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-The Project Gutenberg EBook of Der gelüftete Vorhang oder Lauras Erziehung, by
-Honoré-Gabriel Riquetti Mirabeau
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org
-
-
-Title: Der gelüftete Vorhang oder Lauras Erziehung
-
-Author: Honoré-Gabriel Riquetti Mirabeau
-
-Release Date: March 24, 2013 [EBook #42406]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER GELÜFTETE VORHANG ODER ***
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-Produced by An Anonymous Volunteer
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- Honoré-Gabriel Riquetti, comte de Mirabeau
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- Der gelüftete Vorhang
- oder Lauras Erziehung
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- Nachdruck der Originalausgabe von 1907
- nach einem Exemplar aus Privatbesitz.
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- Zieht euch zurück, ihr eifernden Zensoren,
- Schließt, Frömmler, Moralisten, Narren eure Ohren!
- Nicht sollt ihr eifernden Megären mit uns rechten,
- Hinweg mit euch, ihr Stolzen, Selbstgerechten,
- Denn dieser Blätter süße Heimlichkeit
- Ist nie und nimmer euch geweiht.
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-Laura an Eugenie
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-Weicht von mir, ihr einfältigen Vorurteile! Ihr seid nur etwas für
-furchtsame Seelen. Eugenie fordert, ihrer Einsamkeit überdrüssig, von ihrer
-Laura diesen kleinen Liebesdienst. Nichts kann mich zurückhalten, ihn ihr
-zu leisten, ja, meine liebste Eugenie, diese kostbaren Augenblicke, die ich
-in Deinen Armen erfahren durfte, diese Leidenschaft der Sinne, die jede von
-uns dazu getrieben hat, in den Armen der anderen ihr Vergnügen zu suchen,
-diese Gemälde unserer Jugend, aus denen wir den Rauschtrunk unserer Wollust
-keltern wollten, ich werde sie, um Dich zufrieden zu stellen, alle vor Dir
-ausbreiten. Du solltest alles erfahren, was ich seit den Tagen meiner
-zartesten Kindheit gedacht und erfahren habe. Alles, was ich je empfunden
-habe, wird vor Deinen Augen wieder lebendig werden. Ich werde vor Dir diese
-lebhaften Gefühle wiedererstehen lassen, die kostbare Bewegtheit, diese
-reizvolle Trunkenheit. Und jedes Wort, das ich Dir sage, wird aus den
-Quellen der Wahrhaftigkeit und Natürlichkeit gespeist werden. Ich werde
-meine Hand alle jene Ornamente meines Lebens nachzeichnen lassen, die
-Deiner entflammten Begierde würdig sind. Ich fürchte nicht, daß es mir an
-Kraft dazu mangeln wird. Denn Du selbst inspirierst und begeisterst mich
-ja. Du bist mir Venus und Apoll in einem.
-
-Doch hüte Dich wohl, mein Herz, daß dieses Geständnis meines Lebens je
-Deinen Händen entgleite! Bedenke, Du befindest Dich in einem Heiligtum des
-Aberwitzes und der Torheit. Diese Nonnen sind alle zu fürchten, jene, die
-guten Glaubens sind, wie jene, die unter einem Schleier von
-Scheinheiligkeit die exquisitesten und raffiniertesten Lüste verbergen. Die
-Frauen lieben ganz allgemein den Schatten des Geheimnisvollen. Doch geben
-sie nur zu oft Furcht und Anstand ihrem Vergnügen preis. Dieses Werk darf
-niemals das Tageslicht sehen. Es ist nicht für die Augen des Pöbels
-gemacht, der die Aufrichtigkeit einer Frau nicht begreifen kann und den
-seine nichtswürdige Leichtgläubigkeit vor der nackten Natur zurückschrecken
-läßt.
-
-Du glaubst nicht, meine teure Eugenie, wie uns die Männer -- sogar die
-freizügigsten unter ihnen -- um die Freiheit unserer Einbildungskraft
-beneiden. Sie wollen uns nur jene Freuden zubilligen, die ihnen selbst
-dienen. Wir sind in ihren Augen nichts als Sklavinnen, die es nicht wagen
-dürfen, die Hand der mächtigen Herren zu halten, die uns unterdrücken.
-Alles gehört ihnen, sie sind die Tyrannen, deren Vergnügen wir dienen
-müssen. Sie sind eifersüchtig, wenn wir unsererseits jemanden anschauen.
-Egoisten sind sie, die immer nur ihr eigenes Selbst im Auge haben. Am
-besten sollte niemand außer ihnen existieren.
-
-Nur wenige von ihnen denken daran, uns an den Vergnügungen, die wir ihnen
-bereiten, teilnehmen zu lassen, ja, sie versuchen sich sogar Vergnügungen
-zu schaffen, indem sie uns quälen und den schmerzhaftesten Prozeduren
-unterziehen.
-
-Welche bizarren Spielereien hat ihre Extravaganz nicht erfunden! Ihre
-Einbildungskraft, die nie zur Ruhe kommt, erlischt ebenso rasch, wie sie
-sich entzündet. Ihre Anstrengungen, ihre Perfidie und ihre unbeständigen
-Begierden irren von einem Objekt zum nächsten. Durch eine seltsame
-Perversion der Gefühle gestehen sie uns keinen der Genüsse zu, die sie sich
-anmaßen. Und das uns, deren Empfindsamkeit um so viel größer, deren
-Phantasie um so viel lebhafter und leichter entflammbar ist als die ihre.
-
-Ah, diese grausamen Ungeheuer! Sie wollen unsere Sinnenfreudigkeit
-vernichten, und doch wäre unsere Kälte ihre Marter und ihr Unglück. Nur
-wenige spielen, um der Wahrheit die Ehre zu geben, mit offenen Karten. Aber
-es wäre selbst ihnen gegenüber unklug, wenn wir uns ihnen ganz enthüllen
-wollten.
-
-Indessen wäre dieses Werk in den Händen jener Unglücklichen nicht weniger
-deplaziert, die nicht einmal die Liebe wärmen kann. Ich spreche von jenen
-phlegmatischen Frauen, die selbst die Aufmerksamkeit liebenswürdiger Männer
-nicht erregen kann, und von jenen schwerblütigen Männern, die nicht einmal
-die Schönheit zu begeistern vermag. Es gibt viele dieser unentschlossenen
-und trägen Tiere, die sich mit dem hochtrabenden Titel eines Künstlers oder
-Philosophen schmücken und deren geistige Ergüsse doch nur das Resultat
-einer Gallenkolik, eines melancholischen Anfalls und anderer Mißgeschicke
-sind. Kein Wunder, daß sie der Welt entfliehen, in der sie sich so wenig
-wohlbefinden.
-
-Diese Leute verdammen natürlich ebenso wie das nutzlose Alter alle
-Vergnügungen, die ihnen verwehrt sind.
-
-Es gibt andere, die von leidenschaftlichem Temperament sind. Doch die
-Vorurteile ihrer Erziehung und ihre Schüchternheit haben sie für eine
-Tugend begeistert, deren Wesen ihnen doch gänzlich unbekannt ist. Sie
-unterdrücken die natürlichen Ergüsse des Menschen und laufen einem Phantom
-nach. Die Liebe ist ihnen eine profane Gottheit, die es nicht verdient, daß
-sie ihr ihren Weihrauch streuen. Höchstens, daß sie ihr in Gestalt des
-Hymen etliche Male opfern. Ferner gibt es Fanatiker, die unter dem Vorwand
-der Ehre ihre Eifersucht verbergen. Das ist ein Verrat an der Liebe und
-eine Blasphemie gegen die liebenswürdigste aller Gottheiten.
-
-Doch, meine liebe Eugenie, wir wollen doch niemanden schockieren. Bewahren
-wir unsere freimütigen Geständnisse deshalb so gut wie möglich. Nur für
-Dich öffne ich mein Herz. Es ist nur Deinetwegen, daß ich alle Schleier von
-dem Gemälde hinwegziehe, das vor Deinen Augen auszubreiten ich im Begriff
-bin. Möge es für die anderen verborgen bleiben, genauso wie die Freiheiten,
-die wir uns genommen haben.
-
-Und so seien die folgenden Blätter nur der Freundschaft und der Liebe
-gewidmet. Mögen diese mit Wohlgefallen auf die schlüpfrigen Bilder blicken,
-die meine Feder nur zögernd enthüllt.
-
-
-
-
-1. Kapitel
-
-
-Ich beginne meine Geschichte mit meinem zehnten Lebensjahr. Meine Mutter
-starb an einer langwierigen Krankheit, die sie nach acht Monaten des
-Leidens zu Grabe brachte. Mein Vater tröstete mich über einen Verlust, den
-ich täglich mit bitteren Tränen beweinte. Seine Zuneigung, seine Gefühle,
-die mir so teuer waren, wurden ihm von meiner Seite auf das lebhafteste
-vergolten.
-
-Ich war stets der Gegenstand seiner zärtlichsten Liebkosungen gewesen. Es
-verging kein Tag, an dem er mich nicht in seine Arme schloß und mich mit
-den süßesten Küssen überhäufte.
-
-Ich erinnere mich noch daran, wie meine Mutter ihm eines Tages Vorhaltungen
-machte, daß er mich auf diese Weise verwöhnte. Er gab ihr eine Antwort, die
-mir später noch viel zu denken gab, obwohl seither bereits einige Zeit
-vergangen war.
-
-»Worüber beklagen Sie sich, Madame? Ich habe keinen Grund zu erröten. Wenn
-sie meine Tochter wäre, so wären diese Vorwürfe vielleicht begründet, aber
-so fühle ich mich nicht in der Situation, das Beispiel Lots nachzuahmen.
-Ich bin glücklich, diese Zärtlichkeit für sie zu empfinden, die Sie so
-tadelnswert finden. Das, was Konvention und Gesetze bestimmen, ist keine
-Forderung der Natur. Es fällt daher dem denkenden Menschen leicht, sich
-darüber hinwegzusetzen.«
-
-Diese Antwort habe ich nie wieder aus dem Gedächtnis verloren. Das
-Schweigen meiner Mutter, das darauf folgte, ließ sie mir noch
-bedeutungsvoller erscheinen, ja, ich glaube, daß dieses Gespräch, das ich
-zufällig belauschte, und die Gedanken, die ich mir darüber machte, mich
-noch fester an meinen Vater banden. Ich begriff wohl, daß ich alles in
-meinem Leben seiner Freundschaft verdankte. Dieser Mann, der so
-liebenswürdig, geistvoll und weise war, vermochte wahrhaftig die
-zärtlichsten Gefühle zu erwecken. Die Natur hatte mich begünstigt, als ob
-die Liebe selbst mich geformt hätte. Du weißt, meine liebe Eugenie, daß ich
-in diesem Punkt nicht übertreibe. Von Kindheit an hatte ich eine hübsche
-und ebenmäßige Figur, eine schlanke Taille und einen ausgezeichneten Teint.
-Die Lebhaftigkeit meiner braunen Augen wurde durch einen sanften und
-zärtlichen Blick gemäßigt, und mein Haar fiel in schönen Locken auf meine
-Schultern. Ich hatte ein fröhliches Gemüt, wenn ich auch ein wenig zur
-Nachdenklichkeit neigte.
-
-Mein Vater studierte meine Neigungen und meinen Geschmack, und er
-kultivierte meine Anlagen mit der größten Sorgfalt. Die größte Mühe
-verwandte er darauf, mich zur Wahrheitsliebe anzuhalten. Er wollte, daß ich
-nichts vor ihm verberge, und er erreichte dies auch mit Leichtigkeit. Denn
-es war unmöglich, ihm etwas zu verschweigen. Seine strengste Strafe bestand
-darin, mir seine Zärtlichkeit zu verweigern. Ah, wie habe ich die wenigen
-Male, da dies geschah, darunter gelitten!
-
-Einige Zeit nach dem Tod meiner Mutter schloß mich dieser hervorragende
-Mann eines Tages besonders innig in seine Arme.
-
-»Laurette, mein liebes Kind«, sagte er, »Du bist nun beinahe elf Jahre alt,
-und Deine Tränen über den Verlust deiner Mutter sollten nun aufhören. Ich
-habe Dir genügend Zeit zur Trauer gelassen. Nun wollen wir durch
-vernünftige Beschäftigung für Deine Zerstreuung sorgen.«
-
-Tatsächlich habe ich eine brillante Erziehung genossen. Ich hatte nur einen
-einzigen Lehrmeister: Meinen Vater. Aber er unterrichtete mich in allem. In
-Malerei, Tanz, Musik und allen Wissenschaften war er gleicherweise ein
-Meister. Es war ihm nicht schwer gefallen, sich über den Tod meiner Mutter
-hinweg zu trösten. Ich wunderte mich darüber, und eines Tages konnte ich
-mich nicht enthalten, mit ihm darüber zu sprechen.
-
-»Du mußt wissen, daß in einer Gemeinschaft, in der sich Charaktere und
-Temperamente ähneln, der Augenblick, in dem diese Übereinstimmung
-zerbricht, die Herzen der Einzelwesen zerreißt, die sich auf solche Weise
-miteinander verbunden fühlten. Weder Charakterstärke noch irgendeine Art
-von Philosophie helfen einem sensiblen Menschen, dieses Übel ohne Kummer zu
-ertragen. Auch die Zeit, von der es heißt, daß sie alle Wunden heilt, kann
-da nur wenig Linderung verschaffen. Wenn wir nicht durch die Bande der
-Sympathie mit einigen unserer Mitmenschen verbunden wären, gäbe es auf
-dieser Welt keine Trennung außer der, die durch die unvermeidlichen
-Naturgesetze verursacht wird, denen alles Leben unterworfen erscheint. Ein
-vernünftiger Mensch wird sich deshalb früher oder später mit dem Schmerz
-abfinden müssen, der keinem menschlichen Wesen erspart bleibt. Doch soll
-ich Dich in einem so wichtigen Punkt etwa täuschen, mein Kind? Gewiß nicht.
-Dies ist vielmehr ein Gegenstand, um darüber zu reden. Du kannst Dir selbst
-ein Urteil bilden. Stell dir also zwei Wesen vor, die in ihrer Veranlagung
-ganz verschieden sind, sich aber durch eine fragwürdige äußere Macht, sei
-es nun durch Konvention oder auch durch materielle Erwägungen, auf das
-intimste miteinander verbunden haben. Nimm an, diese Menschen haben durch
-eine flüchtige Täuschung ihrer Sinne zueinandergefunden. Oh, sie brauchen
-nur kurze Zeit, um zu erkennen, daß sie einer Illusion zum Opfer gefallen
-sind. Es dauert nicht lange, so lassen beide die Masken sinken, durch die
-sie einander getäuscht haben, jene Masken also, die ihren natürlichen
-Charakter verdecken. Wie glücklich werden diese beiden sein, sich wieder zu
-trennen!
-
-Welch ein Glück bedeutet es, eine Kette zu sprengen, die durch die
-Gewohnheit zur Tortur wurde. Welch ein Glück, sich dann mit jemandem zu
-vereinen, der dem eigenen Charakter entspricht! Denn, meine Laurette,
-während zwei Menschen, deren Neigungen und Charaktere ganz und gar nicht
-zusammenpassen, ihre gegenseitige Gesellschaft fliehen, fühlen sie sich zu
-einem Wesen, das dem ihren kongenial ist, um so heftiger hingezogen. Glaube
-mir, die Übereinstimmung des Geschmacks und des Geistes ist für den
-Menschen ungleich wichtiger als der flüchtige Rausch der Sinne. Und ein
-Wort, eine gewisse Gedankenassoziation, ja selbst eine Gebärde kann die
-Übereinstimmung der Gefühle wie der Gedanken bezeugen. Überlege Dir nun,
-welche Qualen zwei Menschen leiden müssen, die durch die Ketten der
-Konvention und des gesellschaftlichen Scheins aneinander gefesselt sind,
-während doch alles in ihnen nach Trennung schreit. Welch eine Verstellung,
-welch schmerzliche Selbstbeherrschung!«
-
-»Mein teurer Papa, Du nimmst mir alle Lust darauf, je zu heiraten. Ist das
-Deine Absicht?« warf ich zutiefst betroffen ein. »Ah nein, mein Kind. Ich
-wollte Dir nur eine Situation vor Augen führen, die mir nur zu gut bekannt
-ist. Und damit Du die Natürlichkeit und Vernunft meiner Ansichten besser
-verstehst, empfehle ich Dir zu lesen, was der Präsident von Montesquieu in
-seinen »Nachdenklichen Briefen« darüber geschrieben, hat. Wenn Alter und
-Vernunft Dich in die Lage versetzen, gegen unwürdige Vorurteile
-anzukämpfen, wird es Dir ein Leichtes sein, das richtig zu erkennen. Ich
-könnte Dir leicht Rechenschaft ablegen über alle Gedanken, die ich mir zu
-diesem Thema gemacht habe. Aber Deine Jugend erlaubt es mir nicht, mehr
-darüber zu sagen.«
-
-Damit beendete mein Vater dieses Gespräch.
-
-Und nun, meine teure Eugenie, siehst Du die Szene sich verwandeln. Eugenie,
-liebste Eugenie, was soll ich Dir sagen? Die Schreie, die ich um mich zu
-hören glaube, der Zwiespalt unter den Menschen, den die Worte meines Vaters
-vor mir heraufbeschworen, lassen meine Feder sich sträuben. Aber die
-sanften Stimmen der Liebe und Freundschaft beruhigen mich wieder. Ich fahre
-also mit meiner Geschichte fort.
-
-Wiewohl mein Vater ausschließlich mit meiner Erziehung beschäftigt schien,
-entdeckte ich doch nach etlichen Monaten eine gewisse Verwandlung an ihm.
-Er schien zerstreut und unruhig. Irgendetwas, von dem ich nicht wußte, was
-es war, schien ihn zu beschäftigen. Nach dem Tod meiner Mutter hatte er
-jeden gesellschaftlichen Verkehr abgebrochen, um sich ganz der Sorge um
-mich zu widmen. Wir lebten in einem großen und sehr bequemen Landhaus
-völlig für uns. Ich hatte wenig Ablenkung, und so nahm ich seine Ideen mit
-großem Eifer entgegen. Die Liebkosungen, die er mir zuteil werden ließ,
-verdoppelten sich mit der Zeit und schienen ihn zu beleben. Seine Augen
-bekamen dann einen lebhaften Glanz, seine Wangen röteten sich, seine Lippen
-brannten auf den meinen. Er liebkoste meinen Hintern, er legte seine Hand
-zwischen meine Schenkel und küßte meine Lippen und meinen Busen. Einmal
-tauchte er mich splitternackt in ein Bad. Ah, es war köstlich! Nachdem er
-mich am ganzen Körper mit einer duftenden Essenz eingerieben hatte,
-überhäufte er mich mit seinen Küssen. Sein Busen bebte, und seine Hände
-taten desgleichen. Niemals zuvor hatte ich ein so köstliches Bad gehabt.
-Diese himmlische Unordnung hinter uns! Aber mitten in den lebhaftesten
-Zärtlichkeiten verließ er mich und schloß sich in seinem Zimmer ein.
-
-Wenige Tage später hatte ich plötzlich unter seinen brennenden Küssen ein
-Gefühl, wie ich es noch nie gehabt hatte. Unsere Lippen hatten einander
-wohl unzählige Male berührt, ja selbst seine Zunge berührte meinen in
-Zärtlichkeit hinschmelzenden Mund. Da fühlte ich das Feuer dieser Küsse in
-meine Adern dringen. Aber wieder löste sich mein Vater aus meinen Armen und
-enteilte. Ich blieb verstört und neugierig zurück. Auf jeden Fall wollte
-ich entdecken, was meinen Vater dazu veranlaßte, just nach einem Augenblick
-solcher Zärtlichkeiten in sein Zimmer zu eilen und sich dort
-einzuschließen. Ich versuchte hinter das Geheimnis zu kommen, indem ich
-durch die Fensterscheiben spähte. Aber der Vorhang, der auf der Innenseite
-der Fenster angebracht war, verhinderte die Sicht, so daß ich nicht
-entdecken konnte, was sich dort abspielte.
-
-Wenige Tage darauf bekam er einen Brief der ihn zu erfreuen schien. Nachdem
-er ihn gelesen hatte, zog er mich beiseite und sagte: »Meine liebe Laura,
-Du kannst nicht ohne Gouvernante bleiben, und nun teilt man mir mit, daß
-morgen eine kommen wird. Sie soll ausgezeichnete Qualitäten haben, man
-widmet ihr förmlich Elogen. Wir werden sie uns ansehen, um uns selbst ein
-Urteil zu bilden.«
-
-Das war eine Neuigkeit, die mir nicht im Geringsten gefiel. Ich muß Dir
-gestehen, meine liebe Eugenie, daß mich ihre Ankunft jetzt schon störte,
-ohne daß ich hätte sagen können, warum. Diese in Aussicht gestellte
-Gouvernante mißfiel mir schon, obwohl ich sie noch gar nicht gesehen hatte.
-
-Doch zurück zu den Tatsachen. Lucette kam an dem Tag, den sie angekündigt
-hatte. Sie war ein großes, sehr hübsches Mädchen, neunzehn oder zwanzig
-Jahre alt. Ihre Vorzüge waren ganz offensichtlich: Ein schöner,
-schneeweißer Busen, eine wundervolle Figur, an der nichts niedlich war.
-
-Unregelmäßige, aber höchst pikante Züge. Ein schöner Mund, hinreißende
-Lippen, kleine Zähne von einem schimmernden Emailweiß. Ich war überrascht.
-Mein Vater hatte mich gelehrt, einen hübschen Mund zu erkennen, indem er
-unzählige Male den meinen gelobt hatte.
-
-Lucette fügte übrigens all diesen Vorzügen einen ausgezeichneten Charakter
-hinzu, in dem sich Sanftmut, Güte und ein charmantes Wesen mischten. Ich
-wurde ungeachtet des Unbehagens, mit dem ich ihrer Ankunft entgegengesehen
-hatte, fast augenblicklich gut freund mit ihr. Und das, obwohl ich begriff,
-daß mein Vater ihre Erscheinung mit einer Befriedigung zur Kenntnis nahm,
-die offensichtlich war.
-
-Ach, meine Liebe, wie gut, daß Neid und Eifersucht meinem Herzen fremd
-sind! Überdies ist es weder unsere Schönheit noch unser Verdienst, was das
-Begehren der Männer entfacht. Ihre Unbeständigkeit entzündet vielmehr einen
-flüchtigen Funken, der in Sekundenschnelle zu einem alles verzehrenden
-Brand anwachsen kann. Wenn sie darüber nachdächten, wie eilends kehrten sie
-zu einer Frau zurück, deren Sanftmut und Anpassungsfähigkeit es ihnen einst
-unmöglich erscheinen ließ, ohne sie zu leben. Wenn sie indessen nicht
-denken, was meist der Fall ist, geraten sie schnell auf Abwege. Ah -- wie
-unsinnig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen!
-
-Natürlich dachte ich damals noch nicht mit so viel Scharfsinn über diese
-Dinge nach. Ich bemerkte wohl, daß mein Vater sich intensiver mit meiner
-neuen Gouvernante beschäftigte, als dies im Allgemeinen üblich sein mochte.
-Trotzdem empfand ich keine Eifersucht gegen Lucette. Ihre Zärtlichkeiten,
-die sich denen meines Vaters zugesellten, hielten jede unerfreuliche Regung
-von mir fern.
-
-Mein Vater zeigte sich mir gegenüber unverändert, und heute schreibe ich
-dieses Betragen seiner Klugheit zu. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis ich
-bemerkte, daß er sich keine Gelegenheit entgehen ließ, um in Lucettes Nähe
-zu sein. Doch traf sich meine Vorliebe für Lucette mit der seinen, und so
-hatte ich daran nichts auszusetzen. Lucette schlief in meinem Zimmer, das
-unmittelbar neben dem meines Vaters lag. Doch am Morgen, gleich nach dem
-Erwachen, kam er meistens herüber, um uns zu umarmen und mit uns ein wenig
-zu scherzen. Wir lagen in einem riesigen Bett nebeneinander. So hatte er
-genügend Möglichkeit, sich nach Belieben mit uns zu amüsieren. Ich weiß
-heute, daß er Lucette eine ganze Reihe von Avancen machte, und natürlich
-wies sie diese nicht gerade zurück. Aber sie ermutigte ihn auch nie in
-meiner Gegenwart, wie ich es gerne gesehen hätte. Ich wunderte mich im
-Stillen über ihre Zurückhaltung. Da ich nach mir selbst urteilte, dachte
-ich, daß alle Welt diesem so liebenswürdigen Mann gegenüber, den ich so
-leidenschaftlich liebte, ganz ähnlich wie ich empfinden müsse. Ich brachte
-es niemals fertig, ihm etwas zu verwehren oder ihm Vorwürfe zu machen.
-Eines Tages fragte ich Lucette: »Warum, meine Teure, lieben Sie Papa nicht,
-wo er doch so von Freundschaft zu Ihnen erfüllt scheint? Wirklich, Sie sind
-sehr undankbar.«
-
-Sie lachte zu diesen Vorwürfen und versicherte mir, daß sie ungerecht
-seien. Doch es sollte anders kommen, als ich es erwartet hatte.
-
-Eines Abends nach dem Souper zogen wir uns in mein Zimmer zurück. Mein
-Vater schenkte uns noch einen Liqueur ein, der offenbar die Eigenschaft
-hatte, den Schlummer zu begünstigen. Ich fühlte mich bald schlaftrunken,
-obwohl ich nur wenig davon genommen hatte, und kaum daß eine halbe Stunde
-vergangen war, so schien auch Lucette eingeschlafen zu sein. Mein Vater
-nahm mich nach einer Weile in seine Arme, trug mich in sein Zimmer und
-legte mich dort auf sein Bett. Darauf verließ er mich wieder. Ich wunderte
-mich über dieses neue Arrangement und war im Nu wieder wach. Mit einem
-raschen Schritt eilte ich zu der Glastür, die unsere Zimmer trennte, und
-lüftete das Ende des Vorhangs ein wenig, der mir den Blick nach drüben
-verwehrte.
-
-Ich war sehr erstaunt, geradewegs auf Lucettes völlig entblößten Busen zu
-sehen. Welch schöne Brüste! Zwei Halbkugeln von schneeigem Weiß, auf denen
-sich zwei reizende, rosig schimmernde Erdbeeren erhoben, bewegten sich im
-Rhythmus ihrer Atemzüge. Mein Vater betrachtete sie, nahm sie in die Hand,
-küßte sie leidenschaftlich und begann daran zu saugen.
-
-Umsonst, nichts weckte Lucette. Schließlich zog er sie an den Rand des
-Bettes, und zwar so, daß sie mir zugewandt war. Er schob ihr Hemd nach
-oben, und ich sah zwei alabasterweiße Schenkel, rund und wohlgeformt. Er
-zog sie behutsam auseinander, so daß ich ihr hübsches Kraushaar und die
-rosenfarbene Furche dazwischen sehen konnte. Sanft zog er die rosigen
-Lippen auseinander und legte die Finger dazwischen. Aber trotz aller
-Bemühungen seiner Hand blieb sie unbeweglich. Erregt durch den Anblick, der
-sich mir bot, und durch sein Beispiel belehrt, imitierte meine Hand die
-Bewegungen, die ich ihn vollziehen sah. Das Resultat war eine Empfindung,
-die mir bis dahin völlig unbekannt war.
-
-Mein Vater legte Lucette nun auf das Bett zurück und ging dann zur Tür, um
-sich zu vergewissern, daß sie verschlossen sei. Ich floh ins Bett zurück
-und stellte mich schlafend. Er kehrte zurück, und ich probierte mein neues
-Wissen aus, indem ich meine Hand wieder in jene verborgenen Regionen
-führte. Ich geriet in Glut, und es dauerte nicht lange, so empfand ich ein
-so leidenschaftliches Vergnügen, daß meine Seele darin hinzuschwinden
-drohte. Ich versank in einen Zustand, der mir bisher völlig unbekannt
-gewesen war und den ich deshalb umso eifriger genoß.
-
-Als ich aus meiner süßen Betäubung wieder erwachte, stellte ich mit
-Erstaunen fest, daß ich an einem gewissen Ort ganz feucht geworden war. Das
-beunruhigte mich für einen Augenblick sehr, doch bald fiel ich in einen
-erquickenden Schlaf, der durch die angenehmsten Träume versüßt wurde. Das
-Bild meines Vaters, wie er Lucette liebkost hatte, stand mir noch immer vor
-Augen, und als ich am anderen Morgen selbst unter seinen Liebkosungen
-erwachte, gab ich sie ihm mit doppeltem Eifer zurück.
-
-Ich bewunderte die Klugheit dieser beiden schönen Menschen, die sich
-untertags so außerordentlich zu beherrschen wußten, eine unzweifelhafte
-Gemeinsamkeit zu verbergen. Ich malte mir aus, wie sie das wiederholten,
-was ich gestern durch einen Zufall gesehen hatte. Es war mir unmöglich,
-mich von diesem Gedanken loszureißen. Ich starb vor Begierde, Zeuge dieses
-Schauspiels zu werden. Du kannst Dir das leidenschaftliche Verlangen, das
-mich beseelte, wohl ausmalen, meine Liebe. Doch gemach! Der Augenblick, in
-dem ich alles erfahren sollte, kam unweigerlich näher.
-
-Einige Tage nach diesem Ereignis fand ich eine Gelegenheit, meine Begierde
-zu stillen. Mein Vater war ausgegangen, Lucette beschäftigt. Das gab mir
-Zeit genug, in Papas Zimmer zu schlüpfen und den bewußten Vorhang so zu
-befestigen, daß er eine Ecke freiließ. Von diesem Arrangement wollte ich
-profitieren. Am nächsten Morgen geschah es dann. Mein Vater, der nur einen
-leichten seidenen Hausmantel trug, zog die gleichfalls nur nachlässig
-bekleidete Lucette mit sich. Sie waren vorsichtig genug, die Tür zu
-schließen und den Vorhang zuzuziehen. Doch meine kleine Vorsichtsmaßnahme
-war erfolgreich. Der bewußte Winkel blieb frei. Ich eilte an die Tür und
-spähte hindurch. Ich entdeckte Lucette. Ihre Brüste waren völlig entblößt.
-Mein Vater hielt sie in seinen Armen und bedeckte sie mit Küssen. Dann
-schienen die beiden von ihrem Verlangen überwältigt. Unterröcke, Korsett,
-Hemd, alles flog auf den Boden. Oh, wie schön erschien mir Lucette in
-diesem Zustand, in dem ich sie niemals zuvor gesehen hatte. Sie strahlte
-die Frische und Anmut der Jugend wider.
-
-Liebe Eugenie, die Schönheit der Frauen ist doch eine wundersame Macht, der
-sogar wir Frauen uns nicht ganz entziehen können, ja, meine Liebe, sie ist
-lockend selbst für unser eigenes Geschlecht. Diese sanft gerundeten Formen,
-der Samt und die reizenden Farben einer gepflegten Haut sind schlechthin
-unwiderstehlich. Du hast mich in den Armen gehalten und weißt das. Es ist
-Dir nicht viel anders als mir ergangen.
-
-Mein Vater befand sich übrigens in einem ganz ähnlichen Zustand wie jenem,
-in den er Lucette gebracht hatte, und das war für mich ein völlig neuer
-Anblick. Er trug sie auf sein Bett, und ich unternahm alle Anstrengungen,
-die beiden weiter zu beobachten, obwohl das gar nicht so einfach war, weil
-der Vorhang meine Sicht behinderte.
-
-Da sie sich ungestört glaubten, erlegten sie sich nicht die geringste
-Hemmung auf. Lucette lag auf ihm, ihr hübsches Hinterteil ragte in die
-Luft, ihre Schenkel waren gespreizt. So ließ sie mich, ohne es zu wollen,
-die ganze Öffnung ihrer Spalte sehen, die sich dunkel zwischen zwei
-hübschen Schamlippen hinzog. Diese Situation schien ganz geeignet, meine
-Neugier zu befriedigen. Mein Vater, dessen Kniee nach oben ragten,
-präsentierte meinen Blicken ein erstaunliches Objekt: Ein mächtiges Glied,
-das prall und steif aus dem Haarwald hervorstach, der seine Wurzel umgab.
-Der Kopf dieses Instruments war rötlich gefärbt und zur Hälfte mit einer
-Haut bedeckt, die sich anscheinend mühelos zur Seite schieben ließ. Ich sah
-diesen erstaunlichen Gegenstand in Lucettes Spalte verschwinden und wieder
-auftauchen. Sie küßten sich, und die Seufzer, die ihren Lippen entflohen,
-bewiesen, daß sie dabei ein überaus großes Vergnügen empfanden. Schließlich
-sah ich dieses prächtige Instrument wieder auftauchen. Karmesinrot und ganz
-feucht von einer weißlich schäumenden Flüssigkeit, die sich ungestüm auf
-Lucettes Schenkel ergoß. Du kannst dir vorstellen, meine liebe Eugenie, in
-welcher Situation ich mich befand, mit einem solch eindrucksvollen Gebilde
-vor Augen.
-
-Leidenschaftlich erregt und von bisher unbekannten Gefühlen durchdrungen,
-bediente ich mich meiner vorwitzigen Finger, um wenigstens auf diese Weise
-an einer Lust teilzunehmen, die ich so leidenschaftlich gern in ihrem
-vollen Umfang erfahren hätte.
-
-Es kam, wie es kommen mußte: Meine Unklugheit verriet mich. Mein Vater, der
-während der verflossenen halben Stunde bestimmt keinen Gedanken an mich
-verschwendet hatte, entdeckte plötzlich den gelüfteten Vorhangzipfel. Er
-löste sich aus Lucettes Armen, legte seinen Morgenrock an und näherte sich
-der Tür. Ich versuchte mich vorsichtig zurückzuziehen. Er untersuchte den
-Vorhang und entdeckte natürlich mein kleines Manöver. Doch wartete er, bis
-Lucette sich angezogen hatte. Ich wunderte, mich, wo er blieb, und kehrte,
-von Neugier getrieben, auf meinen Beobachtungsposten zurück.
-
-Wie erschrak ich doch, als ich das Gesicht meines Vaters unmittelbar vor
-mir auf der anderen Seite des gelüfteten Vorhangs entdeckte. Der Schreck
-nagelte mich beinahe auf der Stelle fest. Ich wußte nicht, sollte ich
-bleiben oder fliehen. Ich bemerkte wohl, daß Lucette mit ihrer Toilette
-fast fertig war. Er kehrte zu ihr zurück und gab ihr Anweisungen für den
-Haushalt. Sie verließ das Zimmer durch die entgegengesetzte Tür, und ich
-fand mich mit ihm allein.
-
-Ah, in welchem Zustand befand ich mich! Zitternd und bleich konnte ich
-nicht verbergen, was mit mir vorgegangen war. Doch mein teurer Vater nahm
-mich, anstatt zu schelten, in die Arme und überhäufte mich mit hundert
-Küssen. »Beruhige Dich, meine teure Laura«, sagte er. »Wie könntest Du auch
-bei meinem Anblick erschrecken. Fürchte nichts, meine geliebte Tochter! Du
-weißt wohl, was ich Dir immer gesagt habe. Ich fordere von Dir nichts als
-die Wahrheit. Ich möchte, daß Du in mir mehr Deinen Freund siehst als
-Deinen Vater. Wirklich, ich bin nichts als Dein Freund, und ich möchte, daß
-Du Dir dessen allzeit bewußt bleibst. Darum bitte ich Dich, mein Kind,
-verschweige mir nichts. Sag mir, was Du durch diesen Vorhang gesehen hast,
-während ich mit Lucette zusammen war. Ich beschwöre Dich, sag mir die
-Wahrheit! Du hast keinen Grund, etwas zu befürchten. Doch wenn Du es nicht
-tust, wirst Du damit rechnen müssen, daß ich Deine Erziehung in einem
-Konvent beenden lasse.«
-
-Diese Institutionen haben für mich von jeher einen intensiven Schrecken
-gehabt. Dabei wußte ich doch wenig genug davon. Doch es mußte ein
-schrecklicher Unterschied bestehen zwischen dem Leben einer solch
-unglücklichen Eingeschlossenen und dem erfreulichen Dasein, das ich bei
-meinem Vater führte. Im Übrigen zweifelte ich nicht daran, daß er überzeugt
-war, ich hätte alles gesehen. Und schließlich -- hatte ich denn je ein
-Geheimnis vor ihm gehabt?
-
-Ich erzählte ihm also von Anfang an alles, und er schien darüber gar nicht
-böse zu werden. Wirklich, er geriet nicht im Geringsten in Zorn, so genau
-ich ihm auch die Bilder, die ich gesehen hatte, ausmalte. Vielmehr
-ermutigte er mich durch seine Zärtlichkeiten, und ich verlor schließlich
-alle Scheu und sprach ganz offen über jene Dinge, die meine Phantasie so
-sehr beschäftigten.
-
-»Meine teure Laurette«, sagte er schließlich, »Du hast mir noch nicht alles
-gesagt.« Seine Hand ruhte auf meinen Lenden, und seine Lippen berührten die
-meinen. »Komm, sag mir alles, versuch nicht, mir etwas zu verbergen.«
-
-Ich gestand ihm, daß ich durch eine gewisse Reibung an meinem Körper
-versucht hatte, dasselbe zu tun, was ich ihn mit Lucette hatte tun sehen,
-und daß ich dabei eine Art von Vergnügen empfunden habe, das mir bisher
-ganz fremd gewesen sei. Auch verschwieg ich ihm nicht, daß ich davon ganz
-feucht geworden war und daß ich dieses aufregende Spiel seither etliche
-Male wiederholt hatte.
-
-»Aber, mein teures Kind, als Du gesehen hast, wie ich in Lucette eindrang,
-bist Du da nicht auf die Idee gekommen, Deinen Finger auf eine ähnliche
-Weise zu verwenden?«
-
-»Nein, liebster Vater, dieser Gedanke ist mir wirklich nicht gekommen«,
-versicherte ich ihm. »Nimm Dich in Acht, Laura, täusche mich nicht, denn Du
-kannst dies nicht vor mir verbergen. Es ist dies eine sehr ernste
-Angelegenheit.«
-
-Ich versicherte ihm wahrheitsgemäß und mit allem Nachdruck, daß ich nichts
-dergleichen getan hätte. Er schien beruhigt und umarmte mich auf das
-herzlichste. Wir gingen in sein Zimmer, und er legte mich auf sein Bett,
-zog mich aus und betrachtete mich mit großer Aufmerksamkeit. Seine Hände
-öffneten die zwei fleischigen Lippen zwischen meinen Schenkeln, und er
-versuchte mit seinem kleinen Finger dazwischen einzudringen. Ein heftiger
-Schmerz erfaßte mich, und ich brach in Tränen aus. Er hielt augenblicklich
-inne.
-
-»Sie ist ganz entzündet, meine teure Kleine. Ich sehe wohl, daß Du mich
-nicht getäuscht hast. Diese Rötung kommt ohne Zweifel von der Reibung, mit
-der Du Dich vergnügt hast, während Du mich bei Lucette gesehen hast.«
-
-Ich gestand ihm, daß es mir nicht gelungen sei, dieses Vergnügen zu
-vervollständigen. Meine Wahrhaftigkeit wird durch einen Kuß an einer höchst
-merkwürdigen Stelle belohnt. Seine Zunge beginnt mich zu liebkosen und
-verursacht mir eine köstliche Sensation. Solche Zärtlichkeiten sind für
-mich neu, und um ihn dafür zu belohnen, tasten meine Hände nach diesem
-wundervollen Instrument, das ich vorhin gesehen hatte und das sich nun
-unter seinem Morgenrock bemerkbar macht. Ich nehme es unwillkürlich in die
-Hand und öffne mit der anderen seinen Hausmantel, so daß ich es sehen kann.
-Er läßt mich gewähren, und ich habe nun das Vergnügen, dieses kostbare
-Instrument aus der Nähe zu besichtigen. Oh, wie liebenswürdig und
-einzigartig erscheint es mir! Ich dachte in diesem Augenblick, daß dies die
-wahre Triebfeder allen Vergnügens sei. Oh, diese Haut, die sich mit meinen
-Bewegungen hob und senkte und den Kopf dieses köstlichen Gliedes einmal
-auftauchen und dann wieder verschwinden ließ!
-
-Doch wie groß war mein Erstaunen, als ich mich nach etlichen Augenblicken,
-in denen ich dieses heiß pulsierende Instrument in meinen Händen liebkost
-hatte, von demselben brennenden Tau besprengt fühlte, der die blendenden
-Schenkel meiner schönen Gouvernante besprüht hatte!
-
-Ich schmolz in leidenschaftlichen Seufzern hin, und er verdoppelte die
-Zärtlichkeiten, die er mir entgegenbrachte. Das Vergnügen zeitigte in mir
-die lebhaftesten Empfindungen. Schließlich bereitete er mir eine unerhört
-köstliche Sensation: Seine Zunge vollführte die Übungen, die sein Finger
-schon so virtuos durchgeführt hatte. Ich fühlte mich erschöpft.
-
-»Ah . . . mon cher papa. Ich fühle mich sterben . . .«
-
-Halb ohnmächtig lag ich in seinen Armen.
-
-Von diesem Tage an wurde alles für mich zu einer Quelle der Erkenntnis. War
-ich vorher unwissend gewesen, so wuchs mein Wissen nun mit jedem Tag. Es
-schien, als sei das Instrument, das ich berührt hatte, der wunderbare
-Schlüssel zu allen Weisheiten der Welt. Mein teurer Vater erschien mir noch
-einmal so liebenswert, und meine Zärtlichkeit für ihn kannte keine Grenzen.
-Sein ganzer Körper fand sich bald meinen liebkosenden Händen ausgeliefert.
-Meine Küsse und Zärtlichkeiten duldeten keine Unterbrechung, und das Feuer,
-das sie in ihm entfachten, verdoppelte meine Leidenschaft für ihn.
-
-Doch zurück zu jenem denkwürdigen Tag! Er führte mich in mein Zimmer, wohin
-meine Gouvernante wenige Augenblicke später nachfolgte. Ich wunderte mich,
-daß er ihr unser Einverständnis sogleich eröffnete.
-
-»Lucette«, sagte er, »es ist unnötig, daß wir uns wegen Laura genieren. Sie
-weiß alles über uns.«
-
-Er wiederholte ihr, was ich ihm gesagt hatte, und zeigte ihr, was ich mit
-dem Vorhang gemacht hatte. Sie schien betroffen. Aber ich setzte mich auf
-ihren Schoß, und meine Zärtlichkeiten beruhigten sie rasch und fegten den
-kleinen Ärger hinweg, den sie darüber empfand, daß sie so entdeckt worden
-war. Mein Vater umarmte uns beide und verließ uns. Etwa eine Stunde später
-kam er wieder, mit einer Frau, die mich völlig entkleiden ließ und von mir
-gewisse Maße für einen Gegenstand nahm, den ich mir nicht vorstellen
-konnte.
-
-Als es Zeit zum Schlafen war, legte ich mich wie gewöhnlich neben Lucette
-zur Ruhe. Aber eine gewisse Unruhe hinderte meinen Vater, seinerseits sein
-Schlafzimmer aufzusuchen, und schließlich legte er sich zu uns ins Bett.
-Ich befand mich also zwischen den beiden. Er hielt mich in seinen Armen,
-legte seine Hand zwischen meine Schenkel und duldete es nicht, daß ich auch
-meine dorthin führte. Da ergriff ich sein Instrument und war sehr erstaunt,
-es in einem ganz anderen Zustand zu finden, als ich es zuvor gesehen hatte.
-Ich wußte natürlich noch nichts von den merkwürdigen Veränderungen, welchen
-dieses wundervolle Werkzeug unterworfen ist, sondern ich dachte, es bliebe
-immer gleich groß, stark und schwellend. Es dauerte auch nicht lange, so
-nahm es unter der Berührung meiner Hand wieder jene Festigkeit und jenen
-Umfang an, den ich so gut kannte. Lucette, die uns beobachtete, wunderte
-sich über sein Benehmen und konnte schließlich gewisse Vorhaltungen nicht
-mehr zurückhalten.
-
-»Wirklich, Monsieur, die Art, wie Sie mit Laurette umgehen, setzt mich in
-Erstaunen. Sie behandeln das Kind, wie Sie es mit mir zu tun pflegen.
-Bedenken Sie doch, es ist Ihre eigene Tochter!«
-
-Doch mein Vater ließ sich dadurch nicht aus der Fassung bringen.
-
-»Sie ist es, und sie ist es auch wieder nicht«, gab er zur Antwort. »Dies
-ist ein Geheimnis, das ich ihrer Diskretion und der unserer kleinen
-Laurette anvertraue, in deren Interesse es bewahrt werden soll. Aber die
-Umstände machen es notwendig, daß ihr darüber Bescheid wißt.
-
-Ich kannte ihre Mutter ganze vierzehn Tage, als ich sie heiratete. Schon am
-ersten Tag entdeckte ich, daß sie schwanger war. Ich sagte mir aber, daß
-es, nachdem diese Heirat einmal vollzogen war, klüger sei, nichts darüber
-verlauten zu lassen. Also entführte ich sie in ein kleines, entlegenes
-Provinznest, wo uns keiner kannte. Nach vier Monaten kam Laura zur Welt und
-bewies durch ihr gesundes Aussehen und ihre Lebhaftigkeit nur zu deutlich,
-daß sie keine Frühgeburt war. Ich blieb danach noch sechs Monate in der
-Provinz und sorgte dafür, daß niemand von dem Mißgeschick meiner jungen Ehe
-erfuhr. Ihr seht wohl, daß dieses Kind, das mir so teuer ist, eben doch
-nicht meine leibliche Tochter ist. Sie ist mir dem Blut nach völlig fremd,
-doch umso teurer wurde sie meinem Herzen. Kein innerer Zweifel kann mich
-hindern, sie zu lieben, und alle anderen Erwägungen lassen sich nicht mit
-der Vernunft vereinen, der ich ein Leben lang gedient habe.«
-
-Ich erinnerte mich in diesem Augenblick der Antwort, die er einst auf die
-Vorwürfe meiner Mutter gefunden hatte. Das also war des Rätsels Lösung! Nun
-verstand ich auch, daß meine Mutter darauf geschwiegen hatte. Auch Lucette
-schien von der Tragweite dieser Eröffnung betroffen.
-
-»Aber wie haben Sie mit Ihrer Gattin gelebt, nachdem dies zutage gekommen
-war?« wollte sie wissen.
-
-»Ganz einfach, wir waren uns völlig gleichgültig, und bis auf das eine Mal,
-von dem Laura eben berichtete, haben wir niemals über diesen Vorfall
-gesprochen. Der Comte de Norval, der leibliche Vater Laurettes, ist ein
-liebenswürdiger Kavalier, interessant, eine hervorragende Erscheinung und
-mit allen jenen Eigenschaften begabt, die ihn einer Frau begehrenswert
-erscheinen lassen müssen. Ich konnte unmöglich erstaunt sein, daß ein
-junges Mädchen sich von ihm verführen ließ. Andererseits konnte sie ihn
-nicht heiraten, denn er war ihrer Familie weder wohlhabend noch
-einflußreich genug. Wenn nun auch Laura nicht meine natürliche Tochter ist,
-so steht sie meinem Herzen doch so nahe, als ob sie es wäre, ja, vielleicht
-bringe ich ihr ohne diese natürliche, durch Blut und Herkommen bestimmte
-Bindung sogar noch eine zärtlichere Zuneigung entgegen. Aber
-nichtsdestoweniger machte es dieses Ereignis unmöglich, mich ihrer Mutter
-jemals zu nähern. Ich empfand gegen sie eine sehr starke Abneigung und
-hätte sie ohne Zweifel verlassen, wenn ich es nicht gescheut hätte,
-Laurette diesen Schmerz zuzufügen. Ihr Charakter und ihr Temperament waren
-für mich eine ständige Herausforderung zum Streit, und ich bedurfte oft
-großer Selbstbeherrschung, dies zu verbergen.«
-
-Meine schöne Gouvernante war von dieser Erzählung fast ebenso betroffen wie
-ich. Sie umarmte mich zärtlich und erwies mir tausend Artigkeiten, die mir
-bewiesen, daß sie ihre Bedenken überwunden hatte. Ich erwiderte ihre
-Liebkosungen auf das lebhafteste, indem ich nach ihren reizenden Brüsten
-faßte, sie küßte, wie ich es bei meinem Vater gesehen hatte, und an ihren
-Spitzen zu saugen begann.
-
-Mein Vater -- ich nenne ihn noch immer so, obwohl er es ja nicht ist --
-legte seine Hand auf die meine und ergriff sie, um sie auf dem schönen,
-sanft gerundeten Leib Lucettes spazieren zu führen. Behutsam glitten meine
-Finger über Lucettes Schoß und die Innenseite ihrer Schenkel entlang. Ihre
-Haut war samtig weich. Die starke Hand, die mich führte, lenkte meine
-Finger, bis sie sich in der Furche zwischen ihren Schenkeln befanden. Ich
-bemerkte wohl, daß ich ihr Vergnügen bereitete, wenn ich einen bestimmten
-Punkt berührte, der sich schwellend und hart aus dieser Furche erhob.
-
-»Gut, ausgezeichnet! Laurette, laß Deine Hand da, wo sie ist, und hör nicht
-auf mit ihrer Klitoris zu spielen, während ich meinen Finger in ihrer
-hübschen kleinen Grotte spazieren gehen lasse«, ermutigte mich mein Vater.
-
-Lucette zog mich in ihre Arme und liebkoste meinen Hintern. Sie nahm das
-Glied des Mannes, der uns beiden so teuer war, und führte es zwischen meine
-Schenkel. Aber er versuchte nicht einzudringen, wie ich es bei Lucette
-gesehen hatte, sondern verharrte da, warm, groß und schwellend, doch ohne
-sich zu bewegen. Lucette stieß währenddessen die leidenschaftlichsten
-Bezeugungen ihrer Wollust aus. Ihre Küsse vervielfachten sich, ihr Atem
-begann zu fliegen:
-
-»Hola . . . hola! Schnell, Laurette, schnell! Teure Freundin, noch . . .
-noch! Ah, es kommt mir . . . ich sterbe!«
-
-Oh, wie schmeichelhaft waren diese kleinen Entzückungsschreie der Wollust
-für mich! Ich spürte, wie sich ihr kleines Tal vom Tau der Lust
-befeuchtete. Auch die Finger meines Vaters waren ganz feucht von dieser
-magischen Flüssigkeit. Ah, teure Eugenie, wie erregt ich war! Ich ergriff
-Lucettes Hand und führte sie zwischen meine Schenkel, in dem
-leidenschaftlichen Begehren, sie möge mit mir dasselbe tun, was ich zuvor
-mit ihr getan hatte. Aber mein Vater, der mit seiner Hand meine kleine
-Grotte bedeckte, hinderte ihre Bewegungen und durchkreuzte so meine
-Absicht. So wollüstig er auch war, wollte er meine Vergnügungen doch
-sparsam dosiert wissen. Er mäßigte sein Verlangen und besänftigte meine
-Ungeduld. So lagen wir lange Zeit ganz still einer im Arm des andern und
-gaben uns den Nachwirkungen einer angenehmen Trunkenheit hin.
-
-Ah, niemals habe ich mehr eine Nacht wie diese erlebt!
-
-
-
-
-2. Kapitel
-
-
-Wir erwachten und begrüßten einander zärtlich. Da wurde die Frau gemeldet,
-die am Vormittag bei mir auf so seltsame Weise Maß genommen hatte. Sie
-legte mir zu meinem nicht geringen Erstaunen eine Art von Seidenhose an,
-die sich nur bis zur Mitte der Schenkel abstreifen ließ. Sie war gut
-gearbeitet und genierte mich nicht. Nur, der Gürtel, der sie in der Taille
-zusammenhielt und von dem eine Art Riemenzeug zwischen meinen Schenkeln
-hindurchführte, war ein wenig knapp. Dieses Riemenzeug hatte vorn und
-hinten je eine Öffnung, und in dieser befestigte mein Vater zu meinem
-Unbehagen mittels eines kunstvoll gearbeiteten Kettchens eine samtbezogene
-Metallplatte, die an zwei Stellen durchbrochen war, um den natürlichen
-Bedürfnissen Genüge zu tun. Er verschloß das Ganze mittels eines kleinen,
-sehr kostbar gearbeiteten Schlüssels.
-
-»Meine teure Laura, geliebtes Kind«, sagte mein Vater und schloß mich in
-seine Arme, »glaube nicht, daß andere Regungen als die meiner Liebe zu Dir
-mich leiten. Der Zufall hat Dich Dinge gelehrt, die Du vor deinem
-achtzehnten Lebensjahr gar nicht kennen solltest. Ich muß deshalb darüber
-wachen, daß Dir daraus kein Schaden erwächst. Noch bist Du nicht imstande,
-die Regungen der Natur richtig einzuschätzen. Ich werde Dich von Zeit zu
-Zeit mehr darüber lehren, doch wirst Du kein Mittel finden, meine Ansichten
-zu durchkreuzen.«
-
-Ich war recht verärgert und vermochte meine üble Laune nicht zu verbergen.
-Und ich hatte wirklich allen Grund, unzufrieden zu sein. Meine kleine
-Grotte war gänzlich eingeschlossen. Zwar hinderte mich dieser unerfreuliche
-Gegenstand, den mir die Fürsorge meines Vaters aufgezwungen hatte, nicht,
-die Bedürfnisse der Natur zu verrichten, doch es war ganz und gar
-unmöglich, einen Finger in die kleine Furche zwischen meinen Schenkeln
-einzuführen oder sie gar durch Reibung zu erhitzen. Gerade dies hatte mein
-Vater ja auch zu verhindern beabsichtigt. Du kannst Dir wohl vorstellen,
-daß mir die so aufgezwungene Entbehrung wenig behagte. Ich habe mir später
-oft gedacht, es wäre ganz nützlich, auch den jungen Burschen solch ein
-Geschirr umzuhängen, um sie daran zu hindern, daß sie ihre Kräfte
-vergeuden, ehe sie das richtige Alter erreicht haben. Auf diese Weise
-könnte man eine vorzeitige Erschöpfung ihrer Kräfte leicht verhindern. Doch
-läßt unsere Gesellschaft ihnen alle Freiheiten, während sie unsere nach
-Kräften unterdrückt.
-
-Während der nächsten fünf Jahre trug ich dieses Geschirr jeden Tag. Mein
-Vater entfernte es jeden Abend, und Lucette wusch es sorgfältig. Er
-untersuchte, ob ich mich nicht wundgescheuert hätte, und legte es mir
-darauf wieder an. So habe ich diesen höchst unerfreulichen Gegenstand bis
-ich sechzehn Jahre alt war ununterbrochen getragen.
-
-Während dieser Zeit entwickelte sich mein Verstand, und ich lernte alle
-möglichen nützlichen Dinge. Meine natürliche Neugier ließ mich unaufhörlich
-nach dem Grund alles dessen forschen, was war. Mein Vater konnte mit mir
-zufrieden sein. Von Jahr zu Jahr vergrößerte sich mein Wissen, und ich
-wurde nicht müde zu lernen. Ich gewöhnte mich an das körperliche Gefängnis,
-in dem ich mich befand, und als man mich schließlich daraus befreite, war
-ich so weit gekommen, daß ich es für ganz natürlich hielt. Ich war von der
-Nützlichkeit dieser Einrichtung überzeugt.
-
-Vermutlich hätte ich ohne dieses Instrument meine Kräfte vorzeitig
-vergeudet, denn das Beispiel, das mein Vater und Lucette mir gaben, hätte
-mich angespornt. Diese beiden genierten sich nämlich nicht im Geringsten
-vor mir. Doch je erwachsener ich wurde, desto mehr beschäftigte mich die
-Frage, warum mein Vater solche Vorsichtsmaßnahmen mir gegenüber gebrauchte.
-Ich war in meinem sechzehnten Lebensjahr, als er mir die Antwort auf meine
-immer dringenderen Fragen schließlich gab. Als er mir das quälende
-Instrument schließlich für immer abnahm, sagte ich zu ihm:
-
-»Nach all diesem, mon cher papa, sagen Sie mir doch, was hat Sie dazu
-veranlaßt, mich dieses ärgerliche Instrument tragen zu lassen, obwohl Sie
-mir doch immer beteuert haben, wie zärtlich Sie mich lieben? Meine
-Gouvernante ist viel besser daran als ich. Bedeutet Ihnen diese etwa mehr
-als ich? Erklären Sie mir doch heute, was Sie dazu bewogen hat, so zu
-handeln, wie Sie es taten!«
-
-Mein Vater zog mich in seine Arme.
-
-»Meine Zärtlichkeit und Fürsorge für Dich, mein Kind, erlauben es mir nicht
-mehr, Dich als ein Kind zu betrachten. Du bist heute in einem Alter, da man
-Dir so gut wie alles sagen kann, und das will ich nun tun.
-
-Die Natur fördert bis zum fünfzehnten oder sechzehnten Lebensjahr eines
-Menschen dessen Wachstum. Sie braucht dazu einmal länger, einmal kürzer, je
-nach den Anlagen des Individuums. Doch im Allgemeinen reicht dieses Alter
-für Dein Geschlecht aus. Im Alter von siebzehn oder achtzehn Jahren kann
-man eine Frau als erwachsen ansehen. Bei den Männern braucht die Natur
-länger, um ihre Vervollkommnung zu erreichen. Wenn man diese Zeit des
-Reifens mißbraucht und Empfindungen und Handlungen vorwegnimmt, die einer
-späteren Epoche angemessen sind, kann daraus ein beachtlicher Schaden
-entstehen.
-
-Die Frauen zum Beispiel, die allzu frühe Erfahrungen gemacht haben, die
-ihrem Reifegrad nicht entsprechen, sterben früh oder bleiben klein,
-schwächlich und anfällig, oder sie leiden an einer Schwindsucht, die vor
-allem ihre Brust befällt und deren Opfer sie in Kürze werden. Manchmal
-hindert sie auch eine Erkrankung des Blutes, ihre monatliche Regel
-pünktlich und ausreichend zu bekommen. Daraus resultieren dann Vapeurs,
-Hysterie und Nervenzufälle sowie die Qualen einer unersättlichen
-Geschlechtsbegierde. All das beeinträchtigt die Tage eines solchen
-unglücklichen Geschöpfes. Bei den jungen Männern ist es ganz ähnlich. Sie
-erleiden die unglücklichsten Tage, wenn sie nicht gar vor der Zeit
-sterben.«
-
-Meine teure Eugenie, Du kannst dir wohl vorstellen, wie mich diese
-Eröffnung erschreckte. Ich wurde mir in diesem Augenblick seiner
-Freundschaft und der Sorge, die er um mein Wohlergehen trug, doppelt
-bewußt. Es war nur seine Güte gewesen, die mir das verwehrt hatte, was ich
-als ein hervorragendes Vergnügen zu betrachten geneigt war. Das Leben
-erschien mir wieder recht angenehm, und wenn ich künftig ein Verlangen nach
-einer gewissen Art von Vergnügen verspürte, würde ich aus Rücksicht auf
-meine Gesundheit und mein Leben gern darauf verzichten.
-
-»Ich habe diese Neigung in Dir wohl erkannt«, fuhr mein Vater fort, »und
-bei Deiner Jugend hätten dich alle Gründe der Welt nicht davon zurückhalten
-können. Deshalb habe ich diese Vorsichtsmaßregel getroffen, die Dir so
-wenig gefallen hat. Doch nun werde ich darauf verzichten. Es wäre gut, wenn
-man solche Schutzmaßnahmen bei allen jungen Leuten anwenden würde, die
-durch unvorhergesehene Zufälle oder durch unkluge Personen zu früh über
-Dinge unterrichtet wurden, die nicht für ihr jugendliches Alter bestimmt
-sind.«
-
-Die Furcht vor einer zerrütteten Gesundheit oder gar vor einem frühen Tod
-war von nun an zwar in meiner Phantasie sehr lebendig. Doch andererseits
-hatte ich gesehen, was mein Vater mit Lucette tat, und die Art, wie er mit
-ihr lebte, hob die Wirkung dieser Furcht wieder auf. Ich konnte mich nicht
-zurückhalten, ihm eines Tages meine Zweifel zu eröffnen.
-
-»Warum, mein teurer Vater, haben Sie bei Lucette nicht dieselben
-Vorkehrungen getroffen? ja, noch mehr: Warum tun Sie mit ihr laufend, was
-Sie mir verweigern?«
-
-»Aber mein liebes Kind, bedenke doch, Lucette ist völlig erwachsen. Sieh
-nur den Überfluß der Natur in ihrem Körper. Sie ist schon imstande, andere
-Lebewesen zu ernähren. Dieser Zustand, mein liebes Kind, kündigt sich durch
-das pünktliche Auftreten, der monatlichen Regel an. Ich kann Dir nicht
-verschweigen, daß es in ihrem Alter gefährlich wäre, wenn ein gewisser
-Überfluß von Samen aufgestaut und in ihr zurückgehalten würde und so in
-ihre Blutbahnen geriete. Dadurch würde in ihr ein gefährliches Feuer, eine
-Art von sinnlicher Raserei entfacht werden.
-
-Ihre Stimmungen und ihr Temperament würden darunter leiden, ja selbst die
-Zirkulation der Säfte in ihrem Körper könnte dadurch ernsthaft gestört
-werden. Das könnte ihre Gesundheit untergraben, Vapeurs und frenetische
-Anfälle sowie viele andere Übel verursachen. Haben wir nicht genügend
-Beispiele dafür in den Klöstern, wo die Frömmelei zum Despotismus wird und
-wo es nichts gibt, was den unglücklichen Eingeschlossenen ihre Lage
-erleichtern könnte? Man mischt Lotosabsud und Salpeter in ihre Getränke, um
-die Anlagen eines lebhaften Temperaments zu unterdrücken. Doch nach einiger
-Zeit bleiben diese Mittel ohne Wirkung oder sie zerstören den Magen, so daß
-diese Gefangenen des Aberglaubens, die wie weiße Blumen dahinwelken, für
-den Rest ihres Lebens von Verdauungsstörungen und inneren Schmerzen geplagt
-sind, ja, an manchen dieser Schreckensorte werden sogar die Pensionärinnen
-auf diese Weise behandelt, so daß sie schließlich alle möglichen Leiden und
-Nervenanfälle davontragen, die eine Folge der gewaltsamen Unterdrückung
-ihrer natürlichen Vitalität sind. Selbst Eltern, die ihre Kinder lieben,
-beachten diesen Punkt viel zu wenig.
-
-Du mußt wissen, meine liebe Laurette, daß sich das natürliche Temperament
-in einem gewissen Alter bemerkbar macht. Das geschieht bei den einen früher
-als bei den andern, und zwar durch die Verschiedenheit der natürlichen
-Anlagen und der Qualität der Säfte, die in uns sind, aber auch durch eine
-Veränderung in den Organen. Wenn diese Körpersäfte nicht rechtzeitig zum
-Fließen kommen, strömen sie in die Blutbahn zurück. Manchmal verursachen
-sie dann eine vollkommene Unterdrückung der natürlichen Impulse und damit
-ein geradezu monströses Anschwellen des Leibes. Personen, die keine
-natürliche Geschlechtsvereinigung kennengelernt haben, werden unter solchen
-Umständen völlig gleichgültig und sind meist empfängnis- und
-zeugungsunfähig.
-
-Aber, mein teures Kind, in dem Alter, in dem die Säfte des Lebens zu
-strömen beginnen, in dem das Feuer des Temperaments sich bemerkbar macht,
-soll man diesem auch Genüge tun, und zwar sowohl, weil es für die
-Gesundheit nützlich und notwendig ist, als auch, weil es die Schönheit und
-Frische eines solchen glücklichen jungen Geschöpfes steigert. Es gibt
-verschiedene Mittel dazu.
-
-Stell Dir eine Frau in den Armen eines leidenschaftlichen Mannes vor. Wie
-erregt ist sie allein vom Gegensatz der Geschlechter! Was bedeutet ihr mehr
-als die Leidenschaft, die er für sie empfindet und die auch sie in sich
-verspürt? Schon die bloße Gegenwart des Mannes wird für sie erregend.
-Phantasie und Natur weisen ihr den Weg zu den wollüstigsten Empfindungen.
-Daraus kannst Du ermessen, warum ich mich gegen Lucette anders verhalte als
-gegen Dich.«
-
-»Ah ja, mon cher papa! Weil ich Sie immer bei diesem Namen genannt habe,
-werde ich mich auch jetzt Ihrer Erfahrung und Weisheit unterordnen. Aber
-sagen Sie mir, in welchem Alter werden Sie mit mir tun, was Sie mit Lucette
-so häufig getan haben? Ach, dieser Augenblick fehlt noch zu meinem Glück,
-denn ich empfinde es schmerzlich, daß ich nicht all Ihr Verlangen zu
-stillen imstande bin, daß ich Ihre Wünsche nicht in jeder Hinsicht
-befriedigen kann.«
-
-»Mein reizendes Kind, die Natur selbst spricht zu uns in einer leicht
-verständlichen Sprache. Noch sind Deine Brüste nicht voll entwickelt, und
-das Pelzchen, das Deine hübsche kleine Grotte bedeckt, ist noch recht
-schütter. Kaum, daß Du die ersten Blüten Deiner Reife hervorgebracht hast.
-Laß uns also noch etwas warten. Dann, geliebte Laurette, Du Kind meines
-Herzens, werde ich dieses Geschenk von Deiner Zärtlichkeit empfangen. Du
-wirst mich die Blüte pflücken lassen, die ich so sorgsam gepflegt habe.
-Doch laß uns diesen glücklichen Augenblick nicht durch unsere Ungeduld
-zerstören. Glaube nicht, daß ich Dich bis zu diesem Zeitpunkt Dir selbst
-überlasse. Bei einer robusten Natur ist es nicht notwendig, diesem
-Augenblick besondere Aufmerksamkeit zu schenken oder mit den Kräften des
-Körpers besonders haushälterisch umzugehen. Aber bei einem sensiblen
-Temperament muß man vorsichtig sein und bis zum siebzehnten oder
-achtzehnten Jahr warten. Das ist der Zeitpunkt, an dem eine Frau völlig
-erwachsen ist und sich ohne Schaden ihren Begierden überliefern kann.«
-
-Alles, was er mir bei dieser Gelegenheit sagte, meine liebe Eugenie, hat
-sich meinem Gedächtnis unauslöschlich eingeprägt. Du kannst Dir das wohl
-denken. Seine Gründe erschienen mir sehr vernünftig und einleuchtend, und
-seine Bereitwilligkeit, auf meine Fragen einzugehen, ermutigte mich,
-weitere an ihn zu stellen.
-
-Ich erinnerte mich, daß Lucette bei jenem ersten Mal, als ich die beiden
-entdeckt hatte, in einem tiefen Schlaf zu liegen schien, und das war ein
-Rätsel, das ich nur zu gern enthüllt gesehen hätte.
-
-»Aber warum, teurer Papa, war Lucette an dem Abend, da ich euch zuerst
-beobachtet habe, so tief entschlummert, daß sie nichts von dem zu bemerken
-schien, was Sie mit ihr taten? Schlief sie wirklich oder spielte sie nur
-die Schlafende?« wollte ich wissen.
-
-»Ganz und gar nicht, meine Liebe«, versicherte mein Vater. »Sie hat
-wirklich geschlafen. Aber das ist mein kleines Geheimnis. Soll ich es Dir
-sagen? Ja, denn dieses Beispiel kann für dich nützlich sein. Ich muß dir
-gestehen, daß mich mein Verlangen damals heftig quälte. Ich sah Lucette,
-sie gefiel mir, und ich versprach mir ein gewisses Vergnügen von ihr. Doch
-als ich bemerkte, daß sie zögerte, sich meinem Begehren auszuliefern,
-ergriff ich die Initiative. Ich habe etwas Schlafpulver in ihren Liqueur
-gemischt. Du hast die Wirkung gesehen. Doch habe ich mich nicht damit
-begnügt. Denn ich fürchtete, daß sie erwachen und zornig werden könnte,
-sich von mir in eine derartige Lage gebracht zu sehen. Um das zu
-verhindern, habe ich ein gutes Mittel gefunden, das die Natur erregt und in
-einen Zustand versetzt, in dem ihr die Zärtlichkeiten eines Mannes höchst
-erwünscht erscheinen.
-
-Das ist eine Art Zaubertrank. Nachdem ich sie also auf das Bett gelegt
-hatte, rieb ich damit ihre Liebesgrotte, ihre Klitoris und ihre Schamlippen
-ein. Diese Flüssigkeit hat die Eigenschaft, sogar einen impotenten Mann zu
-leidenschaftlichem Leben zu erwecken, wenn man gewisse Partien seines
-Körpers damit einreibt. Lucette schlief etwa eine Stunde lang, ehe sie
-erwachte. Dann aber zeigte sie eine Leidenschaft und ein Feuer, das sich
-kaum löschen ließ. Sie war ganz und gar nicht erstaunt, sich in meinen
-Armen zu finden, sondern umschlang mich im Gegenteil zärtlich mit den
-ihren. Weit davon entfernt, meiner Begierde Widerstand zu leisten, öffnete
-sie -- angespornt von ihrem eigenen Verlangen -- ihre Schenkel und
-bereitete mir so das lebhafteste Vergnügen, an welchem ich sie -- ganz und
-gar nicht egoistisch -- teilnehmen ließ. Doch als vorsichtiger Mann dachte
-ich daran, was geschehen könnte, wenn ich mich meiner Wollust völlig und
-bedenkenlos hingab. Also zog ich mich in dem Augenblick, in dem ich das
-Nahen der Lust spürte, ein wenig zurück und ergoß das lebenspendende Naß in
-die Oberfläche ihrer Grotte und auf ihren Leib. Von diesem Tag an hat
-Lucette sich immer meinen Wünschen überlassen, und ich habe nur meine
-Unvorsichtigkeit und Deine Neugier zu beklagen, die Dich ein Geheimnis
-enthüllen ließ, daß ganz und gar nicht für Dich bestimmt war. Sie weiß
-übrigens nicht, daß ich Dir alles darüber gesagt habe, und Du mußt
-Stillschweigen bewahren. Nicht wahr, Du wirst mein Vertrauen nicht
-enttäuschen?«
-
-»Bestimmt nicht, mein teurer Vater. Aber sagen Sie mir alles darüber.
-Fürchten Sie nicht, ein Kind zu zeugen, wenn Sie sich einmal nicht früh
-genug zurückziehen? Ist es möglich, daß Sie sich in diesem Punkt völlig auf
-Ihre Selbstbeherrschung verlassen, können? Könnte es nicht sein, daß die
-Macht der Begierde die Furcht, eine Unvorsichtigkeit zu begehen, auslöscht
-und Sie weitergehen läßt, als Sie dies eigentlich möchten?«
-
-»Ah, meine Kleine, wohin sich Deine neugierige Phantasie versteigt! Ich
-sehe wohl, ich kann Dir nichts verbergen. Wenn ich Dir nicht die ganze
-Wahrheit enthülle, werde ich bald die Torheit beklagen müssen, überhaupt
-etwas gesagt zu haben. Aber ich glaube, damit nichts zu riskieren, denn
-Deine Vernunft ist Deinem Alter weit voraus.
-
-Wisse also, daß dieser Samen, wenn er nicht in die Matrix gelangt, an und
-für sich gar nichts ausrichten kann. Auch kann er sich dort nicht
-festsetzen, wenn man seinen natürlichen Fluß hemmt. Aus diesem Grund
-versuchen manche Frauen, durch eine innere Bewegung den Samen in dem Moment
-zurückzustoßen, in dem sie ihren Liebhaber in der Wonne des Genusses
-glauben.
-
-Doch das bedeutet für sie selbst eine arge Verkürzung des Vergnügens und
-ist ganz und gar kein sicheres Mittel. Manche Männer haben geglaubt, sie
-hätten nichts zu fürchten, wenn sie sich nahe an den Eingang zurückziehen.
-Doch sie täuschen sich darin. Denn die Matrix ist eine recht lebhafte Pumpe
-und versucht, sich auch des Samens zu bemächtigen, der nicht unmittelbar zu
-ihrer Öffnung gelangte. Hinzu kommt noch, daß viele Männer sich im
-Augenblick der Wollust über ihre eigene Selbstbeherrschung täuschen und so
-den richtigen Moment versäumen. Ungewißheit und Furcht vor den möglichen
-Folgen behindern also häufig das Vergnügen. Doch das Mittel, das ich bei
-Lucette anwende, ist ziemlich sicher. Es gibt einem die Freiheit, sich ohne
-alle Furcht dem Feuer seiner Leidenschaft überlassen zu können. Ich habe
-deine hübsche Gouvernante am Tag, nachdem Du uns bemerkt hast, gebeten,
-sich für unsere Liebesgefechte mit einem Schwamm zu bewaffnen, der in eine
-bestimmte Flüssigkeit getaucht wurde. Dieser wird unmittelbar vor der
-Matrix am Muttermund angebracht. Mittels einer dünnen Seidenschnur kann man
-ihn ohne Schwierigkeiten wieder hervorholen. Selbst wenn die
-Samenflüssigkeit in diesen Schwamm einzudringen vermag, würde doch die
-Flüssigkeit, mit der er getränkt ist, seine Zeugungsfähigkeit vernichten.
-Man weiß ja, daß selbst die Luft genügt, seine Kraft zu vernichten. Also
-ist es ganz unmöglich, daß Lucette in unserer Verbindung je ein Kind
-empfangen könnte.«
-
-Ich habe nichts von diesen nützlichen Gesprächen je vergessen, meine liebe
-Eugenie, und ich habe Dich zu deinem Nutzen davon unterrichtet, so daß auch
-Du Dich ohne Furcht den Umarmungen Deines Liebsten überlassen kannst. Im
-Übrigen machte meine Bildung gute Fortschritte. Ich bekam alle möglichen
-Bücher in die Hand. Es gab in dieser Hinsicht nichts, was für mich verboten
-gewesen wäre. Doch mein Vater lenkte meinen Geschmack besonders auf jene,
-die der Wissenschaft dienten und somit weit von allem entfernt waren, woran
-unser Geschlecht im Allgemeinen Gefallen findet. Ich will Dir nur ein
-kleines Beispiel dafür berichten.
-
-Er fragte mich eines Tages: »Kannst Du, meine geliebte Laura, in der
-Unendlichkeit des Universums, das unseren Erdball umgibt, einen festen
-Punkt finden? Zu welch unermeßlichen Dimensionen wird Deine Phantasie dabei
-gelangen? Die Elemente der Natur und ihre Zahl sind noch immer unbekannt,
-und es ist unmöglich zu erkennen, ob unsere Vorstellungen von der Welt und
-vom Universum auch nur im Entferntesten der Wirklichkeit entsprechen. Wir
-wissen nicht einmal, ob diese Elemente, welche die Bausteine der Welt und
-des Lebens zu sein scheinen, absolut unveränderlich sind oder ob es möglich
-ist, ihnen eine andere Form der Existenz zu geben und sie dadurch zu
-verändern.
-
-Inmitten dieser allgemeinen Unwissenheit erscheint es höchst lächerlich,
-daß der Mensch es versuchen sollte, die Zahl dieser Elemente festzulegen.
-Diese Wahrheit verdient es, daß man über sie nachdenkt, um in allem den
-Willen der ewigen Ordnung zu erkennen. Gleichgültig, ob es sich nun um
-eines oder um mehrere Elemente handelt, so bildet ihre Gesamtheit die
-Körper, und sie finden sich im Feuer wie in der Materie vereint, welche die
-törichten und voreingenommenen Geister unbewegt nennen.
-
-Was hältst Du denn von jenen strahlenden Feuern, die wir Sterne nennen?
-Weißt Du nicht, mein Kind, daß sie nichts sind als wüste feurige
-Himmelskörper? Nimm nur die Sonne her, diesen gewaltigen Feuerball, der
-dazu da zu sein scheint, einer Vielzahl von erdenklichen Himmelskörpern
-Licht und Wärme und damit das Leben zu geben. Es ist gut möglich, daß viele
-dieser entfernten Welten so wie unsere eigene bevölkert sind. Früher hat
-man geglaubt, daß die Sterne nur dazu dienten, uns die Nacht zu erhellen.
-Die Eigenliebe des Menschen hat ihn glauben lassen, er sei der Mittelpunkt
-des Universums. Doch wozu sollten uns diese Himmelskörper dienen, wenn
-Nebel und Wolken sie vor unserem Blick verbergen? Der Mond ist noch am
-ehesten imstande, die hindernde Wolkendecke mit seinem Strahl zu
-durchbrechen. Er erhellt uns das Dunkel der Nacht, aber das ist nicht seine
-einzige Bestimmung. Man kann bis heute nicht feststellen, ob er nicht
-selbst eine Welt für sich darstellt, eine Welt, deren Bewohner ebenso an
-unserer Existenz zweifeln wie wir an ihrer, und die im Grunde ebenso
-töricht sind wie wir zu glauben, daß sie allein alle Herrlichkeit des
-Himmels bedeuten. Vielleicht sind sie ebenso anmaßend, vielleicht sind sie
-aber auch erfinderischer als wir und haben ein gesünderes Urteil über die
-Probleme des Lebens.
-
-Die Planeten sind Welten wie die unsere und ohne Zweifel von Pflanzen und
-Tieren belebt, die wir nicht kennen. Denn in der Natur scheint alles
-möglich. Doch welche Rolle spielt, von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, in
-diesem unermeßlichen Universum unsere Welt? Ist sie etwa mehr als ein
-belebter Punkt unter anderen belebten Punkten? Und wir selbst? Wie wäre es
-möglich, daß wir angesichts unserer Bedeutungslosigkeit inmitten der
-Unendlichkeit des Universums uns für Anfang und Ziel der Schöpfung halten
-könnten?«
-
-Auf diese Weise versuchte mein Vater Tag um Tag, Gedanken der Philosophie
-in mich hineinzulegen und mich zum Denken anzuregen.
-
-Ich fragte ihn eines Tages: »Was ist das schöpferische Sein, aus dem alles
-hervorgegangen ist?«
-
-Denn ich dachte bei mir, daß ich allzuwenig über dieses wunderbare, alles
-belebende Wesen wisse. Mein Vater antwortete mir: »Dieses wunderbare
-höchste Wesen ist unfaßbar! Man fühlt es, aber man kann es nicht erkennen.
-Es entzieht sich unseren Spekulationen. Wenn es die verschiedenartigsten
-Elemente gibt, so ist es seine Hand, aus der sie hervorgegangen sind. Er
-hat sie durch seinen Willen und seine Kraft geschaffen. Es ist die Seele
-des Universums, ohne die nichts von all dem bestehen könnte, was ist.
-Kennen wir etwa die Quelle seiner Macht? Sehen wir nicht tagtäglich, wie
-sich die Materie unter seinem Einfluß verändert, ohne daß wir die Ursache
-dieser Veränderungen erkennen könnten? Und kann etwa das, was für eine
-beschränkte Zeit geschaffen ist, nicht noch viel wunderbarer für die
-Ewigkeit geschaffen sein? Doch genug für heute, mein Kind. Wenn Du etwas
-älter geworden bist, werde ich versuchen, soweit ich es kann, dir die ewige
-Wahrheit zu enthüllen, die sich für uns Menschen immer unter dem Schleier
-des Geheimnisvollen verbirgt.«
-
-Mein Vater gab mir häufig moralische Schriften zu lesen, welche die Dinge
-nicht unter den gewöhnlichen Gesichtspunkten behandelten, sondern sie
-vielmehr vom Standpunkt ihrer natürlichen Existenz aus betrachteten. So
-lernte ich in allem die Gesetze der Natur zu erkennen, die dem menschlichen
-Herzen unauslöschlich eingeprägt sind. Er lehrte mich in diesen Gesetzen
-die einzige Norm des menschlichen Handelns zu erkennen. Denn alle anderen
-Gesetze sind nur Verfremdungen von diesen. Die Regeln, die er mir gab,
-waren ebenso einfach wie verständlich: »Tu für die anderen das«, sagte er,
-»was Du möchtest, daß sie für Dich tun, und füge ihnen niemals etwas zu,
-das Dir selbst unerwünscht wäre. Du siehst, meine Teure, daß diese
-Wissenschaft, von der alle Welt in so hohen Tönen spricht, eigentlich ganz
-einfach zu beherrschen ist. Und wenn jedermann sich an diese sittlichen
-Grundsätze hielte, wäre das Glück aller Menschen auf dieser Welt
-gesichert.«
-
-Romane verbannte mein Vater fast gänzlich aus meinem Gesichtskreis. Ich
-lernte es, dank seiner Bemühungen, in ihnen eine Ansammlung von
-Gemeinplätzen und menschlicher Dummheit zu sehen. Es gab nur ganz wenige
-Ausnahmen von dieser Regel. Zumeist erlaubte mir mein Vater jene, die einen
-moralischen Hintergrund hatten. Nur wenige von ihnen zeichneten die
-Menschen in ihren natürlichen Farben, mit ihren Fehlern und Vorzügen. Die
-meisten Romanautoren scheinen pausenlos damit beschäftigt, ihre Helden in
-den anziehendsten Farben zu malen.
-
-Ach, meine Liebe, wie weit sind sie von der Wirklichkeit entfernt!
-Betrachtet man die einen und die anderen, wie viel Unwirklichkeit entdeckt
-man in diesen Darstellungen. Ich finde viel mehr Gefallen an den Büchern
-der großen Weltreisenden, denn in ihnen lerne ich den Charakter und die
-Sitten anderer Völker kennen. Ich begriff bald, daß sie im Grund nur ein
-Spiegel unserer eigenen sind. Ich fing an, die Menschheit in ihrer
-Gesamtheit zu verstehen, aber auch die Rolle zu begreifen, welche die
-Gesellschaft bei der Bildung der einzelnen Charaktere spielt. Sodann
-beschäftigte ich mich auch mit historischen Schriften. Indem diese die
-Sitten und Gebräuche der Antike wiedergaben, erkannte ich aus ihnen, wie
-nach und nach ein bestimmtes Weltbild entstanden ist, um nach einer Weile
-neuen Erkenntnissen zu weichen. Am meisten liebte ich allerdings die Werke
-unserer Poeten. Diese erschienen mir sehr amüsant, und einige von ihnen
-sind für ewige Zeiten in meinem Gedächtnis haften geblieben.
-
-Dann eines Tages gab mir mein Vater ein Buch, das seine besondere
-Aufmerksamkeit erregt zu haben schien. »Lies es, meine liebe Laura«, sagte
-er. »Ein Genie, wie unsere Zeit nur wenige hervorbringt, hat es
-geschrieben. Es wird leicht in Deinem Gedächtnis haften. Seine Philosophie
-und elegante Sprache wird Dir gefallen. Der Mann, der es geschrieben hat,
-ist ein Meister seines Fachs, und die Ideen, die er unter dem Vorwand einer
-Fabel zu Papier gebracht hat, werden Dich faszinieren.«
-
-Zu welchem Irrtum führt uns unsere Eigenliebe und Eitelkeit doch oft! Dies
-kann nur ein aufmerksamer und gedankenvoller Beobachter erkennen. Dabei ist
-es doch eine ebenso einfache wie unveränderliche Wahrheit, daß sich alles
-in diesem Leben zu einer Kette fügt, um einer gewissen Ordnung zu folgen,
-die sowohl für die Gesamtheit des Seins als auch für den einzelnen gilt.
-Unvorhergesehene Umstände zwingen die Ideen und Handlungen der Menschen.
-Entfernte und daher kaum bemerkbare Ursachen führen zu einer Kette von
-Beziehungen, die fast immer willkürlich erscheinen. Der einzelne meint, daß
-alles von seiner Entscheidung abhänge, von der Wahl, die er für sich oder
-andere trifft, doch in Wirklichkeit entwickelt sich alles fast ohne sein
-Zutun. Natur, Charakter und Temperament sind nur das Material, aus dem der
-Ewige Beweger die Rollen formt, die er jedem einzelnen von uns zugedacht
-hat.
-
-Wenn man manche unerfreulichen Ereignisse verhindern kann, so ist das
-nichts anderes als ein gewisser Weitblick, eine Klugheit, die den Blick für
-diese Kette von Umständen schärft, die man doch nicht ändern kann und die
-selbst für jene eine unwiderstehliche Macht ist, die das Übel schaffen. Am
-weisesten ist jener, der sich dem natürlichen Lauf der Dinge überläßt. Dir,
-meine liebe Eugenie, läßt Dein Geist alles leicht erscheinen. Deine
-Sanftheit wird Dich glücklich erhalten, und Du verstehst es, Deine Freiheit
-zu bewahren, trotz der Fesseln, die man Dir auferlegt. Du genießt die
-Vergnügungen, die Du Dir erfindest und beklagst Dich nicht über jene, die
-Dir fehlen. Doch höre meine Geschichte weiter!
-
-Ich wurde älter, und gegen Ende meines sechzehnten Jahres veränderte sich
-meine Situation. Ich sah damals schon recht erwachsen aus. Meine Formen
-waren voller geworden, meine Brüste hatten an Umfang zugenommen, und ich
-bewunderte ihre reizenden Rundungen jeden Tag. Auch Lucette und meinen
-Vater ließ ich diese wundervolle Entwicklung bestaunen. Sie küßten die
-knospenden Hügel um die Wette, ich nahm ihre Hände und führte sie an meinen
-Busen, damit sie sich von der schwellenden Herrlichkeit überzeugen könnten.
-So gab ich ihnen tausend Zeichen meiner Ungeduld.
-
-Ohne jedes Vorurteil aufgewachsen, hörte ich nichts anderes als die Stimme
-der Natur. Sie allein lehrte mich. Selbst wenn ich in Lucettes Gegenwart
-badete, fühlte ich mich erregt. Ich lebte in einer sehr intimen
-Gemeinschaft mit ihr. Meistens schlief ich mit ihr; immer tat ich dies,
-wenn mein Vater abwesend war. Dann übernahm ich bei ihr seine Rolle, so gut
-dies eben möglich war. Ich umarmte sie, saugte an ihrer Zunge und ihren
-Brustspitzen, ich küßte ihre Lenden und ihren Schoß, ich liebkoste und
-kraulte ihre Liebesgrotte. Meine Finger nahmen die Stelle jenes wunderbaren
-Werkzeugs ein, mit dem ich ihr nicht dienen konnte. Dennoch gelang es mir,
-sie durch diese Bemühungen in jene lange währende wollüstige Agonie zu
-stürzen, in der sie mir so schön erschien.
-
-Meine Liebenswürdigkeit und die Zärtlichkeiten, die ich ihr erwies,
-erfüllten sie mit einer lebhaften Zuneigung für mich, die ich nur mit jener
-vergleichen kann, die Du für mich empfindest. Sie hat mich während dieser
-Zärtlichkeiten oft auf das leidenschaftlichste erregt gesehen und
-versicherte mir immer wieder, daß sie brennend gern für mich dasselbe tun
-würde, wenn es nur möglich wäre, mich ohne Gefahr für mich selbst an diesen
-Vergnügungen teilnehmen zu lassen. Sie wünschte leidenschaftlich, daß mein
-Vater sich endlich entschließen würde, mich zu nehmen, und sie malte mir
-diesen köstlichen Augenblick in den glühendsten Farben aus.
-
-»Oh, meine liebe Laurette«, sagte sie, »wenn dieser Augenblick gekommen
-ist, werden wir ein Fest feiern. Ich erwarte ihn mit Ungeduld, aber ich
-glaube, es wird nicht mehr lange dauern. Deine Brüste sind schon gerundet,
-und Deine Kleine ist hübsch behaart und von einem schönen Rot. Ich sehe es
-an Deinen Augen, die Natur wird bald eine Frau aus Dir machen.«
-
-Es dauerte tatsächlich nicht lange, so fühlte ich mich reichlich
-unbehaglich. Mein Kopf war benommen, meine Augen hatten ihre Lebhaftigkeit
-verloren, und ich litt an heftigen Krämpfen, die mir etwas völlig Neues
-waren. Endlich, nach acht oder neun Tagen, war alles vorbei, und ich fühlte
-mich so heiter wie zuvor und strahlte vor Gesundheit.
-
-Wie freute ich mich über dieses Ereignis. Ich war ganz verrückt und umarmte
-Lucette.
-
-»Meine Liebe, wie glücklich werde ich sein!« Ich fiel meinem Vater um den
-Hals und bedeckte ihn mit Küssen:
-
-»Ach, endlich«, rief ich, »befinde ich mich in dem Zustand, in dem Du mich
-so gerne sehen wolltest. Wie glücklich bin ich, daß ich Dein Verlangen
-endlich befriedigen kann! Mein einziges Glück wird es sein, Dir ganz zu
-gehören. Deine Liebe und deine Zärtlichkeit werden meine Seligkeit sein.«
-
-Er nahm mich in seine Arme und zog mich auf seine Knie, um mir die
-Zärtlichkeiten, die ich ihm erwies, wiederzugeben. Er preßte meine Brüste
-und küßte sie. Er sog an meinen blühenden Lippen, seine Zunge vermählte
-sich mit der meinen. Meine Schenkel, mein Hinterteil, ja selbst meine
-kleine Spalte, alles war der brennenden Berührung seiner Hände
-ausgeliefert.
-
-»So ist er endlich gekommen, meine reizende Laura, jener beglückende
-Augenblick, in dem Deine Zärtlichkeit und die meine sich im Strom der
-Begierde vereinen werden. Noch heute werde ich Deine Jungfernschaft nehmen
-und die Blume pflücken, die sich so herrlich entfaltet hat. Ich schulde es
-Deiner Liebe. Du mußt allerdings wissen, daß die Wonnen, die unserer
-Umarmung folgen werden, durch einige Augenblicke des Schmerzes erkauft
-werden müssen. Ich werde Dir wehtun, wenn ich Deine Rose breche, mein
-reizendes Kind.«
-
-»Was macht das schon aus? Laß mich bluten, wenn Du willst, kein Opfer wird
-mir zu groß sein. Ich begehre nichts so sehr, als Deine Lust und Deine
-Befriedigung.«
-
-Das Feuer der Leidenschaft brannte in seinen Augen wie in den meinen. Die
-liebenswürdige Lucette, die an dem wunderbaren Opfer mitwirken wollte,
-zeigte nicht weniger Rührung, als wenn sie das Opfer selbst an mir hätte
-vollziehen sollen.
-
-Sie führte mich in ein Gemach, das für den erhebenden Anlaß schon
-vorbereitet worden war. Alles Tageslicht war daraus verbannt. Ein riesiges
-Himmelbett, das ganz mit blauem Satin bezogen war, prangte inmitten der
-Spiegel, von denen es umgeben war. In der Mitte des Bettes befand sich auf
-den blauseidenen Decken ein Kissen, das gewissermaßen den Opferstein
-darstellte.
-
-Lucette verstand es ausgezeichnet, all die Vorzüge herauszustreichen,
-welche die Natur mir gegeben hatte. Sie schmückte dieses freiwillige Opfer
-mit feuerroten Strumpfbändern und einem Gürtel, der wie bei einer zweiten
-Venus meine schlanke Taille zur Geltung brachte. Meine üppig fließenden
-braunen Locken wurden gleichfalls durch ein rotes Band zusammengehalten. So
-blieb ich ganz allein in dem Raum, in dem bald das köstlichste Opfer
-stattfinden sollte. Ich betrachtete mich mit einer unbeschreiblichen
-Zufriedenheit in den Spiegeln, die den blauseidenen Bettaltar umgaben. Mein
-entblößter Körper schimmerte wie mattes Elfenbein. Meine jungen, zarten
-Brüste erhoben sich wie strahlende Früchte, die von zwei Knospen in der
-zartesten Rosenfarbe gekrönt wurden. Ein reizender goldfarbener Flaum
-bedeckte den Ansatz meiner Schenkel und warf einen köstlichen Schatten auf
-meine Liebesgrotte, die zwischen den beiden rosigen Lippen ein winziges
-Ende der Klitoris erkennen ließ. Es war, als ob sich eine Zunge begehrlich
-zwischen den beiden Lippen vorstreckte. Dazu meine schlanke Taille, meine
-zierlichen Füße, meine schön geschwungenen Beine und wohl gerundeten
-Schenkel, sowie ein Hinterteil, dessen rosige Rundungen zur Freude wie
-geschaffen schienen!
-
-Wirklich, selbst Amor hätte sich mit mir nicht messen können, wenn er mein
-Geschlecht gehabt hätte. Das war in etwa der Tenor der Elogen, mit denen
-Lucette meinem Vater gegenüber meine Schönheit pries. Ich fühlte mich
-emporgetragen von einer Woge der Trunkenheit, von einem Liebesrausch
-ohnegleichen. Wie glücklich war ich, den Mann, der mir so viel bedeutete,
-mit meinem Überfluß zu beglücken.
-
-Er prüfte und bewunderte all die Schätze, die vor ihm ausgebreitet waren.
-Seine Hände, seine Lippen brannten auf meinem Körper. In uns beiden flammte
-die Leidenschaft einer jungen Liebe auf, für die es keine Hindernisse gibt
-und die endlich den Lohn ihrer Geduld und Sehnsucht zu pflücken hofft. Ich
-hatte mir diesen Augenblick so lebhaft gewünscht und preßte den Urheber
-künftiger Freuden mit einer Leidenschaft an mich, als wollte ich ihn nie
-wieder aus meinen Armen entlassen.
-
-Lucette entkleidete ihn vollständig. Er legte mich auf das Bett, so daß
-mein Hinterteil auf dem Kissen zu liegen kam. Ich nahm die wundersame Waffe
-in die Hand, durch die meine Jungfernschaft zerstört werden sollte. Oh, wie
-liebkoste ich dieses schwellende Schwert, das nun bald gewaltsam meine Rose
-durchbohren sollte, die mit solcher Sorgfalt viele Jahre hindurch gepflegt
-worden war. Meine Phantasie brannte vor Verlangen nach diesem bedeutsamen
-Augenblick. Meine Liebesgrotte verzehrte sich nach dem holden Eindringling,
-dessen Nähe allein mich mit einem wundervollen Feuer der Begeisterung
-erfüllte. Wir hielten uns umschlungen und lagen einer auf dem anderen.
-Unsere Lippen, unsere Zungen vermählten sich. Ich wußte nicht mehr, was ich
-tat, sondern schlang meine Beine um seine Lenden, und während ich ihm
-entgegenkam, durchbohrte er mich mit einem einzigen schnellen Stoß. Der
-heftige Schmerz, den ich in diesem Augenblick empfand, entriß mir einen
-Schrei, der ihn von seinem Sieg überzeugte.
-
-Lucette, die ihre Hand geschickt zwischen uns schob, begann mich zu
-liebkosen, während ihre andere Hand meine Lenden streichelte. Der Schmerz
-mischte sich mit Wollust, so wie sich der holde Tau der Lust mit meinen
-Blutstropfen mischte. Ich fühlte eine zarte und unaussprechliche Wonne in
-mir aufsteigen und versank in einen Abgrund der Lust. Kraftlos lag ich in
-den Armen des Geliebten und fühlte mich sterben, während ich die
-unaussprechlichsten Wonnen, eine subtile Art von Qual erlitt, die mir heute
-noch unbeschreiblich erscheint.
-
-Welch wundervoller Zustand! Neue Zärtlichkeiten riefen mich wieder ins
-Leben zurück. Er küßte mich, seine Hand liebkoste meine Brüste und meine
-Liebesgrotte, er spreizte meine Beine in die Luft, um sein Werk zu
-besichtigen. Ich faßte währenddessen nach seinem Instrument, das unter
-meinen Liebkosungen sofort seine ursprüngliche Festigkeit wieder annahm.
-Und alsbald ging er wieder an meine Eroberung. Noch war das schmale
-Pförtchen nicht leicht zu durchbrechen, doch die immer liebenswürdige
-Lucette besänftigte mich durch ihre Liebkosungen, und ich versank von neuem
-in jene wollüstige Apathie, die ich eben kennen gelernt hatte.
-
-Der Mann, der mein Vater gewesen und nun mein Liebhaber war, nahm voller
-Stolz über seine Eroberung und bezaubert von dem Opfer, das ich ihm
-dargebracht hatte, das Kissen, auf dem dieses Opfer vollzogen worden war --
-es zeigte die Spuren des vergossenen Blutes und betrachtete diese Trophäe
-seines Sieges liebevoll.
-
-»Meine Laura, geliebtes und liebenswürdiges Kind«, sagte er schließlich,
-»Lucette hat Deine Lust gesteigert. Erscheint es Dir da nicht gerecht, daß
-wir sie nun daran teilnehmen lassen?«
-
-Ich umschlang ihren Hals und zog sie auf das Bett. Er nahm sie in die Arme
-und zog mich an ihre Seite. Ich schürzte ihre Röcke und fand sie darunter
-ganz feucht. »Ah, wie feucht Du bist, meine Liebe! Ich werde Dein Vergnügen
-erhöhen, wenn ich es kann.« Ich nahm seine Hand und ließ ihn einen Finger
-in ihre Grotte stecken, wo er Kommen und Gehen spielte, während ich sie
-kitzelte. Sie zögerte nicht, in dieselbe wollüstige Ekstase zu verfallen,
-die ich vorhin so glücklich an mir erfahren hatte.
-
-O meine geliebte Eugenie, wie wundervoll war dieser Tag für mich! Ich
-gestehe Dir, meine teure Freundin, es war der schönste Tag meines Lebens
-und zugleich der erste, an dem ich die Wonnen der Liebe in ihrem vollen
-Umfang erfahren habe. Selbst wenn ich heute daran denke, überkommt mich ein
-wollüstiger Schauer, den ich Dir nicht beschreiben kann.
-
-In dem Raum herrschte eine angenehme Wärme. Ich fühlte mich so, wie ich
-war, unendlich wohl, und hatte kein Bedürfnis, mich wieder anzuziehen. Ich
-befand mich in einer Art von süßem Wahnsinn und wollte, nackt wie ich war,
-mit meinen beiden Lieben soupieren. Die wachsame Lucette hielt die
-Dienerschaft fern. Sie war liebenswürdig genug, uns ganz allein zu
-bedienen, nachdem sie die Türen sorgfältig verschlossen hatte. Ich wollte,
-daß auch sie sich in diesem Zustand sehen ließ, und entkleidete sie
-eigenhändig. Ah, wie reizend erschien sie mir. Wir setzten uns zu Tisch.
-Mein Geliebter saß zwischen uns und wurde von uns beiden mit Zärtlichkeiten
-verwöhnt, die er uns bereitwillig wiedergab.
-
-Bald waren wir aufs Neue entflammt. In einem so erregten Zustand war es nur
-verständlich, daß sich die geliebte Waffe, der ich mich vorhin so tapfer
-unterworfen hatte, wieder in ihrer vollen Stärke aufrichtete. Die
-Tafelfreuden verloren bald alles Interesse für uns, und wir eilten zu
-unserem geliebten Bett. An diesem Tag, der einzig und allein mir gewidmet
-war, empfand ich noch einmal die vollen Wonnen der Liebe.
-
-Mein Geliebter legte sich an meine linke Seite, seine Schenkel unter den
-meinen, die ich geöffnet hielt. Kräftig pochte seine Lanze an meinen
-Eingang. Lucette nahm meinen Kopf zwischen ihre Knie. Ihre reizende Kleine
-war direkt vor meinen Augen. Ich streichelte und kitzelte sie und liebkoste
-ihr Hinterteil, das munter in die Luft ragte. Ihr Leib berührte meine
-Brüste, ihre Schenkel waren zwischen meinen Armen. Wir glühten alle drei
-vor Begierde. Sie öffnete meine Schamlippen, die von einem lebhaften Rot
-waren, und versah mich mit jenem köstlichen Schwamm, der meinen Geliebten
-in die Lage versetzen sollte, sich ohne alle Scheu in mich zu ergießen. Es
-schmerzte mich ein wenig, als ihn Lucette mit behutsamen Fingern in mich
-einführte, ich litt. Doch ertrug ich diesen Schmerz in der Hoffnung auf
-eine höchst erfreuliche Sensation. Lucette selbst bahnte dem köstlichen
-Instrument den Weg. Es drang mühelos ein, während sie mich kitzelte. Ich
-leistete ihr währenddessen einen ähnlichen Dienst, während die Finger
-meines Geliebten in Lucettes Grotte spielten. Er wiederholte dabei die
-Bewegungen, die sein Instrument in mir vollführte. Ah -- all diese
-Variationen, diese Stellungen, diese Vielfalt von Sensationen! Wir fühlten,
-wie die Lust über uns zusammenschlug. Halb ohnmächtig vor Lust verströmten
-wir uns beinahe gleichzeitig. Danach waren wir wohlig ermattet. Lucette
-stand auf, um Ordnung zu machen, und als sie damit fertig war, legten wir
-uns alle in ein Bett und schliefen aneinandergeschmiegt ein. Diese Nacht
-war in meiner Vorstellung mehr als der festlichste Tag.
-
-Ach, liebe Eugenie, warum übertrifft die Einbildungskraft die Wirklichkeit
-immer wieder, wo diese allein doch unser Glück ausmachen kann? Ich glaubte
-natürlich, daß nun alle Tage wie dieser eine sein würden, doch mein
-väterlicher Geliebter, der weiterhin über meine Gesundheit wachte, machte
-mir anderntags folgende fatale Eröffnung: »Meine teure Laurette, ich kann
-Dir nicht verbergen, daß ich etwas tun muß, das uns allen schmerzlich sein,
-wird. Dein Temperament ist noch nicht gefestigt genug, als daß ich Dich ihm
-überlassen könnte, und Du bist mir viel zu teuer, als daß ich Dir nicht
-alle Aufmerksamkeit widmen würde, deren ich fähig bin. Währenddessen wirst
-Du nur unsere Zärtlichkeiten genießen. Du wirst in gewisser Weise an
-unseren Vergnügungen teilnehmen, aber nur ab und zu wird Dir eine Nacht wie
-diese vorbehalten sein; Du wirst sie ebenso angenehm finden wie die heutige
-und wirst sie natürlich mit Ungeduld erwarten. Wenn Du mir gefallen willst,
-wirst Du Dich diesen Entschlüssen widerstandslos und mit Freuden fügen.«
-
-Diese Worte waren ein sicheres Mittel, zu erreichen, daß ich mich mit
-meiner Lage ohne Murren abfand. Glaube nicht, meine Liebe, daß ich dabei
-Eifersucht empfunden hätte.
-
-
-
-
-4. Kapitel
-
-
-Ich fügte mich also dem Willen meines väterlichen Geliebten. Ah, teure
-Eugenie, wie gut habe ich daran getan! Nach der neunzehnten oder
-zwanzigsten derartigen Soiree verließ uns zu unserem Kummer unsere teure
-Lucette. Ihr Vater, der in der Provinz weilte, rief sie zu sich. Eine
-gefährliche Krankheit ließ ihn ihre Rückkehr vor seinem Tod ersehnen. Ihre
-Abreise verursachte uns einen leidenschaftlichen Schmerz, und unsere Tränen
-mischten sich mit den ihren. Ich für meinen Teil konnte mein Schluchzen
-nicht zurückhalten. Nur die Hoffnung, sie bald wieder zu sehen, konnte mich
-trösten. Aber kurz nach dem Tod ihres Vaters verfiel sie selbst in eine
-langwierige Krankheit, die ihr viele Schmerzen verursachte. Ihr Vater hatte
-gewisse Heiratspläne mit ihr gehabt, und auch ihre Verwandtschaft redete
-ihr zu, doch sie wollte nichts davon hören. Sie schrieb, der Unterschied
-zwischen meinem Vater und den Männern, die ihr den Hof machten, sei zu
-groß. Sie wollte nicht in eine Hochzeit willigen und sehnte sich danach, zu
-uns zurückzukehren. Doch ihre Mutter und ihre Verwandtschaft überredeten
-sie schließlich, und sie stimmte zu, nachdem sie meinen Vater, dem sie in
-allen Dingen ihr Vertrauen schenkte, um Rat gefragt hatte. Er riet ihr zu,
-eine an sich günstige Partie nicht auszuschlagen. Mein Vater fühlte sich
-immer verpflichtet, den Vorteil derer im Auge zu haben, die ihm vertrauten.
-Er hätte es ohne Zweifel für ein Zeichen der Schwäche gehalten, wenn er
-anders gehandelt hätte. Doch diesmal brachte sein Rat Unheil. Lucette starb
-an den Folgen ihrer ersten Niederkunft.
-
-Indes, ich greife den Ereignissen voraus. Lucettes Abreise hatte mich
-melancholisch gestimmt, doch tröstete ich mich rasch in den Armen meines
-väterlichen Geliebten. Die Krankheit, in die Lucette verfiel, brachte ihn
-dazu, meine Gesundheit mit der größten Aufmerksamkeit zu überwachen. Ich
-hielt mich in allem an seine Ratschläge, denn ich setzte das allergrößte
-Vertrauen in ihn. Er entfernte sich kaum je von mir und überwachte mich
-dauernd, weil er wußte, daß mir mein leidenschaftliches Temperament zu
-schaffen machte.
-
-Bald nach Lucettes Abreise traf er einige Veränderungen in seinem
-Appartement. Man konnte nur noch in mein Zimmer gelangen, indem man das
-seine durchquerte. Er hatte der Dienerschaft ernsthaft eingeprägt, daß sie
-keinen anderen Eingang benutzen durfte. Unsere Betten standen an derselben
-Wand, die er durchbrechen und durch eine Art von Paravent hatte ersetzen
-lassen. Dieser konnte jederzeit entfernt werden, doch das war unser kleines
-Geheimnis, und nur wir kannten den Trick, der die scheinbare Wand,
-zurückweichen ließ. Den Schlüssel zu meinem Zimmer hatte eine Frau, die er
-an Lucettes Stelle aufgenommen hatte, die uns aber in allem nur eine
-Dienerin war.
-
-Wenn wir sicher sein konnten, nicht mehr gestört zu werden, schob ich die
-Spanische Wand zurück und eilte in seine Arme. Dann verbrachte ich eine
-süße und glückliche Nacht mit ihm, die von einem zumeist erfreulichen Tag
-abgelöst wurde.
-
-Während einer dieser bezaubernden Nächte lehrte er mich eine neue Art des
-Vergnügens kennen, von der ich bisher keine Ahnung gehabt hatte.
-
-»Meine liebe Laura«, sagte er, »Du hast mir Deine Erstlingsblüte geschenkt,
-aber Du hast noch eine andere Jungfernschaft, und die wirst Du mir nicht
-verweigern, wenn Du mich noch immer liebst.«
-
-»Ah, und wie ich Dich liebe! Was ist es, mon cher? Laß es mich wissen! Wie
-glücklich bin ich, daß ich Dir noch etwas geben kann!«
-
-»Mein reizendes Kind -- wie sehr du mich glücklich machst. Die Natur und
-die Liebe selbst haben all Deine Grazie geschaffen und Dich mit den
-wollüstigen Empfindungen erfüllt, die uns beiden so teuer sind. Sie haben
-Deinem Körper die liebenswürdigsten Reize verliehen und all seine Teile zum
-Gegenstand unseres Begehrens gemacht. Glaube mir, für einen Mann, der eine
-schöne Frau anbetet und sich von ihr wieder geliebt weiß, wird ihr Mund,
-werden ihre Hände, ihre Brüste, ja selbst ihre Achselhöhlen und ihr Hintern
-genauso wie ihre Vagina zum Sitz der Wollust.«
-
-»Ah, ich verstehe. Nun, wohl. Du bist mein Meister, und ich folge in allem
-deinen Begierden. Wähle also!«
-
-Er ließ mich auf meiner linken Seite liegen, und zwar so, daß ich ihm meine
-Lenden zuwandte. Dann führte er den Kopf seines erigierten Gliedes
-vorsichtig an die kleine Öffnung und begann ganz sanft einzudringen. Der
-Weg war eng, aber die ungewohnte Berührung verursachte mir doch ein
-Vergnügen besonderer Art.
-
-Ich stützte mein rechtes Bein auf sein Knie, und er kitzelte mich und ließ
-seinen Finger von Zeit zu Zeit in meiner Liebesgrotte spielen. So empfand
-ich einen höchst leidenschaftlichen und wirkungsvollen Kitzel. Als er
-merkte, daß ich mich dem Gipfel der Lust näherte, beschleunigte er seine
-Anstrengungen, und ich tat desgleichen. Ich fühlte mich tief in meinem
-Innern von einer heißen Quelle benetzt, und dies verursachte mir eine
-leidenschaftliche Wollust. Ich empfand ein köstliches und unbeschreibliches
-Gefühl, das allen empfindsamen Teilen meines Körpers zu entquellen schien.
-Ah, all diese Wonnen verdankte ich diesem herrlichen, starken und doch
-vorsichtigen Instrument, das dem Mann gehörte, den ich so leidenschaftlich
-liebte.
-
-Er teilte meine Wonnen.
-
-»Welch ein wundersames Vergnügen, meine liebste Laurette! Und Du -- sag,
-wie fühlst Du dich? Wenn ich der Leidenschaft glauben darf, die Du mir eben
-bewiesen hast, hast Du nicht weniger als ich empfunden.«
-
-»Gewiß nicht, mon cher. Welch unendliche, unaussprechliche und neue Wonnen
-habe ich eben kennen gelernt! Nie habe ich geglaubt, daß sich die
-wollüstigen Empfindungen so vervielfältigen lassen.«
-
-»Gut, mein Kind. Beim nächsten Mal werde ich Dir noch mehr Wonnen bereiten
-und mich gleichzeitig eines Godmiche bedienen.«
-
-»Was ist ein Godmiche?« fragte ich neugierig.
-
-»Das wirst Du sehen, mein Kind. Aber wir müssen damit bis zum nächsten Mal
-warten. Für heute ist es genug.«
-
-Am folgenden Tag sprach ich von nichts anderem. Ich wollte diesen
-rätselhaften Gegenstand gar zu gern sehen. Ich drängte ihn, mir diesen zu
-zeigen, und schließlich stimmte er zu. Ich war recht verwundert, denn ich
-hatte gehofft, daß er ihn noch am selben Abend ausprobieren und mir so eine
-neue Lektion der Lust erteilen würde.
-
-Meine liebe Eugenie, ich werde eines Tages mit dir dasselbe tun, was mein
-väterlicher Geliebter schließlich mit mir getan hat. Doch ich kann Dir das
-nicht beschreiben, ohne daß ich wieder eine unserer intimen Szenen vor
-Deinen Augen ausbreite. Ich bedaure, daß ich dieses prächtige Instrument
-bisher nicht für unsere Zärtlichkeiten verwendet habe. Ich würde dann mit
-großem Vergnügen die Rolle eines zärtlichen Liebhabers bei Dir gespielt
-haben. Aber ich werde nicht vergessen, eines mitzubringen, wenn ich wieder
-in Deine Arme eilen kann.
-
-Trotz der langen Pausen, die mein Vater zwischen unsere Vergnügungen legte,
-gab es keine Variation der Wollust, die er mir nicht gezeigt hätte. Er
-hatte es dabei leicht, denn ich liebte ihn mit aller Leidenschaft, deren
-ich fähig war, und ich war bereit, auf all seine Wünsche einzugehen.
-Manchmal legte er sich auf mich, seinen Kopf zwischen meinen Schenkeln und
-meinen zwischen seinen Knien.
-
-Seine heißen Lippen liebkosten meine Liebesgrotte, sie saugten an meiner
-Klitoris, und dann ließ er auch seine Zunge auf dem Weg unserer Wollust ein
-wenig vordringen. Er kitzelte meine Klitoris, bis ich vor Wonne halb
-bewußtlos war, und führte gleichzeitig seinen Finger oder den bewußten
-Godmiche in meiner Lustgrotte spazieren, während ich den Kopf seines
-Gliedes mit Zunge und Lippen liebkoste. Ich umschloß dieses herrliche
-Instrument mit meinem Mund, ich kitzelte es mit meiner Zungenspitze und
-nahm es im nächsten Moment so tief in mich auf, als ob ich es verschlingen
-wollte. Ich kitzelte und preßte seine Hoden, seine Schenkel, sein
-Hinterteil. Alles das ist höchst beglückend und wollüstig, vorausgesetzt,
-daß es von einer so zärtlichen Liebe diktiert wird wie von der, die ich für
-meinen Geliebten empfand.
-
-So war also das Leben, das wir nach Lucettes Abreise zusammen führten.
-Schon waren acht oder neun Monate seither vergangen. Die Erinnerung und der
-unglückliche Zustand, in dem sich das liebenswürdige Mädchen befand, war
-der einzige Schatten, der auf diese glücklichen Tage fiel, die angefüllt,
-waren mit der Seligkeit einer ersten Liebe. Ich lebte von den kostbaren
-Augenblicken, in denen ich in den Armen dieses zärtlichen und
-liebenswürdigen Mannes lag und ihn unter meinen Küssen und Liebkosungen
-hinschmelzen fühlte. Er liebte mich unbeschreiblich. Meine Seele war mit
-der seinen vereint. Es ist mir unmöglich, die vollkommene Harmonie unserer
-Gefühle auch nur annähernd zu beschreiben.
-
-Aber, meine teure Eugenie, was wirst Du von Deiner Freundin denken, wenn Du
-ihr folgendes Geständnis hörst? Welch neue Szenen wirst Du zu sehen
-bekommen? Bis zu welchem Grad von Extravaganz vermag nicht die Phantasie
-vorzudringen? Was sollte sich ihren Launen und Kaprizen in den Weg stellen?
-
-Wenn das Herz immer dasselbe ist, wenn es von den beständigsten Gefühlen
-belebt und erfüllt wird, wie ist es dann möglich, daß die
-leidenschaftlichsten Begierden einem Phantom nachjagen, das wir uns selbst
-geschaffen haben? Ist es möglich, daß unser Verlangen uns vorwärts treibt,
-einem unbekannten Ziel entgegen, ohne daß wir uns zurückzuhalten
-vermöchten? Ich bin ein erstaunliches Beispiel dafür. Soll ich Dir dieses
-Geständnis überhaupt machen? Ja, ich will es tun, denn es gibt nichts, was
-ich der Freundin meines Herzens verbergen möchte.
-
-Zwar erröte ich dabei, doch immerhin! Du wirst daraus die tiefe Güte und
-das lebhafte Verständnis ersehen können, das mein väterlicher Liebster für
-mich hegte. Die Gerechtigkeit seines Geistes und seine Seelenstärke sind in
-gleicher Weise bewundernswert. Ich habe erst damals begriffen, wie sehr
-dieser wundervolle Mann meine Liebe und Zuneigung verdiente. In demselben
-Haus, in dem wir lebten, vegetierte eine alte, verwitwete Betschwester, die
-glaubte, sie könne ihre Tage nicht besser verbringen, als wenn sie
-sämtliche Kirchen im Umkreis besuchte.
-
-Sie hatte drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Der älteste war in der
-schlechten Gesellschaft, in der er zu verkehren pflegte, ganz entartet. Wir
-kannten ihn kaum vom Sehen. Er spielte mit dem, was er von seinem Vater
-geerbt hatte, den Verschwender. Sein Bruder, der viel jünger war, hatte
-sein sechzehntes Lebensjahr gerade vollendet, als er die Schule verließ, um
-bei seiner Mutter zu leben. Er war ein hübscher Junge, frisch wie Amor
-persönlich, dazu immer heiter und von einem liebenswürdigen Charakter. Die
-beiden hatten eine reizende Schwester, die damals etwa fünfzehn Jahre alt
-war.
-
-Teure Eugenie, stell Dir eine hübsche kleine Brünette vor, von lebhaftem
-Teint und mit strahlenden Augen. Ein reizendes Näschen, ein lieblicher Mund
-und eine schlanke Taille vervollständigen ihre Reize. Sie war, wie gesagt,
-klein von Wuchs, aber von einer überquellenden Lebendigkeit, ein wenig
-närrisch und unter einer sanften Oberfläche den Leidenschaften der Liebe
-zugetan. Dazu war sie höchst diskret in allem, was ihr Vergnügen anging.
-
-Sie machte sich jeden Tag über die Belehrungen lustig, die ihre
-frömmlerische Mutter ihr gab. Ich hatte mich bald nach Lucettes Abreise mit
-ihr angefreundet und dadurch auch die Bekanntschaft des jüngeren ihrer
-Brüder gemacht. Die beiden begannen mich ziemlich regelmäßig zu besuchen,
-und bald verging kein Tag, an dem wir nicht zusammen waren. Ihre Mutter
-schien darüber recht zufrieden. Ich weiß, daß sie mich -- in Verkennung der
-Tatsachen ihrer Tochter beständig als ein Beispiel hinstellte.
-
-Es stimmt allerdings, daß ich dank der ausgezeichneten Erziehung, die ich
-genossen hatte, einen recht gesetzten Eindruck machte. Es ist schon sehr
-merkwürdig, meine teure Eugenie, aber unsere Leidenschaften vermindern
-unsere Reputation, wenn die Unklugheit sie erraten läßt. Nichts schadet dem
-guten Ruf einer Frau mehr als ihre Koketterie und Freizügigkeit. Hingegen
-kann sich eine vorsichtige Frau, die nach außen hin die Fromme und Gesetzte
-spielt, so gut wie alles erlauben. Sie wird ihren guten Ruf ohne jeden
-Makel behalten, wenn sie ihre Liebesabenteuer mit dem Schleier des
-Geheimnisses bedeckt. Noch besser, wenn sie ihrer Zunge einen Zaum anlegt
-und sich über das Benehmen ihrer Mitschwestern ausschweigt. Kurz und gut,
-nicht die Taten, sondern die Manieren einer Frau entscheiden darüber, ob
-sie als ehrbar gilt oder nicht.
-
-Ich bemerkte natürlich, daß mein Vater meine neuen Freunde mit
-Aufmerksamkeit beobachtete, und zwar sowohl den jungen Vernol als auch
-dessen Schwester.
-
-Er sagte mir, daß Rose für ihr Alter viel zu wissen scheine. Wenn sie auch
-unzweifelhaft noch keine Gelegenheit gehabt hatte, die Genüsse voll
-auszukosten, die ich kennen gelernt hatte, so würde sie doch höchst
-begierig sein, sie kennen zu lernen. Davon konnte ich mich leicht
-überzeugen. Wir scherzten von da an häufig zusammen und trieben allerlei
-Neckereien. Ich kam zu derselben Erkenntnis wie mein Vater, soweit es Rose
-betraf. Über Vernol sagte er wenig.
-
-Meine Talente hatten sich inzwischen immer mehr vervollkommnet. Ich war
-musikalisch und verstand ausgezeichnet auf der Harfe zu spielen, ich sang
-mit Geschmack, deklamierte mit Intelligenz und hatte einen geselligen Kreis
-um mich, in den ich Rose und Vernol aufnahm. Der Junge fand
-bezeichnenderweise zahlreiche Gelegenheiten, mir seine Vorliebe für mich zu
-beweisen. Er suchte mich und folgte mir unablässig. Wir spielten Theater,
-und er brachte seine Rolle mit Leidenschaft zu Gehör. Ich sprach mit meinem
-Vater darüber, und ich machte mich ein wenig über ihn lustig, aber in einem
-Ton und mit einem Lächeln, welches diesem großen Menschenkenner deutlich
-verraten mußte, daß ich an meinem neuen Verehrer Gefallen fand.
-
-»Das habe ich vom ersten Augenblick an bemerkt«, sagte mein Vater, als ich
-wieder einmal davon sprach. »Seine Augen, seine geröteten Wangen verraten
-ihn, wenn er in Deiner Nähe ist. Nun, meine Liebe, aber wie steht es mit
-Dir? Da Du weißt, daß er in Dich verliebt ist, welches Gefühl hegst Du für
-ihn?«
-
-Ich war mir darüber nicht ganz im Klaren und glaubte, daß ich für Vernol
-keine anderen Gefühle hegte als jene, die für gewöhnlich mit dem hübschen
-Namen Freundschaft bezeichnet werden. Doch die Frage meines Vaters machte
-mich nachdenklich, und ich beobachtete mich schärfer. Bald fand ich heraus,
-daß Vernols Gegenwart mich erregte und daß ich ihn vermißte, wenn er nicht
-mit seiner Schwester gekommen war. Ich fragte dann Rose ganz unschuldig, wo
-ihr Bruder geblieben sei. Ich wunderte mich selbst über diese Vorliebe, die
-meinem Herzen so gar nicht entsprach.
-
-Allerdings gefiel mir sein Äußeres, und ich muß gestehen, auch seine
-Sanftheit und die Standhaftigkeit, mit der er mich bewunderte, schmeichelte
-mir nicht wenig.
-
-Aus der Miene meines Vaters hätte ich leicht bemerken können, daß er etwas
-in mir entdeckt hatte, daß ich mir selbst nicht einzugestehen wagte. Er
-sprach nicht darüber, und ich liebte ihn mehr denn je. Meine Leidenschaft
-und meine Vorliebe für ihn verminderten sich nicht im Geringsten. Von
-Kindheit an zur Wahrhaftigkeit erzogen, kannte ich nicht die mindeste
-Verstellung.
-
-Man sagt, daß die Frauen von ihrer Natur her falsch seien. Aber ich glaube,
-daß diese vermeintliche Falschheit nur eine Folge ihrer Erziehung ist. Zu
-guter Letzt entschloß ich mich, alles für diesen liebenswürdigen und
-zärtlichen Freund zu opfern und die Nachstellungen dieses hübschen Jungen
-in Zukunft zu vermeiden. Ich hatte die Übereinstimmung der Gefühle, die ich
-für meinen Vater und auch für Vernol hegte, noch nicht begriffen. Doch die
-zwiespältige Verfassung, in der ich mich befand, verriet mir wohl, daß
-etwas in mir im Gange war. Du kannst Dir diesen inneren Zwiespalt schwer
-vorstellen, meine Liebe. Man muß ihn fühlen, um ihn zu kennen. Mein Vater,
-der meine Verfassung wohl bemerkt hatte und sich darüber Gewißheit
-verschaffen wollte, stellte mich auf eine Probe, ohne daß ich es bemerkt
-hätte.
-
-»Laura, einige Deiner Freunde verursachen mir Unbehagen«, eröffnete er mir
-eines Tages. »Ich möchte, daß Du Rose und ihren Bruder nicht wiedersiehst.«
-Ich zögerte keinen Augenblick, sondern warf mich in seine Arme: »Ich stimme
-dem gerne zu, mein Liebster. Komm, wir wollen dieses Haus aufgeben und auf
-das Land ziehen, dann werden wir den beiden nicht mehr begegnen. Laß uns
-morgen schon aufbrechen, Du wirst mich bereit finden!«
-
-Ich beeilte mich tatsächlich, meine Koffer zu packen, und ich blieb damit
-beschäftigt, bis er mich rief. Er nahm mich auf seinen Schoß und sagte,
-während er mich umarmt hielt: »Meine liebe Laurette, ich bin von Deiner
-Zärtlichkeit und Zuneigung sehr angetan. Deine trockenen Augen verraten
-mir, daß Du sie ohne Schmerzen verlassen wirst. Doch gestehe mir, macht es
-Dir wirklich nichts aus? Öffne mir Dein Herz, denn ganz bestimmt ist es
-nicht die Furcht, die Deine Entschlüsse beeinflußt. Du hast keinen Grund,
-mich zu fürchten.«
-
-Immer wahrhaft und ehrlich gegen meinen Vater, verbarg ich auch diesmal
-nichts vor ihm.
-
-»Nein, ganz bestimmt ist es nicht die Furcht, die mich lenkt. Seit langem
-schon empfinde ich keine Furcht vor Dir. Nur das Gefühl allein leitet mich.
-Dieser Vernol hat es verstanden, mir eine gewisse Vorliebe für ihn
-einzuflößen, deren Ursache ich mir nicht erklären kann. Doch mein Herz, das
-dir allein gehört, zögert keinen Augenblick, sich zu entscheiden. Ich will
-ihn nicht wiedersehen!«
-
-»Mein geliebtes Kind, ich kenne die Aufrichtigkeit Deiner Gefühle für mich,
-und ich bin darüber sehr glücklich. Vernol erweckt in Dir gewisse
-Vorstellungen, die Deine Phantasie bewegen. Du findest ihn deshalb
-angenehm. Aber Du kennst meine Zärtlichkeit für Dich und weißt, daß Du
-nicht aufhören kannst, mich zu lieben. Das ist alles, was ich von dir
-erhoffe. Geh nur, ich bin nicht eifersüchtig auf dieses Herz, dessen Besitz
-mir so sicher ist.«
-
-Diese Worte beruhigten mich, und ich fühlte mich überströmen vor
-Zärtlichkeit für diesen wundervollen Mann, der all meine Besorgnisse zu
-zerstreuen verstand. Ich warf mich vor ihm auf die Knie und küßte seine
-Hände, die ich mit meinen Tränen benetzte. Mein Schluchzen machte es mir
-beinahe unmöglich, die rechten Worte zu finden.
-
-»Mein Liebster, ich liebe Dich, ich bete Dich an, nichts und niemanden
-liebe ich so wie Dich! Meine Seele, mein Herz, alles ist von Dir erfüllt!«
-
-Er war von meinem leidenschaftlichen Ausbruch gerührt, hob mich auf, preßte
-mich an sein Herz und bedeckte mich mit seinen Küssen.
-
-»Beruhige Dich, mein allerliebstes Kind. Glaubst Du wirklich, daß ich die
-Natur und ihre unabänderlichen. Gesetze so wenig kenne? O nein, ich bin
-nicht so ungerecht. Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten haben in mir erst
-diese zärtliche Zuneigung ermöglicht, die ich für Dich empfinde. Es ist
-Zeit, daß auch Du es lernst, dir ein Urteil zu bilden. Ich verspreche Dir,
-Du wirst die Gesellschaft dieses Vernol genießen. In meinen Grundsätzen
-gefestigt und erfüllt von meinen Ideen, wirst Du auch nach meinen
-Erkenntnissen handeln. Übrigens ist er hübsch und liebenswürdig, wie ich
-zugeben muß. Und wenn Du diese gewissen Gefühle nicht für ihn empfändest,
-nun, so wäre es irgendein anderer. Ich werde mich also dreinfügen.«
-
-Doch nach diesem Gespräch war meine Vorliebe für Vernol abgeschwächt. Wenn
-ich ehrlich sein will und Dir alles sagen soll, so war es mehr die
-Zustimmung meines Vaters, die Neugier und mein leicht erregbares
-Temperament, was meine begehrliche Phantasie lebendig hielt.
-
-Diese wurde von meinem Vater übrigens noch begünstigt. Wenige Abende
-später, als ich in seinen Armen lag, sagte er zu mir: »Liebe Laurette,
-morgen wirst Du Roses Mutter besuchen und sie bitten, daß sie ihrer Tochter
-erlaubt, den Tag mit Dir zu verbringen. Sag ihr, sie soll nicht beunruhigt
-sein, wenn sie des Abends ausbleibt, ihr würdet einen Landausflug machen
-und erst morgen zurückkehren.
-
-In Wirklichkeit werdet ihr den Tag und den Abend hier verbringen. Du wirst
-den ganzen Tag mit ihr allein sein und kannst Dir dann leicht ein Urteil
-über die Ehrlichkeit ihrer Gedanken und über ihren Charakter machen. Sie
-scheint zu Dir Vertrauen zu haben und Freundschaft für Dich zu empfinden.
-Du wirst bald mehr darüber wissen und mir alles sagen.«
-
-Ich glaubte in diesem Moment, daß er mit diesem Plan einen gewissen Zweck
-verfolgte, doch ich hatte es gelernt, in allem seinen Ideen zu folgen und
-mich allem, was er je plante, zu unterwerfen. Ich glaubte, daß Rose
-ebensoviel wußte wie ich selbst.
-
-Im Übrigen wurde alles so gemacht, wie wir es abgesprochen hatten. Sie kam,
-und wir schlossen uns ganz und gar von der Welt ab. Wir verbrachten den Tag
-mit all den reizenden kleinen Torheiten, welche zwei junge Mädchen, deren
-Herz voll ist von unklaren Gefühlen, sich nur ausdenken können. Ich neckte
-sie, und sie tat mit mir desgleichen. Ich enthüllte ihren Busen und ließ
-meinen Vater ihre hübschen Brüste küssen. Ihr niedliches Hinterteil, ja
-selbst ihre kleine Spalte wurde Gegenstand meiner Neckereien. Wir hielten
-einander umschlungen. Sie kicherte und lachte, und jedes Mal, wenn ich mir
-etwas Neues ausdachte, wehrt sie sich zunächst, aber ihre geröteten Wangen
-und ihre lebhaft funkelnden Augen verrieten, wie erregt sie war.
-
-Wir soupierten, und selbst während des Essens schonte ich sie nicht. Ich
-schürte das Feuer, das schon in ihr brannte, kräftig. Nachher setzten wir
-unser Geplänkel fort. Ich bat sie, sich mit dem Gesicht nach unten auf
-einen Diwan zu legen, und dann schob ich ihre Röcke nach oben. Ihr
-entblößter Hintern bot uns einen höchst erfreulichen Anblick.
-
-Mein Vater versetzte ihr einige leichte Schläge mit der Hand und ermutigte
-mich, mich für die Neckereien zu rächen, die sie vorhin mit mir getrieben
-hatte. Ich wollte mich von der Wirkung unseres Treibens überzeugen und fand
-sie ganz feucht. Sie mußte ein heftiges Vergnügen empfunden haben.
-Schließlich gingen wir in mein Zimmer, um uns für die Nacht vorzubereiten.
-
-Kaum erblickte sie mich im Hemd, da zog sie es mir auch schon aus. Ich tat
-mit ihr desgleichen, und lachend stürzten wir uns ins Bett. Sie küßte mich,
-faßte nach meinen Brüsten und liebkoste meine Spalte. Ich begann ein höchst
-reizvolles Fingerspiel, als ich merkte, wie sehr sie sich danach sehnte,
-und ich täuschte mich nicht. Sie spreizte die Beine, und ihre Bewegungen
-verrieten mir die Heftigkeit ihrer Empfindungen. Schließlich ließ ich
-meinen Finger tiefer in sie gleiten, und die Leichtigkeit, mit der dies
-geschah, überzeugte mich davon, daß sie -- in diesem zarten Alter! -- keine
-Jungfrau mehr war.
-
-Ich brannte natürlich vor Begierde zu erfahren, wie sie ihre Jungfernschaft
-verloren hatte. Ich wollte sie gerade fragen, als mein Vater ins Zimmer
-kam, um uns zu umarmen, ehe er seinerseits zur Ruhe ging. Rose warf mit
-einer raschen Bewegung die Decken beiseite, die uns verhüllten. Er hatte
-offenbar nicht erwartet, uns beide nackt zu sehen. Unsere Hände befanden
-sich noch immer am Sitz aller Wollust. Sie schlang ihre Arme um seinen
-Hals, hielt ihn fest und veranlaßte ihn, meinen Busen zu küssen. Ich blieb
-meinerseits nicht untätig und sorgte dafür, daß er bei ihr dasselbe tat.
-Ich faßte nach seiner Hand und ließ sie auf ihrem hübschen, entblößten
-Körper spazieren gehen. Ich hielt diese liebenswürdige Hand in ihrer Grotte
-fest, er geriet in Erregung, doch dann verließ er uns rasch und wünschte
-uns viel Vergnügen.
-
-Es ging schon gegen zehn, als er am anderen Morgen in unser Zimmer kam. Er
-weckte uns mit Küssen und Zärtlichkeiten und fragte uns, ob wir eine
-angenehme Nacht verbracht hätten. »Wir sind noch lange, nachdem Du uns
-verlassen hast, wach geblieben. Du hast ja gesehen, in welcher Stimmung wir
-uns befanden«, gab ich zur Antwort.
-
-Rose, deren Wangen noch rosig vom Schlummer waren, errötete und legte mir
-den Finger auf den Mund. Doch ich wehrte sie ab: »Nein, nein, meine Liebe,
-Du kannst mich nicht hindern, meinem Vater alles zu erzählen, was wir
-zusammen getan haben. Denn ich verberge niemals etwas vor ihm. Mein
-Vertrauen zu ihm ist vollkommen, und das Deine sollte nicht weniger groß
-sein.«
-
-Sie schlang ihre Arme und Beine um mich und ließ mich gewähren.
-
-»Nachdem du uns verlassen hattest«, berichtete ich meinem Vater, »fuhr die
-lebhaft erregte Rose damit fort, meinen Mund zu küssen und an meinen
-Brüsten zu saugen. Sie zog mich an sich, und unsere Schenkel und selbst
-unsere intimsten Teile rieben sich gegeneinander. Meine Brüste drückten die
-ihren, mein Leib lag auf dem ihren. Ihre Zunge liebkoste die meine, eine
-ihrer Hände streichelte meinen Hintern, die andere kitzelte meine Klitoris,
-und ich tat mit ihr desgleichen. Wir kosteten die Wonnen dieses Vergnügens
-in ihrem vollen Ausmaß. Sie duldete es nicht, daß meine Hand sie verließ,
-ehe sie viermal die unglaublichste Lust empfunden hatte.«
-
-Während ich dies erzählte, schob Rose, durch meine Erzählung erhitzt, ihre
-Hand zwischen meine Schenkel und wiederholte, was ich erzählte. Ich begriff
-sogleich, was sie ersehnte. Wir waren beide nackt. Ich schob also unsere
-Decken zurück und nahm die Hand meines Vaters, die sich flugs all ihrer
-Reize bemächtigte. Er hatte nur seinen Morgenrock an, und dieser verschob
-sich durch die Bewegung. Ich bemerkte dank meines Instinkts und infolge der
-Ausbuchtung seines Hemdes, welchen Erfolg diese Liebkosungen bei ihm
-hatten, und machte Rose darauf aufmerksam.
-
-Ja, ich riet ihr sogar, ihm seinen Morgenrock auszuziehen und ihn dazu zu
-bringen, daß er sich zu uns lege. Sie sprang sofort auf klammerte sich an
-seinen Hals und nahm ihm unter vielen Neckereien seinen Morgenmantel weg.
-Dann zog sie ihn auf das Lager nieder und fiel ihrerseits mit
-ausgebreiteten Beinen auf ihren Rücken. Ich legte eines ihrer Beine auf
-seine Schulter, und er tat mit dem anderen desgleichen. In dieser Stellung
-fand sich sein prächtig schwellendes Instrument naturgemäß genau gegenüber
-ihrer Grotte. Ich bereitete ihm den Weg, und als er eindrang, kam sie ihm
-mit einer schnellen Bewegung entgegen. Ich kitzelte sie, und sie gab seine
-Bewegungen lebhaft zurück. Gleichzeitig liebkoste sie mich, wie ich es mit
-ihr tat, und seine leidenschaftlichen Anstrengungen, vereint mit den
-unsrigen, ließen uns schließlich eine heftige Wonne erfahren.
-
-Mein Vater vermochte sich kaum zurückzuhalten. Er beeilte sich, und ich
-vollendete mit meinen Händen das Trankopfer seiner Lust, das er nicht in
-sie zu ergießen gewagt hatte. Sie gestand mir später, daß es ihr
-währenddessen fünfmal gekommen sei. Ihr Leib war besprüht vom Tau der
-Wollust, mit dem er sie besprengt hatte, und selbst ihre Brüste waren noch
-feucht davon.
-
-Und doch hatte sie noch nicht genug. Sie beschäftigte sich leidenschaftlich
-mit meiner Spalte, sie kitzelte und liebkoste mich, und diese reizenden
-Spielereien setzten mich gleichfalls in eine heftige Begierde. Gar zu gern
-hätte ich die Flammen, die mich durchzuckten, gelöscht. Sie schien meine
-Wünsche zu erraten, denn sie ergriff die Hand meines Vaters und ließ seine
-Finger in mich eindringen. Dann ließ sie mich durch ein ähnliches Spiel,
-wie ich es mit ihr gespielt hatte, an den süßen Entzückungen teilhaben, die
-ich ihr bereitet hatte.
-
-Es dauerte eine Weile, bis wir uns beruhigten. Dann sagte ich zu meinem
-Vater: »Du wirst vielleicht erstaunt sein über Roses Betragen. Ich selbst
-war nicht weniger verwundert. Ich habe sie gebeten, mir zu erzählen, woher
-sie ihr Wissen hat, und ich werde Dir alles darüber sagen. Oder nein, noch
-besser sollst Du es aus ihrem Mund erfahren. Die Vertraulichkeit, die ihr
-einander erwiesen habt, wird es ihr unmöglich machen, Dir etwas von dem zu
-verbergen, was sie mir gestanden hat.«
-
-Wir beruhigten ihre aufkeimenden Proteste durch Küsse und Liebkosungen.
-
-»Nun gut«, sagte sie schließlich, »ich willige ein. Nachdem ich Laurette
-schon alles gesagt habe, riskiere ich nichts durch meine Offenheit.
-Schließlich habt ihr ein Recht darauf, alles zu erfahren. Mein Vertrauen
-ist nicht kleiner als jenes, das ihr mir bewiesen habt. Wirklich, es ist
-nur angemessen, daß ich euch alles erzähle.«
-
-
-
-
-5. Kapitel
-
-
-Rose begann ihre Geschichte folgendermaßen:
-
-»Ich war etwa zehn Jahre alt, als mich meine Mutter zu ihrer Schwester
-schickte, die damals in der Provinz lebte. Ich blieb über sechs Monate
-dort. Meine Tante hatte nur eine einzige Tochter, die etwa sechs Jahre
-älter als ich selbst war. Bis dahin hatte ich immer bei meiner Mutter
-gelebt, deren Frömmigkeit es mir nicht erlaubt hatte, mich irgendjemandem
-anzuschließen. Meine Brüder waren damals auf der Schule, und so war ich
-immer allein, wenn ich meine Mutter nicht in irgendeine Kirche begleitete.
-Ich kannte mich selbst nicht mehr und langweilte mich entsetzlich. Die
-Kirche erschien mir damals noch als das kleinere Übel. Da gab es wenigstens
-das eine oder andere menschliche Wesen, das ich beobachten konnte.
-
-Es dauerte lange, bis sich meine Mutter entschloß, den Wünschen meiner
-Tante, die mich gerne bei sich haben wollte, zu entsprechen und mich zu ihr
-zu schicken. Ich sehnte diese Reise mit einer Ungeduld herbei, die ich
-meiner Mutter nicht verbergen konnte. Und schließlich kam meine Zeit.
-
-Mein Bruder hatte die Windpocken bekommen, und Mama beeilte sich
-demzufolge, mich aufs Land zu schicken, damit ich nicht ebenfalls
-angesteckt würde. Meine Tante und meine Cousine empfingen mich mit tausend
-Beweisen ihrer Freundschaft. Vom ersten Augenblick an verlangte Isabelle,
-daß ich bei ihr schlafen sollte.
-
-Am Abend, wenn wir uns zur Ruhe begaben, umarmte sie mich jedes Mal innig,
-und ich erwiderte ihre Zärtlichkeiten ebenso. Nach vierzehn Tagen waren wir
-schon so vertraut, daß wir nicht die geringste Scheu mehr voreinander
-hatten.
-
-Eines Abends verfiel sie auf den tollen Einfall, unsere Hemden zu schürzen,
-so daß wir vor dem Spiegel unsere Hinterteile vergleichen konnten, die in
-der Tat recht anmutig gerundet und lieblich anzusehen waren. Sie fiel mir
-vor lauter Wohlgefallen um den Hals und küßte mich, wie es vier Schwestern
-gleichzeitig nicht getan haben würden. Ich meinerseits konnte darauf lange
-nicht einschlafen. Doch da sie mich entschlummert glaubte -- ich verhielt
-mich nämlich ganz ruhig --, bemerkte ich, wie sie ihren rechten Arm ein
-wenig bewegte. Ihre linke Hand lag auf meinem Schenkel. Ich spürte, wie sie
-heftig atmete. Sie hob und senkte ihren Hintern ganz sacht. Endlich stieß
-sie einen leidenschaftlichen Seufzer aus und versank dann in einen tiefen,
-ruhigen Schlummer.
-
-Ich war erstaunt über etwas, daß ich nicht zu verstehen vermochte, und
-fürchtete, daß ihr etwas Ungewöhnliches zugestoßen sei. Doch als ich sie am
-anderen Tag ganz frisch und munter sah, beruhigte ich mich rasch wieder.
-Meine Neugierde war geweckt, und ich beobachtete sie von nun an jeden
-Abend, indem ich mich schlafend stellte. Dabei bemerkte ich, daß sie jedes
-Mal wartete, bis sie glaubte, daß ich eingeschlafen sei. Dann wiederholte
-sie dieses merkwürdige Ritual, um bald danach selbst einzuschlafen. Ich
-konnte mich darüber nicht genug wundern und beschloß also, den Dingen auf
-die Spur zu kommen. Meine Tante hatte eine sehr hübsche Zofe, die etwa
-zwanzig Jahre alt war. Isabelle verbrachte jeden Tag mehrere Stunden bei
-ihr, angeblich um Sticken zu lernen. Justine -- so hieß das Mädchen --
-stickte hervorragend, und meine Cousine nahm bei ihr Unterricht. Man wollte
-nicht, daß ich daran teilnahm. Ich wäre noch zu jung, und meine Neugierde
-würde ihre Fortschritte gehindert haben. So verbrachte ich täglich etliche
-Stunden ganz für mich und bewunderte im Übrigen die Fortschritte ihrer
-geschickten Nadel. Ich fühlte mich ausgeschlossen und ärgerte mich, daß ich
-an ihrer Gemeinsamkeit nicht teilnehmen durfte. Auch war meine Neugierde
-lebhaft erwacht. Diese Neugierde eines Mädchens ist ein Dämon, der sein
-Opfer auf das heftigste quält und sich durch nichts beruhigen läßt.
-
-Eines Tages, als ich allein im Hause weilte -- meine Tante war mit Isabelle
-und Justine ausgegangen --, schlüpfte ich unbemerkt in deren Gemach, um
-zusehen, ob ich nicht entdecken konnte, was diese beiden den ganzen
-Nachmittag trieben. Ich entdeckte in dem Alkoven, in dem Justine schlief
-eine geheime Tür, die sich nur mit Mühe öffnen ließ und die in eine dunkle
-Kammer führte, die mit alten Möbeln aller Art vollgestopft war. Es führte
-nur ein schmales Gäßchen hindurch und zu einer gegenüberliegenden Tür, die
-sich auf eine schmale Treppe öffnete. Neugierig wie ich war, folgte ich
-dieser und befand mich alsbald auf einem kleinen Hof, von wo aus man in
-eine menschenleere Gasse gelangen konnte.
-
-Meine Tante glaubte natürlich, daß ihre Wohnung fest verschlossen sei. Doch
-während sie die Schlüssel in Händen hatte, war es der klugen Justine
-gelungen, ein Mittel zu finden, nach Belieben zu kommen und zu gehen.
-Neugierig wie ich war, benützte ich die Gelegenheit, um eine Lücke in der
-Wand, eine Ritze oder etwas dergleichen ausfindig zu machen, durch die ich
-Justines Zimmer und vor allem den Alkoven im Auge behalten konnte. Doch so
-sehr ich mich anstrengte, ich fand keine geeignete Öffnung. Da holte ich
-ein kleines Messer und bohrte ein Loch in die Tür, das groß genug war,
-meine Neugierde zu befriedigen. Ich war mit meiner Tat sehr zufrieden und
-zog mich in mein Zimmer zurück. Ich hatte wohl bemerkt, daß Isabelle
-zumeist nach dem Essen in Justines Zimmer verschwand.
-
-An einem der nächsten Tage, als meine Tante den Nachmittag bei einer
-Freundin verbrachte, wo sie sich in irgendeiner Angelegenheit länger
-aufhalten wollte, sagte mir Isabelle, daß sie etliche neue Stiche lernen
-wolle. Ich könne mich in der Zwischenzeit mit den Nachbarkindern
-unterhalten oder mich sonst nach meinem Gutdünken beschäftigen. Ich
-benützte die Gelegenheit und tat so, als wollte ich wirklich in der
-Nachbarschaft einen Besuch machen. Doch ich schlich mich leise in Justines
-Zimmer, als diese meiner Tante bei der Toilette half, und verbarg mich in
-der dunklen Möbelkammer. Meine Augen hielt ich auf die Öffnung gerichtet,
-die ich mit so viel Sorgfalt vorbereitet hatte. Es dauerte nicht lange, so
-kam meine Cousine herein und nahm eine Stickerei zur Hand. Ich dachte
-schon, daß ich einen höchst langweiligen Nachmittag verbringen würde, und
-bereute meine Neugierde, die mich in diese unerfreuliche Situation gebracht
-hatte. Nach einiger Zeit kam Justine, und ich hörte meine Tante noch
-fragen, wo ich wäre. Ich spürte mein Herz bis zum Hals klopfen, doch
-Isabelle antwortete ganz ruhig, daß ich hinuntergegangen sei, um mich mit
-den Nachbarkindern zu vergnügen. Die Tante fragte nicht weiter, und da sie
-ihre Tochter so nützlich beschäftigt sah, verließ sie beruhigt das Haus.
-
-Ich beobachtete durch meine Öffnung, wie die beiden sich vom Fenster aus
-überzeugten, daß meine Tante wirklich fort ging. Darauf schob Justine den
-Riegel vor, öffnete die Tür zu meiner Kammer, und während ich mich zitternd
-vor einer möglichen Entdeckung tiefer zwischen die Möbelstücke verkroch,
-vergewisserte sie sich, daß diese Kammer leer war. Sie öffnete noch den
-Riegel an der gegenüberliegenden Tür und kehrte dann beruhigt in ihr Zimmer
-zurück. Isabelle legte ihr Meisterwerk zur Seite und beschäftigte sich
-ausführlich mit ihrem Spiegelbild. Sie ordnete ihre Frisur und ließ sich
-von Justine ein Schönheitspflästerchen anlegen. Dann öffnete sie ihr
-Mieder, und Justine nahm ihre Brüste in die Hand und bewunderte deren
-Festigkeit und pralle Rundungen. Nach einer Weile tat Isabelle dasselbe mit
-Justine. Während sie noch mitten in diesen Vergnügungen waren, hörte ich
-Schritte auf der Treppe. Irgendjemand öffnete das kleine Pförtchen und
-betrat die dunkle Kammer. Wieder überkam mich die Angst vor einer
-Entdeckung, doch dieser Jemand durchquerte den Raum ganz ruhig und öffnete
-die Tür zu Justines Zimmer. Justine ließ ihn ein und schloß die Tür hinter
-ihm sorgfältig.
-
-Im hellen Tageslicht konnte ich ihn erkennen. Es war ein hübscher junger
-Mann aus der Nachbarschaft. Er hatte meiner Tante etliche Male seine
-Aufwartung gemacht. Isabelles Brüste waren noch entblößt. Courbelan -- so
-hieß der junge Mann drückte ohne viele Umstände einen Kuß darauf und
-umfaßte eine ihrer Brüste mit der rechten Hand, während die andere unter
-ihren Unterröcken verschwand. Auch Justine wurde nach einer gewissen Zeit
-auf dieselbe Weise behandelt. Das war recht vielversprechend. Wirklich, die
-Zeit würde mir in meinem Versteck nicht lang werden. Courbelan nahm
-schließlich Isabelle in die Arme und legte sie auf das Bett, wo er sie
-völlig entblößte. Ich sah ihren Leib, ihre Schenkel und sogar ihre kleine
-Spalte. Sie war noch kaum behaart, doch war der wenige Haarflaum, den sie
-dort hatte, ganz schwarz. Courbelan küßte sie und ließ einen Finger seiner
-rechten Hand in dieser hübschen rosigen Spalte verschwinden. Justine zog
-ihm die Hosen aus und enthüllte so ein langes und mächtiges Instrument,
-dessen Anblick mich erschauern ließ. Er wollte dieses prächtige Stück an
-Stelle seines Fingers verwenden, doch da hörte ich Justine sagen: »Nein,
-Courbelan, das erlaube ich Dir nicht. Wenn ich schwanger würde, verstünde
-ich mich aus der Affäre zu ziehen. Aber was, wenn mit Isabelle etwas
-dergleichen geschähe? Wie könntest Du Dir da wohl helfen? Aber Du kannst
-sie immerhin liebkosen und ihr Vergnügen bereiten. Doch ich erlaube Dir
-nicht, sie zu besitzen.«
-
-Ich verstand zum Glück jedes Wort, das gesprochen wurde. Courbelan
-gehorchte der umsichtigen Zofe widerwillig und setzte seine Fingerspiele
-fort. Er kitzelte Isabelle heftig, während sie mit ihrer bloßen Hand sein
-riesiges Instrument umfaßte, das Justine in Freiheit gesetzt hatte. Wenige
-Minuten später sah ich, wie Isabelle dieselben Bewegungen machte, die ich
-des Nachts schon an ihr beobachtet hatte, und auch ihre Seufzer klangen
-ganz ähnlich. Folgerichtig schloß ich daraus, daß sie in ihrem Bett
-wiederholte, was Courbelan mit ihr tat.
-
-Sie erhob sich bald darauf und überließ Justine ihren Platz. Diese hatte
-schon darauf gelauert wie ein Hund auf den Knochen. Sie warf sich auf das
-Bett, umfaßte die Lenden des Mannes und packte mit der einen Hand sein
-Instrument, das nichts von seiner Größe und Festigkeit verloren hatte. Es
-schien, als ob ihr Schoß es zur Gänze verschlingen wollte, so heftig kam
-sie ihm entgegen, als er schließlich in sie eindrang. Er stürzte sich über
-ihren Leib, seine Hände hielten ihre Brüste umfaßt, die er mit Leidenschaft
-küßte, und die Bewegungen seines Hinterteils ließen mich die Heftigkeit
-seiner Empfindungen ahnen. Meine Cousine schob ihre Hand von hinten
-zwischen die Schenkel von Courbelan, um ihn zu liebkosen und festzustellen,
-wie tief sein Instrument eingedrungen, war. Ich sah, wie sie sich alle
-erhitzten, bis sich Courbelan, von seinen Anstrengungen überwältigt,
-schließlich gehen ließ. Nach einem heftigen Schauer, der seinen ganzen
-Körper erschütterte, kam statt eines langen und kraftstrotzenden
-Instruments ein demütiges und kleingewordenes wieder zum Vorschein. Für
-etliche Momente blieb er erschöpft auf dem Bett ruhen. Doch der Küsse und
-Zärtlichkeiten war noch kein Ende. Diese erste Szene wurde bald von einer
-weiteren abgelöst, die mich nicht weniger erstaunte.
-
-Courbelan fühlte sich durch die Kleider, die sie immer noch anhatten,
-gehindert, und brachte sie dazu, sich auszuziehen. Es dauerte nicht lange,
-so waren alle ganz nackt, Justine war allerdings nicht ganz so hübsch wie
-Isabelle. Doch sie gewann in dieser Situation. Ihr Körper war weiß,
-ziemlich rund und drall. Der doppelte Liebhaber gab der einen wie der
-anderen seiner Liebsten unzählige Küsse. Er liebkoste ihre Hinterteile,
-ihre Brüste und auch ihre intimsten Stellen. Alles war für ihn bereit. Das,
-was ich während der nächsten halben Stunde sah, entfachte in mir ein
-leidenschaftliches Feuer. Ihre Zärtlichkeiten begannen aufs Neue und wurden
-noch heftiger. Er ließ sie sich beide auf den Bauch legen und bat sie, ihre
-Schenkel geöffnet zu halten. Ich konnte alles sehen, was Courbelan tat. Er
-bewunderte sie, küßte ihren Hintern und steckte einen Finger jeder Hand
-zwischen ihre Schenkel. Sein Instrument befand sich wieder in jenem
-schwellenden Zustand, in dem ich es zuerst gesehen hatte. Und weil Justine,
-die das Gesicht in den Kissen verborgen hielt, es nicht bemerken konnte,
-begann er vorsichtig Isabelle damit zu behandeln, bis plötzlich Justine
-wütend aufsprang, ihn an den Beinen packte und von seinem hübschen Opfer
-fortzog. Ich ärgerte mich über diesen Zwischenfall, denn ich hätte gern
-gesehen, was weiter passierte. »Nein«, rief sie, »ich sage Dir, das wird
-nicht geschehen! Ich habe Dir ein dutzend Mal meine Gründe dafür
-auseinandergesetzt. Es ist einfach notwendig, daß Du Dich daran hältst.«
-
-Ich sagte schon, daß ich durch mein mit soviel Geschick angebrachtes Loch
-alles hören und sehen konnte, was sich in dem Nachbarzimmer tat.
-
-»Komm nur, mein Lieber«, sagte Justine und faßte von neuem nach seinem
-Instrument. »Gib ihn mir. Ich kenne mich aus, und Du riskierst nicht das
-Geringste dabei.«
-
-Doch sie hatte die Rechnung ohne ihn gemacht. Sie hielt ihn immer noch
-gefaßt und versetzte ihm etliche Püffe. Da beugte er sich über sie, und
-während er die eine ihrer Brüste festhielt und sie küßte, verströmte er
-unter heftigen Zuckungen, die mir die Stärke seiner Lust verrieten, eine
-weiße Flüssigkeit, die ich noch nie zuvor gesehen hatte.
-
-Ich selbst befand mich in einem unbeschreiblichen Zustand. Überwältigt von
-Begierden, die ich bisher nicht einmal geahnt hatte, begann ich meine
-Kleine zu reiben, so wie Courbelan es bei Isabelle und Justine getan hatte.
-Diese angenehme Beschäftigung verursachte mir ein süßes Vergnügen, während
-ich mit Eifer beobachtete, was im Nachbarzimmer vorging. Die beiden Mädchen
-bewunderten einander in dem Zustand, in den Courbelan sie versetzt hatte.
-Sie hatten von Kopf bis zu den Knien nicht das geringste Stückchen Stoff am
-Leibe. Dieser Anblick versetzte auch mich in einen leidenschaftlichen
-Zustand der Begierde. Es schien, als ob ihre Lust mit meinen geheimsten
-Wünschen zusammenflösse. Alle beide küßten und liebkosten ihn, nahmen sein
-Glied in die Hand, kitzelten seine Hoden und streichelten seine Lenden. Und
-er vergalt ihnen diese Aufmerksamkeiten seinerseits durch seine Küsse und
-die Liebkosungen, die er ihren Brüsten zuteil werden ließ. Er faßte sie an
-ihren Brüsten, er saugte daran und bewunderte sie. Schließlich begann er
-ihre geheimsten Stellen zu kitzeln, und ich sah seine Finger dort Kommen
-und Gehen spielen. Sein Instrument erstand aufs Neue zu stattlicher Größe,
-und die beiden Mädchen liebkosten es um die Wette. Es erinnerte an einen
-Speer, den man einer schönen Bestie in den Leib gepflanzt hat. Ich bemerkte
-deutlich, daß Courbelan meine Cousine haben wollte, aber Justine wußte dies
-auch. Schließlich, weil er jene nicht haben konnte, warf er sich auf
-Justine, und ich glaubte, daß er sie bis zu ihren Eingeweiden durchbohrte.
-Nichts konnte ihn zurückhalten.
-
-»Laß uns unser Vergnügen vermehren, indem wir zusammen genießen«, rief er
-schließlich. Er bat Isabelle, sich mit gespreizten Schenkeln auf das Bett
-zu legen, während Justine ihre Beine dazwischen schob. Weil nichts meinen
-Blick hindern konnte, bemerkte ich genau, wie Courbelans Instrument in
-Justines Spalte verschwand. Es schien mir unbegreiflich, wie dies möglich
-war. Ich fragte mich ernsthaft, wie eine so mächtige Waffe wohl in mich
-eindringen könnte, wo ich doch nicht einmal meinen Finger dort eindringen
-zu lassen wagte, weil mir diese Versuche einen heftigen Schmerz
-verursachten.
-
-Aber das Beispiel, das ich vor Augen hatte, entfachte meinen Mut, und ich
-versuchte meinerseits mit aller Kraft, meinen Finger vordringen zu lassen.
-Ich verstand mich um so leichter dazu, als ich sah, daß Courbelans Finger
-Isabelle auf eine ähnliche Art behandelte, während sein Instrument mit
-Justine beschäftigt war. Er sagte ihr, sie habe die hübscheste kleine
-Spalte der Welt, und riet ihr, gleichzeitig ihre Klitoris zu kitzeln. Sie
-befolgte diesen Rat, während sein Finger in ihrem Örtchen Kommen und Gehen
-spielte, ganz so wie sein Glied es in Justines Grotte tat. Ich versuchte
-dieses höchst eindrucksvolle Beispiel nachzuahmen, indem ich den
-Zeigefinger meiner linken Hand mit aller Kraft vordringen ließ, während
-meine rechte mich kitzelte, so wie ich es Isabelle tun sah. Sofort spürte
-ich eine heftige Wollust. Ich wunderte mich nicht, daß Isabelle diese
-Empfindung bei ihren abendlichen Spielen zu wiederholen suchte. Es dauerte
-auch nicht lange, so befanden alle drei sich in einer leidenschaftlichen
-Aufregung. Isabelle ließ sich auf den Rücken fallen und vollführte von Zeit
-zu Zeit etliche Stöße mit ihrem Hinterteil. Courbelan, der mit Entzücken
-Zeuge ihrer Lust war, rief: »Ah, meine Liebe, es kommt Dir!«
-
-Er hatte Mühe, diese Worte hervorzubringen, denn just in diesem Moment fiel
-er selbst nahezu regungslos auf Justine. Ich hörte ihn etliche Seufzer
-ausstoßen, welche die Lebhaftigkeit seiner Empfindungen bewiesen, Justine
-selbst blieb nach etlichen heftigen Zuckungen wie ohnmächtig und aller
-Kräfte beraubt liegen, und ihre Seufzer mischten sich mit denen Courbelans.
-
-Diese Beweise einer so heftigen Lust steigerten auch meine Empfindungen zu
-einem Grad, daß ich mich erschöpft auf ein beliebiges Möbelstück sinken
-ließ, um diese Wonnen bis zur Neige zu genießen. Ah, welch ein Übermaß der
-Empfindung diese erste wollüstige Erfahrung in einem Herzen hervorzurufen
-vermag! Man ist nicht mehr, was man ist, man existiert nur noch in diesem
-Gefühl, man denkt und empfindet nichts mehr als dieses. Die Zeit, die ich
-brauchte, um mich davon zu erholen, benützten die anderen dazu, sich wieder
-anzuziehen. Danach verabschiedete sich Courbelan, indem er beide umarmte,
-dann zog er sich auf demselben Weg zurück, auf dem er gekommen war.
-Isabelle und Justine verließen das Zimmer. Ich wartete noch eine Weile,
-dann nahm ich denselben Weg, den Courbelan genommen hatte, und kehrte nach
-einer kleinen Weile so unbefangen in die Wohnung meiner Tante zurück, als
-wäre nicht das Geringste geschehen.
-
-Von diesem Augenblick an dachte und träumte ich von nichts anderem als von
-dem, was ich gesehen hatte. All ihre Worte hallten in meinen Ohren wider,
-jede ihrer Handlungen war mir unvergeßlich. Ich rief sie mir immer wieder
-in Erinnerung. Als ich mich am nächsten Abend neben Isabelle zur Ruhe
-begeben hatte, stellte ich mich, als sei ich in einen tiefen Schlaf
-gefallen. Es dauerte nicht lange, so begann sie zu seufzen. Am Abend darauf
-wiederholte sich dasselbe Spiel. Kaum glaubte meine Cousine, daß ich
-eingeschlafen sei, begann sie ihre kleinen Manipulationen. Ich war auf der
-Hut, und indem ich meinen rechten Schenkel zwischen ihre beiden schob,
-legte ich meine Hand an die Stelle, wo sich ihr Finger bewegte. Ich glitt
-darunter und fühlte alsbald ihre ganze Spalte unter meiner Hand. Ich
-umarmte sie, küßte ihre Brüste und führte meinen Finger vorwitzig in ihre
-Grotte. Dann begann ich sie zu kitzeln, wie ich es an jenem denkwürdigen
-Nachmittag gesehen hatte. Sie breitete ihre Schenkel aus und ließ mich
-machen. Es dauerte nicht lange, so hörte ich sie jene wollüstigen Seufzer
-ausstoßen. Ich bemerkte, daß sie dort unten ganz feucht geworden war. Mich
-quälte dasselbe Verlangen, das sie offensichtlich erhitzt hatte, und ich
-ergriff ihre Hand, damit auch sie in meiner Grotte zu Werke gehe.
-
-Sie zögerte, doch dann versah sie ihr Amt so gut, daß sich nach wenigen
-Augenblicken meine Seufzer mit den ihren mischten.
-
-Isabelle war nicht wenig überrascht von allem, was ich getan hatte.
-Schließlich hatte sie mich immer für ein unwissendes Kind gehalten. Sie
-hatte nicht gewagt, mir etwas von ihrem Geheimnis zu sagen, weil sie
-fürchtete, daß ich kindisch genug sein würde, meiner Mutter oder meiner
-Tante etwas davon zu sagen. »Aber Rose«, fragte sie mich immer wieder,
-»woher weißt Du bloß dies alles? In Deinem Alter habe ich nicht halb so
-viel gewußt.«
-
-»Das glaube ich Dir, meine Liebe. Ich werde es Dir verraten, wenn Du mir
-versprichst, daß Du mir nicht böse sein, sondern mich immer lieben wirst.«
-
-Ich hielt einen Augenblick inne, und Isabelle beteuerte mir unter tausend
-Zärtlichkeiten, daß sie kein Wort verraten würde, wenn ich ihr nur alles
-sagte. »Du traust mir nicht, mein Engel? Wirklich, ich verspreche Dir
-ewiges Stillschweigen. Niemals wird ein Wort von dem, was Du mir sagst,
-über meine Lippen kommen. Laß uns daher Vertrauen gegen Vertrauen setzen.«
-
-Also gestand ich ihr, wie ich sie belauscht hatte. Sie erschrak nicht
-wenig. »Ah, meine liebe Freundin, ich beschwöre Dich, bewahre dieses
-Geheimnis! Verrate mich nicht, ich wäre sonst verloren!«
-
-Ich schwor ihr bei allem, was mir heilig war, ewiges Stillschweigen, und
-wir kamen darin überein, nicht einmal Justine einzuweihen. Isabelle gab mir
-unzählige Küsse und fragte mich immer wieder, welche Wirkung das, was ich
-gesehen hatte, auf mich gehabt habe? Ich erzählte ihr bereitwillig alles.
-»Aber sag mir doch, Isabelle«, bat ich sie schließlich, »durch welchen
-Zufall hast Du denn diese Geschichte zwischen Courbelan und Justine
-entdeckt?«
-
-»Das will ich Dir sagen«, versprach sie eifrig. »Glaube mir, es gibt
-nichts, was ich Dir verbergen möchte, so sehr baue ich auf Dein
-Versprechen. Also höre zu! Ungefähr fünf Wochen vor Deiner Ankunft war ich
-mit meiner Mutter ausgegangen. Doch waren wir noch nicht weit vom Haus
-entfernt, da entdeckte sie, daß sie etwas vergessen hatte, und sie bat
-mich, es zu holen. Ich kehrte also ins Haus zurück. Nachdem ich gefunden
-hatte, was ich suchte, ging ich aus irgendeinem Grund in Justines Zimmer.
-Die Tür war unverschlossen, vermutlich hatte sie an keine Störung gedacht.
-Ich öffnete sie, und Du kannst mir glauben, nie zuvor in meinem Leben bin
-ich so überrascht gewesen. Ich blieb wie angewurzelt stehen und konnte es
-gar nicht fassen, Courbelan auf ihr zu finden. Er erschrak mindestens
-ebenso und verließ sie sogleich, während er sich beeilte, sein Werkzeug vor
-mir zu verstecken und ihre Unterröcke in Ordnung zu bringen. Sie hatte
-Glück gehabt, daß nicht meine Mutter an meiner Stelle war. Ich wollte mich
-augenblicklich zurückziehen, doch Justine hielt mich fest. Sie fürchtete
-wohl, daß ich meiner Mutter etwas von dem sagen würde, was ich gesehen
-hatte. Sie zog mich auf ihren Schoß und beschwor mich, nichts zu sagen. Ich
-versprach ihr alles, was sie nur wollte, während sie mich an sich drückte
-und meine Hände küßte. Ich muß Dir gestehen, liebste Rose, daß mir dieses
-Abenteuer einigen Stoff zum Nachdenken gab. Einige Tage darauf nahm mich
-Justine in ihre Kammer mit unter dem Vorwand, daß sie mir einige neue
-Stickstiche beibringen würde. Doch sie unterrichtete mich über ungleich
-amüsantere Dinge und brachte mir Sachen bei, die mir ganz neu waren. Sie
-entblößte meinen Busen und nahm meine Brüste in ihre Hände. So malte sie
-mir die Vergnügungen der Wollust in den lebhaftesten Farben aus. Meine
-Aufmerksamkeit war gefesselt. Schließlich, nachdem sie mich durch ihre
-Gespräche heftig erregt hatte und meine Neugierde genügend entflammt war,
-fühlte ich ein heftiges Feuer in meinen Adern brennen. Die Fragen, die ich
-stellte, verrieten Justine, daß der Augenblick günstig war. Sie nahm mich
-in die Arme, hob mich auf und legte mich auf ihr Bett. Dort entblößte sie
-mich, und ich verteidigte mich nur schwach. Sie liebkoste mich und
-versicherte mir, wie glücklich ein junger und liebenswürdiger Kavalier sein
-würde, an ihrer Stelle diese lieblichen Reize zu sehen und zu berühren, die
-ich mein eigen nenne. Wie seine Maschine anschwellen und er vor Lust
-ersterben würde! Ihre Schmeicheleien und die lebhaften Farben, in denen sie
-diese Bilder vor mir ausbreitete, brachten mich dahin, sie alles tun zu
-lassen, was sie wollte. Sie legte ihre Fingerspitzen zwischen meine
-Schamlippen und kitzelte und liebkoste mich aus Leibeskräften. Es dauerte
-nicht lange, und ich empfand das Vergnügen, das sie mir so lebhaft
-ausgemalt hatte. Doch sie versicherte mir unentwegt, daß ich mit einem
-hübschen jungen Mann noch viel mehr Wollust haben würde. Von da an
-wiederholte sie dieses Spiel des öfteren, und eines Tages führte sie ihren
-Finger sogar in meine Spalte ein. Ich empfand einen gewissen Schmerz dabei,
-aber das war nicht weiter schlimm. Ich bemühte mich nach Kräften, ihr das
-Vergnügen, das sie mir bereitete, zurückzugeben. Acht oder zehn Tage vor
-Deiner Ankunft geschah dann etwas Besonderes. Meine Mutter war allein
-ausgegangen und hatte uns, ohne es zu wissen, unseren Spielen überlassen.
-Justine erfand irgendeinen Vorwand, und bald waren wir beide splitternackt.
-Courbelan, der sich hinter einem Vorhang versteckt hielt, wurde so zum
-Zeugen all unserer Torheiten. Das war zwischen den beiden abgesprochen
-worden, ohne daß ich etwas davon wußte. Sie lachte herzlich über diese
-List. Ich wunderte mich über ihr Gelächter und wollte den Grund wissen.
-Schließlich gestand sie mir, daß uns Courbelan die ganze Zeit beobachtete.
-Er kam nackt wie wir selbst hinter einem Vorhang hervor, mit einem ragenden
-Speer bewaffnet, dessen Länge und Umfang mich nicht wenig erschreckte. Ich
-zitterte vor Scham und Furcht und wollte mich selbst verstecken. Doch die
-beiden hielten mich zurück, und Courbelan nahm mich in seine Arme und
-liebkoste mich mit seinen Händen und Lippen überall, wo er mich nur
-erreichen konnte. Er nahm sich alle Freiheiten, und Justine half ihm noch
-dabei. Schließlich wich meine Scheu dem Verlangen. Er drückte mir seine
-Rute in die Hand, und ich zögerte nicht, sie zu packen. Das Feuer seiner
-Küsse und seiner Berührungen, sowie das Beispiel Justines, die ihn ohne
-alle Bedenken liebkoste, ließ all meine Glieder vor Vergnügen zittern. Ich
-befand mich in einer Situation, in der ich nichts verweigern konnte. Die
-Empfindungen, die er mir verursachte, waren viel stärker als jene, die
-Justine mir bereitet hatte. Ich wünschte brennend, daß er mit ihr dasselbe
-täte. Doch er ging viel weiter, indem er sie auf das Bett legte. Während er
-mich mit einer Hand festhielt, gab er mir Gelegenheit zu sehen, wie er in
-ihr verschwand.
-
-Die Heftigkeit ihrer Bewegungen ließ mich die Intensität ihrer Gefühle
-ahnen. Heute war es das sechste Mal, daß ich mit den beiden auf diese Weise
-zusammen war. Ich habe mich sehr auf Deine Ankunft gefreut, meine Liebe,
-weil ich gehofft habe, dadurch mehr Freiheiten zu, bekommen. Denn ich habe
-ein unaussprechliches Verlangen danach, daß Courbelan mit mir dasselbe
-mache wie mit Justine. Ich habe natürlich Angst, daß ich dadurch ein Kind
-bekommen könnte, und auch seine Größe macht mir Bedenken. Aber nachdem sie
-ihn mit so großer Begeisterung aufnimmt, kann ich mir vorstellen, daß diese
-Furcht unsinnig ist und der Schmerz, den man dabei empfindet, bei weitem
-durch die Lust aufgewogen wird, von der Courbelan mir erzählt hat. Justine
-widersetzt sich meinem Verlangen immer, doch ihre verschiedenen Gründe
-scheinen mir recht fadenscheinig.
-
-Ich habe sie bedrängt, mir diesen meinen Herzenswunsch zu erfüllen. Ich
-habe ihre Gründe mit all den Einfällen bekämpft, die mir gerade in den Kopf
-kamen, und sie hat mir schließlich versprochen, daß sie meinen Wünschen
-folgen würde. Aber bis heute hat sie ihr Wort nicht gehalten.«
-
-Wenige Tage danach wurden wir von Justines Verwandten zu einer Hochzeit
-eingeladen. Diese Einladungen sind in kleinen Provinzstädten üblich.
-Isabelle meinte lachend, das sei endlich eine günstige Gelegenheit, sie zu
-täuschen. Ich wußte natürlich, was ihre Phantasie so lebhaft beschäftigte,
-und ich beschloß, ihr zu helfen. Ohne Zweifel würde Courbelan zum Tanz
-kommen, denn das taten die jungen Leute bei solchen Anlässen immer, auch
-wenn sie nicht eingeladen waren. Die Hoffnung, Justine und Isabelle zu
-treffen, würde ihn sicher dorthin führen. Ich würde zunächst allein
-erscheinen und sagen, daß Isabelle mit ihrer Mutter unterwegs sei und
-später nachkommen würde. Ohne Zweifel würde ich ihn sehen und Gelegenheit
-haben ihm zu sagen, daß Isabelle ihn zu sprechen wünsche und in Justines
-Zimmer warte. »Nein, nein, das ist unmöglich«, sagte sie errötend. Aber ich
-drängte sie und erstickte ihren Widerspruch in meinen Zärtlichkeiten.
-
-Es war ganz leicht, ihr Verlangen zu wecken, und schließlich stimmte sie
-dem zu, was ich ihr vorgeschlagen hatte. Ich hatte mich noch nicht völlig
-angezogen, als meine Tante das Haus verließ. Kaum war ich bei Justines
-Verwandten angekommen, traf ich auch schon Courbelan. Ich zog ihn beiseite
-und sagte ihm ganz ruhig, was ich mir vorgenommen hatte. Er verschwand
-augenblicklich. Ich bedauerte nur, nicht auf meinem Wachposten zu sein.
-Doch ohne Zweifel würde Isabelle mir nachher alles sagen. Also nahm ich
-ohne Bedenken an dem festlichen Treiben teil, nachdem ich bei dem Fest
-meiner lieben Cousine schon nicht anwesend sein konnte.
-
-Justine fragte mich, kaum daß ich den festlich geschmückten Raum betreten
-hatte, warum Isabelle nicht mit mir gekommen sei. Ich sagte
-vereinbarungsgemäß, daß sie mit ihrer Tante gegangen sei, doch daß wir uns
-hier verabredet hätten. Sie nahm meine Ausrede als die natürlichste Sache
-der Welt. Doch als sie sah, daß auch Courbelan nach kurzer Zeit verschwand
-und meine Cousine immer noch nicht kam, schöpfte sie Verdacht. Ohne sich
-mir näher zu erklären, konnte sie sich nicht enthalten, zu bemerken, daß
-das Verschwinden des einen und das Ausbleiben der andern doch recht
-eigenartig sei. Ihre Unruhe nahm zu, doch nicht lange danach tauchte
-Courbelan wieder auf und bald darauf auch meine Cousine. Justine verschwand
-an ihrer Stelle, und ich erzählte Isabelle von dem Verdacht, den ihre
-Gouvernante geschöpft hatte. Sie vermutete gleich, daß jene in die Wohnung
-zurückgekehrt sei, und das beunruhigte sie nicht wenig. Doch Justine kam
-wieder, und diesmal blieb sie. Doch hatte sie gewisse Nachforschungen
-angestellt und erfahren, was sie wissen wollte. Kaum waren wir wieder zu
-Hause, zogen Isabelle und ich uns in unser Zimmer zurück, indem wir
-Müdigkeit vorschützten. In Wirklichkeit wollte ich die erstbeste
-Gelegenheit benützen, um mit ihr allein zu sein und alles zu erfahren, was
-ich wissen wollte. Ich sagte, daß ich vom Tanz erschöpft sei, und Isabelle
-sagte dasselbe, obwohl sie gar nicht getanzt hatte. Sie hatte immer einen
-Vorwand gefunden, um die Aufforderungen, die an sie ergingen,
-auszuschlagen. Wir legten uns also zu Bett. Ich schloß sie in meine Arme,
-und ich wollte meine Hand dorthin legen, wo sie unzweifelhaft jenes riesige
-Instrument empfangen hatte. Aber sie stieß meine Hand zurück und sagte, sie
-habe heftige Schmerzen.
-
-»Ah«, seufzte sie, »meine geliebte Rose, wie wenig hat meine Neugierde mich
-zufrieden gestellt. Courbelan kam, wie er dies immer zu tun pflegte. Ich
-öffnete ihm. Er flog in meine Arme und trug mich auf das Bett. Seine Hände
-liebkosten mich, wie sie es schon oft getan hatten. Ich leistete ihm keinen
-Widerstand, doch dann hat er mich mit seinem riesigen Instrument
-durchbohrt, wie ich es erwartet habe. Aber welchen Schmerz hat mir dies
-verursacht! Ach, dieses riesige Werkzeug hat mich förmlich zerrissen. Ich
-wagte nicht zu schreien und brach in Tränen aus. Er versuchte mich zu
-trösten, indem er mich umarmte und mir versicherte, daß ich Sekunden später
-nur noch Lust empfinden würde. Er täuschte mich. Als er es wieder
-versuchte, war mein Schmerz genau so heftig. Er tat es ein drittes Mal, und
-ich sträubte mich dagegen. Aber er erstickte meinen Widerstand. Auch tat er
-es diesmal mit sehr viel Vorsicht und Zartheit, daß ich glaubte, diesmal
-keinen so heftigen Schmerz zu empfinden. Doch es war beinahe dasselbe wie
-zuvor. Diese furchtbaren Schmerzen mischten sich mit meiner Angst, ein Kind
-zu bekommen. Du weißt ja, wie Justine mir diesen Gedanken eingeimpft hat.
-Courbelan hat ein so heftiges Brennen an jenem gewissen Örtchen verursacht,
-daß ich es nicht einmal zu berühren wagte. Ich habe deshalb auch nicht
-tanzen können.«
-
-Es fiel mir nicht schwer, Isabelles Mißgeschick zu erklären. »Ohne Zweifel
-bist Du enger gebaut als Justine, die etliche Jahre älter ist«, warf ich
-ein.
-
-»Das sagte Courbelan auch. Er meinte, mit der Zeit und durch eine gewisse
-Übung würde ich schon weiter werden. Aber in der Zwischenzeit werde ich es
-nicht mehr dulden.«
-
-Es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns für den Rest des Abends
-ruhig zu verhalten, und so schliefen wir schließlich ein.
-
-Am nächsten Tag rief Justine Isabelle in ihr Zimmer und eröffnete ihr, daß
-sie Courbelans unerwünschten Besuch bemerkt habe. Er habe vergessen, die
-Pforte ordnungsgemäß zu schließen, auch habe sie bemerkt, daß ihr Bett in
-Unordnung geraten sei. Sie sagte Isabelle auf den Kopf zu, daß sie, anstatt
-mit ihrer Mutter fortzugehen, im Haus geblieben sei und die Wohnung erst
-zwei Stunden später verlassen habe. Sie verlangte von ihr ein offenes
-Geständnis und versicherte ihr, daß sie sich auch ohne dieses jederzeit
-davon überzeugen könne, was in der fraglichen Zeit geschehen sei.
-
-Isabelle versuchte sich zu verteidigen, doch die Spuren dessen, was
-geschehen war, waren so offensichtlich, daß sie schließlich die halbe
-Wahrheit gestand, ja, Courbelan sei gekommen, und er habe ihr dieselben
-Aufmerksamkeiten wie früher erwiesen, Justine versicherte ihr, daß sie dies
-nicht glaube. Sie sei überzeugt, daß Courbelan sie genommen habe, umso
-mehr, als alle Anzeichen dafür sprächen. Meine Cousine leugnete, aber
-dieses Mädchen gab sich damit nicht zufrieden. Sie war viel stärker als
-Isabelle. Ohne weiteres hob sie sie in ihren Armen auf und legte sie auf
-das Bett. Isabelle vermochte keinen Widerstand zu leisten, und weil sie
-fürchtete, daß ihr neue Schmerzen bevorstünden, gestand sie schließlich
-alles, was ihre Gouvernante wissen wollte. Justine, die die Folgen dieses
-Abenteuers fürchtete, war wütend auf Courbelan, und sie brachte es fertig,
-seinen künftigen Besuchen so viele Hindernisse in den Weg zu legen, daß es
-meiner Cousine beinahe unmöglich wurde, ihn zu sehen.
-
-Justine benutzte künftig alle Möglichkeiten, die ihr zu Gebote standen, um
-eine weitere Verbindung zwischen Courbelan und Isabelle zu verhindern.
-Courbelan zerstritt sich deshalb mit ihr und zog wenig später in eine
-andere Stadt. Wahrscheinlich hat er inzwischen sowohl Isabelle als auch
-Justine vergessen. Diese verließ übrigens meine Tante bald danach.
-Möglicherweise ist sie ihm nachgereist, um ihn wieder für sich zu gewinnen.
-
-Während der ersten Zeit vermochte Isabelle ihren Ärger darüber, daß sie ihn
-nicht sehen konnte, nicht zu verbergen. Ich litt unter ihren Launen, aber
-ich verstand und tröstete sie, so gut mir das möglich war. Schließlich
-gelang es mir, die Erinnerung an diesen liebenswürdigen jungen Mann in ihr
-verblassen zu lassen. Ich liebte meine Cousine herzlich, umso mehr, als
-auch sie eine leidenschaftliche Zuneigung für mich hegte und diese nicht
-wenig dazu beitrug, daß sie ihren Kummer schließlich vergaß.
-
-Wir blieben noch vier Monate zusammen, und während dieser Zeit lehrte sie
-mich alles, was sie von Courbelan und Justine erfahren hatte.
-
-Ich entnahm daraus unschwer, daß Courbelan vom ersten Augenblick an seine
-Augen auf Isabelle geworfen hatte. Unter dem Vorwand, daß Isabelle ein
-Geheimnis, an dem sie beteiligt war, am besten bewahren würde, hatte er
-Justine überredet, sie an ihren Spielen teilnehmen zu lassen. Wäre Justines
-Eifersucht nicht ein so ernsthaftes Hindernis gewesen, er hätte von
-Isabelle ohne Zweifel früher Besitz ergriffen.
-
-Die Zeit, die ich bei meiner Tante verbrachte, ging zu Ende. Meine Mutter
-rief mich zu sich zurück. Wir mußten uns trennen und taten es nicht ohne
-Bedauern. Meine Tante war ganz gerührt über meine Tränen und versprach mir,
-daß sie alles tun würde, um mich bald wieder bei sich zu haben.
-
-Auch ich bedauerte meine Abreise sehr. Ach, nach all der Freizügigkeit, die
-ich im Hause meiner Tante genossen hatte, bedrückte mich die Langeweile bei
-meiner frömmlerischen Mutter, die keinen Menschen bei sich sehen wollte,
-umso mehr.
-
-Doch es wurde nicht ganz so schlimm, wie erwartet. Denn ich vermochte im
-Haus meiner Mutter Nutzen aus allem zu ziehen, was mich der Zufall und
-Isabelle gelehrt hatten. Ich bereitete mir tagtäglich die wollüstigsten
-Sensationen, so wie Isabelle dies getan hatte, ja, ich verdoppelte meine
-Lust noch durch die reizvollen Bilder meiner Einbildungskraft. Ich dachte
-nur an Männer. Meine Gedanken und Begierden waren nur mit ihnen
-beschäftigt. Wenn ich sie sah, heftete ich meine Augen auf jene Gegend, wo
-ich das Idol ruhen wußte, das meine Phantasie so sehr entflammte. Ah,
-welches Feuer verbreitete sich in meinem Körper, wenn ich nur daran dachte!
-
-Und just, als ich mich in dieser Verfassung befand, kehrte Vernol von
-seiner Schule zurück. Wie schön erschien er mir! Ich war fasziniert von
-ihm. Bis dahin war mir sein Charme entgangen. Zwar hatten wir von unserer
-frühesten Kindheit an eine lebhafte Freundschaft füreinander empfunden.
-Doch nun änderte sich unsere Situation. Er schien alle meine Begierden auf
-sich zu ziehen. Ein leidenschaftliches Feuer belebte meine Sinne, wenn ich
-ihn nur ansah. All meine Gedanken kreisten um ihn. Ich wünschte mir
-leidenschaftlich, an ihm jene Region aus der Nähe besichtigen zu dürfen,
-die zu sehen mir bei Courbelan vergönnt gewesen war. Ich wußte natürlich,
-daß ich zu jung war, die Begierden eines Mannes zu erwecken. Die Leiden,
-die Isabelle ertragen hatte, erschreckten mich. Und im Übrigen kannte ich
-niemanden, der seine Augen auf mich geworfen hätte. So ist es kein Wunder,
-daß Vernol, mit dem mich eine innige Freundschaft verband, schließlich das
-Ziel all meiner Wünsche wurde. Sein Zimmer war neben dem meiner Mutter, wo
-ich schlief. Wenn diese fromme Seele zur Kirche gegangen war, wo sie jeden
-Morgen zwei oder drei Stunden verbrachte, schloß ich die Tür hinter ihr ab.
-
-Sie glaubte, wir schliefen, und ließ uns in Frieden. Doch angestachelt von
-meinen Begierden, eilte ich im Nachthemd, so wie ich war, in das Zimmer
-meines Bruders und trieb mit ihm tausend Mutwilligkeiten, während er im
-Bett lag. Ich neckte ihn, ich umarmte und küßte ihn und versetzte ihm
-leichte Schläge auf seinen festen Hintern. Er hielt wacker mit, zog mich
-auf sein Bett, küßte mich und bearbeitete mein Hinterteil mit der Hand,
-indem er mir die Schläge heimzahlte, die er von mir bekommen hatte. Dieses
-Spiel wiederholten wir jeden Morgen. Als er mich wieder einmal auf sein
-Bett warf, verschob sich mein Hemd, und ich strampelte mit meinen Beinen in
-der Luft. Er konnte geradewegs in meine kleine Grotte sehen. Da spreizte er
-meine Schenkel und legte seine Hand dazwischen. Er konnte gar nicht genug
-bekommen, mich zu betrachten und zu berühren. Ich ließ es ihn tun. »Ah,
-Rose«, sagte er, »wie verschieden wir beide doch sind«.
-
-»Wie das?« fragte ich scheinheilig. »Was meinst Du damit, daß wir
-verschieden sind?« Ich machte meine unschuldigste Miene, während ich ihn
-dies fragte.
-
-»Nun, sieh selbst«, sagte er ganz unbefangen und hob sein Hemd, so daß ich
-sein kleines Werkzeug sehen konnte, das augenblicklich groß und stark
-wurde. Ich hatte es niemals zuvor gesehen.
-
-Scheinbar ganz harmlos, nahm ich die kleine Lanze in die Hände und
-betrachtete sie von allen Seiten. Ich liebkoste sie, zog ihre Spitze ein
-wenig aus ihrer Umgebung hervor und hatte schließlich die Genugtuung, ihn
-in eine heftige Erregung geraten zu sehen.
-
-Schließlich wurde er ungeduldig, mit mir dergleichen zu tun, und bat mich:
-»Rose, laß mich Dich noch einmal anschauen.«
-
-Ich tat ihm den Gefallen und legte mich wieder hin. Er zog meine Beine in
-die Höhe und spreizte sie. Mit großer Aufmerksamkeit betrachtete und
-berührte er alle Teile meiner Liebesgrotte. Aber er wußte nicht, wie er sie
-behandeln sollte. Er kniete über mich gebeugt auf dem Bett. Ich schob meine
-Hand zwischen seinen Schenkeln hindurch, um sein hübsches Kleinod aufs Neue
-zu liebkosen. Es belustigte mich, den roten Kopf desselben auftauchen und
-wieder verschwinden, zu sehen. Das Vergnügen, das ich ihm bereitete,
-verdoppelte das meine. Ich ruhte nicht eher, als bis ich mich seiner ganz
-bemächtigt hatte. Ich küßte ihn, ich verschlang ihn beinahe, ich liebkoste
-seinen ganzen Körper. Das Auf und Ab, das meine Hände an seinem reizvollen
-Spielzeug vollführten, zeitigte schließlich den gewünschten Erfolg. Es
-versprühte dieselbe weiß schäumende Flüssigkeit, die Courbelan in Justines
-Hände versprüht hatte.
-
-Diese Situation, die für ihn ganz neu war, sein Erstaunen und seine
-unzweifelhafte Lust waren für mich ein köstliches Schauspiel. Seine Hand
-glitt zwischen meine Schenkel und ruhte dort ohne alle Bewegung. Ich legte
-mich wieder auf das Bett und erteilte ihm eine Lektion, die ihm völlig neu
-war. Alles erschien ihm außergewöhnlich und wundervoll. Ich führte ihn von
-einem Erstaunen zum nächsten. Ich nahm sein Instrument, ich küßte es, ich
-saugte daran und ließ es zur Gänze in meinem Mund verschwinden.
-Augenblicklich kam es wieder in jenen liebenswürdigen Zustand, in dem es
-zuvor gewesen war.
-
-Bis jetzt hatte ich nicht gewagt ihm zu zeigen, was ich wirklich wünschte.
-Aber schließlich beraubte ich ihn im Übermaß der Erregung seines Hemdes und
-entledigte mich auch des meinen. Nichts verbarg mir die Reize, die die
-Natur ihm verliehen hatte, ich liebkoste sie alle, und er vergalt mir meine
-Zärtlichkeiten auf dieselbe Weise. Sein reizendes kleines Werkzeug war
-wieder ganz steif. Schließlich warf ich mich, von Begierde überwältigt, auf
-ihn und drängte es selbst in meinen Leib. Ah, wie gut mir das tat! Ich war
-natürlich noch eng, aber er war nicht groß. Wir stießen einander aus
-Leibeskräften. Schließlich ließ ich mich völlig auf ihn sinken und spürte,
-wie er ganz in mich eindrang. Augenblicklich erfüllte mich eine
-leidenschaftliche Befriedigung. Auf diese Weise verloren wir beide zugleich
-unsere Jungfernschaft. Ah, welche Wollust erfüllte uns dabei! Vernol wußte
-nicht, wie ihm geschah. Wir genossen diese reine Seligkeit bis zum Exzeß.
-
-Die Ekstase überkam ihn. Seine Arme, die mich umklammert hielten, sanken
-herab. Ich verhielt meine Bewegungen und ließ mich auf ihn sinken. Ach, er
-ahnte wohl, daß ich in diesem Augenblick dasselbe wie er empfand.
-
-Eng umschlungen versanken wir in jene wohltätige Ermattung, die fast so
-wollüstig wie die Wollust selbst ist. Doch da ich viel früher zu mir selbst
-zurückfand als er, sah ich mich gezwungen, ihn dazu zu bringen, daß seine
-Hand sich noch einmal auf eine höchst erfreuliche Weise mit mir
-beschäftigte.
-
-Wir unterzogen uns in der Folge jeden Tag diesen angenehmen Übungen.
-Entweder kam ich in sein Bett oder er in meines. Wenn wir es ohne Gefahr
-der Entdeckung tun konnten, vereinten wir uns sogar im Laufe des Tages.
-Während der Nacht konnten wir nicht zusammenkommen, aber meine Träume waren
-ganz und gar von wollüstigen Bildern erfüllt, und ich opferte die
-Vergnügungen, die ich mir verschaffte, seinem Gedenken. Er tat in seinem
-Zimmer desgleichen, und am Morgen fanden wir uns zusammen, um unsere
-nächtlichen Phantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Natürlich wollte er
-wissen, aus welchen Quellen mein Wissen stammte. Doch ich wagte ihm dies
-nicht einzugestehen, und so verloren sich meine intimen Geständnisse in
-Allgemeinheiten. Erst als ich seiner Diskretion völlig sicher sein konnte,
-erzählte ich ihm alles. Doch ach, inmitten unserer Vergnügungen mußten wir
-uns trennen. Es galt Abschied zu nehmen, weil Vernol an seine Schule
-zurückkehren mußte. Mein Schmerz war unendlich, ich kann ihn auch nicht
-beschreiben. Ach, wie lang ist mir die Zeit ohne ihn geworden!
-
-Doch nun ist er endlich zurückgekehrt.«
-
-
-
-
-6. Kapitel
-
-
-Nachdem Rose ihre Geschichte, die mich, soweit sie Vernol betraf sehr
-berührte, beendet hatte, ergriff ich das Wort.
-
-»Du weißt nicht, mein teurer Vater«, sagte ich, »was Rose mir noch erzählt
-hat. Sie hat nicht gewagt, Dir dies zu eröffnen. »Liebste Laura«, sagte sie
-mir, »ich weiß, daß Vernol eine heftige Leidenschaft für Dich ergriffen
-hat. Er selbst hat es mir gestanden. Trotzdem bin ich nicht im Geringsten
-eifersüchtig, denn ich liebe Dich aufrichtig. Du bist schön, er ist
-liebenswürdig, ich werde mich freuen, Dich in seinen Armen zu sehen, ja,
-meine Liebe, ich werde euch selbst zusammenführen, und mein Glück wird
-seine Seligkeit sein!« Ist sie nicht närrisch, die gute Rose?
-
-Natürlich stellten wir mit Leichtigkeit fest, daß Rose das Vergnügen
-leidenschaftlich liebte. Wir sagten ihr das, und sie gab es zu. Die
-wollüstigen Bilder, die sie vor unseren Augen hatte erstehen lassen, hatten
-ihr Temperament enthüllt. Sie hatten aber auch ihre Wirkung auf uns nicht
-verfehlt. Mein Vater gab einen überzeugenden Beweis davon. Sie bemächtigte
-sich seiner Lanze, und um uns die Macht der Verführung ganz zu beweisen,
-wies sie diesem liebenswürdigen Objekt selbst den Weg. Sie ruhte nicht
-eher, als bis sich die Seufzer unserer Lust vermischten. Sie erreichte
-dieses reizvolle Ziel als erste, und während sie meinen Vater festhielt,
-rief sie: »Bezeuge mir dasselbe Vertrauen, das ich euch entgegenbrachte.
-Was wir drei hier getan haben, hat mir die Augen geöffnet und mir die
-Freiheit gegeben, euch alles zu schildern, was ich mit Vernol getan habe.«
-
-Mein Vater stimmte zu.
-
-»Schön, meine Liebe. Rose, Du wirst eine neue Rolle spielen, damit ich Dich
-prüfen kann«, sagte er und stand auf, um den Godmiche zu holen. Er
-befestigte ihn an Roses Gürtel, und sie war von diesem nützlichen
-Instrument, das sie noch nicht kannte, begeistert. Er ließ mich auf ihr
-liegen und führte das Instrument in mein Inneres. Dann befahl er ihr, mich
-wie einen Mann zu behandeln, mich aber gleichzeitig zu kitzeln. Als ich
-meinen Gipfelpunkt nahen fühlte, riet er ihr, kräftiger zu stoßen.
-Währenddessen beugte er sich über mich und stieß seinerseits seine Rute in
-meinen Hintern. Rose hielt sich vortrefflich. Ich hielt ihre Brüste
-umklammert, sie liebkoste die meinen, unsere Zungen vermählten sich, ich
-fühlte mich sterben. In dem Augenblick, in dem ich nahe daran war, mein
-Bewußtsein zu verlieren, entlud sie den Godmiche. Meine Grotte war im Nu
-überflutet, und zur gleichen Zeit fühlte ich, wie mein Geliebter sich tief
-in meinem Innern verströmte. Seine Zuckungen mischten sich mit meiner
-Wollust, an der Rose durch die Reibung des Godmiche an ihrer Klitoris
-ihrerseits teilnahm. Schließlich sank ich, in Wonne ersterbend, auf sie.
-Mein Vater erhob sich, und schließlich, als es schon gegen Mittag ging und
-wir uns etwas erholt hatten, standen wir auf.
-
-Bis jetzt habe ich Dir noch nicht erklärt, was ein Godmiche ist. Höre also!
-Es handelt sich um eine Nachbildung des männlichen Gliedes. Der einzige
-Unterschied besteht in den Einkerbungen an seiner Spitze, die dazu dienen,
-die Empfindungen lebhafter werden zu lassen. Es ist aus Silber, doch mit
-einer Art Lack in den natürlichen Farben überzogen und blank poliert, dazu
-fest und leicht. In der Mitte hat es einen Hohlraum, in den man eine
-Flüssigkeit einfüllen kann. Diese wird durch eine Art von Düse
-ausgespritzt, um die Aktion des natürlichen Gliedes zu imitieren. Man kann
-dieses famose Instrument am Gürtel befestigen, und dann ist es selbst einer
-Frau möglich, als Mann zu agieren.
-
-Rose war begeistert von diesem Instrument. Ich füllte es vor ihren Augen
-mit lauwarmer Milch und zeigte ihr dann, wie man es zum Spritzen bringen
-konnte. Im Übrigen verwendet man häufig auch lauwarmes Wasser, das mit
-Fischleim vermischt wird. Diese Mischung ist nämlich dem männlichen Samen
-am ähnlichsten.
-
-Als ich Rose alles gezeigt hatte, streifte sie augenblicklich ihr Hemd
-zurück und bestand darauf, sich dieses reizvollen Instruments zu bedienen.
-Ich begann herzlich zu lachen, als ich sie in dieser Situation sah. Mein
-Vater, der inzwischen hinausgegangen war, kam wieder und wollte sehen, was
-es gäbe. Auch er begann zu lachen und sagte zu Rose: »Laß es für jetzt
-damit genug sein, meine Liebe. Wir haben für den Augenblick etwas Besseres
-vor!«
-
-Doch sie fuhr fort mit ihrem närrischen Betragen, und so führte er mich
-schließlich aus dem Zimmer. »Meine liebe Laura«, sagte er zu mir, »Rose
-wird ohne Zweifel eines Tages das Opfer ihrer Begierden und ihres
-Temperaments werden. Nichts kann sie zurückhalten. Sie überläßt sich ihrem
-Verlangen mit einer Glut, die kein Maß kennt. Sei versichert, sie wird für
-ihre Unklugheit bitter bezahlen, und vielleicht auch der arme Vernol, der
-durch sie solchen übertriebenen Exzessen unterworfen wird. Doch ich werde
-sie für meine Zwecke benützen.«
-
-Er kehrte zu Rose zurück, und ich hörte ihn sagen:
-
-»Meine Liebe, was Du uns da über Deinen Bruder gesagt hast, beweist Deine
-Freundschaft für ihn wie für Laura. Aber kann man auch auf euer beider
-Diskretion rechnen? Diese ist absolut notwendig, wenn aus einer
-erfreulichen Freundschaft nicht großes Unheil entstehen soll.«
-
-»Ich habe euch nicht getäuscht«, versicherte Rose, »und alles, was ich euch
-gesagt habe, ist nur die Frucht meines Vertrauens, nicht einer sträflichen
-Indiskretion. Ach, ich ahne wohl, daß Sie für mich dasselbe sein könnten
-wie Laurette für Vernol. Er hat mir gestanden, daß er in Laura vernarrt
-ist, und ich hoffe sehr, daß ich selbst Ihnen nicht völlig gleichgültig
-bin. Wäre es möglich, daß Sie uns etwas verweigern könnten, was für uns
-alle eine Quelle der Lust sein wird? Ah, wie werde ich vor Freude springen,
-wenn Sie sich uns nicht widersetzen, und wenn auch Laurette, wie ich dies
-hoffe, zustimmt.«
-
-»Ich gebe meine Zustimmung«, sagte mein Vater, »doch sage Vernol noch
-nichts von unserer Übereinkunft. Es erschiene mir schädlich, ihn jetzt
-schon einzuweihen. Sag ihm nur, daß er sich bereithalten soll.«
-
-»Ah, das verspreche ich für mich selbst wie auch für ihn«, versicherte Rose
-eifrig.
-
-»Ich muß euch noch etwas Wichtiges sagen, Dir und ihm«, fuhr mein Vater
-fort, »Laura ist nur in der Öffentlichkeit meine Tochter, nicht aber dem
-Blut nach. Doch siehst Du wohl, sie ist mir deshalb nicht weniger lieb. Im
-Übrigen soll kein Mensch in dieses Geheimnis eingeweiht werden außer euch
-beiden. Sag Deiner Mutter, daß wir Vernol und Dich gern auf eine Landpartie
-mitnehmen würden, und bitte sie um ihre Einwilligung. Aber ihr müßt über
-alles, was geschehen wird, Stillschweigen bewahren.«
-
-Keines von all diesen Worten war mir entgangen. Rose erreichte natürlich
-mit Leichtigkeit, daß sie und Vernol sich uns anderntags anschließen
-konnten. Ich selbst verbrachte den Rest des Tages in größter Aufregung bei
-einer Bekannten, während mein Vater jene Vorbereitungen traf, die ihm
-notwendig erschienen.
-
-Am anderen Nachmittag fanden wir einen geschlossenen Wagen vor unserem
-Haus. Er führte uns zu einem sehr hübschen Landsitz, der in einiger
-Entfernung von der Stadt gelegen war. Das Haus war mir bis dahin unbekannt
-gewesen. Vermutlich gehörte es einem Freund meines Vaters, der es diesem
-zur Verfügung gestellt hatte. Vernol hatte seine natürlichen Vorzüge noch
-zu erhöhen versucht, Rose und ich trugen beide sehr elegante Deshabilliés.
-Wir kamen gegen vier Uhr an.
-
-Welch eine wundervolle Zeit! Eine Weile ergingen wir uns in dem Garten, der
-in den prächtigsten Farben des Herbstes prangte. Sein phantastischer
-Schmuck hob sich bunt aus dem grünen Rasen. Das war nicht einer jener
-Gärten, in denen Regelmäßigkeit und Symmetrie alle Natur ersticken.
-Vielmehr war er großzügig angelegt und brachte so den Reiz der Natur auf
-das vollendetste zur Geltung. Wir genossen die liebliche Landschaft, die so
-recht mit unserer festlichen Stimmung harmonierte. Waren wir nicht dabei,
-ein Fest zu feiern, wie es die Natur nur den glücklichsten ihrer Geschöpfe
-gewährt?
-
-Nach diesem Spaziergang, den unsere Küsse und Vertraulichkeiten doppelt
-reizvoll gemacht hatten, betraten wir das Haus. Mein Vater führte uns in
-einen schönen Salon, wo für uns eine leichte Mahlzeit angerichtet war. Wir
-sprachen dem köstlichen Wein und den Früchten zu, und sei es nun durch das
-natürliche Feuer des Weines oder durch ein Mittel, das mein Vater
-hineingemischt hatte -- er kannte ja deren genug --, fühlten wir uns darauf
-merkwürdig erregt. Wir warfen uns spielerisch die Blumenkränze zu, mit
-denen wir uns geschmückt hatten. Ach, es gab noch andere Blumen zu
-pflücken! Wir befanden uns in einem reizenden Gemach, das mit prächtigen
-Girlanden bekränzt und von Kerzen erleuchtet war. Kostbare
-Venezianerspiegel warfen das Bild dieses festlichen Raumes in unzähligen
-Varianten zurück. Wir bewunderten die ausschweifenden Gemälde, welche die
-Wände schmückten.
-
-O Himmel, was für Gemälde! Der göttliche Aretino hätte keine wollüstigeren
-erfinden können. Außer diesen war der Raum noch von etlichen wundervollen
-Skulpturen geschmückt, die ebenso wie die Bilder der Inspiration der Lust
-dienten.
-
-Es dauerte auch nicht lange, so befanden wir uns in einem Delirium der
-Begierde. Bacchus und Amor hatten sich verbündet, ihre Triumphe zu feiern.
-Rose, die sich von diesen beiden reizenden Gottheiten am lebhaftesten
-angeregt fühlte, eröffnete den Reigen der Lust. Sie warf sich meinem Vater
-an den Hals, sie umarmte Vernol. Ah, wie leidenschaftlich küßte sie mich
-und verführte mich dadurch dazu, dasselbe zu tun. Sie raubte mir mein
-Taschentuch, das sie ihrem Bruder zuwarf, während sie ihr eigenes meinem
-Vater gab. Sie hieß ihn ihre Brüste küssen und brachte Vernol dazu, daß er
-dasselbe mit den meinen tat. Unsere Lippen verschmolzen schließlich
-miteinander. Diese Spiele, die sich in den Spiegeln vervielfältigten,
-erhitzten unsere Leidenschaften. Unsere Wangen glühten, unsere Augen
-sprühten, und unser Atem ging heftig. Vernol befand sich schon im Zustand
-halber Auflösung, seine Augen waren voll Feuer. Er erschien mir schön wie
-der helle Tag. Ich betrachtete ihn in diesem Augenblick mit einem
-göttlichen Vergnügen, und sein Anblick verdoppelte meine Begierden. Er war
-seiner selbst kaum mächtig. Rose wollte, daß ich mich auf eine Bergère
-legte, und ich tat es. Sie rief Vernol zur Hilfe. Zusammen schürzten sie
-meine Röcke, und dann versetzte Rose mir etliche leichte Schläge. Kurz, sie
-tat alles, damit Vernol zu sehen bekam, wonach er seufzte. Ich wollte mich
-rächen, aber sie ließ mich gar nicht erst in diese Lage kommen.
-Augenblicklich warf sie sich auf einen Diwan und reckte bereitwillig ihre
-Beine in die Höhe, so daß all ihre natürlichen Reize sich meinem Blick
-boten. Natürlich benutzten wir die Gelegenheit, sie zu liebkosen, doch kaum
-daß wir sie berührten, begannen schon die Fontänen der Lust zu sprühen. Wir
-waren im Nu überströmt, denn sowohl Vernol als auch mein Vater erwiesen
-sich als höchst freigebig, ohne daß ihr Verlangen dadurch gemildert worden
-wäre, wie wir uns bald überzeugen konnten.
-
-Rose sprang auf die Beine und warf sich auf meinen Vater.
-
-»Mein Lieber, ich habe Dir das Taschentuch zugeworfen. Du wirst mein Gatte
-sein, ich Deine Frau. Komm, gib mir die Hand!«
-
-»Recht gern, Rose. Aber das wird die letzte Zeremonie sein!«
-
-»Ah ja! Sieh nur, Vernol hat sein Taschentuch Laurette zugeworfen. Wir
-müssen sie vereinen. Du bist doch bestimmt damit einverstanden?«
-
-»Natürlich, meine Liebe, ganz wie Du willst.«
-
-Sie nahm unsere Hände und fügte sie zusammen. Vernol und ich umarmten uns,
-unsere Lippen trafen sich. Sie legte seine Hand auf meine Brüste und nannte
-uns Mann und Frau. Wir waren alle vier sehr erhitzt. Vor allem Rose brannte
-förmlich. »Wie hübsch wäre es«, rief sie plötzlich, »wenn wir ein Bad haben
-könnten, um uns zu erfrischen. Die Glut erstickt mich noch!«
-
-Mein Vater erhob sich und zog an einer Schnur, mittels der er einen Vorhang
-von einer Nische wegzog. Zu meinem Erstaunen entdeckten wir dahinter ein
-Badebecken, in das sich abwechselnd kaltes und warmes Wasser, vermischt mit
-allerlei Wohlgerüchen, ergoß.
-
-Rose war begeistert. »Ist das nicht herrlich? Fast wie in einem
-verzauberten Schloß! Ich werde mich in eine Nymphe verwandeln, aber ich
-werde nicht die einzige sein.«
-
-In wenigen Augenblicken hatte sie sich mit dem einzigen Abzeichen der
-Nymphen geschmückt. Sie bemächtigte sich meiner und verlangte von Vernol
-und meinem Vater, daß sie helfen sollten, mich in denselben Zustand zu
-versetzen. Die beiden ließen sich das nicht zweimal sagen. In
-Sekundenschnelle verschwanden alle meine Dessous. Rose gab ihrem Bruder ein
-Zeichen, und auch er verwandelte sich schnell in einen Faun, während wir
-meinem Vater unseren Beistand liehen.
-
-Meine Augen verschlangen Vernol. Ah, wie hübsch er war und wie sehr gefiel
-er mir im Glanz seiner Jugendfrische! Er war weiß und rosig wie ein junges
-Mädchen, und doch bewaffnet mit dem Speer, der das Kennzeichen des Mannes
-ist.
-
-Wir tauchten alle vier in das duftende Naß, um darin die Glut zu löschen,
-die uns zu verzehren drohte. Fortwährend waren wir zwei Nymphen von den
-männlichen Lanzen bedroht, aber sie erschreckten uns nicht. Wir waren die
-Beute der vorwitzigen und leidenschaftlichen Hände, der verwegensten Küsse
-unserer Tritonen und konnten uns nicht genug daran tun, ihnen diese
-Liebkosungen durch die unsrigen zu vergelten. Wir scherzten mit ihren
-Pfeilen, und sie wollten sich unser bemächtigen. In diesem Augenblick hatte
-mein Vater die Klugheit, durch einen schnellen Handgriff das bewußte
-Schwämmchen bei mir unterzubringen.
-
-Vernol faßte nach mir, doch einem ebenso natürlichen wie wirksamen Instinkt
-zufolge hinderte ich ihn und flüchtete aus dem Bassin. Flucht ist das
-sicherste Mittel, das Verlangen der Männer anzustacheln. Rose folgte mir,
-und sofort waren die beiden hinter uns her. Aber die momentane Abkühlung
-hatte sie ernüchtert, und so waren sie für den Augenblick keine ernsthafte
-Gefahr. Wir hüllten uns spielerisch in leichte Schleiergewänder, die nichts
-verbargen, und machten es uns auf dem Diwan bequem. Mein Vater zog an einer
-anderen Schnur, und wie durch Zauberei senkte sich ein mit Leckerbissen
-aller Art, köstlichen Weinen und Früchten beladener Tisch zwischen uns. Wir
-aßen und tranken, und die Hitze, die uns vorhin verzehrt hatte, begann
-augenblicklich wieder aufzuflammen. Vernol vor allem war ungeduldig. Ich
-befand mich in einem Taumel von Lust und genoß mit Augen und Händen, doch
-hatte ich es nicht eilig, ans Ziel zu kommen. Vielmehr wollte ich langsam
-genießen und befand mich darin in schönster Übereinstimmung mit meinem
-Vater, der sich gleichfalls Zeit ließ. Vernol und Rose waren daher
-gezwungen, ihre Ungeduld zu zähmen. Rose fiel dies leicht, weil unsere
-Zärtlichkeiten und Liebkosungen sie ihrem eigenen Eingeständnis zufolge
-schon dreimal dem Gipfel der Lust entgegengetragen hatten. Sie genoß also
-die Mahlzeit, die sie unser Hochzeitssouper nannte. Aber es war nicht
-Hymen, der dieses Mahl regierte, dessen Königin allein die Wollust war. Sie
-allein konnte uns erfreuen und Genüge tun. Deshalb erhob sich in der Mitte
-der festlich geschmückten Tafel auch triumphierend Priap, der Gartengott,
-der sein mächtiges Szepter in Händen hielt. Das Tischtuch war an den vier
-Ecken mit Stickereien geschmückt, welche die wollüstigsten Gruppen
-darstellten. Unter ihnen gab es alte Satyrn, die hinter blühenden jungen
-Nymphen herjagten. Alles inspirierte und erregte uns. Rose war wie eine
-trunkene Bacchantin. Weinglas und Flasche in Händen, bot sie uns den
-Anblick all ihrer Reize.
-
-Auch ich fühlte nun eine gewisse Ungeduld in mir. Nichts konnte uns mehr
-erschrecken. Unsere Helden waren bereit. Die Embleme ihrer männlichen Kraft
-ragten steil in die Luft. Rose vermochte nicht mehr an sich zu halten und
-rief: »Vernol, nimm Deine Frau! Ich will meinen Mann nehmen.«
-
-Sie warf sich meinem Vater in die Arme und wurde augenblicklich von seiner
-Lanze durchbohrt. Vernol nahm mich in die Arme und wollte sich schon meiner
-bemächtigen, da hielt ihn mein Vater auf.
-
-»Nicht so, mein Lieber. Hört, meine Kinder, ich stelle eine Bedingung. Eure
-Vereinigung hat einen Preis. Es ist nur gerecht, daß ich mich dafür bezahlt
-mache, wenn Vernol und Laurette sich vereinen. Deshalb werde ich jenen
-Hofmann nachahmen, der seine Frau mit einem Pagen schlafen sah, den diese
-liebte. Er erwies dem Hintern des Pagen dieselben Wohltaten, die jener der
-Dame erwies. Wir wollen es genauso machen. Während Vernol Laura vögelt,
-soll sein Hintern mir zur Verfügung stehen.«
-
-Ich vermutete, daß ihn die Reize Vernols ebenso mit Begierde erfüllt hatten
-wie mich, und ich war darüber entzückt, denn so würde ich mich umso freier
-der Lust hingeben können. Also spornte ich unser wollüstiges Spiel durch
-meine Freudenrufe an. Ich faßte Vernol, beraubte ihn des letzten Stückchens
-Stoff das ihn bedeckte, ich präsentierte seine Hinterseite und spreizte
-seine hübschen Lenden, während sein Speer gegen mein Pförtchen pochte.
-
-»Nein, Vernol, nein, schmeichle Dir nicht, daß ich mich Dir geben werde,
-ehe Du diese Bedingung erfüllt hast!«
-
-Rose, die nicht untätig zusehen wollte, protestierte und verlangte, meinen
-Vater noch einmal zu bekommen.
-
-»Wie«, rief Vernol, in Hitze gebracht. »Welches Hindernis sollte mich
-zurückhalten? Seit langem bin ich auf die Folter gespannt. Was, schönste
-Laura, würde ich nicht tun, um Dich zu besitzen und in deinen Armen zu
-sterben?«
-
-»In diesem Fall«, sagte mein Vater, »wird Rose mit von der Partie sein.«
-
-In einem Augenblick verschwand der Tisch nach oben, und das Badebassin ward
-wieder von seinem Vorhang bedeckt. Ein anderer Vorhang öffnete sich und gab
-den Blick auf eine Nische frei, die von einem riesigen mit Seide bezogenen
-Himmelbett ausgefüllt wurde. Diese Nische erschien uns als das wahre
-Heiligtum der Lust. Wir bezogen diesen Altar der Wonne nur im Schmuck
-unserer natürlichen Vorzüge. Von allen Seiten gaben glitzernde Spiegel
-unsere Reize wieder. Ich bewunderte vor allem Vernol. Dieser schöne
-Jüngling nahm mich in die Arme und bedeckte mich mit Küssen und
-Zärtlichkeiten. Er war leidenschaftlich gespannt. Ich nahm seine Lanze,
-mein Vater preßte mit einer Hand seine Lenden, mit der anderen Rosens
-Brüste, die uns alle drei liebkoste. Vernol lag vor mir auf den Knien, er
-spreizte meine Schenkel, küßte mein Kraushaar, meine Liebesgrotte, er ließ
-seine Zunge darin spielen und saugte an meiner Klitoris. Schließlich
-bettete er sich auf mich, und sein Speer durchbohrte mich. Sogleich warf
-sich mein Vater über ihn. Rose lag auf den Knien, sie öffnete die
-Hinterbacken Vernols und befeuchtete den Eingang, durch den die Lanze
-meines Vaters eindringen sollte. Sie bereitete ihr eigenhändig den Weg.
-Währenddessen streichelte ich ihre Spalte und brachte sie durch meine
-Fingerspiele zum Glühen. Nach wenigen Augenblicken schon fühlte ich meine
-Finger sich befeuchten, und ihre heftigen Atemzüge kündigten uns an, daß
-sie sich auf dem Gipfel der Lust befand. Vernol war der nächste, der sich
-verströmte. Mein Vater beschleunigte seine Bewegungen, und so fielen wir
-bald alle drei in eine wohltuende Ekstase. Nachdem wir wieder zu uns selbst
-zurückgefunden hatten, ersetzten unsere Zärtlichkeiten die
-leidenschaftlichen Anstrengungen, die uns vorhin vereinigt hatten. Vernol
-gestand, daß er niemals etwas Ähnliches empfunden habe.
-
-»Man muß es kennen, um es schätzen zu können«, sagte mein Vater. »Komm,
-liebe Laurette, laß es ihn nun von Deiner Seite aus kosten. Vernol ist
-weniger gut gerüstet als ich, er wird Dir also nur Süßigkeit bereiten.
-Schön wie Du bist, verliert er nichts, wenn Du ihm diesmal Deine
-Hinterseite bietest. Komm in meine Arme. Rose wird dasselbe für Dich tun,
-was sie vorhin für mich getan hat, und währenddessen Deine Klitoris
-kitzeln.«
-
-Ich warf mich auf ihn und überschüttete ihn mit Zärtlichkeiten. Rose
-bereitete seinem Instrument den Weg und öffnete meine Lenden für Vernol.
-Sie benetzte die Spitze seiner Lanze und die Öffnung, durch die diese
-eindringen sollte. Dann nahm sie dieselbe Stellung wie vorhin ein und
-liebkoste die Schenkel und Hoden von Vernol, während sie gleichzeitig meine
-Klitoris kitzelte. Ihr wurde ein ganz ähnlicher Dienst von meinem Vater
-erwiesen. Die unaussprechlichsten Wonnen kündigten sich an, wir flogen
-ihnen entgegen.
-
-Ah, dieses Gefühl! Es kam uns allen, wir waren überflutet, der süße Saft
-der Wollust verströmte. Den lebhaftesten Sensationen ausgeliefert, verfiel
-ich in konvulsivische Zuckungen.
-
-Doch bald darauf herrschte ein nicht minder wollüstiger Zustand der Ruhe.
-Auf die Reizung, die ich an all meinen empfindsamen Teilen erfahren hatte,
-folgte ein Zustand unbeschreiblicher Wonne. Ich kann diesen Tag nur mit
-jenem vergleichen, an dem ich meine Jungfernschaft verloren hatte.
-
-Endlich begaben wir uns zur Ruhe. Erschöpft sanken wir auf das Lager, um
-uns zu erholen. Ah, welch ein Tag, welch eine Nacht!
-
-
-
-
-7. Kapitel
-
-
-Nachdem wir wieder in die Stadt zurückgekehrt waren, bedrängte Rose mich
-mehrere Tage lang, diese Szene zu wiederholen. Doch ich wollte nichts davon
-hören. Einmal paßte mir ihre Selbstgefälligkeit nicht, zum andern erschien
-es mir geschmacklos, etwas Derartiges zu tun, wenn mein Vater nicht dabei
-war. Meine Vorliebe für Vernol, die nur von meinen Augen und meinen Sinnen
-ausgegangen war, ohne daß das Herz daran beteiligt gewesen wäre, minderte
-sich von Tag zu Tag. Schließlich konnte ich nur noch mit Bedauern an diese
-Vorliebe denken. Leidenschaftlicher denn je kehrte ich zum Gegenstand
-meiner ersten Liebe zurück. Meine Bindung an ihn nahm -- weit entfernt
-davon, sich zu verringern -- neue Formen an. Ich betrachtete meinen
-väterlichen Geliebten als einen außergewöhnlichen und einmaligen Mann, als
-einen wahren Philosophen, dessen Liebenswürdigkeit aber gleichzeitig
-imstande war, jedes Herz zu erobern. Ich liebte ihn, ich betete ihn an.
-
-Ah, teure Eugenie, wie wundervoll sind diese Eigenschaften der Seele, die
-uns einen Menschen liebenswert erscheinen lassen, die uns unabhängig vom
-Schrei der Sinne an ihn fesseln! Wieder war ich der einzige Gegenstand
-seiner Neigung, so wie er der Mittelpunkt meines Herzens war. Die folgenden
-Ereignisse ließen alle anderen Bindungen, die ich damals schon lösen
-wollte, vollends vergehen.
-
-Ein Abenteuer, bei dem Rose mit viel Unklugheit und Keckheit mehrere Lanzen
-brach, entfremdete mich ihr und Vernol zusehends. Ich entdeckte bei dieser
-Gelegenheit, daß in ihren Herzen kein Raum für delikate Gefühle war. Weder
-er noch sie hatten etwas anderes als die gewöhnlichsten Leidenschaften im
-Kopf und das auf eine höchst indiskrete Weise. Diese Eigenschaften, die
-sich mit den meinen so wenig vertrugen, entfremdeten mich ihnen weitgehend.
-Ich sah sie in der Folge nicht mehr so häufig. Sie suchten ihrerseits alle
-Vergnügungen, deren sie habhaft werden konnten. Sie pflegten täglich
-zusammen zu promenieren, und bei dieser Gelegenheit führte Vernol Rose
-eines Tages in einen öffentlichen Garten. Dort traf er vier seiner Freunde.
-Der älteste war kaum zwanzig. Man neckte sich, jubelte, und Umarmungen und
-neugierige Fragen wurden getauscht. »Wo kommst Du her?« »Was machst Du?«
-»Wohin gehst Du?« »Wer ist denn diese Schöne?«
-
-Die Antwort auf diese letzte Frage gab den jungen Leuten Gelegenheit, eine
-Unzahl von Komplimenten auf Rose loszulassen, die davon sichtlich
-beeindruckt war.
-
-Der älteste der Gesellschaft beschloß alsbald, Vernol zu einem Ausflug zu
-gewinnen. Vernol machte keine Einwendungen und noch weniger Rose. Sie
-brachen also auf.
-
-Im ersten Freudentaumel schon vergaßen die jungen Leute völlig, eine
-Abmachung zu beachten, der sie sich unterwerfen wollten. Nur der älteste
-von ihnen, der zugleich der schlaueste war, hatte sie nicht völlig aus den
-Augen verloren. Er nahm Rose zusammen mit einem seiner Freunde in die
-Mitte. Sie protestierte ein wenig, doch dann ging sie auf die Neckereien
-der jungen Leute ein. Es war noch mitten in der schönen Jahreszeit. Man
-wanderte ziemlich rasch. Am Ziel angekommen, begab man sich in ein kühles
-Zimmer. Rose war erhitzt, sie warf sich auf einen Diwan, öffnete ihr
-Mieder, und ihre in Unordnung geratenen Röcke ließen ein außerordentlich
-hübsch geformtes Bein sehen, das wahre Lobeshymnen unserer jungen Leute
-herausforderte. Man ließ Wein und Likör bringen, die Köpfe begannen sich zu
-erhitzen und die Sinne nicht minder. Ein freches Liedchen klang auf, das
-Benehmen wurde freier, etliche Küsse wurden getauscht. Der älteste von den
-vier Burschen, der natürlich am meisten Erfahrung hatte, umarmte Vernol und
-verriet ihm schließlich, unter welcher Bedingung die vier diesen Ausflug
-unternommen hätten. Vernol lachte Tränen darüber, und Rose, die wie
-gewöhnlich neugierig war, wollte wissen, was es damit auf sich habe. Als
-die vier Freunde mit der Wahrheit nicht recht herausrücken wollten,
-bedrängte sie diese umso lebhafter. Schließlich gestand ihr der Älteste,
-man habe beschlossen, daß derjenige, der die kleinste Rute sein eigen
-nenne, die Zeche für die übrigen zahlen solle.
-
-Diese Worte und das Gelächter, das darüber ausbrach, ergötzten Rose. Sie
-wurde lebhaft, hob ein Bein so hoch, daß man beinahe alles sehen konnte,
-und rief: »Ei, wer wird denn wohl der Schiedsrichter sein?«
-
-»Sie selbst, meine Schöne«, sagte der Älteste unverblümt.
-
-Rose, die vom Wein erhitzt war, fühlte sich von dieser Rolle geschmeichelt
-und erregt und antwortete, daß sie ohne jeden Zweifel für jeden das beste
-Zeugnis ablegen würde. Von diesem Augenblick an genierte sich niemand mehr.
-Die obszönsten Ausdrücke mischten sich mit den gewagtesten Zärtlichkeiten,
-die von Mund zu Mund gewechselt wurden. Rose erwies sich bald als ein
-erfahrener Champion und nahm unerschrocken an allem teil. Sie war noch auf
-ganz andere Angriffe gefaßt gewesen, die sie mehr interessierten und die
-sie daher förmlich herausforderte. Sie rief Vernol zu sich, und indem sie
-ihm einen Arm um den Hals legte, drückte sie ihn an ihren Busen und
-verlangte, daß er diesen küsse. Dann ließ sie ihre Hand tiefer gleiten und
-bemächtigte sich seiner Lanze, während er ihr ganz ungeniert unter die
-Röcke griff, die nach oben gestülpt wurden und nun so gut wie alles sehen
-ließen. Dieser Anblick erregte die Freunde so sehr, daß sie alle
-Selbstbeherrschung vergaßen. Der eine faßte ihr Hinterteil, der andere
-einen Schenkel, der dritte ihre Brüste. Kurz, jeder packte ein anderes
-Stück von ihr. Rose befahl Vernol wieder aufzustehen, und sie zeigte ihnen
-seine Rute.
-
-»Könnt ihr mit etwas ähnlichem aufwarten?« fragte sie herausfordernd.
-
-Darauf nahm jeder seine Waffe in die Hand, und sie hatte das Vergnügen,
-fünf nackte und bedrohlich aussehende Ruten auf einmal zu sehen. Sie alle
-sagten ihr den Kampf an, und einige von ihnen würden mit Sicherheit besiegt
-werden. Rose setzte sich mit ausgebreiteten Schenkeln auf das Bett. Der
-Ort, an dem das allgemeine Lanzenstechen stattfinden sollte, war völlig
-unbedeckt.
-
-»Ich könnte nach dem Augenschein urteilen«, sagte sie. »Aber ich will die
-Sache genau nehmen, so daß keiner sich über mich zu beklagen hat. Deshalb
-will ich ein Maß anwenden, das dem meinen gerecht wird. Los, fangen wir
-an!«
-
-Sie ließ alle fünf vor sich antreten und nahm mit großer Genauigkeit Maß,
-und zwar sowohl was die Länge als auch die Stärke betraf.
-
-Der Anblick und die Berührung dieser kampfbereiten Lanzen erregte sie
-derart, daß sie auf den Rücken fiel und sich nach zwei oder drei Bewegungen
-den Zuckungen ihrer Wollust überließ. In diesem Augenblick wollten alle
-zugleich über sie herfallen, doch sie hielt sie zurück.
-
-»Zuerst will ich mein Urteil verkünden«, sagte sie. Der Älteste mußte
-demzufolge den Wein und die übrigen Getränke zahlen, während Vernol den
-Rest zu übernehmen gehabt hätte, wenn er nicht schon dazu eingeladen worden
-wäre. So kam der zweitälteste zu dieser Ehre. Er war kaum weniger gut
-gerüstet als Vernol. Er hatte eine recht ansehnliche Figur, und Rose
-tröstete ihn über seinen Ärger, indem sie ihm versprach, daß er der erste
-sein werde, seine Kräfte an ihr zu erproben.
-
-Sie erwartete diesen Augenblick mit Leidenschaft. Alle diese entblößten
-Lanzen hatten ihre Glut geweckt, und sie brannte nun danach, sie
-aufzunehmen. Sie ließ sich auf das Bett zurücksinken und zog jenen mit
-sich, dem sie diese Bewährungsprobe als erstem versprochen hatte. Vernol
-und die drei anderen folgten in der Reihenfolge, in der sie gemessen und
-für gut befunden worden waren. Rose ließ sich auf einer Woge von Lust
-treiben. Es kam ihr ohne Unterlaß. Kaum, daß ihr genügend Zeit blieb, sich
-zu erholen. Der eine hatte den Ort seines Entzückens kaum verlassen, als
-der andere schon eindrang. Endlich trat ein Augenblick der Ruhe ein. Man
-war erschöpft.
-
-Wein, Gelächter und Zärtlichkeiten ersetzten die leidenschaftlichen
-Eroberungen. Rose fand sich den lasziven Lippen und Händen dieser fünf
-Faune völlig ausgeliefert. Sie duldeten nicht das mindeste Stückchen Stoff
-an ihr. So blieb sie in dem anbetungswürdigen Zustand, in dem die drei
-Göttinnen einst dem Paris erschienen. Da sie alle jung und stark waren,
-dauerte es nicht lange, bis ihre Begierden wieder neu entflammt waren und
-zu neuen Heldentaten im Dienste der Venus drängten.
-
-Rose hätte gern den Gürtel der Venus gehabt, ja selbst eine ganze Girlande
-von wollüstigen Öffnungen hätte ihren Begierden kaum Genüge tun können.
-
-Da sie deren nur zwei besaß, wechselte sie die Szenerie. Der größte und
-stärkste unter ihren Eroberern mußte sich auf das Bett legen. Sie legte
-sich über ihn, während der mit einer weniger wirksamen Waffe versehene
-Freund sich hinter ihr in Positur stellte. Jeder nahm den Weg, der sich ihm
-bot, während sich jede ihrer Hände einer der übrig gebliebenen Waffen
-bemächtigte. Vernols Lanze hingegen fand sich bevorzugt, da sie dieselbe
-zwischen ihre Lippen aufnahm und ihn mit ihrer Zunge liebkoste und
-kitzelte.
-
-Es dauerte lange, bis die siegreiche Rose, die sich solcherart von fünf
-Liebhabern auf einmal in jeder erdenklichen Weise erobert fand, in ein
-Übermaß der Lust versank, das ihr fast die Besinnung raubte.
-
-Ich sah sie am nächsten Morgen. Sie war erschöpft, ihre Augen blickten
-ermattet. Ich war erstaunt, sie in diesem Zustand zu finden, und fragte sie
-nach der Ursache. Es dauerte eine Weile, bis sie und Vernol mir dieses
-Abenteuer gestanden. Ich nahm mir nicht die Mühe, ihr einen guten Rat zu
-geben, denn ich sah wohl, daß dies nutzlos gewesen wäre. Doch von diesem
-Augenblick an vermied ich es, die beiden zu treffen. Rose, die sich ohne
-jede Achtsamkeit den wildesten Leidenschaften auslieferte, erlag ihrer
-ausschweifenden Lebensweise schließlich. Ihre Regel kam nicht mehr, sie
-befand sich in einem Zustand schrecklicher Erschöpfung, dem die wildesten
-Krämpfe folgten. Nach einiger Zeit war sie nur noch ein Schatten ihrer
-selbst. Ihre Heiterkeit war völlig verschwunden, und ein schleichendes
-Fieber raffte sie hinweg.
-
-Auch Vernol wurde von einer fiebrigen Krankheit befallen, und er brauchte
-lange, um sich davon zu erholen. Eine Geschlechtskrankheit machte ihm viel
-zu schaffen und entstellte ihn völlig. Er blieb noch monatelang schwer
-krank und konnte sich lange nicht erholen. Mein Vater hatte alle diese
-Ereignisse vorausgesehen. Ich begriff wohl, was die Sorgfalt, mit der er
-über mir wachte, mir erspart hatte, und ich konnte meine Dankbarkeit für
-ihn nicht zurückhalten. Da ich das Übermaß der Begierde fürchten gelernt
-hatte, schonten wir einander mehr und mehr. Wir waren mehr zärtlich, mehr
-wollüstig als leidenschaftlich und empfingen unsere Lust aus den
-Zärtlichkeiten, die wir miteinander tauschten.
-
-Manchmal, wenn ich mich an das erinnerte, was damals auf dem Lande
-geschehen war, bereitete mir diese Erinnerung einen heftigen Kummer. Und in
-einer unserer glücklichen Nächte brach ich in plötzliche Tränen aus.
-
-»Was hast Du, meine liebste Laurette«, fragte mein Freund ernstlich
-besorgt. »Warum weinst Du?«
-
-»Ah, mein Liebster! Unmöglich kannst Du mich länger lieben, Du kannst Dein
-kleines Mädchen nicht länger achten nach allem, was ich getan habe . . .«
-
-»Bist Du verrückt, mein liebes Kind? Glaubst Du wirklich, daß meine Achtung
-und meine Freundschaft von irgendwelchen Vorurteilen abhängen könnten? Was
-macht es schon aus, eine geliebte Frau in den Armen eines anderen
-Liebhabers zu sehen, wenn die Qualitäten ihres Herzens, wenn ihr Geist und
-Charakter und all die Vorzüge ihrer Person sich nicht im Mindesten geändert
-haben, und wenn sie noch immer empfänglich ist für eine zärtliche Bindung?
-Höre meine Grundsätze, meine Liebste. Ich werde glücklich sein, wenn sie
-Dich beruhigen und überzeugen können, daß ich Dich nach wie vor zärtlich
-liebe und daß ich Dich nicht im Mindesten weniger schätze als zuvor. Nichts
-kann mich so wenig beunruhigen, als Dich untreu zu sehen. Denn das ist bei
-einem Menschen, der aufrichtig und zärtlich liebt, nicht möglich. Ich will
-Dir ein einfaches Beispiel geben. Ich liebe Dich, meine Laurette, und meine
-Liebe ist beinahe mit Dir aufgewachsen. Ich glaube, ich habe Dich schon
-geliebt, als Du kaum sieben Jahre alt warst. Du füllst mein ganzes Herz
-aus. Und doch -- war ich Dir etwa nicht untreu mit Lucette, mit Rose und
-selbst mit Vernol?
-
-Glaube mir, diese Handlung, die von der Konstitution unserer Organe
-abhängt, ist zu natürlich, um nicht verzeihlich zu sein. Dem Gegenstand
-unserer Begierden gilt nur diese. Doch dem unseres Herzens sind wir darüber
-hinaus auch mit unserer Achtung, mit unserem guten Glauben und unzähligen
-zärtlichen Gefühlen verbunden. Natürlich gibt es Menschen, die zu ernsthaft
-sind, um diese Unterscheidung vorzunehmen. Aber ich habe eine glücklichere
-Wahl getroffen. Die Unbeständigkeit enthüllt ein leichtes Herz, das
-undankbar und treulos ist. Ich machte sie mir niemals zum Freund. Denn ich
-glaube, daß jeder Mann, der im Herzen unbeständig und treulos gegenüber
-einer Frau ist, die delikat in ihren Gefühlen ist, einen kultivierten Geist
-hat und sich aus Liebe seiner Diskretion ausgeliefert hat, daß jeder solche
-Mann auch gegenüber seinen Freunden unbeständig und treulos sein wird. Doch
-die vorübergehende Treulosigkeit der Sinne ist nichts weiter als die Frucht
-eines leicht beeinflußbaren Temperaments. Verlockt von Begierde,
-Gelegenheit und allen möglichen unvorhergesehenen Ereignissen, nützt es die
-Möglichkeiten, die sich ihm bieten. Der Mensch ist aus Widersprüchen
-zusammengesetzt, mein Kind. Nicht immer stimmt der Wille mit unseren
-Handlungen überein, und diese hängen nicht immer von ihm ab. Jene Leute,
-die von einem sechsten Sinn im Menschen sprechen, haben die Natur recht
-scharf beobachtet. Hängt es etwa von unserem Willen ab, ob wir ihn in
-Tätigkeit setzen oder nicht? Nein, er selbst ist nicht im Geringsten seinen
-eigenen Gesetzen unterworfen. Alles an uns ist vielmehr von unserer
-Konstitution und der Zusammensetzung und Bewegung unserer Säfte abhängig.
-Nichts kann sich diesen widersetzen, nichts sie ändern als die Zeit, die
-alles zerstört. Meine Sinne wachsen in der Vereinigung des Geschlechts. Sie
-wachsen an Eindrücken, deren wir nicht Herr werden können. Warum berührt,
-verführt und inspiriert der eine Sinneseindruck das Begehren eines
-bestimmten Menschen, während er auf einen anderen überhaupt nicht wirkt?
-Wir sind einer Person besonders zugeneigt?
-
-Wohlan, so erscheinen uns sogar ihre Fehler liebenswert. Sowohl solide
-Bindungen als auch vorübergehende Leidenschaften finden sich in dem
-Lebenskreis, den wir zu durchschreiten haben. Wenn wir bei unseren
-Bestrebungen auf Widerstand stoßen, wird sich die Eigenliebe erheben und
-all ihre Kräfte einsetzen, um diesen Widerstand zu überwinden und jene, die
-wir am meisten schätzen und lieben, an uns zu fesseln. Schließlich werden
-Begierde, Ehrgeiz und Habsucht -- Eigenschaften, die alle Menschen während
-ihres Lebens verfolgen -- unsere Handlungen bestimmen und sie
-notwendigerweise in eine Kette von Umständen zwingen, die das Muster
-ausmachen, das unser Leben formt. Diese drei Beweggründe, die man mit den
-schmeichelhaftesten Namen zu umschreiben und auf das vollkommenste zu
-verschleiern sucht, sind die einzigen, die den Menschen in Bewegung halten
-und ihn regieren. Bei einem Individuum wird nur eines dieser Motive bei
-seinen Handlungen im Vordergrund stehen, bei einem anderen vielleicht zwei
-oder auch alle drei, je nach den Anlagen und ihrer Entwicklung. Wenn man
-von der Natur ein Herz bekommen hat, das für starke und dauernde
-Leidenschaften, für eine zarte und innige Bindung empfänglich ist, wird die
-Ähnlichkeit des Temperaments und der Charaktere eine Vereinigung bewirken.
-Man ist weniger von der Wonne leiblicher Vereinigung erfüllt als vielmehr
-von der süßen Zufriedenheit, welche aus der Harmonie von Geist und
-Geschmack entspringt. Es ist verächtlich, aus eigener Schuld das Blumenband
-der Freundschaft zu zerstören. Mag diese zarte Kette auch noch so leicht zu
-brechen sein, so ist der Verlust, der aus dieser törichten Handlung folgt,
-doch unersetzlich. Es ist allerdings richtig, daß man die Sensationen der
-Lust in diese intimen Bindungen der Menschen gemischt hat. Doch glaube mir,
-ihr Ursprung ist völlig anderer Natur.
-
-Es gab eine Zeit, meine liebste Laurette, wo man alles, was ich Dir über
-diese Dinge sagen kann, für eine Fabel gehalten hat, während es doch der
-Gesetzmäßigkeit der Natur entspringt. Früher oder später kommt die
-Gewohnheit, welche, ohne die liebenswürdigen Bindungen der Gefühle zu
-zerstören, doch die Lebhaftigkeit der Begierden, die Feinheit der Wollust
-erlahmen läßt, so daß diese nur durch ein neues Objekt wieder zum Leben
-erweckt werden können. Diese Begierden aber scheinen mit unserer Existenz
-unlösbar verbunden und lassen uns den Reiz und Wert des Lebens erst richtig
-bemerken. Doch hier gilt es eine schwierige Entscheidung zu treffen.
-
-Hat man genügend Vernunft und Festigkeit, um ein Gebilde der Phantasie zu
-opfern, eine Laune, einen augenblicklichen Einfall, der die Harmonie einer
-innigeren Bindung zerstören könnte, so soll man nicht zögern, dies zu tun.
-Aber zerstört die Eifersucht nicht noch viel mehr als eine vorübergehende
-Untreue? Ist es nicht viel klüger, sich ohne Groll und Widerwillen den
-Gesetzen der Natur zu überlassen, deren Macht doch unbesiegbar ist? Hören
-wir ihre Stimme, die aus allem spricht! Schließen wir unsere Augen nicht
-vor ihr, haben wir Verständnis für das, was sie uns zeigen und sagen will!
-Sie verkündet in allem den Wandel, ja noch mehr, das Ende.
-
-Warum sollten wir uns über ein Gesetz beklagen, das wir nicht ändern
-können, dem wir absolut unterworfen sind, und das nicht weniger mächtig ist
-als das der Zerstörung, dem alles Sein ausgeliefert ist? Unsere Eigenliebe
-und unser Egoismus sträuben sich dagegen, und doch entspricht diese
-Erkenntnis den Gesetzen der Natur.
-
-Betrachten wir nur die Tiere, meine liebe Laurette. Sieht man etwa die
-Weibchen mit jenen Männchen verbunden, die sie im Vorjahr gehabt haben?
-Selbst die Turteltaube, von der wir ein ebenso rührendes wie grundfalsches
-Bild gezeichnet haben, bleibt nur so lange im gleichen Nest, als ihre Brut
-ihrer bedarf. Und noch im selben Sommer sucht sie sich einen anderen
-Liebsten. Suche nach anderen Beispielen in der Natur, Du findest ihrer
-genug. Denn was ist der oberste Zweck der Natur? Die Vermehrung des Seins.
-Nur um die Geschöpfe dadurch zur Vermehrung anzuregen, hat sie so viel Lust
-in die Geschlechtsvereinigung gelegt. Diese Lust ist so groß, daß sie uns
-sogar gegen unseren Willen zu Handlungen treibt, welche sie hervorrufen.
-Wenn wir beide dieses Ziel der Natur umgangen haben, so sind es unsere
-Sitten und Vorurteile, die uns dazu gezwungen haben. Grundsätzlich jedoch
-ist dieser Plan der Natur so offensichtlich, daß ein Mann von guter
-Konstitution sogar mit einer Frau zu fruchtbarer Vereinigung kommen kann,
-die er überhaupt nicht kennt.
-
-Wenn es zuweilen unter beiden Geschlechtern Leute gibt, die dem Willen der
-Natur gegenüber unempfindlich erscheinen, so ist das nur ein Fehler in der
-Veranlagung, der die allgemeinen Gesetze nicht zu zerstören vermag.
-
-Ich muß allerdings gestehen, daß der Vorzug der Fruchtbarkeit, den die
-Männer genießen, den Frauen nicht gegeben ist. Zumeist können sie nur ein
-einziges Lebewesen hervorbringen. Es gibt Männer, die daraus einen Vorteil
-ziehen, ohne die bedauerlichen Wirkungen einer Mischung der
-Samenflüssigkeit zu bedenken. Wenn sich nämlich ein Keim in den Tiefen der
-Matrix festgesetzt hat und nach einiger Zeit derselbe Mann oder auch ein
-anderer einen neuen Keim befruchtet und ins Leben ruft, kann die Matrix
-eine zweite Frucht hervorbringen und selbst eine dritte. Doch liegt dies
-nicht im Sinne der Natur.
-
-Hat die Natur die Männer mit allen möglichen Vorzügen ausgestattet, so hat
-sie sich doch auch den Frauen gegenüber nicht ganz und gar als Rabenmutter
-erwiesen. Diese tragen nämlich ein lebhaftes und immerwährendes Verlangen,
-einen unersättlichen Appetit in sich, eine Frucht des Lebens zu empfangen
-und zu tragen. Wenn der eine Mann dieses Verlangen nicht stillen kann oder
-will, so führt sie ein Gefühl, das stärker ist als alle Vorurteile, zum
-nächsten. Doch die Wahl hängt von ihrem Geschmack ab. Warum sollten sie
-auch die Umarmungen und Liebkosungen eines Mannes dulden, den sie
-verabscheuen? Was könnte aus einer Verbindung Gutes hervorgehen, gegen die
-sie sich auflehnen? Wie viele Beispiele hat man dafür gesehen? Solche
-unglücklichen Bindungen, die leider nur zu häufig sind, haben die
-Möglichkeit einer völligen Trennung bitter notwendig.
-
-Die menschliche Existenz, die natürliche Konstitution des Menschen, gibt
-ihm das Recht zu wählen und selbst zu wechseln, wenn er sich getäuscht
-sieht. Nun wohl, wer täuschte sich nicht? Schließlich ist es dieses Recht
-zu wählen, das die Frau unbeständiger und treuloser macht als die Männer,
-die sich eher an die allgemeinen Gesetze halten. Wenn nun in den Frauen
-wegen der Beschaffenheit ihres Geschlechts ein größerer Grad von Wollust,
-ein lebhafteres und dauerhafteres Vergnügen als in uns Männern lebendig
-ist, so werden sie in gewisser Weise für die Beschwerden und Schmerzen
-entschädigt, denen sie unterworfen sind. Welche Ungerechtigkeit, aus diesen
-natürlichen Eigenschaften ein Verbrechen zu machen! Sind die Frauen etwa
-die Urheberinnen ihres Temperaments? Von wem haben sie es empfangen? Ihre
-Einbildungskraft, die auf Grund der Feinheit und Sensibilität ihrer Organe
-so leicht erweckt wird, ihre exzessive Neugierde und ihr leicht erregbares
-Temperament gaukeln ihnen Bilder vor, die sie heftig bewegen und die sie
-der Realität ihrer Begierden um so leichter zugänglich machen.
-
-Betrachten wir doch die Unannehmlichkeiten, die durch die Eifersucht,
-dieses Lieblingskind unserer Eigenliebe und unseres Egoismus, verursacht
-werden! Sind die Frauen diesem Übel nicht ungleich stärker unterworfen als
-die Männer? Finden wir uns doch mit den Eigenarten des weiblichen
-Charakters ab! Machen wir ihnen das Joch leicht, das die Natur ihnen
-aufgebürdet hat! Binden wir sie mit losen Ketten, um ihren Geist zu
-fesseln, ihr Herz zu unterjochen und die Unbeständigkeit zu bändigen, die
-ihnen die Natur verliehen hat! Halten wir ihnen ihre Schwächen zugute, um
-sie uns nicht zu entfremden, was ohne Zweifel geschehen würde, wenn sie die
-Bürde der Ketten, mit denen die Liebe sie beladen möchte, zu drückend
-empfänden. Ohne diese unsere Großzügigkeit wäre die schönere Hälfte des
-Menschengeschlechts recht unglücklich. Doch wie bedauerlich ist es, daß
-diese Grundsätze von dem weitaus größten Teil unserer zivilisierten Welt
-nicht befolgt werden. Es ist vor allem die Unduldsamkeit, welche die
-Untreue der Frau zu einem solch beklagenswerten Verhängnis werden läßt. Und
-doch, glaube mir, liegt es vor allem an uns Männern, durch Klugheit und
-Weitblick die Frauen vor den furchtbaren Folgen zu bewahren, welche ihre
-Unabhängigkeit für sie haben kann. Denn so natürlich diese Unbeständigkeit
-auch Deinem Geschlecht erscheinen mag, so entsteht daraus doch zuweilen das
-größte Unheil. Bedenken wir nur die unglücklichen Resultate, die diese
-fatale Neigung bei den Frauen häufig zeitigt, während die Untreue der
-Männer zumeist keine solchen Folgen nach sich zieht!
-
-Ich werde Dir den Grund dafür an einem einfachen Beispiel beweisen. Wenn
-man in zwanzig verschiedene Gefäße denselben Wein füllt und diesen dann in
-einem Gefäß mischt, so wird er in seinem Geschmack und seiner Qualität
-unverändert sein. Doch wenn man in einem einzigen Gefäß zwanzig
-verschiedene Flüssigkeiten zusammengießt, so wird sich daraus eine Mischung
-ergeben, welche die natürlichen Eigenschaften jeder dieser Flüssigkeiten
-verändert. Und wenn man auch nur einen Tropfen davon in ein Gefäß schüttet,
-in dem sich eine unvermischte Flüssigkeit befindet, so wird diese dadurch
-verdorben werden.
-
-Aus diesem Beispiel kannst Du leicht Deine Folgerungen ziehen. Wenn sich
-ein Mann mit mehreren Frauen vereint, kann daraus kein Übel entstehen. Sein
-Verhalten ist vielmehr dasselbe, wie wenn man ein und dieselbe Flüssigkeit
-in mehrere Gefäße füllte. Aber wenn eine Frau, selbst eine gesunde Frau,
-sich hintereinander mit mehreren Männern verbindet, so wird diese
-Vermischung der Samenflüssigkeit in ihr, selbst wenn die Männer ihrerseits
-ganz gesund sein sollten, doch die gefährlichsten Folgen zeitigen.
-
-Wenn ein Mädchen, eine junge, reizende, freie und unabhängige Frau, die dem
-Pöbel entstammt und daher keine Erziehung genossen hat und keine
-hinreichenden Vorkehrungen trifft, infolge ihrer eigenen Arglosigkeit oder
-aus Nachgiebigkeit gegenüber der Lockung jener alten Hähne, die auf ihre
-Reize scharf sind, sich in diesen schrecklichen Zustand versetzt, so werden
-die Folgen unausbleiblich sein. Hat sie sich nun infolge ihres Temperaments
-oder weil sie den Charakter einer Libertine hat, verführen lassen, mehrere
-Männer in rascher Reihenfolge zu empfangen, wird sie dies zu ihrem eigenen
-Schaden tun, und sie wird ohne Zweifel ein Opfer der Ansteckung sein, auch
-wenn diese Männer an und für sich gesund sein mögen. Die Mischung der
-Samenflüssigkeit in ihrem Innern hat die schädlichsten Folgen. Sie wird an
-weißem Ausfluß und Geschwüren der Gebärmutter zu leiden haben, wenn ihr
-nicht noch Schlimmeres bevorsteht. Die Samenflüssigkeit dieser
-verschiedenen Männer, die einander infolge der Verschiedenheit des
-Temperaments oder infolge der Verschiedenheit ihres Gesundheitszustandes
-widersprechen, zerstört die Gesundheit der Frau, die sie in sich
-aufgenommen hat. Vor allem jene, die an Hautkrankheiten leiden, übertragen
-diese häufig auf die Frauen, mit denen sie sich verbinden. Gar nicht zu
-reden von jenen anderen, die an chronischen Geschlechtskrankheiten leiden,
-ohne daß deshalb ihre Potenz zerstört wäre. Alle diese Stoffe, die sich an
-ein und demselben Ort treffen, verursachen mit beinahe absoluter Sicherheit
-ein Gift, das viel wirksamer ist als jeder einzelne Krankheitsstoff für
-sich allein. Das beweist, daß die Frauen nicht für die physische Untreue
-gemacht sind und noch weniger für die Prostitution, der sich so viele von
-ihnen ergeben.
-
-Du ersiehst aus dem Gesagten wohl, daß die physikalischen Erkenntnisse
-sowie Vernunft und Erfahrung es gewiß erscheinen lassen, daß von dem
-Augenblick an, da sich die Frauen der Freizügigkeit ihres Temperaments
-auslieferten, die venerische Ansteckung sich an den Quellen des Lebens
-verbreiten mußte. Unglücklicherweise ist sie aus den niedrigsten
-Volksschichten, wo sie vielleicht ihren Ausgang genommen hat, bis zu den
-Spitzen der Gesellschaft emporgestiegen.
-
-Doch da dies nun einmal geschehen ist, erscheint es ohne Zweifel notwendig,
-daß erleuchtete und kluge Männer, die durch eine lange Erfahrung weise
-geworden sind, versuchen, ein Mittel zu finden, das die verheerenden Folgen
-dieser geschlechtlichen Vergiftung aufhebt. Es gab genügend solche Männer,
-die, mögen sie auch dem Spott und dem Geschrei des Pöbels ausgesetzt sein,
-doch ihren Zeitgenossen ebenso nützlich sind wie künftigen Generationen,
-indem sie die Schäden zu beseitigen suchen, die aus der Prostitution der
-Frauen für alle Welt entstanden sind.
-
-Das ist übrigens auch ein Vorteil dieses Schwämmchens, das ich Dich
-benützen lehrte. Aber die Anwendung desselben allein genügt nicht. Die
-Flüssigkeit, mit der es präpariert ist, zerstört zwar die Kraft des
-männlichen Samens, aber das Gift, das durch die Vermischung der Säfte auf
-den weiblichen Körper einzuwirken vermag, ist oft stärker. Immerhin reicht
-diese Vorsichtsmaßnahme in vielen Fällen, die verheerenden Folgen einer
-Infektion zu verhindern.
-
-Es gibt indessen noch eine stärker wirkende Flüssigkeit. Eine Frau, die
-ihren Gebärmuttermund durch ein mit dieser Flüssigkeit durchtränktes
-Schwämmchen verschließt, kann sich ohne Risiko mit mehreren Männern paaren,
-ja, sie kann sogar einen kranken Mann empfangen. Kommt ihr der Verdacht,
-daß ein Mann krank sein könnte, zu spät, so kann sie das Schwämmchen
-hinterher mittels der seidenen Schnur entfernen und sich durch eine
-Waschung mit derselben Flüssigkeit reinigen, um danach ein anderes
-Schwämmchen, das auf dieselbe Weise getränkt ist, wieder einzuführen. Man
-kann diese Schwämmchen auch in eine starke Lösung einer solchen Flüssigkeit
-tauchen und sie hernach wieder in Gebrauch nehmen.
-
-Auch ein gesunder Mann kann sich im Verkehr mit einer Frau, die er im
-Verdacht einer venerischen Erkrankung hat, schützen, indem er ein mit
-vorbeugender Flüssigkeit getränktes Schwämmchen in ihre Vagina einführt.
-Doch sollte er nach dem Verkehr sein Glied in dieser Flüssigkeit waschen.
-Dazu kann man ein Glas oder Porzellangefäß verwenden. Noch sicherer ist es,
-wenn man in den Harnkanal etwas von dieser Flüssigkeit einführt. Dazu kann
-man eine kleine Elfenbeinröhre -- doch niemals einen Metallgegenstand
-verwenden. Will der Mann eine sehr köstliche Sensation erleben, soll er
-diese Flüssigkeit zur Hälfte mit Rosenwasser mischen. Ich würde Dir das
-nicht sagen, meine Liebe, wenn ich nicht die entsprechende Erfahrung
-gemacht hätte.
-
-Auch könnte ich Dir, meine liebe Laura, noch eine Reihe von anderen
-Beweisen dafür geben, daß die Natur den Frauen nicht dasselbe Recht auf
-Untreue gegeben hat wie den Männern. Doch anderseits ist es sicher, daß sie
-in ihr Herz und ihren Charakter mehr Unbeständigkeit gelegt hat als in
-unser Geschlecht. Ah, wie glücklich sind wir, wenn ein Liebesobjekt unser
-wahres Gefühl erweckt! Sollten wir da nicht ein kleines Opfer bringen, um
-einen großen Verlust zu vermeiden?«
-
-Gerechter Himmel, wie tief war doch seine Erkenntnis des menschlichen
-Herzens! Du wirst mir das ohne Zweifel zugestehen. Durch dieses Gespräch
-nahm er mir eine Last von der Seele. Er gab mir meine Ruhe wieder und
-erfüllte mich mit vollkommener Freude.
-
-Ich wollte allerdings noch einen gewissen Verdacht klären, den unsere
-ländliche Orgie damals in mir erweckt hatte. Zwar zögerte ich anfangs, ihn
-danach zu fragen, aber schließlich wagte ich es doch.
-
-»Ich möchte Dich noch etwas fragen, mon cher, und ich bitte Dich, mir offen
-darauf zu antworten.«
-
-»Wie? Meine Laurette, könnte ich Dir das unwürdige Beispiel der Verstellung
-geben, nachdem ich mich immer bemüht habe, in aller Aufrichtigkeit mit Dir
-zu reden? Sprich offen, und ich werde Dir offen antworten.«
-
-Ich rückte also unbefangen mit meinen Zweifeln heraus.
-
-»Als wir damals jenen Landausflug machten und Du eine gewisse Bedingung
-stelltest, um meiner Torheit Vorschub zu leisten, habe ich mir eingeredet,
-daß die Reize dieses hübschen Jungen dein Verlangen ebenso erweckt hätten
-wie meines und daß Du, um Dich daran zu ersättigen, diese Bedingung
-gestellt habest. Habe ich mit dieser Vermutung recht gehabt?«
-
-»Ah nein, wie Du Dich täuschst, meine Liebste! Ich war begehrlich, das
-stimmt. Du hast das untrügliche Zeichen dieses Verlangens ja gesehen. Wer
-hätte in einer Situation wie dieser nicht ähnlich empfunden? Aber in erster
-Linie waren die Vorzüge Deiner eigenen Person die Ursache dieser
-Empfindungen. Ich muß Dir gestehen, daß mir die Vorliebe mancher Männer für
-ihr eigenes Geschlecht immer bizarr erschien, wenn man sie auch bei allen
-Nationen finden mag. Diese merkwürdige Leidenschaft erscheint mir vor allem
-deshalb extravagant, weil sie alle Gesetze der Natur verletzt, es sei denn,
-daß ein akuter Mangel an Frauen uns unsere Zuflucht zu unserem eigenen
-Geschlecht nehmen läßt. Man kann dies in Schulen, Klöstern, Gefängnissen
-und überall dort, beobachten, wo die Frauen aus dem Leben der Männer
-ausgeschlossen sind. Doch werden diese Unglücklichen, welche die Reize der
-Frauen entbehren müssen, immer wieder zu diesen zurückkehren, wenn sie die
-Möglichkeit dazu haben.
-
-Etwas anderes ist es mit der Neigung der Frauen für ihr eigenes Geschlecht.
-Diese scheint mir nicht so unnatürlich. Ich glaube vielmehr, daß die
-Zärtlichkeit ihres Betragens untereinander sie sehr leicht verführt, mit
-ihren Geschlechtsgenossinnen eine intime Bindung einzugehen. Auch stört
-diese Neigung zumeist ihre Vorliebe für unser Geschlecht nicht im
-Geringsten. Tatsächlich werden diese armen Geschöpfe doch zeitlebens einem
-gewissen Zwang unterworfen. Man sperrt sie in Klöster ein, bei nahezu allen
-Nationen macht man aus ihrem Heim ein Gefängnis.
-
-Diese Abgeschlossenheit erzeugt in ihnen die Illusion, daß sie wenigstens
-in den Armen ihrer Geschlechtsgenossinnen jene Wonne suchen und finden
-könnten, nach der ihre Natur verlangt, wenn ihnen schon der natürlichere
-Umgang mit Männern verwehrt ist. Und da dieses unzweifelhafte Vergnügen, in
-dem sich Schönheit, Grazie und Jugendfrische mischen, für sie völlig
-ungefährlich ist, geben sie sich ihm nach den ersten schüchternen
-Versuchungen mit einer gewissen Leidenschaft hin. Sie riskieren nichts und
-sie gewinnen viel in einer solchen zärtlichen Bindung.
-
-Bei den Männern ist das etwas anderes. Im Allgemeinen mangelt es ihnen
-nicht an Frauen, und es ist für sie nicht halb so gefährlich wie für jene,
-ihren Wünschen nachzugehen. Sie haben also recht wenig Grund, sich mit
-ihresgleichen einzulassen. Übrigens scheint es mir im Ganzen als pervers,
-und Du darfst mir glauben, daß es damals mit Vernol das einzige Mal war,
-daß ich etwas dergleichen getan habe. Doch wenn mir diese Methode der Lust
-auch bei den Männern höchst bizarr erscheint, so finde ich es doch ganz
-natürlich, eine Frau gelegentlich von hinten zu nehmen. Ja, ein schlecht
-ausgerüsteter Mann ist in einer weiten Vagina so gut wie verloren und daher
-beinahe gezwungen, es mit einem engeren Weg zu versuchen, um auf dem Feld,
-das er beackert, die Lust zu empfangen, nach der er strebt. Und übrigens
-gibt es sogar eine ganze Anzahl von Frauen, die nicht anders erregt werden
-können als auf diesem Weg.
-
-Doch um auf die Gründe zurückzukommen, die mich damals veranlaßten, Vernol
-zu nehmen: Meine Liebe und mein Begehren galten Dir, und nur dir allein.
-Aber ich habe, wie Du weißt, keine Vorurteile. Dazu kam ein lebhaftes
-Verlangen, Dich von allen Seiten zu befriedigen und all Deine Gefühle zu
-wecken. Auch wollte ich, daß Du die Verschiedenheit des Genusses kennen
-lernen solltest. Dazu kam, daß ich Vernol seinen Genuß nicht allein zu
-gönnen vermochte, ich wollte daran teilnehmen. Auf welch andere Weise hätte
-ich dies erreichen können, ohne in Deinem Herzen als ein eifersüchtiger
-Tyrann zu gelten? Hätte ich mich Deinem Verlangen nach Vernol widersetzt,
-würde ich vielleicht Deine Zärtlichkeit und Dein absolutes Vertrauen
-verloren haben. Das konnte ich nicht riskieren, umso weniger, als ich nur
-auf Dein Herz eifersüchtig bin. Anderseits konnte ich Dich nicht in den
-Armen Vernols sehen, der sich meine Gefühle für Dich anmaßte, nur um eine
-Eroberung, die mir so viel bedeutete, dann als ein hübsches Abenteuer zu
-betrachten. Ich wollte, daß er sich, ebenso wie Rose, nicht dieser Lust
-erinnern könne, die er in deinen Armen empfing, ohne zur selben Zeit daran
-zu denken, daß er dafür mit seiner eigenen Person hatte bezahlen müssen.
-Und ich hoffte, daß diese Erinnerung seinen Gedanken und seiner Zunge einen
-Zaum auferlegen würde. Ich habe ihn mit umso mehr Grund in der Art der
-Frauen benutzt, weil Männer kaum je klug und diskret genug sind, das Gute,
-das ihnen widerfahren mag, für sich zu behalten. Um Dir die Ehrlichkeit
-meiner Gründe zu beweisen, erinnere ich Dich daran, daß Rose von mir nicht
-auf diese Weise behandelt wurde, obwohl das bei einer Frau doch um vieles
-natürlicher erschiene als bei einem Mann. Doch sie war mir dazu nicht
-wichtig genug. Und obwohl dies das erste Mal gewesen wäre, sie auf diese
-Weise zu besitzen, habe ich es doch Vernol überlassen, ihre zweite
-Jungfernschaft zu brechen. Urteile nun selbst, ob ich Dich täusche.«
-
-Seine Antwort überzeugte mich. Ich umschlang ihn mit meinen Armen, ich
-drückte ihn an mein Herz, ich erstickte ihn beinahe mit den Beweisen meiner
-Liebe.
-
-»Mein Liebster, nie, nie wieder werde ich Deine Güte und Deine Liebe für
-Deine Laurette bezweifeln. Glaube mir, von nun an soll jeder Atemzug meines
-Lebens Dir geweiht sein. Ich will Dich zum Gefährten meiner Lust wie meiner
-Sorgen, ja selbst meiner geheimsten Gedanken machen. Die Beständigkeit und
-Treue meines Herzens sollen Dir die Innigkeit eines Herzens beweisen, das
-nur für Dich schlägt.«
-
-Ich genoß in der Folge vier köstliche Jahre, die erfüllt waren von Frieden
-und süßem Glück. Er war all meine Seligkeit. Behütet und behütend, liebend
-und wiedergeliebt genoß ich das Glück seiner innigen Zuneigung jeden Tag
-aufs neue. Nichts trübte mein Glück außer dem Tod unserer lieben Lucette.
-Ihr Andenken ist mir für immer teuer. Dies ist die Frucht der tiefen
-Zuneigung, die wir für einander empfanden. War nicht ihr ganzes Verhalten
-von der zärtlichen Liebe erfüllt gewesen, die sie meinem Vater und mir
-entgegengebracht hatte? Ich hatte den Unterschied zwischen ihr und Rose
-wohl erkannt und die Verbindung mit ihr viel höher eingeschätzt als jene
-mit der flatterhaften Rose. Doch ach, der Verlust, den ich durch sie
-erlitt, war nur ein schwacher Vorgeschmack jener Qualen, jener
-nachtschwarzen Kümmernisse, die gar bald über mich hereinbrechen sollten.
-Ach, meine Eugenie, wozu diese Wunde aufs Neue aufreißen? Wozu meinen
-Schmerz erneuern?
-
-Die Erinnerung an mein Unglück zerreißt mein Herz. Nein, ich will nicht
-noch einmal darüber sprechen . . .
-
-
-
-
-9. Kapitel
-
-
-Und doch, meine teure Freundin, muß ich dieses schreckliche Gemälde des
-Schmerzes vor Dir ausbreiten. Ah, Deine Laurette ist nicht mehr sie selbst,
-mein Herz blutet, erschüttert läßt meine Hand die Feder sinken, ein wildes
-Schluchzen schnürt mir die Kehle zu. Meine Augen sind eine Quelle der
-Tränen geworden. Vielleicht hätte Deine Freundschaft sie trocknen können,
-wenn ich bei Dir gewesen wäre. Endlich, nach einem neuen Ausbruch der
-Verzweiflung finde ich die Kraft, mein Unglück vor Deinen Augen
-auszubreiten.
-
-Du weißt, daß ich gerade zwanzig Jahre alt geworden war, als mein Vater,
-der zärtlichste und liebenswürdigste aller Väter und zugleich der
-wundervollste und anbetungswürdigste Liebhaber, dessen Leben ich nur zu
-gern mit meinem eigenen erkauft hätte, dessen Verlust für mich unersetzlich
-ist, durch eine Lungenkrankheit hinweggerafft wurde.
-
-Ach, alle Kunst der Ärzte war an ihm vergeblich. Ich verließ ihn niemals,
-ich weilte Tag und Nacht an seinem Bett, das ich heimlich mit meinen Tränen
-benetzte. Ich versuchte sie vor ihm zu verbergen, doch mein bebender Mund
-verriet ihm meine Verfassung. Er war gerührt und wollte mir seinen Zustand
-verbergen. Er bat mich, ihn für etliche Stunden zu verlassen, um
-auszuruhen, aber ich brachte es nicht übers Herz. Kaum, daß ich auf die
-Ratschläge hörte, die er mir gab. Denn er erkannte die Situation und
-begegnete ihr mit Entschlossenheit. Schließlich traf mich der entsetzliche
-Schlag. Ach, meine Lippen empfingen seine letzten Seufzer.
-
-Welch ein Verlust für mich, Eugenie, meine liebe Eugenie! Meine Augen
-starren blicklos auf das Papier, auf dem ich darüber berichte. Ich war ihm
-tausendmal mehr zugetan, als wenn er mein wirklicher Vater gewesen wäre. Er
-hatte mich einst mit dem Comte de Norval bekannt gemacht, dessen
-Vergnügungen ich mein Leben verdanke. Ich habe ihn ohne die geringste
-Bewegung, ohne ein anderes Interesse als dem einer gewissen Neugier
-betrachtet.
-
-Wo ist nur diese innere Stimme, habe ich mich gefragt, die uns denen in die
-Arme führt, die uns das Leben gegeben haben? Welch eine nutzlose Chimäre!
-Unser Herz spricht aber nur für jene, die unser Glück und unsere
-Zufriedenheit geschaffen haben.
-
-Der Schatten des Schmerzes, der auf mir lag, die Verzweiflung und
-Zerrissenheit meines Herzens machten es mir unmöglich zu schlafen.
-Schließlich wurde ich selbst schwer krank. Ich wollte sterben. Doch meine
-Stunde war noch nicht gekommen, und meine Jugend fand Mittel und Wege, um
-mich zu retten. Doch selbst als ich meine Kräfte wiedergewonnen hatte, fand
-ich nur einen Gedanken: Den, mich lebendig zu begraben. Ich hatte alles
-verloren. Das Leben war mir hassenswert geworden. So schien nun das Kloster
-das einzige Ziel meines Verlangens. Ach, wie hatte ich jemals glauben
-können, dort meine Leiden zu enden?
-
-Mein Schmerz wäre heute noch so stark wie je zuvor, wenn Du ihn nicht
-gelindert hättest. Erlaube mir, meine schöne und zärtliche Freundin, daß
-ich zu meiner eigenen Genugtuung vor Deinen Augen das Bild jener süßen
-Augenblicke ausbreite, die ich bei Dir verbrachte und durch die Du einen
-heilsamen Balsam in mein wundes Herz gegossen hast. Diese starke Erregung,
-die man Sympathie nennt, dieses Interesse, das man am Unglück eines anderen
-nimmt, dem man sich verwandt weiß, ließ Dich für mich fast vom ersten
-Augenblick an Freundschaft empfinden. Du durchschautest den Zustand meines
-Herzens, ohne die Gründe zu kennen. Du ließest meinen Tränen freien Lauf,
-Du hast deine Zelle verlassen, um meinen Schmerz zu lindern. Deine Jugend,
-Deine Grazie, Deine Reize und dein Geist verliehen Deinen Gesprächen
-Gewicht. Du hast meinen Kummer und mein Bett geteilt.
-
-Wie erstaunt war ich über die Schätze, die Dein Nonnengewand und Dein
-Schleier mir verbargen! Dieser Anblick rührte ein lebhaftes Gefühl, und
-damit auch die Erinnerung an meine Leiden wieder auf. Du hast meine Tränen
-fließen sehen, Du warst darüber erstaunt. Du wolltest die Ursache meines
-Kummers kennen lernen und ein Geheimnis enthüllen, das ich vor aller Welt
-verborgen sehen wollte. Ich reagierte kaum auf Deine Fragen, so sehr befand
-ich mich in einem Zustand innerer Abgestumpftheit. Ohne die Empfindung des
-Schmerzes, die mich ganz ausfüllte, wäre ich tot gewesen. Doch da empfing
-ich die Zuneigung einer Freundin. Ich hatte nicht geglaubt, daß ich
-überhaupt noch für ein menschliches Gefühl empfänglich sein würde. In
-diesem Augenblick merkte ich wohl, wie sehr Lucette mir fehlte. Ich glaubte
-nicht, daß jemals irgendjemand sie ersetzen könnte. Wie hätte ich annehmen
-können, daß ich diese Freundin just unter der Maske finden würde, die Du
-trägst? Doch Dein Charakter, Dein Temperament, Deine Seele offenbarten sich
-mir bald in all ihren Reizen. Ich begann Dich zu beobachten, und diese
-Beobachtungen fielen sehr zu Deinen Gunsten aus. Deine Freundschaft und
-Dein Vertrauen weckten schließlich auch meine Gefühle für Dich. Dein
-Geständnis ließ auch mich Dir gegenüber Offenheit üben, und so fand ich in
-Deinen Armen den Trost, dessen ich so sehr bedurfte.
-
-Mit welcher Genugtuung erinnere ich mich an jene Nacht, da Du mir sagtest:
-»Meine liebe Laurette, ich habe Grund zu vermuten, daß Du einen schweren
-Kummer mit Dir herumträgst. Doch vielleicht kann ich Dir helfen, indem ich
-Dir die Ursache des meinen enthülle. So habe ich vielleicht die Genugtuung,
-Deinen Schmerz durch den meinen zu heilen.«
-
-Du dachtest mit Recht, daß ich, die ich das Geheimnis meines Herzens so
-strikt zu bewahren vermochte, auch Deines so hüten würde. Und Du hast Dich
-nicht getäuscht. Ich glaube Dich noch reden zu hören, als Du mir sagtest:
-»Hör zu, mein Herz! ja, auch ich liebe, so zärtlich wie eine Frau nur zu
-lieben vermag. Aber ach, ich habe das grausame Unglück, dem Leben einer
-Nonne ausgeliefert zu sein. Diese honigsüßen, betrügerischen Beguinen haben
-meine unerfahrene Jugend hier eingemauert und meine Hoffnungen in diesem
-elenden Gefängnis begraben. Meine Unwissenheit ließ mich die ewigen
-Gelöbnisse ablegen. Ach, seither foltern mich meine Begierden, deren Opfer
-ich bin. In der Nacht flieht der Schlaf meine Augen, und während des Tages
-ödet alles mich an. Meine Seele ist wie abgestorben. Urteile selbst über
-meinen Zustand. Frei wie Du bist, kannst Du Dich wenigstens einem Liebhaber
-überlassen, der Deine Reize zu schätzen wissen wird, die ich sehe und
-berühre.«
-
-Deine Hand, die sich bei diesen Worten auf meine Brust gelegt hatte, ließ
-mich zusammenschauern. »Ah, liebste Eugenie«, rief ich mit Leidenschaft,
-»das ist ja der Grund meines Kummers. Ich habe einen Geliebten verloren,
-den ich anbetete, und der Tod hat mich selbst verschont. O Himmel, warum
-bin ich nicht statt seiner gestorben?«
-
-Aber da ist er . . . ja, er ist es, den ich halte . . . Ich reiße Dich in
-meine Arme. Du hast mir eine süße Illusion gegeben. Doch ach, der Teil
-Deiner Reize, den meine Hände erfassen, bringt mich zu mir selbst zurück.
-Das, was Dir fehlt, zerstört das holde Phantom, das meine Phantasie sich
-geschaffen hat. Dabei sollten Deine Reize meine Zunge doch zu wahren Elogen
-anspornen. Deine Brüste, Deine Schenkel, Dein Haar, Deine Liebesgrotte,
-alles bot sich meinen bewundernden Augen. Schließlich erlöste mich der
-Anblick so vieler Vorzüge von meinem Schmerz.
-
-»Ah, welche Wonne für Dich und Deinen Liebhaber«, rief ich, »wenn er Dich
-in seinen Armen hielte wie ich Dich jetzt halte.«
-
-Du möchtest etwas wissen, Du schwankst, Du versuchst mich zu fragen und
-wagst es nicht. Schließlich nimmst Du Deinen Mut zusammen und fragst mich,
-ob ich diese Vergnügen denn kenne und ob sie wirklich so groß seien, wie Du
-gehört habest. Ich gestehe Dir das ein und zeichne Dir ein reizendes Bild
-davon, das Dich entzückt, ohne Dich zu überzeugen.
-
-»Du mußt diese Wonnen kennen lernen«, rief ich. »Wie? Du bist siebzehn
-Jahre alt und kennst sie nicht? Wenn Du willst, werde ich Dich wenigstens
-einige davon kosten lassen.«
-
-Deine Neugier und Dein Verlangen, das meine Zärtlichkeiten in Dir erweckt
-hatten, ließen Dich zustimmen. Der Eifer, Dich meinerseits zu trösten und
-Dich von den Schatten Deiner Unwissenheit zu befreien, linderte meinen
-Schmerz. Du warst für meine Lockungen bereit. Ich breitete Deine Schenkel
-aus, ich liebkoste die Lippen Deiner kleinen Grotte, die wie frische Rosen
-waren. Doch noch wagte ich meinen Finger nicht vordringen zu lassen. Du
-warst noch nicht genügend eingeweiht, um in dem ersten flüchtigen Schmerz
-eine Ahnung der Lust zu entdecken. Schließlich gewann ich den Preis der
-Begierde, und Deine reizende kleine Klitoris, die ich liebkoste, brachte
-Dich in eine leidenschaftliche Ekstase.
-
-Ah, ihr Götter! Welch wundersame Wonne! Augenblicklich hast du mich zu
-Deinem Liebhaber gemacht. Du hast mich mit Küssen überhäuft. Deine Hände
-irrten über meinen Körper. Gar zu gern wolltest Du mir denselben Dienst
-erweisen, den ich Dir eben erwiesen hatte, aber mein Körper war noch zu
-sehr vom Schmerz überschattet. So widerstand ich den Bemühungen Deiner
-zärtlichen Hände. Doch nahm ich Dich in die Arme und wiederholte meine
-Zärtlichkeiten. Es dauerte nicht lange, so warst Du wieder in jenem Zustand
-der Erregung. Ich konnte Dich mühelos überreden.
-
-»Nun gut«, sagtest Du mir mit dieser reizenden Lebhaftigkeit, die ich so an
-Dir schätze. »Mach mit mir, was Du willst.«
-
-Ich liebkoste Deine kleine Grotte aufs neue und ließ dann meinen Finger
-behutsam eindringen, während ich Dich mit der anderen Hand kitzelte. Das
-Vergnügen erschien Dir, da es mit einem süßen Schmerz vermischt war, noch
-einmal so lebhaft. So bin ich also jene glückliche Sterbliche geworden, die
-Deine Jungfernschaft, diese kostbare und seltene Blüte der Frauen,
-gepflückt hat.
-
-Nachdem ich mit Dir so vertraut geworden war, zögerte ich nicht, Dir mein
-Herz ganz zu öffnen, um Dich Schritt um Schritt auf jenem Weg der Wollust
-weiterzuführen. Meine Hand war es, die dich von den Hemmnissen Deiner
-Unwissenheit und den Vorurteilen eines Kindes befreite. Die Furcht vor
-einer Schwangerschaft konnte Dir nichts mehr anhaben, ich habe Dich durch
-meine Erfahrung belehrt. So verdankt mir Dein Liebhaber den ersten Schritt
-zu seinem und Deinem Glück.
-
-»Aber ach«, klagtest Du mir, »all diese Dogmen, die man mir in meiner
-Kindheit eingeimpft hat, die Gelöbnisse, die man mir diktierte, dieser
-Schleier, den man mir aufgezwungen hat, alles widersetzt sich meinem
-Glück.« Aber meine Liebe, meine Vorbereitungen und mein Beistand haben
-diese Vorurteile abgeschwächt und alle Hindernisse beseitigt.
-
-Du verdankst mir den Frieden Deines Geistes und die Gesellschaft, derer Du
-Dich erfreust: Vor allem aber verdankt mir Dein Liebhaber seinen Sieg.
-Meine Freundschaft hat euch beiden gedient. Doch zuvor mußte ich mich
-überzeugen, daß Valsay, der Deinem Herzen so teuer war, Deine Liebe auch
-verdiente. Du weißt, daß diese Fürsorge nicht einem einzigen Tag
-entsprungen ist. Eine kultivierte Frau mit Taktgefühl wird immer imstande
-sein, das Herz eines Mannes zu durchdringen, trotz aller Täuschungsmanöver
-und aller Doppelzüngigkeit, hinter denen er sich zu verbergen suchen mag.
-Aber ich war mit Valsay zufrieden. Er gefiel mir gut genug, so daß ich es
-wagte, alles auf mich zu nehmen, um Dein Verlangen nach ihm zu befriedigen.
-Ohne meinen Beistand würden Deine Schwäche und Schüchternheit die
-Hindernisse, die euch trennten, nie überwunden haben. Erinnere Dich an
-jenen Tag, da Dein Geliebter Dich auf das leidenschaftlichste bedrängte,
-ihn glücklich zu machen. Ich sekundierte ihm mit all meiner Kraft. Du hast
-Dich verteidigt, während Du ihn doch begehrtest. Du hast ihm Gründe
-entgegengesetzt, die Dir stark genug erschienen. Du hast ihm Hindernisse
-vor Augen geführt, die in Deinen Augen unwiderstehlich waren. Ich hatte
-Mitleid mit ihm. Ich sah das Feuer der Begierde in ihm und Dir glühen. Der
-Augenblick erschien mir günstig, und so beschloß ich, zu Deinem Glück
-beizutragen.
-
-»Nun gut«, sagte ich Dir, »ich werde alles überwinden. Valsay, man wird
-Dich als undankbar tadeln, wenn Du meine Bemühungen nicht zu würdigen
-weißt.«
-
-Ich schloß die Türen des Sprechzimmers auf unserer Seite, ohne auf Deine
-Einwände zu achten. Dein Liebhaber tat auf seiner Seite dasselbe. Ich nahm
-Dich in meine Arme und preßte Dich gegen das Gitter. Ich lüftete Deinen
-Schleier. Er nahm Deine Brüste in die Hand, er küßte Dich und liebkoste
-Deine Zunge mit der seinen, als Deine Lippen sich schließlich öffneten.
-Doch sein leidenschaftlicher Durst nach Deiner Schönheit führte seine
-Hände, die wie von selbst unter Deine Röcke glitten, um Deine verborgensten
-Reize zu liebkosen. Ich preßte Dich gegen ihn, und auch ich küßte Dich.
-Schließlich gelang es ihm, sich dieser liebenswürdigen kleinen Grotte zu
-bemächtigen, die in all dem Glanz Deiner Jugendfrische erstrahlte. Seine
-Zärtlichkeiten entfachten in Dir eine leidenschaftliche Begierde. Er
-verwünschte dieses unerbittliche Gitter, das euch trennte und das sich
-seiner Lust widersetzte. Ich war nahezu außer mir.
-
-»Wie«, sagte ich zu Deinem Liebhaber, »haben Sie so wenig Selbstvertrauen?
-Ach, Valsay, dem, der liebt, ist alles möglich. Ich liebe meine teure
-Eugenie viel mehr, als Sie es tun, und ich werde Ihnen beweisen, daß dieses
-Gefühl mir alles ermöglicht. Nichts kann mich zurückhalten, sie zu
-befriedigen. Denn wenn wir jetzt aufgeben, ist alles verloren.«
-
-Du hast Dich uns schließlich ergeben. Ich veranlaßte Dich, auf die Brüstung
-des Gitters zu steigen und Deine Hände auf meine Schulter zu stützen. Ich
-hielt Dich. Valsay schürzte Deine schwarzen Röcke, welche das blendende
-Weiß Deiner Schenkel noch einmal so strahlend erscheinen ließen. Er
-liebkoste und küßte sie und schenkte ihnen alle Aufmerksamkeit, die sie
-verdienten. Deine kleine Grotte, die sich durch die Gitterstäbe so reizvoll
-zur Schau stellte, bot ein bezauberndes Bild. Ich gab ihr unzählige Küsse,
-doch weil sich Valsay beeilen mußte, wenn er sein Glück gewinnen wollte,
-nahm er Dich schließlich, während ich, meine Hand zwischen Deinen
-Schenkeln, Dich liebkoste. Das Vergnügen, dem wir uns überließen, überwand
-schließlich Deine Bedenken. Du nimmst meine Brüste in die Hand, Du küßt
-mich, Du verschlingst mich beinahe, es kommt Dir. Valsay hat die Klugheit,
-sich zurückzuziehen. Seine Wollust verströmt zwischen meinen Fingern und
-ergießt sich auf meine Hand wie die Lava eines Vulkans. Da kommt ihr beiden
-wieder zu euch selbst zurück. Du beschaust und liebkost dieses Kleinod, das
-ich Dir in so lebhaften Farben geschildert habe.
-
-Doch Du kannst Dich seiner ohne meine Hilfe nicht mehr bedienen. Deine
-Augen sprechen von einer unterdrückten Leidenschaft. Du wagst nicht, mich
-zu bitten, daß ich Deiner Leidenschaft noch einmal diene, aber ich errate
-auch so, was Du begehrst. Schließlich bedrängst Du mich und beschwörst
-mich, Dich nicht zu verlassen. Wie, grausame Freundin, Du willst, daß ich
-Zeugin Deiner Wonnen und Deiner Seligkeit werde, während die meinen für
-immer verloren sind? Doch die Freundschaft, die ich für Dich empfinde,
-verweigert Dir nichts. Ich biete Dir aufs Neue meinen Beistand, und dieses
-Anerbieten entzückt Dich. Du erstickst mich in Deinen Küssen. Ich erinnere
-Dich in diesem Augenblick daran, daß Du Dich mit jenem gewissen heilsamen
-Schwämmchen bewaffnest. Du läßt mich die Gottheit sehen, der Du so eifrig
-dienst, mit der Du scherztest, die Du von Tag zu Tag mehr begehrst. Deine
-Tollheiten nehmen immer mehr zu. Du hast ihm meine Brüste enthüllt und
-alles, was ich sonst zu verbergen habe. Ich habe mich Deinen Neckereien
-überlassen. In welchen Zustand der Erregung habt ihr beide mich versetzt!
-Ich habe es Dir gestanden, und das treulose Mitleid hat mein Geheimnis
-verraten. Du willst, daß ich mit Deinem Geliebten spiele, du gönnst ihm
-meine Reize. Du bedrängst mich, seinen Wünschen zuzustimmen. Deine
-Geständnisse, Deine Bitten und seine Begierden, deren unübersehbares
-Zeugnis Du wieder und wieder in meine Hand gibst, sollen mich umstimmen.
-
-Ich widerstehe täglich. Deine Bitten, sein Flehen, selbst das Feuer in
-meinen Adern kann mich nicht zu einem solchen Entschluß bringen. Nein,
-meine teure Eugenie, nein.
-
-Vergeblich machst Du mir Vorwürfe über meine Gleichgültigkeit, wirfst mir
-sogar vor, ihn zu hassen. Aber Valsay ist nicht imstande, die eine zu
-durchdringen oder den anderen zu erwecken. Unsere Freundschaft allein
-genügt mir.
-
-Nach dem übergroßen Verlust, den ich erlitten habe, werde ich niemals
-wieder eine intime Liaison mit einem Mann eingehen, und nichts kann mich in
-diesem Entschluß wankend machen. Du kannst davon überzeugt sein, daß weder
-eure Lust noch die Zärtlichkeiten, die ihr euch erweist, auch nicht der
-Anblick und die Berührung dessen, was Dir an ihm am liebenswürdigsten
-erscheint, mich je dazu bringen werden, gegen diesen unerschütterlichen
-Vorsatz zu verstoßen. Die Nacht, die ich zufrieden in Deinen Armen
-verbringe, genügt mir völlig, um das Feuer zu löschen, das noch immer in
-meinen Adern brennt.
-
-Einige widrige Umstände haben diese sanfte Ruhe, die ich durch Dich
-wiedergefunden habe, gestört. Die Heirat meiner Cousine sowie die
-Notwendigkeit, meine wirtschaftlichen Verhältnisse zu ordnen, haben meine
-Abreise nötig gemacht. Wir haben uns also für einige Zeit trennen müssen.
-Du hast mich beschworen, Dich nicht zu verlassen, und als Beweis meiner
-aufrichtigen Zuneigung habe ich Dir versprochen, Dir in allen Einzelheiten
-zu berichten, was ich Dir in kurzen Zügen schon eröffnet habe. Ah, welches
-Opfer an Klugheit habe ich da gebracht! Aber Du kennst Deine Macht über
-mich. Du weißt, wie sehr ich Dich liebe. Dir gehören heute alle
-Empfindungen meines Herzens. Während sie unter anderen Umständen der Welt
-und der Gesellschaft gehören würden, erntest nur Du allein sie.
-
-Nimm zur Versicherung dessen tausend Küsse, die ich Dir schicke. Sie werden
-Dir sagen, wie sehr ich dem süßen Augenblick entgegenseufze, da ich Dich
-wieder in meinen Armen halten werde. Ah, meine Liebste, warum ist dieser
-Augenblick noch nicht gekommen? Ich hoffe wenigstens, daß er bald da sein
-wird. Ich werde Dir ein Kleinod mitbringen, das jenem Valsays ganz ähnlich
-ist, aber viel weniger Gefahren in sich birgt. Es ist zwar nicht ganz so
-natürlich, doch sind seine Vorteile desto größer, und es ist ganz ohne
-jedes Risiko. Wenn es Dir gefällt, wird unsere Freundschaft durch seinen
-Gebrauch noch reizvoller werden. Und wenn Valsay sich eines Tages von Dir
-trennen sollte, nun, meine liebste Freundin, so verzichte doch auf diese
-gefährlichen Liebschaften, die eines Tages fatale Folgen haben könnten.
-Begnüge Dich mit dem, was ich dir geben kann. Oh, meine Liebste, vergessen
-wir alles, um einander umso inniger zu halten!
-
-Erwarte mich bald, ich will in Deine Arme.
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Der gelüftete Vorhang oder Lauras
-Erziehung, by Honoré-Gabriel Riquetti Mirabeau
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER GELÜFTETE VORHANG ODER ***
-
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-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
-http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
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-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at
-809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
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-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
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