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diff --git a/22391-8.txt b/22391-8.txt new file mode 100644 index 0000000..65c0e05 --- /dev/null +++ b/22391-8.txt @@ -0,0 +1,1929 @@ +The Project Gutenberg EBook of Kritik des Herzens, by Wilhelm Busch + +This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with +almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or +re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included +with this eBook or online at www.gutenberg.org + + +Title: Kritik des Herzens + +Author: Wilhelm Busch + +Release Date: August 25, 2007 [EBook #22391] + +Language: German + +Character set encoding: ISO-8859-1 + +*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KRITIK DES HERZENS *** + + + + +Produced by Norbert H. Langkau, Jana Srna and the Online +Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net + + + + + + + Kritik des Herzens + + von + + W i l h e l m B u s c h + + + + + Dreizehnte Auflage + + + + + München + + Verlag von Fr. Bassermann + + 1914 + + + Druck von Knorr & Hirth + + Alle Rechte vorbehalten + + + + +Es wohnen die hohen Gedanken + In einem hohen Haus. +Ich klopfte, doch immer hieß es: + Die Herrschaft fuhr eben aus! + +Nun klopf ich ganz bescheiden + Bei kleineren Leuten an. +Ein Stückel Brod, ein Groschen + Ernähren auch ihren Mann. + + + + +Sei ein braver Biedermann, + Fange tüchtig an zu loben! +Und du wirst von uns sodann + Gerne mit empor gehoben. + +Wie, du ziehst ein schiefes Maul? + Willst nicht, daß dich andre adeln? +Na, denn sei mir nur nicht faul + Und verlege dich auf's Tadeln. + +Gelt, das ist ein Hochgenuß, + Schwebst du so mit Wohlgefallen +Als ein selger Kritikus + Hocherhaben über Allen. + + + + +Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, + Er flattert sehr und kann nicht heim. +Ein schwarzer Kater schleicht herzu, + Die Krallen scharf, die Augen gluh. +Am Baum hinauf und immer höher + Kommt er dem armen Vogel näher. +Der Vogel denkt: Weil das so ist + Und weil mich doch der Kater frißt, + So will ich keine Zeit verlieren, + Will noch ein wenig quinquiliren + Und lustig pfeifen wie zuvor. +Der Vogel, scheint mir, hat Humor. + + + + +Ich kam in diese Welt herein, + Mich baß zu amüsiren, +Ich wollte gern was Rechtes sein + Und mußte mich immer geniren. +Oft war ich hoffnungsvoll und froh +Und später kam es doch nicht so. + +Nun lauf ich manchen Donnerstag + Hienieden schon herummer, +Wie ich mich drehn und wenden mag, + 's ist immer der alte Kummer. +Bald klopft vor Schmerz und bald vor Lust +Das rothe Ding in meiner Brust. + + + + +Der Hausknecht in dem »Weidenbusch« + Zu Frankfurt an dem Main, +Der war Poet, doch immer kurz, + Denn wenig fiel ihm ein. + +Ja, sprach er, Freund, wir leben jetzt + In der Depeschenzeit, +Und Schiller, käm er heut zurück, + Wär auch nicht mehr so breit. + + + + +Die Selbstkritik hat viel für sich. + Gesetzt den Fall, ich tadle mich; + So hab ich erstens den Gewinn, + Daß ich so hübsch bescheiden bin; + Zum zweiten denken sich die Leut, + Der Mann ist lauter Redlichkeit; + Auch schnapp ich drittens diesen Bissen + Vorweg den andern Kritiküssen; + Und viertens hoff ich außerdem + Auf Widerspruch, der mir genehm. +So kommt es denn zuletzt heraus, +Daß ich ein ganz famoses Haus. + + + + +Es kam ein Lump mir in die Quer + Und hielt den alten Felbel her. +Obschon er noch gesund und stark, + Warf ich ihm dennoch eine Mark + Recht freundlich in den Hut hinein. +Der Kerl schien Philosoph zu sein. +Er sprach mit ernstem Bocksgesicht: + Mein Herr, Sie sehn, ich danke nicht. + Das Danken bin ich nicht gewohnt. + Ich nehme an, Sie sind gescheidt + Und fühlen sich genug belohnt +Durch Ihre Eitelkeit. + + + + +Die Rose sprach zum Mägdelein + Ich muß dir ewig dankbar sein, + Daß du mich an den Busen drückst + Und mich mit deiner Huld beglückst. + +Das Mädchen sprach: O, Röslein mein, + Bild dir nur nicht zu viel drauf ein, + Daß du mir Aug und Herz entzückst. + Ich liebe dich, weil du mich schmückst. + + + + +Man wünschte sich herzlich gute Nacht; + Die Tante war schrecklich müde; +Bald sind die Lichter ausgemacht, + Und alles ist Ruh und Friede. + +Im ganzen Haus sind nur noch zween, + Die keine Ruhe finden, +Das ist der gute Vetter Eugen + Mit seiner Base Lucinden. + +Sie wachten zusammen bis in der Früh, + Sie herzten sich und küßten. +Des Morgens beim Frühstück thaten sie, + Als ob sie von Nichts was wüßten. + + + + +Mein Freund, an einem Sonntag Morgen, + Thät sich ein hübsches Röss'lein borgen. + Mit frischem Hemd und frischem Muthe, + In blanken Stiefeln, blankem Hute, + Die Haltung stramm und stramm die Hose, + Am Busen eine junge Rose, + So reitet er durch die Alleeen, + Wie ein Adonis anzusehen. + +Die Reiter machen viel Vergnügen, +Wenn sie ihr stolzes Roß bestiegen. + +Nun kommt da unter sanftem Knarren + Ein milchbeladner Eselskarren. + Das Röss'lein, welches sehr erschrocken, + Fängt an zu trappeln und zu bocken, + Und, hopp, das war ein Satz ein weiter! + Dort rennt das Roß, hier liegt der Reiter, + Entfernt von seinem hohen Sitze, + Platt auf dem Bauche in der Pfütze. + +Die Reiter machen viel Vergnügen, +Besonders, wenn sie drunten liegen. + + + + +Du fragtest mich früher nach mancherlei. + Ich sagte dir Alles frank und frei. + Du fragtest, wann ich zu reisen gedächte, + Welch ein Geschäft ich machen möchte. + Ich sagte dir offen: dann und dann; + Und gab dir meine Pläne an. +Oft hat die Reise mir nicht gepaßt; + Dann nanntest du mich 'n Quirlequast. + Oft ging's mit dem Geschäfte krumm; + Dann wußtest du längst, es wäre dumm. + Oft kamst du mir auch mit List zuvor; + Dann schien ich mir selber ein rechter Thor. +Nun hab ich, weil mich dieses gequält, + Mir einen hübschen Ausweg erwählt. +Ich rede, wenn ich reden soll, + Und lüge dir die Jacke voll. + + + + +Kennt der Kerl denn keine Gnade? + Soll er uns mit seiner Suade, + Durch sein breites Expliciren, + Schwadroniren, Disputiren, + Soll er uns denn stets geniren, + Dieser säuselnde Philister, + Beim Genuß des edlen Weins? +Pump ihn an, und plötzlich ist er +Kurz und bündig wie Glock Eins. + + + + +Mich wurmt es, wenn ich nur dran denke. -- + Es saß zu München in der Schenke + Ein Protz mit dunkelrother Nase + Beim elften oder zwölften Glase. +Da schlich sich kümmerlich heran + Ein armer alter Bettelmann, + Zog vor dem Protzen seinen Hut + Und fleht: Gnä Herr, ach sein S' so gut! +Der Protz jedoch, fuchsteufelswild, + Statt was zu geben, flucht und schilt: +Gehst raus, Du alter Lump, Du schlechter! +Nix möcht' er, als grad saufen, möcht' er! + + + + +Ich habe von einem Vater gelesen; + Die Tochter ist beim Theater gewesen. + Ein Schurke hat ihm das Mädchen verdorben, + So daß es im Wochenbette gestorben. +Das nahm der Vater sich tief zu Gemüthe. + Und als er den Schurken zu fassen kriegte, + Verzieh er ihm nobel die ganze Geschichte. +Ich weine ob solcher Güte. + + + + +Laß doch das ew'ge Fragen, + Verehrter alter Freund! +Ich will von selbst schon sagen, + Was mir von Nöthen scheint. + +Du sagst vielleicht dagegen: + Man fragt doch wohl einmal. +Gewiß! Nur allerwegen + Ist mir's nicht ganz egal. + +Bei deinem Fragestellen + Hat eines mich frappirt: +Du fragst so gern nach Fällen, + Wobei ich mich blamirt. + + + + +Vor Jahren waren wir mal entzweit + Und taten uns Manches zum Torte; +Wir sagten uns beide zu jener Zeit + Viel bitterböse Worte. + +Drauf haben wir uns in einander geschickt; + Wir schlossen Frieden und haben +Die bitterbösen Worte erstickt + Und fest und tief begraben. + +Jetzt ist es wirklich recht fatal, + Daß wieder ein Zwist nothwendig. +O weh! die Worte von dazumal + Die werden nun wieder lebendig. + +Die kommen nun erst in offnen Streit + Und fliegen auf alle Dächer; +Nun bringen wir sie in Ewigkeit + Nicht wieder in ihre Löcher. + + + + +Ich meine doch, so sprach er mal, + Die Welt ist recht pläsirlich. +Das dumme Geschwätz von Schmerz und Qual + Erscheint mir ganz ungebührlich. + +Mit reinem kindlichem Gemüth + Genieß ich, was mir beschieden, +Und durch mein ganzes Wesen zieht + Ein himmlischer Seelenfrieden. -- + +Kaum hat er diesen Spruch gethan, + Aujau! so schreit er kläglich. +Der alte hohle Backenzahn + Wird wieder mal unerträglich. + + + + +Es saßen einstens beieinand + Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand. +Da sprach der Fritz: Nun gib mal Acht, + Was ich geträumt vergangne Nacht. + Ich stieg in einen schönen Wagen, + Der Wagen war mit Gold beschlagen. + Zwei Englein spannten sich davor, + Die zogen mich zum Himmelsthor. + Gleich kamst du auch und wolltest mit + Und sprangest auf den Kutschentritt, + Jedoch ein Teufel schwarz und groß + Der nahm dich hinten bei der Hos + Und hat dich in die Höll getragen. + Es war sehr lustig, muß ich sagen. -- +So hübsch nun dieses Traumgesicht, + Dem Ferdinand gefiel es nicht. + Schlapp! schlug er Fritzen an das Ohr, + Daß er die Zippelmütz verlor. + Der Fritz, der dies verdrießlich fand, + Haut wiederum den Ferdinand; + Und jetzt entsteht ein Handgemenge, + Sehr schmerzlich und von großer Länge. -- +So geht durch wesenlose Träume +Gar oft die Freundschaft aus dem Leime. + + + + +Er stellt sich vor sein Spiegelglas + Und arrangirt noch dies und das. + Er dreht hinaus des Bartes Spitzen, + Sieht zu, wie seine Ringe blitzen, + Probirt auch mal, wie sich das macht, + Wenn er so herzgewinnend lacht, + Uebt seines Auges Zauberkraft, + Legt die Cravatte musterhaft, + Wirft einen süßen Scheideblick + Auf sein geliebtes Bild zurück, + Geht dann hinaus zur Promenade + Umschwebt vom Dufte der Pomade, +Und ärgert sich als wie ein Stint, +Daß andre Leute eitel sind. + + + + +Wenn Alles sitzen bliebe, +Was wir in Haß und Liebe + So von einander schwatzen; +Wenn Lügen Haare wären, +Wir wären rauh wie Bären + Und hätten keine Glatzen. + + + + +Ein dicker Sack, -- den Bauer Bolte, +Der ihn zur Mühle tragen wollte, +Um auszuruhn, mal hingestellt +Dicht an ein reifes Aehrenfeld -- +Legt sich in würdevolle Falten +Und fängt 'ne Rede an zu halten. + Ich, sprach er, bin der volle Sack. + Ihr Aehren seid nur dünnes Pack. + Ich bin's, der euch auf dieser Welt + In Einigkeit zusammenhält. + Ich bin's, der hoch von Nöthen ist, + Daß euch das Federvieh nicht frißt; + Ich, dessen hohe Fassungskraft + Euch schließlich in die Mühle schafft. + Verneigt euch tief, denn ich bin Der! + Was wäret ihr, wenn ich nicht wär? + Sanft rauschen die Aehren: +Du wärst ein leerer Schlauch, wenn wir nicht wären. + + + + +Wirklich, er war unentbehrlich! + Ueberall, wo was geschah +Zu dem Wohle der Gemeinde, + Er war thätig, er war da. + +Schützenfest, Kasinobälle, + Pferderennen, Preisgericht, +Liedertafel, Spritzenprobe, + Ohne ihn da ging es nicht. + +Ohne ihn war nichts zu machen, + Keine Stunde hatt' er frei. +Gestern, als sie ihn begruben, + War er richtig auch dabei. + + + + +Sehr tadelnswerth ist unser Thun, + Wir sind nicht brav und bieder. -- +Gesetzt den Fall, es käme nun + Die Sündfluth noch mal wieder. + +Das wär ein Zappeln und Geschreck! + Wir tauchten alle unter; +Dann kröchen wir wieder aus dem Dreck + Und wären, wie sonst, recht munter. + + + + +Was ist die alte Mamsell Schmöle + Für eine liebe treue Seele! +Sie spricht zu ihrer Dienerin: + Ach, Rieke, geh Sie da nicht hin! + Was will Sie da im goldnen Löben + Heut Abend auf und nieder schweben? + Denn wedelt nicht bei Spiel und Tanz + Der Teufel fröhlich mit dem Schwanz? + Und überhaupt, was ist es nütz? + Sie quält sich ab, Sie kommt in Schwitz, + Sie geht hinaus, erkältet sich + Und hustet dann ganz fürchterlich. + Drum bleibe Sie bei mir nur lieber! + Und, Rieke, geh Sie mal hinüber + Und hole Sie von Kaufmann Fräse + Ein Viertel guten Schweizerkäse, + Und sei sie aber ja ja ja + Gleich zur Minute wieder da! +So ist die gute Mamsell Schmöle + Besorgt für Riekens Heil der Seele. + Ja später noch, in stiller Nacht, + Ist sie auf diesen Zweck bedacht + Und schleicht an Riekens Kammerthür + Und schaut, ob auch die Rieke hier, + Und ob sie auch in Frieden ruht + Und daß ihr ja nicht wer was thut, + Was sich nun einmal nicht gehört, + Was gottlos und beneidenswerth. + + + + +Es wird mit Recht ein guter Braten + Gerechnet zu den guten Thaten; + Und daß man ihn gehörig mache, + Ist weibliche Charaktersache. +Ein braves Mädchen braucht dazu + Mal erstens reine Seelenruh, + Daß bei Verwendung der Gewürze + Sie sich nicht hastig überstürze. +Dann zweitens braucht sie Sinnigkeit, + Ja, so zu sagen, Innigkeit, + Damit sie alles appetitlich, + Bald so, bald so und recht gemüthlich + Begießen, drehn und wenden könne, + Daß an der Sache nichts verbrenne. +In Summa braucht sie Herzensgüte, + Ein sanftes Sorgen im Gemüthe, + Fast etwas Liebe insofern, + Für all die hübschen, edlen Herrn, + Die diesen Braten essen sollen + Und immer gern was Gutes wollen. +Ich weiß, daß hier ein Jeder spricht: + Ein böses Mädchen kann es nicht. +Drum hab ich mir auch stets gedacht + Zuhaus und anderwärts: +Wer einen guten Braten macht, + Hat auch ein gutes Herz. + + + + +Ihr kennt ihn doch schon manches Jahr, + Wißt, was es für ein Vogel war; + Wie er in allen Gartenräumen + Herumgeflattert auf den Bäumen; + Wie er die hübschen rothen Beeren, + Die andern Leuten zugehören, + Mit seinem Schnabel angepickt + Und sich ganz lasterhaft erquickt. +Nun hat sich dieser böse Näscher, + Gardinenschleicher, Mädchenhäscher, + Der manchen Biedermann gequält, + Am Ende selber noch vermählt. + Nun legt er seine Stirn in Falten, + Fängt eine Predigt an zu halten + Und möchte uns von Tugend schwatzen. +Ei, so ein alter Schlingel! Kaum + Hat er 'nen eignen Kirschenbaum, + So schimpft er auf die Spatzen. + + + + +Ferne Berge seh ich glühen! + Unruhvoller Wandersinn! +Morgen will ich weiter ziehen, + Weiß der Teufel, wohin? + +Ja ich will mich nur bereiten, + Will -- was hält mich nur zurück? +Nichts wie dumme Kleinigkeiten! + Zum Exempel, Dein Blick! + + + + +Es ging der fromme Herr Kaplan, +Nachdem er bereits viel Gutes gethan, +In stiller Betrachtung der schönen Natur +Einst zur Erholung durch die Flur. +Und als er kam an den Waldessaum, +Da rief der Kuckuck lustig vom Baum: +Wünsch guten Abend, Herr Kollege! +Der Storch dagegen, nicht weit vom Wege, +Steigt in der Wiese auf und ab +Und spricht verdrießlich: Plapperapapp! +Gäb's lauter Pfaffen lobesam, +Ich wäre längst schon flügellahm! + +Man sieht, daß selbst der frömmste Mann +Nicht allen Leuten gefallen kann. + + + + +Ach, wie geht's dem heilgen Vater, + Groß und schwer sind seine Lasten, + Drum, o Joseph, trag den Gulden + In Sanct Peter's Sammelkasten! + +So sprach im Seelentrauerton + Die Mutter zu dem frommen Sohn. +Der Joseph, nach empfangner Summe, + Eilt auch sogleich um's Eck herumme, + Bis er das Thor des Hauses fand, + Wo eines Bockes Bildniß stand, + Was man dahin gemalt mit Fleiß + Zum Zeichen, daß hier Bockverschleiß. +Allhier in einen kühlen Hof + Setzt sich der Joseph hin und sof; + Und aß dazu, je nach Bedarf, + Die gute Wurst, den Radi scharf, + Bis er, was nicht gar lange währt, + Sanct Peters Gulden aufgezehrt. +Nun wird's ihm trauriglich zu Sinn + Und stille singt er vor sich hin: + +Ach der Tugend schöne Werke, + Gerne möcht ich sie erwischen, +Doch ich merke, doch ich merke, + Immer kommt mir was dazwischen. + + + + +Es stand vor eines Hauses Thor + Ein Esel mit gespitztem Ohr, + Der käute sich sein Bündel Heu + Gedankenvoll und still entzwei -- + Nun kommen da und bleiben stehn + Der naseweisen Buben zween, + Die auch sogleich, indem sie lachen, + Verhaßte Redensarten machen, + Womit man denn bezwecken wollte, + Daß sich der Esel ärgern sollte. -- +Doch dieser hocherfahrne Greis + Beschrieb nur einen halben Kreis, + Verhielt sich stumm und zeigte itzt + Die Seite, wo der Wedel sitzt. + + + + +Wer möchte diesen Erdenball + Noch fernerhin betreten, +Wenn wir Bewohner überall + Die Wahrheit sagen thäten. + +Ihr hießet uns, wir hießen euch + Spitzbuben und Hallunken, +Wir sagten uns fatales Zeug + Noch eh wir uns betrunken. + +Und überall im weiten Land, + Als langbewährtes Mittel, +Entsproßte aus der Menschenhand + Der treue Knotenknittel. + +Da lob ich mir die Höflichkeit, + Das zierliche Betrügen. +Du weißt Bescheid, ich weiß Bescheid; +Und Allen macht's Vergnügen. + + + + +Ich wußte, sie ist in der Küchen, + Ich bin ihr leise nachgeschlichen. + Ich wollt' ihr ew'ge Treue schwören + Und fragen, willst du mir gehören. +Auf einmal aber stutzte ich. + Sie kramte zwischen dem Gewürze; +Dann schnäutzte sie und putzte sich + Die Nase mit der Schürze. + + + + +Die erste alte Tante sprach: + Wir müssen nun auch dran denken, +Was wir zu ihrem Namenstag + Dem guten Sophiechen schenken. + +Drauf sprach die zweite Tante kühn: + Ich schlage vor, wir entscheiden +Uns für ein Kleid in Erbsengrün, + Das mag Sophiechen nicht leiden. + +Der dritten Tante war das recht: + Ja, sprach sie, mit gelben Ranken! +Ich weiß, sie ärgert sich nicht schlecht + Und muß sich auch noch bedanken. + + + + +Da kommt mir eben so ein Freund + Mit einem großen Zwicker. +Ei, ruft er, Freundchen, wie mir scheint, + Sie werden immer dicker. + +Ja ja, man weiß oft selbst nicht wie, + So kommt man in die Jahre; +Pardon, mein Schatz, hier haben Sie + Schon eins, zwei graue Haare! -- + +Hinaus, verdammter Kritikus, + Sonst schmeiß ich dich in Scherben. +Du Schlingel willst mir den Genuß + Der Gegenwart verderben! + + + + +Der alte Förster Püsterich + Der ging nach langer Pause +Mal wieder auf den Schnepfenstrich + Und brachte auch eine nach Hause. + +Als er sie nun gebraten hätt, + Da thät ihn was verdreußen; +Das Thierlein roch wie sonst so nett, + Nur konnt er's nicht recht mehr beißen. + +Ach ja! so seufzt er wehgemuth + Und wischt sich ab die Thräne, +Die Nase wär so weit noch gut, + Nur blos, es fehlen die Zähne. + + + + +Kinder, lasset uns besingen, +Aber ohne allen Neid, +Onkel Kaspers rothe Nase, +Die uns schon so oft erfreut. + +Einst ward sie als zarte Pflanze +Ihm von der Natur geschenkt; +Fleißig hat er sie begossen, +Sie mit Wein und Schnaps getränkt. + +Bald bemerkte er mit Freuden, +Daß die junge Knospe schwoll, +Bis es eine Rose wurde, +Dunkelroth und wundervoll. + +Alle Rosen haben Dornen, +Diese Rose hat sie nicht, +Hat nur so ein Büschel Haare, +Welches keinen Menschen sticht. + +Ihrem Kelch entströmen süße +Wohlgerüche, mit Verlaub: +Aus der wohlbekannten Dose +Schöpft sie ihren Blüthenstaub. + +Oft an einem frischen Morgen +Zeigt sie uns ein duftig Blau, +Und an ihrem Herzensblatte +Blinkt ein Tröpflein Perlenthau. + +Wenn die andern Blumen welken, +Wenn's im Winter rauh und kalt, +Dann hat diese Wunderrose +Erst die rechte Wohlgestalt. + +Drum zu ihrem Preis und Ruhme +Singen wir dies schöne Lied. +Vivat Onkel Kaspers Nase, +Die zu allen Zeiten blüht! + + + + +Früher, da ich unerfahren +Und bescheidner war als heute, +Hatten meine höchste Achtung +Andre Leute. + +Später traf ich auf der Weide +Außer mir noch mehre Kälber, +Und nun schätz ich, so zu sagen, +Erst mich selber. + + + + +Es saß in meiner Knabenzeit + Ein Fräulein jung und frisch +Im ausgeschnittnen grünen Kleid + Mir _vis-à-vis_ bei Tisch. + +Und wie's denn so mit Kindern geht, + Sehr frömmig sind sie nie, +Ach, dacht ich oft beim Tischgebet, + Wie schön ist doch Marie! + + + + +Die Tante winkt, die Tante lacht: + He, Fritz, komm mal herein! + Sieh, welch ein hübsches Brüderlein + Der gute Storch in letzter Nacht + Ganz heimlich der Mamma gebracht. + Ei ja, das wird dich freun! +Der Fritz der sagte kurz und grob: + Ich hol 'n dicken Stein + Und schmeiß ihn an den Kopp! + + + + +Es sprach der Fritz zu dem Papa: + Was sie nur wieder hat? +Noch gestern sagte mir Mamma: + Du fährst mit in die Stadt. + +Ich hatte mich schon so gefreut + Und war so voll Pläsir. +Nun soll ich doch nicht mit, denn heut + Da heißt es: Fritz bleibt hier! + +Der Vater saß im Sorgensitz. + Er sagte ernst und still: +Trau Langhals nicht, mein lieber Fritz, + Der hustet, wann er will! + + + + +Was soll ich nur von eurer Liebe glauben? +Was kriecht ihr immer so in dunkle Lauben? +Wozu das ewge Flüstern und Gemunkel? +Das scheinen höchst verdächtige Geschichten. +Und selbst die besten ehelichen Pflichten, +Von allem Thun die schönste Thätigkeit, +In Tempeln von des Priesters Hand geweiht, +Ihr hüllt sie in ein schuldbewußtes Dunkel. + + + + +Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen? +Besinne dich, mein Herz, noch ist es Zeit. +Sie war so lieb. Verzeih, was auch geschehen. +Sonst nimmt dich wohl beim Wort die Ewigkeit +Und zwingt dich mit Gewalt zum Weitergehen +In's öde Reich der Allvergessenheit. +Du rufst und rufst; vergebens sind die Worte; +In's feste Schloß dumpfdröhnend schlägt die Pforte. + + + + +Ich hab in einem alten Buch gelesen + Von einem Jüngling, welcher schlimm gewesen. + Er streut sein Hab und Gut in alle Winde. + Von Lust zu Lüsten und von Sünd zu Sünde, + In tollem Drang, in schrankenlosem Streben + Spornt er sein Roß hinein in's wilde Leben, + Bis ihn ein jäher Sturz vom Felsenrand + Dahingestreckt in Sand und Sonnenbrand, + Daß Ströme Bluts aus seinem Munde dringen + Und jede Hoffnung fast erloschen ist. +Ich aber hoffe -- sagt hier der Chronist -- + Die Gnade leiht dem Jüngling ihre Schwingen. + +Im selben Buche hab ich auch gelesen + Von einem Manne, der honett gewesen. + Es war ein Mann, den die Gemeinde ehrte, + Der so von sechs bis acht sein Schöppchen leerte, + Der aus Princip nie Einem etwas borgte, + Der emsig nur für Frau und Kinder sorgte; + Dazu ein proprer Mann, der nie geflucht, + Der seine Kirche musterhaft besucht. + Kurzum, er hielt sein Röss'lein stramm im Zügel + Und war, wie man so sagt, ein guter Christ. +Ich fürchte nur -- bemerkt hier der Chronist -- + Dem Biedermanne wachsen keine Flügel. + + + + +Zwischen diesen zwei gescheidten + Mädchen, Anna und Dorette, +Ist zu allen Tageszeiten + Doch ein ewiges Gekrette. + +Noch dazu um Kleinigkeiten -- + Gestern gingen sie zu Bette, +Und sie fingen an zu streiten, + Wer die dicksten Waden hätte. + + + + +Es flog einmal ein muntres Fliegel + Zu einem vollen Honigtiegel. + Da tunkt es mit Zufriedenheit + Den Rüssel in die Süßigkeit. + Nachdem es dann genug geschleckt, + Hat es die Flüglein ausgereckt + Und möchte sich nach oben schwingen. + Allein das Bein im Honigseim + Sitzt fest als wie in Vogelleim. + Nun fängt das Fliegel an zu singen: + Ach lieber Himmel, mach mich frei + Aus dieser süßen Sklaverei. + +Ein Freund von mir, der dieses sah, +Der seufzte tief und rief: Ja ja! + + + + +Die Liebe war nicht geringe. + Sie wurden ordentlich blaß; +Sie sagten sich tausend Dinge + Und wußten noch immer was. + +Sie mußten sich lange quälen, + Doch schließlich kam's dazu, +Daß sie sich konnten vermählen. + Jetzt haben die Seelen Ruh. + +Bei eines Strumpfes Bereitung + Sitzt sie im Morgenhabit; +Er liest in der Kölnischen Zeitung + Und theilt ihr das Nöthige mit. + + + + +Selig sind die Auserwählten, + Die sich liebten und vermählten; + Denn sie tragen hübsche Früchte. + Und so wuchert die Geschichte +Sichtbarlich von Ort zu Ort. + Doch die braven Junggesellen, + Jungfern ohne Ehestellen, + Welche ohne Leibeserben + So als Blattgewächse sterben, +Pflanzen sich durch Knollen fort. + + + + +Es saß ein Fuchs im Walde tief. + Da schrieb ihm der Bauer einen Brief: + So und so, und er sollte nur kommen, + 's wär alles verziehn, was übel genommen. + Der Hahn, die Hühner und Gänse ließen + Ihn alle zusammen auch vielmals grüßen. + Und wann ihn denn erwarten sollte + Sein guter, treuer Krischan Bolte. +Drauf schrieb der Fuchs mit Gänseblut: + Kann nicht gut. + Meine Alte mal wieder + Gekommen nieder! +Im Uebrigen von ganzer Seele + Dein Fuchs in der Höhle. + + + + +Gott ja, was gibt es doch für Narren! + Ein Bauer schneidet sich 'n Knarren + Vom trocknen Brod und kaut und kaut. + Dabei hat er hinaufgeschaut + Nach einer Wurst, die still und heiter + Im Rauche schwebt, dicht bei der Leiter. +Er denkt mit heimlichem Vergnügen: +Wenn ick man woll, ick könn di kriegen! + + + + +Sie stritten sich beim Wein herum, + Was das nun wieder wäre; +Das mit dem Darwin wär gar zu dumm + Und wider die menschliche Ehre. + +Sie tranken manchen Humpen aus, + Sie stolperten aus den Thüren, +Sie grunzten vernehmlich und kamen zu Haus + Gekrochen auf allen Vieren. + + + + +Ach, ich fühl es! Keine Tugend + Ist so recht nach meinem Sinn; +Stets befind ich mich am wohlsten, + Wenn ich damit fertig bin. + +Dahingegen so ein Laster, + Ja, das macht mir viel Pläsir; +Und ich hab die hübschen Sachen + Lieber vor als hinter mir. + + + + +Das Bild des Manns in nackter Jugendkraft, +So stolz in Ruhe und bewegt so edel, +Wohl ist's ein Anblick, der Bewundrung schafft; +Drum Licht herbei! Und merke dir's, o Schädel! + +Jedoch ein Weib, ein unverhülltes Weib -- +Da wird dir's doch ganz anders, alter Junge. +Bewundrung zieht sich durch den ganzen Leib +Und greift mit Wonneschreck an Herz und Lunge. + +Und plötzlich jagt das losgelassne Blut +Durch alle Gassen, wie der Feuerreiter. +Der ganze Kerl ist Eine helle Gluth; +Er sieht nichts mehr und tappt nur noch so weiter. + + + + +Ich sah dich gern im Sonnenschein, + Wenn laut die Vöglein sangen, +Wenn durch die Wangen und Lippen dein + Rosig die Strahlen drangen. + +Ich sah dich auch gern im Mondenlicht + Beim Dufte der Jasminen, +Wenn mir dein freundlich Angesicht + So silberbleich erschienen. + +Doch, Mädchen, gern hätt ich dich auch, + Wenn ich dich gar nicht sähe, +Und fühlte nur deines Mundes Hauch + In himmlisch warmer Nähe. + + + + +Wenn ich dereinst ganz alt und schwach, +Und 's ist mal ein milder Sommertag, +So hink ich wohl aus dem kleinen Haus +Bis unter den Lindenbaum hinaus. +Da setz ich mich denn im Sonnenschein +Einsam und still auf die Bank von Stein, +Denk an vergangene Zeiten zurücke +Und schreibe mit meiner alten Krücke +Und mit der alten zitternden Hand +[Illustration: Bertha] +So vor mir in den Sand. + + + + +Ich weiß noch, wie er in der Juppe + Als rauhbehaarte Bärenpuppe + Vor seinem vollen Humpen saß + Und hoch und heilig sich vermaß, + Nichts ginge über rechten Durst, + Und Lieb und Ehr wär gänzlich Wurst. +Darauf verging nicht lange Zeit, + Da sah ich ihn voll Seligkeit, + Gar schön gebürstet und gekämmt, + Im neuen Frack und reinen Hemd, + Aus Sanct Micheli Kirche kommen, + Allwo er sich ein Weib genommen. +Nun ist auch wohl, so wie mir scheint, + Die Zeit nicht ferne, wo er meint, + Daß so ein kleines Endchen Ehr + Im Knopfloch gar nicht übel wär. + + + + +Sahst du das wunderbare Bild von Brouwer? + Es zieht dich an wie ein Magnet. +Du lächelst wohl, derweil ein Schreckensschauer + Durch deine Wirbelsäule geht. + +Ein kühler Doctor öffnet einem Manne + Die Schwäre hinten im Genick; +Daneben steht ein Weib mit einer Kanne, + Vertieft in dieses Mißgeschick. + +Ja, alter Freund, wir haben unsre Schwäre + Meist hinten. Und voll Seelenruh +Drückt sie ein andrer auf. Es rinnt die Zähre + Und fremde Leute sehen zu. + + + + +Sie hat nichts und du desgleichen; + Dennoch wollt ihr, wie ich sehe, + Zu dem Bund der heil'gen Ehe +Euch bereits die Hände reichen. + +Kinder, seid ihr denn bei Sinnen? + Ueberlegt euch das Kapitel! + Ohne die gehör'gen Mittel +Soll man keinen Krieg beginnen. + + + + +Denkst du dieses alte Spiel + Immer wieder aufzuführen? +Willst du denn mein Mitgefühl + Stets durch Thränen ausprobiren? + +Oder möchtest du vielleicht + Mir des Tanzes Lust versalzen? +Früher hast du's oft erreicht; + Heute werd' ich weiter walzen. + + + + +Der alte Junge ist gottlob + Noch immer äußerst rührig: +Er läßt nicht nach, er thut als ob, + Wenn schon die Sache schwierig. + +Wie wonnig trägt er Bart und Haar, + Wie blinkt der enge Stiefel. +Und bei den Damen ist er gar + Ein rechter böser Schliefel. + +Beschließt er dann des Tages Lauf, + So darf er sich verpusten, +Setzt seine Zipfelkappe auf + Und muß ganz schrecklich husten. + + + + +Also hat es dir gefallen + Hier in dieser schönen Welt; +So daß das Vondannenwallen + Dir nicht sonderlich gefällt. + +Laß dich das doch nicht verdrießen. + Wenn du wirklich willst und meinst, +Wirst du wieder aufersprießen; + Nur nicht ganz genau wie einst. + +Aber, Alter, das bedenke, + Daß es hier doch manches gibt, +Zum Exempel Gicht und Ränke, + Was im Ganzen unbeliebt. + + + + +Du warst noch so ein kleines Mädchen + Von acht, neun Jahren ungefähr, +Da fragtest du mich vertraut und wichtig: + Wo kommen die kleinen Kinder her? + +Als ich nach Jahren dich besuchte, + Da warst du schon über den Fall belehrt, +Du hattest die alte vertrauliche Frage + Hübsch praktisch gelöst und aufgeklärt. + +Und wieder ist die Zeit vergangen. + Hohl ist der Zahn und ernst der Sinn. +Nun kommt die zweite wichtige Frage: + Wo gehen die alten Leute hin? + +Madam, ich habe mal vernommen, + Ich weiß nicht mehr so recht von wem: +Die praktische Lösung dieser Frage + Sei eigentlich recht unbequem. + + + + +Er war ein grundgescheiter Mann, + Sehr weise und hoch erfahren; +Er trug ein graumelirtes Haar, + Dieweil er schon ziemlich bei Jahren. + +Er war ein abgesagter Feind + Des Lachens und des Scherzens +Und war doch der größte Narr am Hof + Der Königin seines Herzens. + + + + +Hoch verehr ich ohne Frage +Dieses gute Frauenzimmer. +Seit dem segensreichen Tage, +Da ich sie zuerst erblickt, +Hat mich immer hoch entzückt +Ihre rosenfrische Jugend, +Ihre Sittsamkeit und Tugend +Und die herrlichen Talente. +Aber dennoch denk ich immer, +Daß es auch nicht schaden könnte, +Wäre sie ein Bissel schlimmer. + + + + +Es hatt' ein Müller eine Mühl + An einem Wasser kühle; +Da kamen hübscher Mädchen viel + Zu mahlen in der Mühle. + +Ein armes Mädel war darunt, + Zählt sechzehn Jahre eben; +Allwo es ging, allwo es stund, + Der Müller stund daneben. + +Er schenkt ein Ringlein ihr von Gold, + Daß er in allen Ehren +Sie ewig immer lieben wollt; + Da ließ sie sich bethören. + +Der Müller, er war falsch von Sinn: + »Wenn ich mich thu vermählen, +So will ich mir als Müllerin + Wohl eine Reiche wählen.« + +Da 's arme Mädel das vernahm, + Wird's blaß und immer blasser +Und redt nit mehr und ging und kam + Und sprang in's tiefe Wasser. -- + +Der Müller kümmert sich nicht viel, + Thät Hochzeitleut bestellen +Und führt mit Sang und Saitenspiel + 'ne Andre zur Kapellen. + +Doch als man auf die Brücke kam, + Fängts Wasser an zu wogen +Und zischt und rauscht verwundersam + Herauf bis an den Bogen. + +Die weiße Wassernixe stand + Auf schaumgekrönter Welle; +Sie hält in ihrer weißen Hand + Von Gold ein Ringlein helle. + +Du Falscher, deine Zeit ist aus! + Bereite dich geschwinde! +Dich ruft hinab in's kalte Haus + Die Mutter mit dem Kinde. + + + + +Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach, + So eilt ich dir geschwinde nach. + Und wenn ich dich gefunden hätt' + In deinem Blumenuferbett: +Wie wollt ich mich in dich ergießen +Und ganz mit dir zusammenfließen, + Du vielgeliebtes Mädchen du! +Dann strömten wir bei Nacht und Tage +Vereint in süßem Wellenschlage + Dem Meere zu. + + + + +Mein kleinster Fehler ist der Neid. + Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, + Dienstfertigkeit und Frömmigkeit, + Obschon es herrlich schöne Gaben, + Die gönn' ich Allen, die sie haben. +Nur wenn ich sehe, daß der Schlechte + Das kriegt, was ich gern selber möchte; + Nur wenn ich leider in der Nähe + So viele böse Menschen sehe, + Und wenn ich dann so oft bemerke, + Wie sie durch sittenlose Werke + Den lasterhaften Leib ergötzen, + Das freilich thut mich tief verletzen. +Sonst, wie gesagt, bin ich hienieden +Gottlobunddank so recht zufrieden. + + + + +Strebst du nach des Himmels Freude + Und du weißt's nicht anzufassen, +Sieh nur, was die andern Leute + Mit Vergnügen liegen lassen. + +Dicke Steine, altes Eisen + Und mit Sand gefüllte Säcke +Sind den Meisten, welche reisen, + Ein entbehrliches Gepäcke. + +Laß sie laufen, laß sie rennen; + Nimm, was bleibt, zu deinem Theile. +Nur, was sie dir herzlich gönnen, + Dient zu deinem ew'gen Heile. + + + + +Wenn mir mal ein Malheur passirt, + Ich weiß, so bist du sehr gerührt, + Du denkst, es wäre doch fatal, + Passirte dir das auch einmal. + Doch weil das böse Schmerzensding + Zum Glück an dir vorüber ging, + So ist die Sache anderseits + Für dich nicht ohne allen Reiz. +Du merkst, daß die Bedaurerei +So eine Art von Wonne sei. + + + + +Als er noch krause Locken trug, + War alles ihm zu dumm, +Stolzirt daher und trank und schlug + Sich mit den Leuten herum. + +Die hübschen Weiber schienen ihm + Ein recht beliebtes Spiel; +An Seraphim und Cherubim + Glaubt er nicht sonderlich viel. + +Jetzt glaubt er, was der Pater glaubt, + Blickt nur noch niederwärts, +Hat etwas Haar am Hinterhaupt + Und ein verprömmeltes Herz. + + + + +Gestern war in meiner Mütze + Mir mal wieder was nicht recht; +Die Natur schien mir nichts nütze + Und der Mensch erbärmlich schlecht. + +Meine Ehgemahlin hab ich + Ganz gehörig angeplärrt, +Drauf aus purem Zorn begab ich + Mich in's Symphoniekonzert. + +Doch auch dies war nicht so labend, + Wie ich eigentlich gedacht, +Weil man da den ganzen Abend + Wieder mal Musik gemacht. + + + + +Gerne wollt ihr Gutes gönnen + Unserm Goethe, unserm Schiller, + Nur nicht Meier oder Müller, +Die noch selber lieben können. + +Denn durch eure Männerleiber + Geht ein Concurrenzgetriebe; + Sei es Ehre, sei es Liebe; +Doch dahinter stecken Weiber. + + + + +Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin. + Das wäre so mein Fach. +Ich bummelte durch's Leben hin + Und dächt' nicht weiter nach. + +Mich plagte nicht des Grübelns Qual, + Der dumme Seelenzwist, +Ich wüßte ein für allemal, + Was an der Sache ist. + +Und weil mich denn kein Teufel stört, + So schlief ich recht gesund, +Und wohlgenährt und hochverehrt + Und würde kugelrund. + +Käm dann die böse Fastenzeit, + So wär ich fest dabei, +Bis ich mich elend abkasteit + Mit Lachs und Hühnerei. + +Und dich, du süßes Mägdelein, + Das gern zur Beichte geht, +Dich nähm ich dann so ganz allein + Gehörig in's Gebet. + + + + +Sie war ein Blümlein hübsch und fein, + Hell aufgeblüht im Sonnenschein. + Er war ein junger Schmetterling, + Der selig an der Blume hing. +Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm + Und nascht und säuselt da herum. + Oft kroch ein Käfer kribbelkrab + Am hübschen Blümlein auf und ab. +Ach Gott, wie das dem Schmetterling + So schmerzlich durch die Seele ging. +Doch was am meisten ihn entsetzt, + Das Allerschlimmste kam zuletzt. +Ein alter Esel fraß die ganze +Von ihm so heiß geliebte Pflanze. + + + + +Ich saß vergnüglich bei dem Wein + Und schenkte eben wieder ein. + Auf einmal fuhr mir in die Zeh + Ein sonderbar pikantes Weh. + Ich schob mein Glas sogleich beiseit + Und hinkte in die Einsamkeit + Und wußte, was ich nicht gewußt; +Der Schmerz ist Herr und Sklavin ist die Lust. + + + + +Wärst du wirklich so ein rechter + Und wahrhaftiger Asket, +So ein Welt- und Kostverächter, + Der bis an die Wurzel geht; + +Dem des Goldes freundlich Blinken, + Dem die Liebe eine Last, +Der das Essen und das Trinken, + Der des Ruhmes Kränze haßt. + +Das Gekratze und Gejucke, + Aller Jammer hörte auf; +Kracks! mit einem einz'gen Rucke + Hemmtest du den Weltenlauf. + + + + +Du hast das schöne Paradies verlassen, + Tratst ein in dieses Labyrinthes Gassen, + Verlockt von lieblich winkenden Gestalten, + Die Schale dir und Kranz entgegenhalten; + Und unaufhaltsam ziehts dich weit und weiter. +Wohl ist ein leises Ahnen dein Begleiter, + Ein heimlich Graun, daß diese süßen Freuden + Dich Schritt um Schritt von deiner Heimat scheiden, + Daß Irren Sünde, Heimweh dein Gewissen; + Doch ach umsonst! Der Faden ist zerrissen. + Hohläugig faßt der Schmerz dich an und warnt, + Du willst zurück, die Seele ist umgarnt. + Vergebens steht ob deinem Haupt der Stern. + Einsam, gefangen, von der Heimath fern, + Ein Sklave, starrst du in des Stromes Lauf + Und hängst an Weiden deine Harfe auf. +Nun fährst du wohl empor, wenn so zu Zeiten + Im stillen Mondeslichte durch die Saiten + Ein leises wehmutsvolles Klagen geht + Von einem Hauch, der aus der Heimath weht. + + + + +Seid mir nur nicht gar zu traurig, + Daß die schöne Zeit entflieht, +Daß die Welle kühl und schaurig + Uns in ihre Wirbel zieht; + +Daß des Herzens süße Regung, + Daß der Liebe Hochgenuß, +Jene himmlische Bewegung, + Sich zur Ruh begeben muß. + +Laßt uns lieben, singen, trinken, + Und wir pfeifen auf die Zeit; +Selbst ein leises Augenwinken + Zuckt durch alle Ewigkeit. + + + + +Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen, + In milder Luft die weißen Wolken ziehen, + Denk ich mit Wehmuth deiner Lieb und Güte, + Du süßes Mädchen, das so früh verblühte. +Du liebtest nicht der Feste Lärm und Gaffen, + Erwähltest dir daheim ein stilles Schaffen, + Die Sorge und Geduld, das Dienen, Geben, + Ein innigliches Nurfürandreleben. + So theiltest du in deines Vaters Haus + Den Himmelsfrieden deiner Seele aus. +Bald aber kamen schwere, schwere Zeiten. + Wir mußten dir die Lagerstatt bereiten; + Wir sahn, wie deine lieben Wangen bleichten, + Sahn deiner Augen wundersames Leuchten; + Wir weinten in der Stille, denn wir wußten, + Daß wir nun bald auf ewig scheiden mußten. +Du klagtest nicht. Voll Milde und Erbarmen + Gedachtest du der bittern Noth der Armen, + Gabst ihnen deine ganze kleine Habe + Und seufztest tief, daß so gering die Gabe. +Es war die letzte Nacht und nah das Ende; + Wir küßten dir die zarten weißen Hände; + Du sprachst, lebt wohl, in deiner stillen Weise, + Und: oh, die schönen Blumen! riefst du leise. +Dann war's vorbei. Die großen Augensterne, + Weit, unbeweglich, starrten in die Ferne, + Indeß um deine Lippen, halbgeschlossen, + Ein kindlichernstes Lächeln ausgegossen. + So lagst du da, als hättest du entzückt + Und staunend eine neue Welt erblickt. +Wo bist du nun, du süßes Kind, geblieben? + Bist du ein Bild im Denken deiner Lieben? + Hast du die weißen Schwingen ausgebreitet, + Und zogst hinauf von Engelshand geleitet + Zu jener Gottesstadt im Paradiese, + Wo auf der heiligstillen Blüthenwiese + Fernher in feierlichem Zug die Frommen + Anbetend zu dem Bild des Lammes kommen? +Wo du auch seist; im Herzen bleibst du mein. + Was Gutes in mir lebt, dein ist's allein. + + + + +Ich weiß ein Märchen hübsch und tief. + Ein Hirtenknabe lag und schlief. + Da sprang heraus aus seinem Mund + Ein Mäuslein auf den Haidegrund. + Das weiße Mäuslein lief sogleich + Nach einem Pferdeschädel bleich, + Der da schon manchen lieben Tag + In Sonnenschein und Regen lag. + Husch! ist das kleine Mäuslein drin, + Läuft hin und her und her und hin, + Besieht sich all die leeren Fächer, + Schaut listig durch die Augenlöcher, + Und raschelt so die Kreuz und Quer + Im alten Pferdekopf umher. -- +Auf einmal kommt 'ne alte Kuh, + Stellt sich da hin und macht Hamuh! + Das Mäuslein, welches sehr erschreckt, + Daß da auf einmal wer so blöckt, + Springt, hutschi, übern Haidegrund + Und wieder in des Knaben Mund. -- +Der Knab erwacht und seufzte: Oh, + Wie war ich doch im Traum so froh! + Ich ging in einen Wald hinaus, + Da kam ich vor ein hohes Haus, + Das war ein Schloß von Marmelstein. + Ich ging in dieses Schloß hinein. + Im Schloß sah ich ein Mädchen stehn, + Das war Prinzessin Wunderschön. + Sie lächelt freundlich und bekannt, + Sie reicht mir ihre weiße Hand, + Sie spricht: »Schau her, ich habe Geld, + Und mir gehört die halbe Welt; + Ich liebe dich nur ganz allein, + Du sollst mein Herr und König sein.« + Und wie ich fall' in ihren Schooß, + Ratuh! kommt ein Trompetenstoß. + Und weg ist Liebchen, Schloß und Alles + In Folge des Trompetenschalles. + + + + +O du, die mir die Liebste war, + Du schläfst nun schon so manches Jahr. + So manches Jahr, da ich allein, + Du gutes Herz, gedenk ich dein. + Gedenk ich dein, von Nacht umhüllt, + So tritt zu mir dein treues Bild. + Dein treues Bild, was ich auch thu, + Es winkt mir ab, es winkt mir zu. +Und scheint mein Wort dir gar zu kühn, + Nicht gut mein Thun, +Du hast mir einst so oft verziehn, + Verzeih auch nun. + + + + + +End of the Project Gutenberg EBook of Kritik des Herzens, by Wilhelm Busch + +*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KRITIK DES HERZENS *** + +***** This file should be named 22391-8.txt or 22391-8.zip ***** +This and all associated files of various formats will be found in: + http://www.gutenberg.org/2/2/3/9/22391/ + +Produced by Norbert H. Langkau, Jana Srna and the Online +Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net + + +Updated editions will replace the previous one--the old editions +will be renamed. + +Creating the works from public domain print editions means that no +one owns a United States copyright in these works, so the Foundation +(and you!) can copy and distribute it in the United States without +permission and without paying copyright royalties. Special rules, +set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to +copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to +protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project +Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you +charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you +do not charge anything for copies of this eBook, complying with the +rules is very easy. 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Information about the Project Gutenberg Literary Archive +Foundation + +The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit +501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the +state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal +Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification +number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at +http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg +Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent +permitted by U.S. federal laws and your state's laws. + +The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S. +Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered +throughout numerous locations. Its business office is located at +809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email +business@pglaf.org. 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