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+*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 44528 ***
+
+ Der Selbstarzt
+ bei
+ äußeren Verletzungen
+ und
+ Entzündungen aller Art.
+
+
+ Oder:
+ Das Geheimniß,
+ durch Franzbranntwein und Salz
+
+ alle Verwundungen, Lähmungen, offene Wunden, Brand,
+ Krebsschäden, Zahnweh, Kolik, Rose, sowie überhaupt alle
+ äußern und innern Entzündungen ohne Hülfe des Arztes zu
+ heilen.
+
+ Ein unentbehrliches Handbüchlein für Jedermann.
+
+ Herausgegeben
+ von dem Entdecker des Mittels
+ William Lee.
+ Aus dem Englischen.
+ Dritte Auflage.
+
+ Quedlinburg und Leipzig.
+ Druck und Verlag von _Gottfr. Basse._
+ 1845.
+
+
+
+
+Vorwort.
+
+
+Während in einem entlegenen Winkel Deutschlands ein Nichtarzt, _Prießnitz_,
+das _Wasser_ mit Erfolg zur Heilung der mannichfachsten Uebel verwendete,
+hatte in einem Winkel Frankreichs ein anderer Nichtarzt, _William Lee_, ein
+in Frankreich ansässiger Engländer, die anti-entzündlichen Eigenschaften
+entdeckt, welche einer nach gewissen Verhältnissen gemachten Mischung von
+Franzbranntwein und Salz innewohnen. _William Lee_ wandte anfänglich seine
+Mittel nur auf alle ihm vorkommenden _äußern_ Entzündungen und Verletzungen
+an, versuchte sich indeß hierauf auch an _inneren_ entzündlichen Uebeln,
+und war in allen seinen Kuren glücklich. Nach fünfjährigen Erfahrungen, im
+Jahre 1835, glaubte er endlich das Publikum auf die von ihm entdeckten
+Eigenschaften seines Mittels in einem öffentlichen englischen Blatte zum
+Nutzen der leidenden Menschheit aufmerksam machen zu müssen. Da sein
+Medicament und die einfache Anwendung desselben die Hülfe eines Arztes ganz
+entbehrlich macht, so bedarf es wohl kaum angeführt zu werden, daß die
+Aerzte sich gegen ihn erhoben und seine mitgetheilten Erfahrungen und Kuren
+für Lügen erklärten. Erging es doch dem Wasserdoctor Prießnitz in
+Deutschland nicht anders.
+
+Das Publikum, und besonders der gewerbetreibende Theil desselben, war indeß
+durchaus nicht _einer_ Meinung mit den entrüsteten Aerzten; man bediente
+sich hauptsächlich in den Fabrik-Distrikten Englands des mit Salz
+gemischten Franzbranntweins bei allen äußern Verletzungen, und befand sich
+vortrefflich dabei. Die kleinen englischen Volksblätter fingen an, zum
+Verdruß der Aerzte von Artikeln über schnelle Heilungen dieser Art zu
+wimmeln, von denen der Verfasser vorliegender Broschüre eine lange
+namentliche Liste angefertigt und seiner Schrift hinzugefügt hat, die in
+der deutschen Bearbeitung jedoch füglich wegbleiben durfte.
+
+Auch _William Lee_ ließ sich durch den Widerspruch der Aerzte von der
+Fortsetzung seiner Kuren, Versuche und Beobachtungen nicht abhalten,
+sondern fuhr fort, die Leidenden zu heilen, welche sich ihm nahten, und das
+stets unentgeltlich, ja sogar mit Aufwand von Zeit und Geld, indem er die
+Kranken besuchte und ihnen sein Medicament unentgeltlich reichte.
+Vielleicht hat aber gerade dieser _letztere_ Umstand dazu beigetragen, die
+schnelle Bekanntwerdung und Ausbreitung des Mittels zu verhindern; denn was
+nicht mit Gold aufgewogen wird, pflegen Viele nicht besonders zu achten,
+und davon wird nicht viel Geschrei gemacht.
+
+Nachdem _William Lee_ abermals fünf Jahre sein Mittel geprüft und auf die
+verschiedensten _äußeren_, sowohl wie _inneren_ Leiden angewendet hatte,
+stellte er im Jahre 1840 diejenigen Krankheiten zusammen, deren Heilung ihm
+und Andern durch den mit Salz präparirten Franzbranntwein fortwährend
+geglückt war, und übergab diese Arbeit, begleitet von einer Anweisung zur
+Bereitung und Anwendung dieses einfachen Medicamentes, dem Publikum.
+
+Wir glauben, durch die Uebertragung dieser menschenfreundlichen und
+gemeinnützigen Arbeit ins Deutsche, vielen durch Verletzungen und
+schmerzhafte Uebel Heimgesuchten einen Dienst zu erweisen, und können
+nichts Besseres thun, als auf die Broschüre selbst hinweisen, die einem
+Jeden die Bereithaltung und Anwendung eines Mittels anräth, von welchem
+feststeht, daß es _nie schadet, immer lindert, und in den meisten Fällen
+hilft_.
+
+
+
+
+Allmähliche Entdeckung der Heilkräfte des Medicamentes.
+
+
+Vor etwa 10 Jahren -- im Jahre 1830, -- machte ich während eines
+Aufenthalts auf meinem Gute La Ferté Imbault in Frankreich die Entdeckung,
+_daß eine Mischung von Franzbranntwein und Salz das wirksamste Mittel gegen
+äußere und innere Entzündungen ist._ Es kam mir zunächst darauf an, dies
+Mittel so oft wie möglich zu erproben; ich sagte daher meinen Leuten, sie
+möchten mir aus dem Dorfe und der Umgegend alle diejenigen zuführen, welche
+an der _Rose_ und an dergleichen äußeren Entzündungen litten, ich besäße
+ein Mittel, sie leicht und unentgeltlich zu heilen. Bald fehlte es mir
+nicht an Patienten, an denen ich die anti-entzündliche Kraft meines Mittels
+prüfen konnte, und ich hatte das Glück, sie alle schnell und vollkommen
+herzustellen. Meine Erfolge überraschten mich mehr als die Geheilten; ich
+wußte sie mir nicht zu erklären; doch stand bald so viel unumstößlich fest,
+daß mein aus Franzbranntwein und Salz bestehendes Medicament alle
+Entzündungen beseitigte. Bald brachte man mir auch _andere_ Uebel, als
+Rosen und Geschwülste, zur Kur, z. B. alte Schäden, offene Wunden,
+gefährliche Verletzungen, durch aufgeflogenes Pulver verbrannte und
+entzündete Augen. Ich ließ sie auswaschen mit dem Medicament und Umschläge
+von Tüchern machen, die damit angefeuchtet wurden. Alle Kuren glückten.
+Endlich las ich in einem medizinischen Journal, »alle Krankheiten seien
+entweder _selbst_ Entzündungen oder _Folge_ von solchen.« Ich schloß
+hieraus, daß mein Mittel nicht nur _äußerlich_ angewendet, gegen äußerliche
+Entzündungen, sondern auch _innerlich_ gegen innerliche Entzündungen
+wirksam sein müsse; und da man seit einiger Zeit angefangen hatte, -- wie
+dies so zu gehen pflegt, -- mir _alle_ Kranke zuzuführen, oder wenn dies
+nicht anging, mich zu ihnen zu rufen, so wendete ich mein Medicament gegen
+Halsentzündungen, Lungenentzündungen und Unterleibsentzündungen so an, daß
+ich Hals, Brust und Unterleib damit einreiben ließ, und davon eßlöffelweise
+eingab. Da indeß das reine Medicament zu scharf gewesen sein würde, ließ
+ich es durch heißes Wasser verdünnen. Die Erfolge waren überraschend;
+überall wirkte das Mittel stets lindernd, wenn auch nicht immer schnell
+heilend. Eine Frau, die an jahrelangen Kopfschmerz litt, kam zu mir und
+wünschte »_durch das Wundermittel_« geheilt zu sein. Wäre es nicht sehr
+thöricht gewesen, wenn ich, um ihr den Kopfschmerz zu vertreiben, mein
+Mittel auf die _Füße_ oder _Arme_ gerichtet hätte? Und war es im Gegentheil
+nicht natürlich, daß ich ihr den Kopf damit einreiben ließ? Außerdem wußte
+ich, daß sich im Gehirn alle Nerven vereinigen, oder daß sie von dort
+ausgehn; war es also möglich, auf das Gehirn zu wirken, so mußte sich diese
+Wirkung auch auf alle Theile des Körpers erstrecken. Mein Schluß war
+richtig. Die Frau verlor den Kopfschmerz durch das Einreiben des oberen
+Theils des Kopfes, das Medicament wirkte also offenbar auf das Gehirn. Ich
+wandte dies Verfahren gegen Hirnentzündungen an; diese wurden gehoben, und
+die Kranken genasen. Oft habe ich seit der Zeit Gelegenheit gehabt, die
+wunderbaren und wohlthätigen Wirkungen zu beobachten, welche die Einreibung
+des Kopfes mit dem Medicament bei kranken Individuen, jungen und alten,
+hervorbringt, und mich zu überzeugen, welche wichtige Rolle das Gehirn in
+Bezug auf das ganze System des menschlichen Körpers spielt.
+
+Kaum darf ich noch hinzufügen, daß ich nach und nach anfing, alle mir
+vorkommenden Krankheiten mit dem erwähnten einfachen aber kräftigen Mittel
+zu behandeln, und daß es mir keinen Tag an Gelegenheit fehlte, meine
+Erfahrungen zu bereichern.
+
+Nachdem ich fünf Jahre in dieser Weise fortgefahren, mich den Bewohnern in
+meinem Dorfe und der ganzen Umgegend nützlich zu machen, und nachdem ich
+mich von der heilsamen Wirksamkeit meines Medicamentes vollkommen überzeugt
+hatte, hielt ich es für meine Pflicht, zum Heil der leidenden Menschheit,
+und ganz besonders der unbemittelten Klassen, meine Entdeckung auch in
+meinem Vaterlande England bekannt zu machen, und ich ließ zu dem Ende in
+einem öffentlichen Blatte, dem in Leeds, meiner Vaterstadt, erscheinenden
+»Intelligencer,« einen Artikel erscheinen, in welchem ich meine Entdeckung
+und Erfahrungen mittheilte, und den Gebrauch meines Mittels allen durch die
+betreffenden Uebel Leidenden anempfahl. Ich verlangte nur, daß diejenigen,
+denen mein Mittel die Gesundheit wiedergegeben, ihren Namen und ihren Fall
+mit einigen Zeilen zur Veröffentlichung in die Expedition des Leeds
+Intelligencer senden sollten.
+
+Nicht lange nach dem Erscheinen meines Artikels trat in demselben Blatte
+ein Arzt aus Leeds gegen mich auf, und erklärte alle meine Angaben für
+Hirngespinnste und Lügen. Was mich dafür tröstete, waren die langen Listen
+der Geheilten, die mir aus der Expedition des Leeds Intelligencer zugingen,
+und die Dankartikel, welche dieses Blatt häufig von Individuen brachte, die
+nach langer Krankheit durch den Gebrauch meines Mittels ohne ärztliche
+Hülfe ihre Gesundheit wiedergefunden hatten. Dies war es wohl auch
+eigentlich, was jenen Arzt veranlaßte, gegen mich zu Felde zu ziehn; denn
+bestimmt liegt vielen Aerzten ihr _eigenes_ Wohl mehr am Herzen als das der
+Menschheit, und wer ihre Einnahme bedroht, ist ihr größter Feind.
+
+Was aber auch die Aerzte anführen mögen, meine langjährigen Erfahrungen
+können sich nicht wegdisputiren, und jedesmal, wenn ich das Medicament auf
+eine neue Weise anwendete, habe ich diese zuerst stets an mir selbst
+versucht, und befinde mich dabei jetzt viel wohler als früher.
+
+Dieser feindliche Artikel veranlaßte mich nun, meine begonnene Wirksamkeit
+in England sowohl als in Frankreich fortzusetzen, und die Wirkungen eines
+Mittels bei der Anwendung gegen die verschiedenartigsten Krankheiten zu
+beobachten. Endlich fühlte ich mich im Jahre 1840, also nach zehnjähriger,
+beinahe täglicher Praxis, veranlaßt, meine Erfahrungen zu gegenwärtiger
+kleiner Schrift zusammen zu stellen, und dem Druck zu übergeben. Man findet
+in derselben:
+
+1) die Bereitung des Mittels;
+
+2) die Anwendung desselben;
+
+3) ein Verzeichniß derjenigen Krankheiten, welche oft und sicher durch das
+Mittel geheilt worden sind.
+
+Der Inhalt dieser kleinen Schrift ist so einfach wie das Mittel selbst, und
+vorzüglich darauf berechnet, meine unbemittelteren Mitmenschen mit einem
+Medicament bekannt zu machen, mit welchem versehen sie in den meisten
+Fällen einen kostspieligen Arzt entbehren können, einem Medicament, das
+_immer_ lindert, in den im Verzeichniß angeführten Krankheiten stets hilft,
+und das, selbst _falsch_ angewendet, _niemals_ schadet, was vielleicht von
+wenig Arzneimitteln gerühmt werden kann.
+
+
+Zubereitung des Medicaments.
+
+Keine Zubereitung ist einfacher als die unsers Mittels. Man nehme, je
+nachdem man viel oder wenig zu gebrauchen gedenkt, eine sorgfältig
+gereinigte größere oder kleinere Flasche, und fülle sie drei Viertel voll
+mit echtem, reinem Franzbranntwein; hierauf schütte man so viel
+gewöhnliches, jedoch vorher an der Sonne oder auf dem Ofen getrocknetes und
+fein gestoßenes Kochsalz hinein, daß der Franzbranntwein beinahe bis oben
+an den Pfropfen steigt, und dann pfropfe man die Flasche zu und schüttle
+das Ganze tüchtig durcheinander. Hierauf stelle man die Flasche ruhig hin
+und warte, bis sich das Salz gesetzt hat und der Franzbranntwein wieder
+klar geworden ist, welches nach zwanzig bis dreißig Minuten geschieht, und
+das Mittel ist zu jeglichem Gebrauch bereit.
+
+Man hüte sich, vor dem jedesmaligen Gebrauch des Medicaments die Flasche
+umzuschütteln, wie dies bei _andern_ Medizinen wohl zu geschehen pflegt;
+dadurch würde man die unaufgelösten Salztheile mit in die Wunden oder auf
+die Haut bringen, welches nur Schmerzen verursacht und die Heilung nicht
+beschleunigt. Ist der auf diese Weise zubereitete Franzbranntwein
+verbraucht, so gieße man, mit Beibehaltung des ersten Bodensatzes von Salz,
+die Flasche wieder voll, schüttele das Ganze tüchtig um, und lasse es
+wieder ruhig stehen, bis es klar geworden.
+
+Mit _anderem_ Spiritus als mit Franzbranntwein erhält man ein unwirksames
+Mittel.
+
+
+Anwendung des Medicamentes.
+
+So einfach wie die Zubereitung des Medicaments, ist auch seine
+Anwendungsart, die hier nur _allgemein_ angedeutet werden soll, da in dem
+nachfolgenden Verzeichniß der Krankheiten die Behandlungsweise einer jeden
+derselben noch besonders angegeben ist.
+
+Das Mittel wird _innerlich_ und _äußerlich_ gebraucht.
+
+In Bezug auf den _innern_ Gebrauch ist zu bemerken, daß es nie rein,
+sondern stets mit _heißem Wasser_ vermischt eingenommen wird, und zwar so,
+daß eine jede einzunehmende Dosis immer aus 1/4 Medicament und 3/4 heißem
+Wasser besteht. Das gewöhnlich verordnete Quantum sind 2 Eßlöffel Medizin,
+vermischt mit 6 Eßlöffel heißen Wassers, die, wenn es nicht anders
+verordnet ist, des Morgens ganz nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück
+genommen werden. Frauen und schwächliche Männer können die beiden Eßlöffel
+Medizin mit _acht_ bis _zehn_ Eßlöffel heißen Wassers mischen. In
+dringenden Fällen, wenn eine starke Wirkung hervorgebracht werden soll,
+nimmt man auch zu zwei Löffeln des Medicaments nur zwei Löffel heißen
+Wassers. Bei den meisten Krankheitszuständen geschieht das Einnehmen
+täglich in der angegebenen Weise nur ein Mal; wird _mehrmals_ an demselben
+Tage hinter einander eingenommen, so sind die Zwischenräume, in denen dies
+geschieht, bei den betreffenden Krankheiten angegeben.
+
+_Im Allgemeinen ist zu bemerken, daß es jegliche äußere und innere Kur
+befördert, wenn der Patient sie mit einem einmaligen Einnehmen des
+Medicaments zur oben angegebenen Zeit, d. h. des Morgens und nüchtern,
+beginnt._
+
+Obgleich nun dieses Medicament eine der besten Magenstärkungen ist, so
+verursacht sein Einnehmen doch, obschon unter funfzig Fällen etwa nur ein
+Mal, zuweilen Uebelkeit und Erbrechen, welches stets einen sehr
+geschwächten Magen beweist. In diesem Falle trinke man warmes Wasser, bis
+nochmaliges Erbrechen erfolgt, und nehme dann eine Stunde nach dem
+Erbrechen das Medicament noch einmal. Wenn es der Magen zum _zweiten Male_
+auswirft, so ist dies ein Zeichen, daß noch viel Unreinigkeit darin
+vorhanden ist. In diesem Falle trinke man abermals warmes Wasser bis zum
+Erbrechen und nehme dann das Mittel zum _dritten Male_, wo es stets haften
+und helfen wird; wenn _nicht_, wird in der angegebenen Weise ruhig
+fortgefahren.
+
+Die _äußere_ Anwendung des Medicaments besteht in _Einreiben des obern
+Theiles des Kopfes_ oder des _leidenden Theiles am Körper_, -- in
+_Umschlägen mit angefeuchteten Tüchern_, -- in _Auswaschen der Wunden_, und
+in _Vollfüllen der Ohren_ mit dem Mittel.
+
+Das _Einreiben des Kopfes_ geschieht mit der Hand, und ist im Ganzen ein
+guter Eßlöffel voll des Medicaments dazu erforderlich, den man nach und
+nach in die Hand oder auf den Kopf selbst gießt, und diesen zehn, zwanzig
+bis dreißig Minuten damit einreibt. Das Reiben der Stirn und der Schläfe
+reicht niemals aus; der Obertheil des Kopfes ist die Hauptsache, doch ist
+hier zu viel und zu naß besser als zu wenig und zu trocken. Das lange Haar
+thut der Wirkung des Mittels keinen Abbruch, es erfolgt im Gegentheil das
+Trocknen dadurch langsamer und erhält den Kopf länger feucht und kühl. Die
+Einreibung geschieht stets kurz vor dem Schlafengehn, einzelne, heftige
+Anfälle abgerechnet, wo es auf der Stelle und wiederholt geschieht, wie
+dies im Verzeichniß der Krankheiten bei den betreffenden Fällen angegeben
+ist.
+
+Bei der äußerlichen Verwendung bleibt das Medicament stets unvermischt.
+
+_Im Allgemeinen ist zu bemerken, daß es jegliche äußere und innere Kur
+befördert, wenn der Patient ein Mal vor dem Schlafengehen zum Beginn
+derselben den Kopf mit dem Mittel einreibt._
+
+Das Einreiben von Geschwülsten, Verstauchungen und allen schmerzenden
+Gliedern geschieht mit der Hand, in welche man sich kleine Quantitäten des
+Medicaments gießt, und diese auf den genannten Stellen trocken reibt. Diese
+Einreibungen werden nach Befinden der Umstände drei bis vier Mal täglich
+wiederholt.
+
+Die _Umschläge_ bestehen aus leinenen, mit dem Medicament angefeuchteten
+Lappen, die entweder aufgelegt oder umgebunden, und stets feucht erhalten
+oder gewechselt werden, wenn sie beinahe getrocknet sind. Bei Schnittwunden
+läßt man den umgebundenen Leinwandstreifen, den man natürlich durch
+Aufgießen von außen feucht erhält, ruhig liegen, bis man fühlt, daß die
+Wunde geheilt ist.
+
+Das _Auswaschen_ der offenen Schäden mit dem Medicament geschieht täglich
+drei bis vier Mal.
+
+Das _Anfüllen der Ohren_ mit dem Medicament anlangend, so legt man sich
+dazu auf die Seite, und läßt _dasjenige_ Ohr füllen, welches sich dem
+Schmerze zunächst befindet, oder eins nach dem andern. Geschieht diese
+Procedur bei Tage, so bleibt das Medicament zehn bis funfzehn Minuten im
+Ohr; geschieht es des Abends im Bett, so schlafe man mit dem Medicament im
+Ohr ruhig ein (welches stets sehr leicht geschieht) und überlasse es seinem
+Geschick.
+
+
+
+
+Verzeichniß derjenigen Krankheiten, welche im Laufe von zehn Jahren durch
+die Anwendung des Medicamentes geheilt worden sind, nebst Angabe der
+Behandlungsweise.
+
+
+Schwindel.
+
+Dies Uebel wird dadurch geheilt, daß man den obern Theil des Kopfes mit dem
+angeführten Mittel, ohne ihm Wasser beizumischen, wäscht und einreibt. Das
+Einreiben ist etwa eine _halbe Stunde_ fortzusetzen, und darf vor Ablauf
+dieses Zeitraums nicht damit aufgehört werden, wenn sich auch der Schwindel
+bereits gelegt haben sollte, was oft der Fall ist. Weicht das Uebel nicht
+während des Einreibens, so geschieht dies eine Stunde _nach_ demselben,
+oder sicher, nachdem man sich des Abends schlafen gelegt hat. Es ist
+vorgekommen, daß das Uebel einigemal von neuem zurückkehrte; in diesem
+Falle darf die Einreibung nur wiederholt werden, und es verschwindet
+sicher.
+
+
+Andrang des Blutes nach dem Kopf.
+
+In der gewöhnlichen Praxis sucht man diesem Uebel dadurch abzuhelfen, daß
+man _Blutegel_ an die Schläfe setzt, welches nur selten hilft und oft den
+Leidenden an den Rand des Grabes bringt. Man reibe sich den obern Theil des
+Kopfes mit dem präparirten Franzbranntwein, und sogleich wird man Linderung
+und Nachlaß des Blutandranges fühlen, der bei _ein Mal wiederholter_
+Einreibung in der Regel gänzlich verschwindet. Wenn der Andrang öfter
+wiederkehrt, nehme man des Morgens _nüchtern und eine Stunde vor dem
+Frühstück_ zwei Eßlöffel des Medicaments, vermischt mit sechs bis acht
+Eßlöffel heißen Wassers ein, und mache die Einreibung des Oberkopfes kurz
+vor dem Schlafengehn. Dies einige Tage hinter einander fortgesetzt, hat das
+Uebel stets gänzlich gehoben.
+
+
+Kopfschmerzen
+
+verschwinden stets nach dem Einreiben des Kopfes, wie es unter »Andrang des
+Blutes« angegeben. Ich habe dies Mittel in tausend Fällen angewendet, und
+allemal mit dem besten Erfolg. Sollten sich die Kopfschmerzen jedoch als
+hartnäckig beweisen und oft wiederkehren, so nehme man nüchtern und eine
+Stunde vor dem Frühstück zwei Eßlöffel voll des Medicamentes, gemischt mit
+_sechs_ bis _acht_ Eßlöffeln heißen Wassers; indeß wird dies selten nöthig
+sein.
+
+
+Augenentzündung.
+
+Wenn das von mir angegebene Mittel weiter keine andere Eigenschaft und
+Kraft besäße, als nur diejenige, Augenentzündungen zu heilen, die ihm in
+der That im hohen Grade eigen ist, und welche es bei vielen Gelegenheiten
+bewiesen hat, so wäre schon _damit_ für die Menschheit etwas Unschätzbares
+gewonnen. Hier ist von keinem finstern Zimmer, von keinem Aufgeben der
+gewöhnlichen Beschäftigung, und von keinen ätzenden Eintröpfelungen die
+Rede, welche oft den Verlust der Augen des Patienten herbeiführen und ganze
+Familien in Noth und Bekümmerniß stürzen. Der Augenkranke hat nichts zu
+thun, als _vier_ bis _sechs Mal_ des Tages den Zipfel eines reinen leinenen
+Taschentuchs mit dem präparirten Franzbranntwein anzufeuchten, und sich
+damit die Augen gut auszuwischen und zu reinigen. Dies kann beim Arbeiten,
+im Gehen, beim Fahren, beim Einkaufen und Verkaufen, genug in allen Lagen
+und Verhältnissen geschehen, und wird beständig dieselbe gute Wirkung
+hervorbringen. Der Schmerz in den Augen ist äußerst gering, die Linderung
+und Heilung groß und sicher.
+
+Wie sehr weicht dies Verfahren von dem gewöhnlichen ärztlichen ab, und
+dennoch führt es sicherer zum Ziel als das letztere.
+
+
+Hirnentzündung.
+
+Diese gefährliche und oft schnell dahin raffende Krankheit wird durch
+fortgesetztes Einreiben des oberen Theiles des Kopfes mit dem Medicament,
+bis der Schmerz sich gelegt hat, gehoben. Durch die Anwendung dieses
+einfachen Mittels hätte manches kostbare Leben erhalten werden können, und
+ich bin fest überzeugt, daß Madame _Malibran_, welche in Manchester an der
+Hirnentzündung starb, heute noch lebte, wenn ihrer Umgebung mein _in seiner
+Anwendung niemals schädliches_ Mittel bekannt gewesen wäre.
+
+
+Zahnschmerz.
+
+Diese, leider so allgemein verbreitete Plage des Menschengeschlechts wird
+am besten auf eine Weise geheilt, die, besonders den Damen, etwas
+wunderlich und abschreckend vorkommen dürfte; ich habe sie indeß theils an
+mir selbst, theils in meiner Familie so oft versucht und so wirksam
+gefunden, daß ich Jedem dringend rathen muß, sich dazu zu entschließen; und
+was thäte man überhaupt nicht, um einen der unerträglichsten Schmerzen los
+zu werden?
+
+Die Heilmethode besteht darin, daß man sich das Ohr an der Seite, wo man
+die Schmerzen hat, mit dem präparirten Franzbranntwein füllt und ihn darin
+läßt, bis der Schmerz vergangen ist, welches gewöhnlich innerhalb zehn
+Minuten erfolgt. Fast nie habe ich dies Mittel fehlschlagen sehen. Bei
+sonst gesunden Zähnen wird der Schmerz dadurch ein für allemal geheilt; bei
+_hohlen_ Zähnen aber kommt er nach Erkältungen wieder, in welchem Fall
+natürlich auch wieder zur Anwendung derselben Heilmethode zu schreiten ist.
+
+Bei dieser Gelegenheit will ich nicht verabsäumen, mit anzuführen, daß es
+zur Erhaltung der Zähne nicht wenig beiträgt, wenn man einmal wöchentlich
+oder einmal alle vierzehn Tage seine Zahnbürste in den präparirten
+Franzbranntwein taucht, und sich Zähne und Zahnfleisch damit bürstet.
+Hierdurch werden die Zähne gegen Fäulniß geschützt, und das Zahnfleisch
+wird erkräftigt.
+
+
+Ohrenschmerz oder Ohrenzwang.
+
+Hier geschieht die Heilung auf dieselbe Weise, wie bei den Zahnschmerzen,
+indem man sich nämlich ein Ohr mit dem Franzbranntwein füllt, oder eins um
+das andere. Es versteht sich von selbst, daß man sich dazu niederlegt, und
+auf der Seite ruhig verharrt, bis die Linderung eingetreten ist. Hat man
+sich nur erst an diese Methode herangewagt, so findet man sie bald
+angenehm, und fühlt sogar noch andere wohlthätige Wirkungen derselben.
+
+
+Harthörigkeit und Taubheit.
+
+Auch gegen _dies_ Gebrechen beweist sich unser Mittel lindernd oder
+gänzlich beseitigend, wovon ich viele Beweise habe. Man verfährt hier ganz
+wie bei Zahn- und Ohrenschmerzen, jedoch so, daß man das Mittel Abends,
+nachdem man sich zu Bett gelegt hat, anwendet. Man läßt sich alsdann zuerst
+_das_ Ohr füllen, auf welchem das Gehör am wenigsten geschwächt ist, und
+liegt damit zehn Minuten still; hierauf wird das _andere_ Ohr gefüllt, in
+welchem man das Medicament die ganze Nacht hindurch läßt, wenn es nicht
+durch Umwenden im Schlafe von selbst ausfließt. Man glaube nicht, daß die
+Anwendung dieses Mittels am Schlafen hindere; im Gegentheil, es schläft
+sich vortrefflich dabei.
+
+
+Zahngeschwüre.
+
+Um diese zu beseitigen, feuchte man ein feines, leinenes Läppchen mit dem
+Medicament an, falte es zusammen, und lege es zwischen Gaumen und Wange auf
+das Zahngeschwür oder die brennende Stelle. Am besten ist es, wenn dies vor
+dem Schlafengehn geschieht, und das Läppchen die Nacht hindurch liegen
+bleibt. Die _Linderung_ tritt auf der Stelle ein; doch muß man zur
+vollständigen Beseitigung des Zahngeschwürs und zur Vermeidung des
+Losewerdens der Zähne diese Operation einige Abende hinter einander
+wiederholen.
+
+
+Ausschlag im Gesicht oder auf dem Kopf.
+
+Er vergeht stets durch Einreibung des damit bedeckten Gesichts oder Kopfes
+mit unserm Medicament, welches, wenn der Ausschlag nur erst kurze Zeit
+steht, freilich etwas schmerzt, wodurch man sich jedoch nicht von der
+Einreibung abschrecken lassen darf. Steht der Ausschlag schon einige Wochen
+lang, oder ist er _krebsartiger_ Natur, so ist die Operation gänzlich
+schmerzlos und der gute Erfolg unausbleiblich.
+
+
+Wechselfieber und Fieberanfälle überhaupt.
+
+Bei Fiebern wird der obere Theil des Kopfes vor dem Schlafengehn mit dem
+präparirten Franzbranntwein eingerieben, und am andern Morgen nimmt der
+Patient _nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück_ zwei Eßlöffel des
+Medicaments, mit sechs Eßlöffeln heißen Wassers gemischt. Bei Frauen reicht
+die Hälfte hin. Dies Verfahren ist zwölf Tage hinter einander fortzusetzen,
+wenn auch das Fieber bereits vor Ablauf dieser Zeit verschwunden ist;
+dauert es aber noch über diese Periode hinaus, so fahre man mit Einreiben
+und Einnehmen auch ruhig fort, bis die Krankheit gewichen.
+
+Während der Nordostwinde, die in der Gegend von Frankreich, welche ich
+bewohne, vor einiger Zeit sehr heftig wehten, klagten viele Leute über
+plötzliche Frost- oder Fieberschauer, heftiges Kopfweh, Brustschmerzen oder
+Seitenstechen, und wenn sie im Freien von diesen Uebeln ergriffen wurden,
+hatten sie Mühe, ihre Heimath zu erreichen, denn sie fühlten sich sogleich
+lebensgefährlich krank. Der erste von meinen Leuten, welcher heimgesucht
+wurde, schickte zum Arzt, der ihn stark zur Ader ließ, auf kärgliche Diät
+setzte, und ihn vom Tode rettete, obschon seine Genesung sehr langsam ging.
+Der zweite war einer meiner Forstleute, von dem ich nun erfuhr, er sei
+plötzlich gestorben. Der dritte war ein Knecht, der am Sonnabend erkrankte
+und am Sonntag schon starb. Der vierte endlich war ein junger Bursche auf
+einem meiner entlegenen Vorwerke, welches ich am Montage, dem Tage nach dem
+Tode des Knechtes, zufällig besuchte, und wo keine ärztliche Hülfe so
+schnell zu haben war. Ich erfuhr, er sei an diesem Tage wie gewöhnlich um
+drei Uhr aufgestanden, um das Vieh zu füttern, habe aber bald über Frost,
+Kopf- und Brustschmerz geklagt, und kaum sein Bett wieder erreichen können.
+Man erzählte mir, er sei sehr krank, und werde den nächsten Tag kaum mehr
+erleben. Ich besuchte ihn auf der Stelle, und fand jene Aussagen bestätigt.
+Obgleich man bereits nach einem Arzt geschickt hatte, glaubte ich doch, da
+es sich um einen meiner Diener handelte, vorläufig mein Mittel anwenden zu
+dürfen. Ich ließ ihm daher den Kopf mit der Flüssigkeit tüchtig waschen und
+einreiben, und gab ihm zwei Eßlöffel voll davon, mit eben so viel heißem
+Wasser gemischt, ein. Ehe ich ihn verließ, fragte ich ihn, wie es mit
+seinem Kopfe stehe: er sagte: -- »gut.« Als ich am nächsten Tage wieder auf
+das Vorwerk kam und nach ihm fragte, hieß es: »O, der ist ganz wohl, und
+heute früh um drei Uhr schon wieder an die Arbeit gegangen.« Ich erfuhr,
+der Arzt sei über Land gefahren gewesen und nicht gekommen; bald darauf
+erschien auch der wieder hergestellte junge Bursche, um sich bei mir zu
+bedanken.
+
+Ueberhaupt hat man bei Fieberanfällen aller Art, sie mögen von bekannten
+oder unbekannten Ursachen herrühren, dem Patienten immer nur sogleich den
+Kopf mit dem Medicament einzureiben, und ihm davon zwei mit heißem Wasser
+vermischte Eßlöffel voll davon einzugeben. Dieses Eingeben ist in
+Zwischenräumen von 1 bis 3 Stunden zu wiederholen, je nachdem die
+Fieberanfälle heftig sind, oder schnell auf einander folgen.
+
+
+Kolik.
+
+Diese ist in Zeit von fünf Minuten durch das Einnehmen von zwei Eßlöffeln
+des präparirten Franzbranntweins, gemischt mit vier bis sechs Eßlöffeln
+heißen Wassers, gewöhnlich gehoben. Dauert das Uebel nach dem Einnehmen
+noch fort, was mir jedoch nur selten vorgekommen ist, so nehme man nach
+einer kleinen Stunde noch _eine_ Dosis von zwei Eßlöffeln, jedoch mit
+_weniger_ heißem Wasser als vorher gemischt. Ich habe sogar ein Mal den
+Fall erlebt, wo noch ein _drittes_ Mal eingenommen werden mußte; _nie_ ist
+dieses Mittel indeß ohne Erfolg angewendet worden.
+
+
+Cholera.
+
+Man reibe dem Patienten ein bis zwei Mal den Kopf ein, oder überhaupt so
+oft, als die heftigen Kopfschmerzen wiederkehren, und nehme zwei bis drei
+Eßlöffel des Medicamentes mit eben so viel heißem Wasser gemischt. Dies
+wird einige Mal am Tage wiederholt, und je häufiger und heftiger die
+Anfälle sind, je öfter wird der Kopf eingerieben, und je öfter eingenommen.
+Außerdem werden die Theile des Körpers, an denen sich die Haut entfärbt, so
+lange mit dem Franzbranntwein eingerieben, bis die Schmerzen nachlassen.
+
+
+Bräune und Halsentzündung.
+
+Da hier schleunige und kräftige Hülfe nöthig ist, so muß das Uebel auf alle
+nur mögliche Weise bekämpft werden. Man gurgle sich zunächst mit dem
+Medicament, und fülle es sich dann nach und nach in beide Ohren, worin man
+es zehn Minuten zu erhalten sucht. Dann feuchte man ein leinenes Tuch damit
+an und lege es um den Hals; wenn es fast getrocknet ist, wird es von Neuem
+angefeuchtet. Diese Mittel haben sich mir immer als sehr wirksam bewiesen,
+und es ist um so besser, wenn man sie vor dem Schlafengehn anwenden kann.
+Ist auch die Genesung nicht unmittelbar erfolgt, und haben bei dringender
+Gefahr sogar Blutegel mit zu Hülfe genommen werden müssen, so ist doch
+stets die Krankheit an der weitern Ausbildung verhindert worden; doch darf
+man weder bei der Bräune noch beim schlimmen Hals mit dem Gurgeln und den
+Umschlägen zu bald ermüden. Bei allen Fällen habe ich eine augenblickliche
+Hebung der Entzündung eintreten sehen, womit die Heftigkeit der Krankheit
+auch stets gebrochen ist.
+
+
+Unterleibsentzündung.
+
+Man nehme in kurzen Intervallen mehrere Dosen von zwei mit heißem Wasser
+gemischten Eßlöffeln des Medicaments, und fahre damit fort, bis die
+Schmerzen sich mindern. Zu gleicher Zeit reibe man den Unterleib mit dem
+Franzbranntwein fleißig ein, bedecke ihn in den Zwischenräumen mit Flanell
+und lege die Wärmflasche darauf. Durch die Anwendung dieser Methode habe
+ich immer die erfreulichsten Resultate erhalten.
+
+
+Seitenstiche.
+
+Sie sind oft die Vorboten anderer Krankheiten, lassen sich indeß leicht
+beseitigen. Nachdem der obere Theil des Kopfes gut eingerieben worden, thue
+man dasselbe mit _der_ oder _den_ Seiten. Geben sich die Stiche hiernach
+nicht, so nehme man ein Handtuch, feuchte es an einer Stelle mit dem
+Medicament an, und binde es um den Leib, so daß die feuchte Stelle, die,
+wenn sie getrocknet, immer wieder anzufeuchten ist, auf die schmerzende
+Seite kommt. Eine Stunde nach diesem Verfahren waren in allen mir
+vorgekommenen Fällen die Stiche gänzlich verschwunden, und die Patienten
+vielleicht von einem gefährlichen Fieber gerettet, das sich bereits
+anmelden ließ. Sind die Stiche sehr heftig, wird es auch gut sein, zwei
+Eßlöffel des Medicaments, in dem oft angeführten Verhältniß mit heißem
+Wasser gemischt, einzunehmen.
+
+
+Rheumatismus.
+
+Gegen dieses leider so allgemein verbreitete wie schmerzhafte Uebel bringt
+unser Mittel stets Linderung und in den meisten Fällen auch Heilung. Man
+hat nichts zu thun, als die schmerzenden Theile täglich ein oder zwei Mal
+damit einzureiben; doch muß damit mehrere Tage, zuweilen eine ganze Woche,
+in hartnäckigen Fällen sogar zwölf bis vierzehn Tage, fortgefahren werden.
+Beweist sich das Uebel als sehr bösartig und stets wiederkehrend, so nehme
+man zwölf bis vierzehn Tage hinter einander alle Morgen eine Stunde vor dem
+Frühstück zwei Eßlöffel des Medicaments mit heißem Wasser gemischt, und
+bediene sich beim Einreiben einer Bürste. Es leuchtet ein, daß man bei
+diesem eigensinnigsten aller Leiden keine Sorgfalt sparen und den Muth
+nicht verlieren darf, sondern in der festen Ueberzeugung, daß die Mühe
+durch den Erfolg belohnt wird, mit der pünktlichen Anwendung des Mittels
+geduldig fortfahren muß. Als Aufmunterung möge die Versicherung dienen, daß
+mir noch kein Fall vorgekommen ist, in welchem die rheumatischen Schmerzen
+unserm Mittel Trotz zu bieten vermocht hätten. Ich könnte viele Beispiele
+von Leuten anführen, die rheumatischer Anfälle wegen ganze Winter lang das
+Zimmer hüten mußten, da ihre Aerzte nicht im Stande waren, ihnen durch die
+hergebrachten gewöhnlichen Mittel zu helfen, denen aber die Anwendung des
+mit Salz präparirten Franzbranntweins in vierzehn Tagen den schmerzlosen
+Gebrauch ihrer Glieder wieder gab.
+
+
+Gicht und rheumatische Gichtanfälle.
+
+Da diese Leiden aus dem Blute kommen, so ist es nöthig, daß der Patient das
+Mittel auch _innerlich_ gebrauche.
+
+Er reibe sich am Abend vor dem Schlafengehn den Kopf damit ein, und nehme
+am nächsten Morgen nüchtern und eine Stunde vor dem Frühstück zwei mit
+heißem Wasser gemischte Eßlöffel davon ein, womit zwölf bis vierzehn Tage
+fortzufahren ist, oder noch besser, so lange, bis der Patient es aushalten
+kann, die angeschwollenen, entzündeten und schmerzhaften Stellen mit den
+Fingern zu reiben. Es versteht sich von selbst, daß bei so eingewurzeltem
+innern Uebel mit Geduld und Beharrlichkeit verfahren werden muß, wenn ein
+günstiges Resultat erzielt werden soll.
+
+
+Verbrühungen und alle Arten von Brandwunden.
+
+Diese sind durch unser Medicament sehr bald geheilt, -- man reibe nur die
+gebrannten oder verbrühten Stellen damit ein. Die erste Einreibung ist zwar
+ziemlich schmerzhaft, bei jeder nachfolgenden mindert sich der Schmerz
+jedoch, und verschwindet endlich ganz und gar. Die Wunde heilt sehr bald
+zu, indeß wird es zuweilen nöthig, sie durch Bestreichen mit Talg oder
+einem andern Fett geschmeidig zu machen.
+
+Mein Hägereiter hatte das Unglück, sich durch das Auffliegen einer
+Quantität Pulver, die auf einem Tische lag, an welchem er saß, bedeutend
+das Gesicht und die Augen zu verbrennen, so daß er auf dem _einen_ Auge
+_gar nicht_, auf dem _andern_ nur noch sehr wenig sehen konnte. Das
+Medicament wurde eine halbe Stunde nach dem Unglücksfall angewendet, und
+obgleich es ihm große Schmerzen verursachte, hatte er doch den Muth, damit
+fortzufahren. Die Folge davon war, daß er beim fünften und sechsten Waschen
+der Augen nicht den geringsten Schmerz mehr empfand und nach funfzehn bis
+zwanzig Tagen vollständig wieder hergestellt war. Hierbei ist noch zu
+erwähnen, daß seine Augen, die früher schwach gewesen, seit der Kur besser
+sind, als sonst.
+
+
+Frostbeulen.
+
+Sie werden geheilt, indem man sie mit dem präparirten Franzbranntwein
+tüchtig einreibt; doch ist hierbei zu bemerken, daß in diesem Fall so lange
+zu reiben ist, bis die erfrornen Theile wieder völlig trocken geworden
+sind. -- Ein noch einfacheres Mittel zur Wiederherstellung erfrorner Hände
+oder Füße ist, sie in dickflüssigem Salzwasser zu waschen und dies auf
+ihnen trocknen zu lassen, ohne sie vorher abzutrocknen.
+
+
+Heftige Nervenzufälle, Delirium und Anfälle von Raserei.
+
+Alle diese Krankheitszustände, denen große Abspannung, Stumpfsinn und
+mitunter sogar Blödsinn und Geisteszerrüttung folgen, lassen sich durch
+unser Mittel _stets_ lindern, _oft_ ganz vermeiden oder abwenden. Man reibe
+zwei bis drei Mal täglich den obern Theil des Kopfes zehn bis funfzehn
+Minuten lang mit dem Medicament ein, und wiederhole dies an zwei bis drei
+Tagen; auch können davon zur Beförderung der Kur zwei mit heißem Wasser
+gemischte Eßlöffel eine Stunde vor dem Frühstück zwei bis drei Tage hinter
+einander genommen werden.
+
+Ich habe Gelegenheit gehabt, die vortreffliche Wirkung dieser Procedur in
+zwei verschiedenen Fällen und an ganz verschiedenen Individuen zu
+beobachten. Der _erste_ Fall trug sich mit einem Arzt, meinem Nachbar, zu.
+Er bekam eine heftige Hirnentzündung mit Anfällen von Raserei, in denen er
+sich und Alles um ihn her vernichten wollte; man fürchtete für seinen
+Verstand. Die Einreibung wurde bei einem dieser Paroxismen vorgenommen und
+die Wirkung war schlagend. Der Anfall legte sich, der Kranke schlief ein,
+stand gesund auf, und hat seit der Zeit nie wieder eine ähnliche Anwandlung
+gehabt.
+
+Der _andere_ Fall trug sich mit einer Dame meiner Bekanntschaft zu. Diese
+litt an heftigen Nervenzufällen, denen Abgespanntheit und Trübsinn folgten,
+die dann wieder mit Aufgeregtheit und Rastlosigkeit wechselten. Man hatte
+alle nur mögliche Mittel zu ihrer Heilung versucht, doch waren alle gleich
+erfolglos geblieben, und man fing an, sie als geistesgestört aufzugeben.
+Ich sah die Dame und ihren Gemahl häufig, und rieth ihnen, mein Mittel
+anzuwenden, da ich von seiner Wirksamkeit überzeugt war; die Dame lehnte es
+jedoch ab. Da indeß ihre Zufälle endlich immer häufiger wurden, und man von
+der Hülfe der Aerzte nichts mehr erwarten konnte, befolgte man meinen Rath.
+Die erste Einreibung des Kopfes wirkte gleich sehr wohlthätig und
+beruhigend, die zweite an demselben Tage noch weit mehr, und nach der
+dritten am folgenden Tage fühlte sich die Dame vollkommen hergestellt und
+hat seit der Zeit nie wieder durch Nervenanfälle gelitten.
+
+Sind die hier erwähnten Leiden nach den Einreibungen auch schon
+verschwunden, so wird der Patient doch wohlthun, noch drei bis vier Tage
+hinter einander eine Stunde vor dem Frühstück nüchtern zwei mit heißem
+Wasser gemischte Eßlöffel des Medicaments einzunehmen.
+
+Hierbei muß ich bemerken, daß es sich alle Vorsteher von Irren-Anstalten
+und alle Privatleute, denen die Beaufsichtigung von Geisteskranken
+anvertraut ist, zur Pflicht machen sollten, die Einreibung der Köpfe jener
+Unglücklichen mit dem von mir angegebenen Mittel zu versuchen. Aus
+zehnjähriger Erfahrung kann ich versichern, daß es in vielen Fällen
+überraschende und glückliche Wirkungen hervorbringen, in _keinem einzigen_
+Fall aber jemals etwas schaden würde. Es wäre sehr zu wünschen, daß die
+Resultate dieser Versuche zum Heil der leidenden Menschheit später in den
+öffentlichen Blättern bekannt gemacht würden.
+
+
+Krebsschäden.
+
+Von der glücklichen Heilung dieses furchtbaren, verheerenden und
+entstellenden Uebels habe ich aus eigener Erfahrung und Praxis so viel
+Beweise, daß mein Mittel als unbezweifelt betrachtet werden kann, wenn der
+Krebsschaden nicht zu alt ist, und also nicht schon zu weit um sich
+gegriffen hat; aber auch in _diesem_ Fall gewährt die Anwendung desselben
+die größte Linderung. Ob aber eine Wunde krebsartig sei, läßt sich sogleich
+erkennen, wenn man sie mit unserm Medicament behandelt; jede andere Wunde
+schmerzt heftig, wenn man sie mit dem präparirten Franzbranntwein benetzt,
+nur der Krebs ist dagegen unempfindlich, und heilt auf eine beispiellos
+schnelle Weise.
+
+Das Verfahren bei der Behandlung der Krebsschäden mit dem Medicament ist
+ebenfalls ganz einfach. Die Wunde wird damit täglich drei bis vier Mal
+ausgewaschen, ein feines leinenes Läppchen damit angefeuchtet und
+aufgelegt, und wenn es anfängt zu trocknen, wieder angefeuchtet oder noch
+besser mit einem angefeuchteten gewechselt. Der obere Theil des Kopfes wird
+vor dem Schlafengehn zehn Minuten lang eingerieben, und eine Nachtmütze
+aufgesetzt; am andern Morgen wird eine Stunde vor dem Frühstück in der
+gewöhnlichen Quantität und Mischung eingenommen. Hiermit ist fortzufahren,
+bis das Uebel gehoben, wozu oft nur _vier_, _sechs_ bis _acht_ Tage
+erforderlich sind. Wird bei Zeiten dagegen eingeschritten, so muß er
+gänzlich aus dem leider so langen Verzeichniß der menschlichen Krankheiten
+verschwinden.
+
+Von den vielen glücklichen Heilungen, die mir in meiner eigenen Praxis
+vorgekommen sind, will ich hier nur die _erste_ anführen.
+
+Sie trug sich mit einem jungen Manne zu, der seit _sechs_ Monaten den Krebs
+an der Nase hatte. Als er zu mir kam, waren bereits alle gewöhnlichen
+Mittel von ihm durchgebraucht worden, jedoch ohne den geringsten Erfolg.
+Seit den letzten zwanzig Tagen waren die Schmerzen unerträglich geworden,
+er hatte kein Auge mehr zugethan, und fühlte besonders einen immer heftiger
+werdenden Schmerz im Halse und unter dem einen Ohr. Ich ließ ihm sogleich
+die Wunde und den ganzen Kopf mit dem Medicament waschen, wonach er
+vortrefflich schlief. Am nächsten Morgen bekam er zwei Eßlöffel voll des
+Medicaments mit heißem Wasser gemischt, den Tag über wurde die Wunde drei
+Mal damit ausgewaschen und sonst mit einem angefeuchteten Läppchen bedeckt;
+am Abend dieses zweiten Tages wurde der Kopf nur _eingerieben_, am dritten
+Abend aber noch ein Mal _ganz gewaschen_, und dann nur regelmäßig mit
+Einreiben, Einnehmen und Auswaschen der Wunde fortgefahren. In vier Wochen
+war der Kranke vollständig geheilt.
+
+Hierauf kamen gleich nach einander sechs mit Krebsschäden heimgesuchte
+Personen zu mir, und wünschten geheilt zu sein. Drei Schäden waren schon
+ziemlich alt, zwei andere erst im Entstehen, -- alle fünf wurden ganz
+schmerzlos in der angegebenen Weise geheilt. Das _sechste_ Individuum
+gehörte der begüterten Klasse an und hatte einen Arzt mit einem
+»_bedeutenden Ruf_.« Als seine Wunde mit dem Medicament gewaschen wurde,
+fing sie an, heftig zu bluten, welches ich für sehr wohlthätig hielt, da er
+sich bedeutend erleichtert fühlte, als das Bluten aufgehört hatte. Die
+Freunde des Patienten waren jedoch anderer Meinung; sie riefen seinen Arzt
+und Chirurgus, die entrüstet und einmüthig erklärten, seine Schwelle nicht
+wieder zu betreten, wenn von meinem Mittel noch ferner die Rede wäre. Er
+versprach, es nicht mehr anzuwenden, und hat wahrscheinlich auch Wort
+gehalten, denn bald darauf war er todt. Die andern fünf Patienten sind
+gesund und leben _heute_ noch.
+
+
+Lungenentzündung.
+
+Diese gefährliche Krankheit wird stets dadurch gehoben, daß man dem
+Patienten den oberen Theil des Kopfes mit dem Medicament einreibt, ihm den
+Tag über zwei bis drei Mal in der bekannten Quantität und Mischung davon
+eingiebt, und ihm einen damit angefeuchteten Lappen auf die Stelle legt, wo
+er die meisten Stiche und Schmerzen fühlt; denn es ist gerade eine
+Haupteigenschaft des Medicaments, alle Entzündungen zu heben.
+
+
+Schwindsucht.
+
+Ich zweifle nicht im geringsten daran, daß die meisten Schwindsüchtigen
+gerettet werden könnten, wenn ihnen eine gewisse Zeit lang im ersten
+Stadium ihrer Krankheit täglich ein Mal Kopf und Brust mit dem präparirten
+Franzbranntwein eingerieben würde, und sie täglich ein bis zwei Löffel
+davon, mit heißem Wasser gemischt, einnähmen. Ich will nur zwei Beispiele
+fast wunderbarer Heilung dieser oft für unheilbar geltenden Krankheit
+anführen, von denen das _eine_ in Frankreich, das _andere_ auf der Insel
+_Man_ vorgekommen ist.
+
+Im Juli des Jahres 1838 wurde ich zu einem jungen Mann, dem einzigen Sohn
+einer Wittwe, gerufen, der, wie die Leute sagten, auf dem Sterbebette lag,
+und nur noch von seinem Lager fortgetragen wurde, wenn man es auflockern
+und »machen« wollte. Die Anwendung meines Mittels schien mir schon zu spät;
+da dies Mittel jedoch in _keinem_ Fall Schaden anrichten kann, so wollte
+ich es an einem Versuch nicht fehlen lassen, und verfuhr wie folgt:
+
+Zuerst wurde ihm der obere Theil des Kopfes gut und hinreichend mit dem
+präparirten Franzbranntwein gewaschen, -- unmittelbar darauf bekam er zwei
+Eßlöffel davon, mit vier Eßlöffel heißen Wassers gemischt, zu trinken, und
+endlich ward ein weiches leinenes Tuch in die Flüssigkeit getaucht, zwei
+Mal zusammengefaltet und ihm auf die Brust gelegt, und zwar, um auf den
+furchtbaren Husten zu wirken, von welchem er häufige und erschütternde
+Anfälle, bei hartem und gelbem Auswurf, zu erleiden hatte. Ich verordnete
+außerdem noch das gewöhnliche Einnehmen eine Stunde vor dem Frühstück, und
+verließ ihn mit der Ermahnung an seine Mutter, in der angegebenen Art ruhig
+fortzufahren. Ich fragte jeden Tag an, ob keine günstige Veränderung
+eingetreten sei, erhielt indeß immer »_Nein_« zur Antwort, und gab ihn
+schon auf. Endlich sagte er mir, er huste zwar noch, aber nicht mehr so
+schmerzbar, und der Auswurf sei weiß und schaumig geworden. Ich ließ die
+Kur in der angefangenen Weise fortsetzen. Sechs Tage nachher erzählte er
+mir, er habe einen solchen Hunger, daß er glaube, Alles essen zu können. Er
+bekam hierauf zu essen, gewann Kräfte, stand endlich auf und besuchte seine
+Nachbaren. Bald nachher fühlte er aber einen heftigen Schmerz in der Seite;
+es bildete sich ein Geschwür und eine heftige Entzündung aus. Durch
+Auflegung eines mit dem Medicament angefeuchteten Tuches legte sich Schmerz
+und Entzündung, und das Geschwür brach in Zeit von einer Woche auf. Mit der
+bedeutenden Absonderung von Eiter verschwand auch der Husten, er behielt
+seinen Appetit, kam immer mehr zu Kräften und brauchte unser Mittel weiter.
+Ein Arzt aus der Umgegend erklärte ihn für gerettet; leider mußte ich
+Frankreich verlassen, bevor noch das Geschwür zugeheilt war; doch habe ich
+bis jetzt nicht erfahren, daß er einen Rückfall bekommen hätte.
+
+Ueber das _andere_ Beispiel von Heilung der Schwindsucht durch unser
+Mittel, möge ein öffentliches Blatt -- »Mans Liberal« -- sprechen, welches,
+wie folgt, darüber berichtet:
+
+»Unsere letzte Nummer enthielt einen Artikel über ein neues, höchst
+einfaches Mittel gegen mehrere gefährliche Krankheiten, mit denen das
+Menschengeschlecht geplagt ist. Da der Artikel nicht den Zweck hatte,
+behufs des Absatzes ein marktschreierisches Aufsehn zu erregen, sondern von
+einem uneigennützigen Menschenfreund herrührte, öffneten wir ihm mit
+Vergnügen unsere Spalten und versäumen gegenwärtig auch nicht, einen uns
+zugegangenen Bericht aufzunehmen, aus welchem die Wirksamkeit des neuen
+Mittels auf eine schlagende Weise erhellet.«
+
+»Ein junger Mann, der eine Zeit lang auf unserer Insel (_Man_) gelebt
+hatte, ging vor etwa drei Jahren von hier nach Süd-Carolina, in der
+Absicht, sich daselbst anzusiedeln, welches mehrere seiner Freunde bereits
+vor ihm gethan. Da ihm das dortige südliche Klima jedoch nicht bekam,
+kehrte er vor etwa vier Wochen hierher zurück, in der Hoffnung, von einer
+Schwindsucht zu genesen, welche sich während seines mehrjährigen
+Aufenthalts in Süd-Carolina in ihm vollständig ausgebildet hatte. Da er von
+dem oben erwähnten neuen Medicament gehört hatte, machte er nach der
+vorgeschriebenen Weise an sich einen Versuch damit, wovon die Folge war,
+daß in Zeit von 3 Wochen alle Symptome der Schwindsucht verschwanden, und
+er sich jetzt schon wieder anschickt nach Amerika zurückzukehren, um sich
+diesmal jedoch in einer gesunderen Gegend anzubauen.«
+
+Sollte es nicht die Pflicht jedes Arztes und jedes Menschenfreundes sein,
+dergleichen Notizen zu beachten, um vorkommenden Falles zum Nutzen der
+leidenden Menschheit Gebrauch davon zu machen?
+
+
+Asthma.
+
+Dieses beängstigende Uebel wird geheilt, indem man vor dem Schlafengehn den
+obern Theil des Kopfes mit dem Medicament einreibt, am andern Morgen zur
+oft erwähnten Zeit zwei Eßlöffel mit heißem Wasser gemischt einnimmt, und
+so einige Tage fortfährt.
+
+Die Schwester unsers Gemeinde-Predigers hatte lange an Engbrüstigkeit und
+Beklemmungen gelitten, ohne durch ärztliche Hülfe Linderung zu erhalten.
+Sie entschloß sich endlich auf Zureden ihres Bruders zum Gebrauch des
+präparirten Franzbranntweins, und war in kurzer Zeit geheilt.
+
+
+Schnupfen, Husten und Erkältungen.
+
+Durch die Anwendung des Medicaments auf die erkälteten Theile werden diese
+Uebel leicht gehoben. Hat man sich den Kopf erkältet, so reibe man ihn ein;
+ist es der Hals, so gurgle man sich mit dem Mittel, reibe sich Hals und
+Genick damit ein, und fülle sich abwechselnd beide Ohren auf zehn Minuten
+damit. Diese Erkältungen sind oft sehr hartnäckig, man darf daher in der
+Anwendung des Medicaments nicht gleich nachlassen. Ist die _Brust_
+angegriffen, so feuchte der Patient ein zusammengefaltetes Tuch an, und
+lege es auf die Brust; die heilsamen Wirkungen werden nie ausbleiben.
+
+
+Durchfall.
+
+Ist er sehr heftig, so reibe man zunächst den Kopf ein, und nehme
+unmittelbar darauf ein oder zwei Eßlöffel voll mit heißem Wasser gemischt.
+Dies wiederhole man des Tages drei bis vier Mal. Es mußte sehr schlimm
+stehn, wenn das Uebel danach nicht am zweiten Tage gehoben wäre, wenigstens
+ist es mir noch nicht anders vorgekommen.
+
+
+Verrenkungen und Verstauchungen.
+
+Sie werden gewöhnlich durch Einreibung des verstauchten Theiles geheilt;
+sollte dies aber nicht hinreichen, so feuchte man ein Tuch mit dem
+Medicament an, und wickle es zwei- bis dreifach um den leidenden Theil; in
+ein oder zwei Tagen wird Alles wieder hergestellt sein; doch muß das Tuch
+immer wieder angefeuchtet werden, wenn es trocken geworden.
+
+Mancher leidet bei ärztlicher Hülfe Monate lang an einer Verstauchung, und
+könnte durch unser Mittel mit _einem_ Tage davon kommen. Vielen hab' ich
+das bewiesen, die sich nach wochenlanger ärztlicher Behandlung an mich
+wendeten, und in wenigen Stunden nach zweimaliger Einreibung und Umschlag
+geheilt waren.
+
+Ein Zimmermann, der beim Fallen von einer Leiter auf das Steißbein gefallen
+war, und drei Wochen die furchtbarsten Schmerzen ausgestanden hatte, nahm
+meine Hülfe in Anspruch; er war in der ersten halben Stunde schmerzfrei und
+kehrte schon am dritten Tage zu seiner Arbeit zurück, ohne _mehr_ gethan
+als sich das Rückgrath eingerieben zu haben.
+
+
+Lähmungen durch Schlaganfälle.
+
+Hier ist die Behandlung am wirksamsten und der Erfolg um so größer, je
+unmittelbarer nach dem erfolgten Schlag man sie beginnen kann. Dem vom
+Schlage Getroffenen ist sogleich der obere Theil des Kopfes und der
+gelähmte Theil des Körpers, wo möglich beides zugleich von zwei
+verschiedenen Personen, mit dem Medicament einzureiben, und ihm dabei drei
+Eßlöffel -- wenn es eine _Frau_ ist, nur _zwei_ -- davon mit heißem Wasser
+gemischt einzugeben. Das Einnehmen muß auf jeden Fall wiederholt werden,
+und hängt die Bestimmung der Zwischenräume, in denen dies geschieht, von
+der Heftigkeit des Anfalls ab. Die nächsten Tage wird nur einmal -- des
+Morgens -- eingenommen, und drei bis vier Mal eingerieben, und damit
+fortgefahren, bis die Lähmung verschwindet.
+
+Ich will hier nur ein Beispiel von der glücklichen Anwendung des Mittels
+anführen. Herr _Simpson_, ein achtbarer, zu Groß-Yarmouth wohnender
+Kaufmann, wurde vor etwa vier Wochen plötzlich vom Schlage gerührt und an
+_einer_ Seite vollständig gelähmt. Als sein in Liverpool lebender Sohn, dem
+die heilenden Eigenschaften des präparirten Franzbranntweins bekannt waren,
+die Nachricht dieses betrübten Vorfalls erhielt, schrieb er schnell nach
+Hause, daß man seinen Vater damit behandeln solle. Dies geschah äußerlich
+und innerlich, und nach drei Wochen war Herr _Simpson_, dessen Leben alle
+Welt aufgegeben hatte, so weit, daß er seinen Geschäften wieder nachgehen
+und seine Glieder nach wie vor gebrauchen konnte.
+
+
+Bisse von giftigen Schlangen oder anderm Gewürm.
+
+Unmittelbar nach dem Biß angewendet, wirkt das Mittel, wenn man die Wunde
+damit auswäscht und einreibt, als ein kräftiges Gegengift und heilt
+zugleich die Wunde in sehr kurzer Zeit.
+
+Einer meiner Schnitter war im Jahre 1833, während er auf einer Wiese im
+Grase Mittagsruh gehalten, von einer Schlange am Halse gebissen worden. In
+wenigen Minuten schwoll der Hals dergestalt an, daß er keine Luft holen
+konnte und man für sein Leben fürchtete. Man brachte ihn zu mir, -- ich
+ließ die Wunde auswaschen und einreiben, und alle Tage damit fortfahren.
+Dies hatte zur Folge, daß er bereits in der dritten Woche wieder arbeiten
+konnte, während einer seiner Kameraden, der bei einer ähnlichen Gelegenheit
+gleichfalls von einer Schlange gebissen und in das Hospital _von
+Romorantin_ geschafft worden war, nun schon im _zwölften_ Monat darin lag,
+ohne geheilt werden zu können.
+
+
+Wespen- und Bienenstiche.
+
+Man reibe die schmerzende Stelle unmittelbar nach dem Stich mit dem
+Medicament ein, ehe noch Geschwulst eintritt. Der Schmerz läßt auf der
+Stelle nach; hat man es aber zur Geschwulst kommen lassen, so muß man die
+Einreibungen fleißig wiederholen.
+
+
+Die Rose und alle Arten von äußerlichen Entzündungen.
+
+Diese Uebel werden sämmtlich durch bloße Einreibungen geheilt, und die
+Wirksamkeit des Mittels gegen Entzündungen hat sich an Hunderten von
+Beispielen erwiesen. Ein Prediger aus dem Norden von England hat die Güte
+gehabt, uns einen Fall dieser Art mitzutheilen, den wir hier in seinen
+eigenen Worten wiedergeben.
+
+»Als ich neulich eines Geschäftes halber bei meinem Nachbar einsprach, fand
+ich seine Frau in einem höchst beklagenswerthen Zustand; sie wußte sich vor
+Schmerzen nicht zu lassen, -- der eine Arm und die Hand waren feuerroth und
+stark angeschwollen, -- sie hatte die _Rose_ am Arm. Sie erzählte, daß sie
+zwei Nächte schon kein Auge zugethan, und zwar vom Arzte etwas Abzuführen,
+jedoch nichts Aeußerliches gegen diese Entzündung bekommen habe. Ich bat um
+Erlaubniß, ihr helfen zu dürfen, was sie mit Freuden gestattete. Demnach
+schickte ich nach dem präparirten Franzbranntwein, der nie in meinem Hause
+ausgeht, seit ich seine Heilkräfte kenne, und mit einem Tassenkopf voll
+davon wusch und rieb ich ihr Hand und Arm etwa 10 Minuten lang. Die Wirkung
+grenzte an das Wunderbare, und die Kranke war entzückt vor Freuden über die
+plötzliche Linderung. Dieses geschah um zehn Uhr Vormittags. Nach Tische
+kam ich wieder, um mich nach dem Befinden der Kranken zu erkundigen: -- sie
+war fest eingeschlafen. Am Abend wurde die Einreibung wiederholt, und den
+folgenden Tag Morgens und Abends damit fortgefahren; in noch nicht
+achtundvierzig Stunden war der Arm vollständig wieder hergestellt.«
+
+Ein Beispiel von einer durch das Mittel geheilten heftigen Entzündung am
+Bein macht der Patient, ein Herr I. H. _Ballance_, in einem Briefe an den
+Herausgeber des »Leeds Intelligencer« selbst bekannt. Es heißt darin:
+
+»Ich litt an einem bösen, entzündeten Bein, welches seit sieben bis acht
+Monaten aller ärztlichen Hülfe Trotz geboten, so daß man schon anfing, von
+Amputation zu sprechen, in die zu willigen ich nicht abgeneigt war, um mich
+nur endlich von den unerträglichen Schmerzen befreit zu fühlen. In dieser
+peinlichen Lage erfuhr ich durch ein öffentliches Blatt die von Herrn Lee
+entdeckten Heilkräfte des mit Salz gemischten Franzbranntweins. Ich machte
+einen Versuch mit der Anwendung, der über Erwarten gut ausfiel. Die
+Entzündung legte sich und in vier Wochen war ich geheilt, so daß ich wieder
+meinen Geschäften nachgehen konnte. Ich habe es für meine Pflicht gehalten,
+dies hiermit öffentlich bekannt zu machen.«
+
+
+Tic douloureux.
+
+Dies schmerzhafte Uebel wird durch die Anwendung des Medicaments stets
+gelindert, und wenn es im Gesicht seinen Sitz hat, gewöhnlich ganz gehoben.
+Man reibe zunächst den obern Theil des Kopfes mit dem präparirten
+Franzbranntwein ein, fülle sich dasjenige Ohr damit, dem der Schmerz
+zunächst ist, und lasse das Ohr zehn Minuten angefüllt; hierauf reibe man
+den Theil ein, welcher durch die krampfhaften und schmerzhaften Zuckungen
+heimgesucht ist. Sollte sich hiernach die erwünschte Wirkung noch nicht
+eingestellt haben, so nehme man, außer den täglich zwei bis drei Mal zu
+wiederholenden Einreibungen, noch jeden Morgen zwei Eßlöffel voll, mit
+heißem Wasser verdünnt, ein, und fahre damit zwei Wochen fort. Der Erfolg
+ist gewiß.
+
+
+Gallenübel.
+
+Man reibe sich vor dem Schlafengehn den obern Theil des Kopfes mit dem
+Medicament ein, und nehme am nächsten Morgen in der bekannten Zeit und
+Weise zwei Eßlöffel davon. Dies thue man zwanzig Tage hinter einander.
+Schon am zehnten Tage wird sich eine auffallende Veränderung in der
+Gesichtsfarbe des Kranken zeigen, indem das frühere Gelb oder Blaß in eine
+gesunde Röthe übergeht, und mit dem zwanzigsten Tage wird das Uebel
+gänzlich verschwunden sein.
+
+
+Alte Schäden und offene Wunden.
+
+Zu ihrer Heilung hat man nur nöthig, die Wunde täglich drei Mal
+auszuwaschen und außerdem fortwährend mit einem mit dem Mittel
+angefeuchteten, leinenen Tuch bedeckt zu halten und damit bis zur Heilung
+fortzufahren, die nicht lange auf sich warten läßt. Ich könnte Bände mit
+der Heilung solcher alter Schäden und Wunden füllen, wenn ich sie alle
+aufzählen wollte; hier nur einige.
+
+Vor einiger Zeit erzählte man mir, einer meiner Kossaten habe eines
+schlimmen Armes wegen schon zwei Monate lang nicht arbeiten können. Als ich
+ihn besuchte, sagte er mir, er wäre vor acht Wochen am Arm zur Ader
+gelassen, und in Folge dessen habe der Arm sich entzündet. Der Arzt, an den
+er sich gewendet, hatte warme Umschläge verordnet, doch hatten diese nichts
+geholfen; nach vier Wochen war am Arm eine furchtbare offene Wunde
+entstanden. Er fragte abermals den Arzt, der ihm rieth, mit den warmen
+Umschlägen fortzufahren; dabei litt der Patient jedoch die heftigsten
+Schmerzen, schlief keine Nacht und war zu einem Skelett abgemagert, als ich
+ihn sah. Ich sagte ihm, wenn er seinen Arm nicht verlieren wolle, sei es
+die höchste Zeit, die Umschläge ins Feuer zu werfen, und schickte ihm mein
+Mittel. Er wusch die Wunde fleißig und bedeckte sie mit einem
+angefeuchteten Tuch, -- und als ich den Patienten nach drei Tagen wieder
+sah, hatte er sich so erholt, daß ich ihn kaum wieder erkannte. Er hatte
+gleich die erste Nacht Schlaf gehabt und war am zehnten Tage im Stande,
+wieder zu arbeiten.
+
+Bald nach diesem Ereigniß hörte ich von einem Manne, der seit sechs Jahren
+an einem offenen Schaden am Beine litt, welches sich nun endlich so
+entzündet hatte und so angeschwollen war, daß er nicht mehr arbeiten
+konnte. Ich gab ihm mein Mittel, und rieth ihm, es in der bekannten Art
+äußerlich zu gebrauchen. Die Folge davon war, daß er nach drei Tagen zu mir
+kam, um sich bei mir zu bedanken, nachdem er sich in der letzten Zeit nur
+mühsam auf den Händen fortzuschleppen vermochte. Er sagte mir, Entzündung
+und Geschwulst hatten sich in den drei Tagen vollkommen gelegt, und er sei
+im Stande wieder zu arbeiten. Er setzte die Anwendung des Mittels fort und
+ward geheilt.
+
+Wie viele Unglückliche führen ein elendes Leben, weil sie mit alten Schäden
+und offenen Wunden heimgesucht sind, die man bisher für unheilbar hielt!
+Allen könnte sehr leicht durch unser Medicament geholfen werden. Sollte es
+daher nicht die Pflicht eines jeden Menschenfreundes sein, zur
+Bekanntmachung der Heilkräfte jenes wohlfeilen und einfachen Mittels so
+viel wie möglich beizutragen?
+
+
+Kalter Brand.
+
+Gegen _ihn_ hat sich der mit Salz präparirte Franzbranntwein sehr wirksam
+bewiesen, und will ich davon nur _ein_ Beispiel anführen.
+
+Ein Fuhrmann, dem die Pferde durchgingen, war unter die Räder des Wagens
+gerathen, die ihm die Hand bedeutend gequetscht und zwei Finger abgefahren
+hatten. Man wendete die bei solchen Vorfällen gewöhnlichen ärztlichen
+Mittel an, doch wollten sie nichts fruchten, und der _Brand_ stellte sich
+ein. Man führte ihn zu mir, -- ich gab ihm das Medicament. Die Wunde wurde
+damit ausgewaschen, welches ihm große Schmerzen verursachte, die jedoch nur
+eine halbe Stunde anhielten, und sich bei späteren Waschungen linderten,
+bis sie sich gänzlich legten. Es wurde dann ein leinenes Tuch angefeuchtet,
+um die Hand gewunden, und fortwährend feucht erhalten. Während er die
+Fortsetzung seiner früheren Kur wahrscheinlich mit dem Leben hätte bezahlen
+müssen, wurde hier seine Hand von Tage zu Tage besser; bald war der Patient
+völlig geheilt, und kehrte zu seiner Beschäftigung zurück.
+
+
+Beulen und Geschwüre.
+
+Diese können zwar durch das Mittel nicht _vertrieben_ werden, und _sollen_
+es auch nicht; doch hebt ein mit dem Medicament angefeuchtetes Läppchen,
+mit dem man die Beulen und Geschwüre bedeckt, sogleich Entzündung und
+Schmerz, und befördert das Aufgehen derselben. Das Läppchen ist, wie
+gewöhnlich, feucht zu erhalten.
+
+
+Schnittwunden.
+
+Ich glaube nicht, daß es gegen alle durch scharfe Instrumente verursachte
+Verwundungen ein besseres Heilmittel giebt, als unser einfaches Medicament,
+dessen Anwendung außerdem nicht den geringsten Schmerz verursacht. Man hat
+nur nöthig, ein Läppchen mit dem präparirten Franzbranntwein anzufeuchten,
+dies um die Wunde zu binden, so daß sie zusammengehalten wird, und das
+Läppchen durch Aufgießen von außen feucht zu halten, ohne es abzunehmen,
+welches erst geschieht, nachdem die Heilung erfolgt ist. Diese läßt niemals
+lange auf sich warten.
+
+
+Nagelgeschwüre oder Wurm.
+
+Die schmerzhaften Entzündungen unter den Fingernägeln, die in der Regel
+dabei abgehn, werden geheilt, indem man den Finger entweder ins Medicament
+steckt und darinnen läßt, oder dadurch, daß man ihn in ein angefeuchtetes
+Läppchen wickelt und fortwährend feucht erhält.
+
+
+Lendenreißen und Rückgrathschmerzen.
+
+Zur Abstellung des _ersten_ Uebels reibe man die schmerzenden Theile zwei
+bis drei Mal mit dem Medicament ein. Sind sie danach nicht vergangen, oder
+kommen sie wieder, so reibe man sich vor dem Schlafengehn den obern Theil
+des Kopfes ein, und nehme einige Tage hinter einander eine Stunde vor dem
+Frühstück zwei mit heißem Wasser verdünnte Eßlöffel voll.
+
+Was die _Rückgrathschmerzen_ anbelangt, so reibe man sich vor dem
+Schlafengehen den Kopf mit dem Medicament, und nehme am andern Morgen zwei
+Eßlöffel voll mit heißem Wasser verdünnt ein. Dies wird zwölf Tage
+fortgesetzt. Sind die Schmerzen sehr heftig, oder lassen sie nach
+Einreibung und Einnehmen nicht nach, so lege man ein mit dem Medicament
+angefeuchtetes Tuch auf die am meisten schmerzende Stelle, und erneuere
+dies täglich drei Mal. Nach diesem Verfahren wird das Uebel sich stets
+legen, wenn es nicht ganz danach ausbleibt.
+
+
+Indigestion oder Unverdaulichkeit.
+
+Sie wird äußerst leicht dadurch gehoben, daß man sich den Kopf mit dem
+Medicament ein Mal einreiht, und ein oder zwei Eßlöffel davon mit heißem
+Wasser verdünnt einnimmt. Weicht das Uebel nicht gleich, so wiederholt man
+das Einnehmen an zwei bis drei Morgen. Hier ist die Heilung stets sicher.
+
+
+Anwendung des Medicaments bei Kindern.
+
+In dem vorstehenden Verzeichniß der Krankheiten und der Angabe der
+Behandlungsweise derselben ist eigentlich nur auf _erwachsene_ Patienten
+Rücksicht genommen; es ist daher nöthig, über die Anwendung, des
+Medicaments auf _Kinder_ noch einige Worte hinzuzufügen.
+
+Auch bei _Kindern_ hat sich das Mittel äußerst wohlthätig bewiesen, und ich
+habe viele Beispiele schneller Heilung aller Arten von Krankheiten und
+Schwächen in meiner eigenen Praxis erlebt; doch nehme ich _Hautausschläge_
+aus, die man bei Kindern nicht vertreiben, sondern ruhig austoben lassen
+muß. Es ist nur zu bemerken, daß man Kindern nicht das Medicament
+_eingiebt_, sondern es nur _äußerlich_ bei ihnen anwendet, und daß bei
+Kindern von _vier Jahren_ ein _einmaliges_ Einreiben des Kopfes _stets_,
+bei _älteren_ Kindern aber _gewöhnlich_ hinreicht, höchstens aber nur ein
+Mal bei den letzteren wiederholt werden darf. Im Allgemeinen habe ich
+gefunden, daß die Kinder, welchen ein Mal der Kopf eingerieben worden,
+wohler und besser danach aussehen, als die übrigen, mit denen dies noch
+nicht geschehen.
+
+Von vielen mir vorkommenden Heilungen der Kinder will ich nur _ein_
+Beispiel anführen.
+
+Jüngst traf ich auf einem meiner Vorwerke die drei Kinder meines Verwalters
+am Fieber darnieder liegen; das älteste war _neun_, die beiden andern unter
+_vier_ Jahr alt, und sie befanden sich alle im stärksten Schweiß. Ich ließ
+ihnen allen sogleich die Köpfe mit dem Medicament einreiben, und noch
+während dieser Operation befanden sie sich schon besser. Der Vater erzählte
+mir am nächsten Morgen, seine Kinder seien noch an demselben Tage
+aufgestanden, da sie sich vollkommen wohl gefühlt, und sie haben seit der
+Zeit das Fieber nicht wieder bekommen.
+
+
+Schluß.
+
+Nachdem in dem Verzeichniß von Krankheiten nur diejenigen Uebel angeführt
+sind, die unter meinen Augen hundertfältig geheilt worden, bleibt mir noch
+übrig, einige Worte über solche Leiden hinzuzufügen, die mir zwar in meiner
+zehnjährigen Praxis nicht vorgekommen sind, deren Heilung ich jedoch durch
+die Anwendung des Medicaments für sehr wahrscheinlich erachte.
+
+Der Einfluß und die wohlthätige Wirkung der Einreibung des Kopfes auf das
+Gehirn sind erwiesen; es läßt sich daher annehmen, daß alle _nervösen
+Fieber_ sich glücklich mit unserm Medicament behandeln lassen werden. Aus
+eben diesem Grunde bin ich auch überzeugt, daß man ein überraschendes und
+günstiges Resultat erzielen würde, wenn, wie ich schon oben angeführt, sich
+die Herren Aerzte und Vorsteher von Irrenhäusern ein Mal dazu entschließen
+könnten -- wozu natürlich in den ersten 100 Jahren keine Aussicht ist --
+allen Irren tüchtig den Kopf mit unserm Mittel waschen zu lassen.
+
+Da ich gesehen habe, wie kräftig das Medicament den traurigen Wirkungen der
+Bisse giftiger Schlangen vorgebeugt hat, wäre es vielleicht möglich, daß es
+sich auch mit Glück gegen den Biß toller Hunde gebrauchen ließe. Möchte
+doch ein Menschenfreund gelegentlich einen Versuch damit machen und das
+Ergebniß zur Abstellung der verhängnißvollen Folgen und zum Besten der
+leidenden Menschheit öffentlich bekannt machen.
+
+Die Heilkräfte des Medicaments bei allen äußern Verletzungen und die ihm
+innewohnenden antientzündlichen Eigenschaften sind erwiesen. In der Regel
+treten bei Arm- und Beinbrüchen Entzündungen ein. Diese werden sicher
+vermieden werden, wenn man das zerbrochene Glied mit unserm Mittel fleißig
+einreibt und es mit angefeuchteten Tüchern umwickelt. Wie viel schlaflose
+Nächte und unsägliche Schmerzen könnte man in Hospitälern denjenigen
+ersparen, bei denen man bisher nicht im Stande war, den in Folge eines
+Bruches eintretenden Entzündungen Einhalt zu thun. Aber nicht nur in den
+_Hospitälern_ sollte man das Mittel zur Anwendung bereit halten, sondern
+auch in allen Fabriken, Werkstätten und bei allen Gelegenheiten, wo äußere
+Verletzungen oft vorkommen, denn, wie überhaupt bei allen Mitteln, wirkt
+auch dies unmittelbar nach der Verletzung am sichersten und stärksten. --
+Auch bei allen entzündlichen _Fiebern_ kann das Mittel ohne Frage
+angewendet werden.
+
+_Krätze_ dürfte sich durch Einreiben und Einnehmen wohl vertreiben lassen,
+doch dürfte mit vieler Beharrlichkeit dabei zu Werke gegangen werden
+müssen.
+
+Auch _Gelbsucht_ möchte dem Mittel weichen, wenn man sich ein Mal vor dem
+Schlafengehn den Kopf damit einriebe und es mehrere Tage hinter einander
+des Morgens einnähme. Doch will ich meine Leser nicht länger mit
+Vermuthungen aufhalten, und lieber die Mittheilung neuer Erfahrungen einer
+neuen Auflage dieser kleinen Schrift vorbehalten.
+
+Daß mein Mittel sich nur langsam Bahn gebrochen, und von Aerzten sogar
+heftigen Widerspruch gefunden hat, war mir nicht unerwartet; es ist ja mit
+allen großen und einfachen Erfindungen oder Entdeckungen, von denen die
+Menschheit später den größten Nutzen gezogen, so gegangen. Die
+Buchdruckerkunst war den abschreibenden Mönchen ein Gräuel, -- die jetzt
+unentbehrlichen Kartoffeln mußten die Regierungen den Landleuten mit Gewalt
+auffdringen, u. dgl. Aber was wirklich groß und nützlich ist, dringt
+endlich durch, und so wird es auch mit meinem Medicament gehn. Was der
+schnelleren Verbreitung desselben gewiß sehr hinderlich sein mag, ist der
+Umstand, daß ich es nicht für einen hohen Preis verkaufe, sondern
+unentgeltlich jedem Leidenden reiche. Nachdem man sich vergebens von Seiten
+der Aerzte bemühte, mir den Vorwurf des Eigennutzes zu machen, ist man
+endlich auf die absurde Behauptung gekommen, ich besäße in Frankreich große
+Branntweinbrennereien, und hätte das »_Mährchen vom Franzbranntwein_«
+erfunden, um den Absatz desselben zu befördern. Es ist kaum nöthig,
+anzuführen, daß sich weder auf _meinen_ französischen Gütern, noch in der
+Nähe derselben eine Brennerei befindet, und daß meine Entdeckung mir bisher
+nur Geld _gekostet_ und nichts _eingebracht_ hat, als das wohlthuende und
+mir völlig genügende Gefühl, armen Leidenden in vielen Fällen geholfen zu
+laben.
+
+Ich weihe daher dieses Buch meinen unbemittelten Mitmenschen, die nicht
+Geld genug haben, einen theuern Arzt zu bezahlen, und nicht Zeit genug,
+sich seinen langwierigen Kuren zu unterziehen, und wiederhole zum Schluß
+die Versicherung, _daß unser besprochenes Mittel nie schadet, stets lindert
+und oft heilt._
+
+
+
+
+Inhalt.
+
+
+ Seite
+ Vorwort 3
+ Allmähliche Entdeckung der Heilkräfte des Medicaments 7
+ Zubereitung des Medicaments 10
+ Anwendung des Medicaments 11
+ Verzeichniß derjenigen Krankheiten, welche im Laufe von zehn
+ Jahren durch die Anwendung des Medicaments geheilt worden
+ sind, nebst Angabe der Behandlungsweise 14
+ Schwindel --
+ Andrang des Blutes nach dem Kopf --
+ Kopfschmerzen 15
+ Augenentzündung --
+ Hirnentzündung --
+ Zahnschmerz 16
+ Ohrenschmerz oder Ohrenzwang --
+ Harthörigkeit oder Taubheit 17
+ Zahngeschwüre --
+ Ausschlag im Gesicht oder auf dem Kopf --
+ Wechselfieber und Fieberanfälle überhaupt --
+ Kolik 19
+ Cholera --
+ Bräune und Halsentzündung --
+ Unterleibsentzündung 20
+ Seitenstiche --
+ Rheumatismus 21
+ Gicht und rheumatische Gichtanfälle --
+ Verbrühungen und Brandwunden 22
+ Frostbeulen --
+ Heftige Nervenzufälle, Delirium --
+ Krebsschäden 24
+ Lungenentzündung 26
+ Schwindsucht --
+ Asthma 28
+ Schnupfen, Husten und Erkältungen --
+ Durchfall 29
+ Verrenkungen und Verstauchungen --
+ Lähmungen durch Schlaganfälle --
+ Bisse von giftigen Schlangen 30
+ Wespen- und Bienenstiche --
+ Die Rose und alle Arten von Entzündungen 31
+ Tic douloureux 32
+ Gallenübel --
+ Alte Schäden und offene Wunden --
+ Kalter Brand 34
+ Beulen und Geschwüre --
+ Schnittwunden --
+ Nagelgeschwüre oder Wurm 35
+ Lendenreißen und Rückgrathschmerzen --
+ Indigestion oder Unverdaulichkeit --
+ Anwendung des Medicaments bei Kindern --
+ Schluß 36
+
+
+
+
+Anmerkungen zur Transkription
+
+
+Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt
+(vorher/nachher):
+
+ [p. 5]:
+ ... Bereitung nnd Anwendung dieses einfachen Medicamentes, ...
+ ... Bereitung und Anwendung dieses einfachen Medicamentes, ...
+
+ [p. 32]:
+ ... lange auf sich warten läßt. Ich könnte Bände mit dem ...
+ ... lange auf sich warten läßt. Ich könnte Bände mit der ...
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Der Selbstarzt bei äußeren
+Verletzungen und Entzündungen aller Art., by William Lee
+
+*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 44528 ***