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Haberland in Leipzig. - - -COPYRIGHT KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG · 1914 - - -Bei Anbruch des Tags Epiphanias hielt der Schutzmann im sechsten Revier, -Christof Busekow, Posten am Schnittpunkt der Hauptstraßen seit vier -Stunden. Anfangs hatte wie sonst das Bewußtsein, Ordnung und Sicherheit -hingen von seiner einzigen Person ab, ihn zu höchster -Dienstbereitwilligkeit aufgestählt; allmählich aber, da alles friedlich -sich schickte, verlor seine Aufmerksamkeit das Gespannte und schwang -zustimmend mit der Masse der Bewegenden und Bewegten. - -Je näher Ablösung rückte, überwogen in ihm zwei Empfindungen. Es schien -alsbald regnen zu sollen, und er fühlte vor, wie mit eingezogenen -Schultern, auf dem Heimweg sacht auftretend, er Pfützen auf Steinen -vermeiden würde; mehr als diese Vorstellung beglückte ihn des Kaffees Duft, -der beim Eintritt in die Wohnung auf dem Tisch hergerichtet sein mußte. Nur -noch von Zeit zu Zeit flog gesamte Energie in die Brille zurück und riß in -flüchtiger Empörung Löcher in Gegenüberstehendes. - -Dieser bewaffnete Blick packte nicht allein Passanten in Zivil; wie er -aufflammend vorwärtsschoß, zwang er auch Busekows Kameraden zur -Bewunderung, und sie empfanden: dieser schaut durch Tuch und Haube, er ist -geborener Polizist. - -Von einem tüchtigen Menschen war also die Schlappe der Geburt, -Kurzsichtigkeit, zu einem Vorteil für sich umgebogen worden, wenn er, -seiner Nichteignung für eine Aufsichtsstellung im Urteil zuständiger -Instanzen gewiß, alle gesunden Kräfte von anderen Organen her ins Auge -hochziehend, diesem hinter Gläsern so schneidigen Ausdruck verliehen hatte, -daß die befugten Personen erklärten, sie erwarteten Besonderes von seinem -scharfen Hinsehn. Er wiederum, besorgt, er möchte solche Hoffnung -enttäuschen, wandelte, den Körper immer mehr vergewaltigend, im Lauf der -Zeiten gesamte Barschaft an praller Muskelkraft und Fett in lauter Späh- -und Spürvermögen um, bis seine Schenkel, die ehedem unter dem Sergeanten -des fünfzigsten Infanterieregimentes gewaltige Tagmärsche zurückgelegt -hatten, saftlos und schlapp ihn auf dem Posten kaum mehr hielten, und die -einst vom Gewehrstrecken geschwellten Arme Lust leidenschaftlichen -Zugreifens verloren. Da er aber für gewöhnlich unbewegt auf einer -Steininsel zwischen zwei Fahrdämmen stand, und an dieser vom Verkehr -belebten Stelle selten außer dem Auge auch des Gesetzes Arm gefordert -wurde, blieb ihm dieser leibliche Mißstand verborgen. - -Andererseits hatte er in letzter Zeit begonnen, das Kapital der Sehkraft, -das im Bewußtsein reicher Mittel er ursprünglich an umgebende Welt -vergeudet hatte, sachgemäß anzulegen. Er lieh Vorübergehenden nur noch -insoweit Kredit auf seine Aufmerksamkeit, als er den einzelnen nicht -kannte. Denn da der Platz in nächster Nähe einiger Großkaufhäuser und -Banken lag, war des Publikums größerer Teil tagaus, tagein der gleiche, und -nachdem Busekow in jahrelanger, unwillkürlicher Anteilnahme an jedem -einzelnen dessen Erscheinung in sich aufgenommen, erwogen und beurteilt -hatte, prägte von ihm jetzt nur mehr einen neuen Hut, Wechsel von Sommer- -und Wintermode er sich ein. - -Er stand dabei aber in umgekehrtem Verhältnis zu seiner Kundschaft wie der -Bankier schlechthin, als dem Kunden, je länger er ihn kannte, und je mehr -Beweise unbedingter Zuverlässigkeit ihm der gegeben hatte, er um so weniger -vorschoß, während an einen, der zum erstenmal in seinem Gesichtsfeld -erschien, er des Blickes ganze Barschaft wandte und, je unverläßlicher der -Neuling sich darstellte, ihn um so bereitwilliger bediente. - -Dank dieser Maßnahmen war es ihm letzthin einige Male gelungen, an Leuten, -die andere Schutzmannsposten als harmlose Schlendriane passiert hatten, -Merkmale versteckter Aufregung zu erkennen, sie durch Winke -patrouillierenden Kameraden zu bezeichnen und zu erleben, daß sich die -Betroffenen bei Prüfung als gesuchte Übeltäter herausstellten. Und so -geschah es an diesem Morgen vor seiner Ablösung um sechs Uhr nur noch -zweimal, daß scharf er zusehn mußte, erst als ein Omnibus gegen einen -Milchwagen stieß -- glücklicherweise konnte Busekows bloßer Wink die Lage -entwirren -- und dann, da in der Schar jener Frauen, die nächtlicherweise -auf demselben Straßenstrich ihr Brot suchen, und deren jede ihm bis in den -Saum des Unterrocks bekannt war, eine neue auftauchte: hochblond, -aufgedonnert, mit einem Blutmal auf der linken Backe dicht am Mundwinkel. - - * * * * * - -Wie sie zu unwahrscheinlicher Zeit mit der Morgenröte zum ersten Male -unangemeldet vor ihn getreten war, beschäftigte sie den Heimkehrenden, der, -das innere Auge auf sie gerichtet, nicht spürte, wie es zu regnen begonnen -hatte, und er stapfend Pfütze auf Pfütze trat. War es denn möglich, er -hätte all jene Zeichen, die das Eindringen einer Konkurrentin in den Ring -der auf jener Straße Privilegierten sonst ankündigten, übersehen, oder -waren sie am Ende nicht gegeben worden? Und warum nicht? Galt sie ihren -Schwestern wenig, schien zum Wettkampf sie nicht gerüstet, und durfte man -mit Verachtung sie übersehen? Rief er sich ihre Erscheinung zurück, -verneinte er die Annahme. Dem flüchtigen Blick -- ein anderer würde ihr in -ihrem Gewerbe kaum gegönnt werden -- dünkte sie gefällig und wohlbereitet. -Busekow, der sich über den Grund ihres lautlosen Auftretens auf seiner -Weltbühne keine Rechenschaft geben konnte, ward befangen und kleinlaut vor -sich selbst und betrat mit dem peinlichen Gefühl seine Wohnung, in dieser -Nacht habe er dem Staat unzureichend gedient, den Platz, der ihm anvertraut -war, nicht in völliger Ordnung verlassen. Irgend etwas treibe dort ein -ungerechtfertigtes, den beschlossenen Gang der Dinge störendes Wesen. - -Er schlürfte verdrießlich Kaffee und legte sich zu seiner Frau ins Bett. -Zaghaft lüpfte er die Decke und, sich hinstreckend, nahm er eine Rückenlage -ein; denn da, auf den Seiten liegend, er gewöhnlich zu röcheln und zu -schnarchen begann, war ihm die anbefohlen worden. Wie in allen Dingen, die -das Weib anordnete, suchte er den Befehl genau zu befolgen, und aus Furcht, -im Schlaf möchte er Stellung wechseln, hatte er sich gewöhnt, beide Hände -in die seitlichen Ritzen zwischen Bettlade und Matratze einzukrallen, durch -welches Manöver tatsächlich erreicht wurde, daß er in gleicher Lage -aufwachte, wie er eingeschlafen war. Auf welche Weise die Frau bald nach -Beginn ihrer nun zwölfjährigen Ehe seine Unterwerfung unter ihren Willen -durchgesetzt hatte, darüber hatte er nie nachgedacht. Er wußte nur, -Abhängigkeit war bodenlos, ohne leisesten Trieb zum Widerstand. Selbst bei -den ihm unliebsamsten Geheißen erschien sie ihm noch eine milde Gebieterin, -da er in sich die Neigung ahnte, auch ihrem zügellosen Verlangen -nachzugeben. - -Es war aber einzig sein bedingungsloser Gehorsam, der die an sich -Schüchterne allmählich fähig gemacht hatte, Wünsche ihm gegenüber zu -äußern, später zu fordern. Und so entfernt blieb sie innerlich der -Überzeugung wirklicher Macht, daß noch stündlich und bei jedem Anlaß sie -erwartete, er möchte es endlich satt haben und kurzen Prozeß mit ihr -machen. Denn sie war sich wohl bewußt, das einzig wirkliche Guthaben, das -sie bei ihm besaß -- jene kleine Summe, die die Sechsundzwanzigjährige dem -Vermögenslosen einst in die Ehe gebracht --, mußte längst aufgezehrt sein, -und weder geistig noch körperlich fühlte sie sich vor ihm begnadet. - -Was den Leib anging, verbarg sie sogar seit Jahren schwere Schäden. Ohne -daß sie Mutter geworden war, hatte Zeit ihr mitgespielt. Das einst volle -Haar war zu winziger Schnecke auf den Hinterkopf zusammengeschrumpft, ihr -Gesicht, das straffe Haut wohltuend gegliedert, hatte durch deren -Nachlassen Löcher und Vorsprünge bekommen; heftiger aber bewegten sie ihre -Brüste, die, zwei flache Teller, mit kaum noch gefärbter Warze von den -bergenden Händen beim Auskleiden nicht mehr bedeckt werden konnten. Die -zarte Scham, mit der Busekow über diesen Umstand abends und morgens -hinwegsah, vergrößerte ihren Kummer und bewirkte, daß sie ihm einen harten -Anruf zum Bett hinschickte, etwa: setz Wasser auf den Herd! oder: scher -dich zum Kohlenholen! - -Bei solchen Aufforderungen hatte den Mann oft verlangt, sie möchte ihre -Empörung über die Unbill der Natur durch furchtbare Forderung an ihn etwa -für sich ausgleichen. Wie sie zur ärmsten Magd Gottes herabgesunken war, -dichtete er königliche Befehle in ihren Mund, sah sich in hündischer Demut -in den Ecken stehen, Pfoten aufwartend gekrümmt. Und fürchtete, er habe um -ein Großes sie betrogen, meinte das Kind, das sie von ihm nicht hatte, -seufzte und fand sich vor ihr schuldig. Oft lagen sie sprachlos -nebeneinander, mit nach oben gedrehten Gesichtern, geschlossenen Lids, daß -keiner dem anderen das Wachen anmerke. Ihre Herzen klopften laut: Warum -konnte ich sie nicht erfüllen? Was tönten meine Rippen nicht von ihm? Und -wehmütig griff sie ihre Brüste; er fuhr die mageren Lenden herab, beide -fühlten sich dürftig. - -Den Betten gegenüber hing in Öldruck Martin Luther. Die Hand auf ein Buch -geballt, machte er eine ausladende Gebärde. Beide Gatten hatten anfangs aus -dieser Geste Mut zu holen gesucht, wollten sich erklärend anreden und die -Kluft überspringen. Aber es gab zwischen jenem und ihnen keine -Zusammenhänge. Schon begann alles in hoffnungslose Gewohnheit beschlossen -zu werden. Man sparte an Blick und Ton füreinander, rief sich und -antwortete in Hauptworten, denen verbindende Verben und Partikeln fehlten, -um schließlich bei Begriffen, die man als bekannt und erwartet voraussetzen -konnte, auch an Endsilben zu sparen. Die Augen wichen sich aus, man sah -gegen Wände; Berührung wurde gefürchtet. Streiften bei einer Begegnung sich -die Kleider, schoß beiden panischer Schreck ins Gebein, als hätten -Allerheiligstes sie betastet. Die weibliche Seele war so voll Vorwürfen für -ihn; er so voll Angst vor ihr, daß sie wußten, ein wohlgebildeter Satz -jetzt, freundlicheren Lebens Gleichnis, hätte bis ins Mark sie erschüttert -und vernichtet. - -Also scheuten sie Güte, erzogen Hartes und Kantiges in sich und schlossen -am Ende auf Grund rauher Regeln einen letzten Frieden, er, der -Hingeschmissene, Unwürdige, Besiegte; sie, die Beleidigte, mulier virgo. - -Wie er nun lag und ruhen wollte, brach Sonne schräg durchs Fenster und -verwirrte seine Augen. Da er sich nicht wenden durfte, bedeckte er das -Gesicht mit der Hand; doch schien Licht rot durchs Blut der Finger. Diese -Wahrnehmung verwirrte ihn, als hätte des Umstands seines lebendigen Blutes -er vergessen. In einer Aufwallung streckte er das eine Bein gegen die -Decke, daß Wölbung über seinem Leib entstand, und lächelte. Es schien ihm -aber gleich darauf, als neben ihm im Schlaf sie stöhnte, Gebärde und Lachen -infam, und er begann, in Strahlen blinzelnd, alle Züge einer stetigen und -zunehmenden Niedrigkeit aus seinem Leben zum Bild eines verworfenen und -vergeblichen Geschöpfs zu dichten. Wie er in der Schule seines Dorfes -schlecht gelernt, zum Hofdienst untauglich gewesen war und einst am -Reformationstage in der Kirche, während die Gemeinde im Liede >Ein' feste -Burg ist unser Gott< himmlische Andacht einte, des vor ihm singenden -Mädchens Zopf ergriffen und an seine Lippen geführt hatte. Die Kleine hatte -aufgeschrien, Nachbarn den Frevel bemerkt, und er war dem Pastor zur -Bestrafung angezeigt. Der hatte ihn mit Wortschwall überwältigt und Mut der -Jugend und Selbstbewußtsein für lange Zeit in Grund und Boden geschlagen. -Eine Spur davon war erst nach langen Jahren wiedererstanden, als ihm, dem -Unteroffizier, eine Dekade junger Burschen auf Gnade und Ungnade -überantwortet wurde. Da hatte er den Schnurrbart hochgezwirbelt und sich -einiger Flüche bemächtigt, die ihn vor sich selbst martialisch machten. -Doch gelang es über ein geringes Maß nicht, da Wichtigkeit vom Kasernenhof -in den Stuben bei Instruktion und Unterricht verblich, merkte er, wie im -Auffassen des Vorgetragenen er hinter Kameraden zurückblieb. Im Verlauf von -zehn Jahren hatte der Hauptmann einige Male zu ihm gesagt: Sie sind in Herz -und Nieren königstreu, Busekow. Das ist eine Sache: Aber haben keine -Verstehste. So wurde Königstreue, die man ihm öffentlich zugestanden, -fortan seines Lebens Richtschnur. Und als er einsah, eine Feldwebelstelle -war ihm nicht erreichbar, er aber nur im Staatsdienst für seine positive -Eigenschaft Verwendung hatte, gab er als Schutzmann sich ein. Bedenken -gegen seine zunehmende Kurzsichtigkeit zerstreute er auf die geschilderte -Art. - -Da ihm seine Tugend jetzt einfiel, wurde die Seele einen Augenblick freier; -schnell erleuchtete ihn jedoch Erkenntnis, wie wenig offiziell sie in -seinem heutigen Dasein sei. Im Gegensatz zu jenem Hauptmann hatte seine -Frau sie nie erkannt, in ihren Reden war sie nie erwähnt worden. - -Ein elendes, nutzloses Schwein bin ich, dachte Busekow. Diese Frau weiht -mir ihr junges Leben, ihren einst blühenden Leib, schöne Gaben. Alles habe -ich vernichtet, nicht fähig, mir Anvertrautes zu pflegen. Was aber meine -Königstreue anlangt (mit einem letzten Versuch, sich zu erheben, flüchtete -er noch einmal zu diesem Gedanken), meine Hingabe an den Dienst -- vor -seinem Geist stand ein blondes, aufgedonnertes Frauenzimmer, ein Blutmal im -befremdenden Gesicht. Da ergriff namenlose Trauer um sich selbst unseren -Helden, und einschlafend verstand er seines Weibes Größe nicht mehr, die es -vermochte, bei ihm auszuhalten. - -Er träumte, in leerem Raum ständen sie sich gegenüber, nackt. Wie ihre -Augen sich sengend ihm ins Gesicht bohrten, war er sie anzusehen gezwungen. -Einen schauerlichen Leib erblickte er, wie Stöcke Beine, von Hautrunzeln -bedeckt. Erbärmlich das übrige. Nirgends aber war noch der leiseste -hüllende Flaum zu erspähen, und der Kopf glich einer polierten Kugel. Mit -ausgestreckter Hand, die wie eine Kastagnette knackte, klopfte sie -abwechselnd an sein gepolstertes Bäuchchen, den Schädel und krächzte dazu: -Heuwanst, Heukopf! Und alsbald begann aus seines Mundes Öffnung er Stroh zu -speien, bündelweis, ohne Aufhören meterweis. Sie lächelte giftig dazu, -klopfte und knatterte: Heukopf, Heuwanst, Heukopf. In Schweiß gebadet -erwachte er, war mit Ruck aus den Federn, und im Hemd ins Nebenzimmer -stürzend, rief dröhnender, übernatürlicher Stimme er ihr zu: Ja, ja Elisa, -ich bin ein Elender; wirklich ein Unfruchtbarer! Sie war nicht im Raum. -Neben Butterbroten und einer Flasche Bier lag auf dem Tisch ein Zettel mit -den Worten: Ich bin zum Kientopp. Wundre dich nicht. Geburtstag. - -Und nun stellte er sich, während er zu kauen begann, ihre Freude im -Lichtspieltheater vor und spürte, die tröstliche Stärkung, die mit dem -Geständnis seiner Wertlosigkeit er hatte gewähren wollen, mußte ihr draußen -stärker zuteil werden durch Bilder aus der Menschenkomödie, die sie mit -Lachen und Weinen ergreifen würden. - -Gegen sieben, seine Frau war noch nicht zurück, begab zur Polizeiwache er -sich in den Dienst. Um Mitternacht bezog er Posten am Schnittpunkt der -Hauptstraßen. Aber da es in Strömen regnete, gelang es ihm von allem Anfang -nicht, die heroische Haltung, die er sonst besonders während der ersten -Minuten seiner Wache vor einem vierarmigen Gaskandelaber einnahm, zu -markieren. Im Gummiumhang, Schultern eingezogen, das Haupt gesenkt, sah er -vielmehr, während Wasser an ihm niedertroff, recht kläglich aus. Zudem -verwirrten hinter nassen Scheiben seiner Brille ihn rote, grüne und weiße -Lichter der Fahrzeuge. Sich überhaupt bemerkbar zu machen, hob er von Zeit -zu Zeit einen Arm und ließ ihn, ohne des Eindrucks inne zu werden, wieder -sinken. Nur mit Mühe unterschied er den Aufmarsch bekannter Gestalten, die -Frauen der Kaffeekellner, die ihre Männer abholten, Stammgäste der in der -Nähe befindlichen Wirtschaften, den Mann mit dem fliegenden -Streichholzhandel und, eine nach der anderen, die Nymphen der Straße. Dicht -an die Häuser gedrängt, hüpften sie Schutz suchend an ihm vorüber, mit -eingezogenen Flügeln Vögeln gleich, die, Land gewöhnt, ins Wasser gefallen -sind und sich retten möchten. Sie schritten auf ihren bis zu den Knien -freien Ständern über den Fahrdamm und teilten ihre Aufmerksamkeit zwischen -Wassertiefen, die sie durchqueren, und dem Wild, das, diesen Abend spärlich -genug, sie jagen mußten. - -Bei ihres namenlosen Elends Anblick hob Busekow am heutigen Tag zum -erstenmal selbstbewußt den Kopf. Diesen da war er, wie man den Maßstab auch -anlegte, doch tausendmal überlegen. Er dachte an seinen Traum und meinte, -produziere als letzte Formel von sich er auch Heu und Stroh, sei das -schließlich eine saubere Sache. Wie aber würde sich diesen in Träumen das -Gleichnis ihrer ausgespienen Eingeweide darstellen? Und anderen, weniger -verächtlichen, aber dennoch tief unter ihm stehenden Klassen, all diesem -männlichen Gelichter, das an ihm vorüberstrich. Stand er hier nicht -- -Donner und Doria -- doch am Ende für Kaiser und Reich, und sah alle Welt in -ihm nicht einen tüchtigen Beamten? Als es aber heftiger vom Himmel goß und -er tiefer in sich hineinkriechen mußte, erschien vor ihm wieder der Leib -seiner Frau, wie er ihn heut im Schlaf gesehen, und Erde ward abermals wüst -und leer. - -Mit gedunsenem Auge stierte er in die Luft, einmal rechts, links einmal und -geradeaus, als aus dem Gewissen plötzlich die Frage nach dem Verbleib jenes -Weibes sich hob, das am Morgen er zum erstenmal erblickt. Gehörte sie von -nun an für immer zu den Figuren, die vor ihm spielen würden, oder war sie -nur wie zu einem Gastspiel auf dieser Straße erschienen? Dafür sprach das -Verhalten der Kolleginnen, die ein einmaliges Kommen und Gehen zur Not -dulden durften, dauernde Etablierung jedoch, wie er es in anderen Fällen -erlebt hatte, mit Hohn und Gewalttat zurückgewiesen hätten. - -Es schlug zwei Uhr morgens, als hinter einem jungen Menschen in -aufgeweichten Lackstiefeln sie auftauchte. Zugleich aber sah Busekow eine -lange Schwarzhaarige sie an die Schultern greifen und hörte, wie sie ihr -zuzischte: Nicht an meinen Kleinen heran! und der Neuen Antwort: Nur -sachte! - -Schon sammelte sich auch ein Kreis erregter Frauenzimmer um die beiden und -fiel mit schnatterndem Schwall im Chor ein. Man sah drohend aufgehobene -Arme und Schirme. Da aber schleuderte Busekow allen Regen von sich, war mit -zwei Schritten bei den Streitenden, und, Gewitter aus empörten Augen -blitzend, herrschte mit erzener Stimme er die Auseinanderstiebenden an: -»Keinen Streit, meine Damen. Weitergehen!« - -Nur sie blieb ihm gegenüber. Sekundenlang sah er in ein erschrockenes -Gesicht und trat dann an seinen Platz zurück. Irgendwo straffte eine Sehne -sich an ihm. Der Blick, den sie von jetzt ab bei ihrem allnächtlichen -Erscheinen ihm zuwarf, strahlte vor Dankbarkeit. Er entzog sich ihm nicht, -empfing ihn als seines öden Lebens Zuckerbrot. Und als er Nacht- mit -Tagdienst tauschte, war des Bedauerns Gefühl, diesen Blick in Zukunft -entbehren zu sollen, groß. Doch kam sie schon am zweiten Tag die Straße -herauf an ihm vorüber, und da geschah es, daß, ihren Gruß erwidernd, er ein -wenig das Haupt neigte. - -Schnell spannen sich zwischen ihnen die Fäden schlichter Vertraulichkeit. -»Mir geht es immer so, bin immer die gleiche,« sagte etwa ihr Blick. »Stehe -hier für Kaiser und Reich,« rief er zurück. Monatelang. Bis eines Tags, vom -Dienst heimkehrend, er sie streifte, die in einem Haustor stand. - -»Keinen Auflauf bilden, Fräulein,« meinte er witzig und lächelte. Sie -senkte den Blick vor ihm. Meinte er, Samtenes schlage Flügel, und verwirrte -sich bedeutend. - -Ein andermal, da er an einem Urlaubstag gegen Abend spazierte, traf er sie -und ging ihr nach. Sie trat in einen Flur, sah sich nicht um. Er folgte, -stieg Treppen hinter ihr hinauf, schlüpfte in einen Korridor, den sie -aufschloß, und dort im Dunkeln standen sie sich gegenüber, ohne daß ein -Wort fiel. Nur Atem blies, Augen glühten sich an. Berührung wurde nicht -gewagt. Schließlich lehnte sie sich, Halt suchend, gegen die Wand, er, -schräg an sie gebeugt, schlang in alle Öffnungen ihres Leibes Hauch. Beide -wankten. Sie fiel zuerst. In schmerzlich süßer Lähmung blieb ihr ein Knie -erhoben und reckte den Schoß auf. Wie ein stürzender Felsblock senkte er -sich ein. - -Auch späterhin war kein Wort gefallen, da er losgebunden von ihr schwand, -blieb sie am Boden hingenagelt. Geschlossenen Auges lächelte sie; ihr Atem -ging wie feine Musik aus ihr, und in rhythmischen Abständen zitterte der -Leib. - -Acht Tage später wieder frei, begab er sich unter dem Schutz der Dämmerung -zu ihr. Da er an die Tür klopfte, öffnete sie und zog ihn gegen ein -erleuchtetes Zimmer, in dessen Mitte, dem Klavier gegenüber, ein gedeckter -Tisch stand. Busekow hörte des Wasserkessels Summen, roch eines Kuchens -Duft und sah in weißen und gelben Farben Blumen gebunden. - -Sie blieb aufrecht vor ihm, legte einen Arm um seinen Hals und strich mit -der anderen Hand ihm Haar aus der Stirn. Dabei hing ihr Blick in seinem. -Ein Wort wollte er sagen und vermochte nichts, lächelte sie und bewegte -verneinend den Kopf. Plötzlich lief zischend der Kessel über. Sie ließ den -Mann und war mit zwei Schritten am Tisch, hob das kupferne Gefäß, schwang -es gegen die Kanne und ließ heißes Wasser in sie stürzen. Verharrend folgte -er der Bewegung. Wie sie goß, zuteilte, zurechtstrich und schließlich -winkte. Da setzte er sich zu ihr ins Sofa. - -Überstürzte Frage und Antwort schwirrte. Alles Wie und Was ihres heutigen -Lebens saugten sie in sich hinein, stürmisch verständigten sie sich über -Gelände und äußere Grenzen ihres Glücks. Und als nirgends jählings der -Abgrund auftauchte, der augenblickliches Halt rief, war mit ihnen ein -einziges Glück. Sie hatte beide Arme erhoben und saß mit aufgerissenen -Augen stumm wie eine Schreiende. Er hieb die geballte Faust in den Tisch. - -Da später Dunkelheit und des Bettes Decke schützend über ihnen ruhte, nahm -sie zuvor plötzlich seine Hände, faltete sie ihm auf die Brust und hauchte -an sein Ohr: »Vater unser, der Du bist im Himmel« und murmelte weiter. Er -aber erschrak und schämte sich, weil heute und sonst Gebet ihm fern und -fremd war. Doch bewegte er die Lippen und stellte sich, als folge er ihr in -jeder Silbe. Trotz seiner Lüge wurde auch des Gebetes Sinn in ihm erreicht, -denn Ruhe war an Stelle brennenden Verlangens getreten, als er jetzt seinen -Arm um sie legte, Glied an Glied zart fügte und reinen Atem aus seinem -Munde auf sie herabwehte. Sie hielten sich erst schwebend und wie aus Erz -gegossen. Noch spürte jeder den eigenen festen Umriß und die verhaltene -fremde Person. - -Da rief sie »Christof«, und zugleich sah ihres Auges Blau er sich -verschleiern und verschwinden; rund quoll Weißes über den ganzen Ball. Und -zum andernmal erschrak er vor ihr und wußte nicht, wie sich in Einklang mit -ihr bringen. Bebend stieg er in sein Innerstes nieder und brachte -Konfirmationstag und seiner Mutter Sterbestunde herauf. Aber auch so -versehen, holte die Seele der vor ihm Ausgebreiteten er nicht ein, und -seine Anker griffen nicht ins Mutterland der Hingegebenen. - -Doch schmolz viel harte Schale an ihm. Schon wurde mancher Zelle Kern -erweckt und goß sich in den Kreislauf der Säfte. Und jede Welle Leben, die -er in sie schickte, kam als brausende Sturmflut in sein Blut zurück, die -Schutt und Asche fortriß, bis schließlich, an des Lebens Nerve donnernd, -sie ihm den Mund zu hellem Ruf aufspreizte. Da, während er gegen die andere -Wand des Bettes zurückwich, verklärte himmlischer Schein des Weibes -Gesicht. - -Er erfuhr von Gesine, Vater und Mutter habe sie früh verloren und -Ernährerin jüngerer Geschwister sein müssen. Emsig verglichen sie ihr -Kinderleben, freuten sich, dieselben Spiele gespielt zu haben, und als -beide ihre Vorliebe für die gleichen Speisen in jener Zeit entdeckten, -waren sie noch glücklicher. An diesem Tag blieben sie ganz närrisch ihrer -Jugend hingegeben. Eltern, Brüder und Schwestern lernten sie gegenseitig -kennen, Haus und Hof und Knecht und Vieh. Vom Getreide sprachen sie, von -Saat und Frucht; wie der Dung am besten in die Scholle gebracht würde, und -was es der Freuden und Verlegenheiten bäurischen Volkes mehr gibt. Erst als -auf ihren Glauben sie zu sprechen kamen, und Gesine ihm ihre katholische -Religion bekannte, ergriff beide Scheu voreinander, und Fremdes stieg -zwischen ihnen auf. Der märkische Protestant brachte aus der Kindheit so -feindseligen Begriff dieser Lehre, die er nicht kannte, mit, sie war ihm -als etwas so Götzendienerisches, deutschem Wesen Fernes hingestellt worden, -daß er die junge Frau neben sich plötzlich mit der Neugier, die man an ein -wildes Tier wendet, besah. In diesen Augenblicken war von dem fanatischen -Haß seiner Mutter gegen andersgläubige Christen in ihm, seiner Mutter, die -vor der katholischen Magd des Nachbarn ausgespuckt und behauptet hatte, -diese verhexe dem Armen Familie und Gesinde. - -Als Gesine wieder nach ihm griff, wich er beiseit, trat ins Zimmer zurück -und schickte sich eilig zum Gehen. Und da ihr Antlitz mit den weißen -Augäpfeln wieder vor ihm erschien und manches Seltsame, das er sich nicht -hatte deuten können, brachte er's mit ihrem verdächtigen Bekenntnis in -Zusammenhang und entfloh mehr, als daß er ging. - -Doch war ihres Leibes Eindruck schon zu bedeutend gewesen; von Stund an, wo -er stand und ging, verließ ihn ihrer Liebkosung Gefühl nicht mehr. - -Den nächsten Urlaubtag verlebte er mit seiner Frau. Schuldbewußtsein hielt -ihn an ihrer Seite. Doch vergrößerte er es tagsüber nur, kam ihm bei keiner -ihrer Bewegungen die entsprechende seiner Geliebten aus dem Sinn. Da er -sich aber abends niederlegte, und sie, sich entkleidend, ein Päckchen Wolle -unter dem Haarknoten hervorzog und auf den Tisch legte, war plötzlich alles -Mitleid, das ihn bis dahin stets um sie bewegt hatte, dahin, und er -lächelte spöttisch. Ihr Körper, den beim Schein der Lampe er durch das -Hemdtuch umrissen sah, erregte tolle Lachlust in ihm. Wie sie mit ihren -mageren, ein wenig nach innen gekrümmten Beinen von einer Tür zur anderen -trat, er nicht eine gefällige Linie an ihrem Leib sah, schlug stürmische -Scham über sie ihm in die Stirn. Zum erstenmal in seiner Ehe stand Trotz in -ihm auf, und aus ihrer Dürftigkeit gewann er große Rechtfertigung für sich. -So blieb auch ihr heute oft wiederholter Vorwurf, die Kameraden im Revier -sprächen von einer Zunahme seiner Kurzsichtigkeit, sie aber glaube nur an -gesteigerte Teilnahmslosigkeit und Faulheit, so gut wie ungehört. Im -Gegenteil trat er am anderen Morgen mit wuchtigerem Schritt als sonst beim -Barbier ein, hatte hier schon unter der Serviette das Gefühl gesteigerter -Bedeutung und empfand sein Bild, wie es heut im Sonnenglanz im Rock von -Blau und Silber prangen würde, als körperliche Wohltat. Und wer ihn an dem -Tag auf Posten gesehen hat, muß das Gefühl mitgenommen haben, in dem Manne -geht Veränderung vor sich. Unablässig trat er auf seiner Insel hin und her, -ließ es nicht beim Insaugefassen Vorübergehender, sondern bewegte einige -Male sich hilfebringend auf eine geängstigte Frau, ein verwirrtes Kind zu. -Er hob auch Stimme zum Kommandoton, schob die eingesunkene Brust in die -Luft, rührte fast unablässig weisend und richtend beide Arme. Kurz, er war -ein froher, zugreifender Schutzmann und gab dem Leben an dieser Stelle der -Erde munter Bewegtes. Wäre es angegangen, hätte für einen Bettler, der -vorbeischlich, er in die Tasche gegriffen. So mußte er sich begnügen, für -den Hinkenden einen Augenblick den gesamten Fahrverkehr zum Stehen zu -bringen und ihm einen Übergang über den Straßendamm zu schaffen, wie ihn -sonst nur die höchsten Personen genossen. Der Bettler grinste und winkte -mit der Hand einen Gruß, Busekow lachte fröhlich auf. Als Gesine erschien, -erhielt seine Haltung vollends etwas Heldisches. Er flog und wippte auf -Draht, schlug mit der Linken einen mächtigen Bogen gegen nahendes Vehikel, -und der Platz hallte von seiner Stimme. Gleich darauf riß er vor einem -passierenden General die Hände stramm an die Hosennaht, rührte den Kopf so -jugendlich auf, daß die Exzellenz wohlwollend nickte. Von ihm fort aber -sandte er Gesine über alle Köpfe einen strahlenden Blick zu, der ihr -kündete: Du mein geliebtes, mein angebetetes Leben! - -Er kam wieder zu ihr, und von Mal zu Mal wurden sie mehr eins. Mit -gelassenem Behagen gaben sich die Körper dem Gefallen aneinander hin, als -sei ihnen für alle Zukunft gegenseitiges Begehren gewiß. Mit immer frischem -Appetit setzten sie sich an den Tisch ihrer Sehnsucht, aßen und standen -erst leicht gesättigt, das Herz von Dank für den Schöpfer gefüllt, auf. -Auch in Gesprächen vermieden sie die Grenze des ihnen Faßbaren, sondern -gaben sich Rechenschaft nur über ihr täglich Leben. Insbesondere drang -Gesine in seines Dienstes Wesen völlig ein. Bald war ihr Reglement und -Praxis innig vertraut, und sie erörterten manche Möglichkeit an Hand eines -älteren Rapportbuches, in das Vorfälle und Schuldige er aufgezeichnet und -das er ihr zum Geschenk gemacht hatte. Mit scharfem Instinkt griff sie -menschlich besonders packende Dinge aus ihm heraus und führte sie, Herz und -Überlegung an sie hingegeben, aus des Zufälligen Bereich zum symbolisch -überhaupt Gültigen auf, erfüllte ihn allmählich mit der Überzeugung, wie an -seinem Platz mit tausend Fäden er ins innerste Menschentum verflochten -stehe, und gab ihm bedeutendes Bewußtsein von seines Amtes Wichtigkeit im -allgemeinen. Darüber hinaus aber suchte sie ihn auf jede Weise von seiner -besonderen Eignung für seine Stellung zu überzeugen. Wie ihre Schwestern -auf der Straße niemandem so unbedingte Achtung zollten wie ihm, die -Kameraden, das wisse sie aus manchem Mund, seiner Laufbahn gewiß seien. So -daß, von ihr erhoben und süß geschwellt, er gelobte, Säbel und Revolver -demnächst mitzubringen und ihr sämtliche Griffe und Manöver an ihnen zu -zeigen. - -Er hielt das Versprechen. Unter dem Mantel brachte er beides, und während -sie vom Sofa aus ihm zusah, übte er vor ihr mit so machtvollen Tritten und -Ausfällen, daß des Zimmers Boden dröhnte, Gläser klirrten und die Gardine -flatterte. Ihr aber war der Blick verklärt, und als er zwei Angreifer mit -glänzender Säbelparade in die Schrankecke, aus der sie nicht entweichen -konnten, geschlagen hatte, flog grenzenlos hingegeben sie ihm an den Hals. -Da hatte Busekow zum erstenmal im Leben seiner Notwendigkeit Gefühl zur -Evidenz. - -Dies Bewußtsein äußerte sich sogleich im Dienst. Mit Sicherheit der -Ereignisse Gang gewissermaßen voraussehend, griff er auf der Straße in des -Geschehens Speichen. Im Revierdienst begann er sachkundige Vorschläge zu -machen. Zu einer wichtigen Frage gab er so einleuchtenden Rat, daß der -Polizeileutnant ausrief: Dieser Busekow -- einfach fabelhaft! - -Und man begann, ihn mit wichtigen Posten zu betrauen. Bei Fürstenbesuchen -gehörte er zur Bahnhofsmannschaft. So sah er manch außerordentliche Szene, -durch Anschauung wurde sein Leben reicher, er überlegen. Sie hörte nicht -auf, das von ihm Mitgeteilte sinngemäß in seines Daseins Gang einzuordnen. - -An Kaisers Geburtstag hatte einer für den anderen wichtige Mitteilung. Er -war zum Wachtmeister ernannt. An sein Ohr hinsinkend, gestand sie -Mutterschaft. - -Von Erspartem lebend, war sie schon seit Wochen ihrem Beruf fremd. Da die -Überraschungen an dem Tag waren, faßten sie sich bei Händen und ließen des -Einverständnisses Glück in Blicken sprechen. Dann aber, über alles bisher -gemeinsam Erlebte hinausgehend, griff selbsttätig er in ihr Persönliches -und forschte nach ihrer Innerlichkeit. Welche Hoffnungen und Entwürfe für -das Zukünftige sie bewegten, ob sie es mit ihm nur oder mit Höherem -verknüpft glaube, wie das Göttliche denn ihr vorschwebe; kurz alle Fragen -stellte er, die sie, die Frau, einst angerührt und schnell verlassen hatte, -da sie seiner Seele Zustand erkannt hatte. - -Sie jedoch, leicht fröstelnd, auch leicht erhitzt, bebte jetzt in ihren -Gliedern über seine Fieber und schwieg. Tiefer drückten seine Finger sich -in ihr Fleisch, dringender wurde Rede, und leichter Schaum erschien auf den -Lippen. Doch während rote Sonnen in ihrer Stirnhöhle drehten, kam kein Laut -Antwort von ihr. Sie ließ ihn sich erschöpfen und diesen Abend ohne -Aufschluß von ihr gehen. - - * * * * * - -Nun aber klopfte ihm auf dem Heimweg stürmisch das Herz vor dem Wiedersehn -mit seiner Frau. Da durch Gesines Eröffnung seine Manneskraft bewiesen -stand, wurde dieses Weibes Hauptbuchseite ihm gegenüber zu einem Blatt der -Schuld. Gelogen ihres Daseins Überlegenheit, ins Gegenteil verkehrt. Eine -Handvoll Sand war sie; kein Gott machte sie trächtig; er aber, wohin er -seinen Finger legte, mußte erschaffend sich beweisen. - -Ein prachtvoll großer Haß blies durch den Mann und ließ ihn wie ein -schreitendes Denkmal sein. Wäre sie ihm da gegenübergewesen, wie Föhn hätte -ein Hauch von ihm ihre Eingeweide bloßgefegt, zarteste Handlung sie -zertrümmert. - -Doch starb Erbitterung an ihrer eigenen Kraft und Überzeugung. Da nicht der -geringste Einwand ihr gegenüberstand, von seiten des Weibes kein Aber zu -erdenken blieb, war Elisa aus Wirklichkeit, in der sie bis heute einzig -durch die Kraft eines zu Unrecht vorgetäuschten Zornes gelebt hatte, -plötzlich ausgelöscht, und es begann Erinnerung von ihr nur noch in ihm zu -leben. Je näher Busekow seinem Hause kam, wurden die Gefühle der also in -ihm Hingeschiedenen gegenüber, wie für Tote überhaupt, weicher, und als er -ein Amen über ihres Lebens Grab sprach, erschien sogar ihr Bild, wie sie im -Hochzeitskleid, eine Rose auf der Brust, einmal jung in seinen Arm gekommen -war, freundliche Erinnerung heischend vor ihm. - -Er hob die Hand und winkte einen Abschiedsgruß. Trat bei sich ein, -entkleidete sich halbgeschlossenen Augs, legte sich neben sie und nahm -ihrem in ihm nun vollendeten Abscheiden zu Ehren im Bett die gewohnte -Rückenlage ein. - -Sie aber, empfindend, in diesem Mann habe höhere Einsicht gegen sie -entschieden, zog unter der Decke das Knie an die Brust und fürchtete sich -sehr. - -Und wie sie das klare Bewußtsein ihrer Schuld verabscheute, mußte sie doch -in dieser Nacht schon einigemal ihm in die Augen sehen, wie es laut -kündete, was sie heimlich oft schon aus sich selbst empfunden: In allem -Wesentlichen, von Gott Gegebenen und Hinzuerrungenen ihm hintangestellt, -wagtest frecher Stirn du eure Ansprüche aneinander derart zu fälschen, daß -in betrügerischer Untreue du aus seinen Mitteln zu deinen Gunsten -schöpftest und es dennoch darzustellen wußtest, als bliebe er dir schuldig. -Und in der Zukunft ward ihr auch bewußt, wie ihr Verbrechen an ihm größer -war, als daß es auf dieser Erde noch getilgt werden konnte. - -Immerhin kann dies zu ihrer Entlastung berichtet werden. Entschlossen zog -sie aus der Erkenntnis jede Folge. Demütigte, unterwarf sich und hörte -fortan auf seinen Atemzug als einzigen Laut in der Welt; lag nächtens -seinem Antlitz zugewandt in bewundernder und gerührter Unterwürfigkeit. -Seine gekrallten Hände aus den Bettritzen hochzuziehen, wagte sie -ehrfürchtig nicht. Seufzer, Geständnisse, Versprechen und scheue Küsse -hauchte sie viel gegen ihn hin, doch blieb ihm alles, Leid und Geste, -verborgen. - -Für ihn -- und es kam auch die Nacht, in der Elisa es begriff -- war sie -nur noch Kunde von sich selbst. Andenken, Leichenstein. - - * * * * * - -Gesine empfand alsbald, nun sei mit Christof ihr das letzte Heil gekommen. -Da er wieder zu ihr trat, war aus seiner Gebärde alles menschlich Befangene -geschwunden, Gegenstände und sie griff er mit großer Machtvollkommenheit -und wußte aus befreiter Natur Allerselbständigstes. Die Stimme fand aus den -Ecken größeren Widerhall, ihr selbst schlug jedes Wort von ihm durchs -Trommelfell an die Herzwand. So zögerte sie nicht länger und legte sich -frei. Entschleierte ihr Gewissen und ließ seinen Blick in innere Kanäle. Er -las berauschte Frömmigkeit. Vom Schöpfungstag angefangen lag Gott mit allen -Wundern in dieses Weibes Leib. Zu den Bildern, die aus ihr strahlten, -begannen die Lippen, ihm herrliche Gleichnisse zu stammeln. Alle Texte der -Schrift hatte sie aufgefangen, mit Blut genährt und lebendig gehalten. Es -stiegen aus ihr Adam und Abraham zu ergreifendem Licht. Als von Saul und -David sie zu sprechen begann, begriff sie, von Gnade beweht, die -männlichste Tragik, und da ihre Stimme pathetisch heulte, trieb es sie -beide von der Matratze hoch. Auf Knien gegen das Fenster gewendet, parallel -beieinander hochgerichtet, tranken sie jedes schallende Wort. Ihr waren die -Brüste beseligt aufgestanden, auf seinen Schenkeln spreizte sich jedes -Haar. Die Brille fiel ihm vom Ohr und hing quer über das lefzende Maul. - -Nasse Wärme quoll aus den Körpern, ganz eng hämmerten sich Atome -aneinander, und die Glieder waren geballt. Gesines Scheitel schien feucht -und hell beleuchtet. - -Schon hub mit Rede Christof in ihre hinein. Wie glühende Stahltropfen -fielen Silben auf ihre Satzenden. Gebell blieb es mehr als daß Verständnis -zustande kam; doch half es ihr zu voller Ekstase. Rasend alsbald schrie das -Weib die biblischen Namen, und so befeuerte sie des Geliebten Hingabe, daß -ihre Glaubensmacht die Wände der Beschränkung brach, und sie den letzten -Sinn alles Geschriebenen bloßlegte. - -Wie in starker Musik, im Spiel vermischter Themen der musikalische -Leitgedanke nicht verloren geht, so übertönte in ihrer Darstellung Davids -Name alle Harmonien des alten Testaments. Und es gelang Gesine, das -Vermächtnis hingegangener Jugendgenerationen in aufstehender Gestalt als -Jesus in Marias Schoß zu pflanzen, daß Christof, von Davids heldischem Reiz -befangen, ihr willig in den Kult folgte, den sie um den fleischlichen Leib -der Mutter als der Erhalterin und Wiedergebärerin erlauchten messianischen -Samens exekutierte. - -Ihre aufgesperrten Finger hatten sich verflochten. Die Schädel, Knochen an -Knochen sanken als gleiches Gebein in die Kissengrube. - -In jenen Augenblicken, da sie Marias Begegnung mit Elisabeth erzählte, bei -diesem Satze: und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, -hüpfte das Kind in ihrem Leib -- als unter ihnen das Lager rollte, und ein -Sausen in den Lüften war -- brach die schließlich geflüsterte Rede sie ab, -zog des Mannes Finger auf ihren Bauch, und sie fühlten beide, siehe -- es -hüpfte das Kind in ihrem Leib! - -Und Blicke flogen auf über das rhythmische Spiel der Glieder, und von -Himmeln fernher mit Stolz sich anstrahlend, beteuerte jedes und stellte -fest das hocheigne Teil, sich selbst zu diesem Wunder. Dann warf es sie -Rippe zu Rippe. - -Moses und David, Jesus und alle Helden des Buches war Christof in dieser -Nacht. Es strömte aus ihm heroische Männlichkeit von Jahrtausenden. Sie -nahm hin und schmeichelte ihm hold, daß keine Kraft aus seinen Lenden wich, -und er übermütig und hochgemut blieb bis zum Morgen, als sie in leichtem -Schlummer verzaubert hinsank. Da riß er sich von ihr, reckte die Brust in -den Tag und fand sich ans Klavier. Hingezogen von Gefühlen, suchend und -hochreißend aus Erinnerung, drückte mit einem Finger er in die Tasten: Heil -dir im Siegerkranz. Und alsbald mit Stimme folgend, mächtig und mächtiger -anschwellend, variierte er über beiden Pedalen vom Baß bis in den höchsten -Diskant -- da erklang es ihm selig: - - Heil dir im Siegerkranz - Fühl in des Thrones Glanz - Die hohe Wonne ganz - Heil Kaiser dir. - -Gesine spürte im Schlaf: So ist mir's recht, Christof. Wohl, recht -- wohl. - -Am Abend dieses Tages, man schrieb den fünfzehnten Februar, leitete Busekow -vor dem königlichen Theater der Wagen Auffahrt. Aus seinem Glück war er -nicht erwacht. Durch das dichte Netz von Klang- und Taktreizen, das aus der -letzten Nacht noch um ihn hing, drang Gegenwart nicht in sein Bewußtsein. -Es schüttelte ihn eine liebliche Erinnerung um die andere; auf Fersen hob -er sich, seines Körpers Ausmaß zu verlängern, und stammelte vor sich hin. -Dann plötzlich, als ein Rufen in der Menge scholl, hob ihn Begeisterung -gegen die Wolken. Er weitete, füllte sich und schwebte auf. Er wollte -rechts und links mit sich nehmen und mußte aus einem Jauchzen heraus, das -ihn mit Entzücken aufspannte, stürmisch vorwärtsschießen. Man sah, wie Arme -er mit herrlicher Gebärde gen Osten reckte, hörte aus seinem Mund einen -siegreichen Schrei -- und hob ihn unter dem Automobil herauf, das sanft -anfahrend, ihn schnell getötet hatte. - -ENDE - - - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Busekow, by Carl Sternheim - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK BUSEKOW *** - -***** This file should be named 41904-8.txt or 41904-8.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/4/1/9/0/41904/ - -Produced by Jens Sadowski - -Updated editions will replace the previous one--the old editions -will be renamed. - -Creating the works from public domain print editions means that no -one owns a United States copyright in these works, so the Foundation -(and you!) can copy and distribute it in the United States without -permission and without paying copyright royalties. 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