirksamkeit, durch welche die Erdoberfläche -fortwährend, wenn auch langsam, umgestaltet -wird. Ich darf wohl als bekannt voraussetzen, welchen -außerordentlich bedeutenden Einfluß in dieser Beziehung -noch jetzt das Wasser in jedem Augenblick -ausübt. Indem es als Regen niederfällt, die obersten -Schichten der Erdrinde durchsickert und von den Erhöhungen -in die Vertiefungen herabfließt, löst es verschiedene -mineralische Bestandteile des Bodens chemisch -auf und spült mechanisch die locker zusammenhängenden -Teilchen ab. An den Bergen herabfließend führt das -Wasser den Schutt derselben in die Ebene und lagert -ihn als Schlamm im stehenden Wasser ab. So arbeitet -es beständig an einer Erniedrigung der Berge und -Ausfüllung der Täler. Ebenso arbeitet die Brandung -des Meeres ununterbrochen an der Zerstörung der -<a id="page-55" class="pagenum" title="55"></a> -Küsten und an der Auffüllung des Meerbodens durch -die herabgeschlämmten Trümmer. So würde schon -die Tätigkeit des Wassers allein, wenn sie nicht durch -andere Umstände wieder aufgewogen würde, mit der -Zeit die ganze Erde nivellieren. Es kann keinem -Zweifel unterliegen, daß die Gebirgsmassen, welche -alljährlich als Schlamm dem Meere zugeführt werden -und sich auf dessen Boden absetzen, so bedeutend sind, -daß im Verlauf einer längeren oder kürzeren Periode, -vielleicht von wenigen Millionen Jahren, die Erdoberfläche -vollkommen geebnet und von einer zusammenhängenden -Wasserschale umschlossen werden würde. -Daß dies nicht geschieht, verdanken wir der fortdauernden -Schrumpfung und Faltung der erhärteten Erdrinde -und der vulkanischen Gegenwirkung des feurigflüssigen -Erdinneren. Diese Reaktion des geschmolzenen -Kerns gegen die feste Rinde bedingt ununterbrochen -wechselnde Hebungen und Senkungen an den verschiedensten -Stellen der Erdoberfläche. Meistens geschehen -dieselben sehr langsam; allein indem sie -Jahrtausende hindurch fortdauern, bringen sie durch -Summierung der kleinen Einzelwirkungen nicht minder -großartige Resultate hervor, wie die entgegenwirkende -und nivellierende Tätigkeit des Wassers. -</p> - -<p> -Indem die Hebungen und Senkungen verschiedener -Gegenden im Laufe von Jahrmillionen vielfach miteinander -wechseln, kommt bald dieser bald jener Teil -der Erdoberfläche über oder unter den Spiegel des -Meeres. Es gibt vielleicht keinen Oberflächenteil der -Erdrinde, der nicht infolgedessen schon wiederholt über -oder unter dem Meeresspiegel gewesen wäre. Durch -diesen vielfachen Wechsel erklärt sich die Mannigfaltigkeit -und die verschiedenartige Zusammensetzung -<a id="page-56" class="pagenum" title="56"></a> -der zahlreichen neptunischen Gesteinschichten, welche -sich an den meisten Stellen in beträchtlicher Dicke -übereinander abgelagert haben. In den verschiedenen -Geschichtsperioden, während deren die Ablagerung -stattfand, lebte eine mannigfach verschiedene Bevölkerung -von Tieren und Pflanzen. Wenn die Leichen -derselben auf den Boden der Gewässer herabsanken, -drückten sie ihre Körperform in dem weichen Schlamme -ab, und unverwesliche Teile, harte Knochen, Zähne, -Schalen usw. wurden unzerstört in demselben eingeschlossen. -Sie blieben in dem Schlamm, der sich zu -neptunischem Gestein verdichtete, erhalten, und dienen -nun als Versteinerungen zur Charakteristik der betreffenden -Schichten. Durch sorgfältige Vergleichung -der verschiedenen übereinander gelagerten Schichten -und der in ihnen erhaltenen Versteinerungen ist es so -möglich geworden, sowohl das relative Alter der -Schichten und Schichtengruppen zu bestimmen, als -auch gewisse Hauptmomente der Phylogenie oder der -Entwicklungsgeschichte der Tier- und Pflanzenstämme -empirisch festzustellen. -</p> - -<p> -Die verschiedenen übereinander abgelagerten Schichten -der neptunischen Gesteine, welche in sehr mannigfaltiger -Weise aus Kalk, Ton und Sand zusammengesetzt -sind, haben die Geologen gruppenweise in ein -ideales System zusammengestellt, welches dem ganzen -Zusammenhange der <em>organischen Erdgeschichte</em> -entspricht, d. h. desjenigen Teiles der Erdgeschichte, -während dessen organisches Leben existierte. Wie die -sogenannte „Weltgeschichte“ in größere oder kleinere -Perioden zerfällt, welche durch den zeitweiligen Entwicklungszustand -der bedeutendsten Völker charakterisiert -und durch hervorragende Ereignisse voneinander abgegrenzt -<a id="page-57" class="pagenum" title="57"></a> -werden, so teilen wir auch die unendlich -längere organische Erdgeschichte in eine Reihe von -größeren oder kleineren Perioden ein. Jede dieser -Perioden ist durch eine charakteristische Flora und -Fauna, durch die besonders starke Entwicklung bestimmter -Pflanzen- oder Tiergruppen ausgezeichnet, -und jede ist von der vorhergehenden und folgenden -Periode durch einen auffallenden teilweisen Wechsel -in der Zusammensetzung der Tier- und Pflanzenbevölkerung -getrennt. -</p> - -<p> -Für die nachfolgende Übersicht des historischen Entwicklungsganges, -den die großen Tier- und Pflanzenstämme -genommen haben, ist es notwendig, zunächst -hier die systematische Klassifikation der neptunischen -Schichtengruppen und der denselben entsprechenden -größeren und kleineren Geschichtsperioden anzugeben. -Wie Sie sogleich sehen werden, sind wir imstande, die -ganze Masse der übereinanderliegenden Sedimentgesteine -in fünf oberste Hauptgruppen oder <em>Terrains</em>, -jedes Terrain in mehrere untergeordnete Schichtengruppen -oder <em>Systeme</em>, und jedes System von Schichten -wiederum in noch kleinere Gruppen oder <em>Formationen</em> -einzuteilen; endlich kann auch jede Formation -wieder in Etagen oder Unterformationen, und jede von -diesen wiederum in noch kleinere Lagen, Bänke usw. geschieden -werden. Jedes der fünf großen Terrains wurde -während eines großen Hauptabschnittes der Erdgeschichte, -während eines <em>Zeitalters</em>, abgelagert; -jedes System während einer kürzeren <em>Periode</em>, jede -Formation während einer noch kürzeren Epoche usw. -Indem wir so die Zeiträume der organischen Erdgeschichte -und die während derselben abgelagerten -neptunischen und versteinerungsführenden Erdschichten -<a id="page-58" class="pagenum" title="58"></a> -in ein gegliedertes System bringen, verfahren wir -genau wie die Historiker, welche die Völkergeschichte -in die drei Hauptabschnitte des Altertums, des Mittelalters -und der Neuzeit, und jeden dieser Abschnitte -wieder in untergeordnete Perioden und Epochen einteilen. -Wie aber der Historiker durch diese scharfe -systematische Einteilung und durch die bestimmte Abgrenzung -der Perioden durch einzelne Jahreszahlen -nur die Übersicht erleichtern und keineswegs den ununterbrochenen -Zusammenhang der Ereignisse und -der Völkerentwicklung leugnen will, so gilt ganz -dasselbe auch von unserer systematischen Einteilung, -Spezifikation oder Klassifikation der organischen Erdgeschichte. -Auch hier geht der rote Faden der zusammenhängenden -Entwicklung überall ununterbrochen -hindurch. Wir verwahren uns also ausdrücklich gegen -die Anschauung, als wollten wir durch unsere scharfe -Abgrenzung der größeren und kleineren Schichtengruppen -und der ihnen entsprechenden Zeiträume -irgendwie an Cuviers irrige Lehre von den Erdrevolutionen -und von den wiederholten Neuschöpfungen -der organischen Bevölkerung anknüpfen. -</p> - -<p> -Die fünf großen Hauptabschnitte der organischen -Erdgeschichte oder der paläontologischen Entwicklungsgeschichte -bezeichnen wir als primordiales, primäres, -sekundäres, tertiäres und quartäres Zeitalter. Jedes -ist durch die vorwiegende Entwicklung bestimmter Tier- und -Pflanzengruppen in demselben bestimmt charakterisiert, -und wir könnten demnach auch die fünf Zeitalter -einerseits durch die natürlichen Hauptgruppen -des Pflanzenreichs, andererseits durch die verschiedenen -Klassen des Wirbeltierstammes anschaulich bezeichnen. -Dann wäre das erste oder primordiale Zeitalter dasjenige -<a id="page-59" class="pagenum" title="59"></a> -der Tange und Schädellosen, das zweite oder -primäre Zeitalter das der Farne und Fische, das -dritte oder sekundäre Zeitalter das der Nadelwälder -und Reptilien, das vierte oder tertiäre Zeitalter das -der Laubwälder und Säugetiere, endlich das fünfte -oder quartäre Zeitalter dasjenige des Menschen und -seiner Kultur. Die Abschnitte oder Perioden, welche -wir in jedem der fünf Zeitalter unterscheiden, werden -durch die verschiedenen Systeme von Schichten bestimmt, -in die jedes der fünf großen Terrains zerfällt. Lassen -Sie uns jetzt noch einen flüchtigen Blick auf die Reihe -dieser Systeme und zugleich auf die Bevölkerung der -fünf großen Zeitalter werfen. -</p> - -<p> -Den ersten und längsten Hauptabschnitt der organischen -Erdgeschichte bildet die <em>Primordialzeit</em> oder -das Zeitalter der Tangwälder, das auch das archäische, -archolithische oder archozoische Zeitalter genannt wird. -Es umfaßt den ungeheuren Zeitraum von der ersten -Urzeugung, von der Entstehung des ersten irdischen -Organismus, bis zum Ende der silurischen Schichtenbildung. -Während dieses unermeßlichen Zeitraums, -welcher wahrscheinlich länger war, als alle übrigen -vier Zeiträume zusammengenommen, lagerten sich die -drei mächtigsten von allen neptunischen Schichtensystemen -ab, nämlich zu unterst das laurentische, darüber -das kambrische und darüber das silurische System. -Von den meisten Geologen wird das silurische System, -und von vielen auch noch das kambrische System zu -den paläolithischen Terrains gestellt; indessen erscheint -es aus biologisch-historischen Gesichtspunkten zweckmäßiger, -sie mit den archozoischen zu vereinigen. Die -ungefähre Dicke oder Mächtigkeit dieser drei Systeme -zusammengenommen beträgt 70000 Fuß. Davon -<a id="page-60" class="pagenum" title="60"></a> -kommen ungefähr 30000 auf das laurentische, 18000 -auf das kambrische und 22000 auf das silurische -System. Die durchschnittliche Mächtigkeit aller vier -übrigen Terrains, des primären, sekundären, tertiären -und quartären zusammengenommen, mag dagegen etwa -höchstens 60000 Fuß betragen, und schon hieraus, -abgesehen von vielen anderen Gründen, ergibt sich, -daß die Dauer der Primordialzeit wahrscheinlich viel -länger war, als die Dauer der folgenden Zeitalter -bis zur Gegenwart zusammengenommen. Viele Millionen -von Jahren müssen zur Ablagerung solcher -Schichtenmassen erforderlich gewesen sein. Leider befindet -sich der bei weitem größte Teil der primordialen -Schichtengruppen in dem sogleich zu erörternden metamorphischen -Zustande, und dadurch sind die in ihnen -enthaltenen Versteinerungen, die ältesten und wichtigsten -von allen, größtenteils zerstört und unkenntlich -geworden. Nur in einem Teile der kambrischen und -silurischen Schichten sind Petrefakten in größerer Menge -und in kenntlichem Zustande erhalten worden. -</p> - -<p> -Trotzdem die primordialen oder archozoischen Versteinerungen -uns nur zum bei weitem kleinsten Teile -in kenntlichem Zustande erhalten sind, besitzen dieselben -dennoch den Wert unschätzbarer Dokumente für diese -älteste und dunkelste Zeit der organischen Erdgeschichte. -Zunächst scheint daraus hervorzugehen, daß während -dieses ganzen ungeheuren Zeitraums fast nur Wasserbewohner -existierten. Wenigstens sind bis jetzt unter -allen archozoischen Petrefakten nur sehr wenige gefunden -worden, welche man mit Sicherheit auf landbewohnende -Organismen beziehen kann: die ältesten -von diesen sind einige silurische Farne und Skorpione. -Fast alle Pflanzenreste, die wir aus der Primordialzeit -<a id="page-61" class="pagenum" title="61"></a> -besitzen, gehören zu der niedrigsten von allen -Pflanzengruppen, zu der im Wasser lebenden Klasse -der Tange oder Algen. Diese bildeten in dem warmen -Urmeere der Primordialzeit mächtige Wälder, von -deren Formenreichtum und Dichtigkeit uns noch heutigen -Tages ihre Epigonen, die Tangwälder des atlantischen -Sargassomeeres, eine ungefähre Vorstellung -geben mögen. Die kolossalen Tangwälder der archozoischen -Zeit ersetzten damals die noch fehlende Waldvegetation -des Festlandes. Gleich den Pflanzen lebten -auch fast alle Tiere, von denen man Reste in den -archozoischen Schichten gefunden hat, im Wasser. -Von den Gliedertieren finden sich nur Krebstiere und -einzelne Skorpione, noch keine Insekten. Von den -Wirbeltieren sind nur sehr wenige Fischreste bekannt, -welche sich in den jüngsten von allen primordialen -Schichten, in der oberen Silurformation, vorfinden. -Dagegen müssen wir annehmen, daß Würmer und -schädellose Wirbeltiere (Akranier), die Ahnen der Fische, -massenhaft während der Primordialzeit gelebt haben. -Daher können wir sie sowohl nach den Schädellosen -als nach den Tangen benennen. -</p> - -<p> -Die <em>Primärzeit</em> oder das Zeitalter der Farnwälder, -der zweite Hauptabschnitt der organischen -Erdgeschichte, welchen man auch das paläolithische -oder paläozoische Zeitalter nennt, dauerte vom Ende -der silurischen Schichtenbildung bis zum Ende der -permischen Schichtenbildung. Auch dieser Zeitraum -war von sehr langer Dauer und zerfällt wiederum -in drei Perioden, während deren sich drei mächtige -Schichtensysteme ablagerten, nämlich zu unterst das -devonische System oder der alte rote Sandstein, darüber -das karbonische oder Steinkohlensystem, und -<a id="page-62" class="pagenum" title="62"></a> -darüber das permische System oder der neue rote -Sandstein und der Zechstein. Die durchschnittliche -Dicke dieser drei Systeme zusammengenommen mag -etwa 42000 Fuß betragen, woraus sich schon die ungeheure -Länge der für ihre Bildung erforderlichen -Zeiträume ergibt. Die meisten Geologen rechnen zur -Paläozoischen Ära noch die silurische und viele auch -die kambrische Periode. -</p> - -<p> -Die devonischen und permischen Formationen sind -vorzüglich reich an Fischresten, sowohl an Urfischen -als an Schmelzfischen. Aber noch fehlen in der -primären Zeit gänzlich die Knochenfische. In der -Steinkohle finden sich schon verschiedene Reste von -landbewohnenden Tieren, und zwar sowohl Gliedertieren -(Spinnen und Insekten) als Wirbeltieren -(Amphibien). Im permischen System kommen zu den -Amphibien noch die höher entwickelten Schleicher oder -Reptilien, und zwar unseren Eidechsen nahverwandte -Formen (<span class="antiqua">Proterosaurus</span> usw.). Trotzdem können wir -das primäre Zeitalter das der Fische nennen, weil -diese wenigen Amphibien und Reptilien ganz gegen -die ungeheure Menge der paläozoischen Fische zurücktreten. -Ebenso wie die Fische unter den Wirbeltieren, -so herrschten unter den Pflanzen während dieses Zeitraums -die Farnpflanzen oder Filicinen vor, und zwar -sowohl echte Farnkräuter und Farnbäume (Laubfarne -oder Filikarien) als Schaftfarne (Kalamarien) und -Schuppenfarne (Selagineen). Diese landbewohnenden -Farne oder Filizinen bildeten die Hauptmasse der -dichten paläozoischen Inselwälder, deren fossile Reste -uns in den ungeheuer mächtigen Steinkohlenlagern -des karbonischen Systems und in den schwächeren -Kohlenlagern des devonischen und permischen Systems -<a id="page-63" class="pagenum" title="63"></a> -erhalten sind. Sie berechtigen uns, die Primärzeit -ebensowohl das Zeitalter der Farne als das der -Fische zu nennen. -</p> - -<p> -Der dritte große Hauptabschnitt der paläontologischen -Entwicklungsgeschichte wird durch die <em>Sekundärzeit</em> -oder das Zeitalter der Nadelwälder gebildet, -welches auch das mesolithische oder mesozoische Zeitalter -genannt wird. Es reicht vom Ende der permischen -Schichtenbildung bis zum Ende der Kreideschichtenbildung -und zerfällt abermals in drei große -Perioden. Die währenddessen abgelagerten Schichtensysteme -sind zu unterst das Triassystem, in der Mitte -das Jurasystem und zu oberst das Kreidesystem. Die -durchschnittliche Dicke dieser drei Systeme zusammengenommen -bleibt schon weit hinter derjenigen der -primären Systeme zurück und beträgt im ganzen nur -ungefähr 15000 Fuß. Die Sekundärzeit wird demnach -wahrscheinlich nicht halb so lang als die Primärzeit -gewesen sein. -</p> - -<p> -Wie in der Primärzeit die Fische, so herrschen in -der Sekundärzeit die Schleicher oder Reptilien über -alle übrigen Wirbeltiere vor. Zwar entstanden während -dieses Zeitraums die ersten Vögel und Säugetiere; -auch lebten damals die riesigen Labyrinthodonten; und -zu den zahlreich vorhandenen Urfischen und Schmelzfischen -der älteren Zeit gesellten sich die ersten echten -Knochenfische. Aber die charakteristische und überwiegende -Wirbeltierklasse der Sekundärzeit bildeten -die höchst mannigfaltig entwickelten Reptilien. Neben -solchen Schleichern, welche den heute noch lebenden -Eidechsen, Krokodilen und Schildkröten nahestanden, -wimmelte es in der mesozoischen Zeit überall von -abenteuerlich gestalteten Drachen. Insbesondere sind -<a id="page-64" class="pagenum" title="64"></a> -die merkwürdigen fliegenden Eidechsen oder Pterosaurier, -die schwimmenden Seedrachen oder Halisaurier -und die kolossalen Landdrachen oder Dinosaurier der -Sekundärzeit eigentümlich, da sie weder vorher noch -nachher lebten. Man kann demgemäß die Sekundärzeit -das Zeitalter der Schleicher oder Reptilien nennen. -Andere bezeichnen sie als das Zeitalter der Nadelwälder, -genauer eigentlich der Gymnospermen oder Nacktsamenpflanzen. -Diese Pflanzen, vorzugsweise durch die beiden -wichtigen Klassen der Nadelhölzer oder Koniferen und -der Farnpalmen oder Zycadeen vertreten, setzten während -der Sekundärzeit ganz überwiegend den Bestand -der Wälder zusammen. Die farnartigen Pflanzen -traten dagegen zurück und die Laubhölzer entwickelten -sich erst gegen Ende des Zeitalters, in der Kreidezeit. -</p> - -<p> -Viel kürzer und weniger eigentümlich als diese -drei ersten Zeitalter war der vierte Hauptabschnitt -der organischen Erdgeschichte, die <em>Tertiärzeit</em> oder -das Zeitalter der Laubwälder. Dieser Zeitraum, -welcher auch zänolithisches oder zänozoisches Zeitalter -heißt, erstreckte sich vom Ende der Kreideschichtenbildung -bis zum Ende der pliozänen Schichtenbildung. -Die währenddessen abgelagerten Schichten erreichen -nur ungefähr eine mittlere Mächtigkeit von 3000 Fuß -und bleiben demnach weit hinter den drei ersten -Terrains zurück. Auch sind die drei Systeme, welche -man in dem tertiären Terrain unterscheidet, nur schwer -voneinander zu trennen. Das älteste derselben heißt -eozänes oder alttertiäres, das mittlere miozänes oder -mitteltertiäres und das jüngste pliozänes oder neutertiäres -System. -</p> - -<p> -Die gesamte Bevölkerung der Tertiärzeit nähert -sich im ganzen und im einzelnen schon viel mehr derjenigen -<a id="page-65" class="pagenum" title="65"></a> -der Gegenwart, als es in den vorhergehenden -Zeitaltern der Fall war. Unter den Wirbeltieren -überwiegt von nun an die Klasse der Säugetiere bei -weitem alle übrigen. Ebenso herrscht in der Pflanzenwelt -die formenreiche Gruppe der Decksamen-Pflanzen -oder Angiospermen vor; ihre Laubhölzer bilden die -charakteristischen Laubwälder der Tertiärzeit. Die -Abteilung der Angiospermen besteht aus den beiden -Klassen der Einkeimblättrigen oder Monokotylen und -der Zweikeimblättrigen oder Dikotylen. Zwar hatten -sich Angiospermen aus beiden Klassen schon in der -Kreidezeit gezeigt, und Säugetiere traten schon im -letzten Abschnitt der Triaszeit auf. Allein beide -Gruppen, Säugetiere und Decksamenpflanzen, erreichen -ihre eigentliche Entwicklung und Oberherrschaft erst -in der Tertiärzeit, so daß man diese mit vollem Rechte -danach benennen kann. -</p> - -<p> -Den fünften und letzten Hauptabschnitt der organischen -Erdgeschichte bildet die <em>Quartärzeit</em> oder -Kulturzeit, derjenige, gegen die Länge der vier übrigen -Zeitalter verschwindend kurze Zeitraum, den wir gewöhnlich -in komischer Selbstüberhebung die „Weltgeschichte“ -zu nennen pflegen. Da die Ausbildung -des Menschen und seiner Kultur mächtiger als alle -früheren Vorgänge auf die organische Welt umgestaltend -einwirkte, und da sie vor allem dieses jüngste -Zeitalter charakterisiert, so könnte man dasselbe auch -die Menschenzeit, das anthropolithische oder anthropozoische -Zeitalter nennen. Es könnte allenfalls auch -das Zeitalter der Kulturwälder heißen, weil selbst auf -den niederen Stufen der menschlichen Kultur ihr umgestaltender -Einfluß sich bereits in der Benutzung der -Wälder und ihrer Erzeugnisse, und somit auch in -der Physiognomie der Landschaft bemerkbar macht. -<a id="page-66" class="pagenum" title="66"></a> -Geologisch wird der Beginn dieses Zeitalters, welches -bis zur Gegenwart reicht, durch das Ende der pliozänen -Schichtenablagerung begrenzt. -</p> - -<p> -Die neptunischen Schichten, welche während des -verhältnismäßig kurzen quartären Zeitraums abgelagert -wurden, sind an den verschiedenen Stellen der -Erde von sehr verschiedener, meist aber von sehr geringer -Dicke. Man bringt dieselben in zwei verschiedene -Systeme, von denen man das ältere als -diluvial oder pleistozän, das neuere als alluvial oder -rezent bezeichnet. Das Diluvialsystem zerfällt selbst -wieder in zwei Formationen, in die älteren glazialen -und die neueren postglazialen Bildungen. Während -der älteren Diluvialzeit nämlich fand jene außerordentlich -merkwürdige Erniedrigung der Erdtemperatur -statt, welche zu einer ausgedehnten Vergletscherung -der gemäßigten Zonen führte. Diese „Eiszeit“ oder -Glazialperiode hat für die geographische und topographische -Verbreitung der Organismen hohe Bedeutung -gewonnen. Auch die auf die Eiszeit folgende -„Nacheiszeit“, die postglaziale Periode oder die neuere -Diluvialzeit, während welcher die Temperatur wiederum -stieg und das Eis sich nach den Polen zurückzog, war -für die gegenwärtige Gestaltung der chorologischen -Verhältnisse höchst bedeutungsvoll. -</p> - -<p> -Der biologische Charakter der Quartärzeit liegt -wesentlich in der Entwicklung und Ausbreitung des -menschlichen Organismus und seiner Kultur. Weit -mehr als jeder andere Organismus hat der Mensch -umgestaltend, zerstörend und neubildend auf die Tier- -und Pflanzenbevölkerung der Erde eingewirkt. Aus -diesem Grunde — nicht weil wir dem Menschen im -übrigen eine privilegierte Ausnahmestellung in der -<a id="page-67" class="pagenum" title="67"></a> -Natur einräumen — können wir mit vollem Rechte -die Ausbreitung des Menschen und seiner Kultur als -Beginn eines besonderen letzten Hauptabschnitts der -organischen Erdgeschichte bezeichnen. Wahrscheinlich -fand allerdings die körperliche Entwicklung des Urmenschen -aus menschenähnlichen Affen bereits in der -jüngeren oder pliozänen, vielleicht sogar schon in der -mittleren oder miozänen Tertiärzeit statt. Allein die -eigentliche Entwicklung der menschlichen Sprache, welche -wir als den wichtigsten Hebel für die Ausbildung -der eigentümlichen Vorzüge des Menschen und seiner -Herrschaft über die übrigen Organismen betrachten, -fällt wahrscheinlich erst in jenen Zeitraum, welchen -man aus geologischen Gründen als pleistozäne oder -diluviale Zeit von der vorhergehenden Pliozänperiode -trennt. Jedenfalls ist derjenige Zeitraum, welcher -seit der Entwicklung der menschlichen Sprache bis zur -Gegenwart verfloß, mag derselbe auch viele Jahrtausende -und vielleicht Hunderttausende von Jahren -in Anspruch genommen haben, verschwindend gering -gegen die unermeßliche Länge der Zeiträume, welche -vom Beginn des organischen Lebens auf der Erde -bis zur Entstehung des Menschengeschlechts verflossen. -</p> - -<p> -Die tabellarische Übersicht <a href="#page-69">Seite 69</a> zeigt die Reihenfolge -der paläontologischen Terrains, Systeme und -Formationen, d. h. der größeren und kleineren neptunischen -Schichtengruppen, welche Versteinerungen -einschließen, von den obersten oder alluvialen bis zu -den untersten oder laurentischen Ablagerungen hinab. -Die Tabelle <a href="#page-68">Seite 68</a> führt die historische Einteilung -der entsprechenden Zeiträume vor, der größeren und -kleineren paläontologischen Perioden, und zwar in -umgekehrter Reihenfolge. -</p> - -<div class="table table68" id="Table-68" title="Tabelle: Paläontologische Perioden"> -<p class="hdr1"> -<a id="page-68" class="pagenum" title="68"></a> -<span class="firstline"><b>Übersicht</b></span><br /> -der paläontologischen Perioden oder der größeren Zeitabschnitte -der organischen Erdgeschichte. -</p> - -<p class="hdr2"> -<span class="line1">Erster Zeitraum: <b>Archozoisches Zeitalter</b>.</span><br /> -<span class="line2">Primordial-Zeit.</span><br /> -<span class="line3">(Zeitalter der Schädellosen und der Tangwälder.)</span> -</p> - -<table summary="Table-1"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">1.</td> - <td class="col2">Ältere Archolithzeit</td> - <td class="col3">oder</td> - <td class="col4">Laurentische Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">2.</td> - <td class="col2">Mittlere Archolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Kambrische Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">3.</td> - <td class="col2">Neuere Archolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Silurische Periode.</td> - </tr> -</tbody> -</table> -<p class="hdr2"> -<span class="line1">Zweiter Zeitraum: <b>Paläozoisches Zeitalter</b>.</span><br /> -<span class="line2">Primär-Zeit.</span><br /> -<span class="line3">(Zeitalter der Fische und Farnwälder.)</span> -</p> - -<table summary="Table-2"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">4.</td> - <td class="col2">Ältere Paläolithzeit</td> - <td class="col3">oder</td> - <td class="col4">Devonische Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">5.</td> - <td class="col2">Mittlere Paläolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Steinkohlen-Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">6.</td> - <td class="col2">Neuere Paläolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Permische Periode.</td> - </tr> -</tbody> -</table> -<p class="hdr2"> -<span class="line1">Dritter Zeitraum: <b>Mesozoisches Zeitalter</b>.</span><br /> -<span class="line2">Sekundär-Zeit.</span><br /> -<span class="line3">(Zeitalter der Reptilien und der Nadelwälder.)</span> -</p> - -<table summary="Table-3"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">7.</td> - <td class="col2">Ältere Mesolithzeit</td> - <td class="col3">oder</td> - <td class="col4">Trias-Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">8.</td> - <td class="col2">Mittlere Mesolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Jura-Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">9.</td> - <td class="col2">Neuere Mesolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Kreide-Periode.</td> - </tr> -</tbody> -</table> -<p class="hdr2"> -<span class="line1">Vierter Zeitraum: <b>Zänozoisches Zeitalter</b>.</span><br /> -<span class="line2">Tertiär-Zeit.</span><br /> -<span class="line3">(Zeitalter der Säugetiere und der Laubwälder.)</span> -</p> - -<table summary="Table-4"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">10.</td> - <td class="col2">Ältere Zänolithzeit</td> - <td class="col3">oder</td> - <td class="col4">Eozäne Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">11.</td> - <td class="col2">Mittlere Zänolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Miozäne Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">12.</td> - <td class="col2">Neuere Zänolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Pliozäne Periode.</td> - </tr> -</tbody> -</table> -<p class="hdr2"> -<span class="line1">Fünfter Zeitraum: <b>Anthropozoisches Zeitalter</b>.</span><br /> -<span class="line2">Quartär-Zeit.</span><br /> -<span class="line3">(Zeitalter der Menschen und der Kulturwälder.)</span> -</p> - -<table summary="Table-5"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">13.</td> - <td class="col2">Ältere Anthropolithzeit</td> - <td class="col3">oder</td> - <td class="col4">Eiszeit. Glaziale Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">14.</td> - <td class="col2">Mittlere Anthropolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Postglaziale Periode.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">15.</td> - <td class="col2">Neuere Anthropolithzeit</td> - <td class="col3">"</td> - <td class="col4">Kultur-Periode.</td> - </tr> -</tbody> -</table> -</div> - -<p class="center"> -(Die Kultur-Periode ist die historische Zeit oder die Periode der -Überlieferungen.) -</p> - -<p class="tabhdr"> -<a id="page-69" class="pagenum" title="69"></a> -<span class="firstline"><b>Übersicht</b></span><br /> -der paläontologischen Formationen oder der versteinerungsführenden -Schichten der Erdrinde. -</p> - - -<div class="table" id="Table-69" title="Tabelle: Paläontologische Formationen"> - -<table class="table69" summary="Table-69"> -<tbody> - <tr class="header"> - <th class="col1">Terrains</th> - <th class="col3" colspan="2">Systeme</th> - <th class="col6" colspan="3">Formation</th> - <th class="col7">Synonyme der Formationen</th> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="4">V. Anthropolithische Terrains oder anthropozoische (quartäre) Schichtengruppen</td> - <td class="col2" rowspan="4"> </td> - <td class="col3" rowspan="2">XIV. Rezent (Alluvium)</td> - <td class="col4" rowspan="2"> </td> - <td class="col5">36.</td> - <td class="col6"><b>Präsent</b></td> - <td class="col7">Oberalluviale</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">35.</td> - <td class="col6"><b>Rezent</b></td> - <td class="col7">Unteralluviale</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="2">XIII. Pleistozän (Diluvium)</td> - <td class="col4" rowspan="2"> </td> - <td class="col5">34.</td> - <td class="col6"><b>Postglazial</b></td> - <td class="col7">Oberdiluviale</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">33.</td> - <td class="col6"><b>Glazial</b></td> - <td class="col7">Unterdiluviale</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="7">IV. Zänolithische Terrains oder zänozoische (tertiäre) Schichtengruppen</td> - <td class="col2" rowspan="7"> </td> - <td class="col3" rowspan="2">XII. Pliozän (Neutertiär)</td> - <td class="col4" rowspan="2"> </td> - <td class="col5">32.</td> - <td class="col6"><b>Arvern</b></td> - <td class="col7">Oberpliozäne</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">31.</td> - <td class="col6"><b>Subapennin</b></td> - <td class="col7">Unterpliozäne</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="2">XI. Miozän (Mitteltertiär)</td> - <td class="col4" rowspan="2"> </td> - <td class="col5">30.</td> - <td class="col6"><b>Falun</b></td> - <td class="col7">Obermiozäne</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">29.</td> - <td class="col6"><b>Limburg</b></td> - <td class="col7">Untermiozäne</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="3">X. Eozän (Alttertiär)</td> - <td class="col4" rowspan="3"> </td> - <td class="col5">28.</td> - <td class="col6"><b>Gips</b></td> - <td class="col7">Obereozäne</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">27.</td> - <td class="col6"><b>Grobkalk</b></td> - <td class="col7">Mitteleozäne</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">26.</td> - <td class="col6"><b>Londonton</b></td> - <td class="col7">Untereozäne</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="11">III. Mesolithische Terrains oder mesozoische (sekundäre) Schichtengruppen</td> - <td class="col2" rowspan="11"> </td> - <td class="col3" rowspan="4">IX. Kreide</td> - <td class="col4" rowspan="4"> </td> - <td class="col5">25.</td> - <td class="col6"><b>Weißkreide</b></td> - <td class="col7">Oberkreide</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">24.</td> - <td class="col6"><b>Grünsand</b></td> - <td class="col7">Mittelkreide</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">23.</td> - <td class="col6"><b>Neokom</b></td> - <td class="col7">Unterkreide</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">22.</td> - <td class="col6"><b>Wealden</b></td> - <td class="col7">Wälderformation</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="4">VIII. Jura</td> - <td class="col4" rowspan="4"> </td> - <td class="col5">21.</td> - <td class="col6"><b>Portland</b></td> - <td class="col7">Oberoolith</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">20.</td> - <td class="col6"><b>Oxford</b></td> - <td class="col7">Mitteloolith</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">19.</td> - <td class="col6"><b>Bath</b></td> - <td class="col7">Unteroolith</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">18.</td> - <td class="col6"><b>Lias</b></td> - <td class="col7">Liasformation</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="3">VII. Trias</td> - <td class="col4" rowspan="3"> </td> - <td class="col5">17.</td> - <td class="col6"><b>Keuper</b></td> - <td class="col7">Obertrias</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">16.</td> - <td class="col6"><b>Muschelkalk</b></td> - <td class="col7">Mitteltrias</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">15.</td> - <td class="col6"><b>Buntsand</b></td> - <td class="col7">Untertrias</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="7">II. Paläolithische Terrains oder paläozoische (primäre) Schichtengruppen</td> - <td class="col2" rowspan="7"> </td> - <td class="col3" rowspan="2">VI. Permisches (Dyas)</td> - <td class="col4" rowspan="2"> </td> - <td class="col5">14.</td> - <td class="col6"><b>Zechstein</b></td> - <td class="col7">Oberpermische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">13.</td> - <td class="col6"><b>Neurotsand</b></td> - <td class="col7">Unterpermische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="2">V. Karbonisches (Steinkohle)</td> - <td class="col4" rowspan="2"> </td> - <td class="col5">12.</td> - <td class="col6"><b>Kohlensand</b></td> - <td class="col7">Oberkarbonische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">11.</td> - <td class="col6"><b>Kohlenkalk</b></td> - <td class="col7">Unterkarbonische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="3">IV. Devonisches (Altrotsand)</td> - <td class="col4" rowspan="3"> </td> - <td class="col5">10.</td> - <td class="col6"><b>Pilton</b></td> - <td class="col7">Oberdevonische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">9.</td> - <td class="col6"><b>Ilfracombe</b></td> - <td class="col7">Mitteldevonische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">8.</td> - <td class="col6"><b>Linton</b></td> - <td class="col7">Unterdevonische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="7">I. Archolithische Terrains oder archozoische (primordiale) Schichtengruppen</td> - <td class="col2" rowspan="7"> </td> - <td class="col3" rowspan="3">III. Silurisches</td> - <td class="col4" rowspan="3"> </td> - <td class="col5">7.</td> - <td class="col6"><b>Ludlow</b></td> - <td class="col7">Obersilurische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">6.</td> - <td class="col6"><b>Landovery</b></td> - <td class="col7">Mittelsilurische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">5.</td> - <td class="col6"><b>Landeilo</b></td> - <td class="col7">Untersilurische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="2">II. Kambrisches</td> - <td class="col4" rowspan="2"> </td> - <td class="col5">4.</td> - <td class="col6"><b>Potsdam</b></td> - <td class="col7">Oberkambrische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">3.</td> - <td class="col6"><b>Longmynd</b></td> - <td class="col7">Unterkambrische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col3" rowspan="2">I. Laurentisches</td> - <td class="col4" rowspan="2"> </td> - <td class="col5">2.</td> - <td class="col6"><b>Labrador</b></td> - <td class="col7">Oberlaurentische</td> - </tr> - <tr> - <td class="col5">1.</td> - <td class="col6"><b>Ottawa</b></td> - <td class="col7">Unterlaurentische</td> - </tr> -</tbody> -</table> -</div> - - -<p class="tabhdr70"> -<a id="page-70" class="pagenum" title="70"></a> -<span class="line1">Tabelle</span><br /> -<span class="line2">zur Übersicht der neptunischen versteinerungsführenden Schichten-Systeme -der Erdrinde mit Bezug auf ihre verhältnismäßige -durchschnittliche Dicke. (130000 Fuß zirka.)</span> -</p> - -<div class="table" id="Table-70" title="Tabelle: Neptunische Schichten-Systeme"> - -<table class="table70" summary="Table-70"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">IV. <b>Zänozoische Schichten-Systeme.</b><br /> - Zirka 3000 Fuß.</td> - <td class="col2">Eozän, Miozän,<br /> - Pliozän.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="3">III. <b>Mesozoische Schichten-Systeme.</b><br /> - Ablagerungen der Sekundärzeit.<br /> - Zirka 15000 Fuß.</td> - <td class="col2">IX. Kreide-System.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col2">VIII. Jura-System.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col2">VII. Trias-System.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="3">II. <b>Paläozoische Schichten-Systeme.</b><br /> - Ablagerungen der Primär-Zeit.<br /> - Zirka 42000 Fuß.</td> - <td class="col2">VI. Permisches System.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col2">V. Steinkohlen-System.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col2">IV. Devonisches System.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="3">I. <b>Archozoische Schichten-Systeme.</b><br /> - Ablagerungen der Primordial-Zeit.<br /> - Zirka 70000 Fuß.</td> - <td class="col2">III. Silurisches System.<br /> - Zirka 22000 Fuß.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col2">II. Kambrisches System.<br /> - Zirka 18000 Fuß.</td> - </tr> - <tr> - <td class="col2">I. Laurentisches System.<br /> - Zirka 30000 Fuß.</td> - </tr> -</tbody> -</table> -</div> - -<p> -<a id="page-71" class="pagenum" title="71"></a> -Man hat viele Versuche angestellt, die Zahl der Jahrtausende, -welche diese Zeiträume zusammensetzen, annähernd -zu berechnen. Man verglich die Dicke der -Schlammschichten, welche erfahrungsgemäß während -eines Jahrhunderts sich absetzen, und welche nur wenige -Linien oder Zolle betragen, mit der gesamten Dicke -der geschichteten Gesteinsmassen, deren ideales System -wir soeben überblickt haben. Diese Dicke mag im ganzen -durchschnittlich ungefähr 130000 Fuß betragen, und -hiervon kommen 70000 auf das primordiale oder -archozoische, 42000 auf das primäre oder paläozoische, -15000 auf das sekundäre oder mesozoische -und endlich nur 3000 auf das tertiäre oder zänozoische -Terrain. Die sehr geringe und nicht annähernd -bestimmbare durchschnittliche Dicke des quartären oder -anthropozoischen Terrains kommt dabei gar nicht in -Betracht. Man kann sie höchstens durchschnittlich auf -500-700 Fuß anschlagen. Selbstverständlich haben -aber alle diese Maßangaben nur einen ganz durchschnittlichen -und annähernden Wert und sollen nur -dazu dienen, das <em>relative</em> Maßverhältnis der Schichtensysteme -und der ihnen entsprechenden Zeitabschnitte -ganz <em>ungefähr</em> zu überblicken. Auch werden die Maße -sehr verschieden abgeschätzt. -</p> - -<p> -Wenn man nun die gesamte Zeit der organischen -Erdgeschichte, d. h. den ganzen Zeitraum seit Beginn -des Lebens auf der Erde bis auf den heutigen Tag, -in hundert gleiche Teile teilt, und wenn man dann, -dem angegebenen durchschnittlichen Dickenverhältnis -der Schichtensysteme entsprechend, die relative Zeitdauer -der fünf Hauptabschnitte oder Zeitalter nach -Prozenten berechnet, so ergibt sich folgendes Resultat. -(Vergl. <a href="#page-70">Seite 70</a>.) -</p> - -<div class="table" id="Table-72" title="Tabelle: Relative Dauer der Zeitalter"> -<table class="table72" summary="Table-6"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-72" class="pagenum" title="72"></a>I.</td> - <td class="col2">Archozoische oder Primordialzeit</td> - <td class="col3">53,6</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">II.</td> - <td class="col2">Paläozoische oder Primärzeit</td> - <td class="col3">32,1</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">III.</td> - <td class="col2">Mesozoische oder Sekundärzeit</td> - <td class="col3">11,5</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">IV.</td> - <td class="col2">Zänozoische oder Tertiärzeit</td> - <td class="col3">2,3</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">V.</td> - <td class="col2">Anthropozoische oder Quartärzeit</td> - <td class="col3">0,5</td> - </tr> - <tr class="s"> - <td class="col1" colspan="3">———</td> - </tr> - <tr class="s"> - <td class="col1" colspan="3">Summa: 100,0</td> - </tr> -</tbody> -</table> -</div> - -<p> -Es beträgt demnach die Länge des archozoischen -Zeitraums, währenddessen fast noch keine landbewohnenden -Tiere und Pflanzen existierten, mehr als die -Hälfte, mehr als 53 Prozent, dagegen die Länge -des anthropozoischen Zeitraums, währenddessen der -Mensch existierte, kaum ein halbes Prozent von der -ganzen Länge der organischen Erdgeschichte. Es ist -aber ganz unmöglich, die Länge dieser Zeiträume auch -nur annähernd nach Jahren zu berechnen. -</p> - -<p> -Die Dicke der Schlammschichten, welche während -eines Jahrhunderts sich in der Gegenwart ablagern, -und welche man als Basis für diese Berechnung benutzen -wollte, ist an den verschiedenen Stellen der Erde -unter den ganz verschiedenen Bedingungen, unter denen -überall die Ablagerung stattfindet, natürlich ganz verschieden. -Sie ist sehr gering auf dem Boden des hohen -Meeres, in den Betten breiter Flüsse mit kurzem Laufe -und in Landseen, welche sehr dürftige Zuflüsse erhalten. -Sie ist verhältnismäßig bedeutend an Meeresküsten mit -starker Brandung, am Ausfluß großer Ströme mit -langem Lauf und in Landseen mit starken Zuflüssen. -An der Mündung des Mississippi, welcher sehr bedeutende -Schlammassen mit sich fortführt, würden in -100000 Jahren wohl etwa 600 Fuß abgelagert werden. -Auf dem Grunde des offenen Meeres, weit von den -Küsten entfernt, werden sich während dieses langen -Zeitraums nur wenige Fuß Schlamm absetzen. Selbst -<a id="page-73" class="pagenum" title="73"></a> -an den Küsten, wo verhältnismäßig viel Schlamm abgelagert -wird, mag die Dicke der dadurch während -eines Jahrhunderts gebildeten Schichten, wenn sie nachher -sich zu festem Gesteine verdichtet haben, doch nur -wenige Zoll oder Linien betragen. Jedenfalls aber -bleiben alle auf diese Verhältnisse gegründeten Berechnungen -ganz unsicher, und wir können uns auch -nicht einmal annähernd die ungeheure Länge der Zeiträume -vorstellen, welche zur Bildung jener neptunischen -Schichtensysteme erforderlich waren. Nur relative, -nicht absolute Zeitmaße sind hier mit Vorsicht -anwendbar. -</p> - -<p> -Man würde übrigens auch vollkommen fehlgehen, -wenn man die Mächtigkeit jener Schichtensysteme allein -als Maßstab für die inzwischen wirklich verflossene -Zeit der Erdgeschichte betrachten wollte. Denn Hebungen -und Senkungen der Erdrinde haben beständig -miteinander gewechselt, und aller <a id="corr-0"></a>Wahrscheinlichkeit nach -entspricht oft der mineralogische und paläontologische -Unterschied, den man zwischen je zwei aufeinander -folgenden Schichtensystemen und zwischen je zwei Formationen -derselben wahrnimmt, einem beträchtlichen -Zwischenraum von mehreren Jahrtausenden, währenddessen -die betreffende Stelle der Erdrinde über das -Wasser gehoben war. Erst nach Ablauf dieser Zwischenzeit, -als eine neue Senkung diese Stelle wieder unter -Wasser brachte, fand die Ablagerung einer neuen Bodenschicht -statt. Da aber inzwischen die anorganischen und -organischen Verhältnisse an diesem Orte eine beträchtliche -Umbildung erfahren hatten, mußte die neugebildete -Schlammschicht aus verschiedenen Bodenbestandteilen -zusammengesetzt sein und ganz verschiedene Versteinerungen -einschließen. -</p> - -<p> -<a id="page-74" class="pagenum" title="74"></a> -Die auffallenden Unterschiede, die zwischen den -Versteinerungen zweier übereinander liegenden Schichten -so häufig stattfinden, sind einfach und leicht nur -durch die Annahme zu erklären, daß derselbe Punkt -der Erdoberfläche <em>wiederholten Senkungen und -Hebungen</em> ausgesetzt wurde. Noch gegenwärtig finden -solche Hebungen und Senkungen, welche man teils der -Faltung der schrumpfenden Erdrinde, teils der Reaktion -des feuerflüssigen Erdkerns gegen die erstarrte -Rinde zuschreibt, in weiter Ausdehnung statt. So steigt -z. B. die Küste von Schweden und ein Teil von der -Westküste Südamerikas beständig langsam empor, während -die Küste von Holland und ein Teil von der Ostküste -Südamerikas allmählich untersinkt. Das Steigen -wie das Sinken geschieht nur sehr langsam und beträgt -im Jahrhundert bald nur einige Linien, bald -einige Zoll oder höchstens einige Fuß. Wenn aber diese -Bewegung Hunderte von Jahrtausenden hindurch ununterbrochen -andauert, kann sie die höchsten Gebirge -bilden. -</p> - -<p> -Offenbar haben ähnliche Hebungen und Senkungen -während des ganzen Verlaufes der organischen Erdgeschichte -ununterbrochen an verschiedenen Stellen miteinander -gewechselt. Das ergibt sich mit Sicherheit -aus der geographischen Verbreitung der Organismen. -Nun ist es aber für die Beurteilung unserer paläontologischen -Schöpfungsurkunde außerordentlich wichtig, -sich klarzumachen, daß bleibende Schichten sich bloß -während langsamer Senkung des Bodens unter Wasser -ablagern können, nicht aber während andauernder -Hebung. Wenn der Boden langsam mehr und mehr -unter den Meeresspiegel versinkt, so gelangen die abgelagerten -Schlammschichten in immer tieferes und ruhigeres -<a id="page-75" class="pagenum" title="75"></a> -Wasser, wo sie sich ungestört zu Gestein verdichten -können. Wenn sich dagegen umgekehrt der Boden langsam -hebt, so kommen die soeben abgelagerten Schlammschichten, -welche Reste von Pflanzen und Tieren umschließen, -sogleich wieder in den Bereich des Wogenspiels -und werden durch die Kraft der Brandung alsbald -nebst den eingeschlossenen organischen Resten zerstört. -Aus diesem einfachen, aber sehr gewichtigen -Grunde können also nur während einer andauernden -Senkung des Bodens sich reichlichere Schichten ablagern, -in denen die organischen Reste erhalten bleiben. Wenn -je zwei verschiedene übereinander liegende Formationen -oder Schichten mithin zwei verschiedenen Senkungsperioden -entsprechen, so müssen wir zwischen diesen -letzteren einen langen Zeitraum der Hebung annehmen, -von dem wir gar nichts wissen, weil uns keine fossilen -Reste von den damals lebenden Tieren und Pflanzen -aufbewahrt werden konnten. Offenbar verdienen aber -diese spurlos dahingegangenen Hebungszeiträume nicht -geringere Berücksichtigung als die damit abwechselnden -Senkungszeiträume, von deren organischer Bevölkerung -uns die versteinerungsführenden Schichten eine ungefähre -Vorstellung geben. Wahrscheinlich waren die -ersteren durchschnittlich von nicht geringerer Dauer als -die letzteren; für diese Annahme sprechen viele gewichtige -Gründe. -</p> - -<p> -Schon hieraus ergibt sich, wie unvollständig unsere -Urkunde notwendig sein muß, um so mehr, da sich -theoretisch erweisen läßt, daß gerade während der -Hebungszeiträume das Tier- und Pflanzenleben an -Mannigfaltigkeit zunehmen mußte. Denn indem neue -Strecken Landes über das Wasser gehoben werden, -bilden sich neue Inseln. Jede neue Insel ist aber ein -<a id="page-76" class="pagenum" title="76"></a> -neuer Schöpfungsmittelpunkt, weil die zufällig dorthin -verschlagenen Tiere und Pflanzen aus dem neuen -Boden im Kampf ums Dasein reiche Gelegenheit finden, -sich eigentümlich zu entwickeln und neue Arten -zu bilden. Die Bildung neuer Arten hat offenbar -während dieser Zwischenzeiten, aus denen uns leider -keine Versteinerungen erhalten bleiben konnten, vorzugsweise -stattgefunden; umgekehrt gab die langsame -Senkung des Bodens eher Gelegenheit zum Aussterben -zahlreicher Arten und zu einem Rückschritt in der Artenbildung. -Auch die Zwischenformen zwischen den alten -und den neu sich bildenden Spezies werden vorzugsweise -während jener Hebungszeiträume gelebt haben -und konnten daher ebenfalls keine fossilen Reste hinterlassen. -</p> - -<p> -Zu den sehr bedeutenden und empfindlichen Lücken -der paläontologischen Schöpfungsurkunde, welche durch -die Hebungszeiträume bedingt werden, kommen nun -leider noch viele andere Umstände hinzu, welche den -hohen Wert derselben außerordentlich verringern. Dahin -gehört vor allen der metamorphische Zustand der -ältesten Schichtengruppen, gerade derjenigen, welche -die Reste der ältesten Flora und Fauna, der Stammformen -aller folgenden Organismen enthalten, und -dadurch von ganz besonderem Interesse sein würden. -Gerade diese Gesteine, und zwar der größere Teil der -primordialen oder archolithischen Schichten, fast das -ganze laurentische und ein großer Teil des kambrischen -Systems, enthalten gar keine kenntlichen Reste mehr, -und zwar aus dem einfachen Grunde, weil diese Schichten -durch den Einfluß des feuerflüssigen Erdinnern -nachträglich wieder verändert oder metamorphosiert -wurden. Durch die Hitze des glühenden Erdkerns sind -<a id="page-77" class="pagenum" title="77"></a> -diese tiefsten neptunischen Rindenschichten in ihrer -ursprünglichen Schichtenstruktur gänzlich umgewandelt -und in einen kristallinischen Zustand übergeführt worden. -Dabei ging aber die Form der darin eingeschlossen -organischen Reste ganz verloren. Nur hier und da -wurde sie durch einen glücklichen Zufall erhalten, wie es -bei manchen der ältesten bekannten Petrefakten aus den -untersten kambrischen Schichten der Fall ist. Jedoch -können wir aus den Lagern von kristallinischer Kohle -(Graphit) und kristallinischem Kalk (Marmor), welche -sich in den metamorphischen Gesteinen eingelagert finden, -mit Sicherheit auf die frühere Anwesenheit von -versteinerten Pflanzen- und Tierresten in denselben -schließen. Neuerdings sind fossile Radiolarien auch in -präkambrischen Schichten entdeckt. -</p> - -<p> -Außerordentlich unvollständig wird unsere Schöpfungsurkunde -durch den Umstand, daß erst ein sehr -kleiner Teil der Erdoberfläche genauer geologisch untersucht -ist, vorzugsweise Europa und Nordamerika; auch -von Südamerika und Ostindien sind einzelne Stellen -der Erdrinde aufgeschlossen; der größte Teil derselben -ist uns aber unbekannt. Dasselbe gilt vom größten -Teil Asiens, des umfangreichsten aller Weltteile, auch -von Afrika (ausgenommen das Kap der Guten Hoffnung -und die Mittelmeerküste) und von Australien wissen -wir nur sehr wenig. Im ganzen ist wohl kaum der -hundertste Teil der gesamten Erdoberfläche gründlich -paläontologisch erforscht. Wir können daher wohl -hoffen, bei weiterer Ausbreitung der geologischen Untersuchungen, -denen namentlich die Anlage von Eisenbahnen -und Bergwerken sehr zu Hilfe kommen wird, -noch einen großen Teil wichtiger Versteinerungen aufzufinden. -Ein Fingerzeig dafür ist uns durch die merkwürdigen -<a id="page-78" class="pagenum" title="78"></a> -Versteinerungen gegeben, die man an den -wenigen genauer untersuchten Punkten von Afrika und -Asien, in den Kapgegenden und am Himalaja, sowie -neuerdings in Patagonien aufgefunden hat. Eine -Reihe von ganz neuen und sehr eigentümlichen Tierformen -ist uns dadurch bekannt geworden. Freilich -müssen wir anderseits erwägen, daß der ausgedehnte -Boden der jetzigen Meere vorläufig für die paläontologischen -Forschungen fast unzugänglich ist; den größten -Teil der hier seit uralten Zeiten begrabenen Versteinerungen -werden wir entweder niemals oder erst -nach Verlauf vieler Jahrtausende kennen lernen, wenn -durch allmähliche Hebungen der gegenwärtige Meeresboden -mehr zutage getreten sein wird. Wenn Sie -bedenken, daß die ganze Erdoberfläche zu ungefähr drei -Fünfteilen aus Wasser und nur zu zwei Fünfteilen -aus Festland besteht, so können Sie ermessen, daß auch -in dieser Beziehung die paläontologische Urkunde eine -ungeheure Lücke enthalten muß. -</p> - -<p> -Nun kommen aber noch eine Reihe von Schwierigkeiten -für die Paläontologie hinzu, welche in der Natur -der Organismen selbst begründet sind. Vor allem -ist hier hervorzuheben, daß in der Regel nur harte -und feste Körperteile der Organismen auf den Boden -des Meeres und der süßen Gewässer gelangen und -hier in Schlamm eingeschlossen und versteinert werden -können. Es sind also namentlich die Knochen und -Zähne der Wirbeltiere, die Kalkschalen der Weichtiere, -die Chitinskelette der Gliedertiere, die Kalkskelette der -Sterntiere und Korallen, ferner die holzigen, festen -Teile der Pflanzen, die einer solchen Versteinerung -fähig sind. Die weichen und zarten Teile dagegen, -welche bei den allermeisten Organismen den bei weitem -<a id="page-79" class="pagenum" title="79"></a> -größten Teil des Körpers bilden, gelangen nur sehr -selten unter so günstigen Verhältnissen in den Schlamm, -daß sie versteinern, oder daß ihre äußere Form deutlich -in dem erhärteten Schlamme sich abdrückt. Nun -bedenken Sie, daß ganze große Klassen von Organismen, -wie z. B. die Medusen, die Platoden, die nackten Mollusken, -welche keine Schale haben, ein großer Teil der -Gliedertiere, die meisten Würmer und selbst die niedersten -Wirbeltiere gar keine festen und harten, versteinerungsfähigen -Körperteile besitzen. Ebenso sind gerade -die wichtigsten Pflanzenteile, die Blüten, meistens so -weich und zart, daß sie sich nicht in kenntlicher Form -konservieren können. Von allen diesen wichtigen Lebensformen -werden wir naturgemäß auch gar keine versteinerten -Reste zu finden erwarten können. Ferner -sind die Embryonen und Jugendzustände fast aller -Organismen so weich und zart, daß sie gar nicht versteinerungsfähig -sind. Was wir also von Versteinerungen -in den neptunischen Schichtensystemen der Erdrinde -vorfinden, das sind im Verhältnis zum Ganzen -nur wenige Formen, und meistens nur einzelne Bruchstücke. -</p> - -<p> -Sodann ist zu berücksichtigen, daß die Meerbewohner -in einem viel höheren Grade Aussicht haben, ihre toten -Körper in den abgelagerten Schlammschichten versteinert -zu erhalten, als die Bewohner der süßen Gewässer -und des Festlandes. Die das Land bewohnenden -Organismen können in der Regel nur dann versteinert -werden, wenn ihre Leichen zufällig ins Wasser -fallen und auf dem Boden in erhärtenden Schlammschichten -begraben werden, was von mancherlei Bedingungen -abhängig ist. Daher kann es uns nicht -wundernehmen, daß die bei weitem größte Mehrzahl -<a id="page-80" class="pagenum" title="80"></a> -der Versteinerungen Organismen angehört, die -im Meere lebten, und daß von den Landbewohnern -verhältnismäßig nur sehr wenige im fossilen Zustande -erhalten sind. Welche Zufälligkeiten hierbei ins Spiel -kommen, mag Ihnen allein der Umstand beweisen, daß -man von vielen fossilen Säugetieren, insbesondere von -den meisten Säugetieren der Sekundärzeit, weiter nichts -kennt als den Unterkiefer. Dieser Knochen ist erstens -verhältnismäßig fest und löst sich zweitens sehr leicht -von dem toten Körper, der auf dem Wasser schwimmt, -ab. Während die Leiche vom Wasser fortgetrieben und -zerstört wird, fällt der Unterkiefer auf den Grund des -Wassers hinab und wird hier vom Schlamm umschlossen. -Daraus erklärt sich allein die merkwürdige -Tatsache, daß in einer Kalkschicht des Jurasystems bei -Oxford in England, in den Schiefern von Stonesfield, -bis jetzt fast nur die Unterkiefer von zahlreichen -Beuteltieren gefunden worden sind; sie gehören zu den -ältesten Säugetieren, welche wir kennen. Von dem -ganzen übrigen Körper derselben war auch nicht ein -Knochen mehr vorhanden. Die „exakten“ Gegner der -Entwicklungstheorie würden nach der bei ihnen gebräuchlichen -Logik hieraus den Schluß ziehen müssen, -daß der Unterkiefer der einzige Knochen im Leibe jener -merkwürdigen Tiere war. -</p> - -<p> -Für die kritische Würdigung der vielen unbedeutenden -Zufälle, die unsere Kenntnis der Versteinerungen -in der bedeutendsten Weise beeinflussen, sind -ferner auch die Fußspuren sehr lehrreich, welche sich -in großer Menge in verschiedenen ausgedehnten Sandsteinlagern, -z. B. in dem roten Sandstein von Connecticut -in Nordamerika, finden. Diese Fußtritte rühren -offenbar von Wirbeltieren, wahrscheinlich von Reptilien -<a id="page-81" class="pagenum" title="81"></a> -her, von deren Körper selbst uns nicht die geringste -Spur erhalten geblieben ist. Die Abdrücke, -welche ihre Füße im Schlamm hinterlassen haben, verraten -uns allein die vormalige Existenz von diesen -uns sonst ganz unbekannten Tieren. -</p> - -<p> -Welche Zufälligkeiten außerdem noch die Grenzen -unserer paläontologischen Kenntnisse bestimmen, können -Sie daraus ermessen, daß man von sehr vielen wichtigen -Versteinerungen nur ein einziges oder nur ein -paar Exemplare kennt. Im Jahre 1861 wurde im -lithographischen Schiefer von Solnhofen das unvollständige -Skelett des ältesten bis jetzt bekannten Vogels -entdeckt; <span class="antiqua">Archaeopteryx lithographica</span>; 1877 wurde ebendaselbst -ein zweites Exemplar gefunden, welches das -erste in glücklichster Weise ergänzt. Die Kenntnis -dieses einzigen Vogels aus dem Jurasystem besitzt für -die Phylogenie der ganzen Vogelklasse die allergrößte -Wichtigkeit. Alle bisher bekannten Vögel stellten eine -sehr einförmig organisierte Gruppe dar, und zeigten -keine auffallenden Übergangsbildungen zu anderen -Wirbeltierklassen, auch nicht zu den nächstverwandten -Reptilien. Jener fossile Vogel aus dem Jura dagegen -besaß keinen gewöhnlichen Vogelschwanz, sondern einen -Eidechsenschwanz, und bestätigte dadurch die aus anderen -Gründen vermutete Abstammung der Vögel von -den Eidechsen. Durch dieses Petrefakt wurde also nicht -nur unsere Vorstellung von dem Alter der Vogelklasse, -sondern auch von ihrer Blutsverwandtschaft mit den -Reptilien wesentlich erweitert. Ebenso sind unsere -Kenntnisse von anderen Tiergruppen oft durch die zufällige -Entdeckung einer einzigen Versteinerung wesentlich -umgestaltet worden. Da wir aber wirklich von -vielen wichtigen Petrefakten nur sehr wenige Exemplare -<a id="page-82" class="pagenum" title="82"></a> -oder nur Bruchstücke kennen, so muß auch aus -diesem Grunde die paläontologische Urkunde höchst unvollständig -sein. -</p> - -<p> -Eine weitere und sehr empfindliche Lücke derselben -ist durch den Umstand bedingt, daß die <em>Zwischenformen</em>, -welche die verschiedenen Arten verbinden, -in der Regel nicht erhalten sind, und zwar aus dem -einfachen Grunde, weil dieselben (nach dem Prinzip -der Divergenz des Charakters) im Kampfe ums Dasein -ungünstiger gestellt waren als die am meisten divergierenden -Varietäten, die sich aus einer und derselben -Stammform entwickelten. Die Zwischenglieder sind -im ganzen immer rasch ausgestorben und haben sich -nur selten vollständig erhalten. Die am stärksten divergierenden -Formen dagegen konnten sich längere Zeit -hindurch als selbständige Arten am Leben erhalten, -sich in zahlreichen Individuen ausbreiten und demnach -auch leichter versteinert werden. Dadurch ist jedoch -nicht ausgeschlossen, daß nicht in vielen Fällen -auch die verbindenden Zwischenformen der Arten sich -so vollständig versteinert erhielten, daß sie noch gegenwärtig -die systematischen Paläontologen in die größte -Verlegenheit versetzen und endlose Streitigkeiten über -die ganz willkürlichen Grenzen der Spezies hervorrufen. -</p> - -<p> -Ein ausgezeichnetes Beispiel der Art liefert die -berühmte vielgestaltige Süßwasserschnecke aus dem -Stubental bei Steinheim in Württemberg, welche bald -als <span class="antiqua">Paludina</span>, bald als <span class="antiqua">Valvata</span>, bald als <span class="antiqua">Planorbis -multiformis</span> beschrieben worden ist. Die schneeweißen -Schalen dieser kleinen Schnecke setzen mehr als die -Hälfte von der ganzen Masse eines tertiären Kalkhügels -zusammen und offenbaren dabei an dieser einen -<a id="page-83" class="pagenum" title="83"></a> -Lokalität eine solche wunderbare Formenmannigfaltigkeit, -daß man die am meisten divergierenden Extreme -als wenigstens zwanzig ganz verschiedene Arten beschreiben -und diese sogar in vier ganz verschiedene -Gattungen versetzen könnte. Aber alle diese extremen -Formen sind durch so massenhafte verbindende Zwischenformen -verknüpft, und diese liegen so gesetzmäßig über- -und nebeneinander, daß Hilgendorf daraus auf das -klarste den Stammbaum der ganzen Formengruppe -entwickeln konnte. Ebenso finden sich bei sehr vielen -anderen fossilen Arten (z. B. vielen Ammoniten, Terebrateln, -Seeigeln, Seelilien usw.) die verknüpfenden -Zwischenformen in solcher Masse, daß sie die „fossilen -Spezieskrämer“ zur Verzweiflung bringen. -</p> - -<p> -Wenn Sie nun alle vorher angeführten Verhältnisse -erwägen, so werden Sie sich nicht darüber wundern, -daß die paläontologische Schöpfungsurkunde ganz -außerordentlich lückenhaft und unvollständig ist. Aber -dennoch haben die wirklich gefundenen Versteinerungen -den größten Wert. Ihre Bedeutung für die natürliche -Schöpfungsgeschichte ist nicht geringer als die -Bedeutung, welche die berühmte Inschrift von Rosette -und das Dekret von Kanopus für die Völkergeschichte, -für die Archäologie und Philologie besitzen. Wie es -durch diese beiden uralten Inschriften möglich wurde, -die Geschichte des alten Ägyptens außerordentlich zu -erweitern und die ganze Hieroglyphenschrift zu entziffern, -so genügen uns in vielen Fällen einzelne Knochen -eines Tieres oder unvollständige Abdrücke einer niederen -Tier- oder Pflanzenform, um die wichtigsten Anhaltspunkte -für die Geschichte einer ganzen Gruppe und -die Erkenntnis ihres Stammbaums zu gewinnen. Ein -paar kleine Backzähne, die in der Keuperformation der -<a id="page-84" class="pagenum" title="84"></a> -Trias gefunden wurden, waren lange Zeit hindurch -der einzige Beweis dafür, daß schon in der Triaszeit -Säugetiere wirklich existiert haben. -</p> - -<p> -Von der Unvollkommenheit des geologischen Schöpfungsberichtes -sagt Darwin, in Übereinstimmung mit -Lyell, dem berühmten Geologen: „Der natürliche Schöpfungsbericht, -wie ihn die Paläontologie liefert, ist eine -Geschichte der Erde, unvollständig erhalten und in -wechselnden Dialekten geschrieben, wovon aber nur -der letzte, bloß auf einige Teile der Erdoberfläche sich -beziehende Band bis auf uns gekommen ist. Doch -auch von diesem Bande ist nur hier und da ein kurzes -Kapitel erhalten, und von jeder Seite sind nur da und -dort einige Zeilen übrig. Jedes Wort der langsam -wechselnden Sprache dieser Beschreibung, mehr oder -weniger verschieden in der ununterbrochenen Reihenfolge -der einzelnen Abschnitte, mag den anscheinend -plötzlich wechselnden Lebensformen entsprechen, welche -in den unmittelbar aufeinander liegenden Schichten -unserer weit voneinander getrennten Formationen begraben -liegen.“ -</p> - -<p> -Wenn Sie diese außerordentliche Unvollständigkeit -der paläontologischen Urkunde sich beständig vor Augen -halten, so wird es Ihnen nicht wunderbar erscheinen, -daß wir noch auf so viele unsichere Hypothesen angewiesen -sind, indem wir wirklich den Stammbaum -der verschiedenen organischen Gruppen entwerfen -wollen. Jedoch besitzen wir glücklicherweise außer -den Versteinerungen auch noch andere historische Urkunden; -und diese sind in vielen Fällen von nicht geringerem -und in den meisten sogar von viel höherem -Werte als die Petrefakten. Die bei weitem wichtigste -von diesen anderen Schöpfungsurkunden ist ohne Zweifel -<a id="page-85" class="pagenum" title="85"></a> -die <em>Ontogenie</em> oder Keimesgeschichte; denn sie wiederholt -uns kurz in großen, markigen Zügen das Bild -der Stammesgeschichte oder <em>Phylogenie</em>. -</p> - -<p> -Allerdings ist die Skizze, welche uns die Ontogenie -der Organismen von ihrer Phylogenie gibt, in den -meisten Fällen mehr oder weniger verwischt, und zwar -um so mehr, je mehr die Anpassung im Laufe der -Zeit das Übergewicht über die Vererbung erlangt hat, -und je mächtiger das Gesetz der abgekürzten Vererbung -und das Gesetz der wechselbezüglichen Anpassung -eingewirkt haben. Allein dadurch wird der -hohe Wert nicht vermindert, welchen die wirklich treu -erhaltenen Züge jener Skizze besitzen. Besonders für -die Erkenntnis der frühesten paläontologischen Entwicklungszustände -ist die Ontogenie von ganz unschätzbaren -Werte, weil gerade von den ältesten Entwicklungsstufen -der Stämme und Klassen uns gar keine -versteinerten Reste erhalten worden sind und auch schon -wegen der weichen und zarten Körperbeschaffenheit derselben -nicht erhalten bleiben konnten. Keine Versteinerung -könnte uns von der unschätzbar wichtigen Tatsache -berichten, welche die Ontogenie uns erzählt, daß -die ältesten gemeinsamen Vorfahren aller verschiedenen -Tier- und Pflanzenarten ganz einfache Zellen, gleich -den Eiern waren. Keine Versteinerung könnte uns -die unendlich wertvolle, durch die Ontogenie festgestellte -Tatsache beweisen, daß durch einfache Vermehrung, -Gemeindebildung und Arbeitsteilung jener Zellen die -unendlich mannigfaltigen Körperformen der vielzelligen -Organismen entstanden. Allein schon die Gastrulation -ist eine der wichtigsten Stammesurkunden. So hilft -uns die Ontogenie über viele und große Lücken der -Paläontologie hinweg. -</p> - -<div class="leftpic w300" id="img-087"> -<a id="page-86" class="pagenum" title="86"></a><a class="hr" href="images/087hr.jpg"><img src="images/087.jpg" alt="" /></a> -<p class="fl cap"> -<span class="firstline"><b>Hand von neun verschiedenen Säugetieren.</b></span><br /> -1. Mensch. 2. Gorilla. 3. Orang. 4. Hund. 5. Seehund. -6. Delphin. 7. Fledermaus. 8. Maulwurf. 9. Schnabeltier. -</p> - -</div> - -<p> -Zu den unschätzbaren Schöpfungsurkunden der -Paläontologie und Ontogenie gesellen sich nun drittens -die nicht minder wichtigen Zeugnisse für die Blutsverwandtschaft -der Organismen, welche uns die <em>vergleichende -Anatomie</em> liefert. Wenn äußerlich sehr -verschiedene Organismen in ihrem inneren Bau nahezu -übereinstimmen, so können wir daraus mit voller Sicherheit -schließen, daß diese Übereinstimmung ihren Grund -in der Vererbung, jene Ungleichheit dagegen ihren -Grund in der Anpassung hat. Betrachten Sie z. B. -vergleichend die Hände oder Vorderpfoten der neun -verschiedenen Säugetiere, welche auf <a href="#img-087">Seite 87</a> abgebildet -sind, und bei denen das knöcherne Skelettgerüst im Innern -der Hand und der fünf Finger sichtbar ist. Überall -finden sich bei der verschiedensten äußeren Form dieselben -Knochen in derselben Zahl, Lagerung und Verbindung -wieder. Daß die Hand des Menschen (Fig. 1) -von derjenigen seiner nächsten Verwandten, des Gorilla -(Fig. 2) und des Orang (Fig. 3), sehr wenig verschieden -ist, wird vielleicht sehr natürlich erscheinen. Wenn aber -auch die Vorderpfote des Hundes (Fig. 4), sowie die -Brustflosse (die Hand) des Seehundes (Fig. 5) und des -Delphins (Fig. 6) ganz denselben wesentlichen Bau -zeigt, so wird dies schon mehr überraschen. Und noch -wunderbarer wird es Ihnen vorkommen, daß auch der -Flügel der Fledermaus (Fig. 7), die Grabschaufel des -Maulwurfs (Fig. 8) und der Vorderfuß des unvollkommensten -aller Säugetiere, des Schnabeltieres (Fig. 9) -ganz aus denselben Knochen zusammengesetzt ist. Nur -die Größe und Form der Knochen ist vielfach geändert. -Die Zahl und die Art ihrer Anordnung und Verbindung -ist dieselbe geblieben. Es ist ganz undenkbar, -daß irgendeine andere Ursache als die gemeinschaftliche -<a id="page-88" class="pagenum" title="88"></a> -Vererbung von gemeinsamen Stammeltern diese -wunderbare Homologie oder Gleichheit im wesentlichen -inneren Bau bei so verschiedener äußerer Form verursacht -habe. Und wenn Sie nun im System von -den Säugetieren weiter hinuntersteigen und finden, -daß sogar bei den Vögeln die Flügel, bei den Reptilien -und Amphibien die Vorderfüße wesentlich in -derselben Weise aus denselben Knochen zusammengesetzt -sind, wie die Arme des Menschen und die Vorderbeine -der übrigen Säugetiere, so können Sie schon -daraus auf die gemeinsame Abstammung aller dieser -Wirbeltiere mit voller Sicherheit schließen. Der Grad -der inneren Formverwandtschaft enthüllt Ihnen hier, -wie überall, den Grad der wahren Stammverwandtschaft. -</p> - -<p class="src"> -(Aus „Natürliche Schöpfungsgeschichte“.) -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-4"> -<a id="page-89" class="pagenum" title="89"></a> -<span class="firstline"><span class="line1">III.</span></span><br /> -<span class="line2">Die Gasträatheorie.</span> -</h2> - -<p class="noindent"> -Die ersten Vorgänge der individuellen Entwicklung, -welche nach erfolgter Befruchtung der Eizelle und Bildung -der Stammzelle eintreten, sind im ganzen Tierreiche -wesentlich dieselben; sie beginnen überall mit -der sogenannten Eifurchung und Keimblätterbildung. -Nur die niedersten und einfachsten Tiere, die Urtiere -oder Protozoen, machen davon eine Ausnahme; denn -sie bleiben zeitlebens einzellig. Zu diesen Urtieren gehören -die Amöben, Gregarinen, Rhizopoden, Infusorien -usw. Da ihr ganzer Organismus nur durch -eine einzige Zelle repräsentiert wird, können sie niemals -„Keimblätter“, d. h. bestimmt geformte Zellenschichten -bilden. Alle übrigen Tiere dagegen, alle -Gewebetiere oder Metazoen (wie wir sie im Gegensatz -zu jenen Protozoen nennen) bilden durch wiederholte -Teilung der befruchteten Eizelle echte Keimblätter. Das -gilt ebensowohl von den niederen Nesseltieren und -Wurmtieren, wie von den höher entwickelten Weichtieren, -Sterntieren, Gliedertieren und Wirbeltieren. -</p> - -<p> -Bei allen diesen Metazoen oder vielzelligen Tieren -sind die wichtigsten Vorgänge der Keimung im wesentlichen -gleich, obwohl sie, äußerlich betrachtet, oft sehr -verschieden erscheinen. Überall zerfällt die Stammzelle, -welche aus der befruchteten Eizelle hervorgegangen ist, -<a id="page-90" class="pagenum" title="90"></a> -zunächst durch wiederholte Teilung in eine große Anzahl -von einfachen Zellen. Diese Zellen sind alle -direkte Nachkommen der Stammzelle und werden aus -später zu erörternden Gründen als Furchungszellen -oder „Furchungskugeln“ bezeichnet (<span class="antiqua">Blastomera</span> oder -<span class="antiqua">Segmentella</span>). Der wiederholte Teilungsprozeß der -Stammzelle, durch welchen die Furchungszellen entstehen, -ist schon lange unter dem Namen der <em>Eifurchung</em> -oder schlechtweg „Furchung“ (<span class="antiqua">Segmentatio</span>) -bekannt. Früher oder später treten die Furchungszellen -zur Bildung einer runden (ursprünglich kugeligen) -<em>Keimblase</em> (<span class="antiqua">Blastula</span>) zusammen; dann aber -sondern sie sich in zwei wesentlich verschiedene Gruppen -und ordnen sich in zwei getrennte Zellenschichten: -die beiden <em>primären Keimblätter</em>. Diese umschließen -eine Verdauungshöhle, den <em>Urdarm</em>, mit -einer Öffnung, dem <em>Urmund</em>. Die bedeutungsvolle -Keimform, welche diese ältesten Primitivorgane besitzt, -nennen wir <em>Gastrula</em>, den Vorgang ihrer Entstehung -<em>Gastrulation</em>. Dieser ontogenetische Vorgang besitzt -die höchste Bedeutung und ist der eigentliche Ausgangspunkt -für die Gestaltung des vielzelligen Tierkörpers. -</p> - -<p> -Die fundamentalen Keimungsprozesse der Eifurchung -und der Keimblätterbildung sind erst in den -letzten dreißig Jahren vollkommen klar erkannt und -in ihrer wahren Bedeutung richtig gewürdigt worden. -Sie bieten in den verschiedenen Tiergruppen mancherlei -auffallende Verschiedenheiten dar, und es war nicht -leicht, die wesentliche Gleichheit oder Identität derselben -im ganzen Tierreiche nachzuweisen. Erst nachdem -ich 1872 die Gasträatheorie aufgestellt und später -(1875) alle die einzelnen Formen der Eifurchung und -<a id="page-91" class="pagenum" title="91"></a> -Gastrulabildung auf eine und dieselbe Grundform -zurückgeführt hatte, konnte jene wichtige Identität als -wirklich bewiesen angesehen werden. Es ist damit ein -<em>einheitliches Gesetz</em> gewonnen, welches die ersten -Vorgänge der Keimung bei sämtlichen Tieren beherrscht. -</p> - -<p> -Der Mensch verhält sich in bezug auf diese ersten -und wichtigsten Vorgänge jedenfalls durchaus gleich -den übrigen höheren Säugetieren, und zunächst den -Affen. Da der menschliche Keim oder Embryo selbst -noch in einem viel späteren Stadium der Ausbildung, -wo bereits Gehirnblasen, Augen, Gehörorgane, Kiemenbogen -usw. angelegt sind, nicht wesentlich von dem -gleichgeformten Keime der übrigen höheren Säugetiere -verschieden ist, so dürfen wir mit voller Sicherheit -annehmen, daß auch die ersten Vorgänge der Keimung, -der Eifurchung und Keimblätterbildung dieselben sind. -Wirklich beobachtet sind diese Verhältnisse allerdings -bisher noch nicht. Da aber sowohl die jüngsten wirklich -beobachteten menschlichen Embryonen (in Form -von Keimblasen), als auch die darauf folgenden weiter -entwickelten Keimformen mit denjenigen des Kaninchens, -des Hundes und anderer höherer Säugetiere -wesentlich übereinstimmen, so wird kein vernünftiger -Mensch daran zweifeln, daß auch die Eifurchung und -Keimblätterbildung hier geradeso wie dort verläuft. -</p> - -<p> -Nun ist aber die besondere Form, welche die Eifurchung -und Keimblätterbildung bei den Säugetieren -besitzt, keineswegs die ursprüngliche, einfache und palingenetische -Form der Keimung. Vielmehr ist dieselbe -infolge von zahlreichen embryonalen Anpassungen sehr -stark abgeändert, gestört oder cenogenetisch modifiziert. -Wir können dieselbe daher unmöglich an und für sich -allein verstehen. Vielmehr müssen wir, um zu diesem -<a id="page-92" class="pagenum" title="92"></a> -Verständnis zu gelangen, die verschiedenen Formen der -Eifurchung und Keimblätterbildung im Tierreiche vergleichend -betrachten; und vor allem müssen wir die -ursprüngliche, <em>palingenetische</em> Form derselben aufsuchen, -aus welcher die abgeänderte, <em>cenogenetische</em> -Form der Säugetierkeimung erst viel später allmählich -entstanden ist. -</p> - -<p> -Diese ursprüngliche, palingenetische Form der Eifurchung -und Keimblätterbildung besteht im Stamme -der Wirbeltiere, zu welchem der Mensch gehört, heutzutage -einzig und allein noch beim niedersten und -ältesten Gliede dieses Stammes, bei dem wunderbaren -Lanzettierchen oder Amphioxus. Dieselbe palingenetische -Form der Keimung finden wir aber in ganz -gleicher Weise auch noch bei vielen niederen, wirbellosen -Tieren vor, so z. B. bei der merkwürdigen Seescheide -(<span class="antiqua">Ascidia</span>), bei der Teichschnecke (<span class="antiqua">Limnaeus</span>), beim -Pfeilwurm (<span class="antiqua">Sagitta</span>), ferner bei sehr vielen Sterntieren -und Nesseltieren, so z. B. beim gewöhnlichen Seestern -und Seeigel, bei vielen Medusen und Korallen und bei -den einfachsten Schwämmen (<span class="antiqua">Olynthus</span>). Wir wollen -hier als Beispiel die palingenetische Eifurchung und -Keimblätterbildung einer achtzähligen Einzelkoralle betrachten, -welche ich 1873 im Roten Meere entdeckt und -in meinen „Arabischen Korallen“ als <span class="antiqua">Monoxenia Darwinii</span> -beschrieben habe. -</p> - -<div class="centerpic w400" id="img-093"> -<a class="hr" href="images/093hr.jpg"><img src="images/093.jpg" alt="" /></a> -<p class="cap"> -Fig. 1. Gastrulation einer Koralle (<span class="antiqua">Monoxenia Darwinii</span>). -</p> - -</div> - -<p> -Die befruchtete Eizelle dieser Koralle (siehe die -Abbildungen <a href="#img-093">S. 93</a>) zerfällt zunächst durch Teilung -in zwei gleiche Zellen (C). Zuerst teilt sich der Kern -der Stammzelle und das anhängende Centrosoma in -zwei gleiche Hälften, diese stoßen sich ab, weichen auseinander -und wirken als Anziehungsmittelpunkte auf -das umgebende Protoplasma; infolgedessen schnürt sich -<a id="page-94" class="pagenum" title="94"></a> -das letztere durch eine Ringfurche ringsherum ein und -geht ebenfalls in zwei gleiche Hälften auseinander. -Jede der beiden so entstandenen „Furchungszellen“ -zerfällt auf dieselbe Weise wiederum in zwei gleiche -Zellen, und zwar liegt die Trennungsebene dieser beiden -letzteren senkrecht auf derjenigen der beiden ersteren -(Fig. D). Die vier gleichen Furchungszellen (die Enkelinnen -der Stammzelle) liegen in einer Ebene. Jetzt -teilt sich jede derselben abermals in zwei gleiche Hälften, -und wiederum geht die Teilung des Zellkernes -derjenigen des umhüllenden Protoplasma voraus. Die -so entstandenen acht Furchungszellen zerfallen auf die -gleiche Weise wieder in sechzehn. Aus diesen werden -durch abermalige Teilung 32 Furchungszellen. Indem -jede von diesen sich halbiert, entstehen 64, weiterhin -128 Zellen usw. Das Endresultat dieser wiederholten -gleichmäßigen Zweiteilung ist die Bildung eines kugeligen -Haufens von gleichartigen Furchungszellen, und -diesen nennen wir <em>Maulbeerkeim</em> (<span class="antiqua">Morula</span>). Die -Zellen liegen so dicht gedrängt aneinander, wie die -Körner einer Maulbeere oder Brombeere, und daher -erscheint die Oberfläche der Kugel im ganzen höckerig. -</p> - -<p> -Nachdem die Eifurchung dergestalt beendigt ist, -verwandelt sich der dichte Maulbeerkeim in eine hohle -kugelige Blase. Wässerige Flüssigkeit oder Gallerte -sammelt sich in der Mitte der dichten Kugel an; die -Furchungszellen weichen auseinander und begeben sich -alle an die Oberfläche derselben. Hier platten sie sich -durch gegenseitigen Druck vielflächig ab, nehmen die -Gestalt von abgestutzten Pyramiden an und ordnen -sich in eine einzige Schicht regelmäßig nebeneinander -(Fig. F, G). Diese Zellenschicht heißt die <em>Keimhaut</em> -(<span class="antiqua">Blastoderma</span>); die gleichartigen Zellen, welche dieselbe -<a id="page-95" class="pagenum" title="95"></a> -in einfacher Lage zusammensetzen, nennen wir <em>Keimhautzellen</em>, -und die ganze hohle Kugel, deren Wand -die letzteren bilden, heißt <em>Keimhautblase</em>, auch kurz -„Keimblase“ oder „Blasenkeim“ (<span class="antiqua">Blastula</span>). Der innere -Hohlraum der Kugel, der mit klarer Flüssigkeit oder -Gallerte gefüllt ist, heißt „Furchungshöhle“ oder -<em>Keimhöhle</em>. -</p> - -<p> -Bei unserer Koralle, wie bei vielen anderen niederen -Tieren, beginnt schon jetzt der junge Tierkeim -sich selbständig zu bewegen und im Wasser umherzuschwimmen. -Es wächst nämlich aus jeder Keimhautzelle -ein dünner und langer, fadenförmiger Fortsatz -hervor, eine Peitsche oder Geißel; und diese führt -selbständig langsame, später raschere Schwingungen -aus (Fig. F). Jede Keimhautzelle wird so zu einer -schwingenden „Geißelzelle“. Durch die vereinigte Kraft -aller dieser schwingenden Geißeln wird die ganze kugelige -Keimhautblase drehend oder rotierend im Wasser -umhergetrieben. Bei vielen anderen Tieren, insbesondere -bei solchen, wo sich der Keim innerhalb geschlossener -Eihüllen entwickelt, bilden sich die schwingenden -Geißelfäden an den Keimhautzellen erst später -oder kommen überhaupt nicht zur Ausbildung. Die -Keimhautblase kann wachsen und sich ausdehnen, indem -sich die Keimhautzellen durch fortgesetzte Teilung -(in der Kugelfläche!) vermehren und im inneren Hohlraum -noch mehr Flüssigkeit ausgeschieden wird. Es -gibt noch heute einige Organismen, welche auf der -Bildungsstufe der Blastula zeitlebens stehenbleiben, -Hohlkugeln, welche durch Flimmerbewegung im Wasser -umherschwimmen und deren Wand aus einer einzigen -Zellenschicht besteht: die Kugeltierchen (<span class="antiqua">Volvox</span>), die -Flimmerkugeln (<span class="antiqua">Magosphaera</span>, <span class="antiqua">Synura</span>) und andere. -</p> - -<p> -<a id="page-96" class="pagenum" title="96"></a> -Jetzt tritt ein sehr wichtiger und merkwürdiger -Vorgang ein, nämlich die <em>Einstülpung der Keimblase</em> -(Fig. H). Aus der Kugel mit einschichtiger -Zellenwand wird ein Becher mit zweischichtiger Zellenwand -(Fig. G, H, I). An einer bestimmten Stelle der -Kugeloberfläche bildet sich eine Abplattung, die sich zu -einer Grube vertieft. Diese Grube wird tiefer und -tiefer; sie wächst auf Kosten der inneren Keimhöhle -oder Furchungshöhle. Die letztere nimmt immer mehr -ab, je mehr sich die erstere ausdehnt. Endlich verschwindet -die innere Keimhöhle ganz, indem sich der -innere, eingestülpte Teil der Keimhaut (oder die Wand -der Grube) an den äußeren, nicht eingestülpten Teil -derselben innig anlegt. Zugleich nehmen die Zellen -der beiden Teile verschiedene Gestalt und Größe an; -die inneren Zellen werden mehr rundlich, die äußeren -mehr länglich (Fig. I). So bekommt der Keim die -Gestalt eines becherförmigen oder krugförmigen Körpers, -dessen Wand aus zwei verschiedenen Zellenschichten -besteht, und dessen innere Höhlung sich am -einen Ende (an der ursprünglichen Einstülpungsstelle) -nach außen öffnet. Diese höchst wichtige und interessante -Keimform nennen wir Becherkeim oder <em>Becherlarve</em> -(<span class="antiqua">Gastrula</span>, Fig. 1 I im Längsschnitt, K von -außen). -</p> - -<p> -<em>Die Gastrula halte ich für die wichtigste und -bedeutungsvollste Keimform des Tierreichs.</em> -Denn bei allen echten Tieren (nach Ausschluß der einzelligen -Protozoen) geht aus der Eifurchung entweder -eine reine, ursprüngliche, palingenetische Gastrula hervor, -oder doch eine gleichbedeutende cenogenetische Keimform, -die sekundär aus der ersteren entstanden ist und -sich unmittelbar darauf zurückführen läßt. Sicher ist -<a id="page-97" class="pagenum" title="97"></a> -es eine Tatsache von höchstem Interesse und von der -größten Bedeutung, daß Tiere der verschiedensten -Stämme: Wirbeltiere und Manteltiere, Weichtiere und -Gliedertiere, Sterntiere und Wurmtiere, Nesseltiere -und Schwammtiere sich aus einer und derselben Keimform -entwickeln. Als redende Beispiele stelle ich hier -einige reine Gastrulaformen aus verschiedenen Tierstämmen -nebeneinander: -</p> - -<div class="centerpic w550" id="img-097"> -<a class="hr" href="images/097hr.jpg"><img src="images/097.jpg" alt="" /></a> -<p class="cap"> -Fig. 2 (B). Gastrula eines Wurmes (Pfeilwurm, <span class="antiqua">Sagitta</span>) nach Kowalevsky. -— Fig. 3 (C). Gastrula eines Echinodermen (Seestern, <span class="antiqua">Uraster</span>), -nicht völlig eingestülpt (<span class="antiqua">Depula</span>), nach Alexander Agassiz. — Fig. 4 -(D). Gastrula eines Arthropoden (Urkrebs, <span class="antiqua">Nauplius</span>) (wie 3). — -Fig. 5. (E). Gastrula eines Mollusken (Teichschnecke, <span class="antiqua">Limnaeus</span>), nach -Karl Rabl. — Fig. 6 (A). Gastrula eines einfachsten Urdarmtieres, -einer Gasträade (<span class="antiqua">Gastrophysema</span>), Haeckel. — Fig. 7 (F). Gastrula -eines Wirbeltieres (Lanzettierchen, <span class="antiqua">Amphioxus</span>), nach Kowalevsky. -(Frontal-Ansicht.) — Überall bedeutet: d Urdarmhöhle. o Urmund. -s Furchungshöhle. i Entoderm (Darmblatt). e Ektoderm (Hautblatt). -</p> - -</div> - -<p> -<a id="page-98" class="pagenum" title="98"></a> -Bei dieser außerordentlichen Bedeutung der Gastrula -müssen wir die Zusammensetzung ihrer ursprünglichen -Körperform auf das genaueste untersuchen. Gewöhnlich -ist die typische reine Gastrula sehr klein, mit -bloßem Auge nicht sichtbar oder höchstens unter günstigen -Umständen als ein feiner Punkt erkennbar, -meistens von <span class="nom">1</span>/<span class="denom">20</span>-<span class="nom">1</span>/<span class="denom">10</span>, seltener von <span class="nom">1</span>/<span class="denom">5</span>-<span class="nom">1</span>/<span class="denom">2</span> mm Durchmesser -(bisweilen mehr). Ihre Gestalt gleicht meistens -einem rundlichen Becher, bald ist sie mehr eiförmig, -bald mehr ellipsoid oder spindelförmig; bei einigen -mehr halbkugelig oder fast kugelig, bei anderen wiederum -mehr in die Länge gestreckt oder fast zylindrisch. -Sehr charakteristisch ist die geometrische Grundform -des Körpers, welche durch eine einzige Achse mit zwei -verschiedenen Polen bestimmt wird. Diese Achse ist -die Hauptachse oder Längsachse des späteren Tierkörpers; -der eine Pol ist der Mundpol; der entgegengesetzte -der Gegenmundpol. Bei den Bilaterien oder -den höheren Tieren mit zweiseitiger Grundform nimmt -die cenogenetisch abgeänderte Gastrula gewöhnlich schon -frühzeitig ebenfalls die bilaterale (dreiachsige) Grundform -an. Durch die einachsige Grundform unterscheidet -sich die Gastrula sehr wesentlich von der kugeligen -Blastula und Morula, bei denen alle Körperachsen -gleich sind. Der Querschnitt der primären Gastrula -ist kreisrund. -</p> - -<p> -Die innere Höhle des Gastrulakörpers bezeichne ich -als <em>Urdarm</em> (<span class="antiqua">Progaster</span>) und seine Öffnung als <em>Urmund</em> -(<span class="antiqua">Prostoma</span>). Denn jene Höhle ist die ursprüngliche -Ernährungshöhle oder Darmhöhle des Körpers, -und diese Öffnung hat anfänglich zur Nahrungsaufnahme -in denselben gedient. Später allerdings verhalten -sich Urdarm und Urmund in den verschiedenen -<a id="page-99" class="pagenum" title="99"></a> -Tierstämmen sehr verschieden. Bei den meisten Nesseltieren -und vielen Wurmtieren bleiben sie zeitlebens -bestehen. Bei den meisten höheren Tieren hingegen, -und so auch bei den Wirbeltieren, geht nur der größere -mittlere Teil des späteren Darmrohrs aus dem Urdarme -hervor; die spätere Mundöffnung bildet sich neu, -während der Urmund zuwächst oder sich in den After -umwandelt. Wir müssen also wohl unterscheiden zwischen -dem Urmund und Urdarm der Gastrula einerseits -und zwischen dem Nachdarm und Nachmund des -ausgebildeten Wirbeltieres anderseits. -</p> - -<p> -Von der größten Bedeutung sind die beiden Zellenschichten, -welche die Urdarmhöhle umschließen und -deren Wand allein zusammensetzen. Denn diese beiden -Zellenschichten, die einzig und allein den ganzen -Körper bilden, sind nichts anderes als die beiden primären -Keimblätter oder die <em>Urkeimblätter</em> (<span class="antiqua">Blastophylla</span>). -Die äußere Zellenschicht ist das <em>Hautblatt</em> -oder <span class="antiqua">Ektoderma</span> (Fig. 2-7 e); die innere Zellenschicht -ist das <em>Darmblatt</em> oder <span class="antiqua">Entoderma</span> (i). Ersteres -wird auch oft als Ektoblast oder Epiblast, letzteres -als Endoblast oder Hypoblast bezeichnet. <em>Aus diesen -beiden primären Keimblättern allein baut sich -der ganze Körper bei allen Metazoen oder -vielzelligen Tieren auf.</em> Das Hautblatt liefert -die äußere Oberhaut, das Darmblatt hingegen die -innere Darmhaut. Zwischen beiden Keimblättern bildet -sich später das mittlere Keimblatt (<span class="antiqua">Mesoderma</span>) und die -mit Blut oder Lymphe erfüllte Leibeshöhle (<span class="antiqua">Coeloma</span>). -</p> - -<p> -Die beiden primären Keimblätter wurden zuerst -im Jahre 1817 von Pander beim bebrüteten Hühnchen -klar unterschieden, das äußere als seröses, das innere -als muköses Blatt oder Schleimblatt. Aber ihre volle -<a id="page-100" class="pagenum" title="100"></a> -Bedeutung wurde erst von Baer erkannt, welcher in -seiner klassischen Entwicklungsgeschichte (1828) das -äußere als animales, das innere als vegetatives bezeichnete. -Diese Bezeichnung ist insofern passend, als -aus dem äußeren Blatte vorzugsweise (wenn auch -nicht ausschließlich) die animalen Organe der Empfindung: -Haut, Nerven und Sinnesorgane entstehen; -hingegen aus dem inneren Blatte vorzugsweise die -vegetativen Organe der Ernährung und Fortpflanzung, -namentlich der Darm und das Blutgefäßsystem. -Zwanzig Jahre später (1849) wies dann Huxley darauf -hin, daß bei vielen niederen Pflanzentieren, namentlich -Medusen, der ganze Körper eigentlich zeitlebens nur -aus diesen beiden primären Keimblättern besteht. -Bald darauf führte Allman (1853) für dieselben die -Benennung ein, die bald allgemein angenommen wurde; -er nannte das äußere Ektoderm (Außenblatt), das -innere Entoderm (Innenblatt). Aber erst seit dem -Jahre 1867 wurde (vorzugsweise von Kowalevsky) -durch vergleichende Beobachtung der Nachweis geführt, -daß auch bei wirbellosen Tieren der verschiedensten -Klassen, bei Wurmtieren, Weichtieren, Sterntieren und -Gliedertieren, der Körper sich aus denselben beiden -primären Keimblättern aufbaut. Endlich habe ich -selbst auch bei den niedersten Gewebetieren, bei den -Schwämmen oder Spongien, dieselben (1872) nachgewiesen -und zugleich in meiner Gasträatheorie den -Beweis zu führen gesucht, daß diese „Grenzblätter“ -überall, von den Schwämmen und Korallen bis zu -den Insekten und Wirbeltieren hinauf (also auch beim -Menschen) als gleichbedeutend oder homolog aufzufassen -sind. Diese fundamentale „Homologie der primären -Keimblätter und des Urdarms“ ist im Laufe der letzten -<a id="page-101" class="pagenum" title="101"></a> -dreißig Jahre durch die sorgfältigen Untersuchungen -zahlreicher vortrefflicher Beobachter bestätigt und jetzt -für sämtliche Metazoen fast allgemein anerkannt -worden. -</p> - -<div class="centerpic w500" id="img-101"> -<a class="hr" href="images/101hr.jpg"><img src="images/101.jpg" alt="" /></a> -<p class="cap"> -Fig. 8. Gastrula eines niederen Schwammes (<span class="antiqua">Olynthus</span>). A von außen, -B im Längsschnitte durch die Achse. g Urdarm (primitive Darmhöhle). -o Urmund (primitive Mundöffnung). i innere Zellenschicht der Körperwand -(inneres Keimblatt, Entoderm, Endoblast oder Darmblatt). c äußere -Zellenschicht (äußeres Keimblatt, Ektoderm, Ektoblast oder Hautblatt). -</p> - -</div> - -<p> -Gewöhnlich bieten auch schon am Gastrulakeim -die Zellen, welche die beiden primären Keimblätter -zusammensetzen, erkennbare Verschiedenheiten dar. -Meistens (wenn auch nicht immer) sind die Zellen -des Hautblattes oder Ektoderms (Fig. 8c, 9e) kleiner, -zahlreicher, heller, hingegen die Zellen des Darmblattes -oder Entoderms (i) größer, weniger zahlreich -und dunkler. Das Protoplasma der Ektodermzellen -ist klarer und fester als die trübere und weichere Zellsubstanz -der Entodermzellen, letztere sind meist viel -reicher an Dotterkörnern (Eiweiß- und Fettkörnchen) -<a id="page-102" class="pagenum" title="102"></a> -als erstere. Auch besitzen die Darmblattzellen gewöhnlich -eine stärkere Verwandtschaft zu Farbstoffen und -färben sich in Karminlösung, Anilin usw. rascher und -lebhafter als die Hautblattzellen. Die Kerne der Entodermzellen -sind meistens rundlich, diejenigen der Ektodermzellen -hingegen länglich. -</p> - -<p> -Diese physikalischen, chemischen und morphologischen -Unterschiede der beiden Keimblätter, welche ihrem -physiologischen Gegensatze entsprechen, sind auch insofern -von hohem Interesse, als sie uns den ersten und -ältesten Vorgang der Sonderung oder Differenzierung -im Tierkörper vor Augen führen. Die Keimhaut -(<span class="antiqua">Blastoderma</span>), welche die Wand der kugeligen Keimhautblase -oder Blastula bildet, besteht bloß aus einer -einzigen Schicht von gleichartigen Zellen. Diese Keimhautzellen -oder Blastodermzellen sind ursprünglich sehr -regelmäßig und gleichartig gebildet, von ganz gleicher -Größe, Form und Beschaffenheit. Meistens sind sie -durch gegenseitigen Druck abgeplattet, sehr oft regelmäßig -sechseckig. Sie bilden das <em>erste Gewebe</em> des -Metazoen-Organismus, ein einfaches Zellenpflaster oder -Epithelium. Die Gleichmäßigkeit dieser Zellen verschwindet -früher oder später während der Einstülpung -der Keimhautblase. Die Zellen, welche den eingestülpten, -inneren Teil derselben (das spätere Entoderm) -zusammensetzen, nehmen gewöhnlich schon während -des Einstülpungs-Vorganges selbst eine andere Beschaffenheit -an als die Zellen, welche den äußeren, -nicht eingestülpten Teil (das spätere Ektoderm) konstituieren. -Wenn der Einstülpungs-Prozeß vollendet -ist, treten die histologischen Verschiedenheiten in den -Zellen der beiden primären Keimblätter meist sehr -auffallend hervor. -</p> - -<p> -<a id="page-103" class="pagenum" title="103"></a> -Wir haben bisher nur diejenige Form der Eifurchung -und der Gastrula ins Auge gefaßt, welche -wir aus vielen und gewichtigen Gründen als die <em>ursprüngliche</em>, -die primordiale oder palingenetische -aufzufassen berechtigt sind. Wir können sie die äquale -oder gleichmäßige Furchung nennen, weil die Furchungszellen -zunächst gleich bleiben. Die daraus hervorgehende -Gastrula bezeichnen -wir als <em>Glocken</em>-Gastrula -oder <span class="antiqua">Archigastrula</span>. In ganz -gleicher Form, wie bei unserer -Koralle treffen wir dieselbe -auch bei den niedersten Pflanzentieren -an, bei Gastrophysema -(Fig. 6) und bei -den einfachsten Schwämmen -(<span class="antiqua">Olynthus</span>, Fig. 8); ferner -bei vielen Medusen und -Hydrapolypen, bei niederen -Würmern verschiedener Klassen -(Brachiopoden, <span class="antiqua">Sagitta</span>, -Fig. 2), bei Manteltieren -(<span class="antiqua">Ascidia</span>); sodann bei vielen -Sterntieren (Fig. 3), niederen -Gliedertieren (Fig. 4) und -Weichtieren (Fig. 5); endlich ein wenig modifiziert -auch beim niedersten Wirbeltiere (<span class="antiqua">Amphioxus</span>). -</p> - -<div class="rightpic w200" id="img-103"> -<a class="hr" href="images/103hr.jpg"><img src="images/103.jpg" alt="" /></a> -<p class="cap"> -Fig. 9. Zellen aus den beiden -primären Keimblättern d. Säugetieres -(aus den beiden Schichten -der Keimhaut). i größere dunklere -Zellen der inneren Schicht, des -vegetativen Keimblattes od. Entoderms. -e kleinere hellere Zellen der -äußeren Schicht, des animalen -Keimblattes oder Ektoderms. -</p> - -</div> - -<p> -Die <em>Gastrulation des Amphioxus</em> ist deshalb -von besonderem Interesse, weil dieses niederste und -älteste aller Wirbeltiere die größte Bedeutung für die -Phylogenie dieses Stammes, also auch für unsere -Anthropogenie besitzt. Wie die vergleichende Anatomie -der Wirbeltiere die verwickelten Verhältnisse im Körperbau -<a id="page-104" class="pagenum" title="104"></a> -der verschiedenen Klassen durch divergente Entwicklung -aus jenem einfachsten „Urwirbeltier“ ableitet, -so führt die vergleichende Ontogenie die verschiedenen -sekundären Gastrulationsformen der Wirbeltiere auf -die einfache, primäre Keimblätterbildung des Amphioxus -zurück. Obwohl diese letztere, im Gegensatze zu -den cenogenetischen Modifikationen der ersteren, im -ganzen als palingenetisch zu betrachten ist, so unterscheidet -sie sich doch schon in einigen Punkten von der -ganz ursprünglichen Gastrulation, wie sie z. B. bei -Monoxenia und bei Sagitta vorliegt. Aus der mustergültigen -Darstellung von Hatschek (1881) geht hervor, -daß die beiderlei Zellenarten der Keimblätter beim -Amphioxus, wie bei vielen anderen Tieren, schon frühzeitig -während des Furchungsprozesses ungleiche Beschaffenheit -annehmen. Nur die vier ersten Furchungszellen, -welche durch zwei vertikale, sich rechtwinklig -schneidende Teilungsebenen getrennt werden, sind vollkommen -gleich. Die dritte horizontale Furchungsebene -liegt nicht im Äquator des Eies, sondern ein wenig -oberhalb desselben, so daß sie jene vier Blastomeren in -ungleiche Hälften teilt: vier obere kleinere und vier -untere größere; jene bilden die animale, diese die -vegetale Hemisphäre. Hatschek sagt daher mit Recht, -daß die Eifurchung des Amphioxus keine streng äquale, -sondern eine adäquale oder „fastgleiche“ sei und sich -der inäqualen nähere. Auch im weiteren Verlaufe -des Furchungsprozesses bleibt der Größenunterschied -der beiderlei Zellgruppen bemerkbar; die kleineren, -animalen Zellen der oberen Halbkugel teilen sich rascher -als die größeren vegetalen Zellen der unteren Hemisphäre -(Fig. 10 A, B). Daher besteht denn auch die -Keimhaut, welche am Ende des Furchungsprozesses -<a id="page-105" class="pagenum" title="105"></a> -die einschichtige Wand der kugeligen Keimblase bildet, -nicht aus lauter gleichartigen und gleich großen Zellen, -wie bei Sagitta und Monoxenia; sondern die Zellen -der oberen Blastodermhälfte sind zahlreicher und kleiner -(Mutterzellen des Ektoderms), die Zellen der unteren -Hälfte weniger zahlreich, aber größer (Mutterzellen -des Entoderms); mithin ist auch die Furchungshöhle -der Keimblase (Fig 10 C, h) nicht vollkommen kugelig, -sondern ein abgeplattetes Sphäroid, mit ungleichen -Polen der vertikalen Achse. Während am Vegetalpole -der Achse die Blastula eingestülpt wird, nimmt -der Größenunterschied der Keimhautzellen beständig -zu (Fig. 10 D, E); er ist am auffallendsten, nachdem -<a id="page-106" class="pagenum" title="106"></a> -die Invagination vollendet und die Furchungshöhle -verschwunden ist (Fig. <a id="corr-1"></a>10 F). Die größeren vegetalen -Zellen des Entoderms sind reicher an eingelagerten -Körnern und daher trüber als die kleineren und helleren -animalen Zellen des Ektoderms. -</p> - -<div class="centerpic w500" id="img-105"> -<a class="hr" href="images/105hr.jpg"><img src="images/105.jpg" alt="" /></a> -<p class="cap"> -Fig. 10. Gastrulation des Amphioxus, nach Hatschek (vertikale Durchschnitte -durch die Eiachse). A, B, C drei Stadien der Blastulabildung; -D, E Einstülpung der Blastula; F fertige Gastrula. h Furchungshöhle. -g Urdarmhöhle. -</p> - -</div> - -<div class="leftpic w200" id="img-106"> -<a class="hr" href="images/106hr.jpg"><img src="images/106.jpg" alt="" /></a> -<p class="cap"> -Fig. 11. Gastrula des Amphioxus -in der Seitenansicht von links -(optischer Medianschnitt). Nach -Hatschek. g Urdarm, u Urmund, -p peristomale Polzellen, i Entoderm, -e Ektoderm, d Rückenseite, -v Bauchseite. -</p> - -</div> - -<p> -Aber nicht nur durch diese frühzeitige (oder cenogenetisch -vorzeitige!) Sonderung der beiderlei Keimblattzellen, -sondern auch noch -durch eine andere wichtige -Eigentümlichkeit entfernt sich -die adäquale Gastrulation -des Amphioxus von der -typischen äqualen Eifurchung -der Sagitta, der Monoxenia -und des Olynthus. Die reine -Archigastrula dieser letzteren -ist einachsig, ihr Querschnitt -in der ganzen Länge kreisrund. -Der Vegetalpol der -vertikalen Achse liegt genau -in der Mitte des Urmundes. -Bei der Gastrula des Amphioxus -ist das nicht der Fall. -Schon während der Einstülpung -seiner Keimblase -wird die ideale Achse nach einer Seite gekrümmt, indem -das Wachstum des Blastoderms (oder die Vermehrung -seiner Zellen) an einer Seite lebhafter ist -als an der entgegengesetzten; die rascher wachsende -und daher stärker gekrümmte Seite (Fig. 11 v) ist die -künftige Bauchseite, die entgegengesetzte flachere ist die -Rückenseite (d). Der Urmund, welcher ursprünglich, -bei der typischen Archigastrula, am Vegetalpole der -<a id="page-107" class="pagenum" title="107"></a> -Hauptachse lag, ist aus diesem auf die Rückenseite -verschoben; und während seine beiden Lippen ursprünglich -in einer auf der Hauptachse senkrechten -Ebene lagen, sind sie jetzt so verschoben, daß diese -Ebene (die Urmundebene) die Achse unter einem schiefen -Winkel schneidet. Die dorsale Lippe liegt daher mehr -oben und vorn, die ventrale Lippe mehr unten und -hinten. In dieser letzteren, am ventralen Übergang -des Entoderms in das Ektoderm, liegen nebeneinander -ein paar auffallend große Zellen, eine rechte und eine -linke (Fig. 11p); das sind die bedeutungsvollen Urmundpolzellen, -oder die „Urzellen des Mesoderms“. -</p> - -<p> -Durch diese wichtigen, schon im Laufe der Gastrulation -auftretenden Sonderungen ist die ursprüngliche -einachsige Grundform der Archigastrula bei Amphioxus -bereits in die <em>dreiachsige</em> übergegangen und -somit schon die <em>zweiseitige</em> oder „bilateralsymmetrische“ -Grundform des Wirbeltieres bestimmt. Die -senkrechte Mittelebene oder Sagittalebene geht zwischen -den beiden Urmundpolzellen der Länge nach durch den -Körper hindurch und teilt ihn in zwei gleiche Hälften, -rechte und linke. Der Urmund liegt am späteren Hinterende, -etwas oberhalb des Aboralpols der Längsachse. -Senkrecht auf dieser Hauptachse steht in der Medianebene -die Pfeilachse (Sagittalachse) oder „Dorsoventralachse“, -welche die Mittellinien der flachen Rückenseite -und der gewölbten Bauchseite verbindet. Die -horizontale Querachse oder Lateralachse, senkrecht auf -den beiden (ungleichpoligen) Achsen, ist gleichpolig und -geht quer herüber von rechts nach links. Somit zeigt -bereits die Gastrula des Amphioxus die charakteristische -bilaterale oder zweiseitige Grundform des Wirbeltierkörpers, -und diese hat sich von ihr aus auf alle -<a id="page-108" class="pagenum" title="108"></a> -anderen modifizierten Gastrulaformen dieses Stammes -übertragen. -</p> - -<p> -Abgesehen von dieser zweiseitigen Grundform gleicht -die Gastrula des Amphioxus darin der typischen Archigastrula -der niederen Tiere (Fig. 2-8), daß beide -primäre Keimblätter noch aus einer einzigen einfachen -Zellenschicht bestehen. Offenbar ist das die älteste und -ursprünglichste Form des Metazoenkeims. Obgleich die -vorhergenannten Tiere den verschiedensten Klassen angehören, -so stimmen sie doch untereinander und mit -vielen anderen niederen Tieren darin überein, daß sie -diese von ihren ältesten gemeinsamen Vorfahren überkommene -palingenetische Form der Gastrulabildung -durch konservative <em>Vererbung</em> bis auf den heutigen -Tag beibehalten haben. Bei der großen Mehrzahl der -Tiere ist das aber nicht der Fall. Vielmehr ist bei -diesen der ursprüngliche Vorgang der Keimung im -Laufe vieler Millionen Jahre allmählich mehr oder -minder abgeändert, durch <em>Anpassung</em> an neue Entwicklungsbedingungen -gestört und modifiziert worden. -Sowohl die Eifurchung als auch die darauf folgende -Gastrulation haben infolgedessen ein mannigfach verschiedenes -Aussehen gewonnen. Ja, die Verschiedenheiten -sind im Laufe der Zeit so bedeutend geworden, -daß man bei den meisten Tieren die Furchung nicht -richtig gedeutet und die Gastrula überhaupt nicht erkannt -hat. Erst durch ausgedehnte vergleichende Untersuchungen, -welche ich in den Jahren 1866-1875 bei -Tieren der verschiedensten Klassen angestellt habe, ist -es mir gelungen, in jenen anscheinend so abweichenden -Keimungsprozessen denselben gemeinsamen Grundvorgang -nachzuweisen und alle verschiedenden Keimungsformen -auf die eine, bereits beschriebene, ursprüngliche -<a id="page-109" class="pagenum" title="109"></a> -Form der Keimung zurückzuführen. Im Gegensatze -zu dieser primären palingenetischen Keimungsform -betrachte ich alle übrigen, davon abweichenden Formen -als sekundäre, abgeänderte oder cenogenetische. Die -mehr oder minder abweichende Gastrulaform, welche -daraus hervorgeht, kann man allgemein als sekundäre, -modifizierte Gastrula oder Metagastrula bezeichnen. -</p> - -<p> -Unter den zahlreichen und mannigfaltigen cenogenetischen -Formen der Eifurchung und Gastrulation -unterscheide ich wieder drei verschiedene Hauptformen: -1. die ungleichmäßige Furchung; 2. die scheibenförmige -Furchung und 3. die oberflächliche Furchung. Aus der -ungleichmäßigen Furchung entsteht die <em>Hauben</em>gastrula; -aus der scheibenförmigen Furchung geht die -<em>Scheiben</em>gastrula hervor; aus der oberflächlichen -Furchung entwickelt sich die <em>Blasen</em>gastrula. Bei den -Wirbeltieren kommt die letztere Form gar nicht vor; -diese ist dagegen die gewöhnlichste bei den Gliedertieren -(Krebsen, Spinnen, Insekten usw.). Die Säugetiere -und Amphibien besitzen die ungleichmäßige Furchung -und die Haubengastrula; ebenso die Schmelzfische -(Ganoiden) und die Rundmäuler (Pricken und Inger). -Hingegen finden wir bei den meisten Fischen und bei -allen Reptilien und Vögeln die scheibenförmige Furchung -und die Scheibengastrula. -</p> - -<p> -Der weitaus wichtigste Vorgang, welcher die verschiedenen -cenogenetischen Formen der Gastrulation -bedingt, ist die <em>veränderte Ernährung des Eies</em> -und die Anhäufung von <em>Nahrungsdotter</em> in der -Eizelle. Unter diesem Begriffe fassen wir verschiedene -chemische Substanzen zusammen (hauptsächlich Körner -von Eiweiß- und Fettkörpern), welche ausschließlich -als Reservestoff oder Nahrungsmaterial für den Keim -<a id="page-110" class="pagenum" title="110"></a> -dienen. Da der Keim der Metazoen in der ersten -Zeit seiner Entwicklung noch nicht imstande ist, selbständig -sich Nahrung zu verschaffen und daraus den -Tierkörper aufzubauen, muß das nötige Material dazu -bereits in der Eizelle aufgespeichert sein. Wir unterscheiden -daher in den Eiern allgemein als zwei Hauptbestandteile -den aktiven <em>Bildungsdotter</em> (<span class="antiqua">Protoplasma</span>) -und den passiven <em>Nahrungsdotter</em> (<span class="antiqua">Deutoplasma</span>) -auch schlechtweg „Dotter“ genannt. Bei den -kleinen palingenetischen Eiern sind die Dotterkörnchen -so klein und so gleichmäßig im Protoplasma der Eizelle -verteilt, daß die regelmäßige wiederholte Teilung -derselben dadurch nicht beeinflußt wird. Bei der großen -Mehrzahl der Tiereier hingegen ist die Masse des -Dottervorrats mehr oder weniger ansehnlich, und derselbe -ist in einem bestimmten Teile der Eizelle angehäuft, -so daß man schon am unbefruchteten Ei diese -„Proviantkammer“ von dem Bildungsdotter deutlich -unterscheiden kann. Gewöhnlich tritt dann eine polare -Differenzierung der Eizelle in der Weise ein, daß eine -Hauptachse an derselben sichtbar wird und daß der -Bildungsdotter (mit dem Keimbläschen) an einem -Pole, der Nahrungsdotter hingegen am entgegengesetzten -Pole dieser Eiachse sich anhäuft; ersterer -heißt dann der <em>animale Pol</em>, letzterer der <em>vegetale</em> -Pol der vertikalen Eiachse. -</p> - -<p> -Bei solchen „telolecithalen Eiern“ erfolgt dann allgemein -die Gastrulation in der Weise, daß bei der -wiederholten Teilung des befruchteten Eies die animale -(gewöhnlich obere) Hälfte sich rascher teilt als die -vegetale (untere). Die Kontraktionen des aktiven Protoplasma, -welche die fortgesetzte Zellteilung bewirken, -finden in der unteren vegetalen Hälfte größeren Widerstand -<a id="page-111" class="pagenum" title="111"></a> -des passiven Deutoplasma als in der oberen -animalen Hälfte. Daher finden wir in der letzteren -zahlreichere, aber kleinere, in der ersteren weniger zahlreiche, -aber größere Zellen. Die animalen Zellen liefern -das äußere, die vegetalen das innere Keimblatt. -</p> - -<p> -Obgleich diese „ungleichmäßige Furchung“ der -Rundmäuler, Ganoiden und Amphibien von der ursprünglichen -„gleichmäßigen Furchung“ (z. B. der Monoxenia) -sich auf den ersten Blick unterscheidet, haben -doch beide Arten der Gastrulation das gemein, daß -der Teilungsprozeß fortdauernd die ganze Eizelle betrifft. -Remak nannte sie daher totale Eifurchung und -die betreffenden Eier <em>holoblastisch</em>. Anders verhält -es sich bei der zweiten Hauptgruppe der Eier, welche -er jenen als meroblastische gegenüberstellte; dazu gehören -die bekannten großen Eier der Vögel und Reptilien, -sowie der meisten Fische. Die träge Masse des -passiven Nahrungsdotters wird hier so groß, daß die -Protoplasma-Kontraktionen des aktiven Bildungsdotters -ihre Teilung nicht mehr zu bewältigen vermögen. -Es erfolgt daher nur eine <em>partielle Eifurchung</em>. -Während das Protoplasma im animalen Bezirk der -Eizelle sich unter lebhafter Vermehrung der Kerne fortdauernd -teilt, bleibt das Deutoplasma im vegetalen -Bezirk mehr oder weniger ungeteilt, es wird einfach -als Nahrungsmaterial von den sich bildenden Zellen -aufgezehrt. Je größer die Masse des angehäuften -Proviants, desto mehr erscheint der Furchungsprozeß -lokal beschränkt. Jedoch kann derselbe noch lange Zeit -(selbst nachdem schon die Gastrulation mehr oder weniger -vollendet ist) in der Weise fortdauern, daß die im -Deutoplasma verteilten vegetalen Zellkerne sich durch -Teilung langsam vermehren; da jeder derselben von -<a id="page-112" class="pagenum" title="112"></a> -einer geringen Menge Protoplasma umhüllt ist, kann -er sich später eine Portion des Nahrungsdotters aneignen -und so eine wahre „<em>Dotterzelle</em>“ bilden. -Wenn diese vegetale Zellbildung sich noch längere Zeit -fortsetzt, nachdem bereits die beiden primären Keimblätter -gesondert sind, bezeichnet man den Prozeß als -<em>Nachfurchung</em> (Waldeyer). -</p> - -<p> -Die meroblastischen Eier finden sich bloß bei größeren -und höher entwickelten Tieren, und nur bei solchen, -deren Embryo längerer Zeit und reichlicher Ernährung -zu seiner Entwicklung innerhalb der Eihüllen bedarf. -Je nachdem der Nahrungsdotter zentral im Innern -der Eizelle oder exzentrisch, an einer Seite derselben, -angehäuft ist, unterscheiden wir zwei Gruppen von -teilfurchenden Eiern, periblastische und diskoblastische. -Bei den ersteren, den <em>periblastischen</em> Eiern, ist der -Nahrungsdotter zentral, im Innern der Eizelle eingeschlossen; -der Bildungsdotter umgibt ersteren blasenförmig, -und daher erfährt derselbe eine oberflächliche -Furchung; eine solche findet sich im Stamme der Gliedertiere, -bei den Krebsen, Spinnen, Insekten usw. Bei -den <em>diskoblastischen</em> Eiern hingegen häuft sich der -Nahrungsdotter einseitig, am vegetalen oder unteren -Pole der senkrechten Eiachse an, während am oberen -oder animalen Pole der Eikern und die Hauptmasse -des Bildungsdotters liegt. Die Eifurchung beginnt -hier am oberen Pole und führt zur Bildung einer -dorsalen Keimscheibe. Das ist der Fall bei allen meroblastischen -Wirbeltieren, bei den meisten Fischen, den -Reptilien und Vögeln, und den eierlegenden Säugetieren -(Schnabeltieren). -</p> - -<p> -Die Gastrulation der diskoblastischen Eier bietet -der mikroskopischen Untersuchung und der einheitlichen -<a id="page-113" class="pagenum" title="113"></a> -Erkenntnis außerordentliche Schwierigkeiten dar. Diese -zu überwinden ist erst den <em>vergleichend</em>-ontogenetischen -Untersuchungen gelungen, welche zahlreiche ausgezeichnete -Beobachter während der letzten Dezennien -angestellt haben; vor allen die Gebrüder Hertwig, Rabl, -Kupffer, Selenka, Rückert, Goette, Rauber u. a. Diese -eingehenden und sorgfältigen, mit Hilfe der vervollkommneten -modernen Technik (Färbungs- und Schnittmethoden) -ausgeführten Untersuchungen haben in erfreulichster -Weise die Anschauungen bestätigt, welche ich -zuerst 1875 in meiner Abhandlung über die „Gastrula -und die Eifurchung der Tiere“ ausgeführt hatte. Da -das klare Verständnis dieser phylogenetisch begründeten -Anschauungen nicht allein für die Entwicklungsgeschichte -im allgemeinen, sondern auch für die Anthropogenie -im besonderen von fundamentaler Bedeutung -ist, gestatte ich mir, dieselben hier nochmals kurz -mit Beziehung auf den Wirbeltierstamm zusammenzufassen. -</p> - -<p> -1. Alle Wirbeltiere, mit Inbegriff des Menschen, -sind phylogenetisch verwandt, Glieder eines einzigen -natürlichen Stammes. 2. Daher müssen auch die ontogenetischen -Grundzüge ihrer individuellen Entwicklung -phylogenetisch zusammenhängen. 3. Da die Gastrulation -des Amphioxus die einfachsten Verhältnisse in -der ursprünglichen palingenetischen Form zeigt, muß -diejenige der übrigen Wirbeltiere sich von der ersteren -ableiten lassen. 4. Die cenogenetischen Abänderungen -der letzteren werden um so bedeutender, je mehr Nahrungsdotter -sich im Ei ansammelt. 5. Obgleich die -Masse des Nahrungsdotters in den Eiern der diskoblastischen -Wirbeltiere sehr groß werden kann, geht -doch in allen Fällen aus der Morula ebenso eine Keimblase -<a id="page-114" class="pagenum" title="114"></a> -oder Blastula hervor, wie bei den holoblastischen -Eiern. 6. Ebenso entsteht in allen Fällen aus der -Keimblase durch Einstülpung oder Invagination die -Gastrula. 7. Die Höhle, welche durch diese Einstülpung -im Keim entsteht, ist in allen Fällen der Urdarm und -seine Öffnung der Urmund. 8. Der Nahrungsdotter, -gleichviel ob groß oder klein, liegt stets in der Bauchwand -des Urdarms, die Zellen, welche nachträglich -(durch „Nachfurchung“) in demselben entstehen können, -gehören ebenso dem inneren Keimblatt oder Endoblast -an, wie die Zellen, welche die Urdarmhöhle unmittelbar -einschließen. 9. Der Urmund welcher ursprünglich -unten am Basalpol der vertikalen Achse liegt, wird -durch das Dotterwachstum nach hinten und dann nach -oben, auf die Dorsalseite des Keimes gedrängt; die -vertikale Achse des Urdarms wird dadurch allmählich -in horizontale Lage gedrängt. 10. Der Urmund kommt -bei allen Wirbeltieren früher oder später zum Verschlusse -und geht nicht in die bleibende Mundöffnung -über; vielmehr entspricht der Urmundrand der späteren -Aftergegend. Von dieser bedeutungsvollen Stelle geht -weiterhin die Bildung des mittleren Keimblattes aus, -das von hier aus zwischen die beiden primären Keimblätter -hineinwächst. -</p> - -<p> -Die ausgedehnten vergleichenden Untersuchungen -der vorher erwähnten Forscher haben ferner ergeben, -daß bei den diskoblastischen höheren Wirbeltieren -(Reptilien, Vögel, Säugetiere) der lange vergeblich -gesuchte „<em>Urmund</em>“ der Keimscheibe überall an deren -Hinterende sich findet und nichts anderes ist als die -längst bekannte „<em>Primitivrinne</em>“. Das ist eine in -der hinteren Rückenfläche der scheibenförmigen Gastrula -gelegene Rinne, die früher irrtümlich mit dem Hinterteil -<a id="page-115" class="pagenum" title="115"></a> -des Medullarrohrs verwechselt wurde. Allerdings -steht sie mit diesem eine Zeitlang in direktem Zusammenhang; -allein ursprünglich ist sie nach Anlage -und Bedeutung ganz davon verschieden. Die beiden -parallelen Längswülste, welche diese schmale, in der -Mittellinie gelegene „Primitivrinne“ einschließen, sind -die beiden <em>Urmundlippen</em>, rechte und linke. Der -Urmund, der ursprünglich (bei den holoblastischen -Wirbeltieren) eine kleine kreisrunde Öffnung ist, ändert -also (infolge der wachsenden Anhäufung des Nahrungsdotters -und der dadurch bedingten Ausdehnung der -Bauchwand des Urdarms) nicht allein seine Lage und -Richtung, sondern auch seine Gestalt und Ausdehnung. -Er verwandelt sich zunächst in eine sichelförmige Querspalte -(„Sichelrinne“), an der wir eine untere und -eine obere Urmundlippe unterscheiden. Die breite -Querspalte wird aber bald schmäler und verwandelt -sich in eine Längsspalte (ähnlich einer „Hasenscharte“), -indem rechte und linke Hälfte der „Sichelrinne“ sich -verkürzen, der Mittelteil sich nach vorn verlängert -und die beiden Hälften der dorsalen Oberlippe nach -vorn auswachsen. Letztere berühren sich später in der -Medianlinie und bilden den wichtigen sogenannten -„Primitivstreif“. -</p> - -<p> -Die Gastrulation läßt sich somit bei allen Wirbeltieren -auf einen und denselben Vorgang zurückführen. -Ebenso lassen sich auch die verschiedenen Formen derselben -bei den wirbellosen Metazoen immer auf eine -von jenen vier Hauptformen der Eifurchung reduzieren. -Mit Bezug auf die Unterscheidung der totalen und -partiellen Eifurchung stellt sich das Verhältnis der vier -Eifurchungsformen zueinander folgendermaßen: -</p> - - -<div class="table" id="Table-116" title="Tabelle: Verhältnis der vier Eifurchungsformen"> - -<table class="table116" summary="Table-116"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1">I. Palingenetische (ursprüngliche) Furchung</td> - <td class="col1a"> </td> - <td class="col2">1. Gleichmäßige Furchung (Glockengastrula).</td> - <td class="col3a" rowspan="2"> </td> - <td class="col3" rowspan="2">A. Totale Furchung (ohne selbständigen Nahrungsdotter).</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1" rowspan="3">II. Cenogenetische (durch Anpassung abgeänderte) Furchung.</td> - <td class="col1a" rowspan="3"> </td> - <td class="col2">2. Ungleichmäßige Furchung (Haubengastrula).</td> - </tr> - <tr> - <td class="col2">3. Scheibenartige Furchung (Scheibengastrula).</td> - <td class="col3a" rowspan="2"> </td> - <td class="col3" rowspan="2">B. Partielle Furchung (mit selbständigem Nahrungsdotter).</td> - </tr> - <tr> - <td class="col2">4. Oberflächliche Furchung (Blasengastrula).</td> - </tr> -</tbody> -</table> -</div> - -<p> -Die niedersten Metazoen, welche wir kennen, nämlich -die niederen Pflanzentiere (Schwämme, einfachste -Polypen usw.), bleiben zeitlebens auf einer Bildungsstufe -stehen, welche von der Gastrula nur sehr wenig -verschieden ist; ihr ganzer Körper ist nur aus zwei -Zellenschichten oder Blättern zusammengesetzt. Diese -Tatsache ist von außerordentlicher Bedeutung. Denn -wir sehen, daß der Mensch, und überhaupt jedes -Wirbeltier, rasch vorübergehend ein zweiblätteriges -Bildungsstadium durchläuft, welches bei jenen niedersten -Pflanzentieren zeitlebens erhalten bleibt. Wenn -wir hier wieder unser Biogenetisches Grundgesetz -(<a href="#page-35">Seite 35</a>) anwenden, so gelangen wir sofort zu folgendem -hochwichtigen Schlusse: „<em>Der Mensch und -alle anderen Tiere, welche in ihrer ersten -individuellen Entwicklungsperiode eine zweiblätterige -Bildungsstufe oder eine Gastrulaform -durchlaufen, müssen von einer uralten -einfachen Stammform abstammen, deren ganzer -Körper zeitlebens (wie bei den niedersten -Pflanzentieren noch heute) nur aus zwei verschiedenen -Zellenschichten oder Keimblättern -bestanden hat.</em>“ Wir wollen diese bedeutungsvolle -uralte Stammform <em>Gasträa</em> (d. h. Urdarmtier) nennen. -</p> - -<p> -<a id="page-117" class="pagenum" title="117"></a> -Nach dieser Gasträatheorie ist ein Organ bei allen -vielzelligen Tieren ursprünglich von derselben morphologischen -und physiologischen Bedeutung: der <em>Urdarm</em>, -und ebenso müssen auch die beiden primären -Keimblätter, welche die Wand des Urdarms bilden, -überall als gleichbedeutend oder „homolog“ angesehen -werden. Diese wichtige „<em>Homologie der beiden -primären Keimblätter</em>“ wird einerseits dadurch -bewiesen, daß überall die Gastrula ursprünglich auf -dieselbe Weise entsteht, nämlich durch Einstülpung der -Blastula; und anderseits dadurch, daß überall dieselben -fundamentalen Organe aus den beiden Keimblättern -hervorgehen. Überall bildet das äußere Keimblatt, das -Hautblatt oder Ektoderm, die wichtigsten Organe des -animalen Lebens: Hautdecke, Nervensystem, Sinnesorgane -usw. Hingegen entstehen aus dem inneren -Keimblatt, aus dem Darmblatt oder Entoderm, die -wichtigsten Organe des vegetativen Lebens: die Organe -der Ernährung, Verdauung, Blutbildung usw. -</p> - -<p> -Bei denjenigen niederen Pflanzentieren, deren ganzer -Körper zeitlebens auf der zweiblätterigen Bildungsstufe -stehenbleibt, bei den Gasträaden, den einfachsten -Schwämmen (<span class="antiqua">Olynthus</span>) und Polypen (<span class="antiqua">Hydra</span>), bleiben -auch diese beiden Funktionsgruppen, animale und -vegetative Leistungen, scharf auf die beiden einfachen -primären Keimblätter verteilt. Zeitlebens behält hier -das äußere Keimblatt die einfache Bedeutung einer -umhüllenden Decke (einer Oberhaut) und vollzieht zugleich -die Bewegungen und Empfindungen des Körpers. -Hingegen das innere Keimblatt besitzt zeitlebens die -einfache Bedeutung einer ernährenden Darmzellenschicht -und liefert außerdem häufig noch die Fortpflanzungszellen. -</p> - -<p> -<a id="page-118" class="pagenum" title="118"></a> -Das bekannteste von diesen Gasträaden oder -„gastrulaähnlichen Tieren“ ist der gemeine Süßwasserpolyp -(<span class="antiqua">Hydra</span>). Allerdings besitzt dieses einfachste -aller Nesseltiere noch einen Kranz von Tentakeln -oder Fangfäden, welcher den Mund umgibt. -Auch ist das äußere Keimblatt bereits etwas histologisch -differenziert. Aber diese Zutaten sind erst -sekundär entstanden, und das innere Keimblatt ist -eine ganz einfache Zellenschicht geblieben. In der -Hauptsache hat auch die Hydra den einfachen Körperbau -unserer uralten Stammutter Gasträa bis auf -den heutigen Tag durch zähe Vererbung getreu konserviert. -</p> - -<p> -Bei allen übrigen Tieren, und namentlich bei -allen Wirbeltieren, erscheint die Gastrula nur als ein -rasch vorübergehender Keimzustand. Hier verwandelt -sich vielmehr bald das zweiblätterige Stadium der -Keimanlage zunächst in ein dreiblätteriges und dann -in ein vierblätteriges Stadium. Mit dem Zustandekommen -von vier übereinander liegenden Keimblättern -haben wir wieder einen festen und sicheren Standpunkt -gewonnen, von welchem aus wir die weiteren, viel -schwierigeren und verwickelteren Vorgänge der Ausbildung -beurteilen und verfolgen können. -</p> - -<p class="src"> -(Aus „Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen“.) -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-5"> -<a id="page-119" class="pagenum" title="119"></a> -<span class="firstline"><span class="line1">IV.</span></span><br /> -<span class="line2">Erfahrung und Erkenntnis.</span> -</h2> - -<p class="noindent"> -„Die wichtigsten Wahrheiten in den Naturwissenschaften -sind weder allein durch Zergliederung der Begriffe -der Philosophie, noch allein durch bloßes Erfahren -gefunden worden, sondern durch eine denkende -Erfahrung, welche das Wesentliche von dem Zufälligen -in der Erfahrung unterscheidet und dadurch Grundsätze -findet, aus welchen viele Erfahrungen abgeleitet -werden. Dies ist mehr als bloßes Erfahren, und wenn -man will, eine philosophische Erfahrung.“ (Johannes -Müller, Handbuch der Physiologie des Menschen.) -</p> - -<p> -„Vergleichen wir die morphologischen Wissenschaften -mit den physikalischen Theorien, so müssen wir uns -gestehen, daß erstere in jeder Hinsicht unendlich weit -zurück sind. Die Ursache dieser Erscheinung liegt nun -allerdings zum Teil in dem Gegenstande, dessen verwickeltere -Verhältnisse sich noch am meisten der mathematischen -Behandlung entziehen, aber großenteils ist -auch die große Nichtachtung methodologischer Verständigung -daran schuld, indem man sich einerseits -durchaus nicht um scharfe Fassung der leitenden Prinzipien -bekümmert, anderseits selbst die allgemeinsten -und bekanntesten Anforderungen der Philosophie hintangesetzt -hat, weil bei dem weiten Abstande ihrer allgemeinen -Aussprüche von den Einzelheiten, mit denen -<a id="page-120" class="pagenum" title="120"></a> -sich die empirischen Naturwissenschaften beschäftigen, -die Notwendigkeit ihrer Anwendung sich der unmittelbaren -Auffassung entzog. So sind gar viele Arbeiter -in dieser Beziehung durchaus nicht mit ihrer Aufgabe -verständigt, und die Fortschritte in der Wissenschaft -hängen oft rein vom Zufall ab.“ (Schleiden, Grundzüge -der wissenschaftlichen Botanik.) -</p> - -<p> -Wir erlauben uns, dieses methodologische Kapitel,<a class="fnote" href="#footnote-3" id="fnote-3">[3]</a> -welches die Mittel und Wege zur Lösung unserer morphologischen -Aufgaben zeigen soll, mit zwei vortrefflichen -Aussprüchen von den beiden größten Morphologen -einzuleiten, welche im fünften Dezennium des -neunzehnten Jahrhunderts die organische Naturwissenschaft -in Deutschland beherrschten. Wie Johannes -Müller für die Zoologie, so hat Schleiden damals für -die Botanik mit der klarsten Bestimmtheit den Weg -gewiesen, welcher uns allein auf dem Gebiete der Biologie, -und insbesondere auf dem der Morphologie, zu -dem Ziele unserer Wissenschaft hinzuführen vermag. -Dieser einzig mögliche Weg kann natürlich kein anderer -sein als derjenige, welcher für alle Naturwissenschaften -— oder, was dasselbe ist, für alle wahren Wissenschaften -— ausschließliche Gültigkeit hat. Es ist dies -<a id="page-121" class="pagenum" title="121"></a> -der Weg der denkenden Erfahrung, der Weg der philosophischen -Empirie. Wir könnten ihn ebensogut als -den Weg des erfahrungsmäßigen Denkens, den Weg -der empirischen Philosophie bezeichnen. -</p> - -<p> -Absichtlich stellen wir die bedeutenden Aussprüche -dieser beiden großen „empirischen und exakten“ Naturforscher -an die Spitze dieses methodologischen Kapitels, -weil wir dadurch hoffen, die Aufmerksamkeit der heutigen -Morphologen und der Biologen überhaupt intensiver -auf einen Punkt zu lenken, der nach unserer innigsten -Überzeugung für den Fortschritt der gesamten Biologie, -und der Morphologie insbesondere, von der -allergrößten Bedeutung ist, der aber gerade im gegenwärtigen -Zeitpunkte in demselben Maße von den allermeisten -Naturforschern völlig vernachlässigt wird, als -er vor allen anderen hervorgehoben zu werden verdiente. -Es ist dies die gegenseitige Ergänzung von -Beobachtung und Gedanken, der innige Zusammenhang -von Naturbeschreibung und Naturphilosophie, -die notwendige Wechselwirkung zwischen Empirie und -Theorie. -</p> - -<p> -Einer der größten Morphologen, den unser deutsches -Vaterland erzeugt hat, Karl Ernst v. Bär, hat dem -klassischen Werke, durch welches er die tierische Ontogenie, -eine sogenannte „rein empirische und deskriptive -Wissenschaft“, neu begründete, den Titel vorangesetzt: -„Über Entwicklungsgeschichte der Tiere. <em>Beobachtung -und Reflexion.</em>“ Wenn seine Nachfolger -diese drei Worte stets bei ihren Arbeiten im Auge behalten -hätten, würde es besser um unsere Wissenschaft -aussehen, als es jetzt leider aussieht. „Beobachtung -und Reflexion“ sollte die Überschrift jeder wahrhaft -<em>naturwissenschaftlichen</em> Arbeit lauten können. Bei -<a id="page-122" class="pagenum" title="122"></a> -wie vielen aber ist dies möglich? Wenn wir ehrlich -sein wollen, können wir ihre Zahl kaum gering genug -anschlagen und finden unter Hunderten kaum eine. Und -dennoch können nur durch die innigste Wechselwirkung -von Beobachtung und Reflexion wirkliche Fortschritte -in jeder Naturwissenschaft, und also auch in der Morphologie, -gemacht werden. Hören wir weiter, was -K. E. v. Bär, der „empirische und exakte“ Naturforscher, -in dieser Beziehung sagt: -</p> - -<p> -„Zwei Wege sind es, aus denen die Naturwissenschaft -gefördert werden kann: Beobachtung und Reflexion. -Die Forscher ergreifen meistens für den einen -von beiden Partei. Einige verlangen nach <em>Tatsachen</em>, -andere nach Resultaten und allgemeinen <em>Gesetzen</em>, -jene nach <em>Kenntnis</em>, diese nach <em>Erkenntnis</em>, jene -möchten für besonnen, diese für tiefblickend gelten. -Glücklicherweise ist der Geist des Menschen selten so -einseitig ausgebildet, daß es ihm möglich wird, nur -den einen Weg der Forschung zu gehen, ohne auf den -anderen Rücksicht zu nehmen. Unwillkürlich wird der -Verächter der Abstraktion sich von Gedanken bei seiner -Beobachtung beschleichen lassen; und nur in kurzen -Perioden der Fieberhitze ist sein Gegner vermögend, -sich der Spekulation im Felde der Naturwissenschaft -mit völliger Hintansetzung der Erfahrung hinzugeben. -Indessen bleibt immer, für die Individuen sowohl als -für ganze Perioden der Wissenschaft, die eine Tendenz -die vorherrschende, der man mit Bewußtsein des -Zwecks sich hingibt, wenn auch die andere nicht ganz -fehlt.“ -</p> - -<p> -Mit diesen wenigen Worten ist das gegenseitige -Wechselverhältnis von Beobachtung und Reflexion, die -notwendige Verbindung von empirischer Tatsachenkenntnis -<a id="page-123" class="pagenum" title="123"></a> -und von philosophischer Gesetzeserkenntnis -treffend bezeichnet. Aber auch die Tatsache, daß in -den einzelnen Naturforschern sowohl als in den einzelnen -Perioden der Naturwissenschaft selten beide Richtungen -in harmonischer Eintracht und gegenseitiger -Durchdringung zusammenwirken, vielmehr eine von -beiden fast immer bedeutend über die andere überwiegt, -ist von Bär sehr richtig hervorgehoben worden, -und gerade dieser Punkt ist es, auf den wir hier zunächst -die besondere Aufmerksamkeit lenken möchten. -Denn wenn wir einerseits überzeugt sind, daß wir -nur durch die gemeinsame Tätigkeit beider Richtungen -dem Ziele unserer Wissenschaft uns nähern können, -und wenn wir anderseits zu der Einsicht gelangen, -welche von beiden Richtungen im gegenwärtigen Stadium -unserer wissenschaftlichen Entwicklung die einseitig -überwiegende ist, so werden wir auch die Mittel -zur Hebung dieser Einseitigkeit angeben und die Methode -bestimmen können, welche die Morphologie gegenwärtig -zunächst und vorzugsweise einzuschlagen hat. -</p> - -<p> -Es bedarf nun keines allzu tiefen Scharfblicks und -keines allzu weiten Überblicks, um alsbald zu der Überzeugung -zu gelangen, daß in dem ganzen zweiten Viertel -des neunzehnten Jahrhunderts und darüber hinaus bis -jetzt, und zwar vorzüglich vom Jahre 1840-1860, die -rein empirische und „exakte“ Richtung ganz überwiegend -in der Biologie und vor allem in der Morphologie geherrscht, -und daß sie diese Alleinherrschaft in fortschreitendem -Maße dergestalt ausgedehnt hat, daß die -spekulative oder philosopische Richtung im fünften Dezennium -vorigen Jahrhunderts fast vollständig von -ihr verdrängt war. Auf allen Gebieten der Biologie, -sowohl in der Zoologie als in der Botanik, galt während -<a id="page-124" class="pagenum" title="124"></a> -dieses Zeitraums allgemein die Naturbeobachtung und -die Naturbeschreibung als „die eigentliche Naturwissenschaft“, -und die „Naturphilosophie“ wurde als eine -Verirrung betrachtet, als ein Phantasiespiel, welches -nicht nur nichts mit der Beobachtung und Beschreibung -zu tun habe, sondern auch gänzlich aus dem -Gebiete der „eigentlichen Naturwissenschaft“ zu verbannen -sei. Freilich war diese einseitige Verkennung -der Philosophie nur zu sehr gefördert und gerechtfertigt -durch das verkehrte und willkürliche Verfahren der sogenannten -„Naturphilosophie“, welche im ersten Drittel -des neunzehnten Jahrhunderts die Naturwissenschaft -zu unterwerfen suchte, und welche, statt von empirischer -Basis auszugehen, in der ungemessensten Weise ihrer -wilden und erfahrungslosen Phantasie die Zügel schießen -ließ. Die namentlich von Oken, Schelling usw. ausgehende -Naturphantasterei mußte ganz natürlich als -anderes Extrem den krassesten Empirismus hervorrufen. -Der natürliche Rückschlag gegen diese letztere in demselben -Grade einseitige Richtung trat erst im Jahre 1859 -ein, als Charles Darwin seine großartige Entdeckung -der „natürlichen Züchtung“ veröffentlichte und damit -den Anstoß zu einem allgemeinen Umschwung der gesamten -Biologie und namentlich der Morphologie gab. -Die gedankenvolle Naturbetrachtung, der im besten -Sinne philosophische, d. h. naturgemäß denkende Geist, -welcher sein epochemachendes Werk durchzieht, wird -der vergessenen und verlassenen Naturphilosophie wieder -zu dem ihr gebührenden Platze verhelfen und den Beginn -einer neuen Periode der Wissenschaft bezeichnen. -Freilich ist dieser gewaltige Umschwung bei weitem -noch nicht zu allgemeinem Durchbruch gelangt; die -Mehrzahl der Biologen ist noch zu sehr und zu allgemein -<a id="page-125" class="pagenum" title="125"></a> -in den Folgen der vorher überall herrschenden -einseitig empirischen Richtung befangen, als daß wir -die Rückkehr zur denkenden Naturbetrachtung als eine -bewußte und allgemeine bezeichnen könnten. Indes hat -dieselbe doch bereits in einigen Kreisen begonnen, an -vielen Stellen feste Wurzel geschlagen, und wird voraussichtlich -nicht allein in den nächsten Jahren schon -das verlorene Terrain wieder erobern, sondern in wenigen -Dezennien sich so allgemeine Geltung verschafft -haben, daß man (wohl noch vor Ablauf des neunzehnten -Jahrhunderts) verwundert auf die Beschränktheit und -Verblendung zahlreicher Naturforscher zurückblicken -wird, die heute noch die Philosophie von dem Gebiete -der Biologie ausschließen wollen. Wir unsererseits -sind unerschütterlich davon überzeugt, daß man in der -wahrhaft „erkennenden“ Wissenschaft die Empirie und -die Philosophie gar nicht voneinander trennen kann. -Jene ist nur die erste und niederste, diese die letzte und -höchste Stufe der Erkenntnis. <em>Alle wahre Naturwissenschaft -ist Philosophie und alle wahre -Philosophie ist Naturwissenschaft.</em> <em>Alle wahre -Wissenschaft aber ist in diesem Sinne Naturphilosophie.</em> -</p> - -<p> -In der Tat könnte heute schon die allgemein übliche -einseitige Ausschließung der Philosophie aus der Naturwissenschaft -jedem objektiv dies Verhältnis betrachtenden -Gebildeten als ein befremdendes Rätsel erscheinen, -wenn nicht der Entwicklungsgang der Biologie selbst -ihm die Lösung dieses Rätsels sehr nahe legte. Wenn -wir die Geschichte unserer Wissenschaft in den allgemeinsten -Zügen überblicken, so bemerken wir alsbald, -daß die beiden scheinbar entgegengesetzten, in -der Tat aber innig verbundenen Forschungsrichtungen -<a id="page-126" class="pagenum" title="126"></a> -in der Naturwissenschaft, die beobachtende oder empirische -und die denkende oder philosophische, zwar stets -mehr oder minder eng verbunden nebeneinander herlaufen, -daß aber doch, wie es Bär sehr richtig ausdrückt, -immer die eine der beiden Richtungen über die -andere bedeutend überwiegt, und zwar „sowohl für die -Individuen, als für ganze Perioden der Wissenschaft“. -So finden wir ein beständiges Oszillieren, einen Wechsel -der beiden Richtungen, der uns zeigt, daß niemals in -gleichmäßigem Fortschritt, sondern stets in wechselnder -Wellenbewegung die Biologie ihrem Ziele sich nähert. -Die Exzesse, welche jede der beiden Forschungsrichtungen -begeht, sobald sie das Übergewicht über die -andere gewonnen hat, die Ausschließlichkeit, durch welche -jede in der Regel sich als die allein richtige, als die -„eigentliche“ Methode der Naturwissenschaft betrachtet, -führen nach längerer oder kürzerer Dauer wieder zu -einem Umschwung, welcher der überlegenen Gegnerin -abermals zur Herrschaft verhilft. -</p> - -<p> -Wie dieser regelmäßige Regierungswechsel von empirischer -und philosophischer Naturforschung auf dem -gesamten Gebiete der Biologie uns überall entgegentritt, -so sehen wir ganz besonders bei einem allgemeinen -Überblick des Entwicklungsganges, den die -Morphologie vom Anfang des achtzehnten Jahrhunderts -an genommen, daß die beiden feindlichen Schwestern, -die doch im Grunde nicht ohne einander leben -können, stets abwechselnd die Herrschaft behauptet -haben. Nachdem Linné die Morphologie der Organismen -zum ersten Male in feste wissenschaftliche Form -gebracht und ihr das systematische Gewand angezogen -hatte, wurde zunächst der allgemeine Strom der neubelebten -Naturforschung auf die rein empirische Beobachtung -<a id="page-127" class="pagenum" title="127"></a> -und Beschreibung der zahllosen neuen Formen -hingelenkt, welche unterschieden, benannt und in das -Fachwerk des Systems eingeordnet werden mußten. -Die systematische Beschreibung und Benennung, als -Mittel des geordneten Überblicks der zahllosen Einzelformen, -wurde aber bald Selbstzweck, und damit verlor -sich die Formbeobachtung der Tiere und Pflanzen -in der gedankenlosesten Empirie. Das massenhaft sich -anhäufende Rohmaterial forderte mehr und mehr zu -einer denkenden Verwertung desselben auf, und so entstand -die Schule der Naturphilosophen, als deren bedeutendsten -Forscher, wenn auch nicht (wegen mangelnder -Anerkennung) als deren eigentlichen Begründer -wir Lamarck bezeichnen müssen.<a class="fnote" href="#footnote-4" id="fnote-4">[4]</a> In Deutschland vorzüglich -durch <em>Oken</em> und <em>Goethe</em>, in Frankreich durch -<em>Lamarck</em> und Etienne <em>Geoffroy S. Hilaire</em> vertreten, -war diese ältere Naturphilosophie eifrigst bemüht, -aus dem Chaos der zahllosen Einzelbeobachtungen, -die sich immer mehr zu einem unübersehbaren -Berge häuften, allgemeine Gesetze abzuleiten und -den Zusammenhang der Erscheinungen zu ermitteln. -Wie weit sie schon damals auf diesem Wege gelangte, -zeigt die klassische <span class="antiqua">Philosophie zoologique</span> von Lamarck -(1809) und die bewunderungswürdige Metamorphose -der Pflanzen von <em>Goethe</em> (1790). Doch war die empirische -<a id="page-128" class="pagenum" title="128"></a> -Basis, auf welcher diese Heroen der Naturforschung -ihre genialen Gedankengebäude errichteten, noch zu -schmal und unvollkommen, die ganze damalige Kenntnis -der Organismen noch zu sehr bloß auf die äußeren -Formverhältnisse beschränkt, als daß ihre denkende -Naturbetrachtung die festesten Anhaltspunkte hätte gewinnen -und die darauf gegründeten allgemeinen Gesetze -schon damals eine weitere Geltung hätten erringen -können. Entwicklungsgeschichte und Paläontologie existierten -noch nicht, und die vergleichende Anatomie -hatte kaum noch Wurzeln geschlagen. Wie weit aber -diese Genien trotzdem ihrer Zeit vorauseilten, bezeugt -vor allem die (in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts -fast allgemein ignorierte) Tatsache, daß beide, -sowohl Lamarck als Goethe, die wichtigsten Sätze der -Deszendenztheorie bereits mit voller Klarheit und Bestimmtheit -aussprachen. Erst ein volles halbes Jahrhundert -später sollte <em>Darwin</em> dafür die Beweise liefern. -</p> - -<p> -Die eigentliche Blütezeit der älteren Naturphilosophie -fällt in die ersten Dezennien des neunzehnten -Jahrhunderts. Aber schon im zweiten und noch schneller -im dritten näherte sie sich ihrem jähen Untergange, teils -durch eigene Verblendung und Ausartung, teils durch -Mangel an Verständnis bei der Mehrzahl der Zeitgenossen, -teils durch das rasche und glänzende Emporblühen -der empirischen Richtung, welche in <em>Cuvier</em> -einen neuen und gewaltigen Reformator fand. Gegenüber -der willkürlichen und verkehrten Phantasterei, in -welche die Naturphilosophie bald sowohl in Frankreich -als in Deutschland damals ausartete, war es -dem exakten, strengen und auf der breitesten empirischen -Basis stehenden Cuvier ein leichtes, die verwilderten -und undisziplinierten Gegner aus dem Felde -<a id="page-129" class="pagenum" title="129"></a> -zu schlagen. Bekanntlich war es der 22. Februar 1830, -an welchem der Konflikt zwischen den beiden entgegengesetzten -Richtungen in der Pariser Akademie zum -öffentlichen Austrage kam und damit definitiv geendigt -zu sein schien, daß Cuvier seinen Hauptgegner E. Geoffroy -S. Hilaire mit Hilfe seiner überwiegenden empirischen -Beweismittel in den Augen der großen Mehrheit -vollständig besiegte. Dieser merkwürdige öffentliche -Konflikt, durch welchen die Niederlage der älteren -Naturphilosophie besiegelt wurde, ist in mehrfacher -Beziehung von höchstem Interesse, vorzüglich auch deshalb, -weil er von <em>Goethe</em> in der meisterhaftesten Form -in einem kritischen Aufsatze dargestellt wurde, welchen -derselbe wenige Tage vor seinem Tode (im März 1832) -vollendete. Dieser höchst lesenswerte Aufsatz, das letzte -schriftliche Vermächtnis, welches der deutsche Dichterfürst -uns hinterlassen, enthält nicht allein eine vortreffliche -Charakteristik von Cuvier und Geoffroy S. Hilaire, -sondern auch eine ausgezeichnete Darstellung der -beiden entgegengesetzten von ihnen vertretenen Richtungen, -„des immerwährenden Konfliktes zwischen den -Denkweisen, in die sich die wissenschaftliche Welt schon -lange trennt; zwei Denkweisen, welche sich in dem -menschlichen Geschlechte meistens getrennt und dergestalt -verteilt finden, daß sie, wie überall, so auch im -Wissenschaftlichen, schwer zusammen verbunden angetroffen -werden, und wie sie getrennt sind, sich nicht wohl -vereinigen mögen. Haben wir die Geschichte der Wissenschaften -und eine eigene lange Erfahrung vor Augen, -so möchte man befürchten, die menschliche Natur werde -sich von diesem Zwiespalt kaum jemals retten können.“ -</p> - -<p> -Die Niederlage der älteren Naturphilosophie, welche -Cuvier als der Heerführer der neu erstehenden „exakten -<a id="page-130" class="pagenum" title="130"></a> -Empirie“ herbeigeführt und in jenem Konflikt offenbar -gemacht hatte, war so vollständig, daß in den folgenden -drei Dezennien, von 1830-1860, unter der nun -allgemein sich ausbreitenden empirischen Schule von -Philosophie gar keine Rede mehr war. Mit den Träumereien -und Phantasiespielen jener ausgearteten Naturphantasterei -wurden auch die wahren und großen Verdienste -der alten Naturphilosophie vergessen, aus der -jene hervorgegangen war, und man gewöhnte sich sehr -allgemein an die Vorstellung, daß Naturwissenschaft -und Philosophie in einem unversöhnlichen Gegensatze -zueinander ständen. Dieser Irrtum wurde dadurch -insbesondere begünstigt, daß die verbesserten Instrumente -und Beobachtungsmethoden der Neuzeit, und -vor allem die sehr verbesserten Mikroskope, der empirischen -Naturbeobachtung ein unendlich weites Feld -der Forschung eröffneten, aus welchem es ein leichtes -war, mit wenig Mühe und ohne große Gedankenanstrengung -Entdeckungen neuer Formverhältnisse in Hülle -und Fülle zu machen. Während die Beobachtungen -der ersten empirischen Periode, welche sich aus <em>Linnés</em> -Schule entwickelte, vorzugsweise nur auf die <em>äußeren</em> -Formverhältnisse der Organismen gerichtet gewesen -waren, wandte sich nun die zweite empirische Periode, -welche aus <em>Cuviers</em> Schule hervorging, vorwiegend -der Beobachtung des <em>inneren</em> Baues der Tiere und -Pflanzen zu. Und in der Tat gab es hier, nachdem -Cuvier durch Begründung der vergleichenden Anatomie -und der Paläontologie ein weites neues Feld der Beobachtung -geöffnet, nachdem <em>Bär</em> durch Reformation -der Entwicklungsgeschichte und <em>Schwann</em> durch Begründung -der Gewebelehre auf dem tierischen, <em>Schleiden</em> -auf dem pflanzlichen Gebiete neue und große Ziele -<a id="page-131" class="pagenum" title="131"></a> -gesteckt, nachdem <em>Johannes Müller</em> die gesamte Biologie -mit gewaltiger Hand in die neugeöffneten Bahnen -der exakten Beobachtung hineingewiesen hatte, überall -so unendlich viel zu beobachten und zu beschreiben, es -wurde so leicht, mit nur wenig Geduld, Fleiß und Beobachtungsgabe -neue Tatsachen zu entdecken, daß wir -uns nicht wundern können, wenn darüber die leitenden -Prinzipien der Naturforschung gänzlich vernachlässigt -und die erklärende Gedankenarbeit von den -meisten völlig vergessen wurde. Da noch im gegenwärtigen -Augenblick diese „rein empirische“ Richtung -die allgemein überwiegende ist, da die Bezeichnung der -Naturphilosophie noch in den weitesten naturwissenschaftlichen -Kreisen nur als Schimpfwort gilt und selbst -von den hervorragendsten Biologen nur in diesem Sinne -gebraucht wird, so haben wir nicht nötig, die grenzenlose -Einseitigkeit dieser Richtung noch näher zu erläutern -und werden nur noch insofern näher darauf -eingehen, als wir gezwungen sind, unseren Zeitgenossen -ihr „exakt-empirisches“, d. h. gedankenloses und beschränktes -Spiegelbild vorzuhalten. Wir wollen hier -nur noch auf die seltsame Selbsttäuschung hinweisen, in -welcher die neuere Biologie befangen ist, wenn sie die -nackte gedankenlose Beschreibung <em>innerer</em> und feinerer, -insbesondere <em>mikroskopischer</em> Formverhältnisse -als „<em>wissenschaftliche Zoologie</em>“ und „<em>wissenschaftliche -Botanik</em>“ preist und mit nicht geringem -Stolze der früher ausschließlich herrschenden reinen Beschreibung -der <em>äußeren</em> und gröberen Formverhältnisse -gegenüberstellt, welche die sogenannten „Systematiker“ -beschäftigt. Sobald bei diesen beiden Richtungen, -die sich so scharf gegenüberzustellen belieben, -die Beschreibung an sich das Ziel ist (gleichviel ob der -<a id="page-132" class="pagenum" title="132"></a> -inneren oder äußeren, der feineren oder gröberen Formen), -so ist die eine genau so viel wert als die andere. -Beide werden erst zur Wissenschaft, wenn sie -die Form zu erklären und auf Gesetze zurückzuführen -streben. -</p> - -<p> -Nach unserer eigenen innigsten Überzeugung ist der -Rückschlag, der gegen diese ganze einseitige und daher -beschränkte Empirie notwendig früher oder später erfolgen -mußte, bereits tatsächlich erfolgt, wenn auch -zunächst nur in wenigen engen Kreisen. Die 1859 von -<em>Charles Darwin</em> veröffentlichte Entdeckung der natürlichen -Zuchtwahl im Kampfe ums Dasein, eine der -größten Entdeckungen des menschlichen Forschungstriebes, -hat mit einem Male ein so gewaltiges und -klärendes Licht in das dunkle Chaos der haufenweis -gesammelten biologischen Tatsachen geworfen, daß es -auch den krassesten Empirikern fernerhin, wenn sie überhaupt -mit der Wissenschaft fortschreiten wollen, nicht -mehr möglich sein wird, sich der daraus emporwachsenden -neuen Naturphilosophie zu entziehen. Indem -die von Darwin neu begründete Deszendenztheorie die -ganze gewaltige Fülle der seither empirisch angehäuften -Tatsachenmassen durch einen einzigen genialen Gedanken -erleuchtet, die schwierigsten Probleme der Biologie -aus dem einen obersten Gesetze der „wirkenden -Ursachen“ vollständig erklärt, die unzusammenhängende -Masse aller biologischen Erscheinungen auf dieses eine -einfache große Naturgesetz zurückführt, hat sie bereits -tatsächlich die bisher ausschließlich herrschende Empirie -völlig überflügelt und einer neuen und gesunden Philosophie -die weiteste und fruchtbarste Bahn geöffnet. Es -ist eine Hauptaufgabe der „generellen Morphologie“ -zu zeigen, wie die wichtigsten Erscheinungsreihen der -<a id="page-133" class="pagenum" title="133"></a> -Morphologie sich mit Hilfe derselben vollständig erklären -und auf große und allgemeine Naturgesetze -zurückführen lassen. -</p> - -<p> -Wenn wir das Resultat dieses flüchtigen Überblickes -über den inneren Entwicklungsgang der Morphologie -in wenigen Worten zusammenfassen, so können -wir füglich von Beginn des achtzehnten Jahrhunderts -an bis jetzt vier abwechselnd empirische und philosophische -Perioden der Morphologie unterscheiden, -welche durch die Namen von Linné, Lamarck, Cuvier, -Darwin bezeichnet sind, nämlich: I. Periode: <em>Linné</em>, -(geb. 1707). <em>Erste empirische Periode</em> (achtzehntes -Jahrhundert). Herrschaft der empirischen äußeren Morphologie -(Systematik). II. Periode: <em>Lamarck</em> (geb. 1744) -und <em>Goethe</em> (geb. 1749).<a class="fnote" href="#footnote-5" id="fnote-5">[5]</a> <em>Erste philosophische -Periode</em> (erstes Drittel des neunzehnten Jahrhunderts). -Herrschaft der phantastisch-philosophischen Morphologie -(ältere Naturphilosophie). III. Periode: <em>Cuvier</em> (geb. 1769).<a class="fnote" href="#footnote-6" id="fnote-6">[6]</a> -<em>Zweite empirische Periode</em> (zweites -Drittel des neunzehnten Jahrhunderts). Herrschaft -der empirischen inneren Morphologie (Anatomie). -IV. Periode: <em>Darwin</em> (geb. 1809). <em>Zweite philosophische -Periode</em>. Begonnen 1859. Herrschaft der -<a id="page-134" class="pagenum" title="134"></a> -empirisch-philosophischen Morphologie (neuere Naturphilosophie). -</p> - -<p> -Indem wir die beiden Richtungen der organischen -Morphologie, die empirische und philosophische, so -schroff einander gegenüberstellen, müssen wir ausdrücklich -bemerken, daß nur die große Masse der beschränkteren -und gröber organisierten Naturforscher es war, -welche diesen Gegensatz in seiner ganzen Schärfe ausbildete -und entweder die eine oder die andere Methode -als die allein seligmachende pries und für die „eigentliche“ -Naturwissenschaft hielt. Die umfassenderen und -seiner organisierten Naturforscher, und vor allen die -großen Koryphäen, deren Namen wir an die Spitze -der von ihnen beherrschten Perioden gestellt haben, -waren stets mehr oder minder überzeugt, daß nur eine -innige Verbindung von Beobachtung und Theorie, von -Empirie und Philosophie, den Fortschritt der Naturwissenschaft -wahrhaft fördern könnte. Man pflegt gewöhnlich -Cuvier als den strengsten und exklusivsten -Empiriker, als den abgesagtesten Feind jeder Naturphilosophie -hinzustellen. Und sind nicht seine besten -Arbeiten, seine wertvollsten Entdeckungen, wie z. B. die -Aufstellung der vier tierischen Typen (Stämme), die -Begründung des Gesetzes von der Korrelation der Teile, -von den „<span class="antiqua">Causes finales</span>“, Ausflüsse der reinsten Naturphilosophie? -Ist nicht die von ihm neu begründete -„vergleichende Anatomie“ ihrem ganzen Wesen nach -eine rein philosophische Wissenschaft, welche das empirische -Material der Zootomie bloß als Basis braucht? -Ist es nicht lediglich der <em>Gedanke</em>, die Theorie, welche -auf der rein empirischen Zootomie als notwendiger -Grundlage das philosophische Lehrgebäude der vergleichenden -Anatomie errichten? Und wenn <em>Cuvier</em> -<a id="page-135" class="pagenum" title="135"></a> -aus einem einzigen Zahne oder Knochen eines fossilen -Tieres die ganze Natur und systematische Stellung desselben -mit Sicherheit erkannte, war dies Beobachtung -oder war es Reflexion? Betrachten wir anderseits -den Stifter der älteren Naturphilosophie, <em>Lamarck</em>, -so brauchen wir, um den Vorwurf der Einseitigkeit -zu widerlegen, bloß darauf hinzuweisen, daß dieser -eminente Mann seinen Ruf als großer Naturforscher -größtenteils einem vorwiegend deskriptiven Werke, der -berühmten „<span class="antiqua">Histoire naturelle des animaux sans vertèbres</span>“ -verdankte. Seine „<span class="antiqua">Philosophie zoologique</span>“, welche -die Deszendenzlehre zum ersten Male als vollkommen -abgerundete Theorie aufstellte, eilte mit ihrem prophetischen -Gedankenfluge seiner Zeit so voraus, daß sie -von seinen Zeitgenossen gar nicht verstanden und ein -volles halbes Jahrhundert hindurch (1809-1859) totgeschwiegen -wurde. <em>Johannes Müller</em>, den wir -Deutschen mit gerechtem Stolz als den größten Biologen -der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts -unser eigen nennen, und der in den Augen der meisten -jetzt lebenden Biologen als der strengste Empiriker und -Gegner der Naturphilosophie gilt, verdankt die Fülle -seiner zahlreichen und großen Entdeckungen viel weniger -seinem ausgezeichneten sinnlichen Beobachtungstalent, -als seinem kombinierenden Gedankenreichtum und der -natürlichen Philosophie seiner wahrhaft denkenden Beobachtungsmethode. -<em>Charles Darwin</em>, der größte -aller jetzt lebenden Naturforscher, überragt uns alle -nicht allein durch Ideenreichtum und Gedankenfülle -seines die ganze organische Natur umfassenden Geistes, -sondern ebensosehr durch die intensiv und extensiv gleichbedeutende -und fruchtbare Methode seiner empirischen -Naturbeobachtung. -</p> - -<p> -<a id="page-136" class="pagenum" title="136"></a> -Nach unserer festesten Überzeugung können nur diejenigen -Naturforscher wahrhaft fördernd und schaffend -in den Gang der Wissenschaft eingreifen, welche, bewußt -oder unbewußt, ebenso scharfe Denker als sorgfältige -Beobachter sind. Niemals kann die bloße Entdeckung -einer nackten <em>Tatsache</em>, und wäre sie noch so -merkwürdig, einen wahrhaften Fortschritt in der Naturwissenschaft -herbeiführen, sondern stets nur der Gedanke, -die <em>Theorie</em>, welche diese Tatsache erklärt, sie -mit den verwandten Tatsachen vergleichend verbindet -und daraus ein <em>Gesetz</em> ableitet. Betrachten wir die -größten Naturforscher, welche zu allen Zeiten auf dem -biologischen Gebiete tätig gewesen sind, von Aristoteles -an, Linné und Cuvier, Lamarck und Goethe, Bär -und Johannes Müller und wie die Reihe der glänzenden -Sterne erster Größe, bis auf Charles Darwin herab, -weiter heißt — sie alle sind ebenso große Denker, als -Beobachter gewesen, und sie alle verdanken ihren unsterblichen -Ruhm nicht der Summe der einzelnen von -ihnen entdeckten Tatsachen, sondern ihrem denkenden -Geiste, der diese Tatsachen in Zusammenhang zu bringen -und daraus Gesetze abzuleiten verstand. Die rein -empirischen Naturforscher, welche nur durch Entdeckung -neuer Tatsachen die Wissenschaft zu fördern glauben, -können in derselben ebensowenig etwas leisten, als die -rein spekulativen Philosophen, welche der Tatsachen -entbehren zu können glauben und die Natur aus ihren -Gedanken konstruieren wollen. Diese werden zu phantastischen -Träumern, jene im besten Falle zu genauen -Kopiermaschinen der Natur. Im Grunde freilich gestaltet -sich das tatsächliche Verhältnis überall so, daß -die reinen Empiriker sich mit einer unvollständigen und -unklaren, ihnen selbst nicht bewußten Philosophie, die -<a id="page-137" class="pagenum" title="137"></a> -reinen Philosophen dagegen mit einer ebensolchen, unreinen -und mangelhaften Empirie begnügen. Das Ziel -der Naturwissenschaft ist die Herstellung eines vollkommen -architektonisch geordneten Lehrgebäudes. Der -reine Empiriker bringt statt dessen einen ungeordneten -Steinhaufen zusammen; der reine Philosoph auf der -andern Seite baut Luftschlösser, welche der erste empirische -Windstoß über den Haufen wirft. Jener begnügt -sich mit dem Rohmaterial, dieser mit dem Plan -des Gebäudes. Aber nur durch die innigste Wechselwirkung -von empirischer Beobachtung und philosophischer -Theorie kann das Lehrgebäude der Naturwissenschaft -wirklich zustande kommen. -</p> - -<p> -Wir schließen diesen Abschnitt, wie wir ihn begonnen, -mit einem Ausspruch von Johannes Müller: -„Die Phantasie ist ein unentbehrliches Gut, denn sie -ist es, durch welche neue Kombinationen zur Veranlassung -wichtiger Entdeckungen gemacht werden. Die -Kraft der Unterscheidung des isolierenden Verstandes -sowohl, als der erweiternden und zum Allgemeinen -strebenden Phantasie sind dem Naturforscher in einem -harmonischen Wechselwirken notwendig. Durch Störung -dieses Gleichgewichts wird der Naturforscher von -der Phantasie zu Träumereien hingerissen, während -diese Gabe den talentvollen Naturforscher von hinreichender -Verstandesstärke zu den wichtigsten Entdeckungen -führt.“ -</p> - -<p class="src"> -(Aus „Generelle Morphologie der Organismen“. 1866.) -</p> - -<hr class="footnote" /> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-3" id="footnote-3">[3]</a> Im vierten Kapitel seiner 1866 erschienenen „generellen Morphologie“ -behandelt Haeckel kritisch die „naturwissenschaftlichen Methoden, -welche sich gegenseitig notwendig ergänzen müssen“. Es sind dies -1. Empirie und Philosophie (Erfahrung und Erkenntnis), 2. Analyse -und Synthese und 3. Induktion und Deduktion. Wir geben hier den -ersten Abschnitt dieser „Methodik der Morphologie der Organismen“ -wieder, weil die darin niedergelegten „unerschütterlichen Überzeugungen“ -für das gesamte spätere Lebenswerk des Jenaer Naturforschers maßgebend -geblieben sind. Aus der innigen Verbindung von empirischer -Beobachtung und philosophischer Theorie beruhen seine sämtlichen wissenschaftlichen -Werke. (Anm. d. H.) -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-4" id="footnote-4">[4]</a> Selten ist wohl das Verdienst eines der bedeutendsten Männer -so völlig von seinen Zeitgenossen verkannt und gar nicht gewürdigt -worden, wie es mit Lamarck ein halbes Jahrhundert hindurch der Fall -war. Nichts beweist dies vielleicht so schlagend als der Umstand, daß -Cuvier in seinem Bericht über die Fortschritte der Naturwissenschaften, -in welchem auch die unbedeutendsten Bereicherungen des empirischen -Materials aufgeführt werden, des bedeutendsten aller biologischen -Werke jenes Zeitraums, der <span class="antiqua">Philosophie zoologique</span> von Lamarck, mit -keinem Worte Erwähnung tut! -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-5" id="footnote-5">[5]</a> Wir nennen hier absichtlich Lamarck und Goethe als die geistvollsten -Repräsentanten der älteren Naturphilosophie, wenngleich sie -sich entfernt nicht desselben Einflusses und derselben Anerkennung zu -erfreuen hatten, wie Etienne Geoffroy S. Hilaire (geb. 1771) und -Lorenz Oken (geb. 1779), die gewöhnlich als die Koryphäen dieser -Richtung vorangestellt werden. -</p> - -<p class="footnote"> -<a class="footnote" href="#fnote-6" id="footnote-6">[6]</a> Als hervorragende Koryphäen dieser Periode würden wir hier -noch Johannes Müller, Schleiden und einige andere hervorzuheben -haben, wenn nicht gerade diese bedeutendsten Männer, als wahrhaft -philosophische Naturforscher, sich von der großen Einseitigkeit freigehalten -hätten, welche Cuviers Schule und der große Troß der Zeitgenossen -zum extremsten Empirismus ausbildete. -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-6"> -<a id="page-138" class="pagenum" title="138"></a> -<span class="firstline"><span class="line1">V.</span></span><br /> -<span class="line2">Arabische Korallen.</span> -</h2> - -<p class="noindent"> -Die zauberhaften Korallenbänke des Roten Meeres -aus eigener Anschauung kennen zu lernen, war schon -seit langer Zeit mein lebhafter Wunsch. Als daher -im März 1873 eine lange gehegte Hoffnung in Erfüllung -ging und ich eine zweimonatige Reise in den -Orient antreten konnte, lag es in meinem Plane, -wenn irgend möglich, von Suez aus einen Abstecher -nach den nächstgelegenen Korallenriffen zu machen. -Ein solcher Ausflug erscheint auf der Landkarte sehr -leicht, ist aber für einen einzelnen Reisenden mit vielen -und großen Schwierigkeiten verknüpft. Denn die Zahl -der bewohnten Orte an den langgestreckten, öden und -unwirtlichen Küsten des Roten Meeres ist sehr gering, -und diese wenigen Orte selbst sind meistens nur von -armen, halbwilden Mohammedanern bewohnt. Man -muß Zelte, Diener, Lebensmittel und Trinkwasser selbst -mitbringen, um dort existieren zu können. Auch gibt -es keine regelmäßige Dampfschiffverbindung zwischen -Suez und diesen elenden Küstenorten. Keiner derselben -wird von den großen europäischen Dampfern -berührt, die allwöchentlich durch das Rote Meer fahren -und die Überlandpost nach Indien befördern. -</p> - -<p> -In der nächsten Umgebung von Suez und überhaupt -im nördlichsten Teile des Roten Meeres fehlen -<a id="page-139" class="pagenum" title="139"></a> -die Korallenbänke, die sonst über den größten Teil -beider Küsten desselben sich ausdehnen. Der nächstgelegene -Ort, an welchem man schöne Korallenriffe -beobachten und den man in kürzester Zeit erreichen -kann, ist das arabische Dörfchen Tor oder Tur, an -der Westküste der Sinaihalbinsel gelegen. Hier hatten -früher schon Ehrenberg, Ransonnet, Frauenfeld und -andere Naturforscher der Korallen wegen sich längere -oder kürzere Zeit aufgehalten. Um von Suez aus nach -Tur zu gelangen, muß man entweder ein eigenes -Segelschiff mieten, oder zu Kamel durch die arabische -Wüste reiten. Zu diesem Landweg auf dem Wüstenschiff, -der 55 Reitstunden beträgt, sind mindestens vier -bis fünf Tage erforderlich. Dazu reichte aber meine -Zeit nicht aus; auch wäre der Transport der Korallen, -die ich zu sammeln wünschte, auf dem Kamel sehr -mißlich gewesen. Es blieb also nichts übrig, als ein -Segelschiff zu mieten. Aber auch das erwies sich als -untunlich. Denn die gewöhnlichen, halbgedeckten arabischen -Segelboote sind böse Fahrzeuge, im höchsten -Grade unbequem und unreinlich, überfüllt mit parasitischen -Insekten aller Art; und dabei war der geforderte -Preis unerschwinglich hoch. Außerdem hätte -ich mich der Gefahr ausgesetzt, bei widrigem Winde -acht Tage und länger in einem solchen erbärmlichen -Fahrzeug auf dem Roten Meere zu kreuzen, ohne mein -Ziel erreichen zu können. -</p> - -<p> -So wäre denn mein sehnlicher Wunsch, die Korallenbänke -von Tur zu besuchen, schwerlich in Erfüllung -gegangen, wenn nicht der österreichische Generalkonsul -in Kairo, Herr von Cischini, der mich während meines -dortigen Aufenthaltes mit Freundlichkeiten aller Art -überhäufte, mir ein Fahrzeug verschafft hätte, das zu -<a id="page-140" class="pagenum" title="140"></a> -erlangen ich mir früher nie hatte träumen lassen. Er -bewog nämlich den Vizekönig von Ägypten, Ismail -Pascha, für den beabsichtigten Ausflug nach Tur die -Benutzung eines in Suez stationierten Dampfschiffes -der ägyptischen Kriegsflotte zu gestatten. Zugleich -wurden meine Freunde und Reisegefährten, Professor -Straßburger aus Jena und Professor Panceri aus -Neapel, eingeladen, als Gäste des Khedive an der -Expedition teilzunehmen. -</p> - -<p> -Am 22. März verließen wir Kairo, die wunderbare -Metropole des Nillandes, in der wir die Märchen -aus Tausend und einer Nacht lebendig vor uns -gesehen hatten. Die Eisenbahn führte uns von dort -in elf Stunden nach Suez. Unsere interessante Reisegesellschaft -bestand zum größten Teile aus einer bunten -Karawane von Mekkapilgern. Namentlich bot ein -Haremwaggon dritter Klasse, in welchen ein glücklicher -Zufall uns einen Einblick gewährte, ein merkwürdiges -Bild. Die Bahnfahrt selbst ist höchst originell. Wir -durchschneiden zuerst in nordöstlicher Richtung den östlichen -Rand des üppig fruchtbaren Nildelta und passieren -zahlreiche Fellah-Dörfer. Da bieten uns die -niederen braunen Lehmhütten, von Dattelpalmen umgeben, -mit ihrer charakteristischen Staffage von verschleierten -Weibern, nackten Kindern, Büffeln, die -Schöpfräder treiben, Kamelen usw. eine Fülle von -malerischen Motiven. In Benha wendet sich die Bahn -nach Osten, vereinigt sich mit dem von Alexandrien -nach Suez gehenden Schienenweg, der die ostindische -Überlandpost befördert, und geht nun eine Strecke -weit mitten durch die Wüste. Ringsum erblicken wir -eine Zeitlang nichts als gelben Sand und blauen -Himmel. Um uns den vollen Eindruck einer Wüstenreise -<a id="page-141" class="pagenum" title="141"></a> -zu geben, wehte den ganzen Tag hindurch ein -heftiger Chamsin, jener erstickend heiße Wüstenwind, -der als Samum der Schrecken der Karawanen ist. -Sein glühender Odem warf ganze Regenschauer feinen -Wüstensandes gegen die Fenster unseres Coupés, und -wir wünschten uns Glück, im geschlossenen Waggon -und nicht draußen auf dem Rücken der Kamele zu -sitzen. -</p> - -<p> -Abends um sieben Uhr in Suez angelangt, wurden -wir von dem dortigen österreichischen Konsul, -Herrn von Remy-Berzenkovich, freundlichst empfangen -und sogleich zum Gouverneur Hassan-Bey geführt. -Hier erfuhren wir zu unserer Freude, daß unser -Kriegsschiff, die Dampferkorvette „Khartoum“, zur -Fahrt bereit draußen auf der Reede liege. Der Kommandant -derselben, Kapitän Ali Schukri, ein stattlicher -brauner Araber in ägyptischer Marineuniform, wurde -uns vorgestellt und bot uns mit orientalischer Unterwürfigkeit -seine Dienste an. In dem großartigen -englischen Peninsular-Hotel, das noch vor wenigen -Jahren von den Engländern als das üppigste und -komfortabelste Hotel der Welt gepriesen wurde, war -für uns Quartier bereitet. Wir wurden als Gäste des -Khedive mit größter Aufmerksamkeit bedient und fürstlich -verpflegt. -</p> - -<p> -Am anderen Morgen wollten wir unsere Seereise -antreten. Leider steigerte sich aber der heftige Chamsin -in der Nacht zu einem förmlichen Sturme, so daß wir -den ganzen Tag in Suez bleiben mußten. Obgleich -diese Stadt weder durch Naturschönheiten, noch durch -besondere Sehenswürdigkeiten ausgezeichnet ist, so ist -ein kurzer Aufenthalt in derselben interessant genug. -Denn als Knotenpunkt des lebendigsten Verkehrs zwischen -<a id="page-142" class="pagenum" title="142"></a> -drei Weltteilen und als Hafenort der Mekkapilger -bietet es in dem bunten Leben seiner Straßen -und Basare eine reiche ethnographische Musterkarte. -Mit europäischen Reisenden und Matrosen aller Nationen -mischen sich Neger aus dem Osten und Süden -Afrikas, Berber und Ägypter, Araber und Levantiner -aller Klassen, Mekkapilger aus allen Ländern des -Ostens, persische und indische Kaufleute. Dazwischen -drängen sich verschleierte braune Weiber und unverschleierte -Früchteverkäuferinnen, Kamele und Pferde, -schöne orientalische Esel und zahllose Hunde. -</p> - -<p> -Nicht minder interessant als dieser bunte Völkermarkt -war für uns Naturforscher der Fischmarkt von -Suez. Denn obwohl derselbe weder besonders groß -noch reichhaltig ist, so erkannten wir doch auf den -ersten Blick, daß wir uns in einem völlig neuen Gebiete -der marinen Fauna, ja schon mitten in der -wunderbaren Tierwelt des Indischen Ozeans befanden. -Die schmale Landenge von Suez trennt nämlich zwei -gewaltige Seereiche, die schon seit vielen Jahrtausenden -außer allem Zusammenhange stehen und in denen -sich demgemäß, der Darwinschen Theorie entsprechend, -eine völlig verschiedene Tier- und Pflanzenwelt entwickelt -hat. Die Fauna und Flora des Mittelmeeres, -die zum großen Gebiete des Atlantischen Ozeans gehört, -ist gänzlich verschieden von der Tier- und Pflanzenbevölkerung -des Roten Meeres, das eine Provinz des -Indischen Ozeans bildet. Unter hundert Korallenarten -des Roten Meeres findet sich nicht eine einzige Art, -die auch im Mittelmeere vorkäme. Nur ein ganz -kleiner Bruchteil von Tierarten ist beiden benachbarten -Meeren gemeinsam. Wenn wir daher gestern früh -den Fischmarkt von Alexandrien und heute morgen, -<a id="page-143" class="pagenum" title="143"></a> -kaum vierundzwanzig Stunden später, denjenigen von -Suez besuchen, so finden wir den auffallenden Gegensatz -zwischen beiden ebenso groß, als ob wir gestern -den Fischmarkt von Barcelona oder Marseille und -heute denjenigen von Kalkutta oder Singapore gesehen -hätten. Diese merkwürdige Erscheinung erklärt sich -ganz einfach aus den Konsequenzen der Deszendenztheorie -und der damit verbundenen Migrationstheorie. -</p> - -<p> -Der Sturm, der uns diesen interessanten, obwohl -unerwünschten Aufenthalt in Suez verursachte, legte -sich erst am Morgen des zweiten Tages, und gegen -Mittag erschien der Gouverneur, um uns in seiner -Dampfjolle nach dem fast eine Stunde von der Stadt -entfernt auf der Reede ankernden Kriegsschiffe „Khartoum“ -hinüberzufahren. Die Wellen gingen immer -noch so hoch, daß sie das ganze Verdeck überfluteten, -und brachten beim Anlegen beide Dampfschiffe in so -unsanfte Berührung, daß das Bugspriet und die -Schanzkleidung des kleineren Dampfers vollständig -zersplitterten. Auch das Hinüberklettern vom einen -zum anderen war ebenso wie der Transport unserer -Gläserkisten, Netze und Instrumente, mit ziemlichen -Schwierigkeiten verbunden und wurde unter heillosem -Geschrei der Matrosen bewerkstelligt, welches das Toben -von Wind und Wellen übertönte. Das höllische Konzert -wurde vollständig durch das ohrenzerreißende -Trommeln, Pfeifen und Klappern des Musikkorps von -Khartoum. Die ganze Mannschaft desselben, 126 Köpfe -stark, war nämlich zu unserem feierlichen Empfange -unter Gewehr getreten und salutierte. Der Kapitän -empfing uns mit größter Unterwürfigkeit und stellte -uns das Offizierkorps vor. Jedoch blieb die Unterhaltung -<a id="page-144" class="pagenum" title="144"></a> -ziemlich mangelhaft, da wir kaum ein Dutzend -arabischer Worte und unsere neuen Freunde ungefähr -ebensoviel englische Vokabeln kannten. Die eigentliche -Unterhaltung wurde durch den österreichischen -Konsul von Remy vermittelt, der geläufig Arabisch -sprach. Er hatte die Güte, uns zu begleiten und auf -der ganzen Fahrt die Rolle des Dolmetschers zu -spielen. -</p> - -<p> -Wegen des fortdauernden hohen Wellenganges, der -erst gegen Abend schwächer wurde, konnte unser Dampfer -erst um Mitternacht die Anker lichten und gen Süden -steuern. Den ganzen folgenden Tag fuhren wir zwischen -Asien und Afrika durch den Golf von Suez, zu -unserer Rechten die ägyptische, zur Linken die arabische -Küste; malerische langgestreckte öde Gebirgsketten auf -beiden Seiten im Hintergrunde. -</p> - -<p> -Da wir erst spät in der Nacht unser Reiseziel erreicht -haben würden, wegen der gefährlichen Korallenriffe -aber doch in den Hafen von Tur nicht hätten einlaufen -können, ging unsere Korvette um vier Uhr -nachmittags, etwa 20 Seemeilen von Tur entfernt, in -einer geschützten kleinen Bucht der arabischen Küste -vor Anker. Wir ließen uns sofort im Boote ans -Land setzen, und voll Ehrfurcht betraten wir zum -erstenmal den heiligen Boden der alten Asia. Die -Küste war völlig öde und einsam, aber großartig wild. -Mächtige, 3000 bis 4000 Fuß hohe Berge der Sinaikette -erhoben sich steil über dem schmalen sandigen -Küstensaum. -</p> - -<p> -Alle überragt der gewaltige „Djebel Serbal“, dessen -wildzerklüftete rote Granitwälle, von zahlreichen Diorit- -und Porphyrgängen durchsetzt, sich bis über 6000 Fuß -<a id="page-145" class="pagenum" title="145"></a> -erheben. Durch die zahlreichen zerrissenen Spitzen, die -steilen Abstürze, die phantastischen Kluftbildungen erhebt -sich dieser malerische „Djebel Serbal“ zu dem -großartigsten und prächtigsten unter allen den gewaltigen -Berghäuptern der Sinaihalbinsel. Auch hat er -lange Zeit als Nebenbuhler der eigentlichen Sinaikuppe, -des Mosesberges (Djebel Musa) dagestanden; -und viele frommen Seelen glauben noch heute, daß -auf ersterem, nicht auf letzterem die Gesetztafeln der -zehn Gebote publiziert und der „alte Bund“ zwischen -Jehova und seiner auserwählten Semitenrasse geschlossen -wurde. In den ersten Jahrhunderten des -Christentums war diese Ansicht herrschend, und zahlreiche -Einsiedler, Mönche und Nonnen, wohnten damals -in den Grotten und Felsenhöhlen des zerklüfteten -„Berges der Gesetzgebung“. Zahlreiche Prozessionen -pilgerten zu seinen Höhen und erfreuten sich der -mannigfachen Genüsse, welche die dichtbelaubten und -quellenreichen Fruchtgärten des „Wadi-Feiran“ darboten. -Letzteres ist ein herrliches Tal am Fuße des -„Djebel Serbal“, das wegen seiner üppigen Fruchtbarkeit -als „Perle der Sinaihalbinsel“ gepriesen wird, -ein greller Gegensatz zu der umgebenden öden Steinwüste. -</p> - -<p> -Als wir aus dem Boote ans Land sprangen, berührte -unser Fuß zuerst reinen Korallenfelsen. Überall -im Sande des Strandes lagen tote, gebleichte Korallenblöcke -umher, pilzförmige Fungien, sternbedeckte Asträen, -labyrinthische Mäandrinen, verästelte Madreporen, -dunkelrote Orgelkorallen oder Tubiporen. Mit Ausnahme -einiger niederer Strandpflanzen mit fleischigen -Blättern und eines zwischen den Felsen wachsenden -Kappernstrauches war nichts von Vegetation zu sehen. -<a id="page-146" class="pagenum" title="146"></a> -Lautlose Stille rings umher; von menschlicher Existenz -keine Spur weit und breit. Küste und Gebirge sahen -aus, als ob sie nie ein Menschenfuß betreten hätte. -</p> - -<p> -Der Sonnenuntergang war prächtig und übergoß -die gewaltigen roten Granitmauern mit den glühendsten -Farben. Rasch brach die Dunkelheit ein und der -wolkenlose Himmel bedeckte sich mit einem Sternengewand, -das wir nie zuvor in solchem Glanze hatten -funkeln sehen. Wir ließen uns durch unseren indischen -Koch unsere Abendmahlzeit vom Schiffe an den Strand -holen und genossen sie auf Korallenblöcken sitzend in -gehobenster Stimmung. Unser edler Gastfreund, der -Khedive, hatte unsere Küche aufs beste versorgt, und -unter anderem auch mit einer Champagnerkiste ausgestattet. -Dieses schäumende Getränk ist bei den Orientalen -sehr beliebt und wird, da der Koran nur den -Genuß des Weines verbietet, als eine Art Bier angesehen. -So konnte denn auch der arabische Schiffsleutnant, -der unsere Schaluppe führte, unbeschadet -seiner Frömmigkeit, uns helfen, den ersten Abend auf -asiatischem Boden in Champagnerbier zu feiern. Erst -spät abends kehrten wir in heiterster Stimmung an -Bord des „Khartoum“ zurück, wo uns ein herrliches -Lager auf den über Verdeck gelegten Polstern unter -dem funkelnden Sternenzelt erwartete. Um Mitternacht -lichtete das Schiff die Anker und lief am anderen -Morgen kurz nach Sonnenaufgang im Hafen -von Tur ein. -</p> - -<p> -Die Küstenlandschaft von Tur ist ein echtes Charakterbild -vom Strande des steinigen Arabiens. Die -gelbe Sandwüste, die sich längs des dunkelblauen -Meeres hinzieht, ist von Vegetation völlig entblößt; -mit Ausnahme einzelner Dhumpalmen und einiger -<a id="page-147" class="pagenum" title="147"></a> -kleiner Gruppen von Dattelpalmen, die teils in der -unmittelbaren Umgebung von Tur ein wenig dürftigen -Schatten spenden, teils eine entfernte Oase bezeichnen. -In imposanter Majestät erhebt sich aber im Hintergrunde -der Wüste das gewaltige Gebirge des Sinai, -mit seinen kühn geformten Gipfeln und zerklüfteten -Felsrücken. Tur selbst ist ein dürftiges Dörfchen mit -kaum zwei Dutzend Hütten und wenig über hundert -Einwohnern. Ein kleines Zeltlager, von einer eben -jetzt am Strande lagernden Karawane errichtet, steigerte -den orientalischen Charakter des originellen -Bildes. Das Dörfchen Tur liegt an der Umrandung -eines kleinen, flachen, hufeisenförmigen Hafenbeckens. -Die Felsenriffe, welche dieses Becken umfassen und -nur eine schmale Einfahrt freilassen, sind Korallenbänke. -Der ganze Hafen ist ein reizender Korallengarten. -Als wir in der Schaluppe über die flachen -Bänke hinglitten und in zehn bis zwanzig Fuß Tiefe -durch die kristallklare Flut hindurch den Boden betrachteten, -entzückten uns die prächtigsten, nie zuvor lebend -gesehenen Korallenbüsche, auf dem gelben Sande überall -in bunter Mannigfaltigkeit zerstreut, wie exotische Ziersträucher -in einem schönen Blumengarten. Der Hafendamm, -an dem unser Boot anlegt, ist ganz aus Korrallenblöcken -erbaut, und als wir uns den niederen -würfelförmigen Hütten nähern, werden wir durch die -Wahrnehmung überrascht, daß auch diese fast ganz -aus Korallenstein bestehen. Als ob es gewöhnliche -Sandsteine wären, liegen da die herrlichsten schneeweißen -Blöcke von Sternkorallen, Mäandrinen, Madreporen -usw. übereinander gehäuft. Manche von diesen -elenden Hütten birgt in einer einzigen Wand eine -größere Sammlung von schönen Korallenblöcken, als -<a id="page-148" class="pagenum" title="148"></a> -in vielen europäischen Museen zu finden ist. Am -liebsten hätten wir das ganze Dorf aufgekauft, zusammengepackt -und in die Heimat geschickt. -</p> - -<p> -Augenblicklich sind jedoch die herrlichen lebenden -Korallentiere im Hafen für uns von größerem Interesse -als die toten Steingerüste in den Hüttenwänden, -und begierig besteigen wir die flachen arabischen Boote, -die inzwischen für unsere Korallenjagd ausgerüstet und -mit Tauchern bemannt worden sind. Die bei weitem -zweckmäßigste Methode nämlich, lebende Korallen vom -Meeresgrunde zu erhalten, ist die Anwendung von -Tauchern. Unser gewöhnliches Schleppnetz, mit dem -wir sonst die zoologischen Schätze vom Meeresboden -heraufholen, ist hier ganz unbrauchbar. Die kleinen -und zierlichen Korallenstöcke werden durch das Schleppnetz -zerbrochen und verdorben; die großen und schweren -Blöcke zerreißen selbst das Netz und sind nicht damit -heraufzuheben. Hingegen bewährten sich die arabischen -Taucher, deren wir uns in Tur bedienten und die -durch den Betrieb der Perlenfischerei im längeren Verweilen -unter Wasser sehr geübt waren, als äußerst geschickte -Korallenfänger. Sie waren weder mit Taucherglocken -noch mit Skaphandern oder anderen Tauchapparaten -ausgerüstet; sie schwammen aber so ausgezeichnet, -konnten so lange unter Wasser bleiben und -wußten so geschickt selbst größere Korallen von ihren -Ansatzpunkten abzulösen, daß sie niemals wieder emportauchten, -ohne uns mit neuen prächtigen Korallengeschenken -zu überraschen. -</p> - -<p> -Die Korallenfischerei mit diesen Tauchern, die uns -während unseres Aufenthaltes in Tur fast den ganzen -Tag beschäftigte, war höchst anziehend und unterhaltend. -Das Wasser in dem seichten und stillen, -<a id="page-149" class="pagenum" title="149"></a> -durch das vorliegende Korallenriff gegen die Brandung -geschützten Hafen ist so kristallhell, daß wir bis -auf zehn und zwanzig Fuß Tiefe jeden kleinen Krebs -und Seestern, jede Muschel und Schnecke auf dem -Boden zwischen den Korallenbüschen erkennen können. -Sobald wir unseren Tauchern den gewünschten Gegenstand -bezeichnet haben, springen sie hinab. Vorsichtig -die spitzen Ecken und scharfen Kanten der Korallenstöcke -vermeidend, huschen die schlanken braunen Jünglinge -wie Fische zwischen denselben umher und lösen -die gewünschten Stücke vom Boden ab. Bloß mit den -Füßen rudernd, die Beute mit beiden Armen umschlungen -haltend, tauchen sie wieder empor. In -wenigen Stunden sind unsere Boote mit den kostbarsten -Schätzen gefüllt. -</p> - -<p> -Die großen Glasgefäße, die wir in Fächerkisten -aus Triest mitgebracht haben, sind bald ganz voll von -lebenden Korallen. Vorsichtig aus dem Meere genommen -und in das ruhige Wasser der Gefäße versetzt, -entfalten sie allmählich ihre zarten, zurückgezogenen -Blumenleiber. Da schauen wir zum erstenmal in -nächster Nähe das unbeschreiblich schöne Schauspiel, -welches diese herrlichen, scheinbar aus dem Korallenstein -hervorwachsenden Blumentiere mit ihren wundervollen -Farben, zierlichen Formen und graziösen Bewegungen -gewähren. Die prächtigen bunten Aktinien -des Roten Meeres, die blauen Xenien, die grünen -Ammotheen und die gelben Sarkophyten wetteifern -an leuchtender Farbenpracht mit den in allen Irisfarben -strahlenden Blumenkelchen, die wie durch Zauber -aus den scheinbar toten Kalkgerüsten der Steinkorallen -hervorsprossen. Besonders fallen uns unter -diesen die glänzenden Sternkorallen oder Asträen und -<a id="page-150" class="pagenum" title="150"></a> -die merkwürdigen Orgelkorallen oder Tubiporen auf. -Aus den purpurroten Kalkröhren der letzteren, die -gleich Orgelpfeifen dicht nebeneinander gereiht stehen, -stecken zierliche grasgrüne Personen ihre acht gefiederten -Fangarme aus. -</p> - -<p> -Wir beschränken uns aber nicht auf den Hafen -von Tur, sondern segeln weiter hinaus, wo an den -größeren Korallenriffen längs der Küste neue Überraschungen -unserer harren und wo wir die vielgerühmte -Pracht der indischen Korallenbänke in ihrem -vollen Farbenglanze schauen. Das kristallklare Wasser -ist hier unmittelbar an der Küste fast immer so ruhig -und bewegungslos, daß man die ganze wunderbare -Korallendecke des Bodens mit ihrer mannigfaltigen -Bevölkerung von allerlei Seetieren deutlich erkennen -kann. Hier, wie im größten Teile des Roten Meeres, -zieht parallel der Küste ein langer Damm von Korallenriffen -hin, ungefähr eine Viertelstunde vom Lande entfernt. -Diese Wallriffe oder Barrierenriffe sind wahre -Wellenbrecher. Der Wogenandrang zerschellt an ihrer -unebenen zackigen Oberfläche, welche bis nahe unter -den Wasserspiegel ragt; und ein weißer Schaumkamm -kennzeichnet so deutlich ihren Verlauf. Auch wenn -draußen auf dem Meere der Sturm tobt, ist hier in -dem durch das Riff geschützten Kanale oder Graben -das Wasser verhältnismäßig ruhig, und kleinere Schiffe -können darin ungestört ihre Fahrt längs der Küste -fortsetzen. Nach außen gegen das hohe Meer fällt das -Korallenriff steil hinunter. Nach innen gegen die Küste -dagegen flacht es sich allmählich ab, und meist bleibt -die Tiefe des Kanals so gering, daß man die ganze -Farbenpracht der Korallengärten auf seinem Boden -erblicken kann. -</p> - -<p> -<a id="page-151" class="pagenum" title="151"></a> -Diese Pracht zu schildern vermag keine Feder -und kein Pinsel. Die begeisterten Schilderungen von -Darwin, Ehrenberg, Ransonnet und anderen Naturforschern, -die ich früher gelesen, hatten meine Erwartungen -sehr hoch gespannt; sie wurden aber durch die -Wirklichkeit übertroffen. Ein Vergleich dieser formenreichen -und farbenglänzenden Meerschaften mit den -blumenreichsten Landschaften gibt keine richtige Vorstellung. -Denn hier unten in der blauen Tiefe ist -eigentlich alles mit bunten Blumen überhäuft und alle -diese zierlichen Blumen sind lebendige Korallentiere. -Die Oberfläche der größeren Korallenblöcke, von sechs -bis acht Fuß Durchmesser, ist mit Tausenden von -lieblichen Blumensternen bedeckt. Auf den verzweigten -Bäumen und Sträuchern sitzt Blüte an Blüte. Die -großen bunten Blumenkelche zu deren Füßen sind -ebenfalls Korallen. Ja sogar das bunte Moos, das -die Zwischenräume zwischen den größeren Stöcken ausfüllt, -zeigt sich bei genauerer Betrachtung aus Millionen -winziger Korallentierchen gebildet. Und alle diese -Blütenpracht übergießt die leuchtende arabische Sonne -in dem kristallhellen Wasser mit einem unsagbaren -Glanze! -</p> - -<p> -In diesen wunderbaren Korallengärten, welche die -sagenhafte Pracht der zauberischen Hesperidengärten -übertreffen, wimmelt außerdem ein vielgestaltiges Tierleben -der mannigfaltigsten Art. Metallglänzende Fische -von den sonderbarsten Formen und Farben spielen in -Scharen um die Korallenkelche, gleich den Kolibris, -die um die Blumenkelche der Tropenpflanzen schweben. -Unter ihnen fällt uns vor allen der sonderbare Halbmondfisch -auf (<span class="antiqua">Platax Ehrenbergii</span>). Sein platt zusammengedrückter, -sichelförmiger Körper, der je nach -<a id="page-152" class="pagenum" title="152"></a> -dem Lichtfalle bald in gelbgrünlichem Bronzeglanz, -bald in prachtvollem Blau strahlt, ist oben in eine -lange dreieckige gekrümmte Rückenflosse, unten in eine -gleiche Analflosse ausgezogen. So erscheint der ganze -Fisch als leuchtende Sichel im Halbdunkel der Korallenwälder, -als das Symbol des türkischen Halbmondes, -der jetzt noch diese arabischen Küsten beherrscht. Gleich -einem leuchtenden Kometenschweife zieht durch die blaue -Tiefe ein silberweißer Bandfisch von der Gestalt eines -silbernen Schuppengürtels (<span class="antiqua">Trichiurus</span>). Ein rotbrauner, -mit seltsamem Helmschmuck an dem gepanzerten Haupte -ausgestatteter Drachenkopf (<span class="antiqua">Scorpaena</span>) jagt eine ganze -Schar von kleinen goldgelben Lippfischen vor sich her -(<span class="antiqua">Labroiden</span>). Aber auch der grimme Menschenhai, der -Schrecken des Meeres, fehlt nicht, und bisweilen erscheinen -im Hafen von Tur solche Haifische von zehn -bis zwanzig Fuß Länge. -</p> - -<p> -Noch viel mannigfaltiger und interessanter als die -Fische sind die wirbellosen Tiere der verschiedensten -Klassen, welche auf den Korallenbänken ihr Wesen -treiben. Zierliche durchsichtige Krebse aus der Garnelengruppe -schnellen haufenweise vorüber und bunte -Krabben klettern zwischen den Korallenzweigen. Auch -rote Seesterne, violette Schlangensterne und schwarze -Seeigel klettern in Menge auf den Ästen der Korallensträucher; -der Scharen bunter Muscheln und Schnecken -nicht zu gedenken. Reizende Würmer mit bunten -Kiemenfederbüschen schauen aus ihren Röhren hervor. -Da kommt auch ein dichter Schwarm von zarten violetten -Medusen geschwommen, und zu unserer Überraschung -erkennen wir in der zierlichen Glocke eine -alte Bekannte aus der Ostsee und Nordsee, die -Aurelia. -</p> - -<p> -<a id="page-153" class="pagenum" title="153"></a> -Man könnte glauben, daß in diesen bezaubernden -Korallenhainen, wo jedes Tier zur Blume wird, der -glückselige Friede der elysischen Gefilde herrsche. Aber -ein näherer Blick in ihr buntes Getriebe lehrt uns -bald, daß auch hier, wie im Menschenleben, beständig -der wilde Kampf ums Dasein tobt, oft zwar still und -lautlos, aber darum nicht minder furchtbar und unerbittlich. -Die große Mehrzahl des Lebendigen, das -hier in üppigster Fülle sich entwickelt, wird beständig -vernichtet, um die Existenz einer bevorzugten Minderzahl -zu ermöglichen. Überall lauert Schrecken und -Gefahr. Um uns davon zu überzeugen, brauchen wir -bloß selbst einmal unterzutauchen. Rasch entschlossen -springen wir über Bord und schauen nun erst, von -wunderbarem, grünem und blauem Glanze umgossen, -die Farbenpracht der Korallenbänke ganz in der Nähe. -Aber bald erfahren wir, daß der Mensch ungestraft -so wenig unter Korallen als unter Palmen wandelt. -Die spitzen Zacken der Steinkorallen erlauben uns -nirgends festen Fuß zu fassen. Wir suchen uns einen -freien Sandfleck zum Standpunkt aus. Aber ein im -Sande verborgener Seeigel (<span class="antiqua">Diadema</span>) bohrt seine fußlangen, -mit seinen Widerhaken bewaffneten Stacheln -in unseren Fuß; äußerst spröde zersplittern sie in der -Wunde und können nur durch vorsichtiges Ausschneiden -entfernt werden. Wir bücken uns, um eine prächtige -smaragdgrüne Aktinie vom Boden aufzuheben, die -zwischen den Schalenklappen einer toten Riesenmuschel -zu sitzen scheint. Jedoch zur rechten Zeit noch erkennen -wir, daß der grüne Körper keine Aktinie, sondern der -Leib des lebenden Muscheltieres selbst ist; hätten wir -es unvorsichtig angefaßt, so wäre unsere Hand durch -den kräftigen Schluß der beiden Schalenklappen elend -<a id="page-154" class="pagenum" title="154"></a> -zerquetscht worden. Nun suchen wir einen schönen -violetten Madreporenzweig abzubrechen, ziehen aber -rasch die Hand zurück; denn eine mutige kleine Krabbe -(<span class="antiqua">Trapezia</span>), die scharenweise zwischen den Ästen wohnt, -zwickt uns empfindlich mit den Scheren. Noch schlimmere -Erfahrungen machen wir bei dem Versuche, die -daneben stehende Feuerkoralle (<span class="antiqua">Millepora</span>) abzubrechen. -Millionen mikroskopischer Giftbläschen entleeren bei -der oberflächlichen Berührung ihren ätzenden Saft auf -unsere Haut, und unsere Hand brennt, als ob wir ein -glühendes Eisen angefaßt hätten. Ebenso heftig brennt -ein zierlicher kleiner Hydrapolyp, der höchst unschuldig -aussieht. Um nicht auch noch mit einem brennenden -Medusenschwarme in unliebsame Berührung zu kommen -oder gar einem der nicht seltenen Haifische zur -Beute zu fallen, tauchen wir wieder empor und -schwingen uns in die Barke. -</p> - -<p> -Welche fabelhafte Fülle des buntesten Tierlebens -auf diesen Korallenbänken durcheinander wimmelt und -miteinander ums Dasein kämpft, davon kann man sich -erst bei genauerem Studium ein annäherndes Bild -machen. Jeder einzelne Korallenstock ist eigentlich ein -kleines zoologisches Museum. Wir setzen z. B. einen -schönen Madreporenstock (<span class="antiqua">Stylopora</span>), den eben unser -Taucher emporgebracht hat, vorsichtig in ein großes, -mit Seewasser gefülltes Glasgesäß, damit seine Korallentiere -ruhig ihren zierlichen Blumenkörper entfalten. -Als wir eine Stunde später wieder nachsehen, ist nicht -nur der vielverzweigte Stock mit den schönsten Korallenblüten -bedeckt, sondern auch Hunderte von größeren -und Tausende von kleineren Tierchen kriechen und -schwimmen im Glase herum: Krebse und Würmer, -Kraken und Schnecken, Tascheln und Muscheln, Seesterne -<a id="page-155" class="pagenum" title="155"></a> -und Seeigel, Medusen und Fischchen; alle vorher -im Geäste des Stockes verborgen. Und selbst wenn -wir den Korallenstock herausnehmen und mit dem -Hammer in Stücke zerschlagen, finden wir in seinem -Inneren noch eine Menge verschiedener Tierchen, -namentlich bohrende Muscheln, Krebse und Würmer -verborgen. Und welche Fülle unsichtbaren Lebens enthüllt -uns erst das Mikroskop! Welcher Reichtum merkwürdiger -Entdeckungen harrt hier noch zukünftiger -Zoologen, denen das Glück beschieden ist, Monate und -Jahre hindurch an diesen Korallenküsten zu verweilen. -</p> - -<p> -Uns war leider nur ein paar kurze Tage lang der -Genuß dieser feenhaften Korallengärten beschieden. -Glücklicherweise begünstigte uns das herrlichste Frühlingswetter, -so daß wir unsere Korallenfischerei mit -dem glänzendsten Erfolg betreiben konnten. Die mitgenommenen -Kisten mit Gläsern und Weingeist waren -in kurzer Zeit völlig mit Korallen und anderen Seetieren -gefüllt. Unsere Boote schleppten ganze Ladungen -von Korallenblöcken zur Korvette, deren Verdeck -bald vollständig damit überhäuft war. Schwerlich ist -wohl noch ein Kriegsschiff, und sicher niemals ein -ägyptisches, so über und über mit Korallen bedeckt -gewesen. Wir konnten später von Suez aus nur zwölf -Kisten damit füllen und nach Hause schicken; der bei -weitem größte Teil mußte zurückbleiben und ziert jetzt -den Garten unseres dort wohnenden Freundes, des -Konsuls Remy. -</p> - -<p> -Ein letzter Besuch am Lande schloß unseren kurzen -Aufenthalt in Tur. Mit dankbarem und gerührtem -Herzen nahmen wir Abschied von Land und Leuten, -von Meer und Korallenbänken. Die Bewohner von -Tur, halb griechischen, halb arabischen Ursprungs, -<a id="page-156" class="pagenum" title="156"></a> -sind arme Fischer; gute unverdorbene Menschen, die -selten mit Fremden in Berührung kommen. Der -günstige Eindruck, den sie uns gleich beim ersten Besuch -gemacht hatten, wurde durch nähere Bekanntschaft nur -verstärkt, und wir erinnern uns mit lebhaftem Vergnügen -der herzlichen Gastfreundschaft, die wir in -ihren niederen Korallenhütten genossen. -</p> - -<p> -Ganz besonderen Dank schulden wir dem braven -Hennaen, dem eingeborenen „Naturforscher von Tur“; -einem Fischer, der schon den früher hier anwesenden -deutschen Naturforschern die wesentlichsten Dienste geleistet -hatte und sich auch bei unserer Korallenfischerei -vorzüglich bewährte. Mit den Lokalitäten der Korallenbänke -von Tur und mit ihren zahlreichen Bewohnern -genau vertraut, vermochte er uns in kürzester Zeit die -reichste zoologische Ernte zu verschaffen. Er besitzt ein -Dokument, in welchem von den früheren Besuchern -seine vortrefflichen Dienstleistungen dankbarst anerkannt -sind, und auch ich konnte nur ein gleich ehrenvolles -Zeugnis hinzufügen. Auf Hennaens ausdrückliche -Bitte mußten wir am letzten Nachmittag vor unserer -Abreise nochmals in seine niedere Korallenhütte kommen, -wo er uns, umgeben von den angesehensten Einwohnern -des Ortes, mit Kaffee und Datteln bewirtete. -Auch verschiedene hübsche Korallen, Sterntiere und -Mollusken, die wir nicht selbst erbeutet hatten, machte -er uns hier noch zum Geschenk. Dann machten wir -noch einen gemeinsamen Spaziergang nach dem kleinen, -eine halbe Stunde vom Dorfe entfernten Palmenhain, -wo neben prächtig entwickelten Dattelpalmen (<span class="antiqua">Phoenix</span>) -auch einzelne Exemplare von der schönen, gabelig -verzweigten Dhumpalme Oberägyptens sich finden -(<span class="antiqua">Hyphaene</span>). Bei der Rückkehr an den Strand besuchten -<a id="page-157" class="pagenum" title="157"></a> -wir noch die Ruine eines kleinen alten Forts, -in der Nähe des Dorfes. -</p> - -<p> -Wie gerne hätten wir noch länger bei unseren -neuen arabischen Freunden verweilt und hätten mit -der kleinen, vor dem Dorfe liegenden Kamelkarawane -eine Wüstenreise angetreten! Wie gerne hätten wir -die so nahe vor uns liegenden gewaltigen Bergkuppen -des Sinai und des Serbal erklommen; und in dem -Mosestal das uralte berühmte Sinaikloster oder in -dem Feirantal die wundervollen Fruchtgärten der -„Sinaiperle“ besucht! Aber unsere Uhr ist leider -abgelaufen! Schon raucht der Schornstein unseres -Dampfers. Die blauen Schatten der Palmen im -gelben Sande neigen sich stark nach Osten und die -Gebirgskuppen des Sinai beginnen sich in magischen -Purpurglanz zu hüllen. Noch erquicken wir uns nach -des Tages schwerer Arbeit durch ein letztes, herrliches -Bad in der blauen, jetzt aber im Abendglanze wirklich -purpurschimmernden Flut des „Roten Meeres“. Nach -herzlichstem Abschiede von den guten Turbewohnern -und besonders von Hennaen und von unseren braven -Tauchern besteigen wir zum letztenmal die Schaluppe -und rudern zum „Khartoum“ hinüber. -</p> - -<p> -Während unsere Korvette die Anker lichtet und sich -nach Norden wendet, genießen wir den unvergeßlichen -Anblick eines Sonnenunterganges, wie man ihn nur -in diesen Breiten und nur in dieser Luft sehen kann. -Gleich dem Zauberbilde einer Fata Morgana strahlt -die ganze Sinaikette mit ihren zackigen Gipfeln in -glühendem Purpur; die Schatten ihrer Klüfte schimmern -in magischem Blau. Am Fuße des Gebirges -gehen diese herrlichen Farbentöne in ein zartes Violett -über, das durch eine gesättigte Lage von tiefem Braun -<a id="page-158" class="pagenum" title="158"></a> -sich vom gelben Wüstensande abhebt. Die glühenden -Farben werden durch das tiefe, fast schwarze Blau des -Meeres kraftvoll gehoben. Die Kronen der Palmen -am Strande, leise im lauen Abendwinde schwankend, -senden uns einen letzten Gruß, und die rasch hereinsinkende -Nacht entzieht das märchenhafte Bild unseren -scheidenden Blicken. Addio Arabia! -</p> - -<p class="src"> -(Aus „Arabische Korallen“.) -</p> - -<h2 class="chapter" id="chapter-0-7"> -<a id="page-159" class="pagenum" title="159"></a> -<span class="firstline"><span class="line1">VI.</span></span><br /> -<span class="line2">Brussa und der asiatische Olymp.</span> -</h2> - -<p class="noindent"> -Wenn man auf dem Seewege nach Konstantinopel -den Hellespontos passiert hat und das Marmarameer -ostwärts durchschneidet, erblickt man am südlichen Gestade -des letzteren in blauer Ferne langgestreckte Bergzüge. -In mehrfach unterbrochenen, edelgeformten Linien -stufenweise ansteigend, finden dieselben in einer majestätischen, -mit ewigem Schnee bedeckten Kuppel ihren -malerischen Abschluß. Diese stolze Gebirgskuppel ist -der Olympos der asiatischen Griechen, der musische -Olymp des Herodot, der bithynische Olmyp anderer -klassischer Autoren. Allerdings erfreut sich dieser asiatische -Olympos nicht des hohen Rufes wie sein europäischer -Namensbruder, der auf der Grenze von Mazedonien -und Thessalien liegt und auf den die altgriechischen -Sagen den Sitz der Götter verlegen. Aber -dennoch wird der abendländische Wanderer durch den -Besuch des ersteren weit mehr als durch die Besteigung -des letzteren befriedigt werden. Denn der wenig besuchte -asiatische Olymp und seine nähere Umgebung ist -mit einer Fülle von Naturschönheiten geschmückt, welche -dem europäischen Götterberge abgehen, und die historischen -Erinnerungen, welche sich an die von ersterem -beherrschte Schaubühne weltgeschichtlicher Dramen knüpfen, -verleihen ihm einen besonderen Reiz. Unmittelbar -<a id="page-160" class="pagenum" title="160"></a> -am Fuße des asiatischen Olymps liegt Brussa, die -von Hannibal gegründete Hauptstadt Bithyniens, die -Wiege der osmanischen Dynastie, eine von türkischen -Dichtern vielbesungene Perle des Orients, welche an -hohem Reiz der Lage mit Damaskus und mit Granada -wetteifert. -</p> - -<p> -Im Abendlande ist Brussa heutzutage ein wenig bekannter -und wenig genannter Ort. Für den Geschichtsforscher -knüpfen sich freilich an diesen Namen hochwichtige -Begebenheiten; dem Arzt ist Brussa durch seine -heilkräftigen, weitberühmten heißen Quellen bekannt, -das „Baden“ des Orients, und für den Kaufmann ist -diese ansehnlichste Handelsstadt Anatoliens durch ihre -Seidenwaren und Samtfabriken von großer Bedeutung. -Aber von den hohen Naturschönheiten Brussas, von -den malerischen Reizen seiner Lage, von dem üppigen -Schmucke seiner südlichen Vegetation, von der Fülle -rauschender Quellen in seinen kühlen Felsentälern ist -in Europa wenig bekannt; unter Tausenden von Touristen, -die jetzt alljährlich nach Konstantinopel reisen, -gelangen nur sehr wenige nach dem kaum eine Tagereise -davon entfernten Brussa. Und doch ist sicher ein -Besuch dieses herrlichen Ortes weit lohnender, als viele -berühmte „Sehenswürdigkeiten“ des Orients. -</p> - -<p> -Der Besuch, den ich selbst im April 1873 dem asiatischen -Olymp und Brussa abstattete, ist mir unter den -vielen anmutigen Erinnerungen, die ich von meiner -damals unternommenen Orientreise mit nach Hause -brachte, eine der wertvollsten geblieben; und wenn ich -hier eine flüchtige Skizze davon mitteile, so hoffe ich, -dadurch manchen Leser, den sein Glücksstern nach den -reizenden Ufern des Bosporus führt, zu veranlassen, -<a id="page-161" class="pagenum" title="161"></a> -von der türkischen Hauptstadt aus diesen höchst lohnenden -Ausflug nach der Residenz der ersten Sultane des -Osmanenreiches zu unternehmen. Insbesondere möchte -ich aber dadurch diesen oder jenen Landschaftsmaler -auf die ungehobenen Schätze aufmerksam machen, die -sein Auge in Brussa und seiner Umgebung reicher als -in den ausgebeuteten Gefilden von Neapel, Palermo -oder Granada finden wird. -</p> - -<p> -Wenige Wochen, bevor ich nach Brussa kam, hatte -ich in Kairo die Märchen von Tausend und einer Nacht -lebendig an mir vorüberziehen sehen, hatte von der -Pyramide des Cheops einen Blick in die Libysche Wüste -getan und von Suez auf einem Kriegsschiffe des Khedive -einen höchst interessanten Ausflug zu den Korallenbänken -des Roten Meeres am Fuße des Sinai unternommen. -Von Alexandrien war ich darauf nach Smyrna gefahren, -von wo ich in Gesellschaft liebenswürdiger deutscher -Landsleute Exkursionen nach dem klassischen Trümmerstätten -von Magnesia und Ephesus unternahm, in -ersterem das uralte, in den Felsen gehauene Riesenbild -der Niobe, in letzterem die kürzlich ausgegrabenen -Substruktionen des weltberühmten Dianatempels bewundernd. -Wenige Tage später genoß ich auf der -Akropolis von Athen und auf den Tempelruinen von -Eleusis unvergeßliche Stunden lebendiger Erinnerung -an die Blüte des klassischen Altertums; und abermals -nach wenigen Tagen erfreute ich mich an den Ufern -des Bosporus und am Goldenen Horn von Konstantinopel -der Fülle von Natur- und Kunstgenüssen, von -historischen Reminiszenzen und ethnographischen Bildern, -mit denen die gewaltige Hauptstadt des Türkenreiches -noch heute geschmückt ist. Und doch, nachdem -alle diese wunderbaren Gemälde des Orients in der -<a id="page-162" class="pagenum" title="162"></a> -raschen Folge weniger Wochen an meinem Auge vorübergegangen -waren, nachdem die Phantasie durch das -Übermaß der genossenen großartigen und mannigfaltigen -Bilder übersättigt erschien, vermochte zuletzt -noch das herrliche Brussa einen so tiefen Eindruck zu -hinterlassen, daß ich mir keinen schöneren und harmonischeren -Abschluß zu der langen Reihe der bunten -vorhergegangenen Orientbilder wünschen könnte. -</p> - -<p> -Es war ein heiterer, wolkenloser Frühlingsmorgen, -als ich am 25. April 1873 in Gesellschaft des bekannten -Landschaftsmalers Ernst Körner aus Berlin die -Fahrt nach Brussa antrat. Der Kanzler am deutschen -Generalkonsulat in Konstantinopel, Herr Rohnstock, -welcher der türkischen Sprache vollkommen mächtig ist, -begleitete uns und hatte die Güte, die Rolle eines Dolmetschers -zu übernehmen. Während die aufsteigende -Morgensonne mit ihren ersten Strahlen die Fenster -von Skutari und von den kleineren Ortschaften am -asiatischen Ufer des Bosporus vergoldete, stiegen wir -nach der großen Brücke hinunter, welche an der Ausmündung -des Goldenen Horns das fränkische Pera mit -dem alttürkischen Stambul verbindet. In der Nähe -dieser Brücke ankern die kleinen Dampfboote, welche -mehrmals wöchentlich von Konstantinopel nach dem -Golfe von Mudania fahren. Die kleine Stadt Mudania -liegt am südlichen Gestade des Marmarameeres, -in gerader Linie etwa sechs deutsche Meilen südwärts -von Stambul entfernt. Sie ist der Hafenort von Brussa -und steht durch eine gute, vier Meilen lange Fahrstraße -mit ihm in Verbindung. -</p> - -<p> -Ein leichter Kaik, einer venezianischen Gondel ähnlich, -führt uns von der Perabrücke zu dem kleinen -<a id="page-163" class="pagenum" title="163"></a> -Dampfer hinüber; wir finden sein Verdeck bereits dicht -besetzt mit türkischen Landleuten in buntfarbiger Tracht, -mit zerlumpten Fischern und verschleierten Weibern. -Um acht Uhr lichtet unser Schiff die Anker und bahnt -sich mühsam seinen Weg durch das dichte Gewühl von -Fahrzeugen aller Nationen, welche den größten Hafen -des Orients erfüllen. Rasch durchkreuzen wir das südliche -Ende des Bosporus, lassen die malerische, mit -Zypressen bedeckte Serailspitze von Stambul zu unserer -Rechten, den alten Leanderturm und den riesigen Begräbnisplatz -von Skutari mit seinem berühmten Zypressenwald -zu unserer Linken liegen, und ergötzen uns -an dem wundervollen Bilde, welches das alte Stambul -hier von der Südseite gewährt. Je weiter wir uns von -ihm entfernen, desto imposanter tritt die gewaltige -Häusermasse der türkischen Hauptstadt auf ihren Hügeln -hervor; die Kuppeln ihrer zahlreichen Moscheen und -die schlanken Minarette daneben schimmern golden im -Glanze der Morgensonne. Unten am Strande zieht sich -der Rest der alten Stadtmauer hin, deren westliches -Ende mit dem malerischen Schlosse der sieben Türme -abschließt. Dieses mächtige alte Kastell spielte lange -Zeit als Zitadelle der Hauptstadt eine wichtige Rolle -bei den Belagerungen und erinnert uns mit seinen -mittelalterlichen Mauerkränzen und Turmzinnen an -die gewaltigen Ereignisse, die hier im Laufe von zwei -Jahrtausenden vorübergezogen sind. Doch werden wir -in diesen historischen Betrachtungen bald durch den -modernen Pfiff der Lokomotive gestört, die längs der -Mauern hindampft; sie befährt den neuen Schienenweg -nach Adrianopel, welcher wenige Monate nach -unserer Anwesenheit dem Verkehr übergeben wurde; -ein wichtiger Fortschritt zur abendländischen Kultur -<a id="page-164" class="pagenum" title="164"></a> -und somit zur Auflösung des altersschwachen Osmanenreiches. -</p> - -<p> -Während wir südwärts steuern, entschwindet das -glänzende Bild der Konstantins-Stadt allmählich unseren -Blicken. Wir fahren ziemlich nahe an den Prinzeninseln -vorüber, den lieblichen, mit Villen und Gärten bedeckten -Eilanden, auf denen im heißen Sommer die vornehmen -Bewohner von Pera und Stambul sich vom staubigen -Gewühl des Alltagstreibens erholen. Scharen von Delphinen -umspielen unser Schiff und tauchen mit ihren -Rückenflossen sich tummelnd empor. Unser Kurs geht -gerade auf eine steile, links weit vorspringende Landspitze -zu, das „Bos burun“ oder das „Vorgebirge des -Eises“. Zwischen diesen und den Prinzeninseln öffnet -sich zu unserer Linken ein tief einschneidender, von bewaldeten -Bergen umgebener Meerbusen, der Golf von -Nikomedia, der „Sinus Astacenus“ der alten Römer. -Tief im Grunde desselben liegt das unbedeutende Städtchen -Isnikmid, der letzte Rest des mächtigen alten Nikomedia, -jener früheren Residenz der bithynischen Könige, -die durch zahlreiche Erdbeben verwüstet wurde. -</p> - -<p> -Zu unserer Rechten taucht jetzt aus der blauen Flut -das schöne Eiland Kalolimni auf; wir fahren zwischen -ihm und dem Eiskap hindurch und werden durch den -herrlichen Anblick des Golfs von Mudania überrascht. -Rings von langgestreckten, schöngeformten Bergketten -umschlossen, deren Füße kulissenartig vorspringen, -gleicht dieser Golf, der „Sinus Cianus“ der Alten, -einem großen, stillen Landsee. An seinen Gestaden -landete Jason auf der Argonautenfahrt. Am südlichen -Ufer des Golfs, wo er sich in das Marmarameer öffnet, -liegt das Städtchen Mudania, eine Doppelreihe ärmlicher -Holzhäuser, von vielen pyramidenförmigen Lebensbäumen -<a id="page-165" class="pagenum" title="165"></a> -(<span class="antiqua">Thuja</span>) überragt. Ihre Bewohner sind zum -größten Teile griechische Gärtner und Weinbauer. Die -Tochter eines solchen war die hier geborene Sophia -Witt, die später durch ihre Schönheit und ihren Geist -berühmt gewordene Gräfin Potocka. -</p> - -<p> -Um zwölf Uhr mittags legt unser Boot an der -Landungsbrücke von Mudania an. Nachdem wir uns -bei den Polizeibeamten mittels unseres türkischen Passes -legitimiert haben, besteigen wir einen der bereitstehenden -offenen Wagen, der mit zwei schmucken Schimmeln -bespannt ist, und im munteren Trab fahren wir auf -der Landstraße nach Brussa. -</p> - -<p> -Die Mittagssonne entsendete jetzt glühende Strahlen -vom wolkenlosen Aprilhimmel Kleinasiens herab, und -zu unserer Linken schlugen die plätschernden Wellen -des spiegelklaren Meeres so verführerisch auf den weichen -Sand des schmalen Strandes, daß wir der Versuchung -nicht widerstehen konnten, unsere Fahrt nach kurzer -Dauer zu unterbrechen und ein improvisiertes Bad zu -nehmen. Köstlich erfrischt von den kühlen Wellen und -von einem frischen Trunk aus einer Felsenquelle, die -nach kurzem Lauf sich ins Meer ergießt, gingen wir -jetzt eine Strecke neben dem Wagen aufwärts. Die -Straße steigt zwischen Olivengärten und Weinbergen -in vielen Windungen bergan. Je höher wir hinaufkommen, -desto schöner gestaltet sich der Blick auf den -blauen Golf zu unseren Füßen und auf die edelgeformten, -teils bebauten, teils bewaldeten Berge, die denselben -in stattlichem Kranze umschließen. Besonders -werden unsere Blicke durch den hohen, südöstlich gelegenen -Berg Usuntschar gefesselt, seine ungemein schöne -Form erinnert auffallend an den berühmten „Monte -Pellegrino“ bei Palermo. -</p> - -<p> -<a id="page-166" class="pagenum" title="166"></a> -Nachdem wir anderthalb Stunden gestiegen, haben -wir den Sattel des langgestreckten Bergrückens erreicht, -welcher den Golf von Mudania und die Ebene von -Brussa trennt, und wir fahren nun, nach einem letzten -Rückblick auf das Marmarameer, hinter dem türkischen -Dorfe Tschakirchan durch eine felsige Schlucht bergab. -Am Ausgange der letzteren überrascht uns plötzlich die -großartige Aussicht auf den weiten grünen Talkessel -von Brussa, überragt von der gewaltigen, den ganzen -südlichen Hintergrund ausfüllenden Granitpyramide -des schneegekrönten Olympos. Das frischeste Frühlingsgrün -schmückt die lachende Ebene zu unseren Füßen, -mitten hindurch windet sich in weitem S-förmigen -Doppelbogen der anmutige Fluß Nilufer. Er umgürtet -den Fuß des Olymps und nimmt in sein Bett -die zahllosen Bergbäche und Quellen auf, die den westlichen -und nördlichen Abhängen des Berges entströmen. -Den schönen Namen Nilufer — d. h. „Lotosblume“ -(<span class="antiqua">Lotos Nenufar</span>) — verdankt der Fluß einer griechischen -Prinzessin, die durch ihre Schönheit und Anmut weit -berühmt war. Diese unglückliche Fürstin wurde während -ihres Hochzeitsfestes auf dem festen Schlosse -Biledschik von dem Sultan Osman, dem Gründer der -Osmanendynastie, überfallen, räuberisch entführt und -in den Harem seines Sohnes Orchan eingesperrt. -Hier wurde sie später die Mutter des kriegerischen -Sultan Murad I. -</p> - -<p> -Nach halbstündiger heißer Fahrt durch die Ebene, -deren Wiesen stellenweise ganz blau von Irisblüten -waren, hatten wir das Gestade des Nilufer erreicht -und hielten Rast im Schatten eines anmutigen Eichenhaines; -ein türkisches Kaffeehaus erquickte uns mit -köstlichem Mokkatrank. Hier zog auf der Straße eine -<a id="page-167" class="pagenum" title="167"></a> -lange Karawane von schweren anatolischen Lastkameelen -an uns vorüber, wie man sie in den Straßen von -Smyrna so oft sieht. Mit Ballen von kostbarer Brussaseide -belastet, gingen die schwerfälligen Tiere gravitätisch -hintereinander her, durch Stricke zu einer langen Kette -verbunden. Den Kopf der langen Kolonne bildete ein -kleiner kluger Esel, wie er hier gewöhnlich als Führer -der Kamelzüge auftritt. Denn das Langohr vertritt -hier im Morgenlande die leitende Intelligenz der Huftiere, -im Gegensatze zu den im Abendlande herrschenden -Anschauungen. -</p> - -<p> -Je mehr wir uns auf unserer weiteren Fahrt dem -Olympgebirge näherten, desto mehr entfalteten sich die -landschaftlichen Reize der Gegend. In freundlichem -Gegensatze zu den dunkeln, waldigen Schluchten des -Gebirges zeigte sich die üppige Fruchtbarkeit des Tales -in lachendem Frühlingsgrün. Plätschernde Brunnen -und mächtige Platanen an den Seiten des Weges verbreiteten -Kühlung und Schatten. -</p> - -<p> -Die Sonne neigte sich schon stark gen Westen, als -wir in die Stadt einfuhren. Unsere Ankunft gestaltete -sich dadurch besonders festlich, daß gerade ein griechischer -Feiertag war. Die ganze griechische Bevölkerung, in -die buntesten Festgewänder gekleidet, lustwandelte vor -der Stadt und erfreute sich des schönen warmen Frühlingsabends. -In heiteren Gruppen lagerten viele Familien -auf den blumigen Hügeln vor den Mauern und -ergötzten sich mit Musik, Spiel und Tanz. Keine schönere -Staffage hätte den Vordergrund des herrlichen Bildes -zieren können, das die prächtige Stadt mit ihren zahllosen -Minaretten und Kuppeln, im Glanze der Abendsonne -funkelnd, unseren entzückten Augen darbot. -</p> - -<p> -<a id="page-168" class="pagenum" title="168"></a> -In dem schön gelegenen „Hotel du Mont Olymp“, -dem einzigen europäischen Gasthofe von Brussa, fanden -wir freundlichste Aufnahme und beste Verpflegung. Der -treffliche Wirt desselben, Don Franzesco Franchi aus -Florenz, war in jeder Weise bemüht, uns unseren -Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen. Seine -köstlichen Orangen und Feigen, die vorzüglichen <span class="antiqua">Maccaroni -con pomi d’oro</span> und die leckeren Forellen aus den -Olymposbächen, gewürzt durch den edlen, rosenroten, -am Fuße des Götterberges gewachsenen Wein, mundeten -uns so vortrefflich, als ob es Nektar und Ambrosia von -der olympischen Göttertafel selbst gewesen wäre. Dabei -ergötzten sich unsere Geruchsnerven an den aromatischen -Blumendüften der zahlreichen benachbarten -Gärten, in denen Rosen und Lilien, Jasmin und -Nelken, Daphne und Balsamine in üppigster Fülle -blühten; und als ob Vater Zeus am Tore seiner Götterwohnung -alle Sinne gleichmäßig entzücken wolle, wurden -wir noch am späten Abend durch ein unerwartetes -Konzert überrascht. Denn als wir das Verlangen -nach Speise und Trank gesättigt hatten, unsere Schlafzimmer -aufsuchten und auf deren Balkon hinaustraten, -um die würzige Abendluft zu atmen, tönte uns aus der -benachbarten Waldschlucht der melodische Gesang zahlreicher -Nachtigallen entgegen. Während diese liebliche -Sängerin bei uns meistens die Einsamkeit aufsucht, -wohnt sie in Kleinasien scharenweis in den Gärten und -scheint im Wettgesange besondere Kunst zu entfalten. -Jeden Abend, wenn wir in Brussa unser Lager aufgesucht -hatten, lauschten wir noch lange ihren entzückenden -Liedern und wurden erst spät dadurch in -den süßesten Schlaf gesungen. -</p> - -<p> -Waren so schon die ersten Eindrücke, die wir am -<a id="page-169" class="pagenum" title="169"></a> -Abend unserer Ankunft in Brussa empfingen, höchst -angenehm, so überzeugten uns unsere Wanderungen -in der Stadt und in der näheren Umgebung bald, daß -eine lieblichere Sommerfrische im Orient wohl nicht -gefunden werden kann. Fürwahr, die türkischen Dichter -haben recht, wenn sie diese Stadt als ein irdisches -Paradies besingen. Reizend schön, lieblich und großartig -zugleich ist die ganze Lage und Umgebung der -Stadt, in vieler Beziehung derjenigen von Granada -ähnlich. Als ich auf der alten Schloßruine von Brussa, -auf steilem Felsen hoch über der Stadt stand, und als -mein Blick über die Häusermassen, Kuppeln und Gärten -zu meinen Füßen schweifte, und weiter hinaus über -die ausgedehnte, üppige grüne Ebene und in blauer -Ferne über den umschließenden Kranz von malerischen -Höhenzügen, da tauchte lebendig die Erinnerung an -das herrliche Panorama in mir auf, das ich vor Jahren -auf der Alhambra und über der berühmten Vega von -Granada genossen hatte. Wie die andalusische Hauptstadt -von den schneegekrönten Höhen der Sierra Nevada, -so wird Brussa von dem gewaltigen Schneehaupte des -Olymp überragt. Hier wie dort erhält die Lage der -Stadt ihren besonderen Reiz durch die Anlehnung an -das wilde und großartige Gebirge, durch den Quellenreichtum -der buschigen Felsenschluchten und durch die -üppige Vegetation der von vielen Bächen bewässerten -Ebene. Auch bieten die beiden Städte viele Vergleichungspunkte -in den zahlreichen und prächtigen Denkmälern -islamitischer Kunst und Geschichte, mit denen -sie noch heute geschmückt sind. Aber die Verhältnisse -sind in Brussa großartiger und gewaltiger als in -Granada. Die anatolische Osmanenresidenz mit ihren -vielen hundert glänzenden Kuppeln, weißen Minaretten -<a id="page-170" class="pagenum" title="170"></a> -und schwarzen Zypressen daneben ist weit malerischer -als die berühmte andalusische Kalifenresidenz, und auch -in bezug auf die sprudelnde Wasserfülle und die Üppigkeit -der südlichen Vegetation ist die erstere der letzteren -weit überlegen. Im übrigen aber hat doch der landschaftliche -Charakter beider Gegenden sehr viel Ähnlichkeit, -und es legt ein gutes Zeugnis für den Schönheitssinn -und das feine Naturgefühl der mohammedanischen -Fürsten ab, daß sie ebenso in Kleinasien wie in -Spanien die mit den höchsten Naturreizen geschmückte -Stadt zum bleibenden Herrschersitz wählten. Das Gegenteil -gilt von den christlichen Königen Spaniens, den -Gönnern der heiligen Inquisition; denn diese erwählten -zu ihrer Residenz das traurige Madrid, mitten auf -der öden Hochebene von Kastilien, ohne Wald und -ohne Wasser. -</p> - -<p> -Die üppige Ebene von Brussa, die südlich vom -Olympgebirge, nördlich von den Höhenzügen des Arganthonios -(jetzt Katirli) umschlossen wird, ist ungefähr -vier deutsche Meilen lang, eine Meile breit, und fast -in ihrer ganzen Ausdehnung teils mit fruchtbaren -Wiesen, teils mit Maulbeerpflanzungen bedeckt. Dieser -Maulbeerwald ist das große Proviantmagazin für die -Seidenraupen, welche Brussas wichtigsten Handelsartikel, -die kostbare Brussaseide, spinnen. Zahlreiche, -aus dem Olymp hervorquellende Bäche sorgen für beständige -Bewässerung der Ebene. Während die Hauptmasse -des Olymp nach Süden steil abfällt, strahlen -nach Norden von seinem Fuße zwölf gewaltige Bergrücken -aus, zwischen denen ebensoviele Schluchten liegen. -In jeder Schlucht rauscht ein Bergstrom, der aus tausend -Quellen das schmelzende Schneewasser des Olympgipfels -sammelt. Diese Bergströme führen auch im -<a id="page-171" class="pagenum" title="171"></a> -heißesten Sommer eine nie versiegende Wasserfülle in -das Tal, und darin liegt bei dem köstlichen Klima die -Hauptursache der üppigen Vegetationsfülle, wie des -poetischen Reizes der herrlichen Gegend. Überall rieseln -kalte und warme Quellen aus den Schluchten des Götterberges, -Wasserfälle stürzen von seinen jähen Felswänden, -plätschernde Brunnen versorgen alle Teile der Stadt, -und hier wird der Koranspruch zur Wahrheit: -</p> - -<div class="poem-container"> - <div class="poem"> - <div class="stanza"> - <p class="verse">„Das Wasser hat Leben</p> - <p class="verse">Allen Dingen gegeben.“</p> - <p class="verse2">(<span class="antiqua">Min el — mai</span></p> - <p class="verse2"><span class="antiqua">Küllun schejun hai.</span>)</p> - </div> - </div> -</div> - -<p class="noindent"> -Eine von den erwähnten Schluchten, wegen ihrer -himmelhohen Felswände das Himmelstal (Gökdereh) -genannt, geht durch den östlichen Teil der Stadt mitten -hindurch und ist von einer kühnen Brücke überspannt. -Im Grunde rauscht der wilde Bergstrom über Felsentrümmer, -während die Felsenmauern an beiden Seiten, -unterhalb der Häuser, mit Buschwerk und Schlingpflanzen -behangen sind. Eine andere, kleinere, aber -ebenfalls sehr malerische Schlucht (Kodocha Naib) durchschneidet -den westlichen Teil der Stadt. Zwischen diesen -beiden Schluchten erheben sich, mitten über Brussa, auf -einer gewaltigen, fast senkrecht abfallenden Felsenterrasse, -die Ruinen der Zitadelle und der ältesten -osmanischen Herrscherpaläste, derjenigen von Muhammed I. -und Murad I., daneben die Moschee Sultan Orchans -und die Grabkapellen von Orchan und Osman. -Auch vom Marmorbade des Harems sind noch bedeutende -Reste vorhanden. Von der alten Festung, -der ältesten des osmanischen Reiches, sind nur noch -ein paar Mauern und Turmruinen übrig, und im Grase -versteckt liegen vier uralte, verrostete, eiserne Kanonenläufe. -<a id="page-172" class="pagenum" title="172"></a> -Wilder Wein und Efeu überziehen wuchernd das -zerfallene Trümmerwerk. Gleich hinter der Zitadelle -liegt Bunarbaschi, das „Quellenhaupt“, einer der beliebtesten -öffentlichen Spaziergänge Brussas. Hier trifft -man jederzeit, besonders aber gegen Abend, lustwandelnde -oder auf den Rasenplätzen gelagerte Gruppen, -die im Schatten alter Platanen ihren Tschibuk rauchen, -Kaffee schlürfen und dem Gemurmel der vorübereilenden -Bergbäche lauschen. -</p> - -<p> -Unmittelbar an diese reizende Promenade stößt ein -Friedhof mit mächtigen alten Zypressen, und wenn wir -diesen durchschreiten und dann auf einem anmutigen -Felsenpfade den Berg eine Viertelstunde hinansteigen, -so kommen wir zu den berühmten Wallfahrtsorten -zweier mohammedanischer Heiligen, Murad Abdal und -Seid Nassir. Von hier genießen wir bei Abendbeleuchtung -eine der schönsten Aussichten über die ganze, zu -unseren Füßen liegende Stadt, über die weite grüne -Ebene und über die fernen Arganthoniosberge, die im -Glanze der Abendsonne sich in das zarteste rosige Gewand -hüllen. -</p> - -<p> -Nicht weniger als 365 malerische Aussichtspunkte -und anmutige Spaziergänge zählen die Bewohner von -Brussa mit Stolz in ihrer herrlichen Umgebung auf, -und ebenso groß soll auch die Zahl der glänzenden -Kuppeln, der Moscheen und Gruftkirchen sein, die aus -dem bunten Häusermeer der Stadt und aus den überall -eingestreuten grünen Gärten hervorragen. Doch ist wohl -die Mehrzahl derselben jetzt halb verfallen oder ganz -zerstört. Immerhin dürften noch gegen 200 Kuppeln -vorhanden sein, und diese gehören nebst den schlanken -Minaretten und den uralten Zypressen zu den charakteristischen -Zierden der Stadt. Die weißen Minarette, -<a id="page-173" class="pagenum" title="173"></a> -die gleich hohen Marmorsäulen über die metallglänzenden -Kuppeln der Moscheen emporstreben, stehen in -lichtvollem Kontrast zu den düstern, schwarzgrünen -Zypressen, welche überall einzeln und gruppenweise in -der Stadt und ihrer nächsten Umgebung zerstreut sind. -Nie habe ich gewaltigere und ehrwürdigere Zypressen -gesehen als hier in Brussa. Verglichen mit diesen mächtigen, -uralten Riesen, erschienen mir die berühmten -Zypressen der Villa d’Este in Tivoli bei Rom als -schlanke Jünglinge. Überaus wirkungsvoll heben sich -ihre dichten, schwarzen Nadelpyramiden auf der lichtvollen -und farbenprächtigen Landschaft von Brussa ab, -besonders wenn die untergehende Sonne diese mit einem -zauberhaften roten Glanze überzieht. -</p> - -<p> -Gleich allen anderen Städten des Orients ist auch -Brussa im Innern viel weniger anziehend als von -außen. Doch zeichnen sich die engen Straßen durch -verhältnismäßige Reinlichkeit aus, und die blumenreichen -Gärten hinter den Häusern geben ihnen einen -freundlichen Charakter. Die Stadt zieht sich über eine -Stunde lang am Olympabhange hin, ist aber kaum -eine Viertelstunde breit. Die Einwohnerzahl, früher -weit über hunderttausend, beträgt jetzt kaum 70000, -darunter ungefähr 10000 Armenier, 6000 Griechen -und 3000 Juden. Auch einige deutsche Kaufleute leben -in Brussa, darunter ein Badenser, namens Schwab, -der zugleich das Amt eines deutschen Vizekonsuls vertritt. -Wir lernten in ihm einen ebenso liebenswürdigen -als fein gebildeten und poetisch begabten Landsmann -kennen und denken mit Vergnügen an die höchst -angenehmen Abende zurück, die wir in seinem gastfreien -Hause verlebten. Ganz besonders erfreut war -ich, in Herrn Schwab einen warmen Freund der -<a id="page-174" class="pagenum" title="174"></a> -„Natürlichen Schöpfungsgeschichte“ zu entdecken und -zu hören, daß er dem „Darwinismus“ unter den Anwohnern -des asiatischen Olympos schon manchen Anhänger -geworben hat. -</p> - -<p> -Unter den öffentlichen Gebäuden von Brussa sind -vor allen die von den ältesten Osmanen-Sultanen gegründeten -Moscheen und Grabdenkmäler von Interesse, -sowohl durch ihren architektonischen Schmuck als durch -die daran geknüpften historischen Erinnerungen. Alle -die älteren Herrscher der Osmanen-Dynastie haben sich -hier durch schöne Kuppeldome verewigt: voran Osman, -Ertoghruls Sohn, der als Gründer des Osmanenreichs -sich welthistorische Bedeutung erwarb; dann -Orchan, der nach langer hartnäckiger Belagerung im -Jahre 1326 Brussa eroberte, kurz vor dem Tode seines -Vaters Osman; darauf Murad I., welcher den Schrecken -der türkischen Waffen nach Europa trug und 1389 in -der siegreichen Schlacht auf dem Amselfeld in Serbien -fiel. Murads Sohn war Childrim Bajasid, der „Blitzstrahl“, -der gewaltige Krieger, der bis in das westliche -Ungarn vordrang, 1396 bei Nikopolis den deutschen -Kaiser Sigismund schlug, selbst aber 1402 in der furchtbaren -Schlacht bei Angora von dem Mongolen Timur -geschlagen und gefangengenommen wurde. Auf Bajasid -folgte sein Sohn Mohammed I., auf diesem Murad II. -und dann Mohammed II., der 1453 Konstantinopel eroberte. -Alle diese mächtigen Sultane des Osmanenreiches, -die das ganze Abendland mit ihrer furchtbar -wachsenden Macht in Schrecken setzten, haben in Brussa -eine Zeitlang residiert und Moscheen gestiftet; die -meisten sind auch dort begraben. -</p> - -<p> -Auf der Ostseite der Stadt hat Childrim Bajasid -seine Moschee erbaut, durch edle Einfachheit ausgezeichnet. -<a id="page-175" class="pagenum" title="175"></a> -Daneben steht sein Grabmal, im ältesten und -einfachsten Stil der osmanischen Baukunst. Nicht weit -davon erhebt sich auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht -die prachtvolle Moschee Mohammeds I., die für die -schönste des ganzen osmanischen Reiches gilt. Polierte -Platten von buntfarbigem Marmor schmücken die -Außenwände, so daß der Dom schon von fern wie -ein Edelstein glänzt. Ein wundervolles Tor, mit den -zierlichsten Marmorarabesken, führt in das Innere, -das mit blauen und grünen Porzellanplatten getäfelt -ist; darauf prangen Koraninschriften in weißem Schmelz. -Der Mirab (die Nische, worin der Koran liegt) ist -von rotem Marmor, mit Gold verziert. Auch die -Kuppeln und Minarettes dieser wundervollen Moschee -waren ehedem ganz mit grünem persischen Porzellan -bekleidet, weshalb sie den Namen der „grünen Moschee“ -erhielt. -</p> - -<p> -Am anderen Ende von Brussa, nahe dem westlichen -Eingang, liegt an einem höchst malerischen Platze, von -hohen Platanen und Zypressen umgeben, die „<span class="antiqua">Muradieh</span>“, -die Moschee und Gruftkirche Murads II., daran -stoßend ein Dutzend Mausoleen, Kapellen und Schulen. -In den Gruftkirchen hängen noch Kleider und Waffen -der Sultane und ihrer Familien. Auf den Sarkophagen -liegen schwarze Samtdecken, mit Silber und -Gold gestickt, davor der Koran und Gebetbücher in -prächtigen alten Pergamentbänden mit feiner Malerei. -Reizend ist der Garten vor dieser Moschee, in welchem -jetzt eben Rosen, Lilien und Jasmin ihre Wohlgerüche -ausströmen. -</p> - -<p> -Die größte Moschee von Brussa, auf dem höchsten -Punkte der Stadt gelegen, ist vom Sultan Murad I. -<a id="page-176" class="pagenum" title="176"></a> -angefangen, von seinem Sohn Bajasid I. fortgeführt -und erst von seinem Enkel Mohammed I. vollendet. -Sie bildet ein Quadrat von 200 Fuß Seitenlänge, -und ihr Dach ist aus 19 Kuppeln zusammengesetzt. -An Stelle der zwanzigsten befindet sich ein mächtiges -kreisrundes Fenster und darunter ein großes viereckiges -Wasserbecken, in dem Forellen spielen; eine Eigentümlichkeit -dieser Moschee. Mirab und Estrade sind mit -Marmorarabesken, Pfeiler und Wände mit seltsamen -Schriftzügen, Sprüchen aus dem Koran geschmückt. -Früher wurde diese Moschee in den Ramasannächten -mit 700 Lampen erleuchtet. -</p> - -<p> -Viele von den Moscheen und den andern merkwürdigen -Gebäuden Brussas, die Hammer in seinem -„Umblick auf einer Reise von Konstantinopel nach -Brussa“ (1818) genau beschrieben hat, sind gelegentlich -der wiederholten Verheerungen der schönen Stadt -durch Krieg, Feuersbrünste und Erdbeben, insbesondere -durch das letzte große Erdbeben von 1855, zerstört -worden. Unter den wohlerhaltenen Gebäuden sind -besonders noch die warmen Bäder zu erwähnen, schön -gewölbte Kuppeldome, in denen mächtige warme Quellen -sprudeln. Diese Thermalquellen, sieben an der Zahl, -brechen aus den Tiefen des Olymp hervor; sie waren -schon im Altertum wegen ihrer Heilkraft berühmt und -wurden vielleicht für Hannibal die Veranlassung, hier -die Stadt zu gründen, die er seinem Gastfreunde und -Gönner, dem Könige Prusias von Bithynien zu Ehren -„Prusa“ nannte. Noch jetzt werden die Heilquellen -Brussas alljährlich von mehreren tausend Patienten -aus allen Teilen des Orients besucht. In manche der -Bäder werden heiße und kalte Quellen nebeneinander -geleitet und nach Bedürfnis in den Marmorbassins -<a id="page-177" class="pagenum" title="177"></a> -gemischt. Die Temperatur ist teilweise ausnehmend -hoch und beträgt bei den vier mächtigen Hauptquellen -66 Grad R. -</p> - -<p> -Unter den Ausflügen, die wir von Brussa aus -unternahmen, war der weiteste und interessanteste die -Ersteigung des Olymp. Am 26. April um 5 Uhr -morgens bestiegen wir die starken türkischen Bergpferde, -welche uns auf den ungefähr 8000 Fuß hohen Götterberg -hinauftragen sollten. Zwei berittene und bewaffnete -Türken dienten uns als Führer und als Eskorte. -Der klare wolkenlose Himmel und die empfindlich -kalte Morgenluft versprachen uns einen schönen -Tag, und sie hielten Wort. Nachdem wir die Stadt -am östlichen Ende verlassen und eine kurze Strecke -durch Weingärten geritten waren, führte uns ein steiler -und steiniger Pfad in dem Walde aufwärts, der als -dichter grüner Mantel den ganzen unteren Teil des -gewaltigen Berges einhüllt. Der nördliche Abhang -des Olymp gliedert sich in drei verschiedene Terrassen, -von denen die unterste gegen 2000, jede der beiden -oberen ungefähr 3000 Fuß hoch ist. Die oberste Terrasse -ist fast ohne Baumwuchs, die mittlere mit Nadelholz, -die untere mit Laubholz bedeckt; hier unten bestand -auf unserem Wege der Laubwald größtenteils -aus edlen Kastanien und Nußbäumen, weiter oben -gesellten sich dazu viele Buchen und Eichen. Wilder -Wein, Waldreben, Brombeeren und andere Schlingpflanzen -winden sich in zierlichen Girlanden von Baum -zu Baum und dichtes Efeugewand umschließt die -altersgrauen Stämme. Der Boden zwischen den Baumwurzeln -ist mit einem lachenden Teppich bunter Frühlingsblumen -geziert: roten Anemonen, violetten Hyazinthen, -blauen Veilchen, gelben Ranunkeln und weißen -<a id="page-178" class="pagenum" title="178"></a> -Narzissen. Der gelbe Jasminstrauch verbreitet mit -seinen zierlichen Blütentrauben ringsum balsamischen -Duft. Der Weg führt eine lange Strecke an dem -steilen östlichen Rande des Gökdereh oder Himmelstales -empor, dessen gewaltiger Felsenkessel mit senkrecht -abfallenden Wänden in schwindelnder Tiefe zu -unseren Füßen liegt. Die granitische Felsenmasse des -Olymp ist auf dieser ersten Terrasse zum größten Teile -von einem Gürtel von schiefrigem Gneiß umgeben, -jedoch ist derselbe an vielen Stellen von weißem Marmor -durchsetzt. Auf der zweiten Terrasse tritt fast -überall der Granit zutage. Auf der dritten Terrasse -ist der rote Granit wieder vielfach von grauem und -weißem Marmor bedeckt, der auch den Gipfel bildet. -</p> - -<p> -Nachdem wir etwa eine Stunde lang an der oberen -Kante der Himmelsschlucht emporgestiegen waren, erreichten -wir an der Grenze der ersten und zweiten Terrasse -einen sehr anmutigen Platz. Der Wald ist hier -auf eine ausgedehnte Strecke gelichtet und der quellenreiche -Felsboden mit üppigem Rasen bedeckt. Das -Gebell großer zottiger Wolfshunde, die uns entgegensprangen, -lenkte unsere Blicke auf eine Ziegenherde, -die in einiger Entfernung am Felsenhang weidete, und -daneben wurden wir einige sonderbare Zelte von halbtonnenförmiger -Gestalt gewahr. Es waren die Sennhütten -turkomanischer Hirten, die den Sommer über -auf den Abhängen des Olymp Alpenwirtschaft treiben. -Im Winter ziehen sie als unstete, halbwilde Nomaden -in der Ebene umher. Ihre Schafe und Ziegen sollen -von den Herden Sultan Osmans abstammen, der an -40000 Lämmer auf dem Olymp weiden ließ. -</p> - -<p> -Auf dieser Turkmenenplatte genossen wir einen -herrlichen Rückblick über die ganze grüne Ebene von -<a id="page-179" class="pagenum" title="179"></a> -Brussa, tief unten im Grunde der blaue See von -Jenischehr, rechts im Hintergrunde die schöne Bergkette -des Arganthonios, links jäh zu unserer Seite das -großartige Gökdereh. Von der Turkmenenplatte aufwärts -führte uns der Weg fast drei Stunden lang -über die Granitgehänge der zweiten Terrasse, deren -Walddecke meist aus Nadelholz, größtenteils Edeltannen -und Lärchenfichten, besteht. Namentlich unter ersteren -finden sich prachtvolle alte Stämme von gewaltiger -Höhe und Stärke, mit langen, grauen Bartflechten -behangen. Große Strecken des Forstes waren durch -Waldbrände zerstört, und wie riesige Gespenster ragten -die nackten, gebleichten Stämme der hohen Edeltannen -mit ihren halbverkohlten Zweigen aus den üppigen -Farnkrautbüschen hervor, die sich auf der Brandstätte -angesiedelt hatten. Zwischen den Aschenhaufen und den -umherliegenden verkohlten Baumtrümmern sproßte -neues reiches Pflanzenleben aus den Ruinen der vorhergegangenen -Generation empor. Hunderte von kleinen -Bächen, von dem schmelzenden Olymposschnee gespeist, -rieselten zwischen den Felsentrümmern, und mehrmals -mußten unsere Pferde durch reißende Bergwasser schreiten, -deren schäumende Wellen bis zu unserem Sattel -emporreichten. -</p> - -<p> -Der gewaltige Bergspalt des Himmelstales, auf -dessen östlichem Rande sich unser Pfad bisher meistens -hielt, findet jetzt seinen Abschluß durch eine kolossale -Mauer von himmelhohen Felswänden, die von dem -untern Rande der dritten Olympterrasse fast senkrecht -abstürzen. -</p> - -<p> -Prächtige Wasserfälle schäumen donnernd zwischen -den zerklüfteten Granitpfeilern in die furchtbare Tiefe -<a id="page-180" class="pagenum" title="180"></a> -hinab und lösen sich unten in feinen Wasserstaub auf. -Üppige weiche Moospolster bekleiden die hervorragenden -Köpfe des triefenden Gesteins. Unser beschwerlicher -Pfad weicht der unersteiglichen Felsenmauer, die -südwärts von uns liegt, aus und wendet sich mehr -gegen Osten, über einen zerklüfteten Abhang hinweg, -der über und über mit den großartigsten Felsentrümmern -bedeckt ist. Die riesigen Granitblöcke, die hier -chaotisch durcheinander und übereinander liegen, sind -von früheren Reisenden treffend mit den Wurfgeschossen -verglichen, deren sich die Giganten bei ihrem mißlungenen -Sturme auf die Götterburg bedienten; oder -auch mit den zerrissenen Gliedern der Giganten selbst, -die Jupiter mit seinem Blitzstrahl zerschmetterte und -in Stein verwandelte. -</p> - -<p> -Mühsam zwischen diesem Granitgetrümmer uns -hindurchwindend, gelangen wir zu einer steilen Felsentreppe, -über welche unsere wackeren Rosse mit bewunderungswürdiger -Geschicklichkeit und Vorsicht hinanklettern. -Nur an wenigen Stellen müssen wir absteigen -und den guten Tieren selbst mit heraufhelfen. Nachdem -wir die steilen, zum Teil in eine senkrechte Felswand -gehauenen Stufen glücklich erklommen haben, -stehen wir plötzlich vor einem neuen überraschenden -Bilde. Vor uns liegt die dritte Terrasse, eine ausgedehnte -Hochebene, mit Tausenden von riesigen Granitblöcken -bedeckt, hier und da auch mit einigen niederen, -ganz verkümmerten Tannen. Über denselben aber steigt -in erhabener Majestät der gewaltige Dom des Olympgipfels -auf, eine schön gewölbte Kuppe, von oben bis -unten in einen schimmernden Schneemantel gehüllt. -Zu unserer Rechten liegt am oberen Waldrande vorn -ein kleiner, von Gebüsch umgebener, Forellen enthaltender -<a id="page-181" class="pagenum" title="181"></a> -Alpensee. Mein Freund Körner hat diese großartige -Szenerie in einem prächtigen Ölbilde verewigt, -das jetzt mein Studierzimmer schmückt. -</p> - -<p> -In munterem Galopp reiten wir nun auf dem weichen -Moosboden gerade auf unser Ziel los. Doch nimmt -der Wasserreichtum des von tausend Quellen getränkten -Hochmoores bald so sehr zu, daß unsere Rosse bei -jedem Schritte tief in den Schlamm sinken. Wir müssen -absteigen und sie vorsichtig hinter uns herziehen, bis -wir wieder festen Granitboden unter den Füßen haben. -Wir begegnen hier einer langen Karawane von Eseln, -die in Zwerchsäcken Olymposschnee herabholen, in -Brussa und Konstantinopel die Hauptquelle für das -schöne Fruchteis, das die Bewohner im heißen Sommer -erquickt. -</p> - -<p> -Langsam über eine fast geneigte, teilweise mit -Schnee bedeckte Berglehne aufsteigend, haben wir endlich -um 10 Uhr den nördlichen Fuß des kegelförmigen -Gipfels erreicht. Hier liegt eine halb verfallene steinerne -Hütte, die im Sommer von turkmenischen Hirten bewohnt -wird. Sie erinnerte mich an die <span class="antiqua">Casa inglese</span> -am Fuße des obersten Aschenkegels des Ätna, in der -ich im Oktober 1859 übernachtete, und an die ähnliche -Steinhütte, in der ich im November 1866 oben auf dem -Pik von Teneriffa rastete, bevor ich die Besteigung des -obersten, damals ebenfalls ganz mit Schnee bedeckten -Kegels begann. Obgleich die elende Turkmenenhütte -uns wenig mehr als ein trockenes Plätzchen inmitten -der umgebenden Schneelandschaft gewährte, so war -uns doch eine halbstündige Rast in derselben nach dem -ununterbrochenen, anstrengenden, fünfstündigen Reiten -und Klettern sehr willkommen. -</p> - -<p> -<a id="page-182" class="pagenum" title="182"></a> -Wir zäumten unsere Pferde ab, breiteten die Satteldecken -auf dem zerfallenen Gemäuer aus und zündeten -aus umherliegendem Wurzelwerk und mitgebrachten -Kohlen ein wohltuendes Feuer an. Bald kochte über -demselben ein kräftiger Kaffee, und mit ausgezeichnetem -Appetit verzehrten wir den Inhalt unserer Satteltaschen: -olympischen Käse und anatolische Hühnereier, -Smyrnafeigen und zyprische Orangen. Der treffliche -rosenrote Feuerwein aus dem Olymphotel goß -neue Kraft in unsere ermüdeten Glieder. Während -dieses herzerfreuenden Mahles bewunderten wir den -großartigen Ernst der Alpenlandschaft, die uns umgab, -und beratschlagten, ob und wie wir die Ersteigung -des unmittelbar vor uns liegenden Schneekegels bewerkstelligen -könnten. Unsere Freunde unten in Brussa -hatten uns zwar vorher schon versichert, daß in dieser -Jahreszeit an eine Besteigung des Gipfels nicht zu -denken sei und daß wir des Schnees wegen höchstens -bis zur dritten Terrasse kommen würden. Auch wollten -unsere Führer davon nichts wissen und verweigerten -jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie <a id="corr-2"></a>prophezeiten uns -sogar sicheren Untergang im Schnee, wenn wir unbegreiflicherweise -auf den Gipfel klettern wollten. Indessen -lag der schneeblinkende Doppelgipfel so verlockend -vor uns, daß wir wenigstens den Versuch einer -Ersteigung beschlossen, zumal ein glücklicher Erfolg -ähnlicher früherer Wagnisse uns ermutigte. War ich -den höheren und steileren Schneekegel des Pik von -Teneriffa vor sieben Jahren allein und gegen den -Willen der Führer glücklich hinaufgekommen, so mußte -auch dieses, offenbar viel weniger schwierige Unternehmen -glücken; und so traten wir denn wohlgemut -nach halbstündiger Rast unsere Wanderung an. -</p> - -<p> -<a id="page-183" class="pagenum" title="183"></a> -Das glückliche Gelingen mußte davon abhängen, ob -die vor uns liegende steile Schneewand, die in ununterbrochener -Flucht von der Turkmenenhütte bis zum -Doppelgipfel aufstieg, zugänglich war; ob der Schnee -weich genug war, um darin festen Fuß zu fassen, hart -genug, um nicht zu tief einzusinken. In der Tat war -dies der Fall, und wir konnten ohne Gefahr, wenn -auch nur langsam und beschwerlich, im Zickzack über -die glänzende Lehne emporsteigen. Unsere kleine Gesellschaft -kam jedoch bald auseinander, da sich jeder -seinen eigenen Weg suchte. Ich hielt mich am weitesten -östlich, zog die kürzeste und steilste Richtung vor und -hatte nach anderthalbstündigem anstrengenden Klettern -glücklich den höchsten Gipfel erreicht; es war gerade -12 Uhr mittags. Eine halbe Stunde später traf auch -der Maler Körner oben ein, der sich seinen Pfad auf -einer etwas flacher geneigten Schneelehne gesucht und -dadurch einen Umweg gemacht hatte. Unsere anderen -Reisegefährten, die eine ungünstigere, zu sehr von der -Sonne aufgeweichte Schneehalde betreten hatten, erreichten -die Höhe nicht und kehrten nach vergeblichen -Versuchen zur Turkmenenhütte zurück, wo unsere -Führer bei den Pferden geblieben waren. -</p> - -<p> -Eigentümlich erhebend und großartig war die gewaltige -Rundsicht, die wir nun auf dem Gipfel des -asiatischen Olymp, in ungefähr 8000 Fuß Höhe über -dem Meere, genossen, und die durch das herrlichste, -klarste Sonnenlicht begünstigt wurde. Wir standen -auf einem anatolischen „Dreiherrenspitz“, denn der -Gipfel des Olympos bezeichnet die Grenze dreier Provinzen -des alten römischen Weltreiches. Bithynien im -Norden und Osten, Phrygien im Süden, Mysien im -Westen. Vor allem großartig und prächtig ist der -<a id="page-184" class="pagenum" title="184"></a> -Blick nach Norden, wo unser Auge über die grüne -Ebene von Brussa und den blauen Golf von Mudania -hinüber auf das Marmarameer schweift, auf die Prinzeninseln -und weiter bis zum Bosporus, ja bis zu dem -Häusermeer und dem Kuppelwald von Konstantinopel, -das wir eben noch erkennen können. Westwärts erfreut -sich das Auge an den herrlichen grünen Gefilden -des fruchtbaren und früher reich bevölkerten mysischen -Küstenlandes, aus denen die beiden großen Landseen -von Apollonia und Manija wie zwei blinkende Augen -glanzvoll hervorschauen. Im Süden hingegen erblicken -wir weit und breit nur dunkles Waldgebirge, Kuppen -über Kuppen gehäuft, die Gipfel noch mit Schnee bedeckt, -ohne eine Spur von menschlichen Wohnsitzen. -Ostwärts ist die Rundsicht großenteils durch die benachbarten -niederen Höhen des Olymprückens verdeckt. -</p> - -<p> -Welche Ereignisse vollzogen sich auf der welthistorischen -Schaubühne, welche unser Auge hier mit -einem Blicke meilenweit überfliegt! Welche Fülle der -größten historischen Erinnerungen knüpft sich allein -an die Wasserstraße zu unseren Füßen, die gleich einem -Zauberbande zwei Weltteile trennt und verbindet! -Hier führten Xerxes und Darius ihre persischen Heeresmassen -nach Griechenland hinüber; hier traten die -römischen Legionen von Europa nach Asien über, um -die Königreiche von Bithynien und Mysien der Universalherrschaft -Roms zu unterwerfen; aus demselben -Boden sammelten die ersten Osmanensultane, deren -Wiege in Brussa stand, ihre Türkenheere, die in kurzer -Zeit der Schrecken Europas wurden; und ebenda -strömten wiederum die bunten Scharen der Kreuzfahrer -aus allen Landen Europas nach dem „Heiligen Lande“, -um das leere Phantom der Grabeskirche zu erobern! -</p> - -<p> -<a id="page-185" class="pagenum" title="185"></a> -Nachdem wir uns an dem wunderbaren Panorama -gesättigt und die daran sich knüpfenden Erinnerungen -in raschem <a id="corr-3"></a>Phantasiefluge an uns hatten vorüberziehen -lassen, warfen wir noch einen Blick auf die -nächste Umgebung, auf die weißen Marmorblöcke, die -den Gipfel des Olymp bedecken, und auf die winzige -Alpenflora, die zwischen denselben den Boden bekleidet. -Da erkannten wir, unter der Schneedecke versteckt, -zierliche kleine Saxifragen und Gentianen, niedliche -Kruziferen und Primeln, Alpenpflanzen, deren schöne, -farbenreiche Blüten im Hochsommer den Gipfel des -Götterberges mit buntem Schmucke zieren. Gegenwärtig -waren nur das im Winterschlaf versunkene -Kraut der Zwergflora sichtbar und trockene Früchte -aus dem vorigen Jahre. Aber ein Schwarm von -niedlichen roten, schwarz getüpfelten Marienkäferchen -(<span class="antiqua">Coccionella</span>) tummelte sich im Sonnenschein auf dem -schneebedeckten Rasen. Auch eine der beliebtesten und -am meisten charakteristischen Pflanzen unserer Hochalpen -fehlte nicht: das Edelweiß, oder doch eine -diesem nahe verwandte, mit weitem Filz bedeckte -<span class="antiqua">Gnaphalium</span>-Art. -</p> - -<p> -Als bleibendes Andenken an die gelungene Olympbesteigung -schlug ich mir die Spitze des am höchsten -vorragenden Marmorblockes ab und steckte sie zu den -Alpenpflanzen in die Wandertasche; vertrauend, daß -Vater Zeus darüber nicht zürnen werde, wenn sein -Götterberg um einen halben Fuß niedriger ist. Dann -trat ich mit meinem Gefährten Körner wohlgemut den -Rückweg an. Über die glatte Schneewand herabrutschend, -waren wir in kurzer Zeit wieder bei der -Turkmenen-Hütte und banden uns hier noch einen -schönen Strauß von den bunten Blumen, die unmittelbar -<a id="page-186" class="pagenum" title="186"></a> -am Rande des schmelzenden Schnees blühten: -gelber und violetter Safran (<span class="antiqua">Crocus</span>), blaue Meerzwiebel -(<span class="antiqua">Scilla</span>) und rote Aurikeln (<span class="antiqua">Primula</span>). Dann -setzten wir uns wieder zu Pferde, genossen auf dem -Rückwege, der mit mehr Muße zurückgelegt wurde, -noch eine prachtvolle Abendbeleuchtung und waren um -8 Uhr abends wieder in Brussa. -</p> - -<p class="end"> -Ende. -</p> - -<h2 class="toc chapter" id="chapter-0-8"> -<a id="page-187" class="pagenum" title="187"></a> -<span class="firstline"><span class="line1">Natur und Mensch.</span></span><br /> -<span class="line2">Inhalt.</span> -</h2> - -<div class="table" id="Table-187" title="Tabelle: Inhalt"> -<table class="toc" summary="TOC"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1"> </td> - <td class="col2"> </td> - <td class="col_page">Seite</td> - </tr> - <tr class="h"> - <td class="col1"> </td> - <td class="col2"><em>Einleitung:</em> Ernst Haeckel</td> - <td class="col_page"><a href="#page-3">3</a></td> - </tr> - <tr class="h"> - <td class="col1"> </td> - <td class="col2"><em>Natur und Mensch:</em></td> - <td class="col_page"><a href="#page-23">23</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">I.</td> - <td class="col2">Inhalt und Bedeutung der Abstammungslehre</td> - <td class="col_page"><a href="#page-25">25</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">II.</td> - <td class="col2">Schöpfungsperioden und Schöpfungsurkunden</td> - <td class="col_page"><a href="#page-51">51</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">III.</td> - <td class="col2">Die Gasträatheorie</td> - <td class="col_page"><a href="#page-89">89</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">IV.</td> - <td class="col2">Erfahrung und Erkenntnis</td> - <td class="col_page"><a href="#page-119">119</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">V.</td> - <td class="col2">Arabische Korallen</td> - <td class="col_page"><a href="#page-138">138</a></td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">VI.</td> - <td class="col2">Brussa und der asiatische Olymp</td> - <td class="col_page"><a href="#page-159">159</a></td> - </tr> -</tbody> -</table> -</div> - -<div class="ads ads1"> -<p class="center"> -<a id="page-189" class="pagenum" title="189"></a> -Georg Reimer, Berlin W. 35. -</p> - -<p class="hdr"> -<span class="firstline">Ernst Haeckel</span> -</p> - -<p class="big bold center"> -Natürliche Schöpfungsgeschichte. -</p> - -<p class="center"> -Gemeinverständliche wissenschaftliche Vorträge über die -Entwicklungsgeschichte. -</p> - -<p class="center"> -Ausgabe in einem Bande. Mit 30 Tafeln. Geb. 8 M. -</p> - -<p class="big bold center"> -Prinzipien der Generellen Morphologie der Organismen. -</p> - -<p> -Wörtlicher Abdruck eines Teiles der 1866 erschienenen -Generellen Morphologie. (Allg. Grundzüge der organischen -Formen-Wissenschaft mechanisch begründet durch -die von Charles Darwin reformierte Deszendenz-Theorie.) -</p> - -<p class="center"> -Mit einem Porträt. Geheftet 12 M. Halbfranz geb. 14 M -</p> - -<p class="big bold center"> -Systematische Phylogenie. -</p> - -<p class="center"> -Entwurf eines natürlichen Systems der Organismen -auf Grund ihrer Stammesgeschichte. -</p> - -<p class="list"> -1. Teil: Protisten und Pflanzen. 10 M.<br /> -2. Teil: Wirbellose Tiere (<span class="antiqua">Invertebrata</span>). 17 M.<br /> -3. Teil: Wirbeltiere (<span class="antiqua">Vertebrata</span>). 16 M. -</p> - -<p class="center"> -Drei Halbfranzbände gebunden 49 M. -</p> - -<p class="big bold center"> -Arabische Korallen. -</p> - -<p> -Ein Ausflug nach den Korallenbänken des Roten Meeres -und ein Blick in das Leben der Korallentiere. Populäre -Vorlesung mit wissenschaftlichen Erläuterungen. -</p> - -<p class="center"> -Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 20 Holzschnitten. -Geheftet 15 M. -</p> - -</div> - -<div class="ads ads2"> -<p class="hdr"> -<a id="page-190" class="pagenum" title="190"></a> -<span class="firstline">Selektionsprinzip</span><br /> -und Probleme der Artbildung. -</p> - -<p class="unwrap center"> -Ein Handbuch des Darwinismus<br /> -von<br /> -<b>Dr. Ludwig Plate</b><br /> -Professor der Zoologie an der Landw. Hochschule und an der<br /> -Universität Berlin. -</p> - -<p class="bold center"> -Dritte, sehr vermehrte Auflage. -</p> - -<p class="center"> -Mit 60 Figuren im Text. -</p> - -<p class="center"> -VIII u. 493 S. Gr. 8. Geh. M 12.—, in Leinen geb. M 13.— -</p> - -<p> -Von allen neueren Arbeiten über die Selektionstheorie ist vorliegende -unstreitig die bedeutendste ... Zum Schlusse möchten wir -noch auf den Gegensatz dieser im besten Sinne wissenschaftlichen -Kritik zu den tendenziösen Entstellungen Fleischmanns, Dennerts usw. -hinweisen, ein Gegensatz, der so auffallend ist, daß selbst der Laie -sofort sehen wird, zu wessen Führung er am meisten Vertrauen -haben darf. -</p> - -<p class="src"> -<em>Die Umschau.</em> -</p> - -<p class="big bold unwrap center"> -Einführung<br /> -in die Vererbungswissenschaft. -</p> - -<p class="unwrap center"> -In zwanzig Vorlesungen für Studierende,<br /> -Ärzte, Züchter von<br /> -<b>Dr. Richard Goldschmidt</b><br /> -a. o. Professor der Zoologie an der Universität München. -</p> - -<p class="center"> -Mit 161 Abbildungen im Text. -</p> - -<p class="center"> -IX u. 502 S. gr. 8. Geh. M 11.—; in Leinen geb. M 12.25. -</p> - -<p> -Das fesselnd und klar geschriebene Buch muß dringend allen -denen empfohlen werden, welche in die moderne Ausgestaltung der -Vererbungslehre, ihre Methoden, Ergebnisse und theoretischen Vorstellungen -eindringen wollen. -</p> - -<p class="src"> -<em>Zentralbl. f. Physiologie.</em> -</p> - -<p class="unwrap center"> -Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage<br /> -<b>Wilhelm Engelmann in Leipzig</b>. -</p> - -</div> - -<div class="ads ads2"> -<p class="hdr"> -<a id="page-191" class="pagenum" title="191"></a> -<span class="firstline">Anthropogenie</span><br /> -oder Entwickelungsgeschichte -des Menschen. -</p> - -<p class="unwrap center"> -Keimes- und Stammesgeschichte<br /> -von<br /> -<b>Ernst Haeckel</b>. -</p> - -<p class="center"> -Sechste, verbesserte Auflage. -</p> - -<p class="center"> -Zwei Teile: -</p> - -<p class="unwrap center"> -Erster Teil:<br /> -<b>Keimesgeschichte oder Ontogenie</b>. -</p> - -<p class="unwrap center"> -Zweiter Teil:<br /> -<b>Stammesgeschichte oder Phylogenie</b>. -</p> - -<p class="center"> -Mit 30 Tafeln, 512 Textfiguren und 60 genetischen -Tabellen. In zwei Leinenbänden M 20.—; in zwei -Halbfranzbänden M 24.—. -</p> - -<p class="unwrap center"> -Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlage<br /> -<b>Wilhelm Engelmann in Leipzig</b>. -</p> - -</div> - -<div class="ads ads3"> -<p class="big bold center"> -<a id="page-192" class="pagenum" title="192"></a> -<span class="centerpic"><img src="images/rub.jpg" alt="" /></span> -Reclams Universal-Bibliothek. -<span class="centerpic"><img src="images/rub.jpg" alt="" /></span> -</p> - -<p class="center"> -Preis jeder Nummer 20 Pfennig. -</p> - -<p class="hdr"> -<span class="firstline"><b>Bücher der Naturwissenschaft</b></span><br /> -herausgegeben von Prof. Dr. Siegmund Günther. -</p> - -<p> -1. Band. <b>Grundriß der Naturphilosophie</b> v. Prof. -Dr. Wilh. Ostwald. Mit dem Bildnis des Verfassers. -Nr. 4992/93. Geb. 80 Pf. In Leder- od. Pergamentbd. M. 1.50. -</p> - -<p> -2. Band. <b>Geschichte d. Naturwissenschaften</b> v. Prof. -Dr. Siegm. Günther. Erster Teil. Mit dem Bildnis -des Verfassers, 2 farbigen u. 4 schwarzen Tafeln. Nr. 5069/70. -</p> - -<p> -3. Band. <b>Geschichte d. Naturwissenschaften</b> v. Prof. -Dr. Siegm. Günther. Zweiter Teil. Mit 2 farbigen -und 8 schwarzen Tafeln. Nr. 5071-74. -(1. u. 2. Teil zus. in 1 Band geb. M. 1.50. In Lederbd. M. 2.50.) -</p> - -<p> -4. Band. <b>Strahlungserscheinungen</b>, Ionen, Elektronen -und Radioaktivität von Dr. G. Bugge. Mit -4 Tafeln und 20 Zeichnungen im Text. Nr. 515<span class="nom">1</span>/<span class="denom">5</span>2. Geb. 80 Pf. -In Lederband M. 1.50. -</p> - -<p> -5. Band. <b>Licht und Farbe</b> v. Prof. Dr. Rob. Geigel. -Mit 1 Porträt, 4 bunten Tafeln u. 75 Zeichnungen im Text. -Nr. 5188-90. Geb. 1 M. In Lederband M. 1.75. -</p> - -<p> -6. Band. <b>Der Sternenhimmel</b> v. Prof. Dr. I. B. -Messerschmitt. Mit dem Bildnis des Verfassers, 4 farbigen, -9 schwarzen Tafeln und 24 Zeichnungen im Text. -Nr. 5228-30. Geb. M. 1.—. In Lederband M. 1.75. -</p> - -<p> -7. Band. <b>Die Abstammungslehre</b> v. Prof. Dr. Kurt -Lampert. Mit dem Bildnis des Verfassers, 4 bunten, -7 schwarzen Tafeln und 9 Abbildungen im Text. Nr. 5241-43. -Geb. M. 1.—. In Lederband M. 1.75. -</p> - -<p> -8. Band. <b>Die chemischen Grundstoffe</b> v. Dr. Max -Speter. Mit 4 bunten, 6 schwarzen Tafeln und 10 Figuren -im Text. Nr. 5269/70. Geb. 80 Pf. -</p> - -<p> -9. Band. <b>Die Elektrizität</b> von Prof. Franz Adami. -Erster Teil. Mit einem Porträt, 4 schwarzen Tafeln und -29 Textfiguren. Nr. 5298/99. -</p> - -<p> -10. Band. <b>Die Wärme</b> v. Robert Geigel. Mit 4 Tafeln -und 32 Zeichnungen im Text. Nr. 5321-23. Geb. M. 1.—. -In Leder- oder Pergamentband M. 1.75. -</p> - -<p> -11. Band. <b>Chemie u. Technik</b> v. Dr. Günther Bugge. -Mit 7 Tafeln und 14 Zeichnungen im Text. Nr. 5348-50. -Geb. M. 1.—. In Leder- oder Pergamentband M. 1.75. -</p> - -</div> - -<div class="ads ads4"> -<p class="hdr"> -<a id="page-193" class="pagenum" title="193"></a> -<span class="firstline">Miniatur-Ausgaben</span><br /> -in modernen Leinenbänden aus Reclams -Universal-Bibliothek -</p> - - <div class="table table193" id="Table-193" title="Tabelle: RUB Miniatur-Ausgaben"> -<table class="table193" summary="Table-7"> -<tbody> - <tr> - <td class="col1"> </td> - <td class="col2">Pf.</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Abaelard u. Heloise, Briefwechsel</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Achleitner, Eisenbahnstreik</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Adami, Die Elektrizität</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Adlersfeld-Ballestrem, Violet</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Aeschylos, Sämtliche Dramen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Albrecht, Abriß der römischen Literaturgeschichte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Albumblätter</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Alt, Das Klima</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Alexis, Cabanis. 2 Bände</td> - <td class="col2">220</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Hosen d. Herrn v. Bredow</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Roland von Berlin</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Werwolf</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der falsche Woldemar. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Andersen, Bilderbuch ohne Bilder</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Glückspeter</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Improvisator</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Nur ein Geiger</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sämtliche Märchen. 2 Lnbde.</td> - <td class="col2">250</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, O. Z.</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">— Sein oder Nichtsein</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Anschütz, Erinnerung. aus dessen Leben und Wirken</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Anthologie, Griechische</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Apel u. Laun, Gespensterbuch</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Archenholtz, Gesch. d. 7 jähr Krieg.</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ariosto, Rasender Roland. 2 Bde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Aristoteles, Die Poetik</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Verfassung von Athen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Arndt, Erinnerungen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wanderungen mit Stein</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Arnim, Bettina von, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Arnim-Brentano, Des Knaben Wunderhorn</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Arnold, Die Leuchte Asiens</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Auerbach, Barfüßele</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Frau Professorin</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Diethelm von Buchenberg</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Joseph im Schnee</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Augustinus, Bekenntnisse</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Balzac, Die Chouans</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Frau von 30 Jahren</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bandlow, Stratenfegels. 5 Bände zus. in 1 Band</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Lustig Tügs. 5 Bde. zus. in 1 Bd.</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bartels, Hebbel-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Basedows Vorstellung an Menschenfreunde</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Baudelaire, Gedichte u. Skizzen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Beecher-Stowe, Onkel Toms Hütte</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Beetschen, Flegeljahre der Liebe</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Beitzke, Geschichte des Russischen Krieges im Jahre 1812</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bell, Jane Eyre</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bellamy, Ein Rückblick</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Dr. Heidenhoffs Wunderkur</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Miß Ludingtons Schwester</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Benzmann, Mod. deutsche Lyrik</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bérangers Lieder</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Berges, Amerikana. Bd. 1-5 zus.</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bern, Deklamatorium</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bernhard, Die Glücklichen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bierbaum, Reife Früchte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bier-Komment (Tascheneinband)</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Biernatzki, Die Hallig</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bismarck, Goldene Worte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Reden. 13 Bände</td> - <td class="col2">je 100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bismarcks Humor</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Björnson, Erzählungen</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schauspiele</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bleibtreu, Bei Jena u. a. Nov.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Friedrich d. Große bei Kolin</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Blumauer, Aeneis</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Blumenthal, Scherzgedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Blüthgen, Aus gärender Zeit</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bock, Meßfahrt u. and. Novellen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Boëtius, Tröstungen d. Philos.</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bojardo, Verliebt. Roland. 2 Bde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Boner, Der Edelstein</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Börne, Skizzen u. Erzählungen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Börner, Raimund-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bötticher, Alfanzereien</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Allerlei Schnick-Schnack</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-194" class="pagenum" title="194"></a>—, Allotria</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Neue Allotria. (Illustr.)</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Weiteres Heiteres</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Leichte Ware</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Humoristisches Allerlei. Zus. geb. in 2 Bänden</td> - <td class="col2">je 120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bourget, Der Luxus der Andern</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Boy-Ed, Aus Tantalus Geschlecht</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Boyesen, Faust-Kommentar</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brachvogel, Friedem. Bach. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brant, Narrenschiff</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bremer, Die Nachbarn</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Friedrich, Musiklexikon</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brendicke, Bilder aus der Geschichte der Leibesübungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brentano, Heitere Geschichten. Bd. 1-5 zus. in 1 Band</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bret Harte, Gabriel Conroy</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kalifornische Erzählungen. 2 Bände</td> - <td class="col2">je 120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Geschichte einer Mine</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Thankful Blossom</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Briesen, Gemütsmenschen. 1. u. 2. Band zus. in 1 Band</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brinckman, Kasper-Ohm un ick</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brücke, Säugetierorganismus</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brugsch, Aus dem Morgenlande</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Brümmer, Lexikon deutsch. Dichter bis Ende des 18. Jahrh.</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Lexikon der deutschen Dichter des 19. Jahrh. 8 Bde.</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bruno, Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Buchanan, Der Deserteur</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bücher der Naturwissenschaft. Hrsg. v. Prof. Dr. S. Günther:</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bd. 1. Ostwald, Naturphilosophie</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 2/3. Günther, Geschichte der Naturwissenschaft</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 4. Bugge, Strahlungserschein.</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 5. Geigel, Licht und Farbe</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 6. Messerschmitt, Sternenhimmel</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 7. Lampert, Abstammungslehre</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 8. Speter, Chem. Grundstoffe</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 9. u. 14. Adami, Elektrizität</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 10. Geigel, Wärme</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 11. Bugge, Chemie u. Technik</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 12. Alt, Klima</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 13. Messerschmitt, Physik der Gestirne</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 14. s. Bd. 9.</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 15. Lampert, Vom Keim zum Leben</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 16. Wieleitner, Schnee und Eis der Erde</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 17. Speter, Chem. Verwandtsch.</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 18/19. Hempelmann, Wirbeltierkörper</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 20. Pahde, Meereskunde</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 21. Leiser, Welt der Kolloide</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 22/23. Brücke, Säugetierorg.</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">" 24. Halbfaß, Süßwass. d. Erde</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Buddhas Leben und Wirken</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bugge, Chemie und Technik</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Strahlungserscheinungen (Radioaktivität)</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bülows Reden. 4 Bde.</td> - <td class="col2">je 100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bulwer, Eugen Aram</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Nacht und Morgen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Pelham</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Rienzi</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die letzten Tage von Pompeji</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Bürger, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Münchhausens Abenteuer</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Burnett, Lord Fauntleroy</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Burns’ Lieder und Balladen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Busch, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Busse, Der dankb. Heilige u. a. Nov.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Byron, Briefe</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gesang. v. Chillon. — Mazeppa</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Gjaur</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Korsar</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Manfred</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ritter Harold</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Calderon, Das Leben ein Traum</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Camoes, Die Lusiaden</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Carlyle, Über Helden, Heldenverehrung und das Heldentümliche in der Geschichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Carmen Sylva, Aus dem Leben</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cäsar, Der Bürgerkrieg</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Gallische Krieg</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cervantes, Don Quijote. 2 Bde.</td> - <td class="col2">250</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Chamisso, Gedichte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Peter Schlemihl</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-195" class="pagenum" title="195"></a>Chateaubriand, Atala. — René. — Der letzte Abencerrage</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cherbuliez, Reich geworden</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Chiavacci, Wiener Bilder</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cholmondeley, Diana</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Chop, Richard Wagners Tondramen. Komplett in 2 Bänden</td> - <td class="col2">300</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Beethovens Symphonien</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cicero, Gespräche in Tuskulum</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Claudius’ Ausgewählte Werke</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cölestin, Forsthausgeschichten</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Collius, Ohne Namen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cooper, Der letzte Mohikan</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Spion</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cornelius, Peter, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Cremer, Holländische Novellen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Çûdraka, Vasantasênâ</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Dadone, Wie ich z. mein. Frau kam</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Damm, Arthur Schopenhauer</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dante, Göttliche Komödie</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Das Neue Leben</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Darwin, Die Abstammung des Menschen. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Entstehung der Arten</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Daudet, A., Briefe a. mein. Mühle</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Fromont jun. & Risler sen.</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Jack</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Künstler-Ehen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Tartarin aus Tarascon</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, E., Die Frau des Botschafters</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Daumer, Hafis</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">David, Der Bettelvogt u. a. Erz.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ein Poet u. a. Erzählungen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Davids, Der Buddhismus</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Defoe, Robinson Crusoe</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Denison, So’n Mann wie mein Mann</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Descartes, Methode des richtigen Vernunftgebrauchs</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dessauer, Götzendienst</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Detmold, Randzeichnungen. — Anleitung zur Kunstkennerschaft</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Deutscher Minnesang</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dickens, Copperfield. 2 Leinenbde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Dombey & Sohn. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Harte Zeiten</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Heimchen am Herde</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Kampf des Lebens</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Klein Dorrit. 2 Leinenbände</td> - <td class="col2">250</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Londoner Skizzen</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Martin Chuzzlewit. 2 Leinbde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Nikolas Nickelby. 2 Leinenbde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Oliver Twist</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Pickwickier. 2 Lnbde.</td> - <td class="col2">200</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zwei Städte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Silvester-Glocken</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Verwünschte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Weihnachtsabend</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Weihnachtsgeschichten in 1 Bd.</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Diers, Frau Elsbeth</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dittrich, Tages-Chronik v. 1870/71</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dokumente zur Geschichte des Krieges 1914/15. 3 Bände</td> - <td class="col2">je 60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dombrowski, Grüne Brüche. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Donnelly, Cäsars Denksäule</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dostojewskij, Erzählungen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Memoiren aus einem Totenhaus</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schuld und Sühne</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Doyle, Onkel Bernac</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Droste-Hülshoff, Gedichte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dufresne, Damespiel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schachaufgaben. 5 Teile</td> - <td class="col2">je 80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schachmeisterpartien. 1. Teil (2.-4. s. Mieses)</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schachspiel</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Dumas, Die drei Musketiere</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zwanzig Jahre später. 2 Bde.</td> - <td class="col2">250</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Eberhard, Hannchen und die Küchlein</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Eckermann, Gespräche m. Goethe</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Eckstein, Der Besuch im Karzer</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Edda. Deutsch von Wolzogen</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">v. Eichendorff, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Aus d. Leben e. Taugenichts</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Marmorbild. — Schloß Dürande</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ekkehard von St. Gallen, Das Waltharilied</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Eliot, Adam Bede</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Mühle am Floß</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Silas Marner</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Emerson, Essays</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Repräsentanten des Menschengeschlechts</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Enking, Heine Stölting u. a. Erz.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Eötvös, Der Dorfnotar</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Epiktets Handbüchlein d. Moral</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-196" class="pagenum" title="196"></a>Erckmann-Chatrian, Freund Fritz</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Geschichte eines Anno 1813 Konskribierten</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Waterloo</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Geschichte e. Anno 1813 Konskribierten u. Waterloo in 1 Bd.</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ernst, Vom Strande des Lebens</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Etlar, Vendetta</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Eulenspiegel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Euler, Algebra</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ewald, Bilder aus dem Tier- und Pflanzenleben</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Streiflichter</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Eyth, Berufstragik</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Felder, Liebeszeichen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ferry, Der Waldläufer. 2 Bde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Feth, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Feuchtersleben, Diätetik d. Seele</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Feuerbach, Wesen d. Christentums</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Feuerwehrliederb. (Tascheneinbd.)</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Fichte, Bestimmung d. Menschen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Reden an die deutsche Nation</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Fielding, Tom Jones. 2 Bde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Fischart, Die Flohhatz</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Flaubert, Madame Bovary</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Salambo</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Fleming, Ausgewählte Dichtungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Flygare-Carlen, Rose von Tistelö</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Fofanow, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Forster, Ansichten vom Niederrhein. 3 Teile. Zus. geb.</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Fouqué, Undine</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">France, Prof. Bonnards Schuld</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Franklins Leben</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Französische Lyrik</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Faungruber, Ausseer G’schichten</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Freidanks Bescheidenheit</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Freiligrath, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Frenzel, Das Abenteuer</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Berliner Märztage und andere Erinnerungen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Hausfreund</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Uhr</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Freund, Rätselschatz</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Fried, Lexikon deutscher Zitate</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Lexikon fremdsprachl. Zitate</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Friedrichs des Großen ausgewählte Briefe</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Fritze, Indische Sprüche</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Gaedertz, Fritz Reuter-Biogr.</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gallet, Kapitän Satan</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gaudy, Schneidergesell</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Venezianische Novellen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Geibel, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Geigel, Licht und Farbe</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Wärme</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Geiger, A., Der Blitz — Die Trommel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, L., Chamisso-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Geijer, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gellert, Fabeln u. Erzählungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Oden und Lieder</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gensichen, Zu den Sternen!</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">George, Fortschritt und Armut</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gerhard, Die Stangenjäger u. andere Erzählungen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gerhardts geistliche Lieder</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gerstäcker, Unter dem Äquator</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Flußpiraten des Mississippi</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Kunstreiter</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Regulatoren in Arkansas</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gerstmann, Der Mühlhofbauer</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gesetze: s. unter Reichsgesetze, Preußische, Österreichische und Schweizerische Gesetze.</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gilm, Gedichte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Girschner, Musikal. Aphorismen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gleim, Ausgewählte Werke</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Glümer, Schröder-Devrient</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gobineau, Asiatische Novellen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Reisefrüchte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Renaissance</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Das Siebengestirn</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Tänzerin von Schemacha</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gogol, Phantasien u. Geschichten</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Goldsmith, Der Landprediger von Wakefield</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gorjkij, Erzählungen</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Goethe, Egmont</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Faust. 2 Teile in 1 Band</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte. In Leinen, 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Götz von Berlichingen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Hermann und Dorothea</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Iphigenie auf Tauris</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Dramatische Meisterwerke (Götz von Berlichingen. Egmont. Iphigenie auf Tauris. Tasso)</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Reineke Fuchs</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Torquato Tasso</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Werthers Leiden</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-197" class="pagenum" title="197"></a>—, Briefe an Frau Charlotte von Stein</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Goethe u. Zelter, Briefwechsel. 3 Bände</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Goethe-Schiller Xenien</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Goethes Mutter, Briefe</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gottfried v. Straßburg, Tristan und Isolde</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gotthelf, Uli der Knecht</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Uli der Pächter</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gottschall, H. Schachaufg. 2 Teile</td> - <td class="col2">je 80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, R., Deutsche Lyrik d. 19. Jahrhdts. bis zur modernen Ära</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Grabbe-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Lenau-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schiller-Biographie</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Rose vom Kaukasus</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Grabein, Der tolle Hans</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wildwasser</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gracians Handorakel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Greinz, Lust. Tiroler Geschichten</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Grillparzer, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Grimm, Brüder, 50 Märchen (mit 12 Bildern)</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sämtl. Märchen 1. u. 2. Bd.</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, — 3. Bd.</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, M., Aus der Kinderstube</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Grimmelshausen, Der abenteuerliche Simplizissimus</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Groller, Detektiv Dagoberts Taten und Abenteuer. 2 Bände</td> - <td class="col2">je 100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Vom kleinen Rudi</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Grosse, Novellen des Architekten</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Grossi, Marco Visconti</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Grün, Anastasius, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Spaziergänge e. Wiener Poeten</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gruppe, O. F., Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gudrun. Deutsch von Junghans</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gundlach, Französische Lyrik</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, 1000 Schnadahüpfln</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gunkel, Ohne Heim</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Günther, Joh. Chr., Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sigm., Geschichte der Naturwissenschaften</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gussew und Spiro, Gespräche mit Graf Leo Tolstoi</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Gutzkow, Ausgewählte Novellen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Königsleutnant</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Urbild des Tartüffe</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Uriel Acosta</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zopf und Schwert</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Haarhaus, Goethe-Biographie</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Habberton, Allerhand Leute</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Frau Marburgs Zwillinge</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Andrer Leute Kinder</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Helenes Kinderchen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Helenes Kinderchen u. Andrer Leute Kinder in 1 Band</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hackländer, Augenblick d. Glücks</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Handel und Wandel</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Soldatenleben im Frieden</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Haeckel, Natur und Mensch</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Haek, Phantasie- u. Lebensbilder</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hagedorn, Poetische Werke</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hagen, Norika</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Halbfaß, Süßwasser der Erde</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hals oder Peinliche Gerichtsordnung</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hamm, Wilhelm, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hammer, Schau um dich</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hansjakob, Der Theodor</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hartmann, Krieg um den Wald</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hartmann v. Aue, Gregorius</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der arme Heinrich</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hauff, Die Bettlerin</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Lichtenstein</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Mann im Monde</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Märchen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Memoiren des Satan</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Phantasien</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Haug, Sinngedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Haushofer, Der Floßmeister. — Scharka</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Häusser, Freiheitskriege. 1. Band</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, — 2. Band</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Völkerschlacht b. Leipzig 1813</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hebbel, Gedichte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Nibelungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hebel, Allemannische Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schatzkästlein</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hegel, Philosophie der Geschichte</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Heiberg, Die Andere. — Einmal im Himmel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hein, Adalbert Stifter</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Heine, Atta Troll — Deutschland</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Buch der Lieder</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Neue Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Harzreise</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Romanzero</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Heliand</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Helmer, Prinz Rosa-Stramin</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-198" class="pagenum" title="198"></a>Hempelmann, Der Wirbeltierkörper. 1. u. 2. Teil zus. in 1 Bd.</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Herbart, Allgemeine Pädagogik</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Pädagogische Vorlesungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Herder, Der Eid</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schulreden</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Stimmen der Völker</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hermannsthal, Ghaselen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Herodotos Geschichten. 2 Bände</td> - <td class="col2">200</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Herold, Zenab</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Herrig, Gesamm. Aufsätze über Schopenhauer</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hertz, König Renés Tochter</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hertzka, Reise nach Freiland</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Herwegh, Gedichte eines Lebendigen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Herzog, Komödien des Lebens</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hesekiel, Das Buch vom Fürsten Bismarck. 2 Bände</td> - <td class="col2">200</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Heyden, Das Wort der Frau</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Heyse, Paul, Zwei Gefangene</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, König Saul</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hilfsbuch, engl.-franz.-deutsches</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hille, Aus d. Heiligtum d. Schönh.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hiob, Das Buch</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hippel, Über die Ehe</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hitopadesa</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hocking, Im Kampfe m. d. Schicksal</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hoefer, Erzählgn. e. alt. Tambours</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hoffmann, Elixiere des Teufels</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kater Murr</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Klein Zaches</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kreisleriana</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hoffmann v. Fallersleben, Ausgewählte Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kinderlieder</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hölderlin, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hollaender, Der Pflegesohn und zwei andere Novellen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Holtei, Der letzte Komödiant</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schlesische Gedichte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Vagabunden. 2 Bände</td> - <td class="col2">240</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hölty, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Holzamer, Der Held u. a. Nov.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Homer, Werke. Von Voß (Ilias, Odyssee)</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ilias</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Odyssee</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hopfen, Der Böswirt</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Mein Onkel Don Juan</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Horaz Werke. Von Voß</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hufeland, Makrobiotik</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hugo, Victor, Notre-Dame</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Humboldt, A. v., Ansicht d. Natur</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, W. v., Briefe an eine Freundin</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hume, Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hunt, Leigh, Liebesmär von Rimini. Deutsch v. Meerheimb</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Hutten, Gesprächsbüchlein</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Jacobsen, Niels Lyhne</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sechs Novellen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jahn, Deutsches Volkstum</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kleine Schriften</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, u. Eiselen, Deutsche Turnkunst</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Japanische Novellen u. Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ibsen, Brand</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gesammelte Werke. 4 Lbd.</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Iden-Zeller, 12000 Kilometer durch Sibirien</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jean Paul, Flegeljahre</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Hesperus. 2 Leinenbde.</td> - <td class="col2">200</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Immergrün &c.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Jubelsenior</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Dr. Katzberger</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Komet</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Levana</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Quintus Fixlein</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Siebenkäs</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Titan. 2 Leinenbände</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jensen, H., Schatten d. Schlachtfeldes</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wilh., Erbin von Helmstede</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Hunnenblut</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jerome, Die müßigen Gedanken eines Müßigen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jerrold, Frau Kaudels Gardinenpredigten</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jesaja, Buch vom Propheten</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ifflands Briefwechsel</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Immermann, Die Epigonen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Münchhausen</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Oberhof</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Tristan u. Isolde</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Tulifäntchen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Joëls Kochbuch</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jókai, Dame mit den Meeraugen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schwarze Diamanten</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ein Goldmensch</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ein ungarischer Nabob</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gold. Zeit in Siebenbürgen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-199" class="pagenum" title="199"></a>—, Die Táblabirós</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Traurige Tage</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die unsichtb. Sängerin. — Das Faustpfand</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zoltán Karpáthi</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Irving, Alhambra</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Skizzenbuch</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jugenderinnerungen eines alten Mannes</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jugendliederbuch (Tascheneinband)</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Junggesellenbrevier</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Jung-Stillings Lebensgeschichte</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Kalidasa, Sakuntala</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zum ewigen Frieden</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kritik der Urteilskraft</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kritik der prakt. Vernunft</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kritik der reinen Vernunft</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Von der Macht des Gemüts</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Allgemeine Naturgeschichte &c.</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Prolegomena</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Religion</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Streit der Fakultäten</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Träume eines Geistersehers</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kartenspiele. 3 Bände</td> - <td class="col2">je 60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kellen, Bienenbuch</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Keller, Helen, Auswahl</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kennan, Russische Gefängnisse</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sibirien. 3 Teile</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zeltleben in Sibirien</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kerner, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Seherin von Prevorst</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kiesgen, Kleist-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kinkel, Otto der Schütz</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kleist, E. Chr. v., Werke</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Klepp, Lehrbuch d. Photographie</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Klopstock, Messias</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Oden und Epigramme</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Knigge, Umgang mit Menschen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kobell, Gedichte in oberbayrischer Mundart</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte in pfälz. Mundart</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Köhler, Fr., s. Taschenwörterbücher.</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Fremdwörterbuch</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Br., Trachtenkunde. 2 Bde.</td> - <td class="col2">400</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kolzow, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kommersbuch (Tascheneinband)</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kommers- u. Studentenliederbuch in 1 Band</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Konrad, Das Rolandslied</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kopisch, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Koran, Der</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Körner, Leier und Schwert</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zriny</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Korolenko, Der blinde Musiker</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sibirische Novellen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kortum, Die Jobsiade</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kosegarten, Jucunde</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kriegslieder (Tascheneinband)</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kröger, Wohnung des Glücks</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Krummacher, Parabeln</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kugler, Geschichte Friedrichs d. Großen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kühns, Unter Napoleons Joch</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Kürnberger, Der Amerikamüde</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Lafontaines Fabeln</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lagerlöf, Gösta Berling</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Eine Gutsgeschichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lamartine, Dichtungen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Graziella</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lambeck, Engl.-franz.-deutsches Hilfsbuch</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lampert, Abstammungslehre</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, vom Keim zum Leben</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lamprecht, Porträtgalerie aus der Deutschen Geschichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Land, Ja — die Liebe</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lange, Geschichte des Materialismus. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lavater, Worte des Herzens</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Le Braz, Sirenenblut</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Leffler, Sonja Kovalevsky</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lehmann, Fludyer in Cambridge</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Leibniz, Kleinere philos. Schriften</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Theodizee. 2 Bde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Leiser, Die Welt der Kolloide</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Leitner, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lenau, Die Albigenser</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Faust</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Savonarola</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lenk, Gesch. d. Buren (1652-1899)</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lennig, Etwas zum Lachen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lenz, Militärische Humoresken</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lermontow, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ein Held unsrer Zeit</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lesage, Gil Blas</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der hinkende Teufel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-200" class="pagenum" title="200"></a>Lessing, Dramat. Meisterwerke (Nathan der Weise. Emilia Galotti. Minna von Barnhelm)</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Emilia Galotti</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Laokoon</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Minna von Barnhelm</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Nathan der Weise</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Leuthold, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lichtenberg, Ausgew. Schriften</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lichtstrahlen aus dem Talmud</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lie, Die Familie auf Gilje</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ein Mahlstrom</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Dreimaster „Zukunft“</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Liebesbrevier</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Liebmann, Christliche Symbolik</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lingg, Byzantinische Novellen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Linguet, Die Bastille</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Livius, Röm. Geschichte, 4 Bde.</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Locke, Über den menschlichen Verstand, 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lohengrin, Deutsch v. Junghans</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lombroso, Genie und Irrsinn</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Handbuch der Graphologie</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Studien üb. Genie u. Entart.</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, P., Kodak</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Longfellow, Evangeline</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Hiawatha</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Miles Standish</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Loti, Die Islandfischer</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lucrez, Von der Natur der Dinge</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ludwig, Die Heiterethei</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zwischen Himmel und Erde</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ludwig I. von Bayern, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Luther, Sendbrief v. Dolmetschen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Tischreden</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lux, Kunst im eigenen Heim</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Lyrik, Deutsche, des 19. Jahrh. bis zur modernen Ära</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Moderne Deutsche</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Macchiavelli, Buch vom Fürsten</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mackay, Letzte Pflicht</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Madách, Tragödie des Menschen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mahlmann, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Maikow, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Manzoni, Die Verlobten. 2 Bde.</td> - <td class="col2">200</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Marc Aurels Selbstbetrachtungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Margueritte, Weltkinder</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mark Twain, Ausgew. Skizzen</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Marryat, Japhet</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Peter Simpel</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Martials Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mathesius, Luthers Leben</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Matthisson, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Maupassant, Novellen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Meerheimb, Psychodram. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mehring, Deutsche Verslehre</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ungebundenes in geb. Form</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Meißner, Aus d. Papieren eines Polizeikommissärs</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mendelssohn, Phädon</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mendheim, Uhland-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Merbach, Bismarck</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Merker, Wieland-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Messerschmitt, Physik d. Gestirne</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sternenhimmel</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Meyer, Auf der Sternwarte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Michelet, Die Frau</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Liebe</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mickiewicz, Balladen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mieses, Schachmeisterpartien. Teil 2-4 (Teil 1 f. Dufresne)</td> - <td class="col2">je 80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mignet, Geschichte der französischen Revolution</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mikszáth, Der wundertätige Regenschirm</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mill, Über Freiheit</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Milow, Stephan, Drei Novellen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Milton, Das verlorene Paradies</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Minnesang, Deutscher</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Möbius, Das Nervensystem</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Molo, Totes Sein</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Moltke, Die beiden Freunde</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Montesquieu, Persische Briefe</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Moore, Irische Melodien</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Lalla Rukh</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Moreto, Donna Diana</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mörike, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Mozart auf d. Reise nach Prag</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Moritz, Anton Reiser</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Götterlehre</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mosen, Bilder vom Moose</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Möser, Patriotische Phantasien</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mügge, Afraja. 2 Bde.</td> - <td class="col2">220</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Vogt von Sylt</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Muellenbach, Waldmann und Zampa und andere Novellen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Müller, Curt, Hexenaberglaube</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wilh., Gedichte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-201" class="pagenum" title="201"></a>Müllner, Dramatische Werke</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Murger, Zigeunerleben</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Murner, Narrenbeschwörung</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Musäos, Hero und Leander</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mutterherz, Das</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Mylius, Die Türken vor Wien</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Nadler, Fröhlich Palz, Gott erhalts!</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nadson, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Namenbuch</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nathusius, Elisabeth</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Tagebuch eines armen Fräuleins</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nekrassow, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wer lebt glücklicher in Rußland?</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nepos’ Biographien</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nettelbecks Lebensbeschreibung</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Neumann, H. K., Nur Jehan</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, C. W., Wunder d. Urwelt. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Neumann-Hofer, Familie Rizzoni</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nibelungenlied</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Niese, Der verrückte Flinsheim und zwei andere Novellen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nikitin, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nirwana</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Noël, Kleines Volk</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Nohl, Musikgeschichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Novalis, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Ohnet, Sergius Panin</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ossig, Spanisches Taschen-Wörterbuch</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Österreichische Börsenschiedsgerichtsordnungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Bürgerliches Gesetzbuch</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Exekutionsordnung</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gerichtsorganisationsgesetz</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Personalsteuergesetz</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Vollzugsvorschrift z. Personalsteuergesetz. 1. Hauptstück</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">2. u. 3. Hauptstück</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">4.-6. Hauptstück</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">1.-6. Hauptstück zusammen in 1 Band</td> - <td class="col2">250</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zivilprozeßordnung</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ostwald, H., Landstreichergeschichten</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, W., Grundriß der Naturphilosophie</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Oswald von Wolkenstein, Dichtungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ouida, Fürstin Zouroff</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ovid, Heroiden</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Verwandlungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Pahde, Meereskunde</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Parreidt, Zähne u. ihre Pflege</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pascal, Gedanken</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pauli, Schimpf und Ernst</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Perfall, Dämon Ruhm</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Trudenstein. — Prüglmensch</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pestalozzi, Lienhard u. Gertrud</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Peter, Das Aquarium</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Petersen, Die Irrlichter</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Prinzessin Ilse</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Petöfi, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Prosaische Schriften</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Petrarca, Sonette</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pfarrer vom Kalenberg und Peter Leu</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pfeffel, Poetische Werke</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Platen Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Platon, Phädon</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Plutarch, Vergleichende Lebensbeschreibungen. 4 Bände</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Poe, Novellen. 3 Bde. zus. in 1 Bd.</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pol de Mont, Zeiten und Zonen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pollock, Gesch. der Staatslehre</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Polonskij, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pötzl, Der Herr von Nigerl</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Hoch vom Kahlenberg. I-III</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kriminal-Humoresken</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Leute von Wien</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Rund um den Stephansturm</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Presber, Das Eichhorn u. a. Sat.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Untermensch u. and. Satiren</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Preußische Gesetze:</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Verfassungsurkunde für den preußischen Staat</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Wahl-Reglement d. Preußischen Abgeordneten-Hauses</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Properz, Elegieen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Prophet Jesaja</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Psalter, Der</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Pferhofer, Aus jungen Tagen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Puschkin, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Gefangene im Kaukasus</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Hauptmannstochter</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-202" class="pagenum" title="202"></a>—, Novellen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Onegin</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Raabe, Zum wilden Mann</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rameau, Die Hexe</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rangabé, Kriegserinnerungen aus 1870-71</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ranke, Die Erhebung Preußens im Jahre 1813</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Räuber, Literarische Salzkörner</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Reclam, Prof. Dr. Carl, Gesundheits-Schlüssel</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rehfues, Scipio Cicala. 2 Lbde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Reichenau, Bilder aus dem Kinderleben</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Reichsgesetze, Deutsche:</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Bankwesen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Binnenschiffahrts- u. Flößereigesetz</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Bürgerliches Gesetzbuch</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">— — Tascheneinbd.</td> - <td class="col2">125</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Freiwillige Gerichtsbarkeit</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Gerichtskostenwesen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Gerichtsverfassungsgesetz</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Geschäftsordnung f. d. Reichstag</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Gewerbegerichtsgesetz</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Gewerbeordnung</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Grundbuchordnung</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Handelsgesetzbuch</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">— u. Wechselordnung zus. geb.</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Impfgesetz f. d. Deutsche Reich</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Kaufmannsgerichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Konkursordnung</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Kriegsgesetze</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">— Ergänzungsband</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Militärversorgungsgesetze für das Deutsche Reich</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Patentgesetz</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Preßgesetz und Verlagsrecht</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Rechtsanwaltsordnung</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Reichs- und Staatsangehörigkeit</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Reichsverfassung</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Stempelgesetz</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Strafgesetzbuch</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Strafprozeßordnung</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Unlauterer Wettbewerb</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Urheberrechtsgesetze</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Vereinsgesetz</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Verfass. des Deutschen Reiches</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Versicherungsgesetze:</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Angestelltenversicherung</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Reichsversicherungsordnung</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">— Tascheneinband</td> - <td class="col2">125</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Versicherungsbehörden [Gewerbeunfallversicherung 2623/24 — Invalidenversicherung 2571 — Krankenversicherung 3564/65 — Unfallversicherung 4531-33: jetzt in <em>Reichsversicherungsordnung</em>, s. oben.]</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Wehrbeitrag u. Besitzsteuergesetz</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Wechselordnung</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Zivilprozeßordnung</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Zuwachssteuergesetz</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="i1"> - <td class="col1">Zwangsversteigerungsgesetz</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Reinick, Geschichten und Lieder für die Jugend</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Renan, Die Apostel</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Das Leben Jesu</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Renard, Ist der Mensch frei?</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Resa, Weihnachtsgeschichten</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Reuß, Doktors Bescherung u. a. N.</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Reuter, Christian, Schelmuffskys Reisebeschreibung</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Reuter, Fritz, Dörchläuchting</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Eine heitere Episode aus einer traurigen Zeit</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Hanne Nüte un de lütte Pudel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Julklapp! Polterabendgedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kein Hüsung</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Läuschen un Rimels</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, De meckelnbörgschen Montecchi un Capuletti</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Meine Vaterst. Stavenhagen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ut mine Festungstid</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ut de Franzosentid</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, De Reis’ nah Belligen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ut mine Stromtid</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Reuter, Gabriele, Eines Toten Wiederkehr u. andere Novellen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ricek-Gerolding, Gelehrt. Zecher goldnes Alphabet</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Riehl, Burg Reibeck</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die 14 Nothelfer</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Riemann, Bürger-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Lessing-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Roberts, Um den Namen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rodenbach, Die Eiche am Kreuzweg. — Berufung</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Das tote Brügge</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-203" class="pagenum" title="203"></a>Rosegger, Geschichten und Gestalten aus den Alpen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rosenberger, König der Diebe</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Roswitha von Gandersheim</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rousseau, Bekenntnisse. 2 Bde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Emil. 2 Bde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gesellschaftsvertrag</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die neue Heloise 2 Bde.</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rückert, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte für die Jugend</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Liebesfrühling</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Weisheit des Brahmanen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rumohr, Geist der Kochkunst</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Runeberg, Fähnrich Stahl</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ruppius, Der Pedlar</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Vermächtnis des Pedlars</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ruskin, Vorlesungen über Kunst</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Russische Dichterinnen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Ruth, Das Buch</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rützebeck, Dänischer Sommer</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Rydberg, Venus von Milo</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Saar, Ginevra. — Die Troglodytin</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sach, Hans, Poet. Werke. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Dramatische Werke. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sachsen-Spiegel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">St. Pierre, Paul und Virginie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Salis-Seewis, Gedichte</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sallet, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Laien-Evangelium</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sallust, Der Jugurthinische Krieg</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sallwürk, Mörike-Biographie</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Salus, Nachdenkliche Geschichten</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Salzmann, Ameisenbüchlein</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Himmel auf Erden</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Krebsbüchlein</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Saphir, Deklamationsgedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sarcey, Belagerung von Paris</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schanz, Wolken</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Scharling, Zur Neujahrszeit im Pfarrhof von Röddebo</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schaumberger, Im Hirtenhaus</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Bergheimer Musikanten-Gesch.</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schefer, Laienbrevier</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schelling, Clara</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Weltalter</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schenkendorf, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schermann, Firma Murks. Band 1-3 zusammen gebunden</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Scherr, Das rote Quartal</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schiller, Braut von Messina</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Don Karlos</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte. Leinen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Jungfrau von Orleans</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Dram. Meisterwerke. 2 Bde.</td> - <td class="col2">je 120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Maria Stuart</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Räuber</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wilhelm Tell</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wallenstein. 2 Teile</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schiller u. Goethe, Briefwechsel. 3 Bände</td> - <td class="col2">je 100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schlaf, Tantchen Mohnhaupt</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schleiermacher, Monologen</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Weihnachtsfeier</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schmid, Almenrausch u. Edelweiß</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schmidt, Zeitgenössische Berichte über die Leipziger Schlacht</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schmied-Kufahl, Fechtbüchlein. (Illustriert)</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schnadahüpfln, Tausend</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schöne, Lehr- und Flegeljahre eines alten Schauspielers</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schönthan, F. v., Der General</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, P. v., Kindermund</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Kuß</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schopenhauer, A., Sämtliche Werke. 6 Bände</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Aphorismen z. Lebensweisheit</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Briefe</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Einleitung in die Philosophie nebst Abhandlungen &c.</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gracians Handorakel</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Neue Paralipomena</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Philosophische Anmerkungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schreiner, Hohe Fahrt</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schubart, Gedichte</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schücking, Eine dunkle Tat</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Rheider Burg</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Kampf im Spessart</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schulze, Die bezauberte Rose</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schumann, Ges. Schriften über Musik u. Musiker. 3 Bde. in 1 Bd.</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schwab, Gedichte</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die deutschen Volksbücher</td> - <td class="col2">200</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schwegler, Gesch. d. Philosophie</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Schweizerische Bundesverfassung</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">— Kranken- u. Unfallversicherung</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">— Obligationenrecht</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">— Zivilgesetzbuch</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">— — u. Obligationenrecht in 1 Bd.</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">— — — Tascheneinband</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-204" class="pagenum" title="204"></a>Scott, Braut von Lammermoor</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Herr der Inseln</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ivanhoe</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Jungfrau vom See</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kenilworth</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Letzten Minnesängers Sang</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Quentin Durward</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Waverley</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sealsfield, Das Kajütenbuch</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Seidl, Ausgewählte Dichtungen Band 1-3 zusammen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Seneca, Ausgewählte Schriften</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Fünfzig ausgewählte Briefe</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Seume, Gedichte</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Spaziergang nach Syrakus</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Shakespeare, Hamlet</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Kaufmann von Venedig</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Othello</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Romeo und Julia</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Shelley, Entfesselte Prometheus</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Feenkönigin</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sienkiewicz, Familie Polaniecki 2 Bände</td> - <td class="col2">240</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, <span class="antiqua">Quo vadis?</span></td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zersplittert</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Silberstein, Trutz-Nachtigall</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Smiles, Der Charakter</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Pflicht</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Selbsthilfe</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sparsamkeit</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Soldatenliederbuch (Tascheneinbd.)</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sophokles, Sämtliche Dramen</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Souvestre, Am Kamin</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ein Philosoph</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Spee, Trutznachtigall</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Speter, Die chemisch. Grundstoffe</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die chemische Verwandtschaft</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Spielhagen, Alles fließt</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Dorfkokette</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Was die Schwalbe sang</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Spindler, Der Jesuit</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Jude</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Spinoza, Briefwechsel</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Ethik</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der politische Traktat</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der theologisch-politische Traktat</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Vervollkommnung d. Verstandes</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Spitta, Psalter und Harfe</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Spurgeon, Geistesstrahlen</td> - <td class="col2">200</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Staël, Corinna oder Italien</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Über Deutschland. 2 Bde</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stanley, Wie ich Livingstone fand</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stein, v., Goethe und Schiller</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Steinmüller, Baron Kahlebutz. 1. und 2. Bd. zus. in 1 Bd.</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stelzhamer, Ausgew. Dichtungen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stendhal, Novellen</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Steputat, Deutsches Reimlexikon</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stern, Gluck in Versailles. — Nanon</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Sterne, Empfindsame Reise</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Tristram Shandy</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stevenson, Die Schatzinsel</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, u. Osbourne, Schiffbruch</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stifter, Bergkristall. — Brigitta</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Hochwald</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Stirner, Der Einzige und sein Eigentum</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Strachwitz, Gedichte</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Streicher, Schillers Flucht</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Striegler, Das deutsche Turnen</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Strindberg, Die Leute auf Hemsö</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Strodtmann, Gedichte. Mit Goldschn.</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Studentenliederbuch (Tascheneinbd.)</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Swift, Gullivers Reisen</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Tacitus, Die Annalen</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Germania</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Historien</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tagebuch eines bösen Buben</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Taschen-Wörterbücher:</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Englisches</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Engl.-deutsch. Teil einzeln</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Deutsch-engl. Teil einzeln</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Französisches</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Franz.-deutsch. Teil einzeln</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Deutsch-franz. Teil einzeln</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Italienisches</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Ital.-deutsch. Teil einzeln</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="i2"> - <td class="col1">Deutsch-ital. Teil einzeln</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Spanisches</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Englisch-französisch-deutsches Hilfsbuch</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Fremdwörterbuch</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Deutsches Wörterbuch</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tasso, Befreites Jerusalem</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tausend und eine Nacht. 8 Bde.</td> - <td class="col2">je 150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tegnér, Abendmahlskinder</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Axel</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Frithjofs-Sage</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Telmann, In Reichenhall</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tennyson, Enoch Arden</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-205" class="pagenum" title="205"></a>—, Königsidyllen,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Testament, Neues. [Übersetzt von E. Stage.],</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tetzner, Deutsche Geschichte in Liedern,</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Namenbuch,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Deutsches Sprichwörterbuch,</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Deutsches Wörterbuch,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wörterbuch sinnverwandter Ausdrücke,</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Wörterverzeichnis zur deutschen Rechtschreibung. (Tascheneinband),</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Thackeray, Der Jahrmarkt des Lebens. 2 Bde.,</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Das Snobsbuch,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Theokrits Gedichte. Von Boß,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Thukydides, Der Peloponnesische Krieg,</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Thümmel, Wilhelmine,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Thiedge, Urania,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tillier, Belle-Plante u. Kornelius,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Mein Onkel Benjamin,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tintschew, Gedichte,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tolstoj Alexej, Gedichte,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Leo, Anna Karenina. 2 Bde.,</td> - <td class="col2">250</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Auferstehung. 1. u. 2. Bd. zus.,</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Chadshi Murat,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Evangelium,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zwei Husaren,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kindheit,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Kosake,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Krieg und Frieden 2 Bde.,</td> - <td class="col2">250</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Volkserzählungen,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Torn, Offiziersgeschichten,</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Torrund, Sein Herzenskind,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Trenck, Friedr. von der, Lebensgeschichte,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tschabuschnigg, Sonnenwende,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tschechow, Humoresken und Satiren. Band 1-3 zus.,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Tschudi, Kaiserin Elisabeth,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kaiserin Eugenie,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, König Ludwig II. v. Bayern,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Königin Maria Sophia von Neapel,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Marie Antoinettes Jugend,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Marie Antoinette und die Revolution,</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Napoleons Mutter,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Napoleons Sohn,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Turgenjew, Dunst,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Frühlingswogen,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte in Prosa,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die neue Generation,</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Erste Liebe,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Memoiren eines Jägers,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Väter und Söhne,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Turnerliederbuch (Tascheneinband),</td> - <td class="col2">40</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Uhland, Dramatische Dichtungen,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Gedichte,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Usteri, De Vikari,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Vaka, Harem,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Varnhagen, Fürst Leopold,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Vely, Mente,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Vergils Aeneide. Von Boß,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ländliche Gedichte,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Villinger, Die Sünde des heiligen Johannes und andre Novellen,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Vix, Die Totenbestattung,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Vogl, Ausgewählte Dichtungen,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Volney, Die Aninen,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Voltaire, Geschichte Karls XII.,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Zeitalter Ludwig XIV. 2 Bde.,</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Voneisen, Albumblätter,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Junggesellenbrevier,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kunterbunt,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Liebesbrevier,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Das Mutterherz,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Nirwana,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Voß, Idyllen und Lieder,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Luise,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, d. J., Goethe und Schiller in Briefen,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, R., Amata. — Liebeopfer,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Auferstandenen. 2 Bde. zus. in 1 Bandm</td> - <td class="col2">175</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kentaurenliebe. — Die Toteninsel,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Narzissenzauber. — Das Wunderbare,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Rolla,</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Vrchlicky, Gedichte,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Wagner, Rich., Autobiogr. Skizze. Mitteilung an meine Freunde,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Bayreuth,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Ein deutscher Musiker in Paris,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1"><a id="page-206" class="pagenum" title="206"></a>—, Erinnerungen,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Über das Dirigieren. — Bericht über eine deutsche Musikschule,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Tondramen. 2 Bde. je,</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wahlreglement des preußischen Abgeordnetenhauses,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Waiblinger, Gedichte aus Italien,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Waldmüller, Walpra,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Waldow, Wera,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wallace, Ben Hur. 2 Bände je,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Walther von der Vogelweide, Sämtliche Gedichte,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Weber, C. M. v., Ausgew. Schriften,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, L., Shakespeare-Biographie,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Weddigen, Geistliche Oden,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Weiser, Jesus. Teil 1-4 zus.,</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Weißbuch, Deutsch. (Dokumente I),</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Westkirch, Der Bürgermeister von Immelheim u. and. Nov.,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Diebe</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die Gletschermühle,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Der Knecht von Wörpedamm,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Recht der Liebe u. 2 and. Nov.,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Timm Bredenkamps Glück,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Urschels Fundgut,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Erzählungen. Zus. geb. in 2 Bdn. je,</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Whitman, Grashalme,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wichert, Am Strande,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Für tot erklärt,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Eine Geige. — Drei Weihnachten,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Nur Wahrheit. — Sie verlangt ihre Strafe,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Die gnädige Frau von Paretz,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wickenburg, Franz Mooshammer,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wieland, Die Abderiten,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Oberon,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wieleitner, Schnee u. Eis der Erde,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wilbrandt, König Teja,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wildberg, Dunkle Geschichten,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Neben der Welt u. a. Erzähl.,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wilde, Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Dorian Gray,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wildermuth, Hagestolze,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Schwäbische Pfarrhäuser,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wilhelm II. Reden. 4 Bände je,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Willomitzer, Nacht im Mittelalter,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Winter, Ohne Fehl,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wiseman, Fabiola,</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Witschel, Morgen- und Abendopfer,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wolf, Prolegomena zu Homer,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wolff, Allgemeine Musiklehre,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Elementar-Gesanglehre,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wolfram von Eschenbach, Parzival. 2 Bde.,</td> - <td class="col2">225</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wörterbücher s. Taschenwörterbücher.</td> - <td class="col2"> </td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Woude, Traudel und ich,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Wundt, Zur Psychologie u. Ethik,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Württemberg, Alex. Graf von, Sämtliche Gedichte,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Xenophon, Anabasis,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Erinnerungen an Sokrates,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Griechische Geschichte,</td> - <td class="col2">100</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Kyrupädie,</td> - <td class="col2">120</td> - </tr> - <tr class="d"> - <td class="col1">Zaleski, Die heilige Familie,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Zangerle, Meraner Geschichte,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Zedlitz, Gedichte,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Waldfräulein,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Zipper, Grillparzer-Biographie,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Körner-Biographie,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Zittel, Entstehung der Bibel,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Zobeltitz, H. v., König Pharaos Tochter,</td> - <td class="col2">60</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Zola, Das Fest in Coqueville und andere Novellen,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Germinal,</td> - <td class="col2">150</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Herrn Chabres Kur u. a. N.,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">—, Sturm auf die Mühle u. a. N.,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> - <tr> - <td class="col1">Zschokke, Alamontade,</td> - <td class="col2">80</td> - </tr> -</tbody> -</table> - </div> -<p> -Durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verleger -Philipp Reclam jun. in Leipzig unberechnet zu beziehen -</p> - -<p class="bold center"> -Prospekte der Universal-Bibliothek: -</p> - - <div class="twocol"> - <div class="left"> -<p> -Vollständiges Verzeichnis nach Autoren -geordnet. -</p> - -<p> -Vollständiges Verzeichnis nach Materien -geordnet. -</p> - -<p> -Verzeichnis der dramatischen Werke -mit Angabe der Personenzahl und -des Theatervertriebes. -</p> - - </div> - <div class="right"> -<p> -Verzeichnis von 100 einaktigen Lustspielen -mit Angabe des Inhalts -und der Besetzung. -</p> - -<p> -Verzeichnung von Reise- und Unterhaltungslektüre. -</p> - -<p> -Ausführliches Verzeichnis der Neuerscheinungen. -</p> - - </div> - </div> -</div> - -<div class="ads ads5"> -<p class="hdr"> -<a id="page-207" class="pagenum" title="207"></a> -<span class="firstline">Die Helios-Klassiker</span> -</p> - -<p> -sind von bedeutenden Literarhistorikern herausgegeben -und mit künstlerisch ausgeführten Porträt-Beilagen -geschmückt. Die Werke sind in geschmackvollen -biegsamen Leinen- und in prächtigen Ganzleder-Bänden -mit echtem Goldschnitt vorrätig. — -Durch erstaunliche Wohlfeilheit bei modern-geschmackvoller -Ausstattung werden sie die Freude an den -Büchern der Klassiker immer mehr verbreiten. -</p> - -<p class="bold center"> -Verzeichnis der Helios-Klassiker: -</p> - - <div class="twocol"> - <div class="left"> -<p> -<b>Börne.</b> Gesammelte Schriften. -3 Bände mit Bildnis. In -Leinen M. 5.—. -</p> - -<p> -<b>Byron.</b> Sämtl. Werke. 3 Bde. -mit Bildn. In Lein. M. 5.—. -</p> - -<p> -<b>Chamisso.</b> Sämtliche Werke. -2 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. -M. 2.50, in Leder M. 6.—. -</p> - -<p> -<b>Chamisso.</b> Auswahl. 1 Band -mit Bildn. In Lein. M. 1.25. -</p> - -<p> -<b>Eichendorff.</b> Gesamm. Werke. -2 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. -M. 3.—, in Leder M. 6.—. -</p> - -<p> -<b>Gaudy.</b> Ausgew. Werke. 2 Bde. -mit Bildn. In Lein. M. 3.50. -</p> - -<p> -<b>Goethe.</b> Sämtl. Werke. 10 Bde. -mit 3 Bildnissen. In Leinen -M. 15.—, in Leder M. 30.—. -</p> - -<p> -<b>Goethes</b> Werke in 4 Hauptbdn. -u. einer Folge v. Ergänzungsbdn. -M. Abb., Portr., Faksim. -Preis der 4 Hauptbde. in Lein. -M. 5.—, in Leder M. 12.—. -Ergänzungsbde. in Leinen je -M. 1.25, in Leder je M. 2.—. -</p> - - </div> - <div class="right"> -<p> -<b>Grabbe.</b> Sämtl. Werke. 2 Bde. -m. Bildn. In Leinen M. 3.50. -</p> - -<p> -<b>Grillparzer.</b> Sämtliche Werke. -3 Bde. mit 3 Bildn. In Lein. -M. 5.—, in Leder M. 9.—. -</p> - -<p> -<b>Hauff.</b> Sämtl. Werke. 2 Bde. -mit Bildn. In Lein. M. 3.—, -in Leder M. 7.—. -</p> - -<p> -<b>Hebbel.</b> Sämtliche Werke in -4 Bd. u. 2 Ergänzungsbdn. -Mit Abbildg. u. Faksimiles. -Preis der 4 Hauptbände in -Lein. M. 5.—, in Led. M. 12.—; -der 2 Ergänzgsbde. in Leinen -M. 2.50, in Leder M. 6.—. -</p> - -<p> -<b>Heine.</b> Sämtl. Werke. 4 Bde. -mit 2 Bildnissen. In Leinen -M. 5.—, in Leder M. 12.—. -</p> - -<p> -<b>Herder.</b> Ausgewählte Werke. -3 Bände mit 2 Bildnissen. -In Leinen M. 5.—. -</p> - -<p> -<b>Kleist.</b> Sämtliche Werke. 1 Bd. -mit Bildn. In Lein. M. 1.50, -in Leder M. 3.25. -</p> - - </div> - </div> -<p class="center"> -Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig -</p> - -</div> - -<div class="ads ads6"> -<p class="bold center"> -<a id="page-208" class="pagenum" title="208"></a> -Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig -</p> - - <div class="twocol"> - <div class="left"> -<p> -<b>Körner.</b> Sämtl. Werke. 1 Bd. -mit Bildn. In Lein. M. 1.40. -in Leder M. 3.—. -</p> - -<p> -<b>Lenau.</b> Sämtl. Werke. 1 Band -mit Bildn. In Lein. M. 1.50, -in Leder M. 3.25. -</p> - -<p> -<b>Lessing.</b> Sämtl. Werke 3 Bde. -mit 2 Bildnissen. In Leinen -M. 5.—, in Leder M. 9.—. -</p> - -<p> -<b>Lessing.</b> Auswahl. 1 Bd. mit -Bildnis. In Leinen M. 1.75. -</p> - -<p> -<b>Longfellow.</b> Sämtl. poetische -Werke. 2 Bände mit 2 Bildnissen. -In Leinen M. 3.50. -</p> - -<p> -<b>Ludwig.</b> Ausgewählte Werke. -1 Bd. mit Bildn. In Leinen -M. 1.75, in Leder M. 3.50. -</p> - -<p> -<b>Milton.</b> Poetische Werke. 1 Bd. -mit Bildn. In Lein. M. 2.—. -</p> - -<p> -<b>Molière.</b> Sämtl. Werke. 2 Bde. -mit Bildn. In Lein. M. 3.50. -</p> - -<p> -<b>Möricke.</b> Sämtl. Werke. 2 Bde. -mit 2 Bildnissen. In Leinen -M. 3.50, in Leder M. 6.—. -</p> - - </div> - <div class="right"> -<p> -<b>Reuter.</b> Sämtl. Werke. 4 Bde. -mit zahlreich. Abb. In Lein. -M. 6.—, in Leder M. 12.—. -</p> - -<p> -<b>Reuter.</b> Auswahl. 2 Bde. mit -zahlreich. Abbildgn. In Lein. -M. 3.50, in Leder M. 7.—. -</p> - -<p> -<b>Rückert.</b> Ausgewählte Werke. -3 Bde. mit 2 Bildn. In Lein. -M. 5.—, in Leder M. 9.—. -</p> - -<p> -<b>Schiller.</b> Sämtliche Werke in -4 Hauptbdn. u. 2 Ergänzungsbänden. -Mit Abb., Portr., -Faksim. Preis d. 4 Hauptbde. -in Lein. M. 5.—, in Led. M. 12.—, -der Gesamtausgabe in Leinen -M. 7.50, in Leder M. 18.—. -</p> - -<p> -<b>Shakespeare.</b> Dramat. Werke. -4 Bde. mit Abbild. In Leinen -M. 5.—, in Leder M. 12.—. -</p> - -<p> -<b>Stifter.</b> Ausgewählte Werke. -2 Bde. mit Bildn. In Lein. -M. 3.50, in Leder M. 6.—. -</p> - -<p> -<b>Uhland.</b> Gesammelte Werke. -2 Bde. mit Bildn. In Lein. -M. 2.50, in Leder M. 6.—. -</p> - - </div> - </div> -<p class="bold center"> -Sonderausgaben aus Reclams Klassikern: -</p> - - <div class="twocol"> - <div class="left"> -<p> -<b>Goethe.</b> Aus meinem Leben. -Geh. 90 Pf., Halblein. M. 1.20. -</p> - -<p> -<b>Goethe.</b> Gedichte. 2 Bde. Geh. -je M. 1.—, in Lein. je M. 1.50, -in Leder m. Goldschn. je M. 2.50. -</p> - -<p> -<b>Goethe.</b> Italien. Reise. Geh. -90 Pf., in Halbleinen M. 1.20. -</p> - -<p> -<b>Goethe.</b> Die Wahlverwandtschaften. -Geh. 30 Pf., in Halbleinen -60 Pf. -</p> - -<p> -<b>Goethe.</b> West-östl. Diwan. Geh. -70 Pf., in Leinen M. 1.—. -</p> - -<p> -<b>Goethe.</b> Wilhelm Meisters -Lehrjahre. Geh. 90 Pf., in -Halbleinen M. 1.20. -</p> - -<p> -<b>Goethe.</b> Wilhelm Meisters -Wanderjahre. Geh. 60 Pf., -in Halbleinen 90 Pf. -</p> - - </div> - <div class="right"> -<p> -<b>Lessing.</b> Hamburgische Dramaturgie. -Geh. 90 Pf., in -Halbleinen M. 1.20. -</p> - -<p> -<b>Schiller.</b> Gedichte. Geh. 50 Pf., -in Leinen 80 Pf., in Leder -mit Goldschnitt M. 2.—. -</p> - -<p> -<b>Schiller.</b> Geschichte des 30jährigen -Krieges. Geh. 70 Pf., in -Leinen M. 1.—. -</p> - -<p> -<b>Schiller.</b> Geschichte des Abfalls -der vereinigten Niederlande. -Geh. 30 Pf., in Halblein. 60 Pf. -</p> - - </div> - </div> -</div> - - -<div class="trnote"> -<p id="trnote" class="chapter"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p> - -<p class="no-handheld"> -Seitennummern von Seiten mit ganzseitigen Abbildungen (87 und 93) werden nicht angezeigt. -</p> - -<p> -Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. -<span class="handheld-only">Hervorhebungen, die im Original -g e s p e r r t -sind, wurden mit <em>einem anderen Schriftstil</em> gekennzeichnet.</span> -Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt waren, wurden in einer -<span class="antiqua">anderen Schriftart</span> markiert. -</p> - -<p> -Offensichtliche Fehler wurden berichtigt wie hier -aufgeführt (vorher/nachher): -</p> - - -<ul> - -<li> -... miteinander gewechselt, und aller <span class="underline">Wahrscheilichkeit</span> nach ...<br /> -... miteinander gewechselt, und aller <a href="#corr-0"><span class="underline">Wahrscheinlichkeit</span></a> nach ...<br /> -</li> - -<li> -... verschwunden ist (Fig. <span class="underline">40</span> F). Die größeren vegetalen ...<br /> -... verschwunden ist (Fig. <a href="#corr-1"><span class="underline">10</span></a> F). Die größeren vegetalen ...<br /> -</li> - -<li> -... jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie <span class="underline">prohezeiten</span> uns ...<br /> -... jeden Versuch zur Mitwirkung; ja sie <a href="#corr-2"><span class="underline">prophezeiten</span></a> uns ...<br /> -</li> - -<li> -... in raschem <span class="underline">Phatasiefluge</span> an uns hatten vorüberziehen ...<br /> -... in raschem <a href="#corr-3"><span class="underline">Phantasiefluge</span></a> an uns hatten vorüberziehen ...<br /> -</li> -</ul> -</div> - - - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Natur und Mensch, by Ernst Haeckel - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK NATUR UND MENSCH *** - -***** This file should be named 50081-h.htm or 50081-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/5/0/0/8/50081/ - -Produced by Ralph Janke, Marilynda Fraser-Cunliffe, Jens -Sadowski,and the Online Distributed Proofreading Team at -http://www.pgdp.net - -Updated editions will replace the previous one--the old editions will -be renamed. - -Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright -law means that no one owns a United States copyright in these works, -so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United -States without permission and without paying copyright -royalties. 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Redistribution is subject to the -trademark license, especially commercial redistribution. - -START: FULL LICENSE - -THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE -PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK - -To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free -distribution of electronic works, by using or distributing this work -(or any other work associated in any way with the phrase "Project -Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full -Project Gutenberg-tm License available with this file or online at -www.gutenberg.org/license. - -Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project -Gutenberg-tm electronic works - -1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm -electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to -and accept all the terms of this license and intellectual property -(trademark/copyright) agreement. 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INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the -trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone -providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in -accordance with this agreement, and any volunteers associated with the -production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm -electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, -including legal fees, that arise directly or indirectly from any of -the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this -or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or -additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any -Defect you cause. - -Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm - -Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of -electronic works in formats readable by the widest variety of -computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It -exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations -from people in all walks of life. - -Volunteers and financial support to provide volunteers with the -assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's -goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will -remain freely available for generations to come. In 2001, the Project -Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure -and permanent future for Project Gutenberg-tm and future -generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see -Sections 3 and 4 and the Foundation information page at -www.gutenberg.org - - - -Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary -Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by -U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the -mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its -volunteers and employees are scattered throughout numerous -locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt -Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to -date contact information can be found at the Foundation's web site and -official page at www.gutenberg.org/contact - -For additional contact information: - - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. 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