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+The Project Gutenberg EBook of Führer für Pilzfreunde, by Edmund Michael
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Führer für Pilzfreunde
+
+Author: Edmund Michael
+
+Release Date: April 1, 2010 [EBook #31856]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER FÜR PILZFREUNDE ***
+
+
+
+
+Produced by Constanze Hofmann, Wolfgang Menges and the
+Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net
+
+
+
+
+
+Anmerkungen zur Transkription:
+
+Gesperrt gedruckte Passagen im Originaltext sind hier durch _Unterstriche_
+gekennzeichnet, fett gedruckte Stellen durch #Rauten#, nicht in Fraktur
+gedruckte Passagen durch *Sterne*. Weitere Anmerkungen befinden sich am
+Ende des Textes.
+
+
+
+
+ Führer für Pilzfreunde
+
+ Volks-Ausgabe
+
+ 46.-60.
+ Tausend
+
+ von
+
+ Edm. Michael
+
+ Druck und Verlag von Förster & Borries, Zwickau Sa.
+
+ Preis 2 Mark
+
+ [Illustration: Pilz]
+
+
+ Für das Bestimmen je einer Sorte Pilze sind der Sendung
+ 25 Pf. Gebühr, sowie Postgeld für die Antwort beizufügen.
+ Rücksendung von Pilzen kann nicht stattfinden.
+ Oberlehrer Michael, Auerbach i. V.
+
+
+
+
+ Führer
+ für Pilzfreunde
+
+ von
+
+ Edmund Michael
+
+ Volksausgabe
+
+ mit 39 Abbildungen der wichtigsten eßbaren und giftigen Pilze
+ in natürlichen Farben und Größen
+
+ 46.-60. Tausend
+
+ Zwickau Sa.
+ Druck und Verlag von Förster & Borries
+ 1917
+
+
+ _Alle Rechte_
+ auch die Übersetzung in andere Sprachen vorbehalten.
+
+
+
+
+Begleitwort.
+
+
+Mit großer Freude und Genugtuung begrüße ich die Neuauflage der
+vorliegenden Volksausgabe meines »Führers für Pilzfreunde«, das 46.-60.
+Tausend. Erstmalig im Jahre 1896 erschienen, bietet er gegenwärtig von
+39 der bekanntesten und wertvollsten Pilzsorten, die auf deutschem Boden
+wachsen, getreue farbige Abbildungen in natürlicher Größe.
+
+Dem praktischen Pilzsammler ist damit für den Anfang ein zuverlässiger
+Führer geboten, der ihm ermöglicht, sich mit einer Anzahl häufig
+vorkommender Pilze bekannt zu machen. Strebt er dann tiefer in die
+Pilzkunde, so sei er auf mein Hauptwerk verwiesen, in dem unter gleichem
+Titel in drei handlichen Taschenbändchen 345 Sorten veranschaulicht
+sind. Im ersten Bande sind die wichtigsten eßbaren, giftigen und
+wissenswerten Sorten abgebildet und beschrieben, in den beiden weiteren
+Bänden, stufenweise fortschreitend, die demnächst wichtigen. Durch diese
+praktisch bewährte Anordnung ist auch dem weniger Bemittelten eine
+allmähliche Anschaffung des Werkes und Bereicherung seiner
+Pilzkenntnisse möglich, und daran lag mir besonders.
+
+Wie haben sich im Laufe der Zeit die Ansichten über den Wert der Pilze
+geändert! Wurde früher das Pilzesammeln und die Pilzverwertung von
+vielen Seiten nur als Liebhaberei angesehen, so hat sich durch den
+großen Lehrmeister Krieg die Ansicht und Erkenntnis über den Wert der
+Pilze vollständig geändert. Wie wurde einst der Verfasser, auch von
+wirtschaftlicher Seite, angegriffen, weil er die Pilze das »Fleisch des
+Waldes« nannte! Freilich gründeten diese Kritiker ihre Beurteilung auf
+die seinerzeit so hoch eingeschätzte Eiweißtheorie, nach der nur die
+Speisen allein Anerkennung fanden, welche hohen Eiweißgehalt aufwiesen.
+Der Eiweißgehalt war ja der fast alleinige Maßstab für die Wertschätzung
+einer Speise. In gleicher Weise wie Pilze wurden aber auch Kartoffeln
+und Gemüse als minderwertig eingeschätzt. Was wäre aber aus unserem
+deutschen Volke geworden, hätten uns diese beiden letzterwähnten
+Nährmittel in den Kriegsjahren nicht zu Gebote gestanden! Und nun stehen
+die Pilze nach den neueren Forschungen mit einem teilweise doppelten
+Eiweißgehalte und zwar mit verdaulichem Eiweiß, wie auch neuerdings noch
+nachgewiesen wurde, über diesen Ernährungsmitteln, den Kartoffeln und
+dem Gemüse. Erfreulicherweise haben nunmehr auch die Regierungsbehörden
+auf den hohen Wert der Pilze hingewiesen.
+
+Hinsichtlich der Pilzvergiftungsgefahr sei auf die bezüglichen
+Ausführungen in diesem Buche hingewiesen. Auch hier sei aber ängstlichen
+Gemütern zur Beruhigung gesagt, daß Pilzvergiftungen meist auf den Genuß
+verdorbener Pilze zurückzuführen sind. Man achte also auf rasche
+Verwertung eingetragener Pilze namentlich bei heißer und feuchter
+Witterung. Wirklich gefährlich sind die unter 19 und 21 dargestellten
+Pilze, der Gelbliche Gift-Wulstling (Gelbliche Knollenblätterpilz) und
+der Königsfliegenpilz. Bei einiger Vorsicht sind aber auch diese zwei
+Giftpilze nicht mit anderen Pilzen zu verwechseln.
+
+_Im übrigen gibt es nur ein Mittel gegen Pilzvergiftung:_ #Genaue
+Kenntnis der Pilze!# Für den Laien ist nun zunächst die Kenntnis der
+großen Zahl eßbarer, ungenießbarer, verdächtiger und schädlicher Pilze
+nicht unbedingt notwendig, denn das erfordert ein eingehendes
+Sonderstudium. Es genügt vielmehr zunächst, sich genaue Kenntnis
+bestimmter eßbarer Pilzsorten zu verschaffen und die wenigen giftigsten
+Pilze kennen zu lernen. #Das kann nur durch vorzügliche Abbildungen mit
+zutreffenden Erläuterungen geschehen.# Beides hoffe ich, aus meiner
+langjährigen Erfahrung heraus gegeben zu haben. Für erstere hat die auf
+dem Gebiete des Farbendrucks besonders leistungsfähige Druck- und
+Verlagsfirma auf Grund peinlich genau gemalter Vorlagen bestens gesorgt.
+#Minderwertige, schlechte Abbildungen sind die größte Gefahr für den
+Pilzverbraucher, vor ihnen kann nicht dringend genug gewarnt werden.#
+
+Der Laie beschränke sich jederzeit auf die ihm genau bekannten und
+vertrauten Pilzsorten und suche seine Kenntnisse allmählich zu
+erweitern, dazu helfe ihm für den Anfang dieser Führer.
+
+So möge auch die neue Auflage der Volksausgabe meines Führers für
+Pilzfreunde Segen stiften und mitarbeiten an der Verallgemeinerung der
+Pilzkenntnisse und des Verbrauches dieses billigen und leicht
+verwertbaren Ernährungsmittels.
+
+_Auerbach i. V._, im April 1917.
+
+ #Edmund Michael#
+ Oberlehrer.
+
+
+
+
+ Inhalts-Verzeichnis.
+
+
+ Sachverzeichnis Seite
+
+ A. Deutsche Pilznamen 6
+ B. Lateinische Gattungsnamen 7
+ C. Erklärung der abgekürzten Autornamen 8
+ Welchen Wert haben die Pilze 9
+ Wie werden die Pilze als Speise zubereitet 12
+ Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen 19
+ Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun 22
+ Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten 23
+ Abbildungen mit beschreibendem Text Nr. 1-39.
+
+
+
+
+ Sachverzeichnis.
+
+
+ A. Deutsche Pilznamen.
+
+ Nr.
+ Birkenpilz 14
+ Birken-Röhrling 14
+ Birnen-Milchling 25
+ Boviste 38, 39
+ Brätling 25
+ Brotpilz 25
+ Büschliger Schwefelkopf 34
+ Butter-Röhrling 17
+ Champignon, Feld- 18
+ Dürrbehndel 8
+ Echter Gelbling 10
+ Echter Mousseron 8
+ Echter Reizker 23
+ Echter Ritterling 30
+ Edelpilz, Feld- 18
+ Eier-Bovist 39
+ Eierpilz 10
+ Feld-Champignon 18
+ Feld-Edelpilz 18
+ Filz-Röhrling 16
+ Fliegenpilz, Königs- 21
+ Gehling 10
+ Gelber Ziegenbart 6
+ Gelblicher Gift-Wulstling 19
+ Gelblicher Knollenblätterpilz 19
+ Gelbling, Echter 10
+ Gift-Milchling 24
+ Giftreizker 24
+ Gift-Wulstling, Gelblicher 19
+ Glucke, Krause 7
+ Goldgelber Ziegenbart 4
+ Grauer Ritterling 31
+ Großer Schirmling 22
+ Grünlicher Täubling 26
+ Grünling 30
+ Grünreizker 30
+ Habichtspilz 35
+ Habichts-Stacheling 35
+ Härtling, Pomeranzen- 38
+ Hallimasch, Honiggelber 33
+ Herrenpilz (Steinpilz) 11
+ Honiggelber Hallimasch 33
+ Kahler Krämpling 29
+ Kapuzinerpilz 14
+ Kartoffel-Bovist 38
+ Knoblauchpilz 8
+ Knollenblätterpilz, Gelblicher 19
+ Königs-Fliegenpilz 21
+ Krämplinge 28, 29
+ Krause Glucke 7
+ Krauser Ziegenbart 7
+ Lauchschwindling 8
+ Ledergelbblättriger Täubling 27
+ Lorchel, Speise- 2
+ Maronen-Röhrling 12
+ Milchlinge 23, 24, 25
+ Morchelartige Pilze 1, 2, 3
+ Mousseron, Echter 8
+ Nelkenschwindling 9
+ Perlen-Wulstling 20
+ Perlpilz 20
+ Pfifferling 10
+ Pomeranzen-Härtling 38
+ Porlinge 36, 37
+ Rehpilz 35
+ Reizker 23, 24, 30
+ Ringpilz 17
+ Ritterlinge 30, 31
+ Röhrlinge 11 bis 17
+ Röstling 23
+ Rötlicher Ziegenbart 5
+ Rothaut-Röhrling 13
+ Samtfuß-Krämpling 28
+ Sandpilz 15
+ Sand-Röhrling 15
+ Schafeuter 37
+ Schaf-Porling 37
+ Schirmling, Großer 22
+ Schüppling, Stock- 32
+ Schwärzlicher Bovist 39
+ Schwefelkopf, Büschliger 34
+ Schwindlinge 8, 9
+ Semmelpilz 36
+ Semmel-Porling 36
+ Speise-Lorchel 2
+ Speise-Morchel 3
+ Spitzmorchel 1
+ Stacheling, Habichts- 35
+ Steinpilz (Herrenpilz) 11
+ Stein-Röhrling 11
+ Stock-Morchel 2
+ Stock-Schüppling 32
+ Stockschwämmchen 32
+ Täublinge 26, 27
+ Tannenpilz 12
+ Trauben-Ziegenbart 5
+ Wacholder-Milchling 23
+ Wulstlinge 19, 20
+ Ziegenbärte 4, 5, 6, 7
+ Ziegenlippe 16
+
+
+ B. Lateinische Gattungsnamen.
+
+ Nr.
+
+ *Agáricus (Tricholóma) equéster L.* 30
+ " *(Tricholóma) portentósus Fr.* 31
+ *Amaníta bulbósa Bull.* 19
+ " *pustuláta Schaeff.* 20
+ " *regális Fr.* 21
+ " *rubéscens Pers.* 20
+ *Armillária méllea Quel.* 33
+ *Bolétus bádius Fr.* 12
+ " *edúlis Bull.* 11
+ " *lúteus L.* 17
+ " *rufus Schaeff.* 13
+ " *scaber Bull.* 14
+ " *subtomentósus L.* 16
+ " *variegátus Sw.* 15
+ *Bovísta nigréscens Pers.* 39
+ *Cantharéllus cibárius Fr.* 10
+ *Clavariélla aúrea Schaeff.* 4
+ *Clavária botrytes Pers.* 5
+ " *flava Schaeff.* 6
+ *Gyromítra esculénta Pers.* 2
+ *Hypholóma fasciculáre Huds.* 34
+ *Lactária deliciósa L.* 23
+ " *torminósa Schaeff.* 24
+ " *voléma Fr.* 25
+ *Lepióta procéra Scop.* 22
+ *Marásmius alliátus Schaeff.* 8
+ " *caryophylleus Schaeff.* 9
+ *Morchélla cónica Pers.* 1
+ " *esculénta L.* 3
+ *Paxíllus atrotomentósus Batsch* 28
+ " *involútus Batsch* 29
+ *Pháeodon imbricátus L.* 35
+ *Pholióta mutábilis Schaeff.* 32
+ *Polyporus cónfluens Alb. et Schw.* 36
+ *Polyporus ovínus Schaeff.* 37
+ *Psallióta campéstris L.* 18
+ *Rússula viréscens Schaeff.* 26
+ *Russulína alutácea Pers.* 27
+ *Sclerodérma vulgáre Horn.* 38
+ *Sparássis ramósa Schaeff.* 7
+
+
+C. Erklärung der abgekürzten Autornamen.
+
+*Alb. et Schw.* = J. B. v. Albertini, 1769-1831, und L. D. v.
+Schweinitz, 1780-1834, Vorsteher der Herrnhuter Gemeinde in Niesky
+(Lausitz).
+
+*Batsch* = A. G. K. Batsch, 1761-1802, Professor der Medizin und
+Naturgeschichte in Jena.
+
+*Bull.* = Pierre Bulliard, 1742-1793, Naturforscher in Paris.
+
+*Fr.* = Elias Fries, 1794-1878, Professor der Botanik und Direktor des
+botanischen Gartens und Museums der Universität Upsala. Sein berühmtes
+Pilzwerk »Die Systematik der Blätterpilze« hat von dieser Zeit ab die
+Grundlage für alle Pilzforschungen gebildet.
+
+*Horn.* = J. W. Hornemann, 1770-1841, Professor der Botanik in
+Kopenhagen.
+
+*Huds.* = W. Hudson, 1730-1793, Apotheker und Botaniker in London.
+
+*L.* = Karl v. Linné (Linnaeus), 1707-1778, Professor der Botanik in
+Upsala.
+
+*Pers.* = Christ. Heinrich Persoon, 1755-1837, bedeutender Mykologe,
+Göttingen, Paris, Begründer des ersten Systems der Pilze.
+
+*Quel.* = L. Quélet, + 1899, Mykologe in Frankreich.
+
+*Schaeff.* = Jacob Christian Schaeffer, 1718-1790, Superintendent zu
+Regensburg, gab das erste Pilzwerk mit handkolorierten Abbildungen
+heraus.
+
+*Scop.* = J. A. Scopoli, 1723-1788, Professor in Schemnitz (Ungarn) und
+Pavia.
+
+*Sw.* = Olof Swartz, 1760-1818, Professor in Stockholm.
+
+
+
+
+Welchen Wert haben die Pilze?
+
+
+So alt, als es Menschen und Pilze gibt, ist wohl die Verwertung der
+Pilze als Nahrungs- und Genußmittel. Früher wurden von unseren vielen
+eßbaren Sorten nur hier und da einzelne als Volksnahrungsmittel benutzt,
+obgleich sie sich in pilzreichen Jahren in ungeheurer Menge so mühe- und
+kostenlos sammeln ließen, daß Tausende von armen Menschen vorzüglich
+schmeckende und nährstoffreiche Mahlzeiten hätten haben können. In
+neuerer Zeit hat die Verbreitung der Pilzkenntnisse durch Pilzbücher,
+Schulunterricht und behördliche Hinweise erfreulich zugenommen und ist
+in weiterem Fortschritte begriffen.
+
+Über den Nährwert der Pilze hat die Ansicht in wissenschaftlichen Kreisen
+sehr gewechselt. Einst wurde er besonders hoch eingeschätzt, weil die durch
+chemische Untersuchungen gefundenen Stickstoffverbindungen als zum größten
+Teil verdaulich angenommen wurden. Später wurde diese Ansicht als unrichtig
+bestritten, weil ein beträchtlicher Teil der Stickstoffverbindungen
+unlöslich sei. Diese Feststellungen gründeten sich indessen nicht auf
+Verdauungsversuche beim Menschen selbst, sondern auf künstliche chemische
+Verdauungsversuche im Laboratorium. Hierzu kommt, daß bis jetzt eine
+einheitliche Art und Weise für die chemische Untersuchung der Pilze noch
+nicht gefunden ist und deshalb die betreffenden Ergebnisse der Chemiker
+sehr verschieden ausfallen. In dem Werke von Dr. _J. Zeller_, welches alle
+Untersuchungen über die chemische Zusammensetzung der Pilze enthält, wird
+auf Seite 218 darauf hingewiesen, wie wenig Wert den bisherigen
+Untersuchungen nach der wissenschaftlichen Seite hin beizumessen sei. Diese
+Behauptung wird begründet mit den zur Zeit noch nicht einheitlich
+festgestellten Untersuchungsweisen, dem außerordentlich schwankenden
+Wassergehalte der Pilze, dem verschiedenen Einflusse der
+Ernährungsverhältnisse, der Mannigfaltigkeit der Bodenarten und anderen
+Lebens- und Entwicklungsbedingungen. Aus diesen Gründen kann an dieser
+Stelle von der Aufführung der Untersuchungstabellen bezüglich des
+Eiweißgehaltes der Pilze Abstand genommen werden; es dürfte genügen, nur
+die Durchschnittszahlen anzugeben. Nach Zeller sollen die Pilze im frischen
+Zustande 2-3 Prozent, im trockenen 20-30 Prozent Proteinkörper
+(Stickstoffverbindungen) enthalten, während die nicht proteinartigen
+stickstoffhaltigen Körper etwa 5-20 Prozent betragen; ferner sind 60-80
+Prozent der stickstoffhaltigen Bestandteile und 45-71 Prozent der
+eigentlichen Eiweißkörper verdaulich. Als weiteren Nachweis über die
+einzelnen Bestandteile der Pilze, insbesondere des Edelpilzes (Champignon)
+und die Verhältnisse zum Fleische und Gemüsearten diene beistehende
+übersichtliche Zusammenstellung:
+
+ ----------------------+----------------------------------------------+
+ | I. In den (natürlichen lebend-) |
+ | frischen Pilzen |
+ +--------+------------+------+-----------------+
+ Nähere | Wasser | Stickstoff | Fett | Stickstofffreie |
+ Bezeichnung | | | | Extraktstoffe |
+ | | | | |
+ | % | % | % | % |
+ ----------------------+--------+------------+------+-----------------+
+ Frischer Edelpilz | | | | |
+ (Champignon): | | | | |
+ Mittel aus 20 Analysen| 87,40 | 4,88 | 0,20 | 3,57 |
+ (König, S. 809 | | | | |
+ und 810) | | | | |
+ | | | | |
+ Mageres Ochsenfleisch:| | | | |
+ Mittel aus 10 Analysen| 76,47 | 20,56 | 1,74 | -- |
+ (König, S. 4) | | | | |
+ | | | | |
+ Gemüsearten: | | | | |
+ (Weißkohl, Spargel | | | | |
+ und Salat) | | | | |
+ Mittel aus 40 Analysen| 92,72 | 1,73 | 0,21 | 2,54 |
+ (König, S. 786, | | | | |
+ 787 und 791) | | | | |
+ ----------------------+--------+------------+------+-----------------+
+
+ -----------------+----------------------------------------------------
+ | II. In der Trockenmasse
+ |
+ ---------+-------+------------+-----------------+-------+-------------
+ Rohfaser | Asche | Stickstoff | Stickstofffreie | Fett | Stickstoff
+ | | | Extraktstoffe | | in der
+ | | | | | Trockenmasse
+ % | % | % | % | % | %
+ ---------+-------+------------+-----------------+-------+-------------
+ | | | | |
+ | | | | |
+ 0,83 | 0,82 | 47,42 | 34,58 | -- | 7,59
+ | | | | |
+ | | | | |
+ | | | | |
+ | | | | |
+ -- | 1,17 | 87,38 | -- | 7,41 | 13,98
+ | | | | |
+ | | | | |
+ | | | | |
+ | | | | |
+ 1,12 | 1,01 | 24,63 | 42,63 | -- | 3,94
+ | | | | |
+ | | | | |
+ ---------+-------+------------+-----------------+-------+-------------
+
+Die hier angeführten Mittelzahlen aus einer größeren Zahl von Analysen
+zeigen, daß die frischen Edelpilze -- und ähnlich verhalten sich die
+übrigen eßbaren Pilze -- nach ihrer Zusammensetzung mehr den Gemüsearten
+als der Fleischnahrung gleichzusetzen wären; dies ist begründet im hohen
+Wassergehalte der Pilze. Wie steht es nun aber in der Wirklichkeit? Da
+die Pilze im eigenen Wasser bei der Zubereitung als Speise gekocht
+werden und dieses 50-60 vom Hundert verdampft, so erhöht sich doch der
+Eiweißgehalt auf das Doppelte. Noch mehr nähert sich der Eiweißgehalt
+dem des Fleisches bei den getrockneten Pilzen. -- »Hier ist das Fleisch«
+schreibt Professor Dr. _Falck_, »im Gegensatz zu den Gemüsesorten durch
+einen etwa dreieinhalbmal so großen Gehalt an Stickstoffsubstanz
+ausgezeichnet, während die Pilze etwa doppelt soviel enthalten als die
+Gemüsearten, also eine mittlere Stellung einnehmen. Dafür enthält das
+Gemüse etwa 40 Prozent stickstofffreie Extraktstoffe (größtenteils
+Kohlehydrate), die beim Fleisch, bis auf geringe Mengen Glycogen, nahezu
+vollständig fehlen. Die Pilze stehen hier wieder in der Mitte, sie
+enthalten etwa 30 Prozent stickstofffreie Extraktstoffe, die auch nach
+Art und Zusammensetzung von den aus den pflanzlichen Gemüsearten
+gewonnenen Extraktstoffen abweichen.«
+
+Nach allen diesen Erörterungen gehören die Pilze zu denjenigen
+Nahrungsmitteln, die eine ziemlich hohe Wertschätzung beanspruchen
+dürfen. Hierbei kommt weiter in Betracht, daß der nötige Eiweißbedarf
+zur Vollernährung eines Menschen nicht mehr wie früher von _Voit_ und
+_Pettenkofer_ angenommen, 120-140 Gramm beträgt, sondern nach den
+neueren Forschungen und vor allem nach den wirklichen Erfahrungen durch
+Versuche an lebenden Menschen 50-60 Gramm, ja sogar noch etwas darunter,
+genügen. Es wurde bereits im Vorworte darauf hingewiesen, so daß es sich
+erübrigt, hier darauf weiter einzugehen.
+
+Außer dem Eiweißgehalte enthalten aber die Pilze auch noch andere
+Stoffe, die bei der Ernährung von Wert sind, das sind die Nährsalze und
+die Zuckerstoffe, der Mannit (Mannazucker) und der Traubenzucker. Ferner
+enthalten sie auch Fettstoffe, die dem Gemüse fast vollständig fehlen.
+
+Schon in den früheren Auflagen des Michaelschen »Führers für
+Pilzfreunde« wurde ganz besonders auf den Wert des Pilzextraktes
+hingewiesen und seine Zubereitung angegeben. Fast alle seit 1896
+erschienenen Volks-Pilzbücher und die Anweisungsbücher für die
+mannigfaltige Zubereitung der Pilze haben sich diese Vorschrift des
+Verfassers zu eigen gemacht und sie empfohlen. Sehr erfreut war er
+deshalb, daß auch Prof. Dr. Falck auf den hohen (Eiweiß-)Wert des
+Pilzextraktes hinweist und ihn vollständig den verschiedenen zur Zeit in
+den Handel kommenden Fleischextrakten bezüglich des Eiweißgehaltes
+gleichstellt, ihn jedoch noch hochwertiger nach der Geschmacksseite
+einschätzt.
+
+Damit ist aber der Wert der Pilze noch nicht erschöpft, denn einen
+ebenso hohen Wert als menschliche Speise haben sie für die tierische
+Kost. Für diesen Zweck kann man alle anderen zur menschlichen Speise
+unbrauchbaren Pilze verwenden, mit Ausnahme der giftigsten, wie die
+Knollenblätterpilze, der Fliegen- und Königsfliegenpilz, der Satanspilz.
+Warum lassen wir uns die Natur so wenig als Lehrmeisterin dienen? Wer
+je einmal die Sauparke mit ihren Wildschweinen besucht hat, weiß, daß
+eine Pilzausbeute in diesen Gegenden vollständig ausgeschlossen ist, da
+die Säue fast alle Pilzsorten verzehren. Den Schweinen werden die Pilze
+als Futter in frischem, aber in gutem, nicht verfaultem Zustande
+gegeben, ebenso können sie getrocknet, dann aufgeweicht, dem Futter
+beigemengt werden. Für die Hühner, die keine frischen Pilze fressen,
+werden die scharfgetrockneten, dann gemahlenen Pilze dem Weichfutter
+zugemischt. Hier war auch für den Verfasser die Erfahrung die
+Lehrmeisterin. Schon seit vielen Jahren sind sämtliche Pilzabfälle, die
+beim Putzen der Pilze entstanden, gut getrocknet und, wie oben
+angegeben, dem Weichfutter beigemischt worden. Wieviel Getreideschrot
+und Kleie kann da gespart werden! Die Eiererzeugung bestätigte den Wert
+des Ersatzfutters. Ferner ist schon vor vielen Jahren in den
+Fischereizeitungen, insbesondere der österreichischen, auf die Fütterung
+der Fische mit Pilzen hingewiesen worden. Darnach sollen zehn Pfund
+frischverfütterte kleingehackte Pilze ein Pfund Fleischzuwachs geben.
+
+
+
+
+Wie werden die Pilze als Speise zubereitet?
+
+
+Sehr einfach ist die Vorbereitung der eßbaren Pilze zum Genuß. Man hat
+nur nötig, sie nach dem Reinigen und Putzen in kleine längliche Stücke
+zu schneiden, sie dann sauber zu waschen, in Schüsseln ausgebreitet
+etwas zu salzen und hierauf bis zur eigentlichen Zubereitung kühl und
+luftig zu stellen. Zähe und harte Stiele sind nie mitzunehmen,
+abziehbare Oberhaut ist immer abzuziehen. Junges und madenfreies Futter
+kann stets verwendet werden. Bei vielen Blätterpilzen würde fast nichts
+übrig bleiben, wollte man das ganze Futter mit beseitigen. Zu alte oder
+irgendwie angefaulte Pilze werfe man fort.
+
+Durch langes Kochen werden die Pilze nicht verdaulicher, im Gegenteil
+schwerer verdaulich, weil dann das Eiweiß noch mehr verhärtet. Gewisse
+schwer verdauliche Eiweißteile sind an die Zellwandungen der Pilze,
+Fungin genannt, gebunden. Im sogenannten Berliner Salz oder
+doppeltkohlensaurem Natron haben wir ein unschädliches Mittel, die
+chemische Auflösung dieser Zellulose einzuleiten. Auf ein Liter
+geschnittene Pilze gebe man etwa eine Messerspitze voll
+doppeltkohlensaures Natron, das ja auch, wie die Hausfrau weiß,
+vorzügliche Dienste beim Kochen zähen Fleisches, saurer Flecke oder
+Gemüse verrichtet. Hofrat Dr. _Wirt_ hat auch auf die Anwendung des
+Sauerbrunnenwassers als wertvoll für das leichtere Weichkochen von
+Pilzen und Hülsenfrüchten hingewiesen, denn das dem Kaseïn verwandte
+Legumin (Eiweiß der Leguminosenfrüchte) löst sich leichter in schwach
+alkalischem Wasser als in gewöhnlichem oder gar stark alkalischem.
+Doppeltkohlensaures Natron macht eben in der angegebenen Zusatzmenge das
+Wasser schwach alkalisch.
+
+Zu beachten ist, daß zu den gewaschenen und abgetropften Pilzen niemals
+Wasser zugegossen wird; man läßt vielmehr die Pilze in ihrem eigenen
+Wasser kochen, von dem sie bis zu 90 Prozent enthalten. Außer Natron
+wird, wenn nicht schon vorher geschehen, noch etwas Kochsalz beigegeben.
+
+Bei Morcheln und Lorcheln muß das Reinigen und Waschen sehr sorgfältig
+und mehrmals erfolgen, denn sie enthalten häufig Sand. Stockmorcheln
+sind vor dem Ansetzen abzubrühen; sie enthalten ein besonderes Gift,
+welches durch das Abbrühen entfernt wird. Der Verfasser hat durch Genuß
+von frischen und gesunden Morcheln niemals unangenehme Folgen empfunden.
+
+Will man getrocknete Pilze zu Suppen usw. verwenden, so müssen diese am
+Abend vorher nach Abwaschen des Staubes mit soviel kaltem Wasser, wie
+nötig, eingeweicht werden. Während der Nacht bleiben sie stehen, und
+erst kurz vor der Verwendung werden sie in diesem Wasser gekocht. Durch
+solche Vorbehandlung quellen die Pilze vorzüglich auf und werden weich
+und zart. Gänzlich falsch ist es, getrocknete Pilze erst kurz vor der
+Zubereitung zu nehmen. Selbst tüchtig mit Wasser oder Fleischbrühe
+gekocht, werden die Zellwandungen der getrockneten Pilze auf diese Weise
+nicht genügend aufgeschlossen. Die Pilze bleiben somit zum großen Teil
+unverdaulich und wertlos für die Ernährung.
+
+Es mögen hier noch einige erprobte Verwendungs-Vorschriften folgen (man
+beachte auch den Abschnitt »Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen?«
+Seite 19).
+
+Wer eine noch ausführlichere Anweisung wünscht, dem sei das Pilzkochbuch
+von _E. Herrmann_ in Dresden (Verlag von _C. Heinrich_, Dresden-N.),
+Preis 70 Pfennig, empfohlen.
+
+
+1. Suppe von frischen Pilzen.
+
+Die zubereiteten Pilze werden fein gewiegt, mit kochendem Wasser nebst
+Salz und etwas Butter angesetzt und 1/2 Stunde gekocht. Unterdessen
+wird ein wenig Mehl gebräunt, hineingequirlt und die Suppe mit
+Petersilie, sowie etwas Pfeffer abgeschmeckt. Außerdem kann Ei
+hinzukommen. Ist Fleischbrühe vorhanden, so kann auch diese mit
+Verwendung finden.
+
+
+2. Suppe von getrockneten Pilzen.
+
+Für fünf Personen nehme man eine Tasse voll getrockneter Pilze, weiche
+sie am Abend vorher in Wasser ein und wiege sie dann fein. Hierauf
+werden sie in dem Einweichwasser mit Butter und Salz ziemlich eine
+Stunde lang gedünstet. Nun werden sie mit dem nötigen Suppenwasser
+aufgekocht, mit Braunmehl, Petersilie und Pfeffer und je nach Belieben
+mit Ei abgezogen. In Butter geröstete Semmel wird hinzugegeben.
+
+
+3. Gemüse von Pilzen.
+
+Die zubereiteten, fein geschnittenen Pilze werden mit etwas Natron
+(siehe Seite 12) und Salz angesetzt, und ziemlich dreiviertel Stunde
+gekocht. Dann wird das Pilzwasser abgegossen, jedoch nicht
+weggeschüttet, sondern zur Suppe verwandt oder zum Extrakt genommen
+(siehe Bereitung des Extraktes). Hierauf werden die Pilze mit Butter
+oder Fett gedünstet, und mit viel Petersilie und etwas feinem Pfeffer
+vermengt.
+
+
+4. Pilzpfanne.
+
+Die zugerichteten Pilze werden zuerst weich gekocht und wenn noch Brühe
+(Pilzextrakt!) vorhanden, wird diese abgegossen; die Pilze werden dann
+fein gewiegt und mit Butter, einigen Eiern, sowie in Milch aufgeweichter
+Semmel zusammengerührt und zuletzt in einer mit Butter ausgestrichenen
+Pfanne gebacken.
+
+
+5. Pilzgebackenes (nach _Klöber_, Pilzküche).
+
+Der Boden einer Pfanne wird erst mit Butter, dann mit einer Lage
+geriebenen Schwarzbrotes bedeckt, darauf kommt eine Schicht Pilze,
+welche mit Salz, Pfeffer und anderem Gewürz bestreut wird. Diese
+Schichtung wiederholt man solange, bis die Pfanne voll ist, belegt die
+oberste Schicht mit Butter und bäckt das Ganze.
+
+
+6. Salat von Pilzen.
+
+Die zugerichteten und in Salzwasser gebrühten Pilze werden in kleine
+Stückchen oder Scheibchen geschnitten und mit Essig, Öl, Pfeffer und
+Salz angerichtet. Den schmackhaftesten Salat gibt natürlich der echte
+Weinessig. Je nach Geschmack können verschiedene Gewürzkräuter wie
+Petersilie, Schnittlauch und Estragon mit Verwendung finden. Außerdem
+können selbstverständlich verschiedene Arten Mischsalate mit Kartoffeln,
+fein gewiegten Sardellen oder Hering (aber nicht zuviel), Äpfeln und
+Fleischstückchen usw. hergestellt werden. Eine findige und praktische
+Hausfrau wird selbst mancherlei Abwechslung schaffen.
+
+
+7. Klöße von frischen Pilzen.
+
+Auch bei diesen Pilzklößen kann je nach den Zutaten, die zur Verfügung
+stehen, eine große Mannigfaltigkeit der Zubereitung erzielt werden. Ein
+sklavisches Binden an die eine oder andere Vorschrift ist unnötig, denn
+eine praktische Hausfrau vermag reiche Abwechslung zu schaffen. Einige
+Winke mögen genügen:
+
+Man nimmt z. B. auf zwei Liter geschnittene Pilze, die fein gewiegt oder
+durch einen sogenannten Fleischwolf getrieben werden, ein halbes Pfund
+gehacktes Schweinefleisch oder Rindfleisch, auch Fischfleisch, ein Ei,
+fein gewiegte Zwiebel, Salz, etwas Pfeffer und soviel trockene geriebene
+oder gestoßene Semmel als nötig ist, um daraus Klöße formen und braten
+zu können. Bei Fleischmangel werden trockenes geriebenes Brot und
+Semmel, je zur Hälfte, ein oder zwei Eier zum Binden der Masse und das
+nötige Gewürz genommen.
+
+
+8. Klöße von getrockneten Pilzen.
+
+Man nimmt getrocknete und, wie weiter oben angegeben, eingeweichte
+Pilze, dünstet sie und hackt sie dann klar. Hierauf mischt man sie mit
+Butter, Zwiebel, etwas aufgeweichter und ausgedrückter Semmel,
+Zitronensaft und zwei bis drei Teelöffel Pilzextrakt, fügt Ei zum Binden
+und soviel trockene geriebene Semmel hinzu, um daraus Klößchen formen
+und braten zu können.
+
+
+9. Pilzklößchen zu Reis, Gräupchen usw.
+
+Pilze (frisch oder getrocknet) werden gewiegt, in Butter mit Salz und
+Zitronensaft gedünstet. Nach dem Verkühlen wird Ei und Semmel (halb
+gerieben, halb geweicht) hinzugefügt, die Masse zu walnußgroßen Klößchen
+geformt und in siedendem Wasser gekocht.
+
+
+10. Bereitung des Pilzextraktes.
+
+Trotz der verschiedenen im Handel befindlichen »Würzen« steht zum
+Verfeinern einer Suppe, einer Tasse Fleischbrühe, einer Bratentunke der
+selbstgefertigte Pilzextrakt unübertroffen da. Derselbe kann fast aus
+allen Pilzsorten gefertigt werden, aber auch hierbei gibt die Praxis
+verschiedene wertvolle Winke. So können ganz besonders diejenigen
+Pilzarten die vorzüglichste Verwertung finden, die mitunter in riesiger
+Menge vorkommen, so daß sie kaum zur Speise bewältigt werden können,
+zumal wenn in sogenannten Pilzjahren erstklassige Speisepilze reichlich
+vorhanden sind. Ebenso finden solche Arten sofortige Verarbeitung, die
+sich nur wenige Stunden halten und oft massig zu ernten sind. Erinnert
+sei nur an den walzigen und an den Schopf-Tintling, die oft tausendweise
+auf einer Wiese stehen. Und in welchen Mengen finden sich zu Zeiten der
+echte Reizker, der Hallimasch, der Perlpilz, die Ritterlinge, die
+Täublinge, die Gelblinge usw., ebenso der Sand-Röhrling. Die anderen
+Röhrlinge eignen sich wegen ihres außerordentlich schleimigen Charakters
+nicht so gut zum Extrakt wie die oben erwähnten Pilze.
+
+Bei Herstellung desselben verfahre man in folgender Weise: Die geputzten
+und gereinigten Pilze werden in gleicher Weise zunächst wie die Pilze
+zur Speise behandelt, d. h. im eigenen Safte abgekocht, aber ohne
+Natronzusatz, da dieser sonst den Extrakt schaumig macht. Diese Brühe
+wird abgegossen, die abgeseihten Pilze nochmals mit etwas wenig
+Salzwasser tüchtig ausgekocht und dieser Saft zur ersten Abkochung
+getan. Die Pilze selbst werden, um allen Saft zu gewinnen, in einem
+Säckchen einem leichten, dauernden Drucke unterworfen. Der gesamte Saft
+wird hierauf stark gesalzen, auf ein Liter davon ein Kaffeelöffel Salz,
+und nun so dick eingedampft, daß zuletzt der Extrakt sirupdick wird. Am
+schnellsten kommt man zum Ziele, wenn der dünne Saft zunächst in Pfannen
+eingedampft wird und dann in kleineren Töpfen. Man nehme aber nur ganz
+neue Tongefäße zu diesem Zwecke, die man später ja stets dazu verwenden
+kann. Der fertige Extrakt wird nun in kleinen, weithalsigen Fläschchen
+aufbewahrt. So hält er sich jahrelang.
+
+Beim Gebrauche rechnet man auf 5-6 Teller Suppe einen Kaffeelöffel
+Extrakt. Zu diesem Zwecke wird vorstehende Menge in einem kleinen
+Töpfchen mit etwas kochendem Wasser aufgequirlt und durchgeseiht der
+Suppe usw. beigegeben.
+
+
+11. Einmachen der Pilze in Essig.
+
+Die zubereiteten Pilze (siehe auch S. 12) werden eine halbe Stunde
+gekocht, dann gießt man den Saft (für Pilzextrakt verwendbar) ab, gibt
+hinzu, auf sechs Liter frische Pilze berechnet, dreiviertel Liter
+Weinessig (nicht Sprit), Pfefferkörner, Piement (auch Nelkenpfeffer,
+Neugewürz genannt), Lorbeerblätter, Schalotten oder Perlzwiebeln und
+kocht das Ganze eine Viertelstunde. Nach erfolgter Abkühlung werden die
+Pilze in weithalsige Glasbüchsen gefüllt. Zur Auffüllung nimmt man
+nochmals Weinessig, mit eindrittel Wasser vermischt, kocht denselben auf
+und übergießt die Pilze so weit, daß sie vom Essig gut überdeckt werden.
+
+Die nach diesem Rezepte vom Verfasser eingemachten Pilze haben auf
+verschiedenen Obstausstellungen erste Preise erhalten.
+
+
+12. Einmachen der Pilze nach dem Sterilisierungsverfahren.
+
+Kein Verfahren eignet sich so vorzüglich zum Konservieren der Pilze als
+das Sterilisieren. Hierbei behalten dieselben ihren schönen und
+eigenartigen, natürlichen Pilzgeschmack, sowie das jeder Sorte
+eigenartige Aroma. Fast alle »Gemüsepilze« lassen sich hierzu verwenden.
+Nachdem man die betreffenden Pilze in bekannter Weise gereinigt, d. h.
+geputzt hat, wobei selbstverständlich bei den älteren Röhrenpilzen,
+sowie bei den Stachelpilzen das Futter entfernt wird, bei den
+Blätterpilzen nur das Futter des Edelpilzes und bei anderen Arten
+älteres, fleckiges, werden sie in mittelgroße Stückchen geschnitten. Nun
+werden sie mit kaltem Wasser ein- bis zweimal schnell gewaschen, um
+nicht die Nährsalze auszulaugen, dann läßt man alles Wasser abtropfen
+oder schleudert es ab und bringt sie in einem Steingut- oder gut
+glasiertem Topfe aufs Feuer. Beim Ansetzen zum Kochen übersehe man
+nicht, eine kleine Portion doppeltkohlensaures Natron beizufügen, auch
+vergesse man die nötige Salzzugabe nicht.
+
+Da die Pilze außerordentlich viel Wasser enthalten, werden sie ohne
+solches zugesetzt. Beim Erhitzen scheidet sich das Eigenwasser aus. In
+diesem eigenen Safte werden sie bis zum Kochen erhitzt, damit sie erst
+zusammenschwinden, denn sonst würden die Gläser zu wenig Pilze fassen.
+Hierauf werden die Pilze mit einem durchlochten Löffel herausgenommen
+und in die bereitgehaltenen gut gereinigten Gläser bis zum Halse
+gefüllt. Die Pilzbrühe selbst wird durch ein reines Flanelltuch
+filtriert und die durchgeseihte Brühe über die Pilze gegossen, so daß
+letztere von der Brühe überdeckt sind.
+
+Etwas anders zu behandeln sind die Trichter- und Trompeten-Pfifferlinge,
+sowie der Habichtspilz und der echte Reizker. Diese Sorten werden nach
+dem Putzen mit kochendem Wasser gebrüht und gewaschen, denn erstere
+drei Sorten behalten sonst einen Erdgeruch und -geschmack, letztere Art
+eine unangenehme Bitterkeit. Ebenso müssen die sogenannten Stockmorcheln
+(*Gyromítra esculénta*) gebrüht werden, damit die darin enthaltene
+giftige Helvellasäure entfernt wird. Das Abbrühen muß aber schnell
+geschehen, d. h. es darf nur kurze Zeit dauern. Alle Morchelarten müssen
+schon des Sandes wegen öfters gewaschen werden.
+
+Das Sterilisieren selbst muß insofern sehr vorsichtig geschehen, als
+man, vom Eintritt des Kochens an, das Wasser nur schwach wallen läßt;
+sprudelnd kochendes Wasser bewirkt jähes Aufsteigen der schleimigen
+Pilzbrühe, die zwischen Glasrand und Gummiring geratend, oft kleine
+Pilzteilchen mit fortreißt und ein dichtes Verschließen der Gläser
+hindert. Man bedarf zu einem 1/2- und 3/4-Liter-Glas mindestens
+fünfviertel Stunden, bei Litergläsern anderthalb Stunden
+Sterilisierungszeit. In den nächsten Tagen sind die betreffenden Gläser
+auf Schluß zu prüfen. Heben sich die Deckel, so ist sofort wieder zu
+sterilisieren, sonst ist ein Verderben unausbleiblich.
+
+Die Pilze können jedoch auch gleich speisefertig sterilisiert werden. Zu
+diesem Zwecke werden sie nach dem Kochen in üblicher Weise in Butter
+gebraten, so heiß als möglich in die Gläser gebracht und ziemlich
+dreiviertel Stunde sterilisiert. Jedes Befetten des Glasrandes und des
+Gummiringes muß aber peinlich vermieden werden.
+
+Verschiedene Firmen, wie z. B. _J. Weck_, G. m. b. H., Öflingen i.
+Baden, liefern bestens bewährte, praktische Sterilisier-Einrichtungen.
+Ausführliche Anweisung über das Sterilisieren findet sich im
+»Merkbüchlein für das Sterilisieren der Früchte, des Gemüses und der
+Pilze« im Selbstverlage des Verfassers _Edm. Michael_, Auerbach i. V.
+Erhältlich gegen Einsendung von 30 Pfennig in Briefmarken.
+
+
+13. Trocknen der Pilze.
+
+Das Trocknen der Pilze ist sehr einfach. Die abgeputzten und in Scheiben
+oder Stücke geschnittenen Pilze werden, ohne sie vorher zu waschen,
+entweder in der Sonne oder auf dem Ofen getrocknet.
+
+
+14. Richtige Verwendung der einzelnen Sorten.
+
+Nicht jeder Pilz eignet sich zur Suppe oder zum Einmachen in Essig usw.,
+die einzelnen Sorten erfordern vielmehr auch eine verschiedenartige
+Verwendung. In den nachfolgenden Zeilen folgt daher eine
+Zusammenstellung über die zweckmäßige Verwertung der in diesem Handbuch
+vorkommenden eßbaren Pilze.
+
+
+a) Suppenpilze:
+
+Morcheln, Ziegenbärte, Stockschwämmchen, echter Reizker, echter
+Gelbling, Nelkenschwindling, Edelpilze (Champignons), sämtliche
+Röhrlinge.
+
+
+b) Gemüsepilze:
+
+Alle eßbaren Pilze.
+
+
+c) Pilze zum Einmachen in Essig:
+
+Steinpilz, echter Gelbling, Semmelporling, Schafporling, die eßbaren
+Täublinge, Wacholder-Milchling, Perlpilz, Ritterlinge.
+
+
+d) Pilze zum Sterilisieren:
+
+Alle eßbaren Pilze.
+
+
+e) Gewürzpilz zur Bratenbrühe:
+
+Lauch-Schwindling (Mousseron).
+
+
+f) Pilze zum Trocknen:
+
+Morcheln, Schafporling, großer Schirmling, Edelpilz (Champignon),
+Stockschwämmchen, Steinpilz, Maronen-Röhrling, Birken-Röhrling,
+Lauch-Schwindling, krauser Ziegenbart, Nelken-Schwindling, Schafeuter,
+Habichtspilz.
+
+
+g) Pilze als Pilzpulver:
+
+Alle unter f genannten Pilze. -- In verschiedenen Gegenden und Ländern
+(z. B. in Böhmen) werden die scharf getrockneten Pilze zu Pulver
+gemahlen und entweder zu Suppen oder zum Bestreuen (Panieren) gebackener
+Fleischspeisen verwendet.
+
+
+
+
+Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen?
+
+
+Nichts steht der allgemeinen Verwertung der Pilze im Haushalte so
+hindernd entgegen als die Furcht vor einer Vergiftung durch die Pilze.
+Jeder Vergiftungsfall, der ja meistens die Runde durch die Tagesblätter
+macht, schreckt immer von neuem ab, sich mit den Pilzen abzugeben und
+sie als Kost auf den Tisch zu bringen. Dazu kommen noch die zur Pilzzeit
+in den Zeitungen und Zeitschriften zu lesenden Verhütungsmaßregeln,
+welche recht wissenschaftlich klingen, die zu merken aber niemandem
+einfällt und oft auch keinen Pfifferling wert sind. Wenn das Publikum
+solche offenbar von Unkundigen geschriebene Regeln liest, wonach fast
+alle Pilze giftig sind, verzichtet es lieber auf den Genuß der Pilze.
+
+Um nur einiges von den vielen gutgemeinten, aber völlig falschen Regeln
+zu widerlegen, diene folgendes: Da heißt es: »Alle eigentlichen
+Blätterpilze sind zu meiden -- ausgenommen der Edelpilz (Champignon),
+Gelbling (Gehling) und Kaiserling.« Wäre dies richtig, so müßte man das
+Stockschwämmchen, den Hallimasch, den Pflaumenpilz, den
+Nelken-Schwindling, den Lauch-Schwindling, sämtliche eßbaren Täublinge,
+den Parasolpilz, die eßbaren Ritterlinge, und noch viele andere
+ausschließen. Weiter: »Alle Pilze mit Farbenveränderung beim Druck oder
+Zerschneiden taugen nichts!« Dann fort mit dem Rothäuptchen, dem
+Maronen-Röhrling, dem Sand-Röhrling, dem Kornblumen-Röhrling, dem guten
+Reizker, dem kahlen Krämpling usw.
+
+Ferner: »Alle Pilze mit Milchsaft sind verdächtig!« Auch der Brätling,
+der gute Reizker, der filzige Milchling, der milde und süßliche
+Milchling? Endlich soll Geruch, Geschmack, Farbe des Hutes, glänzende
+oder klebrige Oberfläche usw. die Verdächtigkeit und Giftigkeit
+beweisen. Jeder Pilzkenner wird mit dem Verfasser die Veröffentlichung
+solcher der Unkenntnis entsprungenen Regeln lebhaft bedauern.
+
+Ebensowenig können sogenannte Erkennungsmittel, die beim Kochen
+angewendet werden sollen, wie Hineinhalten eines silbernen Löffels, der
+beim Braunwerden die Giftigkeit anzeigen soll, Mitkochen von Zwiebeln
+usw. irgend etwas beweisen. Alles hier Empfohlene gehört zum
+Wahnglauben.
+
+Um zu wissen, ob ein Pilz giftig ist oder nicht, gibt es nur ein Mittel:
+_Lerne die Pilze so kennen, wie du die giftigen Früchte anderer Gewächse
+von den nicht giftigen zu unterscheiden weißt._
+
+Sehr häufig findet man in Zeitungen, Pilzkochbüchern und
+Volks-Pilzbüchern den Rat erteilt, die Pilze abzukochen und dann das
+Kochwasser abzugießen. Neuerdings geschieht dies sehr häufig bei
+sogenannten verdächtigen oder bei zweifelhaft giftigen oder sonst
+bitteren, beißenden, unangenehm schmeckenden Pilzen, immer mit der
+Behauptung, daß dann die betreffenden Pilze ohne Sorge gegessen werden
+können, ja auch schon gegessen wurden. Wenn dies bei vielen Pilzen auch
+bestimmt zutrifft, so entwertet man aber die Pilze ihrer Nährstoffe und
+sie sind dann nur Magenfüllsel, weiter nichts. Wer damit zufrieden ist,
+kann es ja so machen. Der Verfasser hält davon nichts, selbst wenn
+dadurch eine Unschädlichmachung der sogenannten verdächtigen oder
+zweifelhaft giftigen Pilze eintritt. Etwas anderes ist das kurze
+Abbrühen unzerschnittener Pilze, wie der Morcheln.
+
+Wenn man die in Deutschland veröffentlichten Vergiftungsfälle durch
+Pilze genauer auf ihre Ursachen prüft, d. h. untersucht, welche Pilze
+diese Vergiftungen hervorgerufen haben, so sind es nach eingeholten
+Erkundigungen und vielfachen Erfahrungen stets folgende Giftpilze: der
+Knollenblätterpilz, der Giftreizker, der Schwefelkopf, der Speitäubling
+und der Kartoffelbovist. Es können gewiß noch andere Pilze giftig
+wirken, die in den Pilzlehrbüchern bis jetzt noch als giftig bezeichnet
+sich vorfinden, es nach meiner 40jährigen Erfahrung aber nicht alle
+sind; so z. B. der graubraune Panther-Wulstling (*Amaníta umbrína*) und
+der Perl-Wulstling (*Amaníta pustuláta aut rubéscens*). Diese Pilze
+werden, _nachdem man die Oberhaut entfernt hat_, jetzt im Vogtlande und
+in einem großen Teile Sachsens als vorzügliche Speisepilze verwendet.
+Auf sämtlichen Pilzausstellungen hat sie der Verfasser als zu den
+wohlschmeckendsten Pilzen zählend bekannt gegeben und noch nie einen
+Fall von Vergiftung durch diese Pilze erfahren. In einem Teile des
+Vogtlandes und des Erzgebirges gehören sie sogar zu den gesuchtesten.
+Desgleichen hat er sie in Thüringen, Böhmen, der Lausitz usw. gesammelt
+und sich recht wohl schmecken lassen, ohne das geringste Übelbefinden zu
+spüren. Hierzu sei noch folgendes bemerkt:
+
+Im Mai des Jahres 1896 wurden einige Vergiftungsfälle durch
+Stockmorcheln (*Gyromítra esculénta*) aus Berlin und Graßlitz in Böhmen
+gemeldet. In letzterem Orte waren zwei Familien, welche die
+Stockmorcheln bei ein und demselben Händler gekauft hatten, betroffen
+worden. Der Verfasser hatte Gelegenheit, die näheren Umstände von dem
+Familienvater der am schwersten betroffenen Familie persönlich zu
+erfahren. Die Erörterungen ergaben unzweifelhaft, daß unter den
+Stockmorcheln alte, bereits in Zersetzung übergegangene Exemplare sich
+befunden haben, welche die Vergiftung herbeiführten, denn beide Familien
+haben seit vielen Jahren stets frische Morcheln ohne die geringsten
+nachteiligen Folgen genossen. Daß nicht öfter derartige Vergiftungsfälle
+durch alte Morcheln vorkommen, ist fast wunderbar, denn bei des
+Verfassers mehrmaligen Besuchen der Markthalle einer Großstadt fand er
+neben frischen sehr viel verdorbene, in Zersetzung begriffene
+Stockmorcheln vor, die zum Verkauf bei billigeren Preisen ausgeboten
+wurden. Eine scharfe Aufsicht könnte für solche Fälle recht nützlich
+wirken und Unheil verhüten.
+
+_Die weitaus meisten Pilzvergiftungen kommen durch falsche Auswahl und
+Zubereitung vor, und zwar wenn erstens zu alte oder zu wässerige Pilze
+genommen, oder zweitens diese zulange aufbewahrt werden, ehe sie zur
+Verwendung kommen._ Alle anerkannt guten und eßbaren Pilze können
+Erkrankungen und Vergiftungen herbeiführen, sobald sie alt verspeist
+werden, denn mit dem Alter tritt ein Verwesungszustand ein, der dem
+menschlichen Auge zwar nicht sichtbar ist, sich aber durch schwere
+Krankheitserscheinungen bemerkbar macht. Bei dem hohen Eiweißgehalte und
+ihrem überaus schwammigen und wässerigen Charakter werden die Pilze beim
+Älterwerden von mikroskopisch kleinen, sich während weniger Stunden ins
+riesenhafte vermehrenden Spaltpilzen durchsetzt und erzeugen dann die
+_lebensgefährlichsten Magen- und Darmentzündungen_. Auf eine gleiche
+oder ähnliche Zersetzung der Pilzfleischsubstanz mag es zurückzuführen
+sein, daß Pilze, sowie sie im Spätherbste durch Reife oder Fröste
+gelitten, nach dem Genuß nicht unbedenkliche Vergiftungserscheinungen
+hervorgerufen haben. So sind nach nur leicht gefrorenen Ritterlingen,
+Birkenpilzen, vor allem aber Steinpilzen mehr oder weniger schwere
+Erkrankungen beobachtet worden: Also Vorsicht nach eingetretenen
+Frösten!
+
+Man beachte stets die Regel: »#Nimm _nur gesunde_ und _junge_ Pilze!#«
+Ganz besonders aber ist zu warnen vor dem zu langen und falschen
+Aufbewahren der Pilze. So wie man die Pilze eingesammelt hat, putze und
+reinige man sie. Ein Stehenlassen der Pilze bei Wärme oder in warmen
+Räumen bis zum nächsten Tag ist schon höchst gefährlich, ganz abgesehen
+davon, daß dieselben von den Pilzmaden während einer Nacht ganz gehörig
+zerfressen werden; man stelle sie deshalb kühl. _Mancher Pilzfreund hat
+seine schönen, gesunden und madenfreien Pilze am anderen Tage
+größtenteils von Würmern zerfressen vorgefunden._
+
+
+
+
+Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun?
+
+
+Bei den ersten Erscheinungen einer Vergiftung: Kratzen im Halse,
+Brennen, Drücken, Schmerzen des Magens mit Erbrechen, Auftreiben des
+Leibes, Taumeln, Schwindelanfälle, Durchfall, Magen- und Leibkrämpfe
+usw., suche man so schnell als möglich den Magen zu entleeren,
+nötigenfalls durch künstlichen Brechreiz, wie Finger in den Hals
+stecken, Kitzeln des Schlundes mit einer Feder; durch Klystiere mittels
+Irrigators entleere man die Därme und trinke sofort soviel als möglich
+Milch, Selterwasser oder nur kaltes Wasser, um den giftwirkenden Stoff
+der Pilze einzuhüllen und zu verdünnen. Mittel, wie Essig und Öl, die
+früher dagegen angewendet wurden, sind erfahrungsgemäß schädlich und
+unwirksam. Außerdem müssen so schnell als möglich Kompressen, d. h.
+mehrfach zusammengelegte Leinentücher (Mundtücher, Tischtücher usw.) in
+heißes Wasser getaucht, ausgedrückt, und so heiß, als es vertragen wird,
+auf Magen und Leib gelegt und mit einem wollenen Tuche überdeckt werden.
+Diese Umschläge müssen im Wechsel von 10 bis 15 Minuten erneuert und
+stundenlang fortgesetzt werden. Tritt tüchtiges Schwitzen hinzu, desto
+besser. Nach dem Schwitzen sind 26 Grad warme Halbbäder zu geben, d. h.
+der Erkrankte ist in eine Wanne zu setzen, nicht zu legen, und einige
+Minuten lang zu übergießen.
+
+Vorstehendes Verfahren hat sich bei verschiedentlich vorgekommenen
+Pilzvergiftungen aufs beste bewährt. Selbstverständlich ist ein Arzt
+sofort herbeizuholen. Als medizinisches Gegengift wirkt vorzüglich
+Atropin, das unter die Haut gespritzt wird. Diese Einspritzung darf nur
+vom Arzte vorgenommen werden.
+
+
+
+
+Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten?
+
+
+Möge nun das Pilzsammeln einen praktischen oder wissenschaftlichen Zweck
+verfolgen, so hat man mancherlei zu beachten, soll der Erfolg zur
+Zufriedenheit ausfallen. Zum Sammeln der Pilze lasse man sich vor allem
+einen Koffer fertigen aus starker Pappe mit Segelleinwand überzogen, mit
+Ölfarbe angestrichen und so eingerichtet, daß der Deckel beim Sammeln
+abzuheben geht und unten über den Boden gesteckt werden kann. An den
+beiden Stirnseiten des Koffers müssen Lederösen befestigt werden, durch
+die ein um den ganzen Koffer gehender breiter Lederriemen gezogen werden
+kann, an dem man den Koffer trägt. Durch diesen Riemen wird der
+abgenommene Deckel gleichzeitig am Boden festgehalten. Der Pilzkoffer
+des Verfassers hat eine Länge von 55 cm, ist 23 cm breit und 22 cm hoch,
+innen sind zwei Abteilungen, eine kleinere, in welche zwei leere
+Zigarrenkistchen übereinander bequem hineingehen und die für die
+wissenschaftliche Ausbeute bestimmt ist, sowie eine größere, um die für
+die Küche gesammelten Pilze aufzunehmen. Als Messer erfüllt eine starke
+sogenannte Gärtnerhippe am vollkommensten den Zweck, da man mit
+derselben die Pilze sehr schnell aus der Erde ablösen und emporheben
+kann, auch die festangewachsenen Baumpilze, die Baumporlinge usw.,
+bequem abzuschneiden imstande ist. Für wissenschaftliche Zwecke bedarf
+man zum Einhüllen zarter Pilze noch etwas Seidenpapier und neben den
+Zigarrenkistchen kleinere Pappkästchen. Mit dem oben beschriebenen
+Koffer kann man sich nicht nur überall zeigen, sondern es werden die
+Pilze auch sicher vor dem Zerdrücken und Zerquetschen bewahrt, was beim
+Sammeln in Pilznetzen und Pilzsäckchen nicht der Fall ist.
+
+Neben dem »Wie ist zu sammeln« bleibt noch das »Wo« zu besprechen. Es
+ist durchaus nicht zu empfehlen, aufs Geratewohl in Wald und Flur zu
+gehen, sondern auch hierbei sind einige praktische Erfahrungen zu
+beachten. Zuerst ist die Lage eines Waldes ins Auge zu fassen. Hier sind
+in nur einigermaßen günstigen d. h. etwas feuchten Jahren die nach Süden
+und Westen gelegenen Teile und Abhänge bedeutend ertragreicher als die
+nach Norden oder Nordosten liegenden. Nur in ganz trockenen Jahren ist
+es umgekehrt der Fall. Sehr bald wird man ferner auch die Erfahrung
+machen, daß sehr viele Sorten ihren besonderen Standort behaupten, auf
+denen sie immer in reicher Auswahl zu finden sind. So haben Wiesen,
+Waldränder, Waldwiesen, moosig-grasige Stellen, Hochwälder,
+Stangenwaldungen, Gebüsche, Waldwege, Dickichte usw. ihren ziemlich
+bestimmten Bestand an eigenen Sorten und halten ihn oft jahrelang fest.
+Hat man sich einmal diese Standorte ordentlich gemerkt, so wird man beim
+Wiederbesuchen derselben selten umsonst gehen, man wird immer seinen
+Teil finden.
+
+Durch diese sichere Kenntnis der Standorte ist der Verfasser in der
+Lage, binnen fünf bis sechs Stunden, also an einem Nachmittage, 80-100
+Sorten Pilze in 4-500 Exemplaren für die Pilzausstellungen sammeln zu
+können.
+
+
+
+
+Abbildungen und Beschreibung der Pilze
+
+
+#1. Spitz-Morchel.# Eßbar. *Morchélla cónica Pers.*
+
+Der _Hut_ ist kegelförmig, 3-5 cm breit, 4-10 cm hoch, nach oben
+geschlossen und an seinem Rande mit dem Stiele verwachsen. Das Innere
+der Morchel ist vom Stiele bis zur Hutspitze vollständig hohl, und die
+Wandungen sind kleienartig bestäubt. Die Oberfläche wird durch vielfach
+miteinander verbundene Rippen netzartig in kleine Gruben geteilt. Die
+_Färbung_ ist grau-, gelb- oder dunkelbraun. Das _Fleisch_ ist zart,
+zerbrechlich und sehr wohlschmeckend.
+
+Der _Stiel_ wird bis 5 cm lang, ist walzigrund und weiß.
+
+_Zeit_: Die Morchel wächst vorzugsweise im Frühlinge nach warmem Regen,
+je nach der Witterung in den wärmeren Gegenden bereits von Ende März, in
+den höheren Lagen vom April bis Ende Mai, seltener findet man sie
+vereinzelt im Herbst.
+
+_Standort_: Auf Waldwiesen, an Waldrändern und in Gärten, ganz besonders
+auch auf Abhängen der Tallagen, die lehmig-sandig und etwas kalkhaltig
+sind.
+
+_Wert_: Als sehr beliebte Feinkost wird sie überall gesammelt und
+verkauft.
+
+Alle Morchel- und Lorchelarten müssen sorgfältig bei der Zubereitung
+gewaschen werden, da sie viel Sand enthalten. (Siehe Seite 12 über
+Zubereitung der Pilze.)
+
+
+#2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.# Eßbar. *Gyromítra esculénta Pers.*
+
+Der _Hut_ ist sehr unregelmäßig, bis faustgroß, höckerig, grubig und mit
+wellenartig verlaufenden dicken Falten überzogen. Das Innere ist mit
+faltigen Hohlgängen durchzogen, weißgrau und feinfilzig. Die _Farbe_
+ändert sich von hellbraun bis dunkelbraun. Das _Fleisch_ ist wachsartig,
+sehr zerbrechlich und nicht stärker wie dünnes Leder.
+
+Der _Stiel_ ist faltig, dick, kurz, zusammengedrückt, anfangs markig und
+weiß, später hohl und grau.
+
+_Zeit_: Wächst ebenfalls im Frühling.
+
+_Standort_: Vorzugsweise in sandigen Nadelwäldern, auf alten
+Meilerstätten und alten Brandstellen.
+
+_Wert_: Derselbe ist gleich dem der Spitz-Morchel, nur ergiebiger. Von
+allen Morchel- und Lorchelarten kommt sie in erster Linie als
+»getrocknete Morchel« in den Handel.
+
+[Illustration: #1. Spitz-Morchel.# Eßbar. *Morchélla cónica Pers.*]
+
+[Illustration: #2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.# Eßbar. *Gyromítra
+esculénta Pers.*]
+
+
+#3. Speise-Morchel.# Eßbar. *Morchélla esculénta L.*
+
+Der _Hut_ besitzt eine rundlich-eiförmige, bei einer Abart fast
+kegelförmige Gestalt und ist mit zellenartigen Gruben bedeckt, deren
+Wandungen sich als Längs- oder Querfalten oder Rippen netzartig über den
+Hut ausbreiten. Diese zellenartigen Gruben sind ziemlich tief. Der Hut
+selbst hat einen Längsdurchschnitt von 7-12 cm und eine Breite von 5-8
+cm.
+
+Das _Hutfleisch_ ist ziemlich brüchig und auf der Innenseite rein weiß,
+feinfilzig und kleiig, bei älteren Exemplaren leicht rosa angehaucht.
+Die _Farbe_ des Hutes wechselt von hell-ockerfarbig bis tiefbraun mit im
+Alter schwärzlichen Rippenrändern.
+
+Der 4-10 cm hohe _Stiel_ ist weiß, später hellgelblich, oft dick, wie
+aufgeblasen, mit kurzen Falten oder unregelmäßigen Erhöhungen versehen
+und mit kleieartigen, feinen Körnchen behaftet.
+
+_Zeit_: Wächst in der Ebene bereits im April, im Gebirge erst im Mai.
+Anfangs Juni ist sie selten zu finden, kommt überhaupt nicht sehr häufig
+vor.
+
+_Standort_: In lichten Wäldern, Gebüschen, Schluchten und auf
+Grasplätzen. Man findet sie mehr auf lehmigem als auf sandigem Boden.
+
+_Wert_: Als Speise-Morchel ist sie sehr geschätzt und steht unstreitig
+als feinstschmeckende aller Morcheln obenan.
+
+
+#4. Goldgelber Ziegenbart.# Eßbar. *Clavariélla aúrea Schaeff.*
+
+Der _Fruchtkörper_ wird bis 15 cm hoch. Der _Strunk_ ist dick und teilt
+sich schon von unten an in weißfleischige, derbe Äste, die
+weißlich-gelb, nach oben gerade aufstrebend, vollständig rund mit
+hellgoldgelber _Farbe_ in meist zweiteilige, stumpfe Spitzchen endigen.
+
+_Zeit_: Wird vom Juli bis Oktober gefunden.
+
+_Standort_: Wächst vereinzelt oder truppweise vornehmlich in
+Nadelwäldern.
+
+_Wert_: Sehr wohlschmeckend, jedoch nur im Jugendzustande, denn mit dem
+Alter wird dieser Pilz, wie fast alle Ziegenbärte, bitter und
+ungenießbar.
+
+[Illustration: #3. Speise-Morchel.# Eßbar. *Morchélla esculénta L.*]
+
+[Illustration: #4. Goldgelber Ziegenbart.# Eßbar. *Clavariélla aúrea
+Schaeff.*]
+
+
+#5. Trauben-Ziegenbart. Rötlicher Ziegenbart.# Eßbar. *Clavária botrytes
+Pers.*
+
+Dieser Pilz wird hier und da noch mit den Namen Traubenbärentatze,
+rötliche Bärentatze, roter Hirschschwamm, Korallenschwamm, Hahnenkamm-
+oder Blumenkohlschwamm bezeichnet. Er hat einen dicken _Strunk_, der
+mitunter sehr dick und knollig ist.
+
+Das weiße _Fleisch_ ist sehr derb.
+
+Die aus dem Strunke emporsteigenden _Äste_ und _Zweige_ verzweigen sich
+nach verschiedenen Seiten, sind gerade oder gekrümmt, ziemlich rund und
+fleischig. Die kurz abgestutzten Enden der Ästchen sind rötlich. Er wird
+bis 12 cm hoch und mitunter bis 16 cm breit.
+
+_Zeit_ und _Standort_: Wächst im Herbste auf sandigem Boden der
+Nadelwälder und in Laubholzwaldungen.
+
+_Wert_: Im Jugendzustande und so lange er nicht bitter schmeckt, ist er
+eßbar und wohlschmeckend, in älterem Zustande verursacht er aber
+heftiges Leibweh und Durchfall.
+
+
+#6. Gelber Ziegenbart.# Eßbar. *Clavária flava Schaeff.*
+
+Dieser Pilz, der im Volksmunde Bärentatze, Bocksbart, Hahnenkamm genannt
+wird, besitzt einen weißgelblichen, knolligen, dicken, aufrechten
+_Strunk_, aus dem eine Anzahl walziger _Äste_ emporsteigen, die sich
+wieder in mehrere kleinere _Zweige_ teilen. Die kleinen Äste endigen in
+eine meist zweiteilige stumpfe Spitze.
+
+Das besonders in der Jugend sehr zarte _Fleisch_ des Strunkes ist weiß
+und dicht, das der Äste sehr brüchig.
+
+Die _Höhe_ des Ziegenbartes beträgt gewöhnlich 4-12 cm.
+
+Der _Geruch_ ist schwach, nicht unangenehm, der _Geschmack_ meist etwas
+bitterlich, besonders bei älteren Exemplaren.
+
+_Zeit_ und _Standort_: Wie bei voriger Art.
+
+[Illustration: #5. Trauben-Ziegenbart. Rötlicher Ziegenbart.# Eßbar.
+*Clavária botrytes Pers.*]
+
+[Illustration: #6. Gelber Ziegenbart.# Eßbar. *Clavária flava
+Schaeff.*]
+
+
+#7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.# Eßbar. *Sparássis ramósa
+Schaeff.*
+
+Dieser eigenartige Pilz besteht aus außergewöhnlich zahlreichen
+gelblich-weißen, über- und nebeneinander sich drängenden,
+arabeskenartigen _Blättern_, die auf der Ober- und Unterseite platt und
+eben sind. Das _Fleisch_ ist weiß. Er bildet oft riesige Köpfe und wird
+mitunter bis zu 15 Pfund schwer.
+
+Der _Strunk_ ist fleischig, dick und kommt tief aus der Erde heraus.
+
+Der _Geruch_ ist äußerst würzig, morchelartig duftend.
+
+Der _Geschmack_ ist nußartig.
+
+_Zeit_: Wächst vom August bis Ende September.
+
+_Standort_: Besonders in Kiefernwaldungen, wo er oft dicht an den
+Stämmen der Bäume zu finden ist.
+
+_Wert_: Frisch und getrocknet gehört er zu unseren vorzüglichsten und
+wertvollsten Speisepilzen. Leider wird er bald zähe und kann dann nur in
+getrocknetem Zustande verwendet werden. Die getrockneten Pilze geben
+abgekocht der Fleischbrühe einen trefflichen Geschmack.
+
+
+#8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, Dürrbehndel, Echter Mousseron.#
+Eßbar. *Marásmius alliátus Schaeff.*
+
+Schwindlinge werden diejenigen Pilzarten genannt, die hauptsächlich nur
+nach Regentagen zu finden sind, bei Sonnenschein aber schnell
+vertrocknen, verschwinden.
+
+Der dünnfleischige zähe _Hut_ des Lauch-Schwindlings ist anfangs flach
+gewölbt, später etwas verbogen ausgebreitet, weißlich-gelb,
+fleischfarbig oder hellbräunlich. Bei sonnigem Stande und trockenem
+Wetter runzelt er schnell zusammen und wird weißlich. Der Hut wird 1-3
+cm breit.
+
+Die _Blätter_ stehen mäßig dick, sind kraus und weiß.
+
+Der zähe, röhrige und glatte _Stiel_, 2-4 cm lang, ist glänzend, nach
+unten dunkel-rotbraun bis schwärzlich, nach oben heller.
+
+_Geruch_ und _Geschmack_ sind stark knoblauchartig.
+
+_Zeit_: Wächst bereits im Juni und ist bis zum Oktober zu finden.
+
+_Standort_: Auf Heideplätzen, an Waldrändern und an alten Baumwurzeln,
+besonders auch auf Holzschlägen. _Von vielen Pilzsammlern wird
+gewöhnlich ein anderer Schwindling, der eßbare, aber nicht schmackhafte
+Nadel- oder durchbohrende Schwindling_ (*Marásmius perforans Hoffm.*)
+_als guter Lauch-Schwindling angesehen._ Dieser wächst in Nadelwaldungen
+oft zu tausenden, wie gesät auf den Nadeln, aber er hat nicht den
+Lauchgeruch, sondern einen andern scharfen, fast unangenehmen.
+
+_Wert_: Als Zusatz zu Braten, zumal Hammelbraten, ist er sehr geschätzt
+und wird hier und da getrocknet zum Verkauf gebracht. Früher versorgten
+die unternehmenden Franzosen die größeren Feinkostgeschäfte in
+Deutschland mit ihren geschmackvoll hergestellten Paketchen, die
+gewöhnlich eine Mark kosteten, während der Pilz bei uns ohne Mühe nach
+starkem Gewitterregen tausendweise gesammelt werden könnte.
+
+[Illustration: #7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.# Eßbar. *Sparássis
+ramósa Schaeff.*]
+
+[Illustration: #8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, Dürrbehndel, Echter
+Mousseron.# Eßbar. *Marásmius alliátus Schaeff.*]
+
+
+#9. Nelken-Schwindling.# Eßbar. *Marásmius caryophylleus Schaeff.*
+
+Der dünnfleischige _Hut_ ist etwas zähe, anfangs kegelförmig, später
+etwas ausgebreitet und gebuckelt. Er erlangt einen Durchmesser von 2-5
+cm. Die Oberfläche ist glatt, trocken ledergelb oder hellbräunlich, nach
+dem Rande zu öfters schwach wässerig gezont, besonders bei feuchtem
+Wetter. Der Rand ist anfangs eingebogen, später gestreift.
+
+Der _Stiel_ ist voll, knorpelartig hart, bis 12 cm hoch, gefärbt wie der
+Hut und mit einem ganz feinen weißlichen Filze überzogen.
+
+Der _Geruch_ ist stark würzig, nelkenartig, der _Geschmack_ höchst
+angenehm.
+
+_Zeit_: Wächst das ganze Jahr hindurch, schon vom Mai bis zum Winter.
+
+_Standort_: Auf Wiesen, vorzugsweise aber auf Feldwegen und grasigen
+Feldrändern. Hier wächst er häufig in dichten Trupps kreisförmig,
+deshalb in verschiedenen Gegenden Kreisling, Krösling genannt.
+
+_Wert_: Wegen seines lieblichen, würzigen Wohlgeschmackes zählt er zu
+den feinsten Suppenpilzen. Getrocknet schrumpft er außerordentlich
+zusammen.
+
+[Illustration: #9. Nelken-Schwindling.# Eßbar. *Marásmius caryophylleus
+Schaeff.*]
+
+
+#10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.# Eßbar.
+*Cantharéllus cibárius Fr.*
+
+Der _Hut_ ist im Jugendzustande gewölbt, später ausgebreitet mit
+eingerolltem Rande und zuletzt trichterförmig, kraus und gelappt, im
+Durchmesser 1-8 cm. Die _Farbe_ ist dottergelb, nach der Mitte zu meist
+hellgelb; das _Fleisch_ ist gelblich. Hier und da kommt er weißlich,
+mitunter fast ganz weiß als seltene Abart vor. In mitteldeutschen
+Wäldern konnte der Verfasser außerdem zwei Jahre hintereinander sogar
+hellrosenrote Pfifferlinge an ein und demselben Standorte finden.
+
+Das _Fruchtlager_ an der Unterseite des Hutes läuft faltenförmig an dem
+Stiele herab, ist adernförmig und durch Querfalten mit einander reich
+verästelt.
+
+Der _Stiel_ erweitert sich nach oben trichterförmig und ist voll und
+fest.
+
+Der _Geruch_ ist sehr angenehm, der _Geschmack_ pfefferartig.
+
+_Zeit_: Wächst oft schon im Juni und findet sich bis zum Herbste in
+großen Mengen.
+
+_Standort_: Fast überall, besonders im Dickicht der Nadelwaldungen,
+moosigen Stellen, sowie in Laubwaldungen.
+
+_Wert_: Als einer unserer vorzüglichsten und am häufigsten vorkommenden
+Speisepilze eignet er sich für alle Zubereitungsarten; getrocknet muß er
+mindestens zwölf Stunden vor der Zubereitung in Wasser erweicht werden,
+sonst ist er etwas zäh. Er hält sich von allen Pilzen am längsten
+frisch, ist fast gar nicht madig und verursacht wenig Arbeit beim
+Reinigen. #Eine Verwechselung dieses allbekannten Pilzes kann höchstens
+mit dem sogenannten »Falschen Gelbling oder Pfifferling« stattfinden#,
+der aber viel dünnfleischiger ist, einen schwachen Stiel und
+orangerötliche Blätter besitzt, wenig Geschmack hat und nur in großen
+Mengen genossen etwas Leibschmerzen verursachen soll.
+
+[Illustration: #10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.#
+Eßbar. *Cantharéllus cibárius Fr.*]
+
+
+#11. Stein-Röhrling. Steinpilz, Herrenpilz.# Eßbar. *Bolétus edúlis
+Bull.*
+
+Der _Hut_ des jungen, halb in der Erde sitzenden Pilzes ist halbkugelig,
+später polsterförmig und wird 10-30 cm breit. Bei alten Exemplaren
+wendet sich der Rand etwas nach oben. Die _Farbe_ des Hutes ist anfangs
+weißlich, weißlichgelb, später gelbbraun bis dunkelbraun. Je nach dem
+Standorte ändert sich die Farbe, indem bei sonnigem Stande die dunkle,
+bei schattigem und feuchtem die hellere Färbung hervortritt. Das
+_Fleisch_ ist weiß und ändert sich nicht, bei alten Exemplaren färbt es
+sich jedoch unter der Oberhaut etwas rötlich.
+
+Die _Röhren_ auf der Unterseite des Hutes sind zuerst stets weiß, später
+gelblich und werden im Alter grünlich. Sie sind nicht angewachsen und
+lösen sich leicht vom Fleische.
+
+Der _Stiel_ ist im Jugendzustande immer knollig verdickt, streckt sich
+später walzenförmig und ist durchweg weichfleischig. Die Farbe des
+Stieles ist hellbräunlich, häufig fein genetzt, in ausgewachsenem
+Zustande mit langmaschiger Zeichnung.
+
+Der _Geruch_ ist angenehm, der _Geschmack_ nußartig.
+
+_Zeit_: Bei günstiger Witterung bereits von Ende Mai ab, häufiger im
+Sommer bis zum Herbste.
+
+_Standort_: In Laub- und Nadelwäldern, besonders in Kieferwaldungen,
+vorzugsweise auf Waldwiesen und an grasigen Waldrändern.
+
+_Wert_: Der Steinpilz ist der bekannteste und wohlschmeckendste aller
+Pilze, ebenso fein als Suppen- wie als Gemüsepilz, läßt sich auf jede
+Art einmachen und sehr gut trocknen.
+
+#Sehr oft wird mit dem Steinpilze der nicht giftige, aber ungenießbare
+Gallen-Röhrling verwechselt.# Die Röhren des Gallen-Röhrlings nehmen
+jedoch sehr bald eine zartrötliche Färbung an; das Futter ist auch
+voller, fast schaumartig und oft nach unten gewölbt. Ganz besonders
+gekennzeichnet ist der Stiel dieses Pilzes, denn er ist schon von Jugend
+an grubig genetzt und das Netz hat eine grünlich-gelbbraune Färbung. Der
+Geschmack ist außerordentlich bitter; ein einziger Pilz kann ein ganzes
+Pilzgericht verderben.
+
+[Illustration: #11. Stein-Röhrling. Steinpilz, Herrenpilz.# Eßbar.
+*Bolétus edúlis Bull.*]
+
+
+#12. Maronen-Röhrling.# Eßbar. Auch unter dem Namen »Tannenpilz«
+bekannt. *Bolétus bádius Fr.*
+
+Der _Hut_, anfangs halbkugelig gewölbt, später ausgebreitet, hat eine
+glatte, bei feuchtem Wetter klebrige, bei trocknem Wetter glänzende
+kastanienbraune Oberhaut und einen Durchmesser von 6-12 cm.
+
+Das weiße _Fleisch_, im Alter etwas gelblich, wird beim Bruche nach den
+Röhren zu schwach blau, nach der Oberseite etwas rötlich.
+
+Der _Stiel_ selbst ist von fast gleicher Farbe wie der Hut, gleich dick,
+mitunter gekrümmt.
+
+Der _Geruch_ ist frisch obstartig, der _Geschmack_ angenehm.
+
+_Kennzeichnende Merkmale_: Die kleinmündigen schmutziggelben Röhren
+werden beim Drucke grün und sind am Stiele buchtig angewachsen.
+
+_Zeit_: Im Sommer und im Herbst, in einzelnen Gegenden ziemlich häufig
+zu finden.
+
+_Standort_: In Nadel- und Laubwäldern. In Nadelwäldern bevorzugt er die
+älteren Stämme, in deren Nähe er sehr häufig ringsum in Gesellschaft
+wächst.
+
+_Wert_: Er gehört zu den wohlschmeckenden Pilzen. Das Sichverfärben des
+Fleisches ist kein Anzeichen für irgend eine Schädlichkeit (siehe
+Vorbemerkungen).
+
+[Illustration: #12. Maronen-Röhrling.# Eßbar. *Bolétus bádius Fr.*]
+
+
+#13. Rothaut-Röhrling.# Eßbar. *Bolétus rufus Schaeff.*
+
+Der _Hut_ ist fast stets trocken, etwas feinfilzig und wird nur bei sehr
+nassem Wetter schmierig. Der Durchmesser desselben kann von 5-20 cm, ja
+bis über 30 cm steigen. Die rotbraune, oft ins orangefarbige gehende
+Oberhaut ist immer nach dem Futter zu eingeschlagen, bei jungen Pilzen
+dicht an den Stiel gedrückt. Dieses Merkmal unterscheidet ihn vom
+rotbraunen Birkenpilze. Das _Fleisch_ wird außerdem nach dem Bruche oder
+Anschneiden violett, dann bläulich-schwarz.
+
+Die _Röhren_ sind schmutzig-weiß mit grauen Mündungen.
+
+Der _Stiel_ ist markig, nach oben schwächer werdend und mit grauen oder
+schwärzlichen Schüppchen flockig bekleidet.
+
+_Geruch_ und _Geschmack_ sind angenehm.
+
+_Zeit_: Vom Sommer bis Spätherbst.
+
+_Standort_: Diesen teilt er mit dem Birken-Röhrling, er findet sich
+jedoch auch in Nadelwaldungen und auf Heideplätzen, mitunter massenhaft.
+In feuchten Pilzjahren kommen manchmal ungewöhnliche Größen vor.
+
+_Wert_: Wegen seines häufigen Vorkommens und seines Wohlgeschmackes ein
+sehr bekannter und beachteter Pilz. Während er als Suppen- und
+Gemüsepilz vorzüglich ist, eignet er sich zum Trocknen und Einmachen
+weniger, da er stets eine schwärzliche Färbung annimmt.
+
+[Illustration: #13. Rothaut-Röhrling.# Eßbar. *Bolétus rufus Schaeff.*]
+
+
+#14. Birken-Röhrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.# Eßbar. *Bolétus scaber
+Bull.*
+
+Der _Hut_ ist bei feuchtem Wetter und in den frühen Morgenstunden mehr
+oder weniger schleimig, glatt und in der _Farbe_ veränderlich. Bald ist
+er hellbräunlich, bald rotbräunlich, ja auch grau oder dunkelbraun bis
+schwärzlich. Von der dunkleren Färbung dürfte er wohl auch den Namen
+Kapuzinerpilz haben. Der Hut ist gewölbt, polsterartig und wird 12-18 cm
+breit. Das _Fleisch_ ist weiß und verändert sich nicht.
+
+Die _Röhrenschicht_ mit kleinen feinen Mündungen ist im Anfange weiß,
+wird später aber grau.
+
+Der _Stiel_ ist schlank, verhältnismäßig schwach, flockig-schuppig und
+oft in der Mitte etwas bauchig. Im Jugendzustande ist das Fleisch
+desselben weich und brüchig, wird im Alter aber faserig und zäh.
+
+Der _Geschmack_ ist angenehm, aber etwas weichlich.
+
+_Zeit_: Im Spätsommer und Herbste.
+
+_Standort_: In lichten Laubwaldungen und Gebüschen. Wo Birken stehen,
+ist er fast unfehlbar zu finden.
+
+_Wert_: Guter Speisepilz, nur etwas weich. Verwertung dieselbe wie beim
+Stein-Röhrling (Abb. 11).
+
+[Illustration: #14. Birken-Röhrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.# Eßbar.
+*Bolétus scaber Bull.*]
+
+
+#15. Sand-Röhrling. Sandpilz.# Eßbar. *Bolétus variegátus Sw.*
+
+Der _Hut_, anfangs halbkugelförmig gewölbt, hat einen scharf
+eingerollten Rand, ist bräunlichgelb und mit büschelig-haarigen kleinen
+Flocken besetzt, die im Alter und nach Regenwetter verschwinden. Der
+Durchmesser beträgt 5-15 cm. Die Oberfläche ist trocken, bei Regenwetter
+jedoch etwas schleimig. Das _Fleisch_ ist gelblich-weiß und läuft beim
+Zerschneiden mehr oder weniger bläulich an.
+
+Die _Röhren_ sind sehr kurz, haben eine enge Mündung und sind
+schmutzig-gelblich, bräunlich oder auch olivgrün.
+
+Der _Stiel_ ist gleichmäßig dick, wird selten über 5 cm lang und ist in
+der Farbe etwas heller als der Hut.
+
+Der _Geruch_ ist eigentümlich scharf, nicht unangenehm, der _Geschmack_
+mild.
+
+_Zeit_: Im Sommer und Herbste.
+
+_Standort_: In Nadelwäldern und vorzugsweise in solchen mit sandigem
+Boden.
+
+_Wert_: Obwohl nicht zu den besseren Speisepilzen zählend, schmeckt er
+doch ganz gut. Wegen seines häufigen Vorkommens ist er ganz besonders
+zur Herstellung von Pilzextrakt geeignet, läßt sich aber nicht gut
+trocknen.
+
+[Illustration: #15. Sand-Röhrling. Sandpilz.# Eßbar. *Bolétus variegátus
+Sw.*]
+
+
+#16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe.# Eßbar. *Bolétus subtomentósus L.*
+
+Der _Hut_ ist stets kurzfilzig und von graugelblicher bis grüngelblicher
+Färbung, mitunter auch graubraun, hat aber immer einen olivgrünen
+Schein. Der Durchmesser des Hutes beträgt 5-13 cm. Im Alter, besonders
+bei trockenem Wetter, zerreißt sehr oft die Oberhaut und es bilden sich
+Felder. Bei Verletzung der Oberhaut werden die Wunden je nach der
+Witterung kirschrot oder gelb. Das _Fleisch_ ist derb und blaßgelb, wird
+aber beim Bruche mitunter etwas bläulich. Ganz besonders zeichnet er
+sich aus durch die _Röhren_, welche bei jungen Exemplaren schön
+zitronengelb, bei älteren Exemplaren schmutziggelb sind. Sie haben sehr
+weite und eckige Mündungen, derart angeordnet, daß kleinere mit
+größeren, engere mit weiteren vermischt sind.
+
+Der _Stiel_ ist meist rötlichbraun angelaufen und verhältnismäßig dünn
+und schlank.
+
+Der _Geruch_ ist säuerlich obstartig, der _Geschmack_ sehr schwach.
+
+_Zeit_: Im Sommer und Herbst.
+
+_Standort_: Vorzugsweise in Nadelwäldern, besonders auf grasig-moosigen
+Plätzen, sowie auf lehmigen Böschungen der Hohlwege im Walde. Er kommt
+meist einzeln vor.
+
+_Wert_: Er gehört unstreitig zu den wohlschmeckenden Pilzen und kann
+verschiedenartige Verwendung finden, nur taugt er nicht viel zum
+Trocknen.
+
+[Illustration: #16. Filz-Röhrling. Ziegenlippe.# Eßbar. *Bolétus
+subtomentósus L.*]
+
+
+#17. Butter-Röhrling. Ringpilz.# Eßbar. *Bolétus lúteus L.*
+
+Der _Hut_ ist bei feuchtem Wetter und am Morgen außerordentlich
+schmierig und schleimig, bei trockenem Wetter glänzend, gelblich,
+gelbbraun oder dunkelgelbbraun, nie rötlich. Der Durchmesser beträgt
+4-13 cm. Im Jugendzustande ist der Rand des Hutes stets mit dem Stiele
+durch einen weißen Schleier verbunden, der bei der Vollentwickelung als
+bläulich-schwarzer hängender Ring am Stiele zurückbleibt. Die Oberhaut
+ist leicht abziehbar. Das _Fleisch_ ist gelblich-weiß und
+unveränderlich.
+
+Die hellgelb aussehenden _Röhren_ sind mit dem Stiele verwachsen, aber
+nicht mit dem Hutfleische.
+
+Der _Stiel_ ist zylindrisch und wird bis 10 cm hoch. Er ist weißlich,
+fleischig voll und trägt ziemlich lange den schließlich verschwindenden
+Ring. Oberhalb desselben finden sich bräunliche, flockige Punkte.
+
+_Geruch_ und _Geschmack_ sind obstartig säuerlich.
+
+_Zeit_: Im Sommer und Herbste.
+
+_Standort_: Ganz besonders auf grasigen Waldwegen, Waldwiesen und
+Waldrändern, zwischen Moos und Gras, und in jungen bis mannshohen
+Fichtenanpflanzungen.
+
+_Wert_: Wird leider hier und da wegen seines schleimigen Hutes nicht so
+beachtet wie er es verdient. Da die Oberhaut fast mit einem Male
+abziehbar ist, ist er leicht zu putzen. Er gehört unstreitig zu unseren
+besten Speisepilzen, läßt sich aber nicht trocknen.
+
+[Illustration: #17. Butter-Röhrling. Ringpilz.# Eßbar. *Bolétus lúteus
+L.*]
+
+
+#18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.# Eßbar. *Psallióta campéstris L.*
+
+Der _Hut_ kommt fast kugelförmig aus der Erde, wird halbkugelig und
+breitet sich dann flach gewölbt aus. Die _Farbe_ ist weiß oder
+bräunlich, seidenhaarig, flockig und kleinschuppig. Einzelne Pilze
+werden bis 15 cm breit. (Bei den Pilzausstellungen des Verfassers kamen
+sogar öfters solche von über 30 cm Hutdurchmesser und 30 cm Stielhöhe
+zur Darstellung.) Das _Fleisch_ ist dick, massig und weiß, bei
+Verletzung wird es oft rötlich.
+
+Die anfangs rosaroten, später schokoladenbraun werdenden _Blätter_
+kennzeichnen den Feld-Edelpilz ganz vorzüglich und sind das beste und
+untrüglichste Erkennungszeichen für den guten Edelpilz.
+
+#Leider wird dieser herrliche Pilz öfters mit dem giftigsten unserer
+Pilze, dem _Gelblichen Gift-Wulstling_ (Knollenblätterpilz),
+verwechselt# (vergl. nächste Abbildung, Nr. 19). #Der Feld-Edelpilz hat
+aber am unteren Ende des Stieles _keine_ Knollen wie der
+Gift-Wulstling.#
+
+Der _Stiel_ ist voll, weiß und trägt in der Mitte einen dicken weißen
+häutigen Ring oder Manschette. Er wird mitunter bis 8 cm hoch.
+
+_Geruch_ und _Geschmack_ sind ganz vorzüglich.
+
+_Zeit_: Ganz besonders gedeiht er in trockenen Jahren nach einem Regen
+auf mit Pferdedünger oder Jauche gedüngten Wiesen mitunter schon Ende
+Juni, dann im Hochsommer und Herbste.
+
+_Standort_: Er wächst auf Wiesen, Feldrainen und Wegerändern.
+
+_Wert_: Unstreitig der im Geschmacke beste Pilz, weshalb er auch überall
+gezüchtet wird. Er läßt sich sehr gut züchten, siehe Abhandlung über
+Züchtung der Pilze.
+
+Seine Verwendbarkeit ist eine außerordentlich vielseitige.
+
+[Illustration: #18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.# Eßbar. *Psallióta
+campéstris L.*]
+
+
+#19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenblätterpilz.# Sehr
+giftig! *Amaníta bulbósa Bull.*
+
+Der _Hut_ ist anfangs fast immer gelblich-grün, später weißlich bis weiß
+werdend, meist mit den weißlichen Fetzen der früheren Hülle bedeckt, 5-8
+cm breit. Diese älteren Knollenblätterpilze mit den mehr weißen Hüten
+geben einzig und allein die Veranlassung zur Verwechslung mit dem
+Edelpilze (Champignon). Dieser Edelpilz hat aber im Jugendzustande
+rosafarbiges, später schokoladenbraunes Futter. Es wird leider viel zu
+viel Wert auf die _Farbe_ des Hutes statt auf die _Blätter_ gelegt.
+
+Eine ebenso giftige Abart *A. Mappa Batsch* hat eine durchweg gelbe
+Färbung des Hutes mit weißen Pusteln.
+
+Eine weitere, auch giftige Art, der grüne Knollenblätterpilz (*Am.
+phalloídes Fr.*), führt seltener zu Verwechselungen, da er durch seine
+ausgeprägte Grünfärbung von selbst warnt. Dieser grüne Knollenblätterpilz
+kommt aber viel seltener vor.
+
+Das _Fleisch_ des Gift-Wulstlings ist weiß, ebenso die _Blätter_.
+
+Der _Stiel_ ist schlank, anfangs markig, später an der Spitze hohl, weiß
+und mit einer gelblichweißen Manschette versehen. #Das untrüglichste
+Kennzeichen dieses Giftpilzes ist die ausgeprägte runde Knolle am Fuße
+des Stieles. Diese Knolle ist mit einer häutigen Scheibe umgeben.#
+
+_Geruch_ und _Geschmack_ sind durchaus nicht unangenehm, der Geschmack
+sogar mild und erinnert an grüne Kartoffeln.
+
+_Zeit_: Vom Sommer bis zum Herbste.
+
+_Standort_: Seinen Standort hat er in Wäldern und Gebüschen, meist
+truppweise.
+
+_Wert_: Wohl kein Pilz ist so giftig wie dieser; er ist um so
+gefährlicher, weil die Wirkung des Giftes erst nach 12-16 Stunden
+eintritt.
+
+[Illustration: #19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher
+Knollenblätterpilz.# Sehr giftig! *Amaníta bulbósa Bull.*]
+
+
+#20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.# Eßbar. *Amaníta pustuláta Schaeff. (A.
+rubéscens Pers.)*
+
+Im Volksmunde der hellrote Fliegenpilz genannt, besitzt er einen
+schmutzig-rötlichen, blaß-fleischfarbigen, braunrötlichen oder
+bräunlichen _Hut_, der mehr oder weniger mit Pusteln besetzt ist,
+ähnlich wie der Fliegenpilz. Unter der leicht abziehbaren Oberhaut zeigt
+sich das _Fleisch_ blaßrötlich, ist aber im Innern weiß.
+
+Die _Blätter_ sind anfangs weiß, erst im Alter etwas rötlich und dicht
+stehend.
+
+Der ganz besonders in der Jugend _kegelförmige_, ebenfalls rötlich
+angehauchte _Stiel_ streckt sich später ziemlich gleichmäßig schlank und
+walzig. Vom Hute laufen bis ans Ende der Manschette feine Striche. Der
+Fuß des Stieles läuft in einen mit Schuppen und Warzen bedeckten Knollen
+aus.
+
+Der _Geruch_ ist schwach, der _Geschmack_ anfangs mild, später etwas
+kratzend.
+
+_Zeit_: Ziemlich früh und ist im Herbste seltener zu finden.
+
+_Standort_: Vorzugsweise in hohem Stangenwalde, sowie in wenig begrasten
+Gebüschen.
+
+_Wert_: Nach dem Abziehen der Oberhaut bildet er einen vorzüglichen
+Speisepilz (siehe »Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen«, S. 19).
+Zum Trocknen eignet er sich nicht, wohl aber zum Gemüse und Einmachen
+und besonders zum Bereiten von Pilzextrakt (siehe S. 15).
+
+#In verschiedenen Fällen ist der Perlen-Wulstling mit dem so giftigen
+Königsfliegenpilz verwechselt worden.# Dieser hat aber stets die reine
+ledergelbliche oder dunkelrotbraune, also keine fleischfarbig-rötliche
+Oberhaut. Auch zeigt der Königsfliegenpilz unter der Oberhaut die
+gelbrote Farbe des Fleisches wie der Fliegenpilz, während die des
+Perlpilzes fleischrot ist. Man vergleiche nur scharf die Abbildungen
+(siehe auch Abb. 21) und die Beschreibungen.
+
+[Illustration: #20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.# Eßbar. *Amaníta
+pustuláta Schaeff. (A. rubéscens Pers.)*]
+
+
+#21. Königs-Fliegenpilz.# Sehr giftig! *Amaníta regális Fr.*
+
+Der anfangs kugelige _Hut_ wird später flach, sich mitunter etwas nach
+der Mitte vertiefend. Er wird bis 20 cm breit. Die Oberhaut ist anfangs
+dunkelrotbraun, später leberbraun und bei alten Pilzen mit fast
+silbergrauem Hauche überzogen. Die den Hut bedeckenden _Flocken_ sind
+gelblichweiß oder weiß, mehr oder weniger dicht aufliegend. Der Rand ist
+gestreift. Beim Durchschnitt zeigt das _Fleisch_ nach der Oberhaut einen
+rotbraunen Rand und ist nach den Lamellen hin bräunlichgelb gefärbt. Die
+_Blätter_ sind weiß.
+
+Der _Stiel_ ist anfangs voll, später hohl und hat gelbliches Fleisch. Er
+besitzt am Grunde einen fast rundlichen Knollen mit einer ziemlich lose
+sitzenden Hülle, die sehr regelmäßig in einzelne Ringe sich trennt, so
+daß man oft mehrere solcher Ringe deutlich zählen kann. Diese Hülle ist
+fast ockergelb, wie denn auch der Stiel vom Fuße bis zur Hülle eine
+gelbe Farbe besitzt. Der unregelmäßig gestaltete häutige Ring ist am
+Rande ebenfalls gelb.
+
+Der _Geruch_ ist gering, der _Geschmack_ unangenehm.
+
+_Zeit_: Im Sommer und ist bis zum Herbste zu finden. Dieser Pilz kommt
+nicht sehr häufig vor.
+
+_Standort_: Im Nadelwalde vorzugsweise an Waldrändern, auch in
+Gebüschen.
+
+_Wert_: Nach den Erfahrungen des Verfassers #gehört er mit zu den
+giftigsten Pilzen, denn verschiedene Vergiftungen endeten mit dem Tode.
+Es ist daher vor diesem Pilze ganz besonders zu warnen, da er
+nachweisbar mit dem Perlen-Wulstling (Abb. 20) verwechselt wurde.#
+Dieser jedoch und der eßbare Pantherpilz sind vom Hute bis mit dem
+herabhängenden Ringe gestrichelt, der Königs-Fliegenpilz aber ist
+glatt.
+
+[Illustration: #21. Königs-Fliegenpilz.# Sehr giftig! *Amaníta regális
+Fr.*]
+
+
+#22. Großer Schirmling.# Eßbar. *Lepióta procéra Scop.*
+
+Der _Hut_ erscheint anfangs wie ein Paukenschlägel und breitet sich dann
+schirmdachförmig aus. Dabei platzt die graubraune dürre Oberhaut und
+bildet braune dachziegelförmig liegende Schuppen, nach der Mitte in
+einen dunkelbraunen Buckel übergehend. Das _Fleisch_ ist im
+Jugendzustande weich, später aber zäh und dürr. Dieser Pilz gehört zu
+den stattlichsten, denn sein Hut wird bis 25, ja 30 cm breit.
+
+Die _Blätter_ sind breit, weiß, weich, stehen dicht und ganz frei vom
+Stiele.
+
+Der röhrig-hohle _Stiel_, mitunter 15-30 cm hoch, prächtig
+braungefleckt, ist nach aufwärts etwas verdünnt und am Grunde knollig
+verdickt. Außerdem trägt er einen dicken, lederartigen und
+verschiebbaren Ring.
+
+Der _Geruch_ ist angenehm und das Fleisch hat einen süßen _Geschmack_.
+
+_Zeit_: In den Monaten August bis Oktober.
+
+_Standort_: Auf lichten Waldstellen, Grasplätzen und an Waldrändern.
+
+_Wert_: Im Jugendzustande wohlschmeckend, verliert er im Alter den
+Geschmack und ist dann zäh.
+
+Er kann leicht verwechselt werden mit einer ihm ähnlichen Art, dem
+ebenfalls eßbaren Safran-Schirmling, *Lepióta rhacótes Vitt*, dessen Hut
+fast ebenso geschuppt, aber etwas kleiner im Durchmesser ist. Dieser
+Pilz zeigt aber beim Durchschneiden oder bei Verletzung zuerst
+orangefarbiges, dann safranfarbiges oder blutrotes Fleisch, auch der
+Stiel hat beim Abschneiden diese Farben, ist aber außen nicht so schön
+braungefleckt, sondern einfarbig schmutzigbräunlich.
+
+[Illustration: #22. Großer Schirmling.# Eßbar. *Lepióta procéra Scop.*]
+
+
+#23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling.# Eßbar. *Lactária
+deliciósa L.*
+
+Der _Hut_ dieses vorzüglichen Pilzes ist orangefarbig oder ziegelrot,
+meist gezont in orangefarbige und grünliche Ringe. Im Alter wird er
+grünspanfarbig, wie denn auch bei Verletzung diese Farbe stets
+hervortritt. Jung ist er flach mit nach unten gleichmäßig gebogenem
+Rande, später wird er trichterförmig. Bei feuchtem Wetter ist der Hut
+schmierig und wächst dann glatt ohne Zonenringe.
+
+Das _Fleisch_ ist ebenfalls rötlichgelb und läßt beim Bruche eine
+#orangerote# Milch reichlich heraustropfen; dies ist das sicherste
+_Kennzeichen_ für diesen Pilz.
+
+Die gelben _Blätter_ laufen etwas am Stiele herab und werden beim Drucke
+ebenfalls sofort grünspanfarbig.
+
+Der _Stiel_ ist dem Hute gleichfarbig, anfangs voll, später hohl.
+
+Der _Geruch_ ist außerordentlich aromatisch, der _Geschmack_ mild und
+angenehm würzig.
+
+_Zeit_: Vielfach in großer Menge bereits Ende Juni bis in den November
+hinein.
+
+_Standort_: Wächst unter dichtem Nadelgebüsch, auf feuchten, moosigen
+Wiesen und auf mit Heidekraut und Wacholdersträuchern bestandenen
+Waldhügeln. #Oft wächst er auf einer Stelle zusammen mit dem zum
+Verwechseln ähnlichen giftigen Milchling (Giftreizker)# (siehe Abb. 24),
+#der jedoch einen zottigen Hutrand und _weiße_ Milch besitzt#, auch ist
+dessen Geschmack bitter, beißend und scharf. Eine andere, aber
+ungefährliche Verwechslung kann mit dem Blut-Milchling, *Lactárius
+sanguifluus Paul*, vorkommen, der aber eßbar ist. Dieser Pilz hat eine
+#blutweinrote# Milch, die Blätter laufen am Stiele herab. Er sieht dem
+guten Reizker sehr ähnlich und kommt nur auf kalkhaltigem Boden vor.
+
+_Wert_: Er gehört zu unsern wertvollsten Speisepilzen und läßt sich auf
+alle mögliche Arten verwerten, nur beim Trocknen verliert er an Geruch
+und Geschmack. Der von ihm bereitete Pilzextrakt wird im Wohlgeschmack
+von keinem Extrakt anderer Pilze übertroffen.
+
+[Illustration: #23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, Röstling.#
+Eßbar. *Lactária deliciósa L.*]
+
+
+#24. Gift-Milchling. Giftreizker.# Giftig! *Lactária torminósa Schaeff.*
+
+Der _Hut_ dieses Pilzes sieht im Jugendzustande dem des guten Reizkers
+oft täuschend ähnlich, nur wird er nie ziegelrot oder grünlich, sondern
+mehr fleischfarben, aber ebenfalls mehr oder weniger gezont. _Sehr
+charakteristisch ist der stets zottig behaarte Rand des Hutes._
+
+Das _Fleisch_ ist weiß und sondert eine _weiße_ Milch ab, während der
+gute Reizker orangerote Milch absondert.
+
+Die _Blätter_ sind weißlich.
+
+Der _Stiel_ ist dem Hute gleichfarbig, im Alter hohl und brüchig.
+
+Der _Geruch_ ist nicht besonders auffallend, der _Geschmack_ aber
+bitter, beißend und scharf.
+
+_Zeit_: Im Sommer und Herbst.
+
+_Standort_: Er wächst gern unter Birken, in Gebüschen, auf Heideplätzen,
+moosigen Wiesen und da zwischen den echten Reizkern.
+
+_Wert_: Er ist entschieden giftig, wie zweifelsohne mehrere dem
+Verfasser bekannte Vergiftungsfälle dies bewiesen haben. Das Einprägen
+der Merkmale hütet vor Verwechslung.
+
+Über das sogenannte Entgiften der Pilze siehe Abhandlung Seite 19: Wie
+schützt man sich vor Pilzvergiftungen?
+
+[Illustration: #24. Gift-Milchling. Giftreizker.# Giftig! *Lactária
+torminósa Schaeff.*]
+
+
+#25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz.# Eßbar. *Lactária voléma Fr.*
+
+Der _Hut_ ist gleichmäßig, rotgelb oder hellrötlichbraun und wird bis
+12, mitunter 15 cm breit. Im Alter bekommt er Risse, in der Jugend ist
+der Hutrand etwas eingerollt.
+
+Das _Fleisch_ ist fest, dick und enthält sehr viel weiße Milch. Diese
+tropft bei Verletzung sehr reichlich heraus.
+
+Die _Blätter_ sind anfangs blaßgelb, werden später bräunlich und färben
+sich auch beim Drucke braun.
+
+Der _Stiel_ ist in der Farbe dem Hute gleich, ziemlich dick, wird bis 12
+cm hoch und rundet sich am Ende ab.
+
+Der _Geruch_ ist bei jungen Pilzen angenehm, während ältere tranig
+riechen.
+
+Der _Geschmack_ ist angenehm, fast süß.
+
+_Zeit_: Im Sommer und Herbst.
+
+_Standort_: In Laub- und Nadelwaldungen meist an feuchten Stellen und
+kommt oft truppweise vor.
+
+_Wert_: Er wird vielfach roh gegessen und gibt besonders eine ganz
+vorzügliche Speise, wenn er gerieben und dann gebacken wird.
+
+Für den Nichtkundigen ist eine Verwechselung mit dem nicht giftigen,
+aber ungenießbaren #braunroten Milchling# möglich, doch ist die Oberhaut
+dieses Milchlings feinflockig, der Rand filzig und der Geschmack der bei
+einer Verletzung sehr reichlich hervorquellenden ebenfalls weißen Milch
+sehr scharf brennend.
+
+[Illustration: #25. Birnen-Milchling. Brätling, Brotpilz.# Eßbar.
+*Lactária voléma Fr.*]
+
+
+#26. Grünlicher Täubling.# Eßbar. *Rússula viréscens Schaeff.*
+
+Die Täublinge, die bei einzelnen Arten eine mannigfaltige
+Farbenverschiedenheit zeigen, sind vom Laien sehr schwer zu bestimmen.
+
+Der _Hut_ des grünlichen Täublings ist anfangs halbkugelig, breitet sich
+später flach gewölbt aus, hat einen stumpfen, glatten Rand und wird 6-12
+cm breit. Die trockene Oberhaut ist graugrün, mitunter bräunlich- oder
+gelblichgrün verblassend, zerreißt teilweise und wird dann flockig oder
+gefeldert und warzig. Das dicke _Fleisch_ ist derb und weiß. Das Fleisch
+aller Täublinge ist härter als das der anderen Pilze.
+
+Die _Blätter_ stehen mäßig dicht, sind teils ungleich lang, teils
+gegabelt.
+
+Der fleischige _Stiel_ wird bis 8 cm lang, ist weiß und meist, zumal bei
+jungen Pilzen, nach unten verdickt.
+
+Der _Geruch_ ist gering, der _Geschmack_ mild.
+
+_Zeit_: Vom Juli bis September.
+
+_Standort_: Findet sich meistens nur in Laubwäldern und in Gebüschen.
+
+_Wert_: Er ist eßbar und gehört zu den schmackhafteren Täublingen. Für
+die Verwertung der Täublinge als Speise kann man die Regel aufstellen,
+daß alle mild schmeckenden Täublinge und solche mit gelblichen und
+gelben Blättern eßbar, alle beißend und unangenehm schmeckenden
+ungenießbar sind. Alle Täublinge können wegen ihres derben Fleisches mit
+wenigen Ausnahmen nur als Mischpilze verwendet werden.
+
+[Illustration: #26. Grünlicher Täubling. Eßbar.# *Rússula viréscens
+Schaeff.*]
+
+
+#27. Ledergelbblättriger Täubling.# Eßbar. *Russulína alutácea Pers.*
+
+Der _Hut_, anfangs halbkugelförmig, breitet sich bald flach aus und ist
+später in der Mitte niedergedrückt. Er wird 5-15 cm breit. Sein Rand ist
+dünn, anfangs glatt, später höckerig gerieft. Die _Farbe_ des Hutes ist
+sehr verschieden. Unter den Täublingen ist dieser Pilz das reine
+Chamäleon, denn die jungen Pilze sind entweder grünlich, grünlichgelb,
+ins Rote spielend, blutrot, braunrot, purpurrot oder kirschbraun. Die
+dünne Oberhaut läßt sich leicht abziehen.
+
+Die _Blätter_ stehen frei am Stiele oder sind nur kurz angeheftet,
+ziemlich breit, anfangs gelblich, später lederartig, daher der Name des
+Pilzes.
+
+Der volle, walzenförmige _Stiel_ ist meist weiß, seltener rot
+angehaucht.
+
+_Geruch_ gering, _Geschmack_ angenehm mild.
+
+_Zeit_: Vom August bis November.
+
+_Standort_: Er kommt in Laub- und Nadelwäldern vor, jedoch nicht in
+allen Gegenden. Wo er wächst, findet er sich aber in großen Mengen.
+
+_Wert_: Er gehört zu den wohlschmeckenden Täublingen.
+
+Mit echtem Weinessig als Salat zubereitet schmeckt er vorzüglich.
+
+[Illustration: #27. Ledergelbblättriger Täubling.# Eßbar. *Russulína
+alutácea Pers.*]
+
+
+#28. Samtfuß-Krämpling.# Genießbar. *Paxíllus atrotomentósus Batsch.*
+
+Der außerordentlich dickfleischige _Hut_, meist an Baumstümpfen
+einseitig vorgestreckt, erreicht mitunter einen Durchmesser von 20 cm
+und mehr. Die Oberfläche ist erst braun, samtartig feinfilzig, bei
+trockenem Wetter rissig. Der Rand des Hutes ist scharf eingerollt, das
+Fleisch gelblichweiß, wässerig.
+
+Die _Blätter_ sind kurz herablaufend, gelblich.
+
+Der _Stiel_ ist kurz, dick und außen mit schwarzbraunem oder ganz
+schwarzem dichtzottigen Filze bekleidet.
+
+_Geruch_ und _Geschmack_ sind säuerlich.
+
+_Zeit_: Vom Anfang des Herbstes an.
+
+_Standort_: In Nadelwäldern am Grunde alter Stämme oder an Wurzeln.
+
+_Wert_: Im Vogtlande und Erzgebirge wird er viel eingetragen und zu
+sauren Kartoffelstückchen mitgekocht. Er schmeckt auch für sich gebraten
+säuerlich, alte und große Pilze sogar widrig.
+
+
+#29. Kahler Krämpling.# Eßbar. *Paxíllus involútus Batsch.*
+
+Der _Hut_, anfangs flach gewölbt, 5-15 cm breit, wird später fast
+trichterförmig. Die Oberfläche ist glatt, glänzend und ockerbraun oder
+gelbbraun, in der Mitte etwas schleimig. Eine Abart ist fast gelb. Das
+_Fleisch_ ist gelblich und wird bei Verletzung bräunlich oder
+rotbräunlich. Der Rand des Hutes ist ebenfalls scharf eingerollt (das
+charakteristische Kennzeichen der Krämplinge, daher auch ihr Name),
+filzigzottig. Die gelblichen Blätter sind nach hinten durch Queradern
+verbunden, laufen am Stiele herab und werden durch Druck braunfleckig.
+
+_Geruch_ und _Geschmack_ angenehm, etwas säuerlich.
+
+_Zeit_: Schon vom Juni an bis zum Spätherbst.
+
+_Standort_: In Wäldern, Gebüschen, in Gräben, an Wegen, in Gärten, fast
+überall.
+
+_Wert_: Er gehört zu den wohlschmeckenden Mischpilzen und ist deshalb
+wertvoll, weil er in großen Mengen zu finden ist. Das Fleisch färbt sich
+beim Kochen und Braten dunkel. Außerdem läßt er sich gut trocknen.
+
+[Illustration: #28. Samtfuß-Krämpling.# Genießbar. *Paxíllus
+atrotomentósus Batsch.*]
+
+[Illustration: #29. Kahler Krämpling.# Eßbar. *Paxíllus involútus
+Batsch.*]
+
+
+#30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker.# Eßbar. *Agáricus
+(Tricholóma) equéster L.*
+
+Der _Hut_ erhebt sich wenig über den Erdboden, er ist anfangs glockig
+gewölbt, bei feuchtem Wetter schleimig-klebrig, verflacht sich später,
+behält aber in der Mitte einen kleinen Buckel. Er wird bis 10 cm breit,
+ist fleischig, braungelb, mitunter olivgelb und feinschuppig. Das
+_Fleisch_ ist gelb.
+
+Die _Blätter_ stehen ziemlich dicht, sind an dem Stiele ausgerandet und
+schwefelgelb.
+
+Der _Stiel_, anfangs nach unten verdickt, ebenfalls schwefelgelb, ist
+meistens glatt, selten feingeschuppt und sitzt fast immer im Erdboden.
+
+_Geruch_ und _Geschmack_ sind angenehm.
+
+_Zeit_: Im Spätherbst.
+
+_Standort_: In Nadelwäldern, vorzugsweise in Kiefernwaldungen in großen
+Mengen, meist truppweise.
+
+_Wert_: Von seiner Oberhaut befreit (die einen erdigen Geschmack
+besitzt), zählt er zu den besten Herbst-Speisepilzen und bildet bereits
+seit langer Zeit im Osten Deutschlands einen gesuchten Handelsartikel.
+Seit einigen Jahren kommt er auch in mitteldeutschen Großstädten in
+größeren Mengen zum Verkauf. In Schweden kommt er in sehr großen Mengen
+vor.
+
+[Illustration: #30. Echter Ritterling. Grünling, Grünreizker.# Eßbar.
+*Agáricus (Tricholóma) equéster L.*]
+
+
+#31. Grauer Ritterling.# Eßbar. *Agáricus (Tricholóma) portentósus Fr.*
+
+Der anfangs gewölbte _Hut_ breitet sich später aus, bleibt aber meist
+gebuckelt und wird 6-12 cm breit. Der Rand ist eingezogen und
+unregelmäßig geschweift, bei trockenem Wetter oft spaltig zerrissen. Die
+_Farbe_ der Oberhaut ist hell- bis dunkel-aschgrau, mit feinen
+eingewachsenen schwarzen Linien, und verbleicht bei älteren Pilzen nach
+dem Rande zu ins schmutzig Gelbgraue. Die Oberhaut läßt sich leicht
+abziehen.
+
+Das _Fleisch_ und die _Lamellen_ sind weiß oder weißlichgelb.
+
+Der _Stiel_, voll und walzenförmig, ist fein gestreift, meist
+weißlichgelb und sitzt fast immer bis zum Hute in der Erde. Beim
+Zerbrechen zerteilt er sich, und die faserigen Stränge rollen sich nach
+außen zurück.
+
+Der _Geruch_ ist erdig, der _Geschmack_ angenehm.
+
+_Zeit_: Erst im Oktober und findet sich oft noch nach vorübergehenden
+Frösten bis zum Dezember.
+
+_Standort_: Nur in Nadelwäldern, ganz besonders aber in Kiefernwaldungen
+oft in großen Mengen, meist truppweise.
+
+_Wert_: Er gehört zu unseren wertvollsten und vorzüglichsten
+Speisepilzen, nur muß die Oberhaut wegen des erdigen Geschmackes
+entfernt werden.
+
+Dieser Ritterling wird viel vom Wilde angegangen, ganz besonders aber
+von den Eichhörnchen.
+
+[Illustration: #31. Grauer Ritterling.# Eßbar. *Agáricus (Tricholóma)
+portentósus Fr.*]
+
+
+#32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen.# Eßbar. *Pholióta mutábilis
+Schaeff.*
+
+Der _Hut_ ist anfangs gewölbt, später flach ausgebreitet mit etwas
+stumpfer Erhöhung in der Mitte, lederbraun und nach dem Rande zu oft
+ringförmig mit wässerig-hellbraunem Farbentone.
+
+Das _Fleisch_ ist etwas wässerig und bräunlich.
+
+Die _Blätter_ sind anfangs hellbraun, später rostbraun. Bei den älteren
+Pilzen laufen die Blätter etwas am Stiele herab.
+
+Der _Stiel_ ist ganz besonders charakteristisch, nämlich feinsparrig
+geschuppt mit einem häutigen, bräunlich-schwärzlichen Ringe, der
+allerdings oft verschwindet. Nach unten ist er schwärzlichbraun, nach
+oben hellbraun.
+
+Der _Geruch_ ist sehr aromatisch, der _Geschmack_ gut.
+
+_Zeit_: Bereits vom Mai ab bis zum Herbst.
+
+_Standort_: An alten, harten, vorzugsweise Buchenstöcken, stets
+büschelweise.
+
+_Wert_: Als Suppenpilz einer der vorzüglichsten und gesuchtesten. Läßt
+sich außerdem sehr gut züchten. Bringt man alte Buchenstöcke, an denen
+bereits Stockschwämmchen gewachsen waren, in einen Garten an eine etwas
+schattige Stelle, so kann man fast den ganzen Sommer hindurch Pilze
+ernten. Man hat nur nötig, den Stamm von Zeit zu Zeit feucht zu halten.
+
+#Eine _Verwechselung_ mit dem giftigen _Büschligen Schwefelkopfe_ kann
+außerordentlich leicht geschehen#, doch werden bei letzterem die anfangs
+gelben Blätter bald grünlich, zuletzt schwärzlichgrün; auch ist der
+Stiel glatt und hellgelb, der Geruch unangenehm und der Geschmack
+bitter. Er wächst sehr zahlreich und mitunter gemeinsam mit dem
+Stockschwämmchen. Vergl. Abb. 34.
+
+[Illustration: #32. Stock-Schüppling. Stockschwämmchen.# Eßbar.
+*Pholióta mutábilis Schaeff.*]
+
+
+#33. Honiggelber Hallimasch.# Eßbar. *Armillária méllea Quel.*
+
+Der _Hut_ ist honiggelb bis schmutzigbraun, mit bräunlichen, leicht
+abwischbaren Schüppchen und kleinen Faserbüscheln besät. Anfangs
+eingerollt, mit dem Stiele durch einen Schleier verbunden, breitet er
+sich später flach aus. Er wird bis 12 cm breit.
+
+Das _Fleisch_ ist hellbräunlich.
+
+Die _Blätter_ stehen weitläufig, sind weißlich bleich, später bräunlich
+und oft gefleckt.
+
+Der _Stiel_ trägt einen flockigen Ring, ist anfangs rötlichbraun, später
+graugelb und nach unten olivbraun oder grünlichgrau. Am Grunde ist er
+verdickt, wird 5-12 cm lang und ist faserig und zäh.
+
+Der _Geruch_ ist schwach süßlich, der _Geschmack_ säuerlich-herb,
+zusammenziehend, unangenehm.
+
+_Zeit_ und _Standort_: Wächst erst im September in großer Menge an alten
+Stöcken, alten Stämmen und Wurzeln. Die Sporen der älteren höher
+stehenden Hüte lagern sich oft schimmelartig auf die unteren. Sein Myzel
+bildet bei Abschluß des Lichtes eigentümliche Stränge (*Rhizomorpha*),
+die nicht nur in altem Holze (wie in Bergwerken), sondern auch in
+frischen Stämmen anzutreffen sind und zerstörend auf das Holz und Leben
+der Bäume einwirken. Der Pilz gehört deshalb zu den von allen
+Forstleuten gefürchteten Schädlingen. -- Aber nicht nur im Walde ist er
+ein Schädling, sondern auch für die Obstbäume (Birnen, Apfel-und
+Pflaumenbäume). Ganz besonders befällt er die Obstbäume derjenigen
+Gärten, die in der Nähe des Waldes liegen. Da das Myzel jahrelang
+zwischen der Rinde und dem Holze wuchert, ohne daß es Fruchtkörper
+bildet, so werden diese Bäume langsam abgetötet. Der Besitzer erkennt
+die Ursache des Absterbens erst dann, wenn die Fruchtkörper erscheinen.
+Von dem Myzel befallenes Holz und Wurzeln leuchten im Finstern lebhaft.
+
+_Wert_: Trotz seines im frischen Zustande garstigen Geschmackes ist er
+zubereitet ein wohlschmeckender Pilz, den man tragkorbweise sammeln
+kann. Zum Trocknen und Einmachen in Essig eignet er sich nicht, wohl
+aber zu Gemüse und zum Sterilisieren. _Beim Sammeln sind nur die Hüte zu
+nehmen._
+
+[Illustration: #33. Honiggelber Hallimasch.# Eßbar. *Armillária méllea
+Quel.*]
+
+
+#34. Büschliger Schwefelkopf.# Giftig! *Hypholóma fasciculáre Huds.*
+
+Sein _Hut_ ist anfangs halbkugelig, später verflacht, schwefelgelb, in
+der Mitte dunkler, fast rötlichgelb und wird bis 5 cm breit.
+
+Das _Fleisch_ ist hellgelb.
+
+Die _Blätter_ sind anfangs schwefelgelb, später grünlich und werden
+zuletzt schwärzlichgrün.
+
+Der _Stiel_ ist hohl, glatt und faserig.
+
+Der _Geruch_ ist nicht angenehm, der _Geschmack_ bitter.
+
+_Zeit_: Wächst vom Mai ab.
+
+_Standort_: An alten Baumstümpfen und Wurzeln, sehr zahlreich und
+mitunter gemeinsam mit dem Stockschwämmchen.
+
+_Wert_: Giftig! Über das Giftig- oder Nichtgiftigsein des Schwefelkopfes
+wird so häufig gestritten; nach des Verfassers Ansicht unnötiger Weise.
+Wenn eine Pilzart aber in gewöhnlicher Weise zubereitet (ohne vorherige
+Abkochung, d. h. ohne daß das Kochwasser weggeschüttet wird), Übelsein
+und Durchfall erregt, so nennt man dies giftige Wirkung, wenn auch der
+Betreffende nicht daran stirbt.
+
+[Illustration: #34. Büschliger Schwefelkopf.# Giftig! *Hypholóma
+fasciculáre Huds.*]
+
+
+35. #Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.# Eßbar. *Phaédon
+imbricátus L.*
+
+Der _Hut_ ist anfangs etwas eingerollt, fast eben und nur im Alter in
+der Mitte eingedrückt, schokoladenbraun und mit fleischigen, großen,
+sparrigen _Schuppen_ kreisförmig besetzt, die bei alten Pilzen
+schwarzbraun werden.
+
+Das derbe _Fleisch_ ist schmutzigweiß.
+
+Die _Stacheln_, welche am Stiele herablaufen, sind sehr dichtstehend,
+ziemlich lang und geben der Unterseite das Aussehen eines Hirsch- oder
+Rehfelles; daher wird er auch im Volksmunde als Hirsch- oder Rehpilz
+bezeichnet.
+
+Der _Stiel_ ist weißgrau, daumendick und kurz.
+
+Der _Geruch_ ist eigenartig aromatisch, ebenso der _Geschmack_.
+
+_Zeit_: Ende Sommer und im Herbst oft in großer Menge.
+
+_Standort_: In jedem Nadelwalde.
+
+_Wert_: Ein guter Speisepilz, der sich ganz besonders zum Sterilisieren
+eignet. Alt und naß schmeckt er bitter.
+
+Er wird zuweilen mit dem ziemlich selten vorkommenden ungenießbaren
+Gallen-Stacheling, *Hydnum amarescens*, verwechselt. Dieser ist aber
+jung schon gallenbitter, auch sind die Schuppen des Hutes etwas kleiner,
+nicht so sparrig und hellbraun. Das untrüglichste Kennzeichen ist das
+Schwarzwerden des Stieles beim Fingerdruck.
+
+[Illustration: #35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.# Eßbar.
+*Phaédon imbricátus L.*]
+
+
+#36. Semmel-Porling. Semmelpilz.# Eßbar. *Polyporus cónfluens Alb. et
+Schw.*
+
+Die _Hüte_ dieses Pilzes sind stets miteinander innig verwachsen und
+bilden eine gestaltlose Masse von 12-18 cm Breite. Sie sehen bald
+semmelgelb, bald rötlichgelb aus und werden bei trockenem Wetter rissig.
+
+Das _Fleisch_ ist weiß und fest, schmeckt etwas bitter.
+
+Die _Unterseite_ besteht aus ganz kurzen Röhrchen, die von außen als
+kleine feine Löcher (Poren) erscheinen.
+
+Der _Stiel_ ist strunkartig und sitzt in der Erde.
+
+_Zeit_: Meist erst im Herbst.
+
+_Standort_: In Nadelwäldern nur auf dem Erdboden.
+
+_Wert_: Im Jugendzustande ist er ganz vorzüglich, im Alter jedoch
+bitter. Ganz besonders ist es die Oberhaut, welche die Bitterkeit
+enthält und deshalb entfernt werden muß. Beim Kochen und Einmachen nimmt
+er eine hellrötliche Färbung an.
+
+
+#37. Schaf-Porling. Schafeuter.# Eßbar. *Polyporus ovínus Schaeff.*
+
+Der _Hut_ ist verschieden gestaltet, teils gewölbt oder wellig verbogen,
+teils eben und weiß oder graugelblich, im Alter und bei trockenem Wetter
+rissig gefeldert. Er wird bis über 10 cm breit.
+
+Das _Fleisch_ ist derb und weiß.
+
+Die kurzen Röhren des Futters haben feine runde Mündungen.
+
+Der daumendicke _Stiel_ ist voll, weiß, oft gekrümmt und nach unten
+abgerundet.
+
+_Zeit_: Vom Sommer bis zum Herbste.
+
+_Standort_: Vorzugsweise in Nadelwäldern und kommt meist truppweise in
+großer Menge vor. Ganz besonders auf hügeligen moosigen Stellen im
+Hochwalde.
+
+_Wert_: Wegen seines schönen und sehr schmackhaften Fleisches gehört er
+zu den besten Speisepilzen. Er läßt sich sehr vielseitig verwerten.
+
+[Illustration: #36. Semmel-Porling. Semmelpilz.# Eßbar. *Polyporus
+cónfluens Alb. et Schw.*]
+
+[Illustration: #37. Schaf-Porling. Schafeuter.# Eßbar. *Polyporus ovínus
+Schaeff.*]
+
+
+#38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-Härtling.# Giftig! *Sclerodérma
+vulgáre Horn.*
+
+Unter Bovist versteht man einen Pilz, der einen vollständig
+geschlossenen _Fruchtkörper_ darstellt und kugel-, birnen-, knollen-oder
+kartoffelförmig ist. Im Jugendzustande ist das Innere dieser Pilze immer
+weiß, markig und derb, im reifen Zustande dagegen mit staubfeinen Sporen
+ausgefüllt; vollständig reif platzen sie und die Sporen werden vom Winde
+überallhin zerstäubt. Im Volksmunde sind sie auch unter den Namen
+Wieseneier, Schafeier, Staubpilze bekannt. Mit Ausnahme des
+Kartoffel-Bovist sind sie fast alle eßbar.
+
+Der Kartoffel-Bovist gleicht einer Kartoffel, kommt oft nesterweise aus
+der Erde empor, nur an einem faserartig dünnen Stiele auf der Erde
+sitzend. Er erlangt bisweilen einen Durchmesser bis zu 7 cm. Die _Farbe_
+ist rötlich- oder bräunlichgelb, nach unten gelblichgrün und die
+Oberfläche ist in kleine Felder zerrissen, die sich warzenartig
+hervorheben. Das Innere ist anfangs weiß, färbt sich aber später blau,
+zuletzt blauschwarz.
+
+Der _Geruch_ ist stark aromatisch.
+
+_Zeit_: Im Spätsommer und Herbst.
+
+_Standort_: Hauptsächlich in Nadelwäldern auf trockenen, sandigen
+Stellen, auch an Waldrändern und auf Wiesen.
+
+_Wert_: Er ist unstreitig giftig. #Häufig wird der Kartoffel-Bovist als
+Trüffel angesehen; letztere wächst aber nur unter der Erdoberfläche.# Im
+Konservenhandel werden diese Härtlinge als »imitierte Trüffeln«
+angeboten und zwar von Holland und Frankreich. Man hüte sich vor dieser
+Fälschung.
+
+
+#39. Schwärzlicher Bovist. Eier-Bovist.# Jung eßbar. *Bovísta nigréscens
+Pers.*
+
+Die kugeligen oder eiförmigen _Fruchtkörper_ sind in der Jugend weiß und
+gleichen ausgewachsen einem Ei oder einem jungen Edelpilze. Die äußere
+Hülle ist ganz glatt, etwas dicker als Papier, zerreißt aber bei der
+Reife und zerfällt dann in Lappen. Die innere Haut ist anfangs ebenfalls
+weiß, wird dann bräunlichschwarz und bekommt in der Mitte ein kleines
+rundes Loch, aus dem die staubartigen Sporen vom Winde in alle
+Richtungen zerstreut werden. Das Innere ist in der Jugend reinweiß und
+färbt sich im Alter schwarzbraun.
+
+_Zeit_: Im Herbst.
+
+_Standort_: Auf Wiesen und Triften, besonders Schafhutungen, wächst er
+oft in Menge.
+
+_Wert_: Ist im Jugendzustande, solange er innen noch markig und weiß
+aussieht, eine wohlschmeckende Speise. Läßt sich in diesem Zustande auch
+sehr leicht trocknen.
+
+[Illustration: #38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-Härtling.# Giftig!
+*Sclerodérma vulgáre Horn.*]
+
+[Illustration: #39. Schwärzlicher Bovist. Eier-Bovist.# Jung eßbar.
+*Bovísta nigréscens Pers.*]
+
+
+
+
+Verlag von Förster & Borries, Zwickau Sa.
+
+An Naturwahrheit der farbigen Abbildungen unübertroffen, in der
+textlichen Bearbeitung die neuesten maßgebenden wissenschaftlichen
+Forschungen berücksichtigend, sind die
+
+Michaelschen Pilzwerke
+
+in folgenden Bearbeitungen erschienen:
+
+Ausgaben in Tafelform
+
+für Schulen als Anschauungs- und Unterrichtsmittel, für
+Stadtverwaltungen zum öffentlichen Aushang zwecks Verbreitung der
+Pilzkunde, sowie als Hilfsmittel für die Marktpolizei:
+
+Ausgabe A: #Edm. Michael, Unsere wichtigsten heimischen Pilze.# 8 Tafeln
+im Format von 47:64 cm, mit 76 der wichtigsten eßbaren, verdächtigen und
+giftigen Pilze Mitteleuropas in natürlichen Farben und Größen. Text
+hierzu in besonderem Heft mit allgemein belehrender Einführung über
+Pilze und deren Verwertung #M 12,--#
+
+#Inhalt des Textheftes#: Was sind Pilze? Welchen Wert haben die Pilze?
+Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? Wie schützt man sich vor
+Pilzvergiftungen? Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? Wie kann man
+Pilze züchten? Wie werden die Pilze eingeteilt? Was ist beim Sammeln der
+Pilze zu beachten? Praktische Bestimmungstabelle. Deutsches und
+lateinisches Inhaltsverzeichnis. Ausführliche Beschreibung der auf den 8
+Tafeln veranschaulichten 76 Pilzsorten.
+
+Ausgabe D: #Edm. Michael, Unsere besten Speise-und Wirtschafts-Pilze,
+sowie die mit ihnen zu verwechselnden ungenießbaren und giftigen Pilze.#
+
+2 Tafeln im Format 54:74 cm, mit 26 Pilzgruppen in natürlichen Farben
+und Größen #M 3,30#
+
+1 Ergänzungstafel hierzu im Format 33:50 cm, mit 6 weiteren wichtigen
+Pilzsorten #M 0,60#
+
+Die Tafeln der Ausgaben A und D werden auf Wunsch gegen Mehrberechnung
+beleistet oder auf Pappe bezw. Leinwand aufgezogen geliefert.
+
+
+Ausgaben in Buchform
+
+für Pilzsammler und -Verbraucher, Lehrer, öffentliche Büchereien und die
+Marktpolizei
+
+(handliches Taschenformat 13:19,5 cm)
+
+Führer für Pilzfreunde
+
+von Edmund Michael
+
+Ausgabe B: 3 Leinenbände mit zusammen 345 Pilzgruppen in natürlichen
+Farben und Größen, darunter 164 eßbare Sorten.
+
+#Band 1# enthält 82 der wichtigsten eßbaren, verdächtigen und giftigen
+Pilzsorten nebst ausführlichen Beschreibungen und folgendem Text:
+
+Systematisches lateinisch-deutsches Verzeichnis aller 345 Pilzsorten. --
+Alphabetisches deutsches Verzeichnis der 345 Pilzsorten mit Einschluß der
+bekanntesten Nebennamen. -- Deutsches und lateinisches Namenverzeichnis des
+ersten Bandes. -- Praktische Pilz-Bestimmungstabelle. -- Abhandlungen über:
+Was sind Pilze? Welchen Wert haben die Pilze? Wie werden die Pilze als
+Speise zubereitet? Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen? Was ist bei
+Pilzvergiftungen zu tun? Wie kann man Pilze züchten? Wie werden die Pilze
+eingeteilt? Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten?
+
+#Band 2# enthält 124 weitere wichtige Pilzgruppen mit ausführlichem
+beschreibenden Text und Angaben über die richtige Verwendung der
+einzelnen Sorten nebst deutschem und lateinischem Namenverzeichnis.
+
+#Band 3# enthält 139 weitere wichtige und interessante Pilzgruppen mit
+ausführlichem beschreibenden Text und Angaben über richtige Verwendung
+der einzelnen Sorten nebst deutschem und lateinischem Namenverzeichnis.
+
+Jeder Band ist für sich abgeschlossen und einzeln käuflich.
+
+Preis jeden Bandes M 7,50.
+
+Ausgabe C: #Volksausgabe#, mit 39 der wichtigsten eßbaren und giftigen
+Pilze in natürlichen Farben und Größen. #Preis kartoniert M 2,--#
+
+#Inhalt#: Deutsches und lateinisches Namenverzeichnis. Abhandlungen
+über: Welchen Wert haben die Pilze? Wie werden die Pilze als Speise
+zubereitet? Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen? Was ist bei
+Pilzvergiftungen zu tun? Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten?
+Ausführlicher beschreibender Text zu den Abbildungen.
+
+
+
+
+Verlag von Förster & Borries, Zwickau Sa.
+
+Zum Massenverkauf auf Pilzausstellungen bestens geeignet!
+
+Karl Ludwig
+
+Wie schütze ich mich vor Pilzvergiftung?
+
+Ein Ratgeber für Pilzsammler und Pilzverbraucher. Mit farbiger Abbildung
+des Knollenblätterpilzes in natürlicher Größe #Preis 30 Pf.#
+
+Bei Partiebezug billiger.
+
+
+Alfred Lehmann
+
+Die Schnecken u. Muscheln Deutschlands.
+
+[Illustration: Schnecke]
+
+Eine Anleitung zur Bestimmung und Beobachtung der deutschen Land- und
+Süßwasser-Mollusken, sowie zur Anlegung einer Schnecken-und
+Muschel-Sammlung. Mit je einer Tafel in Farben- und Schwarzdruck #Geb. 2
+M.#
+
+Geheimrat #Prof. Dr. Klein# schreibt in der »Fauna«: »Wir haben mit
+Genuß die erläuternden Kapitel über Bau und Leben der Mollusken, sowie
+über das Sammeln und Aufbewahren derselben gelesen und überall
+weitgehende Sachkenntnis und große Liebe zum Gegenstand wahrgenommen.
+Die Bestimmungstabellen lassen keine bei uns jetzt beschriebene Art
+vermissen und sind, was sehr zu begrüßen ist, nach dichotomischem Schema
+angelegt, wie die vielbenutzten Bücher von Professor Otto Wünsche, dem
+das Werkchen gewidmet ist. Einige Stichproben haben uns überzeugt, daß
+auch die Bestimmung schwieriger Familien vom Anfänger ohne allzu große
+Mühe zu bewältigen ist. Wer also auszieht, um Schnecken und Muscheln zu
+studieren und zu beobachten, der vergesse nicht, die Lehmann'sche
+Anleitung einzustecken, sie wird ihm prächtige Dienste leisten.«
+
+
+Alfred Lehmann
+
+Unsere Gartenzierpflanzen. Eine Anleitung zur Bestimmung, Anzucht,
+Pflege und Verwendung der Holzgewächse, Stauden und einjährigen Pflanzen
+unserer Gärten #Geb. 8 M.#
+
+Die Zeitschrift »#Stein der Weisen#« urteilt: »Ein sehr reichhaltiges,
+über 700 Seiten umfassendes Buch, das jedem Pflanzenfreunde von größtem
+Nutzen sein wird. Als Nachschlagebuch, auf jede Frage eine prompte
+Antwort gebend, ist es, wie wir uns selbst überzeugten, ein
+ausgezeichneter Behelf.«
+
+
+
+
+[Illustration: Einkochtopf]
+
+Koche auf Vorrat
+
+[Illustration: Einmachgläser]
+
+Zum Frischhalten aller Nahrungsmittel
+
+eignen sich in erster Linie die glänzend bewährten dauerhaften und
+deshalb billigen
+
+Konservengläser
+
+Sterilisiergeräte, Saftgewinner
+
+WECK
+
+Ausführliche Beschreibung und Preisliste unentgeltlich.
+
+J. Weck G. m. b. H.
+
+Öflingen S. 8 (Baden)
+
+
+
+
+Anmerkungen zur Transkription:
+
+ S. 8: "J. B. v. Albertini, 1769-1834" wurde geändert in
+ "J. B. v. Albertini, 1769-1831" (vgl. Wikipedia)
+ "Bedeutender Mykologe" wurde geändert in
+ "bedeutender Mykologe"
+ "Olaf Swartz, 1760-1870" wurde geändert in
+ "Olof Swartz, 1760-1818" (vgl. Wikipedia)
+ S. 9: "Dr. J. Zeller" könnte, wegen der Buchstabengleichheit
+ von I und J im Frakturdruck, auch "Dr. I. Zeller" heißen
+ S. 15: "Apfeln" wurde geändert in "Äpfeln"
+ S. 17: "Lorbeebätter" wurde geändert in "Lorbeerblätter"
+ S. 18: "Erdgeruch und Geschmack" wurde geändert in
+ "Erdgeruch und -geschmack"
+ Nr. 4: "derbe Aste" wurde geändert in "derbe Äste"
+ Nr. 6: "walziger Aste" wurde geändert in "walziger Äste"
+ "das der Aste" wurde geändert in "das der Äste"
+ Nr. 31: Nach "entfernt werden" wurde ein Punkt ergänzt
+ Nr. 37: "Der daumdicke Stiel" wurde geändert in
+ "Der daumendicke Stiel"
+
+
+
+
+
+End of Project Gutenberg's Führer für Pilzfreunde, by Edmund Michael
+
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+
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+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
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+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
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+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
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+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
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+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
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+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Führer für Pilzfreunde
+
+Author: Edmund Michael
+
+Release Date: April 1, 2010 [EBook #31856]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER FÜR PILZFREUNDE ***
+
+
+
+
+Produced by Constanze Hofmann, Wolfgang Menges and the
+Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net
+
+
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+
+<div class="figcenter" style="width: 300px; border: solid black 1px; margin-top: 2em; margin-bottom: 2em">
+<img src="images/titlepage.jpg" width="300" height="463" alt="Titel" title="" />
+<p class="center" style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">Preis 2 Mark</p>
+</div>
+
+<div style="margin-left: 25%; margin-right: 25%; padding: 1em; border: solid black 1px; font-size: smaller">
+<p style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">F&uuml;r das Bestimmen je einer Sorte Pilze sind der Sendung
+25 Pf. Geb&uuml;hr, sowie Postgeld f&uuml;r die Antwort beizuf&uuml;gen.
+R&uuml;cksendung von Pilzen kann nicht stattfinden.</p>
+
+<p style="text-align: right; margin-top: 0em; margin-bottom: 0em"><b>Oberlehrer Michael, Auerbach i. V.</b></p>
+</div>
+
+<h1>F&uuml;hrer<br />
+f&uuml;r Pilzfreunde</h1>
+
+<p class="title" style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">von</p>
+
+<p class="title big" style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">Edmund Michael</p>
+
+<hr style="width: 6%; margin-top: 2em; margin-bottom: 3em" />
+
+<p class="title">Volksausgabe<br />
+<span class="small">mit 39 Abbildungen der wichtigsten e&szlig;baren und giftigen Pilze<br />
+in nat&uuml;rlichen Farben und Gr&ouml;&szlig;en</span></p>
+
+<hr style="margin-top: 3em; margin-bottom: 0em" />
+
+<p class="title small" style="margin-top: 0em; margin-bottom: 0em">46.-60. Tausend</p>
+
+<hr style="margin-top: 0em; margin-bottom: 3em" />
+
+<p class="title small">Zwickau Sa.<br />
+Druck und Verlag von F&ouml;rster &amp; Borries<br />
+1917</p>
+
+<p class="title small"><span class="spaced">Alle Rechte</span><br />
+auch die &Uuml;bersetzung in andere Sprachen vorbehalten.</p>
+
+
+<p class="title big" style="margin-top: 6em">Begleitwort.</p>
+
+<p><span class="initial">M</span>it gro&szlig;er Freude und Genugtuung begr&uuml;&szlig;e ich die Neuauflage
+der vorliegenden Volksausgabe meines &bdquo;F&uuml;hrers
+f&uuml;r Pilzfreunde&ldquo;, das 46.&ndash;60. Tausend. Erstmalig im
+Jahre 1896 erschienen, bietet er gegenw&auml;rtig von 39 der bekanntesten
+und wertvollsten Pilzsorten, die auf deutschem Boden
+wachsen, getreue farbige Abbildungen in nat&uuml;rlicher Gr&ouml;&szlig;e.</p>
+
+<p>Dem praktischen Pilzsammler ist damit f&uuml;r den Anfang ein
+zuverl&auml;ssiger F&uuml;hrer geboten, der ihm erm&ouml;glicht, sich mit einer
+Anzahl h&auml;ufig vorkommender Pilze bekannt zu machen. Strebt
+er dann tiefer in die Pilzkunde, so sei er auf mein Hauptwerk
+verwiesen, in dem unter gleichem Titel in drei handlichen Taschenb&auml;ndchen
+345 Sorten veranschaulicht sind. Im ersten Bande
+sind die wichtigsten e&szlig;baren, giftigen und wissenswerten Sorten
+abgebildet und beschrieben, in den beiden weiteren B&auml;nden, stufenweise
+fortschreitend, die demn&auml;chst wichtigen. Durch diese praktisch
+bew&auml;hrte Anordnung ist auch dem weniger Bemittelten eine
+allm&auml;hliche Anschaffung des Werkes und Bereicherung seiner
+Pilzkenntnisse m&ouml;glich, und daran lag mir besonders.</p>
+
+<p>Wie haben sich im Laufe der Zeit die Ansichten &uuml;ber den
+Wert der Pilze ge&auml;ndert! Wurde fr&uuml;her das Pilzesammeln
+und die Pilzverwertung von vielen Seiten nur als Liebhaberei
+angesehen, so hat sich durch den gro&szlig;en Lehrmeister Krieg die
+Ansicht und Erkenntnis &uuml;ber den Wert der Pilze vollst&auml;ndig
+ge&auml;ndert. Wie wurde einst der Verfasser, auch von wirtschaftlicher
+Seite, angegriffen, weil er die Pilze das &bdquo;Fleisch des
+Waldes&ldquo; nannte! Freilich gr&uuml;ndeten diese Kritiker ihre Beurteilung
+auf die seinerzeit so hoch eingesch&auml;tzte Eiwei&szlig;theorie,
+nach der nur die Speisen allein Anerkennung fanden, welche
+hohen Eiwei&szlig;gehalt aufwiesen. Der Eiwei&szlig;gehalt war ja der
+fast alleinige Ma&szlig;stab f&uuml;r die Wertsch&auml;tzung einer Speise. In
+gleicher Weise wie Pilze wurden aber auch Kartoffeln und Gem&uuml;se
+als minderwertig eingesch&auml;tzt. Was w&auml;re aber aus unserem
+deutschen Volke geworden, h&auml;tten uns diese beiden letzterw&auml;hnten
+N&auml;hrmittel in den Kriegsjahren nicht zu Gebote gestanden! Und
+nun stehen die Pilze nach den neueren Forschungen mit einem
+teilweise doppelten Eiwei&szlig;gehalte und zwar mit verdaulichem
+Eiwei&szlig;, wie auch neuerdings noch nachgewiesen wurde, &uuml;ber
+diesen Ern&auml;hrungsmitteln, den Kartoffeln und dem Gem&uuml;se.<span class="pagenum"><a name="Page_4" id="Page_4">4</a></span>
+Erfreulicherweise haben nunmehr auch die Regierungsbeh&ouml;rden
+auf den hohen Wert der Pilze hingewiesen.</p>
+
+<p>Hinsichtlich der Pilzvergiftungsgefahr sei auf die bez&uuml;glichen
+Ausf&uuml;hrungen in diesem Buche hingewiesen. Auch hier sei aber
+&auml;ngstlichen Gem&uuml;tern zur Beruhigung gesagt, da&szlig; Pilzvergiftungen
+meist auf den Genu&szlig; verdorbener Pilze zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sind. Man
+achte also auf rasche Verwertung eingetragener Pilze namentlich
+bei hei&szlig;er und feuchter Witterung. Wirklich gef&auml;hrlich sind die
+unter 19 und 21 dargestellten Pilze, der Gelbliche Gift-Wulstling
+(Gelbliche Knollenbl&auml;tterpilz) und der K&ouml;nigsfliegenpilz.
+Bei einiger Vorsicht sind aber auch diese zwei Giftpilze nicht
+mit anderen Pilzen zu verwechseln.</p>
+
+<p><span class="spaced">Im &uuml;brigen gibt es nur ein Mittel gegen Pilzvergiftung:</span>
+<b>Genaue Kenntnis der Pilze!</b> F&uuml;r den Laien ist
+nun zun&auml;chst die Kenntnis der gro&szlig;en Zahl e&szlig;barer, ungenie&szlig;barer,
+verd&auml;chtiger und sch&auml;dlicher Pilze nicht unbedingt notwendig,
+denn das erfordert ein eingehendes Sonderstudium. Es
+gen&uuml;gt vielmehr zun&auml;chst, sich genaue Kenntnis bestimmter e&szlig;barer
+Pilzsorten zu verschaffen und die wenigen giftigsten Pilze
+kennen zu lernen. <b>Das kann nur durch vorz&uuml;gliche Abbildungen
+mit zutreffenden Erl&auml;uterungen geschehen.</b> Beides
+hoffe ich, aus meiner langj&auml;hrigen Erfahrung heraus gegeben zu
+haben. F&uuml;r erstere hat die auf dem Gebiete des Farbendrucks
+besonders leistungsf&auml;hige Druck- und Verlagsfirma auf Grund
+peinlich genau gemalter Vorlagen bestens gesorgt. <b>Minderwertige,
+schlechte Abbildungen sind die gr&ouml;&szlig;te Gefahr f&uuml;r
+den Pilzverbraucher, vor ihnen kann nicht dringend genug
+gewarnt werden.</b></p>
+
+<p>Der Laie beschr&auml;nke sich jederzeit auf die ihm genau bekannten
+und vertrauten Pilzsorten und suche seine Kenntnisse allm&auml;hlich
+zu erweitern, dazu helfe ihm f&uuml;r den Anfang dieser F&uuml;hrer.</p>
+
+<p>So m&ouml;ge auch die neue Auflage der Volksausgabe meines
+F&uuml;hrers f&uuml;r Pilzfreunde Segen stiften und mitarbeiten an der
+Verallgemeinerung der Pilzkenntnisse und des Verbrauches dieses
+billigen und leicht verwertbaren Ern&auml;hrungsmittels.</p>
+
+<p><span class="spaced">Auerbach i. V.</span>, im April 1917.</p>
+
+<p class="center" style="margin-left: 70%"><b>Edmund Michael</b><br />
+Oberlehrer.</p>
+
+<p class="title big" style="margin-bottom: 0em"><a name="inhalt" id="inhalt"></a>Inhalts-Verzeichnis.</p>
+
+<table border="0" cellpadding="4" style="margin-bottom: 4em" summary="Inhaltsverzeichnis">
+<tr><td align="left"><a href="#sachverzeichnis">Sachverzeichnis</a></td><td align="right" style="font-size: smaller">Seite</td></tr>
+<tr><td align="left" style="padding-left: 1em"><a href="#deutsche_pilznamen">A. Deutsche Pilznamen</a></td><td align="right">6</td></tr>
+<tr><td align="left" style="padding-left: 1em"><a href="#lateinische_gattungsnamen">B. Lateinische Gattungsnamen</a></td><td align="right">7</td></tr>
+<tr><td align="left" style="padding-left: 1em"><a href="#autornamen">C. Erkl&auml;rung der abgek&uuml;rzten Autornamen</a></td><td align="right">8</td></tr>
+<tr><td align="left"><a href="#wert">Welchen Wert haben die Pilze</a></td><td align="right">9</td></tr>
+<tr><td align="left"><a href="#speise">Wie werden die Pilze als Speise zubereitet</a></td><td align="right">12</td></tr>
+<tr><td align="left"><a href="#pilzvergiftungen_schutz">Wie sch&uuml;tzt man sich vor Pilzvergiftungen</a></td><td align="right">19</td></tr>
+<tr><td align="left"><a href="#pilzvergiftungen_tun">Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun</a></td><td align="right">22</td></tr>
+<tr><td align="left"><a href="#sammeln">Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten</a></td><td align="right">23</td></tr>
+<tr><td align="left"><a href="#abbildungen">Abbildungen mit beschreibendem Text Nr. 1&ndash;39.</a></td><td>&nbsp;</td></tr>
+</table>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_6" id="Page_6">6</a></span></p>
+
+<h2><a name="sachverzeichnis" id="sachverzeichnis"></a><a href="#inhalt">Sachverzeichnis.</a></h2>
+
+<hr style="width: 4%; margin-top: 0em; margin-bottom: 0em" />
+
+<h3><a name="deutsche_pilznamen" id="deutsche_pilznamen"></a><a href="#inhalt">A. Deutsche Pilznamen.</a></h3>
+
+<div style="float: left; width: 49%; margin-bottom: 2em">
+<table border="0" cellpadding="2" summary="Deutsche Pilznamen Spalte 1">
+<tr><td>&nbsp;</td><td align="right" style="font-size: smaller">Nr.</td></tr>
+<tr><td>Birkenpilz</td><td align="right"><a href="#nr_14">14</a></td></tr>
+<tr><td>Birken-R&ouml;hrling</td><td align="right"><a href="#nr_14">14</a></td></tr>
+<tr><td>Birnen-Milchling</td><td align="right"><a href="#nr_25">25</a></td></tr>
+<tr><td>Boviste</td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a>, <a href="#nr_39">39</a></td></tr>
+<tr><td>Br&auml;tling</td><td align="right"><a href="#nr_25">25</a></td></tr>
+<tr><td>Brotpilz</td><td align="right"><a href="#nr_25">25</a></td></tr>
+<tr><td>B&uuml;schliger Schwefelkopf</td><td align="right"><a href="#nr_34">34</a></td></tr>
+<tr><td>Butter-R&ouml;hrling</td><td align="right"><a href="#nr_17">17</a></td></tr>
+<tr><td>Champignon, Feld-</td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr>
+<tr><td>D&uuml;rrbehndel</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr>
+<tr><td>Echter Gelbling</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr>
+<tr><td>Echter Mousseron</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr>
+<tr><td>Echter Reizker</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a></td></tr>
+<tr><td>Echter Ritterling</td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a></td></tr>
+<tr><td>Edelpilz, Feld-</td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr>
+<tr><td>Eier-Bovist</td><td align="right"><a href="#nr_39">39</a></td></tr>
+<tr><td>Eierpilz</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr>
+<tr><td>Feld-Champignon</td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr>
+<tr><td>Feld-Edelpilz</td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr>
+<tr><td>Filz-R&ouml;hrling</td><td align="right"><a href="#nr_16">16</a></td></tr>
+<tr><td>Fliegenpilz, K&ouml;nigs-</td><td align="right"><a href="#nr_21">21</a></td></tr>
+<tr><td>Gehling</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr>
+<tr><td>Gelber Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_6">6</a></td></tr>
+<tr><td>Gelblicher Gift-Wulstling</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr>
+<tr><td>Gelblicher Knollenbl&auml;tterpilz</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr>
+<tr><td>Gelbling, Echter</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr>
+<tr><td>Gift-Milchling</td><td align="right"><a href="#nr_24">24</a></td></tr>
+<tr><td>Giftreizker</td><td align="right"><a href="#nr_24">24</a></td></tr>
+<tr><td>Gift-Wulstling, Gelblicher</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr>
+<tr><td>Glucke, Krause</td><td align="right"><a href="#nr_7">7</a></td></tr>
+<tr><td>Goldgelber Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_4">4</a></td></tr>
+<tr><td>Grauer Ritterling</td><td align="right"><a href="#nr_31">31</a></td></tr>
+<tr><td>Gro&szlig;er Schirmling</td><td align="right"><a href="#nr_22">22</a></td></tr>
+<tr><td>Gr&uuml;nlicher T&auml;ubling</td><td align="right"><a href="#nr_26">26</a></td></tr>
+<tr><td>Gr&uuml;nling</td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a></td></tr>
+<tr><td>Gr&uuml;nreizker</td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a></td></tr>
+<tr><td>Habichtspilz</td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr>
+<tr><td>Habichts-Stacheling</td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr>
+<tr><td>H&auml;rtling, Pomeranzen-</td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a></td></tr>
+<tr><td>Hallimasch, Honiggelber</td><td align="right"><a href="#nr_33">33</a></td></tr>
+<tr><td>Herrenpilz (Steinpilz)</td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a></td></tr>
+<tr><td>Honiggelber Hallimasch</td><td align="right"><a href="#nr_33">33</a></td></tr>
+<tr><td>Kahler Kr&auml;mpling</td><td align="right"><a href="#nr_29">29</a></td></tr>
+<tr><td>Kapuzinerpilz</td><td align="right"><a href="#nr_14">14</a></td></tr>
+<tr><td>Kartoffel-Bovist</td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a></td></tr>
+<tr><td>Knoblauchpilz</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr>
+<tr><td>Knollenbl&auml;tterpilz, Gelblicher</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr>
+<tr><td>K&ouml;nigs-Fliegenpilz</td><td align="right"><a href="#nr_21">21</a></td></tr>
+<tr><td>Kr&auml;mplinge</td><td align="right"><a href="#nr_28">28</a>, <a href="#nr_29">29</a></td></tr>
+<tr><td>Krause Glucke</td><td align="right"><a href="#nr_7">7</a></td></tr>
+</table>
+</div>
+
+<div style="padding-left: 2%; float: left; width: 49%; margin-bottom: 2em">
+<table border="0" cellpadding="2" summary="Deutsche Pilznamen Spalte 2">
+<tr><td>&nbsp;</td><td align="right" style="font-size: smaller">Nr.</td></tr>
+<tr><td>Krauser Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_7">7</a></td></tr>
+<tr><td>Lauchschwindling</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr>
+<tr><td>Ledergelbbl&auml;ttriger T&auml;ubling</td><td align="right"><a href="#nr_27">27</a></td></tr>
+<tr><td>Lorchel, Speise-</td><td align="right"><a href="#nr_2">2</a></td></tr>
+<tr><td>Maronen-R&ouml;hrling</td><td align="right"><a href="#nr_12">12</a></td></tr>
+<tr><td>Milchlinge</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a>, <a href="#nr_24">24</a>, <a href="#nr_25">25</a></td></tr>
+<tr><td>Morchelartige Pilze</td><td align="right"><a href="#nr_1">1</a>, <a href="#nr_2">2</a>, <a href="#nr_3">3</a></td></tr>
+<tr><td>Mousseron, Echter</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr>
+<tr><td>Nelkenschwindling</td><td align="right"><a href="#nr_9">9</a></td></tr>
+<tr><td>Perlen-Wulstling</td><td align="right"><a href="#nr_20">20</a></td></tr>
+<tr><td>Perlpilz</td><td align="right"><a href="#nr_20">20</a></td></tr>
+<tr><td>Pfifferling</td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr>
+<tr><td>Pomeranzen-H&auml;rtling</td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a></td></tr>
+<tr><td>Porlinge</td><td align="right"><a href="#nr_36">36</a>, <a href="#nr_37">37</a></td></tr>
+<tr><td>Rehpilz</td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr>
+<tr><td>Reizker</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a>, <a href="#nr_24">24</a>, <a href="#nr_30">30</a></td></tr>
+<tr><td>Ringpilz</td><td align="right"><a href="#nr_17">17</a></td></tr>
+<tr><td>Ritterlinge</td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a>, <a href="#nr_31">31</a></td></tr>
+<tr><td>R&ouml;hrlinge</td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a> bis <a href="#nr_17">17</a></td></tr>
+<tr><td>R&ouml;stling</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a></td></tr>
+<tr><td><span class="pagenum"><a name="Page_7" id="Page_7">7</a></span>R&ouml;tlicher Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_5">5</a></td></tr>
+<tr><td>Rothaut-R&ouml;hrling</td><td align="right"><a href="#nr_13">13</a></td></tr>
+<tr><td>Samtfu&szlig;-Kr&auml;mpling</td><td align="right"><a href="#nr_28">28</a></td></tr>
+<tr><td>Sandpilz</td><td align="right"><a href="#nr_15">15</a></td></tr>
+<tr><td>Sand-R&ouml;hrling</td><td align="right"><a href="#nr_15">15</a></td></tr>
+<tr><td>Schafeuter</td><td align="right"><a href="#nr_37">37</a></td></tr>
+<tr><td>Schaf-Porling</td><td align="right"><a href="#nr_37">37</a></td></tr>
+<tr><td>Schirmling, Gro&szlig;er</td><td align="right"><a href="#nr_22">22</a></td></tr>
+<tr><td>Sch&uuml;ppling, Stock-</td><td align="right"><a href="#nr_32">32</a></td></tr>
+<tr><td>Schw&auml;rzlicher Bovist</td><td align="right"><a href="#nr_39">39</a></td></tr>
+<tr><td>Schwefelkopf, B&uuml;schliger</td><td align="right"><a href="#nr_34">34</a></td></tr>
+<tr><td>Schwindlinge</td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a>, <a href="#nr_9">9</a></td></tr>
+<tr><td>Semmelpilz</td><td align="right"><a href="#nr_36">36</a></td></tr>
+<tr><td>Semmel-Porling</td><td align="right"><a href="#nr_36">36</a></td></tr>
+<tr><td>Speise-Lorchel</td><td align="right"><a href="#nr_2">2</a></td></tr>
+<tr><td>Speise-Morchel</td><td align="right"><a href="#nr_3">3</a></td></tr>
+<tr><td>Spitzmorchel</td><td align="right"><a href="#nr_1">1</a></td></tr>
+<tr><td>Stacheling, Habichts-</td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr>
+<tr><td>Steinpilz (Herrenpilz)</td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a></td></tr>
+<tr><td>Stein-R&ouml;hrling</td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a></td></tr>
+<tr><td>Stock-Morchel</td><td align="right"><a href="#nr_2">2</a></td></tr>
+<tr><td>Stock-Sch&uuml;ppling</td><td align="right"><a href="#nr_32">32</a></td></tr>
+<tr><td>Stockschw&auml;mmchen</td><td align="right"><a href="#nr_32">32</a></td></tr>
+<tr><td>T&auml;ublinge</td><td align="right"><a href="#nr_26">26</a>, <a href="#nr_27">27</a></td></tr>
+<tr><td>Tannenpilz</td><td align="right"><a href="#nr_12">12</a></td></tr>
+<tr><td>Trauben-Ziegenbart</td><td align="right"><a href="#nr_5">5</a></td></tr>
+<tr><td>Wacholder-Milchling</td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a></td></tr>
+<tr><td>Wulstlinge</td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a>, <a href="#nr_20">20</a></td></tr>
+<tr><td>Ziegenb&auml;rte</td><td align="right"><a href="#nr_4">4</a>, <a href="#nr_5">5</a>, <a href="#nr_6">6</a>, <a href="#nr_7">7</a></td></tr>
+<tr><td>Ziegenlippe</td><td align="right"><a href="#nr_16">16</a></td></tr>
+</table>
+</div>
+
+<hr />
+
+<h3><a name="lateinische_gattungsnamen" id="lateinische_gattungsnamen"></a><a href="#inhalt">B. Lateinische Gattungsnamen.</a></h3>
+
+<div style="float: left; width: 49%; margin-bottom: 2em">
+<table border="0" cellpadding="2" summary="Lateinische Gattungsnamen Spalte 1">
+<tr><td>&nbsp;</td><td align="right" style="font-size: smaller">Nr.</td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Ag&aacute;ricus (Trichol&oacute;ma) equ&eacute;ster L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_30">30</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Aga</span>"<span class="invisible">icus</span>(Trichol&oacute;ma) portent&oacute;sus Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_31">31</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Aman&iacute;ta bulb&oacute;sa Bull.</span></td><td align="right"><a href="#nr_19">19</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Am</span>"<span class="invisible">nita</span> pustul&aacute;ta Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_20">20</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Am</span>"<span class="invisible">nita</span> reg&aacute;lis Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_21">21</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Am</span>"<span class="invisible">nita</span> rub&eacute;scens Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_20">20</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Armill&aacute;ria m&eacute;llea Quel.</span></td><td align="right"><a href="#nr_33">33</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Bol&eacute;tus b&aacute;dius Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_12">12</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>ed&uacute;lis Bull.</span></td><td align="right"><a href="#nr_11">11</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>l&uacute;teus L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_17">17</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>rufus Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_13">13</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>scaber Bull.</span></td><td align="right"><a href="#nr_14">14</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>subtoment&oacute;sus L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_16">16</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Bol</span>"<span class="invisible">etus</span>varieg&aacute;tus Sw.</span></td><td align="right"><a href="#nr_15">15</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Bov&iacute;sta nigr&eacute;scens Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_39">39</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Canthar&eacute;llus cib&aacute;rius Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_10">10</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Clavari&eacute;lla a&uacute;rea Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_4">4</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Clav&aacute;ria botrytes Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_5">5</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Cla</span>"<span class="invisible">aria</span> flava Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_6">6</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Gyrom&iacute;tra escul&eacute;nta Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_2">2</a></td></tr>
+</table>
+</div>
+
+<div style="padding-left: 2%; float: left; width: 49%; margin-bottom: 2em">
+<table border="0" cellpadding="2" summary="Lateinische Gattungsnamen Spalte 2">
+<tr><td>&nbsp;</td><td align="right" style="font-size: smaller">Nr.</td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Hyphol&oacute;ma fascicul&aacute;re Huds.</span></td><td align="right"><a href="#nr_34">34</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Lact&aacute;ria delici&oacute;sa L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_23">23</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Lac</span>"<span class="invisible">aria</span> tormin&oacute;sa Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_24">24</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Lac</span>"<span class="invisible">aria</span> vol&eacute;ma Fr.</span></td><td align="right"><a href="#nr_25">25</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Lepi&oacute;ta proc&eacute;ra Scop.</span></td><td align="right"><a href="#nr_22">22</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Mar&aacute;smius alli&aacute;tus Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_8">8</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Mar</span>"<span class="invisible">smius</span> caryophylleus Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_9">9</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Morch&eacute;lla c&oacute;nica Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_1">1</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Mor</span>"<span class="invisible">hella</span> escul&eacute;nta L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_3">3</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Pax&iacute;llus atrotoment&oacute;sus Batsch</span></td><td align="right"><a href="#nr_28">28</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua"><span class="invisible">Pax</span>"<span class="invisible">llus</span> invol&uacute;tus Batsch</span></td><td align="right"><a href="#nr_29">29</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Ph&aacute;eodon imbric&aacute;tus L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_35">35</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Pholi&oacute;ta mut&aacute;bilis Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_32">32</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Polyporus c&oacute;nfluens Alb. et Schw.</span></td><td align="right"><a href="#nr_36">36</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Polyporus ov&iacute;nus Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_37">37</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Psalli&oacute;ta camp&eacute;stris L.</span></td><td align="right"><a href="#nr_18">18</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">R&uacute;ssula vir&eacute;scens Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_26">26</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Russul&iacute;na alut&aacute;cea Pers.</span></td><td align="right"><a href="#nr_27">27</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Sclerod&eacute;rma vulg&aacute;re Horn.</span></td><td align="right"><a href="#nr_38">38</a></td></tr>
+<tr><td><span class="antiqua">Spar&aacute;ssis ram&oacute;sa Schaeff.</span></td><td align="right"><a href="#nr_7">7</a></td></tr>
+</table>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_8" id="Page_8">8</a></span></p>
+
+<h3><a name="autornamen" id="autornamen"></a><a href="#inhalt">C. Erkl&auml;rung der abgek&uuml;rzten Autornamen.</a></h3>
+
+<table border="0" width="90%" cellpadding="4" summary="Autornamen">
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Alb. et Schw.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">J. B. v. Albertini, 1769&ndash;1831, und L. D. v. Schweinitz, 1780&ndash;1834, Vorsteher der Herrnhuter Gemeinde in Niesky (Lausitz).</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Batsch</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">A. G. K. Batsch, 1761&ndash;1802, Professor der Medizin und Naturgeschichte in Jena.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Bull.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Pierre Bulliard, 1742&ndash;1793, Naturforscher in Paris.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Fr.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Elias Fries, 1794&ndash;1878, Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens und Museums der Universit&auml;t Upsala. Sein ber&uuml;hmtes Pilzwerk &bdquo;Die Systematik der Bl&auml;tterpilze&ldquo; hat von dieser Zeit ab die Grundlage f&uuml;r alle Pilzforschungen gebildet.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Horn.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">J. W. Hornemann, 1770&ndash;1841, Professor der Botanik in Kopenhagen.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Huds.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">W. Hudson, 1730&ndash;1793, Apotheker und Botaniker in London.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">L.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Karl v. Linn&eacute; (Linnaeus), 1707&ndash;1778, Professor der Botanik in Upsala.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Pers.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Christ. Heinrich Persoon, 1755&ndash;1837, bedeutender Mykologe, G&ouml;ttingen, Paris, Begr&uuml;nder des ersten Systems der Pilze.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Quel.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">L. Qu&eacute;let, &dagger;1899, Mykologe in Frankreich.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Schaeff.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Jacob Christian Schaeffer, 1718&ndash;1790, Superintendent zu Regensburg, gab das erste Pilzwerk mit handkolorierten Abbildungen heraus.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Scop.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">J. A. Scopoli, 1723&ndash;1788, Professor in Schemnitz (Ungarn) und Pavia.</td></tr>
+<tr><td style="vertical-align: top"><span class="antiqua">Sw.</span></td><td align="center" style="vertical-align: top">=</td><td class="autoren">Olof Swartz, 1760&ndash;1818, Professor in Stockholm.</td></tr>
+</table>
+
+<p class="title big" style="margin-bottom: 0em"><a name="abbildungsverzeichnis" id="abbildungsverzeichnis"></a><a href="#inhalt">Verzeichnis der Abbildungen.</a></p>
+
+<p style="margin-left: 20%"><a href="#abb_1"><span class="invisible">0</span>1. Spitz-Morchel.</a><br />
+<a href="#abb_2"><span class="invisible">0</span>2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.</a><br />
+<a href="#abb_3"><span class="invisible">0</span>3. Speise-Morchel.</a><br />
+<a href="#abb_4"><span class="invisible">0</span>4. Goldgelber Ziegenbart.</a><br />
+<a href="#abb_5"><span class="invisible">0</span>5. Trauben-Ziegenbart. R&ouml;tlicher Ziegenbart.</a><br />
+<a href="#abb_6"><span class="invisible">0</span>6. Gelber Ziegenbart.</a><br />
+<a href="#abb_7"><span class="invisible">0</span>7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.</a><br />
+<a href="#abb_8"><span class="invisible">0</span>8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, D&uuml;rrbehndel, Echter Mousseron.</a><br />
+<a href="#abb_9"><span class="invisible">0</span>9. Nelken-Schwindling.</a><br />
+<a href="#abb_10">10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.</a><br />
+<a href="#abb_11">11. Stein-R&ouml;hrling. Steinpilz, Herrenpilz.</a><br />
+<a href="#abb_12">12. Maronen-R&ouml;hrling.</a><br />
+<a href="#abb_13">13. Rothaut-R&ouml;hrling.</a><br />
+<a href="#abb_14">14. Birken-R&ouml;hrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.</a><br />
+<a href="#abb_15">15. Sand-R&ouml;hrling. Sandpilz.</a><br />
+<a href="#abb_16">16. Filz-R&ouml;hrling. Ziegenlippe.</a><br />
+<a href="#abb_17">17. Butter-R&ouml;hrling. Ringpilz.</a><br />
+<a href="#abb_18">18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.</a><br />
+<a href="#abb_19">19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenbl&auml;tterpilz.</a><br />
+<a href="#abb_20">20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.</a><br />
+<a href="#abb_21">21. K&ouml;nigs-Fliegenpilz.</a><br />
+<a href="#abb_22">22. Gro&szlig;er Schirmling.</a><br />
+<a href="#abb_23">23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, R&ouml;stling.</a><br />
+<a href="#abb_24">24. Gift-Milchling. Giftreizker.</a><br />
+<a href="#abb_25">25. Birnen-Milchling. Br&auml;tling, Brotpilz.</a><br />
+<a href="#abb_26">26. Gr&uuml;nlicher T&auml;ubling.</a><br />
+<a href="#abb_27">27. Ledergelbbl&auml;ttriger T&auml;ubling.</a><br />
+<a href="#abb_28">28. Samtfu&szlig;-Kr&auml;mpling.</a><br />
+<a href="#abb_29">29. Kahler Kr&auml;mpling.</a><br />
+<a href="#abb_30">30. Echter Ritterling. Gr&uuml;nling, Gr&uuml;nreizker.</a><br />
+<a href="#abb_31">31. Grauer Ritterling.</a><br />
+<a href="#abb_32">32. Stock-Sch&uuml;ppling. Stockschw&auml;mmchen.</a><br />
+<a href="#abb_33">33. Honiggelber Hallimasch.</a><br />
+<a href="#abb_34">34. B&uuml;schliger Schwefelkopf.</a><br />
+<a href="#abb_35">35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.</a><br />
+<a href="#abb_36">36. Semmel-Porling. Semmelpilz.</a><br />
+<a href="#abb_37">37. Schaf-Porling. Schafeuter.</a><br />
+<a href="#abb_38">38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-H&auml;rtling.</a><br />
+<a href="#abb_39">39. Schw&auml;rzlicher Bovist. Eier-Bovist.</a></p>
+
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_9" id="Page_9">9</a></span></p>
+
+<h2><a name="wert" id="wert"></a><a href="#inhalt">Welchen Wert haben die Pilze?</a></h2>
+
+<p><span class="initial">S</span>o alt, als es Menschen und Pilze gibt, ist wohl die Verwertung
+der Pilze als Nahrungs- und Genu&szlig;mittel. Fr&uuml;her
+wurden von unseren vielen e&szlig;baren Sorten nur hier und da
+einzelne als Volksnahrungsmittel benutzt, obgleich sie sich in
+pilzreichen Jahren in ungeheurer Menge so m&uuml;he- und kostenlos
+sammeln lie&szlig;en, da&szlig; Tausende von armen Menschen vorz&uuml;glich
+schmeckende und n&auml;hrstoffreiche Mahlzeiten h&auml;tten haben k&ouml;nnen.
+In neuerer Zeit hat die Verbreitung der Pilzkenntnisse durch
+Pilzb&uuml;cher, Schulunterricht und beh&ouml;rdliche Hinweise erfreulich
+zugenommen und ist in weiterem Fortschritte begriffen.</p>
+
+<p>&Uuml;ber den N&auml;hrwert der Pilze hat die Ansicht in wissenschaftlichen
+Kreisen sehr gewechselt. Einst wurde er besonders hoch
+eingesch&auml;tzt, weil die durch chemische Untersuchungen gefundenen
+Stickstoffverbindungen als zum gr&ouml;&szlig;ten Teil verdaulich angenommen
+wurden. Sp&auml;ter wurde diese Ansicht als unrichtig bestritten,
+weil ein betr&auml;chtlicher Teil der Stickstoffverbindungen
+unl&ouml;slich sei. Diese Feststellungen gr&uuml;ndeten sich indessen nicht
+auf Verdauungsversuche beim Menschen selbst, sondern auf
+k&uuml;nstliche chemische Verdauungsversuche im Laboratorium. Hierzu
+kommt, da&szlig; bis jetzt eine einheitliche Art und Weise f&uuml;r die
+chemische Untersuchung der Pilze noch nicht gefunden ist und
+deshalb die betreffenden Ergebnisse der Chemiker sehr verschieden
+ausfallen. In dem Werke von Dr. <span class="spaced">J. Zeller</span>, welches alle
+Untersuchungen &uuml;ber die chemische Zusammensetzung der Pilze
+enth&auml;lt, wird auf Seite&nbsp;218 darauf hingewiesen, wie wenig
+Wert den bisherigen Untersuchungen nach der wissenschaftlichen
+Seite hin beizumessen sei. Diese Behauptung wird begr&uuml;ndet
+mit den zur Zeit noch nicht einheitlich festgestellten Untersuchungsweisen,
+dem au&szlig;erordentlich schwankenden Wassergehalte der
+Pilze, dem verschiedenen Einflusse der Ern&auml;hrungsverh&auml;ltnisse,
+der Mannigfaltigkeit der Bodenarten und anderen Lebens- und
+Entwicklungsbedingungen. Aus diesen Gr&uuml;nden kann an dieser
+Stelle von der Auff&uuml;hrung der Untersuchungstabellen bez&uuml;glich
+des Eiwei&szlig;gehaltes der Pilze Abstand genommen werden; es
+d&uuml;rfte gen&uuml;gen, nur die Durchschnittszahlen anzugeben. Nach
+Zeller sollen die Pilze im frischen Zustande 2&ndash;3 Prozent, im
+trockenen 20&ndash;30 Prozent Proteink&ouml;rper (Stickstoffverbindungen)
+enthalten, w&auml;hrend die nicht proteinartigen stickstoffhaltigen K&ouml;rper<span class="pagenum"><a name="Page_10" id="Page_10">10</a></span>
+etwa 5&ndash;20 Prozent betragen; ferner sind 60&ndash;80 Prozent der
+stickstoffhaltigen Bestandteile und 45&ndash;71 Prozent der eigentlichen
+Eiwei&szlig;k&ouml;rper verdaulich. Als weiteren Nachweis &uuml;ber die
+einzelnen Bestandteile der Pilze, insbesondere des Edelpilzes
+(Champignon) und die Verh&auml;ltnisse zum Fleische und Gem&uuml;searten
+diene beistehende &uuml;bersichtliche Zusammenstellung:</p>
+
+<table border="1" width="95%" cellpadding="2" summary="Inhaltsstoffe der Pilze">
+<colgroup>
+ <col width="40%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+ <col width="6%" />
+</colgroup>
+<thead>
+<tr align="center" style="font-weight: bold">
+ <td rowspan="2">N&auml;here<br />Bezeichnung</td>
+ <td colspan="6">I. In den (nat&uuml;rlichen lebend-)<br />frischen Pilzen</td>
+ <td colspan="4">II. In der Trockenmasse</td>
+</tr>
+<tr align="center" style="vertical-align: bottom">
+ <td>Wasser<br />%</td>
+ <td>Stickstoff<br />%</td>
+ <td>Fett<br />%</td>
+ <td>Stickstofffreie<br />Extraktstoffe<br />%</td>
+ <td>Rohfaser<br />%</td>
+ <td>Asche<br />%</td>
+ <td>Stickstoff<br />%</td>
+ <td>Stickstofffreie<br />Extraktstoffe<br />%</td>
+ <td>Fett<br />%</td>
+ <td>Stickstoff in der <br />Trockenmasse<br />%</td>
+</tr>
+</thead>
+<tr align="center">
+ <td>Frischer Edelpilz<br /><span style="font-size: smaller">(Champignon):<br />Mittel aus 20 Analysen<br />(K&ouml;nig, S. 809 und 810)</span></td>
+ <td>87,<span style="font-size: smaller">40</span></td>
+ <td>4,<span style="font-size: smaller">88</span></td>
+ <td>0,<span style="font-size: smaller">20</span></td>
+ <td>3,<span style="font-size: smaller">57</span></td>
+ <td>0,<span style="font-size: smaller">83</span></td>
+ <td>0,<span style="font-size: smaller">82</span></td>
+ <td>47,<span style="font-size: smaller">42</span></td>
+ <td>34,<span style="font-size: smaller">58</span></td>
+ <td>&mdash;</td>
+ <td>7,<span style="font-size: smaller">59</span></td>
+</tr>
+<tr align="center">
+ <td>Mageres Ochsenfleisch:<br /><span style="font-size: smaller">Mittel aus 10 Analysen (K&ouml;nig, S. 4)</span></td>
+ <td>76,<span style="font-size: smaller">47</span></td>
+ <td>20,<span style="font-size: smaller">56</span></td>
+ <td>1,<span style="font-size: smaller">74</span></td>
+ <td>&mdash;</td>
+ <td>&mdash;</td>
+ <td>1,<span style="font-size: smaller">17</span></td>
+ <td>87,<span style="font-size: smaller">38</span></td>
+ <td>&mdash;</td>
+ <td>7,<span style="font-size: smaller">41</span></td>
+ <td>13,<span style="font-size: smaller">98</span></td>
+</tr>
+<tr align="center">
+ <td>Gem&uuml;searten:<br /><span style="font-size: smaller">(Wei&szlig;kohl, Spargel und Salat)<br />Mittel aus 40 Analysen<br />(K&ouml;nig, S. 786, 787 und 791)</span></td>
+ <td>92,<span style="font-size: smaller">72</span></td>
+ <td>1,<span style="font-size: smaller">73</span></td>
+ <td>0,<span style="font-size: smaller">21</span></td>
+ <td>2,<span style="font-size: smaller">54</span></td>
+ <td>1,<span style="font-size: smaller">12</span></td>
+ <td>1,<span style="font-size: smaller">01</span></td>
+ <td>24,<span style="font-size: smaller">63</span></td>
+ <td>42,<span style="font-size: smaller">63</span></td>
+ <td>&mdash;</td>
+ <td>3,<span style="font-size: smaller">94</span></td>
+</tr>
+</table>
+
+<p>Die hier angef&uuml;hrten Mittelzahlen aus einer gr&ouml;&szlig;eren Zahl
+von Analysen zeigen, da&szlig; die frischen Edelpilze &ndash; und &auml;hnlich
+verhalten sich die &uuml;brigen e&szlig;baren Pilze &ndash; nach ihrer Zusammensetzung
+mehr den Gem&uuml;searten als der Fleischnahrung gleichzusetzen
+w&auml;ren; dies ist begr&uuml;ndet im hohen Wassergehalte der Pilze.
+Wie steht es nun aber in der Wirklichkeit? Da die Pilze im
+eigenen Wasser bei der Zubereitung als Speise gekocht werden
+und dieses 50&ndash;60 vom Hundert verdampft, so erh&ouml;ht sich doch
+der Eiwei&szlig;gehalt auf das Doppelte. Noch mehr n&auml;hert sich der
+Eiwei&szlig;gehalt dem des Fleisches bei den getrockneten Pilzen. &ndash;
+&bdquo;Hier ist das Fleisch&ldquo; schreibt Professor Dr. <span class="spaced">Falck</span>, &bdquo;im Gegensatz
+zu den Gem&uuml;sesorten durch einen etwa dreieinhalbmal so<span class="pagenum"><a name="Page_11" id="Page_11">11</a></span>
+gro&szlig;en Gehalt an Stickstoffsubstanz ausgezeichnet, w&auml;hrend die
+Pilze etwa doppelt soviel enthalten als die Gem&uuml;searten, also
+eine mittlere Stellung einnehmen. Daf&uuml;r enth&auml;lt das Gem&uuml;se
+etwa 40 Prozent stickstofffreie Extraktstoffe (gr&ouml;&szlig;tenteils Kohlehydrate),
+die beim Fleisch, bis auf geringe Mengen Glycogen,
+nahezu vollst&auml;ndig fehlen. Die Pilze stehen hier wieder in der
+Mitte, sie enthalten etwa 30 Prozent stickstofffreie Extraktstoffe,
+die auch nach Art und Zusammensetzung von den aus den pflanzlichen
+Gem&uuml;searten gewonnenen Extraktstoffen abweichen.&ldquo;</p>
+
+<p>Nach allen diesen Er&ouml;rterungen geh&ouml;ren die Pilze zu denjenigen
+Nahrungsmitteln, die eine ziemlich hohe Wertsch&auml;tzung
+beanspruchen d&uuml;rfen. Hierbei kommt weiter in Betracht, da&szlig;
+der n&ouml;tige Eiwei&szlig;bedarf zur Vollern&auml;hrung eines Menschen nicht
+mehr wie fr&uuml;her von <span class="spaced">Voit</span> und <span class="spaced">Pettenkofer</span> angenommen,
+120&ndash;140 Gramm betr&auml;gt, sondern nach den neueren Forschungen
+und vor allem nach den wirklichen Erfahrungen durch Versuche
+an lebenden Menschen 50&ndash;60 Gramm, ja sogar noch etwas
+darunter, gen&uuml;gen. Es wurde bereits im Vorworte darauf hingewiesen,
+so da&szlig; es sich er&uuml;brigt, hier darauf weiter einzugehen.</p>
+
+<p>Au&szlig;er dem Eiwei&szlig;gehalte enthalten aber die Pilze auch noch
+andere Stoffe, die bei der Ern&auml;hrung von Wert sind, das sind
+die N&auml;hrsalze und die Zuckerstoffe, der Mannit (Mannazucker)
+und der Traubenzucker. Ferner enthalten sie auch Fettstoffe,
+die dem Gem&uuml;se fast vollst&auml;ndig fehlen.</p>
+
+<p>Schon in den fr&uuml;heren Auflagen des Michaelschen &bdquo;F&uuml;hrers
+f&uuml;r Pilzfreunde&ldquo; wurde ganz besonders auf den Wert des Pilzextraktes
+hingewiesen und seine Zubereitung angegeben. Fast alle
+seit 1896 erschienenen Volks-Pilzb&uuml;cher und die Anweisungsb&uuml;cher
+f&uuml;r die mannigfaltige Zubereitung der Pilze haben sich
+diese Vorschrift des Verfassers zu eigen gemacht und sie empfohlen.
+Sehr erfreut war er deshalb, da&szlig; auch Prof. Dr. Falck
+auf den hohen (Eiwei&szlig;-)Wert des Pilzextraktes hinweist und ihn
+vollst&auml;ndig den verschiedenen zur Zeit in den Handel kommenden
+Fleischextrakten bez&uuml;glich des Eiwei&szlig;gehaltes gleichstellt, ihn jedoch
+noch hochwertiger nach der Geschmacksseite einsch&auml;tzt.</p>
+
+<p>Damit ist aber der Wert der Pilze noch nicht ersch&ouml;pft, denn
+einen ebenso hohen Wert als menschliche Speise haben sie f&uuml;r
+die tierische Kost. F&uuml;r diesen Zweck kann man alle anderen zur
+menschlichen Speise unbrauchbaren Pilze verwenden, mit Ausnahme
+der giftigsten, wie die Knollenbl&auml;tterpilze, der Fliegen- und
+K&ouml;nigsfliegenpilz, der Satanspilz. Warum lassen wir<span class="pagenum"><a name="Page_12" id="Page_12">12</a></span>
+uns die Natur so wenig als Lehrmeisterin dienen? Wer je
+einmal die Sauparke mit ihren Wildschweinen besucht hat,
+wei&szlig;, da&szlig; eine Pilzausbeute in diesen Gegenden vollst&auml;ndig
+ausgeschlossen ist, da die S&auml;ue fast alle Pilzsorten verzehren.
+Den Schweinen werden die Pilze als Futter in frischem, aber
+in gutem, nicht verfaultem Zustande gegeben, ebenso k&ouml;nnen sie
+getrocknet, dann aufgeweicht, dem Futter beigemengt werden.
+F&uuml;r die H&uuml;hner, die keine frischen Pilze fressen, werden die
+scharfgetrockneten, dann gemahlenen Pilze dem Weichfutter zugemischt.
+Hier war auch f&uuml;r den Verfasser die Erfahrung die
+Lehrmeisterin. Schon seit vielen Jahren sind s&auml;mtliche Pilzabf&auml;lle,
+die beim Putzen der Pilze entstanden, gut getrocknet
+und, wie oben angegeben, dem Weichfutter beigemischt worden.
+Wieviel Getreideschrot und Kleie kann da gespart werden! Die
+Eiererzeugung best&auml;tigte den Wert des Ersatzfutters. Ferner ist
+schon vor vielen Jahren in den Fischereizeitungen, insbesondere
+der &ouml;sterreichischen, auf die F&uuml;tterung der Fische mit Pilzen
+hingewiesen worden. Darnach sollen zehn Pfund frischverf&uuml;tterte
+kleingehackte Pilze ein Pfund Fleischzuwachs geben.</p>
+
+<h2><a name="speise" id="speise"></a><a href="#inhalt">Wie werden die Pilze als Speise zubereitet?</a></h2>
+
+<p><span class="initial">S</span>ehr einfach ist die Vorbereitung der e&szlig;baren Pilze zum Genu&szlig;.
+Man hat nur n&ouml;tig, sie nach dem Reinigen und Putzen in
+kleine l&auml;ngliche St&uuml;cke zu schneiden, sie dann sauber zu waschen,
+in Sch&uuml;sseln ausgebreitet etwas zu salzen und hierauf bis zur
+eigentlichen Zubereitung k&uuml;hl und luftig zu stellen. Z&auml;he und
+harte Stiele sind nie mitzunehmen, abziehbare Oberhaut ist immer
+abzuziehen. Junges und madenfreies Futter kann stets verwendet
+werden. Bei vielen Bl&auml;tterpilzen w&uuml;rde fast nichts &uuml;brig bleiben,
+wollte man das ganze Futter mit beseitigen. Zu alte oder irgendwie
+angefaulte Pilze werfe man fort.</p>
+
+<p>Durch langes Kochen werden die Pilze nicht verdaulicher, im
+Gegenteil schwerer verdaulich, weil dann das Eiwei&szlig; noch mehr
+verh&auml;rtet. Gewisse schwer verdauliche Eiwei&szlig;teile sind an die Zellwandungen
+der Pilze, Fungin genannt, gebunden. Im sogenannten
+Berliner Salz oder doppeltkohlensaurem Natron haben wir
+ein unsch&auml;dliches Mittel, die chemische Aufl&ouml;sung dieser Zellulose
+einzuleiten. Auf ein Liter geschnittene Pilze gebe man etwa
+eine Messerspitze voll doppeltkohlensaures Natron, das ja auch,
+wie die Hausfrau wei&szlig;, vorz&uuml;gliche Dienste beim Kochen z&auml;hen<span class="pagenum"><a name="Page_13" id="Page_13">13</a></span>
+Fleisches, saurer Flecke oder Gem&uuml;se verrichtet. Hofrat Dr. <span class="spaced">Wirt</span>
+hat auch auf die Anwendung des Sauerbrunnenwassers als wertvoll
+f&uuml;r das leichtere Weichkochen von Pilzen und H&uuml;lsenfr&uuml;chten
+hingewiesen, denn das dem Kase&iuml;n verwandte Legumin (Eiwei&szlig;
+der Leguminosenfr&uuml;chte) l&ouml;st sich leichter in schwach alkalischem
+Wasser als in gew&ouml;hnlichem oder gar stark alkalischem. Doppeltkohlensaures
+Natron macht eben in der angegebenen Zusatzmenge
+das Wasser schwach alkalisch.</p>
+
+<p>Zu beachten ist, da&szlig; zu den gewaschenen und abgetropften
+Pilzen niemals Wasser zugegossen wird; man l&auml;&szlig;t vielmehr die
+Pilze in ihrem eigenen Wasser kochen, von dem sie bis zu 90 Prozent
+enthalten. Au&szlig;er Natron wird, wenn nicht schon vorher geschehen,
+noch etwas Kochsalz beigegeben.</p>
+
+<p>Bei Morcheln und Lorcheln mu&szlig; das Reinigen und Waschen
+sehr sorgf&auml;ltig und mehrmals erfolgen, denn sie enthalten h&auml;ufig
+Sand. Stockmorcheln sind vor dem Ansetzen abzubr&uuml;hen; sie enthalten
+ein besonderes Gift, welches durch das Abbr&uuml;hen entfernt
+wird. Der Verfasser hat durch Genu&szlig; von frischen und gesunden
+Morcheln niemals unangenehme Folgen empfunden.</p>
+
+<p>Will man getrocknete Pilze zu Suppen usw. verwenden, so
+m&uuml;ssen diese am Abend vorher nach Abwaschen des Staubes
+mit soviel kaltem Wasser, wie n&ouml;tig, eingeweicht werden. W&auml;hrend
+der Nacht bleiben sie stehen, und erst kurz vor der Verwendung
+werden sie in diesem Wasser gekocht. Durch solche
+Vorbehandlung quellen die Pilze vorz&uuml;glich auf und werden
+weich und zart. G&auml;nzlich falsch ist es, getrocknete Pilze erst
+kurz vor der Zubereitung zu nehmen. Selbst t&uuml;chtig mit Wasser
+oder Fleischbr&uuml;he gekocht, werden die Zellwandungen der getrockneten
+Pilze auf diese Weise nicht gen&uuml;gend aufgeschlossen. Die
+Pilze bleiben somit zum gro&szlig;en Teil unverdaulich und wertlos
+f&uuml;r die Ern&auml;hrung.</p>
+
+<p>Es m&ouml;gen hier noch einige erprobte Verwendungs-Vorschriften
+folgen (man beachte auch den Abschnitt <a href="#pilzvergiftungen_schutz">&bdquo;Wie sch&uuml;tzt man sich vor Pilzvergiftungen?&ldquo;</a> Seite&nbsp;19).</p>
+
+<p>Wer eine noch ausf&uuml;hrlichere Anweisung w&uuml;nscht, dem sei
+das Pilzkochbuch von <span class="spaced">E. Herrmann</span> in Dresden (Verlag von
+<span class="spaced">C. Heinrich</span>, Dresden-N.), Preis 70 Pfennig, empfohlen.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">1. Suppe von frischen Pilzen.</h3>
+
+<p>Die zubereiteten Pilze werden fein gewiegt, mit kochendem
+Wasser nebst Salz und etwas Butter angesetzt und &frac12; Stunde<span class="pagenum"><a name="Page_14" id="Page_14">14</a></span>
+gekocht. Unterdessen wird ein wenig Mehl gebr&auml;unt, hineingequirlt
+und die Suppe mit Petersilie, sowie etwas Pfeffer
+abgeschmeckt. Au&szlig;erdem kann Ei hinzukommen. Ist Fleischbr&uuml;he
+vorhanden, so kann auch diese mit Verwendung finden.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">2. Suppe von getrockneten Pilzen.</h3>
+
+<p>F&uuml;r f&uuml;nf Personen nehme man eine Tasse voll getrockneter
+Pilze, weiche sie am Abend vorher in Wasser ein und wiege
+sie dann fein. Hierauf werden sie in dem Einweichwasser mit
+Butter und Salz ziemlich eine Stunde lang ged&uuml;nstet. Nun
+werden sie mit dem n&ouml;tigen Suppenwasser aufgekocht, mit Braunmehl,
+Petersilie und Pfeffer und je nach Belieben mit Ei abgezogen.
+In Butter ger&ouml;stete Semmel wird hinzugegeben.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">3. Gem&uuml;se von Pilzen.</h3>
+
+<p>Die zubereiteten, fein geschnittenen Pilze werden mit etwas
+Natron (siehe <a href="#speise">Seite&nbsp;12</a>) und Salz angesetzt, und ziemlich dreiviertel Stunde gekocht. Dann wird das Pilzwasser abgegossen,
+jedoch nicht weggesch&uuml;ttet, sondern zur Suppe verwandt oder zum
+Extrakt genommen (siehe <a href="#extrakt">Bereitung des Extraktes</a>). Hierauf
+werden die Pilze mit Butter oder Fett ged&uuml;nstet, und mit viel
+Petersilie und etwas feinem Pfeffer vermengt.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">4. Pilzpfanne.</h3>
+
+<p>Die zugerichteten Pilze werden zuerst weich gekocht und wenn
+noch Br&uuml;he (Pilzextrakt!) vorhanden, wird diese abgegossen; die
+Pilze werden dann fein gewiegt und mit Butter, einigen Eiern,
+sowie in Milch aufgeweichter Semmel zusammenger&uuml;hrt und
+zuletzt in einer mit Butter ausgestrichenen Pfanne gebacken.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">5. Pilzgebackenes (nach <span class="spaced">Kl&ouml;ber</span>, Pilzk&uuml;che).</h3>
+
+<p>Der Boden einer Pfanne wird erst mit Butter, dann mit einer
+Lage geriebenen Schwarzbrotes bedeckt, darauf kommt eine Schicht
+Pilze, welche mit Salz, Pfeffer und anderem Gew&uuml;rz bestreut
+wird. Diese Schichtung wiederholt man solange, bis die Pfanne
+voll ist, belegt die oberste Schicht mit Butter und b&auml;ckt das Ganze.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">6. Salat von Pilzen.</h3>
+
+<p>Die zugerichteten und in Salzwasser gebr&uuml;hten Pilze werden
+in kleine St&uuml;ckchen oder Scheibchen geschnitten und mit Essig, &Ouml;l,
+Pfeffer und Salz angerichtet. Den schmackhaftesten Salat gibt
+nat&uuml;rlich der echte Weinessig. Je nach Geschmack k&ouml;nnen<span class="pagenum"><a name="Page_15" id="Page_15">15</a></span>
+verschiedene Gew&uuml;rzkr&auml;uter wie Petersilie, Schnittlauch und Estragon
+mit Verwendung finden. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen selbstverst&auml;ndlich
+verschiedene Arten Mischsalate mit Kartoffeln, fein gewiegten
+Sardellen oder Hering (aber nicht zuviel), &Auml;pfeln und Fleischst&uuml;ckchen
+usw. hergestellt werden. Eine findige und praktische Hausfrau
+wird selbst mancherlei Abwechslung schaffen.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">7. Kl&ouml;&szlig;e von frischen Pilzen.</h3>
+
+<p>Auch bei diesen Pilzkl&ouml;&szlig;en kann je nach den Zutaten, die zur
+Verf&uuml;gung stehen, eine gro&szlig;e Mannigfaltigkeit der Zubereitung
+erzielt werden. Ein sklavisches Binden an die eine oder andere
+Vorschrift ist unn&ouml;tig, denn eine praktische Hausfrau vermag
+reiche Abwechslung zu schaffen. Einige Winke m&ouml;gen gen&uuml;gen:</p>
+<p>Man nimmt z.&nbsp;B. auf zwei Liter geschnittene Pilze, die fein
+gewiegt oder durch einen sogenannten Fleischwolf getrieben werden,
+ein halbes Pfund gehacktes Schweinefleisch oder Rindfleisch,
+auch Fischfleisch, ein Ei, fein gewiegte Zwiebel, Salz, etwas
+Pfeffer und soviel trockene geriebene oder gesto&szlig;ene Semmel als
+n&ouml;tig ist, um daraus Kl&ouml;&szlig;e formen und braten zu k&ouml;nnen. Bei
+Fleischmangel werden trockenes geriebenes Brot und Semmel, je
+zur H&auml;lfte, ein oder zwei Eier zum Binden der Masse und das
+n&ouml;tige Gew&uuml;rz genommen.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">8. Kl&ouml;&szlig;e von getrockneten Pilzen.</h3>
+
+<p>Man nimmt getrocknete und, wie weiter oben angegeben, eingeweichte
+Pilze, d&uuml;nstet sie und hackt sie dann klar. Hierauf
+mischt man sie mit Butter, Zwiebel, etwas aufgeweichter und
+ausgedr&uuml;ckter Semmel, Zitronensaft und zwei bis drei Teel&ouml;ffel
+Pilzextrakt, f&uuml;gt Ei zum Binden und soviel trockene geriebene
+Semmel hinzu, um daraus Kl&ouml;&szlig;chen formen und braten zu k&ouml;nnen.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">9. Pilzkl&ouml;&szlig;chen zu Reis, Gr&auml;upchen usw.</h3>
+
+<p>Pilze (frisch oder getrocknet) werden gewiegt, in Butter mit
+Salz und Zitronensaft ged&uuml;nstet. Nach dem Verk&uuml;hlen wird
+Ei und Semmel (halb gerieben, halb geweicht) hinzugef&uuml;gt, die
+Masse zu walnu&szlig;gro&szlig;en Kl&ouml;&szlig;chen geformt und in siedendem
+Wasser gekocht.</p>
+
+<h3 style="text-align: left"><a name="extrakt" id="extrakt"></a>10. Bereitung des Pilzextraktes.</h3>
+
+<p>Trotz der verschiedenen im Handel befindlichen &bdquo;W&uuml;rzen&ldquo;
+steht zum Verfeinern einer Suppe, einer Tasse Fleischbr&uuml;he,
+einer Bratentunke der selbstgefertigte Pilzextrakt un&uuml;bertroffen<span class="pagenum"><a name="Page_16" id="Page_16">16</a></span>
+da. Derselbe kann fast aus allen Pilzsorten gefertigt werden,
+aber auch hierbei gibt die Praxis verschiedene wertvolle Winke.
+So k&ouml;nnen ganz besonders diejenigen Pilzarten die vorz&uuml;glichste
+Verwertung finden, die mitunter in riesiger Menge vorkommen,
+so da&szlig; sie kaum zur Speise bew&auml;ltigt werden k&ouml;nnen, zumal wenn
+in sogenannten Pilzjahren erstklassige Speisepilze reichlich vorhanden
+sind. Ebenso finden solche Arten sofortige Verarbeitung,
+die sich nur wenige Stunden halten und oft massig zu ernten sind.
+Erinnert sei nur an den walzigen und an den Schopf-Tintling,
+die oft tausendweise auf einer Wiese stehen. Und in welchen
+Mengen finden sich zu Zeiten der echte Reizker, der Hallimasch,
+der Perlpilz, die Ritterlinge, die T&auml;ublinge, die Gelblinge usw.,
+ebenso der Sand-R&ouml;hrling. Die anderen R&ouml;hrlinge eignen sich
+wegen ihres au&szlig;erordentlich schleimigen Charakters nicht so gut
+zum Extrakt wie die oben erw&auml;hnten Pilze.</p>
+
+<p>Bei Herstellung desselben verfahre man in folgender Weise:
+Die geputzten und gereinigten Pilze werden in gleicher Weise
+zun&auml;chst wie die Pilze zur Speise behandelt, d.&nbsp;h. im eigenen
+Safte abgekocht, aber ohne Natronzusatz, da dieser sonst den
+Extrakt schaumig macht. Diese Br&uuml;he wird abgegossen, die abgeseihten
+Pilze nochmals mit etwas wenig Salzwasser t&uuml;chtig
+ausgekocht und dieser Saft zur ersten Abkochung getan. Die
+Pilze selbst werden, um allen Saft zu gewinnen, in einem S&auml;ckchen
+einem leichten, dauernden Drucke unterworfen. Der gesamte
+Saft wird hierauf stark gesalzen, auf ein Liter davon ein Kaffeel&ouml;ffel
+Salz, und nun so dick eingedampft, da&szlig; zuletzt der Extrakt
+sirupdick wird. Am schnellsten kommt man zum Ziele, wenn der
+d&uuml;nne Saft zun&auml;chst in Pfannen eingedampft wird und dann
+in kleineren T&ouml;pfen. Man nehme aber nur ganz neue Tongef&auml;&szlig;e
+zu diesem Zwecke, die man sp&auml;ter ja stets dazu verwenden
+kann. Der fertige Extrakt wird nun in kleinen, weithalsigen
+Fl&auml;schchen aufbewahrt. So h&auml;lt er sich jahrelang.</p>
+
+<p>Beim Gebrauche rechnet man auf 5&ndash;6 Teller Suppe einen
+Kaffeel&ouml;ffel Extrakt. Zu diesem Zwecke wird vorstehende Menge
+in einem kleinen T&ouml;pfchen mit etwas kochendem Wasser aufgequirlt
+und durchgeseiht der Suppe usw. beigegeben.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">11. Einmachen der Pilze in Essig.</h3>
+
+<p>Die zubereiteten Pilze (siehe auch <a href="#speise">S. 12</a>) werden eine halbe
+Stunde gekocht, dann gie&szlig;t man den Saft (f&uuml;r Pilzextrakt verwendbar)
+ab, gibt hinzu, auf sechs Liter frische Pilze berechnet,<span class="pagenum"><a name="Page_17" id="Page_17">17</a></span>
+dreiviertel Liter Weinessig (nicht Sprit), Pfefferk&ouml;rner, Piement
+(auch Nelkenpfeffer, Neugew&uuml;rz genannt), Lorbeerbl&auml;tter, Schalotten
+oder Perlzwiebeln und kocht das Ganze eine Viertelstunde.
+Nach erfolgter Abk&uuml;hlung werden die Pilze in weithalsige Glasb&uuml;chsen
+gef&uuml;llt. Zur Auff&uuml;llung nimmt man nochmals Weinessig,
+mit eindrittel Wasser vermischt, kocht denselben auf und &uuml;bergie&szlig;t
+die Pilze so weit, da&szlig; sie vom Essig gut &uuml;berdeckt werden.</p>
+
+<p>Die nach diesem Rezepte vom Verfasser eingemachten Pilze
+haben auf verschiedenen Obstausstellungen erste Preise erhalten.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">12. Einmachen der Pilze nach dem Sterilisierungsverfahren.</h3>
+
+<p>Kein Verfahren eignet sich so vorz&uuml;glich zum Konservieren der
+Pilze als das Sterilisieren. Hierbei behalten dieselben ihren sch&ouml;nen
+und eigenartigen, nat&uuml;rlichen Pilzgeschmack, sowie das jeder Sorte
+eigenartige Aroma. Fast alle &bdquo;Gem&uuml;sepilze&ldquo; lassen sich hierzu
+verwenden. Nachdem man die betreffenden Pilze in bekannter
+Weise gereinigt, d.&nbsp;h. geputzt hat, wobei selbstverst&auml;ndlich bei den
+&auml;lteren R&ouml;hrenpilzen, sowie bei den Stachelpilzen das Futter
+entfernt wird, bei den Bl&auml;tterpilzen nur das Futter des Edelpilzes
+und bei anderen Arten &auml;lteres, fleckiges, werden sie in
+mittelgro&szlig;e St&uuml;ckchen geschnitten. Nun werden sie mit kaltem
+Wasser ein- bis zweimal schnell gewaschen, um nicht die N&auml;hrsalze
+auszulaugen, dann l&auml;&szlig;t man alles Wasser abtropfen oder
+schleudert es ab und bringt sie in einem Steingut- oder gut
+glasiertem Topfe aufs Feuer. Beim Ansetzen zum Kochen &uuml;bersehe
+man nicht, eine kleine Portion doppeltkohlensaures Natron
+beizuf&uuml;gen, auch vergesse man die n&ouml;tige Salzzugabe nicht.</p>
+
+<p>Da die Pilze au&szlig;erordentlich viel Wasser enthalten, werden
+sie ohne solches zugesetzt. Beim Erhitzen scheidet sich das Eigenwasser
+aus. In diesem eigenen Safte werden sie bis zum
+Kochen erhitzt, damit sie erst zusammenschwinden, denn sonst
+w&uuml;rden die Gl&auml;ser zu wenig Pilze fassen. Hierauf werden die
+Pilze mit einem durchlochten L&ouml;ffel herausgenommen und in
+die bereitgehaltenen gut gereinigten Gl&auml;ser bis zum Halse gef&uuml;llt.
+Die Pilzbr&uuml;he selbst wird durch ein reines Flanelltuch
+filtriert und die durchgeseihte Br&uuml;he &uuml;ber die Pilze gegossen,
+so da&szlig; letztere von der Br&uuml;he &uuml;berdeckt sind.</p>
+
+<p>Etwas anders zu behandeln sind die Trichter- und Trompeten-Pfifferlinge,
+sowie der Habichtspilz und der echte Reizker.
+Diese Sorten werden nach dem Putzen mit kochendem Wasser<span class="pagenum"><a name="Page_18" id="Page_18">18</a></span>
+gebr&uuml;ht und gewaschen, denn erstere drei Sorten behalten sonst
+einen Erdgeruch und -geschmack, letztere Art eine unangenehme
+Bitterkeit. Ebenso m&uuml;ssen die sogenannten Stockmorcheln (<span class="antiqua">Gyrom&iacute;tra
+escul&eacute;nta</span>) gebr&uuml;ht werden, damit die darin enthaltene giftige
+Helvellas&auml;ure entfernt wird. Das Abbr&uuml;hen mu&szlig; aber schnell
+geschehen, d.&nbsp;h. es darf nur kurze Zeit dauern. Alle Morchelarten
+m&uuml;ssen schon des Sandes wegen &ouml;fters gewaschen werden.</p>
+
+<p>Das Sterilisieren selbst mu&szlig; insofern sehr vorsichtig geschehen,
+als man, vom Eintritt des Kochens an, das Wasser nur schwach
+wallen l&auml;&szlig;t; sprudelnd kochendes Wasser bewirkt j&auml;hes Aufsteigen
+der schleimigen Pilzbr&uuml;he, die zwischen Glasrand und Gummiring
+geratend, oft kleine Pilzteilchen mit fortrei&szlig;t und ein dichtes
+Verschlie&szlig;en der Gl&auml;ser hindert. Man bedarf zu einem &frac12;- und
+&frac34;-Liter-Glas mindestens f&uuml;nfviertel Stunden, bei Litergl&auml;sern
+anderthalb Stunden Sterilisierungszeit. In den n&auml;chsten Tagen
+sind die betreffenden Gl&auml;ser auf Schlu&szlig; zu pr&uuml;fen. Heben sich
+die Deckel, so ist sofort wieder zu sterilisieren, sonst ist ein Verderben
+unausbleiblich.</p>
+
+<p>Die Pilze k&ouml;nnen jedoch auch gleich speisefertig sterilisiert
+werden. Zu diesem Zwecke werden sie nach dem Kochen in
+&uuml;blicher Weise in Butter gebraten, so hei&szlig; als m&ouml;glich in die
+Gl&auml;ser gebracht und ziemlich dreiviertel Stunde sterilisiert. Jedes
+Befetten des Glasrandes und des Gummiringes mu&szlig; aber peinlich
+vermieden werden.</p>
+
+<p>Verschiedene Firmen, wie z.&nbsp;B. <span class="spaced">J. Weck</span>, G.&nbsp;m.&nbsp;b.&nbsp;H.,
+&Ouml;flingen i. Baden, liefern bestens bew&auml;hrte, praktische Sterilisier-Einrichtungen.
+Ausf&uuml;hrliche Anweisung &uuml;ber das Sterilisieren
+findet sich im &bdquo;Merkb&uuml;chlein f&uuml;r das Sterilisieren der Fr&uuml;chte,
+des Gem&uuml;ses und der Pilze&ldquo; im Selbstverlage des Verfassers
+<span class="spaced">Edm. Michael</span>, Auerbach i.&nbsp;V. Erh&auml;ltlich gegen Einsendung
+von 30 Pfennig in Briefmarken.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">13. Trocknen der Pilze.</h3>
+
+<p>Das Trocknen der Pilze ist sehr einfach. Die abgeputzten und in
+Scheiben oder St&uuml;cke geschnittenen Pilze werden, ohne sie vorher
+zu waschen, entweder in der Sonne oder auf dem Ofen getrocknet.</p>
+
+<h3 style="text-align: left">14. Richtige Verwendung der einzelnen Sorten.</h3>
+
+<p>Nicht jeder Pilz eignet sich zur Suppe oder zum Einmachen
+in Essig usw., die einzelnen Sorten erfordern vielmehr auch eine
+verschiedenartige Verwendung. In den nachfolgenden Zeilen<span class="pagenum"><a name="Page_19" id="Page_19">19</a></span>
+folgt daher eine Zusammenstellung &uuml;ber die zweckm&auml;&szlig;ige Verwertung
+der in diesem Handbuch vorkommenden e&szlig;baren Pilze.</p>
+
+<h4>a) Suppenpilze:</h4>
+
+<p>Morcheln, Ziegenb&auml;rte, Stockschw&auml;mmchen, echter Reizker,
+echter Gelbling, Nelkenschwindling, Edelpilze (Champignons),
+s&auml;mtliche R&ouml;hrlinge.</p>
+
+<h4>b) Gemüsepilze:</h4>
+
+<p>Alle e&szlig;baren Pilze.</p>
+
+<h4>c) Pilze zum Einmachen in Essig:</h4>
+
+<p>Steinpilz, echter Gelbling, Semmelporling, Schafporling, die
+e&szlig;baren T&auml;ublinge, Wacholder-Milchling, Perlpilz, Ritterlinge.</p>
+
+<h4>d) Pilze zum Sterilisieren:</h4>
+
+<p>Alle e&szlig;baren Pilze.</p>
+
+<h4>e) Gewürzpilz zur Bratenbrühe:</h4>
+
+<p>Lauch-Schwindling (Mousseron).</p>
+
+<h4>f) Pilze zum Trocknen:</h4>
+
+<p>Morcheln, Schafporling, gro&szlig;er Schirmling, Edelpilz (Champignon),
+Stockschw&auml;mmchen, Steinpilz, Maronen-R&ouml;hrling,
+Birken-R&ouml;hrling, Lauch-Schwindling, krauser Ziegenbart, Nelken-Schwindling,
+Schafeuter, Habichtspilz.</p>
+
+<h4>g) Pilze als Pilzpulver:</h4>
+
+<p>Alle unter f genannten Pilze. &ndash; In verschiedenen Gegenden
+und L&auml;ndern (z.&nbsp;B. in B&ouml;hmen) werden die scharf getrockneten
+Pilze zu Pulver gemahlen und entweder zu Suppen oder zum
+Bestreuen (Panieren) gebackener Fleischspeisen verwendet.</p>
+
+<h2><a name="pilzvergiftungen_schutz" id="pilzvergiftungen_schutz"></a><a href="#inhalt">Wie sch&uuml;tzt man sich vor Pilzvergiftungen?</a></h2>
+
+<p><span class="initial">N</span>ichts steht der allgemeinen Verwertung der Pilze im Haushalte
+so hindernd entgegen als die Furcht vor einer Vergiftung
+durch die Pilze. Jeder Vergiftungsfall, der ja meistens
+die Runde durch die Tagesbl&auml;tter macht, schreckt immer von neuem
+ab, sich mit den Pilzen abzugeben und sie als Kost auf den Tisch
+zu bringen. Dazu kommen noch die zur Pilzzeit in den Zeitungen
+und Zeitschriften zu lesenden Verh&uuml;tungsma&szlig;regeln, welche recht
+wissenschaftlich klingen, die zu merken aber niemandem einf&auml;llt und<span class="pagenum"><a name="Page_20" id="Page_20">20</a></span>
+oft auch keinen Pfifferling wert sind. Wenn das Publikum solche
+offenbar von Unkundigen geschriebene Regeln liest, wonach fast
+alle Pilze giftig sind, verzichtet es lieber auf den Genu&szlig; der Pilze.</p>
+
+<p>Um nur einiges von den vielen gutgemeinten, aber v&ouml;llig
+falschen Regeln zu widerlegen, diene folgendes: Da hei&szlig;t es:
+&bdquo;Alle eigentlichen Bl&auml;tterpilze sind zu meiden &ndash; ausgenommen
+der Edelpilz (Champignon), Gelbling (Gehling) und Kaiserling.&ldquo;
+W&auml;re dies richtig, so m&uuml;&szlig;te man das Stockschw&auml;mmchen, den
+Hallimasch, den Pflaumenpilz, den Nelken-Schwindling, den
+Lauch-Schwindling, s&auml;mtliche e&szlig;baren T&auml;ublinge, den Parasolpilz,
+die e&szlig;baren Ritterlinge, und noch viele andere ausschlie&szlig;en.
+Weiter: &bdquo;Alle Pilze mit Farbenver&auml;nderung beim Druck oder
+Zerschneiden taugen nichts!&ldquo; Dann fort mit dem Roth&auml;uptchen,
+dem Maronen-R&ouml;hrling, dem Sand-R&ouml;hrling, dem Kornblumen-R&ouml;hrling,
+dem guten Reizker, dem kahlen Kr&auml;mpling&nbsp;usw.</p>
+
+<p>Ferner: &bdquo;Alle Pilze mit Milchsaft sind verd&auml;chtig!&ldquo; Auch
+der Br&auml;tling, der gute Reizker, der filzige Milchling, der milde
+und s&uuml;&szlig;liche Milchling? Endlich soll Geruch, Geschmack, Farbe
+des Hutes, gl&auml;nzende oder klebrige Oberfl&auml;che usw. die Verd&auml;chtigkeit
+und Giftigkeit beweisen. Jeder Pilzkenner wird mit
+dem Verfasser die Ver&ouml;ffentlichung solcher der Unkenntnis entsprungenen
+Regeln lebhaft bedauern.</p>
+
+<p>Ebensowenig k&ouml;nnen sogenannte Erkennungsmittel, die beim
+Kochen angewendet werden sollen, wie Hineinhalten eines silbernen
+L&ouml;ffels, der beim Braunwerden die Giftigkeit anzeigen soll, Mitkochen
+von Zwiebeln usw. irgend etwas beweisen. Alles hier
+Empfohlene geh&ouml;rt zum Wahnglauben.</p>
+
+<p>Um zu wissen, ob ein Pilz giftig ist oder nicht, gibt es nur ein
+Mittel: <span class="spaced">Lerne die Pilze so kennen, wie du die giftigen
+Fr&uuml;chte anderer Gew&auml;chse von den nicht giftigen zu
+unterscheiden wei&szlig;t.</span></p>
+
+<p>Sehr h&auml;ufig findet man in Zeitungen, Pilzkochb&uuml;chern und
+Volks-Pilzb&uuml;chern den Rat erteilt, die Pilze abzukochen und dann
+das Kochwasser abzugie&szlig;en. Neuerdings geschieht dies sehr h&auml;ufig
+bei sogenannten verd&auml;chtigen oder bei zweifelhaft giftigen oder
+sonst bitteren, bei&szlig;enden, unangenehm schmeckenden Pilzen, immer
+mit der Behauptung, da&szlig; dann die betreffenden Pilze ohne Sorge
+gegessen werden k&ouml;nnen, ja auch schon gegessen wurden. Wenn
+dies bei vielen Pilzen auch bestimmt zutrifft, so entwertet man aber
+die Pilze ihrer N&auml;hrstoffe und sie sind dann nur Magenf&uuml;llsel,
+weiter nichts. Wer damit zufrieden ist, kann es ja so machen.<span class="pagenum"><a name="Page_21" id="Page_21">21</a></span>
+Der Verfasser h&auml;lt davon nichts, selbst wenn dadurch eine Unsch&auml;dlichmachung
+der sogenannten verd&auml;chtigen oder zweifelhaft
+giftigen Pilze eintritt. Etwas anderes ist das kurze Abbr&uuml;hen
+unzerschnittener Pilze, wie der Morcheln.</p>
+
+<p>Wenn man die in Deutschland ver&ouml;ffentlichten Vergiftungsf&auml;lle
+durch Pilze genauer auf ihre Ursachen pr&uuml;ft, d.&nbsp;h. untersucht,
+welche Pilze diese Vergiftungen hervorgerufen haben, so
+sind es nach eingeholten Erkundigungen und vielfachen Erfahrungen
+stets folgende Giftpilze: der Knollenbl&auml;tterpilz, der Giftreizker,
+der Schwefelkopf, der Speit&auml;ubling und der Kartoffelbovist.
+Es k&ouml;nnen gewi&szlig; noch andere Pilze giftig wirken, die
+in den Pilzlehrb&uuml;chern bis jetzt noch als giftig bezeichnet sich
+vorfinden, es nach meiner 40j&auml;hrigen Erfahrung aber nicht alle
+sind; so z.&nbsp;B. der graubraune Panther-Wulstling (<span class="antiqua">Aman&iacute;ta umbr&iacute;na</span>)
+und der Perl-Wulstling (<span class="antiqua">Aman&iacute;ta pustul&aacute;ta aut rub&eacute;scens</span>).
+Diese Pilze werden, <span class="spaced">nachdem man die Oberhaut entfernt
+hat</span>, jetzt im Vogtlande und in einem gro&szlig;en Teile Sachsens
+als vorz&uuml;gliche Speisepilze verwendet. Auf s&auml;mtlichen Pilzausstellungen
+hat sie der Verfasser als zu den wohlschmeckendsten
+Pilzen z&auml;hlend bekannt gegeben und noch nie einen Fall
+von Vergiftung durch diese Pilze erfahren. In einem Teile
+des Vogtlandes und des Erzgebirges geh&ouml;ren sie sogar zu den
+gesuchtesten. Desgleichen hat er sie in Th&uuml;ringen, B&ouml;hmen,
+der Lausitz usw. gesammelt und sich recht wohl schmecken lassen,
+ohne das geringste &Uuml;belbefinden zu sp&uuml;ren. Hierzu sei noch
+folgendes bemerkt:</p>
+
+<p>Im Mai des Jahres 1896 wurden einige Vergiftungsf&auml;lle
+durch Stockmorcheln (<span class="antiqua">Gyrom&iacute;tra escul&eacute;nta</span>) aus Berlin und
+Gra&szlig;litz in B&ouml;hmen gemeldet. In letzterem Orte waren zwei
+Familien, welche die Stockmorcheln bei ein und demselben H&auml;ndler
+gekauft hatten, betroffen worden. Der Verfasser hatte Gelegenheit,
+die n&auml;heren Umst&auml;nde von dem Familienvater der am
+schwersten betroffenen Familie pers&ouml;nlich zu erfahren. Die Er&ouml;rterungen
+ergaben unzweifelhaft, da&szlig; unter den Stockmorcheln
+alte, bereits in Zersetzung &uuml;bergegangene Exemplare sich befunden
+haben, welche die Vergiftung herbeif&uuml;hrten, denn beide
+Familien haben seit vielen Jahren stets frische Morcheln ohne
+die geringsten nachteiligen Folgen genossen. Da&szlig; nicht &ouml;fter
+derartige Vergiftungsf&auml;lle durch alte Morcheln vorkommen, ist
+fast wunderbar, denn bei des Verfassers mehrmaligen Besuchen
+der Markthalle einer Gro&szlig;stadt fand er neben frischen sehr viel<span class="pagenum"><a name="Page_22" id="Page_22">22</a></span>
+verdorbene, in Zersetzung begriffene Stockmorcheln vor, die zum Verkauf
+bei billigeren Preisen ausgeboten wurden. Eine scharfe Aufsicht
+k&ouml;nnte f&uuml;r solche F&auml;lle recht n&uuml;tzlich wirken und Unheil verh&uuml;ten.</p>
+
+<p><span class="spaced">Die weitaus meisten Pilzvergiftungen kommen durch
+falsche Auswahl und Zubereitung vor, und zwar wenn
+erstens zu alte oder zu w&auml;sserige Pilze genommen,
+oder zweitens diese zulange aufbewahrt werden, ehe
+sie zur Verwendung kommen.</span> Alle anerkannt guten und
+e&szlig;baren Pilze k&ouml;nnen Erkrankungen und Vergiftungen herbeif&uuml;hren,
+sobald sie alt verspeist werden, denn mit dem Alter tritt
+ein Verwesungszustand ein, der dem menschlichen Auge zwar
+nicht sichtbar ist, sich aber durch schwere Krankheitserscheinungen
+bemerkbar macht. Bei dem hohen Eiwei&szlig;gehalte und ihrem &uuml;beraus
+schwammigen und w&auml;sserigen Charakter werden die Pilze beim
+&Auml;lterwerden von mikroskopisch kleinen, sich w&auml;hrend weniger Stunden
+ins riesenhafte vermehrenden Spaltpilzen durchsetzt und erzeugen
+dann die <span class="spaced">lebensgef&auml;hrlichsten Magen- und Darmentz&uuml;ndungen</span>.
+Auf eine gleiche oder &auml;hnliche Zersetzung der
+Pilzfleischsubstanz mag es zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein, da&szlig; Pilze, sowie
+sie im Sp&auml;therbste durch Reife oder Fr&ouml;ste gelitten, nach dem Genu&szlig;
+nicht unbedenkliche Vergiftungserscheinungen hervorgerufen
+haben. So sind nach nur leicht gefrorenen Ritterlingen, Birkenpilzen,
+vor allem aber Steinpilzen mehr oder weniger schwere Erkrankungen
+beobachtet worden: Also Vorsicht nach eingetretenen
+Fr&ouml;sten!</p>
+
+<p>Man beachte stets die Regel: &bdquo;<b>Nimm <span class="spaced">nur gesunde</span> und
+<span class="spaced">junge</span> Pilze!</b>&ldquo; Ganz besonders aber ist zu warnen vor dem
+zu langen und falschen Aufbewahren der Pilze. So wie man
+die Pilze eingesammelt hat, putze und reinige man sie. Ein
+Stehenlassen der Pilze bei W&auml;rme oder in warmen R&auml;umen
+bis zum n&auml;chsten Tag ist schon h&ouml;chst gef&auml;hrlich, ganz abgesehen
+davon, da&szlig; dieselben von den Pilzmaden w&auml;hrend einer Nacht
+ganz geh&ouml;rig zerfressen werden; man stelle sie deshalb k&uuml;hl.
+<span class="spaced">Mancher Pilzfreund hat seine sch&ouml;nen, gesunden und
+madenfreien Pilze am anderen Tage gr&ouml;&szlig;tenteils von
+W&uuml;rmern zerfressen vorgefunden.</span></p>
+
+<h2><a name="pilzvergiftungen_tun" id="pilzvergiftungen_tun"></a><a href="#inhalt">Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun?</a></h2>
+
+<p><span class="initial">B</span>ei den ersten Erscheinungen einer Vergiftung: Kratzen im
+Halse, Brennen, Dr&uuml;cken, Schmerzen des Magens mit
+Erbrechen, Auftreiben des Leibes, Taumeln, Schwindelanf&auml;lle,<span class="pagenum"><a name="Page_23" id="Page_23">23</a></span>
+Durchfall, Magen- und Leibkr&auml;mpfe usw., suche man so schnell
+als m&ouml;glich den Magen zu entleeren, n&ouml;tigenfalls durch k&uuml;nstlichen
+Brechreiz, wie Finger in den Hals stecken, Kitzeln des
+Schlundes mit einer Feder; durch Klystiere mittels Irrigators
+entleere man die D&auml;rme und trinke sofort soviel als m&ouml;glich Milch,
+Selterwasser oder nur kaltes Wasser, um den giftwirkenden Stoff
+der Pilze einzuh&uuml;llen und zu verd&uuml;nnen. Mittel, wie Essig und
+&Ouml;l, die fr&uuml;her dagegen angewendet wurden, sind erfahrungsgem&auml;&szlig;
+sch&auml;dlich und unwirksam. Au&szlig;erdem m&uuml;ssen so schnell als
+m&ouml;glich Kompressen, d.&nbsp;h. mehrfach zusammengelegte Leinent&uuml;cher
+(Mundt&uuml;cher, Tischt&uuml;cher usw.) in hei&szlig;es Wasser getaucht, ausgedr&uuml;ckt,
+und so hei&szlig;, als es vertragen wird, auf Magen und
+Leib gelegt und mit einem wollenen Tuche &uuml;berdeckt werden.
+Diese Umschl&auml;ge m&uuml;ssen im Wechsel von 10 bis 15 Minuten
+erneuert und stundenlang fortgesetzt werden. Tritt t&uuml;chtiges
+Schwitzen hinzu, desto besser. Nach dem Schwitzen sind 26 Grad
+warme Halbb&auml;der zu geben, d.&nbsp;h. der Erkrankte ist in eine Wanne
+zu setzen, nicht zu legen, und einige Minuten lang zu &uuml;bergie&szlig;en.</p>
+
+<p>Vorstehendes Verfahren hat sich bei verschiedentlich vorgekommenen
+Pilzvergiftungen aufs beste bew&auml;hrt. Selbstverst&auml;ndlich
+ist ein Arzt sofort herbeizuholen. Als medizinisches Gegengift
+wirkt vorz&uuml;glich Atropin, das unter die Haut gespritzt wird.
+Diese Einspritzung darf nur vom Arzte vorgenommen werden.</p>
+
+<h2><a name="sammeln" id="sammeln"></a><a href="#inhalt">Was ist beim Sammeln der Pilze zu beachten?</a></h2>
+
+<p><span class="initial">M</span>&ouml;ge nun das Pilzsammeln einen praktischen oder wissenschaftlichen
+Zweck verfolgen, so hat man mancherlei zu
+beachten, soll der Erfolg zur Zufriedenheit ausfallen. Zum
+Sammeln der Pilze lasse man sich vor allem einen Koffer fertigen
+aus starker Pappe mit Segelleinwand &uuml;berzogen, mit &Ouml;lfarbe
+angestrichen und so eingerichtet, da&szlig; der Deckel beim Sammeln
+abzuheben geht und unten &uuml;ber den Boden gesteckt werden kann.
+An den beiden Stirnseiten des Koffers m&uuml;ssen Leder&ouml;sen befestigt
+werden, durch die ein um den ganzen Koffer gehender breiter
+Lederriemen gezogen werden kann, an dem man den Koffer tr&auml;gt.
+Durch diesen Riemen wird der abgenommene Deckel gleichzeitig
+am Boden festgehalten. Der Pilzkoffer des Verfassers hat eine
+L&auml;nge von 55&nbsp;cm, ist 23&nbsp;cm breit und 22&nbsp;cm hoch, innen sind
+zwei Abteilungen, eine kleinere, in welche zwei leere Zigarrenkistchen
+&uuml;bereinander bequem hineingehen und die f&uuml;r die<span class="pagenum"><a name="Page_24" id="Page_24">24</a></span>
+wissenschaftliche Ausbeute bestimmt ist, sowie eine gr&ouml;&szlig;ere, um die
+f&uuml;r die K&uuml;che gesammelten Pilze aufzunehmen. Als Messer erf&uuml;llt
+eine starke sogenannte G&auml;rtnerhippe am vollkommensten den Zweck,
+da man mit derselben die Pilze sehr schnell aus der Erde abl&ouml;sen
+und emporheben kann, auch die festangewachsenen Baumpilze, die
+Baumporlinge usw., bequem abzuschneiden imstande ist. F&uuml;r
+wissenschaftliche Zwecke bedarf man zum Einh&uuml;llen zarter Pilze
+noch etwas Seidenpapier und neben den Zigarrenkistchen kleinere
+Pappk&auml;stchen. Mit dem oben beschriebenen Koffer kann man
+sich nicht nur &uuml;berall zeigen, sondern es werden die Pilze auch
+sicher vor dem Zerdr&uuml;cken und Zerquetschen bewahrt, was beim
+Sammeln in Pilznetzen und Pilzs&auml;ckchen nicht der Fall ist.</p>
+
+<p>Neben dem &bdquo;Wie ist zu sammeln&ldquo; bleibt noch das &bdquo;Wo&ldquo; zu
+besprechen. Es ist durchaus nicht zu empfehlen, aufs Geratewohl
+in Wald und Flur zu gehen, sondern auch hierbei sind einige
+praktische Erfahrungen zu beachten. Zuerst ist die Lage eines
+Waldes ins Auge zu fassen. Hier sind in nur einigerma&szlig;en
+g&uuml;nstigen d.&nbsp;h. etwas feuchten Jahren die nach S&uuml;den und Westen
+gelegenen Teile und Abh&auml;nge bedeutend ertragreicher als die nach
+Norden oder Nordosten liegenden. Nur in ganz trockenen Jahren
+ist es umgekehrt der Fall. Sehr bald wird man ferner auch die
+Erfahrung machen, da&szlig; sehr viele Sorten ihren besonderen Standort
+behaupten, auf denen sie immer in reicher Auswahl zu finden
+sind. So haben Wiesen, Waldr&auml;nder, Waldwiesen, moosig-grasige
+Stellen, Hochw&auml;lder, Stangenwaldungen, Geb&uuml;sche,
+Waldwege, Dickichte usw. ihren ziemlich bestimmten Bestand
+an eigenen Sorten und halten ihn oft jahrelang fest. Hat man
+sich einmal diese Standorte ordentlich gemerkt, so wird man beim
+Wiederbesuchen derselben selten umsonst gehen, man wird immer
+seinen Teil finden.</p>
+
+<p>Durch diese sichere Kenntnis der Standorte ist der Verfasser
+in der Lage, binnen f&uuml;nf bis sechs Stunden, also an einem Nachmittage,
+80&ndash;100 Sorten Pilze in 4&ndash;500 Exemplaren f&uuml;r die
+Pilzausstellungen sammeln zu k&ouml;nnen.</p>
+
+<h2><a name="abbildungen" id="abbildungen"></a><a href="#inhalt">Abbildungen und Beschreibung der Pilze</a></h2>
+
+<p class="center"><b><a name="nr_1" id="nr_1"></a>1. Spitz-Morchel.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Morch&eacute;lla c&oacute;nica Pers.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist kegelf&ouml;rmig, 3&ndash;5&nbsp;cm breit, 4&ndash;10&nbsp;cm hoch,
+nach oben geschlossen und an seinem Rande mit dem Stiele
+verwachsen. Das Innere der Morchel ist vom Stiele bis zur
+Hutspitze vollst&auml;ndig hohl, und die Wandungen sind kleienartig
+best&auml;ubt. Die Oberfl&auml;che wird durch vielfach miteinander verbundene
+Rippen netzartig in kleine Gruben geteilt. Die <span class="spaced">F&auml;rbung</span>
+ist grau-, gelb- oder dunkelbraun. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist zart,
+zerbrechlich und sehr wohlschmeckend.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> wird bis 5&nbsp;cm lang, ist walzigrund und wei&szlig;.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Die Morchel w&auml;chst vorzugsweise im Fr&uuml;hlinge nach
+warmem Regen, je nach der Witterung in den w&auml;rmeren Gegenden
+bereits von Ende M&auml;rz, in den h&ouml;heren Lagen vom April
+bis Ende Mai, seltener findet man sie vereinzelt im Herbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf Waldwiesen, an Waldr&auml;ndern und in
+G&auml;rten, ganz besonders auch auf Abh&auml;ngen der Tallagen, die
+lehmig-sandig und etwas kalkhaltig sind.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Als sehr beliebte Feinkost wird sie &uuml;berall gesammelt
+und verkauft.</p>
+
+<p>Alle Morchel- und Lorchelarten m&uuml;ssen sorgf&auml;ltig bei der Zubereitung
+gewaschen werden, da sie viel Sand enthalten. (Siehe
+<a href="#speise">Seite&nbsp;12</a> &uuml;ber Zubereitung der Pilze.)</p>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_2" id="nr_2"></a>2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Gyrom&iacute;tra escul&eacute;nta Pers.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist sehr unregelm&auml;&szlig;ig, bis faustgro&szlig;, h&ouml;ckerig, grubig
+und mit wellenartig verlaufenden dicken Falten &uuml;berzogen. Das
+Innere ist mit faltigen Hohlg&auml;ngen durchzogen, wei&szlig;grau und
+feinfilzig. Die <span class="spaced">Farbe</span> &auml;ndert sich von hellbraun bis dunkelbraun.
+Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist wachsartig, sehr zerbrechlich und nicht st&auml;rker
+wie d&uuml;nnes Leder.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist faltig, dick, kurz, zusammengedr&uuml;ckt, anfangs
+markig und wei&szlig;, sp&auml;ter hohl und grau.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: W&auml;chst ebenfalls im Fr&uuml;hling.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Vorzugsweise in sandigen Nadelw&auml;ldern, auf
+alten Meilerst&auml;tten und alten Brandstellen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Derselbe ist gleich dem der Spitz-Morchel, nur ergiebiger.
+Von allen Morchel- und Lorchelarten kommt sie in
+erster Linie als &bdquo;getrocknete Morchel&ldquo; in den Handel.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_1" id="abb_1"></a>
+<img src="images/illu01.jpg" width="600" height="520" alt="1. Spitz-Morchel. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>1. Spitz-Morchel.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Morch&eacute;lla c&oacute;nica Pers.</span></p>
+</div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_2" id="abb_2"></a>
+<img src="images/illu02.jpg" width="600" height="428" alt="2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>2. Speise-Lorchel. Stock-Morchel.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Gyrom&iacute;tra escul&eacute;nta Pers.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_3" id="nr_3"></a>3. Speise-Morchel.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Morch&eacute;lla escul&eacute;nta L.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> besitzt eine rundlich-eif&ouml;rmige, bei einer Abart fast
+kegelf&ouml;rmige Gestalt und ist mit zellenartigen Gruben bedeckt,
+deren Wandungen sich als L&auml;ngs- oder Querfalten oder Rippen
+netzartig &uuml;ber den Hut ausbreiten. Diese zellenartigen Gruben
+sind ziemlich tief. Der Hut selbst hat einen L&auml;ngsdurchschnitt
+von 7&ndash;12&nbsp;cm und eine Breite von 5&ndash;8&nbsp;cm.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Hutfleisch</span> ist ziemlich br&uuml;chig und auf der Innenseite
+rein wei&szlig;, feinfilzig und kleiig, bei &auml;lteren Exemplaren leicht rosa
+angehaucht. Die <span class="spaced">Farbe</span> des Hutes wechselt von hell-ockerfarbig
+bis tiefbraun mit im Alter schw&auml;rzlichen Rippenr&auml;ndern.</p>
+
+<p>Der 4&ndash;10&nbsp;cm hohe <span class="spaced">Stiel</span> ist wei&szlig;, sp&auml;ter hellgelblich, oft
+dick, wie aufgeblasen, mit kurzen Falten oder unregelm&auml;&szlig;igen Erh&ouml;hungen
+versehen und mit kleieartigen, feinen K&ouml;rnchen behaftet.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: W&auml;chst in der Ebene bereits im April, im Gebirge erst
+im Mai. Anfangs Juni ist sie selten zu finden, kommt &uuml;berhaupt
+nicht sehr h&auml;ufig vor.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In lichten W&auml;ldern, Geb&uuml;schen, Schluchten und
+auf Graspl&auml;tzen. Man findet sie mehr auf lehmigem als auf
+sandigem Boden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Als Speise-Morchel ist sie sehr gesch&auml;tzt und steht unstreitig
+als feinstschmeckende aller Morcheln obenan.</p>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_4" id="nr_4"></a>4. Goldgelber Ziegenbart.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Clavari&eacute;lla a&uacute;rea Schaeff.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Fruchtk&ouml;rper</span> wird bis 15&nbsp;cm hoch. Der <span class="spaced">Strunk</span> ist
+dick und teilt sich schon von unten an in wei&szlig;fleischige, derbe
+&Auml;ste, die wei&szlig;lich-gelb, nach oben gerade aufstrebend, vollst&auml;ndig
+rund mit hellgoldgelber <span class="spaced">Farbe</span> in meist zweiteilige, stumpfe
+Spitzchen endigen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Wird vom Juli bis Oktober gefunden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: W&auml;chst vereinzelt oder truppweise vornehmlich
+in Nadelw&auml;ldern.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Sehr wohlschmeckend, jedoch nur im Jugendzustande,
+denn mit dem Alter wird dieser Pilz, wie fast alle Ziegenb&auml;rte,
+bitter und ungenie&szlig;bar.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_3" id="abb_3"></a>
+<img src="images/illu03.jpg" width="600" height="525" alt="3. Speise-Morchel. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>3. Speise-Morchel.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Morch&eacute;lla escul&eacute;nta L.</span></p>
+</div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_4" id="abb_4"></a>
+<img src="images/illu04.jpg" width="600" height="368" alt="4. Goldgelber Ziegenbart. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>4. Goldgelber Ziegenbart.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Clavari&eacute;lla a&uacute;rea Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_5" id="nr_5"></a>5. Trauben-Ziegenbart. R&ouml;tlicher Ziegenbart.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Clav&aacute;ria botrytes Pers.</span></p>
+
+<p>Dieser Pilz wird hier und da noch mit den Namen Traubenb&auml;rentatze,
+r&ouml;tliche B&auml;rentatze, roter Hirschschwamm, Korallenschwamm,
+Hahnenkamm- oder Blumenkohlschwamm bezeichnet.
+Er hat einen dicken <span class="spaced">Strunk</span>, der mitunter sehr dick und knollig ist.</p>
+
+<p>Das wei&szlig;e <span class="spaced">Fleisch</span> ist sehr derb.</p>
+
+<p>Die aus dem Strunke emporsteigenden <span class="spaced">&Auml;ste</span> und <span class="spaced">Zweige</span>
+verzweigen sich nach verschiedenen Seiten, sind gerade oder gekr&uuml;mmt,
+ziemlich rund und fleischig. Die kurz abgestutzten Enden
+der &Auml;stchen sind r&ouml;tlich. Er wird bis 12&nbsp;cm hoch und mitunter
+bis 16&nbsp;cm breit.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span> und <span class="spaced">Standort</span>: W&auml;chst im Herbste auf sandigem Boden
+der Nadelw&auml;lder und in Laubholzwaldungen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Im Jugendzustande und so lange er nicht bitter schmeckt,
+ist er e&szlig;bar und wohlschmeckend, in &auml;lterem Zustande verursacht
+er aber heftiges Leibweh und Durchfall.</p>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_6" id="nr_6"></a>6. Gelber Ziegenbart.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Clav&aacute;ria flava Schaeff.</span></p>
+
+<p>Dieser Pilz, der im Volksmunde B&auml;rentatze, Bocksbart,
+Hahnenkamm genannt wird, besitzt einen wei&szlig;gelblichen, knolligen,
+dicken, aufrechten <span class="spaced">Strunk</span>, aus dem eine Anzahl walziger
+<span class="spaced">&Auml;ste</span> emporsteigen, die sich wieder in mehrere kleinere
+<span class="spaced">Zweige</span> teilen. Die kleinen &Auml;ste endigen in eine meist zweiteilige
+stumpfe Spitze.</p>
+
+<p>Das besonders in der Jugend sehr zarte <span class="spaced">Fleisch</span> des Strunkes
+ist wei&szlig; und dicht, das der &Auml;ste sehr br&uuml;chig.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">H&ouml;he</span> des Ziegenbartes betr&auml;gt gew&ouml;hnlich 4&ndash;12&nbsp;cm.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist schwach, nicht unangenehm, der <span class="spaced">Geschmack</span>
+meist etwas bitterlich, besonders bei &auml;lteren Exemplaren.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span> und <span class="spaced">Standort</span>: Wie bei voriger Art.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_5" id="abb_5"></a>
+<img src="images/illu05.jpg" width="600" height="406" alt="5. Trauben-Ziegenbart. R&ouml;tlicher Ziegenbart. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>5. Trauben-Ziegenbart. R&ouml;tlicher Ziegenbart.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Clav&aacute;ria botrytes Pers.</span></p>
+</div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_6" id="abb_6"></a>
+<img src="images/illu06.jpg" width="600" height="486" alt="6. Gelber Ziegenbart. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>6. Gelber Ziegenbart.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Clav&aacute;ria flava Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_7" id="nr_7"></a>7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Spar&aacute;ssis ram&oacute;sa Schaeff.</span></p>
+
+<p>Dieser eigenartige Pilz besteht aus au&szlig;ergew&ouml;hnlich zahlreichen
+gelblich-wei&szlig;en, &uuml;ber- und nebeneinander sich dr&auml;ngenden, arabeskenartigen
+<span class="spaced">Bl&auml;ttern</span>, die auf der Ober- und Unterseite platt und eben
+sind. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist wei&szlig;. Er bildet oft riesige K&ouml;pfe und wird
+mitunter bis zu 15 Pfund schwer.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Strunk</span> ist fleischig, dick und kommt tief aus der Erde heraus.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist &auml;u&szlig;erst w&uuml;rzig, morchelartig duftend.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geschmack</span> ist nu&szlig;artig.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: W&auml;chst vom August bis Ende September.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Besonders in Kiefernwaldungen, wo er oft dicht
+an den St&auml;mmen der B&auml;ume zu finden ist.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Frisch und getrocknet geh&ouml;rt er zu unseren vorz&uuml;glichsten
+und wertvollsten Speisepilzen. Leider wird er bald z&auml;he und
+kann dann nur in getrocknetem Zustande verwendet werden. Die
+getrockneten Pilze geben abgekocht der Fleischbr&uuml;he einen trefflichen
+Geschmack.</p>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_8" id="nr_8"></a>8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, D&uuml;rrbehndel, Echter Mousseron.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Mar&aacute;smius alli&aacute;tus Schaeff.</span></p>
+
+<p>Schwindlinge werden diejenigen Pilzarten genannt, die haupts&auml;chlich
+nur nach Regentagen zu finden sind, bei Sonnenschein
+aber schnell vertrocknen, verschwinden.</p>
+
+<p>Der d&uuml;nnfleischige z&auml;he <span class="spaced">Hut</span> des Lauch-Schwindlings ist anfangs
+flach gew&ouml;lbt, sp&auml;ter etwas verbogen ausgebreitet, wei&szlig;lich-gelb,
+fleischfarbig oder hellbr&auml;unlich. Bei sonnigem Stande und trockenem
+Wetter runzelt er schnell zusammen und wird wei&szlig;lich. Der Hut
+wird 1&ndash;3&nbsp;cm breit.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> stehen m&auml;&szlig;ig dick, sind kraus und wei&szlig;.</p>
+
+<p>Der z&auml;he, r&ouml;hrige und glatte <span class="spaced">Stiel</span>, 2&ndash;4&nbsp;cm lang, ist gl&auml;nzend,
+nach unten dunkel-rotbraun bis schw&auml;rzlich, nach oben heller.</p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind stark knoblauchartig.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: W&auml;chst bereits im Juni und ist bis zum Oktober zu finden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf Heidepl&auml;tzen, an Waldr&auml;ndern und an alten
+Baumwurzeln, besonders auch auf Holzschl&auml;gen. <span class="spaced">Von vielen
+Pilzsammlern wird gew&ouml;hnlich ein anderer Schwindling,
+der e&szlig;bare, aber nicht schmackhafte Nadel- oder
+durchbohrende Schwindling</span> (<span class="antiqua">Mar&aacute;smius perforans Hoffm.</span>)
+<span class="spaced">als guter Lauch-Schwindling angesehen.</span> Dieser w&auml;chst in
+Nadelwaldungen oft zu tausenden, wie ges&auml;t auf den Nadeln,
+aber er hat nicht den Lauchgeruch, sondern einen andern scharfen,
+fast unangenehmen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Als Zusatz zu Braten, zumal Hammelbraten, ist er sehr
+gesch&auml;tzt und wird hier und da getrocknet zum Verkauf gebracht.
+Fr&uuml;her versorgten die unternehmenden Franzosen die gr&ouml;&szlig;eren
+Feinkostgesch&auml;fte in Deutschland mit ihren geschmackvoll hergestellten
+Paketchen, die gew&ouml;hnlich eine Mark kosteten, w&auml;hrend der
+Pilz bei uns ohne M&uuml;he nach starkem Gewitterregen tausendweise
+gesammelt werden k&ouml;nnte.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_7" id="abb_7"></a>
+<img src="images/illu07.jpg" width="600" height="470" alt="7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>7. Krauser Ziegenbart. Krause Glucke.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Spar&aacute;ssis ram&oacute;sa Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_8" id="abb_8"></a>
+<img src="images/illu08.jpg" width="600" height="296" alt="8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, D&uuml;rrbehndel, Echter Mousseron. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>8. Lauch-Schwindling. Knoblauchpilz, D&uuml;rrbehndel,
+Echter Mousseron.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Mar&aacute;smius alli&aacute;tus Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_9" id="nr_9"></a>9. Nelken-Schwindling.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Mar&aacute;smius caryophylleus Schaeff.</span></p>
+
+<p>Der d&uuml;nnfleischige <span class="spaced">Hut</span> ist etwas z&auml;he, anfangs kegelf&ouml;rmig,
+sp&auml;ter etwas ausgebreitet und gebuckelt. Er erlangt einen Durchmesser
+von 2&ndash;5&nbsp;cm. Die Oberfl&auml;che ist glatt, trocken ledergelb
+oder hellbr&auml;unlich, nach dem Rande zu &ouml;fters schwach w&auml;sserig
+gezont, besonders bei feuchtem Wetter. Der Rand ist anfangs
+eingebogen, sp&auml;ter gestreift.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist voll, knorpelartig hart, bis 12&nbsp;cm hoch, gef&auml;rbt
+wie der Hut und mit einem ganz feinen wei&szlig;lichen Filze &uuml;berzogen.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist stark w&uuml;rzig, nelkenartig, der <span class="spaced">Geschmack</span>
+h&ouml;chst angenehm.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: W&auml;chst das ganze Jahr hindurch, schon vom Mai bis
+zum Winter.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf Wiesen, vorzugsweise aber auf Feldwegen
+und grasigen Feldr&auml;ndern. Hier w&auml;chst er h&auml;ufig in dichten
+Trupps kreisf&ouml;rmig, deshalb in verschiedenen Gegenden Kreisling,
+Kr&ouml;sling genannt.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Wegen seines lieblichen, w&uuml;rzigen Wohlgeschmackes
+z&auml;hlt er zu den feinsten Suppenpilzen. Getrocknet schrumpft er
+au&szlig;erordentlich zusammen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_9" id="abb_9"></a>
+<img src="images/illu09.jpg" width="600" height="616" alt="9. Nelken-Schwindling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>9. Nelken-Schwindling. E&szlig;bar.</b><br /><span class="antiqua">Mar&aacute;smius caryophylleus Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_10" id="nr_10"></a>10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Canthar&eacute;llus cib&aacute;rius Fr.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist im Jugendzustande gew&ouml;lbt, sp&auml;ter ausgebreitet
+mit eingerolltem Rande und zuletzt trichterf&ouml;rmig, kraus und gelappt,
+im Durchmesser 1&ndash;8&nbsp;cm. Die <span class="spaced">Farbe</span> ist dottergelb,
+nach der Mitte zu meist hellgelb; das <span class="spaced">Fleisch</span> ist gelblich. Hier
+und da kommt er wei&szlig;lich, mitunter fast ganz wei&szlig; als seltene
+Abart vor. In mitteldeutschen W&auml;ldern konnte der Verfasser
+au&szlig;erdem zwei Jahre hintereinander sogar hellrosenrote Pfifferlinge
+an ein und demselben Standorte finden.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fruchtlager</span> an der Unterseite des Hutes l&auml;uft faltenf&ouml;rmig
+an dem Stiele herab, ist adernf&ouml;rmig und durch Querfalten
+mit einander reich ver&auml;stelt.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> erweitert sich nach oben trichterf&ouml;rmig und ist voll
+und fest.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist sehr angenehm, der <span class="spaced">Geschmack</span> pfefferartig.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: W&auml;chst oft schon im Juni und findet sich bis zum
+Herbste in gro&szlig;en Mengen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Fast &uuml;berall, besonders im Dickicht der Nadelwaldungen,
+moosigen Stellen, sowie in Laubwaldungen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Als einer unserer vorz&uuml;glichsten und am h&auml;ufigsten
+vorkommenden Speisepilze eignet er sich f&uuml;r alle Zubereitungsarten;
+getrocknet mu&szlig; er mindestens zw&ouml;lf Stunden vor der Zubereitung
+in Wasser erweicht werden, sonst ist er etwas z&auml;h. Er
+h&auml;lt sich von allen Pilzen am l&auml;ngsten frisch, ist fast gar nicht
+madig und verursacht wenig Arbeit beim Reinigen. <b>Eine Verwechselung
+dieses allbekannten Pilzes kann h&ouml;chstens mit
+dem sogenannten &bdquo;Falschen Gelbling oder Pfifferling&ldquo;
+stattfinden</b>, der aber viel d&uuml;nnfleischiger ist, einen schwachen
+Stiel und oranger&ouml;tliche Bl&auml;tter besitzt, wenig Geschmack hat
+und nur in gro&szlig;en Mengen genossen etwas Leibschmerzen verursachen
+soll.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_10" id="abb_10"></a>
+<img src="images/illu10.jpg" width="600" height="582" alt="10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>10. Echter Gelbling. Gehling, Pfifferling, Eierpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Canthar&eacute;llus cib&aacute;rius Fr.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_11" id="nr_11"></a>11. Stein-R&ouml;hrling. Steinpilz, Herrenpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus ed&uacute;lis Bull.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> des jungen, halb in der Erde sitzenden Pilzes ist
+halbkugelig, sp&auml;ter polsterf&ouml;rmig und wird 10&ndash;30&nbsp;cm breit.
+Bei alten Exemplaren wendet sich der Rand etwas nach oben.
+Die <span class="spaced">Farbe</span> des Hutes ist anfangs wei&szlig;lich, wei&szlig;lichgelb,
+sp&auml;ter gelbbraun bis dunkelbraun. Je nach dem Standorte
+&auml;ndert sich die Farbe, indem bei sonnigem Stande die dunkle,
+bei schattigem und feuchtem die hellere F&auml;rbung hervortritt. Das
+<span class="spaced">Fleisch</span> ist wei&szlig; und &auml;ndert sich nicht, bei alten Exemplaren f&auml;rbt
+es sich jedoch unter der Oberhaut etwas r&ouml;tlich.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">R&ouml;hren</span> auf der Unterseite des Hutes sind zuerst stets
+wei&szlig;, sp&auml;ter gelblich und werden im Alter gr&uuml;nlich. Sie sind
+nicht angewachsen und l&ouml;sen sich leicht vom Fleische.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist im Jugendzustande immer knollig verdickt,
+streckt sich sp&auml;ter walzenf&ouml;rmig und ist durchweg weichfleischig.
+Die Farbe des Stieles ist hellbr&auml;unlich, h&auml;ufig fein genetzt, in
+ausgewachsenem Zustande mit langmaschiger Zeichnung.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist angenehm, der <span class="spaced">Geschmack</span> nu&szlig;artig.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Bei g&uuml;nstiger Witterung bereits von Ende Mai ab,
+h&auml;ufiger im Sommer bis zum Herbste.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In Laub- und Nadelw&auml;ldern, besonders in Kieferwaldungen,
+vorzugsweise auf Waldwiesen und an grasigen Waldr&auml;ndern.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Der Steinpilz ist der bekannteste und wohlschmeckendste
+aller Pilze, ebenso fein als Suppen- wie als Gem&uuml;sepilz, l&auml;&szlig;t sich
+auf jede Art einmachen und sehr gut trocknen.</p>
+
+<p><b>Sehr oft wird mit dem Steinpilze der nicht giftige, aber
+ungenie&szlig;bare Gallen-R&ouml;hrling verwechselt.</b> Die R&ouml;hren
+des Gallen-R&ouml;hrlings nehmen jedoch sehr bald eine zartr&ouml;tliche
+F&auml;rbung an; das Futter ist auch voller, fast schaumartig und oft
+nach unten gew&ouml;lbt. Ganz besonders gekennzeichnet ist der Stiel
+dieses Pilzes, denn er ist schon von Jugend an grubig genetzt
+und das Netz hat eine gr&uuml;nlich-gelbbraune F&auml;rbung. Der Geschmack
+ist au&szlig;erordentlich bitter; ein einziger Pilz kann ein
+ganzes Pilzgericht verderben.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_11" id="abb_11"></a>
+<img src="images/illu11.jpg" width="600" height="752" alt="11. Stein-R&ouml;hrling. Steinpilz, Herrenpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>11. Stein-R&ouml;hrling. Steinpilz, Herrenpilz.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Bol&eacute;tus ed&uacute;lis Bull.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_12" id="nr_12"></a>12. Maronen-R&ouml;hrling.</b> E&szlig;bar.<br />Auch unter dem Namen &bdquo;Tannenpilz&ldquo; bekannt.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus b&aacute;dius Fr.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span>, anfangs halbkugelig gew&ouml;lbt, sp&auml;ter ausgebreitet,
+hat eine glatte, bei feuchtem Wetter klebrige, bei trocknem Wetter
+gl&auml;nzende kastanienbraune Oberhaut und einen Durchmesser von
+6&ndash;12&nbsp;cm.</p>
+
+<p>Das wei&szlig;e <span class="spaced">Fleisch</span>, im Alter etwas gelblich, wird beim
+Bruche nach den R&ouml;hren zu schwach blau, nach der Oberseite
+etwas r&ouml;tlich.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> selbst ist von fast gleicher Farbe wie der Hut,
+gleich dick, mitunter gekr&uuml;mmt.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist frisch obstartig, der <span class="spaced">Geschmack</span> angenehm.</p>
+
+<p><span class="spaced">Kennzeichnende Merkmale</span>: Die kleinm&uuml;ndigen schmutziggelben
+R&ouml;hren werden beim Drucke gr&uuml;n und sind am Stiele
+buchtig angewachsen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und im Herbst, in einzelnen Gegenden
+ziemlich h&auml;ufig zu finden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadel- und Laubw&auml;ldern. In Nadelw&auml;ldern
+bevorzugt er die &auml;lteren St&auml;mme, in deren N&auml;he er sehr h&auml;ufig
+ringsum in Gesellschaft w&auml;chst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er geh&ouml;rt zu den wohlschmeckenden Pilzen. Das
+Sichverf&auml;rben des Fleisches ist kein Anzeichen f&uuml;r irgend eine
+Sch&auml;dlichkeit (siehe Vorbemerkungen).</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_12" id="abb_12"></a>
+<img src="images/illu12.jpg" width="600" height="690" alt="12. Maronen-R&ouml;hrling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>12. Maronen-R&ouml;hrling.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus b&aacute;dius Fr.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_13" id="nr_13"></a>13. Rothaut-R&ouml;hrling.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus rufus Schaeff.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist fast stets trocken, etwas feinfilzig und wird nur
+bei sehr nassem Wetter schmierig. Der Durchmesser desselben
+kann von 5&ndash;20&nbsp;cm, ja bis &uuml;ber 30&nbsp;cm steigen. Die rotbraune,
+oft ins orangefarbige gehende Oberhaut ist immer nach dem
+Futter zu eingeschlagen, bei jungen Pilzen dicht an den Stiel
+gedr&uuml;ckt. Dieses Merkmal unterscheidet ihn vom rotbraunen
+Birkenpilze. Das <span class="spaced">Fleisch</span> wird au&szlig;erdem nach dem Bruche
+oder Anschneiden violett, dann bl&auml;ulich-schwarz.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">R&ouml;hren</span> sind schmutzig-wei&szlig; mit grauen M&uuml;ndungen.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist markig, nach oben schw&auml;cher werdend und mit
+grauen oder schw&auml;rzlichen Sch&uuml;ppchen flockig bekleidet.</p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind angenehm.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Sommer bis Sp&auml;therbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Diesen teilt er mit dem Birken-R&ouml;hrling, er
+findet sich jedoch auch in Nadelwaldungen und auf Heidepl&auml;tzen,
+mitunter massenhaft. In feuchten Pilzjahren kommen manchmal
+ungew&ouml;hnliche Gr&ouml;&szlig;en vor.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Wegen seines h&auml;ufigen Vorkommens und seines Wohlgeschmackes
+ein sehr bekannter und beachteter Pilz. W&auml;hrend er
+als Suppen- und Gem&uuml;sepilz vorz&uuml;glich ist, eignet er sich zum
+Trocknen und Einmachen weniger, da er stets eine schw&auml;rzliche
+F&auml;rbung annimmt.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_13" id="abb_13"></a>
+<img src="images/illu13.jpg" width="600" height="778" alt="13. Rothaut-R&ouml;hrling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>13. Rothaut-R&ouml;hrling.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus rufus Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_14" id="nr_14"></a>14. Birken-R&ouml;hrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus scaber Bull.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist bei feuchtem Wetter und in den fr&uuml;hen Morgenstunden
+mehr oder weniger schleimig, glatt und in der <span class="spaced">Farbe</span>
+ver&auml;nderlich. Bald ist er hellbr&auml;unlich, bald rotbr&auml;unlich, ja
+auch grau oder dunkelbraun bis schw&auml;rzlich. Von der dunkleren
+F&auml;rbung d&uuml;rfte er wohl auch den Namen Kapuzinerpilz haben.
+Der Hut ist gew&ouml;lbt, polsterartig und wird 12&ndash;18&nbsp;cm breit.
+Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist wei&szlig; und ver&auml;ndert sich nicht.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">R&ouml;hrenschicht</span> mit kleinen feinen M&uuml;ndungen ist im
+Anfange wei&szlig;, wird sp&auml;ter aber grau.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist schlank, verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig schwach, flockig-schuppig
+und oft in der Mitte etwas bauchig. Im Jugendzustande ist das
+Fleisch desselben weich und br&uuml;chig, wird im Alter aber faserig
+und z&auml;h.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geschmack</span> ist angenehm, aber etwas weichlich.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sp&auml;tsommer und Herbste.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In lichten Laubwaldungen und Geb&uuml;schen. Wo
+Birken stehen, ist er fast unfehlbar zu finden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Guter Speisepilz, nur etwas weich. Verwertung dieselbe
+wie beim Stein-R&ouml;hrling (<a href="#abb_11">Abb.&nbsp;11</a>).</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_14" id="abb_14"></a>
+<img src="images/illu14.jpg" width="600" height="706" alt="14. Birken-R&ouml;hrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>14. Birken-R&ouml;hrling. Birkenpilz, Kapuzinerpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus scaber Bull.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_15" id="nr_15"></a>15. Sand-R&ouml;hrling. Sandpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus varieg&aacute;tus Sw.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span>, anfangs halbkugelf&ouml;rmig gew&ouml;lbt, hat einen scharf
+eingerollten Rand, ist br&auml;unlichgelb und mit b&uuml;schelig-haarigen
+kleinen Flocken besetzt, die im Alter und nach Regenwetter verschwinden.
+Der Durchmesser betr&auml;gt 5&ndash;15&nbsp;cm. Die Oberfl&auml;che
+ist trocken, bei Regenwetter jedoch etwas schleimig. Das <span class="spaced">Fleisch</span>
+ist gelblich-wei&szlig; und l&auml;uft beim Zerschneiden mehr oder weniger
+bl&auml;ulich an.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">R&ouml;hren</span> sind sehr kurz, haben eine enge M&uuml;ndung und
+sind schmutzig-gelblich, br&auml;unlich oder auch olivgr&uuml;n.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist gleichm&auml;&szlig;ig dick, wird selten &uuml;ber 5&nbsp;cm lang
+und ist in der Farbe etwas heller als der Hut.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist eigent&uuml;mlich scharf, nicht unangenehm, der
+<span class="spaced">Geschmack</span> mild.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbste.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadelw&auml;ldern und vorzugsweise in solchen
+mit sandigem Boden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Obwohl nicht zu den besseren Speisepilzen z&auml;hlend,
+schmeckt er doch ganz gut. Wegen seines h&auml;ufigen Vorkommens
+ist er ganz besonders zur Herstellung von Pilzextrakt geeignet,
+l&auml;&szlig;t sich aber nicht gut trocknen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_15" id="abb_15"></a>
+<img src="images/illu15.jpg" width="600" height="676" alt="15. Sand-R&ouml;hrling. Sandpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>15. Sand-R&ouml;hrling. Sandpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus varieg&aacute;tus Sw.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_16" id="nr_16"></a>16. Filz-R&ouml;hrling. Ziegenlippe.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus subtoment&oacute;sus L.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist stets kurzfilzig und von graugelblicher bis gr&uuml;ngelblicher
+F&auml;rbung, mitunter auch graubraun, hat aber immer
+einen olivgr&uuml;nen Schein. Der Durchmesser des Hutes betr&auml;gt
+5&ndash;13&nbsp;cm. Im Alter, besonders bei trockenem Wetter, zerrei&szlig;t
+sehr oft die Oberhaut und es bilden sich Felder. Bei Verletzung
+der Oberhaut werden die Wunden je nach der Witterung
+kirschrot oder gelb. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist derb und bla&szlig;gelb, wird
+aber beim Bruche mitunter etwas bl&auml;ulich. Ganz besonders
+zeichnet er sich aus durch die <span class="spaced">R&ouml;hren</span>, welche bei jungen Exemplaren
+sch&ouml;n zitronengelb, bei &auml;lteren Exemplaren schmutziggelb
+sind. Sie haben sehr weite und eckige M&uuml;ndungen, derart angeordnet,
+da&szlig; kleinere mit gr&ouml;&szlig;eren, engere mit weiteren vermischt
+sind.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist meist r&ouml;tlichbraun angelaufen und verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig
+d&uuml;nn und schlank.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist s&auml;uerlich obstartig, der <span class="spaced">Geschmack</span> sehr schwach.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Vorzugsweise in Nadelw&auml;ldern, besonders auf
+grasig-moosigen Pl&auml;tzen, sowie auf lehmigen B&ouml;schungen der
+Hohlwege im Walde. Er kommt meist einzeln vor.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er geh&ouml;rt unstreitig zu den wohlschmeckenden Pilzen
+und kann verschiedenartige Verwendung finden, nur taugt er
+nicht viel zum Trocknen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_16" id="abb_16"></a>
+<img src="images/illu16.jpg" width="600" height="700" alt="16. Filz-R&ouml;hrling. Ziegenlippe. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>16. Filz-R&ouml;hrling. Ziegenlippe.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Bol&eacute;tus subtoment&oacute;sus L.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_17" id="nr_17"></a>17. Butter-R&ouml;hrling. Ringpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bol&eacute;tus l&uacute;teus L.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist bei feuchtem Wetter und am Morgen au&szlig;erordentlich
+schmierig und schleimig, bei trockenem Wetter gl&auml;nzend,
+gelblich, gelbbraun oder dunkelgelbbraun, nie r&ouml;tlich. Der
+Durchmesser betr&auml;gt 4&ndash;13&nbsp;cm. Im Jugendzustande ist der Rand
+des Hutes stets mit dem Stiele durch einen wei&szlig;en Schleier
+verbunden, der bei der Vollentwickelung als bl&auml;ulich-schwarzer
+h&auml;ngender Ring am Stiele zur&uuml;ckbleibt. Die Oberhaut ist leicht
+abziehbar. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist gelblich-wei&szlig; und unver&auml;nderlich.</p>
+
+<p>Die hellgelb aussehenden <span class="spaced">R&ouml;hren</span> sind mit dem Stiele verwachsen,
+aber nicht mit dem Hutfleische.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist zylindrisch und wird bis 10&nbsp;cm hoch. Er ist
+wei&szlig;lich, fleischig voll und tr&auml;gt ziemlich lange den schlie&szlig;lich
+verschwindenden Ring. Oberhalb desselben finden sich br&auml;unliche,
+flockige Punkte.</p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind obstartig s&auml;uerlich.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbste.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Ganz besonders auf grasigen Waldwegen, Waldwiesen
+und Waldr&auml;ndern, zwischen Moos und Gras, und in
+jungen bis mannshohen Fichtenanpflanzungen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Wird leider hier und da wegen seines schleimigen
+Hutes nicht so beachtet wie er es verdient. Da die Oberhaut
+fast mit einem Male abziehbar ist, ist er leicht zu putzen. Er
+geh&ouml;rt unstreitig zu unseren besten Speisepilzen, l&auml;&szlig;t sich aber
+nicht trocknen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_17" id="abb_17"></a>
+<img src="images/illu17.jpg" width="600" height="630" alt="17. Butter-R&ouml;hrling. Ringpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>17. Butter-R&ouml;hrling. Ringpilz.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Bol&eacute;tus l&uacute;teus L.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_18" id="nr_18"></a>18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Psalli&oacute;ta camp&eacute;stris L.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> kommt fast kugelf&ouml;rmig aus der Erde, wird halbkugelig
+und breitet sich dann flach gew&ouml;lbt aus. Die <span class="spaced">Farbe</span>
+ist wei&szlig; oder br&auml;unlich, seidenhaarig, flockig und kleinschuppig.
+Einzelne Pilze werden bis 15&nbsp;cm breit. (Bei den Pilzausstellungen
+des Verfassers kamen sogar &ouml;fters solche von &uuml;ber
+30&nbsp;cm Hutdurchmesser und 30&nbsp;cm Stielh&ouml;he zur Darstellung.)
+Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist dick, massig und wei&szlig;, bei Verletzung wird es
+oft r&ouml;tlich.</p>
+
+<p>Die anfangs rosaroten, sp&auml;ter schokoladenbraun werdenden
+<span class="spaced">Bl&auml;tter</span> kennzeichnen den Feld-Edelpilz ganz vorz&uuml;glich und
+sind das beste und untr&uuml;glichste Erkennungszeichen f&uuml;r den guten
+Edelpilz.</p>
+
+<p><b>Leider wird dieser herrliche Pilz &ouml;fters mit dem giftigsten
+unserer Pilze, dem <span class="spaced">Gelblichen Gift-Wulstling</span>
+(Knollenbl&auml;tterpilz), verwechselt</b> (vergl. n&auml;chste Abbildung,
+<a href="#abb_19">Nr. 19</a>). <b>Der Feld-Edelpilz hat aber am unteren Ende
+des Stieles <span class="spaced">keine</span> Knollen wie der Gift-Wulstling.</b></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist voll, wei&szlig; und tr&auml;gt in der Mitte einen dicken
+wei&szlig;en h&auml;utigen Ring oder Manschette. Er wird mitunter bis
+8&nbsp;cm hoch.</p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind ganz vorz&uuml;glich.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Ganz besonders gedeiht er in trockenen Jahren nach
+einem Regen auf mit Pferded&uuml;nger oder Jauche ged&uuml;ngten
+Wiesen mitunter schon Ende Juni, dann im Hochsommer und
+Herbste.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Er w&auml;chst auf Wiesen, Feldrainen und Weger&auml;ndern.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Unstreitig der im Geschmacke beste Pilz, weshalb er
+auch &uuml;berall gez&uuml;chtet wird. Er l&auml;&szlig;t sich sehr gut z&uuml;chten, siehe
+Abhandlung &uuml;ber Z&uuml;chtung der Pilze.</p>
+
+<p>Seine Verwendbarkeit ist eine au&szlig;erordentlich vielseitige.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_18" id="abb_18"></a>
+<img src="images/illu18.jpg" width="600" height="650" alt="18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>18. Feld-Edelpilz. Feld-Champignon.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Psalli&oacute;ta camp&eacute;stris L.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_19" id="nr_19"></a>19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenbl&auml;tterpilz.</b> Sehr giftig!<br />
+<span class="antiqua">Aman&iacute;ta bulb&oacute;sa Bull.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist anfangs fast immer gelblich-gr&uuml;n, sp&auml;ter wei&szlig;lich
+bis wei&szlig; werdend, meist mit den wei&szlig;lichen Fetzen der fr&uuml;heren
+H&uuml;lle bedeckt, 5&ndash;8&nbsp;cm breit. Diese &auml;lteren Knollenbl&auml;tterpilze
+mit den mehr wei&szlig;en H&uuml;ten geben einzig und allein die Veranlassung
+zur Verwechslung mit dem Edelpilze (Champignon).
+Dieser Edelpilz hat aber im Jugendzustande rosafarbiges, sp&auml;ter
+schokoladenbraunes Futter. Es wird leider viel zu viel Wert auf
+die <span class="spaced">Farbe</span> des Hutes statt auf die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> gelegt.</p>
+
+<p>Eine ebenso giftige Abart <span class="antiqua">A. Mappa Batsch</span> hat eine durchweg
+gelbe F&auml;rbung des Hutes mit wei&szlig;en Pusteln.</p>
+
+<p>Eine weitere, auch giftige Art, der gr&uuml;ne Knollenbl&auml;tterpilz
+(<span class="antiqua">Am. phallo&iacute;des Fr.</span>), f&uuml;hrt seltener zu Verwechselungen, da er
+durch seine ausgepr&auml;gte Gr&uuml;nf&auml;rbung von selbst warnt. Dieser
+gr&uuml;ne Knollenbl&auml;tterpilz kommt aber viel seltener vor.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> des Gift-Wulstlings ist wei&szlig;, ebenso die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span>.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist schlank, anfangs markig, sp&auml;ter an der Spitze
+hohl, wei&szlig; und mit einer gelblichwei&szlig;en Manschette versehen.
+<b>Das untr&uuml;glichste Kennzeichen dieses Giftpilzes ist die
+ausgepr&auml;gte runde Knolle am Fu&szlig;e des Stieles. Diese
+Knolle ist mit einer h&auml;utigen Scheibe umgeben.</b></p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind durchaus nicht unangenehm,
+der Geschmack sogar mild und erinnert an gr&uuml;ne Kartoffeln.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Sommer bis zum Herbste.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Seinen Standort hat er in W&auml;ldern und Geb&uuml;schen,
+meist truppweise.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Wohl kein Pilz ist so giftig wie dieser; er ist um so gef&auml;hrlicher,
+weil die Wirkung des Giftes erst nach 12&ndash;16 Stunden
+eintritt.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_19" id="abb_19"></a>
+<img src="images/illu19.jpg" width="600" height="748" alt="19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenbl&auml;tterpilz. Sehr giftig!" title="" />
+<p class="caption"><b>19. Gelblicher Gift-Wulstling. Gelblicher Knollenbl&auml;tterpilz.</b> Sehr giftig!<br /><span class="antiqua">Aman&iacute;ta bulb&oacute;sa Bull.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_20" id="nr_20"></a>20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Aman&iacute;ta pustul&aacute;ta Schaeff. (A. rub&eacute;scens Pers.)</span></p>
+
+<p>Im Volksmunde der hellrote Fliegenpilz genannt, besitzt er
+einen schmutzig-r&ouml;tlichen, bla&szlig;-fleischfarbigen, braunr&ouml;tlichen oder
+br&auml;unlichen <span class="spaced">Hut</span>, der mehr oder weniger mit Pusteln besetzt ist,
+&auml;hnlich wie der Fliegenpilz. Unter der leicht abziehbaren Oberhaut
+zeigt sich das <span class="spaced">Fleisch</span> bla&szlig;r&ouml;tlich, ist aber im Innern wei&szlig;.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> sind anfangs wei&szlig;, erst im Alter etwas r&ouml;tlich
+und dicht stehend.</p>
+
+<p>Der ganz besonders in der Jugend <span class="spaced">kegelf&ouml;rmige</span>, ebenfalls
+r&ouml;tlich angehauchte <span class="spaced">Stiel</span> streckt sich sp&auml;ter ziemlich gleichm&auml;&szlig;ig
+schlank und walzig. Vom Hute laufen bis ans Ende der Manschette
+feine Striche. Der Fu&szlig; des Stieles l&auml;uft in einen mit
+Schuppen und Warzen bedeckten Knollen aus.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist schwach, der <span class="spaced">Geschmack</span> anfangs mild,
+sp&auml;ter etwas kratzend.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Ziemlich fr&uuml;h und ist im Herbste seltener zu finden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Vorzugsweise in hohem Stangenwalde, sowie
+in wenig begrasten Geb&uuml;schen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Nach dem Abziehen der Oberhaut bildet er einen
+vorz&uuml;glichen Speisepilz (siehe <a href="#pilzvergiftungen_schutz">&bdquo;Wie sch&uuml;tzt man sich vor Pilzvergiftungen&ldquo;</a>,
+S. 19). Zum Trocknen eignet er sich nicht, wohl
+aber zum Gem&uuml;se und Einmachen und besonders zum Bereiten
+von Pilzextrakt (siehe <a href="#extrakt">S. 15</a>).</p>
+
+<p><b>In verschiedenen F&auml;llen ist der Perlen-Wulstling mit
+dem so giftigen K&ouml;nigsfliegenpilz verwechselt worden.</b>
+Dieser hat aber stets die reine ledergelbliche oder dunkelrotbraune,
+also keine fleischfarbig-r&ouml;tliche Oberhaut. Auch zeigt der K&ouml;nigsfliegenpilz
+unter der Oberhaut die gelbrote Farbe des Fleisches
+wie der Fliegenpilz, w&auml;hrend die des Perlpilzes fleischrot ist.
+Man vergleiche nur scharf die Abbildungen (siehe auch <a href="#abb_21">Abb.&nbsp;21</a>)
+und die Beschreibungen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_20" id="abb_20"></a>
+<img src="images/illu20.jpg" width="600" height="822" alt="20. Perlen-Wulstling. Perlpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>20. Perlen-Wulstling. Perlpilz.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Aman&iacute;ta pustul&aacute;ta Schaeff. (A. rub&eacute;scens Pers.)</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_21" id="nr_21"></a>21. K&ouml;nigs-Fliegenpilz.</b> Sehr giftig!<br /><span class="antiqua">Aman&iacute;ta reg&aacute;lis Fr.</span></p>
+
+<p>Der anfangs kugelige <span class="spaced">Hut</span> wird sp&auml;ter flach, sich mitunter
+etwas nach der Mitte vertiefend. Er wird bis 20&nbsp;cm breit. Die
+Oberhaut ist anfangs dunkelrotbraun, sp&auml;ter leberbraun und bei
+alten Pilzen mit fast silbergrauem Hauche &uuml;berzogen. Die den
+Hut bedeckenden <span class="spaced">Flocken</span> sind gelblichwei&szlig; oder wei&szlig;, mehr oder
+weniger dicht aufliegend. Der Rand ist gestreift. Beim Durchschnitt
+zeigt das <span class="spaced">Fleisch</span> nach der Oberhaut einen rotbraunen
+Rand und ist nach den Lamellen hin br&auml;unlichgelb gef&auml;rbt. Die
+<span class="spaced">Bl&auml;tter</span> sind wei&szlig;.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist anfangs voll, sp&auml;ter hohl und hat gelbliches
+Fleisch. Er besitzt am Grunde einen fast rundlichen Knollen
+mit einer ziemlich lose sitzenden H&uuml;lle, die sehr regelm&auml;&szlig;ig in
+einzelne Ringe sich trennt, so da&szlig; man oft mehrere solcher Ringe
+deutlich z&auml;hlen kann. Diese H&uuml;lle ist fast ockergelb, wie denn
+auch der Stiel vom Fu&szlig;e bis zur H&uuml;lle eine gelbe Farbe besitzt.
+Der unregelm&auml;&szlig;ig gestaltete h&auml;utige Ring ist am Rande
+ebenfalls gelb.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist gering, der <span class="spaced">Geschmack</span> unangenehm.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und ist bis zum Herbste zu finden. Dieser
+Pilz kommt nicht sehr h&auml;ufig vor.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Im Nadelwalde vorzugsweise an Waldr&auml;ndern,
+auch in Geb&uuml;schen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Nach den Erfahrungen des Verfassers <b>geh&ouml;rt er
+mit zu den giftigsten Pilzen, denn verschiedene Vergiftungen
+endeten mit dem Tode. Es ist daher vor diesem
+Pilze ganz besonders zu warnen, da er nachweisbar mit
+dem Perlen-Wulstling (<a href="#abb_20">Abb.&nbsp;20</a>) verwechselt wurde.</b> Dieser
+jedoch und der e&szlig;bare Pantherpilz sind vom Hute bis mit dem
+herabh&auml;ngenden Ringe gestrichelt, der K&ouml;nigs-Fliegenpilz aber
+ist glatt.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_21" id="abb_21"></a>
+<img src="images/illu21.jpg" width="600" height="756" alt="21. K&ouml;nigs-Fliegenpilz. Sehr giftig!" title="" />
+<p class="caption"><b>21. K&ouml;nigs-Fliegenpilz.</b> Sehr giftig!<br />
+<span class="antiqua">Aman&iacute;ta reg&aacute;lis Fr.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_22" id="nr_22"></a>22. Gro&szlig;er Schirmling.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Lepi&oacute;ta proc&eacute;ra Scop.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> erscheint anfangs wie ein Paukenschl&auml;gel und breitet
+sich dann schirmdachf&ouml;rmig aus. Dabei platzt die graubraune d&uuml;rre
+Oberhaut und bildet braune dachziegelf&ouml;rmig liegende Schuppen,
+nach der Mitte in einen dunkelbraunen Buckel &uuml;bergehend. Das
+<span class="spaced">Fleisch</span> ist im Jugendzustande weich, sp&auml;ter aber z&auml;h und d&uuml;rr.
+Dieser Pilz geh&ouml;rt zu den stattlichsten, denn sein Hut wird bis
+25, ja 30&nbsp;cm breit.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> sind breit, wei&szlig;, weich, stehen dicht und ganz
+frei vom Stiele.</p>
+
+<p>Der r&ouml;hrig-hohle <span class="spaced">Stiel</span>, mitunter 15&ndash;30&nbsp;cm hoch, pr&auml;chtig
+braungefleckt, ist nach aufw&auml;rts etwas verd&uuml;nnt und am Grunde
+knollig verdickt. Au&szlig;erdem tr&auml;gt er einen dicken, lederartigen und
+verschiebbaren Ring.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist angenehm und das Fleisch hat einen s&uuml;&szlig;en
+<span class="spaced">Geschmack</span>.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: In den Monaten August bis Oktober.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf lichten Waldstellen, Graspl&auml;tzen und an
+Waldr&auml;ndern.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Im Jugendzustande wohlschmeckend, verliert er im
+Alter den Geschmack und ist dann z&auml;h.</p>
+
+<p>Er kann leicht verwechselt werden mit einer ihm &auml;hnlichen Art,
+dem ebenfalls e&szlig;baren Safran-Schirmling, <span class="antiqua">Lepi&oacute;ta rhac&oacute;tes Vitt</span>,
+dessen Hut fast ebenso geschuppt, aber etwas kleiner im Durchmesser
+ist. Dieser Pilz zeigt aber beim Durchschneiden oder bei
+Verletzung zuerst orangefarbiges, dann safranfarbiges oder blutrotes
+Fleisch, auch der Stiel hat beim Abschneiden diese Farben,
+ist aber au&szlig;en nicht so sch&ouml;n braungefleckt, sondern einfarbig
+schmutzigbr&auml;unlich.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_22" id="abb_22"></a>
+<img src="images/illu22.jpg" width="600" height="804" alt="22. Gro&szlig;er Schirmling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>22. Gro&szlig;er Schirmling.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Lepi&oacute;ta proc&eacute;ra Scop.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_23" id="nr_23"></a>23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, R&ouml;stling.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Lact&aacute;ria delici&oacute;sa L.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> dieses vorz&uuml;glichen Pilzes ist orangefarbig oder ziegelrot,
+meist gezont in orangefarbige und gr&uuml;nliche Ringe. Im Alter
+wird er gr&uuml;nspanfarbig, wie denn auch bei Verletzung diese Farbe
+stets hervortritt. Jung ist er flach mit nach unten gleichm&auml;&szlig;ig
+gebogenem Rande, sp&auml;ter wird er trichterf&ouml;rmig. Bei feuchtem
+Wetter ist der Hut schmierig und w&auml;chst dann glatt ohne Zonenringe.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist ebenfalls r&ouml;tlichgelb und l&auml;&szlig;t beim Bruche
+eine <b>orangerote</b> Milch reichlich heraustropfen; dies ist das
+sicherste <span class="spaced">Kennzeichen</span> f&uuml;r diesen Pilz.</p>
+
+<p>Die gelben <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> laufen etwas am Stiele herab und werden
+beim Drucke ebenfalls sofort gr&uuml;nspanfarbig.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist dem Hute gleichfarbig, anfangs voll, sp&auml;ter hohl.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist au&szlig;erordentlich aromatisch, der <span class="spaced">Geschmack</span>
+mild und angenehm w&uuml;rzig.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vielfach in gro&szlig;er Menge bereits Ende Juni bis in den
+November hinein.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: W&auml;chst unter dichtem Nadelgeb&uuml;sch, auf feuchten,
+moosigen Wiesen und auf mit Heidekraut und Wacholderstr&auml;uchern
+bestandenen Waldh&uuml;geln. <b>Oft w&auml;chst er auf einer Stelle zusammen
+mit dem zum Verwechseln &auml;hnlichen giftigen
+Milchling (Giftreizker)</b> (siehe <a href="#abb_24">Abb.&nbsp;24</a>), <b>der jedoch einen
+zottigen Hutrand und <span class="spaced">wei&szlig;e</span> Milch besitzt</b>, auch ist dessen
+Geschmack bitter, bei&szlig;end und scharf. Eine andere, aber ungef&auml;hrliche
+Verwechslung kann mit dem Blut-Milchling, <span class="antiqua">Lact&aacute;rius
+sanguifluus Paul</span>, vorkommen, der aber e&szlig;bar ist. Dieser
+Pilz hat eine <b>blutweinrote</b> Milch, die Bl&auml;tter laufen am Stiele
+herab. Er sieht dem guten Reizker sehr &auml;hnlich und kommt nur
+auf kalkhaltigem Boden vor.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er geh&ouml;rt zu unsern wertvollsten Speisepilzen und
+l&auml;&szlig;t sich auf alle m&ouml;gliche Arten verwerten, nur beim Trocknen
+verliert er an Geruch und Geschmack. Der von ihm bereitete
+Pilzextrakt wird im Wohlgeschmack von keinem Extrakt anderer
+Pilze &uuml;bertroffen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_23" id="abb_23"></a>
+<img src="images/illu23.jpg" width="600" height="654" alt="23. Wacholder-Milchling. Echter Reizker, R&ouml;stling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>23. Wacholder-Milchling.</b> Echter Reizker, R&ouml;stling. E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Lact&aacute;ria delici&oacute;sa L.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_24" id="nr_24"></a>24. Gift-Milchling. Giftreizker.</b> Giftig!<br />
+<span class="antiqua">Lact&aacute;ria tormin&oacute;sa Schaeff.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> dieses Pilzes sieht im Jugendzustande dem des
+guten Reizkers oft t&auml;uschend &auml;hnlich, nur wird er nie ziegelrot
+oder gr&uuml;nlich, sondern mehr fleischfarben, aber ebenfalls mehr
+oder weniger gezont. <span class="spaced">Sehr charakteristisch ist der stets
+zottig behaarte Rand des Hutes.</span></p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist wei&szlig; und sondert eine <span class="spaced">wei&szlig;e</span> Milch ab,
+w&auml;hrend der gute Reizker orangerote Milch absondert.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> sind wei&szlig;lich.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist dem Hute gleichfarbig, im Alter hohl und
+br&uuml;chig.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist nicht besonders auffallend, der <span class="spaced">Geschmack</span>
+aber bitter, bei&szlig;end und scharf.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Er w&auml;chst gern unter Birken, in Geb&uuml;schen, auf
+Heidepl&auml;tzen, moosigen Wiesen und da zwischen den echten
+Reizkern.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er ist entschieden giftig, wie zweifelsohne mehrere
+dem Verfasser bekannte Vergiftungsf&auml;lle dies bewiesen haben.
+Das Einpr&auml;gen der Merkmale h&uuml;tet vor Verwechslung.</p>
+
+<p>&Uuml;ber das sogenannte Entgiften der Pilze siehe Abhandlung
+<a href="#pilzvergiftungen_schutz">Seite&nbsp;19</a>: Wie sch&uuml;tzt man sich vor Pilzvergiftungen?</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_24" id="abb_24"></a>
+<img src="images/illu24.jpg" width="600" height="632" alt="24. Gift-Milchling. Giftreizker. Giftig!" title="" />
+<p class="caption"><b>24. Gift-Milchling. Giftreizker.</b> Giftig!<br />
+<span class="antiqua">Lact&aacute;ria tormin&oacute;sa Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_25" id="nr_25"></a>25. Birnen-Milchling. Br&auml;tling, Brotpilz.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Lact&aacute;ria vol&eacute;ma Fr.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist gleichm&auml;&szlig;ig, rotgelb oder hellr&ouml;tlichbraun und wird
+bis 12, mitunter 15&nbsp;cm breit. Im Alter bekommt er Risse, in der
+Jugend ist der Hutrand etwas eingerollt.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist fest, dick und enth&auml;lt sehr viel wei&szlig;e Milch.
+Diese tropft bei Verletzung sehr reichlich heraus.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> sind anfangs bla&szlig;gelb, werden sp&auml;ter br&auml;unlich
+und f&auml;rben sich auch beim Drucke braun.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist in der Farbe dem Hute gleich, ziemlich dick, wird
+bis 12&nbsp;cm hoch und rundet sich am Ende ab.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist bei jungen Pilzen angenehm, w&auml;hrend &auml;ltere
+tranig riechen.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geschmack</span> ist angenehm, fast s&uuml;&szlig;.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sommer und Herbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In Laub- und Nadelwaldungen meist an feuchten
+Stellen und kommt oft truppweise vor.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er wird vielfach roh gegessen und gibt besonders eine
+ganz vorz&uuml;gliche Speise, wenn er gerieben und dann gebacken wird.</p>
+
+<p>F&uuml;r den Nichtkundigen ist eine Verwechselung mit dem nicht
+giftigen, aber ungenie&szlig;baren <b>braunroten Milchling</b> m&ouml;glich,
+doch ist die Oberhaut dieses Milchlings feinflockig, der Rand filzig
+und der Geschmack der bei einer Verletzung sehr reichlich hervorquellenden
+ebenfalls wei&szlig;en Milch sehr scharf brennend.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_25" id="abb_25"></a>
+<img src="images/illu25.jpg" width="600" height="870" alt="25. Birnen-Milchling. Br&auml;tling, Brotpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>25. Birnen-Milchling. Br&auml;tling, Brotpilz.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Lact&aacute;ria vol&eacute;ma Fr.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_26" id="nr_26"></a>26. Gr&uuml;nlicher T&auml;ubling.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">R&uacute;ssula vir&eacute;scens Schaeff.</span></p>
+
+<p>Die T&auml;ublinge, die bei einzelnen Arten eine mannigfaltige
+Farbenverschiedenheit zeigen, sind vom Laien sehr schwer zu bestimmen.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> des gr&uuml;nlichen T&auml;ublings ist anfangs halbkugelig,
+breitet sich sp&auml;ter flach gew&ouml;lbt aus, hat einen stumpfen, glatten
+Rand und wird 6&ndash;12&nbsp;cm breit. Die trockene Oberhaut ist graugr&uuml;n,
+mitunter br&auml;unlich- oder gelblichgr&uuml;n verblassend, zerrei&szlig;t
+teilweise und wird dann flockig oder gefeldert und warzig. Das
+dicke <span class="spaced">Fleisch</span> ist derb und wei&szlig;. Das Fleisch aller T&auml;ublinge ist
+h&auml;rter als das der anderen Pilze.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> stehen m&auml;&szlig;ig dicht, sind teils ungleich lang, teils
+gegabelt.</p>
+
+<p>Der fleischige <span class="spaced">Stiel</span> wird bis 8&nbsp;cm lang, ist wei&szlig; und meist,
+zumal bei jungen Pilzen, nach unten verdickt.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist gering, der <span class="spaced">Geschmack</span> mild.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Juli bis September.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Findet sich meistens nur in Laubw&auml;ldern und in
+Geb&uuml;schen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er ist e&szlig;bar und geh&ouml;rt zu den schmackhafteren T&auml;ublingen.
+F&uuml;r die Verwertung der T&auml;ublinge als Speise kann
+man die Regel aufstellen, da&szlig; alle mild schmeckenden T&auml;ublinge
+und solche mit gelblichen und gelben Bl&auml;ttern e&szlig;bar, alle bei&szlig;end
+und unangenehm schmeckenden ungenie&szlig;bar sind. Alle T&auml;ublinge
+k&ouml;nnen wegen ihres derben Fleisches mit wenigen Ausnahmen
+nur als Mischpilze verwendet werden.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_26" id="abb_26"></a>
+<img src="images/illu26.jpg" width="600" height="546" alt="26. Gr&uuml;nlicher T&auml;ubling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>26. Gr&uuml;nlicher T&auml;ubling.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">R&uacute;ssula vir&eacute;scens Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_27" id="nr_27"></a>27. Ledergelbbl&auml;ttriger T&auml;ubling.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Russul&iacute;na alut&aacute;cea Pers.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span>, anfangs halbkugelf&ouml;rmig, breitet sich bald flach aus
+und ist sp&auml;ter in der Mitte niedergedr&uuml;ckt. Er wird 5&ndash;15&nbsp;cm
+breit. Sein Rand ist d&uuml;nn, anfangs glatt, sp&auml;ter h&ouml;ckerig gerieft.
+Die <span class="spaced">Farbe</span> des Hutes ist sehr verschieden. Unter den
+T&auml;ublingen ist dieser Pilz das reine Cham&auml;leon, denn die jungen
+Pilze sind entweder gr&uuml;nlich, gr&uuml;nlichgelb, ins Rote spielend,
+blutrot, braunrot, purpurrot oder kirschbraun. Die d&uuml;nne Oberhaut
+l&auml;&szlig;t sich leicht abziehen.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> stehen frei am Stiele oder sind nur kurz angeheftet,
+ziemlich breit, anfangs gelblich, sp&auml;ter lederartig, daher der Name
+des Pilzes.</p>
+
+<p>Der volle, walzenf&ouml;rmige <span class="spaced">Stiel</span> ist meist wei&szlig;, seltener rot
+angehaucht.</p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> gering, <span class="spaced">Geschmack</span> angenehm mild.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom August bis November.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Er kommt in Laub- und Nadelw&auml;ldern vor, jedoch
+nicht in allen Gegenden. Wo er w&auml;chst, findet er sich aber in
+gro&szlig;en Mengen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er geh&ouml;rt zu den wohlschmeckenden T&auml;ublingen.</p>
+
+<p>Mit echtem Weinessig als Salat zubereitet schmeckt er vorz&uuml;glich.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_27" id="abb_27"></a>
+<img src="images/illu27.jpg" width="600" height="514" alt="27. Ledergelbbl&auml;ttriger T&auml;ubling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>27. Ledergelbbl&auml;ttriger T&auml;ubling.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Russul&iacute;na alut&aacute;cea Pers.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_28" id="nr_28"></a>28. Samtfu&szlig;-Kr&auml;mpling.</b> Genie&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Pax&iacute;llus atrotoment&oacute;sus Batsch.</span></p>
+
+<p>Der au&szlig;erordentlich dickfleischige <span class="spaced">Hut</span>, meist an Baumst&uuml;mpfen
+einseitig vorgestreckt, erreicht mitunter einen Durchmesser von 20&nbsp;cm
+und mehr. Die Oberfl&auml;che ist erst braun, samtartig feinfilzig, bei
+trockenem Wetter rissig. Der Rand des Hutes ist scharf eingerollt,
+das Fleisch gelblichwei&szlig;, w&auml;sserig.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> sind kurz herablaufend, gelblich.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist kurz, dick und au&szlig;en mit schwarzbraunem oder
+ganz schwarzem dichtzottigen Filze bekleidet.</p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind s&auml;uerlich.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Anfang des Herbstes an.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadelw&auml;ldern am Grunde alter St&auml;mme oder
+an Wurzeln.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Im Vogtlande und Erzgebirge wird er viel eingetragen
+und zu sauren Kartoffelst&uuml;ckchen mitgekocht. Er schmeckt auch f&uuml;r
+sich gebraten s&auml;uerlich, alte und gro&szlig;e Pilze sogar widrig.</p>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_29" id="nr_29"></a>29. Kahler Kr&auml;mpling.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Pax&iacute;llus invol&uacute;tus Batsch.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span>, anfangs flach gew&ouml;lbt, 5&ndash;15&nbsp;cm breit, wird sp&auml;ter
+fast trichterf&ouml;rmig. Die Oberfl&auml;che ist glatt, gl&auml;nzend und ockerbraun
+oder gelbbraun, in der Mitte etwas schleimig. Eine Abart
+ist fast gelb. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist gelblich und wird bei Verletzung
+br&auml;unlich oder rotbr&auml;unlich. Der Rand des Hutes ist
+ebenfalls scharf eingerollt (das charakteristische Kennzeichen der
+Kr&auml;mplinge, daher auch ihr Name), filzigzottig. Die gelblichen
+Bl&auml;tter sind nach hinten durch Queradern verbunden, laufen
+am Stiele herab und werden durch Druck braunfleckig.</p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> angenehm, etwas s&auml;uerlich.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Schon vom Juni an bis zum Sp&auml;therbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In W&auml;ldern, Geb&uuml;schen, in Gr&auml;ben, an Wegen,
+in G&auml;rten, fast &uuml;berall.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er geh&ouml;rt zu den wohlschmeckenden Mischpilzen und
+ist deshalb wertvoll, weil er in gro&szlig;en Mengen zu finden ist.
+Das Fleisch f&auml;rbt sich beim Kochen und Braten dunkel. Au&szlig;erdem
+l&auml;&szlig;t er sich gut trocknen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_28" id="abb_28"></a>
+<img src="images/illu28.jpg" width="600" height="341" alt="28. Samtfu&szlig;-Kr&auml;mpling. Genie&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>28. Samtfu&szlig;-Kr&auml;mpling.</b> Genie&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Pax&iacute;llus atrotoment&oacute;sus
+Batsch.</span></p>
+</div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_29" id="abb_29"></a>
+<img src="images/illu29.jpg" width="600" height="383" alt="29. Kahler Kr&auml;mpling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>29. Kahler Kr&auml;mpling.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Pax&iacute;llus invol&uacute;tus Batsch.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_30" id="nr_30"></a>30. Echter Ritterling. Gr&uuml;nling, Gr&uuml;nreizker.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Ag&aacute;ricus (Trichol&oacute;ma) equ&eacute;ster L.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> erhebt sich wenig &uuml;ber den Erdboden, er ist anfangs
+glockig gew&ouml;lbt, bei feuchtem Wetter schleimig-klebrig, verflacht
+sich sp&auml;ter, beh&auml;lt aber in der Mitte einen kleinen Buckel. Er
+wird bis 10&nbsp;cm breit, ist fleischig, braungelb, mitunter olivgelb
+und feinschuppig. Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist gelb.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> stehen ziemlich dicht, sind an dem Stiele ausgerandet
+und schwefelgelb.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span>, anfangs nach unten verdickt, ebenfalls schwefelgelb,
+ist meistens glatt, selten feingeschuppt und sitzt fast immer
+im Erdboden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Geruch</span> und <span class="spaced">Geschmack</span> sind angenehm.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sp&auml;therbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadelw&auml;ldern, vorzugsweise in Kiefernwaldungen
+in gro&szlig;en Mengen, meist truppweise.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Von seiner Oberhaut befreit (die einen erdigen Geschmack
+besitzt), z&auml;hlt er zu den besten Herbst-Speisepilzen und
+bildet bereits seit langer Zeit im Osten Deutschlands einen gesuchten
+Handelsartikel. Seit einigen Jahren kommt er auch in
+mitteldeutschen Gro&szlig;st&auml;dten in gr&ouml;&szlig;eren Mengen zum Verkauf.
+In Schweden kommt er in sehr gro&szlig;en Mengen vor.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_30" id="abb_30"></a>
+<img src="images/illu30.jpg" width="600" height="458" alt="30. Echter Ritterling. Gr&uuml;nling, Gr&uuml;nreizker. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>30. Echter Ritterling. Gr&uuml;nling, Gr&uuml;nreizker.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Ag&aacute;ricus (Trichol&oacute;ma) equ&eacute;ster L.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_31" id="nr_31"></a>31. Grauer Ritterling.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Ag&aacute;ricus (Trichol&oacute;ma) portent&oacute;sus Fr.</span></p>
+
+<p>Der anfangs gew&ouml;lbte <span class="spaced">Hut</span> breitet sich sp&auml;ter aus, bleibt aber
+meist gebuckelt und wird 6&ndash;12&nbsp;cm breit. Der Rand ist eingezogen
+und unregelm&auml;&szlig;ig geschweift, bei trockenem Wetter oft
+spaltig zerrissen. Die <span class="spaced">Farbe</span> der Oberhaut ist hell- bis dunkel-aschgrau,
+mit feinen eingewachsenen schwarzen Linien, und verbleicht
+bei &auml;lteren Pilzen nach dem Rande zu ins schmutzig Gelbgraue.
+Die Oberhaut l&auml;&szlig;t sich leicht abziehen.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> und die <span class="spaced">Lamellen</span> sind wei&szlig; oder wei&szlig;lichgelb.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span>, voll und walzenf&ouml;rmig, ist fein gestreift, meist wei&szlig;lichgelb
+und sitzt fast immer bis zum Hute in der Erde. Beim Zerbrechen
+zerteilt er sich, und die faserigen Str&auml;nge rollen sich nach
+au&szlig;en zur&uuml;ck.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist erdig, der <span class="spaced">Geschmack</span> angenehm.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Erst im Oktober und findet sich oft noch nach vor&uuml;bergehenden
+Fr&ouml;sten bis zum Dezember.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Nur in Nadelw&auml;ldern, ganz besonders aber in
+Kiefernwaldungen oft in gro&szlig;en Mengen, meist truppweise.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er geh&ouml;rt zu unseren wertvollsten und vorz&uuml;glichsten
+Speisepilzen, nur mu&szlig; die Oberhaut wegen des erdigen Geschmackes
+entfernt werden.</p>
+
+<p>Dieser Ritterling wird viel vom Wilde angegangen, ganz
+besonders aber von den Eichh&ouml;rnchen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_31" id="abb_31"></a>
+<img src="images/illu31.jpg" width="600" height="580" alt="31. Grauer Ritterling. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>31. Grauer Ritterling.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Ag&aacute;ricus (Trichol&oacute;ma) portent&oacute;sus Fr.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_32" id="nr_32"></a>32. Stock-Sch&uuml;ppling. Stockschw&auml;mmchen.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Pholi&oacute;ta mut&aacute;bilis Schaeff.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist anfangs gew&ouml;lbt, sp&auml;ter flach ausgebreitet mit
+etwas stumpfer Erh&ouml;hung in der Mitte, lederbraun und nach dem
+Rande zu oft ringf&ouml;rmig mit w&auml;sserig-hellbraunem Farbentone.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist etwas w&auml;sserig und br&auml;unlich.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> sind anfangs hellbraun, sp&auml;ter rostbraun. Bei
+den &auml;lteren Pilzen laufen die Bl&auml;tter etwas am Stiele herab.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist ganz besonders charakteristisch, n&auml;mlich feinsparrig
+geschuppt mit einem h&auml;utigen, br&auml;unlich-schw&auml;rzlichen
+Ringe, der allerdings oft verschwindet. Nach unten ist er
+schw&auml;rzlichbraun, nach oben hellbraun.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist sehr aromatisch, der <span class="spaced">Geschmack</span> gut.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Bereits vom Mai ab bis zum Herbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: An alten, harten, vorzugsweise Buchenst&ouml;cken,
+stets b&uuml;schelweise.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Als Suppenpilz einer der vorz&uuml;glichsten und gesuchtesten.
+L&auml;&szlig;t sich au&szlig;erdem sehr gut z&uuml;chten. Bringt man alte
+Buchenst&ouml;cke, an denen bereits Stockschw&auml;mmchen gewachsen
+waren, in einen Garten an eine etwas schattige Stelle, so kann
+man fast den ganzen Sommer hindurch Pilze ernten. Man hat
+nur n&ouml;tig, den Stamm von Zeit zu Zeit feucht zu halten.</p>
+
+<p><b>Eine <span class="spaced">Verwechselung</span> mit dem giftigen <span class="spaced">B&uuml;schligen
+Schwefelkopfe</span> kann au&szlig;erordentlich leicht geschehen</b>, doch
+werden bei letzterem die anfangs gelben Bl&auml;tter bald gr&uuml;nlich,
+zuletzt schw&auml;rzlichgr&uuml;n; auch ist der Stiel glatt und hellgelb, der
+Geruch unangenehm und der Geschmack bitter. Er w&auml;chst sehr
+zahlreich und mitunter gemeinsam mit dem Stockschw&auml;mmchen.
+Vergl. <a href="#abb_34">Abb.&nbsp;34</a>.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_32" id="abb_32"></a>
+<img src="images/illu32.jpg" width="600" height="896" alt="32. Stock-Sch&uuml;ppling. Stockschw&auml;mmchen. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>32. Stock-Sch&uuml;ppling. Stockschw&auml;mmchen.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Pholi&oacute;ta mut&aacute;bilis Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_33" id="nr_33"></a>33. Honiggelber Hallimasch.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Armill&aacute;ria m&eacute;llea Quel.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist honiggelb bis schmutzigbraun, mit br&auml;unlichen,
+leicht abwischbaren Sch&uuml;ppchen und kleinen Faserb&uuml;scheln bes&auml;t.
+Anfangs eingerollt, mit dem Stiele durch einen Schleier verbunden,
+breitet er sich sp&auml;ter flach aus. Er wird bis 12&nbsp;cm breit.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist hellbr&auml;unlich.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> stehen weitl&auml;ufig, sind wei&szlig;lich bleich, sp&auml;ter
+br&auml;unlich und oft gefleckt.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> tr&auml;gt einen flockigen Ring, ist anfangs r&ouml;tlichbraun,
+sp&auml;ter graugelb und nach unten olivbraun oder gr&uuml;nlichgrau.
+Am Grunde ist er verdickt, wird 5&ndash;12&nbsp;cm lang und
+ist faserig und z&auml;h.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist schwach s&uuml;&szlig;lich, der <span class="spaced">Geschmack</span> s&auml;uerlich-herb,
+zusammenziehend, unangenehm.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span> und <span class="spaced">Standort</span>: W&auml;chst erst im September in gro&szlig;er
+Menge an alten St&ouml;cken, alten St&auml;mmen und Wurzeln. Die
+Sporen der &auml;lteren h&ouml;her stehenden H&uuml;te lagern sich oft schimmelartig
+auf die unteren. Sein Myzel bildet bei Abschlu&szlig; des
+Lichtes eigent&uuml;mliche Str&auml;nge (<span class="antiqua">Rhizomorpha</span>), die nicht nur in
+altem Holze (wie in Bergwerken), sondern auch in frischen St&auml;mmen
+anzutreffen sind und zerst&ouml;rend auf das Holz und Leben der B&auml;ume
+einwirken. Der Pilz geh&ouml;rt deshalb zu den von allen Forstleuten
+gef&uuml;rchteten Sch&auml;dlingen. &ndash; Aber nicht nur im Walde ist er ein
+Sch&auml;dling, sondern auch f&uuml;r die Obstb&auml;ume (Birnen, Apfel-
+und Pflaumenb&auml;ume). Ganz besonders bef&auml;llt er die Obstb&auml;ume
+derjenigen G&auml;rten, die in der N&auml;he des Waldes liegen. Da
+das Myzel jahrelang zwischen der Rinde und dem Holze wuchert,
+ohne da&szlig; es Fruchtk&ouml;rper bildet, so werden diese B&auml;ume langsam
+abget&ouml;tet. Der Besitzer erkennt die Ursache des Absterbens
+erst dann, wenn die Fruchtk&ouml;rper erscheinen. Von dem Myzel
+befallenes Holz und Wurzeln leuchten im Finstern lebhaft.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Trotz seines im frischen Zustande garstigen Geschmackes
+ist er zubereitet ein wohlschmeckender Pilz, den man tragkorbweise
+sammeln kann. Zum Trocknen und Einmachen in Essig eignet
+er sich nicht, wohl aber zu Gem&uuml;se und zum Sterilisieren. <span class="spaced">Beim
+Sammeln sind nur die H&uuml;te zu nehmen.</span></p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_33" id="abb_33"></a>
+<img src="images/illu33.jpg" width="600" height="716" alt="33. Honiggelber Hallimasch. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>33. Honiggelber Hallimasch.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Armill&aacute;ria m&eacute;llea Quel.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_34" id="nr_34"></a>34. B&uuml;schliger Schwefelkopf.</b> Giftig!<br /><span class="antiqua">Hyphol&oacute;ma fascicul&aacute;re Huds.</span></p>
+
+<p>Sein <span class="spaced">Hut</span> ist anfangs halbkugelig, sp&auml;ter verflacht, schwefelgelb,
+in der Mitte dunkler, fast r&ouml;tlichgelb und wird bis 5&nbsp;cm breit.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist hellgelb.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Bl&auml;tter</span> sind anfangs schwefelgelb, sp&auml;ter gr&uuml;nlich und
+werden zuletzt schw&auml;rzlichgr&uuml;n.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist hohl, glatt und faserig.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist nicht angenehm, der <span class="spaced">Geschmack</span> bitter.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: W&auml;chst vom Mai ab.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: An alten Baumst&uuml;mpfen und Wurzeln, sehr zahlreich
+und mitunter gemeinsam mit dem Stockschw&auml;mmchen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Giftig! &Uuml;ber das Giftig- oder Nichtgiftigsein des
+Schwefelkopfes wird so h&auml;ufig gestritten; nach des Verfassers
+Ansicht unn&ouml;tiger Weise. Wenn eine Pilzart aber in gew&ouml;hnlicher
+Weise zubereitet (ohne vorherige Abkochung, d.&nbsp;h. ohne
+da&szlig; das Kochwasser weggesch&uuml;ttet wird), &Uuml;belsein und Durchfall
+erregt, so nennt man dies giftige Wirkung, wenn auch der Betreffende
+nicht daran stirbt.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_34" id="abb_34"></a>
+<img src="images/illu34.jpg" width="600" height="736" alt="34. B&uuml;schliger Schwefelkopf. Giftig!" title="" />
+<p class="caption"><b>34. B&uuml;schliger Schwefelkopf.</b> Giftig!<br />
+<span class="antiqua">Hyphol&oacute;ma fascicul&aacute;re Huds.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_35" id="nr_35"></a>35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Pha&eacute;don imbric&aacute;tus L.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist anfangs etwas eingerollt, fast eben und nur im
+Alter in der Mitte eingedr&uuml;ckt, schokoladenbraun und mit fleischigen,
+gro&szlig;en, sparrigen <span class="spaced">Schuppen</span> kreisf&ouml;rmig besetzt, die bei alten
+Pilzen schwarzbraun werden.</p>
+
+<p>Das derbe <span class="spaced">Fleisch</span> ist schmutzigwei&szlig;.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Stacheln</span>, welche am Stiele herablaufen, sind sehr dichtstehend,
+ziemlich lang und geben der Unterseite das Aussehen
+eines Hirsch- oder Rehfelles; daher wird er auch im Volksmunde
+als Hirsch- oder Rehpilz bezeichnet.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist wei&szlig;grau, daumendick und kurz.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist eigenartig aromatisch, ebenso der <span class="spaced">Geschmack</span>.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Ende Sommer und im Herbst oft in gro&szlig;er Menge.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In jedem Nadelwalde.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Ein guter Speisepilz, der sich ganz besonders zum
+Sterilisieren eignet. Alt und na&szlig; schmeckt er bitter.</p>
+
+<p>Er wird zuweilen mit dem ziemlich selten vorkommenden ungenie&szlig;baren
+Gallen-Stacheling, <span class="antiqua">Hydnum amarescens</span>, verwechselt.
+Dieser ist aber jung schon gallenbitter, auch sind die
+Schuppen des Hutes etwas kleiner, nicht so sparrig und hellbraun.
+Das untr&uuml;glichste Kennzeichen ist das Schwarzwerden
+des Stieles beim Fingerdruck.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_35" id="abb_35"></a>
+<img src="images/illu35.jpg" width="600" height="660" alt="35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>35. Habichts-Stacheling. Habichtspilz, Rehpilz.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Pha&eacute;don imbric&aacute;tus L.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_36" id="nr_36"></a>36. Semmel-Porling. Semmelpilz.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Polyporus c&oacute;nfluens Alb. et Schw.</span></p>
+
+<p>Die <span class="spaced">H&uuml;te</span> dieses Pilzes sind stets miteinander innig verwachsen
+und bilden eine gestaltlose Masse von 12&ndash;18&nbsp;cm Breite. Sie
+sehen bald semmelgelb, bald r&ouml;tlichgelb aus und werden bei
+trockenem Wetter rissig.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist wei&szlig; und fest, schmeckt etwas bitter.</p>
+
+<p>Die <span class="spaced">Unterseite</span> besteht aus ganz kurzen R&ouml;hrchen, die von
+au&szlig;en als kleine feine L&ouml;cher (Poren) erscheinen.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Stiel</span> ist strunkartig und sitzt in der Erde.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Meist erst im Herbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: In Nadelw&auml;ldern nur auf dem Erdboden.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Im Jugendzustande ist er ganz vorz&uuml;glich, im Alter
+jedoch bitter. Ganz besonders ist es die Oberhaut, welche die
+Bitterkeit enth&auml;lt und deshalb entfernt werden mu&szlig;. Beim
+Kochen und Einmachen nimmt er eine hellr&ouml;tliche F&auml;rbung an.</p>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_37" id="nr_37"></a>37. Schaf-Porling. Schafeuter.</b> E&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Polyporus ov&iacute;nus Schaeff.</span></p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Hut</span> ist verschieden gestaltet, teils gew&ouml;lbt oder wellig verbogen,
+teils eben und wei&szlig; oder graugelblich, im Alter und bei
+trockenem Wetter rissig gefeldert. Er wird bis &uuml;ber 10&nbsp;cm breit.</p>
+
+<p>Das <span class="spaced">Fleisch</span> ist derb und wei&szlig;.</p>
+
+<p>Die kurzen R&ouml;hren des Futters haben feine runde M&uuml;ndungen.</p>
+
+<p>Der daumendicke <span class="spaced">Stiel</span> ist voll, wei&szlig;, oft gekr&uuml;mmt und nach
+unten abgerundet.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Vom Sommer bis zum Herbste.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Vorzugsweise in Nadelw&auml;ldern und kommt meist
+truppweise in gro&szlig;er Menge vor. Ganz besonders auf h&uuml;geligen
+moosigen Stellen im Hochwalde.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Wegen seines sch&ouml;nen und sehr schmackhaften Fleisches
+geh&ouml;rt er zu den besten Speisepilzen. Er l&auml;&szlig;t sich sehr vielseitig
+verwerten.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_36" id="abb_36"></a>
+<img src="images/illu36.jpg" width="600" height="396" alt="36. Semmel-Porling. Semmelpilz. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>36. Semmel-Porling. Semmelpilz.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Polyporus c&oacute;nfluens Alb. et Schw.</span></p>
+</div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_37" id="abb_37"></a>
+<img src="images/illu37.jpg" width="600" height="434" alt="37. Schaf-Porling. Schafeuter. E&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>37. Schaf-Porling. Schafeuter.</b> E&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Polyporus ov&iacute;nus Schaeff.</span></p>
+</div>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_38" id="nr_38"></a>38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-H&auml;rtling.</b> Giftig!<br /><span class="antiqua">Sclerod&eacute;rma vulg&aacute;re Horn.</span></p>
+
+<p>Unter Bovist versteht man einen Pilz, der einen vollst&auml;ndig
+geschlossenen <span class="spaced">Fruchtk&ouml;rper</span> darstellt und kugel-, birnen-, knollen-
+oder kartoffelf&ouml;rmig ist. Im Jugendzustande ist das Innere dieser
+Pilze immer wei&szlig;, markig und derb, im reifen Zustande dagegen
+mit staubfeinen Sporen ausgef&uuml;llt; vollst&auml;ndig reif platzen sie und
+die Sporen werden vom Winde &uuml;berallhin zerst&auml;ubt. Im Volksmunde
+sind sie auch unter den Namen Wieseneier, Schafeier,
+Staubpilze bekannt. Mit Ausnahme des Kartoffel-Bovist sind
+sie fast alle e&szlig;bar.</p>
+
+<p>Der Kartoffel-Bovist gleicht einer Kartoffel, kommt oft nesterweise
+aus der Erde empor, nur an einem faserartig d&uuml;nnen Stiele
+auf der Erde sitzend. Er erlangt bisweilen einen Durchmesser bis
+zu 7&nbsp;cm. Die <span class="spaced">Farbe</span> ist r&ouml;tlich- oder br&auml;unlichgelb, nach unten
+gelblichgr&uuml;n und die Oberfl&auml;che ist in kleine Felder zerrissen, die
+sich warzenartig hervorheben. Das Innere ist anfangs wei&szlig;, f&auml;rbt
+sich aber sp&auml;ter blau, zuletzt blauschwarz.</p>
+
+<p>Der <span class="spaced">Geruch</span> ist stark aromatisch.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Sp&auml;tsommer und Herbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Haupts&auml;chlich in Nadelw&auml;ldern auf trockenen, sandigen
+Stellen, auch an Waldr&auml;ndern und auf Wiesen.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Er ist unstreitig giftig. <b>H&auml;ufig wird der Kartoffel-Bovist
+als Tr&uuml;ffel angesehen; letztere w&auml;chst aber nur unter
+der Erdoberfl&auml;che.</b> Im Konservenhandel werden diese H&auml;rtlinge
+als &bdquo;imitierte Tr&uuml;ffeln&ldquo; angeboten und zwar von Holland
+und Frankreich. Man h&uuml;te sich vor dieser F&auml;lschung.</p>
+
+<hr />
+
+<p class="center"><b><a name="nr_39" id="nr_39"></a>39. Schw&auml;rzlicher Bovist. Eier-Bovist.</b> Jung e&szlig;bar.<br /><span class="antiqua">Bov&iacute;sta nigr&eacute;scens Pers.</span></p>
+
+<p>Die kugeligen oder eif&ouml;rmigen <span class="spaced">Fruchtk&ouml;rper</span> sind in der Jugend
+wei&szlig; und gleichen ausgewachsen einem Ei oder einem jungen Edelpilze.
+Die &auml;u&szlig;ere H&uuml;lle ist ganz glatt, etwas dicker als Papier, zerrei&szlig;t
+aber bei der Reife und zerf&auml;llt dann in Lappen. Die innere
+Haut ist anfangs ebenfalls wei&szlig;, wird dann br&auml;unlichschwarz und
+bekommt in der Mitte ein kleines rundes Loch, aus dem die staubartigen
+Sporen vom Winde in alle Richtungen zerstreut werden.
+Das Innere ist in der Jugend reinwei&szlig; und f&auml;rbt sich im Alter
+schwarzbraun.</p>
+
+<p><span class="spaced">Zeit</span>: Im Herbst.</p>
+
+<p><span class="spaced">Standort</span>: Auf Wiesen und Triften, besonders Schafhutungen,
+w&auml;chst er oft in Menge.</p>
+
+<p><span class="spaced">Wert</span>: Ist im Jugendzustande, solange er innen noch markig
+und wei&szlig; aussieht, eine wohlschmeckende Speise. L&auml;&szlig;t sich in
+diesem Zustande auch sehr leicht trocknen.</p>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_38" id="abb_38"></a>
+<img src="images/illu38.jpg" width="600" height="298" alt="38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-H&auml;rtling. Giftig!" title="" />
+<p class="caption"><b>38. Kartoffel-Bovist. Pomeranzen-H&auml;rtling.</b> Giftig!<br />
+<span class="antiqua">Sclerod&eacute;rma vulg&aacute;re Horn.</span></p>
+</div>
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;"><a name="abb_39" id="abb_39"></a>
+<img src="images/illu39.jpg" width="600" height="271" alt="39. Schw&auml;rzlicher Bovist. Eier-Bovist. Jung e&szlig;bar." title="" />
+<p class="caption"><b>39. Schw&auml;rzlicher Bovist. Eier-Bovist.</b> Jung e&szlig;bar.<br />
+<span class="antiqua">Bov&iacute;sta nigr&eacute;scens Pers.</span></p>
+</div>
+
+<div class="anhang">
+
+<p class="title big u" style="margin-top: 1em">Verlag von F&ouml;rster &amp; Borries, Zwickau Sa.</p>
+
+<p><span class="initial">A</span>n Naturwahrheit der farbigen Abbildungen un&uuml;bertroffen,
+in der textlichen Bearbeitung die neuesten ma&szlig;gebenden
+wissenschaftlichen Forschungen ber&uuml;cksichtigend, sind die</p>
+
+<p class="center" style="font-size: 140%; font-weight: bold">Michaelschen Pilzwerke</p>
+
+<p class="center">in folgenden Bearbeitungen erschienen:</p>
+
+<p class="center spaced big">Ausgaben in Tafelform</p>
+
+<p class="center" style="font-weight: bold">f&uuml;r Schulen als Anschauungs- und Unterrichtsmittel,
+f&uuml;r Stadtverwaltungen zum &ouml;ffentlichen Aushang
+zwecks Verbreitung der Pilzkunde, sowie als Hilfsmittel
+f&uuml;r die Marktpolizei:</p>
+
+<p class="indent"><span class="u big">Ausgabe A:</span> <b>Edm. Michael, Unsere wichtigsten heimischen Pilze.</b> 8 Tafeln im Format von 47:64&nbsp;cm, mit 76 der wichtigsten e&szlig;baren, verd&auml;chtigen und giftigen
+Pilze Mitteleuropas in nat&uuml;rlichen Farben und Gr&ouml;&szlig;en.
+Text hierzu in besonderem Heft mit allgemein belehrender
+Einf&uuml;hrung &uuml;ber Pilze und deren Verwertung&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>M&nbsp;12,&ndash;</b></p>
+
+<p class="inhalt"><b>Inhalt des Textheftes</b>: Was sind Pilze? Welchen Wert haben die
+Pilze? Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? Wie sch&uuml;tzt man sich
+vor Pilzvergiftungen? Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? Wie kann
+man Pilze z&uuml;chten? Wie werden die Pilze eingeteilt? Was ist beim
+Sammeln der Pilze zu beachten? Praktische Bestimmungstabelle. Deutsches
+und lateinisches Inhaltsverzeichnis. Ausf&uuml;hrliche Beschreibung der
+auf den 8 Tafeln veranschaulichten 76 Pilzsorten.</p>
+
+<p class="indent"><span class="u big">Ausgabe D:</span> <b>Edm. Michael, Unsere besten Speise- und Wirtschafts-Pilze, sowie die mit ihnen zu verwechselnden ungenie&szlig;baren und giftigen Pilze.</b></p>
+
+<p style="margin-left: 1em; margin-right: 1em">2 Tafeln im Format 54:74&nbsp;cm, mit 26 Pilzgruppen in nat&uuml;rlichen Farben und Gr&ouml;&szlig;en&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>M&nbsp;3,30</b></p>
+
+<p style="margin-left: 1em; margin-right: 1em">1 Erg&auml;nzungstafel hierzu im Format 33:50&nbsp;cm, mit 6 weiteren wichtigen Pilzsorten&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>M&nbsp;0,60</b></p>
+
+<p class="u" style="font-size: smaller"><b>Die Tafeln der Ausgaben A und D werden auf Wunsch gegen Mehrberechnung beleistet oder auf Pappe bezw. Leinwand aufgezogen geliefert.</b></p>
+
+<hr style="width: 100%" />
+
+<p class="center spaced big" style="margin-top: 3em">Ausgaben in Buchform</p>
+
+<p class="center" style="font-weight: bold">f&uuml;r Pilzsammler und -Verbraucher, Lehrer, &ouml;ffentliche
+B&uuml;chereien und die Marktpolizei</p>
+
+<p class="center">(handliches Taschenformat 13:19,5&nbsp;cm)</p>
+
+<p class="center" style="font-size: 140%; font-weight: bold">F&uuml;hrer f&uuml;r Pilzfreunde</p>
+
+<p class="center" style="font-weight: bold">von Edmund Michael</p>
+
+<p class="indent"><span class="u big">Ausgabe B:</span> 3 Leinenb&auml;nde mit zusammen 345 Pilzgruppen
+in nat&uuml;rlichen Farben und Gr&ouml;&szlig;en, darunter 164 e&szlig;bare Sorten.</p>
+
+<p class="indent"><b>Band 1</b> enth&auml;lt 82 der wichtigsten e&szlig;baren, verd&auml;chtigen und giftigen Pilzsorten nebst ausf&uuml;hrlichen Beschreibungen und
+folgendem Text:</p>
+
+<p class="inhalt">Systematisches lateinisch-deutsches Verzeichnis aller 345 Pilzsorten. &ndash; Alphabetisches deutsches Verzeichnis der 345 Pilzsorten mit Einschlu&szlig;
+der bekanntesten Nebennamen. &ndash; Deutsches und lateinisches Namenverzeichnis
+des ersten Bandes. &ndash; Praktische Pilz-Bestimmungstabelle. &ndash;
+Abhandlungen &uuml;ber: Was sind Pilze? Welchen Wert haben die Pilze?
+Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? Wie sch&uuml;tzt man sich vor
+Pilzvergiftungen? Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? Wie kann
+man Pilze z&uuml;chten? Wie werden die Pilze eingeteilt? Was ist beim
+Sammeln der Pilze zu beachten?</p>
+
+<p class="indent"><b>Band 2</b> enth&auml;lt 124 weitere wichtige Pilzgruppen mit ausf&uuml;hrlichem
+beschreibenden Text und Angaben &uuml;ber die richtige
+Verwendung der einzelnen Sorten nebst deutschem und lateinischem
+Namenverzeichnis.</p>
+
+<p class="indent"><b>Band 3</b> enth&auml;lt 139 weitere wichtige und interessante Pilzgruppen
+mit ausf&uuml;hrlichem beschreibenden Text und Angaben
+&uuml;ber richtige Verwendung der einzelnen Sorten nebst deutschem
+und lateinischem Namenverzeichnis.</p>
+
+<p class="center" style="font-size: smaller"><b>Jeder Band ist f&uuml;r sich abgeschlossen und einzeln k&auml;uflich.</b></p>
+
+<p class="center"><b>Preis jeden Bandes M 7,50.</b></p>
+
+<p class="indent"><span class="u big">Ausgabe C:</span> <b>Volksausgabe</b>, mit 39 der wichtigsten e&szlig;baren und giftigen Pilze in nat&uuml;rlichen Farben und Gr&ouml;&szlig;en.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>Preis kartoniert M&nbsp;2,&ndash;</b></p>
+
+<p class="inhalt"><b>Inhalt</b>: Deutsches und lateinisches Namenverzeichnis. Abhandlungen &uuml;ber: Welchen Wert haben die Pilze? Wie werden die Pilze als Speise zubereitet? Wie sch&uuml;tzt man sich vor Pilzvergiftungen?
+Was ist bei Pilzvergiftungen zu tun? Was ist beim Sammeln der Pilze
+zu beachten? Ausf&uuml;hrlicher beschreibender Text zu den Abbildungen.</p>
+
+<hr style="width: 100%" />
+
+<p class="center u" style="margin-top: 3em"><b>Zum Massenverkauf auf Pilzausstellungen bestens geeignet!</b></p>
+
+<p class="title spaced" style="margin-bottom: 0em">Karl Ludwig</p>
+
+<p class="title big" style="margin-top: 0em">Wie sch&uuml;tze ich mich vor Pilzvergiftung?</p>
+
+<p style="margin-left: 1em; margin-right: 1em">Ein Ratgeber f&uuml;r Pilzsammler und Pilzverbraucher. Mit farbiger Abbildung des Knollenbl&auml;tterpilzes in nat&uuml;rlicher
+Gr&ouml;&szlig;e&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>Preis 30&nbsp;Pf.</b></p>
+
+<p class="center" style="font-size: smaller"><b>Bei Partiebezug billiger.</b></p>
+
+<hr style="width: 50%" />
+
+<p class="title spaced" style="margin-bottom: 0em">Alfred Lehmann</p>
+
+<p class="title big" style="margin-top: 0em">Die Schnecken u. Muscheln Deutschlands.</p>
+
+<div class="figleft" style="width: 100px;">
+<img src="images/schnecke.png" width="100" height="54" alt="Schnecke" title="" />
+</div>
+
+<p>Eine Anleitung zur Bestimmung und Beobachtung
+der deutschen Land- und S&uuml;&szlig;wasser-Mollusken,
+sowie zur Anlegung einer Schnecken-
+und Muschel-Sammlung. Mit je einer Tafel
+in Farben- und Schwarzdruck&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>Geb. 2&nbsp;M.</b></p>
+
+<p class="indent" style="font-size: smaller">Geheimrat <b>Prof. Dr. Klein</b> schreibt in der &bdquo;Fauna&ldquo;: &bdquo;Wir haben mit Genu&szlig; die
+erl&auml;uternden Kapitel &uuml;ber Bau und Leben der Mollusken, sowie &uuml;ber
+das Sammeln und Aufbewahren derselben gelesen und &uuml;berall weitgehende
+Sachkenntnis und gro&szlig;e Liebe zum Gegenstand wahrgenommen.
+Die Bestimmungstabellen lassen keine bei uns jetzt beschriebene Art vermissen
+und sind, was sehr zu begr&uuml;&szlig;en ist, nach dichotomischem Schema
+angelegt, wie die vielbenutzten B&uuml;cher von Professor Otto W&uuml;nsche, dem
+das Werkchen gewidmet ist. Einige Stichproben haben uns &uuml;berzeugt,
+da&szlig; auch die Bestimmung schwieriger Familien vom Anf&auml;nger ohne
+allzu gro&szlig;e M&uuml;he zu bew&auml;ltigen ist. Wer also auszieht, um Schnecken
+und Muscheln zu studieren und zu beobachten, der vergesse nicht, die
+Lehmann'sche Anleitung einzustecken, sie wird ihm pr&auml;chtige Dienste leisten.&ldquo;</p>
+
+<hr style="width: 50%" />
+
+<p class="title spaced" style="margin-bottom: 0em">Alfred Lehmann</p>
+
+<p class="title big" style="margin-top: 0em">Unsere Gartenzierpflanzen.</p>
+
+<p>Eine Anleitung zur Bestimmung, Anzucht, Pflege und Verwendung der Holzgew&auml;chse, Stauden und einj&auml;hrigen Pflanzen unserer G&auml;rten&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<b>Geb. 8&nbsp;M.</b></p>
+
+<p class="indent" style="font-size: smaller">Die Zeitschrift &bdquo;<b>Stein der Weisen</b>&ldquo; urteilt: &bdquo;Ein sehr reichhaltiges, &uuml;ber
+700 Seiten umfassendes Buch, das jedem Pflanzenfreunde von gr&ouml;&szlig;tem
+Nutzen sein wird. Als Nachschlagebuch, auf jede Frage eine prompte Antwort
+gebend, ist es, wie wir uns selbst &uuml;berzeugten, ein ausgezeichneter
+Behelf.&ldquo;</p>
+
+<hr style="width: 100%" />
+
+<div class="figcenter" style="width: 600px;">
+<img src="images/kocheaufvorrat.png" width="600" height="265" alt="Koche auf Vorrat" title="" />
+</div>
+
+<p class="center big" style="font-weight: bold">Zum Frischhalten aller<br />Nahrungsmittel</p>
+
+<p class="center" style="font-weight: bold">eignen sich in erster Linie die gl&auml;nzend bew&auml;hrten<br />dauerhaften und deshalb billigen</p>
+
+<p class="center big" style="font-weight: bold">Konservengl&auml;ser<br />
+Sterilisierger&auml;te, Saftgewinner</p>
+
+<p class="center" style="font-weight: bold; font-size: 200%">WECK</p>
+
+<p class="center u" style="font-weight: bold">Ausf&uuml;hrliche Beschreibung und Preisliste unentgeltlich.</p>
+
+<table border="0" width="60%" style="margin-bottom: 3em" summary="Firma Weck">
+<tr align="center" style="font-weight: bold; font-size: 160%"><td>J. Weck</td><td>*</td><td>&Ouml;flingen S. <span style="font-size: smaller">8</span></td></tr>
+<tr align="center" style="font-weight: bold"><td>G.&nbsp;m.&nbsp;b.&nbsp;H.</td><td><span class="invisible">*</span></td><td>(Baden)</td></tr>
+</table>
+</div>
+
+<div class="ppnote">
+<p>Anmerkungen zur Transkription:</p>
+
+<p><a href="#Page_8">S. 8</a>: &bdquo;J. B. v. Albertini, 1769&ndash;1834&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;J. B. v. Albertini, 1769&ndash;1831&ldquo; (vgl. Wikipedia)<br />
+<a href="#Page_8">S. 8</a>: &bdquo;Bedeutender Mykologe&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;bedeutender Mykologe&ldquo;<br />
+<a href="#Page_8">S. 8</a>: &bdquo;Olaf Swartz, 1760&ndash;1870&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;Olof Swartz, 1760&ndash;1818&ldquo; (vgl. Wikipedia)<br />
+<a href="#Page_9">S. 9</a>: &bdquo;Dr. J. Zeller&ldquo; k&ouml;nnte, wegen der Buchstabengleichheit von I und J im Frakturdruck, auch &bdquo;Dr. I. Zeller&ldquo; hei&szlig;en<br />
+<a href="#Page_15">S. 15</a>: &bdquo;Apfeln&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;&Auml;pfeln&ldquo;<br />
+<a href="#Page_17">S. 17</a>: &bdquo;Lorbeeb&auml;tter&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;Lorbeerbl&auml;tter&ldquo;<br />
+<a href="#Page_18">S. 18</a>: &bdquo;Erdgeruch und Geschmack&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;Erdgeruch und -geschmack&ldquo;<br />
+<a href="#nr_4">Nr. 4</a>: &bdquo;derbe Aste&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;derbe &Auml;ste&ldquo;<br />
+<a href="#nr_6">Nr. 6</a>: &bdquo;walziger Aste&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;walziger &Auml;ste&ldquo;; &bdquo;das der Aste&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;das der &Auml;ste&ldquo;<br />
+<a href="#nr_31">Nr. 31</a>: Nach &bdquo;entfernt werden&ldquo; wurde ein Punkt erg&auml;nzt<br />
+<a href="#nr_37">Nr. 37</a>: &bdquo;Der daumdicke Stiel&ldquo; wurde ge&auml;ndert in &bdquo;Der daumendicke Stiel&ldquo;</p>
+
+<p>Das <a href="#abbildungsverzeichnis">Verzeichnis der Abbildungen</a> wurde zus&auml;tzlich erstellt und eingef&uuml;gt.</p>
+</div>
+
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of Project Gutenberg's Führer für Pilzfreunde, by Edmund Michael
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK FÜHRER FÜR PILZFREUNDE ***
+
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+Produced by Constanze Hofmann, Wolfgang Menges and the
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+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
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+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
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+such as creation of derivative works, reports, performances and
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+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
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+
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+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
+1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
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+electronic work, or any part of this electronic work, without
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+"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
+posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
+you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
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+License as specified in paragraph 1.E.1.
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+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
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+that
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+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
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+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
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+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
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+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
+ Project Gutenberg-tm works.
+
+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
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+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
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+1.F.
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+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
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+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
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+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at https://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit https://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including including checks, online payments and credit card
+donations. To donate, please visit: https://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ https://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
+
+
+</pre>
+
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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Binary files differ
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