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+The Project Gutenberg EBook of Die hauptsächlichsten Theorien der Geometrie, by
+Gino Loria
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Die hauptsächlichsten Theorien der Geometrie
+
+Author: Gino Loria
+
+Translator: Fritz Schütte
+
+Release Date: September 14, 2010 [EBook #33726]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE HAUPTSÄCHLICHSTEN ***
+
+
+
+
+Produced by Joshua Hutchinson, Keith Edkins and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
+file was produced from images from the Cornell University
+Library: Historical Mathematics Monographs collection.)
+
+
+
+
+
+Transcriber's note: A few typographical errors have been corrected: they
+are listed at the end of the text.
+
+ * * * * *
+
+
+DIE HAUPTSÄCHLICHSTEN
+
+THEORIEN DER GEOMETRIE
+
+IN IHRER FRÜHEREN
+
+UND
+
+HEUTIGEN ENTWICKELUNG.
+
+HISTORISCHE MONOGRAPHIE
+
+VON
+
+DR. GINO LORIA,
+
+PROFESSOR DER HÖHEREN GEOMETRIE AN DER UNIVERSITÄT ZU GENUA.
+
+------
+
+UNTER BENUTZUNG ZAHLREICHER ZUSÄTZE UND VERBESSERUNGEN SEITENS DES
+VERFASSERS
+
+INS DEUTSCHE ÜBERTRAGEN
+
+VON
+
+FRITZ SCHÜTTE.
+
+MIT EINEM VORWORTE VON PROFESSOR R. STURM.
+
+LEIPZIG,
+
+VERLAG VON B. G. TEUBNER.
+
+1888.
+
+ * * * * *
+
+
+Druck von B. G. Teubner in Dresden.
+
+ * * * * *
+
+
+Seiner teueren Mutter
+
+als schwaches Unterpfand inniger Liebe
+
+widmet diese Arbeit
+
+der Verfasser.
+
+{III}
+
+
+
+ * * * * *
+
+Vorwort.
+
+------
+
+
+
+Diese deutsche Übersetzung der im vergangenen Jahre in den _Memorie della
+Reale Accademia delle Scienze di Torino_ (Ser. II, Bd. 38) erschienenen
+Monographie des Herrn Gino Loria: _Il passato e il presente delle
+principali teorie geometriche_, welche mein Schüler Herr Fritz Schütte
+angefertigt hat, begleite ich gern mit einem empfehlenden Vorworte, nachdem
+ich sie mit der Originalschrift und den handschriftlichen Zusätzen und
+Verbesserungen des Herrn Verfassers in Bezug auf ihre Richtigkeit
+verglichen habe.
+
+Eine Geschichte der Geometrie unserer Zeit, in der jedes Jahrzehnt uns mehr
+vorwärts bringt, als es früher in einem Jahrhundert geschah, welche uns zu
+ungeahnten allgemeinen Anschauungen geführt hat, zu besitzen, ist der
+Wunsch aller Geometer; aber wir wissen auch alle, wie unvergleichlich
+schwerer die Aufgabe, eine solche zu schreiben, heute ist als vor fünfzig
+Jahren, wo der _Aperçu historique_ von Chasles erschien.
+
+Herr Loria will seine »Chronik«, wie er seine Schrift in der Einleitung
+nennt, nur als eine Vorarbeit angesehen haben, welche zur Inangriffnahme
+des großen Werkes der Abfassung einer Geschichte der modernen Geometrie
+anspornen und diesem Werke dienen soll. Der Umfang, den er zunächst seiner
+Arbeit gegeben hat, bringt es, wie er selbst mehrfach bemerkt, freilich mit
+sich, daß die Darstellung bisweilen auf eine bloße Aufzählung von Namen und
+Schriften hinausläuft. Aber auch in diesem engeren Rahmen ist es, meine
+ich, dem {IV} Verfasser gelungen, dem Leser, als welchen ich mir in erster
+Linie einen Studierenden vorstelle, der schon etwas über die Anfänge hinaus
+ist, eine anschauliche Übersicht der hauptsächlichsten
+Untersuchungsrichtungen der Geometrie unserer Zeit vorzuführen; für alle
+Geometer aber werden die reichhaltigen Litteraturnachweise von großem Werte
+sein. Etwaige Lücken in denselben wird jeder, der unsere fast unübersehbare
+und den wenigsten vollständig zugängliche mathematische Litteratur kennt,
+dem Verfasser nicht anrechnen, und jede Mitteilung einer wesentlichen
+Verbesserung oder Ergänzung wird er gewiß gern entgegennehmen, um seine
+Schrift noch wertvoller zu machen, falls ihr eine neue Auflage beschieden
+würde.
+
+Die Veränderungen, welche diese Übersetzung im Vergleich mit dem
+italienischen Originale aufweist, bestehen, außer stark vermehrten
+Litteraturnachweisen, in einer viel eingehenderen Besprechung der
+Differentialgeometrie im Abschnitte III und der Umarbeitung der auf die
+Gestalt der Kurven und der Oberflächen und die abzählende Geometrie
+bezüglichen Teile der Abschnitte II und III zu einem besonderen Abschnitte.
+
+ Münster i. W., Ende Mai 1888.
+
+ R. STURM.
+
+{V}
+
+
+
+ * * * * *
+
+Inhaltsverzeichnis.
+
+------
+
+
+
+ Seite
+
+ Einleitung 1
+
+ I. Die Geometrie vor der Mitte des 19. Jahrhunderts 3
+
+ II. Theorie der ebenen Kurven 21
+
+ III. Theorie der Oberflächen 31
+
+ IV. Untersuchungen über die Gestalt der Kurven und Oberflächen.
+ Abzählende Geometrie 60
+
+ V. Theorie der Kurven doppelter Krümmung 71
+
+ VI. Abbildungen, Korrespondenzen, Transformationen 80
+
+ VII. Geometrie der Geraden 98
+
+ VIII. Nicht-Euklidische Geometrie 106
+
+ IX. Geometrie von n Dimensionen 115
+
+ Schluss 124
+
+ Abkürzungen für die häufig erwähnten Zeitschriften 130
+
+ Verzeichnis der verstorbenen Geometer, deren Lebenszeit angegeben ist 132
+
+{1}
+
+
+
+ * * * * *
+
+Einleitung.
+
+------
+
+
+
+ »Après six mille années d'observations l'esprit humain n'est pas
+ épuisé; il cherche et il trouve encore afin qu'il connaisse qu'il peut
+ trouver à l'infini et que la seule paresse peut donner des bornes à ses
+ connaissances et à ses inventions.« -- Bossuet.
+
+Die Fortschritte der exakten Wissenschaft im allgemeinen und der Mathematik
+im besonderen[1] sind in diesen letzten Zeiten so beträchtlich gewesen,
+fortwährend folgen weitere nach, so schnell und unaufhaltsam, daß sich
+lebhaft das Bedürfnis fühlen macht, einen Rückblick auf den schon gemachten
+Weg zu werfen, welcher den Anfängern ein leichteres Eindringen in die
+Geheimnisse derselben und den schon Vorgeschrittenen ein sichereres Urteil
+gestattet, welches die Probleme sind, deren Lösung am dringendsten ist.
+
+Der Wunsch, diesem Bedürfnisse zu entsprechen, soweit es die Geometrie
+anlangt, d. h. soweit es den höheren Teil {2} unserer positiven Kenntnis
+betrifft -- da, wie Pascal sagte, tout ce qui passe la géométrie nous
+surpasse -- ist es, der mich veranlaßt, vorliegende Abhandlung zu
+schreiben.
+
+Möge dieser unvollkommene Abriß die Veranlassung sein zu einer Schrift, die
+der Erhabenheit ihres Zieles würdig ist; möge diese dürftige Chronik der
+Vorläufer sein einer »Geschichte der Geometrie in unserem Jahrhundert«. {3}
+
+
+
+ * * * * *
+
+I.
+
+Die Geometrie vor der Mitte des 19. Jahrhunderts.
+
+------
+
+
+
+»Alle Entwickelungsstufen der Zivilisation sind so eng miteinander
+verknüpft, daß man vergebens versuchen würde, irgend einen Zweig der
+Geschichte von einer bestimmten Epoche ab zu studieren, ohne einen Blick
+auf die vorhergehenden Zeiten und Ereignisse zu werfen.«[2] Wenn das im
+allgemeinen wahr ist, so wird es doppelt der Fall sein »bei einer
+Wissenschaft, die so konservativ ist, wie die Mathematik, welche das Werk
+der vorhergehenden Periode nicht zerstört, um an dessen Stelle neue Bauten
+zu errichten«.[3] Daher ist es unerläßlich, daß ich, bevor ich an das
+eigentliche Thema dieser Abhandlung herantrete, d. h. bevor ich über die
+moderne Geometrie spreche, kurz angebe, auf welche Weise die Geometrie zu
+dem Standpunkte gelangt ist, von welchem ab ich vorhabe, ihre Entwickelung
+eingehender zu verfolgen.
+
+Den ersten Ursprung der geometrischen Untersuchungen festzustellen, ist ein
+fast unausführbares Unternehmen. Die täglichen Erfahrungen jedes denkenden
+Menschen führen auf eine so natürliche Weise zur Vorstellung der
+einfacheren geometrischen Formen und zur Erforschung ihrer gegenseitigen
+Beziehungen, daß man vergebens versuchen würde, den Namen desjenigen zu
+nennen, der zuerst Geometrie betrieben hat, und anzugeben, zu welcher Zeit
+sie entstanden ist. Daher sind die Kenntnisse, welche man über die ersten
+Spuren dieser Disziplin hat, sehr unbestimmt; wer sich {4} vornimmt, sie
+festzustellen, den umhüllt, wenn nicht völlige Finsternis, so doch nur ein
+wenig Dämmerlicht, welches ihm nur gestattet, die Umrisse bedeutenderer
+Bruchstücke, welche sich den Unbilden der Zeit entzogen haben, zu erkennen.
+So kann ein solcher feststellen, daß die ältesten geometrischen Studien von
+den Ägyptern gemacht sind, und kann die Erzählung Herodots wiederholen,
+nach welcher diesem Volke ein sehr wirksamer Antrieb, sich mit Geometrie zu
+befassen, durch die periodischen Überschwemmungen des Nils gegeben wurde,
+welche, indem sie die Grenzen zwischen den kleinen Besitzungen, in die
+Ägypten unter seine Einwohner verteilt war, verwischten, sie nötigten,
+dieselben jedes Jahr wieder herzustellen.[4] Die Haltbarkeit dieser
+Hypothese, um die Thatsache zu erklären, daß in Ägypten die Wissenschaft,
+von der wir handeln, eifrig betrieben sei, wird durch die praktische Natur
+der Gegenstände bewiesen, welche dort eingehender behandelt wurden:
+specielle Konstruktionen, Messungen von Längen, Flächeninhalten, Volumen
+u. s. f.[5]
+
+Indem die Kenntnisse der Ägypter nach Griechenland übergingen, erhielten
+sie durch Thales (640-540)[6] und die Anhänger der ionischen Schule, welche
+er gründete, eine wissenschaftlichere Gestalt. Thales ist in der That der
+erste, der sich damit beschäftigt hat, die von den Ägyptern entdeckten
+Sätze und einige andere streng zu beweisen. Jedoch erhob sich die Geometrie
+unter seinen Händen noch nicht zur wahren Wissenschaft; diese Würde
+erlangte sie erst {5} durch die Untersuchungen des Pythagoras (nach einigen
+569-470, 580-500 nach anderen) und seiner Schüler. Unglücklicher Weise aber
+bestand eine der Regeln, welche die Pythagoräer strenge beobachten mußten,
+darin, daß sie die Lehren, welche der Meister vortrug, geheim halten
+mußten; daher kam es, dass der geometrische Teil derselben allen, die nicht
+dieser Schule angehörten, unbekannt blieb. Aber nachdem das Haupt gestorben
+war, da suchten seine Anhänger, als sie bei den inneren Kämpfen, welche die
+Republiken Grossgriechenlands zerrissen, besiegt worden waren, Zuflucht in
+Athen und offenbarten dort, von der Not getrieben, die Geheimnisse, welche
+sie bis dahin so strenge verwahrt hatten. Und der wohlthätige Einfluß einer
+grösseren Verbreitung dessen, was die Pythagoräer von der Mathematik
+wußten, ist durch die wichtigen Forschungen offenbar geworden, welche in
+der Folgezeit die griechischen Gelehrten in der Periode, welche zwischen
+Pythagoras und Plato (429-348) liegt, gemacht haben. Sie können in drei
+Kategorien geteilt werden, benannt nach den berühmten Problemen: der
+Dreiteilung des Winkels, der Verdoppelung des Würfels, der Quadratur des
+Kreises, und führten zur Vervollkommnung des mehr elementaren Teiles der
+ebenen Geometrie.
+
+Plato verdanken wir den ersten Anstoß zum methodischen Studium der
+Stereometrie, und das ist nicht das Einzige, wofür der göttliche Philosoph
+auf den Dank der Geometer Anspruch erheben könnte; denn ihm ist auch die
+analytische Methode zuzuschreiben, deren Macht allen bekannt ist, und
+seiner Schule (Akademie) die Lehre von den Kegelschnitten und, was nicht
+weniger wichtig ist, die von den geometrischen Örtern.
+
+Aus diesen gedrängten Angaben[7] wird man leicht entnehmen können, daß die
+Bemühungen der angeführten Geometer zu einer Fülle von Eigenschaften der
+Figuren und zu Methoden, sie zu erklären, geführt und die Elemente für eine
+methodische Behandlung der Geometrie vorbereitet hatten. {6} Daher dauerte
+es nicht lange, daß vollständige Zusammenstellungen dessen, was entdeckt
+war, erschienen. Von vielen kennen wir nur die Existenz; nur eine einzige
+ist uns vollständig erhalten worden, _die Elemente_ des Euklides, und das
+glänzende Licht, welches von ihnen ausgeht, führt uns zu der Vermutung, daß
+alle die anderen Zusammenstellungen durch die Vergleichung mit ihnen
+verdunkelt sind.
+
+Mit diesem Buche, welches nach zweitausend Jahren noch als einzig angesehen
+wird, »von dem man für die Entwickelung der Jugend diejenigen Resultate
+erhoffen kann, mit Rücksicht auf die bei allen zivilisierten Nationen der
+Unterricht in der Geometrie eine solch bedeutende Stellung in der Erziehung
+der Jugend inne hat«,[8] nimmt die wahre Wissenschaft der Geometrie ihren
+Anfang. Es ist das granitene Piedestal, auf welchem der großartige Bau der
+griechischen Mathematik sich erhebt, auf dessen Gipfel sich die anderen
+Werke Euklids und die unsterblichen Arbeiten von Archimedes (287-212),
+Eratosthenes (276-194) und Apollonius (ca. 200 v. Ch.) befinden.[9]
+
+Diese berühmten Gelehrten bezeichnen den Höhepunkt der griechischen
+Wissenschaft; nach ihnen beginnt die Periode des Verfalles, ja sogar, trotz
+einiger wichtiger Untersuchungen eines Hipparch (161-126) und eines
+Ptolomaeus (125 bis ungefähr 200), trotz der Arbeit eines genialen
+Kommentators, wie Pappus war (derselbe lebte gegen Ende des {7} dritten
+Jahrhunderts unserer Zeitrechnung), kommen wir nach und nach zu einer
+Periode völliger Unthätigkeit auf dem Gebiete der Geometrie.
+
+Die Römer, die Eroberer und Gesetzgeber der Welt, scheinen jedes
+Untersuchungsgeistes zu entbehren, und wenn die Geometrie in der Epoche, in
+welcher sie herrschten, nicht ganz verfiel, so geschah das dank ihren
+Agrimensoren, welche jedoch bei ihren Operationen nur eine Genauigkeit zu
+erreichen suchten, die für die Bedürfnisse des täglichen Lebens
+ausreicht.[10]
+
+{8}
+
+Auch das Mittelalter kann keine Veranlassung geben zu einer längeren
+Erörterung. Die dichte Finsternis, welche in dieser Zeit die ganze
+Menschheit bedeckte, gestattete nicht das Auftreten eines Gelehrten, dem
+man irgend einen bemerkenswerten Fortschritt in der Geometrie verdankt. Man
+kann nur erwähnen, daß die vielfachen in dieser Zeit errichteten heiligen
+Bauwerke, die nach dem Ausspruche eines großen Dichters so zahlreich und
+kühn waren, weil sie die einzigen der menschlichen Intelligenz damals
+erlaubten Äußerungen darstellen, Kunde davon geben, daß derjenige Teil
+unserer Wissenschaft, der jedem Baumeister unentbehrlich ist, auch in
+dieser Zeit im allgemeinen bekannt war.
+
+Diese für unsere Wissenschaft so traurige Zeit kann man als beendet ansehen
+mit Leonardo Fibonacci (etwa 1180-1250); erst als von diesem
+ausgezeichneten Gelehrten die Algebra nach Europa übergeführt worden war,
+und seine hervorragenden Arbeiten ihren Einfluß ausübten, da hatte diese
+Periode der wissenschaftlichen Unthätigkeit ein Ende, und es beginnt eine
+neue Zeit, deren wir Italiener uns mit Stolz erinnern müssen, da in ihr
+unser Vaterland das Scepter der Mathematik inne hatte. Jedoch gravitierte
+diese Periode, wenn sie auch von großer Bedeutung für die analytischen
+Untersuchungen ist, nicht in merklicher Weise nach den geometrischen.
+Cardano (1501-1576), Scipio Ferro (?-1525), Tartaglia (1500-1559), Ludovico
+Ferrari (1522-1565) und andere weniger bedeutende, die dieser Periode
+angehören, haben den Ruhm, in unserem Lande die Entwickelung eines der
+wichtigeren Teile der Analysis, nämlich der Theorie der Gleichungen,
+bewirkt zu haben, sowie auch die Vervollkommnung einiger der schwierigsten
+Teile derselben gefördert zu haben, dank den öffentlichen
+wissenschaftlichen Herausforderungen, welche eine charakteristische
+Eigentümlichkeit dieser Zeit waren. Hingegen überlieferten {9} sie die
+Geometrie ihren Nachkommen fast in demselben Zustande, in welchem sie
+dieselbe von den Griechen und den Arabern erhalten hatten.[11]
+
+Nach dem Tode dieser tapferen Kämpen ging der Primat in der Mathematik über
+die Alpen und wurde von Frankreich infolge der Verdienste eines Vieta
+(1540-1603) und eines Fermat (1590-1663) übernommen. Durch sie bereicherte
+sich die Geometrie mit Lösungen, die man vorher vergebens gesucht hatte.
+Auch wurden einige Werke des Apollonius, deren Verlust man beklagt hatte,
+wieder hergestellt.
+
+Nicht viel später vermehrten Pascal (1623-1662) und Desargues (1593-1662)
+das Erbteil der Geometrie mit originellen Gesichtspunkten, mit neuen
+Methoden und neuen Sätzen[12]. Aber die von ihnen ausgesprochenen Ideen
+blieben {10} viele Jahre hindurch unfruchtbar, weil sie von dem
+analytischen Geiste, dessen überwiegender Einfluß sich schon geltend
+gemacht hatte, unterdrückt wurden.
+
+Gleichwohl war im 17. Jahrhundert das Vorwiegen der Analysis noch nicht ein
+solches, daß es die Geometer die Probleme, deren Lösung man seit langer
+Zeit und so lebhaft gewünscht hatte, vergessen ließ. Zwischen den
+Bestrebungen dieser Zeit und den Wünschen der Gelehrten erhob sich in der
+Folge ein Wettkampf eigener Art, und aus dem Zusammenstoße
+verschiedenartiger Ansichten und Bestrebungen entsprang ein Funke, der
+fähig war, eine Flamme zu erregen, welche die kommenden Generationen
+erleuchten sollte;[13] es entstand die analytische Geometrie (1637).
+
+Wenn man auch schon in einigen Methoden der griechischen Geometer, in
+einigen praktischen Regeln der Maler, der ägyptischen Astronomen und der
+römischen Agrimensoren Spuren von dem finden kann, was wir heute
+rechtwinkliges Cartesisches Koordinatensystem nennen; wenn auch schon die
+Araber und die italienischen Algebraiker aus der Renaissancezeit
+geometrische Betrachtungen auf die Lösung der Gleichungen angewandt
+hatten,[14] wenn auch schon Vieta die Abscissen gebraucht hatte, um
+vermittelst Zahlen die Punkte einer Geraden zu bestimmen, wenn schließlich
+Nicolaus Oresme (ca. 1320-1382) und Fermat mehr oder weniger bewußt sich
+der Koordinaten bedient haben; so scheint doch ganz unbestreitbar Descartes
+(1596-1650) der erste zu sein, welcher in ihrer ganzen Ausdehnung die volle
+Einsicht von der Möglichkeit, mit den algebraischen Rechnungszeichen die
+nach irgend einem Gesetze aufgebauten Formen des Raumes darzustellen,
+gehabt und der den ganzen Vorteil, den die Analysis und die Geometrie aus
+ihrer {11} unerwarteten Vereinigung ziehen können, erkannt hat. Mit Recht
+wird daher Cartesius' Namen immer mit der Entdeckung der analytischen
+Geometrie verbunden bleiben.[15]
+
+Die Leichtigkeit, mit welcher dieses neue Werkzeug Fragen zu lösen
+gestattete, welche die Alten für unangreifbar hielten, ließ die
+Zeitgenossen und unmittelbaren Nachfolger Descartes' die von Euklides,
+Archimedes und Apollonius eröffneten Wege ganz vergessen, so dass wir eine
+Zeitlang niemanden finden, der, um zu irgend einer wichtigen Wahrheit zu
+gelangen, sie eingeschlagen hätte.
+
+Die kurz nach Descartes gleichzeitig von Leibniz (1646-1716) und Newton
+(1642-1727) neu erfundenen Rechnungsarten betonten gerade diese Richtung,
+da sie bewirkten, daß man sich um diejenigen Probleme nicht bekümmerte,
+deren Lösung nicht geeignet war, die Allmacht der Methoden, welche die Welt
+diesen unsterblichen Geistern verdankt, hervortreten zu lassen, derartig,
+daß man sagen kann, daß mit Ausnahme der _Philosophiae naturalis principia
+mathematica_ (1686) von Newton und einiger Seiten von Huygens
+(1629-1695),[16] von La Hire (1640-1718),[17] von Halley (1656-1742),[18]
+Maclaurin (1698-1746),[19] Simpson (1687-1768),[20] von Stewart {12}
+(1717-1785)[21] keine mathematische Produktion jener Zeit dem angehört, was
+wir heute synthetische Geometrie zu nennen pflegen.[22]
+
+Das hindert aber nicht, daß man diese Periode ohne Bedenken zu den
+erfreulichsten für die Geometrie rechnen muß. In der That ist der größere
+Teil der Probleme, welche von den Erfindern der Infinitesimalrechnung und
+ihren unmittelbaren Schülern aufgestellt oder gelöst worden, unter die
+wichtigsten der ganzen Geometrie zu rechnen, da sie die interessantesten
+und verstecktesten geometrischen und mechanischen Eigenschaften der Kurven
+und Oberflächen berühren. Wir sehen daher, daß nicht allein die Zahl der
+Kurven, welche einer näheren Betrachtung wert sind, sich ausserordentlich
+vermehrt,[23] sondern auch -- was viel wichtiger ist --, daß die
+Betrachtung von Singularitäten einer Kurve und anderer neuer mit dieser
+verbundener Elemente eingefübrt wird, und daß infolge dessen
+Untersuchungsgebiete sich eröffnen, deren Existenz man vorher gar nicht
+geahnt hatte.
+
+Die Leichtigkeit, welche die Cartesische Methode in der Auflösung einer so
+großen Anzahl von planimetrischen Aufgaben mit sich brachte, trieb
+natürlich die Geometer an, {13} eine ähnliche für das Studium der
+Raumkurven und der Oberflächen zu schaffen. Daher entstand eine
+Verallgemeinerung dieser Methode, welche Descartes schon angedeutet hatte,
+und die Schooten (16..-1661)[24] in weiterer Ausführung veröffentlichte.
+Diese Andeutungen ließen bei Parent (1666-1716) den Gedanken entstehen,
+eine Oberfläche durch eine Gleichung zwischen den drei Koordinaten eines
+ihrer Punkte darzustellen,[25] und bereiteten deshalb die analytische
+Geometrie dreier Koordinaten vor, welche im Jahre 1731 einen wesentlichen
+Teil der Mathematik zu bilden begann infolge einer klassischen Abhandlung
+von Clairaut (1715-1765),[26] in welcher er im Alter von nur 16 Jahren mit
+einer seltenen Eleganz viele von den auf die Kurven doppelter Krümmung
+bezüglichen Problemen löste, welche ihre entsprechenden in der Ebene
+finden. Bald nach Clairaut schuf Euler (1707-1783) die analytische Theorie
+der Krümmung der Oberflächen (1760)[27] und wandte die analytische Methode
+an, um eine Klassifikation der Oberflächen zweiten Grades zu erhalten,
+gegründet auf analoge Kriterien, wie diejenigen, welche den Alten dazu
+gedient hatten, die Kurven zweiter Ordnung in Ellipsen, Parabeln und
+Hyperbeln zu unterscheiden. Endlich gehört der zweiten Hälfte des
+vergangenen Jahrhunderts das riesige Werk von Monge (1746-1818) an. Dieser
+verschaffte der analytischen Geometrie zweier Koordinaten das Aussehen,
+welches sie heute besitzt, indem er den methodischen Gebrauch der Gleichung
+einer Geraden einführte. Er stellte den wichtigen Begriff von
+Flächenfamilien auf und, indem er einige derselben behandelte
+(Regelflächen, abwickelbare, Röhrenflächen, »Surfaces moulures«), entdeckte
+er einen versteckten innigen Zusammenhang zwischen der Theorie der
+Oberflächen und der Integration der partiellen Differentialgleichungen,
+{14} was Licht in diese, wie in jene Lehre brachte und den Geometern neue
+Gesichtspunkte enthüllte.[28]
+
+Die geistige Bewegung, welche mit der Renaissancezeit begonnen und Italien
+an ihrer Spitze hatte, pflanzte sich, wie wir schon gesehen haben, zuerst
+unter Frankreichs Leitung fort, dann unter der von England und Deutschland.
+Aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als Euler aufgehört hatte »zu rechnen
+und zu leben«,[29] stellte sich Frankreich wieder an die Spitze der
+mathematischen Welt. Nicht allein mit Clairaut, d'Alembert (1716-1783),
+Lagrange (1736-1813), Laplace (1749-1827), Legendre (1752-1833), Poisson
+(1781-1840) und anderen gab es den Anstoß zum Studium der reinen und
+angewandten Analysis, sondern es kehrten auch mit Monge, Carnot (1753-1823)
+und Poncelet (1788-1867) die Gelehrten zum Studium der geometrischen Formen
+zurück, in der Weise, wie es die Alten verstanden.
+
+Monge schuf, indem er zu einem wissenschaftlichen Ganzen die wenigen Regeln
+vereinigte, welche die Baumeister und Maler sich geschaffen hatten, um die
+Bedürfnisse der Kunst zu befriedigen, und glücklich die Lücken ausfüllte,
+die sich zwischen ihnen noch bemerkbar machten, einen neuen Zweig der
+Geometrie, die darstellende Geometrie. Mit seinem klassischen Buche,
+welches er dieser Disziplin widmete,[30] und noch viel mehr mit seinen
+unvergleichlichen Vorlesungen, die er an der polytechnischen Schule hielt,
+brachte er das Studium der Geometrie, welches sich auf die direkte
+Anschauung der Figur stützt, zu Ehren[31] und, indem {15} er die
+Vorstellung der geometrischen Figuren von drei Dimensionen erleichterte,
+machte er jene systematische Anwendung von stereometrischen Betrachtungen
+auf das Studium der ebenen Figuren möglich, welche Pappus schon erkannt
+hatte.[32]
+
+Der _Géométrie descriptive_ von Monge darf man die _Géométrie de position_
+von Carnot[33] an die Seite stellen, weil diese, indem sie mit jener das
+Ziel gemeinsam hat, der Geometrie diejenige Allgemeinheit zu verschaffen,
+welche man ausschließlich der Analysis zugetraut hatte, nicht weniger als
+jene dazu beitrug, den Aufschwung der reinen Geometrie vorzubereiten,
+welchen man von dem Erscheinen des _Traité des propriétés projectives des
+figures_ (1822)[34] datieren kann.
+
+Um zu überzeugen, wie bemerkenswert dieses Datum sei, wird es genügen, zu
+erwähnen, daß gerade in dem {16} großen Werke von Poncelet die Macht der
+Zentralprojektion als einer Methode der Demonstration und des Prinzips der
+Kontinuität als eines Untersuchungsmittels zum ersten Male gezeigt ist;[35]
+daß das tiefere Studium der Homologie zweier ebener oder räumlicher Systeme
+in demselben zum Begriffe der Korrespondenz zwischen zwei
+Mannigfaltigkeiten zweier oder dreier Dimensionen führte; daß die
+Kenntnisse der Alten über die Polarität in Bezug auf einen Kegelschnitt und
+die von der Mongeschen Schule gewonnenen über die Polarität in Bezug auf
+eine Fläche zweiter Ordnung, die dort zum ersten Male sich vereinigt
+finden, das Gesetz der Dualität vorbereiteten, welches, von Snellius
+(1581-1626)[36] und Viète[37] in der sphärischen Geometrie erkannt,
+bestimmt war, in seiner ganzen Allgemeinheit vier Jahre später von Gergonne
+(1771-1859)[38] ausgesprochen zu werden; daß sich schließlich dort jene
+eleganten Untersuchungen über die Vielecke, die einem Kegelschnitt ein- und
+einem anderen umbeschrieben sind, finden, die Jacobi (1804-1851), Richelot
+(1808-1875) und anderen Gelegenheit geben sollten, davon eine der
+elegantesten Anwendungen der Theorie der elliptischen Funktionen zu machen,
+welche man kennt.[39]
+
+Die Abhandlungen, welche Poncelet der Theorie der harmonischen Mittel, der
+reciproken Polaren und der {17} Transversalen widmete, sowie andere weniger
+bedeutende von Gelehrten, welche zur Mongeschen Schule gehörten, führen uns
+zum Jahre 1837, in welchem Chasles' (1796-1880) _Aperçu historique sur
+l'origine et le développement des méthodes en géométrie_[40] veröffentlicht
+wurde. In diesem unübertrefflichen Werke brachte der Autor, nachdem er in
+bewunderungswerter Form alles, was das Erbteil der reinen Geometrie in
+seiner Zeit bildete, zusammengestellt hatte, die Rechte zur Geltung, die
+sie auf die Beachtung der Gelehrten hatte und welche von den blinden
+Anbetern der Analysis ihr versagt worden waren, und zeigte durch wichtige
+und originelle Untersuchungen, mit welchem Rechte er sich zum Beschützer
+der Sache der Geometrie gemacht hatte.[41]
+
+Jedoch in dem Zeitraume, welcher zwischen dem Erscheinen des Ponceletschen
+Werkes und desjenigen von Chasles liegt, hatte sich Deutschland aus dem
+Schlafe gerüttelt, in welchen die einschläfernden Arbeiten der Schule {18}
+der Kombinatoriker es versetzt hatten. Dieses Wiedererwachen bedeutete
+einen neuen Übergang des Szepters der Mathematik von Frankreich nach
+Deutschland.[42] In der That sehen wir durch die Arbeiten von Gelehrten wie
+Möbius (1790-1868),[43] Steiner (1796-1863),[44] {19} Plücker
+(1801-1868)[45] und von Staudt (1798-1867)[46] die analytische Geometrie
+sich mit Methoden bereichern, von denen wir nicht wissen, ob wir mehr ihre
+Eleganz oder ihre Macht bewundern sollen, so der Barycentrische Calcul und
+die abgekürzte Bezeichnung; wir sehen die synthetische Geometrie
+Hilfsmittel erwerben für das Studium, der Kurven und Oberflächen, die bis
+dahin für dieselbe unerreichbar {20} waren, sowie für die Gründung einer
+reinen Geometrie der Lage, die ganz und gar unabhängig ist von dem Begriffe
+des Maßes. Dank dem von Crelle (1780-1855) in dieser Zeit gegründeten
+Journal (1826), das bald zu verdientem Rufe gelangte, vorzüglich durch die
+Abhandlungen Abels (1802-1829), Jacobis und Steiners verbreiteten sich die
+eben angeführten Resultate schnell. Und so sehen wir hinter diesen Größen
+eine zahlreiche und glänzende Anzahl von Schülern, welche, indem sie Ähren
+lasen auf den Feldern, die von ihren Meistern bebaut waren, die
+Fruchtbarkeit des Samens zeigten, den jene ausgestreut hatten.
+
+
+
+Hiermit will ich den Abriß der geistigen Bewegung, welche die neuesten
+geometrischen Untersuchungen vorbereitet hat, geschlossen haben und ich muß
+mich nun im einzelnen mit denselben befassen. Um mir nun die vorgenommene
+Aufgabe der Darlegung derselben zu erleichtern, werde ich meine Darstellung
+in verschiedene Teile teilen. Zuerst will ich mich mit der Theorie der
+ebenen Kurven und der Oberflächen beschäftigen, dann, nach einer kurzen
+Abschweifung zu den Untersuchungen über die Gestalt der Kurven und
+Oberflächen und über die abzählende Geometrie, werde ich mich mit den
+Studien über die Raumkurven befassen, um davon zur Darlegung des Ursprunges
+und der Entwickelung der Lehre von den geometrischen Transformationen
+überzugehen; darauf wende ich mich zur Geometrie der Geraden, um dann mit
+der Nicht-euklidischen Geometrie und der Theorie der Mannigfaltigkeiten von
+beliebig vielen Dimensionen zu schließen.[47]
+
+{21}
+
+
+
+ * * * * *
+
+II.
+
+Theorie der ebenen Kurven.
+
+------
+
+
+
+Die allgemeine Theorie der ebenen Kurven entstand zugleich mit der
+cartesischen Geometrie. Es ist leicht die Gründe für die Thatsache
+anzugeben, daß das Erscheinen einer so wichtigen Theorie sich bis zu diesem
+Zeitpunkte verzögert hatte. In der That sind ja die Definition der Ordnung
+einer Kurve, die daraus folgende Einteilung der Kurven in algebraische und
+transcendente, der exakte Begriff einer in ihrer Ordnung allgemeinen Kurve
+ihrer Natur nach wesentlich analytische Begriffe. Sie synthetisch zu
+bestimmen, ist ein sehr schweres Problem, welches heutzutage erst den
+wiederholten Anstrengungen der Geometer zu weichen sich anschickt; dagegen,
+wenn man ein Koordinatensystem anwendet, eine wie leichte Sache ist es
+dann, diese fundamentalen Begriffe festzustellen, sie unter einander zu
+verbinden und aus ihnen interessante Folgerungen zu ziehen!
+
+Die Wahrheit dieser Behauptung finden wir durch die Thatsache bestätigt,
+daß kurz nach Descartes wichtige Eigenschaften, die allen algebraischen
+Kurven gemeinsam sind, entdeckt wurden. Solche sind z. B. diejenigen,
+welche Newton in den drei berühmten Theoremen, die in seiner _Enumeratio
+linearum tertii ordinis_ (1706) enthalten sind, bekannt gemacht hat; ferner
+diejenigen, welche Newtons Schüler Cotes (1682-1716) und Maclaurin als eine
+Verallgemeinerung der von Newton entdeckten Eigenschaften gaben;[48] {22}
+schließlich die von Waring (1734-1798)[49] gefundenen. Überdies wurden noch
+von Maclaurin[50] und Braikenridge (etwa 1700, + nach 1759)[51] einige
+interessante organische Erzeugungsweisen von Kurven hinzugefügt, die
+ähnlich denjenigen waren, welche Newton für die Kegelschnitte gegeben
+hat.[52] Endlich wurden von De Gua (1712-1786)[53] Methoden für die
+Bestimmung der Singularitäten der durch Gleichungen definierten ebenen
+Kurven angegeben.
+
+Es ist überflüssig zu sagen, daß die ersten methodischen Bearbeitungen der
+Theorie der ebenen Kurven unter dem Einflüsse der analytischen Geometrie
+stehen; wir verdanken solche Euler[54] und Cramer (1704-1752)[55]. Diese
+studierten dieselben von Grund auf (kurz nacheinander, der eine 1748, der
+andere 1750), indem sie sich vorzugsweise mit den Singularitäten befaßten,
+besonders mit den Fragen, welche man heute mit Hilfe der Geometrie des
+unendlich Kleinen löst. In dem Werke von Cramer, das in vielen Beziehungen
+zu bewundern ist, finden wir auch schon die ersten Untersuchungen über die
+Schnitte von Kurven und unter diesen auch den Hinweis auf das, was man
+später »das Cramersche Paradoxon« genannt hat; das ist jener scheinbare
+Widerspruch zwischen der Zahl der Punkte, die zur Bestimmung einer Kurve
+von gegebener Ordnung nötig {23} sind, und der Zahl der Schnitte zweier
+Kurven derselben Ordnung,[56] ein Widerspruch, welcher viele Jahre später
+(1818) von Lamé (1795-1870) durch das berühmte Prinzip aufgehoben wurde,
+welches seinen Namen trägt und das man als den Grundstein jenes gewaltigen
+Bauwerkes ansehen muß, welches aus einer Fülle von Lehrsätzen von
+Gergonne,[57] Plücker,[58] Jacobi,[59] Cayley[60] errichtet ist, und auf
+dessen Gipfel die geometrische Interpretation des berühmten Abelschen
+Theorems[61] steht.
+
+Nach den Arbeiten Eulers, Cramers und dem _Examen des différentes méthodes
+employées pour résoudre les problèmes de géométrie_, in welchem Lamé mit
+großem Erfolge das vorhin angeführte Prinzip auseinandergesetzt und
+angewandt hatte, müssen wir uns zu Plücker wenden, um zu Arbeiten zu
+kommen, welche einen bemerkenswerten Fortschritt in der Theorie, die uns
+beschäftigt, bewirken. In dem im Jahre 1835 von diesem ausgezeichneten
+Geometer veröffentlichten _System der analytischen Geometrie_ ist von der
+Methode der abgekürzten Bezeichnung Gebrauch gemacht und dieselbe für die
+Vervollständigung der Klassifikation der kubischen ebenen Kurven benutzt
+worden, welche so viele bedeutende Gelehrte unternommen hatten. In der vier
+Jahre später gedruckten {24} _Theorie der algebraischen Kurven_[62] findet
+sich dann noch außer einer Aufzählung der ebenen Kurven vierter
+Ordnung,[63] welche Bragelogne (1688-1744)[64] und Euler[65] nur versucht
+hatten, die Aufstellung und Lösung einer Frage von sehr großer Wichtigkeit,
+derjenigen nämlich, die Beziehungen zwischen den Zahlen der gewöhnlichen
+Singularitäten einer ebenen Kurve zu finden. Schon Poncelet hatte (1818)
+den Zusammenhang zwischen der Ordnung und der Klasse einer allgemeinen
+Kurve ihrer Ordnung gefunden und später den Einfluß eines Doppelpunktes
+bestimmt; indem er nun auf diese Resultate das Prinzip der Dualität
+anwandte, stieß er auf jenen anderen scheinbaren Widerspruch, welchen wir
+heute das Ponceletsche Paradoxon nennen, ohne daß es ihm gelang, dafür eine
+vollständige Erklärung zu finden. Das geschah durch Plücker vermittelst der
+berühmten nach ihm benannten Formeln, welche gestatten, drei
+Charakteristiken einer Kurve zu finden (Ordnung, Klasse, Zahl der
+Doppelpunkte, der Doppeltangenten, Zahl der Wendetangenten und der
+Rückkehrpunkte), wenn man die übrigen kennt.
+
+Auf die Frage, welche in einem gewissen Sinne reciprok zu der durch die
+Plückerschen Formeln gelösten ist, ob jeder Lösung derselben eine wirkliche
+Kurve entspreche, mußte man negativ antworten, da neuere Untersuchungen
+{25} dargethan haben, daß für gewisse Kurven (die rationalen Kurven) die
+Zahl der Rückkehrpunkte eine gewisse Grenze nicht übersteigen kann.[66]
+
+Auf der anderen Frage, die Plückerschen Formeln auf eine Kurve auszudehnen,
+welche mit Singularitäten höherer Ordnung ausgestattet ist, beruhen die
+Untersuchungen von Cayley und anderen,[67] welche zu dem Schlüsse geführt
+haben, daß jede Singularität einer Kurve als äquivalent einer gewissen
+Anzahl von Doppelpunkten, Spitzen, Wendetangenten und Doppeltangenten
+betrachtet werden kann.
+
+Ich füge noch hinzu, daß man durch Jacobi,[68] Hesse (1811-1874),[69]
+Salmon,[70] Cayley[71] und deren zahlreiche Kommentatoren[72] heute im
+Besitze eleganter Methoden ist, um analytisch die Wendepunkte einer durch
+eine Gleichung gegebenen Kurve, sowie die Berührungspunkte ihrer
+Doppeltangenten anzugeben.
+
+Dank dem einen der überaus wertvollen Lehrbücher,[73] mit welchen Salmon so
+gewaltig zur Verbreitung der neuesten algebraischen und geometrischen
+Methoden beigetragen hat, ist es heutzutage leicht, sich über diese und
+viele andere Fragen, welche sich auf die analytische Theorie der ebenen
+Kurven beziehen, eine genaue Kenntnis zu verschaffen.
+
+{26}
+
+Man braucht aber nicht zu glauben, daß bei diesem Studium der fortwährende
+Gebrauch der Analysis unumgänglich sei; vielmehr erhob sich bald neben der
+Darlegung der Theorie der ebenen Kurven durch Euler, Cramer, Plücker,
+Salmon eine ebenso vollständige, aber mehr geometrische Theorie.
+
+In einer berühmten Mitteilung, die im Jahre 1848 der Berliner Akademie
+gemacht wurde, zeigte Steiner, indem er die Theorie der Polaren eines
+Punktes in Bezug auf eine Kurve wieder aufnahm, welche Bobillier
+(1797-1832) schon vordem[74] als eine Erweiterung der Diametralkurven
+Newtons und Cramers aufgestellt, und mit welcher auch Graßmann (1809-1877)
+sich beschäftigt hatte,[75] daß dieselbe als Grundlage für ein vom
+Gebrauche der Koordinaten unabhängiges Studium der ebenen Kurven dienen
+kann, und führte jene bemerkenswerten zu einer gegebenen Kurve covarianten
+Kurven ein, die heute seinen, Hesses und Cayleys Namen tragen. Diese kurzen
+Andeutungen, verbunden mit den Untersuchungen von Steiner selbst, von
+Chasles[76] und Jonquières[77] über die Entstehung der algebraischen Kurven
+vermittelst projektiver Büschel von Kurven niederer Ordnung, dienten als
+Grundlage für die _Introduzione ad una teoria geometrica delle curve
+piane_,[78] in {27} welcher Cremona in einer einheitlichen Methode zugleich
+mit vielen neuen Resultaten alles auseinandersetzt, was wichtigeres von den
+analytischen Geometern, die ihm vorhergingen, erhalten worden war.
+
+Bei dem außerordentlichen Interesse der Sache scheint es mir auch, daß man
+in die Reihe der schon zitierten Arbeiten auch die Serie von Abhandlungen
+zu stellen hat, in welchen Clebsch (1833-1872) zuerst die Algebra der
+linearen Transformationen auf die Geometrie angewandt hat, dann, nachdem er
+die Wichtigkeit des Begriffes des Geschlechtes einer Kurve ins Licht
+gestellt, die Anwendung der Theorie der elliptischen[79] und Abelschen
+Funktionen auf die Wissenschaft von der Ausdehnung darlegte und sie für das
+Studium der rationalen und elliptischen Kurven benützte.[80] Es ist wahr,
+daß Brill und Nöther in einer Abhandlung,[81] deren Bedeutung von Tag zu
+Tag wächst, gezeigt haben, daß die Theorie der algebraischen Funktionen in
+vielen Fällen die der eben angeführten Transcendenten ersetzen kann, aber
+das vermindert nicht, sondern vergrößert vielmehr das Verdienst, welches
+man den Methoden von Clebsch zuerkennen muß, da die von hervorragenden
+Geistern gemachten Anstrengungen, den Gebrauch eines {28} Hilfsmittels
+vermeiden zu können, der überzeugendste Beweis der Macht desselben sind.
+
+Die bis jetzt besprochenen Arbeiten behandeln allgemeine Eigenschaften der
+ebenen algebraischen Kurven.[82] Aber an sie reiht sich eine große Menge
+von schönen Spezialabhandlungen, welche eine bestimmte Kategorie von Kurven
+behandeln; auf diese wollen wir einen kurzen Blick werfen.
+
+Unter ihnen sind vor allen zu bemerken die von Maclaurin,[83] von
+Sylvester,[84] Cayley,[85] Salmon,[86] Durège,[87] Cremona,[88] von
+Sturm,[89] von Küpper,[90] Graßmann,[91] Milinowski[92] und von anderen
+über die Kurven dritter Ordnung,[93] die Kapitel des _Barycentrischen
+Calculs_, dann verschiedene Arbeiten von Em. Weyr,[94] von Clebsch und {29}
+vielen anderen[95] über die rationalen Kurven; die wichtigen Untersuchungen
+Steiners und Chasles' über die Kurven, die mit einem Centrum versehen
+sind,[96] und die von Steiner über die dreispitzige Hypocykloide;[97]
+ferner die Arbeiten, welche dem Beweise oder der Verallgemeinerung der dort
+ausgesprochenen Eigenschaften gewidmet sind,[98] die interessanten
+Untersuchungen von Bertini[99] über rationale Kurven, für welche man
+willkürlich die vielfachen Punkte bestimmen kann, die wichtigen Studien von
+Brill über die Kurven vom Geschlechte zwei,[100] dann die eleganten
+Abhandlungen von Klein und Lie[101] über die Kurven, welche eine
+infinitesimale Transformation in sich selbst zulassen, endlich die von
+Fouret über die Kurven, welche die eigenen reciproken Polaren in bezug auf
+unendlich viele Kegelschnitte sind,[102] und die von Smith (1826-1883) über
+die Singularitäten der Modularkurven.[103]
+
+{30}
+
+Neben diesen verdient dann noch eine hervorragende Stelle die Abhandlung
+von Steiner über die einer ebenen kubischen Kurve[104] oder einer Kurve
+vierter Ordnung mit zwei Doppelpunkten eingeschriebenen Vielecke, auf
+welche die jüngsten Arbeiten von Küpper[105] und Schoute[106] von neuem die
+Aufmerksamkeit der Gelehrten gelenkt haben. Die Knappheit des Raumes nötigt
+mich, flüchtig hinwegzugehen über die Untersuchungen von Cayley _On
+polyzomal Curves otherwise the Curves_ [Wurzel]u + [Wurzel]v + ... =
+0;[107] von Graßmann, Clebsch,[108] Schröter[109] und Durège,[110]
+betreffend die Erzeugung ebener Kurven dritter Ordnung, über die von
+Lüroth,[111] von Casey,[112] Darboux,[113] Siebeck,[114] von Crone,[115]
+Zeuthen[116] und noch anderen über einige spezielle ebene Kurven vierter
+Ordnung, über die von Battaglini, die sich auf die syzygetischen Kurven
+dritter Ordnung beziehen,[117] und andere, welche auch eine besondere
+Erwähnung verdienen würden.
+
+{31}
+
+Was ich aber nicht mit Stillschweigen übergehen kann, das sind die Arbeiten
+von Hesse über die Wendepunkte einer Kurve dritter Ordnung und über die
+Gleichung, welche zu deren Bestimmung dient;[118] dann die von demselben
+Hesse,[119] Steiner,[120] Aronhold[121] (1819-1884) über die
+Doppeltangenten einer Kurve vierter Ordnung, welche eine hervorragende
+Stelle verdienen, da sie viele bemerkenswerte Eigenschaften derselben ins
+Licht gestellt haben; dieselben wurden darauf von Geiser[122] durch
+stereometrische Betrachtungen dargethan, von Clebsch[123] dagegen und
+Roch[124] vermittelst der Theorie der Abelschen Funktionen untersucht.
+
+
+
+ * * * * *
+
+III.
+
+Theorie der Oberflächen.
+
+------
+
+
+
+Das Streben nach Verallgemeinerung, welches die geometrischen
+Untersuchungen leitete, seitdem sich der Einfluß der Analysis auf dieselbe
+mehr oder weniger offen geltend gemacht, trieb alsbald die Gelehrten dazu,
+sich mit den Erscheinungen des Raumes zu beschäftigen, welche Analogien mit
+den schon in der Ebene betrachteten darbieten. Daher sehen wir denn auch
+die Forschungen über die Oberflächen {32} bald denen über die ebenen Kurven
+folgen. Die Theorie dieser Gebilde ist jedoch neueren Ursprungs.
+
+Den griechischen Geometern waren in der That nur einige wenige besondere
+Oberflächen bekannt (die Kugel, die Cylinder und Kegel, Konoide und
+Sphäroide, die plektoidischen Oberflächen und wenige andere). Erst Wren
+(1669), Parent und Euler begannen sich mit den Oberflächen zweiten Grades
+zu beschäftigen, und wir müssen zur Schule von Monge gehen, um die
+Eigenschaften von grösserer Wichtigkeit dieser höchst bemerkenswerten
+Oberflächen anzutreffen.[125] Zu diesen ersten Eigenschaften wurden in
+unserem Jahrhundert durch das zahlreiche Heer von Geometern, welche die
+Flächen zweiter Ordnung einer besonderen Betrachtung unterwarfen, viele
+andere hinzugefügt, und dank den Arbeiten so ausgezeichneter Gelehrter, wie
+Jacobi,[126] {33} MacCullagh (1809-1847),[127] Chasles,[128] Hesse,[129]
+Seydewitz (1807-1852),[130] Schröter[131] konnte die Theorie der
+Oberflächen zweiter Ordnung in den mehr elementaren {34} Unterricht
+eingeführt werden und methodisch auf analytischem sowohl wie synthetischem
+Wege behandelt werden.[132]
+
+Aber nach der Lehre von den Oberflächen zweiten Grades entstand und
+entwickelte sich alsbald die der Oberflächen höherer Ordnung. Chasles[133]
+und Gergonne,[134] als die ersten, entdeckten an diesen Gebilden wunderbare
+Eigenschaften. Poncelet bestimmte die Klasse einer in ihrer Ordnung
+allgemeinen algebraischen Oberfläche[135] und eröffnete so die
+Untersuchungen, welche zu den Beziehungen führen sollten, mit welchen
+Salmon[136] und Cayley[137] die Lösung der analogen Aufgabe zu derjenigen
+versuchten, welche Plücker durch seine berühmten Formeln gelöst hatte.
+
+Jacobi[138] und später Reye[139] beschäftigten sich mit den Kurven und
+Gruppen von Punkten, die durch den Schnitt von algebraischen Oberflächen
+entstehen. Chasles,[140] Cremona,[141] Reye,[139] Escherich,[142]
+Schur,[143] mit ihrer {35} Entstehung vermittelst projektiver oder
+reciproker Systeme von Oberflächen niederer Ordnung, Graßmann
+(1809-1877)[144] mit anderen Erzeugungsweisen; Salmon,[145] Clebsch,[146]
+Sturm,[147] Schubert[148] und andere behandelten eine wichtige Klasse von
+Aufgaben, welche sich auf Gerade beziehen, die mit einer gegebenen
+Oberfläche Berührungen von vorher bestimmter Ordnung haben; schließlich
+entdeckte Schur vor kurzem eine lineare Konstruktion[149] für Flächen
+beliebiger Ordnung. Eine interessante Erweiterung der Polarentheorie der
+Oberflächen beliebiger Ordnung verdanken wir Reye.[150]
+
+Trotz dieser und anderer Arbeiten, die ich der Kürze halber stillschweigend
+übergehen muss, trotz der schönen Darlegungen, welche Salmon[151] und
+Cremona[152] über sie gemacht haben, kann man doch nicht sagen, daß die
+Theorie der Oberflächen weit vorgeschritten sei. Die Fragen, die noch zu
+lösen bleiben, sind zahlreich und von fundamentaler Wichtigkeit, und die
+Mittel, die zur Überwindung der Schwierigkeiten, welche deren Lösung
+bietet, zur Verfügung stehen, sind noch nicht genügend vervollkommnet.
+Vielleicht ist das der Grund dafür, daß so viele Gelehrte sich zum Studium
+besonderer Flächen wandten, indem sie hofften, nicht nur auf diesem Felde
+eine reichlichere Ernte von Wahrheiten zu machen, sondern auch zu
+Untersuchungsmethoden zu gelangen, die der Verallgemeinerung fähig sind. --
+Und {36} daß ihre Erwartungen teilweise nicht getäuscht worden sind, das
+beweisen die zahlreichen Resultate, die man schon über die Oberflächen
+dritten Grades, sowie über einige von der vierten Ordnung erhalten hat,
+über welche es mir noch obliegt, Bericht zu erstatten.
+
+Es ist allgemein bekannt, daß die beiden hervorragendsten Eigenschaften
+einer Fläche dritter Ordnung die sind, 27 Gerade zu enthalten, und ein
+Pentaeder zu besitzen, welches zu Ecken die Doppelpunkte und zu Kanten die
+Geraden der Hesseschen Fläche jener Oberfläche hat. England und Deutschland
+können sich um die Ehre, sie entdeckt zu haben, streiten. Wenn auch schon
+im Jahre 1849 Cayley und Salmon[153] die Geraden einer kubischen Fläche
+bestimmt haben, und im Jahre 1851 Sylvester[154] das Pentaeder entdeckte,
+so ist doch nicht minder wahr, daß Steiner unabhängig von ihnen die
+Existenz jener und dieses in seiner berühmten Mitteilung, welche er der
+Berliner Akademie im Jahre 1853 machte, behauptet hat.[155] Aber während
+die Studien der englischen Geometer fast gänzlich der Fortsetzung
+entbehren,[156] steht die Arbeit von Steiner an der Spitze einer langen
+Reihe von Schriften, durch welche die Theorie der Oberflächen dritter
+Ordnung schnell einen ungehofften Grad der Vollendung erhielt. Indem ich
+die Abhandlungen von Schröter,[157] August[158] u. s. w., in welchen einige
+der von Steiner ausgesprochenen Sätze bewiesen werden, nur kurz erwähne,
+will ich mich darauf beschränken, die Aufmerksamkeit der Leser auf die mit
+Recht berühmten Schriften zu lenken, die von {37} Cremona[159] und von
+Sturm[160] über diese Oberflächen verfaßt und im Jahre 1866 von der
+Berliner Akademie mit dem Steiner-Preise gekrönt sind, Arbeiten, auf welche
+jeder zurückkommen muß, welcher sich mit diesen wichtigen geometrischen
+Gebilden vertraut machen will. Ich kann mich nicht aufhalten bei den
+verschiedenen Erzeugungsweisen einer Fläche dritter Ordnung, die
+Graßmann,[161] August,[162] Affolter[163] und Piquet[164] den von Steiner
+angegebenen hinzugefügt haben, bei der Konstruktion dieser Flächen, welche
+Le Paige[165] gegeben hat, bei den vielen Sätzen, die sich auf die
+Verteilung der Geraden, der dreifach berührenden Ebenen und die Kurven
+einer kubischen Fläche beziehen und welche vor kurzem von Cremona,[166]
+Affolter,[167] von Sturm[168] und Bertini[169] entdeckt wurden, endlich bei
+den von Cremona,[170] Caporali,[171] Reye[172] und Beltrami[173] studierten
+Eigenschaften gewisser Hexaeder, welche mit einer Fläche dritter Ordnung
+verknüpft sind, sowie bei den von Zeuthen[174] betrachteten zwölf {38}
+vollständigen, in sie einbeschriebenen Pentaedern. Ich will noch anführen,
+daß eine Einteilung dieser Oberflächen, die auf die Betrachtung der 27 auf
+ihr gelegenen Geraden sich stützt, von Schläfli gemacht ist[175] und eine
+neuere von Rodenberg,[176] die sich auf das Pentaeder gründet, daß ferner
+ein genaues und eingehendes Studium der Regelflächen dritten Grades (von
+denen eine von Cayley entdeckt wurde) den Gegenstand wertvoller Arbeiten
+Cremonas,[177] Em. Weyrs[178] und Benno Kleins[179] bildet, daß schließlich
+die sogenannte Diagonalfläche einen wichtigen Teil in einer Untersuchung
+von Clebsch über die Gleichungen fünftes Grades bildet[180] und daß andere
+besondere Fälle von Cayley[181] und Eckardt[182] in einigen wertvollen
+Abhandlungen betrachtet wurden. Wenn ich dann noch gesagt habe, daß die
+Untersuchungen von Salmon,[183] Clebsch,[184] Gordan[185] und de
+Paolis[186] die {39} geometrische Bedeutung für das Verschwinden der
+fundamentalen invarianten Formen der quaternären kubischen Form
+festgestellt haben, welche gleich Null gesetzt in homogenen Koordinaten
+eine Fläche dritter Ordnung darstellt, daß schließlich Jordan[187] von
+Grund auf die Natur der Gleichung studiert hat, welche zur Bestimmung der
+Geraden einer kubischen Fläche dient, dann glaube ich dem Leser genug
+Momente an die Hand gegeben zu haben, um daraus den (von mir eben
+angedeuteten) Schluß zu ziehen, daß die Theorie dieser geometrischen
+Gebilde, von welchem Punkte man sie auch betrachten mag, heute einen
+beachtenswerten Grad der Vollendung erreicht hat.
+
+Solches kann man jedoch nicht von der Theorie der Oberflächen vierten
+Grades behaupten, vielmehr sind von ihnen nur wenige Klassen genauer
+studiert; über jede derselben werde ich kurz sprechen. An die erste Stelle
+will ich die Developpabele vierter Klasse setzen, die zweien Flächen
+zweiten Grades umbeschrieben ist, und die geradlinigen Flächen vierten
+Grades; jene wurde von Poncelet[188] und Chasles[189] untersucht, diese von
+demselben Chasles,[190] von Cayley[191] und vollständiger von Cremona.[192]
+
+Dann lasse ich die Oberflächen vierter Ordnung folgen, auf welchen Scharen
+von Kegelschnitten existieren und welche alle mit außerordentlichem
+Scharfsinne von Kummer[193] bestimmt wurden. Unter diesen sind zwei
+besonderer Erwähnung wert, da sie das Objekt zahlreicher Untersuchungen
+gewesen sind: die Oberfläche vierter Ordnung mit einem Doppelkegelschnitt
+und die römische Fläche von Steiner.
+
+Von der ersteren entdeckte Kummer im Jahre 1864 die bemerkenswerte
+Eigenschaft, daß die ihr doppelt {40} umgeschriebene Developpabele aus fünf
+Kegeln zweiter Ordnung besteht. Gleichzeitig fand Moutard[194] dieselbe
+Eigenschaft für den Fall, daß die Doppelkurve der Oberfläche der unendlich
+entfernte imaginäre Kugelkreis ist,[195] und er bemerkte weiter
+gleichzeitig mit Darboux,[196] daß in diesem Falle die Oberfläche zu einem
+dreifachen Systeme von orthogonalen Oberflächen, gebildet von Flächen
+derselben Art, gehören kann. Von jener Zeit ab wurden die Oberflächen
+vierter Ordnung, welche als Doppelkurve den unendlich entfernten imaginären
+Kugelkreis haben, wiederholt von Darboux,[197] von Laguerre
+(1834-1886)[198] und von Casey[199] studiert; hingegen diejenigen, welche
+als Doppelkurve einen beliebigen Kegelschnitt besitzen, von Cremona,[200]
+Geiser,[201] Sturm,[202] Zeuthen,[203] von Clebsch,[204] Korndörfer,[205]
+Berzolari[206] und Domsch[207] -- welcher auf sie die hyperelliptischen
+Funktionen anwandte -- und diejenigen, welche einen Kuspidalkegelschnitt
+haben, von Tötössy.[208] Was die Klassifikation dieser Oberflächen
+betrifft, so möge {41} es mir gestattet sein, meinen Namen anzuführen[209]
+neben dem meines teuern Freundes Segre.[210]
+
+Die römische Fläche von Steiner hat wiederholt die Aufmerksamkeit der
+Geometer auf sich gezogen und zwar vorzüglich zweier Eigenschaften wegen;
+die eine derselben, nämlich von jeder Tangentialebene in zwei
+Kegelschnitten getroffen zu werden, wurde besonders von den Synthetikern
+betrachtet, die andere, dass die homogenen Koordinaten ihrer Punkte sich
+als ganz allgemeine ternäre quadratische Formen darstellen lassen,[211]
+wurde mehr von den analytischen Geometern verwertet. Wer Lust hat, alle
+Eigenschaften, die sie besitzt, kennen zu lernen,[212] wird dieselben in
+den synthetischen Abhandlungen von Cremona,[213] Schröter[214] und
+Sturm,[215] auf den Seiten, welche Reye ihr in seiner {42} _Geometrie der
+Lage_ (2. Bd.) gewidmet hat, und in den analytischen Abhandlungen von
+Cayley,[216] Beltrami,[217] Clebsch,[218] Eckardt,[219] Laguerre[220] und
+Gerbaldi[221] finden.
+
+Kummer verdanken wir auch die Kenntnis einer anderen wichtigen Klasse von
+Flächen vierter Ordnung; dieselbe besteht aus Oberflächen, die nicht
+singuläre Linien enthalten, sondern nur singuläre Punkte.[222] Wir werden
+in kurzem (§ VII) sehen, welche Untersuchungen Kummer zu diesen Oberflächen
+geführt haben; für jetzt genüge es, hervorzuheben, dass die interessanteste
+unter ihnen (welche man heute die Kummersche Oberfläche nennt) 16 singuläre
+Doppelpunkte und 16 singuläre Tangentialebenen hat und daß Specialfälle
+derselben die Wellenfläche von Fresnel[223] und das von Cayley 1846
+untersuchte Tetraedroid[224] sind. Eine solche Oberfläche ist zu sich
+selbst dual.[225] Ihre {43} asymptotischen Kurven wurden von Klein und Lie
+bestimmt[226] und Reye[227] zeigte, daß jede die Grundkurve eine Büschels
+von Oberflächen vierter Ordnung ist; zwischen ihnen und den Thetafunktionen
+existiert eine innige Beziehung, welche Cayley und Borchardt
+(1817-1880)[228] entdeckt haben und die H. Weber[229] zusammen mit anderen
+entwickelt hat;[230] die algebraischen Fragen, welche sich an die
+Bestimmung ihrer Singularitäten knüpfen, wurden von Jordan[231] gelöst;
+endlich kann man dieselbe, wie Rohn[232] es gethan hat, vermittelst der
+Theorie der hyperelliptischen Funktionen[233] behandeln.
+
+Indem ich die Oberflächen vierter Ordnung, welche als Doppelkurve einen in
+zwei getrennte oder zusammenfallende Gerade degenerierten Kegelschnitt
+haben und andere, mit denen Cayley[234] sich beschäftigt hat, übergehe,
+will ich noch die Monoide erwähnen,[235] die von Rohn studiert sind,[236]
+und {44} diejenigen Flächen, welche, ohne geradlinig zu sein, eine gewisse
+Anzahl von Geraden enthalten. Dieselben sind der Ort der Punkte, in welchen
+vier entsprechende Ebenen von vier kollinearen Räumen sich schneiden;
+Chasles hat ihre Ordnung bestimmt und Schur eine Menge eleganter
+Eigenschaften derselben gefunden.[237]
+
+Ich will diesen Abschnitt meiner Musterung beschließen, indem ich noch
+einige Oberflächen von höherer als der vierten Ordnung anführe, welche die
+Gelehrten schon beschäftigten. Zuerst verdienen die geradlinigen
+Oberflächen erwähnt zu werden, welche im allgemeinen von Chasles,[238]
+Salmon,[239] Cayley,[240] von Plücker,[241] La Gournerie (1814-1883),[242]
+Voss[243] und im besonderen von Chasles,[244] Cremona,[244] Schwarz,[245]
+La Gournerie[246] (Regelflächen, die in bezug auf ein Tetraeder symmetrisch
+sind), von {45} Clebsch,[247] Armenante[248] (rationale und elliptische
+Regelflächen), von Em. Weyr[249] (Regelflächen, erzeugt durch die
+Verbindungslinien entsprechender Punkte zweier gerader Punktreihen in der
+Korrespondenz [m, n]), von Ed. Weyr[250] (Oberflächen, erzeugt durch die
+Bewegung eines variabelen Kegelschnittes), von Eckardt[251] und
+Chizzoni[252] (Regelflächen, erzeugt durch die Verbindungslinien
+entsprechender Punkte zweier ebener projektiv bezogener Kurven). Dann
+folgen solche, die, wenn sie auch nicht Regelflächen sind, doch Gerade
+enthalten und die von Sturm[253] und Affolter[254] untersucht sind, ferner
+die algebraischen Minimalflächen, bei welchen Geiser[255] und Lie[256]
+bemerkenswerte Eigentümlichkeiten fanden. Dann will ich noch einige Flächen
+nennen, die aus einer Oberfläche zweiten Grades abgeleitet sind (Ort der
+Krümmungscentren; Fusspunktflächen, Aspidalflächen etc.), sowie die Örter
+der Spitzen der Kegel zweiten Grades, die m Gerade berühren und durch (6-m)
+Punkte gehen, welche Flächen eingehend von Chasles,[257] Lüroth,[258]
+Hierholzer[259] und von Cayley[260] studiert wurden, da sie zur Auflösung
+gewisser Probleme aus der Theorie der Charakteristiken der einfach
+unendlichen Systeme von Kegeln zweiter Ordnung dienten; schließlich
+diejenigen, welche unendlich viele lineare {46} Transformationen zulassen,
+die kontinuierlich aufeinander folgen;[261] diejenigen, welche die eigenen
+reziproken Polaren in bezug auf unendlich viele Flächen zweiten Grades
+sind,[262] diejenigen, welche durch reciproke Cremonasche Systeme erzeugt
+werden,[263] und diejenigen, welche dieselben Symmetrie-Ebenen wie ein
+reguläres Polyeder besitzen.[264]
+
+
+
+Die Untersuchungen über die Oberflächen, mit denen wir uns bis jetzt
+beschäftigt haben, behandeln Eigenschaften, welche vermittelst einer wohl
+bekannten Betrachtungsweise auf das Gebiet der projektiven Geometrie
+zurückgeführt sind oder sich darauf zurückführen lassen. Es giebt aber noch
+viele andere Untersuchungen, welche Eigenschaften von ganz anderer Art
+behandeln, die größtenteils auf keine Weise sich als projektiv betrachten
+lassen, da die Gruppe der Transformationen, die zu ihnen gehört, nicht die
+der projektiven Geometrie ist.[265] Diese bilden zusammen mit den Studien,
+die sich auf die Infinitesimaleigenschaften der Raumkurven beziehen (über
+welche wir einiges im folgenden Paragraphen sagen werden), einen sehr
+wichtigen Zweig der Geometrie für sich sowohl, als auch wegen der
+Anwendungen, welche man von ihnen in der Geodäsie und der mathematischen
+Physik machen kann; man kennt ihn unter dem Namen der
+Differentialgeometrie. Über die wesentlichen Punkte derselben wollen wir
+nun einiges sagen. Und da man den Ursprung dieses Teiles der Geometrie von
+dem Erscheinen der _Application de l'Analyse à la Géométrie_[266] {47} von
+Monge datieren kann, und das spätere Werk, welches von grösserem Einflüsse
+war, das von Gauß (1777-1855) ist, welches den Titel trägt: _Disquisitiones
+generales circa superficies curvas_,[267] so nehmen wir in unserer kurzen
+Darlegung die von Monge und Gauß angenommene Einteilung des Stoffes als
+Anhalt, indem wir zuerst besprechen, was diese selbst in Hinsicht auf die
+von ihnen behandelten Gegenstände geleistet haben, und dann vorführen, was
+ihre Nachfolger hinzugefügt haben.
+
+Der erste Paragraph des Mongeschen Werkes bietet kein besonderes Interesse,
+da er nur die Bestimmung der Berührungsebenen und Normalen einer Oberfläche
+zum Zwecke hat; er kann also als Einleitung betrachtet werden. Die vier
+folgenden Paragraphen behandeln cylindrische Oberflächen, Kegel- und
+Rotationsflächen und solche, welche (um einen modernen Ausdruck zu
+gebrauchen) in einer linearen Kongruenz mit einer unendlich fernen
+Leitgeraden enthalten sind. Höchst bemerkenswert ist der folgende
+Paragraph, indem Monge dort bei der Besprechung der Enveloppen den
+wichtigen Begriff der Charakteristik und der Rückkehrkurve (_arête de
+rebroussement_) einer Enveloppe eingeführt hat; an diesen Paragraphen
+schließen sich die drei folgenden enge an; sie behandeln Röhrenflächen mit
+ebener Leitlinie (§ 7), Flächen, die als Linien größter Neigung gegen eine
+gegebene Ebene Gerade von konstanter Neigung haben (§ 8), und schließlich
+Enveloppen einer Oberfläche, die sich unter der Bedingung bewegt, daß ein
+mit ihr unveränderlich verbundener Punkt eine gegebene Kurve durchläuft (§
+9).[268] -- Von da ab beginnt die Theorie der partiellen {48}
+Differentialgleichungen die wichtige Rolle zu spielen, die Monge ihr in der
+analytischen Geometrie zugewiesen hat; von diesem Punkte an zeigt es sich,
+daß es in vielen Fällen für die Bestimmung der Natur einer Oberfläche
+nützlicher und bequemer ist, eine Differentialgleichung für sie zu haben,
+als eine solche in endlichen Ausdrücken. Beispiele hierfür bieten die
+Flächen, die in einem speziellen linearen Komplexe enthalten sind mit einer
+unendlich fernen oder endlichen Axe (von Monge im § 10 und § 11 behandelt),
+fernere Beispiele die abwickelbaren Flächen (§ 12), andere die im § 9
+beschriebenen, andere schließlich die Örter beweglicher Kurven, von welchen
+ein Punkt eine feste Kurve durchläuft (§ 14).[269] -- Die Theorie der
+Krümmung einer Oberfläche in einem Punkte,[270] sowie das Studium der
+Verteilung der Normalen derselben Fläche[271] führen zu einer neuen Art von
+Flächen, die der Betrachtung wert sind; jene und diese finden sich im § 15,
+der sicherlich einer der wichtigsten des Mongeschen Werkes ist. Der
+Spezialfall des Ellipsoides ist im § 16 behandelt, derselbe enthält die
+Bestimmung der Krümmungslinien dieser Fläche.[272] -- Groß an Zahl und von
+großer Wichtigkeit sind die Fragen, zu denen die Theorie der Krümmung Anlaß
+giebt. Man kann z. B. die Oberflächen untersuchen, bei denen der eine
+Krümmungsradius für jeden Punkt denselben Wert hat; Monge fand (§ 18), daß
+dieselben von einer Fläche von konstanter Form eingehüllt werden, die sich
+in der {49} vorhin (in den §§ 9 und 13) angegebenen Weise bewegt. Man kann
+dagegen auch voraussetzen, daß in jedem Punkte die beiden Krümmungsradien
+gleich und von gleichem Sinne seien: die Oberfläche ist dann eine Kugel.
+Wenn dagegen die beiden Krümmungsradien in jedem Punkte gleich, aber von
+entgegengesetztem Sinne sind, so ist die Fläche eine Minimalfläche.[273]
+Oder es sei in jedem Punkte einer der Krümmungsradien gleich groß (§
+21).[274]
+
+An die Theorie der Krümmung schließen sich dann die Studien über die
+Röhrenflächen mit beliebiger Leitkurve (§§ 22 und 26) und über diejenigen
+Flächen, bei welchen alle Normalen eine gegebene Kugel (§ 23), einen
+gegebenen Kegel (§ 24) oder eine gegebene Developpabele (§ 25) berühren. --
+Für einige dieser Flächenfamilien hat Monge die Konstruktion angegeben, für
+alle die Gleichungen, sei es die Differentialgleichungen oder die
+endlichen, und, da er sich das Problem gestellt und gelöst hat, von jenen
+zu diesen zu gelangen, so verdient denn sein grosses Werk, daß es auch von
+denen, welche sich mit der Analysis des Unendlichen beschäftigen, eingehend
+studiert werde.
+
+Kurz nach dem Erscheinen des Werkes von Monge wurde die
+Differentialgeometrie durch eine höchst wichtige Arbeit bereichert, die
+_Developpements de Géométrie_ von Ch. Dupin (1813). In derselben wird unter
+anderem der Begriff der konjugierten Tangenten eines Punktes einer
+Oberfläche und der der Indikatrix eingeführt; dort sind die asymptotischen
+Linien (Haupttangentenkurven)[275] untersucht, und {50} der berühmte Satz
+bewiesen, der unter dem Namen des Dupinschen Theorems allgemein bekannt
+ist.
+
+Als Fortsetzung des Mongeschen Werkes kann man die zahlreichen
+Untersuchungen über Flächen mit ebenen oder sphärischen Krümmungslinien
+ansehen, die man Dupin,[276] Alfred Serret (1819-1885),[277] O.
+Bonnet,[278] Dini,[279] Enneper (1830-1885),[280] Darboux,[281]
+Picart,[282] Lecornu,[283] Dobriner,[284] Voretsch[285] und anderen
+verdankt.
+
+Von derselben Art, aber von größerer Allgemeinheit sind die wichtigen
+Untersuchungen von Weingarten über solche Oberflächen, bei denen in jedem
+Punkte der eine Krümmungsradius eine Funktion des anderen ist,[286] welche
+Untersuchungen Dini (a. O.), Beltrami[287] und Lie[288] zur Bestimmung der
+windschiefen Oberflächen mit derselben Eigenschaft geführt haben. Dasselbe
+kann man von den Untersuchungen sagen, welche man ebenfalls Weingarten
+verdankt[289] und die sich auf Oberflächen beziehen, deren Normalen eine
+andere vorgelegte Oberfläche berühren. -- Dem § 20 des Mongeschen Werkes
+können wir die {51} zahlreichen Abhandlungen anschließen, welche die
+Minimalflächen behandeln. Wir führen zunächst die von Steiner[290] und
+Weierstraß[291] an, die sich mit der allgemeinen Theorie befassen, dann die
+von Scherk[292] und Bonnet,[293] welche einige Spezialfälle derselben
+bearbeitet haben; Serret[294] beschäftigte sich dann mit solchen, die durch
+zwei Gerade hindurch gehen, Riemann[295] und Weierstraß[296] mit solchen,
+die einen gegebenen Umriß haben, Geiser[297] mit algebraischen,
+Noevius[298] mit solchen periodischen, welche unendlich viele Geraden und
+unendlich viele ebene geodätische Linien besitzen; Catalan[299] mit
+solchen, die als geodätische Linie eine Parabel haben, Henneberg[300] mit
+denen, welche eine semikubische Parabel als geodätische Linie haben;
+Bonnet[301] untersuchte solche, auf welchen sich eine Schar von ebenen
+Krümmungslinien befindet; Bour[302] diejenigen, welche auf eine
+Rotationsfläche sich abwickeln lassen; Schwarz solche, die durch ein
+windschiefes Vierseit bestimmt sind[303] oder die von Kegeln eingehüllt
+sind,[304] und solche, die ohne algebraisch zu sein, doch algebraische
+Kurven enthalten;[305] {52} Enneper[306] untersuchte diejenigen, welche
+unendlich viele Kreise enthalten, u. s. w. Andere Fragen wurden von
+Mathet[307] behandelt, von Beltrami,[308] von Lie,[309] Kiepert,[310]
+Henneberg,[311] Ribaucour,[312] Bianchi[313] und Pincherle.[314]
+Schließlich ist die Theorie der Minimalflächen einer bemerkenswerten
+Erweiterung fähig, die von Lipschitz[315] entdeckt wurde.
+
+Wir gehen jetzt dazu über, kurz auseinander zu setzen, welches die
+hervorragenderen Stellen des zweiten Werkes sind, dem wir, wie schon
+gesagt, die wichtigsten Lehren der Differentialgeometrie verdanken, der
+_Disquisitiones generales circa superficies curvas_ von Gauß.
+
+Schon zu Ende des ersten Paragraphen derselben finden wir einen höchst
+wichtigen Begriff, nämlich den der sphärischen Abbildung einer Oberfläche,
+dessen Fruchtbarkeit vielfache Anwendungen, die von ihm gemacht sind,
+dargethan haben. Kurz darauf (§ IV) treffen wir die zwei unabhängigen
+Veränderlichen, vermittelst derer man die Koordinaten der Punkte einer
+Oberfläche ausdrückt, d. h. die krummlinigen Koordinaten auf einer
+Oberfläche. (Vgl. auch die §§ XVII und XIX). Dann enthält § VI die
+Erweiterung der Betrachtung, die man gewöhnlich zur Grundlage der Theorie
+der Krümmung der ebenen und unebenen Kurven nimmt, auf den Raum, aus
+welcher Erweiterung der Begriff des Krümmungsmaßes einer Oberfläche in
+einem {53} gewöhnlichen Punkte hervorgegangen ist.[316] Bekanntlich ist
+dasselbe gleich dem Produkte aus den beiden Hauptkrümmungsradien der Fläche
+in jenem Punkte[317] (§ VIII). Das Krümmungsmaß einer Oberfläche kann man
+sowohl durch die gewöhnlichen kartesischen Koordinaten (§§ VII und IX) als
+auch durch die krummlinigen Koordinaten der Oberfläche ausdrücken (§§ X und
+XI).[318]
+
+Bei der Untersuchung dieses letzteren Ausdruckes bieten sich die
+Coefficienten E, F, G des Ausdruckes des Kurvenelementes dar, deren
+Bedeutung in der Theorie der Oberflächen, die auf eine andere abwickelbar
+sind[319] (§ XII), Gauß zuerst hervorgehoben hat. Dabei stellte er eine
+neue Betrachtungsweise der Oberflächen auf (§ XIII), indem er dieselben als
+unendlich dünne, biegsame und unausdehnbare Körper ansah. Die folgenden
+Paragraphen der Abhandlung von Gauß behandeln die geodätischen Linien und
+haben die Bestimmung ihrer Differentialgleichungen zum Zwecke (§ XIV und
+XVIII), dann die Übertragung der Polarkoordinaten, des Kreises (§ XV), der
+Parallelkurven (§§ XVI), auf die Geometrie auf einer Oberfläche, sowie die
+Berechnung der totalen Krümmung eines geodätischen Dreiecks (§ XX). Die §§
+XXI und XXII beziehen sich auf die Transformation des Ausdruckes für das
+Kurvenelement, die übrigen behandeln andere Fragen aus der Geodäsie und
+dürften daher unsere Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen.
+
+{54}
+
+Schon aus diesen flüchtigen Andeutungen ersieht man, wie reich an
+fundamentalen Begriffen die Abhandlung von Gauß ist. Die Entwickelungen,
+die sie gehabt, und die vielen Arbeiten, welche sie hervorgerufen, und von
+denen wir noch kurz zu sprechen haben, werden ihre Bedeutung noch klarer
+machen. Unter diesen Arbeiten muß man den schönen _Ricerche di analisi
+applicata alla geometria_, die Beltrami im zweiten und dritten Bande des
+_Giornale di Matematiche_ veröffentlicht hat, eine hervorragende Stelle
+einräumen, dann den Abhandlungen von demselben Verfasser _Dalle variabili
+complesse su una superficie qualunque_,[320] _Teoria generale dei parametri
+differenziali_[321] und _Zur Theorie des Krümmungsmasses_.[322]
+Bemerkenswert sind ferner die Studien von Bonnet[323] und von Darboux[324]
+über die sphärische Abbildung der Oberflächen, die sich an die ersten in
+den _Disquisitiones_ enthaltenen Untersuchungen anknüpfen. Der Begriff der
+Krümmung führte zum Studium der Oberflächen mit konstanter (positiver oder
+negativer) Krümmung, dem so viele ausgezeichnete Geometer ihre Kräfte
+gewidmet haben. Unter diesen führen wir die zwei Arbeiten von Beltrami an:
+_Risoluzione del problema. Riportare i punti di una superficie sopra un
+piano in modo che le geodetiche vengano rappresentate da linee rette_[325]
+und _Saggio di una interpretazione della Geometria non-euclidea_,[326] dann
+die Schriften von Dini,[327] Lie,[328] {55} Bianchi,[329] Bäklund,[330]
+Darboux[331] und Dobriner.[332] Von derselben Art, aber allgemeiner, sind
+die Studien von Christoffel[333] über die Bestimmung der Gestalt einer
+Oberfläche mit Hilfe von auf ihr selbst genommenen Maßen und von
+Lipschitz[334] über die Oberflächen, welche bestimmte auf die Krümmung
+bezügliche Eigenschaften haben, oder bei welchen der Ausdruck des
+Kurvenelements von vornherein festgesetzt ist.
+
+An den Abschnitt der Gaußischen Abhandlung, welcher die geodätischen Linien
+behandelt, knüpfen sich einige Arbeiten von Joachimsthal (1818-1861),[335]
+Schering,[336] Beltrami,[337] die von Lie[338] gemachte Einteilung der
+Oberflächen auf Grund der Transformationsgruppen ihrer geodätischen Linien
+und die Untersuchungen über geodätische Kurven von demselben
+Verfasser.[339] Mit demjenigen Abschnitte, welcher sich auf die
+Abwickelbarkeit der Oberflächen bezieht, steht eine wichtige Arbeit von
+Minding in enger Beziehung,[340] in der zum ersten Male die Frage
+aufgestellt ist, ob die Gleichheit der Krümmung in entsprechenden Punkten
+eine hinreichende Bedingung für die Abwickelbarkeit zweier Oberflächen sei:
+er gelangte für den allgemeinen Fall zu einem negativen Resultate, zu einem
+{56} positiven dagegen für den Fall konstanter Krümmung. Dasselbe gilt von
+den Arbeiten von Bour[341] (1832-1866), Codazzi[342] und Bonnet,[343]
+welche für preiswürdige Antworten auf die im Jahre 1861 von der Pariser
+Akademie der Wissenschaften gestellte Frage erkannt worden sind. Derselbe
+Gegenstand oder verwandte Gegenstände wurden dann in den Abhandlungen von
+Christoffel,[344] von Mangoldt,[345] Weingarten,[346] Brill,[347]
+Minding,[348] Jellet,[349] Dini,[350] Enneper,[351] Razzaboni,[352]
+Lecornu,[353] Beltrami[354] und vielen anderen behandelt.
+
+Die schöne von Gauß gegründete Theorie der krummlinigen Koordinaten einer
+Oberfläche ließ den Wunsch entstehen, eine analoge Theorie für den Raum zu
+haben. Schon im Jahre 1837 stellte Lamé sie für einen Spezialfall auf,
+nämlich für den der elliptischen Koordinaten,[355] später wies er auf die
+orthogonalen krummlinigen Koordinaten {57} hin[356] und konstruierte dann
+die Theorie derselben,[357] ohne ihre Anwendung[358] und Entwickelung[359]
+zu vernachlässigen. Die berühmten _Leçons sur la théorie des coordonnées
+curvilignes et leurs diverses applications_ (Paris, 1859) von Lamé fassen
+zusammen und vervollständigen die glänzenden Resultate, die von Lamé in
+diesem Zweige der Geometrie erhalten waren. In der Folge haben sich viele
+andere mit demselben beschäftigt. Vor allen führe ich Aoust an, der ihm
+viele und wichtige Arbeiten widmete,[360] dann Brioschi,[361] Codazzi,[362]
+Chelini (1802-1878),[363] Darboux,[364] Combescure,[365] Levy,[366]
+Royer[367] und noch andere. Hierzu sehe man noch die Schriften, welche
+dreifache Systeme orthogonaler Oberflächen behandeln und von denen ich nur
+diejenigen von Bouquet,[368] A. Serret,[369] Bonnet,[370] Catalan,[371]
+Moutard,[372] Darboux,[373] Cayley,[374] Ribaucour,[375] {58}
+Weingarten,[376] Schläfli,[377] Hoppe,[378] Bianchi[379] und Molins[380]
+nennen will.
+
+Von den Arbeiten, welche spezielle Oberflächen behandeln, die nicht zu bis
+jetzt besprochenen Kategorien gehören, führen wir die von Lie[381] an,
+welche sich auf Oberflächen beziehen, die infinitesimale lineare
+Transformationen in sich selbst zulassen; dann die von Enneper,[382] die
+sich auf Oberflächen mit speziellen Meridiankurven beziehen, ferner die von
+Cayley[383] und Weingarten[384] und die von Willgrod[385] über Oberflächen,
+welche durch ihre Krümmungslinien in unendlich kleine Quadrate geteilt
+werden; schließlich die von Bianchi[386] über Schraubenflächen.
+
+Ein bemerkenswerter Fortschritt in der analytischen Infinitesimalgeometrie
+der Oberflächen wurde durch die Bemühungen de Salverts geschaffen, der in
+einigen eleganten Arbeiten,[387] wahrscheinlich hervorgerufen durch die
+schönen _Vorlesungen über die analytische Geometrie des Raumes_ von Hesse,
+zeigte, wie man durch Benutzung der Gleichung einer Oberfläche in ihrer
+allgemeineren Form, f(x, y, z) = 0, ein bei weitem bequemeres System von
+Formeln für die Lösung gewisser Probleme aufstellen konnte, als wenn die
+Gleichung z = [phi](x, y) zu Grunde gelegt wird.
+
+{59}
+
+Über Differentialgeometrie existieren noch einige gute Darlegungen. Eine
+verdankt man Hoppe; sie trägt den Titel: _Elemente der Flächentheorie_;
+eine andere wurde von Brisse unternommen;[388] die neuesten sind die von
+Bianchi in seinen sehr schönen _Lezioni di geometria differenziale_ (Pisa,
+1886) und die, welche Darboux in seinen _Leçons sur la théorie générale des
+surfaces_ begonnen hat, von denen wir schon den ersten Teil besitzen
+(Paris, 1887).
+
+Wir wollen diesen Abschnitt beschließen, indem wir noch bemerken, daß die
+Zuhilfenahme der Analysis für das Studium der Infinitesimalgeometrie nicht
+notwendig ist; vielmehr haben Bertrand[389] und Bonnet[390] zuerst gezeigt,
+welchen Nutzen man bei diesen Studien auch aus synthetischen Betrachtungen
+ziehen kann. Außerdem enthalten der erste Band des _Traité de calcul
+différential et intégral_ von Bertrand und der _Traité de géométrie
+descriptive_ von de la Gournerie[391] und eine große Zahl von überaus
+schönen Abhandlungen von Mannheim[392] bemerkenswerte geometrische
+Untersuchungen, welche dem Zweige der Wissenschaft des Raumes, mit dem wir
+uns eben beschäftigt haben, angehören.
+
+{60}
+
+
+
+ * * * * *
+
+IV.
+
+Untersuchungen über die Gestalt der Kurven und Oberflächen. Abzählende
+Geometrie.
+
+------
+
+
+
+Bei der Besprechung der bedeutenderen Fortschritte, welche die Theorie der
+Kurven und die der Oberflächen gemacht, haben wir zwei wichtige Kategorien
+der Untersuchung übergangen, weil wir dieselben besser in einem besonderen
+Abschnitte unserer Arbeit zusammenfassen können.
+
+Die erstere umfaßt eine Reihe von Studien besonderer Natur und hat zum
+Zwecke die Bestimmung der Gestalt, welche die Kurven und Oberflächen von
+gegebener Ordnung annehmen können, und ich halte es für angemessen, bei
+diesen eine Zeit lang zu verweilen.
+
+Die Bestimmung der Gestalt der Kurven zweiter Ordnung reicht schon in das
+Altertum. Für dieselbe bedurfte es auch nicht eines hervorragenden Geistes,
+wenn man bedenkt, daß die Alten jene Kurven als Schnitte eines Kreiskegels
+betrachteten.
+
+Dagegen ist die Bestimmung der Gestalt, welche die Kurven dritter Ordnung
+annehmen können, nicht ohne Schwierigkeit. Newton überwand diese, indem er
+lehrte, daß alle Kurven dritter Ordnung durch Projektion von fünfen
+derselben, welche er divergierende Parabeln nannte, erhalten werden
+können.[393] Zu dieser ersten Einteilung der Formen {61} der Kurven dritter
+Ordnung fügte Chasles[394] eine weitere hinzu, die, obwohl sie auf einem
+ganz anderen Gedanken beruhte, mit der von Newton eine nicht zu verkennende
+Analogie bietet. Nach ihr kann man die Formen der Kurven dritter Ordnung
+sämtlich auffinden durch Projektion von fünfen derselben, die symmetrisch
+in bezug auf ein Zentrum sind. Eine dritte Methode der Einteilung endlich
+stützt sich auf das konstante Doppelverhältnis der vier Tangenten, die man
+an die allgemeine Kurve dritter Ordnung von einem ihrer Punkte aus ziehen
+kann; diese wurde von Durège entwickelt.[395]
+
+{62}
+
+Bei weitem grössere Schwierigkeit bietet das Studium der Gestalt der ebenen
+Kurven vierter Ordnung, die schon angeführten Arbeiten von Bragelogne,
+Euler und Plücker bilden hierzu einen wichtigen Beitrag. Es scheint aber
+nicht, daß man diese -- dasselbe gilt auch von den schon genannten auf die
+kubische Kurve bezüglichen -- als die Grundlage zu einer allgemeinen
+Theorie der Gestalt der ebenen Kurven ansehen darf; vielmehr muß man
+dieselben als die ersten Vorläufer jener Lehren betrachten, die man heute
+als eine feste Grundlage dieser Theorie ansieht. Solche Lehren gehören in
+das Gebiet der synthetischen Geometrie, zum Teil aber waren sie das
+Resultat der Anwendung der Abelschen Funktionen auf die Wissenschaft der
+Ausdehnung. Von den ersteren wurden einige von Staudt in seiner _Geometrie
+der Lage_[396] auseinandergesetzt und beziehen sich auf die Gestalten der
+ebenen Polygone und der Polyeder, die paaren und die unpaaren Züge der
+Kurven, die Rückkehrelemente der Figuren; andere wurden von Tait[397]
+angegeben und von J. Meyer entwickelt,[398] andere schließlich von Hart
+angedeutet[399] und mit vielem Glücke von E. Kötter verallgemeinert.[400]
+Die zweiten sind fast alle aus der Schule von Klein hervorgegangen. Da ich
+auf die vielen Einzelheiten dieses Gegenstandes nicht eingehen kann, so
+möge es hier genügen, unter den schon erhaltenen Resultaten einige
+besondere Sätze über die Kurve vierter Ordnung anzuführen, die man
+Zeuthen[401] und Crone[402] verdankt; dann {63} eine sehr wichtige Relation
+zwischen den Zahlen der reellen und imaginären Singularitäten einer ebenen
+Kurve, zu welcher Klein geführt wurde,[403] als er die von Plücker[404] und
+Zeuthen vorgeschlagenen Klassifikationen der Kurven vierter Ordnung
+studierte; ferner einen sehr schönen Lehrsatz,[405] von Harnack (1851-1888)
+entdeckt, welcher dadurch, daß er eine unerwartete Beziehung zwischen der
+Form einer Kurve und ihrem Geschlechte enthüllte, die Wichtigkeit des
+letzteren von neuem bestätigte.
+
+Wenn so die Theorie der Gestaltlichkeit der ebenen Kurven noch weit
+entfernt vom Zustand der Reife ist, so kann man von den analogen
+Untersuchungen über die Oberflächen sagen, daß sie sich noch in ihrer
+Kindheit befinden. Allgemeine Untersuchungen auf diesem Felde existieren
+meines Wissens nicht, außer denjenigen, die von Möbius in seiner _Theorie
+der elementaren Verwandtschaften_ niedergelegt sind,[406] und welche, so
+scharfsinnig und interessant sie auch sind, einen geschickten Nachfolger
+erwarten lassen, welcher die ganze Fülle derselben zu Tage fördert.
+Dasselbe gilt für gewisse originelle Gesichtspunkte, die in den vielen
+Arbeiten von Klein zerstreut sind. Für den Fortschritt der Geometrie würde
+es von höchstem Interesse sein, beide weiter entwickelt zu sehen;
+unglücklicherweise wird aber diese Theorie wenig betrieben, in den letzten
+Jahren ist vielleicht Rohn[407] der einzige, der hierin einige Fortschritte
+gemacht hat, die wert sind, verzeichnet zu werden.
+
+{64}
+
+Wenn auch die allgemeine Theorie ein bis jetzt noch unbefriedigtes
+Bedürfnis ist, so fehlt es doch nicht an Spezialuntersuchungen. Die
+Bestimmung der Gestalt der Oberflächen zweiten Grades übergehe ich als zu
+einfach und führe die der Oberflächen dritter Ordnung an, die mit Erfolg
+von Klein,[408] Schläfli,[409] Zeuthen[410] gemacht ist, und neuerdings von
+Bauer durch die Untersuchung der Gestalt der parabolischen Kurve
+vervollständigt wurde;[411] ferner die der Dupinschen Cykliden, die wir
+Maxwell[412] verdanken; dann die der Oberflächen vierter Ordnung mit
+Doppelkegelschnitt, die ebenfalls von Zeuthen[413] herrührt; die der
+Oberflächen vierter Ordnung mit Cuspidalkegelschnitt, die von Crone[414]
+ausgeführt ist; endlich die der Kummerschen Flächen und der Kegelflächen
+viertes Grades, welche der Gegenstand wichtiger Untersuchungen von
+Rohn[415] gewesen sind. Die reichhaltige Sammlung von Modellen von Ludwig
+Brill, die sich jedes Jahr um neue und interessante Serien vermehrt, zeigt
+das Interesse, welches das gelehrte Deutschland für vorliegende
+Untersuchungen hat.[416]
+
+Was die Gestalt der Kurven doppelter Krümmung angeht, so existieren darüber
+bis jetzt noch keine allgemeinen Untersuchungen von Bedeutung; man kann
+sagen, daß sich dieselben auf die Beobachtungen beschränken, die Chr.
+Wiener[417] {65} und Björling[418] gemacht haben, indem sie die Modelle der
+gewöhnlichen Singularitäten einer Raumkurve konstruierten.
+
+Eine zahllose Reihe wichtiger Untersuchungen hat die Bestimmung der Anzahl
+der geometrischen Gebilde zum Ziele, welche Bedingungen genügen, die
+hinreichen, eine endliche Zahl derselben festzulegen. Der Bézoutsche
+Lehrsatz, welcher die Zahl der Lösungen eines bestimmten Systems von
+algebraischen Gleichungen angiebt, ist fast immer nicht verwendbar für die
+Lösung solcher Fragen, da, während dieser Satz auf allgemeine Gleichungen
+ihres Grades sich stützt, die Gleichungen, welche man bei dem Versuche,
+diese Probleme analytisch zu lösen, erhält, von spezieller Form sind.
+Wahrscheinlich ist das der Grund dafür, daß diese Probleme größtenteils bis
+in verhältnismäßig neuerer Zeit ungelöst geblieben sind.[419]
+
+Auf Chasles fällt der Ruhm, in seiner _Methode der Charakteristiken_ ein
+feines und mächtiges Hilfsmittel gefunden zu haben (1864), mit dem er eine
+große Zahl von Problemen der angedeuteten Art für den Fall, daß die
+betrachteten Gebilde Kegelschnitte in einer Ebene sind, lösen konnte und
+einen Weg bahnte, um auch in dem Falle, wo die {66} Gebilde beliebige sind,
+zur Lösung derselben zu gelangen.[420] Der Hauptgedanke desselben war die
+fortwährende Betrachtung der ausgearteten Kurven und der systematische
+Gebrauch der Charakteristiken eines einfach-unendlichen Systemes von
+Kegelschnitten, d. h. der Zahlen, die angeben, wie viele Kegelschnitte des
+Systemes durch einen gegebenen Punkt gehen, wie viele eine gegebene Gerade
+berühren.
+
+Dadurch, daß man diese Begriffe weiter ausdehnte, konnte man Hilfsmittel
+erhalten, die auf andere Figuren anwendbar sind. Chasles selbst entdeckte
+alsbald die Anwendung seiner Untersuchungen auf die Kegelschnitte im
+Raume[421] und auf die Flächen zweiter Ordnung.[422] Zeuthen und Maillard
+gaben neue Beispiele der Erweiterung, der eine in der wichtigen Abhandlung,
+die wir schon Gelegenheit hatten zu zitieren, _Almindelige Egenskaber ved
+Systemer af plane Kurver_,[423] der andere in seiner Dissertation
+_Recherches des caractéristiques des systèmes élémentaires de courbes {67}
+planes du troisième ordre_;[424] andere findet der Leser in den Schriften
+von Sturm über die kubischen Raumkurven[425] und denen von Schubert über
+die ebenen Kurven dritter Ordnung und dritter und vierter Klasse, im Raume
+betrachtet.[426] Ferner sind die von Chasles gemachten Betrachtungen enge
+mit denjenigen verbunden, welche in den wichtigen Abhandlungen von Cayley,
+_On the curves which satisfy given conditions_[427] enthalten sind, sowie
+in einigen Arbeiten von Jonquières über Systeme von Kurven und
+Flächen.[428] Endlich gehören hierher noch die Untersuchungen von
+Hirst[429] und Sturm[430] über Systeme von Projektivitäten und
+Korrelationen, sowie die von Zeuthen[431] über die Plückerschen
+Charakteristiken der Enveloppen. Wir wollen noch bemerken, daß zwischen den
+Systemen ebener Kurven und den Differentialgleichungen erster Ordnung mit
+zwei Variabelen eine sehr innige Beziehung besteht, die sich zu erkennen
+giebt, indem die Integrale einer dieser Gleichungen ein System von Kurven
+darstellen. Die gegebene Differentialgleichung läßt jedem Punkte eine
+bestimmte Anzahl von ihm ausgehender Richtungen entsprechen und einer
+Geraden eine bestimmte Anzahl auf ihr liegender Punkte. Auf diese
+Beziehungen wurde Clebsch durch seine Untersuchungen über die Konnexe[432]
+(vgl. § VI) und unabhängig von Fouret[433] {68} geführt. In ähnlicher Weise
+kann man eine Beziehung zwischen den Differentialgleichungen erster Ordnung
+mit drei Variabelen und einem Systeme von Oberflächen aufstellen, wie dies
+ebenfalls Fouret[434] bemerkt hat. Dieser Zusammenhang ist von grosser
+Wichtigkeit, weil er gestattet, Sätze auf transcendente Kurven oder
+Oberflächen auszudehnen, von denen man glaubte, daß sie nur für
+algebraische Kurven oder Oberflächen gültig seien; so konnte Fouret den
+Satz über die Zahl der Kurven eines Systemes, welche eine gegebene
+algebraische Kurve berühren, auf Systeme von transcendenten Kurven
+ausdehnen,[435] konnte ferner die Ordnung des Ortes der Berührungspunkte
+eines einfach unendlichen Systemes von Oberflächen mit den Oberflächen
+eines doppelt unendlichen Systemes bestimmen,[436] ebenso die Ordnung des
+Ortes der Berührungspunkte der Oberflächen eines doppelt unendlichen
+Systemes mit einer gegebenen algebraischen Oberfläche[437] u. s. w.[438]
+
+Trotz dieser und anderer Arbeiten, die ich der Kürze wegen übergehe, war
+die ganze Tragweite der Chaslesschen Betrachtungen noch nicht offenbar
+geworden; das geschah durch den letzten, von dem ich zu sprechen habe,
+durch Hermann Schubert in seinem _Kalkül der abzählenden Geometrie_.[439]
+Dieses Buch, das noch viel zu wenig {69} geschätzt wird, kann man mit Recht
+als dasjenige betrachten, welches zuerst von Grund auf das Problem
+behandelte, »zu bestimmen, wie viele geometrische Gebilde von gegebener
+Definition einer hinreichenden Zahl von Bedingungen genügen,« d. h. das
+Problem der abzählenden Geometrie. Dort sind die Korrespondenzprinzipien
+unter ihrem wahren Gesichtspunkte auseinandergesetzt,[440] dort ist klar
+erörtert, was man unter dem Charakteristikenproblem einer bestimmten Figur
+zu verstehen hat, und sind Methoden von außerordentlicher Macht für dessen
+Lösung gezeigt. Die Schubertschen Methoden sind dazu bestimmt, eines Tages
+das übliche Hilfsmittel für den Mathematiker zu werden, wie es
+augenblicklich die Cartesische Geometrie ist, und niemand wird mich der
+Übertreibung beschuldigen, der bedenkt, daß dieselben in einer Unzahl von
+Fällen zur Lösung des allgemeinen Problemes der Elimination dienen, d. h.
+die Zahl der Lösungen eines Systemes von algebraischen Gleichungen zu
+bestimmen. Daher müssen alle, Analytiker und Geometer, dem Werke von
+Schubert, durch welches er die abzählende Geometrie zu einer besonderen
+Disziplin erhoben hat, reiches Lob zollen, oder besser, anstatt es blos zu
+bewundern, sich {70} vornehmen, die fruchtbaren Methoden desselben zu
+vervollkommnen und sie von Mängeln frei zu machen, d. h. sie von dem Tadel,
+der ihnen von einigen gemacht worden ist, daß sie nicht ganz strenge seien,
+zu befreien und sie selbst oder wenigstens die Anwendungen, deren sie fähig
+sind, zu vermehren.
+
+Die auf die Theorie der Charakteristiken bezüglichen Andeutungen[441]
+würden eine unverzeihliche Lücke darbieten, wenn sie nicht einen Hinblick
+auf eine wichtige Frage böten, die zwischen einigen Geometern ventiliert
+wurde, und die man heute als schon gelöst betrachten darf. Geleitet nämlich
+durch einen Induktionsschluß, behauptete Chasles, daß die Zahl derjenigen
+Kegelschnitte eines einfach unendlichen Systemes, welche einer neuen
+einfachen Bedingung genügen, ausgedrückt wird durch eine homogene lineare
+Funktion der Charakteristiken des Systemes, deren Koeffizienten einzig und
+allein von dieser Bedingung abhängen. Darboux,[442] Clebsch,[443]
+Lindemann,[444] Hurwitz und Schubert,[445] sowie noch andere glaubten
+diesen Satz beweisen zu können. Aber daß die von ihnen angeführten Gründe
+nicht beweiskräftig waren, wurde in einer Reihe von Arbeiten gezeigt, in
+welchen Halphen[446] die Hinfälligkeit der Vermutung Chasles' klar legte
+und zeigte, wie man den vorher angeführten Satz modifizieren müsse. In der
+Theorie der Charakteristiken der Systeme von Flächen zweiten Grades hat man
+einen analogen Satz, den ebenfalls Halphen[447] entdeckt hat. Jedoch glaube
+man nicht, daß diese Sätze {71} von Halphen die Resultate zerstören, welche
+man erhalten, indem man den Chaslesschen Weg einschlug; vielmehr sind
+dieselben glücklicherweise meistenteils unabhängig von dem fraglichen
+Theorem, und für die anderen Fälle ist es leicht zu zeigen, welche
+Korrektionen man machen muß.[448]
+
+
+
+ * * * * *
+
+V.
+
+Theorie der Kurven doppelter Krümmung.
+
+------
+
+
+
+Die Theorie der ebenen Kurven kann man in zwei verschiedenen Richtungen
+verallgemeinern. Indem man die Thatsache ins Auge faßt, daß eine solche
+Kurve durch eine Gleichung zwischen den Koordinaten eines Punktes einer
+Ebene dargestellt wird, so ergiebt sich als Analogon im Raume die Theorie
+der Oberflächen, indem diese als durch eine Gleichung zwischen den
+Koordinaten eines Punktes im Raume darstellbar betrachtet werden, auf
+welche Betrachtung wir im Vorhergehenden eingegangen sind. Wenn man
+hingegen eine ebene Kurve als eine Reihe von einfach unendlich vielen
+Punkten ansieht, so kann man die Theorie ausdehnen, indem man die
+Beschränkung aufhebt, daß diese in einer Ebene gelegen seien: dann entsteht
+die Theorie der unebenen Kurven.
+
+Das Studium der Infinitesimaleigenschaften derselben kann man leicht genug
+mit Hilfe von Methoden machen, die nicht sehr verschieden sind von
+denjenigen, die für die {72} ebenen Kurven angewandt werden. Deshalb wurde
+dasselbe, wie ich schon sagte, vor mehr als einem Jahrhundert von Clairaut
+unternommen und wurde hernach von Lancret (1774-1807),[449] Monge,[450]
+Tinseau,[451] de Saint-Venant (1797-1886),[452] von Frenet,[453] Alfred
+Serret[454] und Paul Serret, von Liouville (1809-1882),[455] Bertrand,[456]
+von Puiseux (1820-1883),[457] von Lie[458] und vielen anderen
+fortgesetzt.[459]
+
+Aber abgesehen von dieser Betrachtungsrichtung bietet das Studium der
+übrigen allgemeinen Eigenschaften der unebenen Kurven sehr große
+Schwierigkeiten. Man vermutete eine Zeit lang, daß jede Kurve im Raume als
+der vollständige Schnitt zweier Oberflächen angesehen werden und daher
+durch ein System von zwei Gleichungen zwischen den Koordinaten eines
+Punktes im Raume dargestellt werden könnte;[460] aber bald erkannte man die
+Existenz von Kurven, die nicht der vollständige Schnitt von Oberflächen
+sind, und die Notwendigkeit, dieselben nicht vermittelst zweier, {73}
+sondern dreier Gleichungen darzustellen, die ebenso vielen durch dieselbe
+hindurchgehenden Oberflächen entsprechen. Man setzte voraus, daß die
+Kenntnis der Ordnung zur Einteilung der unebenen Kurven hinreichen würde,
+aber sobald man an die vierte Ordnung gekommen war, erkannte man, daß
+dieselbe nicht genüge.[461] Man hätte nun glauben sollen, daß die Ordnung
+und die Zahl der scheinbaren Doppelpunkte für den besagten Zweck hinreichen
+würden, aber als man an die neunte Ordnung herantrat, sah man, daß man sich
+geirrt habe.[462] Auch eine dritte Zahl, die niedrigste Ordnung der Kegel,
+die durch die von einem Punkte herkommenden Sehnen (Doppelsekanten) der
+Kurve gehen, konnte nur bei den Kurven von niederer, als der fünfzehnten
+Ordnung dazu verhelfen. So kam man denn zu dem Schlusse, daß es unmöglich
+sei, eine gegebene Kurve vermittelst einer bestimmten Menge von vornherein
+angebbarer Zahlen zu charakterisieren.
+
+Ich habe diese Thatsachen anführen wollen, um zu zeigen, daß die allgemeine
+Theorie der unebenen Kurven keine Ähnlichkeit mit irgend einem anderen
+Teile der Geometrie zeigt und, indem ich auf die erschreckliche Dunkelheit,
+die sie darbietet, hinwies, dem Leser das Mittel geben wollen, den Grund zu
+finden, warum die Kenntnisse, die wir über diese Gebilde haben, so wenig
+zahlreich und erst neueren Ursprunges sind.
+
+Die ersten allgemeinen Resultate über die Kurven doppelter Krümmung
+verdanken wir Cayley, welcher ihnen zwei wichtige Abhandlungen gewidmet
+hat. In einer derselben stellte er die Formeln (analog denen von Plücker)
+auf, welche die Zahl der Singularitäten einer Raumkurve {74} untereinander
+verbinden.[463] In der anderen führte er für das Studium der Raumkurven von
+der Ordnung n diejenigen bemerkenswerten Flächen ein, welche er »Monoide«
+nannte.[464]
+
+Nach diesen Arbeiten müssen wir, um einen wirklich bemerkenswerten
+Fortschritt in der Theorie, welche uns beschäftigt, zu finden, uns zu
+Halphen und Nöther wenden, deren Abhandlungen[465], im Jahre 1882 von der
+Akademie zu Berlin mit dem Preise gekrönt, die Grundlage für eine
+allgemeine Theorie der Raumkurven sind; denn sie behandeln die Probleme:
+»alle voneinander verschiedenen Kurven von gegebener Ordnung zu bestimmen«,
+»anzugeben, welche Kurven es auf einer gegebenen Oberfläche giebt« und noch
+viele andere von nicht geringer Bedeutung. Diese beiden Arbeiten
+verschlingen sich so enge und durchdringen sich so innig, daß es sehr
+schwer wird, zu entscheiden, welcher Anteil jedem der beiden Autoren in den
+vielen gemeinsamen {75} Resultaten zufällt, die sie enthalten. Wenn
+einerseits Nöther die Theoreme, welche Ende des Jahres 1870 von Halphen in
+den _Comptes rendus_ und an anderen Stellen[466] ausgesprochen sind,
+ausbeuten konnte, so konnte dieser sich der Sätze bedienen, welche in der
+sehr bedeutenden Abhandlung von Brill und Nöther, _Über die algebraischen
+Funktionen und ihre Anwendung in der Geometrie_[467] enthalten sind, und in
+derjenigen, in welcher Nöther streng den Fundamentalsatz der Theorie der
+algebraischen Funktionen dargethan hatte, welcher in der Auseinandersetzung
+von Halphen unumgänglich notwendig war.[468] Und man glaube nicht, daß die
+von den beiden Geometern bei ihrem Thema eingeschlagenen Wege im
+wesentlichen verschieden gewesen seien, vielmehr benutzten sie beide (wie
+Cayley geraten hatte) Monoide, und wenn der eine vorzugsweise Formeln und
+Sätze aus der Theorie der Abelschen Integrale gebraucht, so wendet der
+andere solche Lehrsätze über die algebraischen Funktionen an, welche zu
+denselben Eigenschaften führen. Jedenfalls steht es außer Zweifel, daß
+diese beiden hervorragenden Produktionen unseres Zeitalters bestimmt sind,
+die Grundlage für die zukünftigen geometrischen Untersuchungen zu bilden,
+und wenn bis jetzt sich ihr Einfluß noch nicht so allgemein geltend gemacht
+hat, so ist dieses vorzugsweise den großen Schwierigkeiten zuzuschreiben,
+die ihr Gegenstand noch immer darbietet, und vielleicht auch den Lücken,
+die in den Methoden vorhanden sind, die man zu Hilfe nehmen könnte, um jene
+zu überwinden.[469]
+
+{76}
+
+Aber vor der Begründung der allgemeinen Theorie wurden viele einzelne
+Kurven einem genaueren Studium unterworfen; da ich aber wünsche, mehr als
+getreuer, denn als glänzender Geschichtsschreiber angesehen zu werden, so
+muß ich hier eine Aufzählung der Arbeiten unternehmen, in welchen die
+hervorragenderen unter diesen Untersuchungen enthalten sind.
+
+ »_Degli altri fia laudabile il tacerci,_
+ _Chè il tempo saria corto a tanto suono._«[470]
+
+Unter ihnen verdienen den ersten Platz diejenigen, welche die kubischen
+Raumkurven behandeln. Über diese haben Möbius[471] und Chasles[472]
+verschiedene sehr schöne Eigenschaften aufgefunden; dieselben vermehrten
+sich mit solcher Schnelligkeit, daß Staudt[473] binnen kurzem die
+vollständige Analogie, die zwischen ihnen und den Kegelschnitten besteht,
+feststellen konnte; diese Analogie hat sich von Tag zu Tag mehr
+vervollkommnet, dank den Studien von Seydewitz,[474] Joachimsthal[475]
+Cremona,[476] {77} Schröter,[477] Reye,[478] Emil Weyr,[479] Sturm,[480]
+Hurwitz,[481] welche nicht allein die Aufstellung einer vollständigen
+synthetischen Behandlung dieser Kurven gestatten, sondern auch das Terrain
+für die so elegante analytische Auseinandersetzung ebneten, die mein
+innigst geliebter Lehrer E. d'Ovidio[482] und Pitarelli[483] gemacht haben.
+
+Dann will ich die Theorie der unebenen, auf einem einschaligen Hyperboloide
+gezeichneten Kurven anführen, für welche Chasles[484] das Fundament gelegt
+hat, und die von unserem Cremona[485] so sehr bereichert ist. Ferner will
+{78} ich der vielen Eigenschaften erwähnen, welche Poncelet,[486]
+Chasles,[487] Cremona,[488] Reye,[489] Paul Serret,[490] Laguerre,[491]
+Milinowski[492] und viele andere über die Raumkurven vierter Ordnung erster
+Art gefunden haben, und die schönen Anwendungen, die sie für die Theorie
+der zweifach periodischen Funktionen geliefert haben, -- Harnack,[493]
+Lange,[494] Westphal,[495] Léauté[496] u. s. w. Auch kann ich die schönen
+Arbeiten von Cremona,[497] von Armenante,[498] Bertini[499] und Em.
+Weyr[500] über die Raumkurven vierter Ordnung zweiter Art nicht
+stillschweigend übergehen, ferner nicht die von Klein und Lie über die
+durch unendlich viele lineare Transformationen in sich selbst
+transformierten {79} Kurven,[501] noch auch die von Fiedler[502]
+angestellte Bestimmung der Kurven von nicht höherer als neunter Ordnung,
+die zu ihren eigenen Tangenten-Developpabelen dual sind. Und wie könnte ich
+es unterlassen, einen Blick auf die große Zahl von Kurven zu werfen, welche
+Cremona und Sturm[503] studiert haben, indem sie sich mit der Geometrie auf
+einer Oberfläche dritter Ordnung beschäftigten, dann auf die wichtigen
+Probleme, die von Clebsch und seinen Schülern über die rationalen,[504]
+elliptischen und hyperelliptischen[505] Kurven gelöst sind, und die
+eleganten Eigenschaften, welche Bertini[506] an den rationalen Kurven
+fünfter Ordnung auffand, sowie W. Stahl[507] bei denjenigen, deren Punkte
+auf einer Oberfläche zweiten Grades liegen, während die Oskulationsebenen
+eine solche zweiter Klasse berühren?
+
+Indem der unerfahrene Leser so bedeutende und so verschiedene
+Untersuchungen aufzählen hört, wird er sich von einem gewissen Kleinmute
+bedrängt fühlen und sich fragen, wie es in kurzer Zeit möglich sei,
+dieselben, wenn auch nicht alle, so doch größtenteils sich anzueignen? Man
+beruhige sich. Die Übersicht ist für den Studierenden viel weniger
+schwierig, als es nach meiner Besprechung scheinen könnte. Die von den
+Geometern der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts aufgestellten Prinzipien
+sind so fruchtbar, daß, wenn jemand sich dieselben gründlich zu eigen
+gemacht hat, er nicht allein selbst viele weitere Untersuchungen ableiten,
+sondern auch noch darnach streben kann, die Wissenschaft selbst weiter zu
+fördern. Und dieses -- was sicherlich ein {80} nicht zu unterschätzender
+Vorzug der heutigen Wissenschaft vor der unserer Väter ist -- wurde in
+Kürze von einem ihrer Gründer mit den fortan klassischen Worten
+ausgesprochen: _»Peut donc qui voudra dans l'état actuel de la science
+généraliser et créer en géométrie; le génie n'est plus indispensable pour
+ajouter une pierre à l'édifice«_,[508] goldene Worte, welche jeder, der
+Mathematik betreiben will, sich einprägen muß; indem sie ihn auf einen
+wahrscheinlichen Sieg hoffen lassen, werden sie ihn anspornen, sich mutig
+den geistigen Kämpfen entgegenzustellen, die ihn erwarten.
+
+
+
+ * * * * *
+
+VI.
+
+Abbildungen, Korrespondenzen, Transformationen.
+
+------
+
+
+
+Bei dieser flüchtigen Musterung der neuesten geometrischen Entdeckungen
+gelangen wir nun zur Lehre von den Abbildungen, Korrespondenzen und
+Transformationen. -- Es ist bekannt, daß zwischen zwei ebenen Punktfeldern
+eine Korrespondenz (Verwandtschaft) besteht, wenn jedem Punkte des einen
+eine Gruppe von Punkten des anderen zugeordnet ist; diese heißen dann die
+»entsprechenden« zu jenem. Wenn im speziellen Falle jeder Punkt des einen
+Feldes einen einzigen entsprechenden in dem anderen hat, so heißt die
+Korrespondenz »eindeutig«.
+
+Die einfacheren Fälle der eindeutigen Korrespondenz sind die Homologie --
+von Poncelet studiert (1822) -- und die Kollineation (Homographie), von
+Möbius (1827), Magnus (1833) und Chasles (1837) studiert. In diesen Fällen
+entspricht nicht nur jedem Punkte ein Punkt, sondern {81} auch jeder
+Geraden eine Gerade. -- Ein Beispiel einer komplizierteren Korrespondenz
+wurde von Steiner (1832) durch folgende Konstruktion erhalten:[509] Gegeben
+sind zwei getrennte Ebenen und zwei windschiefe Geraden; durch jeden Punkt
+der einen von jenen ziehe man die Gerade, welche die beiden gegebenen
+Geraden schneidet, und bestimme den Schnittpunkt mit der anderen Ebene.
+Indem man diesen Schnittpunkt dem in der ersten Ebene gewählten Punkte
+zuordnet, erhält man eine eindeutige Beziehung von der Art, daß jeder
+Geraden in der einen Ebene ein Kegelschnitt in der anderen entspricht. Läßt
+man nun die beiden Ebenen zusammenfallen, so erhält man eine Korrespondenz,
+welche im wesentlichen nicht von der durch Poncelet[510] zwischen in bezug
+auf ein Kegelschnittbüschel konjugierten Punkten gefundenen verschieden
+ist, und welche auf analytischem Wege von Plücker[511] untersucht wurde,
+sodann von Magnus (1790-1861)[512] und von unserem Schiaparelli,[513]
+synthetisch aber von Seydewitz[514] und später von Reye.[515] -- Auf ein
+drittes Beispiel führte die Lösung einiger Probleme aus der mathematischen
+Physik; man gelangt dazu auf folgende Weise: Gegeben sei in einer Ebene ein
+fester Punkt, man associiert zwei mit ihm in gerader Linie gelegene Punkte,
+deren Abstände von ihm umgekehrt proportional sind. Man erhält dann eine
+eindeutige Korrespondenz, welche jede Gerade in einen Kreis, und jeden
+Kreis wieder in einen Kreis verwandelt. Diese wurde von Sir William
+Thomson[516] {82} als »Prinzip der elektrischen Bilder« studiert und ist
+unter dem Namen »Transformation durch reciproke Radien« oder »Inversion«
+allgemein bekannt.[517]
+
+Alle diese Transformationen sind linear oder quadratisch, da sie eine
+Gerade in eine Kurve erster oder zweiter Ordnung verwandeln. Jedoch machte
+Magnus schon die Bemerkung, daß, wenn man eine quadratische Transformation
+wiederholt, man im allgemeinen eine solche höherer Ordnung erhält.[518]
+Diese wichtige Bemerkung blieb aber bis zu dem Zeitpunkte unfruchtbar
+(1863), in welchem Cremona von den wenigen bisher erörterten Fällen zur
+allgemeinen Theorie der geometrischen Transformationen der ebenen Figuren
+überging.[519]
+
+{83}
+
+Um dem Leser die Bedeutung der Schriften, welche Cremona dieser
+Theorie[520] gewidmet hat, zu zeigen, würde ich auseinanderzusetzen haben,
+auf welche Weise dieser große Geometer das Studium der eindeutigen
+Transformationen auf das eines homaloidischen Netzes von Kurven
+zurückgeführt hat, und die Bestimmung eines solchen Netzes auf die Lösung
+eines unbestimmten Systemes von linearen Gleichungen; aber da die Anlage
+meiner Abhandlung mir das nicht gestattet, so muß ich mich darauf
+beschränken, ihn davon durch den alten Beweis des »_consensus omnium_« zu
+überzeugen. Dann führe ich noch die Namen von Geometern an wie Cayley,[521]
+Clebsch,[522] Nöther,[523] Rosanes,[524] S. Roberts,[525] die sich bemüht
+haben, die (bei der ersten Behandlung des Stoffes unvermeidlichen) Lücken,
+die sich in den Cremonaschen Abhandlungen[526] fanden, auszufüllen; ferner
+die Arbeiten von Ruffini,[527] Jonquières,[528] Kantor,[529] Guccia,[530]
+Autonne,[531] welche mit dieser Lehre {84} eng zusammenhängende Fragen
+behandeln, endlich die von Hirst,[532] T. Cotterill[533] (1808-1881), von
+Sturm,[534] Schoute[535] und sehr vielen anderen, welche sich das
+bescheidenere Ziel gesetzt haben, die Verbreitung derselben durch geeignete
+Beispiele und elegante Formeln zu erleichtern.[536]
+
+Unter den Arbeiten, welche sich an die von Cremona anschließen, verdienen
+eine hervorragende Stelle diejenigen von Bertini,[537] welche er den ebenen
+involutorischen Transformationen gewidmet hat, welche Arbeiten noch größere
+Einfachheit und Eleganz erhielten durch den Begriff der Klasse und andere
+Begriffe, die von Caporali[538] (1855-1886) eingeführt wurden, jenem
+ausgezeichneten Geometer, dessen frühen Verlust ganz Italien
+betrauert.[539]
+
+{85}
+
+Von ganz verschiedenem Charakter sind hingegen die eleganten Untersuchungen
+von Laguerre über solche Transformationen, welche er »Transformationen
+durch reciproke Richtungen« nannte; da es nicht möglich ist, den
+Grundgedanken in wenigen Worten zusammenzufassen und die vielfachen
+Anwendungen, welche der Erfinder davon gemacht hat, anzudeuten, verweisen
+wir den Leser auf die Originalarbeiten des hervorragenden französischen
+Geometers.[540]
+
+Von der Theorie, die wir jetzt besprechen, bildet auch die Lehre von den
+»isogonalen Transformationen« einen Teil, welcher sich auf die geometrische
+Darstellung der komplexen Zahlen stützt und deren Nützlichkeit (welche
+vielleicht grösser {86} ist für die mathematische Physik als für die reine
+Geometrie) Möbius,[541] Siebeck,[542] Durège,[543] Beltrami,[544]
+Vonder-Mühll,[545] F. Lucas,[546] Wedekind[547] und neuerdings
+Holzmüller[548] dargethan haben.[549]
+
+{87}
+
+Den Begriff der eindeutigen Korrespondenz zwischen zwei Ebenen kann man auf
+verschiedene Weise verallgemeinern; die Weisen, die sich so ziemlich von
+selbst darbieten, sind folgende:
+
+Vor allem, ohne die Ebene zu verlassen, kann man eine Korrespondenz
+aufstellen zwischen jedem Punkte derselben und einer Kurve eines doppelt
+unendlichen Systemes in derselben oder auch einer anderen Ebene;[550] diese
+Art der Korrespondenz ist eine Erweiterung der Korrelation (Reciprocität)
+zwischen zwei Feldern; angegeben von Plücker, wurde dieselbe von
+Clebsch[551] entwickelt und veranlaßte die Theorie der Konnexe.[552]
+
+{88}
+
+Wenn man dann zum Raume übergeht, kann man eine Korrespondenz zwischen den
+Punkten zweier Oberflächen aufstellen (insbesondere zwischen den Punkten
+einer krummen Oberfläche und denen einer Ebene) oder zwischen den Punkten
+zweier Räume.
+
+Die Darstellung einer Oberfläche auf einer Ebene kann man bis ins Altertum
+zurückverfolgen, da schon Hipparch und Ptolomaeus (und wahrscheinlich
+andere vor ihnen) sich die Aufgabe der Herstellung geographischer Karten
+gestellt und Lösungen derselben mitgeteilt haben, die auf derjenigen
+Projektion beruhen, welche man heute die stereographische nennt. -- Die
+Projektion von Mercator (1512-1594), die Untersuchungen von Lambert
+(1728-1777) und Lagrange, die berühmte Antwort von Gauß auf eine von der
+dänischen Akademie gestellte Frage[553] zeigen, wie die täglichen
+Bedürfnisse der Geographie und Navigationskunde unaufhörlich die Gelehrten
+angetrieben haben, sich mit dem Probleme der eindeutigen Darstellung der
+Oberfläche unseres Planeten auf einer Ebene zu beschäftigen.[554] -- Die
+erste Abbildung einer Oberfläche auf einer anderen jedoch, die nur in der
+Absicht gemacht wurde, um eine derselben leichter studieren zu können,
+verdanken wir Gauß, der 1827 in seinen berühmten _Disquisitions generales
+circa superficies curvas_ es als sehr vorteilhaft erkannte, die Punkte {89}
+einer beliebigen Oberfläche den Punkten einer Kugelfläche entsprechen zu
+lassen, indem man zwei solche Punkte zuordnet, deren Normalen einander
+parallel sind.[555] Eine besondere Eigentümlichkeit dieser Korrespondenz
+ist die, daß, um Eindeutigkeit zu erhalten, es fast immer nötig ist, nur
+den Teil der Oberfläche abzubilden, den man gerade ins Auge faßt; wir
+wollten diese Eigenschaft nicht stillschweigend übergehen, da deren
+Anführung uns Gelegenheit giebt, den Unterschied hervorzuheben, der
+zwischen der sphärischen Abbildung und den Abbildungen besteht, welche von
+Plücker,[556] Chasles[557] und Cayley[558] für das Studium der Geometrie
+auf einer Fläche zweiten Grades, denen, die von Clebsch[559] und
+Cremona[560] für das Studium der Geometrie auf einer kubischen Fläche, und
+von denen endlich, die von späteren Geometern für die Untersuchung anderer
+Flächen vorgeschlagen sind.
+
+Die erste Arbeit, welche _ex professo_ die Theorie der Abbildungen dieser
+Art behandelt, verdankt man Clebsch.[561] Die zahlreichen Beispiele, durch
+welche der Verfasser in dieser Arbeit, sowie in einigen älteren und
+späteren[562] die allgemeine Theorie illustrierte, haben zur Aufstellung
+der Geometrie auf einer grossen Zahl von Flächen mit vielen Einzelheiten
+geführt. Ferner haben die fast gleichzeitigen Abhandlungen {90} von
+Cremona[563] und Nöther,[564] sowie die ihnen folgenden von Armenante,[565]
+Klein,[566] Korndörfer,[567] Caporali[568] und von noch anderen[569] im
+Verlaufe weniger Jahre diese Zahl außerordentlich vermehrt.[570] Man kann
+sich eine ziemlich genaue Vorstellung von dem Reichtum dieses Zweiges der
+Geometrie machen, wenn man die schöne Abhandlung von Caporali über die
+dreifach unendlichen linearen Systeme ebener Kurven liest,[571] in welcher
+er einerseits die Theorie der Abbildung einer Oberfläche auf eine Ebene auf
+das Studium solcher Systeme anwandte, andererseits in derselben wertvolle
+Hilfsmittel der Untersuchung fand.
+
+Bei dem Studium der Abbildung einer Oberfläche bietet sich von selbst eine
+wichtige Frage dar, nämlich die, ob sie alle eindeutig auf eine Ebene
+abbildbar sind, oder allgemeiner: ob zwei Oberflächen sich als Punkt für
+Punkt {91} einander entsprechend darstellen lassen. Und da man leicht
+erkannte, daß die Antwort auf diese Frage eine negative sei, so wurde man
+natürlich auf die andere Frage geführt: Welche Oberflächen lassen sich
+eindeutig auf einer Ebene abbilden? Oder allgemeiner: Welche Oberflächen
+kann man eindeutig auf einer gegebenen abbilden? -- Die analoge Frage für
+zwei (ebene oder unebene) Kurven wurde von Clebsch vermittelst der
+Betrachtung des Geschlechtes und der Moduln gelöst. Diese Analogie
+veranlaßte nun Clebsch, die Lösung des vorhin angegebenen Problems in einer
+Ausdehnung des Begriffes des Geschlechtes auf die Oberflächen[572] zu
+suchen. Dieser Versuch wurde jedoch nach meinem Dafürhalten nicht von gutem
+Erfolge gekrönt, und auch heute muß man trotz der nach Clebsch angestellten
+Versuche ausgezeichneter Mathematiker wie Cayley,[573] Nöther,[574]
+Zeuthen[575] die Frage als noch ungelöst betrachten; um das zu beweisen,
+genügt es zu sagen, daß, wenn es auch bekannt ist, daß alle Oberflächen
+zweiter und dritter Ordnung (die nicht Kegelflächen sind) eindeutig auf
+einer Ebene abbildbar sind, doch noch nicht alle Oberflächen vierter
+Ordnung bestimmt sind, welche dieselbe Eigenschaft haben.[576] {92} Die
+allgemeineren Resultate, die man auf diesem Gebiete kennt, waren, wenn ich
+nicht irre, von Nöther[577] erhalten; dieser gelangte durch eine überaus
+elegante analytische Betrachtung bei jeder Oberfläche, welche eine einfach
+unendliche Schar rationaler Kurven enthält, zu einer Abbildung derselben
+auf einem Kegel.
+
+Die Schwierigkeit aber, auf welche man bei der eindeutigen Abbildung
+gewisser Oberflächen auf eine Ebene stieß, ließen bei Clebsch den Gedanken
+entstehen, zwischen einer Oberfläche und einer Ebene eine vielfache
+Korrespondenz aufzustellen, oder auch (wie er an die Riemannschen Flächen
+denkend sagte) eine Fläche auf eine vielfache Ebene abzubilden und dann
+diese auf eine einfache Ebene zu beziehen.[578] Diese Idee, deren Keime
+sich vielleicht bis zu der von Chasles[579] vorgeschlagenen
+Verallgemeinerung der stereographischen Projektion zurückverfolgen lassen,
+konnte nicht mehr vollständig von ihrem Urheber entwickelt werden; jedoch
+blieben die von ihm gegebenen Andeutungen nicht unfruchtbar, vielmehr
+entstand aus ihnen die Theorie der doppelten ebenen Transformationen,
+welche de Paolis aufgestellt und durch vielfache Anwendungen erläutert
+hat.[580]
+
+Die zweite Verallgemeinerung der Cremonaschen Transformationen veranlaßte
+die Theorie der rationalen Transformationen im Räume. Zwei Beispiele einer
+solchen Korrespondenz boten sich in der Homographie zweier Räume (und deren
+Spezialfällen) dar und -- wie Magnus,[581] Hesse[582] und Cremona[583]
+bemerkt haben -- in der Transformation, die man erhält durch drei zu
+demselben Räume korrelative (reciproke) Räume, indem man jedem Punkte jenes
+Raumes {93} den Schnitt der Ebenen zuordnet, die ihm in diesen entsprechen.
+Die allgemeine Theorie entstand jedoch erst um das Jahr 1870 durch die
+Bemühungen Cayleys,[584] Nöthers[585] und Cremonas,[586] obwohl schon
+Magnus[587] Ende 1837 dieselbe angestrebt und ihre Wichtigkeit eingesehen
+hatte.
+
+Von den bemerkenswerten Arbeiten, in welchen diese Gelehrten unsere Theorie
+im allgemeinen begründeten, ist ohne Zweifel die wichtigste jene, die wir
+der Feder unseres berühmten Landsmannes verdanken. Geleitet durch die
+Analogie, welche diese Disziplin mit der der eindeutigen Korrespondenz
+zwischen zwei Ebenen darbietet, zeigte er, wie jene sich auf das Studium
+der dreifach unendlichen homaloidischen Systeme von Oberflächen
+zurückführen läßt. Darauf setzte er auf eine sehr schöne Weise auseinander,
+wie man unendlich viele solcher Systeme erhalten könne, wenn man die ebene
+Abbildung einer Oberfläche kennt, und zeigte zuletzt durch treffende
+Beispiele, wie man die Theorie der rationalen Transformationen auf die
+Abbildung vieler Flächen auf andere zurückführt, insbesondere auf die ebene
+Abbildung einiger von ihnen. Diese Anwendung, vereint mit der obenerwähnten
+Methode, zeigt klar, wie man aus der ebenen Abbildung einer Oberfläche
+nicht nur die Abbildungen von unendlich vielen anderen erhalten kann,
+sondern auch unzählig viele rationale Transformationen des Raumes.
+
+Ungeachtet der Schriften, durch welche England, Deutschland und Italien so
+mächtig zur Gründung und Erweiterung dieser Theorie beigetragen haben, kann
+man doch nicht sagen, daß dieselbe den Grad der Vollendung erreicht habe,
+{94} den andere erlangt haben. Das kommt vielleicht daher, daß die
+schwierigsten Fragen, welche sich in derselben darbieten, innig mit der
+Bestimmung der Singularitäten der Oberflächen zusammenhängen, und über
+diese -- wir müssen es leider gestehen -- sind unsere Kenntnisse noch sehr
+beschränkt. Darin hat man vielleicht die Erklärung der Thatsache zu suchen,
+daß die Geometer, die auf jene oben erwähnten folgten, sich mehr mit der
+Erläuterung der Methoden ihrer Meister, als mit der Vervollkommnung
+derselben und der Ausfüllung ihrer Lücken beschäftigt haben.[588] Und
+dennoch -- wenn auch das Studium der Figur selbst ohne Zweifel dem der
+transformierten vorzuziehen ist -- giebt es bei dem heutigen Standpunkte
+der Wissenschaft sehr wenige Theorien, die so sehr es verdienen, daß man
+sie in allen ihren Einzelheiten vervollkommne, als gerade diese. In der
+That, um die Worte eines großen Mannes zu gebrauchen, »wenn man über das
+Verfahren der Algebra nachdenkt und den Grund {95} der gewaltigen Vorteile
+aufsucht, die sie der Geometrie bietet, sieht man da nicht, daß sie
+dieselben der Leichtigkeit verdankt, mit welcher man anfänglich eingeführte
+Ausdrücke Transformationen unterziehen kann, Transformationen, deren
+Geheimnis und deren Mechanismus die wahre Wissenschaft bilden und die das
+ständige Ziel der Analysten sind? Ist es darum nicht natürlich, zu
+versuchen, in die reine Geometrie analoge Transformationen einzuführen,
+welche direkt auf die vorgelegten Figuren und ihre Eigenschaften
+hinsteuern?[589]
+
+Auf das allgemeine Studium der Transformationen folgt das solcher
+Transformationen, bei denen man einen gewissen Zweck im Auge hat,[590]
+z. B. die Verwandlung der Figuren in sich selbst oder ihre Zurückführung
+zur ursprünglichen Figur, wenn die Transformationen mehrmals hintereinander
+angewandt werden. Es existieren in der That auch schon einige gute
+Arbeiten, in welchen die Kollineationen und Korrelationen behandelt sind,
+welche eine Fläche zweiter Ordnung, einen linearen Komplex[591] oder eine
+kubische Raumkurve[592] in sich selbst transformieren, sowie über die
+cyklischen Projektivitäten.[593]
+
+{96}
+
+Wir wollen diesen Abschnitt unserer Arbeit beschließen, indem wir noch
+einige Worte über die vielfachen Transformationen zwischen zwei Gebilden
+zweiter und dritter Stufe sagen, auf welche ich nur im Vorübergehen
+hinweisen konnte, indem ich einige Abhandlungen von Paolis anführte. Der
+erste, der sich mit ihnen beschäftigte, war Chr. Wiener,[594] welcher sie
+untersuchte, indem er eine eindeutige Korrespondenz in der Ebene herstellte
+zwischen den Geraden einer Ebene und den Kurven eines linearen Systemes;
+dann ist einem Punkte, betrachtet als Schnitt zweier Geraden, die Gruppe
+der Grundpunkte des Büschels zugeordnet, der durch die entsprechenden
+Kurven konstituiert wird. Diese Art und Weise, vielfache Transformationen
+zu erzeugen, wurde von Tognoli[595] auf den Raum ausgedehnt; derselbe ließ
+jedem Punkte, betrachtet als Schnitt dreier Ebenen, die Grundpunkte
+desjenigen Netzes entsprechen, das durch die drei den drei Ebenen
+entsprechenden Oberflächen eines dreifach unendlichen linearen Systemes
+bestimmt wird. Solche Untersuchungen haben sich bis jetzt jedoch noch nicht
+als sehr fruchtbar gezeigt. Ziemlich wichtig dagegen sind die schon
+genannten Untersuchungen von Paolis über die doppelten Transformationen.
+Das zeigen die Arbeiten, in denen Visalli[596] und Jung[597] die vielfachen
+Transformationen untersucht haben und welche die Fortsetzungen jener sind.
+
+Mit einigen speziellen vielfachen Transformationen des Raumes haben sich
+Reye[598] und Segre[599] beschäftigt und von ihnen elegante Anwendungen
+gemacht. Aschieri[600] übertrug eine spezielle ebene zweifache
+Transformation, welche Paolis bearbeitet hatte, auf den Raum und dehnte
+auch die {97} Anwendungen, die jener davon gemacht hatte, auf die
+Nicht-Euklidische Geometrie aus. Allgemeine Untersuchungen auf diesem
+Gebiete haben wir jedoch keine außer den wenigen, die in einer kurzen
+Arbeit von Reye[601] aufgezeichnet sind, und den sehr wichtigen über die
+doppelten Transformationen des Raumes von Paolis.[602] Wir zweifeln nicht,
+daß diese und jene als Grundlage einer allgemeinen Theorie der zweifachen
+Transformationen, die wir noch erwarten, dienen können; und wir erwarten
+dieselbe mit Ungeduld, da wir sicher sind, daß dieselbe der Geometrie nicht
+geringere Dienste leisten wird, als die sehr bekannten, die ihr durch die
+birationalen Transformationen geleistet sind, und jene, die, wie Paolis
+bemerkt, die doppelten leisten können.
+
+Neben die vielfachen Korrespondenzen zwischen zwei Räumen von Punkten (oder
+Ebenen) kann man die zwischen einem Punktraume und einem Ebenenraume
+stellen. Untersucht wurden dieselben für den Fall, daß durch jeden Punkt
+die entsprechenden Ebenen gehen und in jeder Ebene die entsprechenden
+Punkte liegen. Zusammen betrachtet bilden die zwei Räume ein höheres
+Nullsystem oder Punktebenensystem. Die Theorie dieser Systeme ist in diesen
+letzten Jahren besonders durch die Arbeiten von Ameseder,[603] von
+Sturm[604] und Voß[605] hervorgetreten, während Reye[606] das Verdienst
+zukommt, den Begriff des gemeinen Nullsystemes[607] zuerst, doch in einer
+anderen Weise -- die entsprechenden Elemente sind nicht Punkte und Ebenen,
+sondern Flächen zweiter Ordnung und zweiter Klasse -- erweitert zu haben.
+
+{98}
+
+
+
+ * * * * *
+
+VII.
+
+Geometrie der Geraden.
+
+------
+
+
+
+Die griechische Geometrie betrachtet den Punkt als das erzeugende Element
+aller Figuren; die analytische Geometrie des Cartesius machte die
+Bestimmung des Punktes zur Grundlage aller ihrer Rechnungen. Das Prinzip
+der Dualität führte nun die Gelehrten zu dem Schlüsse, daß die Gerade in
+der Ebene und die Ebene im Raume mit gleichem Rechte und gleichem Erfolge,
+wie der Punkt, die Rolle spielen könne, die bis jetzt dieser in der
+Geometrie inne gehabt, und führte in der Folge dazu, die Gerade und die
+Ebene als Elemente der Ebene und des Raumes anzunehmen und ein neues System
+der (synthetischen und analytischen) Geometrie aufzustellen. Das Verdienst
+dieses bemerkenswerten Fortschrittes gebührt größtenteils Plücker.[608]
+
+Aber ganz auf Plücker fällt der Ruhm, ein drittes die räumlichen Gebilde
+erzeugendes Element -- die Gerade -- eingeführt und auf eine solche
+Betrachtung eine neue Geometrie des Raumes begründet zu haben. Dieser
+berühmte Gelehrte kehrte, nachdem er fast zwanzig Jahre hindurch die
+Geometrie verlassen hatte, um seine bedeutenden Geisteskräfte der Physik zu
+widmen, zu der Wissenschaft zurück, die ihm ursprünglich seinen Ruhm
+gesichert hatte, um sie {99} mit einer neuen und wichtigen Disziplin zu
+beschenken, mit »der Geometrie der Geraden«.
+
+Die ersten Mitteilungen über diesen Gegenstand, die im Jahre 1865 der
+Königlichen Gesellschaft zu London[609] von dem großen deutschen Geometer
+gemacht wurden, enthalten die Sätze über einige allgemeine Eigenschaften
+der Komplexe, Kongruenzen und Regelflächen und einige spezielle
+Eigenschaften der linearen Komplexe und Kongruenzen;[610] die Beweise
+derselben sind nur angedeutet und sollen, nach Angabe des Autors,
+vermittelst der Koordinaten einer Geraden im Raume geführt werden, die er
+als einen eigenen Gedanken eingeführt hatte, die man später aber als
+Spezialfall dessen erkannte, was schon Cayley[611] aufgestellt hatte, um
+vermittelst einer einzigen Gleichung eine beliebige Kurve im Raume
+darstellen zu können.
+
+Diese Mitteilungen veranlaßten plötzlich eine Reihe wichtiger Arbeiten, in
+denen Battaglini nicht nur, was Plücker behauptet hatte, sondern auch viele
+Lehrsätze bewies, die sich auf die Komplexe zweiten und höheren Grades
+beziehen.[612] -- Indessen hatte Plücker schon die von ihm {100}
+skizzierten Gedanken ausgeführt und in dem Werke vereinigt, welches den
+Titel trägt: _Neue Geometrie des Raumes, gegründet auf die Betrachtung der
+geraden Linie als Raumelement._[613]
+
+Von diesem Buche zu sagen, daß es in allen seinen Teilen gleich wichtig und
+interessant sei, würde eine der Wahrheit nicht entsprechende Behauptung
+sein. Plücker schätzte nicht die Eleganz der Rechnung, an die wir durch
+Lagrange, Jacobi, Hesse, Clebsch gewöhnt sind; er teilte sicherlich nicht
+mit Lamé[614] die Ansicht, daß »die Bezeichnung für die Analysis das sei,
+was die Stellung und Wahl der Worte für den Stil ist«; bei ihm brauchte die
+Rechnung nur der einen Bedingung zu genügen, nämlich schnell zur Lösung der
+ins Auge gefaßten Probleme zu führen. Dieser Mangel, der allen Arbeiten von
+Plücker gemeinsam ist, macht sich lebhafter in dem letzten Werke
+bemerklich, welches einen Wettstreit eingehen sollte mit Mustern der
+Eleganz, wie den _Vorlesungen über analytische Geometrie des Raumes_ von
+Hesse und den _Vorlesungen über Dynamik_ von Jacobi, die kurz vorher (1861
+und 1866) herausgekommen waren. Außer diesem nicht geringen Mangel ist ein
+anderer noch bedeutenderer dadurch entstanden, daß Plücker lange Zeit
+hindurch es vernachlässigt hatte, den Fortschritten der Geometrie
+nachzugehen. Infolge dieser einseitigen Ausbildung finden wir in seinem
+Buche eine Menge von Untersuchungen, die uns nicht mehr interessieren, da
+sie unter andere allgemeinere, schon gemachte fallen, eine große Anzahl von
+Spezialfällen, von deren Wichtigkeit wir uns nicht überzeugen können, eine
+Menge von komplizierten Formeln, deren Nutzen wir nicht einsehen. Trotz
+dieser Fehler -- die ich anführen muß, um die geringe Anzahl der Leser, die
+sie heute findet, zu begründen -- kann man nicht verkennen, daß die letzte
+Arbeit von Plücker reich an originellen Blicken ist, und es würde die
+Lektüre derselben jedem zu raten sein, der das Studium dieses Teiles der
+Geometrie unternehmen will, wenn nicht die Nachfolger {101} Plückers seine
+Untersuchungen in besserer Form auseinandergesetzt und mit anderen Methoden
+ausgeführt, und jene Gedanken, die er nur hingeworfen hat, größtenteils
+entwickelt hätten.
+
+Plücker hatte nicht die Zeit, die Theorie der Komplexe zweiten Grades zu
+vollenden, da der Tod ihn traf, als er gerade im Begriffe stand, den
+zweiten Teil seines Buches zu veröffentlichen; aber die Untersuchungen, die
+er unvollendet zurückließ, wurden von seinem Schüler F. Klein[615] zu Ende
+geführt. Ihm verdanken wir nicht nur den allgemeinen Begriff der
+Koordinaten einer Geraden und eine Anzahl sehr schöner Lehrsätze über die
+Komplexe zweiten Grades, sondern auch verschiedene allgemeine und
+außerordentlich fruchtbare Ideen über die Geometrie der Geraden. In der
+That ist es Klein, der, einen Gedanken seines Lehrers präzisierend, die
+Bemerkung machte, daß man die Geometrie der Geraden ansehen könne als das
+Studium einer quadratischen Mannigfaltigkeit von vier Dimensionen,
+enthalten in einem linearen Raume von fünf Dimensionen, und zeigte, daß
+jeder Komplex durch eine einzige Gleichung zwischen den Koordinaten einer
+Geraden darstellbar ist. Daß diese Bemerkung und dieser Lehrsatz von der
+größten Bedeutung für den Fortschritt der Geometrie der Geraden seien,
+wurde in glänzender Weise durch die schönen Untersuchungen meines lieben
+Freundes Segre[616] gezeigt, die mit denen von Klein innig zusammenhängen.
+
+Gleichzeitig mit Klein beschäftigten sich Pasch,[617] Zeuthen,[618]
+Drach,[619] später auch Paolis[620] wiederholt {102} mit der Geometrie der
+Geraden, indem sie verschiedene Fragen derselben vermittelst homogener
+Koordinaten behandelten. Clebsch[621] wandte auf diese Theorie die Methode
+der abgekürzten Bezeichnung an; im Jahre 1873 vervollständigte Weiler[622]
+die Einteilung der Komplexe zweiten Grades nach den Begriffen, die Klein in
+seiner Dissertation angegeben hatte. Voß[623] studierte in einer Reihe sehr
+wichtiger Abhandlungen die Singularitäten der Systeme von Geraden; Halphen
+bestimmte die Zahl der Geraden des Raumes, welche vorher aufgestellten
+Bedingungen genügen;[624] Nöther,[625] Klein[626] und Caporali[627]
+beschäftigten sich mit der Abbildung der Komplexe ersten und zweiten Grades
+auf den gewöhnlichen Raum, Aschieri mit der einiger spezieller
+Komplexe;[628] Lie stellte den innigen Zusammenhang, der zwischen der
+Geometrie der Kugel und der Geometrie der Geraden besteht, ins Licht;[629]
+Reye endlich studierte die Formen der allgemeinen quadratischen
+Komplexe.[630] Nur mit Hilfe der synthetischen Geometrie wurde unsere
+Theorie von Chasles studiert[631] -- schon 1839 --, von Reye,[632] {103}
+von Silldorf,[633] Schur,[634] Bertini,[635] von d'Ovidio[636] und von W.
+Stahl;[637] Buchheim[638] bediente sich der Quaternionen, um die
+hauptsächlichsten Eigenschaften der linearen Kongruenzen zu beweisen,
+während viele Fragen aus der Infinitesimalgeometrie, die sich auf Systeme
+von Geraden beziehen, glücklich in einigen Abhandlungen von Mannheim,[639]
+Lie,[640] Klein,[641] Picard[642] und Königs[643] gelöst wurden.
+Schließlich wurden einige spezielle Komplexe studiert von Aschieri,[644]
+Painvin,[645] von Reye,[646] Lie,[647] Weiler,[648] Roccella,[649] von
+Hirst,[650] Voß,[651] Genty,[652] Montesano,[653] von Segre und von
+mir.[654]
+
+Neben der reichhaltigen Schar von Schriften, die wir dem von Plücker
+gegebenen Anstoße verdanken, müssen wir noch eine andere ebenso glänzende
+erwähnen, die aber {104} von ganz anderer Art ist. Sie umfaßt die Arbeiten
+von Dupin,[655] Malus[656] (1775-1811) und Ch. Sturm[657] (1803-1855),
+Bertrand,[658] Transon[659] über die Normalen von Oberflächen und über die
+mathematische Theorie des Lichtes, dann die von Hamilton (1805-1865) über
+Systeme von Strahlen.[660] Diese Arbeiten finden ihre Krönung in zwei
+berühmten Abhandlungen, die von Kummer in den Jahren 1857 und 1866
+veröffentlicht sind.
+
+In der ersteren, die im _Journal für Mathematik_[661] abgedruckt ist, hat
+sich Kummer die Aufgabe gestellt, durch eine einheitliche und einfachere
+Methode die Resultate von Hamilton darzulegen und sie in den Punkten, wo
+sie mangelhaft erschienen, zu vervollständigen.[662]
+
+In der zweiten,[663] die noch wichtiger ist, stellte er sich, nach einigen
+schönen allgemeinen Untersuchungen über die Zahl der Singularitäten eines
+Systemes von Strahlen und seiner Brennfläche, und löste die Frage, alle
+algebraischen Systeme von Strahlen erster und zweiter Ordnung zu bestimmen,
+d. h. solche, bei denen durch jeden Punkt des Raumes einer oder zwei
+Strahlen des Systemes hindurchgehen.
+
+Ich möchte wünschen, daß mir hinreichender Raum zu Gebote stände, um den
+Leser in den Stand zu setzen, die ausgezeichneten Verdienste dieser
+klassischen Arbeit hoch {105} zu schätzen, um ihn an der tiefen Bewunderung
+teilnehmen zu lassen, die ich für sie empfinde; ich möchte ihn sehen
+lassen, mit welch ausserordentlicher Gewandtheit der Verfasser zur
+Bestimmung aller Strahlensysteme erster und zweiter Ordnung zu gelangen
+weiß, zu den Gleichungen, die sie und ihre Brennflächen darstellen (welches
+jene Oberflächen vierter Ordnung mit Doppelpunkten sind, die ich
+Gelegenheit hatte, im Abschnitt III zu erwähnen), zu den Singularitäten der
+Systeme, den Konfigurationen, die sie bilden, zum Zusammenhange zwischen
+ihnen und den Singularitäten der Brennfläche u. s. w. Aber da die
+Bemessenheit des Raumes es mir verbietet, so muß ich mich darauf
+beschränken, den Wunsch auszusprechen, daß dieser mein kurzer Überblick es
+bewirken könne, daß bei jedwedem das Verlangen entsteht, die Untersuchungen
+Kummers selbst kennen zu lernen und den Weg zu verfolgen, den er mit
+solchem Glücke eingeschlagen hat; ich spreche diesen Wunsch aus, da mich
+die Beobachtung schmerzlich bewegt, daß in den zwanzig Jahren, die schon
+seit dem Erscheinen der Kummerschen Arbeit verflossen sind, es noch nicht
+gelungen ist, eine solche Theorie, die sich so fruchtbar an schönen
+Resultaten gezeigt hat, in einer bemerkenswerten Weise zu fördern.[664]
+
+{106}
+
+
+
+ * * * * *
+
+VIII.
+
+Nicht-Euklidische Geometrie.
+
+------
+
+
+
+Die letzte Kategorie von Arbeiten, mit denen ich mich zu beschäftigen habe,
+umfaßt eine Reihe von Untersuchungen, die zu lebhaften Diskussionen
+Veranlassung gegeben haben und -- wunderbar zu sagen -- eine Zeit lang die
+Mathematiker in zwei Feldlager geteilt haben, »das eine gewappnet gegen das
+andere«;[665] heutzutage bilden sie denjenigen Teil der Wissenschaft des
+Raumes, den man »Nicht-Euklidische Geometrie« und »Theorie der beliebig
+{107} ausgedehnten Mannigfaltigkeiten« oder »Geometrie von n
+Dimensionen«[666] nennt.
+
+Jeder weiß, daß unter allen Sätzen, die in den _Elementen_ des Euklid
+enthalten sind, es einen giebt,[667] der nur schlecht dazu paßt, wie es der
+griechische Geometer gethan hat, unter die Axiome oder die Postulate
+gestellt zu werden.[668] Derselbe ist von großer Wichtigkeit im
+Euklidischen System, da auf ihn, wie man sagen kann, die ganze Theorie der
+Parallelen gegründet ist. Weil es nun nicht auf Grund unmittelbarer
+Anschauung gerechtfertigt ist, ihn unter diejenigen Sätze zu zählen, für
+welche es vergeblich ist, einen Beweis zu fordern, so kam man auf die
+Frage, ob er in der That unbeweisbar sei, und ob man nicht, wenn das der
+Fall sein sollte, ihn unterdrücken und durch einen anderen ersetzen könne,
+dessen Wahrheit offenbarer sei?
+
+Diese Fragen sind ein natürlicher Ausfluß unseres Zeitalters, von welchem
+eine der hervorragendsten Eigentümlichkeiten (wie Humboldt bemerkt) die
+unparteiliche Kritik alles dessen ist, was uns die Vergangenheit
+hinterlassen hat; sie müssen als der erste Ursprung der Nicht-Euklidischen
+Geometrie angesehen werden.
+
+Die ersten wichtigen Studien auf diesem Gebiete wurden gegen Ende des
+vergangenen Jahrhunderts von Legendre[669] {108} gemacht. Dieselben
+stellten den Zusammenhang klar, der zwischen dem Postulate des Euklid und
+dem Satze besteht, der sich auf die Winkelsumme eines Dreiecks bezieht, und
+führten Legendre dazu, nicht nur jenes Postulat durch ein anderes viel
+wichtigeres zu ersetzen, sondern auch eine Geometrie zu entwerfen, die von
+eben demselben Postulate unabhängig ist.[670]
+
+Nahe zur selben Zeit wie Legendre, befaßte sich Gauß mit dieser Frage.
+Gleichwohl hat er niemals irgend eine Arbeit auf diesem Gebiete
+veröffentlicht; seine Korrespondenz mit Schumacher[671] und mit Wolfgang
+Bolyai (1775-1856)[672] und einige bibliographische Artikel von ihm[673]
+{109} bezeugen nicht nur das Interesse, das er dafür besaß, sondern
+bekunden auch die reiche Ernte von Wahrheiten, die er auf diesem, wie auf
+den anderen von ihm bebauten Feldern eingebracht hat. Und als die Schriften
+von Lobatschewsky (1793-1856)[674] und Johann Bolyai (1802-1860)[675] über
+diesen Gegenstand erschienen, da sanktionierte der Fürst der deutschen
+Mathematiker mit seiner Autorität die Ergebnisse, welche dieselben erhalten
+hatten. Man kann diese Ergebnisse zusammenfassen, indem man sagt, daß
+dieselben die Grundlage einer neuen Geometrie sind, die vollständig
+unabhängig ist von dem Postulate des Euklid (die Nicht-Euklidische
+Geometrie, oder imaginäre oder auch Pangeometrie), die in gewissen Punkten
+mit der gewöhnlichen Geometrie übereinstimmt, jedoch in vielen anderen sich
+von ihr unterscheidet, -- eine Geometrie, die eine Zeit lang einige als
+absurd verbannt haben wollten, da sie den von einer nur oberflächlichen
+Sinneswahrnehmung bezeugten Erscheinungen widerspricht, die aber heute
+allgemein angenommen ist, da ihr logischer Wert außer Zweifel gestellt
+ist.[676]
+
+{110}
+
+Zu diesem Siege der Logik über den übertriebenen Empirismus haben in sehr
+wirkungsvoller Weise einige Schriften von großer Bedeutung beigetragen, die
+Riemann (1827-1866), von Helmholtz und Beltrami in den Jahren 1867 und 1868
+veröffentlichten.
+
+Die Riemannsche Schrift: _Über die Hypothesen, welche der Geometrie zu
+Grunde liegen_[677] -- zwölf Jahre vor ihrer Veröffentlichung geschrieben
+-- war und ist noch durch die Allgemeinheit der Begriffe und die Knappheit
+der Form selbst für diejenigen, welche in der Mathematik schon
+vorgeschritten sind, von schwierigem Verständnisse. Jedoch ein großer Teil
+der Ideen, welche dieselbe enthält, verbreiteten sich sehr bald, da sie,
+durch ein glückliches Zusammentreffen, auch von Helmholtz ausgesprochen
+wurden, und dieser sie nicht nur den Mathematikern in rein
+wissenschaftlicher Form darlegte,[678] sondern auch in populären Vorträgen
+und Artikeln in verschiedenen Zeitschriften auch außerhalb des engeren
+Kreises der Geometer behandelte.[679] Keinen geringeren Einfluß aber als
+die Schriften des berühmten Verfassers der _Physiologischen Optik_ übte der
+klassische _Saggio di interpretazione della Geometria non-euclidea_[680]
+von Beltrami aus. Gerade die Schärfe und analytische Eleganz, welche diese
+Schrift auszeichnen, lenkte die Aufmerksamkeit der Geometer auf dieselbe;
+das glänzende und überraschende Resultat, daß die Sätze der
+Nicht-Euklidischen Geometrie ihre Verwirklichung auf den Oberflächen mit
+konstanter negativer Krümmung fanden, machte einen tiefen Eindruck auch auf
+diejenigen, welche jeder nicht durch das {111} Experiment bewiesenen
+Behauptung allen Wert absprachen, und sicherte den Triumph der neuen
+Anschauungen; endlich -- die dort verteidigten gesunden Prinzipien einer
+wissenschaftlichen Philosophie und die glänzende Form, in welcher die
+Abhandlung geschrieben ist, ließen und lassen noch bei allen eine lebhafte
+Bewunderung für unseren berühmten Landsmann entstehen, durch dessen
+Bemühung wiederum einmal die Wahrheit den Sieg davontrug.
+
+Daß die Arbeiten dieser drei großen Gelehrten einen wohlthätigen Einfluß
+auf die ganze Geometrie ausgeübt haben, hat sich zur Evidenz durch die
+Änderung gezeigt, welche sich in bezug auf die Art und Weise vollzogen hat
+wie man heutzutage die ihr zu Grunde liegenden Sätze betrachtet.[681] Wenn
+früher die Geometer den Philosophen die Sorge überließen, zu entscheiden,
+ob die Wahrheiten, mit denen sie sich beschäftigten, notwendige oder
+zufällige seien, und dahin neigten, dieselben als notwendige zuzulassen, so
+streben sie jetzt, nachdem die empirische Grundlage der Geometrie erkannt
+ist, fortwährend darnach, genau festzusetzen, welche Thatsachen man der
+Sinneswahrnehmung entnehmen muß, um eine Wissenschaft der Ausdehnung zu
+gründen.[682] Wer die schönen _Vorlesungen über neuere {112} Geometrie_
+(Leipzig, 1882) von Pasch liest, die neueren Lehrbücher prüft und diese und
+jene mit den älteren Büchern vergleicht, wird wesentliche Unterschiede
+finden.
+
+In den älteren Werken giebt der Lehrer die Voraussetzungen, die er nicht
+beweist, als notwendige, ewige und unanfechtbare Wahrheiten, in den neueren
+führt er sozusagen den Schüler dazu, die nötigen Erfahrungen auszuführen,
+um die Prämissen der späteren Deduktionen festzustellen. In den älteren
+Arbeiten stellt der Verfasser die Euklidische Geometrie als die einzig
+denkbare hin, in den neueren als {113} eine der unendlich vielen, die man
+aufstellen könnte. Und diese Unterschiede bezeichnen einen thatsächlichen
+Fortschritt, da sie zeigen, daß die Gelehrten sich von einem
+alteingewurzelten und schädlichen Vorurteile frei gemacht haben; und für
+den Fortschritt der Wissenschaft hat die Erkenntnis eines Irrtums eine
+nicht geringere Wichtigkeit, als die Entdeckung einer Wahrheit.
+
+Kurz nach der Veröffentlichung der Arbeit von Beltrami erschien eine von F.
+Klein,[683] die auch von großer Wichtigkeit ist; aber um die Stellung zu
+kennzeichnen, welche dieselbe in der Geschichte der Nicht-Euklidischen
+Geometrie einnimmt, muß ich mich einige Jahrzehnte rückwärts wenden.
+
+Es ist bekannt, daß infolge des _Traité des propriétés projectives des
+figures_ eine Unterscheidung aufgestellt wurde zwischen den Eigenschaften
+der Figuren, die erhalten bleiben, wenn diese projiziert werden, und
+solchen, die nicht erhalten werden; es ist ferner bekannt, daß unter den
+ersteren alle Lagen-Eigenschaften, aber nur einzelne metrische
+Eigenschaften begriffen sind. Nun stellten die Geometer sich die Frage, ob
+es nicht möglich sei, die metrischen Eigenschaften der Figuren so
+auszusprechen, daß sie bei der Projektion sämtlich erhalten werden. Für
+einige Arten der Projektion haben Chasles und Poncelet die Frage gelöst,
+indem sie den Begriff der unendlich fernen Kreispunkte der Ebene und des
+unendlich entfernten imaginären Kreises einführten; für andere wurde die
+Lösung von Laguerre[684] gegeben, dem es gelang, den Begriff des Winkels
+projektiv zu machen; aber derjenige, welcher die Lösung in ihrer ganzen
+Allgemeinheit gab, war Cayley[685] (1859), der in dem sechsten von seinen
+berühmten _Memoirs upon Quantics_ zeigte, daß jede metrische Eigenschaft
+einer ebenen Figur als in einer {114} projektiven Beziehung zwischen dieser
+und einem festen Kegelschnitte enthalten betrachtet werden könne.
+
+Nun besteht der Hauptzweck der angeführten Abhandlung von Klein eben darin,
+die innige Beziehung zwischen den Schlüssen Cayleys und denen, zu welchen
+Bolyai und Lobatschewsky gelangt waren, herzustellen; auf welche lichtvolle
+Weise dieses Ziel erreicht ist, das beweist der große Ruhm, zu dem diese
+Schrift alsbald gelangte.[686]
+
+An diese Schriften schließen sich viele andere; an die von Riemann und
+Beltrami einige interessante Arbeiten von de Tilly,[687] Genocchi,[688] von
+Escherich[689] und Bianchi;[690] an die von Klein verschiedene Abhandlungen
+von Battaglini,[691] d'Ovidio,[692] de Paolis[693] und Aschieri,[694]
+Cayley,[695] Lindemann,[696] Schering,[697] von Story,[698] {115} H.
+Stahl[699] und Voß,[700] von H. Cox[701] und A. Buchheim.[702]
+
+Die mathematische Litteratur der allerneuesten Zeit jedoch ist nicht sehr
+reich an Forschungen auf diesem Gebiete;[703] es hat den Anschein, als wenn
+jenes Zeitalter, welches man das heroische nennen könnte, und durch welches
+jede Disziplin einmal hindurchgeht, schon von der Nicht-Euklidischen
+Geometrie durchlaufen sei. Sollten vielleicht die unermüdlichen Arbeiter
+der beiden Jahrzehnte 1860-1880 die Minen in jeder Richtung so gründlich
+durchwühlt haben, daß sie keine goldführende Ader mehr bergen?
+
+
+
+ * * * * *
+
+IX.
+
+Geometrie von n Dimensionen.
+
+------
+
+
+
+Die Theorie der beliebig ausgedehnten Mannigfaltigkeiten oder die Geometrie
+von n Dimensionen verdankt ihren Ursprung der Unterstützung, welche die
+Algebra von der Geometrie erhielt, seitdem Cartesius jene auf diese
+anzuwenden gelehrt hat. In der That ist diese Unterstützung eine begrenzte,
+da nur die analytischen Thatsachen, welche mit der Theorie der Funktionen
+einer, zweier oder dreier Variabelen verknüpft sind (oder mit der Theorie
+der binären, ternären oder quaternären Formen), einer den Sinnen
+zugänglichen {116} Darstellung fähig sind. Aber der Geist der
+Verallgemeinerung, der, wie ich schon sagte, einer der mächtigsten Antriebe
+zu den modernen geometrischen Untersuchungen war und noch fortwährend ist,
+bewog die Geometer, die Fesseln zu brechen, welche die Natur ihrem
+Vorstellungsvermögen angelegt zu haben schien, und von beliebig
+ausgedehnten Räumen zu sprechen.[704]
+
+Und sie sprachen davon, ehe sie sich noch mit der mehr philosophischen, als
+mathematischen Frage beschäftigt hatten, ob in der That solche Räume
+existieren; und sie thaten dies mit Recht, da sie nur so, ohne ein
+vielleicht unlösbares Problem in Angriff zu nehmen, ihr Ziel erreichen
+konnten; durch eine kühne Einbildungskraft verschafften sie sich die
+(sinnlich wahrnehmbaren oder übersinnlichen) Darstellungen vieler
+analytischer Resultate.[705]
+
+Um zu zeigen, daß man wirklich in der angegebenen Weise zu einer solchen
+Theorie gekommen ist, begnüge ich mich damit, die Thatsache anzuführen, daß
+dieselbe von Analysten wie Cauchy[706] (1789-1857) und Riemann[707]
+aufgestellt wurde; daß sie sich noch bei vielen anderen minder bedeutenden
+mehr oder weniger versteckt findet in der Absicht, für die Theoreme der
+Analysis ausdrucksvollere Fassungen zu erhalten; ferner daß Lagrange schon
+Ende des vergangenen Jahrhunderts die Bemerkung machte, »daß man die
+Mechanik als eine Geometrie von vier Dimensionen {117} ansehen könne«, in
+welcher die Zeit als vierte Koordinate fungiert.[708]
+
+Dieser Begriff des beliebig ausgedehnten Raumes ist jedoch seinem Ursprunge
+und seiner Bestimmung nach wesentlich analytisch. Plücker, dem das
+Schicksal einen so wichtigen Anteil an der Förderung der modernen Geometrie
+zugeteilt hat, war es vorbehalten, diesem Begriffe ein geometrisches Gewand
+zu geben, indem er beobachtete, daß man unserem Raume eine beliebige Anzahl
+Dimensionen zuerteilen kann vermittelst einer passenden Wahl des
+geometrischen Gebildes, welches man als erzeugendes Element des Raumes
+auffaßt; so wird er drei Dimensionen haben, wenn man den Punkt oder die
+Ebene wählt, vier, wenn man die Gerade oder die Kugel nimmt, neun, wenn man
+die Fläche zweiten Grades nimmt, u. s. w.[709]
+
+{118}
+
+Dieser Gedanke ist weniger abstrakt als der vorhergehende, und leichter zu
+begreifen; dessen ungeachtet verbreitete er sich viel langsamer, als der
+erstere, wahrscheinlich deswegen, weil sein Urheber nicht Worte genug
+machte, um seine Wichtigkeit zu zeigen. Der andere hingegen wurde besonders
+infolge der berühmten Abhandlung von Riemann, _Über die Hypothesen, welche
+der Geometrie zu Grunde liegen_, in vielen Richtungen weiter entwickelt,
+und die mathematische Litteratur über diesen Gegenstand ist von einer schon
+beträchtlichen Reichhaltigkeit und wächst noch von Tag zu Tag.
+
+Zur Rechtfertigung dieser Behauptung erinnere ich an die schon genannten
+Abhandlungen von Helmholtz, führe die von Beltrami,[710] Schläfli,[711]
+Newcomb,[712] Stringham,[713] das neue Buch von Killing[714] an und die
+darauf folgenden Untersuchungen von Schur,[715] die enge mit der
+Riemannschen Abhandlung zusammenhängen; die Untersuchung von Betti[716]
+über den Zusammenhang eines Raumes von n Dimensionen; die von
+Clifford,[717] Beltrami,[718] Jordan,[719] von Lipschitz,[720] Monro,[721]
+Scheeffer (1859-1885),[722] Heath[723] und Killing[724] über die Kinematik
+und Mechanik eines {119} solchen Raumes;[725] ferner die von Jordan[726]
+und Brunel[727] über die verschiedenen Berührungs- und Schmiegungsräume,
+welche eine Kurve in einem Raume von n Dimensionen zuläßt,[728] die von
+Craig[729] über die metrischen Eigenschaften der Oberflächen in einem
+solchen Raume, die von Kronecker,[730] von Beez,[731] Lipschitz,[732]
+Christoffel,[733] von Brill,[734] Suworoff[735] und Voß[736] über die
+Krümmung eines beliebig ausgedehnten Raumes; die von Kronecker und
+Tonelli[737] über das Potential; die von Lie,[738] Klein,[739] Jordan[726]
+und Lipschitz[740] über die Erweiterung des Dupinschen und des Eulerschen
+Lehrsatzes; sodann die konforme Abbildung einer Oberfläche des
+vierdimensionalen Raumes auf den gewöhnlichen Raum, die von Craig[741]
+studiert wurde, endlich die von Lipschitz gegebene Verallgemeinerung des
+berühmten Problemes der drei Körper.[742] Zum Schlusse wollen {120} wir die
+Aufmerksamkeit des Lesers lenken auf die Erweiterungen gewisser Begriffe,
+einiger Sätze und Formeln der elementaren Geometrie, die vorzüglich von
+Rudel,[743] Hoppe,[744] Schlegel[745] und Mehmke[746] gemacht sind; dazu
+gehören auch die Untersuchungen von Stringham,[747] Hoppe,[748]
+Schlegel,[749] Scheffler,[750] Rudel,[751] O. Biermann,[752] Puchta[753]
+und anderen über die regulären Körper des vierdimensionalen Raumes, die
+soweit gediehen, daß sie Schlegel gestatteten, Modelle der Projektionen
+dieser Körper auf unseren Raum herzustellen.[754]
+
+Außer dieser Richtung wurde eine andere nicht weniger fruchtbare von den
+Bearbeitern der Mannigfaltigkeiten von n Dimensionen verfolgt, welche
+projektiv ist, während die erstere wesentlich metrisch ist.--Eine kurze
+Andeutung, {121} die von Cayley im Jahre 1846 gegeben wurde[755] über eine
+Methode, um die Konfigurationen von Punkten, Geraden und Ebenen zu
+untersuchen, kann man als die erste ansehen, welche auf diese neue Richtung
+hinwies. Aber es scheint, wie Bailly[756] bemerkt hat, »daß die Ideen, wie
+wir, ein Kindesalter und eine erste Zeit der Schwäche haben; sie sind nicht
+von Geburt an produktiv, sondern erhalten erst mit dem Alter und mit der
+Zeit ihre Fruchtbarkeit«. Daher sehen wir denn mehr als 30 Jahre
+verfließen, ehe der geniale Gedanke des großen englischen Geometers, in der
+richtigen Weise entwickelt, die synthetische Geometrie der Räume von n
+Dimensionen, welche wir heute besitzen, hervorrief.
+
+Als Einleitung zu derselben muß man die wichtige Arbeit von Clifford
+ansehen: _On the classification of loci_,[757] in welcher das allgemeine
+Studium der Kurven in beliebigen linearen Räumen in Angriff genommen ist;
+jeden Augenblick kommen in demselben Operationen vor, die wirkliche
+Erweiterungen derer sind, die man in der gewöhnlichen projektiven Geometrie
+zu machen pflegt. Jedoch kann man sagen, daß dieser neue Zweig der
+Geometrie mit der Abhandlung beginnt, die Veronese der _Behandlung der
+projektiven Eigenschaften der Räume von_ n _Dimensionen durch die
+Prinzipien des Schneidens und Projizierens_ gewidmet hat.[758] In derselben
+läßt der berühmte Verfasser, Riemann folgend, einen Raum von n Dimensionen
+entstehen, indem er von demselben einen solchen, der eine Dimension weniger
+hat, von einem außerhalb gelegenen Punkte projiziert, und {122} indem er
+sich dieser Erzeugungsweise bedient, gelangt er zur Erweiterung des
+grösseren Teiles der Theorien der gewöhnlichen Geometrie der Lage.[759] Die
+Fruchtbarkeit der in dieser grundlegenden Abhandlung erörterten Prinzipien
+wurde durch viele interessante Arbeiten, welche die Fortsetzung derselben
+bilden, ins Licht gestellt; dieselben bereichern noch von Tag zu Tag ein
+Lehrgebiet, in welchem Italien eine hervorragende Stelle einnimmt. Unter
+ihnen will ich -- abgesehen von denen, die Veronese selbst publiziert
+hat,[760] -- die Untersuchungen von Segre anführen über die Theorie der
+quadratischen Gebilde in einem Raume von n Dimensionen und ihre Anwendung
+auf die Geometrie der Geraden,[761] über die kollinearen und reciproken
+Korrespondenzen,[762] über die Büschel von Kegeln zweiten Grades,[763] über
+die Regelflächen,[764] über die Oberflächen vierter {123} Ordnung mit
+Doppelkegelschnitt[765] und über die Theorie der Systeme von
+Kegelschnitten,[766] dann die von Bertini[767] und Aschieri,[768] die
+verwandte Gegenstände behandeln; die Schriften von del Pezzo über die
+Oberflächen in einem n-dimensionalen Raume.[769] Noch viele andere müßte
+ich nennen, aber
+
+ Io non posso ritrar di tutti appieno;
+ Perocchè sì mi caccia il lungo tema,
+ Che molte volte al fatto il dir vien meno.[770]
+
+Jedoch Arbeiten, welche zu verschweigen mich keine Betrachtung verleiten
+könnte, sind die -- viel früher als die von Veronese erschienenen -- von
+Nöther über die eindeutigen Korrespondenzen zwischen zwei n-dimensionalen
+Räumen (1869, 1874),[771] jene ebenfalls älteren von Halphen (1875) über
+die Schnitte der Mannigfaltigkeiten, die in einem beliebigen linearen Raume
+enthalten sind,[772] von d'Ovidio {124} über die Metrik eines solchen
+Raumes (1876),[773] endlich die neuerlichen von Schubert über die
+abzählende Geometrie eines Raumes von solcher Beschaffenheit.[774]
+
+
+
+ * * * * *
+
+Schluss.
+
+------
+
+
+
+Hiermit scheint es mir angemessen, die vorgenommene Musterung zu
+beschließen. Freilich sind viele wirklich interessante Untersuchungen
+derselben entgangen, da sie unter keiner der Kategorien, in welche ich die
+von mir besprochenen Arbeiten eingeteilt habe, Platz finden konnten. So
+konnte ich nicht über die Theorie der projektiven Koordinaten berichten,
+die von Chasles[775] erhalten wurden, als er die gewöhnlichen Cartesischen
+Koordinaten einer kollinearen Verwandlung unterzog, die dann direkt von
+Staudt[776] aufgestellt wurde und vollständiger von Fiedler;[777] {125}
+dann habe ich nicht über die Methode der symbolischen Bezeichnung
+berichtet, da diese mehr Mittel als Zweck für den Geometer ist; die Theorie
+der Berührungstransformationen (Lie) und der Differential-Invarianten
+(Halphen) habe ich stillschweigend übergangen, da sie auf der Grenze
+zwischen der Geometrie und der Theorie der Differentialgleichungen stehen;
+über die sogenannte _Analysis situs_ habe ich mich einer Besprechung
+enthalten, da eben diese Lehre von Riemann geschaffen und von seinen
+Schülern betrieben wurde, um Probleme der Funktionentheorie zu lösen. Dann
+haben sich meiner Darlegung die schönen Auseinandersetzungen von Battaglini
+und Ball entzogen über die Kräfte und Bewegungen,[778] von Chasles,
+Aronhold, Mannheim und Burmester über die kinematische Geometrie und von
+Reye über die Trägheitsmomente, da sie bisher[779] mehr zur Mechanik als
+zur Geometrie gehörig angesehen wurden. Gleiches gilt von den interessanten
+Experimenten Plateaus (1801-1883) in bezug auf die Minimalflächen, deren
+Besitz die Physiker für sich beanspruchen, von den schönen Untersuchungen
+über die Polyeder (Möbius, Bravais, Jordan, Heß), welche den Übergang von
+der Geometrie zur Mineralogie bilden, und den neuesten Arbeiten über die
+geometrische Wahrscheinlichkeit (Crofton, Czuber, Cesàro), welche ich
+geneigt wäre unter die Anwendungen der Geometrie zu rechnen. Dann habe ich
+nicht über die Methode der Äquipollenzen gesprochen (Bellavitis) und die
+Theorie der Quaternionen (Hamilton), da beide sich bis jetzt noch {126}
+nicht von so großer Fruchtbarkeit erwiesen haben, um als notwendiges
+Hilfsmittel des Geometers angesehen zu werden.
+
+Ungern mußte ich hinweggehen über die Theorie der Kugelsysteme, die mit
+großem Erfolge von Lie und Reye bearbeitet ist. Ich habe keinen Blick auf
+die Theorie der Konfigurationen werfen können (Reye, Kantor, Jung,
+Martinetti), da dieselbe gerade noch im Stadium ihrer Bildung begriffen
+ist, und auf die mehr den Elementen angehörige Erweiterung der Lehre vom
+Dreiecke, zu welcher Arbeiten von Brocard[780] die Anregung gegeben haben.
+Kurz erwähnen will ich noch zwei Reihen von Untersuchungen über Maximal-
+und Minimalfiguren, von denen die einen (Painvin, P. Serret, Lebesgue,
+Borchardt, Kronecker) das Problem von Lagrange, das Tetraeder größten
+Inhalts zu finden, von dem die Inhalte der Seitenflächen gegeben sind, und
+Erweiterungen, bez. Umgestaltungen desselben behandeln,[781] die anderen
+(Lindelöf, Berner, Edler, Sturm, Schwarz, Lange, Certo) sich an die
+berühmten Aufsätze von Steiner[782] anschließen.[783]
+
+Keinesfalls aber darf mit Stillschweigen übergangen werden, daß es unserem
+Jahrzehnte vergönnt gewesen ist, die alte Frage der Quadratur des Kreises
+zur endgiltigen Erledigung zu bringen. Nachdem im vergangenen Jahrhundert
+Lambert[784] die Zahl [pi] als irrational nachgewiesen, verblieb immer noch
+der Nachweis, daß [pi] auch nicht Wurzel {127} einer algebraischen
+Gleichung mit rationalen Koeffizienten sei; denn erst damit ist dargethan,
+daß die Quadratur des Kreises nicht vermittelst einer endlichen Anzahl von
+Konstruktionen, welche mit Hilfe des Lineals und des Zirkels ausführbar
+sind, vollzogen werden könne. Dieser Beweis wurde, unter Benutzung
+Hermitescher Vorarbeiten über die Exponentialfunktion, 1882 von
+Lindemann[785] erbracht.
+
+Trotz der aufgezählten und unzähliger anderer Unvollkommenheiten des
+Bildes, das ich über den heutigen Zustand der Geometrie zu entwerfen
+versucht habe, wird dennoch der Leser, wenn er einen Blick auf dasselbe
+wirft, von tiefer Verwunderung betroffen sein, nicht allein über die
+gewaltige Entwickelung der Mathematik in diesen letzten fünfzig Jahren,
+sondern auch über die neue, schönere, verlockendere Gestalt, welche sie
+mehr und mehr annimmt.
+
+Die geometrischen Figuren, die eine Zeit lang als fest, unbeweglich, leblos
+erschienen, bekamen eine unerwartete Lebendigkeit durch die Theorie der
+geometrischen Transformationen, vermöge derer sie sich bewegen, sich in
+einander verwandeln, gegenseitige Beziehungen enthüllen und unter sich
+bisher unbekannte Verwandtschaften herstellen.
+
+Ferner glaubte man eine Zeit lang, daß wir als dreidimensionale Wesen, die
+in einem Raume leben, in welchem wir nur drei Dimensionen wahrnehmen
+können, dazu verurteilt wären, ewig nur die Mannigfaltigkeiten von nicht
+mehr als drei Dimensionen zu studieren. Jetzt aber ist es uns erlaubt und
+fast unsere Pflicht, von dieser Idee als einem gefährlichen Vorurteile uns
+frei zu machen, und die Fülle von Arbeiten, die wir vor uns bewundern,
+belehren alle diejenigen, welche ihre Augen nicht von der neuen Sonne
+wegwenden wollen, über die Wichtigkeit dieses Fortschrittes.
+
+Endlich ist, kann man sagen, der Kampf zwischen der Geometrie und der
+Analysis, der sich gegen Ende des {128} vergangenen Jahrhunderts erhoben
+und zu Anfang dieses fortgesetzt hat, nunmehr beendigt; weder die eine,
+noch die andere hat den Sieg davon getragen, aber jede hat auch den
+Ungläubigsten gezeigt, daß sie bei jeglichem Ringen als Siegerin
+hervorgehen könne. Der _Mécanique analytique_, in welcher Lagrange mit
+Freuden konstatierte, daß er es soweit gebracht habe, jegliche Figur zu
+vermeiden, hat ein Lehrbuch der Mechanik einen glänzenden Bescheid gegeben,
+welches das Motto trägt: »_Geometrica geometrice_«; dem hundertjährigen
+Dienste, welchen die Algebra der Geometrie bot, können sich heute die
+zahllosen und unvergleichlichen Vorteile entgegenstellen, welche jene von
+dieser zog; schließlich wird man doch an Stelle der analytischen oder
+pseudosynthetischen Theorie der Kurven und Oberflächen in Kurzem die rein
+synthetische Theorie setzen können, die man gegenwärtig aus dem von
+Staudt[786] gelieferten Materiale errichtet.
+
+Und zu dieser Periode des Friedens oder vielmehr des edlen Wetteifers der
+Analysis und Geometrie müssen sich alle Glück sagen, da jeder Fortschritt
+der einen einen entsprechenden in der anderen nach sich zieht oder dazu
+{129} auffordert. Das entspricht dem heutigen Standpunkte der gesamten
+Wissenschaft, denn nun funktionieren, wie Spencer sagt, die verschiedenen
+Disziplinen als Hilfskünste, die einen für die anderen.
+
+Diese Stellung der modernen Mathematik jedoch legt jedem, der sie mit
+Erfolg betreiben will, eine schwere Verpflichtung auf, nämlich die, nicht
+die eine der beiden Disziplinen, welche sie zusammen bilden, um die andere
+zu vernachlässigen und sich in der Handhabung der Wissenschaft der Zahlen
+ebensowohl, als in derjenigen der Ausdehnung auszubilden.[787]
+
+Um heiteren Mutes diese vermehrten Anstrengungen auf uns zu nehmen, dazu
+hilft uns die Betrachtung, »daß die Analysis und Synthesis im Grunde
+genommen gleichsam immer vereinigt in unseren Arbeiten sind und zusammen
+das vollständigste Werkzeug des menschlichen Geistes bilden. Denn unser
+Geist macht keine Fortschritte, als nur mit der Hilfe von Zeichen oder
+Bildern, und wenn er zum ersten Male in schwierige Fragen einzudringen
+sucht, so hat er nicht einen Überfluß an diesen beiden Mitteln und jener
+besonderen Kraft, die er oft genug nur aus ihrem Zusammenwirken
+schöpft.«[788]
+
+Indem wir uns also der Beschränktheit unserer Kräfte bewußt sind, werden
+wir nur ein kleines Feld wählen, auf dem wir unsere Thätigkeit üben, aber
+nicht vergessen, daß {130} wir, um alle Früchte, die es zu bieten fähig
+ist, einzuernten, das Recht und sozusagen die Pflicht haben, alle die
+Hilfsmittel prüfend anzuwenden, welche der menschliche Geist während so
+vieler Jahrhunderte unausgesetzter Thätigkeit angehäuft hat, und die jedem
+zu Gebote stehen, der die Klugheit hat, sie zu Rate zu ziehen, und das
+Geschick, sie anzuwenden.
+
+
+
+ * * * * *
+
+Abkürzungen für die häufig erwähnten Zeitschriften.
+
+------
+
+
+
+ _Acta math._: Acta mathematica.
+
+ _Amer. Journ._: American Journal of Mathematics pure and applied.
+
+ _Ann. Éc. norm._: Annales scientifiques de l'École normale supérieure.
+
+ _Annali di Matem._: Annali di Matematica pura ed applicata.
+
+ _Berliner Abh._: Mathematisch-physikalische Abhandlungen der Akademie
+ der Wissenschaften zu Berlin.
+
+ _Berliner Ber._: Monatsberichte, bez. seit 1882 Sitzungsberichte oder
+ auch: Mathematisch-naturwissenschaftliche Mitteilungen derselben
+ Akademie.
+
+ _Bologna Mem._: Memorie } dell' Accademia di Scienze dell' Istituto
+ _Bologna Rend._: Rendiconti } di Bologna.
+
+ _Bull. sciences math._: Bulletin des sciences mathématiques (bis 1884:
+ et astronomiques).
+
+ _Bull. Soc. math._: Bulletin de la Société mathématique de France.
+
+ _Cambridge Journ._: Cambridge and Dublin mathematical Journal.
+
+ _Cambridge Proc._: Proceedings } of the Philosophical Society of
+ _Cambridge Trans._: Transactions } Cambridge.
+
+ _Comptes rendus_: Comptes rendus hebdomadaires des séances de l'Académie
+ des sciences (de Paris).
+
+ _Gergonnes Ann._: Annales de Mathématiques.
+
+ _Giorn. di Matem._: Giornale di Matematiche.
+
+ _Göttinger Abh._: Abhandlungen } der Gesellschaft der Wissenschaften
+ _Göttinger Nachr._: Nachrichten von } zu Göttingen.
+
+ _Grunerts Arch._: Archiv der Mathematik und Physik.
+
+ _Journ. Éc. polyt._: Journal de l'École polytechnique.
+
+ _Journ. für Math._: Journal für die reine und angewandte Mathematik.
+
+ _Irish Proc._: Proceedings } of the Irish Academy.
+ _Irish Trans._: Transactions }
+
+ {131}
+ _Leipziger Ber._: Berichte über die Verhandlungen der Gesellschaft der
+ Wissenschaften zu Leipzig.
+
+ _Lincei Atti_: Atti }
+ _Lincei Mem._: Memorie } dell' Accademia dei Lincei.
+ _Lincei Rend._: Rendiconti }
+ _Lincei Trans._: Transunti }
+
+ _Liouvilles Journ._: Journal de Mathématiques pures et appliquées.
+
+ _Lombardo Rend._: Rendiconti dell' Istituto Lombardo di scienze e
+ lettere.
+
+ _Math. Ann._: Mathematische Annalen.
+
+ _Mém. prés._: Mémoires présentés par divers savants à l'Académie des
+ sciences (de Paris).
+
+ _Münchener Abh._: Abhandlungen } der Akademie der Wissenschaften
+ _Münchener Ber._: Sitzungsberichte } zu München.
+
+ _Napoli Rend._: Rendiconti dell' Accademia delle scienze fisiche e
+ matematiche di Napoli.
+
+ _Nouv. Ann._: Nouvelles Annales de Mathématiques.
+
+ _Phil. Mag._: London, Edinburgh and Dublin philosophical Magazine.
+
+ _Phil. Trans._: Philosophical Transactions } of the Royal Society of
+ _Proc. Roy. Soc._: Proceedings } London.
+
+ _Prager Abh._: Abhandlungen } der böhmischen Gesellschaft der
+ _Prager Ber._: Sitzungsberichte } Wissenschaften.
+
+ _Proc. math. Soc._: Proceedings of the London mathematical Society.
+
+ _Quart. Journ._: Quarterly Journal of pure and applied Mathematics.
+
+ _Torino Atti_: Atti } dell' Accademia delle scienze di Torino.
+ _Torino Mem._: Memorie }
+
+ _Wiener Ber._: Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen
+ Klasse der Akademie der Wissenschaften zu Wien. Zweite Abteilung.
+
+ _Zeitschr. f. Math._: Zeitschrift für Mathematik und Physik.
+
+------
+
+Die arabische Ziffer bezieht sich auf den Band (Teil, Jahrgang), beim
+_Journ. Éc. polyt._ auf das Heft, die römische auf die Serie (Reihe).
+
+{132}
+
+
+
+ * * * * *
+
+Verzeichnis der verstorbenen Geometer, deren Lebenszeit angegeben ist.
+
+------
+
+
+
+Die Zahl ist die der Seite, auf welcher sie steht.
+
+Abel 20 -- d'Alembert 14 -- Apollonius 6 -- Archimedes 6 -- Aronhold 31.
+
+Baltzer 53 -- Bellavitis 60 -- Benedetti 9 -- Bobillier 26 -- Bolyai, J.
+109 -- Bolyai, W. 108 -- Borchardt 43 -- Bour 56 -- Bragelogne 24 --
+Braikenridge 22.
+
+Caporali 84 -- Cardano 8 -- Carnot 14 -- Cauchy 116 -- Chasles 17 --
+Chelini 57 -- Clairaut 13 -- Clebsch 27 -- Clifford 26 -- Cotterill 84 --
+Côtes 21 -- Cramer 22 -- Crelle 20.
+
+Desargues 9 -- Descartes 10 -- Dirichlet 119 -- Dupin 15.
+
+Enneper 50 -- Eratosthenes 6 -- Euler 13.
+
+Ferrari 8 -- Fermat 9 -- Ferro 8 -- Fibonacci 8.
+
+Gauß 47 -- Gergonne 16 -- La Gournerie 44 -- Graßmann 26 -- De Gua 22.
+
+Hachette 15 -- Halley 11 -- Hamilton 104 -- Harnack 63 -- Hesse 25 --
+Hipparch 6 -- La Hire 11 -- Hoüel 109 -- Huygens 11.
+
+Jacobi 16 -- Joachimsthal 55.
+
+Lacroix 15 -- Lagrange 14 -- Laguerre 40 -- Lamarle 125 -- Lambert 88 --
+Lamé 23 -- Lancret 72 -- Laplace 14 -- Legendre 14 -- Leibniz 11 --
+Liouville 72 -- Lobatschewsky 109.
+
+Mac Cullagh 33 -- Maclaurin 11 -- Magnus 81 -- Mascheroni 9 -- Mercator 88
+-- Möbius 18 -- Monge 13.
+
+Newton 11.
+
+Oresme 16.
+
+Pappus 6 -- Parent 13 -- Pascal 9 -- Plateau 125 -- Plato 5 -- Plücker 19
+-- Poisson 14 -- Poncelet 14 -- Ptolomaeus 6 -- Puiseux 72 -- Pythagoras 5.
+
+Richelot 16 -- Riemann 110.
+
+Saint-Venant 72 -- Scheeffer 118 -- Schooten 13 -- Serret, A. 50 --
+Seydewitz 33 -- Simpson 11 -- Smith 29 -- Snellius 16 -- Spottiswoode 124
+-- Staudt 19 -- Steiner 18 -- Stewart 11 --Sturm, Ch. 104.
+
+Tartaglia 8 -- Thales 4 -- Transon 81.
+
+Vieta 9.
+
+Waring 22 -- Wren 32.
+
+ * * * * *
+
+Berichtigung. S. 97 Z. 7 v. o. lies viel- statt zwei-.
+
+
+
+ * * * * *
+
+Noten.
+
+------
+
+
+
+[1] »It is difficult to give an idea of the vast extent of modern
+mathematics. This word »extent« is not the right one: I mean extent crowded
+with beautiful detail -- not an extent of mere uniformity such as an
+objectless plain, but of a tract of beautiful country seen at first in the
+distance, but which will bear to be rambled through and studied in every
+detail of hillside and valley, stream, rock, wood and flower.« (Rede von
+Cayley i. J. 1883 vor der »British Association for the Advancement of
+Science« gehalten.)
+
+Bei dieser Gelegenheit führen wir noch folgendes Urteil von E.
+Dubois-Reymond über den Charakter der modernen Wissenschaft an: »Nie war
+die Wissenschaft entfernt so reich an den erhabensten Verallgemeinerungen,
+nie stellte sie in ihren Zielen, ihren Ergebnissen eine grössere Einheit
+dar. Nie schritt sie rascher, zweckbewußter, mit gewaltigeren Methoden
+voran, und nie fand zwischen ihren verschiedenen Zweigen lebhaftere
+Wechselwirkung statt.« (_Über die wissenschaftlichen Zustände der
+Gegenwart_, Reden, Bd. II, S. 452.)
+
+[2] _Histoire des sciences mathématiques en Italie_ par G. Libri, 1838. Bd.
+I, S. 3.
+
+[3] Hankel, _Die Entwickelung der Mathematik in den letzten Jahrhunderten_
+(Tübingen. II. Aufl. 1885). S. 7.
+
+[4] Diese Thatsache könnte man als ein neues Moment ansehen, wie sich --
+nach einem berühmten Ausspruche Humboldts -- der Einfluß, den die
+tellurischen Erscheinungen auf die Richtung unserer wissenschaftlichen
+Untersuchungen ausüben, geltend macht.
+
+[5] Vgl. Emil Weyr, _Über die Geometrie der alten Ägypter_ (Wien, 1881).
+
+[6] Für die Mathematiker, welche vor 1200 gelebt haben, sind die hier
+niedergeschriebenen Jahreszahlen aus den _Vorlesungen über die Geschichte
+der Mathematik_ von M. Cantor (I. Bd. Leipzig, 1880) entnommen. Die erste
+Zahl in der Klammer bezieht sich auf das Geburtsjahr, die zweite auf das
+Todesjahr.
+
+[7] In Bezug auf größere Einzelheiten sehe man Bretschneider, _Die
+Geometrie und die Geometer vor Euklides_ (Leipzig, 1870).
+
+[8] Betti und Brioschi, Vorrede zu _Gli elementi di Euclide_ (Florenz,
+1867). Eine gegenteilige Ansicht hat Lacroix in seinem wohlbekannten Buche
+_Essais sur l'enseignement en général et sur celui des mathématiques en
+particulier_ (4. Aufl. 1883. S. 296) ausgesprochen.
+
+[9] Um zu zeigen, wie glänzend und bewunderungswürdig die noch immer
+verkannte griechische Mathematik gewesen sein muß, genüge es, die Thatsache
+anzuführen, daß die Theorie der Kegelschnitte, ein hauptsächlicher
+Gegenstand des Studiums der alten Geometer, von ihnen zu solcher Vollendung
+gebracht wurde, dass man im wesentlichen nur weniges hinzuzufügen hätte, um
+sie auf den Stand zu bringen, auf dem sie sich heute befindet. Die
+Bewunderung für jene wird noch jeden Tag grösser durch die historischen
+Forschungen gelehrter Mathematiker [z. B. Zeuthen (s. das Werk _Die Lehre
+von den Kegelschnitten im Altertume_, deutsch von Fischer-Benzon.
+Kopenhagen, 1886), P. Tannery (s. _Bull. des sciences math._ und _Mém. de
+la Société de Bordeaux_) und andere], welche das Vorurteil zu beseitigen
+suchen, daß die Griechen keine Untersuchungsmethoden gehabt hätten, die
+vergleichbar sind mit denen, auf welche unsere Zeit so stolz ist, und die
+als Ersatz dafür die Ansicht aufzustellen streben, daß es ihnen nur an den
+nötigen Formeln zur Darstellung der Methoden selbst gefehlt habe.
+
+[10] Ich kann nicht umhin, die beredten Worte, welche der berühmte
+Geschichtsschreiber der Mathematik in Italien bei dieser Gelegenheit
+geschrieben hat, anzuführen: »...... mais bientôt le Romain arrive, il
+saisit la science personnifiée dans Archimède, et l'étouffe. Partout où il
+domine la science disparaît: l'Étrurie, l'Espagne, Carthage en font foi. Si
+plus tard Rome n'ayant plus d'ennemis à combattre se laisse envahir par les
+sciences de la Grèce, ce sont des livres seulement qu'elle recevra; elle
+les lira et les traduira sans y ajouter une seule découverte. Guerriers,
+poètes, historiens, elle les a, oui; mais quelle observation astronomique,
+quel théorème de géométrie devons-nous aux Romains?« (Libri a. O. S. 186.)
+
+Um zu zeigen, in welchem Ansehen unsere Vorfahren die Mathematik hielten,
+genüge es mitzuteilen (vgl. Hankel, _Zur Geschichte der Mathematik im
+Altertum und Mittelalter_, Leipzig, 1874. S. 103), daß sie dieselbe oft mit
+Astrologie und den verwandten Künsten zusammenwarfen. Es darf uns daher
+nicht Wunder nehmen, wenn wir in dem Codex Justinians unter den gesammelten
+Bestimmungen unter dem Titel »De maleficis et mathematicis et ceteris
+similibus« folgendes finden: »Ars autem mathematica damnabilis interdicta
+est omnino.« Wenn man in demselben Codex etwas weiter die Wendung findet:
+»Artem geometriae discere atque exercere publice interest,« so muß man sich
+hüten, sie als eine Übersetzung des Ausspruches Napoleons I. anzusehen:
+»L'avancement, le perfectionnement des Mathématiques sont liés à la
+prospérité de l'État,« denn es ist fast sicher, daß der römische
+Gesetzgeber den praktischen Teil der Geometrie meinte.
+
+[11] Unter den Fragen der Geometrie, welche die italienischen Gelehrten des
+16. Jahrhunderts sich gegenseitig stellten, finden sich solche von einiger
+Wichtigkeit, da sie die _»Geometria del compasso«_ (Geometrie des Kreises)
+entstehen ließen, welcher gerade in dieser Zeit Benedetti (?-1590) eine
+Schrift widmete, und die in neuerer Zeit von Mascheroni (1750-1808) und
+Steiner gepflegt wurde.
+
+[12] Pascal entdeckte an der Cykloide eine Fülle bemerkenswerter
+Eigenschaften, wies auf die Perspektivität als eine für das Studium der
+Kegelschnitte sehr günstige Methode hin, bewies den berühmten Lehrsatz von
+dem »Hexagramma mysticum,« wie er es nannte, u. s. w.
+
+Desargues führte die gemeinsame Betrachtung der drei Kegelschnitte ein, den
+wichtigen Begriff des unendlich fernen Punktes einer Geraden, den Begriff
+der Involution von sechs Punkten, löste mehrere wichtige Fragen, die sich
+auf die Kegelschnitte beziehen, u. s. w.
+
+In den Werken von Desargues (vgl. die von Poudra 1864 besorgte Ausgabe)
+findet sich auch eine Methode vorgeschlagen, um einige projektive
+Eigenschaften der Kurven zu untersuchen, welche darauf beruht, daß man
+dieselbe durch Systeme von Geraden ersetzt. Descartes und Poncelet
+betrachteten die Schlüsse, die auf einer solchen Substitution beruhen, als
+der Strenge entbehrend (vgl. _Traité des proprietés projectives_, Bd. II,
+S. 128). Jedoch wurde das von Desargues vorgeschlagene Verfahren in der
+neueren Zeit wiederholentlich von demselben Poncelet (a.a.O. Bd. I, S.
+374), von Jonquières (in verschiedenen Abhandlungen in den _Annali di
+Matem., Journ. f. Math._ und in den _Math. Ann._), von Cremona (s. die
+_Introduzione ad una teoria geometrica delle curve piane_) gebraucht, und
+gehört heute zu den wertvollen Untersuchungsmethoden, die wir dem »Prinzip
+der Erhaltung der Anzahl« verdanken.
+
+[13] Vgl. E. Dubois-Reymond, _Kulturgeschichte und Naturwissenschaft_, in
+den Gesammelten Reden, Bd. I 1886, S. 207-208.
+
+[14] Favaro, _Notizie storico-critiche sulla costruzione delle equazioni.
+Memorie di Modena_, 18, 1879.
+
+Matthiessen, _Grundzüge der antiken und modernen Algebra der litteralen
+Gleichungen_ (Leipzig, 1878), 7. Abschnitt.
+
+[15] Über den Ursprung der analytischen Geometrie sehe man Günther, _Die
+Anfänge und die Entwickelungsstadien des Coordinatenprincipes_
+(_Abhandlungen der naturforsch. Gesellsch. zu Nürnberg_, 6) und über
+Cartesius die Rede von Jacobi, ins Französische übersetzt und
+veröffentlicht in _Liouvilles Journ._ 12 unter dem Titel: _De la vie de
+Descartes et de sa méthode pour bien conduire la raison et chercher la
+vérité dans les sciences._
+
+[16] Siehe z. B. den _Traité de la lumière_ (Leyden, 1691).
+
+[17] _Sectiones conicae in novem libros distributae_ (Paris, 1685),
+_Mémoires sur les Epicycloides_ (_Anciennes Mémoires de l'Académie des
+sciences,_ 9), _Traité des roulettes_ etc. (ebendas., 1704).
+
+[18] Man sehe die von ihm bewirkte Herausgabe von griechischen Werken nach,
+sowie seine Versuche, verloren gegangene Bücher (wie das achte Buch von
+Apollonius' Kegelschnitten) wieder herzustellen.
+
+[19] Vergl. sein Buch _A complete System of Fluxions_ (Edinburgh, 1742).
+
+[20] _Treatise on conic Sections_ (1735).
+
+[21] _General theorems of considerable use in the higher parts of
+mathematics_ (Edinburgh, 1746); _Propositiones geometricae more veterum
+demonstratae_ (Edinburgh, 1763).
+
+[22] Hinsichtlich der von Simpson und Stewart gemachten Versuche, die
+griechische Geometrie wieder aufleben zu machen, sehe man Buckle,
+_Geschichte der Civilisation in England_ (deutsch von A. Ruge), Bd. I,
+Kap. 5.
+
+[23] Die von den Griechen hauptsächlich untersuchten Kurven sind: der
+Kreis, die Ellipse, die Hyperbel, die Parabel, die Archimedische Spirale,
+die Diokles'sche Cykloide, die Konchoide des Nikomedes, die Quadratrix des
+Hippias und Dinostratus, die Schraubenlinien, die Spirallinien und einige
+andere. Zu diesen fügten die neuen Rechnungsarten hinzu: das Folium und die
+Ovale von Descartes, die Tschirnhausensche Quadratrix, die Cykloide, die
+Hypo- und Epicykloiden, die logarithmische Spirale, die Kettenlinie, die
+Sinuscurve, die Logarithmuscurve und unzählige andere.
+
+[24] Siehe das fünfte Buch seiner _Exercitationes geometriae._
+
+[25] Parent, _Essai et Recherches de Mathématiques et de Physique_
+(II. Aufl. 1713), Bd. 2.
+
+[26] _Traité de Courbes à double courbure._ 4
+
+[27] _Recherches sur la courbure des surfaces (Berliner Abh.)._
+
+[28] Abhandlungen der Akademie von Turin (1770-1773) und von Paris (1784);
+_Feuilles d'analyse appliquée à la géométrie_ (Paris, 1795), oder
+_Applications de l'Analyse à la Géométrie_ (Paris, 1801).
+
+[29] Ausspruch von d'Alembert.
+
+[30] _Leçons de géométrie descriptive_ (Paris, 1794).
+
+[31] In Bezug auf Monge sehe man Dupin, _Essai historique sur les services
+et les travaux scientifiques de Gaspard Monge_ (Paris, 1819); Arago,
+_Notices biographiques._
+
+Über die Geschichte des Ursprunges und der Entwickelung der darstellenden
+Geometrie sehe man den ersten Abschnitt des 1. Bandes des Werkes von Chr.
+Wiener, _Lehrbuch der darstellenden Geometrie_ (Leipzig, 1884, 1887), in
+welchem der Studierende eine Menge interessanter Einzelheiten finden wird,
+sei es über die Studien, welche diese Disziplin vorbereiteten, sei es über
+die Untersuchungen, welche die Nachfolger von Monge gemacht haben.
+
+Monge hatte als Mitarbeiter bei seinem reformierenden Werke einige seiner
+Kollegen [unter anderen Lacroix (1765-1843) und Hachette (1769-1834)],
+sowie viele von seinen Schülern an der polytechnischen Schule. Der Kürze
+halber beschränke ich mich darauf, den anzuführen, »der über die anderen
+wie ein Adler fliegt«, Charles Dupin (1784-1873), vorzüglich wegen seiner
+klassischen _Développements de géométrie_ (1813), die noch von allen
+gelesen werden müssen, welche auch nur eine mäßige Kenntnis des heutigen
+Zustandes der Geometrie erlangen wollen.
+
+[32] Monge's Einfluß läßt sich noch in den neuesten Arbeiten bemerken; zum
+Beweise genüge es, die Idee anzuführen, die Schranken, durch welche die
+Alten die Planimetrie von der Stereometrie getrennt hatten, niederzureißen,
+und den glücklichen Versuch, den neuerdings (1884) De Paolis in seinen
+goldenen _Elementi di Geometria_ (Turin) gemacht hat, dieselbe auszuführen.
+
+[33] »La Géométrie de position de Carnot n'aurait pas, sous le rapport de
+la métaphysique de la Science, le haut mérite que je lui ai attribué,
+qu'elle n'en serait pas moins l'origine et la base des progrès que la
+Géométrie, cultivée à la manière des anciens, a fait depuis trente ans en
+France et en Allemagne« (Arago, _Biographie de Carnot_).
+
+[34] Zweite Auflage, 1865, 1866.
+
+[35] Den Ursprung dieses Prinzipes betreffend, sehe man die Note von C.
+Taylor, _On the history of geometrical continuity_ (_Cambridge Proc._, 1880
+und 1881).
+
+[36] _Doctrina triangulorum canonicae_ u. s. w. (Leyden, 1627).
+
+[37] _Variorum de rebus mathematicis responsorum liber VIII._ (Opera
+Vietae, 1646).
+
+[38] _Gergonnes Ann._ 17.
+
+[39] Jacobi, _Journ. für Math._ 3; Richelot, das. 5, 38; Rosanes und Pasch,
+ebendas. 64; Léauté, _Comptes rendus_, 79; Fergola, Padeletti und Trudi,
+_Napoli Rend._ 21; Simon, _Journ. für Math._ 81; Gundelfinger, das. 83;
+Halphen, _Liouvilles Journ._ III, 5; _Bull. de la Soc. philom._ VII, 3. Man
+sehe auch die interessante Abhandlung von Hurwitz: _Über
+unendlich-vieldeutige geometrische Aufgaben, insbesondere über die
+Schliessungsprobleme_ (_Math. Ann._ 15) und die Note von Forsith, _On in-
+and circumscribed polyhedra_ (_Proc. Math. Soc._ 1883).
+
+[40] In deutscher Übersetzung von Sohncke: _Geschichte der Geometrie,
+hauptsächlich in Bezug auf die neueren Methoden_ (Halle, 1839), jedoch ohne
+das _Mémoire sur deux principes généraux de la science_ (vgl. die folgende
+Note). Das französische Original erschien 1875 in 2. Auflage.
+
+[41] Unter den Arbeiten, welche das Werk von Chasles bilden, verdient eine
+besondere Erwähnung die Abhandlung (für welche ursprünglich der _Aperçu
+historique_ als Einleitung dienen sollte) _Sur deux principes généraux de
+la Science_, welche die allgemeine Theorie der Homographie (Kollineation)
+und der Reciprocität enthält, sowie die Untersuchung der beiden Fälle, in
+welchen diese involutorisch ist, und die Anwendung dieser Transformationen
+auf das Studium der Flächen zweiten Grades und der geometrischen
+Oberflächen überhaupt, sowie auf die Verallgemeinerung des cartesischen
+Koordinatensystems. Auch müssen noch die _Noten_ erwähnt werden, da sie
+eingehende historische Studien und geometrische Untersuchungen von großer
+Bedeutung enthalten. Unter den letzteren will ich diejenigen anführen, in
+denen die Theorie des Doppel- oder anharmonischen Verhältnisses und der
+Involution, die anharmonischen Eigenschaften der Kegelschnitte, die
+Fokaleigenschaften der Flächen zweiten Grades, viele Lehrsätze über die
+kubischen Raumkurven, glückliche Versuche, die Sätze von Pascal und
+Brianchon auf die Flächen zweiten Grades auszudehnen, eine
+Verallgemeinerung der stereographischen Projektion u. s. w.
+auseinandergesetzt sind.
+
+[42] Dieser Übergang ging nicht friedlich von statten, war vielmehr mit
+einer Reihe lebhafter Diskussionen verbunden, in welchen Poncelet, Chasles
+und Bobillier zu Gegnern hatten Plücker, Steiner und Magnus und deren
+Hauptschauplatz das _Bulletin_ von Férussac war. -- Hier würde es am Orte
+sein, den Anteil zu bestimmen, der jedem dieser Gelehrten in den
+Wissensgebieten zukommt, an denen sie zusammen arbeiteten; aber dafür würde
+die Feder eines competenteren und gelehrteren Mannes, als ich bin, nötig
+sein. Im Übrigen sind nach meinem Dafürhalten gewisse Produktionen der
+menschlichen Intelligenz eine natürliche Frucht ihrer Zeit; daher darf es
+nicht wunder nehmen, wenn sie gleichzeitig aus verschiedenen Köpfen
+hervorgegangen scheinen, und darum braucht man auch keine Erklärung dieser
+Thatsache in der »mala fides« dieses oder jenes zu suchen. Daß solches
+wirklich bei der Erfindung der Differentialrechnung eingetreten ist, steht
+heute außer allem Zweifel. Daß dies ebenso bei der modernen Geometrie
+eingetreten ist, kann die Thatsache beweisen, daß dieselbe hervorgegangen
+ist aus einem allseitig gefühlten Bedürfnisse (man vergleiche dazu den
+Ausspruch Dupins _[Développements de géométrie]_, der als Motto auf dem
+_Traité des propriétés projectives des figures_ steht, mit der Vorrede der
+_Systematischen Entwickelung_ und mit dem _Aperçu historique_ an
+verschiedenen Stellen) nach allgemeinen Methoden, die als Ariadnefaden
+dienen sollten zur Führung in dem Labyrinthe von Hilfssätzen, Lehrsätzen,
+Porismen und Problemen, die von den Vorfahren überliefert sind.
+
+[43] Die hauptsächlichste Arbeit von Möbius auf dem Gebiete der reinen
+Geometrie ist die mit dem Titel: _Der barycentrische Calcul_ (Leipzig,
+1827); dort sind die bisherigen Kenntnisse über den Schwerpunkt
+(Barycentrum) eines Systemes von Punkten einer neuen und wichtigen
+Rechnungsart zu Grunde gelegt; diese führt zu einem neuen
+Koordinatensystem, dessen Anwendung auf das Studium der Raumkurven und
+ebenen Kurven und der Oberflächen der Verfasser darlegt. In demselben
+werden ferner methodisch und in großer Ausführlichkeit wichtige
+geometrische Transformationen, die heute noch fortwährend Anwendung finden,
+betrachtet. Viele spätere Abhandlungen von Möbius sind als Anhänge zum
+barycentrischen Calcul zu betrachten. (Siehe die beiden ersten Bände der
+_Gesammelten Werke_ von Möbius, herausgegeben auf Veranlassung der
+Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, Leipzig, 1885-1887.)
+
+[44] Ich meine das Werk: _Systematische Entwickelung der Abhängigkeit
+geometrischer Gestalten von einander_ (Berlin, 1832), in dem »der
+Organismus aufgedeckt ist, durch welchen die verschiedenartigsten
+Erscheinungen in der Raumwelt miteinander verbunden sind«. -- Die späteren
+Schriften von Steiner und diejenigen anderer, welche sich auf das
+angeführte Werk stützen, zeigen, welches Recht der Verfasser desselben dazu
+hatte, den Inhalt durch die schon angeführten Worte zu charakterisieren.
+Steiners _Gesammelte Werke_ sind auf Veranlassung der Akademie der
+Wissenschaften zu Berlin herausgegeben (Berlin, 1881, 1882).
+
+[45] Des Näheren will ich hier nur die drei Bücher anführen:
+_Analytisch-geometrische Entwickelungen_ (Essen, 1828-1831), _System der
+analytischen Geometrie_ (Berlin, 1835), _Theorie der algebraischen Kurven_
+(Bonn, 1839), sowie die mit ihnen zusammenhängenden Abhandlungen, die in
+_Gergonnes Ann._ und im _Journ. für Math._ veröffentlicht sind.
+
+[46] Das Werk, in welchem Staudt sein System der Geometrie dargelegt hat,
+wurde im Jahre 1847 zu Nürnberg veröffentlicht unter dem Titel: _Geometrie
+der Lage_. Die ungemeine Knappheit des Stiles ist vielleicht die Ursache
+der großen Schwierigkeit, auf welche die Verbreitung desselben stieß; heute
+erst sind, dank den von Reye (in erster Auflage 1866-1868 erschienenen und)
+unter demselben Titel veröffentlichten Vorlesungen die in demselben
+enthaltenen Ideen allen bekannt, die sich mit Geometrie beschäftigen. In
+Italien wird jetzt zuerst von allen Ländern eine Übersetzung desselben
+angefertigt.
+
+Nicht weniger wichtig sind die _Beiträge zur Geometrie der Lage_ (in 3
+Heften), welche Staudt seiner _Geometrie der Lage_ 1866-1860 folgen ließ.
+Wir beschränken uns darauf, hervorzuheben, daß dort die einzige strenge,
+allgemeine und vollständige Theorie der imaginären Elemente in der
+projektiven Geometrie auseinandergesetzt ist; diese Theorie wurde in
+verschiedener Weise von mehreren Geometern, Lüroth (_Math. Ann._ 8, 11),
+August (_Progr. der Friedrichs-Realschule in Berlin_, 1872) und Stolz
+(_Math. Ann._ 4) erläutert; über die eng mit ihr zusammenhängende Rechnung
+mit den »Würfen« sehe man außer den erwähnten Abhandlungen von Lüroth noch
+zwei Arbeiten von Sturm _(Math. Ann._ 9) und Schröder (ebendas. 10).
+
+[47] Ohne Zweifel ist diese Einteilung etwas willkürlich; vielleicht wird
+mancher, indem er bedenkt, daß gewisse Theorien mit demselben Rechte zu
+mehr als einem von den folgenden Abschnitten gehören können, dieselbe
+unpassend finden. Gleichwohl schmeichle ich mir, daß die meisten nach
+reiflicher Prüfung des besprochenen Gegenstandes finden werden, daß die von
+mir gewählte Einteilung nicht ohne bemerkenswerte Vorteile ist.
+
+[48] Côtes, _Harmonia mensurarum_ (1722); Maclaurin, _De linearum
+geometricarum proprietatibus generalibus tractatus_. (Ins Französische
+übersetzt von de Jonquières und seinen _Mélanges de Géométrie pure_ [Paris,
+1856] angehängt.)
+
+[49] _Miscellanea analytica_ etc. (1762); _Proprietates geometricarum
+curvarum_ (1772); _Phil. Trans._ 1763-1791.
+
+[50] _Geometria organica_ (1720).
+
+[51] _Phil. Trans._ 1735; _Exercitationes Geometriae de descriptione
+linearum curvarum_ (1733).
+
+[52] Übrigens hat, wie C. Taylor (_Cambridge Proc._ 3) bemerkte, Newton
+selbst seine organische Erzeugungsweise der Kegelschnitte in der
+_Enumeratio linearum tertii ordinis_ auf Kurven höherer Ordnung ausgedehnt.
+
+[53] _Usage de l'analyse de Descartes_ (1740).
+
+[54] _Introductio in analysin infinitorum_. 2. Bd.
+
+[55] _Introduction à l'analyse des lignes courbes algébriques_.
+
+[56] Kurz vor der Veröffentlichung des Cramerschen Werkes fand Euler (man
+sehe die _Berliner Abh._ 1748), daß von den neun Grundpunkten eines
+Büschels ebener Kurven dritter Ordnung einer durch die acht übrigen
+bestimmt ist.
+
+[57] _Gergonnes Ann._ 17, 19.
+
+[58] _Journ. für Math._ 16; _Theorie der algebraischen Curven_ (wo S. 12-13
+sich eine kurze Geschichte dieser Sätze findet).
+
+[59] _Journ. für Math._ 15.
+
+[60] _Cambridge Journ._ 3; vgl. Bacharach, _Math. Ann._ 26.
+
+[61] Riemann, _Journ. für Math._ 54; Clebsch, das. 58; Roch, ebendas. 64;
+Clebsch und Gordan, _Theorie der Abelschen Funktionen_ (Leipzig, 1866);
+Brill und Nöther, _Über die algebraischen Funktionen_ u. s. w. (_Math.
+Ann._ 7); Cremona, _Bologna Mem._ 1870; Casorati, Cremona und Brioschi,
+_Lombardo Rend._ II, 2.
+
+[62] In diesem Werke ist mit ersichtlicher Bevorzugung von dem »Prinzipe
+der Abzählung der Konstanten« Kenntnis gegeben und Gebrauch gemacht; wir
+wollen dasselbe erwähnen, da sich darauf eine Untersuchungsmethode stützt,
+deren ganze Bedeutung aufzuheben nicht gelingen wird, obwohl sich Beispiele
+von Irrtümern anführen lassen, zu denen es führen kann, wenn es ohne die
+notwendige Vorsicht angewandt wird.
+
+Mit der Theorie der ebenen Kurven befassen sich auch die beiden folgenden
+Bücher, deren Existenz ich aus einer Anführung Plückers kenne (_Theorie der
+algebraischen Curven_, S. 206); A. Peters, _Neue Curvenlehre_ 1835;
+C. C. F. Krause, _Novae theoriae linearum curvarum originariae et vere
+scientificae specimina quinque prima_. _Edidit Schröder_, 1835.
+
+[63] S. auch eine Abhandlung Plückers, _Liouvilles Journ._ 1.
+
+[64] _Mém. prés._ 1730-31-32.
+
+[65] S. die in Note 54 citierte _Introductio_.
+
+[66] Hierzu siehe Clebsch, _Vorlesungen über Geometrie_, S. 352; Malet,
+_Hermathema_, 1880; Pellet, _Nouv. Ann._ II., 20, 1881.
+
+[67] Cayley, _Quart. Journ._ 7 und _Journ. für Math._ 64; La Gournerie,
+_Liouvilles Journ._ II, 14; Nöther, _Math. Ann._ 9; Zeuthen, das. 10;
+Halphen, _Comptes rendus_ 78, _Liouvilles Journ._ II, 2, _Mém. prés._ 26;
+J. S. Smith, _Proc. math. Soc._ 6; Brill, _Math. Ann._ 16; Raffy, das. 23.
+-- An diese Frage knüpft sich die Untersuchung der Zahl der Schnitte zweier
+Kurven, welche von einem ihnen gemeinsamen vielfachen Punkte absorbiert
+werden. Hierzu sehe der Leser die interessante Abhandlung von Zeuthen,
+_Acta math._ 1.
+
+[68] _Journ. für Math._ 40; vgl. Clebsch (das. 63).
+
+[69] _Journ. für Math._ 36, 40, 41.
+
+[70] _Phil. Mag._ Oktoberheft 1858.
+
+[71] _Phil. Trans._ 1859.
+
+[72] z. B. Dersch, _Math. Ann._ 7.
+
+[73] _A Treatise on higher plane curves_ (1852); ins Deutsche übertragen
+durch Fiedler (Leipzig, 1873)
+
+[74] _Gergonnes Ann._ 19.
+
+[75] _Journ. für Math._ 24. -- Die Theorie der Polaren in bezug auf Kurven
+und Oberflächen wurde in der letzten Zeit auf eine bemerkenswerte Weise von
+Clifford (1845-1879) (_Proc. math. Soc._ 1868 oder _Mathematical Papers of
+Clifford_, 1882, S. 115) und von Reye (_Journ. für Math._ 72, 78)
+verallgemeinert. De Paolis widmete ihr eine interessante Schrift, welche in
+den _Lincei Mem._ 1885-1886 veröffentlicht ist.
+
+[76] _Comptes rendus_, 1853.
+
+[77] _Essai sur la génération des courbes géométriques_, 1858 (_Mém. prés._
+16). Vgl. Härtenberger, _Journ. für Math._ 58; Olivier das. 70, 71;
+Schoute, _Nieuw Archief voor Wiskunde_, 4, und die allerneuesten
+Untersuchungen von Jonquières über die Maximalzahl der vielfachen Punkte,
+die man bei einer ebenen Kurve beliebig annehmen kann (_Comptes rendus_
+105).
+
+[78] Veröffentlicht im Jahre 1862 in den _Bologna Mem._ Möge es mir
+gestattet sein, hier den Wunsch auszusprechen, daß der berühmte Cremona,
+dessen Interesse für die Verbreitung der geometrischen Studien bekannt ist,
+seine berühmten Schriften über die Theorie der Kurven und Oberflächen durch
+neue Ausgaben allen zugänglich machen wolle. -- Diese Schriften sind in
+deutscher Übersetzung von Curtze unter dem Titel: _Einleitung in eine
+geometrische Theorie der ebenen Kurven_ (Greifswald, 1865), bez. _Grundzüge
+einer allgemeinen Theorie der Oberflächen in synthetischer Behandlung_
+(Berlin, 1870) erschienen.
+
+[79] Als Vorbereitung für solche Untersuchungen sind die von Aronhold
+(_Berliner Ber._ 1861) anzusehen, dann die von Brioschi (_Comptes rendus_,
+1863, 64) über die Darstellung der Koordinaten der Punkte von gewissen
+Kurven als elliptische Funktionen eines Parameters.
+
+[80] _Journ. für Math._ 58, 64. Die von Clebsch erhaltenen Resultate haben
+sich infolge des schönen Werkes von Lindemann, welches den Titel trägt:
+_Vorlesungen über Geometrie von A. Clebsch_ (I. Bd. Leipzig, 1876) und von
+dem das Erscheinen des zweiten Bandes allgemein gewünscht wird, schnell
+verbreitet.
+
+[81] _Über die algebraischen Funktionen und ihre Anwendung in der
+Geometrie. Math. Ann._ 7.
+
+[82] Zu den im Texte angeführten Schriften müssen noch die von Brill
+hinzugezogen werden (_Math. Ann._ 13), ferner die von Geiser (_Annali di
+Matem._ II, 9) und die von Del Pezzo (_Napoli Rend._ 22) über den
+Zusammenhang, der zwischen den Singularitäten einer Kurve und denen ihrer
+Hesseschen Kurve besteht; ferner die von Laguerre (_Comptes rendus_ 40) und
+Holst (_Math. Ann._ 11 und _Archiv for Mathematik og Naturvidenskab_ 7),
+über die metrischen Eigenschaften der Kurven.
+
+[83] _De linearum geometricarum proprietatibus generalibus tractatus._
+
+[84] Vgl. Salmon-Fiedler, _Höhere ebene Kurven_, 5. Kap.
+
+[85] _Phil. Trans._ 1857; _Liouvilles Journ._ 9, 10.
+
+[86] _Journ. für Math._ 42.
+
+[87] _Zeitschr. f. Math._ 17; _Prager Ber._ 1871. -- Man sehe auch das Buch
+_Die ebenen Kurven dritter Ordnung_ (Leipzig, 1871) und die Abhandlung von
+Gent (_Zeitschr. f. Math._ 17).
+
+[88] _Giorn. di Matem._ 2.
+
+[89] _Journ. für Math._ 90.
+
+[90] _Prager Abh._ VI, 5.
+
+[91] _Göttinger Nachr._ 1871 und 1872.
+
+[92] _Journ. für Math._ 78.
+
+[93] Hierzu Harnack, _Math. Ann._ 9. Caporali, _Lincei Atti_, III, 1; Folie
+und Le Paige, _Mémoires de l'Académie de Belgique_, 43. Halphen, _Math.
+Ann._ 15; _Bull. Soc. math._ 9.
+
+[94] _Siehe Giorn. di Matem._, _Lombardo Rend._, _Math. Ann._, _Wiener
+Ber._ und _Prager Ber._
+
+[95] Für die Clebschschen Arbeiten sehe man die in Note 80 angeführten
+Bände des _Journ. für Math._ nach. Über die ebenen rationalen Kurven
+dritter Ordnung sehe man die Arbeiten von Durège (_Math. Ann._ 1), Igel
+(das. 6), Rosenow (Dissertation, Breslau, 1873), Schubert (_Math. Ann._
+12), Dingeldey (das. 27, 28); über die Kurven vierter Ordnung die von Brill
+(Math. Ann. 12) und Nagel (das. 19); über die fünfter Ordnung von Rohn
+(das. 25), und über die rationalen Kurven beliebiger Ordnung die Schriften
+von Haase (_Math. Ann._ 2), von Lüroth (das. 9), Pasch (das. 18), Brill
+(das. 20), von Weltzien (das. 26) und Garbieri (_Giorn. di Matem._ 16).
+
+[96] _Journ. für Math._ 47; _Comptes rendus_, 1871.
+
+[97] _Journ. für Math._ 53.
+
+[98] Güßfeldt, _Math. Ann._ 2; Laguerre, _Bull. Soc. math._ 7; Cremona und
+Clebsch, _Journ. f. Math._ 64; Kiepert, _Zeitschr. f. Math._ 17; Frahm
+ebendas. 18; Milinowski das. 19; Intrigila, _Giorn. di Matem._ 23; Kantor,
+_Wiener Ber._ 1878 und _Bull. Sciences math._ II, 3.
+
+[99] _Giorn. di Matem._ 15.
+
+[100] _Journ. für Math._ 65.
+
+[101] _Math. Ann._ 4.
+
+[102] _Bull. de la Société philomathique_, VII, I.
+
+[103] Wenn p das Quadrat des Moduls einer elliptischen Funktion, q das
+Quadrat des vermittelst einer primären Transformation ungerader Ordnung
+transformierten Moduls und schließlich F(p, q, 1) = 0 die entsprechende
+Modulargleichung ist, so ist die Gleichung einer Modularkurve F([alpha],
+[beta], [gamma]) = 0. Siehe _Proc. math. Soc._ 9.
+
+[104] _Journ. f. Math._ 65; vgl. Ed. Weyr das. 73; Hurwitz, _Math. Ann._
+19.
+
+[105] _Math. Ann._ 24.
+
+[106] _Journ. für Math._ 95, 99; siehe auch die Abhandlung von August,
+_Grunerts Arch._ 59.
+
+[107] _Transactions of the Royal Society of Edinburgh_ 25.
+
+[108] _Math. Ann._ 5.
+
+[109] _Math. Ann._ 5, 6. Man sehe auch hierzu die Abhandlung von Harnack in
+der _Zeitschr. f. Math._ 22. Die hauptsächlichsten von Durège und Schröter
+auf synthetischem Wege gefundenen Lehrsätze sind analytisch von Walter in
+seiner Dissertation _Über den Zusammenhang der Kurven dritter Ordnung mit
+den Kegelschnittscharen_ (Gießen, 1878) bewiesen. Den genannten Schriften
+Schröters über die Kurven dritter Ordnung können wir nun noch sein
+neuerdings erschienenes rein geometrisches Lehrbuch: _Die Theorie der
+ebenen Kurven dritter Ordnung_ (Leipzig, 1888) hinzufügen.
+
+[110] _Math. Ann._ 5.
+
+[111] _Math. Ann._ 1, 13; vgl. Clebsch, _Journ. für Math._ 59.
+
+[112] _Irish Trans._ 1869.
+
+[113] Siehe dessen Werk, _Sur une classe remarquable de courbes et surfaces
+algébriques_ (Paris, 1873).
+
+[114] _Journ. für Math._ 57, 59, 66.
+
+[115] _Tidsskrift for Mathematik_, IV, 3.
+
+[116] _Forhandlinger af Videnskabs Selskab af Kjobenhavn_ 1879.
+
+[117] Erschienen in den _Collectanea mathematica in memoriam D. Chelini_
+(Mailand, 1881).
+
+[118] _Journ. für Math._ 28, 34, 38.
+
+[119] _Journ. für Math._ 49, 55; vgl. auch Cayley (das. 58).
+
+[120] _Journ. für Math._ 49.
+
+[121] _Berliner Ber._ 1864, sowie _Nouv. Ann._ II, 11.
+
+[122] _Math. Ann._ 1; _Journ. für Math._ 72.
+
+[123] Vgl. Note 80.
+
+[124] _Journ. für Math._ 66. -- Über die Doppeltangenten einer Kurve
+vierter Ordnung sehe man auch folgende Arbeiten: Riemann, _Zur Theorie der
+Abelschen Funktionen für den Fall p=3_. _Gesammelte Werke_ (Leipzig, 1876),
+S. 456-499; Nöther, _Math. Ann._ 15; Cayley, _Journ. für Math._ 94;
+Frobenius (das. 99); Freyberg, _Math. Ann. _17; H. Weber (ebendas. 23).
+
+[125] Um sich von dem bedeutenden Anteil, welchen die Mongesche Schule an
+der Schöpfung der Theorie der Flächen zweiten Grades hatte, zu überzeugen,
+genügt es, sich folgendes zu vergegenwärtigen: Ihr verdanken wir die
+doppelte Erzeugungsweise des einmanteligen Hyperboloides und des
+hyperbolischen Paraboloides durch die Bewegung einer Geraden (Monge,
+_Journ. Éc. polyt._ 1) und die Erzeugung aller Flächen zweiten Grades, mit
+Ausnahme des hyperbolischen Paraboloides, durch Bewegung eines Kreises
+(Hachette, _Éléments de Géométrie à trois dimensions_). Monge und Hachette
+verdankt man den Beweis der Existenz der drei Hauptebenen einer Oberfläche
+zweiter Ordnung; Monge (_Correspondance sur l'École polytechnique_) die
+Entdeckung des Ortes der Scheitel der dreirechtwinkligen Triëder, deren
+Kanten eine Fläche zweiter Ordnung berühren, und Bobillier (_Gergonnes
+Ann._ 18) die des Ortes der Scheitel der dreirechtwinkligen Triëder, deren
+Seitenflächen eine Fläche zweiter Ordnung berühren; Monge bestimmte die
+Krümmungslinien des Ellipsoides (_Journ. Éc. polyt._ 2); Livet (das. 13)
+und Binet (ebendas. 16) dehnten die bekannten Lehrsätze des Apollonius auf
+den Raum aus, während Chasles (_Correspondance sur l'Éc. polyt._) andere
+analoge Sätze gab; Dupin (_Journ. Éc. polyt._ 14) machte einige
+interessante Methoden zur Erzeugung solcher Oberflächen bekannt. Brianchon
+(das. 13) zeigte, dass die reciproke Polare einer Fläche zweiten Grades
+ebenfalls eine Fläche zweiten Grades sei, u. s. w.
+
+[126] _Journ. für Math._ 12.
+
+[127] _Irish Proc._ 2.
+
+[128] _Aperçu historique_, Note 25, 28, 31, 32; _Comptes rendus_, 1855;
+_Liouvilles Journ._ 1860 u. s. w.
+
+[129] _Journ. für Math._ 18, 20, 24, 26, 60, 73, 85, 90.
+
+[130] _Grunerts Arch._ 9.
+
+[131] _Journ. für Math._ 62. Über die Oberflächen zweiter Ordnung sehe man
+auch die Abhandlungen von Townsend (_Cambridge Journ._ 3), von Darboux
+(_Bull. Soc. Math._ 2), von Meray und Cremona (_Annali di matem._ I, 3)
+u. s. w. und die _Géométrie de direction_ (Paris, 1869) von P. Serret.
+
+Eine der wichtigsten Fragen, welche sich in der Theorie der Flächen zweiten
+Grades darbietet, ist die Konstruktion derselben, wenn neun ihrer Punkte
+gegeben sind. Dieselbe wurde von Seydewitz (_Grunerts Arch._ 9), Chasles
+(_Comptes rendus_, 1855), Steiner (_Gesammelte Werke_, II. Bd.,
+_Nachlass_), Schröter (_Journ. für Math._ 62), Sturm (_Math. Ann._ 1) und
+Dino (_Napoli Rend._ 1879) gelöst. -- Daran knüpft sich die Untersuchung
+des achten Punktes, der allen Flächen zweiter Ordnung gemeinsam ist, die
+durch sieben gegebene Punkte gehen. Dieser wurde der Gegenstand wichtiger
+Untersuchungen von Hesse (_Journ. für Math._ 20, 26, 73, 75, 99), Picquet
+(das. 73, 99), Caspary, Schröter, Sturm, Zeuthen (das. 99) und Reye (das.
+100).
+
+Ein anderes interessantes Problem ist die Untersuchung der Flächen zweiten
+Grades, in bezug auf welche zwei gegebene Flächen zweiten Grades reziproke
+Polaren voneinander sind; dasselbe wurde analytisch von Battaglini
+behandelt (_Lincei Atti,_ 1875), von d'Ovidio (_Giorn. di Matem._ 10) und
+synthetisch von Thieme (_Zeitschr. f. Math._ 22).
+
+Über einige Flächen zweiten Grades, welche besondere metrische
+Eigenschaften besitzen (orthogonale, gleichseitige Hyperboloide), haben
+geschrieben: Steiner (_Journ. für Math._ 2 und _Systematische
+Entwickelung_), Chasles (_Liouvilles Journ._ 1 [1836]), Schröter (_Journ.
+für Math._ 85), Schönfließ (_Zeitschr. für Math._ 23, 24 und _Journ. für
+Math._ 99), Vogt (_Journ. für Math._ 86) und Ruth (_Wiener Ber._ 80).
+
+Zu den neuesten Studien über die Flächen zweites Grades gehören die von
+Zeuthen (_Math. Ann._ 19, 26) über die Theorie der projektiven Figuren auf
+einer solchen Fläche; daran schließen sich auch einige schöne
+Untersuchungen, welche Voß gemacht hat (_Math. Ann._ 25, 26), um gewisse
+Resultate von Poncelet und Bruno (_Torino Atti_ 17) weiter auszudehnen.
+Auch sind die Anwendungen der hyperelliptischen Funktionen auf sie
+bemerkenswert, welche Staude (_Math. Ann._ 20, 21, 25, 27) gemacht hat.
+
+[132] Davon geben Zeugnis die Partien, welche in ihren wertvollen
+Lehrbüchern diesen Oberflächen gewidmet haben: Hesse (_Vorlesungen über die
+analytische Geometrie des Raumes_), Salmon (_Analytische Geometrie des
+Raumes_), Cremona (_Preliminari di una teoria geometrica delle
+superficie_), Reye (_Die Geometrie der Lage_) und Schröter (_Theorie der
+Oberflächen zweiter Ordnung und der Raumkurven dritter Ordnung_).
+
+[133] _Mémoire de géométrie sur deux principes généraux de la science_
+(Anhang zum _Aperçu historique_).
+
+[134] _Gergonnes Ann._ 17.
+
+[135] _Mémoire sur la théorie générale des polaires réciproques_. (_Journ.
+für Math._ 4).
+
+[136] _Cambridge Journ._ 2, 4; _Irish Trans._ 23.
+
+[137] _Cambridge Journ._ 7, 8; _Phil. Trans._ 1869, 71 u. 72. Man sehe auch
+die von Zeuthen in den _Math. Ann._ 4, 9, 10, von Jonquières in den _Nouv.
+Ann._ 13 und von Halphen in den _Annali di Matem._ II, 9 veröffentlichten
+Abhandlungen.
+
+[138] _Journ. für Math._ 15.
+
+[139] _Math. Ann._ 1, 2. Vgl. auch eine Abhandl. von Padova im _Giorn. di
+Matem._ 9, sowie eine von Valentiner, _Tidsskrift for Mathematik_ IV, 3.
+
+[140] _Comptes rendus_ 45.
+
+[141] _Preliminari di una teoria geometrica delle superficie_. (_Bologna
+Mem._ II, 6, 7).
+
+[142] _Wiener Ber._ 1877, 1882.
+
+[143] _Math. Ann._ 27.
+
+[144] _Journ. für Math._ 49.
+
+[145] _Cambridge Journ._ 4; _Quart. Journ._ 1; _Phil. Trans._ 1860.
+
+[146] _Journ. für Math._ 58, 63.
+
+[147] _Journ. für Math._ 72.
+
+[148] _Math. Ann._ 10, 11, 12; _Abzählende Geometrie_, 5. Abschnitt. S.
+auch Krey, _Math. Ann._ 15.
+
+[149] _Math. Ann._ 23.
+
+[150] _Journ. für Math._ 72, 78, 79, 82.
+
+[151] _Geometry of three dimensions_; in deutscher Übersetzung von Fiedler:
+_Analytische Geometrie des Raumes in zwei Bänden_ (3. Auflage, 1879/80).
+
+[152] _Preliminari_ etc. Vgl. Note 141.
+
+[153] Vgl. die in Note 136 und 137 angeführten Arbeiten.
+
+[154] _Cambridge Journ._ 6.
+
+[155] Auch im _Journ. für Math._ 53 publiziert.
+
+[156] Die einzige mir bekannte Arbeit, welche mit den Studien von Cayley
+und Salmon im Zusammenhange steht, ist eine von Schläfli (_Quart. Journ._
+2), die besonders dadurch wichtig ist, daß sie die erste ist, welche den
+Begriff der »Doppelsechs« enthält.
+
+[157] _Journ. für Math._ 62.
+
+[158] _Disquisitiones de superficiebus tertii ordinis_ (Berlin, 1862).
+
+[159] _Journ. für Math._ 68; ferner _Grundzüge einer allgemeinen Theorie
+der Oberflächen_ (Berlin, 1870), in welchem Buche die deutsche Übersetzung
+der in Note 141 und 152 zitierten »_Preliminari_« und diejenige dieser
+Preisschrift (durch Curtze) vereinigt sind.
+
+[160] _Synthetische Untersuchungen über Flächen dritter Ordnung_. Leipzig,
+1867.
+
+[161] _Journ. für Math._ 51; vgl. eine von Schröter (das. 96)
+veröffentlichte Abhandlung.
+
+[162] Vgl. die in Note 158 zitierte Arbeit. -- Man sehe auch Schubert,
+_Math. Ann._ 17.
+
+[163] _Grunerts Arch._ 56.
+
+[164] _Bull. soc. math._ 4.
+
+[165] _Acta math._ 3.
+
+[166] _Lombardo Rend._ März 1871.
+
+[167] _Grunerts Arch._ 56.
+
+[168] _Math. Ann._ 23.
+
+[169] _Lombardo Rend._ 1884; _Annali di Matem._ II, 12.
+
+[170] _Math. Ann._ 13; _Lincei Mem._ 1876-1877.
+
+[171] _Napoli Rend._ 1881.
+
+[172] _Journ. für Math._ 78.
+
+[173] _Lombardo Rend._ 1879.
+
+[174] _Acta math._ 5.
+
+[175] _Phil Trans._ 1863; vgl. Cayley (das. 1869).
+
+[176] _Math. Ann._ 14.
+
+[177] _Lombardo Atti_, 1861.
+
+[178] _Theorie der mehrdeutigen Elementargebilde_ u. s. w. Leipzig, 1869;
+_Geometrie der räumlichen Erzeugnisse ein-zweideutiger Gebilde_, Leipzig,
+1870.
+
+[179] _Über die geradlinige Fläche dritter Ordnung und deren Abbildung auf
+eine Ebene._ (Dissertation. Straßburg, 1876.)
+
+[180] _Math. Ann._ 4.
+
+[181] _Phil. Mag._ 1864.
+
+[182] _Math. Ann._ 10.
+
+[183] _Phil. Trans._ 150.
+
+[184] _Journ. für Math._ 58.
+
+[185] _Math. Ann._ 5.
+
+[186] _Lincei Mem._ 1880-1881. Man sehe auch eine Note von Brioschi in den
+_Lincei Atti_ II, 3, in welcher bewiesen wird, daß die 45 dreifach
+berührenden Ebenen einer Oberfläche dritter Ordnung dreien Oberflächen
+zehnter Klasse gemeinsam sind. Neuerdings fand Bauer (_Abh. der Bayr. Akad.
+der Wiss._ 14, 1883) analytisch von neuem, was Sturm schon 1867 in seinen
+_Synthetischen Untersuchungen über Flächen dritter Ordnung_ erkannt hatte,
+daß die Schnittkurve einer Oberfläche dritter Ordnung mit ihrer Hesseschen
+Fläche für beide eine parobolische Kurve ist; ein bemerkenswertes Resultat,
+weil es das Analogon im Raume zu einem bekannten Satze über die ebene
+kubische Kurve ist.
+
+[187] _Liouvilles Journ._ II, 14; _Traité des substitutions et des
+équations algébriques_ (Paris, 1870).
+
+[188] _Traité des propriétés projectives des figures_.
+
+[189] _Comptes rendus_, 1862.
+
+[190] Ebendas., 1861.
+
+[191] _Phil. Trans._ 1864.
+
+[192] _Bologna Mem._ 1868.
+
+[193] _Berliner Ber._ 1864; _Journ. für Math._ 64.
+
+[194] _Nouv. Ann._ II, 5.
+
+[195] Die Dupinsche Cyklide gehört zu diesen.
+
+[196] Vgl. _Comptes rendus_ 1864.
+
+[197] Die Untersuchungen von Darboux finden sich in dem schon angeführten
+Buche: _Sur une classe remarquable de courbes et de surfaces algébriques_
+(Paris, 1873) zusammengefaßt.
+
+[198] S. die Aufzählung der Arbeiten, die zu Ende des in der vorigen Note
+zitierten Werkes sich findet, und die _Notice sur la vie et les travaux de
+M. Laguerre_, veröffentlicht von Poincaré in den _Comptes rendus_ 104.
+
+[199] _Phil. Trans._ 1871.
+
+[200] _Lombardo Rend._ 1871.
+
+[201] _Journ. für Math._ 70.
+
+[202] _Math. Ann._ 4.
+
+[203] _Om Flader af fjerde Orden med Dobbeltkeglesnit_ (Kopenhagen, 1879).
+Von dieser Abhandlung habe ich eine italienische Übersetzung in den _Annali
+di Matem._ II, 14 veröffentlicht.
+
+[204] _Journ. für Math._ 69.
+
+[205] _Math. Ann._ 1, 2, 3, 4.
+
+[206] _Annali di Matem._ II, 13.
+
+[207] _Leipziger Dissertation_ (Greifswald, 1885).
+
+[208] _Math. Ann._ 19.
+
+[209] _Torino Mem._ II, 36.
+
+[210] _Math. Ann._ 24. Betreffend die Konstruktion einer Oberfläche vierter
+Ordnung mit Doppelkegelschnitt sehe man eine Abhandlung von Bobek (_Wiener
+Ber._ 11. und 18. Dez. 1884) und eine von Veronese (_Atti dell' Istituto
+Veneto_, VI, 1); hinsichtlich der Konstruktion einer Cyklide sehe man eine
+Abhandlung von Saltel (_Bull. Soc. math._ 3).
+
+[211] Weierstraß, _Berliner Ber._ 1863.
+
+[212] Unter den Eigenschaften der römischen Fläche von Steiner verdient
+eine hervorragende Stelle die (durch verschiedene Methoden von Cremona und
+Clebsch nachgewiesene) Eigenschaft, daß sie zu asymptotischen Kurven
+(Haupttangentenkurven) rationale Kurven vierter Ordnung hat. Eine andere
+Eigenschaft derselben wurde von Darboux (_Bull. sciences math._ II, 4)
+entdeckt und besteht darin, daß sie die einzige Fläche ist, außer den
+Flächen zweiten Grades und den Regelflächen dritten Grades, bei welcher
+durch jeden Punkt unendlich viele Kegelschnitte gehen. Neuerdings hat
+Picard (_Journ. für Math._ 100) gezeigt, daß sie die einzige nicht
+geradlinige Oberfläche ist, deren sämtliche ebene Schnitte rationale Kurven
+sind. Man sehe hierzu noch eine Note von Guccia in den _Rendiconti del
+circolo matematico di Palermo_, 1. -- Lie machte (_Archiv for Math. og
+Naturvidenskab._ 3) die interessante Bemerkung, daß der Ort der Pole einer
+Ebene in Bezug auf die Kegelschnitte einer Steinerschen Fläche eine
+ebensolche Fläche ist.
+
+[213] _Journ. für Math._ 63; _Lombardo Rend._ 1867.
+
+[214] _Journ. für Math._ 64.
+
+[215] _Math. Ann._ 3.
+
+[216] _Journ. für Math._ 64; _Proc. math. Soc._ 5.
+
+[217] _Giorn. di Matem._ 1; _Bologna Mem._ 1879.
+
+[218] _Journ. für Math._ 67.
+
+[219] _Math. Ann._ 5.
+
+[220] _Nouv. Ann._ II, 11, 12; _Bull. Soc. math._ 1.
+
+[221] _La superficie di Steiner studiata nella sua rappresentazione
+analitica mediante le forme ternarie quadratiche_ (Torino, 1881).
+
+[222] _Berliner Abh._ 1866 und _Berliner Ber._ 1864.
+
+[223] Diese Oberfläche hat eine fundamentale Bedeutung in der
+mathematischen Theorie des Lichtes. Es ist in der That bekannt, daß die
+Bestimmung der Ebenen, welche sie längs Kreisen berühren, Hamilton zur
+Entdeckung der konischen Refraktion führte, einer Erscheinung, welche der
+Aufmerksamkeit der Physiker entgangen war. Sie erfreut sich vieler
+interessanter Eigenschaften und war Gegenstand wichtiger Untersuchungen
+verschiedener Gelehrten, insbesondere Mannheims (_Comptes rendus_, 78, 81,
+85, 88, 90; _Association franç. pour l'avanc. des sciences_ 1874, 75, 76,
+78), _Proc. Roy. Soc._ 1882; _Collectanea mathematica_ u. s. w.
+
+[224] _Liouvilles Journ._ 11; _Journ. für Math._ 87. Vgl. eine Abhandlung
+von Segre im _Giorn. di Matem._ 21. Andere Spezialfälle der Kummerschen
+Fläche wurden von Rohn und Segre (_Leipziger Ber._ 1884) studiert.
+
+[225] Diese Eigenschaft der Kummerschen Fläche veranlaßte eine Untersuchung
+über die Oberflächen beliebiger Ordnung, welche dieselbe besitzen, eine
+Untersuchung, die schon von Kummer und Cayley unternommen ist, _Berliner
+Ber._ 1878.
+
+[226] _Berliner Ber._ 1870, oder _Math. Ann._ 23.
+
+[227] _Journ. für Math._ 97; vgl. Segre das. 98.
+
+[228] _Journ. für Math._ 83, 94; oder _Borchardts Gesammelte Werke_
+(Berlin, 1888, S. 341); vgl. Brioschi und Darboux, _Compt. rend._, 1881.
+
+[229] _Journ. für Math._ 84.
+
+[230] S. die in Note 207 zitierte Abhandlung, und für die Geschichte der
+Anwendung der hyperelliptischen Funktionen auf die Kummersche Oberfläche
+die Einleitung der Abhandlung von Rohn, _Math. Ann._ 15.
+
+[231] _Journ. für Math._ 70.
+
+[232] _Münchener Dissertation_, 1878; _Math. Ann._ 15.
+
+[233] Die anderen Oberflächen vierter Ordnung mit singulären Punkten wurden
+von Cayley studiert (_Proc. math. Soc._ 1870, 1871), vollständiger von Rohn
+in einer sehr schönen Abhandlung, die von der Jablonowskischen Gesellschaft
+kürzlich prämiiert ist (vgl. _Math. Ann._ 29). Endlich wurden die von
+Flächen zweiten Grades eingehüllten Flächen vierter Ordnung von Kummer
+untersucht, _Berliner Ber._ 1872.
+
+[234] _On the quartic surfaces_ (+) (u, v, w)^2 = 0 (_Quart. Journ._ 10,
+11); _On the quartic surfaces represented by the equation symmetrical
+determinant_ = 0 (_Quart. Journ._ 14).
+
+[235] Bekanntlich nennt man nach Cayley ein Monoid eine Oberfläche n^{ter}
+Ordnung mit einem (n-1)-fachen Punkte.
+
+[236] _Math. Ann._ 24; vgl. auch die Dissertation von Lampe, Berlin, 1864.
+
+[237] _Math. Ann._ 18, 17. Außer den im Texte zitierten Oberflächen wurden
+noch andere spezielle Flächen studiert, die ich der Kürze wegen übergehen
+muß; der größere Teil derselben wurde vermittelst der Theorie der
+Abbildungen entdeckt oder betrachtet, siehe § VI.
+
+[238] _Correspondance mathématique_ 9; _Liouvilles Journ._ 2.
+
+[239] _Cambridge Journ._ 8 und _Irish Trans._ 23.
+
+[240] _Phil. Trans._ 1863-1869. In den angeführten Arbeiten haben Cayley
+und Salmon die Regelflächen bearbeitet als die Örter der Geraden, die drei
+gegebene Kurven treffen, oder eine einmal und eine zweite zweimal treffen,
+oder Trisekanten einer Kurve sind. Rupp hat neuerdings diese Betrachtungen
+wieder aufgenommen, um auf eine andere Weise die Resultate zu erhalten und
+zu modifizieren, zu denen jene Mathematiker gelangt waren (_Math. Ann._
+18).
+
+[241] _Annali di Matem._ II, 1.
+
+[242] _Traité de géométrie descriptive_, Art. 629 u. 635.
+
+[243] _Math. Ann._ 8, 12, 13.
+
+[244] _Comptes rendus_, 1862; vgl. d'Ovidio und Dino, _Giorn. di Matem._ 3.
+
+[245] _Dissertation_, gedr. zu Berlin 1864, und _Journ. für Math._ 67.
+
+[246] _Recherches sur les surfaces réglées tetraédrales symétriques_
+(Paris, 1867). Ich bemerke, daß ein Büschel von Oberflächen, die in Bezug
+auf ein Tetraeder symmetrisch sind, mit einem projektiven Ebenenbüschel
+eine bemerkenswerte Fläche erzeugt, die von Eckardt (_Zeitschr. f. Math._
+20) bearbeitet ist und welche die allgemeine Oberfläche dritter Ordnung in
+sich schließt.
+
+[247] _Math. Ann._ 5.
+
+[248] _Annali di Matem._ II, 4.
+
+[249] _Prager Abhandlungen_ VI, 5.
+
+[250] _Mémoires de Bordeaux_ II, 3.
+
+[251] _Über die Flächen, deren Gleichungen aus denen ebener Kurven durch
+eine bestimmte Substitution hervorgehen. Math. Ann._ 7.
+
+[252] _Lincei Mem._ 1878-1879.
+
+[253] _Math. Ann._ 4.
+
+[254] _Math. Ann._ 27, 29. S. auch eine Abhandlung von Eckardt (daselbst
+7).
+
+[255] _Math. Ann._ 3.
+
+[256] das. 14, 15. S. auch eine Bemerkung von Dino, _Napoli Rend._ 19.
+
+[257] _Comptes rendus_, 52.
+
+[258] _Journ. für Math._ 68.
+
+[259] _Math. Ann._ 2.
+
+[260] _Proc. math. Soc._ 4; _Comptes rendus_, 1861; vgl. Hungady _Journ.
+für Math._ 92.
+
+[261] Klein und Lie, _Comptes rendus_, 70.
+
+[262] Fouret, _Bulletin de la Société philomatique_, VII, 1.
+
+[263] Jung, _Lincei Rend._ 1885 und 1886. S. auch zwei Bemerkungen über
+denselben Gegenstand, veröffentlicht von Visalli (ebendas. 1886).
+
+[264] Goursat, _Ann. Ec. norm._ III, 4; Lecornu, _Acta math._ 10.
+
+[265] Cfr. die bewunderungswerten _Vergleichenden Betrachtungen über neuere
+geometrische Forschungen_ von F. Klein (Erlangen, 1872).
+
+[266] Veröffentlicht im Jahre 1795 unter dem Titel: _Feuilles d'Analyse
+appliquée à la Géométrie_. Die letzte (fünfte) Ausgabe wurde von Liouville
+im Jahre 1850 besorgt und durch einen Anhang sehr wertvoller Noten
+bereichert.
+
+[267] Der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
+überreicht am 8. Oktober 1827 und abgedruckt im 6. Bande der
+_Commentationes recentiores societatis Gottingensis_. Diese
+_Disquisitiones_ stehen im 4. Bande der von der genannten Gesellschaft
+herausgegebenen _Werke_ von Gauß, ferner in französischer Übersetzung in
+der angeführten Liouvilleschen Ausgabe des Werkes von Monge.
+
+[268] Wenn x = e(t), y = f(t), z = g(t) die Ausdrücke der Koordinaten der
+Punkte dieser Kurve in Funktionen eines Parameters t sind und F(x, y, z) =
+0 die Gleichung der gegebenen Oberfläche, so ist die fragliche Enveloppe
+die der Oberfläche F{x + e(t), y + f(t), z + g(t)} = 0.
+
+[269] Über solche Flächen sehe man die neue Arbeit von Lie (_Archiv for
+Mathematik og Naturvidenskab_ 7).
+
+[270] Vor Monge hatten sich schon Euler (_Histoire de l'Académie de
+Berlin_, 1766) und Meunier (_Mémoires de l'Académie des sciences de Paris_
+10, 1776) mit diesem Thema beschäftigt.
+
+[271] Unter den neueren Arbeiten über die Krümmungslinien führen wir nur
+die von Hamilton, Frost und Cayley an, die sich als Aufgabe gestellt haben,
+zu finden, wie dieselben um einen Nabelpunkt herum verteilt sind (_Quart.
+Journ._ 12).
+
+[272] Vgl. hierzu eine von Cremona veröffentlichte Arbeit in den _Bologna
+Mem._ III, 1. Wir führen hier auch einige Noten von Darboux an (_Comptes
+rendus_, 84, 92, 97), welche die Bestimmung der Krümmungslinien einiger
+spezieller bemerkenswerter Flächen zum Zwecke haben.
+
+[273] Die Differentialgleichung der Minimalflächen verdanken wir Lagrange
+(_Miscellanea Taurinensia_, 1760-1761); die geometrische Interpretation
+derselben wurde ein wenig später von Meunier gegeben (vgl. Note 270).
+
+[274] An die in den §§ 18 und 21 der _Application_ gemachten Untersuchungen
+knüpft sich eine Abhandlung von O. Rodrigues, die sich in der
+_Correspondance sur l'École polytechnique_ 3 findet.
+
+[275] Außer den Krümmungs- und asymptotischen Linien auf einer Fläche sind
+noch diejenigen bemerkenswert, bei denen die Schmiegungskugel in einem
+beliebigen ihrer Punkte die Oberfläche selbst berührt. Dieselben wurden von
+Darboux (_Comptes rendus_ 83) und von Enneper (_Göttinger Nachrichten_,
+1871) studiert.
+
+[276] Dupin fand (_Applications de Géométrie et de Méchanique_, 1822), daß
+die einzigen Oberflächen, bei denen sämtliche Krümmungslinien Kreise sind,
+die Kugel, der Rotations-Kegel und -Cylinder und die Cyklide sind, welch
+letztere er schon als die Enveloppe einer Kugel erkannt hatte, die sich so
+bewegt, daß sie immer drei feste Kugeln tangiert.
+
+[277] _Liouvilles Journ._ 13.
+
+[278] _Journ. Éc. polyt._ 19, 35; _Comptes rendus_ 42.
+
+[279] _Atti dell' Accademia dei Quaranta_, 1868-1869; _Annali delle
+Università toscane_, 1869; _Annali di Matem._ II, 1, 4.
+
+[280] _Göttinger Abh._ 13, 16, 23; _Journ. für Math._ 94.
+
+[281] _Comptes rendus_, 96.
+
+[282] das. 46.
+
+[283] _Journ. Éc. polyt._ 53.
+
+[284] _Journ. für Math._ 94.
+
+[285] _Göttinger Dissertation_, 1883.
+
+[286] _Journ. für Math._ 59.
+
+[287] _Annali di Matem._ I, 8.
+
+[288] _Archiv for Math. og Naturvidenskab_, 4; _Bull. Sciences math._ II,
+4.
+
+[289] _Journ. für Math._ 62.
+
+[290] _Berliner Ber._ 1840; _Journ. für Math._ 24.
+
+[291] _Berliner Ber._ 1866.
+
+[292] _Abhandlungen der Jablonowskischen Gesellschaft zu Leipzig_ 4;
+_Journ. für Math._ 13.
+
+[293] _Liouvilles Journ._ II, 5.
+
+[294] das. I, 11.
+
+[295] _Göttinger Abh._ 13, _oder Gesammelte Werke_ S. 283 und 417.
+Niewenglowski hat die Riemannschen Untersuchungen in elementarer Form
+dargelegt in den _Ann. Éc. norm._ II, 9.
+
+[296] _Berliner Ber._ 1867.
+
+[297] _Math. Ann._ 1.
+
+[298] _Akademiens Afhandlingar_, _Helsingfors_, 1883.
+
+[299] _Journ. Éc. polyt._ 37.
+
+[300] _Heidelberger Dissertation_, 1875.
+
+[301] _Comptes rendus_ 41; vgl. Enneper, _Zeitschr. f. Math._ 7, 9.
+
+[302] _Journ. Éc. polyt._ 39.
+
+[303] _Bestimmung einer speziellen Minimalfläche_ (Berlin, 1871). Vgl.
+Cayley, _Quart. Journ._ 14.
+
+[304] _Journ. für Math._ 80.
+
+[305] das. 87; _Comptes rendus_ 96.
+
+[306] _Zeitschr. f. Math._ 14; _Göttinger Nachr._ 1866.
+
+[307] _Liouvilles Journ._ II, 8.
+
+[308] _Bologna Mem._ II, 7. Die wunderschöne Einleitung dieser Abhandlung
+enthält die Geschichte der Theorie der Minimalflächen.
+
+[309] _Archiv for Math. og Naturv._ 3, 4, 6; _Math. Ann._ 14, 15.
+
+[310] _Journ. für Math._ 81, 85.
+
+[311] _Annali di Matem._ II, 9.
+
+[312] _Étude des élassoides. Mémoires couronnés par l'Académie de Belgique_
+44.
+
+[313] _Giorn. di Matem._ 22.
+
+[314] _Lombardo Rend._ 1876; _Giorn. di Matem._ 14.
+
+[315] _Journ. für Math._ 78.
+
+[316] Das Studium der Krümmung einer Oberfläche in einem singulären Punkte
+wurde von Painvin im _Journ. für Math._ 72 angestellt.
+
+[317] Ein analoger Satz wurde neuerdings von Sturm entdeckt (_Math. Ann._
+21).
+
+[318] Einige Vervollkommnungen und Ergänzungen dieses Teiles der Gaußischen
+Abhandlung wurden von Liouville (_Journ. Éc. polyt._ 24), von Baltzer
+(1818-1887) (_Leipziger Berichte_ 1872) und durch von Escherich (_Grunerts
+Arch._ 57) vorgenommen.
+
+[319] Der Satz von Gauß: »Damit eine Oberfläche auf eine andere abwickelbar
+sei, ist notwendig, daß die Krümmung in den entsprechenden Punkten gleich
+sei«, wurde auf verschiedene Arten von Liouville (_Liouvilles Journ._ 12),
+von Bertrand, Puiseux und Diguet (das. 13) bewiesen. Vgl. auch Minding,
+_Journ. für Math._ 19.
+
+[320] _Annali di Matem._ II, 1.
+
+[321] _Bologna Mem._ II, 8.
+
+[322] _Math. Ann._ 1.
+
+[323] _Comptes rendus_ 37.
+
+[324] das. 44, 46, 57, 67.
+
+[325] _Annali di Matem._ I, 7. -- Das allgemeinere Problem der Bestimmung
+zweier Oberflächen, so daß jedem Punkte der einen ein Punkt oder eine
+Gruppe von Punkten der anderen entspricht, und daß den geodätischen Linien
+der einen geodätische Linien der anderen korrespondieren, wurde später von
+Dini behandelt. (_Annali di Matem._ II, 3).
+
+[326] _Giorn. di Matem._ 6.
+
+[327] _Comptes rendus_, 1865.
+
+[328] _Archiv for Math. og Nat._ 4, 5.
+
+[329] _Giorn. di Matem._ 16, 20, 21.
+
+[330] _Lund Årskrift_ 19.
+
+[331] _Comptes rendus_ 96, 97.
+
+[332] _Acta math._ 9.
+
+[333] _Journ. für Math._ 64.
+
+[334] _Berliner Ber._ 1882-1883. -- Hieran schließt sich die Schrift von
+Lilienthal's: _Untersuchungen zur allgemeinen Theorie der krummen
+Oberflächen und der geradlinigen Strahlensysteme_ (Bonn, 1886).
+
+[335] _Journ. für Math._ 26, 30. -- Joachimsthals Vorlesungen: _Anwendung
+der Differential- und Integralrechnung auf die allgemeine Theorie der
+Flächen und der Linien doppelter Krümmung_ erschienen nach seinem Tode
+(Leipzig, 2. Auflage, 1881).
+
+[336] _Göttinger Nachr._ 1867.
+
+[337] _Lombardo Atti_ II, 1.
+
+[338] _Programm der Universität von Christiania_, 1879.
+
+[339] _Math. Ann._ 20.
+
+[340] _Journ. für Math._ 6, 18, 19.
+
+[341] _Journ. Éc. polyt._ 39.
+
+[342] _Mém. prés._ 27 (1879) (_Mémoire relatif à l'application des surfaces
+les unes sur les autres_).
+
+[343] _Journ. Éc. polyt._ 41, 42.
+
+[344] _Berliner Abh._, 1869.
+
+[345] _Journ. für Math._ 94.
+
+[346] _Berliner Ber._ 1882.
+
+[347] _Münchener Abh._ 14.
+
+[348] _Journ. für Math._ 6.
+
+[349] _Irish Trans._ 22, I. T.
+
+[350] _Giorn. di Matem._ 2.
+
+[351] _Göttinger Nachr._ 1875.
+
+[352] _Giorn. di Matem._ 21.
+
+[353] _Journ. Éc. polyt._ 48.
+
+[354] _Bologna Mem._ IV, 3.
+
+[355] _Mém. prés._ 5; _Liouvilles Journ._ 2. -- Unter den vielen
+Anwendungen, die man von den elliptischen Koordinaten gemacht hat, wollen
+wir nur diejenigen anführen, die Jacobi davon gemacht hat bei der
+Bestimmung der geodätischen Linien (_Journ. für Math._ 14; _Comptes rendus_
+8; _Liouvilles Journ._ 6) und bei einigen Fragen der Dynamik. S.
+_Vorlesungen über Dynamik_, 1866 in erster, 1884 in zweiter Ausgabe als
+Supplementband zu den _Gesammelten Werken_ erschienen.
+
+[356] _Journ. Éc. polyt._ 23.
+
+[357] _Liouvilles Journ._ 5.
+
+[358] das. 4.
+
+[359] das. 8.
+
+[360] _Comptes rendus_ 48, 54; _Journ. für Math._ 58; _Annali di Matem._ I,
+6 und II, 1, 3, 5.
+
+[361] _Annali di Matem._ II, 1.
+
+[362] das. II, 1, 2, 4, 5.
+
+[363] _Bologna Mem._ 1868-1869.
+
+[364] _Ann. Éc. norm._ II, 7.
+
+[365] _Ann. Éc. norm._ I, 4.
+
+[366] _Journ. Éc. polyt._ 43.
+
+[367] _Annales des mines_ VII, 5.
+
+[368] _Liouvilles Journ._ 11.
+
+[369] das. 12.
+
+[370] _Comptes rendus_ 54.
+
+[371] _Mémoires couronnés par l'Académie de Belgique_, 32.
+
+[372] _Comptes rendus_ 59.
+
+[373] das. 59, 60, 67, 76; _Ann. Éc. norm._ I, 2; II, 3.
+
+[374] _Comptes rendus_ 74, 75; _Phil. Trans._ 163. Vgl. Weingarten, _Journ.
+für Math._ 83.
+
+[375] _Comptes rendus_ 76.
+
+[376] _Journ. für Math._ 85.
+
+[377] das. 76; vgl. Darboux, _Comptes rendus_ 84.
+
+[378] _Grunerts Arch._ 55, 56, 57, 58 und 63.
+
+[379] _Giorn. di Matem._ 21, 22; _Annali di Matem._ II, 13; _Lincei Rend._
+1886.
+
+[380] _Mémoires de l'Académie de Toulouse_ VIII, 1.
+
+[381] _Archiv for Math. og Naturv._ 7.
+
+[382] _Göttinger Abh._ 19. -- Wenn u der Winkel der Normalen der Oberfläche
+in einem Punkte mit der z-Axe, und v der Winkel der Projektion derselben
+auf die xy-Ebene mit der x-Axe ist, so nennt man nach Enneper Kurven, deren
+Gleichungen u = _const._ oder v = _const._ sind, Meridiankurven.
+
+[383] _Comptes rendus_ 74; _Proc. math. Soc._ 4.
+
+[384] _Berliner Ber._ 1883.
+
+[385] _Göttinger Dissertation,_ 1883.
+
+[386] _Giorn. di Matem._ 17.
+
+[387] _Mémoires de la société scientifique de Bruxelles_ 5, 7, 8.
+
+[388] _Ann. Éc. norm._ II, 3; _Journ. Éc. polyt._ 53.
+
+[389] _Liouvilles Journ._ 9, 12.
+
+[390] _Journ. Éc. polyt._ 30, 32; _Liouvilles Journ._ 14; _Comptes rendus_
+54.
+
+[391] Man sehe auch die _Thèse_ (Dissertation) von Picart, _Essai d'une
+théorie géométrique des surfaces_ (Paris, 1863).
+
+[392] _Liouvilles Journ._ II, 17 und III, 4; _Bull. Soc. math. _2, 5, 6;
+_Comptes rendus_ 74, 78, 79, 80, 82, 83, 84, 85, 86, 88; _Proc. math. Soc._
+12; _The Messenger of Mathematics_ II, 8.
+
+[393] _Enumeratio linearum tertii ordinis_ (1706). Indem wir eine Bemerkung
+von Bellavitis (1803-1880) verwerten (s. § 107 der Schrift _Sulla
+classificazione delle curve di terzo ordine, Memorie della Società italiana
+delle scienze residente in Modena_, Bd. 25, II. Teil S. 34), geben wir
+dieses Resultat wieder, indem wir sagen, daß jede Kurve dritter Ordnung
+sich durch eine geeignete projektive Transformation auf eine der folgenden
+Formen bringen läßt: Kurve, bestehend aus einem Schlangenzuge und einem
+Ovale (_parabola campaniformis cum ovali_), Kurve mit einem Doppelpunkte
+(_parabola nodata_), Kurve, bestehend aus einem Schlangenzuge (_parabola
+pura_), Kurve mit einem isolierten Punkte (_parabola punctata_), Kurve mit
+einer Spitze (_parabola cuspidata_). Unter den Beweisen, die für diesen
+Satz gegeben sind, führe ich den von Möbius an, der sich auf die Prinzipien
+der analytischen Sphärik gründet (_Gesammelte Werke_, II. Bd. S. 89-176),
+und den, der aus der Klassifikation von Bellavitis (s. oben) hervorgeht. An
+Möbius schließt sich an: M. Baur, _Synthetische Einteilung der ebenen
+Kurven III. Ordnung_ (Stuttgart, 1888). Dann bemerke ich noch hierzu, daß
+die Einteilungen, die von Möbius und Bellavitis (fast gleichzeitig, da die
+erste 1852 veröffentlicht wurde und die zweite 1851 geschrieben und 1855
+veröffentlicht wurde) vorgeschlagen sind, gemeinsam haben, daß sie die
+Kollineation als Grundlage der Bildung der Gattungen, die Affinität zur
+Grundlage der Bildung der Arten dieser Kurven nehmen. Plückers Einteilung
+befindet sich im _System der analytischen Geometrie_. J. W. Newman hat der
+_British Association for the Advancement of Science_ (vgl. Report
+1869-1870) eine Diskussion der Formen der ebenen kubischen Kurven und eine
+daraus sich ergebende Nomenklatur vorgelegt, die von der gewöhnlich
+üblichen abweicht.
+
+[394] _Aperçu historique_, Note 20.
+
+[395] _Journ. für Math._ 75 und 76. Wir können hinzufügen, daß Reye im
+Anhange der 3. Auflage des ersten Teiles seiner _Geometrie der Lage_, der
+vor wenigen Monaten erschienen ist, eine neue und elegante Methode zur
+Bestimmung der Formen der ebenen kubischen Kurven einführt, indem er sie
+als die Jacobischen Kurven von Kegelschnittnetzen auffaßte.
+
+[396] §§ 12, 13, 14, 15.
+
+[397] _The Messenger of Mathematics_ II, 6.
+
+[398] _Anwendung der Topologie auf die Gestalten der algebraischen Kurven,
+speziell der rationalen Kurven vierter und fünfter Ordnung_ (Münchener
+Dissertation, 1878).
+
+[399] _Irish Trans._ 1875.
+
+[400] _Beiträge zur Theorie der Oskulationen bei ebenen Kurven dritter
+Ordnung_ (Berliner Dissertation, 1884).
+
+[401] _Math. Ann._ 7, 10. S. übrigens die Abhandlung: _Almindelige
+Egenskaber ved Systemer af plane Kurver_ (Abh. der Akad. der Wissensch. in
+Kopenhagen V, 10).
+
+[402] _Math. Ann._ 12; _Tidsskrift for Mathem._ IV, 1.
+
+[403] _Math. Ann._ 10. Vgl. auch Perrin, _Bull Soc. math._ 6.
+
+[404] _Theorie der algebraischen Kurven_ S. 249 flgg. -- Im Anschluß an
+Plücker mögen noch Beers _Tabulae curvarum quarti ordinis symmetricarum_
+(Bonn, 1862) erwähnt werden.
+
+[405] »Eine Kurve vom Geschlechte p kann höchstens aus p + 1 Zügen
+bestehen«. _Math. Ann._ 10. Der Spezialfall dieses Satzes, p = 0, ist seit
+langer Zeit bekannt; schon Bellavitis hatte denselben in der vorher
+angeführten Abhandlung besprochen; er erklärt die Benennung _unicursal_,
+die von Cayley den rationalen Kurven gegeben war, und die von vielen noch
+heute gebraucht wird.
+
+[406] _Gesammelte Werke_ 2, S. 433.
+
+[407] _Math. Ann._ 12, 13; _Leipziger Ber._ 1884.
+
+[408] _Math. Ann._ 6.
+
+[409] _Annali di Matem._ II, 5 und 7.
+
+[410] _Math. Ann._ 8.
+
+[411] _Münchener Ber._ 1883.
+
+[412] _Quart. Journ._ 9.
+
+[413] Siehe die schon zitierte Abhandlung: _Om Flader af fjerde Orden med
+Doppeltkeglesnit_.
+
+[414] _Om Flader af fjerde Orden med Tilbagegangskeglesnit_ (Kopenhagen,
+1881).
+
+[415] _Münchener Dissertation_, 1878; _Math. Ann._ 15, 18, 28, 29.
+
+[416] Für den, der sich mit der Konstruktion spezieller Oberflächen
+befassen will, führe ich die praktischen Regeln an, welche Hicks
+(_Messenger of Mathematics_ II, 5) für die Konstruktion der Wellenfläche
+gegeben hat.
+
+[417] _Zeitschr. f. Math._ 25.
+
+[418] _Modelle von Raumkurven- und Developpabelen-Singularitäten_ (Lund,
+Gleerup, 1881).
+
+[419] Unter den von Steiner ausgesprochenen Sätzen, nach deren Ursprung
+wir, seine Nachfolger, vergebens suchen, finden sich einige derartige (s.
+_Journ. für Math._ 37, 45, 49; _Gesammelte Werke_, II. Bd. S. 389, 439 und
+613), welche glauben lassen, daß er eine Methode besessen habe, um einige
+von den im Texte gekennzeichneten Problemen zu lösen. Etliche lassen sich
+durch eine quadratische Transformation beweisen, wie Berner in seiner
+Dissertation: _De transformatione secundi ordinis ad figuras geometricas
+adhibita_ (Berlin, 1864) gezeigt hat. -- Jonquières (_Liouvilles Journ._
+II, 6; _Comptes rendus_, 1864, 65 und 66) fand auch eine Weise, um zur
+Lösung einiger Probleme dieser Art zu gelangen, aber der von ihm
+eingeschlagene Weg (welcher der Hauptsache nach in einer Anwendung des
+Bézoutschen Satzes besteht) führte ihn unbedingt zu Irrtümern wegen
+uneigentlicher (fremder) Lösungen, die er nicht ausgeschieden hatte. Vgl.
+die schöne Abhandlung von Study in den _Math. Ann._ 27.
+
+[420] _Comptes rendus_, 1864; vgl. auch Zeuthen, _Nyt Bidrag til Laeren om
+Systemer af Keglesnit_ (Kopenhagen, 1865) oder _Nouv. Ann._ II, 5; Dino,
+_Comptes rendus_, 1867. Die Bände der _Comptes rendus_ von 1864 ab
+enthalten eine ungeheuere Anzahl von Lehrsätzen verschiedener Art, die von
+Chasles aufgestellt sind und deren Beweis sich auf die Theorie der
+Charakteristiken und auf das Korrespondenzprinzip stützt. Unter diesen
+Arbeiten ist eine der bemerkenswertesten diejenige, in welcher der
+Verfasser mit Hilfe des Korrespondenzprinzips die Zahl der Schnitte zweier
+Kurven in einer Ebene bestimmt (_Comptes rendus_ 75). Die dort angewandte
+Beweisführung kann verallgemeinert werden und in vielen Fällen dazu dienen,
+die Zahl der Lösungen eines bestimmten Systemes von algebraischen
+Gleichungen zu finden. (S. Saltel, _Mémoires de l'Académie de Belgique_ 24;
+_Comptes rendus_ 81; Fouret, _Bull. Soc. math._ 1, 2; _Comptes rendus_ 78.
+
+[421] _Comptes rendus_ 61.
+
+[422] Ebendas. 62. S. auch Salmon, _Quart. Journ._ 1866; Schubert, _Journ.
+für Math._ 71 und 73. -- Eine interessante Anwendung der Theorie der
+Systeme von Flächen zweiter Ordnung auf das Studium der quadratischen
+(vorletzten) Polaren der Punkte des Raumes in bezug auf eine beliebige
+algebraische Fläche wurde von Zeuthen gemacht (_Annali di Matem._ II. 4).
+
+[423] Vgl. auch _Comptes rendus_ 74, 75.
+
+[424] Paris, 1871.
+
+[425] _Journ. für Math._ 79, 80.
+
+[426] _Göttinger Nachr._ 1874, 75; _Math. Ann._ 13.
+
+[427] _Phil. Trans._ 1858.
+
+[428] _Recherches sur les séries ou systèmes de courbes et de surfaces
+algébriques_ (Paris, 1866); _Comptes rendus_, 1866; _Journ. für Math._ 66
+u. s. w. Die eleganten analytischen Untersuchungen von Brill und Krey
+(_Math. Ann._ und _Acta math._) haben zum Ziele die Auflösung von Problemen
+aus der abzählenden Geometrie, die sich auf Systeme von Kurven und
+Oberflächen beziehen.
+
+[429] _Annali di Matem._ II, 6; _Proc. math. Soc._ 5, 6, 8.
+
+[430] _Math. Ann._ 1, 6, 12, 15.
+
+[431] _Compt. rend._ 88. Bemerkenswert in dieser Abhandlung ist die
+Ausdehnung des Begriffes des Geschlechtes einer Kurve auf Systeme von
+Kurven.
+
+[432] _Math. Ann._ 6.
+
+[433] _Comptes rendus_ 78 und 86; _Bull. Soc. math._ 2 und 7.
+
+[434] _Comptes rendus_ 79, 86.
+
+[435] das. 82, 84.
+
+[436] das. 80.
+
+[437] das. 82.
+
+[438] Andere Anwendungen dieses Prinzipes finden sich in den von Fouret
+veröffentlichten Arbeiten in den _Comptes rendus_ 83, 85, im _Bull. Soc.
+math._ 6 und im _Bulletin de la Société philomathique_ VI, 11. -- Wir
+bemerken, daß die geometrische Interpretation der Gleichung
+
+ ( dz dz ) ( dz ) ( dz )
+ L ( x -- + y -- - z ) - M ( -- ) - N ( -- ) + R = 0,
+ ( dx dy ) ( dx ) ( dy )
+
+wenn L, M, N, R lineare Funktionen sind, welche von Fouret in den _Comptes
+rendus_ 83 gegeben ist, ihn zu gewissen Oberflächen führte, die zuerst von
+Klein und Lie studiert worden waren (_Comptes rendus_ 70).
+
+[439] Leipzig, 1879. In demselben sind die früheren Arbeiten von Schubert
+vereinigt und befinden sich die Grundlagen seiner späteren Arbeiten.
+
+[440] Das erste dieser Prinzipien wurde von Chasles für die rationalen
+Gebilde erster Stufe (_Comptes rendus_ 1864-1866) ausgesprochen und dann
+von Cayley auf alle Gebilde erster Stufe ausgedehnt (_Comptes rendus_ 62,
+_Proc. math. Soc._ 1866), und noch vollständiger im _Second memoir on the
+curves which satisfy given conditions_ (_Phil. Trans._ 158). Bewiesen wurde
+das Cayleysche Prinzip von Brill (_Math. Ann._ 6 und 7), neuerdings wurde
+es in einer sehr bemerkenswerten Weise von Hurwitz ausgedehnt (_Math. Ann._
+28).
+
+Saltel ergänzte das Chaslessche Korrespondenzprinzip, indem er die
+Bestimmung der Zahl der Koinzidenzen, die ins Unendliche fallen, zeigte
+(_Comptes rendus_ 80) und illustrierte seine Resultate durch mehrere
+Beispiele (_Comptes rendus_ 80, 81, 82, 83, und _Bulletin de l'Académie de
+Belgique_ II, 92).
+
+Für die rationalen Gebilde zweiter und dritter Stufe hat man auch ein
+Korrespondenzprinzip, welches von Salmon (_Geometry of three dimensions_
+II. Aufl.) und von Zeuthen (_Comptes rendus_ 78) entdeckt ist. Für die
+Gebilde höherer Stufe siehe eine Note von Pieri in den _Lincei Rend._ 1887.
+
+[441] Betreffend andere bibliographische Einzelheiten über diesen Zweig der
+Geometrie vgl. man den Artikel von Painvin, der in dem _Bull. Sciences
+math._ 3 veröffentlicht ist, sowie einen von mir selbst in der _Bibliotheca
+mathematica_ II, 2 (1888), S. 39, 67 veröffentlichten Artikel _Notizie
+storiche sulla geometria numerativa_.
+
+[442] _Comptes rendus_ 67.
+
+[443] _Math. Ann._ 6.
+
+[444] _Vorlesungen über Geometrie_ von A. Clebsch (herausgegeben von
+Lindemann) (Leipzig, 1876) S. 399.
+
+[445] _Göttinger Nachr._ 1876.
+
+[446] _Comptes rendus_, 1876; _Journ. Éc. polyt._ 45; _Proc. math. Soc._ 9,
+10; _Math. Ann._ 15.
+
+[447] _Journ. Éc. polyt._ 45.
+
+[448] Auch von dem Satze, den Cremona ausgesprochen hat (_Annali di Matem._
+I, 6 und _Giorn. di Matem._ 3) über die doppelt unendlichen Systeme von
+Kegelschnitten, als Erweiterung des Satzes von Chasles, kann man eine
+Anwendung machen, worüber man das einsehen möge, was del Pezzo in seiner
+interessanten Abhandlung _Sui sistemi di coniche_ (_Napoli Rend._ 1884)
+auseinandergesetzt hat, und neuere Beobachtungen von Study (_Math. Ann._
+27).
+
+[449] _Mém. prés._ 1, 1806.
+
+[450] das. (ältere Serie) 10, 1785, und die schon zitierte _Application_.
+
+[451] _Mém. prés._ 9, 1781.
+
+[452] _Journ. Éc. polyt._ 30.
+
+[453] _Liouvilles Journ._ 17.
+
+[454] das. 16.
+
+[455] Man sehe die Noten zur _Application de l'Analyse à la Géométrie_, 5.
+Aufl. und _Liouvilles Journ._ 17.
+
+[456] _Liouvilles Journ._ 15, 16.
+
+[457] das. 7.
+
+[458] _Forhandlingar i Videnskab-Selskabet i Christiania_, 1882.
+
+[459] Eingehenderes findet man in der Note 65 der _Analytischen Geometrie
+des Raumes_ von G. Salmon, deutsch bearbeitet von W. Fiedler, 3. Aufl.
+1880, II. Teil S. 37. -- In Bezug auf eine synthetische Darstellung der
+Differentialgeometrie der Raumkurven sehe man Schell, _Allgemeine Theorie
+der Kurven doppelter Krümmung in rein geometrischer Darstellung_ (Leipzig,
+1859), und Paul Serret, _Théorie nouvelle géométrique et mécanique des
+courbes à double courbure_ (Paris, 1860).
+
+[460] Vgl. Magnus, _Aufgaben und Lehrsätze aus der analytischen Geometrie
+des Raumes,_ 1837, S. 160.
+
+[461] Die Existenz zweier Raumkurven vierter Ordnung wurde zuerst durch
+Salmon im Jahre 1850 (_Cambridge Journ._ 5) und darauf von Steiner (_Journ.
+für Math._ 53) bekannt gemacht.
+
+[462] Auf der kubischen Fläche treten schon von der sechsten Ordnung ab
+gegen die Geraden der Fläche verschiedenartig sich verhaltende Kurven
+derselben Ordnung auf, die in der Zahl der scheinbaren Doppelpunkte
+übereinstimmen. Vgl. Sturm, _Math. Ann._ 21.
+
+[463] _Liouvilles Journ._ 10, oder _Cambridge Journ._ 5. Dieser Abhandlung
+folgte eine, die von Salmon in demselben Bande des _Cambr. Journ._
+veröffentlicht wurde, und zu ihrer Ergänzung wiederum dient eine von
+Zeuthen, die in den _Annali di Matem._ II, 3 abgedruckt ist. -- An sie
+schließen sich ferner die Schriften, welche Cayley (_Phil. Trans._ 153),
+Piquet (_Comptes rendus_ 77 und _Bull. Soc. math._ 1), und Geiser
+(_Collectanea mathematica in memoriam D. Chelini_, Mailand, 1881)
+geschrieben haben über die Geraden, welche eine Raumkurve eine gewisse
+Anzahl Male schneiden.
+
+[464] _Comptes rendus_ 54 und 58. Mit dieser Abhandlung vergleiche man die
+Dissertation von Ed. Weyr, _Über algebraische Raumkurven_ (Göttingen, 1873)
+und andere Schriften desselben Verfassers (_Comptes rendus_ 76, _Wiener
+Ber._ 69). Den zitierten Abhandlungen von Cayley müßte ich noch eine dritte
+hinzufügen (_Quart. Journ._ 3), in welcher der Autor sich die Aufgabe
+gestellt hat, eine Kurve als Komplex ihrer Sekanten (im Sinne Plückers) zu
+betrachten und sie daher mittelst einer einzigen Gleichung zwischen den
+Koordinaten einer Geraden im Raume darzustellen, aber ich kann davon
+absehen, da die Fruchtbarkeit einer solchen Betrachtung noch nicht
+dargethan ist.
+
+[465] Halphen, _Mémoire sur la classification des courbes gauches
+algébriques_ (_Journ. Éc. polyt._ 52). Man sehe auch desselben Autors
+Abhandlung _Sur les singularités des courbes gauches algébriques_ (_Bull.
+Soc. math._ 9). -- Nöther, _Zur Grundlegung der Theorie der algebraischen
+Raumkurven_ (_Berliner Abh._ 1883, _Journ. für Math._ 93).
+
+[466] _Comptes rendus_ 70; _Bull. Soc. math._ 1 und 2.
+
+[467] _Math. Ann._ 7.
+
+[468] _Math. Ann._ 6. Ein anderer Beweis desselben Satzes wurde von Halphen
+gegeben, _Bull. Soc. math._ 5.
+
+[469] Die Gerechtigkeit verlangt, daß ich auch noch eine sehr schöne Arbeit
+von Valentiner anführe: _Bidrag til Rumcurvener Theori_ (Kopenhagen, 1881)
+(vgl. auch _Tidsskrift for Math._ IV, 5 und _Acta math._ 2), die fast zu
+gleicher Zeit mit denen von Halphen und Nöther erschienen ist und mit
+diesen in den Methoden und den Resultaten bemerkenswerte Berührungspunkte
+hat. -- Ich will in dieser Note auch noch, da ich es im Texte nicht thun
+konnte, einen Satz von Cremona anführen (von Dino in den _Napoli Rend._
+1879 bewiesen) und einige von Sturm (_Report of the British Association_,
+1881; _Math. Ann._ 19), welche bemerkenswerte allgemeine Eigenschaften der
+Raumkurven ausdrücken, sowie an die Untersuchungen von Cayley, Piquet und
+Geiser über eine Raumkurve mehrmals schneidende Geraden erinnern, von denen
+in der Note 463 gesprochen wurde. Erwähnenswert ist auch die (von Hoßfeld
+in der _Zeitschr. f. Math._ 29 gefundene) Thatsache, daß die Rückkehrkurve
+der zweien Oberflächen umbeschriebenen abwickelbaren Fläche nicht der
+vollständige Schnitt zweier Oberflächen ist.
+
+[470]
+
+ »Von anderen wird es löblich sein zu schweigen,
+ Weil allzukurz die Zeit für die Erzählung.«
+ -- Dantes Göttliche Komödie; _Die Hölle_, 15. Gesang, Vers 104-105.
+
+[471] _Der barycentrische Calcül_ (Leipzig, 1827).
+
+[472] _Aperçu historique,_ Note 33; _Liouvilles Journ._ 19 (1854).
+
+[473] _Beiträge zur Geometrie der Lage_, 3. Heft (Nürnberg, 1860).
+
+[474] _Grunerts Arch._ 10.
+
+[475] _Journ. für Math._ 56.
+
+[476] _Journ. für Math._ 58, 60, 63; _Nouv. Ann._ II, 1; _Annali di Matem._
+I, 1, 2, 5; _Lombardo Rend._ II, 12.
+
+[477] _Journ. für Math._ 56; _Theorie der Oberflächen zweiter Ordnung und
+der Raumkurven dritter Ordnung_ (Leipzig, 1880); _Math. Ann._ 25. Vgl. auch
+eine Note von mir in den _Napoli Rend._, 1885.
+
+[478] _Zeitschr. für Math._, 1868; _Geometrie der Lage_.
+
+[479] _Lombardo Rend._ 1871.
+
+[480] _Journ. für Math._ 79, 80; _Annali di Matem._ II, 3.
+
+[481] _Math. Ann._ 20 und 30.
+
+[482] _Torino Mem._ II, 32 und _Collectanea mathematica_. An diese
+Abhandlungen schließt sich eine von Gerbaldi, _Sui sistemi di cubiche gobbe
+o di sviluppabili di III. classe stabiliti col mezzo di due cubiche
+punteggiate projettivamente_ (_Torino Mem._ II, 32).
+
+[483] _Giorn. di Matem._ 17 (1879). Betreffend die ausgearteten Formen der
+kubischen Raumkurve sehe man eine Note von Schubert (_Math. Ann._ 15). Die
+Theorie der kubischen Raumkurven führt zu einer interessanten geometrischen
+Darstellung der Theorie der binären algebraischen Formen, die von Laguerre
+(_L'Institut_ 40), von Sturm (_Journ. f. Math._ 86) und von Appell (_Ann.
+Éc. norm._ II, 5) bearbeitet wurde. Vgl. auch eine Note von J. Tannery
+(_Bull. sciences math._ 11). Ferner sehe man in bezug hierauf die Note von
+W. R. W. Roberts (_Proc. math. Soc._ 13) und das Buch von Franz Meyer,
+_Apolarität und rationale Kurven_ (Tübingen, 1883). Eine gute Darlegung der
+Theorie der Raumkurven dritter Ordnung hat auch von Drach geliefert in der
+Schrift _Einleitung in die Theorie der kubischen Kegelschnitte_ (Leipzig,
+1867), infolge deren Beltrami interessante _Annotazioni_ geschrieben hat
+(_Lombardo Rend._ II, 1).
+
+[484] _Comptes rendus_ 53 (1861).
+
+[485] _Annali di matem._ 4. -- Die Note von Story, _On the number of
+intersections of curves traced on a scroll of any order_ (_Johns Hopkins
+Baltimore University Circulars_ 2, 1883) enthält eine Verallgemeinerung
+eines sehr wichtigen Theoremes von Chasles.
+
+[486] Poncelet machte im Jahre 1822 die bemerkenswerte Entdeckung, daß
+durch jede Raumkurve vierter Ordnung erster Art vier Kegel zweiten Grades
+hindurchgehen. (S. _Traité des proprietés projectives_ I, S. 385, 2. Aufl.)
+
+[487] _Comptes rendus_ 54, 55.
+
+[488] _Comptes rendus_ 54; _Bologna Mem._ 1861; _Lombardo rend._ II, 1.
+
+[489] _Annali di Matem._ II, 2.
+
+[490] _Géometrie de direction_ (Paris, 1869); _Comptes rendus_ 82.
+
+[491] _Liouvilles Journ._ II, 15.
+
+[492] _Journ. für Math._ 97. -- Eine bemerkenswerte spezielle Raumkurve
+vierter Ordnung erster Art hat Schröter untersucht: _Journ. für Math._ 93.
+
+[493] _Math. Ann._ 12, 13.
+
+[494] _Zeitschr. f. Math._ 28.
+
+[495] _Math. Ann._ 13. Vgl. Cayley (das. 25).
+
+[496] _Comptes rendus_ 82.
+
+[497] _Annali di Matem._ I, 4.
+
+[498] _Giorn. di Matem._ 11, 12.
+
+[499] _Lombardo rend._ 1872.
+
+[500] _Wiener Ber._ 1871. Über die rationalen Kurven vierter Ordnung sehe
+man auch Study (_Leipziger Sitzungsber._ 1886), die _Habilitationsschrift_
+von Jolles (Aachen, 1886) und die Abhandlung von Roberts (_Proc. math.
+Soc._ 14). -- Unter den rationalen Kurven vierter Ordnung ist eine sehr
+bemerkenswerte diejenige, welche zwei stationäre Tangenten hat. Die
+eleganten Eigenschaften, welche dieselbe besitzt, wurden von Cremona
+(_Lombardo Rend._ 1868), Em. Weyr (das. 1871) und Appell (_Comptes rendus_
+83) entdeckt.
+
+[501] _Comptes rendus_ 70.
+
+[502] _Vierteljahrsschrift der naturf. Ges. in Zürich_ 20.
+
+[503] Außer den zitierten _Synthetischen Untersuchungen_ sehe man _Journ.
+für Math._ 88 und _Math. Ann._ 21.
+
+[504] S. Korndörfer und Brill, _Math. Ann._ 3; Saltel, _Comptes rendus_ 80;
+Genty, _Bull. Soc. math._ 9.
+
+[505] Siehe unter anderem die Bemerkung von Buchheim, _On the extension of
+certain theories relating to plane cubics to curves of any deficiency_
+(_Proc. math. Soc._ 13).
+
+[506] _Collectanea mathematica_.
+
+[507] _Journ. für Math._ 99.
+
+[508] Chasles, _Aperçu historique_, 2. Aufl., S. 269; in der deutschen
+Übersetzung von Sohncke, S. 267.
+
+[509] Diese Konstruktion, die von den Deutschen »Steinersche Projektion«
+genannt wird, wurde im Jahre 1865 von neuem von Transon (1806-1876)
+gefunden, der ihr den Namen »_projection gauche_« gab (_Nouv. Ann._ II, 4
+und 5).
+
+[510] _Traité des propriétés projectives_ (1. Aufl. 1822, S. 198).
+
+[511] _Journ. für Math._ 5.
+
+[512] _Journ. für Math._ 8, und _Aufgaben und Lehrsätze aus der
+analytischen Geometrie der Ebene_, 1833.
+
+[513] _Torino Mem._ 1862.
+
+[514] _Grunerts Arch._ 7.
+
+[515] _Zeitschr. f. Math._ 11.
+
+[516] _Liouvilles Journ_. 10, 12. Vorher hatten schon G. Bellavitis (_Nuovi
+Saggi dell' Accademia di Padova_ 4 (1836) und Stubbs (_Phil. Mag._ 23,
+1843) sich mit dieser Korrespondenz beschäftigt. Man sehe auch Steiners
+Aufsatz aus dem Jahre 1826: _Einige geometrische Betrachtungen_ (_Journ.
+für Math._ 1; _Gesammelte Werke_ Bd. I, S. 19) Nr. 20.
+
+[517] Auf den Begriff der Inversion ist von Johnson (Analyst 4) eine neue
+Einteilung der ebenen Kurven gegründet worden. In derselben bedeutet der
+Name »Kreisgrad« einer Kurve den Grad ihrer Gleichung (in rechtwinkligen
+cartesischen Koordinaten) in x, y, r = x^2 + y^2; der Kreisgrad einer Kurve
+wird durch die Inversion nicht verändert. Zwei Kurven, welche denselben
+Grad haben, gehören zu derselben Kategorie. Diese Einteilung scheint jedoch
+nicht von großer Wichtigkeit zu sein.
+
+[518] _Sammlung von Aufgaben und Lehrsätzen aus der analytischen Geometrie
+der Ebene_, 1833.
+
+[519] In den Jahren 1859 und 1860 studierte Jonquières die (nach seinem
+Namen benannte) Transformation n^{ter} Ordnung, bei welcher jeder Geraden
+eine Kurve n^{ter} Ordnung mit einem (n - 1)-fachen Punkte entspricht.
+Einige seiner Resultate wurden im Jahre 1864 in den _Nouv. Ann._
+veröffentlicht, aber das vollständige Werk, welches er dieser
+Transformation widmete, erschien erst 1885 und zwar durch Guccia (s.
+_Giorn. di Matem._ 23) herausgegeben. Wir bemerken auch, daß schon 1834
+Möbius (_Journ. für Math._ 12; _Gesammelte Werke,_ 1) die eindeutige
+Korrespondenz zwischen zwei Ebenen, bei denen die Flächeninhalte
+entsprechender Figuren in einem konstanten Verhältnisse stehen, studiert
+hat. Die Untersuchungen sind jedoch von ganz anderer Art als die im Texte
+betrachteten.
+
+[520] _Bologna Mem._ 2, 5 (1863 und 1865); _Giorn. di Matem._ 1 und 3; vgl.
+auch Dewulfs Bearbeitung im _Bull. sciences math._ 5.
+
+[521] _Proc. math. Soc._ 3.
+
+[522] _Math. Ann._ 4.
+
+[523] _Math. Ann._ 3, 5.
+
+[524] _Journ. für Math._ 73.
+
+[525] _Proc. math. Soc._ 4.
+
+[526] Hier will ich einen wichtigen Lehrsatz berühren, der gleichzeitig von
+Clifford (_Proc. math. Soc._ 3), Nöther (_Göttinger Nachr._ 1870; _Math.
+Ann._ 3) und Rosanes (_Journ. für Math._ 73) erhalten wurde, und für einen
+Augenblick die Wichtigkeit der Cremonaschen Transformation aufzuheben
+schien: »Jede eindeutige Transformation von höherer als erster Ordnung kann
+man durch Wiederholung von quadratischen Transformationen erhalten.« Dieser
+Satz ist offenbar die Umkehrung desjenigen von Magnus, der vorhin im Texte
+angeführt wurde.
+
+[527] _Bologna Mem._ 1877-1878.
+
+[528] _Comptes rendus_, 1885; _Giorn. di Matem._ 24.
+
+[529] _Annali di Matem._ II, 10.
+
+[530] _Comptes rendus_, 1885; _Rendic. del Circolo Matematico di Palermo_
+1.
+
+[531] Man sehe die in den _Comptes rendus_, 1883, 1884, 1885, 1886 und in
+_Liouvilles Journ._ 1885, 1886, 1887 veröffentlichten Abhandlungen.
+
+[532] _Annali di Matem_. 7, ferner _Giorn. di Matem_. 4.
+
+[533] _Proc. math. Soc._ 2.
+
+[534] _Math. Ann._ 26.
+
+[535] _Bull. sciences math._ II, 6 und 7.
+
+[536] Meistenteils wurden die geometrischen Transformationen auf das
+Studium der algebraischen Kurven angewandt; jedoch fehlt es nicht an
+Schriften, welche sich mit der Transformation transcendenter Kurven in
+andere oder in sich selbst befassen: z. B. Magnus, _Sammlung von Aufgaben
+und Lehrsätzen aus der analytischen Geometrie der Ebene_, 1833, S. 320,
+455, 457-459, 497; Klein und Lie, _Math. Ann._ 4.
+
+[537] _Annali di Matem._ II, 8; _Lombardo Rend._ 1883. Vgl. auch Geiser,
+_Journ. für Math._ 67.
+
+[538] _Napoli Rend._, 1879.
+
+[539] Die neueste Form, welche die Bertinischen Untersuchungen infolge
+dessen angenommen, machte es meinem Freunde Martinetti leichter, auf dem
+von diesem Gelehrten vorgezeichneten Wege weiter zu schreiten und die
+ebenen involutorischen Transformationen dritter und vierter Klasse zu
+bestimmen (_Annali di Matem._ II, 12, 13). Die Theorie der ebenen
+Transformationen wird sich binnen kurzem durch die wichtige Arbeit von
+Kantor bereichern, welche von der Akademie zu Neapel gekrönt worden ist und
+jetzt gedruckt wird. Einzelne Resultate finden sich in den _Wiener Ber._
+1880 ausgesprochen, sowie in den _Wiener Denkschriften_ 46.
+
+Saltel verdanken wir die Idee einer speziellen involutorischen
+Transformation dritten Grades, die er schon 1872 unter dem Namen
+»_Transformation arguesienne_« nach Desargues benannt (s. die _Mémoires de
+l'Académie de Belgique_ 12, _Bulletin de l'Académie de Belgique_ II, 24),
+studiert hat. Man stellt dieselbe auf folgende Weise her: Gegeben sind in
+einer festen Ebene [PI] zwei Kegelschnitte [GAMMA]_1 und [GAMMA]_2 und ein
+fester Punkt O; man läßt entsprechen einem Punkte P von [PI] seinen
+konjugierten in der Involution, die auf der Geraden OP bestimmt wird durch
+den Kegelschnittbüschel, den [GAMMA]_1, und [GAMMA]_2 konstituieren. Es
+sind fundamental der Punkt O und die Grundpunkte dieses Büschels. -- Wenn
+jene beiden Kegelschnitte [GAMMA]_1 und [GAMMA]_2 zusammenfallen, so
+reduziert sich diese Transformation offenbar auf die quadratische Inversion
+von Hirst. -- Im Raume hat man eine ähnliche Transformation. -- Eine andere
+Transformation (»_transformation hyperarguesienne_«) wurde von demselben
+Verfasser als Erweiterung der vorhergehenden eingeführt (_Bulletin de
+l'Académie de Belgique_ II, 12) und wird auf folgende Weise hergestellt:
+Gegeben in einer Ebene [PI] drei Kegelschnitte [GAMMA]_1, [GAMMA]_2,
+[GAMMA]_3 und ein fester Punkt O. Man läßt einem Punkte P von [PI] seinen
+homologen entsprechen in der Projektivität, die bestimmt ist auf OP von den
+drei Paaren von Punkten, in welchen diese Gerade von den drei
+Kegelschnitten getroffen wird; jedoch ist diese Korrespondenz offenbar
+nicht birational. -- Die erste der Saltelschen Transformationen kann zur
+Lösung von Problemen aus der Theorie der Charakteristiken für die Kurven
+höherer als zweiter Ordnung dienen (_Bull. Soc. Math._ 2).
+
+[540] _Bull. Soc. math._ 8; _Comptes rendus_ 94; _Nouv. Ann._ III, 1, 2.
+Diese Transformation kann man, wie Laguerre selbst bemerkte, auf den Raum
+ausdehnen (_Comptes rendus_ 92), jedoch ist die Art der Korrespondenz, die
+man erhält, keine neue; sie ist nach einer Bemerkung von Stephanos
+(_Comptes rendus_ 92) dieselbe, vermittelst derer Lie die Geometrie der
+Geraden mit der der Kugel verknüpfte (_Math. Ann._ 5).
+
+[541] Die verschiedenen Abhandlungen von Möbius über diese Theorie finden
+sich vereint im II. Bande seiner _Gesammelten Werke_ (Leipzig, 1886).
+
+[542] _Journ. für Math._ 55, 57, 59; _Grunerts Arch._ 33.
+
+[543] _Grunerts Arch._ 42.
+
+[544] _Bologna Mem._ 1870.
+
+[545] _Journ. für Math._ 69.
+
+[546] Des Näheren siehe die Abhandlung: _Géometrie des polynomes_ (_Journ.
+Éc. polyt._ 28).
+
+[547] _Beiträge zur geometrischen Interpretation binärer Formen_ (Erlangen,
+1875); vgl. _Math. Ann._ 9; _Studien im binären Wertgebiete_ (Karlsruhe,
+1876); _Math. Ann._ 17; _Erlanger Berichte_, 1875.
+
+[548] Siehe das Werk: _Einführung in die Theorie der isogonalen
+Verwandtschaften_ (Leipzig, 1883).
+
+[549] Zwischen drei geometrischen Gebilden kann man eine Korrespondenz
+aufstellen, so daß einem Paare von Elementen, das eine genommen in dem
+einen, das andere in einem zweiten, eindeutig ein solches im dritten
+Gebilde entspricht. Wenn unter Festhaltung eines Elementes die anderen
+beiden projektive Systeme beschreiben, so nennt man die Korrespondenz
+trilinear, und diese wurde im Falle der Gebilde erster Stufe von Rosanes
+(_Journ. für Math._ 1888) behandelt, sodann von Schubert (_Math. Ann._ 17
+und _Mitteilungen der Math. Ges. in Hamburg_, 1881) und in einem
+Spezialfalle von Benno Klein (_Theorie der trilinear-symmetrischen
+Elementargebilde_, Marburg, 1881); im Falle der Gebilde zweiter Stufe von
+Hauck (_Journ. für Math._ 90, 97, 98), welcher einige Anwendungen derselben
+auf die darstellende Geometrie machte, die von bemerkenswertem praktischen
+Nutzen zu sein scheinen.
+
+Fast gleichzeitig mit den Arbeiten von Schubert sind diejenigen, in denen
+Le Paige mit Hilfe der Theorie der algebraischen Formen die trilineare
+Korrespondenz untersuchte und auf die Geometrie anwandte; man sehe die
+_Essais de Géométrie supérieure du troisième ordre_ (_Mém. de la Soc. des
+sciences de Liège_ II, 10) und die Noten, welche im _Bulletin de l'Académie
+de Belgique_ III, 5 und in den _Wiener Ber._ 1883 veröffentlicht sind.
+Derselbe Geometer beschäftigte sich auch mit der quadrilinearen Beziehung
+(_Torino Atti_ 17, 1882) und machte von ihr Anwendung auf die kubischen
+Flächen und gewisse Flächen vierter Ordnung (_Bulletin de l'Académie de
+Belgique_ III, 4; _Acta math._ 5).
+
+Wir unterlassen nicht, zu erwähnen, daß die duploprojektive Beziehung,
+durch welche schon 1862 F. August die kubische Oberfläche erzeugte
+(_Disquisitiones de superficiebus tertii ordinis, Berliner Dissertation_),
+eine trilineare Beziehung ist.
+
+[550] Wenn z. B. ein Dreieck ABC gegeben ist, so sei P ein beliebiger Punkt
+seiner Ebene. Es giebt nun einen Kegelschnitt K, welcher die Seiten des
+Dreieckes in den Punkten (PA, BC), (PB, CA), (PC, AB) berührt. Läßt man K
+dem P entsprechen, so hat man eine Korrespondenz von der im Texte
+angegebenen Art. Ähnlich erhält man eine duale Korrespondenz. Beide wurden
+von Montag in seiner Dissertation: _Über ein durch die Sätze von Pascal und
+Brianchon vermitteltes geometrisches Beziehungssystem_ (Breslau, 1871)
+studiert. Weitere analoge Korrespondenzen kann man aus der Beobachtung
+entnehmen, daß jeder Punkt der Ebene ABC der Mittelpunkt eines
+Kegelschnittes ist, der dem Dreiecke ABC eingeschrieben ist, eines ihm
+umgeschriebenen und eines solchen, für welchen ABC ein Polardreieck ist.
+Ähnlich: Gegeben ein Tetraeder ABCD; man kann jedem Punkte P des Raumes die
+Fläche zweiter Ordnung zuordnen, für welche P das Zentrum ist und in bezug
+auf welche ABCD ein Polartetraeder ist.
+
+[551] _Math. Ann._ 6.
+
+[552] Man sehe außerdem die Arbeiten von Godt (_Göttinger Dissertation_,
+1873), Armenante (_Lincei Atti_, 1875), Battaglini (_Giorn. di Matem._ 19,
+20), Peano (_Torino Atti_ 16) und von Amodeo (_Napoli Rend._ 1887). Die den
+Konnexen analogen Figuren im Raume wurden von Krause behandelt (_Math.
+Ann._ 14). Man sehe auch zwei Noten von Lazzeri, _Sulle reciprocità
+birazionali nel piano e nello spazio_ (_Lincei Rend._ 1886).
+
+[553] _Gauss' Werke_, 4. Bd. Eine italienische Übersetzung wurde von
+Beltrami in den _Annali di Matem_. 4 veröffentlicht.
+
+[554] Die Methoden, die geographischen Karten zu konstruieren, gehören in
+die Anwendungen der Geometrie und befinden sich deshalb nicht unter
+denjenigen, deren Geschichte wir hier verzeichnen wollen. Wir verweisen
+daher den, der alle diejenigen kennen lernen will, welche angewandt worden
+sind, auf die Schriften von Fiorini, _Le projezioni delle carte
+geografiche_ (Bologna, 1881) und Zöppritz, _Leitfaden der
+Kartenentwurfslehre_ (Leipzig, 1884). Eine Ausnahme will ich nur machen mit
+den Arbeiten von Tissot (_Comptes rendus_ 49; vgl. auch Dini, _Memoria
+sopra alcuni punti della teoria delle superficie_ [Florenz, 1868]; _Journ.
+Éc. polyt._ 37; _Nouv. Ann._ II, 17 flgg.), weil sie ein großes Interesse
+auch vom Standpunkte der reinen Wissenschaft haben.
+
+[555] Diese Abbildung, die man heute die »sphärische« nennt, wurde vor Gauß
+von O. Rodrigues im Jahre 1815 angegeben; jedoch hat dieser ihre ganze
+Fruchtbarkeit nicht so in das Licht gestellt als der große deutsche
+Geometer.
+
+[556] _Journ. für Math._ 34.
+
+[557] _Comptes rendus_, 53.
+
+[558] _Phil. Mag._ 1861.
+
+[559] _Journ. für Math._ 68, oder _Grundzüge einer allgemeinen Theorie der
+Oberflächen_ (Berlin, 1870), III. T.
+
+[560] _Journ. für Math._ 65.
+
+[561] _Math. Ann._ 1.
+
+[562] S. _Journ. für Math._, _Math. Ann._ und _Göttinger Nachr._ und _Abh._
+
+[563] _Math. Ann._ 4; _Annali di Matem._ II, 1; _Göttinger Nachr._ 1871 und
+viele andere Abhandlungen, welche in den _Lombardo Rend._ und den _Bologna
+Mem._ stehen. In der Abhandlung in den _Annali_ studierte Cremona die
+Regelflächen (m + n)^{ten} Grades, welche eine m-fache und eine n-fache
+Leitlinie haben, und fand, daß deren asymptotische Kurven im allgemeinen
+algebraische Kurven von der Ordnung 2(m + n - 1) sind. Eine Konstruktion
+dieser Kurven wurde später von Halphen angegeben (_Bull. Soc. math._ 5).
+
+[564] _Math. Ann._ 3; vgl. auch das. 21, dann ziehe man auch noch eine
+Abhandlung von Brill hinzu (_Math. Ann._ 5).
+
+[565] _Annali di Matem._ II, 1.
+
+[566] _Math. Ann._ 4.
+
+[567] _Math. Ann._ 1.
+
+[568] _Annali di Matem._ II, 7.
+
+[569] Z. B. sehe man Darboux (_Bull. Soc. math._ 2), Frahm (_Math. Ann._
+7), Lazzeri (_Annali della Scuola nuova sup. di Pisa_, 6), Guccia
+(_Association française pour l'avancement des sciences, Congrès de Reims_,
+1880).
+
+[570] Ein wichtiger Begriff, den Clebsch bei seinen Studien über die
+Abbildung der Regelflächen aufstellte (_Math. Ann._ 5), ist der des Typus
+einer Fläche. Zwei Flächen sind von demselben Typus, wenn bei der Abbildung
+der einen auf die andere es keine Fundamentalpunkte giebt, z. B, ist die
+römische Fläche von Steiner von demselben Typus mit der Ebene.
+
+[571] S. die _Collectanea mathematica in memoriam D. Chelini_.
+
+[572] _Comptes rendus_, 1868.
+
+[573] _Math. Ann._ 3.
+
+[574] _Annali di Matem._ II, 5; _Göttinger Nachr._ 1871 und 1873.
+
+[575] _Math. Ann._ 4, 9, 10.
+
+[576] Die Flächen vierter Ordnung, von denen man die Abbildung auf eine
+Ebene kennt, sind die rationalen Regelflächen, die römische Fläche, die
+Oberflächen mit einer Doppelgeraden oder einem doppelten Kegelschnitte, die
+Monoide und eine Oberfläche, die einen uniplanaren Doppelpunkt hat (s. eine
+Abhandlung von Nöther in den _Göttinger Nachr._ 1871 und eine von Cremona
+in den _Collectanea mathematica_). Wer die Abbildung einer Oberfläche auf
+einer anderen studieren will, darf die schönen Untersuchungen von Zeuthen
+(s. die vorige Note und _Comptes rendus_, 1870) nicht übergehen und die
+darauf folgenden von Krey (_Math. Ann._ 18) und Voß (_Math. Ann._ 27);
+einen nicht geringen Nutzen kann er auch aus der von Kantor (_Journ. für
+Math._ 95) aufgestellten Korrespondenz ziehen, die zwischen den Punkten
+einer gewissen kubischen Fläche und gewissen Tripeln von Punkten einer
+Ebene besteht.
+
+[577] _Math. Ann._ 3.
+
+[578] _Math. Ann._ 3.
+
+[579] _Aperçu historique_, Note 28.
+
+[580] _Lincei Mem._ 1876, 1877, 1878. Vgl. eine Note von Nöther in den
+_Erlanger Sitzungsberichten_, 1878.
+
+[581] _Aufgaben und Lehrsätze aus der analyt. Geom. d. Raumes_, S. 403 flg.
+
+[582] _Journ. für Math._ 49.
+
+[583] S. Note 563. Vgl. auch Sturm, _Math. Ann._ 19.
+
+[584] _Proc. Math. Soc._ 3.
+
+[585] _Math. Ann._ 3.
+
+[586] _Lombardo Rend._ 1871; _Annali di Matem._ II, 5; _Bologna Mem._
+1871-1872. Man sehe auch die neuesten Arbeiten desselben Geometers in den
+_Transactions of Edinburgh_ 32, II. Th. und in den _Irish Trans._ 28 und
+_Proc. math. Soc._ 15.
+
+[587] _Aufgaben und Lehrsätze aus der analyt. Geom. des Raumes_, 1837, S.
+417-418, Anmerkung.
+
+[588] Unter diesen führe ich die Abhandlung von de Paolis an: _Sopra un
+sistema omaloidico formato da superficie d'ordine_ n _con un punto_ (n -
+1)_-plo (Giorn. di Matem._ 13) die späteren über einige spezielle
+involutorische Transformationen des Raumes von Martinetti (_Lombardo Rend._
+1885) und von Paolis (_Lincei Trans._, 1885). -- Ich bemerke hier, was ich
+im Texte nicht thun konnte, daß es möglich ist, das Punktfeld auf einer
+Geraden abzubilden und den Punktraum auf einer Ebene. Um erstere Abbildung
+auszuführen, kann man jedem Punkte der Ebene ein Punktepaar der Geraden
+entsprechen lassen (Übertragungsprinzip von Hesse, _Journ. für Math._ 66).
+Bei der zweiten kann man einem Punkte des Raumes den Kreis zuordnen, der
+den Fußpunkt des von jenem auf die darstellende Ebene gefällten Lotes zum
+Mittelpunkt und zum Radius die Länge dieses Lotes hat, indem man hinzufügt,
+daß dieser Kreis in dem einen Sinne durchlaufen wird, wenn der Punkt auf
+der einen (bestimmten) Seite der Ebene liegt, im entgegengesetzten Sinne,
+wenn auf der anderen. Die Gesetze dieser Korrespondenz wurden von Fiedler
+vereinigt, um die Cyklographie zu bilden (s. das Werk _Cyklographie_,
+Leipzig, 1883, und die dritte Ausgabe der _Darstellenden Geometrie_) und
+wurden von ihm zur Lösung einiger Probleme angewandt (s. einige
+_Mitteilungen_ für die naturforschende Gesellschaft in Zürich und _Acta
+math._ 5). Vor ihm jedoch hatte schon Crone verwandte Fragen in einer
+Dissertation behandelt, die sich in der _Tidsskrift for Mathematik_ 6
+findet.
+
+[589] Chasles, _Aperçu historique_, 2. Ausg. S. 196.
+
+[590] Magnus, _Sammlung von Aufgaben und Lehrsätzen aus der anal. Geom. der
+Ebene_, 1833, S. 188 und 198.
+
+[591] Voß, _Math. Ann._ 13; Segre, _Torino Mem._ II, 37; Sturm, _Math.
+Ann._ 26. In diesen Abhandlungen wird der Leser auch die weiteren
+bibliographischen Einzelheiten finden.
+
+[592] Sturm, a. a. O.; Montesano, _Lincei Mem._ 1886.
+
+[593] Lüroth, _Math. Ann._ 11, 13; Schröter (das. 20); Veronese, _Lincei
+Mem._ 1881. S. auch einige der Abhandlungen, die sich in den _Gesammelten
+Werken_ von Möbius 2 finden. Auch die Arbeiten von Rosanes führen wir hier
+an (_Journ. für Math._ 88, 90, 95, 100), von Sturm (_Math. Ann._ 1, 6, 10,
+12, 15, 19, 22, 28; _Proc. math. Soc._ 7), und von Pasch (_Math. Ann._ 23,
+26), die verwandte Gegenstände behandeln; dann noch die von Stephanos
+(_Math. Ann._ 23), von H. Wiener (_Rein geometrische Theorie der
+Darstellung binärer Formen durch Punktgruppen auf der Geraden_, Darmstadt,
+1885), von Segre (_Torino Mem._ II, 28 und _Journ. für Math._ 100), von
+Sannia (_Lezioni di geometria projettiva_, in Neapel im Drucke befindlich)
+über die Kollineationen und Korrelationen.
+
+[594] _Math. Ann._ 3.
+
+[595] _Giorn. di Matem._ 10.
+
+[596] Man sehe die beiden von ihm 1884 zu Messina veröffentlichten
+Abhandlungen.
+
+[597] _Lombardo Rend._ 1886; _Lincei Rend._ 1885.
+
+[598] _Die Geometrie der Lage._
+
+[599] _Giorn. di Matem._ 21.
+
+[600] _Lombardo Rend._ II, 14 und 15.
+
+[601] _Journ. für Math._ 94.
+
+[602] _Lincei Mem._ 1884-1885.
+
+[603] _Wiener Ber._ 1881; _Journ. für Math._ 97.
+
+[604] _Math. Ann._ 19 und 28.
+
+[605] _Math. Ann._ 23.
+
+[606] _Journ. für Math._ 82, in dem Aufsatze über reciproke Verwandtschaft
+von F^2-Systemen und [Phi]^2-Geweben.
+
+[607] Über das gemeine Nullsystem vergl. die Note 610 des nächsten
+Abschnittes
+
+[608] »Bis in die neueren Zeiten stand die analytische Methode, wie sie
+Cartesius geschaffen, sozusagen nur auf einem Fuße. Plücker kommt die Ehre
+zu, sie auf zwei gleiche Stützen gestellt zu haben, indem er ein
+ergänzendes Koordinatensystem einführte. Diese Entdeckung war daher
+unvermeidlich geworden, nachdem einmal die Tiefblicke Steiners dem Geiste
+der Mathematiker zugeführt waren.« Sylvester, _Phil. Mag_. III, 37, 1850,
+S. 363. Vgl. _Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik_ 2, S. 453.
+
+[609] S. _Phil. Trans._, 1865, S. 725; 1866, S. 361.
+
+[610] Es ist wohl zu beachten, daß ein linearer Komplex ein reciprokes
+Nullsystem veranlaßt und daß dieses zuerst von Giorgini (_Memorie della
+Società italiana delle scienze_ 20, 1827), dann aber auch von Möbius
+(_Lehrbuch der Statik_ I; vgl. auch _Journ. für Math._ 10, 1833) und von
+Chasles (_Aperçu historique_, 1837) in ihren statischen und kinematischen
+Untersuchungen und von demselben Chasles und Staudt bei der Bestimmung der
+involutorischen reciproken Beziehungen gefunden wurde.
+
+[611] _Cambridge Trans._ 11, Teil 2; _Quart. Journ._ 3.
+
+[612] _Giorn. di Matem._ 6, 7, 10, 18. Wenn auch Battaglini seinen Studien
+über die quadratischen Komplexe eine Gleichung zu Grunde legte, die nicht
+den allgemeinsten Komplex ihres Grades darstellt, so gelten doch viele von
+den Schlüssen, die er gemacht hat, -- man kann sagen alle, mit Ausnahme
+derjenigen, welche sich auf die singuläre Fläche und die singulären
+Strahlen des Komplexes beziehen -- für allgemeine Komplexe, indem sie
+unabhängig sind von der Gestalt dieser Gleichung. Auch die von ihm
+aufgestellten Formeln passen sich mit leichten Änderungen größtenteils dem
+allgemeinen Falle an.
+
+[613] Leipzig, 1868-1869.
+
+[614] S. dessen _Examen des différentes méthodes_ etc.
+
+[615] _Math. Ann._ 2, 5, 7, 22, 23 (darin der Wiederabdruck der 1868 in
+Bonn erschienenen Dissertation: _Über die Transformation der allgemeinen
+Gleichung des zweiten Grades zwischen Linienkoordinaten auf eine kanonische
+Form_), 28. Außerdem enthalten viele Arbeiten von Klein über Fragen der
+höheren Algebra oder der höheren Analysis, die in den _Math. Ann._ und
+sonst veröffentlicht sind, ziemlich oft Betrachtungen, welche der Geometrie
+der Geraden angehören.
+
+[616] _Torino Mem._ II, 36.
+
+[617] _Journ. für Math._ 75, 76; _Habilitationsschrift_ (Gießen, 1870).
+
+[618] _Math. Ann._ 1.
+
+[619] _Math. Ann._ 2.
+
+[620] _Lincei Mem._ 1884-1885.
+
+[621] _Math. Ann._ 2, 5.
+
+[622] _Math. Ann._ 7. Man kann es nur beklagen, daß die in verschiedener
+Beziehung so ausgezeichnete Arbeit von Weiler eine große Zahl von
+Ungenauigkeiten enthält.
+
+[623] _Math. Ann._ 8, 9, 10, 12, 13. S. auch Schubert das. 12 und dessen
+_Abzählende Geometrie_.
+
+[624] _Comptes rendus_ 74, 75;_ Bull. Soc. math._ 1.
+
+[625] _Göttinger Nachr._ 1869.
+
+[626] _Göttinger Nachr._ 1869.
+
+[627] _Lincei Mem._ 1877-1878.
+
+[628] _Giorn. di Matem._ 8; _Lombardo Rend._ II, 12, 13, 14.
+
+[629] _Math. Ann._ 5. Vgl. eine Abhandlung von Cremona, gelesen vor der
+_Accademia dei Lincei_ (_Atti_ II, 3).
+
+[630] _Journ. für Math._ 98. Vgl. auch 95 und 97.
+
+[631] _Liouvilles Journ._ 4.
+
+[632] _Die Geometrie der Lage_, 2. Abt. 2. Aufl., in der sich die von Reye
+in dem _Journ. für Math._ veröffentlichten synthetischen Arbeiten über die
+Geometrie der Geraden vereinigt finden.
+
+[633] _Zeitschr. f. Math._ 20.
+
+[634] _Dissertation_ (Berlin, 1879) oder _Math. Ann._ 15.
+
+[635] _Giorn. di Matem._ 17; _Lincei Rend._ 1879.
+
+[636] _Torino Atti_, 1881.
+
+[637] _Journ. für Math._ 91, 92, 93, 94, 95, 97.
+
+[638] _The Messenger of Mathematics_ II, 13.
+
+[639] _Liouvilles Journ._ II, 17.
+
+[640] S. Note 629.
+
+[641] _Math. Ann._ 5.
+
+[642] _Ann. Éc. norm._ II, 6; _Grunerts Arch._ 40.
+
+[643] _Ann. Éc. norm._ III, 1.
+
+[644] S. Note 628.
+
+[645] _Nouv. Ann._ II, 2; _Liouvilles Journ._ II, 19.
+
+[646] _Die Geometrie der Lage_.
+
+[647] _Göttinger Nachr._ 1870.
+
+[648] _Journ. für Math._ 95; _Zeitschr. f. Math._ 24, 27.
+
+[649] _Sugli enti geometrici dello spazio di rette generati dalle
+intersezioni dei complessi correspondenti in due o pin fasci projettivi di
+complessi lineari_ (Piazza Armerina, 1882).
+
+[650] _Proc. math. Soc._ 10; _Collectanea mathematica_, 1881.
+
+[651] _Math. Ann._ 13.
+
+[652] _Mémoire de géométrie vectorielle sur les complexes du second ordre,
+qui ont un centre de figure_ (_Liouvilles Journ._ III, 8).
+
+[653] _Sui complessi di rette di secondo grado generati da due fasci
+projettivi di complessi lineari_ (Napoli, 1886), und _Napoli Rend._ 1886.
+
+[654] _Math. Ann._ 23; _Giorn. di Matem._ 23; _Torino Atti_, 1884.
+
+[655] _Applications de Géometrie et de Mechanique_, 1822.
+
+[656] _Journ. Éc. polyt._ 14.
+
+[657] _Comptes rendus_ 20.
+
+[658] _Liouvilles Journ._ 15.
+
+[659] _Journ. Éc. polyt._ 38.
+
+[660] _Irish Trans._ 16, 1831.
+
+[661] Bd. 57.
+
+[662] Die Eigenschaften der unendlich dünnen Strahlenbündel, mit denen
+Kummer sich in dieser Abhandlung beschäftigt, gaben später (1862) Stoff zu
+einer schönen Arbeit von Möbius (_Leipziger Ber._ 14; _Werke_ 4), an welche
+sich dann die von Zech (_Zeitschr. f. Math._ 17) veröffentlichten
+Untersuchungen knüpfen; vgl. auch eine neuerliche Abhandlung von Hensel
+(_Journ. für Math._ 102).
+
+[663] _Berliner Abh._ 1866.
+
+[664] Von noch erschienenen Arbeiten, die man als eine Fortsetzung derer
+von Kummer ansehen kann oder die auf anderem Wege zu dessen Resultaten
+geführt haben, erwähne ich: Reye (_Journ. für Math._ 86 und 93), Hirst
+(_Proc. math. Soc._ 16), Stahl (s. Note 637), Caporali (_Napoli Rend._
+1879), Loria (_Torino Atti_, 1884 und 1886) -- oder von solchen, die zu
+diesen einige neue Formeln oder ein neues algebraisches Strahlensystem
+hinzugefügt haben: Kummer (_Berliner Ber._ 1878), Masoni (_Napoli Rend._
+22), Roccella (s. Note 649), Hirst (_Proc. math. Soc._ 16 und 17;
+_Rendiconti del Circolo mathematico di Palermo_ 1), Sturm (_Math. Ann._ 6;
+_Journ. für Math._ 101).
+
+[665] Zum Beweise, daß die Fragen, auf welche sich diese Arbeiten beziehen,
+bei einigen Gelehrten jene Ruhe und Unparteilichkeit des Urteils, die immer
+bei ihren Diskussionen walten sollte, aufgehoben haben, will ich hier zwei
+Stellen anführen, die eine von einem Schriftsteller, der allen, welche sich
+mit Philosophie beschäftigen, sehr wohl bekannt ist, die andere aus einer
+Zeitschrift, die in Deutschland ziemlich verbreitet ist: ».... so gewiß ist
+es logische Spielerei, ein System von vier oder fünf Dimensionen noch Raum
+zu nennen. Gegen solche Versuche muß man sich wahren; sie sind Grimassen
+der Wissenschaft, die durch völlig nutzlose Paradoxien das gewöhnliche
+Bewußtsein einschüchtern und über sein gutes Recht in der Begrenzung der
+Begriffe täuschen« (Lotze, _Logik_, S. 217). »Die absolute oder
+Nicht-Euklidische Geometrie, die Geometrie des endlichen Raumes und die
+Lehre von n Raumdimensionen sind entweder Karrikaturen oder
+Krankheitserscheinungen der Mathematik« (J. Gilles, _Blätter für das
+Bayrische Gymnasial- und Realschulwesen_ 28, S. 423). Man sehe auch die
+heftigen Äußerungen Dührings, die von Erdmann in seiner trefflichen
+Abhandlung: _Die Axiome der Geometrie_ (Leipzig, 1877, S. 85) wiedergegeben
+sind, ferner Kroman, _Unsere Naturerkenntnis_, deutsch von Fischer-Benzon
+(Kopenhagen, 1883, S. 145 bis 175); endlich die Kap. 13 und 14 des Werkes
+von Stallo, _La matière et la physique moderne_ (Paris, 1884). Auf Vorwürfe
+von der oben erwähnten Art erwidern wir mit d'Alembert: »_Allez en avant,
+et la foi vous viendra!_«
+
+[666] Als Litteraturnachweis für diesen Teil der Geometrie sehe man die
+Artikel von G. Bruce-Halsted, veröffentlicht im _Amer. Journ._ 1 und 2.
+
+[667] Es ist dieser Satz: »Wenn bei einer Geraden, welche zwei andere
+schneidet, die Summe der inneren Winkel auf derselben Seite kleiner als
+zwei Rechte ist, so schneiden sich letztere auf derselben Seite.«
+D'Alembert nannte diesen Satz: »_l'écueil et le scandale des éléments de la
+géométrie_«.
+
+[668] Eine Zeit lang glaubte man, daß der fragliche Satz von Euklid unter
+die Axiome gestellt sei; aber neuere historische Untersuchungen (s. Hankel,
+_Vorlesungen über komplexe Zahlen und ihre Funktionen_, S. 52) neigen zu
+der Ansicht, daß derselbe irrtümlicher Weise von den Abschreibern zu den
+Axiomen geschrieben sei, während er im Originale unter den Postulaten
+gestanden hatte.
+
+[669] Vgl. _Die Elemente der Mathematik_ von Baltzer, 4. Teil, Planimetrie.
+
+[670] Man erzählt, Lagrange habe beobachtet, daß die sphärische Geometrie
+von dem Euklidischen Postulate unabhängig sei, und gehofft, aus dieser
+Beobachtung eine Art und Weise ableiten zu können, den Ungelegenheiten der
+Euklidischen Methode zu entgehen, indem er die ebene Geometrie als die
+Geometrie auf einer Kugel mit unendlich großem Radius betrachtete.
+
+[671] _Briefwechsel zwischen Gauss und Schumacher_, herausgegeben von
+Peters, 6 Bände (Altona, 1860-1865); die betreffenden Stellen dieses
+Briefwechsels sind von Hoüel ins Französische übersetzt und seiner 1866
+erschienenen französischen Übersetzung von Lobatschewskys _Geometrischen
+Untersuchungen_ (vgl. Note 10) zugefügt.
+
+[672] Vgl. die Gedächtnisschrift auf Gauß von Schering in den _Göttinger
+Abh._ 22 (1877).
+
+[673] _Göttingische Gelehrte Anzeigen_, 1816 und 1822; oder _Gauss' Werke_
+4 (1873), S. 364 und 368. Vgl. auch Sartorius von Waltershausen, _Gauss zum
+Gedächtnis_ (Leipzig, 1856), S. 81. -- Möge es gestattet sein, hier die
+Mitteilung anzuschließen, daß Gauß das alte Problem der Kreisteilung, in
+dem man seit zwei Jahrtausenden nicht vorwärts gekommen war, durch
+Untersuchungen auf einem Gebiete wesentlich gefördert hat, das ohne
+Zusammenhang mit diesem Problem schien und auf welchem man solchen Gewinnst
+für die Geometrie nicht erwartete (_Disquisitiones arithmeticae_, Leipzig,
+1801; _Werke_ 1; vgl. Bachmann, _Die Lehre von der Kreisteilung_, Leipzig,
+1872), indem er zeigte, daß die Teilung in n Teile mit Hilfe von Lineal und
+Zirkel auch noch möglich ist, wenn n eine Primzahl von der Form 2^m +1 ist.
+Man sehe hierzu auch Legendre, _Éléments de trigonométrie_, Anhang;
+Richelot, Staudt, Schröter, _Journ. für Math._ 9, 24, 75; Affolter, _Math.
+Ann._ 6.
+
+[674] _Courier von Kasan_, 1829-1830; _Abhandlungen der Universität Kasan_,
+1835, 1836, 1837, 1838; _Geometrische Untersuchungen über die Theorie der
+Parallellinien_ (Berlin, 1810); _Journ. für Math._ 17.
+
+[675] Die Schrift von Johann Bolyai erschien als Anhang des Werkes von W.
+Bolyai: _Tentamen juventutem studiosam in elementa matheseos purae .....
+introducendi_, 2. Bd. (Maros-Vásárhely 1833), wurde dann ins Französische
+übersetzt von Hoüel _(Mémoires de Bordeaux)_, ins Italienische von
+Battaglini (_Giorn. di Matem._ 5).
+
+[676] Es ist das Verdienst Hoüels (?--1886) und Battaglinis, die Werke von
+Lobatschewsky und Bolyai durch Übersetzungen und vorzügliche Kommentare (s.
+Note 7 und 11 und _Giorn. di Matem._ 5 und 8) verbreitet zu haben. -- Heute
+ist es leicht, die Nicht-Euklidische Geometrie zu lernen, da Flye S^{te}
+Marie (_Etudes analytiques sur la théorie des parallèles_, Paris, 1871),
+Frischauf (_Elemente der absoluten Geometrie_, Leipzig, 1876) und de Tilly
+(_Essai sur les principes fundamentaux de la géométrie et de la mécanique_,
+Bordeaux, 1879) methodische Bearbeitungen derselben geschrieben haben. In
+England wurden die neuen Ideen über die Prinzipien der Geometrie bearbeitet
+und herrlich dargestellt von Clifford; man sehe die Schrift _Lectures and
+Essays_, sowie die von Smith den _Mathematical Papers by W. K. Clifford_
+(London, 1882) vorausgeschickte Einleitung.
+
+[677] _Göttinger Abh._ 13 (1867), oder _Gesammelte Werke_ (Leipzig, 1876),
+ins Französische übersetzt von Hoüel (_Annali di Matem._ II, 3), ins
+Englische von Clifford (_Nature_ 8 oder _Mathematical Papers_ S. 55).
+
+[678] In der Abhandlung _Über die Thatsachen, welche der Geometrie zu
+Grunde liegen_ (_Göttinger Nachr._ 1868).
+
+[679] Hierzu sehe man _Populäre wissenschaftliche Vorträge_ von Helmholtz
+(Braunschweig, 1871-1876); _Revue des cours scientifiques_, 9. Juli 1870
+etc.
+
+[680] _Giorn. di Matem._ 6. Dieser Artikel wurde ins Französische übersetzt
+von Hoüel und veröffentlicht in den _Ann. Éc. norm._ 6, 1869.
+
+[681] Man vergleiche hierzu die Worte, mit denen d'Alembert die Meinung
+zurückwies, daß die Wahrheiten der Mechanik experimentelle seien (_Traité
+de Dynamique_, Paris, 1858, _Discours préliminaire_, S. XII), mit den
+folgenden von Clifford (_The Common Sense of the Exact Sciences_, London,
+1885, _International Scientific Series_ 51): »In derselben Weise, wie wir,
+um irgend einen Zweig der Physik zu schaffen, von der Erfahrung ausgehen
+und auf unsere Experimente eine gewisse Anzahl von Axiomen stützen, welche
+solchergestalt die Grundlage desselben bilden, so sind die Axiome, die wir
+als Grundlage der Geometrie nehmen, wenn auch weniger offenbar, in der That
+ein Ergebnis der Erfahrung.« Man sehe auch das Werk von Hoüel, _Du rôle de
+l'expérience dans les sciences exactes_ (Prag, 1875), oder die Übersetzung,
+die davon in _Grunerts Arch._ 59 veröffentlicht wurde.
+
+[682] Ich bemerke, daß, wer die _Ausdehnungslehre_ des großen deutschen
+Geometers und Philologen Hermann Graßmann liest, mit Erstaunen sehen wird,
+daß er schon 1844 zu Schlüssen gelangt war, die von den im Texte
+angegebenen nicht sehr verschieden sind. Aber wer weiß nicht, daß, um
+geschätzt zu werden, dieses ausgezeichnete Werk nötig hatte, daß andere auf
+einem anderen Wege zu den äußerst originellen Wahrheiten gelangten, die es
+enthält? -- Hier scheint es mir angebracht zu sein, eine Erklärung zu
+geben, welche zu meiner Rechtfertigung dient. Bei dieser kurzen Geschichte
+der Kämpfe, welche die Geometer in diesen letzten Zeiten ausgefochten
+haben, traf es sich selten und nur flüchtig, daß ich Arbeiten von Graßmann
+zitierte, und ich glaube nicht, daß ich noch Gelegenheit haben werde,
+diesen Namen auszusprechen. Das heißt nicht, daß dieser Geometer nicht der
+Erwähnung würdig sei, daß seine Entdeckungen und seine Methoden nicht
+verdienten, bekannt zu werden; aber es liegt daran, daß der Formalismus, in
+den er seine Gedanken gekleidet, sie den meisten unzugänglich gemacht und
+ihnen fast jede Möglichkeit genommen hat, irgend einen Einfluß auszuüben.
+Graßmann war während eines großen Teiles seines Lebens ein Einsiedler in
+der Mathematik; nur während seiner letzten Jahre befaßte er sich damit,
+etliche seiner Produktionen in modernem Gewande zu veröffentlichen, um
+deren Verwandtschaft mit denen seiner Zeitgenossen zu zeigen (man sehe
+_Math. Ann._ 10, 12; _Göttinger Nachr._ 1872; _Journ. für Math._ 84); daher
+ist es natürlich, daß ihn zu nennen demjenigen selten widerfährt, welcher
+sich vornimmt, die Errungenschaften zu beschreiben, die man den vereinten
+Anstrengungen der modernen Geometer verdankt. -- Man vergleiche Peano,
+_Calcolo geometrico secondo l'Ausdehnungslehre di H. Grassmann preceduto
+dalle operazioni della logica deduttiva_ (Turin, 1888). -- Über die
+wissenschaftlichen Verdienste Graßmanns sehe man einen Artikel von Cremona
+in den _Nouv. Ann._ I, 19, dann den 14. Bd. der _Math. Ann._ und den 11.
+Bd. des _Bulletino di Bibliografia e di Storia delle Scienze matematiche_.
+Ein Vergleich zwischen den Methoden Graßmanns und anderen moderneren wurde
+von Schlegel in der _Zeitschr. f. Math._ 24 gemacht.
+
+[683] _Über die sogenannte Nicht-Euklidische Geometrie_ (_Math. Ann._ 4).
+
+[684] _Nouv. Ann._ 12.
+
+[685] _Phil. Trans._ 149; vgl. Clifford, _Analytical Metrics_ (_Quart.
+Journ._ 1865, 1866 oder _Mathematical Papers_, S. 80).
+
+[686] Eine spätere Abhandlung von Klein unter demselben Titel (_Math. Ann._
+6) ist zur Ergänzung einiger Punkte der ersteren bestimmt. An dieselbe
+knüpfen sich die wichtigen Untersuchungen von Lüroth und Zeuthen (_Math.
+Ann._ 7), von Thomae (vgl. die 2. Aufl. der _Geometrie der Lage_ von Reye),
+von Darboux (_Math. Ann._ 17), von Schur (das. 18), de Paolis (_Lincei
+Mem._ 1880-1881) und von Reye (3. Aufl. der _Geometrie der Lage_) über den
+Fundamentalsatz der projektiven Geometrie.
+
+[687] _Études de mécanique abstraite_ (_Mémoires couronnées par l'Académie
+de Belgique_ 21, 1870).
+
+[688] _Bulletin de l'Académie de Belgique_ II, 36; _Torino Mem._ II, 29;
+_Mem. de la società italiana delle scienze_ III, 2.
+
+[689] _Wiener Ber._ 1874. Man sehe auch die schöne Abhandlung von Beltrami:
+_Sulle equazioni generali dell' elasticità_, in den _Annali di Matem._ II,
+10.
+
+[690] _Sull' applicabilità delle superficie degli spazii a curvatura
+costante_ (_Lincei Atti_ III, 2).
+
+[691] _Lincei Rend._ 1873 und 1876.
+
+[692] _Annali di Matem._ II, 6, 7; _Giorn. di Matem._ 13; _Torino Atti_,
+1876; _Lincei Mem._ III, 3; _Lombardo Rend._ 1881.
+
+[693] _Lincei Mem._ 1877-1878.
+
+[694] _Lombardo Rend._ II, 14, 15.
+
+[695] _Math. Ann._ 5.
+
+[696] _Math. Ann._ 7.
+
+[697] _Göttinger Nachr._ 1873.
+
+[698] _Amer. Journ._ 2, 4, 5.
+
+[699] _Die Massfunktionen in der analytischen Geometrie._ Programm (Berlin,
+1873).
+
+[700] _Math. Ann._ 10.
+
+[701] _Quart. Journ._ 18.
+
+[702] _On the theory of screws in elliptic space._ (_Proc. math. Soc._ 15
+und 16).
+
+[703] Die interessantesten von den mir bekannten sind die von Segre, _Sulle
+geometrie metriche dei complessi lineari e delle sfere_, veröffentlicht in
+den _Torino Atti_, 1883.
+
+[704] Das Produkt zweier Strecken ist eine Fläche, das dreier ein Körper,
+was ist das geometrische Bild des Produktes von vieren? -- Die analytischen
+Geometer der Cartesischen Epoche bezeichneten dasselbe durch das Wort
+»sursolide« (überkörperlich), welches sich in ihren Schriften findet; man
+kann sie daher als diejenigen ansehen, welche zuerst die im Texte erwähnte
+Richtung eingeschlagen haben.
+
+[705] S. Cayley, _A memoir on abstract Geometry_ (_Phil. Trans._ 1870);
+vgl. auch _Cambridge Journ._ 4, 1845.
+
+[706] _Comptes rendus_, 1847.
+
+[707] Überdies scheint es außer Zweifel zu stehen, daß Gauß ausgedehnte und
+bestimmte Ideen über die Geometrie von mehreren Dimensionen gehabt hat;
+vgl. Sartorius von Waltershausen, a. O. S. 81 (s. Note 673 des vor.
+Abschn.).
+
+[708] _Théorie des fonctions analytiques_ (Paris, an V, S. 223).
+
+[709] Ich darf nicht verschweigen, daß schon 1827 Möbius einen Einblick
+hatte, wie durch Zulassung der Existenz eines vierdimensionalen Raumes ein
+unerklärlicher Unterschied zwischen der Ebene und dem Raume aufgehoben
+wird; dieser Unterschied besteht darin, daß, während man zwei in Bezug auf
+eine Gerade symmetrische ebene Figuren immer zur Deckung bringen kann, es
+nicht möglich ist, zwei räumliche in Bezug auf eine Ebene symmetrische
+Figuren zusammenfallen zu lassen. Später bemerkte Zöllner beiläufig, wie
+die Existenz eines vierdimensionalen Raumes gewisse Bewegungen zulassen
+würde, die wir für unmöglich halten; die folgenden Resultate können als
+Beispiele zu dieser Beobachtung dienen: Newcomb zeigte (_Amer. Journ._ 1),
+daß, wenn es einen Raum von vier Dimensionen giebt, es möglich ist, die
+beiden Seiten einer geschlossenen materiellen Fläche umzuwechseln, ohne
+dieselbe zu zerreißen. Klein bemerkte (_Math. Ann._ 9), daß bei dieser
+Voraussetzung die Knoten nicht erhalten bleiben könnten, und Veronese
+führte (in der 1881 an der Universität zu Padua gehaltenen _Prolusione_)
+die Thatsache an, daß man dann aus einem geschlossenen Zimmer einen Körper
+herausnehmen könne, ohne die Wände desselben zu zerbrechen. Hoppe gab
+(_Grunerts Arch._ 64) Formeln an, welche die Beobachtungen Kleins
+illustrierten. Diese Formeln erforderten einige Modifikationen, die von
+Durège angegeben wurden (_Wiener Ber._ 1880); vgl. auch _Grunerts Arch._ 65
+und die synthetischen Betrachtungen von Schlegel, _Zeitschr. f. Math._ 28.
+
+[710] _Annali di Matem._ II, 2 und 5.
+
+[711] _Journ. für Math._ 65; _Annali di Matem._ II, 5.
+
+[712] _Journ. für Math._ 83.
+
+[713] _Amer. Journ._ 2.
+
+[714] _Die Nicht-Euklidischen Raumformen in analytischer Behandlung_,
+Leipzig, 1885.
+
+[715] _Math. Ann._ 27.
+
+[716] _Annali di Matem._ II, 4.
+
+[717] _Proc. math. Soc._ 7 oder _Mathematical Papers_, S. 236.
+
+[718] _Bull. sciences math._ 11, 1876.
+
+[719] _Comptes rendus_, 79.
+
+[720] _Journ. für Math._ 70 flgg., _Quart. Journ._ 12.
+
+[721] _Proc. math. Soc._ 9.
+
+[722] _Berliner Dissertation_, 1880.
+
+[723] _Phil. Trans._ 175.
+
+[724] _Journ. für Math._ 98.
+
+[725] Nach Lipschitz hatte Lejeune-Dirichlet (1805-1859) das allgemeine
+Gravitationsgesetz im elliptischen Raume studiert. Diese Studien wurden
+dann von Schering bearbeitet und in den _Göttinger Nachr._ 1870 und 1873
+veröffentlicht.
+
+[726] _Comptes rendus_ 79.
+
+[727] _Math. Ann._ 19.
+
+[728] Hoppe machte analoge Untersuchungen für die Kurven des
+vierdimensionalen Raumes (_Grunerts Arch._ 64).
+
+[729] _Amer. Journ._ 4.
+
+[730] _Berliner Ber._ 1869.
+
+[731] _Math. Ann._ 7; _Zeitschr. f. Math._ 20, 21, 24.
+
+[732] _Journ. für Math._ 70 und 72.
+
+[733] _Journ. für Math._ 70.
+
+[734] _Math. Ann._ 24.
+
+[735] _Bull. sciences math._ I, 4.
+
+[736] _Math. Ann._ 26.
+
+[737] _Collectanea mathematica; Annali di matem._ II, 10.
+
+[738] _Göttinger Nachr._, 1871.
+
+[739] _Math. Ann._ 5.
+
+[740] _Journ. für Math._ 81; _Comptes rendus_ 82.
+
+[741] _Amer. Journ._ 4.
+
+[742] _Journ. für Math._ 74 oder _Quart. Journ._ 12. Ich füge noch hinzu,
+daß Salmon und Cayley sich der Räume von mehreren Dimensionen in ihren
+Untersuchungen über die Theorie der Charakteristiken (§ IV) bedient haben,
+daß Mehler, _Journ. für Math._ 84, eine Anwendung von der Betrachtung eines
+vierdimensionalen Raumes für Untersuchungen über dreifache Systeme
+orthogonaler Oberflächen, und daß Lewis davon eine ähnliche Anwendung
+machte bei der Betrachtung einiger Trägheitsmomente (_Quart. Journ._ 16).
+Dann fand Wolstenholme, daß die Zahl der Normalen, die man von einem Punkte
+eines d-dimensionalen Raumes an eine Oberfläche von der n^{ten} Ordnung
+ziehen kann,
+
+ n
+ --- { (n-1)^d - 1 }
+ n-2
+
+beträgt (_Educational Times_ 10).
+
+[743] _Von den Elementen und Grundgebilden der synthetischen Geometrie_
+(Bamberg, 1887).
+
+[744] _Grunerts Arch._ 64.
+
+[745] _Bull. Soc. math._ 10.
+
+[746] _Grunerts Arch._ 70.
+
+[747] _Amer. Journ._ 3.
+
+[748] _Grunerts Arch._ 66, 67, 68, 69.
+
+[749] _Nova Acta der Leopold.-Carol. Akademie_ 44.
+
+[750] _Die polydimensionalen Grössen und die vollkommenen Primzahlen._
+
+[751] _Von Körpern höherer Dimensionen_ (Kaiserslautern, 1882).
+
+[752] _Wiener Ber._ 90.
+
+[753] _Wiener Ber._ 89 und 90.
+
+[754] Diese bilden eine der merkwürdigsten von den durch L. Brill in
+Darmstadt veröffentlichten Serien von Modellen.
+
+[755] _Journ. für Math._ 31, S. 213. Liest man die wenigen Seiten, welche
+die Abhandlung von Cayley bilden, so gewinnt man die Überzeugung, daß er
+schon 1846 einen klaren Einblick von der Nützlichkeit hatte, welche der
+gewöhnlichen Geometrie der Lage die Betrachtung des Raumes von mehreren
+Dimensionen bringen könne.
+
+[756] _Histoire de l'astronomie moderne_ 2, S. 60.
+
+[757] _Phil. Trans._ 1878 oder _Mathematical Papers_ S. 305.
+
+[758] _Math. Ann._ 19.
+
+[759] Unter den in der Abhandlung von Veronese bearbeiteten Untersuchungen
+sind die über die Konfigurationen besonderer Erwähnung wert, ferner die
+Formeln, welche -- als eine Erweiterung derer von Plücker und Cayley -- die
+gewöhnlichen Singularitäten einer Kurve eines n-dimensionalen Raumes unter
+einander verknüpfen, die Erzeugung von in einem solchen Raume enthaltenen
+Oberflächen durch projektive Systeme und die Anwendung derselben auf das
+Studium einiger Oberflächen unseres Raumes; dann kann ich nicht
+stillschweigend übergehen die Studien über die in einem quadratischen
+Gebilde von n Dimensionen enthaltenen linearen Räume, die Veronese gemacht
+hat, um einige Sätze von Cayley zu erweitern (_Quart. Journ._ 12), indem er
+die von Klein (_Math. Ann._ 5) verallgemeinerte stereographische Projektion
+anwandte, ferner nicht etliche wichtige Resultate über die Kurven, von
+denen übrigens einige schon Clifford (_Phil. Trans._, 1878) auf einem
+anderen Wege erhalten hatte.
+
+[760] _Annali di Matem._ II, 11; _Lincei Mem._ 1883-1884; _Atti dell'
+Istituto Veneto_ V, 8. Letztere Abhandlung ist der darstellenden Geometrie
+des Raumes von 4 Dimensionen gewidmet und kann daher als die Ausführung
+eines Gedankens angesehen werden, den Sylvester im Jahre 1869 in seiner
+Rede vor der British Association angedeutet hat.
+
+[761] _Torino Mem._ II, 36.
+
+[762] _Lincei Mem._ 1883-1884; _Torino Mem._ II, 37; _Lincei Rend._ 1886.
+
+[763] _Torino Atti_ 19.
+
+[764] _Torino Atti_ 19, 20, 21; _Math. Ann._ 27.
+
+[765] _Math. Ann._ 24.
+
+[766] _Torino Atti_ 20.
+
+[767] _Lombardo Rend._ 1886; _Lincei Rend._ 1886. Man sehe auch desselben
+Verfassers wichtige Note: _Sui sistemi lineari, Lombardo Rend._ 82.
+
+[768] _Lombardo Rend._ 1885, 1886.
+
+[769] _Napoli Rend._ 1885, 1886. Vgl. auch Rodenberg, _Math. Ann._ 26.
+
+[770]
+
+ Ich kann sie alle hier nicht wiederholen,
+ Weil mich des Stoffes Fülle so bedrängt,
+ Daß hinter dem Gescheh'nen oft das Wort bleibt.
+ -- (Dantes _Divina Commedia_, der _Hölle_ 4. Ges. V. 145-147.)
+
+[771] _Math. Ann._ 2, 8. Man sehe auch die Abhandlung von S. Kantor, _Sur
+les transformations linéaires successives dans le même espace à_ n
+_dimensions_ (_Bull. Soc. math._ 8).
+
+[772] _Bull. Soc. math._ 2. Unter den in dieser Arbeit erhaltenen
+Resultaten heben wir folgendes hervor: »Wenn man in einem Raume von r - 1
+Dimensionen zwei algebraische Mannigfaltigkeiten vom Grade [mu] und [nu]
+ins Auge faßt, bezüglich von m und n Dimensionen, so ist der Schnitt
+derselben eine Mannigfaltigkeit von n + m - (r-1) Dimensionen und vom Grade
+[mu][nu], wofern m + n >= r - 1, und die beiden Mannigfaltigkeiten nicht
+eine solche von m + n - r + 2 oder mehr Dimensionen gemeinsam haben«, um
+den vollständigen Beweis desselben anzuführen, den Nöther in den _Math.
+Ann._ 11 geliefert hat.
+
+[773] _Lincei Mem._ 1876-1877; vgl. auch Jordan (_Bull. Soc. math._ 3). --
+Hier will ich eine Notiz machen, die im Texte nicht Platz finden konnte:
+Von vielen wurde behauptet, daß in einem Raume von konstanter positiver
+Krümmung zwei geodätische Linien, wenn sie sich treffen, im allgemeinen
+zwei Punkte gemeinsam haben; das ist nun nicht wahr, und dieses wurde
+zuerst von Klein beobachtet (_Jahrbuch über die Fortschritte der
+Mathematik_ 9, S. 313), dann von Newcomb (_Journ. für Math._ 83) und von
+Frankland (_Proc. math. Soc._ 8). Über dasselbe Thema sehe man eine
+Abhandlung von Killing (_Journ. für Math._ 86 und 89).
+
+[774] _Math. Ann._ 26; _Acta math._ 8. -- Der Abhandlung von Veronese gehen
+noch die Untersuchungen von Spottiswoode (1825-1883) voran, über die
+Darstellung der Figuren der Geometrie von n Dimensionen vermittelst
+correlativer Figuren der gewöhnlichen Geometrie (_Comptes rendus_ 81).
+
+[775] _Mémoire de Géométrie sur deux principes généraux de la science._
+
+[776] _Beiträge zur Geometrie der Lage,_ § 29.
+
+[777] _Vierteljahrsschrift der naturforschenden Gesellschaft zu Zürich_ 15,
+oder _Die darstellende Geometrie._
+
+[778] Vgl. die interessante Abhandlung von Fiedler, _Geometrie und
+Geomechanik_, erschienen in der genannten _Vierteljahrsschrift_, und in
+französischer Übersetzung in _Liouvilles Journ._ III, 4 veröffentlicht.
+
+[779] Den Nutzen, welcher der Geometrie durch die Annahme einiger Begriffe,
+die man jetzt noch als der Mechanik angehörig betrachtet, erwachsen würde,
+bezeugen der _Exposé géométrique du calcul différentiel et intégral_
+(Paris, 1861), von Lamarle (1806-1875) verfaßt, die von Mannheim der
+kinematischen Geometrie gewidmeten Partien in seinem _Cours de géométrie
+descriptive_ (Paris, 1880) und das schöne jüngst veröffentlichte Buch
+meines Freundes Peano mit dem Titel: _Applicazioni geometriche del calcolo
+infinitesimale_ (Turin, 1887).
+
+[780] Man sehe die Anhänge der _Proc. math. Soc._ seit Bd. 14.
+
+[781] _Nouv. Ann._ II, 1, 2; _Liouvilles Journ._ II, 7; _Berliner Abh._
+1865, 1866; _Berliner Ber._ 1872 oder _Borchardts Gesammelte Werke_, S.
+179, 201, 233.
+
+[782] Insbesondere _Journ. für Math._ 24 oder _Werke_, Bd. II, S. 177, 241.
+
+[783] S. _Acta Societatis scientiarum Fennicae_, 1866; _Bull. de l'Académie
+de St. Pétersbourg_ 14; _Math. Ann._ 2; _Nouv. Ann._ II, 10; _Zeitschr. f.
+Math._ 11; _Göttinger Nachr._ 1882 oder _Bull. sciences math._ II, 7;
+_Journ. für Math._ 96, 97; _Göttinger Nachr._ 1884; _Grunerts Arch._ II, 2;
+_Giorn. di Matem._ 26.
+
+[784] _Mémoires de l'Académie de Berlin,_ 1761; vgl. Legendres _Eléments de
+Géometrie_, Note IV der älteren Auflagen.
+
+[785] _Berliner Ber._ 1882; _Math. Ann._ 20; vereinfacht durch Weierstraß,
+_Berliner Ber._ 1885; man vgl. auch Rouché, _Nouv. Ann._ III, 2.
+
+[786] Die einzigen rein synthetischen Untersuchungen über die Kurven und
+Oberflächen von höherer als zweiter Ordnung, die ich kenne, sind die von
+Reye (_Geometrie der Lage_) über die ebenen kubischen Kurven, einige von
+Thieme (_Zeitschr. f. Math_ 24; _Math. Ann._ 20, 28), von Milinowski
+(_Zeitschr. f. Math._ 21, 23; _Journ. für Math._ 89, 97) und von Schur
+(_Zeitschr. f. Math._ 24). Ihnen könnte man die beiden folgenden Arbeiten
+hinzufügen, die im Jahre 1868 von der Berliner Akademie gekrönt sind:
+H. J. S. Smith, _Mémoire sur quelques problèmes cubiques et biquadratiques_
+(_Annali di Matem._ II, 3); Kortum, _Über geometrische Aufgaben dritten und
+vierten Grades_ (Bonn, 1869). Die Geometer erwarten ungeduldig die
+Veröffentlichung einer Schrift von E. Kötter, die 1886 von der Berliner
+Akademie den Steinerschen Preis erhielt und dazu berufen erscheint, in das
+Gebiet der reinen Geometrie die allgemeine Theorie der ebenen algebraischen
+Kurven zu versetzen. (Sie ist während der Anfertigung der Übersetzung
+vorliegender Schrift in den _Berliner Abh._ 1887 unter dem Titel:
+_Grundzüge einer rein geometrischen Theorie der algebraischen ebenen
+Kurven_ erschienen.)
+
+[787] Die Angemessenheit des gleichzeitigen Gebrauches der Geometrie und
+Analysis, auch in den Fragen der angewandten Mathematik, wurde ausdrücklich
+von Lamé mit folgenden Worten erklärt: _»Quand on médite sur l'histoire des
+mathématiques appliquées, on est effectivement conduit à attribuer leurs
+principales découvertes, leurs progrès les plus décisifs à l'association de
+l'analyse et de la géométrie. Et les travaux, que produit l'emploi de
+chacun de ces instruments, apparaissent alors comme des préparations, des
+perfectionnements, en attendant l'époque qui sera fécondée par leur
+réunion.«_ (_Leçons sur les coordonnées curvilignes_, 1859, S. XIII und
+XIV.)
+
+[788] Poinsot, _Comptes rendus_ 6 (1838) S. 809.
+
+ * * * * *
+
+
+Corrections made to printed original.
+
+page 17, "l'origine et le développement": 'el développement' in original.
+
+Footnote 265, "geometrische.": 'geometrisehe' in original.
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Die hauptsächlichsten Theorien der
+Geometrie, by Gino Loria
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE HAUPTSÄCHLICHSTEN ***
+
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+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
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+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
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+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
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+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
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