summaryrefslogtreecommitdiff
path: root/40165-8.txt
diff options
context:
space:
mode:
Diffstat (limited to '40165-8.txt')
-rw-r--r--40165-8.txt1067
1 files changed, 0 insertions, 1067 deletions
diff --git a/40165-8.txt b/40165-8.txt
deleted file mode 100644
index 7429687..0000000
--- a/40165-8.txt
+++ /dev/null
@@ -1,1067 +0,0 @@
-The Project Gutenberg EBook of Die Versuchung, by Franz Werfel
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-
-Title: Die Versuchung
- Ein Gespräch des Dichters mit dem Erzengel und Luzifer
-
-Author: Franz Werfel
-
-Release Date: July 8, 2012 [EBook #40165]
-
-Language: German
-
-Character set encoding: ISO-8859-1
-
-*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE VERSUCHUNG ***
-
-
-
-
-Produced by Jens Sadowski
-
-
-
-
-
-
-
-
-FRANZ WERFEL
-
-
-
-
-DIE VERSUCHUNG
-
-
-EIN GESPRÄCH DES DICHTERS
-MIT DEM
-ERZENGEL UND LUZIFER
-
-*
-
-
-
-KURT WOLFF VERLAG · LEIPZIG
-
-
-BÜCHEREI »DER JÜNGSTE TAG« · BAND 1
-GEDRUCKT BEI POESCHEL & TREPTE · LEIPZIG
-
-
-DEM ANDENKEN
-GUISEPPE VERDIS
-
-*
-
-
-
-
-
-
-Wüste
-
-Der Dichter:
-
-Sie haben vor den Pyramiden Aida aufgeführt. Ich jauchzte, als ich die
-superbe Auffahrt vor den berühmten Jahrtausenden sah.
-
-Und diese Beleuchtungen, diese Fanfaren, diese Musik, die all die
-liebgewonnenen Theaterschicksale in luxuriös unsterbliche Melodien setzt.
-Ich war diesen Nachmittag so glücklich. Nichts als ein Kultus, ein ewiger
-Kniefall für dich, Miß Olivia. Warum hast du mir das getan? Wo ich doch
-jenes glückliche Lachen hatte, das in mir Tribünen und Automobile,
-Fellachen und Ladies, Sphynxe und Statistenbäuche, Kamele und Wiener
-Kaffees tanzen ließ.
-
-Warum mußtest du sagen, daß ich jenem braunen, o-beinigen Baritonisten
-ähnlich sehe! Weißt du denn nicht, wie eitel ich bin? Mußt du mich täglich
-zerschmettern? Das erstemal, als wir uns in Luzern auf der Reunion im Hotel
-National sahen und ich dich bebend, wie kein Kaiser vor einem
-Staatsstreich, zum Twostep aufforderte . . . schweige, Mensch! Unsäglicher
-Schlemihl. Alles um dich siegt.
-
-Nur du bist dumpf und zitterst vor jedem bißchen Leben, das du großartig
-das äußere nennst, und das dich, wenn du sicher bist, so seltsam
-gleichgültig läßt. Jeder Kellner unterjocht dich, jede Dirne blamiert dich.
-
-Apropos, peinige nur dein Herz. In einem Münchener Weinlokal, hat nicht ein
-Herr aus Magdeburg, ein Statistiker des jährlichen Niederschlages, ein
-Wetterprophet, ein Kerl wie Weißbier, die süße Erika, die du wie ein
-Legendenwesen behandeltest, von deiner Seite gerissen?
-
-Womit? Gott, ich muß zu meiner Schande gestehen, ich war die bessere
-Wurzen. --Womit? Mit welchem Heroentum? Er bestellte bei der Musik das Lied
-»Zeppelin kommt nach Berlin«, schlug mit den Fäusten den Takt, sprühte
-hinter seinem Zwicker, war eine durchwärmte, anschmelzende Büste von
-Vertraulichkeit und lustigem Wohlwollen . . . und hin war alles.
-
-Das ist das Gesicht der Sieger!
-
-Und du, Miß Olivia. Wie nenn' ich dich?
-
-Du Element, du Abend, du leiblos Üppige, du Regen im Saal!
-
-Ich, ich sollte eifersüchtig sein!
-
-Haha, hätt' ich doch wenigstens die menschliche Kraft dazu.
-
-Aber im Grunde verehre ich die anderen.
-
-Das sind große Herren, in sich, voll Ruhe, Gemessenheit und Mittelpunkt.
-Sie haben das Leben wie sie's wollen. Heute und morgen ist ihnen ein Ziel.
-Was daneben geht ein Malheur. Und du, Miß Olivia, was bist du ihnen? Etwas,
-was man erreichen und besitzen kann.
-
-Begreift dich denn einer?
-
-»Gemach,« falle ich mir selbst ins Wort, »willst du denn etwas anderes als
-erreicht und besessen werden? Du rechnest nur zu gut. Alles, was du tust,
-ist Rechnung.« Und ich fühle in diesem Moment wieder bis ins Mark, wie ich
-Narr des Zufalls dir fremd und widerlich sein muß.
-
-Und doch, nur ich empfinde dich, nur ich empfinde deine Seele, nur ich
-deine metaphysische Erscheinung zur Welt.
-
-Warum, wenn du die Hotel-Hall betrittst und in die Hände klatschend
-ausrufst »Kinder, das war schön, den ganzen Vormittag sind wir im Segelboot
-gesessen und haben uns treiben lassen«, warum werde ich dann so müde und
-traurig?
-
-Warum muß ich an einen ganz bestimmten schwindsüchtigen, todbleichen Lehrer
-aus dem Erzgebirge denken, wie er aus seinem engbrüstigen Häuschen tritt
-und aus dem dünnen Vorbeet einen Salatkopf zieht? Warum habe ich diese
-Vision vom Aztekenkönig Montezuma? Wie dieser in überirdischer
-Märtyrerheiterkeit, goldgepanzert und konradinblond auf der Freitreppe
-seines brennenden Palastes steht? Sehe ich dich in Balltoilette, warum habe
-ich das rasche überwältigende Gefühl von Hochtouren, Durst, Ahnung von
-Quellensturz und jauchzende Glieder?
-
-Gott, Gott, bin ich das Medium, das dich ahnungslos in dir Beruhende mit
-der Welt verbindet, bin ich jener leitende bewußte Stoff zwischen dir und
-der Unendlichkeit?
-
-Das ist es ja. _Die Andern sind Menschen!_
-
-Schon was sie wollen, gehört ihnen. Sie bemessen ja einander nach Willen
-und Erfolg.
-
-Meine Sehnsucht ist Flucht, mein Streben ein Wegstreben.
-
-O ich Midas. Was ich berühre, wird unnahbar, fern und heilig und läßt mich
-allein.
-
-Und warum mir gerade dies fürchterliche Geschenk der Poesie? Es leben noch
-durchdringendere unwiderrufliche Geister, es leben schwellendere,
-wirksamere, umfassendere Herzen.
-
-Warum mir ein Schicksal, das ich nicht zu ertragen vermag?
-
-Ich kann diesen irdischen Vergnügen, an denen ich täglich strande, nicht
-entsagen.
-
-Ich brauche diese Atmosphäre von Welt, die mich ewig beschämt. Ich brauche
-die Rennplätze, die Strandkasinos, diesen kosmopolitischen Jargon, den ich
-durchschaue. Ich brauche diese glänzenden Terrassen, auf denen ich mich
-minderwertig erzeige.
-
-Warum, warum dieser Dämon, der mich immer zur Demütigung treibt?
-
-O du verhaßtes, geliebtes Menschentum.
-
-Du angebetet, wohlerwogenes Handeln aus Gründen, du bespien ersehntes
-Beschränktsein!
-
-Satan:
-
-Was jammerst du? Ich will dir helfen.
-
-Der Dichter:
-
-O Satan!
-
-So krümme ich mich zu deinen Füßen.
-
-Zermalmter, von den Dingen verzehrter, hochmütiger von den Stunden
-behandelt ist auf dieser ganzen Welt kein Wesen, als ich. Ich wanke erhaben
-zwischen den konstanten Naturen. Jeder Gegenstand ruft mir zu: »Schau mal
-an, wie fest ich bin. Versuch's doch, mach mir's nach. Ich pfeife auf den
-Auf- und Abschwung deiner Seele. Damit kommt man nicht weit. Und das Leben
-ist doch plausibel, und manches wäre zu erringen. Was mein Teil ist, wird
-mein sein. Hörst du? Ich fühle mich wohl in mir; dann streck ich bloß die
-Hand aus und was ich will, habe ich. Aber eins, Väterchen, ist nötig.
-Festigkeit, ein Charakter!«
-
-So flüstert's um mich.
-
-Und erst die Verzweiflung in mir.
-
-Schwächling, nicht fähig ein Schicksal zu ertragen. Du Unsittlicher! Du
-erkennst das Gute, dich empört die Niedrigkeit, manchmal schwillt es in dir
-empor, die verfaulte Welt niederzurennen und in deinem Innern Ordnung und
-Gesetz zu schaffen, vermagst du nicht. Satan, Satan, was soll mir die
-Kraft, im Banalen das Ewige zu sehen, was soll mir die Wonne, Entzücken in
-der Vernichtung zu fühlen?
-
-Ich habe niemals ein festes Ja gesagt! Ich war niemals Mensch!
-
-Mein Wunsch macht mich lächerlich, Satan, gib mir einen Charakter!
-
-Satan:
-
-Sieh' hin, was ich dir geben will, Sterblicher.
-
-Der Dichter:
-
-Was ich erblicke, sind die Reiche dieser Welt.
-
-Satan:
-
-Und mehr als die Reiche dieser Welt sollen dein sein.
-
-Ich will dir unschätzbare Eigenschaften verleihen. Ich will dir die
-Eigenschaft verleihen, daß niemals dein Frackhemd ermatte, daß niemals die
-klare Eleganz deines Smokings sich trübe. Begreife wohl, das sind
-Eigenschaften, die ich nicht etwa nur zu deinem Äußeren füge, nein, in dein
-Gemüt senke ich geheime geschlossene Kräfte. Um deinen Mund lebe ein
-Lächeln, das dich fürchterlich macht. Quintessenz der Diplomatie spiegle
-der Glanz deiner gestrafften Stirnhaut. Eine Kälte sei dein, die Menschen
-zum Spielzeug macht. Die Stunde sei deine Sklavin. Spürst du schon deine
-unabwendbaren Schritte in den Spielsälen? Spürst du schon den Rausch
-finanziell wahnsinniger Machinationen? Ahnst du deine neue Welt? In den
-Hallen des Verwaltungsrats, im Direktionszimmer enormer
-Opernunternehmungen?
-
-Und über allem Sicherheit der Macht. Dein Weg geht weiter. Ein Thron ist
-nicht nur ein Wort. Dynastien sind Puppenspiel. Sei Herr der Haupt- und
-Staatsaktion! Fühlst du im Taumel jagender Überlegenheit schon bewimpelte
-Perrons und die Trommelwirbel der Ehrenkompanie?
-
-Der Dichter:
-
-Für wie unkompliziert mußt du mich halten, Satan, um mir mit Konträrem zu
-kommen. Kann meine vom Unendlichen verwöhnte Brust ausfüllen dieses
-kindische Herrsein über kindische Institutionen? Vielleicht bebt manchmal
-mein weltzerrissenes Herz nach _innerer Autokratie_. Aber deines Bürgertums
-im Verwegenen, deiner scharfen Mundwinkel, deiner Potentaten-Triumphe
-spotte ich.
-
-Satan:
-
-Überlege es wohl, ehe du diesen meinen ersten Vorschlag verwirfst. Wonach
-ihr Menschen strebt, was ist es anderes, als Leidlosigkeit? Leidloses Leben
-biete ich dir.
-
-Der Dichter:
-
-Das Leid, das Leid gerade ist es, was ich suche.
-
-Satan, Satan, ewiger Geist, blamiere dich nicht! Haben dich meine wirren
-Klagen so getäuscht, daß du mich auf diese Formel bringen willst? Deine
-Aussichten sind gut für ungeschickte Schullehrer, für giftige
-Bezirksrichter und enttäuschte Oberleutnants; nicht für mich.
-
-Satan:
-
-Eins vergißt du, ewig Ungeliebter! Von Stund an wärst du der Geliebteste
-des Erdkreises.
-
-Der Dichter:
-
-Glaubst du, lächerliches Wesen, ich gäbe einen Heller drum, wenn mich Miß
-Olivia liebte?
-
-. . . . Doch darüber erkundige dich in meinem dramatischen Gedicht »Der
-Besuch aus dem Elysium«.
-
-Und schließlich, was ist aller Besitz, alle Wollust gegen das metaphysische
-Vergnügen bei der Betrachtung der in sich wandelnden Geliebten mit
-Sonnenschirm?
-
-Satan:
-
-Du verschmähst meinen Vorschlag, weil er das Wichtigste in dir nicht
-berechnet hat. Die Poesie.
-
-Hier mein zweites Wort!
-
-Ich will dir eine berückende Biographie geben, ein Leben voll süßer
-weinender Abenteuer. Ich will in dein Schicksal wunderbar geheimnisvolle
-Wesen mischen. Schauspielerinnen. Dann sollst du schön sein und mit den
-Frauen dich selbst anbeten. Dem Schwung deiner Züge sollen sich die Abende
-und Nächte, die dir geschenkt sind, die Arme, die dich je halten und die
-Worte, die deinem Mund entsinken, anschmiegen.
-
-Dein trauriger, leidenschaftlicher Genius soll Verse haben, daß knöchrige
-Monarchen und Kindermädchen in dem erfüllten, verdunkelten Raum heulen.
-Triumphe seien dein, vor denen Könige und Tenöre erblassen. Wenn du nach
-der Apotheose deiner Premiere ins Proszenium trittst, überrasen dich
-Kavallerieattacken des Applauses aus den Hinterhälten der Galerie.
-Leitartikler lässest du antichambrieren. Doch auch die ruhigen, ernsten,
-bedeutendsten Geister sollen sich deinem Zauber beugen. Premierminister
-bestimmst du durch die Hölle eines Wortes zu paradoxen Umwälzungen, hundert
-Seiten von dir, und das Wahnsinnige wird Ereignis. Der besonnte Flug eines
-rhetorischen Vogelschwarms, und das zynische Zeitalter schlägt sich an die
-Brust und explosive Güte wird Mode. Wildes brillante Geste sei gegen dein
-Furioso ein Salonwalzer gegen eine Bach'sche Fuge, Pindars olympische
-Krönung von minder mythischer Gewalt als deine verzehnfachten Nobelpreise,
-Byron das Erdenwallen eines krämrigen Poseurs angesichts deines rührend
-erhabenen Dahinschwebens, und krachten aus Missolounghis morschen
-Balkanscharten 21 Kanonenschüsse, sollen nach deinem Tod die Flotten der
-Nationen, von Pol zu Pol, diesem Tag den Trauersalut bringen. So gebe ich
-dir den Ruhm im Leben.
-
-Und nachher das höchste, was ich verleihen kann, _Unsterblichkeit_.
-
-Der Dichter:
-
-Ruhm! Ruhm! Du Vision über meiner Schulbank.
-
-Wer gibt mir den Ehrgeiz des Ungedruckten zurück? Wer den Tag, da ich dich
-ausschöpfte bis zum letzten Nachgeruch des letzten Tropfens dich einatmete,
-Ruhm!
-
-Ich sehe mich noch, wie ich Gymnasiast, zitternd von Vorahnung, meinen
-Freund zu seiner Wohnung begleitete.
-
-Zu jenem gelben, bestaubten Haus des Ledergeruchs. Ich fühle noch seine
-Bewegung, mit der er die Treppe hinaufzulaufen pflegt.
-
-Eine Schicksalserwartung im Hausflur. Und doch wollte er sich nur ein
-Taschentuch holen. Ach, da kommt er atemlos, springt drei Stufen auf einmal
-und hat in der Hand die kleine rosa Sonntagsbeilage einer Residenzzeitung.
-Und die Besinnung verbleicht, die Augen werden machtlos, das Herz verliert
-die Fassung, eine tiefe Übelkeit schraubt alle Nerven tief . . . Gott, auf
-der ersten Seite wohlgereiht, ungeträumt, unverrückbar, da, und doch vor
-Ohnmacht nicht erkannt, das kleine, steife Gedicht, das Wochen hindurch,
-dreimal während jeder Speise, auf dumpfen Schulwegen, ja bei jedem
-Stuhlgang dreimal mein Traum sich aufsagte.
-
-Den Tag eines kaum mehr Irdischen verlebte ich. Meine Schritte bekamen
-einen anderen, tieferen Klang. Ich ging ausstrahlender, furchtloser,
-unverletzter durch die Straßen und drängte mit meinem Körper, der mir antik
-gewandet vorkam, mit meinem Kopfe, den ich als etwas marmorn umlocktes
-empfand, Wind und Gespräch, Fluch und Wagengerassel zur Seite. Vor
-Warenhäusern, Wagenreihen, Kaffees blieb ich stehen und war erstaunt, als
-ich erkannte, wie tief das Ereignis meines gedruckten Werkes in die Welt
-gegriffen hatte; etwas schien an allem vorgegangen zu sein, alles schien
-auf mich zu deuten mit einem achtungsvoll schielenden »Aha«. Und dieses
-Wissen der Dinge machte mich geradezu frech. Ich sagte zu einem Polizisten
-»Sie da, wo kommt man auf den Castulusplatz« und bat einen
-Feldmarschall-Leutnant verdrießlich um Feuer.
-
-Ja, damals ward Ruhm erlebt. Von meinem Ruhm ward jedes Auge, jeder Mund
-voll. Ich schlug mit Sicherheit jede Zeitung auf, und als ich meinen Namen
-nicht fand, war das selbstverständlich, denn das gewohnte Ohr hört auch
-nicht den Ton des Meeres und der Luft, und gar das ewige Geräusch der
-Sterne, und so war auch mein großes Dasein als schon natürlich und alles
-ausfüllend übergangen worden.
-
-O, daß der irdische Genuß nur einmal genossen wird.
-
-Was ist mir jetzt mein ärmlicher Ruhm? Klatsch dreier Kaffees und
-lächerliche Politik dreizehn übelgeratener Literaten?
-
-Und was wäre ein großer Ruhm? Mehr unsachlich, weniger böswillig, doch
-einfältigerer Klatsch der befestigten Gesellschaft.
-
-Unsterblichkeit? Das Argument dagegen liegt auf der Hand.
-
-Gewiß, gewiß. Oft sehe ich mich im Traum. Wie ich jahrelang in der Nähe
-einer Frau diese floh. Sie lachte über mich weg den Diabolokreisel
-spielender Kinder an. Und da komme ich auf gezäumtem, festlichem Pferd die
-Straße herab. Und das Spalier wirft toll die Hüte in die Luft und aus
-offenen Fenstern streut man langsame Blumen um mich. Und da ist auch die
-Schöne. Ich halte mein Pferd an, und mein fast schon steinerner Mund
-spricht ein Wort, das langsam wie die Ehrenblumen rings niederfällt. Da
-schaut mir die Frau in die Augen und streichelt mein Pferd, und rasend
-jubelt, wie ich weiterreite, das Volk um uns mit Tambourins und
-Tschinellen.
-
-Aber das ist ein Traum, wie ein Bub die Geliebte aus dem brennenden Hause
-zu retten träumt.
-
-Ruhm, Unsterblichkeit. Nein, nein, nein! Ich halte mir die Ohren zu, Satan.
-
-Satan, Satan, bist du ein Quacksalber? Hast du in deinem Feuersack nur
-Medizinflaschen? Um mich zu vergessen oder zu erweitern, gab Gott uns
-Haschisch und Opium.
-
-Satan, Satan, bist du ein Theaterfriseur? Hast du in deinem Feuersack
-Perücken und Schminkstifte? Willst du meinem Inwendigen und Äußeren eine
-schneidig geringschätzige Treumannmaske anmalen und mit ein paar höllischen
-Kohlenstrichen ein brutal fernes Lächeln mir um die Lippen ziehen, oder mit
-fachmännischem Zu- und Wegspringen mir einen melancholisch hinreißenden
-Lockenkopf von säkularer Gültigkeit anordnen?
-
-Ich will, ich will keine Metamorphose.
-
-Ich will _meine_ Wahrheit kennen. Mein _innerlichstes_ Licht oben haben.
-
-Wenn ich um einen Charakter flehte, so meinte ich nichts als die Kraft,
-durch den Urwald des Selbst durchzukönnen nach einer erkannten, mit den
-Schlüssen des Zuendedenkens und den Blitzen des
-Nach-allen-Seiten-hin-Fühlens übereinstimmenden Richtung.
-
-Satan:
-
-Es ehrt dich, Mensch, daß du es verschmähst, von mir ein neues Leben
-anzunehmen! Es hätten sich Naturen, die du für stärker hältst, durch weit
-geringeren Bauernsang erwischen lassen.
-
-Wisse es, so oft du auch dumpf, weinerlich und unfähig zu leben bist, deine
-Seele, Mensch, deine Seele ist stark. Sie sollen nur höhnen, Ästhet! Dich
-hat der Teufel, verwirrt Ehrlicher, durch kein Raffinement gefangen.
-
-Erkenne nun, was ich für die besten Temperamente bewahre, und wähle!
-
-Kein neues Leben gebe ich dir. Aber ein neues Schicksal. Und zwar, mein
-Unersättlicher, das schmerzlichste aller Schicksale und das triumphalste:
-Den Kampf!
-
-Der Dichter:
-
-Kampf! Verzeih' Satan, wenn ich skeptisch werde, an mir skeptisch werde. Es
-ist etwas Unpolemisches in mir. Etwas, was einem irdischen Übel ein
-ironisch transzendentales Gewicht entgegenhält. Einen vielleicht billigen
-Trost in der ewigen Ordnung.
-
-Satan:
-
-Ich habe dein Herz beim Lesen mancher Notiz aus dem Gerichtssaal belauscht.
-Du unterschätzest deine Vehemenz. Bisher warst du wohl allzu gesättigt. Das
-irdische Übel erschien dir in derselben Distanz wie die ewige Ordnung. Aber
-ich will dir das irdische Übel naherücken, ich will's um dich gruppieren.
-
-Du sollst das Leben nicht mehr aushalten, wird mein Geschenk sein. Du wirst
-verwandt werden meinem Geschlecht. Dein Schmerz wird ein Luzifer-Schmerz
-sein. Schweig'. Du wirst dich nicht umbringen. Du bist ein Dichter. Du
-wirst brausen.
-
-Nicht mehr werde ich, wenn ich vielleicht als Hauswirtin dir früh den
-Kaffee bringe, dich bei jenen uns bekannten Monologen ertappen.
-
-»So, da stehe ich nun auf und bin voll von einem Vers, den auszudrücken ich
-zwei Tage brauchen werde. Warum kommt dies Erschrecken über mich und diese
-verächtliche Frage, wozu dies alles? Soll dies schön Fühlen und schön Reden
-wirklich der Ersatz sein für all die Erbärmlichkeit? Warum bin ich gerade
-dazu verdammt, mein Leben an eine Lüge hinzuwerfen, die nur dadurch in mir
-gehalten werden kann, daß sie die anderen, das Publikum, scheinbar aufrecht
-erhalten. Wenn dieser Abgeordnete gestern nicht zitiert hätte »Es soll der
-Dichter mit dem Fürsten gehn« (wie ist im Herzen des Abgeordneten dieses
-Wort leer), so hätte ich gestern vielleicht nicht so tief an Wert und
-Wichtigkeit der Poesie geglaubt!
-
-Wie gemein bin ich doch im Grunde. Ich freue mich ja zuschauend über das
-Gute und Böse, das mir passiert, um nachher nur darüber innerlich
-herzufallen. Plausibel wäre vielleicht einzig noch »Selbstmord durch
-Kunst«. Sich aufgeben, aber gestalten. Oder -- oder. Ein Wirkender zu sein.
-Ein unerforschlicher Gigant der eigenen Idee. In dem Scheiterhaufen der
-Sätze verbrennen die schnöden Gesinnungen, die gleichgültigen Taten,
-Systeme und Menschen, Kunst als Revolution. In Tyrannos!«
-
-Siehst du, Dichter, ich will dir ein Schicksal geben, daß du dieser
-herjagende Erfüller sein wirst. Ich will dich mit Ekel und Mitleid bis oben
-anfüllen, daß du über Parlamenten, Kongressen und Weltversammlungen wie ein
-Samum dahinfährst. Ich will dich durch Wahnsinn des dir Begegnenden
-aufreißen zu unerhörtem Mut, zu unerhörten Taten. Du sollst die Wonne
-fühlen! Einer gegen Millionen. Und den Tod aller Tode sollst du sterben. Im
-Triumph, im Sieg, während eines Bombenattentats oder durch die Kugel eines
-ohnmächtigen Feindes nach dem Erdbeben einer deiner Reden.
-
-Der Dichter:
-
-Halt ein, halt ein! Alles, was du versprichst, ist Rausch. Alles ist
-Rausch! Auch deinen Kampf will ich nicht. Ich will mich nicht vergessen.
-Haschisch und Opium nannte ich schon. Ich gebe nicht meine Zweifel der
-Geschäftigkeit hin. Nicht ein Aufwachen, wo man noch Verse des Traumes im
-Ohr hat, gegen ein intrigantes Pathos. Wer sich der Richtigkeit
-entgegenwirft, wird selbst nichtig. Wer in der kleinen Misere Leid der
-Ewigkeit spürt, singt, aber kämpft nicht. Nein, nein, dein Kampf gegen
-Dynastien, Parlamente, Dummheit, Verbrechen, ist nicht mein Kampf. Häufe
-Hunger und Unglück auf mich, du täuschest dich, wenn du meinst, ich würde
-zum rhetorischen Parteigänger, zum dialektischen Anarchisten.
-
-_Dies Herz weiß zuviel, es hat zu sehr die Trostlosigkeit, die Einsamkeit,
-die Einsamkeit jedes Grashalms und jedes Lämpchens erfahren, hat zu heiß
-über verlassene Bänke bei Sonnenuntergang im Park geweint, als daß es den
-Unsinn der Wehrmacht und der Gesetzgebung überschätzen würde._
-
-Satan, Satan, du bist mir nicht gewachsen. Ahnst nicht die Zartheit, die
-Demut in mir. Ich brauche nicht den Rausch des Außerordentlichen. Mich
-berauschen ja all die lieben Wiesen, die Bienen, und ein gütiger Weltblick
-einer zahnlos ordinären Hexe zum Kruzifix oder zu den Wolken versöhnt mich
-mit der entsetzlichsten Verleumdung aus ihrem Munde.
-
-Ha, ich fühle, wie in mir all die Qualen so klein und niedrig werden, wenn
-das Leben, das Leben wieder unendlich an meine Brust greift.
-
-Satan:
-
-Ehe du mich verstößt, ehe ich entfliehe, vernimm noch. Schlag nicht aus die
-Hand Luzifers, des zur Erde Gefallenen, dem Gott das nahm, was jetzt aus
-deinen Augen bricht.
-
-Die Menschen, höre, sind dein Untergang. Du sprichst nicht ihre Sprache,
-sie werden dich wegwerfen. Dein sei die Einsamkeit! Trage deine Liebe in
-die Wildnis! Ich will die Welt um dich bezaubern. Die Flüsse, die Lerchen,
-Vulkane und Bestien seien Träger deiner Stimme, Behälter deines Schmerzes.
-Die sieben Farben sollen beglückt um dich tanzen. Dein Leid harmonisiert
-sich. Du kraftvoller Widerstrahl Gottes, Orpheus, süßes, seliges Abbild,
-Erinnerung meiner selbst, ehe ich schuldig worden.
-
-Ich wollte dich vernichten, als ich dich dreimal unter die Menschen
-verwies. Meine Erinnerung vernichten. Jetzt aber beugt mich Sehnsucht,
-Sehnsucht nach der alten Reinheit. Bleibe, o Klang des Kosmos, bleibe mir.
-
-Der Dichter:
-
-Satan, Satan, du auch mein Bruder.
-
-Jetzt weiß ich, daß ich unter die Menschen muß. Alle meine Zweifel, meine
-Anklagen gegen mich, schrumpfen nun ein, wo urplötzlich eine ungeheure
-Sonne aufging, und ich sehe, daß all das, was ich für Mangel hielt,
-Schicksal ist, mein einziges Schicksal, das keinem, keinem Wesen
-angeglichen werden kann. Ich werde nicht mehr zetern über chaotisches
-Gemüt, Unstandhaftigkeit, Unsittlichkeit. Die Gesetze des Menschen, auch
-seine Moralgesetze, sind nicht die meinigen, weil ich in Beziehung zu ganz
-anderen, höheren Gewalten stehe.
-
-Ich werde nicht mehr weinen, weil nichts Menschliches an mir ist außer
-Hunger, Durst, Schlaf und Wollust. Und doch, so ich nun mein unmenschliches
-Schicksal erkenne, treibt es mich wieder, unsäglich treibt es mich zu den
-Menschen.
-
-Satan
-
-(hebt sich dunkel auf und verschwindet).
-
-_Der Erzengel_ mit dem Flammenschwert in der Rechten steht feurig über dem
-ganzen Himmel.
-
-Der Erzengel:
-
-Nun der unselige Bruder versank, blicke in dieses Auge, Mensch.
-
-Der Dichter:
-
-Was überwältigt mich so wonnig?
-
-Es stürzen Lawinen in meiner Seele und goldene Bäche nieder. Heimat,
-Heimat! Ist auf den seligen Gefilden deines strahlenden Kleides, die
-Heimat, die so oft nach dem Schmerze wirr empfunden und beweint wurde?
-
-Ich will nicht mehr fort.
-
-Laß mich sterben. Zu dir, in dich einziehen. Bist du das, was ich Kindheit,
-Unbewußtheit nannte, bist du das, was ich Bai des Entschluchzens, Tod
-nennen will? Nicht mehr zurück, nicht mehr zurück in das Leben, wo die
-entsetzlichen Schimären, Arbeit, Ehrgeiz und Gleichgültigkeit den Jammer
-der Seele verhöhnen. Sei das Eichenbett zur Winterszeit, in dem ich mich
-klein machen will, sei das vergehende Firmament des Frühlings, unter dem
-beruhigend die tausend ersten Schwalben taumeln, sei das Antlitz der
-Geliebten, in dem ich schlafen gehe, sei die vergangene Stimme der Mutter
-bei einer Kinderausfahrt im Landauer!
-
-Der Erzengel:
-
-Du wirst nicht sterben! Dein Geburtstag ist heute, o Sohn! Was siehst du?
-
-Der Dichter:
-
-Ich bin in einer Dorfkirche.
-
-In groben Bänken grobe Gestalten mit harten, unversöhnlichen Gesichtszügen.
-Der Pfarrer liest die Messe. Eine Orgel höre ich nicht. Das Trippeln,
-Knixen und Klingeln der Ministranten ist mir ebenso widerlich, wie das
-falsche, salbungsvolle Sichumdrehen des Geistlichen und sein kastriertes
-Dominus vobiscum und saecula saeculorum.
-
-Ein hoher, hohler, öder Chor macht mich verdrießlich. Da, auf einmal bewegt
-sich ein komischer, farbiger fahnenbewehrter Zug vom Hauptportal zum Altar.
-Voran eine Musik, zehn Männer mit ungeheuren, gelb verschlungenen
-Instrumenten, dann mit kurzen Schritten Feuerwehr, nachher ein
-Veteranenverein und zuletzt weiße Firmkinder. Mädchen mit langen,
-schlenkernden Armen und kurzen Zwirnhandschuhen, an dem rührend flachen
-Busen allerhand Blumen; Buben, die halblange Hosen und ungewohnte Scheitel
-tragen, und denen von verwegenen Spielen schwere und derb zerrissene Hände
-allzu groß und unbeherrscht ruhig aus runden Ärmeln hängen. Mütter drängen
-sich, Weisungen erteilend und mit Blicken dirigierend an die Schar.
-
-Da beginnt die Musik. Hörner und Klarinetten setzen falsch nacheinander ein
-und haben Mühe, sich zu finden, während unten und oben jedes für sich und
-unbeirrt Bombardon und Flöte ihres Weges gehn.
-
-Und jetzt, jetzt ist es doch Musik. Süß, einfach wie Atem, wie Wind,
-ineinander Thema und Baß. Ist es ein Stück aus der Schöpfung Haydns, ist es
-Pergolese oder ein simpler ländlicher Choral?
-
-Das Einzige ist auf einmal da, was alle, alle Geschöpfe vereint, Musik. Das
-Unbegreiflichste und Sicherste dieser Welt. Wie auch Lärm um uns ist, der
-langsame Viervierteltakt hebt an, und jedes Gemüt hört unbewußt den Takt
-seines eigenen Wandelns und empfindet die große Brüderschaft der Wesen,
-fühlt wie sein Gang der Gang der Planeten ist, der Tanz der Sonnen und der
-kleine Lauf eines Wiesels.
-
-Die ruhige, schreitende Melodie ist da und mich erfaßt ein erhabenes
-Allerbarmen.
-
-Ihr sitzet da mit rauhen, verlorenen Gesichtern. Du dort, Wucherer, mit dem
-Glasauge, und du dort, Frau, aufgedunsen von vielen Geburten. Jener denkt
-an einen Pferdehandel, dieser an die Versicherung seines Hauses. Die
-schmächtige Frau träumt davon, daß ihr Mann Gemeinderat wird und die üppige
-von der Brutalität ihres Liebhabers.
-
-Kennt ihr euch denn, ihr Menschen?
-
-Ihr Armen, Armen, einfältig Schlauen!
-
-Und du, überlegener Herr Professor, wackerer Monist, was weißt du denn von
-dir und Welt? Armer, einfältig Schlauer!
-
-Nur ich, nur ich verstehe euch!
-
-Nur ich schöpfe von eurem Antlitz eine Grimasse ab und habe ein Stück
-flatternde Seele in der Hand. Ihr seid Handelnde, Mitwirkende dieses großen
-Balletts, -- ich bin der ferne, der schmerzliche Outsider.
-
-Der Erzengel:
-
-Nun hast du dich erkannt. _Nun weißt du ganz, daß dein Reich von dieser
-Welt nicht von dieser Welt ist. Das ist, o Dichter, dein Geburtstag._ Und
-in dieser Welt, der Gesandte, der Mittler, der Verschmähte zu sein, ist
-_dein Schicksal_. Kein Gesetz, keine Moral gilt für dich, denn du bist der
-unsrigen, der unendlichen Geister einer.
-
-Der Dichter:
-
-Welch unbekannter Stolz durchrollt mich, welch neue Stärke faltet meine
-Stirne?
-
-_Die Welt braucht mich_.
-
-Ja, ich höre eure Stimmen alle.
-
-Der blonde verprügelte Soldat ruft mich an, ein kaum getötetes Häslein, das
-fröhliche Jäger mit in die Stube brachten, wartet, daß ich fühle, wie
-anmutig mädchenhaft sein kleiner Körper erstarrt. Die große Zigarre eines
-Börseaners sieht mich seltsam an, und ich allein, ich allein empfinde für
-sie, daß sie nun bald nicht mehr sein wird, nicht einmal mehr Rauch. Eine
-kleine energische Frau sagt: »Ja, als dann mein Bruder selig starb, war ich
-ganz allein.« Und meine Seele umarmt sie und weiß alles, das Abstauben bei
-fremden Leuten am Morgen, das Mittagessen in der Küche (sehr viel Zimmet
-und Zucker), den Hausherrn in Pantoffeln, seine großen, roten, haarigen
-Hände, wie sie nach dem runden, festen Busen tasten.
-
-Auch dein Ärger spricht zu mir, heute, unvorteilhaft gekleidetes Mädchen
-auf dem Kränzchen, und deinen Mut schöpfe ich aus, Minister, wenn du ruhig
-dem Wirbel der Tintenfässer und Lineale standhältst.
-
-Bronislawa, Barmaid, du tanzest mit einem schlanken Idioten.
-
-Und ich vergehe vor Schmerz und Jubel, denn bald, bald wird dein
-wunderbarer, zarter Körper erlöst sein. Du bist nicht mehr. Mit dem Walzer
-der Damenkapelle, mit dem Weingeruch, mit der langsamen Höflichkeit der
-Kellner stürzest du ein. Dein silbriges Skelett faßt ein Sarg. Doch dein
-unsterblicher Augenaufschlag, der harte Tanzschritt deines Fußes, dein
-flatternder Alt, die Hingabe durch den Mann hindurch an dich selbst, deine
-unsinnigen Redensarten, dies alles, alles entschwebt und ist überall da,
-und ich Glücklicher finde es, wenn der Mond aufgeht und Mädchen den Eimer
-aus dem Brunnen emporkurbeln.
-
-Engel, mein Engel, jetzt fühle ich, daß ich von deinem Geschlechte bin. Ich
-bewundere mich. Ich bin groß.
-
-Der Erzengel:
-
-Wie du's erkennst, bist du es schon. Aber, mein Sohn und Bruder, sage, was
-hörst du jetzt für Stimmen?
-
-Der Dichter:
-
-Stimmen der Lästerung und des Unverstands. Ich will mich auf eine Steinbank
-setzen und himmlisch lachen. Nein, nicht mehr glaube ich von meinem
-Erdenwallen, daß es nutzlos und unfruchtbar sei.
-
-Mögen sie nur rufen und achselzucken: Schwächling, Weichtier!
-
-Ich führe und leite sie doch.
-
-Die ganze grüne Erde liegt da und schweigt.
-
-Ich werde sie ihnen schenken und sie werden reich von meiner Armut sein.
-
-Denn siehe, ich bin die Verkündigung!
-
-
-
-
-
-
-
-End of the Project Gutenberg EBook of Die Versuchung, by Franz Werfel
-
-*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE VERSUCHUNG ***
-
-***** This file should be named 40165-8.txt or 40165-8.zip *****
-This and all associated files of various formats will be found in:
- http://www.gutenberg.org/4/0/1/6/40165/
-
-Produced by Jens Sadowski
-
-Updated editions will replace the previous one--the old editions
-will be renamed.
-
-Creating the works from public domain print editions means that no
-one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
-(and you!) can copy and distribute it in the United States without
-permission and without paying copyright royalties. Special rules,
-set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
-copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
-protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
-Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
-charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
-do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
-rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
-such as creation of derivative works, reports, performances and
-research. They may be modified and printed and given away--you may do
-practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
-subject to the trademark license, especially commercial
-redistribution.
-
-
-
-*** START: FULL LICENSE ***
-
-THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
-PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
-
-To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
-distribution of electronic works, by using or distributing this work
-(or any other work associated in any way with the phrase "Project
-Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
-Gutenberg-tm License (available with this file or online at
-http://gutenberg.org/license).
-
-
-Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
-electronic works
-
-1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
-electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
-and accept all the terms of this license and intellectual property
-(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
-the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
-all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
-If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
-Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
-terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
-entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
-
-1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
-used on or associated in any way with an electronic work by people who
-agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
-things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
-even without complying with the full terms of this agreement. See
-paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
-Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
-and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
-works. See paragraph 1.E below.
-
-1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
-or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
-Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
-collection are in the public domain in the United States. If an
-individual work is in the public domain in the United States and you are
-located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
-copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
-works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
-are removed. Of course, we hope that you will support the Project
-Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
-freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
-this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
-the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
-keeping this work in the same format with its attached full Project
-Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
-
-1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
-what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
-a constant state of change. If you are outside the United States, check
-the laws of your country in addition to the terms of this agreement
-before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
-creating derivative works based on this work or any other Project
-Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
-the copyright status of any work in any country outside the United
-States.
-
-1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
-
-1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
-access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
-whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
-phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
-Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
-copied or distributed:
-
-This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
-almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
-re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
-with this eBook or online at www.gutenberg.org/license
-
-1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
-from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
-posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
-and distributed to anyone in the United States without paying any fees
-or charges. If you are redistributing or providing access to a work
-with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
-work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
-through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
-Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
-1.E.9.
-
-1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
-with the permission of the copyright holder, your use and distribution
-must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
-terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
-to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
-permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
-
-1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
-License terms from this work, or any files containing a part of this
-work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
-
-1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
-electronic work, or any part of this electronic work, without
-prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
-active links or immediate access to the full terms of the Project
-Gutenberg-tm License.
-
-1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
-compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
-word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
-distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
-"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
-posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
-you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
-copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
-request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
-form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
-License as specified in paragraph 1.E.1.
-
-1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
-performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
-unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
-
-1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
-access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
-that
-
-- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
- the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
- you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
- owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
- has agreed to donate royalties under this paragraph to the
- Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
- must be paid within 60 days following each date on which you
- prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
- returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
- sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
- address specified in Section 4, "Information about donations to
- the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
-
-- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
- you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
- does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
- License. You must require such a user to return or
- destroy all copies of the works possessed in a physical medium
- and discontinue all use of and all access to other copies of
- Project Gutenberg-tm works.
-
-- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
- money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
- electronic work is discovered and reported to you within 90 days
- of receipt of the work.
-
-- You comply with all other terms of this agreement for free
- distribution of Project Gutenberg-tm works.
-
-1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
-electronic work or group of works on different terms than are set
-forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
-both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
-Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
-Foundation as set forth in Section 3 below.
-
-1.F.
-
-1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
-effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
-public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
-collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
-works, and the medium on which they may be stored, may contain
-"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
-corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
-property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
-computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
-your equipment.
-
-1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
-of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
-Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
-Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
-liability to you for damages, costs and expenses, including legal
-fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
-LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
-PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
-TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
-LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
-INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
-DAMAGE.
-
-1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
-defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
-receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
-written explanation to the person you received the work from. If you
-received the work on a physical medium, you must return the medium with
-your written explanation. The person or entity that provided you with
-the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
-refund. If you received the work electronically, the person or entity
-providing it to you may choose to give you a second opportunity to
-receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
-is also defective, you may demand a refund in writing without further
-opportunities to fix the problem.
-
-1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
-in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
-WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
-WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
-
-1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
-warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
-If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
-law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
-interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
-the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
-provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
-
-1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
-trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
-providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
-with this agreement, and any volunteers associated with the production,
-promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
-harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
-that arise directly or indirectly from any of the following which you do
-or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
-work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
-Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
-
-
-Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
-
-Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
-electronic works in formats readable by the widest variety of computers
-including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
-because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
-people in all walks of life.
-
-Volunteers and financial support to provide volunteers with the
-assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
-goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
-remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
-Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
-and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
-To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
-and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
-and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
-
-
-Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
-Foundation
-
-The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
-501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
-state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
-Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
-number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
-http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
-permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
-
-The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
-Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
-throughout numerous locations. Its business office is located at
-809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
-business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
-information can be found at the Foundation's web site and official
-page at http://pglaf.org
-
-For additional contact information:
- Dr. Gregory B. Newby
- Chief Executive and Director
- gbnewby@pglaf.org
-
-
-Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
-Literary Archive Foundation
-
-Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
-spread public support and donations to carry out its mission of
-increasing the number of public domain and licensed works that can be
-freely distributed in machine readable form accessible by the widest
-array of equipment including outdated equipment. Many small donations
-($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
-status with the IRS.
-
-The Foundation is committed to complying with the laws regulating
-charities and charitable donations in all 50 states of the United
-States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
-considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
-with these requirements. We do not solicit donations in locations
-where we have not received written confirmation of compliance. To
-SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
-particular state visit http://pglaf.org
-
-While we cannot and do not solicit contributions from states where we
-have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
-against accepting unsolicited donations from donors in such states who
-approach us with offers to donate.
-
-International donations are gratefully accepted, but we cannot make
-any statements concerning tax treatment of donations received from
-outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
-
-Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
-methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
-ways including checks, online payments and credit card donations.
-To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
-
-
-Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
-works.
-
-Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
-concept of a library of electronic works that could be freely shared
-with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
-Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
-
-
-Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
-editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
-unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
-keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
-
-
-Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
-
- http://www.gutenberg.org
-
-This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
-including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
-Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
-subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.