summaryrefslogtreecommitdiff
path: root/old/44642-0.txt
diff options
context:
space:
mode:
Diffstat (limited to 'old/44642-0.txt')
-rw-r--r--old/44642-0.txt2867
1 files changed, 2867 insertions, 0 deletions
diff --git a/old/44642-0.txt b/old/44642-0.txt
new file mode 100644
index 0000000..14015fe
--- /dev/null
+++ b/old/44642-0.txt
@@ -0,0 +1,2867 @@
+Project Gutenberg's Kleine deutsche Sprachlehre, by H. Bohm and W. Steinert
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
+
+
+Title: Kleine deutsche Sprachlehre
+
+Author: H. Bohm
+ W. Steinert
+
+Release Date: January 11, 2014 [EBook #44642]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KLEINE DEUTSCHE SPRACHLEHRE ***
+
+
+
+
+Produced by Norbert H. Langkau, Norbert Müller and the
+Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+ Kleine
+ deutsche Sprachlehre
+
+ von
+
+ H. Bohm und W. Steinert.
+
+
+ Einunddreißigste Auflage.
+
+
+
+
+ Preis 25 Pfge.
+
+
+ Berlin, 1879.
+
+ Verlag von Theodor Kampffmeyer
+ Friedrichstr. 52/53.
+ (Zwischen Krausen- u. Schützenstr.)
+
+
+
+
+ Vorwort.
+
+
+Das vorliegende Heft giebt eine gedrängte Zusammenstellung Alles
+dessen, was der Schüler wissen muß, wenn er dahin gelangen soll,
+seiner Muttersprache in Rede und Schrift mächtig zu sein.
+
+Daß wir durch die befolgte Anordnung keinen Lehrgang geben wollten,
+ist leicht ersichtlich. Es lag uns aber daran, den zu verarbeitenden
+Stoff, in übersichtlicher Weise zusammengestellt, den Kindern in
+die Hände zu geben, um dem Lehrer dadurch das zeitraubende Dictiren
+abzunehmen. Wir dürfen kaum befürchten, in Betreff der Anwendung des
+Heftchens mißverstanden zu werden. Die einzelnen §§. enthalten das _in
+den Unterrichtsstunden gewonnene_ Resultat und müssen Eigenthum des
+Schülers werden. -- *Es soll aber ihr Inhalt, so wie überhaupt jede
+sprachliche Form, aus dem lebendigen Organismus der Sprache heraus
+entwickelt und nicht gegeben, der Unterricht also an das Lesebuch oder
+die Bildertafel geknüpft werden.* In dieser Weise angewendet, soll das
+Heft dem Schüler bei Wiederholungen so wie zur Uebung und Befestigung
+in den Formen der Muttersprache dienlich sein. Was im Rechnen das
+Einmaleins ist, das sind in der Sprache die einzelnen Formen derselben;
+sie müssen dem Schüler ebenso geläufig sein wie jenes. Daher nach der
+_Erkenntniß_ *vielfache Uebung!*
+
+Obgleich wir der Ansicht sind, daß der Unterricht in der Orthographie
+mit dem ersten Leseunterricht beginnen und fortschreiten, und das
+Meiste durch das Auge erreicht werden müsse, so hielten wir es doch
+für nöthig, diejenigen Regeln aufzustellen, welche durchgreifend
+sind, und namentlich *den* Schülern von Nutzen sein werden, die einen
+zusammenhangenden Unterricht nicht haben genießen können.
+
+Die erste Veranlassung zur Herausgabe dieser Zusammenstellung ward uns
+durch die wissenschaftlichen Sitzungen des Geselligen Lehrer-Vereins.
+
+Indem wir für diese Anregung hiermit danken, erlauben wir uns zugleich,
+_Demselben_ diese Arbeit zu geneigter Beurtheilung zu überreichen.
+
+_Berlin_, den 30. April 1851. *D. V.*
+
+
+
+
+ Vorwort
+ zur einunddreißigsten Auflage.
+
+
+Diese Auflage ist im Wesentlichen mit den vorangegangenen gleichlautend.
+Nur in betreff der Orthographie sind mit leiser Hand wiederum einige
+Aenderungen vorgenommen worden. So schwankend auch Einzelnes auf diesem
+Gebiete bereits geworden ist, und so dringend auch eine bestimmte
+Regelung erscheint, so darf doch in einer Sprachlehre für die
+Volksschule nur mit äußerster Vorsicht nach dieser Richtung hin
+vorgegangen werden. Neue Formen zu lehren, ist, -- nach unserer
+Ansicht -- der Volksschule erst dann gestattet, wenn dieselben in den
+meisten Volks Schul-Lesebüchern zu finden und von der Tagespresse
+aufgenommen worden sind.
+
+Außerdem ist der in früheren Auflagen auf der letzten Seite befindliche
+zu §§ 5 und 6 gehörende Zusatz über die Biegung der Hauptwörter an der
+richtigen Stelle auf Seite 7 eingefügt worden.
+
+ _Berlin_, im April 1879.
+ *H. Bohm.*
+
+
+
+
+ Wortlehre.
+
+
+§. 1. Es giebt 10 Wörterklassen:
+
+ 1. Geschlechtsw. 2. Hauptw. 3. Eigenschaftsw. 4. Zahlw.
+ Artikel. Substantiv. Adjectiv. Numerale.
+
+ 5. Fürw. 6. Verhältnißw. 7. Zeitw. 8. Umstandsw.
+ Pronomen. Präposition. Verbum. Adverbium.
+
+ 9. Bindew. 10. Empfindungsw.
+ Conjunction. Interjection.
+
+
+ I. Geschlechtswörter.
+
+§. 2. 1. Die _Geschlechtsw._ kündigen die Wörter, zu denen sie gehören,
+als Hauptw. an, und sagen, welches Geschlecht dieselben haben.
+
+2. Die _Geschlechtsw._ sind:
+
+ _männlich_ _weiblich_ _sächlich_
+ Masculinum Femininum Neutrum
+
+ _bestimmte_: der die das
+ _unbestimmte_: ein eine ein
+
+3. Die _Geschlechtsw._ werden nie betont und nur zu Anfange eines
+ Satzes groß geschrieben; ihre Biegung siehe beim Hauptw.
+
+
+ II. Hauptwörter.
+
+§. 3. 1. Die _Hauptw._ sind Namen für _Gegenstände_.
+
+a. Man kann die Wörtchen _der_, _die_, _das_ vor sie setzen.
+
+b. Sie werden _groß geschrieben_.
+
+2. Die _Hauptw._ können sein:
+
+ a. Namen für _wirkliche_ Gegenstände (Concreta -- Wesennamen) z. B.
+ für Personen, Thiere, Pflanzen, Steine, Städte, Dörfer, Berge,
+ Flüsse, Geräthe, Kleider etc.
+
+ b. Namen für Gegenstände, die als _wirklich gedacht_ werden (Abstracta
+ -- Begriffsnamen) z. B. die meisten Wörter auf: _heit_, _keit_,
+ _ung_, _thum_, _muth_ (_mut_), _schaft_, _niß_ (_nis_).
+
+3. Die _Hauptw._ unter a. zerfallen in:
+
+ 1. _Eigennamen_ (Nomina propria): Marie, Karl, Berlin etc.
+ 2. _Gattungsnamen_ (N. appellativa): Hund, Apfel, Zimmer etc.
+ 3. _Stoffnamen_ (N. materialia): Milch, Wasser, Zucker, Blei etc.
+ 4. _Sammelnamen_ (N. collectiva): Heer, Christenheit, Waldung.
+
+§. 4. 1. Die _Hauptw._ haben ein _dreifaches Geschlecht_ (Genus):
+
+ _Männlich_: der Mann ein Spiegel.
+ _Weiblich_: die Frau eine Wand.
+ _Sächlich_: das Kind ein Buch.
+
+ Anm. _Doppeltes Geschlecht_ haben: Band, Bund, Erbe, Erkenntnis,
+ Flur, Gehalt, Harz, Heide, Hut, Kiefer, Kunde, Leiter, Mast,
+ Messer, Schild, See, Sprosse, Thor, Steuer etc.
+
+2. Die _Hauptw._ können in _zweifacher_ Zahl (Numerus) stehen:
+ _Einzahl_ (Singularis), _Mehrzahl_ (Pluralis).
+
+ E. Fenster Hund Kleid Knabe
+ M. Fenster Hund_e Kleid_er Knab_e_n
+
+ E. Bett Vater Wand Dach
+ M. Bett_e_n Väter Wänd_e Däch_e_r.
+
+ Anm. Es haben:
+ 1. _keine Einz._: Eltern, Ostern, Pfingsten, Weihnachten etc.
+ 2. _keine Mehrz._: Gold, Silber, Blei, Milch, Mehl, Haß etc.
+ 3. _doppelte Einz._: Friede -- Frieden, Funke, Same, Buchstabe,
+ Fels, Gedanke, Glaube, Haufe, Schade, Wille etc.
+ 4. _Doppelte Mehrz._: Bande, Bänder; Bänke, Banken; Gesichte,
+ Gesichter; Lichte, Lichter; Tuche, Tücher; Worte, Wörter etc.
+
+3. Die _Hauptw._ können in der E. u. M. in _vier verschiedenen Fällen_
+ (Casus) stehen: 1. F. = Nominativ, 2. F. = Genitiv, 3. F. = Dativ,
+ 4. F. = Accusativ.
+
+4. Die _Hauptw._ unterliegen einer _starken_, _schwachen_ und
+ _gemischten Biegung_ (Declination).
+
+ I. Starke Biegung.
+
+§. 5. Die _Hauptw._ dieser Bieg. erhalten im 2. F. der E. _s oder _e_s
+und im 1. F. der M. _e oder _e_r. Sie lauten oft um. Die weibl. Wörter
+bleiben in der E. unverändert.
+
+E. 1. F. wer? a. der Baum b. das Haus c. die Gans
+ 2. F. wessen? des Baum_e_s des Haus_e_s der Gans
+ 3. F. wem? dem Baum_e dem Haus_e der Gans
+ 4. F. wen? den Baum das Haus die Gans
+M. 1. F. wer? die Bäum_e die Häus_e_r die Gäns_e
+ 2. F. wessen? der Bäum_e der Häus_e_r der Gäns_e
+ 3. F. wem? den Bäum_e_n den Häus_e_r_n den Gäns_e_n
+ 4. F. wen? die Bäum_e die Häus_e_r die Gäns_e
+
+a. Hahn, Sohn, Werk, Kreuz; b. Schloß, Gras, Leib, Geist;
+c. Magd, Stadt, Heinrich, Ludwig.
+
+ Anm. Die männl. und sächl. Wörter auf *el* und *er* nehmen
+ nur an: im 2. Fall der E. s und im 3. Fall der M. n.
+ Z. B. Apfel, Mantel, Pudel, Räthsel, Müller, Vater,
+ Bruder, Messer. Die weibl. Wörter auf *r* nehmen aber im
+ 3. F. der M. *n* an: Mutter, Tochter.
+
+§. 6. Die Hauptw. der _schwachen Biegung_ bleiben entweder in der E.
+unverändert, oder nehmen im 2. und den übrigen F. der E. und M. _n
+oder _e_n an. Hauptw. der _gemischten Biegung_ gehen in der E. nach
+der starken, in der M. nach der schwachen Biegung.
+
+ II. Schwache Biegung. III. Gem. Bieg.
+
+ E. 1. F. wer? a. ein Held b. eine Frau c. ein Bett
+ 2. F. wessen? eines Held_e_n einer Frau eines Bett_e_s
+ 3. F. wem? einem Held_e_n einer Frau einem Bett_e
+ 4. F. wen? einen Held_e_n eine Frau ein Bett
+ M. 1. F. wer? Held_e_n Frau_e_n Bett_e_n
+
+Der 2., 3. u. 4. F. der M. sind mit dem ersten gleichlautend.
+
+ a. Herr, Hase, das Kleine. b. Schule, Person, Marie, Amalie.
+ c. Ohr, See, Auge, Dorn, Ende, Gevatter, Hemde.
+
+ Anm. 1. Die Wörter auf *en*, *chen*, *lein* gehen nach der gem. Bieg.
+ und nehmen demnach im 2. F. der E. s an, können dieses s aber nie
+ in der M. behalten, also: des Mädchens, aber nicht: die Mädchens.
+ _Herz_ und _Schmerz_ gehören auch hierher, jedoch hat Schmerz auch --
+ Schmerzes.
+
+ Anm. 2. Die männl. Wörter auf *e* gehen nach der schw. B.; einzelne
+ derselben, welche neben dem 1. F. auf *e* noch eine veraltete Form
+ auf *en* haben, bilden den 2. F. der E. auf *ens*. S. § 4, 2. 3.
+
+ Anm. 3. a. Die _männl. Eigennamen_ biegen mit dem Geschlechtsw.
+ wie die weibl. Hauptw. der st. B.; die _weibl._ dagegen wie die
+ weibl. Hauptw. der schw. Bieg. -- Stehen die Eigennamen _ohne_
+ Geschlechtsw., so nehmen sie im 2. F. _s_, _*n*s_ oder _*en*s_ und
+ in den übrigen F. _*n*_ oder _*en*_ an. 1. F. Marie, 2. F. Mariens,
+ 3. F. Marien, 4. F. Marien. -- Fritz, Max, Hans; Ottilie, Emilie,
+ Louise; Heinrichs, Berthas.
+
+ b. Folgen _mehrere Eigennamen_ auf einander, so erhält nur der letzte
+ die Fall-Endung. Christian Fürchtegott Gellerts Fabeln.
+
+ c. 1. F. Jesus Christus, 2. F. Jesu Christi, 3. F. Jesu Christo, 4.
+ F. Jesum Christum.
+
+ Zusatz-Regel: _Schwach_ biegen alle diejenigen Hauptwörter, die
+ in der Mehrzahl ein „n“ oder „en“ annehmen; stark biegen die,
+ welche in der M. kein „n“ oder „en“ erhalten: der Knabe -- die
+ Knabe*n*, folglich _schwach_, und daher der 2. Fall der Einzahl:
+ „des Knaben“; aber: der Garten -- die Gärten, folglich, weil kein
+ „n“ hinzugekommen _stark_ und deshalb der 2. Fall der Einz. „des
+ Gartens.“
+
+ III. Eigenschaftswörter.
+
+§. 7. 1. _Eigenschaftsw._ bezeichnen die Eigenschaften der Gegenstände.
+Sie bestimmen also das Hauptw. und stehen:
+
+a) _beifügend_ (attributiv) auf die Frage: Was für _ein_, _eine_,
+ _ein_? (Welcher, e, es?)
+
+b) _aussagend_ (prädicativ) auf die Frage: Wie ist der, die, das?
+ Das _große_ Haus. -- Das Haus ist _groß_.
+
+2. Die _Eigenschaftsw._ endigen oft auf: _ig_, _isch_, _icht_, _ern_,
+ _bar_, _sam_, _lich_, _haft_.
+
+3. Die _Eigenschaftsw._ werden _klein geschrieben_. Bestimmen sie
+ jedoch das Hauptw. nicht, sondern nehmen sie dasselbe in sich auf,
+ so werden sie selbst zum Hauptw. und also auch groß geschrieben.
+ Der _kranke_ Mann ißt Suppe. -- Der _Kranke_ ißt Suppe.
+
+4. Die _Eigenschaftsw._ stehen mit ihrem _Hauptw._ in _gleichem
+ Geschlecht_, _gleicher Zahl_ und _gleichem Falle_.
+
+5. Die _Eigenschaftsw._ unterliegen einer _starken_, _schwachen_ und
+ _gemischten Biegung_.
+
+§. 8. Steht das _Eigenschaftsw._ mit seinem Hauptw. _allein_, so nimm
+es die Endungen des _best. Geschlechtsw._ an und hat also:
+
+ I. Die starke Biegung.
+
+ E. 1. F. gut_e_r Sohn schön_e Beere klein_e_s Kind
+ 2. F. gut_e_s Sohnes schön_e_r Beere klein_e_s Kindes
+ 3. F. gut_e_m Sohne schön_e_r Beere klein_e_m Kinde
+ 4. F. gut_e_n Sohn schön_e Beere klein_e_s Kind
+ M. 1. F. gut_e Söhne schön_e Beeren klein_e Kinder
+ 2. F. gut_e_r Söhne schön_e_r Beeren klein_e_r Kinder
+ 3. F. gut_e_n Söhnen schön_e_n Beeren klein_e_n Kindern
+ 4. F. gut_e Söhne schön_e Beeren klein_e Kinder
+
+_Beisp._ hoher Baum, großer Mann; feine Arbeit, zarte Hand; plattes
+ Dach, blaues Auge.
+
+§. 9. Tritt zu dem _Eigenschaftsw._ und _Hauptw._ noch ein _best.
+Geschlechtsw._, oder ein Für- oder Zahlwort, das wie das best.
+Geschlechtsw. biegt, so hat dasselbe:
+
+ II. Die schwache Biegung.
+
+ E. 1. F. der gut_e Sohn die schön_e Beere
+ 2. F. unseres gut_e_n Sohnes unserer schön_e_n Beere
+ 3. F. diesem gut_e_n Sohne dieser schön_e_n Beere
+ 4. F. jenen gut_e_n Sohn jene schön_e Beere
+ M. 1. F. manche gut_e_n Söhne manche schön_e_n Beeren
+
+ E. 1. F. das klein_e Kind
+ 2. F. manches klein_e_n Kindes
+ 3. F. diesem klein_e_n Kinde
+ 4. F. jenes klein_e Kind
+ M. 1. F. manche klein_e_n Kinder
+
+§. 10. Tritt zu dem Eigenschaftsw. ein unbest. Geschlechtsw., oder ein
+Für- oder Zahlw., das wie _dies_ Geschlechtsw. biegt, so nimmt dasselbe
+im 1. F. des männlichen _e_r und im 1. und 4. F. des sächl. Geschl.
+_e_s an. In den übrigen Fällen geht es nach der schw. Biegung. Man hat
+dann:
+
+ III. Die gemischte Biegung.
+
+ E. 1. F. ein gut_e_r Sohn kein baar_e_s Geld
+ 2. F. eines gut_e_n Sohnes keines baar_e_n Geldes
+ 3. F. einem gut_e_n Sohne keinem baar_e_n Gelde
+ 4. F. einen gut_e_n Sohn kein baar_e_s Geld
+
+ Anm. 1. Stehen _zwei_ oder _mehrere Eigenschaftsw._ ohne
+ Geschlechtsw., Für- oder Zahlw. vor einem Hauptw., so biegen sie
+ im 1. F. der E. u. M. wie das best. Geschlechtsw.; in den
+ _übrigen_ F. biegt nur das erste in dieser Weise; die andern
+ biegen schwach; 1. F. _guter, braver_ Mann; 2. F. _guten, braven_
+ Mannes; 3. F. _gutem, braven_ Manne; 4. F. _guten, braven_ Mann etc.
+
+ Anm. 2. Steht ein _Umstandsw._ vor einem _Eigenschaftsw._ so darf
+ Ersteres nicht biegen. Man darf also nicht sagen: ein _ganzer
+ braver_ Mann, sondern ein _ganz braver_ Mann.
+
+§. 11. Die _Eigenschaftsw._ können _gesteigert_ werden. Es giebt
+3 _Stufen der Steigerung_ (Gradbiegung -- Comparation). 1. Stufe
+(Positiv), 2. Stufe (Comparativ), 3. Stufe (Superlativ).
+
+ 1. 2. 3.
+ schön schöner schönst -- am schönsten
+ nahe näher nächst -- am nächsten
+ hoch höher höchst -- am höchsten
+ viel mehr meist -- am meisten
+ gut besser best -- am besten
+
+_Beisp._: lang, niedrig, scharf, klug, stolz, faul, süß, kalt, warm,
+arm, stark, krumm, breit.
+
+ Anm. 1. Todt, mündlich, ganz, recht, bleiern, wahr, leer etc.
+ haben keine Steigerung.
+
+ Anm. 2. Die 2. u. 3. Stufe biegen in derselben Weise wie die
+ erste Stufe.
+
+ Anm. 3. Wie = 1. Stufe; als = 2. Stufe. Karl ist so schnell _wie_
+ Fritz. Anton ist schneller _als_ Julius.
+
+ Anm. 4. Oft wird die Steigerung durch die Wörter: äußerst,
+ höchst, sehr, vorzüglich etc. ausgedrückt.
+
+§. 12. Die _Eigenschaftsw._ erfordern oft bestimmte Fälle. Es haben:
+
+1. Den 2. Fall:
+
+ansichtig, bedürftig, beflissen, benöthigt, bewußt, eingedenk, fähig,
+froh, geständig, gewärtig, gewahr, gewiß, gewohnt, habhaft, kundig,
+ledig, los, mächtig, müde, satt, schuldig, sicher, theilhaftig,
+überdrüssig, verdächtig, verlustig, voll, werth, würdig.
+
+Man wurde _des Verfolgten_ nicht ansichtig. Der Arme ist _der
+Unterstützung_ bedürftig. Bist _du deiner_ Sache gewiß? Dies ist nicht
+_der Rede_ werth. Sie ist _eines seltenen Glückes_ theilhaftig geworden.
+
+2. Den 4. Fall:
+
+alt, breit, dick, groß, hoch, reich, lang, schwer, tief, werth -- wenn
+ihnen die Angabe des Alters, Gewichtes, Preises etc. beigefügt wird.
+
+Der Stein ist _einen_ und _einen halben_ Centner schwer.
+
+3. Die übrigen Eigenschaftsw. haben entweder keinen oder in Verbindung
+mit den Hülfszeitw. _sein_ oder _werden_
+
+ den 3. Fall bei sich:
+
+abtrünnig, abgeneigt, angenehm, anstößig, anständig, angeboren,
+ähnlich, ängstlich, ärgerlich, bange, behülflich, bedenklich, bewußt,
+bekannt, beschieden, beschwerlich, bequem, dienlich, dankbar, dunkel,
+eigen, einleuchtend, ekelhaft, empfindlich, ergeben, erlaubt,
+erinnerlich, erwünscht, fremd, gefällig, gefährlich, gehorsam,
+geläufig, gewogen, gewachsen, gleich, gut, heilsam, heiß, hold,
+klar, kostbar, lästig, lieb, nahe, nützlich, rathsam, schädlich,
+unausstehlich, unbegreiflich, überlegen, verantwortlich, verbindlich,
+verderblich, verhaßt, verwandt, werth, willkommen, zugethan.
+
+Du bist _dem Vereine_ abtrünnig geworden. -- Ich bin _Deinem_ Vorhaben
+nicht abgeneigt. -- Dein Besuch ist _mir_ angenehm.
+
+
+ IV. Zahlwörter.
+
+§. 13. Die _Zahlw._ zählen die Gegenstände. Sie sind:
+
+A. _bestimmte_ und zwar:
+
+1. Namen für _Grundzahlen_ (Cardinalia) auf die Frage: Wie viel?
+ eins, vier, fünf, sechs, _funfzehn_ (fünfzehn), _sechzehn_
+ (sechszehn), _siebzehn_ (siebenzehn), zwanzig, ein und
+ zwanzig, dreißig, _funfzig_ (fünfzig), _sechzig_ (sechszig),
+ _siebzig_ (siebenzig), Hundert, Tausend, Million, Billion etc.
+
+2. Namen für _Ordnungszahlen_ (Ordinalia) auf die Frage: Der wie
+ vielste? erste, zweite, dritte etc.
+
+B. _unbestimmte_ oder Namen für _allgemeine_ Zahlen auf die
+ Frage. Wie viel? keine, etliche, manche, wenige, einige,
+ viele, mehrere, alle, etwas, genug, nichts etc.
+
+1. Von den _Grundzahlw._ bildet man andere Zahlw. auf: _lei_,
+ _fach_, _fältig_, _mal_; z. B. zweierlei, dreifach,
+ hundertfältig, einmal etc.; von den _Ordnungszahlw._ auf:
+ _halb_, _tel_, _ens_; z. B. drittehalb, viertel, drittens etc.
+
+2. Die _Zahlw._ werden _klein geschrieben_. Bestimmen sie jedoch
+ kein Hauptw., sondern nehmen sie dasselbe in sich auf, so
+ werden sie selbst zum Hauptw. und also auch groß geschrieben.
+
+Der Kutscher fährt mit _sechs_ Pferden -- der Kutscher fährt mit
+_Sechsen_.
+
+
+ V. Fürwörter.
+
+§. 14. Die _Fürw._ stehen entweder für Namen von Gegenständen oder
+deuten auf dieselben hin. Sie können sein:
+
+1. _Persönliche Fürw._ (Pronomina personalia):
+
+ 1. Person. 2. Person. 3. Person.
+ E. 1. F. ich du M. er W. sie S. es
+ 2. F. meiner(mein) deiner(dein) seiner(sein) ihrer seiner(sein)
+ 3. F. mir dir ihm ihr ihm
+ 4. F. mich dich ihn sie es
+ M. 1. F. wir ihr sie sie sie
+ 2. F. unser euer ihrer ihrer ihrer
+ 3. F. uns euch ihnen ihnen ihnen
+ 4. F. uns euch sie sie sie
+
+ Anm. 1. Für den 3. und 4. Fall der E. und M. der 3. Person steht
+ oft „sich“.
+
+ Anm. 2. Die erste Person ist die _sprechende_, die 2. die
+ _angesprochene_ und die 3. die _besprochene_.
+
+2. _Besitzanzeigende Fürw._ (Pron. possessiva): mein, dein, sein,
+ unser, euer, ihr. _Sie biegen_ wie die unbestimmten Geschlechtsw.
+
+3. _Hinweisende Fürw._ (Pron. demonstrativa): dieser, e, es; jener,
+ e, es, und das _betonte_ der, die, das. Sie _biegen_ wie die best.
+ Geschlechtsw.
+
+4. _Bestimmende_ (vorbestimmende) _Fürw._ (Pron. determinativa):
+ derselbe, dieselbe, dasselbe; derjenige, diejenige, dasjenige;
+ solcher, e, es; der, die, das.
+
+ 1. derselbe Mann, 2. desselben Mannes, 3. demselben Manne etc.
+ 1. diejenige Frau, 2. derjenigen Frau, 3. derjenigen Frau etc.
+
+§. 15. 5. _Zurückbeziehende Fürw._ (Pron. relativa): welcher, e, es;
+der, die, das; wer, was.
+
+ E. der, dessen, dem, den; die, deren, der, die; das, dessen, dem,
+ das; M. die, deren, denen, die. -- Ebenso biegt das bestimmende
+ Fürw. „der, die, das“, nur, daß der 2. F. der M. _„derer“_ heißt.
+
+6. _Fragende Fürw._ (Pron. interrogativa): wer, was, was für ein, eine,
+ ein? welcher, e, es?
+
+ E. wer, wessen (weß), wem, wen; was, wessen (weß), wem, was
+
+7. _Allgem. (unbestimmte) Fürw._ (Pr. indefinita): man, jeder,
+ jeglicher; selbst, selber; jemand, niemand, jedermann.
+
+ Anm. 1. Die 3 letzten Fürw. werden auch groß geschrieben; die
+ übrigen nur, wenn sie hauptwörtlich gebraucht werden; das
+ Meinige, das Deinige; das Mein, das Dein etc.
+
+ Anm. 2. Die persönl. und besitzanz. Fürw., die sich in Briefen
+ auf die angesprochene Person beziehen, werden ebenfalls groß
+ geschrieben. Bald werde ich bei _Dir_ sein. In _Deinem_ Hause
+ möchte ich weilen. Lassen _Sie Sich_ nicht abhalten!
+
+
+ VI. Verhältnißwörter (Verhältniswörter).
+
+§. 16. Die _Verhältnißw._ zeigen an, wie sich Gegenstände zu
+Gegenständen verhalten. Sie erfordern bestimmte Fälle. Es haben:
+
+Den 2. Fall:
+
+unweit, mittelst, kraft und während, laut, vermöge, ungeachtet,
+oberhalb u. unterhalb, innerhalb u. außerhalb, diesseit, jenseit,
+halben (r), wegen, statt, anstatt, längs, zufolge, trotz, um -- willen.
+
+ Anm. Bei _längs_, _zufolge_, _trotz_ kann auch der 3. F. stehen. --
+ Steht _zufolge_ vor dem Hauptw., so hat es den 2. Fall; steht es
+ hinter demselben, so hat es den 3. Fall. -- _Halben_ steht immer
+ dem Hauptw. nach; _wegen_ und _ungeachtet_ stehen bald vor, bald
+ nach dem Hauptw. -- _Wegen_, _halben_, _um -- willen_ bilden:
+ meinetwegen, deinetwegen, um seinetwillen etc. --
+
+ _Unweit_ des Thurmes, _mittelst_ der Säge, _kraft_ des Amtes,
+ _während_ der Spiele, _laut_ eines Vertrages, _vermöge_ einer
+ Erbschaft, _ungeachtet_ eines Verbrechens, _oberhalb_ Berlins,
+ _unterhalb_ Charlottenburgs, _innerhalb_ des Hauses, _außerhalb_
+ meiner Ställe, _diesseit_ deiner Lauben, ihrer Lüge _halben_ (r),
+ dieses Baumes _wegen_, _statt_ dieser Eiche, _anstatt_ dieses
+ Buches, -- _längs_ jenes Stromes, _zufolge_ jenes Befehls, _trotz_
+ jenes Verbots -- längs_ jenem Strome, jenem Befehle _zufolge_,
+ _trotz_ jenem Verbote -- _um_ seines Eigensinns _willen_.
+
+§. 17. Den 3. Fall:
+
+aus, außer, bei, binnen, entgegen, gegenüber, gemäß, mit, nach, nächst,
+nebst, sammt, seit, von, zu, zuwider, (ob).
+
+ Anm. 1. Entgegen und zuwider stehen stets nach dem Hauptwort,
+ gemäß bald vor, bald nach demselben.
+
+ _Aus_ mir, dir, ihm, ihr, ihm; _außer_ uns, euch, ihnen, _bei_ mir,
+ dir, ihm, ihr, ihm; _binnen_ einigen Tagen, _dir entgegen_, ihm
+ _gegenüber_, _gemäß_ dieser Verordnung -- dieser Verordnung _gemäß_,
+ _mit_ meinen Freunden, _nach_ dem Manne, _nächst_ der Frau, _nebst_
+ dieser Frau, _sammt_ dem Kinde, _seit_ einem Monat, _von_ einer
+ Tante, _zu_ einem Kinde, mir _zuwider_, _ob_ dieser Sache.
+
+ Anm. 2. Ich gehe _zu_ dir, nicht: _bei_ dir. Ich gehe _nach_ Hause,
+ nicht: _zu_ Hause. Komm _zu_ mir. Ich bin _zu_ Hause.
+
+§. 18. Den 4. Fall:
+
+durch, für, ohne, um, sonder, gegen, wider, entlang.
+
+_Durch_ mich, dich, ihn, sie, es; _für_ uns, euch, sie; _ohne_ deinen
+Herrn, _um_ seine Mütze, _sonder_ Furcht und Grauen, _gegen_ dein Kind,
+_wider_ deine Feinde.
+
+ Anm. 1. Steht *entlang* nach dem Hauptw., so erfordert es den
+ 4. F., steht es aber vor dem Hauptw., so hat es den 2. F. nach
+ sich. Z. B. Rausche, Fluß, das _Thal_ entlang! Entlang des
+ _Gebirges_ tobte die Jagd. *Gegen* = gen; z. B. _gen_ Himmel.
+
+ Anm. 2. „_Für_“ und nicht „_vor_“ wird gebraucht: a. wenn man fragen
+ kann: Wem zum Nutzen oder zum Schaden? Der Mann kämpft _für_ das
+ Vaterland; b. wenn es das Gegentheil von „_wider_“ ist. Er sprach
+ für die gerechte Sache; c. wenn man es mit „_um_“ verwechseln kann.
+ Er arbeitet _für_ Geld.
+
+§. 19. 1. Folgende 9 Verhältnißwörter (Verhältnisw.):
+
+an, auf, hinter, in, neben, über, unter, vor, zwischen, erfordern auf
+die Frage: Wo? den 3. Fall -- Ruhe, bereits am Ziel -- und auf die
+Frage: Wohin? den 4. Fall -- Bewegung, noch nicht am Ziel.
+
+Der Mann sitzt -- _wo?_ _an_ dem Baume, der Quelle, dem Hause. Der Mann
+setzt sich -- _wohin?_ _an_ den Baum, die Quelle, das Haus. Die Frau
+steht -- _wo?_ _auf_ einem Stuhl, einer Wiese, einem Fasse Die Frau
+stellt sich -- _wohin?_ _auf_ einen Stuhl, eine Wiese, ein Faß Das Kind
+liegt -- _wo?_ _hinter_ mir, dir, ihm, ihr, ihm, uns, euch, ihnen. Das
+Kind legt sich -- _wohin?_ _hinter_ mich, dich, ihn, sie, es, uns,
+euch, sie. Es spielte ein Knabe -- _wo?_ _zwischen_ jenem Flusse und
+dieser Linde, _zwischen_ jener Tonne und diesem Teiche, _zwischen_
+jenem Dorfe und dieser Wiese. Es sprang ein Knabe _wohin_? _zwischen_
+mich und deinen Bruder, _zwischen_ dich und deine Schwester, _zwischen_
+ihn und uns.
+
+2. _Hiernach_ muß man auch sagen:
+ Ich schreibe an dich. Der Brief kommt an dich. Ich denke an dich.
+ In dich setze ich mein Vertrauen. Ich glaube an dich, an deine
+ Treue. (Wohin richtet sich d. Glaube, d. Vertrauen?)
+
+3. Kann man aber weder: „wo?“ noch „wohin?“ fragen, so erfordern diese
+ Verhältnißw. immer den 3. F.; ausgenommen _auf_ und _über_, welche
+ alsdann den 4. F. erfordern.
+
+Arm _an_ Freuden; _in_ dieser Rücksicht; _unter_ diesen Umständen;
+_vor_ allen Dingen; es liegt _an_ dir; _auf_ diese Weise; _über_ alle
+Erwartungen; ich berufe mich _auf_ dich; es ist _auf_ eine Täuschung
+abgesehen; ich versichere es _auf_ meine Ehre.
+
+4. Als Ausnahme hiervon sind anzunehmen:
+
+ a) Ich halte mich _an_ die Wahrheit; Europa grenzt im Süden _an_
+ das mittelländische Meer; sei _über_ Wenigem getreu; ich bestehe
+ _auf_ meinem Willen.
+
+ b) Bei den Zeitw. „_lehnen_, _stützen_, _binden_“ erfordern diese
+ Verhältnißw. stets den 4. F.: _Auf_ seinen Stab gelehnt; ich
+ mußte mich _auf_ ihn stützen; _an_ die Worte binde ich mich
+ nicht.
+
+ Anm. 1. Ich freue mich auf _das_ Fest, -- ich freue mich auf _dem_
+ Feste. Ich schreibe an _dich_, -- ich schreibe an _dir_ (auf deinem
+ Rücken). Ich schreibe in _das_ Buch (ein), -- ich schreibe in _dem_
+ Buche. Er setzt sich über _mich_; aber: er sitzt über _mir_.
+
+ Anm. 2. Am = an dem; zur = zu der; über's = über das; durch's =
+ durch das; in's = in das u. s. w.
+
+
+ VII. Zeitwörter.
+
+§. 20. 1. Die _Zeitw._ sagen aus, was Gegenstände _thun_ oder was mit
+ihnen _gethan_ wird. Sie antworten auf die Frage: Was _thut_ ein
+Gegenstand? oder: Was wird mit einem Gegenstande _gethan_? Der Knabe
+schreibt. Was thut der Knabe? _schreibt_ = Zeitw. -- Der Hund wird
+geschlagen. Was wird mit dem Hunde gethan? wird _geschlagen_ = Zeitw.
+
+2. _Aeußerlich_ erkennt man die Zeitw. daran, daß die Wörtchen _ich_,
+ _du_, _er_ vor dieselben gesetzt werden können.
+
+§. 21. Es _giebt_:
+
+1. _Hülfszeitw._ der Zeit: _sein_, _haben_, _werden_. Sie dienen zur
+ Bildung der zusammengesetzten Zeiten der Zeitw.
+
+2. _Hülfszeitw._ der _Aussageweise_: _können_, _dürfen_, _mögen_
+ (Möglichkeit); _müssen_, _sollen_, _wollen_ (Nothwendigkeit)
+ und _lassen_ (Möglichkeit und Nothwendigkeit).
+
+ Anm. Ich _kann_, wozu ich _Kraft habe_. Ich _darf_, wozu ich
+ _Erlaubniß habe_. Ich _mag_, wozu ich _Lust habe_. Ich _muß_,
+ wozu ich _gezwungen bin_. Ich _soll_, wozu ich _Befehl habe_.
+ Ich _will_, wozu ich den _Entschluß habe_.
+
+3. _Zielende_ (regierende) Zeitw. (V. transitiva). Sie haben eine
+ _That-_ und _Leideform_ (Activ und Passiv): ich _lobe_ und ich
+ _werde gelobt_.
+
+4. _Ziellose_ (nicht regierende) Zeitw. (V. intransitiva). Sie haben
+ keine Leideform: ich _belle_, aber nicht: ich _werde gebellt_.
+
+5. Außer den genannten Zeitw. giebt es noch folgende:
+ _zurückzielende_ (V. reflexiva): sich grämen, sich wundern etc.,
+ _wechselweiszielende_ (V. reciproca): sich schlagen, lieben etc.
+ und _unpersönliche_ (V. impersonalia): es regnet, es donnert etc.
+
+§. 22. 1. Die Zeitw. können in der _Ein-_ und _Mehrzahl_ in drei
+verschiedenen _Personen_ stehen: ich lobe, du lobst, er lobt, wir
+loben, ihr lobt, sie loben.
+
+2. Die Zeitw. haben 3 _Aussageweisen_ (Modi): die _Wirklichkeit_,
+ _Möglichkeit_ und die _Nothwendigkeit_ oder den _Befehl_
+ (Indicativ, Conjunctiv und Imperativ).
+
+3. die Zeitw. treten in drei _Haupt-_ und drei _Nebenzeiten_ (Tempora)
+ auf. Mit den Hauptzeiten verbindet sich der Begriff der _Dauer_,
+ mit den Nebenzeiten der Begriff der _Vollendung_.
+
+A. _Hauptzeiten_.
+
+1. _Gegenwart_ (Praesens).
+
+2. _Vergangenheit_ (Imperfectum) (Mitvergangenheit).
+
+3. _Zukunft_ (Futurum I.).
+
+B. _Nebenzeiten_:
+
+1. _Vollendete Gegenw._ (Perfectum) (Vergangenheit).
+
+2. _Vollendete Vergangenheit_ (Plusquamperfectum).
+
+3. _Vollendete Zukunft_ (Futurum II) (Vorzukunft).
+
+ Anm. Die _Grundform_ (Infinitiv) des Zeitworts wird auch als
+ _Hauptwort_, das _Mittelwort_ (Participium) auch als
+ _Eigenschaftswort_ gebraucht: _Geben_ ist seliger als _Nehmen_.
+ _Zürnende_ Worte sind _brennende_ Pfeile. _Getheilte_ Freude ist
+ doppelte Freude.
+
+4. Die Zeitw. unterliegen einer _starken_, _schwachen_ und _gemischten_
+ Biegung (Conjugation). Die _Hülfszeitw._ _sein_, _haben_ und
+ _werden_ biegen abweichend.
+
+§. 23. Biegung der Hülfszeitw. _sein_, _haben_, _werden_.
+
+
+ A. *Sein.*
+
+ _Wirklichkeit._ _Möglichkeit._
+
+ Gegenwart.
+
+ E. ich bin E. ich sei
+ du bist du seiest
+ er, sie, es ist er sei
+ M. wir sind M. wir seien
+ ihr seid ihr seiet
+ sie sind sie seien
+
+ Vollendete Gegenwart.
+
+ E. ich bin gewesen E. ich sei gewesen
+ du bist gewesen du seist gewesen
+
+ Vergangenheit.
+
+ E. ich war E. ich wäre (würde sein)
+ du warst du wärest (würdest sein)
+ er war er wäre (würde sein)
+ M. wir waren M. wir wären (würden sein)
+ ihr waret ihr wäret (würdet sein)
+ sie waren sie wären (würden sein)
+
+ Vollendete Vergangenheit.
+
+ E. ich war gewesen E. ich wäre gewesen (würde
+ gewesen sein)
+ du warst gewesen du wärest gewesen (würdest
+ gewesen sein)
+
+ Zukunft.
+
+ E. ich werde sein E. ich werde sein
+ du wirst sein du werdest sein
+ er wird sein er werde sein
+ M. wir werden sein M. wir werden sein
+ ihr werdet sein ihr werdet sein
+ sie werden sein sie werden sein
+
+ Vollendete Zukunft.
+
+ E. ich werde gewesen sein E. ich werde gewesen sein
+ du wirst gewesen sein du werdest gewesen sein
+
+ Befehl.
+
+ E. sei! M. seid!
+
+ Mittelwort.
+
+ 1. G. seiend 2. V. G. gewesen
+
+ Grundform.
+
+ 1. G. sein 2. V. G. gewesen sein
+
+
+ B. *Haben.*
+
+ _Wirklichkeit._ _Möglichkeit._
+
+ Gegenwart.
+
+ E. ich habe E. ich habe
+ du hast du habest
+ er hat er habe
+ M. wir haben M. wir haben
+ ihr habt ihr habet
+ sie haben sie haben
+
+ Vollendete Gegenwart.
+
+ E. ich habe gehabt E. ich habe gehabt
+ du hast gehabt du habest gehabt
+
+ Vergangenheit.
+
+ E. ich hatte E. ich hätte (würde haben)
+ du hattest du hättest
+ er hatte er hätte
+ M. wir hatten M. wir hätten
+ ihr hattet ihr hättet
+ sie hatten sie hätten
+
+ Vollendete Vergangenheit.
+
+ E. ich hatte gehabt E. ich hätte gehabt (würde gehabt
+ haben)
+ du hattest gehabt du hättest gehabt
+
+ Zukunft.
+
+ E. ich werde haben E. ich werde haben
+ du wirst haben du werdest haben
+
+ Vollendete Zukunft.
+
+ E. ich werde gehabt haben E. ich werde gehabt haben
+ du wirst gehabt haben du werdest gehabt haben
+
+ Befehl.
+
+ E. habe! M. habt!
+
+ Mittelwort.
+
+ 1. G. habend 2. V. G. gehabt
+
+ Grundform.
+
+ 1. G. haben 2. V. G. gehabt haben
+
+
+ C. *Werden.*
+
+ _Wirklichkeit._ _Möglichkeit._
+
+ Gegenwart.
+
+ E. ich werde E. ich werde
+ du wirst du werdest
+ er wird er werde
+ M. wir werden M. wir werden
+ ihr werdet ihr werdet
+ sie werden sie werden
+
+ Vollendete Gegenwart.
+
+ E. ich bin geworden E. ich sei geworden
+ du bist geworden du seist geworden
+
+ Vergangenheit.
+
+ E. ich wurde (ward) E. ich würde
+ du wurdest du würdest
+ er wurde er würde
+ M. wir wurden M. wir würden
+ ihr wurdet ihr würdet
+ sie wurden sie würden
+
+ Vollendete Vergangenheit.
+
+ E. ich war geworden E. ich wäre geworden (würde
+ geworden sein)
+ du warst geworden du wärest geworden
+
+ Zukunft.
+
+ E. ich werde werden E. ich werde werden
+ du wirst werden du werdest werden
+
+ Vollendete Zukunft.
+
+ E. ich werde geworden sein E. ich werde geworden sein
+ du wirst geworden sein du werdest geworden sein
+
+ Befehl.
+
+ E. werde! M. werdet!
+
+ Mittelwort.
+
+ 1. G. werdend 2. V. G. geworden (worden)
+
+ Grundform.
+
+ 1. G. werden 2. V. G. geworden sein
+
+§. 24. I. _Schwache Biegung der Zeitwörter._
+
+Die Zeitwörter dieser Biegung lauten nicht ab: sie haben fast immer in
+der Vergangenheit 2 Silben, deren letzte auf _te_ endigt, und bilden
+das 2. Mittelwort auf _t_ oder _et_.
+
+ *Loben*.
+
+ A. Thatform.
+
+ _Wirklichkeit._ _Möglichkeit._
+
+ Gegenwart.
+
+ E. ich lobe E. ich lobe
+ du lobst du lobest
+ er lobt er lobe
+ M. wir loben M. wir loben
+ ihr lobt ihr lobet
+ sie loben sie loben
+
+ Vollendete Gegenwart.
+
+ E. ich habe gelobt E. ich habe gelobt
+ du hast gelobt du habest gelobt
+
+ Vergangenheit.
+
+ E. ich lobte E. ich lobete (würde loben)
+ du lobtest du lobetest
+ er lobte er lobete
+ M. wir lobten M. wir lobeten
+ ihr lobtet ihr lobetet
+ sie lobten sie lobeten
+
+ Vollendete Vergangenheit.
+
+ E. ich hatte gelobt E. ich hätte gelobt (würde gelobt
+ haben)
+ du hattest gelobt du hättest gelobt
+
+ Zukunft.
+
+ E. ich werde loben E. ich werde loben
+ du wirst loben du werdest loben
+
+ Vollendete Zukunft.
+
+ E. ich werde gelobt haben E. ich werde gelobt haben
+ du wirst gelobt haben du werdest gelobt haben
+
+ Befehl.
+
+ E. lobe! M. lobt! lobet!
+
+ Mittelwort.
+
+ 1. G. lobend 2. V. G. gelobt
+
+ Grundform.
+
+ 1. G. loben 2. V. G. gelobt haben
+
+
+ *Loben*.
+
+ B. Leideform.
+
+ _Wirklichkeit._ _Möglichkeit._
+
+ Gegenwart.
+
+ E. ich werde gelobt E. ich werde gelobt
+ du wirst gelobt du werdest gelobt
+
+ Vollendete Gegenwart.
+
+ E. ich bin gelobt worden E. ich sei gelobt worden
+ du bist gelobt worden du seist gelobt worden
+
+ Vergangenheit.
+
+ E. ich wurde gelobt E. ich würde gelobt
+ du wurdest gelobt du würdest gelobt
+
+ Vollendete Vergangenheit.
+
+ E. ich war gelobt worden E. ich wäre gelobt worden (würde
+ du warst gelobt worden gelobt worden sein)
+
+ Zukunft.
+
+ E. ich werde gelobt werden E. ich werde gelobt werden
+ du wirst gelobt werden du werdest gelobt werden
+
+ Vollendete Zukunft.
+
+ E. ich werde gelobt worden sein E. ich werde gelobt worden sein
+ du wirst gelobt worden sein du werdest gelobt worden sein
+
+ Befehl.
+
+ E. werde gelobt! M. werdet gelobt!
+
+ Mittelwort.
+
+ gelobt
+
+ Grundform.
+
+ 1. G. gelobt werden 2. V. G. gelobt worden sein.
+
+_Beisp._: ermahnen, suchen, zählen, drücken, schicken, lieben, leben,
+hören, herrschen, entbehren, übereilen, wiederholen, unterstützen,
+urtheilen.
+
+§. 25. II. _Starke Biegung der Zeitwörter._
+
+Die Zeitwörter dieser Biegung lauten in der Vergangenheit und dem
+zweiten Mittelwort ab; ihre Vergangenheit ist einsilbig -- ausgenommen
+sind die Wörter mit Vorsilben; -- ihr zweites Mittelwort hat _en_.
+
+_Binden_ -- _band_ -- _gebunden_: dringen, finden, klingen, ringen,
+schlingen, schwinden, singen, sinken, springen.
+
+_Schelten_ -- _schalt_ -- _gescholten_: bergen, brechen, gelten,
+helfen, kommen, nehmen, rinnen, schwimmen.
+
+_Bitten_ -- _bat_ -- _gebeten_: essen, fressen, geben, lesen, liegen,
+messen, sehen, sitzen, stehen, treten.
+
+_Biegen_ -- _bog_ -- _gebogen_: bieten, dreschen, flechten, fliegen,
+fliehen, fließen, frieren, gießen, heben, kriechen.
+
+_Greifen_ -- _griff_ -- _gegriffen_: kneifen, leiden, reißen,
+schleichen, schleifen, schneiden, streiten.
+
+_Bleiben_ -- _blieb_ -- _geblieben_: leihen, meiden, preisen, reiben,
+scheinen, schreiben, schreien, treiben, weisen.
+
+_Blasen_ -- _blies_ -- _geblasen_: braten, fallen, halten, hauen,
+heißen, laufen, rufen.
+
+_Fahren_ -- _fuhr_ -- _gefahren_: backen, graben, schaffen, schlagen,
+tragen, wachsen, waschen etc.
+
+§. 26. III. _Gemischte Biegung der Zeitwörter._
+
+Die Zeitwörter dieser Biegung haben Ablautung und Umendung:
+
+ _Brennen_ -- _brannte_ -- _gebrannt_: kennen, nennen, rennen.
+ _Senden_ -- _sandte_ -- _gesandt_: wenden.
+ _Denken_ -- _dachte_ -- _gedacht_: bringen.
+ _Dürfen_: ich darf, dürfe, durfte, gedurft.
+ _Können_: ich kann, könne, konnte, gekonnt.
+ _Mögen_: ich mag, möge, mochte, gemocht.
+ _Sollen_: ich soll, solle, sollte, gesollt.
+ _Wollen_: ich will, wolle, wollte, gewollt.
+ _Müssen_: ich muß, müsse, mußte, gemußt.
+ _Wissen_: ich weiß, wisse, wußte, gewußt.
+
+ _Bemerkungen._
+
+1. Die _zielenden Zeitw._ werden mit haben verbunden. Die _ziellosen
+ Zeitw._ werden theils mit sein, theils mit haben verbunden. Einige
+ Zeitw. haben _sein_ und _haben_: ich bin gefahren; ich habe
+ gefahren. Die Zeitw. _begegnen_, _folgen_, _weichen_, _gehen_,
+ _kommen_, _fliehen_, _fliegen_, _wachsen_, _sterben_ etc. werden
+ mit _sein_ verbunden.
+
+2. Die _Vergangenheit_ (Imperf.), _vollendete Vergang._ (Plusq.) und
+ _vollendete Zukunft_ (Fut. II.) werden auch _bezügliche Zeiten_
+ (relative) genannt, weil der Sprechende seine Aussage auf eine
+ andere Aussage bezieht: Die Knaben spielten, als der Lehrer kam.
+ Johann der muntre Seifensieder hatte oft gesungen, ehe ihn der
+ Reiche störte. Der Winter wird vergangen sein, ehe du es ahnst. Die
+ _Vergangenheit_ (Imperf.) ist die Zeit, in welcher in der Regel
+ erzählt wird: Die Schlacht blieb lange unentschieden. In diesem
+ Falle wird sie auch unbezüglich gebraucht.
+
+3. a. Sprechen wir ein Urtheil als bestimmt, als unabhängig, als
+ Thatsache aus, so gebrauchen wir die _Wirklichkeitsform_: Er
+ lobt den Schüler.
+
+ b. Führen wir aber an, was Jemand sagt, glaubt, oder sprechen wir
+ einen Zweifel, eine Vermuthung, einen Wunsch oder eine Bedingung
+ aus, so gebrauchen wir die _Möglichkeitsform_: Man weiß nicht,
+ daß er den Schüler lobe. Ich glaube, daß er kommen werde. Sehe
+ Jeder, wie er's treibe! Wen da dürstet, der komme zu mir und
+ trinke! Er wünschte, daß er genese. Er arbeitet, damit er esse.
+ Ginge er doch fort! Wenn er fleißiger wäre (sein würde), könnte
+ er vorwärts kommen.
+
+ c. Fordern wir Jemanden auf, daß er etwas thue, gebieten wir ihm
+ etwas, so gebrauchen wir die _Befehlsform_: Geh' fort! Hole
+ Wasser!
+
+ _Anm._ Da die sogenannte Bedingungsform (Conditionalis) auch eine
+ Möglichkeit ausdrückt, so hielten wir es nicht für angemessen,
+ die Möglichkeitsform zu zerstückeln und die in dieser Beziehung
+ herrschende Sprachverwirrung in die Volksschule zu bringen. Auch
+ hätten wir, bei Aufnahme des Conditionalis, den Optativ,
+ überhaupt eine strengere Eintheilung des Conjunctiv, nicht
+ vergessen dürfen.
+
+§. 27. _Die Zeitw. erfordern oft bestimmte Fälle._ Es haben den 2. Fall:
+
+1. achten, bedürfen, begehren, entbehren, ermangeln, erwähnen, gedenken,
+harren, lachen, leben, pflegen, schonen, spotten, vergessen, warten.
+
+Bei den meisten dieser Zeitw. setzt man auch den 4. Fall mit oder ohne
+Verhältnißw.
+
+Der Mann achtet _der Gefahr_ nicht, und der Mann achtet _die Gefahr_
+nicht. Der Kranke bedarf _des Arztes_, und der Kranke bedarf _den
+Arzt_. Die Anklage entbehrt _jeder Begründung_.
+
+2. Die _zurückzielenden_ Zeitwörter:
+
+sich annehmen, bedienen, befleißigen, bemächtigen, enthalten,
+entledigen, entschlagen, entsinnen, erbarmen, erinnern, erwehren,
+freuen, rühmen, schämen, wehren.
+
+Ein _guter Christ_ nimmt sich des _Nothleidenden_ an. Bediene dich _des
+Ausdrucks_ nicht! Er wehrte sich _seiner Haut_.
+
+§. 28. Den 3. Fall erfordern:
+
+1. Auf die Frage: _wem ist worden?_ die Zeitw., die eine _Leideform
+mit dem 3. Fall bilden_; z. B. mir, dir, ihm etc. ist geantwortet
+worden: aufwarten, antworten, begegnen, befehlen, bestehen, beistimmen,
+beiwohnen, drohen, danken, dienen, fluchen, folgen, fröhnen, gehorchen,
+genügen, glauben, helfen (mit allen Zusammensetzungen), huldigen,
+lohnen, nachgehen, nützen, rathen, schaden, schmeicheln, steuern,
+trotzen, vorstehen, weichen, widerstehen, widersprechen, winken,
+zustehen.
+
+Womit kann ich _Ihnen_ aufwarten? Danke _dem Vater_!
+
+Hierher gehören noch viele Zeitwörter, die mit den Verhältnißwörtern
+_an_, _auf_, _bei_, _entgegen_, _nach_, _unter_, _vor_ und _zu_
+zusammengesetzt sind.
+
+2. Folgende Zeitwörter ohne Leideform mit dem 3. Fall: ähneln,
+anstehen, belieben, behagen, bekommen, blühen, einleuchten, entgehen,
+entfallen, entfliehen, entsagen, erliegen, erscheinen, fehlen,
+gebühren, gefallen, gelingen, gerathen, gereichen, gleichen, mangeln,
+munden, nahen, passen, scheinen, schmecken, widerfahren, ziemen,
+zuhören.
+
+Der Sohn ähnelt _dem Vater_. Der Vorschlag steht _ihm_ nicht an.
+
+3. Die _unpersönlichen_ Zeitwörter:
+
+es ahnt, ekelt, gebricht, graut, liegt daran, schaudert, schwindelt,
+träumt.
+
+Es ahnt _mir_, daß er kommen werde. Es ekelt _mir_ vor der Speise.
+
+4. Die _zurückzielenden_ Zeitwörter:
+
+sich anmaßen, ausbedingen, denken, einbilden, erbitten, getrauen,
+vornehmen, vorstellen, merken.
+
+Du maßest _dir_ zuviel an. Ich bedinge _mir_ die Benutzung des Gartens
+aus.
+
+§. 29. Den 4. Fall erfordern:
+
+1. Die _zurückzielenden_ Zeitwörter:
+
+sich ängstigen, ärgern, betrüben, bekümmern, besinnen, erholen,
+erinnern, freuen, grämen, irren, schämen, täuschen.
+
+Hast _du dich_ meinetwegen geängstigt?
+
+2. Die _unpersönlichen_ Zeitwörter:
+
+es befremdet, befällt, betrifft, dauert, dürstet, dünkt, däucht,
+friert, gelüstet, geht mich an, hungert, jammert, juckt, kümmert,
+reut, schläfert, schmerzt, sticht, schwitzt, verdrießt, verlangt,
+wundert.
+
+Es befremdet _mich_, daß du jetzt zurückgezogen lebst.
+
+3. Alle _Zeitwörter_, bei denen man auf die Frage: _Wem ist worden?_
+keine -- wohl aber auf die Frage: _Wer ist worden?_ eine Antwort geben
+kann. Der im 4. Fall stehende Gegenstand, der geworden ist, heißt der
+_leidende (regierte) Gegenstand_ (Object).
+
+Steht noch ein zweiter Gegenstand (_betheiligter Gegenstand_)
+(Terminativ) bei ihnen, dem etwas geworden ist, so steht dieser auf die
+Frage: _Wem ist geworden?_ oder: _Für wen?_ -- _Wem zum Nutzen? wem zum
+Schaden_ ist etwas geworden? im 3. Fall.
+
+Der Vater besucht _den_ Freund.
+
+Wer ist besucht worden? der Freund, folglich: den Freund besuchen.
+
+Der Vater schenkt _dem_ Knaben das Buch.
+
+Was ist geschenkt worden? das Buch. Wem ist es geschenkt worden? dem
+Knaben. Für wen ist es geschenkt worden? für den Knaben = dem Knaben.
+Wem zum Nutzen ist es geschenkt worden? dem Knaben zum Nutzen ist es
+geschenkt worden. Bezeichnet der 4. F. eine Sache, der 3. F. eine
+Person, so sagt man: Bei dem Zeitworte steht der 4. Fall der Sache und
+der 3. Fall der Person.
+
+_Zielende_ Zeitwörter sind:
+
+loben, lieben, schlagen, stoßen, finden, sehen, bitten, necken,
+tadeln, bestrafen, verehren, kennen, retten, ziehen, beneiden,
+abholen, erfreuen, verachten, führen, fragen, ertappen, fangen,
+unterstützen, verlassen, tödten, betrügen, auffordern, belohnen,
+wecken, heilen, umstürzen, plagen, tragen, vorstellen etc.
+
+abbitten, abdringen, abgewöhnen, abschlagen, auftragen, aufbinden,
+borgen, geben, geloben, gönnen, glauben, leihen, leisten, liefern,
+melden, nehmen, rauben, reichen, senden, schlachten, schenken,
+wünschen, vorlegen, vorziehen, vorsagen, verkaufen, bringen,
+aufbewahren, überbringen, erzählen, mittheilen, erlauben etc.
+
+§. 30. 1. Den 4. Fall _der Person_ und den 2. Fall _der Sache_
+erfordern:
+
+anklagen, belehren, berauben, beschuldigen, entlassen, entsetzen,
+überführen, verweisen, würdigen, zeihen.
+
+Man klagt _ihn des Verraths_ an. Er _belehrt mich eines Bessern_. Er
+wurde _des Landes_ verwiesen.
+
+2. Einen doppelten 4. Fall erfordern:
+
+nennen, heißen, schimpfen, schelten, taufen, lehren.
+
+Er nannte _ihn einen Narren_. Er lehrt mich _die deutsche Sprache_.
+
+ _Anm._ Bei „_lehren_“ wird auch der 3. Fall der Person gebraucht:
+ Er lehrt _mir_ die deutsche Sprache. Folgt aber ein Zeitwort in der
+ Grundform, so darf nur der 4. Fall stehen: Er lehrt _mich_ lesen.
+
+§. 31. Einige Bemerkungen:
+
+1. _Lassen_ hat den 4. F. bei sich, wenn die Person (sprechende Person)
+selbst die handelnde ist, z. B. Laß _mich_ das Buch vorlesen; d. h. ich
+will es vorlesen. Der 3. Fall steht, wenn ein Anderer der Handelnde
+sein soll, z. B. Laß _mir_ das Buch vorlesen; d. h. ein Anderer soll es
+mir vorlesen.
+
+2. _Kosten_ hat stets den 3. Fall der Person. Das Buch kostet _mir_
+einen Thaler.
+
+3. Steht _heißen_ für „befehlen,“ so hat es den 3. Fall: Kein Mensch
+hat _ihm_ diese Thorheit geheißen. Folgt aber ein Zeitw. in der
+Grundform (Infinitiv), so steht der 4. F. Wer hieß _dich_ weggehen? --
+
+4. _Gelten_ hat den 3. Fall, wenn es gleichbedeutend ist mit „werth
+sein“: Mir gilt _die ganze Welt_ Nichts. Die Rede gilt _dir_. Steht es
+aber für „erfordern“ und „kosten“, so hat es den 4. Fall: Hier gilt es
+_Entschlossenheit_. Der Stock gilt _einen Thaler_.
+
+5. Er schlägt mir die Hand roth. Es friert mir der Finger. Ich wasche
+mir die Hände. -- Er tritt mir auf das Kleid. Es regnet mir in's
+Gesicht. Die Thränen treten ihm in die Augen. Er tritt mir auf den
+Fuß. Dem geschenkten Gaul sieht man nicht in's Maul. Gebratene Tauben
+fliegen Einem nirgends in den Mund. Der Regen schlägt mir in's Gesicht.
+
+6. Bei _versichern_ steht entweder der 4. Fall der Person und der
+2. F. der Sache, oder der 3. F. der Person und der 4. F. der Sache:
+Ich versichere _sie meiner Freundschaft_. Ich versichere _ihnen die
+Wahrheit_ -- oder: ich versichere _ihnen_, daß es wahr ist.
+
+7. Bei _trauen_ steht der 3. Fall, wenn es gleichbedeutend ist mit
+„Glauben schenken“, der 4. Fall, wenn von der priesterlichen Trauung
+die Rede ist: Ich kann _ihm_ nicht mehr trauen (Glauben schenken). Der
+Prediger traute _das Brautpaar_.
+
+8. Mit _gratuliren_ und _condoliren_ wird der 3. Fall verbunden: Ich
+gratulire _dir_ = Ich wünsche _dir_ Glück. Ich condolire _Ihnen_ = Ich
+bedaure Sie, bezeige Ihnen mein Beileid.
+
+9. Dieses Bild ist schön _gemalt_. Das Mehl ist fein _gemahlen_.
+
+10. Der Lehrer _lehrt_ die Schüler. Die Schüler _lernen_ vom Lehrer.
+
+
+ VIII. Umstandswörter.
+
+§. 32. Die _Umstandswörter_ bestimmen die _Zeit-_ und _Eigenschaftsw._
+näher. Sie können sein:
+
+1. Umstandsw. des _Ortes_. Wo? Wohin? -- da, dort, draußen, drinnen,
+droben, drüben, hier, her, hin, überall, vorn, hinten, rechts, links,
+oben, unten, hinaus, hinein, vorwärts etc.
+
+2. Umstandsw. der _Zeit_. Wann? -- bald, immer, häufig, oft, dann,
+einst, selten, nie, niemals, jetzt, nun, eben, neulich, kürzlich,
+ehemals, sonst, sofort, heute, morgen, gestern, schon etc.
+
+3. Umstandsw. der _Weise_. Wie? -- gern, sehr, recht, ungemein,
+besonders, vorzüglich, fast, beinahe, kaum, genug, zu sehr, ganz,
+merklich, ziemlich etc.
+
+ _Anm._ Die meisten Eigenschaftsw. können Umstandsw. der Weise
+ sein, und als solche können sie gesteigert werden. Z. B. Dieser
+ Knabe geht langsam, jener geht langsamer, du gehst am
+ langsamsten.
+
+4. Umstandsw. der _Bejahung_ und _Verneinung_ auf die Frage:
+Geschieht Etwas oder geschieht es nicht? -- ja, freilich, allerdings,
+vermuthlich, vielleicht, allenfalls, gewiß, wirklich, wohl, -- nein,
+nicht, keineswegs etc.
+
+5. Umstandsw. der _Frage_: wie? wo? wohin? wozu? womit? etc.
+
+ Anm. 1. Er ist den ganzen Tag _umher_ gelaufen. Der Becher ging
+ bei dem Mahle _herum_.
+
+ Anm. 2. Komm doch _herein_! Soll ich zu dir _hinaus_ kommen? Er ist
+ eben _hinunter_ gegangen.
+
+ Anm. 3. Eine _doppelte Verneinung_ darf nicht angewendet werden,
+ weil dadurch die Behauptung wieder bejaht wird. Man darf also
+ nicht sagen: Ich habe _kein_ Geld _nicht_.
+
+
+ IX. Bindewörter.
+
+§. 33. Die Bindew. verbinden theils Wörter, theils Sätze mit einander.
+Sie können sein:
+
+A. _Bindewort der Beiordnung_ (coordinirende).
+
+1. Der _Anreihung_ (copulative): und, auch, nun, sowohl -- als auch,
+nicht nur -- sondern auch, theils -- theils, je -- desto, zuletzt,
+erstlich, erstens, ferner, nicht allein -- sondern auch, endlich, dann,
+nicht bloß -- sondern auch, außerdem, dazu.
+
+2. Der _Entgegnung_ (adversative): aber, allein, doch, dennoch, jedoch,
+oder, entweder -- oder, dagegen, vielmehr, indessen, dessenungeachtet,
+weder -- noch, nicht -- sondern, wenn -- so, hingegen, gleichwohl,
+sonst, bald -- bald.
+
+3. Des _Grundes_ (causale): denn, deßwegen, darum, dann, daher,
+folglich, somit, mithin, demnach, also, nämlich, als, deshalb.
+
+B. _Bindew. der Unterordnung_ (subordinirende): daß, damit, weil, da,
+als, indem, nachdem, indeß, während, ehe, bevor, seit, seitdem, bis,
+so lange als, so, so wie, gleichwie, als ob, so daß, ohne daß, auf daß,
+wenn, falls, obgleich, wenngleich, wiewohl, wie sehr auch, seitdem daß,
+darum, als wenn, obschon, unterdeß, wenn schon, sobald, wofern, dahin
+-- wohin, daher -- woher, da -- wo, je -- desto.
+
+
+ X. Empfindungswörter.
+
+§. 34. Die Empfindungsw. bezeichnen laute Ausbrüche der Freude, des
+Schmerzes, der Furcht, des Verlangens etc.
+
+ach! ei! heißa! juchhei! o! holla! husch! pfui! o weh! knacks! piff!
+paff! plumps! he! heda!
+
+
+
+
+ Satzlehre.
+
+
+§. 35. Die Menschen können _denken_; sie haben _Gedanken_. Ein
+ausgesprochener oder niedergeschriebener Gedanke heißt ein Satz. Ein
+Satz kann enthalten:
+
+1. Eine _Behauptung_, ein Urtheil, eine Erzählung:
+
+Müßiggang ist aller _Laster_ Anfang. Uebermuth thut selten gut. Hans
+nährte sich vom Schiebekarren.
+
+Nach solchen Sätzen steht ein Punkt.
+
+2. Eine _Frage_:
+
+Wie geht es Euch? Wie fangt ihr's an? Hört ihr's wimmern hoch vom
+Thurm?
+
+Nach einem Fragesatz steht ein Fragezeichen; ist die Frage aber nicht
+bestimmt ausgesprochen, so steht ein Punkt.
+
+Er fragte, wie es ihm gehe.
+
+3. Einen _Wunsch_, Rath, eine Bitte, Aufforderung, Ermahnung,
+Ermunterung:
+
+Nur unterlaßt mir den Gesang! Friede sei ihr erst Geläute!
+
+4. Einen _Befehl_ -- Gebot oder Verbot:
+
+Fahr zu, Johann! Setzt euer Licht hierher!
+
+5. Einen _Ausruf_ -- der Bewunderung, des Unwillens, Bedauerns,
+Schmerzes, Schreckes, der Freude, Behauptung etc.
+
+Gevatter! ihr seid nicht gescheidt! O, welch ein Mensch!
+
+Nach einem Wunsche, Befehle und Ausrufe steht ein Ausrufungszeichen.
+
+§. 36. Es giebt:
+
+a. _einfache_ Sätze:
+
+Der Vater schreibt.
+
+b. _erweiterte_ (ausgebildete oder ergänzte) Sätze:
+
+Der Vater schreibt den Brief.
+
+c. _zusammengesetzte_ Sätze:
+
+Der Vater schreibt den Brief, und die Mutter liest die Zeitung.
+
+Die Glieder (Theile) des einfachen und erweiterten Satzes sind immer
+nur Wörter, die Glieder des zusammengesetzten Satzes sind aber Sätze.
+
+
+ I. Der einfache Satz.
+
+§. 37. Jeder _einfache_ Satz besteht nur aus _Gegenstand_ und _Aussage_
+(Subject und Prädicat).
+
+Den _Gegenstand_ des Satzes finde ich dadurch, daß ich mit dem
+Zeitworte die Frage: _Wer?_ oder _Was?_ verbinde. Er steht immer im 1.
+Falle und wird durch ein _Hauptwort_ oder durch einen _Stellvertreter_
+desselben bezeichnet.
+
+Der _Baum_ blüht. _Du_ bist ein Kind. _Malen_ ist eine Kunst. _Aber_
+ist ein Bindewort. _Schwarz_ ist die Trauerfarbe.
+
+Wie heißt im 1. Satz das Zeitwort? blüht. Wer blüht? der Baum =
+Gegenstand des Satzes.
+
+ _Anm._ Zuweilen kündigt man den Gegenstand durch das Wörtchen „es“
+ an, giebt ihn aber später bestimmter. Z. B. Es reden und träumen
+ die Menschen viel etc.
+
+§. 38. Die _Aussage_ findet man auf die Frage:
+
+a. Was _thut_ ein Gegenstand oder was _wird_ mit einem Gegenstande
+_gethan_?
+
+b. _Wie_ ist ein Gegenstand?
+
+c. _Was_ ist ein Gegenstand?
+
+Sie kann ausgedrückt werden:
+
+a. durch ein _Zeitwort_ in der That- und Leideform;
+
+b. durch ein _Eigenschaftswort_, einen Umstand mit dem Hülfszeitwort;
+
+c. durch ein _Hauptwort_ und _Hülfszeitwort_.
+
+Der Lehrer _lobt_. Der Schüler _wird gelobt_. Der Sommer ist _heiß_.
+Der Sturm ist _vorüber_. Mit unsrer Freundschaft ist es _aus_. Du bist
+_im Irrthum_. Der Knabe ist (befindet sich) _auf der Wiese_. Gott ist
+_ein Geist_. Der Soldat wird _ein Held_. Der Bruder bleibt (ist) _mein
+Nachbar_.
+
+§. 39. 1. Der _Gegenstand_ kann stehen:
+
+a. in der _Einzahl_ und _Mehrzahl_;
+
+b. in drei _verschiedenen Personen_:
+
+ Ich schreibe, du schreibst, er schreibt, wir schreiben etc.
+
+2. Die _Aussage_ kann stehen:
+
+a. in der _Gegenwart_, _Vergangenheit_ u. _Zukunft_;
+
+b. in der _Wirklichkeits-_, _Möglichkeits-_ und _Befehlsweise_.
+
+3. _Gegenstand_ und _Aussage_ stehen immer in _gleicher_ Zahl und
+Person.
+
+Der Vater geht. Die Väter gehen.
+
+4. _Zwei_ und _mehrere Gegenstände_ erfordern die Aussage in der
+_Mehrzahl_.
+
+Der Vater und die Mutter gehen aus.
+
+5. Bei der Frage nach dem Gegenstande hat man auf Person und Zahl, bei
+der Frage nach der Aussage auf Zeit und Aussageweise zu achten:
+
+Wer blüht? Wer hat geblüht? Wer wird blühen? -- Was thut der Baum? Was
+hat der Baum gethan? Was kann der Baum thun?
+
+
+ II. Der erweiterte Satz.
+
+§. 40. Werden _Gegenstand_ oder _Aussage_ des einfachen Satzes, oder
+beide zugleich _näher bestimmt_ (erweitert, ergänzt, ausgebildet) so
+erhält man den _erweiterten_ Satz.
+
+A. _Nähere Bestimmungen des Gegenstandes._
+
+Sie antworten auf die Frage: welcher, e, es, und sind somit
+_eigenschaftlichen_ Characters.
+
+Der _Gegenstand des Satzes_ kann näher bestimmt werden:
+
+1. Durch ein _Fürwort_:
+
+_Dieser_ (jener, dein) Baum blüht. _Derselbe_ Mann war es.
+
+2. Durch ein _Eigenschaftswort_:
+
+Der _große_ Baum blüht. Ein _gutes_ Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
+
+3. Durch ein _Zahlwort_:
+
+Der _dritte_ Baum blüht. _Drei_ Bäume blühen. _Aller_ Anfang ist schwer.
+
+4. Durch ein _Hauptwort_ im 1. Fall:
+
+Kaiser _Karl_ lebte zur Zeit Luthers. Friedrich der _Große_ erbaute
+Sanssouci. Sechs Loth _Zucker_ kosten einen Silbergroschen. Bruder
+_Fritz_ ist verreist. Doctor _Mai_ ist angekommen.
+
+5. Durch ein _Hauptwort_ im 2. Fall:
+
+Der Baum _meines Bruders_ blüht. Die Furcht _des Herrn_ ist der Weisheit
+Anfang.
+
+6. Durch einen _Umstand_, der auch durch ein Verhältnißwort mit seinem
+Fall ausgedrückt werden kann:
+
+Der Garten _dort so hübsch_ etc. Der Baum _in der Stube_ blüht. Ketten
+_von Gold_ drücken oft schwer. Ein Sperling _in der Hand_ ist besser,
+als eine Taube _auf dem Dache_.
+
+7. Durch ein _Zeitwort_ in der _Grundform_:
+
+Die Lust zu _sterben_ ist selten.
+
+ _Anm._ Das Eigenschaftswort kann stets durch ein Umstandswort oder
+ ein Verhältnißwort mit seinem Falle näher bestimmt werden. Z. B.
+ Die _mit Anlagen_ begabten Schüler. Die _recht_ gute Schrift.
+
+B. _Nähere Bestimmungen der Aussage._
+
+§. 41. a. _Die Aussage_ kann, wenn sie durch ein _Hauptwort mit dem
+Hülfszeitwort sein_ ausgedrückt wird, durch die Bestimmungen des
+Gegenstandes erweitert werden.
+
+Ueberhaupt können Hauptwörter, die in einem Satze vorkommen, die 7
+Bestimmungen des Gegenstandes annehmen.
+
+Hunger ist der _beste Koch_. Müßiggang ist _aller_ Laster Anfang.
+Dienstjahre sind _keine_ Herrenjahre. Thorheit ist _eine Schwester_ der
+Dummheit.
+
+§. 42. b. Besteht die Aussage aus einem Zeitwort oder Eigenschaftswort,
+so kann sie _näher bestimmt_ werden:
+
+a) Durch Bestimmungen _gegenständlichen_ Charakters.
+
+1. Durch den 4. Fall (_regierter_ oder _leidender Gegenstand_ =
+_Object_):
+
+Ein faules Ei verdirbt _den ganzen Brei_. Böse Gesellschaft verdirbt
+gut' _Sitte_. Uebung macht _den Meister_. S. §. 29.
+
+2. Durch den 4. u. 3. Fall. (3. Fall = _betheiligter Gegenstand_):
+
+Der Mann schenkt _dem Knaben_ eine Birne. Die Mutter verbietet _dem
+Kinde_ das Naschen. Der Krieg nimmt _dem Lande_ seine Söhne. S. §. 29.
+
+3. Durch den 4. u. 2. Fall. (2. Fall = bewirkender Gegenstand):
+
+Der Dieb beraubt _mich meines Geldes_. S. §. 30. 1.
+
+4. Durch zwei 4. Fälle:
+
+Er nannte _ihn einen Narren_. Herr, lehre _mich deine Steige_! Wer
+lehrt _das Auge seine Pflicht_? Herr, lehrt _mich bess're Sachen_! S.
+§. 30. 2.
+
+5. Durch den 3. Fall:
+
+Der Schüler antwortet _mir_. Der Knabe ist _ihm_ ähnlich. _Peter dem
+Großen_ wurde die Bildung seines Volkes sehr schwer. S. §. 28.
+
+6. Durch den 2. Fall:
+
+Ich bedarf _seiner_ nicht. Ich bin _meiner Sache_ gewiß. Eigner Herd
+ist _Goldes_ werth. Tugend bedarf _keines Ausrufers_. S. §. 27.
+
+b. Durch Bestimmungen _umständlichen_ Charakters.
+
+7. Durch einen _Umstand des Ortes_:
+
+Der Fisch lebt _im Wasser_. Treue Hand geht _durch's ganze Land_.
+Der Knabe spielt _hier_, _dort_ etc. Man suchte ihn _aller Orten_.
+S. §. 32. 1.
+
+8. Durch einen _Umstand der Zeit_:
+
+Die Bäume blühen _im Frühling_. Die Bäume blühen _jetzt_. _Des Morgens_
+schläft er und _des Abends_ ist er munter. Rom ist nicht _in einem
+Tage_ erbaut. S. §. 32. 2.
+
+9. Durch den _Umstand der Weise_:
+
+Ich singe dir _mit Herz und Mund_. Der Schüler singt _rein_ und
+_richtig_. Zwei harte Steine mahlen _nicht_ gut. Er mußte _stehenden
+Fußes_ umkehren. S. §. 32. 3.
+
+10. Durch einen _Umstand des Grundes_:
+
+Der Knabe weint _vor Schmerz_. _Gesundheitshalber_ giebt er die Arbeit
+auf.
+
+ _Anm._ Die Umstände des Ortes, der Zeit und der Weise können
+ ausgedrückt werden durch:
+
+ a. Verhältnißwörter mit ihren Fällen;
+
+ b. Umstandswörter;
+
+ c. Fälle der Hauptwörter.
+
+ Der Umstand des Grundes kann nur durch ein Verhältnißwort mit
+ seinem Falle ausgedrückt werden.
+
+11. Durch ein Zeitwort in der _Grundform_:
+
+Ich höre ihn _kommen_. Er hat mich _gehen_ heißen. Der Freund hat ihm
+_schreiben_ helfen.
+
+ Mehrere Bestimmungen.
+
+§. 43. _Gegenstand und Aussage_ können durch mehrere _verschiedene_
+Bestimmungen (Ergänzungen) zu gleicher Zeit ausgebildet werden.
+Zwischen ihnen steht kein Zeichen.
+
+Dieser freundliche Sohn meiner vielgeliebten Tante schenkte jenem armen
+Knaben am ersten Weihnachtstage auf dem Weihnachtsmarkte diesen recht
+warmen Anzug. Der fleißige Knabe aus dem benachbarten Dorfe schreibt
+morgen früh um acht Uhr in der obern Schule seinem Vetter in der Stadt
+einen sehr langen Brief zum nächsten Geburtstage.
+
+Werden sie jedoch durch _gleichartige_ Bestimmungen erweitert, so steht
+zwischen diesen ein Komma, wenn sie nicht durch „_und_“ verbunden sind:
+
+Marie war eine klare, heitere, thätige und wackere Schülerin.
+
+
+ III. Der zusammengesetzte Satz.
+
+§. 44. Jeder _zusammengesetzte Satz_ besteht aus einfachen oder
+erweiterten Sätzen oder aus beiden zugleich. Sind diese Sätze von
+einander unabhängig -- ist jeder einzelne für sich verständlich, -- so
+nennt man sie beigeordnet (coordinirt):
+
+Friede ernährt; Unfriede verzehrt.
+
+Sind sie aber von einander _abhängig_ -- kann der eine ohne den andern
+nicht verstanden werden, -- so sind sie einander _über_- und
+_untergeordnet_:
+
+Wer Gutes thut, hat frohen Muth.
+
+Die übergeordneten (superordinirten) Sätze heißen -- sind sie
+unabhängig -- _Hauptsätze_, die untergeordneten (subordinirten) heißen
+_Nebensätze_.
+
+1. Hauptsätze sind Hauptsätzen beigeordnet:
+
+Der Knecht hat erstochen den edlen Herrn; der Knecht wär' selber ein
+Ritter gern. Mit Vielem hält man Haus; mit Wenigem kommt man aus.
+
+2. Nebensätze sind Nebensätzen beigeordnet:
+
+Wenn du deinen Beruf treu erfüllst; wenn du den Gesetzen des Landes
+gehorchst: so soll Niemand dir ein Leid zufügen.
+
+3. Hauptsätze sind Nebensätzen übergeordnet.
+
+4. Nebensätze sind Hauptsätzen untergeordnet:
+
+Und als er die güldenen Sporen ihm gab, da schleudert's ihn wild in den
+Strom hinab.
+
+5. Nebensätze können Nebensätzen über- und untergeordnet sein. Es giebt
+also Nebensätze ersten, zweiten u. s. w. Ranges:
+
+Den schlechten Mann muß man verachten, der nie bedacht, was er
+vollbringt.
+
+ A. Beigeordnete Sätze.
+
+§. 45. 1. _Beigeordnete Sätze_ werden gar nicht oder durch Bindewörter
+der Beiordnung verbunden. S. §. 33. A.
+
+2. Zwischen beigeordneten Sätzen -- sind sie nicht sehr kurz -- steht
+ein Semikolon (;), ausgenommen vor „_und_“ und „_oder_“, vor diesen
+steht ein Komma.
+
+Sie können sein:
+
+1. _Anreihend_:
+
+Redlich sei des Herzens Grund; redlich spreche stets der Mund. Jede
+Stund' ist wichtig; Müßiggang ist nichtig. Töne entlockt er der Flöte
+_und_ das Echo des Berges wird wach. Im Herbste werden die Tage kürzer;
+_auch_ kühlt sich die Luft immer mehr ab. Dort nahet der Feind; _nun_
+laßt uns wacker kämpfen! Zuerst beginnt der Tag zu dämmern; _dann_
+verlieren die Sternlein ihren Glanz; _zuletzt_ erscheint die Sonne in
+ihrer Purpurpracht. _Nicht nur_ suchte ich ihn im Felde; _sondern_ mein
+Bruder durchlief auch den Wald.
+
+2. _Entgegenstellend_:
+
+Heute wird _entweder_ jenes Gras gemäht, _oder_ dieses Holz wird
+eingefahren. Schönheit verläßt uns bald; _aber_ ein getreues Herz
+bleibt uns. Die Biene ist zwar ein kleines Thier; _allein_ sie kann
+große Schmerzen verursachen.
+
+3. _Begründend_:
+
+Wo ihr wohnet, da verschönet jedes gute Herz den Ort; _drum_ verweilet
+froh und eilet nur so bald nicht wieder fort. Das Glas ist spröde;
+_daher_ läßt es sich nicht biegen. Der Mensch kann das Gute thun und
+das Böse lassen; _denn_ er hat freien Willen. Ich hatte schon einem
+Andern mein Wort gegeben; _deßhalb_ konnte ich deinem Wunsche nicht
+nachkommen.
+
+ Zusammengezogene Sätze.
+
+§. 46. Gehören in _beigeordneten_ Sätzen _mehrere_ Gegenstände (Subj.)
+zu _einer_ Aussage (Praed.), oder _mehrere_ Aussagen zu _einem_
+Gegenstande, so hat man _zusammengezogene Sätze_:
+
+Grobheit und Stolz wachsen auf einem Holz. Hoffen und Harren macht
+Manchen zum Narren. Bewegung, Mäßigkeit und Ruh' schließt dem Arzt
+die Thüre zu. Einige Blumen blühen im Sommer, andere blühen im
+Herbste. Der Fuchs ist schlau, listig und raubgierig. Er kam, sah' und
+siegte. Nadelhölzer sind: Tannen, Fichten, Kiefern etc. Fleiß bringt
+Brod, Faulheit Noth. Roggen wird entweder geschnitten oder gemäht.
+Verschlossener Mund und offene Augen haben noch Niemandem geschadet.
+Sammet und Seide löschen das Feuer in der Küche aus.
+
+ Anm. In den zusammengezogenen Sätzen steht vor „_und_“ und „_oder_“
+ kein Komma.
+
+ B. Nebensätze.
+
+§. 47. Der _Nebensatz_ steht immer an der Stelle eines Satzgliedes und
+kann in ein solches verwandelt werden.
+
+Die Nebensätze werden durch die Bindewörter der Unterordnung mit den
+Hauptsätzen verbunden. S. §. 33. B.
+
+Da es dreierlei nähere Bestimmungen giebt, so giebt es auch dreierlei
+Nebensätze.
+
+ 1. Eigenschaftssätze.
+
+Die Nebensätze können stehen für _eigenschaftliche Bestimmungen_ =
+_Eigenschaftssätze_ (Adjectiv-, Relativ-Sätze). Sie werden mit dem
+Hauptsatze in der Regel durch die zurückbeziehenden Fürwörter: welcher,
+e, es; der, die, das, auch wohl durch: _wo_, _wann_, _wie_, verbunden:
+
+Nichts ist so elend, als ein Mann, der Alles will, und der Nichts kann.
+= Nichts ist so elend, als ein Alles _wollender_ und _Nichts könnender_
+Mann. Die Sterne, welche ihr eigenes Licht haben, heißen Fixsterne.
+
+ 2. Gegenstandssätze.
+
+§. 48. Die Nebens. können stehen für gegenständliche Bestimmungen =
+_Gegenstandssätze_ (Substantiv-Sätze) und werden mit dem Hauptsatze in
+der Regel durch: _daß_, _ob_, _wer_, _was_, _wo_, _wann_, _wie_ etc.
+verbunden. Als solche können sie sein:
+
+a. _Gegenstandssätze_ für den 4. Fall (Object-Sätze).
+
+Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, was du werth
+bist. = Sage mir _deinen Umgang_, und ich will dir _deinen Werth
+sagen_. Wer läuft, den jagt man. Wer _hoch_ steht, den sieht man.
+
+1. Hierher gehören auch die Sätze, die angeben, was Jemand sagt, meint,
+behauptet etc.
+
+Solon sagte: Niemand ist vor seinem Tode glücklich.
+
+2. Vor der wörtlich angeführten (directen) Rede steht ein Doppelpunkt.
+Häufig folgen diesem Doppelpunkt auch noch Anführungsstriche:
+
+Solon sagte. „Niemand ist vor seinem Tode glücklich.“
+
+3. Tritt der Einführungssatz zwischen den Ergänzungssatz, so sind die
+Zeichen in folgender Weise zu setzen:
+
+„Niemand“, sagte Solon, „ist vor seinem Tode glücklich“. -- „Komm mit“,
+sprach neulich der Klaus zu mir, „vor dem Thore etc.“
+
+4. Führt man die Rede nicht wörtlich (indirect) an, so werden die Sätze
+durch ein Komma getrennt:
+
+Solon sagte, daß Niemand vor seinem Tode glücklich sei.
+
+b. _Gegenstandssätze_ für den 2. Fall (Genitiv-Sätze):
+
+Der Gedanke, daß Gott gerecht sei, giebt allein dem Menschen Ruhe = der
+Gedanke _der Gerechtigkeit_ Gottes giebt allein etc. Er erinnerte sich,
+daß er ihn gesehen = seines Anblicks.
+
+c. _Gegenstandssätze_ für den 3. Fall (Dativ-Sätze):
+
+Verkündige die Nachricht, wem du zuerst begegnest = _dem dir zuerst
+Begegnenden_. Wem nicht zu rathen ist, dem ist nicht zu helfen. Wer
+zürnet, dem reiche kein Messer.
+
+§. 49. d. Auch das Subject kann durch einen Nebensatz ausgedrückt
+werden = (Subject-Sätze):
+
+Wer Pech angreift, besudelt sich = der Pech _Angreifende_ besudelt
+sich. Wer antwortet auf unnütz Geschrei, der macht aus einem Unglück
+zwei. Wer nicht hören will, muß fühlen.
+
+ 3. Umstandssätze.
+
+§. 50. Die _Nebensätze_ können stehen für _umständliche Bestimmungen_
+(Umstands-, Adverbial-Sätze). Sie können sein:
+
+a. _Umstandssätze des Ortes:_
+
+Er starb, wo er geboren war = _an dem Orte_ seiner Geburt.
+
+b. _Umstandssätze der Zeit:_
+
+Wenn die Sonne scheint, ist unser Zimmer hell = beim Schein der Sonne.
+
+c. _Umstandssätze der Art und Weise:_
+
+Wie der Mensch säet, so wird er ernten = _seiner Saat gemäß_.
+
+d. _Umstandssätze des Grundes:_
+
+Der Christ liebt und ehrt die Tugend, weil sie Gott gebietet = _um des
+göttlichen Gebotes_ willen.
+
+ Satzkürze. Beisatz. Anrede.
+
+§. 51. 1. Fehlen in den _Nebensätzen_ Satztheile, so hat man _verkürzte
+Sätze_ (Satzkürzen). Die fehlenden Theile lassen sich leicht ergänzen:
+
+Es ist ein großes Glück, gute Eltern zu haben = wenn man gute Eltern
+hat. Des Weges unkundig, verirrte ich mich = da ich des Weges unkundig
+etc. Allzustraff gespannt, zerspringt der Bogen = der Bogen zerspringt,
+wenn er etc. Das Recht spricht: Jedem das Seine! Die Liebe: Jedem das
+Deine! Johann, der muntere Seifensieder, erlernte viele schöne Lieder =
+Johann, welcher ein munterer Seifensieder war, erlernte etc.
+
+2. Ist im verkürzten Nebensatze, wie in dem letztgenannten Beispiele,
+die Aussage durch ein Hauptwort ausgedrückt, so hat man einen _Beisatz_
+(Gleichstand, Apposition). Der Beisatz muß mit dem Hauptworte, zu dem
+er gehört, in gleicher Zahl und im gleichen Falle stehen:
+
+Hans Gutgenug, _der bequeme Knecht_, macht seine Sache nur halb und
+schlecht. Vor der Stimme des Löwen, _des Königs_ der Wälder, fürchten
+sich alle Thiere.
+
+3. Auch die Anrede ist ein verkürzter Satz:
+
+Gott grüß dich, _Alter_, schmeckt etc. Gott sieht dich, _Kind_, d'rum
+scheu die Sünd'! _Kind_, wirst du roth, so warnt dich Gott.
+
+ Stellung der Nebensätze.
+
+§. 52. 1. Stehen _Nebensätze vor dem Hauptsatze_, so heißen sie
+_Vordersätze_; der _Hauptsatz_ aber heißt _Nachsatz_:
+
+Wer Gutes thut, hat frohen Muth.
+
+2. Stehen sie _zwischen den Theilen des Hauptsatzes_, so heißen sie
+_Zwischensätze_:
+
+Fritz, der im Gehen recht Zeit zum Lügen fand, log auf die
+unverschämteste Weise.
+
+3. Stehen sie _nach_ dem Hauptsatze, so heißen sie _Nachsätze_:
+
+Es helfen weder Licht noch Brill', wenn das Aug' nicht sehen will.
+
+§. 53. _Nebensätze_ werden durch ein _Komma_ vom Hauptsatze getrennt;
+_Zwischensätze_ stehen zwischen 2 Komma. Für die verkürzten Nebensätze
+gilt dasselbe. Es steht also auch der _Beisatz_ und die _Anrede_
+zwischen 2 Komma. Steht die Anrede zu Anfang des Satzes, so folgt ihr
+ein Komma: Johann, bring' Holz! In Briefen folgt der Anrede auch ein
+Ausrufungszeichen: Lieber Freund!
+
+
+
+
+ Bemerkungen.
+
+
+1. _Unvollständige Hauptsätze_ (elliptische Sätze) sind:
+
+Guten Morgen! Nein! Ja! Feuer! Herein! Achtung geben!
+
+2. Enthalten Sätze nicht nothwendig zum Zusammenhange der Rede
+gehörende Bemerkungen, so heißen diese _eingeschobene_ Sätze und
+werden zwischen Klammern, Parenthesen oder Gedankenstriche gesetzt:
+
+Der Schelm -- ich will ihn zwar nicht schimpfen -- der etc.
+
+Auch benutzt man die Parenthese () zur Einschaltung einzelner Wörter.
+
+3. Es giebt auch _abgebrochene_ Sätze:
+
+Wenn du nicht gehst, so ....
+
+
+ Die Periode.
+
+§. 54. Mehrere Sätze können eine _Periode_ bilden. Es giebt _zwei-_
+und _mehrgliedrige Perioden_.
+
+Vorder- und Nachsatz werden in einer zweigliedrigen Periode durch ein
+Semikolon getrennt:
+
+Weil der Westwind über den atlantischen Ocean weht und die Ausdünstungen
+desselben mit sich führt; so pflegt er uns Regenwetter zu bringen.
+
+Vorder- und Nachsatz werden in einer mehrgliedrigen Periode durch ein
+Kolon, unter sich aber durch ein Semikolon getrennt:
+
+Wenn du wahrhaft und auf die Dauer glücklich zu sein wünschest; so
+befleißige dich eines rechtschaffenen Lebens: denn nur der
+Rechtschaffene vermag in Wahrheit glücklich zu sein.
+
+ Satzzeichen.
+
+§. 55. Deutlichkeit in Schrift und Rede erfordern es, daß man
+Zusammengehöriges nicht auseinander reiße, Verschiedenes aber
+andererseits aus einander halte. Um dieses zu können, bedient man sich
+der *Satzzeichen* (Interpunction). Diese sind:
+
+ A. Satzpausenzeichen.
+
+1. Der *Strich* oder das *Komma* (,);
+
+2. der *Strichpunkt* oder das *Semikolon* (;);
+
+3. der *Doppelpunkt* oder das *Kolon* (:);
+
+4. der *Punkt* (.);
+
+5. der *Gedankenstrich* (--).
+
+Ueber den Gebrauch der Nr. 1-4 ist bereits bei der Satzlehre gesprochen.
+Der Gedankenstrich steht, um eine größere Pause als den Punkt
+anzuzeigen, oder um die Aufmerksamkeit des Lesers zu spannen.
+
+§. 56. B. Satztonzeichen.
+
+1. Das *Fragezeichen* (?);
+
+2. das *Ausrufungszeichen* (!).
+
+Schließen die Satztonzeichen einen Satz, so schreibt man nach ihnen
+einen großen Anfangsbuchstaben. Weiteres über diese Zeichen findet sich
+ebenfalls in der Satzlehre.
+
+ C. Hülfszeichen.
+
+1. Die *Klammer* oder *Parenthese* [] ();
+
+2. das *Bindezeichen* (-) (");
+
+3. der *Apostroph* oder das *Häkchen* (') steht für ein ausgelassenes
+ e, ei, i.
+
+Mich dünk't, ich mein', ich glaub', ich dacht' hat manchen guten
+Gesellen in's Verderben gebracht. Ein blut'ger Kampf! Ich hab' 'nen
+schweren Stand gehabt.
+
+4. die *Anführungszeichen*, *Gänsefüßchen* („ “);
+
+5. das *Zeichen der abgebrochenen Rede* (...) (-- --);
+
+6. das *Zeichen des Abschnittes* oder *Paragraphen* (§).
+
+§. 57. Wortbildung.
+
+ *Stamm.* *Ableitung.* *Zusammensetzung.*
+ Band Bändchen Bandeisen.
+
+A. Ableitungen.
+
+*1. Hauptwörter* durch: er, in, chen, lein, ling, en, ung, niß, muth,
+sal, ei, e, keit, heit, schaft, thum (tum), ge.
+
+*2. Eigenschaftswörter* durch: ig, isch, bar, sam, en, ern, lich, haft,
+icht.
+
+*3. Zeitwörter* durch: chen, ken, chten, eln, ern, igen, zen; durch die
+Vorsilben: be, er, ver, ent, zer, ge, miß, ur.
+
+*4. Umstandswörter* durch: lich, haft, icht, lings.
+
+B. §. 58. Zusammensetzungen: 1. Bestimmungsw. 2. Grundw.
+
+*1. Hauptwörter.*
+
+ a) Hauptwörter und Hauptwörter (Schulhaus).
+ b) Hauptwörter und Eigenschaftswörter (Jungfrau).
+ c) Hauptwörter und Zeitwörter (Wohnhaus).
+
+*2. Eigenschaftswörter.*
+
+ a) Eigenschaftswörter u. Eigenschaftsw. (hellgrün).
+ b) Hauptwörter u. Eigenschaftswörter (naseweis).
+ c) Eigenschaftswörter u. Zeitwörter (lernbegierig).
+
+*3. Zeitwörter* mit: an, auf, aus, bei, durch, ein, mit, nach, um,
+ unter, über, vor, ab, voll, wieder, dar, fort, heim, hin, her, weg.
+
+*4. Zusammengesetzte Umstandswörter.*
+
+ Ebendaselbst, himmelwärts etc.
+
+ Eine Wörterfamilie: _Ziehen_.
+
+Der _Zug_, der Truppenzug, der Zugvogel, der Gesichtszug, die
+Ziehung; die _Zucht_, die Kinderzucht, der Zögling, die Bienenzucht;
+_züchtigen_, die Züchtigung, der Züchtling, die Züchtlingsarbeit, das
+Zuchthaus, die Zuchthausarbeit, der Zuchtmeister, die Zuchtruthe,
+züchtig, züchtiglich; _abziehen_, der Abzug; _anziehen_, der Anzug, die
+Anziehung, die Anzüglichkeit; _aufziehen_, der Aufzug, die Aufzieherei;
+_ausziehen_, der Auszug, der Auszieher; _beziehen_, der Bezug, die
+Beziehung, beziehlich, bezüglich; _durchziehen_, der Durchzug;
+_einziehen_, der Einzug, die Einziehung; _entziehen_; _erziehen_,
+die Erziehung, der Erzieher, die Erziehungsschule, erziehungskundig;
+_nachziehen_, der Nachzug, der Nachzügler; _umziehen_, der Umzug;
+_verziehen_, der Verzug; _vorziehen_, der Vorzug, vorzüglich, die
+Vorzüglichkeit; _überziehen_, der Ueberzug etc.
+
+
+
+
+ Rechtschreibung -- Orthographie.
+
+
+§. 59. 1. Ein *Wort* hat eine oder mehrere *Silben*. *Eine Silbe*
+besteht aus *Lauten*. Die *Laute* sind entweder *Selbstlaute* oder
+*Mitlaute* (Vocale oder Consonanten).
+
+2. Die Selbstlaute können sein:
+
+ a. Grundlaute: *a*, *e*, *i*, *o*, *u* -- *y*;
+ b. Umlaute: *ä*, *ö*, *ü*;
+ c. Doppellaute: *au*, *äu*, *eu*, *ei*, *ai*.
+ Die Mitlaute heißen: b, c, d, f, g, h, k, l, m, n, p, q, r, ſ, s,
+ t, v, w, x, z, j, ch, sch, ß.
+
+3. Steht der Mitlaut vor dem Selbstlaute, so heißt er _Vorlaut_; steht
+ er nach dem Selbstlaute, so heißt er _Nachlaut_. Ein Wort hat soviel
+ Silben, als es Selbstlaute hat. Die Zeichen für die Laute heißen
+ Buchstaben. Die Gesammtheit der einfachen Buchstaben nennt man das
+ A-be-ce oder Alphabet.
+
+§. 60. 1. Löse jeden Satz in seine Wörter, jedes _Wort_ in seine Silben
+und jede _Silbe_ in ihre Laute auf; setze für jeden Laut den
+entsprechenden _Buchstaben_; sieh auf die _Ableitung_, beachte die
+_Verlängerung_, und richte dich nach dem _Sprachgebrauch_.
+
+2. Hat ein Wort a, o, u oder au, so erhält das abgeleitete ä, ö, ü oder
+ äu.
+
+Bach -- Bäche; Sohn -- Söhne; Tuch -- Tücher; Baum -- Bäume.
+
+3. Weißt du nicht, ob du zum Schlusse eines Wortes *b* oder *p*, *d*
+ oder *t*, *g*, *ch* oder *k*, *s*, *ß* oder *z* setzen sollst, so
+ verlängere das Wort.
+
+Korb -- Körbe; plump -- plumper; Wald -- Wälder; kalt -- kälter; Gang --
+Gänge; Storch -- Störche; Bank -- Bänke; Gans -- Gänse; Fuß -- Füße;
+Kranz -- Kränze.
+
+4. Zu Anfang einer Silbe steht das lange „ſ“; zum Schluß einer Silbe
+ steht das „s“. Folgt „t“ auf „s“, so wird in der Regel auch als
+ Nachlaut „ſt“ geschrieben.
+
+Mäu-ſe, Mäus-chen, Aus-ſicht, Kunſt, daſſelbe, deßhalb.
+
+§. 61. Die _Dehnung_ der Selbstlaute *a*, *e*, *o* wird oft durch *aa*,
+*ee*, *oo* bezeichnet. Geht der Selbstlaut in den Umlaut über, so
+schwindet die Verdoppelung.
+
+*aa*: Aal, Aar, Aas, baar, Haar, Maal, Paar, Saal, Saat, Staat, Waare,
+Härchen, Pärchen, Säle.
+
+*ee*: Allee, Armee, Beere, Beet, Fee, Heer, Heerde, Idee, Kameel,
+Kaffee, Klee, leer, Livree, Meer, Moschee, Portepee, Schnee, See,
+Seele, Speer, Spree, Theer, -- des See's, die Seen, des Schnee's.
+
+*oo*: Boot, Loos, Moor, Moos, Böte, Loose, Moore, Moose.
+
+§. 62. 1. Die Dehnung der Selbst- und Umlaute wird oft durch
+Hinzufügung des *„h“* bezeichnet. Siehe auf die Grundform der
+Zeitwörter und beachte die Ableitung: Mehl, Lehm, Huhn, Ohr, zählen,
+fühlen, dröhnen; sah -- sehen, ruht -- ruhen, fröhlich -- froh --
+froher.
+
+2. Bei dem *„i“* bezeichnet man die Dehnung, indem man ein *„e“*, ein
+*„h“* oder ein *„eh“* hinzufügt.
+
+*ie*: die, dies, hier, nie, sie, viel, vier, wie, Harmonie, Kopie,
+Melodie, Paradies; -- deklamiren, speculiren, illuminiren -- *iren*;
+aber: regieren, spazieren; Quartier, einquartieren.
+
+*ih:* ihm, ihn, ihr, ihnen, ihres, ihrem, ihren.
+
+*ieh:* stiehlt, -- stehlen; befiehlt, sieh, lieh, zieh, gedieh, Vieh,
+Viehes.
+
+§. 63. 1. Mit *„th“* werden geschrieben:
+
+Thal, Thaler, That, Thau, Theil, Theater, Thema, Theodor, Therese,
+Thermometer, theuer, Thier, Thür, Thon, aber: Ton (eines Instruments),
+Thor, Thron, Thräne, Apotheke, Aether, Armuth, Arithmetik, Athem,
+Dorothea, Elisabeth, Gemüth, Katheder, Katholik, Koth, Loth, Lazareth,
+Mathilde, Methode, Myrthe, Muth, Noth, Pathe, Räthsel, Röthe, Ruthe,
+Sabbath, Urtheil; -- Draht, -- drehen; Naht, nähen.
+
+Merke: Abenteuer, Bart, Etat, Gebet, Geburt, Monat, Partei, Partie,
+Rhein, Rhede, Rhin, Rhone; -- Whist, Katarrh, Rheumatismus, Rhinoceros.
+-- Parasol, Diarium, egal, Fibel, Bibel, Lineal, Habit, Fabrik,
+Terrine, Garderobe.
+
+2. Zu den Doppellauten tritt nur ein „h“ hinzu, wenn die Ableitung ein
+solches erfordert: Weihnachten, rauh.
+
+§. 64. 1. _Die Schärfung_ der Selbst- und Umlaute wird oft _durch
+Verdoppelung_ der darauf folgenden Mitlaute bezeichnet.
+
+Mann, kennen, retten, hoffen, treffen, ertappen, wollen, können,
+Roggen, Egge, Widder, Robbe, Ball, Puppe, kämmen, karren, Narr,
+denn, wenn, dann, Sammet, Zimmet, majorenn, Rabatt, Duett, minorenn,
+Protocoll, Duell.
+
+2. Für zwei „k“ schreibe „ck“. Also Rock, nicht Rokk, Stock, locken,
+necken, stricken, erblicken, backen, Druck, Stück.
+
+Für zwei „z“ schreibe „tz“. Also Netz nicht Nezz.
+
+Besatz, Schatz, Metze, Netz, sitzen, Klotz, Mütze, verletzen, Schutz.
+
+Für zwei „ß“ schreibe „ss“, wenn du „ß“ als Vor- u. Nachlaut hörst;
+hörst du es aber nur als Nachlaut, so schreibe „ß“. Also lassen -- laß
+und nicht laßßen -- laßß.
+
+lassen, wissen, Nuß -- Nüsse, Riß -- Risse, Fluß -- Flüsse, ißt --
+essen, müßte -- müssen, Kuß -- küssen.
+
+3. Nach gedehnten Selbst- und Umlauten, so wie nach Doppellauten und
+Mitlauten folgt keine Verdoppelung:
+
+Ekel, Haken, buk, Laken, kam, Geiz, Kreuz, Wein, Franz, Herz, Salz,
+Bank, Kalk, Werk, Helm, Amt, Fuß, büßen etc.
+
+4. Zwei auf einander folgende Mitlaute können niemals _beide_
+verdoppelt werden; der erste von ihnen aber wird verdoppelt, wenn
+es die Ableitung verlangt:
+
+wollte -- wollen, kannte -- kennen, Gewinnst -- gewinnen, kommst --
+kommen.
+
+5. Die Buchstaben „ch“, „sch“ und „ß“ werden _nie_ verdoppelt:
+
+Brüche, Flasche, Flüße, u. nicht Flüßße, Flaschsche, Brüchche.
+
+6. In Wörtern aus fremden Sprachen steht _nie_ „ck“:
+
+Rector, Doctor etc.
+
+§. 65. 1. Es werden geschrieben mit „dt“:
+
+beredt, beredet; gesandt, Gesandter; verwandt, Verwandter; Stadt,
+todt = Eigenschaftsw.; der Tod = Hauptw., Ernte, Schwert.
+
+2. Mit „ai“:
+
+Hain, Kaiser, Laie, laichen, Mai, Maid, Maier, Main, Mainz, Mais, Rain,
+Saite = Instrument, die Waise.
+
+3. Mit „chs“ für „cks“:
+
+Achse, Achsel, Büchse, Dachs, Deichsel, Drechsler, Eidechse, Flachs,
+Fuchs, Gewächs, Lachs, Luchs, Sachsen, sechs, Sechser, Sechste, Wachs,
+Weichsel, Wichse, Wuchs, wachsen -- flugs Häcksel etc.
+
+4. Mit „x“ für „cks“:
+
+Alexander, Axt, Buxbaum, Crucifix, Examen, Exempel, Exemplar, Felix,
+Fixstern, Hexe, Max, Mexiko, Mixtur, Nix, Oxhoft, Taxe, Texas, Texel,
+Text, Xanthippe, Xerxes, perplex, Luxus, Exceß, extrafein, Exekution,
+Extrem, Experiment.
+
+§. 66. 1. Mit „Qu, qu“ für „Kw, kw“:
+
+Quacksalber, Quaderstein, Quadrant, Quadrat, quaken, Quäker, Qual,
+Qualität, Quantität, Quantum, Quart, Quartal, Quartett, Quarz, Quaste,
+Quecke, Quecksilber, Quelle, Quentchen, quer, Querkopf, quetschen,
+quiken, Quinte, Quirl, quitt, Quitte, Quittung, Quotient, Aequator,
+bequem, erquicken, Quodlibet.
+
+2. Mit „Pf und pf“:
+
+Pfad, Pfahl, Pfand, Pfanne, Pfarre, Pfarrer, Pfau, Pfeffer, Pfeife,
+Pfeil, Pfeifer, Pfennig, Pferd, pfiffig, Pfingsten, Pfirsich, Pflanze,
+Pflaster, Pflaumen, Pflege, Pflicht, Pflock, pflücken, Pflug, Pforte,
+Pfoste, Pfote, Pfriem, Pfropfen, Pfründe, Pfuhl, pfui, Pfund, pfuschen,
+Pfütze.
+
+3. Mit „Ph, ph“:
+
+Phantasie, Pharao, Pharisäer, Philosoph, Philipp, Philister, Phosphor,
+Physik, Physikus, Amphibien, Atmosphäre, Christoph, Kaiphas,
+Kalligraphie, Kolophonium, Elephant, Epheu, Joseph, Geographie,
+Orthographie, Peripherie, Physiognomie, Philologie, Phrase, Prophet,
+Sopha, Sophie, Stenographie, Stephan, Strophe.
+
+4. Mit „V, v“ theils für „f“ theils für „w“:
+
+_ver_, vertragen, Vertrag; _vor_, vortragen, Vortrag; _voll_, vollenden,
+Vollendung; _von_, davon, wovon; _viel_, vielleicht, vielästig; _vier_,
+vierfüßig, vierzig, Viertel; Vater, Vetter, Veilchen, Veit, Veitstanz,
+Velten, Vesper, vexiren, Vieh, Vogel, Vogt, Vogtei, Volk, activ, brav,
+Eva, David, Frevel, Gevatter, Gustav, Larve, massiv, Nerv, Motiv, naiv,
+octav, passiv, Nominativ, Genitiv, Dativ, Accusativ, Indicativ,
+Conjunctiv. -- Vagabond, Vase, Vegetabilien, Ventil, Vicewirth,
+Victualien, vidimiren, violett, Violine, Virtuos, visiren, Visite,
+Vitriol, Vocal, Vocativ, Votum, Vulkan, Division, Evangelium, Lava,
+Locomotive, Malve, November, Pulver, Proviant, Provinz, Serviette,
+Universität, Revisor, Individuum, Invalide, Inventarium.
+
+§. 67. 1. Steht „C, c“ vor a, o, u, au, l, r, oder als Nachlaut, so
+lautet es wie „k“ und kann auch „k“ geschrieben werden:
+
+Canal -- Kanal, Cantor, Cocarde, Collecte, Cur, Cultur, Classe, Client,
+Creatur, Credit, accurat, October, Sclave, Scorpion, Microscop, Product.
+
+2. Steht „C, c“ vor e, i, y, ei, ä, so lautet es wie „z“ und kann auch
+„z“ geschrieben werden:
+
+Cäcilie, Censor, Centner, Cichorien, Circular, certiren, citiren,
+Facit, Cylinder, Ceilon, Cäsar, Accent, Accise, December, Service.
+
+3. Mit „Ch, ch“ für „K, k“ werden geschrieben:
+
+Charakter, Charte, Charfreitag, Cholera, Chor, Choral, Christ,
+christlich, Chronik.
+
+4. Mit „Ch, ch“ für „Sch, sch“:
+
+Champagner, Charlatan, charmant, Charlotte, Charpie, Manchette, Chef,
+Chikane, Chocolade, tranchiren, revanchiren. Viele dieser Wörter
+schreibt man mit „sch“.
+
+5. Mit „y“ werden geschrieben:
+
+Anonym, Cypresse, Gymnasium, Hyäne, Syrup, System, Pyramide, Symbol.
+
+6. Steht „t“ _vor_ ia, ie, io, iu, iö, so wird es wie „z“ gelesen:
+
+Patient, gratial, Addition, Ambition, Auction, Condition, Caution,
+Confirmation, Constitution, Deputation, Expedition, Lection, Motion,
+Nation, Ration, Revolution, Portion, Pontius, Subtraction, Exercitium.
+
+§. 68. 1. Freund, Freundin, Freundinnen; heran; herein, hinan, hinein;
+wir sind, ihr seid = Zeitw.; seit = Verhältnißw.; wieder, wiederum =
+Umstandsw.; wider, gegen = Verhältnißw.; ich war -- es ist wahr; der
+Mann ist ausgegangen -- man (irgend Jemand) ist ausgegangen; er sticht
+mich mit der Nadel -- das Tuch steckt in der Tasche; morgen -- Morgen.
+
+2. „ich“ und „lich“. Schreibe „ig“, wenn das „l“ zum Stamme gehört.
+Schreibe „lich“, wenn das „l“ nicht zum Stamme gehört: heil-ig, sel-ig;
+wirk-lich, glück-lich, freund-lich, schwäch-lich.
+
+3. Einmal, jemals; ein Mal, zwei Mal. Ein paar (mehrere) Groschen --
+ein Paar (zwei) Strümpfe.
+
+4. „_das_, _daß_“. Kann man „das“ mit „dieses“ oder „welches“
+verwechseln, so wird es „das“ geschrieben, kann dies nicht geschehen,
+so wird es „daß“ geschrieben:
+
+Das Kleid, das das Mädchen trägt, ist zerrissen. Niemand zweifelt
+daran, daß Geld Vieles möglich macht.
+
+5. _Zu laufen_ -- zulaufen; anzufangen, anfangen, hinaufzusteigen.
+
+§. 69. _Aehnlich klingende Wörter:
+
+Aas, aß; Allee, Alle; Armee, Arme; Beile, Beule; bezeigen, bezeugen;
+berichtigt, berüchtigt; Dauben, Tauben; dingen, düngen; dir, Thier,
+Thür, dürr; Drang, Trank, trank; erdig, erdicht; erhält, erhellt;
+erzeigen, erzeugen; fast, faßt; Fäule, Feile, Pfeile; Feilchen,
+Veilchen; Vetter, fetter; Feuer, Feier; Feld, fällt; Felle Fälle; fiel,
+viel, fühl; Fliege, Flüge, Pflüge; flicken, pflücken; Fluch, Flug,
+Pflug; Fund, Pfund; für, vier; ganz, Gans; gar, ja, Jahr; Gericht,
+Gerücht; hast, haßt; heilen, heulen; heute, Häute; heiser, heißer,
+Häuser; Kante, kannte; Körner, Kärrner; Kiste, Küste, küßte; Last,
+laßt, las't; leiten, läuten, Leuten; Magd, Macht; magst, machst; Mine,
+Miene; Mus, muß; Muse, Muße; Namen, nahmen; nein, neun; ölig, ölicht;
+Rad, Rath; Räuber, Reiber; Recht, rächt, regt; Rind, rinnt; reißen,
+reisen; sachte, sagte; sang, sank; sind, sinnt; singt, sinkt; Stelle,
+Ställe; Strenge, Stränge; Teich, Teig, Deich; Thon, Ton; Trift, trifft,
+währen, wären, wehren; Waise, Weise; wegen, wägen; Zähren, zehren;
+Zeugen, Zeug, zeuch; Ziegel, Zügel; Zaum, Zaun.
+
+ _Trennung der Wörter._
+
+§. 70. Ein _jedes Wort_ hat so viel Silben, als es Selbstlaute hat.
+Mußt du beim Schreiben Wörter trennen, so _trenne_ sie nach ihren
+*Sprechsilben*. _Einsilbige_ Wörter können nicht getrennt werden. _Ein_
+Mitlaut zwischen zwei Selbstlauten gehört zur nachfolgenden Silbe.
+Stehen zwischen zwei Selbstlauten zwei Mitlaute, so gehört der eine zur
+ersten, der andere zur zweiten Silbe. Zusammengesetzte und abgeleitete
+Wörter trennt man oft nach ihrer Zusammensetzung und Ableitung.
+
+ck, tz, st, sch, ch werden nicht getrennt, sondern zur folgenden Silbe
+gezogen.
+
+§. 71. _Einen großen Anfangsbuchstaben_ giebt man
+
+1. zu Anfange eines Satzes;
+
+2. nach einem Punkt, Frage- und Ausrufungszeichen, wenn diese einen
+ Satz schließen;
+
+3. nach einem Doppelpunkt, wenn die Rede wörtlich angeführt wird;
+
+4. jedem Hauptwort, sowie allen Wörtern, die als Hauptwort gebraucht
+ werden (der Mann, der das _Wenn_ und das _Aber_ erdacht etc. Ein
+ Juchhei ist besser als ein Oweh!);
+
+5. jedem Eigenschaftswort, das zu einem Titel gehört;
+
+6. in Briefen den Fürwörtern, die sich auf die angeredete Person
+ beziehen;
+
+7. zu Anfang einer jeden Strophe in Gedichten.
+
+§. 72. _Abkürzungen_: gest. = gestorben; geb. = geboren; Dr. = Doctor;
+St. = Sanct; Sr. = Seiner; Ew. = Euer; z. B. = zum Beispiel; d. h. = das
+heißt; d. i. = das ist; u. s. w. = und so weiter; p. p. = und so weiter;
+d. J. = dieses Jahres; d. M. = dieses Monats; v. M. = vorigen Monats;
+Anm. = Anmerkung; N. S. = Nachschrift; u. a. m. = und andere mehr;
+i. J. = im Jahre; v. Ch.= vor Christi Geburt.
+
+
+
+
+ Zusatz.
+
+
+§. 73. Es werden gesprochen:
+
+1. g = sch,
+
+Agio, Adagio, engagiren, arrangiren, Eugen, Gage, Gelee, Genie,
+geniren, Loge, Logis, Page, Orange, rangiren, Sergeant, Gensd'arm.
+
+2. j = sch,
+
+jaloux, Jalousie, Journal.
+
+3. qu = k,
+
+Bouquet, moquiren, Maroquin, Piquet.
+
+4. cu = kw,
+
+Biscuit.
+
+5. gne = nje,
+
+Champagne, Champagner, Compagnon.
+
+6. ai, ais = ä,
+
+Affaire, Chaise, Domaine, Fontaine, Palais, Plaisir, Portrait, Raison,
+raisonniren, Souverain.
+
+7. ail, aill = alj; eil = elj,
+
+Bataille, Canaille, Detail, Medaille, Serail, Taille, Oreiller.
+
+8. au, eau, eaux = o,
+
+Chaussee, echauffiren, Epaulette, Sauce, Büreau, Bureaux.
+
+9. ei = ä,
+
+Seine.
+
+10. em, en, an, ent = ang,
+
+Entree, Pension, Provence-Oel, Assemblee, emballiren, avanciren,
+Balance, Departement, Avertissement.
+
+11. er, et = e,
+
+Banquier, Diner, Souper, Filet, Metier, Rentier, Premier.
+
+12. eu = o,
+
+Neveu, Queu, Liqueur, Collecteur, Deserteur, Friseur.
+
+13. eint = ang,
+
+Teint.
+
+14. ai = ä,
+
+Anglaise, Polonaise.
+
+ oi = oa,
+
+Loire, Toilette, Comtoir (jedoch meist Comtor gesprochen).
+
+15. ou, out, ous = u,
+
+Bravour, Bouteille, doubliren, Gouverneur, Cour, Louis, Redoute,
+Rouleaux, Ressource, Tour, retour, Ouvertüre, Coulisse, Courant,
+Courier, Cours, Cousine, Couvert, Ragout, Rendezvous.
+
+16. ill = ilj,
+
+Billard, Billet, Brillant, Postillon, Pavillon, Quadrille, Guillotine.
+-- Bouillon, Patrouille.
+
+
+
+
+Buchdruckerei von _Eugen Grosser_, Berlin SW., Zimmerstr. 91.
+
+
+
+
+ Anmerkungen zur Transkription
+
+
+ Text, der im Original fett gedruckt ist, wurde *so* markiert. Text,
+ der im Original gesperrt gesetzt ist, wurde _so_ markiert, soweit es
+ sich um eine Hervorhebung mindestens eines ganzen Wortes handelt.
+ Dort, wo im Original Endungen durch gesperrte Setzung hervorgehoben
+ sind, wurde vor jeden einzelnen Buchstaben ein _ gesetzt, also _s_o.
+ Wechsel in der Schriftart, die im Original für lateinische Begriffe
+ verwendet werden, wurden nicht markiert.
+
+ Das Frakturzeichen für etc wurde durch die Buchstabenfolge etc
+ ersetzt.
+
+ In den Paragraphen 59 und 60 wird die Verwendung des „langen s“
+ erklärt. Hier wurde das Zeichen ſ verwendet. An allen anderen
+ Stellen wurde das „runde s“ verwendet, so auch in §. 65 (3),
+ wo im Original die Buchstabenfolgen chs und cks jeweils mit
+ langem und rundem s aufgeführt sind.
+
+ Markierungen wurden dort korrigiert, wo sie (insbesondere in
+ Tabellen) nicht einheitlich waren. Ebenso wurden fehlende oder
+ falsche Satzzeichen und Abkürzungspunkte ergänzt bzw. korrigiert.
+
+ Folgende Korrekturen für Nummerierungen wurden vorgenommen:
+
+ Seite 13, §. 19 Nummerierung 1. ergänzt.
+ Seite 31, §. 40 Nummerierung korrigiert: 7. statt 8.
+ Seite 45, §. 67 Nummerierung 5. ergänzt.
+
+ Folgende offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert:
+
+ Seite 3, Vorwort
+ ubersichtlich ersetzt durch übersichtlich,
+ geknupft ersetzt durch geknüpft,
+ gelaufig ersetzt durch geläufig.
+
+ Seite 5, §. 1
+ Praposition ersetzt durch Präposition.
+
+ Seite 16, §. 23
+ gegewesen ersetzt durch gewesen.
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Kleine deutsche Sprachlehre, by
+H. Bohm and W. Steinert
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KLEINE DEUTSCHE SPRACHLEHRE ***
+
+***** This file should be named 44642-0.txt or 44642-0.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/4/4/6/4/44642/
+
+Produced by Norbert H. Langkau, Norbert Müller and the
+Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+*** START: FULL LICENSE ***
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
+
+To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work
+(or any other work associated in any way with the phrase "Project
+Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
+Gutenberg-tm License (available with this file or online at
+http://gutenberg.org/license).
+
+
+Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
+electronic works
+
+1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
+electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
+and accept all the terms of this license and intellectual property
+(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
+the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
+all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
+copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
+works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
+Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
+freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
+this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
+the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
+keeping this work in the same format with its attached full Project
+Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
+
+1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
+what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
+a constant state of change. If you are outside the United States, check
+the laws of your country in addition to the terms of this agreement
+before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
+creating derivative works based on this work or any other Project
+Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
+the copyright status of any work in any country outside the United
+States.
+
+1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
+access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
+whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
+phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
+Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
+copied or distributed:
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
+
+1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
+from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
+posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
+and distributed to anyone in the United States without paying any fees
+or charges. If you are redistributing or providing access to a work
+with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
+work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
+Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
+1.E.9.
+
+1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
+with the permission of the copyright holder, your use and distribution
+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
+1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
+prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
+active links or immediate access to the full terms of the Project
+Gutenberg-tm License.
+
+1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
+compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
+word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
+"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
+posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
+form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
+License as specified in paragraph 1.E.1.
+
+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
+performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
+unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
+access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
+that
+
+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
+ owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
+ Project Gutenberg-tm works.
+
+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
+
+1.F.
+
+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
+works, and the medium on which they may be stored, may contain
+"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
+corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
+property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
+computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
+your equipment.
+
+1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
+of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
+Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
+Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
+liability to you for damages, costs and expenses, including legal
+fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
+LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
+PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
+TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
+LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
+1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
+receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
+written explanation to the person you received the work from. If you
+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.