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+The Project Gutenberg EBook of König Nußknacker und der arme Reinhold, by
+Heinrich Hoffmann
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: König Nußknacker und der arme Reinhold
+ Ein Kindermährchen in Bildern
+
+Author: Heinrich Hoffmann
+
+Release Date: April 17, 2010 [EBook #32034]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KONIG NUSSKNACKER ***
+
+
+
+
+Produced by Ralph Janke, Jason Isbell, Markus Brenner and
+the Online Distributed Proofreading Team at
+https://www.pgdp.net (This file was made using scans of
+public domain works in the International Children's Digital
+Library.)
+
+
+
+
+
+
+ König Nußknacker
+ und der
+ arme Reinhold.
+
+ Ein Kindermährchen
+ in Bildern
+
+ von
+ Heinrich Hoffmann
+
+ Verfasser des Struwwelpeter.
+
+
+ [Illustration]
+
+
+ Freut euch und lacht!
+ Dafür ist's gemacht.
+
+ Achtzehnte unveränderte Auflage.
+
+ Frankfurt am Main.
+ _Literarische Anstalt,_
+ Rütten & Loening.
+
+
+
+
+ Großmütterlein erzählt.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Großmütterlein sitzet zur Sommerszeit
+ Im Garten an kühler Linde.
+ Da blühen die Blumen weit und breit
+ Und nicken im leisen Winde.
+
+ Die Sonne geht bald hinab zur Ruh';
+ Es summen die Bienen noch eilig;
+ Die Vöglein singen ein Lied dazu.
+ Wie ist es da schön und heilig!
+
+ Großmütterlein winkt; da kommen geschwind
+ Die Kleinen und knieen daneben.
+ Sie küßt auf die Augen ein jedes Kind
+ Und läßt sich die Händchen geben.
+
+ »Du liebes, du gutes Großmütterchen, du!
+ Wir bitten und betteln und quälen.
+ Wir lassen dich wahrlich nicht eher in Ruh',
+ Du mußt uns ein Märchen erzählen!«
+
+ Großmütterchen sprach: »Nun wohl! Es sei!
+ Ein Neues erzähl' ich euch heute.
+ Ernst geht es und spaßig her dabei.
+ Jetzt still, ihr kleinen Leute!«
+
+ Da schweigt das Vöglein; die Biene setzt
+ Sich still in die Blume tief innen.
+ Die Kinder lauschen tief athmend jetzt;
+ Großmütterlein will ja beginnen.
+
+
+
+
+ König Nußknacker und der arme Reinhold.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Weihnachtszeit, du goldne Zeit!
+ Bäume grünen weit und breit
+ Wie in warmen Frühlingstagen.
+ Und die Kinderherzen schlagen
+ In Beglückung
+ O wie fröhlich!
+ In Verzückung
+ O wie selig!
+ Schaut umher! es flimmern da,
+ Schaut umher, es schimmern da
+ Kerzen hell in dunkler Nacht,
+ Augen hell in Funkelpracht;
+ Denn es haben
+ All die Gaben
+ Reich und glänzend sich enthüllt
+ Und die Brust mit Lust erfüllt.
+ Dankend in der Eltern Arm
+ Drängt sich da der Kinder Schwarm.
+ Froher Jubel weit und breit!
+ Weihnachtszeit, du goldne Zeit!
+
+
+ [Illustration]
+
+ Aber ach! nicht aller Orten
+ Ist der Tag ein Fest geworden!
+
+ Dort im Schnee die Hütte seht,
+ Wie sie so verlassen steht!
+ Armuth, Noth und schwere Sorgen
+ Wohnen drinnen still verborgen.
+ Mutterhand, so leis und lind,
+ Pflegt ein fieberkrankes Kind,
+ Pflegt den einz'gen lieben Sohn,
+ Schwer erkrankt acht Tage schon.
+ In dem engen stillen Raum
+ Grünt _kein_ froher Weihnachtsbaum,
+ Und _kein_ heller Kerzenschimmer
+ Leuchtet durch das kleine Zimmer.
+ Aber Liebe sorgt und wacht
+ Noch in später Mitternacht.
+ Manche heiße Thräne rinnt;
+ Mutter betet für ihr Kind.
+
+ * * * * *
+
+ Wenn ihr froh und glücklich seid,
+ O, dann denkt an fremdes Leid!
+
+
+ [Illustration]
+
+ Späte Nacht ist's. _Reinhold_ liegt
+ Sanft in Schlummer eingewiegt.
+ Mutter hat den kranken Jungen
+ Endlich in den Schlaf gesungen.
+
+ Längst gestorben ist der Vater;
+ Ohne Schützer und Berather
+ Muß die Wittwe nun allein
+ Ihrem Kinde Alles sein.
+
+ Müde schließt sie selbst die Augen,
+ Die so sehr die Ruhe brauchen.
+ Alles schläft so still, so still!
+ Mäuslein huscht, wohin es will;
+ Kätzlein unter'm Ofen ruht
+ Gar zu gut.
+ 'S Vöglein hat den Kopf gesenkt,
+ Weil es nur an Schlafen denkt.
+ Schwach nur brennt der Lampe Licht.
+ Weckt die lieben Schläfer nicht!
+ Wer jetzt etwas fragen will,
+ Frage leise, leise! -- Still!
+
+ * * * * *
+
+ Gesegnet sei der Schlaf der Nacht
+ Euch, die ihr sorgenschwer gewacht!
+
+ * * * * *
+
+
+ [Illustration]
+
+ Schlafend ruh'n sie. -- Da verbreitet
+ Sich ein Lichtglanz hell und klar,
+ Und zum Bett des Kranken schreitet
+ Hin ein Knabe wunderbar.
+ Schimmernd leuchtet sein Gewand,
+ Eine Lilie trägt die Hand,
+ In der blonden Locken Glanz
+ Schmiegt sich leicht ein Blumenkranz.
+ Süß ist seiner Stimme Klang,
+ Seine Worte wie Gesang:
+
+ »Du lieber Reinhold, hör' mein Wort!
+ Wach' auf! Du sollst zur Stund' genesen!
+ Dir scheucht ein Wink die Leiden fort.
+ Dein Schmerz sei wie ein Traum gewesen!
+
+ Wenn Alles sich auf Erden freut,
+ Wenn alle Engel jauchzend singen,
+ Dann sollst auch du die Festnacht heut'
+ Nicht freudelos allein verbringen.
+
+ Steh' auf! Ich will dein Führer sein;
+ Der muntern Lieder weiß ich viele.
+ Ich führ' dich in ein Märchen ein
+ Und zeig' dir wundervolle Spiele.«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Es führt nun der Engel den Knaben hinaus,
+ Hinaus aus der Stube, hinweg von dem Haus,
+ Er führt ihn durch Wiesen auf sanftem Weg,
+ Durch Blumengelände und grünes Geheg'.
+ Hinweg war der Winter und alle sein Weh',
+ Verschwunden das Eis, geschmolzen der Schnee.
+
+ Die Luft war rein,
+ Voll Sonnenschein;
+ Im Bach der lustige Wellentanz;
+ Rings Frühlingslust und Sommerglanz!
+ Da athmete Reinhold tief und frei,
+ Und alle Krankheit war vorbei.
+
+ Und durch ein goldnes Thor hinein
+ In einen Saal von Edelstein
+ Da treten Beide. Welche Pracht!
+ Das leuchtet und funkelt bei Tag und Nacht.
+ Der Engel hat dem Knaben jetzt
+ Ein kleines Kästlein hingesetzt,
+ Und spricht: »Spiel' mit den Häuschen d'rin,
+ Bis daß ich wieder bei dir bin;
+ Und was auch sonst geschehen mag,
+ Es ist für dich ein Freudentag.«
+ Er sprach es und verließ den Ort.
+
+ Doch Reinhold setzte sich sofort,
+ Und stellte die Häuschen hübsch in Reih'
+ Und grüne Bäume auch dabei;
+ Und mitten, wo es ihm gefällt,
+ Hat er die Kirche hingestellt.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Die Häuslein stehn jetzt prächtig da.
+ Nun gebet Achtung, was geschah!
+ Sie fangen an sich auszustrecken,
+ Sich rechts und links hinaus zu recken,
+ Sie werden höher, werden breiter,
+ Sie wachsen weiter, immer weiter;
+ Die Thür, das Fenster und das Dach,
+ Es wächst das Alles allgemach.
+ Die kleine Kirche schießt empor,
+ Und auch der grüne Baum davor.
+ Was Alles in den Häusern steht,
+ Wächst wie das Kraut im Gartenbeet:
+ Und Schrank und Bett und Tisch und Stuhl,
+ Im Hof das Huhn, die Ent' im Pfuhl,
+ Der Hund, die Katz', der Ochs im Stall,
+ Die Töpfe und die Schüsseln all';
+ Die Eier wachsen und die Braten;
+ Die Kuchen sind sehr wohl gerathen.
+ Und in den Häusern ganz geschwind
+ Wächst Vater, Mutter, Magd und Kind.
+ Doch statt des Saals von Edelstein
+ Schließt Alles blauer Himmel ein,
+ Und vorn da steht zu jeder Seit'
+ Ein goldner Stuhl, bequem und breit. --
+ Nur Reinhold blieb das, was er war,
+ Ein Bursch von sechs bis sieben Jahr';
+ Er ist vor Staunen starr und stumm
+ Und sieht sich sehr verwundert um.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Und wie nun Reinhold steht und schaut
+ Und sich nicht rechts, nicht links getraut,
+ Da schallt von fern durch Markt und Straßen
+ Ein fröhliches Trompetenblasen.
+
+ Dann immer näher klingt's herbei
+ Laut wie ein jubelnd Lustgeschrei.
+ Es wirbelt bald, bald tönt es lang
+ In schmetterndem Trompetenklang,
+ Und der Trompeter schmuck und bunt
+ Mit der Trompete an dem Mund
+ Kommt prächtig blasend hergeschritten
+ Und stellt sich auf den Platz inmitten.
+ Die Scheiben klirren; er bläst so froh!
+ Sein lustig Lied, es lautet so:
+
+ »Ich bin der famose Trompeter!
+ Wie ich, so bläst nicht ein Jeder.
+ Schnettereng! Schnettereng! Schnettereng!
+ Es wird mir die Stadt fast zu eng.
+
+ Ich blase so fröhlich und schnelle;
+ Das klinget so weithin und helle!
+ Trarara! Trarara! Trarara!
+ Der lust'ge Trompeter ist da!
+
+ Nun blas' ich auf Markt und auf Gassen;
+ Nun müssen sie alles verlassen.
+ Schnettereng! Schnettereng! Schnettereng!
+ Da gibt es ein großes Gedräng'.
+
+ Aus allen den Winkeln und Ecken,
+ Und wo sie auch immer nur stecken;
+ Trarara! Trarara! Trarara!
+ Sie kommen von fern und von nah'.
+
+ Es kommen die Wilden, die Frommen;
+ Die Blonden, die Braunen, sie kommen.
+ Schnettereng! Schnettereng! Schnettereng!
+ Juchheisa! die Kinder in Meng'!«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Nun regt es sich an allen Enden,
+ Es krabbelt hinter Thür und Wänden;
+ Von allen Fenstern grüßen, nicken
+ Die Braunen, Blonden, Schmalen, Dicken;
+ Und Kinder hier, und Kinder dort,
+ Und immer mehr, in einem fort;
+ Von Rechts, von Links, aus Thür und Thor
+ Ein Strom von Kindern quillt hervor.
+ _Prinz_ und _Prinzessin_, wunderfein;
+ _Carl_ mit der Fahne hinterdrein;
+ Der _Kaspar_ gar durch's Fenster steigt;
+ Der _Max_ sich mit dem Drachen zeigt;
+ _Mariechen_ bringt der Puppen zwei,
+ Und _Bastian_ seinen Karr'n herbei;
+ Der _Eduard_ kommt mit Helm und Flint';
+ Der _Jonas_ trommelt blitzgeschwind.
+ Zwei Brüder schöne Blumen bringen,
+ Und alle jubeln, alle singen:
+
+ »Reinholdchen,
+ Du Goldchen!
+ Wir kommen heran
+ Zu allerlei Spielen und Tänzen.
+ Wir winden
+ Und binden
+ Dir, kleiner Kumpan,
+ Viel duftende Blumen zu Kränzen.
+
+ Wir freuen
+ Des neuen
+ Gespielen uns sehr.
+ Wir haben dir Vieles zu zeigen.
+ Wir singen,
+ Wir springen
+ Die Kreutz und die Quer,
+ Wie Vögel in grünen Gezweigen.«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Die Kinder spielten manches Spiel
+ Mit Reinhold, dem dies sehr gefiel.
+ Noch niemals hatte so wie heut'
+ Der arme Junge sich erfreut.
+
+ Da kamen plötzlich in die Mitte
+ Zwei Herren mit sehr stolzem Schritte.
+ Da war zuerst ein weißer Hahn,
+ Trug in der Hand 'ne goldne Fahn';
+ Drauf waren zierlich dargestellt
+ Nußblatt und Nuß im blauen Feld.
+ Gar prächtig war der Herr und stolz,
+ Und fast so steif, als wie von Holz.
+ Ein zweiter Gockel trat hervor,
+ Die Schreibefeder hinter'm Ohr;
+ Im schwarzen Rock erschien er hier
+ Und blickte ernst in sein Papier.
+ Sie krähten laut nach jeder Seit',
+ Und sangen, daß man's hörte weit:
+
+ »Kikriki! Macht Platz, macht Platz!
+ Ich bin ein Hahn, und bin kein Spatz;
+ Ich bin kein Spatz, und bin ein Hahn;
+ Jetzt geht erst das Spektakul an!
+
+ Der König kommt in dieses Land.
+ Wir machen's Jedermann bekannt;
+ Und Jedermann, so wird verfügt,
+ Muß heiter sein und sehr vergnügt.
+
+ Wer murrt und knurrt, und wer nicht lacht,
+ Mit dem wird kurz Prozeß gemacht.
+ Wer nicht mit Lichtern schmückt sein Haus,
+ Dem bläst das Lebenslicht man aus.
+
+ Kikriki!
+ Das merken Sie!«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Die beiden Kräher ziehen ab,
+ Und durch die Straßen, tripp und trapp!
+ Kommt's fern her und zuletzt ganz nah';
+ Und endlich steht er wirklich da,
+ Der König, mächtig, schön und groß,
+ Mit Scepter, Kron' und rother Hos'.
+ Ein stolzer Fürst, voll Majestät!
+ Potz Tausend! welche Rarität!
+
+ Nun öffnet er den weiten Mund,
+ Thut also seinen Willen kund:
+
+ »König Nußknacker, so heiß' ich.
+ Harte Nüsse, die zerbeiß' ich.
+ Süße Kerne schluck' ich fleißig;
+ Doch die Schalen, ei! die schmeiß' ich
+
+ Lieber Andern hin,
+ Weil ich König bin.
+
+ Aber seid nicht bang!
+ Zwar mein Bart ist lang,
+ Und mein Kopf ist dick
+ Und gar wild mein Blick;
+ Doch was thut denn das?
+ Thu' kein'm Menschen was;
+ Bin im Herzensgrund,
+ Trotz dem großen Mund,
+ Ganz ein guter Jung',
+ Lieb' Veränderung;
+ Amüsir' mich gern
+ Wie die großen Herrn;
+ Arbeit wird mir schwer,
+ Und dann mag ich sehr
+ Frommen Kindersinn,
+ Weil ich König bin.«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Nußknacker schwieg jetzt stille und
+ Schloß seinen großen Königsmund;
+ Doch lärmend kam der ganze Haufen
+ Der Kinder auf ihn zugelaufen.
+ Das war ein helles Lustgeschrei!
+ Die Fahne flattert' hoch und frei,
+ Die Mützen flogen weit empor,
+ Und jubelnd sang der ganze Chor:
+
+ »Heil Dir, Du Knupperhanns!
+ Hölzern in Pracht und Glanz!
+ Heil, Knacker, Dir!
+
+ Beißen, wie Du, wer kann's?
+ Nüsse des Vaterland's
+ Läßt Du gewiß nicht ganz.
+ Heil, Knacker, Dir!«
+
+ Und als das Lied zu Ende war,
+ Da rief die ganze Kinderschaar:
+ »Es lebe hoch! es lebe froh
+ Der König Nußknackeerio!« --
+ Der aber war gerührt gar sehr,
+ Und sprechen konnt' er gar nichts mehr.
+ Die Kron' er von dem Haupte that
+ Und grüßte rings voll stummer Gnad'.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Er faßt sich endlich nach und nach
+ Und spricht zu Reinhold: Guten Tag!
+ Und der sagt frisch und wacker:
+ »Schön Dank, Herr König Knacker!«
+ Der König nimmt hierauf das Wort:
+ »Komm', setz' dich in den Sessel dort
+ Und passe auf, mein liebes Kind!
+ Jetzt kommt mein ganzes Hofgesind',
+ Und der Soldat zu Fuß und Pferd,
+ Und was noch sonst dazu gehört.
+ Das Alles zieht vorbei allhier
+ Mit Artigkeit und mit Manier,
+ Und was von Künsten Jeder weiß,
+ Das zeigt er dir auf mein Geheiß.« --
+ Sie setzten sich. Auf jeder Seit'
+ Saß Einer in Bequemlichkeit.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Es kamen Zwei
+ Zuerst herbei,
+ Ein Rother und ein Grüner;
+ Die machten ihren Diener.
+ Sie hatten schöne Kleider an,
+ Viel gold'ne Schnüre waren d'ran,
+ Und spitze Hütlein trugen sie;
+ Die Augen keck aufschlugen sie.
+ Das waren lust'ge Dinger,
+ Hoftänzer und Hofspringer.
+ Und sie rüttelten sich,
+ Und sie schüttelten sich.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Nun tanzten sie so sonderbar,
+ Daß Alles stumm vor Staunen war.
+ Sie trappelten und zappelten,
+ Daß Arm' und Beine rappelten;
+ Und wie im Takt sie sprangen,
+ Sie auch ein Liedchen sangen:
+
+ »Hanselmänner heißen wir,
+ Tausend Possen reißen wir,
+ Und sind kreuzfidel.
+ Schickt herum im deutschen Reich,
+ Keiner thut's uns Beiden gleich,
+ Wahrlich! meiner Seel'!
+
+ Tolle Sprünge! Hin und her!
+ Arm' und Beine wackeln sehr,
+ Und es klappert laut.
+ Heuschreck kann es nicht so gut;
+ Flöhchen selbst verliert den Muth,
+ Wenn es so was schaut.«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Das Tanzen ist zu Ende jetzt,
+ Die Beiden haben sich gesetzt,
+ Um von der Arbeit auszuruh'n
+ Und sich etwas zu Gut' zu thun,
+ Weil endlich selbst ein Hanselmann
+ Vom Springen müde werden kann.
+ Sie hatten Wein zu trinken,
+ Und aßen Brod und Schinken.
+ Die Köpfe wurden roth und warm,
+ Sie lagen sich vergnügt im Arm;
+ Ein Räuschlein hatten Beide schon
+ Und sangen laut in hellem Ton:
+ »Brüderle! Brüderle!
+ Trink' mir nicht mehr!
+ Köpfle und Beinle sonst
+ Werden zu schwer.«
+ Dann tranken sie die Flaschen aus
+ Und wankten selig fort nach Haus.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Der König sprach: »Ein Jeder kennt
+ Mein Leibgardisten-Regiment.
+ Nürnberger sind es, schön verziert;
+ Die kommen nun hierher marschirt.«
+ Und was er sagte, es war wahr;
+ Es kam die stolze Heldenschaar
+ In festem Schritt, mit Trommelschlag;
+ Der Letzte, der ging hinten nach.
+ Sie schwenkten rechts, sie schwenkten links;
+ Bald langsam, bald im Sturmschritt ging's.
+ Bei ihrem rauhen Kriegsgesang,
+ Da wurde einem angst und bang:
+ »Wir sind wilde Kerle, wir!
+ Schlimmer als das Tigerthier!
+ Seht, das Auge blitzt voll Feuer,
+ Und der Muth ist ungeheuer.
+ Da zittern die Leute an Arm und an Bein:
+ Wir spießen,
+ Wir schießen
+ Und knallen darein!«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Und als sie wußten gar nichts mehr,
+ Da präsentirten sie's Gewehr.
+ Der Offizier rief laut und barsch:
+ »Blumbumberum! Auseinander! Marsch!«
+ Sie ließen sich's nicht zweimal sagen;
+ Sie spürten Hunger in dem Magen,
+ Und Jeder lief nun ganz geschwind
+ Zum Essen heim, zu Weib und Kind.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Nun aber ging es Hopp! Hopp! Hopp!
+ Die Reiter kamen im Galopp.
+ Die Rosse schnaubten weißen Schaum;
+ Die Reiter hielten fest den Zaum.
+ Trompeter blies den Kopf sich roth;
+ Sie sangen in der Herzensnoth:
+
+ »Geht aus dem Wege, Weib und Kind!
+ Wir reiten durch die Straßen.
+ Das geht wohl schneller als der Wind
+ Kommt über's Feld geblasen.
+
+ Du frommes Pferdlein, wirf uns nicht,
+ O, wirf uns nicht herunter,
+ Daß Keiner Arm' und Beine bricht,
+ Wie's wohl geschieht mitunter!«
+
+ Doch eine Wolke oben hing,
+ Ein schwarzes, schweres Wolkending.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Und endlich hielt die Reiterei
+ In einer langen schönen Reih';
+ Doch eine Wolke oben hing,
+ Ein schwarzes, schweres Wolkending.
+
+ Und in der Wolke saß versteckt
+ Herr Wind, der gern die Leute neckt.
+ Er streckte rasch den Kopf hervor
+ Und bläst dem Letzten auf das Ohr.
+
+ O weh! Was nahm das für ein End'!
+ Am Boden lag das Regiment.
+ Die Reiter schrieen wie am Spieß,
+ Und der Trompeter kläglich blies.
+
+ Nußknacker schalt die Stümper aus
+ Und schickte sie erzürnt nach Haus.
+ »Zum Kuckuck! schrie er, fort! sogleich!
+ In eure Schachtel packt ihr euch!«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Der König sagte weiter,
+ Und wurde sanft und heiter:
+ »Die Kerle sind zu gar nichts nütz'!
+ Jetzt aber kommt mein Leibgeschütz;
+ Das wird den lieben Kindern allen
+ Von allem Spiel zumeist gefallen.«
+
+ Und die Kanone kam herbei;
+ Man sah, daß sie geladen sei.
+ Mit Zierlichkeit ging her vor ihr
+ Ein ganz schneeweißer Kanonier.
+ Es war des Königs Lieblingskoch,
+ Der ganz nach guten Sachen roch;
+ Trug einen Löffel, schön von Holz,
+ Und sang dazu mit großem Stolz:
+
+ »Kinder, nehmet euch in Acht,
+ Wenn hier die Kanone kracht!
+ In den Mund und in den Magen
+ Werden euch die Kugeln schlagen.
+ Sonst zwar bin ich Zuckerkoch;
+ Heute kanonier' ich noch.
+ Aufgepaßt! Jetzt geb' ich Feuer!
+ Doch die Kugeln, die sind euer.«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Der Kinder Angst war gar zu groß;
+ Da schoß er die Kanone los.
+ Brumbum! -- das war ein arger Knall!
+ Die Scheiben klirrten von dem Schall.
+ Der böse Koch hat's gut gemacht;
+ Der Schuß grad' auf die Kinder kracht.
+ Doch that er keinem Einz'gen Schaden;
+ Denn Zuckerwerk war d'rein geladen.
+ Da flogen Nüsse und Rosinen,
+ Und Bretzeln, Mandeln, Apfelsinen,
+ Und süße Dinge allerhand.
+ Ein Regen war's von Zuckerkand!
+ Dem Kaspar flog es in den Mund,
+ Dem Andern in der Tasche Grund,
+ Dem dritten fiel es in den Schooß.
+ Juchhe! wie war die Lust da groß!
+ Sie rafften auf, sie kauten wacker,
+ Es lachte laut der König Knacker.
+ Die Kinder riefen: »Lieber Koch!
+ Erschieße uns doch einmal noch!«
+ Der aber sprach: »Ihr klugen Leut',
+ Es ist mein Pulver all' für heut'!« --
+
+
+ [Illustration]
+
+ Nun kamen Klapperstörche, drei,
+ Geflogen durch die Luft herbei
+ Hoch über Kirche, Thurm und Haus.
+ Sie sahen ernsthaft wichtig aus.
+ Ein jeder trug gar sanft und lind
+ Ein allerliebstes Wickelkind;
+ Im Schnabel trug er's ganz genau,
+ Eins gelb, eins grün, das dritte blau.
+ Und um den Hals in ihren Taschen,
+ Da war gar mancherlei zum Naschen.
+ Doch Störche plappern gar zu sehr;
+ Da konnten sie nicht schweigen mehr.
+ Die dummen Störche mußten eben
+ Zum Singen ihre Schnäbel heben:
+
+ »Wir fliegen über's blaue Meer,
+ Klipp, Klapp!
+ Und bringen kleine Kinder her,
+ Klipp, Klapp!
+ Wir setzen hoch uns auf das Dach,
+ Und lassen sie ganz allgemach
+ Im Schornstein zu der Küch' herab.
+ Klipp, Klapp! Klipp, Klapp!
+
+ * * * * *
+
+ Nach heißen Landen zieh'n wir fort;
+ Klipp, Klapp!
+ Die lieben Kinder schlafen dort.
+ Klipp, Klapp!
+ Sie schlafen wie im Mutterarm
+ In Blumenkelchen tief und warm.
+ Dann brechen wir die Blumen ab.
+ Klipp, Klapp! Klipp, Klapp!
+
+ * * * * *
+
+ Wenn wir im Herbst nach Süden gehn,
+ Klipp, Klapp!
+ Dann sprecht: Auf fröhlich Wiedersehn!
+ Klipp, Klapp!
+ Wir bringen euch was Süßes mit,
+ Das Reisetäschlein voll Biskuit.
+ Wir geben's gerne und nicht knapp.
+ Klipp, Klapp! Klipp, Klapp!«
+
+
+ [Illustration]
+
+ O, Klapperstörche, sagt: Warum
+ Seid ihr denn nicht geblieben stumm?
+ Wahrhaftig, Keiner von euch dachte,
+ Daß er ein Kind im Schnabel brachte.
+ Als ihr den Mund nun aufgesperrt,
+ Da fielen sie herab zur Erd',
+ Und fingen, wie man denken kann,
+ Entsetzlich gleich zu weinen an.
+
+ [Illustration]
+
+
+ [Illustration]
+
+ Die armen Wickelkinder nun,
+ Die werden sich wohl Schaden thun?
+ Bewahre! Nein! So geht es nicht,
+ Daß man sich Arm' und Beine bricht!
+ Wie sie am Boden eben sind,
+ Da wachsen sie im Nu, geschwind
+ Empor zu muntern, lust'gen Jungen,
+ Wie je nur durch das Feld gesprungen,
+ In Kleidern, wie vorher, genau,
+ Eins gelb, eins grün, das dritte blau.
+ Sie halten sich für große Leute
+ Und springen ellenhoch vor Freude.
+ Die Störche stehen starr und schauen,
+ Sie können kaum den Augen trauen;
+ Sie sperren auf die Schnäbel weit
+ Ob solcher Wunderbarlichkeit.
+ Dann klappern sie ihr Storchenlied
+ Und fliegen, daß kein Mensch sie sieht.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Es brachten die drei Burschen dann
+ Den schönsten Weihnachtsbaum heran;
+ Der war behangen und geschmückt
+ Mit Allem, was das Aug' entzückt.
+ Ein Kerzenlicht auf jedem Ast!
+ Schier brach er von der süßen Last.
+ Goldglöckchen hingen mitten drein,
+ Und Vöglein flogen aus und ein.
+ Wer's sehen konnte, meinte, dies
+ Sei wohl ein Stückchen Paradies.
+ Die Buben aber setzten breit
+ Sich zu des Baumes Herrlichkeit,
+ Sie aßen hungrig alle drei
+ Die Schüssel leer mit Hirsebrei.
+ Die goldnen Glocken klangen,
+ Die bunten Vögel sangen:
+
+ »Auf den Feldern,
+ In den Wäldern
+ Manch ein Baum gar prangend steht,
+ Der von linden
+ Frühlingswinden
+ Wird mit Blüthen übersät;
+
+ Der in Hülle
+ Und in Fülle
+ Goldne Frucht am Zweige trägt;
+ Wo in süßen
+ Wechselgrüßen
+ Nachtigall und Finke schlägt.
+
+ Aber saget,
+ Ob wohl raget
+ Je ein Baum so voller Pracht,
+ Wie der reiche,
+ Dessen Zweige
+ Strahlen in der heil'gen Nacht!
+
+ Und noch wahrer
+ Und noch klarer
+ Als die Lichtfluth euch entzückt,
+ Glänzt auf's Neue
+ All die treue
+ Liebe, die den Baum geschmückt.«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Es kam nunmehr ein großer Zug.
+ Die Arche Noäh war's, die trug
+ Gar mancherlei Gethier herbei.
+ Das Alles zog zu zwei und zwei
+ Fromm aus dem Kasten durch die Stadt,
+ Ein Zug der kaum ein Ende hat.
+ Herr Noah ging in ernstem Schritt,
+ Es gingen Frau und Kinder mit.
+ Die jüngsten Noahskinder,
+ Die trappelten dahinter.
+ Der Regenbogen glänzte sehr,
+ Und vorn da flog die Taube her.
+ Und Jedermann und alles Vieh
+ Sang eine schöne Melodie:
+
+ »Nichts als Regen, vierzig Tage!
+ Regen, Regen immerfort!
+ Denkt euch, Kinder, welche Plage,
+ Eingesperrt im Kasten dort!
+
+ Eins ist, was wir tröstlich fanden,
+ Daß es bei uns trocken war,
+ Während unsre Anverwandten
+ Sind ertrunken ganz und gar.
+
+ Das Ertrinken, das ist gräulich;
+ So zu sterben ohne Sarg!
+ In der Arche war's abscheulich;
+ Aber doch noch nicht so arg.«
+
+
+ [Illustration]
+
+ Der König sprach in mildem Ton
+ Zu Reinhold jetzt: »Du guter Sohn!
+ Die Sündfluth ist vorüber zwar,
+ Doch böse Buben sind nicht rar;
+ Die sind noch lang' nicht all geworden
+ Und finden sich an vielen Orten.
+ Ein sauber Pröbchen kann ich dir
+ In meinen Pagen zeigen hier.
+ Die Kerlchen sind dir wohlbekannt,
+ Hofschlingel werden sie genannt.«
+ Der König winkt'; da kam herbei
+ Die ganze Struwwelpeterei.
+
+ Zuerst zeigt' _Struwwelpeter_ sich,
+ Dann kam der _böse Friederich_;
+ Der _Daumenlutscher_ lutschte sehr,
+ Der _Zappelphilipp_ hinterher
+ Kam mit dem Tischtuch auf dem Rücken;
+ _Hans_ aber wollt' sich gar nicht bücken,
+ Weil stets sein Blick in Lüften hing;
+ Dann _Robert_ mit dem Schirme ging.
+ Verhungert ganz und sehr elend
+ Kam _Suppenkaspar_ noch am End'.
+ Die Tintenbuben sprangen munter
+ Den Zug hinauf bald, bald hinunter.
+
+ [Illustration]
+
+
+ [Illustration]
+
+ Vorüber war auch dieser Zug.
+ Der König sprach: »Jetzt ist's genug!
+ Du hast mein ganzes Volk geseh'n;
+ Ich kann deßhalb nach Hause geh'n.
+ Ich hab' dir weiter nichts zu zeigen
+ Und will nunmehr zu Pferde steigen,
+ Um fort zu reiten auf mein Schloß.«
+
+ Man brachte ihm das Schaukelroß,
+ Das Schaukelroß gar reich geschmückt,
+ Wie's sich für einen König schickt;
+ Und in den Sattel schwingt er sich,
+ Ein kühner Reiter, meisterlich.
+ Er hält am Pferdchen fest sich sehr;
+ Er schaukelt hin, er schaukelt her.
+ Doch Reinhold grüßt mit Zierlichkeit
+ Und spricht mit viel Manierlichkeit:
+ »O knackerige Majestät!
+ Es ist mir leid, daß Ihr schon geht.
+ Zwar Euer Mund ist groß und weit,
+ Doch größer Eure Gütigkeit.«
+ Der König rief: »Leb' wohl, mein Sohn!«
+ Und ritt in schnellem Trapp davon.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Reinhold stand jetzt ganz verlassen
+ In den öden, stillen Gassen.
+ Da erschien in lichtem Glanz
+ Mit der Lilie und dem Kranz
+ Jener Knabe, wunderbar,
+ Der zuerst sein Führer war.
+ Und mit freundlichem Gesicht
+ Jetzt der Engel zu ihm spricht:
+
+ »Laß uns gehn! Das Spiel ist aus.
+ Lieber Reinhold, komm' nach Haus,
+ Daß die Mutter nicht erwacht
+ Und um dich sich Sorge macht!
+ Doch von all' den schönen Dingen,
+ Die du heute hier geschaut,
+ Will ich dir ein Abbild bringen,
+ Wenn der frühe Morgen graut.«
+
+ Durch die grünen Wiesen schreiten
+ Leicht hinwandelnd nun die Beiden;
+ Aber Kirche, Stadt und Baum
+ Werden klein, man sieht sie kaum;
+ Winzig Alles ganz und gar,
+ Wie es in dem Kästchen war.
+
+ Reinhold tritt beim Lampenschimmer
+ In die Hütte, in sein Zimmer.
+ Ruhig schläft das Mütterlein;
+ Auf den Zehen tritt er ein.
+ Leise legt er schnell sich nieder,
+ Und der Schlaf umfängt ihn wieder.
+
+
+ [Illustration]
+
+ Als der frühe Morgen graut
+ Und durch's kleine Fenster schaut,
+ Da erwachen Beide schon,
+ Und die Mutter sieht den Sohn,
+ Der noch eben krank gewesen,
+ Heiter, blühend und genesen.
+ Schönste aller Weihnachtsgaben,
+ Die ein Mutterherz kann haben!
+ Doch in herrlicher Verklärung
+ Glänzt die prächtige Bescheerung.
+ Hundertfacher Kerzenschein
+ Füllt das kleine Zimmerlein.
+ Alles hat in später Nacht
+ Hier der Engel hergebracht;
+ Weihnachtsbaum in vollem Prangen,
+ Wunderherrlich ausgeschmückt,
+ Und mit Allem reich behangen,
+ Was nur Aug' und Herz entzückt.
+ Da ist auch der Struwwelpeter,
+ Und der lustige Trompeter;
+ Nüsseknacker steht dabei,
+ Hanselmänner sind es zwei,
+ Arche Noäh, Storch und Hahn,
+ Häuser, Kirch' und Baum daran,
+ Reiterei und Fußsoldaten,
+ Die Kanone scharf geladen,
+ Und daneben auf der Erd'
+ Steht sogar das Schaukelpferd.
+ Reinhold und die Mutter seh'n
+ Staunend all' die Sachen steh'n.
+
+ Auch die Katze und die Maus
+ Gingen heute leer nicht aus.
+ Kätzlein hatte Milch zu lecken;
+ Mäuslein aber in den Ecken
+ An dem Honigkuchen frißt,
+ Drauf ein M von Zucker ist.
+
+ Und am Baum die Glocken klingen,
+ Und die gold'nen Vögel singen:
+
+ »Nicht grämen sollt ihr euch und sorgen!
+ Gott sendet seine Engel aus.
+ Wen _er_ beschützt, der ist geborgen,
+ Und Frieden wohnt in seinem Haus.
+
+ Und heilend auf die tiefsten Wunden
+ Legt mild die Hand er allemal,
+ Und mitten in den trübsten Stunden
+ Trifft euch der Freude Sonnenstrahl.«
+
+
+
+Krebs-Schmitt Nachf. Aug. Weisbrod, Frankfurt a. M.
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of König Nußknacker und der arme Reinhold, by
+Heinrich Hoffmann
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KONIG NUSSKNACKER ***
+
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+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at https://pglaf.org
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+ gbnewby@pglaf.org
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+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
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+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
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+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
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+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit https://pglaf.org
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+approach us with offers to donate.
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+any statements concerning tax treatment of donations received from
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+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including including checks, online payments and credit card
+donations. To donate, please visit: https://pglaf.org/donate
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+works.
+
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