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authorRoger Frank <rfrank@pglaf.org>2025-10-14 20:10:05 -0700
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+<title>Der Großinquisitor, by F. M. Dostojewski&mdash;A Project Gutenberg eBook</title>
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+<pre>
+
+The Project Gutenberg EBook of Der Großinquisitor, by F. M. Dostojewski
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Der Großinquisitor
+
+Author: F. M. Dostojewski
+
+Translator: Rudolf Kassner
+
+Release Date: December 18, 2011 [EBook #38336]
+
+Language: German
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+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER GROßINQUISITOR ***
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+Produced by Norbert H. Langkau, Jana Srna and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
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+<div id="tnote">
+<p class="center"><b>Anmerkung zur Transkription:</b></p>
+<p>Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden
+ohne Änderungen übernommen.</p>
+</div>
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+
+<p class="center page-break" style="font-size: large;">F.&nbsp;M. Dostojewski</p>
+
+<hr/>
+
+<h1>Der<br/>
+Großinquisitor</h1>
+
+<p class="center">Übertragen von Rudolf Kassner</p>
+
+<hr/>
+
+<p class="center" style="font-size: large;">Im Insel-Verlag zu Leipzig</p>
+
+<p class="drop-cap page-break">In<a class="pagenum" name="Page_5" title="5"> </a> seiner unermeßlichen Barmherzigkeit zeigt Er sich
+noch einmal den Menschen in derselben Gestalt,
+in welcher Er vor fünfzehn Jahrhunderten drei Jahre
+lang unter ihnen gewandelt ist. Er läßt sich herab auf
+die ›brennenden Plätze‹ der südlichen Stadt, in der
+noch am Vorabend in Gegenwart des Königs, des gesamten
+Hofstaates, der Ritterschaft, der Kardinäle und
+entzückender Frauen vor der ganzen Einwohnerschaft
+Sevillas durch den Kardinal-Großinquisitor nicht weniger
+als ein volles Hundert Ketzer auf einmal <span class="antiqua">ad majorem
+dei gloriam</span> verbrannt worden war.</p>
+
+<p>Leise und unauffällig erscheint Er unter den Menschen,
+und siehe, es erkennen Ihn alle. Das Volk drängt
+sich an Ihn heran mit unbezwinglicher Gewalt. Es
+umgibt Ihn, wächst um Ihn und folgt Ihm. Schweigend
+schreitet Er unter ihnen, mit dem stillen Lächeln
+unendlichen Mitleids auf den Lippen. Die Sonne der
+Liebe brennt in seinem Herzen, Strahlen des Lichtes,
+der Erleuchtung und Kraft strömen aus seinen Augen
+und gießen sich über die Menge und wecken die Herzen
+der Menschen. Er streckt ihnen seine Hand entgegen
+und segnet sie, und aus der Berührung mit seinem Körper,
+ja schon aus seinem Gewande fließt heilende Kraft.
+Ein Greis, der seit der Kindheit blind war, ruft aus der
+Schar: ›Herr, heile mich, damit ich Dich erkenne!‹
+Und siehe, von seinen Augen fällt es wie Schuppen,
+<a class="pagenum" name="Page_6" title="6"> </a>
+und der Blinde sieht. In den Augen der Menschen
+sind Tränen, das Volk küßt die Erde, über die Er hinwandelt,
+die Kinder werfen Blumen vor seine Schritte,
+singen Lieder und rufen Hosianna. ›Er ist es, Er,‹
+wiederholen alle, ›Er muß es sein und kein anderer.‹
+So kommt Er vor das Tor der Kathedrale, wo Menschen
+unter Heulen und Wehklagen einen weißen offenen
+Kindersarg tragen, darin ein siebenjähriges Mädchen
+liegt, die einzige Tochter eines angesehenen Bürgers der
+Stadt. Das tote Kind liegt da, ganz in Blumen gebettet.
+›Er wird dein Kind auferwecken vom Tode‹,
+rufen Stimmen der weinenden Mutter zu. Aus der
+Kathedrale tritt dem Sarge ein Priester entgegen, er
+vermag nicht gleich zu fassen, was hier geschieht, und
+runzelt die Stirne. Da hört er ein Aufschluchzen: es ist
+die Mutter des toten Mädchens, sie wirft sich zu seinen
+Füßen nieder und hebt ihre Hand zu Ihm auf und ruft
+aus: ›Wenn Du es bist, dann wecke mein Kind vom
+Tode auf!‹ Die Prozession bleibt stehen, der Sarg wird
+vor Ihm auf den Boden gelassen. Er sieht auf ihn hernieder
+voll Rührung, und sein Mund spricht noch
+einmal: ›<span class="antiqua">Talifa kumi.</span>‹ Und das Mädchen erhebt sich
+im Sarge, setzt sich auf und blickt im Kreise um sich
+mit erstaunten offenen Augen. In den Händen hält es
+das Sträußlein weißer Rosen, mit dem es im Sarge
+gelegen hat. Das Volk ist bewegt, Stimmen, Schreie,
+<a class="pagenum" name="Page_7" title="7"> </a>
+Schluchzen. In diesem Augenblicke geht an der Kathedrale
+über den Platz der Kardinal vorbei, der Großinquisitor,
+ein Greis von bald neunzig Jahren, hoch
+und aufrecht, mit vertrocknetem Gesicht und tiefliegenden
+Augen, in welchen noch verborgen das Feuer glüht.
+Heute ist er nicht in den Prunkgewändern, in denen er
+sich gestern dem Volke gezeigt hatte, da er die Feinde
+des römischen Glaubens verbrannte &ndash; nein, heute trägt
+er die alte grobe Mönchskutte. Ihm folgen in gemessener
+Entfernung seine düsteren Gehilfen und Knechte, die
+›heiligen‹ Wächter. Er bleibt vor der Menge stehen
+und sieht zu, was geschieht. Er hat alles gesehen; er
+hat gesehen, wie sie den Sarg vor Ihn hingestellt haben,
+er hat gesehen, wie sich das Mädchen im Sarge erhoben
+hat, und über sein Gesicht legt sich ein dunkler
+Schatten. Er zieht seine dichten, grauen Brauen zusammen,
+und sein Blick leuchtet auf in Bosheit. Indem
+er auf Ihn mit dem Finger weist, heißt er die
+Wächter Ihn ergreifen. Und so groß ist seine Gewalt,
+und so gehorsam und ergeben ist ihm das Volk, daß
+die Menge den Wächtern Platz macht und diese unter
+aller tiefem plötzlichem Schweigen Hand an Ihn legen
+und Ihn fortführen. Die Volksmenge ist wie <em class="gesperrt">ein</em>
+Mann, und die Köpfe neigen sich vor dem greisen Inquisitor
+zu Boden; er segnet schweigend die Menschen
+und setzt seinen Weg fort.</p>
+
+<p><a class="pagenum" name="Page_8" title="8"> </a>Die Wache hat inzwischen den Gefangenen in ein
+enges, dunkles, gewölbtes Verlies im alten Gebäude des
+heiligen Tribunals geführt und hinter Ihm die Tür
+geschlossen. Der Tag vergeht, die Nacht bricht herein,
+die dunkle, glühende, atemlose Nacht Sevillas. Die
+Luft ist voll vom Duft des Lorbeers und der Zitronenblüte.
+Um Mitternacht öffnet sich das eiserne Tor des
+Gefängnisses, und der Großinquisitor tritt leisen Schrittes
+herein, in der Hand hält er ein Licht. Er ist allein,
+hinter ihm schließt sich das Tor.</p>
+
+<p>Er bleibt am Eingange stehen und sieht Ihm lange,
+ein bis zwei Minuten lang, ins Gesicht. Dann tritt
+er näher heran, stellt den Leuchter auf den Tisch und
+spricht zu Ihm: ›Bist Du es?‹</p>
+
+<p>Da er keine Antwort erhält, fügt er schnell hinzu:
+›Antworte nicht, schweige! Was kannst Du auch sagen?
+Ich weiß sehr gut, was Du sagen willst; doch Du hast
+kein Recht, auch nur ein Wort zu dem hinzuzufügen,
+was einst von Dir selber gesagt worden ist. Warum bist
+Du gekommen, uns zu stören? Denn dazu bist Du gekommen,
+Du weißt es selber. Weißt Du aber auch, was
+morgen geschehen wird? Ich weiß nicht, wer Du bist,
+ich will auch nicht wissen, ob Du es wirklich bist oder ob
+Du nur seine Gestalt angenommen hast: aber morgen
+werde ich Dich richten und verurteilen und Dich auf dem
+Scheiterhaufen verbrennen als den gefährlichsten aller
+<a class="pagenum" name="Page_9" title="9"> </a>
+Ketzer, und dasselbe Volk, das heute Dir die Füße geküßt
+hat, wird sich morgen auf einen Wink von meiner
+Hand hin zum Scheiterhaufen stürzen, um dort die
+Kohlen zu schüren, weißt Du das? Es ist möglich, daß
+Du es weißt‹, fügte er hinzu, ohne auch nur eine Sekunde
+den Blick von dem Gefangenen zu lassen.«&nbsp;&ndash;</p>
+
+<p>»Ich verstehe nicht, Iwan, was das heißen soll«,
+unterbrach ihn lächelnd Aljoscha, der die ganze Zeit
+schweigend zugehört hatte. »Ist das Ganze nur die
+uferlose Phantasie oder eine Verwirrung im Kopfe des
+Greises, ein unmögliches Quiproquo?«</p>
+
+<p>»Nimm das letzte an,« lachte Iwan, »wenn dich
+der zeitgenössische Realismus schon so verdorben hat,
+daß du etwas Phantastisches nicht mehr vertragen kannst!
+Wenn es ein Quiproquo sein soll, meinetwegen. Es
+ist wahr, der Greis zählt neunzig Jahre und hat somit
+Zeit gehabt, den Verstand zu verlieren über seiner
+Idee; zudem konnte ihn der Gefangene auch durch sein
+Äußeres aus der Fassung bringen. Vielleicht aber ist
+es nur der Wahn, das Fiebergesicht eines neunzigjährigen
+Greises vor dem Tode, das Gehirn hat sich vom
+Autodafé der hundert verbrannten Ketzer erhitzt. Ist es
+aber nicht ganz gleichgültig, was es ist, ob ein Quiproquo
+oder eine uferlose Phantasie? Es handelt
+sich hier doch nur darum, daß der Greis sich ausspricht,
+daß er endlich einmal nach neunzig Jahren
+<a class="pagenum" name="Page_10" title="10"> </a>
+davon laut redet, worüber er neunzig Jahre lang geschwiegen
+hat.«</p>
+
+<p>»Und der Gefangene schweigt, er sieht ihn an und
+sagt kein Wort?«</p>
+
+<p>»Unbedingt, auf alle Fälle«, lachte Iwan. »Der
+Greis hat Ihn doch selber darauf aufmerksam gemacht,
+daß Er gar nicht einmal das Recht habe, etwas zu dem
+hinzuzufügen, was von Ihm schon gesagt worden ist.
+Wenn du willst, kannst du darin den Grundzug des
+römischen Katholizismus erblicken, nach meiner Meinung
+wenigstens: ›Alles wurde von Dir einst dem Papste
+übergeben und alles ist jetzt beim Papst, tue Du uns nur
+den einen Gefallen, nicht wiederzukommen und uns zu
+stören in der Zeit! In diesem Sinne reden sie nicht
+nur, sondern schreiben sie auch, die Jesuiten wenigstens.
+Ich selbst habe es so bei ihren Gelehrten gelesen. Hast
+Du das Recht, auch nur ein einziges von den Geheimnissen
+jener Welt aufzudecken, aus der Du zu uns herniedergestiegen
+bist?‹ fragt ihn mein Greis, und er selber
+gibt sich die Antwort: ›Nein, Du hast nicht das Recht;
+denn sonst müßtest Du etwas zu dem noch hinzufügen,
+was von Dir gesagt worden war, und den Menschen
+die Freiheit nehmen, für die Du einst, da Du auf Erden
+warst, mit solcher Überzeugung eingetreten bist. Alles,
+was Du von neuem verkünden könntest, würde somit
+einen Eingriff in die Glaubensfreiheit der Menschen
+<a class="pagenum" name="Page_11" title="11"> </a>
+bedeuten, denn es würde uns wie ein Wunder vorkommen;
+aber die Freiheit des Glaubens galt Dir damals
+mehr als jedes andere Gut, damals, vor anderthalbtausend
+Jahren. Kam das Wort nicht immer wieder
+aus Deinem Munde: Ich will euch frei machen? Nun,
+jetzt hast Du sie gesehen, die freien Menschen!‹ ›Ja,
+das Werk hat uns viel gekostet,‹ fügte er gleich hinzu,
+indem er Ihn streng anblickt, ›aber wir haben es zu
+Ende geführt, endlich, in Deinem Namen. Fünfzehn
+Jahrhunderte lang haben wir uns mit dieser Freiheit
+geplagt, aber jetzt sind wir damit fertig, fertig für alle
+Zeiten. Glaubst Du nicht, daß wir damit fertig geworden
+sind für alle Zeiten? Du siehst mich mit Deinen sanften
+Augen an und würdigst mich nicht einmal Deines Zornes.
+So wisse: Jetzt, gerade heute sind die Menschen
+mehr denn je davon überzeugt, sie wären frei, ganz frei,
+frei wie nie die Menschheit vor ihnen. In Wahrheit
+aber haben sie selber uns ihre Freiheit gebracht und demütig
+uns vor die Füße gelegt. Das war unser Werk.
+War es diese Freiheit, die Du wünschest?‹«</p>
+
+<p>»Ich verstehe wiederum nicht,« unterbrach ihn Aljoscha:
+»er ironisiert Ihn und macht sich über Ihn lustig.«</p>
+
+<p>»Nicht im geringsten: er rechnet es sich und den
+Seinen durchaus als Verdienst an, daß sie endlich die
+Freiheit niedergerungen haben, und nur darum, um die
+Menschen glücklich zu machen; denn jetzt erst ist es möglich
+<a class="pagenum" name="Page_12" title="12"> </a>
+geworden, an das Glück der Menschen zu denken.
+Der Mensch ist zum Empörer geschaffen: können Empörer
+glücklich sein? ›Du wurdest gewarnt,‹ fährt
+der Greis zu ihm fort, ›es fehlte Dir nicht an Mahnungen
+und Zeichen, aber Du achtetest nicht darauf. Du
+kehrtest Dich ab von dem einzigen Wege, auf dem das
+Heil der Menschen lag, aber zum Glück hast Du uns
+Dein Werk überlassen, da Du von uns schiedest. Du hast
+es uns versprochen, Du hast es mit Deinen eigenen
+Worten bekräftigt, Du hast uns das Recht gegeben zu
+binden und zu lösen, darum darf Dir jetzt auch nicht
+einmal der Gedanke kommen, uns dieses Recht zu nehmen.
+Warum willst Du uns also stören?‹«</p>
+
+<p>»Was heißt das: es hat Dir nicht an Mahnungen
+und Zeichen gefehlt?« fragte Aljoscha.</p>
+
+<p>»Gerade darüber mußte sich der Greis aussprechen,
+denn darauf kommt alles an. ›Der furchtbare und kluge
+Geist, der Geist der Selbstvernichtung und des Nichtseins,‹
+fuhr der Greis fort, ›der große Geist redete zu Dir
+in der Wüste, und uns ist in den Büchern überliefert,
+daß er Dich dort versuchte. Ist das so richtig? Ist irgendwo,
+frage ich, mehr Wahrheit enthalten als in den drei
+Fragen, die er Dir stellte und die Du verwarfst und die
+in den heiligen Büchern Deine Versuchung genannt
+werden? Wenn jemals auf Erden ein vollkommenes,
+ein wirkliches, ein die Erde in ihren Grundfesten erschütterndes
+<a class="pagenum" name="Page_13" title="13"> </a>
+Wunder geschehen ist, so ward es an
+jenem Tage, am Tage der drei Versuchungen. Und
+nur darin, daß diese Fragen gestellt worden sind, liegt
+das Wunder. Denken wir uns, diese drei Fragen des
+furchtbaren Geistes wären ohne eine Spur aus den heiligen
+Büchern verschwunden und müßten wieder dort
+eingesetzt, von neuem ausgedacht und verfaßt werden,
+damit sie wieder in den Büchern wären, denken wir uns,
+alle Weisen der Erde, die Rechtsgelehrten, die Theologen,
+die Philosophen und die Dichter würden zusammengerufen,
+und ihnen sollte die Aufgabe gestellt werden:
+Sinnet drei Fragen aus, welche nicht nur der ungeheuren
+Tatsache eines versuchten Gottes entsprechen, sondern
+außerdem in drei Worten, in drei menschlichen
+Sätzen die ganze zukünftige Geschichte der Erde und der
+Menschheit enthalten &ndash; glaubst Du wirklich, die ganze
+vereinigte Gelehrsamkeit der Erde vermöchte etwas zu
+ersinnen, was an Kraft und Tiefe sich jenen drei Fragen
+vergleichen ließe, die Dir damals in der Wüste von
+dem mächtigen und klugen Geiste gestellt worden sind?
+Schon daran, daß sie überhaupt gestellt wurden, erkennst
+Du, daß Du es hier nicht mit einem menschlichen,
+fließenden, sondern mit dem ewigen, dauernden Geiste
+zu tun hast; denn in diesen drei Fragen liegt wie im
+Schoße die ganze weitere Geschichte der Menschheit,
+die Zukunft ist darin vorausgesagt, und in drei Bildern
+<a class="pagenum" name="Page_14" title="14"> </a>
+vermagst Du alle unlösbaren Widersprüche der menschlichen
+Natur zu erkennen. Damals konnte es noch nicht
+offenbar sein, denn die Zukunft lag noch verborgen; aber
+heute, nach fünfzehn Jahrhunderten, ist es ersichtlich,
+daß in den drei Fragen alles also recht geraten und vorausgesagt
+ward und sich bewahrheitet hatte, so daß wir
+weder etwas hinzuzufügen noch wegzunehmen haben.
+Entscheide selber, wer damals recht hatte, Du oder der
+Dich fragte! Erinnere Dich der ersten Frage! Sie lautete
+nicht buchstäblich, doch wohl dem Geiste nach also: Du
+willst unter die Menschen treten und gehst zu ihnen
+mit leeren Händen, Du gehst zu ihnen mit einem Versprechen
+von einer Freiheit, die sie in ihrer Einfalt und
+angeborenen Stumpfheit nicht zu fassen vermögen, ja,
+vor der sie Furcht haben &ndash; denn es hat niemals für
+den einzelnen Menschen sowohl wie für das ganze
+Menschengeschlecht etwas gegeben, das diese weniger zu
+ertragen fähig waren als eben die Freiheit. Sieh die
+Steine zu Deinen Füßen ringsum in der nackten und
+glühenden Wüste: verwandle sie in Brot, und die
+Menschheit wird Dir folgen wie dem Hirten die Herde,
+dankbar und gehorsam, wenn auch ewig davor zitternd,
+Du könntest Deine Hand von ihr nehmen und ihr Dein
+Brot entziehen! Aber Du wolltest den Menschen nicht
+der Freiheit berauben, und darum verwarfst Du, was
+Dir geboten worden war. Denn wo ist da Freiheit,
+<a class="pagenum" name="Page_15" title="15"> </a>
+schlossest Du, wenn der Gehorsam mit Broten erkauft
+wird? Deine Antwort war, daß der Mensch nicht
+allein vom Brote lebe. Weißt Du aber auch, daß im
+Namen gerade dieses irdischen Brotes der Geist der
+Erde sich gegen Dich erheben, sich mit Dir messen und
+Dich besiegen wird, und daß alle Menschen ihm nachfolgen
+und ausrufen werden: Wer gleicht diesem Tiere,
+so uns das Feuer vom Himmel gebracht hat?! Weißt
+Du auch, daß die Zeiten nicht ausbleiben werden, da den
+Menschen durch den Mund der Weisen verkündet
+werden wird: Es gibt keine Verbrechen, es gibt auch keine
+Sünde, es gibt nur Menschen, die hungern? Mache
+sie zuerst satt, und dann verlange von ihnen die Tugend:
+das werden sie auf die Fahne schreiben, mit der sie gegen
+Dich in den Kampf gehen und in Deinen Tempel eindringen
+werden. Und an Stelle dieses Deines Tempels
+wird sich ein neues Gebäude, wird sich zum zweiten
+Male jener grauenhafte Turm von Babel erheben.
+Und wenn auch dieser neue genau so wie jener erste nicht
+zu Ende gebaut werden wird: Du hättest es dazu gar
+nicht kommen lassen sollen, Du hättest die Leiden der
+Menschheit um tausend Jahre abkürzen können &ndash; denn
+siehst Du, jetzt werden sie zu uns kommen, jetzt, nachdem
+sie sich tausend Jahre mit ihrem Turm gequält haben.
+Sie werden uns abermals unter der Erde suchen, sie
+werden uns aus den Katakomben holen (denn von neuem
+<a class="pagenum" name="Page_16" title="16"> </a>
+werden wir verfolgt und gemartert werden) und uns,
+da sie uns gefunden, zurufen: Macht uns satt, denn
+die, so uns das Feuer vom Himmel versprochen, waren
+Betrüger! So werden wir, wir ihnen den Turm zu
+Ende bauen; denn der baut ihn auf, der die Menschen
+satt macht, und wir werden sie satt machen in Deinem
+Namen &ndash; denn so wollen wir es dann sagen und lügen,
+daß es in Deinem Namen geschehe. Niemals, zu keiner
+Zeit werden sie ohne uns den Hunger stillen. Nie wird
+ihnen eine Wissenschaft das Brot geben, solange sie
+frei bleiben, und das Ende wird sein, daß sie uns ihre
+Freiheit zu Füßen legen und zu uns reden werden: Macht
+uns, wenn es nicht anders geht, zu euren Knechten, aber
+macht uns satt! Sie werden endlich selber einsehen, daß
+die Freiheit und das Brot, beide zusammen, nicht denkbar
+sind, denn niemals werden die Menschen das Brot
+untereinander zu teilen verstehen. Zudem werden sie sich
+davon überzeugen, daß sie auch darum nicht frei sein
+können, weil sie kleinmütig, lasterhaft und nichtig sind
+und voll von Empörung stecken. Du hast ihnen das
+Himmelsbrot versprochen, aber ich wiederhole: kann
+dieses Himmelsbrot sich in den Augen eben dieses
+schwachen, ewig lasterhaften und ewig undankbaren
+Geschlechtes mit dem irdischen vergleichen? Und wenn
+Dir auch im Namen des Himmelsbrotes Tausende und
+Zehntausende folgen, was geschieht aber mit den Millionen
+<a class="pagenum" name="Page_17" title="17"> </a>
+und zehntausend Millionen von Schwachen, die nicht
+die Kraft haben, das irdische Brot von sich zu weisen und
+dafür das himmlische zu nehmen? Sprich, sind Dir vielleicht
+nur die zehntausend Starken und Großen lieb, und
+sollen die Millionen, die zahllos wie der Sand am Meere
+und schwach sind, aber Dich lieben, sollen diese nur Stoff
+sein in der Hand der Großen und Starken? Nein,
+uns sind auch die Schwachen lieb. Freilich sind sie
+Sünder und Empörer, aber schließlich werden sie doch
+den Gehorsam lernen. Und sie werden uns anstaunen
+und darum für Götter halten, weil wir, nunmehr die
+Herren, darin eingewilligt haben, die Freiheit, vor der
+sie zurückgeschreckt sind, auf uns zu nehmen und also
+die Herrschaft zu führen &ndash; so entsetzlich wird es für sie
+geworden sein, frei zu sein. Wir aber werden zu ihnen
+reden, daß wir Dir gehorchen und in Deinem Namen
+herrschen. Wir werden sie abermals betrügen, denn
+Dich werden wir nun nicht mehr zu uns einlassen. In
+diesem Betrug wird auch unser Leiden liegen, denn wir
+werden zur Lüge gezwungen sein. Das war der Sinn
+der ersten Frage und Versuchung in der Wüste. Und
+Du hast sie verworfen im Namen der Freiheit, die Du
+höher stelltest als alle Güter der Erde. Und in dieser
+Frage war das große Geheimnis dieser Welt enthalten.
+Wenn Du die Brote angenommen hättest, so würdest
+Du damit auch eine Antwort gefunden haben auf die
+<a class="pagenum" name="Page_18" title="18"> </a>
+große, leidvolle Frage, die sich der einzelne Mensch nicht
+weniger als die ganze Menschheit ewig stellt, auf die
+Frage: Wen sollen wir anbeten? Es gibt keine Sorge,
+die den freien Menschen so ununterbrochen quälte wie
+diese, das Wesen so schnell es geht zu suchen, vor dem
+er sich in Andacht verneigen könnte; denn der Mensch
+sehnt sich danach, ihn drängt es, das anzubeten, das
+unbedingt und zweifellos ist, damit auf diese Weise alle
+Menschen ohne Unterschied in diese Andacht einwilligten.
+Denn die Sorge dieser erbarmungswürdigen Geschöpfe
+liegt nicht darin, den Gegenstand zu suchen, vor dem
+ich oder ein anderer uns verneigten, sondern eben jenen,
+an den alle glaubten, und vor dem sie dann in die Knie
+sänken, alle, alle zusammen. Siehst Du, dieses Verlangen
+nach gemeinsamer Anbetung peinigt den einzelnen Menschen
+ebenso wie die ganze Menschheit mehr denn
+jedes andere seit dem Beginne der Zeiten. Und darum,
+um der gemeinsamen Anbetung willen, rottet ein
+Volk das andere aus mit dem Schwerte; die Menschen
+schaffen sich Götter und rufen einander zu: Werft
+die euren in den Staub und betet zu den unseren, sonst
+seid ihr und euer Gott des Todes. Und so wird es bis
+zum Ende der Welt sein, auch dann noch, wenn aus
+der Welt die Götter gewichen sind. Die Menschen
+werden dann vor Götzen in die Knie sinken. Du hast
+um dieses Geheimnis der menschlichen Natur gewußt,
+<a class="pagenum" name="Page_19" title="19"> </a>
+Du mußtest darum wissen, aber Du hast das einzige
+Mittel und Zeichen von Dir gewiesen, welches Dir angeboten
+worden war, um die Menschen alle dazu zu
+bringen, sich vor Dir in gemeinsamer Andacht zu verneigen,
+das Zeichen des irdischen Brotes. Und Du hast
+es verworfen im Namen der Freiheit und des himmlischen
+Brotes. Und höre zu, was Du weiter tatest,
+und wiederum im Namen der Freiheit! Ich habe Dir
+gesagt, der Mensch kenne keine quälendere Sorge als
+den ausfindig zu machen, dem er so schnell wie möglich
+jenes kostbare Geschenk der Freiheit zurückgeben könnte,
+mit dem dieses unselige Geschöpf in die Welt gesetzt worden
+ist. Aber nur der bemächtigt sich der Freiheit der
+Menschen, der ihr Gewissen beruhigt. Mit dem Brote
+ward Dir die unbestrittene Macht über die Menschen
+geboten: gibst Du Brot, so werden Dich die Menschen
+anbeten, denn am Brote zweifelt niemand. Wenn aber
+zu gleicher Zeit einer sich ihrer Gewissen bemächtigt,
+ohne daß sie darum wüßten, &ndash; o glaube mir, dann wird
+er auch Dein Brot von sich werfen und dem nachfolgen,
+der sein Gewissen beruhigt. Darin hattest Du recht; denn
+das Geheimnis des Menschenlebens liegt nicht allein
+darin, daß der Mensch lebe, sondern auch in dem Zweck,
+wofür er lebt. Ohne die zwingende, bedeutende Vorstellung
+eines Zweckes, für den er leben dürfe, vermag kein Mensch
+in das Leben selber einzuwilligen, und er wird sich eher
+<a class="pagenum" name="Page_20" title="20"> </a>
+das Leben nehmen, als daß er unter solchen Bedingungen
+auf der Erde verweilte, wenn auch rings um ihn alles
+zu Brot geworden wäre. Das ist die Wahrheit, aber
+was tatest Du? Statt das Gewissen zu beherrschen, hast
+Du es nur noch tiefer gemacht. Oder hast Du vergessen,
+daß Ruhe, daß der Tod selber dem Menschen lieber
+seien als die freie Wahl zwischen Gut und Böse? Gewiß
+ist für ihn nichts so verführerisch wie die Gewissensfreiheit,
+nichts aber peinigt ihn auch mehr. Statt ihm
+nun ein für allemal feste Satzungen zu geben zu seiner
+Gewissensberuhigung, suchst Du alles, was ungewöhnlich,
+rätselhaft und schwankend ist, wählst Du alles, was
+über die Kräfte der Menschen geht, und handelst ganz
+wie einer, der die Menschen nicht liebt, Du, der Du gekommen
+warst, Dein Leben für die Menschen zu lassen!
+Statt also Dich der Freiheit der Menschen zu bemächtigen,
+hast Du deren Grenzen nur erweitert und hast
+die Seele des Menschen für alle Zeiten mit neuem Leid
+überladen. Dein Wunsch war die freie Liebe des Menschen;
+frei sollte er Dir nachfolgen, von Dir gelockt und
+gefangen. Statt sich nach den alten harten Gesetzen zu
+richten, sollte der Mensch von nun an freien Herzens
+vor sich selber entscheiden, was gut und was böse sei,
+mit Deinem Beispiel vor der Seele. Ist Dir damals nie
+der Gedanke gekommen, daß der Mensch Deine Wahrheit
+bestreiten und Dein Beispiel verleugnen wird, wenn
+<a class="pagenum" name="Page_21" title="21"> </a>
+ihn Deine Wahrheit mit einer solchen Last, wie es die
+Wahl zwischen Gut und Böse ist, drücken muß? Die
+Menschen werden es laut verkünden, endlich, daß die
+Wahrheit gar nicht in Dir sei; denn es war nicht möglich,
+sie in ärgerer Qual und Not zu lassen, als Du es
+tatest, da Du ihnen nur Sorge und unauflösbare Rätsel
+auf Erden zurückließest. Auf solche Weise hast Du selber
+den Grund gelegt zur Zerstörung Deines Reiches, gib
+also niemand anderem mehr die Schuld daran! Es
+gibt drei Gewalten, drei, nicht mehr, auf Erden, die
+mächtig sind, für ewig das Gewissen dieser erbärmlichen
+Empörer zu unterjochen und zu knechten, zu ihrem Glück.
+Und diese drei Gewalten sind: das Wunder, das Geheimnis
+und die Autorität. Du hast die eine und die
+andere und auch die dritte von Dir gewiesen und den
+Menschen also ein Beispiel gegeben. Als der furchtbare
+und weise Geist Dich auf die Zinnen des Tempels führte,
+sprach er zu Dir: Wenn Du wissen willst, ob Du der
+Sohn Gottes seist, so stürze Dich von hier herab; denn
+es steht geschrieben, daß Engel Dich auffangen und tragen
+werden und Du nicht fallen noch Deinen Leib zerschmettern
+wirst, und also wirst Du wissen, daß Du Gottes
+Sohn bist, und wirst den Menschen für ewig zeigen,
+wie groß Dein Glaube an den Vater im Himmel ist!
+Du aber, da Du den bösen Geist also hörtest, wiesest
+diesen Antrag von Dir und warfst Dich nicht herab von
+<a class="pagenum" name="Page_22" title="22"> </a>
+den Zinnen des Tempels. O gewiß, in diesem Augenblick
+warst Du stolz und herrlich wie ein Gott, aber sage:
+sind auch die Menschen, dieses schwache Geschlecht von
+Empörern, Götter? Du wußtest damals, daß, so Du nur
+einen Schritt machst, eine einzige Bewegung, um Dich
+herabzustürzen, Du Gott selber in Versuchung führen
+und Deinen Glauben an ihn verlieren und Deine Glieder
+an derselben Erde zerschmettern würdest, die Du zu erlösen
+gekommen warst, und daß also der kluge Geist
+frohlocken würde, da er Dich also verführt hatte. Aber
+ich wiederhole: Gibt es viele so wie Du? Konntest Du
+auch nur den Augenblick lang annehmen, daß eine solche
+Versuchung nicht ganz und gar über die Kraft des
+Menschen ginge? Ist die menschliche Natur stark
+genug, daß sie das Wunder von sich weisen und in
+den furchtbaren Augenblicken des Lebens, in den Augenblicken
+der schrecklichsten und quälendsten Zweifel der
+Seele, allein stehen dürfe, allein mit dem freien Entschluß
+des Herzens? Du wußtest wohl, daß Dein Sieg
+in den Büchern der Menschen aufbewahrt werden und
+bis ans Ende der Zeiten und bis an die letzten Grenzen
+der Erde gelangen würde, und Deine Hoffnung war,
+daß auch der Mensch, indem er Deinem Beispiel folgte,
+bei Gott ausharren und des Wunders nicht bedürfen
+würde. Aber Du wußtest nicht, daß der Mensch mit
+dem Wunder auch Gott verwerfen müsse; denn der
+<a class="pagenum" name="Page_23" title="23"> </a>
+Mensch sucht Gott nicht mit mehr Eifer, als er nach
+dem Wunder verlangt. Und weil der Mensch ohne
+Wunder zu bleiben nicht die Kraft hat, so wird er sich
+selber neue, eigene schaffen. Er wird an die Wunder
+von Zauberern und an die Hexenkünste alter Weiber
+glauben, wie gewaltig und kühn auch seine Empörung,
+seine Ketzerei und Gottlosigkeit sein mögen. Du bist nicht
+vom Kreuz herabgestiegen, als sie Dir, indem sie Dir die
+Kleider vom Leibe rissen und Dich verhöhnten, zuriefen:
+Steig vom Kreuz herab, und wir werden glauben, daß
+Du der Sohn Gottes bist. Du bist deshalb nicht herabgestiegen,
+weil Du wiederum die Menschen nicht
+mit dem Wunder knechten wolltest und Dich nach dem
+freien und nicht nach dem Wunderglauben dürstete. Du
+sehntest Dich nach der freien Liebe und verwarfst das
+feige Entzücken der Sklaven vor der Macht. Aber Du
+dachtest zu hoch von den Menschen, denn sie sind nun
+einmal Sklaven, wenn auch zur Empörung geschaffen.
+Blicke um Dich und urteile selbst! Fünfzehn Jahrhunderte
+sind vergangen, komm, sieh Dir die Menschen an:
+wen hast Du da bis zu Dir emporgehoben? Ich bezeuge
+es: der Mensch ist schwächer und niedriger, als Du dachtest.
+Kann er wirklich alles das erfüllen, was Du ihn gewiesen
+hast? Indem Du also hoch von ihm dachtest, hast
+Du wie einer gehandelt, der kein Mitleid mit ihm fühlt,
+da Du allzuviel von ihm verlangtest &ndash; und das tatest
+<a class="pagenum" name="Page_24" title="24"> </a>
+Du, der Du ihn mehr liebst als Dich selber. Hättest Du
+ihn niedriger eingeschätzt, so würdest Du weniger von
+ihm verlangt haben, und es würde mehr der Liebe geglichen
+haben, denn die Bürde wäre leichter zu tragen
+gewesen. Er ist schwach, und er ist gemein. Was liegt
+schließlich daran, daß er sich allerorten jetzt gegen unsere
+Macht empört und sich darauf viel einbildet, daß er
+sich empört! Ich sage Dir, es ist die Empörung von
+Kindern und Schulknaben; das sind kleine Kinder, die
+sich in der Klasse zusammenrotten und den Lehrer davonjagen.
+Doch diesem Jubeln der Kinder wird bald ein
+Ende gesetzt sein, und es wird sie teuer zu stehen kommen.
+Sie reißen die Tempel ein und begießen die Erde mit
+Blut, aber endlich werden sie es selber spüren, diese
+törichten Knaben, daß, wenn sie auch Empörer sind,
+ihre Empörung doch nur erbärmlich ist und daß sie selber
+ihre eigene Empörung nicht lange aushalten. So werden
+sie wie dumme Kinder zu heulen anfangen und einsehen,
+daß Er, der sie zu Empörern geschaffen hat, sich
+ganz zweifellos über sie hatte lustig machen wollen. Sie
+werden es in ihrer Verzweiflung so aussprechen, und
+ihre Rede wird Gotteslästerung sein, um derentwillen
+sie noch unglücklicher sein werden. Denn die menschliche
+Natur vermag Gotteslästerung nicht zu ertragen und
+straft sich schließlich selber dafür. Unruhe, Verwirrung
+und Unglück: da hast Du das Los der gegenwärtigen
+<a class="pagenum" name="Page_25" title="25"> </a>
+Menschen nach allem, was Du für deren Freiheit gelitten
+hast. Dein großer Prophet spricht in seinen Gesichten,
+daß er alle gesehen, die an der Auferstehung
+teilgenommen hätten, und daß es aus jedem Stamme
+zwölftausend gewesen wären &ndash; aber wenn es nicht mehr
+sind, so waren sie eben nicht Menschen, sondern schon
+Götter. Sie haben Dein Kreuz getragen, sie haben zehn
+Jahre in der hungernden und nackten Wüste gelebt
+und sich dort von Heuschrecken und Wurzeln genährt
+&ndash; gewiß kannst Du jetzt mit Stolz auf sie hinweisen,
+auf diese Kinder der Freiheit, der freien Liebe, des freien
+erhabenen Opfers in Deinem Namen, doch vergiß nicht,
+daß ihrer nur einige Tausend und daß sie Götter waren!
+Was geschieht aber mit den anderen, was haben Dir
+die übrigen schwachen Menschen getan, daß sie das nicht
+aushielten, was die starken zu tragen die Kraft hatten?
+Ist es die Schuld der schwachen Seele, daß sie nicht
+mächtig sei, so furchtbare Geschenke in sich zu fassen?
+Bist Du nur zu den Auserwählten und ihretwegen geraden
+Weges vom Himmel heruntergestiegen? Wenn
+ja, so ist dies ein Geheimnis, das wir nicht zu begreifen
+vermögen. Und wenn es ein Geheimnis ist, so haben
+auch wir das Recht, das Geheimnis zu verkünden und
+sie zu lehren, daß nicht der freie Entschluß des Herzens
+und nicht die Liebe, sondern eben das Geheimnis entscheide,
+als welchem sie blind, ja gegen ihr eigenes Gewissen
+<a class="pagenum" name="Page_26" title="26"> </a>
+gehorchen sollten. Und so haben wir auch gehandelt.
+Wir haben Deine Tat verbessert und sie auf
+dem Wunder, auf dem Geheimnis und auf der Autorität
+neu aufgebaut. Und die Menschen sind es froh,
+daß wir sie abermals führen wie eine Herde und daß
+wir aus ihren Herzen die furchtbare Gabe wieder stahlen,
+die ihnen soviel Qual gebracht hat. Sprich, haben
+wir recht gehandelt? Haben wir die Menschheit nicht
+geliebt, indem wir in Demut deren Schwäche erkannten
+und mit Liebe die Bürde leichter machten und die
+schwache Natur von der Sünde freisprachen? Warum
+bist Du also gekommen, uns zu stören? Warum
+blickst Du mich so still und durchdringend mit Deinen
+sanften Augen an? Zürnst Du mir dafür, daß ich Deine
+Liebe nicht will, weil ich Dich selber nicht liebe? Warum
+sollte ich es vor Dir verheimlichen, ich weiß ja nicht, zu
+wem ich rede; was ich Dir zu sagen habe, das weißt Du
+im voraus, ich lese es in Deinen Augen. Soll ich Dir
+unser Geheimnis enthüllen? Vielleicht willst Du es aus
+meinem Munde hören, so vernimm denn: Wir sind
+nicht mit Dir, sondern mit <em class="gesperrt">ihm</em>, das ist unser Geheimnis.
+Schon lange sind wir nicht mit Dir, sondern mit
+<em class="gesperrt">ihm</em>, schon acht Jahrhunderte. Acht Jahrhunderte
+ist es her, daß wir das von <em class="gesperrt">ihm</em> annahmen, was Du
+mit Zorn zurückgewiesen hast, jenes letzte Geschenk, das
+er Dir anbot, indem er vor Deinen Augen die Reiche der
+<a class="pagenum" name="Page_27" title="27"> </a>
+Erde entfaltete. Wir haben aus seiner Hand Rom und
+das Schwert Cäsars empfangen und uns für die Herren
+der Erde erklärt, die einzigen, wenn auch unser Werk
+bis jetzt noch nicht zu Ende geführt ist. Wer ist aber
+daran schuld? O, unser Werk ist noch in seinen Anfängen,
+aber es hat begonnen; noch lange müssen wir
+auf dessen Vollendung warten, und noch viel Leiden
+wird auf der Erde sein, aber wir werden es vollenden
+und die Herren der Erde sein, und dann erst wird die
+Zeit gekommen sein, daß wir an das allgemeine, ewige
+Glück der Menschen denken. Und doch hättest Du damals
+schon das Schwert Cäsars an Dich reißen können!
+Warum hast Du auch dieses letzte Geschenk zurückgewiesen?
+Wärest Du damals seinem Rate gefolgt, so
+würdest Du alles gehabt haben, wonach den Menschen
+auf Erden verlangt: den Gott, den er anbeten, den
+Herrn, dem er sein Gewissen übergeben will, und den
+Weg und die Weise, wie sich die ganze Menschheit
+endgültig zu einem einzigen, einstimmigen Ameisenhaufen
+vereinen kann. Denn dieses Verlangen nach weltumspannender
+Einheit ist die dritte und letzte Sorge des
+Menschen. Seit jeher ist das Streben der ganzen
+Menschheit die Welteinheit gewesen. Es hat viele große
+Völker gegeben mit großer Geschichte, aber je höher sie
+aufstiegen, um so glücklicher waren sie, denn um so stärker
+empfanden sie die Notwendigkeit der Einigung aller
+<a class="pagenum" name="Page_28" title="28"> </a>
+Völker. Die großen Heerführer, ein Timur und Dschingis-Chan
+sind wie ein Wirbelwind über die Erde dahingejagt
+und haben die Welt mit dem Schwerte zu erobern
+gesucht. Aber auch sie drückten, wenn auch unbewußt,
+denselben gewaltigen Drang der Menschheit
+nach dem Weltreich aus. Hättest Du das Reich und
+den Purpur Cäsars damals angenommen, so würdest
+Du das Weltenreich gegründet und der Welt ewigen
+Frieden gegeben haben. Wer soll denn über die Menschen
+herrschen, wenn nicht der, der ihr Gewissen unterjocht
+und in dessen Hand das Brot ist? Wir nun
+haben uns mit dem Schwerte Cäsars gegürtet und Dich
+damit für alle Zeiten besiegt und sind <em class="gesperrt">ihm</em> nachgefolgt.
+O gewiß, es werden noch Jahrhunderte des Mißbrauchs
+der menschlichen Geisteskraft kommen, Jahrhunderte
+der Wissenschaft und Menschenfresserei &ndash; denn wenn
+sie ihren babylonischen Turm ohne uns zu Ende führen
+wollen, werden sie bei der Menschenfresserei aufhören.
+Dann aber wird das Tier zu uns gekrochen kommen
+und uns die Füße lecken und mit blutigen Tränen netzen.
+Und wir werden uns auf das Tier setzen und den Kelch
+hochheben, und auf diesem wird geschrieben stehen: Geheimnis.
+Aber dann erst und nicht früher wird für die
+Menschen das Reich des Friedens und des Glückes gekommen
+sein. Du bist stolz auf Deine Auserwählten,
+denn Du hast nur Auserwählte, wir aber werden allen
+<a class="pagenum" name="Page_29" title="29"> </a>
+Menschen Ruhe und Frieden bringen. Doch das ist
+noch nicht alles, vergiß nicht: gar viele von den Auserwählten,
+von den Starken, die da Auserwählte hätten
+werden können, sind des Wartens auf Dein Kommen
+müde geworden und haben die Kraft ihres Geistes und
+die Glut ihres Herzens in ein fremdes Land gebracht
+und auf einen fremden Acker getragen und tragen es
+noch immer dorthin, so daß sie schließlich gegen Dich die
+Fahne der Freiheit, die Du selbst einst aufgerichtet hattest,
+aufpflanzen werden. Bei uns aber werden alle glücklich
+sein, alle ohne Unterschied, und es wird keine Empörung
+mehr unter den Menschen herrschen, und sie werden sich
+nicht mehr gegenseitig das Schwert in den Leib stoßen,
+wie sie es in Deinem freien Reiche immer getan haben.
+Wir werden sie davon überzeugen, daß sie nur dann
+frei sein können, wenn sie sich von ihrer Freiheit zu
+unseren Gunsten lossagen und uns sich ergeben. Werden
+wir recht damit tun oder werden wir lügen? Die
+Menschen selber werden davon überzeugt sein, daß wir
+recht haben; denn sie werden es nie vergessen, zu welchen
+Schrecknissen der Knechtschaft und Erniedrigung Deine
+Freiheit sie geführt hat. Die Freiheit, der freie Geist,
+die freie Wissenschaft werden sie vor solche Abgründe
+bringen und vor solche Wunder und unenthüllbare Geheimnisse
+stellen, daß die einen, die Unruhigen und Unbändigen,
+sich das Leben nehmen, daß die anderen, die wohl
+<a class="pagenum" name="Page_30" title="30"> </a>
+unruhig, aber schwach sind, sich gegenseitig töten werden;
+die übrigen aber, die Demütigen und Unglücklichen, die
+werden zu uns gekrochen kommen und zu uns reden:
+Ja, ihr hattet recht, ihr allein seid die Herren des
+Geheimnisses, und wir kehren zu euch zurück; rettet uns
+vor uns selber! Da sie aus unseren Händen das Brot
+empfangen, werden sie natürlich sehr gut wissen, daß
+wir nur ihr mit eigenen Händen erworbenes Brot genommen
+haben und jetzt unter sie verteilen, ohne jedes
+Wunder. Sie werden keinen Augenblick darüber im
+Zweifel sein, daß wir durchaus nicht Steine in Brot
+verwandelt haben. Aber wahrlich mehr noch als über
+diese Brote werden sie sich darüber freuen, daß sie es
+aus unseren Händen haben. Denn nur zu gut werden
+sie sich dessen erinnern, daß früher, ohne uns, in ihren
+Händen das Brot sich in Steine verwandelt hatte, daß
+jetzt aber, da sie zu uns zurückgekehrt sind, die Steine
+zu Broten würden. Zu gut werden sie es zu würdigen
+wissen, zu gut, sage ich, was es heißt, sich für immer
+zu unterwerfen. Denn solange die Menschen das nicht
+begreifen, werden sie unglücklich sein. Wer vor allen
+aber hat sie dazu befähigt, das nicht zu begreifen? Wer
+hat die Herde zerstückt und auf unbekannten Wegen
+zerstreut? Antworte! Doch die Herde wird sich von
+neuem sammeln und von neuem beruhigen und von da
+an für immer. Wir werden ihnen das stille Glück, den
+<a class="pagenum" name="Page_31" title="31"> </a>
+Frieden der schwächlichen Menschen geben, zu dem sie
+auch geschaffen sind; wir werden sie davon überzeugen,
+daß Stolz und Übermut zu nichts taugen, denn Du hast
+sie über sich selber gehoben und sie also den Hochmut
+gelehrt; wir werden ihnen beweisen, daß sie Schwächlinge,
+daß sie kleine klagende Kinder seien, daß aber kein
+Glück so süß sei wie eben das Glück der Kinder. Sie
+werden zaghaft werden und zu uns hinaufblicken und
+sich an uns schmiegen in ihrer Furcht wie die Küchlein
+an die Henne. Und sie werden uns anstaunen und Angst
+haben vor uns und doch stolz darauf sein, daß wir so
+mächtig und so klug seien und daß wir es verstanden
+haben, die aufrührerische Herde zu bändigen. Sie werden
+ohnmächtig vor unserem Zorn zittern, ihr Geist
+wird zaghaft werden, und ihre Augen werden sich mit
+Tränen füllen wie die Augen der Kinder und Weiber;
+aber leicht werden sie auf einen Wink von uns zur
+Heiterkeit und zum Lachen übergehen, zu heller Freude
+und glückseligen Kinderliedern. Gewiß, auch wir werden
+sie zur Arbeit anhalten; aber in den arbeitsfreien
+Stunden werden wir ihnen das Leben wie ein Kinderspiel
+gestalten, mit Kinderliedern, Kinderchören und unschuldigen
+Tänzen. Wir werden sie von ihren Sünden
+lossprechen, denn sie sind schwach und erbärmlich, und
+sie werden uns lieben wie Kinder dafür, daß wir ihnen
+die Sünde erlauben. Wir werden ihnen sagen, daß
+<a class="pagenum" name="Page_32" title="32"> </a>
+jede Sünde ihnen abgekauft wird, wenn sie mit unserer
+Erlaubnis geschah, und wir werden ihnen darum zu
+sündigen erlauben, weil wir sie lieben; die Strafe aber
+für ihre Sünden werden wir auf uns nehmen. So
+wird es sein. Wir werden selber die Sünde tragen,
+und sie werden uns verehren als ihre Wohltäter, weil
+wir vor Gott ihre Sünden auf uns nehmen. Sie werden
+kein Geheimnis vor uns haben, wir werden ihnen bald
+erlauben, bald verbieten, mit ihren Frauen oder Geliebten
+zu leben, Kinder zu haben oder nicht; es wird alles von
+ihrem Gehorsam abhängen, und sie werden sich unserem
+Willen mit Freude und Entzücken ergeben. Auch die
+quälendsten Geheimnisse ihres Gewissens &ndash; alles, alles
+werden sie uns bringen, und wir werden sie davon befreien,
+und sie werden unserer Entscheidung frohen Herzens
+glauben, weil diese sie von dem großen Kummer
+und der Qual der persönlichen unfreien Entscheidung
+entbunden hat. Alle werden sie glücklich sein, alle diese
+Millionen von Untertanen, alle mit Ausnahme von
+den Hunderttausenden, die über sie herrschen; denn wir,
+wir, die wir das Geheimnis bewahren, wir allein werden
+unglücklich sein. Es wird tausend Millionen glückliche
+Kinder geben und hunderttausend Märtyrer, die
+da auf sich genommen haben die verfluchte Erkenntnis
+des Guten und Bösen. In Frieden werden sie sterben,
+stille verlöschen, mit Deinem Namen auf den Lippen,
+<a class="pagenum" name="Page_33" title="33"> </a>
+und jenseits des Grabes nur den Tod finden. Wir aber
+werden das Geheimnis hüten und zu ihrem Heil sie
+locken zu himmlischer ewiger Belohnung. Denn selbst,
+wenn es dort oben etwas wie Belohnung gäbe, so wäre
+es doch nicht für solche wie sie. Es heißt und wurde
+verkündet, daß Du wiederkommen und von neuem siegen,
+daß Du mit deinen Auserwählten, mit den Stolzen und
+Starken kommen wirst. Nun, so werden wir erklären,
+daß sie sich selber, wir aber alle erlöst haben. Es heißt,
+daß die Buhlerin, die auf dem Tiere sitzt und in ihren
+Händen das Geheimnis hält, beschimpft werden wird,
+daß von neuem die Schwächlinge sich empören werden,
+daß sie den Purpur zerreißen und den schamlosen Körper
+des Weibes entblößen werden &ndash; dann aber werde ich
+mich erheben und Dir die tausend Millionen glücklicher
+Kinder zeigen, die nichts von Sünde wissen. Und wir,
+die wir die Sünde zu deren Glück auf uns genommen
+haben, wir werden uns vor Dir erheben und sagen:
+Richte uns, wenn Du es kannst und wagst! Wisse,
+daß ich Dich nicht fürchte, wisse, daß auch ich in der
+Wüste gelebt habe und mich dort von Heuschrecken und
+Wurzeln genährt habe, daß auch ich die Freiheit gesegnet
+habe, mit der Du die Menschen gesegnet hast,
+daß auch ich mich vorbereitet hatte, unter die Auserwählten
+zu treten, unter die Stolzen und Starken,
+dürstend, daß die Zahl voll werde! Doch ich bin erwacht
+<a class="pagenum" name="Page_34" title="34"> </a>
+und wollte Dir nicht mehr mit dem Wahnsinn dienen,
+ich bin umgekehrt und habe mich der Schar derer angeschlossen,
+die Deine Tat verbessern wollten. Ich bin
+aus der Reihe der Stolzen ausgeschieden und bin zurückgekehrt
+zu denen, die sich gedemütigt haben zum Heile
+der Sterblichen. &ndash; Das, was ich zu Dir gesprochen habe,
+wird sein, und unser Reich wird gegründet werden. Ich
+wiederhole Dir: morgen wirst Du selber die gehorsame
+Schar sehen, die auf den ersten Wink meiner Hand
+sich zum Scheiterhaufen stürzen wird, um die Kohlen
+zu schüren, auf welchen Du dafür brennen sollst, daß
+Du gekommen bist, uns zu stören; denn wenn jemand
+lebt, der mehr als alle Ketzer unseren Scheiterhaufen verdient,
+so bist Du es. Morgen werde ich Dich verbrennen.‹</p>
+
+<hr class="thought-break"/>
+
+<p>Da der Inquisitor seine Rede beendet hat, wartet
+er, daß der Gefangene ihm antworte, denn daß dieser
+schweigt, bedrückt ihn. Er sieht, wie der Gefangene ihm
+die ganze Zeit über aufmerksam zuhört und ihm dabei
+gerade ins Auge sieht, ohne daß Er auch nur im geringsten
+den Wunsch verriete, ihm zu erwidern. Der Greis
+möchte, daß Er ihm ein Wort nur sagte, ein stolzes
+meinetwegen, ein furchtbares. Doch Er steht plötzlich
+auf, tritt an den Greis heran und küßt ihn sanft auf
+<a class="pagenum" name="Page_35" title="35"> </a>
+dessen blutlose Lippen. Das war seine Antwort. Der
+Greis erbebt. Seine Mundwinkel bewegen sich. Er
+geht zur Tür, öffnet sie und spricht zu Ihm: ›Gehe
+hinaus und kehre nicht wieder &ndash; kehre nie wieder &ndash;
+nie, nie!‹ Er läßt Ihn hinaus auf die ›dunklen schweigenden
+Plätze‹ der Stadt. Der Gefangene geht hinaus.</p>
+
+<h2><a class="pagenum" name="Page_37" title="37"> </a>Note</h2>
+
+<p class="drop-cap">Auf seiner ersten Reise nach dem Westen kam Dostojewski
+auch nach Rom, wo ihn weder das Altertum
+noch das sich bildende <span class="antiqua">terzo regno</span>, sondern einzig
+und allein die Peterskirche und der Vatikan interessierten.
+In einem Briefe an seinen Bruder berichtet er davon.
+Auf diesen ihn tief erschütternden Eindruck mag der
+Großinquisitor historisch zurückgeführt werden. Im
+wesentlichen ist der Großinquisitor jedoch die ganze
+Dichtung, der große Gedanke Dostojewskis, in eine
+Parabel gebracht: der Kampf der mechanischen Welt,
+als deren sublimster Ausdruck Dostojewski der Katholizismus
+erscheint, gegen den Geist, gegen Christus.</p>
+
+<p>Alle großen Christen der neueren Zeit, Pascal, Goethe,
+William Blake, Kierkegaard haben wie Dostojewski
+gefühlt; was den russischen Dichter jedoch unterscheidet,
+ist, daß in dem Kampf, wie er ihn sieht, beide recht
+haben: der Kardinal-Großinquisitor und Christus, und
+nicht nur Christus allein wie bei Pascal, bei Goethe,
+bei Kierkegaard. Dostojewski löst, vielmehr setzt den
+Konflikt nicht als Fanatiker, als Theologe oder Räsoneur,
+nicht als Rechtender und Klagender, sondern
+als Dramatiker, das heißt: er legt ihn in die Seele des
+Dichters der Erzählung selber, in die tiefe, leidende,
+verzweifelnde Seele Iwan Karamasoffs. Und das ist
+<a class="pagenum" name="Page_38" title="38"> </a>
+das Russische, das Neue, das Übereuropäische an dieser
+unsterblichen Erzählung, die sicherlich den großen Gedanken
+des Christentums noch einmal denkt wie keine
+andere im 19. Jahrhundert.</p>
+
+<p class="right page-break-after">R. K.</p>
+
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Der Großinquisitor, by F. M. Dostojewski
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER GROßINQUISITOR ***
+
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+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
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+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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