summaryrefslogtreecommitdiff
path: root/33726.txt
diff options
context:
space:
mode:
Diffstat (limited to '33726.txt')
-rw-r--r--33726.txt6194
1 files changed, 6194 insertions, 0 deletions
diff --git a/33726.txt b/33726.txt
new file mode 100644
index 0000000..e7d9a4e
--- /dev/null
+++ b/33726.txt
@@ -0,0 +1,6194 @@
+The Project Gutenberg EBook of Die hauptsächlichsten Theorien der Geometrie, by
+Gino Loria
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Die hauptsächlichsten Theorien der Geometrie
+
+Author: Gino Loria
+
+Translator: Fritz Schütte
+
+Release Date: September 14, 2010 [EBook #33726]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ASCII
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE HAUPTSÄCHLICHSTEN ***
+
+
+
+
+Produced by Joshua Hutchinson, Keith Edkins and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
+file was produced from images from the Cornell University
+Library: Historical Mathematics Monographs collection.)
+
+
+
+
+
+Transcriber's note: A few typographical errors have been corrected: they
+are listed at the end of the text.
+
+ * * * * *
+
+
+DIE HAUPTSAECHLICHSTEN
+
+THEORIEN DER GEOMETRIE
+
+IN IHRER FRUEHEREN
+
+UND
+
+HEUTIGEN ENTWICKELUNG.
+
+HISTORISCHE MONOGRAPHIE
+
+VON
+
+DR. GINO LORIA,
+
+PROFESSOR DER HOEHEREN GEOMETRIE AN DER UNIVERSITAET ZU GENUA.
+
+------
+
+UNTER BENUTZUNG ZAHLREICHER ZUSAETZE UND VERBESSERUNGEN SEITENS DES
+VERFASSERS
+
+INS DEUTSCHE UEBERTRAGEN
+
+VON
+
+FRITZ SCHUETTE.
+
+MIT EINEM VORWORTE VON PROFESSOR R. STURM.
+
+LEIPZIG,
+
+VERLAG VON B. G. TEUBNER.
+
+1888.
+
+ * * * * *
+
+
+Druck von B. G. Teubner in Dresden.
+
+ * * * * *
+
+
+Seiner teueren Mutter
+
+als schwaches Unterpfand inniger Liebe
+
+widmet diese Arbeit
+
+der Verfasser.
+
+{III}
+
+
+
+ * * * * *
+
+Vorwort.
+
+------
+
+
+
+Diese deutsche Uebersetzung der im vergangenen Jahre in den _Memorie della
+Reale Accademia delle Scienze di Torino_ (Ser. II, Bd. 38) erschienenen
+Monographie des Herrn Gino Loria: _Il passato e il presente delle
+principali teorie geometriche_, welche mein Schueler Herr Fritz Schuette
+angefertigt hat, begleite ich gern mit einem empfehlenden Vorworte, nachdem
+ich sie mit der Originalschrift und den handschriftlichen Zusaetzen und
+Verbesserungen des Herrn Verfassers in Bezug auf ihre Richtigkeit
+verglichen habe.
+
+Eine Geschichte der Geometrie unserer Zeit, in der jedes Jahrzehnt uns mehr
+vorwaerts bringt, als es frueher in einem Jahrhundert geschah, welche uns
+zu ungeahnten allgemeinen Anschauungen gefuehrt hat, zu besitzen, ist der
+Wunsch aller Geometer; aber wir wissen auch alle, wie unvergleichlich
+schwerer die Aufgabe, eine solche zu schreiben, heute ist als vor fuenfzig
+Jahren, wo der _Apercu historique_ von Chasles erschien.
+
+Herr Loria will seine "Chronik", wie er seine Schrift in der Einleitung
+nennt, nur als eine Vorarbeit angesehen haben, welche zur Inangriffnahme
+des grossen Werkes der Abfassung einer Geschichte der modernen Geometrie
+anspornen und diesem Werke dienen soll. Der Umfang, den er zunaechst seiner
+Arbeit gegeben hat, bringt es, wie er selbst mehrfach bemerkt, freilich mit
+sich, dass die Darstellung bisweilen auf eine blosse Aufzaehlung von Namen
+und Schriften hinauslaeuft. Aber auch in diesem engeren Rahmen ist es,
+meine ich, dem {IV} Verfasser gelungen, dem Leser, als welchen ich mir in
+erster Linie einen Studierenden vorstelle, der schon etwas ueber die
+Anfaenge hinaus ist, eine anschauliche Uebersicht der hauptsaechlichsten
+Untersuchungsrichtungen der Geometrie unserer Zeit vorzufuehren; fuer alle
+Geometer aber werden die reichhaltigen Litteraturnachweise von grossem
+Werte sein. Etwaige Luecken in denselben wird jeder, der unsere fast
+unuebersehbare und den wenigsten vollstaendig zugaengliche mathematische
+Litteratur kennt, dem Verfasser nicht anrechnen, und jede Mitteilung einer
+wesentlichen Verbesserung oder Ergaenzung wird er gewiss gern
+entgegennehmen, um seine Schrift noch wertvoller zu machen, falls ihr eine
+neue Auflage beschieden wuerde.
+
+Die Veraenderungen, welche diese Uebersetzung im Vergleich mit dem
+italienischen Originale aufweist, bestehen, ausser stark vermehrten
+Litteraturnachweisen, in einer viel eingehenderen Besprechung der
+Differentialgeometrie im Abschnitte III und der Umarbeitung der auf die
+Gestalt der Kurven und der Oberflaechen und die abzaehlende Geometrie
+bezueglichen Teile der Abschnitte II und III zu einem besonderen
+Abschnitte.
+
+ Muenster i. W., Ende Mai 1888.
+
+ R. STURM.
+
+{V}
+
+
+
+ * * * * *
+
+Inhaltsverzeichnis.
+
+------
+
+
+
+ Seite
+
+ Einleitung 1
+
+ I. Die Geometrie vor der Mitte des 19. Jahrhunderts 3
+
+ II. Theorie der ebenen Kurven 21
+
+ III. Theorie der Oberflaechen 31
+
+ IV. Untersuchungen ueber die Gestalt der Kurven und Oberflaechen.
+ Abzaehlende Geometrie 60
+
+ V. Theorie der Kurven doppelter Kruemmung 71
+
+ VI. Abbildungen, Korrespondenzen, Transformationen 80
+
+ VII. Geometrie der Geraden 98
+
+ VIII. Nicht-Euklidische Geometrie 106
+
+ IX. Geometrie von n Dimensionen 115
+
+ Schluss 124
+
+ Abkuerzungen fuer die haeufig erwaehnten Zeitschriften 130
+
+ Verzeichnis der verstorbenen Geometer, deren Lebenszeit angegeben ist 132
+
+{1}
+
+
+
+ * * * * *
+
+Einleitung.
+
+------
+
+
+
+ "Apres six mille annees d'observations l'esprit humain n'est pas
+ epuise; il cherche et il trouve encore afin qu'il connaisse qu'il peut
+ trouver a l'infini et que la seule paresse peut donner des bornes a ses
+ connaissances et a ses inventions." -- Bossuet.
+
+Die Fortschritte der exakten Wissenschaft im allgemeinen und der Mathematik
+im besonderen[1] sind in diesen letzten Zeiten so betraechtlich gewesen,
+fortwaehrend folgen weitere nach, so schnell und unaufhaltsam, dass sich
+lebhaft das Beduerfnis fuehlen macht, einen Rueckblick auf den schon
+gemachten Weg zu werfen, welcher den Anfaengern ein leichteres Eindringen
+in die Geheimnisse derselben und den schon Vorgeschrittenen ein sichereres
+Urteil gestattet, welches die Probleme sind, deren Loesung am dringendsten
+ist.
+
+Der Wunsch, diesem Beduerfnisse zu entsprechen, soweit es die Geometrie
+anlangt, d. h. soweit es den hoeheren Teil {2} unserer positiven Kenntnis
+betrifft -- da, wie Pascal sagte, tout ce qui passe la geometrie nous
+surpasse -- ist es, der mich veranlasst, vorliegende Abhandlung zu
+schreiben.
+
+Moege dieser unvollkommene Abriss die Veranlassung sein zu einer Schrift,
+die der Erhabenheit ihres Zieles wuerdig ist; moege diese duerftige Chronik
+der Vorlaeufer sein einer "Geschichte der Geometrie in unserem
+Jahrhundert". {3}
+
+
+
+ * * * * *
+
+I.
+
+Die Geometrie vor der Mitte des 19. Jahrhunderts.
+
+------
+
+
+
+"Alle Entwickelungsstufen der Zivilisation sind so eng miteinander
+verknuepft, dass man vergebens versuchen wuerde, irgend einen Zweig der
+Geschichte von einer bestimmten Epoche ab zu studieren, ohne einen Blick
+auf die vorhergehenden Zeiten und Ereignisse zu werfen."[2] Wenn das im
+allgemeinen wahr ist, so wird es doppelt der Fall sein "bei einer
+Wissenschaft, die so konservativ ist, wie die Mathematik, welche das Werk
+der vorhergehenden Periode nicht zerstoert, um an dessen Stelle neue Bauten
+zu errichten".[3] Daher ist es unerlaesslich, dass ich, bevor ich an das
+eigentliche Thema dieser Abhandlung herantrete, d. h. bevor ich ueber die
+moderne Geometrie spreche, kurz angebe, auf welche Weise die Geometrie zu
+dem Standpunkte gelangt ist, von welchem ab ich vorhabe, ihre Entwickelung
+eingehender zu verfolgen.
+
+Den ersten Ursprung der geometrischen Untersuchungen festzustellen, ist ein
+fast unausfuehrbares Unternehmen. Die taeglichen Erfahrungen jedes
+denkenden Menschen fuehren auf eine so natuerliche Weise zur Vorstellung
+der einfacheren geometrischen Formen und zur Erforschung ihrer
+gegenseitigen Beziehungen, dass man vergebens versuchen wuerde, den Namen
+desjenigen zu nennen, der zuerst Geometrie betrieben hat, und anzugeben, zu
+welcher Zeit sie entstanden ist. Daher sind die Kenntnisse, welche man
+ueber die ersten Spuren dieser Disziplin hat, sehr unbestimmt; wer sich {4}
+vornimmt, sie festzustellen, den umhuellt, wenn nicht voellige Finsternis,
+so doch nur ein wenig Daemmerlicht, welches ihm nur gestattet, die Umrisse
+bedeutenderer Bruchstuecke, welche sich den Unbilden der Zeit entzogen
+haben, zu erkennen. So kann ein solcher feststellen, dass die aeltesten
+geometrischen Studien von den Aegyptern gemacht sind, und kann die
+Erzaehlung Herodots wiederholen, nach welcher diesem Volke ein sehr
+wirksamer Antrieb, sich mit Geometrie zu befassen, durch die periodischen
+Ueberschwemmungen des Nils gegeben wurde, welche, indem sie die Grenzen
+zwischen den kleinen Besitzungen, in die Aegypten unter seine Einwohner
+verteilt war, verwischten, sie noetigten, dieselben jedes Jahr wieder
+herzustellen.[4] Die Haltbarkeit dieser Hypothese, um die Thatsache zu
+erklaeren, dass in Aegypten die Wissenschaft, von der wir handeln, eifrig
+betrieben sei, wird durch die praktische Natur der Gegenstaende bewiesen,
+welche dort eingehender behandelt wurden: specielle Konstruktionen,
+Messungen von Laengen, Flaecheninhalten, Volumen u. s. f.[5]
+
+Indem die Kenntnisse der Aegypter nach Griechenland uebergingen, erhielten
+sie durch Thales (640-540)[6] und die Anhaenger der ionischen Schule,
+welche er gruendete, eine wissenschaftlichere Gestalt. Thales ist in der
+That der erste, der sich damit beschaeftigt hat, die von den Aegyptern
+entdeckten Saetze und einige andere streng zu beweisen. Jedoch erhob sich
+die Geometrie unter seinen Haenden noch nicht zur wahren Wissenschaft;
+diese Wuerde erlangte sie erst {5} durch die Untersuchungen des Pythagoras
+(nach einigen 569-470, 580-500 nach anderen) und seiner Schueler.
+Ungluecklicher Weise aber bestand eine der Regeln, welche die Pythagoraeer
+strenge beobachten mussten, darin, dass sie die Lehren, welche der Meister
+vortrug, geheim halten mussten; daher kam es, dass der geometrische Teil
+derselben allen, die nicht dieser Schule angehoerten, unbekannt blieb. Aber
+nachdem das Haupt gestorben war, da suchten seine Anhaenger, als sie bei
+den inneren Kaempfen, welche die Republiken Grossgriechenlands zerrissen,
+besiegt worden waren, Zuflucht in Athen und offenbarten dort, von der Not
+getrieben, die Geheimnisse, welche sie bis dahin so strenge verwahrt
+hatten. Und der wohlthaetige Einfluss einer groesseren Verbreitung dessen,
+was die Pythagoraeer von der Mathematik wussten, ist durch die wichtigen
+Forschungen offenbar geworden, welche in der Folgezeit die griechischen
+Gelehrten in der Periode, welche zwischen Pythagoras und Plato (429-348)
+liegt, gemacht haben. Sie koennen in drei Kategorien geteilt werden,
+benannt nach den beruehmten Problemen: der Dreiteilung des Winkels, der
+Verdoppelung des Wuerfels, der Quadratur des Kreises, und fuehrten zur
+Vervollkommnung des mehr elementaren Teiles der ebenen Geometrie.
+
+Plato verdanken wir den ersten Anstoss zum methodischen Studium der
+Stereometrie, und das ist nicht das Einzige, wofuer der goettliche
+Philosoph auf den Dank der Geometer Anspruch erheben koennte; denn ihm ist
+auch die analytische Methode zuzuschreiben, deren Macht allen bekannt ist,
+und seiner Schule (Akademie) die Lehre von den Kegelschnitten und, was
+nicht weniger wichtig ist, die von den geometrischen Oertern.
+
+Aus diesen gedraengten Angaben[7] wird man leicht entnehmen koennen, dass
+die Bemuehungen der angefuehrten Geometer zu einer Fuelle von Eigenschaften
+der Figuren und zu Methoden, sie zu erklaeren, gefuehrt und die Elemente
+fuer eine methodische Behandlung der Geometrie vorbereitet hatten. {6}
+Daher dauerte es nicht lange, dass vollstaendige Zusammenstellungen dessen,
+was entdeckt war, erschienen. Von vielen kennen wir nur die Existenz; nur
+eine einzige ist uns vollstaendig erhalten worden, _die Elemente_ des
+Euklides, und das glaenzende Licht, welches von ihnen ausgeht, fuehrt uns
+zu der Vermutung, dass alle die anderen Zusammenstellungen durch die
+Vergleichung mit ihnen verdunkelt sind.
+
+Mit diesem Buche, welches nach zweitausend Jahren noch als einzig angesehen
+wird, "von dem man fuer die Entwickelung der Jugend diejenigen Resultate
+erhoffen kann, mit Ruecksicht auf die bei allen zivilisierten Nationen der
+Unterricht in der Geometrie eine solch bedeutende Stellung in der Erziehung
+der Jugend inne hat",[8] nimmt die wahre Wissenschaft der Geometrie ihren
+Anfang. Es ist das granitene Piedestal, auf welchem der grossartige Bau der
+griechischen Mathematik sich erhebt, auf dessen Gipfel sich die anderen
+Werke Euklids und die unsterblichen Arbeiten von Archimedes (287-212),
+Eratosthenes (276-194) und Apollonius (ca. 200 v. Ch.) befinden.[9]
+
+Diese beruehmten Gelehrten bezeichnen den Hoehepunkt der griechischen
+Wissenschaft; nach ihnen beginnt die Periode des Verfalles, ja sogar, trotz
+einiger wichtiger Untersuchungen eines Hipparch (161-126) und eines
+Ptolomaeus (125 bis ungefaehr 200), trotz der Arbeit eines genialen
+Kommentators, wie Pappus war (derselbe lebte gegen Ende des {7} dritten
+Jahrhunderts unserer Zeitrechnung), kommen wir nach und nach zu einer
+Periode voelliger Unthaetigkeit auf dem Gebiete der Geometrie.
+
+Die Roemer, die Eroberer und Gesetzgeber der Welt, scheinen jedes
+Untersuchungsgeistes zu entbehren, und wenn die Geometrie in der Epoche, in
+welcher sie herrschten, nicht ganz verfiel, so geschah das dank ihren
+Agrimensoren, welche jedoch bei ihren Operationen nur eine Genauigkeit zu
+erreichen suchten, die fuer die Beduerfnisse des taeglichen Lebens
+ausreicht.[10]
+
+{8}
+
+Auch das Mittelalter kann keine Veranlassung geben zu einer laengeren
+Eroerterung. Die dichte Finsternis, welche in dieser Zeit die ganze
+Menschheit bedeckte, gestattete nicht das Auftreten eines Gelehrten, dem
+man irgend einen bemerkenswerten Fortschritt in der Geometrie verdankt. Man
+kann nur erwaehnen, dass die vielfachen in dieser Zeit errichteten heiligen
+Bauwerke, die nach dem Ausspruche eines grossen Dichters so zahlreich und
+kuehn waren, weil sie die einzigen der menschlichen Intelligenz damals
+erlaubten Aeusserungen darstellen, Kunde davon geben, dass derjenige Teil
+unserer Wissenschaft, der jedem Baumeister unentbehrlich ist, auch in
+dieser Zeit im allgemeinen bekannt war.
+
+Diese fuer unsere Wissenschaft so traurige Zeit kann man als beendet
+ansehen mit Leonardo Fibonacci (etwa 1180-1250); erst als von diesem
+ausgezeichneten Gelehrten die Algebra nach Europa uebergefuehrt worden war,
+und seine hervorragenden Arbeiten ihren Einfluss ausuebten, da hatte diese
+Periode der wissenschaftlichen Unthaetigkeit ein Ende, und es beginnt eine
+neue Zeit, deren wir Italiener uns mit Stolz erinnern muessen, da in ihr
+unser Vaterland das Scepter der Mathematik inne hatte. Jedoch gravitierte
+diese Periode, wenn sie auch von grosser Bedeutung fuer die analytischen
+Untersuchungen ist, nicht in merklicher Weise nach den geometrischen.
+Cardano (1501-1576), Scipio Ferro (?-1525), Tartaglia (1500-1559), Ludovico
+Ferrari (1522-1565) und andere weniger bedeutende, die dieser Periode
+angehoeren, haben den Ruhm, in unserem Lande die Entwickelung eines der
+wichtigeren Teile der Analysis, naemlich der Theorie der Gleichungen,
+bewirkt zu haben, sowie auch die Vervollkommnung einiger der schwierigsten
+Teile derselben gefoerdert zu haben, dank den oeffentlichen
+wissenschaftlichen Herausforderungen, welche eine charakteristische
+Eigentuemlichkeit dieser Zeit waren. Hingegen ueberlieferten {9} sie die
+Geometrie ihren Nachkommen fast in demselben Zustande, in welchem sie
+dieselbe von den Griechen und den Arabern erhalten hatten.[11]
+
+Nach dem Tode dieser tapferen Kaempen ging der Primat in der Mathematik
+ueber die Alpen und wurde von Frankreich infolge der Verdienste eines Vieta
+(1540-1603) und eines Fermat (1590-1663) uebernommen. Durch sie bereicherte
+sich die Geometrie mit Loesungen, die man vorher vergebens gesucht hatte.
+Auch wurden einige Werke des Apollonius, deren Verlust man beklagt hatte,
+wieder hergestellt.
+
+Nicht viel spaeter vermehrten Pascal (1623-1662) und Desargues (1593-1662)
+das Erbteil der Geometrie mit originellen Gesichtspunkten, mit neuen
+Methoden und neuen Saetzen[12]. Aber die von ihnen ausgesprochenen Ideen
+blieben {10} viele Jahre hindurch unfruchtbar, weil sie von dem
+analytischen Geiste, dessen ueberwiegender Einfluss sich schon geltend
+gemacht hatte, unterdrueckt wurden.
+
+Gleichwohl war im 17. Jahrhundert das Vorwiegen der Analysis noch nicht ein
+solches, dass es die Geometer die Probleme, deren Loesung man seit langer
+Zeit und so lebhaft gewuenscht hatte, vergessen liess. Zwischen den
+Bestrebungen dieser Zeit und den Wuenschen der Gelehrten erhob sich in der
+Folge ein Wettkampf eigener Art, und aus dem Zusammenstosse
+verschiedenartiger Ansichten und Bestrebungen entsprang ein Funke, der
+faehig war, eine Flamme zu erregen, welche die kommenden Generationen
+erleuchten sollte;[13] es entstand die analytische Geometrie (1637).
+
+Wenn man auch schon in einigen Methoden der griechischen Geometer, in
+einigen praktischen Regeln der Maler, der aegyptischen Astronomen und der
+roemischen Agrimensoren Spuren von dem finden kann, was wir heute
+rechtwinkliges Cartesisches Koordinatensystem nennen; wenn auch schon die
+Araber und die italienischen Algebraiker aus der Renaissancezeit
+geometrische Betrachtungen auf die Loesung der Gleichungen angewandt
+hatten,[14] wenn auch schon Vieta die Abscissen gebraucht hatte, um
+vermittelst Zahlen die Punkte einer Geraden zu bestimmen, wenn schliesslich
+Nicolaus Oresme (ca. 1320-1382) und Fermat mehr oder weniger bewusst sich
+der Koordinaten bedient haben; so scheint doch ganz unbestreitbar Descartes
+(1596-1650) der erste zu sein, welcher in ihrer ganzen Ausdehnung die volle
+Einsicht von der Moeglichkeit, mit den algebraischen Rechnungszeichen die
+nach irgend einem Gesetze aufgebauten Formen des Raumes darzustellen,
+gehabt und der den ganzen Vorteil, den die Analysis und die Geometrie aus
+ihrer {11} unerwarteten Vereinigung ziehen koennen, erkannt hat. Mit Recht
+wird daher Cartesius' Namen immer mit der Entdeckung der analytischen
+Geometrie verbunden bleiben.[15]
+
+Die Leichtigkeit, mit welcher dieses neue Werkzeug Fragen zu loesen
+gestattete, welche die Alten fuer unangreifbar hielten, liess die
+Zeitgenossen und unmittelbaren Nachfolger Descartes' die von Euklides,
+Archimedes und Apollonius eroeffneten Wege ganz vergessen, so dass wir eine
+Zeitlang niemanden finden, der, um zu irgend einer wichtigen Wahrheit zu
+gelangen, sie eingeschlagen haette.
+
+Die kurz nach Descartes gleichzeitig von Leibniz (1646-1716) und Newton
+(1642-1727) neu erfundenen Rechnungsarten betonten gerade diese Richtung,
+da sie bewirkten, dass man sich um diejenigen Probleme nicht bekuemmerte,
+deren Loesung nicht geeignet war, die Allmacht der Methoden, welche die
+Welt diesen unsterblichen Geistern verdankt, hervortreten zu lassen,
+derartig, dass man sagen kann, dass mit Ausnahme der _Philosophiae
+naturalis principia mathematica_ (1686) von Newton und einiger Seiten von
+Huygens (1629-1695),[16] von La Hire (1640-1718),[17] von Halley
+(1656-1742),[18] Maclaurin (1698-1746),[19] Simpson (1687-1768),[20] von
+Stewart {12} (1717-1785)[21] keine mathematische Produktion jener Zeit dem
+angehoert, was wir heute synthetische Geometrie zu nennen pflegen.[22]
+
+Das hindert aber nicht, dass man diese Periode ohne Bedenken zu den
+erfreulichsten fuer die Geometrie rechnen muss. In der That ist der
+groessere Teil der Probleme, welche von den Erfindern der
+Infinitesimalrechnung und ihren unmittelbaren Schuelern aufgestellt oder
+geloest worden, unter die wichtigsten der ganzen Geometrie zu rechnen, da
+sie die interessantesten und verstecktesten geometrischen und mechanischen
+Eigenschaften der Kurven und Oberflaechen beruehren. Wir sehen daher, dass
+nicht allein die Zahl der Kurven, welche einer naeheren Betrachtung wert
+sind, sich ausserordentlich vermehrt,[23] sondern auch -- was viel
+wichtiger ist --, dass die Betrachtung von Singularitaeten einer Kurve und
+anderer neuer mit dieser verbundener Elemente eingefuebrt wird, und dass
+infolge dessen Untersuchungsgebiete sich eroeffnen, deren Existenz man
+vorher gar nicht geahnt hatte.
+
+Die Leichtigkeit, welche die Cartesische Methode in der Aufloesung einer so
+grossen Anzahl von planimetrischen Aufgaben mit sich brachte, trieb
+natuerlich die Geometer an, {13} eine aehnliche fuer das Studium der
+Raumkurven und der Oberflaechen zu schaffen. Daher entstand eine
+Verallgemeinerung dieser Methode, welche Descartes schon angedeutet hatte,
+und die Schooten (16..-1661)[24] in weiterer Ausfuehrung veroeffentlichte.
+Diese Andeutungen liessen bei Parent (1666-1716) den Gedanken entstehen,
+eine Oberflaeche durch eine Gleichung zwischen den drei Koordinaten eines
+ihrer Punkte darzustellen,[25] und bereiteten deshalb die analytische
+Geometrie dreier Koordinaten vor, welche im Jahre 1731 einen wesentlichen
+Teil der Mathematik zu bilden begann infolge einer klassischen Abhandlung
+von Clairaut (1715-1765),[26] in welcher er im Alter von nur 16 Jahren mit
+einer seltenen Eleganz viele von den auf die Kurven doppelter Kruemmung
+bezueglichen Problemen loeste, welche ihre entsprechenden in der Ebene
+finden. Bald nach Clairaut schuf Euler (1707-1783) die analytische Theorie
+der Kruemmung der Oberflaechen (1760)[27] und wandte die analytische
+Methode an, um eine Klassifikation der Oberflaechen zweiten Grades zu
+erhalten, gegruendet auf analoge Kriterien, wie diejenigen, welche den
+Alten dazu gedient hatten, die Kurven zweiter Ordnung in Ellipsen, Parabeln
+und Hyperbeln zu unterscheiden. Endlich gehoert der zweiten Haelfte des
+vergangenen Jahrhunderts das riesige Werk von Monge (1746-1818) an. Dieser
+verschaffte der analytischen Geometrie zweier Koordinaten das Aussehen,
+welches sie heute besitzt, indem er den methodischen Gebrauch der Gleichung
+einer Geraden einfuehrte. Er stellte den wichtigen Begriff von
+Flaechenfamilien auf und, indem er einige derselben behandelte
+(Regelflaechen, abwickelbare, Roehrenflaechen, "Surfaces moulures"),
+entdeckte er einen versteckten innigen Zusammenhang zwischen der Theorie
+der Oberflaechen und der Integration der partiellen
+Differentialgleichungen, {14} was Licht in diese, wie in jene Lehre brachte
+und den Geometern neue Gesichtspunkte enthuellte.[28]
+
+Die geistige Bewegung, welche mit der Renaissancezeit begonnen und Italien
+an ihrer Spitze hatte, pflanzte sich, wie wir schon gesehen haben, zuerst
+unter Frankreichs Leitung fort, dann unter der von England und Deutschland.
+Aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als Euler aufgehoert hatte "zu
+rechnen und zu leben",[29] stellte sich Frankreich wieder an die Spitze der
+mathematischen Welt. Nicht allein mit Clairaut, d'Alembert (1716-1783),
+Lagrange (1736-1813), Laplace (1749-1827), Legendre (1752-1833), Poisson
+(1781-1840) und anderen gab es den Anstoss zum Studium der reinen und
+angewandten Analysis, sondern es kehrten auch mit Monge, Carnot (1753-1823)
+und Poncelet (1788-1867) die Gelehrten zum Studium der geometrischen Formen
+zurueck, in der Weise, wie es die Alten verstanden.
+
+Monge schuf, indem er zu einem wissenschaftlichen Ganzen die wenigen Regeln
+vereinigte, welche die Baumeister und Maler sich geschaffen hatten, um die
+Beduerfnisse der Kunst zu befriedigen, und gluecklich die Luecken
+ausfuellte, die sich zwischen ihnen noch bemerkbar machten, einen neuen
+Zweig der Geometrie, die darstellende Geometrie. Mit seinem klassischen
+Buche, welches er dieser Disziplin widmete,[30] und noch viel mehr mit
+seinen unvergleichlichen Vorlesungen, die er an der polytechnischen Schule
+hielt, brachte er das Studium der Geometrie, welches sich auf die direkte
+Anschauung der Figur stuetzt, zu Ehren[31] und, indem {15} er die
+Vorstellung der geometrischen Figuren von drei Dimensionen erleichterte,
+machte er jene systematische Anwendung von stereometrischen Betrachtungen
+auf das Studium der ebenen Figuren moeglich, welche Pappus schon erkannt
+hatte.[32]
+
+Der _Geometrie descriptive_ von Monge darf man die _Geometrie de position_
+von Carnot[33] an die Seite stellen, weil diese, indem sie mit jener das
+Ziel gemeinsam hat, der Geometrie diejenige Allgemeinheit zu verschaffen,
+welche man ausschliesslich der Analysis zugetraut hatte, nicht weniger als
+jene dazu beitrug, den Aufschwung der reinen Geometrie vorzubereiten,
+welchen man von dem Erscheinen des _Traite des proprietes projectives des
+figures_ (1822)[34] datieren kann.
+
+Um zu ueberzeugen, wie bemerkenswert dieses Datum sei, wird es genuegen, zu
+erwaehnen, dass gerade in dem {16} grossen Werke von Poncelet die Macht der
+Zentralprojektion als einer Methode der Demonstration und des Prinzips der
+Kontinuitaet als eines Untersuchungsmittels zum ersten Male gezeigt
+ist;[35] dass das tiefere Studium der Homologie zweier ebener oder
+raeumlicher Systeme in demselben zum Begriffe der Korrespondenz zwischen
+zwei Mannigfaltigkeiten zweier oder dreier Dimensionen fuehrte; dass die
+Kenntnisse der Alten ueber die Polaritaet in Bezug auf einen Kegelschnitt
+und die von der Mongeschen Schule gewonnenen ueber die Polaritaet in Bezug
+auf eine Flaeche zweiter Ordnung, die dort zum ersten Male sich vereinigt
+finden, das Gesetz der Dualitaet vorbereiteten, welches, von Snellius
+(1581-1626)[36] und Viete[37] in der sphaerischen Geometrie erkannt,
+bestimmt war, in seiner ganzen Allgemeinheit vier Jahre spaeter von
+Gergonne (1771-1859)[38] ausgesprochen zu werden; dass sich schliesslich
+dort jene eleganten Untersuchungen ueber die Vielecke, die einem
+Kegelschnitt ein- und einem anderen umbeschrieben sind, finden, die Jacobi
+(1804-1851), Richelot (1808-1875) und anderen Gelegenheit geben sollten,
+davon eine der elegantesten Anwendungen der Theorie der elliptischen
+Funktionen zu machen, welche man kennt.[39]
+
+Die Abhandlungen, welche Poncelet der Theorie der harmonischen Mittel, der
+reciproken Polaren und der {17} Transversalen widmete, sowie andere weniger
+bedeutende von Gelehrten, welche zur Mongeschen Schule gehoerten, fuehren
+uns zum Jahre 1837, in welchem Chasles' (1796-1880) _Apercu historique sur
+l'origine et le developpement des methodes en geometrie_[40]
+veroeffentlicht wurde. In diesem unuebertrefflichen Werke brachte der
+Autor, nachdem er in bewunderungswerter Form alles, was das Erbteil der
+reinen Geometrie in seiner Zeit bildete, zusammengestellt hatte, die Rechte
+zur Geltung, die sie auf die Beachtung der Gelehrten hatte und welche von
+den blinden Anbetern der Analysis ihr versagt worden waren, und zeigte
+durch wichtige und originelle Untersuchungen, mit welchem Rechte er sich
+zum Beschuetzer der Sache der Geometrie gemacht hatte.[41]
+
+Jedoch in dem Zeitraume, welcher zwischen dem Erscheinen des Ponceletschen
+Werkes und desjenigen von Chasles liegt, hatte sich Deutschland aus dem
+Schlafe geruettelt, in welchen die einschlaefernden Arbeiten der Schule
+{18} der Kombinatoriker es versetzt hatten. Dieses Wiedererwachen bedeutete
+einen neuen Uebergang des Szepters der Mathematik von Frankreich nach
+Deutschland.[42] In der That sehen wir durch die Arbeiten von Gelehrten wie
+Moebius (1790-1868),[43] Steiner (1796-1863),[44] {19} Pluecker
+(1801-1868)[45] und von Staudt (1798-1867)[46] die analytische Geometrie
+sich mit Methoden bereichern, von denen wir nicht wissen, ob wir mehr ihre
+Eleganz oder ihre Macht bewundern sollen, so der Barycentrische Calcul und
+die abgekuerzte Bezeichnung; wir sehen die synthetische Geometrie
+Hilfsmittel erwerben fuer das Studium, der Kurven und Oberflaechen, die bis
+dahin fuer dieselbe unerreichbar {20} waren, sowie fuer die Gruendung einer
+reinen Geometrie der Lage, die ganz und gar unabhaengig ist von dem
+Begriffe des Masses. Dank dem von Crelle (1780-1855) in dieser Zeit
+gegruendeten Journal (1826), das bald zu verdientem Rufe gelangte,
+vorzueglich durch die Abhandlungen Abels (1802-1829), Jacobis und Steiners
+verbreiteten sich die eben angefuehrten Resultate schnell. Und so sehen wir
+hinter diesen Groessen eine zahlreiche und glaenzende Anzahl von Schuelern,
+welche, indem sie Aehren lasen auf den Feldern, die von ihren Meistern
+bebaut waren, die Fruchtbarkeit des Samens zeigten, den jene ausgestreut
+hatten.
+
+
+
+Hiermit will ich den Abriss der geistigen Bewegung, welche die neuesten
+geometrischen Untersuchungen vorbereitet hat, geschlossen haben und ich
+muss mich nun im einzelnen mit denselben befassen. Um mir nun die
+vorgenommene Aufgabe der Darlegung derselben zu erleichtern, werde ich
+meine Darstellung in verschiedene Teile teilen. Zuerst will ich mich mit
+der Theorie der ebenen Kurven und der Oberflaechen beschaeftigen, dann,
+nach einer kurzen Abschweifung zu den Untersuchungen ueber die Gestalt der
+Kurven und Oberflaechen und ueber die abzaehlende Geometrie, werde ich mich
+mit den Studien ueber die Raumkurven befassen, um davon zur Darlegung des
+Ursprunges und der Entwickelung der Lehre von den geometrischen
+Transformationen ueberzugehen; darauf wende ich mich zur Geometrie der
+Geraden, um dann mit der Nicht-euklidischen Geometrie und der Theorie der
+Mannigfaltigkeiten von beliebig vielen Dimensionen zu schliessen.[47]
+
+{21}
+
+
+
+ * * * * *
+
+II.
+
+Theorie der ebenen Kurven.
+
+------
+
+
+
+Die allgemeine Theorie der ebenen Kurven entstand zugleich mit der
+cartesischen Geometrie. Es ist leicht die Gruende fuer die Thatsache
+anzugeben, dass das Erscheinen einer so wichtigen Theorie sich bis zu
+diesem Zeitpunkte verzoegert hatte. In der That sind ja die Definition der
+Ordnung einer Kurve, die daraus folgende Einteilung der Kurven in
+algebraische und transcendente, der exakte Begriff einer in ihrer Ordnung
+allgemeinen Kurve ihrer Natur nach wesentlich analytische Begriffe. Sie
+synthetisch zu bestimmen, ist ein sehr schweres Problem, welches heutzutage
+erst den wiederholten Anstrengungen der Geometer zu weichen sich anschickt;
+dagegen, wenn man ein Koordinatensystem anwendet, eine wie leichte Sache
+ist es dann, diese fundamentalen Begriffe festzustellen, sie unter einander
+zu verbinden und aus ihnen interessante Folgerungen zu ziehen!
+
+Die Wahrheit dieser Behauptung finden wir durch die Thatsache bestaetigt,
+dass kurz nach Descartes wichtige Eigenschaften, die allen algebraischen
+Kurven gemeinsam sind, entdeckt wurden. Solche sind z. B. diejenigen,
+welche Newton in den drei beruehmten Theoremen, die in seiner _Enumeratio
+linearum tertii ordinis_ (1706) enthalten sind, bekannt gemacht hat; ferner
+diejenigen, welche Newtons Schueler Cotes (1682-1716) und Maclaurin als
+eine Verallgemeinerung der von Newton entdeckten Eigenschaften gaben;[48]
+{22} schliesslich die von Waring (1734-1798)[49] gefundenen. Ueberdies
+wurden noch von Maclaurin[50] und Braikenridge (etwa 1700, + nach 1759)[51]
+einige interessante organische Erzeugungsweisen von Kurven hinzugefuegt,
+die aehnlich denjenigen waren, welche Newton fuer die Kegelschnitte gegeben
+hat.[52] Endlich wurden von De Gua (1712-1786)[53] Methoden fuer die
+Bestimmung der Singularitaeten der durch Gleichungen definierten ebenen
+Kurven angegeben.
+
+Es ist ueberfluessig zu sagen, dass die ersten methodischen Bearbeitungen
+der Theorie der ebenen Kurven unter dem Einfluesse der analytischen
+Geometrie stehen; wir verdanken solche Euler[54] und Cramer
+(1704-1752)[55]. Diese studierten dieselben von Grund auf (kurz
+nacheinander, der eine 1748, der andere 1750), indem sie sich vorzugsweise
+mit den Singularitaeten befassten, besonders mit den Fragen, welche man
+heute mit Hilfe der Geometrie des unendlich Kleinen loest. In dem Werke von
+Cramer, das in vielen Beziehungen zu bewundern ist, finden wir auch schon
+die ersten Untersuchungen ueber die Schnitte von Kurven und unter diesen
+auch den Hinweis auf das, was man spaeter "das Cramersche Paradoxon"
+genannt hat; das ist jener scheinbare Widerspruch zwischen der Zahl der
+Punkte, die zur Bestimmung einer Kurve von gegebener Ordnung noetig {23}
+sind, und der Zahl der Schnitte zweier Kurven derselben Ordnung,[56] ein
+Widerspruch, welcher viele Jahre spaeter (1818) von Lame (1795-1870) durch
+das beruehmte Prinzip aufgehoben wurde, welches seinen Namen traegt und das
+man als den Grundstein jenes gewaltigen Bauwerkes ansehen muss, welches aus
+einer Fuelle von Lehrsaetzen von Gergonne,[57] Pluecker,[58] Jacobi,[59]
+Cayley[60] errichtet ist, und auf dessen Gipfel die geometrische
+Interpretation des beruehmten Abelschen Theorems[61] steht.
+
+Nach den Arbeiten Eulers, Cramers und dem _Examen des differentes methodes
+employees pour resoudre les problemes de geometrie_, in welchem Lame mit
+grossem Erfolge das vorhin angefuehrte Prinzip auseinandergesetzt und
+angewandt hatte, muessen wir uns zu Pluecker wenden, um zu Arbeiten zu
+kommen, welche einen bemerkenswerten Fortschritt in der Theorie, die uns
+beschaeftigt, bewirken. In dem im Jahre 1835 von diesem ausgezeichneten
+Geometer veroeffentlichten _System der analytischen Geometrie_ ist von der
+Methode der abgekuerzten Bezeichnung Gebrauch gemacht und dieselbe fuer die
+Vervollstaendigung der Klassifikation der kubischen ebenen Kurven benutzt
+worden, welche so viele bedeutende Gelehrte unternommen hatten. In der vier
+Jahre spaeter gedruckten {24} _Theorie der algebraischen Kurven_[62] findet
+sich dann noch ausser einer Aufzaehlung der ebenen Kurven vierter
+Ordnung,[63] welche Bragelogne (1688-1744)[64] und Euler[65] nur versucht
+hatten, die Aufstellung und Loesung einer Frage von sehr grosser
+Wichtigkeit, derjenigen naemlich, die Beziehungen zwischen den Zahlen der
+gewoehnlichen Singularitaeten einer ebenen Kurve zu finden. Schon Poncelet
+hatte (1818) den Zusammenhang zwischen der Ordnung und der Klasse einer
+allgemeinen Kurve ihrer Ordnung gefunden und spaeter den Einfluss eines
+Doppelpunktes bestimmt; indem er nun auf diese Resultate das Prinzip der
+Dualitaet anwandte, stiess er auf jenen anderen scheinbaren Widerspruch,
+welchen wir heute das Ponceletsche Paradoxon nennen, ohne dass es ihm
+gelang, dafuer eine vollstaendige Erklaerung zu finden. Das geschah durch
+Pluecker vermittelst der beruehmten nach ihm benannten Formeln, welche
+gestatten, drei Charakteristiken einer Kurve zu finden (Ordnung, Klasse,
+Zahl der Doppelpunkte, der Doppeltangenten, Zahl der Wendetangenten und der
+Rueckkehrpunkte), wenn man die uebrigen kennt.
+
+Auf die Frage, welche in einem gewissen Sinne reciprok zu der durch die
+Plueckerschen Formeln geloesten ist, ob jeder Loesung derselben eine
+wirkliche Kurve entspreche, musste man negativ antworten, da neuere
+Untersuchungen {25} dargethan haben, dass fuer gewisse Kurven (die
+rationalen Kurven) die Zahl der Rueckkehrpunkte eine gewisse Grenze nicht
+uebersteigen kann.[66]
+
+Auf der anderen Frage, die Plueckerschen Formeln auf eine Kurve
+auszudehnen, welche mit Singularitaeten hoeherer Ordnung ausgestattet ist,
+beruhen die Untersuchungen von Cayley und anderen,[67] welche zu dem
+Schluesse gefuehrt haben, dass jede Singularitaet einer Kurve als
+aequivalent einer gewissen Anzahl von Doppelpunkten, Spitzen,
+Wendetangenten und Doppeltangenten betrachtet werden kann.
+
+Ich fuege noch hinzu, dass man durch Jacobi,[68] Hesse (1811-1874),[69]
+Salmon,[70] Cayley[71] und deren zahlreiche Kommentatoren[72] heute im
+Besitze eleganter Methoden ist, um analytisch die Wendepunkte einer durch
+eine Gleichung gegebenen Kurve, sowie die Beruehrungspunkte ihrer
+Doppeltangenten anzugeben.
+
+Dank dem einen der ueberaus wertvollen Lehrbuecher,[73] mit welchen Salmon
+so gewaltig zur Verbreitung der neuesten algebraischen und geometrischen
+Methoden beigetragen hat, ist es heutzutage leicht, sich ueber diese und
+viele andere Fragen, welche sich auf die analytische Theorie der ebenen
+Kurven beziehen, eine genaue Kenntnis zu verschaffen.
+
+{26}
+
+Man braucht aber nicht zu glauben, dass bei diesem Studium der
+fortwaehrende Gebrauch der Analysis unumgaenglich sei; vielmehr erhob sich
+bald neben der Darlegung der Theorie der ebenen Kurven durch Euler, Cramer,
+Pluecker, Salmon eine ebenso vollstaendige, aber mehr geometrische Theorie.
+
+In einer beruehmten Mitteilung, die im Jahre 1848 der Berliner Akademie
+gemacht wurde, zeigte Steiner, indem er die Theorie der Polaren eines
+Punktes in Bezug auf eine Kurve wieder aufnahm, welche Bobillier
+(1797-1832) schon vordem[74] als eine Erweiterung der Diametralkurven
+Newtons und Cramers aufgestellt, und mit welcher auch Grassmann (1809-1877)
+sich beschaeftigt hatte,[75] dass dieselbe als Grundlage fuer ein vom
+Gebrauche der Koordinaten unabhaengiges Studium der ebenen Kurven dienen
+kann, und fuehrte jene bemerkenswerten zu einer gegebenen Kurve covarianten
+Kurven ein, die heute seinen, Hesses und Cayleys Namen tragen. Diese kurzen
+Andeutungen, verbunden mit den Untersuchungen von Steiner selbst, von
+Chasles[76] und Jonquieres[77] ueber die Entstehung der algebraischen
+Kurven vermittelst projektiver Bueschel von Kurven niederer Ordnung,
+dienten als Grundlage fuer die _Introduzione ad una teoria geometrica delle
+curve piane_,[78] in {27} welcher Cremona in einer einheitlichen Methode
+zugleich mit vielen neuen Resultaten alles auseinandersetzt, was
+wichtigeres von den analytischen Geometern, die ihm vorhergingen, erhalten
+worden war.
+
+Bei dem ausserordentlichen Interesse der Sache scheint es mir auch, dass
+man in die Reihe der schon zitierten Arbeiten auch die Serie von
+Abhandlungen zu stellen hat, in welchen Clebsch (1833-1872) zuerst die
+Algebra der linearen Transformationen auf die Geometrie angewandt hat,
+dann, nachdem er die Wichtigkeit des Begriffes des Geschlechtes einer Kurve
+ins Licht gestellt, die Anwendung der Theorie der elliptischen[79] und
+Abelschen Funktionen auf die Wissenschaft von der Ausdehnung darlegte und
+sie fuer das Studium der rationalen und elliptischen Kurven benuetzte.[80]
+Es ist wahr, dass Brill und Noether in einer Abhandlung,[81] deren
+Bedeutung von Tag zu Tag waechst, gezeigt haben, dass die Theorie der
+algebraischen Funktionen in vielen Faellen die der eben angefuehrten
+Transcendenten ersetzen kann, aber das vermindert nicht, sondern
+vergroessert vielmehr das Verdienst, welches man den Methoden von Clebsch
+zuerkennen muss, da die von hervorragenden Geistern gemachten
+Anstrengungen, den Gebrauch eines {28} Hilfsmittels vermeiden zu koennen,
+der ueberzeugendste Beweis der Macht desselben sind.
+
+Die bis jetzt besprochenen Arbeiten behandeln allgemeine Eigenschaften der
+ebenen algebraischen Kurven.[82] Aber an sie reiht sich eine grosse Menge
+von schoenen Spezialabhandlungen, welche eine bestimmte Kategorie von
+Kurven behandeln; auf diese wollen wir einen kurzen Blick werfen.
+
+Unter ihnen sind vor allen zu bemerken die von Maclaurin,[83] von
+Sylvester,[84] Cayley,[85] Salmon,[86] Durege,[87] Cremona,[88] von
+Sturm,[89] von Kuepper,[90] Grassmann,[91] Milinowski[92] und von anderen
+ueber die Kurven dritter Ordnung,[93] die Kapitel des _Barycentrischen
+Calculs_, dann verschiedene Arbeiten von Em. Weyr,[94] von Clebsch und {29}
+vielen anderen[95] ueber die rationalen Kurven; die wichtigen
+Untersuchungen Steiners und Chasles' ueber die Kurven, die mit einem
+Centrum versehen sind,[96] und die von Steiner ueber die dreispitzige
+Hypocykloide;[97] ferner die Arbeiten, welche dem Beweise oder der
+Verallgemeinerung der dort ausgesprochenen Eigenschaften gewidmet sind,[98]
+die interessanten Untersuchungen von Bertini[99] ueber rationale Kurven,
+fuer welche man willkuerlich die vielfachen Punkte bestimmen kann, die
+wichtigen Studien von Brill ueber die Kurven vom Geschlechte zwei,[100]
+dann die eleganten Abhandlungen von Klein und Lie[101] ueber die Kurven,
+welche eine infinitesimale Transformation in sich selbst zulassen, endlich
+die von Fouret ueber die Kurven, welche die eigenen reciproken Polaren in
+bezug auf unendlich viele Kegelschnitte sind,[102] und die von Smith
+(1826-1883) ueber die Singularitaeten der Modularkurven.[103]
+
+{30}
+
+Neben diesen verdient dann noch eine hervorragende Stelle die Abhandlung
+von Steiner ueber die einer ebenen kubischen Kurve[104] oder einer Kurve
+vierter Ordnung mit zwei Doppelpunkten eingeschriebenen Vielecke, auf
+welche die juengsten Arbeiten von Kuepper[105] und Schoute[106] von neuem
+die Aufmerksamkeit der Gelehrten gelenkt haben. Die Knappheit des Raumes
+noetigt mich, fluechtig hinwegzugehen ueber die Untersuchungen von Cayley
+_On polyzomal Curves otherwise the Curves_ [Wurzel]u + [Wurzel]v + ... =
+0;[107] von Grassmann, Clebsch,[108] Schroeter[109] und Durege,[110]
+betreffend die Erzeugung ebener Kurven dritter Ordnung, ueber die von
+Lueroth,[111] von Casey,[112] Darboux,[113] Siebeck,[114] von Crone,[115]
+Zeuthen[116] und noch anderen ueber einige spezielle ebene Kurven vierter
+Ordnung, ueber die von Battaglini, die sich auf die syzygetischen Kurven
+dritter Ordnung beziehen,[117] und andere, welche auch eine besondere
+Erwaehnung verdienen wuerden.
+
+{31}
+
+Was ich aber nicht mit Stillschweigen uebergehen kann, das sind die
+Arbeiten von Hesse ueber die Wendepunkte einer Kurve dritter Ordnung und
+ueber die Gleichung, welche zu deren Bestimmung dient;[118] dann die von
+demselben Hesse,[119] Steiner,[120] Aronhold[121] (1819-1884) ueber die
+Doppeltangenten einer Kurve vierter Ordnung, welche eine hervorragende
+Stelle verdienen, da sie viele bemerkenswerte Eigenschaften derselben ins
+Licht gestellt haben; dieselben wurden darauf von Geiser[122] durch
+stereometrische Betrachtungen dargethan, von Clebsch[123] dagegen und
+Roch[124] vermittelst der Theorie der Abelschen Funktionen untersucht.
+
+
+
+ * * * * *
+
+III.
+
+Theorie der Oberflaechen.
+
+------
+
+
+
+Das Streben nach Verallgemeinerung, welches die geometrischen
+Untersuchungen leitete, seitdem sich der Einfluss der Analysis auf dieselbe
+mehr oder weniger offen geltend gemacht, trieb alsbald die Gelehrten dazu,
+sich mit den Erscheinungen des Raumes zu beschaeftigen, welche Analogien
+mit den schon in der Ebene betrachteten darbieten. Daher sehen wir denn
+auch die Forschungen ueber die Oberflaechen {32} bald denen ueber die
+ebenen Kurven folgen. Die Theorie dieser Gebilde ist jedoch neueren
+Ursprungs.
+
+Den griechischen Geometern waren in der That nur einige wenige besondere
+Oberflaechen bekannt (die Kugel, die Cylinder und Kegel, Konoide und
+Sphaeroide, die plektoidischen Oberflaechen und wenige andere). Erst Wren
+(1669), Parent und Euler begannen sich mit den Oberflaechen zweiten Grades
+zu beschaeftigen, und wir muessen zur Schule von Monge gehen, um die
+Eigenschaften von groesserer Wichtigkeit dieser hoechst bemerkenswerten
+Oberflaechen anzutreffen.[125] Zu diesen ersten Eigenschaften wurden in
+unserem Jahrhundert durch das zahlreiche Heer von Geometern, welche die
+Flaechen zweiter Ordnung einer besonderen Betrachtung unterwarfen, viele
+andere hinzugefuegt, und dank den Arbeiten so ausgezeichneter Gelehrter,
+wie Jacobi,[126] {33} MacCullagh (1809-1847),[127] Chasles,[128]
+Hesse,[129] Seydewitz (1807-1852),[130] Schroeter[131] konnte die Theorie
+der Oberflaechen zweiter Ordnung in den mehr elementaren {34} Unterricht
+eingefuehrt werden und methodisch auf analytischem sowohl wie synthetischem
+Wege behandelt werden.[132]
+
+Aber nach der Lehre von den Oberflaechen zweiten Grades entstand und
+entwickelte sich alsbald die der Oberflaechen hoeherer Ordnung.
+Chasles[133] und Gergonne,[134] als die ersten, entdeckten an diesen
+Gebilden wunderbare Eigenschaften. Poncelet bestimmte die Klasse einer in
+ihrer Ordnung allgemeinen algebraischen Oberflaeche[135] und eroeffnete so
+die Untersuchungen, welche zu den Beziehungen fuehren sollten, mit welchen
+Salmon[136] und Cayley[137] die Loesung der analogen Aufgabe zu derjenigen
+versuchten, welche Pluecker durch seine beruehmten Formeln geloest hatte.
+
+Jacobi[138] und spaeter Reye[139] beschaeftigten sich mit den Kurven und
+Gruppen von Punkten, die durch den Schnitt von algebraischen Oberflaechen
+entstehen. Chasles,[140] Cremona,[141] Reye,[139] Escherich,[142]
+Schur,[143] mit ihrer {35} Entstehung vermittelst projektiver oder
+reciproker Systeme von Oberflaechen niederer Ordnung, Grassmann
+(1809-1877)[144] mit anderen Erzeugungsweisen; Salmon,[145] Clebsch,[146]
+Sturm,[147] Schubert[148] und andere behandelten eine wichtige Klasse von
+Aufgaben, welche sich auf Gerade beziehen, die mit einer gegebenen
+Oberflaeche Beruehrungen von vorher bestimmter Ordnung haben; schliesslich
+entdeckte Schur vor kurzem eine lineare Konstruktion[149] fuer Flaechen
+beliebiger Ordnung. Eine interessante Erweiterung der Polarentheorie der
+Oberflaechen beliebiger Ordnung verdanken wir Reye.[150]
+
+Trotz dieser und anderer Arbeiten, die ich der Kuerze halber
+stillschweigend uebergehen muss, trotz der schoenen Darlegungen, welche
+Salmon[151] und Cremona[152] ueber sie gemacht haben, kann man doch nicht
+sagen, dass die Theorie der Oberflaechen weit vorgeschritten sei. Die
+Fragen, die noch zu loesen bleiben, sind zahlreich und von fundamentaler
+Wichtigkeit, und die Mittel, die zur Ueberwindung der Schwierigkeiten,
+welche deren Loesung bietet, zur Verfuegung stehen, sind noch nicht
+genuegend vervollkommnet. Vielleicht ist das der Grund dafuer, dass so
+viele Gelehrte sich zum Studium besonderer Flaechen wandten, indem sie
+hofften, nicht nur auf diesem Felde eine reichlichere Ernte von Wahrheiten
+zu machen, sondern auch zu Untersuchungsmethoden zu gelangen, die der
+Verallgemeinerung faehig sind. -- Und {36} dass ihre Erwartungen teilweise
+nicht getaeuscht worden sind, das beweisen die zahlreichen Resultate, die
+man schon ueber die Oberflaechen dritten Grades, sowie ueber einige von der
+vierten Ordnung erhalten hat, ueber welche es mir noch obliegt, Bericht zu
+erstatten.
+
+Es ist allgemein bekannt, dass die beiden hervorragendsten Eigenschaften
+einer Flaeche dritter Ordnung die sind, 27 Gerade zu enthalten, und ein
+Pentaeder zu besitzen, welches zu Ecken die Doppelpunkte und zu Kanten die
+Geraden der Hesseschen Flaeche jener Oberflaeche hat. England und
+Deutschland koennen sich um die Ehre, sie entdeckt zu haben, streiten. Wenn
+auch schon im Jahre 1849 Cayley und Salmon[153] die Geraden einer kubischen
+Flaeche bestimmt haben, und im Jahre 1851 Sylvester[154] das Pentaeder
+entdeckte, so ist doch nicht minder wahr, dass Steiner unabhaengig von
+ihnen die Existenz jener und dieses in seiner beruehmten Mitteilung, welche
+er der Berliner Akademie im Jahre 1853 machte, behauptet hat.[155] Aber
+waehrend die Studien der englischen Geometer fast gaenzlich der Fortsetzung
+entbehren,[156] steht die Arbeit von Steiner an der Spitze einer langen
+Reihe von Schriften, durch welche die Theorie der Oberflaechen dritter
+Ordnung schnell einen ungehofften Grad der Vollendung erhielt. Indem ich
+die Abhandlungen von Schroeter,[157] August[158] u. s. w., in welchen
+einige der von Steiner ausgesprochenen Saetze bewiesen werden, nur kurz
+erwaehne, will ich mich darauf beschraenken, die Aufmerksamkeit der Leser
+auf die mit Recht beruehmten Schriften zu lenken, die von {37} Cremona[159]
+und von Sturm[160] ueber diese Oberflaechen verfasst und im Jahre 1866 von
+der Berliner Akademie mit dem Steiner-Preise gekroent sind, Arbeiten, auf
+welche jeder zurueckkommen muss, welcher sich mit diesen wichtigen
+geometrischen Gebilden vertraut machen will. Ich kann mich nicht aufhalten
+bei den verschiedenen Erzeugungsweisen einer Flaeche dritter Ordnung, die
+Grassmann,[161] August,[162] Affolter[163] und Piquet[164] den von Steiner
+angegebenen hinzugefuegt haben, bei der Konstruktion dieser Flaechen,
+welche Le Paige[165] gegeben hat, bei den vielen Saetzen, die sich auf die
+Verteilung der Geraden, der dreifach beruehrenden Ebenen und die Kurven
+einer kubischen Flaeche beziehen und welche vor kurzem von Cremona,[166]
+Affolter,[167] von Sturm[168] und Bertini[169] entdeckt wurden, endlich bei
+den von Cremona,[170] Caporali,[171] Reye[172] und Beltrami[173] studierten
+Eigenschaften gewisser Hexaeder, welche mit einer Flaeche dritter Ordnung
+verknuepft sind, sowie bei den von Zeuthen[174] betrachteten zwoelf {38}
+vollstaendigen, in sie einbeschriebenen Pentaedern. Ich will noch
+anfuehren, dass eine Einteilung dieser Oberflaechen, die auf die
+Betrachtung der 27 auf ihr gelegenen Geraden sich stuetzt, von Schlaefli
+gemacht ist[175] und eine neuere von Rodenberg,[176] die sich auf das
+Pentaeder gruendet, dass ferner ein genaues und eingehendes Studium der
+Regelflaechen dritten Grades (von denen eine von Cayley entdeckt wurde) den
+Gegenstand wertvoller Arbeiten Cremonas,[177] Em. Weyrs[178] und Benno
+Kleins[179] bildet, dass schliesslich die sogenannte Diagonalflaeche einen
+wichtigen Teil in einer Untersuchung von Clebsch ueber die Gleichungen
+fuenftes Grades bildet[180] und dass andere besondere Faelle von
+Cayley[181] und Eckardt[182] in einigen wertvollen Abhandlungen betrachtet
+wurden. Wenn ich dann noch gesagt habe, dass die Untersuchungen von
+Salmon,[183] Clebsch,[184] Gordan[185] und de Paolis[186] die {39}
+geometrische Bedeutung fuer das Verschwinden der fundamentalen invarianten
+Formen der quaternaeren kubischen Form festgestellt haben, welche gleich
+Null gesetzt in homogenen Koordinaten eine Flaeche dritter Ordnung
+darstellt, dass schliesslich Jordan[187] von Grund auf die Natur der
+Gleichung studiert hat, welche zur Bestimmung der Geraden einer kubischen
+Flaeche dient, dann glaube ich dem Leser genug Momente an die Hand gegeben
+zu haben, um daraus den (von mir eben angedeuteten) Schluss zu ziehen, dass
+die Theorie dieser geometrischen Gebilde, von welchem Punkte man sie auch
+betrachten mag, heute einen beachtenswerten Grad der Vollendung erreicht
+hat.
+
+Solches kann man jedoch nicht von der Theorie der Oberflaechen vierten
+Grades behaupten, vielmehr sind von ihnen nur wenige Klassen genauer
+studiert; ueber jede derselben werde ich kurz sprechen. An die erste Stelle
+will ich die Developpabele vierter Klasse setzen, die zweien Flaechen
+zweiten Grades umbeschrieben ist, und die geradlinigen Flaechen vierten
+Grades; jene wurde von Poncelet[188] und Chasles[189] untersucht, diese von
+demselben Chasles,[190] von Cayley[191] und vollstaendiger von
+Cremona.[192]
+
+Dann lasse ich die Oberflaechen vierter Ordnung folgen, auf welchen Scharen
+von Kegelschnitten existieren und welche alle mit ausserordentlichem
+Scharfsinne von Kummer[193] bestimmt wurden. Unter diesen sind zwei
+besonderer Erwaehnung wert, da sie das Objekt zahlreicher Untersuchungen
+gewesen sind: die Oberflaeche vierter Ordnung mit einem Doppelkegelschnitt
+und die roemische Flaeche von Steiner.
+
+Von der ersteren entdeckte Kummer im Jahre 1864 die bemerkenswerte
+Eigenschaft, dass die ihr doppelt {40} umgeschriebene Developpabele aus
+fuenf Kegeln zweiter Ordnung besteht. Gleichzeitig fand Moutard[194]
+dieselbe Eigenschaft fuer den Fall, dass die Doppelkurve der Oberflaeche
+der unendlich entfernte imaginaere Kugelkreis ist,[195] und er bemerkte
+weiter gleichzeitig mit Darboux,[196] dass in diesem Falle die Oberflaeche
+zu einem dreifachen Systeme von orthogonalen Oberflaechen, gebildet von
+Flaechen derselben Art, gehoeren kann. Von jener Zeit ab wurden die
+Oberflaechen vierter Ordnung, welche als Doppelkurve den unendlich
+entfernten imaginaeren Kugelkreis haben, wiederholt von Darboux,[197] von
+Laguerre (1834-1886)[198] und von Casey[199] studiert; hingegen diejenigen,
+welche als Doppelkurve einen beliebigen Kegelschnitt besitzen, von
+Cremona,[200] Geiser,[201] Sturm,[202] Zeuthen,[203] von Clebsch,[204]
+Korndoerfer,[205] Berzolari[206] und Domsch[207] -- welcher auf sie die
+hyperelliptischen Funktionen anwandte -- und diejenigen, welche einen
+Kuspidalkegelschnitt haben, von Toetoessy.[208] Was die Klassifikation
+dieser Oberflaechen betrifft, so moege {41} es mir gestattet sein, meinen
+Namen anzufuehren[209] neben dem meines teuern Freundes Segre.[210]
+
+Die roemische Flaeche von Steiner hat wiederholt die Aufmerksamkeit der
+Geometer auf sich gezogen und zwar vorzueglich zweier Eigenschaften wegen;
+die eine derselben, naemlich von jeder Tangentialebene in zwei
+Kegelschnitten getroffen zu werden, wurde besonders von den Synthetikern
+betrachtet, die andere, dass die homogenen Koordinaten ihrer Punkte sich
+als ganz allgemeine ternaere quadratische Formen darstellen lassen,[211]
+wurde mehr von den analytischen Geometern verwertet. Wer Lust hat, alle
+Eigenschaften, die sie besitzt, kennen zu lernen,[212] wird dieselben in
+den synthetischen Abhandlungen von Cremona,[213] Schroeter[214] und
+Sturm,[215] auf den Seiten, welche Reye ihr in seiner {42} _Geometrie der
+Lage_ (2. Bd.) gewidmet hat, und in den analytischen Abhandlungen von
+Cayley,[216] Beltrami,[217] Clebsch,[218] Eckardt,[219] Laguerre[220] und
+Gerbaldi[221] finden.
+
+Kummer verdanken wir auch die Kenntnis einer anderen wichtigen Klasse von
+Flaechen vierter Ordnung; dieselbe besteht aus Oberflaechen, die nicht
+singulaere Linien enthalten, sondern nur singulaere Punkte.[222] Wir werden
+in kurzem (s. VII) sehen, welche Untersuchungen Kummer zu diesen
+Oberflaechen gefuehrt haben; fuer jetzt genuege es, hervorzuheben, dass die
+interessanteste unter ihnen (welche man heute die Kummersche Oberflaeche
+nennt) 16 singulaere Doppelpunkte und 16 singulaere Tangentialebenen hat
+und dass Specialfaelle derselben die Wellenflaeche von Fresnel[223] und das
+von Cayley 1846 untersuchte Tetraedroid[224] sind. Eine solche Oberflaeche
+ist zu sich selbst dual.[225] Ihre {43} asymptotischen Kurven wurden von
+Klein und Lie bestimmt[226] und Reye[227] zeigte, dass jede die Grundkurve
+eine Bueschels von Oberflaechen vierter Ordnung ist; zwischen ihnen und den
+Thetafunktionen existiert eine innige Beziehung, welche Cayley und
+Borchardt (1817-1880)[228] entdeckt haben und die H. Weber[229] zusammen
+mit anderen entwickelt hat;[230] die algebraischen Fragen, welche sich an
+die Bestimmung ihrer Singularitaeten knuepfen, wurden von Jordan[231]
+geloest; endlich kann man dieselbe, wie Rohn[232] es gethan hat,
+vermittelst der Theorie der hyperelliptischen Funktionen[233] behandeln.
+
+Indem ich die Oberflaechen vierter Ordnung, welche als Doppelkurve einen in
+zwei getrennte oder zusammenfallende Gerade degenerierten Kegelschnitt
+haben und andere, mit denen Cayley[234] sich beschaeftigt hat, uebergehe,
+will ich noch die Monoide erwaehnen,[235] die von Rohn studiert sind,[236]
+und {44} diejenigen Flaechen, welche, ohne geradlinig zu sein, eine gewisse
+Anzahl von Geraden enthalten. Dieselben sind der Ort der Punkte, in welchen
+vier entsprechende Ebenen von vier kollinearen Raeumen sich schneiden;
+Chasles hat ihre Ordnung bestimmt und Schur eine Menge eleganter
+Eigenschaften derselben gefunden.[237]
+
+Ich will diesen Abschnitt meiner Musterung beschliessen, indem ich noch
+einige Oberflaechen von hoeherer als der vierten Ordnung anfuehre, welche
+die Gelehrten schon beschaeftigten. Zuerst verdienen die geradlinigen
+Oberflaechen erwaehnt zu werden, welche im allgemeinen von Chasles,[238]
+Salmon,[239] Cayley,[240] von Pluecker,[241] La Gournerie (1814-1883),[242]
+Voss[243] und im besonderen von Chasles,[244] Cremona,[244] Schwarz,[245]
+La Gournerie[246] (Regelflaechen, die in bezug auf ein Tetraeder
+symmetrisch sind), von {45} Clebsch,[247] Armenante[248] (rationale und
+elliptische Regelflaechen), von Em. Weyr[249] (Regelflaechen, erzeugt durch
+die Verbindungslinien entsprechender Punkte zweier gerader Punktreihen in
+der Korrespondenz [m, n]), von Ed. Weyr[250] (Oberflaechen, erzeugt durch
+die Bewegung eines variabelen Kegelschnittes), von Eckardt[251] und
+Chizzoni[252] (Regelflaechen, erzeugt durch die Verbindungslinien
+entsprechender Punkte zweier ebener projektiv bezogener Kurven). Dann
+folgen solche, die, wenn sie auch nicht Regelflaechen sind, doch Gerade
+enthalten und die von Sturm[253] und Affolter[254] untersucht sind, ferner
+die algebraischen Minimalflaechen, bei welchen Geiser[255] und Lie[256]
+bemerkenswerte Eigentuemlichkeiten fanden. Dann will ich noch einige
+Flaechen nennen, die aus einer Oberflaeche zweiten Grades abgeleitet sind
+(Ort der Kruemmungscentren; Fusspunktflaechen, Aspidalflaechen etc.), sowie
+die Oerter der Spitzen der Kegel zweiten Grades, die m Gerade beruehren und
+durch (6-m) Punkte gehen, welche Flaechen eingehend von Chasles,[257]
+Lueroth,[258] Hierholzer[259] und von Cayley[260] studiert wurden, da sie
+zur Aufloesung gewisser Probleme aus der Theorie der Charakteristiken der
+einfach unendlichen Systeme von Kegeln zweiter Ordnung dienten;
+schliesslich diejenigen, welche unendlich viele lineare {46}
+Transformationen zulassen, die kontinuierlich aufeinander folgen;[261]
+diejenigen, welche die eigenen reziproken Polaren in bezug auf unendlich
+viele Flaechen zweiten Grades sind,[262] diejenigen, welche durch reciproke
+Cremonasche Systeme erzeugt werden,[263] und diejenigen, welche dieselben
+Symmetrie-Ebenen wie ein regulaeres Polyeder besitzen.[264]
+
+
+
+Die Untersuchungen ueber die Oberflaechen, mit denen wir uns bis jetzt
+beschaeftigt haben, behandeln Eigenschaften, welche vermittelst einer wohl
+bekannten Betrachtungsweise auf das Gebiet der projektiven Geometrie
+zurueckgefuehrt sind oder sich darauf zurueckfuehren lassen. Es giebt aber
+noch viele andere Untersuchungen, welche Eigenschaften von ganz anderer Art
+behandeln, die groesstenteils auf keine Weise sich als projektiv betrachten
+lassen, da die Gruppe der Transformationen, die zu ihnen gehoert, nicht die
+der projektiven Geometrie ist.[265] Diese bilden zusammen mit den Studien,
+die sich auf die Infinitesimaleigenschaften der Raumkurven beziehen (ueber
+welche wir einiges im folgenden Paragraphen sagen werden), einen sehr
+wichtigen Zweig der Geometrie fuer sich sowohl, als auch wegen der
+Anwendungen, welche man von ihnen in der Geodaesie und der mathematischen
+Physik machen kann; man kennt ihn unter dem Namen der
+Differentialgeometrie. Ueber die wesentlichen Punkte derselben wollen wir
+nun einiges sagen. Und da man den Ursprung dieses Teiles der Geometrie von
+dem Erscheinen der _Application de l'Analyse a la Geometrie_[266] {47} von
+Monge datieren kann, und das spaetere Werk, welches von groesserem
+Einfluesse war, das von Gauss (1777-1855) ist, welches den Titel traegt:
+_Disquisitiones generales circa superficies curvas_,[267] so nehmen wir in
+unserer kurzen Darlegung die von Monge und Gauss angenommene Einteilung des
+Stoffes als Anhalt, indem wir zuerst besprechen, was diese selbst in
+Hinsicht auf die von ihnen behandelten Gegenstaende geleistet haben, und
+dann vorfuehren, was ihre Nachfolger hinzugefuegt haben.
+
+Der erste Paragraph des Mongeschen Werkes bietet kein besonderes Interesse,
+da er nur die Bestimmung der Beruehrungsebenen und Normalen einer
+Oberflaeche zum Zwecke hat; er kann also als Einleitung betrachtet werden.
+Die vier folgenden Paragraphen behandeln cylindrische Oberflaechen, Kegel-
+und Rotationsflaechen und solche, welche (um einen modernen Ausdruck zu
+gebrauchen) in einer linearen Kongruenz mit einer unendlich fernen
+Leitgeraden enthalten sind. Hoechst bemerkenswert ist der folgende
+Paragraph, indem Monge dort bei der Besprechung der Enveloppen den
+wichtigen Begriff der Charakteristik und der Rueckkehrkurve (_arete de
+rebroussement_) einer Enveloppe eingefuehrt hat; an diesen Paragraphen
+schliessen sich die drei folgenden enge an; sie behandeln Roehrenflaechen
+mit ebener Leitlinie (s. 7), Flaechen, die als Linien groesster Neigung
+gegen eine gegebene Ebene Gerade von konstanter Neigung haben (s. 8), und
+schliesslich Enveloppen einer Oberflaeche, die sich unter der Bedingung
+bewegt, dass ein mit ihr unveraenderlich verbundener Punkt eine gegebene
+Kurve durchlaeuft (s. 9).[268] -- Von da ab beginnt die Theorie der
+partiellen {48} Differentialgleichungen die wichtige Rolle zu spielen, die
+Monge ihr in der analytischen Geometrie zugewiesen hat; von diesem Punkte
+an zeigt es sich, dass es in vielen Faellen fuer die Bestimmung der Natur
+einer Oberflaeche nuetzlicher und bequemer ist, eine Differentialgleichung
+fuer sie zu haben, als eine solche in endlichen Ausdruecken. Beispiele
+hierfuer bieten die Flaechen, die in einem speziellen linearen Komplexe
+enthalten sind mit einer unendlich fernen oder endlichen Axe (von Monge im
+s. 10 und s. 11 behandelt), fernere Beispiele die abwickelbaren Flaechen
+(s. 12), andere die im s. 9 beschriebenen, andere schliesslich die Oerter
+beweglicher Kurven, von welchen ein Punkt eine feste Kurve durchlaeuft (s.
+14).[269] -- Die Theorie der Kruemmung einer Oberflaeche in einem
+Punkte,[270] sowie das Studium der Verteilung der Normalen derselben
+Flaeche[271] fuehren zu einer neuen Art von Flaechen, die der Betrachtung
+wert sind; jene und diese finden sich im s. 15, der sicherlich einer der
+wichtigsten des Mongeschen Werkes ist. Der Spezialfall des Ellipsoides ist
+im s. 16 behandelt, derselbe enthaelt die Bestimmung der Kruemmungslinien
+dieser Flaeche.[272] -- Gross an Zahl und von grosser Wichtigkeit sind die
+Fragen, zu denen die Theorie der Kruemmung Anlass giebt. Man kann z. B. die
+Oberflaechen untersuchen, bei denen der eine Kruemmungsradius fuer jeden
+Punkt denselben Wert hat; Monge fand (s. 18), dass dieselben von einer
+Flaeche von konstanter Form eingehuellt werden, die sich in der {49} vorhin
+(in den ss. 9 und 13) angegebenen Weise bewegt. Man kann dagegen auch
+voraussetzen, dass in jedem Punkte die beiden Kruemmungsradien gleich und
+von gleichem Sinne seien: die Oberflaeche ist dann eine Kugel. Wenn dagegen
+die beiden Kruemmungsradien in jedem Punkte gleich, aber von
+entgegengesetztem Sinne sind, so ist die Flaeche eine Minimalflaeche.[273]
+Oder es sei in jedem Punkte einer der Kruemmungsradien gleich gross (s.
+21).[274]
+
+An die Theorie der Kruemmung schliessen sich dann die Studien ueber die
+Roehrenflaechen mit beliebiger Leitkurve (ss. 22 und 26) und ueber
+diejenigen Flaechen, bei welchen alle Normalen eine gegebene Kugel (s. 23),
+einen gegebenen Kegel (s. 24) oder eine gegebene Developpabele (s. 25)
+beruehren. -- Fuer einige dieser Flaechenfamilien hat Monge die
+Konstruktion angegeben, fuer alle die Gleichungen, sei es die
+Differentialgleichungen oder die endlichen, und, da er sich das Problem
+gestellt und geloest hat, von jenen zu diesen zu gelangen, so verdient denn
+sein grosses Werk, dass es auch von denen, welche sich mit der Analysis des
+Unendlichen beschaeftigen, eingehend studiert werde.
+
+Kurz nach dem Erscheinen des Werkes von Monge wurde die
+Differentialgeometrie durch eine hoechst wichtige Arbeit bereichert, die
+_Developpements de Geometrie_ von Ch. Dupin (1813). In derselben wird unter
+anderem der Begriff der konjugierten Tangenten eines Punktes einer
+Oberflaeche und der der Indikatrix eingefuehrt; dort sind die
+asymptotischen Linien (Haupttangentenkurven)[275] untersucht, und {50} der
+beruehmte Satz bewiesen, der unter dem Namen des Dupinschen Theorems
+allgemein bekannt ist.
+
+Als Fortsetzung des Mongeschen Werkes kann man die zahlreichen
+Untersuchungen ueber Flaechen mit ebenen oder sphaerischen Kruemmungslinien
+ansehen, die man Dupin,[276] Alfred Serret (1819-1885),[277] O.
+Bonnet,[278] Dini,[279] Enneper (1830-1885),[280] Darboux,[281]
+Picart,[282] Lecornu,[283] Dobriner,[284] Voretsch[285] und anderen
+verdankt.
+
+Von derselben Art, aber von groesserer Allgemeinheit sind die wichtigen
+Untersuchungen von Weingarten ueber solche Oberflaechen, bei denen in jedem
+Punkte der eine Kruemmungsradius eine Funktion des anderen ist,[286] welche
+Untersuchungen Dini (a. O.), Beltrami[287] und Lie[288] zur Bestimmung der
+windschiefen Oberflaechen mit derselben Eigenschaft gefuehrt haben.
+Dasselbe kann man von den Untersuchungen sagen, welche man ebenfalls
+Weingarten verdankt[289] und die sich auf Oberflaechen beziehen, deren
+Normalen eine andere vorgelegte Oberflaeche beruehren. -- Dem s. 20 des
+Mongeschen Werkes koennen wir die {51} zahlreichen Abhandlungen
+anschliessen, welche die Minimalflaechen behandeln. Wir fuehren zunaechst
+die von Steiner[290] und Weierstrass[291] an, die sich mit der allgemeinen
+Theorie befassen, dann die von Scherk[292] und Bonnet,[293] welche einige
+Spezialfaelle derselben bearbeitet haben; Serret[294] beschaeftigte sich
+dann mit solchen, die durch zwei Gerade hindurch gehen, Riemann[295] und
+Weierstrass[296] mit solchen, die einen gegebenen Umriss haben, Geiser[297]
+mit algebraischen, Noevius[298] mit solchen periodischen, welche unendlich
+viele Geraden und unendlich viele ebene geodaetische Linien besitzen;
+Catalan[299] mit solchen, die als geodaetische Linie eine Parabel haben,
+Henneberg[300] mit denen, welche eine semikubische Parabel als geodaetische
+Linie haben; Bonnet[301] untersuchte solche, auf welchen sich eine Schar
+von ebenen Kruemmungslinien befindet; Bour[302] diejenigen, welche auf eine
+Rotationsflaeche sich abwickeln lassen; Schwarz solche, die durch ein
+windschiefes Vierseit bestimmt sind[303] oder die von Kegeln eingehuellt
+sind,[304] und solche, die ohne algebraisch zu sein, doch algebraische
+Kurven enthalten;[305] {52} Enneper[306] untersuchte diejenigen, welche
+unendlich viele Kreise enthalten, u. s. w. Andere Fragen wurden von
+Mathet[307] behandelt, von Beltrami,[308] von Lie,[309] Kiepert,[310]
+Henneberg,[311] Ribaucour,[312] Bianchi[313] und Pincherle.[314]
+Schliesslich ist die Theorie der Minimalflaechen einer bemerkenswerten
+Erweiterung faehig, die von Lipschitz[315] entdeckt wurde.
+
+Wir gehen jetzt dazu ueber, kurz auseinander zu setzen, welches die
+hervorragenderen Stellen des zweiten Werkes sind, dem wir, wie schon
+gesagt, die wichtigsten Lehren der Differentialgeometrie verdanken, der
+_Disquisitiones generales circa superficies curvas_ von Gauss.
+
+Schon zu Ende des ersten Paragraphen derselben finden wir einen hoechst
+wichtigen Begriff, naemlich den der sphaerischen Abbildung einer
+Oberflaeche, dessen Fruchtbarkeit vielfache Anwendungen, die von ihm
+gemacht sind, dargethan haben. Kurz darauf (s. IV) treffen wir die zwei
+unabhaengigen Veraenderlichen, vermittelst derer man die Koordinaten der
+Punkte einer Oberflaeche ausdrueckt, d. h. die krummlinigen Koordinaten auf
+einer Oberflaeche. (Vgl. auch die ss. XVII und XIX). Dann enthaelt s. VI
+die Erweiterung der Betrachtung, die man gewoehnlich zur Grundlage der
+Theorie der Kruemmung der ebenen und unebenen Kurven nimmt, auf den Raum,
+aus welcher Erweiterung der Begriff des Kruemmungsmasses einer Oberflaeche
+in einem {53} gewoehnlichen Punkte hervorgegangen ist.[316] Bekanntlich ist
+dasselbe gleich dem Produkte aus den beiden Hauptkruemmungsradien der
+Flaeche in jenem Punkte[317] (s. VIII). Das Kruemmungsmass einer
+Oberflaeche kann man sowohl durch die gewoehnlichen kartesischen
+Koordinaten (ss. VII und IX) als auch durch die krummlinigen Koordinaten
+der Oberflaeche ausdruecken (ss. X und XI).[318]
+
+Bei der Untersuchung dieses letzteren Ausdruckes bieten sich die
+Coefficienten E, F, G des Ausdruckes des Kurvenelementes dar, deren
+Bedeutung in der Theorie der Oberflaechen, die auf eine andere abwickelbar
+sind[319] (s. XII), Gauss zuerst hervorgehoben hat. Dabei stellte er eine
+neue Betrachtungsweise der Oberflaechen auf (s. XIII), indem er dieselben
+als unendlich duenne, biegsame und unausdehnbare Koerper ansah. Die
+folgenden Paragraphen der Abhandlung von Gauss behandeln die geodaetischen
+Linien und haben die Bestimmung ihrer Differentialgleichungen zum Zwecke
+(s. XIV und XVIII), dann die Uebertragung der Polarkoordinaten, des Kreises
+(s. XV), der Parallelkurven (ss. XVI), auf die Geometrie auf einer
+Oberflaeche, sowie die Berechnung der totalen Kruemmung eines geodaetischen
+Dreiecks (s. XX). Die ss. XXI und XXII beziehen sich auf die Transformation
+des Ausdruckes fuer das Kurvenelement, die uebrigen behandeln andere Fragen
+aus der Geodaesie und duerften daher unsere Aufmerksamkeit nicht auf sich
+ziehen.
+
+{54}
+
+Schon aus diesen fluechtigen Andeutungen ersieht man, wie reich an
+fundamentalen Begriffen die Abhandlung von Gauss ist. Die Entwickelungen,
+die sie gehabt, und die vielen Arbeiten, welche sie hervorgerufen, und von
+denen wir noch kurz zu sprechen haben, werden ihre Bedeutung noch klarer
+machen. Unter diesen Arbeiten muss man den schoenen _Ricerche di analisi
+applicata alla geometria_, die Beltrami im zweiten und dritten Bande des
+_Giornale di Matematiche_ veroeffentlicht hat, eine hervorragende Stelle
+einraeumen, dann den Abhandlungen von demselben Verfasser _Dalle variabili
+complesse su una superficie qualunque_,[320] _Teoria generale dei parametri
+differenziali_[321] und _Zur Theorie des Kruemmungsmasses_.[322]
+Bemerkenswert sind ferner die Studien von Bonnet[323] und von Darboux[324]
+ueber die sphaerische Abbildung der Oberflaechen, die sich an die ersten in
+den _Disquisitiones_ enthaltenen Untersuchungen anknuepfen. Der Begriff der
+Kruemmung fuehrte zum Studium der Oberflaechen mit konstanter (positiver
+oder negativer) Kruemmung, dem so viele ausgezeichnete Geometer ihre
+Kraefte gewidmet haben. Unter diesen fuehren wir die zwei Arbeiten von
+Beltrami an: _Risoluzione del problema. Riportare i punti di una superficie
+sopra un piano in modo che le geodetiche vengano rappresentate da linee
+rette_[325] und _Saggio di una interpretazione della Geometria
+non-euclidea_,[326] dann die Schriften von Dini,[327] Lie,[328] {55}
+Bianchi,[329] Baeklund,[330] Darboux[331] und Dobriner.[332] Von derselben
+Art, aber allgemeiner, sind die Studien von Christoffel[333] ueber die
+Bestimmung der Gestalt einer Oberflaeche mit Hilfe von auf ihr selbst
+genommenen Massen und von Lipschitz[334] ueber die Oberflaechen, welche
+bestimmte auf die Kruemmung bezuegliche Eigenschaften haben, oder bei
+welchen der Ausdruck des Kurvenelements von vornherein festgesetzt ist.
+
+An den Abschnitt der Gaussischen Abhandlung, welcher die geodaetischen
+Linien behandelt, knuepfen sich einige Arbeiten von Joachimsthal
+(1818-1861),[335] Schering,[336] Beltrami,[337] die von Lie[338] gemachte
+Einteilung der Oberflaechen auf Grund der Transformationsgruppen ihrer
+geodaetischen Linien und die Untersuchungen ueber geodaetische Kurven von
+demselben Verfasser.[339] Mit demjenigen Abschnitte, welcher sich auf die
+Abwickelbarkeit der Oberflaechen bezieht, steht eine wichtige Arbeit von
+Minding in enger Beziehung,[340] in der zum ersten Male die Frage
+aufgestellt ist, ob die Gleichheit der Kruemmung in entsprechenden Punkten
+eine hinreichende Bedingung fuer die Abwickelbarkeit zweier Oberflaechen
+sei: er gelangte fuer den allgemeinen Fall zu einem negativen Resultate, zu
+einem {56} positiven dagegen fuer den Fall konstanter Kruemmung. Dasselbe
+gilt von den Arbeiten von Bour[341] (1832-1866), Codazzi[342] und
+Bonnet,[343] welche fuer preiswuerdige Antworten auf die im Jahre 1861 von
+der Pariser Akademie der Wissenschaften gestellte Frage erkannt worden
+sind. Derselbe Gegenstand oder verwandte Gegenstaende wurden dann in den
+Abhandlungen von Christoffel,[344] von Mangoldt,[345] Weingarten,[346]
+Brill,[347] Minding,[348] Jellet,[349] Dini,[350] Enneper,[351]
+Razzaboni,[352] Lecornu,[353] Beltrami[354] und vielen anderen behandelt.
+
+Die schoene von Gauss gegruendete Theorie der krummlinigen Koordinaten
+einer Oberflaeche liess den Wunsch entstehen, eine analoge Theorie fuer den
+Raum zu haben. Schon im Jahre 1837 stellte Lame sie fuer einen Spezialfall
+auf, naemlich fuer den der elliptischen Koordinaten,[355] spaeter wies er
+auf die orthogonalen krummlinigen Koordinaten {57} hin[356] und
+konstruierte dann die Theorie derselben,[357] ohne ihre Anwendung[358] und
+Entwickelung[359] zu vernachlaessigen. Die beruehmten _Lecons sur la
+theorie des coordonnees curvilignes et leurs diverses applications_ (Paris,
+1859) von Lame fassen zusammen und vervollstaendigen die glaenzenden
+Resultate, die von Lame in diesem Zweige der Geometrie erhalten waren. In
+der Folge haben sich viele andere mit demselben beschaeftigt. Vor allen
+fuehre ich Aoust an, der ihm viele und wichtige Arbeiten widmete,[360] dann
+Brioschi,[361] Codazzi,[362] Chelini (1802-1878),[363] Darboux,[364]
+Combescure,[365] Levy,[366] Royer[367] und noch andere. Hierzu sehe man
+noch die Schriften, welche dreifache Systeme orthogonaler Oberflaechen
+behandeln und von denen ich nur diejenigen von Bouquet,[368] A.
+Serret,[369] Bonnet,[370] Catalan,[371] Moutard,[372] Darboux,[373]
+Cayley,[374] Ribaucour,[375] {58} Weingarten,[376] Schlaefli,[377]
+Hoppe,[378] Bianchi[379] und Molins[380] nennen will.
+
+Von den Arbeiten, welche spezielle Oberflaechen behandeln, die nicht zu bis
+jetzt besprochenen Kategorien gehoeren, fuehren wir die von Lie[381] an,
+welche sich auf Oberflaechen beziehen, die infinitesimale lineare
+Transformationen in sich selbst zulassen; dann die von Enneper,[382] die
+sich auf Oberflaechen mit speziellen Meridiankurven beziehen, ferner die
+von Cayley[383] und Weingarten[384] und die von Willgrod[385] ueber
+Oberflaechen, welche durch ihre Kruemmungslinien in unendlich kleine
+Quadrate geteilt werden; schliesslich die von Bianchi[386] ueber
+Schraubenflaechen.
+
+Ein bemerkenswerter Fortschritt in der analytischen Infinitesimalgeometrie
+der Oberflaechen wurde durch die Bemuehungen de Salverts geschaffen, der in
+einigen eleganten Arbeiten,[387] wahrscheinlich hervorgerufen durch die
+schoenen _Vorlesungen ueber die analytische Geometrie des Raumes_ von
+Hesse, zeigte, wie man durch Benutzung der Gleichung einer Oberflaeche in
+ihrer allgemeineren Form, f(x, y, z) = 0, ein bei weitem bequemeres System
+von Formeln fuer die Loesung gewisser Probleme aufstellen konnte, als wenn
+die Gleichung z = [phi](x, y) zu Grunde gelegt wird.
+
+{59}
+
+Ueber Differentialgeometrie existieren noch einige gute Darlegungen. Eine
+verdankt man Hoppe; sie traegt den Titel: _Elemente der Flaechentheorie_;
+eine andere wurde von Brisse unternommen;[388] die neuesten sind die von
+Bianchi in seinen sehr schoenen _Lezioni di geometria differenziale_ (Pisa,
+1886) und die, welche Darboux in seinen _Lecons sur la theorie generale des
+surfaces_ begonnen hat, von denen wir schon den ersten Teil besitzen
+(Paris, 1887).
+
+Wir wollen diesen Abschnitt beschliessen, indem wir noch bemerken, dass die
+Zuhilfenahme der Analysis fuer das Studium der Infinitesimalgeometrie nicht
+notwendig ist; vielmehr haben Bertrand[389] und Bonnet[390] zuerst gezeigt,
+welchen Nutzen man bei diesen Studien auch aus synthetischen Betrachtungen
+ziehen kann. Ausserdem enthalten der erste Band des _Traite de calcul
+differential et integral_ von Bertrand und der _Traite de geometrie
+descriptive_ von de la Gournerie[391] und eine grosse Zahl von ueberaus
+schoenen Abhandlungen von Mannheim[392] bemerkenswerte geometrische
+Untersuchungen, welche dem Zweige der Wissenschaft des Raumes, mit dem wir
+uns eben beschaeftigt haben, angehoeren.
+
+{60}
+
+
+
+ * * * * *
+
+IV.
+
+Untersuchungen ueber die Gestalt der Kurven und Oberflaechen. Abzaehlende
+Geometrie.
+
+------
+
+
+
+Bei der Besprechung der bedeutenderen Fortschritte, welche die Theorie der
+Kurven und die der Oberflaechen gemacht, haben wir zwei wichtige Kategorien
+der Untersuchung uebergangen, weil wir dieselben besser in einem besonderen
+Abschnitte unserer Arbeit zusammenfassen koennen.
+
+Die erstere umfasst eine Reihe von Studien besonderer Natur und hat zum
+Zwecke die Bestimmung der Gestalt, welche die Kurven und Oberflaechen von
+gegebener Ordnung annehmen koennen, und ich halte es fuer angemessen, bei
+diesen eine Zeit lang zu verweilen.
+
+Die Bestimmung der Gestalt der Kurven zweiter Ordnung reicht schon in das
+Altertum. Fuer dieselbe bedurfte es auch nicht eines hervorragenden
+Geistes, wenn man bedenkt, dass die Alten jene Kurven als Schnitte eines
+Kreiskegels betrachteten.
+
+Dagegen ist die Bestimmung der Gestalt, welche die Kurven dritter Ordnung
+annehmen koennen, nicht ohne Schwierigkeit. Newton ueberwand diese, indem
+er lehrte, dass alle Kurven dritter Ordnung durch Projektion von fuenfen
+derselben, welche er divergierende Parabeln nannte, erhalten werden
+koennen.[393] Zu dieser ersten Einteilung der Formen {61} der Kurven
+dritter Ordnung fuegte Chasles[394] eine weitere hinzu, die, obwohl sie auf
+einem ganz anderen Gedanken beruhte, mit der von Newton eine nicht zu
+verkennende Analogie bietet. Nach ihr kann man die Formen der Kurven
+dritter Ordnung saemtlich auffinden durch Projektion von fuenfen derselben,
+die symmetrisch in bezug auf ein Zentrum sind. Eine dritte Methode der
+Einteilung endlich stuetzt sich auf das konstante Doppelverhaeltnis der
+vier Tangenten, die man an die allgemeine Kurve dritter Ordnung von einem
+ihrer Punkte aus ziehen kann; diese wurde von Durege entwickelt.[395]
+
+{62}
+
+Bei weitem groessere Schwierigkeit bietet das Studium der Gestalt der
+ebenen Kurven vierter Ordnung, die schon angefuehrten Arbeiten von
+Bragelogne, Euler und Pluecker bilden hierzu einen wichtigen Beitrag. Es
+scheint aber nicht, dass man diese -- dasselbe gilt auch von den schon
+genannten auf die kubische Kurve bezueglichen -- als die Grundlage zu einer
+allgemeinen Theorie der Gestalt der ebenen Kurven ansehen darf; vielmehr
+muss man dieselben als die ersten Vorlaeufer jener Lehren betrachten, die
+man heute als eine feste Grundlage dieser Theorie ansieht. Solche Lehren
+gehoeren in das Gebiet der synthetischen Geometrie, zum Teil aber waren sie
+das Resultat der Anwendung der Abelschen Funktionen auf die Wissenschaft
+der Ausdehnung. Von den ersteren wurden einige von Staudt in seiner
+_Geometrie der Lage_[396] auseinandergesetzt und beziehen sich auf die
+Gestalten der ebenen Polygone und der Polyeder, die paaren und die unpaaren
+Zuege der Kurven, die Rueckkehrelemente der Figuren; andere wurden von
+Tait[397] angegeben und von J. Meyer entwickelt,[398] andere schliesslich
+von Hart angedeutet[399] und mit vielem Gluecke von E. Koetter
+verallgemeinert.[400] Die zweiten sind fast alle aus der Schule von Klein
+hervorgegangen. Da ich auf die vielen Einzelheiten dieses Gegenstandes
+nicht eingehen kann, so moege es hier genuegen, unter den schon erhaltenen
+Resultaten einige besondere Saetze ueber die Kurve vierter Ordnung
+anzufuehren, die man Zeuthen[401] und Crone[402] verdankt; dann {63} eine
+sehr wichtige Relation zwischen den Zahlen der reellen und imaginaeren
+Singularitaeten einer ebenen Kurve, zu welcher Klein gefuehrt wurde,[403]
+als er die von Pluecker[404] und Zeuthen vorgeschlagenen Klassifikationen
+der Kurven vierter Ordnung studierte; ferner einen sehr schoenen
+Lehrsatz,[405] von Harnack (1851-1888) entdeckt, welcher dadurch, dass er
+eine unerwartete Beziehung zwischen der Form einer Kurve und ihrem
+Geschlechte enthuellte, die Wichtigkeit des letzteren von neuem
+bestaetigte.
+
+Wenn so die Theorie der Gestaltlichkeit der ebenen Kurven noch weit
+entfernt vom Zustand der Reife ist, so kann man von den analogen
+Untersuchungen ueber die Oberflaechen sagen, dass sie sich noch in ihrer
+Kindheit befinden. Allgemeine Untersuchungen auf diesem Felde existieren
+meines Wissens nicht, ausser denjenigen, die von Moebius in seiner _Theorie
+der elementaren Verwandtschaften_ niedergelegt sind,[406] und welche, so
+scharfsinnig und interessant sie auch sind, einen geschickten Nachfolger
+erwarten lassen, welcher die ganze Fuelle derselben zu Tage foerdert.
+Dasselbe gilt fuer gewisse originelle Gesichtspunkte, die in den vielen
+Arbeiten von Klein zerstreut sind. Fuer den Fortschritt der Geometrie
+wuerde es von hoechstem Interesse sein, beide weiter entwickelt zu sehen;
+ungluecklicherweise wird aber diese Theorie wenig betrieben, in den letzten
+Jahren ist vielleicht Rohn[407] der einzige, der hierin einige Fortschritte
+gemacht hat, die wert sind, verzeichnet zu werden.
+
+{64}
+
+Wenn auch die allgemeine Theorie ein bis jetzt noch unbefriedigtes
+Beduerfnis ist, so fehlt es doch nicht an Spezialuntersuchungen. Die
+Bestimmung der Gestalt der Oberflaechen zweiten Grades uebergehe ich als zu
+einfach und fuehre die der Oberflaechen dritter Ordnung an, die mit Erfolg
+von Klein,[408] Schlaefli,[409] Zeuthen[410] gemacht ist, und neuerdings
+von Bauer durch die Untersuchung der Gestalt der parabolischen Kurve
+vervollstaendigt wurde;[411] ferner die der Dupinschen Cykliden, die wir
+Maxwell[412] verdanken; dann die der Oberflaechen vierter Ordnung mit
+Doppelkegelschnitt, die ebenfalls von Zeuthen[413] herruehrt; die der
+Oberflaechen vierter Ordnung mit Cuspidalkegelschnitt, die von Crone[414]
+ausgefuehrt ist; endlich die der Kummerschen Flaechen und der Kegelflaechen
+viertes Grades, welche der Gegenstand wichtiger Untersuchungen von
+Rohn[415] gewesen sind. Die reichhaltige Sammlung von Modellen von Ludwig
+Brill, die sich jedes Jahr um neue und interessante Serien vermehrt, zeigt
+das Interesse, welches das gelehrte Deutschland fuer vorliegende
+Untersuchungen hat.[416]
+
+Was die Gestalt der Kurven doppelter Kruemmung angeht, so existieren
+darueber bis jetzt noch keine allgemeinen Untersuchungen von Bedeutung; man
+kann sagen, dass sich dieselben auf die Beobachtungen beschraenken, die
+Chr. Wiener[417] {65} und Bjoerling[418] gemacht haben, indem sie die
+Modelle der gewoehnlichen Singularitaeten einer Raumkurve konstruierten.
+
+Eine zahllose Reihe wichtiger Untersuchungen hat die Bestimmung der Anzahl
+der geometrischen Gebilde zum Ziele, welche Bedingungen genuegen, die
+hinreichen, eine endliche Zahl derselben festzulegen. Der Bezoutsche
+Lehrsatz, welcher die Zahl der Loesungen eines bestimmten Systems von
+algebraischen Gleichungen angiebt, ist fast immer nicht verwendbar fuer die
+Loesung solcher Fragen, da, waehrend dieser Satz auf allgemeine Gleichungen
+ihres Grades sich stuetzt, die Gleichungen, welche man bei dem Versuche,
+diese Probleme analytisch zu loesen, erhaelt, von spezieller Form sind.
+Wahrscheinlich ist das der Grund dafuer, dass diese Probleme groesstenteils
+bis in verhaeltnismaessig neuerer Zeit ungeloest geblieben sind.[419]
+
+Auf Chasles faellt der Ruhm, in seiner _Methode der Charakteristiken_ ein
+feines und maechtiges Hilfsmittel gefunden zu haben (1864), mit dem er eine
+grosse Zahl von Problemen der angedeuteten Art fuer den Fall, dass die
+betrachteten Gebilde Kegelschnitte in einer Ebene sind, loesen konnte und
+einen Weg bahnte, um auch in dem Falle, wo die {66} Gebilde beliebige sind,
+zur Loesung derselben zu gelangen.[420] Der Hauptgedanke desselben war die
+fortwaehrende Betrachtung der ausgearteten Kurven und der systematische
+Gebrauch der Charakteristiken eines einfach-unendlichen Systemes von
+Kegelschnitten, d. h. der Zahlen, die angeben, wie viele Kegelschnitte des
+Systemes durch einen gegebenen Punkt gehen, wie viele eine gegebene Gerade
+beruehren.
+
+Dadurch, dass man diese Begriffe weiter ausdehnte, konnte man Hilfsmittel
+erhalten, die auf andere Figuren anwendbar sind. Chasles selbst entdeckte
+alsbald die Anwendung seiner Untersuchungen auf die Kegelschnitte im
+Raume[421] und auf die Flaechen zweiter Ordnung.[422] Zeuthen und Maillard
+gaben neue Beispiele der Erweiterung, der eine in der wichtigen Abhandlung,
+die wir schon Gelegenheit hatten zu zitieren, _Almindelige Egenskaber ved
+Systemer af plane Kurver_,[423] der andere in seiner Dissertation
+_Recherches des caracteristiques des systemes elementaires de courbes {67}
+planes du troisieme ordre_;[424] andere findet der Leser in den Schriften
+von Sturm ueber die kubischen Raumkurven[425] und denen von Schubert ueber
+die ebenen Kurven dritter Ordnung und dritter und vierter Klasse, im Raume
+betrachtet.[426] Ferner sind die von Chasles gemachten Betrachtungen enge
+mit denjenigen verbunden, welche in den wichtigen Abhandlungen von Cayley,
+_On the curves which satisfy given conditions_[427] enthalten sind, sowie
+in einigen Arbeiten von Jonquieres ueber Systeme von Kurven und
+Flaechen.[428] Endlich gehoeren hierher noch die Untersuchungen von
+Hirst[429] und Sturm[430] ueber Systeme von Projektivitaeten und
+Korrelationen, sowie die von Zeuthen[431] ueber die Plueckerschen
+Charakteristiken der Enveloppen. Wir wollen noch bemerken, dass zwischen
+den Systemen ebener Kurven und den Differentialgleichungen erster Ordnung
+mit zwei Variabelen eine sehr innige Beziehung besteht, die sich zu
+erkennen giebt, indem die Integrale einer dieser Gleichungen ein System von
+Kurven darstellen. Die gegebene Differentialgleichung laesst jedem Punkte
+eine bestimmte Anzahl von ihm ausgehender Richtungen entsprechen und einer
+Geraden eine bestimmte Anzahl auf ihr liegender Punkte. Auf diese
+Beziehungen wurde Clebsch durch seine Untersuchungen ueber die Konnexe[432]
+(vgl. s. VI) und unabhaengig von Fouret[433] {68} gefuehrt. In aehnlicher
+Weise kann man eine Beziehung zwischen den Differentialgleichungen erster
+Ordnung mit drei Variabelen und einem Systeme von Oberflaechen aufstellen,
+wie dies ebenfalls Fouret[434] bemerkt hat. Dieser Zusammenhang ist von
+grosser Wichtigkeit, weil er gestattet, Saetze auf transcendente Kurven
+oder Oberflaechen auszudehnen, von denen man glaubte, dass sie nur fuer
+algebraische Kurven oder Oberflaechen gueltig seien; so konnte Fouret den
+Satz ueber die Zahl der Kurven eines Systemes, welche eine gegebene
+algebraische Kurve beruehren, auf Systeme von transcendenten Kurven
+ausdehnen,[435] konnte ferner die Ordnung des Ortes der Beruehrungspunkte
+eines einfach unendlichen Systemes von Oberflaechen mit den Oberflaechen
+eines doppelt unendlichen Systemes bestimmen,[436] ebenso die Ordnung des
+Ortes der Beruehrungspunkte der Oberflaechen eines doppelt unendlichen
+Systemes mit einer gegebenen algebraischen Oberflaeche[437] u. s. w.[438]
+
+Trotz dieser und anderer Arbeiten, die ich der Kuerze wegen uebergehe, war
+die ganze Tragweite der Chaslesschen Betrachtungen noch nicht offenbar
+geworden; das geschah durch den letzten, von dem ich zu sprechen habe,
+durch Hermann Schubert in seinem _Kalkuel der abzaehlenden Geometrie_.[439]
+Dieses Buch, das noch viel zu wenig {69} geschaetzt wird, kann man mit
+Recht als dasjenige betrachten, welches zuerst von Grund auf das Problem
+behandelte, "zu bestimmen, wie viele geometrische Gebilde von gegebener
+Definition einer hinreichenden Zahl von Bedingungen genuegen," d. h. das
+Problem der abzaehlenden Geometrie. Dort sind die Korrespondenzprinzipien
+unter ihrem wahren Gesichtspunkte auseinandergesetzt,[440] dort ist klar
+eroertert, was man unter dem Charakteristikenproblem einer bestimmten Figur
+zu verstehen hat, und sind Methoden von ausserordentlicher Macht fuer
+dessen Loesung gezeigt. Die Schubertschen Methoden sind dazu bestimmt,
+eines Tages das uebliche Hilfsmittel fuer den Mathematiker zu werden, wie
+es augenblicklich die Cartesische Geometrie ist, und niemand wird mich der
+Uebertreibung beschuldigen, der bedenkt, dass dieselben in einer Unzahl von
+Faellen zur Loesung des allgemeinen Problemes der Elimination dienen, d. h.
+die Zahl der Loesungen eines Systemes von algebraischen Gleichungen zu
+bestimmen. Daher muessen alle, Analytiker und Geometer, dem Werke von
+Schubert, durch welches er die abzaehlende Geometrie zu einer besonderen
+Disziplin erhoben hat, reiches Lob zollen, oder besser, anstatt es blos zu
+bewundern, sich {70} vornehmen, die fruchtbaren Methoden desselben zu
+vervollkommnen und sie von Maengeln frei zu machen, d. h. sie von dem
+Tadel, der ihnen von einigen gemacht worden ist, dass sie nicht ganz
+strenge seien, zu befreien und sie selbst oder wenigstens die Anwendungen,
+deren sie faehig sind, zu vermehren.
+
+Die auf die Theorie der Charakteristiken bezueglichen Andeutungen[441]
+wuerden eine unverzeihliche Luecke darbieten, wenn sie nicht einen Hinblick
+auf eine wichtige Frage boeten, die zwischen einigen Geometern ventiliert
+wurde, und die man heute als schon geloest betrachten darf. Geleitet
+naemlich durch einen Induktionsschluss, behauptete Chasles, dass die Zahl
+derjenigen Kegelschnitte eines einfach unendlichen Systemes, welche einer
+neuen einfachen Bedingung genuegen, ausgedrueckt wird durch eine homogene
+lineare Funktion der Charakteristiken des Systemes, deren Koeffizienten
+einzig und allein von dieser Bedingung abhaengen. Darboux,[442]
+Clebsch,[443] Lindemann,[444] Hurwitz und Schubert,[445] sowie noch andere
+glaubten diesen Satz beweisen zu koennen. Aber dass die von ihnen
+angefuehrten Gruende nicht beweiskraeftig waren, wurde in einer Reihe von
+Arbeiten gezeigt, in welchen Halphen[446] die Hinfaelligkeit der Vermutung
+Chasles' klar legte und zeigte, wie man den vorher angefuehrten Satz
+modifizieren muesse. In der Theorie der Charakteristiken der Systeme von
+Flaechen zweiten Grades hat man einen analogen Satz, den ebenfalls
+Halphen[447] entdeckt hat. Jedoch glaube man nicht, dass diese Saetze {71}
+von Halphen die Resultate zerstoeren, welche man erhalten, indem man den
+Chaslesschen Weg einschlug; vielmehr sind dieselben gluecklicherweise
+meistenteils unabhaengig von dem fraglichen Theorem, und fuer die anderen
+Faelle ist es leicht zu zeigen, welche Korrektionen man machen muss.[448]
+
+
+
+ * * * * *
+
+V.
+
+Theorie der Kurven doppelter Kruemmung.
+
+------
+
+
+
+Die Theorie der ebenen Kurven kann man in zwei verschiedenen Richtungen
+verallgemeinern. Indem man die Thatsache ins Auge fasst, dass eine solche
+Kurve durch eine Gleichung zwischen den Koordinaten eines Punktes einer
+Ebene dargestellt wird, so ergiebt sich als Analogon im Raume die Theorie
+der Oberflaechen, indem diese als durch eine Gleichung zwischen den
+Koordinaten eines Punktes im Raume darstellbar betrachtet werden, auf
+welche Betrachtung wir im Vorhergehenden eingegangen sind. Wenn man
+hingegen eine ebene Kurve als eine Reihe von einfach unendlich vielen
+Punkten ansieht, so kann man die Theorie ausdehnen, indem man die
+Beschraenkung aufhebt, dass diese in einer Ebene gelegen seien: dann
+entsteht die Theorie der unebenen Kurven.
+
+Das Studium der Infinitesimaleigenschaften derselben kann man leicht genug
+mit Hilfe von Methoden machen, die nicht sehr verschieden sind von
+denjenigen, die fuer die {72} ebenen Kurven angewandt werden. Deshalb wurde
+dasselbe, wie ich schon sagte, vor mehr als einem Jahrhundert von Clairaut
+unternommen und wurde hernach von Lancret (1774-1807),[449] Monge,[450]
+Tinseau,[451] de Saint-Venant (1797-1886),[452] von Frenet,[453] Alfred
+Serret[454] und Paul Serret, von Liouville (1809-1882),[455] Bertrand,[456]
+von Puiseux (1820-1883),[457] von Lie[458] und vielen anderen
+fortgesetzt.[459]
+
+Aber abgesehen von dieser Betrachtungsrichtung bietet das Studium der
+uebrigen allgemeinen Eigenschaften der unebenen Kurven sehr grosse
+Schwierigkeiten. Man vermutete eine Zeit lang, dass jede Kurve im Raume als
+der vollstaendige Schnitt zweier Oberflaechen angesehen werden und daher
+durch ein System von zwei Gleichungen zwischen den Koordinaten eines
+Punktes im Raume dargestellt werden koennte;[460] aber bald erkannte man
+die Existenz von Kurven, die nicht der vollstaendige Schnitt von
+Oberflaechen sind, und die Notwendigkeit, dieselben nicht vermittelst
+zweier, {73} sondern dreier Gleichungen darzustellen, die ebenso vielen
+durch dieselbe hindurchgehenden Oberflaechen entsprechen. Man setzte
+voraus, dass die Kenntnis der Ordnung zur Einteilung der unebenen Kurven
+hinreichen wuerde, aber sobald man an die vierte Ordnung gekommen war,
+erkannte man, dass dieselbe nicht genuege.[461] Man haette nun glauben
+sollen, dass die Ordnung und die Zahl der scheinbaren Doppelpunkte fuer den
+besagten Zweck hinreichen wuerden, aber als man an die neunte Ordnung
+herantrat, sah man, dass man sich geirrt habe.[462] Auch eine dritte Zahl,
+die niedrigste Ordnung der Kegel, die durch die von einem Punkte
+herkommenden Sehnen (Doppelsekanten) der Kurve gehen, konnte nur bei den
+Kurven von niederer, als der fuenfzehnten Ordnung dazu verhelfen. So kam
+man denn zu dem Schlusse, dass es unmoeglich sei, eine gegebene Kurve
+vermittelst einer bestimmten Menge von vornherein angebbarer Zahlen zu
+charakterisieren.
+
+Ich habe diese Thatsachen anfuehren wollen, um zu zeigen, dass die
+allgemeine Theorie der unebenen Kurven keine Aehnlichkeit mit irgend einem
+anderen Teile der Geometrie zeigt und, indem ich auf die erschreckliche
+Dunkelheit, die sie darbietet, hinwies, dem Leser das Mittel geben wollen,
+den Grund zu finden, warum die Kenntnisse, die wir ueber diese Gebilde
+haben, so wenig zahlreich und erst neueren Ursprunges sind.
+
+Die ersten allgemeinen Resultate ueber die Kurven doppelter Kruemmung
+verdanken wir Cayley, welcher ihnen zwei wichtige Abhandlungen gewidmet
+hat. In einer derselben stellte er die Formeln (analog denen von Pluecker)
+auf, welche die Zahl der Singularitaeten einer Raumkurve {74} untereinander
+verbinden.[463] In der anderen fuehrte er fuer das Studium der Raumkurven
+von der Ordnung n diejenigen bemerkenswerten Flaechen ein, welche er
+"Monoide" nannte.[464]
+
+Nach diesen Arbeiten muessen wir, um einen wirklich bemerkenswerten
+Fortschritt in der Theorie, welche uns beschaeftigt, zu finden, uns zu
+Halphen und Noether wenden, deren Abhandlungen[465], im Jahre 1882 von der
+Akademie zu Berlin mit dem Preise gekroent, die Grundlage fuer eine
+allgemeine Theorie der Raumkurven sind; denn sie behandeln die Probleme:
+"alle voneinander verschiedenen Kurven von gegebener Ordnung zu bestimmen",
+"anzugeben, welche Kurven es auf einer gegebenen Oberflaeche giebt" und
+noch viele andere von nicht geringer Bedeutung. Diese beiden Arbeiten
+verschlingen sich so enge und durchdringen sich so innig, dass es sehr
+schwer wird, zu entscheiden, welcher Anteil jedem der beiden Autoren in den
+vielen gemeinsamen {75} Resultaten zufaellt, die sie enthalten. Wenn
+einerseits Noether die Theoreme, welche Ende des Jahres 1870 von Halphen in
+den _Comptes rendus_ und an anderen Stellen[466] ausgesprochen sind,
+ausbeuten konnte, so konnte dieser sich der Saetze bedienen, welche in der
+sehr bedeutenden Abhandlung von Brill und Noether, _Ueber die algebraischen
+Funktionen und ihre Anwendung in der Geometrie_[467] enthalten sind, und in
+derjenigen, in welcher Noether streng den Fundamentalsatz der Theorie der
+algebraischen Funktionen dargethan hatte, welcher in der Auseinandersetzung
+von Halphen unumgaenglich notwendig war.[468] Und man glaube nicht, dass
+die von den beiden Geometern bei ihrem Thema eingeschlagenen Wege im
+wesentlichen verschieden gewesen seien, vielmehr benutzten sie beide (wie
+Cayley geraten hatte) Monoide, und wenn der eine vorzugsweise Formeln und
+Saetze aus der Theorie der Abelschen Integrale gebraucht, so wendet der
+andere solche Lehrsaetze ueber die algebraischen Funktionen an, welche zu
+denselben Eigenschaften fuehren. Jedenfalls steht es ausser Zweifel, dass
+diese beiden hervorragenden Produktionen unseres Zeitalters bestimmt sind,
+die Grundlage fuer die zukuenftigen geometrischen Untersuchungen zu bilden,
+und wenn bis jetzt sich ihr Einfluss noch nicht so allgemein geltend
+gemacht hat, so ist dieses vorzugsweise den grossen Schwierigkeiten
+zuzuschreiben, die ihr Gegenstand noch immer darbietet, und vielleicht auch
+den Luecken, die in den Methoden vorhanden sind, die man zu Hilfe nehmen
+koennte, um jene zu ueberwinden.[469]
+
+{76}
+
+Aber vor der Begruendung der allgemeinen Theorie wurden viele einzelne
+Kurven einem genaueren Studium unterworfen; da ich aber wuensche, mehr als
+getreuer, denn als glaenzender Geschichtsschreiber angesehen zu werden, so
+muss ich hier eine Aufzaehlung der Arbeiten unternehmen, in welchen die
+hervorragenderen unter diesen Untersuchungen enthalten sind.
+
+ "_Degli altri fia laudabile il tacerci,_
+ _Che il tempo saria corto a tanto suono._"[470]
+
+Unter ihnen verdienen den ersten Platz diejenigen, welche die kubischen
+Raumkurven behandeln. Ueber diese haben Moebius[471] und Chasles[472]
+verschiedene sehr schoene Eigenschaften aufgefunden; dieselben vermehrten
+sich mit solcher Schnelligkeit, dass Staudt[473] binnen kurzem die
+vollstaendige Analogie, die zwischen ihnen und den Kegelschnitten besteht,
+feststellen konnte; diese Analogie hat sich von Tag zu Tag mehr
+vervollkommnet, dank den Studien von Seydewitz,[474] Joachimsthal[475]
+Cremona,[476] {77} Schroeter,[477] Reye,[478] Emil Weyr,[479] Sturm,[480]
+Hurwitz,[481] welche nicht allein die Aufstellung einer vollstaendigen
+synthetischen Behandlung dieser Kurven gestatten, sondern auch das Terrain
+fuer die so elegante analytische Auseinandersetzung ebneten, die mein
+innigst geliebter Lehrer E. d'Ovidio[482] und Pitarelli[483] gemacht haben.
+
+Dann will ich die Theorie der unebenen, auf einem einschaligen Hyperboloide
+gezeichneten Kurven anfuehren, fuer welche Chasles[484] das Fundament
+gelegt hat, und die von unserem Cremona[485] so sehr bereichert ist. Ferner
+will {78} ich der vielen Eigenschaften erwaehnen, welche Poncelet,[486]
+Chasles,[487] Cremona,[488] Reye,[489] Paul Serret,[490] Laguerre,[491]
+Milinowski[492] und viele andere ueber die Raumkurven vierter Ordnung
+erster Art gefunden haben, und die schoenen Anwendungen, die sie fuer die
+Theorie der zweifach periodischen Funktionen geliefert haben, --
+Harnack,[493] Lange,[494] Westphal,[495] Leaute[496] u. s. w. Auch kann ich
+die schoenen Arbeiten von Cremona,[497] von Armenante,[498] Bertini[499]
+und Em. Weyr[500] ueber die Raumkurven vierter Ordnung zweiter Art nicht
+stillschweigend uebergehen, ferner nicht die von Klein und Lie ueber die
+durch unendlich viele lineare Transformationen in sich selbst
+transformierten {79} Kurven,[501] noch auch die von Fiedler[502]
+angestellte Bestimmung der Kurven von nicht hoeherer als neunter Ordnung,
+die zu ihren eigenen Tangenten-Developpabelen dual sind. Und wie koennte
+ich es unterlassen, einen Blick auf die grosse Zahl von Kurven zu werfen,
+welche Cremona und Sturm[503] studiert haben, indem sie sich mit der
+Geometrie auf einer Oberflaeche dritter Ordnung beschaeftigten, dann auf
+die wichtigen Probleme, die von Clebsch und seinen Schuelern ueber die
+rationalen,[504] elliptischen und hyperelliptischen[505] Kurven geloest
+sind, und die eleganten Eigenschaften, welche Bertini[506] an den
+rationalen Kurven fuenfter Ordnung auffand, sowie W. Stahl[507] bei
+denjenigen, deren Punkte auf einer Oberflaeche zweiten Grades liegen,
+waehrend die Oskulationsebenen eine solche zweiter Klasse beruehren?
+
+Indem der unerfahrene Leser so bedeutende und so verschiedene
+Untersuchungen aufzaehlen hoert, wird er sich von einem gewissen Kleinmute
+bedraengt fuehlen und sich fragen, wie es in kurzer Zeit moeglich sei,
+dieselben, wenn auch nicht alle, so doch groesstenteils sich anzueignen?
+Man beruhige sich. Die Uebersicht ist fuer den Studierenden viel weniger
+schwierig, als es nach meiner Besprechung scheinen koennte. Die von den
+Geometern der ersten Haelfte unseres Jahrhunderts aufgestellten Prinzipien
+sind so fruchtbar, dass, wenn jemand sich dieselben gruendlich zu eigen
+gemacht hat, er nicht allein selbst viele weitere Untersuchungen ableiten,
+sondern auch noch darnach streben kann, die Wissenschaft selbst weiter zu
+foerdern. Und dieses -- was sicherlich ein {80} nicht zu unterschaetzender
+Vorzug der heutigen Wissenschaft vor der unserer Vaeter ist -- wurde in
+Kuerze von einem ihrer Gruender mit den fortan klassischen Worten
+ausgesprochen: _"Peut donc qui voudra dans l'etat actuel de la science
+generaliser et creer en geometrie; le genie n'est plus indispensable pour
+ajouter une pierre a l'edifice"_,[508] goldene Worte, welche jeder, der
+Mathematik betreiben will, sich einpraegen muss; indem sie ihn auf einen
+wahrscheinlichen Sieg hoffen lassen, werden sie ihn anspornen, sich mutig
+den geistigen Kaempfen entgegenzustellen, die ihn erwarten.
+
+
+
+ * * * * *
+
+VI.
+
+Abbildungen, Korrespondenzen, Transformationen.
+
+------
+
+
+
+Bei dieser fluechtigen Musterung der neuesten geometrischen Entdeckungen
+gelangen wir nun zur Lehre von den Abbildungen, Korrespondenzen und
+Transformationen. -- Es ist bekannt, dass zwischen zwei ebenen Punktfeldern
+eine Korrespondenz (Verwandtschaft) besteht, wenn jedem Punkte des einen
+eine Gruppe von Punkten des anderen zugeordnet ist; diese heissen dann die
+"entsprechenden" zu jenem. Wenn im speziellen Falle jeder Punkt des einen
+Feldes einen einzigen entsprechenden in dem anderen hat, so heisst die
+Korrespondenz "eindeutig".
+
+Die einfacheren Faelle der eindeutigen Korrespondenz sind die Homologie --
+von Poncelet studiert (1822) -- und die Kollineation (Homographie), von
+Moebius (1827), Magnus (1833) und Chasles (1837) studiert. In diesen
+Faellen entspricht nicht nur jedem Punkte ein Punkt, sondern {81} auch
+jeder Geraden eine Gerade. -- Ein Beispiel einer komplizierteren
+Korrespondenz wurde von Steiner (1832) durch folgende Konstruktion
+erhalten:[509] Gegeben sind zwei getrennte Ebenen und zwei windschiefe
+Geraden; durch jeden Punkt der einen von jenen ziehe man die Gerade, welche
+die beiden gegebenen Geraden schneidet, und bestimme den Schnittpunkt mit
+der anderen Ebene. Indem man diesen Schnittpunkt dem in der ersten Ebene
+gewaehlten Punkte zuordnet, erhaelt man eine eindeutige Beziehung von der
+Art, dass jeder Geraden in der einen Ebene ein Kegelschnitt in der anderen
+entspricht. Laesst man nun die beiden Ebenen zusammenfallen, so erhaelt man
+eine Korrespondenz, welche im wesentlichen nicht von der durch
+Poncelet[510] zwischen in bezug auf ein Kegelschnittbueschel konjugierten
+Punkten gefundenen verschieden ist, und welche auf analytischem Wege von
+Pluecker[511] untersucht wurde, sodann von Magnus (1790-1861)[512] und von
+unserem Schiaparelli,[513] synthetisch aber von Seydewitz[514] und spaeter
+von Reye.[515] -- Auf ein drittes Beispiel fuehrte die Loesung einiger
+Probleme aus der mathematischen Physik; man gelangt dazu auf folgende
+Weise: Gegeben sei in einer Ebene ein fester Punkt, man associiert zwei mit
+ihm in gerader Linie gelegene Punkte, deren Abstaende von ihm umgekehrt
+proportional sind. Man erhaelt dann eine eindeutige Korrespondenz, welche
+jede Gerade in einen Kreis, und jeden Kreis wieder in einen Kreis
+verwandelt. Diese wurde von Sir William Thomson[516] {82} als "Prinzip der
+elektrischen Bilder" studiert und ist unter dem Namen "Transformation durch
+reciproke Radien" oder "Inversion" allgemein bekannt.[517]
+
+Alle diese Transformationen sind linear oder quadratisch, da sie eine
+Gerade in eine Kurve erster oder zweiter Ordnung verwandeln. Jedoch machte
+Magnus schon die Bemerkung, dass, wenn man eine quadratische Transformation
+wiederholt, man im allgemeinen eine solche hoeherer Ordnung erhaelt.[518]
+Diese wichtige Bemerkung blieb aber bis zu dem Zeitpunkte unfruchtbar
+(1863), in welchem Cremona von den wenigen bisher eroerterten Faellen zur
+allgemeinen Theorie der geometrischen Transformationen der ebenen Figuren
+ueberging.[519]
+
+{83}
+
+Um dem Leser die Bedeutung der Schriften, welche Cremona dieser
+Theorie[520] gewidmet hat, zu zeigen, wuerde ich auseinanderzusetzen haben,
+auf welche Weise dieser grosse Geometer das Studium der eindeutigen
+Transformationen auf das eines homaloidischen Netzes von Kurven
+zurueckgefuehrt hat, und die Bestimmung eines solchen Netzes auf die
+Loesung eines unbestimmten Systemes von linearen Gleichungen; aber da die
+Anlage meiner Abhandlung mir das nicht gestattet, so muss ich mich darauf
+beschraenken, ihn davon durch den alten Beweis des "_consensus omnium_" zu
+ueberzeugen. Dann fuehre ich noch die Namen von Geometern an wie
+Cayley,[521] Clebsch,[522] Noether,[523] Rosanes,[524] S. Roberts,[525] die
+sich bemueht haben, die (bei der ersten Behandlung des Stoffes
+unvermeidlichen) Luecken, die sich in den Cremonaschen Abhandlungen[526]
+fanden, auszufuellen; ferner die Arbeiten von Ruffini,[527]
+Jonquieres,[528] Kantor,[529] Guccia,[530] Autonne,[531] welche mit dieser
+Lehre {84} eng zusammenhaengende Fragen behandeln, endlich die von
+Hirst,[532] T. Cotterill[533] (1808-1881), von Sturm,[534] Schoute[535] und
+sehr vielen anderen, welche sich das bescheidenere Ziel gesetzt haben, die
+Verbreitung derselben durch geeignete Beispiele und elegante Formeln zu
+erleichtern.[536]
+
+Unter den Arbeiten, welche sich an die von Cremona anschliessen, verdienen
+eine hervorragende Stelle diejenigen von Bertini,[537] welche er den ebenen
+involutorischen Transformationen gewidmet hat, welche Arbeiten noch
+groessere Einfachheit und Eleganz erhielten durch den Begriff der Klasse
+und andere Begriffe, die von Caporali[538] (1855-1886) eingefuehrt wurden,
+jenem ausgezeichneten Geometer, dessen fruehen Verlust ganz Italien
+betrauert.[539]
+
+{85}
+
+Von ganz verschiedenem Charakter sind hingegen die eleganten Untersuchungen
+von Laguerre ueber solche Transformationen, welche er "Transformationen
+durch reciproke Richtungen" nannte; da es nicht moeglich ist, den
+Grundgedanken in wenigen Worten zusammenzufassen und die vielfachen
+Anwendungen, welche der Erfinder davon gemacht hat, anzudeuten, verweisen
+wir den Leser auf die Originalarbeiten des hervorragenden franzoesischen
+Geometers.[540]
+
+Von der Theorie, die wir jetzt besprechen, bildet auch die Lehre von den
+"isogonalen Transformationen" einen Teil, welcher sich auf die geometrische
+Darstellung der komplexen Zahlen stuetzt und deren Nuetzlichkeit (welche
+vielleicht groesser {86} ist fuer die mathematische Physik als fuer die
+reine Geometrie) Moebius,[541] Siebeck,[542] Durege,[543] Beltrami,[544]
+Vonder-Muehll,[545] F. Lucas,[546] Wedekind[547] und neuerdings
+Holzmueller[548] dargethan haben.[549]
+
+{87}
+
+Den Begriff der eindeutigen Korrespondenz zwischen zwei Ebenen kann man auf
+verschiedene Weise verallgemeinern; die Weisen, die sich so ziemlich von
+selbst darbieten, sind folgende:
+
+Vor allem, ohne die Ebene zu verlassen, kann man eine Korrespondenz
+aufstellen zwischen jedem Punkte derselben und einer Kurve eines doppelt
+unendlichen Systemes in derselben oder auch einer anderen Ebene;[550] diese
+Art der Korrespondenz ist eine Erweiterung der Korrelation (Reciprocitaet)
+zwischen zwei Feldern; angegeben von Pluecker, wurde dieselbe von
+Clebsch[551] entwickelt und veranlasste die Theorie der Konnexe.[552]
+
+{88}
+
+Wenn man dann zum Raume uebergeht, kann man eine Korrespondenz zwischen den
+Punkten zweier Oberflaechen aufstellen (insbesondere zwischen den Punkten
+einer krummen Oberflaeche und denen einer Ebene) oder zwischen den Punkten
+zweier Raeume.
+
+Die Darstellung einer Oberflaeche auf einer Ebene kann man bis ins Altertum
+zurueckverfolgen, da schon Hipparch und Ptolomaeus (und wahrscheinlich
+andere vor ihnen) sich die Aufgabe der Herstellung geographischer Karten
+gestellt und Loesungen derselben mitgeteilt haben, die auf derjenigen
+Projektion beruhen, welche man heute die stereographische nennt. -- Die
+Projektion von Mercator (1512-1594), die Untersuchungen von Lambert
+(1728-1777) und Lagrange, die beruehmte Antwort von Gauss auf eine von der
+daenischen Akademie gestellte Frage[553] zeigen, wie die taeglichen
+Beduerfnisse der Geographie und Navigationskunde unaufhoerlich die
+Gelehrten angetrieben haben, sich mit dem Probleme der eindeutigen
+Darstellung der Oberflaeche unseres Planeten auf einer Ebene zu
+beschaeftigen.[554] -- Die erste Abbildung einer Oberflaeche auf einer
+anderen jedoch, die nur in der Absicht gemacht wurde, um eine derselben
+leichter studieren zu koennen, verdanken wir Gauss, der 1827 in seinen
+beruehmten _Disquisitions generales circa superficies curvas_ es als sehr
+vorteilhaft erkannte, die Punkte {89} einer beliebigen Oberflaeche den
+Punkten einer Kugelflaeche entsprechen zu lassen, indem man zwei solche
+Punkte zuordnet, deren Normalen einander parallel sind.[555] Eine besondere
+Eigentuemlichkeit dieser Korrespondenz ist die, dass, um Eindeutigkeit zu
+erhalten, es fast immer noetig ist, nur den Teil der Oberflaeche
+abzubilden, den man gerade ins Auge fasst; wir wollten diese Eigenschaft
+nicht stillschweigend uebergehen, da deren Anfuehrung uns Gelegenheit
+giebt, den Unterschied hervorzuheben, der zwischen der sphaerischen
+Abbildung und den Abbildungen besteht, welche von Pluecker,[556]
+Chasles[557] und Cayley[558] fuer das Studium der Geometrie auf einer
+Flaeche zweiten Grades, denen, die von Clebsch[559] und Cremona[560] fuer
+das Studium der Geometrie auf einer kubischen Flaeche, und von denen
+endlich, die von spaeteren Geometern fuer die Untersuchung anderer Flaechen
+vorgeschlagen sind.
+
+Die erste Arbeit, welche _ex professo_ die Theorie der Abbildungen dieser
+Art behandelt, verdankt man Clebsch.[561] Die zahlreichen Beispiele, durch
+welche der Verfasser in dieser Arbeit, sowie in einigen aelteren und
+spaeteren[562] die allgemeine Theorie illustrierte, haben zur Aufstellung
+der Geometrie auf einer grossen Zahl von Flaechen mit vielen Einzelheiten
+gefuehrt. Ferner haben die fast gleichzeitigen Abhandlungen {90} von
+Cremona[563] und Noether,[564] sowie die ihnen folgenden von
+Armenante,[565] Klein,[566] Korndoerfer,[567] Caporali[568] und von noch
+anderen[569] im Verlaufe weniger Jahre diese Zahl ausserordentlich
+vermehrt.[570] Man kann sich eine ziemlich genaue Vorstellung von dem
+Reichtum dieses Zweiges der Geometrie machen, wenn man die schoene
+Abhandlung von Caporali ueber die dreifach unendlichen linearen Systeme
+ebener Kurven liest,[571] in welcher er einerseits die Theorie der
+Abbildung einer Oberflaeche auf eine Ebene auf das Studium solcher Systeme
+anwandte, andererseits in derselben wertvolle Hilfsmittel der Untersuchung
+fand.
+
+Bei dem Studium der Abbildung einer Oberflaeche bietet sich von selbst eine
+wichtige Frage dar, naemlich die, ob sie alle eindeutig auf eine Ebene
+abbildbar sind, oder allgemeiner: ob zwei Oberflaechen sich als Punkt fuer
+Punkt {91} einander entsprechend darstellen lassen. Und da man leicht
+erkannte, dass die Antwort auf diese Frage eine negative sei, so wurde man
+natuerlich auf die andere Frage gefuehrt: Welche Oberflaechen lassen sich
+eindeutig auf einer Ebene abbilden? Oder allgemeiner: Welche Oberflaechen
+kann man eindeutig auf einer gegebenen abbilden? -- Die analoge Frage fuer
+zwei (ebene oder unebene) Kurven wurde von Clebsch vermittelst der
+Betrachtung des Geschlechtes und der Moduln geloest. Diese Analogie
+veranlasste nun Clebsch, die Loesung des vorhin angegebenen Problems in
+einer Ausdehnung des Begriffes des Geschlechtes auf die Oberflaechen[572]
+zu suchen. Dieser Versuch wurde jedoch nach meinem Dafuerhalten nicht von
+gutem Erfolge gekroent, und auch heute muss man trotz der nach Clebsch
+angestellten Versuche ausgezeichneter Mathematiker wie Cayley,[573]
+Noether,[574] Zeuthen[575] die Frage als noch ungeloest betrachten; um das
+zu beweisen, genuegt es zu sagen, dass, wenn es auch bekannt ist, dass alle
+Oberflaechen zweiter und dritter Ordnung (die nicht Kegelflaechen sind)
+eindeutig auf einer Ebene abbildbar sind, doch noch nicht alle Oberflaechen
+vierter Ordnung bestimmt sind, welche dieselbe Eigenschaft haben.[576] {92}
+Die allgemeineren Resultate, die man auf diesem Gebiete kennt, waren, wenn
+ich nicht irre, von Noether[577] erhalten; dieser gelangte durch eine
+ueberaus elegante analytische Betrachtung bei jeder Oberflaeche, welche
+eine einfach unendliche Schar rationaler Kurven enthaelt, zu einer
+Abbildung derselben auf einem Kegel.
+
+Die Schwierigkeit aber, auf welche man bei der eindeutigen Abbildung
+gewisser Oberflaechen auf eine Ebene stiess, liessen bei Clebsch den
+Gedanken entstehen, zwischen einer Oberflaeche und einer Ebene eine
+vielfache Korrespondenz aufzustellen, oder auch (wie er an die Riemannschen
+Flaechen denkend sagte) eine Flaeche auf eine vielfache Ebene abzubilden
+und dann diese auf eine einfache Ebene zu beziehen.[578] Diese Idee, deren
+Keime sich vielleicht bis zu der von Chasles[579] vorgeschlagenen
+Verallgemeinerung der stereographischen Projektion zurueckverfolgen lassen,
+konnte nicht mehr vollstaendig von ihrem Urheber entwickelt werden; jedoch
+blieben die von ihm gegebenen Andeutungen nicht unfruchtbar, vielmehr
+entstand aus ihnen die Theorie der doppelten ebenen Transformationen,
+welche de Paolis aufgestellt und durch vielfache Anwendungen erlaeutert
+hat.[580]
+
+Die zweite Verallgemeinerung der Cremonaschen Transformationen veranlasste
+die Theorie der rationalen Transformationen im Raeume. Zwei Beispiele einer
+solchen Korrespondenz boten sich in der Homographie zweier Raeume (und
+deren Spezialfaellen) dar und -- wie Magnus,[581] Hesse[582] und
+Cremona[583] bemerkt haben -- in der Transformation, die man erhaelt durch
+drei zu demselben Raeume korrelative (reciproke) Raeume, indem man jedem
+Punkte jenes Raumes {93} den Schnitt der Ebenen zuordnet, die ihm in diesen
+entsprechen. Die allgemeine Theorie entstand jedoch erst um das Jahr 1870
+durch die Bemuehungen Cayleys,[584] Noethers[585] und Cremonas,[586] obwohl
+schon Magnus[587] Ende 1837 dieselbe angestrebt und ihre Wichtigkeit
+eingesehen hatte.
+
+Von den bemerkenswerten Arbeiten, in welchen diese Gelehrten unsere Theorie
+im allgemeinen begruendeten, ist ohne Zweifel die wichtigste jene, die wir
+der Feder unseres beruehmten Landsmannes verdanken. Geleitet durch die
+Analogie, welche diese Disziplin mit der der eindeutigen Korrespondenz
+zwischen zwei Ebenen darbietet, zeigte er, wie jene sich auf das Studium
+der dreifach unendlichen homaloidischen Systeme von Oberflaechen
+zurueckfuehren laesst. Darauf setzte er auf eine sehr schoene Weise
+auseinander, wie man unendlich viele solcher Systeme erhalten koenne, wenn
+man die ebene Abbildung einer Oberflaeche kennt, und zeigte zuletzt durch
+treffende Beispiele, wie man die Theorie der rationalen Transformationen
+auf die Abbildung vieler Flaechen auf andere zurueckfuehrt, insbesondere
+auf die ebene Abbildung einiger von ihnen. Diese Anwendung, vereint mit der
+obenerwaehnten Methode, zeigt klar, wie man aus der ebenen Abbildung einer
+Oberflaeche nicht nur die Abbildungen von unendlich vielen anderen erhalten
+kann, sondern auch unzaehlig viele rationale Transformationen des Raumes.
+
+Ungeachtet der Schriften, durch welche England, Deutschland und Italien so
+maechtig zur Gruendung und Erweiterung dieser Theorie beigetragen haben,
+kann man doch nicht sagen, dass dieselbe den Grad der Vollendung erreicht
+habe, {94} den andere erlangt haben. Das kommt vielleicht daher, dass die
+schwierigsten Fragen, welche sich in derselben darbieten, innig mit der
+Bestimmung der Singularitaeten der Oberflaechen zusammenhaengen, und ueber
+diese -- wir muessen es leider gestehen -- sind unsere Kenntnisse noch sehr
+beschraenkt. Darin hat man vielleicht die Erklaerung der Thatsache zu
+suchen, dass die Geometer, die auf jene oben erwaehnten folgten, sich mehr
+mit der Erlaeuterung der Methoden ihrer Meister, als mit der
+Vervollkommnung derselben und der Ausfuellung ihrer Luecken beschaeftigt
+haben.[588] Und dennoch -- wenn auch das Studium der Figur selbst ohne
+Zweifel dem der transformierten vorzuziehen ist -- giebt es bei dem
+heutigen Standpunkte der Wissenschaft sehr wenige Theorien, die so sehr es
+verdienen, dass man sie in allen ihren Einzelheiten vervollkommne, als
+gerade diese. In der That, um die Worte eines grossen Mannes zu gebrauchen,
+"wenn man ueber das Verfahren der Algebra nachdenkt und den Grund {95} der
+gewaltigen Vorteile aufsucht, die sie der Geometrie bietet, sieht man da
+nicht, dass sie dieselben der Leichtigkeit verdankt, mit welcher man
+anfaenglich eingefuehrte Ausdruecke Transformationen unterziehen kann,
+Transformationen, deren Geheimnis und deren Mechanismus die wahre
+Wissenschaft bilden und die das staendige Ziel der Analysten sind? Ist es
+darum nicht natuerlich, zu versuchen, in die reine Geometrie analoge
+Transformationen einzufuehren, welche direkt auf die vorgelegten Figuren
+und ihre Eigenschaften hinsteuern?[589]
+
+Auf das allgemeine Studium der Transformationen folgt das solcher
+Transformationen, bei denen man einen gewissen Zweck im Auge hat,[590]
+z. B. die Verwandlung der Figuren in sich selbst oder ihre Zurueckfuehrung
+zur urspruenglichen Figur, wenn die Transformationen mehrmals
+hintereinander angewandt werden. Es existieren in der That auch schon
+einige gute Arbeiten, in welchen die Kollineationen und Korrelationen
+behandelt sind, welche eine Flaeche zweiter Ordnung, einen linearen
+Komplex[591] oder eine kubische Raumkurve[592] in sich selbst
+transformieren, sowie ueber die cyklischen Projektivitaeten.[593]
+
+{96}
+
+Wir wollen diesen Abschnitt unserer Arbeit beschliessen, indem wir noch
+einige Worte ueber die vielfachen Transformationen zwischen zwei Gebilden
+zweiter und dritter Stufe sagen, auf welche ich nur im Voruebergehen
+hinweisen konnte, indem ich einige Abhandlungen von Paolis anfuehrte. Der
+erste, der sich mit ihnen beschaeftigte, war Chr. Wiener,[594] welcher sie
+untersuchte, indem er eine eindeutige Korrespondenz in der Ebene herstellte
+zwischen den Geraden einer Ebene und den Kurven eines linearen Systemes;
+dann ist einem Punkte, betrachtet als Schnitt zweier Geraden, die Gruppe
+der Grundpunkte des Bueschels zugeordnet, der durch die entsprechenden
+Kurven konstituiert wird. Diese Art und Weise, vielfache Transformationen
+zu erzeugen, wurde von Tognoli[595] auf den Raum ausgedehnt; derselbe liess
+jedem Punkte, betrachtet als Schnitt dreier Ebenen, die Grundpunkte
+desjenigen Netzes entsprechen, das durch die drei den drei Ebenen
+entsprechenden Oberflaechen eines dreifach unendlichen linearen Systemes
+bestimmt wird. Solche Untersuchungen haben sich bis jetzt jedoch noch nicht
+als sehr fruchtbar gezeigt. Ziemlich wichtig dagegen sind die schon
+genannten Untersuchungen von Paolis ueber die doppelten Transformationen.
+Das zeigen die Arbeiten, in denen Visalli[596] und Jung[597] die vielfachen
+Transformationen untersucht haben und welche die Fortsetzungen jener sind.
+
+Mit einigen speziellen vielfachen Transformationen des Raumes haben sich
+Reye[598] und Segre[599] beschaeftigt und von ihnen elegante Anwendungen
+gemacht. Aschieri[600] uebertrug eine spezielle ebene zweifache
+Transformation, welche Paolis bearbeitet hatte, auf den Raum und dehnte
+auch die {97} Anwendungen, die jener davon gemacht hatte, auf die
+Nicht-Euklidische Geometrie aus. Allgemeine Untersuchungen auf diesem
+Gebiete haben wir jedoch keine ausser den wenigen, die in einer kurzen
+Arbeit von Reye[601] aufgezeichnet sind, und den sehr wichtigen ueber die
+doppelten Transformationen des Raumes von Paolis.[602] Wir zweifeln nicht,
+dass diese und jene als Grundlage einer allgemeinen Theorie der zweifachen
+Transformationen, die wir noch erwarten, dienen koennen; und wir erwarten
+dieselbe mit Ungeduld, da wir sicher sind, dass dieselbe der Geometrie
+nicht geringere Dienste leisten wird, als die sehr bekannten, die ihr durch
+die birationalen Transformationen geleistet sind, und jene, die, wie Paolis
+bemerkt, die doppelten leisten koennen.
+
+Neben die vielfachen Korrespondenzen zwischen zwei Raeumen von Punkten
+(oder Ebenen) kann man die zwischen einem Punktraume und einem Ebenenraume
+stellen. Untersucht wurden dieselben fuer den Fall, dass durch jeden Punkt
+die entsprechenden Ebenen gehen und in jeder Ebene die entsprechenden
+Punkte liegen. Zusammen betrachtet bilden die zwei Raeume ein hoeheres
+Nullsystem oder Punktebenensystem. Die Theorie dieser Systeme ist in diesen
+letzten Jahren besonders durch die Arbeiten von Ameseder,[603] von
+Sturm[604] und Voss[605] hervorgetreten, waehrend Reye[606] das Verdienst
+zukommt, den Begriff des gemeinen Nullsystemes[607] zuerst, doch in einer
+anderen Weise -- die entsprechenden Elemente sind nicht Punkte und Ebenen,
+sondern Flaechen zweiter Ordnung und zweiter Klasse -- erweitert zu haben.
+
+{98}
+
+
+
+ * * * * *
+
+VII.
+
+Geometrie der Geraden.
+
+------
+
+
+
+Die griechische Geometrie betrachtet den Punkt als das erzeugende Element
+aller Figuren; die analytische Geometrie des Cartesius machte die
+Bestimmung des Punktes zur Grundlage aller ihrer Rechnungen. Das Prinzip
+der Dualitaet fuehrte nun die Gelehrten zu dem Schluesse, dass die Gerade
+in der Ebene und die Ebene im Raume mit gleichem Rechte und gleichem
+Erfolge, wie der Punkt, die Rolle spielen koenne, die bis jetzt dieser in
+der Geometrie inne gehabt, und fuehrte in der Folge dazu, die Gerade und
+die Ebene als Elemente der Ebene und des Raumes anzunehmen und ein neues
+System der (synthetischen und analytischen) Geometrie aufzustellen. Das
+Verdienst dieses bemerkenswerten Fortschrittes gebuehrt groesstenteils
+Pluecker.[608]
+
+Aber ganz auf Pluecker faellt der Ruhm, ein drittes die raeumlichen Gebilde
+erzeugendes Element -- die Gerade -- eingefuehrt und auf eine solche
+Betrachtung eine neue Geometrie des Raumes begruendet zu haben. Dieser
+beruehmte Gelehrte kehrte, nachdem er fast zwanzig Jahre hindurch die
+Geometrie verlassen hatte, um seine bedeutenden Geisteskraefte der Physik
+zu widmen, zu der Wissenschaft zurueck, die ihm urspruenglich seinen Ruhm
+gesichert hatte, um sie {99} mit einer neuen und wichtigen Disziplin zu
+beschenken, mit "der Geometrie der Geraden".
+
+Die ersten Mitteilungen ueber diesen Gegenstand, die im Jahre 1865 der
+Koeniglichen Gesellschaft zu London[609] von dem grossen deutschen Geometer
+gemacht wurden, enthalten die Saetze ueber einige allgemeine Eigenschaften
+der Komplexe, Kongruenzen und Regelflaechen und einige spezielle
+Eigenschaften der linearen Komplexe und Kongruenzen;[610] die Beweise
+derselben sind nur angedeutet und sollen, nach Angabe des Autors,
+vermittelst der Koordinaten einer Geraden im Raume gefuehrt werden, die er
+als einen eigenen Gedanken eingefuehrt hatte, die man spaeter aber als
+Spezialfall dessen erkannte, was schon Cayley[611] aufgestellt hatte, um
+vermittelst einer einzigen Gleichung eine beliebige Kurve im Raume
+darstellen zu koennen.
+
+Diese Mitteilungen veranlassten ploetzlich eine Reihe wichtiger Arbeiten,
+in denen Battaglini nicht nur, was Pluecker behauptet hatte, sondern auch
+viele Lehrsaetze bewies, die sich auf die Komplexe zweiten und hoeheren
+Grades beziehen.[612] -- Indessen hatte Pluecker schon die von ihm {100}
+skizzierten Gedanken ausgefuehrt und in dem Werke vereinigt, welches den
+Titel traegt: _Neue Geometrie des Raumes, gegruendet auf die Betrachtung
+der geraden Linie als Raumelement._[613]
+
+Von diesem Buche zu sagen, dass es in allen seinen Teilen gleich wichtig
+und interessant sei, wuerde eine der Wahrheit nicht entsprechende
+Behauptung sein. Pluecker schaetzte nicht die Eleganz der Rechnung, an die
+wir durch Lagrange, Jacobi, Hesse, Clebsch gewoehnt sind; er teilte
+sicherlich nicht mit Lame[614] die Ansicht, dass "die Bezeichnung fuer die
+Analysis das sei, was die Stellung und Wahl der Worte fuer den Stil ist";
+bei ihm brauchte die Rechnung nur der einen Bedingung zu genuegen, naemlich
+schnell zur Loesung der ins Auge gefassten Probleme zu fuehren. Dieser
+Mangel, der allen Arbeiten von Pluecker gemeinsam ist, macht sich lebhafter
+in dem letzten Werke bemerklich, welches einen Wettstreit eingehen sollte
+mit Mustern der Eleganz, wie den _Vorlesungen ueber analytische Geometrie
+des Raumes_ von Hesse und den _Vorlesungen ueber Dynamik_ von Jacobi, die
+kurz vorher (1861 und 1866) herausgekommen waren. Ausser diesem nicht
+geringen Mangel ist ein anderer noch bedeutenderer dadurch entstanden, dass
+Pluecker lange Zeit hindurch es vernachlaessigt hatte, den Fortschritten
+der Geometrie nachzugehen. Infolge dieser einseitigen Ausbildung finden wir
+in seinem Buche eine Menge von Untersuchungen, die uns nicht mehr
+interessieren, da sie unter andere allgemeinere, schon gemachte fallen,
+eine grosse Anzahl von Spezialfaellen, von deren Wichtigkeit wir uns nicht
+ueberzeugen koennen, eine Menge von komplizierten Formeln, deren Nutzen wir
+nicht einsehen. Trotz dieser Fehler -- die ich anfuehren muss, um die
+geringe Anzahl der Leser, die sie heute findet, zu begruenden -- kann man
+nicht verkennen, dass die letzte Arbeit von Pluecker reich an originellen
+Blicken ist, und es wuerde die Lektuere derselben jedem zu raten sein, der
+das Studium dieses Teiles der Geometrie unternehmen will, wenn nicht die
+Nachfolger {101} Plueckers seine Untersuchungen in besserer Form
+auseinandergesetzt und mit anderen Methoden ausgefuehrt, und jene Gedanken,
+die er nur hingeworfen hat, groesstenteils entwickelt haetten.
+
+Pluecker hatte nicht die Zeit, die Theorie der Komplexe zweiten Grades zu
+vollenden, da der Tod ihn traf, als er gerade im Begriffe stand, den
+zweiten Teil seines Buches zu veroeffentlichen; aber die Untersuchungen,
+die er unvollendet zurueckliess, wurden von seinem Schueler F. Klein[615]
+zu Ende gefuehrt. Ihm verdanken wir nicht nur den allgemeinen Begriff der
+Koordinaten einer Geraden und eine Anzahl sehr schoener Lehrsaetze ueber
+die Komplexe zweiten Grades, sondern auch verschiedene allgemeine und
+ausserordentlich fruchtbare Ideen ueber die Geometrie der Geraden. In der
+That ist es Klein, der, einen Gedanken seines Lehrers praezisierend, die
+Bemerkung machte, dass man die Geometrie der Geraden ansehen koenne als das
+Studium einer quadratischen Mannigfaltigkeit von vier Dimensionen,
+enthalten in einem linearen Raume von fuenf Dimensionen, und zeigte, dass
+jeder Komplex durch eine einzige Gleichung zwischen den Koordinaten einer
+Geraden darstellbar ist. Dass diese Bemerkung und dieser Lehrsatz von der
+groessten Bedeutung fuer den Fortschritt der Geometrie der Geraden seien,
+wurde in glaenzender Weise durch die schoenen Untersuchungen meines lieben
+Freundes Segre[616] gezeigt, die mit denen von Klein innig zusammenhaengen.
+
+Gleichzeitig mit Klein beschaeftigten sich Pasch,[617] Zeuthen,[618]
+Drach,[619] spaeter auch Paolis[620] wiederholt {102} mit der Geometrie der
+Geraden, indem sie verschiedene Fragen derselben vermittelst homogener
+Koordinaten behandelten. Clebsch[621] wandte auf diese Theorie die Methode
+der abgekuerzten Bezeichnung an; im Jahre 1873 vervollstaendigte
+Weiler[622] die Einteilung der Komplexe zweiten Grades nach den Begriffen,
+die Klein in seiner Dissertation angegeben hatte. Voss[623] studierte in
+einer Reihe sehr wichtiger Abhandlungen die Singularitaeten der Systeme von
+Geraden; Halphen bestimmte die Zahl der Geraden des Raumes, welche vorher
+aufgestellten Bedingungen genuegen;[624] Noether,[625] Klein[626] und
+Caporali[627] beschaeftigten sich mit der Abbildung der Komplexe ersten und
+zweiten Grades auf den gewoehnlichen Raum, Aschieri mit der einiger
+spezieller Komplexe;[628] Lie stellte den innigen Zusammenhang, der
+zwischen der Geometrie der Kugel und der Geometrie der Geraden besteht, ins
+Licht;[629] Reye endlich studierte die Formen der allgemeinen quadratischen
+Komplexe.[630] Nur mit Hilfe der synthetischen Geometrie wurde unsere
+Theorie von Chasles studiert[631] -- schon 1839 --, von Reye,[632] {103}
+von Silldorf,[633] Schur,[634] Bertini,[635] von d'Ovidio[636] und von W.
+Stahl;[637] Buchheim[638] bediente sich der Quaternionen, um die
+hauptsaechlichsten Eigenschaften der linearen Kongruenzen zu beweisen,
+waehrend viele Fragen aus der Infinitesimalgeometrie, die sich auf Systeme
+von Geraden beziehen, gluecklich in einigen Abhandlungen von Mannheim,[639]
+Lie,[640] Klein,[641] Picard[642] und Koenigs[643] geloest wurden.
+Schliesslich wurden einige spezielle Komplexe studiert von Aschieri,[644]
+Painvin,[645] von Reye,[646] Lie,[647] Weiler,[648] Roccella,[649] von
+Hirst,[650] Voss,[651] Genty,[652] Montesano,[653] von Segre und von
+mir.[654]
+
+Neben der reichhaltigen Schar von Schriften, die wir dem von Pluecker
+gegebenen Anstosse verdanken, muessen wir noch eine andere ebenso
+glaenzende erwaehnen, die aber {104} von ganz anderer Art ist. Sie umfasst
+die Arbeiten von Dupin,[655] Malus[656] (1775-1811) und Ch. Sturm[657]
+(1803-1855), Bertrand,[658] Transon[659] ueber die Normalen von
+Oberflaechen und ueber die mathematische Theorie des Lichtes, dann die von
+Hamilton (1805-1865) ueber Systeme von Strahlen.[660] Diese Arbeiten finden
+ihre Kroenung in zwei beruehmten Abhandlungen, die von Kummer in den Jahren
+1857 und 1866 veroeffentlicht sind.
+
+In der ersteren, die im _Journal fuer Mathematik_[661] abgedruckt ist, hat
+sich Kummer die Aufgabe gestellt, durch eine einheitliche und einfachere
+Methode die Resultate von Hamilton darzulegen und sie in den Punkten, wo
+sie mangelhaft erschienen, zu vervollstaendigen.[662]
+
+In der zweiten,[663] die noch wichtiger ist, stellte er sich, nach einigen
+schoenen allgemeinen Untersuchungen ueber die Zahl der Singularitaeten
+eines Systemes von Strahlen und seiner Brennflaeche, und loeste die Frage,
+alle algebraischen Systeme von Strahlen erster und zweiter Ordnung zu
+bestimmen, d. h. solche, bei denen durch jeden Punkt des Raumes einer oder
+zwei Strahlen des Systemes hindurchgehen.
+
+Ich moechte wuenschen, dass mir hinreichender Raum zu Gebote staende, um
+den Leser in den Stand zu setzen, die ausgezeichneten Verdienste dieser
+klassischen Arbeit hoch {105} zu schaetzen, um ihn an der tiefen
+Bewunderung teilnehmen zu lassen, die ich fuer sie empfinde; ich moechte
+ihn sehen lassen, mit welch ausserordentlicher Gewandtheit der Verfasser
+zur Bestimmung aller Strahlensysteme erster und zweiter Ordnung zu gelangen
+weiss, zu den Gleichungen, die sie und ihre Brennflaechen darstellen
+(welches jene Oberflaechen vierter Ordnung mit Doppelpunkten sind, die ich
+Gelegenheit hatte, im Abschnitt III zu erwaehnen), zu den Singularitaeten
+der Systeme, den Konfigurationen, die sie bilden, zum Zusammenhange
+zwischen ihnen und den Singularitaeten der Brennflaeche u. s. w. Aber da
+die Bemessenheit des Raumes es mir verbietet, so muss ich mich darauf
+beschraenken, den Wunsch auszusprechen, dass dieser mein kurzer Ueberblick
+es bewirken koenne, dass bei jedwedem das Verlangen entsteht, die
+Untersuchungen Kummers selbst kennen zu lernen und den Weg zu verfolgen,
+den er mit solchem Gluecke eingeschlagen hat; ich spreche diesen Wunsch
+aus, da mich die Beobachtung schmerzlich bewegt, dass in den zwanzig
+Jahren, die schon seit dem Erscheinen der Kummerschen Arbeit verflossen
+sind, es noch nicht gelungen ist, eine solche Theorie, die sich so
+fruchtbar an schoenen Resultaten gezeigt hat, in einer bemerkenswerten
+Weise zu foerdern.[664]
+
+{106}
+
+
+
+ * * * * *
+
+VIII.
+
+Nicht-Euklidische Geometrie.
+
+------
+
+
+
+Die letzte Kategorie von Arbeiten, mit denen ich mich zu beschaeftigen
+habe, umfasst eine Reihe von Untersuchungen, die zu lebhaften Diskussionen
+Veranlassung gegeben haben und -- wunderbar zu sagen -- eine Zeit lang die
+Mathematiker in zwei Feldlager geteilt haben, "das eine gewappnet gegen das
+andere";[665] heutzutage bilden sie denjenigen Teil der Wissenschaft des
+Raumes, den man "Nicht-Euklidische Geometrie" und "Theorie der beliebig
+{107} ausgedehnten Mannigfaltigkeiten" oder "Geometrie von n
+Dimensionen"[666] nennt.
+
+Jeder weiss, dass unter allen Saetzen, die in den _Elementen_ des Euklid
+enthalten sind, es einen giebt,[667] der nur schlecht dazu passt, wie es
+der griechische Geometer gethan hat, unter die Axiome oder die Postulate
+gestellt zu werden.[668] Derselbe ist von grosser Wichtigkeit im
+Euklidischen System, da auf ihn, wie man sagen kann, die ganze Theorie der
+Parallelen gegruendet ist. Weil es nun nicht auf Grund unmittelbarer
+Anschauung gerechtfertigt ist, ihn unter diejenigen Saetze zu zaehlen, fuer
+welche es vergeblich ist, einen Beweis zu fordern, so kam man auf die
+Frage, ob er in der That unbeweisbar sei, und ob man nicht, wenn das der
+Fall sein sollte, ihn unterdruecken und durch einen anderen ersetzen
+koenne, dessen Wahrheit offenbarer sei?
+
+Diese Fragen sind ein natuerlicher Ausfluss unseres Zeitalters, von welchem
+eine der hervorragendsten Eigentuemlichkeiten (wie Humboldt bemerkt) die
+unparteiliche Kritik alles dessen ist, was uns die Vergangenheit
+hinterlassen hat; sie muessen als der erste Ursprung der Nicht-Euklidischen
+Geometrie angesehen werden.
+
+Die ersten wichtigen Studien auf diesem Gebiete wurden gegen Ende des
+vergangenen Jahrhunderts von Legendre[669] {108} gemacht. Dieselben
+stellten den Zusammenhang klar, der zwischen dem Postulate des Euklid und
+dem Satze besteht, der sich auf die Winkelsumme eines Dreiecks bezieht, und
+fuehrten Legendre dazu, nicht nur jenes Postulat durch ein anderes viel
+wichtigeres zu ersetzen, sondern auch eine Geometrie zu entwerfen, die von
+eben demselben Postulate unabhaengig ist.[670]
+
+Nahe zur selben Zeit wie Legendre, befasste sich Gauss mit dieser Frage.
+Gleichwohl hat er niemals irgend eine Arbeit auf diesem Gebiete
+veroeffentlicht; seine Korrespondenz mit Schumacher[671] und mit Wolfgang
+Bolyai (1775-1856)[672] und einige bibliographische Artikel von ihm[673]
+{109} bezeugen nicht nur das Interesse, das er dafuer besass, sondern
+bekunden auch die reiche Ernte von Wahrheiten, die er auf diesem, wie auf
+den anderen von ihm bebauten Feldern eingebracht hat. Und als die Schriften
+von Lobatschewsky (1793-1856)[674] und Johann Bolyai (1802-1860)[675] ueber
+diesen Gegenstand erschienen, da sanktionierte der Fuerst der deutschen
+Mathematiker mit seiner Autoritaet die Ergebnisse, welche dieselben
+erhalten hatten. Man kann diese Ergebnisse zusammenfassen, indem man sagt,
+dass dieselben die Grundlage einer neuen Geometrie sind, die vollstaendig
+unabhaengig ist von dem Postulate des Euklid (die Nicht-Euklidische
+Geometrie, oder imaginaere oder auch Pangeometrie), die in gewissen Punkten
+mit der gewoehnlichen Geometrie uebereinstimmt, jedoch in vielen anderen
+sich von ihr unterscheidet, -- eine Geometrie, die eine Zeit lang einige
+als absurd verbannt haben wollten, da sie den von einer nur
+oberflaechlichen Sinneswahrnehmung bezeugten Erscheinungen widerspricht,
+die aber heute allgemein angenommen ist, da ihr logischer Wert ausser
+Zweifel gestellt ist.[676]
+
+{110}
+
+Zu diesem Siege der Logik ueber den uebertriebenen Empirismus haben in sehr
+wirkungsvoller Weise einige Schriften von grosser Bedeutung beigetragen,
+die Riemann (1827-1866), von Helmholtz und Beltrami in den Jahren 1867 und
+1868 veroeffentlichten.
+
+Die Riemannsche Schrift: _Ueber die Hypothesen, welche der Geometrie zu
+Grunde liegen_[677] -- zwoelf Jahre vor ihrer Veroeffentlichung geschrieben
+-- war und ist noch durch die Allgemeinheit der Begriffe und die Knappheit
+der Form selbst fuer diejenigen, welche in der Mathematik schon
+vorgeschritten sind, von schwierigem Verstaendnisse. Jedoch ein grosser
+Teil der Ideen, welche dieselbe enthaelt, verbreiteten sich sehr bald, da
+sie, durch ein glueckliches Zusammentreffen, auch von Helmholtz
+ausgesprochen wurden, und dieser sie nicht nur den Mathematikern in rein
+wissenschaftlicher Form darlegte,[678] sondern auch in populaeren
+Vortraegen und Artikeln in verschiedenen Zeitschriften auch ausserhalb des
+engeren Kreises der Geometer behandelte.[679] Keinen geringeren Einfluss
+aber als die Schriften des beruehmten Verfassers der _Physiologischen
+Optik_ uebte der klassische _Saggio di interpretazione della Geometria
+non-euclidea_[680] von Beltrami aus. Gerade die Schaerfe und analytische
+Eleganz, welche diese Schrift auszeichnen, lenkte die Aufmerksamkeit der
+Geometer auf dieselbe; das glaenzende und ueberraschende Resultat, dass die
+Saetze der Nicht-Euklidischen Geometrie ihre Verwirklichung auf den
+Oberflaechen mit konstanter negativer Kruemmung fanden, machte einen tiefen
+Eindruck auch auf diejenigen, welche jeder nicht durch das {111} Experiment
+bewiesenen Behauptung allen Wert absprachen, und sicherte den Triumph der
+neuen Anschauungen; endlich -- die dort verteidigten gesunden Prinzipien
+einer wissenschaftlichen Philosophie und die glaenzende Form, in welcher
+die Abhandlung geschrieben ist, liessen und lassen noch bei allen eine
+lebhafte Bewunderung fuer unseren beruehmten Landsmann entstehen, durch
+dessen Bemuehung wiederum einmal die Wahrheit den Sieg davontrug.
+
+Dass die Arbeiten dieser drei grossen Gelehrten einen wohlthaetigen
+Einfluss auf die ganze Geometrie ausgeuebt haben, hat sich zur Evidenz
+durch die Aenderung gezeigt, welche sich in bezug auf die Art und Weise
+vollzogen hat wie man heutzutage die ihr zu Grunde liegenden Saetze
+betrachtet.[681] Wenn frueher die Geometer den Philosophen die Sorge
+ueberliessen, zu entscheiden, ob die Wahrheiten, mit denen sie sich
+beschaeftigten, notwendige oder zufaellige seien, und dahin neigten,
+dieselben als notwendige zuzulassen, so streben sie jetzt, nachdem die
+empirische Grundlage der Geometrie erkannt ist, fortwaehrend darnach, genau
+festzusetzen, welche Thatsachen man der Sinneswahrnehmung entnehmen muss,
+um eine Wissenschaft der Ausdehnung zu gruenden.[682] Wer die schoenen
+_Vorlesungen ueber neuere {112} Geometrie_ (Leipzig, 1882) von Pasch liest,
+die neueren Lehrbuecher prueft und diese und jene mit den aelteren Buechern
+vergleicht, wird wesentliche Unterschiede finden.
+
+In den aelteren Werken giebt der Lehrer die Voraussetzungen, die er nicht
+beweist, als notwendige, ewige und unanfechtbare Wahrheiten, in den neueren
+fuehrt er sozusagen den Schueler dazu, die noetigen Erfahrungen
+auszufuehren, um die Praemissen der spaeteren Deduktionen festzustellen. In
+den aelteren Arbeiten stellt der Verfasser die Euklidische Geometrie als
+die einzig denkbare hin, in den neueren als {113} eine der unendlich
+vielen, die man aufstellen koennte. Und diese Unterschiede bezeichnen einen
+thatsaechlichen Fortschritt, da sie zeigen, dass die Gelehrten sich von
+einem alteingewurzelten und schaedlichen Vorurteile frei gemacht haben; und
+fuer den Fortschritt der Wissenschaft hat die Erkenntnis eines Irrtums eine
+nicht geringere Wichtigkeit, als die Entdeckung einer Wahrheit.
+
+Kurz nach der Veroeffentlichung der Arbeit von Beltrami erschien eine von
+F. Klein,[683] die auch von grosser Wichtigkeit ist; aber um die Stellung
+zu kennzeichnen, welche dieselbe in der Geschichte der Nicht-Euklidischen
+Geometrie einnimmt, muss ich mich einige Jahrzehnte rueckwaerts wenden.
+
+Es ist bekannt, dass infolge des _Traite des proprietes projectives des
+figures_ eine Unterscheidung aufgestellt wurde zwischen den Eigenschaften
+der Figuren, die erhalten bleiben, wenn diese projiziert werden, und
+solchen, die nicht erhalten werden; es ist ferner bekannt, dass unter den
+ersteren alle Lagen-Eigenschaften, aber nur einzelne metrische
+Eigenschaften begriffen sind. Nun stellten die Geometer sich die Frage, ob
+es nicht moeglich sei, die metrischen Eigenschaften der Figuren so
+auszusprechen, dass sie bei der Projektion saemtlich erhalten werden. Fuer
+einige Arten der Projektion haben Chasles und Poncelet die Frage geloest,
+indem sie den Begriff der unendlich fernen Kreispunkte der Ebene und des
+unendlich entfernten imaginaeren Kreises einfuehrten; fuer andere wurde die
+Loesung von Laguerre[684] gegeben, dem es gelang, den Begriff des Winkels
+projektiv zu machen; aber derjenige, welcher die Loesung in ihrer ganzen
+Allgemeinheit gab, war Cayley[685] (1859), der in dem sechsten von seinen
+beruehmten _Memoirs upon Quantics_ zeigte, dass jede metrische Eigenschaft
+einer ebenen Figur als in einer {114} projektiven Beziehung zwischen dieser
+und einem festen Kegelschnitte enthalten betrachtet werden koenne.
+
+Nun besteht der Hauptzweck der angefuehrten Abhandlung von Klein eben
+darin, die innige Beziehung zwischen den Schluessen Cayleys und denen, zu
+welchen Bolyai und Lobatschewsky gelangt waren, herzustellen; auf welche
+lichtvolle Weise dieses Ziel erreicht ist, das beweist der grosse Ruhm, zu
+dem diese Schrift alsbald gelangte.[686]
+
+An diese Schriften schliessen sich viele andere; an die von Riemann und
+Beltrami einige interessante Arbeiten von de Tilly,[687] Genocchi,[688] von
+Escherich[689] und Bianchi;[690] an die von Klein verschiedene Abhandlungen
+von Battaglini,[691] d'Ovidio,[692] de Paolis[693] und Aschieri,[694]
+Cayley,[695] Lindemann,[696] Schering,[697] von Story,[698] {115} H.
+Stahl[699] und Voss,[700] von H. Cox[701] und A. Buchheim.[702]
+
+Die mathematische Litteratur der allerneuesten Zeit jedoch ist nicht sehr
+reich an Forschungen auf diesem Gebiete;[703] es hat den Anschein, als wenn
+jenes Zeitalter, welches man das heroische nennen koennte, und durch
+welches jede Disziplin einmal hindurchgeht, schon von der
+Nicht-Euklidischen Geometrie durchlaufen sei. Sollten vielleicht die
+unermuedlichen Arbeiter der beiden Jahrzehnte 1860-1880 die Minen in jeder
+Richtung so gruendlich durchwuehlt haben, dass sie keine goldfuehrende Ader
+mehr bergen?
+
+
+
+ * * * * *
+
+IX.
+
+Geometrie von n Dimensionen.
+
+------
+
+
+
+Die Theorie der beliebig ausgedehnten Mannigfaltigkeiten oder die Geometrie
+von n Dimensionen verdankt ihren Ursprung der Unterstuetzung, welche die
+Algebra von der Geometrie erhielt, seitdem Cartesius jene auf diese
+anzuwenden gelehrt hat. In der That ist diese Unterstuetzung eine
+begrenzte, da nur die analytischen Thatsachen, welche mit der Theorie der
+Funktionen einer, zweier oder dreier Variabelen verknuepft sind (oder mit
+der Theorie der binaeren, ternaeren oder quaternaeren Formen), einer den
+Sinnen zugaenglichen {116} Darstellung faehig sind. Aber der Geist der
+Verallgemeinerung, der, wie ich schon sagte, einer der maechtigsten
+Antriebe zu den modernen geometrischen Untersuchungen war und noch
+fortwaehrend ist, bewog die Geometer, die Fesseln zu brechen, welche die
+Natur ihrem Vorstellungsvermoegen angelegt zu haben schien, und von
+beliebig ausgedehnten Raeumen zu sprechen.[704]
+
+Und sie sprachen davon, ehe sie sich noch mit der mehr philosophischen, als
+mathematischen Frage beschaeftigt hatten, ob in der That solche Raeume
+existieren; und sie thaten dies mit Recht, da sie nur so, ohne ein
+vielleicht unloesbares Problem in Angriff zu nehmen, ihr Ziel erreichen
+konnten; durch eine kuehne Einbildungskraft verschafften sie sich die
+(sinnlich wahrnehmbaren oder uebersinnlichen) Darstellungen vieler
+analytischer Resultate.[705]
+
+Um zu zeigen, dass man wirklich in der angegebenen Weise zu einer solchen
+Theorie gekommen ist, begnuege ich mich damit, die Thatsache anzufuehren,
+dass dieselbe von Analysten wie Cauchy[706] (1789-1857) und Riemann[707]
+aufgestellt wurde; dass sie sich noch bei vielen anderen minder bedeutenden
+mehr oder weniger versteckt findet in der Absicht, fuer die Theoreme der
+Analysis ausdrucksvollere Fassungen zu erhalten; ferner dass Lagrange schon
+Ende des vergangenen Jahrhunderts die Bemerkung machte, "dass man die
+Mechanik als eine Geometrie von vier Dimensionen {117} ansehen koenne", in
+welcher die Zeit als vierte Koordinate fungiert.[708]
+
+Dieser Begriff des beliebig ausgedehnten Raumes ist jedoch seinem Ursprunge
+und seiner Bestimmung nach wesentlich analytisch. Pluecker, dem das
+Schicksal einen so wichtigen Anteil an der Foerderung der modernen
+Geometrie zugeteilt hat, war es vorbehalten, diesem Begriffe ein
+geometrisches Gewand zu geben, indem er beobachtete, dass man unserem Raume
+eine beliebige Anzahl Dimensionen zuerteilen kann vermittelst einer
+passenden Wahl des geometrischen Gebildes, welches man als erzeugendes
+Element des Raumes auffasst; so wird er drei Dimensionen haben, wenn man
+den Punkt oder die Ebene waehlt, vier, wenn man die Gerade oder die Kugel
+nimmt, neun, wenn man die Flaeche zweiten Grades nimmt, u. s. w.[709]
+
+{118}
+
+Dieser Gedanke ist weniger abstrakt als der vorhergehende, und leichter zu
+begreifen; dessen ungeachtet verbreitete er sich viel langsamer, als der
+erstere, wahrscheinlich deswegen, weil sein Urheber nicht Worte genug
+machte, um seine Wichtigkeit zu zeigen. Der andere hingegen wurde besonders
+infolge der beruehmten Abhandlung von Riemann, _Ueber die Hypothesen,
+welche der Geometrie zu Grunde liegen_, in vielen Richtungen weiter
+entwickelt, und die mathematische Litteratur ueber diesen Gegenstand ist
+von einer schon betraechtlichen Reichhaltigkeit und waechst noch von Tag zu
+Tag.
+
+Zur Rechtfertigung dieser Behauptung erinnere ich an die schon genannten
+Abhandlungen von Helmholtz, fuehre die von Beltrami,[710] Schlaefli,[711]
+Newcomb,[712] Stringham,[713] das neue Buch von Killing[714] an und die
+darauf folgenden Untersuchungen von Schur,[715] die enge mit der
+Riemannschen Abhandlung zusammenhaengen; die Untersuchung von Betti[716]
+ueber den Zusammenhang eines Raumes von n Dimensionen; die von
+Clifford,[717] Beltrami,[718] Jordan,[719] von Lipschitz,[720] Monro,[721]
+Scheeffer (1859-1885),[722] Heath[723] und Killing[724] ueber die Kinematik
+und Mechanik eines {119} solchen Raumes;[725] ferner die von Jordan[726]
+und Brunel[727] ueber die verschiedenen Beruehrungs- und Schmiegungsraeume,
+welche eine Kurve in einem Raume von n Dimensionen zulaesst,[728] die von
+Craig[729] ueber die metrischen Eigenschaften der Oberflaechen in einem
+solchen Raume, die von Kronecker,[730] von Beez,[731] Lipschitz,[732]
+Christoffel,[733] von Brill,[734] Suworoff[735] und Voss[736] ueber die
+Kruemmung eines beliebig ausgedehnten Raumes; die von Kronecker und
+Tonelli[737] ueber das Potential; die von Lie,[738] Klein,[739] Jordan[726]
+und Lipschitz[740] ueber die Erweiterung des Dupinschen und des Eulerschen
+Lehrsatzes; sodann die konforme Abbildung einer Oberflaeche des
+vierdimensionalen Raumes auf den gewoehnlichen Raum, die von Craig[741]
+studiert wurde, endlich die von Lipschitz gegebene Verallgemeinerung des
+beruehmten Problemes der drei Koerper.[742] Zum Schlusse wollen {120} wir
+die Aufmerksamkeit des Lesers lenken auf die Erweiterungen gewisser
+Begriffe, einiger Saetze und Formeln der elementaren Geometrie, die
+vorzueglich von Rudel,[743] Hoppe,[744] Schlegel[745] und Mehmke[746]
+gemacht sind; dazu gehoeren auch die Untersuchungen von Stringham,[747]
+Hoppe,[748] Schlegel,[749] Scheffler,[750] Rudel,[751] O. Biermann,[752]
+Puchta[753] und anderen ueber die regulaeren Koerper des vierdimensionalen
+Raumes, die soweit gediehen, dass sie Schlegel gestatteten, Modelle der
+Projektionen dieser Koerper auf unseren Raum herzustellen.[754]
+
+Ausser dieser Richtung wurde eine andere nicht weniger fruchtbare von den
+Bearbeitern der Mannigfaltigkeiten von n Dimensionen verfolgt, welche
+projektiv ist, waehrend die erstere wesentlich metrisch ist.--Eine kurze
+Andeutung, {121} die von Cayley im Jahre 1846 gegeben wurde[755] ueber eine
+Methode, um die Konfigurationen von Punkten, Geraden und Ebenen zu
+untersuchen, kann man als die erste ansehen, welche auf diese neue Richtung
+hinwies. Aber es scheint, wie Bailly[756] bemerkt hat, "dass die Ideen, wie
+wir, ein Kindesalter und eine erste Zeit der Schwaeche haben; sie sind
+nicht von Geburt an produktiv, sondern erhalten erst mit dem Alter und mit
+der Zeit ihre Fruchtbarkeit". Daher sehen wir denn mehr als 30 Jahre
+verfliessen, ehe der geniale Gedanke des grossen englischen Geometers, in
+der richtigen Weise entwickelt, die synthetische Geometrie der Raeume von n
+Dimensionen, welche wir heute besitzen, hervorrief.
+
+Als Einleitung zu derselben muss man die wichtige Arbeit von Clifford
+ansehen: _On the classification of loci_,[757] in welcher das allgemeine
+Studium der Kurven in beliebigen linearen Raeumen in Angriff genommen ist;
+jeden Augenblick kommen in demselben Operationen vor, die wirkliche
+Erweiterungen derer sind, die man in der gewoehnlichen projektiven
+Geometrie zu machen pflegt. Jedoch kann man sagen, dass dieser neue Zweig
+der Geometrie mit der Abhandlung beginnt, die Veronese der _Behandlung der
+projektiven Eigenschaften der Raeume von_ n _Dimensionen durch die
+Prinzipien des Schneidens und Projizierens_ gewidmet hat.[758] In derselben
+laesst der beruehmte Verfasser, Riemann folgend, einen Raum von n
+Dimensionen entstehen, indem er von demselben einen solchen, der eine
+Dimension weniger hat, von einem ausserhalb gelegenen Punkte projiziert,
+und {122} indem er sich dieser Erzeugungsweise bedient, gelangt er zur
+Erweiterung des groesseren Teiles der Theorien der gewoehnlichen Geometrie
+der Lage.[759] Die Fruchtbarkeit der in dieser grundlegenden Abhandlung
+eroerterten Prinzipien wurde durch viele interessante Arbeiten, welche die
+Fortsetzung derselben bilden, ins Licht gestellt; dieselben bereichern noch
+von Tag zu Tag ein Lehrgebiet, in welchem Italien eine hervorragende Stelle
+einnimmt. Unter ihnen will ich -- abgesehen von denen, die Veronese selbst
+publiziert hat,[760] -- die Untersuchungen von Segre anfuehren ueber die
+Theorie der quadratischen Gebilde in einem Raume von n Dimensionen und ihre
+Anwendung auf die Geometrie der Geraden,[761] ueber die kollinearen und
+reciproken Korrespondenzen,[762] ueber die Bueschel von Kegeln zweiten
+Grades,[763] ueber die Regelflaechen,[764] ueber die Oberflaechen vierter
+{123} Ordnung mit Doppelkegelschnitt[765] und ueber die Theorie der Systeme
+von Kegelschnitten,[766] dann die von Bertini[767] und Aschieri,[768] die
+verwandte Gegenstaende behandeln; die Schriften von del Pezzo ueber die
+Oberflaechen in einem n-dimensionalen Raume.[769] Noch viele andere muesste
+ich nennen, aber
+
+ Io non posso ritrar di tutti appieno;
+ Perocche si mi caccia il lungo tema,
+ Che molte volte al fatto il dir vien meno.[770]
+
+Jedoch Arbeiten, welche zu verschweigen mich keine Betrachtung verleiten
+koennte, sind die -- viel frueher als die von Veronese erschienenen -- von
+Noether ueber die eindeutigen Korrespondenzen zwischen zwei n-dimensionalen
+Raeumen (1869, 1874),[771] jene ebenfalls aelteren von Halphen (1875) ueber
+die Schnitte der Mannigfaltigkeiten, die in einem beliebigen linearen Raume
+enthalten sind,[772] von d'Ovidio {124} ueber die Metrik eines solchen
+Raumes (1876),[773] endlich die neuerlichen von Schubert ueber die
+abzaehlende Geometrie eines Raumes von solcher Beschaffenheit.[774]
+
+
+
+ * * * * *
+
+Schluss.
+
+------
+
+
+
+Hiermit scheint es mir angemessen, die vorgenommene Musterung zu
+beschliessen. Freilich sind viele wirklich interessante Untersuchungen
+derselben entgangen, da sie unter keiner der Kategorien, in welche ich die
+von mir besprochenen Arbeiten eingeteilt habe, Platz finden konnten. So
+konnte ich nicht ueber die Theorie der projektiven Koordinaten berichten,
+die von Chasles[775] erhalten wurden, als er die gewoehnlichen Cartesischen
+Koordinaten einer kollinearen Verwandlung unterzog, die dann direkt von
+Staudt[776] aufgestellt wurde und vollstaendiger von Fiedler;[777] {125}
+dann habe ich nicht ueber die Methode der symbolischen Bezeichnung
+berichtet, da diese mehr Mittel als Zweck fuer den Geometer ist; die
+Theorie der Beruehrungstransformationen (Lie) und der
+Differential-Invarianten (Halphen) habe ich stillschweigend uebergangen, da
+sie auf der Grenze zwischen der Geometrie und der Theorie der
+Differentialgleichungen stehen; ueber die sogenannte _Analysis situs_ habe
+ich mich einer Besprechung enthalten, da eben diese Lehre von Riemann
+geschaffen und von seinen Schuelern betrieben wurde, um Probleme der
+Funktionentheorie zu loesen. Dann haben sich meiner Darlegung die schoenen
+Auseinandersetzungen von Battaglini und Ball entzogen ueber die Kraefte und
+Bewegungen,[778] von Chasles, Aronhold, Mannheim und Burmester ueber die
+kinematische Geometrie und von Reye ueber die Traegheitsmomente, da sie
+bisher[779] mehr zur Mechanik als zur Geometrie gehoerig angesehen wurden.
+Gleiches gilt von den interessanten Experimenten Plateaus (1801-1883) in
+bezug auf die Minimalflaechen, deren Besitz die Physiker fuer sich
+beanspruchen, von den schoenen Untersuchungen ueber die Polyeder (Moebius,
+Bravais, Jordan, Hess), welche den Uebergang von der Geometrie zur
+Mineralogie bilden, und den neuesten Arbeiten ueber die geometrische
+Wahrscheinlichkeit (Crofton, Czuber, Cesaro), welche ich geneigt waere
+unter die Anwendungen der Geometrie zu rechnen. Dann habe ich nicht ueber
+die Methode der Aequipollenzen gesprochen (Bellavitis) und die Theorie der
+Quaternionen (Hamilton), da beide sich bis jetzt noch {126} nicht von so
+grosser Fruchtbarkeit erwiesen haben, um als notwendiges Hilfsmittel des
+Geometers angesehen zu werden.
+
+Ungern musste ich hinweggehen ueber die Theorie der Kugelsysteme, die mit
+grossem Erfolge von Lie und Reye bearbeitet ist. Ich habe keinen Blick auf
+die Theorie der Konfigurationen werfen koennen (Reye, Kantor, Jung,
+Martinetti), da dieselbe gerade noch im Stadium ihrer Bildung begriffen
+ist, und auf die mehr den Elementen angehoerige Erweiterung der Lehre vom
+Dreiecke, zu welcher Arbeiten von Brocard[780] die Anregung gegeben haben.
+Kurz erwaehnen will ich noch zwei Reihen von Untersuchungen ueber Maximal-
+und Minimalfiguren, von denen die einen (Painvin, P. Serret, Lebesgue,
+Borchardt, Kronecker) das Problem von Lagrange, das Tetraeder groessten
+Inhalts zu finden, von dem die Inhalte der Seitenflaechen gegeben sind, und
+Erweiterungen, bez. Umgestaltungen desselben behandeln,[781] die anderen
+(Lindeloef, Berner, Edler, Sturm, Schwarz, Lange, Certo) sich an die
+beruehmten Aufsaetze von Steiner[782] anschliessen.[783]
+
+Keinesfalls aber darf mit Stillschweigen uebergangen werden, dass es
+unserem Jahrzehnte vergoennt gewesen ist, die alte Frage der Quadratur des
+Kreises zur endgiltigen Erledigung zu bringen. Nachdem im vergangenen
+Jahrhundert Lambert[784] die Zahl [pi] als irrational nachgewiesen,
+verblieb immer noch der Nachweis, dass [pi] auch nicht Wurzel {127} einer
+algebraischen Gleichung mit rationalen Koeffizienten sei; denn erst damit
+ist dargethan, dass die Quadratur des Kreises nicht vermittelst einer
+endlichen Anzahl von Konstruktionen, welche mit Hilfe des Lineals und des
+Zirkels ausfuehrbar sind, vollzogen werden koenne. Dieser Beweis wurde,
+unter Benutzung Hermitescher Vorarbeiten ueber die Exponentialfunktion,
+1882 von Lindemann[785] erbracht.
+
+Trotz der aufgezaehlten und unzaehliger anderer Unvollkommenheiten des
+Bildes, das ich ueber den heutigen Zustand der Geometrie zu entwerfen
+versucht habe, wird dennoch der Leser, wenn er einen Blick auf dasselbe
+wirft, von tiefer Verwunderung betroffen sein, nicht allein ueber die
+gewaltige Entwickelung der Mathematik in diesen letzten fuenfzig Jahren,
+sondern auch ueber die neue, schoenere, verlockendere Gestalt, welche sie
+mehr und mehr annimmt.
+
+Die geometrischen Figuren, die eine Zeit lang als fest, unbeweglich, leblos
+erschienen, bekamen eine unerwartete Lebendigkeit durch die Theorie der
+geometrischen Transformationen, vermoege derer sie sich bewegen, sich in
+einander verwandeln, gegenseitige Beziehungen enthuellen und unter sich
+bisher unbekannte Verwandtschaften herstellen.
+
+Ferner glaubte man eine Zeit lang, dass wir als dreidimensionale Wesen, die
+in einem Raume leben, in welchem wir nur drei Dimensionen wahrnehmen
+koennen, dazu verurteilt waeren, ewig nur die Mannigfaltigkeiten von nicht
+mehr als drei Dimensionen zu studieren. Jetzt aber ist es uns erlaubt und
+fast unsere Pflicht, von dieser Idee als einem gefaehrlichen Vorurteile uns
+frei zu machen, und die Fuelle von Arbeiten, die wir vor uns bewundern,
+belehren alle diejenigen, welche ihre Augen nicht von der neuen Sonne
+wegwenden wollen, ueber die Wichtigkeit dieses Fortschrittes.
+
+Endlich ist, kann man sagen, der Kampf zwischen der Geometrie und der
+Analysis, der sich gegen Ende des {128} vergangenen Jahrhunderts erhoben
+und zu Anfang dieses fortgesetzt hat, nunmehr beendigt; weder die eine,
+noch die andere hat den Sieg davon getragen, aber jede hat auch den
+Unglaeubigsten gezeigt, dass sie bei jeglichem Ringen als Siegerin
+hervorgehen koenne. Der _Mecanique analytique_, in welcher Lagrange mit
+Freuden konstatierte, dass er es soweit gebracht habe, jegliche Figur zu
+vermeiden, hat ein Lehrbuch der Mechanik einen glaenzenden Bescheid
+gegeben, welches das Motto traegt: "_Geometrica geometrice_"; dem
+hundertjaehrigen Dienste, welchen die Algebra der Geometrie bot, koennen
+sich heute die zahllosen und unvergleichlichen Vorteile entgegenstellen,
+welche jene von dieser zog; schliesslich wird man doch an Stelle der
+analytischen oder pseudosynthetischen Theorie der Kurven und Oberflaechen
+in Kurzem die rein synthetische Theorie setzen koennen, die man
+gegenwaertig aus dem von Staudt[786] gelieferten Materiale errichtet.
+
+Und zu dieser Periode des Friedens oder vielmehr des edlen Wetteifers der
+Analysis und Geometrie muessen sich alle Glueck sagen, da jeder Fortschritt
+der einen einen entsprechenden in der anderen nach sich zieht oder dazu
+{129} auffordert. Das entspricht dem heutigen Standpunkte der gesamten
+Wissenschaft, denn nun funktionieren, wie Spencer sagt, die verschiedenen
+Disziplinen als Hilfskuenste, die einen fuer die anderen.
+
+Diese Stellung der modernen Mathematik jedoch legt jedem, der sie mit
+Erfolg betreiben will, eine schwere Verpflichtung auf, naemlich die, nicht
+die eine der beiden Disziplinen, welche sie zusammen bilden, um die andere
+zu vernachlaessigen und sich in der Handhabung der Wissenschaft der Zahlen
+ebensowohl, als in derjenigen der Ausdehnung auszubilden.[787]
+
+Um heiteren Mutes diese vermehrten Anstrengungen auf uns zu nehmen, dazu
+hilft uns die Betrachtung, "dass die Analysis und Synthesis im Grunde
+genommen gleichsam immer vereinigt in unseren Arbeiten sind und zusammen
+das vollstaendigste Werkzeug des menschlichen Geistes bilden. Denn unser
+Geist macht keine Fortschritte, als nur mit der Hilfe von Zeichen oder
+Bildern, und wenn er zum ersten Male in schwierige Fragen einzudringen
+sucht, so hat er nicht einen Ueberfluss an diesen beiden Mitteln und jener
+besonderen Kraft, die er oft genug nur aus ihrem Zusammenwirken
+schoepft."[788]
+
+Indem wir uns also der Beschraenktheit unserer Kraefte bewusst sind, werden
+wir nur ein kleines Feld waehlen, auf dem wir unsere Thaetigkeit ueben,
+aber nicht vergessen, dass {130} wir, um alle Fruechte, die es zu bieten
+faehig ist, einzuernten, das Recht und sozusagen die Pflicht haben, alle
+die Hilfsmittel pruefend anzuwenden, welche der menschliche Geist waehrend
+so vieler Jahrhunderte unausgesetzter Thaetigkeit angehaeuft hat, und die
+jedem zu Gebote stehen, der die Klugheit hat, sie zu Rate zu ziehen, und
+das Geschick, sie anzuwenden.
+
+
+
+ * * * * *
+
+Abkuerzungen fuer die haeufig erwaehnten Zeitschriften.
+
+------
+
+
+
+ _Acta math._: Acta mathematica.
+
+ _Amer. Journ._: American Journal of Mathematics pure and applied.
+
+ _Ann. Ec. norm._: Annales scientifiques de l'Ecole normale superieure.
+
+ _Annali di Matem._: Annali di Matematica pura ed applicata.
+
+ _Berliner Abh._: Mathematisch-physikalische Abhandlungen der Akademie
+ der Wissenschaften zu Berlin.
+
+ _Berliner Ber._: Monatsberichte, bez. seit 1882 Sitzungsberichte oder
+ auch: Mathematisch-naturwissenschaftliche Mitteilungen derselben
+ Akademie.
+
+ _Bologna Mem._: Memorie } dell' Accademia di Scienze dell' Istituto
+ _Bologna Rend._: Rendiconti } di Bologna.
+
+ _Bull. sciences math._: Bulletin des sciences mathematiques (bis 1884:
+ et astronomiques).
+
+ _Bull. Soc. math._: Bulletin de la Societe mathematique de France.
+
+ _Cambridge Journ._: Cambridge and Dublin mathematical Journal.
+
+ _Cambridge Proc._: Proceedings } of the Philosophical Society of
+ _Cambridge Trans._: Transactions } Cambridge.
+
+ _Comptes rendus_: Comptes rendus hebdomadaires des seances de l'Academie
+ des sciences (de Paris).
+
+ _Gergonnes Ann._: Annales de Mathematiques.
+
+ _Giorn. di Matem._: Giornale di Matematiche.
+
+ _Goettinger Abh._: Abhandlungen } der Gesellschaft der Wissenschaften
+ _Goettinger Nachr._: Nachrichten von} zu Goettingen.
+
+ _Grunerts Arch._: Archiv der Mathematik und Physik.
+
+ _Journ. Ec. polyt._: Journal de l'Ecole polytechnique.
+
+ _Journ. fuer Math._: Journal fuer die reine und angewandte Mathematik.
+
+ _Irish Proc._: Proceedings } of the Irish Academy.
+ _Irish Trans._: Transactions }
+
+ {131}
+ _Leipziger Ber._: Berichte ueber die Verhandlungen der Gesellschaft der
+ Wissenschaften zu Leipzig.
+
+ _Lincei Atti_: Atti }
+ _Lincei Mem._: Memorie } dell' Accademia dei Lincei.
+ _Lincei Rend._: Rendiconti }
+ _Lincei Trans._: Transunti }
+
+ _Liouvilles Journ._: Journal de Mathematiques pures et appliquees.
+
+ _Lombardo Rend._: Rendiconti dell' Istituto Lombardo di scienze e
+ lettere.
+
+ _Math. Ann._: Mathematische Annalen.
+
+ _Mem. pres._: Memoires presentes par divers savants a l'Academie des
+ sciences (de Paris).
+
+ _Muenchener Abh._: Abhandlungen } der Akademie der Wissenschaften
+ _Muenchener Ber._: Sitzungsberichte } zu Muenchen.
+
+ _Napoli Rend._: Rendiconti dell' Accademia delle scienze fisiche e
+ matematiche di Napoli.
+
+ _Nouv. Ann._: Nouvelles Annales de Mathematiques.
+
+ _Phil. Mag._: London, Edinburgh and Dublin philosophical Magazine.
+
+ _Phil. Trans._: Philosophical Transactions } of the Royal Society of
+ _Proc. Roy. Soc._: Proceedings } London.
+
+ _Prager Abh._: Abhandlungen } der boehmischen Gesellschaft der
+ _Prager Ber._: Sitzungsberichte } Wissenschaften.
+
+ _Proc. math. Soc._: Proceedings of the London mathematical Society.
+
+ _Quart. Journ._: Quarterly Journal of pure and applied Mathematics.
+
+ _Torino Atti_: Atti } dell' Accademia delle scienze di Torino.
+ _Torino Mem._: Memorie }
+
+ _Wiener Ber._: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen
+ Klasse der Akademie der Wissenschaften zu Wien. Zweite Abteilung.
+
+ _Zeitschr. f. Math._: Zeitschrift fuer Mathematik und Physik.
+
+------
+
+Die arabische Ziffer bezieht sich auf den Band (Teil, Jahrgang), beim
+_Journ. Ec. polyt._ auf das Heft, die roemische auf die Serie (Reihe).
+
+{132}
+
+
+
+ * * * * *
+
+Verzeichnis der verstorbenen Geometer, deren Lebenszeit angegeben ist.
+
+------
+
+
+
+Die Zahl ist die der Seite, auf welcher sie steht.
+
+Abel 20 -- d'Alembert 14 -- Apollonius 6 -- Archimedes 6 -- Aronhold 31.
+
+Baltzer 53 -- Bellavitis 60 -- Benedetti 9 -- Bobillier 26 -- Bolyai, J.
+109 -- Bolyai, W. 108 -- Borchardt 43 -- Bour 56 -- Bragelogne 24 --
+Braikenridge 22.
+
+Caporali 84 -- Cardano 8 -- Carnot 14 -- Cauchy 116 -- Chasles 17 --
+Chelini 57 -- Clairaut 13 -- Clebsch 27 -- Clifford 26 -- Cotterill 84 --
+Cotes 21 -- Cramer 22 -- Crelle 20.
+
+Desargues 9 -- Descartes 10 -- Dirichlet 119 -- Dupin 15.
+
+Enneper 50 -- Eratosthenes 6 -- Euler 13.
+
+Ferrari 8 -- Fermat 9 -- Ferro 8 -- Fibonacci 8.
+
+Gauss 47 -- Gergonne 16 -- La Gournerie 44 -- Grassmann 26 -- De Gua 22.
+
+Hachette 15 -- Halley 11 -- Hamilton 104 -- Harnack 63 -- Hesse 25 --
+Hipparch 6 -- La Hire 11 -- Houeel 109 -- Huygens 11.
+
+Jacobi 16 -- Joachimsthal 55.
+
+Lacroix 15 -- Lagrange 14 -- Laguerre 40 -- Lamarle 125 -- Lambert 88 --
+Lame 23 -- Lancret 72 -- Laplace 14 -- Legendre 14 -- Leibniz 11 --
+Liouville 72 -- Lobatschewsky 109.
+
+Mac Cullagh 33 -- Maclaurin 11 -- Magnus 81 -- Mascheroni 9 -- Mercator 88
+-- Moebius 18 -- Monge 13.
+
+Newton 11.
+
+Oresme 16.
+
+Pappus 6 -- Parent 13 -- Pascal 9 -- Plateau 125 -- Plato 5 -- Pluecker 19
+-- Poisson 14 -- Poncelet 14 -- Ptolomaeus 6 -- Puiseux 72 -- Pythagoras 5.
+
+Richelot 16 -- Riemann 110.
+
+Saint-Venant 72 -- Scheeffer 118 -- Schooten 13 -- Serret, A. 50 --
+Seydewitz 33 -- Simpson 11 -- Smith 29 -- Snellius 16 -- Spottiswoode 124
+-- Staudt 19 -- Steiner 18 -- Stewart 11 --Sturm, Ch. 104.
+
+Tartaglia 8 -- Thales 4 -- Transon 81.
+
+Vieta 9.
+
+Waring 22 -- Wren 32.
+
+ * * * * *
+
+Berichtigung. S. 97 Z. 7 v. o. lies viel- statt zwei-.
+
+
+
+ * * * * *
+
+Noten.
+
+------
+
+
+
+[1] "It is difficult to give an idea of the vast extent of modern
+mathematics. This word "extent" is not the right one: I mean extent crowded
+with beautiful detail -- not an extent of mere uniformity such as an
+objectless plain, but of a tract of beautiful country seen at first in the
+distance, but which will bear to be rambled through and studied in every
+detail of hillside and valley, stream, rock, wood and flower." (Rede von
+Cayley i. J. 1883 vor der "British Association for the Advancement of
+Science" gehalten.)
+
+Bei dieser Gelegenheit fuehren wir noch folgendes Urteil von E.
+Dubois-Reymond ueber den Charakter der modernen Wissenschaft an: "Nie war
+die Wissenschaft entfernt so reich an den erhabensten Verallgemeinerungen,
+nie stellte sie in ihren Zielen, ihren Ergebnissen eine groessere Einheit
+dar. Nie schritt sie rascher, zweckbewusster, mit gewaltigeren Methoden
+voran, und nie fand zwischen ihren verschiedenen Zweigen lebhaftere
+Wechselwirkung statt." (_Ueber die wissenschaftlichen Zustaende der
+Gegenwart_, Reden, Bd. II, S. 452.)
+
+[2] _Histoire des sciences mathematiques en Italie_ par G. Libri, 1838. Bd.
+I, S. 3.
+
+[3] Hankel, _Die Entwickelung der Mathematik in den letzten Jahrhunderten_
+(Tuebingen. II. Aufl. 1885). S. 7.
+
+[4] Diese Thatsache koennte man als ein neues Moment ansehen, wie sich --
+nach einem beruehmten Ausspruche Humboldts -- der Einfluss, den die
+tellurischen Erscheinungen auf die Richtung unserer wissenschaftlichen
+Untersuchungen ausueben, geltend macht.
+
+[5] Vgl. Emil Weyr, _Ueber die Geometrie der alten Aegypter_ (Wien, 1881).
+
+[6] Fuer die Mathematiker, welche vor 1200 gelebt haben, sind die hier
+niedergeschriebenen Jahreszahlen aus den _Vorlesungen ueber die Geschichte
+der Mathematik_ von M. Cantor (I. Bd. Leipzig, 1880) entnommen. Die erste
+Zahl in der Klammer bezieht sich auf das Geburtsjahr, die zweite auf das
+Todesjahr.
+
+[7] In Bezug auf groessere Einzelheiten sehe man Bretschneider, _Die
+Geometrie und die Geometer vor Euklides_ (Leipzig, 1870).
+
+[8] Betti und Brioschi, Vorrede zu _Gli elementi di Euclide_ (Florenz,
+1867). Eine gegenteilige Ansicht hat Lacroix in seinem wohlbekannten Buche
+_Essais sur l'enseignement en general et sur celui des mathematiques en
+particulier_ (4. Aufl. 1883. S. 296) ausgesprochen.
+
+[9] Um zu zeigen, wie glaenzend und bewunderungswuerdig die noch immer
+verkannte griechische Mathematik gewesen sein muss, genuege es, die
+Thatsache anzufuehren, dass die Theorie der Kegelschnitte, ein
+hauptsaechlicher Gegenstand des Studiums der alten Geometer, von ihnen zu
+solcher Vollendung gebracht wurde, dass man im wesentlichen nur weniges
+hinzuzufuegen haette, um sie auf den Stand zu bringen, auf dem sie sich
+heute befindet. Die Bewunderung fuer jene wird noch jeden Tag groesser
+durch die historischen Forschungen gelehrter Mathematiker [z. B. Zeuthen
+(s. das Werk _Die Lehre von den Kegelschnitten im Altertume_, deutsch von
+Fischer-Benzon. Kopenhagen, 1886), P. Tannery (s. _Bull. des sciences
+math._ und _Mem. de la Societe de Bordeaux_) und andere], welche das
+Vorurteil zu beseitigen suchen, dass die Griechen keine
+Untersuchungsmethoden gehabt haetten, die vergleichbar sind mit denen, auf
+welche unsere Zeit so stolz ist, und die als Ersatz dafuer die Ansicht
+aufzustellen streben, dass es ihnen nur an den noetigen Formeln zur
+Darstellung der Methoden selbst gefehlt habe.
+
+[10] Ich kann nicht umhin, die beredten Worte, welche der beruehmte
+Geschichtsschreiber der Mathematik in Italien bei dieser Gelegenheit
+geschrieben hat, anzufuehren: "...... mais bientot le Romain arrive, il
+saisit la science personnifiee dans Archimede, et l'etouffe. Partout ou il
+domine la science disparait: l'Etrurie, l'Espagne, Carthage en font foi. Si
+plus tard Rome n'ayant plus d'ennemis a combattre se laisse envahir par les
+sciences de la Grece, ce sont des livres seulement qu'elle recevra; elle
+les lira et les traduira sans y ajouter une seule decouverte. Guerriers,
+poetes, historiens, elle les a, oui; mais quelle observation astronomique,
+quel theoreme de geometrie devons-nous aux Romains?" (Libri a. O. S. 186.)
+
+Um zu zeigen, in welchem Ansehen unsere Vorfahren die Mathematik hielten,
+genuege es mitzuteilen (vgl. Hankel, _Zur Geschichte der Mathematik im
+Altertum und Mittelalter_, Leipzig, 1874. S. 103), dass sie dieselbe oft
+mit Astrologie und den verwandten Kuensten zusammenwarfen. Es darf uns
+daher nicht Wunder nehmen, wenn wir in dem Codex Justinians unter den
+gesammelten Bestimmungen unter dem Titel "De maleficis et mathematicis et
+ceteris similibus" folgendes finden: "Ars autem mathematica damnabilis
+interdicta est omnino." Wenn man in demselben Codex etwas weiter die
+Wendung findet: "Artem geometriae discere atque exercere publice interest,"
+so muss man sich hueten, sie als eine Uebersetzung des Ausspruches
+Napoleons I. anzusehen: "L'avancement, le perfectionnement des
+Mathematiques sont lies a la prosperite de l'Etat," denn es ist fast
+sicher, dass der roemische Gesetzgeber den praktischen Teil der Geometrie
+meinte.
+
+[11] Unter den Fragen der Geometrie, welche die italienischen Gelehrten des
+16. Jahrhunderts sich gegenseitig stellten, finden sich solche von einiger
+Wichtigkeit, da sie die _"Geometria del compasso"_ (Geometrie des Kreises)
+entstehen liessen, welcher gerade in dieser Zeit Benedetti (?-1590) eine
+Schrift widmete, und die in neuerer Zeit von Mascheroni (1750-1808) und
+Steiner gepflegt wurde.
+
+[12] Pascal entdeckte an der Cykloide eine Fuelle bemerkenswerter
+Eigenschaften, wies auf die Perspektivitaet als eine fuer das Studium der
+Kegelschnitte sehr guenstige Methode hin, bewies den beruehmten Lehrsatz
+von dem "Hexagramma mysticum," wie er es nannte, u. s. w.
+
+Desargues fuehrte die gemeinsame Betrachtung der drei Kegelschnitte ein,
+den wichtigen Begriff des unendlich fernen Punktes einer Geraden, den
+Begriff der Involution von sechs Punkten, loeste mehrere wichtige Fragen,
+die sich auf die Kegelschnitte beziehen, u. s. w.
+
+In den Werken von Desargues (vgl. die von Poudra 1864 besorgte Ausgabe)
+findet sich auch eine Methode vorgeschlagen, um einige projektive
+Eigenschaften der Kurven zu untersuchen, welche darauf beruht, dass man
+dieselbe durch Systeme von Geraden ersetzt. Descartes und Poncelet
+betrachteten die Schluesse, die auf einer solchen Substitution beruhen, als
+der Strenge entbehrend (vgl. _Traite des proprietes projectives_, Bd. II,
+S. 128). Jedoch wurde das von Desargues vorgeschlagene Verfahren in der
+neueren Zeit wiederholentlich von demselben Poncelet (a.a.O. Bd. I, S.
+374), von Jonquieres (in verschiedenen Abhandlungen in den _Annali di
+Matem., Journ. f. Math._ und in den _Math. Ann._), von Cremona (s. die
+_Introduzione ad una teoria geometrica delle curve piane_) gebraucht, und
+gehoert heute zu den wertvollen Untersuchungsmethoden, die wir dem "Prinzip
+der Erhaltung der Anzahl" verdanken.
+
+[13] Vgl. E. Dubois-Reymond, _Kulturgeschichte und Naturwissenschaft_, in
+den Gesammelten Reden, Bd. I 1886, S. 207-208.
+
+[14] Favaro, _Notizie storico-critiche sulla costruzione delle equazioni.
+Memorie di Modena_, 18, 1879.
+
+Matthiessen, _Grundzuege der antiken und modernen Algebra der litteralen
+Gleichungen_ (Leipzig, 1878), 7. Abschnitt.
+
+[15] Ueber den Ursprung der analytischen Geometrie sehe man Guenther, _Die
+Anfaenge und die Entwickelungsstadien des Coordinatenprincipes_
+(_Abhandlungen der naturforsch. Gesellsch. zu Nuernberg_, 6) und ueber
+Cartesius die Rede von Jacobi, ins Franzoesische uebersetzt und
+veroeffentlicht in _Liouvilles Journ._ 12 unter dem Titel: _De la vie de
+Descartes et de sa methode pour bien conduire la raison et chercher la
+verite dans les sciences._
+
+[16] Siehe z. B. den _Traite de la lumiere_ (Leyden, 1691).
+
+[17] _Sectiones conicae in novem libros distributae_ (Paris, 1685),
+_Memoires sur les Epicycloides_ (_Anciennes Memoires de l'Academie des
+sciences,_ 9), _Traite des roulettes_ etc. (ebendas., 1704).
+
+[18] Man sehe die von ihm bewirkte Herausgabe von griechischen Werken nach,
+sowie seine Versuche, verloren gegangene Buecher (wie das achte Buch von
+Apollonius' Kegelschnitten) wieder herzustellen.
+
+[19] Vergl. sein Buch _A complete System of Fluxions_ (Edinburgh, 1742).
+
+[20] _Treatise on conic Sections_ (1735).
+
+[21] _General theorems of considerable use in the higher parts of
+mathematics_ (Edinburgh, 1746); _Propositiones geometricae more veterum
+demonstratae_ (Edinburgh, 1763).
+
+[22] Hinsichtlich der von Simpson und Stewart gemachten Versuche, die
+griechische Geometrie wieder aufleben zu machen, sehe man Buckle,
+_Geschichte der Civilisation in England_ (deutsch von A. Ruge), Bd. I,
+Kap. 5.
+
+[23] Die von den Griechen hauptsaechlich untersuchten Kurven sind: der
+Kreis, die Ellipse, die Hyperbel, die Parabel, die Archimedische Spirale,
+die Diokles'sche Cykloide, die Konchoide des Nikomedes, die Quadratrix des
+Hippias und Dinostratus, die Schraubenlinien, die Spirallinien und einige
+andere. Zu diesen fuegten die neuen Rechnungsarten hinzu: das Folium und
+die Ovale von Descartes, die Tschirnhausensche Quadratrix, die Cykloide,
+die Hypo- und Epicykloiden, die logarithmische Spirale, die Kettenlinie,
+die Sinuscurve, die Logarithmuscurve und unzaehlige andere.
+
+[24] Siehe das fuenfte Buch seiner _Exercitationes geometriae._
+
+[25] Parent, _Essai et Recherches de Mathematiques et de Physique_
+(II. Aufl. 1713), Bd. 2.
+
+[26] _Traite de Courbes a double courbure._ 4
+
+[27] _Recherches sur la courbure des surfaces (Berliner Abh.)._
+
+[28] Abhandlungen der Akademie von Turin (1770-1773) und von Paris (1784);
+_Feuilles d'analyse appliquee a la geometrie_ (Paris, 1795), oder
+_Applications de l'Analyse a la Geometrie_ (Paris, 1801).
+
+[29] Ausspruch von d'Alembert.
+
+[30] _Lecons de geometrie descriptive_ (Paris, 1794).
+
+[31] In Bezug auf Monge sehe man Dupin, _Essai historique sur les services
+et les travaux scientifiques de Gaspard Monge_ (Paris, 1819); Arago,
+_Notices biographiques._
+
+Ueber die Geschichte des Ursprunges und der Entwickelung der darstellenden
+Geometrie sehe man den ersten Abschnitt des 1. Bandes des Werkes von Chr.
+Wiener, _Lehrbuch der darstellenden Geometrie_ (Leipzig, 1884, 1887), in
+welchem der Studierende eine Menge interessanter Einzelheiten finden wird,
+sei es ueber die Studien, welche diese Disziplin vorbereiteten, sei es
+ueber die Untersuchungen, welche die Nachfolger von Monge gemacht haben.
+
+Monge hatte als Mitarbeiter bei seinem reformierenden Werke einige seiner
+Kollegen [unter anderen Lacroix (1765-1843) und Hachette (1769-1834)],
+sowie viele von seinen Schuelern an der polytechnischen Schule. Der Kuerze
+halber beschraenke ich mich darauf, den anzufuehren, "der ueber die anderen
+wie ein Adler fliegt", Charles Dupin (1784-1873), vorzueglich wegen seiner
+klassischen _Developpements de geometrie_ (1813), die noch von allen
+gelesen werden muessen, welche auch nur eine maessige Kenntnis des heutigen
+Zustandes der Geometrie erlangen wollen.
+
+[32] Monge's Einfluss laesst sich noch in den neuesten Arbeiten bemerken;
+zum Beweise genuege es, die Idee anzufuehren, die Schranken, durch welche
+die Alten die Planimetrie von der Stereometrie getrennt hatten,
+niederzureissen, und den gluecklichen Versuch, den neuerdings (1884) De
+Paolis in seinen goldenen _Elementi di Geometria_ (Turin) gemacht hat,
+dieselbe auszufuehren.
+
+[33] "La Geometrie de position de Carnot n'aurait pas, sous le rapport de
+la metaphysique de la Science, le haut merite que je lui ai attribue,
+qu'elle n'en serait pas moins l'origine et la base des progres que la
+Geometrie, cultivee a la maniere des anciens, a fait depuis trente ans en
+France et en Allemagne" (Arago, _Biographie de Carnot_).
+
+[34] Zweite Auflage, 1865, 1866.
+
+[35] Den Ursprung dieses Prinzipes betreffend, sehe man die Note von C.
+Taylor, _On the history of geometrical continuity_ (_Cambridge Proc._, 1880
+und 1881).
+
+[36] _Doctrina triangulorum canonicae_ u. s. w. (Leyden, 1627).
+
+[37] _Variorum de rebus mathematicis responsorum liber VIII._ (Opera
+Vietae, 1646).
+
+[38] _Gergonnes Ann._ 17.
+
+[39] Jacobi, _Journ. fuer Math._ 3; Richelot, das. 5, 38; Rosanes und
+Pasch, ebendas. 64; Leaute, _Comptes rendus_, 79; Fergola, Padeletti und
+Trudi, _Napoli Rend._ 21; Simon, _Journ. fuer Math._ 81; Gundelfinger, das.
+83; Halphen, _Liouvilles Journ._ III, 5; _Bull. de la Soc. philom._ VII, 3.
+Man sehe auch die interessante Abhandlung von Hurwitz: _Ueber
+unendlich-vieldeutige geometrische Aufgaben, insbesondere ueber die
+Schliessungsprobleme_ (_Math. Ann._ 15) und die Note von Forsith, _On in-
+and circumscribed polyhedra_ (_Proc. Math. Soc._ 1883).
+
+[40] In deutscher Uebersetzung von Sohncke: _Geschichte der Geometrie,
+hauptsaechlich in Bezug auf die neueren Methoden_ (Halle, 1839), jedoch
+ohne das _Memoire sur deux principes generaux de la science_ (vgl. die
+folgende Note). Das franzoesische Original erschien 1875 in 2. Auflage.
+
+[41] Unter den Arbeiten, welche das Werk von Chasles bilden, verdient eine
+besondere Erwaehnung die Abhandlung (fuer welche urspruenglich der _Apercu
+historique_ als Einleitung dienen sollte) _Sur deux principes generaux de
+la Science_, welche die allgemeine Theorie der Homographie (Kollineation)
+und der Reciprocitaet enthaelt, sowie die Untersuchung der beiden Faelle,
+in welchen diese involutorisch ist, und die Anwendung dieser
+Transformationen auf das Studium der Flaechen zweiten Grades und der
+geometrischen Oberflaechen ueberhaupt, sowie auf die Verallgemeinerung des
+cartesischen Koordinatensystems. Auch muessen noch die _Noten_ erwaehnt
+werden, da sie eingehende historische Studien und geometrische
+Untersuchungen von grosser Bedeutung enthalten. Unter den letzteren will
+ich diejenigen anfuehren, in denen die Theorie des Doppel- oder
+anharmonischen Verhaeltnisses und der Involution, die anharmonischen
+Eigenschaften der Kegelschnitte, die Fokaleigenschaften der Flaechen
+zweiten Grades, viele Lehrsaetze ueber die kubischen Raumkurven,
+glueckliche Versuche, die Saetze von Pascal und Brianchon auf die Flaechen
+zweiten Grades auszudehnen, eine Verallgemeinerung der stereographischen
+Projektion u. s. w. auseinandergesetzt sind.
+
+[42] Dieser Uebergang ging nicht friedlich von statten, war vielmehr mit
+einer Reihe lebhafter Diskussionen verbunden, in welchen Poncelet, Chasles
+und Bobillier zu Gegnern hatten Pluecker, Steiner und Magnus und deren
+Hauptschauplatz das _Bulletin_ von Ferussac war. -- Hier wuerde es am Orte
+sein, den Anteil zu bestimmen, der jedem dieser Gelehrten in den
+Wissensgebieten zukommt, an denen sie zusammen arbeiteten; aber dafuer
+wuerde die Feder eines competenteren und gelehrteren Mannes, als ich bin,
+noetig sein. Im Uebrigen sind nach meinem Dafuerhalten gewisse Produktionen
+der menschlichen Intelligenz eine natuerliche Frucht ihrer Zeit; daher darf
+es nicht wunder nehmen, wenn sie gleichzeitig aus verschiedenen Koepfen
+hervorgegangen scheinen, und darum braucht man auch keine Erklaerung dieser
+Thatsache in der "mala fides" dieses oder jenes zu suchen. Dass solches
+wirklich bei der Erfindung der Differentialrechnung eingetreten ist, steht
+heute ausser allem Zweifel. Dass dies ebenso bei der modernen Geometrie
+eingetreten ist, kann die Thatsache beweisen, dass dieselbe hervorgegangen
+ist aus einem allseitig gefuehlten Beduerfnisse (man vergleiche dazu den
+Ausspruch Dupins _[Developpements de geometrie]_, der als Motto auf dem
+_Traite des proprietes projectives des figures_ steht, mit der Vorrede der
+_Systematischen Entwickelung_ und mit dem _Apercu historique_ an
+verschiedenen Stellen) nach allgemeinen Methoden, die als Ariadnefaden
+dienen sollten zur Fuehrung in dem Labyrinthe von Hilfssaetzen,
+Lehrsaetzen, Porismen und Problemen, die von den Vorfahren ueberliefert
+sind.
+
+[43] Die hauptsaechlichste Arbeit von Moebius auf dem Gebiete der reinen
+Geometrie ist die mit dem Titel: _Der barycentrische Calcul_ (Leipzig,
+1827); dort sind die bisherigen Kenntnisse ueber den Schwerpunkt
+(Barycentrum) eines Systemes von Punkten einer neuen und wichtigen
+Rechnungsart zu Grunde gelegt; diese fuehrt zu einem neuen
+Koordinatensystem, dessen Anwendung auf das Studium der Raumkurven und
+ebenen Kurven und der Oberflaechen der Verfasser darlegt. In demselben
+werden ferner methodisch und in grosser Ausfuehrlichkeit wichtige
+geometrische Transformationen, die heute noch fortwaehrend Anwendung
+finden, betrachtet. Viele spaetere Abhandlungen von Moebius sind als
+Anhaenge zum barycentrischen Calcul zu betrachten. (Siehe die beiden ersten
+Baende der _Gesammelten Werke_ von Moebius, herausgegeben auf Veranlassung
+der Saechsischen Gesellschaft der Wissenschaften, Leipzig, 1885-1887.)
+
+[44] Ich meine das Werk: _Systematische Entwickelung der Abhaengigkeit
+geometrischer Gestalten von einander_ (Berlin, 1832), in dem "der
+Organismus aufgedeckt ist, durch welchen die verschiedenartigsten
+Erscheinungen in der Raumwelt miteinander verbunden sind". -- Die spaeteren
+Schriften von Steiner und diejenigen anderer, welche sich auf das
+angefuehrte Werk stuetzen, zeigen, welches Recht der Verfasser desselben
+dazu hatte, den Inhalt durch die schon angefuehrten Worte zu
+charakterisieren. Steiners _Gesammelte Werke_ sind auf Veranlassung der
+Akademie der Wissenschaften zu Berlin herausgegeben (Berlin, 1881, 1882).
+
+[45] Des Naeheren will ich hier nur die drei Buecher anfuehren:
+_Analytisch-geometrische Entwickelungen_ (Essen, 1828-1831), _System der
+analytischen Geometrie_ (Berlin, 1835), _Theorie der algebraischen Kurven_
+(Bonn, 1839), sowie die mit ihnen zusammenhaengenden Abhandlungen, die in
+_Gergonnes Ann._ und im _Journ. fuer Math._ veroeffentlicht sind.
+
+[46] Das Werk, in welchem Staudt sein System der Geometrie dargelegt hat,
+wurde im Jahre 1847 zu Nuernberg veroeffentlicht unter dem Titel:
+_Geometrie der Lage_. Die ungemeine Knappheit des Stiles ist vielleicht die
+Ursache der grossen Schwierigkeit, auf welche die Verbreitung desselben
+stiess; heute erst sind, dank den von Reye (in erster Auflage 1866-1868
+erschienenen und) unter demselben Titel veroeffentlichten Vorlesungen die
+in demselben enthaltenen Ideen allen bekannt, die sich mit Geometrie
+beschaeftigen. In Italien wird jetzt zuerst von allen Laendern eine
+Uebersetzung desselben angefertigt.
+
+Nicht weniger wichtig sind die _Beitraege zur Geometrie der Lage_ (in 3
+Heften), welche Staudt seiner _Geometrie der Lage_ 1866-1860 folgen liess.
+Wir beschraenken uns darauf, hervorzuheben, dass dort die einzige strenge,
+allgemeine und vollstaendige Theorie der imaginaeren Elemente in der
+projektiven Geometrie auseinandergesetzt ist; diese Theorie wurde in
+verschiedener Weise von mehreren Geometern, Lueroth (_Math. Ann._ 8, 11),
+August (_Progr. der Friedrichs-Realschule in Berlin_, 1872) und Stolz
+(_Math. Ann._ 4) erlaeutert; ueber die eng mit ihr zusammenhaengende
+Rechnung mit den "Wuerfen" sehe man ausser den erwaehnten Abhandlungen von
+Lueroth noch zwei Arbeiten von Sturm _(Math. Ann._ 9) und Schroeder
+(ebendas. 10).
+
+[47] Ohne Zweifel ist diese Einteilung etwas willkuerlich; vielleicht wird
+mancher, indem er bedenkt, dass gewisse Theorien mit demselben Rechte zu
+mehr als einem von den folgenden Abschnitten gehoeren koennen, dieselbe
+unpassend finden. Gleichwohl schmeichle ich mir, dass die meisten nach
+reiflicher Pruefung des besprochenen Gegenstandes finden werden, dass die
+von mir gewaehlte Einteilung nicht ohne bemerkenswerte Vorteile ist.
+
+[48] Cotes, _Harmonia mensurarum_ (1722); Maclaurin, _De linearum
+geometricarum proprietatibus generalibus tractatus_. (Ins Franzoesische
+uebersetzt von de Jonquieres und seinen _Melanges de Geometrie pure_
+[Paris, 1856] angehaengt.)
+
+[49] _Miscellanea analytica_ etc. (1762); _Proprietates geometricarum
+curvarum_ (1772); _Phil. Trans._ 1763-1791.
+
+[50] _Geometria organica_ (1720).
+
+[51] _Phil. Trans._ 1735; _Exercitationes Geometriae de descriptione
+linearum curvarum_ (1733).
+
+[52] Uebrigens hat, wie C. Taylor (_Cambridge Proc._ 3) bemerkte, Newton
+selbst seine organische Erzeugungsweise der Kegelschnitte in der
+_Enumeratio linearum tertii ordinis_ auf Kurven hoeherer Ordnung
+ausgedehnt.
+
+[53] _Usage de l'analyse de Descartes_ (1740).
+
+[54] _Introductio in analysin infinitorum_. 2. Bd.
+
+[55] _Introduction a l'analyse des lignes courbes algebriques_.
+
+[56] Kurz vor der Veroeffentlichung des Cramerschen Werkes fand Euler (man
+sehe die _Berliner Abh._ 1748), dass von den neun Grundpunkten eines
+Bueschels ebener Kurven dritter Ordnung einer durch die acht uebrigen
+bestimmt ist.
+
+[57] _Gergonnes Ann._ 17, 19.
+
+[58] _Journ. fuer Math._ 16; _Theorie der algebraischen Curven_ (wo S.
+12-13 sich eine kurze Geschichte dieser Saetze findet).
+
+[59] _Journ. fuer Math._ 15.
+
+[60] _Cambridge Journ._ 3; vgl. Bacharach, _Math. Ann._ 26.
+
+[61] Riemann, _Journ. fuer Math._ 54; Clebsch, das. 58; Roch, ebendas. 64;
+Clebsch und Gordan, _Theorie der Abelschen Funktionen_ (Leipzig, 1866);
+Brill und Noether, _Ueber die algebraischen Funktionen_ u. s. w. (_Math.
+Ann._ 7); Cremona, _Bologna Mem._ 1870; Casorati, Cremona und Brioschi,
+_Lombardo Rend._ II, 2.
+
+[62] In diesem Werke ist mit ersichtlicher Bevorzugung von dem "Prinzipe
+der Abzaehlung der Konstanten" Kenntnis gegeben und Gebrauch gemacht; wir
+wollen dasselbe erwaehnen, da sich darauf eine Untersuchungsmethode
+stuetzt, deren ganze Bedeutung aufzuheben nicht gelingen wird, obwohl sich
+Beispiele von Irrtuemern anfuehren lassen, zu denen es fuehren kann, wenn
+es ohne die notwendige Vorsicht angewandt wird.
+
+Mit der Theorie der ebenen Kurven befassen sich auch die beiden folgenden
+Buecher, deren Existenz ich aus einer Anfuehrung Plueckers kenne (_Theorie
+der algebraischen Curven_, S. 206); A. Peters, _Neue Curvenlehre_ 1835;
+C. C. F. Krause, _Novae theoriae linearum curvarum originariae et vere
+scientificae specimina quinque prima_. _Edidit Schroeder_, 1835.
+
+[63] S. auch eine Abhandlung Plueckers, _Liouvilles Journ._ 1.
+
+[64] _Mem. pres._ 1730-31-32.
+
+[65] S. die in Note 54 citierte _Introductio_.
+
+[66] Hierzu siehe Clebsch, _Vorlesungen ueber Geometrie_, S. 352; Malet,
+_Hermathema_, 1880; Pellet, _Nouv. Ann._ II., 20, 1881.
+
+[67] Cayley, _Quart. Journ._ 7 und _Journ. fuer Math._ 64; La Gournerie,
+_Liouvilles Journ._ II, 14; Noether, _Math. Ann._ 9; Zeuthen, das. 10;
+Halphen, _Comptes rendus_ 78, _Liouvilles Journ._ II, 2, _Mem. pres._ 26;
+J. S. Smith, _Proc. math. Soc._ 6; Brill, _Math. Ann._ 16; Raffy, das. 23.
+-- An diese Frage knuepft sich die Untersuchung der Zahl der Schnitte
+zweier Kurven, welche von einem ihnen gemeinsamen vielfachen Punkte
+absorbiert werden. Hierzu sehe der Leser die interessante Abhandlung von
+Zeuthen, _Acta math._ 1.
+
+[68] _Journ. fuer Math._ 40; vgl. Clebsch (das. 63).
+
+[69] _Journ. fuer Math._ 36, 40, 41.
+
+[70] _Phil. Mag._ Oktoberheft 1858.
+
+[71] _Phil. Trans._ 1859.
+
+[72] z. B. Dersch, _Math. Ann._ 7.
+
+[73] _A Treatise on higher plane curves_ (1852); ins Deutsche uebertragen
+durch Fiedler (Leipzig, 1873)
+
+[74] _Gergonnes Ann._ 19.
+
+[75] _Journ. fuer Math._ 24. -- Die Theorie der Polaren in bezug auf Kurven
+und Oberflaechen wurde in der letzten Zeit auf eine bemerkenswerte Weise
+von Clifford (1845-1879) (_Proc. math. Soc._ 1868 oder _Mathematical Papers
+of Clifford_, 1882, S. 115) und von Reye (_Journ. fuer Math._ 72, 78)
+verallgemeinert. De Paolis widmete ihr eine interessante Schrift, welche in
+den _Lincei Mem._ 1885-1886 veroeffentlicht ist.
+
+[76] _Comptes rendus_, 1853.
+
+[77] _Essai sur la generation des courbes geometriques_, 1858 (_Mem. pres._
+16). Vgl. Haertenberger, _Journ. fuer Math._ 58; Olivier das. 70, 71;
+Schoute, _Nieuw Archief voor Wiskunde_, 4, und die allerneuesten
+Untersuchungen von Jonquieres ueber die Maximalzahl der vielfachen Punkte,
+die man bei einer ebenen Kurve beliebig annehmen kann (_Comptes rendus_
+105).
+
+[78] Veroeffentlicht im Jahre 1862 in den _Bologna Mem._ Moege es mir
+gestattet sein, hier den Wunsch auszusprechen, dass der beruehmte Cremona,
+dessen Interesse fuer die Verbreitung der geometrischen Studien bekannt
+ist, seine beruehmten Schriften ueber die Theorie der Kurven und
+Oberflaechen durch neue Ausgaben allen zugaenglich machen wolle. -- Diese
+Schriften sind in deutscher Uebersetzung von Curtze unter dem Titel:
+_Einleitung in eine geometrische Theorie der ebenen Kurven_ (Greifswald,
+1865), bez. _Grundzuege einer allgemeinen Theorie der Oberflaechen in
+synthetischer Behandlung_ (Berlin, 1870) erschienen.
+
+[79] Als Vorbereitung fuer solche Untersuchungen sind die von Aronhold
+(_Berliner Ber._ 1861) anzusehen, dann die von Brioschi (_Comptes rendus_,
+1863, 64) ueber die Darstellung der Koordinaten der Punkte von gewissen
+Kurven als elliptische Funktionen eines Parameters.
+
+[80] _Journ. fuer Math._ 58, 64. Die von Clebsch erhaltenen Resultate haben
+sich infolge des schoenen Werkes von Lindemann, welches den Titel traegt:
+_Vorlesungen ueber Geometrie von A. Clebsch_ (I. Bd. Leipzig, 1876) und von
+dem das Erscheinen des zweiten Bandes allgemein gewuenscht wird, schnell
+verbreitet.
+
+[81] _Ueber die algebraischen Funktionen und ihre Anwendung in der
+Geometrie. Math. Ann._ 7.
+
+[82] Zu den im Texte angefuehrten Schriften muessen noch die von Brill
+hinzugezogen werden (_Math. Ann._ 13), ferner die von Geiser (_Annali di
+Matem._ II, 9) und die von Del Pezzo (_Napoli Rend._ 22) ueber den
+Zusammenhang, der zwischen den Singularitaeten einer Kurve und denen ihrer
+Hesseschen Kurve besteht; ferner die von Laguerre (_Comptes rendus_ 40) und
+Holst (_Math. Ann._ 11 und _Archiv for Mathematik og Naturvidenskab_ 7),
+ueber die metrischen Eigenschaften der Kurven.
+
+[83] _De linearum geometricarum proprietatibus generalibus tractatus._
+
+[84] Vgl. Salmon-Fiedler, _Hoehere ebene Kurven_, 5. Kap.
+
+[85] _Phil. Trans._ 1857; _Liouvilles Journ._ 9, 10.
+
+[86] _Journ. fuer Math._ 42.
+
+[87] _Zeitschr. f. Math._ 17; _Prager Ber._ 1871. -- Man sehe auch das Buch
+_Die ebenen Kurven dritter Ordnung_ (Leipzig, 1871) und die Abhandlung von
+Gent (_Zeitschr. f. Math._ 17).
+
+[88] _Giorn. di Matem._ 2.
+
+[89] _Journ. fuer Math._ 90.
+
+[90] _Prager Abh._ VI, 5.
+
+[91] _Goettinger Nachr._ 1871 und 1872.
+
+[92] _Journ. fuer Math._ 78.
+
+[93] Hierzu Harnack, _Math. Ann._ 9. Caporali, _Lincei Atti_, III, 1; Folie
+und Le Paige, _Memoires de l'Academie de Belgique_, 43. Halphen, _Math.
+Ann._ 15; _Bull. Soc. math._ 9.
+
+[94] _Siehe Giorn. di Matem._, _Lombardo Rend._, _Math. Ann._, _Wiener
+Ber._ und _Prager Ber._
+
+[95] Fuer die Clebschschen Arbeiten sehe man die in Note 80 angefuehrten
+Baende des _Journ. fuer Math._ nach. Ueber die ebenen rationalen Kurven
+dritter Ordnung sehe man die Arbeiten von Durege (_Math. Ann._ 1), Igel
+(das. 6), Rosenow (Dissertation, Breslau, 1873), Schubert (_Math. Ann._
+12), Dingeldey (das. 27, 28); ueber die Kurven vierter Ordnung die von
+Brill (Math. Ann. 12) und Nagel (das. 19); ueber die fuenfter Ordnung von
+Rohn (das. 25), und ueber die rationalen Kurven beliebiger Ordnung die
+Schriften von Haase (_Math. Ann._ 2), von Lueroth (das. 9), Pasch (das.
+18), Brill (das. 20), von Weltzien (das. 26) und Garbieri (_Giorn. di
+Matem._ 16).
+
+[96] _Journ. fuer Math._ 47; _Comptes rendus_, 1871.
+
+[97] _Journ. fuer Math._ 53.
+
+[98] Guessfeldt, _Math. Ann._ 2; Laguerre, _Bull. Soc. math._ 7; Cremona
+und Clebsch, _Journ. f. Math._ 64; Kiepert, _Zeitschr. f. Math._ 17; Frahm
+ebendas. 18; Milinowski das. 19; Intrigila, _Giorn. di Matem._ 23; Kantor,
+_Wiener Ber._ 1878 und _Bull. Sciences math._ II, 3.
+
+[99] _Giorn. di Matem._ 15.
+
+[100] _Journ. fuer Math._ 65.
+
+[101] _Math. Ann._ 4.
+
+[102] _Bull. de la Societe philomathique_, VII, I.
+
+[103] Wenn p das Quadrat des Moduls einer elliptischen Funktion, q das
+Quadrat des vermittelst einer primaeren Transformation ungerader Ordnung
+transformierten Moduls und schliesslich F(p, q, 1) = 0 die entsprechende
+Modulargleichung ist, so ist die Gleichung einer Modularkurve F([alpha],
+[beta], [gamma]) = 0. Siehe _Proc. math. Soc._ 9.
+
+[104] _Journ. f. Math._ 65; vgl. Ed. Weyr das. 73; Hurwitz, _Math. Ann._
+19.
+
+[105] _Math. Ann._ 24.
+
+[106] _Journ. fuer Math._ 95, 99; siehe auch die Abhandlung von August,
+_Grunerts Arch._ 59.
+
+[107] _Transactions of the Royal Society of Edinburgh_ 25.
+
+[108] _Math. Ann._ 5.
+
+[109] _Math. Ann._ 5, 6. Man sehe auch hierzu die Abhandlung von Harnack in
+der _Zeitschr. f. Math._ 22. Die hauptsaechlichsten von Durege und
+Schroeter auf synthetischem Wege gefundenen Lehrsaetze sind analytisch von
+Walter in seiner Dissertation _Ueber den Zusammenhang der Kurven dritter
+Ordnung mit den Kegelschnittscharen_ (Giessen, 1878) bewiesen. Den
+genannten Schriften Schroeters ueber die Kurven dritter Ordnung koennen wir
+nun noch sein neuerdings erschienenes rein geometrisches Lehrbuch: _Die
+Theorie der ebenen Kurven dritter Ordnung_ (Leipzig, 1888) hinzufuegen.
+
+[110] _Math. Ann._ 5.
+
+[111] _Math. Ann._ 1, 13; vgl. Clebsch, _Journ. fuer Math._ 59.
+
+[112] _Irish Trans._ 1869.
+
+[113] Siehe dessen Werk, _Sur une classe remarquable de courbes et surfaces
+algebriques_ (Paris, 1873).
+
+[114] _Journ. fuer Math._ 57, 59, 66.
+
+[115] _Tidsskrift for Mathematik_, IV, 3.
+
+[116] _Forhandlinger af Videnskabs Selskab af Kjobenhavn_ 1879.
+
+[117] Erschienen in den _Collectanea mathematica in memoriam D. Chelini_
+(Mailand, 1881).
+
+[118] _Journ. fuer Math._ 28, 34, 38.
+
+[119] _Journ. fuer Math._ 49, 55; vgl. auch Cayley (das. 58).
+
+[120] _Journ. fuer Math._ 49.
+
+[121] _Berliner Ber._ 1864, sowie _Nouv. Ann._ II, 11.
+
+[122] _Math. Ann._ 1; _Journ. fuer Math._ 72.
+
+[123] Vgl. Note 80.
+
+[124] _Journ. fuer Math._ 66. -- Ueber die Doppeltangenten einer Kurve
+vierter Ordnung sehe man auch folgende Arbeiten: Riemann, _Zur Theorie der
+Abelschen Funktionen fuer den Fall p=3_. _Gesammelte Werke_ (Leipzig,
+1876), S. 456-499; Noether, _Math. Ann._ 15; Cayley, _Journ. fuer Math._
+94; Frobenius (das. 99); Freyberg, _Math. Ann. _17; H. Weber (ebendas. 23).
+
+[125] Um sich von dem bedeutenden Anteil, welchen die Mongesche Schule an
+der Schoepfung der Theorie der Flaechen zweiten Grades hatte, zu
+ueberzeugen, genuegt es, sich folgendes zu vergegenwaertigen: Ihr verdanken
+wir die doppelte Erzeugungsweise des einmanteligen Hyperboloides und des
+hyperbolischen Paraboloides durch die Bewegung einer Geraden (Monge,
+_Journ. Ec. polyt._ 1) und die Erzeugung aller Flaechen zweiten Grades, mit
+Ausnahme des hyperbolischen Paraboloides, durch Bewegung eines Kreises
+(Hachette, _Elements de Geometrie a trois dimensions_). Monge und Hachette
+verdankt man den Beweis der Existenz der drei Hauptebenen einer Oberflaeche
+zweiter Ordnung; Monge (_Correspondance sur l'Ecole polytechnique_) die
+Entdeckung des Ortes der Scheitel der dreirechtwinkligen Trieder, deren
+Kanten eine Flaeche zweiter Ordnung beruehren, und Bobillier (_Gergonnes
+Ann._ 18) die des Ortes der Scheitel der dreirechtwinkligen Trieder, deren
+Seitenflaechen eine Flaeche zweiter Ordnung beruehren; Monge bestimmte die
+Kruemmungslinien des Ellipsoides (_Journ. Ec. polyt._ 2); Livet (das. 13)
+und Binet (ebendas. 16) dehnten die bekannten Lehrsaetze des Apollonius auf
+den Raum aus, waehrend Chasles (_Correspondance sur l'Ec. polyt._) andere
+analoge Saetze gab; Dupin (_Journ. Ec. polyt._ 14) machte einige
+interessante Methoden zur Erzeugung solcher Oberflaechen bekannt. Brianchon
+(das. 13) zeigte, dass die reciproke Polare einer Flaeche zweiten Grades
+ebenfalls eine Flaeche zweiten Grades sei, u. s. w.
+
+[126] _Journ. fuer Math._ 12.
+
+[127] _Irish Proc._ 2.
+
+[128] _Apercu historique_, Note 25, 28, 31, 32; _Comptes rendus_, 1855;
+_Liouvilles Journ._ 1860 u. s. w.
+
+[129] _Journ. fuer Math._ 18, 20, 24, 26, 60, 73, 85, 90.
+
+[130] _Grunerts Arch._ 9.
+
+[131] _Journ. fuer Math._ 62. Ueber die Oberflaechen zweiter Ordnung sehe
+man auch die Abhandlungen von Townsend (_Cambridge Journ._ 3), von Darboux
+(_Bull. Soc. Math._ 2), von Meray und Cremona (_Annali di matem._ I, 3)
+u. s. w. und die _Geometrie de direction_ (Paris, 1869) von P. Serret.
+
+Eine der wichtigsten Fragen, welche sich in der Theorie der Flaechen
+zweiten Grades darbietet, ist die Konstruktion derselben, wenn neun ihrer
+Punkte gegeben sind. Dieselbe wurde von Seydewitz (_Grunerts Arch._ 9),
+Chasles (_Comptes rendus_, 1855), Steiner (_Gesammelte Werke_, II. Bd.,
+_Nachlass_), Schroeter (_Journ. fuer Math._ 62), Sturm (_Math. Ann._ 1) und
+Dino (_Napoli Rend._ 1879) geloest. -- Daran knuepft sich die Untersuchung
+des achten Punktes, der allen Flaechen zweiter Ordnung gemeinsam ist, die
+durch sieben gegebene Punkte gehen. Dieser wurde der Gegenstand wichtiger
+Untersuchungen von Hesse (_Journ. fuer Math._ 20, 26, 73, 75, 99), Picquet
+(das. 73, 99), Caspary, Schroeter, Sturm, Zeuthen (das. 99) und Reye (das.
+100).
+
+Ein anderes interessantes Problem ist die Untersuchung der Flaechen zweiten
+Grades, in bezug auf welche zwei gegebene Flaechen zweiten Grades reziproke
+Polaren voneinander sind; dasselbe wurde analytisch von Battaglini
+behandelt (_Lincei Atti,_ 1875), von d'Ovidio (_Giorn. di Matem._ 10) und
+synthetisch von Thieme (_Zeitschr. f. Math._ 22).
+
+Ueber einige Flaechen zweiten Grades, welche besondere metrische
+Eigenschaften besitzen (orthogonale, gleichseitige Hyperboloide), haben
+geschrieben: Steiner (_Journ. fuer Math._ 2 und _Systematische
+Entwickelung_), Chasles (_Liouvilles Journ._ 1 [1836]), Schroeter (_Journ.
+fuer Math._ 85), Schoenfliess (_Zeitschr. fuer Math._ 23, 24 und _Journ.
+fuer Math._ 99), Vogt (_Journ. fuer Math._ 86) und Ruth (_Wiener Ber._ 80).
+
+Zu den neuesten Studien ueber die Flaechen zweites Grades gehoeren die von
+Zeuthen (_Math. Ann._ 19, 26) ueber die Theorie der projektiven Figuren auf
+einer solchen Flaeche; daran schliessen sich auch einige schoene
+Untersuchungen, welche Voss gemacht hat (_Math. Ann._ 25, 26), um gewisse
+Resultate von Poncelet und Bruno (_Torino Atti_ 17) weiter auszudehnen.
+Auch sind die Anwendungen der hyperelliptischen Funktionen auf sie
+bemerkenswert, welche Staude (_Math. Ann._ 20, 21, 25, 27) gemacht hat.
+
+[132] Davon geben Zeugnis die Partien, welche in ihren wertvollen
+Lehrbuechern diesen Oberflaechen gewidmet haben: Hesse (_Vorlesungen ueber
+die analytische Geometrie des Raumes_), Salmon (_Analytische Geometrie des
+Raumes_), Cremona (_Preliminari di una teoria geometrica delle
+superficie_), Reye (_Die Geometrie der Lage_) und Schroeter (_Theorie der
+Oberflaechen zweiter Ordnung und der Raumkurven dritter Ordnung_).
+
+[133] _Memoire de geometrie sur deux principes generaux de la science_
+(Anhang zum _Apercu historique_).
+
+[134] _Gergonnes Ann._ 17.
+
+[135] _Memoire sur la theorie generale des polaires reciproques_. (_Journ.
+fuer Math._ 4).
+
+[136] _Cambridge Journ._ 2, 4; _Irish Trans._ 23.
+
+[137] _Cambridge Journ._ 7, 8; _Phil. Trans._ 1869, 71 u. 72. Man sehe auch
+die von Zeuthen in den _Math. Ann._ 4, 9, 10, von Jonquieres in den _Nouv.
+Ann._ 13 und von Halphen in den _Annali di Matem._ II, 9 veroeffentlichten
+Abhandlungen.
+
+[138] _Journ. fuer Math._ 15.
+
+[139] _Math. Ann._ 1, 2. Vgl. auch eine Abhandl. von Padova im _Giorn. di
+Matem._ 9, sowie eine von Valentiner, _Tidsskrift for Mathematik_ IV, 3.
+
+[140] _Comptes rendus_ 45.
+
+[141] _Preliminari di una teoria geometrica delle superficie_. (_Bologna
+Mem._ II, 6, 7).
+
+[142] _Wiener Ber._ 1877, 1882.
+
+[143] _Math. Ann._ 27.
+
+[144] _Journ. fuer Math._ 49.
+
+[145] _Cambridge Journ._ 4; _Quart. Journ._ 1; _Phil. Trans._ 1860.
+
+[146] _Journ. fuer Math._ 58, 63.
+
+[147] _Journ. fuer Math._ 72.
+
+[148] _Math. Ann._ 10, 11, 12; _Abzaehlende Geometrie_, 5. Abschnitt. S.
+auch Krey, _Math. Ann._ 15.
+
+[149] _Math. Ann._ 23.
+
+[150] _Journ. fuer Math._ 72, 78, 79, 82.
+
+[151] _Geometry of three dimensions_; in deutscher Uebersetzung von
+Fiedler: _Analytische Geometrie des Raumes in zwei Baenden_ (3. Auflage,
+1879/80).
+
+[152] _Preliminari_ etc. Vgl. Note 141.
+
+[153] Vgl. die in Note 136 und 137 angefuehrten Arbeiten.
+
+[154] _Cambridge Journ._ 6.
+
+[155] Auch im _Journ. fuer Math._ 53 publiziert.
+
+[156] Die einzige mir bekannte Arbeit, welche mit den Studien von Cayley
+und Salmon im Zusammenhange steht, ist eine von Schlaefli (_Quart. Journ._
+2), die besonders dadurch wichtig ist, dass sie die erste ist, welche den
+Begriff der "Doppelsechs" enthaelt.
+
+[157] _Journ. fuer Math._ 62.
+
+[158] _Disquisitiones de superficiebus tertii ordinis_ (Berlin, 1862).
+
+[159] _Journ. fuer Math._ 68; ferner _Grundzuege einer allgemeinen Theorie
+der Oberflaechen_ (Berlin, 1870), in welchem Buche die deutsche
+Uebersetzung der in Note 141 und 152 zitierten "_Preliminari_" und
+diejenige dieser Preisschrift (durch Curtze) vereinigt sind.
+
+[160] _Synthetische Untersuchungen ueber Flaechen dritter Ordnung_.
+Leipzig, 1867.
+
+[161] _Journ. fuer Math._ 51; vgl. eine von Schroeter (das. 96)
+veroeffentlichte Abhandlung.
+
+[162] Vgl. die in Note 158 zitierte Arbeit. -- Man sehe auch Schubert,
+_Math. Ann._ 17.
+
+[163] _Grunerts Arch._ 56.
+
+[164] _Bull. soc. math._ 4.
+
+[165] _Acta math._ 3.
+
+[166] _Lombardo Rend._ Maerz 1871.
+
+[167] _Grunerts Arch._ 56.
+
+[168] _Math. Ann._ 23.
+
+[169] _Lombardo Rend._ 1884; _Annali di Matem._ II, 12.
+
+[170] _Math. Ann._ 13; _Lincei Mem._ 1876-1877.
+
+[171] _Napoli Rend._ 1881.
+
+[172] _Journ. fuer Math._ 78.
+
+[173] _Lombardo Rend._ 1879.
+
+[174] _Acta math._ 5.
+
+[175] _Phil Trans._ 1863; vgl. Cayley (das. 1869).
+
+[176] _Math. Ann._ 14.
+
+[177] _Lombardo Atti_, 1861.
+
+[178] _Theorie der mehrdeutigen Elementargebilde_ u. s. w. Leipzig, 1869;
+_Geometrie der raeumlichen Erzeugnisse ein-zweideutiger Gebilde_, Leipzig,
+1870.
+
+[179] _Ueber die geradlinige Flaeche dritter Ordnung und deren Abbildung
+auf eine Ebene._ (Dissertation. Strassburg, 1876.)
+
+[180] _Math. Ann._ 4.
+
+[181] _Phil. Mag._ 1864.
+
+[182] _Math. Ann._ 10.
+
+[183] _Phil. Trans._ 150.
+
+[184] _Journ. fuer Math._ 58.
+
+[185] _Math. Ann._ 5.
+
+[186] _Lincei Mem._ 1880-1881. Man sehe auch eine Note von Brioschi in den
+_Lincei Atti_ II, 3, in welcher bewiesen wird, dass die 45 dreifach
+beruehrenden Ebenen einer Oberflaeche dritter Ordnung dreien Oberflaechen
+zehnter Klasse gemeinsam sind. Neuerdings fand Bauer (_Abh. der Bayr. Akad.
+der Wiss._ 14, 1883) analytisch von neuem, was Sturm schon 1867 in seinen
+_Synthetischen Untersuchungen ueber Flaechen dritter Ordnung_ erkannt
+hatte, dass die Schnittkurve einer Oberflaeche dritter Ordnung mit ihrer
+Hesseschen Flaeche fuer beide eine parobolische Kurve ist; ein
+bemerkenswertes Resultat, weil es das Analogon im Raume zu einem bekannten
+Satze ueber die ebene kubische Kurve ist.
+
+[187] _Liouvilles Journ._ II, 14; _Traite des substitutions et des
+equations algebriques_ (Paris, 1870).
+
+[188] _Traite des proprietes projectives des figures_.
+
+[189] _Comptes rendus_, 1862.
+
+[190] Ebendas., 1861.
+
+[191] _Phil. Trans._ 1864.
+
+[192] _Bologna Mem._ 1868.
+
+[193] _Berliner Ber._ 1864; _Journ. fuer Math._ 64.
+
+[194] _Nouv. Ann._ II, 5.
+
+[195] Die Dupinsche Cyklide gehoert zu diesen.
+
+[196] Vgl. _Comptes rendus_ 1864.
+
+[197] Die Untersuchungen von Darboux finden sich in dem schon angefuehrten
+Buche: _Sur une classe remarquable de courbes et de surfaces algebriques_
+(Paris, 1873) zusammengefasst.
+
+[198] S. die Aufzaehlung der Arbeiten, die zu Ende des in der vorigen Note
+zitierten Werkes sich findet, und die _Notice sur la vie et les travaux de
+M. Laguerre_, veroeffentlicht von Poincare in den _Comptes rendus_ 104.
+
+[199] _Phil. Trans._ 1871.
+
+[200] _Lombardo Rend._ 1871.
+
+[201] _Journ. fuer Math._ 70.
+
+[202] _Math. Ann._ 4.
+
+[203] _Om Flader af fjerde Orden med Dobbeltkeglesnit_ (Kopenhagen, 1879).
+Von dieser Abhandlung habe ich eine italienische Uebersetzung in den
+_Annali di Matem._ II, 14 veroeffentlicht.
+
+[204] _Journ. fuer Math._ 69.
+
+[205] _Math. Ann._ 1, 2, 3, 4.
+
+[206] _Annali di Matem._ II, 13.
+
+[207] _Leipziger Dissertation_ (Greifswald, 1885).
+
+[208] _Math. Ann._ 19.
+
+[209] _Torino Mem._ II, 36.
+
+[210] _Math. Ann._ 24. Betreffend die Konstruktion einer Oberflaeche
+vierter Ordnung mit Doppelkegelschnitt sehe man eine Abhandlung von Bobek
+(_Wiener Ber._ 11. und 18. Dez. 1884) und eine von Veronese (_Atti dell'
+Istituto Veneto_, VI, 1); hinsichtlich der Konstruktion einer Cyklide sehe
+man eine Abhandlung von Saltel (_Bull. Soc. math._ 3).
+
+[211] Weierstrass, _Berliner Ber._ 1863.
+
+[212] Unter den Eigenschaften der roemischen Flaeche von Steiner verdient
+eine hervorragende Stelle die (durch verschiedene Methoden von Cremona und
+Clebsch nachgewiesene) Eigenschaft, dass sie zu asymptotischen Kurven
+(Haupttangentenkurven) rationale Kurven vierter Ordnung hat. Eine andere
+Eigenschaft derselben wurde von Darboux (_Bull. sciences math._ II, 4)
+entdeckt und besteht darin, dass sie die einzige Flaeche ist, ausser den
+Flaechen zweiten Grades und den Regelflaechen dritten Grades, bei welcher
+durch jeden Punkt unendlich viele Kegelschnitte gehen. Neuerdings hat
+Picard (_Journ. fuer Math._ 100) gezeigt, dass sie die einzige nicht
+geradlinige Oberflaeche ist, deren saemtliche ebene Schnitte rationale
+Kurven sind. Man sehe hierzu noch eine Note von Guccia in den _Rendiconti
+del circolo matematico di Palermo_, 1. -- Lie machte (_Archiv for Math. og
+Naturvidenskab._ 3) die interessante Bemerkung, dass der Ort der Pole einer
+Ebene in Bezug auf die Kegelschnitte einer Steinerschen Flaeche eine
+ebensolche Flaeche ist.
+
+[213] _Journ. fuer Math._ 63; _Lombardo Rend._ 1867.
+
+[214] _Journ. fuer Math._ 64.
+
+[215] _Math. Ann._ 3.
+
+[216] _Journ. fuer Math._ 64; _Proc. math. Soc._ 5.
+
+[217] _Giorn. di Matem._ 1; _Bologna Mem._ 1879.
+
+[218] _Journ. fuer Math._ 67.
+
+[219] _Math. Ann._ 5.
+
+[220] _Nouv. Ann._ II, 11, 12; _Bull. Soc. math._ 1.
+
+[221] _La superficie di Steiner studiata nella sua rappresentazione
+analitica mediante le forme ternarie quadratiche_ (Torino, 1881).
+
+[222] _Berliner Abh._ 1866 und _Berliner Ber._ 1864.
+
+[223] Diese Oberflaeche hat eine fundamentale Bedeutung in der
+mathematischen Theorie des Lichtes. Es ist in der That bekannt, dass die
+Bestimmung der Ebenen, welche sie laengs Kreisen beruehren, Hamilton zur
+Entdeckung der konischen Refraktion fuehrte, einer Erscheinung, welche der
+Aufmerksamkeit der Physiker entgangen war. Sie erfreut sich vieler
+interessanter Eigenschaften und war Gegenstand wichtiger Untersuchungen
+verschiedener Gelehrten, insbesondere Mannheims (_Comptes rendus_, 78, 81,
+85, 88, 90; _Association franc. pour l'avanc. des sciences_ 1874, 75, 76,
+78), _Proc. Roy. Soc._ 1882; _Collectanea mathematica_ u. s. w.
+
+[224] _Liouvilles Journ._ 11; _Journ. fuer Math._ 87. Vgl. eine Abhandlung
+von Segre im _Giorn. di Matem._ 21. Andere Spezialfaelle der Kummerschen
+Flaeche wurden von Rohn und Segre (_Leipziger Ber._ 1884) studiert.
+
+[225] Diese Eigenschaft der Kummerschen Flaeche veranlasste eine
+Untersuchung ueber die Oberflaechen beliebiger Ordnung, welche dieselbe
+besitzen, eine Untersuchung, die schon von Kummer und Cayley unternommen
+ist, _Berliner Ber._ 1878.
+
+[226] _Berliner Ber._ 1870, oder _Math. Ann._ 23.
+
+[227] _Journ. fuer Math._ 97; vgl. Segre das. 98.
+
+[228] _Journ. fuer Math._ 83, 94; oder _Borchardts Gesammelte Werke_
+(Berlin, 1888, S. 341); vgl. Brioschi und Darboux, _Compt. rend._, 1881.
+
+[229] _Journ. fuer Math._ 84.
+
+[230] S. die in Note 207 zitierte Abhandlung, und fuer die Geschichte der
+Anwendung der hyperelliptischen Funktionen auf die Kummersche Oberflaeche
+die Einleitung der Abhandlung von Rohn, _Math. Ann._ 15.
+
+[231] _Journ. fuer Math._ 70.
+
+[232] _Muenchener Dissertation_, 1878; _Math. Ann._ 15.
+
+[233] Die anderen Oberflaechen vierter Ordnung mit singulaeren Punkten
+wurden von Cayley studiert (_Proc. math. Soc._ 1870, 1871), vollstaendiger
+von Rohn in einer sehr schoenen Abhandlung, die von der Jablonowskischen
+Gesellschaft kuerzlich praemiiert ist (vgl. _Math. Ann._ 29). Endlich
+wurden die von Flaechen zweiten Grades eingehuellten Flaechen vierter
+Ordnung von Kummer untersucht, _Berliner Ber._ 1872.
+
+[234] _On the quartic surfaces_ (+) (u, v, w)^2 = 0 (_Quart. Journ._ 10,
+11); _On the quartic surfaces represented by the equation symmetrical
+determinant_ = 0 (_Quart. Journ._ 14).
+
+[235] Bekanntlich nennt man nach Cayley ein Monoid eine Oberflaeche n^{ter}
+Ordnung mit einem (n-1)-fachen Punkte.
+
+[236] _Math. Ann._ 24; vgl. auch die Dissertation von Lampe, Berlin, 1864.
+
+[237] _Math. Ann._ 18, 17. Ausser den im Texte zitierten Oberflaechen
+wurden noch andere spezielle Flaechen studiert, die ich der Kuerze wegen
+uebergehen muss; der groessere Teil derselben wurde vermittelst der Theorie
+der Abbildungen entdeckt oder betrachtet, siehe s. VI.
+
+[238] _Correspondance mathematique_ 9; _Liouvilles Journ._ 2.
+
+[239] _Cambridge Journ._ 8 und _Irish Trans._ 23.
+
+[240] _Phil. Trans._ 1863-1869. In den angefuehrten Arbeiten haben Cayley
+und Salmon die Regelflaechen bearbeitet als die Oerter der Geraden, die
+drei gegebene Kurven treffen, oder eine einmal und eine zweite zweimal
+treffen, oder Trisekanten einer Kurve sind. Rupp hat neuerdings diese
+Betrachtungen wieder aufgenommen, um auf eine andere Weise die Resultate zu
+erhalten und zu modifizieren, zu denen jene Mathematiker gelangt waren
+(_Math. Ann._ 18).
+
+[241] _Annali di Matem._ II, 1.
+
+[242] _Traite de geometrie descriptive_, Art. 629 u. 635.
+
+[243] _Math. Ann._ 8, 12, 13.
+
+[244] _Comptes rendus_, 1862; vgl. d'Ovidio und Dino, _Giorn. di Matem._ 3.
+
+[245] _Dissertation_, gedr. zu Berlin 1864, und _Journ. fuer Math._ 67.
+
+[246] _Recherches sur les surfaces reglees tetraedrales symetriques_
+(Paris, 1867). Ich bemerke, dass ein Bueschel von Oberflaechen, die in
+Bezug auf ein Tetraeder symmetrisch sind, mit einem projektiven
+Ebenenbueschel eine bemerkenswerte Flaeche erzeugt, die von Eckardt
+(_Zeitschr. f. Math._ 20) bearbeitet ist und welche die allgemeine
+Oberflaeche dritter Ordnung in sich schliesst.
+
+[247] _Math. Ann._ 5.
+
+[248] _Annali di Matem._ II, 4.
+
+[249] _Prager Abhandlungen_ VI, 5.
+
+[250] _Memoires de Bordeaux_ II, 3.
+
+[251] _Ueber die Flaechen, deren Gleichungen aus denen ebener Kurven durch
+eine bestimmte Substitution hervorgehen. Math. Ann._ 7.
+
+[252] _Lincei Mem._ 1878-1879.
+
+[253] _Math. Ann._ 4.
+
+[254] _Math. Ann._ 27, 29. S. auch eine Abhandlung von Eckardt (daselbst
+7).
+
+[255] _Math. Ann._ 3.
+
+[256] das. 14, 15. S. auch eine Bemerkung von Dino, _Napoli Rend._ 19.
+
+[257] _Comptes rendus_, 52.
+
+[258] _Journ. fuer Math._ 68.
+
+[259] _Math. Ann._ 2.
+
+[260] _Proc. math. Soc._ 4; _Comptes rendus_, 1861; vgl. Hungady _Journ.
+fuer Math._ 92.
+
+[261] Klein und Lie, _Comptes rendus_, 70.
+
+[262] Fouret, _Bulletin de la Societe philomatique_, VII, 1.
+
+[263] Jung, _Lincei Rend._ 1885 und 1886. S. auch zwei Bemerkungen ueber
+denselben Gegenstand, veroeffentlicht von Visalli (ebendas. 1886).
+
+[264] Goursat, _Ann. Ec. norm._ III, 4; Lecornu, _Acta math._ 10.
+
+[265] Cfr. die bewunderungswerten _Vergleichenden Betrachtungen ueber
+neuere geometrische Forschungen_ von F. Klein (Erlangen, 1872).
+
+[266] Veroeffentlicht im Jahre 1795 unter dem Titel: _Feuilles d'Analyse
+appliquee a la Geometrie_. Die letzte (fuenfte) Ausgabe wurde von Liouville
+im Jahre 1850 besorgt und durch einen Anhang sehr wertvoller Noten
+bereichert.
+
+[267] Der Koeniglichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Goettingen
+ueberreicht am 8. Oktober 1827 und abgedruckt im 6. Bande der
+_Commentationes recentiores societatis Gottingensis_. Diese
+_Disquisitiones_ stehen im 4. Bande der von der genannten Gesellschaft
+herausgegebenen _Werke_ von Gauss, ferner in franzoesischer Uebersetzung in
+der angefuehrten Liouvilleschen Ausgabe des Werkes von Monge.
+
+[268] Wenn x = e(t), y = f(t), z = g(t) die Ausdruecke der Koordinaten der
+Punkte dieser Kurve in Funktionen eines Parameters t sind und F(x, y, z) =
+0 die Gleichung der gegebenen Oberflaeche, so ist die fragliche Enveloppe
+die der Oberflaeche F{x + e(t), y + f(t), z + g(t)} = 0.
+
+[269] Ueber solche Flaechen sehe man die neue Arbeit von Lie (_Archiv for
+Mathematik og Naturvidenskab_ 7).
+
+[270] Vor Monge hatten sich schon Euler (_Histoire de l'Academie de
+Berlin_, 1766) und Meunier (_Memoires de l'Academie des sciences de Paris_
+10, 1776) mit diesem Thema beschaeftigt.
+
+[271] Unter den neueren Arbeiten ueber die Kruemmungslinien fuehren wir nur
+die von Hamilton, Frost und Cayley an, die sich als Aufgabe gestellt haben,
+zu finden, wie dieselben um einen Nabelpunkt herum verteilt sind (_Quart.
+Journ._ 12).
+
+[272] Vgl. hierzu eine von Cremona veroeffentlichte Arbeit in den _Bologna
+Mem._ III, 1. Wir fuehren hier auch einige Noten von Darboux an (_Comptes
+rendus_, 84, 92, 97), welche die Bestimmung der Kruemmungslinien einiger
+spezieller bemerkenswerter Flaechen zum Zwecke haben.
+
+[273] Die Differentialgleichung der Minimalflaechen verdanken wir Lagrange
+(_Miscellanea Taurinensia_, 1760-1761); die geometrische Interpretation
+derselben wurde ein wenig spaeter von Meunier gegeben (vgl. Note 270).
+
+[274] An die in den ss. 18 und 21 der _Application_ gemachten
+Untersuchungen knuepft sich eine Abhandlung von O. Rodrigues, die sich in
+der _Correspondance sur l'Ecole polytechnique_ 3 findet.
+
+[275] Ausser den Kruemmungs- und asymptotischen Linien auf einer Flaeche
+sind noch diejenigen bemerkenswert, bei denen die Schmiegungskugel in einem
+beliebigen ihrer Punkte die Oberflaeche selbst beruehrt. Dieselben wurden
+von Darboux (_Comptes rendus_ 83) und von Enneper (_Goettinger
+Nachrichten_, 1871) studiert.
+
+[276] Dupin fand (_Applications de Geometrie et de Mechanique_, 1822), dass
+die einzigen Oberflaechen, bei denen saemtliche Kruemmungslinien Kreise
+sind, die Kugel, der Rotations-Kegel und -Cylinder und die Cyklide sind,
+welch letztere er schon als die Enveloppe einer Kugel erkannt hatte, die
+sich so bewegt, dass sie immer drei feste Kugeln tangiert.
+
+[277] _Liouvilles Journ._ 13.
+
+[278] _Journ. Ec. polyt._ 19, 35; _Comptes rendus_ 42.
+
+[279] _Atti dell' Accademia dei Quaranta_, 1868-1869; _Annali delle
+Universita toscane_, 1869; _Annali di Matem._ II, 1, 4.
+
+[280] _Goettinger Abh._ 13, 16, 23; _Journ. fuer Math._ 94.
+
+[281] _Comptes rendus_, 96.
+
+[282] das. 46.
+
+[283] _Journ. Ec. polyt._ 53.
+
+[284] _Journ. fuer Math._ 94.
+
+[285] _Goettinger Dissertation_, 1883.
+
+[286] _Journ. fuer Math._ 59.
+
+[287] _Annali di Matem._ I, 8.
+
+[288] _Archiv for Math. og Naturvidenskab_, 4; _Bull. Sciences math._ II,
+4.
+
+[289] _Journ. fuer Math._ 62.
+
+[290] _Berliner Ber._ 1840; _Journ. fuer Math._ 24.
+
+[291] _Berliner Ber._ 1866.
+
+[292] _Abhandlungen der Jablonowskischen Gesellschaft zu Leipzig_ 4;
+_Journ. fuer Math._ 13.
+
+[293] _Liouvilles Journ._ II, 5.
+
+[294] das. I, 11.
+
+[295] _Goettinger Abh._ 13, _oder Gesammelte Werke_ S. 283 und 417.
+Niewenglowski hat die Riemannschen Untersuchungen in elementarer Form
+dargelegt in den _Ann. Ec. norm._ II, 9.
+
+[296] _Berliner Ber._ 1867.
+
+[297] _Math. Ann._ 1.
+
+[298] _Akademiens Afhandlingar_, _Helsingfors_, 1883.
+
+[299] _Journ. Ec. polyt._ 37.
+
+[300] _Heidelberger Dissertation_, 1875.
+
+[301] _Comptes rendus_ 41; vgl. Enneper, _Zeitschr. f. Math._ 7, 9.
+
+[302] _Journ. Ec. polyt._ 39.
+
+[303] _Bestimmung einer speziellen Minimalflaeche_ (Berlin, 1871). Vgl.
+Cayley, _Quart. Journ._ 14.
+
+[304] _Journ. fuer Math._ 80.
+
+[305] das. 87; _Comptes rendus_ 96.
+
+[306] _Zeitschr. f. Math._ 14; _Goettinger Nachr._ 1866.
+
+[307] _Liouvilles Journ._ II, 8.
+
+[308] _Bologna Mem._ II, 7. Die wunderschoene Einleitung dieser Abhandlung
+enthaelt die Geschichte der Theorie der Minimalflaechen.
+
+[309] _Archiv for Math. og Naturv._ 3, 4, 6; _Math. Ann._ 14, 15.
+
+[310] _Journ. fuer Math._ 81, 85.
+
+[311] _Annali di Matem._ II, 9.
+
+[312] _Etude des elassoides. Memoires couronnes par l'Academie de Belgique_
+44.
+
+[313] _Giorn. di Matem._ 22.
+
+[314] _Lombardo Rend._ 1876; _Giorn. di Matem._ 14.
+
+[315] _Journ. fuer Math._ 78.
+
+[316] Das Studium der Kruemmung einer Oberflaeche in einem singulaeren
+Punkte wurde von Painvin im _Journ. fuer Math._ 72 angestellt.
+
+[317] Ein analoger Satz wurde neuerdings von Sturm entdeckt (_Math. Ann._
+21).
+
+[318] Einige Vervollkommnungen und Ergaenzungen dieses Teiles der
+Gaussischen Abhandlung wurden von Liouville (_Journ. Ec. polyt._ 24), von
+Baltzer (1818-1887) (_Leipziger Berichte_ 1872) und durch von Escherich
+(_Grunerts Arch._ 57) vorgenommen.
+
+[319] Der Satz von Gauss: "Damit eine Oberflaeche auf eine andere
+abwickelbar sei, ist notwendig, dass die Kruemmung in den entsprechenden
+Punkten gleich sei", wurde auf verschiedene Arten von Liouville
+(_Liouvilles Journ._ 12), von Bertrand, Puiseux und Diguet (das. 13)
+bewiesen. Vgl. auch Minding, _Journ. fuer Math._ 19.
+
+[320] _Annali di Matem._ II, 1.
+
+[321] _Bologna Mem._ II, 8.
+
+[322] _Math. Ann._ 1.
+
+[323] _Comptes rendus_ 37.
+
+[324] das. 44, 46, 57, 67.
+
+[325] _Annali di Matem._ I, 7. -- Das allgemeinere Problem der Bestimmung
+zweier Oberflaechen, so dass jedem Punkte der einen ein Punkt oder eine
+Gruppe von Punkten der anderen entspricht, und dass den geodaetischen
+Linien der einen geodaetische Linien der anderen korrespondieren, wurde
+spaeter von Dini behandelt. (_Annali di Matem._ II, 3).
+
+[326] _Giorn. di Matem._ 6.
+
+[327] _Comptes rendus_, 1865.
+
+[328] _Archiv for Math. og Nat._ 4, 5.
+
+[329] _Giorn. di Matem._ 16, 20, 21.
+
+[330] _Lund Arskrift_ 19.
+
+[331] _Comptes rendus_ 96, 97.
+
+[332] _Acta math._ 9.
+
+[333] _Journ. fuer Math._ 64.
+
+[334] _Berliner Ber._ 1882-1883. -- Hieran schliesst sich die Schrift von
+Lilienthal's: _Untersuchungen zur allgemeinen Theorie der krummen
+Oberflaechen und der geradlinigen Strahlensysteme_ (Bonn, 1886).
+
+[335] _Journ. fuer Math._ 26, 30. -- Joachimsthals Vorlesungen: _Anwendung
+der Differential- und Integralrechnung auf die allgemeine Theorie der
+Flaechen und der Linien doppelter Kruemmung_ erschienen nach seinem Tode
+(Leipzig, 2. Auflage, 1881).
+
+[336] _Goettinger Nachr._ 1867.
+
+[337] _Lombardo Atti_ II, 1.
+
+[338] _Programm der Universitaet von Christiania_, 1879.
+
+[339] _Math. Ann._ 20.
+
+[340] _Journ. fuer Math._ 6, 18, 19.
+
+[341] _Journ. Ec. polyt._ 39.
+
+[342] _Mem. pres._ 27 (1879) (_Memoire relatif a l'application des surfaces
+les unes sur les autres_).
+
+[343] _Journ. Ec. polyt._ 41, 42.
+
+[344] _Berliner Abh._, 1869.
+
+[345] _Journ. fuer Math._ 94.
+
+[346] _Berliner Ber._ 1882.
+
+[347] _Muenchener Abh._ 14.
+
+[348] _Journ. fuer Math._ 6.
+
+[349] _Irish Trans._ 22, I. T.
+
+[350] _Giorn. di Matem._ 2.
+
+[351] _Goettinger Nachr._ 1875.
+
+[352] _Giorn. di Matem._ 21.
+
+[353] _Journ. Ec. polyt._ 48.
+
+[354] _Bologna Mem._ IV, 3.
+
+[355] _Mem. pres._ 5; _Liouvilles Journ._ 2. -- Unter den vielen
+Anwendungen, die man von den elliptischen Koordinaten gemacht hat, wollen
+wir nur diejenigen anfuehren, die Jacobi davon gemacht hat bei der
+Bestimmung der geodaetischen Linien (_Journ. fuer Math._ 14; _Comptes
+rendus_ 8; _Liouvilles Journ._ 6) und bei einigen Fragen der Dynamik. S.
+_Vorlesungen ueber Dynamik_, 1866 in erster, 1884 in zweiter Ausgabe als
+Supplementband zu den _Gesammelten Werken_ erschienen.
+
+[356] _Journ. Ec. polyt._ 23.
+
+[357] _Liouvilles Journ._ 5.
+
+[358] das. 4.
+
+[359] das. 8.
+
+[360] _Comptes rendus_ 48, 54; _Journ. fuer Math._ 58; _Annali di Matem._
+I, 6 und II, 1, 3, 5.
+
+[361] _Annali di Matem._ II, 1.
+
+[362] das. II, 1, 2, 4, 5.
+
+[363] _Bologna Mem._ 1868-1869.
+
+[364] _Ann. Ec. norm._ II, 7.
+
+[365] _Ann. Ec. norm._ I, 4.
+
+[366] _Journ. Ec. polyt._ 43.
+
+[367] _Annales des mines_ VII, 5.
+
+[368] _Liouvilles Journ._ 11.
+
+[369] das. 12.
+
+[370] _Comptes rendus_ 54.
+
+[371] _Memoires couronnes par l'Academie de Belgique_, 32.
+
+[372] _Comptes rendus_ 59.
+
+[373] das. 59, 60, 67, 76; _Ann. Ec. norm._ I, 2; II, 3.
+
+[374] _Comptes rendus_ 74, 75; _Phil. Trans._ 163. Vgl. Weingarten, _Journ.
+fuer Math._ 83.
+
+[375] _Comptes rendus_ 76.
+
+[376] _Journ. fuer Math._ 85.
+
+[377] das. 76; vgl. Darboux, _Comptes rendus_ 84.
+
+[378] _Grunerts Arch._ 55, 56, 57, 58 und 63.
+
+[379] _Giorn. di Matem._ 21, 22; _Annali di Matem._ II, 13; _Lincei Rend._
+1886.
+
+[380] _Memoires de l'Academie de Toulouse_ VIII, 1.
+
+[381] _Archiv for Math. og Naturv._ 7.
+
+[382] _Goettinger Abh._ 19. -- Wenn u der Winkel der Normalen der
+Oberflaeche in einem Punkte mit der z-Axe, und v der Winkel der Projektion
+derselben auf die xy-Ebene mit der x-Axe ist, so nennt man nach Enneper
+Kurven, deren Gleichungen u = _const._ oder v = _const._ sind,
+Meridiankurven.
+
+[383] _Comptes rendus_ 74; _Proc. math. Soc._ 4.
+
+[384] _Berliner Ber._ 1883.
+
+[385] _Goettinger Dissertation,_ 1883.
+
+[386] _Giorn. di Matem._ 17.
+
+[387] _Memoires de la societe scientifique de Bruxelles_ 5, 7, 8.
+
+[388] _Ann. Ec. norm._ II, 3; _Journ. Ec. polyt._ 53.
+
+[389] _Liouvilles Journ._ 9, 12.
+
+[390] _Journ. Ec. polyt._ 30, 32; _Liouvilles Journ._ 14; _Comptes rendus_
+54.
+
+[391] Man sehe auch die _These_ (Dissertation) von Picart, _Essai d'une
+theorie geometrique des surfaces_ (Paris, 1863).
+
+[392] _Liouvilles Journ._ II, 17 und III, 4; _Bull. Soc. math. _2, 5, 6;
+_Comptes rendus_ 74, 78, 79, 80, 82, 83, 84, 85, 86, 88; _Proc. math. Soc._
+12; _The Messenger of Mathematics_ II, 8.
+
+[393] _Enumeratio linearum tertii ordinis_ (1706). Indem wir eine Bemerkung
+von Bellavitis (1803-1880) verwerten (s. s. 107 der Schrift _Sulla
+classificazione delle curve di terzo ordine, Memorie della Societa italiana
+delle scienze residente in Modena_, Bd. 25, II. Teil S. 34), geben wir
+dieses Resultat wieder, indem wir sagen, dass jede Kurve dritter Ordnung
+sich durch eine geeignete projektive Transformation auf eine der folgenden
+Formen bringen laesst: Kurve, bestehend aus einem Schlangenzuge und einem
+Ovale (_parabola campaniformis cum ovali_), Kurve mit einem Doppelpunkte
+(_parabola nodata_), Kurve, bestehend aus einem Schlangenzuge (_parabola
+pura_), Kurve mit einem isolierten Punkte (_parabola punctata_), Kurve mit
+einer Spitze (_parabola cuspidata_). Unter den Beweisen, die fuer diesen
+Satz gegeben sind, fuehre ich den von Moebius an, der sich auf die
+Prinzipien der analytischen Sphaerik gruendet (_Gesammelte Werke_, II. Bd.
+S. 89-176), und den, der aus der Klassifikation von Bellavitis (s. oben)
+hervorgeht. An Moebius schliesst sich an: M. Baur, _Synthetische Einteilung
+der ebenen Kurven III. Ordnung_ (Stuttgart, 1888). Dann bemerke ich noch
+hierzu, dass die Einteilungen, die von Moebius und Bellavitis (fast
+gleichzeitig, da die erste 1852 veroeffentlicht wurde und die zweite 1851
+geschrieben und 1855 veroeffentlicht wurde) vorgeschlagen sind, gemeinsam
+haben, dass sie die Kollineation als Grundlage der Bildung der Gattungen,
+die Affinitaet zur Grundlage der Bildung der Arten dieser Kurven nehmen.
+Plueckers Einteilung befindet sich im _System der analytischen Geometrie_.
+J. W. Newman hat der _British Association for the Advancement of Science_
+(vgl. Report 1869-1870) eine Diskussion der Formen der ebenen kubischen
+Kurven und eine daraus sich ergebende Nomenklatur vorgelegt, die von der
+gewoehnlich ueblichen abweicht.
+
+[394] _Apercu historique_, Note 20.
+
+[395] _Journ. fuer Math._ 75 und 76. Wir koennen hinzufuegen, dass Reye im
+Anhange der 3. Auflage des ersten Teiles seiner _Geometrie der Lage_, der
+vor wenigen Monaten erschienen ist, eine neue und elegante Methode zur
+Bestimmung der Formen der ebenen kubischen Kurven einfuehrt, indem er sie
+als die Jacobischen Kurven von Kegelschnittnetzen auffasste.
+
+[396] ss. 12, 13, 14, 15.
+
+[397] _The Messenger of Mathematics_ II, 6.
+
+[398] _Anwendung der Topologie auf die Gestalten der algebraischen Kurven,
+speziell der rationalen Kurven vierter und fuenfter Ordnung_ (Muenchener
+Dissertation, 1878).
+
+[399] _Irish Trans._ 1875.
+
+[400] _Beitraege zur Theorie der Oskulationen bei ebenen Kurven dritter
+Ordnung_ (Berliner Dissertation, 1884).
+
+[401] _Math. Ann._ 7, 10. S. uebrigens die Abhandlung: _Almindelige
+Egenskaber ved Systemer af plane Kurver_ (Abh. der Akad. der Wissensch. in
+Kopenhagen V, 10).
+
+[402] _Math. Ann._ 12; _Tidsskrift for Mathem._ IV, 1.
+
+[403] _Math. Ann._ 10. Vgl. auch Perrin, _Bull Soc. math._ 6.
+
+[404] _Theorie der algebraischen Kurven_ S. 249 flgg. -- Im Anschluss an
+Pluecker moegen noch Beers _Tabulae curvarum quarti ordinis symmetricarum_
+(Bonn, 1862) erwaehnt werden.
+
+[405] "Eine Kurve vom Geschlechte p kann hoechstens aus p + 1 Zuegen
+bestehen". _Math. Ann._ 10. Der Spezialfall dieses Satzes, p = 0, ist seit
+langer Zeit bekannt; schon Bellavitis hatte denselben in der vorher
+angefuehrten Abhandlung besprochen; er erklaert die Benennung _unicursal_,
+die von Cayley den rationalen Kurven gegeben war, und die von vielen noch
+heute gebraucht wird.
+
+[406] _Gesammelte Werke_ 2, S. 433.
+
+[407] _Math. Ann._ 12, 13; _Leipziger Ber._ 1884.
+
+[408] _Math. Ann._ 6.
+
+[409] _Annali di Matem._ II, 5 und 7.
+
+[410] _Math. Ann._ 8.
+
+[411] _Muenchener Ber._ 1883.
+
+[412] _Quart. Journ._ 9.
+
+[413] Siehe die schon zitierte Abhandlung: _Om Flader af fjerde Orden med
+Doppeltkeglesnit_.
+
+[414] _Om Flader af fjerde Orden med Tilbagegangskeglesnit_ (Kopenhagen,
+1881).
+
+[415] _Muenchener Dissertation_, 1878; _Math. Ann._ 15, 18, 28, 29.
+
+[416] Fuer den, der sich mit der Konstruktion spezieller Oberflaechen
+befassen will, fuehre ich die praktischen Regeln an, welche Hicks
+(_Messenger of Mathematics_ II, 5) fuer die Konstruktion der Wellenflaeche
+gegeben hat.
+
+[417] _Zeitschr. f. Math._ 25.
+
+[418] _Modelle von Raumkurven- und Developpabelen-Singularitaeten_ (Lund,
+Gleerup, 1881).
+
+[419] Unter den von Steiner ausgesprochenen Saetzen, nach deren Ursprung
+wir, seine Nachfolger, vergebens suchen, finden sich einige derartige (s.
+_Journ. fuer Math._ 37, 45, 49; _Gesammelte Werke_, II. Bd. S. 389, 439 und
+613), welche glauben lassen, dass er eine Methode besessen habe, um einige
+von den im Texte gekennzeichneten Problemen zu loesen. Etliche lassen sich
+durch eine quadratische Transformation beweisen, wie Berner in seiner
+Dissertation: _De transformatione secundi ordinis ad figuras geometricas
+adhibita_ (Berlin, 1864) gezeigt hat. -- Jonquieres (_Liouvilles Journ._
+II, 6; _Comptes rendus_, 1864, 65 und 66) fand auch eine Weise, um zur
+Loesung einiger Probleme dieser Art zu gelangen, aber der von ihm
+eingeschlagene Weg (welcher der Hauptsache nach in einer Anwendung des
+Bezoutschen Satzes besteht) fuehrte ihn unbedingt zu Irrtuemern wegen
+uneigentlicher (fremder) Loesungen, die er nicht ausgeschieden hatte. Vgl.
+die schoene Abhandlung von Study in den _Math. Ann._ 27.
+
+[420] _Comptes rendus_, 1864; vgl. auch Zeuthen, _Nyt Bidrag til Laeren om
+Systemer af Keglesnit_ (Kopenhagen, 1865) oder _Nouv. Ann._ II, 5; Dino,
+_Comptes rendus_, 1867. Die Baende der _Comptes rendus_ von 1864 ab
+enthalten eine ungeheuere Anzahl von Lehrsaetzen verschiedener Art, die von
+Chasles aufgestellt sind und deren Beweis sich auf die Theorie der
+Charakteristiken und auf das Korrespondenzprinzip stuetzt. Unter diesen
+Arbeiten ist eine der bemerkenswertesten diejenige, in welcher der
+Verfasser mit Hilfe des Korrespondenzprinzips die Zahl der Schnitte zweier
+Kurven in einer Ebene bestimmt (_Comptes rendus_ 75). Die dort angewandte
+Beweisfuehrung kann verallgemeinert werden und in vielen Faellen dazu
+dienen, die Zahl der Loesungen eines bestimmten Systemes von algebraischen
+Gleichungen zu finden. (S. Saltel, _Memoires de l'Academie de Belgique_ 24;
+_Comptes rendus_ 81; Fouret, _Bull. Soc. math._ 1, 2; _Comptes rendus_ 78.
+
+[421] _Comptes rendus_ 61.
+
+[422] Ebendas. 62. S. auch Salmon, _Quart. Journ._ 1866; Schubert, _Journ.
+fuer Math._ 71 und 73. -- Eine interessante Anwendung der Theorie der
+Systeme von Flaechen zweiter Ordnung auf das Studium der quadratischen
+(vorletzten) Polaren der Punkte des Raumes in bezug auf eine beliebige
+algebraische Flaeche wurde von Zeuthen gemacht (_Annali di Matem._ II. 4).
+
+[423] Vgl. auch _Comptes rendus_ 74, 75.
+
+[424] Paris, 1871.
+
+[425] _Journ. fuer Math._ 79, 80.
+
+[426] _Goettinger Nachr._ 1874, 75; _Math. Ann._ 13.
+
+[427] _Phil. Trans._ 1858.
+
+[428] _Recherches sur les series ou systemes de courbes et de surfaces
+algebriques_ (Paris, 1866); _Comptes rendus_, 1866; _Journ. fuer Math._ 66
+u. s. w. Die eleganten analytischen Untersuchungen von Brill und Krey
+(_Math. Ann._ und _Acta math._) haben zum Ziele die Aufloesung von
+Problemen aus der abzaehlenden Geometrie, die sich auf Systeme von Kurven
+und Oberflaechen beziehen.
+
+[429] _Annali di Matem._ II, 6; _Proc. math. Soc._ 5, 6, 8.
+
+[430] _Math. Ann._ 1, 6, 12, 15.
+
+[431] _Compt. rend._ 88. Bemerkenswert in dieser Abhandlung ist die
+Ausdehnung des Begriffes des Geschlechtes einer Kurve auf Systeme von
+Kurven.
+
+[432] _Math. Ann._ 6.
+
+[433] _Comptes rendus_ 78 und 86; _Bull. Soc. math._ 2 und 7.
+
+[434] _Comptes rendus_ 79, 86.
+
+[435] das. 82, 84.
+
+[436] das. 80.
+
+[437] das. 82.
+
+[438] Andere Anwendungen dieses Prinzipes finden sich in den von Fouret
+veroeffentlichten Arbeiten in den _Comptes rendus_ 83, 85, im _Bull. Soc.
+math._ 6 und im _Bulletin de la Societe philomathique_ VI, 11. -- Wir
+bemerken, dass die geometrische Interpretation der Gleichung
+
+ ( dz dz ) ( dz ) ( dz )
+ L ( x -- + y -- - z ) - M ( -- ) - N ( -- ) + R = 0,
+ ( dx dy ) ( dx ) ( dy )
+
+wenn L, M, N, R lineare Funktionen sind, welche von Fouret in den _Comptes
+rendus_ 83 gegeben ist, ihn zu gewissen Oberflaechen fuehrte, die zuerst
+von Klein und Lie studiert worden waren (_Comptes rendus_ 70).
+
+[439] Leipzig, 1879. In demselben sind die frueheren Arbeiten von Schubert
+vereinigt und befinden sich die Grundlagen seiner spaeteren Arbeiten.
+
+[440] Das erste dieser Prinzipien wurde von Chasles fuer die rationalen
+Gebilde erster Stufe (_Comptes rendus_ 1864-1866) ausgesprochen und dann
+von Cayley auf alle Gebilde erster Stufe ausgedehnt (_Comptes rendus_ 62,
+_Proc. math. Soc._ 1866), und noch vollstaendiger im _Second memoir on the
+curves which satisfy given conditions_ (_Phil. Trans._ 158). Bewiesen wurde
+das Cayleysche Prinzip von Brill (_Math. Ann._ 6 und 7), neuerdings wurde
+es in einer sehr bemerkenswerten Weise von Hurwitz ausgedehnt (_Math. Ann._
+28).
+
+Saltel ergaenzte das Chaslessche Korrespondenzprinzip, indem er die
+Bestimmung der Zahl der Koinzidenzen, die ins Unendliche fallen, zeigte
+(_Comptes rendus_ 80) und illustrierte seine Resultate durch mehrere
+Beispiele (_Comptes rendus_ 80, 81, 82, 83, und _Bulletin de l'Academie de
+Belgique_ II, 92).
+
+Fuer die rationalen Gebilde zweiter und dritter Stufe hat man auch ein
+Korrespondenzprinzip, welches von Salmon (_Geometry of three dimensions_
+II. Aufl.) und von Zeuthen (_Comptes rendus_ 78) entdeckt ist. Fuer die
+Gebilde hoeherer Stufe siehe eine Note von Pieri in den _Lincei Rend._
+1887.
+
+[441] Betreffend andere bibliographische Einzelheiten ueber diesen Zweig
+der Geometrie vgl. man den Artikel von Painvin, der in dem _Bull. Sciences
+math._ 3 veroeffentlicht ist, sowie einen von mir selbst in der
+_Bibliotheca mathematica_ II, 2 (1888), S. 39, 67 veroeffentlichten Artikel
+_Notizie storiche sulla geometria numerativa_.
+
+[442] _Comptes rendus_ 67.
+
+[443] _Math. Ann._ 6.
+
+[444] _Vorlesungen ueber Geometrie_ von A. Clebsch (herausgegeben von
+Lindemann) (Leipzig, 1876) S. 399.
+
+[445] _Goettinger Nachr._ 1876.
+
+[446] _Comptes rendus_, 1876; _Journ. Ec. polyt._ 45; _Proc. math. Soc._ 9,
+10; _Math. Ann._ 15.
+
+[447] _Journ. Ec. polyt._ 45.
+
+[448] Auch von dem Satze, den Cremona ausgesprochen hat (_Annali di Matem._
+I, 6 und _Giorn. di Matem._ 3) ueber die doppelt unendlichen Systeme von
+Kegelschnitten, als Erweiterung des Satzes von Chasles, kann man eine
+Anwendung machen, worueber man das einsehen moege, was del Pezzo in seiner
+interessanten Abhandlung _Sui sistemi di coniche_ (_Napoli Rend._ 1884)
+auseinandergesetzt hat, und neuere Beobachtungen von Study (_Math. Ann._
+27).
+
+[449] _Mem. pres._ 1, 1806.
+
+[450] das. (aeltere Serie) 10, 1785, und die schon zitierte _Application_.
+
+[451] _Mem. pres._ 9, 1781.
+
+[452] _Journ. Ec. polyt._ 30.
+
+[453] _Liouvilles Journ._ 17.
+
+[454] das. 16.
+
+[455] Man sehe die Noten zur _Application de l'Analyse a la Geometrie_, 5.
+Aufl. und _Liouvilles Journ._ 17.
+
+[456] _Liouvilles Journ._ 15, 16.
+
+[457] das. 7.
+
+[458] _Forhandlingar i Videnskab-Selskabet i Christiania_, 1882.
+
+[459] Eingehenderes findet man in der Note 65 der _Analytischen Geometrie
+des Raumes_ von G. Salmon, deutsch bearbeitet von W. Fiedler, 3. Aufl.
+1880, II. Teil S. 37. -- In Bezug auf eine synthetische Darstellung der
+Differentialgeometrie der Raumkurven sehe man Schell, _Allgemeine Theorie
+der Kurven doppelter Kruemmung in rein geometrischer Darstellung_ (Leipzig,
+1859), und Paul Serret, _Theorie nouvelle geometrique et mecanique des
+courbes a double courbure_ (Paris, 1860).
+
+[460] Vgl. Magnus, _Aufgaben und Lehrsaetze aus der analytischen Geometrie
+des Raumes,_ 1837, S. 160.
+
+[461] Die Existenz zweier Raumkurven vierter Ordnung wurde zuerst durch
+Salmon im Jahre 1850 (_Cambridge Journ._ 5) und darauf von Steiner (_Journ.
+fuer Math._ 53) bekannt gemacht.
+
+[462] Auf der kubischen Flaeche treten schon von der sechsten Ordnung ab
+gegen die Geraden der Flaeche verschiedenartig sich verhaltende Kurven
+derselben Ordnung auf, die in der Zahl der scheinbaren Doppelpunkte
+uebereinstimmen. Vgl. Sturm, _Math. Ann._ 21.
+
+[463] _Liouvilles Journ._ 10, oder _Cambridge Journ._ 5. Dieser Abhandlung
+folgte eine, die von Salmon in demselben Bande des _Cambr. Journ._
+veroeffentlicht wurde, und zu ihrer Ergaenzung wiederum dient eine von
+Zeuthen, die in den _Annali di Matem._ II, 3 abgedruckt ist. -- An sie
+schliessen sich ferner die Schriften, welche Cayley (_Phil. Trans._ 153),
+Piquet (_Comptes rendus_ 77 und _Bull. Soc. math._ 1), und Geiser
+(_Collectanea mathematica in memoriam D. Chelini_, Mailand, 1881)
+geschrieben haben ueber die Geraden, welche eine Raumkurve eine gewisse
+Anzahl Male schneiden.
+
+[464] _Comptes rendus_ 54 und 58. Mit dieser Abhandlung vergleiche man die
+Dissertation von Ed. Weyr, _Ueber algebraische Raumkurven_ (Goettingen,
+1873) und andere Schriften desselben Verfassers (_Comptes rendus_ 76,
+_Wiener Ber._ 69). Den zitierten Abhandlungen von Cayley muesste ich noch
+eine dritte hinzufuegen (_Quart. Journ._ 3), in welcher der Autor sich die
+Aufgabe gestellt hat, eine Kurve als Komplex ihrer Sekanten (im Sinne
+Plueckers) zu betrachten und sie daher mittelst einer einzigen Gleichung
+zwischen den Koordinaten einer Geraden im Raume darzustellen, aber ich kann
+davon absehen, da die Fruchtbarkeit einer solchen Betrachtung noch nicht
+dargethan ist.
+
+[465] Halphen, _Memoire sur la classification des courbes gauches
+algebriques_ (_Journ. Ec. polyt._ 52). Man sehe auch desselben Autors
+Abhandlung _Sur les singularites des courbes gauches algebriques_ (_Bull.
+Soc. math._ 9). -- Noether, _Zur Grundlegung der Theorie der algebraischen
+Raumkurven_ (_Berliner Abh._ 1883, _Journ. fuer Math._ 93).
+
+[466] _Comptes rendus_ 70; _Bull. Soc. math._ 1 und 2.
+
+[467] _Math. Ann._ 7.
+
+[468] _Math. Ann._ 6. Ein anderer Beweis desselben Satzes wurde von Halphen
+gegeben, _Bull. Soc. math._ 5.
+
+[469] Die Gerechtigkeit verlangt, dass ich auch noch eine sehr schoene
+Arbeit von Valentiner anfuehre: _Bidrag til Rumcurvener Theori_
+(Kopenhagen, 1881) (vgl. auch _Tidsskrift for Math._ IV, 5 und _Acta math._
+2), die fast zu gleicher Zeit mit denen von Halphen und Noether erschienen
+ist und mit diesen in den Methoden und den Resultaten bemerkenswerte
+Beruehrungspunkte hat. -- Ich will in dieser Note auch noch, da ich es im
+Texte nicht thun konnte, einen Satz von Cremona anfuehren (von Dino in den
+_Napoli Rend._ 1879 bewiesen) und einige von Sturm (_Report of the British
+Association_, 1881; _Math. Ann._ 19), welche bemerkenswerte allgemeine
+Eigenschaften der Raumkurven ausdruecken, sowie an die Untersuchungen von
+Cayley, Piquet und Geiser ueber eine Raumkurve mehrmals schneidende Geraden
+erinnern, von denen in der Note 463 gesprochen wurde. Erwaehnenswert ist
+auch die (von Hossfeld in der _Zeitschr. f. Math._ 29 gefundene) Thatsache,
+dass die Rueckkehrkurve der zweien Oberflaechen umbeschriebenen
+abwickelbaren Flaeche nicht der vollstaendige Schnitt zweier Oberflaechen
+ist.
+
+[470]
+
+ "Von anderen wird es loeblich sein zu schweigen,
+ Weil allzukurz die Zeit fuer die Erzaehlung."
+ -- Dantes Goettliche Komoedie; _Die Hoelle_, 15. Gesang, Vers 104-105.
+
+[471] _Der barycentrische Calcuel_ (Leipzig, 1827).
+
+[472] _Apercu historique,_ Note 33; _Liouvilles Journ._ 19 (1854).
+
+[473] _Beitraege zur Geometrie der Lage_, 3. Heft (Nuernberg, 1860).
+
+[474] _Grunerts Arch._ 10.
+
+[475] _Journ. fuer Math._ 56.
+
+[476] _Journ. fuer Math._ 58, 60, 63; _Nouv. Ann._ II, 1; _Annali di
+Matem._ I, 1, 2, 5; _Lombardo Rend._ II, 12.
+
+[477] _Journ. fuer Math._ 56; _Theorie der Oberflaechen zweiter Ordnung und
+der Raumkurven dritter Ordnung_ (Leipzig, 1880); _Math. Ann._ 25. Vgl. auch
+eine Note von mir in den _Napoli Rend._, 1885.
+
+[478] _Zeitschr. fuer Math._, 1868; _Geometrie der Lage_.
+
+[479] _Lombardo Rend._ 1871.
+
+[480] _Journ. fuer Math._ 79, 80; _Annali di Matem._ II, 3.
+
+[481] _Math. Ann._ 20 und 30.
+
+[482] _Torino Mem._ II, 32 und _Collectanea mathematica_. An diese
+Abhandlungen schliesst sich eine von Gerbaldi, _Sui sistemi di cubiche
+gobbe o di sviluppabili di III. classe stabiliti col mezzo di due cubiche
+punteggiate projettivamente_ (_Torino Mem._ II, 32).
+
+[483] _Giorn. di Matem._ 17 (1879). Betreffend die ausgearteten Formen der
+kubischen Raumkurve sehe man eine Note von Schubert (_Math. Ann._ 15). Die
+Theorie der kubischen Raumkurven fuehrt zu einer interessanten
+geometrischen Darstellung der Theorie der binaeren algebraischen Formen,
+die von Laguerre (_L'Institut_ 40), von Sturm (_Journ. f. Math._ 86) und
+von Appell (_Ann. Ec. norm._ II, 5) bearbeitet wurde. Vgl. auch eine Note
+von J. Tannery (_Bull. sciences math._ 11). Ferner sehe man in bezug
+hierauf die Note von W. R. W. Roberts (_Proc. math. Soc._ 13) und das Buch
+von Franz Meyer, _Apolaritaet und rationale Kurven_ (Tuebingen, 1883). Eine
+gute Darlegung der Theorie der Raumkurven dritter Ordnung hat auch von
+Drach geliefert in der Schrift _Einleitung in die Theorie der kubischen
+Kegelschnitte_ (Leipzig, 1867), infolge deren Beltrami interessante
+_Annotazioni_ geschrieben hat (_Lombardo Rend._ II, 1).
+
+[484] _Comptes rendus_ 53 (1861).
+
+[485] _Annali di matem._ 4. -- Die Note von Story, _On the number of
+intersections of curves traced on a scroll of any order_ (_Johns Hopkins
+Baltimore University Circulars_ 2, 1883) enthaelt eine Verallgemeinerung
+eines sehr wichtigen Theoremes von Chasles.
+
+[486] Poncelet machte im Jahre 1822 die bemerkenswerte Entdeckung, dass
+durch jede Raumkurve vierter Ordnung erster Art vier Kegel zweiten Grades
+hindurchgehen. (S. _Traite des proprietes projectives_ I, S. 385, 2. Aufl.)
+
+[487] _Comptes rendus_ 54, 55.
+
+[488] _Comptes rendus_ 54; _Bologna Mem._ 1861; _Lombardo rend._ II, 1.
+
+[489] _Annali di Matem._ II, 2.
+
+[490] _Geometrie de direction_ (Paris, 1869); _Comptes rendus_ 82.
+
+[491] _Liouvilles Journ._ II, 15.
+
+[492] _Journ. fuer Math._ 97. -- Eine bemerkenswerte spezielle Raumkurve
+vierter Ordnung erster Art hat Schroeter untersucht: _Journ. fuer Math._
+93.
+
+[493] _Math. Ann._ 12, 13.
+
+[494] _Zeitschr. f. Math._ 28.
+
+[495] _Math. Ann._ 13. Vgl. Cayley (das. 25).
+
+[496] _Comptes rendus_ 82.
+
+[497] _Annali di Matem._ I, 4.
+
+[498] _Giorn. di Matem._ 11, 12.
+
+[499] _Lombardo rend._ 1872.
+
+[500] _Wiener Ber._ 1871. Ueber die rationalen Kurven vierter Ordnung sehe
+man auch Study (_Leipziger Sitzungsber._ 1886), die _Habilitationsschrift_
+von Jolles (Aachen, 1886) und die Abhandlung von Roberts (_Proc. math.
+Soc._ 14). -- Unter den rationalen Kurven vierter Ordnung ist eine sehr
+bemerkenswerte diejenige, welche zwei stationaere Tangenten hat. Die
+eleganten Eigenschaften, welche dieselbe besitzt, wurden von Cremona
+(_Lombardo Rend._ 1868), Em. Weyr (das. 1871) und Appell (_Comptes rendus_
+83) entdeckt.
+
+[501] _Comptes rendus_ 70.
+
+[502] _Vierteljahrsschrift der naturf. Ges. in Zuerich_ 20.
+
+[503] Ausser den zitierten _Synthetischen Untersuchungen_ sehe man _Journ.
+fuer Math._ 88 und _Math. Ann._ 21.
+
+[504] S. Korndoerfer und Brill, _Math. Ann._ 3; Saltel, _Comptes rendus_
+80; Genty, _Bull. Soc. math._ 9.
+
+[505] Siehe unter anderem die Bemerkung von Buchheim, _On the extension of
+certain theories relating to plane cubics to curves of any deficiency_
+(_Proc. math. Soc._ 13).
+
+[506] _Collectanea mathematica_.
+
+[507] _Journ. fuer Math._ 99.
+
+[508] Chasles, _Apercu historique_, 2. Aufl., S. 269; in der deutschen
+Uebersetzung von Sohncke, S. 267.
+
+[509] Diese Konstruktion, die von den Deutschen "Steinersche Projektion"
+genannt wird, wurde im Jahre 1865 von neuem von Transon (1806-1876)
+gefunden, der ihr den Namen "_projection gauche_" gab (_Nouv. Ann._ II, 4
+und 5).
+
+[510] _Traite des proprietes projectives_ (1. Aufl. 1822, S. 198).
+
+[511] _Journ. fuer Math._ 5.
+
+[512] _Journ. fuer Math._ 8, und _Aufgaben und Lehrsaetze aus der
+analytischen Geometrie der Ebene_, 1833.
+
+[513] _Torino Mem._ 1862.
+
+[514] _Grunerts Arch._ 7.
+
+[515] _Zeitschr. f. Math._ 11.
+
+[516] _Liouvilles Journ_. 10, 12. Vorher hatten schon G. Bellavitis (_Nuovi
+Saggi dell' Accademia di Padova_ 4 (1836) und Stubbs (_Phil. Mag._ 23,
+1843) sich mit dieser Korrespondenz beschaeftigt. Man sehe auch Steiners
+Aufsatz aus dem Jahre 1826: _Einige geometrische Betrachtungen_ (_Journ.
+fuer Math._ 1; _Gesammelte Werke_ Bd. I, S. 19) Nr. 20.
+
+[517] Auf den Begriff der Inversion ist von Johnson (Analyst 4) eine neue
+Einteilung der ebenen Kurven gegruendet worden. In derselben bedeutet der
+Name "Kreisgrad" einer Kurve den Grad ihrer Gleichung (in rechtwinkligen
+cartesischen Koordinaten) in x, y, r = x^2 + y^2; der Kreisgrad einer Kurve
+wird durch die Inversion nicht veraendert. Zwei Kurven, welche denselben
+Grad haben, gehoeren zu derselben Kategorie. Diese Einteilung scheint
+jedoch nicht von grosser Wichtigkeit zu sein.
+
+[518] _Sammlung von Aufgaben und Lehrsaetzen aus der analytischen Geometrie
+der Ebene_, 1833.
+
+[519] In den Jahren 1859 und 1860 studierte Jonquieres die (nach seinem
+Namen benannte) Transformation n^{ter} Ordnung, bei welcher jeder Geraden
+eine Kurve n^{ter} Ordnung mit einem (n - 1)-fachen Punkte entspricht.
+Einige seiner Resultate wurden im Jahre 1864 in den _Nouv. Ann._
+veroeffentlicht, aber das vollstaendige Werk, welches er dieser
+Transformation widmete, erschien erst 1885 und zwar durch Guccia (s.
+_Giorn. di Matem._ 23) herausgegeben. Wir bemerken auch, dass schon 1834
+Moebius (_Journ. fuer Math._ 12; _Gesammelte Werke,_ 1) die eindeutige
+Korrespondenz zwischen zwei Ebenen, bei denen die Flaecheninhalte
+entsprechender Figuren in einem konstanten Verhaeltnisse stehen, studiert
+hat. Die Untersuchungen sind jedoch von ganz anderer Art als die im Texte
+betrachteten.
+
+[520] _Bologna Mem._ 2, 5 (1863 und 1865); _Giorn. di Matem._ 1 und 3; vgl.
+auch Dewulfs Bearbeitung im _Bull. sciences math._ 5.
+
+[521] _Proc. math. Soc._ 3.
+
+[522] _Math. Ann._ 4.
+
+[523] _Math. Ann._ 3, 5.
+
+[524] _Journ. fuer Math._ 73.
+
+[525] _Proc. math. Soc._ 4.
+
+[526] Hier will ich einen wichtigen Lehrsatz beruehren, der gleichzeitig
+von Clifford (_Proc. math. Soc._ 3), Noether (_Goettinger Nachr._ 1870;
+_Math. Ann._ 3) und Rosanes (_Journ. fuer Math._ 73) erhalten wurde, und
+fuer einen Augenblick die Wichtigkeit der Cremonaschen Transformation
+aufzuheben schien: "Jede eindeutige Transformation von hoeherer als erster
+Ordnung kann man durch Wiederholung von quadratischen Transformationen
+erhalten." Dieser Satz ist offenbar die Umkehrung desjenigen von Magnus,
+der vorhin im Texte angefuehrt wurde.
+
+[527] _Bologna Mem._ 1877-1878.
+
+[528] _Comptes rendus_, 1885; _Giorn. di Matem._ 24.
+
+[529] _Annali di Matem._ II, 10.
+
+[530] _Comptes rendus_, 1885; _Rendic. del Circolo Matematico di Palermo_
+1.
+
+[531] Man sehe die in den _Comptes rendus_, 1883, 1884, 1885, 1886 und in
+_Liouvilles Journ._ 1885, 1886, 1887 veroeffentlichten Abhandlungen.
+
+[532] _Annali di Matem_. 7, ferner _Giorn. di Matem_. 4.
+
+[533] _Proc. math. Soc._ 2.
+
+[534] _Math. Ann._ 26.
+
+[535] _Bull. sciences math._ II, 6 und 7.
+
+[536] Meistenteils wurden die geometrischen Transformationen auf das
+Studium der algebraischen Kurven angewandt; jedoch fehlt es nicht an
+Schriften, welche sich mit der Transformation transcendenter Kurven in
+andere oder in sich selbst befassen: z. B. Magnus, _Sammlung von Aufgaben
+und Lehrsaetzen aus der analytischen Geometrie der Ebene_, 1833, S. 320,
+455, 457-459, 497; Klein und Lie, _Math. Ann._ 4.
+
+[537] _Annali di Matem._ II, 8; _Lombardo Rend._ 1883. Vgl. auch Geiser,
+_Journ. fuer Math._ 67.
+
+[538] _Napoli Rend._, 1879.
+
+[539] Die neueste Form, welche die Bertinischen Untersuchungen infolge
+dessen angenommen, machte es meinem Freunde Martinetti leichter, auf dem
+von diesem Gelehrten vorgezeichneten Wege weiter zu schreiten und die
+ebenen involutorischen Transformationen dritter und vierter Klasse zu
+bestimmen (_Annali di Matem._ II, 12, 13). Die Theorie der ebenen
+Transformationen wird sich binnen kurzem durch die wichtige Arbeit von
+Kantor bereichern, welche von der Akademie zu Neapel gekroent worden ist
+und jetzt gedruckt wird. Einzelne Resultate finden sich in den _Wiener
+Ber._ 1880 ausgesprochen, sowie in den _Wiener Denkschriften_ 46.
+
+Saltel verdanken wir die Idee einer speziellen involutorischen
+Transformation dritten Grades, die er schon 1872 unter dem Namen
+"_Transformation arguesienne_" nach Desargues benannt (s. die _Memoires de
+l'Academie de Belgique_ 12, _Bulletin de l'Academie de Belgique_ II, 24),
+studiert hat. Man stellt dieselbe auf folgende Weise her: Gegeben sind in
+einer festen Ebene [PI] zwei Kegelschnitte [GAMMA]_1 und [GAMMA]_2 und ein
+fester Punkt O; man laesst entsprechen einem Punkte P von [PI] seinen
+konjugierten in der Involution, die auf der Geraden OP bestimmt wird durch
+den Kegelschnittbueschel, den [GAMMA]_1, und [GAMMA]_2 konstituieren. Es
+sind fundamental der Punkt O und die Grundpunkte dieses Bueschels. -- Wenn
+jene beiden Kegelschnitte [GAMMA]_1 und [GAMMA]_2 zusammenfallen, so
+reduziert sich diese Transformation offenbar auf die quadratische Inversion
+von Hirst. -- Im Raume hat man eine aehnliche Transformation. -- Eine
+andere Transformation ("_transformation hyperarguesienne_") wurde von
+demselben Verfasser als Erweiterung der vorhergehenden eingefuehrt
+(_Bulletin de l'Academie de Belgique_ II, 12) und wird auf folgende Weise
+hergestellt: Gegeben in einer Ebene [PI] drei Kegelschnitte [GAMMA]_1,
+[GAMMA]_2, [GAMMA]_3 und ein fester Punkt O. Man laesst einem Punkte P von
+[PI] seinen homologen entsprechen in der Projektivitaet, die bestimmt ist
+auf OP von den drei Paaren von Punkten, in welchen diese Gerade von den
+drei Kegelschnitten getroffen wird; jedoch ist diese Korrespondenz offenbar
+nicht birational. -- Die erste der Saltelschen Transformationen kann zur
+Loesung von Problemen aus der Theorie der Charakteristiken fuer die Kurven
+hoeherer als zweiter Ordnung dienen (_Bull. Soc. Math._ 2).
+
+[540] _Bull. Soc. math._ 8; _Comptes rendus_ 94; _Nouv. Ann._ III, 1, 2.
+Diese Transformation kann man, wie Laguerre selbst bemerkte, auf den Raum
+ausdehnen (_Comptes rendus_ 92), jedoch ist die Art der Korrespondenz, die
+man erhaelt, keine neue; sie ist nach einer Bemerkung von Stephanos
+(_Comptes rendus_ 92) dieselbe, vermittelst derer Lie die Geometrie der
+Geraden mit der der Kugel verknuepfte (_Math. Ann._ 5).
+
+[541] Die verschiedenen Abhandlungen von Moebius ueber diese Theorie finden
+sich vereint im II. Bande seiner _Gesammelten Werke_ (Leipzig, 1886).
+
+[542] _Journ. fuer Math._ 55, 57, 59; _Grunerts Arch._ 33.
+
+[543] _Grunerts Arch._ 42.
+
+[544] _Bologna Mem._ 1870.
+
+[545] _Journ. fuer Math._ 69.
+
+[546] Des Naeheren siehe die Abhandlung: _Geometrie des polynomes_ (_Journ.
+Ec. polyt._ 28).
+
+[547] _Beitraege zur geometrischen Interpretation binaerer Formen_
+(Erlangen, 1875); vgl. _Math. Ann._ 9; _Studien im binaeren Wertgebiete_
+(Karlsruhe, 1876); _Math. Ann._ 17; _Erlanger Berichte_, 1875.
+
+[548] Siehe das Werk: _Einfuehrung in die Theorie der isogonalen
+Verwandtschaften_ (Leipzig, 1883).
+
+[549] Zwischen drei geometrischen Gebilden kann man eine Korrespondenz
+aufstellen, so dass einem Paare von Elementen, das eine genommen in dem
+einen, das andere in einem zweiten, eindeutig ein solches im dritten
+Gebilde entspricht. Wenn unter Festhaltung eines Elementes die anderen
+beiden projektive Systeme beschreiben, so nennt man die Korrespondenz
+trilinear, und diese wurde im Falle der Gebilde erster Stufe von Rosanes
+(_Journ. fuer Math._ 1888) behandelt, sodann von Schubert (_Math. Ann._ 17
+und _Mitteilungen der Math. Ges. in Hamburg_, 1881) und in einem
+Spezialfalle von Benno Klein (_Theorie der trilinear-symmetrischen
+Elementargebilde_, Marburg, 1881); im Falle der Gebilde zweiter Stufe von
+Hauck (_Journ. fuer Math._ 90, 97, 98), welcher einige Anwendungen
+derselben auf die darstellende Geometrie machte, die von bemerkenswertem
+praktischen Nutzen zu sein scheinen.
+
+Fast gleichzeitig mit den Arbeiten von Schubert sind diejenigen, in denen
+Le Paige mit Hilfe der Theorie der algebraischen Formen die trilineare
+Korrespondenz untersuchte und auf die Geometrie anwandte; man sehe die
+_Essais de Geometrie superieure du troisieme ordre_ (_Mem. de la Soc. des
+sciences de Liege_ II, 10) und die Noten, welche im _Bulletin de l'Academie
+de Belgique_ III, 5 und in den _Wiener Ber._ 1883 veroeffentlicht sind.
+Derselbe Geometer beschaeftigte sich auch mit der quadrilinearen Beziehung
+(_Torino Atti_ 17, 1882) und machte von ihr Anwendung auf die kubischen
+Flaechen und gewisse Flaechen vierter Ordnung (_Bulletin de l'Academie de
+Belgique_ III, 4; _Acta math._ 5).
+
+Wir unterlassen nicht, zu erwaehnen, dass die duploprojektive Beziehung,
+durch welche schon 1862 F. August die kubische Oberflaeche erzeugte
+(_Disquisitiones de superficiebus tertii ordinis, Berliner Dissertation_),
+eine trilineare Beziehung ist.
+
+[550] Wenn z. B. ein Dreieck ABC gegeben ist, so sei P ein beliebiger Punkt
+seiner Ebene. Es giebt nun einen Kegelschnitt K, welcher die Seiten des
+Dreieckes in den Punkten (PA, BC), (PB, CA), (PC, AB) beruehrt. Laesst man
+K dem P entsprechen, so hat man eine Korrespondenz von der im Texte
+angegebenen Art. Aehnlich erhaelt man eine duale Korrespondenz. Beide
+wurden von Montag in seiner Dissertation: _Ueber ein durch die Saetze von
+Pascal und Brianchon vermitteltes geometrisches Beziehungssystem_ (Breslau,
+1871) studiert. Weitere analoge Korrespondenzen kann man aus der
+Beobachtung entnehmen, dass jeder Punkt der Ebene ABC der Mittelpunkt eines
+Kegelschnittes ist, der dem Dreiecke ABC eingeschrieben ist, eines ihm
+umgeschriebenen und eines solchen, fuer welchen ABC ein Polardreieck ist.
+Aehnlich: Gegeben ein Tetraeder ABCD; man kann jedem Punkte P des Raumes
+die Flaeche zweiter Ordnung zuordnen, fuer welche P das Zentrum ist und in
+bezug auf welche ABCD ein Polartetraeder ist.
+
+[551] _Math. Ann._ 6.
+
+[552] Man sehe ausserdem die Arbeiten von Godt (_Goettinger Dissertation_,
+1873), Armenante (_Lincei Atti_, 1875), Battaglini (_Giorn. di Matem._ 19,
+20), Peano (_Torino Atti_ 16) und von Amodeo (_Napoli Rend._ 1887). Die den
+Konnexen analogen Figuren im Raume wurden von Krause behandelt (_Math.
+Ann._ 14). Man sehe auch zwei Noten von Lazzeri, _Sulle reciprocita
+birazionali nel piano e nello spazio_ (_Lincei Rend._ 1886).
+
+[553] _Gauss' Werke_, 4. Bd. Eine italienische Uebersetzung wurde von
+Beltrami in den _Annali di Matem_. 4 veroeffentlicht.
+
+[554] Die Methoden, die geographischen Karten zu konstruieren, gehoeren in
+die Anwendungen der Geometrie und befinden sich deshalb nicht unter
+denjenigen, deren Geschichte wir hier verzeichnen wollen. Wir verweisen
+daher den, der alle diejenigen kennen lernen will, welche angewandt worden
+sind, auf die Schriften von Fiorini, _Le projezioni delle carte
+geografiche_ (Bologna, 1881) und Zoeppritz, _Leitfaden der
+Kartenentwurfslehre_ (Leipzig, 1884). Eine Ausnahme will ich nur machen mit
+den Arbeiten von Tissot (_Comptes rendus_ 49; vgl. auch Dini, _Memoria
+sopra alcuni punti della teoria delle superficie_ [Florenz, 1868]; _Journ.
+Ec. polyt._ 37; _Nouv. Ann._ II, 17 flgg.), weil sie ein grosses Interesse
+auch vom Standpunkte der reinen Wissenschaft haben.
+
+[555] Diese Abbildung, die man heute die "sphaerische" nennt, wurde vor
+Gauss von O. Rodrigues im Jahre 1815 angegeben; jedoch hat dieser ihre
+ganze Fruchtbarkeit nicht so in das Licht gestellt als der grosse deutsche
+Geometer.
+
+[556] _Journ. fuer Math._ 34.
+
+[557] _Comptes rendus_, 53.
+
+[558] _Phil. Mag._ 1861.
+
+[559] _Journ. fuer Math._ 68, oder _Grundzuege einer allgemeinen Theorie
+der Oberflaechen_ (Berlin, 1870), III. T.
+
+[560] _Journ. fuer Math._ 65.
+
+[561] _Math. Ann._ 1.
+
+[562] S. _Journ. fuer Math._, _Math. Ann._ und _Goettinger Nachr._ und
+_Abh._
+
+[563] _Math. Ann._ 4; _Annali di Matem._ II, 1; _Goettinger Nachr._ 1871
+und viele andere Abhandlungen, welche in den _Lombardo Rend._ und den
+_Bologna Mem._ stehen. In der Abhandlung in den _Annali_ studierte Cremona
+die Regelflaechen (m + n)^{ten} Grades, welche eine m-fache und eine
+n-fache Leitlinie haben, und fand, dass deren asymptotische Kurven im
+allgemeinen algebraische Kurven von der Ordnung 2(m + n - 1) sind. Eine
+Konstruktion dieser Kurven wurde spaeter von Halphen angegeben (_Bull. Soc.
+math._ 5).
+
+[564] _Math. Ann._ 3; vgl. auch das. 21, dann ziehe man auch noch eine
+Abhandlung von Brill hinzu (_Math. Ann._ 5).
+
+[565] _Annali di Matem._ II, 1.
+
+[566] _Math. Ann._ 4.
+
+[567] _Math. Ann._ 1.
+
+[568] _Annali di Matem._ II, 7.
+
+[569] Z. B. sehe man Darboux (_Bull. Soc. math._ 2), Frahm (_Math. Ann._
+7), Lazzeri (_Annali della Scuola nuova sup. di Pisa_, 6), Guccia
+(_Association francaise pour l'avancement des sciences, Congres de Reims_,
+1880).
+
+[570] Ein wichtiger Begriff, den Clebsch bei seinen Studien ueber die
+Abbildung der Regelflaechen aufstellte (_Math. Ann._ 5), ist der des Typus
+einer Flaeche. Zwei Flaechen sind von demselben Typus, wenn bei der
+Abbildung der einen auf die andere es keine Fundamentalpunkte giebt, z. B,
+ist die roemische Flaeche von Steiner von demselben Typus mit der Ebene.
+
+[571] S. die _Collectanea mathematica in memoriam D. Chelini_.
+
+[572] _Comptes rendus_, 1868.
+
+[573] _Math. Ann._ 3.
+
+[574] _Annali di Matem._ II, 5; _Goettinger Nachr._ 1871 und 1873.
+
+[575] _Math. Ann._ 4, 9, 10.
+
+[576] Die Flaechen vierter Ordnung, von denen man die Abbildung auf eine
+Ebene kennt, sind die rationalen Regelflaechen, die roemische Flaeche, die
+Oberflaechen mit einer Doppelgeraden oder einem doppelten Kegelschnitte,
+die Monoide und eine Oberflaeche, die einen uniplanaren Doppelpunkt hat (s.
+eine Abhandlung von Noether in den _Goettinger Nachr._ 1871 und eine von
+Cremona in den _Collectanea mathematica_). Wer die Abbildung einer
+Oberflaeche auf einer anderen studieren will, darf die schoenen
+Untersuchungen von Zeuthen (s. die vorige Note und _Comptes rendus_, 1870)
+nicht uebergehen und die darauf folgenden von Krey (_Math. Ann._ 18) und
+Voss (_Math. Ann._ 27); einen nicht geringen Nutzen kann er auch aus der
+von Kantor (_Journ. fuer Math._ 95) aufgestellten Korrespondenz ziehen, die
+zwischen den Punkten einer gewissen kubischen Flaeche und gewissen Tripeln
+von Punkten einer Ebene besteht.
+
+[577] _Math. Ann._ 3.
+
+[578] _Math. Ann._ 3.
+
+[579] _Apercu historique_, Note 28.
+
+[580] _Lincei Mem._ 1876, 1877, 1878. Vgl. eine Note von Noether in den
+_Erlanger Sitzungsberichten_, 1878.
+
+[581] _Aufgaben und Lehrsaetze aus der analyt. Geom. d. Raumes_, S. 403
+flg.
+
+[582] _Journ. fuer Math._ 49.
+
+[583] S. Note 563. Vgl. auch Sturm, _Math. Ann._ 19.
+
+[584] _Proc. Math. Soc._ 3.
+
+[585] _Math. Ann._ 3.
+
+[586] _Lombardo Rend._ 1871; _Annali di Matem._ II, 5; _Bologna Mem._
+1871-1872. Man sehe auch die neuesten Arbeiten desselben Geometers in den
+_Transactions of Edinburgh_ 32, II. Th. und in den _Irish Trans._ 28 und
+_Proc. math. Soc._ 15.
+
+[587] _Aufgaben und Lehrsaetze aus der analyt. Geom. des Raumes_, 1837, S.
+417-418, Anmerkung.
+
+[588] Unter diesen fuehre ich die Abhandlung von de Paolis an: _Sopra un
+sistema omaloidico formato da superficie d'ordine_ n _con un punto_ (n -
+1)_-plo (Giorn. di Matem._ 13) die spaeteren ueber einige spezielle
+involutorische Transformationen des Raumes von Martinetti (_Lombardo Rend._
+1885) und von Paolis (_Lincei Trans._, 1885). -- Ich bemerke hier, was ich
+im Texte nicht thun konnte, dass es moeglich ist, das Punktfeld auf einer
+Geraden abzubilden und den Punktraum auf einer Ebene. Um erstere Abbildung
+auszufuehren, kann man jedem Punkte der Ebene ein Punktepaar der Geraden
+entsprechen lassen (Uebertragungsprinzip von Hesse, _Journ. fuer Math._
+66). Bei der zweiten kann man einem Punkte des Raumes den Kreis zuordnen,
+der den Fusspunkt des von jenem auf die darstellende Ebene gefaellten Lotes
+zum Mittelpunkt und zum Radius die Laenge dieses Lotes hat, indem man
+hinzufuegt, dass dieser Kreis in dem einen Sinne durchlaufen wird, wenn der
+Punkt auf der einen (bestimmten) Seite der Ebene liegt, im
+entgegengesetzten Sinne, wenn auf der anderen. Die Gesetze dieser
+Korrespondenz wurden von Fiedler vereinigt, um die Cyklographie zu bilden
+(s. das Werk _Cyklographie_, Leipzig, 1883, und die dritte Ausgabe der
+_Darstellenden Geometrie_) und wurden von ihm zur Loesung einiger Probleme
+angewandt (s. einige _Mitteilungen_ fuer die naturforschende Gesellschaft
+in Zuerich und _Acta math._ 5). Vor ihm jedoch hatte schon Crone verwandte
+Fragen in einer Dissertation behandelt, die sich in der _Tidsskrift for
+Mathematik_ 6 findet.
+
+[589] Chasles, _Apercu historique_, 2. Ausg. S. 196.
+
+[590] Magnus, _Sammlung von Aufgaben und Lehrsaetzen aus der anal. Geom.
+der Ebene_, 1833, S. 188 und 198.
+
+[591] Voss, _Math. Ann._ 13; Segre, _Torino Mem._ II, 37; Sturm, _Math.
+Ann._ 26. In diesen Abhandlungen wird der Leser auch die weiteren
+bibliographischen Einzelheiten finden.
+
+[592] Sturm, a. a. O.; Montesano, _Lincei Mem._ 1886.
+
+[593] Lueroth, _Math. Ann._ 11, 13; Schroeter (das. 20); Veronese, _Lincei
+Mem._ 1881. S. auch einige der Abhandlungen, die sich in den _Gesammelten
+Werken_ von Moebius 2 finden. Auch die Arbeiten von Rosanes fuehren wir
+hier an (_Journ. fuer Math._ 88, 90, 95, 100), von Sturm (_Math. Ann._ 1,
+6, 10, 12, 15, 19, 22, 28; _Proc. math. Soc._ 7), und von Pasch (_Math.
+Ann._ 23, 26), die verwandte Gegenstaende behandeln; dann noch die von
+Stephanos (_Math. Ann._ 23), von H. Wiener (_Rein geometrische Theorie der
+Darstellung binaerer Formen durch Punktgruppen auf der Geraden_, Darmstadt,
+1885), von Segre (_Torino Mem._ II, 28 und _Journ. fuer Math._ 100), von
+Sannia (_Lezioni di geometria projettiva_, in Neapel im Drucke befindlich)
+ueber die Kollineationen und Korrelationen.
+
+[594] _Math. Ann._ 3.
+
+[595] _Giorn. di Matem._ 10.
+
+[596] Man sehe die beiden von ihm 1884 zu Messina veroeffentlichten
+Abhandlungen.
+
+[597] _Lombardo Rend._ 1886; _Lincei Rend._ 1885.
+
+[598] _Die Geometrie der Lage._
+
+[599] _Giorn. di Matem._ 21.
+
+[600] _Lombardo Rend._ II, 14 und 15.
+
+[601] _Journ. fuer Math._ 94.
+
+[602] _Lincei Mem._ 1884-1885.
+
+[603] _Wiener Ber._ 1881; _Journ. fuer Math._ 97.
+
+[604] _Math. Ann._ 19 und 28.
+
+[605] _Math. Ann._ 23.
+
+[606] _Journ. fuer Math._ 82, in dem Aufsatze ueber reciproke
+Verwandtschaft von F^2-Systemen und [Phi]^2-Geweben.
+
+[607] Ueber das gemeine Nullsystem vergl. die Note 610 des naechsten
+Abschnittes
+
+[608] "Bis in die neueren Zeiten stand die analytische Methode, wie sie
+Cartesius geschaffen, sozusagen nur auf einem Fusse. Pluecker kommt die
+Ehre zu, sie auf zwei gleiche Stuetzen gestellt zu haben, indem er ein
+ergaenzendes Koordinatensystem einfuehrte. Diese Entdeckung war daher
+unvermeidlich geworden, nachdem einmal die Tiefblicke Steiners dem Geiste
+der Mathematiker zugefuehrt waren." Sylvester, _Phil. Mag_. III, 37, 1850,
+S. 363. Vgl. _Jahrbuch ueber die Fortschritte der Mathematik_ 2, S. 453.
+
+[609] S. _Phil. Trans._, 1865, S. 725; 1866, S. 361.
+
+[610] Es ist wohl zu beachten, dass ein linearer Komplex ein reciprokes
+Nullsystem veranlasst und dass dieses zuerst von Giorgini (_Memorie della
+Societa italiana delle scienze_ 20, 1827), dann aber auch von Moebius
+(_Lehrbuch der Statik_ I; vgl. auch _Journ. fuer Math._ 10, 1833) und von
+Chasles (_Apercu historique_, 1837) in ihren statischen und kinematischen
+Untersuchungen und von demselben Chasles und Staudt bei der Bestimmung der
+involutorischen reciproken Beziehungen gefunden wurde.
+
+[611] _Cambridge Trans._ 11, Teil 2; _Quart. Journ._ 3.
+
+[612] _Giorn. di Matem._ 6, 7, 10, 18. Wenn auch Battaglini seinen Studien
+ueber die quadratischen Komplexe eine Gleichung zu Grunde legte, die nicht
+den allgemeinsten Komplex ihres Grades darstellt, so gelten doch viele von
+den Schluessen, die er gemacht hat, -- man kann sagen alle, mit Ausnahme
+derjenigen, welche sich auf die singulaere Flaeche und die singulaeren
+Strahlen des Komplexes beziehen -- fuer allgemeine Komplexe, indem sie
+unabhaengig sind von der Gestalt dieser Gleichung. Auch die von ihm
+aufgestellten Formeln passen sich mit leichten Aenderungen groesstenteils
+dem allgemeinen Falle an.
+
+[613] Leipzig, 1868-1869.
+
+[614] S. dessen _Examen des differentes methodes_ etc.
+
+[615] _Math. Ann._ 2, 5, 7, 22, 23 (darin der Wiederabdruck der 1868 in
+Bonn erschienenen Dissertation: _Ueber die Transformation der allgemeinen
+Gleichung des zweiten Grades zwischen Linienkoordinaten auf eine kanonische
+Form_), 28. Ausserdem enthalten viele Arbeiten von Klein ueber Fragen der
+hoeheren Algebra oder der hoeheren Analysis, die in den _Math. Ann._ und
+sonst veroeffentlicht sind, ziemlich oft Betrachtungen, welche der
+Geometrie der Geraden angehoeren.
+
+[616] _Torino Mem._ II, 36.
+
+[617] _Journ. fuer Math._ 75, 76; _Habilitationsschrift_ (Giessen, 1870).
+
+[618] _Math. Ann._ 1.
+
+[619] _Math. Ann._ 2.
+
+[620] _Lincei Mem._ 1884-1885.
+
+[621] _Math. Ann._ 2, 5.
+
+[622] _Math. Ann._ 7. Man kann es nur beklagen, dass die in verschiedener
+Beziehung so ausgezeichnete Arbeit von Weiler eine grosse Zahl von
+Ungenauigkeiten enthaelt.
+
+[623] _Math. Ann._ 8, 9, 10, 12, 13. S. auch Schubert das. 12 und dessen
+_Abzaehlende Geometrie_.
+
+[624] _Comptes rendus_ 74, 75;_ Bull. Soc. math._ 1.
+
+[625] _Goettinger Nachr._ 1869.
+
+[626] _Goettinger Nachr._ 1869.
+
+[627] _Lincei Mem._ 1877-1878.
+
+[628] _Giorn. di Matem._ 8; _Lombardo Rend._ II, 12, 13, 14.
+
+[629] _Math. Ann._ 5. Vgl. eine Abhandlung von Cremona, gelesen vor der
+_Accademia dei Lincei_ (_Atti_ II, 3).
+
+[630] _Journ. fuer Math._ 98. Vgl. auch 95 und 97.
+
+[631] _Liouvilles Journ._ 4.
+
+[632] _Die Geometrie der Lage_, 2. Abt. 2. Aufl., in der sich die von Reye
+in dem _Journ. fuer Math._ veroeffentlichten synthetischen Arbeiten ueber
+die Geometrie der Geraden vereinigt finden.
+
+[633] _Zeitschr. f. Math._ 20.
+
+[634] _Dissertation_ (Berlin, 1879) oder _Math. Ann._ 15.
+
+[635] _Giorn. di Matem._ 17; _Lincei Rend._ 1879.
+
+[636] _Torino Atti_, 1881.
+
+[637] _Journ. fuer Math._ 91, 92, 93, 94, 95, 97.
+
+[638] _The Messenger of Mathematics_ II, 13.
+
+[639] _Liouvilles Journ._ II, 17.
+
+[640] S. Note 629.
+
+[641] _Math. Ann._ 5.
+
+[642] _Ann. Ec. norm._ II, 6; _Grunerts Arch._ 40.
+
+[643] _Ann. Ec. norm._ III, 1.
+
+[644] S. Note 628.
+
+[645] _Nouv. Ann._ II, 2; _Liouvilles Journ._ II, 19.
+
+[646] _Die Geometrie der Lage_.
+
+[647] _Goettinger Nachr._ 1870.
+
+[648] _Journ. fuer Math._ 95; _Zeitschr. f. Math._ 24, 27.
+
+[649] _Sugli enti geometrici dello spazio di rette generati dalle
+intersezioni dei complessi correspondenti in due o pin fasci projettivi di
+complessi lineari_ (Piazza Armerina, 1882).
+
+[650] _Proc. math. Soc._ 10; _Collectanea mathematica_, 1881.
+
+[651] _Math. Ann._ 13.
+
+[652] _Memoire de geometrie vectorielle sur les complexes du second ordre,
+qui ont un centre de figure_ (_Liouvilles Journ._ III, 8).
+
+[653] _Sui complessi di rette di secondo grado generati da due fasci
+projettivi di complessi lineari_ (Napoli, 1886), und _Napoli Rend._ 1886.
+
+[654] _Math. Ann._ 23; _Giorn. di Matem._ 23; _Torino Atti_, 1884.
+
+[655] _Applications de Geometrie et de Mechanique_, 1822.
+
+[656] _Journ. Ec. polyt._ 14.
+
+[657] _Comptes rendus_ 20.
+
+[658] _Liouvilles Journ._ 15.
+
+[659] _Journ. Ec. polyt._ 38.
+
+[660] _Irish Trans._ 16, 1831.
+
+[661] Bd. 57.
+
+[662] Die Eigenschaften der unendlich duennen Strahlenbuendel, mit denen
+Kummer sich in dieser Abhandlung beschaeftigt, gaben spaeter (1862) Stoff
+zu einer schoenen Arbeit von Moebius (_Leipziger Ber._ 14; _Werke_ 4), an
+welche sich dann die von Zech (_Zeitschr. f. Math._ 17) veroeffentlichten
+Untersuchungen knuepfen; vgl. auch eine neuerliche Abhandlung von Hensel
+(_Journ. fuer Math._ 102).
+
+[663] _Berliner Abh._ 1866.
+
+[664] Von noch erschienenen Arbeiten, die man als eine Fortsetzung derer
+von Kummer ansehen kann oder die auf anderem Wege zu dessen Resultaten
+gefuehrt haben, erwaehne ich: Reye (_Journ. fuer Math._ 86 und 93), Hirst
+(_Proc. math. Soc._ 16), Stahl (s. Note 637), Caporali (_Napoli Rend._
+1879), Loria (_Torino Atti_, 1884 und 1886) -- oder von solchen, die zu
+diesen einige neue Formeln oder ein neues algebraisches Strahlensystem
+hinzugefuegt haben: Kummer (_Berliner Ber._ 1878), Masoni (_Napoli Rend._
+22), Roccella (s. Note 649), Hirst (_Proc. math. Soc._ 16 und 17;
+_Rendiconti del Circolo mathematico di Palermo_ 1), Sturm (_Math. Ann._ 6;
+_Journ. fuer Math._ 101).
+
+[665] Zum Beweise, dass die Fragen, auf welche sich diese Arbeiten
+beziehen, bei einigen Gelehrten jene Ruhe und Unparteilichkeit des Urteils,
+die immer bei ihren Diskussionen walten sollte, aufgehoben haben, will ich
+hier zwei Stellen anfuehren, die eine von einem Schriftsteller, der allen,
+welche sich mit Philosophie beschaeftigen, sehr wohl bekannt ist, die
+andere aus einer Zeitschrift, die in Deutschland ziemlich verbreitet ist:
+".... so gewiss ist es logische Spielerei, ein System von vier oder fuenf
+Dimensionen noch Raum zu nennen. Gegen solche Versuche muss man sich
+wahren; sie sind Grimassen der Wissenschaft, die durch voellig nutzlose
+Paradoxien das gewoehnliche Bewusstsein einschuechtern und ueber sein gutes
+Recht in der Begrenzung der Begriffe taeuschen" (Lotze, _Logik_, S. 217).
+"Die absolute oder Nicht-Euklidische Geometrie, die Geometrie des endlichen
+Raumes und die Lehre von n Raumdimensionen sind entweder Karrikaturen oder
+Krankheitserscheinungen der Mathematik" (J. Gilles, _Blaetter fuer das
+Bayrische Gymnasial- und Realschulwesen_ 28, S. 423). Man sehe auch die
+heftigen Aeusserungen Duehrings, die von Erdmann in seiner trefflichen
+Abhandlung: _Die Axiome der Geometrie_ (Leipzig, 1877, S. 85) wiedergegeben
+sind, ferner Kroman, _Unsere Naturerkenntnis_, deutsch von Fischer-Benzon
+(Kopenhagen, 1883, S. 145 bis 175); endlich die Kap. 13 und 14 des Werkes
+von Stallo, _La matiere et la physique moderne_ (Paris, 1884). Auf
+Vorwuerfe von der oben erwaehnten Art erwidern wir mit d'Alembert: "_Allez
+en avant, et la foi vous viendra!_"
+
+[666] Als Litteraturnachweis fuer diesen Teil der Geometrie sehe man die
+Artikel von G. Bruce-Halsted, veroeffentlicht im _Amer. Journ._ 1 und 2.
+
+[667] Es ist dieser Satz: "Wenn bei einer Geraden, welche zwei andere
+schneidet, die Summe der inneren Winkel auf derselben Seite kleiner als
+zwei Rechte ist, so schneiden sich letztere auf derselben Seite."
+D'Alembert nannte diesen Satz: "_l'ecueil et le scandale des elements de la
+geometrie_".
+
+[668] Eine Zeit lang glaubte man, dass der fragliche Satz von Euklid unter
+die Axiome gestellt sei; aber neuere historische Untersuchungen (s. Hankel,
+_Vorlesungen ueber komplexe Zahlen und ihre Funktionen_, S. 52) neigen zu
+der Ansicht, dass derselbe irrtuemlicher Weise von den Abschreibern zu den
+Axiomen geschrieben sei, waehrend er im Originale unter den Postulaten
+gestanden hatte.
+
+[669] Vgl. _Die Elemente der Mathematik_ von Baltzer, 4. Teil, Planimetrie.
+
+[670] Man erzaehlt, Lagrange habe beobachtet, dass die sphaerische
+Geometrie von dem Euklidischen Postulate unabhaengig sei, und gehofft, aus
+dieser Beobachtung eine Art und Weise ableiten zu koennen, den
+Ungelegenheiten der Euklidischen Methode zu entgehen, indem er die ebene
+Geometrie als die Geometrie auf einer Kugel mit unendlich grossem Radius
+betrachtete.
+
+[671] _Briefwechsel zwischen Gauss und Schumacher_, herausgegeben von
+Peters, 6 Baende (Altona, 1860-1865); die betreffenden Stellen dieses
+Briefwechsels sind von Houeel ins Franzoesische uebersetzt und seiner 1866
+erschienenen franzoesischen Uebersetzung von Lobatschewskys _Geometrischen
+Untersuchungen_ (vgl. Note 10) zugefuegt.
+
+[672] Vgl. die Gedaechtnisschrift auf Gauss von Schering in den _Goettinger
+Abh._ 22 (1877).
+
+[673] _Goettingische Gelehrte Anzeigen_, 1816 und 1822; oder _Gauss' Werke_
+4 (1873), S. 364 und 368. Vgl. auch Sartorius von Waltershausen, _Gauss zum
+Gedaechtnis_ (Leipzig, 1856), S. 81. -- Moege es gestattet sein, hier die
+Mitteilung anzuschliessen, dass Gauss das alte Problem der Kreisteilung, in
+dem man seit zwei Jahrtausenden nicht vorwaerts gekommen war, durch
+Untersuchungen auf einem Gebiete wesentlich gefoerdert hat, das ohne
+Zusammenhang mit diesem Problem schien und auf welchem man solchen Gewinnst
+fuer die Geometrie nicht erwartete (_Disquisitiones arithmeticae_, Leipzig,
+1801; _Werke_ 1; vgl. Bachmann, _Die Lehre von der Kreisteilung_, Leipzig,
+1872), indem er zeigte, dass die Teilung in n Teile mit Hilfe von Lineal
+und Zirkel auch noch moeglich ist, wenn n eine Primzahl von der Form 2^m +1
+ist. Man sehe hierzu auch Legendre, _Elements de trigonometrie_, Anhang;
+Richelot, Staudt, Schroeter, _Journ. fuer Math._ 9, 24, 75; Affolter,
+_Math. Ann._ 6.
+
+[674] _Courier von Kasan_, 1829-1830; _Abhandlungen der Universitaet
+Kasan_, 1835, 1836, 1837, 1838; _Geometrische Untersuchungen ueber die
+Theorie der Parallellinien_ (Berlin, 1810); _Journ. fuer Math._ 17.
+
+[675] Die Schrift von Johann Bolyai erschien als Anhang des Werkes von W.
+Bolyai: _Tentamen juventutem studiosam in elementa matheseos purae .....
+introducendi_, 2. Bd. (Maros-Vasarhely 1833), wurde dann ins Franzoesische
+uebersetzt von Houeel _(Memoires de Bordeaux)_, ins Italienische von
+Battaglini (_Giorn. di Matem._ 5).
+
+[676] Es ist das Verdienst Houeels (?--1886) und Battaglinis, die Werke von
+Lobatschewsky und Bolyai durch Uebersetzungen und vorzuegliche Kommentare
+(s. Note 7 und 11 und _Giorn. di Matem._ 5 und 8) verbreitet zu haben. --
+Heute ist es leicht, die Nicht-Euklidische Geometrie zu lernen, da Flye
+S^{te} Marie (_Etudes analytiques sur la theorie des paralleles_, Paris,
+1871), Frischauf (_Elemente der absoluten Geometrie_, Leipzig, 1876) und de
+Tilly (_Essai sur les principes fundamentaux de la geometrie et de la
+mecanique_, Bordeaux, 1879) methodische Bearbeitungen derselben geschrieben
+haben. In England wurden die neuen Ideen ueber die Prinzipien der Geometrie
+bearbeitet und herrlich dargestellt von Clifford; man sehe die Schrift
+_Lectures and Essays_, sowie die von Smith den _Mathematical Papers by W.
+K. Clifford_ (London, 1882) vorausgeschickte Einleitung.
+
+[677] _Goettinger Abh._ 13 (1867), oder _Gesammelte Werke_ (Leipzig, 1876),
+ins Franzoesische uebersetzt von Houeel (_Annali di Matem._ II, 3), ins
+Englische von Clifford (_Nature_ 8 oder _Mathematical Papers_ S. 55).
+
+[678] In der Abhandlung _Ueber die Thatsachen, welche der Geometrie zu
+Grunde liegen_ (_Goettinger Nachr._ 1868).
+
+[679] Hierzu sehe man _Populaere wissenschaftliche Vortraege_ von Helmholtz
+(Braunschweig, 1871-1876); _Revue des cours scientifiques_, 9. Juli 1870
+etc.
+
+[680] _Giorn. di Matem._ 6. Dieser Artikel wurde ins Franzoesische
+uebersetzt von Houeel und veroeffentlicht in den _Ann. Ec. norm._ 6, 1869.
+
+[681] Man vergleiche hierzu die Worte, mit denen d'Alembert die Meinung
+zurueckwies, dass die Wahrheiten der Mechanik experimentelle seien (_Traite
+de Dynamique_, Paris, 1858, _Discours preliminaire_, S. XII), mit den
+folgenden von Clifford (_The Common Sense of the Exact Sciences_, London,
+1885, _International Scientific Series_ 51): "In derselben Weise, wie wir,
+um irgend einen Zweig der Physik zu schaffen, von der Erfahrung ausgehen
+und auf unsere Experimente eine gewisse Anzahl von Axiomen stuetzen, welche
+solchergestalt die Grundlage desselben bilden, so sind die Axiome, die wir
+als Grundlage der Geometrie nehmen, wenn auch weniger offenbar, in der That
+ein Ergebnis der Erfahrung." Man sehe auch das Werk von Houeel, _Du role de
+l'experience dans les sciences exactes_ (Prag, 1875), oder die
+Uebersetzung, die davon in _Grunerts Arch._ 59 veroeffentlicht wurde.
+
+[682] Ich bemerke, dass, wer die _Ausdehnungslehre_ des grossen deutschen
+Geometers und Philologen Hermann Grassmann liest, mit Erstaunen sehen wird,
+dass er schon 1844 zu Schluessen gelangt war, die von den im Texte
+angegebenen nicht sehr verschieden sind. Aber wer weiss nicht, dass, um
+geschaetzt zu werden, dieses ausgezeichnete Werk noetig hatte, dass andere
+auf einem anderen Wege zu den aeusserst originellen Wahrheiten gelangten,
+die es enthaelt? -- Hier scheint es mir angebracht zu sein, eine Erklaerung
+zu geben, welche zu meiner Rechtfertigung dient. Bei dieser kurzen
+Geschichte der Kaempfe, welche die Geometer in diesen letzten Zeiten
+ausgefochten haben, traf es sich selten und nur fluechtig, dass ich
+Arbeiten von Grassmann zitierte, und ich glaube nicht, dass ich noch
+Gelegenheit haben werde, diesen Namen auszusprechen. Das heisst nicht, dass
+dieser Geometer nicht der Erwaehnung wuerdig sei, dass seine Entdeckungen
+und seine Methoden nicht verdienten, bekannt zu werden; aber es liegt
+daran, dass der Formalismus, in den er seine Gedanken gekleidet, sie den
+meisten unzugaenglich gemacht und ihnen fast jede Moeglichkeit genommen
+hat, irgend einen Einfluss auszuueben. Grassmann war waehrend eines grossen
+Teiles seines Lebens ein Einsiedler in der Mathematik; nur waehrend seiner
+letzten Jahre befasste er sich damit, etliche seiner Produktionen in
+modernem Gewande zu veroeffentlichen, um deren Verwandtschaft mit denen
+seiner Zeitgenossen zu zeigen (man sehe _Math. Ann._ 10, 12; _Goettinger
+Nachr._ 1872; _Journ. fuer Math._ 84); daher ist es natuerlich, dass ihn zu
+nennen demjenigen selten widerfaehrt, welcher sich vornimmt, die
+Errungenschaften zu beschreiben, die man den vereinten Anstrengungen der
+modernen Geometer verdankt. -- Man vergleiche Peano, _Calcolo geometrico
+secondo l'Ausdehnungslehre di H. Grassmann preceduto dalle operazioni della
+logica deduttiva_ (Turin, 1888). -- Ueber die wissenschaftlichen Verdienste
+Grassmanns sehe man einen Artikel von Cremona in den _Nouv. Ann._ I, 19,
+dann den 14. Bd. der _Math. Ann._ und den 11. Bd. des _Bulletino di
+Bibliografia e di Storia delle Scienze matematiche_. Ein Vergleich zwischen
+den Methoden Grassmanns und anderen moderneren wurde von Schlegel in der
+_Zeitschr. f. Math._ 24 gemacht.
+
+[683] _Ueber die sogenannte Nicht-Euklidische Geometrie_ (_Math. Ann._ 4).
+
+[684] _Nouv. Ann._ 12.
+
+[685] _Phil. Trans._ 149; vgl. Clifford, _Analytical Metrics_ (_Quart.
+Journ._ 1865, 1866 oder _Mathematical Papers_, S. 80).
+
+[686] Eine spaetere Abhandlung von Klein unter demselben Titel (_Math.
+Ann._ 6) ist zur Ergaenzung einiger Punkte der ersteren bestimmt. An
+dieselbe knuepfen sich die wichtigen Untersuchungen von Lueroth und Zeuthen
+(_Math. Ann._ 7), von Thomae (vgl. die 2. Aufl. der _Geometrie der Lage_
+von Reye), von Darboux (_Math. Ann._ 17), von Schur (das. 18), de Paolis
+(_Lincei Mem._ 1880-1881) und von Reye (3. Aufl. der _Geometrie der Lage_)
+ueber den Fundamentalsatz der projektiven Geometrie.
+
+[687] _Etudes de mecanique abstraite_ (_Memoires couronnees par l'Academie
+de Belgique_ 21, 1870).
+
+[688] _Bulletin de l'Academie de Belgique_ II, 36; _Torino Mem._ II, 29;
+_Mem. de la societa italiana delle scienze_ III, 2.
+
+[689] _Wiener Ber._ 1874. Man sehe auch die schoene Abhandlung von
+Beltrami: _Sulle equazioni generali dell' elasticita_, in den _Annali di
+Matem._ II, 10.
+
+[690] _Sull' applicabilita delle superficie degli spazii a curvatura
+costante_ (_Lincei Atti_ III, 2).
+
+[691] _Lincei Rend._ 1873 und 1876.
+
+[692] _Annali di Matem._ II, 6, 7; _Giorn. di Matem._ 13; _Torino Atti_,
+1876; _Lincei Mem._ III, 3; _Lombardo Rend._ 1881.
+
+[693] _Lincei Mem._ 1877-1878.
+
+[694] _Lombardo Rend._ II, 14, 15.
+
+[695] _Math. Ann._ 5.
+
+[696] _Math. Ann._ 7.
+
+[697] _Goettinger Nachr._ 1873.
+
+[698] _Amer. Journ._ 2, 4, 5.
+
+[699] _Die Massfunktionen in der analytischen Geometrie._ Programm (Berlin,
+1873).
+
+[700] _Math. Ann._ 10.
+
+[701] _Quart. Journ._ 18.
+
+[702] _On the theory of screws in elliptic space._ (_Proc. math. Soc._ 15
+und 16).
+
+[703] Die interessantesten von den mir bekannten sind die von Segre, _Sulle
+geometrie metriche dei complessi lineari e delle sfere_, veroeffentlicht in
+den _Torino Atti_, 1883.
+
+[704] Das Produkt zweier Strecken ist eine Flaeche, das dreier ein Koerper,
+was ist das geometrische Bild des Produktes von vieren? -- Die analytischen
+Geometer der Cartesischen Epoche bezeichneten dasselbe durch das Wort
+"sursolide" (ueberkoerperlich), welches sich in ihren Schriften findet; man
+kann sie daher als diejenigen ansehen, welche zuerst die im Texte erwaehnte
+Richtung eingeschlagen haben.
+
+[705] S. Cayley, _A memoir on abstract Geometry_ (_Phil. Trans._ 1870);
+vgl. auch _Cambridge Journ._ 4, 1845.
+
+[706] _Comptes rendus_, 1847.
+
+[707] Ueberdies scheint es ausser Zweifel zu stehen, dass Gauss ausgedehnte
+und bestimmte Ideen ueber die Geometrie von mehreren Dimensionen gehabt
+hat; vgl. Sartorius von Waltershausen, a. O. S. 81 (s. Note 673 des vor.
+Abschn.).
+
+[708] _Theorie des fonctions analytiques_ (Paris, an V, S. 223).
+
+[709] Ich darf nicht verschweigen, dass schon 1827 Moebius einen Einblick
+hatte, wie durch Zulassung der Existenz eines vierdimensionalen Raumes ein
+unerklaerlicher Unterschied zwischen der Ebene und dem Raume aufgehoben
+wird; dieser Unterschied besteht darin, dass, waehrend man zwei in Bezug
+auf eine Gerade symmetrische ebene Figuren immer zur Deckung bringen kann,
+es nicht moeglich ist, zwei raeumliche in Bezug auf eine Ebene symmetrische
+Figuren zusammenfallen zu lassen. Spaeter bemerkte Zoellner beilaeufig, wie
+die Existenz eines vierdimensionalen Raumes gewisse Bewegungen zulassen
+wuerde, die wir fuer unmoeglich halten; die folgenden Resultate koennen als
+Beispiele zu dieser Beobachtung dienen: Newcomb zeigte (_Amer. Journ._ 1),
+dass, wenn es einen Raum von vier Dimensionen giebt, es moeglich ist, die
+beiden Seiten einer geschlossenen materiellen Flaeche umzuwechseln, ohne
+dieselbe zu zerreissen. Klein bemerkte (_Math. Ann._ 9), dass bei dieser
+Voraussetzung die Knoten nicht erhalten bleiben koennten, und Veronese
+fuehrte (in der 1881 an der Universitaet zu Padua gehaltenen _Prolusione_)
+die Thatsache an, dass man dann aus einem geschlossenen Zimmer einen
+Koerper herausnehmen koenne, ohne die Waende desselben zu zerbrechen. Hoppe
+gab (_Grunerts Arch._ 64) Formeln an, welche die Beobachtungen Kleins
+illustrierten. Diese Formeln erforderten einige Modifikationen, die von
+Durege angegeben wurden (_Wiener Ber._ 1880); vgl. auch _Grunerts Arch._ 65
+und die synthetischen Betrachtungen von Schlegel, _Zeitschr. f. Math._ 28.
+
+[710] _Annali di Matem._ II, 2 und 5.
+
+[711] _Journ. fuer Math._ 65; _Annali di Matem._ II, 5.
+
+[712] _Journ. fuer Math._ 83.
+
+[713] _Amer. Journ._ 2.
+
+[714] _Die Nicht-Euklidischen Raumformen in analytischer Behandlung_,
+Leipzig, 1885.
+
+[715] _Math. Ann._ 27.
+
+[716] _Annali di Matem._ II, 4.
+
+[717] _Proc. math. Soc._ 7 oder _Mathematical Papers_, S. 236.
+
+[718] _Bull. sciences math._ 11, 1876.
+
+[719] _Comptes rendus_, 79.
+
+[720] _Journ. fuer Math._ 70 flgg., _Quart. Journ._ 12.
+
+[721] _Proc. math. Soc._ 9.
+
+[722] _Berliner Dissertation_, 1880.
+
+[723] _Phil. Trans._ 175.
+
+[724] _Journ. fuer Math._ 98.
+
+[725] Nach Lipschitz hatte Lejeune-Dirichlet (1805-1859) das allgemeine
+Gravitationsgesetz im elliptischen Raume studiert. Diese Studien wurden
+dann von Schering bearbeitet und in den _Goettinger Nachr._ 1870 und 1873
+veroeffentlicht.
+
+[726] _Comptes rendus_ 79.
+
+[727] _Math. Ann._ 19.
+
+[728] Hoppe machte analoge Untersuchungen fuer die Kurven des
+vierdimensionalen Raumes (_Grunerts Arch._ 64).
+
+[729] _Amer. Journ._ 4.
+
+[730] _Berliner Ber._ 1869.
+
+[731] _Math. Ann._ 7; _Zeitschr. f. Math._ 20, 21, 24.
+
+[732] _Journ. fuer Math._ 70 und 72.
+
+[733] _Journ. fuer Math._ 70.
+
+[734] _Math. Ann._ 24.
+
+[735] _Bull. sciences math._ I, 4.
+
+[736] _Math. Ann._ 26.
+
+[737] _Collectanea mathematica; Annali di matem._ II, 10.
+
+[738] _Goettinger Nachr._, 1871.
+
+[739] _Math. Ann._ 5.
+
+[740] _Journ. fuer Math._ 81; _Comptes rendus_ 82.
+
+[741] _Amer. Journ._ 4.
+
+[742] _Journ. fuer Math._ 74 oder _Quart. Journ._ 12. Ich fuege noch hinzu,
+dass Salmon und Cayley sich der Raeume von mehreren Dimensionen in ihren
+Untersuchungen ueber die Theorie der Charakteristiken (s. IV) bedient
+haben, dass Mehler, _Journ. fuer Math._ 84, eine Anwendung von der
+Betrachtung eines vierdimensionalen Raumes fuer Untersuchungen ueber
+dreifache Systeme orthogonaler Oberflaechen, und dass Lewis davon eine
+aehnliche Anwendung machte bei der Betrachtung einiger Traegheitsmomente
+(_Quart. Journ._ 16). Dann fand Wolstenholme, dass die Zahl der Normalen,
+die man von einem Punkte eines d-dimensionalen Raumes an eine Oberflaeche
+von der n^{ten} Ordnung ziehen kann,
+
+ n
+ --- { (n-1)^d - 1 }
+ n-2
+
+betraegt (_Educational Times_ 10).
+
+[743] _Von den Elementen und Grundgebilden der synthetischen Geometrie_
+(Bamberg, 1887).
+
+[744] _Grunerts Arch._ 64.
+
+[745] _Bull. Soc. math._ 10.
+
+[746] _Grunerts Arch._ 70.
+
+[747] _Amer. Journ._ 3.
+
+[748] _Grunerts Arch._ 66, 67, 68, 69.
+
+[749] _Nova Acta der Leopold.-Carol. Akademie_ 44.
+
+[750] _Die polydimensionalen Groessen und die vollkommenen Primzahlen._
+
+[751] _Von Koerpern hoeherer Dimensionen_ (Kaiserslautern, 1882).
+
+[752] _Wiener Ber._ 90.
+
+[753] _Wiener Ber._ 89 und 90.
+
+[754] Diese bilden eine der merkwuerdigsten von den durch L. Brill in
+Darmstadt veroeffentlichten Serien von Modellen.
+
+[755] _Journ. fuer Math._ 31, S. 213. Liest man die wenigen Seiten, welche
+die Abhandlung von Cayley bilden, so gewinnt man die Ueberzeugung, dass er
+schon 1846 einen klaren Einblick von der Nuetzlichkeit hatte, welche der
+gewoehnlichen Geometrie der Lage die Betrachtung des Raumes von mehreren
+Dimensionen bringen koenne.
+
+[756] _Histoire de l'astronomie moderne_ 2, S. 60.
+
+[757] _Phil. Trans._ 1878 oder _Mathematical Papers_ S. 305.
+
+[758] _Math. Ann._ 19.
+
+[759] Unter den in der Abhandlung von Veronese bearbeiteten Untersuchungen
+sind die ueber die Konfigurationen besonderer Erwaehnung wert, ferner die
+Formeln, welche -- als eine Erweiterung derer von Pluecker und Cayley --
+die gewoehnlichen Singularitaeten einer Kurve eines n-dimensionalen Raumes
+unter einander verknuepfen, die Erzeugung von in einem solchen Raume
+enthaltenen Oberflaechen durch projektive Systeme und die Anwendung
+derselben auf das Studium einiger Oberflaechen unseres Raumes; dann kann
+ich nicht stillschweigend uebergehen die Studien ueber die in einem
+quadratischen Gebilde von n Dimensionen enthaltenen linearen Raeume, die
+Veronese gemacht hat, um einige Saetze von Cayley zu erweitern (_Quart.
+Journ._ 12), indem er die von Klein (_Math. Ann._ 5) verallgemeinerte
+stereographische Projektion anwandte, ferner nicht etliche wichtige
+Resultate ueber die Kurven, von denen uebrigens einige schon Clifford
+(_Phil. Trans._, 1878) auf einem anderen Wege erhalten hatte.
+
+[760] _Annali di Matem._ II, 11; _Lincei Mem._ 1883-1884; _Atti dell'
+Istituto Veneto_ V, 8. Letztere Abhandlung ist der darstellenden Geometrie
+des Raumes von 4 Dimensionen gewidmet und kann daher als die Ausfuehrung
+eines Gedankens angesehen werden, den Sylvester im Jahre 1869 in seiner
+Rede vor der British Association angedeutet hat.
+
+[761] _Torino Mem._ II, 36.
+
+[762] _Lincei Mem._ 1883-1884; _Torino Mem._ II, 37; _Lincei Rend._ 1886.
+
+[763] _Torino Atti_ 19.
+
+[764] _Torino Atti_ 19, 20, 21; _Math. Ann._ 27.
+
+[765] _Math. Ann._ 24.
+
+[766] _Torino Atti_ 20.
+
+[767] _Lombardo Rend._ 1886; _Lincei Rend._ 1886. Man sehe auch desselben
+Verfassers wichtige Note: _Sui sistemi lineari, Lombardo Rend._ 82.
+
+[768] _Lombardo Rend._ 1885, 1886.
+
+[769] _Napoli Rend._ 1885, 1886. Vgl. auch Rodenberg, _Math. Ann._ 26.
+
+[770]
+
+ Ich kann sie alle hier nicht wiederholen,
+ Weil mich des Stoffes Fuelle so bedraengt,
+ Dass hinter dem Gescheh'nen oft das Wort bleibt.
+ -- (Dantes _Divina Commedia_, der _Hoelle_ 4. Ges. V. 145-147.)
+
+[771] _Math. Ann._ 2, 8. Man sehe auch die Abhandlung von S. Kantor, _Sur
+les transformations lineaires successives dans le meme espace a_ n
+_dimensions_ (_Bull. Soc. math._ 8).
+
+[772] _Bull. Soc. math._ 2. Unter den in dieser Arbeit erhaltenen
+Resultaten heben wir folgendes hervor: "Wenn man in einem Raume von r - 1
+Dimensionen zwei algebraische Mannigfaltigkeiten vom Grade [mu] und [nu]
+ins Auge fasst, bezueglich von m und n Dimensionen, so ist der Schnitt
+derselben eine Mannigfaltigkeit von n + m - (r-1) Dimensionen und vom Grade
+[mu][nu], wofern m + n >= r - 1, und die beiden Mannigfaltigkeiten nicht
+eine solche von m + n - r + 2 oder mehr Dimensionen gemeinsam haben", um
+den vollstaendigen Beweis desselben anzufuehren, den Noether in den _Math.
+Ann._ 11 geliefert hat.
+
+[773] _Lincei Mem._ 1876-1877; vgl. auch Jordan (_Bull. Soc. math._ 3). --
+Hier will ich eine Notiz machen, die im Texte nicht Platz finden konnte:
+Von vielen wurde behauptet, dass in einem Raume von konstanter positiver
+Kruemmung zwei geodaetische Linien, wenn sie sich treffen, im allgemeinen
+zwei Punkte gemeinsam haben; das ist nun nicht wahr, und dieses wurde
+zuerst von Klein beobachtet (_Jahrbuch ueber die Fortschritte der
+Mathematik_ 9, S. 313), dann von Newcomb (_Journ. fuer Math._ 83) und von
+Frankland (_Proc. math. Soc._ 8). Ueber dasselbe Thema sehe man eine
+Abhandlung von Killing (_Journ. fuer Math._ 86 und 89).
+
+[774] _Math. Ann._ 26; _Acta math._ 8. -- Der Abhandlung von Veronese gehen
+noch die Untersuchungen von Spottiswoode (1825-1883) voran, ueber die
+Darstellung der Figuren der Geometrie von n Dimensionen vermittelst
+correlativer Figuren der gewoehnlichen Geometrie (_Comptes rendus_ 81).
+
+[775] _Memoire de Geometrie sur deux principes generaux de la science._
+
+[776] _Beitraege zur Geometrie der Lage,_ s. 29.
+
+[777] _Vierteljahrsschrift der naturforschenden Gesellschaft zu Zuerich_
+15, oder _Die darstellende Geometrie._
+
+[778] Vgl. die interessante Abhandlung von Fiedler, _Geometrie und
+Geomechanik_, erschienen in der genannten _Vierteljahrsschrift_, und in
+franzoesischer Uebersetzung in _Liouvilles Journ._ III, 4 veroeffentlicht.
+
+[779] Den Nutzen, welcher der Geometrie durch die Annahme einiger Begriffe,
+die man jetzt noch als der Mechanik angehoerig betrachtet, erwachsen
+wuerde, bezeugen der _Expose geometrique du calcul differentiel et
+integral_ (Paris, 1861), von Lamarle (1806-1875) verfasst, die von Mannheim
+der kinematischen Geometrie gewidmeten Partien in seinem _Cours de
+geometrie descriptive_ (Paris, 1880) und das schoene juengst
+veroeffentlichte Buch meines Freundes Peano mit dem Titel: _Applicazioni
+geometriche del calcolo infinitesimale_ (Turin, 1887).
+
+[780] Man sehe die Anhaenge der _Proc. math. Soc._ seit Bd. 14.
+
+[781] _Nouv. Ann._ II, 1, 2; _Liouvilles Journ._ II, 7; _Berliner Abh._
+1865, 1866; _Berliner Ber._ 1872 oder _Borchardts Gesammelte Werke_, S.
+179, 201, 233.
+
+[782] Insbesondere _Journ. fuer Math._ 24 oder _Werke_, Bd. II, S. 177,
+241.
+
+[783] S. _Acta Societatis scientiarum Fennicae_, 1866; _Bull. de l'Academie
+de St. Petersbourg_ 14; _Math. Ann._ 2; _Nouv. Ann._ II, 10; _Zeitschr. f.
+Math._ 11; _Goettinger Nachr._ 1882 oder _Bull. sciences math._ II, 7;
+_Journ. fuer Math._ 96, 97; _Goettinger Nachr._ 1884; _Grunerts Arch._ II,
+2; _Giorn. di Matem._ 26.
+
+[784] _Memoires de l'Academie de Berlin,_ 1761; vgl. Legendres _Elements de
+Geometrie_, Note IV der aelteren Auflagen.
+
+[785] _Berliner Ber._ 1882; _Math. Ann._ 20; vereinfacht durch Weierstrass,
+_Berliner Ber._ 1885; man vgl. auch Rouche, _Nouv. Ann._ III, 2.
+
+[786] Die einzigen rein synthetischen Untersuchungen ueber die Kurven und
+Oberflaechen von hoeherer als zweiter Ordnung, die ich kenne, sind die von
+Reye (_Geometrie der Lage_) ueber die ebenen kubischen Kurven, einige von
+Thieme (_Zeitschr. f. Math_ 24; _Math. Ann._ 20, 28), von Milinowski
+(_Zeitschr. f. Math._ 21, 23; _Journ. fuer Math._ 89, 97) und von Schur
+(_Zeitschr. f. Math._ 24). Ihnen koennte man die beiden folgenden Arbeiten
+hinzufuegen, die im Jahre 1868 von der Berliner Akademie gekroent sind:
+H. J. S. Smith, _Memoire sur quelques problemes cubiques et biquadratiques_
+(_Annali di Matem._ II, 3); Kortum, _Ueber geometrische Aufgaben dritten
+und vierten Grades_ (Bonn, 1869). Die Geometer erwarten ungeduldig die
+Veroeffentlichung einer Schrift von E. Koetter, die 1886 von der Berliner
+Akademie den Steinerschen Preis erhielt und dazu berufen erscheint, in das
+Gebiet der reinen Geometrie die allgemeine Theorie der ebenen algebraischen
+Kurven zu versetzen. (Sie ist waehrend der Anfertigung der Uebersetzung
+vorliegender Schrift in den _Berliner Abh._ 1887 unter dem Titel:
+_Grundzuege einer rein geometrischen Theorie der algebraischen ebenen
+Kurven_ erschienen.)
+
+[787] Die Angemessenheit des gleichzeitigen Gebrauches der Geometrie und
+Analysis, auch in den Fragen der angewandten Mathematik, wurde
+ausdruecklich von Lame mit folgenden Worten erklaert: _"Quand on medite sur
+l'histoire des mathematiques appliquees, on est effectivement conduit a
+attribuer leurs principales decouvertes, leurs progres les plus decisifs a
+l'association de l'analyse et de la geometrie. Et les travaux, que produit
+l'emploi de chacun de ces instruments, apparaissent alors comme des
+preparations, des perfectionnements, en attendant l'epoque qui sera
+fecondee par leur reunion."_ (_Lecons sur les coordonnees curvilignes_,
+1859, S. XIII und XIV.)
+
+[788] Poinsot, _Comptes rendus_ 6 (1838) S. 809.
+
+ * * * * *
+
+
+Corrections made to printed original.
+
+page 17, "l'origine et le developpement": 'el developpement' in original.
+
+Footnote 265, "geometrische.": 'geometrisehe' in original.
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Die hauptsächlichsten Theorien der
+Geometrie, by Gino Loria
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE HAUPTSÄCHLICHSTEN ***
+
+***** This file should be named 33726.txt or 33726.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ http://www.gutenberg.org/3/3/7/2/33726/
+
+Produced by Joshua Hutchinson, Keith Edkins and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
+file was produced from images from the Cornell University
+Library: Historical Mathematics Monographs collection.)
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+*** START: FULL LICENSE ***
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
+
+To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work
+(or any other work associated in any way with the phrase "Project
+Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
+Gutenberg-tm License (available with this file or online at
+http://gutenberg.org/license).
+
+
+Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
+electronic works
+
+1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
+electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
+and accept all the terms of this license and intellectual property
+(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
+the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
+all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
+copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
+works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
+Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
+freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
+this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
+the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
+keeping this work in the same format with its attached full Project
+Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
+
+1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
+what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
+a constant state of change. If you are outside the United States, check
+the laws of your country in addition to the terms of this agreement
+before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
+creating derivative works based on this work or any other Project
+Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
+the copyright status of any work in any country outside the United
+States.
+
+1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
+
+1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate
+access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
+whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
+phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
+Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
+copied or distributed:
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
+from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
+posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
+and distributed to anyone in the United States without paying any fees
+or charges. If you are redistributing or providing access to a work
+with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
+work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
+Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
+1.E.9.
+
+1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
+with the permission of the copyright holder, your use and distribution
+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
+1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
+prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
+active links or immediate access to the full terms of the Project
+Gutenberg-tm License.
+
+1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
+compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
+word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
+distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
+"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
+posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
+form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
+License as specified in paragraph 1.E.1.
+
+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
+performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
+unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
+
+1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
+access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
+that
+
+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
+ owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
+ Project Gutenberg-tm works.
+
+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
+
+1.F.
+
+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
+works, and the medium on which they may be stored, may contain
+"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
+corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
+property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
+computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
+your equipment.
+
+1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
+of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
+Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
+Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
+liability to you for damages, costs and expenses, including legal
+fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
+LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
+PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
+TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
+LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
+1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
+receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
+written explanation to the person you received the work from. If you
+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.