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+The Project Gutenberg EBook of Über die Vulkane im Monde, by Immanuel Kant
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Über die Vulkane im Monde
+
+Author: Immanuel Kant
+
+Release Date: February 3, 2012 [EBook #38755]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DIE VULKANE IM MONDE ***
+
+
+
+
+Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger
+
+
+
+
+
+ [ Anmerkungen zur Transkription:
+
+ Der Text stammt aus: Immanuel Kants Werke. Band IV. Schriften von
+ 1783-1788. Herausgegeben von Dr. Artur Buchenau und Dr. Ernst Cassirer.
+ Berlin: Bruno Cassirer 1913. S. 201-210 und 541 (Lesarten).
+
+ Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen.
+
+ Im Original gesperrt gedruckter Text wurde mit _ markiert.
+ ]
+
+
+
+
+Über die Vulkane im Monde.
+
+
+Im Gentleman's Magazine, 1783, befindet sich gleich zu Anfang ein
+Sendschreiben des russischen Staatsrats Herrn AEPINUS an Herrn PALLAS
+über eine Nachricht, die Herr MAGELLAN der Kaiserl. Akademie der
+Wissenschaften in Petersburg mitgeteilt hat, betreffend einen vom Herrn
+HERSCHEL am 4. Mai 1783 entdeckten Vulkan im Monde. Diese Neuigkeit
+interessierte Herrn AEPINUS, wie er sagt, um destomehr, weil sie seiner
+Meinung nach _die Richtigkeit seiner Mutmaßung über den vulkanischen
+Ursprung der Unebenheiten der Mondsfläche beweise_, die er im Jahr 1778
+gefaßt und 1781 in Berlin durch den Druck bekannt gemacht hat(1); und
+worin sich, wie er mit Vergnügen gesteht, drei Naturforscher einander
+ohne Mitteilung begegnet haben: er selbst, Herr AEPINUS in Petersburg,
+Herr Professor BECCARIA zu Turin und Herr Prof. LICHTENBERG in
+Göttingen. Indessen da durch den Ritter HAMILTON die Aufmerksamkeit auf
+vulkanische Kratere in allen Ländern so allgemein gerichtet worden, so
+sei jene Mutmaßung mit einer überständig reifen Frucht zu vergleichen,
+die in die Hände des ersten besten fallen müssen, der zufällig den Baum
+anrührete. Um endlich, durch Ansprüche auf die Ehre der ersten
+Vermutung, unter Zeitgenossen keinen Zwist zu erregen, führt er den
+berühmten ROBERT HOOKE als den ersten Urheber derselben an, in dessen
+Mikrographie (gedruckt 1655) im 20sten Kapitel er grade die nämlichen
+Ideen angetroffen habe. _Sic redit ad Dominum_ --
+
+ (1) Von der Ungleichheit des Monds; im 2ten Bande der Abh. der
+ Gesellschaft naturforschender Freunde.
+
+Herrn HERSCHELS Entdeckung hat, als Bestätigung der zweideutigen
+Beobachtungen des Neffen des Herrn BECCARIA und des DON ULLOA,
+allerdings einen großen Wert und führt auf Ähnlichkeiten des Mondes
+(wahrscheinlich auch anderer Weltkörper) mit unserer Erde, die sonst nur
+für gewagte Mutmaßungen hätten gelten können. Allein die _Mutmaßung des
+Herrn AEPINUS bestätigt sie_ (wie ich dafür halte) _nicht_. Es bleibt,
+unerachtet aller Ähnlichkeit der ringförmigen Mondsflecken mit Krateren
+von Vulkanen, dennoch so ein erheblicher Unterschied zwischen beiden und
+dagegen zeigt sich eine so treffende Ähnlichkeit derselben mit anderen
+kreisförmigen Zügen _unvulkanischer Gebirge_ oder Landesrücken auf
+unserer Erde, daß eher eine andere, obzwar nur gewissermaßen mit jener
+analogische Mutmaßung über die Bildung der Weltkörper dadurch bestätigt
+sein möchte.
+
+Die den Krateren ähnlichen ringförmigen Erhöhungen im Monde machen
+allerdings einen Ursprung durch _Eruptionen_ wahrscheinlich. Wir finden
+aber auf unserer Erde zweierlei kreisförmige Erhöhungen, deren die einen
+durchgängig nur von so kleinem Umfange sind, daß sie, vom Monde aus
+beobachtet, durch gar kein Teleskop könnten unterschieden werden; und
+von diesen zeigen die Materien, woraus sie bestehen, ihren Ursprung aus
+vulkanischen Eruptionen. Andere dagegen befassen ganze Länder oder
+Provinzen von vielen hundert Quadratmeilen Inhalt, innerhalb eines mit
+höhern oder minder hohen Gebirgen besetzten und sich kreisförmig
+herumziehenden Landrückens. Diese würden allein vom Monde aus, und zwar
+von derselben Größe als wir jene kreisförmigen Flecken im Monde
+erblicken, gesehen werden können, wofern nur Ähnlichkeit ihrer
+Bekleidung (durch Wald oder andere Gewächse) die Unterscheidung
+derselben in so großer Entfernung nicht etwa verhinderte. Diese lassen
+also auch _Eruptionen_ vermuten, durch die sie entstanden sein mögen,
+die aber nach dem Zeugnis der Materien, woraus sie bestehen,
+_keinesweges vulkanische_ haben sein können. -- Der Krater des Vesuvs
+hat in seinem obersten Umkreise (nach DELLA TORRE) 5624 Pariser Fuß, und
+also etwa 500 rheinländische Ruten, und im Durchmesser beinahe 160
+derselben; ein solcher aber könnte gewiß durch kein Teleskop im Monde
+erkannt werden.(2) Dagegen hat der kraterähnliche Flecken _Tycho_ im
+Monde nah an dreißig deutsche Meilen im Durchmesser und könnte mit dem
+Königreich Böhmen, der ihm nahe Flecken _Clavius_ aber an Größe mit dem
+Markgraftum Mähren verglichen werden. Nun sind diese Länder auf der Erde
+eben auch kraterähnlich von Gebirgen eingefaßt, von welchen ebenso als
+von dem _Tycho_ sich Bergketten gleichsam im Sterne verbreiten. Wenn
+aber unsere durch Landrücken eingeschlossene kraterförmige Bassins, (die
+insgesamt Sammlungsplätze der Gewässer für die Ströme abgeben, und womit
+das feste Land überall bedeckt ist), dem Monde den ähnlichen Anblick
+doch nicht verschaffen sollten, -- wie es in der Tat auch nur von
+einigen zu vermuten ist --, so würde dieses nur dem zufälligen Umstande
+zuzuschreiben sein, daß die Mondsatmosphäre, (deren Wirklichkeit durch
+die Herschelsche Entdeckung, weil Feuer daselbst brennt, bewiesen ist)
+bei weitem nicht so hoch reichen kann als die unsrige (wie die
+unmerkliche Strahlenbrechung am Rande dieses Trabanten es beweiset),
+mithin die Bergrücken des Mondes über die Grenze der Vegetation
+hinausreichen; bei uns hingegen die Bergrücken ihrem größten Teile nach
+mit Gewächsen bedeckt sind und daher gegen die Fläche des
+eingeschlossenen Bassins freilich nicht sonderlich abstechen können.
+
+ (2) Aber seine feurige Eruption selbst könnte in der Mondsnacht
+ gleichwohl gesehen werden. In dem oben angeführten Briefe wird zu der
+ Beobachtung des Neffen des Herrn _Beccaria_ und des _Don Ulloa_ die
+ Anmerkung gemacht, daß beide Vulkane von entsetzlichem Umfange gewesen
+ sein müßten, weil Herr _Herschel_ den seinigen durch ein ohne
+ Vergleich größeres Teleskop nur so eben und zwar unter allen
+ Mitzuschauern nur allein hat bemerken können. Allein bei
+ selbstleuchtenden Materien kömmt es nicht so sehr auf den Umfang als
+ die Reinigkeit des Feuers an, um deutlich gesehen zu werden; und von
+ den Vulkanen ist es bekannt, daß ihre Flammen bisweilen helles,
+ bisweilen im Rauche gedämpftes Licht um sich verbreiten. --
+
+Wir haben also auf der Erde zweierlei kraterähnliche Bildungen der
+Landesfläche: eine, die vulkanischen Ursprungs sind, und die 160 Ruten
+im Durchmesser, mithin etwa 20000 Quadratruten in der Fläche befassen;
+andere, die keinesweges vulkanischen Ursprungs sind und gegen 1000
+Quadratmeilen, mithin wohl 200000mal mehr in ihrem Flächeninhalte haben.
+Mit welcher wollen wir nun jene ringförmigen Erhöhungen auf dem Monde,
+(deren keine _beobachtete_ weniger als eine deutsche Meile, einige wohl
+dreißig im Durchmesser haben), vergleichen? -- Ich denke: nach der
+Analogie zu urteilen, nur mit den letztern, welche nicht vulkanisch
+sind. Denn die Gestalt macht es nicht allein aus; der ungeheure
+Unterschied der Größe muß auch in Anschlag gebracht werden. Alsdann aber
+hat Herrn HERSCHELS Beobachtung zwar die Idee von Vulkanen im Monde
+bestätigt, aber nur von solchen, deren Krater weder von ihm, noch von
+jemand anders gesehen worden ist, noch gesehen werden kann; hingegen hat
+sie nicht die Meinung bestätigt, daß die sichtbaren ringförmigen
+Konfigurationen auf der Mondsfläche vulkanische Kraters wären. Denn das
+sind sie, (wenn man hier nach der Analogie mit ähnlichen großen Bassins
+auf der Erde urteilen soll), aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Man
+müßte also nur sagen: Da der Mond, in Ansehung der kraterähnlichen
+Bassins, mit denen, die auf der Erde die Sammlungsbecken der Gewässer
+für Ströme ausmachen, aber nicht vulkanisch sind, soviel Ähnlichkeit
+hat, so könne man vermuten, daß er auch in Ansehung der auf der Erde
+befindlichen vulkanischen Kraters ähnlich gebildet sei. Zwar können wir
+diese letztern im Monde nicht sehen; aber es sind doch in der Mondsnacht
+selbstleuchtende Punkte als Beweise eines Feuers auf demselben
+wahrgenommen worden, die sich am besten aus dieser nach der Analogie zu
+vermutenden Ursache erklären lassen.(3)
+
+ (3) _Beccaria_ hielt die aus den ringförmigen Mondserhöhungen
+ strahlenweise auslaufenden Rücken für Lavaströme; aber der ganz
+ ungeheure Unterschied derselben von denen, die aus den Vulkanen
+ unserer Erde fließen, in Ansehung ihrer Größe, widerlegt diese Meinung
+ und macht es wahrscheinlich, daß sie Bergketten sind, die, so wie die
+ auf unserer Erde, aus einem Hauptstamm der Gebirge strahlenförmig
+ auslaufen.
+
+Diese kleine Zweideutigkeit in der Folgerung obgedachter berühmter
+Männer nun beiseite gesetzt, -- welcher Ursache kann man denn die auf
+der Erdfläche so durchgängig anzutreffenden nichtvulkanischen Kraters,
+nämlich die Bassins zu Strömen, zuschreiben? Eruptionen müssen hier
+natürlicherweise zum Grunde gelegt werden; aber vulkanisch konnten sie
+nicht sein, weil die Gebirge, welche den Rand derselben ausmachen, keine
+Materien solcher Art enthalten, sondern aus einer wässerichten Mischung
+entstanden zu sein scheinen. Ich denke, daß, wenn man sich die Erde
+ursprünglich als ein im Wasser aufgelösetes Chaos vorstellt, die ersten
+Eruptionen, die allerwärts, selbst aus der größten Tiefe, entspringen
+mußten, _atmosphärisch_ (im eigentlichen Sinn des Worts) gewesen sein
+werden. Denn man kann sehr wohl annehmen, daß unser Luftmeer
+(Aërosphäre), das sich jetzt über der Erdfläche befindet, vorher mit den
+übrigen Materien der Erdmasse in einem Chaos vermischt gewesen; daß es,
+zusamt vielen andern elastischen _Dünsten_, aus der erhitzten Kugel
+gleichsam in großen Blasen ausgebrochen; in dieser Ebullition, (davon
+kein Teil der Erdfläche frei war), die Materien, welche die
+ursprünglichen Gebirge ausmachen, kraterförmig ausgeworfen und dadurch
+die Grundlage zu allen Bassins der Ströme, womit, als den Maschen eines
+Netzes, das ganze feste Land durchwirkt ist, gelegt habe. Jene Ränder,
+da sie aus Materie, die im Wasser erweicht war, bestanden, mußten ihr
+Auflösungswasser allmählich fahren lassen, welches beim Ablaufen die
+Einschnitte ausspülte, wodurch sich jene Ränder, die jetzt gebirgig und
+sägeförmig sind, von den vulkanischen, die einen fortgehenden Rücken
+vorstellen, unterscheiden. Diese uranfänglichen Gebirge bestehen nun,
+nachdem andere Materien, die sich nicht so geschwinde kristallisierten
+oder verhärteten, z. B. Hornstein und ursprünglicher Kalk, davon
+geschieden worden, _aus Granit_; auf welchen, da die Ebullition an
+demselben Orte immer schwächer, mithin niedriger ward, sich die letztern
+als ausgewaschene Materien in stufenartiger Ordnung nach ihrer mindern
+Schwere oder Auflösungsfähigkeit im Wasser niederließen. Also war die
+erste bildende Ursache der Unebenheiten der Oberfläche eine
+atmosphärische Ebullition, die ich aber lieber _chaotisch_ nennen
+möchte, um den ersten Anfang derselben zu bezeichnen.
+
+Auf diese, muß man sich vorstellen, hat eine _pelagische_ Alluvion nach
+und nach Materien, die größtenteils schon Meergeschöpfe enthielten,
+geschichtet. Denn jene chaotische Kraters, wo deren eine Menge gleichsam
+_gruppiert_ war, bildeten weit ausgebreitete Erhöhungen über andere
+Gegenden, woselbst die Ebullition nicht so heftig gewesen war. Aus jenen
+ward Land mit seinen Gebirgen, aus diesen Seegrund. Indem nun das
+überflüssige Kristallisationswasser aus jenen Bassins ihre Ränder
+durchwusch, und ein Bassin sein Wasser in das andere, alle aber zu dem
+niedrigen Teil der sich eben formenden Erdfläche (nämlich dem Meere)
+ablaufen ließ, so bildete es die Pässe für die künftigen Ströme, welche
+man noch mit Verwunderung zwischen steilen Felswänden, denen sie itzt
+nichts anhaben können, durchgehen und das Meer suchen sieht. Dieses wäre
+also die Gestalt des Skeletts von der Erdoberfläche, sofern sie aus
+Granit besteht, der unter allen Flötzschichten fortgeht, welche die
+folgenden pelagischen Alluvionen auf jenen aufgesetzt haben. Aber eben
+darum mußte die Gestalt der Länder, selbst da, wo die neuern Schichten
+den in der Tiefe befindlichen alten Granit ganz bedecken, doch auch
+kraterförmig werden, weil ihr Grundlager so gebildet war. Daher kann man
+auf einer Karte, (worauf keine Gebirge gezeichnet sind), die Landrücken
+ziehen, wenn man durch die Quellen der Ströme, die einem großen Flusse
+zufallen, eine fortgehende Linie zeichnet, die jederzeit einen Kreis als
+Bassin des Stromes einschließen wird.
+
+Da das Becken des Meeres vermutlich immer mehr vertieft wurde und alle
+aus obigen Bassins ablaufende Wasser nach sich zog, so wurden nun
+dadurch die Flußbetten und der ganze itzige Bau des Landes erzeugt, der
+die Vereinigung der Wasser aus so vielen Bassins in einen Kanal möglich
+macht. Denn es ist nichts natürlicher als daß das Bette, worin ein Strom
+itzt das Wasser von großen Ländern abführt, eben von demjenigen Wasser
+und dem Rückzuge desselben ausgespült worden, zu welchem es jetzt
+abfließt, nämlich vom Meere und dessen uralten Alluvionen. Unter einem
+allgemeinen Ozean, wie BUFFON will, und durch Seeströme im Grunde
+desselben, läßt sich eine Wegwaschung nach einer solchen Regel gar nicht
+denken, weil unter dem Wasser kein Abfluß nach der Abschüssigkeit des
+Bodens, die doch hier das Wesentlichste ausmacht, möglich ist.(4)
+
+ (4) Der Lauf der Ströme scheint mir der eigentliche Schlüssel der
+ Erdtheorie zu sein. Denn dazu wird erfordert, daß das Land erstlich
+ durch Landrücken gleichsam in Teiche abgeteilt sei; zweitens, daß der
+ Boden, auf welchem diese Teiche ihr Wasser einander mitteilen, um es
+ endlich in einem Kanal abzuführen, von dem Wasser selbst gebauet und
+ geformt worden, welches sich nach und nach von den höheren Bassins bis
+ zum niedrigsten zurückzog, nämlich zum Meere.
+
+Die _vulkanischen Eruptionen_ scheinen die spätesten gewesen zu sein,
+nämlich nachdem die Erde schon auf ihrer Oberfläche fest geworden war.
+Sie haben auch nicht das Land, mit seinem hydraulisch regelmäßigen
+Bauwerk, zum Ablauf der Ströme, sondern etwa nur einzelne Berge
+gebildet, die in Vergleichung mit dem Gebäude des ganzen festen Landes
+und seiner Gebirge nur eine Kleinigkeit sind.
+
+Der Nutzen nun, den der Gedanke obgedachter berühmter Männer haben kann,
+und den die Herschelsche Entdeckung, obzwar _nur indirekt_, bestätigt,
+ist in Ansehung der Kosmogonie von Erheblichkeit, daß nämlich die
+Weltkörper ziemlich auf ähnliche Art ihre erste Bildung empfangen haben.
+Sie waren insgesamt anfänglich in flüssigem Zustande; das beweiset ihre
+kugelrunde und, wo sie sich beobachten läßt, auch nach Maßgabe der
+Achsendrehung und der Schwere auf ihrer Oberfläche abgeplattete Gestalt.
+Ohne Wärme aber gibts keine Flüssigkeit. _Woher kam nun diese
+ursprüngliche Wärme_? Sie mit BUFFON von der Sonnenglut, wovon alle
+planetische Kugeln nur abgestoßene Brocken wären, abzuleiten, ist nur
+ein Behelf auf kurze Zeit; denn _woher kam die Wärme der Sonne_? Wenn
+man annimmt, (welches auch aus andern Gründen sehr wahrscheinlich ist),
+daß der Urstoff aller Weltkörper in dem ganzen weiten Raume, worin sie
+sich itzt bewegen, anfangs dunstförmig verbreitet gewesen, und sich
+daraus nach Gesetzen, zuerst der chemischen, hernach und vornehmlich der
+kosmologischen Attraktion gebildet haben, so geben CRAWFORDS
+Entdeckungen einen Wink, mit der Bildung der Weltkörper zugleich die
+Erzeugung so großer Grade der Hitze als man selbst will begreiflich zu
+machen. Denn wenn das Element der Wärme für sich im Weltraum allerwärts
+gleichförmig ausgebreitet ist, sich aber nur an verschiedene Materien in
+dem Maße hängt, als sie es verschiedentlich anziehen; wenn, wie er
+beweiset, dunstförmig ausgebreitete Materien weit mehr Elementarwärme in
+sich fassen und auch zu einer dunstförmigen Verbreitung bedürfen, als
+sie halten können, sobald sie in den Zustand dichter Massen übergehen
+d. i. sich zu Weltkugeln vereinigen, so müssen diese Kugeln ein Übermaß
+von Warmmaterie über das natürliche Gleichgewicht mit der Warmmaterie im
+Raume, worin sie sich befinden, enthalten, d. i. ihre relative Wärme in
+Ansehung des Weltraums wird angewachsen sein. (So verliert vitriolsaure
+Luft, wenn sie das Eis berührt, auf einmal ihren dunstartigen Zustand,
+und dadurch vermehrt sich die Wärme in solchem Maße, daß das Eis im
+Augenblick schmilzt.) Wie groß der Anwachs sein möge, darüber haben wir
+keine Eröffnung; doch scheint das Maß der ursprünglichen Verdünnung, der
+Grad der nachmaligen Verdichtung, und die Kürze der Zeit derselben hier
+in Anschlag zu kommen. Da die letztere nun auf den Grad der Anziehung,
+die den zerstreuten Stoff vereinigte, diese aber auf die Quantität der
+Materie des sich bildenden Weltkörpers ankömmt, so mußte die Größe der
+Erhitzung der letzteren auch proportionierlich sein. Auf die Weise
+würden wir einsehen, warum der Zentralkörper (als die größte Masse in
+jedem Weltsystem) auch die größte Hitze haben und allerwärts eine Sonne
+sein könne; imgleichen mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuten, daß die
+höhern Planeten, weil sie teils meistens größer sind, teils aus
+verdünnterem Stoffe gebildet worden als die niedrigern, mehr innere
+Wärme als diese haben können, welche sie auch, (da sie von der Sonne
+beinahe nur Licht genug zum Sehen bekommen), zu bedürfen scheinen. Auch
+würde uns die gebirgigte Bildung der Oberflächen der Weltkörper, auf
+welche unsere Beobachtung reicht, der Erde, des Mondes und der Venus,
+aus atmosphärischen Eruptionen ihrer ursprünglich erhitzten
+chaotisch-flüssigen Masse, als ein ziemlich allgemeines Gesetz
+erscheinen. Endlich würden die vulkanischen Eruptionen aus der Erde, dem
+Monde und sogar der Sonne (deren Kraters WILSON in den Flecken derselben
+sah, indem er ihre Erscheinungen wie HUYGHENS die des Saturnringes,
+sinnreich untereinander verglich), ein allgemeines Prinzip der Ableitung
+und Erklärung bekommen.
+
+Wollte man hier den Tadel, den ich oben in BUFFONS Erklärungsart fand,
+auf mich zurückschieben, und fragen: Woher kam denn die erste Bewegung
+jener Atomen im Weltraume? so würde ich antworten, daß ich mich dadurch
+nicht anheischig gemacht habe, die erste aller Naturveränderungen
+anzugeben, welches in der Tat unmöglich ist. Dennoch aber halte ich es
+für unzulässig, bei einer Naturbeschaffenheit, z. B. der Hitze der
+Sonne, die mit Erscheinungen, deren Ursache wir nach sonst bekannten
+Gesetzen wenigstens mutmaßen können, Ähnlichkeit hat, stehenzubleiben,
+und verzweifelterweise die unmittelbare göttliche Anordnung zum
+Erklärungsgrunde herbeizurufen. Diese letzte muß zwar, wenn von Natur im
+ganzen die Rede ist, unvermeidlich unsere Nachfrage beschließen; aber
+bei jeder Epoche der Natur, da keine derselben in einer Sinnenwelt als
+die schlechthin erste angegeben werden kann, sind wir darum von der
+Verbindlichkeit nicht befreit, unter den Weltursachen zu suchen, soweit
+es uns nur möglich ist, und ihre Kette nach uns bekannten Gesetzen,
+solange sie aneinanderhängt, zu verfolgen.
+
+ I. _Kant_.
+
+
+
+
+Lesarten
+
+
+Drucke:
+
+1. Berlinische Monatsschrift. März-Heft 1785. S. 199-213.
+
+2. Kants kleine Schriften. Neuwied 1793. Haupt. 8o. S. 51-68.(5)
+
+ (5) Ak. hat den Druckfehler: S. 58-61.
+
+3. I. Kant. Zerstreute Aufsätze. Frankfurt und Leipzig 1793. S. 37-50.
+
+4. I. Kant. Sämmtliche kleine Schriften. 4 Bände. Königsberg und Leipzig
+(Voigt, Jena) 1797-98. 8o. Bd. III, S. 173-188.
+
+5. I. Kants vermischte Schriften. 3 Bände. Halle 1799. (Tieftrunk.)
+Bd. III. S. 1-16.
+
+6. Kant. Vorzügliche kleine Schriften und Aufsätze hrsg. mit Noten von
+F. Ch. Starke. 2 Bände. Leipzig 1833 und Quedlinburg 1838. Bd. I,
+S. 248-257.
+
+ * * * * *
+
+203, 1 1784 (Ak)] 1783 (A) Der Fehler ist im Text zu berichtigen. 204, 3
+so ein (A, 93)] Hsgg.: »ein so« Unnötig. 205, 12 so] fehlt D (Df.) 206,
+14 aus dieser (T)] auf dieser (A, 93) 206, 17 berühmter] fehlt D 206, 29
+f. über der (H)] über die (A, D) Df. 206, 2 d. Anm. auslaufenden (A,
+93)] laufenden T, danach auch H, D! 207, 11 die sich (A, 93)] die T, H,
+D (Df.) 207, 22 schon (A)] fehlt H, D (Df.) 208, 1 auf (A)] fehlt D
+(Df.) 208, 2 v. u. d. Anm. den (A)] fehlt D (Df.) 208, 1 v. u. d. Anm.
+zum (93)] vom (A) 209, 2 nun (A, 93)] fehlt T, H, D (Df.) 209, 13 v. u.
+der ursprünglichen (A, 93)] der H, D (Df.)
+
+
+
+
+
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+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
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+
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+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
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+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
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+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
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+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at https://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
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+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
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+increasing the number of public domain and licensed works that can be
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+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
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+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
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+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
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+
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+works.
+
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+concept of a library of electronic works that could be freely shared
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+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
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+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
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+
+
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+
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+
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+
+
+<pre>
+
+The Project Gutenberg EBook of Über die Vulkane im Monde, by Immanuel Kant
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Über die Vulkane im Monde
+
+Author: Immanuel Kant
+
+Release Date: February 3, 2012 [EBook #38755]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DIE VULKANE IM MONDE ***
+
+
+
+
+Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger
+
+
+
+
+
+</pre>
+
+
+
+<div id="tnote">
+<p class="center"><b>Anmerkungen zur Transkription:</b></p>
+<p>Der Text stammt aus: <cite>Immanuel Kants Werke. Band IV. Schriften von
+1783&ndash;1788. Herausgegeben von Dr. Artur Buchenau und Dr. Ernst Cassirer.
+Berlin: Bruno Cassirer 1913</cite>. S.&nbsp;201&ndash;210
+und 541 (<a href="#Lesarten">Lesarten</a>).</p>
+
+<p>Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden
+übernommen.</p>
+</div>
+
+<div><a class="pagenum" name="Page_201" title="201"> </a></div>
+<h1>Über die
+Vulkane im Monde.</h1>
+
+<p class="drop-cap">Im<a class="pagenum" name="Page_203" title="203"> </a> Gentleman's Magazine, 1783, befindet sich gleich zu Anfang
+ein Sendschreiben des russischen Staatsrats Herrn AEPINUS an
+Herrn PALLAS über eine Nachricht, die Herr MAGELLAN der
+Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Petersburg mitgeteilt
+hat, betreffend einen vom Herrn HERSCHEL am 4. Mai 1783
+entdeckten Vulkan im Monde. Diese Neuigkeit interessierte Herrn
+AEPINUS, wie er sagt, um destomehr, weil sie seiner Meinung
+nach <em class="gesperrt">die Richtigkeit seiner Mutmaßung über den vulkanischen
+Ursprung der Unebenheiten der Mondsfläche beweise</em>,
+die er im Jahr 1778 gefaßt und 1781 in Berlin durch
+den Druck bekannt gemacht hat<a name="FNanchor_1" href="#Footnote_1" class="fnanchor">(1)</a>; und worin sich, wie er mit
+Vergnügen gesteht, drei Naturforscher einander ohne Mitteilung
+begegnet haben: er selbst, Herr AEPINUS in Petersburg, Herr
+Professor BECCARIA zu Turin und Herr Prof. LICHTENBERG
+in Göttingen. Indessen da durch den Ritter HAMILTON die
+Aufmerksamkeit auf vulkanische Kratere in allen Ländern so allgemein
+gerichtet worden, so sei jene Mutmaßung mit einer überständig
+reifen Frucht zu vergleichen, die in die Hände des
+ersten besten fallen müssen, der zufällig den Baum anrührete.
+Um endlich, durch Ansprüche auf die Ehre der ersten Vermutung,
+unter Zeitgenossen keinen Zwist zu erregen, führt er den berühmten
+ROBERT HOOKE als den ersten Urheber derselben an,
+in dessen Mikrographie (gedruckt 1655) im 20sten Kapitel er grade
+die nämlichen Ideen angetroffen habe. <i lang="la" xml:lang="la">Sic redit ad Dominum</i>&nbsp;&ndash;</p>
+
+<p>Herrn HERSCHELS Entdeckung hat, als Bestätigung der zweideutigen
+Beobachtungen des Neffen des Herrn BECCARIA und
+des DON ULLOA, allerdings einen großen Wert und führt auf
+Ähnlichkeiten des Mondes (wahrscheinlich auch anderer Weltkörper)
+mit unserer Erde, die sonst nur für gewagte Mutmaßungen
+hätten gelten können. Allein die <em class="gesperrt">Mutmaßung des Herrn
+<a class="pagenum" name="Page_204" title="204"> </a>
+AEPINUS bestätigt sie</em> (wie ich dafür halte) <em class="gesperrt">nicht</em>. Es bleibt,
+unerachtet aller Ähnlichkeit der ringförmigen Mondsflecken mit
+Krateren von Vulkanen, dennoch so ein erheblicher Unterschied
+zwischen beiden und dagegen zeigt sich eine so treffende Ähnlichkeit
+derselben mit anderen kreisförmigen Zügen <em class="gesperrt">unvulkanischer
+Gebirge</em> oder Landesrücken auf unserer Erde, daß eher
+eine andere, obzwar nur gewissermaßen mit jener analogische
+Mutmaßung über die Bildung der Weltkörper dadurch bestätigt
+sein möchte.</p>
+
+<p>Die den Krateren ähnlichen ringförmigen Erhöhungen im
+Monde machen allerdings einen Ursprung durch <em class="gesperrt">Eruptionen</em>
+wahrscheinlich. Wir finden aber auf unserer Erde zweierlei kreisförmige
+Erhöhungen, deren die einen durchgängig nur von so
+kleinem Umfange sind, daß sie, vom Monde aus beobachtet,
+durch gar kein Teleskop könnten unterschieden werden; und von
+diesen zeigen die Materien, woraus sie bestehen, ihren Ursprung
+aus vulkanischen Eruptionen. Andere dagegen befassen ganze
+Länder oder Provinzen von vielen hundert Quadratmeilen Inhalt,
+innerhalb eines mit höhern oder minder hohen Gebirgen besetzten
+und sich kreisförmig herumziehenden Landrückens. Diese würden
+allein vom Monde aus, und zwar von derselben Größe als wir
+jene kreisförmigen Flecken im Monde erblicken, gesehen werden
+können, wofern nur Ähnlichkeit ihrer Bekleidung (durch Wald
+oder andere Gewächse) die Unterscheidung derselben in so großer
+Entfernung nicht etwa verhinderte. Diese lassen also auch <em class="gesperrt">Eruptionen</em>
+vermuten, durch die sie entstanden sein mögen, die aber
+nach dem Zeugnis der Materien, woraus sie bestehen, <em class="gesperrt">keinesweges
+vulkanische</em> haben sein können. &ndash; Der Krater des
+Vesuvs hat in seinem obersten Umkreise (nach DELLA TORRE)
+5624 Pariser Fuß, und also etwa 500 rheinländische Ruten, und
+im Durchmesser beinahe 160 derselben; ein solcher aber könnte
+gewiß durch kein Teleskop im Monde erkannt werden.<a name="FNanchor_2" href="#Footnote_2" class="fnanchor">(2)</a> Dagegen
+<a class="pagenum" name="Page_205" title="205"> </a>
+hat der kraterähnliche Flecken <em class="gesperrt">Tycho</em> im Monde nah an
+dreißig deutsche Meilen im Durchmesser und könnte mit dem
+Königreich Böhmen, der ihm nahe Flecken <em class="gesperrt">Clavius</em> aber an Größe
+mit dem Markgraftum Mähren verglichen werden. Nun sind diese
+Länder auf der Erde eben auch kraterähnlich von Gebirgen eingefaßt,
+von welchen ebenso als von dem <em class="gesperrt">Tycho</em> sich Bergketten
+gleichsam im Sterne verbreiten. Wenn aber unsere durch Landrücken
+eingeschlossene kraterförmige Bassins, (die insgesamt Sammlungsplätze
+der Gewässer für die Ströme abgeben, und womit das
+feste Land überall bedeckt ist), dem Monde den ähnlichen Anblick
+doch nicht verschaffen sollten, &ndash; wie es in der Tat auch
+nur von einigen zu vermuten ist&nbsp;&ndash;, so würde dieses nur dem
+zufälligen Umstande zuzuschreiben sein, daß die Mondsatmosphäre,
+(deren Wirklichkeit durch die Herschelsche Entdeckung, weil
+Feuer daselbst brennt, bewiesen ist) bei weitem nicht so hoch
+reichen kann als die unsrige (wie die unmerkliche Strahlenbrechung
+am Rande dieses Trabanten es beweiset), mithin die Bergrücken
+des Mondes über die Grenze der Vegetation hinausreichen; bei
+uns hingegen die Bergrücken ihrem größten Teile nach mit Gewächsen
+bedeckt sind und daher gegen die Fläche des eingeschlossenen
+Bassins freilich nicht sonderlich abstechen können.</p>
+
+<p>Wir haben also auf der Erde zweierlei kraterähnliche Bildungen
+der Landesfläche: eine, die vulkanischen Ursprungs sind, und die
+160 Ruten im Durchmesser, mithin etwa 20000 Quadratruten
+in der Fläche befassen; andere, die keinesweges vulkanischen Ursprungs
+sind und gegen 1000 Quadratmeilen, mithin wohl
+200000mal mehr in ihrem Flächeninhalte haben. Mit welcher
+wollen wir nun jene ringförmigen Erhöhungen auf dem Monde,
+(deren keine <em class="gesperrt">beobachtete</em> weniger als eine deutsche Meile,
+einige wohl dreißig im Durchmesser haben), vergleichen? &ndash; Ich
+denke: nach der Analogie zu urteilen, nur mit den letztern,
+welche nicht vulkanisch sind. Denn die Gestalt macht es nicht
+allein aus; der ungeheure Unterschied der Größe muß auch in
+Anschlag gebracht werden. Alsdann aber hat Herrn HERSCHELS
+Beobachtung zwar die Idee von Vulkanen im Monde bestätigt,
+aber nur von solchen, deren Krater weder von ihm, noch von
+<a class="pagenum" name="Page_206" title="206"> </a>
+jemand anders gesehen worden ist, noch gesehen werden kann;
+hingegen hat sie nicht die Meinung bestätigt, daß die sichtbaren
+ringförmigen Konfigurationen auf der Mondsfläche vulkanische
+Kraters wären. Denn das sind sie, (wenn man hier nach der
+Analogie mit ähnlichen großen Bassins auf der Erde urteilen soll),
+aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Man müßte also nur sagen:
+Da der Mond, in Ansehung der kraterähnlichen Bassins, mit denen,
+die auf der Erde die Sammlungsbecken der Gewässer für Ströme
+ausmachen, aber nicht vulkanisch sind, soviel Ähnlichkeit hat, so
+könne man vermuten, daß er auch in Ansehung der auf der Erde
+befindlichen vulkanischen Kraters ähnlich gebildet sei. Zwar können
+wir diese letztern im Monde nicht sehen; aber es sind doch in
+der Mondsnacht selbstleuchtende Punkte als Beweise eines Feuers
+auf demselben wahrgenommen worden, die sich am besten aus
+dieser nach der Analogie zu vermutenden Ursache erklären lassen.<a name="FNanchor_3" href="#Footnote_3" class="fnanchor">(3)</a></p>
+
+<p>Diese kleine Zweideutigkeit in der Folgerung obgedachter
+berühmter Männer nun beiseite gesetzt, &ndash; welcher Ursache kann
+man denn die auf der Erdfläche so durchgängig anzutreffenden
+nichtvulkanischen Kraters, nämlich die Bassins zu Strömen, zuschreiben?
+Eruptionen müssen hier natürlicherweise zum Grunde
+gelegt werden; aber vulkanisch konnten sie nicht sein, weil die
+Gebirge, welche den Rand derselben ausmachen, keine Materien
+solcher Art enthalten, sondern aus einer wässerichten Mischung
+entstanden zu sein scheinen. Ich denke, daß, wenn man sich die
+Erde ursprünglich als ein im Wasser aufgelösetes Chaos vorstellt,
+die ersten Eruptionen, die allerwärts, selbst aus der größten Tiefe,
+entspringen mußten, <em class="gesperrt">atmosphärisch</em> (im eigentlichen Sinn des
+Worts) gewesen sein werden. Denn man kann sehr wohl annehmen,
+daß unser Luftmeer (Aërosphäre), das sich jetzt über
+der Erdfläche befindet, vorher mit den übrigen Materien der Erdmasse
+in einem Chaos vermischt gewesen; daß es, zusamt vielen
+andern elastischen <em class="gesperrt">Dünsten</em>, aus der erhitzten Kugel gleichsam
+in großen Blasen ausgebrochen; in dieser Ebullition, (davon kein
+<a class="pagenum" name="Page_207" title="207"> </a>
+Teil der Erdfläche frei war), die Materien, welche die ursprünglichen
+Gebirge ausmachen, kraterförmig ausgeworfen und dadurch
+die Grundlage zu allen Bassins der Ströme, womit, als den
+Maschen eines Netzes, das ganze feste Land durchwirkt ist, gelegt
+habe. Jene Ränder, da sie aus Materie, die im Wasser erweicht
+war, bestanden, mußten ihr Auflösungswasser allmählich fahren
+lassen, welches beim Ablaufen die Einschnitte ausspülte, wodurch
+sich jene Ränder, die jetzt gebirgig und sägeförmig sind, von den
+vulkanischen, die einen fortgehenden Rücken vorstellen, unterscheiden.
+Diese uranfänglichen Gebirge bestehen nun, nachdem
+andere Materien, die sich nicht so geschwinde kristallisierten oder
+verhärteten, z.&nbsp;B. Hornstein und ursprünglicher Kalk, davon geschieden
+worden, <em class="gesperrt">aus Granit</em>; auf welchen, da die Ebullition an
+demselben Orte immer schwächer, mithin niedriger ward, sich die
+letztern als ausgewaschene Materien in stufenartiger Ordnung
+nach ihrer mindern Schwere oder Auflösungsfähigkeit im Wasser
+niederließen. Also war die erste bildende Ursache der Unebenheiten
+der Oberfläche eine atmosphärische Ebullition, die ich aber
+lieber <em class="gesperrt">chaotisch</em> nennen möchte, um den ersten Anfang derselben
+zu bezeichnen.</p>
+
+<p>Auf diese, muß man sich vorstellen, hat eine <em class="gesperrt">pelagische</em>
+Alluvion nach und nach Materien, die größtenteils schon Meergeschöpfe
+enthielten, geschichtet. Denn jene chaotische Kraters,
+wo deren eine Menge gleichsam <em class="gesperrt">gruppiert</em> war, bildeten weit
+ausgebreitete Erhöhungen über andere Gegenden, woselbst die
+Ebullition nicht so heftig gewesen war. Aus jenen ward Land
+mit seinen Gebirgen, aus diesen Seegrund. Indem nun das überflüssige
+Kristallisationswasser aus jenen Bassins ihre Ränder durchwusch,
+und ein Bassin sein Wasser in das andere, alle aber zu
+dem niedrigen Teil der sich eben formenden Erdfläche (nämlich
+dem Meere) ablaufen ließ, so bildete es die Pässe für die künftigen
+Ströme, welche man noch mit Verwunderung zwischen steilen
+Felswänden, denen sie itzt nichts anhaben können, durchgehen und
+das Meer suchen sieht. Dieses wäre also die Gestalt des Skeletts
+von der Erdoberfläche, sofern sie aus Granit besteht, der unter
+allen Flötzschichten fortgeht, welche die folgenden pelagischen
+Alluvionen auf jenen aufgesetzt haben. Aber eben darum mußte
+die Gestalt der Länder, selbst da, wo die neuern Schichten den
+in der Tiefe befindlichen alten Granit ganz bedecken, doch auch
+kraterförmig werden, weil ihr Grundlager so gebildet war. Daher
+<a class="pagenum" name="Page_208" title="208"> </a>
+kann man auf einer Karte, (worauf keine Gebirge gezeichnet sind),
+die Landrücken ziehen, wenn man durch die Quellen der Ströme,
+die einem großen Flusse zufallen, eine fortgehende Linie zeichnet,
+die jederzeit einen Kreis als Bassin des Stromes einschließen wird.</p>
+
+<p>Da das Becken des Meeres vermutlich immer mehr vertieft
+wurde und alle aus obigen Bassins ablaufende Wasser nach sich
+zog, so wurden nun dadurch die Flußbetten und der ganze itzige
+Bau des Landes erzeugt, der die Vereinigung der Wasser aus so
+vielen Bassins in einen Kanal möglich macht. Denn es ist nichts
+natürlicher als daß das Bette, worin ein Strom itzt das Wasser
+von großen Ländern abführt, eben von demjenigen Wasser und
+dem Rückzuge desselben ausgespült worden, zu welchem es jetzt
+abfließt, nämlich vom Meere und dessen uralten Alluvionen. Unter
+einem allgemeinen Ozean, wie BUFFON will, und durch Seeströme
+im Grunde desselben, läßt sich eine Wegwaschung nach
+einer solchen Regel gar nicht denken, weil unter dem Wasser
+kein Abfluß nach der Abschüssigkeit des Bodens, die doch hier
+das Wesentlichste ausmacht, möglich ist.<a name="FNanchor_4" href="#Footnote_4" class="fnanchor">(4)</a></p>
+
+<p>Die <em class="gesperrt">vulkanischen Eruptionen</em> scheinen die spätesten gewesen
+zu sein, nämlich nachdem die Erde schon auf ihrer Oberfläche
+fest geworden war. Sie haben auch nicht das Land, mit seinem
+hydraulisch regelmäßigen Bauwerk, zum Ablauf der Ströme,
+sondern etwa nur einzelne Berge gebildet, die in Vergleichung
+mit dem Gebäude des ganzen festen Landes und seiner Gebirge
+nur eine Kleinigkeit sind.</p>
+
+<p>Der Nutzen nun, den der Gedanke obgedachter berühmter
+Männer haben kann, und den die Herschelsche Entdeckung,
+obzwar <em class="gesperrt">nur indirekt</em>, bestätigt, ist in Ansehung der Kosmogonie
+von Erheblichkeit, daß nämlich die Weltkörper ziemlich auf ähnliche
+Art ihre erste Bildung empfangen haben. Sie waren insgesamt
+anfänglich in flüssigem Zustande; das beweiset ihre kugelrunde
+und, wo sie sich beobachten läßt, auch nach Maßgabe der
+Achsendrehung und der Schwere auf ihrer Oberfläche abgeplattete
+<a class="pagenum" name="Page_209" title="209"> </a>
+Gestalt. Ohne Wärme aber gibts keine Flüssigkeit. <em class="gesperrt">Woher kam
+nun diese ursprüngliche Wärme</em>? Sie mit BUFFON von der
+Sonnenglut, wovon alle planetische Kugeln nur abgestoßene Brocken
+wären, abzuleiten, ist nur ein Behelf auf kurze Zeit; denn <em class="gesperrt">woher
+kam die Wärme der Sonne</em>? Wenn man annimmt, (welches
+auch aus andern Gründen sehr wahrscheinlich ist), daß der Urstoff
+aller Weltkörper in dem ganzen weiten Raume, worin sie sich
+itzt bewegen, anfangs dunstförmig verbreitet gewesen, und sich
+daraus nach Gesetzen, zuerst der chemischen, hernach und vornehmlich
+der kosmologischen Attraktion gebildet haben, so geben
+CRAWFORDS Entdeckungen einen Wink, mit der Bildung der
+Weltkörper zugleich die Erzeugung so großer Grade der Hitze
+als man selbst will begreiflich zu machen. Denn wenn das Element
+der Wärme für sich im Weltraum allerwärts gleichförmig ausgebreitet
+ist, sich aber nur an verschiedene Materien in dem Maße hängt,
+als sie es verschiedentlich anziehen; wenn, wie er beweiset, dunstförmig
+ausgebreitete Materien weit mehr Elementarwärme in sich
+fassen und auch zu einer dunstförmigen Verbreitung bedürfen, als sie
+halten können, sobald sie in den Zustand dichter Massen übergehen
+d.&nbsp;i. sich zu Weltkugeln vereinigen, so müssen diese Kugeln ein
+Übermaß von Warmmaterie über das natürliche Gleichgewicht mit
+der Warmmaterie im Raume, worin sie sich befinden, enthalten,
+d.&nbsp;i. ihre relative Wärme in Ansehung des Weltraums wird angewachsen
+sein. (So verliert vitriolsaure Luft, wenn sie das Eis
+berührt, auf einmal ihren dunstartigen Zustand, und dadurch vermehrt
+sich die Wärme in solchem Maße, daß das Eis im Augenblick
+schmilzt.) Wie groß der Anwachs sein möge, darüber haben
+wir keine Eröffnung; doch scheint das Maß der ursprünglichen
+Verdünnung, der Grad der nachmaligen Verdichtung, und die Kürze
+der Zeit derselben hier in Anschlag zu kommen. Da die letztere
+nun auf den Grad der Anziehung, die den zerstreuten Stoff vereinigte,
+diese aber auf die Quantität der Materie des sich bildenden
+Weltkörpers ankömmt, so mußte die Größe der Erhitzung der
+letzteren auch proportionierlich sein. Auf die Weise würden
+wir einsehen, warum der Zentralkörper (als die größte Masse in
+jedem Weltsystem) auch die größte Hitze haben und allerwärts
+eine Sonne sein könne; imgleichen mit einiger Wahrscheinlichkeit
+vermuten, daß die höhern Planeten, weil sie teils meistens
+größer sind, teils aus verdünnterem Stoffe gebildet worden als die
+niedrigern, mehr innere Wärme als diese haben können, welche
+<a class="pagenum" name="Page_210" title="210"> </a>
+sie auch, (da sie von der Sonne beinahe nur Licht genug zum
+Sehen bekommen), zu bedürfen scheinen. Auch würde uns die
+gebirgigte Bildung der Oberflächen der Weltkörper, auf welche
+unsere Beobachtung reicht, der Erde, des Mondes und der Venus,
+aus atmosphärischen Eruptionen ihrer ursprünglich erhitzten
+chaotisch-flüssigen Masse, als ein ziemlich allgemeines Gesetz erscheinen.
+Endlich würden die vulkanischen Eruptionen aus der
+Erde, dem Monde und sogar der Sonne (deren Kraters WILSON
+in den Flecken derselben sah, indem er ihre Erscheinungen wie
+HUYGHENS die des Saturnringes, sinnreich untereinander verglich),
+ein allgemeines Prinzip der Ableitung und Erklärung bekommen.</p>
+
+<p>Wollte man hier den Tadel, den ich oben in BUFFONS
+Erklärungsart fand, auf mich zurückschieben, und fragen: Woher
+kam denn die erste Bewegung jener Atomen im Weltraume? so
+würde ich antworten, daß ich mich dadurch nicht anheischig
+gemacht habe, die erste aller Naturveränderungen anzugeben,
+welches in der Tat unmöglich ist. Dennoch aber halte ich es
+für unzulässig, bei einer Naturbeschaffenheit, z.&nbsp;B. der Hitze der
+Sonne, die mit Erscheinungen, deren Ursache wir nach sonst bekannten
+Gesetzen wenigstens mutmaßen können, Ähnlichkeit hat,
+stehenzubleiben, und verzweifelterweise die unmittelbare göttliche
+Anordnung zum Erklärungsgrunde herbeizurufen. Diese letzte muß
+zwar, wenn von Natur im ganzen die Rede ist, unvermeidlich
+unsere Nachfrage beschließen; aber bei jeder Epoche der Natur,
+da keine derselben in einer Sinnenwelt als die schlechthin erste
+angegeben werden kann, sind wir darum von der Verbindlichkeit
+nicht befreit, unter den Weltursachen zu suchen, soweit es uns
+nur möglich ist, und ihre Kette nach uns bekannten Gesetzen,
+solange sie aneinanderhängt, zu verfolgen.</p>
+
+<p class="right">I. <span class="gesperrt">Kant</span>.</p>
+
+<h2><a class="pagenum" name="Page_541" title="541"> </a><a name="Lesarten">Lesarten</a></h2>
+
+<h3>Drucke:</h3>
+
+<p>1. Berlinische Monatsschrift. März-Heft 1785. S.&nbsp;199&ndash;213.</p>
+
+<p>2. Kants kleine Schriften. Neuwied 1793. Haupt. 8<sup>o.</sup> S.&nbsp;51&ndash;68.<a name="FNanchor_5" href="#Footnote_5" class="fnanchor">(5)</a></p>
+
+<p>3. I. Kant. Zerstreute Aufsätze. Frankfurt und Leipzig 1793.
+S.&nbsp;37&ndash;50.</p>
+
+<p>4. I. Kant. Sämmtliche kleine Schriften. 4&nbsp;Bände. Königsberg
+und Leipzig (Voigt, Jena) 1797&ndash;98. 8<sup>o.</sup> Bd.&nbsp;III, S.&nbsp;173&ndash;188.</p>
+
+<p>5. I. Kants vermischte Schriften. 3&nbsp;Bände. Halle 1799. (Tieftrunk.)
+Bd.&nbsp;III. S.&nbsp;1&ndash;16.</p>
+
+<p>6. Kant. Vorzügliche kleine Schriften und Aufsätze hrsg. mit
+Noten von F.&nbsp;Ch. Starke. 2&nbsp;Bände. Leipzig 1833 und Quedlinburg
+1838. Bd.&nbsp;I, S.&nbsp;248&ndash;257.</p>
+
+<hr class="thought-break"/>
+
+<p><big>203</big>, 1 1784 (Ak)] 1783 (A) Der Fehler ist im Text zu berichtigen.
+<big>204</big>, 3 so ein (A, 93)] Hsgg.: ›ein so‹ Unnötig. <big>205</big>, 12 so]
+fehlt D (Df.) <big>206</big>, 14 aus dieser (T)] auf dieser (A, 93) <big>206</big>, 17
+berühmter] fehlt D <big>206</big>, 29 f. über der (H)] über die (A, D)
+Df. <big>206</big>, 2 d. Anm. auslaufenden (A, 93)] laufenden T, danach auch
+H, D! <big>207</big>, 11 die sich (A, 93)] die T, H, D (Df.) <big>207</big>, 22 schon
+(A)] fehlt H, D (Df.) <big>208</big>, 1 auf (A)] fehlt D (Df.) <big>208</big>, 2 v.&nbsp;u.
+d. Anm. den (A)] fehlt D (Df.) <big>208</big>, 1 v.&nbsp;u. d. Anm. zum (93)]
+vom (A) <big>209</big>, 2 nun (A, 93)] fehlt T, H, D (Df.) <big>209</big>, 13 v.&nbsp;u.
+der ursprünglichen (A, 93)] der H, D (Df.)</p>
+
+
+<div class="footnotes">
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_1" href="#FNanchor_1" class="label">(1)</a>
+Von der Ungleichheit des Monds; im 2ten Bande der Abh. der
+Gesellschaft naturforschender Freunde.
+</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_2" href="#FNanchor_2" class="label">(2)</a>
+Aber seine feurige Eruption selbst könnte in der Mondsnacht
+gleichwohl gesehen werden. In dem oben angeführten Briefe wird zu
+der Beobachtung des Neffen des Herrn <span class="gesperrt">Beccaria</span> und des <span class="gesperrt">Don Ulloa</span>
+die Anmerkung gemacht, daß beide Vulkane von entsetzlichem Umfange
+gewesen sein müßten, weil Herr <span class="gesperrt">Herschel</span> den seinigen durch
+ein ohne Vergleich größeres Teleskop nur so eben und zwar unter
+allen Mitzuschauern nur allein hat bemerken können. Allein bei selbstleuchtenden
+Materien kömmt es nicht so sehr auf den Umfang als die
+Reinigkeit des Feuers an, um deutlich gesehen zu werden; und von
+den Vulkanen ist es bekannt, daß ihre Flammen bisweilen helles, bisweilen
+im Rauche gedämpftes Licht um sich verbreiten.&nbsp;&ndash;
+</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_3" href="#FNanchor_3" class="label">(3)</a>
+<span class="gesperrt">Beccaria</span> hielt die aus den ringförmigen Mondserhöhungen
+strahlenweise auslaufenden Rücken für Lavaströme; aber der ganz ungeheure
+Unterschied derselben von denen, die aus den Vulkanen unserer
+Erde fließen, in Ansehung ihrer Größe, widerlegt diese Meinung und
+macht es wahrscheinlich, daß sie Bergketten sind, die, so wie die auf
+unserer Erde, aus einem Hauptstamm der Gebirge strahlenförmig auslaufen.
+</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_4" href="#FNanchor_4" class="label">(4)</a>
+Der Lauf der Ströme scheint mir der eigentliche Schlüssel der
+Erdtheorie zu sein. Denn dazu wird erfordert, daß das Land erstlich
+durch Landrücken gleichsam in Teiche abgeteilt sei; zweitens, daß der
+Boden, auf welchem diese Teiche ihr Wasser einander mitteilen, um
+es endlich in einem Kanal abzuführen, von dem Wasser selbst gebauet
+und geformt worden, welches sich nach und nach von den höheren
+Bassins bis zum niedrigsten zurückzog, nämlich zum Meere.
+</p>
+</div>
+
+<div class="footnote">
+<p><a name="Footnote_5" href="#FNanchor_5" class="label">(5)</a>
+Ak. hat den Druckfehler: S.&nbsp;58&ndash;61.
+</p>
+</div>
+</div>
+
+
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of Project Gutenberg's Über die Vulkane im Monde, by Immanuel Kant
+
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+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
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+Procedures for determining public domain status are described in
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