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| author | nfenwick <nfenwick@pglaf.org> | 2025-03-08 11:07:33 -0800 |
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You may copy it, give it away or -re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included -with this eBook or online at www.gutenberg.org - - -Title: Verbrüderung - Gedichte - -Author: Johannes R. Becher - -Release Date: December 26, 2012 [EBook #41706] - -Language: German - -Character set encoding: ISO-8859-1 - -*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VERBRÜDERUNG *** - - - - -Produced by Jens Sadowski - - - - - -</pre> +<div>*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 41706 ***</div> <h1 style="line-height:1em; font-weight:normal; letter-spacing:0.1em; margin-bottom:1em;"> -<span style="font-size:1em;">VERBRÜDERUNG</span><br /> +<span style="font-size:1em;">VERBRÜDERUNG</span><br /> <br /> <span style="font-size:0.6em;">GEDICHTE<br /> VON</span><br /> @@ -176,8 +142,8 @@ KURT WOLFF VERLAG<br /> <p class="center" style="page-break-before:always; font-size:0.8em; margin-top:5em; margin-bottom:5em; margin-left:auto; margin-right:auto; max-width:27em; letter-spacing:0.1em;"> Gedruckt bei E. Haberland in Leipzig-R. Februar 1916 -als fünfundzwanzigster Band der Bücherei »Der jüngste -Tag«. / Die Gedichte »Verbrüderung« wurden in den +als fünfundzwanzigster Band der Bücherei »Der jüngste +Tag«. / Die Gedichte »Verbrüderung« wurden in den Jahren 1915 und 1916 in Berlin geschrieben Sie sind meinen Freunden gewidmet </p> @@ -193,23 +159,23 @@ COPYRIGHT 1916 BY KURT WOLFF VERLAG • LEIPZIG <a id="page-3" class="pagenum" title="3"></a> Erster Teil<br /> <br /> -Kreuzzug / Ekstasen der Zärtlichkeit /<br /> +Kreuzzug / Ekstasen der Zärtlichkeit /<br /> Abschied von den Frauen </h1> <p class="motto"> -Nicht daß wir zärtlich-feig oft in die Lauben uns stahlen —<br /> +Nicht daß wir zärtlich-feig oft in die Lauben uns stahlen —<br /> Kampf war auch dies. Krieg. Vergewaltigung.<br /> -Versuch: wütigen Vorwärtsstemmens,<br /> -Überallhin zündend Brüderlichkeit zu entfalten,<br /> +Versuch: wütigen Vorwärtsstemmens,<br /> +Überallhin zündend Brüderlichkeit zu entfalten,<br /> <span class="em">Paradies erarbeiten!</span><br /> -Aber, Gott zu säen in die Gefilde des Weibs:<br /> +Aber, Gott zu säen in die Gefilde des Weibs:<br /> Wie noch vergebens . . . </p> <h2 class="chapter" id="chapter-1-1"> <a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a> -Ödipus +Ödipus </h2> <h3 class="no" id="subchap-1-1-1"> @@ -217,31 +183,31 @@ I </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Der Knabe wartet auf die Mutterblüte,</p> - <p class="line">Die unter bauschenden Gewändern thront.</p> - <p class="line">Da kommt sie strahlend weich: die Mutterblüte,</p> + <p class="line">Der Knabe wartet auf die Mutterblüte,</p> + <p class="line">Die unter bauschenden Gewändern thront.</p> + <p class="line">Da kommt sie strahlend weich: die Mutterblüte,</p> <p class="line">Von keinem Mann, von ihm nur fern bewohnt.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Der Vater muß verreisen in den Norden.</p> - <p class="line">Niemand herein in unsere Nächte stört.</p> + <p class="line">Der Vater muß verreisen in den Norden.</p> + <p class="line">Niemand herein in unsere Nächte stört.</p> <p class="line">(. . . ach Vater du wie oft um sie gemordet . . .)</p> - <p class="line">Der Mutterblüte tief er angehört. —</p> + <p class="line">Der Mutterblüte tief er angehört. —</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Er fuhr dazwischen. Spät. Mit Ofenhacken.</p> - <p class="line">Der jagt ihn, Sturm, aus süßem Wiegenbett.</p> + <p class="line">Er fuhr dazwischen. Spät. Mit Ofenhacken.</p> + <p class="line">Der jagt ihn, Sturm, aus süßem Wiegenbett.</p> <p class="line">Nun wird er gleich, ein Vieh, die Mutter packen.</p> <p class="line">Schnurrbart spritzt rechts und links gleich Bajonett.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Sie spült herauf. Davon die Fleische klirren.</p> + <p class="line">Sie spült herauf. Davon die Fleische klirren.</p> <p class="line">Entfloh ihm taumelnd, als der Zug noch stand.</p> - <p class="line">Die Mutterblüte muß ihn arg verwirren.</p> - <p class="line">Manchmal auszackt sie wie der Hölle Brand.</p> + <p class="line">Die Mutterblüte muß ihn arg verwirren.</p> + <p class="line">Manchmal auszackt sie wie der Hölle Brand.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-1-1-2"> @@ -253,60 +219,60 @@ An den Vater </p> <div class="poem"> - <p class="line">Schlangenader längs der Stirne rollt.</p> - <p class="line">Gabel stößt er pfeifend in Salat.</p> - <p class="line">Weißer Suppe krummes Maul träuft voll.</p> - <p class="line">Makkaroni würgt aus Nase grad.</p> + <p class="line">Schlangenader längs der Stirne rollt.</p> + <p class="line">Gabel stößt er pfeifend in Salat.</p> + <p class="line">Weißer Suppe krummes Maul träuft voll.</p> + <p class="line">Makkaroni würgt aus Nase grad.</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a> <p class="line">In den Weinberg kroch er, dichtes Laub,</p> - <p class="line">Den Kniefällen seiner Kinder taub:</p> - <p class="line">Dorther wächst und wächst ein Donnerschnarchen.</p> - <p class="line">Die ihn sucht, sich bückt —: sie schreckt die Blöße.</p> - <p class="line">Auf den Lippen gischtet Spülichtschlamm.</p> + <p class="line">Den Kniefällen seiner Kinder taub:</p> + <p class="line">Dorther wächst und wächst ein Donnerschnarchen.</p> + <p class="line">Die ihn sucht, sich bückt —: sie schreckt die Blöße.</p> + <p class="line">Auf den Lippen gischtet Spülichtschlamm.</p> <p class="line">Szepter in der Faust des Patriarchen.</p> - <p class="line">Füße Schweiß mit ihren Haaren klamm</p> - <p class="line">Wäscht sie. Arme Braut des Bösen.</p> + <p class="line">Füße Schweiß mit ihren Haaren klamm</p> + <p class="line">Wäscht sie. Arme Braut des Bösen.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Später, da er vor den weiten Plätzen</p> - <p class="line">Ängstigend sich preßt in ihren Arm —</p> + <p class="line">Später, da er vor den weiten Plätzen</p> + <p class="line">Ängstigend sich preßt in ihren Arm —</p> <p class="line">Seufzer schickt sie den Erbarmungsblicken,</p> - <p class="line">So ihr zu oft glänzende Herren nicken . . .</p> - <p class="line">(Mancher stößt sich in sie rauschend warm).</p> - <p class="line">Die ihm dient als Boot zum Übersetzen.</p> - <p class="line">Ausgeleiert. Nur ein Ausstück. Fetzen.</p> + <p class="line">So ihr zu oft glänzende Herren nicken . . .</p> + <p class="line">(Mancher stößt sich in sie rauschend warm).</p> + <p class="line">Die ihm dient als Boot zum Übersetzen.</p> + <p class="line">Ausgeleiert. Nur ein Ausstück. Fetzen.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Finger birgt sie, die erfroren rot</p> - <p class="line">Von Stricknadeln (Messerwald) durchlöchert.</p> - <p class="line">Aus geschwollener Augen Köcher</p> - <p class="line">Spritzeln Tränen auf zerdrehtes Brot.</p> + <p class="line">Von Stricknadeln (Messerwald) durchlöchert.</p> + <p class="line">Aus geschwollener Augen Köcher</p> + <p class="line">Spritzeln Tränen auf zerdrehtes Brot.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Niederstürzt sie, die er täppisch rupft,</p> - <p class="line">An die sich heraufwälzt stumpfer Bauch.</p> + <p class="line">Niederstürzt sie, die er täppisch rupft,</p> + <p class="line">An die sich heraufwälzt stumpfer Bauch.</p> <p class="line">Zitternd in ihr kleines Bett sie schlupft:</p> <p class="line">Ausgesogen, starr. Ein windiger Schlauch.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Bei dem Löffel in die Teller Klirren —:</p> + <p class="line">Bei dem Löffel in die Teller Klirren —:</p> <p class="line">Hund am Tisch du! Klaffender Tyrann!</p> <p class="line">Wo dein Sohn, Indianer, dir auflauert</p> - <p class="line">Zwischen Zähnen Beil er fiebernd kauert</p> + <p class="line">Zwischen Zähnen Beil er fiebernd kauert</p> <p class="line">Vor dem Schlafgemach — bis schwirrend</p> - <p class="line">Saust das Beil! Das Beil —: es fällt dich an!</p> + <p class="line">Saust das Beil! Das Beil —: es fällt dich an!</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-1-2"> <a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a> -Mädchen +Mädchen </h2> <h3 class="no" id="subchap-1-2-1"> @@ -319,42 +285,42 @@ Franziska <div class="poem"> <p class="line">Du Engel ihm vom Zigarettenladen!</p> - <p class="line">Ein Ingenieur pflückt dich als Bräutigam.</p> - <p class="line">Wir dürfen nachts im Raum der Gärten baden.</p> + <p class="line">Ein Ingenieur pflückt dich als Bräutigam.</p> + <p class="line">Wir dürfen nachts im Raum der Gärten baden.</p> <p class="line">Wenn orgeln Sonntags gute Bettler am</p> - <p class="line">Geblümten Weg, mit Karussells beladen,</p> - <p class="line">Der Isarstrom verzweigt in grünen Bändern —</p> - <p class="line">Die Augen sich mit dessen Schein berändern.</p> + <p class="line">Geblümten Weg, mit Karussells beladen,</p> + <p class="line">Der Isarstrom verzweigt in grünen Bändern —</p> + <p class="line">Die Augen sich mit dessen Schein berändern.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Doch bald —: er explodiert mit Bombenschritten</p> <p class="line"><span class="em">Ein neuer Vater!</span> in dem Schlafgemach!!</p> <p class="line">Der Faust entrasseln paukende Gewitter.</p> - <p class="line">Und tausend Väter kollern heulend nach!</p> + <p class="line">Und tausend Väter kollern heulend nach!</p> <p class="line">Gepeitschte aller Welt in uns erzittern.</p> - <p class="line">Rückflüchten wir. Es brennt die heimlichste der Lauben.</p> + <p class="line">Rückflüchten wir. Es brennt die heimlichste der Lauben.</p> <p class="line">Sie wollte nurmehr — aus — dem Browning glauben.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Dein Jüngling schrie durch jene finsteren Nächte</p> - <p class="line">An seine Mutter. Auch sie —: fühllos kalt.</p> + <p class="line">Dein Jüngling schrie durch jene finsteren Nächte</p> + <p class="line">An seine Mutter. Auch sie —: fühllos kalt.</p> <p class="line">Sie wird kein Wort in solche Zuckung sprechen.</p> <p class="line">Doch dess Gehirn durchrauscht soviel an Wald,</p> - <p class="line">Gebirg, Veranden: überwölbt von Bächen</p> + <p class="line">Gebirg, Veranden: überwölbt von Bächen</p> <p class="line">Azur, inmitten bunt die Sonne platzt.</p> - <p class="line">O, Frühjahrsregen an die Fenster kratzt.</p> + <p class="line">O, Frühjahrsregen an die Fenster kratzt.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Die läßt ihn nicht. Hoch seine Schulter kriecht</p> - <p class="line">Sie wie Gewürm. Du kannst mir nicht entfallen!</p> - <p class="line">Da —: in die Brüste ihr die Kugel sticht.</p> - <p class="line">Und draußen muß man mit dem Frühstück lallen.</p> - <p class="line">Bald löscht auch er. — Bis groß die Tür ausbricht:</p> + <p class="line">Die läßt ihn nicht. Hoch seine Schulter kriecht</p> + <p class="line">Sie wie Gewürm. Du kannst mir nicht entfallen!</p> + <p class="line">Da —: in die Brüste ihr die Kugel sticht.</p> + <p class="line">Und draußen muß man mit dem Frühstück lallen.</p> + <p class="line">Bald löscht auch er. — Bis groß die Tür ausbricht:</p> <p class="line">Schutzleute stehn enorm mit Riesenbeilen,</p> - <p class="line">Behelmte Götter sich im Raum verteilend.</p> + <p class="line">Behelmte Götter sich im Raum verteilend.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-1-2-2"> @@ -368,14 +334,14 @@ Dorka <div class="poem"> <p class="line">Sie —: Dorka. Die ein orphischer Erdsturz braust.</p> - <p class="line">Ihn aufwarf und bereißt. Entsog. Zerstückte.</p> + <p class="line">Ihn aufwarf und bereißt. Entsog. Zerstückte.</p> <p class="line">Ihm Helferin zu seinem ersten Bau.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Um deren Mund sich Sturm aus Bajonetten zückte.</p> + <p class="line">Um deren Mund sich Sturm aus Bajonetten zückte.</p> <p class="line">Armeeen sich im Abgrund ihres Nabels schlugen.</p> - <p class="line">(— vor der er sich zum Trank der Gosse bückte —)</p> + <p class="line">(— vor der er sich zum Trank der Gosse bückte —)</p> </div> <div class="poem"> @@ -387,29 +353,29 @@ Dorka <div class="poem"> <p class="line">Sie Dorka. Die ein schmetterndes Orchester lacht!</p> <p class="line">Am Horizont aufsteht sie, wachsend ungeheuer.</p> - <p class="line">Die Sterne purzeln tönend in den Schacht</p> + <p class="line">Die Sterne purzeln tönend in den Schacht</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Des Schoßes. Wolkgemäuer</p> - <p class="line">Treibt vor und schäumt und klebt sich in die Haut.</p> - <p class="line">Von Küsten euch o Lippen sprudelt Feuer! Feuer!!</p> + <p class="line">Des Schoßes. Wolkgemäuer</p> + <p class="line">Treibt vor und schäumt und klebt sich in die Haut.</p> + <p class="line">Von Küsten euch o Lippen sprudelt Feuer! Feuer!!</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Vor dem der Dachstuhl aller Kathedralen taut.</p> - <p class="line">Der Haare schwarze Fahn zuhöchst dem Haupt gehißt.</p> - <p class="line">. . . und von Morästen braut</p> + <p class="line">Der Haare schwarze Fahn zuhöchst dem Haupt gehißt.</p> + <p class="line">. . . und von Morästen braut</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Es, untermischt mit Wiesen, um den Flor</p> <p class="line">Der Wimpern, die gleich Lanzengittern niederschatten.</p> - <p class="line">Um Locken Waldung sprießt ein Natternchor.</p> + <p class="line">Um Locken Waldung sprießt ein Natternchor.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">An Schläfen Nester triefender Kasematten.</p> + <p class="line">An Schläfen Nester triefender Kasematten.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-1-2-3"> @@ -422,38 +388,38 @@ Mary </p> <div class="poem"> - <p class="line">Gefügt aus Kurven, die sich mystisch paaren,</p> + <p class="line">Gefügt aus Kurven, die sich mystisch paaren,</p> <p class="line">Ellipsenscheiben; Pyramidenwald</p> - <p class="line">Muß deinem Haupt zu wehendem Turm sich scharen.</p> + <p class="line">Muß deinem Haupt zu wehendem Turm sich scharen.</p> <p class="line">Der Finger Lilie gen die Sonn gekrallt . . .</p> - <p class="line">Café das Beet, aus dem du lächelnd sprießt.</p> + <p class="line">Café das Beet, aus dem du lächelnd sprießt.</p> <p class="line">Wie oft wir uns um diesen Hals schon rankten!</p> - <p class="line">So laß dich tragen! Eisiger Mondschwamm fließt.</p> + <p class="line">So laß dich tragen! Eisiger Mondschwamm fließt.</p> <p class="line">Und Wind zerrt knisternd deinen Hut, den schwanken.</p> <p class="line">Umstellt dich Reih starrfunkelnder Laternen:</p> <p class="line">Gebogenheit an solchem Leib zu lernen.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Man wird stets denken: Atem dieser Brüste!</p> - <p class="line">Und morgens lösch ich mit der Frühe aus!</p> - <p class="line">Die Nacht zerrauscht an deiner Glieder Küste.</p> - <p class="line">Man hört hindurch der schwarzen Meere Braus.</p> - <p class="line">Ein Rundes schält sich aus ovalen Zeichen,</p> + <p class="line">Man wird stets denken: Atem dieser Brüste!</p> + <p class="line">Und morgens lösch ich mit der Frühe aus!</p> + <p class="line">Die Nacht zerrauscht an deiner Glieder Küste.</p> + <p class="line">Man hört hindurch der schwarzen Meere Braus.</p> + <p class="line">Ein Rundes schält sich aus ovalen Zeichen,</p> <p class="line">Die wieder drehn in Linien Zickzack unter.</p> <p class="line">Heut aber willst du Tier mit Park uns reichen</p> <p class="line">Im Kelch des Worts —: Millionen Fischlein munter</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Läßt du ein Wirrnis durch die Lüfte strahlen.</p> - <p class="line">Der Silberlöwe fährt, ein Tollpatsch, drein.</p> - <p class="line">Ein Zebra mußt du auch den Dom anmalen.</p> + <p class="line">Läßt du ein Wirrnis durch die Lüfte strahlen.</p> + <p class="line">Der Silberlöwe fährt, ein Tollpatsch, drein.</p> + <p class="line">Ein Zebra mußt du auch den Dom anmalen.</p> <p class="line">Eidechsen Ornament dich benedeit.</p> - <p class="line">An Gitterästen kleben Spülichtratten,</p> - <p class="line">Wie sauberweiß! Von rosenem Flaum betan.</p> - <p class="line">Gleich frommen Hündlein hüpfen auf und ab dir Nattern.</p> - <p class="line">Sich tönend neigt, jahrtausendalt, der Schwan.</p> + <p class="line">An Gitterästen kleben Spülichtratten,</p> + <p class="line">Wie sauberweiß! Von rosenem Flaum betan.</p> + <p class="line">Gleich frommen Hündlein hüpfen auf und ab dir Nattern.</p> + <p class="line">Sich tönend neigt, jahrtausendalt, der Schwan.</p> </div> <div class="poem"> @@ -461,9 +427,9 @@ Mary <p class="line">Die Zauberin ins Paradies. Gefieder</p> <p class="line">Der Schneee wogt durch dampfende Mittagsluft.</p> <p class="line">Da steigst du auf. Kehrst du am Abend wieder?!</p> - <p class="line">. . . nur wimmernd ächzet die Matratzengruft . . .</p> - <p class="line">Der Stadt Geräusche schrillen ineinander.</p> - <p class="line">Kanäleschiffe schnellen rings vorbei</p> + <p class="line">. . . nur wimmernd ächzet die Matratzengruft . . .</p> + <p class="line">Der Stadt Geräusche schrillen ineinander.</p> + <p class="line">Kanäleschiffe schnellen rings vorbei</p> <p class="line">Du balanzierst auf des Gebirges Kante,</p> <p class="line">Faltest die Kerker, Heilige, entzwei.</p> </div> @@ -477,9 +443,9 @@ Emmy </p> <div class="poem"> - <p class="line">Du deren Mund an Horizonte knüpfte</p> - <p class="line">Einst düsteren Dichter —: er beträumt dich schwer.</p> - <p class="line">Du hausest Engel tief in Unterschlüpfen.</p> + <p class="line">Du deren Mund an Horizonte knüpfte</p> + <p class="line">Einst düsteren Dichter —: er beträumt dich schwer.</p> + <p class="line">Du hausest Engel tief in Unterschlüpfen.</p> <p class="line">Versammlerin an kaum betretenem Ort.</p> </div> @@ -490,15 +456,15 @@ Emmy </div> <div class="poem"> - <p class="line">Ja —: Satzgefüge tollste meißeln dich:</p> - <p class="line">Geschwür. Wirr deinen Körper geißelt</p> - <p class="line">Der Menschheit Auf- und Niedersteigen. Jäh der Treppen Schritt . . .</p> + <p class="line">Ja —: Satzgefüge tollste meißeln dich:</p> + <p class="line">Geschwür. Wirr deinen Körper geißelt</p> + <p class="line">Der Menschheit Auf- und Niedersteigen. Jäh der Treppen Schritt . . .</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Und diese Hand so schlug <span class="em">sprengt!</span> deine Brüste.</p> + <p class="line">Und diese Hand so schlug <span class="em">sprengt!</span> deine Brüste.</p> <p class="line">O! Jungfrau von Orleans unsere!</p> - <p class="line">Fahnen: Gesänge hüllen dich.</p> + <p class="line">Fahnen: Gesänge hüllen dich.</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-1-3"> @@ -511,29 +477,29 @@ I </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Er hüpfet lächelnd kraus von Schleierwinken</p> + <p class="line">Er hüpfet lächelnd kraus von Schleierwinken</p> <p class="line">Durch Wiese, loh im Scharlachabend brennend.</p> - <p class="line">Schlägt von der Marmorberge Postament,</p> - <p class="line">Bis rauhe Lippen solcher Süße trinken:</p> + <p class="line">Schlägt von der Marmorberge Postament,</p> + <p class="line">Bis rauhe Lippen solcher Süße trinken:</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Ein wenig Mond mit Firmament gemischt,</p> - <p class="line">Stöße von Nacht und Träume Intervallen.</p> - <p class="line">Daß seine Augen auf die Städte fallen,</p> - <p class="line">Gläsern und trunken. Kühl ihr Weißes lischt.</p> + <p class="line">Stöße von Nacht und Träume Intervallen.</p> + <p class="line">Daß seine Augen auf die Städte fallen,</p> + <p class="line">Gläsern und trunken. Kühl ihr Weißes lischt.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">. . . Ihr Bögen dürftet nicht den Strom mehr drücken</p> - <p class="line">Der gleich Palästen aufgestauten Brücken.</p> + <p class="line">. . . Ihr Bögen dürftet nicht den Strom mehr drücken</p> + <p class="line">Der gleich Palästen aufgestauten Brücken.</p> <p class="line">Alleeen rinnen hoch der Finsternis,</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Kaum flockt zerbrochenen Mondes grüner Firnis.</p> - <p class="line">Er aber schläft. Sein blutig Lid es hängt</p> - <p class="line">Ein jäher Dorn in Hyazinthenfrühe öd.</p> + <p class="line">Kaum flockt zerbrochenen Mondes grüner Firnis.</p> + <p class="line">Er aber schläft. Sein blutig Lid es hängt</p> + <p class="line">Ein jäher Dorn in Hyazinthenfrühe öd.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-1-3-2"> @@ -541,29 +507,29 @@ II </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Sie streift ihn kaum. Doch deinen dunklen Gärten</p> - <p class="line">Ward er zum Bräutigam wie unbemerkt.</p> + <p class="line">Sie streift ihn kaum. Doch deinen dunklen Gärten</p> + <p class="line">Ward er zum Bräutigam wie unbemerkt.</p> <p class="line">Nun tanzt und wiehert er mit lichten Pferden.</p> - <p class="line">Besingt den Mondtag als sein schönstes Werk.</p> + <p class="line">Besingt den Mondtag als sein schönstes Werk.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Voll bunter Knospen stehn in Brand die Haare.</p> - <p class="line">In Ohres Muscheln flüstern Samoware.</p> - <p class="line">Ein weicher Strom verzückt ums Aug sich streut.</p> + <p class="line">In Ohres Muscheln flüstern Samoware.</p> + <p class="line">Ein weicher Strom verzückt ums Aug sich streut.</p> <p class="line">Der Stirne Golf im weiten Strahl sich freut.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Ein Tod er trifft ihn schlafend unverwundet.</p> - <p class="line">Zypressentraum herbstlicher Nächte mundet.</p> + <p class="line">Zypressentraum herbstlicher Nächte mundet.</p> <p class="line">Von Cymbeln hingerafft ins Blau . . . Noch fand</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">An ihren Lippen Ruh die steife Hand.</p> - <p class="line">Und Küsse lang wie Nektar ausgeschlürft.</p> - <p class="line">Als hieß es heut zum erstenmal: „Ihr dürft . . .“</p> + <p class="line">Und Küsse lang wie Nektar ausgeschlürft.</p> + <p class="line">Als hieß es heut zum erstenmal: „Ihr dürft . . .“</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-1-3-3"> @@ -572,27 +538,27 @@ III </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Ihr Angesicht erfüllt von nächtigem Mohne,</p> - <p class="line">Drum kräuseln rührend spitze Lilaschatten:</p> - <p class="line">Ein Lächeln, das einst fremde Länder hatten,</p> + <p class="line">Ihr Angesicht erfüllt von nächtigem Mohne,</p> + <p class="line">Drum kräuseln rührend spitze Lilaschatten:</p> + <p class="line">Ein Lächeln, das einst fremde Länder hatten,</p> <p class="line">Bevor sie Frauen wurden, Stadt und Ton.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Die Zedernfüße steigen kaum im Schwung</p> - <p class="line">Von Tänzerinnen. Doch der Mund ist schon.</p> + <p class="line">Die Zedernfüße steigen kaum im Schwung</p> + <p class="line">Von Tänzerinnen. Doch der Mund ist schon.</p> <p class="line">Sie pendelt kurz, ein blankes Medaillon.</p> - <p class="line">Auf dessen Schildrund rückt die Dämmerung</p> + <p class="line">Auf dessen Schildrund rückt die Dämmerung</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Nur manchmal. Horizonte Ungefähres</p> - <p class="line">Webt feucht darin. Geborstene Türen klinken.</p> - <p class="line">Um ihretwillen müssen Damen schminken,</p> + <p class="line">Nur manchmal. Horizonte Ungefähres</p> + <p class="line">Webt feucht darin. Geborstene Türen klinken.</p> + <p class="line">Um ihretwillen müssen Damen schminken,</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Kraß Tuben klexen in ein höhnisch Leeres</p> + <p class="line">Kraß Tuben klexen in ein höhnisch Leeres</p> <p class="line">Zerrissenes Oval. Asyle stinken.</p> <p class="line">Sie <span class="em">steht!</span> Ihr die Verrufenen winken — —.</p> </div> @@ -602,27 +568,27 @@ IV </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Der Räuber Tod ließ dich wie einen Zeiger</p> + <p class="line">Der Räuber Tod ließ dich wie einen Zeiger</p> <p class="line">Auf deinem Blatte vor der Stunde stehn.</p> - <p class="line">Der Atem hört ein Schlagwerk auf zu gehn.</p> - <p class="line">(. . . Und Menschen rings auf Plätzen wirr gesteigert . . .)</p> + <p class="line">Der Atem hört ein Schlagwerk auf zu gehn.</p> + <p class="line">(. . . Und Menschen rings auf Plätzen wirr gesteigert . . .)</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Ein Pferd will sich vor rosenem Schoß leicht schmiegen.</p> + <p class="line">Ein Pferd will sich vor rosenem Schoß leicht schmiegen.</p> <p class="line">Im laubichten Haar versammeln sich die Fliegen.</p> - <p class="line">Aus Augen Waben träuft ein Honigmet.</p> - <p class="line">Geborstene Schatten winken noch . . . zu spät.</p> + <p class="line">Aus Augen Waben träuft ein Honigmet.</p> + <p class="line">Geborstene Schatten winken noch . . . zu spät.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Die Sonne strömt. Aus Seliger Revier</p> - <p class="line">Spült der Choral (er schmilzt den Kerker) —: Wir!!</p> - <p class="line">Dein Triller wie auf höchstem Seile blinkt.</p> + <p class="line">Die Sonne strömt. Aus Seliger Revier</p> + <p class="line">Spült der Choral (er schmilzt den Kerker) —: Wir!!</p> + <p class="line">Dein Triller wie auf höchstem Seile blinkt.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Schwank über Frühjahrs krummen Regenbogen</p> + <p class="line">Schwank über Frühjahrs krummen Regenbogen</p> <p class="line">Er schaukelt, dreht . . . gleitend hinabgezogen.</p> <p class="line">Bis ers Finale der Posaunen bringt.</p> </div> @@ -633,11 +599,11 @@ An C. </h2> <p class="motto2"> -Manchmal meine ich, Du könntest +Manchmal meine ich, Du könntest eine Geschichte aus mir machen und mir ist, als ob das Sterben, jetzt -oder später, leichter würde, wenn -man weiß: ich selber konnte wohl +oder später, leichter würde, wenn +man weiß: ich selber konnte wohl nichts tun, aber es geschah irgend etwas durch mich. </p> @@ -648,16 +614,16 @@ C. <div class="poem"> <p class="line">Der Nacht quoll: schief verworren</p> - <p class="line">Wölbt sich jetzt Morgen grad.</p> + <p class="line">Wölbt sich jetzt Morgen grad.</p> <p class="line">Du kannst ihn schreiten sehen</p> <p class="line">Ganz Wind und Schwebezeit.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Sein Aug umstreichen Flüsse.</p> - <p class="line">Tosender Wälder Schwung</p> + <p class="line">Sein Aug umstreichen Flüsse.</p> + <p class="line">Tosender Wälder Schwung</p> <p class="line">Flackt um der Berge Schulter.</p> - <p class="line">Des Tages Purpurküsse.</p> + <p class="line">Des Tages Purpurküsse.</p> </div> <div class="poem"> @@ -668,25 +634,25 @@ C. </div> <div class="poem"> - <p class="line">Aus Lilienfinger geußt dem</p> - <p class="line">Gekrümmten Schwangeren Balsam.</p> - <p class="line">Säuglingen, den Asylen</p> - <p class="line">Träuft er der Lippen Brod.</p> + <p class="line">Aus Lilienfinger geußt dem</p> + <p class="line">Gekrümmten Schwangeren Balsam.</p> + <p class="line">Säuglingen, den Asylen</p> + <p class="line">Träuft er der Lippen Brod.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">(. . . einst stürzten Worte Unflat,</p> - <p class="line">Nun schmilzt ein Mond im Tönen.</p> - <p class="line">Wie Quell springts aus der Flöte Horn.</p> - <p class="line">Jetzt kaum noch Mietskasernen stöhnen . . .)</p> + <p class="line">(. . . einst stürzten Worte Unflat,</p> + <p class="line">Nun schmilzt ein Mond im Tönen.</p> + <p class="line">Wie Quell springts aus der Flöte Horn.</p> + <p class="line">Jetzt kaum noch Mietskasernen stöhnen . . .)</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Du kannst ihn schreiten sehen</p> <p class="line">— die goldenen Wagen rauschen —</p> <p class="line">Mit schmetterndem Tempostampfen,</p> - <p class="line">Wo sich vor brüchigem Tor</p> - <p class="line">Sein Volk in den Azur löst.</p> + <p class="line">Wo sich vor brüchigem Tor</p> + <p class="line">Sein Volk in den Azur löst.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-1-4-1"> @@ -697,54 +663,54 @@ II <div class="poem"> <p class="line">Mond im Fluten Traums verweht,</p> <p class="line">Nachtigallen dich besuchen.</p> - <p class="line">Wickelst dich aus schweißigem Tuche,</p> - <p class="line">Tanzest auf Balkonen spät,</p> + <p class="line">Wickelst dich aus schweißigem Tuche,</p> + <p class="line">Tanzest auf Balkonen spät,</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Flackert noch ob dem Staket</p> <p class="line">Morgens klein der bunte Shawl.</p> - <p class="line">Purpurküsse ausgesät</p> - <p class="line">Schlürft er in den Städten fahl.</p> + <p class="line">Purpurküsse ausgesät</p> + <p class="line">Schlürft er in den Städten fahl.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">In der Autos Röcheltuten</p> - <p class="line">Gluckst ihm dünn dein Husten ganz.</p> + <p class="line">In der Autos Röcheltuten</p> + <p class="line">Gluckst ihm dünn dein Husten ganz.</p> <p class="line">Sprengt er laut entzwei die Buden.</p> <p class="line">Zirpt der Karusselle Kranz.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">„. . . Jäh in Huren die hohl kichern</p> - <p class="line">Schnappt dein höchster Triller über.</p> - <p class="line">Rette uns zu dir hinüber</p> + <p class="line">„. . . Jäh in Huren die hohl kichern</p> + <p class="line">Schnappt dein höchster Triller über.</p> + <p class="line">Rette uns zu dir hinüber</p> <p class="line">Engel . . .“ Herbstlaub wischt der Dichter.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Unter Türen, Räderspeichen</p> - <p class="line">Kauert brüchig das Gebild.</p> + <p class="line">Unter Türen, Räderspeichen</p> + <p class="line">Kauert brüchig das Gebild.</p> <p class="line">Harfenfinger in die Leichen</p> - <p class="line">Krallt es schüttelnd, tönend wild.</p> + <p class="line">Krallt es schüttelnd, tönend wild.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">„Wiesen streust du aus. Im Gang</p> - <p class="line">Kräuseln Wälder. Ströme Falten</p> - <p class="line">Zündeln hoch in mystischem Schwang.</p> - <p class="line">Kniee stoßen grad basalten.</p> - <p class="line">Um die Schläfe schmiegt dein Gang.</p> + <p class="line">Kräuseln Wälder. Ströme Falten</p> + <p class="line">Zündeln hoch in mystischem Schwang.</p> + <p class="line">Kniee stoßen grad basalten.</p> + <p class="line">Um die Schläfe schmiegt dein Gang.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Langsam schmilzt der Stern ins Haar.</p> - <p class="line">Flöte summt der Samowar.</p> + <p class="line">Flöte summt der Samowar.</p> <a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a> - <p class="line">Weite Weite gräbt sich trüber.</p> - <p class="line">Rollt ein Atem — Nächte Wind.</p> - <p class="line">Pferdeaugen blühn im Kind.</p> - <p class="line">Engel rette uns hinüber! . . .“</p> + <p class="line">Weite Weite gräbt sich trüber.</p> + <p class="line">Rollt ein Atem — Nächte Wind.</p> + <p class="line">Pferdeaugen blühn im Kind.</p> + <p class="line">Engel rette uns hinüber! . . .“</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-1-4-2"> @@ -752,68 +718,68 @@ III </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Wir möchten uns begreifen</p> + <p class="line">Wir möchten uns begreifen</p> <p class="line">Hindurch, ja ganz das Unsere</p> - <p class="line">In tauben Küssen fühlen.</p> - <p class="line">Das alles: Bett, Fluß, Stühle,</p> + <p class="line">In tauben Küssen fühlen.</p> + <p class="line">Das alles: Bett, Fluß, Stühle,</p> <p class="line">Im Haar von Rosa Schleifen . . .</p> <p class="line">Das aber schreit als Unseres:</p> - <p class="line">Im Schoß das Haupt zerwühlen,</p> - <p class="line">Wie Stürme fetzend durch die Körper schweifen.</p> + <p class="line">Im Schoß das Haupt zerwühlen,</p> + <p class="line">Wie Stürme fetzend durch die Körper schweifen.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Oft nächtens wir uns tönend schwingen</p> - <p class="line">Aus brüchigem Mund zu vollerem Baum.</p> - <p class="line">Empor aus Tier und öliger Straße fingen</p> - <p class="line">Auf Lüften selig gleitend ein wir Gott und Sternen-Raum.</p> - <p class="line">Da stürzten Väter borstig-jähe</p> - <p class="line">Herab den Trunkenen aus den Sphären.</p> - <p class="line">Schwangere Mütter kreischend scheren</p> + <p class="line">Oft nächtens wir uns tönend schwingen</p> + <p class="line">Aus brüchigem Mund zu vollerem Baum.</p> + <p class="line">Empor aus Tier und öliger Straße fingen</p> + <p class="line">Auf Lüften selig gleitend ein wir Gott und Sternen-Raum.</p> + <p class="line">Da stürzten Väter borstig-jähe</p> + <p class="line">Herab den Trunkenen aus den Sphären.</p> + <p class="line">Schwangere Mütter kreischend scheren</p> <p class="line">Ihm ab der Locken Schnee.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Das Grab klafft uns bereitet.</p> - <p class="line">Flößte uns Gifte ein im Trunk.</p> + <p class="line">Flößte uns Gifte ein im Trunk.</p> <p class="line">In Herbst-Laub fahl gekleidet</p> - <p class="line">Wir schwieren in der Dämmerung</p> - <p class="line">Der großen Städte. Quollen</p> - <p class="line">Nicht Fahnen Ruß aus Stein und Schlot.</p> - <p class="line">Man Nebel schlürft zum Abend-Brot.</p> - <p class="line">Die Därme gleich Fabriken schollen.</p> + <p class="line">Wir schwieren in der Dämmerung</p> + <p class="line">Der großen Städte. Quollen</p> + <p class="line">Nicht Fahnen Ruß aus Stein und Schlot.</p> + <p class="line">Man Nebel schlürft zum Abend-Brot.</p> + <p class="line">Die Därme gleich Fabriken schollen.</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-16" class="pagenum" title="16"></a> - <p class="line">Und Echo brüllte tausendfach.</p> + <p class="line">Und Echo brüllte tausendfach.</p> <p class="line">Da rinnen Augen klein. Erwacht</p> - <p class="line">Des Engels Daseins-Blüte?!</p> - <p class="line">Er geußt die Lilien-Hand. Ein Strich</p> + <p class="line">Des Engels Daseins-Blüte?!</p> + <p class="line">Er geußt die Lilien-Hand. Ein Strich</p> <p class="line">Bog ab der Brust den Messer-Stich.</p> - <p class="line">Neu formt er Rock und Hüte.</p> + <p class="line">Neu formt er Rock und Hüte.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wie Bläue hell durchs Land geweitet</p> - <p class="line">Schlug auf in uns er Zelt und Pfühl.</p> + <p class="line">Wie Bläue hell durchs Land geweitet</p> + <p class="line">Schlug auf in uns er Zelt und Pfühl.</p> <p class="line">Am Firmament heroisch schreiten</p> - <p class="line">Wir aus, zu Flöte süßestem Spiel.</p> + <p class="line">Wir aus, zu Flöte süßestem Spiel.</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-1-5"> <a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a> -Ekstasen der Zärtlichkeit +Ekstasen der Zärtlichkeit </h2> <p class="motto"> Du Einzige,<br /> Die mich verstand<br /> -Die meine glühenden Verbrechen<br /> +Die meine glühenden Verbrechen<br /> Selig verwand.<br /> -Die meinen tiefen Schöpfergram<br /> +Die meinen tiefen Schöpfergram<br /> Ins Heilige gemildert<br /> -In ihren Geist hinübernahm. +In ihren Geist hinübernahm. </p> <p class="sign"> @@ -825,55 +791,55 @@ I </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Dein Gang elastisch. Die Gelände wirbeln.</p> - <p class="line">Ein roter Dorfturm stach verzückt ins Blau.</p> - <p class="line">Die Rinnsal-Straßen mögen dich nie fassen.</p> + <p class="line">Dein Gang elastisch. Die Gelände wirbeln.</p> + <p class="line">Ein roter Dorfturm stach verzückt ins Blau.</p> + <p class="line">Die Rinnsal-Straßen mögen dich nie fassen.</p> <p class="line">Turban deines Haupts —: Spirale blumigen Regenbogenflusses.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">So müssen immer Städte dich besingen,</p> - <p class="line">Der grünsten Falterwiese zirpende Schalmei,</p> + <p class="line">So müssen immer Städte dich besingen,</p> + <p class="line">Der grünsten Falterwiese zirpende Schalmei,</p> <p class="line">Von Reisauflauf ein Ruch dich ganz bedringen.</p> - <p class="line">Da Kinder kehren Wäsche unterm Arm vom Baden heim.</p> + <p class="line">Da Kinder kehren Wäsche unterm Arm vom Baden heim.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Du: die Entfaltete. Geblümte Möbel reihen sich dir zum Halsband schlicht.</p> - <p class="line">Ists auch kein Sieg der aus den Gewaltmärschen längs der Küste deiner Lippen blüht.</p> - <p class="line">Immer aber schon ein Streif Paradies aus dem Tau deiner Haare sich löste.</p> - <p class="line">Jener Märtyrer-Brüder Phalanx sucht sich in dir zurück.</p> + <p class="line">Du: die Entfaltete. Geblümte Möbel reihen sich dir zum Halsband schlicht.</p> + <p class="line">Ists auch kein Sieg der aus den Gewaltmärschen längs der Küste deiner Lippen blüht.</p> + <p class="line">Immer aber schon ein Streif Paradies aus dem Tau deiner Haare sich löste.</p> + <p class="line">Jener Märtyrer-Brüder Phalanx sucht sich in dir zurück.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Libellen muntere über dem See im Spiegel deiner Ovalnägel wiederfanden sie sich.</p> - <p class="line">Der aber als violettes Zebra im Gitterkäfig, von der Mondschlucht</p> + <p class="line">Libellen muntere über dem See im Spiegel deiner Ovalnägel wiederfanden sie sich.</p> + <p class="line">Der aber als violettes Zebra im Gitterkäfig, von der Mondschlucht</p> <p class="line">Weich beraunt . . . O geschnitzte Karussellpferdchen dich melodisch umkreiselnd!</p> <a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a> - <p class="line">Du heilige Jungfrau, Mutter unsere! Palast in dem der Mann vergeht zu Urkindwildnis, Jünglinge siedende gossen sich sterbend über die Planke deiner Hüfte.</p> + <p class="line">Du heilige Jungfrau, Mutter unsere! Palast in dem der Mann vergeht zu Urkindwildnis, Jünglinge siedende gossen sich sterbend über die Planke deiner Hüfte.</p> <p class="line">Oft. Und einer um den anderen.</p> <p class="line">Je nachdem . . .</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Viel Ozeandampfer hängen in Korallenzweigen,</p> - <p class="line">Mit Fischen ziehend durch das Lochgebiß.</p> - <p class="line">Dein Lächeln könnte sie zusammenfügen,</p> - <p class="line">Die schwebten wieder groß im Meer gewiß.</p> + <p class="line">Viel Ozeandampfer hängen in Korallenzweigen,</p> + <p class="line">Mit Fischen ziehend durch das Lochgebiß.</p> + <p class="line">Dein Lächeln könnte sie zusammenfügen,</p> + <p class="line">Die schwebten wieder groß im Meer gewiß.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Wie tausend Tote gleich Geliebten kauern,</p> <p class="line">Sie spreitzen sich gens wolkichte Gebild.</p> - <p class="line">Wind stutzt die Dornen der Granatenbrände:</p> - <p class="line">Atem dein auch glättend den Berserker wild.</p> + <p class="line">Wind stutzt die Dornen der Granatenbrände:</p> + <p class="line">Atem dein auch glättend den Berserker wild.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Mütter so dich immer wiederholen:</p> - <p class="line">Schreiterin im sprühenden Ornat.</p> + <p class="line">Mütter so dich immer wiederholen:</p> + <p class="line">Schreiterin im sprühenden Ornat.</p> <p class="line">Vielecksonnen breiten auf den Wangen,</p> - <p class="line">Dem vom Schleier überzogenen Gletscherfeld.</p> + <p class="line">Dem vom Schleier überzogenen Gletscherfeld.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-1-5-2"> @@ -881,38 +847,38 @@ II </h3> <div class="poem"> - <p class="line">. . . und immer muß sie aus Geräuschen brodeln,</p> - <p class="line">Hinflutend auch im großen Nächtewind.</p> + <p class="line">. . . und immer muß sie aus Geräuschen brodeln,</p> + <p class="line">Hinflutend auch im großen Nächtewind.</p> <p class="line">Symphonisch Klirren der entfachten Fenster</p> - <p class="line">Aus derer Augen zuckend bräunstem Rund.</p> + <p class="line">Aus derer Augen zuckend bräunstem Rund.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Die Teiche vor der Stadt sie lächeln dich.</p> - <p class="line">Dich meint die Heimkehr tönender Soldaten.</p> - <p class="line">Zu deinen Füßen baut sich Strich um Strich,</p> - <p class="line">Und Plätze mit der Sonne schwer beladen.</p> + <p class="line">Die Teiche vor der Stadt sie lächeln dich.</p> + <p class="line">Dich meint die Heimkehr tönender Soldaten.</p> + <p class="line">Zu deinen Füßen baut sich Strich um Strich,</p> + <p class="line">Und Plätze mit der Sonne schwer beladen.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wie klar es ist: daß dich der Zug nur will,</p> - <p class="line">Der von der Brück ab in den Äther springt.</p> + <p class="line">Wie klar es ist: daß dich der Zug nur will,</p> + <p class="line">Der von der Brück ab in den Äther springt.</p> <p class="line">Die Transparente blitzen deinen Namen.</p> - <p class="line">Du aller Kinos dröhnendes Plakat.</p> + <p class="line">Du aller Kinos dröhnendes Plakat.</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-19" class="pagenum" title="19"></a> <p class="line">Und wenn dich noch die kleinen Dinger rufen,</p> - <p class="line">Rot aus dem Bauch in spitzigen Glast geschält.</p> - <p class="line">Auf Bänken Strolche sich in dir verankern.</p> - <p class="line">Dich jeder ausspricht der ins Dunkel stürzt.</p> + <p class="line">Rot aus dem Bauch in spitzigen Glast geschält.</p> + <p class="line">Auf Bänken Strolche sich in dir verankern.</p> + <p class="line">Dich jeder ausspricht der ins Dunkel stürzt.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Erlöste Tiere ruhen in deiner Fächer-Hände Schatten,</p> - <p class="line">Weit Menschenvölker spielend miteinand.</p> - <p class="line">Die müssen bunte Fahnen um dich flattern.</p> + <p class="line">Erlöste Tiere ruhen in deiner Fächer-Hände Schatten,</p> + <p class="line">Weit Menschenvölker spielend miteinand.</p> + <p class="line">Die müssen bunte Fahnen um dich flattern.</p> <p class="line">Muster eingewoben dem Gewand.</p> </div> @@ -921,47 +887,47 @@ III </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Zinnobere Bäche. Mosaik der Wälder.</p> - <p class="line">Gehäuft ob Bergen Trichter Sonne gell.</p> - <p class="line">Firnis des Monds. Verschlungener Täler Brausen.</p> - <p class="line">Geborstene Städte — brüllende! — Schalmei.</p> + <p class="line">Zinnobere Bäche. Mosaik der Wälder.</p> + <p class="line">Gehäuft ob Bergen Trichter Sonne gell.</p> + <p class="line">Firnis des Monds. Verschlungener Täler Brausen.</p> + <p class="line">Geborstene Städte — brüllende! — Schalmei.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Und Niederknallen blökender Idioten —</p> - <p class="line">Und Dächerbalanzieren, sternwärts Taumeln —</p> - <p class="line">Und Liebender Geflüster vom Kanal —</p> + <p class="line">Und Niederknallen blökender Idioten —</p> + <p class="line">Und Dächerbalanzieren, sternwärts Taumeln —</p> + <p class="line">Und Liebender Geflüster vom Kanal —</p> <p class="line">So buntgeflickte Segel hissen dich!!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Er wird dich durch die vielen Länder tragen</p> + <p class="line">Er wird dich durch die vielen Länder tragen</p> <p class="line">Der junge Dichter, strahlende um ihn.</p> - <p class="line">Ein Himalaya muß er tönend ragen,</p> - <p class="line">Um den die Schwärme, Stern und Wolken jagen,</p> - <p class="line">Zu dessen Füßen neue Städte knien.</p> + <p class="line">Ein Himalaya muß er tönend ragen,</p> + <p class="line">Um den die Schwärme, Stern und Wolken jagen,</p> + <p class="line">Zu dessen Füßen neue Städte knien.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Wie schlingt sich wirr um ihn dein Haargefieder.</p> - <p class="line">Der Küsse Knospe reiht sich dicht zum Kranz.</p> + <p class="line">Der Küsse Knospe reiht sich dicht zum Kranz.</p> <p class="line">Ein zitternd Fragen, Hin und her Erwidern.</p> - <p class="line">Das zuckt wie Harfe aus den Lüften gell.</p> - <p class="line">Der Geist, der Geist er muß Gewalt beenden,</p> + <p class="line">Das zuckt wie Harfe aus den Lüften gell.</p> + <p class="line">Der Geist, der Geist er muß Gewalt beenden,</p> <p class="line">Die stinkicht aufquoll: Krieg an allen Enden!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Den Geist der Tat, du wirst ihn heftig läutern</p> + <p class="line">Den Geist der Tat, du wirst ihn heftig läutern</p> <p class="line">Beginnen! rufen. Zeigen vor uns wild.</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-20" class="pagenum" title="20"></a> <p class="line">Hah! Schon zu Hunderten Kasernen meutern.</p> - <p class="line">Nun werden sich die alten Staaten häuten.</p> - <p class="line">Du trägst dich vor uns gleich ein Palmenschild.</p> - <p class="line">Schwebst, Heiland licht, durch tödliche Gewimmer.</p> + <p class="line">Nun werden sich die alten Staaten häuten.</p> + <p class="line">Du trägst dich vor uns gleich ein Palmenschild.</p> + <p class="line">Schwebst, Heiland licht, durch tödliche Gewimmer.</p> <p class="line">Sichtbar am Horizont als Rosenschimmer.</p> </div> @@ -970,107 +936,107 @@ IV </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Du Hüterin! . . . Da reißt sich schief</p> - <p class="line">Grimassenhäuser Front, da packen</p> - <p class="line">Der Gäule Hufe ins Gehirn.</p> + <p class="line">Du Hüterin! . . . Da reißt sich schief</p> + <p class="line">Grimassenhäuser Front, da packen</p> + <p class="line">Der Gäule Hufe ins Gehirn.</p> <p class="line">Ein Dom treibt Widerhaken.</p> - <p class="line">Du Hüterin . . . Die ziehst du all</p> - <p class="line">Heraus magnetischer Streichelhände.</p> - <p class="line">. . . O Haupt im Tabernackelschoß . . .</p> - <p class="line">Laß mich, dir gut, vollenden!</p> + <p class="line">Du Hüterin . . . Die ziehst du all</p> + <p class="line">Heraus magnetischer Streichelhände.</p> + <p class="line">. . . O Haupt im Tabernackelschoß . . .</p> + <p class="line">Laß mich, dir gut, vollenden!</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Und Tag! und Tag! Hah grellstes Licht</p> - <p class="line">Peitscht an, rings Züge sausen.</p> + <p class="line">Peitscht an, rings Züge sausen.</p> <p class="line">Ein lilabrauner Himmel schwer</p> <p class="line">Presst tief. Im Pflaster scheint uns wer.</p> <p class="line">Gespenstertote hausen.</p> - <p class="line">Man brüllt nach Du. Dein Atem bricht</p> - <p class="line">In längsten Samumstößen.</p> + <p class="line">Man brüllt nach Du. Dein Atem bricht</p> + <p class="line">In längsten Samumstößen.</p> <p class="line">Es stockt und ebbt schon der Tumult:</p> <p class="line">Melodisch schwemmen Abendfluren.</p> <p class="line">Wir Fabelschiffe wiegen.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">— Du fütterst ihn. Du ziehst ihn groß.</p> + <p class="line">— Du fütterst ihn. Du ziehst ihn groß.</p> <p class="line">Wie ist er da entsprossen!</p> <p class="line">Gleich Fahne flackert dessen Hos.</p> <p class="line">Vorbei die Kugeln spritzten.</p> <p class="line">Von dir gedacht er: so gefeit.</p> - <p class="line">Gestauter Welt ein Zünder.</p> + <p class="line">Gestauter Welt ein Zünder.</p> <p class="line">Die Arme wehen Signale weit.</p> - <p class="line">Ekstatischer Verkünder!!!</p> + <p class="line">Ekstatischer Verkünder!!!</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a> - <p class="line">O Einsamkeit — jetzt überwand</p> - <p class="line">Dich heißestes Zerdringen.</p> + <p class="line">O Einsamkeit — jetzt überwand</p> + <p class="line">Dich heißestes Zerdringen.</p> <p class="line">Mein Prisma du, von mir durchbrannt</p> <p class="line">Zu tausend Strahlen schwingend.</p> <p class="line">Du streichest aus der Frauen dumpf</p> <p class="line">Gehock. Kristallenen Klumpen knetend,</p> - <p class="line">Jäh meiner Brust: finster geballt.</p> + <p class="line">Jäh meiner Brust: finster geballt.</p> <p class="line">Ein Labyrinth von Schimmelwald,</p> - <p class="line">Erfüllt mit Mord der Schul und Väter.</p> + <p class="line">Erfüllt mit Mord der Schul und Väter.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wir kehren nicht zurück zum Schoß,</p> - <p class="line">Gen Scharlachdämmerungen.</p> + <p class="line">Wir kehren nicht zurück zum Schoß,</p> + <p class="line">Gen Scharlachdämmerungen.</p> <p class="line">Vom Fundament wir bauten los</p> - <p class="line">Uns. Tod ward übersprungen.</p> - <p class="line">Du Brücke aus der Nacht Revier —</p> + <p class="line">Uns. Tod ward übersprungen.</p> + <p class="line">Du Brücke aus der Nacht Revier —</p> <p class="line">Geharnischte Winter schlagen.</p> <p class="line">Wir schweben fest! Der Kragen</p> - <p class="line">Dreht sich zum Strick. Du löst ihn mir.</p> + <p class="line">Dreht sich zum Strick. Du löst ihn mir.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Du Engel an der Pforte.</p> - <p class="line">So bin ich aufgeschält.</p> - <p class="line">Es blühen aus Vase meines Munds euch Heimatworte.</p> + <p class="line">So bin ich aufgeschält.</p> + <p class="line">Es blühen aus Vase meines Munds euch Heimatworte.</p> <p class="line">An deiner Stirn sich reibend auf perlig: ein Lilienfeld.</p> - <p class="line">Verhüllte Meere knistern</p> + <p class="line">Verhüllte Meere knistern</p> <p class="line">Herein, der Donner breiter Takt.</p> - <p class="line">Wir aber landeten an Küsten</p> - <p class="line">Mit Gärten, Mond und Freund beflaggt.</p> + <p class="line">Wir aber landeten an Küsten</p> + <p class="line">Mit Gärten, Mond und Freund beflaggt.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Du klaffst: des Eilands Brunnen,</p> - <p class="line">Daraus der reine Mann sich schöpft.</p> + <p class="line">Daraus der reine Mann sich schöpft.</p> <p class="line">Nah Aeroplane knurren.</p> <p class="line">Ein Sterngewimmel tropft.</p> - <p class="line">Von schaukelnden Tribünen</p> + <p class="line">Von schaukelnden Tribünen</p> <p class="line">Gleich Flamm der Dichter loht:</p> - <p class="line">Der Völker Psalmenhort,</p> + <p class="line">Der Völker Psalmenhort,</p> <p class="line">Die rings um ihn wie Herden dehnen.</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a> - <p class="line">Ja —: brüderlich Verschmelzen!</p> + <p class="line">Ja —: brüderlich Verschmelzen!</p> <p class="line">Nicht einsam, sondern <span class="em">jeder</span> sein!</p> <p class="line">Abschraubt des Hochmuts Stelze!</p> <p class="line">Fahrt in die Huren ein!</p> <p class="line">(Schraubt euch auch dumm und klein!)</p> <p class="line">Der Mantel wie ein Drahtzaun</p> - <p class="line">Schlingt sich um unsere Hüfte.</p> + <p class="line">Schlingt sich um unsere Hüfte.</p> <p class="line">O lasset uns restlos vertrauen!</p> - <p class="line">Geschminkte Masken lüften!!</p> + <p class="line">Geschminkte Masken lüften!!</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Du hast es ihm vollbracht:</p> - <p class="line">O brüderlich Verschmelzen.</p> + <p class="line">O brüderlich Verschmelzen.</p> <p class="line">Nacht schwillt: Lampione-Nacht.</p> - <p class="line">Geteerte Sommer wälzen.</p> - <p class="line">Wir blättern strahlend Fächer.</p> - <p class="line">Von deiner Augen Süßsee</p> - <p class="line">Schlürft oft der Lippe Mal.</p> + <p class="line">Geteerte Sommer wälzen.</p> + <p class="line">Wir blättern strahlend Fächer.</p> + <p class="line">Von deiner Augen Süßsee</p> + <p class="line">Schlürft oft der Lippe Mal.</p> </div> <p class="dedication"> @@ -1079,44 +1045,44 @@ Frau Else Hadwiger gewidmet <h2 class="chapter" id="chapter-1-6"> <a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a> -Gehaßte Frau +Gehaßte Frau </h2> <div class="poem"> - <p class="line">„. . . So wiß es —: daß ich nachts die Straßen jage:</p> + <p class="line">„. . . So wiß es —: daß ich nachts die Straßen jage:</p> <p class="line">Die Brust sie geht ein Segel auf nach dir!</p> - <p class="line">Die Gründe Firmamente spiegelnd tragend</p> + <p class="line">Die Gründe Firmamente spiegelnd tragend</p> <p class="line">Sie tosen wirr. (Nun triumphier!!!)</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Dein Lachgeheul sich in Laternen ballend.</p> - <p class="line">Die Gäule wiehern ironischen Salut.</p> + <p class="line">Die Gäule wiehern ironischen Salut.</p> <p class="line">Des Pflasters Schaukelflur sie springt auf knallend.</p> - <p class="line">Durch Frühen schwemme ich. Gebirge Schutt.</p> + <p class="line">Durch Frühen schwemme ich. Gebirge Schutt.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Grandioses Vieh . . . wo dick dein Atem webt,</p> - <p class="line">Die Stadt zerbeulend. Steigend auf als Säule.</p> - <p class="line">Und ich! Und ich! . . . Es schnappen tausend Mäuler:</p> - <p class="line">Den der im Sud der trüben Schlämme klebt.</p> + <p class="line">Die Stadt zerbeulend. Steigend auf als Säule.</p> + <p class="line">Und ich! Und ich! . . . Es schnappen tausend Mäuler:</p> + <p class="line">Den der im Sud der trüben Schlämme klebt.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Grandioses Vieh . . . Ins Kugellager des Gehirns verwachsen.</p> <p class="line">Mein Stampfen schlingert. Die Maschine stoppt.</p> <p class="line">So schreite aus —: den abrasierten Kopf</p> - <p class="line">Des Männchens eingespreizt in waldigen Schoß.</p> + <p class="line">Des Männchens eingespreizt in waldigen Schoß.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Grandioses Vieh . . . gehetzt wir schleifen durch Lokale.</p> <p class="line">O wie ich greif und greif nach tausend Skalen.</p> - <p class="line">Die Stirn sie knittert. Labyrinth es träuft.</p> + <p class="line">Die Stirn sie knittert. Labyrinth es träuft.</p> <p class="line">Dein Bild verzerrt vor alle Welt zu malen.</p> <p class="line">Mannschaft zu werben. Du! In deren Strahlen</p> - <p class="line">Granitenes Monument du schmilzt!! Ersäufst!!!“</p> + <p class="line">Granitenes Monument du schmilzt!! Ersäufst!!!“</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-1-7"> @@ -1129,32 +1095,32 @@ I </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Melodische Gärten taucht ihr langsam unter.</p> + <p class="line">Melodische Gärten taucht ihr langsam unter.</p> <p class="line">Tag dreht herauf, von Blitz und Blitz bestellt.</p> - <p class="line">Fortläuten Trams sich durch die Straßen munter.</p> - <p class="line">Haar der Alleeen, grünster Flor, sich wellt.</p> - <p class="line">Melodische Gärten taucht ihr langsam unter.</p> + <p class="line">Fortläuten Trams sich durch die Straßen munter.</p> + <p class="line">Haar der Alleeen, grünster Flor, sich wellt.</p> + <p class="line">Melodische Gärten taucht ihr langsam unter.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Verlerntet ihr es —: bogenes Streicheln kühl?!</p> + <p class="line">Verlerntet ihr es —: bogenes Streicheln kühl?!</p> <p class="line">Auch tobt die Flur, von Explosion durchmessen.</p> <p class="line">Geliebter weit, der euerer Locken Harfe spielt.</p> <p class="line">Pulver Gebraus wird Mond der Lippen fressen.</p> - <p class="line">Die ihr verlernt es —: bogenes Streicheln kühl.</p> + <p class="line">Die ihr verlernt es —: bogenes Streicheln kühl.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Da lösen Promenaden hoch ab sich vom Schmetterlingenhang der Schultern.</p> + <p class="line">Da lösen Promenaden hoch ab sich vom Schmetterlingenhang der Schultern.</p> <p class="line">Haubitzenloch der Sintflut Arie blies.</p> - <p class="line">Zu Gräben Gräben! aber wandelten sich um die Pulte.</p> - <p class="line">Die Toten sprechen manchmal im Verließ.</p> - <p class="line">Ja —: Promenaden lösten hoch sich ab vom Schmetterlingenhang der Schultern.</p> - <p class="line">Faust krallt der Männer. Schwimmet zueinander!</p> - <p class="line">Zerschmeißet des Geschlechtes Sklaverei! Die rasend unerhörte Höllenpein!</p> - <p class="line">Zu neuen Küsten —: Aufbruch! Zug und Landung!</p> - <p class="line"><span class="em">Es müssen Brüder sein!!!</span></p> - <p class="line">Vom Chor der Freiheit aufgezückt. Entbrannte.</p> + <p class="line">Zu Gräben Gräben! aber wandelten sich um die Pulte.</p> + <p class="line">Die Toten sprechen manchmal im Verließ.</p> + <p class="line">Ja —: Promenaden lösten hoch sich ab vom Schmetterlingenhang der Schultern.</p> + <p class="line">Faust krallt der Männer. Schwimmet zueinander!</p> + <p class="line">Zerschmeißet des Geschlechtes Sklaverei! Die rasend unerhörte Höllenpein!</p> + <p class="line">Zu neuen Küsten —: Aufbruch! Zug und Landung!</p> + <p class="line"><span class="em">Es müssen Brüder sein!!!</span></p> + <p class="line">Vom Chor der Freiheit aufgezückt. Entbrannte.</p> <p class="line">Wo Regenbogen springen kreuzweis mittendurch —:</p> <p class="line">Es schmilzt der Gletscherbrust Gestein.</p> </div> @@ -1166,25 +1132,25 @@ II <div class="poem"> <p class="line">Namenlose alle! Nicht Gesagte!</p> <p class="line">Wo, wo trifft man euer Angesicht?!</p> - <p class="line">Euch zu sammeln ist es längst zu spät?!</p> + <p class="line">Euch zu sammeln ist es längst zu spät?!</p> <p class="line"><span class="em">Klafft</span> es heulend —: jenes Angesicht —</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a> - <p class="line">Von der Häuser Löcher übersät.</p> - <p class="line">Von Kanälen kreuz und quer gekerbt.</p> - <p class="line">Von dem Plätze-Pickel bös zernagt.</p> - <p class="line">Übergleist vom Mörtel wallenden Laternenlichts.</p> + <p class="line">Von der Häuser Löcher übersät.</p> + <p class="line">Von Kanälen kreuz und quer gekerbt.</p> + <p class="line">Von dem Plätze-Pickel bös zernagt.</p> + <p class="line">Übergleist vom Mörtel wallenden Laternenlichts.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Langsam muß der Dichter euch entgleiten,</p> + <p class="line">Langsam muß der Dichter euch entgleiten,</p> <p class="line">Viel zu lange schon bei euch verweilt.</p> <p class="line">Donner rast. Ein endlos Messer flicht</p> - <p class="line">Sich dem Körper ein. Granate bricht.</p> + <p class="line">Sich dem Körper ein. Granate bricht.</p> <p class="line">Hoch den Dolomiten die sich seilen.</p> - <p class="line">Euch umrankend hat er übersehn</p> + <p class="line">Euch umrankend hat er übersehn</p> <p class="line">Den Komet, der schweflicht sich am Himmel wand.</p> <p class="line">Was uns bleibt?! Auf Flur der Leichen gehen.</p> <p class="line">Ach, nicht trocknet mehr vom Blut die Hand.</p> @@ -1192,19 +1158,19 @@ II <div class="poem"> <p class="line">Fahnen schwebet nach ihm euer Winken.</p> - <p class="line">Welche Stunde bringt uns einst zurück?!</p> + <p class="line">Welche Stunde bringt uns einst zurück?!</p> <p class="line">Auf die Wangen zackichte Sonnen schminkend</p> - <p class="line">Bröckelt ihr an Toren: zu gebückt.</p> + <p class="line">Bröckelt ihr an Toren: zu gebückt.</p> <p class="line">Ach, wir waren nur uns Opfer beide:</p> - <p class="line">Ausgeplündert oder überzückt.</p> - <p class="line">Laßt allein uns tilgen aus von jedem Leid.</p> - <p class="line">Ohne Schmerzen kehren wir zurück.</p> + <p class="line">Ausgeplündert oder überzückt.</p> + <p class="line">Laßt allein uns tilgen aus von jedem Leid.</p> + <p class="line">Ohne Schmerzen kehren wir zurück.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Einst gleich Fächern auseinanderstrahlet</p> - <p class="line">Unserer Körper eingefallener Bau.</p> - <p class="line">Auf den Plätzen stehn wir: Kathedralen!</p> + <p class="line">Einst gleich Fächern auseinanderstrahlet</p> + <p class="line">Unserer Körper eingefallener Bau.</p> + <p class="line">Auf den Plätzen stehn wir: Kathedralen!</p> <p class="line">Ein Gestirn kreist wild ob unserem Haupt.</p> <p class="line">Regenbogen in die Landschaft malend</p> <p class="line">Sich das Aug, ein Periskop, rundschraubt.</p> @@ -1216,7 +1182,7 @@ II <a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a> Zweiter Teil<br /> <br /> -Verbrüderung +Verbrüderung </h1> <p class="motto"> @@ -1229,21 +1195,21 @@ Mirabeau, 1. Mai 1789 <h2 class="chapter" id="chapter-2-1"> <a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a> -Getötetem Freund · Vermächtnis<br /> +Getötetem Freund · Vermächtnis<br /> des sterbenden Soldaten </h2> <p class="motto2"> Um den 30. Juli 1915 herum fiel — gegen Frankreich -verschickt — der vierundzwanzigjährige jüdische +verschickt — der vierundzwanzigjährige jüdische Handlungsreisende (mir Freund und Dichter) -Albert Michel aus Allach (oder München). Nicht -daß er sich noch kühn selbst gelang, aber immerhin -der Wenigen einer, die disziplinvoll genug, erkämpftestem -Führer vertrauend sich anschlossen. +Albert Michel aus Allach (oder München). Nicht +daß er sich noch kühn selbst gelang, aber immerhin +der Wenigen einer, die disziplinvoll genug, erkämpftestem +Führer vertrauend sich anschlossen. 2. bayrisches Reserve-Infanterie-Regiment! Soldaten -der 3. Kompagnie! Erkennet ihn groß —: -euerer ewigen Fahne wahrhaften Träger! Ihn — +der 3. Kompagnie! Erkennet ihn groß —: +euerer ewigen Fahne wahrhaften Träger! Ihn — Geist vom Geist! </p> @@ -1253,27 +1219,27 @@ I <div class="poem"> <p class="line">O Morgen der uns Hyazinthe scheint!</p> - <p class="line">Nicht klopfet mehr so der Geschütze Fieber.</p> - <p class="line">Zu nah Geduckten gleiten wir hinüber,</p> - <p class="line">Auch euch Zerschaufelten im brüchigen Schrein</p> + <p class="line">Nicht klopfet mehr so der Geschütze Fieber.</p> + <p class="line">Zu nah Geduckten gleiten wir hinüber,</p> + <p class="line">Auch euch Zerschaufelten im brüchigen Schrein</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Der Grüfte. Brei gehackt im Labyrinth.</p> + <p class="line">Der Grüfte. Brei gehackt im Labyrinth.</p> <p class="line">Ihr bei Loretto . .! Gase Pest</p> - <p class="line">Steigt Gloriole grause an dem Hügel.</p> - <p class="line">Da — erdenen Röcken wuchsen Engelsflügel!</p> + <p class="line">Steigt Gloriole grause an dem Hügel.</p> + <p class="line">Da — erdenen Röcken wuchsen Engelsflügel!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Aufschweben wir umsäumt von rosenem West.</p> + <p class="line">Aufschweben wir umsäumt von rosenem West.</p> <p class="line">Im Nebel hocken Regimenter blind.</p> - <p class="line">Wir lüften euch Verwirrten bald die Schleier.</p> + <p class="line">Wir lüften euch Verwirrten bald die Schleier.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Und stürzten wir -: der große Tag bleibt euer.</p> - <p class="line">Hört: führt herauf — es strahlt! — zum Totenfest</p> + <p class="line">Und stürzten wir -: der große Tag bleibt euer.</p> + <p class="line">Hört: führt herauf — es strahlt! — zum Totenfest</p> <p class="line"><span class="em">Europa!!</span> Blut kitt ungeheuerst!!!</p> </div> @@ -1282,10 +1248,10 @@ II </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Soldaten! Brüder! Um Kolben euerer Gewehre blühen Tannen —</p> - <p class="line">Wälder, und Räume einer heiligen Saat!</p> + <p class="line">Soldaten! Brüder! Um Kolben euerer Gewehre blühen Tannen —</p> + <p class="line">Wälder, und Räume einer heiligen Saat!</p> <p class="line">Die Sterngefilde blanker Bajonette spannen</p> - <p class="line">Sich neigend über dem entsunkenen Staat.</p> + <p class="line">Sich neigend über dem entsunkenen Staat.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-2-1-3"> @@ -1294,39 +1260,39 @@ III </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Wir Schaukler durch die nächtigen Ozeane.</p> - <p class="line">Vor weißer Küste fraß uns der Taifun.</p> + <p class="line">Wir Schaukler durch die nächtigen Ozeane.</p> + <p class="line">Vor weißer Küste fraß uns der Taifun.</p> <p class="line">In Augs verschlossenem Spiegel kreuzen Fahnen.</p> - <p class="line">Vergilbte Schärpen in den Leibern nun.</p> + <p class="line">Vergilbte Schärpen in den Leibern nun.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Das Haupt zerstrahlen jene breiteren Dämme,</p> - <p class="line">Kolonnen überschwellt. Ein Brückenbau.</p> - <p class="line">Die Kathedrale, deren Türme stemmen</p> + <p class="line">Das Haupt zerstrahlen jene breiteren Dämme,</p> + <p class="line">Kolonnen überschwellt. Ein Brückenbau.</p> + <p class="line">Die Kathedrale, deren Türme stemmen</p> <p class="line">Auf den Azur. Ein Drahtverhau</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Biegt sich als Dornenkrone um der Stirne Rund. Gleißend</p> + <p class="line">Biegt sich als Dornenkrone um der Stirne Rund. Gleißend</p> <p class="line">Das Regiment, elastischer Panzer, zieht</p> <p class="line">Empor die Serpentine um die Brust. Geleise</p> <p class="line">Am Horizont nach dem Gestirne kniet.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wie denken wir euch Brüder in den Städten!</p> + <p class="line">Wie denken wir euch Brüder in den Städten!</p> <p class="line">Dich jungen Dichter, in den Platz gestellt!</p> <p class="line">Ein Monument, um das des Volks Schwarm bellt.</p> - <p class="line">Du der sich brüllend aus dem Jahr muß fretten.</p> + <p class="line">Du der sich brüllend aus dem Jahr muß fretten.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Doch der sich bohrt durch Höllen-Abenteuer.</p> - <p class="line">Am End der Heros. Vor Europa führt.</p> - <p class="line">Evangelist der Zeit. Ein Jäher. Neuer.</p> + <p class="line">Doch der sich bohrt durch Höllen-Abenteuer.</p> + <p class="line">Am End der Heros. Vor Europa führt.</p> + <p class="line">Evangelist der Zeit. Ein Jäher. Neuer.</p> <p class="line">Einst Pyramide er. Bengalisch Feuer.</p> - <p class="line">Ja —: dess Gesang die Massenlöcher schürt.</p> + <p class="line">Ja —: dess Gesang die Massenlöcher schürt.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-2-1-4"> @@ -1342,85 +1308,85 @@ An den General <p class="line">Wie spaltest du, elendes Wrack, entzwei!</p> <p class="line">Aus dess Gehirn entsprang uns Stich bei Stich.</p> <p class="line">Anschob die Faust purpurene Bastei.</p> - <p class="line">Armeeen stampftest in ein Höllgrab du.</p> + <p class="line">Armeeen stampftest in ein Höllgrab du.</p> <p class="line">Wozu?!</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a> - <p class="line">Schon finstere Haufen sich zusammendrängen.</p> + <p class="line">Schon finstere Haufen sich zusammendrängen.</p> <p class="line">Es malmt zu Brei dich heulender Ballast.</p> - <p class="line">Die aber schraubten jubelnd hoch sich, schwängen</p> - <p class="line">Wirr tanzend auf der Dächer Silberglast.</p> - <p class="line">Dein Sturz der Völker Paradiesgeläut.</p> - <p class="line">Antönt es heut.</p> + <p class="line">Die aber schraubten jubelnd hoch sich, schwängen</p> + <p class="line">Wirr tanzend auf der Dächer Silberglast.</p> + <p class="line">Dein Sturz der Völker Paradiesgeläut.</p> + <p class="line">Antönt es heut.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Das muß enorm von Raum zu Räumen schwillen.</p> + <p class="line">Das muß enorm von Raum zu Räumen schwillen.</p> <p class="line">Zersplittert Mauern! Rast! Durchbohre Damm!</p> - <p class="line">Da öffnen donnernd sich des Tags Ventile,</p> - <p class="line">Verschoß in Blitzazur der Nächte Schlamm.</p> + <p class="line">Da öffnen donnernd sich des Tags Ventile,</p> + <p class="line">Verschoß in Blitzazur der Nächte Schlamm.</p> <p class="line">Verfluchte ihr des Todes Lieferanten!</p> <p class="line">Kasernen stranden.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Die Straßen (Häuserchöre streichen) wallen.</p> - <p class="line">Es zückt die Stadt. O weißlich Sommerfest.</p> - <p class="line">Ein Vogellüster auf und niederfallen.</p> + <p class="line">Die Straßen (Häuserchöre streichen) wallen.</p> + <p class="line">Es zückt die Stadt. O weißlich Sommerfest.</p> + <p class="line">Ein Vogellüster auf und niederfallen.</p> <p class="line">Zu Rieselhalm verwandelt Bajonett.</p> <p class="line">Umarmt von Tieren Menschen ziehen,</p> - <p class="line">Gestreift süß bunter Melodien.</p> + <p class="line">Gestreift süß bunter Melodien.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">— So will ich gern dir deine Falten glätten.</p> - <p class="line">Ich fühl mich als des Daseins Untergrund.</p> - <p class="line">Der mußte uns in Knochenwirrnis betten.</p> + <p class="line">— So will ich gern dir deine Falten glätten.</p> + <p class="line">Ich fühl mich als des Daseins Untergrund.</p> + <p class="line">Der mußte uns in Knochenwirrnis betten.</p> <p class="line">Zur Fahn entknospet sich mein Lippenmund,</p> - <p class="line">Daraus elektrisch blättert Strahl um Strahl:</p> + <p class="line">Daraus elektrisch blättert Strahl um Strahl:</p> <p class="line">Mein General.</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-2-2"> <a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a> -Der Entfernte · Georg Trakl +Der Entfernte · Georg Trakl </h2> <div class="poem"> - <p class="line">Er geht durch Wälder. Lautlos unbewegt.</p> + <p class="line">Er geht durch Wälder. Lautlos unbewegt.</p> <p class="line">Wo gar kein Raum ist in der Luft zum Schrein.</p> - <p class="line">. . . und würgt und würgt. Da gern es schlafend trägt</p> - <p class="line">Ihn, hängt er sich ins Horn des Hirsches ein.</p> + <p class="line">. . . und würgt und würgt. Da gern es schlafend trägt</p> + <p class="line">Ihn, hängt er sich ins Horn des Hirsches ein.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Betaute Wiege. Doch erwacht er grell</p> - <p class="line">Matt gießen Mond und Sterne sich herein.</p> - <p class="line">Ein wenig plätschert er im schwarzen Quell.</p> - <p class="line">Er schlürft berauscht vom bitteren Abendschein.</p> + <p class="line">Matt gießen Mond und Sterne sich herein.</p> + <p class="line">Ein wenig plätschert er im schwarzen Quell.</p> + <p class="line">Er schlürft berauscht vom bitteren Abendschein.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Seltsam durchmischt verblieben die Geräusche</p> + <p class="line">Seltsam durchmischt verblieben die Geräusche</p> <p class="line">Aus jener Stadt, die knospet auf im Blut.</p> <p class="line">Von zweien Kindern ausgebrochenes Kreischen.</p> - <p class="line">Wie Blasen steigend Böller Festsalut.</p> + <p class="line">Wie Blasen steigend Böller Festsalut.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Auf einmal dann —: gestreckte Schlote zischen.</p> - <p class="line">Andante-Baß der Straße bunter Ton.</p> - <p class="line">Wo Brüllen . . . Haufen schleifen an. Lang Wischen —</p> - <p class="line">Am Ende schlüpft heraus ein Grammophon. —</p> + <p class="line">Andante-Baß der Straße bunter Ton.</p> + <p class="line">Wo Brüllen . . . Haufen schleifen an. Lang Wischen —</p> + <p class="line">Am Ende schlüpft heraus ein Grammophon. —</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Er geht durch Wälder. Lautlos unbewegt.</p> + <p class="line">Er geht durch Wälder. Lautlos unbewegt.</p> <p class="line">Wo gar kein Raum ist in der Luft zum Schrein.</p> - <p class="line">. . . nur manchmal wie umarmend schlägt</p> - <p class="line">Den Kopf er brüderlich ins Moosgestein.</p> + <p class="line">. . . nur manchmal wie umarmend schlägt</p> + <p class="line">Den Kopf er brüderlich ins Moosgestein.</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-2-3"> @@ -1429,40 +1395,40 @@ An den Tyrannen </h2> <div class="poem"> - <p class="line">Mittelpunkt du rasender Geschwüre!</p> - <p class="line">Deine Poren brachen auf, nun blähen</p> - <p class="line">Geysirs Blut daraus. Gewölbe knallen</p> - <p class="line">Dir zu Häupten. Orkus faucht dich an!</p> + <p class="line">Mittelpunkt du rasender Geschwüre!</p> + <p class="line">Deine Poren brachen auf, nun blähen</p> + <p class="line">Geysirs Blut daraus. Gewölbe knallen</p> + <p class="line">Dir zu Häupten. Orkus faucht dich an!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Völker zogen singend dir zu Füßen</p> - <p class="line">(Frauen hackend ein der Väter Arm,</p> + <p class="line">Völker zogen singend dir zu Füßen</p> + <p class="line">(Frauen hackend ein der Väter Arm,</p> <p class="line">Kindlein flattern an Musiken: Fetzen —),</p> - <p class="line">Völker brausen in die Gruft der Schlacht.</p> + <p class="line">Völker brausen in die Gruft der Schlacht.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Eiter spritzt zu goldener Hüfte Planken.</p> - <p class="line">Auch Gestrüpp von Därmen wirrt sich drum.</p> - <p class="line">Große heilige schöne buntere Schiffe,</p> - <p class="line">Lächelnde Delphine, Prunkpaläste . . . .</p> + <p class="line">Eiter spritzt zu goldener Hüfte Planken.</p> + <p class="line">Auch Gestrüpp von Därmen wirrt sich drum.</p> + <p class="line">Große heilige schöne buntere Schiffe,</p> + <p class="line">Lächelnde Delphine, Prunkpaläste . . . .</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Schiffe menschbesät, o morgenfrische</p> - <p class="line">Süßest gleich Geliebten, Schauklerinnen</p> - <p class="line">Schwarzer Meere, rinnende Sternenküsten —</p> - <p class="line">Ah, dein Atem spießt sie jäh zu Grund.</p> + <p class="line">Schiffe menschbesät, o morgenfrische</p> + <p class="line">Süßest gleich Geliebten, Schauklerinnen</p> + <p class="line">Schwarzer Meere, rinnende Sternenküsten —</p> + <p class="line">Ah, dein Atem spießt sie jäh zu Grund.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Nicht Gewitter-Trommeln dich Erlauchten rühren,</p> + <p class="line">Nicht Gewitter-Trommeln dich Erlauchten rühren,</p> <p class="line">Finster rollend ob der Leichen Flur,</p> - <p class="line">Nicht daß Weiber, klopfend kaum an Türen . . . .</p> - <p class="line">Weichen sie doch, zückst du Messer nur!</p> - <p class="line">Grauser: neu gewelkten Brand zu schüren</p> - <p class="line">Jüngst dein Wort durch die Gemarke fuhr — — —</p> + <p class="line">Nicht daß Weiber, klopfend kaum an Türen . . . .</p> + <p class="line">Weichen sie doch, zückst du Messer nur!</p> + <p class="line">Grauser: neu gewelkten Brand zu schüren</p> + <p class="line">Jüngst dein Wort durch die Gemarke fuhr — — —</p> <p class="line">Explodier o Raum!</p> <p class="line">Fern der Menschheit Traum!</p> <p class="line">Ordenspanzerbrust absplittert Dolch und Schwur!!!</p> @@ -1470,14 +1436,14 @@ An den Tyrannen <div class="poem"> <a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a> - <p class="line">Nein! Tyrann! Nicht würgten Barrikaden</p> - <p class="line">Dich zuend. Noch Salven Höllenflug.</p> + <p class="line">Nein! Tyrann! Nicht würgten Barrikaden</p> + <p class="line">Dich zuend. Noch Salven Höllenflug.</p> <p class="line">Pyramiden Liebe auf dein Haupt wir laden.</p> - <p class="line">Schmilz o schmilz vor freiester Güte Bug!</p> - <p class="line">Sänge überspülend in Kaskaden</p> + <p class="line">Schmilz o schmilz vor freiester Güte Bug!</p> + <p class="line">Sänge überspülend in Kaskaden</p> <p class="line">Monument dich. Auf all Himmel schlug.</p> - <p class="line">Nebel zünden, rings Gewölk zerrann.</p> - <p class="line">Arme breiten Völker dir Tyrann!</p> + <p class="line">Nebel zünden, rings Gewölk zerrann.</p> + <p class="line">Arme breiten Völker dir Tyrann!</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-2-4"> @@ -1490,8 +1456,8 @@ Hinauf, Menschen! Heraus aus euerem Schmutz, den ich nachmale, euerem Elend und euerer Schande, die ich nackt hinstelle. Hinauf mit mir: arbeitend ihr und ich. -Wir sind Brüder. Nicht viel Worte davon. -Es heißt seine Pflicht tun. +Wir sind Brüder. Nicht viel Worte davon. +Es heißt seine Pflicht tun. </p> <p class="sign"> @@ -1499,25 +1465,25 @@ Zola </p> <div class="poem"> - <p class="line">Um dich gruppieren sich die Neuen Städte.</p> - <p class="line">Zementene Quadern. Dächer Überfall.</p> - <p class="line">Um dich Fabriken klares Frühmeß-Schmettern.</p> - <p class="line">Der Donnerzüge steilster Kurvenwall.</p> - <p class="line">Um dich gruppieren sich die Neuen Städte.</p> + <p class="line">Um dich gruppieren sich die Neuen Städte.</p> + <p class="line">Zementene Quadern. Dächer Überfall.</p> + <p class="line">Um dich Fabriken klares Frühmeß-Schmettern.</p> + <p class="line">Der Donnerzüge steilster Kurvenwall.</p> + <p class="line">Um dich gruppieren sich die Neuen Städte.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Es starren Dickicht rund die finsteren Völker:</p> - <p class="line">Dornkranz der wie von Höllen widerscheint.</p> + <p class="line">Es starren Dickicht rund die finsteren Völker:</p> + <p class="line">Dornkranz der wie von Höllen widerscheint.</p> <p class="line">Zerzauste Himmel drauf (Ruinen) welken.</p> <p class="line">Die Riesenpyramide aus Gebein.</p> - <p class="line">So starren Dickicht rund die finsteren Völker.</p> + <p class="line">So starren Dickicht rund die finsteren Völker.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Zu dir verstrecken sich die jungen Dichter:</p> - <p class="line">Koloß der Arbeit. Krachend aufgetürmt.</p> - <p class="line">Hah: Massen wälzen! Von Tribünen spricht er</p> + <p class="line">Koloß der Arbeit. Krachend aufgetürmt.</p> + <p class="line">Hah: Massen wälzen! Von Tribünen spricht er</p> <p class="line">Der Hymnische. (— Du Leite mir und Schirm — ).</p> <p class="line">Zu dir verstrecken sich die jungen Dichter.</p> </div> @@ -1525,14 +1491,14 @@ Zola <div class="poem"> <p class="line">Da knospet auf aus deinem Inselgarten</p> <p class="line">— Und strahlt! — der Menschheit blaue Morgenwelt.</p> - <p class="line">Du schwebst ihr vor. Zurück aus Orkus-Fahrten.</p> - <p class="line">Ein jeder groß und blühend eingestellt.</p> + <p class="line">Du schwebst ihr vor. Zurück aus Orkus-Fahrten.</p> + <p class="line">Ein jeder groß und blühend eingestellt.</p> <p class="line">Wir knospen auf aus deinem Inselgarten.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Ja leucht und sprieß und schaukel in den Winden</p> - <p class="line">Purpurnes Schiff! Die faßt wohl alle sie.</p> + <p class="line">Ja leucht und sprieß und schaukel in den Winden</p> + <p class="line">Purpurnes Schiff! Die faßt wohl alle sie.</p> <p class="line">Asyle platzen und Kasernen schwinden,</p> <p class="line">Durchdrungene von der Brudermelodie.</p> <p class="line">Purpurnes Schiff! Demokratie!!</p> @@ -1541,11 +1507,11 @@ Zola <div class="poem"> <a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a> <p class="line">Zola —: es soll uns selbst der kleinste Traum zersplittern!</p> - <p class="line">O Trinität des Werks: Erlebnis-Formulierung-Tat!</p> - <p class="line">Gehirn ein Block Kristall heiß durchgeschliffen.</p> - <p class="line">Fanfare brüll! Schaut: diese Straß biegt grad</p> + <p class="line">O Trinität des Werks: Erlebnis-Formulierung-Tat!</p> + <p class="line">Gehirn ein Block Kristall heiß durchgeschliffen.</p> + <p class="line">Fanfare brüll! Schaut: diese Straß biegt grad</p> <p class="line">Hinein in den Tumult und durch! Gewitter</p> - <p class="line">Sie hängen drum. Emporgestemmt von ewigen Imperativen.</p> + <p class="line">Sie hängen drum. Emporgestemmt von ewigen Imperativen.</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-2-5"> @@ -1554,231 +1520,231 @@ An den Frieden </h2> <div class="poem"> - <p class="line">O süßeste: Traum der streicht wie Sommer lind!</p> - <p class="line">Doch bald mußt du wohl mehr sein als ein Ahnen.</p> - <p class="line">Da blüht er auf wie kleinster Duft von Wind.</p> + <p class="line">O süßeste: Traum der streicht wie Sommer lind!</p> + <p class="line">Doch bald mußt du wohl mehr sein als ein Ahnen.</p> + <p class="line">Da blüht er auf wie kleinster Duft von Wind.</p> <p class="line">Ein Engel durch der Leichen Schlucht sich bahnend.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Dein Tag —: er wölbt! Die Stadt birst vor Geläut.</p> - <p class="line">Der Sonne Fluß erbraust in jeder Straße.</p> - <p class="line">Gemäuer hoch sprießt goldener Strahl-Efeu.</p> - <p class="line">Fanfarenmünder Halleluja blasen.</p> + <p class="line">Dein Tag —: er wölbt! Die Stadt birst vor Geläut.</p> + <p class="line">Der Sonne Fluß erbraust in jeder Straße.</p> + <p class="line">Gemäuer hoch sprießt goldener Strahl-Efeu.</p> + <p class="line">Fanfarenmünder Halleluja blasen.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Das Blutgefild verbaut zu weichem Beet,</p> <p class="line">Zu Wald und See mit Stern und Wolk darein.</p> <p class="line"><a id="corr-0"></a>Millionen Toter schwarze Fahne weht</p> - <p class="line">Breit auf vom Grund. Zerpeitschte Lüfte schrein.</p> + <p class="line">Breit auf vom Grund. Zerpeitschte Lüfte schrein.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wird sich ein Blitz zum Mord im Abend zücken!?</p> + <p class="line">Wird sich ein Blitz zum Mord im Abend zücken!?</p> <p class="line">Nein. Menschen wallen Heilige im Chor.</p> - <p class="line">Auf Promenaden mögt ihr Frauen pflücken.</p> + <p class="line">Auf Promenaden mögt ihr Frauen pflücken.</p> <p class="line">Ein Bund von Freunden tritt im Platz hervor.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Ihr —: laßt uns gern vom ewigen Frieden reden!</p> - <p class="line">Ja, wissend sehr, daß er Gestalt gewinnt</p> - <p class="line">Noch süßester Traum nur. Unsere Hände jäten</p> + <p class="line">Ihr —: laßt uns gern vom ewigen Frieden reden!</p> + <p class="line">Ja, wissend sehr, daß er Gestalt gewinnt</p> + <p class="line">Noch süßester Traum nur. Unsere Hände jäten</p> <p class="line">Das Unkraut aus, das jenen Weg bespinnt.</p> - <p class="line">Ertön o Wort, das gleich zur Tat gerinnt!</p> - <p class="line">Das Wort muß wirken! Also laßt uns reden!!</p> + <p class="line">Ertön o Wort, das gleich zur Tat gerinnt!</p> + <p class="line">Das Wort muß wirken! Also laßt uns reden!!</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-2-6"> <a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a> -Tod des Fliegers über der Stadt +Tod des Fliegers über der Stadt </h2> <div class="poem"> - <p class="line">Da — ein Meteor sich ab die Bombe löste.</p> - <p class="line">Rings blüht, Geschmetter, auf sie in der kleinen Stadt.</p> - <p class="line">Er aber brüllte an den Engel, daß er höre . . .</p> - <p class="line">Herab floß in Spiralen der. Gewitter töste.</p> + <p class="line">Da — ein Meteor sich ab die Bombe löste.</p> + <p class="line">Rings blüht, Geschmetter, auf sie in der kleinen Stadt.</p> + <p class="line">Er aber brüllte an den Engel, daß er höre . . .</p> + <p class="line">Herab floß in Spiralen der. Gewitter töste.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Bald fliegend neben ihm, bald bog er auf.</p> <p class="line">Verfolgend ihn. Ah, klirrendes Gerenn.</p> - <p class="line">Propelleratem streift ihn, Höllensturm.</p> - <p class="line">„. . . Ich laß dich nicht, du segnetest mich denn . . .“</p> + <p class="line">Propelleratem streift ihn, Höllensturm.</p> + <p class="line">„. . . Ich laß dich nicht, du segnetest mich denn . . .“</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Dann schrieen sie in wirrester Diskussion</p> - <p class="line">Einander zu. Da schäumt von Bein und Fetzen</p> - <p class="line">Gestrüpp um ihn. Tragflächen schmolzen.</p> + <p class="line">Einander zu. Da schäumt von Bein und Fetzen</p> + <p class="line">Gestrüpp um ihn. Tragflächen schmolzen.</p> <p class="line">Aufkreischt der Motor. Dessen Brust klafft schon</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Entzweigekreuzt. Es kippt der Apparat</p> - <p class="line">Und saust und bohrt. Und <span class="em">eines</span> Rauches Säule</p> - <p class="line">Steht mitten auf. Durchschnittene Äther heulen.</p> - <p class="line">Enorm. Ja —: eines Rauches Säule grad.</p> + <p class="line">Und saust und bohrt. Und <span class="em">eines</span> Rauches Säule</p> + <p class="line">Steht mitten auf. Durchschnittene Äther heulen.</p> + <p class="line">Enorm. Ja —: eines Rauches Säule grad.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Der Sockel —: Trichter aufgefüllt mit Kehricht.</p> - <p class="line">Jehovas Wächterengel aber rauschend schwebt</p> - <p class="line">Durch Lüfte quer. Errichtend tausend Säulen</p> - <p class="line">Ob heimgesuchter Städte grausem Wundenmal.</p> + <p class="line">Der Sockel —: Trichter aufgefüllt mit Kehricht.</p> + <p class="line">Jehovas Wächterengel aber rauschend schwebt</p> + <p class="line">Durch Lüfte quer. Errichtend tausend Säulen</p> + <p class="line">Ob heimgesuchter Städte grausem Wundenmal.</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-2-7"> <a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a> -Verbrüderung +Verbrüderung </h2> <div class="poem"> - <p class="line">Wie geschah, daß nicht zusammenfanden</p> - <p class="line">Du und du. Daß wir uns einsam-wund</p> - <p class="line">Hah! verzweifelt an Nacht-Häuser banden,</p> - <p class="line">Kaum erkennend —: Flügel <span class="em">eines</span> Munds.</p> - <p class="line">Von erhellten Räumen ausgeschlossen</p> - <p class="line">Wir Verdammte zu der Straßen Flur.</p> - <p class="line">Lüster (Kelche) Licht aus Fenstern gossen,</p> - <p class="line">Uns Glanzschleier, lockend Tränen nur.</p> + <p class="line">Wie geschah, daß nicht zusammenfanden</p> + <p class="line">Du und du. Daß wir uns einsam-wund</p> + <p class="line">Hah! verzweifelt an Nacht-Häuser banden,</p> + <p class="line">Kaum erkennend —: Flügel <span class="em">eines</span> Munds.</p> + <p class="line">Von erhellten Räumen ausgeschlossen</p> + <p class="line">Wir Verdammte zu der Straßen Flur.</p> + <p class="line">Lüster (Kelche) Licht aus Fenstern gossen,</p> + <p class="line">Uns Glanzschleier, lockend Tränen nur.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">O —: wer hat zuerst dich angesprochen</p> - <p class="line">Göttlich Du!? Ein Bruderfirmament</p> + <p class="line">Göttlich Du!? Ein Bruderfirmament</p> <p class="line">Wer erbaute es?! Zerstochener</p> <p class="line">Leib des Freunds, da er sich von uns trennt?!</p> - <p class="line">Spieen es die Mäuler der Haubitzen</p> + <p class="line">Spieen es die Mäuler der Haubitzen</p> <p class="line">Jenes Urwort belfernden Geschreis?!</p> - <p class="line">Scheinwerfer mit schrägem Strahle blitzend?!</p> - <p class="line">Rollt es mit den Zügen stets vorbei —?!</p> + <p class="line">Scheinwerfer mit schrägem Strahle blitzend?!</p> + <p class="line">Rollt es mit den Zügen stets vorbei —?!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Brüder! Brüder! Kann es längst vergessen</p> + <p class="line">Brüder! Brüder! Kann es längst vergessen</p> <p class="line">Ein sich spinnen in entfernter Bucht?!</p> <p class="line">Dostojewskis Feueraugen fressen.</p> <p class="line">Rasend Tolstoi in der Weite sucht.</p> - <p class="line">Haben Mütter euch zum Mord geboren?!</p> + <p class="line">Haben Mütter euch zum Mord geboren?!</p> <p class="line">Euer Schicksal —: schwank und qualgehetzt,</p> - <p class="line">öffnet, öffnet euerer Brust die Tore,</p> - <p class="line">Drein Azursee stürzt!!!</p> + <p class="line">öffnet, öffnet euerer Brust die Tore,</p> + <p class="line">Drein Azursee stürzt!!!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wallen mögen hier die breiten Scharen</p> - <p class="line">Jener Toten. Düsterer Trommelzug.</p> - <p class="line">Wald erglänzt von aufgelösten Haaren.</p> - <p class="line">Münder strecken sich zu Siegfanfaren,</p> - <p class="line">Langsam steuert schimmernder Brüste Bug.</p> + <p class="line">Wallen mögen hier die breiten Scharen</p> + <p class="line">Jener Toten. Düsterer Trommelzug.</p> + <p class="line">Wald erglänzt von aufgelösten Haaren.</p> + <p class="line">Münder strecken sich zu Siegfanfaren,</p> + <p class="line">Langsam steuert schimmernder Brüste Bug.</p> <a id="page-40" class="pagenum" title="40"></a> - <p class="line">Rings die Mädchen flattern gleich Libellen.</p> - <p class="line">Droschkengäule tönend eingereiht.</p> - <p class="line">Wir Zentrale. Städte, Länder schellen.</p> - <p class="line">Welt gerinnt. Harmonisches Geläut.</p> + <p class="line">Rings die Mädchen flattern gleich Libellen.</p> + <p class="line">Droschkengäule tönend eingereiht.</p> + <p class="line">Wir Zentrale. Städte, Länder schellen.</p> + <p class="line">Welt gerinnt. Harmonisches Geläut.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Und so wird die blanke Zukunft tagen:</p> <p class="line">Heiliger Staat, der quillt aus unserem Blut.</p> - <p class="line">Keine Frauen an den Männern nagen.</p> - <p class="line">Freunde schreiten groß und hochgemut.</p> + <p class="line">Keine Frauen an den Männern nagen.</p> + <p class="line">Freunde schreiten groß und hochgemut.</p> <p class="line">Noch wir durch der Nacht Gewimmel jagen,</p> - <p class="line">Auch bespült von stinkichtem Ekelsud.</p> - <p class="line">Denn —! die Menschheit ist verrückt,</p> - <p class="line">Längs und quer zerstückt:</p> - <p class="line">Räuber-, Mörderbrut.</p> + <p class="line">Auch bespült von stinkichtem Ekelsud.</p> + <p class="line">Denn —! die Menschheit ist verrückt,</p> + <p class="line">Längs und quer zerstückt:</p> + <p class="line">Räuber-, Mörderbrut.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Trotzdem — überherrlich aufgelassen</p> - <p class="line">Wälzt durch Münder Schleusen — gleit o Hass! —</p> - <p class="line">Der Gesänge Strom.</p> + <p class="line">Trotzdem — überherrlich aufgelassen</p> + <p class="line">Wälzt durch Münder Schleusen — gleit o Hass! —</p> + <p class="line">Der Gesänge Strom.</p> <p class="line">Bajonette schwank wie Halmzeug knicken.</p> - <p class="line">Schwarze Vöglein hüpfen Brownings nickend.</p> + <p class="line">Schwarze Vöglein hüpfen Brownings nickend.</p> <p class="line">Fetzen Wolken knittert der Pogrom.</p> <p class="line">O —: anhebt ein Zueinandereilen.</p> - <p class="line">Nichtmehr Schründe klaffen tödlich-tief.</p> + <p class="line">Nichtmehr Schründe klaffen tödlich-tief.</p> <p class="line">Harfen wiegen. Zwitschern. Gestern Henkerbeile.</p> <p class="line">Kleine Sonne platzend letzte Bombe stiebt.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Weiße Dome schweben auch Fabriken.</p> - <p class="line">Frühling in ovaler Fensterbogen Lücken.</p> - <p class="line">Flöte dehnt der einst so schrille Pfiff.</p> - <p class="line">Liebende auf weichen Dachgeländen</p> + <p class="line">Weiße Dome schweben auch Fabriken.</p> + <p class="line">Frühling in ovaler Fensterbogen Lücken.</p> + <p class="line">Flöte dehnt der einst so schrille Pfiff.</p> + <p class="line">Liebende auf weichen Dachgeländen</p> <p class="line">Sich dem Hostienmond entgegenwenden,</p> - <p class="line">Immer höher steigt ihr Schiff.</p> - <p class="line">Spät —: sie werden sich noch dumpf erinnern</p> + <p class="line">Immer höher steigt ihr Schiff.</p> + <p class="line">Spät —: sie werden sich noch dumpf erinnern</p> <p class="line">Der Gezeit aus Tod und Rauch und Pfuhl,</p> - <p class="line">. . . Dörfer knistern. Angeschossene wimmern.</p> + <p class="line">. . . Dörfer knistern. Angeschossene wimmern.</p> <p class="line">Marterkinder starben an der Schul.</p> </div> <div class="poem"> <a id="page-41" class="pagenum" title="41"></a> - <p class="line">Ja —: sie müssen sich zusammenfalten</p> - <p class="line">In die Lüfte ragend silberner Strauß.</p> + <p class="line">Ja —: sie müssen sich zusammenfalten</p> + <p class="line">In die Lüfte ragend silberner Strauß.</p> <p class="line">Auf und ab als Schaukler Balsamwinde gehen.</p> <p class="line">Monument —: nach Jahren zu bestehen,</p> - <p class="line">Wieder wenn aus wütig eingekrallten</p> - <p class="line">Menschenknäueln zuckt Gebiß und Faust.</p> - <p class="line">Splitternd tanzen um die vielen Plätze</p> - <p class="line">Mit der Bürger lautestem Märkteschwall.</p> - <p class="line">Brüder! Unser Odem —: Leid zu letzen</p> - <p class="line">Streich zurück den noch gewordenen Knall!!</p> + <p class="line">Wieder wenn aus wütig eingekrallten</p> + <p class="line">Menschenknäueln zuckt Gebiß und Faust.</p> + <p class="line">Splitternd tanzen um die vielen Plätze</p> + <p class="line">Mit der Bürger lautestem Märkteschwall.</p> + <p class="line">Brüder! Unser Odem —: Leid zu letzen</p> + <p class="line">Streich zurück den noch gewordenen Knall!!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Hört ihr nicht heraus der Tausend Warten?!</p> + <p class="line">Hört ihr nicht heraus der Tausend Warten?!</p> <p class="line">Wer ist jener, den die Schuld betrifft,</p> - <p class="line">Daß das Reich nicht zu uns kommt?!</p> + <p class="line">Daß das Reich nicht zu uns kommt?!</p> <p class="line">Aber Lanzen stochern, Hellebarden</p> - <p class="line">Pflügen auf phantastischer Wolken Trift.</p> + <p class="line">Pflügen auf phantastischer Wolken Trift.</p> <p class="line">Pferde klappern — —</p> - <p class="line">Brüder! Reisst die Helligkeit hinunter</p> - <p class="line">In der Städte ödes Schlachtgefild!</p> - <p class="line">Zerrt die Straßen hoch und schmückt sie bunter!!</p> + <p class="line">Brüder! Reisst die Helligkeit hinunter</p> + <p class="line">In der Städte ödes Schlachtgefild!</p> + <p class="line">Zerrt die Straßen hoch und schmückt sie bunter!!</p> <p class="line">Tausend warten wild — — —</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Gott du Zünder, so uns geistwärts führst:</p> - <p class="line">Gott aus spitzigstem Gehirn geschöpft.</p> - <p class="line">Leuchtturmfeuer innigste Eintracht schürend.</p> - <p class="line">Zwiespalt Tücke donnernd abgeschröpft!</p> - <p class="line">Morgenküsten nähern sich Spelunken,</p> + <p class="line">Gott du Zünder, so uns geistwärts führst:</p> + <p class="line">Gott aus spitzigstem Gehirn geschöpft.</p> + <p class="line">Leuchtturmfeuer innigste Eintracht schürend.</p> + <p class="line">Zwiespalt Tücke donnernd abgeschröpft!</p> + <p class="line">Morgenküsten nähern sich Spelunken,</p> <p class="line">Schmelzend ein Asyl.</p> - <p class="line">Ihr —: Gefängnisse von Abends schattener Gnade trunken</p> - <p class="line">Müden Engels sanfter Wiegenpfühl.</p> + <p class="line">Ihr —: Gefängnisse von Abends schattener Gnade trunken</p> + <p class="line">Müden Engels sanfter Wiegenpfühl.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wo sich Sonne beißt in Wüstenorte</p> + <p class="line">Wo sich Sonne beißt in Wüstenorte</p> <p class="line">Stellt sich Zephir, milderen Hauchs, bereit.</p> - <p class="line">Körper im Aussatz verdorrte</p> + <p class="line">Körper im Aussatz verdorrte</p> <p class="line">Gehen auf Landschaften Edens weit.</p> <a id="page-42" class="pagenum" title="42"></a> - <p class="line">(. . . Körper von der Väter Hieb zerfleischt . . .)</p> - <p class="line">Von der Störche dunklen Herdenschwärmen,</p> - <p class="line">Der Balkone Rechteck überdacht.</p> - <p class="line">Wunder —: finsterer Klumpen der Gedärme</p> + <p class="line">(. . . Körper von der Väter Hieb zerfleischt . . .)</p> + <p class="line">Von der Störche dunklen Herdenschwärmen,</p> + <p class="line">Der Balkone Rechteck überdacht.</p> + <p class="line">Wunder —: finsterer Klumpen der Gedärme</p> <p class="line">Ward zu knospener Schlingung aufgefacht.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Brüder! Nicht vom Zauberwort Berauschte</p> + <p class="line">Brüder! Nicht vom Zauberwort Berauschte</p> <p class="line">Weih ein jeder sich der ewigen Tat!</p> - <p class="line">Nicht von Orgeln glühend aufgebauscht . . .</p> - <p class="line">Unser Psalm befiehlt euch —: heiß und grad.</p> + <p class="line">Nicht von Orgeln glühend aufgebauscht . . .</p> + <p class="line">Unser Psalm befiehlt euch —: heiß und grad.</p> <p class="line">Tretet an den Marsch! Freiheit auf die Fahnen!!</p> - <p class="line">Dich antike Welt zertrümmere solcher Schwung!</p> + <p class="line">Dich antike Welt zertrümmere solcher Schwung!</p> <p class="line">Ein Gestirn enttaucht. Kreuzt ob unserem Plan:</p> - <p class="line">Himmel der Verbrüderung.</p> + <p class="line">Himmel der Verbrüderung.</p> </div> <h2 class="chapter" id="chapter-2-8"> @@ -1794,50 +1760,50 @@ I <p class="line">Er war hinabgestiegen und er schaute.</p> <p class="line">Da schwankte wie ein Schiff das Fundament.</p> <p class="line">Zum Himalaya hoch ein Blutmeer staute.</p> - <p class="line">Land angereiht an Land — <span class="em">ein</span> Schrei stößt! — brennt!</p> + <p class="line">Land angereiht an Land — <span class="em">ein</span> Schrei stößt! — brennt!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Und welche, die Fontänen auseinanderspritzten —</p> - <p class="line">Die Flügelarme flatternd ausgereckt.</p> + <p class="line">Und welche, die Fontänen auseinanderspritzten —</p> + <p class="line">Die Flügelarme flatternd ausgereckt.</p> <p class="line">Und welche hinter Kartenpulten sitzend —</p> <p class="line">An buntem Plan das feiste Antlitz leckt.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Gekreuzt ob Epauletts die Marschallstäbe.</p> + <p class="line">Gekreuzt ob Epauletts die Marschallstäbe.</p> <p class="line">Millionen stapfte solch Gehirn zu Brei.</p> - <p class="line">Millionen mußten in den Böden kleben.</p> + <p class="line">Millionen mußten in den Böden kleben.</p> <p class="line">(. . . O Knall, Dreihunderte zerfetzten eben . . .)</p> - <p class="line">Millionen vorgeführt gen die Bastei,</p> + <p class="line">Millionen vorgeführt gen die Bastei,</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wo tackend Läufe die Portale zieren.</p> - <p class="line">Granate fort der Dome Blüte scheuert.</p> + <p class="line">Wo tackend Läufe die Portale zieren.</p> + <p class="line">Granate fort der Dome Blüte scheuert.</p> <p class="line">Scheinwerfer (Stromband) in der Runde schmieren.</p> <p class="line">Da waten Regimenter klein durch Feuer.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Und stürzen ineinander. Messermauern jäh.</p> - <p class="line">Emporgeschweißt bald. Strahlend zugerichtet.</p> - <p class="line">Und stürzen ineinander. Kauernde . . .</p> - <p class="line">Posaunen rast ihr einst, o Höllentrichter!</p> + <p class="line">Und stürzen ineinander. Messermauern jäh.</p> + <p class="line">Emporgeschweißt bald. Strahlend zugerichtet.</p> + <p class="line">Und stürzen ineinander. Kauernde . . .</p> + <p class="line">Posaunen rast ihr einst, o Höllentrichter!</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">So hängen sie gleich zappelnden Figuren,</p> - <p class="line">Exakt an Schnürchen hin und herbewegt.</p> - <p class="line">Doch in den Städten hausen schöne Huren.</p> + <p class="line">So hängen sie gleich zappelnden Figuren,</p> + <p class="line">Exakt an Schnürchen hin und herbewegt.</p> + <p class="line">Doch in den Städten hausen schöne Huren.</p> <p class="line">Geschminkt mit Blut die Wangen. Grabwind fegt</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Aus deren Poren. Und die Federn nicken</p> - <p class="line">Gleich aufgezücktem, umgebogenem Arm.</p> - <p class="line">Hah —: dort anblähen pustend sich Fabriken,</p> - <p class="line">Bestien fett im wütigen Alarm.</p> + <p class="line">Gleich aufgezücktem, umgebogenem Arm.</p> + <p class="line">Hah —: dort anblähen pustend sich Fabriken,</p> + <p class="line">Bestien fett im wütigen Alarm.</p> </div> <h3 class="no" id="subchap-2-8-2"> @@ -1846,15 +1812,15 @@ II </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Dann kroch er fröstelnd durch Tumulte Hungers.</p> - <p class="line">Gespickt mit Aussatz. Überrauscht von Pest.</p> - <p class="line">Um spät zur Früh am Straßeneck zu lungern.</p> + <p class="line">Dann kroch er fröstelnd durch Tumulte Hungers.</p> + <p class="line">Gespickt mit Aussatz. Überrauscht von Pest.</p> + <p class="line">Um spät zur Früh am Straßeneck zu lungern.</p> <p class="line">In jedem Tier, in jedem Mensch verwest.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Aus jedem Mensch, aus jedem Tier erstanden!</p> - <p class="line">Er riß den Mantel von der Schultern Bug.</p> + <p class="line">Er riß den Mantel von der Schultern Bug.</p> <p class="line">In dessen Brust, dem Krater, Sonnen brannten,</p> <p class="line">Umschwirrt von der Gestirne Donnerflug.</p> </div> @@ -1863,34 +1829,34 @@ II <p class="line">Nun trieb, was heulend er oft nachts gedichtet,</p> <p class="line">Heraus —: es scholl: Der Neuen Welt Programm.</p> <p class="line">Du Himmelreich in grauser Schlacht errichtet.</p> - <p class="line">Ein Sturm zerschmeißt der Bösen morschen Damm.</p> + <p class="line">Ein Sturm zerschmeißt der Bösen morschen Damm.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">. . . Er baute vor sich. Krallend Fäuste kneten.</p> + <p class="line">. . . Er baute vor sich. Krallend Fäuste kneten.</p> <p class="line">Durch Finsternisse sticht er, kreisendes Plakat.</p> - <p class="line">Ein Männer sammeln. Von Tribünen reden.</p> - <p class="line">Er tönt, ein Riesenhorn, den Psalm der Tat.</p> + <p class="line">Ein Männer sammeln. Von Tribünen reden.</p> + <p class="line">Er tönt, ein Riesenhorn, den Psalm der Tat.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Antike Städte unter Dröhnen knittern.</p> - <p class="line">Melodisch schwingt schon nächstes Paradies.</p> - <p class="line">Aus Tänzerinnen weichstem Mondgeflitter</p> - <p class="line">Noch trüber Wallung voll der Tag sich gießt.</p> + <p class="line">Antike Städte unter Dröhnen knittern.</p> + <p class="line">Melodisch schwingt schon nächstes Paradies.</p> + <p class="line">Aus Tänzerinnen weichstem Mondgeflitter</p> + <p class="line">Noch trüber Wallung voll der Tag sich gießt.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">In Elfenbein. Von bunterem Wind gesalbt.</p> - <p class="line">Der kämmt zurück der Nächte Schlinghaar falb.</p> + <p class="line">Der kämmt zurück der Nächte Schlinghaar falb.</p> <p class="line">Senkt das Gestirn in aufgestemmte Brust.</p> <p class="line">Er hobelt ab verkohlten Leibes Krust.</p> - <p class="line">(. . . und Wimmern ebbt und sägendes Gehust . . .)</p> + <p class="line">(. . . und Wimmern ebbt und sägendes Gehust . . .)</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Er war hinabgestiegen. Auf er bog</p> - <p class="line">Mit Höll im Arm, die süßer Mai bezog.</p> + <p class="line">Mit Höll im Arm, die süßer Mai bezog.</p> <p class="line">Lang tobte Chaos in dess Angesicht.</p> <p class="line">O neue Welt! An jetzt uns Freiheit bricht!!!</p> </div> @@ -1901,53 +1867,53 @@ III </h3> <div class="poem"> - <p class="line">Da rollen Züge tönend im Gelände,</p> - <p class="line">Das auf sich wölbte, breit und wunderbar.</p> - <p class="line">Er schwebt — ein Fluß verknüpft sich noch vorm Ende,</p> - <p class="line">Dran Häuser stehn wie weiße Kinderschar.</p> + <p class="line">Da rollen Züge tönend im Gelände,</p> + <p class="line">Das auf sich wölbte, breit und wunderbar.</p> + <p class="line">Er schwebt — ein Fluß verknüpft sich noch vorm Ende,</p> + <p class="line">Dran Häuser stehn wie weiße Kinderschar.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Lichtsäulen schreiten Menschen überall.</p> - <p class="line">Kristallene Wälder blitzen in den Räumen,</p> - <p class="line">Verzogen der Gewitter Überfall.</p> - <p class="line">Gebirge Katarakte Donner säumen.</p> + <p class="line">Lichtsäulen schreiten Menschen überall.</p> + <p class="line">Kristallene Wälder blitzen in den Räumen,</p> + <p class="line">Verzogen der Gewitter Überfall.</p> + <p class="line">Gebirge Katarakte Donner säumen.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Wie tausend Brücken spreizen aus dem Land,</p> - <p class="line">Mit Kurvenwirbeln strahlend in den Äther!</p> + <p class="line">Wie tausend Brücken spreizen aus dem Land,</p> + <p class="line">Mit Kurvenwirbeln strahlend in den Äther!</p> <p class="line">In Sommerluft, dem Schmetterlings-Gewand</p> - <p class="line">Mag steigen ob der Dächer Flur wohl jeder.</p> + <p class="line">Mag steigen ob der Dächer Flur wohl jeder.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">O heilig Paar das wie ein Kelch aufsprießt!</p> - <p class="line">Von blauer Lämmer hellstem Flor umläutet.</p> + <p class="line">O heilig Paar das wie ein Kelch aufsprießt!</p> + <p class="line">Von blauer Lämmer hellstem Flor umläutet.</p> <p class="line">Stern an Stern durchflochtene Wies:</p> - <p class="line">Spiegelglätte, Nacht und Meeresweide . . .</p> + <p class="line">Spiegelglätte, Nacht und Meeresweide . . .</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Entreinigt euch der winterlichen Städte,</p> - <p class="line">Der Nebelstraße tauichtem Gebrest!</p> - <p class="line">Wir grüßen Sonne dich! Erhabenes Schmettern.</p> - <p class="line">(. . . einst Blutschwamm übern Himmel ausgepresst . . .)</p> - <p class="line">Nun Scharlachlüster sprühenden Geästs.</p> + <p class="line">Entreinigt euch der winterlichen Städte,</p> + <p class="line">Der Nebelstraße tauichtem Gebrest!</p> + <p class="line">Wir grüßen Sonne dich! Erhabenes Schmettern.</p> + <p class="line">(. . . einst Blutschwamm übern Himmel ausgepresst . . .)</p> + <p class="line">Nun Scharlachlüster sprühenden Geästs.</p> </div> <div class="poem"> <p class="line">Nationen ewige, so ihr befreit</p> - <p class="line">Euch — Tat! — aus mördrischen Tyrannengriffen!!</p> + <p class="line">Euch — Tat! — aus mördrischen Tyrannengriffen!!</p> <p class="line">Wir drehen aus der Kriege Dunkelheit,</p> <p class="line">Emporgeschraubt, wie Morgen rein geschliffen.</p> </div> <div class="poem"> - <p class="line">Nicht daß mit Peitschen mehr uns Henker bannen.</p> - <p class="line">Rings Völker brausen in die Himmel grad.</p> + <p class="line">Nicht daß mit Peitschen mehr uns Henker bannen.</p> + <p class="line">Rings Völker brausen in die Himmel grad.</p> <p class="line">Sterngefilde blanker Bajonette spannen</p> - <p class="line">Sich neigend über dem entsunkenen Staat.</p> + <p class="line">Sich neigend über dem entsunkenen Staat.</p> </div> </div> @@ -1960,24 +1926,24 @@ III <table summary="TOC" style="margin-left:1em; margin-right:auto; text-align:left"> <tbody> - <tr><td class="header" colspan="2">Erster Teil: Kreuzzug · Ekstasen der Zärtlichkeit · Abschied von den Frauen</td></tr> - <tr><td class="left">Ödipus. I u. II</td><td class="right"><a href="#chapter-1-1">5</a></td></tr> - <tr><td class="left">Mädchen I—IV</td><td class="right"><a href="#chapter-1-2">7</a></td></tr> + <tr><td class="header" colspan="2">Erster Teil: Kreuzzug · Ekstasen der Zärtlichkeit · Abschied von den Frauen</td></tr> + <tr><td class="left">Ödipus. I u. II</td><td class="right"><a href="#chapter-1-1">5</a></td></tr> + <tr><td class="left">Mädchen I—IV</td><td class="right"><a href="#chapter-1-2">7</a></td></tr> <tr><td class="left">Aus den Sonetten um C. I—IV</td><td class="right"><a href="#chapter-1-3">11</a></td></tr> <tr><td class="left">An C. I—III</td><td class="right"><a href="#chapter-1-4">13</a></td></tr> - <tr><td class="left">Ekstasen der Zärtlichkeit I—IV</td><td class="right"><a href="#chapter-1-5">17</a></td></tr> - <tr><td class="left">Gehaßte Frau</td><td class="right"><a href="#chapter-1-6">23</a></td></tr> + <tr><td class="left">Ekstasen der Zärtlichkeit I—IV</td><td class="right"><a href="#chapter-1-5">17</a></td></tr> + <tr><td class="left">Gehaßte Frau</td><td class="right"><a href="#chapter-1-6">23</a></td></tr> <tr><td class="left">Abschied von den Frauen I u. II</td><td class="right"><a href="#chapter-1-7">24</a></td></tr> -<tr><td class="header" colspan="2">Zweiter Teil: Verbrüderung</td></tr> +<tr><td class="header" colspan="2">Zweiter Teil: Verbrüderung</td></tr> - <tr><td class="left">Getötetem Freund · Vermächtnis des sterbenden Soldaten I—IV</td><td class="right"><a href="#chapter-2-1">29</a></td></tr> - <tr><td class="left">Der Entfernte · Georg Trakl</td><td class="right"><a href="#chapter-2-2">32</a></td></tr> + <tr><td class="left">Getötetem Freund · Vermächtnis des sterbenden Soldaten I—IV</td><td class="right"><a href="#chapter-2-1">29</a></td></tr> + <tr><td class="left">Der Entfernte · Georg Trakl</td><td class="right"><a href="#chapter-2-2">32</a></td></tr> <tr><td class="left">An den Tyrannen</td><td class="right"><a href="#chapter-2-3">33</a></td></tr> <tr><td class="left">An Zola</td><td class="right"><a href="#chapter-2-4">35</a></td></tr> <tr><td class="left">An den Frieden</td><td class="right"><a href="#chapter-2-5">37</a></td></tr> - <tr><td class="left">Tod des Fliegers über der Stadt</td><td class="right"><a href="#chapter-2-6">38</a></td></tr> - <tr><td class="left">Verbrüderung</td><td class="right"><a href="#chapter-2-7">39</a></td></tr> + <tr><td class="left">Tod des Fliegers über der Stadt</td><td class="right"><a href="#chapter-2-6">38</a></td></tr> + <tr><td class="left">Verbrüderung</td><td class="right"><a href="#chapter-2-7">39</a></td></tr> <tr><td class="left">Die neue Welt I—III</td><td class="right"><a href="#chapter-2-8">43</a></td></tr> </tbody> </table> @@ -1991,7 +1957,7 @@ III <p id="trnote"><b>Anmerkungen zur Transkription</b></p> <p> -Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher): +Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher): </p> <ul> @@ -2003,380 +1969,6 @@ Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachhe </ul> </div> - - - - - - - - -<pre> - - - - - -End of the Project Gutenberg EBook of Verbrüderung, by Johannes R. Becher - -*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VERBRÜDERUNG *** - -***** This file should be named 41706-h.htm or 41706-h.zip ***** -This and all associated files of various formats will be found in: - http://www.gutenberg.org/4/1/7/0/41706/ - -Produced by Jens Sadowski - -Updated editions will replace the previous one--the old editions -will be renamed. - -Creating the works from public domain print editions means that no -one owns a United States copyright in these works, so the Foundation -(and you!) can copy and distribute it in the United States without -permission and without paying copyright royalties. Special rules, -set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to -copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to -protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project -Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you -charge for the eBooks, unless you receive specific permission. 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