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You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org - - -Title: Der gelüftete Vorhang oder Lauras Erziehung - -Author: Honoré-Gabriel Riquetti Mirabeau - -Release Date: March 24, 2013 [EBook #42406] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER GELÜFTETE VORHANG ODER *** - - - - -Produced by An Anonymous Volunteer - - - - - - - - - Honoré-Gabriel Riquetti, comte de Mirabeau - - - - - Der gelüftete Vorhang - oder Lauras Erziehung - - - Nachdruck der Originalausgabe von 1907 - nach einem Exemplar aus Privatbesitz. - - - - Zieht euch zurück, ihr eifernden Zensoren, - Schließt, Frömmler, Moralisten, Narren eure Ohren! - Nicht sollt ihr eifernden Megären mit uns rechten, - Hinweg mit euch, ihr Stolzen, Selbstgerechten, - Denn dieser Blätter süße Heimlichkeit - Ist nie und nimmer euch geweiht. - - - - -Laura an Eugenie - - -Weicht von mir, ihr einfältigen Vorurteile! Ihr seid nur etwas für -furchtsame Seelen. Eugenie fordert, ihrer Einsamkeit überdrüssig, von ihrer -Laura diesen kleinen Liebesdienst. Nichts kann mich zurückhalten, ihn ihr -zu leisten, ja, meine liebste Eugenie, diese kostbaren Augenblicke, die ich -in Deinen Armen erfahren durfte, diese Leidenschaft der Sinne, die jede von -uns dazu getrieben hat, in den Armen der anderen ihr Vergnügen zu suchen, -diese Gemälde unserer Jugend, aus denen wir den Rauschtrunk unserer Wollust -keltern wollten, ich werde sie, um Dich zufrieden zu stellen, alle vor Dir -ausbreiten. Du solltest alles erfahren, was ich seit den Tagen meiner -zartesten Kindheit gedacht und erfahren habe. Alles, was ich je empfunden -habe, wird vor Deinen Augen wieder lebendig werden. Ich werde vor Dir diese -lebhaften Gefühle wiedererstehen lassen, die kostbare Bewegtheit, diese -reizvolle Trunkenheit. Und jedes Wort, das ich Dir sage, wird aus den -Quellen der Wahrhaftigkeit und Natürlichkeit gespeist werden. Ich werde -meine Hand alle jene Ornamente meines Lebens nachzeichnen lassen, die -Deiner entflammten Begierde würdig sind. Ich fürchte nicht, daß es mir an -Kraft dazu mangeln wird. Denn Du selbst inspirierst und begeisterst mich -ja. Du bist mir Venus und Apoll in einem. - -Doch hüte Dich wohl, mein Herz, daß dieses Geständnis meines Lebens je -Deinen Händen entgleite! Bedenke, Du befindest Dich in einem Heiligtum des -Aberwitzes und der Torheit. Diese Nonnen sind alle zu fürchten, jene, die -guten Glaubens sind, wie jene, die unter einem Schleier von -Scheinheiligkeit die exquisitesten und raffiniertesten Lüste verbergen. Die -Frauen lieben ganz allgemein den Schatten des Geheimnisvollen. Doch geben -sie nur zu oft Furcht und Anstand ihrem Vergnügen preis. Dieses Werk darf -niemals das Tageslicht sehen. Es ist nicht für die Augen des Pöbels -gemacht, der die Aufrichtigkeit einer Frau nicht begreifen kann und den -seine nichtswürdige Leichtgläubigkeit vor der nackten Natur zurückschrecken -läßt. - -Du glaubst nicht, meine teure Eugenie, wie uns die Männer -- sogar die -freizügigsten unter ihnen -- um die Freiheit unserer Einbildungskraft -beneiden. Sie wollen uns nur jene Freuden zubilligen, die ihnen selbst -dienen. Wir sind in ihren Augen nichts als Sklavinnen, die es nicht wagen -dürfen, die Hand der mächtigen Herren zu halten, die uns unterdrücken. -Alles gehört ihnen, sie sind die Tyrannen, deren Vergnügen wir dienen -müssen. Sie sind eifersüchtig, wenn wir unsererseits jemanden anschauen. -Egoisten sind sie, die immer nur ihr eigenes Selbst im Auge haben. Am -besten sollte niemand außer ihnen existieren. - -Nur wenige von ihnen denken daran, uns an den Vergnügungen, die wir ihnen -bereiten, teilnehmen zu lassen, ja, sie versuchen sich sogar Vergnügungen -zu schaffen, indem sie uns quälen und den schmerzhaftesten Prozeduren -unterziehen. - -Welche bizarren Spielereien hat ihre Extravaganz nicht erfunden! Ihre -Einbildungskraft, die nie zur Ruhe kommt, erlischt ebenso rasch, wie sie -sich entzündet. Ihre Anstrengungen, ihre Perfidie und ihre unbeständigen -Begierden irren von einem Objekt zum nächsten. Durch eine seltsame -Perversion der Gefühle gestehen sie uns keinen der Genüsse zu, die sie sich -anmaßen. Und das uns, deren Empfindsamkeit um so viel größer, deren -Phantasie um so viel lebhafter und leichter entflammbar ist als die ihre. - -Ah, diese grausamen Ungeheuer! Sie wollen unsere Sinnenfreudigkeit -vernichten, und doch wäre unsere Kälte ihre Marter und ihr Unglück. Nur -wenige spielen, um der Wahrheit die Ehre zu geben, mit offenen Karten. Aber -es wäre selbst ihnen gegenüber unklug, wenn wir uns ihnen ganz enthüllen -wollten. - -Indessen wäre dieses Werk in den Händen jener Unglücklichen nicht weniger -deplaziert, die nicht einmal die Liebe wärmen kann. Ich spreche von jenen -phlegmatischen Frauen, die selbst die Aufmerksamkeit liebenswürdiger Männer -nicht erregen kann, und von jenen schwerblütigen Männern, die nicht einmal -die Schönheit zu begeistern vermag. Es gibt viele dieser unentschlossenen -und trägen Tiere, die sich mit dem hochtrabenden Titel eines Künstlers oder -Philosophen schmücken und deren geistige Ergüsse doch nur das Resultat -einer Gallenkolik, eines melancholischen Anfalls und anderer Mißgeschicke -sind. Kein Wunder, daß sie der Welt entfliehen, in der sie sich so wenig -wohlbefinden. - -Diese Leute verdammen natürlich ebenso wie das nutzlose Alter alle -Vergnügungen, die ihnen verwehrt sind. - -Es gibt andere, die von leidenschaftlichem Temperament sind. Doch die -Vorurteile ihrer Erziehung und ihre Schüchternheit haben sie für eine -Tugend begeistert, deren Wesen ihnen doch gänzlich unbekannt ist. Sie -unterdrücken die natürlichen Ergüsse des Menschen und laufen einem Phantom -nach. Die Liebe ist ihnen eine profane Gottheit, die es nicht verdient, daß -sie ihr ihren Weihrauch streuen. Höchstens, daß sie ihr in Gestalt des -Hymen etliche Male opfern. Ferner gibt es Fanatiker, die unter dem Vorwand -der Ehre ihre Eifersucht verbergen. Das ist ein Verrat an der Liebe und -eine Blasphemie gegen die liebenswürdigste aller Gottheiten. - -Doch, meine liebe Eugenie, wir wollen doch niemanden schockieren. Bewahren -wir unsere freimütigen Geständnisse deshalb so gut wie möglich. Nur für -Dich öffne ich mein Herz. Es ist nur Deinetwegen, daß ich alle Schleier von -dem Gemälde hinwegziehe, das vor Deinen Augen auszubreiten ich im Begriff -bin. Möge es für die anderen verborgen bleiben, genauso wie die Freiheiten, -die wir uns genommen haben. - -Und so seien die folgenden Blätter nur der Freundschaft und der Liebe -gewidmet. Mögen diese mit Wohlgefallen auf die schlüpfrigen Bilder blicken, -die meine Feder nur zögernd enthüllt. - - - - -1. Kapitel - - -Ich beginne meine Geschichte mit meinem zehnten Lebensjahr. Meine Mutter -starb an einer langwierigen Krankheit, die sie nach acht Monaten des -Leidens zu Grabe brachte. Mein Vater tröstete mich über einen Verlust, den -ich täglich mit bitteren Tränen beweinte. Seine Zuneigung, seine Gefühle, -die mir so teuer waren, wurden ihm von meiner Seite auf das lebhafteste -vergolten. - -Ich war stets der Gegenstand seiner zärtlichsten Liebkosungen gewesen. Es -verging kein Tag, an dem er mich nicht in seine Arme schloß und mich mit -den süßesten Küssen überhäufte. - -Ich erinnere mich noch daran, wie meine Mutter ihm eines Tages Vorhaltungen -machte, daß er mich auf diese Weise verwöhnte. Er gab ihr eine Antwort, die -mir später noch viel zu denken gab, obwohl seither bereits einige Zeit -vergangen war. - -»Worüber beklagen Sie sich, Madame? Ich habe keinen Grund zu erröten. Wenn -sie meine Tochter wäre, so wären diese Vorwürfe vielleicht begründet, aber -so fühle ich mich nicht in der Situation, das Beispiel Lots nachzuahmen. -Ich bin glücklich, diese Zärtlichkeit für sie zu empfinden, die Sie so -tadelnswert finden. Das, was Konvention und Gesetze bestimmen, ist keine -Forderung der Natur. Es fällt daher dem denkenden Menschen leicht, sich -darüber hinwegzusetzen.« - -Diese Antwort habe ich nie wieder aus dem Gedächtnis verloren. Das -Schweigen meiner Mutter, das darauf folgte, ließ sie mir noch -bedeutungsvoller erscheinen, ja, ich glaube, daß dieses Gespräch, das ich -zufällig belauschte, und die Gedanken, die ich mir darüber machte, mich -noch fester an meinen Vater banden. Ich begriff wohl, daß ich alles in -meinem Leben seiner Freundschaft verdankte. Dieser Mann, der so -liebenswürdig, geistvoll und weise war, vermochte wahrhaftig die -zärtlichsten Gefühle zu erwecken. Die Natur hatte mich begünstigt, als ob -die Liebe selbst mich geformt hätte. Du weißt, meine liebe Eugenie, daß ich -in diesem Punkt nicht übertreibe. Von Kindheit an hatte ich eine hübsche -und ebenmäßige Figur, eine schlanke Taille und einen ausgezeichneten Teint. -Die Lebhaftigkeit meiner braunen Augen wurde durch einen sanften und -zärtlichen Blick gemäßigt, und mein Haar fiel in schönen Locken auf meine -Schultern. Ich hatte ein fröhliches Gemüt, wenn ich auch ein wenig zur -Nachdenklichkeit neigte. - -Mein Vater studierte meine Neigungen und meinen Geschmack, und er -kultivierte meine Anlagen mit der größten Sorgfalt. Die größte Mühe -verwandte er darauf, mich zur Wahrheitsliebe anzuhalten. Er wollte, daß ich -nichts vor ihm verberge, und er erreichte dies auch mit Leichtigkeit. Denn -es war unmöglich, ihm etwas zu verschweigen. Seine strengste Strafe bestand -darin, mir seine Zärtlichkeit zu verweigern. Ah, wie habe ich die wenigen -Male, da dies geschah, darunter gelitten! - -Einige Zeit nach dem Tod meiner Mutter schloß mich dieser hervorragende -Mann eines Tages besonders innig in seine Arme. - -»Laurette, mein liebes Kind«, sagte er, »Du bist nun beinahe elf Jahre alt, -und Deine Tränen über den Verlust deiner Mutter sollten nun aufhören. Ich -habe Dir genügend Zeit zur Trauer gelassen. Nun wollen wir durch -vernünftige Beschäftigung für Deine Zerstreuung sorgen.« - -Tatsächlich habe ich eine brillante Erziehung genossen. Ich hatte nur einen -einzigen Lehrmeister: Meinen Vater. Aber er unterrichtete mich in allem. In -Malerei, Tanz, Musik und allen Wissenschaften war er gleicherweise ein -Meister. Es war ihm nicht schwer gefallen, sich über den Tod meiner Mutter -hinweg zu trösten. Ich wunderte mich darüber, und eines Tages konnte ich -mich nicht enthalten, mit ihm darüber zu sprechen. - -»Du mußt wissen, daß in einer Gemeinschaft, in der sich Charaktere und -Temperamente ähneln, der Augenblick, in dem diese Übereinstimmung -zerbricht, die Herzen der Einzelwesen zerreißt, die sich auf solche Weise -miteinander verbunden fühlten. Weder Charakterstärke noch irgendeine Art -von Philosophie helfen einem sensiblen Menschen, dieses Übel ohne Kummer zu -ertragen. Auch die Zeit, von der es heißt, daß sie alle Wunden heilt, kann -da nur wenig Linderung verschaffen. Wenn wir nicht durch die Bande der -Sympathie mit einigen unserer Mitmenschen verbunden wären, gäbe es auf -dieser Welt keine Trennung außer der, die durch die unvermeidlichen -Naturgesetze verursacht wird, denen alles Leben unterworfen erscheint. Ein -vernünftiger Mensch wird sich deshalb früher oder später mit dem Schmerz -abfinden müssen, der keinem menschlichen Wesen erspart bleibt. Doch soll -ich Dich in einem so wichtigen Punkt etwa täuschen, mein Kind? Gewiß nicht. -Dies ist vielmehr ein Gegenstand, um darüber zu reden. Du kannst Dir selbst -ein Urteil bilden. Stell dir also zwei Wesen vor, die in ihrer Veranlagung -ganz verschieden sind, sich aber durch eine fragwürdige äußere Macht, sei -es nun durch Konvention oder auch durch materielle Erwägungen, auf das -intimste miteinander verbunden haben. Nimm an, diese Menschen haben durch -eine flüchtige Täuschung ihrer Sinne zueinandergefunden. Oh, sie brauchen -nur kurze Zeit, um zu erkennen, daß sie einer Illusion zum Opfer gefallen -sind. Es dauert nicht lange, so lassen beide die Masken sinken, durch die -sie einander getäuscht haben, jene Masken also, die ihren natürlichen -Charakter verdecken. Wie glücklich werden diese beiden sein, sich wieder zu -trennen! - -Welch ein Glück bedeutet es, eine Kette zu sprengen, die durch die -Gewohnheit zur Tortur wurde. Welch ein Glück, sich dann mit jemandem zu -vereinen, der dem eigenen Charakter entspricht! Denn, meine Laurette, -während zwei Menschen, deren Neigungen und Charaktere ganz und gar nicht -zusammenpassen, ihre gegenseitige Gesellschaft fliehen, fühlen sie sich zu -einem Wesen, das dem ihren kongenial ist, um so heftiger hingezogen. Glaube -mir, die Übereinstimmung des Geschmacks und des Geistes ist für den -Menschen ungleich wichtiger als der flüchtige Rausch der Sinne. Und ein -Wort, eine gewisse Gedankenassoziation, ja selbst eine Gebärde kann die -Übereinstimmung der Gefühle wie der Gedanken bezeugen. Überlege Dir nun, -welche Qualen zwei Menschen leiden müssen, die durch die Ketten der -Konvention und des gesellschaftlichen Scheins aneinander gefesselt sind, -während doch alles in ihnen nach Trennung schreit. Welch eine Verstellung, -welch schmerzliche Selbstbeherrschung!« - -»Mein teurer Papa, Du nimmst mir alle Lust darauf, je zu heiraten. Ist das -Deine Absicht?« warf ich zutiefst betroffen ein. »Ah nein, mein Kind. Ich -wollte Dir nur eine Situation vor Augen führen, die mir nur zu gut bekannt -ist. Und damit Du die Natürlichkeit und Vernunft meiner Ansichten besser -verstehst, empfehle ich Dir zu lesen, was der Präsident von Montesquieu in -seinen »Nachdenklichen Briefen« darüber geschrieben, hat. Wenn Alter und -Vernunft Dich in die Lage versetzen, gegen unwürdige Vorurteile -anzukämpfen, wird es Dir ein Leichtes sein, das richtig zu erkennen. Ich -könnte Dir leicht Rechenschaft ablegen über alle Gedanken, die ich mir zu -diesem Thema gemacht habe. Aber Deine Jugend erlaubt es mir nicht, mehr -darüber zu sagen.« - -Damit beendete mein Vater dieses Gespräch. - -Und nun, meine teure Eugenie, siehst Du die Szene sich verwandeln. Eugenie, -liebste Eugenie, was soll ich Dir sagen? Die Schreie, die ich um mich zu -hören glaube, der Zwiespalt unter den Menschen, den die Worte meines Vaters -vor mir heraufbeschworen, lassen meine Feder sich sträuben. Aber die -sanften Stimmen der Liebe und Freundschaft beruhigen mich wieder. Ich fahre -also mit meiner Geschichte fort. - -Wiewohl mein Vater ausschließlich mit meiner Erziehung beschäftigt schien, -entdeckte ich doch nach etlichen Monaten eine gewisse Verwandlung an ihm. -Er schien zerstreut und unruhig. Irgendetwas, von dem ich nicht wußte, was -es war, schien ihn zu beschäftigen. Nach dem Tod meiner Mutter hatte er -jeden gesellschaftlichen Verkehr abgebrochen, um sich ganz der Sorge um -mich zu widmen. Wir lebten in einem großen und sehr bequemen Landhaus -völlig für uns. Ich hatte wenig Ablenkung, und so nahm ich seine Ideen mit -großem Eifer entgegen. Die Liebkosungen, die er mir zuteil werden ließ, -verdoppelten sich mit der Zeit und schienen ihn zu beleben. Seine Augen -bekamen dann einen lebhaften Glanz, seine Wangen röteten sich, seine Lippen -brannten auf den meinen. Er liebkoste meinen Hintern, er legte seine Hand -zwischen meine Schenkel und küßte meine Lippen und meinen Busen. Einmal -tauchte er mich splitternackt in ein Bad. Ah, es war köstlich! Nachdem er -mich am ganzen Körper mit einer duftenden Essenz eingerieben hatte, -überhäufte er mich mit seinen Küssen. Sein Busen bebte, und seine Hände -taten desgleichen. Niemals zuvor hatte ich ein so köstliches Bad gehabt. -Diese himmlische Unordnung hinter uns! Aber mitten in den lebhaftesten -Zärtlichkeiten verließ er mich und schloß sich in seinem Zimmer ein. - -Wenige Tage später hatte ich plötzlich unter seinen brennenden Küssen ein -Gefühl, wie ich es noch nie gehabt hatte. Unsere Lippen hatten einander -wohl unzählige Male berührt, ja selbst seine Zunge berührte meinen in -Zärtlichkeit hinschmelzenden Mund. Da fühlte ich das Feuer dieser Küsse in -meine Adern dringen. Aber wieder löste sich mein Vater aus meinen Armen und -enteilte. Ich blieb verstört und neugierig zurück. Auf jeden Fall wollte -ich entdecken, was meinen Vater dazu veranlaßte, just nach einem Augenblick -solcher Zärtlichkeiten in sein Zimmer zu eilen und sich dort -einzuschließen. Ich versuchte hinter das Geheimnis zu kommen, indem ich -durch die Fensterscheiben spähte. Aber der Vorhang, der auf der Innenseite -der Fenster angebracht war, verhinderte die Sicht, so daß ich nicht -entdecken konnte, was sich dort abspielte. - -Wenige Tage darauf bekam er einen Brief der ihn zu erfreuen schien. Nachdem -er ihn gelesen hatte, zog er mich beiseite und sagte: »Meine liebe Laura, -Du kannst nicht ohne Gouvernante bleiben, und nun teilt man mir mit, daß -morgen eine kommen wird. Sie soll ausgezeichnete Qualitäten haben, man -widmet ihr förmlich Elogen. Wir werden sie uns ansehen, um uns selbst ein -Urteil zu bilden.« - -Das war eine Neuigkeit, die mir nicht im Geringsten gefiel. Ich muß Dir -gestehen, meine liebe Eugenie, daß mich ihre Ankunft jetzt schon störte, -ohne daß ich hätte sagen können, warum. Diese in Aussicht gestellte -Gouvernante mißfiel mir schon, obwohl ich sie noch gar nicht gesehen hatte. - -Doch zurück zu den Tatsachen. Lucette kam an dem Tag, den sie angekündigt -hatte. Sie war ein großes, sehr hübsches Mädchen, neunzehn oder zwanzig -Jahre alt. Ihre Vorzüge waren ganz offensichtlich: Ein schöner, -schneeweißer Busen, eine wundervolle Figur, an der nichts niedlich war. - -Unregelmäßige, aber höchst pikante Züge. Ein schöner Mund, hinreißende -Lippen, kleine Zähne von einem schimmernden Emailweiß. Ich war überrascht. -Mein Vater hatte mich gelehrt, einen hübschen Mund zu erkennen, indem er -unzählige Male den meinen gelobt hatte. - -Lucette fügte übrigens all diesen Vorzügen einen ausgezeichneten Charakter -hinzu, in dem sich Sanftmut, Güte und ein charmantes Wesen mischten. Ich -wurde ungeachtet des Unbehagens, mit dem ich ihrer Ankunft entgegengesehen -hatte, fast augenblicklich gut freund mit ihr. Und das, obwohl ich begriff, -daß mein Vater ihre Erscheinung mit einer Befriedigung zur Kenntnis nahm, -die offensichtlich war. - -Ach, meine Liebe, wie gut, daß Neid und Eifersucht meinem Herzen fremd -sind! Überdies ist es weder unsere Schönheit noch unser Verdienst, was das -Begehren der Männer entfacht. Ihre Unbeständigkeit entzündet vielmehr einen -flüchtigen Funken, der in Sekundenschnelle zu einem alles verzehrenden -Brand anwachsen kann. Wenn sie darüber nachdächten, wie eilends kehrten sie -zu einer Frau zurück, deren Sanftmut und Anpassungsfähigkeit es ihnen einst -unmöglich erscheinen ließ, ohne sie zu leben. Wenn sie indessen nicht -denken, was meist der Fall ist, geraten sie schnell auf Abwege. Ah -- wie -unsinnig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen! - -Natürlich dachte ich damals noch nicht mit so viel Scharfsinn über diese -Dinge nach. Ich bemerkte wohl, daß mein Vater sich intensiver mit meiner -neuen Gouvernante beschäftigte, als dies im Allgemeinen üblich sein mochte. -Trotzdem empfand ich keine Eifersucht gegen Lucette. Ihre Zärtlichkeiten, -die sich denen meines Vaters zugesellten, hielten jede unerfreuliche Regung -von mir fern. - -Mein Vater zeigte sich mir gegenüber unverändert, und heute schreibe ich -dieses Betragen seiner Klugheit zu. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis ich -bemerkte, daß er sich keine Gelegenheit entgehen ließ, um in Lucettes Nähe -zu sein. Doch traf sich meine Vorliebe für Lucette mit der seinen, und so -hatte ich daran nichts auszusetzen. Lucette schlief in meinem Zimmer, das -unmittelbar neben dem meines Vaters lag. Doch am Morgen, gleich nach dem -Erwachen, kam er meistens herüber, um uns zu umarmen und mit uns ein wenig -zu scherzen. Wir lagen in einem riesigen Bett nebeneinander. So hatte er -genügend Möglichkeit, sich nach Belieben mit uns zu amüsieren. Ich weiß -heute, daß er Lucette eine ganze Reihe von Avancen machte, und natürlich -wies sie diese nicht gerade zurück. Aber sie ermutigte ihn auch nie in -meiner Gegenwart, wie ich es gerne gesehen hätte. Ich wunderte mich im -Stillen über ihre Zurückhaltung. Da ich nach mir selbst urteilte, dachte -ich, daß alle Welt diesem so liebenswürdigen Mann gegenüber, den ich so -leidenschaftlich liebte, ganz ähnlich wie ich empfinden müsse. Ich brachte -es niemals fertig, ihm etwas zu verwehren oder ihm Vorwürfe zu machen. -Eines Tages fragte ich Lucette: »Warum, meine Teure, lieben Sie Papa nicht, -wo er doch so von Freundschaft zu Ihnen erfüllt scheint? Wirklich, Sie sind -sehr undankbar.« - -Sie lachte zu diesen Vorwürfen und versicherte mir, daß sie ungerecht -seien. Doch es sollte anders kommen, als ich es erwartet hatte. - -Eines Abends nach dem Souper zogen wir uns in mein Zimmer zurück. Mein -Vater schenkte uns noch einen Liqueur ein, der offenbar die Eigenschaft -hatte, den Schlummer zu begünstigen. Ich fühlte mich bald schlaftrunken, -obwohl ich nur wenig davon genommen hatte, und kaum daß eine halbe Stunde -vergangen war, so schien auch Lucette eingeschlafen zu sein. Mein Vater -nahm mich nach einer Weile in seine Arme, trug mich in sein Zimmer und -legte mich dort auf sein Bett. Darauf verließ er mich wieder. Ich wunderte -mich über dieses neue Arrangement und war im Nu wieder wach. Mit einem -raschen Schritt eilte ich zu der Glastür, die unsere Zimmer trennte, und -lüftete das Ende des Vorhangs ein wenig, der mir den Blick nach drüben -verwehrte. - -Ich war sehr erstaunt, geradewegs auf Lucettes völlig entblößten Busen zu -sehen. Welch schöne Brüste! Zwei Halbkugeln von schneeigem Weiß, auf denen -sich zwei reizende, rosig schimmernde Erdbeeren erhoben, bewegten sich im -Rhythmus ihrer Atemzüge. Mein Vater betrachtete sie, nahm sie in die Hand, -küßte sie leidenschaftlich und begann daran zu saugen. - -Umsonst, nichts weckte Lucette. Schließlich zog er sie an den Rand des -Bettes, und zwar so, daß sie mir zugewandt war. Er schob ihr Hemd nach -oben, und ich sah zwei alabasterweiße Schenkel, rund und wohlgeformt. Er -zog sie behutsam auseinander, so daß ich ihr hübsches Kraushaar und die -rosenfarbene Furche dazwischen sehen konnte. Sanft zog er die rosigen -Lippen auseinander und legte die Finger dazwischen. Aber trotz aller -Bemühungen seiner Hand blieb sie unbeweglich. Erregt durch den Anblick, der -sich mir bot, und durch sein Beispiel belehrt, imitierte meine Hand die -Bewegungen, die ich ihn vollziehen sah. Das Resultat war eine Empfindung, -die mir bis dahin völlig unbekannt war. - -Mein Vater legte Lucette nun auf das Bett zurück und ging dann zur Tür, um -sich zu vergewissern, daß sie verschlossen sei. Ich floh ins Bett zurück -und stellte mich schlafend. Er kehrte zurück, und ich probierte mein neues -Wissen aus, indem ich meine Hand wieder in jene verborgenen Regionen -führte. Ich geriet in Glut, und es dauerte nicht lange, so empfand ich ein -so leidenschaftliches Vergnügen, daß meine Seele darin hinzuschwinden -drohte. Ich versank in einen Zustand, der mir bisher völlig unbekannt -gewesen war und den ich deshalb umso eifriger genoß. - -Als ich aus meiner süßen Betäubung wieder erwachte, stellte ich mit -Erstaunen fest, daß ich an einem gewissen Ort ganz feucht geworden war. Das -beunruhigte mich für einen Augenblick sehr, doch bald fiel ich in einen -erquickenden Schlaf, der durch die angenehmsten Träume versüßt wurde. Das -Bild meines Vaters, wie er Lucette liebkost hatte, stand mir noch immer vor -Augen, und als ich am anderen Morgen selbst unter seinen Liebkosungen -erwachte, gab ich sie ihm mit doppeltem Eifer zurück. - -Ich bewunderte die Klugheit dieser beiden schönen Menschen, die sich -untertags so außerordentlich zu beherrschen wußten, eine unzweifelhafte -Gemeinsamkeit zu verbergen. Ich malte mir aus, wie sie das wiederholten, -was ich gestern durch einen Zufall gesehen hatte. Es war mir unmöglich, -mich von diesem Gedanken loszureißen. Ich starb vor Begierde, Zeuge dieses -Schauspiels zu werden. Du kannst Dir das leidenschaftliche Verlangen, das -mich beseelte, wohl ausmalen, meine Liebe. Doch gemach! Der Augenblick, in -dem ich alles erfahren sollte, kam unweigerlich näher. - -Einige Tage nach diesem Ereignis fand ich eine Gelegenheit, meine Begierde -zu stillen. Mein Vater war ausgegangen, Lucette beschäftigt. Das gab mir -Zeit genug, in Papas Zimmer zu schlüpfen und den bewußten Vorhang so zu -befestigen, daß er eine Ecke freiließ. Von diesem Arrangement wollte ich -profitieren. Am nächsten Morgen geschah es dann. Mein Vater, der nur einen -leichten seidenen Hausmantel trug, zog die gleichfalls nur nachlässig -bekleidete Lucette mit sich. Sie waren vorsichtig genug, die Tür zu -schließen und den Vorhang zuzuziehen. Doch meine kleine Vorsichtsmaßnahme -war erfolgreich. Der bewußte Winkel blieb frei. Ich eilte an die Tür und -spähte hindurch. Ich entdeckte Lucette. Ihre Brüste waren völlig entblößt. -Mein Vater hielt sie in seinen Armen und bedeckte sie mit Küssen. Dann -schienen die beiden von ihrem Verlangen überwältigt. Unterröcke, Korsett, -Hemd, alles flog auf den Boden. Oh, wie schön erschien mir Lucette in -diesem Zustand, in dem ich sie niemals zuvor gesehen hatte. Sie strahlte -die Frische und Anmut der Jugend wider. - -Liebe Eugenie, die Schönheit der Frauen ist doch eine wundersame Macht, der -sogar wir Frauen uns nicht ganz entziehen können, ja, meine Liebe, sie ist -lockend selbst für unser eigenes Geschlecht. Diese sanft gerundeten Formen, -der Samt und die reizenden Farben einer gepflegten Haut sind schlechthin -unwiderstehlich. Du hast mich in den Armen gehalten und weißt das. Es ist -Dir nicht viel anders als mir ergangen. - -Mein Vater befand sich übrigens in einem ganz ähnlichen Zustand wie jenem, -in den er Lucette gebracht hatte, und das war für mich ein völlig neuer -Anblick. Er trug sie auf sein Bett, und ich unternahm alle Anstrengungen, -die beiden weiter zu beobachten, obwohl das gar nicht so einfach war, weil -der Vorhang meine Sicht behinderte. - -Da sie sich ungestört glaubten, erlegten sie sich nicht die geringste -Hemmung auf. Lucette lag auf ihm, ihr hübsches Hinterteil ragte in die -Luft, ihre Schenkel waren gespreizt. So ließ sie mich, ohne es zu wollen, -die ganze Öffnung ihrer Spalte sehen, die sich dunkel zwischen zwei -hübschen Schamlippen hinzog. Diese Situation schien ganz geeignet, meine -Neugier zu befriedigen. Mein Vater, dessen Kniee nach oben ragten, -präsentierte meinen Blicken ein erstaunliches Objekt: Ein mächtiges Glied, -das prall und steif aus dem Haarwald hervorstach, der seine Wurzel umgab. -Der Kopf dieses Instruments war rötlich gefärbt und zur Hälfte mit einer -Haut bedeckt, die sich anscheinend mühelos zur Seite schieben ließ. Ich sah -diesen erstaunlichen Gegenstand in Lucettes Spalte verschwinden und wieder -auftauchen. Sie küßten sich, und die Seufzer, die ihren Lippen entflohen, -bewiesen, daß sie dabei ein überaus großes Vergnügen empfanden. Schließlich -sah ich dieses prächtige Instrument wieder auftauchen. Karmesinrot und ganz -feucht von einer weißlich schäumenden Flüssigkeit, die sich ungestüm auf -Lucettes Schenkel ergoß. Du kannst dir vorstellen, meine liebe Eugenie, in -welcher Situation ich mich befand, mit einem solch eindrucksvollen Gebilde -vor Augen. - -Leidenschaftlich erregt und von bisher unbekannten Gefühlen durchdrungen, -bediente ich mich meiner vorwitzigen Finger, um wenigstens auf diese Weise -an einer Lust teilzunehmen, die ich so leidenschaftlich gern in ihrem -vollen Umfang erfahren hätte. - -Es kam, wie es kommen mußte: Meine Unklugheit verriet mich. Mein Vater, der -während der verflossenen halben Stunde bestimmt keinen Gedanken an mich -verschwendet hatte, entdeckte plötzlich den gelüfteten Vorhangzipfel. Er -löste sich aus Lucettes Armen, legte seinen Morgenrock an und näherte sich -der Tür. Ich versuchte mich vorsichtig zurückzuziehen. Er untersuchte den -Vorhang und entdeckte natürlich mein kleines Manöver. Doch wartete er, bis -Lucette sich angezogen hatte. Ich wunderte, mich, wo er blieb, und kehrte, -von Neugier getrieben, auf meinen Beobachtungsposten zurück. - -Wie erschrak ich doch, als ich das Gesicht meines Vaters unmittelbar vor -mir auf der anderen Seite des gelüfteten Vorhangs entdeckte. Der Schreck -nagelte mich beinahe auf der Stelle fest. Ich wußte nicht, sollte ich -bleiben oder fliehen. Ich bemerkte wohl, daß Lucette mit ihrer Toilette -fast fertig war. Er kehrte zu ihr zurück und gab ihr Anweisungen für den -Haushalt. Sie verließ das Zimmer durch die entgegengesetzte Tür, und ich -fand mich mit ihm allein. - -Ah, in welchem Zustand befand ich mich! Zitternd und bleich konnte ich -nicht verbergen, was mit mir vorgegangen war. Doch mein teurer Vater nahm -mich, anstatt zu schelten, in die Arme und überhäufte mich mit hundert -Küssen. »Beruhige Dich, meine teure Laura«, sagte er. »Wie könntest Du auch -bei meinem Anblick erschrecken. Fürchte nichts, meine geliebte Tochter! Du -weißt wohl, was ich Dir immer gesagt habe. Ich fordere von Dir nichts als -die Wahrheit. Ich möchte, daß Du in mir mehr Deinen Freund siehst als -Deinen Vater. Wirklich, ich bin nichts als Dein Freund, und ich möchte, daß -Du Dir dessen allzeit bewußt bleibst. Darum bitte ich Dich, mein Kind, -verschweige mir nichts. Sag mir, was Du durch diesen Vorhang gesehen hast, -während ich mit Lucette zusammen war. Ich beschwöre Dich, sag mir die -Wahrheit! Du hast keinen Grund, etwas zu befürchten. Doch wenn Du es nicht -tust, wirst Du damit rechnen müssen, daß ich Deine Erziehung in einem -Konvent beenden lasse.« - -Diese Institutionen haben für mich von jeher einen intensiven Schrecken -gehabt. Dabei wußte ich doch wenig genug davon. Doch es mußte ein -schrecklicher Unterschied bestehen zwischen dem Leben einer solch -unglücklichen Eingeschlossenen und dem erfreulichen Dasein, das ich bei -meinem Vater führte. Im Übrigen zweifelte ich nicht daran, daß er überzeugt -war, ich hätte alles gesehen. Und schließlich -- hatte ich denn je ein -Geheimnis vor ihm gehabt? - -Ich erzählte ihm also von Anfang an alles, und er schien darüber gar nicht -böse zu werden. Wirklich, er geriet nicht im Geringsten in Zorn, so genau -ich ihm auch die Bilder, die ich gesehen hatte, ausmalte. Vielmehr -ermutigte er mich durch seine Zärtlichkeiten, und ich verlor schließlich -alle Scheu und sprach ganz offen über jene Dinge, die meine Phantasie so -sehr beschäftigten. - -»Meine teure Laurette«, sagte er schließlich, »Du hast mir noch nicht alles -gesagt.« Seine Hand ruhte auf meinen Lenden, und seine Lippen berührten die -meinen. »Komm, sag mir alles, versuch nicht, mir etwas zu verbergen.« - -Ich gestand ihm, daß ich durch eine gewisse Reibung an meinem Körper -versucht hatte, dasselbe zu tun, was ich ihn mit Lucette hatte tun sehen, -und daß ich dabei eine Art von Vergnügen empfunden habe, das mir bisher -ganz fremd gewesen sei. Auch verschwieg ich ihm nicht, daß ich davon ganz -feucht geworden war und daß ich dieses aufregende Spiel seither etliche -Male wiederholt hatte. - -»Aber, mein teures Kind, als Du gesehen hast, wie ich in Lucette eindrang, -bist Du da nicht auf die Idee gekommen, Deinen Finger auf eine ähnliche -Weise zu verwenden?« - -»Nein, liebster Vater, dieser Gedanke ist mir wirklich nicht gekommen«, -versicherte ich ihm. »Nimm Dich in Acht, Laura, täusche mich nicht, denn Du -kannst dies nicht vor mir verbergen. Es ist dies eine sehr ernste -Angelegenheit.« - -Ich versicherte ihm wahrheitsgemäß und mit allem Nachdruck, daß ich nichts -dergleichen getan hätte. Er schien beruhigt und umarmte mich auf das -herzlichste. Wir gingen in sein Zimmer, und er legte mich auf sein Bett, -zog mich aus und betrachtete mich mit großer Aufmerksamkeit. Seine Hände -öffneten die zwei fleischigen Lippen zwischen meinen Schenkeln, und er -versuchte mit seinem kleinen Finger dazwischen einzudringen. Ein heftiger -Schmerz erfaßte mich, und ich brach in Tränen aus. Er hielt augenblicklich -inne. - -»Sie ist ganz entzündet, meine teure Kleine. Ich sehe wohl, daß Du mich -nicht getäuscht hast. Diese Rötung kommt ohne Zweifel von der Reibung, mit -der Du Dich vergnügt hast, während Du mich bei Lucette gesehen hast.« - -Ich gestand ihm, daß es mir nicht gelungen sei, dieses Vergnügen zu -vervollständigen. Meine Wahrhaftigkeit wird durch einen Kuß an einer höchst -merkwürdigen Stelle belohnt. Seine Zunge beginnt mich zu liebkosen und -verursacht mir eine köstliche Sensation. Solche Zärtlichkeiten sind für -mich neu, und um ihn dafür zu belohnen, tasten meine Hände nach diesem -wundervollen Instrument, das ich vorhin gesehen hatte und das sich nun -unter seinem Morgenrock bemerkbar macht. Ich nehme es unwillkürlich in die -Hand und öffne mit der anderen seinen Hausmantel, so daß ich es sehen kann. -Er läßt mich gewähren, und ich habe nun das Vergnügen, dieses kostbare -Instrument aus der Nähe zu besichtigen. Oh, wie liebenswürdig und -einzigartig erscheint es mir! Ich dachte in diesem Augenblick, daß dies die -wahre Triebfeder allen Vergnügens sei. Oh, diese Haut, die sich mit meinen -Bewegungen hob und senkte und den Kopf dieses köstlichen Gliedes einmal -auftauchen und dann wieder verschwinden ließ! - -Doch wie groß war mein Erstaunen, als ich mich nach etlichen Augenblicken, -in denen ich dieses heiß pulsierende Instrument in meinen Händen liebkost -hatte, von demselben brennenden Tau besprengt fühlte, der die blendenden -Schenkel meiner schönen Gouvernante besprüht hatte! - -Ich schmolz in leidenschaftlichen Seufzern hin, und er verdoppelte die -Zärtlichkeiten, die er mir entgegenbrachte. Das Vergnügen zeitigte in mir -die lebhaftesten Empfindungen. Schließlich bereitete er mir eine unerhört -köstliche Sensation: Seine Zunge vollführte die Übungen, die sein Finger -schon so virtuos durchgeführt hatte. Ich fühlte mich erschöpft. - -»Ah . . . mon cher papa. Ich fühle mich sterben . . .« - -Halb ohnmächtig lag ich in seinen Armen. - -Von diesem Tage an wurde alles für mich zu einer Quelle der Erkenntnis. War -ich vorher unwissend gewesen, so wuchs mein Wissen nun mit jedem Tag. Es -schien, als sei das Instrument, das ich berührt hatte, der wunderbare -Schlüssel zu allen Weisheiten der Welt. Mein teurer Vater erschien mir noch -einmal so liebenswert, und meine Zärtlichkeit für ihn kannte keine Grenzen. -Sein ganzer Körper fand sich bald meinen liebkosenden Händen ausgeliefert. -Meine Küsse und Zärtlichkeiten duldeten keine Unterbrechung, und das Feuer, -das sie in ihm entfachten, verdoppelte meine Leidenschaft für ihn. - -Doch zurück zu jenem denkwürdigen Tag! Er führte mich in mein Zimmer, wohin -meine Gouvernante wenige Augenblicke später nachfolgte. Ich wunderte mich, -daß er ihr unser Einverständnis sogleich eröffnete. - -»Lucette«, sagte er, »es ist unnötig, daß wir uns wegen Laura genieren. Sie -weiß alles über uns.« - -Er wiederholte ihr, was ich ihm gesagt hatte, und zeigte ihr, was ich mit -dem Vorhang gemacht hatte. Sie schien betroffen. Aber ich setzte mich auf -ihren Schoß, und meine Zärtlichkeiten beruhigten sie rasch und fegten den -kleinen Ärger hinweg, den sie darüber empfand, daß sie so entdeckt worden -war. Mein Vater umarmte uns beide und verließ uns. Etwa eine Stunde später -kam er wieder, mit einer Frau, die mich völlig entkleiden ließ und von mir -gewisse Maße für einen Gegenstand nahm, den ich mir nicht vorstellen -konnte. - -Als es Zeit zum Schlafen war, legte ich mich wie gewöhnlich neben Lucette -zur Ruhe. Aber eine gewisse Unruhe hinderte meinen Vater, seinerseits sein -Schlafzimmer aufzusuchen, und schließlich legte er sich zu uns ins Bett. -Ich befand mich also zwischen den beiden. Er hielt mich in seinen Armen, -legte seine Hand zwischen meine Schenkel und duldete es nicht, daß ich auch -meine dorthin führte. Da ergriff ich sein Instrument und war sehr erstaunt, -es in einem ganz anderen Zustand zu finden, als ich es zuvor gesehen hatte. -Ich wußte natürlich noch nichts von den merkwürdigen Veränderungen, welchen -dieses wundervolle Werkzeug unterworfen ist, sondern ich dachte, es bliebe -immer gleich groß, stark und schwellend. Es dauerte auch nicht lange, so -nahm es unter der Berührung meiner Hand wieder jene Festigkeit und jenen -Umfang an, den ich so gut kannte. Lucette, die uns beobachtete, wunderte -sich über sein Benehmen und konnte schließlich gewisse Vorhaltungen nicht -mehr zurückhalten. - -»Wirklich, Monsieur, die Art, wie Sie mit Laurette umgehen, setzt mich in -Erstaunen. Sie behandeln das Kind, wie Sie es mit mir zu tun pflegen. -Bedenken Sie doch, es ist Ihre eigene Tochter!« - -Doch mein Vater ließ sich dadurch nicht aus der Fassung bringen. - -»Sie ist es, und sie ist es auch wieder nicht«, gab er zur Antwort. »Dies -ist ein Geheimnis, das ich ihrer Diskretion und der unserer kleinen -Laurette anvertraue, in deren Interesse es bewahrt werden soll. Aber die -Umstände machen es notwendig, daß ihr darüber Bescheid wißt. - -Ich kannte ihre Mutter ganze vierzehn Tage, als ich sie heiratete. Schon am -ersten Tag entdeckte ich, daß sie schwanger war. Ich sagte mir aber, daß -es, nachdem diese Heirat einmal vollzogen war, klüger sei, nichts darüber -verlauten zu lassen. Also entführte ich sie in ein kleines, entlegenes -Provinznest, wo uns keiner kannte. Nach vier Monaten kam Laura zur Welt und -bewies durch ihr gesundes Aussehen und ihre Lebhaftigkeit nur zu deutlich, -daß sie keine Frühgeburt war. Ich blieb danach noch sechs Monate in der -Provinz und sorgte dafür, daß niemand von dem Mißgeschick meiner jungen Ehe -erfuhr. Ihr seht wohl, daß dieses Kind, das mir so teuer ist, eben doch -nicht meine leibliche Tochter ist. Sie ist mir dem Blut nach völlig fremd, -doch umso teurer wurde sie meinem Herzen. Kein innerer Zweifel kann mich -hindern, sie zu lieben, und alle anderen Erwägungen lassen sich nicht mit -der Vernunft vereinen, der ich ein Leben lang gedient habe.« - -Ich erinnerte mich in diesem Augenblick der Antwort, die er einst auf die -Vorwürfe meiner Mutter gefunden hatte. Das also war des Rätsels Lösung! Nun -verstand ich auch, daß meine Mutter darauf geschwiegen hatte. Auch Lucette -schien von der Tragweite dieser Eröffnung betroffen. - -»Aber wie haben Sie mit Ihrer Gattin gelebt, nachdem dies zutage gekommen -war?« wollte sie wissen. - -»Ganz einfach, wir waren uns völlig gleichgültig, und bis auf das eine Mal, -von dem Laura eben berichtete, haben wir niemals über diesen Vorfall -gesprochen. Der Comte de Norval, der leibliche Vater Laurettes, ist ein -liebenswürdiger Kavalier, interessant, eine hervorragende Erscheinung und -mit allen jenen Eigenschaften begabt, die ihn einer Frau begehrenswert -erscheinen lassen müssen. Ich konnte unmöglich erstaunt sein, daß ein -junges Mädchen sich von ihm verführen ließ. Andererseits konnte sie ihn -nicht heiraten, denn er war ihrer Familie weder wohlhabend noch -einflußreich genug. Wenn nun auch Laura nicht meine natürliche Tochter ist, -so steht sie meinem Herzen doch so nahe, als ob sie es wäre, ja, vielleicht -bringe ich ihr ohne diese natürliche, durch Blut und Herkommen bestimmte -Bindung sogar noch eine zärtlichere Zuneigung entgegen. Aber -nichtsdestoweniger machte es dieses Ereignis unmöglich, mich ihrer Mutter -jemals zu nähern. Ich empfand gegen sie eine sehr starke Abneigung und -hätte sie ohne Zweifel verlassen, wenn ich es nicht gescheut hätte, -Laurette diesen Schmerz zuzufügen. Ihr Charakter und ihr Temperament waren -für mich eine ständige Herausforderung zum Streit, und ich bedurfte oft -großer Selbstbeherrschung, dies zu verbergen.« - -Meine schöne Gouvernante war von dieser Erzählung fast ebenso betroffen wie -ich. Sie umarmte mich zärtlich und erwies mir tausend Artigkeiten, die mir -bewiesen, daß sie ihre Bedenken überwunden hatte. Ich erwiderte ihre -Liebkosungen auf das lebhafteste, indem ich nach ihren reizenden Brüsten -faßte, sie küßte, wie ich es bei meinem Vater gesehen hatte, und an ihren -Spitzen zu saugen begann. - -Mein Vater -- ich nenne ihn noch immer so, obwohl er es ja nicht ist -- -legte seine Hand auf die meine und ergriff sie, um sie auf dem schönen, -sanft gerundeten Leib Lucettes spazieren zu führen. Behutsam glitten meine -Finger über Lucettes Schoß und die Innenseite ihrer Schenkel entlang. Ihre -Haut war samtig weich. Die starke Hand, die mich führte, lenkte meine -Finger, bis sie sich in der Furche zwischen ihren Schenkeln befanden. Ich -bemerkte wohl, daß ich ihr Vergnügen bereitete, wenn ich einen bestimmten -Punkt berührte, der sich schwellend und hart aus dieser Furche erhob. - -»Gut, ausgezeichnet! Laurette, laß Deine Hand da, wo sie ist, und hör nicht -auf mit ihrer Klitoris zu spielen, während ich meinen Finger in ihrer -hübschen kleinen Grotte spazieren gehen lasse«, ermutigte mich mein Vater. - -Lucette zog mich in ihre Arme und liebkoste meinen Hintern. Sie nahm das -Glied des Mannes, der uns beiden so teuer war, und führte es zwischen meine -Schenkel. Aber er versuchte nicht einzudringen, wie ich es bei Lucette -gesehen hatte, sondern verharrte da, warm, groß und schwellend, doch ohne -sich zu bewegen. Lucette stieß währenddessen die leidenschaftlichsten -Bezeugungen ihrer Wollust aus. Ihre Küsse vervielfachten sich, ihr Atem -begann zu fliegen: - -»Hola . . . hola! Schnell, Laurette, schnell! Teure Freundin, noch . . . -noch! Ah, es kommt mir . . . ich sterbe!« - -Oh, wie schmeichelhaft waren diese kleinen Entzückungsschreie der Wollust -für mich! Ich spürte, wie sich ihr kleines Tal vom Tau der Lust -befeuchtete. Auch die Finger meines Vaters waren ganz feucht von dieser -magischen Flüssigkeit. Ah, teure Eugenie, wie erregt ich war! Ich ergriff -Lucettes Hand und führte sie zwischen meine Schenkel, in dem -leidenschaftlichen Begehren, sie möge mit mir dasselbe tun, was ich zuvor -mit ihr getan hatte. Aber mein Vater, der mit seiner Hand meine kleine -Grotte bedeckte, hinderte ihre Bewegungen und durchkreuzte so meine -Absicht. So wollüstig er auch war, wollte er meine Vergnügungen doch -sparsam dosiert wissen. Er mäßigte sein Verlangen und besänftigte meine -Ungeduld. So lagen wir lange Zeit ganz still einer im Arm des andern und -gaben uns den Nachwirkungen einer angenehmen Trunkenheit hin. - -Ah, niemals habe ich mehr eine Nacht wie diese erlebt! - - - - -2. Kapitel - - -Wir erwachten und begrüßten einander zärtlich. Da wurde die Frau gemeldet, -die am Vormittag bei mir auf so seltsame Weise Maß genommen hatte. Sie -legte mir zu meinem nicht geringen Erstaunen eine Art von Seidenhose an, -die sich nur bis zur Mitte der Schenkel abstreifen ließ. Sie war gut -gearbeitet und genierte mich nicht. Nur, der Gürtel, der sie in der Taille -zusammenhielt und von dem eine Art Riemenzeug zwischen meinen Schenkeln -hindurchführte, war ein wenig knapp. Dieses Riemenzeug hatte vorn und -hinten je eine Öffnung, und in dieser befestigte mein Vater zu meinem -Unbehagen mittels eines kunstvoll gearbeiteten Kettchens eine samtbezogene -Metallplatte, die an zwei Stellen durchbrochen war, um den natürlichen -Bedürfnissen Genüge zu tun. Er verschloß das Ganze mittels eines kleinen, -sehr kostbar gearbeiteten Schlüssels. - -»Meine teure Laura, geliebtes Kind«, sagte mein Vater und schloß mich in -seine Arme, »glaube nicht, daß andere Regungen als die meiner Liebe zu Dir -mich leiten. Der Zufall hat Dich Dinge gelehrt, die Du vor deinem -achtzehnten Lebensjahr gar nicht kennen solltest. Ich muß deshalb darüber -wachen, daß Dir daraus kein Schaden erwächst. Noch bist Du nicht imstande, -die Regungen der Natur richtig einzuschätzen. Ich werde Dich von Zeit zu -Zeit mehr darüber lehren, doch wirst Du kein Mittel finden, meine Ansichten -zu durchkreuzen.« - -Ich war recht verärgert und vermochte meine üble Laune nicht zu verbergen. -Und ich hatte wirklich allen Grund, unzufrieden zu sein. Meine kleine -Grotte war gänzlich eingeschlossen. Zwar hinderte mich dieser unerfreuliche -Gegenstand, den mir die Fürsorge meines Vaters aufgezwungen hatte, nicht, -die Bedürfnisse der Natur zu verrichten, doch es war ganz und gar -unmöglich, einen Finger in die kleine Furche zwischen meinen Schenkeln -einzuführen oder sie gar durch Reibung zu erhitzen. Gerade dies hatte mein -Vater ja auch zu verhindern beabsichtigt. Du kannst Dir wohl vorstellen, -daß mir die so aufgezwungene Entbehrung wenig behagte. Ich habe mir später -oft gedacht, es wäre ganz nützlich, auch den jungen Burschen solch ein -Geschirr umzuhängen, um sie daran zu hindern, daß sie ihre Kräfte -vergeuden, ehe sie das richtige Alter erreicht haben. Auf diese Weise -könnte man eine vorzeitige Erschöpfung ihrer Kräfte leicht verhindern. Doch -läßt unsere Gesellschaft ihnen alle Freiheiten, während sie unsere nach -Kräften unterdrückt. - -Während der nächsten fünf Jahre trug ich dieses Geschirr jeden Tag. Mein -Vater entfernte es jeden Abend, und Lucette wusch es sorgfältig. Er -untersuchte, ob ich mich nicht wundgescheuert hätte, und legte es mir -darauf wieder an. So habe ich diesen höchst unerfreulichen Gegenstand bis -ich sechzehn Jahre alt war ununterbrochen getragen. - -Während dieser Zeit entwickelte sich mein Verstand, und ich lernte alle -möglichen nützlichen Dinge. Meine natürliche Neugier ließ mich unaufhörlich -nach dem Grund alles dessen forschen, was war. Mein Vater konnte mit mir -zufrieden sein. Von Jahr zu Jahr vergrößerte sich mein Wissen, und ich -wurde nicht müde zu lernen. Ich gewöhnte mich an das körperliche Gefängnis, -in dem ich mich befand, und als man mich schließlich daraus befreite, war -ich so weit gekommen, daß ich es für ganz natürlich hielt. Ich war von der -Nützlichkeit dieser Einrichtung überzeugt. - -Vermutlich hätte ich ohne dieses Instrument meine Kräfte vorzeitig -vergeudet, denn das Beispiel, das mein Vater und Lucette mir gaben, hätte -mich angespornt. Diese beiden genierten sich nämlich nicht im Geringsten -vor mir. Doch je erwachsener ich wurde, desto mehr beschäftigte mich die -Frage, warum mein Vater solche Vorsichtsmaßnahmen mir gegenüber gebrauchte. -Ich war in meinem sechzehnten Lebensjahr, als er mir die Antwort auf meine -immer dringenderen Fragen schließlich gab. Als er mir das quälende -Instrument schließlich für immer abnahm, sagte ich zu ihm: - -»Nach all diesem, mon cher papa, sagen Sie mir doch, was hat Sie dazu -veranlaßt, mich dieses ärgerliche Instrument tragen zu lassen, obwohl Sie -mir doch immer beteuert haben, wie zärtlich Sie mich lieben? Meine -Gouvernante ist viel besser daran als ich. Bedeutet Ihnen diese etwa mehr -als ich? Erklären Sie mir doch heute, was Sie dazu bewogen hat, so zu -handeln, wie Sie es taten!« - -Mein Vater zog mich in seine Arme. - -»Meine Zärtlichkeit und Fürsorge für Dich, mein Kind, erlauben es mir nicht -mehr, Dich als ein Kind zu betrachten. Du bist heute in einem Alter, da man -Dir so gut wie alles sagen kann, und das will ich nun tun. - -Die Natur fördert bis zum fünfzehnten oder sechzehnten Lebensjahr eines -Menschen dessen Wachstum. Sie braucht dazu einmal länger, einmal kürzer, je -nach den Anlagen des Individuums. Doch im Allgemeinen reicht dieses Alter -für Dein Geschlecht aus. Im Alter von siebzehn oder achtzehn Jahren kann -man eine Frau als erwachsen ansehen. Bei den Männern braucht die Natur -länger, um ihre Vervollkommnung zu erreichen. Wenn man diese Zeit des -Reifens mißbraucht und Empfindungen und Handlungen vorwegnimmt, die einer -späteren Epoche angemessen sind, kann daraus ein beachtlicher Schaden -entstehen. - -Die Frauen zum Beispiel, die allzu frühe Erfahrungen gemacht haben, die -ihrem Reifegrad nicht entsprechen, sterben früh oder bleiben klein, -schwächlich und anfällig, oder sie leiden an einer Schwindsucht, die vor -allem ihre Brust befällt und deren Opfer sie in Kürze werden. Manchmal -hindert sie auch eine Erkrankung des Blutes, ihre monatliche Regel -pünktlich und ausreichend zu bekommen. Daraus resultieren dann Vapeurs, -Hysterie und Nervenzufälle sowie die Qualen einer unersättlichen -Geschlechtsbegierde. All das beeinträchtigt die Tage eines solchen -unglücklichen Geschöpfes. Bei den jungen Männern ist es ganz ähnlich. Sie -erleiden die unglücklichsten Tage, wenn sie nicht gar vor der Zeit -sterben.« - -Meine teure Eugenie, Du kannst dir wohl vorstellen, wie mich diese -Eröffnung erschreckte. Ich wurde mir in diesem Augenblick seiner -Freundschaft und der Sorge, die er um mein Wohlergehen trug, doppelt -bewußt. Es war nur seine Güte gewesen, die mir das verwehrt hatte, was ich -als ein hervorragendes Vergnügen zu betrachten geneigt war. Das Leben -erschien mir wieder recht angenehm, und wenn ich künftig ein Verlangen nach -einer gewissen Art von Vergnügen verspürte, würde ich aus Rücksicht auf -meine Gesundheit und mein Leben gern darauf verzichten. - -»Ich habe diese Neigung in Dir wohl erkannt«, fuhr mein Vater fort, »und -bei Deiner Jugend hätten dich alle Gründe der Welt nicht davon zurückhalten -können. Deshalb habe ich diese Vorsichtsmaßregel getroffen, die Dir so -wenig gefallen hat. Doch nun werde ich darauf verzichten. Es wäre gut, wenn -man solche Schutzmaßnahmen bei allen jungen Leuten anwenden würde, die -durch unvorhergesehene Zufälle oder durch unkluge Personen zu früh über -Dinge unterrichtet wurden, die nicht für ihr jugendliches Alter bestimmt -sind.« - -Die Furcht vor einer zerrütteten Gesundheit oder gar vor einem frühen Tod -war von nun an zwar in meiner Phantasie sehr lebendig. Doch andererseits -hatte ich gesehen, was mein Vater mit Lucette tat, und die Art, wie er mit -ihr lebte, hob die Wirkung dieser Furcht wieder auf. Ich konnte mich nicht -zurückhalten, ihm eines Tages meine Zweifel zu eröffnen. - -»Warum, mein teurer Vater, haben Sie bei Lucette nicht dieselben -Vorkehrungen getroffen? ja, noch mehr: Warum tun Sie mit ihr laufend, was -Sie mir verweigern?« - -»Aber mein liebes Kind, bedenke doch, Lucette ist völlig erwachsen. Sieh -nur den Überfluß der Natur in ihrem Körper. Sie ist schon imstande, andere -Lebewesen zu ernähren. Dieser Zustand, mein liebes Kind, kündigt sich durch -das pünktliche Auftreten, der monatlichen Regel an. Ich kann Dir nicht -verschweigen, daß es in ihrem Alter gefährlich wäre, wenn ein gewisser -Überfluß von Samen aufgestaut und in ihr zurückgehalten würde und so in -ihre Blutbahnen geriete. Dadurch würde in ihr ein gefährliches Feuer, eine -Art von sinnlicher Raserei entfacht werden. - -Ihre Stimmungen und ihr Temperament würden darunter leiden, ja selbst die -Zirkulation der Säfte in ihrem Körper könnte dadurch ernsthaft gestört -werden. Das könnte ihre Gesundheit untergraben, Vapeurs und frenetische -Anfälle sowie viele andere Übel verursachen. Haben wir nicht genügend -Beispiele dafür in den Klöstern, wo die Frömmelei zum Despotismus wird und -wo es nichts gibt, was den unglücklichen Eingeschlossenen ihre Lage -erleichtern könnte? Man mischt Lotosabsud und Salpeter in ihre Getränke, um -die Anlagen eines lebhaften Temperaments zu unterdrücken. Doch nach einiger -Zeit bleiben diese Mittel ohne Wirkung oder sie zerstören den Magen, so daß -diese Gefangenen des Aberglaubens, die wie weiße Blumen dahinwelken, für -den Rest ihres Lebens von Verdauungsstörungen und inneren Schmerzen geplagt -sind, ja, an manchen dieser Schreckensorte werden sogar die Pensionärinnen -auf diese Weise behandelt, so daß sie schließlich alle möglichen Leiden und -Nervenanfälle davontragen, die eine Folge der gewaltsamen Unterdrückung -ihrer natürlichen Vitalität sind. Selbst Eltern, die ihre Kinder lieben, -beachten diesen Punkt viel zu wenig. - -Du mußt wissen, meine liebe Laurette, daß sich das natürliche Temperament -in einem gewissen Alter bemerkbar macht. Das geschieht bei den einen früher -als bei den andern, und zwar durch die Verschiedenheit der natürlichen -Anlagen und der Qualität der Säfte, die in uns sind, aber auch durch eine -Veränderung in den Organen. Wenn diese Körpersäfte nicht rechtzeitig zum -Fließen kommen, strömen sie in die Blutbahn zurück. Manchmal verursachen -sie dann eine vollkommene Unterdrückung der natürlichen Impulse und damit -ein geradezu monströses Anschwellen des Leibes. Personen, die keine -natürliche Geschlechtsvereinigung kennengelernt haben, werden unter solchen -Umständen völlig gleichgültig und sind meist empfängnis- und -zeugungsunfähig. - -Aber, mein teures Kind, in dem Alter, in dem die Säfte des Lebens zu -strömen beginnen, in dem das Feuer des Temperaments sich bemerkbar macht, -soll man diesem auch Genüge tun, und zwar sowohl, weil es für die -Gesundheit nützlich und notwendig ist, als auch, weil es die Schönheit und -Frische eines solchen glücklichen jungen Geschöpfes steigert. Es gibt -verschiedene Mittel dazu. - -Stell Dir eine Frau in den Armen eines leidenschaftlichen Mannes vor. Wie -erregt ist sie allein vom Gegensatz der Geschlechter! Was bedeutet ihr mehr -als die Leidenschaft, die er für sie empfindet und die auch sie in sich -verspürt? Schon die bloße Gegenwart des Mannes wird für sie erregend. -Phantasie und Natur weisen ihr den Weg zu den wollüstigsten Empfindungen. -Daraus kannst Du ermessen, warum ich mich gegen Lucette anders verhalte als -gegen Dich.« - -»Ah ja, mon cher papa! Weil ich Sie immer bei diesem Namen genannt habe, -werde ich mich auch jetzt Ihrer Erfahrung und Weisheit unterordnen. Aber -sagen Sie mir, in welchem Alter werden Sie mit mir tun, was Sie mit Lucette -so häufig getan haben? Ach, dieser Augenblick fehlt noch zu meinem Glück, -denn ich empfinde es schmerzlich, daß ich nicht all Ihr Verlangen zu -stillen imstande bin, daß ich Ihre Wünsche nicht in jeder Hinsicht -befriedigen kann.« - -»Mein reizendes Kind, die Natur selbst spricht zu uns in einer leicht -verständlichen Sprache. Noch sind Deine Brüste nicht voll entwickelt, und -das Pelzchen, das Deine hübsche kleine Grotte bedeckt, ist noch recht -schütter. Kaum, daß Du die ersten Blüten Deiner Reife hervorgebracht hast. -Laß uns also noch etwas warten. Dann, geliebte Laurette, Du Kind meines -Herzens, werde ich dieses Geschenk von Deiner Zärtlichkeit empfangen. Du -wirst mich die Blüte pflücken lassen, die ich so sorgsam gepflegt habe. -Doch laß uns diesen glücklichen Augenblick nicht durch unsere Ungeduld -zerstören. Glaube nicht, daß ich Dich bis zu diesem Zeitpunkt Dir selbst -überlasse. Bei einer robusten Natur ist es nicht notwendig, diesem -Augenblick besondere Aufmerksamkeit zu schenken oder mit den Kräften des -Körpers besonders haushälterisch umzugehen. Aber bei einem sensiblen -Temperament muß man vorsichtig sein und bis zum siebzehnten oder -achtzehnten Jahr warten. Das ist der Zeitpunkt, an dem eine Frau völlig -erwachsen ist und sich ohne Schaden ihren Begierden überliefern kann.« - -Alles, was er mir bei dieser Gelegenheit sagte, meine liebe Eugenie, hat -sich meinem Gedächtnis unauslöschlich eingeprägt. Du kannst Dir das wohl -denken. Seine Gründe erschienen mir sehr vernünftig und einleuchtend, und -seine Bereitwilligkeit, auf meine Fragen einzugehen, ermutigte mich, -weitere an ihn zu stellen. - -Ich erinnerte mich, daß Lucette bei jenem ersten Mal, als ich die beiden -entdeckt hatte, in einem tiefen Schlaf zu liegen schien, und das war ein -Rätsel, das ich nur zu gern enthüllt gesehen hätte. - -»Aber warum, teurer Papa, war Lucette an dem Abend, da ich euch zuerst -beobachtet habe, so tief entschlummert, daß sie nichts von dem zu bemerken -schien, was Sie mit ihr taten? Schlief sie wirklich oder spielte sie nur -die Schlafende?« wollte ich wissen. - -»Ganz und gar nicht, meine Liebe«, versicherte mein Vater. »Sie hat -wirklich geschlafen. Aber das ist mein kleines Geheimnis. Soll ich es Dir -sagen? Ja, denn dieses Beispiel kann für dich nützlich sein. Ich muß dir -gestehen, daß mich mein Verlangen damals heftig quälte. Ich sah Lucette, -sie gefiel mir, und ich versprach mir ein gewisses Vergnügen von ihr. Doch -als ich bemerkte, daß sie zögerte, sich meinem Begehren auszuliefern, -ergriff ich die Initiative. Ich habe etwas Schlafpulver in ihren Liqueur -gemischt. Du hast die Wirkung gesehen. Doch habe ich mich nicht damit -begnügt. Denn ich fürchtete, daß sie erwachen und zornig werden könnte, -sich von mir in eine derartige Lage gebracht zu sehen. Um das zu -verhindern, habe ich ein gutes Mittel gefunden, das die Natur erregt und in -einen Zustand versetzt, in dem ihr die Zärtlichkeiten eines Mannes höchst -erwünscht erscheinen. - -Das ist eine Art Zaubertrank. Nachdem ich sie also auf das Bett gelegt -hatte, rieb ich damit ihre Liebesgrotte, ihre Klitoris und ihre Schamlippen -ein. Diese Flüssigkeit hat die Eigenschaft, sogar einen impotenten Mann zu -leidenschaftlichem Leben zu erwecken, wenn man gewisse Partien seines -Körpers damit einreibt. Lucette schlief etwa eine Stunde lang, ehe sie -erwachte. Dann aber zeigte sie eine Leidenschaft und ein Feuer, das sich -kaum löschen ließ. Sie war ganz und gar nicht erstaunt, sich in meinen -Armen zu finden, sondern umschlang mich im Gegenteil zärtlich mit den -ihren. Weit davon entfernt, meiner Begierde Widerstand zu leisten, öffnete -sie -- angespornt von ihrem eigenen Verlangen -- ihre Schenkel und -bereitete mir so das lebhafteste Vergnügen, an welchem ich sie -- ganz und -gar nicht egoistisch -- teilnehmen ließ. Doch als vorsichtiger Mann dachte -ich daran, was geschehen könnte, wenn ich mich meiner Wollust völlig und -bedenkenlos hingab. Also zog ich mich in dem Augenblick, in dem ich das -Nahen der Lust spürte, ein wenig zurück und ergoß das lebenspendende Naß in -die Oberfläche ihrer Grotte und auf ihren Leib. Von diesem Tag an hat -Lucette sich immer meinen Wünschen überlassen, und ich habe nur meine -Unvorsichtigkeit und Deine Neugier zu beklagen, die Dich ein Geheimnis -enthüllen ließ, daß ganz und gar nicht für Dich bestimmt war. Sie weiß -übrigens nicht, daß ich Dir alles darüber gesagt habe, und Du mußt -Stillschweigen bewahren. Nicht wahr, Du wirst mein Vertrauen nicht -enttäuschen?« - -»Bestimmt nicht, mein teurer Vater. Aber sagen Sie mir alles darüber. -Fürchten Sie nicht, ein Kind zu zeugen, wenn Sie sich einmal nicht früh -genug zurückziehen? Ist es möglich, daß Sie sich in diesem Punkt völlig auf -Ihre Selbstbeherrschung verlassen, können? Könnte es nicht sein, daß die -Macht der Begierde die Furcht, eine Unvorsichtigkeit zu begehen, auslöscht -und Sie weitergehen läßt, als Sie dies eigentlich möchten?« - -»Ah, meine Kleine, wohin sich Deine neugierige Phantasie versteigt! Ich -sehe wohl, ich kann Dir nichts verbergen. Wenn ich Dir nicht die ganze -Wahrheit enthülle, werde ich bald die Torheit beklagen müssen, überhaupt -etwas gesagt zu haben. Aber ich glaube, damit nichts zu riskieren, denn -Deine Vernunft ist Deinem Alter weit voraus. - -Wisse also, daß dieser Samen, wenn er nicht in die Matrix gelangt, an und -für sich gar nichts ausrichten kann. Auch kann er sich dort nicht -festsetzen, wenn man seinen natürlichen Fluß hemmt. Aus diesem Grund -versuchen manche Frauen, durch eine innere Bewegung den Samen in dem Moment -zurückzustoßen, in dem sie ihren Liebhaber in der Wonne des Genusses -glauben. - -Doch das bedeutet für sie selbst eine arge Verkürzung des Vergnügens und -ist ganz und gar kein sicheres Mittel. Manche Männer haben geglaubt, sie -hätten nichts zu fürchten, wenn sie sich nahe an den Eingang zurückziehen. -Doch sie täuschen sich darin. Denn die Matrix ist eine recht lebhafte Pumpe -und versucht, sich auch des Samens zu bemächtigen, der nicht unmittelbar zu -ihrer Öffnung gelangte. Hinzu kommt noch, daß viele Männer sich im -Augenblick der Wollust über ihre eigene Selbstbeherrschung täuschen und so -den richtigen Moment versäumen. Ungewißheit und Furcht vor den möglichen -Folgen behindern also häufig das Vergnügen. Doch das Mittel, das ich bei -Lucette anwende, ist ziemlich sicher. Es gibt einem die Freiheit, sich ohne -alle Furcht dem Feuer seiner Leidenschaft überlassen zu können. Ich habe -deine hübsche Gouvernante am Tag, nachdem Du uns bemerkt hast, gebeten, -sich für unsere Liebesgefechte mit einem Schwamm zu bewaffnen, der in eine -bestimmte Flüssigkeit getaucht wurde. Dieser wird unmittelbar vor der -Matrix am Muttermund angebracht. Mittels einer dünnen Seidenschnur kann man -ihn ohne Schwierigkeiten wieder hervorholen. Selbst wenn die -Samenflüssigkeit in diesen Schwamm einzudringen vermag, würde doch die -Flüssigkeit, mit der er getränkt ist, seine Zeugungsfähigkeit vernichten. -Man weiß ja, daß selbst die Luft genügt, seine Kraft zu vernichten. Also -ist es ganz unmöglich, daß Lucette in unserer Verbindung je ein Kind -empfangen könnte.« - -Ich habe nichts von diesen nützlichen Gesprächen je vergessen, meine liebe -Eugenie, und ich habe Dich zu deinem Nutzen davon unterrichtet, so daß auch -Du Dich ohne Furcht den Umarmungen Deines Liebsten überlassen kannst. Im -Übrigen machte meine Bildung gute Fortschritte. Ich bekam alle möglichen -Bücher in die Hand. Es gab in dieser Hinsicht nichts, was für mich verboten -gewesen wäre. Doch mein Vater lenkte meinen Geschmack besonders auf jene, -die der Wissenschaft dienten und somit weit von allem entfernt waren, woran -unser Geschlecht im Allgemeinen Gefallen findet. Ich will Dir nur ein -kleines Beispiel dafür berichten. - -Er fragte mich eines Tages: »Kannst Du, meine geliebte Laura, in der -Unendlichkeit des Universums, das unseren Erdball umgibt, einen festen -Punkt finden? Zu welch unermeßlichen Dimensionen wird Deine Phantasie dabei -gelangen? Die Elemente der Natur und ihre Zahl sind noch immer unbekannt, -und es ist unmöglich zu erkennen, ob unsere Vorstellungen von der Welt und -vom Universum auch nur im Entferntesten der Wirklichkeit entsprechen. Wir -wissen nicht einmal, ob diese Elemente, welche die Bausteine der Welt und -des Lebens zu sein scheinen, absolut unveränderlich sind oder ob es möglich -ist, ihnen eine andere Form der Existenz zu geben und sie dadurch zu -verändern. - -Inmitten dieser allgemeinen Unwissenheit erscheint es höchst lächerlich, -daß der Mensch es versuchen sollte, die Zahl dieser Elemente festzulegen. -Diese Wahrheit verdient es, daß man über sie nachdenkt, um in allem den -Willen der ewigen Ordnung zu erkennen. Gleichgültig, ob es sich nun um -eines oder um mehrere Elemente handelt, so bildet ihre Gesamtheit die -Körper, und sie finden sich im Feuer wie in der Materie vereint, welche die -törichten und voreingenommenen Geister unbewegt nennen. - -Was hältst Du denn von jenen strahlenden Feuern, die wir Sterne nennen? -Weißt Du nicht, mein Kind, daß sie nichts sind als wüste feurige -Himmelskörper? Nimm nur die Sonne her, diesen gewaltigen Feuerball, der -dazu da zu sein scheint, einer Vielzahl von erdenklichen Himmelskörpern -Licht und Wärme und damit das Leben zu geben. Es ist gut möglich, daß viele -dieser entfernten Welten so wie unsere eigene bevölkert sind. Früher hat -man geglaubt, daß die Sterne nur dazu dienten, uns die Nacht zu erhellen. -Die Eigenliebe des Menschen hat ihn glauben lassen, er sei der Mittelpunkt -des Universums. Doch wozu sollten uns diese Himmelskörper dienen, wenn -Nebel und Wolken sie vor unserem Blick verbergen? Der Mond ist noch am -ehesten imstande, die hindernde Wolkendecke mit seinem Strahl zu -durchbrechen. Er erhellt uns das Dunkel der Nacht, aber das ist nicht seine -einzige Bestimmung. Man kann bis heute nicht feststellen, ob er nicht -selbst eine Welt für sich darstellt, eine Welt, deren Bewohner ebenso an -unserer Existenz zweifeln wie wir an ihrer, und die im Grunde ebenso -töricht sind wie wir zu glauben, daß sie allein alle Herrlichkeit des -Himmels bedeuten. Vielleicht sind sie ebenso anmaßend, vielleicht sind sie -aber auch erfinderischer als wir und haben ein gesünderes Urteil über die -Probleme des Lebens. - -Die Planeten sind Welten wie die unsere und ohne Zweifel von Pflanzen und -Tieren belebt, die wir nicht kennen. Denn in der Natur scheint alles -möglich. Doch welche Rolle spielt, von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, in -diesem unermeßlichen Universum unsere Welt? Ist sie etwa mehr als ein -belebter Punkt unter anderen belebten Punkten? Und wir selbst? Wie wäre es -möglich, daß wir angesichts unserer Bedeutungslosigkeit inmitten der -Unendlichkeit des Universums uns für Anfang und Ziel der Schöpfung halten -könnten?« - -Auf diese Weise versuchte mein Vater Tag um Tag, Gedanken der Philosophie -in mich hineinzulegen und mich zum Denken anzuregen. - -Ich fragte ihn eines Tages: »Was ist das schöpferische Sein, aus dem alles -hervorgegangen ist?« - -Denn ich dachte bei mir, daß ich allzuwenig über dieses wunderbare, alles -belebende Wesen wisse. Mein Vater antwortete mir: »Dieses wunderbare -höchste Wesen ist unfaßbar! Man fühlt es, aber man kann es nicht erkennen. -Es entzieht sich unseren Spekulationen. Wenn es die verschiedenartigsten -Elemente gibt, so ist es seine Hand, aus der sie hervorgegangen sind. Er -hat sie durch seinen Willen und seine Kraft geschaffen. Es ist die Seele -des Universums, ohne die nichts von all dem bestehen könnte, was ist. -Kennen wir etwa die Quelle seiner Macht? Sehen wir nicht tagtäglich, wie -sich die Materie unter seinem Einfluß verändert, ohne daß wir die Ursache -dieser Veränderungen erkennen könnten? Und kann etwa das, was für eine -beschränkte Zeit geschaffen ist, nicht noch viel wunderbarer für die -Ewigkeit geschaffen sein? Doch genug für heute, mein Kind. Wenn Du etwas -älter geworden bist, werde ich versuchen, soweit ich es kann, dir die ewige -Wahrheit zu enthüllen, die sich für uns Menschen immer unter dem Schleier -des Geheimnisvollen verbirgt.« - -Mein Vater gab mir häufig moralische Schriften zu lesen, welche die Dinge -nicht unter den gewöhnlichen Gesichtspunkten behandelten, sondern sie -vielmehr vom Standpunkt ihrer natürlichen Existenz aus betrachteten. So -lernte ich in allem die Gesetze der Natur zu erkennen, die dem menschlichen -Herzen unauslöschlich eingeprägt sind. Er lehrte mich in diesen Gesetzen -die einzige Norm des menschlichen Handelns zu erkennen. Denn alle anderen -Gesetze sind nur Verfremdungen von diesen. Die Regeln, die er mir gab, -waren ebenso einfach wie verständlich: »Tu für die anderen das«, sagte er, -»was Du möchtest, daß sie für Dich tun, und füge ihnen niemals etwas zu, -das Dir selbst unerwünscht wäre. Du siehst, meine Teure, daß diese -Wissenschaft, von der alle Welt in so hohen Tönen spricht, eigentlich ganz -einfach zu beherrschen ist. Und wenn jedermann sich an diese sittlichen -Grundsätze hielte, wäre das Glück aller Menschen auf dieser Welt -gesichert.« - -Romane verbannte mein Vater fast gänzlich aus meinem Gesichtskreis. Ich -lernte es, dank seiner Bemühungen, in ihnen eine Ansammlung von -Gemeinplätzen und menschlicher Dummheit zu sehen. Es gab nur ganz wenige -Ausnahmen von dieser Regel. Zumeist erlaubte mir mein Vater jene, die einen -moralischen Hintergrund hatten. Nur wenige von ihnen zeichneten die -Menschen in ihren natürlichen Farben, mit ihren Fehlern und Vorzügen. Die -meisten Romanautoren scheinen pausenlos damit beschäftigt, ihre Helden in -den anziehendsten Farben zu malen. - -Ach, meine Liebe, wie weit sind sie von der Wirklichkeit entfernt! -Betrachtet man die einen und die anderen, wie viel Unwirklichkeit entdeckt -man in diesen Darstellungen. Ich finde viel mehr Gefallen an den Büchern -der großen Weltreisenden, denn in ihnen lerne ich den Charakter und die -Sitten anderer Völker kennen. Ich begriff bald, daß sie im Grund nur ein -Spiegel unserer eigenen sind. Ich fing an, die Menschheit in ihrer -Gesamtheit zu verstehen, aber auch die Rolle zu begreifen, welche die -Gesellschaft bei der Bildung der einzelnen Charaktere spielt. Sodann -beschäftigte ich mich auch mit historischen Schriften. Indem diese die -Sitten und Gebräuche der Antike wiedergaben, erkannte ich aus ihnen, wie -nach und nach ein bestimmtes Weltbild entstanden ist, um nach einer Weile -neuen Erkenntnissen zu weichen. Am meisten liebte ich allerdings die Werke -unserer Poeten. Diese erschienen mir sehr amüsant, und einige von ihnen -sind für ewige Zeiten in meinem Gedächtnis haften geblieben. - -Dann eines Tages gab mir mein Vater ein Buch, das seine besondere -Aufmerksamkeit erregt zu haben schien. »Lies es, meine liebe Laura«, sagte -er. »Ein Genie, wie unsere Zeit nur wenige hervorbringt, hat es -geschrieben. Es wird leicht in Deinem Gedächtnis haften. Seine Philosophie -und elegante Sprache wird Dir gefallen. Der Mann, der es geschrieben hat, -ist ein Meister seines Fachs, und die Ideen, die er unter dem Vorwand einer -Fabel zu Papier gebracht hat, werden Dich faszinieren.« - -Zu welchem Irrtum führt uns unsere Eigenliebe und Eitelkeit doch oft! Dies -kann nur ein aufmerksamer und gedankenvoller Beobachter erkennen. Dabei ist -es doch eine ebenso einfache wie unveränderliche Wahrheit, daß sich alles -in diesem Leben zu einer Kette fügt, um einer gewissen Ordnung zu folgen, -die sowohl für die Gesamtheit des Seins als auch für den einzelnen gilt. -Unvorhergesehene Umstände zwingen die Ideen und Handlungen der Menschen. -Entfernte und daher kaum bemerkbare Ursachen führen zu einer Kette von -Beziehungen, die fast immer willkürlich erscheinen. Der einzelne meint, daß -alles von seiner Entscheidung abhänge, von der Wahl, die er für sich oder -andere trifft, doch in Wirklichkeit entwickelt sich alles fast ohne sein -Zutun. Natur, Charakter und Temperament sind nur das Material, aus dem der -Ewige Beweger die Rollen formt, die er jedem einzelnen von uns zugedacht -hat. - -Wenn man manche unerfreulichen Ereignisse verhindern kann, so ist das -nichts anderes als ein gewisser Weitblick, eine Klugheit, die den Blick für -diese Kette von Umständen schärft, die man doch nicht ändern kann und die -selbst für jene eine unwiderstehliche Macht ist, die das Übel schaffen. Am -weisesten ist jener, der sich dem natürlichen Lauf der Dinge überläßt. Dir, -meine liebe Eugenie, läßt Dein Geist alles leicht erscheinen. Deine -Sanftheit wird Dich glücklich erhalten, und Du verstehst es, Deine Freiheit -zu bewahren, trotz der Fesseln, die man Dir auferlegt. Du genießt die -Vergnügungen, die Du Dir erfindest und beklagst Dich nicht über jene, die -Dir fehlen. Doch höre meine Geschichte weiter! - -Ich wurde älter, und gegen Ende meines sechzehnten Jahres veränderte sich -meine Situation. Ich sah damals schon recht erwachsen aus. Meine Formen -waren voller geworden, meine Brüste hatten an Umfang zugenommen, und ich -bewunderte ihre reizenden Rundungen jeden Tag. Auch Lucette und meinen -Vater ließ ich diese wundervolle Entwicklung bestaunen. Sie küßten die -knospenden Hügel um die Wette, ich nahm ihre Hände und führte sie an meinen -Busen, damit sie sich von der schwellenden Herrlichkeit überzeugen könnten. -So gab ich ihnen tausend Zeichen meiner Ungeduld. - -Ohne jedes Vorurteil aufgewachsen, hörte ich nichts anderes als die Stimme -der Natur. Sie allein lehrte mich. Selbst wenn ich in Lucettes Gegenwart -badete, fühlte ich mich erregt. Ich lebte in einer sehr intimen -Gemeinschaft mit ihr. Meistens schlief ich mit ihr; immer tat ich dies, -wenn mein Vater abwesend war. Dann übernahm ich bei ihr seine Rolle, so gut -dies eben möglich war. Ich umarmte sie, saugte an ihrer Zunge und ihren -Brustspitzen, ich küßte ihre Lenden und ihren Schoß, ich liebkoste und -kraulte ihre Liebesgrotte. Meine Finger nahmen die Stelle jenes wunderbaren -Werkzeugs ein, mit dem ich ihr nicht dienen konnte. Dennoch gelang es mir, -sie durch diese Bemühungen in jene lange währende wollüstige Agonie zu -stürzen, in der sie mir so schön erschien. - -Meine Liebenswürdigkeit und die Zärtlichkeiten, die ich ihr erwies, -erfüllten sie mit einer lebhaften Zuneigung für mich, die ich nur mit jener -vergleichen kann, die Du für mich empfindest. Sie hat mich während dieser -Zärtlichkeiten oft auf das leidenschaftlichste erregt gesehen und -versicherte mir immer wieder, daß sie brennend gern für mich dasselbe tun -würde, wenn es nur möglich wäre, mich ohne Gefahr für mich selbst an diesen -Vergnügungen teilnehmen zu lassen. Sie wünschte leidenschaftlich, daß mein -Vater sich endlich entschließen würde, mich zu nehmen, und sie malte mir -diesen köstlichen Augenblick in den glühendsten Farben aus. - -»Oh, meine liebe Laurette«, sagte sie, »wenn dieser Augenblick gekommen -ist, werden wir ein Fest feiern. Ich erwarte ihn mit Ungeduld, aber ich -glaube, es wird nicht mehr lange dauern. Deine Brüste sind schon gerundet, -und Deine Kleine ist hübsch behaart und von einem schönen Rot. Ich sehe es -an Deinen Augen, die Natur wird bald eine Frau aus Dir machen.« - -Es dauerte tatsächlich nicht lange, so fühlte ich mich reichlich -unbehaglich. Mein Kopf war benommen, meine Augen hatten ihre Lebhaftigkeit -verloren, und ich litt an heftigen Krämpfen, die mir etwas völlig Neues -waren. Endlich, nach acht oder neun Tagen, war alles vorbei, und ich fühlte -mich so heiter wie zuvor und strahlte vor Gesundheit. - -Wie freute ich mich über dieses Ereignis. Ich war ganz verrückt und umarmte -Lucette. - -»Meine Liebe, wie glücklich werde ich sein!« Ich fiel meinem Vater um den -Hals und bedeckte ihn mit Küssen: - -»Ach, endlich«, rief ich, »befinde ich mich in dem Zustand, in dem Du mich -so gerne sehen wolltest. Wie glücklich bin ich, daß ich Dein Verlangen -endlich befriedigen kann! Mein einziges Glück wird es sein, Dir ganz zu -gehören. Deine Liebe und deine Zärtlichkeit werden meine Seligkeit sein.« - -Er nahm mich in seine Arme und zog mich auf seine Knie, um mir die -Zärtlichkeiten, die ich ihm erwies, wiederzugeben. Er preßte meine Brüste -und küßte sie. Er sog an meinen blühenden Lippen, seine Zunge vermählte -sich mit der meinen. Meine Schenkel, mein Hinterteil, ja selbst meine -kleine Spalte, alles war der brennenden Berührung seiner Hände -ausgeliefert. - -»So ist er endlich gekommen, meine reizende Laura, jener beglückende -Augenblick, in dem Deine Zärtlichkeit und die meine sich im Strom der -Begierde vereinen werden. Noch heute werde ich Deine Jungfernschaft nehmen -und die Blume pflücken, die sich so herrlich entfaltet hat. Ich schulde es -Deiner Liebe. Du mußt allerdings wissen, daß die Wonnen, die unserer -Umarmung folgen werden, durch einige Augenblicke des Schmerzes erkauft -werden müssen. Ich werde Dir wehtun, wenn ich Deine Rose breche, mein -reizendes Kind.« - -»Was macht das schon aus? Laß mich bluten, wenn Du willst, kein Opfer wird -mir zu groß sein. Ich begehre nichts so sehr, als Deine Lust und Deine -Befriedigung.« - -Das Feuer der Leidenschaft brannte in seinen Augen wie in den meinen. Die -liebenswürdige Lucette, die an dem wunderbaren Opfer mitwirken wollte, -zeigte nicht weniger Rührung, als wenn sie das Opfer selbst an mir hätte -vollziehen sollen. - -Sie führte mich in ein Gemach, das für den erhebenden Anlaß schon -vorbereitet worden war. Alles Tageslicht war daraus verbannt. Ein riesiges -Himmelbett, das ganz mit blauem Satin bezogen war, prangte inmitten der -Spiegel, von denen es umgeben war. In der Mitte des Bettes befand sich auf -den blauseidenen Decken ein Kissen, das gewissermaßen den Opferstein -darstellte. - -Lucette verstand es ausgezeichnet, all die Vorzüge herauszustreichen, -welche die Natur mir gegeben hatte. Sie schmückte dieses freiwillige Opfer -mit feuerroten Strumpfbändern und einem Gürtel, der wie bei einer zweiten -Venus meine schlanke Taille zur Geltung brachte. Meine üppig fließenden -braunen Locken wurden gleichfalls durch ein rotes Band zusammengehalten. So -blieb ich ganz allein in dem Raum, in dem bald das köstlichste Opfer -stattfinden sollte. Ich betrachtete mich mit einer unbeschreiblichen -Zufriedenheit in den Spiegeln, die den blauseidenen Bettaltar umgaben. Mein -entblößter Körper schimmerte wie mattes Elfenbein. Meine jungen, zarten -Brüste erhoben sich wie strahlende Früchte, die von zwei Knospen in der -zartesten Rosenfarbe gekrönt wurden. Ein reizender goldfarbener Flaum -bedeckte den Ansatz meiner Schenkel und warf einen köstlichen Schatten auf -meine Liebesgrotte, die zwischen den beiden rosigen Lippen ein winziges -Ende der Klitoris erkennen ließ. Es war, als ob sich eine Zunge begehrlich -zwischen den beiden Lippen vorstreckte. Dazu meine schlanke Taille, meine -zierlichen Füße, meine schön geschwungenen Beine und wohl gerundeten -Schenkel, sowie ein Hinterteil, dessen rosige Rundungen zur Freude wie -geschaffen schienen! - -Wirklich, selbst Amor hätte sich mit mir nicht messen können, wenn er mein -Geschlecht gehabt hätte. Das war in etwa der Tenor der Elogen, mit denen -Lucette meinem Vater gegenüber meine Schönheit pries. Ich fühlte mich -emporgetragen von einer Woge der Trunkenheit, von einem Liebesrausch -ohnegleichen. Wie glücklich war ich, den Mann, der mir so viel bedeutete, -mit meinem Überfluß zu beglücken. - -Er prüfte und bewunderte all die Schätze, die vor ihm ausgebreitet waren. -Seine Hände, seine Lippen brannten auf meinem Körper. In uns beiden flammte -die Leidenschaft einer jungen Liebe auf, für die es keine Hindernisse gibt -und die endlich den Lohn ihrer Geduld und Sehnsucht zu pflücken hofft. Ich -hatte mir diesen Augenblick so lebhaft gewünscht und preßte den Urheber -künftiger Freuden mit einer Leidenschaft an mich, als wollte ich ihn nie -wieder aus meinen Armen entlassen. - -Lucette entkleidete ihn vollständig. Er legte mich auf das Bett, so daß -mein Hinterteil auf dem Kissen zu liegen kam. Ich nahm die wundersame Waffe -in die Hand, durch die meine Jungfernschaft zerstört werden sollte. Oh, wie -liebkoste ich dieses schwellende Schwert, das nun bald gewaltsam meine Rose -durchbohren sollte, die mit solcher Sorgfalt viele Jahre hindurch gepflegt -worden war. Meine Phantasie brannte vor Verlangen nach diesem bedeutsamen -Augenblick. Meine Liebesgrotte verzehrte sich nach dem holden Eindringling, -dessen Nähe allein mich mit einem wundervollen Feuer der Begeisterung -erfüllte. Wir hielten uns umschlungen und lagen einer auf dem anderen. -Unsere Lippen, unsere Zungen vermählten sich. Ich wußte nicht mehr, was ich -tat, sondern schlang meine Beine um seine Lenden, und während ich ihm -entgegenkam, durchbohrte er mich mit einem einzigen schnellen Stoß. Der -heftige Schmerz, den ich in diesem Augenblick empfand, entriß mir einen -Schrei, der ihn von seinem Sieg überzeugte. - -Lucette, die ihre Hand geschickt zwischen uns schob, begann mich zu -liebkosen, während ihre andere Hand meine Lenden streichelte. Der Schmerz -mischte sich mit Wollust, so wie sich der holde Tau der Lust mit meinen -Blutstropfen mischte. Ich fühlte eine zarte und unaussprechliche Wonne in -mir aufsteigen und versank in einen Abgrund der Lust. Kraftlos lag ich in -den Armen des Geliebten und fühlte mich sterben, während ich die -unaussprechlichsten Wonnen, eine subtile Art von Qual erlitt, die mir heute -noch unbeschreiblich erscheint. - -Welch wundervoller Zustand! Neue Zärtlichkeiten riefen mich wieder ins -Leben zurück. Er küßte mich, seine Hand liebkoste meine Brüste und meine -Liebesgrotte, er spreizte meine Beine in die Luft, um sein Werk zu -besichtigen. Ich faßte währenddessen nach seinem Instrument, das unter -meinen Liebkosungen sofort seine ursprüngliche Festigkeit wieder annahm. -Und alsbald ging er wieder an meine Eroberung. Noch war das schmale -Pförtchen nicht leicht zu durchbrechen, doch die immer liebenswürdige -Lucette besänftigte mich durch ihre Liebkosungen, und ich versank von neuem -in jene wollüstige Apathie, die ich eben kennen gelernt hatte. - -Der Mann, der mein Vater gewesen und nun mein Liebhaber war, nahm voller -Stolz über seine Eroberung und bezaubert von dem Opfer, das ich ihm -dargebracht hatte, das Kissen, auf dem dieses Opfer vollzogen worden war -- -es zeigte die Spuren des vergossenen Blutes und betrachtete diese Trophäe -seines Sieges liebevoll. - -»Meine Laura, geliebtes und liebenswürdiges Kind«, sagte er schließlich, -»Lucette hat Deine Lust gesteigert. Erscheint es Dir da nicht gerecht, daß -wir sie nun daran teilnehmen lassen?« - -Ich umschlang ihren Hals und zog sie auf das Bett. Er nahm sie in die Arme -und zog mich an ihre Seite. Ich schürzte ihre Röcke und fand sie darunter -ganz feucht. »Ah, wie feucht Du bist, meine Liebe! Ich werde Dein Vergnügen -erhöhen, wenn ich es kann.« Ich nahm seine Hand und ließ ihn einen Finger -in ihre Grotte stecken, wo er Kommen und Gehen spielte, während ich sie -kitzelte. Sie zögerte nicht, in dieselbe wollüstige Ekstase zu verfallen, -die ich vorhin so glücklich an mir erfahren hatte. - -O meine geliebte Eugenie, wie wundervoll war dieser Tag für mich! Ich -gestehe Dir, meine teure Freundin, es war der schönste Tag meines Lebens -und zugleich der erste, an dem ich die Wonnen der Liebe in ihrem vollen -Umfang erfahren habe. Selbst wenn ich heute daran denke, überkommt mich ein -wollüstiger Schauer, den ich Dir nicht beschreiben kann. - -In dem Raum herrschte eine angenehme Wärme. Ich fühlte mich so, wie ich -war, unendlich wohl, und hatte kein Bedürfnis, mich wieder anzuziehen. Ich -befand mich in einer Art von süßem Wahnsinn und wollte, nackt wie ich war, -mit meinen beiden Lieben soupieren. Die wachsame Lucette hielt die -Dienerschaft fern. Sie war liebenswürdig genug, uns ganz allein zu -bedienen, nachdem sie die Türen sorgfältig verschlossen hatte. Ich wollte, -daß auch sie sich in diesem Zustand sehen ließ, und entkleidete sie -eigenhändig. Ah, wie reizend erschien sie mir. Wir setzten uns zu Tisch. -Mein Geliebter saß zwischen uns und wurde von uns beiden mit Zärtlichkeiten -verwöhnt, die er uns bereitwillig wiedergab. - -Bald waren wir aufs Neue entflammt. In einem so erregten Zustand war es nur -verständlich, daß sich die geliebte Waffe, der ich mich vorhin so tapfer -unterworfen hatte, wieder in ihrer vollen Stärke aufrichtete. Die -Tafelfreuden verloren bald alles Interesse für uns, und wir eilten zu -unserem geliebten Bett. An diesem Tag, der einzig und allein mir gewidmet -war, empfand ich noch einmal die vollen Wonnen der Liebe. - -Mein Geliebter legte sich an meine linke Seite, seine Schenkel unter den -meinen, die ich geöffnet hielt. Kräftig pochte seine Lanze an meinen -Eingang. Lucette nahm meinen Kopf zwischen ihre Knie. Ihre reizende Kleine -war direkt vor meinen Augen. Ich streichelte und kitzelte sie und liebkoste -ihr Hinterteil, das munter in die Luft ragte. Ihr Leib berührte meine -Brüste, ihre Schenkel waren zwischen meinen Armen. Wir glühten alle drei -vor Begierde. Sie öffnete meine Schamlippen, die von einem lebhaften Rot -waren, und versah mich mit jenem köstlichen Schwamm, der meinen Geliebten -in die Lage versetzen sollte, sich ohne alle Scheu in mich zu ergießen. Es -schmerzte mich ein wenig, als ihn Lucette mit behutsamen Fingern in mich -einführte, ich litt. Doch ertrug ich diesen Schmerz in der Hoffnung auf -eine höchst erfreuliche Sensation. Lucette selbst bahnte dem köstlichen -Instrument den Weg. Es drang mühelos ein, während sie mich kitzelte. Ich -leistete ihr währenddessen einen ähnlichen Dienst, während die Finger -meines Geliebten in Lucettes Grotte spielten. Er wiederholte dabei die -Bewegungen, die sein Instrument in mir vollführte. Ah -- all diese -Variationen, diese Stellungen, diese Vielfalt von Sensationen! Wir fühlten, -wie die Lust über uns zusammenschlug. Halb ohnmächtig vor Lust verströmten -wir uns beinahe gleichzeitig. Danach waren wir wohlig ermattet. Lucette -stand auf, um Ordnung zu machen, und als sie damit fertig war, legten wir -uns alle in ein Bett und schliefen aneinandergeschmiegt ein. Diese Nacht -war in meiner Vorstellung mehr als der festlichste Tag. - -Ach, liebe Eugenie, warum übertrifft die Einbildungskraft die Wirklichkeit -immer wieder, wo diese allein doch unser Glück ausmachen kann? Ich glaubte -natürlich, daß nun alle Tage wie dieser eine sein würden, doch mein -väterlicher Geliebter, der weiterhin über meine Gesundheit wachte, machte -mir anderntags folgende fatale Eröffnung: »Meine teure Laurette, ich kann -Dir nicht verbergen, daß ich etwas tun muß, das uns allen schmerzlich sein, -wird. Dein Temperament ist noch nicht gefestigt genug, als daß ich Dich ihm -überlassen könnte, und Du bist mir viel zu teuer, als daß ich Dir nicht -alle Aufmerksamkeit widmen würde, deren ich fähig bin. Währenddessen wirst -Du nur unsere Zärtlichkeiten genießen. Du wirst in gewisser Weise an -unseren Vergnügungen teilnehmen, aber nur ab und zu wird Dir eine Nacht wie -diese vorbehalten sein; Du wirst sie ebenso angenehm finden wie die heutige -und wirst sie natürlich mit Ungeduld erwarten. Wenn Du mir gefallen willst, -wirst Du Dich diesen Entschlüssen widerstandslos und mit Freuden fügen.« - -Diese Worte waren ein sicheres Mittel, zu erreichen, daß ich mich mit -meiner Lage ohne Murren abfand. Glaube nicht, meine Liebe, daß ich dabei -Eifersucht empfunden hätte. - - - - -4. Kapitel - - -Ich fügte mich also dem Willen meines väterlichen Geliebten. Ah, teure -Eugenie, wie gut habe ich daran getan! Nach der neunzehnten oder -zwanzigsten derartigen Soiree verließ uns zu unserem Kummer unsere teure -Lucette. Ihr Vater, der in der Provinz weilte, rief sie zu sich. Eine -gefährliche Krankheit ließ ihn ihre Rückkehr vor seinem Tod ersehnen. Ihre -Abreise verursachte uns einen leidenschaftlichen Schmerz, und unsere Tränen -mischten sich mit den ihren. Ich für meinen Teil konnte mein Schluchzen -nicht zurückhalten. Nur die Hoffnung, sie bald wieder zu sehen, konnte mich -trösten. Aber kurz nach dem Tod ihres Vaters verfiel sie selbst in eine -langwierige Krankheit, die ihr viele Schmerzen verursachte. Ihr Vater hatte -gewisse Heiratspläne mit ihr gehabt, und auch ihre Verwandtschaft redete -ihr zu, doch sie wollte nichts davon hören. Sie schrieb, der Unterschied -zwischen meinem Vater und den Männern, die ihr den Hof machten, sei zu -groß. Sie wollte nicht in eine Hochzeit willigen und sehnte sich danach, zu -uns zurückzukehren. Doch ihre Mutter und ihre Verwandtschaft überredeten -sie schließlich, und sie stimmte zu, nachdem sie meinen Vater, dem sie in -allen Dingen ihr Vertrauen schenkte, um Rat gefragt hatte. Er riet ihr zu, -eine an sich günstige Partie nicht auszuschlagen. Mein Vater fühlte sich -immer verpflichtet, den Vorteil derer im Auge zu haben, die ihm vertrauten. -Er hätte es ohne Zweifel für ein Zeichen der Schwäche gehalten, wenn er -anders gehandelt hätte. Doch diesmal brachte sein Rat Unheil. Lucette starb -an den Folgen ihrer ersten Niederkunft. - -Indes, ich greife den Ereignissen voraus. Lucettes Abreise hatte mich -melancholisch gestimmt, doch tröstete ich mich rasch in den Armen meines -väterlichen Geliebten. Die Krankheit, in die Lucette verfiel, brachte ihn -dazu, meine Gesundheit mit der größten Aufmerksamkeit zu überwachen. Ich -hielt mich in allem an seine Ratschläge, denn ich setzte das allergrößte -Vertrauen in ihn. Er entfernte sich kaum je von mir und überwachte mich -dauernd, weil er wußte, daß mir mein leidenschaftliches Temperament zu -schaffen machte. - -Bald nach Lucettes Abreise traf er einige Veränderungen in seinem -Appartement. Man konnte nur noch in mein Zimmer gelangen, indem man das -seine durchquerte. Er hatte der Dienerschaft ernsthaft eingeprägt, daß sie -keinen anderen Eingang benutzen durfte. Unsere Betten standen an derselben -Wand, die er durchbrechen und durch eine Art von Paravent hatte ersetzen -lassen. Dieser konnte jederzeit entfernt werden, doch das war unser kleines -Geheimnis, und nur wir kannten den Trick, der die scheinbare Wand, -zurückweichen ließ. Den Schlüssel zu meinem Zimmer hatte eine Frau, die er -an Lucettes Stelle aufgenommen hatte, die uns aber in allem nur eine -Dienerin war. - -Wenn wir sicher sein konnten, nicht mehr gestört zu werden, schob ich die -Spanische Wand zurück und eilte in seine Arme. Dann verbrachte ich eine -süße und glückliche Nacht mit ihm, die von einem zumeist erfreulichen Tag -abgelöst wurde. - -Während einer dieser bezaubernden Nächte lehrte er mich eine neue Art des -Vergnügens kennen, von der ich bisher keine Ahnung gehabt hatte. - -»Meine liebe Laura«, sagte er, »Du hast mir Deine Erstlingsblüte geschenkt, -aber Du hast noch eine andere Jungfernschaft, und die wirst Du mir nicht -verweigern, wenn Du mich noch immer liebst.« - -»Ah, und wie ich Dich liebe! Was ist es, mon cher? Laß es mich wissen! Wie -glücklich bin ich, daß ich Dir noch etwas geben kann!« - -»Mein reizendes Kind -- wie sehr du mich glücklich machst. Die Natur und -die Liebe selbst haben all Deine Grazie geschaffen und Dich mit den -wollüstigen Empfindungen erfüllt, die uns beiden so teuer sind. Sie haben -Deinem Körper die liebenswürdigsten Reize verliehen und all seine Teile zum -Gegenstand unseres Begehrens gemacht. Glaube mir, für einen Mann, der eine -schöne Frau anbetet und sich von ihr wieder geliebt weiß, wird ihr Mund, -werden ihre Hände, ihre Brüste, ja selbst ihre Achselhöhlen und ihr Hintern -genauso wie ihre Vagina zum Sitz der Wollust.« - -»Ah, ich verstehe. Nun, wohl. Du bist mein Meister, und ich folge in allem -deinen Begierden. Wähle also!« - -Er ließ mich auf meiner linken Seite liegen, und zwar so, daß ich ihm meine -Lenden zuwandte. Dann führte er den Kopf seines erigierten Gliedes -vorsichtig an die kleine Öffnung und begann ganz sanft einzudringen. Der -Weg war eng, aber die ungewohnte Berührung verursachte mir doch ein -Vergnügen besonderer Art. - -Ich stützte mein rechtes Bein auf sein Knie, und er kitzelte mich und ließ -seinen Finger von Zeit zu Zeit in meiner Liebesgrotte spielen. So empfand -ich einen höchst leidenschaftlichen und wirkungsvollen Kitzel. Als er -merkte, daß ich mich dem Gipfel der Lust näherte, beschleunigte er seine -Anstrengungen, und ich tat desgleichen. Ich fühlte mich tief in meinem -Innern von einer heißen Quelle benetzt, und dies verursachte mir eine -leidenschaftliche Wollust. Ich empfand ein köstliches und unbeschreibliches -Gefühl, das allen empfindsamen Teilen meines Körpers zu entquellen schien. -Ah, all diese Wonnen verdankte ich diesem herrlichen, starken und doch -vorsichtigen Instrument, das dem Mann gehörte, den ich so leidenschaftlich -liebte. - -Er teilte meine Wonnen. - -»Welch ein wundersames Vergnügen, meine liebste Laurette! Und Du -- sag, -wie fühlst Du dich? Wenn ich der Leidenschaft glauben darf, die Du mir eben -bewiesen hast, hast Du nicht weniger als ich empfunden.« - -»Gewiß nicht, mon cher. Welch unendliche, unaussprechliche und neue Wonnen -habe ich eben kennen gelernt! Nie habe ich geglaubt, daß sich die -wollüstigen Empfindungen so vervielfältigen lassen.« - -»Gut, mein Kind. Beim nächsten Mal werde ich Dir noch mehr Wonnen bereiten -und mich gleichzeitig eines Godmiche bedienen.« - -»Was ist ein Godmiche?« fragte ich neugierig. - -»Das wirst Du sehen, mein Kind. Aber wir müssen damit bis zum nächsten Mal -warten. Für heute ist es genug.« - -Am folgenden Tag sprach ich von nichts anderem. Ich wollte diesen -rätselhaften Gegenstand gar zu gern sehen. Ich drängte ihn, mir diesen zu -zeigen, und schließlich stimmte er zu. Ich war recht verwundert, denn ich -hatte gehofft, daß er ihn noch am selben Abend ausprobieren und mir so eine -neue Lektion der Lust erteilen würde. - -Meine liebe Eugenie, ich werde eines Tages mit dir dasselbe tun, was mein -väterlicher Geliebter schließlich mit mir getan hat. Doch ich kann Dir das -nicht beschreiben, ohne daß ich wieder eine unserer intimen Szenen vor -Deinen Augen ausbreite. Ich bedaure, daß ich dieses prächtige Instrument -bisher nicht für unsere Zärtlichkeiten verwendet habe. Ich würde dann mit -großem Vergnügen die Rolle eines zärtlichen Liebhabers bei Dir gespielt -haben. Aber ich werde nicht vergessen, eines mitzubringen, wenn ich wieder -in Deine Arme eilen kann. - -Trotz der langen Pausen, die mein Vater zwischen unsere Vergnügungen legte, -gab es keine Variation der Wollust, die er mir nicht gezeigt hätte. Er -hatte es dabei leicht, denn ich liebte ihn mit aller Leidenschaft, deren -ich fähig war, und ich war bereit, auf all seine Wünsche einzugehen. -Manchmal legte er sich auf mich, seinen Kopf zwischen meinen Schenkeln und -meinen zwischen seinen Knien. - -Seine heißen Lippen liebkosten meine Liebesgrotte, sie saugten an meiner -Klitoris, und dann ließ er auch seine Zunge auf dem Weg unserer Wollust ein -wenig vordringen. Er kitzelte meine Klitoris, bis ich vor Wonne halb -bewußtlos war, und führte gleichzeitig seinen Finger oder den bewußten -Godmiche in meiner Lustgrotte spazieren, während ich den Kopf seines -Gliedes mit Zunge und Lippen liebkoste. Ich umschloß dieses herrliche -Instrument mit meinem Mund, ich kitzelte es mit meiner Zungenspitze und -nahm es im nächsten Moment so tief in mich auf, als ob ich es verschlingen -wollte. Ich kitzelte und preßte seine Hoden, seine Schenkel, sein -Hinterteil. Alles das ist höchst beglückend und wollüstig, vorausgesetzt, -daß es von einer so zärtlichen Liebe diktiert wird wie von der, die ich für -meinen Geliebten empfand. - -So war also das Leben, das wir nach Lucettes Abreise zusammen führten. -Schon waren acht oder neun Monate seither vergangen. Die Erinnerung und der -unglückliche Zustand, in dem sich das liebenswürdige Mädchen befand, war -der einzige Schatten, der auf diese glücklichen Tage fiel, die angefüllt, -waren mit der Seligkeit einer ersten Liebe. Ich lebte von den kostbaren -Augenblicken, in denen ich in den Armen dieses zärtlichen und -liebenswürdigen Mannes lag und ihn unter meinen Küssen und Liebkosungen -hinschmelzen fühlte. Er liebte mich unbeschreiblich. Meine Seele war mit -der seinen vereint. Es ist mir unmöglich, die vollkommene Harmonie unserer -Gefühle auch nur annähernd zu beschreiben. - -Aber, meine teure Eugenie, was wirst Du von Deiner Freundin denken, wenn Du -ihr folgendes Geständnis hörst? Welch neue Szenen wirst Du zu sehen -bekommen? Bis zu welchem Grad von Extravaganz vermag nicht die Phantasie -vorzudringen? Was sollte sich ihren Launen und Kaprizen in den Weg stellen? - -Wenn das Herz immer dasselbe ist, wenn es von den beständigsten Gefühlen -belebt und erfüllt wird, wie ist es dann möglich, daß die -leidenschaftlichsten Begierden einem Phantom nachjagen, das wir uns selbst -geschaffen haben? Ist es möglich, daß unser Verlangen uns vorwärts treibt, -einem unbekannten Ziel entgegen, ohne daß wir uns zurückzuhalten -vermöchten? Ich bin ein erstaunliches Beispiel dafür. Soll ich Dir dieses -Geständnis überhaupt machen? Ja, ich will es tun, denn es gibt nichts, was -ich der Freundin meines Herzens verbergen möchte. - -Zwar erröte ich dabei, doch immerhin! Du wirst daraus die tiefe Güte und -das lebhafte Verständnis ersehen können, das mein väterlicher Liebster für -mich hegte. Die Gerechtigkeit seines Geistes und seine Seelenstärke sind in -gleicher Weise bewundernswert. Ich habe erst damals begriffen, wie sehr -dieser wundervolle Mann meine Liebe und Zuneigung verdiente. In demselben -Haus, in dem wir lebten, vegetierte eine alte, verwitwete Betschwester, die -glaubte, sie könne ihre Tage nicht besser verbringen, als wenn sie -sämtliche Kirchen im Umkreis besuchte. - -Sie hatte drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Der älteste war in der -schlechten Gesellschaft, in der er zu verkehren pflegte, ganz entartet. Wir -kannten ihn kaum vom Sehen. Er spielte mit dem, was er von seinem Vater -geerbt hatte, den Verschwender. Sein Bruder, der viel jünger war, hatte -sein sechzehntes Lebensjahr gerade vollendet, als er die Schule verließ, um -bei seiner Mutter zu leben. Er war ein hübscher Junge, frisch wie Amor -persönlich, dazu immer heiter und von einem liebenswürdigen Charakter. Die -beiden hatten eine reizende Schwester, die damals etwa fünfzehn Jahre alt -war. - -Teure Eugenie, stell Dir eine hübsche kleine Brünette vor, von lebhaftem -Teint und mit strahlenden Augen. Ein reizendes Näschen, ein lieblicher Mund -und eine schlanke Taille vervollständigen ihre Reize. Sie war, wie gesagt, -klein von Wuchs, aber von einer überquellenden Lebendigkeit, ein wenig -närrisch und unter einer sanften Oberfläche den Leidenschaften der Liebe -zugetan. Dazu war sie höchst diskret in allem, was ihr Vergnügen anging. - -Sie machte sich jeden Tag über die Belehrungen lustig, die ihre -frömmlerische Mutter ihr gab. Ich hatte mich bald nach Lucettes Abreise mit -ihr angefreundet und dadurch auch die Bekanntschaft des jüngeren ihrer -Brüder gemacht. Die beiden begannen mich ziemlich regelmäßig zu besuchen, -und bald verging kein Tag, an dem wir nicht zusammen waren. Ihre Mutter -schien darüber recht zufrieden. Ich weiß, daß sie mich -- in Verkennung der -Tatsachen ihrer Tochter beständig als ein Beispiel hinstellte. - -Es stimmt allerdings, daß ich dank der ausgezeichneten Erziehung, die ich -genossen hatte, einen recht gesetzten Eindruck machte. Es ist schon sehr -merkwürdig, meine teure Eugenie, aber unsere Leidenschaften vermindern -unsere Reputation, wenn die Unklugheit sie erraten läßt. Nichts schadet dem -guten Ruf einer Frau mehr als ihre Koketterie und Freizügigkeit. Hingegen -kann sich eine vorsichtige Frau, die nach außen hin die Fromme und Gesetzte -spielt, so gut wie alles erlauben. Sie wird ihren guten Ruf ohne jeden -Makel behalten, wenn sie ihre Liebesabenteuer mit dem Schleier des -Geheimnisses bedeckt. Noch besser, wenn sie ihrer Zunge einen Zaum anlegt -und sich über das Benehmen ihrer Mitschwestern ausschweigt. Kurz und gut, -nicht die Taten, sondern die Manieren einer Frau entscheiden darüber, ob -sie als ehrbar gilt oder nicht. - -Ich bemerkte natürlich, daß mein Vater meine neuen Freunde mit -Aufmerksamkeit beobachtete, und zwar sowohl den jungen Vernol als auch -dessen Schwester. - -Er sagte mir, daß Rose für ihr Alter viel zu wissen scheine. Wenn sie auch -unzweifelhaft noch keine Gelegenheit gehabt hatte, die Genüsse voll -auszukosten, die ich kennen gelernt hatte, so würde sie doch höchst -begierig sein, sie kennen zu lernen. Davon konnte ich mich leicht -überzeugen. Wir scherzten von da an häufig zusammen und trieben allerlei -Neckereien. Ich kam zu derselben Erkenntnis wie mein Vater, soweit es Rose -betraf. Über Vernol sagte er wenig. - -Meine Talente hatten sich inzwischen immer mehr vervollkommnet. Ich war -musikalisch und verstand ausgezeichnet auf der Harfe zu spielen, ich sang -mit Geschmack, deklamierte mit Intelligenz und hatte einen geselligen Kreis -um mich, in den ich Rose und Vernol aufnahm. Der Junge fand -bezeichnenderweise zahlreiche Gelegenheiten, mir seine Vorliebe für mich zu -beweisen. Er suchte mich und folgte mir unablässig. Wir spielten Theater, -und er brachte seine Rolle mit Leidenschaft zu Gehör. Ich sprach mit meinem -Vater darüber, und ich machte mich ein wenig über ihn lustig, aber in einem -Ton und mit einem Lächeln, welches diesem großen Menschenkenner deutlich -verraten mußte, daß ich an meinem neuen Verehrer Gefallen fand. - -»Das habe ich vom ersten Augenblick an bemerkt«, sagte mein Vater, als ich -wieder einmal davon sprach. »Seine Augen, seine geröteten Wangen verraten -ihn, wenn er in Deiner Nähe ist. Nun, meine Liebe, aber wie steht es mit -Dir? Da Du weißt, daß er in Dich verliebt ist, welches Gefühl hegst Du für -ihn?« - -Ich war mir darüber nicht ganz im Klaren und glaubte, daß ich für Vernol -keine anderen Gefühle hegte als jene, die für gewöhnlich mit dem hübschen -Namen Freundschaft bezeichnet werden. Doch die Frage meines Vaters machte -mich nachdenklich, und ich beobachtete mich schärfer. Bald fand ich heraus, -daß Vernols Gegenwart mich erregte und daß ich ihn vermißte, wenn er nicht -mit seiner Schwester gekommen war. Ich fragte dann Rose ganz unschuldig, wo -ihr Bruder geblieben sei. Ich wunderte mich selbst über diese Vorliebe, die -meinem Herzen so gar nicht entsprach. - -Allerdings gefiel mir sein Äußeres, und ich muß gestehen, auch seine -Sanftheit und die Standhaftigkeit, mit der er mich bewunderte, schmeichelte -mir nicht wenig. - -Aus der Miene meines Vaters hätte ich leicht bemerken können, daß er etwas -in mir entdeckt hatte, daß ich mir selbst nicht einzugestehen wagte. Er -sprach nicht darüber, und ich liebte ihn mehr denn je. Meine Leidenschaft -und meine Vorliebe für ihn verminderten sich nicht im Geringsten. Von -Kindheit an zur Wahrhaftigkeit erzogen, kannte ich nicht die mindeste -Verstellung. - -Man sagt, daß die Frauen von ihrer Natur her falsch seien. Aber ich glaube, -daß diese vermeintliche Falschheit nur eine Folge ihrer Erziehung ist. Zu -guter Letzt entschloß ich mich, alles für diesen liebenswürdigen und -zärtlichen Freund zu opfern und die Nachstellungen dieses hübschen Jungen -in Zukunft zu vermeiden. Ich hatte die Übereinstimmung der Gefühle, die ich -für meinen Vater und auch für Vernol hegte, noch nicht begriffen. Doch die -zwiespältige Verfassung, in der ich mich befand, verriet mir wohl, daß -etwas in mir im Gange war. Du kannst Dir diesen inneren Zwiespalt schwer -vorstellen, meine Liebe. Man muß ihn fühlen, um ihn zu kennen. Mein Vater, -der meine Verfassung wohl bemerkt hatte und sich darüber Gewißheit -verschaffen wollte, stellte mich auf eine Probe, ohne daß ich es bemerkt -hätte. - -»Laura, einige Deiner Freunde verursachen mir Unbehagen«, eröffnete er mir -eines Tages. »Ich möchte, daß Du Rose und ihren Bruder nicht wiedersiehst.« -Ich zögerte keinen Augenblick, sondern warf mich in seine Arme: »Ich stimme -dem gerne zu, mein Liebster. Komm, wir wollen dieses Haus aufgeben und auf -das Land ziehen, dann werden wir den beiden nicht mehr begegnen. Laß uns -morgen schon aufbrechen, Du wirst mich bereit finden!« - -Ich beeilte mich tatsächlich, meine Koffer zu packen, und ich blieb damit -beschäftigt, bis er mich rief. Er nahm mich auf seinen Schoß und sagte, -während er mich umarmt hielt: »Meine liebe Laurette, ich bin von Deiner -Zärtlichkeit und Zuneigung sehr angetan. Deine trockenen Augen verraten -mir, daß Du sie ohne Schmerzen verlassen wirst. Doch gestehe mir, macht es -Dir wirklich nichts aus? Öffne mir Dein Herz, denn ganz bestimmt ist es -nicht die Furcht, die Deine Entschlüsse beeinflußt. Du hast keinen Grund, -mich zu fürchten.« - -Immer wahrhaft und ehrlich gegen meinen Vater, verbarg ich auch diesmal -nichts vor ihm. - -»Nein, ganz bestimmt ist es nicht die Furcht, die mich lenkt. Seit langem -schon empfinde ich keine Furcht vor Dir. Nur das Gefühl allein leitet mich. -Dieser Vernol hat es verstanden, mir eine gewisse Vorliebe für ihn -einzuflößen, deren Ursache ich mir nicht erklären kann. Doch mein Herz, das -dir allein gehört, zögert keinen Augenblick, sich zu entscheiden. Ich will -ihn nicht wiedersehen!« - -»Mein geliebtes Kind, ich kenne die Aufrichtigkeit Deiner Gefühle für mich, -und ich bin darüber sehr glücklich. Vernol erweckt in Dir gewisse -Vorstellungen, die Deine Phantasie bewegen. Du findest ihn deshalb -angenehm. Aber Du kennst meine Zärtlichkeit für Dich und weißt, daß Du -nicht aufhören kannst, mich zu lieben. Das ist alles, was ich von dir -erhoffe. Geh nur, ich bin nicht eifersüchtig auf dieses Herz, dessen Besitz -mir so sicher ist.« - -Diese Worte beruhigten mich, und ich fühlte mich überströmen vor -Zärtlichkeit für diesen wundervollen Mann, der all meine Besorgnisse zu -zerstreuen verstand. Ich warf mich vor ihm auf die Knie und küßte seine -Hände, die ich mit meinen Tränen benetzte. Mein Schluchzen machte es mir -beinahe unmöglich, die rechten Worte zu finden. - -»Mein Liebster, ich liebe Dich, ich bete Dich an, nichts und niemanden -liebe ich so wie Dich! Meine Seele, mein Herz, alles ist von Dir erfüllt!« - -Er war von meinem leidenschaftlichen Ausbruch gerührt, hob mich auf, preßte -mich an sein Herz und bedeckte mich mit seinen Küssen. - -»Beruhige Dich, mein allerliebstes Kind. Glaubst Du wirklich, daß ich die -Natur und ihre unabänderlichen. Gesetze so wenig kenne? O nein, ich bin -nicht so ungerecht. Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten haben in mir erst -diese zärtliche Zuneigung ermöglicht, die ich für Dich empfinde. Es ist -Zeit, daß auch Du es lernst, dir ein Urteil zu bilden. Ich verspreche Dir, -Du wirst die Gesellschaft dieses Vernol genießen. In meinen Grundsätzen -gefestigt und erfüllt von meinen Ideen, wirst Du auch nach meinen -Erkenntnissen handeln. Übrigens ist er hübsch und liebenswürdig, wie ich -zugeben muß. Und wenn Du diese gewissen Gefühle nicht für ihn empfändest, -nun, so wäre es irgendein anderer. Ich werde mich also dreinfügen.« - -Doch nach diesem Gespräch war meine Vorliebe für Vernol abgeschwächt. Wenn -ich ehrlich sein will und Dir alles sagen soll, so war es mehr die -Zustimmung meines Vaters, die Neugier und mein leicht erregbares -Temperament, was meine begehrliche Phantasie lebendig hielt. - -Diese wurde von meinem Vater übrigens noch begünstigt. Wenige Abende -später, als ich in seinen Armen lag, sagte er zu mir: »Liebe Laurette, -morgen wirst Du Roses Mutter besuchen und sie bitten, daß sie ihrer Tochter -erlaubt, den Tag mit Dir zu verbringen. Sag ihr, sie soll nicht beunruhigt -sein, wenn sie des Abends ausbleibt, ihr würdet einen Landausflug machen -und erst morgen zurückkehren. - -In Wirklichkeit werdet ihr den Tag und den Abend hier verbringen. Du wirst -den ganzen Tag mit ihr allein sein und kannst Dir dann leicht ein Urteil -über die Ehrlichkeit ihrer Gedanken und über ihren Charakter machen. Sie -scheint zu Dir Vertrauen zu haben und Freundschaft für Dich zu empfinden. -Du wirst bald mehr darüber wissen und mir alles sagen.« - -Ich glaubte in diesem Moment, daß er mit diesem Plan einen gewissen Zweck -verfolgte, doch ich hatte es gelernt, in allem seinen Ideen zu folgen und -mich allem, was er je plante, zu unterwerfen. Ich glaubte, daß Rose -ebensoviel wußte wie ich selbst. - -Im Übrigen wurde alles so gemacht, wie wir es abgesprochen hatten. Sie kam, -und wir schlossen uns ganz und gar von der Welt ab. Wir verbrachten den Tag -mit all den reizenden kleinen Torheiten, welche zwei junge Mädchen, deren -Herz voll ist von unklaren Gefühlen, sich nur ausdenken können. Ich neckte -sie, und sie tat mit mir desgleichen. Ich enthüllte ihren Busen und ließ -meinen Vater ihre hübschen Brüste küssen. Ihr niedliches Hinterteil, ja -selbst ihre kleine Spalte wurde Gegenstand meiner Neckereien. Wir hielten -einander umschlungen. Sie kicherte und lachte, und jedes Mal, wenn ich mir -etwas Neues ausdachte, wehrt sie sich zunächst, aber ihre geröteten Wangen -und ihre lebhaft funkelnden Augen verrieten, wie erregt sie war. - -Wir soupierten, und selbst während des Essens schonte ich sie nicht. Ich -schürte das Feuer, das schon in ihr brannte, kräftig. Nachher setzten wir -unser Geplänkel fort. Ich bat sie, sich mit dem Gesicht nach unten auf -einen Diwan zu legen, und dann schob ich ihre Röcke nach oben. Ihr -entblößter Hintern bot uns einen höchst erfreulichen Anblick. - -Mein Vater versetzte ihr einige leichte Schläge mit der Hand und ermutigte -mich, mich für die Neckereien zu rächen, die sie vorhin mit mir getrieben -hatte. Ich wollte mich von der Wirkung unseres Treibens überzeugen und fand -sie ganz feucht. Sie mußte ein heftiges Vergnügen empfunden haben. -Schließlich gingen wir in mein Zimmer, um uns für die Nacht vorzubereiten. - -Kaum erblickte sie mich im Hemd, da zog sie es mir auch schon aus. Ich tat -mit ihr desgleichen, und lachend stürzten wir uns ins Bett. Sie küßte mich, -faßte nach meinen Brüsten und liebkoste meine Spalte. Ich begann ein höchst -reizvolles Fingerspiel, als ich merkte, wie sehr sie sich danach sehnte, -und ich täuschte mich nicht. Sie spreizte die Beine, und ihre Bewegungen -verrieten mir die Heftigkeit ihrer Empfindungen. Schließlich ließ ich -meinen Finger tiefer in sie gleiten, und die Leichtigkeit, mit der dies -geschah, überzeugte mich davon, daß sie -- in diesem zarten Alter! -- keine -Jungfrau mehr war. - -Ich brannte natürlich vor Begierde zu erfahren, wie sie ihre Jungfernschaft -verloren hatte. Ich wollte sie gerade fragen, als mein Vater ins Zimmer -kam, um uns zu umarmen, ehe er seinerseits zur Ruhe ging. Rose warf mit -einer raschen Bewegung die Decken beiseite, die uns verhüllten. Er hatte -offenbar nicht erwartet, uns beide nackt zu sehen. Unsere Hände befanden -sich noch immer am Sitz aller Wollust. Sie schlang ihre Arme um seinen -Hals, hielt ihn fest und veranlaßte ihn, meinen Busen zu küssen. Ich blieb -meinerseits nicht untätig und sorgte dafür, daß er bei ihr dasselbe tat. -Ich faßte nach seiner Hand und ließ sie auf ihrem hübschen, entblößten -Körper spazieren gehen. Ich hielt diese liebenswürdige Hand in ihrer Grotte -fest, er geriet in Erregung, doch dann verließ er uns rasch und wünschte -uns viel Vergnügen. - -Es ging schon gegen zehn, als er am anderen Morgen in unser Zimmer kam. Er -weckte uns mit Küssen und Zärtlichkeiten und fragte uns, ob wir eine -angenehme Nacht verbracht hätten. »Wir sind noch lange, nachdem Du uns -verlassen hast, wach geblieben. Du hast ja gesehen, in welcher Stimmung wir -uns befanden«, gab ich zur Antwort. - -Rose, deren Wangen noch rosig vom Schlummer waren, errötete und legte mir -den Finger auf den Mund. Doch ich wehrte sie ab: »Nein, nein, meine Liebe, -Du kannst mich nicht hindern, meinem Vater alles zu erzählen, was wir -zusammen getan haben. Denn ich verberge niemals etwas vor ihm. Mein -Vertrauen zu ihm ist vollkommen, und das Deine sollte nicht weniger groß -sein.« - -Sie schlang ihre Arme und Beine um mich und ließ mich gewähren. - -»Nachdem du uns verlassen hattest«, berichtete ich meinem Vater, »fuhr die -lebhaft erregte Rose damit fort, meinen Mund zu küssen und an meinen -Brüsten zu saugen. Sie zog mich an sich, und unsere Schenkel und selbst -unsere intimsten Teile rieben sich gegeneinander. Meine Brüste drückten die -ihren, mein Leib lag auf dem ihren. Ihre Zunge liebkoste die meine, eine -ihrer Hände streichelte meinen Hintern, die andere kitzelte meine Klitoris, -und ich tat mit ihr desgleichen. Wir kosteten die Wonnen dieses Vergnügens -in ihrem vollen Ausmaß. Sie duldete es nicht, daß meine Hand sie verließ, -ehe sie viermal die unglaublichste Lust empfunden hatte.« - -Während ich dies erzählte, schob Rose, durch meine Erzählung erhitzt, ihre -Hand zwischen meine Schenkel und wiederholte, was ich erzählte. Ich begriff -sogleich, was sie ersehnte. Wir waren beide nackt. Ich schob also unsere -Decken zurück und nahm die Hand meines Vaters, die sich flugs all ihrer -Reize bemächtigte. Er hatte nur seinen Morgenrock an, und dieser verschob -sich durch die Bewegung. Ich bemerkte dank meines Instinkts und infolge der -Ausbuchtung seines Hemdes, welchen Erfolg diese Liebkosungen bei ihm -hatten, und machte Rose darauf aufmerksam. - -Ja, ich riet ihr sogar, ihm seinen Morgenrock auszuziehen und ihn dazu zu -bringen, daß er sich zu uns lege. Sie sprang sofort auf klammerte sich an -seinen Hals und nahm ihm unter vielen Neckereien seinen Morgenmantel weg. -Dann zog sie ihn auf das Lager nieder und fiel ihrerseits mit -ausgebreiteten Beinen auf ihren Rücken. Ich legte eines ihrer Beine auf -seine Schulter, und er tat mit dem anderen desgleichen. In dieser Stellung -fand sich sein prächtig schwellendes Instrument naturgemäß genau gegenüber -ihrer Grotte. Ich bereitete ihm den Weg, und als er eindrang, kam sie ihm -mit einer schnellen Bewegung entgegen. Ich kitzelte sie, und sie gab seine -Bewegungen lebhaft zurück. Gleichzeitig liebkoste sie mich, wie ich es mit -ihr tat, und seine leidenschaftlichen Anstrengungen, vereint mit den -unsrigen, ließen uns schließlich eine heftige Wonne erfahren. - -Mein Vater vermochte sich kaum zurückzuhalten. Er beeilte sich, und ich -vollendete mit meinen Händen das Trankopfer seiner Lust, das er nicht in -sie zu ergießen gewagt hatte. Sie gestand mir später, daß es ihr -währenddessen fünfmal gekommen sei. Ihr Leib war besprüht vom Tau der -Wollust, mit dem er sie besprengt hatte, und selbst ihre Brüste waren noch -feucht davon. - -Und doch hatte sie noch nicht genug. Sie beschäftigte sich leidenschaftlich -mit meiner Spalte, sie kitzelte und liebkoste mich, und diese reizenden -Spielereien setzten mich gleichfalls in eine heftige Begierde. Gar zu gern -hätte ich die Flammen, die mich durchzuckten, gelöscht. Sie schien meine -Wünsche zu erraten, denn sie ergriff die Hand meines Vaters und ließ seine -Finger in mich eindringen. Dann ließ sie mich durch ein ähnliches Spiel, -wie ich es mit ihr gespielt hatte, an den süßen Entzückungen teilhaben, die -ich ihr bereitet hatte. - -Es dauerte eine Weile, bis wir uns beruhigten. Dann sagte ich zu meinem -Vater: »Du wirst vielleicht erstaunt sein über Roses Betragen. Ich selbst -war nicht weniger verwundert. Ich habe sie gebeten, mir zu erzählen, woher -sie ihr Wissen hat, und ich werde Dir alles darüber sagen. Oder nein, noch -besser sollst Du es aus ihrem Mund erfahren. Die Vertraulichkeit, die ihr -einander erwiesen habt, wird es ihr unmöglich machen, Dir etwas von dem zu -verbergen, was sie mir gestanden hat.« - -Wir beruhigten ihre aufkeimenden Proteste durch Küsse und Liebkosungen. - -»Nun gut«, sagte sie schließlich, »ich willige ein. Nachdem ich Laurette -schon alles gesagt habe, riskiere ich nichts durch meine Offenheit. -Schließlich habt ihr ein Recht darauf, alles zu erfahren. Mein Vertrauen -ist nicht kleiner als jenes, das ihr mir bewiesen habt. Wirklich, es ist -nur angemessen, daß ich euch alles erzähle.« - - - - -5. Kapitel - - -Rose begann ihre Geschichte folgendermaßen: - -»Ich war etwa zehn Jahre alt, als mich meine Mutter zu ihrer Schwester -schickte, die damals in der Provinz lebte. Ich blieb über sechs Monate -dort. Meine Tante hatte nur eine einzige Tochter, die etwa sechs Jahre -älter als ich selbst war. Bis dahin hatte ich immer bei meiner Mutter -gelebt, deren Frömmigkeit es mir nicht erlaubt hatte, mich irgendjemandem -anzuschließen. Meine Brüder waren damals auf der Schule, und so war ich -immer allein, wenn ich meine Mutter nicht in irgendeine Kirche begleitete. -Ich kannte mich selbst nicht mehr und langweilte mich entsetzlich. Die -Kirche erschien mir damals noch als das kleinere Übel. Da gab es wenigstens -das eine oder andere menschliche Wesen, das ich beobachten konnte. - -Es dauerte lange, bis sich meine Mutter entschloß, den Wünschen meiner -Tante, die mich gerne bei sich haben wollte, zu entsprechen und mich zu ihr -zu schicken. Ich sehnte diese Reise mit einer Ungeduld herbei, die ich -meiner Mutter nicht verbergen konnte. Und schließlich kam meine Zeit. - -Mein Bruder hatte die Windpocken bekommen, und Mama beeilte sich -demzufolge, mich aufs Land zu schicken, damit ich nicht ebenfalls -angesteckt würde. Meine Tante und meine Cousine empfingen mich mit tausend -Beweisen ihrer Freundschaft. Vom ersten Augenblick an verlangte Isabelle, -daß ich bei ihr schlafen sollte. - -Am Abend, wenn wir uns zur Ruhe begaben, umarmte sie mich jedes Mal innig, -und ich erwiderte ihre Zärtlichkeiten ebenso. Nach vierzehn Tagen waren wir -schon so vertraut, daß wir nicht die geringste Scheu mehr voreinander -hatten. - -Eines Abends verfiel sie auf den tollen Einfall, unsere Hemden zu schürzen, -so daß wir vor dem Spiegel unsere Hinterteile vergleichen konnten, die in -der Tat recht anmutig gerundet und lieblich anzusehen waren. Sie fiel mir -vor lauter Wohlgefallen um den Hals und küßte mich, wie es vier Schwestern -gleichzeitig nicht getan haben würden. Ich meinerseits konnte darauf lange -nicht einschlafen. Doch da sie mich entschlummert glaubte -- ich verhielt -mich nämlich ganz ruhig --, bemerkte ich, wie sie ihren rechten Arm ein -wenig bewegte. Ihre linke Hand lag auf meinem Schenkel. Ich spürte, wie sie -heftig atmete. Sie hob und senkte ihren Hintern ganz sacht. Endlich stieß -sie einen leidenschaftlichen Seufzer aus und versank dann in einen tiefen, -ruhigen Schlummer. - -Ich war erstaunt über etwas, daß ich nicht zu verstehen vermochte, und -fürchtete, daß ihr etwas Ungewöhnliches zugestoßen sei. Doch als ich sie am -anderen Tag ganz frisch und munter sah, beruhigte ich mich rasch wieder. -Meine Neugierde war geweckt, und ich beobachtete sie von nun an jeden -Abend, indem ich mich schlafend stellte. Dabei bemerkte ich, daß sie jedes -Mal wartete, bis sie glaubte, daß ich eingeschlafen sei. Dann wiederholte -sie dieses merkwürdige Ritual, um bald danach selbst einzuschlafen. Ich -konnte mich darüber nicht genug wundern und beschloß also, den Dingen auf -die Spur zu kommen. Meine Tante hatte eine sehr hübsche Zofe, die etwa -zwanzig Jahre alt war. Isabelle verbrachte jeden Tag mehrere Stunden bei -ihr, angeblich um Sticken zu lernen. Justine -- so hieß das Mädchen -- -stickte hervorragend, und meine Cousine nahm bei ihr Unterricht. Man wollte -nicht, daß ich daran teilnahm. Ich wäre noch zu jung, und meine Neugierde -würde ihre Fortschritte gehindert haben. So verbrachte ich täglich etliche -Stunden ganz für mich und bewunderte im Übrigen die Fortschritte ihrer -geschickten Nadel. Ich fühlte mich ausgeschlossen und ärgerte mich, daß ich -an ihrer Gemeinsamkeit nicht teilnehmen durfte. Auch war meine Neugierde -lebhaft erwacht. Diese Neugierde eines Mädchens ist ein Dämon, der sein -Opfer auf das heftigste quält und sich durch nichts beruhigen läßt. - -Eines Tages, als ich allein im Hause weilte -- meine Tante war mit Isabelle -und Justine ausgegangen --, schlüpfte ich unbemerkt in deren Gemach, um -zusehen, ob ich nicht entdecken konnte, was diese beiden den ganzen -Nachmittag trieben. Ich entdeckte in dem Alkoven, in dem Justine schlief -eine geheime Tür, die sich nur mit Mühe öffnen ließ und die in eine dunkle -Kammer führte, die mit alten Möbeln aller Art vollgestopft war. Es führte -nur ein schmales Gäßchen hindurch und zu einer gegenüberliegenden Tür, die -sich auf eine schmale Treppe öffnete. Neugierig wie ich war, folgte ich -dieser und befand mich alsbald auf einem kleinen Hof, von wo aus man in -eine menschenleere Gasse gelangen konnte. - -Meine Tante glaubte natürlich, daß ihre Wohnung fest verschlossen sei. Doch -während sie die Schlüssel in Händen hatte, war es der klugen Justine -gelungen, ein Mittel zu finden, nach Belieben zu kommen und zu gehen. -Neugierig wie ich war, benützte ich die Gelegenheit, um eine Lücke in der -Wand, eine Ritze oder etwas dergleichen ausfindig zu machen, durch die ich -Justines Zimmer und vor allem den Alkoven im Auge behalten konnte. Doch so -sehr ich mich anstrengte, ich fand keine geeignete Öffnung. Da holte ich -ein kleines Messer und bohrte ein Loch in die Tür, das groß genug war, -meine Neugierde zu befriedigen. Ich war mit meiner Tat sehr zufrieden und -zog mich in mein Zimmer zurück. Ich hatte wohl bemerkt, daß Isabelle -zumeist nach dem Essen in Justines Zimmer verschwand. - -An einem der nächsten Tage, als meine Tante den Nachmittag bei einer -Freundin verbrachte, wo sie sich in irgendeiner Angelegenheit länger -aufhalten wollte, sagte mir Isabelle, daß sie etliche neue Stiche lernen -wolle. Ich könne mich in der Zwischenzeit mit den Nachbarkindern -unterhalten oder mich sonst nach meinem Gutdünken beschäftigen. Ich -benützte die Gelegenheit und tat so, als wollte ich wirklich in der -Nachbarschaft einen Besuch machen. Doch ich schlich mich leise in Justines -Zimmer, als diese meiner Tante bei der Toilette half, und verbarg mich in -der dunklen Möbelkammer. Meine Augen hielt ich auf die Öffnung gerichtet, -die ich mit so viel Sorgfalt vorbereitet hatte. Es dauerte nicht lange, so -kam meine Cousine herein und nahm eine Stickerei zur Hand. Ich dachte -schon, daß ich einen höchst langweiligen Nachmittag verbringen würde, und -bereute meine Neugierde, die mich in diese unerfreuliche Situation gebracht -hatte. Nach einiger Zeit kam Justine, und ich hörte meine Tante noch -fragen, wo ich wäre. Ich spürte mein Herz bis zum Hals klopfen, doch -Isabelle antwortete ganz ruhig, daß ich hinuntergegangen sei, um mich mit -den Nachbarkindern zu vergnügen. Die Tante fragte nicht weiter, und da sie -ihre Tochter so nützlich beschäftigt sah, verließ sie beruhigt das Haus. - -Ich beobachtete durch meine Öffnung, wie die beiden sich vom Fenster aus -überzeugten, daß meine Tante wirklich fort ging. Darauf schob Justine den -Riegel vor, öffnete die Tür zu meiner Kammer, und während ich mich zitternd -vor einer möglichen Entdeckung tiefer zwischen die Möbelstücke verkroch, -vergewisserte sie sich, daß diese Kammer leer war. Sie öffnete noch den -Riegel an der gegenüberliegenden Tür und kehrte dann beruhigt in ihr Zimmer -zurück. Isabelle legte ihr Meisterwerk zur Seite und beschäftigte sich -ausführlich mit ihrem Spiegelbild. Sie ordnete ihre Frisur und ließ sich -von Justine ein Schönheitspflästerchen anlegen. Dann öffnete sie ihr -Mieder, und Justine nahm ihre Brüste in die Hand und bewunderte deren -Festigkeit und pralle Rundungen. Nach einer Weile tat Isabelle dasselbe mit -Justine. Während sie noch mitten in diesen Vergnügungen waren, hörte ich -Schritte auf der Treppe. Irgendjemand öffnete das kleine Pförtchen und -betrat die dunkle Kammer. Wieder überkam mich die Angst vor einer -Entdeckung, doch dieser Jemand durchquerte den Raum ganz ruhig und öffnete -die Tür zu Justines Zimmer. Justine ließ ihn ein und schloß die Tür hinter -ihm sorgfältig. - -Im hellen Tageslicht konnte ich ihn erkennen. Es war ein hübscher junger -Mann aus der Nachbarschaft. Er hatte meiner Tante etliche Male seine -Aufwartung gemacht. Isabelles Brüste waren noch entblößt. Courbelan -- so -hieß der junge Mann drückte ohne viele Umstände einen Kuß darauf und -umfaßte eine ihrer Brüste mit der rechten Hand, während die andere unter -ihren Unterröcken verschwand. Auch Justine wurde nach einer gewissen Zeit -auf dieselbe Weise behandelt. Das war recht vielversprechend. Wirklich, die -Zeit würde mir in meinem Versteck nicht lang werden. Courbelan nahm -schließlich Isabelle in die Arme und legte sie auf das Bett, wo er sie -völlig entblößte. Ich sah ihren Leib, ihre Schenkel und sogar ihre kleine -Spalte. Sie war noch kaum behaart, doch war der wenige Haarflaum, den sie -dort hatte, ganz schwarz. Courbelan küßte sie und ließ einen Finger seiner -rechten Hand in dieser hübschen rosigen Spalte verschwinden. Justine zog -ihm die Hosen aus und enthüllte so ein langes und mächtiges Instrument, -dessen Anblick mich erschauern ließ. Er wollte dieses prächtige Stück an -Stelle seines Fingers verwenden, doch da hörte ich Justine sagen: »Nein, -Courbelan, das erlaube ich Dir nicht. Wenn ich schwanger würde, verstünde -ich mich aus der Affäre zu ziehen. Aber was, wenn mit Isabelle etwas -dergleichen geschähe? Wie könntest Du Dir da wohl helfen? Aber Du kannst -sie immerhin liebkosen und ihr Vergnügen bereiten. Doch ich erlaube Dir -nicht, sie zu besitzen.« - -Ich verstand zum Glück jedes Wort, das gesprochen wurde. Courbelan -gehorchte der umsichtigen Zofe widerwillig und setzte seine Fingerspiele -fort. Er kitzelte Isabelle heftig, während sie mit ihrer bloßen Hand sein -riesiges Instrument umfaßte, das Justine in Freiheit gesetzt hatte. Wenige -Minuten später sah ich, wie Isabelle dieselben Bewegungen machte, die ich -des Nachts schon an ihr beobachtet hatte, und auch ihre Seufzer klangen -ganz ähnlich. Folgerichtig schloß ich daraus, daß sie in ihrem Bett -wiederholte, was Courbelan mit ihr tat. - -Sie erhob sich bald darauf und überließ Justine ihren Platz. Diese hatte -schon darauf gelauert wie ein Hund auf den Knochen. Sie warf sich auf das -Bett, umfaßte die Lenden des Mannes und packte mit der einen Hand sein -Instrument, das nichts von seiner Größe und Festigkeit verloren hatte. Es -schien, als ob ihr Schoß es zur Gänze verschlingen wollte, so heftig kam -sie ihm entgegen, als er schließlich in sie eindrang. Er stürzte sich über -ihren Leib, seine Hände hielten ihre Brüste umfaßt, die er mit Leidenschaft -küßte, und die Bewegungen seines Hinterteils ließen mich die Heftigkeit -seiner Empfindungen ahnen. Meine Cousine schob ihre Hand von hinten -zwischen die Schenkel von Courbelan, um ihn zu liebkosen und festzustellen, -wie tief sein Instrument eingedrungen, war. Ich sah, wie sie sich alle -erhitzten, bis sich Courbelan, von seinen Anstrengungen überwältigt, -schließlich gehen ließ. Nach einem heftigen Schauer, der seinen ganzen -Körper erschütterte, kam statt eines langen und kraftstrotzenden -Instruments ein demütiges und kleingewordenes wieder zum Vorschein. Für -etliche Momente blieb er erschöpft auf dem Bett ruhen. Doch der Küsse und -Zärtlichkeiten war noch kein Ende. Diese erste Szene wurde bald von einer -weiteren abgelöst, die mich nicht weniger erstaunte. - -Courbelan fühlte sich durch die Kleider, die sie immer noch anhatten, -gehindert, und brachte sie dazu, sich auszuziehen. Es dauerte nicht lange, -so waren alle ganz nackt, Justine war allerdings nicht ganz so hübsch wie -Isabelle. Doch sie gewann in dieser Situation. Ihr Körper war weiß, -ziemlich rund und drall. Der doppelte Liebhaber gab der einen wie der -anderen seiner Liebsten unzählige Küsse. Er liebkoste ihre Hinterteile, -ihre Brüste und auch ihre intimsten Stellen. Alles war für ihn bereit. Das, -was ich während der nächsten halben Stunde sah, entfachte in mir ein -leidenschaftliches Feuer. Ihre Zärtlichkeiten begannen aufs Neue und wurden -noch heftiger. Er ließ sie sich beide auf den Bauch legen und bat sie, ihre -Schenkel geöffnet zu halten. Ich konnte alles sehen, was Courbelan tat. Er -bewunderte sie, küßte ihren Hintern und steckte einen Finger jeder Hand -zwischen ihre Schenkel. Sein Instrument befand sich wieder in jenem -schwellenden Zustand, in dem ich es zuerst gesehen hatte. Und weil Justine, -die das Gesicht in den Kissen verborgen hielt, es nicht bemerken konnte, -begann er vorsichtig Isabelle damit zu behandeln, bis plötzlich Justine -wütend aufsprang, ihn an den Beinen packte und von seinem hübschen Opfer -fortzog. Ich ärgerte mich über diesen Zwischenfall, denn ich hätte gern -gesehen, was weiter passierte. »Nein«, rief sie, »ich sage Dir, das wird -nicht geschehen! Ich habe Dir ein dutzend Mal meine Gründe dafür -auseinandergesetzt. Es ist einfach notwendig, daß Du Dich daran hältst.« - -Ich sagte schon, daß ich durch mein mit soviel Geschick angebrachtes Loch -alles hören und sehen konnte, was sich in dem Nachbarzimmer tat. - -»Komm nur, mein Lieber«, sagte Justine und faßte von neuem nach seinem -Instrument. »Gib ihn mir. Ich kenne mich aus, und Du riskierst nicht das -Geringste dabei.« - -Doch sie hatte die Rechnung ohne ihn gemacht. Sie hielt ihn immer noch -gefaßt und versetzte ihm etliche Püffe. Da beugte er sich über sie, und -während er die eine ihrer Brüste festhielt und sie küßte, verströmte er -unter heftigen Zuckungen, die mir die Stärke seiner Lust verrieten, eine -weiße Flüssigkeit, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. - -Ich selbst befand mich in einem unbeschreiblichen Zustand. Überwältigt von -Begierden, die ich bisher nicht einmal geahnt hatte, begann ich meine -Kleine zu reiben, so wie Courbelan es bei Isabelle und Justine getan hatte. -Diese angenehme Beschäftigung verursachte mir ein süßes Vergnügen, während -ich mit Eifer beobachtete, was im Nachbarzimmer vorging. Die beiden Mädchen -bewunderten einander in dem Zustand, in den Courbelan sie versetzt hatte. -Sie hatten von Kopf bis zu den Knien nicht das geringste Stückchen Stoff am -Leibe. Dieser Anblick versetzte auch mich in einen leidenschaftlichen -Zustand der Begierde. Es schien, als ob ihre Lust mit meinen geheimsten -Wünschen zusammenflösse. Alle beide küßten und liebkosten ihn, nahmen sein -Glied in die Hand, kitzelten seine Hoden und streichelten seine Lenden. Und -er vergalt ihnen diese Aufmerksamkeiten seinerseits durch seine Küsse und -die Liebkosungen, die er ihren Brüsten zuteil werden ließ. Er faßte sie an -ihren Brüsten, er saugte daran und bewunderte sie. Schließlich begann er -ihre geheimsten Stellen zu kitzeln, und ich sah seine Finger dort Kommen -und Gehen spielen. Sein Instrument erstand aufs Neue zu stattlicher Größe, -und die beiden Mädchen liebkosten es um die Wette. Es erinnerte an einen -Speer, den man einer schönen Bestie in den Leib gepflanzt hat. Ich bemerkte -deutlich, daß Courbelan meine Cousine haben wollte, aber Justine wußte dies -auch. Schließlich, weil er jene nicht haben konnte, warf er sich auf -Justine, und ich glaubte, daß er sie bis zu ihren Eingeweiden durchbohrte. -Nichts konnte ihn zurückhalten. - -»Laß uns unser Vergnügen vermehren, indem wir zusammen genießen«, rief er -schließlich. Er bat Isabelle, sich mit gespreizten Schenkeln auf das Bett -zu legen, während Justine ihre Beine dazwischen schob. Weil nichts meinen -Blick hindern konnte, bemerkte ich genau, wie Courbelans Instrument in -Justines Spalte verschwand. Es schien mir unbegreiflich, wie dies möglich -war. Ich fragte mich ernsthaft, wie eine so mächtige Waffe wohl in mich -eindringen könnte, wo ich doch nicht einmal meinen Finger dort eindringen -zu lassen wagte, weil mir diese Versuche einen heftigen Schmerz -verursachten. - -Aber das Beispiel, das ich vor Augen hatte, entfachte meinen Mut, und ich -versuchte meinerseits mit aller Kraft, meinen Finger vordringen zu lassen. -Ich verstand mich um so leichter dazu, als ich sah, daß Courbelans Finger -Isabelle auf eine ähnliche Art behandelte, während sein Instrument mit -Justine beschäftigt war. Er sagte ihr, sie habe die hübscheste kleine -Spalte der Welt, und riet ihr, gleichzeitig ihre Klitoris zu kitzeln. Sie -befolgte diesen Rat, während sein Finger in ihrem Örtchen Kommen und Gehen -spielte, ganz so wie sein Glied es in Justines Grotte tat. Ich versuchte -dieses höchst eindrucksvolle Beispiel nachzuahmen, indem ich den -Zeigefinger meiner linken Hand mit aller Kraft vordringen ließ, während -meine rechte mich kitzelte, so wie ich es Isabelle tun sah. Sofort spürte -ich eine heftige Wollust. Ich wunderte mich nicht, daß Isabelle diese -Empfindung bei ihren abendlichen Spielen zu wiederholen suchte. Es dauerte -auch nicht lange, so befanden alle drei sich in einer leidenschaftlichen -Aufregung. Isabelle ließ sich auf den Rücken fallen und vollführte von Zeit -zu Zeit etliche Stöße mit ihrem Hinterteil. Courbelan, der mit Entzücken -Zeuge ihrer Lust war, rief: »Ah, meine Liebe, es kommt Dir!« - -Er hatte Mühe, diese Worte hervorzubringen, denn just in diesem Moment fiel -er selbst nahezu regungslos auf Justine. Ich hörte ihn etliche Seufzer -ausstoßen, welche die Lebhaftigkeit seiner Empfindungen bewiesen, Justine -selbst blieb nach etlichen heftigen Zuckungen wie ohnmächtig und aller -Kräfte beraubt liegen, und ihre Seufzer mischten sich mit denen Courbelans. - -Diese Beweise einer so heftigen Lust steigerten auch meine Empfindungen zu -einem Grad, daß ich mich erschöpft auf ein beliebiges Möbelstück sinken -ließ, um diese Wonnen bis zur Neige zu genießen. Ah, welch ein Übermaß der -Empfindung diese erste wollüstige Erfahrung in einem Herzen hervorzurufen -vermag! Man ist nicht mehr, was man ist, man existiert nur noch in diesem -Gefühl, man denkt und empfindet nichts mehr als dieses. Die Zeit, die ich -brauchte, um mich davon zu erholen, benützten die anderen dazu, sich wieder -anzuziehen. Danach verabschiedete sich Courbelan, indem er beide umarmte, -dann zog er sich auf demselben Weg zurück, auf dem er gekommen war. -Isabelle und Justine verließen das Zimmer. Ich wartete noch eine Weile, -dann nahm ich denselben Weg, den Courbelan genommen hatte, und kehrte nach -einer kleinen Weile so unbefangen in die Wohnung meiner Tante zurück, als -wäre nicht das Geringste geschehen. - -Von diesem Augenblick an dachte und träumte ich von nichts anderem als von -dem, was ich gesehen hatte. All ihre Worte hallten in meinen Ohren wider, -jede ihrer Handlungen war mir unvergeßlich. Ich rief sie mir immer wieder -in Erinnerung. Als ich mich am nächsten Abend neben Isabelle zur Ruhe -begeben hatte, stellte ich mich, als sei ich in einen tiefen Schlaf -gefallen. Es dauerte nicht lange, so begann sie zu seufzen. Am Abend darauf -wiederholte sich dasselbe Spiel. Kaum glaubte meine Cousine, daß ich -eingeschlafen sei, begann sie ihre kleinen Manipulationen. Ich war auf der -Hut, und indem ich meinen rechten Schenkel zwischen ihre beiden schob, -legte ich meine Hand an die Stelle, wo sich ihr Finger bewegte. Ich glitt -darunter und fühlte alsbald ihre ganze Spalte unter meiner Hand. Ich -umarmte sie, küßte ihre Brüste und führte meinen Finger vorwitzig in ihre -Grotte. Dann begann ich sie zu kitzeln, wie ich es an jenem denkwürdigen -Nachmittag gesehen hatte. Sie breitete ihre Schenkel aus und ließ mich -machen. Es dauerte nicht lange, so hörte ich sie jene wollüstigen Seufzer -ausstoßen. Ich bemerkte, daß sie dort unten ganz feucht geworden war. Mich -quälte dasselbe Verlangen, das sie offensichtlich erhitzt hatte, und ich -ergriff ihre Hand, damit auch sie in meiner Grotte zu Werke gehe. - -Sie zögerte, doch dann versah sie ihr Amt so gut, daß sich nach wenigen -Augenblicken meine Seufzer mit den ihren mischten. - -Isabelle war nicht wenig überrascht von allem, was ich getan hatte. -Schließlich hatte sie mich immer für ein unwissendes Kind gehalten. Sie -hatte nicht gewagt, mir etwas von ihrem Geheimnis zu sagen, weil sie -fürchtete, daß ich kindisch genug sein würde, meiner Mutter oder meiner -Tante etwas davon zu sagen. »Aber Rose«, fragte sie mich immer wieder, -»woher weißt Du bloß dies alles? In Deinem Alter habe ich nicht halb so -viel gewußt.« - -»Das glaube ich Dir, meine Liebe. Ich werde es Dir verraten, wenn Du mir -versprichst, daß Du mir nicht böse sein, sondern mich immer lieben wirst.« - -Ich hielt einen Augenblick inne, und Isabelle beteuerte mir unter tausend -Zärtlichkeiten, daß sie kein Wort verraten würde, wenn ich ihr nur alles -sagte. »Du traust mir nicht, mein Engel? Wirklich, ich verspreche Dir -ewiges Stillschweigen. Niemals wird ein Wort von dem, was Du mir sagst, -über meine Lippen kommen. Laß uns daher Vertrauen gegen Vertrauen setzen.« - -Also gestand ich ihr, wie ich sie belauscht hatte. Sie erschrak nicht -wenig. »Ah, meine liebe Freundin, ich beschwöre Dich, bewahre dieses -Geheimnis! Verrate mich nicht, ich wäre sonst verloren!« - -Ich schwor ihr bei allem, was mir heilig war, ewiges Stillschweigen, und -wir kamen darin überein, nicht einmal Justine einzuweihen. Isabelle gab mir -unzählige Küsse und fragte mich immer wieder, welche Wirkung das, was ich -gesehen hatte, auf mich gehabt habe? Ich erzählte ihr bereitwillig alles. -»Aber sag mir doch, Isabelle«, bat ich sie schließlich, »durch welchen -Zufall hast Du denn diese Geschichte zwischen Courbelan und Justine -entdeckt?« - -»Das will ich Dir sagen«, versprach sie eifrig. »Glaube mir, es gibt -nichts, was ich Dir verbergen möchte, so sehr baue ich auf Dein -Versprechen. Also höre zu! Ungefähr fünf Wochen vor Deiner Ankunft war ich -mit meiner Mutter ausgegangen. Doch waren wir noch nicht weit vom Haus -entfernt, da entdeckte sie, daß sie etwas vergessen hatte, und sie bat -mich, es zu holen. Ich kehrte also ins Haus zurück. Nachdem ich gefunden -hatte, was ich suchte, ging ich aus irgendeinem Grund in Justines Zimmer. -Die Tür war unverschlossen, vermutlich hatte sie an keine Störung gedacht. -Ich öffnete sie, und Du kannst mir glauben, nie zuvor in meinem Leben bin -ich so überrascht gewesen. Ich blieb wie angewurzelt stehen und konnte es -gar nicht fassen, Courbelan auf ihr zu finden. Er erschrak mindestens -ebenso und verließ sie sogleich, während er sich beeilte, sein Werkzeug vor -mir zu verstecken und ihre Unterröcke in Ordnung zu bringen. Sie hatte -Glück gehabt, daß nicht meine Mutter an meiner Stelle war. Ich wollte mich -augenblicklich zurückziehen, doch Justine hielt mich fest. Sie fürchtete -wohl, daß ich meiner Mutter etwas von dem sagen würde, was ich gesehen -hatte. Sie zog mich auf ihren Schoß und beschwor mich, nichts zu sagen. Ich -versprach ihr alles, was sie nur wollte, während sie mich an sich drückte -und meine Hände küßte. Ich muß Dir gestehen, liebste Rose, daß mir dieses -Abenteuer einigen Stoff zum Nachdenken gab. Einige Tage darauf nahm mich -Justine in ihre Kammer mit unter dem Vorwand, daß sie mir einige neue -Stickstiche beibringen würde. Doch sie unterrichtete mich über ungleich -amüsantere Dinge und brachte mir Sachen bei, die mir ganz neu waren. Sie -entblößte meinen Busen und nahm meine Brüste in ihre Hände. So malte sie -mir die Vergnügungen der Wollust in den lebhaftesten Farben aus. Meine -Aufmerksamkeit war gefesselt. Schließlich, nachdem sie mich durch ihre -Gespräche heftig erregt hatte und meine Neugierde genügend entflammt war, -fühlte ich ein heftiges Feuer in meinen Adern brennen. Die Fragen, die ich -stellte, verrieten Justine, daß der Augenblick günstig war. Sie nahm mich -in die Arme, hob mich auf und legte mich auf ihr Bett. Dort entblößte sie -mich, und ich verteidigte mich nur schwach. Sie liebkoste mich und -versicherte mir, wie glücklich ein junger und liebenswürdiger Kavalier sein -würde, an ihrer Stelle diese lieblichen Reize zu sehen und zu berühren, die -ich mein eigen nenne. Wie seine Maschine anschwellen und er vor Lust -ersterben würde! Ihre Schmeicheleien und die lebhaften Farben, in denen sie -diese Bilder vor mir ausbreitete, brachten mich dahin, sie alles tun zu -lassen, was sie wollte. Sie legte ihre Fingerspitzen zwischen meine -Schamlippen und kitzelte und liebkoste mich aus Leibeskräften. Es dauerte -nicht lange, und ich empfand das Vergnügen, das sie mir so lebhaft -ausgemalt hatte. Doch sie versicherte mir unentwegt, daß ich mit einem -hübschen jungen Mann noch viel mehr Wollust haben würde. Von da an -wiederholte sie dieses Spiel des öfteren, und eines Tages führte sie ihren -Finger sogar in meine Spalte ein. Ich empfand einen gewissen Schmerz dabei, -aber das war nicht weiter schlimm. Ich bemühte mich nach Kräften, ihr das -Vergnügen, das sie mir bereitete, zurückzugeben. Acht oder zehn Tage vor -Deiner Ankunft geschah dann etwas Besonderes. Meine Mutter war allein -ausgegangen und hatte uns, ohne es zu wissen, unseren Spielen überlassen. -Justine erfand irgendeinen Vorwand, und bald waren wir beide splitternackt. -Courbelan, der sich hinter einem Vorhang versteckt hielt, wurde so zum -Zeugen all unserer Torheiten. Das war zwischen den beiden abgesprochen -worden, ohne daß ich etwas davon wußte. Sie lachte herzlich über diese -List. Ich wunderte mich über ihr Gelächter und wollte den Grund wissen. -Schließlich gestand sie mir, daß uns Courbelan die ganze Zeit beobachtete. -Er kam nackt wie wir selbst hinter einem Vorhang hervor, mit einem ragenden -Speer bewaffnet, dessen Länge und Umfang mich nicht wenig erschreckte. Ich -zitterte vor Scham und Furcht und wollte mich selbst verstecken. Doch die -beiden hielten mich zurück, und Courbelan nahm mich in seine Arme und -liebkoste mich mit seinen Händen und Lippen überall, wo er mich nur -erreichen konnte. Er nahm sich alle Freiheiten, und Justine half ihm noch -dabei. Schließlich wich meine Scheu dem Verlangen. Er drückte mir seine -Rute in die Hand, und ich zögerte nicht, sie zu packen. Das Feuer seiner -Küsse und seiner Berührungen, sowie das Beispiel Justines, die ihn ohne -alle Bedenken liebkoste, ließ all meine Glieder vor Vergnügen zittern. Ich -befand mich in einer Situation, in der ich nichts verweigern konnte. Die -Empfindungen, die er mir verursachte, waren viel stärker als jene, die -Justine mir bereitet hatte. Ich wünschte brennend, daß er mit ihr dasselbe -täte. Doch er ging viel weiter, indem er sie auf das Bett legte. Während er -mich mit einer Hand festhielt, gab er mir Gelegenheit zu sehen, wie er in -ihr verschwand. - -Die Heftigkeit ihrer Bewegungen ließ mich die Intensität ihrer Gefühle -ahnen. Heute war es das sechste Mal, daß ich mit den beiden auf diese Weise -zusammen war. Ich habe mich sehr auf Deine Ankunft gefreut, meine Liebe, -weil ich gehofft habe, dadurch mehr Freiheiten zu, bekommen. Denn ich habe -ein unaussprechliches Verlangen danach, daß Courbelan mit mir dasselbe -mache wie mit Justine. Ich habe natürlich Angst, daß ich dadurch ein Kind -bekommen könnte, und auch seine Größe macht mir Bedenken. Aber nachdem sie -ihn mit so großer Begeisterung aufnimmt, kann ich mir vorstellen, daß diese -Furcht unsinnig ist und der Schmerz, den man dabei empfindet, bei weitem -durch die Lust aufgewogen wird, von der Courbelan mir erzählt hat. Justine -widersetzt sich meinem Verlangen immer, doch ihre verschiedenen Gründe -scheinen mir recht fadenscheinig. - -Ich habe sie bedrängt, mir diesen meinen Herzenswunsch zu erfüllen. Ich -habe ihre Gründe mit all den Einfällen bekämpft, die mir gerade in den Kopf -kamen, und sie hat mir schließlich versprochen, daß sie meinen Wünschen -folgen würde. Aber bis heute hat sie ihr Wort nicht gehalten.« - -Wenige Tage danach wurden wir von Justines Verwandten zu einer Hochzeit -eingeladen. Diese Einladungen sind in kleinen Provinzstädten üblich. -Isabelle meinte lachend, das sei endlich eine günstige Gelegenheit, sie zu -täuschen. Ich wußte natürlich, was ihre Phantasie so lebhaft beschäftigte, -und ich beschloß, ihr zu helfen. Ohne Zweifel würde Courbelan zum Tanz -kommen, denn das taten die jungen Leute bei solchen Anlässen immer, auch -wenn sie nicht eingeladen waren. Die Hoffnung, Justine und Isabelle zu -treffen, würde ihn sicher dorthin führen. Ich würde zunächst allein -erscheinen und sagen, daß Isabelle mit ihrer Mutter unterwegs sei und -später nachkommen würde. Ohne Zweifel würde ich ihn sehen und Gelegenheit -haben ihm zu sagen, daß Isabelle ihn zu sprechen wünsche und in Justines -Zimmer warte. »Nein, nein, das ist unmöglich«, sagte sie errötend. Aber ich -drängte sie und erstickte ihren Widerspruch in meinen Zärtlichkeiten. - -Es war ganz leicht, ihr Verlangen zu wecken, und schließlich stimmte sie -dem zu, was ich ihr vorgeschlagen hatte. Ich hatte mich noch nicht völlig -angezogen, als meine Tante das Haus verließ. Kaum war ich bei Justines -Verwandten angekommen, traf ich auch schon Courbelan. Ich zog ihn beiseite -und sagte ihm ganz ruhig, was ich mir vorgenommen hatte. Er verschwand -augenblicklich. Ich bedauerte nur, nicht auf meinem Wachposten zu sein. -Doch ohne Zweifel würde Isabelle mir nachher alles sagen. Also nahm ich -ohne Bedenken an dem festlichen Treiben teil, nachdem ich bei dem Fest -meiner lieben Cousine schon nicht anwesend sein konnte. - -Justine fragte mich, kaum daß ich den festlich geschmückten Raum betreten -hatte, warum Isabelle nicht mit mir gekommen sei. Ich sagte -vereinbarungsgemäß, daß sie mit ihrer Tante gegangen sei, doch daß wir uns -hier verabredet hätten. Sie nahm meine Ausrede als die natürlichste Sache -der Welt. Doch als sie sah, daß auch Courbelan nach kurzer Zeit verschwand -und meine Cousine immer noch nicht kam, schöpfte sie Verdacht. Ohne sich -mir näher zu erklären, konnte sie sich nicht enthalten, zu bemerken, daß -das Verschwinden des einen und das Ausbleiben der andern doch recht -eigenartig sei. Ihre Unruhe nahm zu, doch nicht lange danach tauchte -Courbelan wieder auf und bald darauf auch meine Cousine. Justine verschwand -an ihrer Stelle, und ich erzählte Isabelle von dem Verdacht, den ihre -Gouvernante geschöpft hatte. Sie vermutete gleich, daß jene in die Wohnung -zurückgekehrt sei, und das beunruhigte sie nicht wenig. Doch Justine kam -wieder, und diesmal blieb sie. Doch hatte sie gewisse Nachforschungen -angestellt und erfahren, was sie wissen wollte. Kaum waren wir wieder zu -Hause, zogen Isabelle und ich uns in unser Zimmer zurück, indem wir -Müdigkeit vorschützten. In Wirklichkeit wollte ich die erstbeste -Gelegenheit benützen, um mit ihr allein zu sein und alles zu erfahren, was -ich wissen wollte. Ich sagte, daß ich vom Tanz erschöpft sei, und Isabelle -sagte dasselbe, obwohl sie gar nicht getanzt hatte. Sie hatte immer einen -Vorwand gefunden, um die Aufforderungen, die an sie ergingen, -auszuschlagen. Wir legten uns also zu Bett. Ich schloß sie in meine Arme, -und ich wollte meine Hand dorthin legen, wo sie unzweifelhaft jenes riesige -Instrument empfangen hatte. Aber sie stieß meine Hand zurück und sagte, sie -habe heftige Schmerzen. - -»Ah«, seufzte sie, »meine geliebte Rose, wie wenig hat meine Neugierde mich -zufrieden gestellt. Courbelan kam, wie er dies immer zu tun pflegte. Ich -öffnete ihm. Er flog in meine Arme und trug mich auf das Bett. Seine Hände -liebkosten mich, wie sie es schon oft getan hatten. Ich leistete ihm keinen -Widerstand, doch dann hat er mich mit seinem riesigen Instrument -durchbohrt, wie ich es erwartet habe. Aber welchen Schmerz hat mir dies -verursacht! Ach, dieses riesige Werkzeug hat mich förmlich zerrissen. Ich -wagte nicht zu schreien und brach in Tränen aus. Er versuchte mich zu -trösten, indem er mich umarmte und mir versicherte, daß ich Sekunden später -nur noch Lust empfinden würde. Er täuschte mich. Als er es wieder -versuchte, war mein Schmerz genau so heftig. Er tat es ein drittes Mal, und -ich sträubte mich dagegen. Aber er erstickte meinen Widerstand. Auch tat er -es diesmal mit sehr viel Vorsicht und Zartheit, daß ich glaubte, diesmal -keinen so heftigen Schmerz zu empfinden. Doch es war beinahe dasselbe wie -zuvor. Diese furchtbaren Schmerzen mischten sich mit meiner Angst, ein Kind -zu bekommen. Du weißt ja, wie Justine mir diesen Gedanken eingeimpft hat. -Courbelan hat ein so heftiges Brennen an jenem gewissen Örtchen verursacht, -daß ich es nicht einmal zu berühren wagte. Ich habe deshalb auch nicht -tanzen können.« - -Es fiel mir nicht schwer, Isabelles Mißgeschick zu erklären. »Ohne Zweifel -bist Du enger gebaut als Justine, die etliche Jahre älter ist«, warf ich -ein. - -»Das sagte Courbelan auch. Er meinte, mit der Zeit und durch eine gewisse -Übung würde ich schon weiter werden. Aber in der Zwischenzeit werde ich es -nicht mehr dulden.« - -Es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns für den Rest des Abends -ruhig zu verhalten, und so schliefen wir schließlich ein. - -Am nächsten Tag rief Justine Isabelle in ihr Zimmer und eröffnete ihr, daß -sie Courbelans unerwünschten Besuch bemerkt habe. Er habe vergessen, die -Pforte ordnungsgemäß zu schließen, auch habe sie bemerkt, daß ihr Bett in -Unordnung geraten sei. Sie sagte Isabelle auf den Kopf zu, daß sie, anstatt -mit ihrer Mutter fortzugehen, im Haus geblieben sei und die Wohnung erst -zwei Stunden später verlassen habe. Sie verlangte von ihr ein offenes -Geständnis und versicherte ihr, daß sie sich auch ohne dieses jederzeit -davon überzeugen könne, was in der fraglichen Zeit geschehen sei. - -Isabelle versuchte sich zu verteidigen, doch die Spuren dessen, was -geschehen war, waren so offensichtlich, daß sie schließlich die halbe -Wahrheit gestand, ja, Courbelan sei gekommen, und er habe ihr dieselben -Aufmerksamkeiten wie früher erwiesen, Justine versicherte ihr, daß sie dies -nicht glaube. Sie sei überzeugt, daß Courbelan sie genommen habe, umso -mehr, als alle Anzeichen dafür sprächen. Meine Cousine leugnete, aber -dieses Mädchen gab sich damit nicht zufrieden. Sie war viel stärker als -Isabelle. Ohne weiteres hob sie sie in ihren Armen auf und legte sie auf -das Bett. Isabelle vermochte keinen Widerstand zu leisten, und weil sie -fürchtete, daß ihr neue Schmerzen bevorstünden, gestand sie schließlich -alles, was ihre Gouvernante wissen wollte. Justine, die die Folgen dieses -Abenteuers fürchtete, war wütend auf Courbelan, und sie brachte es fertig, -seinen künftigen Besuchen so viele Hindernisse in den Weg zu legen, daß es -meiner Cousine beinahe unmöglich wurde, ihn zu sehen. - -Justine benutzte künftig alle Möglichkeiten, die ihr zu Gebote standen, um -eine weitere Verbindung zwischen Courbelan und Isabelle zu verhindern. -Courbelan zerstritt sich deshalb mit ihr und zog wenig später in eine -andere Stadt. Wahrscheinlich hat er inzwischen sowohl Isabelle als auch -Justine vergessen. Diese verließ übrigens meine Tante bald danach. -Möglicherweise ist sie ihm nachgereist, um ihn wieder für sich zu gewinnen. - -Während der ersten Zeit vermochte Isabelle ihren Ärger darüber, daß sie ihn -nicht sehen konnte, nicht zu verbergen. Ich litt unter ihren Launen, aber -ich verstand und tröstete sie, so gut mir das möglich war. Schließlich -gelang es mir, die Erinnerung an diesen liebenswürdigen jungen Mann in ihr -verblassen zu lassen. Ich liebte meine Cousine herzlich, umso mehr, als -auch sie eine leidenschaftliche Zuneigung für mich hegte und diese nicht -wenig dazu beitrug, daß sie ihren Kummer schließlich vergaß. - -Wir blieben noch vier Monate zusammen, und während dieser Zeit lehrte sie -mich alles, was sie von Courbelan und Justine erfahren hatte. - -Ich entnahm daraus unschwer, daß Courbelan vom ersten Augenblick an seine -Augen auf Isabelle geworfen hatte. Unter dem Vorwand, daß Isabelle ein -Geheimnis, an dem sie beteiligt war, am besten bewahren würde, hatte er -Justine überredet, sie an ihren Spielen teilnehmen zu lassen. Wäre Justines -Eifersucht nicht ein so ernsthaftes Hindernis gewesen, er hätte von -Isabelle ohne Zweifel früher Besitz ergriffen. - -Die Zeit, die ich bei meiner Tante verbrachte, ging zu Ende. Meine Mutter -rief mich zu sich zurück. Wir mußten uns trennen und taten es nicht ohne -Bedauern. Meine Tante war ganz gerührt über meine Tränen und versprach mir, -daß sie alles tun würde, um mich bald wieder bei sich zu haben. - -Auch ich bedauerte meine Abreise sehr. Ach, nach all der Freizügigkeit, die -ich im Hause meiner Tante genossen hatte, bedrückte mich die Langeweile bei -meiner frömmlerischen Mutter, die keinen Menschen bei sich sehen wollte, -umso mehr. - -Doch es wurde nicht ganz so schlimm, wie erwartet. Denn ich vermochte im -Haus meiner Mutter Nutzen aus allem zu ziehen, was mich der Zufall und -Isabelle gelehrt hatten. Ich bereitete mir tagtäglich die wollüstigsten -Sensationen, so wie Isabelle dies getan hatte, ja, ich verdoppelte meine -Lust noch durch die reizvollen Bilder meiner Einbildungskraft. Ich dachte -nur an Männer. Meine Gedanken und Begierden waren nur mit ihnen -beschäftigt. Wenn ich sie sah, heftete ich meine Augen auf jene Gegend, wo -ich das Idol ruhen wußte, das meine Phantasie so sehr entflammte. Ah, -welches Feuer verbreitete sich in meinem Körper, wenn ich nur daran dachte! - -Und just, als ich mich in dieser Verfassung befand, kehrte Vernol von -seiner Schule zurück. Wie schön erschien er mir! Ich war fasziniert von -ihm. Bis dahin war mir sein Charme entgangen. Zwar hatten wir von unserer -frühesten Kindheit an eine lebhafte Freundschaft füreinander empfunden. -Doch nun änderte sich unsere Situation. Er schien alle meine Begierden auf -sich zu ziehen. Ein leidenschaftliches Feuer belebte meine Sinne, wenn ich -ihn nur ansah. All meine Gedanken kreisten um ihn. Ich wünschte mir -leidenschaftlich, an ihm jene Region aus der Nähe besichtigen zu dürfen, -die zu sehen mir bei Courbelan vergönnt gewesen war. Ich wußte natürlich, -daß ich zu jung war, die Begierden eines Mannes zu erwecken. Die Leiden, -die Isabelle ertragen hatte, erschreckten mich. Und im Übrigen kannte ich -niemanden, der seine Augen auf mich geworfen hätte. So ist es kein Wunder, -daß Vernol, mit dem mich eine innige Freundschaft verband, schließlich das -Ziel all meiner Wünsche wurde. Sein Zimmer war neben dem meiner Mutter, wo -ich schlief. Wenn diese fromme Seele zur Kirche gegangen war, wo sie jeden -Morgen zwei oder drei Stunden verbrachte, schloß ich die Tür hinter ihr ab. - -Sie glaubte, wir schliefen, und ließ uns in Frieden. Doch angestachelt von -meinen Begierden, eilte ich im Nachthemd, so wie ich war, in das Zimmer -meines Bruders und trieb mit ihm tausend Mutwilligkeiten, während er im -Bett lag. Ich neckte ihn, ich umarmte und küßte ihn und versetzte ihm -leichte Schläge auf seinen festen Hintern. Er hielt wacker mit, zog mich -auf sein Bett, küßte mich und bearbeitete mein Hinterteil mit der Hand, -indem er mir die Schläge heimzahlte, die er von mir bekommen hatte. Dieses -Spiel wiederholten wir jeden Morgen. Als er mich wieder einmal auf sein -Bett warf, verschob sich mein Hemd, und ich strampelte mit meinen Beinen in -der Luft. Er konnte geradewegs in meine kleine Grotte sehen. Da spreizte er -meine Schenkel und legte seine Hand dazwischen. Er konnte gar nicht genug -bekommen, mich zu betrachten und zu berühren. Ich ließ es ihn tun. »Ah, -Rose«, sagte er, »wie verschieden wir beide doch sind«. - -»Wie das?« fragte ich scheinheilig. »Was meinst Du damit, daß wir -verschieden sind?« Ich machte meine unschuldigste Miene, während ich ihn -dies fragte. - -»Nun, sieh selbst«, sagte er ganz unbefangen und hob sein Hemd, so daß ich -sein kleines Werkzeug sehen konnte, das augenblicklich groß und stark -wurde. Ich hatte es niemals zuvor gesehen. - -Scheinbar ganz harmlos, nahm ich die kleine Lanze in die Hände und -betrachtete sie von allen Seiten. Ich liebkoste sie, zog ihre Spitze ein -wenig aus ihrer Umgebung hervor und hatte schließlich die Genugtuung, ihn -in eine heftige Erregung geraten zu sehen. - -Schließlich wurde er ungeduldig, mit mir dergleichen zu tun, und bat mich: -»Rose, laß mich Dich noch einmal anschauen.« - -Ich tat ihm den Gefallen und legte mich wieder hin. Er zog meine Beine in -die Höhe und spreizte sie. Mit großer Aufmerksamkeit betrachtete und -berührte er alle Teile meiner Liebesgrotte. Aber er wußte nicht, wie er sie -behandeln sollte. Er kniete über mich gebeugt auf dem Bett. Ich schob meine -Hand zwischen seinen Schenkeln hindurch, um sein hübsches Kleinod aufs Neue -zu liebkosen. Es belustigte mich, den roten Kopf desselben auftauchen und -wieder verschwinden, zu sehen. Das Vergnügen, das ich ihm bereitete, -verdoppelte das meine. Ich ruhte nicht eher, als bis ich mich seiner ganz -bemächtigt hatte. Ich küßte ihn, ich verschlang ihn beinahe, ich liebkoste -seinen ganzen Körper. Das Auf und Ab, das meine Hände an seinem reizvollen -Spielzeug vollführten, zeitigte schließlich den gewünschten Erfolg. Es -versprühte dieselbe weiß schäumende Flüssigkeit, die Courbelan in Justines -Hände versprüht hatte. - -Diese Situation, die für ihn ganz neu war, sein Erstaunen und seine -unzweifelhafte Lust waren für mich ein köstliches Schauspiel. Seine Hand -glitt zwischen meine Schenkel und ruhte dort ohne alle Bewegung. Ich legte -mich wieder auf das Bett und erteilte ihm eine Lektion, die ihm völlig neu -war. Alles erschien ihm außergewöhnlich und wundervoll. Ich führte ihn von -einem Erstaunen zum nächsten. Ich nahm sein Instrument, ich küßte es, ich -saugte daran und ließ es zur Gänze in meinem Mund verschwinden. -Augenblicklich kam es wieder in jenen liebenswürdigen Zustand, in dem es -zuvor gewesen war. - -Bis jetzt hatte ich nicht gewagt ihm zu zeigen, was ich wirklich wünschte. -Aber schließlich beraubte ich ihn im Übermaß der Erregung seines Hemdes und -entledigte mich auch des meinen. Nichts verbarg mir die Reize, die die -Natur ihm verliehen hatte, ich liebkoste sie alle, und er vergalt mir meine -Zärtlichkeiten auf dieselbe Weise. Sein reizendes kleines Werkzeug war -wieder ganz steif. Schließlich warf ich mich, von Begierde überwältigt, auf -ihn und drängte es selbst in meinen Leib. Ah, wie gut mir das tat! Ich war -natürlich noch eng, aber er war nicht groß. Wir stießen einander aus -Leibeskräften. Schließlich ließ ich mich völlig auf ihn sinken und spürte, -wie er ganz in mich eindrang. Augenblicklich erfüllte mich eine -leidenschaftliche Befriedigung. Auf diese Weise verloren wir beide zugleich -unsere Jungfernschaft. Ah, welche Wollust erfüllte uns dabei! Vernol wußte -nicht, wie ihm geschah. Wir genossen diese reine Seligkeit bis zum Exzeß. - -Die Ekstase überkam ihn. Seine Arme, die mich umklammert hielten, sanken -herab. Ich verhielt meine Bewegungen und ließ mich auf ihn sinken. Ach, er -ahnte wohl, daß ich in diesem Augenblick dasselbe wie er empfand. - -Eng umschlungen versanken wir in jene wohltätige Ermattung, die fast so -wollüstig wie die Wollust selbst ist. Doch da ich viel früher zu mir selbst -zurückfand als er, sah ich mich gezwungen, ihn dazu zu bringen, daß seine -Hand sich noch einmal auf eine höchst erfreuliche Weise mit mir -beschäftigte. - -Wir unterzogen uns in der Folge jeden Tag diesen angenehmen Übungen. -Entweder kam ich in sein Bett oder er in meines. Wenn wir es ohne Gefahr -der Entdeckung tun konnten, vereinten wir uns sogar im Laufe des Tages. -Während der Nacht konnten wir nicht zusammenkommen, aber meine Träume waren -ganz und gar von wollüstigen Bildern erfüllt, und ich opferte die -Vergnügungen, die ich mir verschaffte, seinem Gedenken. Er tat in seinem -Zimmer desgleichen, und am Morgen fanden wir uns zusammen, um unsere -nächtlichen Phantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Natürlich wollte er -wissen, aus welchen Quellen mein Wissen stammte. Doch ich wagte ihm dies -nicht einzugestehen, und so verloren sich meine intimen Geständnisse in -Allgemeinheiten. Erst als ich seiner Diskretion völlig sicher sein konnte, -erzählte ich ihm alles. Doch ach, inmitten unserer Vergnügungen mußten wir -uns trennen. Es galt Abschied zu nehmen, weil Vernol an seine Schule -zurückkehren mußte. Mein Schmerz war unendlich, ich kann ihn auch nicht -beschreiben. Ach, wie lang ist mir die Zeit ohne ihn geworden! - -Doch nun ist er endlich zurückgekehrt.« - - - - -6. Kapitel - - -Nachdem Rose ihre Geschichte, die mich, soweit sie Vernol betraf sehr -berührte, beendet hatte, ergriff ich das Wort. - -»Du weißt nicht, mein teurer Vater«, sagte ich, »was Rose mir noch erzählt -hat. Sie hat nicht gewagt, Dir dies zu eröffnen. »Liebste Laura«, sagte sie -mir, »ich weiß, daß Vernol eine heftige Leidenschaft für Dich ergriffen -hat. Er selbst hat es mir gestanden. Trotzdem bin ich nicht im Geringsten -eifersüchtig, denn ich liebe Dich aufrichtig. Du bist schön, er ist -liebenswürdig, ich werde mich freuen, Dich in seinen Armen zu sehen, ja, -meine Liebe, ich werde euch selbst zusammenführen, und mein Glück wird -seine Seligkeit sein!« Ist sie nicht närrisch, die gute Rose? - -Natürlich stellten wir mit Leichtigkeit fest, daß Rose das Vergnügen -leidenschaftlich liebte. Wir sagten ihr das, und sie gab es zu. Die -wollüstigen Bilder, die sie vor unseren Augen hatte erstehen lassen, hatten -ihr Temperament enthüllt. Sie hatten aber auch ihre Wirkung auf uns nicht -verfehlt. Mein Vater gab einen überzeugenden Beweis davon. Sie bemächtigte -sich seiner Lanze, und um uns die Macht der Verführung ganz zu beweisen, -wies sie diesem liebenswürdigen Objekt selbst den Weg. Sie ruhte nicht -eher, als bis sich die Seufzer unserer Lust vermischten. Sie erreichte -dieses reizvolle Ziel als erste, und während sie meinen Vater festhielt, -rief sie: »Bezeuge mir dasselbe Vertrauen, das ich euch entgegenbrachte. -Was wir drei hier getan haben, hat mir die Augen geöffnet und mir die -Freiheit gegeben, euch alles zu schildern, was ich mit Vernol getan habe.« - -Mein Vater stimmte zu. - -»Schön, meine Liebe. Rose, Du wirst eine neue Rolle spielen, damit ich Dich -prüfen kann«, sagte er und stand auf, um den Godmiche zu holen. Er -befestigte ihn an Roses Gürtel, und sie war von diesem nützlichen -Instrument, das sie noch nicht kannte, begeistert. Er ließ mich auf ihr -liegen und führte das Instrument in mein Inneres. Dann befahl er ihr, mich -wie einen Mann zu behandeln, mich aber gleichzeitig zu kitzeln. Als ich -meinen Gipfelpunkt nahen fühlte, riet er ihr, kräftiger zu stoßen. -Währenddessen beugte er sich über mich und stieß seinerseits seine Rute in -meinen Hintern. Rose hielt sich vortrefflich. Ich hielt ihre Brüste -umklammert, sie liebkoste die meinen, unsere Zungen vermählten sich, ich -fühlte mich sterben. In dem Augenblick, in dem ich nahe daran war, mein -Bewußtsein zu verlieren, entlud sie den Godmiche. Meine Grotte war im Nu -überflutet, und zur gleichen Zeit fühlte ich, wie mein Geliebter sich tief -in meinem Innern verströmte. Seine Zuckungen mischten sich mit meiner -Wollust, an der Rose durch die Reibung des Godmiche an ihrer Klitoris -ihrerseits teilnahm. Schließlich sank ich, in Wonne ersterbend, auf sie. -Mein Vater erhob sich, und schließlich, als es schon gegen Mittag ging und -wir uns etwas erholt hatten, standen wir auf. - -Bis jetzt habe ich Dir noch nicht erklärt, was ein Godmiche ist. Höre also! -Es handelt sich um eine Nachbildung des männlichen Gliedes. Der einzige -Unterschied besteht in den Einkerbungen an seiner Spitze, die dazu dienen, -die Empfindungen lebhafter werden zu lassen. Es ist aus Silber, doch mit -einer Art Lack in den natürlichen Farben überzogen und blank poliert, dazu -fest und leicht. In der Mitte hat es einen Hohlraum, in den man eine -Flüssigkeit einfüllen kann. Diese wird durch eine Art von Düse -ausgespritzt, um die Aktion des natürlichen Gliedes zu imitieren. Man kann -dieses famose Instrument am Gürtel befestigen, und dann ist es selbst einer -Frau möglich, als Mann zu agieren. - -Rose war begeistert von diesem Instrument. Ich füllte es vor ihren Augen -mit lauwarmer Milch und zeigte ihr dann, wie man es zum Spritzen bringen -konnte. Im Übrigen verwendet man häufig auch lauwarmes Wasser, das mit -Fischleim vermischt wird. Diese Mischung ist nämlich dem männlichen Samen -am ähnlichsten. - -Als ich Rose alles gezeigt hatte, streifte sie augenblicklich ihr Hemd -zurück und bestand darauf, sich dieses reizvollen Instruments zu bedienen. -Ich begann herzlich zu lachen, als ich sie in dieser Situation sah. Mein -Vater, der inzwischen hinausgegangen war, kam wieder und wollte sehen, was -es gäbe. Auch er begann zu lachen und sagte zu Rose: »Laß es für jetzt -damit genug sein, meine Liebe. Wir haben für den Augenblick etwas Besseres -vor!« - -Doch sie fuhr fort mit ihrem närrischen Betragen, und so führte er mich -schließlich aus dem Zimmer. »Meine liebe Laura«, sagte er zu mir, »Rose -wird ohne Zweifel eines Tages das Opfer ihrer Begierden und ihres -Temperaments werden. Nichts kann sie zurückhalten. Sie überläßt sich ihrem -Verlangen mit einer Glut, die kein Maß kennt. Sei versichert, sie wird für -ihre Unklugheit bitter bezahlen, und vielleicht auch der arme Vernol, der -durch sie solchen übertriebenen Exzessen unterworfen wird. Doch ich werde -sie für meine Zwecke benützen.« - -Er kehrte zu Rose zurück, und ich hörte ihn sagen: - -»Meine Liebe, was Du uns da über Deinen Bruder gesagt hast, beweist Deine -Freundschaft für ihn wie für Laura. Aber kann man auch auf euer beider -Diskretion rechnen? Diese ist absolut notwendig, wenn aus einer -erfreulichen Freundschaft nicht großes Unheil entstehen soll.« - -»Ich habe euch nicht getäuscht«, versicherte Rose, »und alles, was ich euch -gesagt habe, ist nur die Frucht meines Vertrauens, nicht einer sträflichen -Indiskretion. Ach, ich ahne wohl, daß Sie für mich dasselbe sein könnten -wie Laurette für Vernol. Er hat mir gestanden, daß er in Laura vernarrt -ist, und ich hoffe sehr, daß ich selbst Ihnen nicht völlig gleichgültig -bin. Wäre es möglich, daß Sie uns etwas verweigern könnten, was für uns -alle eine Quelle der Lust sein wird? Ah, wie werde ich vor Freude springen, -wenn Sie sich uns nicht widersetzen, und wenn auch Laurette, wie ich dies -hoffe, zustimmt.« - -»Ich gebe meine Zustimmung«, sagte mein Vater, »doch sage Vernol noch -nichts von unserer Übereinkunft. Es erschiene mir schädlich, ihn jetzt -schon einzuweihen. Sag ihm nur, daß er sich bereithalten soll.« - -»Ah, das verspreche ich für mich selbst wie auch für ihn«, versicherte Rose -eifrig. - -»Ich muß euch noch etwas Wichtiges sagen, Dir und ihm«, fuhr mein Vater -fort, »Laura ist nur in der Öffentlichkeit meine Tochter, nicht aber dem -Blut nach. Doch siehst Du wohl, sie ist mir deshalb nicht weniger lieb. Im -Übrigen soll kein Mensch in dieses Geheimnis eingeweiht werden außer euch -beiden. Sag Deiner Mutter, daß wir Vernol und Dich gern auf eine Landpartie -mitnehmen würden, und bitte sie um ihre Einwilligung. Aber ihr müßt über -alles, was geschehen wird, Stillschweigen bewahren.« - -Keines von all diesen Worten war mir entgangen. Rose erreichte natürlich -mit Leichtigkeit, daß sie und Vernol sich uns anderntags anschließen -konnten. Ich selbst verbrachte den Rest des Tages in größter Aufregung bei -einer Bekannten, während mein Vater jene Vorbereitungen traf, die ihm -notwendig erschienen. - -Am anderen Nachmittag fanden wir einen geschlossenen Wagen vor unserem -Haus. Er führte uns zu einem sehr hübschen Landsitz, der in einiger -Entfernung von der Stadt gelegen war. Das Haus war mir bis dahin unbekannt -gewesen. Vermutlich gehörte es einem Freund meines Vaters, der es diesem -zur Verfügung gestellt hatte. Vernol hatte seine natürlichen Vorzüge noch -zu erhöhen versucht, Rose und ich trugen beide sehr elegante Deshabilliés. -Wir kamen gegen vier Uhr an. - -Welch eine wundervolle Zeit! Eine Weile ergingen wir uns in dem Garten, der -in den prächtigsten Farben des Herbstes prangte. Sein phantastischer -Schmuck hob sich bunt aus dem grünen Rasen. Das war nicht einer jener -Gärten, in denen Regelmäßigkeit und Symmetrie alle Natur ersticken. -Vielmehr war er großzügig angelegt und brachte so den Reiz der Natur auf -das vollendetste zur Geltung. Wir genossen die liebliche Landschaft, die so -recht mit unserer festlichen Stimmung harmonierte. Waren wir nicht dabei, -ein Fest zu feiern, wie es die Natur nur den glücklichsten ihrer Geschöpfe -gewährt? - -Nach diesem Spaziergang, den unsere Küsse und Vertraulichkeiten doppelt -reizvoll gemacht hatten, betraten wir das Haus. Mein Vater führte uns in -einen schönen Salon, wo für uns eine leichte Mahlzeit angerichtet war. Wir -sprachen dem köstlichen Wein und den Früchten zu, und sei es nun durch das -natürliche Feuer des Weines oder durch ein Mittel, das mein Vater -hineingemischt hatte -- er kannte ja deren genug --, fühlten wir uns darauf -merkwürdig erregt. Wir warfen uns spielerisch die Blumenkränze zu, mit -denen wir uns geschmückt hatten. Ach, es gab noch andere Blumen zu -pflücken! Wir befanden uns in einem reizenden Gemach, das mit prächtigen -Girlanden bekränzt und von Kerzen erleuchtet war. Kostbare -Venezianerspiegel warfen das Bild dieses festlichen Raumes in unzähligen -Varianten zurück. Wir bewunderten die ausschweifenden Gemälde, welche die -Wände schmückten. - -O Himmel, was für Gemälde! Der göttliche Aretino hätte keine wollüstigeren -erfinden können. Außer diesen war der Raum noch von etlichen wundervollen -Skulpturen geschmückt, die ebenso wie die Bilder der Inspiration der Lust -dienten. - -Es dauerte auch nicht lange, so befanden wir uns in einem Delirium der -Begierde. Bacchus und Amor hatten sich verbündet, ihre Triumphe zu feiern. -Rose, die sich von diesen beiden reizenden Gottheiten am lebhaftesten -angeregt fühlte, eröffnete den Reigen der Lust. Sie warf sich meinem Vater -an den Hals, sie umarmte Vernol. Ah, wie leidenschaftlich küßte sie mich -und verführte mich dadurch dazu, dasselbe zu tun. Sie raubte mir mein -Taschentuch, das sie ihrem Bruder zuwarf, während sie ihr eigenes meinem -Vater gab. Sie hieß ihn ihre Brüste küssen und brachte Vernol dazu, daß er -dasselbe mit den meinen tat. Unsere Lippen verschmolzen schließlich -miteinander. Diese Spiele, die sich in den Spiegeln vervielfältigten, -erhitzten unsere Leidenschaften. Unsere Wangen glühten, unsere Augen -sprühten, und unser Atem ging heftig. Vernol befand sich schon im Zustand -halber Auflösung, seine Augen waren voll Feuer. Er erschien mir schön wie -der helle Tag. Ich betrachtete ihn in diesem Augenblick mit einem -göttlichen Vergnügen, und sein Anblick verdoppelte meine Begierden. Er war -seiner selbst kaum mächtig. Rose wollte, daß ich mich auf eine Bergère -legte, und ich tat es. Sie rief Vernol zur Hilfe. Zusammen schürzten sie -meine Röcke, und dann versetzte Rose mir etliche leichte Schläge. Kurz, sie -tat alles, damit Vernol zu sehen bekam, wonach er seufzte. Ich wollte mich -rächen, aber sie ließ mich gar nicht erst in diese Lage kommen. -Augenblicklich warf sie sich auf einen Diwan und reckte bereitwillig ihre -Beine in die Höhe, so daß all ihre natürlichen Reize sich meinem Blick -boten. Natürlich benutzten wir die Gelegenheit, sie zu liebkosen, doch kaum -daß wir sie berührten, begannen schon die Fontänen der Lust zu sprühen. Wir -waren im Nu überströmt, denn sowohl Vernol als auch mein Vater erwiesen -sich als höchst freigebig, ohne daß ihr Verlangen dadurch gemildert worden -wäre, wie wir uns bald überzeugen konnten. - -Rose sprang auf die Beine und warf sich auf meinen Vater. - -»Mein Lieber, ich habe Dir das Taschentuch zugeworfen. Du wirst mein Gatte -sein, ich Deine Frau. Komm, gib mir die Hand!« - -»Recht gern, Rose. Aber das wird die letzte Zeremonie sein!« - -»Ah ja! Sieh nur, Vernol hat sein Taschentuch Laurette zugeworfen. Wir -müssen sie vereinen. Du bist doch bestimmt damit einverstanden?« - -»Natürlich, meine Liebe, ganz wie Du willst.« - -Sie nahm unsere Hände und fügte sie zusammen. Vernol und ich umarmten uns, -unsere Lippen trafen sich. Sie legte seine Hand auf meine Brüste und nannte -uns Mann und Frau. Wir waren alle vier sehr erhitzt. Vor allem Rose brannte -förmlich. »Wie hübsch wäre es«, rief sie plötzlich, »wenn wir ein Bad haben -könnten, um uns zu erfrischen. Die Glut erstickt mich noch!« - -Mein Vater erhob sich und zog an einer Schnur, mittels der er einen Vorhang -von einer Nische wegzog. Zu meinem Erstaunen entdeckten wir dahinter ein -Badebecken, in das sich abwechselnd kaltes und warmes Wasser, vermischt mit -allerlei Wohlgerüchen, ergoß. - -Rose war begeistert. »Ist das nicht herrlich? Fast wie in einem -verzauberten Schloß! Ich werde mich in eine Nymphe verwandeln, aber ich -werde nicht die einzige sein.« - -In wenigen Augenblicken hatte sie sich mit dem einzigen Abzeichen der -Nymphen geschmückt. Sie bemächtigte sich meiner und verlangte von Vernol -und meinem Vater, daß sie helfen sollten, mich in denselben Zustand zu -versetzen. Die beiden ließen sich das nicht zweimal sagen. In -Sekundenschnelle verschwanden alle meine Dessous. Rose gab ihrem Bruder ein -Zeichen, und auch er verwandelte sich schnell in einen Faun, während wir -meinem Vater unseren Beistand liehen. - -Meine Augen verschlangen Vernol. Ah, wie hübsch er war und wie sehr gefiel -er mir im Glanz seiner Jugendfrische! Er war weiß und rosig wie ein junges -Mädchen, und doch bewaffnet mit dem Speer, der das Kennzeichen des Mannes -ist. - -Wir tauchten alle vier in das duftende Naß, um darin die Glut zu löschen, -die uns zu verzehren drohte. Fortwährend waren wir zwei Nymphen von den -männlichen Lanzen bedroht, aber sie erschreckten uns nicht. Wir waren die -Beute der vorwitzigen und leidenschaftlichen Hände, der verwegensten Küsse -unserer Tritonen und konnten uns nicht genug daran tun, ihnen diese -Liebkosungen durch die unsrigen zu vergelten. Wir scherzten mit ihren -Pfeilen, und sie wollten sich unser bemächtigen. In diesem Augenblick hatte -mein Vater die Klugheit, durch einen schnellen Handgriff das bewußte -Schwämmchen bei mir unterzubringen. - -Vernol faßte nach mir, doch einem ebenso natürlichen wie wirksamen Instinkt -zufolge hinderte ich ihn und flüchtete aus dem Bassin. Flucht ist das -sicherste Mittel, das Verlangen der Männer anzustacheln. Rose folgte mir, -und sofort waren die beiden hinter uns her. Aber die momentane Abkühlung -hatte sie ernüchtert, und so waren sie für den Augenblick keine ernsthafte -Gefahr. Wir hüllten uns spielerisch in leichte Schleiergewänder, die nichts -verbargen, und machten es uns auf dem Diwan bequem. Mein Vater zog an einer -anderen Schnur, und wie durch Zauberei senkte sich ein mit Leckerbissen -aller Art, köstlichen Weinen und Früchten beladener Tisch zwischen uns. Wir -aßen und tranken, und die Hitze, die uns vorhin verzehrt hatte, begann -augenblicklich wieder aufzuflammen. Vernol vor allem war ungeduldig. Ich -befand mich in einem Taumel von Lust und genoß mit Augen und Händen, doch -hatte ich es nicht eilig, ans Ziel zu kommen. Vielmehr wollte ich langsam -genießen und befand mich darin in schönster Übereinstimmung mit meinem -Vater, der sich gleichfalls Zeit ließ. Vernol und Rose waren daher -gezwungen, ihre Ungeduld zu zähmen. Rose fiel dies leicht, weil unsere -Zärtlichkeiten und Liebkosungen sie ihrem eigenen Eingeständnis zufolge -schon dreimal dem Gipfel der Lust entgegengetragen hatten. Sie genoß also -die Mahlzeit, die sie unser Hochzeitssouper nannte. Aber es war nicht -Hymen, der dieses Mahl regierte, dessen Königin allein die Wollust war. Sie -allein konnte uns erfreuen und Genüge tun. Deshalb erhob sich in der Mitte -der festlich geschmückten Tafel auch triumphierend Priap, der Gartengott, -der sein mächtiges Szepter in Händen hielt. Das Tischtuch war an den vier -Ecken mit Stickereien geschmückt, welche die wollüstigsten Gruppen -darstellten. Unter ihnen gab es alte Satyrn, die hinter blühenden jungen -Nymphen herjagten. Alles inspirierte und erregte uns. Rose war wie eine -trunkene Bacchantin. Weinglas und Flasche in Händen, bot sie uns den -Anblick all ihrer Reize. - -Auch ich fühlte nun eine gewisse Ungeduld in mir. Nichts konnte uns mehr -erschrecken. Unsere Helden waren bereit. Die Embleme ihrer männlichen Kraft -ragten steil in die Luft. Rose vermochte nicht mehr an sich zu halten und -rief: »Vernol, nimm Deine Frau! Ich will meinen Mann nehmen.« - -Sie warf sich meinem Vater in die Arme und wurde augenblicklich von seiner -Lanze durchbohrt. Vernol nahm mich in die Arme und wollte sich schon meiner -bemächtigen, da hielt ihn mein Vater auf. - -»Nicht so, mein Lieber. Hört, meine Kinder, ich stelle eine Bedingung. Eure -Vereinigung hat einen Preis. Es ist nur gerecht, daß ich mich dafür bezahlt -mache, wenn Vernol und Laurette sich vereinen. Deshalb werde ich jenen -Hofmann nachahmen, der seine Frau mit einem Pagen schlafen sah, den diese -liebte. Er erwies dem Hintern des Pagen dieselben Wohltaten, die jener der -Dame erwies. Wir wollen es genauso machen. Während Vernol Laura vögelt, -soll sein Hintern mir zur Verfügung stehen.« - -Ich vermutete, daß ihn die Reize Vernols ebenso mit Begierde erfüllt hatten -wie mich, und ich war darüber entzückt, denn so würde ich mich umso freier -der Lust hingeben können. Also spornte ich unser wollüstiges Spiel durch -meine Freudenrufe an. Ich faßte Vernol, beraubte ihn des letzten Stückchens -Stoff das ihn bedeckte, ich präsentierte seine Hinterseite und spreizte -seine hübschen Lenden, während sein Speer gegen mein Pförtchen pochte. - -»Nein, Vernol, nein, schmeichle Dir nicht, daß ich mich Dir geben werde, -ehe Du diese Bedingung erfüllt hast!« - -Rose, die nicht untätig zusehen wollte, protestierte und verlangte, meinen -Vater noch einmal zu bekommen. - -»Wie«, rief Vernol, in Hitze gebracht. »Welches Hindernis sollte mich -zurückhalten? Seit langem bin ich auf die Folter gespannt. Was, schönste -Laura, würde ich nicht tun, um Dich zu besitzen und in deinen Armen zu -sterben?« - -»In diesem Fall«, sagte mein Vater, »wird Rose mit von der Partie sein.« - -In einem Augenblick verschwand der Tisch nach oben, und das Badebassin ward -wieder von seinem Vorhang bedeckt. Ein anderer Vorhang öffnete sich und gab -den Blick auf eine Nische frei, die von einem riesigen mit Seide bezogenen -Himmelbett ausgefüllt wurde. Diese Nische erschien uns als das wahre -Heiligtum der Lust. Wir bezogen diesen Altar der Wonne nur im Schmuck -unserer natürlichen Vorzüge. Von allen Seiten gaben glitzernde Spiegel -unsere Reize wieder. Ich bewunderte vor allem Vernol. Dieser schöne -Jüngling nahm mich in die Arme und bedeckte mich mit Küssen und -Zärtlichkeiten. Er war leidenschaftlich gespannt. Ich nahm seine Lanze, -mein Vater preßte mit einer Hand seine Lenden, mit der anderen Rosens -Brüste, die uns alle drei liebkoste. Vernol lag vor mir auf den Knien, er -spreizte meine Schenkel, küßte mein Kraushaar, meine Liebesgrotte, er ließ -seine Zunge darin spielen und saugte an meiner Klitoris. Schließlich -bettete er sich auf mich, und sein Speer durchbohrte mich. Sogleich warf -sich mein Vater über ihn. Rose lag auf den Knien, sie öffnete die -Hinterbacken Vernols und befeuchtete den Eingang, durch den die Lanze -meines Vaters eindringen sollte. Sie bereitete ihr eigenhändig den Weg. -Währenddessen streichelte ich ihre Spalte und brachte sie durch meine -Fingerspiele zum Glühen. Nach wenigen Augenblicken schon fühlte ich meine -Finger sich befeuchten, und ihre heftigen Atemzüge kündigten uns an, daß -sie sich auf dem Gipfel der Lust befand. Vernol war der nächste, der sich -verströmte. Mein Vater beschleunigte seine Bewegungen, und so fielen wir -bald alle drei in eine wohltuende Ekstase. Nachdem wir wieder zu uns selbst -zurückgefunden hatten, ersetzten unsere Zärtlichkeiten die -leidenschaftlichen Anstrengungen, die uns vorhin vereinigt hatten. Vernol -gestand, daß er niemals etwas Ähnliches empfunden habe. - -»Man muß es kennen, um es schätzen zu können«, sagte mein Vater. »Komm, -liebe Laurette, laß es ihn nun von Deiner Seite aus kosten. Vernol ist -weniger gut gerüstet als ich, er wird Dir also nur Süßigkeit bereiten. -Schön wie Du bist, verliert er nichts, wenn Du ihm diesmal Deine -Hinterseite bietest. Komm in meine Arme. Rose wird dasselbe für Dich tun, -was sie vorhin für mich getan hat, und währenddessen Deine Klitoris -kitzeln.« - -Ich warf mich auf ihn und überschüttete ihn mit Zärtlichkeiten. Rose -bereitete seinem Instrument den Weg und öffnete meine Lenden für Vernol. -Sie benetzte die Spitze seiner Lanze und die Öffnung, durch die diese -eindringen sollte. Dann nahm sie dieselbe Stellung wie vorhin ein und -liebkoste die Schenkel und Hoden von Vernol, während sie gleichzeitig meine -Klitoris kitzelte. Ihr wurde ein ganz ähnlicher Dienst von meinem Vater -erwiesen. Die unaussprechlichsten Wonnen kündigten sich an, wir flogen -ihnen entgegen. - -Ah, dieses Gefühl! Es kam uns allen, wir waren überflutet, der süße Saft -der Wollust verströmte. Den lebhaftesten Sensationen ausgeliefert, verfiel -ich in konvulsivische Zuckungen. - -Doch bald darauf herrschte ein nicht minder wollüstiger Zustand der Ruhe. -Auf die Reizung, die ich an all meinen empfindsamen Teilen erfahren hatte, -folgte ein Zustand unbeschreiblicher Wonne. Ich kann diesen Tag nur mit -jenem vergleichen, an dem ich meine Jungfernschaft verloren hatte. - -Endlich begaben wir uns zur Ruhe. Erschöpft sanken wir auf das Lager, um -uns zu erholen. Ah, welch ein Tag, welch eine Nacht! - - - - -7. Kapitel - - -Nachdem wir wieder in die Stadt zurückgekehrt waren, bedrängte Rose mich -mehrere Tage lang, diese Szene zu wiederholen. Doch ich wollte nichts davon -hören. Einmal paßte mir ihre Selbstgefälligkeit nicht, zum andern erschien -es mir geschmacklos, etwas Derartiges zu tun, wenn mein Vater nicht dabei -war. Meine Vorliebe für Vernol, die nur von meinen Augen und meinen Sinnen -ausgegangen war, ohne daß das Herz daran beteiligt gewesen wäre, minderte -sich von Tag zu Tag. Schließlich konnte ich nur noch mit Bedauern an diese -Vorliebe denken. Leidenschaftlicher denn je kehrte ich zum Gegenstand -meiner ersten Liebe zurück. Meine Bindung an ihn nahm -- weit entfernt -davon, sich zu verringern -- neue Formen an. Ich betrachtete meinen -väterlichen Geliebten als einen außergewöhnlichen und einmaligen Mann, als -einen wahren Philosophen, dessen Liebenswürdigkeit aber gleichzeitig -imstande war, jedes Herz zu erobern. Ich liebte ihn, ich betete ihn an. - -Ah, teure Eugenie, wie wundervoll sind diese Eigenschaften der Seele, die -uns einen Menschen liebenswert erscheinen lassen, die uns unabhängig vom -Schrei der Sinne an ihn fesseln! Wieder war ich der einzige Gegenstand -seiner Neigung, so wie er der Mittelpunkt meines Herzens war. Die folgenden -Ereignisse ließen alle anderen Bindungen, die ich damals schon lösen -wollte, vollends vergehen. - -Ein Abenteuer, bei dem Rose mit viel Unklugheit und Keckheit mehrere Lanzen -brach, entfremdete mich ihr und Vernol zusehends. Ich entdeckte bei dieser -Gelegenheit, daß in ihren Herzen kein Raum für delikate Gefühle war. Weder -er noch sie hatten etwas anderes als die gewöhnlichsten Leidenschaften im -Kopf und das auf eine höchst indiskrete Weise. Diese Eigenschaften, die -sich mit den meinen so wenig vertrugen, entfremdeten mich ihnen weitgehend. -Ich sah sie in der Folge nicht mehr so häufig. Sie suchten ihrerseits alle -Vergnügungen, deren sie habhaft werden konnten. Sie pflegten täglich -zusammen zu promenieren, und bei dieser Gelegenheit führte Vernol Rose -eines Tages in einen öffentlichen Garten. Dort traf er vier seiner Freunde. -Der älteste war kaum zwanzig. Man neckte sich, jubelte, und Umarmungen und -neugierige Fragen wurden getauscht. »Wo kommst Du her?« »Was machst Du?« -»Wohin gehst Du?« »Wer ist denn diese Schöne?« - -Die Antwort auf diese letzte Frage gab den jungen Leuten Gelegenheit, eine -Unzahl von Komplimenten auf Rose loszulassen, die davon sichtlich -beeindruckt war. - -Der älteste der Gesellschaft beschloß alsbald, Vernol zu einem Ausflug zu -gewinnen. Vernol machte keine Einwendungen und noch weniger Rose. Sie -brachen also auf. - -Im ersten Freudentaumel schon vergaßen die jungen Leute völlig, eine -Abmachung zu beachten, der sie sich unterwerfen wollten. Nur der älteste -von ihnen, der zugleich der schlaueste war, hatte sie nicht völlig aus den -Augen verloren. Er nahm Rose zusammen mit einem seiner Freunde in die -Mitte. Sie protestierte ein wenig, doch dann ging sie auf die Neckereien -der jungen Leute ein. Es war noch mitten in der schönen Jahreszeit. Man -wanderte ziemlich rasch. Am Ziel angekommen, begab man sich in ein kühles -Zimmer. Rose war erhitzt, sie warf sich auf einen Diwan, öffnete ihr -Mieder, und ihre in Unordnung geratenen Röcke ließen ein außerordentlich -hübsch geformtes Bein sehen, das wahre Lobeshymnen unserer jungen Leute -herausforderte. Man ließ Wein und Likör bringen, die Köpfe begannen sich zu -erhitzen und die Sinne nicht minder. Ein freches Liedchen klang auf, das -Benehmen wurde freier, etliche Küsse wurden getauscht. Der älteste von den -vier Burschen, der natürlich am meisten Erfahrung hatte, umarmte Vernol und -verriet ihm schließlich, unter welcher Bedingung die vier diesen Ausflug -unternommen hätten. Vernol lachte Tränen darüber, und Rose, die wie -gewöhnlich neugierig war, wollte wissen, was es damit auf sich habe. Als -die vier Freunde mit der Wahrheit nicht recht herausrücken wollten, -bedrängte sie diese umso lebhafter. Schließlich gestand ihr der Älteste, -man habe beschlossen, daß derjenige, der die kleinste Rute sein eigen -nenne, die Zeche für die übrigen zahlen solle. - -Diese Worte und das Gelächter, das darüber ausbrach, ergötzten Rose. Sie -wurde lebhaft, hob ein Bein so hoch, daß man beinahe alles sehen konnte, -und rief: »Ei, wer wird denn wohl der Schiedsrichter sein?« - -»Sie selbst, meine Schöne«, sagte der Älteste unverblümt. - -Rose, die vom Wein erhitzt war, fühlte sich von dieser Rolle geschmeichelt -und erregt und antwortete, daß sie ohne jeden Zweifel für jeden das beste -Zeugnis ablegen würde. Von diesem Augenblick an genierte sich niemand mehr. -Die obszönsten Ausdrücke mischten sich mit den gewagtesten Zärtlichkeiten, -die von Mund zu Mund gewechselt wurden. Rose erwies sich bald als ein -erfahrener Champion und nahm unerschrocken an allem teil. Sie war noch auf -ganz andere Angriffe gefaßt gewesen, die sie mehr interessierten und die -sie daher förmlich herausforderte. Sie rief Vernol zu sich, und indem sie -ihm einen Arm um den Hals legte, drückte sie ihn an ihren Busen und -verlangte, daß er diesen küsse. Dann ließ sie ihre Hand tiefer gleiten und -bemächtigte sich seiner Lanze, während er ihr ganz ungeniert unter die -Röcke griff, die nach oben gestülpt wurden und nun so gut wie alles sehen -ließen. Dieser Anblick erregte die Freunde so sehr, daß sie alle -Selbstbeherrschung vergaßen. Der eine faßte ihr Hinterteil, der andere -einen Schenkel, der dritte ihre Brüste. Kurz, jeder packte ein anderes -Stück von ihr. Rose befahl Vernol wieder aufzustehen, und sie zeigte ihnen -seine Rute. - -»Könnt ihr mit etwas ähnlichem aufwarten?« fragte sie herausfordernd. - -Darauf nahm jeder seine Waffe in die Hand, und sie hatte das Vergnügen, -fünf nackte und bedrohlich aussehende Ruten auf einmal zu sehen. Sie alle -sagten ihr den Kampf an, und einige von ihnen würden mit Sicherheit besiegt -werden. Rose setzte sich mit ausgebreiteten Schenkeln auf das Bett. Der -Ort, an dem das allgemeine Lanzenstechen stattfinden sollte, war völlig -unbedeckt. - -»Ich könnte nach dem Augenschein urteilen«, sagte sie. »Aber ich will die -Sache genau nehmen, so daß keiner sich über mich zu beklagen hat. Deshalb -will ich ein Maß anwenden, das dem meinen gerecht wird. Los, fangen wir -an!« - -Sie ließ alle fünf vor sich antreten und nahm mit großer Genauigkeit Maß, -und zwar sowohl was die Länge als auch die Stärke betraf. - -Der Anblick und die Berührung dieser kampfbereiten Lanzen erregte sie -derart, daß sie auf den Rücken fiel und sich nach zwei oder drei Bewegungen -den Zuckungen ihrer Wollust überließ. In diesem Augenblick wollten alle -zugleich über sie herfallen, doch sie hielt sie zurück. - -»Zuerst will ich mein Urteil verkünden«, sagte sie. Der Älteste mußte -demzufolge den Wein und die übrigen Getränke zahlen, während Vernol den -Rest zu übernehmen gehabt hätte, wenn er nicht schon dazu eingeladen worden -wäre. So kam der zweitälteste zu dieser Ehre. Er war kaum weniger gut -gerüstet als Vernol. Er hatte eine recht ansehnliche Figur, und Rose -tröstete ihn über seinen Ärger, indem sie ihm versprach, daß er der erste -sein werde, seine Kräfte an ihr zu erproben. - -Sie erwartete diesen Augenblick mit Leidenschaft. Alle diese entblößten -Lanzen hatten ihre Glut geweckt, und sie brannte nun danach, sie -aufzunehmen. Sie ließ sich auf das Bett zurücksinken und zog jenen mit -sich, dem sie diese Bewährungsprobe als erstem versprochen hatte. Vernol -und die drei anderen folgten in der Reihenfolge, in der sie gemessen und -für gut befunden worden waren. Rose ließ sich auf einer Woge von Lust -treiben. Es kam ihr ohne Unterlaß. Kaum, daß ihr genügend Zeit blieb, sich -zu erholen. Der eine hatte den Ort seines Entzückens kaum verlassen, als -der andere schon eindrang. Endlich trat ein Augenblick der Ruhe ein. Man -war erschöpft. - -Wein, Gelächter und Zärtlichkeiten ersetzten die leidenschaftlichen -Eroberungen. Rose fand sich den lasziven Lippen und Händen dieser fünf -Faune völlig ausgeliefert. Sie duldeten nicht das mindeste Stückchen Stoff -an ihr. So blieb sie in dem anbetungswürdigen Zustand, in dem die drei -Göttinnen einst dem Paris erschienen. Da sie alle jung und stark waren, -dauerte es nicht lange, bis ihre Begierden wieder neu entflammt waren und -zu neuen Heldentaten im Dienste der Venus drängten. - -Rose hätte gern den Gürtel der Venus gehabt, ja selbst eine ganze Girlande -von wollüstigen Öffnungen hätte ihren Begierden kaum Genüge tun können. - -Da sie deren nur zwei besaß, wechselte sie die Szenerie. Der größte und -stärkste unter ihren Eroberern mußte sich auf das Bett legen. Sie legte -sich über ihn, während der mit einer weniger wirksamen Waffe versehene -Freund sich hinter ihr in Positur stellte. Jeder nahm den Weg, der sich ihm -bot, während sich jede ihrer Hände einer der übrig gebliebenen Waffen -bemächtigte. Vernols Lanze hingegen fand sich bevorzugt, da sie dieselbe -zwischen ihre Lippen aufnahm und ihn mit ihrer Zunge liebkoste und -kitzelte. - -Es dauerte lange, bis die siegreiche Rose, die sich solcherart von fünf -Liebhabern auf einmal in jeder erdenklichen Weise erobert fand, in ein -Übermaß der Lust versank, das ihr fast die Besinnung raubte. - -Ich sah sie am nächsten Morgen. Sie war erschöpft, ihre Augen blickten -ermattet. Ich war erstaunt, sie in diesem Zustand zu finden, und fragte sie -nach der Ursache. Es dauerte eine Weile, bis sie und Vernol mir dieses -Abenteuer gestanden. Ich nahm mir nicht die Mühe, ihr einen guten Rat zu -geben, denn ich sah wohl, daß dies nutzlos gewesen wäre. Doch von diesem -Augenblick an vermied ich es, die beiden zu treffen. Rose, die sich ohne -jede Achtsamkeit den wildesten Leidenschaften auslieferte, erlag ihrer -ausschweifenden Lebensweise schließlich. Ihre Regel kam nicht mehr, sie -befand sich in einem Zustand schrecklicher Erschöpfung, dem die wildesten -Krämpfe folgten. Nach einiger Zeit war sie nur noch ein Schatten ihrer -selbst. Ihre Heiterkeit war völlig verschwunden, und ein schleichendes -Fieber raffte sie hinweg. - -Auch Vernol wurde von einer fiebrigen Krankheit befallen, und er brauchte -lange, um sich davon zu erholen. Eine Geschlechtskrankheit machte ihm viel -zu schaffen und entstellte ihn völlig. Er blieb noch monatelang schwer -krank und konnte sich lange nicht erholen. Mein Vater hatte alle diese -Ereignisse vorausgesehen. Ich begriff wohl, was die Sorgfalt, mit der er -über mir wachte, mir erspart hatte, und ich konnte meine Dankbarkeit für -ihn nicht zurückhalten. Da ich das Übermaß der Begierde fürchten gelernt -hatte, schonten wir einander mehr und mehr. Wir waren mehr zärtlich, mehr -wollüstig als leidenschaftlich und empfingen unsere Lust aus den -Zärtlichkeiten, die wir miteinander tauschten. - -Manchmal, wenn ich mich an das erinnerte, was damals auf dem Lande -geschehen war, bereitete mir diese Erinnerung einen heftigen Kummer. Und in -einer unserer glücklichen Nächte brach ich in plötzliche Tränen aus. - -»Was hast Du, meine liebste Laurette«, fragte mein Freund ernstlich -besorgt. »Warum weinst Du?« - -»Ah, mein Liebster! Unmöglich kannst Du mich länger lieben, Du kannst Dein -kleines Mädchen nicht länger achten nach allem, was ich getan habe . . .« - -»Bist Du verrückt, mein liebes Kind? Glaubst Du wirklich, daß meine Achtung -und meine Freundschaft von irgendwelchen Vorurteilen abhängen könnten? Was -macht es schon aus, eine geliebte Frau in den Armen eines anderen -Liebhabers zu sehen, wenn die Qualitäten ihres Herzens, wenn ihr Geist und -Charakter und all die Vorzüge ihrer Person sich nicht im Mindesten geändert -haben, und wenn sie noch immer empfänglich ist für eine zärtliche Bindung? -Höre meine Grundsätze, meine Liebste. Ich werde glücklich sein, wenn sie -Dich beruhigen und überzeugen können, daß ich Dich nach wie vor zärtlich -liebe und daß ich Dich nicht im Mindesten weniger schätze als zuvor. Nichts -kann mich so wenig beunruhigen, als Dich untreu zu sehen. Denn das ist bei -einem Menschen, der aufrichtig und zärtlich liebt, nicht möglich. Ich will -Dir ein einfaches Beispiel geben. Ich liebe Dich, meine Laurette, und meine -Liebe ist beinahe mit Dir aufgewachsen. Ich glaube, ich habe Dich schon -geliebt, als Du kaum sieben Jahre alt warst. Du füllst mein ganzes Herz -aus. Und doch -- war ich Dir etwa nicht untreu mit Lucette, mit Rose und -selbst mit Vernol? - -Glaube mir, diese Handlung, die von der Konstitution unserer Organe -abhängt, ist zu natürlich, um nicht verzeihlich zu sein. Dem Gegenstand -unserer Begierden gilt nur diese. Doch dem unseres Herzens sind wir darüber -hinaus auch mit unserer Achtung, mit unserem guten Glauben und unzähligen -zärtlichen Gefühlen verbunden. Natürlich gibt es Menschen, die zu ernsthaft -sind, um diese Unterscheidung vorzunehmen. Aber ich habe eine glücklichere -Wahl getroffen. Die Unbeständigkeit enthüllt ein leichtes Herz, das -undankbar und treulos ist. Ich machte sie mir niemals zum Freund. Denn ich -glaube, daß jeder Mann, der im Herzen unbeständig und treulos gegenüber -einer Frau ist, die delikat in ihren Gefühlen ist, einen kultivierten Geist -hat und sich aus Liebe seiner Diskretion ausgeliefert hat, daß jeder solche -Mann auch gegenüber seinen Freunden unbeständig und treulos sein wird. Doch -die vorübergehende Treulosigkeit der Sinne ist nichts weiter als die Frucht -eines leicht beeinflußbaren Temperaments. Verlockt von Begierde, -Gelegenheit und allen möglichen unvorhergesehenen Ereignissen, nützt es die -Möglichkeiten, die sich ihm bieten. Der Mensch ist aus Widersprüchen -zusammengesetzt, mein Kind. Nicht immer stimmt der Wille mit unseren -Handlungen überein, und diese hängen nicht immer von ihm ab. Jene Leute, -die von einem sechsten Sinn im Menschen sprechen, haben die Natur recht -scharf beobachtet. Hängt es etwa von unserem Willen ab, ob wir ihn in -Tätigkeit setzen oder nicht? Nein, er selbst ist nicht im Geringsten seinen -eigenen Gesetzen unterworfen. Alles an uns ist vielmehr von unserer -Konstitution und der Zusammensetzung und Bewegung unserer Säfte abhängig. -Nichts kann sich diesen widersetzen, nichts sie ändern als die Zeit, die -alles zerstört. Meine Sinne wachsen in der Vereinigung des Geschlechts. Sie -wachsen an Eindrücken, deren wir nicht Herr werden können. Warum berührt, -verführt und inspiriert der eine Sinneseindruck das Begehren eines -bestimmten Menschen, während er auf einen anderen überhaupt nicht wirkt? -Wir sind einer Person besonders zugeneigt? - -Wohlan, so erscheinen uns sogar ihre Fehler liebenswert. Sowohl solide -Bindungen als auch vorübergehende Leidenschaften finden sich in dem -Lebenskreis, den wir zu durchschreiten haben. Wenn wir bei unseren -Bestrebungen auf Widerstand stoßen, wird sich die Eigenliebe erheben und -all ihre Kräfte einsetzen, um diesen Widerstand zu überwinden und jene, die -wir am meisten schätzen und lieben, an uns zu fesseln. Schließlich werden -Begierde, Ehrgeiz und Habsucht -- Eigenschaften, die alle Menschen während -ihres Lebens verfolgen -- unsere Handlungen bestimmen und sie -notwendigerweise in eine Kette von Umständen zwingen, die das Muster -ausmachen, das unser Leben formt. Diese drei Beweggründe, die man mit den -schmeichelhaftesten Namen zu umschreiben und auf das vollkommenste zu -verschleiern sucht, sind die einzigen, die den Menschen in Bewegung halten -und ihn regieren. Bei einem Individuum wird nur eines dieser Motive bei -seinen Handlungen im Vordergrund stehen, bei einem anderen vielleicht zwei -oder auch alle drei, je nach den Anlagen und ihrer Entwicklung. Wenn man -von der Natur ein Herz bekommen hat, das für starke und dauernde -Leidenschaften, für eine zarte und innige Bindung empfänglich ist, wird die -Ähnlichkeit des Temperaments und der Charaktere eine Vereinigung bewirken. -Man ist weniger von der Wonne leiblicher Vereinigung erfüllt als vielmehr -von der süßen Zufriedenheit, welche aus der Harmonie von Geist und -Geschmack entspringt. Es ist verächtlich, aus eigener Schuld das Blumenband -der Freundschaft zu zerstören. Mag diese zarte Kette auch noch so leicht zu -brechen sein, so ist der Verlust, der aus dieser törichten Handlung folgt, -doch unersetzlich. Es ist allerdings richtig, daß man die Sensationen der -Lust in diese intimen Bindungen der Menschen gemischt hat. Doch glaube mir, -ihr Ursprung ist völlig anderer Natur. - -Es gab eine Zeit, meine liebste Laurette, wo man alles, was ich Dir über -diese Dinge sagen kann, für eine Fabel gehalten hat, während es doch der -Gesetzmäßigkeit der Natur entspringt. Früher oder später kommt die -Gewohnheit, welche, ohne die liebenswürdigen Bindungen der Gefühle zu -zerstören, doch die Lebhaftigkeit der Begierden, die Feinheit der Wollust -erlahmen läßt, so daß diese nur durch ein neues Objekt wieder zum Leben -erweckt werden können. Diese Begierden aber scheinen mit unserer Existenz -unlösbar verbunden und lassen uns den Reiz und Wert des Lebens erst richtig -bemerken. Doch hier gilt es eine schwierige Entscheidung zu treffen. - -Hat man genügend Vernunft und Festigkeit, um ein Gebilde der Phantasie zu -opfern, eine Laune, einen augenblicklichen Einfall, der die Harmonie einer -innigeren Bindung zerstören könnte, so soll man nicht zögern, dies zu tun. -Aber zerstört die Eifersucht nicht noch viel mehr als eine vorübergehende -Untreue? Ist es nicht viel klüger, sich ohne Groll und Widerwillen den -Gesetzen der Natur zu überlassen, deren Macht doch unbesiegbar ist? Hören -wir ihre Stimme, die aus allem spricht! Schließen wir unsere Augen nicht -vor ihr, haben wir Verständnis für das, was sie uns zeigen und sagen will! -Sie verkündet in allem den Wandel, ja noch mehr, das Ende. - -Warum sollten wir uns über ein Gesetz beklagen, das wir nicht ändern -können, dem wir absolut unterworfen sind, und das nicht weniger mächtig ist -als das der Zerstörung, dem alles Sein ausgeliefert ist? Unsere Eigenliebe -und unser Egoismus sträuben sich dagegen, und doch entspricht diese -Erkenntnis den Gesetzen der Natur. - -Betrachten wir nur die Tiere, meine liebe Laurette. Sieht man etwa die -Weibchen mit jenen Männchen verbunden, die sie im Vorjahr gehabt haben? -Selbst die Turteltaube, von der wir ein ebenso rührendes wie grundfalsches -Bild gezeichnet haben, bleibt nur so lange im gleichen Nest, als ihre Brut -ihrer bedarf. Und noch im selben Sommer sucht sie sich einen anderen -Liebsten. Suche nach anderen Beispielen in der Natur, Du findest ihrer -genug. Denn was ist der oberste Zweck der Natur? Die Vermehrung des Seins. -Nur um die Geschöpfe dadurch zur Vermehrung anzuregen, hat sie so viel Lust -in die Geschlechtsvereinigung gelegt. Diese Lust ist so groß, daß sie uns -sogar gegen unseren Willen zu Handlungen treibt, welche sie hervorrufen. -Wenn wir beide dieses Ziel der Natur umgangen haben, so sind es unsere -Sitten und Vorurteile, die uns dazu gezwungen haben. Grundsätzlich jedoch -ist dieser Plan der Natur so offensichtlich, daß ein Mann von guter -Konstitution sogar mit einer Frau zu fruchtbarer Vereinigung kommen kann, -die er überhaupt nicht kennt. - -Wenn es zuweilen unter beiden Geschlechtern Leute gibt, die dem Willen der -Natur gegenüber unempfindlich erscheinen, so ist das nur ein Fehler in der -Veranlagung, der die allgemeinen Gesetze nicht zu zerstören vermag. - -Ich muß allerdings gestehen, daß der Vorzug der Fruchtbarkeit, den die -Männer genießen, den Frauen nicht gegeben ist. Zumeist können sie nur ein -einziges Lebewesen hervorbringen. Es gibt Männer, die daraus einen Vorteil -ziehen, ohne die bedauerlichen Wirkungen einer Mischung der -Samenflüssigkeit zu bedenken. Wenn sich nämlich ein Keim in den Tiefen der -Matrix festgesetzt hat und nach einiger Zeit derselbe Mann oder auch ein -anderer einen neuen Keim befruchtet und ins Leben ruft, kann die Matrix -eine zweite Frucht hervorbringen und selbst eine dritte. Doch liegt dies -nicht im Sinne der Natur. - -Hat die Natur die Männer mit allen möglichen Vorzügen ausgestattet, so hat -sie sich doch auch den Frauen gegenüber nicht ganz und gar als Rabenmutter -erwiesen. Diese tragen nämlich ein lebhaftes und immerwährendes Verlangen, -einen unersättlichen Appetit in sich, eine Frucht des Lebens zu empfangen -und zu tragen. Wenn der eine Mann dieses Verlangen nicht stillen kann oder -will, so führt sie ein Gefühl, das stärker ist als alle Vorurteile, zum -nächsten. Doch die Wahl hängt von ihrem Geschmack ab. Warum sollten sie -auch die Umarmungen und Liebkosungen eines Mannes dulden, den sie -verabscheuen? Was könnte aus einer Verbindung Gutes hervorgehen, gegen die -sie sich auflehnen? Wie viele Beispiele hat man dafür gesehen? Solche -unglücklichen Bindungen, die leider nur zu häufig sind, haben die -Möglichkeit einer völligen Trennung bitter notwendig. - -Die menschliche Existenz, die natürliche Konstitution des Menschen, gibt -ihm das Recht zu wählen und selbst zu wechseln, wenn er sich getäuscht -sieht. Nun wohl, wer täuschte sich nicht? Schließlich ist es dieses Recht -zu wählen, das die Frau unbeständiger und treuloser macht als die Männer, -die sich eher an die allgemeinen Gesetze halten. Wenn nun in den Frauen -wegen der Beschaffenheit ihres Geschlechts ein größerer Grad von Wollust, -ein lebhafteres und dauerhafteres Vergnügen als in uns Männern lebendig -ist, so werden sie in gewisser Weise für die Beschwerden und Schmerzen -entschädigt, denen sie unterworfen sind. Welche Ungerechtigkeit, aus diesen -natürlichen Eigenschaften ein Verbrechen zu machen! Sind die Frauen etwa -die Urheberinnen ihres Temperaments? Von wem haben sie es empfangen? Ihre -Einbildungskraft, die auf Grund der Feinheit und Sensibilität ihrer Organe -so leicht erweckt wird, ihre exzessive Neugierde und ihr leicht erregbares -Temperament gaukeln ihnen Bilder vor, die sie heftig bewegen und die sie -der Realität ihrer Begierden um so leichter zugänglich machen. - -Betrachten wir doch die Unannehmlichkeiten, die durch die Eifersucht, -dieses Lieblingskind unserer Eigenliebe und unseres Egoismus, verursacht -werden! Sind die Frauen diesem Übel nicht ungleich stärker unterworfen als -die Männer? Finden wir uns doch mit den Eigenarten des weiblichen -Charakters ab! Machen wir ihnen das Joch leicht, das die Natur ihnen -aufgebürdet hat! Binden wir sie mit losen Ketten, um ihren Geist zu -fesseln, ihr Herz zu unterjochen und die Unbeständigkeit zu bändigen, die -ihnen die Natur verliehen hat! Halten wir ihnen ihre Schwächen zugute, um -sie uns nicht zu entfremden, was ohne Zweifel geschehen würde, wenn sie die -Bürde der Ketten, mit denen die Liebe sie beladen möchte, zu drückend -empfänden. Ohne diese unsere Großzügigkeit wäre die schönere Hälfte des -Menschengeschlechts recht unglücklich. Doch wie bedauerlich ist es, daß -diese Grundsätze von dem weitaus größten Teil unserer zivilisierten Welt -nicht befolgt werden. Es ist vor allem die Unduldsamkeit, welche die -Untreue der Frau zu einem solch beklagenswerten Verhängnis werden läßt. Und -doch, glaube mir, liegt es vor allem an uns Männern, durch Klugheit und -Weitblick die Frauen vor den furchtbaren Folgen zu bewahren, welche ihre -Unabhängigkeit für sie haben kann. Denn so natürlich diese Unbeständigkeit -auch Deinem Geschlecht erscheinen mag, so entsteht daraus doch zuweilen das -größte Unheil. Bedenken wir nur die unglücklichen Resultate, die diese -fatale Neigung bei den Frauen häufig zeitigt, während die Untreue der -Männer zumeist keine solchen Folgen nach sich zieht! - -Ich werde Dir den Grund dafür an einem einfachen Beispiel beweisen. Wenn -man in zwanzig verschiedene Gefäße denselben Wein füllt und diesen dann in -einem Gefäß mischt, so wird er in seinem Geschmack und seiner Qualität -unverändert sein. Doch wenn man in einem einzigen Gefäß zwanzig -verschiedene Flüssigkeiten zusammengießt, so wird sich daraus eine Mischung -ergeben, welche die natürlichen Eigenschaften jeder dieser Flüssigkeiten -verändert. Und wenn man auch nur einen Tropfen davon in ein Gefäß schüttet, -in dem sich eine unvermischte Flüssigkeit befindet, so wird diese dadurch -verdorben werden. - -Aus diesem Beispiel kannst Du leicht Deine Folgerungen ziehen. Wenn sich -ein Mann mit mehreren Frauen vereint, kann daraus kein Übel entstehen. Sein -Verhalten ist vielmehr dasselbe, wie wenn man ein und dieselbe Flüssigkeit -in mehrere Gefäße füllte. Aber wenn eine Frau, selbst eine gesunde Frau, -sich hintereinander mit mehreren Männern verbindet, so wird diese -Vermischung der Samenflüssigkeit in ihr, selbst wenn die Männer ihrerseits -ganz gesund sein sollten, doch die gefährlichsten Folgen zeitigen. - -Wenn ein Mädchen, eine junge, reizende, freie und unabhängige Frau, die dem -Pöbel entstammt und daher keine Erziehung genossen hat und keine -hinreichenden Vorkehrungen trifft, infolge ihrer eigenen Arglosigkeit oder -aus Nachgiebigkeit gegenüber der Lockung jener alten Hähne, die auf ihre -Reize scharf sind, sich in diesen schrecklichen Zustand versetzt, so werden -die Folgen unausbleiblich sein. Hat sie sich nun infolge ihres Temperaments -oder weil sie den Charakter einer Libertine hat, verführen lassen, mehrere -Männer in rascher Reihenfolge zu empfangen, wird sie dies zu ihrem eigenen -Schaden tun, und sie wird ohne Zweifel ein Opfer der Ansteckung sein, auch -wenn diese Männer an und für sich gesund sein mögen. Die Mischung der -Samenflüssigkeit in ihrem Innern hat die schädlichsten Folgen. Sie wird an -weißem Ausfluß und Geschwüren der Gebärmutter zu leiden haben, wenn ihr -nicht noch Schlimmeres bevorsteht. Die Samenflüssigkeit dieser -verschiedenen Männer, die einander infolge der Verschiedenheit des -Temperaments oder infolge der Verschiedenheit ihres Gesundheitszustandes -widersprechen, zerstört die Gesundheit der Frau, die sie in sich -aufgenommen hat. Vor allem jene, die an Hautkrankheiten leiden, übertragen -diese häufig auf die Frauen, mit denen sie sich verbinden. Gar nicht zu -reden von jenen anderen, die an chronischen Geschlechtskrankheiten leiden, -ohne daß deshalb ihre Potenz zerstört wäre. Alle diese Stoffe, die sich an -ein und demselben Ort treffen, verursachen mit beinahe absoluter Sicherheit -ein Gift, das viel wirksamer ist als jeder einzelne Krankheitsstoff für -sich allein. Das beweist, daß die Frauen nicht für die physische Untreue -gemacht sind und noch weniger für die Prostitution, der sich so viele von -ihnen ergeben. - -Du ersiehst aus dem Gesagten wohl, daß die physikalischen Erkenntnisse -sowie Vernunft und Erfahrung es gewiß erscheinen lassen, daß von dem -Augenblick an, da sich die Frauen der Freizügigkeit ihres Temperaments -auslieferten, die venerische Ansteckung sich an den Quellen des Lebens -verbreiten mußte. Unglücklicherweise ist sie aus den niedrigsten -Volksschichten, wo sie vielleicht ihren Ausgang genommen hat, bis zu den -Spitzen der Gesellschaft emporgestiegen. - -Doch da dies nun einmal geschehen ist, erscheint es ohne Zweifel notwendig, -daß erleuchtete und kluge Männer, die durch eine lange Erfahrung weise -geworden sind, versuchen, ein Mittel zu finden, das die verheerenden Folgen -dieser geschlechtlichen Vergiftung aufhebt. Es gab genügend solche Männer, -die, mögen sie auch dem Spott und dem Geschrei des Pöbels ausgesetzt sein, -doch ihren Zeitgenossen ebenso nützlich sind wie künftigen Generationen, -indem sie die Schäden zu beseitigen suchen, die aus der Prostitution der -Frauen für alle Welt entstanden sind. - -Das ist übrigens auch ein Vorteil dieses Schwämmchens, das ich Dich -benützen lehrte. Aber die Anwendung desselben allein genügt nicht. Die -Flüssigkeit, mit der es präpariert ist, zerstört zwar die Kraft des -männlichen Samens, aber das Gift, das durch die Vermischung der Säfte auf -den weiblichen Körper einzuwirken vermag, ist oft stärker. Immerhin reicht -diese Vorsichtsmaßnahme in vielen Fällen, die verheerenden Folgen einer -Infektion zu verhindern. - -Es gibt indessen noch eine stärker wirkende Flüssigkeit. Eine Frau, die -ihren Gebärmuttermund durch ein mit dieser Flüssigkeit durchtränktes -Schwämmchen verschließt, kann sich ohne Risiko mit mehreren Männern paaren, -ja, sie kann sogar einen kranken Mann empfangen. Kommt ihr der Verdacht, -daß ein Mann krank sein könnte, zu spät, so kann sie das Schwämmchen -hinterher mittels der seidenen Schnur entfernen und sich durch eine -Waschung mit derselben Flüssigkeit reinigen, um danach ein anderes -Schwämmchen, das auf dieselbe Weise getränkt ist, wieder einzuführen. Man -kann diese Schwämmchen auch in eine starke Lösung einer solchen Flüssigkeit -tauchen und sie hernach wieder in Gebrauch nehmen. - -Auch ein gesunder Mann kann sich im Verkehr mit einer Frau, die er im -Verdacht einer venerischen Erkrankung hat, schützen, indem er ein mit -vorbeugender Flüssigkeit getränktes Schwämmchen in ihre Vagina einführt. -Doch sollte er nach dem Verkehr sein Glied in dieser Flüssigkeit waschen. -Dazu kann man ein Glas oder Porzellangefäß verwenden. Noch sicherer ist es, -wenn man in den Harnkanal etwas von dieser Flüssigkeit einführt. Dazu kann -man eine kleine Elfenbeinröhre -- doch niemals einen Metallgegenstand -verwenden. Will der Mann eine sehr köstliche Sensation erleben, soll er -diese Flüssigkeit zur Hälfte mit Rosenwasser mischen. Ich würde Dir das -nicht sagen, meine Liebe, wenn ich nicht die entsprechende Erfahrung -gemacht hätte. - -Auch könnte ich Dir, meine liebe Laura, noch eine Reihe von anderen -Beweisen dafür geben, daß die Natur den Frauen nicht dasselbe Recht auf -Untreue gegeben hat wie den Männern. Doch anderseits ist es sicher, daß sie -in ihr Herz und ihren Charakter mehr Unbeständigkeit gelegt hat als in -unser Geschlecht. Ah, wie glücklich sind wir, wenn ein Liebesobjekt unser -wahres Gefühl erweckt! Sollten wir da nicht ein kleines Opfer bringen, um -einen großen Verlust zu vermeiden?« - -Gerechter Himmel, wie tief war doch seine Erkenntnis des menschlichen -Herzens! Du wirst mir das ohne Zweifel zugestehen. Durch dieses Gespräch -nahm er mir eine Last von der Seele. Er gab mir meine Ruhe wieder und -erfüllte mich mit vollkommener Freude. - -Ich wollte allerdings noch einen gewissen Verdacht klären, den unsere -ländliche Orgie damals in mir erweckt hatte. Zwar zögerte ich anfangs, ihn -danach zu fragen, aber schließlich wagte ich es doch. - -»Ich möchte Dich noch etwas fragen, mon cher, und ich bitte Dich, mir offen -darauf zu antworten.« - -»Wie? Meine Laurette, könnte ich Dir das unwürdige Beispiel der Verstellung -geben, nachdem ich mich immer bemüht habe, in aller Aufrichtigkeit mit Dir -zu reden? Sprich offen, und ich werde Dir offen antworten.« - -Ich rückte also unbefangen mit meinen Zweifeln heraus. - -»Als wir damals jenen Landausflug machten und Du eine gewisse Bedingung -stelltest, um meiner Torheit Vorschub zu leisten, habe ich mir eingeredet, -daß die Reize dieses hübschen Jungen dein Verlangen ebenso erweckt hätten -wie meines und daß Du, um Dich daran zu ersättigen, diese Bedingung -gestellt habest. Habe ich mit dieser Vermutung recht gehabt?« - -»Ah nein, wie Du Dich täuschst, meine Liebste! Ich war begehrlich, das -stimmt. Du hast das untrügliche Zeichen dieses Verlangens ja gesehen. Wer -hätte in einer Situation wie dieser nicht ähnlich empfunden? Aber in erster -Linie waren die Vorzüge Deiner eigenen Person die Ursache dieser -Empfindungen. Ich muß Dir gestehen, daß mir die Vorliebe mancher Männer für -ihr eigenes Geschlecht immer bizarr erschien, wenn man sie auch bei allen -Nationen finden mag. Diese merkwürdige Leidenschaft erscheint mir vor allem -deshalb extravagant, weil sie alle Gesetze der Natur verletzt, es sei denn, -daß ein akuter Mangel an Frauen uns unsere Zuflucht zu unserem eigenen -Geschlecht nehmen läßt. Man kann dies in Schulen, Klöstern, Gefängnissen -und überall dort, beobachten, wo die Frauen aus dem Leben der Männer -ausgeschlossen sind. Doch werden diese Unglücklichen, welche die Reize der -Frauen entbehren müssen, immer wieder zu diesen zurückkehren, wenn sie die -Möglichkeit dazu haben. - -Etwas anderes ist es mit der Neigung der Frauen für ihr eigenes Geschlecht. -Diese scheint mir nicht so unnatürlich. Ich glaube vielmehr, daß die -Zärtlichkeit ihres Betragens untereinander sie sehr leicht verführt, mit -ihren Geschlechtsgenossinnen eine intime Bindung einzugehen. Auch stört -diese Neigung zumeist ihre Vorliebe für unser Geschlecht nicht im -Geringsten. Tatsächlich werden diese armen Geschöpfe doch zeitlebens einem -gewissen Zwang unterworfen. Man sperrt sie in Klöster ein, bei nahezu allen -Nationen macht man aus ihrem Heim ein Gefängnis. - -Diese Abgeschlossenheit erzeugt in ihnen die Illusion, daß sie wenigstens -in den Armen ihrer Geschlechtsgenossinnen jene Wonne suchen und finden -könnten, nach der ihre Natur verlangt, wenn ihnen schon der natürlichere -Umgang mit Männern verwehrt ist. Und da dieses unzweifelhafte Vergnügen, in -dem sich Schönheit, Grazie und Jugendfrische mischen, für sie völlig -ungefährlich ist, geben sie sich ihm nach den ersten schüchternen -Versuchungen mit einer gewissen Leidenschaft hin. Sie riskieren nichts und -sie gewinnen viel in einer solchen zärtlichen Bindung. - -Bei den Männern ist das etwas anderes. Im Allgemeinen mangelt es ihnen -nicht an Frauen, und es ist für sie nicht halb so gefährlich wie für jene, -ihren Wünschen nachzugehen. Sie haben also recht wenig Grund, sich mit -ihresgleichen einzulassen. Übrigens scheint es mir im Ganzen als pervers, -und Du darfst mir glauben, daß es damals mit Vernol das einzige Mal war, -daß ich etwas dergleichen getan habe. Doch wenn mir diese Methode der Lust -auch bei den Männern höchst bizarr erscheint, so finde ich es doch ganz -natürlich, eine Frau gelegentlich von hinten zu nehmen. Ja, ein schlecht -ausgerüsteter Mann ist in einer weiten Vagina so gut wie verloren und daher -beinahe gezwungen, es mit einem engeren Weg zu versuchen, um auf dem Feld, -das er beackert, die Lust zu empfangen, nach der er strebt. Und übrigens -gibt es sogar eine ganze Anzahl von Frauen, die nicht anders erregt werden -können als auf diesem Weg. - -Doch um auf die Gründe zurückzukommen, die mich damals veranlaßten, Vernol -zu nehmen: Meine Liebe und mein Begehren galten Dir, und nur dir allein. -Aber ich habe, wie Du weißt, keine Vorurteile. Dazu kam ein lebhaftes -Verlangen, Dich von allen Seiten zu befriedigen und all Deine Gefühle zu -wecken. Auch wollte ich, daß Du die Verschiedenheit des Genusses kennen -lernen solltest. Dazu kam, daß ich Vernol seinen Genuß nicht allein zu -gönnen vermochte, ich wollte daran teilnehmen. Auf welch andere Weise hätte -ich dies erreichen können, ohne in Deinem Herzen als ein eifersüchtiger -Tyrann zu gelten? Hätte ich mich Deinem Verlangen nach Vernol widersetzt, -würde ich vielleicht Deine Zärtlichkeit und Dein absolutes Vertrauen -verloren haben. Das konnte ich nicht riskieren, umso weniger, als ich nur -auf Dein Herz eifersüchtig bin. Anderseits konnte ich Dich nicht in den -Armen Vernols sehen, der sich meine Gefühle für Dich anmaßte, nur um eine -Eroberung, die mir so viel bedeutete, dann als ein hübsches Abenteuer zu -betrachten. Ich wollte, daß er sich, ebenso wie Rose, nicht dieser Lust -erinnern könne, die er in deinen Armen empfing, ohne zur selben Zeit daran -zu denken, daß er dafür mit seiner eigenen Person hatte bezahlen müssen. -Und ich hoffte, daß diese Erinnerung seinen Gedanken und seiner Zunge einen -Zaum auferlegen würde. Ich habe ihn mit umso mehr Grund in der Art der -Frauen benutzt, weil Männer kaum je klug und diskret genug sind, das Gute, -das ihnen widerfahren mag, für sich zu behalten. Um Dir die Ehrlichkeit -meiner Gründe zu beweisen, erinnere ich Dich daran, daß Rose von mir nicht -auf diese Weise behandelt wurde, obwohl das bei einer Frau doch um vieles -natürlicher erschiene als bei einem Mann. Doch sie war mir dazu nicht -wichtig genug. Und obwohl dies das erste Mal gewesen wäre, sie auf diese -Weise zu besitzen, habe ich es doch Vernol überlassen, ihre zweite -Jungfernschaft zu brechen. Urteile nun selbst, ob ich Dich täusche.« - -Seine Antwort überzeugte mich. Ich umschlang ihn mit meinen Armen, ich -drückte ihn an mein Herz, ich erstickte ihn beinahe mit den Beweisen meiner -Liebe. - -»Mein Liebster, nie, nie wieder werde ich Deine Güte und Deine Liebe für -Deine Laurette bezweifeln. Glaube mir, von nun an soll jeder Atemzug meines -Lebens Dir geweiht sein. Ich will Dich zum Gefährten meiner Lust wie meiner -Sorgen, ja selbst meiner geheimsten Gedanken machen. Die Beständigkeit und -Treue meines Herzens sollen Dir die Innigkeit eines Herzens beweisen, das -nur für Dich schlägt.« - -Ich genoß in der Folge vier köstliche Jahre, die erfüllt waren von Frieden -und süßem Glück. Er war all meine Seligkeit. Behütet und behütend, liebend -und wiedergeliebt genoß ich das Glück seiner innigen Zuneigung jeden Tag -aufs neue. Nichts trübte mein Glück außer dem Tod unserer lieben Lucette. -Ihr Andenken ist mir für immer teuer. Dies ist die Frucht der tiefen -Zuneigung, die wir für einander empfanden. War nicht ihr ganzes Verhalten -von der zärtlichen Liebe erfüllt gewesen, die sie meinem Vater und mir -entgegengebracht hatte? Ich hatte den Unterschied zwischen ihr und Rose -wohl erkannt und die Verbindung mit ihr viel höher eingeschätzt als jene -mit der flatterhaften Rose. Doch ach, der Verlust, den ich durch sie -erlitt, war nur ein schwacher Vorgeschmack jener Qualen, jener -nachtschwarzen Kümmernisse, die gar bald über mich hereinbrechen sollten. -Ach, meine Eugenie, wozu diese Wunde aufs Neue aufreißen? Wozu meinen -Schmerz erneuern? - -Die Erinnerung an mein Unglück zerreißt mein Herz. Nein, ich will nicht -noch einmal darüber sprechen . . . - - - - -9. Kapitel - - -Und doch, meine teure Freundin, muß ich dieses schreckliche Gemälde des -Schmerzes vor Dir ausbreiten. Ah, Deine Laurette ist nicht mehr sie selbst, -mein Herz blutet, erschüttert läßt meine Hand die Feder sinken, ein wildes -Schluchzen schnürt mir die Kehle zu. Meine Augen sind eine Quelle der -Tränen geworden. Vielleicht hätte Deine Freundschaft sie trocknen können, -wenn ich bei Dir gewesen wäre. Endlich, nach einem neuen Ausbruch der -Verzweiflung finde ich die Kraft, mein Unglück vor Deinen Augen -auszubreiten. - -Du weißt, daß ich gerade zwanzig Jahre alt geworden war, als mein Vater, -der zärtlichste und liebenswürdigste aller Väter und zugleich der -wundervollste und anbetungswürdigste Liebhaber, dessen Leben ich nur zu -gern mit meinem eigenen erkauft hätte, dessen Verlust für mich unersetzlich -ist, durch eine Lungenkrankheit hinweggerafft wurde. - -Ach, alle Kunst der Ärzte war an ihm vergeblich. Ich verließ ihn niemals, -ich weilte Tag und Nacht an seinem Bett, das ich heimlich mit meinen Tränen -benetzte. Ich versuchte sie vor ihm zu verbergen, doch mein bebender Mund -verriet ihm meine Verfassung. Er war gerührt und wollte mir seinen Zustand -verbergen. Er bat mich, ihn für etliche Stunden zu verlassen, um -auszuruhen, aber ich brachte es nicht übers Herz. Kaum, daß ich auf die -Ratschläge hörte, die er mir gab. Denn er erkannte die Situation und -begegnete ihr mit Entschlossenheit. Schließlich traf mich der entsetzliche -Schlag. Ach, meine Lippen empfingen seine letzten Seufzer. - -Welch ein Verlust für mich, Eugenie, meine liebe Eugenie! Meine Augen -starren blicklos auf das Papier, auf dem ich darüber berichte. Ich war ihm -tausendmal mehr zugetan, als wenn er mein wirklicher Vater gewesen wäre. Er -hatte mich einst mit dem Comte de Norval bekannt gemacht, dessen -Vergnügungen ich mein Leben verdanke. Ich habe ihn ohne die geringste -Bewegung, ohne ein anderes Interesse als dem einer gewissen Neugier -betrachtet. - -Wo ist nur diese innere Stimme, habe ich mich gefragt, die uns denen in die -Arme führt, die uns das Leben gegeben haben? Welch eine nutzlose Chimäre! -Unser Herz spricht aber nur für jene, die unser Glück und unsere -Zufriedenheit geschaffen haben. - -Der Schatten des Schmerzes, der auf mir lag, die Verzweiflung und -Zerrissenheit meines Herzens machten es mir unmöglich zu schlafen. -Schließlich wurde ich selbst schwer krank. Ich wollte sterben. Doch meine -Stunde war noch nicht gekommen, und meine Jugend fand Mittel und Wege, um -mich zu retten. Doch selbst als ich meine Kräfte wiedergewonnen hatte, fand -ich nur einen Gedanken: Den, mich lebendig zu begraben. Ich hatte alles -verloren. Das Leben war mir hassenswert geworden. So schien nun das Kloster -das einzige Ziel meines Verlangens. Ach, wie hatte ich jemals glauben -können, dort meine Leiden zu enden? - -Mein Schmerz wäre heute noch so stark wie je zuvor, wenn Du ihn nicht -gelindert hättest. Erlaube mir, meine schöne und zärtliche Freundin, daß -ich zu meiner eigenen Genugtuung vor Deinen Augen das Bild jener süßen -Augenblicke ausbreite, die ich bei Dir verbrachte und durch die Du einen -heilsamen Balsam in mein wundes Herz gegossen hast. Diese starke Erregung, -die man Sympathie nennt, dieses Interesse, das man am Unglück eines anderen -nimmt, dem man sich verwandt weiß, ließ Dich für mich fast vom ersten -Augenblick an Freundschaft empfinden. Du durchschautest den Zustand meines -Herzens, ohne die Gründe zu kennen. Du ließest meinen Tränen freien Lauf, -Du hast deine Zelle verlassen, um meinen Schmerz zu lindern. Deine Jugend, -Deine Grazie, Deine Reize und dein Geist verliehen Deinen Gesprächen -Gewicht. Du hast meinen Kummer und mein Bett geteilt. - -Wie erstaunt war ich über die Schätze, die Dein Nonnengewand und Dein -Schleier mir verbargen! Dieser Anblick rührte ein lebhaftes Gefühl, und -damit auch die Erinnerung an meine Leiden wieder auf. Du hast meine Tränen -fließen sehen, Du warst darüber erstaunt. Du wolltest die Ursache meines -Kummers kennen lernen und ein Geheimnis enthüllen, das ich vor aller Welt -verborgen sehen wollte. Ich reagierte kaum auf Deine Fragen, so sehr befand -ich mich in einem Zustand innerer Abgestumpftheit. Ohne die Empfindung des -Schmerzes, die mich ganz ausfüllte, wäre ich tot gewesen. Doch da empfing -ich die Zuneigung einer Freundin. Ich hatte nicht geglaubt, daß ich -überhaupt noch für ein menschliches Gefühl empfänglich sein würde. In -diesem Augenblick merkte ich wohl, wie sehr Lucette mir fehlte. Ich glaubte -nicht, daß jemals irgendjemand sie ersetzen könnte. Wie hätte ich annehmen -können, daß ich diese Freundin just unter der Maske finden würde, die Du -trägst? Doch Dein Charakter, Dein Temperament, Deine Seele offenbarten sich -mir bald in all ihren Reizen. Ich begann Dich zu beobachten, und diese -Beobachtungen fielen sehr zu Deinen Gunsten aus. Deine Freundschaft und -Dein Vertrauen weckten schließlich auch meine Gefühle für Dich. Dein -Geständnis ließ auch mich Dir gegenüber Offenheit üben, und so fand ich in -Deinen Armen den Trost, dessen ich so sehr bedurfte. - -Mit welcher Genugtuung erinnere ich mich an jene Nacht, da Du mir sagtest: -»Meine liebe Laurette, ich habe Grund zu vermuten, daß Du einen schweren -Kummer mit Dir herumträgst. Doch vielleicht kann ich Dir helfen, indem ich -Dir die Ursache des meinen enthülle. So habe ich vielleicht die Genugtuung, -Deinen Schmerz durch den meinen zu heilen.« - -Du dachtest mit Recht, daß ich, die ich das Geheimnis meines Herzens so -strikt zu bewahren vermochte, auch Deines so hüten würde. Und Du hast Dich -nicht getäuscht. Ich glaube Dich noch reden zu hören, als Du mir sagtest: -»Hör zu, mein Herz! ja, auch ich liebe, so zärtlich wie eine Frau nur zu -lieben vermag. Aber ach, ich habe das grausame Unglück, dem Leben einer -Nonne ausgeliefert zu sein. Diese honigsüßen, betrügerischen Beguinen haben -meine unerfahrene Jugend hier eingemauert und meine Hoffnungen in diesem -elenden Gefängnis begraben. Meine Unwissenheit ließ mich die ewigen -Gelöbnisse ablegen. Ach, seither foltern mich meine Begierden, deren Opfer -ich bin. In der Nacht flieht der Schlaf meine Augen, und während des Tages -ödet alles mich an. Meine Seele ist wie abgestorben. Urteile selbst über -meinen Zustand. Frei wie Du bist, kannst Du Dich wenigstens einem Liebhaber -überlassen, der Deine Reize zu schätzen wissen wird, die ich sehe und -berühre.« - -Deine Hand, die sich bei diesen Worten auf meine Brust gelegt hatte, ließ -mich zusammenschauern. »Ah, liebste Eugenie«, rief ich mit Leidenschaft, -»das ist ja der Grund meines Kummers. Ich habe einen Geliebten verloren, -den ich anbetete, und der Tod hat mich selbst verschont. O Himmel, warum -bin ich nicht statt seiner gestorben?« - -Aber da ist er . . . ja, er ist es, den ich halte . . . Ich reiße Dich in -meine Arme. Du hast mir eine süße Illusion gegeben. Doch ach, der Teil -Deiner Reize, den meine Hände erfassen, bringt mich zu mir selbst zurück. -Das, was Dir fehlt, zerstört das holde Phantom, das meine Phantasie sich -geschaffen hat. Dabei sollten Deine Reize meine Zunge doch zu wahren Elogen -anspornen. Deine Brüste, Deine Schenkel, Dein Haar, Deine Liebesgrotte, -alles bot sich meinen bewundernden Augen. Schließlich erlöste mich der -Anblick so vieler Vorzüge von meinem Schmerz. - -»Ah, welche Wonne für Dich und Deinen Liebhaber«, rief ich, »wenn er Dich -in seinen Armen hielte wie ich Dich jetzt halte.« - -Du möchtest etwas wissen, Du schwankst, Du versuchst mich zu fragen und -wagst es nicht. Schließlich nimmst Du Deinen Mut zusammen und fragst mich, -ob ich diese Vergnügen denn kenne und ob sie wirklich so groß seien, wie Du -gehört habest. Ich gestehe Dir das ein und zeichne Dir ein reizendes Bild -davon, das Dich entzückt, ohne Dich zu überzeugen. - -»Du mußt diese Wonnen kennen lernen«, rief ich. »Wie? Du bist siebzehn -Jahre alt und kennst sie nicht? Wenn Du willst, werde ich Dich wenigstens -einige davon kosten lassen.« - -Deine Neugier und Dein Verlangen, das meine Zärtlichkeiten in Dir erweckt -hatten, ließen Dich zustimmen. Der Eifer, Dich meinerseits zu trösten und -Dich von den Schatten Deiner Unwissenheit zu befreien, linderte meinen -Schmerz. Du warst für meine Lockungen bereit. Ich breitete Deine Schenkel -aus, ich liebkoste die Lippen Deiner kleinen Grotte, die wie frische Rosen -waren. Doch noch wagte ich meinen Finger nicht vordringen zu lassen. Du -warst noch nicht genügend eingeweiht, um in dem ersten flüchtigen Schmerz -eine Ahnung der Lust zu entdecken. Schließlich gewann ich den Preis der -Begierde, und Deine reizende kleine Klitoris, die ich liebkoste, brachte -Dich in eine leidenschaftliche Ekstase. - -Ah, ihr Götter! Welch wundersame Wonne! Augenblicklich hast du mich zu -Deinem Liebhaber gemacht. Du hast mich mit Küssen überhäuft. Deine Hände -irrten über meinen Körper. Gar zu gern wolltest Du mir denselben Dienst -erweisen, den ich Dir eben erwiesen hatte, aber mein Körper war noch zu -sehr vom Schmerz überschattet. So widerstand ich den Bemühungen Deiner -zärtlichen Hände. Doch nahm ich Dich in die Arme und wiederholte meine -Zärtlichkeiten. Es dauerte nicht lange, so warst Du wieder in jenem Zustand -der Erregung. Ich konnte Dich mühelos überreden. - -»Nun gut«, sagtest Du mir mit dieser reizenden Lebhaftigkeit, die ich so an -Dir schätze. »Mach mit mir, was Du willst.« - -Ich liebkoste Deine kleine Grotte aufs neue und ließ dann meinen Finger -behutsam eindringen, während ich Dich mit der anderen Hand kitzelte. Das -Vergnügen erschien Dir, da es mit einem süßen Schmerz vermischt war, noch -einmal so lebhaft. So bin ich also jene glückliche Sterbliche geworden, die -Deine Jungfernschaft, diese kostbare und seltene Blüte der Frauen, -gepflückt hat. - -Nachdem ich mit Dir so vertraut geworden war, zögerte ich nicht, Dir mein -Herz ganz zu öffnen, um Dich Schritt um Schritt auf jenem Weg der Wollust -weiterzuführen. Meine Hand war es, die dich von den Hemmnissen Deiner -Unwissenheit und den Vorurteilen eines Kindes befreite. Die Furcht vor -einer Schwangerschaft konnte Dir nichts mehr anhaben, ich habe Dich durch -meine Erfahrung belehrt. So verdankt mir Dein Liebhaber den ersten Schritt -zu seinem und Deinem Glück. - -»Aber ach«, klagtest Du mir, »all diese Dogmen, die man mir in meiner -Kindheit eingeimpft hat, die Gelöbnisse, die man mir diktierte, dieser -Schleier, den man mir aufgezwungen hat, alles widersetzt sich meinem -Glück.« Aber meine Liebe, meine Vorbereitungen und mein Beistand haben -diese Vorurteile abgeschwächt und alle Hindernisse beseitigt. - -Du verdankst mir den Frieden Deines Geistes und die Gesellschaft, derer Du -Dich erfreust: Vor allem aber verdankt mir Dein Liebhaber seinen Sieg. -Meine Freundschaft hat euch beiden gedient. Doch zuvor mußte ich mich -überzeugen, daß Valsay, der Deinem Herzen so teuer war, Deine Liebe auch -verdiente. Du weißt, daß diese Fürsorge nicht einem einzigen Tag -entsprungen ist. Eine kultivierte Frau mit Taktgefühl wird immer imstande -sein, das Herz eines Mannes zu durchdringen, trotz aller Täuschungsmanöver -und aller Doppelzüngigkeit, hinter denen er sich zu verbergen suchen mag. -Aber ich war mit Valsay zufrieden. Er gefiel mir gut genug, so daß ich es -wagte, alles auf mich zu nehmen, um Dein Verlangen nach ihm zu befriedigen. -Ohne meinen Beistand würden Deine Schwäche und Schüchternheit die -Hindernisse, die euch trennten, nie überwunden haben. Erinnere Dich an -jenen Tag, da Dein Geliebter Dich auf das leidenschaftlichste bedrängte, -ihn glücklich zu machen. Ich sekundierte ihm mit all meiner Kraft. Du hast -Dich verteidigt, während Du ihn doch begehrtest. Du hast ihm Gründe -entgegengesetzt, die Dir stark genug erschienen. Du hast ihm Hindernisse -vor Augen geführt, die in Deinen Augen unwiderstehlich waren. Ich hatte -Mitleid mit ihm. Ich sah das Feuer der Begierde in ihm und Dir glühen. Der -Augenblick erschien mir günstig, und so beschloß ich, zu Deinem Glück -beizutragen. - -»Nun gut«, sagte ich Dir, »ich werde alles überwinden. Valsay, man wird -Dich als undankbar tadeln, wenn Du meine Bemühungen nicht zu würdigen -weißt.« - -Ich schloß die Türen des Sprechzimmers auf unserer Seite, ohne auf Deine -Einwände zu achten. Dein Liebhaber tat auf seiner Seite dasselbe. Ich nahm -Dich in meine Arme und preßte Dich gegen das Gitter. Ich lüftete Deinen -Schleier. Er nahm Deine Brüste in die Hand, er küßte Dich und liebkoste -Deine Zunge mit der seinen, als Deine Lippen sich schließlich öffneten. -Doch sein leidenschaftlicher Durst nach Deiner Schönheit führte seine -Hände, die wie von selbst unter Deine Röcke glitten, um Deine verborgensten -Reize zu liebkosen. Ich preßte Dich gegen ihn, und auch ich küßte Dich. -Schließlich gelang es ihm, sich dieser liebenswürdigen kleinen Grotte zu -bemächtigen, die in all dem Glanz Deiner Jugendfrische erstrahlte. Seine -Zärtlichkeiten entfachten in Dir eine leidenschaftliche Begierde. Er -verwünschte dieses unerbittliche Gitter, das euch trennte und das sich -seiner Lust widersetzte. Ich war nahezu außer mir. - -»Wie«, sagte ich zu Deinem Liebhaber, »haben Sie so wenig Selbstvertrauen? -Ach, Valsay, dem, der liebt, ist alles möglich. Ich liebe meine teure -Eugenie viel mehr, als Sie es tun, und ich werde Ihnen beweisen, daß dieses -Gefühl mir alles ermöglicht. Nichts kann mich zurückhalten, sie zu -befriedigen. Denn wenn wir jetzt aufgeben, ist alles verloren.« - -Du hast Dich uns schließlich ergeben. Ich veranlaßte Dich, auf die Brüstung -des Gitters zu steigen und Deine Hände auf meine Schulter zu stützen. Ich -hielt Dich. Valsay schürzte Deine schwarzen Röcke, welche das blendende -Weiß Deiner Schenkel noch einmal so strahlend erscheinen ließen. Er -liebkoste und küßte sie und schenkte ihnen alle Aufmerksamkeit, die sie -verdienten. Deine kleine Grotte, die sich durch die Gitterstäbe so reizvoll -zur Schau stellte, bot ein bezauberndes Bild. Ich gab ihr unzählige Küsse, -doch weil sich Valsay beeilen mußte, wenn er sein Glück gewinnen wollte, -nahm er Dich schließlich, während ich, meine Hand zwischen Deinen -Schenkeln, Dich liebkoste. Das Vergnügen, dem wir uns überließen, überwand -schließlich Deine Bedenken. Du nimmst meine Brüste in die Hand, Du küßt -mich, Du verschlingst mich beinahe, es kommt Dir. Valsay hat die Klugheit, -sich zurückzuziehen. Seine Wollust verströmt zwischen meinen Fingern und -ergießt sich auf meine Hand wie die Lava eines Vulkans. Da kommt ihr beiden -wieder zu euch selbst zurück. Du beschaust und liebkost dieses Kleinod, das -ich Dir in so lebhaften Farben geschildert habe. - -Doch Du kannst Dich seiner ohne meine Hilfe nicht mehr bedienen. Deine -Augen sprechen von einer unterdrückten Leidenschaft. Du wagst nicht, mich -zu bitten, daß ich Deiner Leidenschaft noch einmal diene, aber ich errate -auch so, was Du begehrst. Schließlich bedrängst Du mich und beschwörst -mich, Dich nicht zu verlassen. Wie, grausame Freundin, Du willst, daß ich -Zeugin Deiner Wonnen und Deiner Seligkeit werde, während die meinen für -immer verloren sind? Doch die Freundschaft, die ich für Dich empfinde, -verweigert Dir nichts. Ich biete Dir aufs Neue meinen Beistand, und dieses -Anerbieten entzückt Dich. Du erstickst mich in Deinen Küssen. Ich erinnere -Dich in diesem Augenblick daran, daß Du Dich mit jenem gewissen heilsamen -Schwämmchen bewaffnest. Du läßt mich die Gottheit sehen, der Du so eifrig -dienst, mit der Du scherztest, die Du von Tag zu Tag mehr begehrst. Deine -Tollheiten nehmen immer mehr zu. Du hast ihm meine Brüste enthüllt und -alles, was ich sonst zu verbergen habe. Ich habe mich Deinen Neckereien -überlassen. In welchen Zustand der Erregung habt ihr beide mich versetzt! -Ich habe es Dir gestanden, und das treulose Mitleid hat mein Geheimnis -verraten. Du willst, daß ich mit Deinem Geliebten spiele, du gönnst ihm -meine Reize. Du bedrängst mich, seinen Wünschen zuzustimmen. Deine -Geständnisse, Deine Bitten und seine Begierden, deren unübersehbares -Zeugnis Du wieder und wieder in meine Hand gibst, sollen mich umstimmen. - -Ich widerstehe täglich. Deine Bitten, sein Flehen, selbst das Feuer in -meinen Adern kann mich nicht zu einem solchen Entschluß bringen. Nein, -meine teure Eugenie, nein. - -Vergeblich machst Du mir Vorwürfe über meine Gleichgültigkeit, wirfst mir -sogar vor, ihn zu hassen. Aber Valsay ist nicht imstande, die eine zu -durchdringen oder den anderen zu erwecken. Unsere Freundschaft allein -genügt mir. - -Nach dem übergroßen Verlust, den ich erlitten habe, werde ich niemals -wieder eine intime Liaison mit einem Mann eingehen, und nichts kann mich in -diesem Entschluß wankend machen. Du kannst davon überzeugt sein, daß weder -eure Lust noch die Zärtlichkeiten, die ihr euch erweist, auch nicht der -Anblick und die Berührung dessen, was Dir an ihm am liebenswürdigsten -erscheint, mich je dazu bringen werden, gegen diesen unerschütterlichen -Vorsatz zu verstoßen. Die Nacht, die ich zufrieden in Deinen Armen -verbringe, genügt mir völlig, um das Feuer zu löschen, das noch immer in -meinen Adern brennt. - -Einige widrige Umstände haben diese sanfte Ruhe, die ich durch Dich -wiedergefunden habe, gestört. Die Heirat meiner Cousine sowie die -Notwendigkeit, meine wirtschaftlichen Verhältnisse zu ordnen, haben meine -Abreise nötig gemacht. Wir haben uns also für einige Zeit trennen müssen. -Du hast mich beschworen, Dich nicht zu verlassen, und als Beweis meiner -aufrichtigen Zuneigung habe ich Dir versprochen, Dir in allen Einzelheiten -zu berichten, was ich Dir in kurzen Zügen schon eröffnet habe. Ah, welches -Opfer an Klugheit habe ich da gebracht! Aber Du kennst Deine Macht über -mich. Du weißt, wie sehr ich Dich liebe. Dir gehören heute alle -Empfindungen meines Herzens. Während sie unter anderen Umständen der Welt -und der Gesellschaft gehören würden, erntest nur Du allein sie. - -Nimm zur Versicherung dessen tausend Küsse, die ich Dir schicke. Sie werden -Dir sagen, wie sehr ich dem süßen Augenblick entgegenseufze, da ich Dich -wieder in meinen Armen halten werde. Ah, meine Liebste, warum ist dieser -Augenblick noch nicht gekommen? Ich hoffe wenigstens, daß er bald da sein -wird. Ich werde Dir ein Kleinod mitbringen, das jenem Valsays ganz ähnlich -ist, aber viel weniger Gefahren in sich birgt. Es ist zwar nicht ganz so -natürlich, doch sind seine Vorteile desto größer, und es ist ganz ohne -jedes Risiko. Wenn es Dir gefällt, wird unsere Freundschaft durch seinen -Gebrauch noch reizvoller werden. Und wenn Valsay sich eines Tages von Dir -trennen sollte, nun, meine liebste Freundin, so verzichte doch auf diese -gefährlichen Liebschaften, die eines Tages fatale Folgen haben könnten. -Begnüge Dich mit dem, was ich dir geben kann. Oh, meine Liebste, vergessen -wir alles, um einander umso inniger zu halten! - -Erwarte mich bald, ich will in Deine Arme. - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Der gelüftete Vorhang oder Lauras -Erziehung, by Honoré-Gabriel Riquetti Mirabeau - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER GELÜFTETE VORHANG ODER *** - -***** This file should be named 42406-8.txt or 42406-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/4/2/4/0/42406/ - -Produced by An Anonymous Volunteer - -Updated editions will replace the previous one--the old editions -will be renamed. - -Creating the works from public domain print editions means that no -one owns a United States copyright in these works, so the Foundation -(and you!) can copy and distribute it in the United States without -permission and without paying copyright royalties. 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Information about the Project Gutenberg Literary Archive -Foundation - -The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit -501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the -state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal -Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification -number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at -http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent -permitted by U.S. federal laws and your state's laws. - -The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. -Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered -throughout numerous locations. Its business office is located at -809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email -business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact -information can be found at the Foundation's web site and official -page at http://pglaf.org - -For additional contact information: - Dr. Gregory B. Newby - Chief Executive and Director - gbnewby@pglaf.org - - -Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg -Literary Archive Foundation - -Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide -spread public support and donations to carry out its mission of -increasing the number of public domain and licensed works that can be -freely distributed in machine readable form accessible by the widest -array of equipment including outdated equipment. Many small donations -($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt -status with the IRS. - -The Foundation is committed to complying with the laws regulating -charities and charitable donations in all 50 states of the United -States. Compliance requirements are not uniform and it takes a -considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up -with these requirements. We do not solicit donations in locations -where we have not received written confirmation of compliance. To -SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any -particular state visit http://pglaf.org - -While we cannot and do not solicit contributions from states where we -have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition -against accepting unsolicited donations from donors in such states who -approach us with offers to donate. - -International donations are gratefully accepted, but we cannot make -any statements concerning tax treatment of donations received from -outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff. - -Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation -methods and addresses. 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