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You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Führer für Pilzfreunde + +Author: Edmund Michael + +Release Date: April 1, 2010 [EBook #31856] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER FÜR PILZFREUNDE *** + + + + +Produced by Constanze Hofmann, Wolfgang Menges and the +Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net + + + + + +Anmerkungen zur Transkription: + +Gesperrt gedruckte Passagen im Originaltext sind hier durch _Unterstriche_ +gekennzeichnet, fett gedruckte Stellen durch #Rauten#, nicht in Fraktur +gedruckte Passagen durch *Sterne*. Weitere Anmerkungen befinden sich am +Ende des Textes. + + + + + Führer für Pilzfreunde + + Volks-Ausgabe + + 46.-60. + Tausend + + von + + Edm. Michael + + Druck und Verlag von Förster & Borries, Zwickau Sa. + + Preis 2 Mark + + [Illustration: Pilz] + + + Für das Bestimmen je einer Sorte Pilze sind der Sendung + 25 Pf. Gebühr, sowie Postgeld für die Antwort beizufügen. + Rücksendung von Pilzen kann nicht stattfinden. + Oberlehrer Michael, Auerbach i. V. + + + + + Führer + für Pilzfreunde + + von + + Edmund Michael + + Volksausgabe + + mit 39 Abbildungen der wichtigsten eßbaren und giftigen Pilze + in natürlichen Farben und Größen + + 46.-60. Tausend + + Zwickau Sa. + Druck und Verlag von Förster & Borries + 1917 + + + _Alle Rechte_ + auch die Übersetzung in andere Sprachen vorbehalten. + + + + +Begleitwort. + + +Mit großer Freude und Genugtuung begrüße ich die Neuauflage der +vorliegenden Volksausgabe meines »Führers für Pilzfreunde«, das 46.-60. +Tausend. Erstmalig im Jahre 1896 erschienen, bietet er gegenwärtig von +39 der bekanntesten und wertvollsten Pilzsorten, die auf deutschem Boden +wachsen, getreue farbige Abbildungen in natürlicher Größe. + +Dem praktischen Pilzsammler ist damit für den Anfang ein zuverlässiger +Führer geboten, der ihm ermöglicht, sich mit einer Anzahl häufig +vorkommender Pilze bekannt zu machen. Strebt er dann tiefer in die +Pilzkunde, so sei er auf mein Hauptwerk verwiesen, in dem unter gleichem +Titel in drei handlichen Taschenbändchen 345 Sorten veranschaulicht +sind. Im ersten Bande sind die wichtigsten eßbaren, giftigen und +wissenswerten Sorten abgebildet und beschrieben, in den beiden weiteren +Bänden, stufenweise fortschreitend, die demnächst wichtigen. Durch diese +praktisch bewährte Anordnung ist auch dem weniger Bemittelten eine +allmähliche Anschaffung des Werkes und Bereicherung seiner +Pilzkenntnisse möglich, und daran lag mir besonders. + +Wie haben sich im Laufe der Zeit die Ansichten über den Wert der Pilze +geändert! Wurde früher das Pilzesammeln und die Pilzverwertung von +vielen Seiten nur als Liebhaberei angesehen, so hat sich durch den +großen Lehrmeister Krieg die Ansicht und Erkenntnis über den Wert der +Pilze vollständig geändert. Wie wurde einst der Verfasser, auch von +wirtschaftlicher Seite, angegriffen, weil er die Pilze das »Fleisch des +Waldes« nannte! Freilich gründeten diese Kritiker ihre Beurteilung auf +die seinerzeit so hoch eingeschätzte Eiweißtheorie, nach der nur die +Speisen allein Anerkennung fanden, welche hohen Eiweißgehalt aufwiesen. +Der Eiweißgehalt war ja der fast alleinige Maßstab für die Wertschätzung +einer Speise. In gleicher Weise wie Pilze wurden aber auch Kartoffeln +und Gemüse als minderwertig eingeschätzt. Was wäre aber aus unserem +deutschen Volke geworden, hätten uns diese beiden letzterwähnten +Nährmittel in den Kriegsjahren nicht zu Gebote gestanden! Und nun stehen +die Pilze nach den neueren Forschungen mit einem teilweise doppelten +Eiweißgehalte und zwar mit verdaulichem Eiweiß, wie auch neuerdings noch +nachgewiesen wurde, über diesen Ernährungsmitteln, den Kartoffeln und +dem Gemüse. Erfreulicherweise haben nunmehr auch die Regierungsbehörden +auf den hohen Wert der Pilze hingewiesen. + +Hinsichtlich der Pilzvergiftungsgefahr sei auf die bezüglichen +Ausführungen in diesem Buche hingewiesen. Auch hier sei aber ängstlichen +Gemütern zur Beruhigung gesagt, daß Pilzvergiftungen meist auf den Genuß +verdorbener Pilze zurückzuführen sind. Man achte also auf rasche +Verwertung eingetragener Pilze namentlich bei heißer und feuchter +Witterung. Wirklich gefährlich sind die unter 19 und 21 dargestellten +Pilze, der Gelbliche Gift-Wulstling (Gelbliche Knollenblätterpilz) und +der Königsfliegenpilz. Bei einiger Vorsicht sind aber auch diese zwei +Giftpilze nicht mit anderen Pilzen zu verwechseln. + +_Im übrigen gibt es nur ein Mittel gegen Pilzvergiftung:_ #Genaue +Kenntnis der Pilze!# Für den Laien ist nun zunächst die Kenntnis der +großen Zahl eßbarer, ungenießbarer, verdächtiger und schädlicher Pilze +nicht unbedingt notwendig, denn das erfordert ein eingehendes +Sonderstudium. Es genügt vielmehr zunächst, sich genaue Kenntnis +bestimmter eßbarer Pilzsorten zu verschaffen und die wenigen giftigsten +Pilze kennen zu lernen. #Das kann nur durch vorzügliche Abbildungen mit +zutreffenden Erläuterungen geschehen.# Beides hoffe ich, aus meiner +langjährigen Erfahrung heraus gegeben zu haben. Für erstere hat die auf +dem Gebiete des Farbendrucks besonders leistungsfähige Druck- und +Verlagsfirma auf Grund peinlich genau gemalter Vorlagen bestens gesorgt. +#Minderwertige, schlechte Abbildungen sind die größte Gefahr für den +Pilzverbraucher, vor ihnen kann nicht dringend genug gewarnt werden.# + +Der Laie beschränke sich jederzeit auf die ihm genau bekannten und +vertrauten Pilzsorten und suche seine Kenntnisse allmählich zu +erweitern, dazu helfe ihm für den Anfang dieser Führer. + +So möge auch die neue Auflage der Volksausgabe meines Führers für +Pilzfreunde Segen stiften und mitarbeiten an der Verallgemeinerung der +Pilzkenntnisse und des Verbrauches dieses billigen und leicht +verwertbaren Ernährungsmittels. + +_Auerbach i. V._, im April 1917. + + #Edmund Michael# + Oberlehrer. + + + + + Inhalts-Verzeichnis. + + + Sachverzeichnis Seite + + A. Deutsche Pilznamen 6 + B. Lateinische Gattungsnamen 7 + C. Erklärung der abgekürzten Autornamen 8 + Welchen Wert haben die Pilze 9 + Wie werden die Pilze als Speise zubereitet 12 + Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen 19 + Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun 22 + Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten 23 + Abbildungen mit beschreibendem Text Nr. 1-39. + + + + + Sachverzeichnis. + + + A. Deutsche Pilznamen. + + Nr. + Birkenpilz 14 + Birken-Röhrling 14 + Birnen-Milchling 25 + Boviste 38, 39 + Brätling 25 + Brotpilz 25 + Büschliger Schwefelkopf 34 + Butter-Röhrling 17 + Champignon, Feld- 18 + Dürrbehndel 8 + Echter Gelbling 10 + Echter Mousseron 8 + Echter Reizker 23 + Echter Ritterling 30 + Edelpilz, Feld- 18 + Eier-Bovist 39 + Eierpilz 10 + Feld-Champignon 18 + Feld-Edelpilz 18 + Filz-Röhrling 16 + Fliegenpilz, Königs- 21 + Gehling 10 + Gelber Ziegenbart 6 + Gelblicher Gift-Wulstling 19 + Gelblicher Knollenblätterpilz 19 + Gelbling, Echter 10 + Gift-Milchling 24 + Giftreizker 24 + Gift-Wulstling, Gelblicher 19 + Glucke, Krause 7 + Goldgelber Ziegenbart 4 + Grauer Ritterling 31 + Großer Schirmling 22 + Grünlicher Täubling 26 + Grünling 30 + Grünreizker 30 + Habichtspilz 35 + Habichts-Stacheling 35 + Härtling, Pomeranzen- 38 + Hallimasch, Honiggelber 33 + Herrenpilz (Steinpilz) 11 + Honiggelber Hallimasch 33 + Kahler Krämpling 29 + Kapuzinerpilz 14 + Kartoffel-Bovist 38 + Knoblauchpilz 8 + Knollenblätterpilz, Gelblicher 19 + Königs-Fliegenpilz 21 + Krämplinge 28, 29 + Krause Glucke 7 + Krauser Ziegenbart 7 + Lauchschwindling 8 + Ledergelbblättriger Täubling 27 + Lorchel, Speise- 2 + Maronen-Röhrling 12 + Milchlinge 23, 24, 25 + Morchelartige Pilze 1, 2, 3 + Mousseron, Echter 8 + Nelkenschwindling 9 + Perlen-Wulstling 20 + Perlpilz 20 + Pfifferling 10 + Pomeranzen-Härtling 38 + Porlinge 36, 37 + Rehpilz 35 + Reizker 23, 24, 30 + Ringpilz 17 + Ritterlinge 30, 31 + Röhrlinge 11 bis 17 + Röstling 23 + Rötlicher Ziegenbart 5 + Rothaut-Röhrling 13 + Samtfuß-Krämpling 28 + Sandpilz 15 + Sand-Röhrling 15 + Schafeuter 37 + Schaf-Porling 37 + Schirmling, Großer 22 + Schüppling, Stock- 32 + Schwärzlicher Bovist 39 + Schwefelkopf, Büschliger 34 + Schwindlinge 8, 9 + Semmelpilz 36 + Semmel-Porling 36 + Speise-Lorchel 2 + Speise-Morchel 3 + Spitzmorchel 1 + Stacheling, Habichts- 35 + Steinpilz (Herrenpilz) 11 + Stein-Röhrling 11 + Stock-Morchel 2 + Stock-Schüppling 32 + Stockschwämmchen 32 + Täublinge 26, 27 + Tannenpilz 12 + Trauben-Ziegenbart 5 + Wacholder-Milchling 23 + Wulstlinge 19, 20 + Ziegenbärte 4, 5, 6, 7 + Ziegenlippe 16 + + + B. Lateinische Gattungsnamen. + + Nr. + + *Agáricus (Tricholóma) equéster L.* 30 + " *(Tricholóma) portentósus Fr.* 31 + *Amaníta bulbósa Bull.* 19 + " *pustuláta Schaeff.* 20 + " *regális Fr.* 21 + " *rubéscens Pers.* 20 + *Armillária méllea Quel.* 33 + *Bolétus bádius Fr.* 12 + " *edúlis Bull.* 11 + " *lúteus L.* 17 + " *rufus Schaeff.* 13 + " *scaber Bull.* 14 + " *subtomentósus L.* 16 + " *variegátus Sw.* 15 + *Bovísta nigréscens Pers.* 39 + *Cantharéllus cibárius Fr.* 10 + *Clavariélla aúrea Schaeff.* 4 + *Clavária botrytes Pers.* 5 + " *flava Schaeff.* 6 + *Gyromítra esculénta Pers.* 2 + *Hypholóma fasciculáre Huds.* 34 + *Lactária deliciósa L.* 23 + " *torminósa Schaeff.* 24 + " *voléma Fr.* 25 + *Lepióta procéra Scop.* 22 + *Marásmius alliátus Schaeff.* 8 + " *caryophylleus Schaeff.* 9 + *Morchélla cónica Pers.* 1 + " *esculénta L.* 3 + *Paxíllus atrotomentósus Batsch* 28 + " *involútus Batsch* 29 + *Pháeodon imbricátus L.* 35 + *Pholióta mutábilis Schaeff.* 32 + *Polyporus cónfluens Alb. et Schw.* 36 + *Polyporus ovínus Schaeff.* 37 + *Psallióta campéstris L.* 18 + *Rússula viréscens Schaeff.* 26 + *Russulína alutácea Pers.* 27 + *Sclerodérma vulgáre Horn.* 38 + *Sparássis ramósa Schaeff.* 7 + + +C. Erklärung der abgekürzten Autornamen. + +*Alb. et Schw.* = J. B. v. Albertini, 1769-1831, und L. D. v. +Schweinitz, 1780-1834, Vorsteher der Herrnhuter Gemeinde in Niesky +(Lausitz). + +*Batsch* = A. G. K. Batsch, 1761-1802, Professor der Medizin und +Naturgeschichte in Jena. + +*Bull.* = Pierre Bulliard, 1742-1793, Naturforscher in Paris. + +*Fr.* = Elias Fries, 1794-1878, Professor der Botanik und Direktor des +botanischen Gartens und Museums der Universität Upsala. Sein berühmtes +Pilzwerk »Die Systematik der Blätterpilze« hat von dieser Zeit ab die +Grundlage für alle Pilzforschungen gebildet. + +*Horn.* = J. W. Hornemann, 1770-1841, Professor der Botanik in +Kopenhagen. + +*Huds.* = W. Hudson, 1730-1793, Apotheker und Botaniker in London. + +*L.* = Karl v. Linné (Linnaeus), 1707-1778, Professor der Botanik in +Upsala. + +*Pers.* = Christ. Heinrich Persoon, 1755-1837, bedeutender Mykologe, +Göttingen, Paris, Begründer des ersten Systems der Pilze. + +*Quel.* = L. Quélet, + 1899, Mykologe in Frankreich. + +*Schaeff.* = Jacob Christian Schaeffer, 1718-1790, Superintendent zu +Regensburg, gab das erste Pilzwerk mit handkolorierten Abbildungen +heraus. + +*Scop.* = J. A. Scopoli, 1723-1788, Professor in Schemnitz (Ungarn) und +Pavia. + +*Sw.* = Olof Swartz, 1760-1818, Professor in Stockholm. + + + + +Welchen Wert haben die Pilze? + + +So alt, als es Menschen und Pilze gibt, ist wohl die Verwertung der +Pilze als Nahrungs- und Genußmittel. Früher wurden von unseren vielen +eßbaren Sorten nur hier und da einzelne als Volksnahrungsmittel benutzt, +obgleich sie sich in pilzreichen Jahren in ungeheurer Menge so mühe- und +kostenlos sammeln ließen, daß Tausende von armen Menschen vorzüglich +schmeckende und nährstoffreiche Mahlzeiten hätten haben können. In +neuerer Zeit hat die Verbreitung der Pilzkenntnisse durch Pilzbücher, +Schulunterricht und behördliche Hinweise erfreulich zugenommen und ist +in weiterem Fortschritte begriffen. + +Über den Nährwert der Pilze hat die Ansicht in wissenschaftlichen Kreisen +sehr gewechselt. Einst wurde er besonders hoch eingeschätzt, weil die durch +chemische Untersuchungen gefundenen Stickstoffverbindungen als zum größten +Teil verdaulich angenommen wurden. Später wurde diese Ansicht als unrichtig +bestritten, weil ein beträchtlicher Teil der Stickstoffverbindungen +unlöslich sei. Diese Feststellungen gründeten sich indessen nicht auf +Verdauungsversuche beim Menschen selbst, sondern auf künstliche chemische +Verdauungsversuche im Laboratorium. Hierzu kommt, daß bis jetzt eine +einheitliche Art und Weise für die chemische Untersuchung der Pilze noch +nicht gefunden ist und deshalb die betreffenden Ergebnisse der Chemiker +sehr verschieden ausfallen. In dem Werke von Dr. _J. Zeller_, welches alle +Untersuchungen über die chemische Zusammensetzung der Pilze enthält, wird +auf Seite 218 darauf hingewiesen, wie wenig Wert den bisherigen +Untersuchungen nach der wissenschaftlichen Seite hin beizumessen sei. Diese +Behauptung wird begründet mit den zur Zeit noch nicht einheitlich +festgestellten Untersuchungsweisen, dem außerordentlich schwankenden +Wassergehalte der Pilze, dem verschiedenen Einflusse der +Ernährungsverhältnisse, der Mannigfaltigkeit der Bodenarten und anderen +Lebens- und Entwicklungsbedingungen. Aus diesen Gründen kann an dieser +Stelle von der Aufführung der Untersuchungstabellen bezüglich des +Eiweißgehaltes der Pilze Abstand genommen werden; es dürfte genügen, nur +die Durchschnittszahlen anzugeben. Nach Zeller sollen die Pilze im frischen +Zustande 2-3 Prozent, im trockenen 20-30 Prozent Proteinkörper +(Stickstoffverbindungen) enthalten, während die nicht proteinartigen +stickstoffhaltigen Körper etwa 5-20 Prozent betragen; ferner sind 60-80 +Prozent der stickstoffhaltigen Bestandteile und 45-71 Prozent der +eigentlichen Eiweißkörper verdaulich. Als weiteren Nachweis über die +einzelnen Bestandteile der Pilze, insbesondere des Edelpilzes (Champignon) +und die Verhältnisse zum Fleische und Gemüsearten diene beistehende +übersichtliche Zusammenstellung: + + ----------------------+----------------------------------------------+ + | I. In den (natürlichen lebend-) | + | frischen Pilzen | + +--------+------------+------+-----------------+ + Nähere | Wasser | Stickstoff | Fett | Stickstofffreie | + Bezeichnung | | | | Extraktstoffe | + | | | | | + | % | % | % | % | + ----------------------+--------+------------+------+-----------------+ + Frischer Edelpilz | | | | | + (Champignon): | | | | | + Mittel aus 20 Analysen| 87,40 | 4,88 | 0,20 | 3,57 | + (König, S. 809 | | | | | + und 810) | | | | | + | | | | | + Mageres Ochsenfleisch:| | | | | + Mittel aus 10 Analysen| 76,47 | 20,56 | 1,74 | -- | + (König, S. 4) | | | | | + | | | | | + Gemüsearten: | | | | | + (Weißkohl, Spargel | | | | | + und Salat) | | | | | + Mittel aus 40 Analysen| 92,72 | 1,73 | 0,21 | 2,54 | + (König, S. 786, | | | | | + 787 und 791) | | | | | + ----------------------+--------+------------+------+-----------------+ + + -----------------+---------------------------------------------------- + | II. In der Trockenmasse + | + ---------+-------+------------+-----------------+-------+------------- + Rohfaser | Asche | Stickstoff | Stickstofffreie | Fett | Stickstoff + | | | Extraktstoffe | | in der + | | | | | Trockenmasse + % | % | % | % | % | % + ---------+-------+------------+-----------------+-------+------------- + | | | | | + | | | | | + 0,83 | 0,82 | 47,42 | 34,58 | -- | 7,59 + | | | | | + | | | | | + | | | | | + | | | | | + -- | 1,17 | 87,38 | -- | 7,41 | 13,98 + | | | | | + | | | | | + | | | | | + | | | | | + 1,12 | 1,01 | 24,63 | 42,63 | -- | 3,94 + | | | | | + | | | | | + ---------+-------+------------+-----------------+-------+------------- + +Die hier angeführten Mittelzahlen aus einer größeren Zahl von Analysen +zeigen, daß die frischen Edelpilze -- und ähnlich verhalten sich die +übrigen eßbaren Pilze -- nach ihrer Zusammensetzung mehr den Gemüsearten +als der Fleischnahrung gleichzusetzen wären; dies ist begründet im hohen +Wassergehalte der Pilze. Wie steht es nun aber in der Wirklichkeit? Da +die Pilze im eigenen Wasser bei der Zubereitung als Speise gekocht +werden und dieses 50-60 vom Hundert verdampft, so erhöht sich doch der +Eiweißgehalt auf das Doppelte. Noch mehr nähert sich der Eiweißgehalt +dem des Fleisches bei den getrockneten Pilzen. -- »Hier ist das Fleisch« +schreibt Professor Dr. _Falck_, »im Gegensatz zu den Gemüsesorten durch +einen etwa dreieinhalbmal so großen Gehalt an Stickstoffsubstanz +ausgezeichnet, während die Pilze etwa doppelt soviel enthalten als die +Gemüsearten, also eine mittlere Stellung einnehmen. Dafür enthält das +Gemüse etwa 40 Prozent stickstofffreie Extraktstoffe (größtenteils +Kohlehydrate), die beim Fleisch, bis auf geringe Mengen Glycogen, nahezu +vollständig fehlen. Die Pilze stehen hier wieder in der Mitte, sie +enthalten etwa 30 Prozent stickstofffreie Extraktstoffe, die auch nach +Art und Zusammensetzung von den aus den pflanzlichen Gemüsearten +gewonnenen Extraktstoffen abweichen.« + +Nach allen diesen Erörterungen gehören die Pilze zu denjenigen +Nahrungsmitteln, die eine ziemlich hohe Wertschätzung beanspruchen +dürfen. Hierbei kommt weiter in Betracht, daß der nötige Eiweißbedarf +zur Vollernährung eines Menschen nicht mehr wie früher von _Voit_ und +_Pettenkofer_ angenommen, 120-140 Gramm beträgt, sondern nach den +neueren Forschungen und vor allem nach den wirklichen Erfahrungen durch +Versuche an lebenden Menschen 50-60 Gramm, ja sogar noch etwas darunter, +genügen. Es wurde bereits im Vorworte darauf hingewiesen, so daß es sich +erübrigt, hier darauf weiter einzugehen. + +Außer dem Eiweißgehalte enthalten aber die Pilze auch noch andere +Stoffe, die bei der Ernährung von Wert sind, das sind die Nährsalze und +die Zuckerstoffe, der Mannit (Mannazucker) und der Traubenzucker. Ferner +enthalten sie auch Fettstoffe, die dem Gemüse fast vollständig fehlen. + +Schon in den früheren Auflagen des Michaelschen »Führers für +Pilzfreunde« wurde ganz besonders auf den Wert des Pilzextraktes +hingewiesen und seine Zubereitung angegeben. Fast alle seit 1896 +erschienenen Volks-Pilzbücher und die Anweisungsbücher für die +mannigfaltige Zubereitung der Pilze haben sich diese Vorschrift des +Verfassers zu eigen gemacht und sie empfohlen. Sehr erfreut war er +deshalb, daß auch Prof. Dr. Falck auf den hohen (Eiweiß-)Wert des +Pilzextraktes hinweist und ihn vollständig den verschiedenen zur Zeit in +den Handel kommenden Fleischextrakten bezüglich des Eiweißgehaltes +gleichstellt, ihn jedoch noch hochwertiger nach der Geschmacksseite +einschätzt. + +Damit ist aber der Wert der Pilze noch nicht erschöpft, denn einen +ebenso hohen Wert als menschliche Speise haben sie für die tierische +Kost. Für diesen Zweck kann man alle anderen zur menschlichen Speise +unbrauchbaren Pilze verwenden, mit Ausnahme der giftigsten, wie die +Knollenblätterpilze, der Fliegen- und Königsfliegenpilz, der Satanspilz. +Warum lassen wir uns die Natur so wenig als Lehrmeisterin dienen? Wer +je einmal die Sauparke mit ihren Wildschweinen besucht hat, weiß, daß +eine Pilzausbeute in diesen Gegenden vollständig ausgeschlossen ist, da +die Säue fast alle Pilzsorten verzehren. Den Schweinen werden die Pilze +als Futter in frischem, aber in gutem, nicht verfaultem Zustande +gegeben, ebenso können sie getrocknet, dann aufgeweicht, dem Futter +beigemengt werden. Für die Hühner, die keine frischen Pilze fressen, +werden die scharfgetrockneten, dann gemahlenen Pilze dem Weichfutter +zugemischt. Hier war auch für den Verfasser die Erfahrung die +Lehrmeisterin. Schon seit vielen Jahren sind sämtliche Pilzabfälle, die +beim Putzen der Pilze entstanden, gut getrocknet und, wie oben +angegeben, dem Weichfutter beigemischt worden. Wieviel Getreideschrot +und Kleie kann da gespart werden! Die Eiererzeugung bestätigte den Wert +des Ersatzfutters. Ferner ist schon vor vielen Jahren in den +Fischereizeitungen, insbesondere der österreichischen, auf die Fütterung +der Fische mit Pilzen hingewiesen worden. Darnach sollen zehn Pfund +frischverfütterte kleingehackte Pilze ein Pfund Fleischzuwachs geben. + + + + +Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? + + +Sehr einfach ist die Vorbereitung der eßbaren Pilze zum Genuß. Man hat +nur nötig, sie nach dem Reinigen und Putzen in kleine längliche Stücke +zu schneiden, sie dann sauber zu waschen, in Schüsseln ausgebreitet +etwas zu salzen und hierauf bis zur eigentlichen Zubereitung kühl und +luftig zu stellen. Zähe und harte Stiele sind nie mitzunehmen, +abziehbare Oberhaut ist immer abzuziehen. Junges und madenfreies Futter +kann stets verwendet werden. Bei vielen Blätterpilzen würde fast nichts +übrig bleiben, wollte man das ganze Futter mit beseitigen. Zu alte oder +irgendwie angefaulte Pilze werfe man fort. + +Durch langes Kochen werden die Pilze nicht verdaulicher, im Gegenteil +schwerer verdaulich, weil dann das Eiweiß noch mehr verhärtet. Gewisse +schwer verdauliche Eiweißteile sind an die Zellwandungen der Pilze, +Fungin genannt, gebunden. Im sogenannten Berliner Salz oder +doppeltkohlensaurem Natron haben wir ein unschädliches Mittel, die +chemische Auflösung dieser Zellulose einzuleiten. Auf ein Liter +geschnittene Pilze gebe man etwa eine Messerspitze voll +doppeltkohlensaures Natron, das ja auch, wie die Hausfrau weiß, +vorzügliche Dienste beim Kochen zähen Fleisches, saurer Flecke oder +Gemüse verrichtet. Hofrat Dr. _Wirt_ hat auch auf die Anwendung des +Sauerbrunnenwassers als wertvoll für das leichtere Weichkochen von +Pilzen und Hülsenfrüchten hingewiesen, denn das dem Kaseïn verwandte +Legumin (Eiweiß der Leguminosenfrüchte) löst sich leichter in schwach +alkalischem Wasser als in gewöhnlichem oder gar stark alkalischem. +Doppeltkohlensaures Natron macht eben in der angegebenen Zusatzmenge das +Wasser schwach alkalisch. + +Zu beachten ist, daß zu den gewaschenen und abgetropften Pilzen niemals +Wasser zugegossen wird; man läßt vielmehr die Pilze in ihrem eigenen +Wasser kochen, von dem sie bis zu 90 Prozent enthalten. Außer Natron +wird, wenn nicht schon vorher geschehen, noch etwas Kochsalz beigegeben. + +Bei Morcheln und Lorcheln muß das Reinigen und Waschen sehr sorgfältig +und mehrmals erfolgen, denn sie enthalten häufig Sand. Stockmorcheln +sind vor dem Ansetzen abzubrühen; sie enthalten ein besonderes Gift, +welches durch das Abbrühen entfernt wird. Der Verfasser hat durch Genuß +von frischen und gesunden Morcheln niemals unangenehme Folgen empfunden. + +Will man getrocknete Pilze zu Suppen usw. verwenden, so müssen diese am +Abend vorher nach Abwaschen des Staubes mit soviel kaltem Wasser, wie +nötig, eingeweicht werden. Während der Nacht bleiben sie stehen, und +erst kurz vor der Verwendung werden sie in diesem Wasser gekocht. Durch +solche Vorbehandlung quellen die Pilze vorzüglich auf und werden weich +und zart. Gänzlich falsch ist es, getrocknete Pilze erst kurz vor der +Zubereitung zu nehmen. Selbst tüchtig mit Wasser oder Fleischbrühe +gekocht, werden die Zellwandungen der getrockneten Pilze auf diese Weise +nicht genügend aufgeschlossen. Die Pilze bleiben somit zum großen Teil +unverdaulich und wertlos für die Ernährung. + +Es mögen hier noch einige erprobte Verwendungs-Vorschriften folgen (man +beachte auch den Abschnitt »Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen?« +Seite 19). + +Wer eine noch ausführlichere Anweisung wünscht, dem sei das Pilzkochbuch +von _E. Herrmann_ in Dresden (Verlag von _C. Heinrich_, Dresden-N.), +Preis 70 Pfennig, empfohlen. + + +1. Suppe von frischen Pilzen. + +Die zubereiteten Pilze werden fein gewiegt, mit kochendem Wasser nebst +Salz und etwas Butter angesetzt und 1/2 Stunde gekocht. Unterdessen +wird ein wenig Mehl gebräunt, hineingequirlt und die Suppe mit +Petersilie, sowie etwas Pfeffer abgeschmeckt. Außerdem kann Ei +hinzukommen. Ist Fleischbrühe vorhanden, so kann auch diese mit +Verwendung finden. + + +2. Suppe von getrockneten Pilzen. + +Für fünf Personen nehme man eine Tasse voll getrockneter Pilze, weiche +sie am Abend vorher in Wasser ein und wiege sie dann fein. Hierauf +werden sie in dem Einweichwasser mit Butter und Salz ziemlich eine +Stunde lang gedünstet. Nun werden sie mit dem nötigen Suppenwasser +aufgekocht, mit Braunmehl, Petersilie und Pfeffer und je nach Belieben +mit Ei abgezogen. In Butter geröstete Semmel wird hinzugegeben. + + +3. Gemüse von Pilzen. + +Die zubereiteten, fein geschnittenen Pilze werden mit etwas Natron +(siehe Seite 12) und Salz angesetzt, und ziemlich dreiviertel Stunde +gekocht. Dann wird das Pilzwasser abgegossen, jedoch nicht +weggeschüttet, sondern zur Suppe verwandt oder zum Extrakt genommen +(siehe Bereitung des Extraktes). Hierauf werden die Pilze mit Butter +oder Fett gedünstet, und mit viel Petersilie und etwas feinem Pfeffer +vermengt. + + +4. Pilzpfanne. + +Die zugerichteten Pilze werden zuerst weich gekocht und wenn noch Brühe +(Pilzextrakt!) vorhanden, wird diese abgegossen; die Pilze werden dann +fein gewiegt und mit Butter, einigen Eiern, sowie in Milch aufgeweichter +Semmel zusammengerührt und zuletzt in einer mit Butter ausgestrichenen +Pfanne gebacken. + + +5. Pilzgebackenes (nach _Klöber_, Pilzküche). + +Der Boden einer Pfanne wird erst mit Butter, dann mit einer Lage +geriebenen Schwarzbrotes bedeckt, darauf kommt eine Schicht Pilze, +welche mit Salz, Pfeffer und anderem Gewürz bestreut wird. Diese +Schichtung wiederholt man solange, bis die Pfanne voll ist, belegt die +oberste Schicht mit Butter und bäckt das Ganze. + + +6. Salat von Pilzen. + +Die zugerichteten und in Salzwasser gebrühten Pilze werden in kleine +Stückchen oder Scheibchen geschnitten und mit Essig, Öl, Pfeffer und +Salz angerichtet. Den schmackhaftesten Salat gibt natürlich der echte +Weinessig. Je nach Geschmack können verschiedene Gewürzkräuter wie +Petersilie, Schnittlauch und Estragon mit Verwendung finden. Außerdem +können selbstverständlich verschiedene Arten Mischsalate mit Kartoffeln, +fein gewiegten Sardellen oder Hering (aber nicht zuviel), Äpfeln und +Fleischstückchen usw. hergestellt werden. Eine findige und praktische +Hausfrau wird selbst mancherlei Abwechslung schaffen. + + +7. Klöße von frischen Pilzen. + +Auch bei diesen Pilzklößen kann je nach den Zutaten, die zur Verfügung +stehen, eine große Mannigfaltigkeit der Zubereitung erzielt werden. Ein +sklavisches Binden an die eine oder andere Vorschrift ist unnötig, denn +eine praktische Hausfrau vermag reiche Abwechslung zu schaffen. Einige +Winke mögen genügen: + +Man nimmt z. B. auf zwei Liter geschnittene Pilze, die fein gewiegt oder +durch einen sogenannten Fleischwolf getrieben werden, ein halbes Pfund +gehacktes Schweinefleisch oder Rindfleisch, auch Fischfleisch, ein Ei, +fein gewiegte Zwiebel, Salz, etwas Pfeffer und soviel trockene geriebene +oder gestoßene Semmel als nötig ist, um daraus Klöße formen und braten +zu können. Bei Fleischmangel werden trockenes geriebenes Brot und +Semmel, je zur Hälfte, ein oder zwei Eier zum Binden der Masse und das +nötige Gewürz genommen. + + +8. Klöße von getrockneten Pilzen. + +Man nimmt getrocknete und, wie weiter oben angegeben, eingeweichte +Pilze, dünstet sie und hackt sie dann klar. Hierauf mischt man sie mit +Butter, Zwiebel, etwas aufgeweichter und ausgedrückter Semmel, +Zitronensaft und zwei bis drei Teelöffel Pilzextrakt, fügt Ei zum Binden +und soviel trockene geriebene Semmel hinzu, um daraus Klößchen formen +und braten zu können. + + +9. Pilzklößchen zu Reis, Gräupchen usw. + +Pilze (frisch oder getrocknet) werden gewiegt, in Butter mit Salz und +Zitronensaft gedünstet. Nach dem Verkühlen wird Ei und Semmel (halb +gerieben, halb geweicht) hinzugefügt, die Masse zu walnußgroßen Klößchen +geformt und in siedendem Wasser gekocht. + + +10. Bereitung des Pilzextraktes. + +Trotz der verschiedenen im Handel befindlichen »Würzen« steht zum +Verfeinern einer Suppe, einer Tasse Fleischbrühe, einer Bratentunke der +selbstgefertigte Pilzextrakt unübertroffen da. Derselbe kann fast aus +allen Pilzsorten gefertigt werden, aber auch hierbei gibt die Praxis +verschiedene wertvolle Winke. So können ganz besonders diejenigen +Pilzarten die vorzüglichste Verwertung finden, die mitunter in riesiger +Menge vorkommen, so daß sie kaum zur Speise bewältigt werden können, +zumal wenn in sogenannten Pilzjahren erstklassige Speisepilze reichlich +vorhanden sind. Ebenso finden solche Arten sofortige Verarbeitung, die +sich nur wenige Stunden halten und oft massig zu ernten sind. Erinnert +sei nur an den walzigen und an den Schopf-Tintling, die oft tausendweise +auf einer Wiese stehen. Und in welchen Mengen finden sich zu Zeiten der +echte Reizker, der Hallimasch, der Perlpilz, die Ritterlinge, die +Täublinge, die Gelblinge usw., ebenso der Sand-Röhrling. Die anderen +Röhrlinge eignen sich wegen ihres außerordentlich schleimigen Charakters +nicht so gut zum Extrakt wie die oben erwähnten Pilze. + +Bei Herstellung desselben verfahre man in folgender Weise: Die geputzten +und gereinigten Pilze werden in gleicher Weise zunächst wie die Pilze +zur Speise behandelt, d. h. im eigenen Safte abgekocht, aber ohne +Natronzusatz, da dieser sonst den Extrakt schaumig macht. Diese Brühe +wird abgegossen, die abgeseihten Pilze nochmals mit etwas wenig +Salzwasser tüchtig ausgekocht und dieser Saft zur ersten Abkochung +getan. Die Pilze selbst werden, um allen Saft zu gewinnen, in einem +Säckchen einem leichten, dauernden Drucke unterworfen. Der gesamte Saft +wird hierauf stark gesalzen, auf ein Liter davon ein Kaffeelöffel Salz, +und nun so dick eingedampft, daß zuletzt der Extrakt sirupdick wird. Am +schnellsten kommt man zum Ziele, wenn der dünne Saft zunächst in Pfannen +eingedampft wird und dann in kleineren Töpfen. Man nehme aber nur ganz +neue Tongefäße zu diesem Zwecke, die man später ja stets dazu verwenden +kann. Der fertige Extrakt wird nun in kleinen, weithalsigen Fläschchen +aufbewahrt. So hält er sich jahrelang. + +Beim Gebrauche rechnet man auf 5-6 Teller Suppe einen Kaffeelöffel +Extrakt. Zu diesem Zwecke wird vorstehende Menge in einem kleinen +Töpfchen mit etwas kochendem Wasser aufgequirlt und durchgeseiht der +Suppe usw. beigegeben. + + +11. Einmachen der Pilze in Essig. + +Die zubereiteten Pilze (siehe auch S. 12) werden eine halbe Stunde +gekocht, dann gießt man den Saft (für Pilzextrakt verwendbar) ab, gibt +hinzu, auf sechs Liter frische Pilze berechnet, dreiviertel Liter +Weinessig (nicht Sprit), Pfefferkörner, Piement (auch Nelkenpfeffer, +Neugewürz genannt), Lorbeerblätter, Schalotten oder Perlzwiebeln und +kocht das Ganze eine Viertelstunde. Nach erfolgter Abkühlung werden die +Pilze in weithalsige Glasbüchsen gefüllt. Zur Auffüllung nimmt man +nochmals Weinessig, mit eindrittel Wasser vermischt, kocht denselben auf +und übergießt die Pilze so weit, daß sie vom Essig gut überdeckt werden. + +Die nach diesem Rezepte vom Verfasser eingemachten Pilze haben auf +verschiedenen Obstausstellungen erste Preise erhalten. + + +12. Einmachen der Pilze nach dem Sterilisierungsverfahren. + +Kein Verfahren eignet sich so vorzüglich zum Konservieren der Pilze als +das Sterilisieren. Hierbei behalten dieselben ihren schönen und +eigenartigen, natürlichen Pilzgeschmack, sowie das jeder Sorte +eigenartige Aroma. Fast alle »Gemüsepilze« lassen sich hierzu verwenden. +Nachdem man die betreffenden Pilze in bekannter Weise gereinigt, d. h. +geputzt hat, wobei selbstverständlich bei den älteren Röhrenpilzen, +sowie bei den Stachelpilzen das Futter entfernt wird, bei den +Blätterpilzen nur das Futter des Edelpilzes und bei anderen Arten +älteres, fleckiges, werden sie in mittelgroße Stückchen geschnitten. Nun +werden sie mit kaltem Wasser ein- bis zweimal schnell gewaschen, um +nicht die Nährsalze auszulaugen, dann läßt man alles Wasser abtropfen +oder schleudert es ab und bringt sie in einem Steingut- oder gut +glasiertem Topfe aufs Feuer. Beim Ansetzen zum Kochen übersehe man +nicht, eine kleine Portion doppeltkohlensaures Natron beizufügen, auch +vergesse man die nötige Salzzugabe nicht. + +Da die Pilze außerordentlich viel Wasser enthalten, werden sie ohne +solches zugesetzt. Beim Erhitzen scheidet sich das Eigenwasser aus. In +diesem eigenen Safte werden sie bis zum Kochen erhitzt, damit sie erst +zusammenschwinden, denn sonst würden die Gläser zu wenig Pilze fassen. +Hierauf werden die Pilze mit einem durchlochten Löffel herausgenommen +und in die bereitgehaltenen gut gereinigten Gläser bis zum Halse +gefüllt. Die Pilzbrühe selbst wird durch ein reines Flanelltuch +filtriert und die durchgeseihte Brühe über die Pilze gegossen, so daß +letztere von der Brühe überdeckt sind. + +Etwas anders zu behandeln sind die Trichter- und Trompeten-Pfifferlinge, +sowie der Habichtspilz und der echte Reizker. Diese Sorten werden nach +dem Putzen mit kochendem Wasser gebrüht und gewaschen, denn erstere +drei Sorten behalten sonst einen Erdgeruch und -geschmack, letztere Art +eine unangenehme Bitterkeit. Ebenso müssen die sogenannten Stockmorcheln +(*Gyromítra esculénta*) gebrüht werden, damit die darin enthaltene +giftige Helvellasäure entfernt wird. Das Abbrühen muß aber schnell +geschehen, d. h. es darf nur kurze Zeit dauern. Alle Morchelarten müssen +schon des Sandes wegen öfters gewaschen werden. + +Das Sterilisieren selbst muß insofern sehr vorsichtig geschehen, als +man, vom Eintritt des Kochens an, das Wasser nur schwach wallen läßt; +sprudelnd kochendes Wasser bewirkt jähes Aufsteigen der schleimigen +Pilzbrühe, die zwischen Glasrand und Gummiring geratend, oft kleine +Pilzteilchen mit fortreißt und ein dichtes Verschließen der Gläser +hindert. Man bedarf zu einem 1/2- und 3/4-Liter-Glas mindestens +fünfviertel Stunden, bei Litergläsern anderthalb Stunden +Sterilisierungszeit. In den nächsten Tagen sind die betreffenden Gläser +auf Schluß zu prüfen. Heben sich die Deckel, so ist sofort wieder zu +sterilisieren, sonst ist ein Verderben unausbleiblich. + +Die Pilze können jedoch auch gleich speisefertig sterilisiert werden. Zu +diesem Zwecke werden sie nach dem Kochen in üblicher Weise in Butter +gebraten, so heiß als möglich in die Gläser gebracht und ziemlich +dreiviertel Stunde sterilisiert. Jedes Befetten des Glasrandes und des +Gummiringes muß aber peinlich vermieden werden. + +Verschiedene Firmen, wie z. B. _J. Weck_, G. m. b. H., Öflingen i. +Baden, liefern bestens bewährte, praktische Sterilisier-Einrichtungen. +Ausführliche Anweisung über das Sterilisieren findet sich im +»Merkbüchlein für das Sterilisieren der Früchte, des Gemüses und der +Pilze« im Selbstverlage des Verfassers _Edm. Michael_, Auerbach i. V. +Erhältlich gegen Einsendung von 30 Pfennig in Briefmarken. + + +13. Trocknen der Pilze. + +Das Trocknen der Pilze ist sehr einfach. Die abgeputzten und in Scheiben +oder Stücke geschnittenen Pilze werden, ohne sie vorher zu waschen, +entweder in der Sonne oder auf dem Ofen getrocknet. + + +14. Richtige Verwendung der einzelnen Sorten. + +Nicht jeder Pilz eignet sich zur Suppe oder zum Einmachen in Essig usw., +die einzelnen Sorten erfordern vielmehr auch eine verschiedenartige +Verwendung. In den nachfolgenden Zeilen folgt daher eine +Zusammenstellung über die zweckmäßige Verwertung der in diesem Handbuch +vorkommenden eßbaren Pilze. + + +a) Suppenpilze: + +Morcheln, Ziegenbärte, Stockschwämmchen, echter Reizker, echter +Gelbling, Nelkenschwindling, Edelpilze (Champignons), sämtliche +Röhrlinge. + + +b) Gemüsepilze: + +Alle eßbaren Pilze. + + +c) Pilze zum Einmachen in Essig: + +Steinpilz, echter Gelbling, Semmelporling, Schafporling, die eßbaren +Täublinge, Wacholder-Milchling, Perlpilz, Ritterlinge. + + +d) Pilze zum Sterilisieren: + +Alle eßbaren Pilze. + + +e) Gewürzpilz zur Bratenbrühe: + +Lauch-Schwindling (Mousseron). + + +f) Pilze zum Trocknen: + +Morcheln, Schafporling, großer Schirmling, Edelpilz (Champignon), +Stockschwämmchen, Steinpilz, Maronen-Röhrling, Birken-Röhrling, +Lauch-Schwindling, krauser Ziegenbart, Nelken-Schwindling, Schafeuter, +Habichtspilz. + + +g) Pilze als Pilzpulver: + +Alle unter f genannten Pilze. -- In verschiedenen Gegenden und Ländern +(z. B. in Böhmen) werden die scharf getrockneten Pilze zu Pulver +gemahlen und entweder zu Suppen oder zum Bestreuen (Panieren) gebackener +Fleischspeisen verwendet. + + + + +Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen? + + +Nichts steht der allgemeinen Verwertung der Pilze im Haushalte so +hindernd entgegen als die Furcht vor einer Vergiftung durch die Pilze. +Jeder Vergiftungsfall, der ja meistens die Runde durch die Tagesblätter +macht, schreckt immer von neuem ab, sich mit den Pilzen abzugeben und +sie als Kost auf den Tisch zu bringen. Dazu kommen noch die zur Pilzzeit +in den Zeitungen und Zeitschriften zu lesenden Verhütungsmaßregeln, +welche recht wissenschaftlich klingen, die zu merken aber niemandem +einfällt und oft auch keinen Pfifferling wert sind. Wenn das Publikum +solche offenbar von Unkundigen geschriebene Regeln liest, wonach fast +alle Pilze giftig sind, verzichtet es lieber auf den Genuß der Pilze. + +Um nur einiges von den vielen gutgemeinten, aber völlig falschen Regeln +zu widerlegen, diene folgendes: Da heißt es: »Alle eigentlichen +Blätterpilze sind zu meiden -- ausgenommen der Edelpilz (Champignon), +Gelbling (Gehling) und Kaiserling.« Wäre dies richtig, so müßte man das +Stockschwämmchen, den Hallimasch, den Pflaumenpilz, den +Nelken-Schwindling, den Lauch-Schwindling, sämtliche eßbaren Täublinge, +den Parasolpilz, die eßbaren Ritterlinge, und noch viele andere +ausschließen. Weiter: »Alle Pilze mit Farbenveränderung beim Druck oder +Zerschneiden taugen nichts!« Dann fort mit dem Rothäuptchen, dem +Maronen-Röhrling, dem Sand-Röhrling, dem Kornblumen-Röhrling, dem guten +Reizker, dem kahlen Krämpling usw. + +Ferner: »Alle Pilze mit Milchsaft sind verdächtig!« Auch der Brätling, +der gute Reizker, der filzige Milchling, der milde und süßliche +Milchling? Endlich soll Geruch, Geschmack, Farbe des Hutes, glänzende +oder klebrige Oberfläche usw. die Verdächtigkeit und Giftigkeit +beweisen. Jeder Pilzkenner wird mit dem Verfasser die Veröffentlichung +solcher der Unkenntnis entsprungenen Regeln lebhaft bedauern. + +Ebensowenig können sogenannte Erkennungsmittel, die beim Kochen +angewendet werden sollen, wie Hineinhalten eines silbernen Löffels, der +beim Braunwerden die Giftigkeit anzeigen soll, Mitkochen von Zwiebeln +usw. irgend etwas beweisen. Alles hier Empfohlene gehört zum +Wahnglauben. + +Um zu wissen, ob ein Pilz giftig ist oder nicht, gibt es nur ein Mittel: +_Lerne die Pilze so kennen, wie du die giftigen Früchte anderer Gewächse +von den nicht giftigen zu unterscheiden weißt._ + +Sehr häufig findet man in Zeitungen, Pilzkochbüchern und +Volks-Pilzbüchern den Rat erteilt, die Pilze abzukochen und dann das +Kochwasser abzugießen. Neuerdings geschieht dies sehr häufig bei +sogenannten verdächtigen oder bei zweifelhaft giftigen oder sonst +bitteren, beißenden, unangenehm schmeckenden Pilzen, immer mit der +Behauptung, daß dann die betreffenden Pilze ohne Sorge gegessen werden +können, ja auch schon gegessen wurden. Wenn dies bei vielen Pilzen auch +bestimmt zutrifft, so entwertet man aber die Pilze ihrer Nährstoffe und +sie sind dann nur Magenfüllsel, weiter nichts. Wer damit zufrieden ist, +kann es ja so machen. Der Verfasser hält davon nichts, selbst wenn +dadurch eine Unschädlichmachung der sogenannten verdächtigen oder +zweifelhaft giftigen Pilze eintritt. Etwas anderes ist das kurze +Abbrühen unzerschnittener Pilze, wie der Morcheln. + +Wenn man die in Deutschland veröffentlichten Vergiftungsfälle durch +Pilze genauer auf ihre Ursachen prüft, d. h. untersucht, welche Pilze +diese Vergiftungen hervorgerufen haben, so sind es nach eingeholten +Erkundigungen und vielfachen Erfahrungen stets folgende Giftpilze: der +Knollenblätterpilz, der Giftreizker, der Schwefelkopf, der Speitäubling +und der Kartoffelbovist. Es können gewiß noch andere Pilze giftig +wirken, die in den Pilzlehrbüchern bis jetzt noch als giftig bezeichnet +sich vorfinden, es nach meiner 40jährigen Erfahrung aber nicht alle +sind; so z. B. der graubraune Panther-Wulstling (*Amaníta umbrína*) und +der Perl-Wulstling (*Amaníta pustuláta aut rubéscens*). Diese Pilze +werden, _nachdem man die Oberhaut entfernt hat_, jetzt im Vogtlande und +in einem großen Teile Sachsens als vorzügliche Speisepilze verwendet. +Auf sämtlichen Pilzausstellungen hat sie der Verfasser als zu den +wohlschmeckendsten Pilzen zählend bekannt gegeben und noch nie einen +Fall von Vergiftung durch diese Pilze erfahren. In einem Teile des +Vogtlandes und des Erzgebirges gehören sie sogar zu den gesuchtesten. +Desgleichen hat er sie in Thüringen, Böhmen, der Lausitz usw. gesammelt +und sich recht wohl schmecken lassen, ohne das geringste Übelbefinden zu +spüren. Hierzu sei noch folgendes bemerkt: + +Im Mai des Jahres 1896 wurden einige Vergiftungsfälle durch +Stockmorcheln (*Gyromítra esculénta*) aus Berlin und Graßlitz in Böhmen +gemeldet. In letzterem Orte waren zwei Familien, welche die +Stockmorcheln bei ein und demselben Händler gekauft hatten, betroffen +worden. Der Verfasser hatte Gelegenheit, die näheren Umstände von dem +Familienvater der am schwersten betroffenen Familie persönlich zu +erfahren. Die Erörterungen ergaben unzweifelhaft, daß unter den +Stockmorcheln alte, bereits in Zersetzung übergegangene Exemplare sich +befunden haben, welche die Vergiftung herbeiführten, denn beide Familien +haben seit vielen Jahren stets frische Morcheln ohne die geringsten +nachteiligen Folgen genossen. Daß nicht öfter derartige Vergiftungsfälle +durch alte Morcheln vorkommen, ist fast wunderbar, denn bei des +Verfassers mehrmaligen Besuchen der Markthalle einer Großstadt fand er +neben frischen sehr viel verdorbene, in Zersetzung begriffene +Stockmorcheln vor, die zum Verkauf bei billigeren Preisen ausgeboten +wurden. Eine scharfe Aufsicht könnte für solche Fälle recht nützlich +wirken und Unheil verhüten. + +_Die weitaus meisten Pilzvergiftungen kommen durch falsche Auswahl und +Zubereitung vor, und zwar wenn erstens zu alte oder zu wässerige Pilze +genommen, oder zweitens diese zulange aufbewahrt werden, ehe sie zur +Verwendung kommen._ Alle anerkannt guten und eßbaren Pilze können +Erkrankungen und Vergiftungen herbeiführen, sobald sie alt verspeist +werden, denn mit dem Alter tritt ein Verwesungszustand ein, der dem +menschlichen Auge zwar nicht sichtbar ist, sich aber durch schwere +Krankheitserscheinungen bemerkbar macht. Bei dem hohen Eiweißgehalte und +ihrem überaus schwammigen und wässerigen Charakter werden die Pilze beim +Älterwerden von mikroskopisch kleinen, sich während weniger Stunden ins +riesenhafte vermehrenden Spaltpilzen durchsetzt und erzeugen dann die +_lebensgefährlichsten Magen- und Darmentzündungen_. Auf eine gleiche +oder ähnliche Zersetzung der Pilzfleischsubstanz mag es zurückzuführen +sein, daß Pilze, sowie sie im Spätherbste durch Reife oder Fröste +gelitten, nach dem Genuß nicht unbedenkliche Vergiftungserscheinungen +hervorgerufen haben. So sind nach nur leicht gefrorenen Ritterlingen, +Birkenpilzen, vor allem aber Steinpilzen mehr oder weniger schwere +Erkrankungen beobachtet worden: Also Vorsicht nach eingetretenen +Frösten! + +Man beachte stets die Regel: »#Nimm _nur gesunde_ und _junge_ Pilze!#« +Ganz besonders aber ist zu warnen vor dem zu langen und falschen +Aufbewahren der Pilze. So wie man die Pilze eingesammelt hat, putze und +reinige man sie. Ein Stehenlassen der Pilze bei Wärme oder in warmen +Räumen bis zum nächsten Tag ist schon höchst gefährlich, ganz abgesehen +davon, daß dieselben von den Pilzmaden während einer Nacht ganz gehörig +zerfressen werden; man stelle sie deshalb kühl. _Mancher Pilzfreund hat +seine schönen, gesunden und madenfreien Pilze am anderen Tage +größtenteils von Würmern zerfressen vorgefunden._ + + + + +Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? + + +Bei den ersten Erscheinungen einer Vergiftung: Kratzen im Halse, +Brennen, Drücken, Schmerzen des Magens mit Erbrechen, Auftreiben des +Leibes, Taumeln, Schwindelanfälle, Durchfall, Magen- und Leibkrämpfe +usw., suche man so schnell als möglich den Magen zu entleeren, +nötigenfalls durch künstlichen Brechreiz, wie Finger in den Hals +stecken, Kitzeln des Schlundes mit einer Feder; durch Klystiere mittels +Irrigators entleere man die Därme und trinke sofort soviel als möglich +Milch, Selterwasser oder nur kaltes Wasser, um den giftwirkenden Stoff +der Pilze einzuhüllen und zu verdünnen. Mittel, wie Essig und Öl, die +früher dagegen angewendet wurden, sind erfahrungsgemäß schädlich und +unwirksam. Außerdem müssen so schnell als möglich Kompressen, d. h. +mehrfach zusammengelegte Leinentücher (Mundtücher, Tischtücher usw.) in +heißes Wasser getaucht, ausgedrückt, und so heiß, als es vertragen wird, +auf Magen und Leib gelegt und mit einem wollenen Tuche überdeckt werden. +Diese Umschläge müssen im Wechsel von 10 bis 15 Minuten erneuert und +stundenlang fortgesetzt werden. Tritt tüchtiges Schwitzen hinzu, desto +besser. Nach dem Schwitzen sind 26 Grad warme Halbbäder zu geben, d. h. +der Erkrankte ist in eine Wanne zu setzen, nicht zu legen, und einige +Minuten lang zu übergießen. + +Vorstehendes Verfahren hat sich bei verschiedentlich vorgekommenen +Pilzvergiftungen aufs beste bewährt. Selbstverständlich ist ein Arzt +sofort herbeizuholen. Als medizinisches Gegengift wirkt vorzüglich +Atropin, das unter die Haut gespritzt wird. Diese Einspritzung darf nur +vom Arzte vorgenommen werden. + + + + +Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten? + + +Möge nun das Pilzsammeln einen praktischen oder wissenschaftlichen Zweck +verfolgen, so hat man mancherlei zu beachten, soll der Erfolg zur +Zufriedenheit ausfallen. Zum Sammeln der Pilze lasse man sich vor allem +einen Koffer fertigen aus starker Pappe mit Segelleinwand überzogen, mit +Ölfarbe angestrichen und so eingerichtet, daß der Deckel beim Sammeln +abzuheben geht und unten über den Boden gesteckt werden kann. An den +beiden Stirnseiten des Koffers müssen Lederösen befestigt werden, durch +die ein um den ganzen Koffer gehender breiter Lederriemen gezogen werden +kann, an dem man den Koffer trägt. Durch diesen Riemen wird der +abgenommene Deckel gleichzeitig am Boden festgehalten. Der Pilzkoffer +des Verfassers hat eine Länge von 55 cm, ist 23 cm breit und 22 cm hoch, +innen sind zwei Abteilungen, eine kleinere, in welche zwei leere +Zigarrenkistchen übereinander bequem hineingehen und die für die +wissenschaftliche Ausbeute bestimmt ist, sowie eine größere, um die für +die Küche gesammelten Pilze aufzunehmen. Als Messer erfüllt eine starke +sogenannte Gärtnerhippe am vollkommensten den Zweck, da man mit +derselben die Pilze sehr schnell aus der Erde ablösen und emporheben +kann, auch die festangewachsenen Baumpilze, die Baumporlinge usw., +bequem abzuschneiden imstande ist. Für wissenschaftliche Zwecke bedarf +man zum Einhüllen zarter Pilze noch etwas Seidenpapier und neben den +Zigarrenkistchen kleinere Pappkästchen. Mit dem oben beschriebenen +Koffer kann man sich nicht nur überall zeigen, sondern es werden die +Pilze auch sicher vor dem Zerdrücken und Zerquetschen bewahrt, was beim +Sammeln in Pilznetzen und Pilzsäckchen nicht der Fall ist. + +Neben dem »Wie ist zu sammeln« bleibt noch das »Wo« zu besprechen. Es +ist durchaus nicht zu empfehlen, aufs Geratewohl in Wald und Flur zu +gehen, sondern auch hierbei sind einige praktische Erfahrungen zu +beachten. Zuerst ist die Lage eines Waldes ins Auge zu fassen. Hier sind +in nur einigermaßen günstigen d. h. etwas feuchten Jahren die nach Süden +und Westen gelegenen Teile und Abhänge bedeutend ertragreicher als die +nach Norden oder Nordosten liegenden. Nur in ganz trockenen Jahren ist +es umgekehrt der Fall. Sehr bald wird man ferner auch die Erfahrung +machen, daß sehr viele Sorten ihren besonderen Standort behaupten, auf +denen sie immer in reicher Auswahl zu finden sind. So haben Wiesen, +Waldränder, Waldwiesen, moosig-grasige Stellen, Hochwälder, +Stangenwaldungen, Gebüsche, Waldwege, Dickichte usw. ihren ziemlich +bestimmten Bestand an eigenen Sorten und halten ihn oft jahrelang fest. +Hat man sich einmal diese Standorte ordentlich gemerkt, so wird man beim +Wiederbesuchen derselben selten umsonst gehen, man wird immer seinen +Teil finden. + +Durch diese sichere Kenntnis der Standorte ist der Verfasser in der +Lage, binnen fünf bis sechs Stunden, also an einem Nachmittage, 80-100 +Sorten Pilze in 4-500 Exemplaren für die Pilzausstellungen sammeln zu +können. + + + + +Abbildungen und Beschreibung der Pilze + + +#1. Spitz-Morchel.# Eßbar. *Morchélla cónica Pers.* + +Der _Hut_ ist kegelförmig, 3-5 cm breit, 4-10 cm hoch, nach oben +geschlossen und an seinem Rande mit dem Stiele verwachsen. Das Innere +der Morchel ist vom Stiele bis zur Hutspitze vollständig hohl, und die +Wandungen sind kleienartig bestäubt. Die Oberfläche wird durch vielfach +miteinander verbundene Rippen netzartig in kleine Gruben geteilt. Die +_Färbung_ ist grau-, gelb- oder dunkelbraun. Das _Fleisch_ ist zart, +zerbrechlich und sehr wohlschmeckend. + +Der _Stiel_ wird bis 5 cm lang, ist walzigrund und weiß. + +_Zeit_: Die Morchel wächst vorzugsweise im Frühlinge nach warmem Regen, +je nach der Witterung in den wärmeren Gegenden bereits von Ende März, in +den höheren Lagen vom April bis Ende Mai, seltener findet man sie +vereinzelt im Herbst. + +_Standort_: Auf Waldwiesen, an Waldrändern und in Gärten, ganz besonders +auch auf Abhängen der Tallagen, die lehmig-sandig und etwas kalkhaltig +sind. + +_Wert_: Als sehr beliebte Feinkost wird sie überall gesammelt und +verkauft. + +Alle Morchel- und Lorchelarten müssen sorgfältig bei der Zubereitung +gewaschen werden, da sie viel Sand enthalten. (Siehe Seite 12 über +Zubereitung der Pilze.) + + +#2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.# Eßbar. *Gyromítra esculénta Pers.* + +Der _Hut_ ist sehr unregelmäßig, bis faustgroß, höckerig, grubig und mit +wellenartig verlaufenden dicken Falten überzogen. Das Innere ist mit +faltigen Hohlgängen durchzogen, weißgrau und feinfilzig. Die _Farbe_ +ändert sich von hellbraun bis dunkelbraun. Das _Fleisch_ ist wachsartig, +sehr zerbrechlich und nicht stärker wie dünnes Leder. + +Der _Stiel_ ist faltig, dick, kurz, zusammengedrückt, anfangs markig und +weiß, später hohl und grau. + +_Zeit_: Wächst ebenfalls im Frühling. + +_Standort_: Vorzugsweise in sandigen Nadelwäldern, auf alten +Meilerstätten und alten Brandstellen. + +_Wert_: Derselbe ist gleich dem der Spitz-Morchel, nur ergiebiger. Von +allen Morchel- und Lorchelarten kommt sie in erster Linie als +»getrocknete Morchel« in den Handel. + +[Illustration: #1. Spitz-Morchel.# Eßbar. *Morchélla cónica Pers.*] + +[Illustration: #2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.# Eßbar. *Gyromítra +esculénta Pers.*] + + +#3. Speise-Morchel.# Eßbar. *Morchélla esculénta L.* + +Der _Hut_ besitzt eine rundlich-eiförmige, bei einer Abart fast +kegelförmige Gestalt und ist mit zellenartigen Gruben bedeckt, deren +Wandungen sich als Längs- oder Querfalten oder Rippen netzartig über den +Hut ausbreiten. Diese zellenartigen Gruben sind ziemlich tief. Der Hut +selbst hat einen Längsdurchschnitt von 7-12 cm und eine Breite von 5-8 +cm. + +Das _Hutfleisch_ ist ziemlich brüchig und auf der Innenseite rein weiß, +feinfilzig und kleiig, bei älteren Exemplaren leicht rosa angehaucht. +Die _Farbe_ des Hutes wechselt von hell-ockerfarbig bis tiefbraun mit im +Alter schwärzlichen Rippenrändern. + +Der 4-10 cm hohe _Stiel_ ist weiß, später hellgelblich, oft dick, wie +aufgeblasen, mit kurzen Falten oder unregelmäßigen Erhöhungen versehen +und mit kleieartigen, feinen Körnchen behaftet. + +_Zeit_: Wächst in der Ebene bereits im April, im Gebirge erst im Mai. +Anfangs Juni ist sie selten zu finden, kommt überhaupt nicht sehr häufig +vor. + +_Standort_: In lichten Wäldern, Gebüschen, Schluchten und auf +Grasplätzen. Man findet sie mehr auf lehmigem als auf sandigem Boden. + +_Wert_: Als Speise-Morchel ist sie sehr geschätzt und steht unstreitig +als feinstschmeckende aller Morcheln obenan. + + +#4. Goldgelber Ziegenbart.# Eßbar. *Clavariélla aúrea Schaeff.* + +Der _Fruchtkörper_ wird bis 15 cm hoch. Der _Strunk_ ist dick und teilt +sich schon von unten an in weißfleischige, derbe Äste, die +weißlich-gelb, nach oben gerade aufstrebend, vollständig rund mit +hellgoldgelber _Farbe_ in meist zweiteilige, stumpfe Spitzchen endigen. + +_Zeit_: Wird vom Juli bis Oktober gefunden. + +_Standort_: Wächst vereinzelt oder truppweise vornehmlich in +Nadelwäldern. + +_Wert_: Sehr wohlschmeckend, jedoch nur im Jugendzustande, denn mit dem +Alter wird dieser Pilz, wie fast alle Ziegenbärte, bitter und +ungenießbar. + +[Illustration: #3. Speise-Morchel.# Eßbar. *Morchélla esculénta L.*] + +[Illustration: #4. Goldgelber Ziegenbart.# Eßbar. *Clavariélla aúrea +Schaeff.*] + + +#5. Trauben-Ziegenbart. Rötlicher Ziegenbart.# Eßbar. *Clavária botrytes +Pers.* + +Dieser Pilz wird hier und da noch mit den Namen Traubenbärentatze, +rötliche Bärentatze, roter Hirschschwamm, Korallenschwamm, Hahnenkamm- +oder Blumenkohlschwamm bezeichnet. Er hat einen dicken _Strunk_, der +mitunter sehr dick und knollig ist. + +Das weiße _Fleisch_ ist sehr derb. + +Die aus dem Strunke emporsteigenden _Äste_ und _Zweige_ verzweigen sich +nach verschiedenen Seiten, sind gerade oder gekrümmt, ziemlich rund und +fleischig. Die kurz abgestutzten Enden der Ästchen sind rötlich. Er wird +bis 12 cm hoch und mitunter bis 16 cm breit. + +_Zeit_ und _Standort_: Wächst im Herbste auf sandigem Boden der +Nadelwälder und in Laubholzwaldungen. + +_Wert_: Im Jugendzustande und so lange er nicht bitter schmeckt, ist er +eßbar und wohlschmeckend, in älterem Zustande verursacht er aber +heftiges Leibweh und Durchfall. + + +#6. Gelber Ziegenbart.# Eßbar. *Clavária flava Schaeff.* + +Dieser Pilz, der im Volksmunde Bärentatze, Bocksbart, Hahnenkamm genannt +wird, besitzt einen weißgelblichen, knolligen, dicken, aufrechten +_Strunk_, aus dem eine Anzahl walziger _Äste_ emporsteigen, die sich +wieder in mehrere kleinere _Zweige_ teilen. Die kleinen Äste endigen in +eine meist zweiteilige stumpfe Spitze. + +Das besonders in der Jugend sehr zarte _Fleisch_ des Strunkes ist weiß +und dicht, das der Äste sehr brüchig. + +Die _Höhe_ des Ziegenbartes beträgt gewöhnlich 4-12 cm. + +Der _Geruch_ ist schwach, nicht unangenehm, der _Geschmack_ meist etwas +bitterlich, besonders bei älteren Exemplaren. + +_Zeit_ und _Standort_: Wie bei voriger Art. + +[Illustration: #5. Trauben-Ziegenbart. Rötlicher Ziegenbart.# Eßbar. +*Clavária botrytes Pers.*] + +[Illustration: #6. Gelber Ziegenbart.# Eßbar. *Clavária flava +Schaeff.*] + + +#7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.# Eßbar. *Sparássis ramósa +Schaeff.* + +Dieser eigenartige Pilz besteht aus außergewöhnlich zahlreichen +gelblich-weißen, über- und nebeneinander sich drängenden, +arabeskenartigen _Blättern_, die auf der Ober- und Unterseite platt und +eben sind. Das _Fleisch_ ist weiß. Er bildet oft riesige Köpfe und wird +mitunter bis zu 15 Pfund schwer. + +Der _Strunk_ ist fleischig, dick und kommt tief aus der Erde heraus. + +Der _Geruch_ ist äußerst würzig, morchelartig duftend. + +Der _Geschmack_ ist nußartig. + +_Zeit_: Wächst vom August bis Ende September. + +_Standort_: Besonders in Kiefernwaldungen, wo er oft dicht an den +Stämmen der Bäume zu finden ist. + +_Wert_: Frisch und getrocknet gehört er zu unseren vorzüglichsten und +wertvollsten Speisepilzen. Leider wird er bald zähe und kann dann nur in +getrocknetem Zustande verwendet werden. Die getrockneten Pilze geben +abgekocht der Fleischbrühe einen trefflichen Geschmack. + + +#8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, Dürrbehndel, Echter Mousseron.# +Eßbar. *Marásmius alliátus Schaeff.* + +Schwindlinge werden diejenigen Pilzarten genannt, die hauptsächlich nur +nach Regentagen zu finden sind, bei Sonnenschein aber schnell +vertrocknen, verschwinden. + +Der dünnfleischige zähe _Hut_ des Lauch-Schwindlings ist anfangs flach +gewölbt, später etwas verbogen ausgebreitet, weißlich-gelb, +fleischfarbig oder hellbräunlich. Bei sonnigem Stande und trockenem +Wetter runzelt er schnell zusammen und wird weißlich. Der Hut wird 1-3 +cm breit. + +Die _Blätter_ stehen mäßig dick, sind kraus und weiß. + +Der zähe, röhrige und glatte _Stiel_, 2-4 cm lang, ist glänzend, nach +unten dunkel-rotbraun bis schwärzlich, nach oben heller. + +_Geruch_ und _Geschmack_ sind stark knoblauchartig. + +_Zeit_: Wächst bereits im Juni und ist bis zum Oktober zu finden. + +_Standort_: Auf Heideplätzen, an Waldrändern und an alten Baumwurzeln, +besonders auch auf Holzschlägen. _Von vielen Pilzsammlern wird +gewöhnlich ein anderer Schwindling, der eßbare, aber nicht schmackhafte +Nadel- oder durchbohrende Schwindling_ (*Marásmius perforans Hoffm.*) +_als guter Lauch-Schwindling angesehen._ Dieser wächst in Nadelwaldungen +oft zu tausenden, wie gesät auf den Nadeln, aber er hat nicht den +Lauchgeruch, sondern einen andern scharfen, fast unangenehmen. + +_Wert_: Als Zusatz zu Braten, zumal Hammelbraten, ist er sehr geschätzt +und wird hier und da getrocknet zum Verkauf gebracht. Früher versorgten +die unternehmenden Franzosen die größeren Feinkostgeschäfte in +Deutschland mit ihren geschmackvoll hergestellten Paketchen, die +gewöhnlich eine Mark kosteten, während der Pilz bei uns ohne Mühe nach +starkem Gewitterregen tausendweise gesammelt werden könnte. + +[Illustration: #7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.# Eßbar. *Sparássis +ramósa Schaeff.*] + +[Illustration: #8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, Dürrbehndel, Echter +Mousseron.# Eßbar. *Marásmius alliátus Schaeff.*] + + +#9. Nelken-Schwindling.# Eßbar. *Marásmius caryophylleus Schaeff.* + +Der dünnfleischige _Hut_ ist etwas zähe, anfangs kegelförmig, später +etwas ausgebreitet und gebuckelt. Er erlangt einen Durchmesser von 2-5 +cm. Die Oberfläche ist glatt, trocken ledergelb oder hellbräunlich, nach +dem Rande zu öfters schwach wässerig gezont, besonders bei feuchtem +Wetter. Der Rand ist anfangs eingebogen, später gestreift. + +Der _Stiel_ ist voll, knorpelartig hart, bis 12 cm hoch, gefärbt wie der +Hut und mit einem ganz feinen weißlichen Filze überzogen. + +Der _Geruch_ ist stark würzig, nelkenartig, der _Geschmack_ höchst +angenehm. + +_Zeit_: Wächst das ganze Jahr hindurch, schon vom Mai bis zum Winter. + +_Standort_: Auf Wiesen, vorzugsweise aber auf Feldwegen und grasigen +Feldrändern. Hier wächst er häufig in dichten Trupps kreisförmig, +deshalb in verschiedenen Gegenden Kreisling, Krösling genannt. + +_Wert_: Wegen seines lieblichen, würzigen Wohlgeschmackes zählt er zu +den feinsten Suppenpilzen. Getrocknet schrumpft er außerordentlich +zusammen. + +[Illustration: #9. Nelken-Schwindling.# Eßbar. *Marásmius caryophylleus +Schaeff.*] + + +#10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.# Eßbar. +*Cantharéllus cibárius Fr.* + +Der _Hut_ ist im Jugendzustande gewölbt, später ausgebreitet mit +eingerolltem Rande und zuletzt trichterförmig, kraus und gelappt, im +Durchmesser 1-8 cm. Die _Farbe_ ist dottergelb, nach der Mitte zu meist +hellgelb; das _Fleisch_ ist gelblich. Hier und da kommt er weißlich, +mitunter fast ganz weiß als seltene Abart vor. In mitteldeutschen +Wäldern konnte der Verfasser außerdem zwei Jahre hintereinander sogar +hellrosenrote Pfifferlinge an ein und demselben Standorte finden. + +Das _Fruchtlager_ an der Unterseite des Hutes läuft faltenförmig an dem +Stiele herab, ist adernförmig und durch Querfalten mit einander reich +verästelt. + +Der _Stiel_ erweitert sich nach oben trichterförmig und ist voll und +fest. + +Der _Geruch_ ist sehr angenehm, der _Geschmack_ pfefferartig. + +_Zeit_: Wächst oft schon im Juni und findet sich bis zum Herbste in +großen Mengen. + +_Standort_: Fast überall, besonders im Dickicht der Nadelwaldungen, +moosigen Stellen, sowie in Laubwaldungen. + +_Wert_: Als einer unserer vorzüglichsten und am häufigsten vorkommenden +Speisepilze eignet er sich für alle Zubereitungsarten; getrocknet muß er +mindestens zwölf Stunden vor der Zubereitung in Wasser erweicht werden, +sonst ist er etwas zäh. Er hält sich von allen Pilzen am längsten +frisch, ist fast gar nicht madig und verursacht wenig Arbeit beim +Reinigen. #Eine Verwechselung dieses allbekannten Pilzes kann höchstens +mit dem sogenannten »Falschen Gelbling oder Pfifferling« stattfinden#, +der aber viel dünnfleischiger ist, einen schwachen Stiel und +orangerötliche Blätter besitzt, wenig Geschmack hat und nur in großen +Mengen genossen etwas Leibschmerzen verursachen soll. + +[Illustration: #10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.# +Eßbar. *Cantharéllus cibárius Fr.*] + + +#11. Stein-Röhrling. Steinpilz, Herrenpilz.# Eßbar. *Bolétus edúlis +Bull.* + +Der _Hut_ des jungen, halb in der Erde sitzenden Pilzes ist halbkugelig, +später polsterförmig und wird 10-30 cm breit. Bei alten Exemplaren +wendet sich der Rand etwas nach oben. Die _Farbe_ des Hutes ist anfangs +weißlich, weißlichgelb, später gelbbraun bis dunkelbraun. Je nach dem +Standorte ändert sich die Farbe, indem bei sonnigem Stande die dunkle, +bei schattigem und feuchtem die hellere Färbung hervortritt. Das +_Fleisch_ ist weiß und ändert sich nicht, bei alten Exemplaren färbt es +sich jedoch unter der Oberhaut etwas rötlich. + +Die _Röhren_ auf der Unterseite des Hutes sind zuerst stets weiß, später +gelblich und werden im Alter grünlich. Sie sind nicht angewachsen und +lösen sich leicht vom Fleische. + +Der _Stiel_ ist im Jugendzustande immer knollig verdickt, streckt sich +später walzenförmig und ist durchweg weichfleischig. Die Farbe des +Stieles ist hellbräunlich, häufig fein genetzt, in ausgewachsenem +Zustande mit langmaschiger Zeichnung. + +Der _Geruch_ ist angenehm, der _Geschmack_ nußartig. + +_Zeit_: Bei günstiger Witterung bereits von Ende Mai ab, häufiger im +Sommer bis zum Herbste. + +_Standort_: In Laub- und Nadelwäldern, besonders in Kieferwaldungen, +vorzugsweise auf Waldwiesen und an grasigen Waldrändern. + +_Wert_: Der Steinpilz ist der bekannteste und wohlschmeckendste aller +Pilze, ebenso fein als Suppen- wie als Gemüsepilz, läßt sich auf jede +Art einmachen und sehr gut trocknen. + +#Sehr oft wird mit dem Steinpilze der nicht giftige, aber ungenießbare +Gallen-Röhrling verwechselt.# Die Röhren des Gallen-Röhrlings nehmen +jedoch sehr bald eine zartrötliche Färbung an; das Futter ist auch +voller, fast schaumartig und oft nach unten gewölbt. Ganz besonders +gekennzeichnet ist der Stiel dieses Pilzes, denn er ist schon von Jugend +an grubig genetzt und das Netz hat eine grünlich-gelbbraune Färbung. Der +Geschmack ist außerordentlich bitter; ein einziger Pilz kann ein ganzes +Pilzgericht verderben. + +[Illustration: #11. Stein-Röhrling. Steinpilz, Herrenpilz.# Eßbar. +*Bolétus edúlis Bull.*] + + +#12. Maronen-Röhrling.# Eßbar. Auch unter dem Namen »Tannenpilz« +bekannt. *Bolétus bádius Fr.* + +Der _Hut_, anfangs halbkugelig gewölbt, später ausgebreitet, hat eine +glatte, bei feuchtem Wetter klebrige, bei trocknem Wetter glänzende +kastanienbraune Oberhaut und einen Durchmesser von 6-12 cm. + +Das weiße _Fleisch_, im Alter etwas gelblich, wird beim Bruche nach den +Röhren zu schwach blau, nach der Oberseite etwas rötlich. + +Der _Stiel_ selbst ist von fast gleicher Farbe wie der Hut, gleich dick, +mitunter gekrümmt. + +Der _Geruch_ ist frisch obstartig, der _Geschmack_ angenehm. + +_Kennzeichnende Merkmale_: Die kleinmündigen schmutziggelben Röhren +werden beim Drucke grün und sind am Stiele buchtig angewachsen. + +_Zeit_: Im Sommer und im Herbst, in einzelnen Gegenden ziemlich häufig +zu finden. + +_Standort_: In Nadel- und Laubwäldern. In Nadelwäldern bevorzugt er die +älteren Stämme, in deren Nähe er sehr häufig ringsum in Gesellschaft +wächst. + +_Wert_: Er gehört zu den wohlschmeckenden Pilzen. Das Sichverfärben des +Fleisches ist kein Anzeichen für irgend eine Schädlichkeit (siehe +Vorbemerkungen). + +[Illustration: #12. Maronen-Röhrling.# Eßbar. *Bolétus bádius Fr.*] + + +#13. Rothaut-Röhrling.# Eßbar. *Bolétus rufus Schaeff.* + +Der _Hut_ ist fast stets trocken, etwas feinfilzig und wird nur bei sehr +nassem Wetter schmierig. Der Durchmesser desselben kann von 5-20 cm, ja +bis über 30 cm steigen. Die rotbraune, oft ins orangefarbige gehende +Oberhaut ist immer nach dem Futter zu eingeschlagen, bei jungen Pilzen +dicht an den Stiel gedrückt. Dieses Merkmal unterscheidet ihn vom +rotbraunen Birkenpilze. Das _Fleisch_ wird außerdem nach dem Bruche oder +Anschneiden violett, dann bläulich-schwarz. + +Die _Röhren_ sind schmutzig-weiß mit grauen Mündungen. + +Der _Stiel_ ist markig, nach oben schwächer werdend und mit grauen oder +schwärzlichen Schüppchen flockig bekleidet. + +_Geruch_ und _Geschmack_ sind angenehm. + +_Zeit_: Vom Sommer bis Spätherbst. + +_Standort_: Diesen teilt er mit dem Birken-Röhrling, er findet sich +jedoch auch in Nadelwaldungen und auf Heideplätzen, mitunter massenhaft. +In feuchten Pilzjahren kommen manchmal ungewöhnliche Größen vor. + +_Wert_: Wegen seines häufigen Vorkommens und seines Wohlgeschmackes ein +sehr bekannter und beachteter Pilz. Während er als Suppen- und +Gemüsepilz vorzüglich ist, eignet er sich zum Trocknen und Einmachen +weniger, da er stets eine schwärzliche Färbung annimmt. + +[Illustration: #13. Rothaut-Röhrling.# Eßbar. *Bolétus rufus Schaeff.*] + + +#14. Birken-Röhrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.# Eßbar. *Bolétus scaber +Bull.* + +Der _Hut_ ist bei feuchtem Wetter und in den frühen Morgenstunden mehr +oder weniger schleimig, glatt und in der _Farbe_ veränderlich. Bald ist +er hellbräunlich, bald rotbräunlich, ja auch grau oder dunkelbraun bis +schwärzlich. Von der dunkleren Färbung dürfte er wohl auch den Namen +Kapuzinerpilz haben. Der Hut ist gewölbt, polsterartig und wird 12-18 cm +breit. Das _Fleisch_ ist weiß und verändert sich nicht. + +Die _Röhrenschicht_ mit kleinen feinen Mündungen ist im Anfange weiß, +wird später aber grau. + +Der _Stiel_ ist schlank, verhältnismäßig schwach, flockig-schuppig und +oft in der Mitte etwas bauchig. Im Jugendzustande ist das Fleisch +desselben weich und brüchig, wird im Alter aber faserig und zäh. + +Der _Geschmack_ ist angenehm, aber etwas weichlich. + +_Zeit_: Im Spätsommer und Herbste. + +_Standort_: In lichten Laubwaldungen und Gebüschen. Wo Birken stehen, +ist er fast unfehlbar zu finden. + +_Wert_: Guter Speisepilz, nur etwas weich. Verwertung dieselbe wie beim +Stein-Röhrling (Abb. 11). + +[Illustration: #14. Birken-Röhrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.# Eßbar. +*Bolétus scaber Bull.*] + + +#15. Sand-Röhrling. Sandpilz.# Eßbar. *Bolétus variegátus Sw.* + +Der _Hut_, anfangs halbkugelförmig gewölbt, hat einen scharf +eingerollten Rand, ist bräunlichgelb und mit büschelig-haarigen kleinen +Flocken besetzt, die im Alter und nach Regenwetter verschwinden. Der +Durchmesser beträgt 5-15 cm. Die Oberfläche ist trocken, bei Regenwetter +jedoch etwas schleimig. Das _Fleisch_ ist gelblich-weiß und läuft beim +Zerschneiden mehr oder weniger bläulich an. + +Die _Röhren_ sind sehr kurz, haben eine enge Mündung und sind +schmutzig-gelblich, bräunlich oder auch olivgrün. + +Der _Stiel_ ist gleichmäßig dick, wird selten über 5 cm lang und ist in +der Farbe etwas heller als der Hut. + +Der _Geruch_ ist eigentümlich scharf, nicht unangenehm, der _Geschmack_ +mild. + +_Zeit_: Im Sommer und Herbste. + +_Standort_: In Nadelwäldern und vorzugsweise in solchen mit sandigem +Boden. + +_Wert_: Obwohl nicht zu den besseren Speisepilzen zählend, schmeckt er +doch ganz gut. Wegen seines häufigen Vorkommens ist er ganz besonders +zur Herstellung von Pilzextrakt geeignet, läßt sich aber nicht gut +trocknen. + +[Illustration: #15. Sand-Röhrling. Sandpilz.# Eßbar. *Bolétus variegátus +Sw.*] + + +#16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe.# Eßbar. *Bolétus subtomentósus L.* + +Der _Hut_ ist stets kurzfilzig und von graugelblicher bis grüngelblicher +Färbung, mitunter auch graubraun, hat aber immer einen olivgrünen +Schein. Der Durchmesser des Hutes beträgt 5-13 cm. Im Alter, besonders +bei trockenem Wetter, zerreißt sehr oft die Oberhaut und es bilden sich +Felder. Bei Verletzung der Oberhaut werden die Wunden je nach der +Witterung kirschrot oder gelb. Das _Fleisch_ ist derb und blaßgelb, wird +aber beim Bruche mitunter etwas bläulich. Ganz besonders zeichnet er +sich aus durch die _Röhren_, welche bei jungen Exemplaren schön +zitronengelb, bei älteren Exemplaren schmutziggelb sind. Sie haben sehr +weite und eckige Mündungen, derart angeordnet, daß kleinere mit +größeren, engere mit weiteren vermischt sind. + +Der _Stiel_ ist meist rötlichbraun angelaufen und verhältnismäßig dünn +und schlank. + +Der _Geruch_ ist säuerlich obstartig, der _Geschmack_ sehr schwach. + +_Zeit_: Im Sommer und Herbst. + +_Standort_: Vorzugsweise in Nadelwäldern, besonders auf grasig-moosigen +Plätzen, sowie auf lehmigen Böschungen der Hohlwege im Walde. Er kommt +meist einzeln vor. + +_Wert_: Er gehört unstreitig zu den wohlschmeckenden Pilzen und kann +verschiedenartige Verwendung finden, nur taugt er nicht viel zum +Trocknen. + +[Illustration: #16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe.# Eßbar. *Bolétus +subtomentósus L.*] + + +#17. Butter-Röhrling. Ringpilz.# Eßbar. *Bolétus lúteus L.* + +Der _Hut_ ist bei feuchtem Wetter und am Morgen außerordentlich +schmierig und schleimig, bei trockenem Wetter glänzend, gelblich, +gelbbraun oder dunkelgelbbraun, nie rötlich. Der Durchmesser beträgt +4-13 cm. Im Jugendzustande ist der Rand des Hutes stets mit dem Stiele +durch einen weißen Schleier verbunden, der bei der Vollentwickelung als +bläulich-schwarzer hängender Ring am Stiele zurückbleibt. Die Oberhaut +ist leicht abziehbar. Das _Fleisch_ ist gelblich-weiß und +unveränderlich. + +Die hellgelb aussehenden _Röhren_ sind mit dem Stiele verwachsen, aber +nicht mit dem Hutfleische. + +Der _Stiel_ ist zylindrisch und wird bis 10 cm hoch. Er ist weißlich, +fleischig voll und trägt ziemlich lange den schließlich verschwindenden +Ring. Oberhalb desselben finden sich bräunliche, flockige Punkte. + +_Geruch_ und _Geschmack_ sind obstartig säuerlich. + +_Zeit_: Im Sommer und Herbste. + +_Standort_: Ganz besonders auf grasigen Waldwegen, Waldwiesen und +Waldrändern, zwischen Moos und Gras, und in jungen bis mannshohen +Fichtenanpflanzungen. + +_Wert_: Wird leider hier und da wegen seines schleimigen Hutes nicht so +beachtet wie er es verdient. Da die Oberhaut fast mit einem Male +abziehbar ist, ist er leicht zu putzen. Er gehört unstreitig zu unseren +besten Speisepilzen, läßt sich aber nicht trocknen. + +[Illustration: #17. Butter-Röhrling. Ringpilz.# Eßbar. *Bolétus lúteus +L.*] + + +#18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.# Eßbar. *Psallióta campéstris L.* + +Der _Hut_ kommt fast kugelförmig aus der Erde, wird halbkugelig und +breitet sich dann flach gewölbt aus. Die _Farbe_ ist weiß oder +bräunlich, seidenhaarig, flockig und kleinschuppig. Einzelne Pilze +werden bis 15 cm breit. (Bei den Pilzausstellungen des Verfassers kamen +sogar öfters solche von über 30 cm Hutdurchmesser und 30 cm Stielhöhe +zur Darstellung.) Das _Fleisch_ ist dick, massig und weiß, bei +Verletzung wird es oft rötlich. + +Die anfangs rosaroten, später schokoladenbraun werdenden _Blätter_ +kennzeichnen den Feld-Edelpilz ganz vorzüglich und sind das beste und +untrüglichste Erkennungszeichen für den guten Edelpilz. + +#Leider wird dieser herrliche Pilz öfters mit dem giftigsten unserer +Pilze, dem _Gelblichen Gift-Wulstling_ (Knollenblätterpilz), +verwechselt# (vergl. nächste Abbildung, Nr. 19). #Der Feld-Edelpilz hat +aber am unteren Ende des Stieles _keine_ Knollen wie der +Gift-Wulstling.# + +Der _Stiel_ ist voll, weiß und trägt in der Mitte einen dicken weißen +häutigen Ring oder Manschette. Er wird mitunter bis 8 cm hoch. + +_Geruch_ und _Geschmack_ sind ganz vorzüglich. + +_Zeit_: Ganz besonders gedeiht er in trockenen Jahren nach einem Regen +auf mit Pferdedünger oder Jauche gedüngten Wiesen mitunter schon Ende +Juni, dann im Hochsommer und Herbste. + +_Standort_: Er wächst auf Wiesen, Feldrainen und Wegerändern. + +_Wert_: Unstreitig der im Geschmacke beste Pilz, weshalb er auch überall +gezüchtet wird. Er läßt sich sehr gut züchten, siehe Abhandlung über +Züchtung der Pilze. + +Seine Verwendbarkeit ist eine außerordentlich vielseitige. + +[Illustration: #18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.# Eßbar. *Psallióta +campéstris L.*] + + +#19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz.# Sehr +giftig! *Amaníta bulbósa Bull.* + +Der _Hut_ ist anfangs fast immer gelblich-grün, später weißlich bis weiß +werdend, meist mit den weißlichen Fetzen der früheren Hülle bedeckt, 5-8 +cm breit. Diese älteren Knollenblätterpilze mit den mehr weißen Hüten +geben einzig und allein die Veranlassung zur Verwechslung mit dem +Edelpilze (Champignon). Dieser Edelpilz hat aber im Jugendzustande +rosafarbiges, später schokoladenbraunes Futter. Es wird leider viel zu +viel Wert auf die _Farbe_ des Hutes statt auf die _Blätter_ gelegt. + +Eine ebenso giftige Abart *A. Mappa Batsch* hat eine durchweg gelbe +Färbung des Hutes mit weißen Pusteln. + +Eine weitere, auch giftige Art, der grüne Knollenblätterpilz (*Am. +phalloídes Fr.*), führt seltener zu Verwechselungen, da er durch seine +ausgeprägte Grünfärbung von selbst warnt. Dieser grüne Knollenblätterpilz +kommt aber viel seltener vor. + +Das _Fleisch_ des Gift-Wulstlings ist weiß, ebenso die _Blätter_. + +Der _Stiel_ ist schlank, anfangs markig, später an der Spitze hohl, weiß +und mit einer gelblichweißen Manschette versehen. #Das untrüglichste +Kennzeichen dieses Giftpilzes ist die ausgeprägte runde Knolle am Fuße +des Stieles. Diese Knolle ist mit einer häutigen Scheibe umgeben.# + +_Geruch_ und _Geschmack_ sind durchaus nicht unangenehm, der Geschmack +sogar mild und erinnert an grüne Kartoffeln. + +_Zeit_: Vom Sommer bis zum Herbste. + +_Standort_: Seinen Standort hat er in Wäldern und Gebüschen, meist +truppweise. + +_Wert_: Wohl kein Pilz ist so giftig wie dieser; er ist um so +gefährlicher, weil die Wirkung des Giftes erst nach 12-16 Stunden +eintritt. + +[Illustration: #19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher +Knollenblätterpilz.# Sehr giftig! *Amaníta bulbósa Bull.*] + + +#20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.# Eßbar. *Amaníta pustuláta Schaeff. (A. +rubéscens Pers.)* + +Im Volksmunde der hellrote Fliegenpilz genannt, besitzt er einen +schmutzig-rötlichen, blaß-fleischfarbigen, braunrötlichen oder +bräunlichen _Hut_, der mehr oder weniger mit Pusteln besetzt ist, +ähnlich wie der Fliegenpilz. Unter der leicht abziehbaren Oberhaut zeigt +sich das _Fleisch_ blaßrötlich, ist aber im Innern weiß. + +Die _Blätter_ sind anfangs weiß, erst im Alter etwas rötlich und dicht +stehend. + +Der ganz besonders in der Jugend _kegelförmige_, ebenfalls rötlich +angehauchte _Stiel_ streckt sich später ziemlich gleichmäßig schlank und +walzig. Vom Hute laufen bis ans Ende der Manschette feine Striche. Der +Fuß des Stieles läuft in einen mit Schuppen und Warzen bedeckten Knollen +aus. + +Der _Geruch_ ist schwach, der _Geschmack_ anfangs mild, später etwas +kratzend. + +_Zeit_: Ziemlich früh und ist im Herbste seltener zu finden. + +_Standort_: Vorzugsweise in hohem Stangenwalde, sowie in wenig begrasten +Gebüschen. + +_Wert_: Nach dem Abziehen der Oberhaut bildet er einen vorzüglichen +Speisepilz (siehe »Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen«, S. 19). +Zum Trocknen eignet er sich nicht, wohl aber zum Gemüse und Einmachen +und besonders zum Bereiten von Pilzextrakt (siehe S. 15). + +#In verschiedenen Fällen ist der Perlen-Wulstling mit dem so giftigen +Königsfliegenpilz verwechselt worden.# Dieser hat aber stets die reine +ledergelbliche oder dunkelrotbraune, also keine fleischfarbig-rötliche +Oberhaut. Auch zeigt der Königsfliegenpilz unter der Oberhaut die +gelbrote Farbe des Fleisches wie der Fliegenpilz, während die des +Perlpilzes fleischrot ist. Man vergleiche nur scharf die Abbildungen +(siehe auch Abb. 21) und die Beschreibungen. + +[Illustration: #20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.# Eßbar. *Amaníta +pustuláta Schaeff. (A. rubéscens Pers.)*] + + +#21. Königs-Fliegenpilz.# Sehr giftig! *Amaníta regális Fr.* + +Der anfangs kugelige _Hut_ wird später flach, sich mitunter etwas nach +der Mitte vertiefend. Er wird bis 20 cm breit. Die Oberhaut ist anfangs +dunkelrotbraun, später leberbraun und bei alten Pilzen mit fast +silbergrauem Hauche überzogen. Die den Hut bedeckenden _Flocken_ sind +gelblichweiß oder weiß, mehr oder weniger dicht aufliegend. Der Rand ist +gestreift. Beim Durchschnitt zeigt das _Fleisch_ nach der Oberhaut einen +rotbraunen Rand und ist nach den Lamellen hin bräunlichgelb gefärbt. Die +_Blätter_ sind weiß. + +Der _Stiel_ ist anfangs voll, später hohl und hat gelbliches Fleisch. Er +besitzt am Grunde einen fast rundlichen Knollen mit einer ziemlich lose +sitzenden Hülle, die sehr regelmäßig in einzelne Ringe sich trennt, so +daß man oft mehrere solcher Ringe deutlich zählen kann. Diese Hülle ist +fast ockergelb, wie denn auch der Stiel vom Fuße bis zur Hülle eine +gelbe Farbe besitzt. Der unregelmäßig gestaltete häutige Ring ist am +Rande ebenfalls gelb. + +Der _Geruch_ ist gering, der _Geschmack_ unangenehm. + +_Zeit_: Im Sommer und ist bis zum Herbste zu finden. Dieser Pilz kommt +nicht sehr häufig vor. + +_Standort_: Im Nadelwalde vorzugsweise an Waldrändern, auch in +Gebüschen. + +_Wert_: Nach den Erfahrungen des Verfassers #gehört er mit zu den +giftigsten Pilzen, denn verschiedene Vergiftungen endeten mit dem Tode. +Es ist daher vor diesem Pilze ganz besonders zu warnen, da er +nachweisbar mit dem Perlen-Wulstling (Abb. 20) verwechselt wurde.# +Dieser jedoch und der eßbare Pantherpilz sind vom Hute bis mit dem +herabhängenden Ringe gestrichelt, der Königs-Fliegenpilz aber ist +glatt. + +[Illustration: #21. Königs-Fliegenpilz.# Sehr giftig! *Amaníta regális +Fr.*] + + +#22. Großer Schirmling.# Eßbar. *Lepióta procéra Scop.* + +Der _Hut_ erscheint anfangs wie ein Paukenschlägel und breitet sich dann +schirmdachförmig aus. Dabei platzt die graubraune dürre Oberhaut und +bildet braune dachziegelförmig liegende Schuppen, nach der Mitte in +einen dunkelbraunen Buckel übergehend. Das _Fleisch_ ist im +Jugendzustande weich, später aber zäh und dürr. Dieser Pilz gehört zu +den stattlichsten, denn sein Hut wird bis 25, ja 30 cm breit. + +Die _Blätter_ sind breit, weiß, weich, stehen dicht und ganz frei vom +Stiele. + +Der röhrig-hohle _Stiel_, mitunter 15-30 cm hoch, prächtig +braungefleckt, ist nach aufwärts etwas verdünnt und am Grunde knollig +verdickt. Außerdem trägt er einen dicken, lederartigen und +verschiebbaren Ring. + +Der _Geruch_ ist angenehm und das Fleisch hat einen süßen _Geschmack_. + +_Zeit_: In den Monaten August bis Oktober. + +_Standort_: Auf lichten Waldstellen, Grasplätzen und an Waldrändern. + +_Wert_: Im Jugendzustande wohlschmeckend, verliert er im Alter den +Geschmack und ist dann zäh. + +Er kann leicht verwechselt werden mit einer ihm ähnlichen Art, dem +ebenfalls eßbaren Safran-Schirmling, *Lepióta rhacótes Vitt*, dessen Hut +fast ebenso geschuppt, aber etwas kleiner im Durchmesser ist. Dieser +Pilz zeigt aber beim Durchschneiden oder bei Verletzung zuerst +orangefarbiges, dann safranfarbiges oder blutrotes Fleisch, auch der +Stiel hat beim Abschneiden diese Farben, ist aber außen nicht so schön +braungefleckt, sondern einfarbig schmutzigbräunlich. + +[Illustration: #22. Großer Schirmling.# Eßbar. *Lepióta procéra Scop.*] + + +#23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling.# Eßbar. *Lactária +deliciósa L.* + +Der _Hut_ dieses vorzüglichen Pilzes ist orangefarbig oder ziegelrot, +meist gezont in orangefarbige und grünliche Ringe. Im Alter wird er +grünspanfarbig, wie denn auch bei Verletzung diese Farbe stets +hervortritt. Jung ist er flach mit nach unten gleichmäßig gebogenem +Rande, später wird er trichterförmig. Bei feuchtem Wetter ist der Hut +schmierig und wächst dann glatt ohne Zonenringe. + +Das _Fleisch_ ist ebenfalls rötlichgelb und läßt beim Bruche eine +#orangerote# Milch reichlich heraustropfen; dies ist das sicherste +_Kennzeichen_ für diesen Pilz. + +Die gelben _Blätter_ laufen etwas am Stiele herab und werden beim Drucke +ebenfalls sofort grünspanfarbig. + +Der _Stiel_ ist dem Hute gleichfarbig, anfangs voll, später hohl. + +Der _Geruch_ ist außerordentlich aromatisch, der _Geschmack_ mild und +angenehm würzig. + +_Zeit_: Vielfach in großer Menge bereits Ende Juni bis in den November +hinein. + +_Standort_: Wächst unter dichtem Nadelgebüsch, auf feuchten, moosigen +Wiesen und auf mit Heidekraut und Wacholdersträuchern bestandenen +Waldhügeln. #Oft wächst er auf einer Stelle zusammen mit dem zum +Verwechseln ähnlichen giftigen Milchling (Giftreizker)# (siehe Abb. 24), +#der jedoch einen zottigen Hutrand und _weiße_ Milch besitzt#, auch ist +dessen Geschmack bitter, beißend und scharf. Eine andere, aber +ungefährliche Verwechslung kann mit dem Blut-Milchling, *Lactárius +sanguifluus Paul*, vorkommen, der aber eßbar ist. Dieser Pilz hat eine +#blutweinrote# Milch, die Blätter laufen am Stiele herab. Er sieht dem +guten Reizker sehr ähnlich und kommt nur auf kalkhaltigem Boden vor. + +_Wert_: Er gehört zu unsern wertvollsten Speisepilzen und läßt sich auf +alle mögliche Arten verwerten, nur beim Trocknen verliert er an Geruch +und Geschmack. Der von ihm bereitete Pilzextrakt wird im Wohlgeschmack +von keinem Extrakt anderer Pilze übertroffen. + +[Illustration: #23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling.# +Eßbar. *Lactária deliciósa L.*] + + +#24. Gift-Milchling. Giftreizker.# Giftig! *Lactária torminósa Schaeff.* + +Der _Hut_ dieses Pilzes sieht im Jugendzustande dem des guten Reizkers +oft täuschend ähnlich, nur wird er nie ziegelrot oder grünlich, sondern +mehr fleischfarben, aber ebenfalls mehr oder weniger gezont. _Sehr +charakteristisch ist der stets zottig behaarte Rand des Hutes._ + +Das _Fleisch_ ist weiß und sondert eine _weiße_ Milch ab, während der +gute Reizker orangerote Milch absondert. + +Die _Blätter_ sind weißlich. + +Der _Stiel_ ist dem Hute gleichfarbig, im Alter hohl und brüchig. + +Der _Geruch_ ist nicht besonders auffallend, der _Geschmack_ aber +bitter, beißend und scharf. + +_Zeit_: Im Sommer und Herbst. + +_Standort_: Er wächst gern unter Birken, in Gebüschen, auf Heideplätzen, +moosigen Wiesen und da zwischen den echten Reizkern. + +_Wert_: Er ist entschieden giftig, wie zweifelsohne mehrere dem +Verfasser bekannte Vergiftungsfälle dies bewiesen haben. Das Einprägen +der Merkmale hütet vor Verwechslung. + +Über das sogenannte Entgiften der Pilze siehe Abhandlung Seite 19: Wie +schützt man sich vor Pilzvergiftungen? + +[Illustration: #24. Gift-Milchling. Giftreizker.# Giftig! *Lactária +torminósa Schaeff.*] + + +#25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz.# Eßbar. *Lactária voléma Fr.* + +Der _Hut_ ist gleichmäßig, rotgelb oder hellrötlichbraun und wird bis +12, mitunter 15 cm breit. Im Alter bekommt er Risse, in der Jugend ist +der Hutrand etwas eingerollt. + +Das _Fleisch_ ist fest, dick und enthält sehr viel weiße Milch. Diese +tropft bei Verletzung sehr reichlich heraus. + +Die _Blätter_ sind anfangs blaßgelb, werden später bräunlich und färben +sich auch beim Drucke braun. + +Der _Stiel_ ist in der Farbe dem Hute gleich, ziemlich dick, wird bis 12 +cm hoch und rundet sich am Ende ab. + +Der _Geruch_ ist bei jungen Pilzen angenehm, während ältere tranig +riechen. + +Der _Geschmack_ ist angenehm, fast süß. + +_Zeit_: Im Sommer und Herbst. + +_Standort_: In Laub- und Nadelwaldungen meist an feuchten Stellen und +kommt oft truppweise vor. + +_Wert_: Er wird vielfach roh gegessen und gibt besonders eine ganz +vorzügliche Speise, wenn er gerieben und dann gebacken wird. + +Für den Nichtkundigen ist eine Verwechselung mit dem nicht giftigen, +aber ungenießbaren #braunroten Milchling# möglich, doch ist die Oberhaut +dieses Milchlings feinflockig, der Rand filzig und der Geschmack der bei +einer Verletzung sehr reichlich hervorquellenden ebenfalls weißen Milch +sehr scharf brennend. + +[Illustration: #25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz.# Eßbar. +*Lactária voléma Fr.*] + + +#26. Grünlicher Täubling.# Eßbar. *Rússula viréscens Schaeff.* + +Die Täublinge, die bei einzelnen Arten eine mannigfaltige +Farbenverschiedenheit zeigen, sind vom Laien sehr schwer zu bestimmen. + +Der _Hut_ des grünlichen Täublings ist anfangs halbkugelig, breitet sich +später flach gewölbt aus, hat einen stumpfen, glatten Rand und wird 6-12 +cm breit. Die trockene Oberhaut ist graugrün, mitunter bräunlich- oder +gelblichgrün verblassend, zerreißt teilweise und wird dann flockig oder +gefeldert und warzig. Das dicke _Fleisch_ ist derb und weiß. Das Fleisch +aller Täublinge ist härter als das der anderen Pilze. + +Die _Blätter_ stehen mäßig dicht, sind teils ungleich lang, teils +gegabelt. + +Der fleischige _Stiel_ wird bis 8 cm lang, ist weiß und meist, zumal bei +jungen Pilzen, nach unten verdickt. + +Der _Geruch_ ist gering, der _Geschmack_ mild. + +_Zeit_: Vom Juli bis September. + +_Standort_: Findet sich meistens nur in Laubwäldern und in Gebüschen. + +_Wert_: Er ist eßbar und gehört zu den schmackhafteren Täublingen. Für +die Verwertung der Täublinge als Speise kann man die Regel aufstellen, +daß alle mild schmeckenden Täublinge und solche mit gelblichen und +gelben Blättern eßbar, alle beißend und unangenehm schmeckenden +ungenießbar sind. Alle Täublinge können wegen ihres derben Fleisches mit +wenigen Ausnahmen nur als Mischpilze verwendet werden. + +[Illustration: #26. Grünlicher Täubling. Eßbar.# *Rússula viréscens +Schaeff.*] + + +#27. Ledergelbblättriger Täubling.# Eßbar. *Russulína alutácea Pers.* + +Der _Hut_, anfangs halbkugelförmig, breitet sich bald flach aus und ist +später in der Mitte niedergedrückt. Er wird 5-15 cm breit. Sein Rand ist +dünn, anfangs glatt, später höckerig gerieft. Die _Farbe_ des Hutes ist +sehr verschieden. Unter den Täublingen ist dieser Pilz das reine +Chamäleon, denn die jungen Pilze sind entweder grünlich, grünlichgelb, +ins Rote spielend, blutrot, braunrot, purpurrot oder kirschbraun. Die +dünne Oberhaut läßt sich leicht abziehen. + +Die _Blätter_ stehen frei am Stiele oder sind nur kurz angeheftet, +ziemlich breit, anfangs gelblich, später lederartig, daher der Name des +Pilzes. + +Der volle, walzenförmige _Stiel_ ist meist weiß, seltener rot +angehaucht. + +_Geruch_ gering, _Geschmack_ angenehm mild. + +_Zeit_: Vom August bis November. + +_Standort_: Er kommt in Laub- und Nadelwäldern vor, jedoch nicht in +allen Gegenden. Wo er wächst, findet er sich aber in großen Mengen. + +_Wert_: Er gehört zu den wohlschmeckenden Täublingen. + +Mit echtem Weinessig als Salat zubereitet schmeckt er vorzüglich. + +[Illustration: #27. Ledergelbblättriger Täubling.# Eßbar. *Russulína +alutácea Pers.*] + + +#28. Samtfuß-Krämpling.# Genießbar. *Paxíllus atrotomentósus Batsch.* + +Der außerordentlich dickfleischige _Hut_, meist an Baumstümpfen +einseitig vorgestreckt, erreicht mitunter einen Durchmesser von 20 cm +und mehr. Die Oberfläche ist erst braun, samtartig feinfilzig, bei +trockenem Wetter rissig. Der Rand des Hutes ist scharf eingerollt, das +Fleisch gelblichweiß, wässerig. + +Die _Blätter_ sind kurz herablaufend, gelblich. + +Der _Stiel_ ist kurz, dick und außen mit schwarzbraunem oder ganz +schwarzem dichtzottigen Filze bekleidet. + +_Geruch_ und _Geschmack_ sind säuerlich. + +_Zeit_: Vom Anfang des Herbstes an. + +_Standort_: In Nadelwäldern am Grunde alter Stämme oder an Wurzeln. + +_Wert_: Im Vogtlande und Erzgebirge wird er viel eingetragen und zu +sauren Kartoffelstückchen mitgekocht. Er schmeckt auch für sich gebraten +säuerlich, alte und große Pilze sogar widrig. + + +#29. Kahler Krämpling.# Eßbar. *Paxíllus involútus Batsch.* + +Der _Hut_, anfangs flach gewölbt, 5-15 cm breit, wird später fast +trichterförmig. Die Oberfläche ist glatt, glänzend und ockerbraun oder +gelbbraun, in der Mitte etwas schleimig. Eine Abart ist fast gelb. Das +_Fleisch_ ist gelblich und wird bei Verletzung bräunlich oder +rotbräunlich. Der Rand des Hutes ist ebenfalls scharf eingerollt (das +charakteristische Kennzeichen der Krämplinge, daher auch ihr Name), +filzigzottig. Die gelblichen Blätter sind nach hinten durch Queradern +verbunden, laufen am Stiele herab und werden durch Druck braunfleckig. + +_Geruch_ und _Geschmack_ angenehm, etwas säuerlich. + +_Zeit_: Schon vom Juni an bis zum Spätherbst. + +_Standort_: In Wäldern, Gebüschen, in Gräben, an Wegen, in Gärten, fast +überall. + +_Wert_: Er gehört zu den wohlschmeckenden Mischpilzen und ist deshalb +wertvoll, weil er in großen Mengen zu finden ist. Das Fleisch färbt sich +beim Kochen und Braten dunkel. Außerdem läßt er sich gut trocknen. + +[Illustration: #28. Samtfuß-Krämpling.# Genießbar. *Paxíllus +atrotomentósus Batsch.*] + +[Illustration: #29. Kahler Krämpling.# Eßbar. *Paxíllus involútus +Batsch.*] + + +#30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker.# Eßbar. *Agáricus +(Tricholóma) equéster L.* + +Der _Hut_ erhebt sich wenig über den Erdboden, er ist anfangs glockig +gewölbt, bei feuchtem Wetter schleimig-klebrig, verflacht sich später, +behält aber in der Mitte einen kleinen Buckel. Er wird bis 10 cm breit, +ist fleischig, braungelb, mitunter olivgelb und feinschuppig. Das +_Fleisch_ ist gelb. + +Die _Blätter_ stehen ziemlich dicht, sind an dem Stiele ausgerandet und +schwefelgelb. + +Der _Stiel_, anfangs nach unten verdickt, ebenfalls schwefelgelb, ist +meistens glatt, selten feingeschuppt und sitzt fast immer im Erdboden. + +_Geruch_ und _Geschmack_ sind angenehm. + +_Zeit_: Im Spätherbst. + +_Standort_: In Nadelwäldern, vorzugsweise in Kiefernwaldungen in großen +Mengen, meist truppweise. + +_Wert_: Von seiner Oberhaut befreit (die einen erdigen Geschmack +besitzt), zählt er zu den besten Herbst-Speisepilzen und bildet bereits +seit langer Zeit im Osten Deutschlands einen gesuchten Handelsartikel. +Seit einigen Jahren kommt er auch in mitteldeutschen Großstädten in +größeren Mengen zum Verkauf. In Schweden kommt er in sehr großen Mengen +vor. + +[Illustration: #30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker.# Eßbar. +*Agáricus (Tricholóma) equéster L.*] + + +#31. Grauer Ritterling.# Eßbar. *Agáricus (Tricholóma) portentósus Fr.* + +Der anfangs gewölbte _Hut_ breitet sich später aus, bleibt aber meist +gebuckelt und wird 6-12 cm breit. Der Rand ist eingezogen und +unregelmäßig geschweift, bei trockenem Wetter oft spaltig zerrissen. Die +_Farbe_ der Oberhaut ist hell- bis dunkel-aschgrau, mit feinen +eingewachsenen schwarzen Linien, und verbleicht bei älteren Pilzen nach +dem Rande zu ins schmutzig Gelbgraue. Die Oberhaut läßt sich leicht +abziehen. + +Das _Fleisch_ und die _Lamellen_ sind weiß oder weißlichgelb. + +Der _Stiel_, voll und walzenförmig, ist fein gestreift, meist +weißlichgelb und sitzt fast immer bis zum Hute in der Erde. Beim +Zerbrechen zerteilt er sich, und die faserigen Stränge rollen sich nach +außen zurück. + +Der _Geruch_ ist erdig, der _Geschmack_ angenehm. + +_Zeit_: Erst im Oktober und findet sich oft noch nach vorübergehenden +Frösten bis zum Dezember. + +_Standort_: Nur in Nadelwäldern, ganz besonders aber in Kiefernwaldungen +oft in großen Mengen, meist truppweise. + +_Wert_: Er gehört zu unseren wertvollsten und vorzüglichsten +Speisepilzen, nur muß die Oberhaut wegen des erdigen Geschmackes +entfernt werden. + +Dieser Ritterling wird viel vom Wilde angegangen, ganz besonders aber +von den Eichhörnchen. + +[Illustration: #31. Grauer Ritterling.# Eßbar. *Agáricus (Tricholóma) +portentósus Fr.*] + + +#32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen.# Eßbar. *Pholióta mutábilis +Schaeff.* + +Der _Hut_ ist anfangs gewölbt, später flach ausgebreitet mit etwas +stumpfer Erhöhung in der Mitte, lederbraun und nach dem Rande zu oft +ringförmig mit wässerig-hellbraunem Farbentone. + +Das _Fleisch_ ist etwas wässerig und bräunlich. + +Die _Blätter_ sind anfangs hellbraun, später rostbraun. Bei den älteren +Pilzen laufen die Blätter etwas am Stiele herab. + +Der _Stiel_ ist ganz besonders charakteristisch, nämlich feinsparrig +geschuppt mit einem häutigen, bräunlich-schwärzlichen Ringe, der +allerdings oft verschwindet. Nach unten ist er schwärzlichbraun, nach +oben hellbraun. + +Der _Geruch_ ist sehr aromatisch, der _Geschmack_ gut. + +_Zeit_: Bereits vom Mai ab bis zum Herbst. + +_Standort_: An alten, harten, vorzugsweise Buchenstöcken, stets +büschelweise. + +_Wert_: Als Suppenpilz einer der vorzüglichsten und gesuchtesten. Läßt +sich außerdem sehr gut züchten. Bringt man alte Buchenstöcke, an denen +bereits Stockschwämmchen gewachsen waren, in einen Garten an eine etwas +schattige Stelle, so kann man fast den ganzen Sommer hindurch Pilze +ernten. Man hat nur nötig, den Stamm von Zeit zu Zeit feucht zu halten. + +#Eine _Verwechselung_ mit dem giftigen _Büschligen Schwefelkopfe_ kann +außerordentlich leicht geschehen#, doch werden bei letzterem die anfangs +gelben Blätter bald grünlich, zuletzt schwärzlichgrün; auch ist der +Stiel glatt und hellgelb, der Geruch unangenehm und der Geschmack +bitter. Er wächst sehr zahlreich und mitunter gemeinsam mit dem +Stockschwämmchen. Vergl. Abb. 34. + +[Illustration: #32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen.# Eßbar. +*Pholióta mutábilis Schaeff.*] + + +#33. Honiggelber Hallimasch.# Eßbar. *Armillária méllea Quel.* + +Der _Hut_ ist honiggelb bis schmutzigbraun, mit bräunlichen, leicht +abwischbaren Schüppchen und kleinen Faserbüscheln besät. Anfangs +eingerollt, mit dem Stiele durch einen Schleier verbunden, breitet er +sich später flach aus. Er wird bis 12 cm breit. + +Das _Fleisch_ ist hellbräunlich. + +Die _Blätter_ stehen weitläufig, sind weißlich bleich, später bräunlich +und oft gefleckt. + +Der _Stiel_ trägt einen flockigen Ring, ist anfangs rötlichbraun, später +graugelb und nach unten olivbraun oder grünlichgrau. Am Grunde ist er +verdickt, wird 5-12 cm lang und ist faserig und zäh. + +Der _Geruch_ ist schwach süßlich, der _Geschmack_ säuerlich-herb, +zusammenziehend, unangenehm. + +_Zeit_ und _Standort_: Wächst erst im September in großer Menge an alten +Stöcken, alten Stämmen und Wurzeln. Die Sporen der älteren höher +stehenden Hüte lagern sich oft schimmelartig auf die unteren. Sein Myzel +bildet bei Abschluß des Lichtes eigentümliche Stränge (*Rhizomorpha*), +die nicht nur in altem Holze (wie in Bergwerken), sondern auch in +frischen Stämmen anzutreffen sind und zerstörend auf das Holz und Leben +der Bäume einwirken. Der Pilz gehört deshalb zu den von allen +Forstleuten gefürchteten Schädlingen. -- Aber nicht nur im Walde ist er +ein Schädling, sondern auch für die Obstbäume (Birnen, Apfel-und +Pflaumenbäume). Ganz besonders befällt er die Obstbäume derjenigen +Gärten, die in der Nähe des Waldes liegen. Da das Myzel jahrelang +zwischen der Rinde und dem Holze wuchert, ohne daß es Fruchtkörper +bildet, so werden diese Bäume langsam abgetötet. Der Besitzer erkennt +die Ursache des Absterbens erst dann, wenn die Fruchtkörper erscheinen. +Von dem Myzel befallenes Holz und Wurzeln leuchten im Finstern lebhaft. + +_Wert_: Trotz seines im frischen Zustande garstigen Geschmackes ist er +zubereitet ein wohlschmeckender Pilz, den man tragkorbweise sammeln +kann. Zum Trocknen und Einmachen in Essig eignet er sich nicht, wohl +aber zu Gemüse und zum Sterilisieren. _Beim Sammeln sind nur die Hüte zu +nehmen._ + +[Illustration: #33. Honiggelber Hallimasch.# Eßbar. *Armillária méllea +Quel.*] + + +#34. Büschliger Schwefelkopf.# Giftig! *Hypholóma fasciculáre Huds.* + +Sein _Hut_ ist anfangs halbkugelig, später verflacht, schwefelgelb, in +der Mitte dunkler, fast rötlichgelb und wird bis 5 cm breit. + +Das _Fleisch_ ist hellgelb. + +Die _Blätter_ sind anfangs schwefelgelb, später grünlich und werden +zuletzt schwärzlichgrün. + +Der _Stiel_ ist hohl, glatt und faserig. + +Der _Geruch_ ist nicht angenehm, der _Geschmack_ bitter. + +_Zeit_: Wächst vom Mai ab. + +_Standort_: An alten Baumstümpfen und Wurzeln, sehr zahlreich und +mitunter gemeinsam mit dem Stockschwämmchen. + +_Wert_: Giftig! Über das Giftig- oder Nichtgiftigsein des Schwefelkopfes +wird so häufig gestritten; nach des Verfassers Ansicht unnötiger Weise. +Wenn eine Pilzart aber in gewöhnlicher Weise zubereitet (ohne vorherige +Abkochung, d. h. ohne daß das Kochwasser weggeschüttet wird), Übelsein +und Durchfall erregt, so nennt man dies giftige Wirkung, wenn auch der +Betreffende nicht daran stirbt. + +[Illustration: #34. Büschliger Schwefelkopf.# Giftig! *Hypholóma +fasciculáre Huds.*] + + +35. #Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.# Eßbar. *Phaédon +imbricátus L.* + +Der _Hut_ ist anfangs etwas eingerollt, fast eben und nur im Alter in +der Mitte eingedrückt, schokoladenbraun und mit fleischigen, großen, +sparrigen _Schuppen_ kreisförmig besetzt, die bei alten Pilzen +schwarzbraun werden. + +Das derbe _Fleisch_ ist schmutzigweiß. + +Die _Stacheln_, welche am Stiele herablaufen, sind sehr dichtstehend, +ziemlich lang und geben der Unterseite das Aussehen eines Hirsch- oder +Rehfelles; daher wird er auch im Volksmunde als Hirsch- oder Rehpilz +bezeichnet. + +Der _Stiel_ ist weißgrau, daumendick und kurz. + +Der _Geruch_ ist eigenartig aromatisch, ebenso der _Geschmack_. + +_Zeit_: Ende Sommer und im Herbst oft in großer Menge. + +_Standort_: In jedem Nadelwalde. + +_Wert_: Ein guter Speisepilz, der sich ganz besonders zum Sterilisieren +eignet. Alt und naß schmeckt er bitter. + +Er wird zuweilen mit dem ziemlich selten vorkommenden ungenießbaren +Gallen-Stacheling, *Hydnum amarescens*, verwechselt. Dieser ist aber +jung schon gallenbitter, auch sind die Schuppen des Hutes etwas kleiner, +nicht so sparrig und hellbraun. Das untrüglichste Kennzeichen ist das +Schwarzwerden des Stieles beim Fingerdruck. + +[Illustration: #35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.# Eßbar. +*Phaédon imbricátus L.*] + + +#36. Semmel-Porling. Semmelpilz.# Eßbar. *Polyporus cónfluens Alb. et +Schw.* + +Die _Hüte_ dieses Pilzes sind stets miteinander innig verwachsen und +bilden eine gestaltlose Masse von 12-18 cm Breite. Sie sehen bald +semmelgelb, bald rötlichgelb aus und werden bei trockenem Wetter rissig. + +Das _Fleisch_ ist weiß und fest, schmeckt etwas bitter. + +Die _Unterseite_ besteht aus ganz kurzen Röhrchen, die von außen als +kleine feine Löcher (Poren) erscheinen. + +Der _Stiel_ ist strunkartig und sitzt in der Erde. + +_Zeit_: Meist erst im Herbst. + +_Standort_: In Nadelwäldern nur auf dem Erdboden. + +_Wert_: Im Jugendzustande ist er ganz vorzüglich, im Alter jedoch +bitter. Ganz besonders ist es die Oberhaut, welche die Bitterkeit +enthält und deshalb entfernt werden muß. Beim Kochen und Einmachen nimmt +er eine hellrötliche Färbung an. + + +#37. Schaf-Porling. Schafeuter.# Eßbar. *Polyporus ovínus Schaeff.* + +Der _Hut_ ist verschieden gestaltet, teils gewölbt oder wellig verbogen, +teils eben und weiß oder graugelblich, im Alter und bei trockenem Wetter +rissig gefeldert. Er wird bis über 10 cm breit. + +Das _Fleisch_ ist derb und weiß. + +Die kurzen Röhren des Futters haben feine runde Mündungen. + +Der daumendicke _Stiel_ ist voll, weiß, oft gekrümmt und nach unten +abgerundet. + +_Zeit_: Vom Sommer bis zum Herbste. + +_Standort_: Vorzugsweise in Nadelwäldern und kommt meist truppweise in +großer Menge vor. Ganz besonders auf hügeligen moosigen Stellen im +Hochwalde. + +_Wert_: Wegen seines schönen und sehr schmackhaften Fleisches gehört er +zu den besten Speisepilzen. Er läßt sich sehr vielseitig verwerten. + +[Illustration: #36. Semmel-Porling. Semmelpilz.# Eßbar. *Polyporus +cónfluens Alb. et Schw.*] + +[Illustration: #37. Schaf-Porling. Schafeuter.# Eßbar. *Polyporus ovínus +Schaeff.*] + + +#38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-Härtling.# Giftig! *Sclerodérma +vulgáre Horn.* + +Unter Bovist versteht man einen Pilz, der einen vollständig +geschlossenen _Fruchtkörper_ darstellt und kugel-, birnen-, knollen-oder +kartoffelförmig ist. Im Jugendzustande ist das Innere dieser Pilze immer +weiß, markig und derb, im reifen Zustande dagegen mit staubfeinen Sporen +ausgefüllt; vollständig reif platzen sie und die Sporen werden vom Winde +überallhin zerstäubt. Im Volksmunde sind sie auch unter den Namen +Wieseneier, Schafeier, Staubpilze bekannt. Mit Ausnahme des +Kartoffel-Bovist sind sie fast alle eßbar. + +Der Kartoffel-Bovist gleicht einer Kartoffel, kommt oft nesterweise aus +der Erde empor, nur an einem faserartig dünnen Stiele auf der Erde +sitzend. Er erlangt bisweilen einen Durchmesser bis zu 7 cm. Die _Farbe_ +ist rötlich- oder bräunlichgelb, nach unten gelblichgrün und die +Oberfläche ist in kleine Felder zerrissen, die sich warzenartig +hervorheben. Das Innere ist anfangs weiß, färbt sich aber später blau, +zuletzt blauschwarz. + +Der _Geruch_ ist stark aromatisch. + +_Zeit_: Im Spätsommer und Herbst. + +_Standort_: Hauptsächlich in Nadelwäldern auf trockenen, sandigen +Stellen, auch an Waldrändern und auf Wiesen. + +_Wert_: Er ist unstreitig giftig. #Häufig wird der Kartoffel-Bovist als +Trüffel angesehen; letztere wächst aber nur unter der Erdoberfläche.# Im +Konservenhandel werden diese Härtlinge als »imitierte Trüffeln« +angeboten und zwar von Holland und Frankreich. Man hüte sich vor dieser +Fälschung. + + +#39. Schwärzlicher Bovist. Eier-Bovist.# Jung eßbar. *Bovísta nigréscens +Pers.* + +Die kugeligen oder eiförmigen _Fruchtkörper_ sind in der Jugend weiß und +gleichen ausgewachsen einem Ei oder einem jungen Edelpilze. Die äußere +Hülle ist ganz glatt, etwas dicker als Papier, zerreißt aber bei der +Reife und zerfällt dann in Lappen. Die innere Haut ist anfangs ebenfalls +weiß, wird dann bräunlichschwarz und bekommt in der Mitte ein kleines +rundes Loch, aus dem die staubartigen Sporen vom Winde in alle +Richtungen zerstreut werden. Das Innere ist in der Jugend reinweiß und +färbt sich im Alter schwarzbraun. + +_Zeit_: Im Herbst. + +_Standort_: Auf Wiesen und Triften, besonders Schafhutungen, wächst er +oft in Menge. + +_Wert_: Ist im Jugendzustande, solange er innen noch markig und weiß +aussieht, eine wohlschmeckende Speise. Läßt sich in diesem Zustande auch +sehr leicht trocknen. + +[Illustration: #38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-Härtling.# Giftig! +*Sclerodérma vulgáre Horn.*] + +[Illustration: #39. Schwärzlicher Bovist. Eier-Bovist.# Jung eßbar. +*Bovísta nigréscens Pers.*] + + + + +Verlag von Förster & Borries, Zwickau Sa. + +An Naturwahrheit der farbigen Abbildungen unübertroffen, in der +textlichen Bearbeitung die neuesten maßgebenden wissenschaftlichen +Forschungen berücksichtigend, sind die + +Michaelschen Pilzwerke + +in folgenden Bearbeitungen erschienen: + +Ausgaben in Tafelform + +für Schulen als Anschauungs- und Unterrichtsmittel, für +Stadtverwaltungen zum öffentlichen Aushang zwecks Verbreitung der +Pilzkunde, sowie als Hilfsmittel für die Marktpolizei: + +Ausgabe A: #Edm. Michael, Unsere wichtigsten heimischen Pilze.# 8 Tafeln +im Format von 47:64 cm, mit 76 der wichtigsten eßbaren, verdächtigen und +giftigen Pilze Mitteleuropas in natürlichen Farben und Größen. Text +hierzu in besonderem Heft mit allgemein belehrender Einführung über +Pilze und deren Verwertung #M 12,--# + +#Inhalt des Textheftes#: Was sind Pilze? Welchen Wert haben die Pilze? +Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? Wie schützt man sich vor +Pilzvergiftungen? Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? Wie kann man +Pilze züchten? Wie werden die Pilze eingeteilt? Was ist beim Sammeln der +Pilze zu beachten? Praktische Bestimmungstabelle. Deutsches und +lateinisches Inhaltsverzeichnis. Ausführliche Beschreibung der auf den 8 +Tafeln veranschaulichten 76 Pilzsorten. + +Ausgabe D: #Edm. Michael, Unsere besten Speise-und Wirtschafts-Pilze, +sowie die mit ihnen zu verwechselnden ungenießbaren und giftigen Pilze.# + +2 Tafeln im Format 54:74 cm, mit 26 Pilzgruppen in natürlichen Farben +und Größen #M 3,30# + +1 Ergänzungstafel hierzu im Format 33:50 cm, mit 6 weiteren wichtigen +Pilzsorten #M 0,60# + +Die Tafeln der Ausgaben A und D werden auf Wunsch gegen Mehrberechnung +beleistet oder auf Pappe bezw. Leinwand aufgezogen geliefert. + + +Ausgaben in Buchform + +für Pilzsammler und -Verbraucher, Lehrer, öffentliche Büchereien und die +Marktpolizei + +(handliches Taschenformat 13:19,5 cm) + +Führer für Pilzfreunde + +von Edmund Michael + +Ausgabe B: 3 Leinenbände mit zusammen 345 Pilzgruppen in natürlichen +Farben und Größen, darunter 164 eßbare Sorten. + +#Band 1# enthält 82 der wichtigsten eßbaren, verdächtigen und giftigen +Pilzsorten nebst ausführlichen Beschreibungen und folgendem Text: + +Systematisches lateinisch-deutsches Verzeichnis aller 345 Pilzsorten. -- +Alphabetisches deutsches Verzeichnis der 345 Pilzsorten mit Einschluß der +bekanntesten Nebennamen. -- Deutsches und lateinisches Namenverzeichnis des +ersten Bandes. -- Praktische Pilz-Bestimmungstabelle. -- Abhandlungen über: +Was sind Pilze? Welchen Wert haben die Pilze? Wie werden die Pilze als +Speise zubereitet? Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen? Was ist bei +Pilzvergiftungen zu tun? Wie kann man Pilze züchten? Wie werden die Pilze +eingeteilt? Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten? + +#Band 2# enthält 124 weitere wichtige Pilzgruppen mit ausführlichem +beschreibenden Text und Angaben über die richtige Verwendung der +einzelnen Sorten nebst deutschem und lateinischem Namenverzeichnis. + +#Band 3# enthält 139 weitere wichtige und interessante Pilzgruppen mit +ausführlichem beschreibenden Text und Angaben über richtige Verwendung +der einzelnen Sorten nebst deutschem und lateinischem Namenverzeichnis. + +Jeder Band ist für sich abgeschlossen und einzeln käuflich. + +Preis jeden Bandes M 7,50. + +Ausgabe C: #Volksausgabe#, mit 39 der wichtigsten eßbaren und giftigen +Pilze in natürlichen Farben und Größen. #Preis kartoniert M 2,--# + +#Inhalt#: Deutsches und lateinisches Namenverzeichnis. Abhandlungen +über: Welchen Wert haben die Pilze? Wie werden die Pilze als Speise +zubereitet? Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen? Was ist bei +Pilzvergiftungen zu tun? Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten? +Ausführlicher beschreibender Text zu den Abbildungen. + + + + +Verlag von Förster & Borries, Zwickau Sa. + +Zum Massenverkauf auf Pilzausstellungen bestens geeignet! + +Karl Ludwig + +Wie schütze ich mich vor Pilzvergiftung? + +Ein Ratgeber für Pilzsammler und Pilzverbraucher. Mit farbiger Abbildung +des Knollenblätterpilzes in natürlicher Größe #Preis 30 Pf.# + +Bei Partiebezug billiger. + + +Alfred Lehmann + +Die Schnecken u. Muscheln Deutschlands. + +[Illustration: Schnecke] + +Eine Anleitung zur Bestimmung und Beobachtung der deutschen Land- und +Süßwasser-Mollusken, sowie zur Anlegung einer Schnecken-und +Muschel-Sammlung. Mit je einer Tafel in Farben- und Schwarzdruck #Geb. 2 +M.# + +Geheimrat #Prof. Dr. Klein# schreibt in der »Fauna«: »Wir haben mit +Genuß die erläuternden Kapitel über Bau und Leben der Mollusken, sowie +über das Sammeln und Aufbewahren derselben gelesen und überall +weitgehende Sachkenntnis und große Liebe zum Gegenstand wahrgenommen. +Die Bestimmungstabellen lassen keine bei uns jetzt beschriebene Art +vermissen und sind, was sehr zu begrüßen ist, nach dichotomischem Schema +angelegt, wie die vielbenutzten Bücher von Professor Otto Wünsche, dem +das Werkchen gewidmet ist. Einige Stichproben haben uns überzeugt, daß +auch die Bestimmung schwieriger Familien vom Anfänger ohne allzu große +Mühe zu bewältigen ist. Wer also auszieht, um Schnecken und Muscheln zu +studieren und zu beobachten, der vergesse nicht, die Lehmann'sche +Anleitung einzustecken, sie wird ihm prächtige Dienste leisten.« + + +Alfred Lehmann + +Unsere Gartenzierpflanzen. Eine Anleitung zur Bestimmung, Anzucht, +Pflege und Verwendung der Holzgewächse, Stauden und einjährigen Pflanzen +unserer Gärten #Geb. 8 M.# + +Die Zeitschrift »#Stein der Weisen#« urteilt: »Ein sehr reichhaltiges, +über 700 Seiten umfassendes Buch, das jedem Pflanzenfreunde von größtem +Nutzen sein wird. Als Nachschlagebuch, auf jede Frage eine prompte +Antwort gebend, ist es, wie wir uns selbst überzeugten, ein +ausgezeichneter Behelf.« + + + + +[Illustration: Einkochtopf] + +Koche auf Vorrat + +[Illustration: Einmachgläser] + +Zum Frischhalten aller Nahrungsmittel + +eignen sich in erster Linie die glänzend bewährten dauerhaften und +deshalb billigen + +Konservengläser + +Sterilisiergeräte, Saftgewinner + +WECK + +Ausführliche Beschreibung und Preisliste unentgeltlich. + +J. Weck G. m. b. H. + +Öflingen S. 8 (Baden) + + + + +Anmerkungen zur Transkription: + + S. 8: "J. B. v. Albertini, 1769-1834" wurde geändert in + "J. B. v. Albertini, 1769-1831" (vgl. Wikipedia) + "Bedeutender Mykologe" wurde geändert in + "bedeutender Mykologe" + "Olaf Swartz, 1760-1870" wurde geändert in + "Olof Swartz, 1760-1818" (vgl. Wikipedia) + S. 9: "Dr. J. Zeller" könnte, wegen der Buchstabengleichheit + von I und J im Frakturdruck, auch "Dr. I. Zeller" heißen + S. 15: "Apfeln" wurde geändert in "Äpfeln" + S. 17: "Lorbeebätter" wurde geändert in "Lorbeerblätter" + S. 18: "Erdgeruch und Geschmack" wurde geändert in + "Erdgeruch und -geschmack" + Nr. 4: "derbe Aste" wurde geändert in "derbe Äste" + Nr. 6: "walziger Aste" wurde geändert in "walziger Äste" + "das der Aste" wurde geändert in "das der Äste" + Nr. 31: Nach "entfernt werden" wurde ein Punkt ergänzt + Nr. 37: "Der daumdicke Stiel" wurde geändert in + "Der daumendicke Stiel" + + + + + +End of Project Gutenberg's Führer für Pilzfreunde, by Edmund Michael + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER FÜR PILZFREUNDE *** + +***** This file should be named 31856-8.txt or 31856-8.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + https://www.gutenberg.org/3/1/8/5/31856/ + +Produced by Constanze Hofmann, Wolfgang Menges and the +Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at https://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. 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You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Führer für Pilzfreunde + +Author: Edmund Michael + +Release Date: April 1, 2010 [EBook #31856] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER FÜR PILZFREUNDE *** + + + + +Produced by Constanze Hofmann, Wolfgang Menges and the +Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net + + + + + + +</pre> + + +<div class="figcenter" style="width: 300px; border: solid black 1px; margin-top: 2em; margin-bottom: 2em"> +<img src="images/titlepage.jpg" width="300" height="463" alt="Titel" title="" /> +<p class="center" style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">Preis 2 Mark</p> +</div> + +<div style="margin-left: 25%; margin-right: 25%; padding: 1em; border: solid black 1px; font-size: smaller"> +<p style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">Für das Bestimmen je einer Sorte Pilze sind der Sendung +25 Pf. Gebühr, sowie Postgeld für die Antwort beizufügen. +Rücksendung von Pilzen kann nicht stattfinden.</p> + +<p style="text-align: right; margin-top: 0em; margin-bottom: 0em"><b>Oberlehrer Michael, Auerbach i. V.</b></p> +</div> + +<h1>Führer<br /> +für Pilzfreunde</h1> + +<p class="title" style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">von</p> + +<p class="title big" style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">Edmund Michael</p> + +<hr style="width: 6%; margin-top: 2em; margin-bottom: 3em" /> + +<p class="title">Volksausgabe<br /> +<span class="small">mit 39 Abbildungen der wichtigsten eßbaren und giftigen Pilze<br /> +in natürlichen Farben und Größen</span></p> + +<hr style="margin-top: 3em; margin-bottom: 0em" /> + +<p class="title small" style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">46.-60. Tausend</p> + +<hr style="margin-top: 0em; margin-bottom: 3em" /> + +<p class="title small">Zwickau Sa.<br /> +Druck und Verlag von Förster & Borries<br /> +1917</p> + +<p class="title small"><span class="spaced">Alle Rechte</span><br /> +auch die Übersetzung in andere Sprachen vorbehalten.</p> + + +<p class="title big" style="margin-top: 6em">Begleitwort.</p> + +<p><span class="initial">M</span>it großer Freude und Genugtuung begrüße ich die Neuauflage +der vorliegenden Volksausgabe meines „Führers +für Pilzfreunde“, das 46.–60. Tausend. Erstmalig im +Jahre 1896 erschienen, bietet er gegenwärtig von 39 der bekanntesten +und wertvollsten Pilzsorten, die auf deutschem Boden +wachsen, getreue farbige Abbildungen in natürlicher Größe.</p> + +<p>Dem praktischen Pilzsammler ist damit für den Anfang ein +zuverlässiger Führer geboten, der ihm ermöglicht, sich mit einer +Anzahl häufig vorkommender Pilze bekannt zu machen. Strebt +er dann tiefer in die Pilzkunde, so sei er auf mein Hauptwerk +verwiesen, in dem unter gleichem Titel in drei handlichen Taschenbändchen +345 Sorten veranschaulicht sind. Im ersten Bande +sind die wichtigsten eßbaren, giftigen und wissenswerten Sorten +abgebildet und beschrieben, in den beiden weiteren Bänden, stufenweise +fortschreitend, die demnächst wichtigen. Durch diese praktisch +bewährte Anordnung ist auch dem weniger Bemittelten eine +allmähliche Anschaffung des Werkes und Bereicherung seiner +Pilzkenntnisse möglich, und daran lag mir besonders.</p> + +<p>Wie haben sich im Laufe der Zeit die Ansichten über den +Wert der Pilze geändert! Wurde früher das Pilzesammeln +und die Pilzverwertung von vielen Seiten nur als Liebhaberei +angesehen, so hat sich durch den großen Lehrmeister Krieg die +Ansicht und Erkenntnis über den Wert der Pilze vollständig +geändert. Wie wurde einst der Verfasser, auch von wirtschaftlicher +Seite, angegriffen, weil er die Pilze das „Fleisch des +Waldes“ nannte! Freilich gründeten diese Kritiker ihre Beurteilung +auf die seinerzeit so hoch eingeschätzte Eiweißtheorie, +nach der nur die Speisen allein Anerkennung fanden, welche +hohen Eiweißgehalt aufwiesen. Der Eiweißgehalt war ja der +fast alleinige Maßstab für die Wertschätzung einer Speise. In +gleicher Weise wie Pilze wurden aber auch Kartoffeln und Gemüse +als minderwertig eingeschätzt. Was wäre aber aus unserem +deutschen Volke geworden, hätten uns diese beiden letzterwähnten +Nährmittel in den Kriegsjahren nicht zu Gebote gestanden! Und +nun stehen die Pilze nach den neueren Forschungen mit einem +teilweise doppelten Eiweißgehalte und zwar mit verdaulichem +Eiweiß, wie auch neuerdings noch nachgewiesen wurde, über +diesen Ernährungsmitteln, den Kartoffeln und dem Gemüse.<span class="pagenum"><a name="Page_4" id="Page_4">4</a></span> +Erfreulicherweise haben nunmehr auch die Regierungsbehörden +auf den hohen Wert der Pilze hingewiesen.</p> + +<p>Hinsichtlich der Pilzvergiftungsgefahr sei auf die bezüglichen +Ausführungen in diesem Buche hingewiesen. Auch hier sei aber +ängstlichen Gemütern zur Beruhigung gesagt, daß Pilzvergiftungen +meist auf den Genuß verdorbener Pilze zurückzuführen sind. Man +achte also auf rasche Verwertung eingetragener Pilze namentlich +bei heißer und feuchter Witterung. Wirklich gefährlich sind die +unter 19 und 21 dargestellten Pilze, der Gelbliche Gift-Wulstling +(Gelbliche Knollenblätterpilz) und der Königsfliegenpilz. +Bei einiger Vorsicht sind aber auch diese zwei Giftpilze nicht +mit anderen Pilzen zu verwechseln.</p> + +<p><span class="spaced">Im übrigen gibt es nur ein Mittel gegen Pilzvergiftung:</span> +<b>Genaue Kenntnis der Pilze!</b> Für den Laien ist +nun zunächst die Kenntnis der großen Zahl eßbarer, ungenießbarer, +verdächtiger und schädlicher Pilze nicht unbedingt notwendig, +denn das erfordert ein eingehendes Sonderstudium. Es +genügt vielmehr zunächst, sich genaue Kenntnis bestimmter eßbarer +Pilzsorten zu verschaffen und die wenigen giftigsten Pilze +kennen zu lernen. <b>Das kann nur durch vorzügliche Abbildungen +mit zutreffenden Erläuterungen geschehen.</b> Beides +hoffe ich, aus meiner langjährigen Erfahrung heraus gegeben zu +haben. Für erstere hat die auf dem Gebiete des Farbendrucks +besonders leistungsfähige Druck- und Verlagsfirma auf Grund +peinlich genau gemalter Vorlagen bestens gesorgt. <b>Minderwertige, +schlechte Abbildungen sind die größte Gefahr für +den Pilzverbraucher, vor ihnen kann nicht dringend genug +gewarnt werden.</b></p> + +<p>Der Laie beschränke sich jederzeit auf die ihm genau bekannten +und vertrauten Pilzsorten und suche seine Kenntnisse allmählich +zu erweitern, dazu helfe ihm für den Anfang dieser Führer.</p> + +<p>So möge auch die neue Auflage der Volksausgabe meines +Führers für Pilzfreunde Segen stiften und mitarbeiten an der +Verallgemeinerung der Pilzkenntnisse und des Verbrauches dieses +billigen und leicht verwertbaren Ernährungsmittels.</p> + +<p><span class="spaced">Auerbach i. V.</span>, im April 1917.</p> + +<p class="center" style="margin-left: 70%"><b>Edmund Michael</b><br /> +Oberlehrer.</p> + +<p class="title big" style="margin-bottom: 0em"><a name="inhalt" id="inhalt"></a>Inhalts-Verzeichnis.</p> + +<table border="0" cellpadding="4" style="margin-bottom: 4em" summary="Inhaltsverzeichnis"> +<tr><td align="left"><a href="#sachverzeichnis">Sachverzeichnis</a></td><td align="right" style="font-size: smaller">Seite</td></tr> +<tr><td align="left" style="padding-left: 1em"><a href="#deutsche_pilznamen">A. Deutsche Pilznamen</a></td><td align="right">6</td></tr> +<tr><td align="left" style="padding-left: 1em"><a href="#lateinische_gattungsnamen">B. Lateinische Gattungsnamen</a></td><td align="right">7</td></tr> +<tr><td align="left" style="padding-left: 1em"><a href="#autornamen">C. Erklärung der abgekürzten Autornamen</a></td><td align="right">8</td></tr> +<tr><td align="left"><a href="#wert">Welchen Wert haben die Pilze</a></td><td align="right">9</td></tr> +<tr><td align="left"><a href="#speise">Wie werden die Pilze als Speise zubereitet</a></td><td align="right">12</td></tr> +<tr><td align="left"><a href="#pilzvergiftungen_schutz">Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen</a></td><td align="right">19</td></tr> +<tr><td align="left"><a href="#pilzvergiftungen_tun">Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun</a></td><td align="right">22</td></tr> +<tr><td align="left"><a href="#sammeln">Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten</a></td><td align="right">23</td></tr> +<tr><td align="left"><a href="#abbildungen">Abbildungen mit beschreibendem Text Nr. 1–39.</a></td><td> </td></tr> +</table> + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_6" id="Page_6">6</a></span></p> + +<h2><a name="sachverzeichnis" id="sachverzeichnis"></a><a href="#inhalt">Sachverzeichnis.</a></h2> + +<hr style="width: 4%; margin-top: 0em; margin-bottom: 0em" /> + +<h3><a name="deutsche_pilznamen" id="deutsche_pilznamen"></a><a href="#inhalt">A. Deutsche Pilznamen.</a></h3> + +<div style="float: left; width: 49%; margin-bottom: 2em"> +<table border="0" cellpadding="2" summary="Deutsche Pilznamen Spalte 1"> +<tr><td> </td><td align="right" style="font-size: smaller">Nr.</td></tr> +<tr><td>Birkenpilz</td><td align="right"><a href="#nr_14">14</a></td></tr> +<tr><td>Birken-Röhrling</td><td align="right"><a href="#nr_14">14</a></td></tr> +<tr><td>Birnen-Milchling</td><td align="right"><a href="#nr_25">25</a></td></tr> +<tr><td>Boviste</td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a>, <a href="#nr_39">39</a></td></tr> +<tr><td>Brätling</td><td align="right"><a href="#nr_25">25</a></td></tr> +<tr><td>Brotpilz</td><td align="right"><a href="#nr_25">25</a></td></tr> +<tr><td>Büschliger Schwefelkopf</td><td align="right"><a href="#nr_34">34</a></td></tr> +<tr><td>Butter-Röhrling</td><td align="right"><a href="#nr_17">17</a></td></tr> +<tr><td>Champignon, Feld-</td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr> +<tr><td>Dürrbehndel</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr> +<tr><td>Echter Gelbling</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr> +<tr><td>Echter Mousseron</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr> +<tr><td>Echter Reizker</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a></td></tr> +<tr><td>Echter Ritterling</td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a></td></tr> +<tr><td>Edelpilz, Feld-</td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr> +<tr><td>Eier-Bovist</td><td align="right"><a href="#nr_39">39</a></td></tr> +<tr><td>Eierpilz</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr> +<tr><td>Feld-Champignon</td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr> +<tr><td>Feld-Edelpilz</td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr> +<tr><td>Filz-Röhrling</td><td align="right"><a href="#nr_16">16</a></td></tr> +<tr><td>Fliegenpilz, Königs-</td><td align="right"><a href="#nr_21">21</a></td></tr> +<tr><td>Gehling</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr> +<tr><td>Gelber Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_6">6</a></td></tr> +<tr><td>Gelblicher Gift-Wulstling</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr> +<tr><td>Gelblicher Knollenblätterpilz</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr> +<tr><td>Gelbling, Echter</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr> +<tr><td>Gift-Milchling</td><td align="right"><a href="#nr_24">24</a></td></tr> +<tr><td>Giftreizker</td><td align="right"><a href="#nr_24">24</a></td></tr> +<tr><td>Gift-Wulstling, Gelblicher</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr> +<tr><td>Glucke, Krause</td><td align="right"><a href="#nr_7">7</a></td></tr> +<tr><td>Goldgelber Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_4">4</a></td></tr> +<tr><td>Grauer Ritterling</td><td align="right"><a href="#nr_31">31</a></td></tr> +<tr><td>Großer Schirmling</td><td align="right"><a href="#nr_22">22</a></td></tr> +<tr><td>Grünlicher Täubling</td><td align="right"><a href="#nr_26">26</a></td></tr> +<tr><td>Grünling</td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a></td></tr> +<tr><td>Grünreizker</td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a></td></tr> +<tr><td>Habichtspilz</td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr> +<tr><td>Habichts-Stacheling</td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr> +<tr><td>Härtling, Pomeranzen-</td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a></td></tr> +<tr><td>Hallimasch, Honiggelber</td><td align="right"><a href="#nr_33">33</a></td></tr> +<tr><td>Herrenpilz (Steinpilz)</td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a></td></tr> +<tr><td>Honiggelber Hallimasch</td><td align="right"><a href="#nr_33">33</a></td></tr> +<tr><td>Kahler Krämpling</td><td align="right"><a href="#nr_29">29</a></td></tr> +<tr><td>Kapuzinerpilz</td><td align="right"><a href="#nr_14">14</a></td></tr> +<tr><td>Kartoffel-Bovist</td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a></td></tr> +<tr><td>Knoblauchpilz</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr> +<tr><td>Knollenblätterpilz, Gelblicher</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr> +<tr><td>Königs-Fliegenpilz</td><td align="right"><a href="#nr_21">21</a></td></tr> +<tr><td>Krämplinge</td><td align="right"><a href="#nr_28">28</a>, <a href="#nr_29">29</a></td></tr> +<tr><td>Krause Glucke</td><td align="right"><a href="#nr_7">7</a></td></tr> +</table> +</div> + +<div style="padding-left: 2%; float: left; width: 49%; margin-bottom: 2em"> +<table border="0" cellpadding="2" summary="Deutsche Pilznamen Spalte 2"> +<tr><td> </td><td align="right" style="font-size: smaller">Nr.</td></tr> +<tr><td>Krauser Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_7">7</a></td></tr> +<tr><td>Lauchschwindling</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr> +<tr><td>Ledergelbblättriger Täubling</td><td align="right"><a href="#nr_27">27</a></td></tr> +<tr><td>Lorchel, Speise-</td><td align="right"><a href="#nr_2">2</a></td></tr> +<tr><td>Maronen-Röhrling</td><td align="right"><a href="#nr_12">12</a></td></tr> +<tr><td>Milchlinge</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a>, <a href="#nr_24">24</a>, <a href="#nr_25">25</a></td></tr> +<tr><td>Morchelartige Pilze</td><td align="right"><a href="#nr_1">1</a>, <a href="#nr_2">2</a>, <a href="#nr_3">3</a></td></tr> +<tr><td>Mousseron, Echter</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr> +<tr><td>Nelkenschwindling</td><td align="right"><a href="#nr_9">9</a></td></tr> +<tr><td>Perlen-Wulstling</td><td align="right"><a href="#nr_20">20</a></td></tr> +<tr><td>Perlpilz</td><td align="right"><a href="#nr_20">20</a></td></tr> +<tr><td>Pfifferling</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr> +<tr><td>Pomeranzen-Härtling</td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a></td></tr> +<tr><td>Porlinge</td><td align="right"><a href="#nr_36">36</a>, <a href="#nr_37">37</a></td></tr> +<tr><td>Rehpilz</td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr> +<tr><td>Reizker</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a>, <a href="#nr_24">24</a>, <a href="#nr_30">30</a></td></tr> +<tr><td>Ringpilz</td><td align="right"><a href="#nr_17">17</a></td></tr> +<tr><td>Ritterlinge</td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a>, <a href="#nr_31">31</a></td></tr> +<tr><td>Röhrlinge</td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a> bis <a href="#nr_17">17</a></td></tr> +<tr><td>Röstling</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a></td></tr> +<tr><td><span class="pagenum"><a name="Page_7" id="Page_7">7</a></span>Rötlicher Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_5">5</a></td></tr> +<tr><td>Rothaut-Röhrling</td><td align="right"><a href="#nr_13">13</a></td></tr> +<tr><td>Samtfuß-Krämpling</td><td align="right"><a href="#nr_28">28</a></td></tr> +<tr><td>Sandpilz</td><td align="right"><a href="#nr_15">15</a></td></tr> +<tr><td>Sand-Röhrling</td><td align="right"><a href="#nr_15">15</a></td></tr> +<tr><td>Schafeuter</td><td align="right"><a href="#nr_37">37</a></td></tr> +<tr><td>Schaf-Porling</td><td align="right"><a href="#nr_37">37</a></td></tr> +<tr><td>Schirmling, Großer</td><td align="right"><a href="#nr_22">22</a></td></tr> +<tr><td>Schüppling, Stock-</td><td align="right"><a href="#nr_32">32</a></td></tr> +<tr><td>Schwärzlicher Bovist</td><td align="right"><a href="#nr_39">39</a></td></tr> +<tr><td>Schwefelkopf, Büschliger</td><td align="right"><a href="#nr_34">34</a></td></tr> +<tr><td>Schwindlinge</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a>, <a href="#nr_9">9</a></td></tr> +<tr><td>Semmelpilz</td><td align="right"><a href="#nr_36">36</a></td></tr> +<tr><td>Semmel-Porling</td><td align="right"><a href="#nr_36">36</a></td></tr> +<tr><td>Speise-Lorchel</td><td align="right"><a href="#nr_2">2</a></td></tr> +<tr><td>Speise-Morchel</td><td align="right"><a href="#nr_3">3</a></td></tr> +<tr><td>Spitzmorchel</td><td align="right"><a href="#nr_1">1</a></td></tr> +<tr><td>Stacheling, Habichts-</td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr> +<tr><td>Steinpilz (Herrenpilz)</td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a></td></tr> +<tr><td>Stein-Röhrling</td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a></td></tr> +<tr><td>Stock-Morchel</td><td align="right"><a href="#nr_2">2</a></td></tr> +<tr><td>Stock-Schüppling</td><td align="right"><a href="#nr_32">32</a></td></tr> +<tr><td>Stockschwämmchen</td><td align="right"><a href="#nr_32">32</a></td></tr> +<tr><td>Täublinge</td><td align="right"><a href="#nr_26">26</a>, <a href="#nr_27">27</a></td></tr> +<tr><td>Tannenpilz</td><td align="right"><a href="#nr_12">12</a></td></tr> +<tr><td>Trauben-Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_5">5</a></td></tr> +<tr><td>Wacholder-Milchling</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a></td></tr> +<tr><td>Wulstlinge</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a>, <a href="#nr_20">20</a></td></tr> +<tr><td>Ziegenbärte</td><td align="right"><a href="#nr_4">4</a>, <a href="#nr_5">5</a>, <a href="#nr_6">6</a>, <a href="#nr_7">7</a></td></tr> +<tr><td>Ziegenlippe</td><td align="right"><a href="#nr_16">16</a></td></tr> +</table> +</div> + +<hr /> + +<h3><a name="lateinische_gattungsnamen" id="lateinische_gattungsnamen"></a><a href="#inhalt">B. Lateinische Gattungsnamen.</a></h3> + +<div style="float: left; width: 49%; margin-bottom: 2em"> +<table border="0" cellpadding="2" summary="Lateinische Gattungsnamen Spalte 1"> +<tr><td> </td><td align="right" style="font-size: smaller">Nr.</td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Agáricus (Tricholóma) equéster L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Aga</span>"<span class="invisible">icus</span>(Tricholóma) portentósus Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_31">31</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Amaníta bulbósa Bull.</span></td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Am</span>"<span class="invisible">nita</span> pustuláta Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_20">20</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Am</span>"<span class="invisible">nita</span> regális Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_21">21</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Am</span>"<span class="invisible">nita</span> rubéscens Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_20">20</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Armillária méllea Quel.</span></td><td align="right"><a href="#nr_33">33</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Bolétus bádius Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_12">12</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>edúlis Bull.</span></td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>lúteus L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_17">17</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>rufus Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_13">13</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>scaber Bull.</span></td><td align="right"><a href="#nr_14">14</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>subtomentósus L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_16">16</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>variegátus Sw.</span></td><td align="right"><a href="#nr_15">15</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Bovísta nigréscens Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_39">39</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Cantharéllus cibárius Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Clavariélla aúrea Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_4">4</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Clavária botrytes Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_5">5</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Cla</span>"<span class="invisible">aria</span> flava Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_6">6</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Gyromítra esculénta Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_2">2</a></td></tr> +</table> +</div> + +<div style="padding-left: 2%; float: left; width: 49%; margin-bottom: 2em"> +<table border="0" cellpadding="2" summary="Lateinische Gattungsnamen Spalte 2"> +<tr><td> </td><td align="right" style="font-size: smaller">Nr.</td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Hypholóma fasciculáre Huds.</span></td><td align="right"><a href="#nr_34">34</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Lactária deliciósa L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Lac</span>"<span class="invisible">aria</span> torminósa Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_24">24</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Lac</span>"<span class="invisible">aria</span> voléma Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_25">25</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Lepióta procéra Scop.</span></td><td align="right"><a href="#nr_22">22</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Marásmius alliátus Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Mar</span>"<span class="invisible">smius</span> caryophylleus Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_9">9</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Morchélla cónica Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_1">1</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Mor</span>"<span class="invisible">hella</span> esculénta L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_3">3</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Paxíllus atrotomentósus Batsch</span></td><td align="right"><a href="#nr_28">28</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Pax</span>"<span class="invisible">llus</span> involútus Batsch</span></td><td align="right"><a href="#nr_29">29</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Pháeodon imbricátus L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Pholióta mutábilis Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_32">32</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Polyporus cónfluens Alb. et Schw.</span></td><td align="right"><a href="#nr_36">36</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Polyporus ovínus Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_37">37</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Psallióta campéstris L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Rússula viréscens Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_26">26</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Russulína alutácea Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_27">27</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Sclerodérma vulgáre Horn.</span></td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a></td></tr> +<tr><td><span class="antiqua">Sparássis ramósa Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_7">7</a></td></tr> +</table> +</div> + +<hr /> + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_8" id="Page_8">8</a></span></p> + +<h3><a name="autornamen" id="autornamen"></a><a href="#inhalt">C. Erklärung der abgekürzten Autornamen.</a></h3> + +<table border="0" width="90%" cellpadding="4" summary="Autornamen"> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Alb. et Schw.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">J. B. v. Albertini, 1769–1831, und L. D. v. Schweinitz, 1780–1834, Vorsteher der Herrnhuter Gemeinde in Niesky (Lausitz).</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Batsch</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">A. G. K. Batsch, 1761–1802, Professor der Medizin und Naturgeschichte in Jena.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Bull.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Pierre Bulliard, 1742–1793, Naturforscher in Paris.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Fr.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Elias Fries, 1794–1878, Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens und Museums der Universität Upsala. Sein berühmtes Pilzwerk „Die Systematik der Blätterpilze“ hat von dieser Zeit ab die Grundlage für alle Pilzforschungen gebildet.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Horn.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">J. W. Hornemann, 1770–1841, Professor der Botanik in Kopenhagen.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Huds.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">W. Hudson, 1730–1793, Apotheker und Botaniker in London.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">L.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Karl v. Linné (Linnaeus), 1707–1778, Professor der Botanik in Upsala.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Pers.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Christ. Heinrich Persoon, 1755–1837, bedeutender Mykologe, Göttingen, Paris, Begründer des ersten Systems der Pilze.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Quel.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">L. Quélet, †1899, Mykologe in Frankreich.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Schaeff.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Jacob Christian Schaeffer, 1718–1790, Superintendent zu Regensburg, gab das erste Pilzwerk mit handkolorierten Abbildungen heraus.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Scop.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">J. A. Scopoli, 1723–1788, Professor in Schemnitz (Ungarn) und Pavia.</td></tr> +<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Sw.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Olof Swartz, 1760–1818, Professor in Stockholm.</td></tr> +</table> + +<p class="title big" style="margin-bottom: 0em"><a name="abbildungsverzeichnis" id="abbildungsverzeichnis"></a><a href="#inhalt">Verzeichnis der Abbildungen.</a></p> + +<p style="margin-left: 20%"><a href="#abb_1"><span class="invisible">0</span>1. Spitz-Morchel.</a><br /> +<a href="#abb_2"><span class="invisible">0</span>2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.</a><br /> +<a href="#abb_3"><span class="invisible">0</span>3. Speise-Morchel.</a><br /> +<a href="#abb_4"><span class="invisible">0</span>4. Goldgelber Ziegenbart.</a><br /> +<a href="#abb_5"><span class="invisible">0</span>5. Trauben-Ziegenbart. Rötlicher Ziegenbart.</a><br /> +<a href="#abb_6"><span class="invisible">0</span>6. Gelber Ziegenbart.</a><br /> +<a href="#abb_7"><span class="invisible">0</span>7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.</a><br /> +<a href="#abb_8"><span class="invisible">0</span>8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, Dürrbehndel, Echter Mousseron.</a><br /> +<a href="#abb_9"><span class="invisible">0</span>9. Nelken-Schwindling.</a><br /> +<a href="#abb_10">10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.</a><br /> +<a href="#abb_11">11. Stein-Röhrling. Steinpilz, Herrenpilz.</a><br /> +<a href="#abb_12">12. Maronen-Röhrling.</a><br /> +<a href="#abb_13">13. Rothaut-Röhrling.</a><br /> +<a href="#abb_14">14. Birken-Röhrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.</a><br /> +<a href="#abb_15">15. Sand-Röhrling. Sandpilz.</a><br /> +<a href="#abb_16">16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe.</a><br /> +<a href="#abb_17">17. Butter-Röhrling. Ringpilz.</a><br /> +<a href="#abb_18">18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.</a><br /> +<a href="#abb_19">19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz.</a><br /> +<a href="#abb_20">20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.</a><br /> +<a href="#abb_21">21. Königs-Fliegenpilz.</a><br /> +<a href="#abb_22">22. Großer Schirmling.</a><br /> +<a href="#abb_23">23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling.</a><br /> +<a href="#abb_24">24. Gift-Milchling. Giftreizker.</a><br /> +<a href="#abb_25">25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz.</a><br /> +<a href="#abb_26">26. Grünlicher Täubling.</a><br /> +<a href="#abb_27">27. Ledergelbblättriger Täubling.</a><br /> +<a href="#abb_28">28. Samtfuß-Krämpling.</a><br /> +<a href="#abb_29">29. Kahler Krämpling.</a><br /> +<a href="#abb_30">30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker.</a><br /> +<a href="#abb_31">31. Grauer Ritterling.</a><br /> +<a href="#abb_32">32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen.</a><br /> +<a href="#abb_33">33. Honiggelber Hallimasch.</a><br /> +<a href="#abb_34">34. Büschliger Schwefelkopf.</a><br /> +<a href="#abb_35">35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.</a><br /> +<a href="#abb_36">36. Semmel-Porling. Semmelpilz.</a><br /> +<a href="#abb_37">37. Schaf-Porling. Schafeuter.</a><br /> +<a href="#abb_38">38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-Härtling.</a><br /> +<a href="#abb_39">39. Schwärzlicher Bovist. Eier-Bovist.</a></p> + + +<p><span class="pagenum"><a name="Page_9" id="Page_9">9</a></span></p> + +<h2><a name="wert" id="wert"></a><a href="#inhalt">Welchen Wert haben die Pilze?</a></h2> + +<p><span class="initial">S</span>o alt, als es Menschen und Pilze gibt, ist wohl die Verwertung +der Pilze als Nahrungs- und Genußmittel. Früher +wurden von unseren vielen eßbaren Sorten nur hier und da +einzelne als Volksnahrungsmittel benutzt, obgleich sie sich in +pilzreichen Jahren in ungeheurer Menge so mühe- und kostenlos +sammeln ließen, daß Tausende von armen Menschen vorzüglich +schmeckende und nährstoffreiche Mahlzeiten hätten haben können. +In neuerer Zeit hat die Verbreitung der Pilzkenntnisse durch +Pilzbücher, Schulunterricht und behördliche Hinweise erfreulich +zugenommen und ist in weiterem Fortschritte begriffen.</p> + +<p>Über den Nährwert der Pilze hat die Ansicht in wissenschaftlichen +Kreisen sehr gewechselt. Einst wurde er besonders hoch +eingeschätzt, weil die durch chemische Untersuchungen gefundenen +Stickstoffverbindungen als zum größten Teil verdaulich angenommen +wurden. Später wurde diese Ansicht als unrichtig bestritten, +weil ein beträchtlicher Teil der Stickstoffverbindungen +unlöslich sei. Diese Feststellungen gründeten sich indessen nicht +auf Verdauungsversuche beim Menschen selbst, sondern auf +künstliche chemische Verdauungsversuche im Laboratorium. Hierzu +kommt, daß bis jetzt eine einheitliche Art und Weise für die +chemische Untersuchung der Pilze noch nicht gefunden ist und +deshalb die betreffenden Ergebnisse der Chemiker sehr verschieden +ausfallen. In dem Werke von Dr. <span class="spaced">J. Zeller</span>, welches alle +Untersuchungen über die chemische Zusammensetzung der Pilze +enthält, wird auf Seite 218 darauf hingewiesen, wie wenig +Wert den bisherigen Untersuchungen nach der wissenschaftlichen +Seite hin beizumessen sei. Diese Behauptung wird begründet +mit den zur Zeit noch nicht einheitlich festgestellten Untersuchungsweisen, +dem außerordentlich schwankenden Wassergehalte der +Pilze, dem verschiedenen Einflusse der Ernährungsverhältnisse, +der Mannigfaltigkeit der Bodenarten und anderen Lebens- und +Entwicklungsbedingungen. Aus diesen Gründen kann an dieser +Stelle von der Aufführung der Untersuchungstabellen bezüglich +des Eiweißgehaltes der Pilze Abstand genommen werden; es +dürfte genügen, nur die Durchschnittszahlen anzugeben. Nach +Zeller sollen die Pilze im frischen Zustande 2–3 Prozent, im +trockenen 20–30 Prozent Proteinkörper (Stickstoffverbindungen) +enthalten, während die nicht proteinartigen stickstoffhaltigen Körper<span class="pagenum"><a name="Page_10" id="Page_10">10</a></span> +etwa 5–20 Prozent betragen; ferner sind 60–80 Prozent der +stickstoffhaltigen Bestandteile und 45–71 Prozent der eigentlichen +Eiweißkörper verdaulich. Als weiteren Nachweis über die +einzelnen Bestandteile der Pilze, insbesondere des Edelpilzes +(Champignon) und die Verhältnisse zum Fleische und Gemüsearten +diene beistehende übersichtliche Zusammenstellung:</p> + +<table border="1" width="95%" cellpadding="2" summary="Inhaltsstoffe der Pilze"> +<colgroup> + <col width="40%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> + <col width="6%" /> +</colgroup> +<thead> +<tr align="center" style="font-weight: bold"> + <td rowspan="2">Nähere<br />Bezeichnung</td> + <td colspan="6">I. In den (natürlichen lebend-)<br />frischen Pilzen</td> + <td colspan="4">II. In der Trockenmasse</td> +</tr> +<tr align="center" style="vertical-align: bottom"> + <td>Wasser<br />%</td> + <td>Stickstoff<br />%</td> + <td>Fett<br />%</td> + <td>Stickstofffreie<br />Extraktstoffe<br />%</td> + <td>Rohfaser<br />%</td> + <td>Asche<br />%</td> + <td>Stickstoff<br />%</td> + <td>Stickstofffreie<br />Extraktstoffe<br />%</td> + <td>Fett<br />%</td> + <td>Stickstoff in der <br />Trockenmasse<br />%</td> +</tr> +</thead> +<tr align="center"> + <td>Frischer Edelpilz<br /><span style="font-size: smaller">(Champignon):<br />Mittel aus 20 Analysen<br />(König, S. 809 und 810)</span></td> + <td>87,<span style="font-size: smaller">40</span></td> + <td>4,<span style="font-size: smaller">88</span></td> + <td>0,<span style="font-size: smaller">20</span></td> + <td>3,<span style="font-size: smaller">57</span></td> + <td>0,<span style="font-size: smaller">83</span></td> + <td>0,<span style="font-size: smaller">82</span></td> + <td>47,<span style="font-size: smaller">42</span></td> + <td>34,<span style="font-size: smaller">58</span></td> + <td>—</td> + <td>7,<span style="font-size: smaller">59</span></td> +</tr> +<tr align="center"> + <td>Mageres Ochsenfleisch:<br /><span style="font-size: smaller">Mittel aus 10 Analysen (König, S. 4)</span></td> + <td>76,<span style="font-size: smaller">47</span></td> + <td>20,<span style="font-size: smaller">56</span></td> + <td>1,<span style="font-size: smaller">74</span></td> + <td>—</td> + <td>—</td> + <td>1,<span style="font-size: smaller">17</span></td> + <td>87,<span style="font-size: smaller">38</span></td> + <td>—</td> + <td>7,<span style="font-size: smaller">41</span></td> + <td>13,<span style="font-size: smaller">98</span></td> +</tr> +<tr align="center"> + <td>Gemüsearten:<br /><span style="font-size: smaller">(Weißkohl, Spargel und Salat)<br />Mittel aus 40 Analysen<br />(König, S. 786, 787 und 791)</span></td> + <td>92,<span style="font-size: smaller">72</span></td> + <td>1,<span style="font-size: smaller">73</span></td> + <td>0,<span style="font-size: smaller">21</span></td> + <td>2,<span style="font-size: smaller">54</span></td> + <td>1,<span style="font-size: smaller">12</span></td> + <td>1,<span style="font-size: smaller">01</span></td> + <td>24,<span style="font-size: smaller">63</span></td> + <td>42,<span style="font-size: smaller">63</span></td> + <td>—</td> + <td>3,<span style="font-size: smaller">94</span></td> +</tr> +</table> + +<p>Die hier angeführten Mittelzahlen aus einer größeren Zahl +von Analysen zeigen, daß die frischen Edelpilze – und ähnlich +verhalten sich die übrigen eßbaren Pilze – nach ihrer Zusammensetzung +mehr den Gemüsearten als der Fleischnahrung gleichzusetzen +wären; dies ist begründet im hohen Wassergehalte der Pilze. +Wie steht es nun aber in der Wirklichkeit? Da die Pilze im +eigenen Wasser bei der Zubereitung als Speise gekocht werden +und dieses 50–60 vom Hundert verdampft, so erhöht sich doch +der Eiweißgehalt auf das Doppelte. Noch mehr nähert sich der +Eiweißgehalt dem des Fleisches bei den getrockneten Pilzen. – +„Hier ist das Fleisch“ schreibt Professor Dr. <span class="spaced">Falck</span>, „im Gegensatz +zu den Gemüsesorten durch einen etwa dreieinhalbmal so<span class="pagenum"><a name="Page_11" id="Page_11">11</a></span> +großen Gehalt an Stickstoffsubstanz ausgezeichnet, während die +Pilze etwa doppelt soviel enthalten als die Gemüsearten, also +eine mittlere Stellung einnehmen. Dafür enthält das Gemüse +etwa 40 Prozent stickstofffreie Extraktstoffe (größtenteils Kohlehydrate), +die beim Fleisch, bis auf geringe Mengen Glycogen, +nahezu vollständig fehlen. Die Pilze stehen hier wieder in der +Mitte, sie enthalten etwa 30 Prozent stickstofffreie Extraktstoffe, +die auch nach Art und Zusammensetzung von den aus den pflanzlichen +Gemüsearten gewonnenen Extraktstoffen abweichen.“</p> + +<p>Nach allen diesen Erörterungen gehören die Pilze zu denjenigen +Nahrungsmitteln, die eine ziemlich hohe Wertschätzung +beanspruchen dürfen. Hierbei kommt weiter in Betracht, daß +der nötige Eiweißbedarf zur Vollernährung eines Menschen nicht +mehr wie früher von <span class="spaced">Voit</span> und <span class="spaced">Pettenkofer</span> angenommen, +120–140 Gramm beträgt, sondern nach den neueren Forschungen +und vor allem nach den wirklichen Erfahrungen durch Versuche +an lebenden Menschen 50–60 Gramm, ja sogar noch etwas +darunter, genügen. Es wurde bereits im Vorworte darauf hingewiesen, +so daß es sich erübrigt, hier darauf weiter einzugehen.</p> + +<p>Außer dem Eiweißgehalte enthalten aber die Pilze auch noch +andere Stoffe, die bei der Ernährung von Wert sind, das sind +die Nährsalze und die Zuckerstoffe, der Mannit (Mannazucker) +und der Traubenzucker. Ferner enthalten sie auch Fettstoffe, +die dem Gemüse fast vollständig fehlen.</p> + +<p>Schon in den früheren Auflagen des Michaelschen „Führers +für Pilzfreunde“ wurde ganz besonders auf den Wert des Pilzextraktes +hingewiesen und seine Zubereitung angegeben. Fast alle +seit 1896 erschienenen Volks-Pilzbücher und die Anweisungsbücher +für die mannigfaltige Zubereitung der Pilze haben sich +diese Vorschrift des Verfassers zu eigen gemacht und sie empfohlen. +Sehr erfreut war er deshalb, daß auch Prof. Dr. Falck +auf den hohen (Eiweiß-)Wert des Pilzextraktes hinweist und ihn +vollständig den verschiedenen zur Zeit in den Handel kommenden +Fleischextrakten bezüglich des Eiweißgehaltes gleichstellt, ihn jedoch +noch hochwertiger nach der Geschmacksseite einschätzt.</p> + +<p>Damit ist aber der Wert der Pilze noch nicht erschöpft, denn +einen ebenso hohen Wert als menschliche Speise haben sie für +die tierische Kost. Für diesen Zweck kann man alle anderen zur +menschlichen Speise unbrauchbaren Pilze verwenden, mit Ausnahme +der giftigsten, wie die Knollenblätterpilze, der Fliegen- und +Königsfliegenpilz, der Satanspilz. Warum lassen wir<span class="pagenum"><a name="Page_12" id="Page_12">12</a></span> +uns die Natur so wenig als Lehrmeisterin dienen? Wer je +einmal die Sauparke mit ihren Wildschweinen besucht hat, +weiß, daß eine Pilzausbeute in diesen Gegenden vollständig +ausgeschlossen ist, da die Säue fast alle Pilzsorten verzehren. +Den Schweinen werden die Pilze als Futter in frischem, aber +in gutem, nicht verfaultem Zustande gegeben, ebenso können sie +getrocknet, dann aufgeweicht, dem Futter beigemengt werden. +Für die Hühner, die keine frischen Pilze fressen, werden die +scharfgetrockneten, dann gemahlenen Pilze dem Weichfutter zugemischt. +Hier war auch für den Verfasser die Erfahrung die +Lehrmeisterin. Schon seit vielen Jahren sind sämtliche Pilzabfälle, +die beim Putzen der Pilze entstanden, gut getrocknet +und, wie oben angegeben, dem Weichfutter beigemischt worden. +Wieviel Getreideschrot und Kleie kann da gespart werden! Die +Eiererzeugung bestätigte den Wert des Ersatzfutters. Ferner ist +schon vor vielen Jahren in den Fischereizeitungen, insbesondere +der österreichischen, auf die Fütterung der Fische mit Pilzen +hingewiesen worden. Darnach sollen zehn Pfund frischverfütterte +kleingehackte Pilze ein Pfund Fleischzuwachs geben.</p> + +<h2><a name="speise" id="speise"></a><a href="#inhalt">Wie werden die Pilze als Speise zubereitet?</a></h2> + +<p><span class="initial">S</span>ehr einfach ist die Vorbereitung der eßbaren Pilze zum Genuß. +Man hat nur nötig, sie nach dem Reinigen und Putzen in +kleine längliche Stücke zu schneiden, sie dann sauber zu waschen, +in Schüsseln ausgebreitet etwas zu salzen und hierauf bis zur +eigentlichen Zubereitung kühl und luftig zu stellen. Zähe und +harte Stiele sind nie mitzunehmen, abziehbare Oberhaut ist immer +abzuziehen. Junges und madenfreies Futter kann stets verwendet +werden. Bei vielen Blätterpilzen würde fast nichts übrig bleiben, +wollte man das ganze Futter mit beseitigen. Zu alte oder irgendwie +angefaulte Pilze werfe man fort.</p> + +<p>Durch langes Kochen werden die Pilze nicht verdaulicher, im +Gegenteil schwerer verdaulich, weil dann das Eiweiß noch mehr +verhärtet. Gewisse schwer verdauliche Eiweißteile sind an die Zellwandungen +der Pilze, Fungin genannt, gebunden. Im sogenannten +Berliner Salz oder doppeltkohlensaurem Natron haben wir +ein unschädliches Mittel, die chemische Auflösung dieser Zellulose +einzuleiten. Auf ein Liter geschnittene Pilze gebe man etwa +eine Messerspitze voll doppeltkohlensaures Natron, das ja auch, +wie die Hausfrau weiß, vorzügliche Dienste beim Kochen zähen<span class="pagenum"><a name="Page_13" id="Page_13">13</a></span> +Fleisches, saurer Flecke oder Gemüse verrichtet. Hofrat Dr. <span class="spaced">Wirt</span> +hat auch auf die Anwendung des Sauerbrunnenwassers als wertvoll +für das leichtere Weichkochen von Pilzen und Hülsenfrüchten +hingewiesen, denn das dem Kaseïn verwandte Legumin (Eiweiß +der Leguminosenfrüchte) löst sich leichter in schwach alkalischem +Wasser als in gewöhnlichem oder gar stark alkalischem. Doppeltkohlensaures +Natron macht eben in der angegebenen Zusatzmenge +das Wasser schwach alkalisch.</p> + +<p>Zu beachten ist, daß zu den gewaschenen und abgetropften +Pilzen niemals Wasser zugegossen wird; man läßt vielmehr die +Pilze in ihrem eigenen Wasser kochen, von dem sie bis zu 90 Prozent +enthalten. Außer Natron wird, wenn nicht schon vorher geschehen, +noch etwas Kochsalz beigegeben.</p> + +<p>Bei Morcheln und Lorcheln muß das Reinigen und Waschen +sehr sorgfältig und mehrmals erfolgen, denn sie enthalten häufig +Sand. Stockmorcheln sind vor dem Ansetzen abzubrühen; sie enthalten +ein besonderes Gift, welches durch das Abbrühen entfernt +wird. Der Verfasser hat durch Genuß von frischen und gesunden +Morcheln niemals unangenehme Folgen empfunden.</p> + +<p>Will man getrocknete Pilze zu Suppen usw. verwenden, so +müssen diese am Abend vorher nach Abwaschen des Staubes +mit soviel kaltem Wasser, wie nötig, eingeweicht werden. Während +der Nacht bleiben sie stehen, und erst kurz vor der Verwendung +werden sie in diesem Wasser gekocht. Durch solche +Vorbehandlung quellen die Pilze vorzüglich auf und werden +weich und zart. Gänzlich falsch ist es, getrocknete Pilze erst +kurz vor der Zubereitung zu nehmen. Selbst tüchtig mit Wasser +oder Fleischbrühe gekocht, werden die Zellwandungen der getrockneten +Pilze auf diese Weise nicht genügend aufgeschlossen. Die +Pilze bleiben somit zum großen Teil unverdaulich und wertlos +für die Ernährung.</p> + +<p>Es mögen hier noch einige erprobte Verwendungs-Vorschriften +folgen (man beachte auch den Abschnitt <a href="#pilzvergiftungen_schutz">„Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen?“</a> Seite 19).</p> + +<p>Wer eine noch ausführlichere Anweisung wünscht, dem sei +das Pilzkochbuch von <span class="spaced">E. Herrmann</span> in Dresden (Verlag von +<span class="spaced">C. Heinrich</span>, Dresden-N.), Preis 70 Pfennig, empfohlen.</p> + +<h3 style="text-align: left">1. Suppe von frischen Pilzen.</h3> + +<p>Die zubereiteten Pilze werden fein gewiegt, mit kochendem +Wasser nebst Salz und etwas Butter angesetzt und ½ Stunde<span class="pagenum"><a name="Page_14" id="Page_14">14</a></span> +gekocht. Unterdessen wird ein wenig Mehl gebräunt, hineingequirlt +und die Suppe mit Petersilie, sowie etwas Pfeffer +abgeschmeckt. Außerdem kann Ei hinzukommen. Ist Fleischbrühe +vorhanden, so kann auch diese mit Verwendung finden.</p> + +<h3 style="text-align: left">2. Suppe von getrockneten Pilzen.</h3> + +<p>Für fünf Personen nehme man eine Tasse voll getrockneter +Pilze, weiche sie am Abend vorher in Wasser ein und wiege +sie dann fein. Hierauf werden sie in dem Einweichwasser mit +Butter und Salz ziemlich eine Stunde lang gedünstet. Nun +werden sie mit dem nötigen Suppenwasser aufgekocht, mit Braunmehl, +Petersilie und Pfeffer und je nach Belieben mit Ei abgezogen. +In Butter geröstete Semmel wird hinzugegeben.</p> + +<h3 style="text-align: left">3. Gemüse von Pilzen.</h3> + +<p>Die zubereiteten, fein geschnittenen Pilze werden mit etwas +Natron (siehe <a href="#speise">Seite 12</a>) und Salz angesetzt, und ziemlich dreiviertel Stunde gekocht. Dann wird das Pilzwasser abgegossen, +jedoch nicht weggeschüttet, sondern zur Suppe verwandt oder zum +Extrakt genommen (siehe <a href="#extrakt">Bereitung des Extraktes</a>). Hierauf +werden die Pilze mit Butter oder Fett gedünstet, und mit viel +Petersilie und etwas feinem Pfeffer vermengt.</p> + +<h3 style="text-align: left">4. Pilzpfanne.</h3> + +<p>Die zugerichteten Pilze werden zuerst weich gekocht und wenn +noch Brühe (Pilzextrakt!) vorhanden, wird diese abgegossen; die +Pilze werden dann fein gewiegt und mit Butter, einigen Eiern, +sowie in Milch aufgeweichter Semmel zusammengerührt und +zuletzt in einer mit Butter ausgestrichenen Pfanne gebacken.</p> + +<h3 style="text-align: left">5. Pilzgebackenes (nach <span class="spaced">Klöber</span>, Pilzküche).</h3> + +<p>Der Boden einer Pfanne wird erst mit Butter, dann mit einer +Lage geriebenen Schwarzbrotes bedeckt, darauf kommt eine Schicht +Pilze, welche mit Salz, Pfeffer und anderem Gewürz bestreut +wird. Diese Schichtung wiederholt man solange, bis die Pfanne +voll ist, belegt die oberste Schicht mit Butter und bäckt das Ganze.</p> + +<h3 style="text-align: left">6. Salat von Pilzen.</h3> + +<p>Die zugerichteten und in Salzwasser gebrühten Pilze werden +in kleine Stückchen oder Scheibchen geschnitten und mit Essig, Öl, +Pfeffer und Salz angerichtet. Den schmackhaftesten Salat gibt +natürlich der echte Weinessig. Je nach Geschmack können<span class="pagenum"><a name="Page_15" id="Page_15">15</a></span> +verschiedene Gewürzkräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Estragon +mit Verwendung finden. Außerdem können selbstverständlich +verschiedene Arten Mischsalate mit Kartoffeln, fein gewiegten +Sardellen oder Hering (aber nicht zuviel), Äpfeln und Fleischstückchen +usw. hergestellt werden. Eine findige und praktische Hausfrau +wird selbst mancherlei Abwechslung schaffen.</p> + +<h3 style="text-align: left">7. Klöße von frischen Pilzen.</h3> + +<p>Auch bei diesen Pilzklößen kann je nach den Zutaten, die zur +Verfügung stehen, eine große Mannigfaltigkeit der Zubereitung +erzielt werden. Ein sklavisches Binden an die eine oder andere +Vorschrift ist unnötig, denn eine praktische Hausfrau vermag +reiche Abwechslung zu schaffen. Einige Winke mögen genügen:</p> +<p>Man nimmt z. B. auf zwei Liter geschnittene Pilze, die fein +gewiegt oder durch einen sogenannten Fleischwolf getrieben werden, +ein halbes Pfund gehacktes Schweinefleisch oder Rindfleisch, +auch Fischfleisch, ein Ei, fein gewiegte Zwiebel, Salz, etwas +Pfeffer und soviel trockene geriebene oder gestoßene Semmel als +nötig ist, um daraus Klöße formen und braten zu können. Bei +Fleischmangel werden trockenes geriebenes Brot und Semmel, je +zur Hälfte, ein oder zwei Eier zum Binden der Masse und das +nötige Gewürz genommen.</p> + +<h3 style="text-align: left">8. Klöße von getrockneten Pilzen.</h3> + +<p>Man nimmt getrocknete und, wie weiter oben angegeben, eingeweichte +Pilze, dünstet sie und hackt sie dann klar. Hierauf +mischt man sie mit Butter, Zwiebel, etwas aufgeweichter und +ausgedrückter Semmel, Zitronensaft und zwei bis drei Teelöffel +Pilzextrakt, fügt Ei zum Binden und soviel trockene geriebene +Semmel hinzu, um daraus Klößchen formen und braten zu können.</p> + +<h3 style="text-align: left">9. Pilzklößchen zu Reis, Gräupchen usw.</h3> + +<p>Pilze (frisch oder getrocknet) werden gewiegt, in Butter mit +Salz und Zitronensaft gedünstet. Nach dem Verkühlen wird +Ei und Semmel (halb gerieben, halb geweicht) hinzugefügt, die +Masse zu walnußgroßen Klößchen geformt und in siedendem +Wasser gekocht.</p> + +<h3 style="text-align: left"><a name="extrakt" id="extrakt"></a>10. Bereitung des Pilzextraktes.</h3> + +<p>Trotz der verschiedenen im Handel befindlichen „Würzen“ +steht zum Verfeinern einer Suppe, einer Tasse Fleischbrühe, +einer Bratentunke der selbstgefertigte Pilzextrakt unübertroffen<span class="pagenum"><a name="Page_16" id="Page_16">16</a></span> +da. Derselbe kann fast aus allen Pilzsorten gefertigt werden, +aber auch hierbei gibt die Praxis verschiedene wertvolle Winke. +So können ganz besonders diejenigen Pilzarten die vorzüglichste +Verwertung finden, die mitunter in riesiger Menge vorkommen, +so daß sie kaum zur Speise bewältigt werden können, zumal wenn +in sogenannten Pilzjahren erstklassige Speisepilze reichlich vorhanden +sind. Ebenso finden solche Arten sofortige Verarbeitung, +die sich nur wenige Stunden halten und oft massig zu ernten sind. +Erinnert sei nur an den walzigen und an den Schopf-Tintling, +die oft tausendweise auf einer Wiese stehen. Und in welchen +Mengen finden sich zu Zeiten der echte Reizker, der Hallimasch, +der Perlpilz, die Ritterlinge, die Täublinge, die Gelblinge usw., +ebenso der Sand-Röhrling. Die anderen Röhrlinge eignen sich +wegen ihres außerordentlich schleimigen Charakters nicht so gut +zum Extrakt wie die oben erwähnten Pilze.</p> + +<p>Bei Herstellung desselben verfahre man in folgender Weise: +Die geputzten und gereinigten Pilze werden in gleicher Weise +zunächst wie die Pilze zur Speise behandelt, d. h. im eigenen +Safte abgekocht, aber ohne Natronzusatz, da dieser sonst den +Extrakt schaumig macht. Diese Brühe wird abgegossen, die abgeseihten +Pilze nochmals mit etwas wenig Salzwasser tüchtig +ausgekocht und dieser Saft zur ersten Abkochung getan. Die +Pilze selbst werden, um allen Saft zu gewinnen, in einem Säckchen +einem leichten, dauernden Drucke unterworfen. Der gesamte +Saft wird hierauf stark gesalzen, auf ein Liter davon ein Kaffeelöffel +Salz, und nun so dick eingedampft, daß zuletzt der Extrakt +sirupdick wird. Am schnellsten kommt man zum Ziele, wenn der +dünne Saft zunächst in Pfannen eingedampft wird und dann +in kleineren Töpfen. Man nehme aber nur ganz neue Tongefäße +zu diesem Zwecke, die man später ja stets dazu verwenden +kann. Der fertige Extrakt wird nun in kleinen, weithalsigen +Fläschchen aufbewahrt. So hält er sich jahrelang.</p> + +<p>Beim Gebrauche rechnet man auf 5–6 Teller Suppe einen +Kaffeelöffel Extrakt. Zu diesem Zwecke wird vorstehende Menge +in einem kleinen Töpfchen mit etwas kochendem Wasser aufgequirlt +und durchgeseiht der Suppe usw. beigegeben.</p> + +<h3 style="text-align: left">11. Einmachen der Pilze in Essig.</h3> + +<p>Die zubereiteten Pilze (siehe auch <a href="#speise">S. 12</a>) werden eine halbe +Stunde gekocht, dann gießt man den Saft (für Pilzextrakt verwendbar) +ab, gibt hinzu, auf sechs Liter frische Pilze berechnet,<span class="pagenum"><a name="Page_17" id="Page_17">17</a></span> +dreiviertel Liter Weinessig (nicht Sprit), Pfefferkörner, Piement +(auch Nelkenpfeffer, Neugewürz genannt), Lorbeerblätter, Schalotten +oder Perlzwiebeln und kocht das Ganze eine Viertelstunde. +Nach erfolgter Abkühlung werden die Pilze in weithalsige Glasbüchsen +gefüllt. Zur Auffüllung nimmt man nochmals Weinessig, +mit eindrittel Wasser vermischt, kocht denselben auf und übergießt +die Pilze so weit, daß sie vom Essig gut überdeckt werden.</p> + +<p>Die nach diesem Rezepte vom Verfasser eingemachten Pilze +haben auf verschiedenen Obstausstellungen erste Preise erhalten.</p> + +<h3 style="text-align: left">12. Einmachen der Pilze nach dem Sterilisierungsverfahren.</h3> + +<p>Kein Verfahren eignet sich so vorzüglich zum Konservieren der +Pilze als das Sterilisieren. Hierbei behalten dieselben ihren schönen +und eigenartigen, natürlichen Pilzgeschmack, sowie das jeder Sorte +eigenartige Aroma. Fast alle „Gemüsepilze“ lassen sich hierzu +verwenden. Nachdem man die betreffenden Pilze in bekannter +Weise gereinigt, d. h. geputzt hat, wobei selbstverständlich bei den +älteren Röhrenpilzen, sowie bei den Stachelpilzen das Futter +entfernt wird, bei den Blätterpilzen nur das Futter des Edelpilzes +und bei anderen Arten älteres, fleckiges, werden sie in +mittelgroße Stückchen geschnitten. Nun werden sie mit kaltem +Wasser ein- bis zweimal schnell gewaschen, um nicht die Nährsalze +auszulaugen, dann läßt man alles Wasser abtropfen oder +schleudert es ab und bringt sie in einem Steingut- oder gut +glasiertem Topfe aufs Feuer. Beim Ansetzen zum Kochen übersehe +man nicht, eine kleine Portion doppeltkohlensaures Natron +beizufügen, auch vergesse man die nötige Salzzugabe nicht.</p> + +<p>Da die Pilze außerordentlich viel Wasser enthalten, werden +sie ohne solches zugesetzt. Beim Erhitzen scheidet sich das Eigenwasser +aus. In diesem eigenen Safte werden sie bis zum +Kochen erhitzt, damit sie erst zusammenschwinden, denn sonst +würden die Gläser zu wenig Pilze fassen. Hierauf werden die +Pilze mit einem durchlochten Löffel herausgenommen und in +die bereitgehaltenen gut gereinigten Gläser bis zum Halse gefüllt. +Die Pilzbrühe selbst wird durch ein reines Flanelltuch +filtriert und die durchgeseihte Brühe über die Pilze gegossen, +so daß letztere von der Brühe überdeckt sind.</p> + +<p>Etwas anders zu behandeln sind die Trichter- und Trompeten-Pfifferlinge, +sowie der Habichtspilz und der echte Reizker. +Diese Sorten werden nach dem Putzen mit kochendem Wasser<span class="pagenum"><a name="Page_18" id="Page_18">18</a></span> +gebrüht und gewaschen, denn erstere drei Sorten behalten sonst +einen Erdgeruch und -geschmack, letztere Art eine unangenehme +Bitterkeit. Ebenso müssen die sogenannten Stockmorcheln (<span class="antiqua">Gyromítra +esculénta</span>) gebrüht werden, damit die darin enthaltene giftige +Helvellasäure entfernt wird. Das Abbrühen muß aber schnell +geschehen, d. h. es darf nur kurze Zeit dauern. Alle Morchelarten +müssen schon des Sandes wegen öfters gewaschen werden.</p> + +<p>Das Sterilisieren selbst muß insofern sehr vorsichtig geschehen, +als man, vom Eintritt des Kochens an, das Wasser nur schwach +wallen läßt; sprudelnd kochendes Wasser bewirkt jähes Aufsteigen +der schleimigen Pilzbrühe, die zwischen Glasrand und Gummiring +geratend, oft kleine Pilzteilchen mit fortreißt und ein dichtes +Verschließen der Gläser hindert. Man bedarf zu einem ½- und +¾-Liter-Glas mindestens fünfviertel Stunden, bei Litergläsern +anderthalb Stunden Sterilisierungszeit. In den nächsten Tagen +sind die betreffenden Gläser auf Schluß zu prüfen. Heben sich +die Deckel, so ist sofort wieder zu sterilisieren, sonst ist ein Verderben +unausbleiblich.</p> + +<p>Die Pilze können jedoch auch gleich speisefertig sterilisiert +werden. Zu diesem Zwecke werden sie nach dem Kochen in +üblicher Weise in Butter gebraten, so heiß als möglich in die +Gläser gebracht und ziemlich dreiviertel Stunde sterilisiert. Jedes +Befetten des Glasrandes und des Gummiringes muß aber peinlich +vermieden werden.</p> + +<p>Verschiedene Firmen, wie z. B. <span class="spaced">J. Weck</span>, G. m. b. H., +Öflingen i. Baden, liefern bestens bewährte, praktische Sterilisier-Einrichtungen. +Ausführliche Anweisung über das Sterilisieren +findet sich im „Merkbüchlein für das Sterilisieren der Früchte, +des Gemüses und der Pilze“ im Selbstverlage des Verfassers +<span class="spaced">Edm. Michael</span>, Auerbach i. V. Erhältlich gegen Einsendung +von 30 Pfennig in Briefmarken.</p> + +<h3 style="text-align: left">13. Trocknen der Pilze.</h3> + +<p>Das Trocknen der Pilze ist sehr einfach. Die abgeputzten und in +Scheiben oder Stücke geschnittenen Pilze werden, ohne sie vorher +zu waschen, entweder in der Sonne oder auf dem Ofen getrocknet.</p> + +<h3 style="text-align: left">14. Richtige Verwendung der einzelnen Sorten.</h3> + +<p>Nicht jeder Pilz eignet sich zur Suppe oder zum Einmachen +in Essig usw., die einzelnen Sorten erfordern vielmehr auch eine +verschiedenartige Verwendung. In den nachfolgenden Zeilen<span class="pagenum"><a name="Page_19" id="Page_19">19</a></span> +folgt daher eine Zusammenstellung über die zweckmäßige Verwertung +der in diesem Handbuch vorkommenden eßbaren Pilze.</p> + +<h4>a) Suppenpilze:</h4> + +<p>Morcheln, Ziegenbärte, Stockschwämmchen, echter Reizker, +echter Gelbling, Nelkenschwindling, Edelpilze (Champignons), +sämtliche Röhrlinge.</p> + +<h4>b) Gemüsepilze:</h4> + +<p>Alle eßbaren Pilze.</p> + +<h4>c) Pilze zum Einmachen in Essig:</h4> + +<p>Steinpilz, echter Gelbling, Semmelporling, Schafporling, die +eßbaren Täublinge, Wacholder-Milchling, Perlpilz, Ritterlinge.</p> + +<h4>d) Pilze zum Sterilisieren:</h4> + +<p>Alle eßbaren Pilze.</p> + +<h4>e) Gewürzpilz zur Bratenbrühe:</h4> + +<p>Lauch-Schwindling (Mousseron).</p> + +<h4>f) Pilze zum Trocknen:</h4> + +<p>Morcheln, Schafporling, großer Schirmling, Edelpilz (Champignon), +Stockschwämmchen, Steinpilz, Maronen-Röhrling, +Birken-Röhrling, Lauch-Schwindling, krauser Ziegenbart, Nelken-Schwindling, +Schafeuter, Habichtspilz.</p> + +<h4>g) Pilze als Pilzpulver:</h4> + +<p>Alle unter f genannten Pilze. – In verschiedenen Gegenden +und Ländern (z. B. in Böhmen) werden die scharf getrockneten +Pilze zu Pulver gemahlen und entweder zu Suppen oder zum +Bestreuen (Panieren) gebackener Fleischspeisen verwendet.</p> + +<h2><a name="pilzvergiftungen_schutz" id="pilzvergiftungen_schutz"></a><a href="#inhalt">Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen?</a></h2> + +<p><span class="initial">N</span>ichts steht der allgemeinen Verwertung der Pilze im Haushalte +so hindernd entgegen als die Furcht vor einer Vergiftung +durch die Pilze. Jeder Vergiftungsfall, der ja meistens +die Runde durch die Tagesblätter macht, schreckt immer von neuem +ab, sich mit den Pilzen abzugeben und sie als Kost auf den Tisch +zu bringen. Dazu kommen noch die zur Pilzzeit in den Zeitungen +und Zeitschriften zu lesenden Verhütungsmaßregeln, welche recht +wissenschaftlich klingen, die zu merken aber niemandem einfällt und<span class="pagenum"><a name="Page_20" id="Page_20">20</a></span> +oft auch keinen Pfifferling wert sind. Wenn das Publikum solche +offenbar von Unkundigen geschriebene Regeln liest, wonach fast +alle Pilze giftig sind, verzichtet es lieber auf den Genuß der Pilze.</p> + +<p>Um nur einiges von den vielen gutgemeinten, aber völlig +falschen Regeln zu widerlegen, diene folgendes: Da heißt es: +„Alle eigentlichen Blätterpilze sind zu meiden – ausgenommen +der Edelpilz (Champignon), Gelbling (Gehling) und Kaiserling.“ +Wäre dies richtig, so müßte man das Stockschwämmchen, den +Hallimasch, den Pflaumenpilz, den Nelken-Schwindling, den +Lauch-Schwindling, sämtliche eßbaren Täublinge, den Parasolpilz, +die eßbaren Ritterlinge, und noch viele andere ausschließen. +Weiter: „Alle Pilze mit Farbenveränderung beim Druck oder +Zerschneiden taugen nichts!“ Dann fort mit dem Rothäuptchen, +dem Maronen-Röhrling, dem Sand-Röhrling, dem Kornblumen-Röhrling, +dem guten Reizker, dem kahlen Krämpling usw.</p> + +<p>Ferner: „Alle Pilze mit Milchsaft sind verdächtig!“ Auch +der Brätling, der gute Reizker, der filzige Milchling, der milde +und süßliche Milchling? Endlich soll Geruch, Geschmack, Farbe +des Hutes, glänzende oder klebrige Oberfläche usw. die Verdächtigkeit +und Giftigkeit beweisen. Jeder Pilzkenner wird mit +dem Verfasser die Veröffentlichung solcher der Unkenntnis entsprungenen +Regeln lebhaft bedauern.</p> + +<p>Ebensowenig können sogenannte Erkennungsmittel, die beim +Kochen angewendet werden sollen, wie Hineinhalten eines silbernen +Löffels, der beim Braunwerden die Giftigkeit anzeigen soll, Mitkochen +von Zwiebeln usw. irgend etwas beweisen. Alles hier +Empfohlene gehört zum Wahnglauben.</p> + +<p>Um zu wissen, ob ein Pilz giftig ist oder nicht, gibt es nur ein +Mittel: <span class="spaced">Lerne die Pilze so kennen, wie du die giftigen +Früchte anderer Gewächse von den nicht giftigen zu +unterscheiden weißt.</span></p> + +<p>Sehr häufig findet man in Zeitungen, Pilzkochbüchern und +Volks-Pilzbüchern den Rat erteilt, die Pilze abzukochen und dann +das Kochwasser abzugießen. Neuerdings geschieht dies sehr häufig +bei sogenannten verdächtigen oder bei zweifelhaft giftigen oder +sonst bitteren, beißenden, unangenehm schmeckenden Pilzen, immer +mit der Behauptung, daß dann die betreffenden Pilze ohne Sorge +gegessen werden können, ja auch schon gegessen wurden. Wenn +dies bei vielen Pilzen auch bestimmt zutrifft, so entwertet man aber +die Pilze ihrer Nährstoffe und sie sind dann nur Magenfüllsel, +weiter nichts. Wer damit zufrieden ist, kann es ja so machen.<span class="pagenum"><a name="Page_21" id="Page_21">21</a></span> +Der Verfasser hält davon nichts, selbst wenn dadurch eine Unschädlichmachung +der sogenannten verdächtigen oder zweifelhaft +giftigen Pilze eintritt. Etwas anderes ist das kurze Abbrühen +unzerschnittener Pilze, wie der Morcheln.</p> + +<p>Wenn man die in Deutschland veröffentlichten Vergiftungsfälle +durch Pilze genauer auf ihre Ursachen prüft, d. h. untersucht, +welche Pilze diese Vergiftungen hervorgerufen haben, so +sind es nach eingeholten Erkundigungen und vielfachen Erfahrungen +stets folgende Giftpilze: der Knollenblätterpilz, der Giftreizker, +der Schwefelkopf, der Speitäubling und der Kartoffelbovist. +Es können gewiß noch andere Pilze giftig wirken, die +in den Pilzlehrbüchern bis jetzt noch als giftig bezeichnet sich +vorfinden, es nach meiner 40jährigen Erfahrung aber nicht alle +sind; so z. B. der graubraune Panther-Wulstling (<span class="antiqua">Amaníta umbrína</span>) +und der Perl-Wulstling (<span class="antiqua">Amaníta pustuláta aut rubéscens</span>). +Diese Pilze werden, <span class="spaced">nachdem man die Oberhaut entfernt +hat</span>, jetzt im Vogtlande und in einem großen Teile Sachsens +als vorzügliche Speisepilze verwendet. Auf sämtlichen Pilzausstellungen +hat sie der Verfasser als zu den wohlschmeckendsten +Pilzen zählend bekannt gegeben und noch nie einen Fall +von Vergiftung durch diese Pilze erfahren. In einem Teile +des Vogtlandes und des Erzgebirges gehören sie sogar zu den +gesuchtesten. Desgleichen hat er sie in Thüringen, Böhmen, +der Lausitz usw. gesammelt und sich recht wohl schmecken lassen, +ohne das geringste Übelbefinden zu spüren. Hierzu sei noch +folgendes bemerkt:</p> + +<p>Im Mai des Jahres 1896 wurden einige Vergiftungsfälle +durch Stockmorcheln (<span class="antiqua">Gyromítra esculénta</span>) aus Berlin und +Graßlitz in Böhmen gemeldet. In letzterem Orte waren zwei +Familien, welche die Stockmorcheln bei ein und demselben Händler +gekauft hatten, betroffen worden. Der Verfasser hatte Gelegenheit, +die näheren Umstände von dem Familienvater der am +schwersten betroffenen Familie persönlich zu erfahren. Die Erörterungen +ergaben unzweifelhaft, daß unter den Stockmorcheln +alte, bereits in Zersetzung übergegangene Exemplare sich befunden +haben, welche die Vergiftung herbeiführten, denn beide +Familien haben seit vielen Jahren stets frische Morcheln ohne +die geringsten nachteiligen Folgen genossen. Daß nicht öfter +derartige Vergiftungsfälle durch alte Morcheln vorkommen, ist +fast wunderbar, denn bei des Verfassers mehrmaligen Besuchen +der Markthalle einer Großstadt fand er neben frischen sehr viel<span class="pagenum"><a name="Page_22" id="Page_22">22</a></span> +verdorbene, in Zersetzung begriffene Stockmorcheln vor, die zum Verkauf +bei billigeren Preisen ausgeboten wurden. Eine scharfe Aufsicht +könnte für solche Fälle recht nützlich wirken und Unheil verhüten.</p> + +<p><span class="spaced">Die weitaus meisten Pilzvergiftungen kommen durch +falsche Auswahl und Zubereitung vor, und zwar wenn +erstens zu alte oder zu wässerige Pilze genommen, +oder zweitens diese zulange aufbewahrt werden, ehe +sie zur Verwendung kommen.</span> Alle anerkannt guten und +eßbaren Pilze können Erkrankungen und Vergiftungen herbeiführen, +sobald sie alt verspeist werden, denn mit dem Alter tritt +ein Verwesungszustand ein, der dem menschlichen Auge zwar +nicht sichtbar ist, sich aber durch schwere Krankheitserscheinungen +bemerkbar macht. Bei dem hohen Eiweißgehalte und ihrem überaus +schwammigen und wässerigen Charakter werden die Pilze beim +Älterwerden von mikroskopisch kleinen, sich während weniger Stunden +ins riesenhafte vermehrenden Spaltpilzen durchsetzt und erzeugen +dann die <span class="spaced">lebensgefährlichsten Magen- und Darmentzündungen</span>. +Auf eine gleiche oder ähnliche Zersetzung der +Pilzfleischsubstanz mag es zurückzuführen sein, daß Pilze, sowie +sie im Spätherbste durch Reife oder Fröste gelitten, nach dem Genuß +nicht unbedenkliche Vergiftungserscheinungen hervorgerufen +haben. So sind nach nur leicht gefrorenen Ritterlingen, Birkenpilzen, +vor allem aber Steinpilzen mehr oder weniger schwere Erkrankungen +beobachtet worden: Also Vorsicht nach eingetretenen +Frösten!</p> + +<p>Man beachte stets die Regel: „<b>Nimm <span class="spaced">nur gesunde</span> und +<span class="spaced">junge</span> Pilze!</b>“ Ganz besonders aber ist zu warnen vor dem +zu langen und falschen Aufbewahren der Pilze. So wie man +die Pilze eingesammelt hat, putze und reinige man sie. Ein +Stehenlassen der Pilze bei Wärme oder in warmen Räumen +bis zum nächsten Tag ist schon höchst gefährlich, ganz abgesehen +davon, daß dieselben von den Pilzmaden während einer Nacht +ganz gehörig zerfressen werden; man stelle sie deshalb kühl. +<span class="spaced">Mancher Pilzfreund hat seine schönen, gesunden und +madenfreien Pilze am anderen Tage größtenteils von +Würmern zerfressen vorgefunden.</span></p> + +<h2><a name="pilzvergiftungen_tun" id="pilzvergiftungen_tun"></a><a href="#inhalt">Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun?</a></h2> + +<p><span class="initial">B</span>ei den ersten Erscheinungen einer Vergiftung: Kratzen im +Halse, Brennen, Drücken, Schmerzen des Magens mit +Erbrechen, Auftreiben des Leibes, Taumeln, Schwindelanfälle,<span class="pagenum"><a name="Page_23" id="Page_23">23</a></span> +Durchfall, Magen- und Leibkrämpfe usw., suche man so schnell +als möglich den Magen zu entleeren, nötigenfalls durch künstlichen +Brechreiz, wie Finger in den Hals stecken, Kitzeln des +Schlundes mit einer Feder; durch Klystiere mittels Irrigators +entleere man die Därme und trinke sofort soviel als möglich Milch, +Selterwasser oder nur kaltes Wasser, um den giftwirkenden Stoff +der Pilze einzuhüllen und zu verdünnen. Mittel, wie Essig und +Öl, die früher dagegen angewendet wurden, sind erfahrungsgemäß +schädlich und unwirksam. Außerdem müssen so schnell als +möglich Kompressen, d. h. mehrfach zusammengelegte Leinentücher +(Mundtücher, Tischtücher usw.) in heißes Wasser getaucht, ausgedrückt, +und so heiß, als es vertragen wird, auf Magen und +Leib gelegt und mit einem wollenen Tuche überdeckt werden. +Diese Umschläge müssen im Wechsel von 10 bis 15 Minuten +erneuert und stundenlang fortgesetzt werden. Tritt tüchtiges +Schwitzen hinzu, desto besser. Nach dem Schwitzen sind 26 Grad +warme Halbbäder zu geben, d. h. der Erkrankte ist in eine Wanne +zu setzen, nicht zu legen, und einige Minuten lang zu übergießen.</p> + +<p>Vorstehendes Verfahren hat sich bei verschiedentlich vorgekommenen +Pilzvergiftungen aufs beste bewährt. Selbstverständlich +ist ein Arzt sofort herbeizuholen. Als medizinisches Gegengift +wirkt vorzüglich Atropin, das unter die Haut gespritzt wird. +Diese Einspritzung darf nur vom Arzte vorgenommen werden.</p> + +<h2><a name="sammeln" id="sammeln"></a><a href="#inhalt">Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten?</a></h2> + +<p><span class="initial">M</span>öge nun das Pilzsammeln einen praktischen oder wissenschaftlichen +Zweck verfolgen, so hat man mancherlei zu +beachten, soll der Erfolg zur Zufriedenheit ausfallen. Zum +Sammeln der Pilze lasse man sich vor allem einen Koffer fertigen +aus starker Pappe mit Segelleinwand überzogen, mit Ölfarbe +angestrichen und so eingerichtet, daß der Deckel beim Sammeln +abzuheben geht und unten über den Boden gesteckt werden kann. +An den beiden Stirnseiten des Koffers müssen Lederösen befestigt +werden, durch die ein um den ganzen Koffer gehender breiter +Lederriemen gezogen werden kann, an dem man den Koffer trägt. +Durch diesen Riemen wird der abgenommene Deckel gleichzeitig +am Boden festgehalten. Der Pilzkoffer des Verfassers hat eine +Länge von 55 cm, ist 23 cm breit und 22 cm hoch, innen sind +zwei Abteilungen, eine kleinere, in welche zwei leere Zigarrenkistchen +übereinander bequem hineingehen und die für die<span class="pagenum"><a name="Page_24" id="Page_24">24</a></span> +wissenschaftliche Ausbeute bestimmt ist, sowie eine größere, um die +für die Küche gesammelten Pilze aufzunehmen. Als Messer erfüllt +eine starke sogenannte Gärtnerhippe am vollkommensten den Zweck, +da man mit derselben die Pilze sehr schnell aus der Erde ablösen +und emporheben kann, auch die festangewachsenen Baumpilze, die +Baumporlinge usw., bequem abzuschneiden imstande ist. Für +wissenschaftliche Zwecke bedarf man zum Einhüllen zarter Pilze +noch etwas Seidenpapier und neben den Zigarrenkistchen kleinere +Pappkästchen. Mit dem oben beschriebenen Koffer kann man +sich nicht nur überall zeigen, sondern es werden die Pilze auch +sicher vor dem Zerdrücken und Zerquetschen bewahrt, was beim +Sammeln in Pilznetzen und Pilzsäckchen nicht der Fall ist.</p> + +<p>Neben dem „Wie ist zu sammeln“ bleibt noch das „Wo“ zu +besprechen. Es ist durchaus nicht zu empfehlen, aufs Geratewohl +in Wald und Flur zu gehen, sondern auch hierbei sind einige +praktische Erfahrungen zu beachten. Zuerst ist die Lage eines +Waldes ins Auge zu fassen. Hier sind in nur einigermaßen +günstigen d. h. etwas feuchten Jahren die nach Süden und Westen +gelegenen Teile und Abhänge bedeutend ertragreicher als die nach +Norden oder Nordosten liegenden. Nur in ganz trockenen Jahren +ist es umgekehrt der Fall. Sehr bald wird man ferner auch die +Erfahrung machen, daß sehr viele Sorten ihren besonderen Standort +behaupten, auf denen sie immer in reicher Auswahl zu finden +sind. So haben Wiesen, Waldränder, Waldwiesen, moosig-grasige +Stellen, Hochwälder, Stangenwaldungen, Gebüsche, +Waldwege, Dickichte usw. ihren ziemlich bestimmten Bestand +an eigenen Sorten und halten ihn oft jahrelang fest. Hat man +sich einmal diese Standorte ordentlich gemerkt, so wird man beim +Wiederbesuchen derselben selten umsonst gehen, man wird immer +seinen Teil finden.</p> + +<p>Durch diese sichere Kenntnis der Standorte ist der Verfasser +in der Lage, binnen fünf bis sechs Stunden, also an einem Nachmittage, +80–100 Sorten Pilze in 4–500 Exemplaren für die +Pilzausstellungen sammeln zu können.</p> + +<h2><a name="abbildungen" id="abbildungen"></a><a href="#inhalt">Abbildungen und Beschreibung der Pilze</a></h2> + +<p class="center"><b><a name="nr_1" id="nr_1"></a>1. Spitz-Morchel.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Morchélla cónica Pers.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist kegelförmig, 3–5 cm breit, 4–10 cm hoch, +nach oben geschlossen und an seinem Rande mit dem Stiele +verwachsen. Das Innere der Morchel ist vom Stiele bis zur +Hutspitze vollständig hohl, und die Wandungen sind kleienartig +bestäubt. Die Oberfläche wird durch vielfach miteinander verbundene +Rippen netzartig in kleine Gruben geteilt. Die <span class="spaced">Färbung</span> +ist grau-, gelb- oder dunkelbraun. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist zart, +zerbrechlich und sehr wohlschmeckend.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> wird bis 5 cm lang, ist walzigrund und weiß.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Die Morchel wächst vorzugsweise im Frühlinge nach +warmem Regen, je nach der Witterung in den wärmeren Gegenden +bereits von Ende März, in den höheren Lagen vom April +bis Ende Mai, seltener findet man sie vereinzelt im Herbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf Waldwiesen, an Waldrändern und in +Gärten, ganz besonders auch auf Abhängen der Tallagen, die +lehmig-sandig und etwas kalkhaltig sind.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Als sehr beliebte Feinkost wird sie überall gesammelt +und verkauft.</p> + +<p>Alle Morchel- und Lorchelarten müssen sorgfältig bei der Zubereitung +gewaschen werden, da sie viel Sand enthalten. (Siehe +<a href="#speise">Seite 12</a> über Zubereitung der Pilze.)</p> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_2" id="nr_2"></a>2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Gyromítra esculénta Pers.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist sehr unregelmäßig, bis faustgroß, höckerig, grubig +und mit wellenartig verlaufenden dicken Falten überzogen. Das +Innere ist mit faltigen Hohlgängen durchzogen, weißgrau und +feinfilzig. Die <span class="spaced">Farbe</span> ändert sich von hellbraun bis dunkelbraun. +Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist wachsartig, sehr zerbrechlich und nicht stärker +wie dünnes Leder.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist faltig, dick, kurz, zusammengedrückt, anfangs +markig und weiß, später hohl und grau.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wächst ebenfalls im Frühling.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Vorzugsweise in sandigen Nadelwäldern, auf +alten Meilerstätten und alten Brandstellen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Derselbe ist gleich dem der Spitz-Morchel, nur ergiebiger. +Von allen Morchel- und Lorchelarten kommt sie in +erster Linie als „getrocknete Morchel“ in den Handel.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_1" id="abb_1"></a> +<img src="images/illu01.jpg" width="600" height="520" alt="1. Spitz-Morchel. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>1. Spitz-Morchel.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Morchélla cónica Pers.</span></p> +</div> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_2" id="abb_2"></a> +<img src="images/illu02.jpg" width="600" height="428" alt="2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Gyromítra esculénta Pers.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_3" id="nr_3"></a>3. Speise-Morchel.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Morchélla esculénta L.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> besitzt eine rundlich-eiförmige, bei einer Abart fast +kegelförmige Gestalt und ist mit zellenartigen Gruben bedeckt, +deren Wandungen sich als Längs- oder Querfalten oder Rippen +netzartig über den Hut ausbreiten. Diese zellenartigen Gruben +sind ziemlich tief. Der Hut selbst hat einen Längsdurchschnitt +von 7–12 cm und eine Breite von 5–8 cm.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Hutfleisch</span> ist ziemlich brüchig und auf der Innenseite +rein weiß, feinfilzig und kleiig, bei älteren Exemplaren leicht rosa +angehaucht. Die <span class="spaced">Farbe</span> des Hutes wechselt von hell-ockerfarbig +bis tiefbraun mit im Alter schwärzlichen Rippenrändern.</p> + +<p>Der 4–10 cm hohe <span class="spaced">Stiel</span> ist weiß, später hellgelblich, oft +dick, wie aufgeblasen, mit kurzen Falten oder unregelmäßigen Erhöhungen +versehen und mit kleieartigen, feinen Körnchen behaftet.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wächst in der Ebene bereits im April, im Gebirge erst +im Mai. Anfangs Juni ist sie selten zu finden, kommt überhaupt +nicht sehr häufig vor.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In lichten Wäldern, Gebüschen, Schluchten und +auf Grasplätzen. Man findet sie mehr auf lehmigem als auf +sandigem Boden.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Als Speise-Morchel ist sie sehr geschätzt und steht unstreitig +als feinstschmeckende aller Morcheln obenan.</p> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_4" id="nr_4"></a>4. Goldgelber Ziegenbart.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Clavariélla aúrea Schaeff.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Fruchtkörper</span> wird bis 15 cm hoch. Der <span class="spaced">Strunk</span> ist +dick und teilt sich schon von unten an in weißfleischige, derbe +Äste, die weißlich-gelb, nach oben gerade aufstrebend, vollständig +rund mit hellgoldgelber <span class="spaced">Farbe</span> in meist zweiteilige, stumpfe +Spitzchen endigen.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wird vom Juli bis Oktober gefunden.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Wächst vereinzelt oder truppweise vornehmlich +in Nadelwäldern.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Sehr wohlschmeckend, jedoch nur im Jugendzustande, +denn mit dem Alter wird dieser Pilz, wie fast alle Ziegenbärte, +bitter und ungenießbar.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_3" id="abb_3"></a> +<img src="images/illu03.jpg" width="600" height="525" alt="3. Speise-Morchel. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>3. Speise-Morchel.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Morchélla esculénta L.</span></p> +</div> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_4" id="abb_4"></a> +<img src="images/illu04.jpg" width="600" height="368" alt="4. Goldgelber Ziegenbart. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>4. Goldgelber Ziegenbart.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Clavariélla aúrea Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_5" id="nr_5"></a>5. Trauben-Ziegenbart. Rötlicher Ziegenbart.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Clavária botrytes Pers.</span></p> + +<p>Dieser Pilz wird hier und da noch mit den Namen Traubenbärentatze, +rötliche Bärentatze, roter Hirschschwamm, Korallenschwamm, +Hahnenkamm- oder Blumenkohlschwamm bezeichnet. +Er hat einen dicken <span class="spaced">Strunk</span>, der mitunter sehr dick und knollig ist.</p> + +<p>Das weiße <span class="spaced">Fleisch</span> ist sehr derb.</p> + +<p>Die aus dem Strunke emporsteigenden <span class="spaced">Äste</span> und <span class="spaced">Zweige</span> +verzweigen sich nach verschiedenen Seiten, sind gerade oder gekrümmt, +ziemlich rund und fleischig. Die kurz abgestutzten Enden +der Ästchen sind rötlich. Er wird bis 12 cm hoch und mitunter +bis 16 cm breit.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span> und <span class="spaced">Standort</span>: Wächst im Herbste auf sandigem Boden +der Nadelwälder und in Laubholzwaldungen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Im Jugendzustande und so lange er nicht bitter schmeckt, +ist er eßbar und wohlschmeckend, in älterem Zustande verursacht +er aber heftiges Leibweh und Durchfall.</p> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_6" id="nr_6"></a>6. Gelber Ziegenbart.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Clavária flava Schaeff.</span></p> + +<p>Dieser Pilz, der im Volksmunde Bärentatze, Bocksbart, +Hahnenkamm genannt wird, besitzt einen weißgelblichen, knolligen, +dicken, aufrechten <span class="spaced">Strunk</span>, aus dem eine Anzahl walziger +<span class="spaced">Äste</span> emporsteigen, die sich wieder in mehrere kleinere +<span class="spaced">Zweige</span> teilen. Die kleinen Äste endigen in eine meist zweiteilige +stumpfe Spitze.</p> + +<p>Das besonders in der Jugend sehr zarte <span class="spaced">Fleisch</span> des Strunkes +ist weiß und dicht, das der Äste sehr brüchig.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Höhe</span> des Ziegenbartes beträgt gewöhnlich 4–12 cm.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist schwach, nicht unangenehm, der <span class="spaced">Geschmack</span> +meist etwas bitterlich, besonders bei älteren Exemplaren.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span> und <span class="spaced">Standort</span>: Wie bei voriger Art.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_5" id="abb_5"></a> +<img src="images/illu05.jpg" width="600" height="406" alt="5. Trauben-Ziegenbart. Rötlicher Ziegenbart. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>5. Trauben-Ziegenbart. Rötlicher Ziegenbart.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Clavária botrytes Pers.</span></p> +</div> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_6" id="abb_6"></a> +<img src="images/illu06.jpg" width="600" height="486" alt="6. Gelber Ziegenbart. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>6. Gelber Ziegenbart.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Clavária flava Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_7" id="nr_7"></a>7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Sparássis ramósa Schaeff.</span></p> + +<p>Dieser eigenartige Pilz besteht aus außergewöhnlich zahlreichen +gelblich-weißen, über- und nebeneinander sich drängenden, arabeskenartigen +<span class="spaced">Blättern</span>, die auf der Ober- und Unterseite platt und eben +sind. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist weiß. Er bildet oft riesige Köpfe und wird +mitunter bis zu 15 Pfund schwer.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Strunk</span> ist fleischig, dick und kommt tief aus der Erde heraus.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist äußerst würzig, morchelartig duftend.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geschmack</span> ist nußartig.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wächst vom August bis Ende September.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Besonders in Kiefernwaldungen, wo er oft dicht +an den Stämmen der Bäume zu finden ist.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Frisch und getrocknet gehört er zu unseren vorzüglichsten +und wertvollsten Speisepilzen. Leider wird er bald zähe und +kann dann nur in getrocknetem Zustande verwendet werden. Die +getrockneten Pilze geben abgekocht der Fleischbrühe einen trefflichen +Geschmack.</p> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_8" id="nr_8"></a>8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, Dürrbehndel, Echter Mousseron.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Marásmius alliátus Schaeff.</span></p> + +<p>Schwindlinge werden diejenigen Pilzarten genannt, die hauptsächlich +nur nach Regentagen zu finden sind, bei Sonnenschein +aber schnell vertrocknen, verschwinden.</p> + +<p>Der dünnfleischige zähe <span class="spaced">Hut</span> des Lauch-Schwindlings ist anfangs +flach gewölbt, später etwas verbogen ausgebreitet, weißlich-gelb, +fleischfarbig oder hellbräunlich. Bei sonnigem Stande und trockenem +Wetter runzelt er schnell zusammen und wird weißlich. Der Hut +wird 1–3 cm breit.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> stehen mäßig dick, sind kraus und weiß.</p> + +<p>Der zähe, röhrige und glatte <span class="spaced">Stiel</span>, 2–4 cm lang, ist glänzend, +nach unten dunkel-rotbraun bis schwärzlich, nach oben heller.</p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind stark knoblauchartig.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wächst bereits im Juni und ist bis zum Oktober zu finden.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf Heideplätzen, an Waldrändern und an alten +Baumwurzeln, besonders auch auf Holzschlägen. <span class="spaced">Von vielen +Pilzsammlern wird gewöhnlich ein anderer Schwindling, +der eßbare, aber nicht schmackhafte Nadel- oder +durchbohrende Schwindling</span> (<span class="antiqua">Marásmius perforans Hoffm.</span>) +<span class="spaced">als guter Lauch-Schwindling angesehen.</span> Dieser wächst in +Nadelwaldungen oft zu tausenden, wie gesät auf den Nadeln, +aber er hat nicht den Lauchgeruch, sondern einen andern scharfen, +fast unangenehmen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Als Zusatz zu Braten, zumal Hammelbraten, ist er sehr +geschätzt und wird hier und da getrocknet zum Verkauf gebracht. +Früher versorgten die unternehmenden Franzosen die größeren +Feinkostgeschäfte in Deutschland mit ihren geschmackvoll hergestellten +Paketchen, die gewöhnlich eine Mark kosteten, während der +Pilz bei uns ohne Mühe nach starkem Gewitterregen tausendweise +gesammelt werden könnte.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_7" id="abb_7"></a> +<img src="images/illu07.jpg" width="600" height="470" alt="7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Sparássis ramósa Schaeff.</span></p> +</div> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_8" id="abb_8"></a> +<img src="images/illu08.jpg" width="600" height="296" alt="8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, Dürrbehndel, Echter Mousseron. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, Dürrbehndel, +Echter Mousseron.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Marásmius alliátus Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_9" id="nr_9"></a>9. Nelken-Schwindling.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Marásmius caryophylleus Schaeff.</span></p> + +<p>Der dünnfleischige <span class="spaced">Hut</span> ist etwas zähe, anfangs kegelförmig, +später etwas ausgebreitet und gebuckelt. Er erlangt einen Durchmesser +von 2–5 cm. Die Oberfläche ist glatt, trocken ledergelb +oder hellbräunlich, nach dem Rande zu öfters schwach wässerig +gezont, besonders bei feuchtem Wetter. Der Rand ist anfangs +eingebogen, später gestreift.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist voll, knorpelartig hart, bis 12 cm hoch, gefärbt +wie der Hut und mit einem ganz feinen weißlichen Filze überzogen.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist stark würzig, nelkenartig, der <span class="spaced">Geschmack</span> +höchst angenehm.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wächst das ganze Jahr hindurch, schon vom Mai bis +zum Winter.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf Wiesen, vorzugsweise aber auf Feldwegen +und grasigen Feldrändern. Hier wächst er häufig in dichten +Trupps kreisförmig, deshalb in verschiedenen Gegenden Kreisling, +Krösling genannt.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Wegen seines lieblichen, würzigen Wohlgeschmackes +zählt er zu den feinsten Suppenpilzen. Getrocknet schrumpft er +außerordentlich zusammen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_9" id="abb_9"></a> +<img src="images/illu09.jpg" width="600" height="616" alt="9. Nelken-Schwindling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>9. Nelken-Schwindling. Eßbar.</b><br /><span class="antiqua">Marásmius caryophylleus Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_10" id="nr_10"></a>10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Cantharéllus cibárius Fr.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist im Jugendzustande gewölbt, später ausgebreitet +mit eingerolltem Rande und zuletzt trichterförmig, kraus und gelappt, +im Durchmesser 1–8 cm. Die <span class="spaced">Farbe</span> ist dottergelb, +nach der Mitte zu meist hellgelb; das <span class="spaced">Fleisch</span> ist gelblich. Hier +und da kommt er weißlich, mitunter fast ganz weiß als seltene +Abart vor. In mitteldeutschen Wäldern konnte der Verfasser +außerdem zwei Jahre hintereinander sogar hellrosenrote Pfifferlinge +an ein und demselben Standorte finden.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fruchtlager</span> an der Unterseite des Hutes läuft faltenförmig +an dem Stiele herab, ist adernförmig und durch Querfalten +mit einander reich verästelt.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> erweitert sich nach oben trichterförmig und ist voll +und fest.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist sehr angenehm, der <span class="spaced">Geschmack</span> pfefferartig.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wächst oft schon im Juni und findet sich bis zum +Herbste in großen Mengen.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Fast überall, besonders im Dickicht der Nadelwaldungen, +moosigen Stellen, sowie in Laubwaldungen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Als einer unserer vorzüglichsten und am häufigsten +vorkommenden Speisepilze eignet er sich für alle Zubereitungsarten; +getrocknet muß er mindestens zwölf Stunden vor der Zubereitung +in Wasser erweicht werden, sonst ist er etwas zäh. Er +hält sich von allen Pilzen am längsten frisch, ist fast gar nicht +madig und verursacht wenig Arbeit beim Reinigen. <b>Eine Verwechselung +dieses allbekannten Pilzes kann höchstens mit +dem sogenannten „Falschen Gelbling oder Pfifferling“ +stattfinden</b>, der aber viel dünnfleischiger ist, einen schwachen +Stiel und orangerötliche Blätter besitzt, wenig Geschmack hat +und nur in großen Mengen genossen etwas Leibschmerzen verursachen +soll.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_10" id="abb_10"></a> +<img src="images/illu10.jpg" width="600" height="582" alt="10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Cantharéllus cibárius Fr.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_11" id="nr_11"></a>11. Stein-Röhrling. Steinpilz, Herrenpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus edúlis Bull.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> des jungen, halb in der Erde sitzenden Pilzes ist +halbkugelig, später polsterförmig und wird 10–30 cm breit. +Bei alten Exemplaren wendet sich der Rand etwas nach oben. +Die <span class="spaced">Farbe</span> des Hutes ist anfangs weißlich, weißlichgelb, +später gelbbraun bis dunkelbraun. Je nach dem Standorte +ändert sich die Farbe, indem bei sonnigem Stande die dunkle, +bei schattigem und feuchtem die hellere Färbung hervortritt. Das +<span class="spaced">Fleisch</span> ist weiß und ändert sich nicht, bei alten Exemplaren färbt +es sich jedoch unter der Oberhaut etwas rötlich.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Röhren</span> auf der Unterseite des Hutes sind zuerst stets +weiß, später gelblich und werden im Alter grünlich. Sie sind +nicht angewachsen und lösen sich leicht vom Fleische.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist im Jugendzustande immer knollig verdickt, +streckt sich später walzenförmig und ist durchweg weichfleischig. +Die Farbe des Stieles ist hellbräunlich, häufig fein genetzt, in +ausgewachsenem Zustande mit langmaschiger Zeichnung.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist angenehm, der <span class="spaced">Geschmack</span> nußartig.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Bei günstiger Witterung bereits von Ende Mai ab, +häufiger im Sommer bis zum Herbste.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In Laub- und Nadelwäldern, besonders in Kieferwaldungen, +vorzugsweise auf Waldwiesen und an grasigen Waldrändern.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Der Steinpilz ist der bekannteste und wohlschmeckendste +aller Pilze, ebenso fein als Suppen- wie als Gemüsepilz, läßt sich +auf jede Art einmachen und sehr gut trocknen.</p> + +<p><b>Sehr oft wird mit dem Steinpilze der nicht giftige, aber +ungenießbare Gallen-Röhrling verwechselt.</b> Die Röhren +des Gallen-Röhrlings nehmen jedoch sehr bald eine zartrötliche +Färbung an; das Futter ist auch voller, fast schaumartig und oft +nach unten gewölbt. Ganz besonders gekennzeichnet ist der Stiel +dieses Pilzes, denn er ist schon von Jugend an grubig genetzt +und das Netz hat eine grünlich-gelbbraune Färbung. Der Geschmack +ist außerordentlich bitter; ein einziger Pilz kann ein +ganzes Pilzgericht verderben.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_11" id="abb_11"></a> +<img src="images/illu11.jpg" width="600" height="752" alt="11. Stein-Röhrling. Steinpilz, Herrenpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>11. Stein-Röhrling. Steinpilz, Herrenpilz.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Bolétus edúlis Bull.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_12" id="nr_12"></a>12. Maronen-Röhrling.</b> Eßbar.<br />Auch unter dem Namen „Tannenpilz“ bekannt.<br /><span class="antiqua">Bolétus bádius Fr.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span>, anfangs halbkugelig gewölbt, später ausgebreitet, +hat eine glatte, bei feuchtem Wetter klebrige, bei trocknem Wetter +glänzende kastanienbraune Oberhaut und einen Durchmesser von +6–12 cm.</p> + +<p>Das weiße <span class="spaced">Fleisch</span>, im Alter etwas gelblich, wird beim +Bruche nach den Röhren zu schwach blau, nach der Oberseite +etwas rötlich.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> selbst ist von fast gleicher Farbe wie der Hut, +gleich dick, mitunter gekrümmt.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist frisch obstartig, der <span class="spaced">Geschmack</span> angenehm.</p> + +<p><span class="spaced">Kennzeichnende Merkmale</span>: Die kleinmündigen schmutziggelben +Röhren werden beim Drucke grün und sind am Stiele +buchtig angewachsen.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und im Herbst, in einzelnen Gegenden +ziemlich häufig zu finden.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadel- und Laubwäldern. In Nadelwäldern +bevorzugt er die älteren Stämme, in deren Nähe er sehr häufig +ringsum in Gesellschaft wächst.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er gehört zu den wohlschmeckenden Pilzen. Das +Sichverfärben des Fleisches ist kein Anzeichen für irgend eine +Schädlichkeit (siehe Vorbemerkungen).</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_12" id="abb_12"></a> +<img src="images/illu12.jpg" width="600" height="690" alt="12. Maronen-Röhrling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>12. Maronen-Röhrling.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus bádius Fr.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_13" id="nr_13"></a>13. Rothaut-Röhrling.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus rufus Schaeff.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist fast stets trocken, etwas feinfilzig und wird nur +bei sehr nassem Wetter schmierig. Der Durchmesser desselben +kann von 5–20 cm, ja bis über 30 cm steigen. Die rotbraune, +oft ins orangefarbige gehende Oberhaut ist immer nach dem +Futter zu eingeschlagen, bei jungen Pilzen dicht an den Stiel +gedrückt. Dieses Merkmal unterscheidet ihn vom rotbraunen +Birkenpilze. Das <span class="spaced">Fleisch</span> wird außerdem nach dem Bruche +oder Anschneiden violett, dann bläulich-schwarz.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Röhren</span> sind schmutzig-weiß mit grauen Mündungen.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist markig, nach oben schwächer werdend und mit +grauen oder schwärzlichen Schüppchen flockig bekleidet.</p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind angenehm.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Sommer bis Spätherbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Diesen teilt er mit dem Birken-Röhrling, er +findet sich jedoch auch in Nadelwaldungen und auf Heideplätzen, +mitunter massenhaft. In feuchten Pilzjahren kommen manchmal +ungewöhnliche Größen vor.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Wegen seines häufigen Vorkommens und seines Wohlgeschmackes +ein sehr bekannter und beachteter Pilz. Während er +als Suppen- und Gemüsepilz vorzüglich ist, eignet er sich zum +Trocknen und Einmachen weniger, da er stets eine schwärzliche +Färbung annimmt.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_13" id="abb_13"></a> +<img src="images/illu13.jpg" width="600" height="778" alt="13. Rothaut-Röhrling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>13. Rothaut-Röhrling.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus rufus Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_14" id="nr_14"></a>14. Birken-Röhrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus scaber Bull.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist bei feuchtem Wetter und in den frühen Morgenstunden +mehr oder weniger schleimig, glatt und in der <span class="spaced">Farbe</span> +veränderlich. Bald ist er hellbräunlich, bald rotbräunlich, ja +auch grau oder dunkelbraun bis schwärzlich. Von der dunkleren +Färbung dürfte er wohl auch den Namen Kapuzinerpilz haben. +Der Hut ist gewölbt, polsterartig und wird 12–18 cm breit. +Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist weiß und verändert sich nicht.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Röhrenschicht</span> mit kleinen feinen Mündungen ist im +Anfange weiß, wird später aber grau.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist schlank, verhältnismäßig schwach, flockig-schuppig +und oft in der Mitte etwas bauchig. Im Jugendzustande ist das +Fleisch desselben weich und brüchig, wird im Alter aber faserig +und zäh.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geschmack</span> ist angenehm, aber etwas weichlich.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Spätsommer und Herbste.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In lichten Laubwaldungen und Gebüschen. Wo +Birken stehen, ist er fast unfehlbar zu finden.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Guter Speisepilz, nur etwas weich. Verwertung dieselbe +wie beim Stein-Röhrling (<a href="#abb_11">Abb. 11</a>).</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_14" id="abb_14"></a> +<img src="images/illu14.jpg" width="600" height="706" alt="14. Birken-Röhrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>14. Birken-Röhrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus scaber Bull.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_15" id="nr_15"></a>15. Sand-Röhrling. Sandpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus variegátus Sw.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span>, anfangs halbkugelförmig gewölbt, hat einen scharf +eingerollten Rand, ist bräunlichgelb und mit büschelig-haarigen +kleinen Flocken besetzt, die im Alter und nach Regenwetter verschwinden. +Der Durchmesser beträgt 5–15 cm. Die Oberfläche +ist trocken, bei Regenwetter jedoch etwas schleimig. Das <span class="spaced">Fleisch</span> +ist gelblich-weiß und läuft beim Zerschneiden mehr oder weniger +bläulich an.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Röhren</span> sind sehr kurz, haben eine enge Mündung und +sind schmutzig-gelblich, bräunlich oder auch olivgrün.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist gleichmäßig dick, wird selten über 5 cm lang +und ist in der Farbe etwas heller als der Hut.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist eigentümlich scharf, nicht unangenehm, der +<span class="spaced">Geschmack</span> mild.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbste.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadelwäldern und vorzugsweise in solchen +mit sandigem Boden.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Obwohl nicht zu den besseren Speisepilzen zählend, +schmeckt er doch ganz gut. Wegen seines häufigen Vorkommens +ist er ganz besonders zur Herstellung von Pilzextrakt geeignet, +läßt sich aber nicht gut trocknen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_15" id="abb_15"></a> +<img src="images/illu15.jpg" width="600" height="676" alt="15. Sand-Röhrling. Sandpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>15. Sand-Röhrling. Sandpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus variegátus Sw.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_16" id="nr_16"></a>16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus subtomentósus L.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist stets kurzfilzig und von graugelblicher bis grüngelblicher +Färbung, mitunter auch graubraun, hat aber immer +einen olivgrünen Schein. Der Durchmesser des Hutes beträgt +5–13 cm. Im Alter, besonders bei trockenem Wetter, zerreißt +sehr oft die Oberhaut und es bilden sich Felder. Bei Verletzung +der Oberhaut werden die Wunden je nach der Witterung +kirschrot oder gelb. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist derb und blaßgelb, wird +aber beim Bruche mitunter etwas bläulich. Ganz besonders +zeichnet er sich aus durch die <span class="spaced">Röhren</span>, welche bei jungen Exemplaren +schön zitronengelb, bei älteren Exemplaren schmutziggelb +sind. Sie haben sehr weite und eckige Mündungen, derart angeordnet, +daß kleinere mit größeren, engere mit weiteren vermischt +sind.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist meist rötlichbraun angelaufen und verhältnismäßig +dünn und schlank.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist säuerlich obstartig, der <span class="spaced">Geschmack</span> sehr schwach.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Vorzugsweise in Nadelwäldern, besonders auf +grasig-moosigen Plätzen, sowie auf lehmigen Böschungen der +Hohlwege im Walde. Er kommt meist einzeln vor.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er gehört unstreitig zu den wohlschmeckenden Pilzen +und kann verschiedenartige Verwendung finden, nur taugt er +nicht viel zum Trocknen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_16" id="abb_16"></a> +<img src="images/illu16.jpg" width="600" height="700" alt="16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Bolétus subtomentósus L.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_17" id="nr_17"></a>17. Butter-Röhrling. Ringpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Bolétus lúteus L.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist bei feuchtem Wetter und am Morgen außerordentlich +schmierig und schleimig, bei trockenem Wetter glänzend, +gelblich, gelbbraun oder dunkelgelbbraun, nie rötlich. Der +Durchmesser beträgt 4–13 cm. Im Jugendzustande ist der Rand +des Hutes stets mit dem Stiele durch einen weißen Schleier +verbunden, der bei der Vollentwickelung als bläulich-schwarzer +hängender Ring am Stiele zurückbleibt. Die Oberhaut ist leicht +abziehbar. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist gelblich-weiß und unveränderlich.</p> + +<p>Die hellgelb aussehenden <span class="spaced">Röhren</span> sind mit dem Stiele verwachsen, +aber nicht mit dem Hutfleische.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist zylindrisch und wird bis 10 cm hoch. Er ist +weißlich, fleischig voll und trägt ziemlich lange den schließlich +verschwindenden Ring. Oberhalb desselben finden sich bräunliche, +flockige Punkte.</p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind obstartig säuerlich.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbste.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Ganz besonders auf grasigen Waldwegen, Waldwiesen +und Waldrändern, zwischen Moos und Gras, und in +jungen bis mannshohen Fichtenanpflanzungen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Wird leider hier und da wegen seines schleimigen +Hutes nicht so beachtet wie er es verdient. Da die Oberhaut +fast mit einem Male abziehbar ist, ist er leicht zu putzen. Er +gehört unstreitig zu unseren besten Speisepilzen, läßt sich aber +nicht trocknen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_17" id="abb_17"></a> +<img src="images/illu17.jpg" width="600" height="630" alt="17. Butter-Röhrling. Ringpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>17. Butter-Röhrling. Ringpilz.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Bolétus lúteus L.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_18" id="nr_18"></a>18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Psallióta campéstris L.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> kommt fast kugelförmig aus der Erde, wird halbkugelig +und breitet sich dann flach gewölbt aus. Die <span class="spaced">Farbe</span> +ist weiß oder bräunlich, seidenhaarig, flockig und kleinschuppig. +Einzelne Pilze werden bis 15 cm breit. (Bei den Pilzausstellungen +des Verfassers kamen sogar öfters solche von über +30 cm Hutdurchmesser und 30 cm Stielhöhe zur Darstellung.) +Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist dick, massig und weiß, bei Verletzung wird es +oft rötlich.</p> + +<p>Die anfangs rosaroten, später schokoladenbraun werdenden +<span class="spaced">Blätter</span> kennzeichnen den Feld-Edelpilz ganz vorzüglich und +sind das beste und untrüglichste Erkennungszeichen für den guten +Edelpilz.</p> + +<p><b>Leider wird dieser herrliche Pilz öfters mit dem giftigsten +unserer Pilze, dem <span class="spaced">Gelblichen Gift-Wulstling</span> +(Knollenblätterpilz), verwechselt</b> (vergl. nächste Abbildung, +<a href="#abb_19">Nr. 19</a>). <b>Der Feld-Edelpilz hat aber am unteren Ende +des Stieles <span class="spaced">keine</span> Knollen wie der Gift-Wulstling.</b></p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist voll, weiß und trägt in der Mitte einen dicken +weißen häutigen Ring oder Manschette. Er wird mitunter bis +8 cm hoch.</p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind ganz vorzüglich.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Ganz besonders gedeiht er in trockenen Jahren nach +einem Regen auf mit Pferdedünger oder Jauche gedüngten +Wiesen mitunter schon Ende Juni, dann im Hochsommer und +Herbste.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Er wächst auf Wiesen, Feldrainen und Wegerändern.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Unstreitig der im Geschmacke beste Pilz, weshalb er +auch überall gezüchtet wird. Er läßt sich sehr gut züchten, siehe +Abhandlung über Züchtung der Pilze.</p> + +<p>Seine Verwendbarkeit ist eine außerordentlich vielseitige.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_18" id="abb_18"></a> +<img src="images/illu18.jpg" width="600" height="650" alt="18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Psallióta campéstris L.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_19" id="nr_19"></a>19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz.</b> Sehr giftig!<br /> +<span class="antiqua">Amaníta bulbósa Bull.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist anfangs fast immer gelblich-grün, später weißlich +bis weiß werdend, meist mit den weißlichen Fetzen der früheren +Hülle bedeckt, 5–8 cm breit. Diese älteren Knollenblätterpilze +mit den mehr weißen Hüten geben einzig und allein die Veranlassung +zur Verwechslung mit dem Edelpilze (Champignon). +Dieser Edelpilz hat aber im Jugendzustande rosafarbiges, später +schokoladenbraunes Futter. Es wird leider viel zu viel Wert auf +die <span class="spaced">Farbe</span> des Hutes statt auf die <span class="spaced">Blätter</span> gelegt.</p> + +<p>Eine ebenso giftige Abart <span class="antiqua">A. Mappa Batsch</span> hat eine durchweg +gelbe Färbung des Hutes mit weißen Pusteln.</p> + +<p>Eine weitere, auch giftige Art, der grüne Knollenblätterpilz +(<span class="antiqua">Am. phalloídes Fr.</span>), führt seltener zu Verwechselungen, da er +durch seine ausgeprägte Grünfärbung von selbst warnt. Dieser +grüne Knollenblätterpilz kommt aber viel seltener vor.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> des Gift-Wulstlings ist weiß, ebenso die <span class="spaced">Blätter</span>.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist schlank, anfangs markig, später an der Spitze +hohl, weiß und mit einer gelblichweißen Manschette versehen. +<b>Das untrüglichste Kennzeichen dieses Giftpilzes ist die +ausgeprägte runde Knolle am Fuße des Stieles. Diese +Knolle ist mit einer häutigen Scheibe umgeben.</b></p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind durchaus nicht unangenehm, +der Geschmack sogar mild und erinnert an grüne Kartoffeln.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Sommer bis zum Herbste.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Seinen Standort hat er in Wäldern und Gebüschen, +meist truppweise.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Wohl kein Pilz ist so giftig wie dieser; er ist um so gefährlicher, +weil die Wirkung des Giftes erst nach 12–16 Stunden +eintritt.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_19" id="abb_19"></a> +<img src="images/illu19.jpg" width="600" height="748" alt="19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz. Sehr giftig!" title="" /> +<p class="caption"><b>19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz.</b> Sehr giftig!<br /><span class="antiqua">Amaníta bulbósa Bull.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_20" id="nr_20"></a>20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Amaníta pustuláta Schaeff. (A. rubéscens Pers.)</span></p> + +<p>Im Volksmunde der hellrote Fliegenpilz genannt, besitzt er +einen schmutzig-rötlichen, blaß-fleischfarbigen, braunrötlichen oder +bräunlichen <span class="spaced">Hut</span>, der mehr oder weniger mit Pusteln besetzt ist, +ähnlich wie der Fliegenpilz. Unter der leicht abziehbaren Oberhaut +zeigt sich das <span class="spaced">Fleisch</span> blaßrötlich, ist aber im Innern weiß.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> sind anfangs weiß, erst im Alter etwas rötlich +und dicht stehend.</p> + +<p>Der ganz besonders in der Jugend <span class="spaced">kegelförmige</span>, ebenfalls +rötlich angehauchte <span class="spaced">Stiel</span> streckt sich später ziemlich gleichmäßig +schlank und walzig. Vom Hute laufen bis ans Ende der Manschette +feine Striche. Der Fuß des Stieles läuft in einen mit +Schuppen und Warzen bedeckten Knollen aus.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist schwach, der <span class="spaced">Geschmack</span> anfangs mild, +später etwas kratzend.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Ziemlich früh und ist im Herbste seltener zu finden.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Vorzugsweise in hohem Stangenwalde, sowie +in wenig begrasten Gebüschen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Nach dem Abziehen der Oberhaut bildet er einen +vorzüglichen Speisepilz (siehe <a href="#pilzvergiftungen_schutz">„Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen“</a>, +S. 19). Zum Trocknen eignet er sich nicht, wohl +aber zum Gemüse und Einmachen und besonders zum Bereiten +von Pilzextrakt (siehe <a href="#extrakt">S. 15</a>).</p> + +<p><b>In verschiedenen Fällen ist der Perlen-Wulstling mit +dem so giftigen Königsfliegenpilz verwechselt worden.</b> +Dieser hat aber stets die reine ledergelbliche oder dunkelrotbraune, +also keine fleischfarbig-rötliche Oberhaut. Auch zeigt der Königsfliegenpilz +unter der Oberhaut die gelbrote Farbe des Fleisches +wie der Fliegenpilz, während die des Perlpilzes fleischrot ist. +Man vergleiche nur scharf die Abbildungen (siehe auch <a href="#abb_21">Abb. 21</a>) +und die Beschreibungen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_20" id="abb_20"></a> +<img src="images/illu20.jpg" width="600" height="822" alt="20. Perlen-Wulstling. Perlpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Amaníta pustuláta Schaeff. (A. rubéscens Pers.)</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_21" id="nr_21"></a>21. Königs-Fliegenpilz.</b> Sehr giftig!<br /><span class="antiqua">Amaníta regális Fr.</span></p> + +<p>Der anfangs kugelige <span class="spaced">Hut</span> wird später flach, sich mitunter +etwas nach der Mitte vertiefend. Er wird bis 20 cm breit. Die +Oberhaut ist anfangs dunkelrotbraun, später leberbraun und bei +alten Pilzen mit fast silbergrauem Hauche überzogen. Die den +Hut bedeckenden <span class="spaced">Flocken</span> sind gelblichweiß oder weiß, mehr oder +weniger dicht aufliegend. Der Rand ist gestreift. Beim Durchschnitt +zeigt das <span class="spaced">Fleisch</span> nach der Oberhaut einen rotbraunen +Rand und ist nach den Lamellen hin bräunlichgelb gefärbt. Die +<span class="spaced">Blätter</span> sind weiß.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist anfangs voll, später hohl und hat gelbliches +Fleisch. Er besitzt am Grunde einen fast rundlichen Knollen +mit einer ziemlich lose sitzenden Hülle, die sehr regelmäßig in +einzelne Ringe sich trennt, so daß man oft mehrere solcher Ringe +deutlich zählen kann. Diese Hülle ist fast ockergelb, wie denn +auch der Stiel vom Fuße bis zur Hülle eine gelbe Farbe besitzt. +Der unregelmäßig gestaltete häutige Ring ist am Rande +ebenfalls gelb.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist gering, der <span class="spaced">Geschmack</span> unangenehm.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und ist bis zum Herbste zu finden. Dieser +Pilz kommt nicht sehr häufig vor.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Im Nadelwalde vorzugsweise an Waldrändern, +auch in Gebüschen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Nach den Erfahrungen des Verfassers <b>gehört er +mit zu den giftigsten Pilzen, denn verschiedene Vergiftungen +endeten mit dem Tode. Es ist daher vor diesem +Pilze ganz besonders zu warnen, da er nachweisbar mit +dem Perlen-Wulstling (<a href="#abb_20">Abb. 20</a>) verwechselt wurde.</b> Dieser +jedoch und der eßbare Pantherpilz sind vom Hute bis mit dem +herabhängenden Ringe gestrichelt, der Königs-Fliegenpilz aber +ist glatt.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_21" id="abb_21"></a> +<img src="images/illu21.jpg" width="600" height="756" alt="21. Königs-Fliegenpilz. Sehr giftig!" title="" /> +<p class="caption"><b>21. Königs-Fliegenpilz.</b> Sehr giftig!<br /> +<span class="antiqua">Amaníta regális Fr.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_22" id="nr_22"></a>22. Großer Schirmling.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Lepióta procéra Scop.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> erscheint anfangs wie ein Paukenschlägel und breitet +sich dann schirmdachförmig aus. Dabei platzt die graubraune dürre +Oberhaut und bildet braune dachziegelförmig liegende Schuppen, +nach der Mitte in einen dunkelbraunen Buckel übergehend. Das +<span class="spaced">Fleisch</span> ist im Jugendzustande weich, später aber zäh und dürr. +Dieser Pilz gehört zu den stattlichsten, denn sein Hut wird bis +25, ja 30 cm breit.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> sind breit, weiß, weich, stehen dicht und ganz +frei vom Stiele.</p> + +<p>Der röhrig-hohle <span class="spaced">Stiel</span>, mitunter 15–30 cm hoch, prächtig +braungefleckt, ist nach aufwärts etwas verdünnt und am Grunde +knollig verdickt. Außerdem trägt er einen dicken, lederartigen und +verschiebbaren Ring.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist angenehm und das Fleisch hat einen süßen +<span class="spaced">Geschmack</span>.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: In den Monaten August bis Oktober.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf lichten Waldstellen, Grasplätzen und an +Waldrändern.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Im Jugendzustande wohlschmeckend, verliert er im +Alter den Geschmack und ist dann zäh.</p> + +<p>Er kann leicht verwechselt werden mit einer ihm ähnlichen Art, +dem ebenfalls eßbaren Safran-Schirmling, <span class="antiqua">Lepióta rhacótes Vitt</span>, +dessen Hut fast ebenso geschuppt, aber etwas kleiner im Durchmesser +ist. Dieser Pilz zeigt aber beim Durchschneiden oder bei +Verletzung zuerst orangefarbiges, dann safranfarbiges oder blutrotes +Fleisch, auch der Stiel hat beim Abschneiden diese Farben, +ist aber außen nicht so schön braungefleckt, sondern einfarbig +schmutzigbräunlich.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_22" id="abb_22"></a> +<img src="images/illu22.jpg" width="600" height="804" alt="22. Großer Schirmling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>22. Großer Schirmling.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Lepióta procéra Scop.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_23" id="nr_23"></a>23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Lactária deliciósa L.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> dieses vorzüglichen Pilzes ist orangefarbig oder ziegelrot, +meist gezont in orangefarbige und grünliche Ringe. Im Alter +wird er grünspanfarbig, wie denn auch bei Verletzung diese Farbe +stets hervortritt. Jung ist er flach mit nach unten gleichmäßig +gebogenem Rande, später wird er trichterförmig. Bei feuchtem +Wetter ist der Hut schmierig und wächst dann glatt ohne Zonenringe.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist ebenfalls rötlichgelb und läßt beim Bruche +eine <b>orangerote</b> Milch reichlich heraustropfen; dies ist das +sicherste <span class="spaced">Kennzeichen</span> für diesen Pilz.</p> + +<p>Die gelben <span class="spaced">Blätter</span> laufen etwas am Stiele herab und werden +beim Drucke ebenfalls sofort grünspanfarbig.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist dem Hute gleichfarbig, anfangs voll, später hohl.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist außerordentlich aromatisch, der <span class="spaced">Geschmack</span> +mild und angenehm würzig.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vielfach in großer Menge bereits Ende Juni bis in den +November hinein.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Wächst unter dichtem Nadelgebüsch, auf feuchten, +moosigen Wiesen und auf mit Heidekraut und Wacholdersträuchern +bestandenen Waldhügeln. <b>Oft wächst er auf einer Stelle zusammen +mit dem zum Verwechseln ähnlichen giftigen +Milchling (Giftreizker)</b> (siehe <a href="#abb_24">Abb. 24</a>), <b>der jedoch einen +zottigen Hutrand und <span class="spaced">weiße</span> Milch besitzt</b>, auch ist dessen +Geschmack bitter, beißend und scharf. Eine andere, aber ungefährliche +Verwechslung kann mit dem Blut-Milchling, <span class="antiqua">Lactárius +sanguifluus Paul</span>, vorkommen, der aber eßbar ist. Dieser +Pilz hat eine <b>blutweinrote</b> Milch, die Blätter laufen am Stiele +herab. Er sieht dem guten Reizker sehr ähnlich und kommt nur +auf kalkhaltigem Boden vor.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er gehört zu unsern wertvollsten Speisepilzen und +läßt sich auf alle mögliche Arten verwerten, nur beim Trocknen +verliert er an Geruch und Geschmack. Der von ihm bereitete +Pilzextrakt wird im Wohlgeschmack von keinem Extrakt anderer +Pilze übertroffen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_23" id="abb_23"></a> +<img src="images/illu23.jpg" width="600" height="654" alt="23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>23. Wacholder-Milchling.</b> Echter Reizker, Röstling. Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Lactária deliciósa L.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_24" id="nr_24"></a>24. Gift-Milchling. Giftreizker.</b> Giftig!<br /> +<span class="antiqua">Lactária torminósa Schaeff.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> dieses Pilzes sieht im Jugendzustande dem des +guten Reizkers oft täuschend ähnlich, nur wird er nie ziegelrot +oder grünlich, sondern mehr fleischfarben, aber ebenfalls mehr +oder weniger gezont. <span class="spaced">Sehr charakteristisch ist der stets +zottig behaarte Rand des Hutes.</span></p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist weiß und sondert eine <span class="spaced">weiße</span> Milch ab, +während der gute Reizker orangerote Milch absondert.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> sind weißlich.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist dem Hute gleichfarbig, im Alter hohl und +brüchig.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist nicht besonders auffallend, der <span class="spaced">Geschmack</span> +aber bitter, beißend und scharf.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Er wächst gern unter Birken, in Gebüschen, auf +Heideplätzen, moosigen Wiesen und da zwischen den echten +Reizkern.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er ist entschieden giftig, wie zweifelsohne mehrere +dem Verfasser bekannte Vergiftungsfälle dies bewiesen haben. +Das Einprägen der Merkmale hütet vor Verwechslung.</p> + +<p>Über das sogenannte Entgiften der Pilze siehe Abhandlung +<a href="#pilzvergiftungen_schutz">Seite 19</a>: Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen?</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_24" id="abb_24"></a> +<img src="images/illu24.jpg" width="600" height="632" alt="24. Gift-Milchling. Giftreizker. Giftig!" title="" /> +<p class="caption"><b>24. Gift-Milchling. Giftreizker.</b> Giftig!<br /> +<span class="antiqua">Lactária torminósa Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_25" id="nr_25"></a>25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Lactária voléma Fr.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist gleichmäßig, rotgelb oder hellrötlichbraun und wird +bis 12, mitunter 15 cm breit. Im Alter bekommt er Risse, in der +Jugend ist der Hutrand etwas eingerollt.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist fest, dick und enthält sehr viel weiße Milch. +Diese tropft bei Verletzung sehr reichlich heraus.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> sind anfangs blaßgelb, werden später bräunlich +und färben sich auch beim Drucke braun.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist in der Farbe dem Hute gleich, ziemlich dick, wird +bis 12 cm hoch und rundet sich am Ende ab.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist bei jungen Pilzen angenehm, während ältere +tranig riechen.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geschmack</span> ist angenehm, fast süß.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In Laub- und Nadelwaldungen meist an feuchten +Stellen und kommt oft truppweise vor.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er wird vielfach roh gegessen und gibt besonders eine +ganz vorzügliche Speise, wenn er gerieben und dann gebacken wird.</p> + +<p>Für den Nichtkundigen ist eine Verwechselung mit dem nicht +giftigen, aber ungenießbaren <b>braunroten Milchling</b> möglich, +doch ist die Oberhaut dieses Milchlings feinflockig, der Rand filzig +und der Geschmack der bei einer Verletzung sehr reichlich hervorquellenden +ebenfalls weißen Milch sehr scharf brennend.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_25" id="abb_25"></a> +<img src="images/illu25.jpg" width="600" height="870" alt="25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Lactária voléma Fr.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_26" id="nr_26"></a>26. Grünlicher Täubling.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Rússula viréscens Schaeff.</span></p> + +<p>Die Täublinge, die bei einzelnen Arten eine mannigfaltige +Farbenverschiedenheit zeigen, sind vom Laien sehr schwer zu bestimmen.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> des grünlichen Täublings ist anfangs halbkugelig, +breitet sich später flach gewölbt aus, hat einen stumpfen, glatten +Rand und wird 6–12 cm breit. Die trockene Oberhaut ist graugrün, +mitunter bräunlich- oder gelblichgrün verblassend, zerreißt +teilweise und wird dann flockig oder gefeldert und warzig. Das +dicke <span class="spaced">Fleisch</span> ist derb und weiß. Das Fleisch aller Täublinge ist +härter als das der anderen Pilze.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> stehen mäßig dicht, sind teils ungleich lang, teils +gegabelt.</p> + +<p>Der fleischige <span class="spaced">Stiel</span> wird bis 8 cm lang, ist weiß und meist, +zumal bei jungen Pilzen, nach unten verdickt.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist gering, der <span class="spaced">Geschmack</span> mild.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Juli bis September.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Findet sich meistens nur in Laubwäldern und in +Gebüschen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er ist eßbar und gehört zu den schmackhafteren Täublingen. +Für die Verwertung der Täublinge als Speise kann +man die Regel aufstellen, daß alle mild schmeckenden Täublinge +und solche mit gelblichen und gelben Blättern eßbar, alle beißend +und unangenehm schmeckenden ungenießbar sind. Alle Täublinge +können wegen ihres derben Fleisches mit wenigen Ausnahmen +nur als Mischpilze verwendet werden.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_26" id="abb_26"></a> +<img src="images/illu26.jpg" width="600" height="546" alt="26. Grünlicher Täubling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>26. Grünlicher Täubling.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Rússula viréscens Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_27" id="nr_27"></a>27. Ledergelbblättriger Täubling.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Russulína alutácea Pers.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span>, anfangs halbkugelförmig, breitet sich bald flach aus +und ist später in der Mitte niedergedrückt. Er wird 5–15 cm +breit. Sein Rand ist dünn, anfangs glatt, später höckerig gerieft. +Die <span class="spaced">Farbe</span> des Hutes ist sehr verschieden. Unter den +Täublingen ist dieser Pilz das reine Chamäleon, denn die jungen +Pilze sind entweder grünlich, grünlichgelb, ins Rote spielend, +blutrot, braunrot, purpurrot oder kirschbraun. Die dünne Oberhaut +läßt sich leicht abziehen.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> stehen frei am Stiele oder sind nur kurz angeheftet, +ziemlich breit, anfangs gelblich, später lederartig, daher der Name +des Pilzes.</p> + +<p>Der volle, walzenförmige <span class="spaced">Stiel</span> ist meist weiß, seltener rot +angehaucht.</p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> gering, <span class="spaced">Geschmack</span> angenehm mild.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom August bis November.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Er kommt in Laub- und Nadelwäldern vor, jedoch +nicht in allen Gegenden. Wo er wächst, findet er sich aber in +großen Mengen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er gehört zu den wohlschmeckenden Täublingen.</p> + +<p>Mit echtem Weinessig als Salat zubereitet schmeckt er vorzüglich.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_27" id="abb_27"></a> +<img src="images/illu27.jpg" width="600" height="514" alt="27. Ledergelbblättriger Täubling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>27. Ledergelbblättriger Täubling.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Russulína alutácea Pers.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_28" id="nr_28"></a>28. Samtfuß-Krämpling.</b> Genießbar.<br /> +<span class="antiqua">Paxíllus atrotomentósus Batsch.</span></p> + +<p>Der außerordentlich dickfleischige <span class="spaced">Hut</span>, meist an Baumstümpfen +einseitig vorgestreckt, erreicht mitunter einen Durchmesser von 20 cm +und mehr. Die Oberfläche ist erst braun, samtartig feinfilzig, bei +trockenem Wetter rissig. Der Rand des Hutes ist scharf eingerollt, +das Fleisch gelblichweiß, wässerig.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> sind kurz herablaufend, gelblich.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist kurz, dick und außen mit schwarzbraunem oder +ganz schwarzem dichtzottigen Filze bekleidet.</p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind säuerlich.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Anfang des Herbstes an.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadelwäldern am Grunde alter Stämme oder +an Wurzeln.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Im Vogtlande und Erzgebirge wird er viel eingetragen +und zu sauren Kartoffelstückchen mitgekocht. Er schmeckt auch für +sich gebraten säuerlich, alte und große Pilze sogar widrig.</p> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_29" id="nr_29"></a>29. Kahler Krämpling.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Paxíllus involútus Batsch.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span>, anfangs flach gewölbt, 5–15 cm breit, wird später +fast trichterförmig. Die Oberfläche ist glatt, glänzend und ockerbraun +oder gelbbraun, in der Mitte etwas schleimig. Eine Abart +ist fast gelb. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist gelblich und wird bei Verletzung +bräunlich oder rotbräunlich. Der Rand des Hutes ist +ebenfalls scharf eingerollt (das charakteristische Kennzeichen der +Krämplinge, daher auch ihr Name), filzigzottig. Die gelblichen +Blätter sind nach hinten durch Queradern verbunden, laufen +am Stiele herab und werden durch Druck braunfleckig.</p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> angenehm, etwas säuerlich.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Schon vom Juni an bis zum Spätherbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In Wäldern, Gebüschen, in Gräben, an Wegen, +in Gärten, fast überall.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er gehört zu den wohlschmeckenden Mischpilzen und +ist deshalb wertvoll, weil er in großen Mengen zu finden ist. +Das Fleisch färbt sich beim Kochen und Braten dunkel. Außerdem +läßt er sich gut trocknen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_28" id="abb_28"></a> +<img src="images/illu28.jpg" width="600" height="341" alt="28. Samtfuß-Krämpling. Genießbar." title="" /> +<p class="caption"><b>28. Samtfuß-Krämpling.</b> Genießbar.<br /> +<span class="antiqua">Paxíllus atrotomentósus +Batsch.</span></p> +</div> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_29" id="abb_29"></a> +<img src="images/illu29.jpg" width="600" height="383" alt="29. Kahler Krämpling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>29. Kahler Krämpling.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Paxíllus involútus Batsch.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_30" id="nr_30"></a>30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Agáricus (Tricholóma) equéster L.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> erhebt sich wenig über den Erdboden, er ist anfangs +glockig gewölbt, bei feuchtem Wetter schleimig-klebrig, verflacht +sich später, behält aber in der Mitte einen kleinen Buckel. Er +wird bis 10 cm breit, ist fleischig, braungelb, mitunter olivgelb +und feinschuppig. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist gelb.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> stehen ziemlich dicht, sind an dem Stiele ausgerandet +und schwefelgelb.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span>, anfangs nach unten verdickt, ebenfalls schwefelgelb, +ist meistens glatt, selten feingeschuppt und sitzt fast immer +im Erdboden.</p> + +<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind angenehm.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Spätherbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadelwäldern, vorzugsweise in Kiefernwaldungen +in großen Mengen, meist truppweise.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Von seiner Oberhaut befreit (die einen erdigen Geschmack +besitzt), zählt er zu den besten Herbst-Speisepilzen und +bildet bereits seit langer Zeit im Osten Deutschlands einen gesuchten +Handelsartikel. Seit einigen Jahren kommt er auch in +mitteldeutschen Großstädten in größeren Mengen zum Verkauf. +In Schweden kommt er in sehr großen Mengen vor.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_30" id="abb_30"></a> +<img src="images/illu30.jpg" width="600" height="458" alt="30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Agáricus (Tricholóma) equéster L.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_31" id="nr_31"></a>31. Grauer Ritterling.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Agáricus (Tricholóma) portentósus Fr.</span></p> + +<p>Der anfangs gewölbte <span class="spaced">Hut</span> breitet sich später aus, bleibt aber +meist gebuckelt und wird 6–12 cm breit. Der Rand ist eingezogen +und unregelmäßig geschweift, bei trockenem Wetter oft +spaltig zerrissen. Die <span class="spaced">Farbe</span> der Oberhaut ist hell- bis dunkel-aschgrau, +mit feinen eingewachsenen schwarzen Linien, und verbleicht +bei älteren Pilzen nach dem Rande zu ins schmutzig Gelbgraue. +Die Oberhaut läßt sich leicht abziehen.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> und die <span class="spaced">Lamellen</span> sind weiß oder weißlichgelb.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span>, voll und walzenförmig, ist fein gestreift, meist weißlichgelb +und sitzt fast immer bis zum Hute in der Erde. Beim Zerbrechen +zerteilt er sich, und die faserigen Stränge rollen sich nach +außen zurück.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist erdig, der <span class="spaced">Geschmack</span> angenehm.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Erst im Oktober und findet sich oft noch nach vorübergehenden +Frösten bis zum Dezember.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Nur in Nadelwäldern, ganz besonders aber in +Kiefernwaldungen oft in großen Mengen, meist truppweise.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er gehört zu unseren wertvollsten und vorzüglichsten +Speisepilzen, nur muß die Oberhaut wegen des erdigen Geschmackes +entfernt werden.</p> + +<p>Dieser Ritterling wird viel vom Wilde angegangen, ganz +besonders aber von den Eichhörnchen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_31" id="abb_31"></a> +<img src="images/illu31.jpg" width="600" height="580" alt="31. Grauer Ritterling. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>31. Grauer Ritterling.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Agáricus (Tricholóma) portentósus Fr.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_32" id="nr_32"></a>32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Pholióta mutábilis Schaeff.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist anfangs gewölbt, später flach ausgebreitet mit +etwas stumpfer Erhöhung in der Mitte, lederbraun und nach dem +Rande zu oft ringförmig mit wässerig-hellbraunem Farbentone.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist etwas wässerig und bräunlich.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> sind anfangs hellbraun, später rostbraun. Bei +den älteren Pilzen laufen die Blätter etwas am Stiele herab.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist ganz besonders charakteristisch, nämlich feinsparrig +geschuppt mit einem häutigen, bräunlich-schwärzlichen +Ringe, der allerdings oft verschwindet. Nach unten ist er +schwärzlichbraun, nach oben hellbraun.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist sehr aromatisch, der <span class="spaced">Geschmack</span> gut.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Bereits vom Mai ab bis zum Herbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: An alten, harten, vorzugsweise Buchenstöcken, +stets büschelweise.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Als Suppenpilz einer der vorzüglichsten und gesuchtesten. +Läßt sich außerdem sehr gut züchten. Bringt man alte +Buchenstöcke, an denen bereits Stockschwämmchen gewachsen +waren, in einen Garten an eine etwas schattige Stelle, so kann +man fast den ganzen Sommer hindurch Pilze ernten. Man hat +nur nötig, den Stamm von Zeit zu Zeit feucht zu halten.</p> + +<p><b>Eine <span class="spaced">Verwechselung</span> mit dem giftigen <span class="spaced">Büschligen +Schwefelkopfe</span> kann außerordentlich leicht geschehen</b>, doch +werden bei letzterem die anfangs gelben Blätter bald grünlich, +zuletzt schwärzlichgrün; auch ist der Stiel glatt und hellgelb, der +Geruch unangenehm und der Geschmack bitter. Er wächst sehr +zahlreich und mitunter gemeinsam mit dem Stockschwämmchen. +Vergl. <a href="#abb_34">Abb. 34</a>.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_32" id="abb_32"></a> +<img src="images/illu32.jpg" width="600" height="896" alt="32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Pholióta mutábilis Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_33" id="nr_33"></a>33. Honiggelber Hallimasch.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Armillária méllea Quel.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist honiggelb bis schmutzigbraun, mit bräunlichen, +leicht abwischbaren Schüppchen und kleinen Faserbüscheln besät. +Anfangs eingerollt, mit dem Stiele durch einen Schleier verbunden, +breitet er sich später flach aus. Er wird bis 12 cm breit.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist hellbräunlich.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> stehen weitläufig, sind weißlich bleich, später +bräunlich und oft gefleckt.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> trägt einen flockigen Ring, ist anfangs rötlichbraun, +später graugelb und nach unten olivbraun oder grünlichgrau. +Am Grunde ist er verdickt, wird 5–12 cm lang und +ist faserig und zäh.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist schwach süßlich, der <span class="spaced">Geschmack</span> säuerlich-herb, +zusammenziehend, unangenehm.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span> und <span class="spaced">Standort</span>: Wächst erst im September in großer +Menge an alten Stöcken, alten Stämmen und Wurzeln. Die +Sporen der älteren höher stehenden Hüte lagern sich oft schimmelartig +auf die unteren. Sein Myzel bildet bei Abschluß des +Lichtes eigentümliche Stränge (<span class="antiqua">Rhizomorpha</span>), die nicht nur in +altem Holze (wie in Bergwerken), sondern auch in frischen Stämmen +anzutreffen sind und zerstörend auf das Holz und Leben der Bäume +einwirken. Der Pilz gehört deshalb zu den von allen Forstleuten +gefürchteten Schädlingen. – Aber nicht nur im Walde ist er ein +Schädling, sondern auch für die Obstbäume (Birnen, Apfel- +und Pflaumenbäume). Ganz besonders befällt er die Obstbäume +derjenigen Gärten, die in der Nähe des Waldes liegen. Da +das Myzel jahrelang zwischen der Rinde und dem Holze wuchert, +ohne daß es Fruchtkörper bildet, so werden diese Bäume langsam +abgetötet. Der Besitzer erkennt die Ursache des Absterbens +erst dann, wenn die Fruchtkörper erscheinen. Von dem Myzel +befallenes Holz und Wurzeln leuchten im Finstern lebhaft.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Trotz seines im frischen Zustande garstigen Geschmackes +ist er zubereitet ein wohlschmeckender Pilz, den man tragkorbweise +sammeln kann. Zum Trocknen und Einmachen in Essig eignet +er sich nicht, wohl aber zu Gemüse und zum Sterilisieren. <span class="spaced">Beim +Sammeln sind nur die Hüte zu nehmen.</span></p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_33" id="abb_33"></a> +<img src="images/illu33.jpg" width="600" height="716" alt="33. Honiggelber Hallimasch. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>33. Honiggelber Hallimasch.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Armillária méllea Quel.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_34" id="nr_34"></a>34. Büschliger Schwefelkopf.</b> Giftig!<br /><span class="antiqua">Hypholóma fasciculáre Huds.</span></p> + +<p>Sein <span class="spaced">Hut</span> ist anfangs halbkugelig, später verflacht, schwefelgelb, +in der Mitte dunkler, fast rötlichgelb und wird bis 5 cm breit.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist hellgelb.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Blätter</span> sind anfangs schwefelgelb, später grünlich und +werden zuletzt schwärzlichgrün.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist hohl, glatt und faserig.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist nicht angenehm, der <span class="spaced">Geschmack</span> bitter.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wächst vom Mai ab.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: An alten Baumstümpfen und Wurzeln, sehr zahlreich +und mitunter gemeinsam mit dem Stockschwämmchen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Giftig! Über das Giftig- oder Nichtgiftigsein des +Schwefelkopfes wird so häufig gestritten; nach des Verfassers +Ansicht unnötiger Weise. Wenn eine Pilzart aber in gewöhnlicher +Weise zubereitet (ohne vorherige Abkochung, d. h. ohne +daß das Kochwasser weggeschüttet wird), Übelsein und Durchfall +erregt, so nennt man dies giftige Wirkung, wenn auch der Betreffende +nicht daran stirbt.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_34" id="abb_34"></a> +<img src="images/illu34.jpg" width="600" height="736" alt="34. Büschliger Schwefelkopf. Giftig!" title="" /> +<p class="caption"><b>34. Büschliger Schwefelkopf.</b> Giftig!<br /> +<span class="antiqua">Hypholóma fasciculáre Huds.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_35" id="nr_35"></a>35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Phaédon imbricátus L.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist anfangs etwas eingerollt, fast eben und nur im +Alter in der Mitte eingedrückt, schokoladenbraun und mit fleischigen, +großen, sparrigen <span class="spaced">Schuppen</span> kreisförmig besetzt, die bei alten +Pilzen schwarzbraun werden.</p> + +<p>Das derbe <span class="spaced">Fleisch</span> ist schmutzigweiß.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Stacheln</span>, welche am Stiele herablaufen, sind sehr dichtstehend, +ziemlich lang und geben der Unterseite das Aussehen +eines Hirsch- oder Rehfelles; daher wird er auch im Volksmunde +als Hirsch- oder Rehpilz bezeichnet.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist weißgrau, daumendick und kurz.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist eigenartig aromatisch, ebenso der <span class="spaced">Geschmack</span>.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Ende Sommer und im Herbst oft in großer Menge.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In jedem Nadelwalde.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Ein guter Speisepilz, der sich ganz besonders zum +Sterilisieren eignet. Alt und naß schmeckt er bitter.</p> + +<p>Er wird zuweilen mit dem ziemlich selten vorkommenden ungenießbaren +Gallen-Stacheling, <span class="antiqua">Hydnum amarescens</span>, verwechselt. +Dieser ist aber jung schon gallenbitter, auch sind die +Schuppen des Hutes etwas kleiner, nicht so sparrig und hellbraun. +Das untrüglichste Kennzeichen ist das Schwarzwerden +des Stieles beim Fingerdruck.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_35" id="abb_35"></a> +<img src="images/illu35.jpg" width="600" height="660" alt="35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Phaédon imbricátus L.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_36" id="nr_36"></a>36. Semmel-Porling. Semmelpilz.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Polyporus cónfluens Alb. et Schw.</span></p> + +<p>Die <span class="spaced">Hüte</span> dieses Pilzes sind stets miteinander innig verwachsen +und bilden eine gestaltlose Masse von 12–18 cm Breite. Sie +sehen bald semmelgelb, bald rötlichgelb aus und werden bei +trockenem Wetter rissig.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist weiß und fest, schmeckt etwas bitter.</p> + +<p>Die <span class="spaced">Unterseite</span> besteht aus ganz kurzen Röhrchen, die von +außen als kleine feine Löcher (Poren) erscheinen.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist strunkartig und sitzt in der Erde.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Meist erst im Herbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadelwäldern nur auf dem Erdboden.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Im Jugendzustande ist er ganz vorzüglich, im Alter +jedoch bitter. Ganz besonders ist es die Oberhaut, welche die +Bitterkeit enthält und deshalb entfernt werden muß. Beim +Kochen und Einmachen nimmt er eine hellrötliche Färbung an.</p> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_37" id="nr_37"></a>37. Schaf-Porling. Schafeuter.</b> Eßbar.<br /><span class="antiqua">Polyporus ovínus Schaeff.</span></p> + +<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist verschieden gestaltet, teils gewölbt oder wellig verbogen, +teils eben und weiß oder graugelblich, im Alter und bei +trockenem Wetter rissig gefeldert. Er wird bis über 10 cm breit.</p> + +<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist derb und weiß.</p> + +<p>Die kurzen Röhren des Futters haben feine runde Mündungen.</p> + +<p>Der daumendicke <span class="spaced">Stiel</span> ist voll, weiß, oft gekrümmt und nach +unten abgerundet.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Sommer bis zum Herbste.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Vorzugsweise in Nadelwäldern und kommt meist +truppweise in großer Menge vor. Ganz besonders auf hügeligen +moosigen Stellen im Hochwalde.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Wegen seines schönen und sehr schmackhaften Fleisches +gehört er zu den besten Speisepilzen. Er läßt sich sehr vielseitig +verwerten.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_36" id="abb_36"></a> +<img src="images/illu36.jpg" width="600" height="396" alt="36. Semmel-Porling. Semmelpilz. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>36. Semmel-Porling. Semmelpilz.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Polyporus cónfluens Alb. et Schw.</span></p> +</div> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_37" id="abb_37"></a> +<img src="images/illu37.jpg" width="600" height="434" alt="37. Schaf-Porling. Schafeuter. Eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>37. Schaf-Porling. Schafeuter.</b> Eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Polyporus ovínus Schaeff.</span></p> +</div> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_38" id="nr_38"></a>38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-Härtling.</b> Giftig!<br /><span class="antiqua">Sclerodérma vulgáre Horn.</span></p> + +<p>Unter Bovist versteht man einen Pilz, der einen vollständig +geschlossenen <span class="spaced">Fruchtkörper</span> darstellt und kugel-, birnen-, knollen- +oder kartoffelförmig ist. Im Jugendzustande ist das Innere dieser +Pilze immer weiß, markig und derb, im reifen Zustande dagegen +mit staubfeinen Sporen ausgefüllt; vollständig reif platzen sie und +die Sporen werden vom Winde überallhin zerstäubt. Im Volksmunde +sind sie auch unter den Namen Wieseneier, Schafeier, +Staubpilze bekannt. Mit Ausnahme des Kartoffel-Bovist sind +sie fast alle eßbar.</p> + +<p>Der Kartoffel-Bovist gleicht einer Kartoffel, kommt oft nesterweise +aus der Erde empor, nur an einem faserartig dünnen Stiele +auf der Erde sitzend. Er erlangt bisweilen einen Durchmesser bis +zu 7 cm. Die <span class="spaced">Farbe</span> ist rötlich- oder bräunlichgelb, nach unten +gelblichgrün und die Oberfläche ist in kleine Felder zerrissen, die +sich warzenartig hervorheben. Das Innere ist anfangs weiß, färbt +sich aber später blau, zuletzt blauschwarz.</p> + +<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist stark aromatisch.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Spätsommer und Herbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Hauptsächlich in Nadelwäldern auf trockenen, sandigen +Stellen, auch an Waldrändern und auf Wiesen.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Er ist unstreitig giftig. <b>Häufig wird der Kartoffel-Bovist +als Trüffel angesehen; letztere wächst aber nur unter +der Erdoberfläche.</b> Im Konservenhandel werden diese Härtlinge +als „imitierte Trüffeln“ angeboten und zwar von Holland +und Frankreich. Man hüte sich vor dieser Fälschung.</p> + +<hr /> + +<p class="center"><b><a name="nr_39" id="nr_39"></a>39. Schwärzlicher Bovist. Eier-Bovist.</b> Jung eßbar.<br /><span class="antiqua">Bovísta nigréscens Pers.</span></p> + +<p>Die kugeligen oder eiförmigen <span class="spaced">Fruchtkörper</span> sind in der Jugend +weiß und gleichen ausgewachsen einem Ei oder einem jungen Edelpilze. +Die äußere Hülle ist ganz glatt, etwas dicker als Papier, zerreißt +aber bei der Reife und zerfällt dann in Lappen. Die innere +Haut ist anfangs ebenfalls weiß, wird dann bräunlichschwarz und +bekommt in der Mitte ein kleines rundes Loch, aus dem die staubartigen +Sporen vom Winde in alle Richtungen zerstreut werden. +Das Innere ist in der Jugend reinweiß und färbt sich im Alter +schwarzbraun.</p> + +<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Herbst.</p> + +<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf Wiesen und Triften, besonders Schafhutungen, +wächst er oft in Menge.</p> + +<p><span class="spaced">Wert</span>: Ist im Jugendzustande, solange er innen noch markig +und weiß aussieht, eine wohlschmeckende Speise. Läßt sich in +diesem Zustande auch sehr leicht trocknen.</p> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_38" id="abb_38"></a> +<img src="images/illu38.jpg" width="600" height="298" alt="38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-Härtling. Giftig!" title="" /> +<p class="caption"><b>38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-Härtling.</b> Giftig!<br /> +<span class="antiqua">Sclerodérma vulgáre Horn.</span></p> +</div> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_39" id="abb_39"></a> +<img src="images/illu39.jpg" width="600" height="271" alt="39. Schwärzlicher Bovist. Eier-Bovist. Jung eßbar." title="" /> +<p class="caption"><b>39. Schwärzlicher Bovist. Eier-Bovist.</b> Jung eßbar.<br /> +<span class="antiqua">Bovísta nigréscens Pers.</span></p> +</div> + +<div class="anhang"> + +<p class="title big u" style="margin-top: 1em">Verlag von Förster & Borries, Zwickau Sa.</p> + +<p><span class="initial">A</span>n Naturwahrheit der farbigen Abbildungen unübertroffen, +in der textlichen Bearbeitung die neuesten maßgebenden +wissenschaftlichen Forschungen berücksichtigend, sind die</p> + +<p class="center" style="font-size: 140%; font-weight: bold">Michaelschen Pilzwerke</p> + +<p class="center">in folgenden Bearbeitungen erschienen:</p> + +<p class="center spaced big">Ausgaben in Tafelform</p> + +<p class="center" style="font-weight: bold">für Schulen als Anschauungs- und Unterrichtsmittel, +für Stadtverwaltungen zum öffentlichen Aushang +zwecks Verbreitung der Pilzkunde, sowie als Hilfsmittel +für die Marktpolizei:</p> + +<p class="indent"><span class="u big">Ausgabe A:</span> <b>Edm. Michael, Unsere wichtigsten heimischen Pilze.</b> 8 Tafeln im Format von 47:64 cm, mit 76 der wichtigsten eßbaren, verdächtigen und giftigen +Pilze Mitteleuropas in natürlichen Farben und Größen. +Text hierzu in besonderem Heft mit allgemein belehrender +Einführung über Pilze und deren Verwertung <b>M 12,–</b></p> + +<p class="inhalt"><b>Inhalt des Textheftes</b>: Was sind Pilze? Welchen Wert haben die +Pilze? Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? Wie schützt man sich +vor Pilzvergiftungen? Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? Wie kann +man Pilze züchten? Wie werden die Pilze eingeteilt? Was ist beim +Sammeln der Pilze zu beachten? Praktische Bestimmungstabelle. Deutsches +und lateinisches Inhaltsverzeichnis. Ausführliche Beschreibung der +auf den 8 Tafeln veranschaulichten 76 Pilzsorten.</p> + +<p class="indent"><span class="u big">Ausgabe D:</span> <b>Edm. Michael, Unsere besten Speise- und Wirtschafts-Pilze, sowie die mit ihnen zu verwechselnden ungenießbaren und giftigen Pilze.</b></p> + +<p style="margin-left: 1em; margin-right: 1em">2 Tafeln im Format 54:74 cm, mit 26 Pilzgruppen in natürlichen Farben und Größen <b>M 3,30</b></p> + +<p style="margin-left: 1em; margin-right: 1em">1 Ergänzungstafel hierzu im Format 33:50 cm, mit 6 weiteren wichtigen Pilzsorten <b>M 0,60</b></p> + +<p class="u" style="font-size: smaller"><b>Die Tafeln der Ausgaben A und D werden auf Wunsch gegen Mehrberechnung beleistet oder auf Pappe bezw. Leinwand aufgezogen geliefert.</b></p> + +<hr style="width: 100%" /> + +<p class="center spaced big" style="margin-top: 3em">Ausgaben in Buchform</p> + +<p class="center" style="font-weight: bold">für Pilzsammler und -Verbraucher, Lehrer, öffentliche +Büchereien und die Marktpolizei</p> + +<p class="center">(handliches Taschenformat 13:19,5 cm)</p> + +<p class="center" style="font-size: 140%; font-weight: bold">Führer für Pilzfreunde</p> + +<p class="center" style="font-weight: bold">von Edmund Michael</p> + +<p class="indent"><span class="u big">Ausgabe B:</span> 3 Leinenbände mit zusammen 345 Pilzgruppen +in natürlichen Farben und Größen, darunter 164 eßbare Sorten.</p> + +<p class="indent"><b>Band 1</b> enthält 82 der wichtigsten eßbaren, verdächtigen und giftigen Pilzsorten nebst ausführlichen Beschreibungen und +folgendem Text:</p> + +<p class="inhalt">Systematisches lateinisch-deutsches Verzeichnis aller 345 Pilzsorten. – Alphabetisches deutsches Verzeichnis der 345 Pilzsorten mit Einschluß +der bekanntesten Nebennamen. – Deutsches und lateinisches Namenverzeichnis +des ersten Bandes. – Praktische Pilz-Bestimmungstabelle. – +Abhandlungen über: Was sind Pilze? Welchen Wert haben die Pilze? +Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? Wie schützt man sich vor +Pilzvergiftungen? Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? Wie kann +man Pilze züchten? Wie werden die Pilze eingeteilt? Was ist beim +Sammeln der Pilze zu beachten?</p> + +<p class="indent"><b>Band 2</b> enthält 124 weitere wichtige Pilzgruppen mit ausführlichem +beschreibenden Text und Angaben über die richtige +Verwendung der einzelnen Sorten nebst deutschem und lateinischem +Namenverzeichnis.</p> + +<p class="indent"><b>Band 3</b> enthält 139 weitere wichtige und interessante Pilzgruppen +mit ausführlichem beschreibenden Text und Angaben +über richtige Verwendung der einzelnen Sorten nebst deutschem +und lateinischem Namenverzeichnis.</p> + +<p class="center" style="font-size: smaller"><b>Jeder Band ist für sich abgeschlossen und einzeln käuflich.</b></p> + +<p class="center"><b>Preis jeden Bandes M 7,50.</b></p> + +<p class="indent"><span class="u big">Ausgabe C:</span> <b>Volksausgabe</b>, mit 39 der wichtigsten eßbaren und giftigen Pilze in natürlichen Farben und Größen. <b>Preis kartoniert M 2,–</b></p> + +<p class="inhalt"><b>Inhalt</b>: Deutsches und lateinisches Namenverzeichnis. Abhandlungen über: Welchen Wert haben die Pilze? Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen? +Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? Was ist beim Sammeln der Pilze +zu beachten? Ausführlicher beschreibender Text zu den Abbildungen.</p> + +<hr style="width: 100%" /> + +<p class="center u" style="margin-top: 3em"><b>Zum Massenverkauf auf Pilzausstellungen bestens geeignet!</b></p> + +<p class="title spaced" style="margin-bottom: 0em">Karl Ludwig</p> + +<p class="title big" style="margin-top: 0em">Wie schütze ich mich vor Pilzvergiftung?</p> + +<p style="margin-left: 1em; margin-right: 1em">Ein Ratgeber für Pilzsammler und Pilzverbraucher. Mit farbiger Abbildung des Knollenblätterpilzes in natürlicher +Größe <b>Preis 30 Pf.</b></p> + +<p class="center" style="font-size: smaller"><b>Bei Partiebezug billiger.</b></p> + +<hr style="width: 50%" /> + +<p class="title spaced" style="margin-bottom: 0em">Alfred Lehmann</p> + +<p class="title big" style="margin-top: 0em">Die Schnecken u. Muscheln Deutschlands.</p> + +<div class="figleft" style="width: 100px;"> +<img src="images/schnecke.png" width="100" height="54" alt="Schnecke" title="" /> +</div> + +<p>Eine Anleitung zur Bestimmung und Beobachtung +der deutschen Land- und Süßwasser-Mollusken, +sowie zur Anlegung einer Schnecken- +und Muschel-Sammlung. Mit je einer Tafel +in Farben- und Schwarzdruck <b>Geb. 2 M.</b></p> + +<p class="indent" style="font-size: smaller">Geheimrat <b>Prof. Dr. Klein</b> schreibt in der „Fauna“: „Wir haben mit Genuß die +erläuternden Kapitel über Bau und Leben der Mollusken, sowie über +das Sammeln und Aufbewahren derselben gelesen und überall weitgehende +Sachkenntnis und große Liebe zum Gegenstand wahrgenommen. +Die Bestimmungstabellen lassen keine bei uns jetzt beschriebene Art vermissen +und sind, was sehr zu begrüßen ist, nach dichotomischem Schema +angelegt, wie die vielbenutzten Bücher von Professor Otto Wünsche, dem +das Werkchen gewidmet ist. Einige Stichproben haben uns überzeugt, +daß auch die Bestimmung schwieriger Familien vom Anfänger ohne +allzu große Mühe zu bewältigen ist. Wer also auszieht, um Schnecken +und Muscheln zu studieren und zu beobachten, der vergesse nicht, die +Lehmann'sche Anleitung einzustecken, sie wird ihm prächtige Dienste leisten.“</p> + +<hr style="width: 50%" /> + +<p class="title spaced" style="margin-bottom: 0em">Alfred Lehmann</p> + +<p class="title big" style="margin-top: 0em">Unsere Gartenzierpflanzen.</p> + +<p>Eine Anleitung zur Bestimmung, Anzucht, Pflege und Verwendung der Holzgewächse, Stauden und einjährigen Pflanzen unserer Gärten <b>Geb. 8 M.</b></p> + +<p class="indent" style="font-size: smaller">Die Zeitschrift „<b>Stein der Weisen</b>“ urteilt: „Ein sehr reichhaltiges, über +700 Seiten umfassendes Buch, das jedem Pflanzenfreunde von größtem +Nutzen sein wird. Als Nachschlagebuch, auf jede Frage eine prompte Antwort +gebend, ist es, wie wir uns selbst überzeugten, ein ausgezeichneter +Behelf.“</p> + +<hr style="width: 100%" /> + +<div class="figcenter" style="width: 600px;"> +<img src="images/kocheaufvorrat.png" width="600" height="265" alt="Koche auf Vorrat" title="" /> +</div> + +<p class="center big" style="font-weight: bold">Zum Frischhalten aller<br />Nahrungsmittel</p> + +<p class="center" style="font-weight: bold">eignen sich in erster Linie die glänzend bewährten<br />dauerhaften und deshalb billigen</p> + +<p class="center big" style="font-weight: bold">Konservengläser<br /> +Sterilisiergeräte, Saftgewinner</p> + +<p class="center" style="font-weight: bold; font-size: 200%">WECK</p> + +<p class="center u" style="font-weight: bold">Ausführliche Beschreibung und Preisliste unentgeltlich.</p> + +<table border="0" width="60%" style="margin-bottom: 3em" summary="Firma Weck"> +<tr align="center" style="font-weight: bold; font-size: 160%"><td>J. Weck</td><td>*</td><td>Öflingen S. <span style="font-size: smaller">8</span></td></tr> +<tr align="center" style="font-weight: bold"><td>G. m. b. H.</td><td><span class="invisible">*</span></td><td>(Baden)</td></tr> +</table> +</div> + +<div class="ppnote"> +<p>Anmerkungen zur Transkription:</p> + +<p><a href="#Page_8">S. 8</a>: „J. B. v. Albertini, 1769–1834“ wurde geändert in „J. B. v. Albertini, 1769–1831“ (vgl. Wikipedia)<br /> +<a href="#Page_8">S. 8</a>: „Bedeutender Mykologe“ wurde geändert in „bedeutender Mykologe“<br /> +<a href="#Page_8">S. 8</a>: „Olaf Swartz, 1760–1870“ wurde geändert in „Olof Swartz, 1760–1818“ (vgl. Wikipedia)<br /> +<a href="#Page_9">S. 9</a>: „Dr. J. Zeller“ könnte, wegen der Buchstabengleichheit von I und J im Frakturdruck, auch „Dr. I. Zeller“ heißen<br /> +<a href="#Page_15">S. 15</a>: „Apfeln“ wurde geändert in „Äpfeln“<br /> +<a href="#Page_17">S. 17</a>: „Lorbeebätter“ wurde geändert in „Lorbeerblätter“<br /> +<a href="#Page_18">S. 18</a>: „Erdgeruch und Geschmack“ wurde geändert in „Erdgeruch und -geschmack“<br /> +<a href="#nr_4">Nr. 4</a>: „derbe Aste“ wurde geändert in „derbe Äste“<br /> +<a href="#nr_6">Nr. 6</a>: „walziger Aste“ wurde geändert in „walziger Äste“; „das der Aste“ wurde geändert in „das der Äste“<br /> +<a href="#nr_31">Nr. 31</a>: Nach „entfernt werden“ wurde ein Punkt ergänzt<br /> +<a href="#nr_37">Nr. 37</a>: „Der daumdicke Stiel“ wurde geändert in „Der daumendicke Stiel“</p> + +<p>Das <a href="#abbildungsverzeichnis">Verzeichnis der Abbildungen</a> wurde zusätzlich erstellt und eingefügt.</p> +</div> + + + + + + + + +<pre> + + + + + +End of Project Gutenberg's Führer für Pilzfreunde, by Edmund Michael + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER FÜR PILZFREUNDE *** + +***** This file should be named 31856-h.htm or 31856-h.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + https://www.gutenberg.org/3/1/8/5/31856/ + +Produced by Constanze Hofmann, Wolfgang Menges and the +Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at https://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. 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Thus, we do not necessarily +keep eBooks in compliance with any particular paper edition. + + +Most people start at our Web site which has the main PG search facility: + + https://www.gutenberg.org + +This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, +including how to make donations to the Project Gutenberg Literary +Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to +subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks. + + +</pre> + +</body> +</html> diff --git a/31856-h/images/illu01.jpg b/31856-h/images/illu01.jpg Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..e786cb2 --- /dev/null +++ b/31856-h/images/illu01.jpg diff --git a/31856-h/images/illu02.jpg b/31856-h/images/illu02.jpg Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..3ff26bf --- /dev/null +++ b/31856-h/images/illu02.jpg diff --git a/31856-h/images/illu03.jpg b/31856-h/images/illu03.jpg Binary files differnew file mode 100644 index 0000000..e9a15d9 --- /dev/null +++ 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