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+The Project Gutenberg EBook of Von Tripolis nach Alexandrien - 2. Band, by
+Gerhard Rohlfs
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Von Tripolis nach Alexandrien - 2. Band
+
+Author: Gerhard Rohlfs
+
+Release Date: January 24, 2006 [EBook #17600]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VON TRIPOLIS NACH ***
+
+
+
+
+Produced by Magnus Pfeffer, Hagen von Eitzen, Clare Boothby
+and the Online Distributed Proofreading Team at
+http://www.pgdp.net (This file was produced from images
+generously made available by the Bibliothèque nationale
+de France (BnF/Gallica) at http://gallica.bnf.fr)
+
+
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+Von
+TRIPOLIS nach ALEXANDRIEN.
+
+
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+
+
+
+BESCHREIBUNG
+der im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen
+in den Jahren 1868 und 1869 ausgeführten Reise
+
+
+von
+
+
+GERHARD ROHLFS.
+
+
+Mit einer Photographie, zwei Karten, vier Lithografien
+und vier Tabellen.
+
+
+ZWEITER BAND
+
+
+1871
+
+
+
+[Illustration: In der Jupiter-Ammons-Oase gefundene Münzen.]
+
+
+
+
+Inhalts-Verzeichniss.
+
+
+Barca
+Von Cyrene über Bengasi nach Audjila
+Audjila und Djalo
+Die libysche Wüste zwischen Djalo und der Oase des Ammon
+Die Jupiter Ammons-Oase
+Von der Ammons-Oase nach Egypten
+
+
+
+
+Barca.
+
+
+Wie die Alten schon über die Grenzen der Cyrenaica uneins waren, da weder
+im West noch Süden bestimmte Marken gezogen waren, im Ost aber bald nach
+Ptolemaeus der Chers. mag., nach Plinius und Strabo der Catabathmos als
+Grenze angenommen wurde; so auch noch heute. Die Araber, diese guten
+Geographen, rechnen zu Barca, denn so nennen sie, was die Alten und wir
+mit Cyrenaica bezeichnen, das Land, was von dem Meere im Norden und Westen
+einerseits, im Süden vom Fareg und der Wüste, im Osten von Akabat el kebir
+andererseits, umringt wird. Fast ähnliche Grenzen nehmen die Türken an,
+nur dass sie die weit nach Süden zu gelegenen Oasen Audjila und Djalo
+ebenfalls mit zu Barca zählen.
+
+Wir beschäftigen uns hier nur mit dem eigentlichen Plateau von Barca,
+welches eine längliche von Westen nach Osten gezogene Gestalt hat.
+Ungefähr von gleicher Grösse wie die Insel Sardinien fällt dasselbe nach
+Nordwest und Norden zu schroff ins Meer, ebenso der schmale Ostrand nach
+dem Golfe von Bomba zu, im Süden und im Südwesten sind sanfte Uebergänge
+zur See, und mittelst der Steppe zur Wüste. Das eigentliche Hochland
+besteht durchaus aus Kalkstein, der dick mit röthlichem Humus belegt ist.
+An den Schluchten, wo dieser Kalkstein aus feinen oft mikroscopischen
+Muscheln gebildet zu Tage liegt, bemerkt man häufige natürliche Höhlen und
+Stalactitengrotten, ebenso findet man auf dem Plateau selbst noch
+Petrefacten, Cardien, Pectiniten und Ostreen. Der Boden selbst ist
+äusserst fruchtbar, Theophrast lobt schon die leichte, durch trockne und
+reine Luft, belebte Erde. Und in der Neuzeit sagt unser grösster deutscher
+Geograph, Carl Ritter: "In der That ist es auffallend, dass dieses Land
+von Europäern unbesetzt, unbesucht blieb, ja selbst erst von neuem
+entdeckt werden musste, nachdem Phönizier, Carthager, Griechen, Aegypter,
+Römer dort schon einheimisch gewesen waren.
+
+"Eine europäische Colonie, die sich auf dieser Berginsel ansiedelte, würde
+durch die gefährliche Syrte im Westen, durch die Steilküste im Norden und
+die Wüste Sahara im Süden gegen jeden Feind gesichert sein etc. etc."
+
+Ein anderer ausgezeichneter Geograph, Conrad Mannert, sagt von Cyrenaica:
+"Warum hat sich die gesegnete Gegend so ganz aus dem Blicke des Europäers
+verloren? Warum ist noch nie der Versuch zu einer neuen für eine Seemacht
+nicht schweren Ansiedlung gemacht worden, welche zugleich den Weg nach den
+inneren Gegenden von Afrika bahnen würde?"
+
+Es ist allerdings bemerkenswerth, dass dies Kleinod des mittelländischen
+Meeres sich der Aufmerksamkeit der Europäer so lange entzogen hat. Wären
+wir nicht von vornherein gegen staatliche Colonisation, so würden wir
+Oesterreich oder Italien zurufen, erwerbt dies Land und lenkt dort neue
+Auswanderung hin. In der schmalen Ebene von Bengasi und Tokra bleibt die
+Bodenbeschaffenheit die nämliche, im Süden aber geht allmälig der
+röthliche Humus in weisslichen Sandboden über, daher auch die Eingebornen
+nach dieser äusserlichen Farbe Barka el hamra von Barca el beida
+unterscheiden. Es scheint nicht, dass Cyrenaica je Schätze des
+Mineralreiches besessen hätte, denn wenn die Alten Gold, Silber und edle
+Steine anführen, als Handelsgegenstände, so kamen die sicher aus dem
+Süden. Ammonisches Salz wird auch oft als ein Product der Cyrenaica
+angeführt; nicht dies ist es aber heute mehr, wohl aber Salz, welches das
+Land selbst producirt[1], und das heute aus den Salzseen bei Bengasi
+gewonnen wird. Im Alterthum hebt Sinesius noch eine weisse Kreide hervor,
+die bei Paraetonium gewonnen zu Cement benutzt wurde.
+
+Glücklich der Art gelegen, dass Cyrenaica zur grösseren Hälfte vom Meere
+bespült wird, während der Uebergang zur Wüste nur allmälig mittelst Steppe
+erfolgt, ist es reichlich mit Pflanzenwuchs gesegnet. Aber trotzdem hat es
+nur geringe und periodische Wasserläufe, es ist dies eben dadurch bedingt,
+dass die Hauptabdachungen nach Norden die kürzere, nach Süden die längere,
+eben beide zu schmal sind, um die Bildung grosser Thäler und Flüsse zu
+erlauben. Da der höchste Kamm nicht in der Mitte, sondern mehr nach Norden
+zu, von Osten nach Westen das Land durchzieht, so sind die von ihm
+entspringenden Thäler, Schluchten und Rinnsäle, kürzer, aber auch, weil
+sie häufiger und grössere Quantitäten Wasser schwemmen, tiefer und
+zerrissener. Es liegt dies in der Natur der Sache, da eben die Nordseite
+des Plateaus bedeutend mehr Feuchtigkeit bekommt, als die längere
+Südseite.
+
+Buchten an der eigentlichen Insel Cyrenaica sind nur vorhanden nach dem
+Osten zu. Die Busen von Bomba und Tokra sind aber auch ganz ausgezeichnet.
+In Bomba konnte 1808 der französische Admiral Gantheames sich vor dem
+verfolgenden britischen Admiral Lord Collingwood zurückziehen, und entging
+hiedurch der Gefangennahme. Die übrigen Häfen, welche die Alten benutzten,
+als Apollonia, Ptolemais, Dernis, Berenice, sind heutzutage ganz
+unbrauchbar, doch liesse sich das alte Berenice mit leichter Mühe wieder
+zu einem guten Hafen herrichten.
+
+Was Bomba und Tokra anbetrifft, so unternahm Ali Riza Pascha von Tripolis
+Anfang 1869 einen neuen Colonisationsversuch, es scheint aber, dass seine
+Bemühungen gescheitert sind, obgleich die in türkischen Zeitungen
+veröffentlichten Berichte Anfangs sehr günstig lauteten. Wassermangel und
+ungenügende Sicherheit des Eigenthums werden wohl Hauptgrund beim
+Scheitern dieser neuen Besiedlung gewesen sein.
+
+Aeusserst üppig ist die Pflanzenwelt vertreten, von der wir hier nur einen
+allgemeinen[2] Ueberblick geben. Wie die Alten schon verschiedene
+Pflanzenregionen in Cyrenaica unterschieden, uns sogar erzählen, dass man
+mehrere Ernten abhalten könne, zuerst in der Ebene, dann auf den Abhängen,
+endlich auf der Hochebene selbst, so auch noch heute. Und wenn Homer die
+lachende und reiche Fruchtbarkeit des Landes, wenn Pindar die Cyrenaica
+die Fruchttragende, den Garten des Jupiter und der Venus nennt, wenn
+Diodor die Cyrenaica den fruchtbarsten Boden schlechtweg heisst, wenn
+Arrian das Land als krautreich und gut bewässert schildert, wenn Scylax
+uns die verschiedenen Obstsorten aufführt, so ist eben nichts
+Uebertriebenes darin, wie wir es bei den Alten erwähnt finden, eben so
+reich, so üppig, so ergiebig ist heute noch die Pflanzenwelt.
+
+In der That glaubt man, sobald man sich aus der Stadt Bengasi entfernt und
+im Anfange der Küste folgend, ins Innere begiebt, fortwährend in einem
+lachenden Garten zu sein. Die üppigsten Blumenwiesen werden durchschnitten
+und der Fernblick ist überall gehemmt durch Lentisken und Myrtengebüsch.
+Und steigt man die Berge hinauf, sind Rosmarin und Wachholder, grosse
+Büsche der einfachen weissen Rose da, um heimathliche Erinnerungen wach zu
+rufen, während an den feuchten Schluchten der rothblühende Oleander und
+Lorbeerbüsche, die südeuropäischen Länder vertreten. Und diese ist denn
+auch die eigentliche Vegetation: Dr. Ascherson fand aus den mitgebrachten
+Pflanzen die grösste Uebereinstimmung mit denen, welche er durch eigne
+Anschauung auf den Inseln des Mittelmeeres kennen gelernt hatte.
+
+An grossen Bäumen, welche besonders auf dem Plateau und in den nach Norden
+zu gehenden Thälern vorkommen, nennen wir die kleinblättrige immergrüne
+Eiche, die oft 150' hohe Cypresse, die Thuya und den Wachholderbaum.
+Verwildert kommt hier ebenfalls vor der Oelbaum, Feigenbaum,
+Johannisbrodbaum, Birnbaum; Weinreben aber sind uns nirgends mehr
+aufgestossen, obschon im Alterthume Wein nebst Oel Hauptausfuhr-Artikel
+war nach Sicilien und Griechenland. Und wie im Alterthume Cyrce ihre
+Grotte mit dem wohlriechenden Thyon räucherte, so ist auch heute noch ein
+leiser Rauch eines Wachholderfeuers nicht unangenehm, im Gegentheil, oft
+erschienen unsere Gräber, die wir mit trocknem Wachholderholz erleuchteten
+und wärmten, wie parfümirt. Aus diesem Holze wurden wahrscheinlich auch
+jene bei den Alten so berühmten wohlduftenden Möbeln verfertigt, von denen
+die Thyaden oder Trinktische besonders beliebt waren. Auch die aus
+Cyrenaica kommenden Rosenwasser und andere starkriechende Pflanzenproducte
+waren zur Blüthezeit viel gesucht, und um Essenzen herzustellen, brauchte
+man auch heute nur die Hand auszustrecken, wohlriechende, starkduftende
+Blumen sind überall, Geranien, Violen, Artemisien etc. schwängern zur
+Blüthezeit die Luft mit ihren Düften.
+
+Wild findet man an geniessbaren Pflanzen überall und zwar in
+ausgezeichneter Güte die Artischocke und Trüffel, letztere wird von
+Plinius schon unter dem Namen Misy erwähnt. Das von den Alten als ein von
+den Bäumen hängendes wohlriechendes Obst, spagnus, weiss ich nicht zu
+erklären.
+
+Was aber vor Allem den Reichthum der Colonie ausmachte, war das Sylphium,
+eine Pflanze, von der wir auf den alten cyrenaïschen Münzen recht gute
+Bilder haben. Auch finden wir derselben bei einer Menge der alten
+Schriftsteller erwähnt, zum Theil beschrieben. Alle Reisenden nun von
+della Cella[3] an, Beechey, Pacho, Barth etc. etc., haben diese Pflanze in
+der heute von den Eingebornen genannten Drias (bot: thapsia garganica
+genannt) wiedererkennen wollen. Zu della Cellas Zeit nannten ihm die
+Landesbewohner, dieselbe Pflanze, Coinon. Und es lässt sich nicht leugnen,
+dass die Pflanze mit den Abbildungen Aehnlichkeit zeigt, wenn es auch kein
+Gleichniss ist; aber nicht nur Aehnlichkeit mit den Münzbildern zeigt
+dieselbe, sondern, wie wir gleich sehen werden, mit vielen Eigenschaften,
+welche wir von derselben bei den Alten erwähnt finden.
+
+In neuerer Zeit nun ist Dr. Schroff in Wien[4] dagegen aufgetreten,
+dieser, indem er die Eigenschaften der Thapsia garganica nicht mit den von
+den Alten erwähnten, vereinbar hält; dann Ørsted[5], welcher hauptsächlich
+Drias nicht für das alte Sylphium erkennen will, weil ihm die Münzbilder
+nicht für diese Pflanze zutreffend sind. Professor Ørsted vindicirt
+Narthex asa foetida, als das alte Silphium, glaubend, dass die
+Eigenschaften dieser Ambilifore am meisten mit dem Silphium und den
+Bildern der Münzen übereinstimmen.
+
+Nach Theophrast entstand, natürlich konnte solche Wunderpflanze nur durch
+ein Wunder entstehen, 430 v. R. das Silphium nach einem Pechregen,
+derselbe beschreibt die Wurzel als dick, fleischig, den Stengel dem des
+Fenchel ähnlich, die Samenkörner als breit und geflügelt, ähnlich, wie die
+von Phyllis; dies alles fanden wir bei der heutigen Drias-Pflanze auch,
+und auch der Standort, den er für die Pflanze angiebt, stimmt: "Die
+Umgegend der Hesperiden-Gärten." Nach _Plinius_ war die Rinde der Wurzel
+schwarz, länger als eine Elle; wo sie aus dem Boden kam, war eine
+Tuberosität, welche eingeschnitten einen milchigen Saft gab, die
+Samenkörner sind glatt, und fallen leicht mit den gelb vertrockneten
+Blättern, sobald die erste Jahreszeit vorüber ist, ab; auf der Pflanze
+selbst bemerkt man auch Tuberositäten. Plinius verlegt den Standort des
+Silphium ebenfalls in die Umgegend der hesperidischen Gärten. Nach ihm
+wurde der Stengel gegessen, nachdem man ihn gekocht hatte, er constatirt
+ferner _die schädliche Wirkung aufs Vieh_, die Ziegen und Schafe waren
+sehr begierig danach, die Ziegen fingen an zu niesen, die Schafe zu
+schlafen. Zu seiner Zeit war die Pflanze schon fast ganz verschwunden, so
+dass Nero eine einzige Pflanze als ein grosses Geschenk angeboten wurde.
+Wir sehen, dass auch die Beschreibung von Plinius vollkommen passt.
+
+Von anderen Autoren verlegen _Herodot_ und _Scylax_ den Standort der
+Pflanze in die ganze Küstengegend von Pentapolitanien, von der Insel
+Plataea bis zum Anfange der grossen Syrte, _Catull_ bei Cyrene, _Strabo_
+und _Ptolemaeus_ mitten in die Wüste, südlich von Cyrene, Arrian endlich
+sagt, sie sei über den ganzen fruchtbaren Boden Cyrenaicas bis zum Saume
+der Wüste verbreitet. Nach diesem Schriftsteller wurden Ziegen und Schafe
+eingepfercht, um sie vor dem Silphium zu bewahren.
+
+Sobald die Provinz römisch wurde, fing die Pflanze an zu verschwinden,
+jedoch 100 Jahre nach der Regierung Roms berichtet _Plautus_ noch von
+reichlichen Ernten, _Strabo_ fand sie ebenfalls noch vor, _Plinius_ fand
+das Silphium schon spärlich und _Synesius_ berichtet als etwas
+Ausserordentliches von einer im Garten seines Bruders gezogenen Pflanze.
+Die Ursache des Verschwindens der Pflanze wird von den Alten verschieden
+angegeben, nach _Solin_ war es, um sich von den hohen Taxen zu befreien,
+denen das Silphium unterworfen war, _Strabo_ führt die Ausrottung auf die
+eindringenden Barbaren zurück. Höchst wahrscheinlich wirkten beide
+Ursachen, um die Pflanze so schnell schwinden zu machen, denn die mit
+Kameelen eindringenden Libyer hatten natürlich ein Interesse daran, diese
+den Kameelen den Tod bringende Pflanze auszurotten.
+
+Bei den Römern stand das Silphium oder Laserpitium im gleichen Werthe mit
+Silber; hauptsächlich wurde der aus dem Stempel der Pflanze Thysias
+gewonnene Saft, oder der aus der Wurzel mittelst Einschnitte
+hervorquellende succus, Caulias genannt, als Arznei benutzt. Man
+verarbeitete beide mit Kleie; und dies dann bis zu dicker Consistenz
+eingekocht, wurde so über die ganze civilisirte Welt verschickt. Beide
+Posten werden auch unter dem Namen "Thränen der Cyrenaica" ohne
+Unterschied genannt. Die Römer verwahrten das Silphium in ihrem
+öffentlichen Schatze. Julius Caesar fand 1500 römische Pfunde vor.
+
+Die heutige Drias-Pflanze, Thap. garg., zeigt sowohl mit den
+Münzabbildungen, als mit den eben erwähnten die grösste Aehnlichkeit, nur
+möchte ich die Frage aufwerfen, warum gerade die Thapsia garganica von
+_Cyrenaica_ sich von den anderen unterscheidet. Und doch _muss_ ein
+Unterschied da sein. In Algerien, in Marokko fällt es keinem Eingebornen
+ein, sein Kameel mit Maulkörben zu versehen, sobald er es in die mit
+Thapsia garganica bestandenen Gegenden treibt, während in Cyrenaica die
+Pflanze, sobald sie trocken ist, sehr gefürchtet wird. Auch schreibt man
+dort der Pflanze keine besonderen medicinischen Eigenschaften zu, während
+die Bewohner von Barca noch heute die Drias-Pflanze, wie die Alten das
+Silphium als ein Universalmittel betrachten. Da muss denn doch wohl ein
+Unterschied zwischen der Thapsia garganica von Cyrenaica und den übrigen
+bestehen, der den Botanikern bis jetzt entgangen ist. Auch mir gelang es
+nur, Stengel und Blätter der Drias-Pflanze mitzubringen, die Blüthezeit
+war noch nicht angegangen, als ich in Cyrenaica war. _Heinzmann_, der die
+Thapsia garganica medicinisch untersuchte, fand, dass die Wurzel ein
+werthvolles Heilmittel sei, äusserlich bei unreinen Geschwüren sowohl der
+Menschen als Thiere gebraucht. Die Tinctur der Rinde der Wurzel auf
+gesunde Hauttheile gebracht, erregt meist anhaltendes Jucken, zuletzt
+Pusteln ohne grosse Entzündung. Auf eine offene Wunde gebracht, wird kein
+Brennen und Jucken gefühlt. Innerlich 6-8 Gran genommen, wird Schwindel,
+Ohrensausen, Ideenconfusion, grosses Gefühl von Schwäche mit lange
+andauernden schweren Schweissen beobachtet. Wiederholte, von ihm in Europa
+angestellte Versuche, stellten die Thapsia garganica als ein drastisches
+Reinigungsmittel hin. Theophrastus, Dioscoridas und Plinius sprechen von
+ganz gleichen und ähnlichen Wirkungen. Was uns anbetrifft, so bleiben wir
+also dabei und sagen, dass die in _Cyrenaica_ wachsende Thapsia garganica
+oder Drias das alte Silphium ist.
+
+Diese, wie wir so eben gesehen haben, so sehr pflanzenreiche Insel ist
+äusserst thieram. Fast wäre man versucht anzunehmen, dass das
+nekropolenartige des ganzen Landes, denn wie Cyrenaica sich heute dem
+Besucher zeigt, kann man es als Eine grosse Todtenstadt bezeichnen, auch
+Einfluss auf die Leben suchenden Thiere gehabt habe. In den Küstenstrichen
+finden sich zwar ziemlich viel wilde Thiere, als Hasen, Kaninchen,
+Gazellen und die Vierfüssler, welche im Allgemeinen am Nordrande von
+Afrika gefunden werden, aber in geringerem Maasse als in Tunis, Algerien
+und dem so wildreichen Marokko. Ausser der Hyäne und dem Schakal sind
+reissende Thiere gar nicht vorhanden. Wildschweine finden sich in den
+Schluchten der Hochebene, aber auch in geringer Zahl. Ueberall stösst man
+aber auf den Maulwurf, dessen Spuren man sogar weit nach Süden in der
+Ebene verfolgen kann. Die Vogelwelt ist ebenfalls sparsam und durch keine
+besonderen Arten vertreten. Schlangen und Scorpionen, Eidechsen und
+anderes Gewürm sind dieselben, wie die auf dem Nordabhange des Atlas, in
+den südlichen Ebenen ist die Hornviper häufig. An den steilen Felsparthien
+des Hochlandes haben zahlreiche Bienenschwärme in den Höhlungen ihre
+Nester angelegt, und wie im Alterthum bildet denn auch noch heute der
+Honig ein Hauptproduct des Landes. Ein von Süden kommendes Thier, die
+Heuschrecke, bildet auch in der Jetztzeit noch oft die grosse Landplage
+der Bewohner. Die meist so berühmten Pferde der Cyrenaica sind sehr
+heruntergekommen, was Form und Schönheit anbetrifft, Dauerhaftigkeit,
+Gelehrigkeit und Kraft ist ihnen aber auch jetzt noch eigen.
+Hauptreichthum der Bewohner machen die Rinder, Schafe[6] und Ziegenheerden
+aus, von denen nach Malta hin exportirt werden, Esel und Maulthiere hat
+man nur zum eigenen Bedarf und sie sind nicht besser, als die in den
+berberischen Staaten. Die südlichen Ebenen haben vorzügliche
+Kameelzüchtereien, von denen auch nach Egypten hin exportirt werden.
+
+Die Bewohner des Landes sind nomadisirende Araber. Jedenfalls sind Spuren
+der griechischen, ptolemäischen und römischen Herrschaft nirgends zu
+erkennen, wie denn auch nach Vernichtung dieser Herrschaften ihre
+eigentlichen Unterthanen, Griechen und Römer mit vernichtet wurden oder
+auswanderten. Die dann eindringenden libyschen Völker sind von den Arabern
+absorbirt worden, wenigstens ist heute nichts mehr vom Libyerthum zu
+bemerken, die alles nivellisirende mohammedanische Religion hat zwischen
+Berbern und Arabern, die ohnedies äusserlich sich so nahe stehen, jeden
+Unterschied aufgehoben. Der heutige Bewohner Cyrenaicas, der _nur_
+arabisch spricht (Mischmasch von maghrebinisch und ägyptisch), ist
+mittlerer Grösse, mager, hat ein längliches Gesicht, in der Jugend mit
+vollen Backen, fallen sie im Alter sehr ein und die Backenknochen treten
+stark hervor, stechende schwarze Augen von buschigen Brauen überwölbt,
+eine starkgebogene, lange Nase, verhältnissmässig grosser Mund und spitzes
+Kinn sind die allgemeinsten Gesichtszüge. Der Bart ist spärlich, Haupthaar
+lang und schwarz. Die Frauen, welche wie überall da, wo sie eine
+untergeordnete Stellung zum Manne einnehmen, auch körperlich
+unverhältnissmässig klein sind, haben in der Jugend volle und hübsche
+Formen, und eben das Volle rundet denn auch die scharfen Gesichtszüge ab,
+die im Alter aber ebenso markirt wie beim Manne hervortreten, ohne dass
+die tausend Falten der Haut im Stande sind, die scharf vorspringenden
+Knochenparthien zu verdecken. Die Nase ist bei den Frauen mehr gerade als
+gebogen.
+
+Männer und Frauen lieben es, sich mit Antimon zu zeichnen; machen allerlei
+bunte Figuren aufs Gesicht, Brust, Arme und Hände. Die Frauen färben auch
+die Unterlippe schwarz, umrändern die Augen mit Kohöl und färben die Nägel
+roth. Ihre Kleidung ist die der übrigen nomadisirenden Völker Nordafrikas
+und keine Frau, mit Ausnahme der Städterinnen, geht verschleiert. In der
+übrigen Lebensweise ist auch kein Unterschied, Basina, diese
+Gerstenpolenta, mit stark gepfefferter Sauce bildet ebenfalls das
+Nationalgericht. Auch hier haben die Nomaden gar keinen Fortschritt
+gemacht, wie zur Zeit der Rebecca geht noch heute das Weib mit dem Kruge
+zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, wie zur Zeit Abrahams pflügt der Mann
+noch mit demselben Pfluge, ohne dass er sich Mühe gegeben hätte, einen
+besseren kennen zu lernen. Auf dem Boden hockend essen heute noch alle mit
+den Fingern aus Einer Schüssel, wie Jesus Christus mit seinen Jüngern.
+Etwas haben die Snussi indess für gute Sitte durch strengere Beobachtungen
+der mohammedanischen Vorschriften gesorgt. Früher z.B. war es bei einigen
+Stämmen Sitte, dass ein verheiratheter Mann einem Fremden seine Frau
+anbot, heute würde man vergeblich in ganz Cyrenaica eine Tribus suchen, wo
+eine solche Unsitte herrschte. Aber Lesen und Schreiben ist nirgends
+bekannt, wie denn überhaupt auf dem Lande nirgends eine Medressa oder
+Schule besteht, und auch die Sauya, welche die Snussi angelegt haben,
+keine Schulen unterhalten.
+
+Nach ziemlich sicheren Abschätzungen, vom französischen Consulate in
+Bengasi mitgetheilt, stellen die Gesammtstämme von der grossen Syrte an
+gerechnet (Mündung des Fareg) bis zur ägyptischen Grenze 72,000 bewaffnete
+Fussgänger und 3500 Cavaliere, danach könnte man die Gesammtbevölkerung
+von Cyrenaica auf circa 302,000 Einwohner anschlagen. Hiervon bilden die
+Auergehr den bedeutendsten Stamm, ihre verschiedenen Sippen stellen mehr
+als 10,000 Fussgänger und fast 1000 Reiter, die Brassa zählen mit 3500
+Fussgänger und 500 Cavalieren, die Abidat mit 5890 Fussgänger und 350
+Reiter, die ailet[7] Ali 4600 Fussgänger und 225 Reiter, die Sauya 2100
+Fussgänger, 75 Reiter etc.
+
+Nach den neuesten Nachrichten[8] ist von der türkischen Regierung die
+Landschaft Barca als von Tripolis unabhängig in eine Mutasarefia von
+Bengasi umgewandelt worden, und hat folgende Kaimmakamliks als
+Unterprovinzen: 1) Djalo und Audjila, 2) Mytarba oder Adjedabia, 3)
+Kaimmakamlik der Auergehr, 4) Merdj, 5) Gaigab, 6) Derna und 7) Bengasi
+selbst. Höchst wahrscheinlich ist dies aber ein Irrthum, und sind die
+aufgeführten Städte- und Ortsnamen nicht Kaimmakamliks, sondern Mudirats,
+da diese sonst keineswegs, was Grösse und Bevölkerung anbetrifft, einem
+anderen türkischen Kaimmakamlik entsprechen. Wenn deshalb Cyrenaica jetzt
+direct von Constantinopel regiert wird, nicht wie bis Herbst 1869 von
+Tripolis, so dürfte doch, wenn auch die Unterabtheilung die richtige ist,
+die Bezeichnung als Kaimmakamlik für dieselbe zu bezweifeln sein.
+
+Ueber Bengasi, welches wir beschrieben haben, über das Gebiet der
+Auergehr, deren Schich keinen festen Sitz hat, sondern der häufig bei
+Tokra, häufig auf den Hochebenen sein Zelt aufschlägt, über Audjila,
+Gaigab und Adjedabia[9], welche ebenfalls beschrieben wurden, haben wir
+hier weiter nichts hinzuzufügen.
+
+Was Merdj anbetrifft, in südwestlicher Richtung circa 6 Stunden von
+Tolmetta (Ptolemais) auf dem Hochplateau gelegen, so ist darüber gar kein
+Zweifel heute, dass dieser Ort das alte Barca ist. Gegründet wurde diese
+Stadt von den Libyern; als die Griechen nach Cyrene kamen, fanden sie
+Barce schon fertig. Die Barcaei standen bei den Griechen besonders im Rufe
+von ausgezeichneten Pferdebändigern und Wagenlenkern. Als in Cyrene selbst
+Zwistigkeiten unter den Griechen ausbrachen, zog ein Theil nach Barce, und
+von dieser Zeit an tritt diese Stadt als selbstständig und unabhängig in
+die Reihe der Städte der Pentopolitania. Das alte Ptolemais selbst wird
+ursprünglich nur als "Hafen" von Barce genannt, bis unter der Herrschaft
+der Ptolemäer dieser Hafenort die eigentliche Bevölkerung von Barce
+aufnimmt, und diese Stadt aus der Geschichte verschwindet. Der Name Barca,
+den die Araber heute auf das ganze Land ausdehnen, kommt aber zweifelsohne
+von Barce, dem heutigen Merdj her, obgleich die Eingeborenen behaupten,
+diesen Ausdruck deshalb dem Lande zu geben, weil das ganze Gebiet ein
+"Barca" d.h. "Segen" sei.
+
+Derna endlich, am nordöstlichsten in Barca gelegen, ist das alte Darnis.
+Ausser Bengasi ist dies die einzige Stadt. Ungefähr mit 1500 Einwohnern
+wird von hier ein ziemlich lebhafter Handel mit Malta und Creta getrieben,
+die Engländer unterhalten hier sogar ein Viceconsulat. Im französischen
+Kriege gegen Aegypten versuchte General Gantheaume hier eine Landung,
+jedoch ohne Erfolg. Auch Nordamerika war später eine Zeitlang in Besitz
+von Derna, gab aber den Ort seines schlechten Hafens wegen, oder vielmehr
+weil ein solcher gar nicht vorhanden ist, wieder auf. Derna ist von den
+ausgezeichnetsten Gärten umgeben: alle Producte und Früchte, die am
+Mittelmeere überhaupt vorkommen, liefert die Umgegend in Hülle und Fülle.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Von Cyrene über Bengasi nach Audjila.
+
+
+Es war ein entsetzliches Wetter, als wir in der Todtenstadt unser Grab,
+die Knissieh, verliessen und dann durch die Battus-Strasse die Stadt
+hinaufzogen und dieser Lebewohl sagten. Wind und kalter Regen stritten
+darum wer siegen sollte, da aber der Kampf aufs höchste erbittert, immer
+unentschieden blieb, so hatten wir am meisten davon zu leiden. Sobald wir
+aus der Umfassungsmauer heraus waren, verfolgten wir einen alten Weg, der
+in südwestlicher Richtung lief, auch hie und da tief eingeschnittene
+Spuren der alten Fahrzeuge zeigte, und wie alle auf die Hauptstadt
+zugehenden Wege rechts und links mit Gräben eingefasst war. Die Gegend war
+einförmig und einsam, obschon keineswegs der Vegetation entbehrend, und
+überall zeigte sich fetter rother Thonboden. Ueber 2000' hoch war die
+Kälte sehr empfindlich, und das monotone Plateau wurde nur ein Mal, eine
+Stunde von Cyrene entfernt, von einem Uadi dem Isnait-Thale, welches von
+S.-O. nach N.-W. streicht, unterbrochen. Nach drei Stunden erreichten wir
+Safsaf, wo eine der grossartigsten Cysternen die Aufmerksamkeit des
+Reisenden in Anspruch nimmt. Höchst wahrscheinlich sammelten diese
+Cysternen, welche das Wasser einer ganzen Niederung aufnehmen, den Regen
+für Cyrene selbst, da die um die Cysterne liegenden Ruinen nur unbedeutend
+sind, also so grossartiger Reservoirs nicht bedurften. Wahrscheinlich
+existirte in alten Zeiten eine Wasserleitung, um das Wasser nach der Stadt
+zu führen.
+
+Die überdeckten Bogen der Cysterne gewährten nur auf einige Augenblicke
+Schutz gegen den Regen, zudem drohten die höchsten Punkte in dem
+Wasserbehälter auch überschwemmt zu werden. Wir beschlossen daher so rasch
+wie möglich nach dem circa eine Stunde südwestlich davon gelegenen Gasr
+Gaigab zu gehen, wo wir auf Schutz gegen das immer mehr rasende Wetter
+hoffen durften. Dem Aduli war dies doppelt lieb, da er dort ganz in der
+Nähe seine Zelte hatte, er also auf diese Art nach Hause kam.
+
+Ehe wir das Castell Gaigab, worin eine türkische Compagnie lag,
+erreichten, schickte ich einen Diener voraus, um mich anzumelden und um
+ein Zimmer bitten zu lassen. Und alsbald kam trotz des Regens der
+Commandant des Forts uns entgegen, und zwar barfüssig, da er sagte, er
+habe keine Schuhe oder Stiefeln und seine Pantoffeln seien dem Schmutze
+nicht gewachsen. Wie sich später herausstellte, hatte er sein Schuhzeug
+versetzt, um Schnaps kaufen zu können. Aber warum hatte der türkische
+Kriegsminister ihn und die übrigen Truppen auch monatelang ohne Gage
+gelassen. Unter vielen Complimenten führte der Hauptmann-Commandant, ein
+kleiner dicker Mann, uns ins Fort, die Thorwache trat ins Gewehr und "Has
+dur, ssalam dur"[10] rief der Wachcommandant, und freute sich wie ein
+kleines Kind, mal Gelegenheit zu haben, seine Künste produciren zu können.
+Von den Soldaten waren auch einige ohne Schuhe, einige sogar um ihre
+Beine, sans culottes, nicht zu zeigen, hatten den langen Mantel an.
+
+Alsbald wurden wir dann in ein grosses Zimmer gebracht und ein tüchtiges
+Kohlenfeuer rief bald unsere halb erstarrten Glieder ins Leben, auch eine
+Tasse guten Kaffees war schon bereit, kurz der Hauptmann war ausser sich
+vor Freude, in seiner Einsamkeit so unerwartet Gäste bekommen zu haben.
+
+Das Gasr Gaigab selbst, in gerader Linie nur drei Stunden S.-S.-O. von
+Cyrene gelegen, ist ein regelmässiges Viereck mit vier Eckthürmen, welche
+das Fort flankiren. Jede Seite der äusseren Mauer ist circa 1000' lang und
+dieselben sind 25' hoch. Im Innern sind an den 3-4' dicken Mauern zugleich
+die Baulichkeiten, Casernement, Officierzimmer, Küche, Arsenal und
+Magazine; das Fort hat für eine Besatzung von 200 Mann immer Proviant auf
+1 Jahr, auch ist hinlänglich Pulver und Kugeln vorhanden. Gegen die bloss
+mit schlechten Steinschloss bewaffneten Beduinen bietet es also
+hinlänglich Schutz. Auf den vier Eckthürmen stehen zudem je eine mächtige
+Kanone, wahrscheinlich von einem an der Küste früher ein Mal gestrandeten
+Schiffe genommen, denn das englische Wappen ist darauf, die Jahreszahl ist
+aber schon abgerostet und ob dieselben überhaupt noch sehr tüchtig sind,
+möchte ich sehr bezweifeln.
+
+Wir waren bald heimisch eingerichtet und Abends hatte ich die Ehre mit dem
+Hauptmann zu speisen, gegen die Sitte der vornehmen Türken waren keine
+Messer und Gabel vorhanden, jedoch Teller; um nicht unangenehm zu
+berühren, legte auch ich mein Besteck, das mein Diener mir hingelegt
+hatte, wieder weg, um nach Adams Manier zu essen. Als er mir aber, um den
+Mund abzuwischen, sein eigenes schmutziges Taschentuch reichen wollte,
+dankte ich höflichst und liess mir rasch meine Serviette reichen. Die
+übrigen Officiere thaten Leporello-Dienste, durften aber nicht mit uns bei
+Tische essen. Auch erlaubte nie der Capitän, dass einer der Officiere die
+Gläser füllte (selbverständlich schlechter Araki) und als ich ihm im
+Scherze mal zurief, den Officieren doch auch ein Glas zu geben, machte er
+ein Gesicht, als ob er eine Ohrfeige bekommen hätte, und ängstlich die
+Flasche, als um sie zu schützen, in die Hand nehmend, erwiederte er, sie
+tränken nie. Die armen Effendi, wie gern hätten sie auch wohl ein Glas
+genommen, aber wenn es dem Commandant möglich war, trotz der
+Soldlosigkeit, sich Geld oder Credit für Araki zu erschwingen, so
+vermochten das die übrigen Officiere doch nicht, indess rächten sie sich
+nachher, denn der Hauptmann zechte so lange, bis er aus meinem Zimmer
+herausgetragen werden musste, und nun liessen die beiden anderen Effendi
+schnell den Rest der Flasche in ihre durstigen Kehlen verschwinden und
+stellten dann die leere Flasche an die Lagerseite des sorglos, aber laut
+schlafenden Commandanten.
+
+Wie gross war aber der Schrecken des Hauptmanns, als er am andern Morgen
+erfuhr, ich besitze gar keinen Schnaps, er hatte nämlich bloss so stark
+seinem Araki zugesprochen, dann auch mir einige Gläschen grossmüthigst
+abgegeben, weil er hoffte, dass ich am andern Tage alles doppelt und
+dreifach ersetzen würde, und nun hatte er es mit einem Frangi zu thun, der
+nicht mal Araki mit sich führte. Doch ich tröstete ihn, indem ich
+versprach ihm von Bengasi aus Alcohol schicken zu wollen, den ich dort als
+zum Photographiren nöthig gekauft, später aber übrig behalten und dann
+zurückgelassen hatte. Und sein guter Humor wurde bald ganz wieder
+hergestellt, als ich ihm sagte, den Tag noch bleiben zu wollen, weil
+Königs Geburtstag sei, und dass ich bei dieser Gelegenheit den Soldaten
+eine kleine Festlichkeit bereiten wolle. Zugleich bat ich, unsre
+norddeutsche Flagge aufs Castell hissen zu dürfen und der Hauptmann
+stimmte mit Freuden ein, ja, er beorderte sogleich für Mittag Parade über
+die ganze Truppe und Inspection der Baulichkeiten, und die Soldaten hatten
+wohl ihr Lebtag nie so geputzt, um die Waffen glänzend zu machen und um
+die neuen Uniformen, welche aus dem Magazine (wahrscheinlich hatten sie
+dieselben noch nie angehabt) ausgegeben wurden, in den Stand zu setzen.
+Zudem waren Abtheilungen beschäftigt, die Zimmer, Küche und alle
+Räumlichkeiten zu reinigen, kurz bald nahm alles einen festlichen Anstrich
+an.
+
+Mittags wurde denn auch die Truppe, welche im Hofe des Castells
+aufgestellt worden war, feierlich inspicirt, der Hauptmann diesmal in
+Pantoffeln, aber mit Säbel und Dienstzeichen versehen. Die Soldaten sahen
+besser aus wie ich geglaubt hatte, alle ihre Uniformen waren neu und die
+Gewehre französische Minié-Büchsen. Nachdem sodann noch die Schlafzimmer
+waren besehen worden, die auch recht reinlich ausgefegt waren, aber weiter
+nichts enthielten als was jedes türkische Soldatenzimmer bietet: für jeden
+Mann eine Matte und einen kleinen Teppich statt eines Bettes; als endlich
+Küche, Vorrathskammern u.s.w. waren besichtigt worden, hatte die
+Mannschaft ihr Mittagsmahl einzunehmen.
+
+Ich hatte am Morgen mehrere Ziegen kaufen und durch die Soldaten
+schlachten lassen, mit Reis hatten sie sich daraus ungeheure
+Pillau-Schüsseln gemacht, und nachdem sie mit grosser Hast, wie lange
+hatten sie wohl kein Fleisch gehabt, die Schüsseln geleert hatten, wurde
+ihnen noch ein Kaffee en gros gegeben.
+
+Aber die Hauptfestlichkeit ging jetzt erst an: ich hatte ein Paar Dutzend
+rother Fes, Taschentücher, dann kleine Geldsummen in Papier als Preise
+ausgestellt, und hienach mussten die Soldaten Wettrennen, Sacklaufen und
+Blindekuh spielen. Der Hauptmann-Commandant theilte die Preise aus,
+nachdem er jedoch für seine Mühe, und weil er selbst als
+Höchstcommandirender nicht mitlaufen konnte, von jedem Preise vorweg einen
+für sich genommen hatte. Im Anfange wollte es nicht recht, wo hatte je ein
+türkischer Soldat Sacklaufen gelernt, oder sonstige dergleichen Spiele
+mitgemacht, als aber nur mal erst einer sich einen neuen rothen Fes
+erobert hatte, wurden alle so eifrig und anstellig, dass bald jeder sein
+Theil weg hatte. Aber gewiss war es spasshaft anzusehen, wie die oft
+fünfzig Jahre alten Soldaten (in der Türkei dient in der Regel, wer ein
+Mal Militair ist, so lange wie er die Flinte tragen kann) sich kindlich
+freuten, und ebenso so grosse Freude hatten, wenn sie einen Preis bekamen,
+wie bei uns die muntere Schuljugend. Gewiss werden sie nie den Tag, den
+Milud des Sultans von Prussia vergessen, ihr eigener Sultan Abdul Asis
+kümmert sich nicht an seinem Geburtstage um seine Truppen. Bis spät in die
+Nacht hinein tanzten und sangen die Soldaten, und der Hauptmann war so
+gerührt worden, dass er seine beiden Officiere, welche auch jeder einen
+Baschlik (circa 8 Groschen) gewonnen hatten, gegen Baarbezahlung auf ein
+Glas Araki einlud, kurz Alle waren befriedigt, und froh und müde legten
+Türken und Deutsche, welche am Tage Königs Geburtstag zusammen gefeiert
+hatten, da wo vielleicht einst die Siegeswagen der Battiden getummelt
+waren, sich sorglos zum Schlaf nieder.
+
+Nachdem ich dann noch am andern Morgen die verschiedenen Quellen von
+Gaigab, von denen eine unmittelbar unter der Mauer des Forts selbst
+entspringt, besichtigt und gefunden hatte, dass alle Spuren antiker
+Bearbeitung zeigen, sagten wir unseren türkischen Freunden Lebewohl. Der
+Aduli blieb zurück, statt seiner kam jedoch sein ältester Sohn, um als
+Führer zu dienen.
+
+Um 7½ Uhr aufbrechend, hatten wir im Allgemeinen S.-W.-R., erreichten
+um 8 Uhr 20 Minuten die Quelle Lali und gleich darauf den Marabut Sidi
+Sbah, wo ebenfalls eine Quelle ist. Um 9½ Uhr waren wir bei der Quelle
+Djebarah, und liessen um 10 Uhr die Sauya-Faidia etwas nördlich von uns
+liegen. Wir befanden uns immer auf einem grossgewellten, jedoch niedrigen
+Hügellande, und gerade auf der Wasserscheide des Mittelmeeres und der
+Sahara. So passirten wir um 12 Uhr 20 Minuten das uadi Feria, das ins
+Mittelmeer und gleich darauf das uadi Tebiabo, das in die Sahara
+abfliesst. Zwischen beiden erreichten wir die grösste Höhe 909 M., obschon
+andere Berge und Hügel seitwärts vom Wege noch 100-150 M. höher sind[11].
+Die Gegend ist nicht bewaldet, aber trotzdem nicht ganz von Bäumen
+entblösst, und der fette rothe Boden Veranlassung zur üppigsten Vegetation
+der Blumen, namentlich gedeiht hier die Drias-Pflanze häufig und kräftig.
+Aber Bewohner sieht man nirgends, nur da, wo Fels zu Tage liegt, wie
+überall weicher Kalkstein, mahnen die tiefeingeschnittenen Räderspuren der
+Wagen der Alten, wie stark auch dieser höchste Kamm von Cyrenaica einst
+frequentirt war. Die Gegend selbst wird als Weidegrund der Brassa, eines
+der bedeutendsten Nomadenvölker vom heutigen Barca, genannt. Um 4 Uhr 15
+Minuten schlugen wir Lager bei einer Oertlichkeit, Namens Slantia, wo
+zahlreiche Höhlen, theils natürliche, theils künstliche, einen Sitz der
+alten libyschen Ureinwohner zeigen.
+
+Am folgenden Tag hielten wir zuerst südlich, dann südwestlich und zuletzt
+ganz westlich[12]. Die Gegend ist sehr waldig, namentlich stark mit
+Wachholder bestanden, die Abdachung geht nur der Wüste zu, und überall
+sieht man die Ruinen alter römischer Burgen. Dies Land ist gleichfalls den
+Brassa eigen, obschon es ganz wie ausgestorben ist. Bei dem Castell Sira
+el gedim stiessen wir wieder auf zahlreiche Höhlen libyscher Troglodyten,
+und Nachmittags um 2 Uhr erreichten wir den scharf prononcirten Abfall des
+Hochplateaus, und gelangten mittelst des uadi Farat in die grosse Ebene el
+Chi[=e]. Die Drias hört nun auf, wie überhaupt hier eine ganz andere
+Vegetation auftritt, namentlich ist es die Schih (artemisia), die uns hier
+zum ersten Male entgegentritt, und an die nahe Wüste erinnert. Wir
+campirten Nachmittags in einem Kessel, Namens Maraua, wo auch Felshöhlen
+der alten Libyer zahlreich vorhanden sind. Sehr eigenthümlich sind
+manchmal Reste von Mauern, welche ein Thal quer durchschneiden, dann
+wieder grosse viereckige Mauerreste, welche aber keine Wohnungen gewesen
+zu sein scheinen, vielmehr wohl dazu dienten, um Nachts das Vieh
+aufzunehmen als Schutz gegen die wilden Thiere. Wasser findet sich auf der
+ganzen Strecke von Sirah nach Maraua nicht.
+
+Bei Maraua hat die el Chi[=e]-Ebene eine Tiefe von 508 M., sie ist
+einförmig, aber äusserst fruchtbar und die zahlreichen Ruinen der alten
+Castells deuten auf ehemalige starke Bevölkerung. In der Mitte, wo die
+Chi[=e]-Ebene von einem nach Süden strömenden uadi Gedede unterbrochen
+wird, hat sie 450 Meter, nach Westen kommt man dann auf den Höhenzug, der
+Schad ben Medja genannt wird und gut mit Wachholder bestanden ist. Von
+hier an gehört das Land den uled Abid, und das nun vor einem aufsteigende
+Gebirge führt auch den Namen djebel Abid. Es ist mit Wachholder und Thuya
+so reichlich bewachsen, wie die schönsten Districte der Cyrenaica und
+wetteifert an Fruchtbarkeit mit der duftenden el Chi[=e]-Ebene. Aber auch
+hier sieht man keine Einwohner, nur selten mal eine Heerde, und selbst
+Wild scheint zu fehlen. Erst bei den Brunnenlöchern von Djerdes, die
+wieder 640 Meter hoch liegen, stösst man auf Abid-Triben und gut angebaute
+Felder. Auch finden sich hier Höhlen alter libyscher Stämme.
+
+Obschon die Abid zu den berüchtigsten Räubern der Cyrenaica gehören, so
+kamen wir doch gut mit ihnen aus, zudem waren wir sehr auf unserer Hut.
+Als wir bei Djerdes lagerten, sank morgens das Thermometer vor
+Sonnenaufgang auf -2°.
+
+Die Gegend blieb am folgenden Tage[13] im Anfange im Gebirge gleich gut
+bewaldet und später in der Ebelerhar-Ebene, fanden wir diese bedeutend
+krautreicher als die Chi[=e]-Ebene. Abends lagerten wir bei den
+Wasserlöchern von Biar (Pl. von Bir-Brunnen) und fanden dort herum
+zahlreiche Freg der Auergehr, überhaupt war den ganzen Tag hindurch die
+Gegend nicht nur reicher an Vegetation, sondern auch besser bevölkert. Die
+Auergehr bekümmerten sich so wenig um uns, wie wir um sie, in der Nähe
+eines kleinen Marabuts schlugen wir Zelte. Die Brunnenlöcher von Biar
+liegen 320 Meter hoch.
+
+Nachts wurde einem meiner Neger sein Geld, welches derselbe in sein
+Schnupftuch gebunden hatte, gestohlen. Da es nur einer der anderen Diener
+genommen haben konnte, so liess ich alle auskleiden, ohne dass wir etwas
+entdecken konnten, auch schwuren alle die grässlichsten Eide, in Gegenwart
+des Grabes des Marabut und beim Haupte Mohammeds und Sidi Snussi's. Und
+vor allen Dingen zeichnete sich ein ehemaliger österreichischer Kavass von
+Tripolis, Herr Hammed Bimbaschi, aus, laut rufend, sein Vater und er solle
+ewig brennen, wenn er das Geld habe. Aber schon zwei Tage später fand sich
+das Geld bei ihm vor, er hatte sich in Bengasi durch Einkäufe verrathen,
+und musste dann in Folge davon Bekanntschaft mit dem türkischen Gefängniss
+machen. Als ich später Bengasi verliess, bekam er seine Freiheit wieder,
+Meineid und Diebstahl, namentlich gegen einen eben erst freigewordenen
+Sklaven begangen, werden in diesen Ländern nicht sonderlich beachtet.
+
+Den letzten Tag blieben wir von Biar noch 3 Stunden in S.-W.-R. in dieser
+krautreichen Ebene, und kamen dann an das eine Stunde breite Gebirge,
+welches nur 100 Meter hoch den Rand der Ebene, der ersten Terrasse bildet.
+Mittelst des Fuhm el Fedj, eines Engpasses, stiegen wir dann in die
+Meeresebene hinab, vorbei bei dem vulcanartig aussehenden Berg Basina
+(Name einer Mehlspeise, die puddingförmig aufgetischt wird) und erreichten
+von hier an nach 4 Stunden in reiner westlicher Richtung Bengasi. Die
+Ebene hier ist nicht sehr fruchtbar, der Fels liegt fast überall zu Tage.
+Dass aber die röthliche Erde einst dicker gelegen hat, beweisen die
+überaus zahlreichen Ruinen von Dörfern, Häusern und Gehöften, und trotz
+der heutigen Unfruchtbarkeit dieser Ebene ist es höchst wahrscheinlich,
+dass diese Fläche einst die berühmten Gärten der Hesperiden bildete.
+
+Wir hatten in Bengasi einen fünftägigen Aufenthalt, welcher indess auch
+sehr nöthig war, um uns neu zu organisiren und auszurüsten. Bis auf meinen
+deutschen Diener Wetzel aus Bamberg und dem freigelassenen Neger Bu-Bekr
+trat eine vollkommene Veränderung im Personal ein. Den Photograph aus
+Berlin sah ich mich genöthigt nun wirklich fortzuschicken, ich hatte ihn
+in Tripolis schon einmal entlassen, mich aber dennoch bewegen lassen ihn
+wieder zu nehmen, aber in den letzten Tagen in Cyrene benahm er sich so
+unumgänglich, dass ich diese Gelegenheit seiner los zu werden, nicht
+versäumte. Der österreichische Cavas Hammed wurde eingesperrt, noch andere
+verliessen den Dienst. Dafür machte ich dann aber die werthvolle
+Acquisition des alten ehemaligen Dieners Mohammed Staui, der sich dicht
+bei Bengasi als Landmiether niedergelassen hatte. Den alten geizigen Staui
+hätte ich nur in Cyrenaica selbst haben sollen, sein Geiz wäre mir dort
+gut zu Statten gekommen gegen die unverschämten Prellereien des Aduli,
+gegen die Diebereien des Cavassen und der anderen Diener, welche es so
+weit trieben, dass sie unter der Hand eines Tages einen ganzen Schlauch
+Butter verkauft hatten. Dann bekam ich noch einen anderen weggelaufenen
+Neger, ich glaube Ali rief man ihn, einen wahren Goldjungen. Aus Sella her
+seinem Herrn entsprungen, hatte er mit diesem Räuberhandwerk getrieben,
+und die weitesten Streifzüge, südlich bis Tragen und Wau, östlich bis zum
+Ammonium nach dem Norden zu bis zur Küste an der Syrte gemacht. In dieser
+ganzen weiten Strecke kannte er Schritt und Tritt. Bei einer
+Beutevertheilung hatte er sich mit seinem alten Herrn entzweit, war nach
+Bengasi aufs englische Consulat geflüchtet, wo ich ihn vorfand und in
+meine Dienste nahm. Er war jetzt von glühender Begier für Freiheit
+erfasst, wollte Skendria und Masser[14] kennen lernen, und wie konnte er
+es besser durchführen, als wenn er mich begleitete. Wir wurden denn auch
+bald handelseinig, und er war jedenfalls der nützlichste aller Diener, in
+Packen und Behandlung der Kameele war er unübertrefflich, sogar besser als
+der Gatroner, da er ein junger Bursche von 25 Jahren war. Dabei hatte er
+das heiterste Gemüth von der Welt, fortwährend singend, unterliess er
+diese Beschäftigung nur um zu plaudern und zu necken, oder allenfalls um
+mit dem in Amerika zum halben Zweifler gewordenen Staui einen religiösen
+Discurs anzufangen, der gemeiniglich mit Staui's Niederlage endete, worauf
+dieser sich dann verächtlich zu uns wandte: "nigger great donkey." Ali
+hatte aber eine verhältnissmässig gute religiöse Erziehung gehabt, er war
+sogar eine Zeitlang in der berühmten Sauya Sarabub, dem Hauptorte der
+Snussi, gewesen.
+
+Wir waren natürlich wieder in Bengasi auf dem englischen Consulate, und
+mit den Einkäufen verging rasch die Zeit. Namentlich musste eine grosse
+Zahl von Schläuchen gekauft werden, wir brauchten derer nicht weniger als
+12, endlich andere Provision, Mehl, Zwieback, Oel, Butter, Datteln,
+Zucker, Kaffee und Thee, auch in Fett eingekochtes Fleisch, Stockfische
+u. dgl. wurde eingekauft.
+
+Am 3. April Morgens 10 Uhr verliessen wir dann die Stadt in Begleitung des
+englischen und französischen Consuls. Das Wetter war trübe, so dass wir
+die Berge nicht sehen konnten, unsere Richtung war 160°. Bald stiess dann
+noch ein Reiter zu Kameel zu uns, ein Diener des Mudirs von Audjila, der
+die Gelegenheit benutzen wollte, in Karawane zurückzukehren. Er erwies
+sich später äusserst nützlich, da er des Weges sehr kundig war, was ich
+von dem eigens gemietheten halbblinden Führer Hammed Uadjili nicht sagen
+konnte.
+
+Schon nach 2½ Stunden durch fruchtbares Land dahin reitend, machten wir
+beim Brunnen Choëbea Halt, verzehrten gemeinschaftlich ein Frühstück,
+tranken eine letzte Flasche Wein, eine letzte Flasche Ale, und unsere
+freundlichen Begleiter kehrten nach Bengasi zurück, während wir südwärts
+den Weg weiter zogen. Derselbe bleibt einförmig, obschon der Boden
+fruchtbar ist, zum Theil cultivirt wird, zum Theil krautreiche, zu dieser
+Jahreszeit von Blumen bunte Wiesengründe hat, Freg sind nur spärlich
+vorhanden. Wir setzten nur noch 2 Stunden den Weg so fort und lagerten
+inmitten eines weiten Ruinenfeldes unter dem Schutze eines kleinen
+Castells. Es scheinen hier mehr ländliche, weit zerstreut liegende
+Wohnungen gewesen zu sein, als bestimmte Orte, wenigstens finden wir in so
+unmittelbarer Nähe von Berenice keinen erwähnt. Das Castell, recht gut
+erhalten, aber klein, diente zum Schutze der Landbewohner und speciell
+hier noch wohl zum Schutze der Küste.
+
+Am folgenden Tage brachen wir früh auf und hielten 150° R. Auch an dem
+Tage war die Gegend überaus ruinenreich, und auch hier traten alle
+Augenblicke grosse Einhegungen von Steinen entgegen, von denen manchmal
+aber nur noch die unterste Steinreihe erhalten ist. Der Boden bleibt ein
+gleich fruchtbarer röthlicher Humus, ist überall bis zu den Bergen gleich
+culturfähig, sehr krautreich aber wenig mit Buschwerk bestanden. Die Berge
+sind sichtbar, aber je weiter man nach Süden kommt, je mehr zieht sich das
+Ufer des Hochplateaus nach Südosten zurück. Die Gegend ist hier besser
+bevölkert, denn irgendwo in Cyrenaica, meist sind es Freg der Mschitat und
+Auergehr, welche rechts und links vom Wege aufgeschlagen sind.
+Eigenthümlich wie die Alten genau die Oertlichkeit erkannt haben müssen,
+wo sie Wasser zu finden glaubten. Denn ein blosser Zufall liess sie wohl
+nicht jene Kalkplatten durchbohren um dann nach 25-30' und oft noch tiefer
+auf Wasser, zu stossen. Und dass sie von den Alten angelegt worden sind,
+geht aus der ganzen Construction derselben hervor, warum aber gruben sie
+nicht an anderen Stellen nach Wasser? wahrscheinlich weil sie aus
+Erfahrung wussten, dass unter Kalkfelsen am ersten Wasser zu finden sei.
+Wir lagerten Abends in der Nähe von zahlreichen Freg, ohne indess mit den
+Insassen in Berührung zu treten[15]. Auch am folgenden Tage[16] hat die
+Gegend noch denselben fruchtbaren aber wenig bebauten Charakter, die Freg
+werden südlich von den ailet Feres bewohnt und gegen Abend, wo wir der
+Syrte so nahe sind, dass wir die Brandung derselben hörten, lagerten wir
+zwischen Schih- und Halfa-Vegetation, waren also bis zum Uebergange der
+Wüste gekommen.
+
+Je weiter man nach Süden kommt[17], je spärlicher wird die Vegetation und
+Bevölkerung, fast nur Halfa und Schih zeigen sich noch, alle Brunnen haben
+noch denselben Bautypus, d.h. sind nicht in das Erdreich getrieben,
+sondern da, wo Kalkfelsen zu Tage liegt, hindurch gebohrt. Beim bir
+Schimmach nun rechnen die Araber die Grenze von Barca el hamra, dem rothen
+Cyrenaica und was von hier an südlich liegt, heissen sie Barca el beida,
+das weisse Cyrenaica. Hauptsächliches Unterscheidungszeichen bildet der
+Boden selbst, denn nördlich vom Brunnen ist röthlicher Humus, südlich
+davon weisslicher Sandboden.
+
+Auch jetzt hatten wir immer mit schlechtem Wetter[18] zu kämpfen, heisse
+Stunden wechselten mit kalten und stürmischen und namentlich waren die
+Nächte rauh. In Schadábia verweilten wir einen Tag. Es ist hier die
+grösste Ruine zwischen Bengasi und Audjila, und das Fort noch recht gut
+erhalten. Wie alle von viereckiger Form, und mit flankirenden Thürmen
+versehen, besteht der Bau aus grossen Quadern, durch Fels getriebene
+Brunnen mit ausgezeichnetem Wasser (es ist dies das letzte süsse bis zur
+Ammonsoase) sind ganz in der Nähe. Ich glaube man kann in Schadábia das
+alte Automalax[19] erblicken, wenigstens stimmen Oertlichkeit und
+Entfernung von Berenice. Es ist dies nach Süden zu der letzte bewohnte
+Ort, und heute eine berühmte Sauya der Mádani, deren Chef Mohammed el
+Mádani in Mesurata begraben liegt. Wie diese Brüderschaft eine der
+tolerantesten ist, so zeigte sich auch der Vorsteher von Schadábia
+äusserst liebenswürdig und ohne fanatischen Dünkel. Er warnte wiederholt
+(auf Beurmann hinweisend, der indess gar nichts mit den Snussi zu thun
+gehabt hat) vor den Snussi, vor den Bewohnern von Audjila und Siuah,
+meinte aber, hier solle ich nur ruhig campiren, da wo eine Sauya der
+Mádani sei, habe Niemand etwas zu fürchten. Aber trotzdem und trotz seiner
+guten Rathschläge, unterliess ich es doch nicht Nachts Wachen auszustellen
+und den Thieren überdies wie immer ihre Eisen anlegen zu lassen. Mein
+armer Esel war nun fast reitunfähig geworden, die heissen Winde hatten ihn
+vom Esel auf den Hund gebracht.
+
+Von Schadábia aus, legten wir am 8. April die ersten zwei Stunden südlich
+zu West zurück bis zur merkwürdigen Burg Henéa[20]. Offenbar ist dies
+weder ein griechisches noch römisches Bauwerk, sondern libyschen
+Ursprungs. Zu ebener Erde gelegen, ist diese Burg der Art angelegt
+(ähnlich wie die monolithischen Kirchen von Lalibala in Abessinien), dass
+man zum Graben derselben den Fels ausgehoben hat, und den als einzigen
+Block inwendig stehen gebliebenen Felsen zur Burg verarbeitet hatte. Die
+contreescarpirten Wände des tiefen 20' breiten Grabens haben Gänge und
+Kasematten, sämmtlich wie neu und ausgezeichnet erhalten. Unterirdisch
+stehen diese mit der Block-Burg zusammen. Diese enthält vollkommen gute
+erhaltene Abtheilungen. Alles aus einem Steine gehauen, durchwandelt man
+lange breite Gänge, mit Krippen ebenfalls aus Stein, Beweis, dass in
+dieser eigenthümlichen Burg sogar Pferde waren, andere kleine Zimmer und
+grosse Säle münden auf die Gänge. Nur ein einziger sanft ablaufender
+Zugang führt, die Contreescarpe durchschneidend, in den Graben, die
+Hauptöffnung des Blocks befindet sich aber auf der entgegengesetzten Seite
+der Burg. Die ganze Contreescarpe, die unterirdisch, wie gesagt, mit dem
+Block communicirt, konnte den Graben durch Felslöcher vertheidigen. Gewiss
+eins der bemerkenswerthesten Baudenkmäler alter Fortification.
+
+Von hier an gingen wir selben Tages noch fünf Stunden S.-S.-O. weiter,
+passirten nach zwei Stunden den Tafra-Brunnen, der wie alle folgenden
+Bitterwasser hat, liessen nach etwa einer Stunde den vereinzelten Hügel
+Karassa, der als Allem oder Wegweiser dient, liegen und lagerten Abends am
+Chor-Shofan. Die sehr schwache Bevölkerung wird von den uled Schich und
+den Schibli gebildet. Die Vegetation hört fast ganz auf, in der That
+hatten wir mit Chor-Shofan die Grenze des Mittelmeer-Niederschlags
+erreicht, der Floh hört auf der beständige Begleiter des Menschen zu sein.
+Wie mit Zauber ist er verschwunden, heute wird man noch von ihm gequält,
+morgen hat er uns verlassen. Die Araber sagten zwar, anderes Ungeziefer
+würde auch das Weite suchen, aber ich wusste aus langer Erfahrung, dass
+die noch lästigeren Collegen des Floh die Wüste, den Samum, die trockne
+Hitze nicht scheuen. Im Gegentheil! Vom Chor-Shofan fängt dann nun auch
+die Sahara an.
+
+Auch am folgenden Tage hielten wir S.-S.-O.-R., und um 6 Uhr Morgens
+aufbrechend, brachte uns der Allem (Wegweiser) el Dürr auf den vom Brunnen
+Alaya kommenden Weg. Und eine Stunde Frühstücksrast abgerechnet,
+durchschritten wir um 2 Uhr den ned Fareg. Es ist dies eigentlich kein
+Thal oder Flussbett, sondern eine von Westen nach Osten streichende
+Einsenkung ohne Abdachung. Nach Westen geht die Fareg-Einsenkung drei
+Tagemärsche weit bis zum Ras el ain el kebrit, und zwei Tagemärsche vom
+Punkt, wo wir Fareg passirten nach Osten; da wo wir die Einsenkung
+passirten, liegt der Brunnen Besseria[21]. Das südliche Ufer vom Fareg
+heisst Diffa el uadi (Gastmahl des Thales) und eine Menge Steinhaufen,
+Bu-Sfar genannt, sind zum Andenken für die errichtet, welche sich dem
+Gebrauche hier ein Extraessen zu geben, entzogen. Solche Steinhaufen,
+welche Gräber vorstellen sollen, findet man an gewissen Stellen in der
+ganzen Sahara. An solchen Stellen muss nämlich ein des Weges zum _ersten_
+Male durchziehender, seinen Cameraden, welche die Reise schon gemacht
+haben, einen Extraschmaus geben, thut er es nicht, so errichtet man ihm
+einen Steinhaufen, ein Grab, zum Zeichen seines Geizes. Da nun aber solche
+Stellen sehr häufig vorkommen, so hatte ich ein für allemal die Gewohnheit
+mich begraben zu lassen und legte zuerst gewöhnlich den Stein; ausser
+unserem Führer, dem Diener des Mudir von Audjila und meinem Neger Bu-Bekr,
+hatte Niemand von uns den Weg zurückgelegt, wir liessen uns also alle
+begraben, wie auch später noch öfter. Gleich hinter Fareg fängt eine
+Sserir an, Namens Thuil (die lange), dort lagerten wir fünf Uhr Abends.
+
+Am 10. April erreichten wir in südsüdöstlicher Richtung nach einem
+sechsstündigen Marsche über die Sserir Thuil die grosse von Westen
+kommende Einsenkung des Bir Ressam. Wo diese im Westen ihren Anfang nimmt,
+war von meinen Leuten nicht zu ermitteln, vielleicht geht sie bis dicht an
+die Syrte, vielleicht nach Ain kibrit, und ist somit im Zusammenhange mit
+Fareg. Der Brunnen selbst hat abscheuliches Wasser, die Kameele trinken es
+jedoch, einige Palmbüsche sind in der Nähe, und die Ruinen des Gasr
+Shahabi deuten auf eine einstige Besiedelung. Die Einsenkung zeichnet sich
+durch zahlreiche Versteinerungen, Muscheln etc. aus, oft sieht man ganze
+Baumstämme auf dem Boden liegen, meist in Flintstein verwandelt. Palmen
+und Lentisken sind es besonders, die ehemals die Vegetation bildeten, von
+der jetzt nur die steinernen Formen übrig geblieben sind. Lebende
+Vegetation ist in dieser Einsenkung durch Belbel, Domrahn und Rherrhek
+vertreten, letzteres ein Busch; der in der Süd-Sahara unter dem Namen Suak
+bekannt ist. Die Ressam-Einsenkung ist 100 Meter tiefer als das Mittelmeer
+(am Brunnen das Barometer auf 772 M.M. = -104 Meter). Den tiefsten Punkt
+erreichten wir Abends bei Gor-n-nus (am Lagerplatz ergab das Barometer
+Abends 772, Morgens 773, um 9 Uhr Morgens 772, erreichte also circa 107 M.
+Tiefe). An dem Tage hatten wir 12 Stunden zurückgelegt.
+
+Auch am folgenden Tage behielten wir diese Richtung von früher und
+marschirten in der Depression weiter, um 6 Uhr aufbrechend, sendete die
+Einsenkung um 7 Uhr einen ebenso breiten Arm nach dem circa 6 Stunden
+entfernten Gor Mschirk ab. Um 9 Uhr passirten wir den ebenfalls
+Bitterwasser haltenden Brunnen Marak und stiessen auf zwei grosse von
+Audjila kommende Sklavenkarawanen, die nach Bengasi zogen. Das Land
+ausserhalb der Einsenkung ist grossgewellt, und grobkörniger Sandboden,
+manchmal mit bunten Kieselchen bestreut, und nicht ganz ohne alle
+Vegetation. Nachmittags 2 Uhr bemerkten wir östlich von uns den Dj.
+Beddafar circa 4 Stunden entfernt. Die nach S.-O. ziehende Depression
+hatten wir Mittags schon verlassen, und lagerten Abends 5 Uhr bei Gor
+meschtefar schirgia.
+
+Der darauf folgende Tag, ein zwölfstündiger Marsch, über eine durch nichts
+unterbrochene grossgewellte, grobkörnige Sandebene, war der langweiligste
+und einförmigste von allen, nur zweimal wird diese wüste Ebene durch zwei
+Allem (Wegweiser) unterbrochen. Unsere Richtung war immer die gleiche, wie
+an den vorherigen Tagen. Ebenso unerquicklich war der letzte Tag, der
+Führer war zudem auf dem Kameele eingeschlafen und wir hatten eine ganze
+Zeitlang die Richtung verloren, bis wir endlich durch den Stand der Sonne
+aufmerksam darauf gemacht wurden.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Audjila und Djalo.
+
+
+Es war gegen Abend des elften Tages, als wir die Oase erreichten. Schon
+einige Stunden vorher hatten wir wie eine schwarze Linie am Horizont die
+hohen Palmen derselben erblickt, und die Kameele, welche seit Bir-Ressam
+nicht getrunken hatten, beschleunigten den Marsch, sobald sie die Palmen
+hatten auftauchen gesehen. Je näher wir kamen, desto schöner wurde der
+Anblick; links vor uns, wo bedeutende Sebcha sich ausdehnten, spiegelten
+sich die Palmen als wie auf einer Silberfläche, davor schlug die Luft
+grosse Wellen, so dass man oft ein bewegtes Meer zu sehen glaubte. Dann
+kamen wir an den röthlich-braunen Sebcha, der, von der untergehenden Sonne
+beleuchtet, einen eigenthümlichen Contrast mit der weissen Sandfläche
+davor, mit den grünen Palmen dahinter bildete. So hat auch die Wüste ihre
+Schönheit, und in solchem Augenblick konnte ich es begreifen, wenn St.
+John, als er von der Wüste Abschied nahm, sein Buch mit den Worten
+schloss:
+
+ "Oh! that the desert were my dwelling-place
+ with one fair spirit for my minister!"
+
+Den ganzen Tag abwechselnd zu Kameel und Esel, war ich abgesprungen,
+sobald wir den Sebcha erreicht hatten, durch den nur ein schmaler Pfad
+sich hinschlängelt, während rechts und links Salzmoräste liegen, mit einer
+dünnen Kruste bedeckt. Es war also die grösste Vorsicht nöthig, um die
+Kameele hindurchzuführen, denn ein beladenes Kameel wäre bei einem
+Seitentritt gleich versunken. Alle kamen gut durch, nur der alte Esel, der
+von weitem einige Ya seiner Brüder vernommen hatte, Musik, welche für
+seine langen Ohren verlockend sein musste, wollte in seiner Ungeduld vom
+Wege ab, aber schon beim ersten Schritt sass er fest. Nur mit Mühe konnten
+ihn die Leute wieder flott kriegen, aber herausgezogen, ging er dann
+geduldig und nachdenkend hinter der langen Colonne von Kameelen einher.
+
+Es war schon ganz dunkel, als wir den eigentlichen Palmwald erreichten,
+nachdem wir schon eine Zeitlang zwischen Had (Cornulaca monacantha
+Delile), Belbel (Anabasis articulata) und Domran (Traganum nudatum), den
+ersten Vorboten der Vegetation, hinmarschirt waren. Das Aufziehen des
+Wassers aus den Brunnen verrieth uns, dass wir jetzt zwischen Gärten
+waren, denn es war nun so dunkel geworden unter den Palmen, dass wir nur
+noch den Weg unterscheiden konnten. Aber bald hatten wir den Lagerplatz
+erreicht und fanden schon eine andere Karawane vor, die von Djalo gekommen
+nach Bengasi wollte. Zwischen Tamarisken, in der Nähe der Quelle Sibilleh,
+der einzigen der ganzen Oase, schlugen wir unsere Zelte auf, umringt von
+vielen Neugierigen, die sich nach vielen Ssalamat nach den Neuigkeiten und
+Preisen in Bengasi erkundigten.
+
+Ich schickte gleich einen Theil der Leute mit den Kameelen zur Quelle, um
+diese abtränken zu lassen und um uns einen Schlauch frischen süssen
+Wassers zu füllen, die anderen schlugen rasch die Zelte auf, einer
+beschäftigte sich mit der Küche, und noch ein anderer war mit den
+Bewohnern in Unterhandlung getreten, um Hühner, Eier und Zwiebeln zu
+kaufen. Obgleich spät angekommen, hatte sich die ganze Einwohnerschaft um
+unsere Zelte versammelt, jedoch ging alles recht anständig zu, und war von
+Zudringlichkeit oder Schimpfen keine Rede. Als ich später noch heraustrat,
+die etwas zerstreut stehenden Kisten und anderen Gegenstände
+zusammenstellen liess, und meinen Leuten empfahl wegen etwaiger Diebe sich
+Nachts dicht daneben zu legen, trat einer der Einwohner heran und meinte,
+alles könne stehen und liegen bleiben wie es wäre, hier sei nicht Barca,
+Diebe gäbe es in Audjila nicht, und die Leute sollten nur ruhig schlafen,
+ohne Wache zu halten. Unser alter Führer bestätigte diess auch und sagte
+er wolle mit seinem Kopfe haften, wenn irgend etwas abhanden käme. So
+konnten wir uns denn einmal wieder einem sorglosen Schlaf hingeben, zumal
+der alte Staui immer nur halb schlief; auch die Kameele und Esel bekamen
+keine Fusseisen, was sonst immer geschehen war.
+
+Die Oasengruppe besteht aus drei durch Sserir getrennten Inseln, im Westen
+Audjila, in der Mitte Djalo[22], im Osten Uadi, dessen Verlängerung im
+Süden Batofl ist. Djalo liegt nach Moriz v. Beurmann auf 21° 23' 4" ö. L.
+v. Gr. und 29° 0' 40" n. Br. Die später aus den Berichten Beurmanns an
+Prof. Bruhns in Leipzig von diesem gemachten Berechnungen bedürfen einer
+Revision. Der ganze Oasencomplex fällt nach der zehnblättrigen Karte der
+Petermann'schen Mittheilungen zwischen 29° und 29° 30' n. Br. und circa
+21° 50' und 22° 30' ö. L. v. Gr.
+
+Die Lage der einzelnen Oasen zu sich selbst ist derart, dass Audjila im
+Westen gelegen, halbmondartig von N.-N.-O. nach S.-S.-W. gestreckt ist,
+und seine convexe Seite, nach Osten gerichtet, durch eine vier bis fünf
+Stunden breite Sserir von Djalo getrennt wird, welches länglich gestreckt
+ist und seine Längsachse von N.-W. nach S.-O. gerichtet hat. Die
+Nordwestspitze von Djalo ist demnach auch nur drei Stunden von Audjila
+entfernt. Uadi, höchst wahrscheinlich eine Fortsetzung von Uadi el Ressam
+und Mareg, zieht sich ebenfalls in einem grossen Bogen, dessen convexe
+Seite nach Osten gerichtet ist, hin, und verbreitert sich südlich zur Oase
+Batofl, so dass der Ort Batofl fast südlich, etwas zu Ost, unter Djalo zu
+liegen kommt. Tiefer als das Meer gelegen, etwa 51 Meter, ist Audjila von
+Sserir und röthlichen Sanddünen umgeben, denen jede Spur von Vegetation
+abgeht. In der Oase selbst ist der Boden gypsartig, sobald man eine
+Schicht von einigen Fuss Sand durchdrungen hat. Die Länge von Audjila
+beträgt circa drei deutsche Meilen, der nördlichste Theil ist indess nicht
+bewohnt; die Breite ist verhältnissmässig gering, eine Stunde nördlich von
+Audjila, wo die Oase am breitesten ist, circa ¼ deutsche Meile.
+
+Djalo, ebenfalls von Sserir umgeben, und etwa 30 Meter tiefer als das
+mittelländische Meer, hat eine S-förmig gewundene Gestalt, die Länge
+beträgt ebenfalls circa drei deutsche Meilen, die Breite jedoch in der
+Mitte erreicht 1½ deutsche Meilen, und fast bis zum Südende bleibt sie
+dieselbe. Das Terrain in Djalo ist bedeutend salzhaltiger, die Oase im
+Innern an vielen Stellen von Dünen durchsetzt, das Wasser ist so
+brackisch, dass die reichen Leute zum Trinken ihren Bedarf in Uadi holen
+lassen. In Leschkerreh sind die Bodenverhältnisse dieselben, das Wasser
+ist dort süss, ebenso in Batofl, welches guten Gartenboden und
+ausgezeichnetes Trinkwasser hat.
+
+Diese Oasengruppe, den Alten unter dem Namen Augila ([griechisch: ta
+Augila]) bekannt, scheint in den ältesten Zeiten keine festen Bewohner
+gehabt zu haben. Herodot überliefert uns, dass die an der Syrte
+herumnomadisirenden Nasomonen alljährlich nach Audjila zögen, um im Herbst
+die Datteln einzuheimsen. Derselbe erwähnt ferner nur eine Quelle, und in
+der That ist auch nur eine vorhanden, Sibilléh. Auch die Beschreibung des
+salzhaltigen Bodens trifft zu, wenn auch die Erwähnung eines einzigen Hügels
+nicht passt, da in Audjila sowohl wie in Djalo viele Hügel sind, welche aber
+als Neulinge oder Dünen auch nach Herodots Zeit entstanden sein können. Die
+Entfernung von der Ammon-Oase giebt Herodot auf zehn Tagemärsche an, und
+eben so weit bis zu den Ländern der Garamanten. Wir brauchen deshalb die
+Angabe des Plinius nicht für falsch zu halten, der die letzte Entfernung
+auf zwölf Tagemärsche angiebt.
+
+Später scheinen sich libysche Stämme in Audjila festgesetzt zu haben,
+obgleich der Cultus der Sterne dort nicht eingebürgert gewesen zu sein
+scheint. Ueberdies wissen wir auch von den Nasomonen, dass diese mit ihren
+Todten und auf den Gräbern derselben feierliche Handlungen vornahmen. Um
+so leichter wurden sie dann später geneigt, als sie sich in Audjila
+fixirten, den Cultus der Ammonier anzunehmen. Pomponius Mela erzählt uns
+von ihrem Manendienst, welche Manen sie wie Orakel zu consultiren
+pflegten, sie schliefen, sagt er, oft auf den Gräbern ihrer Anverwandten,
+und legten die Träume als eine Antwort aus. Dass übrigens der Ammondienst
+später dort herrschte, geht aus Procopius hervor, der das eigentliche
+Ammonium unter dem Namen eines doppelten, zwiefachen Augila begreift, und
+sagt, bei beiden seien Heidentempel und Priester gewesen, welche von
+Justinian in Kirchen und Christen umgewandelt worden wären.
+
+Unter den Römern scheint ein Castell zum Schutze der Karawanen in Audjila
+gewesen zu sein; Leo im 15. Jahrhundert will dort noch Schlösser gesehen
+haben, und Pacho spricht auch noch von Backsteinüberresten, welche er aber
+auf libyschen Ursprung zurückführen zu müssen glaubt. Hamilton erwähnt nur
+vieler Topfscherben, ich selbst konnte auch nichts weiter finden, und
+diese können ebenso gut neuesten wie ältesten Datums sein. Dapper kennt
+die Oase im Anfange des 17. Jahrhunderts unter dem Namen Augele.
+
+Wenn von Pacho noch ein unterirdisches Gebäude erwähnt wird, welches er in
+Djalo gesehen haben will, und er auch in seinem Atlas Abbildungen einer
+dort vorgefundenen Säule und eines Steines giebt, so konnte schon Hamilton
+nichts davon entdecken, Beurmann erwähnt die Sache gar nicht, und ich
+selbst konnte auch nichts darüber in Erfahrung bringen, denn auf eigene
+Faust angestellte Nachforschungen führten zu keinem besseren Ergebnisse.
+Indess ist wohl kaum ein Zweifel zu erheben, dass dasselbe existirte.
+
+Die heutigen Bewohner zerfallen in drei Hauptstämme, die Uadjili, sesshaft
+in der Oase Audjila und einem Theile der Oase von Djalo, besonders im
+Hauptorte Lebba, die Modjabra, besonders in Djalo mit ihrem Hauptorte
+l'Areg und die Suaya in Leschkerreh. In Batofl sind die Bewohner gemischt
+von allen drei Stämmen. Von diesen sind die Uadjili libyscher Herkunft,
+reden auch heute noch einen Dialekt des Tamasirht und ist ihre Sprache eng
+verwandt mit der von Rhadames, Sokna, Siuah und dem Targi. Ob die Modjabra
+auch berberischen Ursprungs sind, ist zweifelhaft, sie reden arabisch,
+wollen aber keine Araber sein, die Suaya sind ächte Araber.
+
+Die Zahl der Bewohner ist schwer zu ermitteln; Pacho in den zwanziger
+Jahren giebt sie auf 9-10,000 Einwohner an, und basirt seinen Calcul auf
+3000 waffenfähige Männer. Hamilton giebt für l'Areg allein 4000 Einwohner
+an, von andern Reisenden, welche die Oasen berührt haben, fehlen
+statistische Nachrichten. Nach eigenem Ueberschlage, und auf die Aussage
+der Eingebornen hin, würde ich für Audjila 4000, für Djalo 6000, für
+Leschkerreh 500 und für Batofl 1000 Einwohner annehmen, im Ganzen also
+circa 11-12,000 Einwohner. Im Aeusseren ist zwischen den Berbern und
+Arabern gar kein Unterschied wahrzunehmen, denn die letzten sind hässlich,
+meist mit dicken Lippen und von bräunlichem Teint, was wohl der starken
+Vermischung mit Negerblut zuzuschreiben ist. Ursprünglich von unabhängigem
+und kriegerischem Naturell, haben sie seit 20 Jahren lernen müssen sich
+dem Gesetze zu fügen, und sind jetzt mit allen Umwohnern, welche, wie sie,
+dem osmanischen Reiche unterworfen sind, in Frieden. Die Moralität in den
+Oasen ist keineswegs weit her, wie überall da, wo zu den ohnediess laxen
+Gesetzen des Islam, sich die Leute offen dem Trunke ergeben. Sowohl
+Uadjili wie Modjabra fröhnen dem täglichen, reichlichen Genusse des Lakbi
+(Palmwein), welcher Jahr aus Jahr ein meistens den kleinen männlichen
+Palmen entzapft wird. Daher kommt es denn auch wohl, dass die Heirathen
+als festes Bindemittel zwischen Mann und Frau hier noch leichter gelöst
+werden als es sonst in den meisten mohammedanischen Ländern der Fall ist.
+Hamilton notirte, dass es Männer gäbe, welche 20-30mal hintereinander
+geheirathet hätten, und man sich eine Frau für den billigen Preis von 8
+bis 10 Thalern verschaffen könne. Im Uebrigen sind weder die Modjabra noch
+Uadjili als Diebe, Mörder oder Lügner verschrieen, und die Bewohner der
+anderen beiden kleinen Oasen haben auch einen guten Ruf. Die Modjabra, als
+vorzügliche Handelsleute in der ganzen Wüste bekannt, haben überall
+Credit, sowohl in Aegypten, Bengasi und Tripolis als auch in Uadai, Bornu
+und Haussa. Nebst den Rhadamsern sind sie die kühnsten und weitreisendsten
+Kaufleute, und meist bringen sie, bis Schwäche sie hindert, ihr Leben auf
+ihren langen, gefahrvollen Wegen zu. Die directe Verbindung mit Uadai über
+Kufra und Uadjanga ist ihr Werk, nach Burkhart geschah dies zuerst im
+Jahre 1811 und 1813. Der Verkehr wurde bald sehr bedeutend. 1855 stockte
+indess der Handel mit Uadai gänzlich, da, wie v. Beurmann uns erzählt, in
+jenem Jahre eine von Uadai kommende Karawane, die noch dazu dem Sultan
+dieses Landes gehörte, bei Audjila von maltesischen Kaufleuten überfallen
+und ausgeplündert wurde. Seit zwei Jahren sind die directen Verbindungen
+wieder hergestellt, bei unserer Anwesenheit war gerade eine Karawane aus
+Uadai in Bengasi und eine aus Modjabra-Kaufleuten bestehende wurde
+erwartet.
+
+Die Uadjili beschäftigen sich viel mit Gartenzucht und dem Vermiethen von
+Kameelen, für welche sie in den benachbarten Uadis reichlich Futter
+finden. Ohne sich direct am Handel zu betheiligen, vermitteln sie
+hauptsächlich den Verkehr mit Bengasi und den zunächst liegenden Oasen,
+jeder Erwachsene ist Führer; bis Fesan, Bengasi, zur Syrte und Aegypten
+kennen die Uadjili Schritt und Tritt. Die Suaya von Leschkerreh, noch mehr
+dem Trunke ergeben wie die eben genannten, leben von ihren Palmen und
+Kameelen, ausserdem heimsen sie die Datteln einiger Oasen von Kufra ein,
+da aber jetzt Kufra, ein Oasencomplex, welcher etwa 6 Tagemärsche südlich
+von Batofl liegt, eine feste Besiedlung bekommen hat, so werden diese
+Herbstzüge der Suaya wohl bald aufhören. Seit einiger Zeit hat dort Sidi
+el Mahdi, der Sohn und Nachfolger des unter den Mohammedanern in
+Nordostafrika berühmten Snussi eine Sauya[23] gegründet und auch eine
+Stadt angelegt.
+
+Die Kleidung der Bewohner ist sehr einfach, ein langes Hemd, darüber ein
+Barakan oder Haik, eine fast enge, baumwollene Hose, die aber nur bis auf
+die Waden herabfällt, ein rother oder weisswollener Fes und gelbe
+Pantoffeln ist die gewöhnliche Tracht; Arme gehen meist barhaupt und
+barfuss. Die reichen Modjabra-Kaufleute machen natürlich Luxus und lieben
+es Tripoliner oder Kahiriner Tracht anzulegen. Die Rhadamser Sitte, feine
+Sudan-Toben oder Nube-Hosen zu tragen, herrscht hier nicht. Die Frauen,
+welche unverschleiert gehen, legen meist dunkelblaue Tracht an, haben je
+nach Vermögen schwere silberne oder kupferne Ringe um Knöchel und Arme,
+auch die Finger bestecken sie reichlich mit Ringen, und um den Hals tragen
+sie Bernsteinketten, oft auch goldene. Die meisten tragen ein blaues
+Kattuntuch um den Kopf, und desshalb war auch nicht zu erkennen, welcher
+Mode sie in Beziehung ihrer Haare huldigen.
+
+Vom Liva Bengasi abhängig, werden alle Oasen von einem Mudir regiert, der
+seinen Sitz in Djalo hat, aber meist seine Zeit in Bengasi zubringt.
+Während seiner Abwesenheit regiert jeder Stamm sich selbst, deren haben
+wir in Audjila drei, in l'Areg vierzehn und in Lebba drei, Leschkerreh und
+Batofl haben je einen, ebenso die kleinen Palmdörfer der Oasen. Pacho fand
+bei seiner Anwesenheit in Djalo einen Franzosen als Bei und Herrscher der
+ganzen Oase. Mit der französischen Expedition als Tambour nach Aegypten
+gekommen, war er in türkische Gefangenschaft gerathen, hatte sich durch
+einnehmendes Wesen und Tapferkeit bis zum Officier hinaufgeschwungen und
+war schliesslich von Tripolis aus zum Bei der Oasen ernannt worden. Die
+Bewohner von Djalo erinnerten sich in der That noch des Mamelucken,
+welcher Pacho so viele Aufmerksamkeit erwiesen hatte.
+
+Für die Gerechtigkeit ist ausserdem ein Kadi vorhanden, der seine Stelle
+und Ernennung vom Gouverneur von Bengasi erkaufen muss; der Dienst in den
+Djemmen wird von Tholba und Faki versehen, welche sich selbst durch
+Frömmigkeit und Gelehrsamkeit die Thür zu diesen Plätzen öffnen. Der Orden
+der Snussi hat gleichfalls in Djalo ein Kloster gestiftet, und den
+Bemühungen der Brüder soll es gelungen sein den Leuten etwas mehr Moral
+und Erziehung beizubringen, obgleich das allgemeine und starke Trinken
+noch immer anhält, wie man aus den zahlreich angezapften Palmen ersehen
+kann.
+
+Es versteht sich von selbst, dass die Bewohner eine Steuer zahlen, und
+zwar wird die Palme mit 2½ Piaster besteuert. Es mögen sicher über 200,000
+Palmen insgesammt in den Oasen sein, mehr aber als 100,000 werden
+officiell nicht besteuert. Dies macht also für das türkische Gouvernement
+eine jährliche Einnahme von 250,000 Piaster oder 12,500 Mahbub, oder etwa
+14,000 preussische Thaler. Djalo muss hievon bei weitem das Meiste zahlen,
+obschon die Angabe Hamilton's, Audjila mit etwa 16,000 Dattelbäumen,
+überdoppelt zu niedrig ist, und Djalo allein auch mehr als 100,000 Palmen
+hat. Man denke aber nicht etwa, dass die nicht censirten Palmen nichts zu
+bezahlen haben, gezählt sind sie alle, aber das Geld der nicht
+eingetragenen wandert in die Tasche des Mudirs, der natürlich für seine
+Stelle durch grosse Bakschisch danken muss. Andere Abgaben kommen nicht
+vor, namentlich sind aus den Negerländern kommende Gegenstände, als Federn
+und Elfenbein, hier keinem Zoll unterworfen, sondern erst in Bengasi oder
+Aegypten. Die in der Oase circulirenden Münzsorten sind die von der
+Türkei, doch ist natürlich auch hier der Maria Theresienthaler das
+häufigste grosse Silbergeld.
+
+Im übrigen leben die Bewohner sehr einfach. Gegen ihre ganz
+ausgezeichneten Datteln, schon im Alterthum berühmt, tauschen sie sich das
+ihnen noch nöthige Korn und Vieh ein, und in ihren Gärten ziehen sie
+ausser Weizen, Gerste von ausgezeichneter Güte, Negerhirse, einige Gemüse,
+als rothen Pfeffer, Zwiebeln, Knoblauch, Rüben, Bohnen, Carotten, Malochin
+(Hibiscus esculentus), Auberginen (Solanum melongena), Tomaten, Kürbisse,
+Melonen und Wassermelonen. An Früchten finden sich ausser den vielen
+Dattelsorten, schlechte Pflaumen und verkrüppelte Aepfel, Aprikosen und
+Pfirsiche. Von wildwachsenden Bäumen ist nur der Ethel (Tamarix
+articulata) vorhanden.
+
+Das Thierreich ist wie in allen Oasen schwach vertreten, drei oder vier
+Pferde, kleine Esel, gar kein Rindvieh, eine Anzahl von Ziegen und Schafe
+(Fettschwanz), einige wenige Hunde, ist alles, was an Säugethieren
+vorhanden ist; an Federvieh sind Hühner zahlreich, Tauben wenige
+vorhanden. Wild kommt gar nicht vor, wenn man Springratten, Ratten und
+Mäuse nicht dahin zählen will. Von den Vögeln sind nur Raben, Schwalben,
+kleine Waldtauben und Sperlinge vorhanden, Fische giebt es keine in der
+Quelle, Frösche, Eidechsen, Skorpione, Mistkäfer sind in mässiger Zahl,
+aber Milliardenweise die Fliegen vorhanden. Im Mineralreich verdient nur
+das Salz eine Erwähnung, das, aus den Sebchas gewonnen, mehr als
+hinreichend für den Bedarf der Bewohner ist.
+
+Die Gartenzucht wird in Audjila sehr sorgfältig betrieben, und gewiss mit
+grosser Mühe. In kleine Beete eingetheilt, welche von Dämmen
+eingeschlossen sind, geschieht die Bewässerung durch Brunnen, bei denen
+Sklaven oder Esel thätig sind, das Wasser Tag und Nacht herauszuziehen.
+Diese kleinen Beete zu einem Garten vereinigt, sind dann von Palmhecken
+eingefriedigt, welche zuweilen auch dazu dienen, die Sanddünen abzuhalten.
+Es ist hier ein fortwährendes Ringen mit der Natur, jeder Fleck wird
+benutzt, oft werden sogar die Dünen angegriffen, denn mit Wasser und etwas
+Dünger gedeiht im Lande Alles, was die Bewohner ziehen wollen. Und das
+geht das ganze Jahr durch: ist im März die Gerste und der Weizen
+geschnitten, so wird gleich wieder gedüngt für Sommergemüse, und wenn
+diese gegessen sind, kommen Bohnen, Rüben und Carotten an die Reihe. In
+Djalo ist aber lange nicht solch sorgfältiger Gartenbau, theils liegt es
+wohl daran, weil der Boden bedeutend ungünstiger ist, dann auch, weil die
+Modjábra alle Kaufleute sind, Vermögen haben, mithin ihren Bedarf für Geld
+leicht von Audjila beziehen können. In Leschkerreh ist gar kein Gartenbau,
+hingegen sollen die Bewohner Batofls eben so rührig sein wie die Uadjili.
+
+Die Oase Audjila, nach dem Hauptorte so benannt, welcher fast im Süden und
+hart am Ostrande liegt, hat ausserdem noch die bewohnten Oerter, von
+Norden nach Süden gerechnet folgenden Namens: Masús, Beldjú, Soáni
+Schoáschna, Nekfósch, Nuâra, Duenéhm, Tin-Kersi, Abd-el Metal, Bu-Ssellim,
+Fellri, alle diese Oerter liegen nördlich vom Orte Audjla, westlich davon
+sind Ssellúfa, Tin-Gedért, Bir-Daim, südwestlich Duertállem und südlich
+Bu-Attáf, Márabit und el-Chúschschan. Alle diese ebengenannten Oerter
+bestehen aus Palmhütten, manchmal jedoch auch sind die Wände der Häuser
+aus Stein und Thon. Kein einziges dieser Dörfer dürfte über 20 Familien
+haben.
+
+Wenn die Oase Audjila den Namen vom Hauptorte empfangen hat, so ist dies
+bei Djalo nicht der Fall, es ist dies ein Name, der blos die ganze Oase
+bezeichnet, ohne eine bestimmte Oertlichkeit darin. Die Hauptörter sind
+hier l'Areg und Lebba, beide ungefähr von gleicher Grösse, in Lebba wird
+die Uadjili-Sprache, in l'Areg arabisch gesprochen. Beide liegen dicht bei
+einander in der Richtung von N.-W. nach S.-O. Von ihnen ausgerechnet
+liegen im N.-W. Héri, Schürf, Um-es-Msihd, im N. Halláuin, Drb-el-Bil,
+Lakoschía, Lafan, Hágeba, Hargús, Djémma, Schükoría, Lkúddea, Ssossomíat,
+im W. Síada, _Mhérik_, _Rschada_, Lcharabísch, Lrharbi, Lsoéïat, im S.-W.
+Rhoschiría, im S. Rmla, Lkeböl, im O. _Lebús_, Beráni, Ssafan und Hattía.
+Nur die mit gesperrten Lettern gedruckten haben über zwanzig Familien. In
+den andern beiden Oasen sind nur je ein Ort des gleichen Namens.
+
+Die Sonne schien, als ich am andern Morgen erwachte, schon ins Zelt; mein
+Diener hatte es leise aufgeschnallt, und auf einer Kiste, welche zugleich
+als Tisch diente, fand ich bereits Kaffee und Milch, frisches Brod, Butter
+und Gemüse, die wir seit Bengasi nicht mehr gehabt hatten. Meine Leute
+sassen wartend in der Sonne, reparirten die Sättel, die Säcke, indess der
+alte Mohammed Staui, dessen sich vielleicht Einige erinnern werden, welche
+meinen Aufenthalt in Rhadames verfolgt haben, die Mehl- und Fettvorräthe
+revidirte, und halb englisch, halb arabisch, halb italienisch meinem
+deutschen Diener (einem Bayern), der zugleich alle anderen unter sich
+hatte, auseinander zu setzen suchte, wir würden nächstens Bankerott
+machen, wenn fortgefahren würde den Negern und Kameeltreibern alle Tage so
+reichliche Portionen zu verabreichen. Der alte Staui war noch geiziger
+geworden als er früher schon war, er hätte uns am liebsten mit unseren
+Vorräthen Alle verhungern lassen, mich selbst nicht ausgenommen.
+
+Langsam wurde geladen, langsam wurde aufgebrochen, und langsam zogen wir
+dahin durch die schmucken Palmgärten, es war ein Spazierritt, denn wir
+hatten nur etwa drei Stunden bis zum Orte Audjila selbst. Natürlich
+erregten auch hier die sonderbaren Kisten, und dann hauptsächlich wir
+beiden Deutschen in christlicher Tracht grosses Aufsehen; aber nur
+freundliche Ssalamat wurden uns zu Theil, welche mein bayerischer Diener
+immer ernst mit der Hand auf der Brust erwiederte. Es war fast 11 Uhr
+geworden, als wir dicht bei Audjila waren, und ich dem Staui sagte
+vorauszugehen, um dem Mudir, welcher von Djalo hierher gekommen war, meine
+Ankunft anzuzeigen. Und als wir dann durch die engen Strassen, die gerade
+breit genug waren für ein beladenes Kameel, dahinzogen, kam uns der Mudir
+schon entgegen, begleitet von all seinen Beamten, Dienern und einem
+grossen Tross Neugieriger. Ich war froh, dass er, als die nicht enden
+wollenden Ssalamat vorüber waren, anfing in arabischer Sprache zu
+sprechen, da sonst in der Regel die meisten türkischen Beamten nur ihre
+eigene Sprache reden. Er führte uns dann nach dem Schlosse, welches wohl
+aus dem Grunde nicht bewohnt wurde, weil es ganz baufällig, fast eine
+vollkommene Ruine ist. Zudem hatte der Mudir seinen Wohnsitz nicht darin
+aufgeschlagen, weil keine Harem-Vorrichtung darin ist. Dies Gebäude,
+welches den pomphaften Namen Schloss führte, war früher, als Audjila noch
+unabhängig war, von dem Bei der Oase bewohnt worden. Jetzt konnten wir mit
+Noth aus all den vielen Zimmern eins herausfinden, welches überdacht war
+und wo man ein Unterkommen sich schaffen konnte, natürlich mussten gleich
+die Fensterlöcher und die Thür verstopft und behangen werden, zur Abwehr
+gegen die unzähligen Fliegen, die aber nur durch vollkommene Dunkelheit zu
+verscheuchen sind. Meine Leute campirten im Hofe selbst, da die übrigen
+Zimmer Einsturz drohten, die meisten sogar ganz zusammengefallen waren.
+Gegenüber vom Schloss befindet sich die Djemma, ein insofern interessantes
+Bauwerk, als das ganze Dach aus kleinen Kuppeln besteht von 4-5 Fuss
+Durchmesser auf 8-10 Fuss Höhe. Es ist dies die einzige Kirche im Orte,
+denn die andern sind blos kleine Capellen, in denen Freitags kein Chotba
+gelesen wird. Sonst hat Audjila nichts merkwürdiges, der Ort ist ohne
+Mauern, aber die Häuser selbst bilden nach aussen eine Art Mauer, alle
+Strassen sind gleich eng, Kaufläden giebt es keine, aber Nachmittags
+findet immer eine Art von Dellöl oder Auction statt, wo man kaufen und
+verkaufen kann. Die Bewohner im Orte betrugen sich sehr anständig, nur
+belästigte uns sehr eine weibliche Marábta (Heilige), welche, in
+tausenderlei Fetzen gehüllt, mit Federn geschmückt und mit Ringen und
+Glasperlen behangen, das Haar lang herabhängend mit bunten Bändern darin,
+sich für einen Abkömmling der Rumi (Christen) ausgab und bettelte. Da ich
+anfangs ihr Kauderwälsch nicht verstand und im Glauben sie spotte auf uns
+Christen, sie schon hinausschmeissen lassen wollte, baten die Bewohner des
+Ortes, welche immer zahlreich versammelt waren und sich an ihrem obscönen
+Tanzen und Schreien ergötzten, sie doch gewähren zu lassen, sie sei zwar
+ein Christenkind, habe aber von einem heiligen Manne ein Kind bekommen und
+sei dann besessen worden, ob von guten oder bösen Geistern, das wüssten
+sie nicht, sie sei aber Marábta. Ueberdies sei sie ja eine weitläufige
+Verwandte von mir. Die Marábta fing nun an auf die Mohammedaner zu
+schimpfen, um sich bei uns in Gunst zu setzen, die Uádjili mussten das
+ruhig mit anhören, es war eben eine Heilige für sie. Mit einigen kleinen
+Geschenken für sie und ihr Kind brachten wir sie bald zum Hause hinaus, um
+dieser widerlichen Scene ein Ende zu machen.
+
+Ich blieb nur noch den folgenden Tag in Audjila, um neue Vorräthe zu
+kaufen, da wir uns hier bis zur Jupiter Ammons-Oase verproviantiren
+mussten. Meine Unterhandlungen, um nach Kufra zu kommen, hatten vollkommen
+fehlgeschlagen, zwar wurden mir Kameele zu vermiethen angeboten, aber die
+Hauptsache, ein Führer, war nirgends zu beschaffen. Mir blieb nun blos
+noch die schwache Hoffnung, einen solchen in Djalo zu finden, aber auch
+das erwies sich später als trüglich. Am 15. April Morgens brachen wir
+dahin auf.
+
+Sobald man Audjila verlassen, kommt man gleich auf eine grobkiesige
+Sserir, etwa 20 Meter höher gelegen als die Oase. Wir hielten den
+grossen Karawanenweg, welcher die Oasen verbindet, und dieser läuft
+in 160° Richtung. Ausser einem Wegweiser, Allem es Schrab oder
+Luftspiegelungswegweiser genannt, ist diese öde Fläche eben durch nichts
+als herrliche Fata morgana unterbrochen, welche hier täglich und zu jeder
+Jahreszeit beobachtet werden.
+
+Schon nach zwei Stunden erblickt man das Nordwestende des Palmenwaldes von
+Djalo, Ued el Ftor (Frühstücksthal) genannt, und nach zwei anderen Stunden
+erreicht man den Brunnen Meslíua, und gleich darauf ist man unter den
+Palmen der Oase selbst. Man passirt den Ort Siáda, und dann gerade östlich
+weitergehend, erreicht man, immer von Palmen beschattet, nach einer andern
+Stunde die Hauptörter l'Areg und Lebba. Beim ersten vorbeiziehend,
+schlugen wir unser Lager unter einigen schönen Tamarisken auf, zwischen
+den beiden Orten, welche nur einen halben Kilometer von einander getrennt
+sind. Unser Empfang war aber hier ein ganz anderer als in Audjila, Banden
+von Kindern zogen neben uns her: Christenhunde, ungläubige Schweine, Söhne
+des Teufels, das waren noch die gelindesten Schimpfworte dieser kleinen
+Bengel; unsere mohammedanischen Diener kamen nicht besser weg, für sie
+erfanden sie noch besondere Beinamen, als im Dienste der verhassten
+Nassara stehend. Als sie nun gar anfingen mit Steinen zu werfen, wurden
+meine Diener auch grob, und es hätte durch diese kleinen Taugenichtse zu
+unangenehmen Verwickelungen kommen können, wenn nicht endlich die Eltern
+gekommen wären, um sie wegzutreiben. Um aber ähnliche Scenen zu vermeiden,
+machte ich die Eltern aufmerksam darauf, wie viele Brüder, Väter oder
+Verwandte von ihnen in Aegypten oder Bengasi wären, und dass diese dort
+Alle für meine Sicherheit und selbst für Beleidigungen würden haften
+müssen. Dies hatte den guten Erfolg, dass wir nun ruhig campiren konnten.
+
+Der Mudir in Audjila hatte mir für die bedeutendsten Schichs der beiden
+Oerter Briefe mitgegeben, welche ich gleich bei unserer Ankunft durch den
+Führer hatte abgeben lassen. Gegen Abend kam denn auch Schich Yunes, um
+uns zu begrüssen. Es war derselbe, der zur Zeit Hamiltons in Djalo war,
+und obschon dieser sich eben nicht sehr zufrieden über ihn ausdrückt,
+gefiel mir der Mann recht gut. Ich bot ihm einen Feldstuhl zum Sitzen an,
+er meinte aber, er würde herunterfallen, zog seine gelben Pantoffeln aus
+und setzte sich auf den Teppich. Ohne Zweifel heute der reichste und
+angesehenste unter den Schichs, ging seine Macht aber doch nicht so weit,
+mir einen Führer nach Kufra zu verschaffen, oder fehlte der gute Wille?
+Nach seiner Meinung könne man nach Kufra nur hinkommen, wenn eine Karawane
+nach Uadai abginge, da der Weg nur einigen Wenigen bekannt sei, und diese
+gerade jetzt unterwegs wären. Möglich, dass dem wirklich so war,
+wahrscheinlich aber wollten die Modjabra sowohl, als auch die Uadjili
+keinen Christen dahin führen, um nicht die guten Beziehungen mit Uadai zu
+stören.--Abends schickte Schich Yunes eine grosse Diffa, aus allmächtigen
+Kuskussu-Schüsseln, Basina-Platten und gebackenen Hühnern bestehend; als
+Gegengeschenk schickte ich einige Pfund Pulver, einige Dutzend
+Taschentücher, Kautaback und Zucker. Die beiden Oerter aber, viel reicher
+als Audjila, fanden nicht für gut den Nsrani zu bewirthen; die Uadjili
+hatten uns einen Hammel geschenkt und ein entsprechendes Gegengeschenk
+erhalten.
+
+Die beiden Oerter sind ungefähr von gleicher Grösse, und obschon sie von
+aussen ärmlicher aussahen als Audjila, bedeutend behäbiger im Innern
+gebaut. Die Häuser sind grösser und mit mehr Comfort ausgestattet, die
+Modjábra trinken Thee und Kaffee und bringen sich oft von Kairo oder
+Alexandrien Luxusgegenstände mit, deren Gebrauch der arme Uadjili nicht
+einmal kennt. Jeder Ort hat eine Hauptmoschee, in l'Areg ist sodann noch
+eine grosse Sauya der Snussi, in deren Moschee Freitags auch Chotba
+gelesen wird. Ohne Aussicht, nach Kufra kommen zu können, blieb ich nur
+noch den folgenden Tag in Djalo, weil ich stündlich meinem Firman von
+Konstantinopel entgegensah, und Leute mir gesagt hatten, in Audjila sei
+ein Courier von Bengasi eingetroffen. Unter der Zeit verkaufte ich meinen
+alten Esel; es wäre unmöglich gewesen ihn durch die Rhartdünen und über
+die Gerdoba-Ebene zu bringen, ich hätte denn ein eigenes Kameel für ihn
+halten müssen zum Weitertransport. Und nachdem dann noch Datteln für die
+Kameele waren eingekauft worden, der Courier aber nicht eintraf, sagten
+wir den grünen Oasen der Nasomonen Adieu.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Die libysche Wüste zwischen Djalo und der Oase des Ammon.
+
+
+Heute kommen wir überein, den Theil der Sahara die libysche Wüste zu
+nennen, welcher südlich vom sogenannten libyschen Plateau und nördlich von
+Fur und Kordofan einerseits, andererseits westlich vom Nil und östlich von
+einer Linie gelegen ist, welche man sich von Audjila durch Kufra und
+Uadjanga nach Uadai gezogen denkt. Eigentlich liegt aber zu einer
+besonderen Benennung gar keine Berechtigung vor, da diese Strecke Landes
+sich durch Nichts von der übrigen Sahara zu unterscheiden scheint. Die
+Alten nannten das ganze nördliche Afrika Libyen zum Unterschiede von dem
+im Innern gelegenen Aethiopien, und die specielle Benennung dieses Theiles
+der Wüste als _libysch_, scheint durch die arabischen Geographen
+aufgekommen zu sein, da auch Leo diesen Theil östlich von Audjila als
+Leuata, Lebeta bezeichnet, ein Wort, was von Libyae herkommt.
+
+Und wir können, bis das Innere dieses grossen Raumes erforscht ist, eines
+Raumes von circa 15 Quadratgraden, in den nie ein Europäer gedrungen ist,
+mit Recht diesen Namen beibehalten, um nur überhaupt einen Namen für eine
+so grosse Gegend zu haben, die wir sonst höchstens die östliche Sahara
+nennen könnten. Gewiss ist aber auch in diesem Theile der Wüste die
+grösste Mannigfaltigkeit vorhanden, Berge wechseln mit Sserir, Sanddünen
+mit Hammada, und zwei grosse Oasen sind uns wenigstens dem Namen nach
+bekannt, Kufra und Uadjanga.
+
+Beide sind bewohnt, denn wenn Kufra auch durch tripolitanische Rasien, bis
+vor einigen Jahren der Bevölkerung war beraubt worden (man hatte die
+einheimischen Teda in die Gefangenschaft geschleppt), so hat jetzt Sidi el
+Mahdi, der Sohn Snussis, dort eine Filial-Sauya errichtet, und Neger aus
+Uadai bilden den Kern der Bevölkerung.
+
+Ob sich nun die lange Depression von Bir Ressam an durch Audjila hindurch
+bis nach Siuah, auch südlich hin erstreckt, das wäre gewiss höchst lohnend
+zu erforschen. Würde es der Fall sein, dass die Bodensenkung bis Uadjanga
+reicht; also ungefähr bis zum 22° nördl. B., so liesse sich durch eine
+Durchstechung des Ufers, etwa an der grossen Syrte, eine grosse Umwälzung
+für Afrika hervorrufen. Der ganze Theil südlich, vom sogenannten libyschen
+Plateau, würde dann Binnen-See werden, Audjila, Djalo und Siuah würden
+verschwinden, aber Central-Afrika würde uns dann auf eine Weise zugänglich
+werden, die Nichts zu wünschen übrig lässt. Und was hätte das Verschwinden
+jener kleinen Oasen zu bedeuten, und andere, von grösserer Ausdehnung,
+sind wohl schwerlich vorhanden. Oder sollten in der That, westlich von den
+Uah-Oasen, östlich von Kufra und Uadjanga, grössere Oasen existiren, oder
+gar bevölkerte Oasen dort vorhanden sein, ohne dass wir Kunde davon
+hätten? Wir glauben das nicht. Aber gerade diese Abwesenheit von Oasen,
+dieses Trostlose, diese endlose Einöde berechtigen uns denn auch um so
+mehr, diesen Theil der Sahara speciell zu benennen und zwar mit dem alten
+Worte der libyschen Wüste. Wir durchzogen die Sahara von Westen nach
+Osten, von Norden nach Süden, aber nie durchwandelten wir eine ödere,
+abschreckendere Gegend als die von Uadi nach Bir Tarfaya. Der Weg südlich
+von Fesan bis Kauar ist durch die Gerippe vor Durst verschmachteter
+Negersklaven bezeichnet; aber dies ist nicht hervorgebracht durch
+Brunnenmangel, sondern durch zu knappes Mitnehmen von Wasser, durch
+Entbehrungen und Strapazen aller Art, welche die Sklaven zu erdulden
+haben. Zwischen Tidikelt und Timbuctu wird als verderbend und ohne Wasser
+die Tanesruft erwähnt, und doch beträgt die brunnenlose Strecke nur 5
+Tagemärsche. Es giebt auch wohl in der ganzen übrigen Sahara keine
+Karawanenstrasse, welche eine grössere Brunnenentfernung hätte.
+
+Hier von Batofl nach Süden, hat man erst am siebenten Tage Wasser, und
+geht man von Djalo oder Uadi nach Osten, also nach Siuah, so ist man circa
+45 deutsche Meilen ohne Wasser. Und diese entsetzliche, wasserlose,
+vegetationslose Wüstenstrecke musste jetzt durchzogen werden.
+
+Es war 7 Uhr Morgens, am 17. April, als wir Djalo verliessen, wo das
+Wasser so schlecht und die Leute so unmanierlich und wenig liebenswürdig
+waren. Wir hatten noch mehrere Schläuche zu unseren schon vorhandenen
+gekauft, hatten unsere Mehl- und Dattelvorräthe erneuert, und glaubten so
+den Schrecken der Wüste trotzen zu können. Wir hielten immer N.-O.
+Richtung zu N. und legten im Ganzen an dem Tage sieben Stunden zurück, von
+denen zwei in der Oase Djalo selbst. So hübsch diese von aussen als Ganzes
+sich ausnimmt, so trostlos ist sie im Innern: fast nirgends Gartenbau,
+überall Dünenbildung, die Palmen nur gruppenweise, und fast so viele Lakbi
+träufelnde Palmen als fruchttragende, geben die vielen abgestorbenen
+Stümpfe dieses segenbringenden Baumes eine schlechte Vorstellung von dem
+Betriebseifer der Bewohner.
+
+Man erreicht dann eine Ebene, die aus Kies und grobem Sand besteht, und wo
+zahlreiche Baumstümpfe, jetzt versteinert, und verglaste Holztrümmer auf
+ehemalige Vegetation hindeuten. Diese Ebene ist etwas höher als Audjila
+aber auch noch _unter_ dem Niveau des Meeres. In dieser einförmigen Gegend
+zogen wir nun, immer in der alten Richtung haltend, sieben langweilige
+Stunden dahin, und erreichten dann das Uadi, wo wir Brunnenlöcher fanden.
+Diese haben weiter keinen Namen, sondern werden schlechtweg biur el uadi,
+d.h. Brunnen des Thales genannt.
+
+Das Uadi zieht sich von hier nach Nordost, und einen halben Tagemarsch
+weiter stösst man auf den Brunnen A'gela (Lagheirah), der selbst
+hinwiederum einen halben Tagemarsch östlich vom bewohnten Orte Leschkerreh
+sich befindet. Dieser Ort liegt indess nicht im Uadi. Nach Süden zu geht
+das Uadi bis nach Batofl, welches gewissermaassen seine Oasenbildung der
+unterirdischen Feuchtigkeit des Uadi verdankt. Dies ist reichlich mit
+Wüstengras, Belbel und männlichen Dattelbüschen bestanden. Letztere,
+welche gerade in Blüthe standen, wurden von den Bewohnern Djalos ihrer
+Blumen beraubt, die damit die weiblichen Dattelbäume ihrer Oase
+befruchten. Obgleich das Wasser überall auf 3 bis 5 Fuss Tiefe anzutreffen
+ist, scheint das Uadi nie bewohnt gewesen zu sein, wenigstens sind
+nirgends Spuren von Bauten oder Anpflanzungen übrig geblieben. Es ist dies
+umsomehr zu verwundern, als das Wasser das Beste der ganzen Oasengruppe
+und im Verhältniss so wenig salzhaltig ist, dass nach dem Gebrauche des
+brakischen Wassers von Djalo es fast als süss erscheint.
+
+Wir warfen uns frische Wasserlöcher aus, und schlugen so rasch wie wir
+konnten im Schutze hoher Palmbüsche unsere Zelte auf, denn schon seit
+einigen Stunden verkündete die blutigroth gefärbte Sonne, dass ein
+Samumwind nahe sei.
+
+Kaum war dies geschehen, als denn der heisse Staubwind mit einer solchen
+Heftigkeit zu wehen anfing, wie ich ihn in der Sahara noch nie erlebt
+hatte. In Einem Augenblicke war die Sonne unseren Blicken entzogen und wir
+Alle von einem feinen Staube, der heiss die Haut berührte, umflossen. Es
+war der 17. April Nachmittags, und dieser Gluth-Orkan hielt bis zum 20.
+incl. an, immer mit gleicher Heftigkeit. Allerdings war die Hitze nicht
+sehr gross, da überdies die heisse Jahreszeit noch fern war (höchster
+Wärmepunkt am 19. April Nachmittags 3 Uhr: 33°), auch zeigte das Barometer
+keinen bedeutend niedrigen Stand, aber dafür war der Feuchtigkeitsgehalt
+der Luft durch den alles austrocknenden Wind dermassen gering geworden,
+dass man behaupten konnte, in absolut trockner Luft zu sein. Das
+Hygrometer fiel am 19. und 20. April Nachmittags auf 2° (unter normalen
+Verhältnissen hatte es um diese Zeit in dieser Sahararegion circa 25°, am
+Rande des Meeres 60 bis 70°).
+
+Um uns in dieser Feueratmosphäre zu erhalten, hatten wir bei vollkommener
+Unthätigkeit das Bedürfniss, circa 12 Liter Wasser innerhalb 24 Stunden zu
+trinken, der Körper bedurfte also einer wässrigen Zufuhr, welche gleich
+ist dem gewöhnlichen Blutquantum des Menschen. Ich verstand es nun leicht,
+wie es möglich sein kann, dass _zu Fusse reisende_ Menschen in der Sahara,
+während eines solchen Samumwindes, innerhalb eines halben Tages bei
+Wassermangel verdursten können. Die Trockenheit ist nämlich so gross, dass
+die ganze Feuchtigkeit des Menschen verdunstet: sie _muss_ fortwährend,
+will der Mensch nicht an Austrocknung sterben, durch Wasserzufuhr ersetzt
+werden. Die Verdunstung erfolgt nur durch die Haut und unmerklich. Hieraus
+erklärt sich denn auch, weshalb die _trockne_ Wüstenhitze für den Menschen
+weit leichter zu ertragen ist, als feuchte Wärme. Durch das beständige
+Verdunsten auf der Oberfläche der Haut, unterstützt durch Bewegung der
+Luft wird Kälte erzeugt, Schweissbildung findet nicht statt. In feuchter
+Luft findet keine Hautausdünstung statt, man schwitzt unerträglich und man
+glaubt fortwährend in einem Dampfbade zu sein.
+
+Die Absonderung der Nieren ist bei einem Samum fast ganz aufgehoben, da
+eben die Thätigkeit der Haut diese gewissermaassen ersetzt. Zum Glück für
+uns befanden wir uns während dieses schrecklichen Gebli (Wüstenausdruck
+für Samum) in der Nähe der Wasserlöcher; aber einer der Neger war immer
+beschäftigt, mit den Händen den hineintreibenden Sand hinauszuwerfen, und
+Morgens waren die Löcher immer dem Erdboden gleich durch Sand zugetrieben.
+Die Dürre war am dritten Tage so gross, dass eine Menge Gegenstände von
+selbst barsten, ein Elfenbein-Doppelglas sprang auseinander, ein Spiegel
+durch das dahinter liegende Holz gezwungen, sprang entzwei, alle Uhren,
+sei es nun, dass Staub hineingedrungen war, oder dass die Räderchen sich
+lockerten, standen still. Die innersten Gemächer der Koffer waren von
+feinem Staube durchdrungen, und alle Essvorräthe wurden während dieser
+Zeit so mit Sand und Schmutz untermischt, als ob man sie absichtlich darin
+herumgezogen hätte.
+
+An Reinmachen, Waschen des Körpers oder an Kochen war natürlich während
+dieser Zeit nicht zu denken. Ich verzichtete ebenfalls darauf, mein Bett
+oder meine Decken ausstäuben zu lassen, denn kaum war dies geschehen, als
+unmittelbar nachher Sand und Staub von neuem eindrangen. Wir waren zu
+vollkommener Unthätigkeit verdammt.
+
+Am 20. April sprang der Wind nach N.-W. um, wehte aber den ganzen Tag über
+mit gleicher orkanartiger Heftigkeit, erst am Abend sahen wir, nachdem wir
+drei volle Tage in einer Sandwolke gelebt hatten, den Himmel wieder.
+
+Aber jetzt, wo wir wieder sehen konnten, wurden wir erst eines anderen
+Unfalls gewahr: mein Reitkameel war entlaufen. Wie es Sitte ist bei einem
+solchen Samum, hatten wir gleich beim Beginn des Sturmes die Kameele
+niederknieen gemacht und die Vorderfüsse, um das Aufstehen zu verhindern,
+durch Stricke zusammengeschnürt. Wahrscheinlich waren diese nicht mehr gut
+gewesen, das Kameel hatte sie zerrissen und natürlich das Weite gesucht.
+
+Obgleich wenig Hoffnung vorhanden war, das Kameel wieder einzufangen,
+welches natürlich in der Richtung des Windes gegangen sein musste, so
+brach am anderen Tage der Führer auf, um in Djalo, Audjila und Leschkerreh
+Erkundigungen einzuziehen. Da hiermit mehrere Tage hingingen, so wurde
+Ali, einer der Neger, zurückgeschickt, um noch mehr Datteln und Mehl zu
+kaufen, und um einen anderen Führer zu miethen, da es sich immer mehr
+herausstellte, dass der in Bengasi engagirte nicht wegtüchtig sei. Wir
+hatten von hier an eine der wasserlosesten Wüstenstrecke zu durchziehen,
+welche wegen der Rhartdünen, wo der Wind den Bergen bald diese Form, bald
+jene giebt, der tüchtigste Führer nothwendig war. Nachdem ein solcher, der
+von den Schichs der Oase war empfohlen worden, gefunden, dann alle
+Haverien ausgebessert waren, traten wir am 25. April unsere Weiterreise
+an[24].
+
+Wir marschirten am selben Tage nur 3½ Stunde weit in 50° Richtung. Gerade
+während unseres Aufbruchs traf eine Karawane von der Ammons-Oase ein,
+welche den fürchterlichen Sturm am Tarfaya-Brunnen überstanden hatte, aber
+wenig glücklicher als wir, da dieser ein sehr bitteres Wasser hat. Wir
+lagerten Abends an einer niedrigen Hügelkette Gor Msúan genannt.
+
+Der darauf folgende Tag zeichnete sich durch Nichts aus, die Richtung
+blieb dieselbe; aber ein vierstündiger Marsch brachte uns dann mittelst
+des Fum er Rhart in die eigentliche Dünen-Region. Dieses Sandmeer ist nach
+Süden zu vollkommen unbekannt, nach Norden erstreckt es sich circa einen
+Tagemarsch weit. Die Sandberge erreichen eine Höhe von 100-150' sind aber
+nicht ganz ohne alle Vegetation, so hat man namentlich viel Had und
+Mischab. Ueberall stösst man aber auch hier auf Gerippe von Menschen und
+Thieren, und namentlich zeigte uns unser neuer Führer, mit dem wir sehr
+gut zufrieden waren, einen Platz, auf dem 40 Menschengerippe, von vielen
+anderen Thierknochen untermischt, lagen; eine Karawane, die durch die
+Unkenntniss unseres eben entlassenen Dieners Hammed, während eines Samum
+verirrt und verschmachtet war. Er allein, Hammed, hatte die Kraft gehabt
+von hier Uadi zu erreichen. Auch am 27. April waren wir immer noch mit dem
+Durchwaten der Rhart-Dünen beschäftigt, die denselben Charakter behielten,
+manchmal aber eigenthümliche kraterartige Vertiefung zeigten[25]. Wir
+lagerten Abends in der Gerdobia und stiessen hier wieder auf eine von der
+Jupiter-Ammons-Oase kommenden Karawane. Diese gab uns nun zuerst die
+Nachricht, dass man dort von der Ankunft eines Christen unterrichtet sei,
+die ganze Oase sei in Aufregung gewesen, als von Kairo ein Bote mit einem
+viceköniglichen Briefe eingetroffen, woraus man ersehen, von Tripolis käme
+ein Christ, um der Oase einen Besuch abzustatten.
+
+Die Gerdobia ist übrigens durch Nichts von den Rhartdünen unterschieden,
+nur verlässt man dieselben hier, da der Sand in gleicher Richtung von West
+nach Ost weiter streicht, wir aber in nordöstlicher Linie ziehend, hier
+das Ende des Sandmeeres erreicht hatten. So kamen wir denn auch am
+folgenden Tage nach einem zweistündigen Marsche mittelst des Fum er Rhart
+schirgi auf die Sserir Gerdoba. Von hier an hatten wir nun immer im Süden
+von uns den Nordrand der Sanddünen, im Norden aber, sehr weit entfernt von
+uns, den Südrand des sogenannten libyschen Wüstenplateaus. Die Gerdoba ist
+eine Tiefebene, die ebenfalls unter dem Spiegel des Meeres, und mit
+kleinen verwitterten, gebräunten Kalksteinchen überschüttet ist. Sie ist
+ohne alle Vegetation und hat zahlreiche _Zeugen_. Diese Ebene zeichnet
+sich übrigens gleichfalls, wie die eben passirten Rhart-Dünen durch
+Brunnenlosigkeit aus, und so wie die Sandgegend, ist dieser feste Boden
+mit Gebeinen von Todten übersäet. So passirten wir am 29. April, wo wir
+ebenfalls immer östliche Richtung hielten, das Grab der 7. Modjabra und
+etwas weiter eine Oertlichkeit, die einen Namen von 70 dort
+verschmachteten Sklaven hatte.
+
+Nach einem sechstägigen Marsche erreichten wir denn endlich einen Brunnen
+bir Tarfaya. Aber welch ein Wasser! Der Geschmack desselben war ähnlich,
+als ob man Glaubersalz und Bittersalz darin aufgelöst hätte, und die
+Wirkung war eine nicht minder drastische. Aber was war zu thun, nach dem
+sechstägigen Marsche war unser Wasservorrath vom Uadi auf, und vor der
+Ammons-Oase war auf kein eigentliches Süsswasser zu rechnen. Wir schlugen
+also Lager und suchten es uns so bequem wie möglich zu machen. Die Gegend
+war aber äusserst trostlos, das Plateau zu fern, um irgendwie durch seine
+steilabfallenden Ufer etwas Abwechslung zu bieten, und selbst die nahen
+Sanddünen langweiliger anzusehen als sonst in ihrem ewigen Einerlei.
+
+Mein guter Humor war aber bald wieder hergestellt, die Leute hatten noch
+einen Schlauch entdeckt mit Wasser vom Uadi, und da sie freiwillig auf
+dasselbe verzichteten, konnten wenigstens ich und mein deutscher Diener
+noch für einige Zeit schwelgen. Der alte Staui und die übrigen Diener
+fanden das Tarfaya-Wasser auch sehr wirksam, nahmen jedoch die Folgen
+davon mit so fröhlicher Geduld auf, dass sie lachend erklärten, es wäre
+jetzt viel bequemer für sie sans culottes zu gehen, da sie dann der Mühe
+überhoben seien, fortwährend ihre Inexpressibles auszuziehen. Fortwährend
+ohne Uhr, da sämmtliche Kinder Nürnbergs beim letzten Sandsturm unwohl
+geworden waren, konnte ich die genaue Zeit nur nach einer Sonnenuhr
+bemessen. Eine solche hatte ich aufgestellt und in meinem Zelte auf dem
+Feldbette liegend, rief ich Bernhard (dem baierischen Gefährten): "Seien
+Sie so gut und sehen Sie die Zeit ab."--Er kam dann nach einer Weile mit
+der Uhr in der Hand: "Då schauns selber nåch, å Bieruhr kenn i schon, åber
+då kenn i mich nit aus." Er war dann ob meines Lachens zuerst so verdutzt,
+dass er gar nicht verstand, dass eine Sonnenuhr nur während des
+Sonnenscheines zeigt. So hatten wir auch trotz der vielen Mühen und
+Entbehrungen, welche die libysche Wüste mehr als jeder andere Theil der
+Sahara im Gefolge hatte, manche heitere Augenblicke. Eine grosse
+Annehmlichkeit war die Anwesenheit Bernhards, der, als ein gebildeter,
+bescheidener Mensch, rasch die Eigenthümlichkeiten und Sitten unserer halb
+rohen Diener erkannt hatte, und sich mit Leichtigkeit in alle Verhältnisse
+zu schicken wusste.
+
+Mit dem Brunnen Tarfaya hat die eigentliche Sahara nach Osten und Norden
+ihr Ende, denn bis zum Orte Siuah, hat man von hier eine ununterbrochene
+Hattieh und das im Norden sich hinziehende Plateau bietet wenigstens zur
+Winterzeit guten Weideboden. Unmittelbar im Süden erstrecken sich die
+Sanddünen, welche nur Fortsetzung der Rhart-Dünen sind. Rechnet man nun
+den Brunnen Tarfaya als äusserste Grenze der ehemaligen Oase des
+Jupiter-Ammon, so heben sich damit auch alle Widersprüche über Entfernung
+vom alten Ammonium bis Audjila oder Fesan, und selbst die mancher neueren
+Reisenden, welche die Grenzen Siuahs auf diese Art unbestimmt gelassen
+haben. Von Tarfaya an stösst man aber auf menschliche Bauwerke, die sich
+meistens als Gräber in die steile Felswand des Plateaus hineingearbeitet,
+kennzeichnen. Es ist also wohl anzunehmen, dass im Alterthume auch diese
+Partie schon bewohnt war.
+
+Um den Brunnen selbst findet sich nur die Alanda-Staude, die zwar von den
+Kameelen abgeweidet wird, aber deren sie doch bald überdrüssig werden, wie
+immer einer Pflanze, wenn sie nur _einzeln_ vorhanden ist. Der Boden
+selbst ist gypsig und kalkig. Ganz in der Nähe befindet sich ein
+ausgedehntes Salzlager, Gart el milha genannt, wo ein Sebcha von einer
+Salzkruste bedeckt ist, welche manchmal 3-4" Dicke hat. Es ist
+wahrscheinlich von dieser Oertlichkeit, von wo im Alterthume das
+hochberühmte ammonische Salz gewonnen wurde, welches die Priester des
+Ammon-Tempels als besonders weiss und gut hochstehenden Persönlichkeiten
+zum Geschenke machten, und womit sie nebenbei Handel trieben.
+
+Verfolgt man nun weiter die Oase nach Osten[26], so kommt man unmittelbar
+darauf in reichere Vegetation: Domrahn, Had, Alanda und später einzelne
+Palmbüsche. Ebenso wird die Gegend reicher an Fossilien, Seesterne,
+Pectineen, Ostreen bedecken manchmal den Boden so dicht, als ob man sie
+absichtlich hergeschüttet hätte. Der Boden ist sehr abwechselnd, Sand,
+Sebcha, Kalk, Kies wechselt mit einander, aber überall ist Vegetation. Man
+erreicht dann die Oase Faradga, d.h. einen circa 4 Stunden langen, ½
+Stunde breiten See, der südlich vom Plateau liegt. An und in diesem
+Plateau hat Sidi Snussi seine berühmte Sauya gegründet, die den Namen
+Sarabub erhalten hat. Heutzutage residirt als Chef dieser religiösen
+Brüderschaft sein ältester Sohn, Sidi el Mahdi in Sarabub. Ich habe früher
+an anderer Stelle Gelegenheit gehabt, über die Bedeutung dieses Ordens zu
+sprechen, und brannte natürlich vor Begier den Chef selbst und namentlich
+das Kloster, von dem wir, am Südende der Oase, an einer Oertlichkeit
+Namens Hoëssa lagernd, nur circa 2 Stunden entfernt waren, kennen zu
+lernen. Höchst wahrscheinlich hat Sidi Snussi zu seinem ersten Wohnsitze
+alte Katakomben gewählt, wo ihm die geheimen unterirdischen Gänge zu
+seinen Betrügereien gut zu Statten kamen. Wunder, wie man sie zur Zeit
+Jesu Christi erzählte, passiren hier denn auch noch alle Tage, und werden
+mit derselben Leichtgläubigkeit, und mit derselben Vergrösserung von den
+heutigen Bewohnern colportirt. So lassen Sidi el Mahdi und vordem sein
+Vater das Essen für die zahlreichen Verehrer und Pilger vom Himmel
+herabsteigen, und obschon sich in der Umgegend von Sarabub keine Aecker
+und Felder befinden, sind die Speicher und Vorrathskammern immerwährend
+gefüllt. So trinkt Sidi el Mahdi das schönste Süsswasser, obwohl der
+Faradga-See vor der Thür der Sauya gelegen, vollkommen untrinkbares Wasser
+hat. Blinde, Lahme werden täglich geheilt, ja nach den Aussagen der
+frommen Verehrer Snussis sollen auch zahlreiche ehemalige Christen, jetzt
+durchs allmächtige Gebet des Snussi zum Islam bekehrt, sich in der Sauya
+aufhalten.
+
+Ich war höchst traurig, dass mein Führer, der selbst zum Orden der Snussi
+gehörte, sich weigerte mich zu begleiten, und allein, ich gestehe es
+offen, wagte ich in dies Wespennest von semitischer Unduldsamkeit nicht
+einzudringen. So lagerten wir traurig beim Sebcha Hoëssa, freilich im
+Schatten von hohen Palmbüschen, aber die Wasserlöcher, die wir gruben,
+gaben zwar bei 1½' ein reichliches klares Wasser, aber so bitter, dass wir
+es kaum zum Kochen unseres Abendessens benutzen konnten. Wie anders,
+dachte ich dann, unter den Palmen liegend, war es einst hier, wo die
+Gesittung der Aegypter, der Griechen und Römer herrschte. Wo man
+Religionskriege nicht kannte, und anders Denkende höchstens mit dem Namen
+"Barbaren" belegte. Zu meiner Beschämung musste ich dann aber gestehen,
+dass von den drei semitischen Religionen, die durch ihre Unduldsamkeit,
+durch ihren Glaubenseifer soviel Unheil und soviel Blutvergiessen über die
+Menschheit gebracht haben, ich meine das Judenthum, Christenthum und der
+Mohamedanismus, gerade das Christenthum sich am meisten durch Fanatismus
+und Hass gegen anders Denkende ausgezeichnet hat. Wer vermöchte alle die
+Opfer zu zählen, welche die christliche Liebe zur Ehre Gottes bei
+Katholiken und Protestanten schon gefordert hat, und wenn heutzutage auch
+nicht mehr gefoltert, verbrannt und gesiedet wird, wer zählt die
+moralischen Opfer, welche unsere Religion der Liebe und Duldsamkeit noch
+täglich fordert.
+
+Ich stand also ab nach Sarabub zu pilgern, aber wie leid that es mir, als
+ich später von den Freunden Sidi el Mahdi's in Siuah erfuhr, er würde es
+hoch aufgenommen haben, falls ich zu ihm gekommen wäre, auf alle Fälle
+würde ich nichts zu fürchten gehabt haben. Es scheint also fast, dass der
+Fanatismus der Snussi abgenommen hat, wie denn auch die Chuan Snussis in
+der Ammons-Oase mich recht freundlich aufnahmen.
+
+Man hat nun weiterreisend[27], eine Reihe von Seen zur Seite, die sich
+alle durch ihr tiefblaues Wasser, welches äusserst salzig ist,
+auszeichnen. Der bedeutendste davon ist der el Araschieh mit einer Insel
+in der Mitte. Da nirgends Boote vorhanden sind, überdies der den See
+umgebende Boden Sebchabildung hat, so hat Niemand bis jetzt diese kleine
+Felsinsel erreichen können. Dafür ist sie natürlich für die Bewohner
+Siuahs der Aufenthaltsort von Djenun (Geistern), die hier eins der
+Schwerter Mohammeds bewachen. Bei Gaigab stösst man auf die ersten
+Palmenwälder, deren Früchte von den Bewohnern Siuahs geerntet werden. Die
+Gegend wird nun immer reicher und die überall in den Felswänden sich
+befindenden Gräber zeugen von der ehemaligen starken Bevölkerung.
+
+Von Gaigab geht der Weg nun ganz nach Süd-Süd-Ost um, man passirt
+zahlreiche Engpässe und erreicht dann den Schiata-See. Alle diese Seen
+sind ohne Fische, weil das Wasser zu salzig ist, aber entbehren doch nicht
+jeden Lebens. Eigenthümlich ist, dass die oft ins Wasser langenden hohen
+Sanddünen nicht vermocht haben, sie mit Sand zu überschütten, und gewiss
+ein guter Beweis, dass der Canal von Suez nichts von Versandung zu
+fürchten hat, denn wie gering ist die Sandanhäufung längs des Canals im
+Vergleich zu den hohen Dünen der libyschen Wüste. In dem
+Tamariskengebüsch, im Schilfe des Sees waren zahlreiche fast zahme
+Vögelchen, auch sahen wir hier die ersten Schwalben.
+
+Die Gegend behielt denselben Charakter bis Maragi, wo wir auf die ersten
+menschlichen Wohnungen und Gärten stiessen. Beim Maragi-See ist auch eine
+Filiale der Snussi und eine sehr gute Süsswasserquelle, von der wir aber
+als anders Gläubige am Abend, wo wir dort campirten, nicht profitiren
+durften.
+
+Am 6. Mai, dem letzten Tage unserer Reise zur Oase des Jupiter-Ammon,
+brachen wir früh um 6 Uhr auf, wir hatten im Ganzen nur noch 6 Stunden.
+Zahlreiche Leute, beladene Esel kamen uns entgegen, und als wir von weitem
+den grünen Palmwald erblickten, wurde Halt gemacht.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Die Jupiter Ammons-Oase.
+
+
+So waren wir denn in der eigentlichen Oase angekommen, und lagerten bei
+den hohen Trümmern der Burg Masra[28]; der vierstündige Marsch hatte
+Menschen und Thiere so ermattet, dass diese, welche überdies in den
+letzten Tagen guten Weideboden gehabt hatten, sich ruhig zwischen die
+Agolbüsche[29] legten, die Diener aber alle im Schatten des Thurmes
+schliefen. Doch war die Hitze so gross, dass Alle von Schweiss trieften,
+und die nackten Neger wie lackirt aussahen. Ich selbst hatte mein Zelt
+derart schlagen lassen, dass es nur Schatten warf, der Luftzug aber
+überall frei unten durchstreichen konnte. Obgleich wir vom Hauptorte Siuah
+nur noch einige Stunden entfernt waren, und es hoch aus den Palmen östlich
+von uns emporragen sahen, hatte ich es doch für nöthig gefunden, hier um
+10 Uhr zu lagern, da das Thermometer um jene Zeit schon 30 Grad angab: wir
+mussten gielen, wie die Araber sagen, d.h. die heisse Zeit vorüber gehen
+lassen.
+
+Aber immer noch unsicher, wie man mich im Hauptorte aufnehmen würde,
+schickte ich den alten Staui gleich weiter, und diensteifrig wie er
+jederzeit war, machte er sich auch gleich auf den Weg. Er hatte den
+Auftrag meine Ankunft anzuzeigen, Einkäufe zu machen und um Quartier zu
+bitten. Mit seiner Doppelflinte auf dem Rücken, sonst pflegte er sie nie
+zu tragen aus Bequemlichkeit, die Schuhe in der Hand, um sie nicht
+abzunutzen, ging er von dannen, und versprach dicht vor Siuah der Karawane
+entgegen zu kommen. Der Führer deutete ihm noch genau den Weg an, was sehr
+nothwendig war, da Staui bei Tag nur halb, bei Nacht aber fast gar nichts
+sah; er wollte dies zwar nie zugeben, aber es war so auffällig, dass er es
+manchmal eingestehen musste, er meinte dann zwar immer, es sei
+ausnahmsweise auffallend dunkel.
+
+Man hatte von diesem Punkte eine umfassende Aussicht, gerade östlich von
+uns waren die merkwürdigen Berge Amelal und Djari, mit steilen senkrecht
+aufsteigenden Wänden, weiterhin etwas zu Süden Siuah und in der Ferne
+Agermi, ganz im Süden Agolweiden, welche allmählich mit Sebcha[30] und
+Dünen verschwammen, und im Westen war endlose Wüste. Von dem Berge Amelal,
+der eine Stunde von unserem Lagerplatze entfernt zu sein schien, thürmten
+sich Dünen auf, sie schienen bis an seinen Fuss zu gehen. Da sie hoch
+waren, beschloss ich sie zu ersteigen, denn die Hitze war im Zelte trotz
+des Luftzuges so unerträglich geworden, dass es kaum in der Sonne
+schlimmer sein konnte.
+
+Gedacht, gethan! Ich rief meinem Landsmann, das Zelt zu hüten und zu
+wachen, und ging gerade auf die Dünen los, von denen eine etwa eine
+Viertelstunde breite Agolweide mich trennte. So rasch als es die Hitze
+erlaubte, zog ich von dannen, hatte bald den Sand erreicht, und war nach
+einigen Minuten oben. Aber welch überraschender Anblick bot sich mir: zu
+meinen Füssen fielen die Dünen, die nur einen schmalen Kamm bildeten, fast
+steil ab, und die lieblichsten Gärten, das saftigste Grün lag wie ein
+kleines Paradies vor mir. Nicht etwa Palmen, von diesen war hier keine
+einzige vorhanden, meist waren es Oelbäume, aber von solch wundervoll
+frischem Grün, dass ich sie Anfangs für Myrten hielt. Murmelnde Bäche
+zogen sich zwischen den Gärten hindurch, freilich nicht breit und
+schnellfliessend, aber überall hin Segen spendend, und kräftig genug, um
+auch im Hochsommer Alles frisch und ewig jung zu erhalten. Die Gärten der
+Glückseligen! dachte ich, und vollkommen konnte ich mir das Entzücken der
+Krieger Macedoniens mitdenken, als Alexander sie nach dem beschwerlichen
+Wüstenmarsch zu diesen reizenden Gefilden führte. In Nordwest verloren
+sich die Gärten in Agolweiden, im Osten waren Sebcha, dahinter Palmen,
+ebenso im Südwesten. Am Fusse des Amelal war eine mit Salz bedeckte
+Sebcha, wie eine Insel schien dieser merkwürdige Berg daraus
+hervorzuragen.
+
+Ich war unentschlossen, was ich thun sollte, nur von einem Diener
+begleitet, der meine Doppelflinte trug, hatte ich ausserdem nur einen
+Revolver bei mir, und konnte natürlich nicht wissen, wie mich die Besitzer
+der Gärten, welche meiner Meinung nach zu Siuah gehören mussten, empfangen
+würden. Aber altes Gemäuer, welches ich inmitten der Gärten aus dem
+Gebüsch hervorlugen sah, entschied; ich ging rasch hinab, und köstlich
+balsamische Lüfte, kühlender Schatten unter grossblättrigen Feigenbäumen,
+waren mein erster Lohn. Ueber Gräben hinwegsetzend, in denen reichlich
+klares Wasser rieselte, durch üppige Klee- und Kornfelder, alle natürlich
+im Schatten der dichtlaubigen Feigen, Apricosen, Granaten und Oliven,
+dahineilend, waren wir bald in der Nähe der Ruinen. Hier lag unter einem
+Gerüste, welches zum Trocknen von Früchten diente, und nur aus vier
+Pfählen und einem Strohdache bestand, im kühlen Schatten ein Mann,
+offenbar der Besitzer des Gartens und der Ruine. "Allah iaunik, Gott helfe
+Dir," rief ich ihm zu, absichtlich vermeidend ihm ein Ssalam zu geben, da
+fanatische Mohammedaner von Christen nicht gerne ein Ssalam entgegen
+nehmen. Diese Vorsicht wäre indess nicht nöthig gewesen. Mit einem "Allah
+slemtik, grüss Dich Gott," war er auf den Beinen, und nachdem die
+hergebrachten Begrüssungen nun endlich vorüber waren, und wir uns
+gegenseitig wenigstens zehnmal versichert hatten, dass wir Gottlob beide
+gesund wären, sagte er: "also Du bist der Christ oder dessen Diener, den
+wir erwarten." Letzteres sollte offenbar eine Anspielung auf meine Tracht
+sein, die allerdings sehr einfach war: leinene Hosen, Hemd, Hut und
+Stiefeln. Und nach seinen und aller Leute in Siuah Begriffen, musste der
+Christ, welcher ihnen durch Ismael Pascha so dringend war empfohlen
+worden, ein furchtbar mächtiger und reicher Christ sein, also schöne
+Kleider, schöne Zelte, schöne Pferde und viele Diener haben. Als ich ihm
+sagte, ich sei es allerdings, schien er etwas enttäuscht zu sein. Ich
+sagte ihm dann, dass mein Zelt, mein Diener und Kameele hinter den Dünen
+wären, und als auf seine fernere Frage, ob die Kameele mein Eigenthum
+wären, dies bejaht wurde, schien ich wieder in seiner Achtung zu steigen.
+
+"Nun sei willkommen," sagte er, "und trinke zuerst von unserem gesegneten
+Wasser." Er holte dann selbst aus einem antiken Stein eine Kumme mit
+Wasser, setzte sie an seinen Mund, und nachdem er getrunken, reichte er
+sie mir. Das war ein köstlicher Trunk, süss und kalt. "Omar," rief er
+dann, "bring Datteln von den gequetschten!" Gleich darauf kam ein kleiner
+kränklich aussehender Knabe, sein Sohn, mit einem Strohteller voll
+Datteln. Obgleich ich erst gefrühstückt hatte, musste ich doch, so wollte
+es die Sitte, einige Mundvoll Dattelteig essen; mein Neger Bu Bekr langte
+desto besser zu. Erst nachdem ich gegessen, fing er dann an zu fragen: wo
+ich herkomme, was ich wolle, warum ich hier in den Garten gekommen, warum
+der Vicekönig meinetwillen nach Siuah geschrieben habe etc. Nachdem ich
+seine übrigens ganz natürliche Neugier befriedigt hatte, dachte auch ich
+Recht zum Fragen zu haben, und erfuhr nun zuerst, dass ich hier im Ort
+Chamisa sei, dass sie Siuahner seien, aber ausser Abstammung und Sprache
+nichts mit ihnen zu thun haben, dass noch sieben andere Familien in
+Chamisa wohnten, und sie in allem mit Sklaven 43 Männer zählen, mit
+Frauen, Sklavinnen und Kindern aber etwa 100 Bewohner ausmachten.
+
+Ich erfuhr nun jetzt erst, dass der Ort, wo wir lagerten, Masra heisse
+(mein Führer, der des Weges kundig war, wusste in der Oase selbst gar
+nicht Bescheid, und hatte die Ruine zuerst Bled el Rum, dann Amudeïn
+genannt), und nun fragte ich nach dem unter dem Namen Bled el Rum[31]
+bekannten dorischen Tempel, dessen bei Browne, Hornemann, Caillaud,
+Hammilton u.a. gedacht wird. Sehr freundlich erbot er sich, mich selbst
+nach den Ruinen Bled el Rum hinzuführen. In nordwestlicher Richtung durch
+die Gärten fortgehend, und überall auch von den anderen Grundherren
+freundlich aufgenommen, rief er ihnen nur im Vorbeigehen zu: "Das ist er,
+er ist endlich gekommen," und schien ordentlich stolz zu sein mir als
+Führer zu dienen. "Wir erwarteten Dich alle Tage," fügte er hinzu, "aber
+ich konnte nicht denken, dass Du unseren Ort zuerst besuchen würdest." Auf
+meine Frage, ob die Siuahner mich gut empfangen würden, sagte er: "wenn
+sie wüssten, Du wärest hier, würden sie schon herausgekommen sein, um Dich
+zu holen, denn unser Herr (Sidina oder Effendina, diesen Titel gaben die
+Eingebornen dem Vicekönig von Aegypten) hat ihnen mit einer Extra-Abgabe
+gedroht, wenn Dir das Geringste in ihrem Gebiete zustosse." Nun glaubte
+ich in dieser Beziehung ganz ruhig sein zu können, denn der Mann hatte ja
+kein Interesse mich zu täuschen. Wir hatten bald das Ende der Gärten
+erreicht, deren Vegetation überall gleich üppig war, und nach einer
+kleinen Stunde zwischen Agolkraut und dann Sebcha, sahen wir am Fusse des
+Gebirges Bled el Rum vor uns. Dies waren die Reste wirklich, welche zuerst
+von Browne unter dem Namen eines dorischen Tempels bekannt wurden, und von
+allen anderen Reisenden ebenso beschrieben worden sind. Nur St. John macht
+hiervon eine Ausnahme, und sagt: die Ruine von Bled el Rum ist eine
+Nachahmung des Tempels von Umma beida; damit hält er es doch wohl offenbar
+für ein ägyptisches Bauwerk, was es auch in der That ist. Denn es ist wohl
+kaum anzunehmen, dass in der Jupiter Ammonsoase die Griechen zu einer so
+frühen Zeit gewesen sind, wo bei ihnen der Tempelbau gänzlich ohne Säulen
+geschah, jedenfalls würde man den Pronaos wohl mit zwei Säulen geschmückt
+haben. Hier aber ist das nicht der Fall. Nicht nur, dass überhaupt der
+ganze Tempel massenhafte Mauern fasst, ist er unverhältnissmässig lang,
+zeigt eine andere Abtheilung mit grossem Eingang und zwei seitlichen
+Fenstern (diesen Theil kann man als Pronaos bezeichnen), dann eine hintere
+lange Kammer durch eine Wand mit Thür von der vordern getrennt. Der ganze
+hintere Theil aber, die Cella ist zerstört bis auf den ersten an den
+Pronaos stossenden Theil. Das ganze Gebäude ist über 60' auf 15', wie man
+aus den Umrissen erkennen kann. Hammilton, der drei Abtheilungen erkannt
+haben will, und auch die äusseren Mauern als rein dorisch angiebt, hat
+andere Zahlenverhältnisse; worauf er dieselben basirt, konnte ich nicht
+herausfinden. Nur die Höhe von 18' und einigen Zollen, und die Breite der
+deckenden Steine am Eingange des inneren Zimmers, von einer Wand zur
+anderen, wie die in Umma beida, stimmen mit den meinigen. Von diesen
+colossalen Decksteinen, welche das glatte Dach des Tempels bildeten,
+liegen nur noch zwei. Es unterliegt nach dieser Beschreibung also wohl
+keinem Zweifel, dass der Tempel Bled el Rum ägyptischer Herkunft ist.
+Hieroglyphen oder sonstige Inschriften waren nirgends zu entdecken, sollen
+auch, wie mein Begleiter mir sagte, nie dort gefunden worden sein.
+
+Nachdem wir eine Zeit lang im Schatten der Deckquadern gerastet hatten,
+traten wir den Rückweg an, ohne von den zahlreichen Katakomben, welche in
+den Felswänden sich befinden, eine zu besichtigen. Dieselben sind ohne
+Verzierungen und ganz leer. Unser Weg ging wieder zu den Gärten, brachte
+uns diesmal zur Hauptquelle, welche inmitten der Gärten von Chamisa liegt,
+und sprudelnd aus der Erde wie alle die andern auch, hervor fliesst. Von
+einem runden aus Quadern aufgeführten Gemäuer umgeben, hat sie fünf gleich
+starke Abflüsse, um nach verschiedenen Richtungen hin die Gärten zu
+durchwässern. Dem Geschmacke nach war das Wasser vollkommen süss, und
+hatte wahrscheinlich, ich hatte leider kein Thermometer bei mir, dieselbe
+Temperatur wie die andern Quellen. Früher müssen die Gärten bedeutend
+umfangreicher gewesen sein, wahrscheinlich waren die umgebenden Agolfelder
+und die Sebcha bis Bled el Rum alle Gartenland. Aber ohne Frage ist dies
+der fruchtbarste Theil der ganzen Oase, nur hier gedeihen Orangen und
+Limonen, in langen Guirlanden rankt der Wein von Baum zu Baum wie in
+Norditalien, Oliven, Feigenbäume, Granatbüsche, Quitten und Aepfel (diese
+kleiner und verkrüppelter Art), Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen und
+Mandelbäume bilden ein ununterbrochenes Laubdickicht.
+
+Wir waren bald bei der Behausung meines Mannes wieder angekommen, und ich
+bat nun mir seine Wohnung zu zeigen, was er auch mit Bereitwilligkeit
+that; aber der grosse längliche Bau, dessen Mauern noch circa 6 Fuss hoch
+aus der Erde ragten, aus regelmässig behauenen Steinen aufgeführt, bot im
+Innern nichts als eine bequeme Benutzung der Räumlichkeit, welche durch
+andere Thonwände und Laubscheiden in Zimmer, Höfe und Stallung für Vieh
+eingerichtet waren. Der Eingang schien auf der langen Seite gewesen zu
+sein, welche gegen Süden gerichtet war, denn hier fand man sie in der
+Mitte durchbrochen, alle andern Seiten zeigten keine Spur eines Einganges,
+sondern das ursprüngliche Gemäuer. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass ein
+derartiges Gebäude eine Privatwohnung war, aber auch ein Tempel dürfte es
+schwerlich gewesen sein, vielmehr ein anderes öffentliches Gebäude oder
+ein Schutzwerk dieser vorgeschobenen Gärten.
+
+Da ich gar nichts bei mir hatte, was ich dem guten Manne, der mich so
+freundlich geführt hatte, hätte bieten können, so forderte ich ihn auf,
+uns zu unsern Zelten zu begleiten, was er auch bereitwilligst that. Mein
+Führer aber war bei unserer Rückkehr gar nicht zufrieden, dass ich ohne
+ihn nach Chamisa gegangen war, wie er auch früher schon nicht wollte, dass
+Staui vorausgeschickt wurde, sondern selbst gern Bote gewesen wäre. Er
+glaubte, mich als ein willenloses Werkzeug in seiner Hand zu haben, wollte
+den Beschützer herausbeissen, und das um so mehr, je mehr wir uns dem
+gefürchteten Orte näherten. Unterwegs hatte ich mich allen seinen
+Anordnungen gefügt, aber ihm jetzt gezeigt, dass er weiter nichts als
+Wegweiser sei, und ich seiner Rathschläge und seiner Vermittelung mit den
+Eingebornen nicht bedürfe. Reichlich beschenkt, half unser neuer Freund
+aus Chamisa unsere Kameele laden, und um 4 Uhr Nachmittags, als es schon
+anfing kühler zu werden, nahmen wir Abschied von ihm und setzten uns in
+Bewegung.
+
+Der Weg führte abwechselnd durch Grasbüschel, Agolkraut und Sebcha, und
+südöstliche Richtung haltend, hatten wir links einen glänzenden
+Salzspiegel. Nach einer Stunde ging dieser in ein offenes Wasserbecken
+über, von zahlreichen Enten und Gänsen belebt, und wir selbst befanden uns
+jetzt zwischen niedrigem Palmgebüsch, aus dem allmählich hohe und schlanke
+Palmen wurden, und bald sahen wir uns auf gleicher Höhe mit den Gärten.
+Wir hatten im Ganzen nur zwei Stunden bis Siuah, von denen die erste
+Stunde in S.-O., die letzte in O.-N. zu machen. Als wir uns aber der Stadt
+so weit genähert hatten, dass wir unter den Wällen die Leute mit blossem
+Auge erkennen konnten, liess ich halten. Es kam mir verdächtig vor, dass
+Staui, der einen vierstündigen Vorsprung hatte, nicht zurückgekehrt war,
+um uns einzuholen. Wir befanden uns in einer sandigen Ebene, wo hie und da
+hohe Palmen, hie und da Palmbüsche standen; da wo wir hielten, konnten wir
+den ganzen Ort sehen und gesehen werden. Als aber nach abermaligen 10
+Minuten Niemand aus dem Orte kam, gingen wir etwas seitwärts zu einer
+Gruppe hübscher Bäume, liessen die Kameele knieen, abladen und schlugen
+Zelte. Und nachdem dies geschehen war, hiess ich den Führer in die Stadt
+gehen, um die Ursache zu erfragen, warum Staui nicht zurückgekommen sei.
+
+Leute, welche von aussen kamen und zur Stadt gingen, andere die nach der
+Bearbeitung der Gärten herauskamen, gingen bei uns vorüber, ohne irgend
+etwas zu sagen. All dies kam mir so sonderbar vor, dass ich schon zu
+fürchten anfing, die fanatische Partei hätte vielleicht die Oberhand
+bekommen und es durchgesetzt, mir den Aufenthalt in Siuah zu verbieten,
+wie das wiederholt mit früheren Reisenden der Fall gewesen war. Es
+dunkelte schon als der Führer zurückkam; mit Angst und Zagen war er
+hingegangen, freudestrahlenden Antlitzes kam er zurück: der Gatroner und
+er seien sehr gut empfangen worden, sagte er, und ersterer sei schon
+längst aus der Stadt zurückgekehrt, müsse sich aber wohl seiner
+Halbblindheit wegen verlaufen haben, die Schichs, fügte er hinzu, würden
+es gerne sehen, wenn Du noch diesen Abend zur Stadt kämest. Das ging nun
+freilich nicht mehr, es war zu dunkel, um zu packen, überdies war es 8 Uhr
+Abends geworden.
+
+Ich lag schon auf meinem Feldbette und wollte gerade das Licht auslöschen,
+da es 10 Uhr Abends geworden war, als ich Pferdegetrappel hörte und lautes
+Rufen von Menschen. Aufspringen und mit dem Revolver aus dem Zelte
+stürzen, war eins, aber im selben Augenblicke kam auch schon der Führer
+auf mich zugelaufen und rief: "Alle Schichs kommen, um Dich zu begrüssen."
+Gleich darauf waren sie denn auch vor den Zelten und drängten sich am
+Eingange des meinigen zusammen. Dasselbe konnte höchstens drei Personen
+fassen, weil Bett und Kisten fast den ganzen Raum einnahmen. Ein junger
+Schich, kaum 18 Jahre alt, kam zuerst herein und nahm unaufgefordert Platz
+(ich merkte daraus gleich, dass er einer der vornehmsten Persönlichkeiten
+von Siuah sein musste), zwei andere ältere folgten und setzten sich ihm
+gegenüber, während die andern sich vors Zelt hockten, wohin Teppiche
+gelegt waren. Die drei im Zelte befindlichen Schichs waren reich gekleidet
+mit Kahiriner Stoffen, namentlich hatte der junge Schich Hammed die
+neuesten Seidenstoffe mit echter Goldverzierung an. Nachdem wie gewöhnlich
+die Ssalamat und Begrüssungen recht lange gedauert hatten, riefen alle ein
+Willkommen; dann zog Schich Hammed einen Brief aus den Falten seines
+Turbans und ihn mir reichend, sagte er: "Mein Bruder Omar (dies ist
+gegenwärtig der mächtigste der Schichs von Siuah, und auch der am besten
+in Kairo angeschriebene), erster Schich der Lifaya, hat, nachdem er lange
+auf Dich gewartet hat, abreisen müssen, nun hat er diesen Brief für Dich
+zurückgelassen und mir befohlen (bei den Mohammedanern gehorcht, sobald
+der Vater todt ist, der jüngere dem älteren Bruder) Dir Gastfreundschaft
+zu erzeigen. Ich habe nicht bis morgen warten wollen, und als die andern
+Schichs erfuhren, ich sei aufgebrochen, Dich zu begrüssen, wurden sie
+eifersüchtig und sind mitgekommen, wenn sie aber nichts gemerkt hätten,
+wären sie sicher nicht gekommen." Ein grosser Lärm entstand, die andern
+riefen "Lügner, wir wollten den Christen zuerst besuchen, und Du hast Dich
+uns angeschlossen." Im Augenblick sah ich, dass die alte Feindschaft
+zwischen Lifaya und Rharbyin noch immer existire. Ich beschwichtigte
+rasch, indem ich dankte und sagte, Alle wären mir gleich willkommen; "Gott
+allein sieht in Eure Herzen," fügte ich hinzu, "und nur Er weiss, wessen
+Herz weiss oder schwarz ist." Ich hatte glücklich so die Rivalität
+gedämpft, obgleich sich die Rharbyin gedemüthigt fühlten, als nun Schich
+Hammeds Diener ein fettes Schaf, einen grossen Korb voll Reis, einen Sack
+mit Datteln und Zwiebeln hereinbrachte, und hinzufügte, dies sei sein und
+seines Bruders Gastgabe. Ich dankte für die Aufmerksamkeit, und suchte
+dann eine allgemeine Unterhaltung in Gang zu bringen. Die Schichs fingen
+an sich zu entschuldigen wegen ihres Benehmens gegen Hamilton, und
+versuchten namentlich, und auch wohl nicht mit Unrecht, alle Schuld auf
+die Lifaya zu schieben. Hammed sagte dann vor Zorn erröthend: "Die Zeiten
+sind heut anders, wir haben den Vapor (Eisenbahn) und Eisendraht (Ssilk,
+so bezeichnet man den Telegraph) in Aegypten kennen gelernt. Wenn vor 10
+Jahren unsere Väter in Aegypten das gesehen hätten, was wir jetzt sehen,
+so wäre alles das nicht vorgefallen, aber ma scha Allah kan, was Gott will
+geschieht," schloss er mit des Propheten Worten.
+
+Endlich sagte ich der Versammlung (man hatte schon Kaffee genommen und
+sass wenigstens eine Stunde), ich sei müde und wünsche zu schlafen. Die
+Schichs erhoben sich nun auch sogleich, sagten aber, sie würden draussen
+bei meinem Zelte schlafen, denn sie seien für mich verantwortlich, deshalb
+hätten sie auch gleich ihre Teppiche mitgebracht. Ich sah jetzt erst, dass
+jeder einen Teppich bei sich hatte. Auf mein Erwiedern, dass ich dies
+nicht leiden würde, sondern vollkommen auf den guten Sinn der Siuahner
+vertraue, wollten sie nicht hören, erst auf meine Erklärung, dass, falls
+sie zu bleiben bestünden, ich aufpacken und meinen Lagerplatz weiter
+zurück verlegen würde, zogen sie von dannen, mit dem Versprechen, mich am
+folgenden Morgen feierlichst einzuholen.
+
+Und so kam es denn auch; am andern Morgen ganz früh waren Alle wieder da
+und noch viele Neugierige mit ihnen. Nach schnellem Packen ging es dann
+vorwärts nach Siuah, zwei Schichs voraus zu Pferde (in der ganzen Oase
+sind nur 4 oder 5 Pferde), dann ich und mein bayerischer Diener je zu
+Kameel, endlich die andern Kameele mit siuahnischen Eseln von ihren
+Eigenthümern geritten und Fussleute, und gewiss alle Kinder des Ortes.
+Auch der alte Staui hatte sich Morgens wieder eingefunden, in seiner
+Blindheit war er im Dunkeln vom Wege gekommen, und der arme Teufel hatte
+die ganze Nacht ohne Nahrung am Fusse einer Palme zubringen müssen, bis in
+der Früh ihm Siuahner den Weg zu unserm Lagerplatz zeigten. Natürlich
+wurde viel Pulver verbrannt, und meine Diener machten mit ihren
+Doppelflinten und Revolvern auch nicht wenig Lärm. So gings zwischen den
+beiden Anhöhen durch, von denen die eine terrassenförmig bis oben mit
+Häusern bebaut ist und den Lifaya gehört, indessen die andere, dicht
+westsüdwestlich von diesem gelegen und am Fusse bebaut, von den Rharbyin
+bewohnt ist. Dann nach Norden biegend, erreichten wir das Kasr oder
+Schloss, welches die Wohnung des Mudir, Rathhaus und Gefängniss für ganz
+Siuah ist. Hier wurden wir einquartiert, und da der Mudir gerade in
+Alexandrien war, uns die ganze obere Etage, welche gute und luftige Zimmer
+hatte, zur Verfügung gestellt. Während wir noch mit unserer Einrichtung
+beschäftigt waren, kam denn auch der Kahdi, aber ich merkte, dass sein
+Besuch ein vollkommen erzwungener war, jedenfalls nicht aus freiem
+Antriebe erfolgte, ich kürzte denselben denn auch so rasch wie möglich ab,
+froh endlich einige Augenblicke Ruhe zu haben.
+
+Also war ich da in dieser hochberühmten Oase, welche zu sehen ich mich
+schon lange gesehnt hatte, diesen geheimnissvollen Fleck, der die Ursache
+so vieler Opfer gewesen war, welcher so reiche geschichtliche Erinnerungen
+wach rief. Noch vor 6 Monaten in der Hauptstadt der Intelligenz unserer
+Zeit, befand ich mich jetzt an dem Orte, wo vor mehr als 2000 Jahren die
+damals bekannte Welt sich Raths erholte, an der Stelle, wo der grösste
+Krieger seiner Zeit sich "Sohn des Zeus" anreden hörte! Oft glaubte ich zu
+träumen, aber ein Blick aus meinem Fenster auf die unzähligen Katakomben
+sagte mir dann, Alles ist Wahrheit, Du bist wirklich an der heiligen
+Stätte des Jupiter Ammon. Da vor Dir sind die stummen Zeugen, welche die
+Reste derer beherbergten, auf deren Worte Könige und Völker lauschten,
+während jetzt ihre Knochen, von rohen Barbaren umhergeschleudert, in der
+Sonne bleichen, und langsam durch den ewigen Kreislauf aller Dinge sich
+auflösen, um in die ewige Natur zurückzukehren.
+
+Die Gründung des ammonischen Orakels geht bis in die vorgeschichtliche
+Zeit zurück, die ältesten Nachrichten darüber finden wir bei Herodot.
+Diodor und Curtius geben uns eine ausführliche Beschreibung der schon
+bestehenden Oertlichkeiten, und in der neuesten Zeit finden wir in O.
+Parthey's trefflicher Abhandlung über die Jupiter Ammons-Oase Alles
+erschöpfend niedergelegt, was Ursprung, Bedeutung, Geschichte des Orakels
+und des ehemals und jetzt dort lebenden Volkes anbetrifft. Demnach steht
+es nun unzweifelhaft fest, dass sowohl die Stadt Ammon[32], als auch die
+Ruinen des Orakels ägyptischen Ursprungs sind. Wie früh überhaupt der Ruf
+des Orakels verbreitet war, geht daraus hervor, dass Krösus von Lydien
+sich dort Raths erholte, Cambyses wollte das Königreich der Ammonier
+zerstören, aber sein ganzes Heer wurde durch Wassermangel und heisse
+Landstürme aufgerieben. Erst durch den berühmten Zug Alexanders wurde die
+Lage des Orakelortes und die örtliche Gestaltung desselben ans Tageslicht
+gezogen, denn selbst Herodot weiss über die Lage noch nichts Bestimmtes
+anzugeben.
+
+Wir wissen schon von den Alten, und durch die neuesten Reisenden ist dies
+bestätigt, dass es in der Oase zwei Tempel des Jupiters Ammon gab, von
+denen der eine grössere unmittelbar neben der Akropolis selbst stand, der
+andere kleine nicht fern von jenem neben dem Sonnenquell in einem
+Palmhaine gelegen sein soll. Obgleich nun schon Minutoli die äussere Mauer
+des grossen Tempels in Agermi bemerkt hatte, sie aber, weil er nicht ins
+Innere dringen konnte, für blosses Mauerwerk hielt, namentlich Hirt darauf
+aufmerksam machte, dass Umma beida nur der kleine Ammonstempel sein könne
+(dagegen fälschlich den grossen nach Siuah hin verlegt haben wollte), so
+hielten doch alle neuern Reisenden von Browne bis auf St. John den Umma
+beida-Tempel für den grossen. Erst Hamilton machte zuerst die wichtige
+Entdeckung des grossen Tempels in Agermi, der alten Akropolis, indem es
+ihm gelang, in das Innere selbst hineinzudringen. Hamilton hält nun zwar
+das Gebäude selbst für die Akropolis, allein schon aus seiner eigenen
+Beschreibung geht hervor, dass wir es mit einem Tempel zu thun haben. Nach
+ihm der erste Europäer, der Siuah wieder besuchte, kann ich, was derselbe
+über die Grossartigkeit dieser Baulichkeit sagte, nur bestätigen, und
+glücklicher wie er, konnte ich wenigstens die Copien von einigen
+Hieroglyphen mit heim bringen. Schmutz, Rauch, Dunkelheit des ganzen
+Raumes, und namentlich die Durchbauung des ganzen Tempels mit Häusern
+verdeckten zwar die Hauptsache, oft war auch sogar eine Colonne
+absichtlich zerstört, indem man die erhabenen Hieroglyphen abgehauen oder
+die Bilder verkalkt hatte, indess konnte unser berühmter Aegyptolog
+Brugsch aus den ihm vorgelegten Abzeichnungen erkennen, "dass die Texte in
+altägyptischer Schrift abgefasst sind, dass sie sich auf eine Reihe
+männlicher Gottheiten beziehen, die, nach den erhaltenen Kronen zu
+urtheilen, Ammon und den widderköpfigen Harschaf, den Arsaphes der
+Griechen, darstellten, dass endlich die Texte Reden jener Gottheiten
+enthalten, die sich an einen Gott wenden, welcher Ur-testu, das ist
+Grosser der Völker, genannt wird. Dies Epitheton beweist, dass der König
+ein nicht einheimischer war, sondern einer fremden Dynastie angehören
+musste." Der Name der Oertlichkeit scheint leider nicht genannt,
+wenigstens war Brugsch nicht im Stande etwas daraus zu erkennen, so dass
+die Frage über die altägyptische Benennung des Tempels immer noch eine
+offene bleibt. Hoffentlich gelingt es mit Unterstützung der ägyptischen
+Regierung einem späteren Forscher die Bewohner, welche sich ihre Häuser in
+den Tempel gebaut haben, zu vermögen, dieselben zu verkaufen und
+abzubrechen, bei dem jetzigen guten Geiste der Bevölkerung würde dies ohne
+Zweifel mit einigen Geldopfern zu bewerkstelligen sein.
+
+Was das Bildniss des Ammon anbetrifft, so liegen darüber abweichende
+Berichte vor; nach Curtius brachten die Macedonier die Nachricht zurück,
+es gleiche einem Nabel ringsum mit Smaragden und Edelsteinen besetzt. Es
+wurde in Procession von Priestern in einem vergoldeten Schiffchen
+herumgetragen. Silberne, an beiden Seiten herabhängende Schellen
+klingelten, und alte Weiber und Jungfrauen sangen herkömmliche Weisen
+dazu. Diodor, ohne des Nabels zu erwähnen, macht dieselbe Beschreibung wie
+Curtius, Arrian sieht das als Fabel an, er weiss, dass der Jupiter Ammon
+als widderköpfig abgebildet wird. Auffallend ist nun aber, dass nach den
+neuesten Forschungen der ägyptische Ammon nie widderköpfig abgebildet
+wird, sondern Knepf oder Chnubis. Jedenfalls ist wohl anzunehmen, dass das
+Bild anders im Allerheiligsten des Tempels, wohin nur die geweihten
+Priester dringen durften, dargestellt wurde, als wie man es ausserhalb dem
+grossen Publikum zeigte. Alexander trug nach seinem Besuche bei Ammon
+häufig als Helmschmuck Widderhörner, und auch derartige Münzen liegen vor.
+Möglich, dass Alexander, da er im Allerheiligsten war, das wirkliche
+Ammonsbild zu sehen bekam. Chnubis, Knepf und Ammon werden übrigens nach
+Brugsch häufig verwechselt. Im kleinen Tempel von Umma beida findet sich
+ein grosser Marmorblock, der auf allen vier Seiten einen grossen
+menschlichen Kopf mit Widderhörnern zeigt. Dies kann möglicherweise der
+Sockel gewesen sein, auf dem die Statue des Jupiter Ammon stand. Der Kopf
+selbst, eine scheussliche Fratze von Doppelmenschen-Grösse, soll wohl kein
+eigentliches Bild des Ammon sein, hat aber jedenfalls Bezug darauf. Das
+Widderhorn und der Widder mussten überhaupt bei den alten Ammoniern eine
+grosse Rolle spielen, Beweis davon der kleine in Bab el medina, eine
+Stunde südwestlich von Siuah, gefundene Marmorwidder, jetzt in Berlin auf
+dem Museum.
+
+Wenn wir zur Zeit Alexanders das Ammonsorakel den grössten Ruhm geniessen
+sahen, so dass es sich mit denen von Delphi und Dodona in jeder Beziehung
+messen konnte, so bemerken wir andererseits, dass es zur Zeit Christi nur
+noch wenig mehr cultivirt wurde. Die Römer scheinen überhaupt nie grosse
+Vorliebe für dieses Orakel gehabt zu haben. Wir finden, namentlich durch
+die griechischen Bewohner Cyrenaica's gestiftet, verschiedene dem Ammon
+gewidmete Tempel auf der Nordküste von Afrika, ebenso auch in Griechenland
+selbst, aber in Italien wird uns von einem solchen nichts überliefert.
+
+Mit der Christianisirung von ganz Nordafrika hörten die Ammonstempel in
+der Oase auch auf heidnische Gotteshäuser zu sein, wahrscheinlich wurden
+sie in Kirchen umgewandelt. Zur Zeit des Christenthums in Afrika, wurde
+Siuah[33], wie die anderen Oasen (Uah) als Verbannungsort benutzt, und als
+im 7. Jahrhundert die Araber über Nordafrika sich ergossen, fiel es dem
+mohammedanischen Cultus anheim.
+
+Die Nachrichten der arabischen Schriftsteller Edrisi, Abu'l Feda, Ebn el
+Wardi und Jakuti sind sehr vage, sie führen den Ort unter der Benennung
+Santariat auf, wenn aber Ritter meint, dass erst Wansleb im Jahre 1664
+zuerst den Namen Siwah als gehört aufgebracht habe, so finden wir diese
+Benennung neben Santariat auch schon bei Makrisi erwähnt. Heute ist jede
+Erinnerung an Jupiter Ammon bei dem Volke verschwunden, nicht so die von
+Alexander und Santariat. Der letzte Name Santariat, findet sich in alten
+in der Oase aufbewahrten Deftas[34], und als ich Umma beida besuchte,
+sagten mir unaufgefordert meine Begleiter, dass dieses Gebäude von
+Iskender (Alexander), demselben der Skendria[35] gegründet, erbaut wäre.
+Wenn wir nun auch wissen, dass Alexander beide Tempel schon erbaut
+vorfand, so geht doch daraus hervor, dass eine Erinnerung an ihn sich von
+Generation zu Generation fortgepflanzt hat.
+
+Politisch war seit den ältesten Zeiten die Oase wohl immer in einer Art
+von Abhängigkeit von Aegypten. Ob Herkules zum Ammon gekommen, sowie
+Semiramis, ist nicht festzustellen. Sicher ist aber, dass die Vertreibung
+der Juden aus dem Lande der Pharaonen mit auf Rath des Ammon geschah, und
+dann bieten geschichtliche Anhaltspunkte: der Zug des Kambyses und
+Alexanders, Lysanders und Hannibals Rathfrage, der Besuch Kato des
+Jüngeren u.a. Nach Herodot unter eigenen Königen, dann den Persern
+unterworfen, beugten die Ammonier sich freiwillig vor den Macedoniern.
+Unter den Ptolemäern und Römern scheinen sie ein mildes Joch gehabt zu
+haben, und die Könige der Ammonier, unter denen wir wohl die Oberpriester
+des Tempels verstehen müssen, genossen schon ihrer grossen Heiligkeit
+wegen einer gewissen Berücksichtigung. Plinius rechnet das Orakel zu
+Cyrenaica, und geographisch zählt Hierokles die Ammons-Oase zu den sechs
+Städten Libyens, während Lukan und Silius Italicus den Tempel als einen
+Tempel der Garamanten bezeichnen; andere noch rechneten die Oase zum
+Gebiete der südlich von Cyrenaica hausenden Asbysten.
+
+Die Ammonier scheinen freiwillige Abgaben gegeben zu haben, so wissen wir,
+dass zur Zeit der persischen Herrschaft die Perserkönige nur ammonisches
+Salz, das im Alterthum hochberühmt war, auf ihrer Tafel duldeten, und dass
+dies nebst dem Wasser des Nils einen Theil des Tributs ausmachte.
+
+Im Jahre 1150 für immer dem Koran anheim gefallen, blieb die Oase dennoch
+unabhängig, bis Mehemed Ali 1819 dieselbe unterwerfen liess, und seit der
+Zeit unter Beibehaltung seiner Schichs der Ort einen jährlichen Tribut an
+Aegypten zahlen musste. Nicht zufrieden damit, empörten sich die Bewohner
+zu wiederholten Malen, versetzten aber im Jahre 1853 ihrer
+Quasiunabhängigkeit den Todesstoss durch die schlechte Behandlung, welche
+sie dem englischen Reisenden Hamilton widerfahren liessen. Gleich darauf
+von Said-Pascha mit einer Soldatenmacht überzogen und durch eine
+ausserordentliche Abgabe gebrandschatzt, ist Siuah seit der Zeit
+integrirender Theil Aegyptens und bildet jetzt ein Mudirat, mit
+Beibehaltung der eigenen Schichs, die indess nur Familienangelegenheiten
+zu ordnen haben.
+
+Uns Europäern wurde die Oase zuerst durch Browne wieder entdeckt im Jahre
+1792, und sechs Jahre später war es ein Deutscher Namens Hornemann,
+welcher durch die Mittel der afrikanischen Gesellschaft von London, mit
+Unterstützung Napoleons, der zu der Zeit in Aegypten war, die berühmte
+Oase erreichte. Belzoni, der ungefähr zwanzig Jahre später reiste, und
+zwischen 1815 und 1819 die kleinen Oasen westlich vom Nil besuchte, ist
+nie in Siuah gewesen. Er glaubte in dem Brunnen der Oase El Kasr den
+Sonnenquell entdeckt zu haben, der im Alterthum seiner abwechselnden
+Temperatur wegen bekannt war, und den Belzoni bei der Quelle El Kasrs
+wahrzunehmen glaubte. Quellen, die ein solches Täuschungsgefühl
+hervorrufen, giebt es fast in allen Oasen der Wüste, am bekanntesten ist
+ausser der Sonnenquelle die grosse Quelle von Rhadames. Erst 1819
+erreichte Butin, ein französischer Officier, Siuah, entging mit genauer
+Noth dem Tode, um ihn bald nachher in Syrien zu finden, wo er ermordet
+wurde. Gegen Ende desselben Jahres kam Cailliaud nach der Oase, er durfte
+Umma beida besuchen und constatirte zuerst die tiefe Lage des Thales.
+
+Als dann im selben Jahre Mehemet Ali Siuah durch Schamaschirgi Bei
+unterwerfen liess, begleiteten diesen der französische Generalconsul
+Dovretti von Alexandria, ausserdem der Ingenieur Linaud de Bellefonds,
+Ricci und der Maler Frediani. Von einer Truppe von 1500 bis 2000 Mann
+unterstützt, kann man sich denken, dass sie Alles besichtigen konnten,
+dennoch kamen sie nicht in den grossen Tempel von Agermi; ungehindert aber
+konnten sie Umma beida, Amudeïn, Bled el Rum und den See Araschich
+besichtigen, Jomard hat ausführliche Beschreibungen davon gegeben.
+
+Minutoli besuchte im Auftrage des Königs von Preussen die Oase im
+folgenden Jahre, und erreichte, da er sich einer guten Aufnahme zu
+erfreuen hatte, die besten Resultate, seine Ansichten von Agermi und Siuah
+sind noch heute so ähnlich, als ob die beiden Oerter sich gar nicht
+verändert hätten. Minutolis Begleiter, Ehrenberg Hemprich u.a. fanden
+aber, da der General inzwischen zurückgekehrt war, so schlechte Aufnahme
+bei den Einwohnern, dass sie nichts ausrichten konnten. Erst 1847 wurde
+die Jupiter Ammons-Oase dem Publikum wieder ins Gedächtniss gerufen durch
+die Reise des Engländers Bayle St. John von Aegypten aus, der mit einigen
+Gefährten die Oase besuchte, aber auch mit grossen Widerwärtigkeiten zu
+kämpfen hatte, hervorgerufen durch den glühenden Hass und Fanatismus der
+Eingebornen gegen jeden Europäer. Hamilton endlich war es 1853 vorbehalten
+den grossen Tempel des Jupiter Ammon zu entdecken, obwohl er in demselben
+nur die Königsburg zu erkennen glaubte. Obgleich im Anfange mit Kugeln
+empfangen und lange Zeit gefangen, konnte er nachher unter dem Schutze
+ägyptischer Soldaten frei umhergehen, und alles Interessante untersuchen.
+Seit seiner Zeit ist den Europäern die Oase geöffnet; denn durch eine
+Extracontribution, durch Soldateneinquartierung, und durch die Bestellung
+eines Mudirs, wurde der Trotz der Eingebornen gebrochen. Und wenn Hamilton
+fühlte und sagte, dass seine Leiden und Entbehrungen zukünftigen Reisenden
+die Thore von Siuah öffnen würden, so hatte er vollkommen Recht, nicht nur
+ist er der Wiederentdecker des grossen Tempels des Jupiter Ammon, sondern
+auch der Schlüssel zur Oase für die späteren Reisenden gewesen.
+
+Die Lage des Ortes Siuah bestimmte Browne zu 29° 12' und einigen Sekunden
+nördl. Br., die Länge zu 24° 54' östl. v. Gr. Cailliaud giebt dieselbe zu
+29° 12' 20" nördl. Br. und 23° 46' östl. L. v. P. an. Auf der
+Petermann'schen zehnblättrigen Karte finden wir gleiche Maasse, ebenso auf
+der Karte, welche der Partheyschen Abhandlung über die Jupiter Ammons-Oase
+beigegeben ist. Ehrenberg auf seiner Karte verlegt es 29° 30' nördl. Br.
+und circa 26° 15' östl. L. v. G. Gruoc bestimmt die Breite des Umma
+beida-Tempels 29° 9' 52" nördl. Br., Pacho auf seiner seinem Werke
+Cyrenaique etc. beigegebenen Karte hat 29° 12' und einige Sekunden n. Br.
+und circa 23° 50' östl. L. v. P. Auf der Minutolis Atlas beigegebenen
+Karte finden wir gleiche Lage, wie bei Cailliaud angegeben, Kiepert
+endlich hat 29° und einige Minuten nördl. Br. und circa 43° 50' östl. L.
+F.[36] Da alle diese und noch viele andere nur auf die Bestimmungen von
+Browne und Cailliaud fussen, die Petermann-Hassensteinsche[37] Karte aber
+diese Lage durch Itinerare unterstützt, so müssen wir, bis anderweitige
+Messungen ein anderes Resultat ergeben sollten, uns an diese halten. Alle
+weichen ja auch nur wenig von einander ab. Was die Höhe des Ortes
+betrifft, so haben darüber die Alten schon Andeutungen gegeben.
+Aristoteles sagt mit klaren Worten, dass die Oase des Jupiter Ammon tiefer
+gelegen sei als Unterägypten, andere Schriftsteller, wie Eratosthenes von
+Cyrene und Strabo, erkennen, dass die ganze Gegend von Jupiter Ammon unter
+dem Meere gewesen sein müsse. Erst in der Neuzeit fand Angelot, ein
+französischer Geolog, aus dem von Cailliaud beobachteten hohen
+Barometerstand, dass die Oase circa 33 Meter tiefer als das
+mittelländische Meer liege. Meine eigenen, auf 23 zu verschiedenen
+Tageszeiten angestellten Barometerbeobachtungen fussenden Messungen
+ergeben für Siuah eine mittlere Tiefe von 52 Meter.
+
+Die Oase gehört also zu der grossen nordafrikanischen Einsenkung, welche
+sich ohne Unterbrechung von der grossen Syrte bis nach Aegypten hinzieht.
+Die Grösse der Oase variirt sehr, so dass man, wenn man nicht verschiedene
+Gesichtspunkte berücksichtigt, auf die grössten Widersprüche zu stossen
+glaubt. Schon im Alterthum herrschte darüber Verwirrung. Browne giebt die
+Länge der Oase auf sechs engl. Meilen (2½ St.), die Breite auf 4½ bis 5
+engl. Meilen (circa 2 St.) an. Minutoli rechnet die Länge des fruchtbaren
+Terrains auf über 2 deutsche Meilen, die Breite beträgt nach ihm nie über
+½ Meile. St. John giebt dem fruchtbaren Lande eine Länge von 5 engl.
+Meilen, eine Breite von 3-4 Meilen. Das ganze Oasenthal von Muley Yus bis
+Edras Amelal ist nach ihm 15 bis 17 engl. Meilen lang. Die Sache liegt
+einfach so, dass wir annähernd genau die Länge der Oase bestimmen, aber
+die Breite ohne wirkliche Messung nicht einmal schätzen können. Diese ist
+nämlich, was das fruchtbare Terrain anbetrifft, wie in allen
+langgestreckten Oasen so verschieden, oft nur einige Schritte breit, oft
+zwei Kilometer, dass, wollte man eine durchschnittliche Breite angeben,
+man sich ein ganz falsches Bild von der Oase machen würde. Dazu kommt
+noch, dass man zur Oase ebenso gut den ersten Anfang von Vegetation,
+welcher schon beim Brunnen Tarfaya beginnt, und weit im Osten von Siuah
+als Hattieh sich fortsetzt, rechnen kann, oder nur eine engere Oase
+annehmen, welche im Westen bei Maragi anfängt und im Osten bei Muley Yus
+endet. Letztere hat eine Längenausdehnung von circa 4 deutschen Meilen,
+derart, dass die Richtung von Maragi bis Siuah fast von N.-W. nach S.-O.,
+die von Siuah nach Muley Yus von S.-W. nach N.-O. streicht. Von
+zahlreichen Sebcha und Hattieh unterbrochen, finden sich hier die
+Palmengärten, von denen indess keiner in der Breitenrichtung mehr als 2
+Kilometer Ausdehnung hat.
+
+Am Südrande des steilabfallenden, aus Kalkstein bestehenden sogenannten
+libyschen Küstenplateau gelegen, ist die Oase im Süden von nicht hohen
+Sanddünen begrenzt. In der Oase selbst liegen mehrere steile Felsen, von
+denen der Amelal und Djari in W. z. N. R. von Siuah, und davon zwei
+Stunden entfernt, als zwei grosse senkrechte Zeugen bei einer Höhe von
+circa 100 Meter die bedeutendsten sind. Der Dj. Muta, 1 Kilometer nördlich
+von Siuah, dieser Ort selbst, Agermi, endlich Dj. Hammed ½ Stunde S. z. W.
+vom Hauptorte, und der fünfköpfige Dj. Brick eine Stunde südöstlich von
+Siuah, sind andere derartige Zeugen.
+
+Das Terrain, ursprünglich salzig und sebchaartig, ist durch die
+zahlreichen süssen Quellen, von denen es in der Oase über 30 giebt[38], in
+dem Bereiche dieser Quellen culturfähig geworden. Die berühmteste von
+allen, aber nicht mehr die ergiebigste (diese ist in Chamisa, auch die
+Mosesquelle ist stärker), ist Ain hammam, Taubenquelle, welche wir noch
+heute nach alten Ueberlieferungen die Sonnenquelle nennen. Sie hat
+ungefähr 110 Schritte im Umfange[39], am Grunde bemerkt man Mauerwerk. Sie
+besitzt nur einen Hauptabfluss, der sich hernach in verschiedene Arme und
+nach verschiedenen Richtungen zerspaltet. Nach Diodor hatte der
+Sonnenquell seinen Namen daher, weil die Temperatur des Wassers in
+umgekehrtem Verhältnisse zur Sonnenwärme stand; nach den Aussagen der
+wissenschaftlichen Begleiter Alexanders, war der Sonnenquell Mittags kalt,
+Mitternachts heiss, und Morgens und Abends lau. Wenn so die Alten, ihre
+Beobachtungen auf das blosse Gefühl beim Eintauchen in das Wasser
+stützend, allgemein die abwechselnde Temperatur als eine ausgemachte
+Thatsache annahmen, und die wunderlichsten Erklärungen darüber gaben, so
+ist es zu verwundern, dass sowohl Minutoli als auch Gruoc noch an eine
+allen physikalischen Gesetzen widersprechende variirende Temperatur
+glauben konnten. Bayle St. John und Hamilton, die übrigens nur einmal
+Gelegenheit fanden, bei Tageszeit ihr Thermometer in den Sonnenquell zu
+tauchen, fanden ersterer 84° F., letzterer 85° F. Meine zu allen
+Tageszeiten und Nachts gemachten Beobachtungen ergaben unveränderlich 29°
+C.[40], nur einmal um 2 Uhr Nachmittags bemerkte ich eine Erhöhung um
+0,5°, was sehr wohl auf die hohe Lufttemperatur um die Zeit geschoben
+werden kann. Meine Beobachtungen stimmen also mit denen der beiden
+Engländer sehr gut. Bei allen andern Quellen, namentlich bei Ain mussa und
+Ain ben Lif, welche einer öfteren Untersuchung unterzogen wurden, bemerkte
+ich gleichen Wärmegrad. Den Eingebornen selbst ist über eine wechselnde
+Temperatur der Quellen nichts bekannt, wohl aber schreiben sie einigen
+Quellen, namentlich der Ain Hendeli gewisse Heilkräfte zu. Obgleich,
+namentlich wenn man das Salzwasser in der Wüste gewohnt geworden ist, von
+angenehmem Geschmack, ist das Wasser der Quellen salziger als das unserer
+Flüsse. St. John, welcher Wasser aus dem Sonnenquell mitbrachte, und
+untersuchen liess durch Price, fand die Dichtigkeit des Wassers zu
+1,0015[41], die der Themse zu 1,0003. In 100 Theilen enthielt das
+Sonnenquellwasser 0,23950 (das Themsewasser enthält 0,032932) solide
+Theile, und davon waren gemeines Salz 0,1615. Es ist kein Grund vorhanden,
+dass die andern Quellen anders zusammengesetzt sein sollten, denn alle
+dringen wohl aus einer und derselben unterirdischen Süsswasserschicht,
+hervorgepresst durch den Druck vom libyschen Wüstenplateau. Alle zeigen
+auch dieselbe Erscheinung des Blasenaufsteigens, als ob das Wasser siede,
+und haben in dieser Beziehung die grösste Aehnlichkeit mit dem Quell in
+Rhadames.
+
+Die meisten grösseren Quellen haben eine künstliche, runde
+Quadereinfassung, bei vielen gut erhalten. Namentlich sind die Ain Mussa
+und Ain ben Lif noch heute mit so gut erhaltenen in Kreis gelegten Quadern
+und Kalk umgeben, dass man glauben sollte, dass diese Bauten, welche
+mindestens 2000 Jahre alt sind, gestern wären angefertigt worden. Von
+Siuah aus liegt der Sonnenquell eine kleine Stunde östlich, Ain Mussa eine
+halbe Stunde nordöstlich, Ain ben Lif, gleich südwestlich vom Orte selbst,
+und Ain Hendeli am nordwestlichen Fusse des Dj. Brick.
+
+Das Klima würde in der Oase des Jupiter Ammon gewiss ein sehr gesundes
+sein, wie überall in der Wüste Sahara, wenn nicht die vielen Sümpfe und
+Sebcha, die Vermischung von Süss- und Salzwasser, die darin faulenden
+organischen Stoffe, namentlich im Spätsommer, die schlimmsten Fieber
+hervorriefen. Freilich behaupten die Eingebornen dagegen unempfindlich zu
+sein, und glauben nur für Fremde sei jene Jahreszeit gefährlich, die
+grosse in Siuah herrschende Sterblichkeit aber, das ungesunde, fahle
+Aussehen der Kinder, beweisen zu Genüge das Gegentheil. Man wird nicht
+irren, wenn man die mittlere Temperatur in Siuah zu 25° C. und vielleicht
+noch einige Grade höher annimmt. Die tiefe Lage des Ortes, der Schutz, den
+das Plateau gegen Nordwinde gewährt, lassen eine höhere Temperatur als an
+andern Orten gleicher Breite leicht erklärlich finden. Der Himmel ist fast
+immer rein, nur Morgens kommen manchmal Nebel vom Mittelländischen Meere,
+Regen sind aber hier ebenso ausnahmsweise wie in allen andern Theilen der
+grossen Wüste.
+
+Mit reichster Vegetation da bedeckt, wo die Süsswasserquellen[42] sind,
+ist die Hauptpflanze die Dattelpalme, wie in allen Oasen der Sahara, und
+auch an verschiedenen Sorten fehlt es nicht. Vor allen als vorzüglich
+werden die Sorten Sultani und Rhaselli gepriesen, und bilden selbst einen
+grossen Ausfuhrartikel nach Aegypten. Die Zahl der Dattelpalmen beträgt
+über 300,000, obschon die officielle Zählung bedeutend weniger angiebt.
+Das geht schon daraus hervor, dass in guten Jahren nach Minutoli bis an
+9000 Kameelladungen, zu je 3 Ctr., gewonnen werden. An andern Bäumen ist
+vor allen der Oelbaum bemerkenswerth, der hier in ungesehener Pracht und
+Frische gedeiht. Doch werden die Palmen sowohl, als auch die andern
+Obstbäume von Zeit zu Zeit mit Agol gedüngt, welches, zu dicken Bündeln
+zusammengepresst, an die Wurzeln der Bäume gelegt wird. Nur in Chamisa
+gedeihen Orangen und Limonen, aber überall gleich üppig die Weinreben,
+Granaten, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen und Aepfel (die Aepfel sind
+jedoch verkrüppelter Art). Was von den Alten noch an Bäumen erwähnt wird,
+als Cyperus-Arten, der Baum Elate und andere, wohlriechendes Harz gebende
+Bäume, so kommen dieselben heute in der Oase und der Umgegend nicht vor,
+und werden auch wohl trotz der guten Autoren des Alterthums früher nicht
+vorhanden gewesen sein, weil die klimatischen Verhältnisse ihr Wachsthum
+nicht zuliessen. An Gemüsen wird ganz dasselbe gezogen, wie in Audjila,
+aber obgleich hier culturfähiges Land genug vorhanden ist, und die
+Bewässerung sich fast ganz von selbst macht, so reicht der Ertrag des
+Getreides lange nicht für den Consum der Bewohner hin, und wie in allen
+Oasen bildet auch hier die Dattel das Eintauschmittel. Die Bestellung der
+Gärten ist natürlich lange nicht mit so grossen Schwierigkeiten verknüpft,
+wie in den Oasen, wo durch das Heraufziehen des Wassers aus Brunnen das
+Land bewässert werden muss, ausserdem ist das Wasser der zahlreichen
+Quellen so reichlich, dass auch nicht auf eine karge Abmessung der Zeit,
+wie beim Quell von Rhadames oder bei den Fogorat in Tuat gesehen zu werden
+braucht. In der Jupiter Ammon-Oase ist das Wasser verhältnissmässig so
+reichlich, wie in Tafilet und Ued Draa, kleine Bäche ergiessen sich nach
+verschiedenen Richtungen aus den Quellen, und werden dann nach Bedürfniss
+in die Gärten geleitet.
+
+Das Thierreich ist ebenso spärlich, wie in den Audjila-Oasen, Schafe und
+Ziegen werden von den nördlich nomadisirenden Arabern eingeführt, Esel aus
+Aegypten, einige Kühe werden draussen in den nordöstlichen Hattien
+gehalten, da eine gefährliche Bremse, welche sich in der ganzen
+nordafrikanischen Niederung aufhält, den Thieren schädlich ist. Aus dem
+Grunde halten auch die Siuahner keine Kameele, obschon die Agolweiden in
+der Oase ausgezeichnetes Futter dafür abgeben. Diese Fliege, welche auch
+in ganz Centralafrika vorkommt, ist grau von Farbe, von der Grösse einer
+Honigbiene, und quält Menschen und Thiere gleichviel; der Stich erzeugt
+auf der Stelle Blutung, aber keine Anschwellung; sie ist jedoch nicht zu
+verwechseln mit der viel gefährlicheren Zetse-Fliege, welche so weit nach
+Norden zu nicht vorkömmt. Gross ist die Zahl der kleinen wilden
+Waldtauben, welche sich in den Oelbäumen und Palmen herumtummeln, und da
+diese besonders dicht beim Sonnenquell stehen, und so den Tauben
+willkommenen Schutz und Schatten bieten, haben die Eingebornen den Quell
+mit dem arabischen Namen "Ain el hammam" Taubenquell, belegt.
+
+Als sonstiges Naturproduct haben wir nur noch des Salzes zu erwähnen,
+welches aus den Sebcha gewonnen wird. Im Winter sickert aus diesen sehr
+salzhaltiges Wasser auf die Oberfläche, und nach erfolgter Verdunstung
+bleibt im Sommer eine Salzkruste zurück, die an manchen Stellen die Dicke
+von mehreren Zoll erreicht. Das Salz krystallisirt in oft mehrere
+fingerdicke und fingerlange Stücke von schönster weisser Farbe zusammen.
+Das von mir mitgebrachte von Baeyer in Berlin untersuchte Salz aus der
+Ammons-Oase enthält 59,26 Proc. Chlor (reines Kochsalz enthält 60,66
+Proc.) hat also ungefähr 97,5 Proc. Kochsalz. Ausserdem fanden sich Spuren
+von Magnesia und geringe im Wasser unlösliche Substanzen vor. Das im
+Alterthum auch schon in der Medicin bekannte sal ammoniacum ist nicht mit
+diesem zu verwechseln, dies wurde künstlich durch Destillation aus
+Kameelmist gewonnen, während jenes ein Naturproduct der Oase des Jupiter
+Ammon ist.
+
+Was das Volk anbetrifft, welches diese Wüsteninsel bewohnte und bewohnt,
+so finden wir nur bei Herodot die Nachricht, dass es ein Mischlingsvolk
+aus Aegyptern und Aethiopiern, und auch seine Sprache eine
+zusammengesetzte sei. Wenn dies nun zur Zeit Herodots der Fall war, so
+änderte sich das wahrscheinlich im Laufe der Zeiten. Der fanatische Islam
+hatte wahrscheinlich alle Einwohner dahin gerafft. Im 12. Jahrhundert,
+sagt Edrisi, existirten in den kleinen Oasen gar keine Einwohner, aber
+Siuah schildert er mit Mohammedanern bevölkert. Makrisi führt Santaria
+oder Siuah mit bloss 600 berberischen Einwohnern an. Und wenn wir heute
+die Einwohner classificiren sollen, so müssten wir sie ohne Zweifel dem
+grossen Berberstamm beizählen, welcher sich in der Wüste am reinsten in
+den Tuareg und in Nordafrika, am unvermischtesten am Nordabhange des
+grossen Atlas, im Rif und im Djurdjura-Gebirge erhalten hat. Die Sprache
+der Siuahner ist nichts als ein Dialect des Tamasirht, und ohne Mühe macht
+sich ein Targi, ein Rhadamser oder ein Atlasbewohner mit den heutigen
+Söhnen des Jupiter Ammon verständlich[43]. Freilich fehlt den Bewohnern
+Siuahs jene männliche, fast griechische Schönheit der Tuareg und
+Atlasbewohner, auch ist ihre Farbe viel dunkler, ohne indess negerartig zu
+sein. Dies hat aber lediglich seinen Grund in der starken Vermischung mit
+Negerblut, wovon sich Tuareg und Atlasbewohner enthalten. Aber alle andern
+Berber in der Wüste, welche in Häusern wohnen, theilen dies mit den
+Siuahnern in gleichem Maasse: die Uadjili, Soknaui, Rhadamsi, Tuati,
+Filali und Draui sind durch ihre starke Vermischung mit Negern hässlich
+geworden. Während meiner Anwesenheit in Siuah sah ich mit Ausnahme des
+jungen Schich Hammed, des Bruders Schich Omars, keinen einzigen Mann, von
+dem man auch nur hätte sagen können, dass er hübsch gewesen wäre, von
+schön nicht zu reden. Hervorstehende Backenknochen, wulstige Lippen,
+breite Nase, fast ebenso viele mit lockigen, wie mit schlichten Haaren,
+schwarze stechende Augen, gebräunte Hautfarbe bei fast magerem Körperbau,
+das ist das Bild eines heutigen Siuahner. Aber ihre Sprache ist
+unvermischt die Berbersprache, soweit nicht der Islam und einige andere
+Umstände sie gezwungen haben, arabische Wörter aufzunehmen, wie das ja
+auch alle andern Berbervölker, die den Koran angenommen, gethan haben.
+
+Wie in allen mohammedanischen Oertern ist es auch hier schwer, etwas
+Bestimmtes über die Zahl der Bevölkerung zu erfahren. Bei Minutoli werden
+8000 Bewohner auf 6 Stämme vertheilt angegeben, Hamilton, mein Vorgänger,
+rechnet nur die Hälfte, 4000 Einwohner. Dovretti hat für Siuah allein 2500
+Seelen. Die Siuahner selbst gaben mir die Zahl der waffenfähigen Männer
+auf 600 Mann und 800 männliche Sklaven für die ganze Bevölkerung an, was
+eine Totalbevölkerung von 5600 Seelen ergeben würde. Von Haus aus
+fanatisch und unwissend, scheint namentlich in den letzten 10 Jahren ein
+merkwürdiger Umschwung mit ihnen vorgegangen zu sein, und hauptsächlich
+ist dies wohl den innigeren Beziehungen mit Aegypten zuzuschreiben. Die
+beiden Hauptstämme Lifaya und Rharbyin haben derzeit als Schichs: die
+Lifaya einen gewissen Omar, die Rharbyin einen gewissen Hallok, in Agermi
+ist zudem Mohammed Djari Haupt der Eingebornen. Die Lifaya zerfallen in
+drei Unterstämme, ebenso die Rharbyin, von denen der eine in Agermi
+ansässig ist. Natürlich ist, seit ein von Aegypten bestellter Mudir die
+Regierung vertritt, die Macht der Schichs eine sehr beschränkte, und
+berührt nur die intimsten Angelegenheiten der Familie. Die Bewohner der
+Oase verschmähen ebenso wenig den Genuss des Lakbi und Araki, wie die
+übrigen Inselbewohner der libyschen Wüste, nur verbergen sie den Fremden
+ihre Trunksucht, und wenn man ihren Worten Glauben schenken wollte, so
+hätte ein Siuahner nie Lakbi gesehen. Mit der Ehe steht es daher auch
+nicht besser, und wenn Reisende behaupten, Wittwen und Unverheirathete
+dürften nicht in Siuah selbst wohnen, so ist das offenbar ein
+Missverständniss. Der eigentliche Ort Siuah ist so eng gebaut, und die
+Häuser aus schlechtem Material so hoch, dass gar kein Platz zum Weiterbau
+mehr vorhanden ist. Auf diese Art sind Sebucha, Menschia und der Ort im
+S.-W. von der eigentlichen Burg Siuah entstanden, genau genommen sind dies
+jedoch nur Quartiere eines Ganzen. Die reichen Bewohner kleiden sich sehr
+elegant, nach Art der wohlhabenden Kahiriner Kaufleute; der gewöhnliche
+Mann trägt sich wie in den andern Oasen. Bei den Frauen ist durchweg die
+blaue Tracht der Fellah-Frauen in Aegypten hergebracht, als eigenthümlich
+bemerkte ich, dass sie wie die Frauen in Centralafrika niederhocken und
+ihr Gesicht abwenden, sobald sie einem Mann begegnen.
+
+Als Mohammedaner huldigen sie dem malekitischen Ritus, und in der Sprache
+haben sie, unter sich Berberisch sprechend, im Arabischen fast ganz den
+ägyptischen Dialect, im Schreiben jedoch halten sie sich an der
+maghrebinischen Schreibweise. Religiöse Innungen sind drei vertreten:
+Snussi, Madani und Abd Salamin von Mesurata. Die Snussi, die
+jüngstentstandenen, sind am zahlreichsten.
+
+Ausser dem schon erwähnten Orte Chamisa hat die Oase als Hauptort Siuah,
+welcher in den kasernenartig bebauten Berg und dem im S.-W. daran
+liegenden Stadttheil der Rharbyin zerfällt, endlich im Nordost, dicht
+dabei Sebucha, auch von Rharbyin bewohnt, und noch einen halben Kilometer
+weiter nach N.-O. der von Lifaya bewohnte Ort Menschia. Der andere Ort im
+N.-O., eine kleine Stunde von Siuah entfernt, ist Agermi, von Rharbyin
+bewohnt. In früheren Zeiten herrschte in der Regel Krieg zwischen Agermi
+und der Burg Siuah, seit die ägyptische Regierung festen Fuss hat, sind
+die Fehden unblutiger Art.
+
+Was den Handel Siuahs anbetrifft, so ist derselbe gering, der Siuahner hat
+lange nicht den Unternehmungsgeist der Modjabra, seine weitesten Reisen
+sind Alexandria und Kairo; nach Audjila oder Bengasi, nach Fesan oder
+Sudan kommt er nie. Jedoch als Zwischenstation von jeher wichtig gewesen,
+besitzt Siuah verhältnissmässig viel Geld. Von einigen Producten führen
+sie nur Oel[44] und Datteln nach Aegypten aus, und tauschen meist ihre
+eigenen Bedürfnisse dagegen ein. An dem Sklavenhandel betheiligen sie sich
+nur indirect, indem die Modjabra hier gewöhnlich mit ihrem Trupp einen
+langen Aufenthalt nehmen, um die Sklaven wohlgenährt und fett auf den
+ägyptischen Markt zu bringen. Die Einwohner verstehen nichts zu
+fabriciren, wenn man nicht Körbe, Teller und Matten aus Palmzweigen und
+Bast dahin rechnen will, wie sie in jeder andern Oase auch und besser
+gemacht werden. Jedoch giebt es die hauptsächlichen Handwerker: Schlosser,
+Schmiede, Schuhmacher, Schneider, Schreiner sorgen für die
+unentbehrlichsten Bedürfnisse der Bewohner.
+
+Die Abgaben, welche das ägyptische Gouvernement bezieht, sind keineswegs
+übermässig gross, denn 10,000 M.-Th.-Thaler jährlich ist gewiss nicht zu
+viel für eine Bevölkerung von 5-6000 Seelen mit so reichen Palmwäldern und
+Gärten wie diese Oase sie hat. Freilich werden dabei auch noch wohl manche
+Nebenerpressungen dreingehen: der Mudir verlangt seine Bakschisch, der
+Kadhi spricht nur Recht, wenn man ihm so und so viel unter seinen Teppich
+legt, aber das ist Norm in allen mohammedanischen Staaten, und die
+Siuahner haben keineswegs Grund mit der ägyptischen Regierung unzufrieden
+zu sein.
+
+Wie ich schon angeführt habe, hatte man mich ins Kasr einquartiert,
+welches nach Norden gelegen, unterhalb der Burg von Siuah, eine der besten
+Wohnungen war; vor dem Hause befindet sich ein grosser ummauerter Platz,
+in dessen hinterem abermals ummauertem Theile die Dattelmagazine sich
+befinden, während in dem andern vordern Theile das zum Ausdreschen
+bestimmte Getreide aufgespeichert liegt. In der Mitte steht eine hohe
+Kuppel Sidi Slimans, eines in Siuah in grosser Verehrung stehenden
+Heiligen. Am ersten Tage verging natürlich fast die ganze Zeit mit
+Besuchempfangen. Selbst der fanatische Kadhi hatte für gut befunden dem
+Christen einen Besuch zu machen, aber mein Erstaunen wurde noch vermehrt,
+als auch der Mkaddem der Snussi zu mir kam, und sein Bedauern ausdrückte,
+dass ich nicht Sidi el Madhi in Sarabub (den Sohn und Nachfolger Sidi
+Mohammed Snussi's) besucht habe. Als ich ihm erwiederte, mein Führer habe
+mir gesagt, und auch früher habe ich dies überall in Barca gehört, dass
+Sidi el Madhi keine Christen in Sarabub sehen wollte, und ich mein Leben,
+falls ich hinginge, riskiren würde, schwur er, dies sei eine böswillige
+Verleumdung, Sidi el Madhi würde im Gegentheil sich gefreut haben mir
+Gastfreundschaft erweisen zu können. Bald darauf wurde dann das
+Gastgeschenk hereingebracht, ein fetter Hammel, Datteln, Reis, Zwiebeln,
+Knoblauch und Tomaten, auch einige Körbe mit Brod fehlten nicht. Die
+Uebrigen erklärten, die Bewohner wünschten, ich möchte wenigstens 14 Tage
+ihr Gast sein, während der Zeit solle es mir an nichts fehlen, und um vor
+Zudringlichkeit geschützt zu sein, oder bei etwaigen Käufen nicht
+übervortheilt zu werden, stellten sie mir zwei Kavassen zur Disposition;
+namentlich, liessen sie mir sagen, sollte mir Alles gezeigt werden, was
+ich zu sehen wünsche.
+
+Mein erster Gang war natürlich nach Umma beida, theils weil die aus den
+Palmen hervorragenden Ruinen von selbst schon einluden, theils weil gerade
+Nachmittags noch Zeit genug zu dieser Promenade vorhanden war. Der Weg
+dahin läuft immer zwischen den schönsten Gärten, und nach einer kleinen
+Stunde ist man an Ort und Stelle. Nur von einem Diener begleitet und einem
+Eingebornen, um den Weg zu zeigen, grüssten uns die uns Begegnenden
+überall aufs freundlichste, viele schlossen sich auch wohl eine Strecke
+Weges an, um etwas zu plaudern und Neuigkeiten zu erfahren. Umma beida
+oder der kleine Jupiter Ammons-Tempel ist heute schon lange nicht mehr,
+wie ihn Minutoli und später noch St. John gesehen haben. Der Thorweg, der
+von beiden beschrieben und von Minutoli auch gezeichnet wurde, existirt
+nicht mehr, nur vom hinteren Tempel stehen noch die Seitenwände etwa 25'
+hoch und inwendig einen 16' breiten Raum lassend. Die Länge der noch
+stehenden Mauern ist 14' resp. 10', und überdacht ist das Ganze von 3
+colossalen Monolithen[45], die auf der unteren Deckseite gut erhaltene,
+ausgebreitete Adler zeigen. St. John will noch 10 andere Decksteine in
+Bruchstücken auf der Erde liegen gesehen haben; ich bemerkte nur zwei und
+einige Bruchstücke, welche zu zwei anderen gehört haben mochten. Zu Browns
+Zeiten lagen sogar noch 5 Decksteine oben, Minutoli fand aber nur noch
+drei vor. Dieser Theil des Tempels, dessen hintere südliche Wand fehlt,
+dessen Pronaos noch zur Zeit Minutolis vorhanden war, jetzt aber auch
+verschwunden ist, hat an seinen inneren Wänden vollkommen gut erhaltene
+Hieroglyphencolonnen: an der östlichen Wand sind noch 53, von denen die
+mittleren 47 ganz erhalten sind, an der westlichen Wand 52, mit 49 ganz
+erhaltenen Colonnen. Unten aus kleinen Quadern gebaut, sind dieselben nach
+oben zu grösser, und derart inwendig verkittet, dass durch die Fugen der
+Schrift kein Abbruch geschieht. An der Aussenseite scheinen nie
+Hieroglyphen gewesen zu sein, und die Bilder sind gänzlich verwittert.
+Zwischen den allegorischen Bildern oberhalb und unterhalb der
+Schriftcolonnen bemerkt man noch an manchen Stellen die ursprüngliche
+Farbe, besonders grün und blau, was sehr dazu beiträgt, Bilder und
+Hieroglyphen hervortreten zu machen. Die am südlichen Ende des Tempels
+sitzende Figur des behornten Ammon, Huldigungen entgegennehmend, von den
+mit Schakal- und Sperber-Köpfen versehenen menschlichen Figuren, ist das
+am besten Erhaltene. Tölken, der Minutolis Aufzeichnungen bearbeitete,
+erkannte darin die Bezwingung feindlicher Gottheiten, denen Ammon sich
+nach der Besiegung gnädig erzeigt, sowie einen ganzen Zug Priester und
+heiliger Frauen, und in der untersten Reihe den Tod des Osiris und die
+Trauer um ihn. Dieser vollständige Cyclus heiliger Lehre bildete so im
+Gotteshause selbst ein Lehrbuch für den geistlichen Unterricht[46].
+
+Von der äusseren Umfassungsmauer ist nur noch die südöstliche Ecke, welche
+aus gewaltigen Quadern besteht, vorhanden, alles Uebrige ist verschleppt
+oder in den sehr morastigen Boden versunken. Nach Minutoli betrug die
+Umfangsmauer 77 Schritt in der Länge und 66 Schritt in der Breite, was mit
+meinen Messungen genau stimmt.
+
+Der Tempel selbst ruht auf einem beinahe viereckigen Kalkfelsen, dessen
+obere Partie, ob Kunst oder Natur, grosse Alabasterquadern zeigt, in denen
+sich eigenthümlich krystallisirte Rosetten befinden, welche oft einen Fuss
+Durchmesser haben. Von unterirdischen Gängen ist jetzt nichts mehr zu
+sehen, obschon die Leute von geheimen Gängen nach Agermi und Siuah fabeln.
+Die Richtung des Tempels ist bei 15° Abw. genau 348°.
+
+Der Sonnenquell liegt 1 Kilometer südlich von Umma beida inmitten von
+Palmgärten; da ich ihn schon oben beschrieben, sowie das Resultat der
+Messungen, die ich an jenem und den folgenden Tagen wiederholte, schon
+mitgetheilt habe, so brauche ich mich hier darüber nicht weiter
+einzulassen. Der Rückweg nach Siuah wurde über Agermi genommen, ohne
+jedoch den Ort selbst zu betreten, da für diese interessante Burg eine
+eigene Tagesfahrt bestimmt war. Früh am andern Morgen ging es dann bei der
+Tammagrat-Quelle vorbei, nach dem südöstlich etwa 1 Stunde entfernten
+fünfspitzigen Dj. Brick. Hier scheint man die Steine zu den Bauten des
+Tempels gebrochen zu haben, auch befinden sich da mehrere regelmässig
+bearbeitete Felsengräber, wie die in Cyrenaica, einige sogar mit Säulen im
+Innern. Verschiedene Grabkammern lassen aus ihrer Grösse und den vielen
+Nebengemächern schliessen, dass sie ganzen Familien als Begräbnissstätte
+dienten. Sonst war jedoch von Bildwerken oder Inschriften nichts zu
+entdecken. Gleich am Fusse des Berges nordwestlich, entspringt die bei den
+Eingebornen im grossen Rufe stehende Quelle Hendeli, welche einst so stark
+gewesen sein soll, dass sie einen Bach bildete, welcher die Gärten bis Bab
+el medina und weiter bewässerte, auch sollen in der Tiefe grosse Schätze
+verborgen sein; jetzt ist sie nur mittelmässig stark, hat dieselbe
+Temperatur, und war von Geschmack ganz gleich dem Sonnenquell.
+
+Während aller dieser Excursionen waren die Bewohner immer von der grössten
+Bereitwilligkeit; wenn ich ermüdete, war rasch ein Esel zum Reiten zur
+Hand, und namentlich liess Schich Hammed keinen Tag vorüber gehen, an
+welchem er nicht irgend ein kleines Geschenk brachte. Entweder schickte er
+Datteln oder Kuchen oder Eier, und schien absichtlich die Chikanen, welche
+sein Stamm Hamilton zugefügt hatte, an mir wieder gut machen zu wollen.
+Obschon er mich auf meinen Excursionen begleitete, musste er davon
+abstehen, Agermi zu besuchen, weil als Lifaya er dort keinen Zugang hatte.
+Vor circa 20 Jahren hatten nämlich die Lifaya sich Agermis durch
+Ueberrumpelung bemächtigt, und nur mit Hülfe der anderen Rharbyin gelang
+es den Bewohnern sich wieder in Besitz ihrer Burg zu setzen, seit der Zeit
+aber ist es keinem der Lifaya gestattet, Agermi zu betreten, etwaige
+Geschäfte werden vor dem Thore, in welchem immer eine Wache ist,
+abgemacht. Für mich waren keine Schwierigkeiten den Ort zu besuchen, und
+sobald ich am Thore war erkannt worden, bekam ich Einlass. Durch einen
+gewundenen engen Gang, der an mehreren Stellen abgeschlossen werden
+konnte, der manchmal überbaut war, und auf den auch die Djemma mündete,
+ging es aufwärts zu einem freien Platze, der fast die Mitte des oben
+glatten Felsens einnimmt, und um den herum die Häuser Agermis gebaut sind.
+Zuerst musste ich den Schich Mohammed Djari besuchen, welcher der reichste
+Mann der ganzen Oase sein soll; sein Haus war auch recht gut eingerichtet,
+drei Stock hoch und da wo wir hingeführt wurden, bildete das Zimmer eine
+Art Veranda. An beiden Seiten in demselben waren Divane von Thon mit
+Matten belegt, über welche syrische Teppiche gebreitet lagen. Nach dem
+Austausch der Höflichkeiten wurden Thee und Kaffee servirt und Neuigkeiten
+aufgetischt, dann kam hauptsächlich die Schatzgräberei aufs Tapet, denn
+die Eingebornen vermuthen, dass unter jedem alten Steine Gold und Silber
+verzaubert liegen muss. Mohammed Djari wachte übrigens genau darüber, dass
+seine Neger die Tassen vorschriftsmässig präsentirten und wieder in
+Empfang nahmen, und sicher nahm er es als ein grosses Compliment entgegen,
+als ich ihm sagte, bei ihm sei Alles "türkisch". Endlich konnte ich mich
+losmachen, und er gab mir dann einen Kavas mit, der mir Alles zeigen
+sollte. Einem anderen gewundenen und engen Gange folgend, bemerkte ich
+gleich an einem Gebäude nördlich Grundmauern aus Quadern, oben darauf war
+ein Stall, und nichts hinderte meinen Eintritt; aber so viel ich auch
+suchte, es war eben weiter nichts als die Grundmauer zu entdecken, welche
+2 Fuss hoch aus der Erde stand und von der nur die eine Wand übrig zu sein
+schien. Nun nach Westen gehend, kamen wir bald an das grosse Gebäude,
+dessen äussere Mauer man zum Theil von aussen des Ortes sieht, und dessen
+innere Wand theilweise auf dem grossen Platz in Agermi zu sehen ist. Durch
+die Wand führt ein gebrochener Weg gleich in einen Vorhof, dessen Dach
+aber gänzlich verschwunden ist, und welcher 15 Fuss lang und 10 Fuss breit
+ist. Nach Süden zu aber verbaut von einem Hause, kann man den südlichen
+Eingang nicht sehen, der jedoch in Form einer einzigen grossen Thür
+vorhanden ist. Hieroglyphen sind hier nirgends zu sehen. Durch zwei grosse
+ägyptische Thore kommt man nach Norden in das Allerheiligste, welches aber
+von Häusern ganz durchbaut ist. Die Thore, 18 Fuss hoch, kann man nur
+mittelst der Häuser passiren. Voll Rauch, Staub und Russ, entdeckte ich
+hier jene Hieroglyphen und Bilder, von denen einiges zu copiren nur mit
+Hülfe mehrerer Kerzen gelang, und wovon ich oben das Resultat nach Brugsch
+mitgetheilt habe. Die Leute zeigten auch hier den besten Willen mir Alles
+sehen zu lassen, aber um vollständig befriedigt zu werden, hätte man ihre
+Häuser, welche den grössten Theil der Wände bedeckten, wegbrechen müssen,
+und dazu wollte sich natürlich Niemand verstehen. Jene Cella war in ihren
+Dimensionen 24 Fuss lang auf 18 Fuss Höhe und 18 Fuss Breite. Interessant
+war noch ein geheimer Gang in der Dicke der östlichen, inneren Längsmauer.
+Wie ich später sah, steht derselbe jetzt noch in Verbindung mit dem
+grossen Brunnen in Agermi. Derselbe ist 2 Fuss breit, so dass gerade ein
+Mann darin gehen konnte, und war wahrscheinlich der Weg vom Tempel zum
+Brunnen, den die Priester ungesehen hinabgingen, um am Wasser die zum
+Opfer bestimmten Gegenstände zu reinigen. Der Brunnen selbst, auf der
+Südseite des Platzes gelegen, ist durch den Fels gearbeitet, sehr geräumig
+und tief, und von oben sieht man deutlich auf einer kleinen Plattform den
+Tempelgang dicht oberhalb des Niveaus des Wassers ausmünden.
+
+Geht man dann vom Vorhof aus durch das die südliche Wand schliessende
+Haus, so kommt man auf eine Strasse und stösst alsbald auf eine grosse
+Mauer aus colossalen Quadern, die eine Art von Brücke über die Strasse
+bildet. Der Häuser wegen lassen sich auch hier keine weiteren
+Nachforschungen anstellen, aber aller Wahrscheinlichkeit nach dürften dies
+Reste der alten Akropolis sein, während das vorhin beschriebene Gebäude
+mit zwei Abtheilungen dem grossen Tempel des Jupiter Ammon entspricht.
+Schon der Zusammenhang mit dem Brunnen mittelst des geheimen Ganges macht
+dies wahrscheinlich. Auch mit der Beschreibung der Alten, z.B. Diodor, von
+den Räumlichkeiten der Jupiter Ammons-Oase stimmt Alles. Nach ihnen war
+die heilige Quelle, und das ist der Brunnen, dicht bei dem Tempel gelegen.
+Anführen muss ich noch, dass von diesem Brunnen aus, der eine starke
+Quelle enthält, sieben Bäche aus dem Berge heraus nach aussen sich
+ergiessen. Die dritte äussere Umschliessungsmauer, von der bei den Alten
+die Rede ist, müssen wir jedenfalls wohl ausserhalb Agermi suchen, da der
+Raum nicht gross genug gewesen sein würde, um Platz für Soldaten und
+Diener, wofür er bestimmt sein sollte, aufzunehmen. Spuren von Mauerwerk
+fand ich später südwestlich von Agermi zwischen einigen Hütten,
+Tschücktschuck genannt, und diese könnten möglicherweise Reste der dritten
+Umfassung gewesen sein.
+
+Es versteht sich wohl von selbst, dass ich meinen Besuch in Agermi
+wiederholte, aber dennoch, so oft auch alle Häuser, welche zugänglich
+waren, durchsucht wurden, war nichts zu entdecken. Gerade südlich von
+Agermi, kaum einen Viertel Kilometer entfernt, finden sich die Reste eines
+griechischen Tempels, seine Richtung ist von Westen nach Osten, die
+Umrisse lassen sich nur aus den zum Theil aus dem Boden sehenden Quadern
+erkennen, zu Tage liegt sonst nichts als die Schafte zweier cannellirter
+Säulen. Die Schuttumrisse geben auf 18 Schritt Länge eine Breite von 14
+Schritt; ursprünglich mögen aber die Verhältnisse andere gewesen sein, da
+dieselben eben nur durch Schutt und Anhäufungen zu bemessen waren.
+
+In jenen Tagen erstand ich auch durch Kauf den interessanten Marmorwidder,
+sowie einige alte Münzen, welche in der Oase gefunden worden sind.
+Zugleich machte ich mich auf nach dem Orte, wo der Widder war entdeckt
+worden. Ungefähr 1½ Stunde S.-W. von Siuah gelegen, fand ich am Rande der
+Oase und der Dünen nichts als einen 12' Quadrat grossen Schutthaufen, in
+dem einzelne Kalkquadern lagen. Möglicherweise kann hier ein Triumphbogen
+gestanden haben, worauf der Name bab el medina[47] wenigstens hindeutet.
+Die übrige Zeit ging damit hin, die Oase nach allen Richtungen hin zu
+durchstreifen, Agermi, Umma beida und der Sonnenquell erhielten täglich
+einen Besuch, auch Ain Mussa, eine grosse schön ummauerte Quelle, auf
+selbem Wege zwischen Siuah und Agermi gelegen. Besonders auch unterwarf
+ich den Dj. Muta, Todtenberg, einer genauen Untersuchung, derselbe ist
+etwas nördlich von Siuah gelegen. Ungefähr 150' hoch und an der Basis
+einen Umfang von etwa 1500 Meter zeigend, ist dies gewiss die sonderbarste
+Grabstätte, die man auf Gottes Erdboden antreffen kann. Seit Jahrtausenden
+muss dies der gemeinsame Beerdigungsplatz der Bewohner der Oase gewesen
+sein. Hunderte von Gewölben, Löchern, Katakomben und Gräbern machen aus
+dem ganzen aus Kalkstein bestehenden Berg ein wahres Labyrinth, und es
+giebt darin Gewölbe, welche zur Aufnahme von hundert und mehr Todten
+hergerichtet waren. Spitz nach oben zulaufend, ist der Berg so
+durchlöchert, dass er einem Zellenbau gleicht. Hunderte, Tausende von
+zerrissenen Gerippen, ganze Haufen von Schädeln, oft noch gut
+eingewickelte Mumienglieder liegen am Fusse des Berges umher. Da ist auch
+kein Grab, welches nicht durchsucht, kein Gerippe, welches nicht
+auseinander gerissen worden wäre, um möglicherweise Ringe oder
+Schmucksachen an demselben zu entdecken. Ja, einige Gräber hatten offenbar
+in späteren Zeiten schon zu Wohnungen dienen müssen, russige Wände,
+Topfscherben und Feuerstellen zeigten es deutlich. An der südöstlichen
+Bergkante wohnen noch jetzt einige arme Familien in den Todtengemächern,
+meine Begleiter sagten mir, es seien vor einigen Jahren aus Djalo
+eingewanderte Modjabra. Bemerkenswerth von all den vielen Gräbern war ein
+in der Mitte des Berges auf der Ostseite gelegenes: der Eingang mit
+Halbsäulen geschmückt, liess schon auf ein sorgfältig ausgehauenes Innere
+schliessen, und in der That entsprach die innere Einrichtung ganz dem
+eleganten Aeusseren. Durch einen Vorhof gelangte man in eine geräumige
+Kammer mit zwei seitlichen Nebencabinetten, welche, wie die Hauptkammer
+sorgfältig ausgehauene Aufnahmestellen für die Todten hatten. In
+Manneshöhe zog sich auf blauem Grunde eine Epheu- oder Rebenblattguirlande
+in lebhaft grüner Farbe herum, und so frisch waren die Töne, als ob sie
+gestern wären gemalt worden. Im Hintergrunde der Kammer bemerkte man auch
+erhabene gemeisselte Figuren an der Wand, doch waren sie absichtlich so
+zerstört, dass sich nichts erkennen liess. Der unterirdische Gang, der von
+hier nach Agermi führen sollte, erwies sich, nachdem Licht gebracht wurde,
+als nichts anderes, denn unterirdische Grabhöhlen, welche sich von hier
+noch weiter ins Innere des Berges fortsetzten, dann aber mit einer
+Felswand ein Ende hatten.
+
+Ich hatte während meiner Anwesenheit in Siuah nie davon gesprochen, den
+Ort selbst besuchen zu wollen, ich wusste, wie empfindlich früheren
+Reisenden gegenüber die Bewohner in diesem Punkte gewesen waren. Und wenn
+man vom mohammedanischen Standpunkte aus das Haus als etwas Heiliges, für
+Fremde Unzugängliches betrachtet, wird man das auch ganz natürlich finden.
+Nun ist aber Siuah selbst so zu sagen ein einziges Haus. Der konische
+Berg, aus dem es besteht, ist seit 1000 Jahren so eng überbaut worden,
+dass die Häuser _ein_ Ganzes bilden und alle eine Höhe von drei
+Stockwerken erreicht haben; wo nur noch Platz war, hat man gebaut, so dass
+sogar die Strasse mit Ausnahme einiger nach oben gelassener Luftlöcher
+ganz überbaut ist.
+
+Als nun aber Hammed mich in den letzten Tagen fragte, ob ich noch etwas zu
+sehen wünschte, und ich erwiederte, ich glaubte Alles gesehen zu haben,
+während doch mein Blick, der auf Siuah ruhte, das Gegentheil verrieth,
+sagte er von selbst: "Ja, mit Ausnahme des Ortes, wenn Du aber hinein
+willst, will ich gleich ausrufen die Thüren zuzuhalten und die Weiber
+einzusperren." Man kann sich denken, mit welcher Freude ich den Vorschlag
+annahm, zumal nach den Erkundigungen St. Johns alte Baureste in Siuah sein
+sollten. Man hatte schnell die Frauen unter Schloss gelegt, und durch eine
+der vielen Thüren gelangten wir unter einem Hause durch bald in die
+grosse, aber auch überdachte Strasse, welche sich schneckenhausartig um
+den Berg bis fast nach oben hinaufzieht. Indess war es doch noch hell
+genug, um ohne Licht oder Fackel gehen zu können, manchmal aber die
+Strasse so niedrig, dass Achtung gerufen wurde, um nicht mit dem Kopf
+anzustossen. Von dieser grossen Strasse liefen radienförmig Gänge aus,
+nach aussen und innen. Mit Ausnahme der durch den Fels getriebenen
+Brunnen, es giebt deren vier in Siuah, welche davon zeugen, dass auch im
+hohen Alterthum dieser Punkt der Oase schon stark bewohnt war, ist indess
+nichts von altem Mauerwerk vorhanden. Oben am Ende der Spirale, denn das
+war die Strasse, angekommen, fand ich ein Haus; der Besitzer, ein alter
+Mann, war aber auch freundlich genug mich einzuladen, und bald befand ich
+mich auf dem Dache des höchsten Hauses von Siuah, hatte von hier aus den
+Blick auf alle Dächer, welche, wie Stufen nach unten abfielen. Ein
+herrlicher Rundblick eröffnete sich hier auf den Amelal-Felsen, auf das
+steile nördliche Ufer, auf die Palmgärten, auf Dj. Muta, Agermi und Umma
+beida, und nach Süden auf die endlose Fläche der Sahara. Dem alten Manne
+gab ich denn ein mehr als reichliches Bakschisch, das wird aber künftigen
+Reisenden auch wieder die Thür öffnen. Wenn ich somit in Siuah selbst auch
+nur ein negatives Resultat erlangt hatte, nämlich constatiren zu können,
+dass hier keine Ruinen irgendwelcher Art vorhanden sind, so bestätigt das
+andererseits um so mehr, in den auf Agermi vorhandenen Ruinen den grossen
+Tempel und die Akropolis mit vollem Rechte zu erkennen.
+
+Während der ganzen Zeit meines Aufenthaltes hatten sowohl die Schichs der
+Lifaya, als auch die der Rharbyin gewetteifert mir ihre Dienste
+anzubieten, und um sich selbst herauszustreichen, hielten sie es fürs
+Beste sich gegenseitig zu verleumden. Ich hielt mich mit allen gut, Hammed
+aber, der sich gegen mich am uneigennützigsten und aufrichtigsten gezeigt
+hatte, beschenkte ich mit einem schönen weissseidenen Ueberwurf, einer
+Djibba oder Djelaba, welche von einem Stück angefertigt worden war, das
+von den in Tripolis verfertigten Burnussen für den Sultan von Bornu übrig
+geblieben war; aber auch alle Uebrigen wurden reichlich bedacht, um sie in
+ihren guten Gesinnungen gegen uns Europäer zu erhalten.
+
+Und dann wurden am 11. Mai die Kameele vorgetrieben, beladen, und in
+Begleitung sämmtlicher Schichs und vieler Bekannten, während alles Volk
+auf der Strasse war, verliessen wir die Mestah oder den Dattelhof, und
+riefen den Siuahnern ein Allah ihennikum zu.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Von der Ammons-Oase nach Egypten.
+
+
+Wir zogen selben Tages nur bis zum unfernen Agermi, von einer grossen
+Menge Leute aus Siuah begleitet. Zum letzten Male ging es nun vorbei an
+jenen sprudelnden Quellen, an jenen immer grünen Gärten. So mochten vor
+tausenden von Jahren auch die Pilgerschaaren heimgezogen sein, welche
+gekommen waren, um sich Rath und Frieden für das Gemüth zu holen. Seitdem
+die christliche Religion einzog, ging das Ansehn des Orakels der Ammonier
+unter, seit die Schwesterreligion des Islam sich festsetzte, wurde Alles,
+was daran erinnerte, vernichtet. Wenn ich daran denke, wie Mohammedaner
+und Christen es sich haben angelegen sein lassen, die Tempel und
+Gotteshäuser der Heiden einzureissen zur Ehre Gottes, und dann lese:
+(Ausland Nr. 18, 1870) "Zu solchen Stätten haben wir gewiss in erster
+Linie auch die altchristlichen Kirchen Roms zu zählen, jene ersten
+Gotteshäuser, welche die ewige Stadt mit ihren zahllosen Tempeln im weiten
+Umkreise umgebend, ihr _mildes Licht_ in die Nacht des versinkenden
+Heidenthums hineinleuchten liessen, so fragte ich unwillkürlich, ob es
+Ironie oder Wahrheit sei. Ich dachte mir, hat man mit den
+Verdammungsartikeln, welche man 1870 vom St. Peter zur Ehre und Liebe
+Gottes schleudert, noch nicht genug. Klingt es in der That nicht, wie eine
+Parodie, wenn man im Jahre 1870 noch von der Liebe und Milde einer
+christlichen oder semitischen Religion redet, die allerdings Liebe und
+Demuth predigt, deren Lehren aber nun seit Tausenden von Jahren nur
+Schwert, Inquisition, Hexenprocesse und Verdammungsurtheile zur Folge
+haben.--Alexander d. Gr. liess sich im Tempel des Ammon doch nur zum Sohne
+Gottes proclamiren, der heilige Vater im St. Peter aber lässt sich im
+Jahre 1870 zum Gotte selbst ausrufen.
+
+Wir waren bald am Fusse der alten Akropolis und schlugen unsere Zelte im
+Schatten der Dattelbäume nordwärts von Agermi. Alle Bewohner halfen aufs
+Freundlichste, so dass wir rasch damit fertig wurden. Ich besuchte sodann
+noch den Schich von Agermi, den grossen Tempel, machte dem kleinen Tempel
+einen Abschiedsbesuch und setzte mich an den Sonnenquell. Hier kam dann
+noch eine Deputation Lifaya, um sich speciell zu verabschieden, und kehrte
+sodann nach unserem Lager zurück. Der Schich von Agermi und andere
+Vornehme des Ortes erwarteten mich, damit ich mit ihnen käme, um Nachts
+auf der Burg zu schlafen. Auf meine Antwort, ich zöge es vor, in meinem
+Zelte zu schlafen (schon der Reinlichkeit halber, da die Siuahner, weil in
+der Wüste allerdings ohne Flöhe, aber keineswegs ohne sonstiges Ungeziefer
+sind), sagten sie, es sei gefährlich, die Lifaya würden kommen, um mich zu
+ermorden, und die Schuld würde dann auf sie zurückfallen. Aber auch dies
+konnte mich nicht bewegen, ich erwiederte einfach, ich könne nicht
+glauben, dass, da ich so lange Gast der Lifaya gewesen, diese schliesslich
+ihren Gast ermorden würden.
+
+Als die Agermi-Bewohner so sahen, dass nichts auszurichten war,
+beschlossen sie eine starke Wache bei meinem Zelte zu stellen. Vorher
+jedoch kam eine grosse Diffa (Gastmahl) von Schich Mohammed Djari, die um
+so mehr Hülle und Fülle hatte, als es galt, mit einem Schlage die
+Gastfreundschaft der Siuahner auszustechen und zwar in ihrer Gegenwart,
+denn eine Menge Leute vom ersten Orte wollten auch noch die letzte Nacht
+in unserer Nähe verbringen. So war denn auch an Schlafen nicht zu denken,
+die Wache, die vielen Freiwilligen hatten so viel zu plaudern, zu singen
+und zu scherzen, dass auch wir fast die ganze Nacht an der Seite eines
+kleinen glimmenden Feuers zubrachten, welches nicht dazu diente, die Kälte
+zu vermindern, denn es war eine der schönsten Sommernächte, sondern um den
+Taback für die Raucher anzuzünden, und um von Zeit zu Zeit eine Tasse
+Kaffee zu kochen, womit ich die Ammonier tractirte.
+
+Mit anbrechendem Morgen ging es dann fort, alle Bewohner riefen uns ihr
+Lebewohl nach und nur noch von Einzelnen begleitet, waren wir denn bald
+aus den eigentlichen Gärten dieser reizenden Oase heraus. Der Weg[48] bot
+am ganzen Tage nichts irgend Bemerkenswerthes; wir sahen die Rinderheerde
+der Oasenbewohner ohne Hirten in einem Sebcha, wo etwas Grün war, weiden,
+und fragten uns, wozu solche erbärmliche Thiere nützen dürften, und
+lagerten Abends nach einem ziemlich anstrengenden Marsche südlich vom
+Plateau.
+
+Dieser Lagerplatz im u. Mohemen gelegen, befand sich gewissermaassen am
+oberen Kopfende des Uadi, das nach der Oase Lebak führt, welche südlich
+von Siuah gelegen, jedoch unbewohnt ist. In der Entfernung sahen wir
+Palmen, die jedoch nach Aussage unseres Führers ohne Herrn sein sollen.
+Die Lebaker Palmen werden von den Siuahnern eingeheimst.
+
+Schon um 4½ Uhr brachen wir am anderen Tage in nordöstl. Richtung auf;
+brauchten, um aus dem Mohemen-Thale herauszukommen, noch eine Stunde, und
+erstiegen dann eine in die Depression hineinragende Halbinsel, deren
+Abhang nach N.-W. zu der Nokb el Modjabri genannt wird, der Rand ist 105
+Meter hoch. Je weiter man nach Osten kommt (die ersten 4 Stunden in N.-O.,
+die letzten 5 in östl. Richtung), desto mehr hebt sich der Boden der
+Halbinsel, so dass Abends an unserem Lagerplatze das Aneroid 137 Meter
+zeigt. Da, wo wir lagerten, mündet auch ein ziemlich betretener von Lebak
+nach Um sserir führender Weg ein. Am folgenden Tage erreichten wir im Nokb
+el abiod nach einem zweistündigen Marsche in nordöstl. Richtung den
+höchsten Punkt der Halbinsel, kamen dann immer in selber Richtung bleibend
+herab, entstiegen einem zweiten Absatz, nokb el hamar genannt, und ein
+dritter Absatz brachte uns in die Hattieh der Oase Um sserir.
+
+Dies kleine Eiland liegt unmittelbar südlich vom libyschen Plateau. Wir
+fanden auch hier eine überaus freundliche Aufnahme, schlugen aber
+ebenfalls aus, auf dem Orte selbst zu wohnen, sondern schlugen unser Zelt
+unter den Palmen auf. Um sserir oder auch Gara genannt, liegt wie Agermi
+auf einem Felsblocke. Im Ganzen werden höchstens 300 Einwohner hier sein,
+alle sahen sehr dürftig aus. Der Ort selbst hat heute durchaus keine
+Ueberbleibsel von alten Bauten, obschon nicht bezweifelt werden kann, dass
+auch die Alten hier eine Ansiedelung hatten. Einige alte römische Münzen
+aus der Zeit der Kaiser, die ich hier sammeln konnte, bestätigen dies. Die
+Oase selbst ist ebenso wasserreich im Verhältnisse, wie die des Ammon,
+aber nur eine Quelle Um sserir el gotara enthält trinkbares Wasser, alles
+andere ist brakisch. Die Bewohner scheinen sehr faul zu sein, und ihr
+Dasein mit Lakbitrinken zu verbringen. Von hier führt ein näherer Weg als
+von Siuah nach der südlich von Um sserir gelegenen, unbewohnten Oase
+Dorha. Nach den übereinstimmenden Aussagen der Bewohner von Um sserir
+bietet diese Oertlichkeit keine Ruinen oder Spuren ehemaliger Besiedlung,
+die phantasiereichen Aussagen der Bewohner Siuahs gegen Hamilton und mich
+beruhen daher wohl auf Unwahrheiten; alles Merkwürdige soll sich auf
+einige sonderbar geformte Felsblöcke beziehen.
+
+Wir setzten daher unseren Weg fort und machten am Aufbruchstage 11 Stunden
+in 80° Richtung. Es ist ein Irrthum, wenn auf den Karten verschiedene Wege
+verzeichnet sind, es ist hier nur Ein Weg, südlich vom Plateau, und dass
+der Reisende in der Sahara nicht reisen kann, wie er _will_, ist eine
+bekannte Thatsache, er muss immer dem Karawanenwege folgen. Die Depression
+wird nun gegen Osten hin merklich tiefer, und erreicht wahrscheinlich in
+den Natronseen den tiefsten Punkt; die Gegend ist sonst vollkommne Sserir.
+Man passirt den Bir bel Geradi mit stark purgirendem Wasser, und erreicht
+dann die Brunnen Mkemen und Morhara, die beide ausgezeichnetes Wasser
+haben. Hier stiessen wir wieder auf eine grosse von Kairo kommende
+Karawane.
+
+Hier trennt sich denn auch der Weg nach dem Meere und Alexandrien von dem
+nach Kairo; da unser Führer von Djalo behauptete den Weg nach Alexandrien
+nicht zu kennen, so übernahm ich selbst von Morhara die Führerschaft und
+nun ging es in nordöstl. Richtung dem Plateau entgegen. Nach 4 Stunden war
+dies denn auch erreicht und wir somit aus der libyschen Wüste heraus. Zwei
+andere Tage brachten uns über die krautreiche Hochebene, wo uns rechts und
+links der Anblick weidender Schafheerden erfreute, nach dem Bir Hamman und
+der darauf folgende Tag ans Mittelmeer selbst.
+
+An der Küste entlang ziehend, erreichten wir dann Alexandrien, vierzehn
+Tage nachdem wir von Agermi, der alten Akropolis des Ammonium aufgebrochen
+waren.
+
+
+
+
+[Transkriptions-Notiz:
+Die folgenden Tabellen wurden erheblich umgeformt, damit die Zeilenlänge
+im Rahmen bleibt. Im Original sind die Tageszeiten nicht dem Datum (also
+den Zeilen) untergeordnet, sondern den einzelnen Meßgrößen (also den
+Spalten), so daß sich eine entsprechende Vielzahl von Spalten ergibt.
+Außerdem wurden die Tabellen neu gruppiert, damit sich eine Tabelle je
+Kalendermonat ergibt, sowie die Einträge Spalte "Anmerkungen" an den
+Fuß der jeweiligen Tabelle mit einem Verweis auf den Tag verschoben.
+
+
+Spalte 1: Datum
+Spalte 2: Tageszeit
+Spalte 3: "Aufenthaltsörther"
+Spalte 4: "Barometer"
+Spalte 5: "Thermometer"
+Spalte 6: "Hygrometer"
+Spalte 7: "Windes-Herkunft"
+Spalte 8: "Windes-Stärke"
+Spalte 9: "Himmel"
+
+Abkürzungen: vSA = vor Sonnenaufgang; nSU = nach Sonnenuntergang
+
+Für eine der Vorlage erheblich ähnlichere Darstellung der Tabellen sei
+auf die HTML-Version dieses Etextes unter
+http://www.gutenberg.org/1/7/6/0/17600 verwiesen.]
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|Decbr. 1868 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Tripolis |769|12 |73|W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |770|12 |70|SW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |770|23 |65|SW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |769|18 |70|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Tripolis |770|11 |72|W |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |770|13 |72|W |1|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |771|23 |66|W |2|Rein |
+| |nSU|Tripolis |770|17 |70|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Tripolis |768|12 |73|W |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |768|12 |70|SW |2|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |770|20 |66|W |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |769|16 |68|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Tripolis |767|12 |70|W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |768|23 |70|NW |1|Rein |
+| |3 |Tripolis |770|18 |66|NW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |769|15 |69|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Tripolis |765| 8 |73|W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |767|11 |69|W |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |767|19 |57|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |767|17 |68|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Tripolis |764|10 |70|N |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |764|12 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |767|19 |59|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |764|15 |70|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Tripolis |765|10 |69|NW |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |765|13 |70|NW |1|Rein |
+| |3 |Tripolis |767|18 |57|NW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |766|12 |70|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Tripolis |767|12 |71|SW |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |769|15 |69|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |769|19 |66|NW |X|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |768|13 |70| |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Tripolis |767|10 |70|NW |1|Rein |
+| |9 |Tripolis | | | | |1| |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis |767|18 |54| | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|29|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis |769|13 |70| | | |
+| |3 |Tripolis |770|17-3/4|54| | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|30|vSA|Tripolis |770|10 |69|W |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |768|13 |68|W |X|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |768|19 |49|SW |1|Bedeckt |
+| |nSU|Tripolis | | | |W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|31|vSA|Tripolis | | | |W |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |765|14 |53|SW |1|Rein |
+| |3 |Tripolis |768|19 |40|SW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|Januar 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Tripolis |767| 7 |61|O |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |768|10 |61|O |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |768|18 |60|O |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |770|14 |60|O |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Tripolis | | |71|W |1|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis | | |70|W |1|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |772|18 |64|SW |1|Bedeckt |
+| |nSU|Tripolis |772|17 |65|X |X|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Tripolis |770|15 |64|W |1|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |770|15 |62|O |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |768|19 |41|O |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |769|14 |61|O |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Tripolis |766|13 |68|SW |1|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |768|14 |68|SW |1|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |770|19 |70|NW |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis |770|15 |70|NW |2|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|Tripolis |772|14 |71|N |2|Regen |
+| |9 |Tripolis |772|15 |66|N |2|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |773|17 |67|NNW|2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |773|15 |69|NNW|2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Tripolis |773|12 |72|NNW|2|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |774|13 |70|NNW|2|Regen |
+| |3 |Tripolis |774|17 |60|NNW|1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |775|15 |62|NW |1|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Tripolis |775|15 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |775|15 |60|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |774|18 |70|NW |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis |774|13 |60|N |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Tripolis |774|14 |70|N |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |773|15 |65|N |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |771|17 |70|N |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |770|14 |70|N |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Tripolis |767|12 |72|N |2|Regen |
+| |9 |Tripolis |766|12 |62|NO |2|Regen |
+| |3 |Tripolis |765|13 |62|NO |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |768|12 |70|NO |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Tripolis |765|10 |69|N |2|Regen |
+| |9 |Tripolis |765|12 |70|N |2|Regen |
+| |3 |Tripolis |766|11 |65|N |2|Regen |
+| |nSU|Tripolis |768|13 |70|N |3|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Tripolis |766|11 |68|N |3|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |768|12 |67|N |2|Regen |
+| |3 |Tripolis |766|12 |70|W |2|Regen |
+| |nSU|Tripolis |769|12 |70|W |1|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Tripolis |768| 8 |71|W |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |770|11 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |767|14 |62|W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |767|12 |70|W |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Tripolis |766| 8 |73|NW |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |768|10 |70|NW |1|Schleier |
+| |3 |Tripolis |764|13 |60|NW |1|Schleier |
+| |nSU|Tripolis |764|12 |71|NW |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Tripolis |766| 9 |74|X |X|Schleier |
+| |9 |Tripolis |767|12 |65|X |X|Schleier |
+| |3 |Tripolis |765|18 |60|S |X|Schleier |
+| |nSU|Tripolis |765|14 |70|S |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Tripolis |765|10 |70|S |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |764|12 |71|SW |X|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |764|16 |60|O |X|Bedeckt |
+| |nSU|Tripolis |764|13 |70|O |X|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Tripolis |764|12 |75|SO |X|Regen |
+| |9 |Tripolis |764|12 |73|SO |X|Regen |
+| |3 |Tripolis |760|12 |69|N |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis | |14 |70|N |1|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Tripolis |762|10 |75|N |1|Regen |
+| |9 |Tripolis |762|14 |70|N |1|Regen |
+| |3 |Tripolis |762|15 |69|N |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis |762|12 |70|N |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Tripolis |762|10 |74|NW |1|Regen |
+| |9 |Tripolis |761|12 |74|NW |1|Regen |
+| |3 |Tripolis |761|15 |75|W |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis |765|12 |70|O |X|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Tripolis |765|12 |70|NW |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |765|13 |56|NW |X|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |765|12 |60|W |X|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |765|12 |70|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Tripolis |763|10 |73|W |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |764|14 |75|NW |1|Regen |
+| |3 |Tripolis |763|14 |70|NW |2|Regen |
+| |nSU|Tripolis |761|10 |70|NW |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Tripolis |760| 8 |72|W |2|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |760|10 |75|W |3|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |760|12 |70|W |3|Wolkenbruch |
+| |nSU|Tripolis |764|11 |71|W |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Tripolis |764| 8 |71|N |2|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |766|10 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |764|12 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |764|12 |70|NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Tripolis |760| 7 |70|NW |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |762|10 |70|W |2|Rein |
+| |3 |Tripolis |762|12 |72|W |2|Rein |
+| |nSU|Tripolis |761|10 |70|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Tripolis |751| 7 |70|NW |1|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |765| 9 |70|NW |1|Regen |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|29|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|30|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|31|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 5.: Den ganzen Tag schauert es.
+ 8.: Die ganze Nacht starker Regen.
+ 11.: Abends 9 Uhr Ende der Regen und Gewitter.
+ 15.: Die ganze Nacht Regen.
+ 21.: Um Mitternacht Wolkenbruch mit Hagel.
+
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|Febr. 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Tripolis |775|10 |70|W |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |776|12 |70|W |X|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |774|18 |70|W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |776|10 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|Tripolis |776| 8 |70|N |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |777|13 |55|N |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |777|18 |70|N |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |777|12 |70|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Tripolis |777|12 |71|NW |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |777|14 |60|NW |X|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |777|19 |52|N |X|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |776|10 |70|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Tripolis |776| 8 |70|N |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |777|15 |60|X |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |777|20 |49|N |X|Rein |
+| |nSU|Tripolis |776|12 |65|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Tripolis |775| 8 |70|N |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |775|14 |67|NNW|1|Rein |
+| |3 |Tripolis |774|18 |62|NW |2|Rein |
+| |nSU|Tripolis |774|12 |65|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Tripolis |773| 9 |70|N |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |774|14 |65|NW |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |774|18 |60|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |773|10 |65|X |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Tripolis |774| 9 |70|N |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |774|12 |65|W |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |775|18 |62|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |776|15 |70|X |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Tripolis |776|14 |70|NW |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |776|15 |70|N | |Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |776|20 |71|N |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |775|14 |70|N |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Tripolis |765| 8 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |775|14 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |774|18 |63|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |772|12 |69|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Tripolis |770| 8 |70|W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |769|14 |63|W |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |768|20 |60|W |X|Rein |
+| |nSU|Tripolis |768|14 |68|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Tripolis |766| 8 |72|W |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |766|15 |62|W |X|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |766|20 |59|W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |765|14 |60|W |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Tripolis |763| 7 |72|W |2|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |762|14 |70|W |2|Regen |
+| |3 |Tripolis |760|19 |70|W |3|Regen |
+| |nSU|Tripolis |764| | |W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Tripolis | | | |W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis | | | |W |1|Rein |
+| |3 |Tripolis | | | |W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis | | | |W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Tripolis | | | |NW |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis | | | |NW |X|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis | | | |NW |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis | | | |NW |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Tripolis | | | |NW |1|Rein |
+| |9 |Tripolis | | | |NW |1|Rein |
+| |3 |Tripolis | | | |NW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis | | | |NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Tripolis |773|10 |70|W |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |774|14 |65|NW |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |773|18 |60|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |773|12 |70|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Tripolis |769|12 |72|W |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |770|13 |64|W |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |770|19 |58|W |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |770|15 |70|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Mittelmeer |768|10 |70|SW |1|Staub |
+| |9 |Mittelmeer |767|14 |65|S |2|Staub |
+| |3 |Mittelmeer |770|19 |61|S |2|Staub |
+| |nSU|Mittelmeer |770|14 |69|S |2|Staub |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Mittelmeer |765| 8 |73|SO |2|Staub |
+| |9 |Mittelmeer |769|14 |68|SO |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Mittelmeer |768|18 |60|SO |1|Rein |
+| |nSU|Mittelmeer |768|15 |70|SO |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Mittelmeer |768| 8 |74|SSO|X|Rein |
+| |9 |Mittelmeer |770|14 |68|SSO|X|Rein |
+| |3 |Mittelmeer |770|19 |62|SSO|X|Rein |
+| |nSU|Mittelmeer |770|14 |72|SSO|X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Mittelmeer |770| 8 |73|N |X|Rein |
+| |9 |Mittelmeer |771|12 |69|N |1|Rein |
+| |3 |Mittelmeer |770|18 |59|N |X|Rein |
+| |nSU|Mittelmeer |770|14 |70|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Mittelmeer |772|10 |72|NO |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Mittelmeer |773|14 |68|NO |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Mittelmeer |772|20 |58|NO |X|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Mittelmeer |775|16 |71|NO |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Mittelmeer |775|10 |74|ONO|1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Mittelmeer |772|13 |69|ONO|1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Mittelmeer |773|18 |58|ONO|1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Mittelmeer |771|15 |73|ONO|1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Bengasi |771|10 |74|N |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Bengasi |770|14 |65|N |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Bengasi |771|18 |56|N |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Bengasi |771|16 |69|N |2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA|Bengasi |770| 9 |70|NO |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Bengasi |770|14 |64|NO |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Bengasi |770|18 |60|NO |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Bengasi |768|14 |69|W |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 10.: Zwischen 5 bis 7 Uhr Nachmittags sehr wolkig um 2 W.-Wind.
+
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|März 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Bengasi |767| 8 |73|W |2|Bedeckt |
+| |9 |Bengasi |764|10 |70|W |2|Regen |
+| |3 |Bengasi |763|14 |70|W |2|Regen |
+| |nSU|Bengasi |760| 9 |74|W |3|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Bengasi |759| 9 |74|W |2|Wolkig |
+| |9 |Bengasi |759|12 |74|W |3|Regen u. Bedeckt |
+| |3 |Bengasi |757|15 |70|W |1|Bedeckt u. Regen |
+| |nSU|Bengasi |757|10 |73| |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Bengasi |757| 8 |74|W |1|Rein |
+| |9 |Bengasi |756|14 |64|NW |2|Rein |
+| |3 |Bengasi |753|18 |60|NW |3|Rein |
+| |nSU|Bengasi |754|16 |66|S |1|Staubig |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Bengasi |754|10 |70|SO |1|Rein |
+| |9 |Bengasi |754|12 | |W |1|Regen |
+| |3 |Weg |753|18 | |W |3|Haufen-Wolken |
+| |nSU|(Kafes) Thuil |753|14 | |W |3|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|Weg | | | |W |3|Bedeckt u. Regen |
+| |9 |Weg | | | |SW |3|Bedeckt u. Regen |
+| |3 |Weg | | | |SW |3|Bedeckt u. Regen |
+| |nSU|Tokra |763|14 |73|W |3|Bedeckt u. Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Tokra |763| 8 |73|W |1|Bedeckt u. Regen |
+| |9 |Tokra |765|14 | |W |1|Regen |
+| |3 |Tokra |765|20 | |W |1|Abwechs. Regen |
+| |nSU|Tokra |765|14 | |W |1|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Tokra |762| 7 | |W |1|Rein |
+| |9 |Weg |761|14 | |SW |2|Rein |
+| |3 |Sisi |761|19 | |SW |3|Rein |
+| |nSU|Chaluf |761|12 | |SW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Sidi Chaluf |762| 7 | |W |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Weg |763|14 | |W |X|Rein |
+| |3 |Ptolemais |763|20 | |W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Ptolemais |764|10 | |NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Ptolemais |764| 5 | |SO |1|Rein |
+| |9 |Ptolemais |765|14 | |SW |X|Rein |
+| |3 |Ptolemais |765|20 | |SW |X|Rein |
+| |nSU|Ptolemais |765| 8 | |SW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Tolmetta |762| 7 | |SO |3|Staubig |
+| |9 |Tolmetta |760|12 | |SO |4|Staubig |
+| |3 |Tolmetta |759|19 | |SO |4|Staubig |
+| |nSU|Tolmetta |758|12 | |SO |4|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Tolmetta |757|12 | |SO |2|Bedeckt u. etw. Regen |
+| |9 |Weg | |15 | |SO |1|Bedeckt |
+| |3 |Weg | |20 | |SO |X|Bedeckt u. etw. Regen |
+| |nSU|Mrsihd |727|14 | |SO |X|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Mrsihd |727|14 | |S |X|Schleier |
+| |9 |Weg | |20 | |S |X|Schleier |
+| |3 |Weg | |32 | |S |X|Schleier |
+| |nSU|Megade |727|14 | |S |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Megade |722|12 | |S |2|Bedeckt u. Schleier |
+| |9 |Weg | |15 | |S |1|Wolkig u. Schleier |
+| |3 |Beni |714|20 | |S |2|Gewitter u. Regen |
+| |nSU|Gedani |715| 6 | |S |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Beni Gedani |715| 5 | |S |X|Bedeckt |
+| |9 | | |14 | |SW |2|Haufen-Wolken |
+| |3 | | |19 | |W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Djenin |705| 3 | |NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Djenin |705| 1 | |S |1|Rein |
+| |9 |Weg | | | |X |X|Rein |
+| |3 |Cyrene |707|14 |52|S |X|Rein |
+| |nSU|Cyrene |706| 9 |60|SW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Cyrene |701| 2 |62|SO |3|SM |
+| |9 |Battusstrasse |701|14 |58|SO |4|SM |
+| |3 |Battusstrasse |704|15 |50|W |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU| |705| 5 |68|W |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Battusstrasse |704| 5 |70|W |1|Rein |
+| |9 |Cyrene |707|10 |70|W |4|Regen |
+| |3 |Cyrene |709|12 |69|W |4|Regen |
+| |nSU| |709| 6 |71|W |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Cyrene, östl. Necr.|709| 5 |70|W |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Cyrene, östl. Necr.|709|10 | |W |3|Regen |
+| |3 |Cyrene, östl. Necr.|710|14 | |W |3|Regen |
+| |nSU| |710| 7 | |W |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Necropolis Cyrene |708| 6 | |W |1|Bedeckt |
+| |9 |Necropolis Cyrene |708|12 | |W |3|Regen u. Gewitter |
+| |3 |Necropolis Cyrene |707|14 | |W |2|Regen u. Gewitter |
+| |nSU| |707| 8 | |W |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Necropol. Cyrene |707| 5 | |W |2|Regen |
+| |9 | |705| 9 | |W |4|Regen |
+| |3 |Gasr- |695|12 | |W |3|Regen |
+| |nSU|Gaigab |698| 7 | |W |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Kasr |697| 2 | |O |X|Rein |
+| |9 |Kasr |697|10 | |N |3|Rein |
+| |3 |Gaigab |695|12 | |N |3|Rein |
+| |nSU|Gaigab |698| 7 | |W |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Kasr |698| 4 | |W |1|Rein |
+| |9 |Kasr |698|10 | |W |1|Rein |
+| |3 |Gaigab |698|14 | |W |X|Rein |
+| |nSU|Gaigab |697| 8 | |W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Gaigab |698| 6 | |W |2|Rein |
+| |9 |Weg | |15 | |SSO|3|Schmutzig |
+| |3 |Weg | |20 | |SSO|4|Schmutzig |
+| |nSU|Slantia |688|20 | |SSO|X|Schmutzig |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Slantia |687| 4 | |SSW|2|Schmutzig |
+| |9 |Weg | |10 | |SW |3|Haufen-Wolken |
+| |3 |Maraua |714|12 | |W |3|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Maraua |716|14 | |W |3|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Maraua |715| 7 | |W |2|Haufen-Wolken |
+| |9 |Weg | | 9 | |W |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Weg | |17 | |NW |3|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Djerdes |704| 9 | |NW |2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Djerdes |705| 2 | |S |2|Rein |
+| |9 |des | |17 | |S |2|Rein |
+| |3 |Weg | |23 | |S |2|Rein |
+| |nSU|Biar |732|14 | |S |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Biar |732|10 | |NW |2|Regen |
+| |9 |Weg | |15 | |NW |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Weg | |22 | |NW |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Bengasi |761|15 | |NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA|Bengasi |760|14 | |S |2|Staubig |
+| |9 |Bengasi |762|20 | |S |3|Staubig |
+| |3 |Bengasi |760|26 | |S |3|Staubig |
+| |nSU|Bengasi |762|20 | |S |X|Staubig |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|29|vSA|Bengasi |759|20 |60|S |X|Staubig |
+| |9 |Bengasi |758|20 |57|S |X|Schleier |
+| |3 |Bengasi |755|23 |53|W |1|Bedeckt |
+| |nSU|Bengasi |755|18 |68|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|30|vSA|Bengasi |757|15 |72|N |X|Rein |
+| |9 |Bengasi |759|19 |64|NO |1|Rein |
+| |3 |Bengasi |759|23 |49|O |1|Rein |
+| |nSU|Bengasi |760|17 |60|X |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|31|vSA|Bengasi |760|14 |68|N |X|Rein |
+| |9 |Bengasi |762|20 |60|N |1|Rein |
+| |3 |Bengasi |762|24 |50|N |1|Rein |
+| |nSU|Bengasi |764|16 |60|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 9.: Der Sturm fing nachts um 12 Uhr an.
+ 12.: Nachts 12 Uhr starkes Gewitter und Regen.
+ 15.: In der Sonne 21.
+ 16.: Battustrasse etwas höher als die Apolloquelle.
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|April 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Bengasi |762|14 |59|N |1|Schleier |
+| |9 |Bengasi |762|20 |58|N |X|Schleier |
+| |3 |Bengasi |760|20 |42|NO |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Bengasi |761|16 |62|NO |1|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Bengasi |755|15 |50|SO |3|Schmutzig |
+| |9 |Bengasi |754|18 |43|S |4|Staubig |
+| |3 |Bengasi |755|30 |24|S |3|Staubig |
+| |nSU|Bengasi |753|18 |48|S |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Bengasi |756|14 |62|W |X|Bedeckt |
+| |9 |Bengasi |755|19 | |W |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Ksebéah |754|22 | |W |2|Hf.-Wolken u. Regen |
+| |nSU|Ksebéah |754|14 | |W |2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Ksebéah |757|12 | |W |X|Rein |
+| |9 |Weg |758|14 | |W |3|Hf.-Wolken u. Regen |
+| |3 |Weg |759|18 | |W |3|Hf.-Wolken u. Regen |
+| |nSU|el Hussein |759|12 | |W |2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|el Hussein |761| 8 | |S |X|Rein |
+| |9 |Weg |763|19 | |S |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Weg |764|26 | |S |1|Rein |
+| |nSU|Djelid |763|14 | |S |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Djelid |762| 8 | |O |1|Rein |
+| |9 |Weg |760|24 | |S |2|Rein |
+| |3 |Weg |760|32 | |S |2|Staubig |
+| |nSU|Ferssi |762|18 | |W |3|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Ferssi |760|10 | |W |2|Bedeckt u. Regen |
+| |9 |Weg |762|16 | |W |3|Bedeckt u. Regen |
+| |3 |Schadábia |765|20 | |W |4|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Schadábia |764|15 | |NW |4|Regen u. Sturm |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Schadábia |763| 8 | |NW |4|Regen u. Sturm |
+| |9 |Schadábia |761|12 | |NW |4|Regen u. Sturm |
+| |3 |Weg |758|22 | |NW |3|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Chor Ssofan |759|12 | |NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Chor Ssofan |761|12 | |NNW|1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Weg |762|15 | |NNW|3|Regen |
+| |3 |Weg |765|25 | |NNW|3|Rein |
+| |nSU|Thuil |762|14 | |NNW|1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Thuil |762| 8 | |N |X|Rein |
+| |9 |Weg |768|18 | |NNW|1|Rein |
+| |3 |BirRessam |772|26 | |NW |1|Rein |
+| |nSU|Gor-n-Nus |772|14 | |NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Gor-n-Nus |773| 8 | |SO |X|Rein |
+| |9 |Weg |772|19 | |SO |X|Rein |
+| |3 |Weg |770|26 | |O |X|Rein |
+| |nSU|Meschtèret |769|20 | |NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Muschtèret |769| 9 | |SO |X|Rein |
+| |9 |Weg |772|18 | |O |1|Rein |
+| |3 |Weg |770|28 | |O |X|Rein |
+| |nSU|Audjila |770|22 |52|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Audjila |767|12 |50|SO |X|Rein |
+| |9 |Audjila |770|23 |42|SO |X|Rein |
+| |3 |Audjila |767|25 |20|NW |1|Rein |
+| |nSU|Audjila |768|23 |21|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Audjila |767|12 |29|X |X|Rein |
+| |9 |Audjila |767|20 |29|SO |X|Rein |
+| |3 |Audjila |765|26 |23|N |1|Rein |
+| |nSU|Audjila |767|20 |29|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Audjila |765|10 |39|N |X|Rein |
+| |9 | | |20 | |NW |1|Rein |
+| |3 |Weg | |26 | |NW |1|Rein |
+| |nSU|Djalo |765| |40|NW |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Djalo |763|12 |56|N |1|Rein |
+| |9 |Djalo |767|23 |40|N |X|Rein |
+| |3 |Djalo |764|26 |25|S |X|Rein |
+| |nSU|Djalo |763|22 |26|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Djalo |763|20 |40|SSW|1|Rein |
+| |9 |Weg | |24 | |S |2|Schmutzig |
+| |3 |uadi |763|30 | 9|S |3|Schmutzig |
+| |nSU| |761|23 |10|SSO|1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|uadi |757|16 |14|SSO|2|Schmutzig |
+| |9 |uadi |761|25 |10|SSW|3|Alles Staub |
+| |3 |uadi |760|30 | 2|SW | |Alles Staub |
+| |nSU|uadi |759|24 | 2|S |1|Schmutz |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|uadi |756|20 | 5|S |2|Schmutzig |
+| |9 |uadi |760|28 | 4|SSO|4|Alles ein Staubmeer |
+| |3 |uadi |756|33 | 2|SSO| |Alles ein Staubmeer |
+| |nSU|uadi |756|24 | 2|SSO|3|Alles ein Staubmeer |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|uadi |756|14 |15|NW |3|Schmutzig |
+| |9 |uadi |759|22 |17|NW |5|Wolkig oben, Staub unten|
+| |3 |uadi |760|20 |25|NW |4|Wolkig oben, Staub unten|
+| |nSU|uadi |763|18 |26|NW | |Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|uadi |763|12 |38|NW | |Rein |
+| |9 |uadi |765|20 |36|NNW|X|Rein |
+| |3 |uadi |766|25 |25|W |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|uadi |764|14 |28|NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|uadi |763|14 |33|W |X|Rein |
+| |9 |uadi |766|18 |29|W |1|Rein |
+| |3 |uadi |766|25 |25|W |2|Einige Hf-Wolk. |
+| |nSU|uadi |765|14 |23|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|uadi |765|14 |34|W |1|Rein |
+| |9 |uadi |767|20 |30|W |1|Rein |
+| |3 |uadi |765|34 |29|W |1|Rein |
+| |nSU|uadi |764|13 |29|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|uadi |763|14 |33|S |X|Rein |
+| |9 |uadi |763|20 |17|S |1|Rein |
+| |3 |uadi |764|24 | 6|W |3|Feder-Wolken |
+| |nSU|uadi |761|20 |15|NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|uadi |760|14 |22|NNW|1|Rein |
+| |9 |uadi |765|20 | |N |1|Rein |
+| |3 |Weg | |22 | |N |1|Rein |
+| |nSU|Msuan |761|18 |30|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Msuan |758|13 |50|N |X|Rein |
+| |9 | | |18 | |N |X|Rein |
+| |3 | | |22 | |N |X|Rein |
+| |nSU|Ismael |763|16 |25|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Ismael |758| 8 |35|O |1|Rein |
+| |9 | | |20 | |O |X|Rein |
+| |3 | | |24 | |W |X|Rein |
+| |nSU|Gerdobia |763|18 |26|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA| |760|12 |30|NO |1|Rein |
+| |9 | |765|20 | |SO |1|Flocken-Wolken |
+| |3 | |763|26 | |SO |X|Flocken-Wolken |
+| |nSU| |762|20 |26|O |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|29|vSA| |759|14 |36|O |1|Bedeckt |
+| |9 | | |22 | |O |2|Rein |
+| |3 | | |28 | |O |1|Schleier |
+| |nSU| |760|22 |25|O |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|30|vSA| |758|15 |33|O |1|Schmutzig |
+| |9 | | |22 | |O |2|Staub |
+| |3 | |760|28 |22|O |3|Staub |
+| |nSU| |760|25 |25|O |2|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 18.: Um 12 Uhr Orkan S aus SSW, Alles Staubmeer.
+ 19.: Um 12 Uhr Orkan S aus SSO, Alles Staubmeer.
+ 20.: Mit untergehenden Monde ging der Wind Nachts 12 Uhr nach NW um.
+ 21.: Um 5 Uhr Abends war heiterer Himmel, das Aneroid stieg von Mittag
+ an, denn die Fluth um 9 Uhr ist nicht zu zählen.
+ 22.: Um 1 Uhr Morgens fiel der Wind gänzlich.
+ 23.: Um 11 Uhr Vormittags was das Aneroid 768.
+ 26.: Mittags hat es gethauet.
+
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|Mai 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Tarfaya |760|19 |27|O |1|Bedeckt |
+| |9 | | |25 | |O |2|Schleier |
+| |3 |Bu Allua |763|32 | 8|SO |1|Schleier |
+| |nSU|Bu Allua |763|30 |10|S |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Bu Allua |763|21 |20|S |X|Schleier |
+| |9 |Bu Allua | |30 | |SO |3|Staub Bedeckt |
+| |3 |Hoësa |766|36 |11|SO |4|Staub Bedeckt |
+| |nSU|Hoësa |765|30 |20|N |5|Staub |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Hoësa |762|25 |27|S |4|Staub |
+| |9 | | |30 | |S |5|Alles Staubwolke |
+| |3 | |763|38 | |S |3|Alles Staubwolke |
+| |nSU|Gaigab |763|27 |20|N |1|Staub |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Gaigab |763|22 |20|N |1|Bedeckt |
+| |9 | | |25 | |N |3|Bedeckt |
+| |3 |Schiata |765|30 |25|N |2|Rein |
+| |nSU|Schiata |765|20 |27|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|Schiata |765|16 |29|N |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Schiata |767|20 |27|N |X|Schleier-Wolken |
+| |3 | | | | |N |X|Schleier |
+| |nSU|Maragi |765|20 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Maragi |764|15 | |O |X|Rein |
+| |9 |Chamisa |767|25 | |O |1|Rein |
+| |3 |Siua |768|30 | |S |1|Rein |
+| |nSU|Siua |768|25 | |W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Siua |768|20 |25|O |X|Rein |
+| |9 |Siua |768|26 |25|O |1|Rein |
+| |3 |Siua |765|29 |23|O |X|Rein |
+| |nSU|Siua |767|25 |23|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Siua |767|17 |28|W |X|Rein |
+| |9 |Siua |768|24 |27|W |1|Rein |
+| |3 |Siua |766|30 |20|O |1|Rein |
+| |nSU|Siua |766|25 |22|O |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Siua |766|18 |23|O |1|Rein |
+| |9 |Siua |767|25 |23|O |2|Rein |
+| |3 |Siua |764|32 |17|O |2|Rein |
+| |nSU|Siua |764|27 |17|O |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Siua |762|17 |25|O |1|Rein |
+| |9 |Siua |763|26 |20|SO |1|Rein |
+| |3 |Siua |762|31 |15|W |X|Rein |
+| |nSU|Siua |761|30 |18|NO |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Siua |764|17 |27|O |X|Rein |
+| |9 |Siua |765|24 |25|N |2|Rein |
+| |3 |Agermi |764|26 | |N |2|Rein |
+| |nSU|Agermi |763|26 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Agermi |765|19 | |N |2|Bedeckt |
+| |9 |Weg |767|24 | |N |2|Rein |
+| |3 |Weg |764|26 | |N |1|Rein |
+| |nSU|Huemen |764|25 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Huemen |764|20 | |N |1|Rein |
+| |9 |Weg | |25 | |W |2|Rein |
+| |3 |Weg | |26 | |W |3|Rein |
+| |nSU|Weg |749|25 | |W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Weg |748|14 | |N |1|Rein |
+| |9 |Weg |Weg|25 | |N |1|Rein |
+| |3 |Um es sserir |768|28 | |NW |1|Rein |
+| |nSU|Um es sserir |765|24 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Um es sserir |765|15 | |N |1|Rein |
+| |9 |Um es sserir |768|22 | |N |1|Rein |
+| |3 |Um es sserir |765|26 | |N |3|Rein |
+| |nSU|Um es sserir |766|22 | |N |3|Schleier-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Um es sserir |763|18 | |N |X|Rein |
+| |9 |Weg |770|20 | |O |1|Rein |
+| |3 |Weg |770|28 | |O |1|Rein |
+| |nSU|Weg |770|24 | |O |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Weg |768|18 | |NO |X|Rein |
+| |9 |Weg |772|26 | |OSO|1|Rein |
+| |3 |Weg |770|36 | |S |2|Rein |
+| |nSU|Weg |770|27 | |S |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Weg |767|21 | |S |X|Rein |
+| |9 |Weg |773|28 | |NW |1|Rein |
+| |3 |Weg |771|36 | |NW |5|Staub |
+| |nSU|Weg |770|20 | |N |3|Staub |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Weg |778|20 | |N |X|Theils Bedeckt |
+| |9 |Weg |770|24 | |N |2|Bedeckt |
+| |3 |Weg |770|25 | |N |2|Bedeckt |
+| |nSU|Bel Gerady |778|22 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Bel Gerady |766|16 | |N |X|Rein |
+| |9 |Weg |765|24 | |NO |2|Rein |
+| |3 |Weg |763|24 | |NO |2|Rein |
+| |nSU|Weg |760|20 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Weg |760|16 | |NO |1|Rein |
+| |9 |Weg |760|24 | |N | |Rein |
+| |3 |Morhara |769|25 | |NNW|2|Rein |
+| |nSU|Morhara |767|24 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Morhara |767|18 | |N |X|Rein |
+| |9 |Weg |755|22 | |N |2|Rein |
+| |3 |Weg |755|24 | |N |3|Rein |
+| |nSU|Weg |759|29 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Weg |757|20 | |N |X|Bedeckt |
+| |9 |Weg |756|22 | |N |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Weg |760|24 | |N |2|Rein |
+| |nSU|Bir Hamman |762|18 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Bir Hamman |760|18 | |N |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Weg |763|20 | |N |2|Rein |
+| |3 |Weg |762|25 | |N |2|Rein |
+| |nSU|Brunnen |763|19 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Bir Hamman |762|18 | |N |X|Bedeckt |
+| |9 |Weg |764|24 | |N |1|Rein |
+| |3 |Alexandria |762|26 | |N |1|Rein |
+| |nSU|Alexandria |761|20 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 2.: Bei Mondesaufgang heftige Windstösse aus S, vor und nach absol.
+ Windstille.
+ 13.: Um 11 Uhr war das Barom. 752.
+ 14.: Um 9 hatten wir den höchsten Punkt erreicht, das Aneroid 745.
+ 15.: Morgens hatte es etwas gethauet.
+ 21.: Morgens Thau.
+ 22.: Morgens stark Thau.
+ 23.: Morgens Thau.
+
+
+
+
+[Illustration: GERHARD ROHLFS' ROUTEN IN CYRENAICA im Sommer 1869. Nach
+dem Originalentwurfe des Reisenden Maßstab c'a 1:150,000 und der
+Küstenaufnahme der britischen Admiralität zusammengestellt von Rich.
+Kiepert. Maßstab in 1:500,000.]
+
+
+[Illustration: DIE AMMONS-OASE ODER SIUAH aufgenommen 1863 von Gerhard
+Rohlfs.]
+
+
+[Illustration: Versteinertes Holz aus der Ammons Oase.]
+
+
+[Illustration: Asterit aus der Oase des Jupiter-Ammon.]
+
+
+[Illustration: I. Ostracit, II. Salz, III. Chalcedonröhre u. IV.
+versteinerte Muschelarten der Ammons Oase.]
+
+
+
+
+In unserm Verlage sind ferner erschienen:
+
+GERHARD ROHLFS, Reise durch Marokko, Übersteigung des grossen Atlas,
+ Exploration der Oasen von Tafilet, Tuat und Tidikelt und Reise durch
+ die grosse Wüste über Rhadames nach Tripoli. Mit einer Karte von
+ Nord-Afrika von Dr. A. _Petermann_. Zweite Auflage. Preis: 1 Thlr. 20
+ Sgr.
+
+Im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen mit dem Englischen
+ Expeditionscorps in Abessinien. Mit dem Portrait des General NAPIER und
+ einer Karte von Abessinien von Dr. A. _Petermann_. Preis: 1 Thlr. 25
+ Sgr.
+
+LAND UND LEUTE IN AFRIKA. Berichte aus den Jahren 1865-1870. Preis: 1-1/3
+ Thlr.
+
+Ferner erschien in unserm Verlage:
+
+LUDWIG BRUNIER, Louise. Eine deutsche Königin. Mit dem Portrait der
+ Königin Louise von Preussen. Preis: 1-1/3 Thlr., eleg. gebunden mit
+ Goldschnitt 1-5/6 Thlr.
+
+ _Prachtausgabe._ Preis: 2 Thlr., elegant gebunden in Kalblederband
+ mit Goldschnitt 3-1/3 Thlr.
+
+Bremen. J. KÜHTMANN'S BUCHHANDLUNG.
+
+
+
+
+Fußnoten:
+
+
+[1] Octbr 1869 lagen aus den Salzseen gewonnen noch 6,000,000 Oka Salz zum
+Verladen in Bengasi bereit, ausserdem von Carcora gewonnenen; und jährlich
+gehen nach der Levante durchschnittlich von dieser Stadt gegen 5,000,000
+Oka. Mittheilungen von Chapman esq., brit. Consul in Bengasi.
+
+[2] Die mitgebrachten Pflanzen werden durch eine besondere Broschüre von
+Dr. Ascherson beschrieben werden.
+
+[3] Die Schriften le Maire's, der Cyrenaica noch vor della Cella besuchte,
+sind mir nicht zur Hand.
+
+[4] Zeitschrift der Gesellschaft der Aerzte von Wien. 1. Theil. 1862.
+
+[5] En Bidrag til Tydning af den i Oldtiden under Navn af Silfion meget
+anvendte og høit skattede, men senere forsvundene Kryderplante, af Prof.
+Dr. A. S. Ørsted, Kjøbenhavn, 1869.
+
+[6] Fettschwanz.
+
+[7] In Cyrenaica setzen die Araber nicht "beni" oder "uled" vor ihre
+Sippen, sondern "ailet", was gleichbedeutend ist, nur noch mehr den
+Begriff "Familie" ausdrückt.
+
+[8] Englischer Consulatsbericht von Bengasi, 29. October 1869.
+
+[9] S. die Nrn. des Ausland, Adjedabia noch unedirt, ebenso Gaigab.
+
+[10] Schultert, präsentirt.
+
+[11] Um 12 Uhr 40 M. passirten wir uadi Ibeb nach dem Mittelmeere, dann
+uadi manasseh um 1 Uhr 15 M., uadi bird um 1 Uhr 20 M., beide zur Sahara
+gehend. Um 2 Uhr war der Marabut Sidi Homri mit Quelle links vom Wege, und
+um 3 Uhr das Kasr Abayan ½ St. östlich vom Wege, um 3 Uhr 40 M. der Berg
+Djilmana, ½ St. westlich vom Wege.
+
+[12] Aufbruch 6-¾ Uhr in 200° R., um 7½ uadi Shihr, nach der Wüste gehend,
+um 8 Uhr u. Smelah, gleichfalls nach der Wüste, um 8-¼ das alte römische
+Castell Sirah und von diesem aus auf 1½ St. Entfernung das alte Castell
+Meschedeschi in S.-O.-Richtung gepeilt. Von Sirah jetzt in S.-W.-Richtung
+weiter, und um 9 Uhr das uadi Dorr, das in die Wüste geht und auf 2 St.
+Entfernung im N.-W. das römische Castell Sehadeh. Um 9½ die Ruinen vom
+römischen Fort Siral el qedim, um 9-¾ das uadi Djaf und das uadi Ibgehl,
+vereinigt der Sahara zufliessend; 11 Uhr 20 M. das uadi megad, welches
+auch in die Sahara geht. Von hier an in W.-Richtung weiter bei den Sheniet
+Chalil vorbei und mit dem uadi Schirb fortgehend, der in das uadi Farat
+übergeht, von der Hochebene herab nach 3 St. in Maraua. Am folgenden Tage
+Aufbr. 5-¾ Uhr in S.-W.-Richtung, um 7 Uhr 240° R. Um 9 Uhr den von Nord
+nach Süd fliessenden uadi Gedede und die Richtung nun 250°. Von 9 Uhr 20
+M. S.-W. Richtung, 9 Uhr 40 M. der nach Teknis führende Weg geschnitten
+und nun im uadi messamer, das in die Wüste geht. Um 10 Uhr das alte
+Castell Bu Rhassil eine St. südl. vom Wege. Um 11 Uhr auf einen Höhenzug,
+der von N.-W. nach S.-O. streicht und Schad ben Medja Wald heisst, auf
+diesem die Ruine Gasr Tolun, ½ St. nördl. vom Wege. Um 11½ Uhr das nach S.
+fliessende uadi mdud. Nach ¾ St. Aufenthalt um 12½ im uadi Rinfaid in
+W.-Richtung weiter, und um 1-¾ Uhr den nach S. fliessenden uadi Stiksfara
+passirt. Um 2½ W.-Richtung und um 3 Uhr 10 M. den in die Sahara
+fliessenden uadi Schabl n Bet passirt, um 4 Uhr die Spitze des uadi Erköb
+und um 4-¼ in Djerdes campirt.
+
+[13] Um 6-¾ Aufbr. von Djerdes in S.-W.-Richtung; gleich darauf passirten
+wir das nach S.-O. streichende Medjrah-Thal und mit dem von einem
+Knotenpunkte kommenden Benia-Thal S.-W. weitergehend, erreichten wir 8-¾
+die Wasserlöcher von Benia. Dicht am Wege, im N.-W. von uns, ist hier die
+römische Ruine Gasr Djebela. Nun heisst das Benia-Thal hier Gardab, wir
+durchzogen es westlich haltend, während uadi Gardab nach N.-W. umbiegt; um
+10½ übersteigen wir eine von Süden kommende Gebirgszunge und kamen dann
+ins uadi Tolhan, welches ebenfalls nach N.-W. gehend, sich mit uadi Gardab
+zum uadi Djedj vereinigt und dann in den Birsia bei Tokra ins Meer fällt.
+Durchs uadi Bu Simmeh S.-W. vom Gab kommend, hatten wir 11½ die
+Ebelerhar-Ebene vor uns, durchschnitten in dieser den nach N.-W. ziehenden
+uadi Selitmitnan um 12-¾ und lagerten, den Gasr Ebelerhar um 2 Uhr S.-O.
+vom Wege dicht liegen lassend, um 5 Uhr bei den Biar-Wasserlöchern.
+
+[14] Alexandria und Cairo.
+
+[15] An dem Tage Aufbruch um 6-¾ Uhr in 150° Richtung. Um 7 Uhr 10 M.
+Ruinen von Mabruka, 8 Uhr Ruinen und Brunnen Bu-Drissa, 9-¼ rechts vom Wege
+Massafa Brunnen und Ruinen; 11 Brunnen Ktiuë, hier ½ St. Aufenthalt und
+jetzt gerade S. R. 12½ Uhr Brunnen Ktet, 12-¾ Ruinen von Batat, 1½ Brunnen
+Ktet el tani und gleich darauf Grab des Marabut Kellani, 3 Uhr 1 St.
+östlich vom Wege der Snussi Sauya Tilimon, um 5 Uhr Lager.
+
+[16] Am 5. April Aufbruch 6½ Uhr in 160° R. 8-¼ kobóret oder Gräber links
+am Wege, 9½ Gasr el Hussein, 1 St. rechts vom Wege, 10 Uhr Gasr magrún 1
+St. rechts vom Wege, 11½-12½ Ruhe, 1 Uhr bir Simmach, 1-¼ rechts vom Wege ¼
+St. Komon-Hügel, 2½ links vom Wege gasr Scheban und Schebibi und rechts
+nach S.-W. 3 St. entfernt Gasr. Adams, 5½ Lager bei Oertlichkeit Djelil.
+
+[17] Am 6. April Aufbruch 6½ Uhr in 160° R. 7½ die Kubba Sid Hammed ben
+Thaib rechts dicht am Wege, um 8 Uhr rechts am Meere ca. 2 St. entfernt
+der Brunnen Ledjra, um 9 Uhr Gasr Dababia am Meere, um 10 Uhr Sidi Sultan
+Brunnen am Meere, um 11 Uhr links am Wege Gasr el Debah, um 11½ der
+Brunnen Milha, Pause hier bis 12-¾, um 1 Uhr Brunnen Morsiffa, um 4 Uhr
+Sidi Faradji, um 5 Uhr Lager bei Oertlichkeit Ferssi.
+
+[18] Am 7. April Aufbruch in 160° R. und nach 3 St. bei Gasr Schadábia.
+Die drei Districte südlich von Hussein heissen Fadéla, Ferssi und Shiuf.
+
+[19] [griechisch: Automalax phrounion] war die südöstlichste Grenzfeste der
+Bewohner Cyrenaica's.
+
+[20] Es ist dies wohl della Cella's Aduchni.
+
+[21] Brunnen im Fareg von Westen nach Osten: 1) Ain kibrit, 2) Djafar, 3)
+Ssebat Bu Hamra, 4) Ssalemo, 5) Bel klebat, 6) Buttofal, 7) Tagsilt, 8)
+Busseria, 9) Ain Naga, 11) Bel Aissar, 12) Delemia, 13) Schagria, 14)
+Adjelan, 15) Bei Dafun, 16) _Besseria_, 17) Okadia, 18) Chasm el kübsch,
+19) Shauono.
+
+[22] Nordöstlich von Djalo liegt noch ganz isolirt der kleine Ort
+Leschkerreh, der auch zur Gruppe gehört.
+
+[23] Kloster und Schule.
+
+[24] Das verlaufene Kameel, welches natürlich nordwärts gezogen war, wurde
+später von einer Arabertribe eingefangen, und durch die Verwendung des
+englischen Consuls, Mr. Chapman von Bengasi, nach der Stadt gebracht und
+dort verkauft. Es war aber so abgemagert, dass nicht mehr als 25
+M.-Theresienth. dafür zu bekommen waren.
+
+[25] Am 27. April, Aufbruch um 6 Uhr, Richtung N.-O.; um 8 Uhr schwarzer
+Hügel Lumahi; um 9 Uhr Gobr Bu Fatma; um 2 Uhr kraterartiger Kessel
+Batron; um 5 Uhr ein anderer Brmt el Targi; um 6 Uhr Abends Lager in der
+Gerdobia.--Am 28. April, Aufbruch 6 Uhr in N.-O. Richt.; um 8 Uhr, Fum er
+Rhart schirgi, und nun in östlicher Richtung, 10 Stunden Lager bei Kobr
+Benin u Banan.--Am 29. April, Aufbruch 5½ Uhr in östlicher Richt., um 8
+Uhr, Bottom Fattoma, ein Wegweiser; um 11-¼ Uhr, der Pass Schibiha; um 1-¼
+Uhr, der Hügel Gar-Chot mit 7 Gräbern Modjabra, um 2¾ Mueddin, Grab der 70
+Sklaven, um 4-¼ Uhr, der grossartige Aufgang, Rkbt el meheri, um 6 Uhr
+Lager.
+
+[26] Am 1. Mai, ½ Stunde in östl. Richtung, 2 Stunden in 80°, 1 Stunde in
+110° und Lager bei Bir Bu Allua; am 2. Mai 8 St. gelagert bei dem Sebcha
+Hoëssa; am 3. Mai 3 Stunden in östlicher Richt. und 6 Stunden in 80°
+Richt. beim 2 St. langen Lueschka-See, beim Necta-Sauya-See und beim über
+3 Stunden langen el Araschich-See vorbei, Lager in Gaigab.
+
+[27] Am 4. Mai, 6 Stunden in 160° Richt. und dann 3 Stunden in
+S.-O.-Richt., Lager am Schiata-See; am 5. Mai, 8 St. in S.-O.-R. bis
+Siuah.
+
+[28] Masra sind die Ueberreste von zwei aus Steinen erbauten Thürmen,
+welche, durch eine Mauer verbunden, wohl aus der römischen Zeit herrühren,
+von einigen Reisenden für Amudeïn gehalten, liegen diese Ruinen weiter
+nach Nordwesten, dicht bei Bled el Rum.
+
+[29] Alhagi Maurorum.
+
+[30] Sebcha ist See, Lagune.
+
+[31] Ich schreibe absichtlich bled el Rum und nicht bled er rum, im
+Arabischen geschrieben wechselt das el nie, wird aber häufig vor einem mit
+r, s, oder n anfangenden Worte er, es, en ausgesprochen. Indess vor r als
+einem l sehr verwandten Tone, bleibt es häufig in der Aussprache, so Harun
+al Raschid, nicht Harun ar Raschid. Oft aber wird er gesprochen Wohllauts
+halber, wo man el erwarten sollte, so sagt man nicht stafr el Lah, sondern
+stafr er Lah.
+
+[32] Die meisten römischen Schriftsteller schreiben Hammon.
+
+[33] Man sollte eigentlich Si-Uah schreiben.
+
+[34] Chroniken.
+
+[35] Alexandria in Aegypten.
+
+[36] Mir steht nur eine alte Ausgabe von Kieperts grossem Atlas zu Gebote.
+
+[37] Nach Hassenstein dürfte übrigens wegen der von Beurmann bestimmten
+westlicheren Lage von Audjila auch Siuah weiter nach Westen zu liegen
+kommen.
+
+[38] Makrisi giebt sogar an es seien über 40.
+
+[39] Minutoli: Längsdurchmesser 60, Breitendurchmesser 20 Schritte, was
+wohl auf einem Irrthum beruht, da der Born fast vollkommen rund ist.
+
+[40] Die Quelle zu Rhadames hat ungefähr dieselbe Temperatur.
+
+[41] Vatonne fand das Rhadamser Quellenwasser bei 15° Temperatur zu
+1,00231.
+
+[42] Natürlich alles Culturpflanzen, ausser der andern Wüstenvegetation
+fand ich in Siuah am Quell el Lif nur eine blühende Pflanze, nach
+Ascherson in Berlin eine Erythraea latifolia.
+
+[43] Uebrigens ist Jacksons Behauptung, die Ammonier seien vom Sus her
+eingewanderte Leute, weil sie Schellah sprechen, ebenso unrichtig, als
+wenn einer sagen wollte, die Bewohner vom Sus sind Ammonier, weil sie
+Schellah reden. S. Jackson account of Timbuctoo. Lond.
+
+[44] Das Oel ist ganz ausgezeichnet in der Ammons-Oase, und kann trotz der
+rohen Zubereitungsweise an Klarheit und Süssigkeit einen Vergleich mit den
+besten Sorten von Parma und der Provence aushalten.
+
+[45] Minutoli: die Seitenwände 15½' Länge, 4' 8" dick, Höhe von den
+Mäandern gerechnet 15', die Decksteine 5' breit, 3' dick.
+
+[46] Siehe Minutolis Reise zum Tempel des Jupiter Ammon etc.,
+herausgegeben von Dr. E. H. Tölken, Berlin 1824.
+
+[47] bab el medina heisst Stadtthor.
+
+[48] Am 12. Mai, Aufbruch 5 Uhr, 1 Stunde in nordöstl. Richt. dann auf den
+Berg Temsdega-Erköb in 60° R. und nach 2 Stunden von hier auf Muley Yus in
+östl. Richt. Im Süden von Temsdega-Erköb und Muley Yus der Berg Tlaklibt.
+Südlich von Tlaklibt liegt 2 Stunden entfernt Dj. und Ain-Haderdid. Von
+hier in 60° Richt. weiter nach 1½ Stunden den vom Plateau kommenden u.
+Elketof, dann nach 1 Stunde den vom Plateau kommenden u. Ethel, die beide
+nach Südosten gehen, passirt. Sodann überschreitet man ein 1½ St. breites
+Blatt des Plateaus, das in die Niederung reicht, und nach einer halben
+Stunde Lager im u. Mohemen.
+
+
+
+
+
+
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+Gerhard Rohlfs
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+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
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+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
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+
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+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
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+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
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+
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+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
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+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
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+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
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