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authorRoger Frank <rfrank@pglaf.org>2025-10-15 02:18:48 -0700
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+The Project Gutenberg EBook of Experimentelle Untersuchungen über die
+Frage »Ist die Furcht vor Krankheitsübertragung durch das Telephon berechtigt«?, by Carl Weiss
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Experimentelle Untersuchungen über die Frage »Ist die Furcht vor Krankheitsübertragung durch das Telephon berechtigt«?
+ Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde in
+ der Medizin, Chirurgie und Geburtshülfe der Hohen
+ Medizinischen Fakultät der Königlichen Universität
+ Greifswald
+
+Author: Carl Weiss
+
+Release Date: June 14, 2008 [EBook #25783]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK EXPERIMENTELLE UNTERSUCHUNGEN ***
+
+
+
+
+Produced by Jana Srna, Alexander Bauer and the Online
+Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net
+
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+
+ [ Anmerkungen zur Transkription:
+
+ Im Original gesperrt gedruckter Text wurde mit _ markiert.
+
+ Schreibweise und Interpunktion wurden übernommen, lediglich
+ offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste der
+ vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes.
+ ]
+
+
+
+
+ Experimentelle Untersuchungen über die Frage
+ »Ist die Furcht vor Krankheitsübertragung
+ durch das Telephon berechtigt«?
+
+
+ Inaugural-Dissertation
+ zur
+ Erlangung der Doktorwürde
+
+ in der
+ Medizin, Chirurgie und Geburtshülfe
+
+ der
+ Hohen Medizinischen Fakultät
+ der Königlichen Universität Greifswald
+
+ vorgelegt
+ von
+ Carl Weiss
+ aus Essen-Ruhr.
+
+
+ Buchdruckerei Hans Adler, Inh. E. Panzig, Greifswald 1913
+
+
+
+
+ Eingereicht im Oktober 1913.
+
+ Gedruckt mit Genehmigung der Hohen Medizinischen
+ Fakultät der Universität Greifswald.
+
+ Dekan: Prof. Dr. Steyrer.
+
+ Referent: Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Loeffler.
+
+
+
+
+ Meiner lieben Mutter.
+
+
+
+
+Mit der fortschreitenden Vervollkommnung der bakteriologischen
+Untersuchungsmethoden war bald der Nachweis erbracht, daß manche
+pathogene Mikroorganismen nahezu ubiquitär sind, daß sie auch den
+ungünstigsten Lebensbedingungen sich anzupassen vermögen und lange Zeit
+an ihrer Virulenz nichts einzubüßen brauchen. Man konnte viele von ihnen
+an allen möglichen Gebrauchsgegenständen, auch an solchen, die mit
+Kranken nicht in direkte Berührung gekommen waren, nachweisen und mußte
+für die Ansteckungsmöglichkeit nicht nur den direkten Weg von Mensch zu
+Mensch, sondern weit häufiger den der indirekten Übertragung über die
+verschiedensten Gebrauchsgegenstände des Kranken selbst oder seiner
+nächsten Umgebung in Betracht ziehen. Diese Vorstellungen haben bald in
+weiteren Bevölkerungsschichten Verbreitung gefunden und zu der für
+unsere Zeit so charakteristischen Erscheinung der Bazillenfurcht
+geführt. Wenn Dinge, die von Hand zu Hand gehen oder von mehreren
+Personen benutzt werden, wie z. B. Papiergeld, Bücher aus den
+Bibliotheken, Utensilien der Barbierstuben, Trinkgefäße,
+Zahnstocherbehälter u. a. auf das Vorkommen pathogener Keime
+mikroskopisch und bakteriologisch eingehend untersucht worden sind, so
+geschah es doch wohl vornehmlich aus dem Grunde, weil man diesen Dingen
+eine nicht zu unterschätzende Rolle als Krankheitsvermittler ansprechen
+zu müssen glaubte.
+
+Es ist nicht überraschend, daß bald nach allgemeiner Einführung der
+Telephone, die ja heute wie kein anderes Verständigungsmittel ein
+Allgemeingut der gesamten Bevölkerung geworden sind, sich auch gegen
+diese der Verdacht regte, ihre weitgehende Inanspruchnahme disponiere
+sie geradezu zu Überträgern ansteckender Krankheiten. Es mag zugegeben
+werden, daß vom rein theoretischen Standpunkte aus die Möglichkeit einer
+Infektion durch Benutzung des Fernsprechers nicht abgeleugnet werden
+kann. Man ist weiter gegangen und hat auf Grund dieser theoretischen
+Erwägungen auf die tatsächlich gegebenen Verhältnisse geschlossen und
+von einer großen Gefahr der Ansteckungsmöglichkeit gesprochen. Wenn
+Laien diese Ansicht äußern, so mag das ihren irrtümlichen Anschauungen
+von dem Zustandekommen und dem Wesen einer Infektion zu Gute gerechnet
+werden; wenn jedoch bakteriologisch geschulte Männer dieser häufig zu
+begegnenden Ansicht der Laien beipflichten, das Telephon stelle in
+hygienischer Beziehung eine Gefahr dar, so ist es berechtigt, dieser
+Frage näher zu treten, zumal in besonders interessierten Kreisen der
+Verdacht gegen das Telephon durch Veröffentlichungen in
+Fachzeitschriften wachgehalten und bestärkt wird. So ist in der
+»Deutschen Postzeitung« Nr. 31 vom 4. 8. 1912 von einer »häufig
+unterschätzten, in Wahrheit aber sehr bedeutenden Gefahr der Ansteckung
+am Fernsprecher« die Rede, einer Gefahr, »die durch systematische
+Versuche bedeutender Bakteriologen in England und Deutschland in ein
+helles Licht gerückt worden ist. Der englische Bakteriologe _Francis J.
+Allan_«, so heißt es in der Notiz »Wissenschaftliche Ergebnisse über die
+Ansteckungsgefahr am Telephon« weiter, »benutzte zu seinem Versuche ein
+öffentliches Telephon in der Londoner Zentralbörse. Die Mundöffnung des
+Apparates wurde mit einem Tuch abgewischt, und der Inhalt des Tuches
+wurde dann zu Versuchen an zwei Meerschweinchen benutzt. Das erste
+Meerschweinchen starb 23 Tage später, nachdem ihm von dem Inhalte des
+Wischtuches etwas eingeimpft worden war, und die Sezierung ließ die
+ausgesprochenen Kennzeichen der Tuberkulose erkennen. Das zweite
+Meerschweinchen starb 27 Tage nach der Infektion und zeigte ähnliche
+Zeichen der Ansteckung. Diese Experimente beweisen, daß tödliche
+Tuberkulosebazillen von öffentlichen Telephonapparaten auch auf den
+Menschen leicht übertragen werden können.«
+
+Kritiklos, wie derartige tendenziös gehaltene Mitteilungen zumeist
+hingenommen zu werden pflegen, wird diese Mitteilung das ihrige dazu
+beigetragen haben, die Furcht vor der Ansteckungsgefahr am Telephon noch
+zu erhöhen.
+
+Es ist lohnend, näher auf die Originalveröffentlichung _Allan_s im
+»Lancet« 1908 Nr. 4426 einzugehen: Es sind im ganzen sechs Versuche
+angestellt worden, von denen fünf negativ ausfielen. Bei dem 6. Versuch
+gelang die Infizierung der oben erwähnten 2 Meerschweinchen mit
+Tuberkelbazillen. Dieser sechste Versuch wird wie folgt näher
+beschrieben:
+
+»Tel. Nr. -- P. O. Zentral. Dieser Wischer hatte eine Masse von
+_weißgrauer, klebriger Substanz_ an sich haften; im gefärbten Ausstrich
+untersucht, zeigte sie eine Anzahl säurefester Bazillen, die in Gestalt
+und Form Tuberkelbazillen glichen.«
+
+Es ist offensichtlich, daß diese weißgraue, klebrige Substanz Sputum
+gewesen ist und zwar in so großer Menge mit dem Wischer entnommen wurde,
+daß man Ausstrichpräparate davon herstellen und mit dem Rest
+Tierversuche anstellen konnte.
+
+Dieser Fall, daß Sputum in dem Sprechtrichter in so großen Massen
+angetroffen wird, ist wohl praktisch so selten, daß man für die Frage
+einer Ansteckungsgefahr am Fernsprecher unter gewöhnlichen Verhältnissen
+daraus Schlüsse zu ziehen nicht berechtigt ist. Die Veröffentlichungen
+_Allan_'s im »Lancet« sind geeignet, ein gänzlich falsches Bild von der
+Möglichkeit einer Ansteckung am Telephon zu entwerfen und können mithin
+als ein Versuch, diese Frage wissenschaftlich zu klären, nicht
+betrachtet werden.
+
+Im Gegensatz zu den Ausführungen _Allan_'s möchte ich Ergebnisse einiger
+anderer Bakteriologen anführen. Die Versuche, die diesen Ergebnissen zu
+Grunde liegen, sind m. E. weit umfassender und weit mehr den
+tatsächlichen Verhältnissen angepaßt als die _Allan_'s und verdienen
+deshalb größere Beachtung.
+
+Speziell bezüglich der Ansteckungsmöglichkeit mit Tuberkelbazillen hat
+der Londoner Bakteriologe Dr. _Spitta_ eingehende Untersuchungen mit dem
+Fernsprecher angestellt. Es wurden Fernsprechapparate in Krankensälen
+angebracht, wo sie ausschließlich von Lungenkranken benutzt wurden.
+Während der Dauer eines ganzen Jahres hat man die Apparate weder
+gereinigt noch desinfiziert. Dann wurden die Mundstücke ausgewaschen und
+die Flüssigkeit Meerschweinchen injiziert. Der Versuch ergab selbst
+unter diesen für eine Übertragung der Krankheitsstoffe äußerst günstigen
+Bedingungen keine Ansteckung. Wenn man bedenkt, daß etwa 8
+Tuberkelbazillen genügen, um ein Meerschweinchen tödlich zu infizieren,
+andrerseits in Betracht zieht, daß die Sekrete aus den tieferen
+Luftwegen Tuberkulöser u. U. massenhaft Tuberkelbazillen enthalten und
+falls sie in den Schallbecher gelangen sollten, über eine lange Zeit
+auch in eingetrocknetem Zustande lebensfähig bleiben, dann muß man nach
+den Versuchen _Spitta_s zu der Überzeugung kommen, daß selbst unter so
+günstigen Verhältnissen für das Zustandekommen einer tuberkulösen
+Infektion von einer Gefahr nicht die Rede sein kann.
+
+Die Möglichkeit einer Übertragung von Infektionsstoffen ist abhängig zu
+machen von einer Summe von Faktoren, die durchaus nicht immer
+zusammentreffen werden. Diese Fragen behandelt _Tomarkin_ in einer recht
+interessanten Arbeit in der »Münchener Medizinischen Wochenschrift«. Wie
+gelangen Infektionskeime überhaupt in den Schallbecher hinein?
+
+Die Exspirationsluft gesunder und kranker Personen ist, wie festgestellt
+worden ist, vollkommen keimfrei; während des Sprechaktes werden jedoch,
+wie _Flügge_ bewiesen hat, feinste Tröpfchen, die mit Bakterien beladen
+sein können, in die Umgebung geschleudert. _Cornet_ hat bezüglich der
+Tuberkulose den Nachweis geführt, daß diese verstäubten Tröpfchen, weil
+sie lediglich aus Mundspeichel bestehen, nur äußerst selten
+Tuberkelbazillen enthalten, immerhin werden bei Hustenstößen und
+namentlich in der Nähe einer sprechenden Person auch Sekrete der Tiefe
+verschleudert, die wohl Tuberkelbazillen enthalten können.
+
+Sind unter diesen Verhältnissen Keime in den Schalltrichter gelangt, so
+ist für eine nachträglich das Telephon benutzende Person eine
+Infektionsmöglichkeit gegeben in zweierlei Weise:
+
+Erstlich könnte die Person infiziert werden durch feinste infizierte
+Teilchen, die von dem vorhergehenden Benutzer in den Schalltrichter und
+dessen Umgebung hineinverstäubt sich dort noch eine Zeit schwebend
+erhalten haben, und zweitens durch infizierte trockene Teilchen, die
+etwa in dem Trichter abgelagert durch die Exspirationsluft des
+Sprechenden wieder aufgewirbelt würden.
+
+Von den Krankheitserregern, die beim Sprechakt in das Innere des
+Schallbechers gelangen und dort in irgend einer Form deponiert werden
+können, kommen nach _Tomarkin_ in Frage die Erreger der Tuberkulose, der
+Diphtherie, des Scharlachs, der Masern, der Influenza, Pneumonie,
+Meningitis cerebrospinalis, verschiedener Anginen, Katarrhe usw.
+
+Der Hörer könnte als Vermittler der verschiedensten Hautaffektionen in
+Betracht kommen, kommt er doch häufig genug in direkten Kontakt mit den
+Produkten der äußeren Haut kranker Personen, wodurch er gründlich und
+dauernd verunreinigt werden kann.
+
+Mit demselben Recht könnte man den Griff als Krankheitsvermittler
+betrachten. Man braucht nur an die Bazillenträger zu denken. Ein
+Diphtheriebazillenträger z. B., der eben noch in seine Hand
+hineingehustet hat, kann Diphtheriebazillen auf den Griff übertragen,
+diese könnten übergehen auf die Hand der nachträglich den Fernsprecher
+benutzenden Person und dieser gefährlich werden. Der gleiche Fall läge
+vor bei Typhusbazillenträgern, bei denen die Erreger durch
+Unreinlichkeit bei der Defäkation auf die Handfläche gelangt sein
+könnten. Indessen wäre die daraus resultierende Gefahr _nicht spezifisch
+für das Telephon_, da ja bei vielen anderen Gegenständen z. B.
+Türklinken die gleichen Verhältnisse gegeben wären. Die Untersuchung des
+Griffes ist mithin als über den Rahmen der vorliegenden Arbeit
+hinausgehend unterlassen worden.
+
+Wenn wir nun von der Voraussetzung ausgehen, der Sprechtrichter sei
+infiziert mit Erregern ansteckender Krankheiten, so ist weiterhin für
+die Frage einer Ansteckungsmöglichkeit von Bedeutung, wie die in den
+Trichter abgelagerten Keime in die Atmungswege der nachträglich das
+Telephon benutzenden Person gelangen.
+
+_Tomarkin_ vertritt die Anschauung, daß zur Fortbewegung der in den
+Sprechtrichter abgelagerten infizierten Teilchen ganz geringe Luftströme
+wie z. B. die Exspirationsluft der am Telephon sprechenden Person
+ausreichend seien. Dieser Meinung möchte ich mich nicht anschließen auf
+Grund von Untersuchungen, die _Müller_ in der »Münchener Medizinischen
+Wochenschrift« veröffentlicht hat.
+
+Eine Entscheidung darüber, ob die Luftströme, die durch Räuspern,
+Niesen, Husten, Sprechen entstehen, ausreichen, um in den Sprechtrichter
+gelangte Keime loszulösen, die in Tröpfchen von Speichel oder Schleim
+eingeschlossen auf demselben haften geblieben sind, gehört meines
+Erachtens zu dem springenden Punkte der Frage einer Ansteckungsmöglichkeit.
+Die nach dieser Richtung hin von Dr. _Müller_ im Hygienischen Institut
+in München angestellten Versuche bieten für die aufgeworfene Frage
+großes Interesse. Es sei mir gestattet, sie wörtlich zu zitieren:
+
+»Es wurden nun, nachdem nachgewiesen war, daß die Telephonmembranen sich
+selbst überlassen, lange infiziert bleiben, mannigfaltig modifizierte
+Versuche darüber angestellt, ob sich die Keime bei der Benutzung des
+Telephons von der Membran ablösen und in die Luft übergehen. Bei einem
+Teile der Versuche wurden die Membranen für sich allein in der
+angegebenen Weise mehr oder weniger reichlich mit Prodigiosus infiziert;
+bei anderen Versuchen wurden die Apparate fertig montiert und dann erst
+dem Prodigiosusspray ausgesetzt, sodaß auch die Umrahmung infiziert war.
+Die Montierung wurde so angebracht, daß die Membran auch von rückwärts
+besprochen werden konnte. Nun wurde die Membran samt Montierung in den
+gerade ihrem Umfange entsprechenden Hals einer ca. 10 Liter haltenden
+Flasche, deren Boden durch Abschleifen völlig entfernt war, eingeführt
+und abgedichtet. Darauf wurde ½ bis 4 Stunden gewartet, damit die
+Membran lufttrocken gemacht werden konnte und etwa lediglich durch die
+Erschütterung beim Einführen in den Flaschenhals losgelöste Keime Zeit
+hätten, sich zu Boden zu senken. Nach dieser Zeit wurden von der weiten
+Bodenöffnung her mit aller Vorsicht Gelatineplatten in Petrischalen,
+gewöhnlich vier hintereinander, in die Flasche hineingeschoben und die
+Öffnung mit einem Glasdeckel verschlossen. Bei einigen Versuchen lag die
+Flasche nicht horizontal, sondern stand senkrecht und zwar war hohl auf
+untergeschobenen Holzklötzchen. Die Platten wurden in diesem Falle in
+der Bodenöffnung, also senkrecht unter der Membran, aufgestellt. Es
+wurde nun die Membran in Schwingungen versetzt, zunächst indem von
+rückwärts gegen sie durch längere Zeit laut gesprochen wurde; später als
+diese Versuche negativ ausgefallen waren, indem 1 bis 2 Minuten lang auf
+einer Trompete gegen sie geblasen wurde. Nach der Erschütterung wurde
+die ganze Vorrichtung durch 1 bis 24 Stunden sich selbst überlassen, um
+den losgelösten und in die Luft übergegangenen Keimen Zeit zu gewähren,
+sich auf die Kulturschichten abzusetzen. Die Platten wurden nach der
+Herausnahme aus der Flasche in der feuchten Kammer gehalten und 8 Tage
+lang beobachtet.
+
+Von 10 derartigen Versuchen sind 9 vollkommen negativ ausgefallen,
+negativ insbesondere auch die Trompetenversuche, bei denen das Telephon
+so heftig in Schwingungen versetzt worden war, wie es bei gewöhnlichem
+Gebrauch garnicht vorkommt.
+
+Nur bei einem einzigen derartigen Versuche wurden Prodigiosus Kolonieen
+und zwar nicht mehr als 5 auf den Nährplatten nachgewiesen. Außerdem
+wurden auch noch bei einem Kontrollversuche, bei welchem sich der
+infizierte Sprechtrichter 24 Stunden lang vertikal über dem Nährboden
+befand, ohne daß seine Membran in Schallschwingungen versetzt wurde, 3
+Prodigiosuskolonieen aufgefunden.
+
+Wenn man bedenkt, wie schwierig es ist, bei derartigen Versuchen
+zufällige Infektionen des Nährbodens mit einzelnen Keimen zu vermeiden,
+wird man diesen beiden positiven Fällen kein großes Gewicht beilegen
+dürfen. Es ist fraglich, ob die 5 Prodigiosuskeime wirklich vom Telephon
+herabgefallen sind. Schlimmstenfalls haben sich von den vielen
+Millionen, die sich am Telephon befanden, nur einige vereinzelte Keime
+losgelöst. Das Ergebnis der Versuche bestätigt somit nach unserem
+Dafürhalten die schon vorher gefaßte Meinung, daß die Infektionsgefahr
+bei halbwegs vernünftigem Gebrauch des Telephons minimal sei. Das
+Bedürfnis, es zu desinfizieren, scheint uns nicht vorzuliegen.« --
+
+_Müller_ geht bei seinen Untersuchungen, soweit sie für die vorliegende
+Arbeit Interesse bieten, von der Voraussetzung aus, daß bereits eine
+Infizierung des Sprechers mit krankheitserregenden Keimen stattgefunden
+hat, und beschäftigt sich dann mit den Faktoren, die gegeben sein
+müssen, damit eine vom Telephon ausgehende Ansteckung erfolgen kann.
+_Müller_ ist, ohne die Frage zu berühren, ob überhaupt infektionsauslösende
+Keime am Fernsprecher nachweisbar sind, bereits zu dem Schlusse gekommen,
+daß die Infektionsgefahr minimal ist, und verwertet dieses Resultat
+seiner Untersuchungen, um die ihnen zu Grunde liegende Frage nach dem
+Bedürfnis einer Desinfektion der Telephone zu verneinen.
+
+Ich möchte der Kette dieser experimentellen Untersuchungen, die die
+Furcht vor der Ansteckungsmöglichkeit durch das Telephon zu beheben
+imstande sind, ein weiteres Glied einfügen und zu entscheiden versuchen,
+ob unter den gewöhnlichen alltäglichen Verhältnissen pathogene Keime
+sich nachweisen lassen. Ich gehe dabei von der Voraussetzung aus, daß,
+wenn man aus ihrem Vorkommen am Telephon für den Benutzenden eine Gefahr
+konstruieren will, sie in größerer Menge am Sprecher oder Hörer haften
+müssen, auf jeden Fall sich mit den bakteriologischen Methoden
+nachweisen lassen müssen. Die Versuche, die _Allan_ nach dieser Richtung
+hin angestellt hat, sind mir nicht einwandfrei und erschöpfend genug,
+werden ja auch bezüglich der Tuberkulose durch _Spitta_s Untersuchungen
+hinlänglich widerlegt.
+
+Um nun einen Einblick in die Bakterienflora am Telephon zu gewinnen,
+habe ich völlig vorurteilslos eine Reihe von Untersuchungen vorgenommen
+an 40 der am meisten in Anspruch genommenen Telephone der Stadt
+Greifswald: Öffentlichen Fernsprechstellen der Hauptpost, Bahnpost, des
+Bahnhofs, der Polizeiwachen, zahlreicher Gasthöfe, größerer Kaufhäuser,
+Privat- und Universitätskliniken u. a.
+
+Die Methode meiner Untersuchungen war folgende:
+
+Ein Stückchen steriler Watte wurde in 5 ccm steriler Bouillon gebracht.
+Mit diesem mit Bouillon angefeuchteten Wattebäuschchen wurden vermittels
+steriler Pinzetten Schallbecher und Hörrohr gründlich abgerieben. Hatte
+sich das Wattebäuschchen reichlich mit Bouillon getränkt, so kam es
+zuweilen vor, daß während des Abreibens Tropfen vom Schalltrichter
+abfielen. Diese abfallenden Tropfen wurden in sterilem Reagenzglase mit
+der sterilen Bouillon aufgefangen. Nach beendigter Abreibung wurde die
+Watte in die Bouillon zurückgebracht, mit Hilfe steriler Glasstäbe
+zerzupft und gründlichst in derselben ausgewaschen.
+
+Bei zehn Telephonen wurden anfänglich Hörer und Sprechtrichter gesondert
+untersucht, da ja in erster Linie die Frage nach der Art der Keime
+interessierte. Als sich herausstellte, daß die Bakterienflora des Hörers
+sich in keinem Punkte von der des Schallbechers unterschied, wurden bei
+den nächsten 20 Telephonen Hörer und Sprechtrichter mit dem gleichen
+Wattebäuschchen abgerieben und dieses in dieselbe Bouillon gebracht,
+deren Menge aber in diesen Fällen auf 10 ccm bemessen wurde.
+
+Als sich bei den ersten zehn Versuchen ein auffallender Unterschied in
+der Zahl der Keime, je nachdem sie dem Hörer oder dem Schallbecher
+entstammten, herausstellte, wurden nachträglich weitere 10 Telephone
+analog den ersten 10 untersucht.
+
+Es ist kaum zu glauben, wieviel Schmutz den Telephonen im allgemeinen
+anhaftet. Besonders trifft dies zu für die in dunkelen, geschlossenen
+Zellen untergebrachten Fernsprecher. Da vielfach nicht einmal für
+Beleuchtung in denselben gesorgt ist, so ist es begreiflich, daß der
+ungeheuere Schmutz von den Besitzern der Apparate garnicht gesehen und
+demzufolge für eine Entfernung garnicht Sorge getragen wird. So ist es
+wohl denkbar, daß in vielen derartigen Fällen der Schmutz sich über
+Jahre hin anhäufen konnte.
+
+Nach der Auswaschung nimmt die klare Bouillon eine schmutzig graue, oft
+tief schwarze Verfärbung an und bleibt in den wenigsten Fällen
+durchsichtig. Auch in den Fällen, wo eine tägliche Reinigung der
+Telephone vorgenommen wird, wie an den Apparaten der Postanstalten und
+vieler Kliniken, tritt, nachdem das Material in der Bouillon
+ausgewaschen ist, stets eine, wenn auch geringe Trübung ein.
+
+Zentrifugiert setzt sich ein mehr oder weniger reichlicher, grauer bis
+schwarzer Bodensatz ab, dessen Formbestandteile nicht näher zu
+differenzieren waren.
+
+Bringt man einen Tropfen dieser Bouillon auf ein Deckglas und betrachtet
+das ungefärbte, nicht lufttrocken gemachte Präparat unter dem Mikroskop
+oder nimmt man die Untersuchung am hängenden Tropfen vor, so sieht man
+eine unglaubliche Menge der verschiedensten Mikroorganismen, runde
+Kokken, die vereinzelt oder zu langen Ketten aneinandergereiht liegen
+und schon hier als Streptokokken zu diagnostizieren waren; kurze,
+längere, oft kolossal lange Stäbchen mit und ohne lebhafte
+Eigenbewegungen, mit und ohne stark glänzende Sporen. Die Bouillon
+enthielt also eine Unzahl von Keimen. Für die Aussaat auf Kulturplatten
+entschied ich mich nach längeren Probeversuchen für die Menge von 2
+Platinösen. Es wuchsen bei dieser Aussaatmenge im Mittel 27 Kolonieen auf
+den Nährböden, was einer Menge von 67500 in den 5 ccm Waschflüssigkeit
+entsprechen würde.
+
+Mit dem gewonnenen Material wurden nun folgende Versuche angestellt:
+
+Je zwei Platinösen wurden auf Agar-Agarplatten verimpft und von diesen
+die eine bei Zimmertemperatur, die andere im Brutschrank bei 37°
+aufbewahrt und 14 Tage lang beobachtet.
+
+2 Platinösen wurden in Gelatine verteilt und diese in Petrischalen
+ausgegossen; mit dem Rest der Bouillon wurden Tierexperimente
+angestellt. Zu den Versuchen wurden ausschließlich Meerschweinchen
+verwandt. Diesen wurde der ganze Rest der bakterienhaltigen Bouillon
+also ca. 5 oder 10 ccm, subcutan oder intraperitoneal injiciert.
+
+Von den auf den Platten gewachsenen Kolonieen wurden Reinkulturen
+gewonnen und auch mit diesen Tierversuche angestellt: 2-4 Platinösen
+dieser Reinkulturen wurden in 2 ccm steriler Kochsalzlösung fein
+verteilt und Meerschweinchen subcutan injiziert.
+
+Wo ich a priori infektiöses Material erwarten konnte, wie bei den
+Telephonen der Diphtherie- oder Typhusbaracke, wurden neben den
+gewöhnlichen Agarplatten auch andere Nährböden zur Züchtung verwandt:
+Material aus der Diphtheriebaracke wurde auf Hammelblutserumplatten
+ausgesät, und mit dem Material aus der Typhusbaracke das Verfahren der
+Anreicherung in Ochsengalle angestellt. Über das Ergebnis wird weiter
+unten berichtet werden.
+
+Die Versuche ergaben folgendes Resultat:
+
+Was zunächst die _Zahl_ der gewachsenen Kolonieen betrifft, so ist oben
+bemerkt worden, daß ein Unterschied zu konstatieren war, je nachdem die
+Platten mit dem Material des Hörers oder des Sprechtrichters besät
+waren. Hörer und Schallbecher wurden getrennt untersucht bei 20
+Telephonen. Der besseren Übersicht diene folgende Zusammenstellung:
+Siehe Tabelle S. 18.
+
+ Tabelle von Seite 17.
+
+ Anzahl der auf Agar-Agar Platten gewachsenen Kolonieen
+
+ =========+=======================+===============
+ Telephon | Material des Hörers | Material des
+ Nr. | | Schallbechers
+ ---------+-----------------------+---------------
+ 1 | 30 | 16
+ 2 | 24 | 16
+ 3 | 20 | 5
+ 4 | 8 | 1
+ 5 | 39 | 7
+ 6 | 4 | 8!
+ 7 | 18 | 3
+ 8 | 245 | 18
+ 9 | 12 | 74!
+ 10 | 5 | 2
+ 31 | 348 | 18
+ 32 | 83 | 5
+ 33 | 7 | 7
+ 34 | 6 | 28!
+ 35 | 23 | 26!
+ 36 | 364 | 24
+ 37 | 70 | 8
+ 38 | 18 | 3
+ 39 | 63 | 5
+ 40 | 31 | 13
+ ---------+-----------------------+---------------
+ 20 1418 287
+ Telephone Kolonieen Kolonieen
+
+Die Tabelle zeigt uns, daß durchschnittlich die Kulturplatten, die mit
+dem Material des Hörers besät sind, rund 71 Kolonieen aufweisen, während
+auf den Kulturplatten, die mit dem Material des Schallbechers besät
+sind, nur rund 14 Kolonieen gewachsen sind. Die Platten, die dem
+Material des Hörers entstammen, enthielten demnach etwa 5 mal so viel
+Keime, als die des Schallbechers. Dieses Verhältnis 5 : 1 scheint mir
+etwas zu hoch gegriffen und ist lediglich auf die außerordentlich
+zahlreiche Bewachsung der Kulturplatten von den Telephonen Nr. 8, 31, 36
+zurückzuführen. Indessen ist als erwiesen anzusehen, daß dem Hörer eine
+weit größere Menge Mikroorganismen anhaften als dem Schallbecher. Den
+Grund für dieses zunächst nicht zu erwartende Resultat möchte ich
+vornehmlich darin suchen, daß durch den direkten Kontakt der ganz
+ansehnlichen Fläche, die der Hörer bildet, mit der Haut und besonders
+auch den Haaren der das Telephon benutzenden Person das Haftenbleiben
+von Keimen stark begünstigt wird. Ferner ist in Erwägung zu ziehen, daß
+der Hörer der Ansiedelung von Keimen, die mit dem Staube verschleppt
+werden, eine größere Oberfläche darbietet und auch weit mehr der
+Staubablagerung exponiert ist als der trichterförmig abgeschlossene
+Schallbecher.
+
+Abgesehen von der Zahl der Keime interessierte nun besonders lebhaft die
+Frage nach der _Art_ derselben, unter besonderer Berücksichtigung des
+Umstandes, ob unter den aufgefundenen Arten pathogene Keime vorhanden
+seien.
+
+Zur Identifizierung der einzelnen Arten verwandte ich Züchtung in
+Bouillon, auf Agar-Agar-, Serum-, Gelatineplatten, ferner mikroskopische
+Untersuchung aller gewachsenen Kolonieen sowohl im hängenden Tropfen wie
+nach vorangegangener Färbung mit Methylenblau, Karbolfuchsin,
+Malachitgrün, oder Gramfärbung und zur besseren Darstellung der Sporen
+die Sporenfärbung nach _Möller_, bei Diphtherie ähnlichen Keimen die von
+_Loeffler_ modifizierte Neissersche Polkörnchenfärbung, an die sich
+eventuell weiter notwendige Maßnahmen wie Verimpfung auf Trauben- und
+Milchzuckerhaltige Nährböden, spezifische Typhusnährböden usw.
+anschlossen. Zur Entscheidung über die Pathogenität diente in jedem
+Falle der Tierversuch.
+
+Hiernach kam ich zu folgendem Resultat:
+
+Die Arten der durch die Plattenkulturen an den Fernsprechern
+nachgewiesenen Mikroorganismen sind fast in jedem Falle die gleichen.
+Die Bakterienflora des Hörers unterschied sich qualitativ in nichts von
+der des Schallbechers, weshalb nach einer Reihe von Untersuchungen das
+gesonderte Verfahren aufgegeben wurde.
+
+Weitaus am häufigsten, auf jeder Platte mehrmals, anzutreffen sind
+Kolonieen runder, Gram positiver Mikrokokken (Staphylokokken). Die
+Kolonieen sind in den meisten Fällen schon makroskopisch als
+Staphylokokkenkolonieen zu erkennen. Sie sind zumeist rund, glattrandig,
+starkglänzend und bilden ziemlich dicke Auflagerungen. Häufig zu
+beobachten ist nach längerer Zeit die Bildung von concentrischen Ringen
+und Dellen im Centrum der Kolonieen, sodaß die Randzone wallartig
+aufgeworfen erscheint. In der Farbe geben sie alle Nüancierungen wieder
+von einem dunklen Orange zum hellen Citronengelb, von einem leuchtenden
+Weiß über rosa Farbentöne zum Rot. Auch Farbenwechsel nach längerer Zeit
+ist beobachtet: Kolonieen, die anfänglich als weiße Auflagerungen
+protokolliert sind, nehmen später z. B. einen gelblichorangen Farbenton
+an. Andrerseits findet sich bei ein und derselben Kolonie stärker
+ausgesprochene Färbung des Centrums oder entsprechend den concentrischen
+Ringen, während häufig die Randzone blassere Farbentöne aufweist. Nicht
+immer ist der Grund darin zu suchen, daß die Kolonie stumpf kegelförmig
+vom Rande her nach dem Centrum ansteigt, also an der Peripherie dünner
+geschichtet ist.
+
+Die Größenverhältnisse der Kolonieen sind auch bei gleichem Alter
+verschieden: es finden sich Kolonieen im Durchmesser von 1-20 mm.
+
+Die Konsistenz der Kolonieen ist durchweg weich, das Material für die
+Untersuchungen ist mit der Platinöse stets leicht zu entnehmen.
+
+Die Form der Kokken ist in der Mehrzahl der Fälle rund und im
+allgemeinen treffen wir bei der gleichen Kolonie Kokken von gleicher
+Größe. Sie liegen haufenweise zusammen, ausgesprochene Traubenform ist
+nicht selten. Häufig liegen sie vereinzelt und imponieren dann oft als
+Diplokokken. Was die Größe der einzelnen Kokkenarten anbelangt, so
+finden wir alle Übergänge von winzigen zu recht ansehnlichen Kokken.
+
+Die Agarstrichkulturen zeigen die gleichen Eigenschaften bezüglich der
+Farbe und Beschaffenheit wie die Plattenkulturen. Sie bilden dicke,
+saftig erscheinende Auflagerungen längs des Striches, meist über ihn
+hinauswachsend. Das Kondenswasser ist diffus getrübt.
+
+Die Gelatine wird von den einzelnen Arten verschieden spät verflüssigt.
+Einige Kokkenarten verflüssigen rapide, bei anderen zeigt sich erst nach
+Ablauf von einigen Tagen eine schwache Verflüssigungszone um die
+Kolonie, wieder andere verflüssigen garnicht.
+
+Nach ihren genannten Merkmalen trage ich keine Bedenken, die meisten der
+gefundenen Arten je nach ihrer Farbstoffbildung als _Staphylococcus
+albus_, _aureus_, _citreus_, _rosaceus etc._ zu identifizieren. Der
+Staphylococcus albus, aureus, citreus wird ja vielfach als der
+verbreiteteste Eitererreger angesehen, und es liegt der Gedanke nahe,
+daß wir es bei den aufgefundenen Arten mit Vertretern pathogener Keime
+zu tun haben. Indessen kann man nicht lediglich aus der Form und der Art
+des Wachstums der Mikroorganismen Rückschlüsse auf deren Virulenz
+machen. Ich habe daher in all diesen Fällen den Tierversuch entscheiden
+lassen. Von Reinkulturen wurden 2 bis 4 Platinösen Meerschweinchen unter
+die Haut appliziert: trotz der reichlichen Menge zeigten die Tiere
+keinerlei Herd- oder Allgemeinerscheinungen, die auf krankhafte Prozesse
+schließen ließen.
+
+Ziemlich selten wurden Gram negative Kokken gefunden.
+
+Während von den Gram positiven Kokken jede einzelne Art häufiger
+anzutreffen war, ist von den Gram negativen Kokkenkolonieen fast keine
+der anderen gleich:
+
+Sind sie auch äußerlich nach Farbe und Beschaffenheit der Kolonieen
+nicht zu unterscheiden so finden sich Abweichungen in der Größe der
+einzelnen Kokken, der Fähigkeit, Gelatine zu verflüssigen, oder der
+Form, indem sie dann und wann als Diplokokken in Erscheinung treten.
+
+Relativ oft sind es blaßgraue bis bräunliche, stark saftig erscheinende
+Kolonieen, deren mehr oder weniger breite Randzone einen gezackten Rand
+aufweist und transparent ist. Ihre Oberfläche ist glatt, oft mit
+radiärer Streifung versehen. Treten dazu concentrische Ringe, so
+erhalten die Kolonieen, wie einige Mal beobachtet, ein kokardenähnliches
+Aussehen.
+
+Auch grünlichgelbe, citronen- bis schwefelgelbe Kolonieen kommen
+häufiger vor; auch diese Kolonieen bilden nach einiger Zeit
+concentrische Ringe, in noch älteren Stadien Schichtung im Centrum.
+Diese gelben Kolonieen zeigen die Eigentümlichkeit, daß die Größe der
+Kokken aus der gleichen Kolonie ziemlich variiert.
+
+Auch mit diesen Gram negativen Kokkenarten sind Tierexperimente
+angestellt worden. Es zeigte sich, daß auch sie nicht tierpathogen sind.
+
+Sehr häufig sind Sarcine auf den Kulturplatten anzutreffen. Fast
+ausschließlich sind es matt oder glänzend gelbe, glattrandige, die
+Gelatine mehr oder weniger zeitig verflüssigende Kolonieen. Auf
+Gelatineplatten wachsen sie langsam, schneller auf Agarplatten, wo
+Auflagerungen von 1 cm Durchmesser beobachtet wurden. Mikroskopisch
+finden wir neben ausgesprochener Warenballenform Anordnung der
+Sarcinekokken in Tetraden.
+
+Zweimal sind kleine, grauweiße, runde, matte Sarcinekolonieen
+angetroffen worden, die die Gelatine spät verflüssigten. Mikroskopisch
+erwiesen sie sich als kleine rundliche Kokken, die zu vieren
+zusammenlagen.
+
+Einige der oben angeführten gelb wachsenden Arten halte ich für
+identisch mit der _Sarcina flava_ und _lutea_.
+
+Auch mit den Sarcinearten sind Tierversuche angestellt worden.
+Injektionen von Reinkulturen unter die Haut von Meerschweinchen riefen
+keinerlei Veränderungen am Tierkörper hervor.
+
+Zu den allergewöhnlichsten Befunden auf den Kulturplatten gehören
+Stäbchen. Weitaus in der Mehrzahl sind es Vertreter aus der großen
+Gruppe der Heubazillen. Ihre Kolonieen finden sich auf jeder Platte als
+weißlichgraue, glänzende, auf Agar-Agar häufiger matte, glattrandige
+Auflagerungen. Ihre Oberfläche ist oft radiär oder concentrisch gefaltet
+und einem Häutchen vergleichbar.
+
+Mikroskopisch finden sich große und mittelgroße, oft zu langen Fäden
+vereinigte sporentragende Stäbchen, die sich nach Gram färben. Im
+hängenden Tropfen zeigen die Bazillen lebhafte Eigenbewegung. Die
+Gelatine wird schnell unter Bildung eines zarten Häutchens verflüssigt.
+
+Als sicher konnten diagnostiziert werden der _Bazillus subtilis_, der
+_Bazillus mesentericus vulgatus_, charakterisiert durch das typische
+Wachstum auf Kartoffeln, ferner der _Bazillus mycoides_, dessen
+Kolonieen wie die Ausläufer von Wurzeln sich verzweigen und schon
+makroskopisch nicht zu verkennen sind. Alle diese Mikroorganismen sind
+in Luft und Staub weit verbreitet und absolut unschädlich. Die
+pathogenen Arten der sporenbildenden Stäbchen, die Erreger des
+Milzbrandes, Rauschbrandes, des malignen Oedems sind nicht gefunden
+worden.
+
+Nicht sporentragende Stäbchen gehören ebenfalls zu den
+allergewöhnlichsten Befunden.
+
+Kurze, plumpe Gram positive Stäbchen sind von den verschiedensten
+Kolonieen zu gewinnen. Beobachtet wurden auf Agarplatten orangegelbe
+Kolonieen, die eine stark glänzende Oberfläche haben und nach dem Rande
+hin sich aufhellen. Die Kolonie ist stark prominent, ihr Rand glatt, bei
+älteren Kolonieen treffen wir im Centrum dellenförmige Einsenkungen an.
+
+Ein andermal entstammen nach ihrer Form mikroskopisch von den eben
+genannten nicht zu unterscheidende plumpe Kurzstäbchen weißlich runden,
+weniger intensiv glänzenden, durch concentrische Ringe und gezackten
+Rand sich auszeichnenden Auflagerungen.
+
+Mit einiger Regelmäßigkeit treffen wir ferner plumpe Kurzstäbchen an in
+Kolonieen, die blaßgraugelblich glänzend, transparent sind und eine
+unregelmäßige Form haben. Die Randzone ist stärker prominent, wallartig
+und intensiver gelblich gefärbt.
+
+Weiterhin sind plumpe Gram positive Kurzstäbchen nachzuweisen in großen,
+gelblichgrauen, glänzenden, glattrandigen, runden Kolonieen mit
+concentrischen Ringen. Die Stäbchen aus diesen Kolonieen liegen meist
+paarweise aneinander.
+
+Auch auf blaßrosa, runden, im Centrum intensiver rosa gefärbten
+Kolonieen wuchsen plumpe Gram positive Kurzstäbchen.
+
+Winzige, zarte, schlanke Gram positive Stäbchen bildeten oft Kolonieen,
+die eine saftig glänzende Oberfläche aufweisen, gelb bis gelblichbraun
+gefärbt sind und nach dem Rand hin durchsichtig werden. Die
+Auflagerungen sind zart und erreichen selten eine auffallende Größe.
+
+Längere, zarte, sich nach Gram entfärbende Stäbchen begegnen uns
+häufiger aus blaßgrau glänzenden, wie ein zarter Schleier auf
+Agarplatten wachsenden, durchsichtigen Kolonieen mit gezacktem Rand. In
+älteren Kolonieen nimmt das Centrum weißliche Verfärbung an und ist oft
+durch einen concentrischen transparenten Ring von der ebenfalls sich
+weißlich verfärbenden und dadurch undurchsichtig gewordenen Randzone
+getrennt.
+
+Auch zarte, kleine, Influenzabazillen ähnliche Mikroorganismen sind
+gefunden worden. Sie teilen mit dem Erreger der Influenza die Form und
+die Eigenschaft, nach Gram sich zu entfärben. Ihre Kolonieen bilden
+kleine, runde, saftig gelbe Auflagerungen bis zu einem Durchmesser von
+1 mm, deren Rand glatt und gezackt ist. Die Tatsache, daß diese Bazillen
+sich auf Agarnährböden ohne Blutzusatz schon in erster Generation
+gewinnen und ohne Schwierigkeit fortzüchten ließen, spricht allein schon
+gegen die Vermutung, daß wir es mit Influenzabazillen zu tun haben
+könnten. Influenzabazillen sind auch dem Eintrocknen gegenüber wenig
+resistent. Rasches Eintrocknen soll sie nach _Lehmann-Neumann_ schon
+nach 2 Stunden zum Absterben bringen. Das Telephon wäre also an sich
+schon ein wenig geeigneter Fundort für diese Bazillen. Wahrscheinlich
+haben wir einen aus der Luft häufiger gewonnenen Bazillus vor uns,
+ähnlich dem _Bazillus aëris minutissimus_.
+
+Gram negative, bewegliche Bakterien, deren Kolonieen denen der
+Kolibakterien glichen und auch im mikroskopischen Bilde von ihnen nicht
+zu unterscheiden waren, konnten nicht als Kolibakterien angesprochen
+werden, da in den _Loeffler_'schen Grünlösungen Milch- und Traubenzucker
+von ihnen nicht vergärt wurden.
+
+Die Untersuchung typhusähnlicher Mikroorganismen auf spezifischen
+Nährböden blieb gleichfalls resultatlos.
+
+Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Telephon der Typhusbaracke gewidmet.
+Typhusbazillen sind im Staub und auf den Fußböden von Wohnungen, in
+denen Typhuskranke gelegen haben, oftmals gefunden worden und wie
+_Rullmann_ nachgewiesen hat, bleiben diese Keime in sterilisierten
+Fußböden über ein Jahr am Leben. Mit dem aus dem Telephon der
+Typhusbaracke gewonnenen Material wurden abgesehen von den üblichen
+Verfahren Versuche angestellt, die besonders dem Nachweis von
+Typhusbazillen dienen sollten. Es wurde Material in Röhrchen mit
+Ochsengalle gebracht, um eine Anreicherung etwa vorhandener
+Typhusbazillen zu erzielen, und nun weiter auf Lakmusnutroseagar und
+Safranin-Reinblau-Malachitgrün-Nährböden nach _Loeffler_ verimpft. Die
+Versuche blieben negativ.
+
+Ebenfalls genaueren Untersuchungen wurde das Telephon der
+Diphtheriebaracke unterzogen. Nach den von _Weichardt_, _Kolle_,
+_Tjaden_, _Park_, _Wright_, _Emerson_, _Jäger_ und _Forbes_ angestellten
+Untersuchungen sind Diphtheriebazillen an den verschiedensten
+Gegenständen aus der Umgebung des Kranken, an Betteppichen, Halstüchern,
+Möbeln, Türklinken, den Kleidern und Schuhen des Pflegepersonals und,
+was für die vorliegenden Untersuchungen von besonderer Wichtigkeit sein
+dürfte, an den Haaren der Wärterinnen nachgewiesen worden. Der Gedanke,
+am Telephon der Diphtheriebaracke die _Loeffler_'schen Bazillen zu
+finden, hat jedenfalls viel Wahrscheinlichkeit für sich. Von vornherein
+wurde also Material auf _Loeffler_'sches Hammelblutserum ausgesät. Unter
+den gewachsenen Kolonieen war keine typisch für Diphtherie und auch
+mikroskopisch sind auf den der Diphtheriebaracke entstammenden Kulturen
+weder Diphtherie- noch Pseudodiphtheriebazillen aufgefunden worden.
+
+Dagegen fanden sich ein einziges Mal -- dem Telephon einer Privatklinik
+entstammend -- Bazillen, die Gram positiv waren und in ihrer Form und
+Struktur, auch in der Art, wie die einzelnen Bazillen zu einander lagen,
+echten Diphtheriebazillen glichen. Die Bazillen waren an den Enden
+hantelförmig verdickt. Auf den Originalagarplatten wuchsen sie in
+kleinen runden grauen Kolonieen mit matter Oberfläche. Die Fortzüchtung
+auf Agarschrägröhrchen gelang mühelos: es bildete sich ein grauer, matt
+glänzender, wie granuliert erscheinender Überzug.
+
+Die _Neisser_'sche Polkörnchenfärbung nach dem von _Loeffler_
+angegebenen Verfahren ließ an der Vermutung, es könne sich um
+Diphtheriebazillen handeln, große Zweifel aufkommen. Die Färbung fiel
+wenig charakteristisch aus. Um eine sichere Unterscheidung zwischen
+diesen Bazillen und den echten Diphtheriebazillen durchzuführen, wurden
+frische Reinkulturen auf Hammelblutserum angelegt -- sie wuchsen dort
+wie Diphtheriekulturen --, und von diesen 24 Stunden alten Kolonieen
+zwei Platinösen subkutan auf Meerschweinchen verimpft. Die Tiere blieben
+am Leben, von einem Infiltrat an der Impfstelle war nichts zu sehen. Es
+handelt sich also um irgend eine Art Pseudodiphtheriebazillen.
+
+So zahlreich die gefundenen Arten sein mögen, und so schwer es ist, jede
+von ihnen zu diagnostizieren, die Frage nach der Pathogenität der
+aufgefundenen Keime, worauf es bei den vorliegenden Untersuchungen in
+erster Linie ankam, ist jedenfalls zu verneinen. Der Tierversuch ergab,
+daß kein Tier irgendwelche Krankheitserscheinungen aufwies, wobei zu
+bedenken ist, daß von allen genannten Keimen reichliches Material zur
+Verimpfung in Anwendung kam.
+
+Wiederholt sind derbe, graue bis weißliche, trockene gerunzelte
+Kolonieen auf den Kulturplatten angetroffen worden, die einem
+pergamentartigen Überzug gleichen, auf dem Agarnährboden fest haften und
+nach längerer Zeit wie mit einem weißen Flaum besetzt sind. Die
+Kulturplatten, auf denen sie zu finden sind, lassen beim Öffnen einen
+stark schimmelartigen Geruch entströmen. Im mikroskopischen Bilde sind
+dichotomisch verzweigte Fäden zu sehen. Wir haben hier _Streptothrixarten_
+vor uns, die häufig als Luftverunreinigungen angetroffen werden und als
+Krankheitserreger nicht in Betracht kommen.
+
+Auf einigen Platten treffen wir kleine, rosafarbene Kolonieen mit
+granulierter Oberfläche an, deren Randzone kugelige Gebilde aufweist.
+Unter dem Mikroskop sehen wir große, eiförmige Gebilde mit
+ausgesprochener Sprossung. Zweifellos handelt es sich um die in der Luft
+häufig nachzuweisende, _nicht pathogene rosa Hefe_.
+
+Auf jeder Platte wachsen ferner im Durchschnitt 2 bis 3 Kolonieen von
+Schimmelpilzen. Sie waren leicht mit schwacher Vergrößerung an ihren
+Hyphen als _Mukor, Aspergillus, Penizillium und Oidiumarten zu
+differenzieren_.
+
+_Das Ergebnis der Untersuchungen, die angestellt wurden mit den auf den
+Kulturplatten aufgefundenen Mikroorganismen, ist also in dem Sinne zu
+bewerten, daß es nicht gelungen ist, krankheitserregende Keime unter
+ihnen nachzuweisen._
+
+Bei der geringen Menge des zur Aussaat auf Kulturplatten gelangten
+Materials ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, daß Keime,
+die am Telephon vorkommen, garnicht auf die Kulturplatten gelangt sind,
+andrerseits Keime für ihre Weiterentwickelung ungünstige Bedingungen
+angetroffen haben könnten, wie dies z. B. für ausschließlich anaerob
+wachsende Arten und auch für Tuberkelbazillen zutreffen würde, die an
+sich schon ein sehr langsames Wachstum selbst auf den ihnen zusagenden
+Nährböden haben und auf den zur Verwendung gelangten Nährböden so gut
+wie garnicht wachsen. Um deren Vorkommen festzustellen, dienten in
+erster Linie die oben angeführten Tierversuche, die darin bestanden, daß
+Meerschweinchen die ganze Bouillon, mit der die Telephone abgerieben
+waren, subkutan respektive intraperitoneal injiziert wurde.
+
+Diese Versuche reihen sich zwanglos an die oben erwähnten Untersuchungen
+von Dr. _Spitta_-London bezüglich des Vorkommens von Tuberkelbazillen an
+den Fernsprechern an.
+
+Wegen der ungeheueren Menge von Keimen, die diese Bouillon enthielt,
+habe ich irgend eine stärkere Reaktion des Tierkörpers erwartet. Es
+überraschte mich also, daß bei sämtlichen Impfungen die Tiere am Leben
+blieben und abgesehen von einem Falle, keinerlei Krankheitserscheinungen
+zeigten. Die Injektionsflüssigkeit wurde alsbald resorbiert, von irgend
+welchen Symptomen einer Entzündung an der Injektionsstelle war nichts zu
+konstatieren. Bei den meisten Tieren zeigte sich jedoch nach 5 bis 7
+Tagen eine Schwellung der der Injektionsstelle entsprechenden Achsel-
+und Leistendrüsen. Zu einer ausgesprochenen Verhärtung der Drüsen, die
+den Verdacht auf tuberkulöse Prozesse hätte wachrufen können, kam es
+jedoch nicht. Durchschnittlich nach weiteren 6 bis 8 Tagen ging die
+Anschwellung zurück; 14 Tage nach der Injektion, bei einzelnen Tieren
+erst nach 4 Wochen, war eine Vergrößerung oder Schwellung der Drüsen
+nicht mehr wahrzunehmen. Sämtliche Tiere wurden 8 Wochen lang
+beobachtet, sie blieben vollkommen gesund. Diese vorübergehenden
+Drüsenanschwellungen sind m. E. aufzufassen als die Antwort auf den
+durch die zugeführten Bakterien, den Staub und Schmutz ausgelösten Reiz.
+
+Nur bei einem Tiere kam es lokal zu einer Absceßbildung. Nach 3 Tagen
+bestand hochgradige Schwellung an der Injektionsstelle, das Tier machte
+äußerlich einen schwerkranken Eindruck. Am 5. Tage nach der Injektion
+erfolgte spontan der Aufbruch des Abscesses. Nach 10 Tagen vollkommene
+Ausheilung mit Hinterlassung einer 1 ½ cm langen Narbe. Als Ursache der
+Absceßbildung konstatierte ich unter dem Mikroskop runde Kokken.
+
+Das Material entstammte einem Telephon, das in dunkler, nicht
+ventilierbarer Zelle untergebracht war. Die Bouillon verfärbte sich nach
+der Auswaschung des Wattebausches tiefschwarz.
+
+Eine Bedeutung für die Frage, ob das Telephon eine Gefahr in
+gesundheitlicher Beziehung für die es benutzenden Personen darstellt,
+kommt indessen diesem Ausnahmefall nicht zu. Es ist doch ein gewaltiger
+Unterschied, ob, wie in diesem Falle, Millionen von Mikroorganismen
+einem Meerschweinchen unter die Haut geimpft werden oder zufällig Keime
+in die Mundhöhle und den Rachen eines Menschen gelangen. Sollte dieser
+Fall wirklich einmal eintreten, so ist selbst dann noch nicht eine
+Gefahr darin zu erblicken: einmal kann es sich nur um eine verschwindend
+geringe Anzahl von Keimen handeln, die während der Benutzung des
+Fernsprechers auf den Menschen übertragen werden können; dann sind die
+am Hörer und Schalltrichter nachgewiesenen Mikroorganismen durch das
+Ergebnis der Tierversuche als harmlose Saprophyten zu betrachten, denen
+krankheitserregende Eigenschaften nicht anhaften. Speziell ist zusammen
+mit den Untersuchungen von _Spitta_-London hinsichtlich der
+Tuberkuloseübertragung auf Grund der zahlreich unternommenen
+Tierversuche ausdrücklich zu konstatieren, daß Tuberkelbazillen nicht
+nachgewiesen werden konnten. Endlich stehen für den Fall, daß
+Mikroorganismen tatsächlich in die Mund-, Nasen- und Rachenhöhle
+gelangen sollten, dem Organismus eine Reihe von Schutzmaßregeln zur
+Verfügung, die zum mindesten eine Abschwächung der ohnehin schon recht
+minimalen Virulenz der Keime, wenn nicht gar deren vollständige
+Vernichtung bewirken. Die Sekrete der Schleim- und Speicheldrüsen in der
+Mundhöhle, dem Nasen- und Rachenraum und der tieferen Luftwege haben
+antibakterielle Eigenschaften und es ist somit in der normalen Schleim-
+und Speichelproduktion ein natürlicher Schutz des Organismus gegen
+schädliche Keime zu sehen. Weiterhin sucht sich der Körper rein
+mechanisch durch die Flimmerbewegungen der Epithelien der in die
+Luftröhre eingedrungenen Keime zu entledigen.
+
+Die Ergebnisse der bevorstehenden Arbeit geben in vollkommen objektiver
+Weise die Verhältnisse an zahlreichen im alltäglichen Gebrauch
+befindlichen Telephonen wieder. Pathogene Keime sind nicht gefunden
+worden. Die Befürchtungen, die im Publikum wiederholt betreffs der
+Tuberkuloseübertragung durch das Telephon laut geworden sind, entbehren
+jeder Begründung. _Allan_s Publikationen sind lediglich als
+Zufallsbeobachtungen zu bewerten. Die im Publikum weitverbreitete Angst
+vor einer Ansteckungsmöglichkeit durch die Benutzung des Fernsprechers
+ist demnach als vollkommen unbegründet zurückzuweisen. Die Frage nach
+einem Bedürfnis, das Telephon zu desinfizieren, möchte ich mit Dr.
+_Müller_-München verneinen. Den Geboten der Hygiene und der Ästhetik
+folgend soll indessen ausdrücklich an einer weitgehenden Sauberhaltung
+des Telephons festgehalten werden. In dem Bestreben, diesen hygienischen
+und ästhetischen Forderungen in weitgehendster Weise zu entsprechen,
+ist von jeher nichts unversucht gelassen worden. Das beweist die Unmenge
+von Apparaten, die mehr oder weniger kompliziert, alle das Ziel
+verfolgen, der Übertragung ansteckender Krankheiten durch den Gebrauch
+des Fernsprechers vorzubeugen; das beweisen ferner die zahlreichen
+Anpreisungen desinfizierender Stoffe, die eigens für das Telephon
+erdacht sind. Wo indessen Untersuchungen vorgenommen sind, um die
+desinfizierende Wirkung dieser Stoffe zu erproben, da ist man bald von
+der Wertlosigkeit dieser Mittel als Desinfizientien überzeugt worden.
+
+Von der Unmenge der Apparate, die _Kausch_ in der zusammenfassenden
+Übersicht über »Verfahren und Apparate zur Desinfektion der Telephone«
+beschreibt, ist auch keiner zur allgemeinen oder doch nur weiteren
+Verwendung gelangt, ein Umstand, der ihre praktische Unbrauchbarkeit zur
+Genüge beweist. Apparate, die selbsttätig beim Abnehmen und Anhängen des
+Fernhörers funktionieren, die in Verbindung mit dem Mechanismus des
+Fernsprechers Ozon oder heiße Luft erzeugen, sind in ihrer Konstruktion
+zu kompliziert und infolgedessen auch zu kostspielig, um weitere
+Verbreitung zu finden.
+
+Es genügt wohl in jedem Falle die Sauberhaltung der Fernsprecher durch
+einfaches tägliches Abreiben mit oder ohne desinfizierende Lösungen. Aus
+rein ästhetischen Gründen empfiehlt es sich, mit der Desinfektion eine
+Desodorierung der Schallbecher zu erzielen -- soll es doch vorkommen,
+daß die Schallbecher nach Benutzung durch Personen, die mit üblem
+Mundgeruch behaftet sind, noch lange Zeit einen widerlichen Geruch
+ausströmen lassen.
+
+Gröbliche Unsauberkeiten, wie sie oft von mir beobachtet werden konnten,
+ließen sich eher vermeiden, wenn man dem Schallbecher einen hellen
+Anstrich gäbe. Schmutzablagerungen würden eher wahrgenommen, das
+Publikum selbst würde auf eine Reinhaltung der Fernsprecher dringen und
+von der erfolgten Sauberhaltung sich leicht überzeugen können.
+
+ * * * * *
+
+Zum Schlusse ist es mir eine angenehme Pflicht, Herrn Geheimen
+Medizinalrat Professor Dr. _Loeffler_ für die Überweisung der Arbeit und
+die vielen Anregungen während ihrer Ausführung meinen herzlichsten Dank
+auszusprechen. Ebenfalls möchte ich nicht verfehlen, Herrn Dr. _Walter_
+für seine stets bereitwillige Hilfeleistung bei den bakteriologischen
+Untersuchungen zu danken.
+
+
+
+
+Literaturverzeichnis.
+
+
+_Allan_: Krankheitsübertragung durch das Telephon. Lancet 1908, No. 4426.
+
+_Spitta_: Medizinische Klinik 1912, No. 29, S. 1220 (Kleine
+Mitteilungen).
+
+_Tomarkin_: Über die Gefahren der Übertragung von Infektionsstoffen
+durch das Telephon und ihre Verhütung. Münchener Medizinische
+Wochenschrift 1906, S. 2435.
+
+_Cornet_: Die Tuberkulose.
+
+_Müller_: Der Percy-Simundt'sche Telephondesinfektor. Münchener
+Medizinische Wochenschrift 1905, No. 51, S. 2495.
+
+_Rullmann_: Zentralblatt für Bakteriologie Bd. 30, S. 321.
+
+_Weichardt_: Inaug.-Dissertation Breslau 1900.
+
+_Kolle_: Zeitschrift für Hygiene 1895, Bd. 19, S. 147.
+
+_Tjaden_: Archiv für klinische Medizin 1907, Bd. 89, S. 309.
+
+_Park_: Baumgartens Jahresbericht 1892, S. 194.
+
+_Wright_ und _Emerson_: Zentralblatt für Bakteriologie, Bd. 16, S. 412.
+
+_Jäger_: Deutsche Medizinische Wochenschrift 1899, S. 472.
+
+_Forbes_: Wiener medizinische Presse 1895, S. 192.
+
+_Kausch_: Zentralblatt für Bakteriologie, Bd. 33, S. 585.
+
+Ebenda Bd. 23, S. 289.
+
+Ebenda Bd. 35, S. 220.
+
+Ebenda Bd. 32, Verfahren und Apparate zur Desinfektion der Telephone.
+
+
+
+
+Lebenslauf.
+
+
+Ich, _Johannes Carl Hermann Weiß_, bin geboren am 5. Januar 1887 zu
+Alt-Anhalt im Kreise Pleß, Ober-Schlesien als Sohn des evangelischen
+Pastors _Carl Weiß_ und seiner Frau _Elisabeth_, geb. _Natorp_. In
+meinem 12. Lebensjahr, 1898 kam ich auf das Königliche humanistische
+Gymnasium in Marburg a. Lahn, 1899 auf das Königliche Gymnasium in
+Bunzlau in Schlesien, 1904 auf das Königliche Gymnasium in Essen
+a. d. Ruhr, wo ich Ostern 1907 das Reifezeugnis erhielt. Ich wählte das
+Studium der Medizin und studierte abwechselnd auf den Universitäten Jena
+und Greifswald. Nach fünf Semestern bestand ich im Jahre 1909 die
+ärztliche Vorprüfung in Jena, nach weiteren fünf Semestern im Juni 1912
+das medizinische Staatsexamen vor der ärztlichen Prüfungskommission in
+Greifswald. Das praktische Jahr absolvierte ich am Hygienischen Institut
+in Greifswald, an der Provinzial-Hebammenlehranstalt in Paderborn, dem
+Städtischen Krankenhaus in Hamm i. Westf. und dem Friedrich Krupp'schen
+Krankenhaus in Essen-Ruhr.
+
+Meine Lehrer, denen ich an dieser Stelle meinen Dank ausspreche, waren
+
+_in Jena_: Bennecke, Biedermann, Busse, Dürck, v. Eggeling, Gärtner,
+ Haeckel, Henkel, Kionka, Knorr, Lubosch, Maurer, Riedel, Schultze,
+ Stahl, Stintzing, Winkelmann;
+
+_in Greifswald_: Beumer, Bleibtreu, Cohn, Grawitz, Groß, A. Hoffmann,
+ E. Hoffmann, Kallius, Kochmann, König, Kroemer, Lange, Loeffler,
+ Loehlein, Mangold, Peiper, Peter, Römer, Schultze, Schulz, Steyrer,
+ Vorkastner.
+
+[ Im folgenden werden alle geänderten Textzeilen angeführt, wobei
+jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die geänderte Zeile
+steht.
+
+die ganze Vorrichtung durch 1 bis 24 Stunden sich selbst überlaßen, um
+die ganze Vorrichtung durch 1 bis 24 Stunden sich selbst überlassen, um
+
+längere, oft kollossal lange Stäbchen mit und ohne lebhafte
+längere, oft kolossal lange Stäbchen mit und ohne lebhafte
+
+protokolliert sind, nehmen später z. B. einen gelblichorange Farbenton
+protokolliert sind, nehmen später z. B. einen gelblichorangen Farbenton
+
+Diphteriebaracke unterzogen. Nach den von _Weichardt_, _Kolle_,
+Diphtheriebaracke unterzogen. Nach den von _Weichardt_, _Kolle_,
+
+_Allan_: Krankheitsübertragung durch das Telephon Lancet 1908, No. 4426.
+_Allan_: Krankheitsübertragung durch das Telephon. Lancet 1908, No. 4426.
+
+_Wright_ und _Emerson_: Zentralblatt für Bakteriologie, Bd. 16 S. 412.
+_Wright_ und _Emerson_: Zentralblatt für Bakteriologie, Bd. 16, S. 412.
+]
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Experimentelle Untersuchungen über die
+Frage »Ist die Furcht vor Krankheitsübertragung durch das Telephon berechtigt«?, by Carl Weiss
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK EXPERIMENTELLE UNTERSUCHUNGEN ***
+
+***** This file should be named 25783-8.txt or 25783-8.zip *****
+This and all associated files of various formats will be found in:
+ https://www.gutenberg.org/2/5/7/8/25783/
+
+Produced by Jana Srna, Alexander Bauer and the Online
+Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+*** START: FULL LICENSE ***
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
+
+To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
+distribution of electronic works, by using or distributing this work
+(or any other work associated in any way with the phrase "Project
+Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
+Gutenberg-tm License (available with this file or online at
+https://gutenberg.org/license).
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+
+Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
+electronic works
+
+1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
+electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
+and accept all the terms of this license and intellectual property
+(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
+the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
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+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
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+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
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+
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+before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
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+work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
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+
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+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
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+
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+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
+prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
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+"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
+posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
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+copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
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+License as specified in paragraph 1.E.1.
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+1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
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+- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
+ the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
+ you already use to calculate your applicable taxes. The fee is
+ owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
+ has agreed to donate royalties under this paragraph to the
+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
+ must be paid within 60 days following each date on which you
+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
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+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
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+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
+
+1.F.
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+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
+works, and the medium on which they may be stored, may contain
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+of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
+Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
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+liability to you for damages, costs and expenses, including legal
+fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
+LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
+PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
+TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
+LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
+1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
+receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
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+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
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+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
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+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
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+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+https://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at https://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit https://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including including checks, online payments and credit card
+donations. To donate, please visit: https://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ https://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
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+ <title>The Project Gutenberg eBook of Experimentelle Untersuchungen &uuml;ber die Frage &raquo;Ist die Furcht vor Krankheits&uuml;bertragung
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+The Project Gutenberg EBook of Experimentelle Untersuchungen über die
+Frage »Ist die Furcht vor Krankheitsübertragung durch das Telephon berechtigt«?, by Carl Weiss
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
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+
+Title: Experimentelle Untersuchungen über die Frage »Ist die Furcht vor Krankheitsübertragung durch das Telephon berechtigt«?
+ Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde in
+ der Medizin, Chirurgie und Geburtshülfe der Hohen
+ Medizinischen Fakultät der Königlichen Universität
+ Greifswald
+
+Author: Carl Weiss
+
+Release Date: June 14, 2008 [EBook #25783]
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+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK EXPERIMENTELLE UNTERSUCHUNGEN ***
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+Produced by Jana Srna, Alexander Bauer and the Online
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+<div id="tnote"><p class="center" style="font-weight: bold;">Anmerkungen zur Transkription:</p>
+<p>Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden
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+<ins title="so wie hier">Originaltext</ins> erscheint beim &Uuml;berfahren mit der Maus.</p></div>
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+<h1 style="font-size: 165%; margin-top: 5em; margin-bottom: 2em;">Experimentelle Untersuchungen &uuml;ber die Frage<br/>
+&raquo;Ist die Furcht vor Krankheits&uuml;bertragung<br/>
+durch das Telephon berechtigt&laquo;?</h1>
+
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+<p class="center" style="line-height: 1.4em;"><big style="font-size: 150%;">Inaugural-Dissertation</big><br/>
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+von</small><br/>
+<big style="font-size: 125%;">Carl Weiss</big><br/>
+<small>aus Essen-Ruhr.</small></p>
+
+<div style="width: 80px; margin: 3em auto 3em auto;">
+<img src="images/colophon.png" width="80" height="73" alt="" title="" />
+</div>
+
+<hr style="width: 24em; height: 0px; background-color: white; color: white; border: none; border-top: medium double black;"/>
+<p class="center"><small>Buchdruckerei Hans Adler, Inh. E.&nbsp;Panzig, Greifswald 1913</small></p>
+
+
+
+<div style="margin: 12em auto 12em auto; padding: 0.25em 1em 0.25em 1em; width: 50%; border-top: medium double black; border-bottom: medium double black;">
+<p class="center">Eingereicht im Oktober 1913.</p>
+
+<hr style="width: 3em; height: 1px; border: none; background-color: black; color: black;"/>
+
+<p class="center">Gedruckt mit Genehmigung der Hohen Medizinischen
+Fakult&auml;t der Universit&auml;t Greifswald.</p>
+
+<p class="center">Dekan: Prof. Dr. <span class="gesperrt">Steyrer</span>.</p>
+
+<p class="center">Referent: Geh. Med.-Rat Prof. Dr. <span class="gesperrt">Loeffler</span>.</p>
+</div>
+
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+
+<p class="center" style="margin: 12em auto 12em auto;"><big style="font-size: 150%;">Meiner lieben Mutter.</big></p>
+
+
+
+
+<p id="first-paragraph">Mit
+<span class="pagenum"><a name="Page_5">[5]</a></span>
+der fortschreitenden Vervollkommnung der bakteriologischen
+Untersuchungsmethoden war bald
+der Nachweis erbracht, da&szlig; manche pathogene Mikroorganismen
+nahezu ubiquit&auml;r sind, da&szlig; sie auch den
+ung&uuml;nstigsten Lebensbedingungen sich anzupassen verm&ouml;gen
+und lange Zeit an ihrer Virulenz nichts einzub&uuml;&szlig;en
+brauchen. Man konnte viele von ihnen an allen
+m&ouml;glichen Gebrauchsgegenst&auml;nden, auch an solchen,
+die mit Kranken nicht in direkte Ber&uuml;hrung gekommen
+waren, nachweisen und mu&szlig;te f&uuml;r die Ansteckungsm&ouml;glichkeit
+nicht nur den direkten Weg von Mensch
+zu Mensch, sondern weit h&auml;ufiger den der indirekten
+&Uuml;bertragung &uuml;ber die verschiedensten Gebrauchsgegenst&auml;nde
+des Kranken selbst oder seiner n&auml;chsten Umgebung
+in Betracht ziehen. Diese Vorstellungen haben
+bald in weiteren Bev&ouml;lkerungsschichten Verbreitung
+gefunden und zu der f&uuml;r unsere Zeit so charakteristischen
+Erscheinung der Bazillenfurcht gef&uuml;hrt. Wenn
+Dinge, die von Hand zu Hand gehen oder von mehreren
+Personen benutzt werden, wie z.&nbsp;B. Papiergeld, B&uuml;cher
+aus den Bibliotheken, Utensilien der Barbierstuben,
+Trinkgef&auml;&szlig;e, Zahnstocherbeh&auml;lter u.&nbsp;a. auf das Vorkommen
+pathogener Keime mikroskopisch und bakteriologisch
+eingehend untersucht worden sind, so geschah
+es doch wohl vornehmlich aus dem Grunde,
+weil man diesen Dingen eine nicht zu untersch&auml;tzende
+Rolle als Krankheitsvermittler ansprechen zu m&uuml;ssen
+glaubte.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_6">[6]</a></span>
+Es ist nicht &uuml;berraschend, da&szlig; bald nach allgemeiner
+Einf&uuml;hrung der Telephone, die ja heute wie
+kein anderes Verst&auml;ndigungsmittel ein Allgemeingut
+der gesamten Bev&ouml;lkerung geworden sind, sich auch
+gegen diese der Verdacht regte, ihre weitgehende Inanspruchnahme
+disponiere sie geradezu zu &Uuml;bertr&auml;gern
+ansteckender Krankheiten. Es mag zugegeben werden,
+da&szlig; vom rein theoretischen Standpunkte aus die M&ouml;glichkeit
+einer Infektion durch Benutzung des Fernsprechers
+nicht abgeleugnet werden kann. Man ist
+weiter gegangen und hat auf Grund dieser theoretischen
+Erw&auml;gungen auf die tats&auml;chlich gegebenen Verh&auml;ltnisse
+geschlossen und von einer gro&szlig;en Gefahr der
+Ansteckungsm&ouml;glichkeit gesprochen. Wenn Laien diese
+Ansicht &auml;u&szlig;ern, so mag das ihren irrt&uuml;mlichen Anschauungen
+von dem Zustandekommen und dem Wesen
+einer Infektion zu Gute gerechnet werden; wenn jedoch
+bakteriologisch geschulte M&auml;nner dieser h&auml;ufig zu begegnenden
+Ansicht der Laien beipflichten, das Telephon
+stelle in hygienischer Beziehung eine Gefahr dar, so ist
+es berechtigt, dieser Frage n&auml;her zu treten, zumal in
+besonders interessierten Kreisen der Verdacht gegen
+das Telephon durch Ver&ouml;ffentlichungen in Fachzeitschriften
+wachgehalten und best&auml;rkt wird. So ist in
+der &raquo;Deutschen Postzeitung&laquo; Nr.&nbsp;31 vom 4. 8. 1912 von
+einer &raquo;h&auml;ufig untersch&auml;tzten, in Wahrheit aber sehr
+bedeutenden Gefahr der Ansteckung am Fernsprecher&laquo;
+die Rede, einer Gefahr, &raquo;die durch systematische Versuche
+bedeutender Bakteriologen in England und Deutschland
+in ein helles Licht ger&uuml;ckt worden ist. Der englische
+Bakteriologe <span class="gesperrt">Francis&nbsp;J. Allan</span>&laquo;, so hei&szlig;t es in
+der Notiz &raquo;Wissenschaftliche Ergebnisse &uuml;ber die
+Ansteckungsgefahr am Telephon&laquo; weiter, &raquo;benutzte
+zu seinem Versuche ein &ouml;ffentliches Telephon in der
+Londoner Zentralb&ouml;rse. Die Mund&ouml;ffnung des Apparates
+<span class="pagenum"><a name="Page_7">[7]</a></span>
+wurde mit einem Tuch abgewischt, und der Inhalt des
+Tuches wurde dann zu Versuchen an zwei Meerschweinchen
+benutzt. Das erste Meerschweinchen starb 23 Tage
+sp&auml;ter, nachdem ihm von dem Inhalte des Wischtuches
+etwas eingeimpft worden war, und die Sezierung lie&szlig;
+die ausgesprochenen Kennzeichen der Tuberkulose erkennen.
+Das zweite Meerschweinchen starb 27 Tage
+nach der Infektion und zeigte &auml;hnliche Zeichen der
+Ansteckung. Diese Experimente beweisen, da&szlig; t&ouml;dliche
+Tuberkulosebazillen von &ouml;ffentlichen Telephonapparaten
+auch auf den Menschen leicht &uuml;bertragen
+werden k&ouml;nnen.&laquo;</p>
+
+<p>Kritiklos, wie derartige tendenzi&ouml;s gehaltene Mitteilungen
+zumeist hingenommen zu werden pflegen,
+wird diese Mitteilung das ihrige dazu beigetragen haben,
+die Furcht vor der Ansteckungsgefahr am Telephon
+noch zu erh&ouml;hen.</p>
+
+<p>Es ist lohnend, n&auml;her auf die Originalver&ouml;ffentlichung
+<span class="gesperrt">Allan</span>s im &raquo;Lancet&laquo; 1908 Nr.&nbsp;4426 einzugehen:
+Es sind im ganzen sechs Versuche angestellt worden,
+von denen f&uuml;nf negativ ausfielen. Bei dem 6. Versuch
+gelang die Infizierung der oben erw&auml;hnten 2 Meerschweinchen
+mit Tuberkelbazillen. Dieser sechste Versuch
+wird wie folgt n&auml;her beschrieben:</p>
+
+<p>&raquo;Tel.&nbsp;Nr. &ndash; P.&nbsp;O.&nbsp;Zentral. Dieser Wischer hatte
+eine Masse von <em class="gesperrt">wei&szlig;grauer, klebriger Substanz</em>
+an sich haften; im gef&auml;rbten Ausstrich untersucht,
+zeigte sie eine Anzahl s&auml;urefester Bazillen, die in Gestalt
+und Form Tuberkelbazillen glichen.&laquo;</p>
+
+<p>Es ist offensichtlich, da&szlig; diese wei&szlig;graue, klebrige
+Substanz Sputum gewesen ist und zwar in so gro&szlig;er
+Menge mit dem Wischer entnommen wurde, da&szlig; man
+Ausstrichpr&auml;parate davon herstellen und mit dem Rest
+Tierversuche anstellen konnte.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_8">[8]</a></span>
+Dieser Fall, da&szlig; Sputum in dem Sprechtrichter
+in so gro&szlig;en Massen angetroffen wird, ist wohl praktisch
+so selten, da&szlig; man f&uuml;r die Frage einer Ansteckungsgefahr
+am Fernsprecher unter gew&ouml;hnlichen Verh&auml;ltnissen
+daraus Schl&uuml;sse zu ziehen nicht berechtigt ist.
+Die Ver&ouml;ffentlichungen <span class="gesperrt">Allan</span>'s im &raquo;Lancet&laquo; sind geeignet,
+ein g&auml;nzlich falsches Bild von der M&ouml;glichkeit
+einer Ansteckung am Telephon zu entwerfen und k&ouml;nnen
+mithin als ein Versuch, diese Frage wissenschaftlich zu
+kl&auml;ren, nicht betrachtet werden.</p>
+
+<p>Im Gegensatz zu den Ausf&uuml;hrungen <span class="gesperrt">Allan</span>'s
+m&ouml;chte ich Ergebnisse einiger anderer Bakteriologen
+anf&uuml;hren. Die Versuche, die diesen Ergebnissen zu
+Grunde liegen, sind m.&nbsp;E. weit umfassender und weit
+mehr den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen angepa&szlig;t als die
+<span class="gesperrt">Allan</span>'s und verdienen deshalb gr&ouml;&szlig;ere Beachtung.</p>
+
+<p>Speziell bez&uuml;glich der Ansteckungsm&ouml;glichkeit mit
+Tuberkelbazillen hat der Londoner Bakteriologe Dr.
+<span class="gesperrt">Spitta</span> eingehende Untersuchungen mit dem Fernsprecher
+angestellt. Es wurden Fernsprechapparate
+in Krankens&auml;len angebracht, wo sie ausschlie&szlig;lich von
+Lungenkranken benutzt wurden. W&auml;hrend der Dauer
+eines ganzen Jahres hat man die Apparate weder gereinigt
+noch desinfiziert. Dann wurden die Mundst&uuml;cke
+ausgewaschen und die Fl&uuml;ssigkeit Meerschweinchen
+injiziert. Der Versuch ergab selbst unter diesen
+f&uuml;r eine &Uuml;bertragung der Krankheitsstoffe &auml;u&szlig;erst
+g&uuml;nstigen Bedingungen keine Ansteckung. Wenn man
+bedenkt, da&szlig; etwa 8 Tuberkelbazillen gen&uuml;gen, um ein
+Meerschweinchen t&ouml;dlich zu infizieren, andrerseits in
+Betracht zieht, da&szlig; die Sekrete aus den tieferen Luftwegen
+Tuberkul&ouml;ser u.&nbsp;U. massenhaft Tuberkelbazillen
+enthalten und falls sie in den Schallbecher gelangen
+sollten, &uuml;ber eine lange Zeit auch in eingetrocknetem
+Zustande lebensf&auml;hig bleiben, dann mu&szlig; man nach
+<span class="pagenum"><a name="Page_9">[9]</a></span>
+den Versuchen <span class="gesperrt">Spitta</span>s zu der &Uuml;berzeugung kommen,
+da&szlig; selbst unter so g&uuml;nstigen Verh&auml;ltnissen f&uuml;r das
+Zustandekommen einer tuberkul&ouml;sen Infektion von
+einer Gefahr nicht die Rede sein kann.</p>
+
+<p>Die M&ouml;glichkeit einer &Uuml;bertragung von Infektionsstoffen
+ist abh&auml;ngig zu machen von einer Summe von
+Faktoren, die durchaus nicht immer zusammentreffen
+werden. Diese Fragen behandelt <span class="gesperrt">Tomarkin</span> in einer
+recht interessanten Arbeit in der &raquo;M&uuml;nchener Medizinischen
+Wochenschrift&laquo;. Wie gelangen Infektionskeime
+&uuml;berhaupt in den Schallbecher hinein?</p>
+
+<p>Die Exspirationsluft gesunder und kranker Personen
+ist, wie festgestellt worden ist, vollkommen keimfrei;
+w&auml;hrend des Sprechaktes werden jedoch, wie
+<span class="gesperrt">Fl&uuml;gge</span> bewiesen hat, feinste Tr&ouml;pfchen, die mit
+Bakterien beladen sein k&ouml;nnen, in die Umgebung geschleudert.
+<span class="gesperrt">Cornet</span> hat bez&uuml;glich der Tuberkulose den
+Nachweis gef&uuml;hrt, da&szlig; diese verst&auml;ubten Tr&ouml;pfchen,
+weil sie lediglich aus Mundspeichel bestehen, nur &auml;u&szlig;erst
+selten Tuberkelbazillen enthalten, immerhin werden
+bei Hustenst&ouml;&szlig;en und namentlich in der N&auml;he einer
+sprechenden Person auch Sekrete der Tiefe verschleudert,
+die wohl Tuberkelbazillen enthalten k&ouml;nnen.</p>
+
+<p>Sind unter diesen Verh&auml;ltnissen Keime in den
+Schalltrichter gelangt, so ist f&uuml;r eine nachtr&auml;glich das
+Telephon benutzende Person eine Infektionsm&ouml;glichkeit
+gegeben in zweierlei Weise:</p>
+
+<p>Erstlich k&ouml;nnte die Person infiziert werden durch
+feinste infizierte Teilchen, die von dem vorhergehenden
+Benutzer in den Schalltrichter und dessen Umgebung
+hineinverst&auml;ubt sich dort noch eine Zeit schwebend
+erhalten haben, und zweitens durch infizierte trockene
+Teilchen, die etwa in dem Trichter abgelagert
+durch die Exspirationsluft des Sprechenden wieder
+aufgewirbelt w&uuml;rden.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_10">[10]</a></span>
+Von den Krankheitserregern, die beim Sprechakt
+in das Innere des Schallbechers gelangen und dort in
+irgend einer Form deponiert werden k&ouml;nnen, kommen
+nach <span class="gesperrt">Tomarkin</span> in Frage die Erreger der Tuberkulose,
+der Diphtherie, des Scharlachs, der Masern, der Influenza,
+Pneumonie, Meningitis cerebrospinalis, verschiedener
+Anginen, Katarrhe usw.</p>
+
+<p>Der H&ouml;rer k&ouml;nnte als Vermittler der verschiedensten
+Hautaffektionen in Betracht kommen, kommt er
+doch h&auml;ufig genug in direkten Kontakt mit den Produkten
+der &auml;u&szlig;eren Haut kranker Personen, wodurch
+er gr&uuml;ndlich und dauernd verunreinigt werden kann.</p>
+
+<p>Mit demselben Recht k&ouml;nnte man den Griff als
+Krankheitsvermittler betrachten. Man braucht nur
+an die Bazillentr&auml;ger zu denken. Ein Diphtheriebazillentr&auml;ger
+z.&nbsp;B., der eben noch in seine Hand hineingehustet
+hat, kann Diphtheriebazillen auf den Griff &uuml;bertragen,
+diese k&ouml;nnten &uuml;bergehen auf die Hand der nachtr&auml;glich
+den Fernsprecher benutzenden Person und dieser gef&auml;hrlich
+werden. Der gleiche Fall l&auml;ge vor bei Typhusbazillentr&auml;gern,
+bei denen die Erreger durch Unreinlichkeit
+bei der Def&auml;kation auf die Handfl&auml;che gelangt
+sein k&ouml;nnten. Indessen w&auml;re die daraus resultierende
+Gefahr <em class="gesperrt">nicht spezifisch f&uuml;r das Telephon</em>, da
+ja bei vielen anderen Gegenst&auml;nden z.&nbsp;B. T&uuml;rklinken
+die gleichen Verh&auml;ltnisse gegeben w&auml;ren. Die Untersuchung
+des Griffes ist mithin als &uuml;ber den Rahmen der
+vorliegenden Arbeit hinausgehend unterlassen worden.</p>
+
+<p>Wenn wir nun von der Voraussetzung ausgehen,
+der Sprechtrichter sei infiziert mit Erregern ansteckender
+Krankheiten, so ist weiterhin f&uuml;r die Frage einer
+Ansteckungsm&ouml;glichkeit von Bedeutung, wie die in den
+Trichter abgelagerten Keime in die Atmungswege der
+<span class="pagenum"><a name="Page_11">[11]</a></span>
+nachtr&auml;glich das Telephon benutzenden Person gelangen.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Tomarkin</span> vertritt die Anschauung, da&szlig; zur Fortbewegung
+der in den Sprechtrichter abgelagerten
+infizierten Teilchen ganz geringe Luftstr&ouml;me wie z.&nbsp;B.
+die Exspirationsluft der am Telephon sprechenden
+Person ausreichend seien. Dieser Meinung m&ouml;chte ich
+mich nicht anschlie&szlig;en auf Grund von Untersuchungen,
+die <span class="gesperrt">M&uuml;ller</span> in der &raquo;M&uuml;nchener Medizinischen Wochenschrift&laquo;
+ver&ouml;ffentlicht hat.</p>
+
+<p>Eine Entscheidung dar&uuml;ber, ob die Luftstr&ouml;me,
+die durch R&auml;uspern, Niesen, Husten, Sprechen entstehen,
+ausreichen, um in den Sprechtrichter gelangte
+Keime loszul&ouml;sen, die in Tr&ouml;pfchen von Speichel oder
+Schleim eingeschlossen auf demselben haften geblieben
+sind, geh&ouml;rt meines Erachtens zu dem springenden
+Punkte der Frage einer Ansteckungsm&ouml;glichkeit. Die
+nach dieser Richtung hin von Dr. <span class="gesperrt">M&uuml;ller</span> im Hygienischen
+Institut in M&uuml;nchen angestellten Versuche bieten
+f&uuml;r die aufgeworfene Frage gro&szlig;es Interesse. Es sei
+mir gestattet, sie w&ouml;rtlich zu zitieren:</p>
+
+<p>&raquo;Es wurden nun, nachdem nachgewiesen war,
+da&szlig; die Telephonmembranen sich selbst &uuml;berlassen,
+lange infiziert bleiben, mannigfaltig modifizierte Versuche
+dar&uuml;ber angestellt, ob sich die Keime bei der Benutzung
+des Telephons von der Membran abl&ouml;sen und
+in die Luft &uuml;bergehen. Bei einem Teile der Versuche
+wurden die Membranen f&uuml;r sich allein in der angegebenen
+Weise mehr oder weniger reichlich mit Prodigiosus infiziert;
+bei anderen Versuchen wurden die Apparate
+fertig montiert und dann erst dem Prodigiosusspray
+ausgesetzt, soda&szlig; auch die Umrahmung infiziert war.
+Die Montierung wurde so angebracht, da&szlig; die Membran
+auch von r&uuml;ckw&auml;rts besprochen werden konnte. Nun
+wurde die Membran samt Montierung in den gerade
+<span class="pagenum"><a name="Page_12">[12]</a></span>
+ihrem Umfange entsprechenden Hals einer ca. 10 Liter
+haltenden Flasche, deren Boden durch Abschleifen
+v&ouml;llig entfernt war, eingef&uuml;hrt und abgedichtet. Darauf
+wurde &frac12; bis 4 Stunden gewartet, damit die Membran
+lufttrocken gemacht werden konnte und etwa lediglich
+durch die Ersch&uuml;tterung beim Einf&uuml;hren in den Flaschenhals
+losgel&ouml;ste Keime Zeit h&auml;tten, sich zu Boden zu
+senken. Nach dieser Zeit wurden von der weiten Boden&ouml;ffnung
+her mit aller Vorsicht Gelatineplatten in Petrischalen,
+gew&ouml;hnlich vier hintereinander, in die Flasche
+hineingeschoben und die &Ouml;ffnung mit einem Glasdeckel
+verschlossen. Bei einigen Versuchen lag die Flasche
+nicht horizontal, sondern stand senkrecht und zwar war
+hohl auf untergeschobenen Holzkl&ouml;tzchen. Die Platten
+wurden in diesem Falle in der Boden&ouml;ffnung, also senkrecht
+unter der Membran, aufgestellt. Es wurde nun
+die Membran in Schwingungen versetzt, zun&auml;chst indem
+von r&uuml;ckw&auml;rts gegen sie durch l&auml;ngere Zeit laut gesprochen
+wurde; sp&auml;ter als diese Versuche negativ ausgefallen
+waren, indem 1 bis 2 Minuten lang auf einer
+Trompete gegen sie geblasen wurde. Nach der Ersch&uuml;tterung
+wurde die ganze Vorrichtung durch 1 bis
+24 Stunden sich selbst <ins title="&uuml;berla&szlig;en">&uuml;berlassen</ins>, um den losgel&ouml;sten
+und in die Luft &uuml;bergegangenen Keimen Zeit zu gew&auml;hren,
+sich auf die Kulturschichten abzusetzen. Die
+Platten wurden nach der Herausnahme aus der Flasche
+in der feuchten Kammer gehalten und 8 Tage lang beobachtet.</p>
+
+<p>Von 10 derartigen Versuchen sind 9 vollkommen
+negativ ausgefallen, negativ insbesondere auch die
+Trompetenversuche, bei denen das Telephon so heftig
+in Schwingungen versetzt worden war, wie es bei
+gew&ouml;hnlichem Gebrauch garnicht vorkommt.</p>
+
+<p>Nur bei einem einzigen derartigen Versuche wurden
+Prodigiosus Kolonieen und zwar nicht mehr als 5 auf
+<span class="pagenum"><a name="Page_13">[13]</a></span>
+den N&auml;hrplatten nachgewiesen. Au&szlig;erdem wurden
+auch noch bei einem Kontrollversuche, bei welchem
+sich der infizierte Sprechtrichter 24 Stunden lang vertikal
+&uuml;ber dem N&auml;hrboden befand, ohne da&szlig; seine Membran
+in Schallschwingungen versetzt wurde, 3 Prodigiosuskolonieen
+aufgefunden.</p>
+
+<p>Wenn man bedenkt, wie schwierig es ist, bei derartigen
+Versuchen zuf&auml;llige Infektionen des N&auml;hrbodens
+mit einzelnen Keimen zu vermeiden, wird man
+diesen beiden positiven F&auml;llen kein gro&szlig;es Gewicht
+beilegen d&uuml;rfen. Es ist fraglich, ob die 5 Prodigiosuskeime
+wirklich vom Telephon herabgefallen sind.
+Schlimmstenfalls haben sich von den vielen Millionen,
+die sich am Telephon befanden, nur einige vereinzelte
+Keime losgel&ouml;st. Das Ergebnis der Versuche best&auml;tigt
+somit nach unserem Daf&uuml;rhalten die schon vorher gefa&szlig;te
+Meinung, da&szlig; die Infektionsgefahr bei halbwegs
+vern&uuml;nftigem Gebrauch des Telephons minimal sei.
+Das Bed&uuml;rfnis, es zu desinfizieren, scheint uns nicht
+<span class="nowrap">vorzuliegen.&laquo; &ndash;</span></p>
+
+<p><span class="gesperrt">M&uuml;ller</span> geht bei seinen Untersuchungen, soweit
+sie f&uuml;r die vorliegende Arbeit Interesse bieten, von der
+Voraussetzung aus, da&szlig; bereits eine Infizierung des
+Sprechers mit krankheitserregenden Keimen stattgefunden
+hat, und besch&auml;ftigt sich dann mit den Faktoren,
+die gegeben sein m&uuml;ssen, damit eine vom Telephon
+ausgehende Ansteckung erfolgen kann. <span class="gesperrt">M&uuml;ller</span> ist,
+ohne die Frage zu ber&uuml;hren, ob &uuml;berhaupt infektionsausl&ouml;sende
+Keime am Fernsprecher nachweisbar sind,
+bereits zu dem Schlusse gekommen, da&szlig; die Infektionsgefahr
+minimal ist, und verwertet dieses Resultat seiner
+Untersuchungen, um die ihnen zu Grunde liegende
+Frage nach dem Bed&uuml;rfnis einer Desinfektion der
+Telephone zu verneinen.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_14">[14]</a></span>
+Ich m&ouml;chte der Kette dieser experimentellen
+Untersuchungen, die die Furcht vor der Ansteckungsm&ouml;glichkeit
+durch das Telephon zu beheben imstande
+sind, ein weiteres Glied einf&uuml;gen und zu entscheiden
+versuchen, ob unter den gew&ouml;hnlichen allt&auml;glichen
+Verh&auml;ltnissen pathogene Keime sich nachweisen lassen.
+Ich gehe dabei von der Voraussetzung aus, da&szlig;, wenn
+man aus ihrem Vorkommen am Telephon f&uuml;r den Benutzenden
+eine Gefahr konstruieren will, sie in gr&ouml;&szlig;erer
+Menge am Sprecher oder H&ouml;rer haften m&uuml;ssen, auf jeden
+Fall sich mit den bakteriologischen Methoden nachweisen
+lassen m&uuml;ssen. Die Versuche, die <span class="gesperrt">Allan</span> nach
+dieser Richtung hin angestellt hat, sind mir nicht einwandfrei
+und ersch&ouml;pfend genug, werden ja auch bez&uuml;glich
+der Tuberkulose durch <span class="gesperrt">Spitta</span>s Untersuchungen
+hinl&auml;nglich widerlegt.</p>
+
+<p>Um nun einen Einblick in die Bakterienflora am
+Telephon zu gewinnen, habe ich v&ouml;llig vorurteilslos eine
+Reihe von Untersuchungen vorgenommen an 40 der
+am meisten in Anspruch genommenen Telephone der
+Stadt Greifswald: &Ouml;ffentlichen Fernsprechstellen der
+Hauptpost, Bahnpost, des Bahnhofs, der Polizeiwachen,
+zahlreicher Gasth&ouml;fe, gr&ouml;&szlig;erer Kaufh&auml;user,
+Privat- und Universit&auml;tskliniken u.&nbsp;a.</p>
+
+<p>Die Methode meiner Untersuchungen war folgende:</p>
+
+<p>Ein St&uuml;ckchen steriler Watte wurde in 5&nbsp;ccm
+steriler Bouillon gebracht. Mit diesem mit Bouillon
+angefeuchteten Watteb&auml;uschchen wurden vermittels
+steriler Pinzetten Schallbecher und H&ouml;rrohr gr&uuml;ndlich
+abgerieben. Hatte sich das Watteb&auml;uschchen reichlich
+mit Bouillon getr&auml;nkt, so kam es zuweilen vor, da&szlig;
+w&auml;hrend des Abreibens Tropfen vom Schalltrichter
+abfielen. Diese abfallenden Tropfen wurden in sterilem
+Reagenzglase mit der sterilen Bouillon aufgefangen.
+Nach beendigter Abreibung wurde die Watte in die
+<span class="pagenum"><a name="Page_15">[15]</a></span>
+Bouillon zur&uuml;ckgebracht, mit Hilfe steriler Glasst&auml;be
+zerzupft und gr&uuml;ndlichst in derselben ausgewaschen.</p>
+
+<p>Bei zehn Telephonen wurden anf&auml;nglich H&ouml;rer
+und Sprechtrichter gesondert untersucht, da ja in
+erster Linie die Frage nach der Art der Keime interessierte.
+Als sich herausstellte, da&szlig; die Bakterienflora
+des H&ouml;rers sich in keinem Punkte von der des Schallbechers
+unterschied, wurden bei den n&auml;chsten 20 Telephonen
+H&ouml;rer und Sprechtrichter mit dem gleichen
+Watteb&auml;uschchen abgerieben und dieses in dieselbe
+Bouillon gebracht, deren Menge aber in diesen F&auml;llen
+auf 10&nbsp;ccm bemessen wurde.</p>
+
+<p>Als sich bei den ersten zehn Versuchen ein auffallender
+Unterschied in der Zahl der Keime, je nachdem
+sie dem H&ouml;rer oder dem Schallbecher entstammten,
+herausstellte, wurden nachtr&auml;glich weitere 10 Telephone
+analog den ersten 10 untersucht.</p>
+
+<p>Es ist kaum zu glauben, wieviel Schmutz den
+Telephonen im allgemeinen anhaftet. Besonders trifft
+dies zu f&uuml;r die in dunkelen, geschlossenen Zellen untergebrachten
+Fernsprecher. Da vielfach nicht einmal f&uuml;r
+Beleuchtung in denselben gesorgt ist, so ist es begreiflich,
+da&szlig; der ungeheuere Schmutz von den Besitzern der
+Apparate garnicht gesehen und demzufolge f&uuml;r eine
+Entfernung garnicht Sorge getragen wird. So ist es
+wohl denkbar, da&szlig; in vielen derartigen F&auml;llen der
+Schmutz sich &uuml;ber Jahre hin anh&auml;ufen konnte.</p>
+
+<p>Nach der Auswaschung nimmt die klare Bouillon
+eine schmutzig graue, oft tief schwarze Verf&auml;rbung an
+und bleibt in den wenigsten F&auml;llen durchsichtig. Auch
+in den F&auml;llen, wo eine t&auml;gliche Reinigung der Telephone
+vorgenommen wird, wie an den Apparaten der
+Postanstalten und vieler Kliniken, tritt, nachdem das
+<span class="pagenum"><a name="Page_16">[16]</a></span>
+Material in der Bouillon ausgewaschen ist, stets eine,
+wenn auch geringe Tr&uuml;bung ein.</p>
+
+<p>Zentrifugiert setzt sich ein mehr oder weniger
+reichlicher, grauer bis schwarzer Bodensatz ab, dessen
+Formbestandteile nicht n&auml;her zu differenzieren waren.</p>
+
+<p>Bringt man einen Tropfen dieser Bouillon auf ein
+Deckglas und betrachtet das ungef&auml;rbte, nicht lufttrocken
+gemachte Pr&auml;parat unter dem Mikroskop oder
+nimmt man die Untersuchung am h&auml;ngenden Tropfen
+vor, so sieht man eine unglaubliche Menge der verschiedensten
+Mikroorganismen, runde Kokken, die vereinzelt
+oder zu langen Ketten aneinandergereiht
+liegen und schon hier als Streptokokken zu diagnostizieren
+waren; kurze, l&auml;ngere, oft <ins title="kollossal">kolossal</ins> lange St&auml;bchen
+mit und ohne lebhafte Eigenbewegungen, mit und
+ohne stark gl&auml;nzende Sporen. Die Bouillon enthielt
+also eine Unzahl von Keimen. F&uuml;r die Aussaat auf
+Kulturplatten entschied ich mich nach l&auml;ngeren Probeversuchen
+f&uuml;r die Menge von 2 Platin&ouml;sen. Es wuchsen
+bei dieser Aussaatmenge im Mittel 27 Kolonieen auf
+den N&auml;hrb&ouml;den, was einer Menge von 67500 in den 5&nbsp;ccm
+Waschfl&uuml;ssigkeit entsprechen w&uuml;rde.</p>
+
+<p>Mit dem gewonnenen Material wurden nun folgende
+Versuche angestellt:</p>
+
+<p>Je zwei Platin&ouml;sen wurden auf Agar-Agarplatten
+verimpft und von diesen die eine bei Zimmertemperatur,
+die andere im Brutschrank bei 37&deg; aufbewahrt und
+14 Tage lang beobachtet.</p>
+
+<p>2 Platin&ouml;sen wurden in Gelatine verteilt und diese
+in Petrischalen ausgegossen; mit dem Rest der Bouillon
+wurden Tierexperimente angestellt. Zu den Versuchen
+wurden ausschlie&szlig;lich Meerschweinchen verwandt. Diesen
+wurde der ganze Rest der bakterienhaltigen Bouillon
+<span class="pagenum"><a name="Page_17">[17]</a></span>
+also ca. 5 oder 10&nbsp;ccm, subcutan oder intraperitoneal
+injiciert.</p>
+
+<p>Von den auf den Platten gewachsenen Kolonieen
+wurden Reinkulturen gewonnen und auch mit diesen
+Tierversuche angestellt: 2&ndash;4 Platin&ouml;sen dieser Reinkulturen
+wurden in 2&nbsp;ccm steriler Kochsalzl&ouml;sung fein
+verteilt und Meerschweinchen subcutan injiziert.</p>
+
+<p>Wo ich a priori infekti&ouml;ses Material erwarten
+konnte, wie bei den Telephonen der Diphtherie- oder
+Typhusbaracke, wurden neben den gew&ouml;hnlichen Agarplatten
+auch andere N&auml;hrb&ouml;den zur Z&uuml;chtung verwandt:
+Material aus der Diphtheriebaracke wurde auf Hammelblutserumplatten
+ausges&auml;t, und mit dem Material aus
+der Typhusbaracke das Verfahren der Anreicherung in
+Ochsengalle angestellt. &Uuml;ber das Ergebnis wird weiter
+unten berichtet werden.</p>
+
+<p>Die Versuche ergaben folgendes Resultat:</p>
+
+<p>Was zun&auml;chst die <em class="gesperrt">Zahl</em> der gewachsenen Kolonieen
+betrifft, so ist oben bemerkt worden, da&szlig; ein Unterschied
+zu konstatieren war, je nachdem die Platten
+mit dem Material des H&ouml;rers oder des Sprechtrichters
+bes&auml;t waren. H&ouml;rer und Schallbecher wurden getrennt
+untersucht bei 20 Telephonen. Der besseren &Uuml;bersicht
+diene folgende Zusammenstellung: Siehe Tabelle S.&nbsp;18.</p>
+
+<div id="agar-table">
+<table summary="Anzahl der auf Agar-Agar Platten gewachsenen Kolonieen">
+ <caption>Tabelle von Seite 17.<br/>
+ Anzahl der auf Agar-Agar Platten gewachsenen Kolonieen</caption>
+ <thead>
+ <tr>
+ <th>Telephon Nr.</th>
+ <th>Material des H&ouml;rers</th>
+ <th class="last">Material des Schallbechers</th>
+ </tr>
+ </thead>
+ <tfoot>
+ <tr>
+ <td><div>20</div>Telephone</td>
+ <td><div>1418</div>Kolonieen</td>
+ <td class="last"><div>287</div>Kolonieen</td>
+ </tr>
+ </tfoot>
+ <tbody>
+ <tr>
+ <td><div>1</div></td>
+ <td><div>30</div></td>
+ <td class="last"><div>16</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>2</div></td>
+ <td><div>24</div></td>
+ <td class="last"><div>16</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>3</div></td>
+ <td><div>20</div></td>
+ <td class="last"><div>5</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>4</div></td>
+ <td><div>8</div></td>
+ <td class="last"><div>1</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>5</div></td>
+ <td><div>39</div></td>
+ <td class="last"><div>7</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>6</div></td>
+ <td><div>4</div></td>
+ <td class="last"><div><div class="excl">8!</div></div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>7</div></td>
+ <td><div>18</div></td>
+ <td class="last"><div>3</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>8</div></td>
+ <td><div>245</div></td>
+ <td class="last"><div>18</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>9</div></td>
+ <td><div>12</div></td>
+ <td class="last"><div><div class="excl">74!</div></div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>10</div></td>
+ <td><div>5</div></td>
+ <td class="last"><div>2</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>31</div></td>
+ <td><div>348</div></td>
+ <td class="last"><div>18</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>32</div></td>
+ <td><div>83</div></td>
+ <td class="last"><div>5</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>33</div></td>
+ <td><div>7</div></td>
+ <td class="last"><div>7</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>34</div></td>
+ <td><div>6</div></td>
+ <td class="last"><div><div class="excl">28!</div></div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>35</div></td>
+ <td><div>23</div></td>
+ <td class="last"><div><div class="excl">26!</div></div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>36</div></td>
+ <td><div>364</div></td>
+ <td class="last"><div>24</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>37</div></td>
+ <td><div>70</div></td>
+ <td class="last"><div>8</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>38</div></td>
+ <td><div>18</div></td>
+ <td class="last"><div>3</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>39</div></td>
+ <td><div>63</div></td>
+ <td class="last"><div>5</div></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td><div>40</div></td>
+ <td><div>31</div></td>
+ <td class="last"><div>13</div></td>
+ </tr>
+ </tbody>
+</table>
+</div>
+
+<p>Die Tabelle zeigt uns, da&szlig; durchschnittlich die
+Kulturplatten, die mit dem Material des H&ouml;rers bes&auml;t
+sind, rund 71 Kolonieen aufweisen, w&auml;hrend auf den
+Kulturplatten, die mit dem Material des Schallbechers
+bes&auml;t sind, nur rund 14 Kolonieen gewachsen sind. Die
+Platten, die dem Material des H&ouml;rers entstammen, enthielten
+demnach etwa 5&nbsp;mal so viel Keime, als die des
+Schallbechers. Dieses Verh&auml;ltnis 5&nbsp;:&nbsp;1 scheint mir etwas
+zu hoch gegriffen und ist lediglich auf die au&szlig;erordentlich
+zahlreiche Bewachsung der Kulturplatten von den
+Telephonen Nr.&nbsp;8, 31, 36 zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Indessen
+<span class="pagenum"><a name="Page_18">[18]</a></span>
+ist als erwiesen anzusehen, da&szlig; dem H&ouml;rer eine weit
+gr&ouml;&szlig;ere Menge Mikroorganismen anhaften als dem
+Schallbecher. Den Grund f&uuml;r dieses zun&auml;chst nicht zu
+erwartende Resultat m&ouml;chte ich vornehmlich darin
+suchen, da&szlig; durch den direkten Kontakt der ganz ansehnlichen
+Fl&auml;che, die der H&ouml;rer bildet, mit der Haut
+<span class="pagenum"><a name="Page_19">[19]</a></span>
+und besonders auch den Haaren der das Telephon benutzenden
+Person das Haftenbleiben von Keimen stark
+beg&uuml;nstigt wird. Ferner ist in Erw&auml;gung zu ziehen,
+da&szlig; der H&ouml;rer der Ansiedelung von Keimen, die mit
+dem Staube verschleppt werden, eine gr&ouml;&szlig;ere Oberfl&auml;che
+darbietet und auch weit mehr der Staubablagerung
+exponiert ist als der trichterf&ouml;rmig abgeschlossene
+Schallbecher.</p>
+
+<p>Abgesehen von der Zahl der Keime interessierte
+nun besonders lebhaft die Frage nach der <em class="gesperrt">Art</em> derselben,
+unter besonderer Ber&uuml;cksichtigung des Umstandes, ob
+unter den aufgefundenen Arten pathogene Keime vorhanden
+seien.</p>
+
+<p>Zur Identifizierung der einzelnen Arten verwandte
+ich Z&uuml;chtung in Bouillon, auf Agar-Agar-, Serum-,
+Gelatineplatten, ferner mikroskopische Untersuchung
+aller gewachsenen Kolonieen sowohl im h&auml;ngenden
+Tropfen wie nach vorangegangener F&auml;rbung mit Methylenblau,
+Karbolfuchsin, Malachitgr&uuml;n, oder Gramf&auml;rbung
+und zur besseren Darstellung der Sporen die
+Sporenf&auml;rbung nach <span class="gesperrt">M&ouml;ller</span>, bei Diphtherie &auml;hnlichen
+Keimen die von <span class="gesperrt">Loeffler</span> modifizierte Neissersche Polk&ouml;rnchenf&auml;rbung,
+an die sich eventuell weiter notwendige
+Ma&szlig;nahmen wie Verimpfung auf Trauben- und Milchzuckerhaltige
+N&auml;hrb&ouml;den, spezifische Typhusn&auml;hrb&ouml;den
+usw. anschlossen. Zur Entscheidung &uuml;ber die Pathogenit&auml;t
+diente in jedem Falle der Tierversuch.</p>
+
+<p>Hiernach kam ich zu folgendem Resultat:</p>
+
+<p>Die Arten der durch die Plattenkulturen an den
+Fernsprechern nachgewiesenen Mikroorganismen sind
+fast in jedem Falle die gleichen. Die Bakterienflora des
+H&ouml;rers unterschied sich qualitativ in nichts von der
+des Schallbechers, weshalb nach einer Reihe von Untersuchungen
+das gesonderte Verfahren aufgegeben wurde.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_20">[20]</a></span>
+Weitaus am h&auml;ufigsten, auf jeder Platte mehrmals,
+anzutreffen sind Kolonieen runder, Gram positiver
+Mikrokokken (Staphylokokken). Die Kolonieen sind in
+den meisten F&auml;llen schon makroskopisch als Staphylokokkenkolonieen
+zu erkennen. Sie sind zumeist rund,
+glattrandig, starkgl&auml;nzend und bilden ziemlich dicke
+Auflagerungen. H&auml;ufig zu beobachten ist nach l&auml;ngerer
+Zeit die Bildung von concentrischen Ringen und Dellen
+im Centrum der Kolonieen, soda&szlig; die Randzone wallartig
+aufgeworfen erscheint. In der Farbe geben sie
+alle N&uuml;ancierungen wieder von einem dunklen Orange
+zum hellen Citronengelb, von einem leuchtenden Wei&szlig;
+&uuml;ber rosa Farbent&ouml;ne zum Rot. Auch Farbenwechsel
+nach l&auml;ngerer Zeit ist beobachtet: Kolonieen, die anf&auml;nglich
+als wei&szlig;e Auflagerungen protokolliert sind,
+nehmen sp&auml;ter z.&nbsp;B. einen <ins title="gelblichorange">gelblichorangen</ins> Farbenton an.
+Andrerseits findet sich bei ein und derselben Kolonie
+st&auml;rker ausgesprochene F&auml;rbung des Centrums oder
+entsprechend den concentrischen Ringen, w&auml;hrend
+h&auml;ufig die Randzone blassere Farbent&ouml;ne aufweist.
+Nicht immer ist der Grund darin zu suchen, da&szlig; die
+Kolonie stumpf kegelf&ouml;rmig vom Rande her nach dem
+Centrum ansteigt, also an der Peripherie d&uuml;nner geschichtet
+ist.</p>
+
+<p>Die Gr&ouml;&szlig;enverh&auml;ltnisse der Kolonieen sind auch
+bei gleichem Alter verschieden: es finden sich Kolonieen
+im Durchmesser von 1&ndash;20&nbsp;mm.</p>
+
+<p>Die Konsistenz der Kolonieen ist durchweg weich,
+das Material f&uuml;r die Untersuchungen ist mit der Platin&ouml;se
+stets leicht zu entnehmen.</p>
+
+<p>Die Form der Kokken ist in der Mehrzahl der F&auml;lle
+rund und im allgemeinen treffen wir bei der gleichen
+Kolonie Kokken von gleicher Gr&ouml;&szlig;e. Sie liegen haufenweise
+zusammen, ausgesprochene Traubenform ist nicht
+selten. H&auml;ufig liegen sie vereinzelt und imponieren
+<span class="pagenum"><a name="Page_21">[21]</a></span>
+dann oft als Diplokokken. Was die Gr&ouml;&szlig;e der einzelnen
+Kokkenarten anbelangt, so finden wir alle &Uuml;berg&auml;nge
+von winzigen zu recht ansehnlichen Kokken.</p>
+
+<p>Die Agarstrichkulturen zeigen die gleichen Eigenschaften
+bez&uuml;glich der Farbe und Beschaffenheit wie die
+Plattenkulturen. Sie bilden dicke, saftig erscheinende
+Auflagerungen l&auml;ngs des Striches, meist &uuml;ber ihn hinauswachsend.
+Das Kondenswasser ist diffus getr&uuml;bt.</p>
+
+<p>Die Gelatine wird von den einzelnen Arten verschieden
+sp&auml;t verfl&uuml;ssigt. Einige Kokkenarten verfl&uuml;ssigen
+rapide, bei anderen zeigt sich erst nach Ablauf
+von einigen Tagen eine schwache Verfl&uuml;ssigungszone
+um die Kolonie, wieder andere verfl&uuml;ssigen garnicht.</p>
+
+<p>Nach ihren genannten Merkmalen trage ich keine
+Bedenken, die meisten der gefundenen Arten je nach
+ihrer Farbstoffbildung als <span class="gesperrt">Staphylococcus albus</span>,
+<span class="gesperrt">aureus</span>, <span class="gesperrt">citreus</span>, <span class="gesperrt">rosaceus etc.</span> zu identifizieren.
+Der Staphylococcus albus, aureus, citreus wird ja vielfach
+als der verbreiteteste Eitererreger angesehen, und
+es liegt der Gedanke nahe, da&szlig; wir es bei den aufgefundenen
+Arten mit Vertretern pathogener Keime zu tun
+haben. Indessen kann man nicht lediglich aus der
+Form und der Art des Wachstums der Mikroorganismen
+R&uuml;ckschl&uuml;sse auf deren Virulenz machen. Ich habe daher
+in all diesen F&auml;llen den Tierversuch entscheiden
+lassen. Von Reinkulturen wurden 2 bis 4 Platin&ouml;sen
+Meerschweinchen unter die Haut appliziert: trotz der
+reichlichen Menge zeigten die Tiere keinerlei Herd- oder
+Allgemeinerscheinungen, die auf krankhafte Prozesse
+schlie&szlig;en lie&szlig;en.</p>
+
+<p>Ziemlich selten wurden Gram negative Kokken
+gefunden.</p>
+
+<p>W&auml;hrend von den Gram positiven Kokken jede
+einzelne Art h&auml;ufiger anzutreffen war, ist von den
+<span class="pagenum"><a name="Page_22">[22]</a></span>
+Gram negativen Kokkenkolonieen fast keine der anderen
+gleich:</p>
+
+<p>Sind sie auch &auml;u&szlig;erlich nach Farbe und Beschaffenheit
+der Kolonieen nicht zu unterscheiden so finden sich
+Abweichungen in der Gr&ouml;&szlig;e der einzelnen Kokken,
+der F&auml;higkeit, Gelatine zu verfl&uuml;ssigen, oder der Form,
+indem sie dann und wann als Diplokokken in Erscheinung
+treten.</p>
+
+<p>Relativ oft sind es bla&szlig;graue bis br&auml;unliche, stark
+saftig erscheinende Kolonieen, deren mehr oder weniger
+breite Randzone einen gezackten Rand aufweist und
+transparent ist. Ihre Oberfl&auml;che ist glatt, oft mit
+radi&auml;rer Streifung versehen. Treten dazu concentrische
+Ringe, so erhalten die Kolonieen, wie einige Mal beobachtet,
+ein kokarden&auml;hnliches Aussehen.</p>
+
+<p>Auch gr&uuml;nlichgelbe, citronen- bis schwefelgelbe
+Kolonieen kommen h&auml;ufiger vor; auch diese Kolonieen
+bilden nach einiger Zeit concentrische Ringe, in noch
+&auml;lteren Stadien Schichtung im Centrum. Diese gelben
+Kolonieen zeigen die Eigent&uuml;mlichkeit, da&szlig; die Gr&ouml;&szlig;e
+der Kokken aus der gleichen Kolonie ziemlich variiert.</p>
+
+<p>Auch mit diesen Gram negativen Kokkenarten
+sind Tierexperimente angestellt worden. Es zeigte sich,
+da&szlig; auch sie nicht tierpathogen sind.</p>
+
+<p>Sehr h&auml;ufig sind Sarcine auf den Kulturplatten
+anzutreffen. Fast ausschlie&szlig;lich sind es matt oder
+gl&auml;nzend gelbe, glattrandige, die Gelatine mehr oder
+weniger zeitig verfl&uuml;ssigende Kolonieen. Auf Gelatineplatten
+wachsen sie langsam, schneller auf Agarplatten,
+wo Auflagerungen von 1&nbsp;cm Durchmesser beobachtet
+wurden. Mikroskopisch finden wir neben ausgesprochener
+Warenballenform Anordnung der Sarcinekokken
+in Tetraden.</p>
+
+<p>Zweimal sind kleine, grauwei&szlig;e, runde, matte
+Sarcinekolonieen angetroffen worden, die die Gelatine
+<span class="pagenum"><a name="Page_23">[23]</a></span>
+sp&auml;t verfl&uuml;ssigten. Mikroskopisch erwiesen sie sich als
+kleine rundliche Kokken, die zu vieren zusammenlagen.</p>
+
+<p>Einige der oben angef&uuml;hrten gelb wachsenden
+Arten halte ich f&uuml;r identisch mit der <span class="gesperrt">Sarcina flava</span>
+und <span class="gesperrt">lutea</span>.</p>
+
+<p>Auch mit den Sarcinearten sind Tierversuche
+angestellt worden. Injektionen von Reinkulturen unter
+die Haut von Meerschweinchen riefen keinerlei Ver&auml;nderungen
+am Tierk&ouml;rper hervor.</p>
+
+<p>Zu den allergew&ouml;hnlichsten Befunden auf den
+Kulturplatten geh&ouml;ren St&auml;bchen. Weitaus in der Mehrzahl
+sind es Vertreter aus der gro&szlig;en Gruppe der Heubazillen.
+Ihre Kolonieen finden sich auf jeder Platte
+als wei&szlig;lichgraue, gl&auml;nzende, auf Agar-Agar h&auml;ufiger
+matte, glattrandige Auflagerungen. Ihre Oberfl&auml;che
+ist oft radi&auml;r oder concentrisch gefaltet und einem
+H&auml;utchen vergleichbar.</p>
+
+<p>Mikroskopisch finden sich gro&szlig;e und mittelgro&szlig;e,
+oft zu langen F&auml;den vereinigte sporentragende St&auml;bchen,
+die sich nach Gram f&auml;rben. Im h&auml;ngenden
+Tropfen zeigen die Bazillen lebhafte Eigenbewegung.
+Die Gelatine wird schnell unter Bildung eines zarten
+H&auml;utchens verfl&uuml;ssigt.</p>
+
+<p>Als sicher konnten diagnostiziert werden der
+<span class="gesperrt">Bazillus subtilis</span>, der <span class="gesperrt">Bazillus mesentericus
+vulgatus</span>, charakterisiert durch das typische Wachstum
+auf Kartoffeln, ferner der <span class="gesperrt">Bazillus mycoides</span>,
+dessen Kolonieen wie die Ausl&auml;ufer von Wurzeln sich
+verzweigen und schon makroskopisch nicht zu verkennen
+sind. Alle diese Mikroorganismen sind in Luft und
+Staub weit verbreitet und absolut unsch&auml;dlich. Die
+pathogenen Arten der sporenbildenden St&auml;bchen, die
+Erreger des Milzbrandes, Rauschbrandes, des malignen
+Oedems sind nicht gefunden worden.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_24">[24]</a></span>
+Nicht sporentragende St&auml;bchen geh&ouml;ren ebenfalls
+zu den allergew&ouml;hnlichsten Befunden.</p>
+
+<p>Kurze, plumpe Gram positive St&auml;bchen sind von
+den verschiedensten Kolonieen zu gewinnen. Beobachtet
+wurden auf Agarplatten orangegelbe Kolonieen,
+die eine stark gl&auml;nzende Oberfl&auml;che haben und nach dem
+Rande hin sich aufhellen. Die Kolonie ist stark prominent,
+ihr Rand glatt, bei &auml;lteren Kolonieen treffen wir
+im Centrum dellenf&ouml;rmige Einsenkungen an.</p>
+
+<p>Ein andermal entstammen nach ihrer Form mikroskopisch
+von den eben genannten nicht zu unterscheidende
+plumpe Kurzst&auml;bchen wei&szlig;lich runden,
+weniger intensiv gl&auml;nzenden, durch concentrische Ringe
+und gezackten Rand sich auszeichnenden Auflagerungen.</p>
+
+<p>Mit einiger Regelm&auml;&szlig;igkeit treffen wir ferner
+plumpe Kurzst&auml;bchen an in Kolonieen, die bla&szlig;graugelblich
+gl&auml;nzend, transparent sind und eine unregelm&auml;&szlig;ige
+Form haben. Die Randzone ist st&auml;rker prominent,
+wallartig und intensiver gelblich gef&auml;rbt.</p>
+
+<p>Weiterhin sind plumpe Gram positive Kurzst&auml;bchen
+nachzuweisen in gro&szlig;en, gelblichgrauen, gl&auml;nzenden,
+glattrandigen, runden Kolonieen mit concentrischen
+Ringen. Die St&auml;bchen aus diesen Kolonieen
+liegen meist paarweise aneinander.</p>
+
+<p>Auch auf bla&szlig;rosa, runden, im Centrum intensiver
+rosa gef&auml;rbten Kolonieen wuchsen plumpe Gram positive
+Kurzst&auml;bchen.</p>
+
+<p>Winzige, zarte, schlanke Gram positive St&auml;bchen
+bildeten oft Kolonieen, die eine saftig gl&auml;nzende Oberfl&auml;che
+aufweisen, gelb bis gelblichbraun gef&auml;rbt sind
+und nach dem Rand hin durchsichtig werden. Die Auflagerungen
+sind zart und erreichen selten eine auffallende
+Gr&ouml;&szlig;e.</p>
+
+<p>L&auml;ngere, zarte, sich nach Gram entf&auml;rbende
+St&auml;bchen begegnen uns h&auml;ufiger aus bla&szlig;grau gl&auml;nzenden,
+<span class="pagenum"><a name="Page_25">[25]</a></span>
+wie ein zarter Schleier auf Agarplatten wachsenden,
+durchsichtigen Kolonieen mit gezacktem Rand. In
+&auml;lteren Kolonieen nimmt das Centrum wei&szlig;liche Verf&auml;rbung
+an und ist oft durch einen concentrischen
+transparenten Ring von der ebenfalls sich wei&szlig;lich verf&auml;rbenden
+und dadurch undurchsichtig gewordenen
+Randzone getrennt.</p>
+
+<p>Auch zarte, kleine, Influenzabazillen &auml;hnliche
+Mikroorganismen sind gefunden worden. Sie teilen mit
+dem Erreger der Influenza die Form und die Eigenschaft,
+nach Gram sich zu entf&auml;rben. Ihre Kolonieen
+bilden kleine, runde, saftig gelbe Auflagerungen bis zu
+einem Durchmesser von 1&nbsp;mm, deren Rand glatt und
+gezackt ist. Die Tatsache, da&szlig; diese Bazillen sich auf
+Agarn&auml;hrb&ouml;den ohne Blutzusatz schon in erster Generation
+gewinnen und ohne Schwierigkeit fortz&uuml;chten
+lie&szlig;en, spricht allein schon gegen die Vermutung, da&szlig;
+wir es mit Influenzabazillen zu tun haben k&ouml;nnten.
+Influenzabazillen sind auch dem Eintrocknen gegen&uuml;ber
+wenig resistent. Rasches Eintrocknen soll sie nach
+<span class="gesperrt">Lehmann-Neumann</span> schon nach 2 Stunden zum
+Absterben bringen. Das Telephon w&auml;re also an sich
+schon ein wenig geeigneter Fundort f&uuml;r diese Bazillen.
+Wahrscheinlich haben wir einen aus der Luft h&auml;ufiger
+gewonnenen Bazillus vor uns, &auml;hnlich dem <span class="gesperrt">Bazillus
+a&euml;ris minutissimus</span>.</p>
+
+<p>Gram negative, bewegliche Bakterien, deren Kolonieen
+denen der Kolibakterien glichen und auch im
+mikroskopischen Bilde von ihnen nicht zu unterscheiden
+waren, konnten nicht als Kolibakterien angesprochen
+werden, da in den <span class="gesperrt">Loeffler</span>'schen Gr&uuml;nl&ouml;sungen Milch-
+und Traubenzucker von ihnen nicht verg&auml;rt wurden.</p>
+
+<p>Die Untersuchung typhus&auml;hnlicher Mikroorganismen
+auf spezifischen N&auml;hrb&ouml;den blieb gleichfalls resultatlos.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_26">[26]</a></span>
+Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Telephon
+der Typhusbaracke gewidmet. Typhusbazillen sind im
+Staub und auf den Fu&szlig;b&ouml;den von Wohnungen, in denen
+Typhuskranke gelegen haben, oftmals gefunden worden
+und wie <span class="gesperrt">Rullmann</span> nachgewiesen hat, bleiben diese
+Keime in sterilisierten Fu&szlig;b&ouml;den &uuml;ber ein Jahr am
+Leben. Mit dem aus dem Telephon der Typhusbaracke
+gewonnenen Material wurden abgesehen von den &uuml;blichen
+Verfahren Versuche angestellt, die besonders
+dem Nachweis von Typhusbazillen dienen sollten. Es
+wurde Material in R&ouml;hrchen mit Ochsengalle gebracht,
+um eine Anreicherung etwa vorhandener Typhusbazillen
+zu erzielen, und nun weiter auf Lakmusnutroseagar
+und Safranin-Reinblau-Malachitgr&uuml;n-N&auml;hrb&ouml;den
+nach <span class="gesperrt">Loeffler</span> verimpft. Die Versuche blieben
+negativ.</p>
+
+<p>Ebenfalls genaueren Untersuchungen wurde das
+Telephon der <ins title="Diphteriebaracke">Diphtheriebaracke</ins> unterzogen. Nach den
+von <span class="gesperrt">Weichardt</span>, <span class="gesperrt">Kolle</span>, <span class="gesperrt">Tjaden</span>, <span class="gesperrt">Park</span>, <span class="gesperrt">Wright</span>,
+<span class="gesperrt">Emerson</span>, <span class="gesperrt">J&auml;ger</span> und <span class="gesperrt">Forbes</span> angestellten Untersuchungen
+sind Diphtheriebazillen an den verschiedensten
+Gegenst&auml;nden aus der Umgebung des Kranken,
+an Betteppichen, Halst&uuml;chern, M&ouml;beln, T&uuml;rklinken,
+den Kleidern und Schuhen des Pflegepersonals und, was
+f&uuml;r die vorliegenden Untersuchungen von besonderer
+Wichtigkeit sein d&uuml;rfte, an den Haaren der W&auml;rterinnen
+nachgewiesen worden. Der Gedanke, am Telephon
+der Diphtheriebaracke die <span class="gesperrt">Loeffler</span>'schen Bazillen zu
+finden, hat jedenfalls viel Wahrscheinlichkeit f&uuml;r sich.
+Von vornherein wurde also Material auf <span class="gesperrt">Loeffler</span>'sches
+Hammelblutserum ausges&auml;t. Unter den gewachsenen
+Kolonieen war keine typisch f&uuml;r Diphtherie und auch
+mikroskopisch sind auf den der Diphtheriebaracke entstammenden
+Kulturen weder Diphtherie- noch Pseudodiphtheriebazillen
+aufgefunden worden.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_27">[27]</a></span>
+Dagegen fanden sich ein einziges Mal &ndash; dem
+Telephon einer Privatklinik entstammend &ndash; Bazillen,
+die Gram positiv waren und in ihrer Form und Struktur,
+auch in der Art, wie die einzelnen Bazillen zu einander
+lagen, echten Diphtheriebazillen glichen. Die Bazillen
+waren an den Enden hantelf&ouml;rmig verdickt. Auf den
+Originalagarplatten wuchsen sie in kleinen runden grauen
+Kolonieen mit matter Oberfl&auml;che. Die Fortz&uuml;chtung
+auf Agarschr&auml;gr&ouml;hrchen gelang m&uuml;helos: es bildete sich
+ein grauer, matt gl&auml;nzender, wie granuliert erscheinender
+&Uuml;berzug.</p>
+
+<p>Die <span class="gesperrt">Neisser</span>'sche Polk&ouml;rnchenf&auml;rbung nach dem
+von <span class="gesperrt">Loeffler</span> angegebenen Verfahren lie&szlig; an der Vermutung,
+es k&ouml;nne sich um Diphtheriebazillen handeln,
+gro&szlig;e Zweifel aufkommen. Die F&auml;rbung fiel wenig
+charakteristisch aus. Um eine sichere Unterscheidung
+zwischen diesen Bazillen und den echten Diphtheriebazillen
+durchzuf&uuml;hren, wurden frische Reinkulturen
+auf Hammelblutserum angelegt &ndash; sie wuchsen dort wie
+Diphtheriekulturen &ndash;, und von diesen 24 Stunden alten
+Kolonieen zwei Platin&ouml;sen subkutan auf Meerschweinchen
+verimpft. Die Tiere blieben am Leben, von einem
+Infiltrat an der Impfstelle war nichts zu sehen. Es
+handelt sich also um irgend eine Art Pseudodiphtheriebazillen.</p>
+
+<p>So zahlreich die gefundenen Arten sein m&ouml;gen,
+und so schwer es ist, jede von ihnen zu diagnostizieren,
+die Frage nach der Pathogenit&auml;t der aufgefundenen
+Keime, worauf es bei den vorliegenden Untersuchungen
+in erster Linie ankam, ist jedenfalls zu verneinen. Der
+Tierversuch ergab, da&szlig; kein Tier irgendwelche Krankheitserscheinungen
+aufwies, wobei zu bedenken ist,
+da&szlig; von allen genannten Keimen reichliches Material
+zur Verimpfung in Anwendung kam.</p>
+
+<p><span class="pagenum"><a name="Page_28">[28]</a></span>
+Wiederholt sind derbe, graue bis wei&szlig;liche, trockene
+gerunzelte Kolonieen auf den Kulturplatten angetroffen
+worden, die einem pergamentartigen &Uuml;berzug gleichen,
+auf dem Agarn&auml;hrboden fest haften und nach l&auml;ngerer
+Zeit wie mit einem wei&szlig;en Flaum besetzt sind. Die
+Kulturplatten, auf denen sie zu finden sind, lassen beim
+&Ouml;ffnen einen stark schimmelartigen Geruch entstr&ouml;men.
+Im mikroskopischen Bilde sind dichotomisch verzweigte
+F&auml;den zu sehen. Wir haben hier <em class="gesperrt">Streptothrixarten</em>
+vor uns, die h&auml;ufig als Luftverunreinigungen angetroffen
+werden und als Krankheitserreger nicht in Betracht
+kommen.</p>
+
+<p>Auf einigen Platten treffen wir kleine, rosafarbene
+Kolonieen mit granulierter Oberfl&auml;che an, deren Randzone
+kugelige Gebilde aufweist. Unter dem Mikroskop
+sehen wir gro&szlig;e, eif&ouml;rmige Gebilde mit ausgesprochener
+Sprossung. Zweifellos handelt es sich um die in der Luft
+h&auml;ufig nachzuweisende, <em class="gesperrt">nicht pathogene rosa Hefe</em>.</p>
+
+<p>Auf jeder Platte wachsen ferner im Durchschnitt
+2 bis 3 Kolonieen von Schimmelpilzen. Sie waren
+leicht mit schwacher Vergr&ouml;&szlig;erung an ihren Hyphen
+als <em class="gesperrt">Mukor, Aspergillus, Penizillium und Oidiumarten
+zu differenzieren</em>.</p>
+
+<p><em class="gesperrt">Das Ergebnis der Untersuchungen, die
+angestellt wurden mit den auf den Kulturplatten
+aufgefundenen Mikroorganismen, ist
+also in dem Sinne zu bewerten, da&szlig; es nicht
+gelungen ist, krankheitserregende Keime unter
+ihnen nachzuweisen.</em></p>
+
+<p>Bei der geringen Menge des zur Aussaat auf Kulturplatten
+gelangten Materials ist die M&ouml;glichkeit nicht
+von der Hand zu weisen, da&szlig; Keime, die am Telephon
+vorkommen, garnicht auf die Kulturplatten gelangt
+sind, andrerseits Keime f&uuml;r ihre Weiterentwickelung
+ung&uuml;nstige Bedingungen angetroffen haben k&ouml;nnten,
+<span class="pagenum"><a name="Page_29">[29]</a></span>
+wie dies z.&nbsp;B. f&uuml;r ausschlie&szlig;lich anaerob wachsende
+Arten und auch f&uuml;r Tuberkelbazillen zutreffen w&uuml;rde,
+die an sich schon ein sehr langsames Wachstum selbst
+auf den ihnen zusagenden N&auml;hrb&ouml;den haben und auf
+den zur Verwendung gelangten N&auml;hrb&ouml;den so gut wie
+garnicht wachsen. Um deren Vorkommen festzustellen,
+dienten in erster Linie die oben angef&uuml;hrten Tierversuche,
+die darin bestanden, da&szlig; Meerschweinchen die
+ganze Bouillon, mit der die Telephone abgerieben waren,
+subkutan respektive intraperitoneal injiziert wurde.</p>
+
+<p>Diese Versuche reihen sich zwanglos an die oben
+erw&auml;hnten Untersuchungen von Dr. <span class="gesperrt">Spitta</span>-London
+bez&uuml;glich des Vorkommens von Tuberkelbazillen an
+den Fernsprechern an.</p>
+
+<p>Wegen der ungeheueren Menge von Keimen, die
+diese Bouillon enthielt, habe ich irgend eine st&auml;rkere
+Reaktion des Tierk&ouml;rpers erwartet. Es &uuml;berraschte
+mich also, da&szlig; bei s&auml;mtlichen Impfungen die Tiere am
+Leben blieben und abgesehen von einem Falle, keinerlei
+Krankheitserscheinungen zeigten. Die Injektionsfl&uuml;ssigkeit
+wurde alsbald resorbiert, von irgend welchen
+Symptomen einer Entz&uuml;ndung an der Injektionsstelle
+war nichts zu konstatieren. Bei den meisten Tieren
+zeigte sich jedoch nach 5 bis 7 Tagen eine Schwellung
+der der Injektionsstelle entsprechenden Achsel- und
+Leistendr&uuml;sen. Zu einer ausgesprochenen Verh&auml;rtung
+der Dr&uuml;sen, die den Verdacht auf tuberkul&ouml;se Prozesse
+h&auml;tte wachrufen k&ouml;nnen, kam es jedoch nicht. Durchschnittlich
+nach weiteren 6 bis 8 Tagen ging die Anschwellung
+zur&uuml;ck; 14 Tage nach der Injektion, bei
+einzelnen Tieren erst nach 4 Wochen, war eine Vergr&ouml;&szlig;erung
+oder Schwellung der Dr&uuml;sen nicht mehr
+wahrzunehmen. S&auml;mtliche Tiere wurden 8 Wochen
+lang beobachtet, sie blieben vollkommen gesund. Diese
+vor&uuml;bergehenden Dr&uuml;senanschwellungen sind m.&nbsp;E. aufzufassen
+<span class="pagenum"><a name="Page_30">[30]</a></span>
+als die Antwort auf den durch die zugef&uuml;hrten
+Bakterien, den Staub und Schmutz ausgel&ouml;sten Reiz.</p>
+
+<p>Nur bei einem Tiere kam es lokal zu einer Absce&szlig;bildung.
+Nach 3 Tagen bestand hochgradige Schwellung
+an der Injektionsstelle, das Tier machte &auml;u&szlig;erlich einen
+schwerkranken Eindruck. Am 5. Tage nach der Injektion
+erfolgte spontan der Aufbruch des Abscesses.
+Nach 10 Tagen vollkommene Ausheilung mit Hinterlassung
+einer 1&nbsp;&frac12;&nbsp;cm langen Narbe. Als Ursache der
+Absce&szlig;bildung konstatierte ich unter dem Mikroskop
+runde Kokken.</p>
+
+<p>Das Material entstammte einem Telephon, das in
+dunkler, nicht ventilierbarer Zelle untergebracht war.
+Die Bouillon verf&auml;rbte sich nach der Auswaschung des
+Wattebausches tiefschwarz.</p>
+
+<p>Eine Bedeutung f&uuml;r die Frage, ob das Telephon
+eine Gefahr in gesundheitlicher Beziehung f&uuml;r die es
+benutzenden Personen darstellt, kommt indessen diesem
+Ausnahmefall nicht zu. Es ist doch ein gewaltiger
+Unterschied, ob, wie in diesem Falle, Millionen von
+Mikroorganismen einem Meerschweinchen unter die
+Haut geimpft werden oder zuf&auml;llig Keime in die Mundh&ouml;hle
+und den Rachen eines Menschen gelangen.
+Sollte dieser Fall wirklich einmal eintreten, so ist selbst
+dann noch nicht eine Gefahr darin zu erblicken: einmal
+kann es sich nur um eine verschwindend geringe Anzahl
+von Keimen handeln, die w&auml;hrend der Benutzung des
+Fernsprechers auf den Menschen &uuml;bertragen werden
+k&ouml;nnen; dann sind die am H&ouml;rer und Schalltrichter
+nachgewiesenen Mikroorganismen durch das Ergebnis
+der Tierversuche als harmlose Saprophyten zu betrachten,
+denen krankheitserregende Eigenschaften nicht
+anhaften. Speziell ist zusammen mit den Untersuchungen
+von <span class="gesperrt">Spitta</span>-London hinsichtlich der Tuberkulose&uuml;bertragung
+auf Grund der zahlreich unternommenen
+<span class="pagenum"><a name="Page_31">[31]</a></span>
+Tierversuche ausdr&uuml;cklich zu konstatieren,
+da&szlig; Tuberkelbazillen nicht nachgewiesen werden konnten.
+Endlich stehen f&uuml;r den Fall, da&szlig; Mikroorganismen
+tats&auml;chlich in die Mund-, Nasen- und Rachenh&ouml;hle
+gelangen sollten, dem Organismus eine Reihe von
+Schutzma&szlig;regeln zur Verf&uuml;gung, die zum mindesten
+eine Abschw&auml;chung der ohnehin schon recht minimalen
+Virulenz der Keime, wenn nicht gar deren vollst&auml;ndige
+Vernichtung bewirken. Die Sekrete der Schleim- und
+Speicheldr&uuml;sen in der Mundh&ouml;hle, dem Nasen- und
+Rachenraum und der tieferen Luftwege haben antibakterielle
+Eigenschaften und es ist somit in der normalen
+Schleim- und Speichelproduktion ein nat&uuml;rlicher
+Schutz des Organismus gegen sch&auml;dliche Keime zu
+sehen. Weiterhin sucht sich der K&ouml;rper rein mechanisch
+durch die Flimmerbewegungen der Epithelien der in die
+Luftr&ouml;hre eingedrungenen Keime zu entledigen.</p>
+
+<p>Die Ergebnisse der bevorstehenden Arbeit geben
+in vollkommen objektiver Weise die Verh&auml;ltnisse an
+zahlreichen im allt&auml;glichen Gebrauch befindlichen Telephonen
+wieder. Pathogene Keime sind nicht gefunden
+worden. Die Bef&uuml;rchtungen, die im Publikum wiederholt
+betreffs der Tuberkulose&uuml;bertragung durch das
+Telephon laut geworden sind, entbehren jeder Begr&uuml;ndung.
+<span class="gesperrt">Allan</span>s Publikationen sind lediglich als Zufallsbeobachtungen
+zu bewerten. Die im Publikum weitverbreitete
+Angst vor einer Ansteckungsm&ouml;glichkeit
+durch die Benutzung des Fernsprechers ist demnach
+als vollkommen unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. Die
+Frage nach einem Bed&uuml;rfnis, das Telephon zu desinfizieren,
+m&ouml;chte ich mit Dr. <span class="gesperrt">M&uuml;ller</span>-M&uuml;nchen verneinen.
+Den Geboten der Hygiene und der &Auml;sthetik folgend
+soll indessen ausdr&uuml;cklich an einer weitgehenden Sauberhaltung
+des Telephons festgehalten werden. In dem
+Bestreben, diesen hygienischen und &auml;sthetischen Forderungen
+<span class="pagenum"><a name="Page_32">[32]</a></span>
+in weitgehendster Weise zu entsprechen, ist
+von jeher nichts unversucht gelassen worden. Das
+beweist die Unmenge von Apparaten, die mehr oder
+weniger kompliziert, alle das Ziel verfolgen, der &Uuml;bertragung
+ansteckender Krankheiten durch den Gebrauch
+des Fernsprechers vorzubeugen; das beweisen ferner
+die zahlreichen Anpreisungen desinfizierender Stoffe,
+die eigens f&uuml;r das Telephon erdacht sind. Wo indessen
+Untersuchungen vorgenommen sind, um die desinfizierende
+Wirkung dieser Stoffe zu erproben, da ist man
+bald von der Wertlosigkeit dieser Mittel als Desinfizientien
+&uuml;berzeugt worden.</p>
+
+<p>Von der Unmenge der Apparate, die <span class="gesperrt">Kausch</span> in
+der zusammenfassenden &Uuml;bersicht &uuml;ber &raquo;Verfahren
+und Apparate zur Desinfektion der Telephone&laquo; beschreibt,
+ist auch keiner zur allgemeinen oder doch nur
+weiteren Verwendung gelangt, ein Umstand, der ihre
+praktische Unbrauchbarkeit zur Gen&uuml;ge beweist. Apparate,
+die selbstt&auml;tig beim Abnehmen und Anh&auml;ngen
+des Fernh&ouml;rers funktionieren, die in Verbindung mit
+dem Mechanismus des Fernsprechers Ozon oder hei&szlig;e
+Luft erzeugen, sind in ihrer Konstruktion zu kompliziert
+und infolgedessen auch zu kostspielig, um weitere Verbreitung
+zu finden.</p>
+
+<p>Es gen&uuml;gt wohl in jedem Falle die Sauberhaltung der
+Fernsprecher durch einfaches t&auml;gliches Abreiben mit oder
+ohne desinfizierende L&ouml;sungen. Aus rein &auml;sthetischen
+Gr&uuml;nden empfiehlt es sich, mit der Desinfektion eine Desodorierung
+der Schallbecher zu erzielen &ndash; soll es doch
+vorkommen, da&szlig; die Schallbecher nach Benutzung
+durch Personen, die mit &uuml;blem Mundgeruch behaftet
+sind, noch lange Zeit einen widerlichen Geruch ausstr&ouml;men
+lassen.</p>
+
+<p>Gr&ouml;bliche Unsauberkeiten, wie sie oft von mir
+beobachtet werden konnten, lie&szlig;en sich eher vermeiden,
+<span class="pagenum"><a name="Page_33">[33]</a></span>
+wenn man dem Schallbecher einen hellen Anstrich g&auml;be.
+Schmutzablagerungen w&uuml;rden eher wahrgenommen, das
+Publikum selbst w&uuml;rde auf eine Reinhaltung der Fernsprecher
+dringen und von der erfolgten Sauberhaltung
+sich leicht &uuml;berzeugen k&ouml;nnen.</p>
+
+<div style="margin-top: 2em;">&nbsp;</div>
+<hr style="display: none;" />
+
+<p>Zum Schlusse ist es mir eine angenehme Pflicht,
+Herrn Geheimen Medizinalrat Professor Dr. <span class="gesperrt">Loeffler</span>
+f&uuml;r die &Uuml;berweisung der Arbeit und die vielen Anregungen
+w&auml;hrend ihrer Ausf&uuml;hrung meinen herzlichsten
+Dank auszusprechen. Ebenfalls m&ouml;chte ich nicht verfehlen,
+Herrn Dr. <span class="gesperrt">Walter</span> f&uuml;r seine stets bereitwillige
+Hilfeleistung bei den bakteriologischen Untersuchungen
+zu danken.</p>
+
+
+
+<h2>Literaturverzeichnis.</h2>
+
+
+<div class="indent">
+<p><span class="gesperrt">Allan</span>: Krankheits&uuml;bertragung durch das <ins title="fehlender Punkt im Original">Telephon.</ins> Lancet 1908,
+No.&nbsp;4426.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Spitta</span>: Medizinische Klinik 1912, No.&nbsp;29, S.&nbsp;1220 (Kleine Mitteilungen).</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Tomarkin</span>: &Uuml;ber die Gefahren der &Uuml;bertragung von Infektionsstoffen
+durch das Telephon und ihre Verh&uuml;tung.
+M&uuml;nchener Medizinische Wochenschrift 1906, S.&nbsp;2435.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Cornet</span>: Die Tuberkulose.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">M&uuml;ller</span>: Der Percy-Simundt'sche Telephondesinfektor. M&uuml;nchener
+Medizinische Wochenschrift 1905, No.&nbsp;51, S.&nbsp;2495.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Rullmann</span>: Zentralblatt f&uuml;r Bakteriologie Bd.&nbsp;30, S.&nbsp;321.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Weichardt</span>: Inaug.-Dissertation Breslau 1900.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Kolle</span>: Zeitschrift f&uuml;r Hygiene 1895, Bd.&nbsp;19, S.&nbsp;147.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Tjaden</span>: Archiv f&uuml;r klinische Medizin 1907, Bd.&nbsp;89, S.&nbsp;309.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Park</span>: Baumgartens Jahresbericht 1892, S.&nbsp;194.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Wright</span> und <span class="gesperrt">Emerson</span>: Zentralblatt f&uuml;r Bakteriologie, <ins title="fehlendes Komma im Original">Bd.&nbsp;16,</ins>
+S.&nbsp;412.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">J&auml;ger</span>: Deutsche Medizinische Wochenschrift 1899, S.&nbsp;472.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Forbes</span>: Wiener medizinische Presse 1895, S.&nbsp;192.</p>
+
+<p><span class="gesperrt">Kausch</span>: Zentralblatt f&uuml;r Bakteriologie, Bd.&nbsp;33, S.&nbsp;585.</p>
+
+<p>Ebenda Bd.&nbsp;23, S.&nbsp;289.</p>
+
+<p>Ebenda Bd.&nbsp;35, S.&nbsp;220.</p>
+
+<p>Ebenda Bd.&nbsp;32, Verfahren und Apparate zur Desinfektion
+der Telephone.</p>
+</div>
+
+
+<h2>Lebenslauf.</h2>
+
+
+<p>Ich, <span class="gesperrt">Johannes Carl Hermann Wei&szlig;</span>, bin geboren am
+5. Januar 1887 zu Alt-Anhalt im Kreise Ple&szlig;, Ober-Schlesien als
+Sohn des evangelischen Pastors <span class="gesperrt">Carl Wei&szlig;</span> und seiner Frau
+<span class="gesperrt">Elisabeth</span>, geb. <span class="gesperrt">Natorp</span>. In meinem 12. Lebensjahr, 1898
+kam ich auf das K&ouml;nigliche humanistische Gymnasium in Marburg
+a.&nbsp;Lahn, 1899 auf das K&ouml;nigliche Gymnasium in Bunzlau
+in Schlesien, 1904 auf das K&ouml;nigliche Gymnasium in Essen a.&nbsp;d.&nbsp;Ruhr,
+wo ich Ostern 1907 das Reifezeugnis erhielt. Ich w&auml;hlte
+das Studium der Medizin und studierte abwechselnd auf den
+Universit&auml;ten Jena und Greifswald. Nach f&uuml;nf Semestern bestand
+ich im Jahre 1909 die &auml;rztliche Vorpr&uuml;fung in Jena, nach
+weiteren f&uuml;nf Semestern im Juni 1912 das medizinische Staatsexamen
+vor der &auml;rztlichen Pr&uuml;fungskommission in Greifswald.
+Das praktische Jahr absolvierte ich am Hygienischen Institut
+in Greifswald, an der Provinzial-Hebammenlehranstalt in Paderborn,
+dem St&auml;dtischen Krankenhaus in Hamm i.&nbsp;Westf.
+und dem Friedrich Krupp'schen Krankenhaus in Essen-Ruhr.</p>
+
+<p>Meine Lehrer, denen ich an dieser Stelle meinen Dank
+ausspreche, waren</p>
+
+<div class="indent">
+<p><span class="gesperrt">in Jena</span>: Bennecke, Biedermann, Busse, D&uuml;rck, v.&nbsp;Eggeling,
+G&auml;rtner, Haeckel, Henkel, Kionka, Knorr, Lubosch,
+Maurer, Riedel, Schultze, Stahl, Stintzing, Winkelmann;</p>
+
+<p style="margin-bottom: 80px;"><span class="gesperrt">in Greifswald</span>: Beumer, Bleibtreu, Cohn, Grawitz, Gro&szlig;,
+A.&nbsp;Hoffmann, E.&nbsp;Hoffmann, Kallius, Kochmann, K&ouml;nig,
+Kroemer, Lange, Loeffler, Loehlein, Mangold, Peiper,
+Peter, R&ouml;mer, Schultze, Schulz, Steyrer, Vorkastner.</p>
+</div>
+
+
+
+
+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Experimentelle Untersuchungen über die
+Frage »Ist die Furcht vor Krankheitsübertragung durch das Telephon berechtigt«?, by Carl Weiss
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK EXPERIMENTELLE UNTERSUCHUNGEN ***
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+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
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+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.
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+
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+Foundation
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+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
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+This eBook, including all associated images, markup, improvements,
+metadata, and any other content or labor, has been confirmed to be
+in the PUBLIC DOMAIN IN THE UNITED STATES.
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+Procedures for determining public domain status are described in
+the "Copyright How-To" at https://www.gutenberg.org.
+
+No investigation has been made concerning possible copyrights in
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+this eBook outside of the United States should confirm copyright
+status under the laws that apply to them.
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