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| author | Roger Frank <rfrank@pglaf.org> | 2025-10-15 02:12:02 -0700 |
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You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Das Motiv der Kästchenwahl + +Author: Sigmund Freud + +Editor: Sigmund Freud + Otto Rank + Hanns Sachs + +Release Date: December 24, 2007 [EBook #24017] + +Language: German + +Character set encoding: UTF-8 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS MOTIV DER KÄSTCHENWAHL *** + + + + +Produced by Jana Srna and the Online Distributed +Proofreading Team at http://www.pgdp.net + + + + + + +</pre> + + + +<p class="center gesperrt" style="font-size: xx-large; margin-top: 80px;">IMAGO</p> + +<p class="center" style="font-size: larger;">ZEITSCHRIFT FÜR ANWENDUNG DER PSYCHOANALYSE<br/> +AUF DIE GEISTESWISSENSCHAFTEN</p> + +<p class="center" style="font-size: larger;">HERAUSGEGEBEN VON PROF. DR. SIGM. FREUD</p> + +<p class="center">SCHRIFTLEITUNG:<br /> +<span style="padding-right: 1.5em; font-size: larger;">II. 3.</span> DR. OTTO RANK / DR. HANNS SACHS <span style="padding-left: 1.5em; font-size: larger;">1913</span></p> + +<div style="width: 600px; margin: auto;"> +<img src="images/bar.png" width="600" height="19" alt="" title=""/> +</div> + +<h1>Das Motiv der Kästchenwahl.</h1> + +<p class="center">Von SIGM. FREUD.</p> + + +<h2>I.</h2> + +<p class="dropcap">Zwei Szenen aus <span class="gesperrt">Shakespeare</span>, eine heitere und eine tragische, +haben mir kürzlich den Anlaß zu einer kleinen Problemstellung +und Lösung gegeben.</p> + +<p>Die heitere ist die der Wahl des Freiers zwischen drei Kästchen +im »Kaufmann von Venedig«. Die schöne und kluge Porzia +ist durch den Willen ihres Vaters gebunden, nur den von ihren +Bewerbern zum Mann zu nehmen, der von drei ihm vorgelegten +Kästchen das richtige wählt. Die drei Kästchen sind von Gold, von +Silber und von Blei; das richtige ist jenes, welches ihr Bildnis einschließt. +Zwei Bewerber sind bereits erfolglos abgezogen, sie hatten +Gold und Silber gewählt. Bassanio, der Dritte, entscheidet sich für +das Blei; er gewinnt damit die Braut, deren Neigung ihm bereits +vor der Schicksalsprobe gehört hat. Jeder der Freier hatte seine +Entscheidung durch eine Rede motiviert, in welcher er das von ihm +bevorzugte Metall anpries, während er die beiden anderen herabsetzte. +Die schwerste Aufgabe war dabei dem glücklichen dritten +Freier zugefallen; was er zur Verherrlichung des Bleis gegen Gold +und Silber sagen kann, ist wenig und klingt gezwungen. Stünden +wir in der psychoanalytischen Praxis vor solcher Rede, so würden +wir hinter der unbefriedigenden Begründung geheimgehaltene Motive +wittern.</p> + +<p><span class="gesperrt">Shakespeare</span> hat das Orakel der Kästchenwahl nicht selbst +erfunden, er nahm es aus einer Erzählung der »<span lang="la" xml:lang="la">Gesta Romanorum</span>«, +in welcher ein Mädchen dieselbe Wahl vornimmt, um den Sohn des +Kaisers zu gewinnen<a name="FNanchor_1_1" href="#Footnote_1_1" class="fnanchor">[1]</a>. Auch hier ist das dritte Metall, das Blei, das +Glückbringende. Es ist nicht schwer zu erraten, daß hier ein altes +Motiv vorliegt, welches nach Deutung, Ableitung und Zurückführung +verlangt. Eine erste Vermutung, was wohl die Wahl +zwischen Gold, Silber und Blei bedeuten möge, findet bald Bestätigung +durch eine Äußerung von E. <span class="gesperrt">Stucken</span><a name="FNanchor_2_2" href="#Footnote_2_2" class="fnanchor">[2]</a>, der sich in weitausgreifendem +Zusammenhang mit dem nämlichen Stoff beschäftigt. Er +sagt: »Wer die drei Freier Porzias sind, erhellt aus dem, was sie +wählen: Der Prinz von Marokko wählt den goldenen Kasten: er +ist die Sonne; der Prinz von Arragon wählt den silbernen Kasten: +er ist der Mond; Bassanio wählt den bleiernen Kasten: er ist der +Sternenknabe.« Zur Unterstützung dieser Deutung zitiert er eine +Episode aus dem estnischen Volksepos Kalewipoeg, in welcher die +drei Freier unverkleidet als Sonnen-, Mond- und Sternenjüngling +(»des Polarsterns ältestes Söhnchen«) auftreten und die Braut +wiederum dem Dritten zufällt.</p> + +<p>So führte also unser kleines Problem auf einen Astralmythus! +Nur schade, daß wir mit dieser Aufklärung nicht zu Ende gekommen +sind. Das Fragen setzt sich weiter fort, denn wir glauben +nicht mit manchen Mythenforschern, daß die Mythen vom Himmel +herabgelesen worden sind, vielmehr urteilen wir mit O. <span class="gesperrt">Rank</span><a name="FNanchor_3_3" href="#Footnote_3_3" class="fnanchor">[3]</a>, +daß sie auf den Himmel projiziert wurden, nachdem sie anderswo +unter rein menschlichen Bedingungen entstanden waren. Diesem +menschlichen Inhalt gilt aber unser Interesse.</p> + +<p>Fassen wir unseren Stoff nochmals ins Auge. Im estnischen +Epos wie in der Erzählung der Gesta Romanorum handelt es sich +um die Wahl eines Mädchens zwischen drei Freiern, in der Szene +des »Kaufmann von Venedig« anscheinend um das nämliche, aber +gleichzeitig tritt an dieser letzten Stelle etwas wie eine Umkehrung +des Motivs auf: Ein Mann wählt zwischen drei – Kästchen. +Wenn wir es mit einem Traum zu tun hätten, würden wir sofort +daran denken, daß die Kästchen auch Frauen sind, Symbole des +Wesentlichen an der Frau und darum der Frau selbst, wie Büchsen, +Dosen, Schachteln, Körbe usw. Gestatten wir uns eine solche symbolische +Ersetzung auch beim Mythus anzunehmen, so wird die +Kästchenszene im »Kaufmann von Venedig« wirklich zur Umkehrung, +die wir vermutet haben. Mit einem Ruck, wie er sonst nur im +Märchen beschrieben wird, haben wir unserem Thema das astrale +Gewand abgestreift und sehen nun, es behandelt ein menschliches +Motiv, die <em class="gesperrt">Wahl eines Mannes zwischen drei Frauen</em>.</p> + +<p>Dasselbe ist aber der Inhalt einer anderen Szene <span class="gesperrt">Shakespeare</span>s +in einem der erschütterndsten seiner Dramen, keine Brautwahl +diesmal, aber doch durch so viel geheime Ähnlichkeiten mit +der Kästchenwahl im »Kaufmann« verknüpft. Der alte König Lear +beschließt noch bei Lebzeiten sein Reich unter seine drei Töchter zu +verteilen, je nach Maßgabe der Liebe, die sie für ihn äußern. Die +beiden älteren, <span class="gesperrt">Goneril</span> und <span class="gesperrt">Regan</span>, erschöpften sich in Beteuerungen +und Anpreisungen ihrer Liebe, die dritte, <span class="gesperrt">Cordelia</span>, weigert +sich dessen. Er hätte diese unscheinbare, wortlose Liebe der Dritten +erkennen und belohnen sollen, aber er verkennt sie, verstößt Cordelia +und teilt das Reich unter die beiden anderen, zu seinem und +zu aller Unheil. Ist das nicht wieder eine Szene der Wahl zwischen +drei Frauen, von denen die jüngste die beste, die vorzüglichste ist?</p> + +<p>Sofort fallen uns nun aus Mythus, Märchen und Dichtung +andere Szenen ein, welche die nämliche Situation zum Inhalt haben: +Der Hirte Paris hat die Wahl zwischen drei Göttinnen, von denen +er die dritte zur Schönsten erklärt. Aschenputtel ist eine ebensolche +Jüngste, die der Königssohn den beiden Älteren vorzieht, Psyche im +Märchen des Apulejus ist die jüngste und schönste von drei +Schwestern, Psyche, die einerseits als menschlich gewordene Aphrodite +verehrt wird, anderseits von dieser Göttin behandelt wird wie +Aschenputtel von ihrer Stiefmutter, einen vermischten Haufen von +Samenkörnern schlichten soll und es mit Hilfe von kleinen Tieren +(Tauben bei Aschenputtel, Ameisen bei Psyche) zustandebringt<a name="FNanchor_4_4" href="#Footnote_4_4" class="fnanchor">[4]</a>. +Wer sich weiter im Material umsehen wollte, würde gewiß noch +andere Gestaltungen desselben Motivs mit Erhaltung derselben +wesentlichen Züge auffinden können.</p> + +<p>Begnügen wir uns mit Cordelia, Aphrodite, Aschenputtel und +Psyche! Die drei Frauen, von denen die dritte die vorzüglichste +ist, sind wohl als irgendwie gleichartig aufzufassen, wenn sie als +Schwestern vorgeführt werden. Es soll uns nicht irre machen, wenn +es bei Lear die drei Töchter des Wählenden sind, das bedeutet +vielleicht nichts anderes, als daß Lear als alter Mann dargestellt +werden soll. Den alten Mann kann man nicht leicht anders zwischen +drei Frauen wählen lassen; darum werden diese zu seinen +Töchtern.</p> + +<p>Wer sind aber diese drei Schwestern und warum muß die +Wahl auf die Dritte fallen? Wenn wir diese Frage beantworten +könnten, wären wir im Besitz der gesuchten Deutung. Nun haben +wir uns bereits einmal der Anwendung psychoanalytischer Techniken +bedient, als wir uns die drei Kästchen symbolisch als drei Frauen +aufklärten. Haben wir den Mut, ein solches Verfahren fortzusetzen, +so betreten wir einen Weg, der zunächst ins Unvorhergesehene, Unbegreifliche, +auf Umwegen vielleicht zu einem Ziele führt.</p> + +<p>Es darf uns auffallen, daß jene vorzügliche Dritte in mehreren +Fällen außer ihrer Schönheit noch gewisse Besonderheiten hat. Es +sind Eigenschaften, die nach irgendeiner Einheit zu streben scheinen; +wir dürfen gewiß nicht erwarten, sie in allen Beispielen gleich gut +ausgeprägt zu finden. Cordelia macht sich unkenntlich, unscheinbar +wie das Blei, sie bleibt stumm, sie »liebt und schweigt«. Aschenputtel +verbirgt sich, so daß sie nicht aufzufinden ist. Wir dürfen +vielleicht das sich Verbergen dem Verstummen gleichsetzen. Dies +wären allerdings nur zwei Fälle von den fünf, die wir herausgesucht +haben. Aber eine Andeutung davon findet sich merkwürdigerweise +auch noch bei zwei anderen. Wir haben uns ja entschlossen, +die widerspenstig ablehnende Cordelia dem Blei zu vergleichen. +Von diesem heißt es in der kurzen Rede des Bassanio +während der Kästchenwahl, eigentlich so ganz unvermittelt:</p> + +<div class="poem"><div class="stanza"> +<span class="i0 gesperrt">Thy paleness moves me more than eloquence.<br/></span> +<span class="i0">(<em class="gesperrt">plainness</em> nach anderer Leseart).</span> +</div></div> + +<p>Also: Deine Schlichtheit geht mir näher als der beiden anderen +schreiendes Wesen. Gold und Silber sind »laut«, das Blei ist stumm, +wirklich wie Cordelia, die »liebt und schweigt«<a name="FNanchor_5_5" href="#Footnote_5_5" class="fnanchor">[5]</a>.</p> + +<p>In den altgriechischen Erzählungen des Parisurteils ist von einer +solchen Zurückhaltung der Aphrodite nichts enthalten. Jede der drei +Göttinnen spricht zu dem Jüngling und sucht ihn durch Verheißungen +zu gewinnen. Aber in einer ganz modernen Bearbeitung +derselben Szene kommt der uns auffällig gewordene Zug der +Dritten sonderbarerweise wieder zum Vorschein. Im Libretto der +»Schönen Helena« erzählt Paris, nachdem er von den Werbungen +der beiden anderen Göttinnen berichtet, wie sich Aphrodite in diesem +Wettkampf um den Schönheitspreis benommen:</p> + +<div class="poem"><div class="stanza"> +<span class="i0">Und die Dritte – ja die Dritte –<br /></span> +<span class="i0">Stand daneben und blieb <em class="gesperrt">stumm</em>.<br /></span> +<span class="i0">Ihr mußt' ich den Apfel geben usw.<br /></span> +</div></div> + +<p>Entschließen wir uns, die Eigentümlichkeit unserer Dritten in +der »Stummheit« konzentriert zu sehen, so sagt uns die Psychoanalyse: +Stummheit ist im Traume eine gebräuchliche Darstellung +des Todes<a name="FNanchor_6_6" href="#Footnote_6_6" class="fnanchor">[6]</a>.</p> + +<p>Vor mehr als zehn Jahren teilte mir ein hochintelligenter Mann +einen Traum mit, den er als Beweis für die telepathische Natur +der Träume verwerten wollte. Er sah einen abwesenden Freund, +von dem er überlange keine Nachricht erhalten hatte, und machte +ihm eindringliche Vorwürfe über sein Stillschweigen. Der Freund +gab keine Antwort. Es stellte sich dann heraus, daß er ungefähr +um die Zeit dieses Traumes durch Selbstmord geendet hatte. Lassen +wir das Problem der Telepathie beiseite; daß die Stummheit im +Traume zur Darstellung des Todes wird, scheint hier nicht zweifelhaft. +Auch das sich Verbergen, Unauffindbarsein, wie es der +Märchenprinz dreimal beim Aschenputtel erlebt, ist im Traume ein +unverkennbares Todessymbol; nicht minder die auffällige Blässe, an +welche die paleness des Bleis in der einen Leseart des <span class="gesperrt">Shakespeare</span>schen +Textes erinnert<a name="FNanchor_7_7" href="#Footnote_7_7" class="fnanchor">[7]</a>. Die Übertragung dieser Deutungen +aus der Sprache des Traumes auf die Ausdrucksweise des uns beschäftigenden +Mythus wird uns aber wesentlich erleichtert, wenn +wir wahrscheinlich machen können, daß die Stummheit auch in +anderen Produktionen, die nicht Träume sind, als Zeichen des Totseins +gedeutet werden muß.</p> + +<p>Ich greife hier das neunte der <span class="gesperrt">Grimm</span>schen Volksmärchen +heraus, welches die Überschrift hat: »Die zwölf Brüder«<a name="FNanchor_8_8" href="#Footnote_8_8" class="fnanchor">[8]</a>. Ein +König und eine Königin hatten zwölf Kinder, lauter Buben. Da +sagte der König, wenn das dreizehnte Kind ein Mädchen ist, +müssen die Buben sterben. In Erwartung dieser Geburt läßt er +zwölf Särge machen. Die zwölf Söhne flüchten sich mit Hilfe der +Mutter in einen versteckten Wald und schwören jedem Mädchen +den Tod, dem sie begegnen sollten.</p> + +<p>Ein Mädchen wird geboren, wächst heran und erfährt einmal +von der Mutter, daß es zwölf Brüder gehabt hat. Es beschließt, +sie aufzusuchen und findet im Walde den Jüngsten, der sie +erkennt aber verbergen möchte wegen des Eides der Brüder. Die +Schwester sagt: Ich will gerne sterben, wenn ich damit meine zwölf +Brüder erlösen kann. Die Brüder nehmen sie aber herzlich auf, +sie bleibt bei ihnen und besorgt ihnen das Haus.</p> + +<p>In einem kleinen Garten bei dem Haus wachsen zwölf Lilienblumen; +die bricht das Mädchen ab, um jedem Bruder eine zu +schenken. In diesem Augenblicke werden die Brüder in Raben verwandelt +und verschwinden mit Haus und Garten. – Die Raben sind +Seelenvögel, die Tötung der zwölf Brüder durch ihre Schwester +wird durch das Abpflücken der Blumen von neuem dargestellt, wie +zu Eingang durch die Särge und das Verschwinden der Brüder. – +Das Mädchen, das wiederum bereit ist, seine Brüder vom Tod zu +erlösen, erfährt nun als Bedingung, daß sie sieben Jahre stumm +sein, kein einziges Wort sprechen darf. Sie unterzieht sich dieser +Probe, durch die sie selbst in Lebensgefahr gerät, d. h. sie stirbt +selbst für die Brüder, wie sie es vor dem Zusammentreffen mit den +Brüdern gelobt hat. Durch die Einhaltung der Stummheit gelingt +ihr endlich die Erlösung der Raben.</p> + +<p>Ganz ähnlich werden im Märchen von den »sechs Schwänen« +die in Vögel verwandelten Brüder durch die Stummheit der +Schwester erlöst, d. h. wiederbelebt. Das Mädchen hat den festen Entschluß +gefaßt, seine Brüder zu erlösen, und »wenn es auch sein +Leben kostete« und bringt als Gemahlin des Königs wiederum ihr +eigenes Leben in Gefahr, weil sie gegen böse Anklagen ihre Stummheit +nicht aufgeben will.</p> + +<p>Wir würden sicherlich aus den Märchen noch andere Beweise +erbringen können, daß die Stummheit als Darstellung des Todes +verstanden werden muß. Wenn wir diesem Anzeichen folgen dürfen, +so wäre die dritte unserer Schwestern, zwischen denen die Wahl +stattfindet, eine Tote. Sie kann aber auch etwas anderes sein, +nämlich der Tod selbst, die Todesgöttin. Vermöge einer gar nicht +seltenen Verschiebung werden die Eigenschaften, die eine Gottheit +den Menschen zuteilt, ihr selbst zugeschrieben. Am wenigsten wird +uns solche Verschiebung bei der Todesgöttin befremden, denn in der +modernen Auffassung und Darstellung, die hier vorweggenommen +würde, ist der Tod selbst nur ein Toter.</p> + +<p>Wenn aber die dritte der Schwestern die Todesgöttin ist, so +kennen wir die Schwestern. Es sind die Schicksalsschwestern, die +<span class="gesperrt">Moiren</span> oder Parzen oder Nornen, deren dritte <span class="gesperrt">Atropos</span> heißt: +die Unerbittliche.</p> + + +<h2>II.</h2> + +<p>Stellen wir die Sorge, wie die gefundene Deutung in unseren +Mythus einzufügen ist, einstweilen beiseite, und holen wir uns bei +den Mythologen Belehrung über Rolle und Herkunft der Schicksalsgöttinnen<a name="FNanchor_9_9" href="#Footnote_9_9" class="fnanchor">[9]</a>.</p> + +<p>Die älteste griechische Mythologie kennt nur eine <span lang="el" xml:lang="el">Μοῖρα</span> als +Personifikation des unentrinnbaren Schicksals (bei Homer). Die Fortentwicklung +dieser einen Moira zu einem Schwesterverein von drei +(seltener zwei) Gottheiten erfolgte wahrscheinlich in Anlehnung an +andere Göttergestalten, denen die Moiren nahestehen, die Chariten +und die Horen.</p> + +<p>Die Horen sind ursprünglich Gottheiten der himmlischen Gewässer, +die Regen und Tau spenden, der Wolken, aus denen der +Regen niederfällt, und da diese Wolken als Gespinst erfaßt werden, +ergibt sich für diese Göttinnen der Charakter der Spinnerinnen, der +dann an den Moiren fixiert wird. In den von der Sonne verwöhnten +Mittelmeerländern ist es der Regen, von dem die Fruchtbarkeit des +Bodens abhängig wird, und darum wandeln sich die Horen zu Vegetationsgottheiten. +Man dankt ihnen die Schönheit der Blumen und +den Reichtum der Früchte, stattet sie mit einer Fülle von liebenswürdigen +und anmutigen Zügen aus. Sie werden zu den göttlichen +Vertreterinnen der Jahreszeiten und erwerben vielleicht durch diese +Beziehung ihre Dreizahl, wenn die heilige Natur der Drei zu deren +Aufklärung nicht genügen sollte. Denn diese alten Völker unterschieden +zuerst nur drei Jahreszeiten: Winter, Frühling und Sommer. +Der Herbst kam erst in späten griechisch-römischen Zeiten hinzu; +dann bildete die Kunst häufig vier Horen ab.</p> + +<p>Die Beziehung zur Zeit blieb den Horen erhalten; sie wachten +später über die Tageszeiten wie zuerst über die Zeiten des Jahres; +endlich sank ihr Name zur Bezeichnung der Stunde (<span lang="fr">heure</span>, <span lang="it" xml:lang="it">ora</span>) +herab. Die den Horen und Moiren wesensverwandten Nornen der +deutschen Mythologie tragen diese Zeitbedeutung in ihren Namen +zur Schau. Es konnte aber nicht ausbleiben, daß das Wesen dieser +Gottheiten tiefer erfaßt und in das Gesetzmäßige im Wandel der +Zeiten verlegt wurde; die Horen wurden so zu Hüterinnen des +Naturgesetzes und der heiligen Ordnung, welche mit unabänderlicher +Reihenfolge in der Natur das gleiche wiederkehren läßt.</p> + +<p>Diese Erkenntnis der Natur wirkte zurück auf die Auffassung +des menschlichen Lebens. Der Naturmythus wandelte sich +zum Menschenmythus; aus den Wettergöttinnen wurden Schicksalsgottheiten. +Aber diese Seite der Horen kam erst in den Moiren +zum Ausdruck, die über die notwendige Ordnung im Menschenleben +so unerbittlich wachen wie die Horen über die Gesetzmäßigkeit +der Natur. Das unabwendbar Strenge des Gesetzes, die Beziehung +zu Tod und Untergang, die an den lieblichen Gestalten +der Horen vermieden worden waren, sie prägten sich nun an den +Moiren aus, als ob der Mensch den ganzen Ernst des Naturgesetzes +erst dann empfände, wenn er die eigene Person ihm unterordnen +soll.</p> + +<p>Die Namen der drei Spinnerinnen haben auch bei den Mythologen +bedeutsames Verständnis gefunden. Die zweite <span class="gesperrt">Lachesis</span> +scheint das »innerhalb der Gesetzmäßigkeit des Schicksals Zufällige« +zu bezeichnen<a name="FNanchor_10_10" href="#Footnote_10_10" class="fnanchor">[10]</a> – wir würden sagen: das Erleben – wie <span class="gesperrt">Atropos</span> +das Unabwendbare, den Tod, und dann bliebe für <span class="gesperrt">Klotho</span> die Bedeutung +der verhängnisvollen, mitgebrachten Anlage.</p> + +<p>Und nun ist es Zeit, zu dem der Deutung unterliegenden +Motiv der Wahl zwischen drei Schwestern zurückzukehren. Mit +tiefem Mißvergnügen werden wir bemerken, wie unverständlich die +betrachteten Situationen werden, wenn wir in sie die gefundene +Deutung einsetzen, und welche Widersprüche zum scheinbaren Inhalt +derselben sich dann ergeben. Die dritte der Schwestern soll die +Todesgöttin sein, der Tod selbst, und im Parisurteil ist es die Liebesgöttin, +im Märchen des Apulejus eine dieser letzteren vergleichbare +Schönheit, im Kaufmann die schönste und klügste Frau, im Lear +die einzig treue Tochter. Kann ein Widerspruch vollkommener gedacht +werden? Doch vielleicht ist diese unwahrscheinliche Steigerung +ganz in der Nähe. Sie liegt wirklich vor, wenn in unserem Motiv +jedesmal zwischen den Frauen frei gewählt wird, und wenn die +Wahl dabei auf den Tod fallen soll, den doch niemand wählt, dem +man durch ein Verhängnis zum Opfer fällt.</p> + +<p>Indes Widersprüche von einer gewissen Art, Ersetzungen +durch das volle kontradiktorische Gegenteil bereiten der analytischen +Deutungsarbeit keine ernste Schwierigkeit. Wir werden uns hier +nicht darauf berufen, daß Gegensätze in den Ausdrucksweisen des +Unbewußten wie im Traume so häufig durch eines und das nämliche +Element dargestellt werden. Aber wir werden daran denken, +daß es Motive im Seelenleben gibt, welche die Ersetzung durch das +Gegenteil als sogenannte Reaktionsbildung herbeiführen, und können +den Gewinn unserer Arbeit gerade in der Aufdeckung solcher verborgener +Motive suchen. Die Schöpfung der Moiren ist der Erfolg +einer Einsicht, welche den Menschen mahnt, auch er sei ein Stück +der Natur und darum dem unabänderlichen Gesetz des Todes +unterworfen. Gegen diese Unterwerfung mußte sich etwas im +Menschen sträuben, der nur höchst ungern auf seine Ausnahmsstellung +verzichtet. Wir wissen, daß der Mensch seine Phantasietätigkeit +zur Befriedigung seiner von der Realität unbefriedigten +Wünsche verwendet. So lehnte sich denn seine Phantasie gegen die +im Moirenmythus verkörperte Einsicht auf und schuf den davon +abgeleiteten Mythus, in dem die Todesgöttin durch die Liebesgöttin, +und was ihr an menschlichen Gestaltungen gleichkommt, ersetzt +ist. Die dritte der Schwestern ist nicht mehr der Tod, sie ist +die schönste, beste, begehrenswerteste, liebenswerteste der Frauen. +Und diese Ersetzung war technisch keineswegs schwer; sie war +durch eine alte Ambivalenz vorbereitet, sie vollzog sich längs eines +uralten Zusammenhanges, der noch nicht lange vergessen sein konnte. +Die Liebesgöttin selbst, die jetzt an die Stelle der Todesgöttin trat, +war einst mit ihr identisch gewesen. Noch die griechische Aphrodite +entbehrte nicht völlig der Beziehungen zur Unterwelt, obwohl sie +ihre chthonische Rolle längst an andere Göttergestalten, an die Persephone, +die dreigestaltige Artemis-Hekate, abgegeben hatte. Die +großen Muttergottheiten der orientalischen Völker scheinen aber alle +ebensowohl Zeugerinnen wie Vernichterinnen, Göttinnen des Lebens +und der Befruchtung wie Todesgöttinnen gewesen zu sein. So +greift die Ersetzung durch ein Wunschgegenteil bei unserem Motiv +auf eine uralte Identität zurück.</p> + +<p>Dieselbe Erwägung beantwortet uns die Frage, woher der +Zug der Wahl in den Mythus von den drei Schwestern geraten ist. +Es hat hier wiederum eine Wunschverkehrung stattgefunden. Wahl +steht an der Stelle von Notwendigkeit, von Verhängnis. So überwindet +der Mensch den Tod, den er in seinem Denken anerkannt +hat. Es ist kein stärkerer Triumph der Wunscherfüllung denkbar. +Man wählt dort, wo man in Wirklichkeit dem Zwange gehorcht, +und die man wählt, ist nicht die Schreckliche, sondern die Schönste +und Begehrenswerteste.</p> + +<p>Bei näherem Zusehen merken wir freilich, daß die Entstellungen +des ursprünglichen Mythus nicht gründlich genug sind, um sich nicht +durch Resterscheinungen zu verraten. Die freie Wahl zwischen den +drei Schwestern ist eigentlich keine freie Wahl, denn sie muß notwendigerweise +die dritte treffen, wenn nicht, wie im Lear, alles Unheil +aus ihr entstehen soll. Die Schönste und Beste, welche an +Stelle der Todesgöttin getreten ist, hat Züge behalten, die an das +Unheimliche streifen, so daß wir aus ihnen das Verborgene erraten +konnten<a name="FNanchor_11_11" href="#Footnote_11_11" class="fnanchor">[11]</a>.</p> + +<p>Wir haben bisher den Mythus und seine Wandlung verfolgt +und hoffen die geheimen Gründe dieser Wandlung aufgezeigt zu +haben. Nun darf uns wohl die Verwendung des Motivs beim +Dichter interessieren. Wir bekommen den Eindruck, als ginge beim +Dichter eine Reduktion des Motivs auf den ursprünglichen Mythus +vor sich, so daß der ergreifende, durch die Entstellung abgeschwächte +Sinn des letzteren von uns wieder verspürt wird. Durch +diese Reduktion der Entstellung, die teilweise Rückkehr zum Ursprünglichen, +erziele der Dichter die tiefere Wirkung, die er bei uns +erzeugt.</p> + +<p>Um Mißverständnissen vorzubeugen will ich sagen, ich habe +nicht die Absicht zu widersprechen, daß das Drama vom König Lear +die beiden weisen Lehren einschärfen wolle, man solle auf sein Gut +und seine Rechte nicht zu Lebzeiten verzichten, und man müsse +sich hüten, Schmeichelei für bare Münze zu nehmen. Diese und +ähnliche Mahnungen ergeben sich wirklich aus dem Stück, aber es +erscheint mir ganz unmöglich, die ungeheure Wirkung des Lear aus +dem Eindruck dieses Gedankeninhaltes zu erklären oder anzunehmen, +daß die persönlichen Motive des Dichters mit der Absicht +diese Lehren vorzutragen erschöpft seien. Auch die Auskunft, der +Dichter habe uns die Tragödie der Undankbarkeit vorspielen wollen, +deren Bisse er wohl am eigenen Leib verspürt, und die Wirkung +des Spiels beruhe auf dem rein formalen Moment der künstlerischen +Einkleidung, scheint mir das Verständnis nicht zu ersetzen, welches +uns durch die Würdigung des Motivs der Wahl zwischen den drei +Schwestern eröffnet wird.</p> + +<p>Lear ist ein alter Mann. Wir sagten schon, darum erscheinen +die drei Schwestern als seine Töchter. Das Vaterverhältnis, aus dem +so viel fruchtbare dramatische Antriebe erfließen könnten, wird im +Drama weiter nicht verwertet. Lear ist aber nicht nur ein Alter, +sondern auch ein Sterbender. Die so absonderliche Voraussetzung +der Erbteilung verliert dann alles Befremdende. Dieser dem Tode +Verfallene will aber auf die Liebe des Weibes nicht verzichten, er +will hören, wie sehr er geliebt wird. Nun denke man an die erschütternde +letzte Szene, einen der Höhepunkte der Tragik im +modernen Drama: Lear trägt den Leichnam der Cordelia auf die +Bühne. Cordelia ist der Tod. Wenn man die Situation umkehrt, +wird sie uns verständlich und vertraut. Es ist die Todesgöttin, die +den verstorbenen Helden vom Kampfplatze wegträgt, wie die Walküre +in der deutschen Mythologie. Ewige Weisheit im Gewand des +uralten Mythus rät dem alten Manne, der Liebe zu entsagen, den +Tod zu wählen, sich mit der Notwendigkeit des Sterbens zu befreunden.</p> + +<p>Der Dichter bringt uns das alte Motiv näher, indem er die +Wahl zwischen den drei Schwestern von einem Gealterten und +Sterbenden vollziehen läßt. Die regressive Bearbeitung, die er so mit +dem durch Wunschverwandlung entstellten Mythus vorgenommen, +läßt dessen alten Sinn so weit durchschimmern, daß uns vielleicht +auch eine flächenhafte, allegorische Deutung der drei Frauengestalten +des Motivs ermöglicht wird. Man könnte sagen, es seien die drei +für den Mann unvermeidlichen Beziehungen zum Weibe, die hier +dargestellt sind: Die Gebärerin, die Genossin und die Verderberin. +Oder die drei Formen, zu denen sich ihm das Bild der Mutter im +Lauf des Lebens wandelt: Die Mutter selbst, die Geliebte, die er +nach deren Ebenbild gewählt, und zuletzt die Mutter Erde, die ihn +wieder aufnimmt. Der alte Mann aber hascht vergebens nach der +Liebe des Weibes, wie er sie zuerst von der Mutter empfangen; +nur die dritte der Schicksalsfrauen, die schweigsame Todesgöttin, +wird ihn in ihre Arme nehmen.</p> + +<div style="width: 42px; margin: 3em auto 0 auto;"> +<img src="images/end.png" width="42" height="100" alt="" title=""/> +</div> + +<div class="footnotes"> +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_1_1" href="#FNanchor_1_1" class="label">[1]</a> G. <span class="gesperrt">Brandes</span>, William Shakespeare, 1896.</p></div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_2_2" href="#FNanchor_2_2" class="label">[2]</a> Ed. <span class="gesperrt">Stucken</span>, Astralmythen, p. 655, Leipzig 1907.</p></div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_3_3" href="#FNanchor_3_3" class="label">[3]</a> O. <span class="gesperrt">Rank</span>, Der Mythus von der Geburt des Helden, p. 8 fg., Wien und +Leipzig 1909.</p></div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_4_4" href="#FNanchor_4_4" class="label">[4]</a> Den Hinweis auf diese Übereinstimmungen verdanke ich Dr. O. <span class="gesperrt">Rank</span>.</p></div> + + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_5_5" href="#FNanchor_5_5" class="label">[5]</a> In der <span class="gesperrt">Schlegel</span>schen Übersetzung geht diese Anspielung ganz verloren, +ja sie wird zur Gegenseite gewendet: +</p> +<div class="poem"><div class="stanza"> +<span class="i0">Dein schlichtes Wesen spricht beredt mich an.</span> +</div></div> +</div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_6_6" href="#FNanchor_6_6" class="label">[6]</a> Auch in <span class="gesperrt">Stekel</span>s »Sprache des Traumes« 1911 unter den Todessymbolen +angeführt. (p. 351.)</p></div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_7_7" href="#FNanchor_7_7" class="label">[7]</a> <span class="gesperrt">Stekel</span>, l. c.</p></div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_8_8" href="#FNanchor_8_8" class="label">[8]</a> P. 50 der Reklamausgabe, I. Bd.</p></div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_9_9" href="#FNanchor_9_9" class="label">[9]</a> Das folgende nach <span class="gesperrt">Roscher</span>s Lexikon der griechischen und römischen +Mythologie unter den entsprechenden Titeln.</p></div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_10_10" href="#FNanchor_10_10" class="label">[10]</a> J. <span class="gesperrt">Roscher</span> nach Preller-Robert, Griech. Mythologie.</p></div> + +<div class="footnote"><p><a name="Footnote_11_11" href="#FNanchor_11_11" class="label">[11]</a> Auch die Psyche des Apulejus hat reichlich Züge bewahrt, welche an +ihre Beziehung zum Tode mahnen. Ihre Hochzeit wird gerüstet wie eine +Leichenfeier, sie muß in die Unterwelt hinabsteigen und versinkt nachher in einen +totenähnlichen Schlaf (O. <span class="gesperrt">Rank</span>). +</p><p> +Über die Bedeutung der Psyche als Frühlingsgottheit und als »Braut des +Todes« s. A. <span class="gesperrt">Zinzow</span>: »Psyche und Eros« (Halle 1881). +</p><p> +In einem anderen <span class="gesperrt">Grimm</span>schen Märchen (Nr. 179, Die Gänsehirtin am +Brunnen) findet sich wie beim Aschenputtel die Abwechslung von schöner und +häßlicher Gestalt der dritten Tochter, in der man wohl eine Andeutung von deren +Doppelnatur – vor und nach der Ersetzung – erblicken darf. Diese dritte wird +von ihrem Vater nach einer Probe verstoßen, welche mit der im König Lear fast +zusammenfällt. Sie soll wie die anderen Schwestern angeben, wie lieb sie den Vater +hat, findet aber keinen anderen Ausdruck ihrer Liebe als den Vergleich mit dem +Salz. (Freundliche Mitteilung von Dr. <span class="gesperrt">Hanns Sachs</span>.)</p></div> +</div> + + + + + + + + +<pre> + + + + + +End of Project Gutenberg's Das Motiv der Kästchenwahl, by Sigmund Freud + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DAS MOTIV DER KÄSTCHENWAHL *** + +***** This file should be named 24017-h.htm or 24017-h.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/2/4/0/1/24017/ + +Produced by Jana Srna and the Online Distributed +Proofreading Team at http://www.pgdp.net + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. 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It exists +because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from +people in all walks of life. + +Volunteers and financial support to provide volunteers with the +assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's +goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will +remain freely available for generations to come. In 2001, the Project +Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure +and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. +To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation +and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 +and the Foundation web page at http://www.pglaf.org. + + +Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact +information can be found at the Foundation's web site and official +page at http://pglaf.org + +For additional contact information: + Dr. Gregory B. Newby + Chief Executive and Director + gbnewby@pglaf.org + + +Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation + +Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide +spread public support and donations to carry out its mission of +increasing the number of public domain and licensed works that can be +freely distributed in machine readable form accessible by the widest +array of equipment including outdated equipment. Many small donations +($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt +status with the IRS. + +The Foundation is committed to complying with the laws regulating +charities and charitable donations in all 50 states of the United +States. 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