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You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Über die Vulkane im Monde + +Author: Immanuel Kant + +Release Date: February 3, 2012 [EBook #38755] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DIE VULKANE IM MONDE *** + + + + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + + + + + + [ Anmerkungen zur Transkription: + + Der Text stammt aus: Immanuel Kants Werke. Band IV. Schriften von + 1783-1788. Herausgegeben von Dr. Artur Buchenau und Dr. Ernst Cassirer. + Berlin: Bruno Cassirer 1913. S. 201-210 und 541 (Lesarten). + + Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen. + + Im Original gesperrt gedruckter Text wurde mit _ markiert. + ] + + + + +Über die Vulkane im Monde. + + +Im Gentleman's Magazine, 1783, befindet sich gleich zu Anfang ein +Sendschreiben des russischen Staatsrats Herrn AEPINUS an Herrn PALLAS +über eine Nachricht, die Herr MAGELLAN der Kaiserl. Akademie der +Wissenschaften in Petersburg mitgeteilt hat, betreffend einen vom Herrn +HERSCHEL am 4. Mai 1783 entdeckten Vulkan im Monde. Diese Neuigkeit +interessierte Herrn AEPINUS, wie er sagt, um destomehr, weil sie seiner +Meinung nach _die Richtigkeit seiner Mutmaßung über den vulkanischen +Ursprung der Unebenheiten der Mondsfläche beweise_, die er im Jahr 1778 +gefaßt und 1781 in Berlin durch den Druck bekannt gemacht hat(1); und +worin sich, wie er mit Vergnügen gesteht, drei Naturforscher einander +ohne Mitteilung begegnet haben: er selbst, Herr AEPINUS in Petersburg, +Herr Professor BECCARIA zu Turin und Herr Prof. LICHTENBERG in +Göttingen. Indessen da durch den Ritter HAMILTON die Aufmerksamkeit auf +vulkanische Kratere in allen Ländern so allgemein gerichtet worden, so +sei jene Mutmaßung mit einer überständig reifen Frucht zu vergleichen, +die in die Hände des ersten besten fallen müssen, der zufällig den Baum +anrührete. Um endlich, durch Ansprüche auf die Ehre der ersten +Vermutung, unter Zeitgenossen keinen Zwist zu erregen, führt er den +berühmten ROBERT HOOKE als den ersten Urheber derselben an, in dessen +Mikrographie (gedruckt 1655) im 20sten Kapitel er grade die nämlichen +Ideen angetroffen habe. _Sic redit ad Dominum_ -- + + (1) Von der Ungleichheit des Monds; im 2ten Bande der Abh. der + Gesellschaft naturforschender Freunde. + +Herrn HERSCHELS Entdeckung hat, als Bestätigung der zweideutigen +Beobachtungen des Neffen des Herrn BECCARIA und des DON ULLOA, +allerdings einen großen Wert und führt auf Ähnlichkeiten des Mondes +(wahrscheinlich auch anderer Weltkörper) mit unserer Erde, die sonst nur +für gewagte Mutmaßungen hätten gelten können. Allein die _Mutmaßung des +Herrn AEPINUS bestätigt sie_ (wie ich dafür halte) _nicht_. Es bleibt, +unerachtet aller Ähnlichkeit der ringförmigen Mondsflecken mit Krateren +von Vulkanen, dennoch so ein erheblicher Unterschied zwischen beiden und +dagegen zeigt sich eine so treffende Ähnlichkeit derselben mit anderen +kreisförmigen Zügen _unvulkanischer Gebirge_ oder Landesrücken auf +unserer Erde, daß eher eine andere, obzwar nur gewissermaßen mit jener +analogische Mutmaßung über die Bildung der Weltkörper dadurch bestätigt +sein möchte. + +Die den Krateren ähnlichen ringförmigen Erhöhungen im Monde machen +allerdings einen Ursprung durch _Eruptionen_ wahrscheinlich. Wir finden +aber auf unserer Erde zweierlei kreisförmige Erhöhungen, deren die einen +durchgängig nur von so kleinem Umfange sind, daß sie, vom Monde aus +beobachtet, durch gar kein Teleskop könnten unterschieden werden; und +von diesen zeigen die Materien, woraus sie bestehen, ihren Ursprung aus +vulkanischen Eruptionen. Andere dagegen befassen ganze Länder oder +Provinzen von vielen hundert Quadratmeilen Inhalt, innerhalb eines mit +höhern oder minder hohen Gebirgen besetzten und sich kreisförmig +herumziehenden Landrückens. Diese würden allein vom Monde aus, und zwar +von derselben Größe als wir jene kreisförmigen Flecken im Monde +erblicken, gesehen werden können, wofern nur Ähnlichkeit ihrer +Bekleidung (durch Wald oder andere Gewächse) die Unterscheidung +derselben in so großer Entfernung nicht etwa verhinderte. Diese lassen +also auch _Eruptionen_ vermuten, durch die sie entstanden sein mögen, +die aber nach dem Zeugnis der Materien, woraus sie bestehen, +_keinesweges vulkanische_ haben sein können. -- Der Krater des Vesuvs +hat in seinem obersten Umkreise (nach DELLA TORRE) 5624 Pariser Fuß, und +also etwa 500 rheinländische Ruten, und im Durchmesser beinahe 160 +derselben; ein solcher aber könnte gewiß durch kein Teleskop im Monde +erkannt werden.(2) Dagegen hat der kraterähnliche Flecken _Tycho_ im +Monde nah an dreißig deutsche Meilen im Durchmesser und könnte mit dem +Königreich Böhmen, der ihm nahe Flecken _Clavius_ aber an Größe mit dem +Markgraftum Mähren verglichen werden. Nun sind diese Länder auf der Erde +eben auch kraterähnlich von Gebirgen eingefaßt, von welchen ebenso als +von dem _Tycho_ sich Bergketten gleichsam im Sterne verbreiten. Wenn +aber unsere durch Landrücken eingeschlossene kraterförmige Bassins, (die +insgesamt Sammlungsplätze der Gewässer für die Ströme abgeben, und womit +das feste Land überall bedeckt ist), dem Monde den ähnlichen Anblick +doch nicht verschaffen sollten, -- wie es in der Tat auch nur von +einigen zu vermuten ist --, so würde dieses nur dem zufälligen Umstande +zuzuschreiben sein, daß die Mondsatmosphäre, (deren Wirklichkeit durch +die Herschelsche Entdeckung, weil Feuer daselbst brennt, bewiesen ist) +bei weitem nicht so hoch reichen kann als die unsrige (wie die +unmerkliche Strahlenbrechung am Rande dieses Trabanten es beweiset), +mithin die Bergrücken des Mondes über die Grenze der Vegetation +hinausreichen; bei uns hingegen die Bergrücken ihrem größten Teile nach +mit Gewächsen bedeckt sind und daher gegen die Fläche des +eingeschlossenen Bassins freilich nicht sonderlich abstechen können. + + (2) Aber seine feurige Eruption selbst könnte in der Mondsnacht + gleichwohl gesehen werden. In dem oben angeführten Briefe wird zu der + Beobachtung des Neffen des Herrn _Beccaria_ und des _Don Ulloa_ die + Anmerkung gemacht, daß beide Vulkane von entsetzlichem Umfange gewesen + sein müßten, weil Herr _Herschel_ den seinigen durch ein ohne + Vergleich größeres Teleskop nur so eben und zwar unter allen + Mitzuschauern nur allein hat bemerken können. Allein bei + selbstleuchtenden Materien kömmt es nicht so sehr auf den Umfang als + die Reinigkeit des Feuers an, um deutlich gesehen zu werden; und von + den Vulkanen ist es bekannt, daß ihre Flammen bisweilen helles, + bisweilen im Rauche gedämpftes Licht um sich verbreiten. -- + +Wir haben also auf der Erde zweierlei kraterähnliche Bildungen der +Landesfläche: eine, die vulkanischen Ursprungs sind, und die 160 Ruten +im Durchmesser, mithin etwa 20000 Quadratruten in der Fläche befassen; +andere, die keinesweges vulkanischen Ursprungs sind und gegen 1000 +Quadratmeilen, mithin wohl 200000mal mehr in ihrem Flächeninhalte haben. +Mit welcher wollen wir nun jene ringförmigen Erhöhungen auf dem Monde, +(deren keine _beobachtete_ weniger als eine deutsche Meile, einige wohl +dreißig im Durchmesser haben), vergleichen? -- Ich denke: nach der +Analogie zu urteilen, nur mit den letztern, welche nicht vulkanisch +sind. Denn die Gestalt macht es nicht allein aus; der ungeheure +Unterschied der Größe muß auch in Anschlag gebracht werden. Alsdann aber +hat Herrn HERSCHELS Beobachtung zwar die Idee von Vulkanen im Monde +bestätigt, aber nur von solchen, deren Krater weder von ihm, noch von +jemand anders gesehen worden ist, noch gesehen werden kann; hingegen hat +sie nicht die Meinung bestätigt, daß die sichtbaren ringförmigen +Konfigurationen auf der Mondsfläche vulkanische Kraters wären. Denn das +sind sie, (wenn man hier nach der Analogie mit ähnlichen großen Bassins +auf der Erde urteilen soll), aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Man +müßte also nur sagen: Da der Mond, in Ansehung der kraterähnlichen +Bassins, mit denen, die auf der Erde die Sammlungsbecken der Gewässer +für Ströme ausmachen, aber nicht vulkanisch sind, soviel Ähnlichkeit +hat, so könne man vermuten, daß er auch in Ansehung der auf der Erde +befindlichen vulkanischen Kraters ähnlich gebildet sei. Zwar können wir +diese letztern im Monde nicht sehen; aber es sind doch in der Mondsnacht +selbstleuchtende Punkte als Beweise eines Feuers auf demselben +wahrgenommen worden, die sich am besten aus dieser nach der Analogie zu +vermutenden Ursache erklären lassen.(3) + + (3) _Beccaria_ hielt die aus den ringförmigen Mondserhöhungen + strahlenweise auslaufenden Rücken für Lavaströme; aber der ganz + ungeheure Unterschied derselben von denen, die aus den Vulkanen + unserer Erde fließen, in Ansehung ihrer Größe, widerlegt diese Meinung + und macht es wahrscheinlich, daß sie Bergketten sind, die, so wie die + auf unserer Erde, aus einem Hauptstamm der Gebirge strahlenförmig + auslaufen. + +Diese kleine Zweideutigkeit in der Folgerung obgedachter berühmter +Männer nun beiseite gesetzt, -- welcher Ursache kann man denn die auf +der Erdfläche so durchgängig anzutreffenden nichtvulkanischen Kraters, +nämlich die Bassins zu Strömen, zuschreiben? Eruptionen müssen hier +natürlicherweise zum Grunde gelegt werden; aber vulkanisch konnten sie +nicht sein, weil die Gebirge, welche den Rand derselben ausmachen, keine +Materien solcher Art enthalten, sondern aus einer wässerichten Mischung +entstanden zu sein scheinen. Ich denke, daß, wenn man sich die Erde +ursprünglich als ein im Wasser aufgelösetes Chaos vorstellt, die ersten +Eruptionen, die allerwärts, selbst aus der größten Tiefe, entspringen +mußten, _atmosphärisch_ (im eigentlichen Sinn des Worts) gewesen sein +werden. Denn man kann sehr wohl annehmen, daß unser Luftmeer +(Aërosphäre), das sich jetzt über der Erdfläche befindet, vorher mit den +übrigen Materien der Erdmasse in einem Chaos vermischt gewesen; daß es, +zusamt vielen andern elastischen _Dünsten_, aus der erhitzten Kugel +gleichsam in großen Blasen ausgebrochen; in dieser Ebullition, (davon +kein Teil der Erdfläche frei war), die Materien, welche die +ursprünglichen Gebirge ausmachen, kraterförmig ausgeworfen und dadurch +die Grundlage zu allen Bassins der Ströme, womit, als den Maschen eines +Netzes, das ganze feste Land durchwirkt ist, gelegt habe. Jene Ränder, +da sie aus Materie, die im Wasser erweicht war, bestanden, mußten ihr +Auflösungswasser allmählich fahren lassen, welches beim Ablaufen die +Einschnitte ausspülte, wodurch sich jene Ränder, die jetzt gebirgig und +sägeförmig sind, von den vulkanischen, die einen fortgehenden Rücken +vorstellen, unterscheiden. Diese uranfänglichen Gebirge bestehen nun, +nachdem andere Materien, die sich nicht so geschwinde kristallisierten +oder verhärteten, z. B. Hornstein und ursprünglicher Kalk, davon +geschieden worden, _aus Granit_; auf welchen, da die Ebullition an +demselben Orte immer schwächer, mithin niedriger ward, sich die letztern +als ausgewaschene Materien in stufenartiger Ordnung nach ihrer mindern +Schwere oder Auflösungsfähigkeit im Wasser niederließen. Also war die +erste bildende Ursache der Unebenheiten der Oberfläche eine +atmosphärische Ebullition, die ich aber lieber _chaotisch_ nennen +möchte, um den ersten Anfang derselben zu bezeichnen. + +Auf diese, muß man sich vorstellen, hat eine _pelagische_ Alluvion nach +und nach Materien, die größtenteils schon Meergeschöpfe enthielten, +geschichtet. Denn jene chaotische Kraters, wo deren eine Menge gleichsam +_gruppiert_ war, bildeten weit ausgebreitete Erhöhungen über andere +Gegenden, woselbst die Ebullition nicht so heftig gewesen war. Aus jenen +ward Land mit seinen Gebirgen, aus diesen Seegrund. Indem nun das +überflüssige Kristallisationswasser aus jenen Bassins ihre Ränder +durchwusch, und ein Bassin sein Wasser in das andere, alle aber zu dem +niedrigen Teil der sich eben formenden Erdfläche (nämlich dem Meere) +ablaufen ließ, so bildete es die Pässe für die künftigen Ströme, welche +man noch mit Verwunderung zwischen steilen Felswänden, denen sie itzt +nichts anhaben können, durchgehen und das Meer suchen sieht. Dieses wäre +also die Gestalt des Skeletts von der Erdoberfläche, sofern sie aus +Granit besteht, der unter allen Flötzschichten fortgeht, welche die +folgenden pelagischen Alluvionen auf jenen aufgesetzt haben. Aber eben +darum mußte die Gestalt der Länder, selbst da, wo die neuern Schichten +den in der Tiefe befindlichen alten Granit ganz bedecken, doch auch +kraterförmig werden, weil ihr Grundlager so gebildet war. Daher kann man +auf einer Karte, (worauf keine Gebirge gezeichnet sind), die Landrücken +ziehen, wenn man durch die Quellen der Ströme, die einem großen Flusse +zufallen, eine fortgehende Linie zeichnet, die jederzeit einen Kreis als +Bassin des Stromes einschließen wird. + +Da das Becken des Meeres vermutlich immer mehr vertieft wurde und alle +aus obigen Bassins ablaufende Wasser nach sich zog, so wurden nun +dadurch die Flußbetten und der ganze itzige Bau des Landes erzeugt, der +die Vereinigung der Wasser aus so vielen Bassins in einen Kanal möglich +macht. Denn es ist nichts natürlicher als daß das Bette, worin ein Strom +itzt das Wasser von großen Ländern abführt, eben von demjenigen Wasser +und dem Rückzuge desselben ausgespült worden, zu welchem es jetzt +abfließt, nämlich vom Meere und dessen uralten Alluvionen. Unter einem +allgemeinen Ozean, wie BUFFON will, und durch Seeströme im Grunde +desselben, läßt sich eine Wegwaschung nach einer solchen Regel gar nicht +denken, weil unter dem Wasser kein Abfluß nach der Abschüssigkeit des +Bodens, die doch hier das Wesentlichste ausmacht, möglich ist.(4) + + (4) Der Lauf der Ströme scheint mir der eigentliche Schlüssel der + Erdtheorie zu sein. Denn dazu wird erfordert, daß das Land erstlich + durch Landrücken gleichsam in Teiche abgeteilt sei; zweitens, daß der + Boden, auf welchem diese Teiche ihr Wasser einander mitteilen, um es + endlich in einem Kanal abzuführen, von dem Wasser selbst gebauet und + geformt worden, welches sich nach und nach von den höheren Bassins bis + zum niedrigsten zurückzog, nämlich zum Meere. + +Die _vulkanischen Eruptionen_ scheinen die spätesten gewesen zu sein, +nämlich nachdem die Erde schon auf ihrer Oberfläche fest geworden war. +Sie haben auch nicht das Land, mit seinem hydraulisch regelmäßigen +Bauwerk, zum Ablauf der Ströme, sondern etwa nur einzelne Berge +gebildet, die in Vergleichung mit dem Gebäude des ganzen festen Landes +und seiner Gebirge nur eine Kleinigkeit sind. + +Der Nutzen nun, den der Gedanke obgedachter berühmter Männer haben kann, +und den die Herschelsche Entdeckung, obzwar _nur indirekt_, bestätigt, +ist in Ansehung der Kosmogonie von Erheblichkeit, daß nämlich die +Weltkörper ziemlich auf ähnliche Art ihre erste Bildung empfangen haben. +Sie waren insgesamt anfänglich in flüssigem Zustande; das beweiset ihre +kugelrunde und, wo sie sich beobachten läßt, auch nach Maßgabe der +Achsendrehung und der Schwere auf ihrer Oberfläche abgeplattete Gestalt. +Ohne Wärme aber gibts keine Flüssigkeit. _Woher kam nun diese +ursprüngliche Wärme_? Sie mit BUFFON von der Sonnenglut, wovon alle +planetische Kugeln nur abgestoßene Brocken wären, abzuleiten, ist nur +ein Behelf auf kurze Zeit; denn _woher kam die Wärme der Sonne_? Wenn +man annimmt, (welches auch aus andern Gründen sehr wahrscheinlich ist), +daß der Urstoff aller Weltkörper in dem ganzen weiten Raume, worin sie +sich itzt bewegen, anfangs dunstförmig verbreitet gewesen, und sich +daraus nach Gesetzen, zuerst der chemischen, hernach und vornehmlich der +kosmologischen Attraktion gebildet haben, so geben CRAWFORDS +Entdeckungen einen Wink, mit der Bildung der Weltkörper zugleich die +Erzeugung so großer Grade der Hitze als man selbst will begreiflich zu +machen. Denn wenn das Element der Wärme für sich im Weltraum allerwärts +gleichförmig ausgebreitet ist, sich aber nur an verschiedene Materien in +dem Maße hängt, als sie es verschiedentlich anziehen; wenn, wie er +beweiset, dunstförmig ausgebreitete Materien weit mehr Elementarwärme in +sich fassen und auch zu einer dunstförmigen Verbreitung bedürfen, als +sie halten können, sobald sie in den Zustand dichter Massen übergehen +d. i. sich zu Weltkugeln vereinigen, so müssen diese Kugeln ein Übermaß +von Warmmaterie über das natürliche Gleichgewicht mit der Warmmaterie im +Raume, worin sie sich befinden, enthalten, d. i. ihre relative Wärme in +Ansehung des Weltraums wird angewachsen sein. (So verliert vitriolsaure +Luft, wenn sie das Eis berührt, auf einmal ihren dunstartigen Zustand, +und dadurch vermehrt sich die Wärme in solchem Maße, daß das Eis im +Augenblick schmilzt.) Wie groß der Anwachs sein möge, darüber haben wir +keine Eröffnung; doch scheint das Maß der ursprünglichen Verdünnung, der +Grad der nachmaligen Verdichtung, und die Kürze der Zeit derselben hier +in Anschlag zu kommen. Da die letztere nun auf den Grad der Anziehung, +die den zerstreuten Stoff vereinigte, diese aber auf die Quantität der +Materie des sich bildenden Weltkörpers ankömmt, so mußte die Größe der +Erhitzung der letzteren auch proportionierlich sein. Auf die Weise +würden wir einsehen, warum der Zentralkörper (als die größte Masse in +jedem Weltsystem) auch die größte Hitze haben und allerwärts eine Sonne +sein könne; imgleichen mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuten, daß die +höhern Planeten, weil sie teils meistens größer sind, teils aus +verdünnterem Stoffe gebildet worden als die niedrigern, mehr innere +Wärme als diese haben können, welche sie auch, (da sie von der Sonne +beinahe nur Licht genug zum Sehen bekommen), zu bedürfen scheinen. Auch +würde uns die gebirgigte Bildung der Oberflächen der Weltkörper, auf +welche unsere Beobachtung reicht, der Erde, des Mondes und der Venus, +aus atmosphärischen Eruptionen ihrer ursprünglich erhitzten +chaotisch-flüssigen Masse, als ein ziemlich allgemeines Gesetz +erscheinen. Endlich würden die vulkanischen Eruptionen aus der Erde, dem +Monde und sogar der Sonne (deren Kraters WILSON in den Flecken derselben +sah, indem er ihre Erscheinungen wie HUYGHENS die des Saturnringes, +sinnreich untereinander verglich), ein allgemeines Prinzip der Ableitung +und Erklärung bekommen. + +Wollte man hier den Tadel, den ich oben in BUFFONS Erklärungsart fand, +auf mich zurückschieben, und fragen: Woher kam denn die erste Bewegung +jener Atomen im Weltraume? so würde ich antworten, daß ich mich dadurch +nicht anheischig gemacht habe, die erste aller Naturveränderungen +anzugeben, welches in der Tat unmöglich ist. Dennoch aber halte ich es +für unzulässig, bei einer Naturbeschaffenheit, z. B. der Hitze der +Sonne, die mit Erscheinungen, deren Ursache wir nach sonst bekannten +Gesetzen wenigstens mutmaßen können, Ähnlichkeit hat, stehenzubleiben, +und verzweifelterweise die unmittelbare göttliche Anordnung zum +Erklärungsgrunde herbeizurufen. Diese letzte muß zwar, wenn von Natur im +ganzen die Rede ist, unvermeidlich unsere Nachfrage beschließen; aber +bei jeder Epoche der Natur, da keine derselben in einer Sinnenwelt als +die schlechthin erste angegeben werden kann, sind wir darum von der +Verbindlichkeit nicht befreit, unter den Weltursachen zu suchen, soweit +es uns nur möglich ist, und ihre Kette nach uns bekannten Gesetzen, +solange sie aneinanderhängt, zu verfolgen. + + I. _Kant_. + + + + +Lesarten + + +Drucke: + +1. Berlinische Monatsschrift. März-Heft 1785. S. 199-213. + +2. Kants kleine Schriften. Neuwied 1793. Haupt. 8o. S. 51-68.(5) + + (5) Ak. hat den Druckfehler: S. 58-61. + +3. I. Kant. Zerstreute Aufsätze. Frankfurt und Leipzig 1793. S. 37-50. + +4. I. Kant. Sämmtliche kleine Schriften. 4 Bände. Königsberg und Leipzig +(Voigt, Jena) 1797-98. 8o. Bd. III, S. 173-188. + +5. I. Kants vermischte Schriften. 3 Bände. Halle 1799. (Tieftrunk.) +Bd. III. S. 1-16. + +6. Kant. Vorzügliche kleine Schriften und Aufsätze hrsg. mit Noten von +F. Ch. Starke. 2 Bände. Leipzig 1833 und Quedlinburg 1838. Bd. I, +S. 248-257. + + * * * * * + +203, 1 1784 (Ak)] 1783 (A) Der Fehler ist im Text zu berichtigen. 204, 3 +so ein (A, 93)] Hsgg.: »ein so« Unnötig. 205, 12 so] fehlt D (Df.) 206, +14 aus dieser (T)] auf dieser (A, 93) 206, 17 berühmter] fehlt D 206, 29 +f. über der (H)] über die (A, D) Df. 206, 2 d. Anm. auslaufenden (A, +93)] laufenden T, danach auch H, D! 207, 11 die sich (A, 93)] die T, H, +D (Df.) 207, 22 schon (A)] fehlt H, D (Df.) 208, 1 auf (A)] fehlt D +(Df.) 208, 2 v. u. d. Anm. den (A)] fehlt D (Df.) 208, 1 v. u. d. Anm. +zum (93)] vom (A) 209, 2 nun (A, 93)] fehlt T, H, D (Df.) 209, 13 v. u. +der ursprünglichen (A, 93)] der H, D (Df.) + + + + + +End of Project Gutenberg's Über die Vulkane im Monde, by Immanuel Kant + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DIE VULKANE IM MONDE *** + +***** This file should be named 38755-8.txt or 38755-8.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + https://www.gutenberg.org/3/8/7/5/38755/ + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Über die Vulkane im Monde + +Author: Immanuel Kant + +Release Date: February 3, 2012 [EBook #38755] + +Language: German + +Character set encoding: UTF-8 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DIE VULKANE IM MONDE *** + + + + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + + + + + +</pre> + + + +<div id="tnote"> +<p class="center"><b>Anmerkungen zur Transkription:</b></p> +<p>Der Text stammt aus: <cite>Immanuel Kants Werke. Band IV. Schriften von +1783–1788. Herausgegeben von Dr. Artur Buchenau und Dr. Ernst Cassirer. +Berlin: Bruno Cassirer 1913</cite>. S. 201–210 +und 541 (<a href="#Lesarten">Lesarten</a>).</p> + +<p>Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden +übernommen.</p> +</div> + +<div><a class="pagenum" name="Page_201" title="201"> </a></div> +<h1>Über die +Vulkane im Monde.</h1> + +<p class="drop-cap">Im<a class="pagenum" name="Page_203" title="203"> </a> Gentleman's Magazine, 1783, befindet sich gleich zu Anfang +ein Sendschreiben des russischen Staatsrats Herrn AEPINUS an +Herrn PALLAS über eine Nachricht, die Herr MAGELLAN der +Kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Petersburg mitgeteilt +hat, betreffend einen vom Herrn HERSCHEL am 4. Mai 1783 +entdeckten Vulkan im Monde. Diese Neuigkeit interessierte Herrn +AEPINUS, wie er sagt, um destomehr, weil sie seiner Meinung +nach <em class="gesperrt">die Richtigkeit seiner Mutmaßung über den vulkanischen +Ursprung der Unebenheiten der Mondsfläche beweise</em>, +die er im Jahr 1778 gefaßt und 1781 in Berlin durch +den Druck bekannt gemacht hat<a name="FNanchor_1" href="#Footnote_1" class="fnanchor">(1)</a>; und worin sich, wie er mit +Vergnügen gesteht, drei Naturforscher einander ohne Mitteilung +begegnet haben: er selbst, Herr AEPINUS in Petersburg, Herr +Professor BECCARIA zu Turin und Herr Prof. LICHTENBERG +in Göttingen. Indessen da durch den Ritter HAMILTON die +Aufmerksamkeit auf vulkanische Kratere in allen Ländern so allgemein +gerichtet worden, so sei jene Mutmaßung mit einer überständig +reifen Frucht zu vergleichen, die in die Hände des +ersten besten fallen müssen, der zufällig den Baum anrührete. +Um endlich, durch Ansprüche auf die Ehre der ersten Vermutung, +unter Zeitgenossen keinen Zwist zu erregen, führt er den berühmten +ROBERT HOOKE als den ersten Urheber derselben an, +in dessen Mikrographie (gedruckt 1655) im 20sten Kapitel er grade +die nämlichen Ideen angetroffen habe. <i lang="la" xml:lang="la">Sic redit ad Dominum</i> –</p> + +<p>Herrn HERSCHELS Entdeckung hat, als Bestätigung der zweideutigen +Beobachtungen des Neffen des Herrn BECCARIA und +des DON ULLOA, allerdings einen großen Wert und führt auf +Ähnlichkeiten des Mondes (wahrscheinlich auch anderer Weltkörper) +mit unserer Erde, die sonst nur für gewagte Mutmaßungen +hätten gelten können. Allein die <em class="gesperrt">Mutmaßung des Herrn +<a class="pagenum" name="Page_204" title="204"> </a> +AEPINUS bestätigt sie</em> (wie ich dafür halte) <em class="gesperrt">nicht</em>. Es bleibt, +unerachtet aller Ähnlichkeit der ringförmigen Mondsflecken mit +Krateren von Vulkanen, dennoch so ein erheblicher Unterschied +zwischen beiden und dagegen zeigt sich eine so treffende Ähnlichkeit +derselben mit anderen kreisförmigen Zügen <em class="gesperrt">unvulkanischer +Gebirge</em> oder Landesrücken auf unserer Erde, daß eher +eine andere, obzwar nur gewissermaßen mit jener analogische +Mutmaßung über die Bildung der Weltkörper dadurch bestätigt +sein möchte.</p> + +<p>Die den Krateren ähnlichen ringförmigen Erhöhungen im +Monde machen allerdings einen Ursprung durch <em class="gesperrt">Eruptionen</em> +wahrscheinlich. Wir finden aber auf unserer Erde zweierlei kreisförmige +Erhöhungen, deren die einen durchgängig nur von so +kleinem Umfange sind, daß sie, vom Monde aus beobachtet, +durch gar kein Teleskop könnten unterschieden werden; und von +diesen zeigen die Materien, woraus sie bestehen, ihren Ursprung +aus vulkanischen Eruptionen. Andere dagegen befassen ganze +Länder oder Provinzen von vielen hundert Quadratmeilen Inhalt, +innerhalb eines mit höhern oder minder hohen Gebirgen besetzten +und sich kreisförmig herumziehenden Landrückens. Diese würden +allein vom Monde aus, und zwar von derselben Größe als wir +jene kreisförmigen Flecken im Monde erblicken, gesehen werden +können, wofern nur Ähnlichkeit ihrer Bekleidung (durch Wald +oder andere Gewächse) die Unterscheidung derselben in so großer +Entfernung nicht etwa verhinderte. Diese lassen also auch <em class="gesperrt">Eruptionen</em> +vermuten, durch die sie entstanden sein mögen, die aber +nach dem Zeugnis der Materien, woraus sie bestehen, <em class="gesperrt">keinesweges +vulkanische</em> haben sein können. – Der Krater des +Vesuvs hat in seinem obersten Umkreise (nach DELLA TORRE) +5624 Pariser Fuß, und also etwa 500 rheinländische Ruten, und +im Durchmesser beinahe 160 derselben; ein solcher aber könnte +gewiß durch kein Teleskop im Monde erkannt werden.<a name="FNanchor_2" href="#Footnote_2" class="fnanchor">(2)</a> Dagegen +<a class="pagenum" name="Page_205" title="205"> </a> +hat der kraterähnliche Flecken <em class="gesperrt">Tycho</em> im Monde nah an +dreißig deutsche Meilen im Durchmesser und könnte mit dem +Königreich Böhmen, der ihm nahe Flecken <em class="gesperrt">Clavius</em> aber an Größe +mit dem Markgraftum Mähren verglichen werden. Nun sind diese +Länder auf der Erde eben auch kraterähnlich von Gebirgen eingefaßt, +von welchen ebenso als von dem <em class="gesperrt">Tycho</em> sich Bergketten +gleichsam im Sterne verbreiten. Wenn aber unsere durch Landrücken +eingeschlossene kraterförmige Bassins, (die insgesamt Sammlungsplätze +der Gewässer für die Ströme abgeben, und womit das +feste Land überall bedeckt ist), dem Monde den ähnlichen Anblick +doch nicht verschaffen sollten, – wie es in der Tat auch +nur von einigen zu vermuten ist –, so würde dieses nur dem +zufälligen Umstande zuzuschreiben sein, daß die Mondsatmosphäre, +(deren Wirklichkeit durch die Herschelsche Entdeckung, weil +Feuer daselbst brennt, bewiesen ist) bei weitem nicht so hoch +reichen kann als die unsrige (wie die unmerkliche Strahlenbrechung +am Rande dieses Trabanten es beweiset), mithin die Bergrücken +des Mondes über die Grenze der Vegetation hinausreichen; bei +uns hingegen die Bergrücken ihrem größten Teile nach mit Gewächsen +bedeckt sind und daher gegen die Fläche des eingeschlossenen +Bassins freilich nicht sonderlich abstechen können.</p> + +<p>Wir haben also auf der Erde zweierlei kraterähnliche Bildungen +der Landesfläche: eine, die vulkanischen Ursprungs sind, und die +160 Ruten im Durchmesser, mithin etwa 20000 Quadratruten +in der Fläche befassen; andere, die keinesweges vulkanischen Ursprungs +sind und gegen 1000 Quadratmeilen, mithin wohl +200000mal mehr in ihrem Flächeninhalte haben. Mit welcher +wollen wir nun jene ringförmigen Erhöhungen auf dem Monde, +(deren keine <em class="gesperrt">beobachtete</em> weniger als eine deutsche Meile, +einige wohl dreißig im Durchmesser haben), vergleichen? – Ich +denke: nach der Analogie zu urteilen, nur mit den letztern, +welche nicht vulkanisch sind. Denn die Gestalt macht es nicht +allein aus; der ungeheure Unterschied der Größe muß auch in +Anschlag gebracht werden. Alsdann aber hat Herrn HERSCHELS +Beobachtung zwar die Idee von Vulkanen im Monde bestätigt, +aber nur von solchen, deren Krater weder von ihm, noch von +<a class="pagenum" name="Page_206" title="206"> </a> +jemand anders gesehen worden ist, noch gesehen werden kann; +hingegen hat sie nicht die Meinung bestätigt, daß die sichtbaren +ringförmigen Konfigurationen auf der Mondsfläche vulkanische +Kraters wären. Denn das sind sie, (wenn man hier nach der +Analogie mit ähnlichen großen Bassins auf der Erde urteilen soll), +aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Man müßte also nur sagen: +Da der Mond, in Ansehung der kraterähnlichen Bassins, mit denen, +die auf der Erde die Sammlungsbecken der Gewässer für Ströme +ausmachen, aber nicht vulkanisch sind, soviel Ähnlichkeit hat, so +könne man vermuten, daß er auch in Ansehung der auf der Erde +befindlichen vulkanischen Kraters ähnlich gebildet sei. Zwar können +wir diese letztern im Monde nicht sehen; aber es sind doch in +der Mondsnacht selbstleuchtende Punkte als Beweise eines Feuers +auf demselben wahrgenommen worden, die sich am besten aus +dieser nach der Analogie zu vermutenden Ursache erklären lassen.<a name="FNanchor_3" href="#Footnote_3" class="fnanchor">(3)</a></p> + +<p>Diese kleine Zweideutigkeit in der Folgerung obgedachter +berühmter Männer nun beiseite gesetzt, – welcher Ursache kann +man denn die auf der Erdfläche so durchgängig anzutreffenden +nichtvulkanischen Kraters, nämlich die Bassins zu Strömen, zuschreiben? +Eruptionen müssen hier natürlicherweise zum Grunde +gelegt werden; aber vulkanisch konnten sie nicht sein, weil die +Gebirge, welche den Rand derselben ausmachen, keine Materien +solcher Art enthalten, sondern aus einer wässerichten Mischung +entstanden zu sein scheinen. Ich denke, daß, wenn man sich die +Erde ursprünglich als ein im Wasser aufgelösetes Chaos vorstellt, +die ersten Eruptionen, die allerwärts, selbst aus der größten Tiefe, +entspringen mußten, <em class="gesperrt">atmosphärisch</em> (im eigentlichen Sinn des +Worts) gewesen sein werden. Denn man kann sehr wohl annehmen, +daß unser Luftmeer (Aërosphäre), das sich jetzt über +der Erdfläche befindet, vorher mit den übrigen Materien der Erdmasse +in einem Chaos vermischt gewesen; daß es, zusamt vielen +andern elastischen <em class="gesperrt">Dünsten</em>, aus der erhitzten Kugel gleichsam +in großen Blasen ausgebrochen; in dieser Ebullition, (davon kein +<a class="pagenum" name="Page_207" title="207"> </a> +Teil der Erdfläche frei war), die Materien, welche die ursprünglichen +Gebirge ausmachen, kraterförmig ausgeworfen und dadurch +die Grundlage zu allen Bassins der Ströme, womit, als den +Maschen eines Netzes, das ganze feste Land durchwirkt ist, gelegt +habe. Jene Ränder, da sie aus Materie, die im Wasser erweicht +war, bestanden, mußten ihr Auflösungswasser allmählich fahren +lassen, welches beim Ablaufen die Einschnitte ausspülte, wodurch +sich jene Ränder, die jetzt gebirgig und sägeförmig sind, von den +vulkanischen, die einen fortgehenden Rücken vorstellen, unterscheiden. +Diese uranfänglichen Gebirge bestehen nun, nachdem +andere Materien, die sich nicht so geschwinde kristallisierten oder +verhärteten, z. B. Hornstein und ursprünglicher Kalk, davon geschieden +worden, <em class="gesperrt">aus Granit</em>; auf welchen, da die Ebullition an +demselben Orte immer schwächer, mithin niedriger ward, sich die +letztern als ausgewaschene Materien in stufenartiger Ordnung +nach ihrer mindern Schwere oder Auflösungsfähigkeit im Wasser +niederließen. Also war die erste bildende Ursache der Unebenheiten +der Oberfläche eine atmosphärische Ebullition, die ich aber +lieber <em class="gesperrt">chaotisch</em> nennen möchte, um den ersten Anfang derselben +zu bezeichnen.</p> + +<p>Auf diese, muß man sich vorstellen, hat eine <em class="gesperrt">pelagische</em> +Alluvion nach und nach Materien, die größtenteils schon Meergeschöpfe +enthielten, geschichtet. Denn jene chaotische Kraters, +wo deren eine Menge gleichsam <em class="gesperrt">gruppiert</em> war, bildeten weit +ausgebreitete Erhöhungen über andere Gegenden, woselbst die +Ebullition nicht so heftig gewesen war. Aus jenen ward Land +mit seinen Gebirgen, aus diesen Seegrund. Indem nun das überflüssige +Kristallisationswasser aus jenen Bassins ihre Ränder durchwusch, +und ein Bassin sein Wasser in das andere, alle aber zu +dem niedrigen Teil der sich eben formenden Erdfläche (nämlich +dem Meere) ablaufen ließ, so bildete es die Pässe für die künftigen +Ströme, welche man noch mit Verwunderung zwischen steilen +Felswänden, denen sie itzt nichts anhaben können, durchgehen und +das Meer suchen sieht. Dieses wäre also die Gestalt des Skeletts +von der Erdoberfläche, sofern sie aus Granit besteht, der unter +allen Flötzschichten fortgeht, welche die folgenden pelagischen +Alluvionen auf jenen aufgesetzt haben. Aber eben darum mußte +die Gestalt der Länder, selbst da, wo die neuern Schichten den +in der Tiefe befindlichen alten Granit ganz bedecken, doch auch +kraterförmig werden, weil ihr Grundlager so gebildet war. Daher +<a class="pagenum" name="Page_208" title="208"> </a> +kann man auf einer Karte, (worauf keine Gebirge gezeichnet sind), +die Landrücken ziehen, wenn man durch die Quellen der Ströme, +die einem großen Flusse zufallen, eine fortgehende Linie zeichnet, +die jederzeit einen Kreis als Bassin des Stromes einschließen wird.</p> + +<p>Da das Becken des Meeres vermutlich immer mehr vertieft +wurde und alle aus obigen Bassins ablaufende Wasser nach sich +zog, so wurden nun dadurch die Flußbetten und der ganze itzige +Bau des Landes erzeugt, der die Vereinigung der Wasser aus so +vielen Bassins in einen Kanal möglich macht. Denn es ist nichts +natürlicher als daß das Bette, worin ein Strom itzt das Wasser +von großen Ländern abführt, eben von demjenigen Wasser und +dem Rückzuge desselben ausgespült worden, zu welchem es jetzt +abfließt, nämlich vom Meere und dessen uralten Alluvionen. Unter +einem allgemeinen Ozean, wie BUFFON will, und durch Seeströme +im Grunde desselben, läßt sich eine Wegwaschung nach +einer solchen Regel gar nicht denken, weil unter dem Wasser +kein Abfluß nach der Abschüssigkeit des Bodens, die doch hier +das Wesentlichste ausmacht, möglich ist.<a name="FNanchor_4" href="#Footnote_4" class="fnanchor">(4)</a></p> + +<p>Die <em class="gesperrt">vulkanischen Eruptionen</em> scheinen die spätesten gewesen +zu sein, nämlich nachdem die Erde schon auf ihrer Oberfläche +fest geworden war. Sie haben auch nicht das Land, mit seinem +hydraulisch regelmäßigen Bauwerk, zum Ablauf der Ströme, +sondern etwa nur einzelne Berge gebildet, die in Vergleichung +mit dem Gebäude des ganzen festen Landes und seiner Gebirge +nur eine Kleinigkeit sind.</p> + +<p>Der Nutzen nun, den der Gedanke obgedachter berühmter +Männer haben kann, und den die Herschelsche Entdeckung, +obzwar <em class="gesperrt">nur indirekt</em>, bestätigt, ist in Ansehung der Kosmogonie +von Erheblichkeit, daß nämlich die Weltkörper ziemlich auf ähnliche +Art ihre erste Bildung empfangen haben. Sie waren insgesamt +anfänglich in flüssigem Zustande; das beweiset ihre kugelrunde +und, wo sie sich beobachten läßt, auch nach Maßgabe der +Achsendrehung und der Schwere auf ihrer Oberfläche abgeplattete +<a class="pagenum" name="Page_209" title="209"> </a> +Gestalt. Ohne Wärme aber gibts keine Flüssigkeit. <em class="gesperrt">Woher kam +nun diese ursprüngliche Wärme</em>? Sie mit BUFFON von der +Sonnenglut, wovon alle planetische Kugeln nur abgestoßene Brocken +wären, abzuleiten, ist nur ein Behelf auf kurze Zeit; denn <em class="gesperrt">woher +kam die Wärme der Sonne</em>? Wenn man annimmt, (welches +auch aus andern Gründen sehr wahrscheinlich ist), daß der Urstoff +aller Weltkörper in dem ganzen weiten Raume, worin sie sich +itzt bewegen, anfangs dunstförmig verbreitet gewesen, und sich +daraus nach Gesetzen, zuerst der chemischen, hernach und vornehmlich +der kosmologischen Attraktion gebildet haben, so geben +CRAWFORDS Entdeckungen einen Wink, mit der Bildung der +Weltkörper zugleich die Erzeugung so großer Grade der Hitze +als man selbst will begreiflich zu machen. Denn wenn das Element +der Wärme für sich im Weltraum allerwärts gleichförmig ausgebreitet +ist, sich aber nur an verschiedene Materien in dem Maße hängt, +als sie es verschiedentlich anziehen; wenn, wie er beweiset, dunstförmig +ausgebreitete Materien weit mehr Elementarwärme in sich +fassen und auch zu einer dunstförmigen Verbreitung bedürfen, als sie +halten können, sobald sie in den Zustand dichter Massen übergehen +d. i. sich zu Weltkugeln vereinigen, so müssen diese Kugeln ein +Übermaß von Warmmaterie über das natürliche Gleichgewicht mit +der Warmmaterie im Raume, worin sie sich befinden, enthalten, +d. i. ihre relative Wärme in Ansehung des Weltraums wird angewachsen +sein. (So verliert vitriolsaure Luft, wenn sie das Eis +berührt, auf einmal ihren dunstartigen Zustand, und dadurch vermehrt +sich die Wärme in solchem Maße, daß das Eis im Augenblick +schmilzt.) Wie groß der Anwachs sein möge, darüber haben +wir keine Eröffnung; doch scheint das Maß der ursprünglichen +Verdünnung, der Grad der nachmaligen Verdichtung, und die Kürze +der Zeit derselben hier in Anschlag zu kommen. Da die letztere +nun auf den Grad der Anziehung, die den zerstreuten Stoff vereinigte, +diese aber auf die Quantität der Materie des sich bildenden +Weltkörpers ankömmt, so mußte die Größe der Erhitzung der +letzteren auch proportionierlich sein. Auf die Weise würden +wir einsehen, warum der Zentralkörper (als die größte Masse in +jedem Weltsystem) auch die größte Hitze haben und allerwärts +eine Sonne sein könne; imgleichen mit einiger Wahrscheinlichkeit +vermuten, daß die höhern Planeten, weil sie teils meistens +größer sind, teils aus verdünnterem Stoffe gebildet worden als die +niedrigern, mehr innere Wärme als diese haben können, welche +<a class="pagenum" name="Page_210" title="210"> </a> +sie auch, (da sie von der Sonne beinahe nur Licht genug zum +Sehen bekommen), zu bedürfen scheinen. Auch würde uns die +gebirgigte Bildung der Oberflächen der Weltkörper, auf welche +unsere Beobachtung reicht, der Erde, des Mondes und der Venus, +aus atmosphärischen Eruptionen ihrer ursprünglich erhitzten +chaotisch-flüssigen Masse, als ein ziemlich allgemeines Gesetz erscheinen. +Endlich würden die vulkanischen Eruptionen aus der +Erde, dem Monde und sogar der Sonne (deren Kraters WILSON +in den Flecken derselben sah, indem er ihre Erscheinungen wie +HUYGHENS die des Saturnringes, sinnreich untereinander verglich), +ein allgemeines Prinzip der Ableitung und Erklärung bekommen.</p> + +<p>Wollte man hier den Tadel, den ich oben in BUFFONS +Erklärungsart fand, auf mich zurückschieben, und fragen: Woher +kam denn die erste Bewegung jener Atomen im Weltraume? so +würde ich antworten, daß ich mich dadurch nicht anheischig +gemacht habe, die erste aller Naturveränderungen anzugeben, +welches in der Tat unmöglich ist. Dennoch aber halte ich es +für unzulässig, bei einer Naturbeschaffenheit, z. B. der Hitze der +Sonne, die mit Erscheinungen, deren Ursache wir nach sonst bekannten +Gesetzen wenigstens mutmaßen können, Ähnlichkeit hat, +stehenzubleiben, und verzweifelterweise die unmittelbare göttliche +Anordnung zum Erklärungsgrunde herbeizurufen. Diese letzte muß +zwar, wenn von Natur im ganzen die Rede ist, unvermeidlich +unsere Nachfrage beschließen; aber bei jeder Epoche der Natur, +da keine derselben in einer Sinnenwelt als die schlechthin erste +angegeben werden kann, sind wir darum von der Verbindlichkeit +nicht befreit, unter den Weltursachen zu suchen, soweit es uns +nur möglich ist, und ihre Kette nach uns bekannten Gesetzen, +solange sie aneinanderhängt, zu verfolgen.</p> + +<p class="right">I. <span class="gesperrt">Kant</span>.</p> + +<h2><a class="pagenum" name="Page_541" title="541"> </a><a name="Lesarten">Lesarten</a></h2> + +<h3>Drucke:</h3> + +<p>1. Berlinische Monatsschrift. März-Heft 1785. S. 199–213.</p> + +<p>2. Kants kleine Schriften. Neuwied 1793. Haupt. 8<sup>o.</sup> S. 51–68.<a name="FNanchor_5" href="#Footnote_5" class="fnanchor">(5)</a></p> + +<p>3. I. Kant. Zerstreute Aufsätze. Frankfurt und Leipzig 1793. +S. 37–50.</p> + +<p>4. I. Kant. Sämmtliche kleine Schriften. 4 Bände. Königsberg +und Leipzig (Voigt, Jena) 1797–98. 8<sup>o.</sup> Bd. III, S. 173–188.</p> + +<p>5. I. Kants vermischte Schriften. 3 Bände. Halle 1799. (Tieftrunk.) +Bd. III. S. 1–16.</p> + +<p>6. Kant. Vorzügliche kleine Schriften und Aufsätze hrsg. mit +Noten von F. Ch. Starke. 2 Bände. Leipzig 1833 und Quedlinburg +1838. Bd. I, S. 248–257.</p> + +<hr class="thought-break"/> + +<p><big>203</big>, 1 1784 (Ak)] 1783 (A) Der Fehler ist im Text zu berichtigen. +<big>204</big>, 3 so ein (A, 93)] Hsgg.: ›ein so‹ Unnötig. <big>205</big>, 12 so] +fehlt D (Df.) <big>206</big>, 14 aus dieser (T)] auf dieser (A, 93) <big>206</big>, 17 +berühmter] fehlt D <big>206</big>, 29 f. über der (H)] über die (A, D) +Df. <big>206</big>, 2 d. Anm. auslaufenden (A, 93)] laufenden T, danach auch +H, D! <big>207</big>, 11 die sich (A, 93)] die T, H, D (Df.) <big>207</big>, 22 schon +(A)] fehlt H, D (Df.) <big>208</big>, 1 auf (A)] fehlt D (Df.) <big>208</big>, 2 v. u. +d. Anm. den (A)] fehlt D (Df.) <big>208</big>, 1 v. u. d. Anm. zum (93)] +vom (A) <big>209</big>, 2 nun (A, 93)] fehlt T, H, D (Df.) <big>209</big>, 13 v. u. +der ursprünglichen (A, 93)] der H, D (Df.)</p> + + +<div class="footnotes"> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_1" href="#FNanchor_1" class="label">(1)</a> +Von der Ungleichheit des Monds; im 2ten Bande der Abh. der +Gesellschaft naturforschender Freunde. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_2" href="#FNanchor_2" class="label">(2)</a> +Aber seine feurige Eruption selbst könnte in der Mondsnacht +gleichwohl gesehen werden. In dem oben angeführten Briefe wird zu +der Beobachtung des Neffen des Herrn <span class="gesperrt">Beccaria</span> und des <span class="gesperrt">Don Ulloa</span> +die Anmerkung gemacht, daß beide Vulkane von entsetzlichem Umfange +gewesen sein müßten, weil Herr <span class="gesperrt">Herschel</span> den seinigen durch +ein ohne Vergleich größeres Teleskop nur so eben und zwar unter +allen Mitzuschauern nur allein hat bemerken können. Allein bei selbstleuchtenden +Materien kömmt es nicht so sehr auf den Umfang als die +Reinigkeit des Feuers an, um deutlich gesehen zu werden; und von +den Vulkanen ist es bekannt, daß ihre Flammen bisweilen helles, bisweilen +im Rauche gedämpftes Licht um sich verbreiten. – +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_3" href="#FNanchor_3" class="label">(3)</a> +<span class="gesperrt">Beccaria</span> hielt die aus den ringförmigen Mondserhöhungen +strahlenweise auslaufenden Rücken für Lavaströme; aber der ganz ungeheure +Unterschied derselben von denen, die aus den Vulkanen unserer +Erde fließen, in Ansehung ihrer Größe, widerlegt diese Meinung und +macht es wahrscheinlich, daß sie Bergketten sind, die, so wie die auf +unserer Erde, aus einem Hauptstamm der Gebirge strahlenförmig auslaufen. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_4" href="#FNanchor_4" class="label">(4)</a> +Der Lauf der Ströme scheint mir der eigentliche Schlüssel der +Erdtheorie zu sein. Denn dazu wird erfordert, daß das Land erstlich +durch Landrücken gleichsam in Teiche abgeteilt sei; zweitens, daß der +Boden, auf welchem diese Teiche ihr Wasser einander mitteilen, um +es endlich in einem Kanal abzuführen, von dem Wasser selbst gebauet +und geformt worden, welches sich nach und nach von den höheren +Bassins bis zum niedrigsten zurückzog, nämlich zum Meere. +</p> +</div> + +<div class="footnote"> +<p><a name="Footnote_5" href="#FNanchor_5" class="label">(5)</a> +Ak. hat den Druckfehler: S. 58–61. +</p> +</div> +</div> + + + + + + + + + +<pre> + + + + + +End of Project Gutenberg's Über die Vulkane im Monde, by Immanuel Kant + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK ÜBER DIE VULKANE IM MONDE *** + +***** This file should be named 38755-h.htm or 38755-h.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + https://www.gutenberg.org/3/8/7/5/38755/ + +Produced by Jana Srna and Philipp Zeinlinger + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + https://www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. + + +</pre> + +</body> +</html> diff --git a/38755-h/images/cover.jpg b/38755-h/images/cover.jpg Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..e321522 --- /dev/null +++ b/38755-h/images/cover.jpg diff --git a/38755-page-images.zip b/38755-page-images.zip Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..9391424 --- /dev/null +++ b/38755-page-images.zip diff --git a/38755-page-images/p0201.png b/38755-page-images/p0201.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..cfff5aa --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0201.png diff --git a/38755-page-images/p0202-blank.png b/38755-page-images/p0202-blank.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..062fca2 --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0202-blank.png diff --git a/38755-page-images/p0203.png b/38755-page-images/p0203.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..deb0b95 --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0203.png diff --git a/38755-page-images/p0204.png b/38755-page-images/p0204.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..088533e --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0204.png diff --git a/38755-page-images/p0205.png b/38755-page-images/p0205.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..9fae2b0 --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0205.png diff --git a/38755-page-images/p0206.png b/38755-page-images/p0206.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..75b71a9 --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0206.png diff --git a/38755-page-images/p0207.png b/38755-page-images/p0207.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..a815208 --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0207.png diff --git a/38755-page-images/p0208.png b/38755-page-images/p0208.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..314f829 --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0208.png diff --git a/38755-page-images/p0209.png b/38755-page-images/p0209.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..02585b4 --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0209.png diff --git a/38755-page-images/p0210.png b/38755-page-images/p0210.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..8130d77 --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0210.png diff --git a/38755-page-images/p0541.png b/38755-page-images/p0541.png Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..45f0dcd --- /dev/null +++ b/38755-page-images/p0541.png diff --git a/LICENSE.txt b/LICENSE.txt new file mode 100644 index 0000000..6312041 --- /dev/null +++ b/LICENSE.txt @@ -0,0 +1,11 @@ +This eBook, including all associated images, markup, improvements, +metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be +in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES. + +Procedures for determining public domain status are described in +the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org. + +No investigation has been made concerning possible copyrights in +jurisdictions other than the United States. 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