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+The Project Gutenberg EBook of Der Teufel und die Hölle, by Alfred Köppen
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Der Teufel und die Hölle
+ in der darstellenden Kunst von den Anfängen bis zum
+ Zeitalter Dante's und Giotto's
+
+Author: Alfred Köppen
+
+Release Date: March 30, 2008 [EBook #24961]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: UTF-8
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TEUFEL UND DIE HÖLLE ***
+
+
+
+
+Produced by Irma Spehar, Markus Brenner and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net (This
+book was produced from scanned images of public domain
+material from the Google Print project.)
+
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+
+
+ Der Teufel und die Hölle
+
+ in der darstellenden Kunst
+ von den Anfängen bis zum Zeitalter Dante’s
+ und Giotto’s.
+
+
+ =Inaugural-Dissertation,=
+
+ zur Erlangung der Doctorwürde
+ von der
+ philosophischen Fakultät der Universität Jena genehmigt.
+
+ Von
+
+ ALFRED KÖPPEN
+ aus Berlin.
+
+
+ Berlin.
+ _Druck von B. Berkowitz._
+ 1895.
+
+
+
+Genehmigt von der philosophischen Fakultät der Universität Jena auf
+Antrag des Herrn Geh. Hofrat Professor Dr. =Gaedechens=.
+
+=Jena=, den 3. Juli 1895.
+
+ Professor Dr. =L. Knorr=,
+ D. Z. Decan.
+
+
+
+
+ VORWORT.
+
+
+Der Teufel und die Hölle sind ihrer Natur nach eng verbunden, jener als
+der Inbegriff alles Bösen, als der unsichtbar wandelnde Geist, Verderber
+und Verführer der Menschen und zugleich als Fürst der Hölle, als Richter
+und Strafvollstrecker an den Verführten und Verdammten, diese als das
+Reich, wo alles Böse seine Sühne findet und der infernalischen Bosheit
+des Teufels der freiste Spielraum gelassen wird. Wer die Geschichte
+beider schreiben will, muss sie wegen ihrer innigen Beziehung zusammen
+betrachten, und besonders ist die Kunstgeschichte, wenn sie in einer
+ikonographischen Abhandlung die Typen des Teufels und der Hölle während
+der einzelnen Jahrhunderte feststellen will, zur gemeinsamen Betrachtung
+gezwungen, da das künstlerische Bild beide nur zu oft wie z. B. in der
+Darstellung des jüngsten Gerichtes verbunden zeigt.
+
+Bisher hat die Kunstgeschichte im Gegensatz zur Theologie und
+Litteraturgeschichte auf eine Abhandlung über den Teufel und die Hölle
+so gut wie verzichtet. Über jenen existieren freilich zwei Studien,
+welche jedoch das Thema nur streifen und ohne Rücksicht auf die
+Chronologie im Einzelnen nur ein Gesammtbild geben wollen.[1] Über die
+Hölle fehlt jede Arbeit. Dagegen finden sich in Sammelwerken[2], welche
+aufzuzählen zu weit führen würde, über beide Hinweise, ebenso in einigen
+Veröffentlichungen von Miniaturen[3], sowie in Studien über die
+Ikonographie des jüngsten Gerichtes.[4] Eine systematische Be- und
+Durcharbeitung dieses Stoffes steht aber noch aus, und auch das, was wir
+im Folgenden zu bieten wagen, soll ohne völlige Erschöpfung des
+Gegenstandes nur als grundlegende Vorarbeit dazu dienen.
+
+Die künstlerische Darstellung des Teufels und der Hölle ist vor dem
+achten Jahrhunderte nicht nachzuweisen, obwohl doch die Vorstellung
+beider in der Phantasie der christlichen Völker lebte. Die Bibel hatte
+ihr Bild im Besonderen vorgezeichnet und dasselbe war im Laufe der Zeit
+mit nationalen Vorstellungen aus der heidnischen Mythologie zu einem
+Gesammtbilde verschmolzen. Dies geschichtlich zu behandeln ist Aufgabe
+der Theologie und von dieser bereits gelöst.[5] Gleichwohl sollen in
+der vorliegenden Arbeit die Hauptpunkte der Entwicklung herangezogen
+werden, einerseits, um das fehlende künstlerische Bild jener Zeit durch
+das in der Litteratur erhaltene zu ergänzen, anderseits aber, weil das
+letztere und besonders das in der Bibel für die künstlerische
+Darstellung vorbildlich war. Auf die Entwicklung der Geschichte des
+Teufels und der Hölle wird dann die eigentliche, ikonographische
+Darstellung folgen, welche in der vorliegenden Abhandlung ausführlich
+von den ältesten Zeiten der christlichen Kunst bis auf Dante’s Zeitalter
+geführt werden soll. Die Typen, welche in diesem Zeitraum einander
+ablösen, entsprechen, wie wir sehen werden, inhaltlich den Anschauungen
+der Jahrhunderte und schliessen sich formal den jedesmal herrschenden
+Kunstrichtungen an.
+
+Die Darstellungen des Teufels und der Hölle kehren überall wieder: in
+Skulpturen, Erzwerken, Elfenbeinarbeiten, Miniaturen, Mosaiken und
+Fresken. Sie finden sich in vielen Abhandlungen beschrieben, denen ich
+gefolgt bin, ohne dass ich aus Mangel an Abbildungen im Stande gewesen
+wäre, die Richtigkeit derselben überall nachzuprüfen und zu verbürgen.
+Wo diese aber zur Verfügung standen, sind die Beschreibungen jedesmal
+neu gemacht worden. Dies gilt insbesondere für das Zeitalter Dante’s.
+
+Da der Teufel und die Hölle selten allein, sondern meist nur in
+grösseren Kompositionen verschiedenen Inhalts dargestellt ist, so werden
+diese jedesmal als für sich bestehend besprochen, chronologisch und wenn
+es sein muss, auch topographisch geordnet werden. Aus diesen
+Beschreibungen werden dann am Schlusse die einer jeden Epoche
+gemeinsamen Züge zu einem Gesammtbilde vereinigt werden.
+
+Nachdem wir also die Veranlassung und die Methode für die Untersuchung
+festgelegt haben, wenden wir uns nunmehr dieser selbst zu in der
+Hoffnung, dass diese Ikonographie dazu beitragen wird, das künstlerische
+Bild des Teufels und der Hölle während der einzelnen Jahrhunderte zu
+fixieren.
+
+
+
+
+ Der Teufel und die Hölle in der Litteratur.
+
+
+ Der Teufel und die Hölle in der Bibel.
+
+Der Teufel und die Hölle gehören dem specifisch christlichen
+Vorstellungskreise an und beide haben mit der Entwicklung der
+christlichen Religion die ihrige durchgemacht und im Laufe der
+Jahrhunderte die verschiedensten Anschauungen über sich ergehen lassen.
+Indessen fehlt es ihnen trotz ihres rein christlichen Gepräges nicht an
+gleichsam vorbereitenden Elementen, und man kann mit Recht behaupten,
+dass der Glaube an böse Götter wie Ahriman und Loki, an Dämonen und
+Zauberer, an Riesen, Zwerge, Kobolde, an Missgestalten wie die
+Centauren, Satyrn und Silene, an Ungetüme wie der Fenriswolf und die
+Midgardsschlange in der Gestalt des Teufels und teuflischer Wesen und
+andrerseits der Glaube an einen Strafort nach dem Tode wie den Hades,
+die finstere Hel, die persische Duseh in den Vorstellungen von der Hölle
+seine Auferstehung feierte.
+
+Der Teufel und die Hölle sind, wie die theologische Forschung dargethan,
+somit als Weiterbildung jener früheren Erscheinungen anzusehen. Als
+Beweis dafür kann man anführen, dass die spätere christliche Gestalt und
+der Charakter des Teufels Züge aus der heidnischen Mythologie entlehnt
+hat und das Bild der Hölle dem Colorit früherer Vorstellungen oft recht
+ähnlich erscheint.
+
+In der Bibel, deren Auffassung über beide Begriffe ja die grundlegende
+geworden ist, zeigt sich bereits im alten Testamente ein Zusammenhang
+mit den heidnischen Anschauungen, und die Juden werden gewissermassen
+die Vermittler zwischen dem heidnischen und christlichen Glauben von dem
+Teufel und seinem Reiche.
+
+Während in den älteren Stammsagen der Hebräer sich überhaupt keine
+Spuren eines Teufels finden, werden in den nachexilischen Büchern,
+ähnlich wie in den Mythologien der Perser, Assyrer und Babylonier
+Dämonen erwähnt, ein Beweis, dass die Juden diese Anschauungen erst von
+jenen Völkern empfangen haben. Der ältere Geschichtsschreiber schreibt
+z. Bspl. die Thatsache, dass David sein Volk zählen liess, dem Zorne
+Gottes zu,[6] der nachexilische dagegen dem Satan.[7] In den Apocryphen
+werden namentlich im Buche Baruch und Tobias Gespenster, Kobolde und
+Waldteufel erwähnt.[8] Sie verletzen und töten die Menschen[9] und
+können durch Gebete, Fasten und gewisse Räucherungen vertrieben werden.
+Sie wohnen an wüsten Orten als Götzen der Heiden[10] und scheinen keine
+bestimmte ethisch religiöse Bedeutung gehabt zu haben. Die Nachtfrau
+Lilith galt als Gespenst, welches den Kindern nach dem Leben trachtete,
+Schedin und Seirim werden als Wüstengeister genannt.[11]
+
+Von diesen Dämonen sind die Diener der göttlichen Gerechtigkeit zu
+unterscheiden, so jener Lügengeist und Todesengel, der Israel mit Pest
+heimsuchte und Sanherib’s Heer erschlug,[12] dann Satan, d. h. der
+Widersacher, Ankläger, welcher den frommen Knecht Hiob peinigte.[13] Er
+ist menschlichem Glück missgünstig, ungläubig gegen die menschliche
+Frömmigkeit und Tugend.[14] Er gehört zu den Söhnen Gottes und darf nach
+eigenem Ermessen handeln, aber Gottes Wille steckt ihm Grenzen.[15]
+
+Dieser Volksglaube wird zur Zeit Christi nunmehr specialisiert und
+schliesslich ein integrierendes Element im religiösen Bewusstsein der
+Juden. Er wurde von Christus und seinen Aposteln übernommen und ging in
+das neue Testament über. Wie im alten Testamente, so giebt es auch im
+neuen Dämonen, aber sie sind nicht mehr die Söhne Gottes, sondern die
+Boten des Teufels (δαιμόνια, ἄγγελοι τοῦ διαβόλου), welcher ihr Haupt
+ist. Zwischen ihm und ihnen muss man unterscheiden. Der Teufel, wie
+Luther Satan übersetzt, hat viele Namen, welche grossenteils von dessen
+Wesen und Wirken, zum Teil aber auch von bestimmten Anlässen hergenommen
+sind. Er heisst σατᾶν, διάβολος, ἐχϑρός, βεελζεβούβ oder er wird
+umschrieben ὁ ἄρχων ιοῦ Κόσμου τούτου, ἄρχων τῶν δαιμονίων, ὁ δράκων
+μέγας, ὄφις ὁ ἄρχαῖος, ὁ πειράςων, ὁ κατήγωρ. Seine Stellung zu Gott hat
+sich verändert. Aus dem Diener, als welcher er im alten Testamente
+auftritt, ist er zum Herrn geworden. Damit hängt eine andere Auffassung
+und Beurteilung seiner Thätigkeit zusammen. Er hat von Anfang der Welt
+an gesündigt.[16] Die Verführung der Eva ist sein Werk.[17] Er gilt als
+Menschenmörder,[18] als Fälscher des göttlichen Wortes[19] und bringt
+schliesslich dadurch, dass er Judas zum Verrat anstiftet, Christus
+selbst um’s Leben.[20] Seine Macht ist unumschränkt. Die Finsternis ist
+sein Reich[21] und Dämonen bilden seine Gefolgschaft. Diese Dämonen sind
+ebenfalls Teufel, denn »einen« Teufel giebt es in dieser und auch in
+späterer Zeit nicht, aber jeder von ihnen hat einen bestimmten
+Wirkungskreis. Auf den obersten unter ihnen ist als den Repräsentanten
+der ganzen Gesellschaft der Name der Gattung übertragen worden. Die
+Dämonen selbst nehmen leiblich Besitz vom Menschen, von seinem Hab und
+Gut und gelten als Ursache von Wahnsinn, Blindheit, Stummheit,
+Epilepsie.[22] Sie wohnen in den Tiefen der Erde, an wüsten Orten[23]
+und nach sicheren Andeutungen des Paulus auch in der Luft.[24] Diese
+Auffassung entspricht also ganz der alttestamentlichen.
+
+Wenn man gesagt hat, dass Christus nie lehrhaft vom Teufel spreche und
+nur dem herrschenden Volksglauben huldige und den Bösen als ein
+geläufiges Bild der Volkssprache im Munde führe,[25] so kann dies wohl
+zugegeben werden. Ebenso muss anerkannt werden, dass von einem
+persönlichen Kampfe zwischen Christus und dem Teufel nirgends die Rede
+ist, denn die oft citierte, namentlich dafür von der katholischen
+Theologie verfochtene Versuchung Jesu ist doch nur als eine symbolische
+Darstellung eines inneren seelischen Konfliktes in der bilderreichen
+Sprache des Orients aufzufassen. Das persönliche Wesen tritt somit noch
+vollständig in den Hintergrund, und die Gestalt des Teufels hat in
+Übereinstimmung mit der des alten Testamentes etwas Nebelhaftes
+behalten; sie ist wie die Gottes unpersönlich und weder räumlich noch
+zeitlich gebunden.
+
+Bestimmter sind die Vorstellungen über seine Lebensgeschichte.[26] Man
+dachte sich den Teufel von Anfang der Welt an existierend. Als ein
+schöner Engel wohnte er im Himmel und wurde aus demselben gestürzt.[27]
+Dadurch gleichsam zwischen Gott und die Menschen gestellt, sucht er sich
+nun die Welt zu unterwerfen und entfremdet sich Gott mit der durch
+Christi Lehre zunehmenden Offenbarung immer mehr. Sein Dasein und Ende
+ist freilich nicht klar geschildert. Es scheint, dass der Teufel durch
+die Lehre Jesu besiegt wird und für immer in der Hölle gefesselt liegen
+muss.[28]
+
+Eine besondere Erwähnung verdient die symbolische Darstellung des
+Teufels, besonders in der Apokalypse. Es werden hier drei Monstra
+geschildert. Das erste ist der grosse Drache, auch die alte Schlange,
+Teufel und Satanas genannt. Von ihm heisst es:[29] »Und siehe, es
+erschien ein grosser Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner
+und auf seinem Haupte sieben Kronen. Und sein Schwanz zog den dritten
+Teil der Sterne.« Er ist in der Hölle, was Gott im Himmel. Von ihm sind
+zwei andere Tiere abhängig, das Seetier und der Erddrache. Von dem
+ersten sagt der Prophet:[30] »Und ich trat an den Sand und sahe ein Tier
+aus dem Meere steigen, das hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf
+seinen Häuptern zehn Kronen und auf seinen Häuptern Namen der Lästerung.
+Und das Tier, das ich sahe, war gleich einem Pardel und seine Füsse als
+Bärenfüsse und sein Mund eines Löwen Mund.« Das Erdtier[31] ist ein
+Helfer des Drachen. Es trägt zwei Hörner gleichwie das Lamm und redet
+wie der Drache. Diesen Haupttieren sind andere untergeordnet:[32] »Und
+ich sahe aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister
+gehen, gleich den Fröschen.« Sie versammeln die Könige der Erde, um Gott
+zu bekämpfen. Unter diesen Teufeln stehen die Heuschrecken, welche aus
+dem Brunnen des Abgrundes kommen und gleich kriegsbereiten Rossen sind.
+Ihr Angesicht ist das eines Menschen. Auf dem Haupte tragen sie goldene
+Kronen, sie haben Frauenhaare, Löwenzähne und Flügel.[33] Diese
+allegorischen Tiere vervollständigen das Bild des Teufels und seiner
+Kreaturen und sind die älteste, beschreibende Darstellung, die uns in
+der Litteratur begegnet. Ihre Kenntnis ist deshalb von besonderer
+Wichtigkeit, weil fast alle Künstler von dem 12. Jahrhundert an ihre
+Züge bildlich dargestellt und zum Gemeingut der Phantasievorstellung
+gemacht haben.
+
+Das Gesammtbild, welches die Bibel vom Teufel bietet, beruht also auf
+echtem Volksglauben ohne jede dogmatische Tendenz und findet in der
+Dämonologie viel Verwandtes. Es ist im Gegensatz zu dem Bilde Ahrimans
+nicht so scharf gezeichnet, denn während in der persischen Religion der
+Dualismus, die Unterscheidung zwischen einem absolut bösen und guten
+Princip eine extreme genannt werden muss, ist sie in der Bibel nicht so
+konsequent durchgeführt, und der Teufel ist »kein böses Absolutes,
+sondern wird in jedem Moment von Gottes Allmacht getragen, die ihn nur
+des Ethischen halber Raum lässt.«
+
+Ebenso wie der Glaube an den Teufel volkstümlich war, geradeso der an
+die Hölle. Die Juden hatten keinen Ort der Vergeltung, und in den
+älteren Schriften des alten Testamentes wird nur der Abgrund, wie Luther
+שְאול übersetzt, als ein finsterer, in der Tiefe gelegener Ort erwähnt,
+an dem die Toten in Grabesstille ruhn.[34] Erst in den nachexilischen
+Schriften unter Einfluss der persischen Anschauungen dringt die
+Vorstellung von einem Strafort in den Volksglauben, und die Sünder
+führen in Gehenna[35] ein Schattendasein, ähnlich den abgeschiedenen
+Seelen im Hades.
+
+Durch die Lehre Christi, welche in dem Bestreben die Moral zu heben die
+ausgleichende Gerechtigkeit Gottes betont, wie die Parabel von dem
+reichen Mann und armen Lazarus beweist, wird die Vorstellung von der
+Hölle weiter ausgebildet. Häufig zieht sie Christus in seine
+Betrachtung, ohne dass ihr Bild als abgeschlossenes Ganzes uns begegnet,
+vielmehr muss es aus den vorhandenen Andeutungen erst konstruiert
+werden. Danach schlagen Flammen und Rauch aus einem nie erlöschenden,
+ewig brennenden Schwefelpfuhl empor,[36] in dem sich die Sünder vor
+Durst verzehren.[37] Oder die Vorstellung geht vom Gegenteil aus, und
+ewiger Frost umgiebt in der Hölle die Verdammten, welche heulen und vor
+Kälte mit den Zähnen klappen.[38] An jenen Ort des Schreckens gehen die
+törichten Jungfrauen,[39] der unnütze Knecht,[40] Gottlose, Ehebrecher,
+Diebe, Mörder, Götzendiener, Giftmischer, Unzüchtige, Lügner.[41] Sie
+alle schmachten in ewiger Pein, umgeben von Satan[42] und seinen
+Geistern, welche hier gefesselt liegen.[43] Der Sünder empfängt den Lohn
+für sein Verbrechen. Der Beginn der Höllenstrafen erfolgt nach dem
+grossen Weltgericht am Ende der Tage, auf das Christus oft prophetisch
+hinweist.[44] Dieses hatte im alten Testamente nur als dichterisches
+Bild der weltrichtenden Weltgeschichte gegolten,[45] da Gott zwischen
+Israel und seinen Feinden richten und die Heiden unterwerfen würde oder
+als Bild der Vergänglichkeit der Schöpfung, welche in heiliger
+Naturpoesie der Ewigkeit Gottes entgegengesetzt war.[46] Das Ende der
+Tage wurde dann in der neuen Lehre mit dem jüngsten Gericht verbunden,
+wo Christus wiedererscheint, zu richten und zu trennen Selige und
+Verdammte.[47] Jene gehen in den Himmel ein, diese in die Hölle.
+Versöhnend schliesst so die Lehre von der Gerechtigkeit Gottes ab, ewige
+Wonne den Gerechten, ewige Qual den Verdammten.
+
+
+ Die Lehre der Kirchenväter über den Teufel und die Hölle.
+
+Die im neuen Testamente niedergelegten Anschauungen vom Teufel und der
+Hölle sind nun dauerndes Eigentum der kommenden Jahrhunderte geworden.
+Das Böse zu erkennen, den Teufel zu besiegen, der Hölle zu entgehen, den
+Himmel zu erringen, das ist das heisse Sehnen der Gläubigen.
+
+In der ersten grossen Entwicklungsperiode des Christentums, die bis zum
+Untergang des weströmischen Reiches zu rechnen ist, verband sich der
+christliche Glaube mit dem römisch-hellenischen, sowie orientalischen an
+die alten Götter und Dämonen. Die philosophischen Spekulationen der
+Gnostiker und Manichäer über den Ursprung und das Wesen des Bösen
+berührte wenig den Volksglauben, dem die christlichen Priester im
+Gegenteil Concessionen zugestehen mussten, um den Übertretenden die
+Heilsbotschaft begreiflich zu machen.[48] Die Existenz der alten Götter
+wurde nicht geleugnet, aber sie wurden als böse Dämonen erklärt oder
+wohl gar mit dem Namen von Heiligen in Verbindung gebracht.[49] Diente
+doch die Statue des jugendlichen Hermes Κριοφόρος als Christus.[50] Den
+alten Glauben mussten die Übertretenden abschwören, aber er lebte in dem
+an den Teufel weiter fort. So trieben Exorcisten den Täuflingen den
+Teufel aus.[51] Man glaubte, dass ein böser Dämon jeden Menschen von
+seiner Geburt an begleite und also erst vertrieben werden müsse, sollte
+der Mensch nicht für immer an seinem Leibe und seiner Seele Schaden
+nehmen. Indem ferner die Kirchenväter den Glauben zum Dogma erhoben,
+lehrten sie, dass der Teufel und die Dämonen von Gott als gut geschaffen
+seien, dann abgefallen und eine Gemeinschaft unter einem Obersten
+bildeten. Ihr Sinnen und Trachten gehe nur darauf aus, alles, was Gott
+geschaffen und geordnet hat, zu vernichten. Der Teufel übt schrankenlose
+Macht auf Erden aus, kann indessen die Menschen zur Sünde nicht zwingen,
+wohl aber durch alle möglichen Mittel anreizen. Er steht zu den Menschen
+in inniger Beziehung, schliesst mit ihnen Bündnisse, um sie zu
+gewinnen.[52] So sagt Augustin:[53] »Die Zauberer leben mit den Dämonen
+in einer gewissen Gesellschaft und haben gleichsam einen Bund mit
+ihnen.« In diesem Glauben an die wirkliche Existenz des Teufels sind
+alle Kirchenlehrer einig. Worin sie auseinandergehen, sind drei
+Fragen:[54] 1) Über die physische Gestalt und Beschaffenheit des
+Teufels. 2) Worin bestand und wann fällt ihre erste Sünde? 3) Welches
+ist ihr Aufenthaltsort zwischen ihrem Fall und dem jüngsten Gericht? Der
+äusseren Gestalt nach ist der Teufel ein hässlicher Mohr von
+aussergewöhnlicher Stärke und Grösse[55] oder eine Missgestalt mit
+Hundeschnauze, behaart bis zu den Füssen, mit glühenden Augen, Feuer
+aus der Nase und Mund speihend und mit den Flügeln der Fledermaus.[56]
+Eine bilderreiche Sprache schildert ihn als scheusslichen Drachen mit
+drei Köpfen[57] – nach dem Vorbilde des Cerberus – oder vergleicht ihn
+mit einem bellenden Hunde[58] oder einem schnaubenden Rosse.[59] Die
+Frage, warum die Engel gefallen sind, ist verschieden beantwortet
+worden. Die einen meinten aus Hochmut, die andern aus Neid.[60] Als
+Aufenthaltsort aber dachte man sich gemeinhin die Erde. Indem die Väter
+diese drei Fragen zu lösen suchten, entwickelten sie allmählich das
+Wesen des Teufels genauer, gaben dem Begriffe eine bestimmte Form und
+der Gestalt mehr Realität.
+
+An dem Bilde der Hölle, wie sie das neue Testament schildert, hielten
+die Kirchenlehrer fest.[61] Sie verlegten sie in das Innere der Erde und
+vergleichen ihr Feuer mit dem von Sodom[62] oder nennen es ignis
+corporalis,[63] πῦρ αὶώνιον, ἄσβετον, σωφρονοῦν. Indem sie so mit der
+Schilderung der Bibel übereinstimmen und auch den Glauben an das jüngste
+Gericht beibehalten, streiten sie nur über die Ewigkeit der Hölle, über
+den Beginn der Strafen der Verdammten und über das Ende des Teufels,
+welcher in der Hölle gefesselt liegt. Diese Streitigkeiten eingehend zu
+erörtern, muss der Theologie überlassen bleiben, wichtig aber ist ihr
+Resultat. Zum Dogma wurde die Lehre des Origenes erhoben, dass die
+Strafen sogleich nach dem Tode beginnen, und dass das jüngste Gericht
+eine Erhöhung der Strafen bringe. Der Teufel, welcher bis dahin auf
+Erden und in der Hölle herrschte, bleibt jetzt in der letzteren. So
+haben zwar die Kirchenlehrer für die Topologie der Hölle wenig Neues
+beigebracht, aber das Verhältnis des Teufels und der Verdammten zu ihr
+näher bestimmt.
+
+
+Die Anschauungen über den Teufel und die Hölle im frühen Mittelalter
+bis zur Zeit der Ottonen.
+
+Die Lehren der Kirchenväter haben im Mittelalter mit der Bekehrung der
+Germanen, deren Cultur wesentlich religiösen Inhalt enthielt, ihre
+fruchtbarste Verwertung gefunden. In der Poesie, dem Gebiete, auf
+welchem die schöpferische Geisteskraft der Germanen in besonders
+eigenartiger Weise zur Geltung gelangte, werden der Teufel und die Hölle
+oft geschildert. Durch Vermischung römisch-griechischer, christlicher
+und germanischer Vorstellungen erhält die Gestalt des Teufels Attribute,
+welche bleibend geworden sind, und der Charakter das Satanische, was ihm
+bisher fehlte.[64]
+
+Diese neue Metamorphose betont bald das Menschliche, bald das Tierische.
+Wie früher wird der Teufel als rabenschwarzer Mohr geschildert mit
+runzliger Haut.[65] Er ist entweder erschreckend gross oder eine
+Zwerggestalt, welche an Figuren der germanischen Mythologie erinnert.
+Zuweilen verrät ihn ein Bocksohr, Hörner, Schwänzchen, Pferdefuss,
+Attribute, welche den Satyrn eigen sind und auch leicht zu den Tieren
+Bezug nehmen, welche germanischen Göttern beigegeben waren, wie der
+Bock dem Thor, das Pferd dem Odhin.[66]
+
+Auf den Teufel werden alle möglichen Laster zurückgeführt. Das
+Würfelspiel, dem die Germanen leidenschaftlich frönten, galt als seine
+Erfindung und von ihm glaubte man, dass er in der Hölle um
+Menschenseelen spiele.[67] Der Teufel tritt als Zauberer und
+Wettermacher auf, er bewirft die Priester und Frommen mit Steinen und
+steckt die Häuser in Brand. Er bringt Ungeziefer, Würmer und Krankheiten
+hervor. So wird er zum handelnden Individuum mit menschlichen
+Leidenschaften.[68]
+
+Wie seine Person allmählich aus verschiedenen Elementen erwuchs, so
+verschmolzen auch mit dem Begriffe der Hölle die verschiedenartigsten
+Vorstellungen. Hier gingen die germanischen Anschauungen besonders
+leicht in die christlichen über. So wird Hel zur Hölle, wie schon die
+Ethymologie des Wortes zeigt und die Vorstellung von dem Weltuntergange
+wird mit der Idee von dem jüngsten Gerichte verbunden. Als Zeugnis für
+die Verschmelzung sei auf den Heliand[69] und Muspilli[70]
+verwiesen.[71]
+
+Die Hölle wird besonders gern in lateinischen Gedichten des zwölften
+Jahrhunderts behandelt. In diesen wird die Qual der Verdammten
+ausführlich geschildert. Angeführt seien zwei Gedichte:[72]
+
+ Tunc infernus apparebit
+ et damnatos absorbebit,
+ fulgus ignis atque vermes
+ Trucidabant peccatores.
+
+Das zweite »De poena peccatoris« betitelte lautet:[73]
+
+ O quam grave, quam inmite,
+ A sinistris erit: »ite«
+ Cum a dextris: »vos venite.«
+ dicet rex, largitos vitae.
+ Tunc spes omnis interibit
+ et cras cras prorsus abibit.
+ ad tormenta quisquis ibit,
+ jam amplius non exibit.
+ Ibi flammis exuretur
+ et a vermis rodetur,
+ ab angustiis augetur,
+ qui salvari non meretur,
+ et turribiles ultores
+ judicabant pravos mores.
+
+Die eingehende Ausmalung der Hölle bei der Schilderung des jüngsten
+Gerichtes treten im Mittelalter in den Mittelpunkt fast aller
+Vorstellungen, zumal als man um das Jahr 1000 nach der Lehre der
+Kirchenväter den Untergang der Welt erwartete.[74] Als dieser dann nicht
+eintrat, blieb das jüngste Gericht als ein beliebtes Thema der Predigt
+bestehen, welche die Qualen der Hölle als ein memento mori mit
+besonderem Behagen ausmalte.[75]
+
+
+
+
+ Die Darstellung des Teufels und der Hölle in der Kunst.
+
+
+ Die Darstellung in der altchristlichen Kunst.
+
+Aus der Verbindung biblisch-christlicher, römisch-griechischer und
+germanischer Mythologie war also, wie wir gesehen haben, jene
+eigenartige Vorstellung von Hölle und Teufel allmählich erwachsen,
+welche ein Gemeingut aller Völker Europas bis auf den heutigen Tag
+geblieben ist. Es konnte nicht ausbleiben, dass sich die Kunst sehr bald
+dieses Themas bemächtigte. Der Moment traf etwa ungefähr in der
+karolingischen Periode um das siebente, achte Jahrhundert ein. Die
+vorangehende altchristliche Kunst, welche, wesentlich auf die
+Ausschmückung der Katakomben beschränkt, mit jenen in Beziehung stehende
+Stoffe vorzugsweise veranschaulichte, also heitere Bilder von der
+Auferstehung, dem ewigen Leben, vom guten Hirten, welcher der verirrten
+Seele nachgeht und durch Wunder seine göttliche Mission bethätigt und
+erfüllt, konnte noch kein Bedürfnis empfinden nach Darstellung von Hölle
+und Teufel, vom jüngsten Gericht und der ewigen Verdammnis. In der
+Katakombenkunst wird man daher nur spärlichen Andeutungen und
+Darstellungen dieser Art begegnen. Doch fehlen sie nicht ganz.
+
+So wird z. B. der Sündenfall, der ja die Ursache des leiblichen Todes
+der Menschen und ihrer Erlösung war, besonders gern im engen Anschluss
+an die Erzählung der Genesis vorgeführt, wobei der Teufel bekanntlich
+unter dem Bilde der Schlange auftritt.
+
+Um den Baum, zu dessen Seiten Adam und Eva stehen, ringelt sich die
+verführende Schlange, welche der Eva mit dem Maule den Apfel giebt.
+Diese Scene findet sich häufig auf Malereien und Sculpturen.[76]
+Zuweilen kriecht die Schlange auch an der Wurzel des Baumes.[77] Die
+Verführung des ersten Menschenpaares ist dann bereits vollzogen, Eva hat
+von dem Apfel schon gekostet und reicht ihn Adam, während die Schlange
+nur der frohlockende Zuschauer ist. Manchmal wird sie aber auch direkt
+als Verführer dargestellt, wie sie Eva den Apfel entgegenstreckt.[78]
+Als Abweichung von der gewöhnlichen Auffassung ist diejenige anzusehen,
+in der die Schlange einen Wolfskopf hat.[79]
+
+Für die Komposition dieser Scene fehlte es nicht an Vorbildern. Schon
+auf einem altbabylonischen Cylinder sehen wir in der Mitte einen
+heiligen Baum, zu beiden Seiten je eine sitzende Figur, im Hintergrunde
+eine vom Erdboden sich aufrichtende Schlange.[80] Eine altägyptische
+Darstellung, bei der allerdings die Schlange fehlt, zeigt den Baum in
+der Mitte, rechts und links Mann und Weib, im Hintergrunde
+wahrscheinlich einen Gott. In den Zweigen des Baumes hängt wie zur
+Warnung eine mit Hieroglyphen bedeckte Tafel.[81] In der antiken Kunst
+ist die Schlange als Hüterin der goldenen Äpfel der Hesperiden
+bestellt,[82] und als ständiges Attribut des Asklepios umringelt sie den
+Stab des Gottes.[83]
+
+Man wird vielleicht fragen, warum gerade der Sündenfall sich häufiger
+findet. Die Behauptung von Kraus,[84] dass das Bild der Stammeltern an
+die Neuschaffung in Christo erinnern sollte, dass ferner die Schöpfung
+nicht ein Werk des Bösen, sondern Gottes sei, und dass, mag die
+Verschuldung des Menschen noch so gross sein, Busse und Bekehrung
+möglich sind, ist durch die einfache Handlung wohl ebenso wenig, als
+durch die Hinweise auf Aussprüche des Augustin,[85] Prudentius[86] und
+Ambrosius[87] motiviert, welche sie vielleicht gar nicht mit Rücksicht
+auf die künstlerische Darstellung des Sündenfalles, sondern nur, um eine
+ihrer Zeit gefällige Erläuterung über die biblische Erzählung zu geben,
+gethan haben. Warum diese Scene so oft dargestellt worden ist, zeigt die
+Betrachtung ihres Zusammenhanges mit anderen Bildern derselben Räume
+oder derselben Gemälde. So ist in den Katakomben fast überall
+gleichzeitig Christus als guter Hirt gleichsam als Pendant dazugegeben,
+auf den zugleich hingewiesen wird als den Erlöser des durch den Teufel
+überwundenen und zum ewigen Tode verdammten Menschengeschlechts. Nach
+Kraus Auffassung würde die Schlange ferner eine nur nebensächliche Rolle
+spielen, während der doch gerade von ihm angeführte Prudentius sie
+gebührend hervorhebt. Und die Schlange, welche selbst den Apfel reicht,
+muss man doch als causa movens des ganzen Vorganges bestehen lassen.
+Dass sie aber das Bild des Teufels ist, bezeugt ausser der Bibel der
+Ausspruch des Augustin.
+
+Ein weiteres Bild zeigt den Teufel in der Figur einer Schlange oder
+eines Drachen, die durch den triumphierenden Erlöser besiegt sind, wohl
+im Anschluss an Psalm XCI,13. So sieht man auf einer Thonlampe aus dem
+fünften Jahrhundert Christus mit der in ein Kreuz auslaufenden Lanze
+eine Schlange zu seinen Füssen durchbohren, während sich ein Drache
+neben ihm auf der einen Seite erhebt, auf der andern aber eine Viper
+sich windet.[88] Auf einer aus derselben Zeit stammenden Broncelampe
+wird das Haupt des Drachen, welcher den verderbenbringenden Apfel im
+Rachen trägt, von dem Kreuze durchbohrt.[89] Ein anderes Mal zertritt
+genau nach dem biblischen Texte Christus die Schlange.[90]
+
+Ein ferneres Symbol für den Teufel ist Goliath, welcher von David mit
+der Schleuder erlegt wird. So bezeugt Augustin:[91] Goliam magnum,
+robustum, armis terribilibus ingentique turba munitum, David solus, puer
+parvus atque inermis uno lapide ictu prostravit. Quid autem petra Goliam
+manu David missa, nisi Christum contra Diabolum ex semine David venturum
+significavit? Eine solche Darstellung ist sicher auf einem Deckengemälde
+zu S. Callisto nachgewiesen.[92]
+
+In ähnlicher Weise wird Pharao als der böse Feind der Kinder Gottes
+aufgefasst, insofern als er das auserlesene Volk beim Durchgang durch
+das rote Meer vernichten wollte.[93] Ein derartiges Mosaik ist in St.
+Maria maggiore zu Rom vorhanden,[94] doch ist es sehr fraglich, ob noch
+die symbolische Auffassung zulässig und nicht vielmehr die rein
+historische als solche vom Künstler gegeben ist.
+
+Von antiken Darstellungen, welche sich analog den heidnischen Göttern
+Umdeutungen im christlichen Sinne haben gefallen lassen müssen, kann nur
+eine als hierher gehörig angeführt werden: Odysseus und die Sirenen. Im
+fünften Jahrhunderte erklärte der hlg. Maximus von Turin das Schiff des
+Odysseus für ein Vorbild der Kirche, den Mast als Symbol des Kreuzes, an
+welchem sich die Gläubigen festhalten. Die Sirenen bedeuteten die
+Personifikation des Bösen, welcher die Menschen verführen will. Sie sind
+gewöhnlich als Vögel mit Menschenköpfen gebildet.[95]
+
+Noch spärlicher als der Versuch einer symbolischen Wiedergabe des
+Teufels ist in der altchristlichen Kunst die der Hölle. Nur eine
+allerdings häufig wiederkehrende Komposition lässt sich anführen: Jonas
+im Leibe des Wallfisches.[96] Diese Scene wird wie die des Sündenfalles
+fast immer gleich komponiert. Die Besatzung eines mit den Fluten
+kämpfenden Schiffes wirft den Propheten, der sich als die Ursache des
+Unwetters bekennt, kopfüber in die schäumende Flut. Er wird von einem
+Seedrachen verschlungen. In einem anderen Bilde sehen wir, wie ihn das
+Untier ausgespieen hat und wie er am Strande unter einer Kürbisstaude
+ruht. Die Leiden, welche der Prophet in dem Leibe des Untieres erduldet,
+deuten auf jene an dem gefürchteten Orte der Finsternis; und somit
+stellte das Untier selbst die Hölle vor; die glückliche Errettung
+deutete man aber auf die Auferstehung. So passte auch diese Scene
+vortrefflich zum Schmuck eines Totengemaches. Motive für diese
+Komposition dürften vielleicht in der antiken Darstellung: Perseus, die
+gefesselte Andromeda von dem Drachen befreiend, zu suchen sein. Der
+phantastische Drache, losgelöst aus der Komposition, ist dann zum
+Dekorationsbilde geworden.[97] Er verschlingt einen Jüngling, dessen
+Oberkörper aus dem Rachen ragt, während er die Arme wie Hilfe suchend
+ausstreckt.
+
+Eine andere Darstellung aus dem alten Testamente: Simson, welcher die
+Thore von Gaza auf seinen Schultern fortträgt,[98] wird vorbildlich auf
+Christus, der die Höllenthore zertrümmert, gedeutet. So sagt
+Augustin:[99] Tollit portas civitatis, id est, aufert portas inferni.
+Quid est, portas inferni tollere, nisi imperium removere? Diese
+Darstellung hält Martigny auf einer Broncemedaille sicher
+nachgewiesen[100] und als wahrscheinlich auf einem Fresko von S.
+Hermas.[101]
+
+Aus diesen wenigen Darstellungen geht hervor, dass die altchristliche
+Kunst den Teufel und die Hölle nur symbolisch angedeutet und beide stets
+dem Gedanken der Verherrlichung Christi untergeordnet hat. Die einzelnen
+Kompositionen zeigen in Übereinstimmung mit der gesammten Kunst ihre
+Abhängigkeit von der Antike und sind von besonderem Interesse, weil
+einige von ihnen wie die Darstellung des Sündenfalls und des Jonas in
+die spätere Kunst des Westens übergegangen und somit von frühster Zeit
+an ein bleibender Besitz derselben geworden sind.
+
+
+ Die Darstellung des Teufels und der Hölle im Zeitalter der Karolinger
+ und Ottonen.
+
+Die symbolische Darstellung des Teufels und der Hölle war mit der
+altchristlichen Kunst zwar nicht erloschen, aber sie trat allmählich
+zurück, seitdem die Kunst den bekannten Vorstellungen der Zeit
+entsprechend unter den Karolingern und Ottonen den Teufel
+anthropomorphisiert und der Hölle ein plastisches Bild zu geben
+versuchte. Wo die Anfänge für diese Entwicklung zu suchen sind, dürfte
+bei dem Mangel an Beispielen kaum zu bestimmen sein. Offenbar sind die
+betreffenden Kompositionen innerhalb des achten bis zwölften
+Jahrhunderts unter dem auf dem Occident damals sich stark äussernden
+Einfluss der byzantinischen Kultur ausgebildet, wie aus der
+Übereinstimmung mit vorhandenen gleichzeitigen byzantischen
+Darstellungen hervorgeht. Sie werden wie schon früher im Anschluss an
+die Erzählung der Bibel, deren Illustration damals das allgemeine
+Interesse beanspruchte, ziemlich wortgetreu wiedergegeben, und es ist
+nicht schwer, aus der eingehenden Betrachtung derselben das Gesammtbild
+der künstlerischen Gestaltung des Teufels und der Hölle zu gewinnen.
+
+Von den Erzählungen des alten Testaments wird der Sündenfall stets in
+gleicher Auffassung wie in der altchristlichen Kunst geschildert,
+weshalb von einer besonderen Aufzählung von Illustrationen hier
+abgesehen werden darf. Beachtenswert ist jedoch, dass in dieser Zeit
+zuerst der Oberkörper der Schlange menschlich gebildet worden ist.[102]
+Diese Auffassung ist ungleich feiner, als die frühere. Die sprechende,
+verführende Schlange ohne jede Vermenschlichung mochte den Künstlern als
+zu wenig der Wirklichkeit entsprechend erscheinen. Indem sie ihr nun
+einen menschlichen Oberkörper gaben, machten sie das Verführungswerk der
+Schlange wahrscheinlicher und gaben der Handlung eine grössere
+Lebhaftigkeit. Erwähnt sei von den zahlreichen Darstellungen dieser Art
+eine bisher nicht edierte, in der historia veteris ac novi testamentis
+cum figuris illustrata,[103] wo der Verführer als Schlange mit fast
+menschlichem Oberkörper geformt ist. Mit einer Hand hält er der Eva den
+Apfel entgegen. Der Kopf ist mit einer Mütze bekleidet.
+
+Eine in der altchristlichen Kunst bisher noch nicht nachzuweisende
+Komposition stellt Simson im Kampfe mit dem Löwen dar, der bekanntlich
+als das Bild des Teufels gilt; der jugendliche Held reitet entweder auf
+dem Tiere und reisst ihm, sich vorn überneigend, den Rachen auseinander
+oder er dringt auf ihn ein und ringt mit ihm wie z. B. auf einem Relief
+an der Thür des Domes von Augsburg zu sehen ist. (XI. Jhrdt.)[104] Auch
+hier wie in der altchristlichen Kunst gilt Simson als Vorläufer Christi;
+der Kampf des Guten gegen das Böse, die Überwindung des Teufels ist das
+Thema. Vielleicht war aber auch diese Darstellung schon in der früheren
+Kunstperiode vorhanden, in deren Rahmen sie hineingepasst und aus der
+sie sich dann mit den übrigen in die Folgezeit hinübergerettet hätte.
+
+Die erwähnten Scenen scheinen die einzigen aus dem alten Testamente zu
+sein, in denen der Teufel symbolisch angedeutet ist. Für die reale
+Darstellung kann nur eine Miniatur zum Buche Hiob aus einer Bibel des
+IX/X. Jhrdts. angeführt werden:[105] Der Teufel Hiob steinigend. Der
+Teufel, ein kleines, schwarzes, geflügeltes Männchen, tanzt vor dem auf
+Trümmern sitzenden Hiob, frohlockend über sein vollbrachtes Werk. In der
+Hand hält er eine Kohlenpfanne, um die Trümmer zu entflammen. Auf
+demselben Blatte quält er den trauernden Dulder mit einem Stachel. Der
+Teufel ist hier in seltener, sonst in dieser Zeit nirgends
+wiederkehrenden Auffassung gleich den Engeln Gottes mit dem Nimbus
+dargestellt, ein Beweis für die byzantinische Herkunft der Miniatur;
+denn wie Godeh. Schäfer in den Noten zum Malerbuch vom Berge Athos[106]
+auseinandersetzt, bezeichnet der Nimbus im Orient irgend eine Gewalt,
+gut oder böse, und nicht die Heiligkeit allein.
+
+Die Mehrzahl der Darstellungen schliesst sich indes den Erzählungen des
+neuen Testamentes an, in welchem ja der Teufel und die Dämonen, wie wir
+gesehen haben, häufig erwähnt und mit dem Leben des Herrn oder seiner
+Apostel und Nachfolger in Beziehung gebracht werden. Aus diesen Scenen
+lernen wir die künstlerische Gestalt des Teufels am besten kennen.
+
+Eine beliebte Illustration bilden die Versuchungen Christi,[107] welche
+jene Zeit, ohne zu grübeln, nach dem Texte des Evangelisten buchstäblich
+wiedergegeben hat. Die Versuchung erfolgte bekanntlich an drei Orten: in
+der Wüste, auf der Zinne des Tempels und auf einem hohen Berge. Sie
+äussert sich auf dreifache Art. In der ersten wird der Heiland durch
+Hunger gequält, in der zweiten ein Beweis seiner Allmacht verlangt, in
+der dritten an seine Herrschsucht appelliert. Diese feinen Unterschiede
+der Erzählung sind in den Kompositionen der drei Scenen vom VIII.–XII.
+Jhrdt. nirgends zum Ausdruck gekommen, offenbar weil die Kunstmittel
+dazu nicht ausreichten, sondern der Teufel, der im Texte als
+Repräsentant dreier Laster erscheint, der Genusssucht, des Stolzes und
+der Herrschbegierde, wird immer in gleicher Weise dargestellt. Welche
+Versuchung gemeint ist, kann man allein äusserlich aus der gewöhlich
+ziemlich bestimmt gezeichneten Örtlichkeit erkennen. Von den häufigen
+Illustrationen in Miniaturen dürfte die des Gregor v. Nazianz (IX.
+Jhrdt.) die frühste sein, welche wir kennen.[108] In dem byzantinischen
+Manuskript ist der Versucher in menschlicher Gestalt, schwarz,
+geflügelt, nackt bis auf den Lendenschurz dargestellt. In einer
+Handschrift Kaiser Otto’s in Aachen (X. s)[109] tritt der Teufel in den
+drei Bildern als fast nackter Mann auf. Er ist nur mit einer graublauen
+Binde bedeckt, welche um den Leib gewickelt ist, zum Halse aufsteigt,
+ihn umschliesst und von der rechten Schulter über die Brust herabhängt.
+Er stützt sich auf einen Stab. Als Teufel charakterisieren ihn
+Flammenhaare und grosse rote Flügel. In dem einen Bilde erscheint er als
+eine Kreatur von niedriger Gestalt, die vor Christus zu fliehen scheint,
+in einem andern ist er rein menschlich gebildet und zeigt mit lebhaftem
+Gestus auf die Steine. In der Handschrift No. 110 zu Berlin (X. Jhrdt.)
+ist er als geflügelter, stierköpfiger Mensch gebildet. Seine Farbe ist
+blass schwarz. An den Waden und Ellenbogen hat er spitze, hornartige
+Auswüchse.[110] In dem gleichzeitigen Wandgemälde von S. Angelo in
+Formis, das zweifellos von griechischen Künstlern ausgeführt ist, kommt
+Christus zwischen Palmen von links her geschritten. Vor ihm steht der
+Teufel in gebückter Haltung und nimmt aus einer Vase Steine, wobei er
+Christus ansieht, als wollte er sagen: »Bist Du Gottes Sohn, so sprich,
+dass diese Steine Brot werden.« Der Teufel ist als hagerer Mann mit
+grossen Flügeln gebildet in ähnlicher Auffassung wie bei Gregor v.
+Nazianz und in Aachen.[111] In dem Višehrader Evangeliar (XII. Jhrdt.)
+trägt der Teufel, dessen Füsse hier in Krallen ausgehen, eine Hacke,
+welche die in Brot zu verwandelnden Steine aufzuheben bestimmt ist.[112]
+Eine interessante Darstellung findet man in dem psalterium cum figuris
+(XII. Jhrdt.) Christus steht auf dem Gipfel des Berges, vor ihm Satan
+ein Spruchband haltend mit der Inschrift: »Haec omnia tibi dabo, si
+cadens adoraveris me.« Hinter dem Herrn steht der Teufel noch einmal, um
+anzudeuten, dass er den Heiland auf den Berg getragen hat. Der Versucher
+hat Adlerklauen, eine Fratze auf dem Leibe und ein Schwänzchen.[113] Mit
+diesen Miniaturen stimmt auch inhaltlich das Relief auf der
+Bernwardsäule überein.[114] Der Versucher, ein nackter Mann ohne weitere
+Attribute, flieht entsetzt vor dem standhaft gebliebenen Erlöser.
+
+Die Übereinstimmung der Compositionen untereinander und mit den
+Vorschriften des Malerbuches vom Berge Athos[115] spricht nicht nur für
+den geistigen Zusammenhang der Illustratoren, sondern auch für die
+gemeinsame Provenienz des Stoffes, und die geringen Abweichungen, z. B. in
+den Attributen des Teufels fallen bei der gleichen Gesammtauffassung nicht
+in’s Gewicht. Wenn Dobbert sagt,[116] dass das Specifisch-Byzantinische
+der Versuchungsbilder in St. Angelo in Formis auf dem Gebiete der
+Gebärden- und Bewegungsmotive liegt, so gilt dies auch für die
+abendländischen Darstellungen.
+
+In einer neuen Gruppe von Bildern, welche Heilungen von allerlei
+Besessenen darstellen, erscheint der Teufel als Urheber der Krankheit.
+Die bekannteste darunter ist das Wunder zu Gerasa,[117] ein, wie es
+scheint, schon früh, vielleicht im fünften Jahrhundert, behandeltes
+Thema; und wenn wir dieses erst jetzt betrachten, so geschieht es
+deshalb, weil die Darstellung ihrer Entstehung nach auf Byzanz weist,
+dazu das historische, nicht das symbolische Element betont. In allen
+Bildern dieser Art ist das von Christus vollzogene Wunder die
+Hauptsache. Um es begreiflich zu machen, entschweben dem Munde der
+Besessenen kleine Dämonen, welche sich auf eine Herde Schweine stürzen.
+Auf einer byzantinischen Elfenbeinarbeit aus dem fünften
+Jahrhundert[118] lässt der unbekannte Künstler den Dämon aus dem Munde
+des Besessenen entschweben, und eine Herde Schweine sich in das Wasser
+stürzen, um anzudeuten, dass der böse Geist in diese Tiere gefahren ist.
+Ähnlich ist ein Mosaikgemälde in St. Apollinare Nuovo zu Ravenna.[119]
+In späterer Zeit, vom IX. Jhrdt. an, wird die Scene reicher
+ausgeschmückt. Die Stadt Gerasa und ihre Einwohner erscheinen da im
+Hintergrunde und sind Zeugen des Wunders. Der Besessene ist dabei meist
+gefesselt, offenbar ein Zeichen, dass er sich noch in der Gewalt des
+Teufels befindet. Manchmal liegen die Fesseln gesprengt am Boden, um die
+erlangte Befreiung aus der Gewalt der Dämonen anzudeuten. Darstellungen
+dieses Inhalts kommen häufig in Miniaturen vor, so in dem Utrechter
+Evangelienbuch (X. Jhrdt.)[120] und auf den Wandgemälden der Insel
+Reichenau (X. Jhrdt.).[121] Auch in den Darstellungen des XI. und XII.
+Jhrdt. ist, was die Komposition anlangt, keine Änderung vorgenommen.
+Alle diese Darstellungen, besonders die beiden zuerst genannten, zeigen
+gleichfalls die traditionelle Abhängigkeit von Byzanz.
+
+In den übrigen Scenen, welche sonst noch die Heilung von Besessenen
+behandeln, ist die Ausführung ähnlich.[122] Der Dämon entschwebt stets
+als kleines geflügeltes Männchen dem Munde.[123] Einmal in der
+Handschrift des neuen Testamentes im Vatikan ist er sogar als kleiner
+antiker Satyr mit Hörnern und Schwänzchen gebildet.[124]
+
+Eine wichtige Rolle spielt der Teufel in dem Leben des Judas Ischarioth.
+Der Verrat Christi ist sein Werk; denn es heisst Ev. Joh. 13,27: »Und
+nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn.« Als wortgetreue Illustration zu
+diesem Text ist der Teufel als roter Vogel, der in den Mund des
+Verräters fliegt, auf mehreren Abendmahlsbildern bezeichnet. Judas sitzt
+gewöhnlich isoliert von den Jüngern, eine Anordnung, die schon in den
+ältesten Darstellungen des Abendmahles erscheint. So taucht z. Bspl. im
+Višehrader Evangelienbuch der allein sitzende Judas mit der Rechten in
+die Schüssel und führt mit der Linken den Bissen in den Mund, wobei
+zugleich der Teufel in Gestalt eines roten Vogels hineinschwebt.[125] Im
+Münchener Evangelienbuch fährt ein schwarzer Dämon in den Mund. Auf
+einem Wandgemälde der Portikus Hadrians zu Athen macht ein schwarzer
+Dämon am Ohr des Judas diesen als Verräter kenntlich.[126]
+
+Der Teufel, welcher durch den Verrat des Judas ein Anrecht auf diesen
+hat, nimmt deshalb auch nach dem Tode des Verräters von diesem Besitz.
+Nach Math. 27,5 hat sich Judas erhängt. Nur zwei hierauf bezügliche
+Darstellungen sind anzuführen. Die erste befindet sich in einem
+byzantinischen Manuskript, welches Waagen beschreibt. Der schwarze
+Teufel zieht Judas an einer schwarzen Schlinge, die um seinen Hals
+geschlungen ist, empor, um ihn an einem Baume aufzuhängen.[127] Der
+Teufel knüpft also selbst den Verräter auf und wird so zum
+Strafvollstrecker, während in dem Bilde auf den Erzthüren von Benevent
+(XII. Jhrdt.) sich Judas bereits selbst erhängt hat. Ein kleiner nackter
+Teufel hat ihn umarmt, um seine Seele in Besitz zu nehmen.[128]
+
+Schliesslich sei noch auf die Darstellung des Judas Ischarioth nach dem
+Tode in der Hölle hingewiesen, welche aber an anderer Stelle ausführlich
+besprochen werden soll. Aus allen diesen Scenen aber ist ersichtlich,
+dass zwar die künstlerische Darstellung des Teufels sich eng an die
+Bibel anschliesst, zugleich aber auch der Auffassung der Zeit
+entspricht, welche den Teufel als den intellektuellen Urheber der
+verräterischen That und den Strafvollstrecker hinstellt.
+
+Mit diesen letzten Bildern dürften die Kompositionen, in denen der
+Teufel auftritt, erschöpft sein. Wir gehen nunmehr zur Betrachtung der
+Höllendarstellungen über, in denen zwei Auffassungen, die symbolische
+und reale, gleichzeitig und parallel miteinander auftreten. Eine
+Ableitung also der einen aus der andern, wie sie vielfach mit Glück für
+andere Stoffe aus der altchristlichen und späteren Kunst nachgewiesen
+ist, dürfte also hier ausgeschlossen sein.
+
+Von der symbolischen Gattung hat Dr. Georg Voss[129] einige
+byzantinische Miniaturen erwähnt. Die Hölle ist als Hades in einer
+Gestalt, die teils an Silen,[130] teils an den dreiköpfigen
+Cerberus[131] erinnert, dargestellt. Für diese Bilder sind antike Motive
+klar. Eine ganz vereinzelte Darstellung, deren Ursprung ich nicht
+erklären kann, befindet sich in einer lateinischen Bibel in Paris (X.
+Jhrdt.). Zu einem kegelförmigen Hügel zieht spiralförmig ein Weg hinauf.
+Aus der trichterförmigen Spitze schaut ein missgestalteter Kopf heraus,
+welchen eine Inschrift als facies abyssi im Anschluss an Gen. 1,2
+bezeichnet (eine merkwürdige Vorstufe zu Dantes Schöpfung).[132] In
+einer vatikanischen Handschrift aus dem XII. Jhrdt. wird die Hölle als
+schilfbekränzte, weibliche Gestalt dargestellt, welche Pharao in den
+Abgrund zieht.[133] Sonst wird sie noch häufig durch den weitgeöffneten
+Rachen eines drachenartigen Ungetüms angedeutet. So ist auf den
+Korsunschen Thüren zu Nowgorod (XII. Jhrdt.) als Thürklöpfel der
+geöffnete Rachen eines Löwen angebracht. Aus dem mit scharfen Zähnen
+besetzten Rachen schauen fünf Unglückliche heraus. Oberhalb des Kopfes
+steht: Die Hölle verzehrt die Sünder.[134]
+
+Zahlreicher als in diesen einzelnen symbolischen Darstellungen findet
+sich die Wiedergabe der Hölle in grösseren Kompositionen, in denen sie
+gleichsam ein notwendiges Requisit zu dem behandelten Gegenstande
+bildet. Das neue Testament, besonders die Apokalypse, giebt dazu wieder
+den Stoff.
+
+Ein beliebtes Thema ist: Der reiche Mann und der arme Lazarus.[135]
+Diese Parabel war für die bildliche Darstellung sehr dankbar, weil sie
+dem Künstler Gelegenheit bot, an einem allbekannten Beispiel die Strafen
+für begangene Sünden nach dem Tode vor Augen zu führen. Der Gegenstand
+nimmt gewöhnlich drei Scenen ein: Das Mahl des Reichen, der Arme im
+Schoosse Abrahams, und der Reiche in der Hölle. Von diesen kommt hier
+nur die letzte in Betracht. In der Bilderhandschrift Kaiser Otto’s in
+Aachen (IX. Jhrdt.) ist in der Mitte dieser Scene in Form einer Ellipse
+ein flammender Abgrund dargestellt. Aus seiner Mitte ragt in dunkeler
+Schattierung ein Frauenkopf, in dessen langen Haaren das Wort abyssus
+steht. Um diesen Kopf schauen aus den Flammen die Häupter der acht guten
+Freunde, welche durch den geöffneten Mund die Zähne erblicken lassen,
+als wollten sie sagen, dass sie vor Durst umkämen. Von ihnen gesondert
+sitzt rechts der reiche Prasser. Durch seinen dunkelroten Mantel,
+welcher ihn nur notdürftig bedeckt, scheint die rotbraune Haut hervor.
+Der Unglückliche zeigt mit der linken Hand auf seine durstige Zunge hin.
+Die flammende Hölle ist rotbraun gemalt.[136] In dem Evangelium zu Gotha
+sitzt in der Hölle der Höllenfürst an Händen und Füssen gefesselt.[137]
+Auch in der Echternacher Handschrift Otto’s III. (in Gotha) findet sich
+der Tod des Reichen. Teufel bemächtigen sich seiner Seele. In einem
+anderen Bilde sitzt er mit seinen fünf Freunden in der Hölle und streckt
+seine Arme nach dem im Schosse Abrahams sitzenden Lazarus aus.[138] Auch
+auf dem Wandgemälde in S. Angelo in Formis ist diese Scene
+dargestellt.[139] Man sieht den Reichen jammernd in einem Glühofen
+schmachten und Abraham anflehen, der rechts von ihm erscheint, die Seele
+des Lazarus als Kind im Schosse tragend. Aus dem XII. Jhrdt. sei eine
+Miniatur im hortus deliciarum erwähnt. Der Reiche liegt in prächtiger
+Kleidung auf weichem Kissen, zu seinen Füssen stehen seine Gattin und
+seine Freunde, zu Häupten tragen zwei grinsende Dämonen seine Seele in
+Gestalt einer kleinen Figur, die seinem Munde entschlüpft ist, fort. Die
+Teufel haben ein breites, grinsendes Maul, Flammenhaare, die in fünf
+Garben stehen, eine hakenförmige Nase, lange Nägel und in der Hand eine
+dreizinkige Gabel.[140] In allen den angeführten Bildern ist die Hölle
+als ein flammenerfüllter Abgrund gemalt. Sonst ist von einer genaueren
+Bestimmung der Örtlichkeit abgesehen, und die Hölle nur notdürftig
+charakterisiert. Die byzantinischen Darstellungen wie die in St. Angelo
+in Formis und die abendländischen stimmen unter sich und auch mit der
+Beschreibung im Malerbuch vom Berge Athos überein, sodass auch hier die
+Annahme, dass auf die Byzantiner die genauere Ausbildung dieser Scene
+zurückgehe, zutreffend sein dürfte. Wenn Didron behauptet,[141] dass die
+byzantinische Kunst diese Scenen zwar mit der abendländischen
+übereinstimmend komponiert habe, aber in ihrer Auffassung der allgemein
+orientalischen Sitte entsprechend grausamer sei, so spricht dies
+ebenfalls nicht gegen die Abhängigkeit beider Gebiete.
+
+Ein gleich beliebtes Thema ist Christus in der Vorhölle.[142] Nach der
+Legende ist Christus während der vierzig Stunden, welche er noch am
+Kreuze lebte, in die Hölle gefahren, um die dort im limbus patrum
+weilenden Patriarchen zu befreien. Die frühste, uns bekannte Darstellung
+scheint eine Miniatur auf dem Palimpsest eines Psalters zu Pantokratoros
+(IX. Jhrdt.) zu Psalm 68, 19 zu sein.[143] Der byzantinische Künstler
+hat die Hölle durch einen zu Boden geworfenen Riesen angedeutet, über
+welchen Christus triumphierend hinwegschreitet. Auf einem anderen Bilde
+ebenda tritt Christus, das Kreuz erhebend, auf die Thore der Hölle. In
+derselben Scene zu St. Angelo in Formis[144] tritt Christus auf die
+kreuzweis liegenden Stücke der von zerbrochenen Schlössern und Riegeln
+umgebenen Thür. Er hat die Hand Adams ergriffen, neben welchem Eva
+erscheint, während hinter ihnen eine Menge Propheten der Erlösung
+harren. Ein tiefer Abgrund thut sich unter den Füssen Christi auf.
+Gewaltsamer spielt sich die Scene auf dem Fresko in der Unterkirche von
+St. Clemente in Rom (X. Jhrdt.) ab.[145] Die nackte, schwarze Gestalt
+des Teufels liegt in ohnmächtiger Raserei, Feuerbüschel aus dem Munde
+speiend am Boden und schaut mit feurigem Blick zu Christus auf, der sie
+niedergetreten hat. Satan hält Adam, den Christus ihm entreissen will,
+an den Füssen zurück. Hier ist die Hölle nur durch den Teufel als ihre
+Personifikation angedeutet. Auf den Erzthüren von St. Zeno zu Verona
+(XI./XII. Jhrdt.)[146] ist die Hölle als ein fast quadratischer, von
+Mauern und Thüren umgebener Raum versinnbildlicht. In seiner Mitte sitzt
+ein grosser Teufel. Er hält einen Menschen, vielleicht Judas Ischarioth,
+im Schoosse. Christus tritt als Erlöser durch das Thor der Höllenstadt.
+Diese letzte Darstellung findet nirgends ihresgleichen und zeigt in dem
+Bestreben eine Lokalität für die Hölle zu schaffen einen Fortschritt
+gegenüber den bisherigen. Es seien noch zwei Miniaturen besprochen, die
+eine in der Handschrift der Beverinischen Bibliothek zu Hildesheim,[147]
+die andere in der Queriniana zu Brescia (XI. Jhrdt.)[148]. Die Hölle, in
+welche Christus in aufrechter Haltung hinabschwebt, ist ein
+Flammengrund, in dem die Sünder Adam und Eva schmachtend die Hände
+erheben. Am Boden liegt der Satan an Händen und Füssen gefesselt. Nach
+der Quirinianischen Handschrift ist er bärtig und von Schergen von
+dunkler Hautfarbe umgeben, deren Haare flammenden Garben gleichen. Im
+Cod. Quer. sind in der Gestalt der Teufel menschliche und tierische
+Glieder vermischt. Hände und Füsse sind mit Krallen versehen, der Leib
+in Abständen mit Strichlagen bedeckt, womit Behaarung angedeutet ist.
+Die Hölle selbst ist reicher ausgemalt. Ausser Satan ist noch ein
+zweiter Teufel in ihr. Dieser in hockender Stellung weist mit der Linken
+auf Eva, in der Rechten hält er den Dreizack. In allen diesen Scenen
+lassen sich Unterschiede in der Ausführung erkennen, obwohl die
+Komposition überall die gleiche ist. In den byzantinischen Darstellungen
+ist die Vorhölle, wie es auch das Malerbuch vom Berge Athos
+verlangt,[149] als dunkele Höhle dargestellt, in denen aber unter
+abendländischen Einfluss entstandenen als flammenerfüllter Raum. Die
+Attribute, wie Riegel und Schlösser, ferner die büssenden Sünder, der
+gefesselte Teufel und Drachen als Symbol der Hölle kehren immer wieder,
+ein Beweis für die hier bestehende Tradition.
+
+Wir wenden uns jetzt der für diese, wie für jede folgende Zeit
+wichtigsten Komposition zu, in der die Hölle und der Teufel nie fehlen:
+dem jüngsten Gerichte. Darstellungen desselben kommen bereits zu Ausgang
+der altchristlichen Kunst vor, so in den Katakomben und in den Mosaiken
+von Ravenna.[150] Dass sie in unsere Besprechung nicht aufgenommen
+worden sind, veranlasste das Fehlen des Teufels und der Hölle in
+damaliger Zeit. In den ersten acht Jahrhunderten wurde Christus im
+Kreise der Apostel dargestellt, wie er die Guten von den Bösen scheidet.
+Von einer Vergeltung des Guten und Bösen, von Belohnung und Strafe ist
+noch nirgends etwas zu finden. Dieser Gedanke findet sich zuerst, wie
+es scheint, auf einer Terracotta im palazzo Barberini (XI. Jhrdt.)[151]
+Hier liegen zu Christi Füssen eine Geissel als Symbol der Strafe,
+daneben zwei Beutel als das der Belohnung. Wie sich aus diesen
+Andeutungen die im Mittelalter übliche Komposition, in der die Hölle mit
+allen ihren Schrecken gezeichnet wird, entwickelt hat, lässt sich bei
+dem gänzlichen Mangel an Zwischengliedern leider noch nicht verfolgen.
+Für die Komposition aber, wie Kraus vorschlägt[152], vorbereitende
+Momente anzunehmen, etwa die Scene: Der reiche Mann und der arme
+Lazarus, ist kein Grund vorhanden, da diese Darstellungen jüngsten
+Gerichte gleichzeitig sind und eine gegenseitige Entwicklung
+ausschliessen. Wahrscheinlich hat sich die spätere Komposition, welche
+seit dem X. Jhrdt. üblich wird, sich aus den beschriebenen frühen
+allmählich entwickelt, nur müssen wir vorläufig auf die Erkenntnis
+dieser Entwicklungsgeschichte verzichten.
+
+Nach der gewöhnlichen Darstellung zerfällt das Bild in zwei horizontale
+Hälften. Auf der oberen thront in der Mitte Christus, umgeben von einer
+Aureole, zu seiner Seite rufen je zwei Engel die Toten aus den Gräbern.
+Links und rechts von ihnen sind die Apostel. Zu ihren Füssen befinden
+sich in der unteren Hälfte links die Seligen, rechts die Verdammten,
+also in der Hölle.
+
+Die früheste derartige uns bekannte Schilderung der Hölle innerhalb des
+jüngsten Gerichtes dürfte sich auf einer Elfenbeinplatte des
+South-Kensington Museums befinden, welche aus karolingischer Zeit
+stammt.[153] Hier ist die Hölle als schreckliches Ungeheuer mit
+gewaltigem Rachen geschildert, welcher die Verdammten verschlingt. Die
+nächste vorhandene Darstellung ist erst in dem unter Ansfried (995–1005)
+geschriebenen Evangelienbuch erhalten.[154] Hier sieht man in der
+flammenden Hölle einen grossen Teufel. Von drei kleineren zieht einer
+mittels Haken einen Kleriker an sich, ein zweiter erfasst mit seinen
+Krallen einen Mönch und einen Laien. Ferner erblickt man einen gekrönten
+Mann, zum Zeichen, dass in der Hölle jeder Standesunterschied aufgehoben
+ist und nur die strafende Gerechtigkeit waltet. In dem Bamberger
+Evangelistarium Heinrichs II. zu München[155] ist die Hölle als ein
+Flammenmeer geschildert, das die Verdammten umschliesst. Teufel zerren
+die Sünder mit Haken in die Tiefe zum gefesselten Lucifer hinab. Mit
+diesen Miniaturen fällt zeitlich ein Fresko in St. Angelo in
+Formis,[156] wohl das früheste Wandbild, das sich bis jetzt für das
+jüngste Gericht nachweisen lässt und von Griechen gemalt zu sein
+scheint, zusammen. Die Hölle zerfällt darauf in zwei Abteilungen. In der
+oberen sehen wir die Schar der Verdammten, welche von dem Engel zu
+Christi Füssen fortgewiesen werden. In der unteren Abteilung ist die
+eigentliche von Flammen durchwogte Hölle geschildert, in welcher die
+Sünder büssen. Hier thront der geflügelte Lucifer. Er hält auf seinem
+Schosse Judas Ischarioth und greift mit den Klauen nach einem anderen
+Sünder, der ihm aus der Schar der übrigen zugetragen wird. Ein anderer
+Teufel zerrt aus einer Gruppe Mann und Frau, welche durch Schlangen mit
+einander verbunden sind, in die Glut. Interessant ist hier der Versuch,
+Lucifer menschlicher zu fassen. Der Kopf hat tierisches Aussehen, stark
+hervortretende Unterkiefer mit grossen, sichtbaren Zähnen gleich einem
+reissenden Tiere, Bocksohren und Hörner. Die grossen Augen strahlen
+einen unheimlichen Glanz aus. Seine Schergen sind schwarz, geflügelt und
+geschwänzt. Freilich ist das Vermögen des Künstlers Affekte, das
+seelische oder körperliche Leiden, zu veranschaulichen gering,
+möglicherweise haben hier auch die späteren Übermalungen diesen Mangel
+mitverschuldet.
+
+Als eine Weiterbildung dieses Gemäldes kann das grosse Mosaikbild in der
+Kathedrale von Torcello[157] bezeichnet werden. Es zerfällt in mehrere
+horizontale Streifen. In den beiden untersten ist die Seelenwägung und
+die Hölle dargestellt. Skt. Michael hält die Seelenwage.[158] Zu seiner
+Rechten versuchen zwei satyrköpfige, geflügelte Teufel die eine Schale
+mit Stangen herabzudrücken oder durch Säcke, welche das Mass der Sünde
+repräsentieren, zu beschweren. Gleich neben ihnen stossen Engel des
+Zornes die Verdammten in die Hölle, welche in zwei Felder geteilt ist.
+Beide werden von einem Feuerstrom, der von Christi Füssen ausgeht,
+umflossen. In dem oberen Felde sitzt auf gewaltigen Schlangen Lucifer.
+Sein Haar und Bart ist wirr und weiss. In seinem Schosse hält er Judas
+Ischarioth. In dem Felde darunter werden die Sünder gemartert. Hier
+erblickt man Priester und Könige. Ein nacktes Sünderpaar ist bis zu den
+Hüften von Flammen umzüngelt. Einige Sünder nagen sich die Hände; es
+sind vielleicht die Jähzornigen. Von anderen ragen nur die mit grossen
+Ohrgehängen geschmückten Köpfe aus dem Flammenpfuhl hervor. Am Boden
+aber liegen Schädel, aus deren Augenhöhlen sich Schlangen ringeln. Dass
+hier verschiedene Klassen von Sündern dargestellt werden sollten, ist
+sehr wahrscheinlich.
+
+Auch dieses Gemälde ist ganz unter byzantinischem Einfluss, wenn nicht
+gar von byzantinischen Künstlern selbst angefertigt. Die Komposition hat
+mit der zweifellos byzantischen von Angelo in Formis die grösste
+Ähnlichkeit. Die verschiedenen Abteilungen der Hölle, die Darstellungen
+Lucifers, die verschiedenen Kategorien der Sünder stimmen in beiden
+überein. Nur ist im Dome von Torcello alles ausführlicher und breiter
+geschildert, und wenn die gesammte Komposition des jüngsten Gerichtes
+auch andere Bestandteile wie Seelenwägung, Auferstehung noch enthält, so
+darf man nicht vergessen, dass zwischen beiden Fresken vielleicht
+zweihundert Jahre liegen. Dass aber auch die Seelenwage und die
+Auferstehung byzantinischer Herkunft ist, zeigt Schäfer im
+Malerbuche.[159] Wenn also Jessen[160] und andere den byzantinischen
+Einfluss leugnen, indem sie bis ins Einzelne gehende stilistische
+Untersuchungen anstellen, aus denen eine abendländische, gleichsam
+autochthone Kunst hervorgehen soll, so muss dies, wollte man selbst die
+Richtigkeit ihrer Auslegungen zugeben, doch zurückgewiesen werden, denn
+nicht die Form allein darf für die Beurteilung der Frage geltend sein,
+sondern vornehmlich der geistige Inhalt der Werke. Dieser ist aber
+durchaus byzantinisch. Jeder Gedanke, den die abendländische Kunst zum
+Ausdruck brachte, lässt sich, seltene Fälle ausgeschlossen, auch in der
+byzantinischen nachweisen (wofür Didron in seinen Anmerkungen zum
+Malerbuch zahlreiche Beweise erbracht hat). Da aber zweifellos Byzanz in
+der Pflege der Kunst ununterbrochen thätig gewesen ist, während dieselbe
+im Westen seit der Völkerwanderung so gut wie brach lag, und da Byzanz
+zweifellos die Priorität vor dem Abendlande gehört, so muss das geistige
+Eigentum oder sagen wir die Umbildung der in der späteren Kunst gültigen
+Darstellungskreise wie überhaupt, so auch in betreff des vorliegenden
+Gegenstandes Byzanz gewahrt bleiben.
+
+Unsere Annahme wird durch eine andere Darstellung des XII. Jhrdts. im
+hortus deliciarum vollständig bestätigt. Hier ist die Hölle getrennt vom
+jüngsten Gerichte auf einem eigenen Blatte dargestellt.[161] »Ein
+Geklüfte, in dessen Höhlungen Flammen sprühen und Verdammte braten,
+bildet die Einfassung. Flammenmeere teilen das Innere in vier Felder. In
+dem untersten, im tiefen Abgrund der Hölle, sitzt Lucifer mit Ketten
+geschlossen, den Antichrist im Schoosse. Zunächst bringt ein Teufel
+einen geldgierigen Mönch, dessen Strafe sogleich daneben erblickt wird;
+er liegt entkleidet auf dem Rücken, während ihm ein Teufel glühendes
+Gold in den Mund schüttet. Im zweiten Felde von unten sind zwei Kessel
+aufgehängt, in denen Verdammte gesotten werden. In dem Felde darüber
+wird dem Wucherer glühendes Gold in die Hand gegossen. Der Verleumder
+muss eine Kröte belecken; dem Auflauerer werden die Ohren gezwickt;
+einer Putznärrin macht der Teufel Toilette. Die Kindesmörderin muss ihr
+eigenes Kind aufzehren. Im obersten Felde ist ein Seil so durch zwei
+Öffnungen des Geklüftes gezogen, dass es in der Mitte eine Schaukel
+bildet, auf der ein grinsender Teufel sitzt; an den beiden Enden des
+Seils, die durch das Geklüfte auf den Seiten herabhängen, schweben, das
+Gleichgewicht haltend, zwei Verdammte, an Händen und Füssen gebunden;
+überdies wird jeder von einem Teufel an den Haaren festgehalten. Weiter
+ist ein Verdammter an den Füssen aufgehängt, von dessen Hals an einem
+Seile ein Block herabhängt, an dem sich ebenfalls ein Teufel schaukelt.
+Noch sind hier Wollüstlinge, die von Schlangen umwunden und zerbissen
+werden; ein Selbstmörder ist verdammt, sich ewig das Messer in den Leib
+zu stossen.«
+
+Diese Beschreibung zeigt eine Unmenge von Motiven, denen wir freilich
+vorher nirgends begegnet sind. Voss hat diese Darstellung des jüngsten
+Gerichtes mit gleichzeitigen Miniaturen, auf deren Wiedergabe wir
+verzichten wollen, verglichen und gelangt zu dem Resultat, dass dieses
+Werk der Herrad einzig dasteht und sich seine Motive sonst nirgends in
+der abendländischen Kunst finden. Einen Vergleich lässt höchstens die
+byzantinische Darstellung der Hölle im Dome von Torcello zu. Und doch
+ist zwischen beiden ein noch grösserer Abstand, wie zwischen denen von
+Torcello und St. Angelo in Formis. Dagegen bietet das Malerbuch eine
+Menge von Vergleichungspunkten. Jeder von der frommen Äbtissin
+dargestellte Gedanke scheint einer der dort aufgestellten Forderungen zu
+entsprechen. Und da auch sonst in ihren Werken sich Darstellungen
+finden, die nur in byzantinischen Miniaturen vorkommen, so haben wir im
+hortus deliciarum unzweifelhaft eine Höllendarstellung, in welcher
+byzantinische Motive und Gedanken auf deutschen Boden verpflanzt
+wiederkehren.
+
+Eine besondere Besprechung verdienen noch die Compositionen im Anschluss
+an die Apokalypse, deren allegorische Bilder wir bereits kennen gelernt
+haben. Der Drache wird gewöhnlich im Kampfe mit dem Erzengel Michael
+dargestellt. In einer Handschrift aus dem X. Jhrdt. stösst der Heilige
+dem Untier, welcher einen Schlangenleib, Katzenkopf und Flügel hat, die
+Lanze in den Rachen. Aus der Nase speit er Feuer, seine Zunge geht in
+einen kleinen Drachen aus. Eine mit Miniaturen geschmückte byzantinische
+Apokalypse zeigt den Drachen mit sieben Köpfen, eine Frau in der Wüste
+verfolgend, und das Seetier ebenfalls mit sieben Köpfen. Letztere sind
+gelb und grün und tragen den Nimbus als Symbol der Gewalt.[162] Ein
+anderes Mal finden wir zu Apoc. III, 3 einen Leoparden mit Bärenfüssen
+als Illustration. Eine Miniatur bietet der hortus deliciarum zu Apoc.
+XVII, 3. Die grosse Hure Babylon sitzt gekrönt, mit prächtigen Gewändern
+geziert, mit über die Schultern wallenden Haaren auf dem Meerungeheuer,
+dem Tier mit sieben Köpfen und zehn Hörnern. Das Tier hat Ochsenfüsse
+mit gespaltenen Klauen, was der Beschreibung der Apokalypse nicht
+entspricht, welche ihm Bärenfüsse beilegt. Es geht im Meere, während am
+Ufer Menschen aller Klassen auf die Hure schauen. Sie trägt ein Diadem
+mit der Schrift: Babylon magna. Dass für diese Darstellungen die
+byzantinischen Miniaturen Vorbild waren, wird durch das Fehlen
+gleichzeitiger abendländischer erklärt.
+
+=Welches Gesammtbild tritt uns nun aus diesen zahlreichen Bildern für
+die künstlerische Darstellung des Teufels und der Hölle entgegen?=
+
+Der Teufel hat in den meisten Bildern eine ziemlich gleichmässig
+wiederkehrende Gestalt. Sie ist zwiefacher Bildung: symbolisch und
+wirklich. Die symbolische Darstellung war in der altchristlichen Kunst
+allein üblich und ist von der byzantinischen übernommen und weiter
+entwickelt worden. Sie lebte ja auch in der Phantasie der Völker durch
+die Bibel fort und ihre Wiedergabe entsprach somit dem Bedürfnis, das,
+was man glaubte, auch mit den Augen zu sehen. Der Teufel tritt in der
+Kunst als Schlange, Drache, Löwe und phantastisches Ungeheuer auf.
+Diesen Tieren wird ein lebhafter Anteil an der jedesmaligen Handlung
+zugeschrieben, wie im Sündenfall, im Kampfe Christi und St. Michael’s
+mit dem Drachen. Der letztere, welchem wir in der altchristlichen Kunst
+nur als Seedrachen begegneten, ist ein vielgestaltiges Ungeheuer
+geworden, für welches die Apokalypse dem Künstler die einzelnen Züge
+vorgezeichnet hat. Er ist das ständige Symbol des Teufels geworden und
+trägt den Nimbus als Zeichen seiner Macht. Diese sucht er im Kampfe
+geltend zu machen, aber er unterliegt und liegt gefesselt im Abgrund der
+Hölle. Hier setzt er vergeblich dem niederfahrenden Christus Widerstand
+entgegen und windet sich wutschnaubend am Boden. Wie in den Bildern der
+altchristlichen Kunst spricht sich auch in diesen eine frohe Zuversicht
+und ein inniger Glaube an die Macht Christi als den Erretter aus der
+Gewalt des grimmen Feindes aus.
+
+Die konkrete Gestalt des Teufels tritt häufiger als die symbolische auf.
+Sie war in der altchristlichen Kunst nie versucht worden und ist wohl
+sicher als eine Schöpfung der Byzantiner anzusehen. Der Böse wird
+zwiefach, rein menschlich oder in Verbindung mit tierischen Attributen
+gestaltet. Als Mensch tritt er meist nackt auf. Indem so sein Bild das
+sittliche Gefühl des Beschauers verletzte, entsprach es der Vorstellung
+von seiner Verworfenheit und Niedrigkeit. Wenn ihn aber die Künstler
+zuweilen mit einem Lendenschurz darstellten, so folgten sie dem in
+damaliger Zeit üblichen strengeren Schicklichkeitsgefühl. Der Typus der
+gesammten Gestalt ist byzantinisch. Das Gesicht mit den grossen
+flammenden Glotzaugen und der hakenförmigen Nase zeigt meist verzerrte
+Züge. Die Glieder sind unproportioniert, Arme und Beine sind mager. Der
+Oberkörper, welcher oft mit Runzeln und Haaren bedeckt ist, wird fettig
+und schwammig oder geradezu im Gegenteil zum Skelett eingetrocknet
+geschildert. So nimmt die Gestalt den Zug der Hässlichkeit und
+Niedrigkeit an. Noch diabolischer wird ihr Aussehen durch das
+Hinzutreten tierischer Attribute. Der Teufel hat dann Ähnlichkeit mit
+dem Satyr der antiken Mythologie. Er ist kenntlich durch das Bocksohr,
+das borstige Haar, das Schwänzchen, durch die Umgestaltung des Fusses in
+ein Bocksbein, in Greifenfüsse und durch lange Krallen an Händen und
+Füssen. So vereinigt sich die tierisch-sinnliche Kraft mit der geistigen
+des Menschen zu jenem Doppelwesen, welches dem Phantasiebilde am besten
+entspricht. Beide Gestalten haben aber die Farbe des Aussehens gemein.
+Sie ist schwarz und grau. Eine geistvolle Erklärung zu dieser
+Darstellung giebt Gottfried von Viterbo, wenn er sagt:[163] »Gott habe
+den Teufel geschaffen, weil er in seinem Weltgemälde nach Art der Maler
+die dunkelen Farben gebrauchte, um die Wirkung der hellen zu
+verstärken.« Die schwarze Farbe erweckte auch das Gefühl des Grauens und
+passte zu dem Gott der finsteren Unterwelt. Schwarz ist die Farbe der
+Nacht, welche das Verbrechen verbirgt. Bisweilen wird der Teufel auch
+rotbraun gemalt gleichsam in den Farben der flammenden Hölle, um ihn als
+Sohn der letzteren zu bezeichnen. Die menschliche, wie tierische Gestalt
+haben endlich noch die Flügel gemeinsam. Diese sind der der Fledermaus
+nachgebildet, verleihen der Erscheinung ein gespensterhaftes Aussehen
+und sind ein sinniges Attribut für den nimmer ruhenden Geist der Lüge.
+
+Die enge Beziehung, in welcher der Teufel nach dem Glauben jener Zeit zu
+den Menschen stand, findet in den zahlreichen Darstellungen einen
+künstlerischen Ausdruck. Ebenso wie er Christum verführen wollte, Judas
+zum Verräter machte und die Menschen durch Krankheiten heimsuchte, so
+versuchte er es täglich bei den Frommen; jene biblischen Bilder gaben
+somit die Stimmungen eines geängstigten Gemütes in einer allgemein
+verständlichen Einkleidung wieder. Dabei ist die zwiefache Auffassung
+von der Thätigkeit des Teufels als der Repräsentation des bösen Willens
+im Menschen und der äusseren Machtinstanz, welche in der Bibel deutlich
+zu unterscheiden war, künstlerisch nicht zum Ausdruck gekommen. Der
+Teufel tritt stets als handelnde Person auf. Er trägt Christus auf den
+Gipfel des Berges, auf die Zinne des Tempels, in die Wüste.
+Eindringlich, lebhaft gestikulierend redet er auf ihn ein. Er peinigt
+den armen Hiob und schleppt die Seele des Lazarus fort. So hat ihn die
+Kunst in seiner Thätigkeit in anschaulicher Weise geschildert.
+
+Weniger eingehend und weniger häufig ist der Lebenslauf des Teufels
+behandelt. Seine Erschaffung durch Gott ist nirgends dargestellt. Über
+sie mochte auch das Volk nicht nachgrübeln und überliess diese Fragen
+den Philosophen und Theologen. Daher war für eine solche Darstellung
+kein Bedürfnis vorhanden. Wenn dagegen die Besiegung des Teufels durch
+Christus und seine ewige Fesselung häufig abgebildet erscheinen, so
+liegt der Grund dafür wieder in der allgemeinen Verständlichkeit, in der
+Beziehung dieser Scenen auf Christus als den Erlöser der verdammten
+Menschenseele.
+
+Individuelle Gesichtszüge zur Charakterisierung des eigentlichen
+teuflischen Elementes, das uns aus dem Inhalt der Darstellung
+entgegentritt, sind freilich nicht zu finden, weil die Kunstmittel dazu
+nicht ausreichten. Zudem liess der hieratische Charakter der
+byzantinischen Kunst dem individuellen Ermessen nur wenig Spielraum.
+Demgemäss hat auch der Gesichtsausdruck des Teufels den gleichen
+nichtssagenden, generellen Typus und der Charakter wird nur äusserlich
+durch die Handlung und Attribute angedeutet.
+
+Eng verwachsen mit der Darstellung des Teufels ist die der Hölle, in
+welcher jener als Nachrichter schreckliche Vergeltung übt. Auch sie
+wird in zwei Auffassungen geschildert: Symbolisch und wirklich. Die
+erste, welche schon die altchristliche Kunst anzudeuten versucht hatte,
+nimmt in dieser Zeit eine bestimmte Form an. Der weitgeöffnete Rachen
+des Untieres, der feuerspeiende, zu Boden geworfene Drache oder Riese
+sind die einzigen Symbole. Meist ist eben das Bild ein konkretes, und es
+lässt sich für diese Composition eine allmähliche Entwicklung verfolgen,
+indem die Scenerie im Laufe der Zeit immer reicher ausgemalt wurde.
+Während sie auf den frühsten Bildern nur angedeutet wird ohne eine
+besondere nähere Bestimmung der Örtlichkeit, wird diese auf den späteren
+als flammendurchwogter Abgrund oder als Felsenhöhle geschildert. Ein
+Unterschied wird wohl zwischen der Vorhölle und der Hölle gemacht, indem
+die erstere in der byzantinischen Kunst meist flammenlos abgebildet
+wird, in der abendländischen aber nicht. Thore und Schlösser, welche bei
+der Höllenfahrt Christi oft am Boden zertrümmert liegen, deuten auf den
+Ort als einen wohlbewahrten hin. In der Hölle thront als oberster
+Herrscher der Teufel, welchen man gewöhnlich als Lucifer zu bezeichnen
+pflegt. Als Personifikation der Hölle fehlt er selten. Er sitzt in der
+Tiefe derselben auf Schlangen und ist an den Füssen gefesselt, getreu
+der bekannten Schilderung der Bibel. Seine Gestalt zeigt die
+gewöhnlichen Züge des Teufels, nur ist sie grösser und trägt als Zeichen
+ihrer Macht die Krone. Lucifer hält den Erzsünder Judas Ischarioth auf
+dem Schoosse und scheint Befehle an die ihn umgebenden Teufel, welche
+die Rolle von Schergen spielen und gewissermassen als weitere Emanation
+seines Wesens erscheinen, zu erteilen. Diese erfüllen ihre Arbeit mit
+grösstem Eifer, indem sie die Sünder mit Ketten, Stricken und Haken in
+die Hölle zerren. Die Schrecken der Hölle werden durch Schlangen und
+Kröten vervollständigt.
+
+Die Sünder, welche in der Hölle schmachten, repräsentieren verschiedene
+Menschenklassen, ohne Rücksicht auf Rang und Stand. In den frühsten
+Schilderungen erleiden sie alle nur die gleiche Pein durch die
+Feuerstrafe, im XI. und XII. Jhrdt. aber werden die verschiedenen
+Verbrechen verschieden bestraft, und zwar sind die Strafen analog den
+Vergehen auf der Erde. Freilich sind sie rein äusserlich und nur
+physischer Natur, von den psychischen Leiden merkt man den Sündern
+nichts an. Es herrscht auch hier der schablonenhafte Typus der
+byzantinischen Vorbilder vor.
+
+Die Darstellung der Hölle entspricht ebenso wie die des Teufels den
+Anschauungen, denen wir in der Litteratur begegneten. Und wenn sich die
+christliche Vorstellung von beiden, wie gezeigt worden, leicht mit
+germanischen vereinigte, so finden wir dies in den Bildern bestätigt,
+welche ja jene Ideen wiederspiegelten. Die byzantinischen Künstler aber
+erweisen sich als poesievolle Naturen, welche ihren Gestalten sinnige
+Attribute gaben. Sie haben den Gedanken an die leibhaftige Gestalt des
+Teufels, seiner Macht und an die einstige Vergeltung zuerst in eine
+künstlerische Form gebracht. Ihre Bilder traten demjenigen, der nicht
+lesen konnte oder nicht gebildet genug war die Predigt und Lektionen zu
+verstehen, als eine geschriebene Predigt zur bleibenden Erinnerung vor
+die Seele und mochten um so eindringlicher und überzeugender sein.
+
+
+Die Darstellung des Teufels und der Hölle von den Pisanern bis Orcagna.
+
+Bei der Darstellung des Teufels und der Hölle trat sowohl in der
+altchristlichen, wie in der byzantinischen Kunst die Individualität der
+schaffenden Künstler vollständig zurück. Die Darstellungen wurden nach
+einer festen Tradition in bestimmte Typen und Formen gebracht, und der
+Ort ihrer Entstehung war für die selbstständige Erfassung und Ausführung
+derselben von geringer Bedeutung.
+
+Die Ursache lag darin, dass die Kirche bisher die Trägerin der gesammten
+Kunst und Kultur war, und die Beteiligung der Laienwelt so gut wie ganz
+ausgeschlossen blieb. Erst mit dem Aufblühen der Städte, mit der
+Ausbildung nationaler Elemente, mit der Concentration des geistigen
+Lebens auf einzelne hervorragende Orte, etwa seit der Regierung der
+Hohenstaufen, trat im Westen Europas ein Umschwung ein. Namentlich
+entwickelten sich in Italien mächtige Gemeinwesen, so besonders Florenz,
+die unter dem Einfluss ihrer gegenseitigen Kämpfe und ihrer inneren
+politischen Parteiungen starke Individualitäten auf allen Gebieten des
+geistigen Lebens hervorbrachten. Italien beginnt seit der Mitte des
+zwölften Jahrhunderts getrennt von Deutschland und Frankreich seine
+eigene Entwicklung zu nehmen, besonders auf geistigem Gebiet. Für die
+Kunst wird es und damit hauptsächlich Florenz von jetzt an die Führerin
+im Abendlande.
+
+In Florenz treten zuerst die grossen genialen Künstlernaturen auf,
+welche durch ihre monumentalen Werke, in denen sie sich allmählich von
+den Fesseln der byzantinischen Tradition freimachten, bahnbrechend für
+die gesammte Kunst wirkten. In dem Bestreben nicht sowohl Neues als
+vielmehr das Alte, den bisherigen, religiös-kirchlichen
+Darstellungskreis so lebendig und wahr wie möglich zu schildern, um eben
+dadurch umso nachdrücklicher auf Herz und Phantasie des Beschauers zu
+wirken, haben sie auch allmählich den Typus von Teufel und Hölle
+abgewandelt und zuletzt jenes farbensatte Bild geschaffen, das für die
+Folgezeit bis auf die Gegenwart in Geltung geblieben ist.
+
+Alle Studien über diese Zeit, mögen sie nun die gesammte Kunst oder ein
+Gebiet derselben betreffen, müssen immer auf den Genius zurückgeführt
+werden, welcher die geistigen Anschauungen seiner Zeit in seinen Werken
+am prägnantesten zum Ausdruck gebracht und am meisten umgestaltend auf
+das ganze Kulturleben nicht nur seiner engeren Heimat, sondern der
+Menschheit überhaupt gewirkt hat: auf Dante
+
+ »Dal ciel discese e col mortal suo, poi
+ Che visto ebbe l’inferno giusto e’l pio
+ Ritornò vivo a contemplare Dio,
+ Per dar di tutto il vero lume a noi.«[164]
+
+recitierte einst Michelangelo seinen Freunden Donato Gianotti, Luigi del
+Riccio u. a., eine vorzügliche Beurteilung, da Dante thatsächlich neues
+Licht in die bisherigen eschatologischen Vorstellungen gebracht hat.
+Sein »Inferno« kommt für die Ikonographie des Teufels und der Hölle
+wesentlich in Betracht, da es das zu allen Zeiten detaillierteste und
+anschaulichste Bild davon enthielt.
+
+Dante hat zu seinem Werke das Material gleichsam vorbereitet gefunden
+und seine Vorläufer sind zum Teil bekannt. Zu diesen gehören zunächst
+die Scholastiker, welche den kirchlichen Glauben an die Existenz von
+Hölle und Teufel unterstützten, indem sie besonders genau die
+Örtlichkeit fixierten. Sie verlegten dieselbe nämlich ins Erdinnere und
+unterschieden vier Abteilungen: 1. sinus Abrahae, nunc vacuus, 2.
+purgatorium, 3. sinus liberorum, 4. gehennae.[165] Thomas v. Aquino
+nannte die Hölle ignis corporalis und meinte, dass hier die Leiber
+glühen, ohne zu brennen.[166] Ferner wurde unter dem Einfluss der
+allgemeinen Verhältnisse jener Zeit, in welchen infolge des Kampfes
+zwischen Papst und Kaisertum die Entsittlichung und Irrreligiosität in
+den höheren geistlichen, wie weltlichen Ständen gewaltig zunahm,
+Aberglaube aller Art in den Vorstellungen des niederen Volkes herrschte,
+und selbst der Gottesdienst nur in Äusserlichkeiten bestand, da die
+Predigt durch Anekdoten und Scherze die Menge zu interessieren suchte,
+der Gedanke an die einstige Vergeltung, an die Hölle und den Teufel in
+der ganzen Litteratur in Legenden, Visionen und besonders in den seit
+dem 12. Jhrdt. aufkommenden geistlichen Schauspielen immer auf’s Neue
+und gründlichste erörtert.[167] Giacomo v. Verona, Bonvesinus, Jacopone
+da Todi schildern die Hölle in grellen Farben, besonders aber drei
+grosse aus Irland stammende Visionen: »Die Reise des hlg. Brandanus, das
+Purgatorium des hlg. Patritius und Tundalus.« In diesen früh in die
+Vulgärsprachen übertragenen Dichtungen werden die Örtlichkeiten der
+Hölle und die Qualen der Verdammten eingehend beschrieben. »So sieht der
+Tundalus einen hohen Berg, auf der einen Seite stinkendes Feuer, auf der
+andern Eis und Wind, wo abwechselnd in dem einen und dem andern die
+Seelen gepeinigt werden. Das sind die Treulosen und Betrüger, sagt ihm
+der führende Engel; er sieht einen Schwefelfluss mit anderen Seelen
+darin. Hier schmachten die Hochmütigen.« Es bildete sich daher bald eine
+typische Manier für die Beschreibung der Strafarten: Seeen von Eis, voll
+Feuer und Blut, in welche die Sünder eingetaucht sind, Dämonen und
+Schlangen, welche sie zerreissen, der offene Rachen des höllischen
+Abgrundes, kehren in allen Gedichten wieder. Dergleichen
+veranschaulichen auch die Mysterienspiele: wie die Parabel von den
+klugen und törichten Jungfrauen, vom reichen Mann und armen Lazarus, von
+Theophilus und Frau Jutta, Christus im Limbus.[168] Giovanni Villani
+erzählt,[169] dass am 1. Mai 1304 zur Belustigung des Volkes in Florenz
+ein Fest auf Barken veranstaltet wurde, bei welchem die Hölle
+dargestellt wurde: »mit Flammen und anderen Strafen und Qualen, mit
+Menschen, die als Dämonen verkleidet, furchtbar anzusehen waren, und
+anderen in Gestalt von nackten Seelen, welche wahrhafte Personen
+schienen, und man brachte diese in jene verschiedene Höllenabteilungen
+mit sehr grossem Geschrei und Gelärm und Getöse, dass es peinlich und
+schrecklich zu hören und zu sehen war.«[170] Die Seelen waren
+wahrscheinlich nur durch ausgestopfte Bälge dargestellt, was Villani nur
+ungeschickt ausdrückt (que pareano persone) und wurden in verschiedene
+Abteilungen geworfen. Über jeder aber stand geschrieben: In questo luogo
+son puniti i tali. Diese Pantomimen, welche auf eine lange Übung in
+dieser Beziehung weisen, lassen an Realität nichts zu wünschen übrig,
+wobei den Darstellern bei der Erfindung von Strafen der weiteste
+Spielraum gestattet war.
+
+Dantes Verdienst besteht nun darin, dass er unter Beibehaltung der
+kirchlichen Lehre vom Teufel und der Hölle den Glauben daran ethisch
+vertiefte. Er verbindet die christliche Lehre mit der Ethik des
+Aristoteles und Plato,[171] zieht den Apparat der heidnischen
+Mythologie, welche er wie historische Fakta betrachtet, in die
+christliche Dämonologie hinein, entsagt den kanonischen und römischen
+Rechtsanschauungen über die Stufenfolge der Sünde, um dafür diese nach
+dem Princip der Gerechtigkeit zu ordnen und vornehmlich das Strafmass
+zur Sünde in Beziehung zu setzen.[172] Sein »Inferno« verhält sich zu
+den Werken seiner Vorgänger wie das neue Testament zum alten. Wie das
+erstere das jüdische Sittengesetz ethisch vertiefte, so lehrt Dantes
+Gedicht, dass die Hölle nicht ein Äusseres, sondern ein Inneres sei.
+
+Das äussere Bild, das der Dichter von der Hölle entwirft, ist freilich
+auf das Feinste komponiert. Die Hölle bildet einen Trichter, dessen
+Spitze in der kugelförmigen Erde liegt. Sie wird durch acht
+concentrische Kreise in neun Zonen geteilt. Dante trennte von der Hölle
+den sinus Abrahae und das Purgartorium. Die neun Zonen verjüngen sich
+von oben nach unten und sind voller Schluchten und Thäler, Gewässer und
+Wälder, kurz sie bilden eine Welt im Innern, zu der Italiens Landschaft
+das Bild gegeben hat. Jede Zone ist für gewisse Klassen von Sündern
+bestimmt und zwar die obere Hälfte bis zur Stadt Dis (5. Zone.) als
+Strafort für Diejenigen, welche aus Unenthaltsamkeit und Schwachheit des
+Willens fehlten, wie die Wollüstlinge, Schlemmer, Geizigen,
+Verschwender, Zornigen, Lässigen; die untere von Dis bis zum Centrum für
+die, welche aus Bosheit fehlten. Die letzteren zerfallen in die
+Gewaltthätigen (Mörder, Tyrannen, Räuber, Selbstmörder, Spieler,
+Gotteslästerer, Sodomiter und Wucherer) und in die Betrüger und
+Verräter. Die ersteren von diesen gliedern sich in zehn Klassen:
+Kuppler, Schmeichler, Simonisten, Wahrsager, Gauner, Heuchler, Räuber
+und Diebe, böse Ratgeber, Sektirer, Fälscher; die letzteren in vier
+Abteilungen: Verräter an Verwandten, am Vaterlande, an Freunden und
+Wohlthätern. Die Strafen für die in der Hölle schmachtenden Sünder
+bestehen darin, dass die sündigen Seelen ihren inneren Zustand aus
+dieser Welt in jene hinübernehmen und dort in Ewigkeit fortsetzen
+mussten. Ein Beispiel sei zur Illustration dafür angeführt: »Die Sünde
+der Geizigen und Verschwender geht aus einer falschen Schätzung des
+wahren Wertes des irdischen Gutes hervor. Jede Sünde hat unausgesetzte
+innere Unruhe zu ihrer unzertrennlichen Begleiterin, weshalb diese
+Seelen als ewig ruhelos sich abmühend und abmattend erscheinen. Die
+schweren Steinmassen, die sie in entgegengesetzter Richtung einander
+zuwälzen, das Bild des Goldklumpens, auf den sie all ihr Mühen, all ihr
+Sinnen und Denken verwenden. Nur ist der Klumpen kein angenehmes und
+ersehntes Objekt mehr, denn das Gold hat nun seinen verführerischen
+Glanz verloren und erscheint als das, was es in Wirklichkeit ist, als
+eine schwere, unfruchtbare Masse, deren Last die Seele zuerst in der
+Zeit, dann aber auch in Ewigkeit erdrückt.«[173] Was der Mensch also auf
+Erden oft verbergen konnte, wird im Jenseit erbarmungslos enthüllt,
+fortentwickelt und gesteigert und »wenn die Worte vom jenseitigen Leben
+reden, der wahre Sinn gilt dem diesseitigen, die physische Strafe ist
+nur ein Sinnbild für den Seelenzustand des in seiner Sünde verstockten
+Sünders.« So hielt der Dichter seinen Zeitgenossen einen Spiegel vor die
+Seele und stellte eine Lehre auf, von der die kirchliche nichts wusste,
+weshalb es mit Recht heisst: Per dar di tutto il vero lume a noi.
+
+Ist Dante in der Auffassung der Sünde und Strafe individuell, so auch in
+der über den oder die Teufel, da der Dichter von »einem« nie spricht. Wo
+sie geschildert werden – was übrigens selten geschieht – zeigen auch sie
+einen innerlichen Zusammenhang zu der Strafe der Verdammten. So treten
+in der vierten Abteilung der siebenten Zone gehörnte Teufel auf, welche
+mit langen Peitschen die Kuppler und Verführer geisseln.[174] Sie treten
+vor das Bewusstsein dieser Sünder als der Zorn der betrogenen
+Verwandten, Dämonen einer ewigen Rache. Vielleicht hat Blanc recht, wenn
+er sagt: Der Dichter schildert sie deshalb gehörnt, weil sie die
+Verdammten auf schauerliche Weise an die einst von ihnen verspotteten
+und becchi cornuti genannten betrogenen Ehegatten erinnern sollten.[175]
+Ein anderes Mal schildert der Dichter schwarze Teufel mit hohen, spitzen
+Schultern, zu deren Seiten breite Schwingen sind. Mit Haken fangen und
+stossen sie die Verdammten in den Pechsee.[176] Sie stellen Gaunertypen
+vor und haben alle komische Beinamen, wie dies unter Verbrechern üblich
+ist. Sie können als Personifikation bestimmter Verbrechen gelten. Den
+obersten der Teufel, das Urbild des Bösen, Lucifer, versetzt der Dichter
+in das Centrum der Erde, weit entfernt von Gott, den äussersten Gegenpol
+bezeichnend. Er steht bis zur Brust im Eise. Die grandiose Schilderung
+dieses Ungeheuers,[177] aus dessen Zügen uns die infernalische Bosheit
+zähnefletschend angrinst, dürfte in der ganzen Litteratur nirgends ihres
+Gleichen haben.
+
+Wie nun der Dichter für diese Gestalt Attribute aus der Antike entlehnt
+hat, so wählte er überhaupt mit Vorliebe die mythischen Fabelwesen der
+Griechen und Römer als Wächter und Peiniger der Verdammten. Charon, der
+Greis mit den glühenden Augen, welcher in das Innerste der Menschen
+hineinsieht und den Auserwählten von den Verdammten unterscheidet,[178]
+Minos, der grause Richter,[179] Pluto als Symbol des immer mehr sich
+verzehrenden und begehrenden Reichtums,[180] der Minotaurus als das
+abstrakte Symbol der Grausamkeit und der Gewaltthätigkeit,[181] die
+Harpyien, das Symbol des Zweifels,[182] Cacus, dessen tierische Hälfte
+die brutale Gewaltsamkeit, die menschliche mit Schlangen bedeckte die
+List versinnbildlicht,[183] die Giganten gleich den Gottesleugnern die
+Repräsentanten übermütiger Kraft,[184] alle diese Monstra stehen den
+Verdammten zur ewigen Qual als Personifikation ihrer Sünde vor Augen.
+
+Antike Vorstellungen haben ferner das landschaftliche Bild der Hölle
+vervollständigen müssen, so dienen der Acheron,[185] Styx,[186]
+Phlegeton[187] und Cocytus[188] zur Trennung von Abteilungen der Sünder
+oder zur Bestrafung.
+
+Die Hölle Dante’s ist also, wie wir sehen, aus den heterogensten
+Elementen in eigenartiger Weise zusammengesetzt. Der Dichter hat den
+ganzen Stoff vorgefunden, aber nach seiner Phantasie umgestaltet, indem
+er die christliche Lehre und antike Vorstellungen mit denjenigen seiner
+Zeit kombinierte. Er hat eine Welt des Jenseits aufgebaut, welche die
+Phantasie mit Schrecken erfüllt hat, und die zu allen Zeiten in dem
+Vorstellungskreise der gläubigen Christen geblieben ist.
+
+Analog dem Dichter haben auch die Florentiner Künstler, welche wie die
+Pisaner als Vorläufer Dante’s oder wie Giotto als Zeitgenossen anzusehen
+sind, die hergebrachten christlichen Anschauungen hauptsächlich unter
+dem Einfluss der Antike in neue Formen gekleidet, während spätere
+Künstler von dem Dichter beeinflusst erscheinen, und dieser dadurch auch
+für die Kunst umgestaltend wirkte.
+
+In Niccola Pisano pflegt man den Interpreten der neuen Richtung zu
+erblicken. An dem Kanzelkasten im Baptisterium von Pisa (1260) befindet
+sich unter den fünf Reliefs, welche die Geschichte Christi darstellen,
+als Schluss derselben ein jüngstes Gericht.[189] Die Composition
+desselben ist, wenngleich zusammengedrängt, die bisher übliche und zeigt
+zur Rechten des Erlösers die Hölle. Ihre Örtlichkeit hat keinen
+besonderen Lokalton und ist nur durch die Vorgänge selbst
+charakterisiert. Lucifer als die Personifikation der Hölle sitzt auf
+einem Untier, dessen tierischer Kopf allein zu erkennen ist. Unter dem
+linken Arm hält er einen Missethäter, mit dem rechten wirft er einen
+anderen in den neben ihm befindlichen Tierrachen, mit den Füssen tritt
+er auf einen Übelthäter, dessen Arm ein gnomenartiger Teufel bereits
+verschlingt. Der Kopf des Höllenfürsten, von einem langen zottigen
+Haupt- und Vollbart umgeben, hat die verzerrten Züge des Satyrkopfes.
+Die Stirn ist stark durchfurcht, unter den kräftigen Brauen liegen tief
+in den Höhlen die Augen. Die Nase ist unförmig platt und eingedrückt.
+Das grosse Maul ist zum Grinsen verzerrt. Der Oberkörper und die
+Oberschenkel, deren Rückseiten lange zottige Haare zeigen, sind
+menschlich geformt, während die Unterschenkel in Greifenfüsse ausgehen.
+Die nackten Teufel, welche die Verdammten von den Engeln in Empfang
+nehmen, Lucifer zuführen oder selbst in den Rachen des Untieres
+befördern, haben sorgfältig durchgebildete Glieder; der Kopf hat
+männliche, aber unschöne Züge, und tierische Schadenfreude blickt aus
+den Augen. Eine groteske Erscheinung ist der zwerghafte Teufel, auf
+dessen dicken und fetten Körper ein unförmiger, grosser Kopf sitzt,
+welcher mit dem Typus eines Sokrateskopfes antiken Masken nachgebildet
+ist.
+
+Indem Meister Niccola so die Gestalten bis zur Scheusslichkeit
+karrikierte, gab er ihnen ein teuflisches Aussehen, welches wir in der
+byzantinischen Kunst vermissen. Freilich hat er es noch nicht
+verstanden, den Charakter Lucifers zu seiner Thätigkeit und zu dem Ort
+derselben in Beziehung zu setzen, denn Lucifer schaut mit widerwärtigem
+Gesicht aus dem Relief heraus, indem er die Strafe an den Verbannten
+gleichsam mechanisch vollzieht. Dagegen sind die Teufel mit ganzer Seele
+bei ihrer Arbeit. Ihre freudige Geschäftigkeit und der Schmerz der
+Verdammten, welche unter Schreien zu entrinnen suchen, bilden einen
+lebenswahren Contrast, und wenn dies auch nur an einer vollständig
+erhaltenen Gruppe wahrgenommen werden kann, so wird dies folgerichtig
+für die leider arg verstümmelten übrigen angenommen werden müssen. Das
+innere Leben der einzelnen Gruppen wird ferner noch durch die gesammte
+Komposition erhöht. Während die Seligen gleichsam zu Christus
+emporzusteigen scheinen, werden die Sünder in die Tiefe gezogen. So
+kommt durch die entgegengesetzte Richtung wie von selbst Bewegung in die
+Gesammtkomposition, welche den Totaleindruck erhöht. Darin liegt aber
+auch das Hauptverdienst Niccola’s, dass er sich frei machte von dem
+leblosen Schematismus der byzantinischen Darstellung und die Vorgänge
+mit lebenswahrer Treue und künstlerischem Verständnis so zu schildern
+versuchte, wie er sie in seinem Innern fühlte. Wenn ihm auch die Mittel
+fehlten, seinen Gedanken immer einen formvollendeten Ausdruck zu geben,
+jenes Verdienst, seine Individualität seinem Werke eingehaucht zu
+haben, muss dem Meister bleiben.
+
+Einen Fortschritt in der feineren Durchführung der Details zeigt die
+Darstellung der Hölle und des Teufels in dem jüngsten Gericht an der
+zweiten Kanzel zu Siena (1266), welche zwar ebenfalls auf Niccola
+zurückgeht, aber in ihrer Ausführung nachweislich seinem Sohne Giovanni
+zuzuschreiben ist.[190] Das jüngste Gericht nimmt hier zwei Reliefs ein,
+und die Hölle ist auf dem einen allein dargestellt. Ihre Komposition
+gleicht der auf dem Relief in Pisa. In fünf Reihen sind die Verdammten
+übereinander geordnet. Lucifer und die Teufel zeigen die gleiche
+Auffassung, nur ist die Anteilnahme an ihrer Thätigkeit intensiver. Der
+grösste Wert ist auf die Charakterisierung der Sünder im Einzelnen
+gelegt. Sie sind unglückliche, bemitleidenswerte Geschöpfe. Ein Mönch
+fleht den strengen Engel des Gerichtes um Erbarmen an. Ein gekrönter
+Sünder hält jämmerlich weinend die gefalteten Hände vor den Mund, ein
+anderer hat sein Antlitz bedeckt. Die Leidenschaft, welche diesen
+Gestalten, den Teufeln in ihrer Schadenfreude und gierigen
+Geschäftigkeit, den Verdammten in ihrem Schmerze und in ihrer Reue
+innewohnt, ist das für Giovanni Pisano Charakteristische. Und in den
+beiden Arbeiten desselben Inhalts, welche er unabhängig vom Vater
+geschaffen hat, in den Reliefs an den Kanzeln zu S. Andrea di Pistoja
+(1302) und im Dome von Pisa (1310) hat er sich zwar, was die
+Composition, die Attribute der Hölle und des Teufels anbelangt, an die
+frühere Darstellung ohne Abweichung angeschlossen, aber der Handlung die
+feurige Lebendigkeit und den Schwung seines Geistes gegeben, die er im
+höheren Grade besass als der Vater.
+
+Dieses Streben nach einem natürlichen, lebenswarmen Ausdruck erreicht in
+der Plastik seine höchste Vollendung in der Darstellung eines Inferno an
+der Façade des Domes von Orvieto, das nur wenig später a. 1310 von
+Giovanni Pisano’s Schülern Lorenzo Maitani, seinen Söhnen und Gehilfen
+gearbeitet ist.[191]
+
+Die Komposition der Hölle zerfällt in zwei Abteilungen. In der oberen
+ist der Zug der Verdammten zur Unterwelt dargestellt. Der Engel des
+Zornes treibt mit Geisselhieben die Sünder vor sich her, welche von
+langen, schweren Ketten gefesselt von den Teufeln vorwärts in die
+Unterwelt gezerrt werden. Ihr Antlitz zeigt den Ausdruck höchster Angst.
+Die einen verbergen vor Grausen die Augen, andere halten sich die Ohren
+zu, um das laute Wehklagen des Nachbarn nicht zu hören, wieder andere
+falten die Hände wie zum Gebet. In der unteren Abteilung der Hölle
+erwartet Lucifer und die Teufel die Verdammten. Der Höllenfürst wird von
+Drachen getragen, deren Schlangenhälse sich um seinen Körper ringeln und
+mit ihm verwachsen zu sein scheinen. Ihre Köpfe verschlingen zu beiden
+Seiten Lucifers die Sünder. Die nackte Gestalt des Teufels ist dagegen
+rein menschlich. Seine Füsse und Hände sind von Schlangen gefesselt.
+Ebenso winden sich um sein Haupt Schlangen, welche wie zu einer Krone
+geflochten sind. Der Kopf selbst gleicht dem auf dem Relief von S.
+Giovanni im Dome v. S. Andrea di Pistoja. Ebenso sind die nackten Teufel
+menschenähnlich. Ihre Köpfe haben meist wie im Baptisterium zu Pisa den
+antiken Satyrtypus, aber in’s Scheussliche verzerrt. Aus den breiten,
+grinsenden Mäulern, welche den Unterkiefer ausmachen, ragen lange Hauer
+hervor. Die gut proportionierten Körper sind mässig schlank und
+muskulös, entweder vollständig mit zottigem Fell bedeckt oder nur
+teilweise wie bei Niccola behaart; an dem zum Skelett abgemagerten
+Oberkörper scheinen die Rippen durch. Fledermausflügel an den Schultern
+geben den Gestalten ein unheimliches Aussehen. Mit tierischer Freude
+packen diese Teufel mit den Krallen die Sünder an, welche umsonst
+schreien, klagen, sich das Haar raufen und vor den Teufeln sich ducken.
+Schlangen, welche sich durch die Glut ringeln, erhöhen die Qualen der
+Unglücklichen.
+
+Die Örtlichkeit der Hölle ist hier räumlich gegliedert. Die zwei
+Abteilungen, von denen die zweite die Fortsetzung der ersteren bildet,
+fanden wir schon in den byzantinischen Darstellungen, so in St. Angelo
+in Formis; wie denn überhaupt nach Jessen[192] in den Reliefs am Dome
+von Orvieto das strenge Schema der byzantinischen Mosaicisten
+beibehalten worden zu sein scheint. Der Darstellung Lucifers und der
+Teufel liegt aber auch die Auffassung der Pisani unverkennbar zu Grunde.
+Wie bei jenen, so ist auch hier die das Menschliche betonende Auffassung
+der Byzantiner vollständig aufgegeben. Das Tierische und damit der
+dämonische Charakter in seiner abstossenden Hässlichkeit wiegt vor. Die
+Thätigkeit dieser Dämonen verrät höchste Leidenschaft, und das
+Gesammtbild ist voll abwechslungsreicher Episoden. Nirgends findet sich
+ein Moment der Ruhe. Dadurch ist aber eine der wichtigsten
+Vorstellungen, welche sich mit dem Begriff der Hölle verbinden, zum
+Ausdruck gekommen.
+
+In den Werken der Vorläufer und Zeitgenossen Dantes sehen wir also ein
+gleiches Streben, wie bei dem Dichter selbst, Antike und Christentum zu
+verschmelzen und ihr eignes Empfinden frei von akademischen Regeln in
+ihre Werke hineinzutragen, ohne dabei das traditionell Typische
+aufzugeben. In Niccola Pisano’s Darstellung sehen wir den Anfang, in
+Orvieto eine gewisse Vollendung.
+
+Die plastischen Arbeiten der Pisaner und ihrer Schüler werden
+chronologisch fortgesetzt durch die Malereien von Dantes Freunde
+Giotto,[193] denn von seinem Vorläufer Cimabue, sowie von den
+Sienesischen Malern ist, soweit wir wissen, nichts auf die Ikonographie
+des Teufels und der Hölle Bezügliches erhalten.
+
+Giotto hat zweimal das Infernum dargestellt, in der Scrovegnikapelle in
+Padua (1306/7) und kurz vor seinem Ende in Bargello (1336/7). Beide
+Gemälde, besonders das in Florenz, sind im ruinenhaften Zustande,
+während das in Padua starke Übermalungen zeigt.
+
+In dem letzteren ist die Hölle eine von einem Feuerstrome, welcher von
+den Füssen Christi in der Mandorla ausgeht, durchflutete Felsenhöhle.
+Durch den Feuerstrom werden die Sünder in die Hölle geschwemmt, wo sie
+Teufel in Empfang nehmen, oder sie ziehen über den Bogen des Portals,
+»wie über eine Brücke,« in die Unterwelt ein. Diese zerfällt durch die
+Felsen in natürlich abgeschlossene Räume, welche für einzelne Kategorien
+von Sündern bestimmt sind. Ihre Zahl lässt sich infolge der vielen
+Beschädigungen des Fresko nicht feststellen. Der interessanteste Raum
+ist im untersten Bildstreifen erhalten. Hier sitzt im Centrum der
+riesengrosse Lucifer auf einem doppeltgestaltigen Ungeheuer, dessen
+Leiber in der Mitte zusammengewachsen sind. Seine Grösse beträgt etwa ⅓
+der Höhe der ganzen Hölle. Er ist ein breitschultriger, dicker,
+fleischiger Gesell. Sein Kopf tritt wenig vermittelt aus den Schultern
+heraus. Borstige Haare umrahmen ihn. Seine Züge sind die des Satyrs. Aus
+seiner Stirn ragen zwei mächtige Stirnhörner heraus. Von den Ohren ist
+nichts zu sehen. An dieser Stelle des Kopfes aber schnellen Schlangen
+nach den Seiten, um die in der Nähe befindlichen Sünder zu packen. Das
+breite Maul Satans verschlingt gerade einen Verdammten. Mit den Armen
+greift Lucifer in die Menge nach rechts und links, um neue Opfer dem
+ersten folgen zu lassen. Seine Beine gehen in stark gespaltene Hufe aus,
+welche unter sich die Sünder zertreten. Rechts und links von dem
+Höllenfürsten sehen wir am Boden der Hölle sechs abgegrenzte, in die
+Erde sich öffnende, flammende Felsengrotten, in welche die Teufel die
+Sünder werfen. Im wüsten Durcheinander wälzen sich ihre nackten Leiber.
+Hier ragt ein Kopf, dort die Beine heraus. Gewiss war eine jede Grotte
+für eine gewisse Klasse von Sündern bestimmt, die möglicherweise durch
+Inschriften kenntlich gewesen ist. Sie zu bestimmen ist leider nicht
+mehr möglich. Nur zu der einen Grotte sehen wir auf den Schultern eines
+Teufels rücklings einen mit der Tiara geschmückten Sünder reiten. Ihm
+naht ein Weib, um ihm einen Geldsack zu geben. Er segnet sie.
+Vielleicht ist dieser Ort für die Simonisten bestimmt. Zu Häupten
+Lucifers sehen wir rechts Sünder, welche furchtbare Strafen erleiden. Da
+erscheint eine Gruppe von Gehängten, deren Füsse im Feuer stehen. Einer
+von ihnen hängt mit dem Kopfe nach unten, sodass ihm das Blut in den
+Kopf schiesst. Es ist der Hochmütige, welcher das Haupt im Leben zu hoch
+getragen hat. In einer anderen Gruppe wird der Unkeusche an seinen
+Schamteilen von einem Teufel gebissen, dem am Boden liegenden
+Habsüchtigen wird von einem auf seinem Leibe reitenden Teufel glühendes
+Erz in den Rachen gegossen. Ein anderer Sünder hängt mit den Armen an
+einer Stange; ihm durchsägen zwei Teufel den Körper von oben nach unten.
+Über dieser Abteilung sehen wir in einer anderen zottige Teufel eine
+Schar Verdammter verfolgen. Hier rast mit auf den Rücken gefesselten
+Händen ein Sünder umher, dort schwebt eine mit einander verbundene
+Gruppe, deren Körper in entgegengesetzter Lage liegen. So fliegt die
+Schar hin und her im ewigen Taumel, ohne Ruhe zu finden. In sie fährt
+ein Ungetüm mit einem Wolfsrachen und ein Teufel, angethan mit einem
+Mönchskostüm, bläst auf einem Horne, als wollte er die Melodie zu dem
+Reigen spielen. In die Mitte des obersten Bildstreifens ragt ein Fels
+hinein. Auf diesem liegen die Leiber gehäuft durcheinander. Teufel
+stürzen sie in die Tiefe hinab, wo sie von anderen in Empfang genommen
+werden.
+
+Dieses Fresko ist die erste malerische Darstellung der Hölle in der
+gesammten Kunst des XIV. Jhrdts. und zugleich eine der packendsten.
+Genauer, realistischer, grausiger ist sie wohl vor Giotto nie
+dargestellt worden, wenigstens kennen wir keine weitere. Der feine
+architektonische Aufbau des Ganzen, welcher so kunstlos grosse
+Innenräume schafft, die Masse der Gruppen, welche trotz der Menge der
+Sünder nie überladen erscheint, der Reichtum an Erfindung der
+grauenvollen Qualen und die lebendige Darstellung der einzelnen Scenen
+verdient unsere höchste Bewunderung. Man meint eine Illustration der
+Hölle Dante’s oder doch wenigstens eine Schöpfung im Geiste des Dichters
+vor sich zu sehen und dies hat zu der Annahme geführt,[194] zumal da im
+August 1306 Dante auf einige Tage in Padua zum Besuch weilte, letzterer
+habe Giotto die Einzelheiten angegeben, was aber unwahrscheinlich ist,
+da damals das Infernum noch nicht bekannt und das Fresko früher
+entstanden ist. Auch scheint Giotto’s Gemälde bei genauer Vergleichung
+nach anderen Gesichtspunkten komponiert. Die Örtlichkeit der Hölle, ihre
+Attribute Lucifer im Centrum, die Abteilungen und Klassificierung der
+Sünder, die verschiedenen Strafen und deren Beziehung zur Sünde ist
+ähnlich wie bei Dante und besonders in den Schilderungen der früher
+erwähnten Legenden wie Tundalus. Der principielle Unterschied zwischen
+dem Dichter und dem Maler liegt eben darin, dass Giotto sozusagen
+christlicher traditioneller, jener antiker individueller denkt. Die
+Verbindung von Christentum und Heidentum fehlt dem Fresko, die
+byzantinische Tradition erscheint dem Inhalte nach gewahrt. Giotto ist
+daher eher als ein Vorläufer Dantes zu betrachten, der den populären
+Vorstellungen weise Rechnung trägt, ihnen aber neue Züge in Fülle
+hinzufügt. Vorzugsweise dürfte seine Arbeit auf die rappresentazione
+sacre und ähnliche öffentliche Volksschauspiele zurückgehen, wie sie
+gerade in Florenz so üblich gewesen waren – ich erinnerte bereits an die
+Schilderung von Villani. Was Giotto’s Form anlangt, so ist die
+byzantinische freilich ein überwundener Standpunkt. Der Maler hat mit
+den Plastikern das Streben nach Realität gemein, ja er hat sie darin
+wohl übertroffen. Der Gestalt des Teufels hat er nichts Neues gegeben.
+Er stellt sie nach Art der Byzantiner durchaus menschenähnlich dar, aber
+er hat weniger durch den krassen Effekt der Karrikatur wie die Pisaner
+als durch Handlung charakterisiert. Sein Teufel ist ein fühlendes
+Individuum. Die Verdammten hat der Maler am wenigsten geschildert. Ihre
+Köpfe sind Typen und wie in St. Angelo in Formis werden Priester und
+Laien nur äusserlich unterschieden. Ihr Leid verraten die Unglücklichen
+noch mit keiner Mine, nirgends ist ein Ausdruck der Angst, der
+Verzweiflung und Reue in ihrem Gesichte zu lesen. Darin wird Giotto von
+Giovanni und Lorenzo Maitani übertroffen, es ist aber unzweifelhaft,
+dass die Mängel auf Schülerhände zurückgehen, welche dieses
+Schlusstableau eines langen Cyklus notdürftig fertig machen mussten, da
+der Meister selbst durch andere Arbeiten abberufen worden ist.
+
+Das ganze Fresko der Hölle macht auch heute noch trotz seiner argen
+Beschädigungen einen überwältigenden Eindruck. Und wie in einer
+Symphonie jeder Satz ein Tongemälde für sich ist, das nur der
+Interpretation eines einzigen Gedankens dient, so wird in diesem Inferno
+die Idee von der Vergeltung nach dem Tode durch einzelne Seelengemälde
+erläutert, welche zusammen ein harmonisches Ganzes bilden.
+
+Dante’s Gedanken und Giotto’s Stil werden wenige Jahrzehnte später durch
+Orcagna weiterfortgesetzt und dieser schafft in seiner Hölle in S. Maria
+Novella zu Florenz das zweite grosse Fresko, das die von den Pisanern
+erstrebte Richtung gleichsam abschliesst. Dieses Werk, ca. 1357 gemalt,
+kann direkt eine Illustration des »Inferno« der divina commedia genannt
+werden.[195]
+
+Nach der Topographie Dante’s ist das Gemälde entworfen.[196] Freilich
+ist die trichterförmige Gestalt aufgegeben, wohl mit Rücksicht auf die
+Wand der Strozzikapelle. Die Hölle ist in ein Rechteck, das durch einen
+Halbkreis abgeschlossen ist, hineinkomponiert. Sie ist wie bei Giotto
+als Felsenhöhle dargestellt, welche durch fünf einander parallel
+laufende Querwände in sechs Zonen geteilt ist. Jede derselben zerfällt
+in mehrere Abteilungen. Die erste Zone enthält die Vorhölle und den
+ersten Kreis der Dant’schen Hölle, die zweite den zweiten und dritten,
+die folgende je zwei Kreise, nur die vierte Zone den sechsten allein. In
+diesen Zonen werden die Verdammten nach der Vorschrift Dantes bestraft,
+und die Örtlichkeit der Strafe angepasst.
+
+In der ersten Zone ist die Vorhölle dargestellt. An dem Ufer des Acheron
+sammeln sich die Sünder, welche aus der Erde zum Teil emporsteigen, um
+einen Fahnenträger. Es ist die Rotte der Feiggesinnten, denen zum Guten
+wie zum Bösen die Thatkraft fehlte, und die sich wie eine Fahne nach
+jeder Richtung drehen. Jenseits des Acheron, auf dessen Flut Charon im
+Nachen fährt, liegt der primo cerchio des Inferno, durch eine
+Gebirgswand von der Vorhölle getrennt. Hier erhebt sich auf felsigem
+Grunde ein von einer Mauer umgebener Turm mit sieben sich nach oben
+verjüngenden Stockwerken; er dient denen zum Aufenthalte, welche zwar
+ohne Schande lebten, aber der Taufe entbehrten.[197] In der zweiten Zone
+richtet Minos die vor ihm erscheinenden Sünder.[198] Der grause Dämon
+hat die bekannte tierisch menschliche Gestalt der byzantinischen Kunst.
+Mit flammenden Augen scheint er die armen Seelen zu durchbohren. Um
+seine Beine, welche in Vogelklauen ausgehen, ringelt sich bis zur Hüfte
+in fünf Windungen eine Schlange. Sie beisst ihm in die Scham und während
+er selbst von den furchtbarsten Schmerzen gequält ist, vollführt er sein
+Richteramt über die Verdammten, welche weinend oder flehend, teilweise
+mit bedecktem Gesichte vor ihm stehen. Hinter ihm sehen wir die Schar
+der Gerichteten.[199] Die sinnliche Leidenschaft, welche die edle Liebe
+wie die Wollust gebiert, lässt sie nie zur Ruhe kommen und wie vom Sturm
+getrieben fliegen sie im Kreise umher mit dem Ausdruck der Verzweiflung,
+mit den Armen durch den leeren Raum suchend oder in inniger Umarmung
+dahinschwebend, wie es Dante von Paolo und Francesca beschreibt.[200] An
+diese Scene schliesst sich, wiederum durch eine Felswand getrennt, das
+Reich des dreiköpfigen Cerberus (Dante, Kreis 3), welcher mit seinen
+drei Rachen das Symbol der Unersättlichkeit ist.[201] Er hat den Körper
+eines Hundes, nur ist das geradeaus blickende Gesicht durch den Bart und
+durch Milderung der tierischen Form vermenschlicht. Während er einen
+Sünder verschlingt, packt er mit seinen Armen zwei andere, die ihm
+umsonst zu entrinnen suchen. Um ihn her aber sitzen oder liegen rechts
+am Boden Verdammte, die vergeblich vor dem fallenden Regen Schutz
+suchen.[202] Es sind die Säufer. Links aber sitzen an gedeckter Tafel
+die Feinschmecker, welche einander die Bissen missgönnen.[203] In der
+dritten Zone ist der quarto cerchio dargestellt. Hier wälzen die
+Verschwender und Geizigen grosse Lasten, das Bild des Goldklumpens, der
+ihr einziger Gedanke gewesen, in entgegengesetzter Richtung mit der
+Brust entgegen.[204] Über die zum Teil als Geistliche charakterisierenden
+Sünder steht als Wächter ein Teufel mit einer Keule in der Linken auf
+hohem, breiten Felsen, welcher diese Unglücklichen von denen des fünften
+Kreises trennt. Letzterer bildet einen Sumpf. In ihm stehen die
+Jähzornigen und wüten gegenseitig, während die Lässigen (Accidiosi), die
+ihren Hass und Groll wie ein schleichendes Feuer im Innern trugen, mit
+den Köpfen aus dem Sumpfe herausgucken.[205] Ihr Wächter Phlegias[206]
+aber rudert über den See. Die ganze vierte Zone bildet die Stadt
+Dis.[207] Eine Mauer, welche durch drei in gleichen Abständen stehende
+Türme unterbrochen ist, trennt sie von den oberen Kreisen. Auf dem
+mittelsten Turme stehen die Erinnyen[208] mit ihren Schlangenhäuptern,
+auf den anderen mit Lanzen bewaffnete Teufel, eine Wache haltende
+Cohorte. Durch Thore gelangt man zur Gräberstadt. In lodernden Flammen
+glühen da Särge, aus deren Öffnungen die Köpfe der Unglücklichen
+herausblicken. Es sind dies Ketzer, welche die Unsterblichkeit leugnend
+den Sarg als das Ziel ihres Lebens ansahen und ihn nun zur Strafe für
+immer besitzen. Die fünfte Zone stellt den siebenten Kreis[209] des
+Inferno dar. In der Mitte derselben liegt von felsigem Ufer umschlossen
+ein See. Die Mörder trinken hier das von ihnen vergossene Blut.
+Centauren, welche am Ufer dahinsprengen, schiessen nach ihren Köpfen
+oder tauchen die, welche sich aus dem Blutmeer zu weit herauswagen,
+wieder unter. Zur Linken dieses Seees ist ein Dickicht von Bäumen. Auf
+den Ästen sitzen Vögel mit Menschenköpfen, die Harpyien.[210] Verdammte,
+welche von Hunden verfolgt, hierher geflüchtet sind, verwandeln sich in
+Bäume und letztere, deren Zweige verletzt wurden, umgekehrt in
+Menschenköpfe.[211] Es sind die Selbstmörder, welche von einem Leben
+nach irdischen Vorstellungen in verächtlichem Pessimismus nichts wissen
+wollten. Rechts am Blutsee werden die Gotteslästerer, Wucherer und
+Sodomiter gestraft.[212] Steine und Feuer fällt auf die am Boden
+liegenden, kauernden oder aufrecht stehenden und mit geballten Fäusten
+nach oben drohenden Sünder. Die sechste Zone ist die grösste. Die zehn
+bei Dante geschilderten Bulgen sind hier durch Felsenwände von einander
+getrennt dargestellt. Indem die Mitte für Lucifer und die vier
+Abteilungen der Verräter freigelassen ist, ordnen sich je fünf Bulgen
+rechts und links um sie. Hier geisseln gehörnte Teufel die Kuppler,
+deren Hände auf dem Rücken gebunden sind.[213] In der nächsten Bulge
+ragen aus Erdhöhlen die zappelnden Beine der Simonisten.[214] In den
+Tiefen der Erde, wo die Erze liegen, haben sie ihren Gott gesucht, und
+suchen ihn nun dort in Ewigkeit. In der nächsten Bulge[215] stecken die
+Gauner, deren Thätigkeit durch die schlechte Erhaltung des Bildes nicht
+mehr zu erkennen ist. In der folgenden Abteilung werden die Diebe von
+Schlangen gefesselt und verwundet. Ihr Wächter ist der Centaur Cacus, in
+dem sich tierische Kraft und List gepaart haben, ein Symbol für den Raub
+und Diebstahl.[216] Ihnen schliessen sich die Zwiespaltstifter an.[217]
+Ihre Sünde rächt sich, denn ihnen werden jetzt die Glieder ihres Leibes
+von einem Teufel mit dem Schwerte getrennt. In der rechten Hälfte der
+Zone wälzen sich die Schmeichler[218] im Kothe, die Wahrsager[219]
+blicken mit dem Gesicht in entgegengesetzter Richtung rückwärts, um das
+Verkehrte ihrer Kunst zu charakterisieren, die Betrüger (gente
+depinta)[220] gehen in Kutten, die Augen fromm nach oben gekehrt, um
+sich den Schein der Heiligkeit zu geben. In der nächsten Gruppe sehen
+wir stolze Gestalten, denen man ansieht, dass sie einst im Leben eine
+hervorragende Rolle gespielt haben. Es sind vermutlich die bösen
+Ratgeber,[221] welche nach Dante als Flammengestalten dahinwandeln. In
+der letzten Bulge werden die Fälscher und Lügner an ihrem Leibe durch
+Krankheiten heimgesucht dafür, dass sie im Leben das Reine besudelten,
+indem sie Personen und Sachen ein anderes Aussehen zu geben sich
+bemühten. Die Mitte der Zone stellt nun den neunten Kreis der Hölle
+Dantes dar. Die vier Abteilungen desselben Caïna,[222] Antenora,[223]
+Ptolomaea,[224] Judecca,[225] sind auf dem Bilde zu einer verbunden. In
+einem, von gradlinig behauenem Felsenrande umgebenen Eissee schmachten
+die Verräter. In der Mitte aber sitzt Lucifer, getreu nach der bekannten
+Schilderung Dantes ausgeführt. Um den See aber stehen die Giganten als
+Repräsentanten jener übermütigen Menschen, welche sich gegen Gott
+empörten und bestraft ihre menschliche Ohnmacht fühlen mussten.
+
+So gross die Übereinstimmung mit Dantes Inferno, so weit ist die
+Abweichung von Giotto’s Schöpfung. Letzterer dürfte aber doch den Vorzug
+vor Orcagna verdienen, da er selbständig gearbeitet hat. Mag man bei
+Orcagna auch die Darstellung im Einzelnen, die wahrheitsgetreue
+Zeichnung, das lebhafte Mienenspiel, die vorzügliche Ausarbeitung der
+Gestalten, welche an Grossartigkeit den Vergleich mit denen
+Michelangelo’s aushalten können, noch so bewundern, das Werk bleibt doch
+immer nur eine Illustration des Inferno, was vielleicht auch
+beabsichtigt war. Die Existenz dieses Freskos wird aber beweisen, das
+Dante’s Gedicht Allgemeingut der Florentiner und damit überhaupt
+Italiens geworden war. Denn nur wer ganz vertraut mit dem Inhalt des
+Gedichtes ist, wird das Gemälde verstehen können. Wenn die Zeitgenossen
+Orcagnas das aber gekonnt haben, – und es ist kein Grund daran zu
+zweifeln, – so zeigt dies eben den Einfluss Dantes.
+
+Überblicken wir nun die Periode der ersten italienischen Kunstblüte von
+den Pisanern bis Orcagna, so finden wir, dass die künstlerische
+Darstellung des Teufels eine wesentliche Bereicherung erfahren hat. Die
+Antike, welche zur Zeit der Karolinger und Ottonen der äusseren
+Erscheinung Attribute verliehen hatte, wird jetzt direkt nachgeahmt,
+indem der Satyr zur Missgestalt umgebildet wird; oder es findet sich die
+byzantinische Auffassung wie bei Giotto beibehalten, wobei aber ein
+besonderer Wert auf die Individualisierung des Teufels gelegt ist. So
+entstanden zwei Anschauungen. Die eine betonte, indem sie das
+Menschliche der byzantinischen Darstellungsweise weit hinter sich liess,
+mehr die tierische Unnatur, die zweite aber behielt die frühere Form
+bei, gab ihr aber die Leidenschaft, die das Charakteristische jener Zeit
+ist. Der Teufel wird grausamer, bestialischer. Wie ein wildes Tier fällt
+er über die Menschen her und zerreisst sie, an dem Widerwärtigen und
+Ekelhaften hat er seine Freude. Und was von ihm im Allgemeinen gilt,
+passt auch für Lucifer: Die menschliche und tierische Natur gehen
+ineinander auf. Er, welcher einst als der schönste der Engel galt, ist
+zur hässlichen Missgestalt geworden. Unter dem Einfluss der Antike hat
+er die dreiköpfige Gestalt des Cerberus bekommen, gleichsam als Parodie
+auf die Person des dreieinigen Gottes. Die passive Rolle des Zuschauers,
+als den wir ihn früher kennen gelernt haben, hat er aufgegeben. Zwar
+sitzt er noch wie für die Ewigkeit nach alter Tradition gefesselt, aber
+er ist kein teilnahmloses Wesen, sondern als die Personifikation der
+gesammten Hölle verschlingt er, ähnlich, wie jene alle Sünder aufnimmt,
+die in der Nähe befindlichen, um sie wieder von sich zu geben, das
+vollendete Bild tierischer Rohheit.
+
+Zu Lucifer und den Teufeln gesellen sich in dieser Periode als
+Inkarnation des Bösen jene wunderbaren mythologischen Wesen, welche
+einst die Dämonologien der Alten belebten. In christlicher Auffassung
+wie historische Persönlichkeiten leben sie seit dieser Zeit in der Kunst
+fort.
+
+Ähnliche Umwandlungen wie die Person des Teufels hat sich auch die Hölle
+gefallen lassen müssen. Die früher wenig betonte Örtlichkeit ist für
+immer fixiert worden. Eine vollständige Welt ist für sie geschaffen
+worden. Sie hat Landschaft und Scenerie bekommen. Wie Nationen die Erde,
+so bevölkern Klassen von Sündern die Gebiete der Hölle; wunderbare
+Fabelwesen, Dämonen und Schlangen haben hier ein Heim gefunden.
+Bezeichnet diese Darstellung auch den Höhepunkt der Entwicklung, welche
+nur von wenigen Künstlern erreicht wurde, so zeigt sie doch auch den
+gewaltigen Abstand gegen die früheren byzantinischen Darstellungen. Dass
+die Hölle jene reelle, der Erde ähnliche Welt geworden ist, und somit in
+dieser Periode ein Vorbild für alle Zeiten geschaffen wurde, muss als
+das hauptsächliche Verdienst Dantes angesehen werden.
+
+Eine Weiterentwicklung der verschiedenen Anschauungen über den Teufel
+und die Hölle in den kommenden Jahrhunderten würde zeigen, dass der
+grosse Dichter aber auch die Künstler der Folgezeit inspiriert hat, dass
+die Bildner im Campo santo zu Pisa, im Quatrocento Signorelli in seinen
+»letzten Dingen« im Dome von Orvieto, im Cinquecento Michelangelo an der
+Hinterwand der Sixtina, wenn auch nicht in der sklavischen Abhängigkeit
+eines Orcagna, welche ihrer Schöpferkraft fremd gewesen wäre, so doch im
+Geiste des Dichters arbeiteten und, indem sie einzelne Scenen und
+Gestalten seines Werkes entlehnten, jene Dinge geschildert haben. So
+verbindet ein sichtbares Band geistiger Ideen Dante und Giotto mit jenen
+grossen Meistern.
+
+
+
+
+ Vita.
+
+
+Natus sum =ALFREDUS KÖPPEN=, Berolini die XIV. mensis Aprilis anni h. s.
+LXIX. patre Theodore matre Guilelma e gente Hornschu, quibus adhuc
+superstitibus gaudeo. Fidei addictus sum evangelicae. Berolini primis
+litterarum elementis in gymnasio, cui nomen est Humboldtii, per undecim
+annos continuos imbutus sum. Vere anni XC examine maturitatis non
+superato universitatem Fridericam Guilelmam per unum annum frequentavi.
+Interea omnibus viribus contendi, ut examen maturitatis absolverem. Quod
+cum mihi in gymnasio Spandoviae contigisset, per sex semestria in eadem
+universitate et aestate anni XCV in universitate Jena, studiis cum ad
+philosophiam, tum ad artis historiam pertinentibus me totum tradidi
+neque reliquas historiae partes neglexi.
+
+Docuerunt me viri clarissimi: _Dilthey_, _Ebbinghaus_, _Frey_,
+_Furtwängler_, _Gaedechens_, _Grimm_, _Kekulé_, _Lenz_, _Liebmann_,
+_Lorenz_, _Schmidt_, _Scheffer-Boichorst_, _v. Treitschke_,
+_Wattenbach_, _Zeller_. Factum est C. _Frey_ benevolentia, ut per quater
+sex menses sodalis ordinarius seminario et societati, quae colit
+historiam artis et benignitate R. _Kekulé_, O. _Lorenz_, ut
+exercitationibus archaeologicis et historicis interfuerim. Quibus
+illustrissimis viris cum omnibus tum his _Carolo Frey_, _Reinhardo
+Kekulé_, _Ottokar Lorenz_ optime de me meritis gratum piumque animum
+servare non desinam.
+
+
+
+
+ Fußnoten:
+
+ [Fußnote 1: Wessely: Die Gestalten des Todes und Teufels in der
+ Kunst. v. Blomberg: Der Teufel und seine Gesellen in der
+ bildenden Kunst (in Studien zur Kunstgeschichte und Ästhetik.
+ 1867).]
+
+ [Fußnote 2: Schnaase: Geschichte der bildenden Künste; Xaver
+ Kraus, Real-Encyclopädie für christl. Altertümer; Piper:
+ Mythologie und Symbolik.]
+
+ [Fußnote 3: wie X. Kraus: Codex Egberti, Codex Epternacensis;
+ Voege: Eine westdeutsche Malerschule um die Wende des ersten
+ Jahrtausends u. s. w.]
+
+ [Fußnote 4: Jessen: Das jüngste Gericht; Voss: Das jüngste
+ Gericht; Kraus: Wandgemälde in der Sct. Georgskirche auf der
+ Insel Reichenau.]
+
+ [Fußnote 5: »Die Geschichte des Teufels«, wie er in der
+ allgemeinen und besonders in der theologischen Litteratur
+ erscheint, ist von Roskoff (Leipzig 1869, 2 Bd.) geschrieben
+ worden. Rein theologisch sind die Aufsätze in Hertzog:
+ Realencyclopaedie für Kath.-Theologie; Wetzler u. Welte:
+ Kirchenlexicon (Kath.) Schenkel: Bibel-Lexicon. Dorner: Die
+ christliche Glaubenslehre (Anhang: Die Lehre vom Teufel). Die
+ Hölle ist ausser in den bereits citierten Werken nur in einer
+ eigenen Arbeit und zwar vom scholastischen Standpunkte aus
+ behandelt. cf. J. Bautz: Die Hölle (Im Anschluss an die
+ Scholastik dargestellt.) Mainz 1882.]
+
+ [Fußnote 6: 2. Sam. 24. 1.]
+
+ [Fußnote 7: 1. Chronic. 22. 1.]
+
+ [Fußnote 8: Ausser Baruch und Tobias, Sacharja Cap. 3.]
+
+ [Fußnote 9: So tötet Asmodaeus die sieben unglücklichen
+ Bräutigame der Tochter Raguels, Tob. 6,17 fg.]
+
+ [Fußnote 10: 3. Mos. 17. Bar. 4,35. Tob. 8,3; 3,8; 6,7 fg.
+ Jesaias 34, 14 13, 21, 2. Chron. 11. 15.]
+
+ [Fußnote 11: Jes. 13, 21. 34, 14.]
+
+ [Fußnote 12: 1. Kön. 22,21. Jes. 37,36. 2. Sam. 24,16.17.]
+
+ [Fußnote 13: Hiob, Cap. 1,2.]
+
+ [Fußnote 14: Hiob, 1,9.10.]
+
+ [Fußnote 15: Hiob, 1,12.]
+
+ [Fußnote 16: 1. Joh. 8,44.]
+
+ [Fußnote 17: Apoc. 12,9; 20,10.]
+
+ [Fußnote 18: Joh. 8,44.]
+
+ [Fußnote 19: Math. 13, 19.]
+
+ [Fußnote 20: Joh. 13,27.]
+
+ [Fußnote 21: Kol. 1,13.]
+
+ [Fußnote 22: Math. 8,28; 11,18; 12,22; 17,15.]
+
+ [Fußnote 23: Luc. 11,24. Math. 12,43. Eph. 6,12.]
+
+ [Fußnote 24: Apg. 26,18. Eph. 6,12; 2,2.]
+
+ [Fußnote 25: Schleiermacher: Christl. Glaube § 44.]
+
+ [Fußnote 26: Wetzer u. Welte, Kirchenlexicon, Art. Teufel.]
+
+ [Fußnote 27: Joh. 12,31; 16,11. Luc. 10,18. Off. 12,7.]
+
+ [Fußnote 28: Off. 20,3. II. Petri 2,4.]
+
+ [Fußnote 29: Apoc. 12,3–9.]
+
+ [Fußnote 30: Apoc. 13,1.2.]
+
+ [Fußnote 31: Apoc. 13,1.2.]
+
+ [Fußnote 32: Apoc. 16,13.]
+
+ [Fußnote 33: Apoc. 9.]
+
+ [Fußnote 34: Hiob 28,14. Ps. 71,20; 69,15.16; 88,5–7.]
+
+ [Fußnote 35: Hiob 10,20 fg.]
+
+ [Fußnote 36: Marc. 9,43 fg. Math. 18,. Offb. 18,89; 19,20.]
+
+ [Fußnote 37: Luc. 16,24. Math. 13,49 f.]
+
+ [Fußnote 38: Math. 8, 12.]
+
+ [Fußnote 39: Math. 25, 12. 13. 42.]
+
+ [Fußnote 40: Math. 25, 30.]
+
+ [Fußnote 41: 1. Cor. 6,9. Off. 22,15.]
+
+ [Fußnote 42: Math. 25,41.]
+
+ [Fußnote 43: Off. 20,1. 2. Petri 2,4.]
+
+ [Fußnote 44: Math. Cap. 25,31 fg.]
+
+ [Fußnote 45: Jes. XXXIV, 1 fg.]
+
+ [Fußnote 46: Ps. 27. Jes. XXXIV, 4.]
+
+ [Fußnote 47: Apoc. 20,10 fg. Marc. 8,38; 13,27. Luc. 9,26; 1.
+ Tess. 4,16. 1. Cor. 15,52. Apoc. 20,11–15.]
+
+ [Fußnote 48: Wetzer u. Welte a. a. O. Bd. 10, pag. 228.]
+
+ [Fußnote 49: Cf. Piper: Myth. I, § 16.]
+
+ [Fußnote 50: Abbild. bei Kraus: Roma sotteranea.]
+
+ [Fußnote 51: Roskoff: a. a. O. I. pag. 274, 219/20.]
+
+ [Fußnote 52: Basilius der Grosse befreite einen Sklaven, welcher
+ ein Bündnis geschlossen hatte, von diesem, und der hlg.
+ Theophilus (a. 538), welcher sich eigenhändig dem Teufel
+ verschrieben hatte, konnte nur mit Hilfe der Jungfrau Maria
+ seine Verschreibung zurückerhalten. (Acta S. S. Boll. 4. Febr.)
+ Roskoff I. 285. cf. Grimm. S. 970.]
+
+ [Fußnote 53: An anderer Stelle heisst es: »Daher einige Weiblein
+ glauben und vorgeben, sie versammelten sich des Nachts und
+ ritten mit der heidnischen Göttin Diana oder mit der Herodias
+ und der Minerva und einer unzähligen Menge Weiber durch die Luft
+ und befolgten deren Befehle.« cf. Roskoff. p. 271.]
+
+ [Fußnote 54: cf. Wetzler u. Welte. a. a. O.]
+
+ [Fußnote 55: a) Perpetua sieht in einer Vision einen Äthiopier,
+ mit dem sie kämpfen soll (et exivit quidam contra me Aegyptius
+ foedus specie cum adiutoribus suis pugnaturus mecum) Act. mart.
+ 1. c. 90 sq.
+
+ b) Bei Pseudo Abbias III nahen dem Apostel Andreas zwei
+ Äthiopier (apparuerunt mihi duo viri Aethiopes, qui me flagris
+ caedebant.)
+
+ c) In den Akten des Elias (Combefis Lecta trias 173 fg) heisst
+ es: Εἶδον ϰαί τινα Μαῦρον αἴϑιοπα παραστάντα μοι βρύγοντα ϰατ᾿
+ ἔμου
+
+ d) Weitere Belegstellen cf. X. Kraus: Real Encyclopädie für
+ christl. Altertümer Art.: Teufel.
+
+ e) Mit Hörnern wird der Teufel zuerst im Leben des hlg. Paulus
+ geschildert. (Hieron. Vita S. Paul. Erem; Opp. II. ed. Vallarsi
+ cf. Piper I. 394, 404 u. Kraus: a. a. O. cf. Roskoff. Bd. I.
+ 280. 283 fg.)]
+
+ [Fußnote 56: cf. Apocryph. Act. des Bartolomaeus (Tischendorf,
+ Acta Apost. apocr. (Leipz.) 51.) cf. Kraus a. a. O.]
+
+ [Fußnote 57: Evang. Nicodemi, Cod. Hal.; Anrede des Hades an den
+ Teufel in der Charfreitagsrede des Eusebius von Alexandrien:
+ τριϰέφαλε Βεελζεβούλ cf. Thilo: über die Schriften des Eusebius
+ v. Alexandrien u. des Eus. v. Emesa, 85; Piper a. a. O. I 403.
+ cf. Kraus a. a. O.]
+
+ [Fußnote 58: Augustin }]
+
+ [Fußnote 59: Cyrillus v. Alexandrien. } angeführt bei Wessely
+ a. a. O.]
+
+ [Fußnote 60: Wetzer u. Welte a. a. O. }
+
+ a) So Origenes Homil. IX. 2 in Ezech: Inflatio, superbia,
+ arrogantia percatum Diaboli est et ob haec delicta ad terras
+ migravit de coelo.
+
+ b) So Irenaeus (Adv. haeres. IV c. 40) Tertullian (Adv. Marcion
+ II. c. 10) Cyprian (De dono patientiae) cf. Roskoff I. 231.
+ 267.]
+
+ [Fußnote 61: Bautz: Die Hölle § 104 fg.]
+
+ [Fußnote 62: Bautz: pag 25. Augustin sagt: De inferis magis mihi
+ videor dicere debuisse, quod sub terris sint, quam rationem
+ reddere, cur sub terris esse credantur. (Retract. l. 2 c. 24.)
+ Bautz: pag 105.]
+
+ [Fußnote 63: Thomas v. Aquino nennt es später ebenfalls so in
+ allen seinen Schriften: 4 c gent. c. 89 sq. Quodl. 3 a. 23. – De
+ anima a. 21 – Suppl. 9. 70 a. 3; Bautz 107.]
+
+ [Fußnote 64: Für die Darstellung findet sich das Material bei
+ Grimm: Deutsche Mythologie; Simrock: Dtsche Mythol.; Panzer:
+ Beiträge; Roskoff: a. a. O. u. and.
+
+ Eine zusammenhängende Arbeit, welche auf die Verbindung
+ heidnisch-germanischer und christl. Vorstellungen eingeht,
+ steht, soweit mir bekannt, da auch bei Roskoff wenig behandelt,
+ leider noch aus.]
+
+ [Fußnote 65: In den Akten des hlg. Afra (vor 850 a.) wird der
+ Teufel rabenschwarz, nackt, mit Runzeln wie von der Elephantisis
+ bedeckt geschildert. cf. Rettberg, Kirchengeschichte Bd. I. pag.
+ 144. (R. führt diese Erscheinung auf eine Quelle des 6. Jhrhdt.
+ zurück.) Acta S S. B. II. 55.]
+
+ [Fußnote 66: Grimm: Myth. p. 946 ff. Simrock: § 80. Roskoff:
+ a. a. O.
+
+ Von anderen Tieren gilt der Eber, der Wolf, der Hund als Teufel.
+ Unter den Vögeln gilt der Rabe nicht nur wegen seiner Schwärze,
+ List und Behendigkeit, sondern auch wegen seines Zusammenhanges
+ mit Odhin als teuflisch.]
+
+ [Fußnote 67: Grimm: a. a. O. pag. 959.]
+
+ [Fußnote 68: Roskoff: a. a. O. pag. 303.]
+
+ [Fußnote 69: Heliand nach dem Altsächsischen, hrsg. v. K.
+ Simrock Elb. 1856 S. 197. cf. Vilmar Altertümer pag. 16.]
+
+ [Fußnote 70: Muspilli: Hrsg. v. Schmeller, (München) pg. 28 fg.
+ Vers 49–104.]
+
+ [Fußnote 71: Interessant sind auch die Abschwörungsformeln. Der
+ Täufling wurde gefragt:
+
+ Forsachistu diabolae?
+ Antw. ec forsacho diabolae.
+ Fr. end allum diabol gelde?
+ Antw. end ec forsacho allum diabol gelde.
+ Fr. end allum diabolum unercum?
+
+ Antw. end ec forsacho allum diaboles unercum end unordum,
+ Ahunaer, cude unoden, ende sasenote, ende allem dem unholdum the
+ hira genotas sint.
+
+ cf. Massmann: Die deutschen Abschwörungs-, Glaubens-, Beicht- und
+ Betformeln vom 8. bis 12. Jahrdt. cf. Roskoff: p. 292.]
+
+ [Fußnote 72: Mone a. a. O. p. 296 Vers. 35–40.]
+
+ [Fußnote 73: p. 116.]
+
+ [Fußnote 74: Lamprecht: Deutsches Geistesleben unter den
+ Ottonen; v. Eicken, Forschungen zu der Gesch. XXIII. 305 fg.]
+
+ [Fußnote 75: Columbau. Serm. Bibl. P. P. max. XII, 8; Venant.
+ Fortunat. Opp. p. 1. Libr. IV. c. 25 p. 148 ed. Luchi Rom; Beda
+ Ven. b. Daniel Thes. hymnol I 194. abgedr. b. Kayser: Anthol.
+ Hymn. lat. I. 72.]
+
+ [Fußnote 76: Abbild. bei Aringhi: Roma subterranea, Bd. I. 314,
+ Bd. II. 81; 2, 49, 8, 381, 4. 395, 2. 461, 2. Bottari T I, 31, T
+ II, 60, 123, 129. III 144. 148.
+
+ cf. Kraus: Real Encycl. für christl. Altertümer, Art.
+ Sündenfall, s. Adam u. Eva. Hier ist das ganze Material
+ zusammengetragen.
+
+ cf. Piper: Mythologie und Symbolik: pag. 66.]
+
+ [Fußnote 77: Abb. bei Aringhi I 427 auf Gemälden I, 541, 581, II
+ 109, 117, 123. 193, 199.]
+
+ [Fußnote 78: So auf einem Relief eines Sarkophages ex
+ coeneteriis Pauli Apostoli in praedio Lucinae, jetzt Lateran.
+ cf. Kraus: Roma sotterranea 35.]
+
+ [Fußnote 79: Aringhi: R. s. pag. 194, Tf. 21.]
+
+ [Fußnote 80: George Smith: Chaldaeische Genesis, Dtsch v. H.
+ Delitzsch, pag. 87.]
+
+ [Fußnote 81: Münter: [Text fehlt im gedruckten Buch]]
+
+ [Fußnote 82: Piper Myth. u. Symb. I. 66–67.]
+
+ [Fußnote 83: Abb. b. Overbeck: Kunstmythologie.]
+
+ [Fußnote 84: Kraus: a. a. O. pag. 286.]
+
+ [Fußnote 85: Augustin c Julian lib. II.]
+
+ [Fußnote 86: Prudent. Diptych. Opp. ed. Parm. 1788 II 219 ed.
+ Obbar. pag. 300.
+
+ ›Eva columba fuit tunc candida, nigra deinde facta, per
+ sanguineum malesuada fraude venenum tinxit et innocuum
+ maculis sordentibus Adam: dat nudis ficulnea draco mox
+ tegmina victor.‹
+ ]
+
+ [Fußnote 87: Ambrosius de paradiso XIII. cf. Kraus: R. 5. pag.
+ 286.]
+
+ [Fußnote 88: De Rossi: Bull. 1874, 130–32; Kraus: Real Encyc.
+ Art. Schlangenbild.]
+
+ [Fußnote 89: De Rossi: Bull. 1868; 64,77. Kraus: a. a. O.]
+
+ [Fußnote 90: De Rossi: Bull. 1874, 132.]
+
+ [Fußnote 91: Kraus: R. s. 290. Augustin de quinque haer. c. 1.]
+
+ [Fußnote 92: Aringhi I. 54; Bottari Tf. LXIII. cf. Kraus: R. S.
+ 290.]
+
+ [Fußnote 93: Greg. Nyss. Hom. III in Cant. Chrysost. Hom. ad
+ Neophyt. Augustin Serm. XC de temp. cf. Kraus 288. Piper,
+ christl. Myth.]
+
+ [Fußnote 94: Martigny a. a. O. pag. 400 2 éd. pag. 461 f. Kraus.
+ 288.]
+
+ [Fußnote 95: cf. Kraus: R. s. Abbild, u. Beschrbg. pag. 352.]
+
+ [Fußnote 96: Jon 4, 5–8. Kraus R. 5. pag. 280. 323–357. Abb. des
+ Gemäldes in der porta Salaria: D’Agincourt III. 7; Aringhi I.
+ 347 Taf. 1; Ar. II. 105.]
+
+ [Fußnote 97: Abb. b. Kraus pag. 268; häufig bei Aringhi.]
+
+ [Fußnote 98: Buch der Richter XIV 6. 7.]
+
+ [Fußnote 99: Augustin. Serm. de tempore CVII.]
+
+ [Fußnote 100: Ciampini de duob. emblemat. p. 4. Buonarroti Vetri
+ Tav. I^I.]
+
+ [Fußnote 101: Bottari Tav. CLXXXVII^2. cf. Kraus pag. 289.]
+
+ [Fußnote 102: In der Litteratur wird diese Auffassung zuerst bei
+ Beda gefunden. Diesem entlehnte sie wohl Vincentius Bellov.
+ (Speculat. nat. 1. XXX. 68) cf. Kraus: Real-Enc. Art. Teufel.]
+
+ [Fußnote 103: Abbild. Piperscher Nachlass, Kgl.
+ Kupferstichkabinet, Berlin.]
+
+ [Fußnote 104: Eine fernere, etwas spätere Darstellung dieser
+ Scene ist auf dem Verduner Altar zu Kloster Neuburg, welcher
+ 1181 vom Meister Nicolaus v. Verdun gearbeitet ist. (cf. Lübke,
+ Grundriss der Kunstgeschichte pag. 395/96.)]
+
+ [Fußnote 105: Didron: Histoire de Dieu, Fig. 46. Hdschr. in
+ Paris, Bibliothèque nationale, ms No. 6.]
+
+ [Fußnote 106: Godehard Schäfer: Das Malerbuch vom Berge Athos,
+ pag. 199 Anm. 3.
+
+ Das Malerbuch vom Berge Athos, auf das oft Bezug genommen wird,
+ ist die Redaktion eines alten byzantinischen Werkes und
+ wiederholt, was seit Jahrhunderten gebraucht war, woraus man
+ sicher schliessen kann, zumal wenn die noch vorhandenen Werke
+ mit seinen Beschreibungen übereinstimmen, dass letztere für die
+ Zeit der Entstehung jener authentisch sind.]
+
+ [Fußnote 107: Math. IV, 1–10. Luc. IV, 1–12. cf. pag. 18. 19.]
+
+ [Fußnote 108: Waagen: Künstler und Kunstwerke in Paris pag. 209.
+ n. 21 b. Hdschr. in der Bibliothèque nationale (510); Rohault de
+ Fleury: 1’ Evangile. Abbild. I. pl. 36. fig. I.]
+
+ [Fußnote 109: St. Beissel: Die Handschrift Kaiser Otto’s in
+ Aachen pag. 68. St. VII. Eingehend besprochen bei Voege: Eine
+ deutsche Malerschule um die Wende des ersten Jahrtausends. pag.
+ 45.]
+
+ [Fußnote 110: Berlin, Kgl. Kupferstichkabinet. cf. Voss: Das
+ jüngste Gericht pag. 24.]
+
+ [Fußnote 111: cf. Dobbert im Jahrbuch für Kgl. Preuss. Kunsts.
+ 1894, Heft II. pag. 1.]
+
+ [Fußnote 112: St. Beissel: Das hlg. Bernward Evangelienbuch zu
+ Hildesheim pag. 92.]
+
+ [Fußnote 113: Didron: Iconographie chrétienne pag. 259 pl. 70.]
+
+ [Fußnote 114: Die B. S. ist 1022 errichtet. E. O. Wiecker: Die
+ B. S. zu H. 1874 Tf. 2 No. 2. Ähnliche Darstellungen sind noch
+ in der Handschrift zu Bremen (Abb. in Mitt. der Central Comm.
+ VII. pg. 62); Münchener Hdschrft. bespr. bei Voege: a. a. O.
+ pag. 45, 46.]
+
+ [Fußnote 115: § 221.]
+
+ [Fußnote 116: Dobbert: a. a. O. pag. 141.]
+
+ [Fußnote 117: Marc. V, 1–19. Luc. VIII, 26–37. Math. VIII,
+ 28–34.]
+
+ [Fußnote 118: Abb. b. Rohault de Fleury: l’Evangile I, 167 pl.
+ 42, fig. 3.]
+
+ [Fußnote 119: Kraus: Encyclopaedie 857; Rohault de Fleury:
+ a. a. O. pl. 42. Eine dritte Darstellung erwähnt Kraus aus der
+ Syrischen Bibel der Laurentiana. a. a. O. ebd. Abbild.]
+
+ [Fußnote 120: St. Beissel: Hdschr. Kais. O. in A. pag. 77.]
+
+ [Fußnote 121: Die Wandgemälde in St. Georg zu Oberzell auf der
+ Reichenau ed. v. Kraus. Abb. Tf. VII, pag. 10. – Ähnliche
+ Darstellungen in der Handschr. Kaiser Otto’s in Aachen (cf.
+ Beissel a. a. O.); im Cod. Epternacensis (ed. v. Kraus, Abb. Tf.
+ XXVIII.); im Cod. Egberti (ed. v. Kraus, Tf. XXVII.)]
+
+ [Fußnote 122: cf. Malerbuch v. Berge Athos § 236. cf. Kraus
+ Wandgemälde 10.]
+
+ [Fußnote 123: St. Beissel: Hdschr. K. O. in A. Bl. 176. Tf. XVI.
+ zu Marc. IX, 13–25. cf. Voege a. a. O. pag. 54.]
+
+ [Fußnote 124: D’Agincourt. Pitt. Tav. CIII.]
+
+ [Fußnote 125: St. Beissel: Das heilge Bernward Evangelium. Genau
+ ebenso ist die Darstellung in einem Manuscript der fürstl.
+ Wallersteinischen Bibliothek zu Maihingen (cf. Vöge a. a. O. p.
+ 261.)]
+
+ [Fußnote 126: Wilhelm Porte: Judas Ischarioth in der bildenden
+ Kunst, pag. 23.]
+
+ [Fußnote 127: Zeitschrift für christliche Archäologie von Quast
+ s. Otto I. pag. 98.]
+
+ [Fußnote 128: Ciampini II. Tf. 9, No. XXXI.]
+
+ [Fußnote 129: Voss: Das jüngste Gericht. pag. 20.]
+
+ [Fußnote 130: So in dem dem 9. Jhrdt. angehörend.
+ Chludoff-Psalter z. Moskau in der Miniatur zu Psalm 9. Abbild.
+ in Kondakoffs Beschreibung der Miniaturen dieses Psalters.
+ Moskau 1878, Tf. XIII.]
+
+ [Fußnote 131: So in dem griechischen Psalter No. 217 der
+ Barberinischen Bibliothek zu Rom bei der Erweckung des Lazarus
+ auf Blatt 44.]
+
+ [Fußnote 132: Didron: Annales archéol. IX. p. 48.]
+
+ [Fußnote 133: Piper: Mythol. u. Symbol. II. 114 fg. Ähnlich ist
+ eine Darstellung in einer Hdschr. zu Paris cf. Waagen I. 313.]
+
+ [Fußnote 134: Adelung: Die Korsunschen Thüren zu Nowgorod cf.
+ Abb.]
+
+ [Fußnote 135: Luc. VI, 19–31.]
+
+ [Fußnote 136: St. Beissel a. a. O. pag. 9, Abb. XXIV.]
+
+ [Fußnote 137: s. ebenda.]
+
+ [Fußnote 138: Evangeliar der Stadtbibliothek zu Bremen-Wiener.
+ Mitt. der Centr. Comm. VII. p. 66.]
+
+ [Fußnote 139: Dobbert im Jahrb. für kgl. preuss. Kunstsamml.
+ 1894, Hef. II. pag. 138.]
+
+ [Fußnote 140: Straub Pl. XXXII.]
+
+ [Fußnote 141: Das Malerbuch vom Berge Athos pag. 226, Anm. 3.]
+
+ [Fußnote 142: Die Legende schliesst sich an Eph. 4, 9 u. 1.
+ Petri 3,19.]
+
+ [Fußnote 143: Brockhaus: Die Athosklöster pag. 198.]
+
+ [Fußnote 144: Abb. im Jahrb. der kgl. pr. Kstsamml. 94. pag.
+ 154.]
+
+ [Fußnote 145: Mitteil. d. k. k. Centralkommission VIII. 5301.
+ (Eitelberger).]
+
+ [Fußnote 146: Zeitschrift für christl. Kst. No. 11.]
+
+ [Fußnote 147: Voege: a. a. O. pag. 148. Hs. der Bev. Bibl. zu
+ Hild.: Cod. mbr. U. I. 19.]
+
+ [Fußnote 148: Voege: a. a. O. pag. 148. Hs. der Bibl. Quer. zu
+ Brescia Cod. mbr. 20. Beide Darstellungen verglichen bei Voege
+ pag. 227.]
+
+ [Fußnote 149: cf. Voege a. a. O. pag. 207 § 306.]
+
+ [Fußnote 150: cf. Richter: Mosaiken v. Rav. S. 45. Garrucci Tav.
+ IV, 248. Kraus: Wandgem. pag. 16.]
+
+ [Fußnote 151: Garrucci: in storia dell arte I. 591.]
+
+ [Fußnote 152: Xaver Kraus: Die Wandgemälde auf der Reichenau
+ a. a. 19.]
+
+ [Fußnote 153: Xaver Kraus: Ebenda.]
+
+ [Fußnote 154: [Text fehlt im gedruckten Buch]]
+
+ [Fußnote 155: Voege: a. a. O. pag. 239. Daselbst auch
+ Beschreibung.]
+
+ [Fußnote 156: cf. Photographie. Jessen: Das jüngste G. pag. 13.
+ Kraus a. a. O.]
+
+ [Fußnote 157: cf. Photographie. cf. Jessen: pg. 8., Schnaase IV,
+ 708, Crowe u. Cavalcaselle. I. pag. 56.]
+
+ [Fußnote 158: Die Seelenwägung bildet einen Teil des jüngsten
+ Gerichtes. Der Vorgang an sich ist uralt. Er fand schon bei den
+ Ägyptern vor Osiris statt (cf. Lepsius: Das Totenbuch der
+ Ägypter Tf. 2.) Auch in der Ilias wägt Zeus den Trojanern die
+ Totenlose zu. Ein Vasenbild des Herzogs von Luynes stellt die
+ Psychostasie Menon’s u. Achillis dar (Monumenta d. Inst. II,
+ 103). Die Vorstellung fand sich auch bei den Juden (Dan. 5,27,
+ Hiob 31,6) und kam so in die christliche Anschauung und Kunst.
+ Hier tritt nun der Erzengel Michael an die Stelle der alten
+ Götter. Diesem gegenüber macht dann der Teufel seine Ansprüche
+ auf die Seele des Verstorbenen geltend. cf. Voss: Das jüngste
+ Gericht: pag. 4. 27.]
+
+ [Fußnote 159: Schäfer: Das Malerbuch vom Berge Athos § 387.]
+
+ [Fußnote 160: Jessen a. a. O.]
+
+ [Fußnote 161: Nachstehende Schilderung folgt der bei Voss
+ a. a. O. pag. 60.]
+
+ [Fußnote 162: Apocal. in der Biblioth. roy. 7013 cf. Didron.
+ Iconographie chrètienne pag. 139,40.]
+
+ [Fußnote 163: Gottfried v. Viterbo: Weltchronik I. 28. cit. C.
+ Voss: a. a. O. pag.]
+
+ [Fußnote 164: C. Guasti: Rime e lettere di Michelangelo.]
+
+ [Fußnote 165: cf. Bautz: a. a. O. pag. 23.]
+
+ [Fußnote 166: cf. Bautz: pag. 107. wo auch Belegstellen.]
+
+ [Fußnote 167: Material für die Vorläufer Dantes: cf. D’Ancona: I
+ precursori di Dante; Gaspary: Geschichte der ital. Litteratur.
+ Hugo Delff: D. u. seine Meister. Philalethes in d. Anmerk. 303
+ fg. zur D. c. 1871.]
+
+ [Fußnote 168: Jessen: Das jüngste Gericht pag. 6.]
+
+ [Fußnote 169: Giovanni Villani: VIII. 70. cf. Frey: Anon. Magl.
+ 230.]
+
+ [Fußnote 170: Gaspary: a. a. O. pag. 162.]
+
+ [Fußnote 171: Dante hrsg. v. Philalethes XI. 80, Anm. 21, 22.]
+
+ [Fußnote 172: Wegele: D. Leben u. Werke 1865. pag. 457 ff.]
+
+ [Fußnote 173: Scartazzini im Jahrb. d. dtsch. Dante Gesellsch.
+ Bd. 3. Congruenz der Strafen und Sünden.]
+
+ [Fußnote 174: Inf. XIV.]
+
+ [Fußnote 175: Blanc citiert bei Scartazzini a. a. O.]
+
+ [Fußnote 176: Inf. XXI. 76 fg.]
+
+ [Fußnote 177: Inf. XXXIV. 38 fg.]
+
+ [Fußnote 178: Inf. III. 83 fg.]
+
+ [Fußnote 179: Inf. V. 4 fg.]
+
+ [Fußnote 180: Inf. VII. 1 fg.]
+
+ [Fußnote 181: XII. 12 fg.]
+
+ [Fußnote 182: XIII. 10 fg.]
+
+ [Fußnote 183: XV. 25.]
+
+ [Fußnote 184: XXXIV. 30 fg.]
+
+ [Fußnote 185: III. 78.]
+
+ [Fußnote 186: VII. 106.]
+
+ [Fußnote 187: XIV. 114.]
+
+ [Fußnote 188: XIV. 114.]
+
+ [Fußnote 189: Crowe u. Cavacaselle: Geschichte der ital. Malerei
+ I. 106.]
+
+ [Fußnote 190: cf. Frey: Anon. Magl. pag. 326/27. Beschreib. cf.
+ Jessen, a. a. O. pag 72.]
+
+ [Fußnote 191: Crowe u. Cavalcaselle. Bd. I.]
+
+ [Fußnote 192: Jessen: a. a. O. pag. 42.]
+
+ [Fußnote 193: [Text fehlt im gedruckten Buch]]
+
+ [Fußnote 194: Selvatico dag. Frey: Anon. Magl. pag. 230.]
+
+ [Fußnote 195: Crowe u. Cavalcaselle, Bd. II. pag. 9.]
+
+ [Fußnote 196: cf. Photographie bei Jessen a. a. O. pag. 49.]
+
+ [Fußnote 197: Inf. IV. 34 fg.]
+
+ [Fußnote 198: Inf. V. 4 fg.]
+
+ [Fußnote 199: Inf. V. 12 fg.]
+
+ [Fußnote 200: Inf. V. 73 fg. cf. Philalethes Anm. 10. pag. 30.
+ Die Inschrift: [Text fehlt im gedruckten Buch]]
+
+ [Fußnote 201: Inf. VI. 13.]
+
+ [Fußnote 202: Inf. VI. 6–12.]
+
+ [Fußnote 203: Diese Scene findet sich bei Dante nicht und dürfte
+ als Genrebild von Orcagna erfunden sein. Die Inschrift lautet:
+ Qui si punisce il peccato della ghola.]
+
+ [Fußnote 204: cf. Inf. VII. 45. Die Inschrift lautet: Qui son
+ puniti li prodighi e avari.]
+
+ [Fußnote 205: Inf. VII. 121–24. Qui son puniti gli irricordi e
+ accidiosi.]
+
+ [Fußnote 206: Inf. VIII. 39.]
+
+ [Fußnote 207: Inf. VIII. 68.]
+
+ [Fußnote 208: Inf. IX. 45 fg.]
+
+ [Fußnote 209: Inf. XII.]
+
+ [Fußnote 210: Inf. XIII. 10–15.]
+
+ [Fußnote 211: Diese Scene ist eine wortgetreue Illustration zu
+ Inf. XIII.]
+
+ [Fußnote 212: cf. Inf. XVII.]
+
+ [Fußnote 213: Inschrift Lenones Inf. XVIII. 35 fg.]
+
+ [Fußnote 214: Inschrift: Simoniaci, Inf. XIX. 14 fg.]
+
+ [Fußnote 215: Inschrift: Barattieri, Inf. XXI. XXII.]
+
+ [Fußnote 216: Inf. XXI. 25.]
+
+ [Fußnote 217: Inf. XXVIII. 37.]
+
+ [Fußnote 218: Adulatori. Inf. XVIII.]
+
+ [Fußnote 219: Indovidi XX. 13 fg.]
+
+ [Fußnote 220: Fraudolori Inf. XXII 12 fg.]
+
+ [Fußnote 221: XXVI. 47.]
+
+ [Fußnote 222: XXXII. 59.]
+
+ [Fußnote 223: XXXII. 88.]
+
+ [Fußnote 224: XXXIII. 127.]
+
+ [Fußnote 225: XXXIV. 12, 117.]
+
+
+
+[Anmerkungen zur Transkription: Kleinere Unregelmäßigkeiten in der
+Rechtschreibung wurden beibehalten. Die Umlaute Ae, Oe und Ue wurden
+vereinheitlichend durch Ä, Ö, Ü ersetzt. Fehlender Text in den Fußnoten
+154 und 199 wurde als solcher gekennzeichnet. Die nachfolgende Tabelle
+enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen
+Korrekturen.
+
+S. 03: zusammenbetrachten -> zusammen betrachten
+S. 05: uud schliessen sich formal -> und
+S. 10: menschlichem Glück misgünstig -> missgünstig
+S. 11: [Klammer entfernt] das neue Testament über.)
+S. 11: [Klammer entfernt] welcher ihr Haupt ist.)
+S. 12: eines inneren selischen Konfliktes -> seelischen
+S. 36: die des Gregor v. Naziauz -> Nazianz
+S. 37: In dem Viôehrader Evangeliar -> Višehrader
+S. 39: im Viĉehrader Evangelienbuch -> Višehrader
+S. 47: Füssen von dem Engel fortgewiesen -> Füssen fortgewiesen
+S. 50: von der frommen Äbtissen -> Äbtissin
+S. 52: als ein Schöpfung -> eine
+S. 53: die tierisch – sinnliche Kraft -> tierisch-sinnliche
+S. 53: [Anführungszeichen ergänzt] wenn er sagt: »Gott habe
+S. 55: Erzsünder Judas Jscharioth -> Ischarioth
+S. 55: auf dem Schoose -> Schoosse
+S. 56: Teufels den Anschaungen -> Anschauungen
+S. 58: Jkonographie -> Ikonographie des Teufels
+S. 59: [Anführungszeichen] die Hochmütigen. »Es -> Hochmütigen.« Es
+S. 64: darstellen; als Schluss derselben -> darstellen, als
+S. 65: von den Engeln in Emfang -> Empfang
+S. 65: bis zur Scheusslich-karrikierte -> Scheusslichkeit karrikierte
+S. 67: sich das Harr raufen -> Haar
+S. 69: Lucifer anf einem -> auf
+S. 69: Im wüsten Durcheinender -> Durcheinander
+S. 70: um ihn einen Geldsack zu geben -> ihm
+S. 70: zugleich eine der packensten -> packendsten
+S. 70: wenigsten kennen wir keine weitere -> wenigstens
+S. 72: Dieses Werk ca 1357 gemalt -> Dieses Werk, ca. 1357 gemalt
+S. 78: [Punkt ergänzt] Person des dreieinigen Gottes.
+
+Fußnote 002: Piper: Mythologe und Symbolik -> Mythologie
+Fußnote 055: [Klammer ergänzt] Roskoff. Bd. I. 280. 283 fg.)
+Fußnote 056: [Klammer ergänzt] Acta Apost. apocr. (Leipz.) 51.)
+Fußnote 060: Jrenaeus -> Irenaeus
+Fußnote 076: cf. Kraus: Real Eucycl. -> Encycl.
+Fußnote 088: Kraus: Real Eucyc. -> Encyc.
+Fußnote 109: [Doppelpunkt ergänzt] Voege: Eine deutsche Malerschule
+Fußnote 112: Berward Evangelienbuch zu Hildesheim -> Bernward
+Fußnote 114: [Klammer ergänzt] Central Comm. VII. pg. 62);
+Fußnote 121: (ed. v. Kraus, Abb. Tf. XXVIII.: -> Tf. XXVIII.);
+Fußnote 158: stellt die Psychostasie Menon’s u. Achillis da -> dar
+Fußnote 158: Monumenta d. Jnst. -> Inst.
+Fußnote 162: Apocal. !n der Biblioth. roy. -> in
+Fußnote 167: Vorläufer Dautes -> Dantes
+Fußnote 175: Blauc cietiert -> Blanc citiert ]
+
+
+
+[Transcriber’s Notes: Minor spelling inconsistencies have been
+maintained. Ae, Oe and Ue have been replace by Ä, Ö, Ü, normalizing the
+use of Umlauts. Missing text in footnotes 154 and 199 has been marked as
+such. The table below lists all corrections applied to the original
+text.
+
+p. 03: zusammenbetrachten -> zusammen betrachten
+p. 05: uud schliessen sich formal -> und
+p. 10: menschlichem Glück misgünstig -> missgünstig
+p. 11: [removed parenthesis] das neue Testament über.)
+p. 11: [removed parenthesis] welcher ihr Haupt ist.)
+p. 12: eines inneren selischen Konfliktes -> seelischen
+p. 36: die des Gregor v. Naziauz -> Nazianz
+p. 37: In dem Viôehrader Evangeliar -> Višehrader
+p. 39: im Viĉehrader Evangelienbuch -> Višehrader
+p. 47: Füssen von dem Engel fortgewiesen -> Füssen fortgewiesen
+p. 50: von der frommen Äbtissen -> Äbtissin
+p. 52: als ein Schöpfung -> eine
+p. 53: die tierisch – sinnliche Kraft -> tierisch-sinnliche
+p. 53: [added quotes] wenn er sagt: »Gott habe
+p. 55: Erzsünder Judas Jscharioth -> Ischarioth
+p. 55: auf dem Schoose -> Schoosse
+p. 56: Teufels den Anschaungen -> Anschauungen
+p. 58: Jkonographie -> Ikonographie des Teufels
+p. 59: [corrected quotes] die Hochmütigen. »Es -> Hochmütigen.« Es
+p. 64: darstellen; als Schluss derselben -> darstellen, als
+p. 65: von den Engeln in Emfang -> Empfang
+p. 65: bis zur Scheusslich-karrikierte -> Scheusslichkeit karrikierte
+p. 67: sich das Harr raufen -> Haar
+p. 69: Lucifer anf einem -> auf
+p. 69: Im wüsten Durcheinender -> Durcheinander
+p. 70: um ihn einen Geldsack zu geben -> ihm
+p. 70: zugleich eine der packensten -> packendsten
+p. 70: wenigsten kennen wir keine weitere -> wenigstens
+p. 72: Dieses Werk ca 1357 gemalt -> Dieses Werk, ca. 1357 gemalt
+p. 78: [added period] Person des dreieinigen Gottes.
+
+Footnote 002: Piper: Mythologe und Symbolik -> Mythologie
+Footnote 055: [added parenthesis] Roskoff. Bd. I. 280. 283 fg.)
+Footnote 056: [added parenthesis] Acta Apost. apocr. (Leipz.) 51.)
+Footnote 060: Jrenaeus -> Irenaeus
+Footnote 076: cf. Kraus: Real Eucycl. -> Encycl.
+Footnote 088: Kraus: Real Eucyc. -> Encyc.
+Footnote 109: [Doppelpunkt ergänzt] Voege: Eine deutsche Malerschule
+Footnote 112: Berward Evangelienbuch zu Hildesheim -> Bernward
+Footnote 114: [added parenthesis] Central Comm. VII. pg. 62);
+Footnote 121: (ed. v. Kraus, Abb. Tf. XXVIII.: -> Tf. XXVIII.);
+Footnote 158: stellt die Psychostasie Menon’s u. Achillis da -> dar
+Footnote 158: Monumenta d. Jnst. -> Inst.
+Footnote 162: Apocal. !n der Biblioth. roy. -> in
+Footnote 167: Vorläufer Dautes -> Dantes
+Footnote 175: Blauc cietiert -> Blanc citiert ]
+
+
+
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+
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+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
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+works. See paragraph 1.E below.
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+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
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+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
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