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<title>The Project Gutenberg eBook of Hymnen, by Otokar B&#345;ezina</title>
<!-- TITLE="Hymnen" -->
<!-- AUTHOR="Otokar B&#345;ezina" -->
@@ -110,43 +110,7 @@ hr.hr10 { margin-left:45%; width:10%; }
</head>
<body>
-
-
-<pre>
-
-The Project Gutenberg EBook of Hymnen, by Otokar Brezina
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org
-
-
-Title: Hymnen
-
-Author: Otokar Brezina
-
-Translator: Otto Pick
-
-Release Date: July 24, 2012 [EBook #40317]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HYMNEN ***
-
-
-
-
-Produced by Jens Sadowski
-
-
-
-
-
-</pre>
-
+<div>*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40317 ***</div>
<h1 style="line-height:1.2em; font-weight:normal; margin-bottom:8em;">
<span style="font-size:0.7em; letter-spacing:0.1em;">Ottokar B&#345;ezina</span><br />
@@ -161,13 +125,13 @@ Produced by Jens Sadowski
<p class="center" style="page-break-before:always; line-height:1.5em; font-size:0.8em; margin-top:5em; margin-bottom:5em;">
Dies Buch wurde gedruckt<br />
-im Oktober 1913 als zwölfter<br />
-Band der Bücherei &bdquo;Der jüngste Tag&ldquo; bei <br />
+im Oktober 1913 als zwölfter<br />
+Band der Bücherei &bdquo;Der jüngste Tag&ldquo; bei <br />
Poeschel &amp; Trepte in Leipzig
</p>
<p class="center" style="font-size:0.8em; letter-spacing:0.2em;">
-Berechtigte Übertragung von Otto Pick<br />
+Berechtigte Übertragung von Otto Pick<br />
<br />
Copyright 1913 by Kurt Wolff Verlag, Leipzig
</p>
@@ -177,140 +141,140 @@ Copyright 1913 by Kurt Wolff Verlag, Leipzig
<h2 class="chapter" id="ch-1">
<a id="page-5" class="pagenum" title="5"></a>
-Die Glücklichen</h2>
+Die Glücklichen</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Gefährliches Schweigen fiel in unsere Einöden und in die Tiefen der Wälder,</p>
-<p class="line">wo die höchsten Wipfel der Bäume von den Wundern des Lichtes flüsterten,</p>
+<p class="line">Gefährliches Schweigen fiel in unsere Einöden und in die Tiefen der Wälder,</p>
+<p class="line">wo die höchsten Wipfel der Bäume von den Wundern des Lichtes flüsterten,</p>
<p class="line">ein langer Aufschrei erbebte &mdash; und es neigte sich Durst zu der Quelle des Blutes.</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Zwischen uns und den Sternen ziehen die Wolken der Erde.</p>
-<p class="line">Mit tausend feurigen Augen in unsere Nächte blicken spöttisch die Städte</p>
-<p class="line">und in den klingenden Gärten, wohin die Sterne tropften wie Tau, entstieg den Düften Begier.</p>
-<p class="line">Jahrhunderte künftiger und vergangener Schuld begegnen sich im Wahnsinn der Menge</p>
-<p class="line">und die Hände, die, müde vom Recken zur Höhe und in Gebeten, sich senkten,</p>
-<p class="line">schwärmen von glühenden Berührungen und nicht gehorcht uns unser reineres Träumen.</p>
+<p class="line">Mit tausend feurigen Augen in unsere Nächte blicken spöttisch die Städte</p>
+<p class="line">und in den klingenden Gärten, wohin die Sterne tropften wie Tau, entstieg den Düften Begier.</p>
+<p class="line">Jahrhunderte künftiger und vergangener Schuld begegnen sich im Wahnsinn der Menge</p>
+<p class="line">und die Hände, die, müde vom Recken zur Höhe und in Gebeten, sich senkten,</p>
+<p class="line">schwärmen von glühenden Berührungen und nicht gehorcht uns unser reineres Träumen.</p>
<p class="line">Fahl wurden die lieben Gesichter in unserer Seele, die Worte erstickten in schmerzlichem Lachen,</p>
-<p class="line">unsere ätzende Atmosphäre machte die Blüte der Farben und Dinge zu Schatten.</p>
+<p class="line">unsere ätzende Atmosphäre machte die Blüte der Farben und Dinge zu Schatten.</p>
<p class="line">Dampf raucht aus den Wassern, auf denen wir fahren, versteinert sind unsere Ruder in ihnen,
</p>
<p class="line">
<a id="page-6" class="pagenum" title="6"></a>
-die schmerzlich gekrampften Hände halten sie kaum, so reglos hängt ihre Schwere in den Wellen,</p>
-<p class="line">und schwindelnd faßt uns die Suggestion der Tiefen.</p>
+die schmerzlich gekrampften Hände halten sie kaum, so reglos hängt ihre Schwere in den Wellen,</p>
+<p class="line">und schwindelnd faßt uns die Suggestion der Tiefen.</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">So sprach zu euerer Seele das Dunkel, doch stumm eurem Schmerze</p>
<p class="line">und eueren Blicken, die die Tiefe verloren, bleibet die Erde:</p>
<p class="line">weit irrt, vor euch Schwachen, ihr Traum in Jahrtausenden,</p>
-<p class="line">duftend und bebend in den Strahlen des Höchsten.</p>
+<p class="line">duftend und bebend in den Strahlen des Höchsten.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">O Glückliche, die ihr aus diesen Augenblicken frei und rein euch erhobet,</p>
-<p class="line">öffnend die Augen, die vom Sturmwind des Feindes geschloßnen.</p>
-<p class="line">Den Starken ähnlich, als sie am Tage des Todes auszogen, Gebet auf den Lippen:</p>
-<p class="line">Flügelschlag höherer Wesen gab ihren Schritten den Rhythmus,</p>
-<p class="line">und ihr magisches Lächeln, der Sonne befahl es:</p>
-<p class="line">Stehe still über unserem Tag und gehe nicht unter,</p>
+<p class="line">O Glückliche, die ihr aus diesen Augenblicken frei und rein euch erhobet,</p>
+<p class="line">öffnend die Augen, die vom Sturmwind des Feindes geschloßnen.</p>
+<p class="line">Den Starken ähnlich, als sie am Tage des Todes auszogen, Gebet auf den Lippen:</p>
+<p class="line">Flügelschlag höherer Wesen gab ihren Schritten den Rhythmus,</p>
+<p class="line">und ihr magisches Lächeln, der Sonne befahl es:</p>
+<p class="line">Stehe still über unserem Tag und gehe nicht unter,</p>
<p class="line">bis die Ernte der Saat reift und wir auf der Walstatt anstimmen ein Danklied!</p>
-<p class="line">Und die Sonne stand still über ihrem Tag und ging durch Jahrhunderte nicht unter,</p>
+<p class="line">Und die Sonne stand still über ihrem Tag und ging durch Jahrhunderte nicht unter,</p>
<p class="line">denn der Tag der Sieger, der Tausenden Licht gibt, leuchtet auf ewig.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">O Glückliche, die ihr aus diesen Augenblicken frei und rein euch erhobet
+<p class="line">O Glückliche, die ihr aus diesen Augenblicken frei und rein euch erhobet
</p>
<p class="line">
<a id="page-7" class="pagenum" title="7"></a>
-und durch euer Gebet mit <span class="em">einem</span> Flügelschlag die duftenden Träume der Erde erreichtet:</p>
-<p class="line">aus den unsichtbaren Gärten, bepflanzt mit tausenden Toten, die eueres Werkes dort harren,</p>
-<p class="line">einatmet ihr tief die stärkenden Düfte.
+und durch euer Gebet mit <span class="em">einem</span> Flügelschlag die duftenden Träume der Erde erreichtet:</p>
+<p class="line">aus den unsichtbaren Gärten, bepflanzt mit tausenden Toten, die eueres Werkes dort harren,</p>
+<p class="line">einatmet ihr tief die stärkenden Düfte.
</p>
</div>
<h2 class="chapter" id="ch-2">
<a id="page-8" class="pagenum" title="8"></a>
-Gebet für die Feinde</h2>
+Gebet für die Feinde</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Deine Macht schuf, daß unsere Röte in die Wangen unserer Feinde hinüberfloß,</p>
-<p class="line">als unser Antlitz vor Bangen erblaßte,</p>
-<p class="line">und das Licht in den Blicken der Feinde machtest du klar wie Sterne durch unsere Bewölktheit.</p>
+<p class="line">Deine Macht schuf, daß unsere Röte in die Wangen unserer Feinde hinüberfloß,</p>
+<p class="line">als unser Antlitz vor Bangen erblaßte,</p>
+<p class="line">und das Licht in den Blicken der Feinde machtest du klar wie Sterne durch unsere Bewölktheit.</p>
<p class="line">Ihre freudigen Schreie entstiegen unserem Schweigen</p>
<p class="line">und den Hauch unserer Grabblumen aus ihren Knospen einatmeten sie als lieblichen Duft.</p>
-<p class="line">Aber unser Gespenst schlich sich ein in ihr Träumen, knüpfte sich fest in ihrer Tanzlieder Kette,</p>
+<p class="line">Aber unser Gespenst schlich sich ein in ihr Träumen, knüpfte sich fest in ihrer Tanzlieder Kette,</p>
<p class="line">und unsere stillsten Einsamkeiten waren der Ort unserer Begegnung.</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Deines Geheimnisses schwerer Schatten seit ewig trennt ihre Seelen und uns.</p>
-<p class="line">Das mystische Licht, das du den Blicken entzündet, es brach sich anders in ihrer Brust</p>
+<p class="line">Das mystische Licht, das du den Blicken entzündet, es brach sich anders in ihrer Brust</p>
<p class="line">und der Sommer, in dem ihre Ernte reifte, als Feldbrand durchzog er unsere Fluren.</p>
-<p class="line">Aus ihren Stimmen brausen uns Winde, die hundertjährigen Sturm uns brachten,</p>
+<p class="line">Aus ihren Stimmen brausen uns Winde, die hundertjährigen Sturm uns brachten,</p>
<p class="line">das Leid vergessenen Weinens und auf den Ruinen verzweifeltes Schweigen.</p>
-<p class="line">Ihr Lächeln ist voller Gefahr und Erinnerung an die unbekannten Siege der Toten
+<p class="line">Ihr Lächeln ist voller Gefahr und Erinnerung an die unbekannten Siege der Toten
</p>
<p class="line">
<a id="page-9" class="pagenum" title="9"></a>
-und ihrer Stirne Düster ist der Schatten rätselhafter Tode vor Jahrhunderten.</p>
-<p class="line">In ihren und unsern Gedanken kämpft der stumme Wirbel der Stimmen aus der Tiefe der Seelen,</p>
-<p class="line">Echo der Gedanken der Väter, Vermächtnis der Trauer und Schuld erkalteter Blute:</p>
+und ihrer Stirne Düster ist der Schatten rätselhafter Tode vor Jahrhunderten.</p>
+<p class="line">In ihren und unsern Gedanken kämpft der stumme Wirbel der Stimmen aus der Tiefe der Seelen,</p>
+<p class="line">Echo der Gedanken der Väter, Vermächtnis der Trauer und Schuld erkalteter Blute:</p>
<p class="line">deines Geheimnisses schwerer Schatten liegt zwischen ihren Seelen und uns.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Allgegenwärtiger! Du in Jahrhunderten unverwandeltes Lächeln!</p>
+<p class="line">Allgegenwärtiger! Du in Jahrhunderten unverwandeltes Lächeln!</p>
<p class="line">Umarmung, umfassend die Unendlichkeit! Singendes Pochen tausender Herzen!</p>
-<p class="line">Flammen, entsprühend vor Lust verlöschenden Blicken!</p>
+<p class="line">Flammen, entsprühend vor Lust verlöschenden Blicken!</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Du, dessen Liebe wie brennender Schwefel fällt in die Gärten der irdischen Liebe!</p>
-<p class="line">Wir beten ein Gebet für die Feinde, die im Dämmern des Lebens uns nahen,</p>
-<p class="line">für sie, die außer uns gehn, unbekannt in der Ferne der Erde, des Todes,</p>
-<p class="line">und für jene, die an künftigen Morgen erwarten den Morgen unsres Geschlechts!</p>
+<p class="line">Du, dessen Liebe wie brennender Schwefel fällt in die Gärten der irdischen Liebe!</p>
+<p class="line">Wir beten ein Gebet für die Feinde, die im Dämmern des Lebens uns nahen,</p>
+<p class="line">für sie, die außer uns gehn, unbekannt in der Ferne der Erde, des Todes,</p>
+<p class="line">und für jene, die an künftigen Morgen erwarten den Morgen unsres Geschlechts!</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Deines Geheimnisses schwerer Schatten liegt zwischen ihren Seelen und uns.</p>
-<p class="line">Wege zu dir sind unsere Siege und unsichtbare Siege sind in unserer Überwindung.
+<p class="line">Wege zu dir sind unsere Siege und unsichtbare Siege sind in unserer Überwindung.
</p>
<p class="line">
<a id="page-10" class="pagenum" title="10"></a>
-Dem Zischen der Schwerter mischt sich das Rauschen der Ähren geheimnisvollen Reifens. Echo der Hiebe erklingt in der Ferne.</p>
-<p class="line">Im geschliffenen Stahl unserer Schwerter und der Schwerter der Feinde entzündest du <span class="em">eine</span> Sonne aller Morgen,</p>
-<p class="line">und den Samen von blutenden Händen lässest du aufblühen als Lilien.</p>
+Dem Zischen der Schwerter mischt sich das Rauschen der Ähren geheimnisvollen Reifens. Echo der Hiebe erklingt in der Ferne.</p>
+<p class="line">Im geschliffenen Stahl unserer Schwerter und der Schwerter der Feinde entzündest du <span class="em">eine</span> Sonne aller Morgen,</p>
+<p class="line">und den Samen von blutenden Händen lässest du aufblühen als Lilien.</p>
<p class="line">Zahllose Flammen seit ewig verzehren das Dunkel. Auch die Sonne und der geheimnisvolle Durst aller Welten,</p>
-<p class="line">doch immer erneut wälzt sich&rsquo;s her aus kosmischen Höhen. Und doch wird am Ende Licht sein.</p>
-<p class="line">Und unsere schmerzlichen Schreie, einst werden sie tönen wie Bienen,</p>
-<p class="line">nahend den Stöcken mit der Süße des Honigs, den sie errafften auf den Fluten der Zeiten.</p>
-<p class="line">Wir kämpfen deinen geheimnisvollen Feldzug.</p>
-<p class="line">Du bestimmtest die Führer der Truppen und machtest ihre Höhe die Jahrtausende überblicken,</p>
-<p class="line">die Strahlen ihrer Blicke brachen nicht im Übergang von Mitte zu Mitte</p>
-<p class="line">und das Flüstern ihrer Befehle ward zum Donner im Echo der Tiefen.</p>
-<p class="line">Du gabst Kraft unserm Angriff, als die Landschaften des Lichtes von unseren Schritten erdröhnten,</p>
+<p class="line">doch immer erneut wälzt sich&rsquo;s her aus kosmischen Höhen. Und doch wird am Ende Licht sein.</p>
+<p class="line">Und unsere schmerzlichen Schreie, einst werden sie tönen wie Bienen,</p>
+<p class="line">nahend den Stöcken mit der Süße des Honigs, den sie errafften auf den Fluten der Zeiten.</p>
+<p class="line">Wir kämpfen deinen geheimnisvollen Feldzug.</p>
+<p class="line">Du bestimmtest die Führer der Truppen und machtest ihre Höhe die Jahrtausende überblicken,</p>
+<p class="line">die Strahlen ihrer Blicke brachen nicht im Übergang von Mitte zu Mitte</p>
+<p class="line">und das Flüstern ihrer Befehle ward zum Donner im Echo der Tiefen.</p>
+<p class="line">Du gabst Kraft unserm Angriff, als die Landschaften des Lichtes von unseren Schritten erdröhnten,</p>
<p class="line">und Kraft den Armen der Feinde, als wir die Siege des Tages
</p>
<p class="line">
<a id="page-11" class="pagenum" title="11"></a>
-bei nächtlichen Fackeln entwarfen! &mdash;</p>
+bei nächtlichen Fackeln entwarfen! &mdash;</p>
<p class="line">Unsere Tage erstehen in Nebeln und bange und bange und bange!</p>
-<p class="line">Unser Ermatten sät Rosen auf die Felder der Feinde! Und es führt unser Weg zu den Grenzen der Zeit!</p>
+<p class="line">Unser Ermatten sät Rosen auf die Felder der Feinde! Und es führt unser Weg zu den Grenzen der Zeit!</p>
<p class="line">O Ewiger!</p>
-<p class="line">Im Azur künftiger Jahrhunderte raucht zu dir als ein Bittopfer der Schmerz aller Siege</p>
-<p class="line">und das Falten aller Hände, die von Tränen benetzt sind, nach mystischer Verzeihung ruft es!</p>
-<p class="line">Mache unsere Hiebe süß und die Zahl der Lebenden größer, nicht kleiner!</p>
-<p class="line">Und daß in der Stille unseres Schmerzes in der Seele die mystischen Quellen des Lichtes uns rauschen,</p>
+<p class="line">Im Azur künftiger Jahrhunderte raucht zu dir als ein Bittopfer der Schmerz aller Siege</p>
+<p class="line">und das Falten aller Hände, die von Tränen benetzt sind, nach mystischer Verzeihung ruft es!</p>
+<p class="line">Mache unsere Hiebe süß und die Zahl der Lebenden größer, nicht kleiner!</p>
+<p class="line">Und daß in der Stille unseres Schmerzes in der Seele die mystischen Quellen des Lichtes uns rauschen,</p>
<p class="line">denn der Schmerz und das Licht sind der Vibration deines Geheimnisses einzige Formen!</p>
-<p class="line">Mögen im Mittag unseres Kampfes uns klingen die ätherischen Küsse der im Tode versöhnten Seelen,</p>
-<p class="line">und die von der ewigen Schuld entzündeten Wangen kühle der Tau eines neuen Schattens,</p>
+<p class="line">Mögen im Mittag unseres Kampfes uns klingen die ätherischen Küsse der im Tode versöhnten Seelen,</p>
+<p class="line">und die von der ewigen Schuld entzündeten Wangen kühle der Tau eines neuen Schattens,</p>
<p class="line">in dem auch wir die Seelen unserer Feinde dereinst im Grimme der Liebe durchdringen,</p>
-<p class="line">die wir leugneten weinend und im rosigen Regen der Küsse der Toten,</p>
-<p class="line">denen du befahlst, zu welken auf den Lippen des Kämpfers!
+<p class="line">die wir leugneten weinend und im rosigen Regen der Küsse der Toten,</p>
+<p class="line">denen du befahlst, zu welken auf den Lippen des Kämpfers!
</p>
</div>
@@ -320,21 +284,21 @@ Die Stadt</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Ich sah eine Stadt im Flor fremden Lichts. Und Sonne</p>
-<p class="line">hing bleich und des Glanzes beraubt über ihr,</p>
+<p class="line">hing bleich und des Glanzes beraubt über ihr,</p>
<p class="line">nichts mehr als ein Stern inmitten von Sternen.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Tausend Türme wuchsen zu den Wolken und eines vor langem zerstörten</p>
-<p class="line">Turmes Schatten erhob sich. Zahllose Massen wälzten sich torwärts und hervor aus den Toren,</p>
-<p class="line">Musik zu unbekannten Festen ertönte, es kamen Züge von Büßern,</p>
+<p class="line">Tausend Türme wuchsen zu den Wolken und eines vor langem zerstörten</p>
+<p class="line">Turmes Schatten erhob sich. Zahllose Massen wälzten sich torwärts und hervor aus den Toren,</p>
+<p class="line">Musik zu unbekannten Festen ertönte, es kamen Züge von Büßern,</p>
<p class="line">Soldaten kehrten vom Kampfplatz, Gefangene schritten in Ketten,</p>
-<p class="line">und den Gräbern entstiegene Schatten irrten inmitten der Menge,</p>
+<p class="line">und den Gräbern entstiegene Schatten irrten inmitten der Menge,</p>
<p class="line">und in die Stimme der Lebenden mischte sich ihre Stimme und herrschte:</p>
-<p class="line">Sie vereinigten Hände von Fremden und ihr Lachen fiel in der Liebenden Küsse,</p>
-<p class="line">wo sie durch Umarmungen schritten, sanken die geöffneten Arme,</p>
+<p class="line">Sie vereinigten Hände von Fremden und ihr Lachen fiel in der Liebenden Küsse,</p>
+<p class="line">wo sie durch Umarmungen schritten, sanken die geöffneten Arme,</p>
<p class="line">und aus ihren im Vorwurf der Schuld unheimlich klaffenden Augen</p>
-<p class="line">brach eine geheimnisvolle Sonne und floß jenes Leuchten,</p>
+<p class="line">brach eine geheimnisvolle Sonne und floß jenes Leuchten,</p>
<p class="line">das die Stadt und tausend Lebende in sein melancholisches Zittern tauchte.
</p>
<p class="line">
@@ -344,8 +308,8 @@ Und ich irrte allein durch die Menge, der Schlag meines Herzens</p>
<p class="line">und die magische Welle aller unserem Tage erloschenen Blicke</p>
<p class="line">bestrahlte die Seele mir. Und dort traf ich dich:</p>
<p class="line">deinem Odem entwehte der Duft meiner tiefsten Einsamkeiten,</p>
-<p class="line">der Heimaterde, der ätherischen Blüten im dunkelnden Laubgang,</p>
-<p class="line">erblüht in des Nachthimmels silbernem Regen,</p>
+<p class="line">der Heimaterde, der ätherischen Blüten im dunkelnden Laubgang,</p>
+<p class="line">erblüht in des Nachthimmels silbernem Regen,</p>
<p class="line">und deine Stimme bebte von Stimmen, die ich im irrenden Winde erlauscht</p>
<p class="line">bei meines einsamen Feuers Geprassel.
</p>
@@ -353,57 +317,57 @@ Und ich irrte allein durch die Menge, der Schlag meines Herzens</p>
<h2 class="chapter" id="ch-4">
<a id="page-14" class="pagenum" title="14"></a>
-Ich bin wie ein Baum in Blüte&nbsp;.&nbsp;.&nbsp;.</h2>
+Ich bin wie ein Baum in Blüte&nbsp;.&nbsp;.&nbsp;.</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Ich bin wie ein Baum in Blüte, tönend von Bienen, Insekten: Lachen und Ruh;</p>
-<p class="line">Blut: Aufgang der Sonne, Tag badet verjüngt im feurigen Schein;</p>
-<p class="line">in den Korridoren des Lichts habe ich Düfte gebreitet für meiner Liebhaber Schuh&rsquo;</p>
-<p class="line">und in den Schoß der Frauen warf ich das Geheimnis der Nächte hinein.</p>
+<p class="line">Ich bin wie ein Baum in Blüte, tönend von Bienen, Insekten: Lachen und Ruh;</p>
+<p class="line">Blut: Aufgang der Sonne, Tag badet verjüngt im feurigen Schein;</p>
+<p class="line">in den Korridoren des Lichts habe ich Düfte gebreitet für meiner Liebhaber Schuh&rsquo;</p>
+<p class="line">und in den Schoß der Frauen warf ich das Geheimnis der Nächte hinein.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Doch eifersüchtig, wenn ich nachts, matt von der Lenze Umarmung, im Schlummer denk&rsquo;,</p>
-<p class="line">will ich nicht, daß du meine ätherischen Schwestern begehrst, die dich locken zum Tanz:</p>
-<p class="line">in Jahrtausenden häuft&rsquo; ich Schätze, ein Königsgeschenk,</p>
+<p class="line">Doch eifersüchtig, wenn ich nachts, matt von der Lenze Umarmung, im Schlummer denk&rsquo;,</p>
+<p class="line">will ich nicht, daß du meine ätherischen Schwestern begehrst, die dich locken zum Tanz:</p>
+<p class="line">in Jahrtausenden häuft&rsquo; ich Schätze, ein Königsgeschenk,</p>
<p class="line">und jenen, die nichts zu fordern verstehen, geb&rsquo; ich es ganz.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Für sie ist die Grausamkeit meiner Liebe,</p>
+<p class="line">Für sie ist die Grausamkeit meiner Liebe,</p>
<p class="line">Ermattens Grabesnacht,</p>
<p class="line">meiner Blicke Tiefe, so seltsam</p>
<p class="line">wie Sternenbilder entfacht,</p>
<p class="line">Kelch meiner Sekunden, wo der Ewigkeit Licht</p>
-<p class="line">wie Blut sich ergießt,</p>
-<p class="line">und der Küsse Taumel</p>
-<p class="line">böse und süß.</p>
+<p class="line">wie Blut sich ergießt,</p>
+<p class="line">und der Küsse Taumel</p>
+<p class="line">böse und süß.</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Bin nicht wie die Schwestern: ewige Nacht</p>
-<p class="line">breitet sich rot hinter meinen Träumen aus,
+<p class="line">breitet sich rot hinter meinen Träumen aus,
</p>
<p class="line">
<a id="page-15" class="pagenum" title="15"></a>
mit der Hochzeitsfackel ob der Liebenden Haupt</p>
-<p class="line">anzünd&rsquo; ich das Haus:</p>
-<p class="line">Mit feuriger Sichel schnitt ich die Blüten, gesät von mir,</p>
-<p class="line">mit Flammen verjag&rsquo; ich, den ich lockte, der Vögel Zug;</p>
+<p class="line">anzünd&rsquo; ich das Haus:</p>
+<p class="line">Mit feuriger Sichel schnitt ich die Blüten, gesät von mir,</p>
+<p class="line">mit Flammen verjag&rsquo; ich, den ich lockte, der Vögel Zug;</p>
<p class="line">doch die Seelen, harrend seit Jahrhunderten, kommen aus geheimnisvoller Nacht heran,</p>
-<p class="line">in tötlicher Stille auf rauschender Bahn,</p>
-<p class="line">ätherischer Falter funkelnder Flug,</p>
-<p class="line">die Fackeln umkreisend, entzündet von mir</p>
+<p class="line">in tötlicher Stille auf rauschender Bahn,</p>
+<p class="line">ätherischer Falter funkelnder Flug,</p>
+<p class="line">die Fackeln umkreisend, entzündet von mir</p>
<p class="line">um der Erde feurigen Bug.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Sklavin des Ewigen, Fürstin des Wahns, ich kenne der Masse tieferen Klang,</p>
+<p class="line">Sklavin des Ewigen, Fürstin des Wahns, ich kenne der Masse tieferen Klang,</p>
<p class="line">erster Sonne Pracht, Wolke des Tages, der sinkt;</p>
-<p class="line">ein Tränenstrom netzt meine herrlichen Wangen, entfließend der Wimper, die in Wollust sank,</p>
+<p class="line">ein Tränenstrom netzt meine herrlichen Wangen, entfließend der Wimper, die in Wollust sank,</p>
<p class="line">in meinem Weinen spiegelt sich das Kreisen der Sterne, Musik der Nacht in ihm sich aufschwingt:</p>
<p class="line">denn Fluch der geheimen Schuld und die Zeit schluchzt in meinem Lachen bang</p>
-<p class="line">und in meinem, vom Lachen des Lichtes tränenden Weinen</p>
+<p class="line">und in meinem, vom Lachen des Lichtes tränenden Weinen</p>
<p class="line">Hoffnung der Wiederkehr klingt.
</p>
</div>
@@ -415,13 +379,13 @@ Motiv aus Beethoven</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Das war kein leiser Hauch aus ewigfernen Jahren,</p>
<p class="line">vor meiner Seele Fenstern stieg zu mir</p>
-<p class="line">Klang deiner Töne: Komm, im wunderbaren</p>
+<p class="line">Klang deiner Töne: Komm, im wunderbaren</p>
<p class="line">Goldregen unserer Sterne baden wir.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Duft in den Gärten schläft und Himmelsblau in Teichen,</p>
-<p class="line">künftiges Morgenrot schloß sich in Blüten und</p>
+<p class="line">Duft in den Gärten schläft und Himmelsblau in Teichen,</p>
+<p class="line">künftiges Morgenrot schloß sich in Blüten und</p>
<p class="line">die Lieder schlafen warm in Nestern; fern entweichen</p>
<p class="line">siehst du den Farbenschaum, grau sinkend auf den Grund.</p>
</div>
@@ -429,22 +393,22 @@ Motiv aus Beethoven</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Dunstschleier wird sich wie ein Vorhang breiten,</p>
<p class="line">silbern mit Licht verwebt, wie aus Asbest,</p>
-<p class="line">während in schwarzen Waldeseinsamkeiten</p>
-<p class="line">das Leid sich matt zu Boden gleiten läßt.</p>
+<p class="line">während in schwarzen Waldeseinsamkeiten</p>
+<p class="line">das Leid sich matt zu Boden gleiten läßt.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Das Dunkel der Gewölbe will die Sternenlüster überbauschen,</p>
+<p class="line">Das Dunkel der Gewölbe will die Sternenlüster überbauschen,</p>
<p class="line">kosmischer Samenstaub, und still wie ein Gewicht</p>
<p class="line">sinkt Dunkel auf den Raum, wo fern die Ruder rauschen</p>
-<p class="line">entglittner Zeit. O sage, fühlst du nicht,</p>
+<p class="line">entglittner Zeit. O sage, fühlst du nicht,</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">wie sich der Atem engt, betäubt von Nacht und Düften?</p>
-<p class="line">Und vieler Träume Flug sich in der Runde hebt</p>
-<p class="line">und lachender Jasmin und Rosenhauch in Lüften</p>
-<p class="line">in seiner Schwingen Wehn aus seiner Hülle bebt?
+<p class="line">wie sich der Atem engt, betäubt von Nacht und Düften?</p>
+<p class="line">Und vieler Träume Flug sich in der Runde hebt</p>
+<p class="line">und lachender Jasmin und Rosenhauch in Lüften</p>
+<p class="line">in seiner Schwingen Wehn aus seiner Hülle bebt?
</p>
</div>
@@ -452,44 +416,44 @@ Motiv aus Beethoven</h2>
<p class="line">
<a id="page-17" class="pagenum" title="17"></a>
Wie dir Erinnerung auflodert in der Seele,</p>
-<p class="line">verhaltener Kräfte Quell dir an die Schläfen schlägt,</p>
-<p class="line">der Küsse Heftigkeit verbrennt dir Mund und Kehle,</p>
+<p class="line">verhaltener Kräfte Quell dir an die Schläfen schlägt,</p>
+<p class="line">der Küsse Heftigkeit verbrennt dir Mund und Kehle,</p>
<p class="line">und toten Glanzes sich dein Blut in Adern regt?</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Daß die Pupille dir ein innerer Brand entzündet,</p>
+<p class="line">Daß die Pupille dir ein innerer Brand entzündet,</p>
<p class="line">den Schatten, deiner Schritte Kette, nahm und brach,</p>
-<p class="line">und daß meine Hypnose in der Seele Kammern bindet</p>
+<p class="line">und daß meine Hypnose in der Seele Kammern bindet</p>
<p class="line">dein Leid an des Gedankens Lager, wo es nie erwacht.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Und fühlst du, wie Sein Hauch dem Tau der Sternenwiesen</p>
-<p class="line">milchstraßenwärts hinwehend sich vereint,</p>
-<p class="line">und Sehnsucht nach dem Tod, wie wundersüßes Fließen,</p>
+<p class="line">Und fühlst du, wie Sein Hauch dem Tau der Sternenwiesen</p>
+<p class="line">milchstraßenwärts hinwehend sich vereint,</p>
+<p class="line">und Sehnsucht nach dem Tod, wie wundersüßes Fließen,</p>
<p class="line">und sieghaft Lust und der Begierden schwarzer Wein,</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">und zweier nackten Arme gieriges Beginnen,</p>
-<p class="line">auf Alabasterbrüsten, weich zur Ruh,</p>
+<p class="line">auf Alabasterbrüsten, weich zur Ruh,</p>
<p class="line">in dein erregt berauschtes Wesen rinnen,</p>
-<p class="line">als schlössen sich die matten Sinne zu?</p>
+<p class="line">als schlössen sich die matten Sinne zu?</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Kristall der Lampe füllt&rsquo; ich mit dem Öle meiner Töne,</p>
-<p class="line">ich wölbte deine Gruft aus strahlendem Gestein.</p>
+<p class="line">Kristall der Lampe füllt&rsquo; ich mit dem Öle meiner Töne,</p>
+<p class="line">ich wölbte deine Gruft aus strahlendem Gestein.</p>
<p class="line">O komm und auf der Zauberblumen Kissen lehne</p>
-<p class="line">in Falten matten Dufts dein müdes Haupt hinein.</p>
+<p class="line">in Falten matten Dufts dein müdes Haupt hinein.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Hörst meine Glocken du? Komm: ehe dir im kühlen</p>
+<p class="line">Hörst meine Glocken du? Komm: ehe dir im kühlen</p>
<p class="line">Erwachen sich das Leid aus deiner Seele schwingt,</p>
-<p class="line">sollst auf den Lippen du mein süßes Grablied fühlen,</p>
-<p class="line">und spüren wie sein Kuß dein Leben aus dir trinkt.
+<p class="line">sollst auf den Lippen du mein süßes Grablied fühlen,</p>
+<p class="line">und spüren wie sein Kuß dein Leben aus dir trinkt.
</p>
</div>
@@ -498,7 +462,7 @@ Wie dir Erinnerung auflodert in der Seele,</p>
<a id="page-18" class="pagenum" title="18"></a>
Und bis dir lohen wird der ewigen Tage Schimmer</p>
<p class="line">(Regen von Feuerrosen), wird dir sein,</p>
-<p class="line">als wärst bei offenem Fenster du im Zimmer</p>
+<p class="line">als wärst bei offenem Fenster du im Zimmer</p>
<p class="line">und Morgenlieder still wehten zu dir herein.
</p>
</div>
@@ -508,23 +472,23 @@ Und bis dir lohen wird der ewigen Tage Schimmer</p>
Die Natur</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Es tönten melodisch die verborgenen Quellen und mein Tag sang sein Lied zu dieser Musik</p>
+<p class="line">Es tönten melodisch die verborgenen Quellen und mein Tag sang sein Lied zu dieser Musik</p>
<p class="line">an den melancholischen Gestaden.</p>
-<p class="line">Die Trauer einstigen Lebens, aus dem ich hervorging, entstieg allen Düften</p>
-<p class="line">und dem Flüstern der Bäume und dem schweren Geläut der Insekten über den Wassern,</p>
-<p class="line">und ganze Jahrhunderte lagen zwischen ihnen und meiner blumenpflückenden Hand,</p>
+<p class="line">Die Trauer einstigen Lebens, aus dem ich hervorging, entstieg allen Düften</p>
+<p class="line">und dem Flüstern der Bäume und dem schweren Geläut der Insekten über den Wassern,</p>
+<p class="line">und ganze Jahrhunderte lagen zwischen ihnen und meiner blumenpflückenden Hand,</p>
<p class="line">zwischen meinen Augen und der Welt voll Geheimnis,</p>
<p class="line">die mit tausend fragenden Blicken stumm meine Seele durchforschte.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Gewölk verdunkelte die westliche Sonne. Und meine Seele befragte die Winde:</p>
+<p class="line">Gewölk verdunkelte die westliche Sonne. Und meine Seele befragte die Winde:</p>
<p class="line">Sind dieses nahende oder fliehende Wolken?</p>
-<p class="line">Verstummten die Winde, zu gehorsamen Spiegeln glätteten sich die Wasser,</p>
-<p class="line">und die Sterne, wie Brände in den kalten Wogen strahlender Meere verlöschend,</p>
-<p class="line">erbrausten und rauschten über mir, unsichtbar:</p>
-<p class="line">Es schwindet das Licht nur beim Nahen größeren Lichtes,</p>
-<p class="line">eines noch größeren, größeren Lichtes.
+<p class="line">Verstummten die Winde, zu gehorsamen Spiegeln glätteten sich die Wasser,</p>
+<p class="line">und die Sterne, wie Brände in den kalten Wogen strahlender Meere verlöschend,</p>
+<p class="line">erbrausten und rauschten über mir, unsichtbar:</p>
+<p class="line">Es schwindet das Licht nur beim Nahen größeren Lichtes,</p>
+<p class="line">eines noch größeren, größeren Lichtes.
</p>
</div>
@@ -533,55 +497,55 @@ Die Natur</h2>
Wo schon vernahm ich?&nbsp;.&nbsp;.&nbsp;.</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Du erschlossest die Fenster der Nacht, o Erschließender! Da weht&rsquo; es herein voll Geheimnis</p>
-<p class="line">und riß die Flügel meines stärksten Gedankens mir aus dem Bereich meiner Blicke.</p>
-<p class="line">Im Taumel, als würde das ewige Kreisen der Erde in den Wolken der Welten</p>
-<p class="line">in der Seele bewußt mir, kam Gefühl des anderen Daseins in mich.</p>
+<p class="line">Du erschlossest die Fenster der Nacht, o Erschließender! Da weht&rsquo; es herein voll Geheimnis</p>
+<p class="line">und riß die Flügel meines stärksten Gedankens mir aus dem Bereich meiner Blicke.</p>
+<p class="line">Im Taumel, als würde das ewige Kreisen der Erde in den Wolken der Welten</p>
+<p class="line">in der Seele bewußt mir, kam Gefühl des anderen Daseins in mich.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Von Erde zu Erde, von Sonne zu Sonne fiel Stille herab mit schwereren Schlägen</p>
+<p class="line">Von Erde zu Erde, von Sonne zu Sonne fiel Stille herab mit schwereren Schlägen</p>
<p class="line">und neue Stille als Echo entstieg meinen Tiefen, andere Stille als die Stille der Erde:</p>
-<p class="line">Sie brauste vom Atemzug Tausender, von hundertjährigen Küssen, vom schwindligen Schweigen längst nicht mehr pochender Herzen,</p>
-<p class="line">vom Flug aller toten und künftigen Flügel, von den ewigen Symphonien der Strahlen,</p>
-<p class="line">vom melancholischen Läuten der Regen, die, fruchtbar, in hundertjähriges Reifen sich stürzen,</p>
-<p class="line">vom Aufschrei in Träumen, die das Morgenlicht fürchten, und von der Düfte mystischem Flüstern.</p>
-<p class="line">Sie bebte vom Sturme einstiger Meere in der künftigen Blitze Riesenorchester,</p>
+<p class="line">Sie brauste vom Atemzug Tausender, von hundertjährigen Küssen, vom schwindligen Schweigen längst nicht mehr pochender Herzen,</p>
+<p class="line">vom Flug aller toten und künftigen Flügel, von den ewigen Symphonien der Strahlen,</p>
+<p class="line">vom melancholischen Läuten der Regen, die, fruchtbar, in hundertjähriges Reifen sich stürzen,</p>
+<p class="line">vom Aufschrei in Träumen, die das Morgenlicht fürchten, und von der Düfte mystischem Flüstern.</p>
+<p class="line">Sie bebte vom Sturme einstiger Meere in der künftigen Blitze Riesenorchester,</p>
<p class="line">die letzten Kadenzen verklungener Lieder verschmolz sie dem Anfang unbeendeter Lieder.
</p>
<p class="line">
<a id="page-21" class="pagenum" title="21"></a>
Stumme Fragen von nimmermehr fragenden Lippen!</p>
<p class="line">In den Ekstasen des Todes voll Durst in die Ferne geheftete Blicke!</p>
-<p class="line">Dumpfe Stille geheimer Suggestion von Leidenschaften, die schmerzlich reisen zu künftigem Aufblühn,</p>
-<p class="line">die Völker führend durch die Mittnacht der Zeiten, in dem blutigen Abglanz der nördlichen Lichter:</p>
-<p class="line">Worte gekuppelt aus dem Flackern der Lichter, die fahl in den irdischen Gedanken verlöschen,</p>
-<p class="line">und innere Stimmen, die in den Tiefen der Seelen, ungehört, den Jubel der Seelen aller Welten und eines neuen Lenzes Lächeln erwidern!</p>
-<p class="line">Rausch aller künftigen Träume, die mit flammenden Regenbogen</p>
-<p class="line">als neue Sonnen am Himmel deines unsterblichen Hauches erblühen!</p>
+<p class="line">Dumpfe Stille geheimer Suggestion von Leidenschaften, die schmerzlich reisen zu künftigem Aufblühn,</p>
+<p class="line">die Völker führend durch die Mittnacht der Zeiten, in dem blutigen Abglanz der nördlichen Lichter:</p>
+<p class="line">Worte gekuppelt aus dem Flackern der Lichter, die fahl in den irdischen Gedanken verlöschen,</p>
+<p class="line">und innere Stimmen, die in den Tiefen der Seelen, ungehört, den Jubel der Seelen aller Welten und eines neuen Lenzes Lächeln erwidern!</p>
+<p class="line">Rausch aller künftigen Träume, die mit flammenden Regenbogen</p>
+<p class="line">als neue Sonnen am Himmel deines unsterblichen Hauches erblühen!</p>
<p class="line">Ewiger Wirbel der stummen Blitze, in dem deines heiligen Willens Gebote</p>
-<p class="line">fliegen vom Geheimnis der unsichtbaren Welt hinüber ins Reich der ersterbenden Farben.</p>
+<p class="line">fliegen vom Geheimnis der unsichtbaren Welt hinüber ins Reich der ersterbenden Farben.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">O Ewiger! Jetzt, da machtlos, von Liebe geschwächt die Hände mir sanken,</p>
+<p class="line">O Ewiger! Jetzt, da machtlos, von Liebe geschwächt die Hände mir sanken,</p>
<p class="line">erschaut&rsquo; ich mein Leben, von unbekanntem Lichte verwandelt:</p>
<p class="line">das blasse Flimmern der Farben, von meiner Fenster eisigen Blumen aufspritzend,
</p>
<p class="line">
<a id="page-22" class="pagenum" title="22"></a>
-zerschmolz, von deinem feurigen Hauche verwaschen und in der Pracht deiner Gärten tobt&rsquo; ich mit Blicken.</p>
-<p class="line">Und doch, o mein Vater! wo schon vernahm ich die Stimme deiner Stille, die mich so bekannt dünkt?</p>
-<p class="line">Wo schon gewahrt&rsquo; ich die Pracht deiner Länder, daß ich ihrer Düfte Geschmack wohl erkenne?</p>
-<p class="line">Und den Glanz deines Blicks, der meine Seele in Schlummer versenkte und sie erweckte zu diesem Träumen?</p>
-<p class="line">Auf meinen Lippen brennt die Süße deiner Trauben und die Küsse verbrüderter Seelen.</p>
-<p class="line">Die Feier deiner Glocken fällt in meine Träume und läßt mich träumen von der Musik</p>
+zerschmolz, von deinem feurigen Hauche verwaschen und in der Pracht deiner Gärten tobt&rsquo; ich mit Blicken.</p>
+<p class="line">Und doch, o mein Vater! wo schon vernahm ich die Stimme deiner Stille, die mich so bekannt dünkt?</p>
+<p class="line">Wo schon gewahrt&rsquo; ich die Pracht deiner Länder, daß ich ihrer Düfte Geschmack wohl erkenne?</p>
+<p class="line">Und den Glanz deines Blicks, der meine Seele in Schlummer versenkte und sie erweckte zu diesem Träumen?</p>
+<p class="line">Auf meinen Lippen brennt die Süße deiner Trauben und die Küsse verbrüderter Seelen.</p>
+<p class="line">Die Feier deiner Glocken fällt in meine Träume und läßt mich träumen von der Musik</p>
<p class="line">und die Morgenzeichen deiner Boten, mir im Traume begegnen sie der Ahnung des Todes.</p>
-<p class="line">Dein süßes Erinnern blieb mir in der Seele, wie duftiges Dunkel nach löschendem Lichte,</p>
-<p class="line">durchströmt meine Blutwärme, als hielte geliebt eine Hand, nächtens im Schlummer, gefaßt meine Hände</p>
-<p class="line">und ließe im langen innigen Drucke mich träumen von Liebe.</p>
+<p class="line">Dein süßes Erinnern blieb mir in der Seele, wie duftiges Dunkel nach löschendem Lichte,</p>
+<p class="line">durchströmt meine Blutwärme, als hielte geliebt eine Hand, nächtens im Schlummer, gefaßt meine Hände</p>
+<p class="line">und ließe im langen innigen Drucke mich träumen von Liebe.</p>
<p class="line">Deines mystischen Mondes Mitternacht reizt meinen Sang, im Traume sich durch Gefahren zu tummeln,</p>
-<p class="line">und wie aus nächtlich leuchtenden Steinen atmet mir Schönheit aus deiner täglichen Lichter Geheimnis,</p>
+<p class="line">und wie aus nächtlich leuchtenden Steinen atmet mir Schönheit aus deiner täglichen Lichter Geheimnis,</p>
<p class="line">und vor Liebe verstummt spricht meine Seele mit ihrer Stimme von einstmals.</p>
</div>
@@ -590,13 +554,13 @@ zerschmolz, von deinem feurigen Hauche verwaschen und in der Pracht deiner Gärte
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Die ewige Nacht entschlief in den reifenden Feldern. Von oben erglänzten vertraut mir die Sterne.
+<p class="line">Die ewige Nacht entschlief in den reifenden Feldern. Von oben erglänzten vertraut mir die Sterne.
</p>
<p class="line">
<a id="page-23" class="pagenum" title="23"></a>
-Vom Morgen anhuben zu flüstern die Düfte, die Stimme der Stille tönte bekannt,</p>
-<p class="line">von der Sonne träumten die Apfelbäume, von der reinen Begegnung der Seelen die Knospen der Rosen,</p>
-<p class="line">meine Seele, glücklich und bang, von der Heimat.
+Vom Morgen anhuben zu flüstern die Düfte, die Stimme der Stille tönte bekannt,</p>
+<p class="line">von der Sonne träumten die Apfelbäume, von der reinen Begegnung der Seelen die Knospen der Rosen,</p>
+<p class="line">meine Seele, glücklich und bang, von der Heimat.
</p>
</div>
@@ -607,17 +571,17 @@ Erde?</h2>
<div class="poem">
<p class="line">Es breitet Welt um Welt sich aus,</p>
<p class="line">ein Stern am andern, bricht Mitternacht herein,</p>
-<p class="line">und einer darunter umkreist eine weiße Sonne,</p>
-<p class="line">und seinen Flug hüllt Musik geheimnisvoller Freude ein,</p>
+<p class="line">und einer darunter umkreist eine weiße Sonne,</p>
+<p class="line">und seinen Flug hüllt Musik geheimnisvoller Freude ein,</p>
<p class="line">und die Seelen jener, die am meisten litten,</p>
<p class="line">in ihn gehen sie ein.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Hundert Brüder sagten: Wir kennen sein Geheimnis,</p>
+<p class="line">Hundert Brüder sagten: Wir kennen sein Geheimnis,</p>
<p class="line">in ihm stehn Tote vom Traum auf, Lebende schwinden im Traume dahin;</p>
-<p class="line">die Liebenden sagten: Die Blicke erblinden vor übermächtigem Glanze</p>
-<p class="line">und wie Duft fremder Blumen tötet die Zeit jeden darin;</p>
+<p class="line">die Liebenden sagten: Die Blicke erblinden vor übermächtigem Glanze</p>
+<p class="line">und wie Duft fremder Blumen tötet die Zeit jeden darin;</p>
<p class="line">und sie, die durch die Jahrtausende sahen,</p>
<p class="line">fragen: Erde? mit heiterem Sinn.
</p>
@@ -625,45 +589,45 @@ Erde?</h2>
<h2 class="chapter" id="ch-9">
<a id="page-25" class="pagenum" title="25"></a>
-Mit dem Tode reden die Schläfer&nbsp;.&nbsp;.&nbsp;.</h2>
+Mit dem Tode reden die Schläfer&nbsp;.&nbsp;.&nbsp;.</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">Siehe, die Stunde, in der die Schwerkranken noch schlimmer sich fühlen</p>
+<p class="line">Siehe, die Stunde, in der die Schwerkranken noch schlimmer sich fühlen</p>
<p class="line">und die Liebe Allwissenheit erlangt.</p>
-<p class="line">Über alle Meere und Festländer fliegen tausend Stimmen herüber,</p>
-<p class="line">mit welchen, wie mit Psalmen eines einzigen Chores, die Brüder den Brüdern entgegnen.</p>
+<p class="line">Über alle Meere und Festländer fliegen tausend Stimmen herüber,</p>
+<p class="line">mit welchen, wie mit Psalmen eines einzigen Chores, die Brüder den Brüdern entgegnen.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">&mdash; Der Westen verglühte, mit dem Tode reden die Schläfer und unsere Städte</p>
+<p class="line">&mdash; Der Westen verglühte, mit dem Tode reden die Schläfer und unsere Städte</p>
<p class="line">sind still schon. Die Erde: ein verlorener Strand im Meer der Unendlichkeit,</p>
-<p class="line">darüber der kalte Azur, Baldachin einer offenen Basaltgrotte,</p>
+<p class="line">darüber der kalte Azur, Baldachin einer offenen Basaltgrotte,</p>
<p class="line">die ausgebrannt ist. Es klagt in ihr nur die Stimme deiner Meere</p>
-<p class="line">und ihre schäumenden Wellen schlagen her durch die tragische Stille</p>
-<p class="line">und funkeln höhnisch durchs Dunkel im Glanze herrlichen Goldes,</p>
+<p class="line">und ihre schäumenden Wellen schlagen her durch die tragische Stille</p>
+<p class="line">und funkeln höhnisch durchs Dunkel im Glanze herrlichen Goldes,</p>
<p class="line">geschwemmt von den Inseln zahlloser entfernter Welten,</p>
<p class="line">unerreichbarer. Und wir deine Gefangenen hier!</p>
-<p class="line">Im Sturm, der sich wälzt und unter gefallenen Sonnen hoch aufspritzt,</p>
-<p class="line">das Rauschen des Schilfs über blutigen Nestern .&nbsp;.&nbsp;.</p>
-<p class="line">Niemand totärmer als wir hat je sich der Zeiten Geheimnis genähert:
+<p class="line">Im Sturm, der sich wälzt und unter gefallenen Sonnen hoch aufspritzt,</p>
+<p class="line">das Rauschen des Schilfs über blutigen Nestern .&nbsp;.&nbsp;.</p>
+<p class="line">Niemand totärmer als wir hat je sich der Zeiten Geheimnis genähert:
</p>
<p class="line">
<a id="page-26" class="pagenum" title="26"></a>
denn auch der Schmerz reift in Jahrhunderten zur Vollkommenheit</p>
<p class="line">und sein Obst, voll mystischer Kerne, wird bitter durch vielerlei Sonnen.</p>
-<p class="line">Nichts, was sie ihren Kindern verhieß, hat uns die Erde gegeben:</p>
+<p class="line">Nichts, was sie ihren Kindern verhieß, hat uns die Erde gegeben:</p>
<p class="line">zu sehr hat ein Unsichtbarer die Wage unserer Schicksale belastet</p>
-<p class="line">und die Last unserer Tränen schuf nicht das Gleichgewicht.</p>
-<p class="line">Inmitten des Reichtums des Lebens, zum Stillen der Dürste</p>
-<p class="line">war das strahlende Weiß unserer Beute wie Wolkenphantome,</p>
-<p class="line">die täuschend des Wassers Spiegeltiefen durchziehen.</p>
+<p class="line">und die Last unserer Tränen schuf nicht das Gleichgewicht.</p>
+<p class="line">Inmitten des Reichtums des Lebens, zum Stillen der Dürste</p>
+<p class="line">war das strahlende Weiß unserer Beute wie Wolkenphantome,</p>
+<p class="line">die täuschend des Wassers Spiegeltiefen durchziehen.</p>
<p class="line">Und es verfingen die Netze, gesponnen zur Jagd im Unendlichen, am Grund sich</p>
<p class="line">im Aufgeschwemmten von tausenden Jahren.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Unsere süßesten Tage glichen dem drückenden Traum der Glücklichen anderer Welten,</p>
-<p class="line">aus dem sie blaß und mit Zittern erwachen</p>
+<p class="line">Unsere süßesten Tage glichen dem drückenden Traum der Glücklichen anderer Welten,</p>
+<p class="line">aus dem sie blaß und mit Zittern erwachen</p>
<p class="line">und Jahre hindurch sich seiner erinnern .&nbsp;.&nbsp;.</p>
</div>
@@ -673,134 +637,134 @@ denn auch der Schmerz reift in Jahrhunderten zur Vollkommenheit</p>
</p>
<p class="line">
<a id="page-27" class="pagenum" title="27"></a>
-Wie kam&rsquo;s, daß das Licht dieser Erde bis in die Tiefe der ewigen Nacht drang,</p>
-<p class="line">die Augen uns öffnend für Tränen und Sonne?</p>
+Wie kam&rsquo;s, daß das Licht dieser Erde bis in die Tiefe der ewigen Nacht drang,</p>
+<p class="line">die Augen uns öffnend für Tränen und Sonne?</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Ah, Jahrtausende noch zu schlafen! Mögen die Welten nur</p>
-<p class="line">kreisen um feurige Abgründe und gereifte Körner aus den Ähren der Konstellationen fallen</p>
-<p class="line">in deines Äthers schwarzen Grund, in deines Schoßes Gefälte,</p>
+<p class="line">Ah, Jahrtausende noch zu schlafen! Mögen die Welten nur</p>
+<p class="line">kreisen um feurige Abgründe und gereifte Körner aus den Ähren der Konstellationen fallen</p>
+<p class="line">in deines Äthers schwarzen Grund, in deines Schoßes Gefälte,</p>
<p class="line">des durch die Unendlichkeit sich breitenden!</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Und heischt unser Leiden eine geheime Gerechtigkeit,</p>
<p class="line">was spricht sie nicht deutlich zu unseren Seelen? Wer wanderte vor uns einst</p>
-<p class="line">und schnitt Zeichen in die Rinden der Bäume deines Urwalds hinein,</p>
-<p class="line">die wir nicht verstehen? Und deckte Wolfsgruben mit blühenden Zweigen?</p>
-<p class="line">Warum tönen der Propheten Worte wie Halluzinationen</p>
-<p class="line">an unser Gehör? Und funkeln uns Bangen im Walddickicht nachts</p>
-<p class="line">gleicherweis Sterne und Augen von Phosphor? Krank allzusehr fühlen wir Krankheit</p>
-<p class="line">in der Gesichter extatischer Umwandlung, in der Heiligen strahlender Blässe</p>
-<p class="line">und in von Helle überströmenden Worten. Und für unseren Tod ward die Wahrheit zur Krankheit.
+<p class="line">und schnitt Zeichen in die Rinden der Bäume deines Urwalds hinein,</p>
+<p class="line">die wir nicht verstehen? Und deckte Wolfsgruben mit blühenden Zweigen?</p>
+<p class="line">Warum tönen der Propheten Worte wie Halluzinationen</p>
+<p class="line">an unser Gehör? Und funkeln uns Bangen im Walddickicht nachts</p>
+<p class="line">gleicherweis Sterne und Augen von Phosphor? Krank allzusehr fühlen wir Krankheit</p>
+<p class="line">in der Gesichter extatischer Umwandlung, in der Heiligen strahlender Blässe</p>
+<p class="line">und in von Helle überströmenden Worten. Und für unseren Tod ward die Wahrheit zur Krankheit.
</p>
<p class="line">
<a id="page-28" class="pagenum" title="28"></a>
So gehen wir, traurig, und das Weib, uns Genossin, mit heimlichen Blicken</p>
-<p class="line">spricht sie umsonst uns von der Unsterblichkeit. Umsonst in ihr Lächeln</p>
-<p class="line">wie in einen Schleier himmlischer Lichter hüllt sie des Leibes jungfräuliche Weiße.</p>
-<p class="line">Vergebens, die Gütige, verheißt sie Vergessen .&nbsp;.&nbsp;.</p>
-<p class="line">Die tausendjährige Nacht hat unserm Blicken die brüderliche Reinheit geraubt</p>
-<p class="line">und sich gewölbt zwischen dem Tage des Manns und des Weibes:</p>
-<p class="line">nach jedem Kusse breitet sie ins Unendliche ihre täuschende Stille</p>
+<p class="line">spricht sie umsonst uns von der Unsterblichkeit. Umsonst in ihr Lächeln</p>
+<p class="line">wie in einen Schleier himmlischer Lichter hüllt sie des Leibes jungfräuliche Weiße.</p>
+<p class="line">Vergebens, die Gütige, verheißt sie Vergessen .&nbsp;.&nbsp;.</p>
+<p class="line">Die tausendjährige Nacht hat unserm Blicken die brüderliche Reinheit geraubt</p>
+<p class="line">und sich gewölbt zwischen dem Tage des Manns und des Weibes:</p>
+<p class="line">nach jedem Kusse breitet sie ins Unendliche ihre täuschende Stille</p>
<p class="line">und ihre Sternstrahlen sind Blitze, durch welche</p>
<p class="line">die Erhabensten sterben. Es begegnen sich nie die Tage unserer Seelen.</p>
-<p class="line">Die Sonne, die wir gleich hoch über uns sehen,</p>
-<p class="line">ist an Zeit verschieden für sie und für uns.</p>
-<p class="line">Aus Rosengärten klagt der Sklavinnen Weinen</p>
+<p class="line">Die Sonne, die wir gleich hoch über uns sehen,</p>
+<p class="line">ist an Zeit verschieden für sie und für uns.</p>
+<p class="line">Aus Rosengärten klagt der Sklavinnen Weinen</p>
<p class="line">und im barbarischen Aufschrei der Kraft ist die Schwesterseele verstummt,</p>
<p class="line">leise singend. Unser Umarmen ward wie ein Zeichen ins Dunkel,</p>
-<p class="line">rufend den Schmerz. Des Glücks für ewig verlorenes Eden</p>
-<p class="line">verschlossen liegt es zwischen uns da. Nur der reinste, zum Äther aufsteigende Traum</p>
-<p class="line">vermag von oben in seine strahlenden Gärten zu blicken,</p>
+<p class="line">rufend den Schmerz. Des Glücks für ewig verlorenes Eden</p>
+<p class="line">verschlossen liegt es zwischen uns da. Nur der reinste, zum Äther aufsteigende Traum</p>
+<p class="line">vermag von oben in seine strahlenden Gärten zu blicken,</p>
<p class="line">wo zweckloser Duft zu den sieben Himmeln emporraucht.
</p>
<p class="line">
<a id="page-29" class="pagenum" title="29"></a>
Und unsere schweifende Freude sucht vergebens die Schwestern.</p>
-<p class="line">Noch donnerte nicht in alle Zeiten der mystische Kuß der Versöhnung</p>
+<p class="line">Noch donnerte nicht in alle Zeiten der mystische Kuß der Versöhnung</p>
<p class="line">wie ein Erdbeben, darin die Erde zerbirst</p>
<p class="line">und neu sich in Apotheosen erhebt.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Doch bis jetzt, rätselvoll wallt sie in verborgenem Feuer</p>
+<p class="line">Doch bis jetzt, rätselvoll wallt sie in verborgenem Feuer</p>
<p class="line">unter Orangenhainen. Die gigantischen Formen einstigen Lebens</p>
<p class="line">hat sie in steinerner Presse gepackt und sie wartet.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Und des Körpers letztes Geheimnis ist der Schmerz, des Kosmos Gewicht, von der Seele erfühlt.</p>
-<p class="line">Er wälzt sich durch alle Blutquellen, durch tausend tötliche Düfte.</p>
-<p class="line">Er treibt alle Mühlen des Lebens und zart wie der Äther</p>
-<p class="line">auch die Windmühlen des Traums auf den höchsten Gipfeln.</p>
+<p class="line">Und des Körpers letztes Geheimnis ist der Schmerz, des Kosmos Gewicht, von der Seele erfühlt.</p>
+<p class="line">Er wälzt sich durch alle Blutquellen, durch tausend tötliche Düfte.</p>
+<p class="line">Er treibt alle Mühlen des Lebens und zart wie der Äther</p>
+<p class="line">auch die Windmühlen des Traums auf den höchsten Gipfeln.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Es zittern Schattenhände auf den Tasten, leicht wie schwarze Falter,</p>
-<p class="line">jeder unserer Atemzüge füllt das geheimnisvolle Instrument mit Luft;</p>
+<p class="line">Es zittern Schattenhände auf den Tasten, leicht wie schwarze Falter,</p>
+<p class="line">jeder unserer Atemzüge füllt das geheimnisvolle Instrument mit Luft;</p>
<p class="line">Akkorde wirbeln im Wahnsinn, hundert Seelen klagen in den Resonnanzen,</p>
<p class="line">Tag und Nacht wie Seiten eines Blattes wechseln im Buche mystischer Komposition .&nbsp;.&nbsp;.
</p>
<p class="line">
<a id="page-30" class="pagenum" title="30"></a>
-Was bedeutet das Flüstern der Küsse in dieser tragischen Musik, welche donnert</p>
-<p class="line">aus der Stille unzähliger Empfängnisse im Mutterleib in die Stille der feuchten Erde,</p>
-<p class="line">ewig erneut und doch voll tausendjähriger Reminiszenzen?</p>
-<p class="line">Im Stöhnen der Winde, Wälder, Gewässer steigt sie zum Himmel,</p>
+Was bedeutet das Flüstern der Küsse in dieser tragischen Musik, welche donnert</p>
+<p class="line">aus der Stille unzähliger Empfängnisse im Mutterleib in die Stille der feuchten Erde,</p>
+<p class="line">ewig erneut und doch voll tausendjähriger Reminiszenzen?</p>
+<p class="line">Im Stöhnen der Winde, Wälder, Gewässer steigt sie zum Himmel,</p>
<p class="line">der Erde Geschenk in der Welten Symphonie,</p>
-<p class="line">Lärm der Kämpfe mit unsichtbaren Feinden,</p>
-<p class="line">tausendfältig verklingender Schrei, der in entschwundenen Zeiten</p>
+<p class="line">Lärm der Kämpfe mit unsichtbaren Feinden,</p>
+<p class="line">tausendfältig verklingender Schrei, der in entschwundenen Zeiten</p>
<p class="line">im Beben der Schuld sich erhob .&nbsp;.&nbsp;.</p>
<p class="line">Sieh, die Augen, jahrhundertelang vergebens ersehnend den Schlummer,</p>
-<p class="line">kaum geschlossen öffnen sich wieder bei ihrem klagenden Echo,</p>
-<p class="line">und den Tiefen unserer Tage und Nächte entlodern wie Phosphor</p>
-<p class="line">die Noten der höchsten Töne!</p>
+<p class="line">kaum geschlossen öffnen sich wieder bei ihrem klagenden Echo,</p>
+<p class="line">und den Tiefen unserer Tage und Nächte entlodern wie Phosphor</p>
+<p class="line">die Noten der höchsten Töne!</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">&mdash; Alles ist voll Durst. Und es suchen uns ständig die trockenen Lippen im Dunkel</p>
-<p class="line">und schlürfen gierig von unserem Blute. Und unserm Ermatten</p>
-<p class="line">lächeln die Lenze mit um so feurigern Blüten. Bitter ist die Arbeit im Geheimnis der Erde</p>
+<p class="line">&mdash; Alles ist voll Durst. Und es suchen uns ständig die trockenen Lippen im Dunkel</p>
+<p class="line">und schlürfen gierig von unserem Blute. Und unserm Ermatten</p>
+<p class="line">lächeln die Lenze mit um so feurigern Blüten. Bitter ist die Arbeit im Geheimnis der Erde</p>
<p class="line">wie die Arbeit von Sklaven im Bergwerk. Und das Licht unserer Flammen
</p>
<p class="line">
<a id="page-31" class="pagenum" title="31"></a>
-reizt im dröhnenden Hauche der Tiefen die im Dunkeln webenden Kräfte.</p>
-<p class="line">Die Garben unserer Ernten wurden feucht in den Stürmen, wurden schwer und verwuchsen;</p>
-<p class="line">wie heben wir sie auf, sie den Brüdern zu reichen, wenn unsere Hände</p>
-<p class="line">zerfetzt von der Mühe hundertjährigen Ackerns erzittern?</p>
+reizt im dröhnenden Hauche der Tiefen die im Dunkeln webenden Kräfte.</p>
+<p class="line">Die Garben unserer Ernten wurden feucht in den Stürmen, wurden schwer und verwuchsen;</p>
+<p class="line">wie heben wir sie auf, sie den Brüdern zu reichen, wenn unsere Hände</p>
+<p class="line">zerfetzt von der Mühe hundertjährigen Ackerns erzittern?</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">&mdash; Sieh, die Seelen Tausender erschlossen sich endlich und hinter all ihrer Bläue</p>
-<p class="line">liegt ein Abgrund. Wir wissen, Fluch fiel auf Alles. Die Vögel der Höhe</p>
-<p class="line">und was kreucht auf der Erde beben vor den Stärkeren. Hundertjährigen Krieg</p>
-<p class="line">führen die Völker der Insekten. Auch in der reinsten Welt der Pflanzen</p>
+<p class="line">&mdash; Sieh, die Seelen Tausender erschlossen sich endlich und hinter all ihrer Bläue</p>
+<p class="line">liegt ein Abgrund. Wir wissen, Fluch fiel auf Alles. Die Vögel der Höhe</p>
+<p class="line">und was kreucht auf der Erde beben vor den Stärkeren. Hundertjährigen Krieg</p>
+<p class="line">führen die Völker der Insekten. Auch in der reinsten Welt der Pflanzen</p>
<p class="line">herrscht Kampf und Verwelken, drin die duftige mondhafte Zartheit</p>
-<p class="line">erliegt dem Anprall barbarischer Stärke. In des Kampfes Getümmel</p>
+<p class="line">erliegt dem Anprall barbarischer Stärke. In des Kampfes Getümmel</p>
<p class="line">brodelt das Leben voll Glut und auf seinem Dampfe</p>
-<p class="line">schaukelt unsre Hoffnung: wir leben vom Schmerze unzähliger Wesen.</p>
-<p class="line">Unser Blut, scheint es, entströmt einer geheimnisvollen Wunde des Alls</p>
-<p class="line">und ist geflossen in unseren Körper und wirbelt darin mit krampfhaftem Pulse.
+<p class="line">schaukelt unsre Hoffnung: wir leben vom Schmerze unzähliger Wesen.</p>
+<p class="line">Unser Blut, scheint es, entströmt einer geheimnisvollen Wunde des Alls</p>
+<p class="line">und ist geflossen in unseren Körper und wirbelt darin mit krampfhaftem Pulse.
</p>
<p class="line">
<a id="page-32" class="pagenum" title="32"></a>
Umsonst lassen wir unsere Lichter im Gewitter in die Nacht lohn: mit dem Kreuze der Blitze</p>
-<p class="line">zerteilt sie die Wahrheit. Aufgelöste Massen unserer vom Leben verwirrten Brüder</p>
-<p class="line">wälzen sich über alle Wege unseres Gedankens von einem Zeitalter ins andere.</p>
-<p class="line">Und ähnlich den Wahnsinnigen, die auf ihre Phantome starren</p>
+<p class="line">zerteilt sie die Wahrheit. Aufgelöste Massen unserer vom Leben verwirrten Brüder</p>
+<p class="line">wälzen sich über alle Wege unseres Gedankens von einem Zeitalter ins andere.</p>
+<p class="line">Und ähnlich den Wahnsinnigen, die auf ihre Phantome starren</p>
<p class="line">in der Lust des Vergessens,</p>
-<p class="line">träumen von neuen Schreien der Wonne wir in Betten,</p>
+<p class="line">träumen von neuen Schreien der Wonne wir in Betten,</p>
<p class="line">die unter Sterbenden erkaltet sind.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">&mdash; Und der Westen, der in fernen Jahrhunderten sich wölbte wie die Pforte der ewigen Stadt,</p>
-<p class="line">aus der die Engel über des Todes schwarze Abgründe strahlende Fallbrücken herablassen</p>
-<p class="line">und wo aus Tiefen weißen Lichtes das Hosianna der seligen Geister ertönt,</p>
-<p class="line">das Firmament über dem Schmerze der Erde gewölbt aus der reglosen Ewigkeit des Glückes,</p>
+<p class="line">&mdash; Und der Westen, der in fernen Jahrhunderten sich wölbte wie die Pforte der ewigen Stadt,</p>
+<p class="line">aus der die Engel über des Todes schwarze Abgründe strahlende Fallbrücken herablassen</p>
+<p class="line">und wo aus Tiefen weißen Lichtes das Hosianna der seligen Geister ertönt,</p>
+<p class="line">das Firmament über dem Schmerze der Erde gewölbt aus der reglosen Ewigkeit des Glückes,</p>
<p class="line">hat durch Fluch sich verwandelt:</p>
<p class="line">ein Blutwirbel ist die versinkende Sonne,</p>
<p class="line">bis zum Zenith spritzt sie ihren erkaltenden Schaum nach den Sternen</p>
@@ -810,38 +774,38 @@ Umsonst lassen wir unsere Lichter im Gewitter in die Nacht lohn: mit dem Kreuze
<p class="line">
<a id="page-33" class="pagenum" title="33"></a>
In die flammende Gehenna sahen unsere Augen und erblindeten vor Glut:</p>
-<p class="line">Spiegel, gestürzt in die schwellende Esse, und zerflossen in gläserne Tränen.</p>
-<p class="line">Gespenstiges Lachen kam aus dem Dunkel und unser Gehör wurde zu Stein:</p>
-<p class="line">wie in einem verkalkten Schneckenhaus hören wir gleichartig brausen</p>
-<p class="line">des Meeres tückische Wellen und der Engelsschwingen rhythmischen Schlag. &mdash;</p>
-<p class="line">Stille .&nbsp;.&nbsp;. Wie über toten Körpern</p>
-<p class="line">knieten über uns in Gebeten die Seelen,</p>
+<p class="line">Spiegel, gestürzt in die schwellende Esse, und zerflossen in gläserne Tränen.</p>
+<p class="line">Gespenstiges Lachen kam aus dem Dunkel und unser Gehör wurde zu Stein:</p>
+<p class="line">wie in einem verkalkten Schneckenhaus hören wir gleichartig brausen</p>
+<p class="line">des Meeres tückische Wellen und der Engelsschwingen rhythmischen Schlag. &mdash;</p>
+<p class="line">Stille .&nbsp;.&nbsp;. Wie über toten Körpern</p>
+<p class="line">knieten über uns in Gebeten die Seelen,</p>
<p class="line">es steht in den Blicken:</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Die Zeit durchflog die Höhen, im Sturm des Ruhms und des Todes, mit dem mystischen Gespann der Sterne</p>
-<p class="line">über die Kreuzwege der Unendlichkeit, der Triumphwagen des Höchsten,</p>
+<p class="line">Die Zeit durchflog die Höhen, im Sturm des Ruhms und des Todes, mit dem mystischen Gespann der Sterne</p>
+<p class="line">über die Kreuzwege der Unendlichkeit, der Triumphwagen des Höchsten,</p>
<p class="line">vom leuchtenden Sturmwind der Sieger geleitet.</p>
<p class="line">Wohin fliegt diese Fahrt, donnernd durch die Harmonien,</p>
<p class="line">in der sich die Schreie von Millionen seufzender Seelen verlieren,</p>
-<p class="line">wie stiller fruchtbarer Regenfall in der Musik, die den Sieger begrüßet,</p>
-<p class="line">und die Zyklone des Schreckens und Todes, das Weltall erschütternd,</p>
+<p class="line">wie stiller fruchtbarer Regenfall in der Musik, die den Sieger begrüßet,</p>
+<p class="line">und die Zyklone des Schreckens und Todes, das Weltall erschütternd,</p>
<p class="line">dem Wind gleichen, der der Festglocken Einladung
</p>
<p class="line">
<a id="page-34" class="pagenum" title="34"></a>
-mit <span class="em">einem</span> Hauch von tausend Türmen verbreitet?</p>
-<p class="line">Wohin fliegt diese Fahrt? Wo hält sie einst inne?</p>
-<p class="line">Die Räder wirbelten,</p>
-<p class="line">wie Sonnen strahlten die geheimnisvollen Achsen in weißen Flammen,</p>
+mit <span class="em">einem</span> Hauch von tausend Türmen verbreitet?</p>
+<p class="line">Wohin fliegt diese Fahrt? Wo hält sie einst inne?</p>
+<p class="line">Die Räder wirbelten,</p>
+<p class="line">wie Sonnen strahlten die geheimnisvollen Achsen in weißen Flammen,</p>
<p class="line">Wolken von Funken bedeckten die Inseln der Seelen und vom Korn des heiligen Feuers stammten die</p>
-<p class="line">Schläfer.</p>
-<p class="line">Es erstanden leuchtende Heere von Äonen zu Äonen wie ein Lied,</p>
-<p class="line">das der Erste auffing aus dem göttlichen Worte</p>
+<p class="line">Schläfer.</p>
+<p class="line">Es erstanden leuchtende Heere von Äonen zu Äonen wie ein Lied,</p>
+<p class="line">das der Erste auffing aus dem göttlichen Worte</p>
<p class="line">und in die Scharen hineinsang</p>
<p class="line">und welches anschwillt von Lippe zu Lippe,</p>
-<p class="line">bis es alle erfaßt hat,</p>
+<p class="line">bis es alle erfaßt hat,</p>
<p class="line">Millionen Seelen,</p>
<p class="line">in einem einzigen flammenden Rhythmus!
</p>
@@ -852,82 +816,82 @@ mit <span class="em">einem</span> Hauch von tausend Türmen verbreitet?</p>
Die Propheten</h2>
<div class="poem">
-<p class="line">In die Städte, deren Türme und Paläste einmal ein Erdbeben</p>
-<p class="line">zerrütteln wird, bis die seltsam gestalteten Wolken</p>
-<p class="line">aufstöhnen vor Zorn, von den Blitzen der eigenen Tiefen verwundet,</p>
-<p class="line">und das Feuer, das in tausend verborgenen Höhlen vom Ruhme geträumt hat,</p>
-<p class="line">sich rührt, zu rächen den ewig Eingekerkerten,</p>
+<p class="line">In die Städte, deren Türme und Paläste einmal ein Erdbeben</p>
+<p class="line">zerrütteln wird, bis die seltsam gestalteten Wolken</p>
+<p class="line">aufstöhnen vor Zorn, von den Blitzen der eigenen Tiefen verwundet,</p>
+<p class="line">und das Feuer, das in tausend verborgenen Höhlen vom Ruhme geträumt hat,</p>
+<p class="line">sich rührt, zu rächen den ewig Eingekerkerten,</p>
<p class="line">und mit all seinen Stimmen aufschreit deinen Namen,</p>
-<p class="line">und die Sonne ihr Antlitz, wie&rsquo;s den Zeiten vertraut war, verändert:</p>
+<p class="line">und die Sonne ihr Antlitz, wie&rsquo;s den Zeiten vertraut war, verändert:</p>
<p class="line">kommen sie, unbemerkt, deine Gesandten,</p>
-<p class="line">die deines Königreichs Eroberer sind.</p>
+<p class="line">die deines Königreichs Eroberer sind.</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Umringt von Musik und tanzenden Mädchen und Liedern</p>
+<p class="line">Umringt von Musik und tanzenden Mädchen und Liedern</p>
<p class="line">lauschen sie deinem heiligen Odem,</p>
-<p class="line">der den Sterblichen auslöscht die Lichter, doch die Brände der Welten</p>
-<p class="line">zu Weißglut entfachet;</p>
+<p class="line">der den Sterblichen auslöscht die Lichter, doch die Brände der Welten</p>
+<p class="line">zu Weißglut entfachet;</p>
<p class="line">in welchem die Blumen regungslos bleiben, wenn er dahinbraust in ihren Tiefen,</p>
<p class="line">aber der uralte Felsen zerschmettert wie Brocken duftenden Brotes,</p>
-<p class="line">für die zarten Lippen des harrenden Lebens.</p>
+<p class="line">für die zarten Lippen des harrenden Lebens.</p>
<p class="line">Ihre Stimme, vom Sturmwind der Zeiten entbunden, weht ihnen nach,
</p>
<p class="line">
<a id="page-36" class="pagenum" title="36"></a>
-süß wie der Duft hinter Einem mit Rosen, bitter wie Fackelrauch;</p>
+süß wie der Duft hinter Einem mit Rosen, bitter wie Fackelrauch;</p>
<p class="line">und die eigenen heimlichsten Gedanken, von Allwissenheit erschreckt,</p>
-<p class="line">hören sie über sich mit den Sternen hoch singen,</p>
+<p class="line">hören sie über sich mit den Sternen hoch singen,</p>
<p class="line">unter sich schweigen mit Feuer und Geheimnis in den Tiefen der Erde,</p>
-<p class="line">der Lichter und Nächte wechselnder Chor!</p>
+<p class="line">der Lichter und Nächte wechselnder Chor!</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Sie reden von dir und von deinem Ruhme,</p>
<p class="line">vom Fluch, der auf der Seelen Bruderschaft liegt</p>
<p class="line">und die Sprache der Bauenden gespaltet hat; und es irrt ihre Liebe</p>
-<p class="line">über den Ländern von Jahrhundert zu Jahrhundert</p>
-<p class="line">wie der Sommer aus Siedlungen, wohin Sonne ewig steil fällt.</p>
-<p class="line">Neues Obst gedeiht auf den Bäumen der Erde,</p>
-<p class="line">Ableger aus ihren geheimnisvollen Gärten;</p>
-<p class="line">doch ihre Hoffnungen, fähig so hoher Flüge und Lieder,</p>
+<p class="line">über den Ländern von Jahrhundert zu Jahrhundert</p>
+<p class="line">wie der Sommer aus Siedlungen, wohin Sonne ewig steil fällt.</p>
+<p class="line">Neues Obst gedeiht auf den Bäumen der Erde,</p>
+<p class="line">Ableger aus ihren geheimnisvollen Gärten;</p>
+<p class="line">doch ihre Hoffnungen, fähig so hoher Flüge und Lieder,</p>
<p class="line">baun ihre Nester ganz tief nah der Erde</p>
<p class="line">wie Nachtigallen!</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Und nahet die ihnen bestimmte Stunde, dann verdunkelt</p>
-<p class="line">die Sonne ihnen die tote Welt; und wie aus des Liebenden Herzen die Wunde sich gießet,</p>
+<p class="line">die Sonne ihnen die tote Welt; und wie aus des Liebenden Herzen die Wunde sich gießet,</p>
<p class="line">verwandelt das Licht sich ihnen in Blut; und vor ihrem Blicke</p>
-<p class="line">breitet es Landschaften künftiger Zeiten,
+<p class="line">breitet es Landschaften künftiger Zeiten,
</p>
<p class="line">
<a id="page-37" class="pagenum" title="37"></a>
strahlend in neuen Konstellationen.</p>
<p class="line">Dein Hauch treibt Millionen vor ihnen her wie Wellen</p>
-<p class="line">des ewigen Meers, das in breiten Buchten die Erde umspület</p>
+<p class="line">des ewigen Meers, das in breiten Buchten die Erde umspület</p>
<p class="line">und durch Jahrtausende ihr Festland verwandelt.</p>
-<p class="line">Durch den Schnee, mit dem der Zeiten Geheimnis die von dir gesäete Wintersaat decket,</p>
-<p class="line">barfuß, wie Vertriebene, gehn sie einher und ihrer Gedanken zahllose Schar</p>
-<p class="line">blutet in tausenden Fußstapfen</p>
+<p class="line">Durch den Schnee, mit dem der Zeiten Geheimnis die von dir gesäete Wintersaat decket,</p>
+<p class="line">barfuß, wie Vertriebene, gehn sie einher und ihrer Gedanken zahllose Schar</p>
+<p class="line">blutet in tausenden Fußstapfen</p>
<p class="line">bei jeglichem Schritte!</p>
-<p class="line">Stürmen werden sie über die brennenden Städte künftiger Zeiten,</p>
+<p class="line">Stürmen werden sie über die brennenden Städte künftiger Zeiten,</p>
<p class="line">wie auf feurigem Teppich, gedeckt auf den Stufen</p>
<p class="line">deiner heiligen Hoheit! Und ihr jeder Gedanke,</p>
-<p class="line">der sich in Mitleid wendet zurück,</p>
+<p class="line">der sich in Mitleid wendet zurück,</p>
<p class="line">wird im Erkennen zu Steine erstarren! &mdash;</p>
</div>
<div class="poem">
-<p class="line">Und immer neue hundertjährige Wolken erdonnern vor ihnen:</p>
+<p class="line">Und immer neue hundertjährige Wolken erdonnern vor ihnen:</p>
<p class="line">Blitze, totfahl bestreichend das Antlitz der Schnitter!</p>
-<p class="line">Schwerer Zusammenprall kühner Schiffe im Nebel!</p>
-<p class="line">Heulen der Menge auf düsteren Bauten,</p>
-<p class="line">von Blute starrend ihr schwarzes Gerüste,</p>
-<p class="line">Hinrichtungsstätten!</p>
+<p class="line">Schwerer Zusammenprall kühner Schiffe im Nebel!</p>
+<p class="line">Heulen der Menge auf düsteren Bauten,</p>
+<p class="line">von Blute starrend ihr schwarzes Gerüste,</p>
+<p class="line">Hinrichtungsstätten!</p>
<p class="line">O Lieder der Leidenschaft, entsteigend den Flammen!</p>
-<p class="line">Blicke künftig Leidender, Magie ihrer Berührung!</p>
-<p class="line">Küsse, neue Ewigkeit Lichts und der Trauer erschließend!
+<p class="line">Blicke künftig Leidender, Magie ihrer Berührung!</p>
+<p class="line">Küsse, neue Ewigkeit Lichts und der Trauer erschließend!
</p>
<p class="line">
<a id="page-38" class="pagenum" title="38"></a>
@@ -940,34 +904,34 @@ Wahnsinn <span class="em">einer</span> Seele, auf deren lodernden Wogen</p>
<div class="poem">
<p class="line">Und wenn sie endlich in festlicher Stille</p>
-<p class="line">die Spitzen der Flotten künftiger Geschicke,</p>
+<p class="line">die Spitzen der Flotten künftiger Geschicke,</p>
<p class="line">welche aussegelten, als entstand diese Welt,</p>
-<p class="line">herannahen sehen von trübfernen Küsten,</p>
-<p class="line">die Ruder verdeckt noch von der Höhlung der Fläche:</p>
+<p class="line">herannahen sehen von trübfernen Küsten,</p>
+<p class="line">die Ruder verdeckt noch von der Höhlung der Fläche:</p>
</div>
<div class="poem">
<p class="line">Da schreit ihre Freude stark auf und von Gluten</p>
<p class="line">und Ungeduld voll! Und sie, die die Wollust noch nicht erkannten,</p>
<p class="line">erwachen zur Wollust aus dem was sie sehen,</p>
-<p class="line">und Schmerz, einzig wert ihrer Kraft, verschließt ihre Seelen:</p>
+<p class="line">und Schmerz, einzig wert ihrer Kraft, verschließt ihre Seelen:</p>
<p class="line">der Schmerz der saumseligen Zeit.</p>
<p class="line">Zu langsam kreist ihnen die Erde, zu langsam kommen die Morgen,</p>
-<p class="line">und allzu lang weilen die Mittage in den Schatten der Bäume,</p>
+<p class="line">und allzu lang weilen die Mittage in den Schatten der Bäume,</p>
<p class="line">unter den Schnittern.</p>
-<p class="line">Sie wünschen sich durch die Jahrtausende mit des Windes Schnelle zu fliegen,</p>
+<p class="line">Sie wünschen sich durch die Jahrtausende mit des Windes Schnelle zu fliegen,</p>
<p class="line">tausend Herzen zu haben, um mit ihrem Blut ihre Ekstasen zu stillen
</p>
<p class="line">
<a id="page-39" class="pagenum" title="39"></a>
-und mit einer Röte wie der Aufgang der Sonne</p>
+und mit einer Röte wie der Aufgang der Sonne</p>
<p class="line">und mit Polarlicht und dem Brande der Welten</p>
<p class="line">das Antlitz ihrer Liebe!</p>
<p class="line">Alle Seelen mit Wein aufzuheitern, der ihnen so festlichen</p>
-<p class="line">Schmerz bot und Räusche</p>
-<p class="line">und der aus einer verborgenen Quelle emporschießt,</p>
-<p class="line">durchduftend das Weltall aus der glücklichen Erde,</p>
-<p class="line">nur ihren Kindern noch für Jahrhunderte</p>
+<p class="line">Schmerz bot und Räusche</p>
+<p class="line">und der aus einer verborgenen Quelle emporschießt,</p>
+<p class="line">durchduftend das Weltall aus der glücklichen Erde,</p>
+<p class="line">nur ihren Kindern noch für Jahrhunderte</p>
<p class="line">vergebens!</p>
</div>
@@ -984,7 +948,7 @@ ARKADIA
<p class="center" style="font-size:1.2em; letter-spacing:0.3em;">
EIN JAHRBUCH<br />
-FÜR DICHTKUNST
+FÜR DICHTKUNST
</p>
<p class="center" style="font-size:1em;">
@@ -1000,18 +964,18 @@ BUCHAUSSTATTUNG VON E. R. WEISS
<p class="noindent" style="font-size:0.8em;">
DRAMATISCHES: <i>Robert Walser</i>, Tobold / <i>Franz
-Werfel</i>, Das Opfer / <i>Franz Blei</i>, Der Mäcen. EPISCHES:
+Werfel</i>, Das Opfer / <i>Franz Blei</i>, Der Mäcen. EPISCHES:
<i>Franz Kafka</i>, Das Urteil / <i>Otto Stoessl</i>, Aus der Villa Obweger
-/ <i>Moritz Heimann</i>, Ein Begräbnis im November /
+/ <i>Moritz Heimann</i>, Ein Begräbnis im November /
<i>Max Mell</i>, Jugendgeschichte Zeno Balderonis von Jeruditz /
<i>Oskar Baum</i>, Der Antrag / <i>Willy Speier</i>, Christus in den
Weizenfeldern / <i>Martin Beradt</i>, Der Neurastheniker / <i>Max
Brod</i>, Notwehr / <i>Alfred Wolfenstein</i>, Dika / <i>Hans Janowitz</i>,
-Ein Ausbruch / <i>Hans Janowitz</i>, Szene der Erfüllung /
+Ein Ausbruch / <i>Hans Janowitz</i>, Szene der Erfüllung /
<i>Kurt Tucholsky</i>, Kindertheater / <i>Heinrich Eduard Jacob</i>,
-Fremder Schläfer im Kupee / <i>Robert Walser</i>, Zwei Aufsätze:
+Fremder Schläfer im Kupee / <i>Robert Walser</i>, Zwei Aufsätze:
Rinaldini &mdash; Lenau. LYRISCHES: <i>Franz Blei</i>,
-Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / <i>Robert Walser</i>,
+Liebeslied des Sardinischen Seeräubers / <i>Robert Walser</i>,
Handharfe am Tage / <i>Max Brod</i>, Vier Gedichte / <i>Heinrich
Lautensack</i>, Beichte / <i>Otto Pick</i>, Gedichte /
Franz Janowitz, Gedichte.
@@ -1040,16 +1004,16 @@ GEORG HEYM
<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><i>Herbert Eulenberg in der B. Z. am Mittag:</i> Es ist der bedeutendste
unter den wenigen von unsern jungen Lyrikern,
-die überhaupt heute in Frage kommen. &mdash; Er hat die empfindlichsten
-Nerven und Sinne, die ein Dichter haben muß.
+die überhaupt heute in Frage kommen. &mdash; Er hat die empfindlichsten
+Nerven und Sinne, die ein Dichter haben muß.
</p>
<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><i>Frankfurter Zeitung:</i> Welch ein Anschauen, welche Leidenschaft
bildlicher Gestaltung! Ewige Helligkeit, unbarmherziges
-Licht breitet er über jede Erscheinung der Wirklichkeit
-u. der Träume, über Leben u. Sterben, Schrecken
+Licht breitet er über jede Erscheinung der Wirklichkeit
+u. der Träume, über Leben u. Sterben, Schrecken
und Beruhigung. Georg Heym war ein Dichter. Es gibt in der
-deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
+deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
</p>
</div>
@@ -1068,12 +1032,12 @@ deutschen Lyrik keinen, dem er irgendwie geglichen hätte.
<p class="center" style="margin-bottom:0.5em;">Geheftet M 3.&mdash; &bull; Halbpergamentband M 4.&mdash;
</p>
-<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><i>Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:</i> Bei all dem
-ganz Besonderen, dem schier Unerhörten, das er in den
-feinsten Gefühl- und Vorstellungsnüancen ausdrücken will,
-zeigt der rasch Gereifte eine ungewöhnliche Beherrschtheit
+<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><i>Dr. Rudolf Fürst in der Vossischen Zeitung:</i> Bei all dem
+ganz Besonderen, dem schier Unerhörten, das er in den
+feinsten Gefühl- und Vorstellungsnüancen ausdrücken will,
+zeigt der rasch Gereifte eine ungewöhnliche Beherrschtheit
der Ausdrucksmittel. Wir haben viel in Georg Heym,
-dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
+dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
</p>
</div>
@@ -1091,9 +1055,9 @@ dem Fünfundzwanzigjährigen, verloren. Artifex periit.
<p class="noindent" style="margin-bottom:0.5em;"><i>Leipziger Tageblatt:</i> .&nbsp;.&nbsp;. Novellen, in denen auf engstem
Raume alle Qual der Menschheit von der kindlichen Verzweiflung
-erster Enttäuschung bis zu Hunger, Entartung,
+erster Enttäuschung bis zu Hunger, Entartung,
Wahnsinn, Krankheit und Tod mit einer unheimlichen
-Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt
+Klarheit und Kraft zu einer fürchterlichen Anklage zusammengepreßt
erscheint.
</p>
</div>
@@ -1105,378 +1069,6 @@ KURT WOLFF VERLAG &bull; LEIPZIG
</div>
-
-
-
-
-
-
-
-<pre>
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Hymnen, by Otokar Brezina
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK HYMNEN ***
-
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-practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
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-redistribution.
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-*** START: FULL LICENSE ***
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-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
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-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
-and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
-works. See paragraph 1.E below.
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-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
-Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
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-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
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-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
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-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
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-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
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-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
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-North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email
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-
+<div>*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 40317 ***</div>
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</html>