summaryrefslogtreecommitdiff
path: root/40304-8.txt
diff options
context:
space:
mode:
Diffstat (limited to '40304-8.txt')
-rw-r--r--40304-8.txt1749
1 files changed, 0 insertions, 1749 deletions
diff --git a/40304-8.txt b/40304-8.txt
deleted file mode 100644
index c2994b9..0000000
--- a/40304-8.txt
+++ /dev/null
@@ -1,1749 +0,0 @@
-The Project Gutenberg EBook of Die Spur, by Berthold Viertel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org
-
-
-Title: Die Spur
-
-Author: Berthold Viertel
-
-Release Date: July 23, 2012 [EBook #40304]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE SPUR ***
-
-
-
-
-Produced by Jens Sadowski
-
-
-
-
-
-
-
-
-Berthold Viertel
-
-
-Die Spur
-
-
-1913
-Kurt Wolff Verlag · Leipzig
-
-
-Dies Buch wurde gedruckt
-im Oktober 1913 als dreizehnter
-Band der Bücherei »Der jüngste Tag« bei
-Poeschel & Trepte in Leipzig
-
-
-Copyright 1913 by Kurt Wolff Verlag, Leipzig
-
-
-Meiner Frau
-
-
-
-
-
-Widmung
-
-
- Nachts gestern von dir heimgegangen.
- Wie Schnee ists unterm Mond gelegen.
- Da fühlt ich wiederum den Segen
- Der weißen Nacht mit heißen Wangen.
-
- Das tief Vertraute hat gesprochen,
- Es lindert sich die starre Kehle.
- Da war mit einemmal der Seele
- Der arg verjährte Star gestochen.
-
- O Gott, wie ists? Darf ich denn wieder
- Mein längst verbotnes Herz auskramen?
- Du Freundliche, in deinem Namen!
- Ich lege Wehr und Würde nieder.
-
- Darf ich die keusche Kindersage
- In dein geneigtes Ohr dir flüstern?
- Ich rette Gold aus dem Verdüstern.
- Da nimm die Lilien früher Tage!
-
-
-
-
-Der Ort
-
-
- Einst -- Kindheit, Fieber oder Traum,
- Ich wachte kaum, ich dachte kaum --
- Lag eine Wiese da.
- Der Wald wuchs dunkel hinter ihr,
- Ein unbeschreitbares Revier,
- Wo Angst und Tod geschah.
-
- Die Wiese hielt mich eingefaßt,
- Sie, Eiland, Wiese, Wiege, Rast,
- Wie ruhig schlug mein Blut.
- Auch nicht in meiner Mutter Schoß
- Hab ich so groß, so grenzenlos,
- So ungekränkt geruht.
-
- Der Himmel flog, ein blauer Rauch,
- Von Licht durchatmet, jeder Strauch
- Vom Atem eingewiegt,
- Der schön und selig, ein Gefühl,
- Leicht wie ein Spiel, wie Höhe kühl
- Zu Gottes Gipfel stieg.
-
- Ich war ein Schein in allem Schein,
- Der widerschien -- ich strahlte rein
- Und freute mich darin.
- Ich, Himmel, Sonne hingen wir
- Und flogen wir und gingen wir
- Herüber und dahin.
-
- Man muß nicht Wege suchen, sie
- Verführen und sie führen nie
- Zu dem entzückten Ort.
- Ich weiß, ich war -- und weiß jetzt kaum,
- Ob Kindheitswunsch, ob Fiebertraum --
- Einmal geladen dort.
-
-
-
-
-Der kranke Knabe
-
-
- Ich trag den Schmerz nicht,
- Weil ich nicht kann.
- Was willst du, Mutter?
- Sieh mich nicht an!
-
- Ich mag dich nicht, Mutter,
- Weil du nichts weißt,
- Nicht wegstreicheln kannst,
- Was den Kopf mir zerreißt.
-
- Nicht wegnehmen kannst
- Mit der großen Hand
- Von der Stirn das Feuer --
- Sie ist innen verbrannt!
-
- Wie arg es ist, Mutter!
- Sieh mir nicht zu
- Und hab mich nicht lieb --
- Nein, Mutter, gib Ruh!
-
-
-
-
-Der Gut-Wetter-Wind
-
-
- Der Gut-Wetter-Wind hat manches zu tun,
- Was er lieben müßte, wenn ers verstünde.
- Er jagt vielleicht nur, um dann zu ruhn,
- Aber dennoch hilft er so manchem Kinde.
-
- Farbige Schleifen hat er zu drehn
- Um Holzstäbe, welche die Kinder halten.
- Kein braver Wind sollte weiter wehn,
- Ohne gern dieses bunten Amtes zu walten.
-
- Papierdrachen aber müssen den Wind
- Überlisten, bekämpfen -- Triumph des Schwebens!
- Da freilich erleidet so manches Kind
- Die Niederlage himmlischen Strebens.
-
- Ob das auch kümmert jeden Wind?
- Er weht vielleicht nur, um Wellen zu machen,
- Um Wolken zu treiben, welche sind
- Sein Spiel, sein Sport, sein Triumph, seine Drachen.
-
-
-
-
-Schulstunde
-
-
- Wenn so an einem Wintermorgen
- Im Schulzimmer die Lampen brannten,
- Die Seele dämmerte geborgen,
- Das Lineal legte Sekanten
-
- Durch meines Zirkels gute Kreise,
- Und man bewies etwas an ihnen,
- Der Herr Professor schien sehr weise,
- Die Schüler machten brave Mienen:
-
- Dann war es so weltabgewandt,
- Das Paradies des Objektiven.
- Sogar der Lehrer saß gebannt,
- Vielleicht, daß auch die Bücher schliefen.
-
- Das war ein freies Nichtstun -- wie
- Ewig dem Katalog entronnen.
- Der Lampen milde Apathie
- Nährte der Faulheit süße Wonnen,
-
- Indes die Träume, die sonst gerne
- Schmerzhaft im Herzen suchen gingen,
- Jetzt schwach nur brausend, wie von ferne,
- Verschmolzen mit der Lampen Singen.
-
-
-
-
-Vanitas
-
-
- Geweint hat schon das Kind,
- Verlassen in der Leere
- Der Tage, die unfruchtbar sind.
- Bald trug ich diese Schwere!
-
- Nachts schrie ich nach dem Traum,
- In wacher Not verloren,
- Im wüstenweiten Raum.
- Und jede Stunde totgeboren!
-
- Ich biß ins Bett, die Finsternis
- Mit Fäusten schlagend,
- Tobender Neuling -- ich zerriß
- Mein Knabenhemd, nach Leben, Leben klagend.
-
- Wer hat uns Leben aufgedrungen,
- Es ewig zu begehren?
- Wenn nur nicht diese Dämmerungen,
- Die hoffnungslosen Morgenröten wären!
-
-
-
-
-Heilige Gruppe
-
-
- Der Gärtner, der den Graukopf zu den Beeten neigt --
- Wie sanft kann seine harte Hand betreuen --,
- Das Enkelkind, das blonde Locken neigt,
- Und knabenhaft bestrebt ist, Sand zu streuen.
-
- Beide versunken in ein schlichtes Dienen,
- Beide vor Eifer fromm und zag,
- Indes ein schöner Wochentag
- Verklärend spielt auf ihren Mienen.
-
- Seit jener Eine wuchs aus solchem Kreis,
- Kann jeder blonde Knabe Wunder sein.
- Bei hellem Tag zittert ein Heiligenschein
- Über dem Kind und seinem Gärtnerfleiß.
-
-
-
-
-Der schlafende Knabe
-
-
- Mein jüngerer Bruder, du schläfst,
- Du träumst.
- Leis halt ich deine Hand
- Und sinne deinen träumenden Wünschen nach.
-
- Du Ungeduldiger!
- Hast du noch nie ein Roß gedemütigt?
- Ergab sich nie in deinen Armen
- Zur Liebe eines Weibes Haß?
- Die weichen, schmeichelnden Teppiche der Ehre,
- Wo sind sie?
- Und die Vezire, die zu Sklaven werden?
-
- Ah, wo verbirgt sich jene Stunde,
- Die ganz besiegte,
- Da du nach keiner neuen mehr begehrst?
-
- Ich sehe deine Nüstern zucken
- Und eine ungebärdige Ader auf deiner Stirn.
- Die Hand in meiner Hand wird muskelhart.
-
- Du unerprobter Kämpfer!
- Sieger im Traum!
-
-
-
-
-Gebet
-
-
- Und wenn ich bete, Gott, erhörst du mich?
- Genügt es, daß ich wieder Beter werde?
- Erleichterst du mir dann den Druck der Erde,
- Der mir so selten von der Seele wich?
-
- Ich bin dein treues Kind von Anbeginn
- Und habe dich dereinst so gut verstanden.
- Wohl ging ich Wege, die dich nicht mehr fanden,
- Dir immer nach und wußte nicht, wohin.
-
- Auf tiefes Dienen war ich stets bedacht,
- Und lag nicht deine Huld auf meinem Dienen?
- Jetzt freilich zürnen, Meister, deine Mienen,
- Und über meinem Scheitel wächst die Nacht.
-
- Daß ich so schwach bin, hab ich nicht gewußt,
- Von aller Welten-Schwachheit so durchdrungen!
- Willst du die Demut, ist dirs bald gelungen,
- Schon atme ich mit halberstickter Brust.
-
- Soll ich bezeugen, Ewiger, deine Macht?
- Sollen auf freiem Markt die Wunden bluten?
- Gezüchtigt von der Schärfe deiner Ruten
- Und wehrlos als dein Opfer dargebracht?
-
- Ich hoffe noch, auch wenn es Hoffahrt ist,
- Daß du mir Gutes willst in deinen Plänen.
- Und halte fest an meinem Kindersehnen
- Und zehre noch an einer Gnadenfrist.
-
- O öffne, Furchtbarer, dein Stahlvisier!
- Nur einen Blick aus deutlichem Gesichte!
- Wenn du mich retten willst, Vorsitzer im Gerichte!
- Ich habe grenzenlose Angst vor dir!
-
-
-
-
-Vorfrühling
-
-
- Ein Himmel, der nicht weiß,
- Ob er strahlen mag.
- Erschauernd weht der Tag --
- Und leis
- Verwirrt er jeden Herzensschlag.
-
-
-
-
-Einsiedler
-
-
- Mir gehört der große Garten nicht,
- Der sich weit ins Land hineinverflicht.
- Mir gehört nur ein geborgnes Stück,
- Rasenfleck, begrenztes Himmelsglück.
-
- Wo herunter wie durch einen Schacht
- Sterne nach mir zielen manche Nacht,
- Und an schönem Tag ein wenig Blau
- Lächelt meiner unverwandten Schau.
-
- Doch durch diese Enge steigt und steigt
- Mein Gebet, ob auch die Höhe schweigt,
- Ob auch meinem Schrei, der niemals rastet,
- Nie sich eine Antwort niedertastet.
-
-
-
-
-Die Freude
-
-
- Mir ist die Lust kein leicht erspieltes Gut,
- Kein hitziger Zufall -- denn mein dummes Blut
- Muß erst die Freude lernen.
- Mühselig lern ich tun, wie Freude tut.
-
- Weit besser kann ich schon die Traurigkeit.
- Ein wahrer Könner müßt ich sein im Leid
- Und wie ein Meister spielend.
- Leid war bei mir in aller Lebenszeit.
-
- Doch wenn ein karges Frohsein mir gelingt,
- Bin ich so stolz wie wer das Große zwingt,
- Stolz wie ein Kind,
- Das immerfort drei falsche Töne singt.
-
-
-
-
-Die Nähe
-
-
- Ich wage nicht Heimat zu sagen
- Zu Tälern, in die meine Einsamkeit
- Sich schmiegte, in ein Lieblingskleid,
- Zu Bächen, so vertraut meinen hellsten Tagen.
- Und wenn ich im Wald zu horchen begann,
- Hielt ich immer beschämt den Atem an.
-
- Ich bin nicht gut genug für all diese Nähe,
- Die so lieblich ist und sich selbst so treu.
- Die Berge waren längst, ich aber bin neu,
- Sie haben ihren Ort, ich aber gehe
- Und suche, weiß nicht einmal wen?
- Wie sicher die Bäume in ihren Räumen stehn!
-
-
-
-
-Vor dem Einschlafen
-
-
-(nach schönen Tagen)
-
- Bin wie voll von einem guten Schlafe,
- Weil die Tage schön gewesen sind.
- Und ich könnte beten wie das brave
- Kind, das abends sich auf Gott besinnt.
-
- Eine milde Lampe wollt ich haben,
- Die hell bleiben dürfte diese Nacht.
- Wollte mich in einem Bette laben,
- Mir von milder Hand zurecht gemacht.
-
- Alles wohlgetan, und ich entkleide
- Mit den Kleidern mich von aller Welt,
- Die mich jetzt mit keinem ihrer Eide
- Länger drückt und angebunden hält.
-
-
-
-
-In der Nacht
-
-
- Ich tauche aus dem Schlaf hervor.
- Wohin sich alles nur verlor?
-
- Und über mir ein Traum zerrinnt.
- Ich taste, wo die Welt beginnt.
-
- Da plötzlich weiß ichs wie ein Leid:
- Daß ich zurückblieb in der Zeit.
-
-
-
-
-Die Stadt
-
-
- Ein böses Werk betreiben diese Tage
- Und treibens hastig, ohne nur zu ruhn.
- All mein um Menschen Werben, das ich wage,
- Es endet wie gehässiges Tun.
-
- Und alles Herz, das mir die Menschen reichten,
- War übervoll mit Gift betaut.
- Ich nenne dich die Hölle der Verseuchten,
- Stadt ohne Seele aufgebaut.
-
- Könnt ich entlaufen! Einen Acker haben,
- Den nichts als Himmel überhängt.
- Und dort nach meinem Herzen graben,
- Das sich so tief hinabgesenkt.
-
-
-
-
-Pferderennen
-
-
- Still zieht mein Blick mit diesem Rudel Reiter
- In grüner Ferne: das geschlossen dicht,
- Wie spielend hinläuft, dort im Bogen weiter,
- Dann näher kreist, nun in die Nähe bricht.
-
- Da kommen sie, über den Mähnen liegend,
- Sich, Mann und Tier, hinwerfend durch die Zeit,
- Noch alle wollend, und noch keiner siegend --
- Und plötzlich weiß mein Herz die Schnelligkeit.
-
- Und jetzt: ein braunes mit befreitem Sprunge
- Durchdringt das Rudel -- ungehemmt davon!
- Es hat den Sieg im übersichern Schwunge
- Und trägt ihn weit vor allen schon.
-
- Das Rudel ist entwirrt -- ein Zweiter,
- Ein Dritter reißt sich vom verstrickten Feld.
- Im Fluge horcht zurück der erste Reiter,
- Der schon sein Tier mit leichten Händen hält.
-
-
-
-
-Szene
-
-
-(Sonntagabend in der Großstadt)
-
- Ein mächtiger Greis in glänzendem Zylinder
- Trat plötzlich vor die Leute, Weiber, Kinder.
- Betrunken baumelt er mit einem Stock,
- Dran hängt Marie in blütenweißem Rock,
- Die schlanke Himmelskönigin aus Flußpapier,
- Die Wänglein süß wie Milch und Blut auch hier.
- Die Leute lachen sehr: »Er kommt aus Mariazell,
- Dort weht es heilig und die Luft ist hell.
- Am Weg zum Altar stehn viel Schenken offen,
- Da hat der gute Alte sich besoffen.«
- Der Alte lächelt heimlich und verschwiegen,
- Hat er doch Berg und Täler überstiegen.
- Und immer neue dumme Neider kamen
- Und höhnten laut -- er aber sagte: Amen.
-
-
-
-
-Einsam
-
-
- Wenn der Tag zuende gebrannt ist,
- Ist es schwer nachhause zu gehn,
- Wo viermal die starre Wand ist
- Und die leeren Stühle stehn.
-
- Besser ists, mit den Verirrten
- Laut vereint zum Weine finden.
- Elend läßt sich mit Gift bewirten,
- Und ein Blinder führt einen Blinden.
-
- Freundin, Verlorne, ich könnte dich bitten,
- Aber du wirst mich um Geld erhören.
- Und wir eilen mit ungleichen Schritten,
- Um uns tiefer noch zu zerstören.
-
- Wer hat den Mut, ohne Rausch, ohne Blende
- Durch die leeren Pausen zu gehn
- Und einsam der Tageswende
- In die erlöschenden Augen zu sehn!
-
-
-
-
-Begegnung
-
-
- Als nachts um eins ein leiser Regen fiel,
- Da traf ich in der Straße eine Kranke
- Hintaumelnd, eine irre Dulderin,
- Die, tastend nach dem letzten Ziel,
- Wie ein verlöschender Gedanke
- Schon in den Tod zu starren schien.
-
- Und wie gerufen trat ich ihr ganz nah,
- So daß ich jetzt ihr leeres Auge sah.
-
- Da mußt ich sie mit einem Worte grüßen
- Und sah sie schwanken auf den lahmen Füßen
- Und sah sie lächeln schwer und kalt.
- »Der Regen«, lallte sie, »wird sich beeilen,
- Ich aber habe noch zwei böse Meilen.«
- Wir nahmen Abschied ohne Aufenthalt.
-
-
-
-
-Bauernpferde
-
-
- Ich sehe oft die Bauernpferde,
- Die nachts durch die Straßen zum Markte gehn.
-
- Wenn sie angelangt sind und wartend stehn
- Wie roh geformte Klumpen Erde,
- Da ruht das Dunkel so schwer auf ihnen.
- Aber wenn sie noch gehn und wandern,
- Ihre Wagen führen, eins nach dem andern,
- Sind sie so stark in ihrem Dienen.
-
- Wie manches allein geht, sorglos, fest,
- Bedächtig ziehend an den Strängen,
- Und seinen Kutscher schlafen läßt,
- Während die Zügel unnütz hängen;
- Und treulich ausmißt jeden Meter
- Seines Wegs und auf der Hut ist,
- Wie ein breiter Mann, der rauh und gut ist,
- Und Xaver heißt oder Franz oder Peter.
-
-
-
-
-Die Schlafende
-
-
- Wenn ich ins Zimmer der Schwester gehe,
- Oft, in mancher ruhigen Nacht,
- Horchend an ihrem Bette stehe,
- Leise, damit sie nicht erwacht,
-
- Mich beuge über das Gottvertrauen
- Ihres beschatteten Gesichts:
- Dann fühle ich mit schwerem Grauen
- Im Dunkel warten den Tod, das Nichts.
-
- Ihres Ruhens liebe Gelassenheit
- Gleicht dem noch kindlichen Spiel ihrer Seele,
- Aber ich weiß, daß die Verlassenheit
- Sie bald bedrohen wird an der Kehle.
-
- Mich beugend über ihr Weltvertrauen,
- Lauschend sanftem Atemzug,
- Fühl ich mit immer tieferem Grauen:
- Wie wird sie verwinden den großen Betrug,
-
- Die schweren, die leeren, die zehrenden Stunden,
- Ohnmacht, Ekel, Sinnlosigkeit
- Und Verrat -- die heillosen Wunden,
- Geschlagen vom schweren Schwert der Zeit.
-
- Und daß sie Weib ist, ihrer Schwachheit
- Lebensbürde und Liebesnot?
- Wie ist ihr Schlummer von aller Wachheit
- Unrettbaren Gefahren bedroht!
-
- Da bin ich versucht, sie aufzuschrecken,
- Brutal, ob sie auch hart erwacht,
- Ich möchte selbst sie grausam wecken
- Und mit ihr wachen den Rest der Nacht.
-
-
-
-
-Der Selbstmord
-
-
- Das Gäßchen bog sich jäh und endete.
- Ein Widerschein, der plötzlich blendete:
- Das Meer an meine Schritte grenzte,
- Das hier getrübte, dort beglänzte.
- Wie ein ganz tiefer Atemzug
- Hob es sich hin und kannte kein Genug --
- Muß einen Schritt nur weitergehn:
- Da nimmt es mich so, wie ich bin,
- Öffnet sich still und nimmt mich hin,
- Zieht mich hinein in die Gezeiten,
- Mischt mich erledigend in sein Vergleiten,
- Wie eine mütterlichste Mutter, die ihr Kind
- Zurück ins Nichts, ins All gewinnt.
-
-
-
-
-Ein Kuß
-
-
- Eine Hure, die zur Nacht ich fand,
- Beugte sich herab zu meiner Hand,
- Als ich durch die leere Straße ging,
- Eine Hure, die sich an mich hing,
- Nahm die Hand, die ihr nicht geben wollte
- Und sie wegstieß und ihr grollte,
- Beugte plötzlich sich, das arme Tier,
- Hat geküßt die Hand im Handschuh mir.
- Nicht um zu besänftigen meinen Willen,
- Nein, die sonderbarste Gier zu stillen.
- Nicht mehr bettelnd, schon hinweggewandt,
- Schon entlaufend meiner fremden Hand.
-
- Und da fühlte ichs wie einen Stich
- In der tiefen Brust -- das war nicht ich,
- Den sie küßte, irrend und verwaist,
- Nicht das Ich, das einen Namen heißt,
- Sondern sie, die Namenlose, mich,
- Einen Namenlosen, der jetzt glich
- Allen Männern, die sie quälten,
- Arme Seele küßte den Beseelten,
- Küßte ungelohnt und ungestillt --
- Menschenkind küßt Gottes Ebenbild.
-
- O, nie war ein Kuß wie dieser Kuß,
- Den ich allen weitergeben muß.
-
-
-
-
-Der Morgen
-
-
- Ich hing am Kreuz der Nacht und stöhnte schwer,
- Mein Herz war matt und hoffnungsleer
- Und Stirn und Gaumen ausgebrannt.
-
- Da legt der Morgen seine Hand
- Kühl, blaß und scheu
- Mir über die versengte Stirn,
- Und wie das Dunkel schwindet vom Gehirn,
- Atme ich neu --
-
- Und trinke weißes Licht und weiße Gnade
- Und sinke losgelöst und sanft befreit
- Auf das sich klärende Gestade,
- Zu neuem Tage neu bereit.
-
-
-
-
-Der Heller
-
-
- Geld ist Staub in meiner Hand,
- Den ich unbedacht vergeude.
- Aber groß war meine Freude,
- Als ich einen Heller fand.
-
- Hatte alles ausgegeben,
- Hunger mir am Marke fraß,
- Und ich sah entnervt in das
- Mitleidlose Großstadtleben.
-
- Alle Taschen gut verschlossen,
- Alle Seelen zugeknöpft.
- Ich begriff, daß man geköpft
- Werden kann um einen Groschen.
-
- Ich begriff, daß sich ein toller
- Kerl an wem vergreifen kann.
- Dieser Ohnmacht Wut und Bann --
- Nichts auf Erden grauenvoller!
-
- O, wie muß der Arme hassen!
- Fenster, die den geilen Duft
- Dich Lebendigen in der Gruft
- Wie zum Hohne ahnen lassen.
-
- Lächelnde, kokette Frauen
- Zeigen an dem Straßenkleid
- Alle üppige Kostbarkeit,
- Während dir die Sinne flauen.
-
- Unbekümmert rollen Wagen,
- Ohne dich zu kennen, hin,
- Die zum Schmaus, zur Buhlerin
- Oder ins Theater tragen.
-
- Ich blieb stehn und ich lief schneller,
- Starrte an und blickte weg.
- Plötzlich lag vor mir im Dreck
- Ein verlorner alter Heller.
-
- Und mir wars, als ich mich bückte,
- Wie ein Gruß des neuen Tags.
- Und mein Herz ging bessern Schlags,
- Als ich in der Hand ihn drückte.
-
- Diesen Heller, der mir lachte,
- Wertlos zwar, und doch ganz mein,
- Ein Geschenk, das mir der Stein
- Wie in lieber Absicht brachte.
-
- Wie um mir die Nichtigkeit
- Und des Zufalls Wurf zu zeigen.
- Mensch, sei frech, mach dir zu eigen!
- Dieser Griff hat mich befreit.
-
-
-
-
-Die Heimkehrende
-
-
- Alida, sagt ich ihr, ich habe dich
- Sogleich erkannt -- wo hast du nur gezaudert
- Die viele Zeit? -- Nun aber labe dich,
- Hier Wein! Kühl deinen Mund, bevor er plaudert.
-
- Wo irren deine Augen? Nimm das Haar
- Fort aus der Stirn! -- Nein, keine Frage!
- Verjage endlich diese Schar
- Mir fremder Tage!
-
- Erwache mir! -- Sei da!
- Die ruhelosen Hände,
- Vielleicht vergäßen sie, was ohne mich geschah,
- Wenn erst mein Frieden zu dir fände.
-
-
-
-
-Verfinsterung
-
-
- Und während dieser Nordwind blies
- Und unsre Stadt zum Norden machte,
- Die letzte Sonne uns verließ
- Und jeder Wunsch zu sterben dachte,
-
- Und viel zu früh die Nacht begann,
- Sehr anders als die andern Nächte,
- Wie eine Nacht, die dauern kann,
- Solange wer zu warten dächte,
-
- Da stand ich auf dem alten Platz
- Und sah die alte Kirche dauern
- Und geizig Zeit wie einen Schatz
- Anhäufen hinter ihren Mauern,
-
- Und sah in dieser alten Stadt
- Die Leute, die mir Greise schienen,
- (Wie jedes Antlitz Falten hat,
- Erstarrtes Nein in seinen Mienen,)
-
- Und fühlte mich hier stehn und stehn
- Und wurzeln wie der Dom, der graue,
- Und konnte gar nicht mehr verstehn,
- Daß wer noch neue Häuser baue.
-
- Ob nicht die junge Frau, auf die
- Ich warten wollte, wann nur? Heute?
- Selbst alt geworden war und nie
- Ein Weib mehr einen Mann erfreute!
-
- Wie ist das sinnlos, hier zu stehn,
- Als ob die Zeit ein Ende nähme,
- Und zu erwarten irgendwen,
- Zu glauben, daß er wirklich käme.
-
-
-
-
-Spaziergang in der Nacht
-
-
- Kühle, klare Nacht!
- Welch ein kühnes Schreiten
- Ist in mir erwacht --
- Führt aus engen Zeiten
- Hoch mich in die weiten
- Aufgeschlossnen Räume dieser Nacht.
-
- Daß ich heimlos bin,
- Was ich sonst beklage,
- Was ich her und hin
- Durch die niedern Tage
- Keuchend, schleppend trage --
- Heute fühl ich es mit neuem Sinn.
-
- Wie der Schritt erfreut,
- Wie ein Landweg! Wiesen
- Sind die Plätze heut,
- Und man geht in diesen
- Straßen wie auf Kiesen,
- Wie in Gärten, die der Mond betreut.
-
- Löst sich nicht auch hier
- Manche reine Quelle?
- Offen liegt vor mir
- All die fremde Schwelle.
- Ist nicht ringsum helle
- Heimat und befreundetes Revier!
-
-
-
-
-Die Unerbittlichkeit
-
-
- Als ich die Unerbittlichkeit verstand,
- Ward mir das Blut wie Blei, wie aus Ton mein Fuß
- Und ohne Muskel lahmte meine Hand,
- Schweiß auf der Stirn, des Todes kalter Gruß.
-
- Und das Herz selbst tat so erbärmlich weh
- Vor lauter Gottverlassenheit.
- Da sagte ich zu mir: »Mensch! Jetzt gesteh!
- Jetzt wärest du zu jedem Schluß bereit.«
-
- Jetzt, wo ich sanft in meinem Elend bin,
- Weil aller Trotz wie Hauch in Lüften schwand,
- Jetzt werft mich zu den Pestverseuchten hin
- Und laßt allein verwelken diese Hand.
-
-
-
-
-Einem edlen Jüngling
-
-
- Du wirst wie wir alle am Zügel
- Gängig werden,
- Im Zotteltrab, ohne Flügel,
- Gehn mit den Herden.
-
- Du wirst mit dir verkehren
- Karg und gewöhnlich,
- Und ohne prinzliche Ehren,
- Weltversöhnlich.
-
- Du wirst deine Tage tragen
- Ganz wie wir alle,
- Mit Arbeit, mit Behagen,
- Mit Herz und Galle.
-
- Du wirst dich ärgern lernen
- Und dich bescheiden,
- Unter geduldigen Sternen
- Menschlicher leiden.
-
-
-
-
-Liebe
-
-
- Dunkle Erdenwege, die der lichten,
- Leichten Gefühle Schatten sind!
- Liebe als Licht aus der Sonne rinnt
- Und verfängt sich an kalten, dichten
-
- Menschenleibern und Menschenseelen,
- Und umwirbt sie, verklärt sie, vergöttert sie,
- Und verdirbt sie, zerstört sie, zerschmettert sie --
- Menschen, die sich küssen, sich quälen.
-
-
-
-
-Die Spielende
-
-
- Spiele nur, spiele nur weiter, ich will dich nicht stören,
- Ich halte den Atem an und schau dir zu,
- Spiele nur, Sorglose du,
- Ich will mich nicht empören,
- Wenn plötzlich mein Leben in deiner Hand
- Ein wenig zu sterben beginnt -- ich halte Stand,
- Ich Spielzeug --
-
- Weiß ich auch mit meinem kalten, ohnmächtigen Wissen,
- Daß dich das Spiel kaum freut, ja langweilt sogar,
- Und fühl ich auch, wie so tief! Angst und Gefahr:
- Es werde dir nicht entrissen,
- Was du mit leichter Sicherheit dir gewonnen hast, Kind,
- Wie grausam auch deine Finger sind,
- Spiele --
-
- Denn du lächelst, Sorglose, aus dir lächelt ein Schimmer
- Des lieben, so unwirklichen, blinden
- Lebens, das ich nicht finden,
- Nicht sein, nicht haben kann -- was auch immer
- Jetzt in mir stirbt und sei es noch so reich,
- Ich halte den Atem an und fühle bleich,
- Daß du schön bist --
-
-
-
-
-Ein Brief
-
-
- Geliebter, deine Kühle
- Weht aus der Ferne her.
- Geliebter, und ich fühle,
- Du liebst nicht mehr.
-
- Geliebter, und die Züge
- Deines Angesichts
- Zerfließen, eine Lüge,
- In ein Nichts.
-
- Und ob ich mich auch quäle,
- Ich weiß deinen Mund nicht mehr.
- Geliebter, meine Seele
- Wird wieder leer.
-
-
-
-
-Abschied
-
-
- Abschied ist Tod. Das weiß ein jedes Kind
- Und läßt die Mutter aus dem Haus nicht fort.
- Jemand reist ab. Mein Herz fühlt Meuchelmord.
- So viele weiche Wärme mir entrinnt,
-
- Daß ich wie ein Verblutender verbleiche.
- Mir ist sehr kalt, ich friere tief -- adieu!
- Und alles Bleibende tut grausam weh,
- Wie aufgerissene, verletzte Herzensweiche.
-
- Soll ich nachhause gehen, die Papiere
- Am Schreibtisch ordnen, einen Stundenplan
- Entwerfen, weitertun, mein Ziel bejahn?
- Und überwinden, daß ich dich verliere?
-
-
-
-
-Auch du
-
-
- Auch du bist schon geprüft, auch dir ist eingegraben
- Die Rune Welt, die wirre Hieroglyphe.
- Du hast gelitten bis zur Tiefe,
- Gekostet von den Honigwaben.
-
- Du hast besessen und du warst zu eigen,
- Geküßt hast du das Band, dich freigequält.
- Du kennst die Schuld, die aus der Rinde schält,
- Das süß und bittre Wort, die Kunst zu schweigen.
-
- Das alles war, wie mir, auch dir beschieden.
- Jetzt aber sind wir beide neu gewandet,
- Gestrandet und an seliger Bucht gelandet --
- Und es ist wieder schön hienieden!
-
-
-
-
-Schnee
-
-
- Schnee war gestern plötzlich da -- auf allen
- Trüben Straßen, hell wie Unschuld, weiß,
- Weich und wärmend, aus der Luft gefallen.
- Und wir gingen -- enger ward der Kreis,
-
- Der uns heimlich aneinanderhält --
- Mit gedämpftem Schritt, gedämpfter Seele,
- Unverhofftes Lachen in der Kehle,
- Durch des Schneefalls kindlich neue Welt.
-
- Wir, die jetzt so ernste Frage quält,
- Wurden schmiegsam, atemleicht, gelinder,
- Lachten furchtlos, schneefroh, beinah Kinder --
- O wie hat die kleine Freude uns gefehlt!
-
-
-
-
-Bitte an die Geliebte
-
-
- Laß uns wissend sein! Wir haben gelernt,
- Was Menschen nähert, was entfernt.
- Wir sind gealtert am Lächeln-Müssen,
- Gestorben an erzwungenen Küssen.
-
- Wieder auferstanden an befreiten
- Heißen Unwillkürlichkeiten.
- Gesundet an einem Atemzug,
- Der ungehemmt hinübertrug.
-
- Laß uns Horcher sein auf das Sich-Regen
- Im dunklen Du! Nur nicht entgegen
- Dem Eigensinn der Einsamkeiten!
- Nur mit dem Kind in uns nicht streiten!
-
-
-
-
-Ihr Freunde
-
-
- Ihr Freunde, große Liebe
- War euch von mir geweiht.
- Ich ward zum Diebe
- An eurer Freundlichkeit.
-
- Mein Herz in Händen bringend,
- Ein maßloses Geschenk,
- So kam ich Freundschaft zwingend.
- Was wart ihr eng!
-
- Euch wie die Mörder hassen
- Lehrtet ihr mich zum Dank,
- Vergiftet und verlassen,
- Nach Sanftmut krank.
-
- Mit allem meinem Gute
- Warft ihr dem Weib mich zu.
- An der ich blüh und blute,
- Sei gnädig du!
-
-
-
-
-Unschuld
-
-
- O die Unschuld des Genusses,
- Wenn ich dich genieße,
- Nimmermüde deines Kusses
- Und der Atemsüße.
-
- Jede Nacht bringt neue Spiele,
- Spielglück ohne Ende.
- Unsre Lippen wissen viele
- Und die guten Hände.
-
- Immer zarter, immer schöner,
- Seit uns Lust verschönte.
- Ich dein glücklicher Verwöhner,
- Glücklich die Verwöhnte.
-
-
-
-
-Die Insel
-
-
- Sprich nicht von dieser Insel, wo wir uns trafen
- In unsern Nächten.
- Das Blut rauscht rings um sie.
- Und keine Zeit geschah, Uranfang, Ende.
- Was wir sonst sind, vergessen und verscheucht.
- Nur diese Spiele, grausam wie Dämonen,
- Marter nach einem Glück, das anders
- Beseligt als das Brot, der Trunk,
- Die sonst die Lippen sättigen.
- Nein, ungesättigt
- Tobten wir,
- Bis schwer die Wimpern und die Lider schwer,
- Das Haupt ermattet, sinkend, abgebrochne Blüte,
- Der Tod kalt an die Stirnen tastend,
- Das Innre ausgehöhlt, ein leeres Haus
- Mit ausgehobnen Fenstern, ohne Dach.
- Oh, das Korallenrot der Lippen
- War mit rötrem Rot betaut
- Von unsrer Zähne Mordgier.
- Heilandsmale
- Auf diesen kühlen Händen, die gefiebert
- Im Suchen nach Entspannung, die nicht kam.
- Nein, Ekel kam, der Würger,
- Vom goldenen Tor der Lust uns scheuchend,
- Daß wir wie Schatten flohn.
- In unsern Adern
- Ebbte die Lust zurück, zum dunklen Schacht.
- Und nur ein Duft von ihr
- Blieb dem Verschmachten.
- Wie Irre hatten wir am harten Schloß gerüttelt,
- Die Gnade aufzusprengen.
- Aber nun, mit entnervten Knien,
- Müd wie Gerichtete,
- Schlichen wir einen bangen Weg zurück.
-
- Und doch, du Köstliche, war nichts als Zärtlichkeit
- In meinem grausam Sein.
- Doch kniete ich huldigend
- Den Marterberg empor,
- Um nur den heißen süßen Hauch
- Zu pflücken, wenn die Lippe dir erblaßt.
- Um dir im Weh
- Die bebende Melodik zu entlocken.
- Um deinem Unbewußtsein nah zu sein,
- Als könnt ich fast bis an den Tod gelangen,
- Wo wir ganz nah sind.
- Und doch war mir, du Köstliche,
- Daß wir die Lust, Verschmachtende, verschmähten,
- Ein bessres noch als Glück, ein tieferes
- An-Wurzeln-Zerren, sie zu lockern, du!
- Mir sind sie heilig
- Diese Feste
- Der Qual --
- Wenn wir auch fürchterlich erwachen.
- Sprich nie von dieser Insel,
- Die nur wir,
- Nur wenn wir Dämon sind, in uns betreten,
- Das Blut rauscht rings um sie.
- Was wir dort leben,
- Hat keinerlei Bezug mit andrem Leben,
- Nicht einmal unser Denken rühre dran
- Und kein Erinnern.
- Kein Name,
- Der sonst gebraucht wird,
- Wage sie zu nennen,
- Kein kleines und kein großes Wort.
- Nur Reue
- Ist tief genug, hinabzutauchen,
- Nur Angst so mächtig, um sie zu entdecken.
- Sie, die verschollen ist,
- Die dunkel-schöne,
- Vom Blut geborgene.
- Bis wieder wir,
- Ganz unvermutet
- Vom Dämon hingetragen,
- An ihr Ufer stranden.
- Du, Köstliche,
- Erst dann schön wie ein Gift,
- Und ich, der Trinker,
- Giftbereit.
-
-
-
-
-Für die Nacht
-
-
- Gebet für dich: daß deine Wange
- Sich möge weich ins Kissen schmiegen,
- Und durch die bange Nacht, die lange,
- Dein Atem sanft dich wiegen, wiegen.
-
- Es halte dich dein warmes Leben
- In seine milde Kraft verschlossen.
- Erwachst du, seis, als ob du eben
- Im Traum das Seligste genossen.
-
- Und wieder wirst du dann die Wange
- Dort, wo sie lag, ins Kissen schmiegen.
- Und wieder mag dein Atem lange
- Dich flüsternd wiegen, wiegen, wiegen.
-
-
-
-
-Der Berg
-
-
- Wir gingen, meine zarte Frau und ich,
- Den sichern Weg der großen Serpentine,
- Die frech an dem gewaltigen Berg sich hochschwingt,
- Mit seiner fürchterlichen Schichtung spielend.
-
- Vorbei an greisen Felsenköpfen,
- Gepreßten Klötzen, bösen Zacken
- Und grimmigen Kronen.
-
- Wo Wasser, Stein-Blut, aussickert,
- Eisiges Blut.
- Wo jeder Samen lautlos seufzend umkommt.
-
- Wo hoch über allen Sommern
- Schnee sich anhäuft,
- Zu hell für Augen, die ans Tal gewöhnt sind
- Und an die vielen Farben alle.
- Schneeflug auf Schneeflug, Schneekorn dicht an Schneekorn.
-
- Wo ein Schweigen tönt,
- All unsere Musik, die hurtig plaudernde,
- Mit frierender Monotonie belächelnd --
- Als wäre ein Jahrtausend hier ein Takt.
-
- Und wir auf unsrer sichern Serpentine,
- »Spürst du es,« sagte ich,
- »Wie nahe wir jetzt einem _Großen_ sind!«
- Die Frau lächelte
- Zum Berge hin.
-
- Da nahm der Berg mit einem wüsten Griff
- Mir meine zarte Frau,
- Riß sie mir weg und schwang sie, schwang sie,
- Hoch, höher, hoch beim höchsten Schnee --
- Und wollte sie fallen lassen,
- Sie über Steine tanzen lassen, stürzen lassen
- Rasenden Wurfs in eine Todesschlucht kopfunter.
-
- Ganz leise schrie sie: »Ach!«,
- Ganz ohne Kraft.
-
- Und ich, wahnsinnig,
- Umschlang sie jetzt mit beiden Armen,
- Allen Wunsch
- In meine beiden Arme pressend.
-
- Und küßte der Ohnmächtigen, der Geretteten,
- Den Tropfen Blut weg, der an ihrer Nüster stand.
-
-
-
-
-Gloria
-
-
- O süßes Leben, du bist mein!
- In deinem reinsten Licht zu sein,
- Ihr Blut die Helden gaben,
- Die sich geopfert haben.
-
- Es starb für dich der treue Christ,
- Dir jedes Lied erklungen ist.
- Soll ich nicht hoffen, glauben?
- Kein Schicksal wird mirs rauben.
-
- Wohl war ich in der Mutter Lust,
- Um ihren Schmerz hab ich gewußt.
- Vom Lieben und vom Leiden
- Mag ich mich nimmer scheiden.
-
- Gegeben in die ewige Huld,
- Gebunden durch die ewige Schuld,
- Den ewigen Tod zu Füßen:
- Will ich mein Leben grüßen.
-
-
-
-
-
-
-Inhaltsverzeichnis
-
-
-Widmung 5
-Der Ort 6
-Der kranke Knabe 8
-Der Gut-Wetter-Wind 9
-Schulstunde 10
-Vanitas 11
-Heilige Gruppe 12
-Der schlafende Knabe 13
-Gebet 14
-Vorfrühling 16
-Einsiedler 17
-Die Freude 18
-Die Nähe 19
-Vor dem Einschlafen 20
-In der Nacht 21
-Die Stadt 22
-Pferderennen 23
-Szene 24
-Einsam 25
-Begegnung 26
-Bauernpferde 27
-Die Schlafende 28
-Der Selbstmord 30
-Ein Kuß 31
-Der Morgen 32
-Der Heller 33
-Die Heimkehrende 35
-Verfinsterung 36
-Spaziergang in der Nacht 38
-Die Unerbittlichkeit 39
-Einem edlen Jüngling 40
-Liebe 41
-Die Spielende 42
-Ein Brief 43
-Abschied 44
-Auch du 45
-Schnee 46
-Bitte an die Geliebte 47
-Ihr Freunde 48
-Unschuld 49
-Die Insel 50
-Für die Nacht 53
-Der Berg 54
-Gloria 56
-
-
-
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-(FRÜHER ERNST ROWOHLT VERLAG)
-
-
-WALTER HASENCLEVER
-
-DER JÜNGLING
-
-Geheftet Mark 2.50 Gebunden Mark 3.50
-
-_Richard Dehmel:_ Nehmen Sie meinen besten Glückwunsch zu Ihrem Buch. Was
-mich vor allem fesselte, ist die Lebenskunst, die aus Ihrer Dichtkunst
-spricht. Gerade heute entstehen wenig Bücher, die in hohem Sinne
-epikureisch sind. Ich glaube, Ihr »Jüngling« kann auch reifen Männern eine
-lächelnde Anleitung geben, das Schicksal als eine Angelegenheit geistigen
-Genusses aufzufassen; ich wünsche Ihnen solche männliche Leser!
-
-_Deutsche Montagszeitung:_ Eine neue Gesellschaftsdichtung im Sinne
-Beethoven-Schillers und der IX. Symphonie.
-
-
-FRANZ WERFEL
-
-WIR SIND
-
-NEUE GEDICHTE
-
-Vorzugsausgabe: 15 numerierte vom Autor signierte Expl. auf schwerem
-Japanbütten in Ganzlederbd. M 35.--
-
-Geheftet Mark 3.-- Gebunden Mark 4.50
-
-Ein neues Buch von Franz Werfel, dem jungen, rasch berühmt gewordenen
-Lyriker. Was in Werfels ersten Versen bereits gestaltet war: die Fülle der
-Erscheinungen im Geiste des zeitgenössischen Poeten, wird hier gesteigert
-zu ungeheuerster Weltbeseelung. Aber nicht mehr im Irdischen will seine
-Dichtung beharren, sie versucht dem Göttlichen im Gefühl aller Menschheit
-näher zu kommen. So wird sein Singen prophetisch wie die Psalmen des Alten
-Testaments; sein Werk hat die Stärke und Verkündigung eines neuen Ethos.
-
-URTEILE ÜBER FRANZ WERFEL:
-
-_Wilhelm Herzog_ im »Berliner Tageblatt«: ». . . ein ganz junger, ganz
-großer Dichter. Wenn irgendwo, so ist hier die neue Kunst.«
-
-_Frankfurter Zeitung:_ ». . . ein ganz großer Dichter, mit allem Ernste sei
-das gesagt.«
-
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Die Spur, by Berthold Viertel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE SPUR ***
-
-***** This file should be named 40304-8.txt or 40304-8.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/4/0/3/0/40304/
-
-Produced by Jens Sadowski
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions
-will be renamed.
-
-Creating the works from public domain print editions means that no
-one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
-(and you!) can copy and distribute it in the United States without
-permission and without paying copyright royalties. Special rules,
-set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
-copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
-protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
-Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
-charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
-do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
-rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
-such as creation of derivative works, reports, performances and
-research. They may be modified and printed and given away--you may do
-practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
-subject to the trademark license, especially commercial
-redistribution.
-
-
-
-*** START: FULL LICENSE ***
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
-Gutenberg-tm License available with this file or online at
- www.gutenberg.org/license.
-
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
-electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
-all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
-If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
-Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
-terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
-entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
-and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
-works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
-Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
-collection are in the public domain in the United States. If an
-individual work is in the public domain in the United States and you are
-located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
-copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
-works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
-are removed. Of course, we hope that you will support the Project
-Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
-freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
-this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
-the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
-keeping this work in the same format with its attached full Project
-Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
-a constant state of change. If you are outside the United States, check
-the laws of your country in addition to the terms of this agreement
-before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
-creating derivative works based on this work or any other Project
-Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
-the copyright status of any work in any country outside the United
-States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
-access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
-whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
-phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
-Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
-copied or distributed:
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
-from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
-posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
-and distributed to anyone in the United States without paying any fees
-or charges. If you are redistributing or providing access to a work
-with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
-work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
-through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
-Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
-1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
-terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
-to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
-permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
-word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
-distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
-"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
-posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
-you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
-copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
-request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
-form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
-License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
-that
-
-- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
- owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
- has agreed to donate royalties under this paragraph to the
- Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
- must be paid within 60 days following each date on which you
- prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
- returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
- sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
- address specified in Section 4, "Information about donations to
- the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
-
-- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or
- destroy all copies of the works possessed in a physical medium
- and discontinue all use of and all access to other copies of
- Project Gutenberg-tm works.
-
-- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
- money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days
- of receipt of the work.
-
-- You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
-electronic work or group of works on different terms than are set
-forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
-both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
-Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
-Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
-collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
-works, and the medium on which they may be stored, may contain
-"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
-corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
-property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
-computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
-your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium with
-your written explanation. The person or entity that provided you with
-the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
-refund. If you received the work electronically, the person or entity
-providing it to you may choose to give you a second opportunity to
-receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
-is also defective, you may demand a refund in writing without further
-opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER
-WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
-WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
-If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
-law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
-interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
-the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
-provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
-with this agreement, and any volunteers associated with the production,
-promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
-harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
-that arise directly or indirectly from any of the following which you do
-or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
-work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
-Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
-
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation information page at www.gutenberg.org
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at 809
-North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email
-contact links and up to date contact information can be found at the
-Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact
-
-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To
-SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
-particular state visit www.gutenberg.org/donate
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations.
-To donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
-
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
-works.
-
-Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
-concept of a library of electronic works that could be freely shared
-with anyone. For forty years, he produced and distributed Project
-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
-unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
-keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
-
- www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.