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+The Project Gutenberg EBook of Kritik des Herzens, by Wilhelm Busch
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
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+
+Title: Kritik des Herzens
+
+Author: Wilhelm Busch
+
+Release Date: August 25, 2007 [EBook #22391]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KRITIK DES HERZENS ***
+
+
+
+
+Produced by Norbert H. Langkau, Jana Srna and the Online
+Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net
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+
+
+
+ Kritik des Herzens
+
+ von
+
+ W i l h e l m  B u s c h
+
+
+
+
+ Dreizehnte Auflage
+
+
+
+
+ München
+
+ Verlag von Fr. Bassermann
+
+ 1914
+
+
+ Druck von Knorr & Hirth
+
+ Alle Rechte vorbehalten
+
+
+
+
+Es wohnen die hohen Gedanken
+ In einem hohen Haus.
+Ich klopfte, doch immer hieß es:
+ Die Herrschaft fuhr eben aus!
+
+Nun klopf ich ganz bescheiden
+ Bei kleineren Leuten an.
+Ein Stückel Brod, ein Groschen
+ Ernähren auch ihren Mann.
+
+
+
+
+Sei ein braver Biedermann,
+ Fange tüchtig an zu loben!
+Und du wirst von uns sodann
+ Gerne mit empor gehoben.
+
+Wie, du ziehst ein schiefes Maul?
+ Willst nicht, daß dich andre adeln?
+Na, denn sei mir nur nicht faul
+ Und verlege dich auf's Tadeln.
+
+Gelt, das ist ein Hochgenuß,
+ Schwebst du so mit Wohlgefallen
+Als ein selger Kritikus
+ Hocherhaben über Allen.
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+
+
+
+Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
+ Er flattert sehr und kann nicht heim.
+Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
+ Die Krallen scharf, die Augen gluh.
+Am Baum hinauf und immer höher
+ Kommt er dem armen Vogel näher.
+Der Vogel denkt: Weil das so ist
+ Und weil mich doch der Kater frißt,
+ So will ich keine Zeit verlieren,
+ Will noch ein wenig quinquiliren
+ Und lustig pfeifen wie zuvor.
+Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
+
+
+
+
+Ich kam in diese Welt herein,
+ Mich baß zu amüsiren,
+Ich wollte gern was Rechtes sein
+ Und mußte mich immer geniren.
+Oft war ich hoffnungsvoll und froh
+Und später kam es doch nicht so.
+
+Nun lauf ich manchen Donnerstag
+ Hienieden schon herummer,
+Wie ich mich drehn und wenden mag,
+ 's ist immer der alte Kummer.
+Bald klopft vor Schmerz und bald vor Lust
+Das rothe Ding in meiner Brust.
+
+
+
+
+Der Hausknecht in dem »Weidenbusch«
+ Zu Frankfurt an dem Main,
+Der war Poet, doch immer kurz,
+ Denn wenig fiel ihm ein.
+
+Ja, sprach er, Freund, wir leben jetzt
+ In der Depeschenzeit,
+Und Schiller, käm er heut zurück,
+ Wär auch nicht mehr so breit.
+
+
+
+
+Die Selbstkritik hat viel für sich.
+ Gesetzt den Fall, ich tadle mich;
+ So hab ich erstens den Gewinn,
+ Daß ich so hübsch bescheiden bin;
+ Zum zweiten denken sich die Leut,
+ Der Mann ist lauter Redlichkeit;
+ Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
+ Vorweg den andern Kritiküssen;
+ Und viertens hoff ich außerdem
+ Auf Widerspruch, der mir genehm.
+So kommt es denn zuletzt heraus,
+Daß ich ein ganz famoses Haus.
+
+
+
+
+Es kam ein Lump mir in die Quer
+ Und hielt den alten Felbel her.
+Obschon er noch gesund und stark,
+ Warf ich ihm dennoch eine Mark
+ Recht freundlich in den Hut hinein.
+Der Kerl schien Philosoph zu sein.
+Er sprach mit ernstem Bocksgesicht:
+ Mein Herr, Sie sehn, ich danke nicht.
+ Das Danken bin ich nicht gewohnt.
+ Ich nehme an, Sie sind gescheidt
+ Und fühlen sich genug belohnt
+Durch Ihre Eitelkeit.
+
+
+
+
+Die Rose sprach zum Mägdelein
+ Ich muß dir ewig dankbar sein,
+ Daß du mich an den Busen drückst
+ Und mich mit deiner Huld beglückst.
+
+Das Mädchen sprach: O, Röslein mein,
+ Bild dir nur nicht zu viel drauf ein,
+ Daß du mir Aug und Herz entzückst.
+ Ich liebe dich, weil du mich schmückst.
+
+
+
+
+Man wünschte sich herzlich gute Nacht;
+ Die Tante war schrecklich müde;
+Bald sind die Lichter ausgemacht,
+ Und alles ist Ruh und Friede.
+
+Im ganzen Haus sind nur noch zween,
+ Die keine Ruhe finden,
+Das ist der gute Vetter Eugen
+ Mit seiner Base Lucinden.
+
+Sie wachten zusammen bis in der Früh,
+ Sie herzten sich und küßten.
+Des Morgens beim Frühstück thaten sie,
+ Als ob sie von Nichts was wüßten.
+
+
+
+
+Mein Freund, an einem Sonntag Morgen,
+ Thät sich ein hübsches Röss'lein borgen.
+ Mit frischem Hemd und frischem Muthe,
+ In blanken Stiefeln, blankem Hute,
+ Die Haltung stramm und stramm die Hose,
+ Am Busen eine junge Rose,
+ So reitet er durch die Alleeen,
+ Wie ein Adonis anzusehen.
+
+Die Reiter machen viel Vergnügen,
+Wenn sie ihr stolzes Roß bestiegen.
+
+Nun kommt da unter sanftem Knarren
+ Ein milchbeladner Eselskarren.
+ Das Röss'lein, welches sehr erschrocken,
+ Fängt an zu trappeln und zu bocken,
+ Und, hopp, das war ein Satz ein weiter!
+ Dort rennt das Roß, hier liegt der Reiter,
+ Entfernt von seinem hohen Sitze,
+ Platt auf dem Bauche in der Pfütze.
+
+Die Reiter machen viel Vergnügen,
+Besonders, wenn sie drunten liegen.
+
+
+
+
+Du fragtest mich früher nach mancherlei.
+ Ich sagte dir Alles frank und frei.
+ Du fragtest, wann ich zu reisen gedächte,
+ Welch ein Geschäft ich machen möchte.
+ Ich sagte dir offen: dann und dann;
+ Und gab dir meine Pläne an.
+Oft hat die Reise mir nicht gepaßt;
+ Dann nanntest du mich 'n Quirlequast.
+ Oft ging's mit dem Geschäfte krumm;
+ Dann wußtest du längst, es wäre dumm.
+ Oft kamst du mir auch mit List zuvor;
+ Dann schien ich mir selber ein rechter Thor.
+Nun hab ich, weil mich dieses gequält,
+ Mir einen hübschen Ausweg erwählt.
+Ich rede, wenn ich reden soll,
+ Und lüge dir die Jacke voll.
+
+
+
+
+Kennt der Kerl denn keine Gnade?
+ Soll er uns mit seiner Suade,
+ Durch sein breites Expliciren,
+ Schwadroniren, Disputiren,
+ Soll er uns denn stets geniren,
+ Dieser säuselnde Philister,
+ Beim Genuß des edlen Weins?
+Pump ihn an, und plötzlich ist er
+Kurz und bündig wie Glock Eins.
+
+
+
+
+Mich wurmt es, wenn ich nur dran denke. --
+ Es saß zu München in der Schenke
+ Ein Protz mit dunkelrother Nase
+ Beim elften oder zwölften Glase.
+Da schlich sich kümmerlich heran
+ Ein armer alter Bettelmann,
+ Zog vor dem Protzen seinen Hut
+ Und fleht: Gnä Herr, ach sein S' so gut!
+Der Protz jedoch, fuchsteufelswild,
+ Statt was zu geben, flucht und schilt:
+Gehst raus, Du alter Lump, Du schlechter!
+Nix möcht' er, als grad saufen, möcht' er!
+
+
+
+
+Ich habe von einem Vater gelesen;
+ Die Tochter ist beim Theater gewesen.
+ Ein Schurke hat ihm das Mädchen verdorben,
+ So daß es im Wochenbette gestorben.
+Das nahm der Vater sich tief zu Gemüthe.
+ Und als er den Schurken zu fassen kriegte,
+ Verzieh er ihm nobel die ganze Geschichte.
+Ich weine ob solcher Güte.
+
+
+
+
+Laß doch das ew'ge Fragen,
+ Verehrter alter Freund!
+Ich will von selbst schon sagen,
+ Was mir von Nöthen scheint.
+
+Du sagst vielleicht dagegen:
+ Man fragt doch wohl einmal.
+Gewiß! Nur allerwegen
+ Ist mir's nicht ganz egal.
+
+Bei deinem Fragestellen
+ Hat eines mich frappirt:
+Du fragst so gern nach Fällen,
+ Wobei ich mich blamirt.
+
+
+
+
+Vor Jahren waren wir mal entzweit
+ Und taten uns Manches zum Torte;
+Wir sagten uns beide zu jener Zeit
+ Viel bitterböse Worte.
+
+Drauf haben wir uns in einander geschickt;
+ Wir schlossen Frieden und haben
+Die bitterbösen Worte erstickt
+ Und fest und tief begraben.
+
+Jetzt ist es wirklich recht fatal,
+ Daß wieder ein Zwist nothwendig.
+O weh! die Worte von dazumal
+ Die werden nun wieder lebendig.
+
+Die kommen nun erst in offnen Streit
+ Und fliegen auf alle Dächer;
+Nun bringen wir sie in Ewigkeit
+ Nicht wieder in ihre Löcher.
+
+
+
+
+Ich meine doch, so sprach er mal,
+ Die Welt ist recht pläsirlich.
+Das dumme Geschwätz von Schmerz und Qual
+ Erscheint mir ganz ungebührlich.
+
+Mit reinem kindlichem Gemüth
+ Genieß ich, was mir beschieden,
+Und durch mein ganzes Wesen zieht
+ Ein himmlischer Seelenfrieden. --
+
+Kaum hat er diesen Spruch gethan,
+ Aujau! so schreit er kläglich.
+Der alte hohle Backenzahn
+ Wird wieder mal unerträglich.
+
+
+
+
+Es saßen einstens beieinand
+ Zwei Knaben, Fritz und Ferdinand.
+Da sprach der Fritz: Nun gib mal Acht,
+ Was ich geträumt vergangne Nacht.
+ Ich stieg in einen schönen Wagen,
+ Der Wagen war mit Gold beschlagen.
+ Zwei Englein spannten sich davor,
+ Die zogen mich zum Himmelsthor.
+ Gleich kamst du auch und wolltest mit
+ Und sprangest auf den Kutschentritt,
+ Jedoch ein Teufel schwarz und groß
+ Der nahm dich hinten bei der Hos
+ Und hat dich in die Höll getragen.
+ Es war sehr lustig, muß ich sagen. --
+So hübsch nun dieses Traumgesicht,
+ Dem Ferdinand gefiel es nicht.
+ Schlapp! schlug er Fritzen an das Ohr,
+ Daß er die Zippelmütz verlor.
+ Der Fritz, der dies verdrießlich fand,
+ Haut wiederum den Ferdinand;
+ Und jetzt entsteht ein Handgemenge,
+ Sehr schmerzlich und von großer Länge. --
+So geht durch wesenlose Träume
+Gar oft die Freundschaft aus dem Leime.
+
+
+
+
+Er stellt sich vor sein Spiegelglas
+ Und arrangirt noch dies und das.
+ Er dreht hinaus des Bartes Spitzen,
+ Sieht zu, wie seine Ringe blitzen,
+ Probirt auch mal, wie sich das macht,
+ Wenn er so herzgewinnend lacht,
+ Uebt seines Auges Zauberkraft,
+ Legt die Cravatte musterhaft,
+ Wirft einen süßen Scheideblick
+ Auf sein geliebtes Bild zurück,
+ Geht dann hinaus zur Promenade
+ Umschwebt vom Dufte der Pomade,
+Und ärgert sich als wie ein Stint,
+Daß andre Leute eitel sind.
+
+
+
+
+Wenn Alles sitzen bliebe,
+Was wir in Haß und Liebe
+ So von einander schwatzen;
+Wenn Lügen Haare wären,
+Wir wären rauh wie Bären
+ Und hätten keine Glatzen.
+
+
+
+
+Ein dicker Sack, -- den Bauer Bolte,
+Der ihn zur Mühle tragen wollte,
+Um auszuruhn, mal hingestellt
+Dicht an ein reifes Aehrenfeld --
+Legt sich in würdevolle Falten
+Und fängt 'ne Rede an zu halten.
+ Ich, sprach er, bin der volle Sack.
+ Ihr Aehren seid nur dünnes Pack.
+ Ich bin's, der euch auf dieser Welt
+ In Einigkeit zusammenhält.
+ Ich bin's, der hoch von Nöthen ist,
+ Daß euch das Federvieh nicht frißt;
+ Ich, dessen hohe Fassungskraft
+ Euch schließlich in die Mühle schafft.
+ Verneigt euch tief, denn ich bin Der!
+ Was wäret ihr, wenn ich nicht wär?
+ Sanft rauschen die Aehren:
+Du wärst ein leerer Schlauch, wenn wir nicht wären.
+
+
+
+
+Wirklich, er war unentbehrlich!
+ Ueberall, wo was geschah
+Zu dem Wohle der Gemeinde,
+ Er war thätig, er war da.
+
+Schützenfest, Kasinobälle,
+ Pferderennen, Preisgericht,
+Liedertafel, Spritzenprobe,
+ Ohne ihn da ging es nicht.
+
+Ohne ihn war nichts zu machen,
+ Keine Stunde hatt' er frei.
+Gestern, als sie ihn begruben,
+ War er richtig auch dabei.
+
+
+
+
+Sehr tadelnswerth ist unser Thun,
+ Wir sind nicht brav und bieder. --
+Gesetzt den Fall, es käme nun
+ Die Sündfluth noch mal wieder.
+
+Das wär ein Zappeln und Geschreck!
+ Wir tauchten alle unter;
+Dann kröchen wir wieder aus dem Dreck
+ Und wären, wie sonst, recht munter.
+
+
+
+
+Was ist die alte Mamsell Schmöle
+ Für eine liebe treue Seele!
+Sie spricht zu ihrer Dienerin:
+ Ach, Rieke, geh Sie da nicht hin!
+ Was will Sie da im goldnen Löben
+ Heut Abend auf und nieder schweben?
+ Denn wedelt nicht bei Spiel und Tanz
+ Der Teufel fröhlich mit dem Schwanz?
+ Und überhaupt, was ist es nütz?
+ Sie quält sich ab, Sie kommt in Schwitz,
+ Sie geht hinaus, erkältet sich
+ Und hustet dann ganz fürchterlich.
+ Drum bleibe Sie bei mir nur lieber!
+ Und, Rieke, geh Sie mal hinüber
+ Und hole Sie von Kaufmann Fräse
+ Ein Viertel guten Schweizerkäse,
+ Und sei sie aber ja ja ja
+ Gleich zur Minute wieder da!
+So ist die gute Mamsell Schmöle
+ Besorgt für Riekens Heil der Seele.
+ Ja später noch, in stiller Nacht,
+ Ist sie auf diesen Zweck bedacht
+ Und schleicht an Riekens Kammerthür
+ Und schaut, ob auch die Rieke hier,
+ Und ob sie auch in Frieden ruht
+ Und daß ihr ja nicht wer was thut,
+ Was sich nun einmal nicht gehört,
+ Was gottlos und beneidenswerth.
+
+
+
+
+Es wird mit Recht ein guter Braten
+ Gerechnet zu den guten Thaten;
+ Und daß man ihn gehörig mache,
+ Ist weibliche Charaktersache.
+Ein braves Mädchen braucht dazu
+ Mal erstens reine Seelenruh,
+ Daß bei Verwendung der Gewürze
+ Sie sich nicht hastig überstürze.
+Dann zweitens braucht sie Sinnigkeit,
+ Ja, so zu sagen, Innigkeit,
+ Damit sie alles appetitlich,
+ Bald so, bald so und recht gemüthlich
+ Begießen, drehn und wenden könne,
+ Daß an der Sache nichts verbrenne.
+In Summa braucht sie Herzensgüte,
+ Ein sanftes Sorgen im Gemüthe,
+ Fast etwas Liebe insofern,
+ Für all die hübschen, edlen Herrn,
+ Die diesen Braten essen sollen
+ Und immer gern was Gutes wollen.
+Ich weiß, daß hier ein Jeder spricht:
+ Ein böses Mädchen kann es nicht.
+Drum hab ich mir auch stets gedacht
+ Zuhaus und anderwärts:
+Wer einen guten Braten macht,
+ Hat auch ein gutes Herz.
+
+
+
+
+Ihr kennt ihn doch schon manches Jahr,
+ Wißt, was es für ein Vogel war;
+ Wie er in allen Gartenräumen
+ Herumgeflattert auf den Bäumen;
+ Wie er die hübschen rothen Beeren,
+ Die andern Leuten zugehören,
+ Mit seinem Schnabel angepickt
+ Und sich ganz lasterhaft erquickt.
+Nun hat sich dieser böse Näscher,
+ Gardinenschleicher, Mädchenhäscher,
+ Der manchen Biedermann gequält,
+ Am Ende selber noch vermählt.
+ Nun legt er seine Stirn in Falten,
+ Fängt eine Predigt an zu halten
+ Und möchte uns von Tugend schwatzen.
+Ei, so ein alter Schlingel! Kaum
+ Hat er 'nen eignen Kirschenbaum,
+ So schimpft er auf die Spatzen.
+
+
+
+
+Ferne Berge seh ich glühen!
+ Unruhvoller Wandersinn!
+Morgen will ich weiter ziehen,
+ Weiß der Teufel, wohin?
+
+Ja ich will mich nur bereiten,
+ Will -- was hält mich nur zurück?
+Nichts wie dumme Kleinigkeiten!
+ Zum Exempel, Dein Blick!
+
+
+
+
+Es ging der fromme Herr Kaplan,
+Nachdem er bereits viel Gutes gethan,
+In stiller Betrachtung der schönen Natur
+Einst zur Erholung durch die Flur.
+Und als er kam an den Waldessaum,
+Da rief der Kuckuck lustig vom Baum:
+Wünsch guten Abend, Herr Kollege!
+Der Storch dagegen, nicht weit vom Wege,
+Steigt in der Wiese auf und ab
+Und spricht verdrießlich: Plapperapapp!
+Gäb's lauter Pfaffen lobesam,
+Ich wäre längst schon flügellahm!
+
+Man sieht, daß selbst der frömmste Mann
+Nicht allen Leuten gefallen kann.
+
+
+
+
+Ach, wie geht's dem heilgen Vater,
+ Groß und schwer sind seine Lasten,
+ Drum, o Joseph, trag den Gulden
+ In Sanct Peter's Sammelkasten!
+
+So sprach im Seelentrauerton
+ Die Mutter zu dem frommen Sohn.
+Der Joseph, nach empfangner Summe,
+ Eilt auch sogleich um's Eck herumme,
+ Bis er das Thor des Hauses fand,
+ Wo eines Bockes Bildniß stand,
+ Was man dahin gemalt mit Fleiß
+ Zum Zeichen, daß hier Bockverschleiß.
+Allhier in einen kühlen Hof
+ Setzt sich der Joseph hin und sof;
+ Und aß dazu, je nach Bedarf,
+ Die gute Wurst, den Radi scharf,
+ Bis er, was nicht gar lange währt,
+ Sanct Peters Gulden aufgezehrt.
+Nun wird's ihm trauriglich zu Sinn
+ Und stille singt er vor sich hin:
+
+Ach der Tugend schöne Werke,
+ Gerne möcht ich sie erwischen,
+Doch ich merke, doch ich merke,
+ Immer kommt mir was dazwischen.
+
+
+
+
+Es stand vor eines Hauses Thor
+ Ein Esel mit gespitztem Ohr,
+ Der käute sich sein Bündel Heu
+ Gedankenvoll und still entzwei --
+ Nun kommen da und bleiben stehn
+ Der naseweisen Buben zween,
+ Die auch sogleich, indem sie lachen,
+ Verhaßte Redensarten machen,
+ Womit man denn bezwecken wollte,
+ Daß sich der Esel ärgern sollte. --
+Doch dieser hocherfahrne Greis
+ Beschrieb nur einen halben Kreis,
+ Verhielt sich stumm und zeigte itzt
+ Die Seite, wo der Wedel sitzt.
+
+
+
+
+Wer möchte diesen Erdenball
+ Noch fernerhin betreten,
+Wenn wir Bewohner überall
+ Die Wahrheit sagen thäten.
+
+Ihr hießet uns, wir hießen euch
+ Spitzbuben und Hallunken,
+Wir sagten uns fatales Zeug
+ Noch eh wir uns betrunken.
+
+Und überall im weiten Land,
+ Als langbewährtes Mittel,
+Entsproßte aus der Menschenhand
+ Der treue Knotenknittel.
+
+Da lob ich mir die Höflichkeit,
+ Das zierliche Betrügen.
+Du weißt Bescheid, ich weiß Bescheid;
+Und Allen macht's Vergnügen.
+
+
+
+
+Ich wußte, sie ist in der Küchen,
+ Ich bin ihr leise nachgeschlichen.
+ Ich wollt' ihr ew'ge Treue schwören
+ Und fragen, willst du mir gehören.
+Auf einmal aber stutzte ich.
+ Sie kramte zwischen dem Gewürze;
+Dann schnäutzte sie und putzte sich
+ Die Nase mit der Schürze.
+
+
+
+
+Die erste alte Tante sprach:
+ Wir müssen nun auch dran denken,
+Was wir zu ihrem Namenstag
+ Dem guten Sophiechen schenken.
+
+Drauf sprach die zweite Tante kühn:
+ Ich schlage vor, wir entscheiden
+Uns für ein Kleid in Erbsengrün,
+ Das mag Sophiechen nicht leiden.
+
+Der dritten Tante war das recht:
+ Ja, sprach sie, mit gelben Ranken!
+Ich weiß, sie ärgert sich nicht schlecht
+ Und muß sich auch noch bedanken.
+
+
+
+
+Da kommt mir eben so ein Freund
+ Mit einem großen Zwicker.
+Ei, ruft er, Freundchen, wie mir scheint,
+ Sie werden immer dicker.
+
+Ja ja, man weiß oft selbst nicht wie,
+ So kommt man in die Jahre;
+Pardon, mein Schatz, hier haben Sie
+ Schon eins, zwei graue Haare! --
+
+Hinaus, verdammter Kritikus,
+ Sonst schmeiß ich dich in Scherben.
+Du Schlingel willst mir den Genuß
+ Der Gegenwart verderben!
+
+
+
+
+Der alte Förster Püsterich
+ Der ging nach langer Pause
+Mal wieder auf den Schnepfenstrich
+ Und brachte auch eine nach Hause.
+
+Als er sie nun gebraten hätt,
+ Da thät ihn was verdreußen;
+Das Thierlein roch wie sonst so nett,
+ Nur konnt er's nicht recht mehr beißen.
+
+Ach ja! so seufzt er wehgemuth
+ Und wischt sich ab die Thräne,
+Die Nase wär so weit noch gut,
+ Nur blos, es fehlen die Zähne.
+
+
+
+
+Kinder, lasset uns besingen,
+Aber ohne allen Neid,
+Onkel Kaspers rothe Nase,
+Die uns schon so oft erfreut.
+
+Einst ward sie als zarte Pflanze
+Ihm von der Natur geschenkt;
+Fleißig hat er sie begossen,
+Sie mit Wein und Schnaps getränkt.
+
+Bald bemerkte er mit Freuden,
+Daß die junge Knospe schwoll,
+Bis es eine Rose wurde,
+Dunkelroth und wundervoll.
+
+Alle Rosen haben Dornen,
+Diese Rose hat sie nicht,
+Hat nur so ein Büschel Haare,
+Welches keinen Menschen sticht.
+
+Ihrem Kelch entströmen süße
+Wohlgerüche, mit Verlaub:
+Aus der wohlbekannten Dose
+Schöpft sie ihren Blüthenstaub.
+
+Oft an einem frischen Morgen
+Zeigt sie uns ein duftig Blau,
+Und an ihrem Herzensblatte
+Blinkt ein Tröpflein Perlenthau.
+
+Wenn die andern Blumen welken,
+Wenn's im Winter rauh und kalt,
+Dann hat diese Wunderrose
+Erst die rechte Wohlgestalt.
+
+Drum zu ihrem Preis und Ruhme
+Singen wir dies schöne Lied.
+Vivat Onkel Kaspers Nase,
+Die zu allen Zeiten blüht!
+
+
+
+
+Früher, da ich unerfahren
+Und bescheidner war als heute,
+Hatten meine höchste Achtung
+Andre Leute.
+
+Später traf ich auf der Weide
+Außer mir noch mehre Kälber,
+Und nun schätz ich, so zu sagen,
+Erst mich selber.
+
+
+
+
+Es saß in meiner Knabenzeit
+ Ein Fräulein jung und frisch
+Im ausgeschnittnen grünen Kleid
+ Mir _vis-à-vis_ bei Tisch.
+
+Und wie's denn so mit Kindern geht,
+ Sehr frömmig sind sie nie,
+Ach, dacht ich oft beim Tischgebet,
+ Wie schön ist doch Marie!
+
+
+
+
+Die Tante winkt, die Tante lacht:
+ He, Fritz, komm mal herein!
+ Sieh, welch ein hübsches Brüderlein
+ Der gute Storch in letzter Nacht
+ Ganz heimlich der Mamma gebracht.
+ Ei ja, das wird dich freun!
+Der Fritz der sagte kurz und grob:
+ Ich hol 'n dicken Stein
+ Und schmeiß ihn an den Kopp!
+
+
+
+
+Es sprach der Fritz zu dem Papa:
+ Was sie nur wieder hat?
+Noch gestern sagte mir Mamma:
+ Du fährst mit in die Stadt.
+
+Ich hatte mich schon so gefreut
+ Und war so voll Pläsir.
+Nun soll ich doch nicht mit, denn heut
+ Da heißt es: Fritz bleibt hier!
+
+Der Vater saß im Sorgensitz.
+ Er sagte ernst und still:
+Trau Langhals nicht, mein lieber Fritz,
+ Der hustet, wann er will!
+
+
+
+
+Was soll ich nur von eurer Liebe glauben?
+Was kriecht ihr immer so in dunkle Lauben?
+Wozu das ewge Flüstern und Gemunkel?
+Das scheinen höchst verdächtige Geschichten.
+Und selbst die besten ehelichen Pflichten,
+Von allem Thun die schönste Thätigkeit,
+In Tempeln von des Priesters Hand geweiht,
+Ihr hüllt sie in ein schuldbewußtes Dunkel.
+
+
+
+
+Du willst sie nie und nie mehr wiedersehen?
+Besinne dich, mein Herz, noch ist es Zeit.
+Sie war so lieb. Verzeih, was auch geschehen.
+Sonst nimmt dich wohl beim Wort die Ewigkeit
+Und zwingt dich mit Gewalt zum Weitergehen
+In's öde Reich der Allvergessenheit.
+Du rufst und rufst; vergebens sind die Worte;
+In's feste Schloß dumpfdröhnend schlägt die Pforte.
+
+
+
+
+Ich hab in einem alten Buch gelesen
+ Von einem Jüngling, welcher schlimm gewesen.
+ Er streut sein Hab und Gut in alle Winde.
+ Von Lust zu Lüsten und von Sünd zu Sünde,
+ In tollem Drang, in schrankenlosem Streben
+ Spornt er sein Roß hinein in's wilde Leben,
+ Bis ihn ein jäher Sturz vom Felsenrand
+ Dahingestreckt in Sand und Sonnenbrand,
+ Daß Ströme Bluts aus seinem Munde dringen
+ Und jede Hoffnung fast erloschen ist.
+Ich aber hoffe -- sagt hier der Chronist --
+ Die Gnade leiht dem Jüngling ihre Schwingen.
+
+Im selben Buche hab ich auch gelesen
+ Von einem Manne, der honett gewesen.
+ Es war ein Mann, den die Gemeinde ehrte,
+ Der so von sechs bis acht sein Schöppchen leerte,
+ Der aus Princip nie Einem etwas borgte,
+ Der emsig nur für Frau und Kinder sorgte;
+ Dazu ein proprer Mann, der nie geflucht,
+ Der seine Kirche musterhaft besucht.
+ Kurzum, er hielt sein Röss'lein stramm im Zügel
+ Und war, wie man so sagt, ein guter Christ.
+Ich fürchte nur -- bemerkt hier der Chronist --
+ Dem Biedermanne wachsen keine Flügel.
+
+
+
+
+Zwischen diesen zwei gescheidten
+ Mädchen, Anna und Dorette,
+Ist zu allen Tageszeiten
+ Doch ein ewiges Gekrette.
+
+Noch dazu um Kleinigkeiten --
+ Gestern gingen sie zu Bette,
+Und sie fingen an zu streiten,
+ Wer die dicksten Waden hätte.
+
+
+
+
+Es flog einmal ein muntres Fliegel
+ Zu einem vollen Honigtiegel.
+ Da tunkt es mit Zufriedenheit
+ Den Rüssel in die Süßigkeit.
+ Nachdem es dann genug geschleckt,
+ Hat es die Flüglein ausgereckt
+ Und möchte sich nach oben schwingen.
+ Allein das Bein im Honigseim
+ Sitzt fest als wie in Vogelleim.
+ Nun fängt das Fliegel an zu singen:
+ Ach lieber Himmel, mach mich frei
+ Aus dieser süßen Sklaverei.
+
+Ein Freund von mir, der dieses sah,
+Der seufzte tief und rief: Ja ja!
+
+
+
+
+Die Liebe war nicht geringe.
+ Sie wurden ordentlich blaß;
+Sie sagten sich tausend Dinge
+ Und wußten noch immer was.
+
+Sie mußten sich lange quälen,
+ Doch schließlich kam's dazu,
+Daß sie sich konnten vermählen.
+ Jetzt haben die Seelen Ruh.
+
+Bei eines Strumpfes Bereitung
+ Sitzt sie im Morgenhabit;
+Er liest in der Kölnischen Zeitung
+ Und theilt ihr das Nöthige mit.
+
+
+
+
+Selig sind die Auserwählten,
+ Die sich liebten und vermählten;
+ Denn sie tragen hübsche Früchte.
+ Und so wuchert die Geschichte
+Sichtbarlich von Ort zu Ort.
+ Doch die braven Junggesellen,
+ Jungfern ohne Ehestellen,
+ Welche ohne Leibeserben
+ So als Blattgewächse sterben,
+Pflanzen sich durch Knollen fort.
+
+
+
+
+Es saß ein Fuchs im Walde tief.
+ Da schrieb ihm der Bauer einen Brief:
+ So und so, und er sollte nur kommen,
+ 's wär alles verziehn, was übel genommen.
+ Der Hahn, die Hühner und Gänse ließen
+ Ihn alle zusammen auch vielmals grüßen.
+ Und wann ihn denn erwarten sollte
+ Sein guter, treuer Krischan Bolte.
+Drauf schrieb der Fuchs mit Gänseblut:
+ Kann nicht gut.
+ Meine Alte mal wieder
+ Gekommen nieder!
+Im Uebrigen von ganzer Seele
+ Dein Fuchs in der Höhle.
+
+
+
+
+Gott ja, was gibt es doch für Narren!
+ Ein Bauer schneidet sich 'n Knarren
+ Vom trocknen Brod und kaut und kaut.
+ Dabei hat er hinaufgeschaut
+ Nach einer Wurst, die still und heiter
+ Im Rauche schwebt, dicht bei der Leiter.
+Er denkt mit heimlichem Vergnügen:
+Wenn ick man woll, ick könn di kriegen!
+
+
+
+
+Sie stritten sich beim Wein herum,
+ Was das nun wieder wäre;
+Das mit dem Darwin wär gar zu dumm
+ Und wider die menschliche Ehre.
+
+Sie tranken manchen Humpen aus,
+ Sie stolperten aus den Thüren,
+Sie grunzten vernehmlich und kamen zu Haus
+ Gekrochen auf allen Vieren.
+
+
+
+
+Ach, ich fühl es! Keine Tugend
+ Ist so recht nach meinem Sinn;
+Stets befind ich mich am wohlsten,
+ Wenn ich damit fertig bin.
+
+Dahingegen so ein Laster,
+ Ja, das macht mir viel Pläsir;
+Und ich hab die hübschen Sachen
+ Lieber vor als hinter mir.
+
+
+
+
+Das Bild des Manns in nackter Jugendkraft,
+So stolz in Ruhe und bewegt so edel,
+Wohl ist's ein Anblick, der Bewundrung schafft;
+Drum Licht herbei! Und merke dir's, o Schädel!
+
+Jedoch ein Weib, ein unverhülltes Weib --
+Da wird dir's doch ganz anders, alter Junge.
+Bewundrung zieht sich durch den ganzen Leib
+Und greift mit Wonneschreck an Herz und Lunge.
+
+Und plötzlich jagt das losgelassne Blut
+Durch alle Gassen, wie der Feuerreiter.
+Der ganze Kerl ist Eine helle Gluth;
+Er sieht nichts mehr und tappt nur noch so weiter.
+
+
+
+
+Ich sah dich gern im Sonnenschein,
+ Wenn laut die Vöglein sangen,
+Wenn durch die Wangen und Lippen dein
+ Rosig die Strahlen drangen.
+
+Ich sah dich auch gern im Mondenlicht
+ Beim Dufte der Jasminen,
+Wenn mir dein freundlich Angesicht
+ So silberbleich erschienen.
+
+Doch, Mädchen, gern hätt ich dich auch,
+ Wenn ich dich gar nicht sähe,
+Und fühlte nur deines Mundes Hauch
+ In himmlisch warmer Nähe.
+
+
+
+
+Wenn ich dereinst ganz alt und schwach,
+Und 's ist mal ein milder Sommertag,
+So hink ich wohl aus dem kleinen Haus
+Bis unter den Lindenbaum hinaus.
+Da setz ich mich denn im Sonnenschein
+Einsam und still auf die Bank von Stein,
+Denk an vergangene Zeiten zurücke
+Und schreibe mit meiner alten Krücke
+Und mit der alten zitternden Hand
+[Illustration: Bertha]
+So vor mir in den Sand.
+
+
+
+
+Ich weiß noch, wie er in der Juppe
+ Als rauhbehaarte Bärenpuppe
+ Vor seinem vollen Humpen saß
+ Und hoch und heilig sich vermaß,
+ Nichts ginge über rechten Durst,
+ Und Lieb und Ehr wär gänzlich Wurst.
+Darauf verging nicht lange Zeit,
+ Da sah ich ihn voll Seligkeit,
+ Gar schön gebürstet und gekämmt,
+ Im neuen Frack und reinen Hemd,
+ Aus Sanct Micheli Kirche kommen,
+ Allwo er sich ein Weib genommen.
+Nun ist auch wohl, so wie mir scheint,
+ Die Zeit nicht ferne, wo er meint,
+ Daß so ein kleines Endchen Ehr
+ Im Knopfloch gar nicht übel wär.
+
+
+
+
+Sahst du das wunderbare Bild von Brouwer?
+ Es zieht dich an wie ein Magnet.
+Du lächelst wohl, derweil ein Schreckensschauer
+ Durch deine Wirbelsäule geht.
+
+Ein kühler Doctor öffnet einem Manne
+ Die Schwäre hinten im Genick;
+Daneben steht ein Weib mit einer Kanne,
+ Vertieft in dieses Mißgeschick.
+
+Ja, alter Freund, wir haben unsre Schwäre
+ Meist hinten. Und voll Seelenruh
+Drückt sie ein andrer auf. Es rinnt die Zähre
+ Und fremde Leute sehen zu.
+
+
+
+
+Sie hat nichts und du desgleichen;
+ Dennoch wollt ihr, wie ich sehe,
+ Zu dem Bund der heil'gen Ehe
+Euch bereits die Hände reichen.
+
+Kinder, seid ihr denn bei Sinnen?
+ Ueberlegt euch das Kapitel!
+ Ohne die gehör'gen Mittel
+Soll man keinen Krieg beginnen.
+
+
+
+
+Denkst du dieses alte Spiel
+ Immer wieder aufzuführen?
+Willst du denn mein Mitgefühl
+ Stets durch Thränen ausprobiren?
+
+Oder möchtest du vielleicht
+ Mir des Tanzes Lust versalzen?
+Früher hast du's oft erreicht;
+ Heute werd' ich weiter walzen.
+
+
+
+
+Der alte Junge ist gottlob
+ Noch immer äußerst rührig:
+Er läßt nicht nach, er thut als ob,
+ Wenn schon die Sache schwierig.
+
+Wie wonnig trägt er Bart und Haar,
+ Wie blinkt der enge Stiefel.
+Und bei den Damen ist er gar
+ Ein rechter böser Schliefel.
+
+Beschließt er dann des Tages Lauf,
+ So darf er sich verpusten,
+Setzt seine Zipfelkappe auf
+ Und muß ganz schrecklich husten.
+
+
+
+
+Also hat es dir gefallen
+ Hier in dieser schönen Welt;
+So daß das Vondannenwallen
+ Dir nicht sonderlich gefällt.
+
+Laß dich das doch nicht verdrießen.
+ Wenn du wirklich willst und meinst,
+Wirst du wieder aufersprießen;
+ Nur nicht ganz genau wie einst.
+
+Aber, Alter, das bedenke,
+ Daß es hier doch manches gibt,
+Zum Exempel Gicht und Ränke,
+ Was im Ganzen unbeliebt.
+
+
+
+
+Du warst noch so ein kleines Mädchen
+ Von acht, neun Jahren ungefähr,
+Da fragtest du mich vertraut und wichtig:
+ Wo kommen die kleinen Kinder her?
+
+Als ich nach Jahren dich besuchte,
+ Da warst du schon über den Fall belehrt,
+Du hattest die alte vertrauliche Frage
+ Hübsch praktisch gelöst und aufgeklärt.
+
+Und wieder ist die Zeit vergangen.
+ Hohl ist der Zahn und ernst der Sinn.
+Nun kommt die zweite wichtige Frage:
+ Wo gehen die alten Leute hin?
+
+Madam, ich habe mal vernommen,
+ Ich weiß nicht mehr so recht von wem:
+Die praktische Lösung dieser Frage
+ Sei eigentlich recht unbequem.
+
+
+
+
+Er war ein grundgescheiter Mann,
+ Sehr weise und hoch erfahren;
+Er trug ein graumelirtes Haar,
+ Dieweil er schon ziemlich bei Jahren.
+
+Er war ein abgesagter Feind
+ Des Lachens und des Scherzens
+Und war doch der größte Narr am Hof
+ Der Königin seines Herzens.
+
+
+
+
+Hoch verehr ich ohne Frage
+Dieses gute Frauenzimmer.
+Seit dem segensreichen Tage,
+Da ich sie zuerst erblickt,
+Hat mich immer hoch entzückt
+Ihre rosenfrische Jugend,
+Ihre Sittsamkeit und Tugend
+Und die herrlichen Talente.
+Aber dennoch denk ich immer,
+Daß es auch nicht schaden könnte,
+Wäre sie ein Bissel schlimmer.
+
+
+
+
+Es hatt' ein Müller eine Mühl
+ An einem Wasser kühle;
+Da kamen hübscher Mädchen viel
+ Zu mahlen in der Mühle.
+
+Ein armes Mädel war darunt,
+ Zählt sechzehn Jahre eben;
+Allwo es ging, allwo es stund,
+ Der Müller stund daneben.
+
+Er schenkt ein Ringlein ihr von Gold,
+ Daß er in allen Ehren
+Sie ewig immer lieben wollt;
+ Da ließ sie sich bethören.
+
+Der Müller, er war falsch von Sinn:
+ »Wenn ich mich thu vermählen,
+So will ich mir als Müllerin
+ Wohl eine Reiche wählen.«
+
+Da 's arme Mädel das vernahm,
+ Wird's blaß und immer blasser
+Und redt nit mehr und ging und kam
+ Und sprang in's tiefe Wasser. --
+
+Der Müller kümmert sich nicht viel,
+ Thät Hochzeitleut bestellen
+Und führt mit Sang und Saitenspiel
+ 'ne Andre zur Kapellen.
+
+Doch als man auf die Brücke kam,
+ Fängts Wasser an zu wogen
+Und zischt und rauscht verwundersam
+ Herauf bis an den Bogen.
+
+Die weiße Wassernixe stand
+ Auf schaumgekrönter Welle;
+Sie hält in ihrer weißen Hand
+ Von Gold ein Ringlein helle.
+
+Du Falscher, deine Zeit ist aus!
+ Bereite dich geschwinde!
+Dich ruft hinab in's kalte Haus
+ Die Mutter mit dem Kinde.
+
+
+
+
+Wärst du ein Bächlein, ich ein Bach,
+ So eilt ich dir geschwinde nach.
+ Und wenn ich dich gefunden hätt'
+ In deinem Blumenuferbett:
+Wie wollt ich mich in dich ergießen
+Und ganz mit dir zusammenfließen,
+ Du vielgeliebtes Mädchen du!
+Dann strömten wir bei Nacht und Tage
+Vereint in süßem Wellenschlage
+ Dem Meere zu.
+
+
+
+
+Mein kleinster Fehler ist der Neid.
+ Aufrichtigkeit, Bescheidenheit,
+ Dienstfertigkeit und Frömmigkeit,
+ Obschon es herrlich schöne Gaben,
+ Die gönn' ich Allen, die sie haben.
+Nur wenn ich sehe, daß der Schlechte
+ Das kriegt, was ich gern selber möchte;
+ Nur wenn ich leider in der Nähe
+ So viele böse Menschen sehe,
+ Und wenn ich dann so oft bemerke,
+ Wie sie durch sittenlose Werke
+ Den lasterhaften Leib ergötzen,
+ Das freilich thut mich tief verletzen.
+Sonst, wie gesagt, bin ich hienieden
+Gottlobunddank so recht zufrieden.
+
+
+
+
+Strebst du nach des Himmels Freude
+ Und du weißt's nicht anzufassen,
+Sieh nur, was die andern Leute
+ Mit Vergnügen liegen lassen.
+
+Dicke Steine, altes Eisen
+ Und mit Sand gefüllte Säcke
+Sind den Meisten, welche reisen,
+ Ein entbehrliches Gepäcke.
+
+Laß sie laufen, laß sie rennen;
+ Nimm, was bleibt, zu deinem Theile.
+Nur, was sie dir herzlich gönnen,
+ Dient zu deinem ew'gen Heile.
+
+
+
+
+Wenn mir mal ein Malheur passirt,
+ Ich weiß, so bist du sehr gerührt,
+ Du denkst, es wäre doch fatal,
+ Passirte dir das auch einmal.
+ Doch weil das böse Schmerzensding
+ Zum Glück an dir vorüber ging,
+ So ist die Sache anderseits
+ Für dich nicht ohne allen Reiz.
+Du merkst, daß die Bedaurerei
+So eine Art von Wonne sei.
+
+
+
+
+Als er noch krause Locken trug,
+ War alles ihm zu dumm,
+Stolzirt daher und trank und schlug
+ Sich mit den Leuten herum.
+
+Die hübschen Weiber schienen ihm
+ Ein recht beliebtes Spiel;
+An Seraphim und Cherubim
+ Glaubt er nicht sonderlich viel.
+
+Jetzt glaubt er, was der Pater glaubt,
+ Blickt nur noch niederwärts,
+Hat etwas Haar am Hinterhaupt
+ Und ein verprömmeltes Herz.
+
+
+
+
+Gestern war in meiner Mütze
+ Mir mal wieder was nicht recht;
+Die Natur schien mir nichts nütze
+ Und der Mensch erbärmlich schlecht.
+
+Meine Ehgemahlin hab ich
+ Ganz gehörig angeplärrt,
+Drauf aus purem Zorn begab ich
+ Mich in's Symphoniekonzert.
+
+Doch auch dies war nicht so labend,
+ Wie ich eigentlich gedacht,
+Weil man da den ganzen Abend
+ Wieder mal Musik gemacht.
+
+
+
+
+Gerne wollt ihr Gutes gönnen
+ Unserm Goethe, unserm Schiller,
+ Nur nicht Meier oder Müller,
+Die noch selber lieben können.
+
+Denn durch eure Männerleiber
+ Geht ein Concurrenzgetriebe;
+ Sei es Ehre, sei es Liebe;
+Doch dahinter stecken Weiber.
+
+
+
+
+Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin.
+ Das wäre so mein Fach.
+Ich bummelte durch's Leben hin
+ Und dächt' nicht weiter nach.
+
+Mich plagte nicht des Grübelns Qual,
+ Der dumme Seelenzwist,
+Ich wüßte ein für allemal,
+ Was an der Sache ist.
+
+Und weil mich denn kein Teufel stört,
+ So schlief ich recht gesund,
+Und wohlgenährt und hochverehrt
+ Und würde kugelrund.
+
+Käm dann die böse Fastenzeit,
+ So wär ich fest dabei,
+Bis ich mich elend abkasteit
+ Mit Lachs und Hühnerei.
+
+Und dich, du süßes Mägdelein,
+ Das gern zur Beichte geht,
+Dich nähm ich dann so ganz allein
+ Gehörig in's Gebet.
+
+
+
+
+Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
+ Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
+ Er war ein junger Schmetterling,
+ Der selig an der Blume hing.
+Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
+ Und nascht und säuselt da herum.
+ Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
+ Am hübschen Blümlein auf und ab.
+Ach Gott, wie das dem Schmetterling
+ So schmerzlich durch die Seele ging.
+Doch was am meisten ihn entsetzt,
+ Das Allerschlimmste kam zuletzt.
+Ein alter Esel fraß die ganze
+Von ihm so heiß geliebte Pflanze.
+
+
+
+
+Ich saß vergnüglich bei dem Wein
+ Und schenkte eben wieder ein.
+ Auf einmal fuhr mir in die Zeh
+ Ein sonderbar pikantes Weh.
+ Ich schob mein Glas sogleich beiseit
+ Und hinkte in die Einsamkeit
+ Und wußte, was ich nicht gewußt;
+Der Schmerz ist Herr und Sklavin ist die Lust.
+
+
+
+
+Wärst du wirklich so ein rechter
+ Und wahrhaftiger Asket,
+So ein Welt- und Kostverächter,
+ Der bis an die Wurzel geht;
+
+Dem des Goldes freundlich Blinken,
+ Dem die Liebe eine Last,
+Der das Essen und das Trinken,
+ Der des Ruhmes Kränze haßt.
+
+Das Gekratze und Gejucke,
+ Aller Jammer hörte auf;
+Kracks! mit einem einz'gen Rucke
+ Hemmtest du den Weltenlauf.
+
+
+
+
+Du hast das schöne Paradies verlassen,
+ Tratst ein in dieses Labyrinthes Gassen,
+ Verlockt von lieblich winkenden Gestalten,
+ Die Schale dir und Kranz entgegenhalten;
+ Und unaufhaltsam ziehts dich weit und weiter.
+Wohl ist ein leises Ahnen dein Begleiter,
+ Ein heimlich Graun, daß diese süßen Freuden
+ Dich Schritt um Schritt von deiner Heimat scheiden,
+ Daß Irren Sünde, Heimweh dein Gewissen;
+ Doch ach umsonst! Der Faden ist zerrissen.
+ Hohläugig faßt der Schmerz dich an und warnt,
+ Du willst zurück, die Seele ist umgarnt.
+ Vergebens steht ob deinem Haupt der Stern.
+ Einsam, gefangen, von der Heimath fern,
+ Ein Sklave, starrst du in des Stromes Lauf
+ Und hängst an Weiden deine Harfe auf.
+Nun fährst du wohl empor, wenn so zu Zeiten
+ Im stillen Mondeslichte durch die Saiten
+ Ein leises wehmutsvolles Klagen geht
+ Von einem Hauch, der aus der Heimath weht.
+
+
+
+
+Seid mir nur nicht gar zu traurig,
+ Daß die schöne Zeit entflieht,
+Daß die Welle kühl und schaurig
+ Uns in ihre Wirbel zieht;
+
+Daß des Herzens süße Regung,
+ Daß der Liebe Hochgenuß,
+Jene himmlische Bewegung,
+ Sich zur Ruh begeben muß.
+
+Laßt uns lieben, singen, trinken,
+ Und wir pfeifen auf die Zeit;
+Selbst ein leises Augenwinken
+ Zuckt durch alle Ewigkeit.
+
+
+
+
+Nun, da die Frühlingsblumen wieder blühen,
+ In milder Luft die weißen Wolken ziehen,
+ Denk ich mit Wehmuth deiner Lieb und Güte,
+ Du süßes Mädchen, das so früh verblühte.
+Du liebtest nicht der Feste Lärm und Gaffen,
+ Erwähltest dir daheim ein stilles Schaffen,
+ Die Sorge und Geduld, das Dienen, Geben,
+ Ein innigliches Nurfürandreleben.
+ So theiltest du in deines Vaters Haus
+ Den Himmelsfrieden deiner Seele aus.
+Bald aber kamen schwere, schwere Zeiten.
+ Wir mußten dir die Lagerstatt bereiten;
+ Wir sahn, wie deine lieben Wangen bleichten,
+ Sahn deiner Augen wundersames Leuchten;
+ Wir weinten in der Stille, denn wir wußten,
+ Daß wir nun bald auf ewig scheiden mußten.
+Du klagtest nicht. Voll Milde und Erbarmen
+ Gedachtest du der bittern Noth der Armen,
+ Gabst ihnen deine ganze kleine Habe
+ Und seufztest tief, daß so gering die Gabe.
+Es war die letzte Nacht und nah das Ende;
+ Wir küßten dir die zarten weißen Hände;
+ Du sprachst, lebt wohl, in deiner stillen Weise,
+ Und: oh, die schönen Blumen! riefst du leise.
+Dann war's vorbei. Die großen Augensterne,
+ Weit, unbeweglich, starrten in die Ferne,
+ Indeß um deine Lippen, halbgeschlossen,
+ Ein kindlichernstes Lächeln ausgegossen.
+ So lagst du da, als hättest du entzückt
+ Und staunend eine neue Welt erblickt.
+Wo bist du nun, du süßes Kind, geblieben?
+ Bist du ein Bild im Denken deiner Lieben?
+ Hast du die weißen Schwingen ausgebreitet,
+ Und zogst hinauf von Engelshand geleitet
+ Zu jener Gottesstadt im Paradiese,
+ Wo auf der heiligstillen Blüthenwiese
+ Fernher in feierlichem Zug die Frommen
+ Anbetend zu dem Bild des Lammes kommen?
+Wo du auch seist; im Herzen bleibst du mein.
+ Was Gutes in mir lebt, dein ist's allein.
+
+
+
+
+Ich weiß ein Märchen hübsch und tief.
+ Ein Hirtenknabe lag und schlief.
+ Da sprang heraus aus seinem Mund
+ Ein Mäuslein auf den Haidegrund.
+ Das weiße Mäuslein lief sogleich
+ Nach einem Pferdeschädel bleich,
+ Der da schon manchen lieben Tag
+ In Sonnenschein und Regen lag.
+ Husch! ist das kleine Mäuslein drin,
+ Läuft hin und her und her und hin,
+ Besieht sich all die leeren Fächer,
+ Schaut listig durch die Augenlöcher,
+ Und raschelt so die Kreuz und Quer
+ Im alten Pferdekopf umher. --
+Auf einmal kommt 'ne alte Kuh,
+ Stellt sich da hin und macht Hamuh!
+ Das Mäuslein, welches sehr erschreckt,
+ Daß da auf einmal wer so blöckt,
+ Springt, hutschi, übern Haidegrund
+ Und wieder in des Knaben Mund. --
+Der Knab erwacht und seufzte: Oh,
+ Wie war ich doch im Traum so froh!
+ Ich ging in einen Wald hinaus,
+ Da kam ich vor ein hohes Haus,
+ Das war ein Schloß von Marmelstein.
+ Ich ging in dieses Schloß hinein.
+ Im Schloß sah ich ein Mädchen stehn,
+ Das war Prinzessin Wunderschön.
+ Sie lächelt freundlich und bekannt,
+ Sie reicht mir ihre weiße Hand,
+ Sie spricht: »Schau her, ich habe Geld,
+ Und mir gehört die halbe Welt;
+ Ich liebe dich nur ganz allein,
+ Du sollst mein Herr und König sein.«
+ Und wie ich fall' in ihren Schooß,
+ Ratuh! kommt ein Trompetenstoß.
+ Und weg ist Liebchen, Schloß und Alles
+ In Folge des Trompetenschalles.
+
+
+
+
+O du, die mir die Liebste war,
+ Du schläfst nun schon so manches Jahr.
+ So manches Jahr, da ich allein,
+ Du gutes Herz, gedenk ich dein.
+ Gedenk ich dein, von Nacht umhüllt,
+ So tritt zu mir dein treues Bild.
+ Dein treues Bild, was ich auch thu,
+ Es winkt mir ab, es winkt mir zu.
+Und scheint mein Wort dir gar zu kühn,
+ Nicht gut mein Thun,
+Du hast mir einst so oft verziehn,
+ Verzeih auch nun.
+
+
+
+
+
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+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KRITIK DES HERZENS ***
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+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card donations.
+To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
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