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+The Project Gutenberg EBook of Von Tripolis nach Alexandrien - 2. Band, by
+Gerhard Rohlfs
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Von Tripolis nach Alexandrien - 2. Band
+
+Author: Gerhard Rohlfs
+
+Release Date: January 24, 2006 [EBook #17600]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VON TRIPOLIS NACH ***
+
+
+
+
+Produced by Magnus Pfeffer, Hagen von Eitzen, Clare Boothby
+and the Online Distributed Proofreading Team at
+http://www.pgdp.net (This file was produced from images
+generously made available by the Bibliothèque nationale
+de France (BnF/Gallica) at http://gallica.bnf.fr)
+
+
+
+
+
+Von
+TRIPOLIS nach ALEXANDRIEN.
+
+
+
+
+
+
+BESCHREIBUNG
+der im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen
+in den Jahren 1868 und 1869 ausgeführten Reise
+
+
+von
+
+
+GERHARD ROHLFS.
+
+
+Mit einer Photographie, zwei Karten, vier Lithografien
+und vier Tabellen.
+
+
+ZWEITER BAND
+
+
+1871
+
+
+
+[Illustration: In der Jupiter-Ammons-Oase gefundene Münzen.]
+
+
+
+
+Inhalts-Verzeichniss.
+
+
+Barca
+Von Cyrene über Bengasi nach Audjila
+Audjila und Djalo
+Die libysche Wüste zwischen Djalo und der Oase des Ammon
+Die Jupiter Ammons-Oase
+Von der Ammons-Oase nach Egypten
+
+
+
+
+Barca.
+
+
+Wie die Alten schon über die Grenzen der Cyrenaica uneins waren, da weder
+im West noch Süden bestimmte Marken gezogen waren, im Ost aber bald nach
+Ptolemaeus der Chers. mag., nach Plinius und Strabo der Catabathmos als
+Grenze angenommen wurde; so auch noch heute. Die Araber, diese guten
+Geographen, rechnen zu Barca, denn so nennen sie, was die Alten und wir
+mit Cyrenaica bezeichnen, das Land, was von dem Meere im Norden und Westen
+einerseits, im Süden vom Fareg und der Wüste, im Osten von Akabat el kebir
+andererseits, umringt wird. Fast ähnliche Grenzen nehmen die Türken an,
+nur dass sie die weit nach Süden zu gelegenen Oasen Audjila und Djalo
+ebenfalls mit zu Barca zählen.
+
+Wir beschäftigen uns hier nur mit dem eigentlichen Plateau von Barca,
+welches eine längliche von Westen nach Osten gezogene Gestalt hat.
+Ungefähr von gleicher Grösse wie die Insel Sardinien fällt dasselbe nach
+Nordwest und Norden zu schroff ins Meer, ebenso der schmale Ostrand nach
+dem Golfe von Bomba zu, im Süden und im Südwesten sind sanfte Uebergänge
+zur See, und mittelst der Steppe zur Wüste. Das eigentliche Hochland
+besteht durchaus aus Kalkstein, der dick mit röthlichem Humus belegt ist.
+An den Schluchten, wo dieser Kalkstein aus feinen oft mikroscopischen
+Muscheln gebildet zu Tage liegt, bemerkt man häufige natürliche Höhlen und
+Stalactitengrotten, ebenso findet man auf dem Plateau selbst noch
+Petrefacten, Cardien, Pectiniten und Ostreen. Der Boden selbst ist
+äusserst fruchtbar, Theophrast lobt schon die leichte, durch trockne und
+reine Luft, belebte Erde. Und in der Neuzeit sagt unser grösster deutscher
+Geograph, Carl Ritter: "In der That ist es auffallend, dass dieses Land
+von Europäern unbesetzt, unbesucht blieb, ja selbst erst von neuem
+entdeckt werden musste, nachdem Phönizier, Carthager, Griechen, Aegypter,
+Römer dort schon einheimisch gewesen waren.
+
+"Eine europäische Colonie, die sich auf dieser Berginsel ansiedelte, würde
+durch die gefährliche Syrte im Westen, durch die Steilküste im Norden und
+die Wüste Sahara im Süden gegen jeden Feind gesichert sein etc. etc."
+
+Ein anderer ausgezeichneter Geograph, Conrad Mannert, sagt von Cyrenaica:
+"Warum hat sich die gesegnete Gegend so ganz aus dem Blicke des Europäers
+verloren? Warum ist noch nie der Versuch zu einer neuen für eine Seemacht
+nicht schweren Ansiedlung gemacht worden, welche zugleich den Weg nach den
+inneren Gegenden von Afrika bahnen würde?"
+
+Es ist allerdings bemerkenswerth, dass dies Kleinod des mittelländischen
+Meeres sich der Aufmerksamkeit der Europäer so lange entzogen hat. Wären
+wir nicht von vornherein gegen staatliche Colonisation, so würden wir
+Oesterreich oder Italien zurufen, erwerbt dies Land und lenkt dort neue
+Auswanderung hin. In der schmalen Ebene von Bengasi und Tokra bleibt die
+Bodenbeschaffenheit die nämliche, im Süden aber geht allmälig der
+röthliche Humus in weisslichen Sandboden über, daher auch die Eingebornen
+nach dieser äusserlichen Farbe Barka el hamra von Barca el beida
+unterscheiden. Es scheint nicht, dass Cyrenaica je Schätze des
+Mineralreiches besessen hätte, denn wenn die Alten Gold, Silber und edle
+Steine anführen, als Handelsgegenstände, so kamen die sicher aus dem
+Süden. Ammonisches Salz wird auch oft als ein Product der Cyrenaica
+angeführt; nicht dies ist es aber heute mehr, wohl aber Salz, welches das
+Land selbst producirt[1], und das heute aus den Salzseen bei Bengasi
+gewonnen wird. Im Alterthum hebt Sinesius noch eine weisse Kreide hervor,
+die bei Paraetonium gewonnen zu Cement benutzt wurde.
+
+Glücklich der Art gelegen, dass Cyrenaica zur grösseren Hälfte vom Meere
+bespült wird, während der Uebergang zur Wüste nur allmälig mittelst Steppe
+erfolgt, ist es reichlich mit Pflanzenwuchs gesegnet. Aber trotzdem hat es
+nur geringe und periodische Wasserläufe, es ist dies eben dadurch bedingt,
+dass die Hauptabdachungen nach Norden die kürzere, nach Süden die längere,
+eben beide zu schmal sind, um die Bildung grosser Thäler und Flüsse zu
+erlauben. Da der höchste Kamm nicht in der Mitte, sondern mehr nach Norden
+zu, von Osten nach Westen das Land durchzieht, so sind die von ihm
+entspringenden Thäler, Schluchten und Rinnsäle, kürzer, aber auch, weil
+sie häufiger und grössere Quantitäten Wasser schwemmen, tiefer und
+zerrissener. Es liegt dies in der Natur der Sache, da eben die Nordseite
+des Plateaus bedeutend mehr Feuchtigkeit bekommt, als die längere
+Südseite.
+
+Buchten an der eigentlichen Insel Cyrenaica sind nur vorhanden nach dem
+Osten zu. Die Busen von Bomba und Tokra sind aber auch ganz ausgezeichnet.
+In Bomba konnte 1808 der französische Admiral Gantheames sich vor dem
+verfolgenden britischen Admiral Lord Collingwood zurückziehen, und entging
+hiedurch der Gefangennahme. Die übrigen Häfen, welche die Alten benutzten,
+als Apollonia, Ptolemais, Dernis, Berenice, sind heutzutage ganz
+unbrauchbar, doch liesse sich das alte Berenice mit leichter Mühe wieder
+zu einem guten Hafen herrichten.
+
+Was Bomba und Tokra anbetrifft, so unternahm Ali Riza Pascha von Tripolis
+Anfang 1869 einen neuen Colonisationsversuch, es scheint aber, dass seine
+Bemühungen gescheitert sind, obgleich die in türkischen Zeitungen
+veröffentlichten Berichte Anfangs sehr günstig lauteten. Wassermangel und
+ungenügende Sicherheit des Eigenthums werden wohl Hauptgrund beim
+Scheitern dieser neuen Besiedlung gewesen sein.
+
+Aeusserst üppig ist die Pflanzenwelt vertreten, von der wir hier nur einen
+allgemeinen[2] Ueberblick geben. Wie die Alten schon verschiedene
+Pflanzenregionen in Cyrenaica unterschieden, uns sogar erzählen, dass man
+mehrere Ernten abhalten könne, zuerst in der Ebene, dann auf den Abhängen,
+endlich auf der Hochebene selbst, so auch noch heute. Und wenn Homer die
+lachende und reiche Fruchtbarkeit des Landes, wenn Pindar die Cyrenaica
+die Fruchttragende, den Garten des Jupiter und der Venus nennt, wenn
+Diodor die Cyrenaica den fruchtbarsten Boden schlechtweg heisst, wenn
+Arrian das Land als krautreich und gut bewässert schildert, wenn Scylax
+uns die verschiedenen Obstsorten aufführt, so ist eben nichts
+Uebertriebenes darin, wie wir es bei den Alten erwähnt finden, eben so
+reich, so üppig, so ergiebig ist heute noch die Pflanzenwelt.
+
+In der That glaubt man, sobald man sich aus der Stadt Bengasi entfernt und
+im Anfange der Küste folgend, ins Innere begiebt, fortwährend in einem
+lachenden Garten zu sein. Die üppigsten Blumenwiesen werden durchschnitten
+und der Fernblick ist überall gehemmt durch Lentisken und Myrtengebüsch.
+Und steigt man die Berge hinauf, sind Rosmarin und Wachholder, grosse
+Büsche der einfachen weissen Rose da, um heimathliche Erinnerungen wach zu
+rufen, während an den feuchten Schluchten der rothblühende Oleander und
+Lorbeerbüsche, die südeuropäischen Länder vertreten. Und diese ist denn
+auch die eigentliche Vegetation: Dr. Ascherson fand aus den mitgebrachten
+Pflanzen die grösste Uebereinstimmung mit denen, welche er durch eigne
+Anschauung auf den Inseln des Mittelmeeres kennen gelernt hatte.
+
+An grossen Bäumen, welche besonders auf dem Plateau und in den nach Norden
+zu gehenden Thälern vorkommen, nennen wir die kleinblättrige immergrüne
+Eiche, die oft 150' hohe Cypresse, die Thuya und den Wachholderbaum.
+Verwildert kommt hier ebenfalls vor der Oelbaum, Feigenbaum,
+Johannisbrodbaum, Birnbaum; Weinreben aber sind uns nirgends mehr
+aufgestossen, obschon im Alterthume Wein nebst Oel Hauptausfuhr-Artikel
+war nach Sicilien und Griechenland. Und wie im Alterthume Cyrce ihre
+Grotte mit dem wohlriechenden Thyon räucherte, so ist auch heute noch ein
+leiser Rauch eines Wachholderfeuers nicht unangenehm, im Gegentheil, oft
+erschienen unsere Gräber, die wir mit trocknem Wachholderholz erleuchteten
+und wärmten, wie parfümirt. Aus diesem Holze wurden wahrscheinlich auch
+jene bei den Alten so berühmten wohlduftenden Möbeln verfertigt, von denen
+die Thyaden oder Trinktische besonders beliebt waren. Auch die aus
+Cyrenaica kommenden Rosenwasser und andere starkriechende Pflanzenproducte
+waren zur Blüthezeit viel gesucht, und um Essenzen herzustellen, brauchte
+man auch heute nur die Hand auszustrecken, wohlriechende, starkduftende
+Blumen sind überall, Geranien, Violen, Artemisien etc. schwängern zur
+Blüthezeit die Luft mit ihren Düften.
+
+Wild findet man an geniessbaren Pflanzen überall und zwar in
+ausgezeichneter Güte die Artischocke und Trüffel, letztere wird von
+Plinius schon unter dem Namen Misy erwähnt. Das von den Alten als ein von
+den Bäumen hängendes wohlriechendes Obst, spagnus, weiss ich nicht zu
+erklären.
+
+Was aber vor Allem den Reichthum der Colonie ausmachte, war das Sylphium,
+eine Pflanze, von der wir auf den alten cyrenaïschen Münzen recht gute
+Bilder haben. Auch finden wir derselben bei einer Menge der alten
+Schriftsteller erwähnt, zum Theil beschrieben. Alle Reisenden nun von
+della Cella[3] an, Beechey, Pacho, Barth etc. etc., haben diese Pflanze in
+der heute von den Eingebornen genannten Drias (bot: thapsia garganica
+genannt) wiedererkennen wollen. Zu della Cellas Zeit nannten ihm die
+Landesbewohner, dieselbe Pflanze, Coinon. Und es lässt sich nicht leugnen,
+dass die Pflanze mit den Abbildungen Aehnlichkeit zeigt, wenn es auch kein
+Gleichniss ist; aber nicht nur Aehnlichkeit mit den Münzbildern zeigt
+dieselbe, sondern, wie wir gleich sehen werden, mit vielen Eigenschaften,
+welche wir von derselben bei den Alten erwähnt finden.
+
+In neuerer Zeit nun ist Dr. Schroff in Wien[4] dagegen aufgetreten,
+dieser, indem er die Eigenschaften der Thapsia garganica nicht mit den von
+den Alten erwähnten, vereinbar hält; dann Ørsted[5], welcher hauptsächlich
+Drias nicht für das alte Sylphium erkennen will, weil ihm die Münzbilder
+nicht für diese Pflanze zutreffend sind. Professor Ørsted vindicirt
+Narthex asa foetida, als das alte Silphium, glaubend, dass die
+Eigenschaften dieser Ambilifore am meisten mit dem Silphium und den
+Bildern der Münzen übereinstimmen.
+
+Nach Theophrast entstand, natürlich konnte solche Wunderpflanze nur durch
+ein Wunder entstehen, 430 v. R. das Silphium nach einem Pechregen,
+derselbe beschreibt die Wurzel als dick, fleischig, den Stengel dem des
+Fenchel ähnlich, die Samenkörner als breit und geflügelt, ähnlich, wie die
+von Phyllis; dies alles fanden wir bei der heutigen Drias-Pflanze auch,
+und auch der Standort, den er für die Pflanze angiebt, stimmt: "Die
+Umgegend der Hesperiden-Gärten." Nach _Plinius_ war die Rinde der Wurzel
+schwarz, länger als eine Elle; wo sie aus dem Boden kam, war eine
+Tuberosität, welche eingeschnitten einen milchigen Saft gab, die
+Samenkörner sind glatt, und fallen leicht mit den gelb vertrockneten
+Blättern, sobald die erste Jahreszeit vorüber ist, ab; auf der Pflanze
+selbst bemerkt man auch Tuberositäten. Plinius verlegt den Standort des
+Silphium ebenfalls in die Umgegend der hesperidischen Gärten. Nach ihm
+wurde der Stengel gegessen, nachdem man ihn gekocht hatte, er constatirt
+ferner _die schädliche Wirkung aufs Vieh_, die Ziegen und Schafe waren
+sehr begierig danach, die Ziegen fingen an zu niesen, die Schafe zu
+schlafen. Zu seiner Zeit war die Pflanze schon fast ganz verschwunden, so
+dass Nero eine einzige Pflanze als ein grosses Geschenk angeboten wurde.
+Wir sehen, dass auch die Beschreibung von Plinius vollkommen passt.
+
+Von anderen Autoren verlegen _Herodot_ und _Scylax_ den Standort der
+Pflanze in die ganze Küstengegend von Pentapolitanien, von der Insel
+Plataea bis zum Anfange der grossen Syrte, _Catull_ bei Cyrene, _Strabo_
+und _Ptolemaeus_ mitten in die Wüste, südlich von Cyrene, Arrian endlich
+sagt, sie sei über den ganzen fruchtbaren Boden Cyrenaicas bis zum Saume
+der Wüste verbreitet. Nach diesem Schriftsteller wurden Ziegen und Schafe
+eingepfercht, um sie vor dem Silphium zu bewahren.
+
+Sobald die Provinz römisch wurde, fing die Pflanze an zu verschwinden,
+jedoch 100 Jahre nach der Regierung Roms berichtet _Plautus_ noch von
+reichlichen Ernten, _Strabo_ fand sie ebenfalls noch vor, _Plinius_ fand
+das Silphium schon spärlich und _Synesius_ berichtet als etwas
+Ausserordentliches von einer im Garten seines Bruders gezogenen Pflanze.
+Die Ursache des Verschwindens der Pflanze wird von den Alten verschieden
+angegeben, nach _Solin_ war es, um sich von den hohen Taxen zu befreien,
+denen das Silphium unterworfen war, _Strabo_ führt die Ausrottung auf die
+eindringenden Barbaren zurück. Höchst wahrscheinlich wirkten beide
+Ursachen, um die Pflanze so schnell schwinden zu machen, denn die mit
+Kameelen eindringenden Libyer hatten natürlich ein Interesse daran, diese
+den Kameelen den Tod bringende Pflanze auszurotten.
+
+Bei den Römern stand das Silphium oder Laserpitium im gleichen Werthe mit
+Silber; hauptsächlich wurde der aus dem Stempel der Pflanze Thysias
+gewonnene Saft, oder der aus der Wurzel mittelst Einschnitte
+hervorquellende succus, Caulias genannt, als Arznei benutzt. Man
+verarbeitete beide mit Kleie; und dies dann bis zu dicker Consistenz
+eingekocht, wurde so über die ganze civilisirte Welt verschickt. Beide
+Posten werden auch unter dem Namen "Thränen der Cyrenaica" ohne
+Unterschied genannt. Die Römer verwahrten das Silphium in ihrem
+öffentlichen Schatze. Julius Caesar fand 1500 römische Pfunde vor.
+
+Die heutige Drias-Pflanze, Thap. garg., zeigt sowohl mit den
+Münzabbildungen, als mit den eben erwähnten die grösste Aehnlichkeit, nur
+möchte ich die Frage aufwerfen, warum gerade die Thapsia garganica von
+_Cyrenaica_ sich von den anderen unterscheidet. Und doch _muss_ ein
+Unterschied da sein. In Algerien, in Marokko fällt es keinem Eingebornen
+ein, sein Kameel mit Maulkörben zu versehen, sobald er es in die mit
+Thapsia garganica bestandenen Gegenden treibt, während in Cyrenaica die
+Pflanze, sobald sie trocken ist, sehr gefürchtet wird. Auch schreibt man
+dort der Pflanze keine besonderen medicinischen Eigenschaften zu, während
+die Bewohner von Barca noch heute die Drias-Pflanze, wie die Alten das
+Silphium als ein Universalmittel betrachten. Da muss denn doch wohl ein
+Unterschied zwischen der Thapsia garganica von Cyrenaica und den übrigen
+bestehen, der den Botanikern bis jetzt entgangen ist. Auch mir gelang es
+nur, Stengel und Blätter der Drias-Pflanze mitzubringen, die Blüthezeit
+war noch nicht angegangen, als ich in Cyrenaica war. _Heinzmann_, der die
+Thapsia garganica medicinisch untersuchte, fand, dass die Wurzel ein
+werthvolles Heilmittel sei, äusserlich bei unreinen Geschwüren sowohl der
+Menschen als Thiere gebraucht. Die Tinctur der Rinde der Wurzel auf
+gesunde Hauttheile gebracht, erregt meist anhaltendes Jucken, zuletzt
+Pusteln ohne grosse Entzündung. Auf eine offene Wunde gebracht, wird kein
+Brennen und Jucken gefühlt. Innerlich 6-8 Gran genommen, wird Schwindel,
+Ohrensausen, Ideenconfusion, grosses Gefühl von Schwäche mit lange
+andauernden schweren Schweissen beobachtet. Wiederholte, von ihm in Europa
+angestellte Versuche, stellten die Thapsia garganica als ein drastisches
+Reinigungsmittel hin. Theophrastus, Dioscoridas und Plinius sprechen von
+ganz gleichen und ähnlichen Wirkungen. Was uns anbetrifft, so bleiben wir
+also dabei und sagen, dass die in _Cyrenaica_ wachsende Thapsia garganica
+oder Drias das alte Silphium ist.
+
+Diese, wie wir so eben gesehen haben, so sehr pflanzenreiche Insel ist
+äusserst thieram. Fast wäre man versucht anzunehmen, dass das
+nekropolenartige des ganzen Landes, denn wie Cyrenaica sich heute dem
+Besucher zeigt, kann man es als Eine grosse Todtenstadt bezeichnen, auch
+Einfluss auf die Leben suchenden Thiere gehabt habe. In den Küstenstrichen
+finden sich zwar ziemlich viel wilde Thiere, als Hasen, Kaninchen,
+Gazellen und die Vierfüssler, welche im Allgemeinen am Nordrande von
+Afrika gefunden werden, aber in geringerem Maasse als in Tunis, Algerien
+und dem so wildreichen Marokko. Ausser der Hyäne und dem Schakal sind
+reissende Thiere gar nicht vorhanden. Wildschweine finden sich in den
+Schluchten der Hochebene, aber auch in geringer Zahl. Ueberall stösst man
+aber auf den Maulwurf, dessen Spuren man sogar weit nach Süden in der
+Ebene verfolgen kann. Die Vogelwelt ist ebenfalls sparsam und durch keine
+besonderen Arten vertreten. Schlangen und Scorpionen, Eidechsen und
+anderes Gewürm sind dieselben, wie die auf dem Nordabhange des Atlas, in
+den südlichen Ebenen ist die Hornviper häufig. An den steilen Felsparthien
+des Hochlandes haben zahlreiche Bienenschwärme in den Höhlungen ihre
+Nester angelegt, und wie im Alterthum bildet denn auch noch heute der
+Honig ein Hauptproduct des Landes. Ein von Süden kommendes Thier, die
+Heuschrecke, bildet auch in der Jetztzeit noch oft die grosse Landplage
+der Bewohner. Die meist so berühmten Pferde der Cyrenaica sind sehr
+heruntergekommen, was Form und Schönheit anbetrifft, Dauerhaftigkeit,
+Gelehrigkeit und Kraft ist ihnen aber auch jetzt noch eigen.
+Hauptreichthum der Bewohner machen die Rinder, Schafe[6] und Ziegenheerden
+aus, von denen nach Malta hin exportirt werden, Esel und Maulthiere hat
+man nur zum eigenen Bedarf und sie sind nicht besser, als die in den
+berberischen Staaten. Die südlichen Ebenen haben vorzügliche
+Kameelzüchtereien, von denen auch nach Egypten hin exportirt werden.
+
+Die Bewohner des Landes sind nomadisirende Araber. Jedenfalls sind Spuren
+der griechischen, ptolemäischen und römischen Herrschaft nirgends zu
+erkennen, wie denn auch nach Vernichtung dieser Herrschaften ihre
+eigentlichen Unterthanen, Griechen und Römer mit vernichtet wurden oder
+auswanderten. Die dann eindringenden libyschen Völker sind von den Arabern
+absorbirt worden, wenigstens ist heute nichts mehr vom Libyerthum zu
+bemerken, die alles nivellisirende mohammedanische Religion hat zwischen
+Berbern und Arabern, die ohnedies äusserlich sich so nahe stehen, jeden
+Unterschied aufgehoben. Der heutige Bewohner Cyrenaicas, der _nur_
+arabisch spricht (Mischmasch von maghrebinisch und ägyptisch), ist
+mittlerer Grösse, mager, hat ein längliches Gesicht, in der Jugend mit
+vollen Backen, fallen sie im Alter sehr ein und die Backenknochen treten
+stark hervor, stechende schwarze Augen von buschigen Brauen überwölbt,
+eine starkgebogene, lange Nase, verhältnissmässig grosser Mund und spitzes
+Kinn sind die allgemeinsten Gesichtszüge. Der Bart ist spärlich, Haupthaar
+lang und schwarz. Die Frauen, welche wie überall da, wo sie eine
+untergeordnete Stellung zum Manne einnehmen, auch körperlich
+unverhältnissmässig klein sind, haben in der Jugend volle und hübsche
+Formen, und eben das Volle rundet denn auch die scharfen Gesichtszüge ab,
+die im Alter aber ebenso markirt wie beim Manne hervortreten, ohne dass
+die tausend Falten der Haut im Stande sind, die scharf vorspringenden
+Knochenparthien zu verdecken. Die Nase ist bei den Frauen mehr gerade als
+gebogen.
+
+Männer und Frauen lieben es, sich mit Antimon zu zeichnen; machen allerlei
+bunte Figuren aufs Gesicht, Brust, Arme und Hände. Die Frauen färben auch
+die Unterlippe schwarz, umrändern die Augen mit Kohöl und färben die Nägel
+roth. Ihre Kleidung ist die der übrigen nomadisirenden Völker Nordafrikas
+und keine Frau, mit Ausnahme der Städterinnen, geht verschleiert. In der
+übrigen Lebensweise ist auch kein Unterschied, Basina, diese
+Gerstenpolenta, mit stark gepfefferter Sauce bildet ebenfalls das
+Nationalgericht. Auch hier haben die Nomaden gar keinen Fortschritt
+gemacht, wie zur Zeit der Rebecca geht noch heute das Weib mit dem Kruge
+zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, wie zur Zeit Abrahams pflügt der Mann
+noch mit demselben Pfluge, ohne dass er sich Mühe gegeben hätte, einen
+besseren kennen zu lernen. Auf dem Boden hockend essen heute noch alle mit
+den Fingern aus Einer Schüssel, wie Jesus Christus mit seinen Jüngern.
+Etwas haben die Snussi indess für gute Sitte durch strengere Beobachtungen
+der mohammedanischen Vorschriften gesorgt. Früher z.B. war es bei einigen
+Stämmen Sitte, dass ein verheiratheter Mann einem Fremden seine Frau
+anbot, heute würde man vergeblich in ganz Cyrenaica eine Tribus suchen, wo
+eine solche Unsitte herrschte. Aber Lesen und Schreiben ist nirgends
+bekannt, wie denn überhaupt auf dem Lande nirgends eine Medressa oder
+Schule besteht, und auch die Sauya, welche die Snussi angelegt haben,
+keine Schulen unterhalten.
+
+Nach ziemlich sicheren Abschätzungen, vom französischen Consulate in
+Bengasi mitgetheilt, stellen die Gesammtstämme von der grossen Syrte an
+gerechnet (Mündung des Fareg) bis zur ägyptischen Grenze 72,000 bewaffnete
+Fussgänger und 3500 Cavaliere, danach könnte man die Gesammtbevölkerung
+von Cyrenaica auf circa 302,000 Einwohner anschlagen. Hiervon bilden die
+Auergehr den bedeutendsten Stamm, ihre verschiedenen Sippen stellen mehr
+als 10,000 Fussgänger und fast 1000 Reiter, die Brassa zählen mit 3500
+Fussgänger und 500 Cavalieren, die Abidat mit 5890 Fussgänger und 350
+Reiter, die ailet[7] Ali 4600 Fussgänger und 225 Reiter, die Sauya 2100
+Fussgänger, 75 Reiter etc.
+
+Nach den neuesten Nachrichten[8] ist von der türkischen Regierung die
+Landschaft Barca als von Tripolis unabhängig in eine Mutasarefia von
+Bengasi umgewandelt worden, und hat folgende Kaimmakamliks als
+Unterprovinzen: 1) Djalo und Audjila, 2) Mytarba oder Adjedabia, 3)
+Kaimmakamlik der Auergehr, 4) Merdj, 5) Gaigab, 6) Derna und 7) Bengasi
+selbst. Höchst wahrscheinlich ist dies aber ein Irrthum, und sind die
+aufgeführten Städte- und Ortsnamen nicht Kaimmakamliks, sondern Mudirats,
+da diese sonst keineswegs, was Grösse und Bevölkerung anbetrifft, einem
+anderen türkischen Kaimmakamlik entsprechen. Wenn deshalb Cyrenaica jetzt
+direct von Constantinopel regiert wird, nicht wie bis Herbst 1869 von
+Tripolis, so dürfte doch, wenn auch die Unterabtheilung die richtige ist,
+die Bezeichnung als Kaimmakamlik für dieselbe zu bezweifeln sein.
+
+Ueber Bengasi, welches wir beschrieben haben, über das Gebiet der
+Auergehr, deren Schich keinen festen Sitz hat, sondern der häufig bei
+Tokra, häufig auf den Hochebenen sein Zelt aufschlägt, über Audjila,
+Gaigab und Adjedabia[9], welche ebenfalls beschrieben wurden, haben wir
+hier weiter nichts hinzuzufügen.
+
+Was Merdj anbetrifft, in südwestlicher Richtung circa 6 Stunden von
+Tolmetta (Ptolemais) auf dem Hochplateau gelegen, so ist darüber gar kein
+Zweifel heute, dass dieser Ort das alte Barca ist. Gegründet wurde diese
+Stadt von den Libyern; als die Griechen nach Cyrene kamen, fanden sie
+Barce schon fertig. Die Barcaei standen bei den Griechen besonders im Rufe
+von ausgezeichneten Pferdebändigern und Wagenlenkern. Als in Cyrene selbst
+Zwistigkeiten unter den Griechen ausbrachen, zog ein Theil nach Barce, und
+von dieser Zeit an tritt diese Stadt als selbstständig und unabhängig in
+die Reihe der Städte der Pentopolitania. Das alte Ptolemais selbst wird
+ursprünglich nur als "Hafen" von Barce genannt, bis unter der Herrschaft
+der Ptolemäer dieser Hafenort die eigentliche Bevölkerung von Barce
+aufnimmt, und diese Stadt aus der Geschichte verschwindet. Der Name Barca,
+den die Araber heute auf das ganze Land ausdehnen, kommt aber zweifelsohne
+von Barce, dem heutigen Merdj her, obgleich die Eingeborenen behaupten,
+diesen Ausdruck deshalb dem Lande zu geben, weil das ganze Gebiet ein
+"Barca" d.h. "Segen" sei.
+
+Derna endlich, am nordöstlichsten in Barca gelegen, ist das alte Darnis.
+Ausser Bengasi ist dies die einzige Stadt. Ungefähr mit 1500 Einwohnern
+wird von hier ein ziemlich lebhafter Handel mit Malta und Creta getrieben,
+die Engländer unterhalten hier sogar ein Viceconsulat. Im französischen
+Kriege gegen Aegypten versuchte General Gantheaume hier eine Landung,
+jedoch ohne Erfolg. Auch Nordamerika war später eine Zeitlang in Besitz
+von Derna, gab aber den Ort seines schlechten Hafens wegen, oder vielmehr
+weil ein solcher gar nicht vorhanden ist, wieder auf. Derna ist von den
+ausgezeichnetsten Gärten umgeben: alle Producte und Früchte, die am
+Mittelmeere überhaupt vorkommen, liefert die Umgegend in Hülle und Fülle.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Von Cyrene über Bengasi nach Audjila.
+
+
+Es war ein entsetzliches Wetter, als wir in der Todtenstadt unser Grab,
+die Knissieh, verliessen und dann durch die Battus-Strasse die Stadt
+hinaufzogen und dieser Lebewohl sagten. Wind und kalter Regen stritten
+darum wer siegen sollte, da aber der Kampf aufs höchste erbittert, immer
+unentschieden blieb, so hatten wir am meisten davon zu leiden. Sobald wir
+aus der Umfassungsmauer heraus waren, verfolgten wir einen alten Weg, der
+in südwestlicher Richtung lief, auch hie und da tief eingeschnittene
+Spuren der alten Fahrzeuge zeigte, und wie alle auf die Hauptstadt
+zugehenden Wege rechts und links mit Gräben eingefasst war. Die Gegend war
+einförmig und einsam, obschon keineswegs der Vegetation entbehrend, und
+überall zeigte sich fetter rother Thonboden. Ueber 2000' hoch war die
+Kälte sehr empfindlich, und das monotone Plateau wurde nur ein Mal, eine
+Stunde von Cyrene entfernt, von einem Uadi dem Isnait-Thale, welches von
+S.-O. nach N.-W. streicht, unterbrochen. Nach drei Stunden erreichten wir
+Safsaf, wo eine der grossartigsten Cysternen die Aufmerksamkeit des
+Reisenden in Anspruch nimmt. Höchst wahrscheinlich sammelten diese
+Cysternen, welche das Wasser einer ganzen Niederung aufnehmen, den Regen
+für Cyrene selbst, da die um die Cysterne liegenden Ruinen nur unbedeutend
+sind, also so grossartiger Reservoirs nicht bedurften. Wahrscheinlich
+existirte in alten Zeiten eine Wasserleitung, um das Wasser nach der Stadt
+zu führen.
+
+Die überdeckten Bogen der Cysterne gewährten nur auf einige Augenblicke
+Schutz gegen den Regen, zudem drohten die höchsten Punkte in dem
+Wasserbehälter auch überschwemmt zu werden. Wir beschlossen daher so rasch
+wie möglich nach dem circa eine Stunde südwestlich davon gelegenen Gasr
+Gaigab zu gehen, wo wir auf Schutz gegen das immer mehr rasende Wetter
+hoffen durften. Dem Aduli war dies doppelt lieb, da er dort ganz in der
+Nähe seine Zelte hatte, er also auf diese Art nach Hause kam.
+
+Ehe wir das Castell Gaigab, worin eine türkische Compagnie lag,
+erreichten, schickte ich einen Diener voraus, um mich anzumelden und um
+ein Zimmer bitten zu lassen. Und alsbald kam trotz des Regens der
+Commandant des Forts uns entgegen, und zwar barfüssig, da er sagte, er
+habe keine Schuhe oder Stiefeln und seine Pantoffeln seien dem Schmutze
+nicht gewachsen. Wie sich später herausstellte, hatte er sein Schuhzeug
+versetzt, um Schnaps kaufen zu können. Aber warum hatte der türkische
+Kriegsminister ihn und die übrigen Truppen auch monatelang ohne Gage
+gelassen. Unter vielen Complimenten führte der Hauptmann-Commandant, ein
+kleiner dicker Mann, uns ins Fort, die Thorwache trat ins Gewehr und "Has
+dur, ssalam dur"[10] rief der Wachcommandant, und freute sich wie ein
+kleines Kind, mal Gelegenheit zu haben, seine Künste produciren zu können.
+Von den Soldaten waren auch einige ohne Schuhe, einige sogar um ihre
+Beine, sans culottes, nicht zu zeigen, hatten den langen Mantel an.
+
+Alsbald wurden wir dann in ein grosses Zimmer gebracht und ein tüchtiges
+Kohlenfeuer rief bald unsere halb erstarrten Glieder ins Leben, auch eine
+Tasse guten Kaffees war schon bereit, kurz der Hauptmann war ausser sich
+vor Freude, in seiner Einsamkeit so unerwartet Gäste bekommen zu haben.
+
+Das Gasr Gaigab selbst, in gerader Linie nur drei Stunden S.-S.-O. von
+Cyrene gelegen, ist ein regelmässiges Viereck mit vier Eckthürmen, welche
+das Fort flankiren. Jede Seite der äusseren Mauer ist circa 1000' lang und
+dieselben sind 25' hoch. Im Innern sind an den 3-4' dicken Mauern zugleich
+die Baulichkeiten, Casernement, Officierzimmer, Küche, Arsenal und
+Magazine; das Fort hat für eine Besatzung von 200 Mann immer Proviant auf
+1 Jahr, auch ist hinlänglich Pulver und Kugeln vorhanden. Gegen die bloss
+mit schlechten Steinschloss bewaffneten Beduinen bietet es also
+hinlänglich Schutz. Auf den vier Eckthürmen stehen zudem je eine mächtige
+Kanone, wahrscheinlich von einem an der Küste früher ein Mal gestrandeten
+Schiffe genommen, denn das englische Wappen ist darauf, die Jahreszahl ist
+aber schon abgerostet und ob dieselben überhaupt noch sehr tüchtig sind,
+möchte ich sehr bezweifeln.
+
+Wir waren bald heimisch eingerichtet und Abends hatte ich die Ehre mit dem
+Hauptmann zu speisen, gegen die Sitte der vornehmen Türken waren keine
+Messer und Gabel vorhanden, jedoch Teller; um nicht unangenehm zu
+berühren, legte auch ich mein Besteck, das mein Diener mir hingelegt
+hatte, wieder weg, um nach Adams Manier zu essen. Als er mir aber, um den
+Mund abzuwischen, sein eigenes schmutziges Taschentuch reichen wollte,
+dankte ich höflichst und liess mir rasch meine Serviette reichen. Die
+übrigen Officiere thaten Leporello-Dienste, durften aber nicht mit uns bei
+Tische essen. Auch erlaubte nie der Capitän, dass einer der Officiere die
+Gläser füllte (selbverständlich schlechter Araki) und als ich ihm im
+Scherze mal zurief, den Officieren doch auch ein Glas zu geben, machte er
+ein Gesicht, als ob er eine Ohrfeige bekommen hätte, und ängstlich die
+Flasche, als um sie zu schützen, in die Hand nehmend, erwiederte er, sie
+tränken nie. Die armen Effendi, wie gern hätten sie auch wohl ein Glas
+genommen, aber wenn es dem Commandant möglich war, trotz der
+Soldlosigkeit, sich Geld oder Credit für Araki zu erschwingen, so
+vermochten das die übrigen Officiere doch nicht, indess rächten sie sich
+nachher, denn der Hauptmann zechte so lange, bis er aus meinem Zimmer
+herausgetragen werden musste, und nun liessen die beiden anderen Effendi
+schnell den Rest der Flasche in ihre durstigen Kehlen verschwinden und
+stellten dann die leere Flasche an die Lagerseite des sorglos, aber laut
+schlafenden Commandanten.
+
+Wie gross war aber der Schrecken des Hauptmanns, als er am andern Morgen
+erfuhr, ich besitze gar keinen Schnaps, er hatte nämlich bloss so stark
+seinem Araki zugesprochen, dann auch mir einige Gläschen grossmüthigst
+abgegeben, weil er hoffte, dass ich am andern Tage alles doppelt und
+dreifach ersetzen würde, und nun hatte er es mit einem Frangi zu thun, der
+nicht mal Araki mit sich führte. Doch ich tröstete ihn, indem ich
+versprach ihm von Bengasi aus Alcohol schicken zu wollen, den ich dort als
+zum Photographiren nöthig gekauft, später aber übrig behalten und dann
+zurückgelassen hatte. Und sein guter Humor wurde bald ganz wieder
+hergestellt, als ich ihm sagte, den Tag noch bleiben zu wollen, weil
+Königs Geburtstag sei, und dass ich bei dieser Gelegenheit den Soldaten
+eine kleine Festlichkeit bereiten wolle. Zugleich bat ich, unsre
+norddeutsche Flagge aufs Castell hissen zu dürfen und der Hauptmann
+stimmte mit Freuden ein, ja, er beorderte sogleich für Mittag Parade über
+die ganze Truppe und Inspection der Baulichkeiten, und die Soldaten hatten
+wohl ihr Lebtag nie so geputzt, um die Waffen glänzend zu machen und um
+die neuen Uniformen, welche aus dem Magazine (wahrscheinlich hatten sie
+dieselben noch nie angehabt) ausgegeben wurden, in den Stand zu setzen.
+Zudem waren Abtheilungen beschäftigt, die Zimmer, Küche und alle
+Räumlichkeiten zu reinigen, kurz bald nahm alles einen festlichen Anstrich
+an.
+
+Mittags wurde denn auch die Truppe, welche im Hofe des Castells
+aufgestellt worden war, feierlich inspicirt, der Hauptmann diesmal in
+Pantoffeln, aber mit Säbel und Dienstzeichen versehen. Die Soldaten sahen
+besser aus wie ich geglaubt hatte, alle ihre Uniformen waren neu und die
+Gewehre französische Minié-Büchsen. Nachdem sodann noch die Schlafzimmer
+waren besehen worden, die auch recht reinlich ausgefegt waren, aber weiter
+nichts enthielten als was jedes türkische Soldatenzimmer bietet: für jeden
+Mann eine Matte und einen kleinen Teppich statt eines Bettes; als endlich
+Küche, Vorrathskammern u.s.w. waren besichtigt worden, hatte die
+Mannschaft ihr Mittagsmahl einzunehmen.
+
+Ich hatte am Morgen mehrere Ziegen kaufen und durch die Soldaten
+schlachten lassen, mit Reis hatten sie sich daraus ungeheure
+Pillau-Schüsseln gemacht, und nachdem sie mit grosser Hast, wie lange
+hatten sie wohl kein Fleisch gehabt, die Schüsseln geleert hatten, wurde
+ihnen noch ein Kaffee en gros gegeben.
+
+Aber die Hauptfestlichkeit ging jetzt erst an: ich hatte ein Paar Dutzend
+rother Fes, Taschentücher, dann kleine Geldsummen in Papier als Preise
+ausgestellt, und hienach mussten die Soldaten Wettrennen, Sacklaufen und
+Blindekuh spielen. Der Hauptmann-Commandant theilte die Preise aus,
+nachdem er jedoch für seine Mühe, und weil er selbst als
+Höchstcommandirender nicht mitlaufen konnte, von jedem Preise vorweg einen
+für sich genommen hatte. Im Anfange wollte es nicht recht, wo hatte je ein
+türkischer Soldat Sacklaufen gelernt, oder sonstige dergleichen Spiele
+mitgemacht, als aber nur mal erst einer sich einen neuen rothen Fes
+erobert hatte, wurden alle so eifrig und anstellig, dass bald jeder sein
+Theil weg hatte. Aber gewiss war es spasshaft anzusehen, wie die oft
+fünfzig Jahre alten Soldaten (in der Türkei dient in der Regel, wer ein
+Mal Militair ist, so lange wie er die Flinte tragen kann) sich kindlich
+freuten, und ebenso so grosse Freude hatten, wenn sie einen Preis bekamen,
+wie bei uns die muntere Schuljugend. Gewiss werden sie nie den Tag, den
+Milud des Sultans von Prussia vergessen, ihr eigener Sultan Abdul Asis
+kümmert sich nicht an seinem Geburtstage um seine Truppen. Bis spät in die
+Nacht hinein tanzten und sangen die Soldaten, und der Hauptmann war so
+gerührt worden, dass er seine beiden Officiere, welche auch jeder einen
+Baschlik (circa 8 Groschen) gewonnen hatten, gegen Baarbezahlung auf ein
+Glas Araki einlud, kurz Alle waren befriedigt, und froh und müde legten
+Türken und Deutsche, welche am Tage Königs Geburtstag zusammen gefeiert
+hatten, da wo vielleicht einst die Siegeswagen der Battiden getummelt
+waren, sich sorglos zum Schlaf nieder.
+
+Nachdem ich dann noch am andern Morgen die verschiedenen Quellen von
+Gaigab, von denen eine unmittelbar unter der Mauer des Forts selbst
+entspringt, besichtigt und gefunden hatte, dass alle Spuren antiker
+Bearbeitung zeigen, sagten wir unseren türkischen Freunden Lebewohl. Der
+Aduli blieb zurück, statt seiner kam jedoch sein ältester Sohn, um als
+Führer zu dienen.
+
+Um 7½ Uhr aufbrechend, hatten wir im Allgemeinen S.-W.-R., erreichten
+um 8 Uhr 20 Minuten die Quelle Lali und gleich darauf den Marabut Sidi
+Sbah, wo ebenfalls eine Quelle ist. Um 9½ Uhr waren wir bei der Quelle
+Djebarah, und liessen um 10 Uhr die Sauya-Faidia etwas nördlich von uns
+liegen. Wir befanden uns immer auf einem grossgewellten, jedoch niedrigen
+Hügellande, und gerade auf der Wasserscheide des Mittelmeeres und der
+Sahara. So passirten wir um 12 Uhr 20 Minuten das uadi Feria, das ins
+Mittelmeer und gleich darauf das uadi Tebiabo, das in die Sahara
+abfliesst. Zwischen beiden erreichten wir die grösste Höhe 909 M., obschon
+andere Berge und Hügel seitwärts vom Wege noch 100-150 M. höher sind[11].
+Die Gegend ist nicht bewaldet, aber trotzdem nicht ganz von Bäumen
+entblösst, und der fette rothe Boden Veranlassung zur üppigsten Vegetation
+der Blumen, namentlich gedeiht hier die Drias-Pflanze häufig und kräftig.
+Aber Bewohner sieht man nirgends, nur da, wo Fels zu Tage liegt, wie
+überall weicher Kalkstein, mahnen die tiefeingeschnittenen Räderspuren der
+Wagen der Alten, wie stark auch dieser höchste Kamm von Cyrenaica einst
+frequentirt war. Die Gegend selbst wird als Weidegrund der Brassa, eines
+der bedeutendsten Nomadenvölker vom heutigen Barca, genannt. Um 4 Uhr 15
+Minuten schlugen wir Lager bei einer Oertlichkeit, Namens Slantia, wo
+zahlreiche Höhlen, theils natürliche, theils künstliche, einen Sitz der
+alten libyschen Ureinwohner zeigen.
+
+Am folgenden Tag hielten wir zuerst südlich, dann südwestlich und zuletzt
+ganz westlich[12]. Die Gegend ist sehr waldig, namentlich stark mit
+Wachholder bestanden, die Abdachung geht nur der Wüste zu, und überall
+sieht man die Ruinen alter römischer Burgen. Dies Land ist gleichfalls den
+Brassa eigen, obschon es ganz wie ausgestorben ist. Bei dem Castell Sira
+el gedim stiessen wir wieder auf zahlreiche Höhlen libyscher Troglodyten,
+und Nachmittags um 2 Uhr erreichten wir den scharf prononcirten Abfall des
+Hochplateaus, und gelangten mittelst des uadi Farat in die grosse Ebene el
+Chi[=e]. Die Drias hört nun auf, wie überhaupt hier eine ganz andere
+Vegetation auftritt, namentlich ist es die Schih (artemisia), die uns hier
+zum ersten Male entgegentritt, und an die nahe Wüste erinnert. Wir
+campirten Nachmittags in einem Kessel, Namens Maraua, wo auch Felshöhlen
+der alten Libyer zahlreich vorhanden sind. Sehr eigenthümlich sind
+manchmal Reste von Mauern, welche ein Thal quer durchschneiden, dann
+wieder grosse viereckige Mauerreste, welche aber keine Wohnungen gewesen
+zu sein scheinen, vielmehr wohl dazu dienten, um Nachts das Vieh
+aufzunehmen als Schutz gegen die wilden Thiere. Wasser findet sich auf der
+ganzen Strecke von Sirah nach Maraua nicht.
+
+Bei Maraua hat die el Chi[=e]-Ebene eine Tiefe von 508 M., sie ist
+einförmig, aber äusserst fruchtbar und die zahlreichen Ruinen der alten
+Castells deuten auf ehemalige starke Bevölkerung. In der Mitte, wo die
+Chi[=e]-Ebene von einem nach Süden strömenden uadi Gedede unterbrochen
+wird, hat sie 450 Meter, nach Westen kommt man dann auf den Höhenzug, der
+Schad ben Medja genannt wird und gut mit Wachholder bestanden ist. Von
+hier an gehört das Land den uled Abid, und das nun vor einem aufsteigende
+Gebirge führt auch den Namen djebel Abid. Es ist mit Wachholder und Thuya
+so reichlich bewachsen, wie die schönsten Districte der Cyrenaica und
+wetteifert an Fruchtbarkeit mit der duftenden el Chi[=e]-Ebene. Aber auch
+hier sieht man keine Einwohner, nur selten mal eine Heerde, und selbst
+Wild scheint zu fehlen. Erst bei den Brunnenlöchern von Djerdes, die
+wieder 640 Meter hoch liegen, stösst man auf Abid-Triben und gut angebaute
+Felder. Auch finden sich hier Höhlen alter libyscher Stämme.
+
+Obschon die Abid zu den berüchtigsten Räubern der Cyrenaica gehören, so
+kamen wir doch gut mit ihnen aus, zudem waren wir sehr auf unserer Hut.
+Als wir bei Djerdes lagerten, sank morgens das Thermometer vor
+Sonnenaufgang auf -2°.
+
+Die Gegend blieb am folgenden Tage[13] im Anfange im Gebirge gleich gut
+bewaldet und später in der Ebelerhar-Ebene, fanden wir diese bedeutend
+krautreicher als die Chi[=e]-Ebene. Abends lagerten wir bei den
+Wasserlöchern von Biar (Pl. von Bir-Brunnen) und fanden dort herum
+zahlreiche Freg der Auergehr, überhaupt war den ganzen Tag hindurch die
+Gegend nicht nur reicher an Vegetation, sondern auch besser bevölkert. Die
+Auergehr bekümmerten sich so wenig um uns, wie wir um sie, in der Nähe
+eines kleinen Marabuts schlugen wir Zelte. Die Brunnenlöcher von Biar
+liegen 320 Meter hoch.
+
+Nachts wurde einem meiner Neger sein Geld, welches derselbe in sein
+Schnupftuch gebunden hatte, gestohlen. Da es nur einer der anderen Diener
+genommen haben konnte, so liess ich alle auskleiden, ohne dass wir etwas
+entdecken konnten, auch schwuren alle die grässlichsten Eide, in Gegenwart
+des Grabes des Marabut und beim Haupte Mohammeds und Sidi Snussi's. Und
+vor allen Dingen zeichnete sich ein ehemaliger österreichischer Kavass von
+Tripolis, Herr Hammed Bimbaschi, aus, laut rufend, sein Vater und er solle
+ewig brennen, wenn er das Geld habe. Aber schon zwei Tage später fand sich
+das Geld bei ihm vor, er hatte sich in Bengasi durch Einkäufe verrathen,
+und musste dann in Folge davon Bekanntschaft mit dem türkischen Gefängniss
+machen. Als ich später Bengasi verliess, bekam er seine Freiheit wieder,
+Meineid und Diebstahl, namentlich gegen einen eben erst freigewordenen
+Sklaven begangen, werden in diesen Ländern nicht sonderlich beachtet.
+
+Den letzten Tag blieben wir von Biar noch 3 Stunden in S.-W.-R. in dieser
+krautreichen Ebene, und kamen dann an das eine Stunde breite Gebirge,
+welches nur 100 Meter hoch den Rand der Ebene, der ersten Terrasse bildet.
+Mittelst des Fuhm el Fedj, eines Engpasses, stiegen wir dann in die
+Meeresebene hinab, vorbei bei dem vulcanartig aussehenden Berg Basina
+(Name einer Mehlspeise, die puddingförmig aufgetischt wird) und erreichten
+von hier an nach 4 Stunden in reiner westlicher Richtung Bengasi. Die
+Ebene hier ist nicht sehr fruchtbar, der Fels liegt fast überall zu Tage.
+Dass aber die röthliche Erde einst dicker gelegen hat, beweisen die
+überaus zahlreichen Ruinen von Dörfern, Häusern und Gehöften, und trotz
+der heutigen Unfruchtbarkeit dieser Ebene ist es höchst wahrscheinlich,
+dass diese Fläche einst die berühmten Gärten der Hesperiden bildete.
+
+Wir hatten in Bengasi einen fünftägigen Aufenthalt, welcher indess auch
+sehr nöthig war, um uns neu zu organisiren und auszurüsten. Bis auf meinen
+deutschen Diener Wetzel aus Bamberg und dem freigelassenen Neger Bu-Bekr
+trat eine vollkommene Veränderung im Personal ein. Den Photograph aus
+Berlin sah ich mich genöthigt nun wirklich fortzuschicken, ich hatte ihn
+in Tripolis schon einmal entlassen, mich aber dennoch bewegen lassen ihn
+wieder zu nehmen, aber in den letzten Tagen in Cyrene benahm er sich so
+unumgänglich, dass ich diese Gelegenheit seiner los zu werden, nicht
+versäumte. Der österreichische Cavas Hammed wurde eingesperrt, noch andere
+verliessen den Dienst. Dafür machte ich dann aber die werthvolle
+Acquisition des alten ehemaligen Dieners Mohammed Staui, der sich dicht
+bei Bengasi als Landmiether niedergelassen hatte. Den alten geizigen Staui
+hätte ich nur in Cyrenaica selbst haben sollen, sein Geiz wäre mir dort
+gut zu Statten gekommen gegen die unverschämten Prellereien des Aduli,
+gegen die Diebereien des Cavassen und der anderen Diener, welche es so
+weit trieben, dass sie unter der Hand eines Tages einen ganzen Schlauch
+Butter verkauft hatten. Dann bekam ich noch einen anderen weggelaufenen
+Neger, ich glaube Ali rief man ihn, einen wahren Goldjungen. Aus Sella her
+seinem Herrn entsprungen, hatte er mit diesem Räuberhandwerk getrieben,
+und die weitesten Streifzüge, südlich bis Tragen und Wau, östlich bis zum
+Ammonium nach dem Norden zu bis zur Küste an der Syrte gemacht. In dieser
+ganzen weiten Strecke kannte er Schritt und Tritt. Bei einer
+Beutevertheilung hatte er sich mit seinem alten Herrn entzweit, war nach
+Bengasi aufs englische Consulat geflüchtet, wo ich ihn vorfand und in
+meine Dienste nahm. Er war jetzt von glühender Begier für Freiheit
+erfasst, wollte Skendria und Masser[14] kennen lernen, und wie konnte er
+es besser durchführen, als wenn er mich begleitete. Wir wurden denn auch
+bald handelseinig, und er war jedenfalls der nützlichste aller Diener, in
+Packen und Behandlung der Kameele war er unübertrefflich, sogar besser als
+der Gatroner, da er ein junger Bursche von 25 Jahren war. Dabei hatte er
+das heiterste Gemüth von der Welt, fortwährend singend, unterliess er
+diese Beschäftigung nur um zu plaudern und zu necken, oder allenfalls um
+mit dem in Amerika zum halben Zweifler gewordenen Staui einen religiösen
+Discurs anzufangen, der gemeiniglich mit Staui's Niederlage endete, worauf
+dieser sich dann verächtlich zu uns wandte: "nigger great donkey." Ali
+hatte aber eine verhältnissmässig gute religiöse Erziehung gehabt, er war
+sogar eine Zeitlang in der berühmten Sauya Sarabub, dem Hauptorte der
+Snussi, gewesen.
+
+Wir waren natürlich wieder in Bengasi auf dem englischen Consulate, und
+mit den Einkäufen verging rasch die Zeit. Namentlich musste eine grosse
+Zahl von Schläuchen gekauft werden, wir brauchten derer nicht weniger als
+12, endlich andere Provision, Mehl, Zwieback, Oel, Butter, Datteln,
+Zucker, Kaffee und Thee, auch in Fett eingekochtes Fleisch, Stockfische
+u. dgl. wurde eingekauft.
+
+Am 3. April Morgens 10 Uhr verliessen wir dann die Stadt in Begleitung des
+englischen und französischen Consuls. Das Wetter war trübe, so dass wir
+die Berge nicht sehen konnten, unsere Richtung war 160°. Bald stiess dann
+noch ein Reiter zu Kameel zu uns, ein Diener des Mudirs von Audjila, der
+die Gelegenheit benutzen wollte, in Karawane zurückzukehren. Er erwies
+sich später äusserst nützlich, da er des Weges sehr kundig war, was ich
+von dem eigens gemietheten halbblinden Führer Hammed Uadjili nicht sagen
+konnte.
+
+Schon nach 2½ Stunden durch fruchtbares Land dahin reitend, machten wir
+beim Brunnen Choëbea Halt, verzehrten gemeinschaftlich ein Frühstück,
+tranken eine letzte Flasche Wein, eine letzte Flasche Ale, und unsere
+freundlichen Begleiter kehrten nach Bengasi zurück, während wir südwärts
+den Weg weiter zogen. Derselbe bleibt einförmig, obschon der Boden
+fruchtbar ist, zum Theil cultivirt wird, zum Theil krautreiche, zu dieser
+Jahreszeit von Blumen bunte Wiesengründe hat, Freg sind nur spärlich
+vorhanden. Wir setzten nur noch 2 Stunden den Weg so fort und lagerten
+inmitten eines weiten Ruinenfeldes unter dem Schutze eines kleinen
+Castells. Es scheinen hier mehr ländliche, weit zerstreut liegende
+Wohnungen gewesen zu sein, als bestimmte Orte, wenigstens finden wir in so
+unmittelbarer Nähe von Berenice keinen erwähnt. Das Castell, recht gut
+erhalten, aber klein, diente zum Schutze der Landbewohner und speciell
+hier noch wohl zum Schutze der Küste.
+
+Am folgenden Tage brachen wir früh auf und hielten 150° R. Auch an dem
+Tage war die Gegend überaus ruinenreich, und auch hier traten alle
+Augenblicke grosse Einhegungen von Steinen entgegen, von denen manchmal
+aber nur noch die unterste Steinreihe erhalten ist. Der Boden bleibt ein
+gleich fruchtbarer röthlicher Humus, ist überall bis zu den Bergen gleich
+culturfähig, sehr krautreich aber wenig mit Buschwerk bestanden. Die Berge
+sind sichtbar, aber je weiter man nach Süden kommt, je mehr zieht sich das
+Ufer des Hochplateaus nach Südosten zurück. Die Gegend ist hier besser
+bevölkert, denn irgendwo in Cyrenaica, meist sind es Freg der Mschitat und
+Auergehr, welche rechts und links vom Wege aufgeschlagen sind.
+Eigenthümlich wie die Alten genau die Oertlichkeit erkannt haben müssen,
+wo sie Wasser zu finden glaubten. Denn ein blosser Zufall liess sie wohl
+nicht jene Kalkplatten durchbohren um dann nach 25-30' und oft noch tiefer
+auf Wasser, zu stossen. Und dass sie von den Alten angelegt worden sind,
+geht aus der ganzen Construction derselben hervor, warum aber gruben sie
+nicht an anderen Stellen nach Wasser? wahrscheinlich weil sie aus
+Erfahrung wussten, dass unter Kalkfelsen am ersten Wasser zu finden sei.
+Wir lagerten Abends in der Nähe von zahlreichen Freg, ohne indess mit den
+Insassen in Berührung zu treten[15]. Auch am folgenden Tage[16] hat die
+Gegend noch denselben fruchtbaren aber wenig bebauten Charakter, die Freg
+werden südlich von den ailet Feres bewohnt und gegen Abend, wo wir der
+Syrte so nahe sind, dass wir die Brandung derselben hörten, lagerten wir
+zwischen Schih- und Halfa-Vegetation, waren also bis zum Uebergange der
+Wüste gekommen.
+
+Je weiter man nach Süden kommt[17], je spärlicher wird die Vegetation und
+Bevölkerung, fast nur Halfa und Schih zeigen sich noch, alle Brunnen haben
+noch denselben Bautypus, d.h. sind nicht in das Erdreich getrieben,
+sondern da, wo Kalkfelsen zu Tage liegt, hindurch gebohrt. Beim bir
+Schimmach nun rechnen die Araber die Grenze von Barca el hamra, dem rothen
+Cyrenaica und was von hier an südlich liegt, heissen sie Barca el beida,
+das weisse Cyrenaica. Hauptsächliches Unterscheidungszeichen bildet der
+Boden selbst, denn nördlich vom Brunnen ist röthlicher Humus, südlich
+davon weisslicher Sandboden.
+
+Auch jetzt hatten wir immer mit schlechtem Wetter[18] zu kämpfen, heisse
+Stunden wechselten mit kalten und stürmischen und namentlich waren die
+Nächte rauh. In Schadábia verweilten wir einen Tag. Es ist hier die
+grösste Ruine zwischen Bengasi und Audjila, und das Fort noch recht gut
+erhalten. Wie alle von viereckiger Form, und mit flankirenden Thürmen
+versehen, besteht der Bau aus grossen Quadern, durch Fels getriebene
+Brunnen mit ausgezeichnetem Wasser (es ist dies das letzte süsse bis zur
+Ammonsoase) sind ganz in der Nähe. Ich glaube man kann in Schadábia das
+alte Automalax[19] erblicken, wenigstens stimmen Oertlichkeit und
+Entfernung von Berenice. Es ist dies nach Süden zu der letzte bewohnte
+Ort, und heute eine berühmte Sauya der Mádani, deren Chef Mohammed el
+Mádani in Mesurata begraben liegt. Wie diese Brüderschaft eine der
+tolerantesten ist, so zeigte sich auch der Vorsteher von Schadábia
+äusserst liebenswürdig und ohne fanatischen Dünkel. Er warnte wiederholt
+(auf Beurmann hinweisend, der indess gar nichts mit den Snussi zu thun
+gehabt hat) vor den Snussi, vor den Bewohnern von Audjila und Siuah,
+meinte aber, hier solle ich nur ruhig campiren, da wo eine Sauya der
+Mádani sei, habe Niemand etwas zu fürchten. Aber trotzdem und trotz seiner
+guten Rathschläge, unterliess ich es doch nicht Nachts Wachen auszustellen
+und den Thieren überdies wie immer ihre Eisen anlegen zu lassen. Mein
+armer Esel war nun fast reitunfähig geworden, die heissen Winde hatten ihn
+vom Esel auf den Hund gebracht.
+
+Von Schadábia aus, legten wir am 8. April die ersten zwei Stunden südlich
+zu West zurück bis zur merkwürdigen Burg Henéa[20]. Offenbar ist dies
+weder ein griechisches noch römisches Bauwerk, sondern libyschen
+Ursprungs. Zu ebener Erde gelegen, ist diese Burg der Art angelegt
+(ähnlich wie die monolithischen Kirchen von Lalibala in Abessinien), dass
+man zum Graben derselben den Fels ausgehoben hat, und den als einzigen
+Block inwendig stehen gebliebenen Felsen zur Burg verarbeitet hatte. Die
+contreescarpirten Wände des tiefen 20' breiten Grabens haben Gänge und
+Kasematten, sämmtlich wie neu und ausgezeichnet erhalten. Unterirdisch
+stehen diese mit der Block-Burg zusammen. Diese enthält vollkommen gute
+erhaltene Abtheilungen. Alles aus einem Steine gehauen, durchwandelt man
+lange breite Gänge, mit Krippen ebenfalls aus Stein, Beweis, dass in
+dieser eigenthümlichen Burg sogar Pferde waren, andere kleine Zimmer und
+grosse Säle münden auf die Gänge. Nur ein einziger sanft ablaufender
+Zugang führt, die Contreescarpe durchschneidend, in den Graben, die
+Hauptöffnung des Blocks befindet sich aber auf der entgegengesetzten Seite
+der Burg. Die ganze Contreescarpe, die unterirdisch, wie gesagt, mit dem
+Block communicirt, konnte den Graben durch Felslöcher vertheidigen. Gewiss
+eins der bemerkenswerthesten Baudenkmäler alter Fortification.
+
+Von hier an gingen wir selben Tages noch fünf Stunden S.-S.-O. weiter,
+passirten nach zwei Stunden den Tafra-Brunnen, der wie alle folgenden
+Bitterwasser hat, liessen nach etwa einer Stunde den vereinzelten Hügel
+Karassa, der als Allem oder Wegweiser dient, liegen und lagerten Abends am
+Chor-Shofan. Die sehr schwache Bevölkerung wird von den uled Schich und
+den Schibli gebildet. Die Vegetation hört fast ganz auf, in der That
+hatten wir mit Chor-Shofan die Grenze des Mittelmeer-Niederschlags
+erreicht, der Floh hört auf der beständige Begleiter des Menschen zu sein.
+Wie mit Zauber ist er verschwunden, heute wird man noch von ihm gequält,
+morgen hat er uns verlassen. Die Araber sagten zwar, anderes Ungeziefer
+würde auch das Weite suchen, aber ich wusste aus langer Erfahrung, dass
+die noch lästigeren Collegen des Floh die Wüste, den Samum, die trockne
+Hitze nicht scheuen. Im Gegentheil! Vom Chor-Shofan fängt dann nun auch
+die Sahara an.
+
+Auch am folgenden Tage hielten wir S.-S.-O.-R., und um 6 Uhr Morgens
+aufbrechend, brachte uns der Allem (Wegweiser) el Dürr auf den vom Brunnen
+Alaya kommenden Weg. Und eine Stunde Frühstücksrast abgerechnet,
+durchschritten wir um 2 Uhr den ned Fareg. Es ist dies eigentlich kein
+Thal oder Flussbett, sondern eine von Westen nach Osten streichende
+Einsenkung ohne Abdachung. Nach Westen geht die Fareg-Einsenkung drei
+Tagemärsche weit bis zum Ras el ain el kebrit, und zwei Tagemärsche vom
+Punkt, wo wir Fareg passirten nach Osten; da wo wir die Einsenkung
+passirten, liegt der Brunnen Besseria[21]. Das südliche Ufer vom Fareg
+heisst Diffa el uadi (Gastmahl des Thales) und eine Menge Steinhaufen,
+Bu-Sfar genannt, sind zum Andenken für die errichtet, welche sich dem
+Gebrauche hier ein Extraessen zu geben, entzogen. Solche Steinhaufen,
+welche Gräber vorstellen sollen, findet man an gewissen Stellen in der
+ganzen Sahara. An solchen Stellen muss nämlich ein des Weges zum _ersten_
+Male durchziehender, seinen Cameraden, welche die Reise schon gemacht
+haben, einen Extraschmaus geben, thut er es nicht, so errichtet man ihm
+einen Steinhaufen, ein Grab, zum Zeichen seines Geizes. Da nun aber solche
+Stellen sehr häufig vorkommen, so hatte ich ein für allemal die Gewohnheit
+mich begraben zu lassen und legte zuerst gewöhnlich den Stein; ausser
+unserem Führer, dem Diener des Mudir von Audjila und meinem Neger Bu-Bekr,
+hatte Niemand von uns den Weg zurückgelegt, wir liessen uns also alle
+begraben, wie auch später noch öfter. Gleich hinter Fareg fängt eine
+Sserir an, Namens Thuil (die lange), dort lagerten wir fünf Uhr Abends.
+
+Am 10. April erreichten wir in südsüdöstlicher Richtung nach einem
+sechsstündigen Marsche über die Sserir Thuil die grosse von Westen
+kommende Einsenkung des Bir Ressam. Wo diese im Westen ihren Anfang nimmt,
+war von meinen Leuten nicht zu ermitteln, vielleicht geht sie bis dicht an
+die Syrte, vielleicht nach Ain kibrit, und ist somit im Zusammenhange mit
+Fareg. Der Brunnen selbst hat abscheuliches Wasser, die Kameele trinken es
+jedoch, einige Palmbüsche sind in der Nähe, und die Ruinen des Gasr
+Shahabi deuten auf eine einstige Besiedelung. Die Einsenkung zeichnet sich
+durch zahlreiche Versteinerungen, Muscheln etc. aus, oft sieht man ganze
+Baumstämme auf dem Boden liegen, meist in Flintstein verwandelt. Palmen
+und Lentisken sind es besonders, die ehemals die Vegetation bildeten, von
+der jetzt nur die steinernen Formen übrig geblieben sind. Lebende
+Vegetation ist in dieser Einsenkung durch Belbel, Domrahn und Rherrhek
+vertreten, letzteres ein Busch; der in der Süd-Sahara unter dem Namen Suak
+bekannt ist. Die Ressam-Einsenkung ist 100 Meter tiefer als das Mittelmeer
+(am Brunnen das Barometer auf 772 M.M. = -104 Meter). Den tiefsten Punkt
+erreichten wir Abends bei Gor-n-nus (am Lagerplatz ergab das Barometer
+Abends 772, Morgens 773, um 9 Uhr Morgens 772, erreichte also circa 107 M.
+Tiefe). An dem Tage hatten wir 12 Stunden zurückgelegt.
+
+Auch am folgenden Tage behielten wir diese Richtung von früher und
+marschirten in der Depression weiter, um 6 Uhr aufbrechend, sendete die
+Einsenkung um 7 Uhr einen ebenso breiten Arm nach dem circa 6 Stunden
+entfernten Gor Mschirk ab. Um 9 Uhr passirten wir den ebenfalls
+Bitterwasser haltenden Brunnen Marak und stiessen auf zwei grosse von
+Audjila kommende Sklavenkarawanen, die nach Bengasi zogen. Das Land
+ausserhalb der Einsenkung ist grossgewellt, und grobkörniger Sandboden,
+manchmal mit bunten Kieselchen bestreut, und nicht ganz ohne alle
+Vegetation. Nachmittags 2 Uhr bemerkten wir östlich von uns den Dj.
+Beddafar circa 4 Stunden entfernt. Die nach S.-O. ziehende Depression
+hatten wir Mittags schon verlassen, und lagerten Abends 5 Uhr bei Gor
+meschtefar schirgia.
+
+Der darauf folgende Tag, ein zwölfstündiger Marsch, über eine durch nichts
+unterbrochene grossgewellte, grobkörnige Sandebene, war der langweiligste
+und einförmigste von allen, nur zweimal wird diese wüste Ebene durch zwei
+Allem (Wegweiser) unterbrochen. Unsere Richtung war immer die gleiche, wie
+an den vorherigen Tagen. Ebenso unerquicklich war der letzte Tag, der
+Führer war zudem auf dem Kameele eingeschlafen und wir hatten eine ganze
+Zeitlang die Richtung verloren, bis wir endlich durch den Stand der Sonne
+aufmerksam darauf gemacht wurden.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Audjila und Djalo.
+
+
+Es war gegen Abend des elften Tages, als wir die Oase erreichten. Schon
+einige Stunden vorher hatten wir wie eine schwarze Linie am Horizont die
+hohen Palmen derselben erblickt, und die Kameele, welche seit Bir-Ressam
+nicht getrunken hatten, beschleunigten den Marsch, sobald sie die Palmen
+hatten auftauchen gesehen. Je näher wir kamen, desto schöner wurde der
+Anblick; links vor uns, wo bedeutende Sebcha sich ausdehnten, spiegelten
+sich die Palmen als wie auf einer Silberfläche, davor schlug die Luft
+grosse Wellen, so dass man oft ein bewegtes Meer zu sehen glaubte. Dann
+kamen wir an den röthlich-braunen Sebcha, der, von der untergehenden Sonne
+beleuchtet, einen eigenthümlichen Contrast mit der weissen Sandfläche
+davor, mit den grünen Palmen dahinter bildete. So hat auch die Wüste ihre
+Schönheit, und in solchem Augenblick konnte ich es begreifen, wenn St.
+John, als er von der Wüste Abschied nahm, sein Buch mit den Worten
+schloss:
+
+ "Oh! that the desert were my dwelling-place
+ with one fair spirit for my minister!"
+
+Den ganzen Tag abwechselnd zu Kameel und Esel, war ich abgesprungen,
+sobald wir den Sebcha erreicht hatten, durch den nur ein schmaler Pfad
+sich hinschlängelt, während rechts und links Salzmoräste liegen, mit einer
+dünnen Kruste bedeckt. Es war also die grösste Vorsicht nöthig, um die
+Kameele hindurchzuführen, denn ein beladenes Kameel wäre bei einem
+Seitentritt gleich versunken. Alle kamen gut durch, nur der alte Esel, der
+von weitem einige Ya seiner Brüder vernommen hatte, Musik, welche für
+seine langen Ohren verlockend sein musste, wollte in seiner Ungeduld vom
+Wege ab, aber schon beim ersten Schritt sass er fest. Nur mit Mühe konnten
+ihn die Leute wieder flott kriegen, aber herausgezogen, ging er dann
+geduldig und nachdenkend hinter der langen Colonne von Kameelen einher.
+
+Es war schon ganz dunkel, als wir den eigentlichen Palmwald erreichten,
+nachdem wir schon eine Zeitlang zwischen Had (Cornulaca monacantha
+Delile), Belbel (Anabasis articulata) und Domran (Traganum nudatum), den
+ersten Vorboten der Vegetation, hinmarschirt waren. Das Aufziehen des
+Wassers aus den Brunnen verrieth uns, dass wir jetzt zwischen Gärten
+waren, denn es war nun so dunkel geworden unter den Palmen, dass wir nur
+noch den Weg unterscheiden konnten. Aber bald hatten wir den Lagerplatz
+erreicht und fanden schon eine andere Karawane vor, die von Djalo gekommen
+nach Bengasi wollte. Zwischen Tamarisken, in der Nähe der Quelle Sibilleh,
+der einzigen der ganzen Oase, schlugen wir unsere Zelte auf, umringt von
+vielen Neugierigen, die sich nach vielen Ssalamat nach den Neuigkeiten und
+Preisen in Bengasi erkundigten.
+
+Ich schickte gleich einen Theil der Leute mit den Kameelen zur Quelle, um
+diese abtränken zu lassen und um uns einen Schlauch frischen süssen
+Wassers zu füllen, die anderen schlugen rasch die Zelte auf, einer
+beschäftigte sich mit der Küche, und noch ein anderer war mit den
+Bewohnern in Unterhandlung getreten, um Hühner, Eier und Zwiebeln zu
+kaufen. Obgleich spät angekommen, hatte sich die ganze Einwohnerschaft um
+unsere Zelte versammelt, jedoch ging alles recht anständig zu, und war von
+Zudringlichkeit oder Schimpfen keine Rede. Als ich später noch heraustrat,
+die etwas zerstreut stehenden Kisten und anderen Gegenstände
+zusammenstellen liess, und meinen Leuten empfahl wegen etwaiger Diebe sich
+Nachts dicht daneben zu legen, trat einer der Einwohner heran und meinte,
+alles könne stehen und liegen bleiben wie es wäre, hier sei nicht Barca,
+Diebe gäbe es in Audjila nicht, und die Leute sollten nur ruhig schlafen,
+ohne Wache zu halten. Unser alter Führer bestätigte diess auch und sagte
+er wolle mit seinem Kopfe haften, wenn irgend etwas abhanden käme. So
+konnten wir uns denn einmal wieder einem sorglosen Schlaf hingeben, zumal
+der alte Staui immer nur halb schlief; auch die Kameele und Esel bekamen
+keine Fusseisen, was sonst immer geschehen war.
+
+Die Oasengruppe besteht aus drei durch Sserir getrennten Inseln, im Westen
+Audjila, in der Mitte Djalo[22], im Osten Uadi, dessen Verlängerung im
+Süden Batofl ist. Djalo liegt nach Moriz v. Beurmann auf 21° 23' 4" ö. L.
+v. Gr. und 29° 0' 40" n. Br. Die später aus den Berichten Beurmanns an
+Prof. Bruhns in Leipzig von diesem gemachten Berechnungen bedürfen einer
+Revision. Der ganze Oasencomplex fällt nach der zehnblättrigen Karte der
+Petermann'schen Mittheilungen zwischen 29° und 29° 30' n. Br. und circa
+21° 50' und 22° 30' ö. L. v. Gr.
+
+Die Lage der einzelnen Oasen zu sich selbst ist derart, dass Audjila im
+Westen gelegen, halbmondartig von N.-N.-O. nach S.-S.-W. gestreckt ist,
+und seine convexe Seite, nach Osten gerichtet, durch eine vier bis fünf
+Stunden breite Sserir von Djalo getrennt wird, welches länglich gestreckt
+ist und seine Längsachse von N.-W. nach S.-O. gerichtet hat. Die
+Nordwestspitze von Djalo ist demnach auch nur drei Stunden von Audjila
+entfernt. Uadi, höchst wahrscheinlich eine Fortsetzung von Uadi el Ressam
+und Mareg, zieht sich ebenfalls in einem grossen Bogen, dessen convexe
+Seite nach Osten gerichtet ist, hin, und verbreitert sich südlich zur Oase
+Batofl, so dass der Ort Batofl fast südlich, etwas zu Ost, unter Djalo zu
+liegen kommt. Tiefer als das Meer gelegen, etwa 51 Meter, ist Audjila von
+Sserir und röthlichen Sanddünen umgeben, denen jede Spur von Vegetation
+abgeht. In der Oase selbst ist der Boden gypsartig, sobald man eine
+Schicht von einigen Fuss Sand durchdrungen hat. Die Länge von Audjila
+beträgt circa drei deutsche Meilen, der nördlichste Theil ist indess nicht
+bewohnt; die Breite ist verhältnissmässig gering, eine Stunde nördlich von
+Audjila, wo die Oase am breitesten ist, circa ¼ deutsche Meile.
+
+Djalo, ebenfalls von Sserir umgeben, und etwa 30 Meter tiefer als das
+mittelländische Meer, hat eine S-förmig gewundene Gestalt, die Länge
+beträgt ebenfalls circa drei deutsche Meilen, die Breite jedoch in der
+Mitte erreicht 1½ deutsche Meilen, und fast bis zum Südende bleibt sie
+dieselbe. Das Terrain in Djalo ist bedeutend salzhaltiger, die Oase im
+Innern an vielen Stellen von Dünen durchsetzt, das Wasser ist so
+brackisch, dass die reichen Leute zum Trinken ihren Bedarf in Uadi holen
+lassen. In Leschkerreh sind die Bodenverhältnisse dieselben, das Wasser
+ist dort süss, ebenso in Batofl, welches guten Gartenboden und
+ausgezeichnetes Trinkwasser hat.
+
+Diese Oasengruppe, den Alten unter dem Namen Augila ([griechisch: ta
+Augila]) bekannt, scheint in den ältesten Zeiten keine festen Bewohner
+gehabt zu haben. Herodot überliefert uns, dass die an der Syrte
+herumnomadisirenden Nasomonen alljährlich nach Audjila zögen, um im Herbst
+die Datteln einzuheimsen. Derselbe erwähnt ferner nur eine Quelle, und in
+der That ist auch nur eine vorhanden, Sibilléh. Auch die Beschreibung des
+salzhaltigen Bodens trifft zu, wenn auch die Erwähnung eines einzigen Hügels
+nicht passt, da in Audjila sowohl wie in Djalo viele Hügel sind, welche aber
+als Neulinge oder Dünen auch nach Herodots Zeit entstanden sein können. Die
+Entfernung von der Ammon-Oase giebt Herodot auf zehn Tagemärsche an, und
+eben so weit bis zu den Ländern der Garamanten. Wir brauchen deshalb die
+Angabe des Plinius nicht für falsch zu halten, der die letzte Entfernung
+auf zwölf Tagemärsche angiebt.
+
+Später scheinen sich libysche Stämme in Audjila festgesetzt zu haben,
+obgleich der Cultus der Sterne dort nicht eingebürgert gewesen zu sein
+scheint. Ueberdies wissen wir auch von den Nasomonen, dass diese mit ihren
+Todten und auf den Gräbern derselben feierliche Handlungen vornahmen. Um
+so leichter wurden sie dann später geneigt, als sie sich in Audjila
+fixirten, den Cultus der Ammonier anzunehmen. Pomponius Mela erzählt uns
+von ihrem Manendienst, welche Manen sie wie Orakel zu consultiren
+pflegten, sie schliefen, sagt er, oft auf den Gräbern ihrer Anverwandten,
+und legten die Träume als eine Antwort aus. Dass übrigens der Ammondienst
+später dort herrschte, geht aus Procopius hervor, der das eigentliche
+Ammonium unter dem Namen eines doppelten, zwiefachen Augila begreift, und
+sagt, bei beiden seien Heidentempel und Priester gewesen, welche von
+Justinian in Kirchen und Christen umgewandelt worden wären.
+
+Unter den Römern scheint ein Castell zum Schutze der Karawanen in Audjila
+gewesen zu sein; Leo im 15. Jahrhundert will dort noch Schlösser gesehen
+haben, und Pacho spricht auch noch von Backsteinüberresten, welche er aber
+auf libyschen Ursprung zurückführen zu müssen glaubt. Hamilton erwähnt nur
+vieler Topfscherben, ich selbst konnte auch nichts weiter finden, und
+diese können ebenso gut neuesten wie ältesten Datums sein. Dapper kennt
+die Oase im Anfange des 17. Jahrhunderts unter dem Namen Augele.
+
+Wenn von Pacho noch ein unterirdisches Gebäude erwähnt wird, welches er in
+Djalo gesehen haben will, und er auch in seinem Atlas Abbildungen einer
+dort vorgefundenen Säule und eines Steines giebt, so konnte schon Hamilton
+nichts davon entdecken, Beurmann erwähnt die Sache gar nicht, und ich
+selbst konnte auch nichts darüber in Erfahrung bringen, denn auf eigene
+Faust angestellte Nachforschungen führten zu keinem besseren Ergebnisse.
+Indess ist wohl kaum ein Zweifel zu erheben, dass dasselbe existirte.
+
+Die heutigen Bewohner zerfallen in drei Hauptstämme, die Uadjili, sesshaft
+in der Oase Audjila und einem Theile der Oase von Djalo, besonders im
+Hauptorte Lebba, die Modjabra, besonders in Djalo mit ihrem Hauptorte
+l'Areg und die Suaya in Leschkerreh. In Batofl sind die Bewohner gemischt
+von allen drei Stämmen. Von diesen sind die Uadjili libyscher Herkunft,
+reden auch heute noch einen Dialekt des Tamasirht und ist ihre Sprache eng
+verwandt mit der von Rhadames, Sokna, Siuah und dem Targi. Ob die Modjabra
+auch berberischen Ursprungs sind, ist zweifelhaft, sie reden arabisch,
+wollen aber keine Araber sein, die Suaya sind ächte Araber.
+
+Die Zahl der Bewohner ist schwer zu ermitteln; Pacho in den zwanziger
+Jahren giebt sie auf 9-10,000 Einwohner an, und basirt seinen Calcul auf
+3000 waffenfähige Männer. Hamilton giebt für l'Areg allein 4000 Einwohner
+an, von andern Reisenden, welche die Oasen berührt haben, fehlen
+statistische Nachrichten. Nach eigenem Ueberschlage, und auf die Aussage
+der Eingebornen hin, würde ich für Audjila 4000, für Djalo 6000, für
+Leschkerreh 500 und für Batofl 1000 Einwohner annehmen, im Ganzen also
+circa 11-12,000 Einwohner. Im Aeusseren ist zwischen den Berbern und
+Arabern gar kein Unterschied wahrzunehmen, denn die letzten sind hässlich,
+meist mit dicken Lippen und von bräunlichem Teint, was wohl der starken
+Vermischung mit Negerblut zuzuschreiben ist. Ursprünglich von unabhängigem
+und kriegerischem Naturell, haben sie seit 20 Jahren lernen müssen sich
+dem Gesetze zu fügen, und sind jetzt mit allen Umwohnern, welche, wie sie,
+dem osmanischen Reiche unterworfen sind, in Frieden. Die Moralität in den
+Oasen ist keineswegs weit her, wie überall da, wo zu den ohnediess laxen
+Gesetzen des Islam, sich die Leute offen dem Trunke ergeben. Sowohl
+Uadjili wie Modjabra fröhnen dem täglichen, reichlichen Genusse des Lakbi
+(Palmwein), welcher Jahr aus Jahr ein meistens den kleinen männlichen
+Palmen entzapft wird. Daher kommt es denn auch wohl, dass die Heirathen
+als festes Bindemittel zwischen Mann und Frau hier noch leichter gelöst
+werden als es sonst in den meisten mohammedanischen Ländern der Fall ist.
+Hamilton notirte, dass es Männer gäbe, welche 20-30mal hintereinander
+geheirathet hätten, und man sich eine Frau für den billigen Preis von 8
+bis 10 Thalern verschaffen könne. Im Uebrigen sind weder die Modjabra noch
+Uadjili als Diebe, Mörder oder Lügner verschrieen, und die Bewohner der
+anderen beiden kleinen Oasen haben auch einen guten Ruf. Die Modjabra, als
+vorzügliche Handelsleute in der ganzen Wüste bekannt, haben überall
+Credit, sowohl in Aegypten, Bengasi und Tripolis als auch in Uadai, Bornu
+und Haussa. Nebst den Rhadamsern sind sie die kühnsten und weitreisendsten
+Kaufleute, und meist bringen sie, bis Schwäche sie hindert, ihr Leben auf
+ihren langen, gefahrvollen Wegen zu. Die directe Verbindung mit Uadai über
+Kufra und Uadjanga ist ihr Werk, nach Burkhart geschah dies zuerst im
+Jahre 1811 und 1813. Der Verkehr wurde bald sehr bedeutend. 1855 stockte
+indess der Handel mit Uadai gänzlich, da, wie v. Beurmann uns erzählt, in
+jenem Jahre eine von Uadai kommende Karawane, die noch dazu dem Sultan
+dieses Landes gehörte, bei Audjila von maltesischen Kaufleuten überfallen
+und ausgeplündert wurde. Seit zwei Jahren sind die directen Verbindungen
+wieder hergestellt, bei unserer Anwesenheit war gerade eine Karawane aus
+Uadai in Bengasi und eine aus Modjabra-Kaufleuten bestehende wurde
+erwartet.
+
+Die Uadjili beschäftigen sich viel mit Gartenzucht und dem Vermiethen von
+Kameelen, für welche sie in den benachbarten Uadis reichlich Futter
+finden. Ohne sich direct am Handel zu betheiligen, vermitteln sie
+hauptsächlich den Verkehr mit Bengasi und den zunächst liegenden Oasen,
+jeder Erwachsene ist Führer; bis Fesan, Bengasi, zur Syrte und Aegypten
+kennen die Uadjili Schritt und Tritt. Die Suaya von Leschkerreh, noch mehr
+dem Trunke ergeben wie die eben genannten, leben von ihren Palmen und
+Kameelen, ausserdem heimsen sie die Datteln einiger Oasen von Kufra ein,
+da aber jetzt Kufra, ein Oasencomplex, welcher etwa 6 Tagemärsche südlich
+von Batofl liegt, eine feste Besiedlung bekommen hat, so werden diese
+Herbstzüge der Suaya wohl bald aufhören. Seit einiger Zeit hat dort Sidi
+el Mahdi, der Sohn und Nachfolger des unter den Mohammedanern in
+Nordostafrika berühmten Snussi eine Sauya[23] gegründet und auch eine
+Stadt angelegt.
+
+Die Kleidung der Bewohner ist sehr einfach, ein langes Hemd, darüber ein
+Barakan oder Haik, eine fast enge, baumwollene Hose, die aber nur bis auf
+die Waden herabfällt, ein rother oder weisswollener Fes und gelbe
+Pantoffeln ist die gewöhnliche Tracht; Arme gehen meist barhaupt und
+barfuss. Die reichen Modjabra-Kaufleute machen natürlich Luxus und lieben
+es Tripoliner oder Kahiriner Tracht anzulegen. Die Rhadamser Sitte, feine
+Sudan-Toben oder Nube-Hosen zu tragen, herrscht hier nicht. Die Frauen,
+welche unverschleiert gehen, legen meist dunkelblaue Tracht an, haben je
+nach Vermögen schwere silberne oder kupferne Ringe um Knöchel und Arme,
+auch die Finger bestecken sie reichlich mit Ringen, und um den Hals tragen
+sie Bernsteinketten, oft auch goldene. Die meisten tragen ein blaues
+Kattuntuch um den Kopf, und desshalb war auch nicht zu erkennen, welcher
+Mode sie in Beziehung ihrer Haare huldigen.
+
+Vom Liva Bengasi abhängig, werden alle Oasen von einem Mudir regiert, der
+seinen Sitz in Djalo hat, aber meist seine Zeit in Bengasi zubringt.
+Während seiner Abwesenheit regiert jeder Stamm sich selbst, deren haben
+wir in Audjila drei, in l'Areg vierzehn und in Lebba drei, Leschkerreh und
+Batofl haben je einen, ebenso die kleinen Palmdörfer der Oasen. Pacho fand
+bei seiner Anwesenheit in Djalo einen Franzosen als Bei und Herrscher der
+ganzen Oase. Mit der französischen Expedition als Tambour nach Aegypten
+gekommen, war er in türkische Gefangenschaft gerathen, hatte sich durch
+einnehmendes Wesen und Tapferkeit bis zum Officier hinaufgeschwungen und
+war schliesslich von Tripolis aus zum Bei der Oasen ernannt worden. Die
+Bewohner von Djalo erinnerten sich in der That noch des Mamelucken,
+welcher Pacho so viele Aufmerksamkeit erwiesen hatte.
+
+Für die Gerechtigkeit ist ausserdem ein Kadi vorhanden, der seine Stelle
+und Ernennung vom Gouverneur von Bengasi erkaufen muss; der Dienst in den
+Djemmen wird von Tholba und Faki versehen, welche sich selbst durch
+Frömmigkeit und Gelehrsamkeit die Thür zu diesen Plätzen öffnen. Der Orden
+der Snussi hat gleichfalls in Djalo ein Kloster gestiftet, und den
+Bemühungen der Brüder soll es gelungen sein den Leuten etwas mehr Moral
+und Erziehung beizubringen, obgleich das allgemeine und starke Trinken
+noch immer anhält, wie man aus den zahlreich angezapften Palmen ersehen
+kann.
+
+Es versteht sich von selbst, dass die Bewohner eine Steuer zahlen, und
+zwar wird die Palme mit 2½ Piaster besteuert. Es mögen sicher über 200,000
+Palmen insgesammt in den Oasen sein, mehr aber als 100,000 werden
+officiell nicht besteuert. Dies macht also für das türkische Gouvernement
+eine jährliche Einnahme von 250,000 Piaster oder 12,500 Mahbub, oder etwa
+14,000 preussische Thaler. Djalo muss hievon bei weitem das Meiste zahlen,
+obschon die Angabe Hamilton's, Audjila mit etwa 16,000 Dattelbäumen,
+überdoppelt zu niedrig ist, und Djalo allein auch mehr als 100,000 Palmen
+hat. Man denke aber nicht etwa, dass die nicht censirten Palmen nichts zu
+bezahlen haben, gezählt sind sie alle, aber das Geld der nicht
+eingetragenen wandert in die Tasche des Mudirs, der natürlich für seine
+Stelle durch grosse Bakschisch danken muss. Andere Abgaben kommen nicht
+vor, namentlich sind aus den Negerländern kommende Gegenstände, als Federn
+und Elfenbein, hier keinem Zoll unterworfen, sondern erst in Bengasi oder
+Aegypten. Die in der Oase circulirenden Münzsorten sind die von der
+Türkei, doch ist natürlich auch hier der Maria Theresienthaler das
+häufigste grosse Silbergeld.
+
+Im übrigen leben die Bewohner sehr einfach. Gegen ihre ganz
+ausgezeichneten Datteln, schon im Alterthum berühmt, tauschen sie sich das
+ihnen noch nöthige Korn und Vieh ein, und in ihren Gärten ziehen sie
+ausser Weizen, Gerste von ausgezeichneter Güte, Negerhirse, einige Gemüse,
+als rothen Pfeffer, Zwiebeln, Knoblauch, Rüben, Bohnen, Carotten, Malochin
+(Hibiscus esculentus), Auberginen (Solanum melongena), Tomaten, Kürbisse,
+Melonen und Wassermelonen. An Früchten finden sich ausser den vielen
+Dattelsorten, schlechte Pflaumen und verkrüppelte Aepfel, Aprikosen und
+Pfirsiche. Von wildwachsenden Bäumen ist nur der Ethel (Tamarix
+articulata) vorhanden.
+
+Das Thierreich ist wie in allen Oasen schwach vertreten, drei oder vier
+Pferde, kleine Esel, gar kein Rindvieh, eine Anzahl von Ziegen und Schafe
+(Fettschwanz), einige wenige Hunde, ist alles, was an Säugethieren
+vorhanden ist; an Federvieh sind Hühner zahlreich, Tauben wenige
+vorhanden. Wild kommt gar nicht vor, wenn man Springratten, Ratten und
+Mäuse nicht dahin zählen will. Von den Vögeln sind nur Raben, Schwalben,
+kleine Waldtauben und Sperlinge vorhanden, Fische giebt es keine in der
+Quelle, Frösche, Eidechsen, Skorpione, Mistkäfer sind in mässiger Zahl,
+aber Milliardenweise die Fliegen vorhanden. Im Mineralreich verdient nur
+das Salz eine Erwähnung, das, aus den Sebchas gewonnen, mehr als
+hinreichend für den Bedarf der Bewohner ist.
+
+Die Gartenzucht wird in Audjila sehr sorgfältig betrieben, und gewiss mit
+grosser Mühe. In kleine Beete eingetheilt, welche von Dämmen
+eingeschlossen sind, geschieht die Bewässerung durch Brunnen, bei denen
+Sklaven oder Esel thätig sind, das Wasser Tag und Nacht herauszuziehen.
+Diese kleinen Beete zu einem Garten vereinigt, sind dann von Palmhecken
+eingefriedigt, welche zuweilen auch dazu dienen, die Sanddünen abzuhalten.
+Es ist hier ein fortwährendes Ringen mit der Natur, jeder Fleck wird
+benutzt, oft werden sogar die Dünen angegriffen, denn mit Wasser und etwas
+Dünger gedeiht im Lande Alles, was die Bewohner ziehen wollen. Und das
+geht das ganze Jahr durch: ist im März die Gerste und der Weizen
+geschnitten, so wird gleich wieder gedüngt für Sommergemüse, und wenn
+diese gegessen sind, kommen Bohnen, Rüben und Carotten an die Reihe. In
+Djalo ist aber lange nicht solch sorgfältiger Gartenbau, theils liegt es
+wohl daran, weil der Boden bedeutend ungünstiger ist, dann auch, weil die
+Modjábra alle Kaufleute sind, Vermögen haben, mithin ihren Bedarf für Geld
+leicht von Audjila beziehen können. In Leschkerreh ist gar kein Gartenbau,
+hingegen sollen die Bewohner Batofls eben so rührig sein wie die Uadjili.
+
+Die Oase Audjila, nach dem Hauptorte so benannt, welcher fast im Süden und
+hart am Ostrande liegt, hat ausserdem noch die bewohnten Oerter, von
+Norden nach Süden gerechnet folgenden Namens: Masús, Beldjú, Soáni
+Schoáschna, Nekfósch, Nuâra, Duenéhm, Tin-Kersi, Abd-el Metal, Bu-Ssellim,
+Fellri, alle diese Oerter liegen nördlich vom Orte Audjla, westlich davon
+sind Ssellúfa, Tin-Gedért, Bir-Daim, südwestlich Duertállem und südlich
+Bu-Attáf, Márabit und el-Chúschschan. Alle diese ebengenannten Oerter
+bestehen aus Palmhütten, manchmal jedoch auch sind die Wände der Häuser
+aus Stein und Thon. Kein einziges dieser Dörfer dürfte über 20 Familien
+haben.
+
+Wenn die Oase Audjila den Namen vom Hauptorte empfangen hat, so ist dies
+bei Djalo nicht der Fall, es ist dies ein Name, der blos die ganze Oase
+bezeichnet, ohne eine bestimmte Oertlichkeit darin. Die Hauptörter sind
+hier l'Areg und Lebba, beide ungefähr von gleicher Grösse, in Lebba wird
+die Uadjili-Sprache, in l'Areg arabisch gesprochen. Beide liegen dicht bei
+einander in der Richtung von N.-W. nach S.-O. Von ihnen ausgerechnet
+liegen im N.-W. Héri, Schürf, Um-es-Msihd, im N. Halláuin, Drb-el-Bil,
+Lakoschía, Lafan, Hágeba, Hargús, Djémma, Schükoría, Lkúddea, Ssossomíat,
+im W. Síada, _Mhérik_, _Rschada_, Lcharabísch, Lrharbi, Lsoéïat, im S.-W.
+Rhoschiría, im S. Rmla, Lkeböl, im O. _Lebús_, Beráni, Ssafan und Hattía.
+Nur die mit gesperrten Lettern gedruckten haben über zwanzig Familien. In
+den andern beiden Oasen sind nur je ein Ort des gleichen Namens.
+
+Die Sonne schien, als ich am andern Morgen erwachte, schon ins Zelt; mein
+Diener hatte es leise aufgeschnallt, und auf einer Kiste, welche zugleich
+als Tisch diente, fand ich bereits Kaffee und Milch, frisches Brod, Butter
+und Gemüse, die wir seit Bengasi nicht mehr gehabt hatten. Meine Leute
+sassen wartend in der Sonne, reparirten die Sättel, die Säcke, indess der
+alte Mohammed Staui, dessen sich vielleicht Einige erinnern werden, welche
+meinen Aufenthalt in Rhadames verfolgt haben, die Mehl- und Fettvorräthe
+revidirte, und halb englisch, halb arabisch, halb italienisch meinem
+deutschen Diener (einem Bayern), der zugleich alle anderen unter sich
+hatte, auseinander zu setzen suchte, wir würden nächstens Bankerott
+machen, wenn fortgefahren würde den Negern und Kameeltreibern alle Tage so
+reichliche Portionen zu verabreichen. Der alte Staui war noch geiziger
+geworden als er früher schon war, er hätte uns am liebsten mit unseren
+Vorräthen Alle verhungern lassen, mich selbst nicht ausgenommen.
+
+Langsam wurde geladen, langsam wurde aufgebrochen, und langsam zogen wir
+dahin durch die schmucken Palmgärten, es war ein Spazierritt, denn wir
+hatten nur etwa drei Stunden bis zum Orte Audjila selbst. Natürlich
+erregten auch hier die sonderbaren Kisten, und dann hauptsächlich wir
+beiden Deutschen in christlicher Tracht grosses Aufsehen; aber nur
+freundliche Ssalamat wurden uns zu Theil, welche mein bayerischer Diener
+immer ernst mit der Hand auf der Brust erwiederte. Es war fast 11 Uhr
+geworden, als wir dicht bei Audjila waren, und ich dem Staui sagte
+vorauszugehen, um dem Mudir, welcher von Djalo hierher gekommen war, meine
+Ankunft anzuzeigen. Und als wir dann durch die engen Strassen, die gerade
+breit genug waren für ein beladenes Kameel, dahinzogen, kam uns der Mudir
+schon entgegen, begleitet von all seinen Beamten, Dienern und einem
+grossen Tross Neugieriger. Ich war froh, dass er, als die nicht enden
+wollenden Ssalamat vorüber waren, anfing in arabischer Sprache zu
+sprechen, da sonst in der Regel die meisten türkischen Beamten nur ihre
+eigene Sprache reden. Er führte uns dann nach dem Schlosse, welches wohl
+aus dem Grunde nicht bewohnt wurde, weil es ganz baufällig, fast eine
+vollkommene Ruine ist. Zudem hatte der Mudir seinen Wohnsitz nicht darin
+aufgeschlagen, weil keine Harem-Vorrichtung darin ist. Dies Gebäude,
+welches den pomphaften Namen Schloss führte, war früher, als Audjila noch
+unabhängig war, von dem Bei der Oase bewohnt worden. Jetzt konnten wir mit
+Noth aus all den vielen Zimmern eins herausfinden, welches überdacht war
+und wo man ein Unterkommen sich schaffen konnte, natürlich mussten gleich
+die Fensterlöcher und die Thür verstopft und behangen werden, zur Abwehr
+gegen die unzähligen Fliegen, die aber nur durch vollkommene Dunkelheit zu
+verscheuchen sind. Meine Leute campirten im Hofe selbst, da die übrigen
+Zimmer Einsturz drohten, die meisten sogar ganz zusammengefallen waren.
+Gegenüber vom Schloss befindet sich die Djemma, ein insofern interessantes
+Bauwerk, als das ganze Dach aus kleinen Kuppeln besteht von 4-5 Fuss
+Durchmesser auf 8-10 Fuss Höhe. Es ist dies die einzige Kirche im Orte,
+denn die andern sind blos kleine Capellen, in denen Freitags kein Chotba
+gelesen wird. Sonst hat Audjila nichts merkwürdiges, der Ort ist ohne
+Mauern, aber die Häuser selbst bilden nach aussen eine Art Mauer, alle
+Strassen sind gleich eng, Kaufläden giebt es keine, aber Nachmittags
+findet immer eine Art von Dellöl oder Auction statt, wo man kaufen und
+verkaufen kann. Die Bewohner im Orte betrugen sich sehr anständig, nur
+belästigte uns sehr eine weibliche Marábta (Heilige), welche, in
+tausenderlei Fetzen gehüllt, mit Federn geschmückt und mit Ringen und
+Glasperlen behangen, das Haar lang herabhängend mit bunten Bändern darin,
+sich für einen Abkömmling der Rumi (Christen) ausgab und bettelte. Da ich
+anfangs ihr Kauderwälsch nicht verstand und im Glauben sie spotte auf uns
+Christen, sie schon hinausschmeissen lassen wollte, baten die Bewohner des
+Ortes, welche immer zahlreich versammelt waren und sich an ihrem obscönen
+Tanzen und Schreien ergötzten, sie doch gewähren zu lassen, sie sei zwar
+ein Christenkind, habe aber von einem heiligen Manne ein Kind bekommen und
+sei dann besessen worden, ob von guten oder bösen Geistern, das wüssten
+sie nicht, sie sei aber Marábta. Ueberdies sei sie ja eine weitläufige
+Verwandte von mir. Die Marábta fing nun an auf die Mohammedaner zu
+schimpfen, um sich bei uns in Gunst zu setzen, die Uádjili mussten das
+ruhig mit anhören, es war eben eine Heilige für sie. Mit einigen kleinen
+Geschenken für sie und ihr Kind brachten wir sie bald zum Hause hinaus, um
+dieser widerlichen Scene ein Ende zu machen.
+
+Ich blieb nur noch den folgenden Tag in Audjila, um neue Vorräthe zu
+kaufen, da wir uns hier bis zur Jupiter Ammons-Oase verproviantiren
+mussten. Meine Unterhandlungen, um nach Kufra zu kommen, hatten vollkommen
+fehlgeschlagen, zwar wurden mir Kameele zu vermiethen angeboten, aber die
+Hauptsache, ein Führer, war nirgends zu beschaffen. Mir blieb nun blos
+noch die schwache Hoffnung, einen solchen in Djalo zu finden, aber auch
+das erwies sich später als trüglich. Am 15. April Morgens brachen wir
+dahin auf.
+
+Sobald man Audjila verlassen, kommt man gleich auf eine grobkiesige
+Sserir, etwa 20 Meter höher gelegen als die Oase. Wir hielten den
+grossen Karawanenweg, welcher die Oasen verbindet, und dieser läuft
+in 160° Richtung. Ausser einem Wegweiser, Allem es Schrab oder
+Luftspiegelungswegweiser genannt, ist diese öde Fläche eben durch nichts
+als herrliche Fata morgana unterbrochen, welche hier täglich und zu jeder
+Jahreszeit beobachtet werden.
+
+Schon nach zwei Stunden erblickt man das Nordwestende des Palmenwaldes von
+Djalo, Ued el Ftor (Frühstücksthal) genannt, und nach zwei anderen Stunden
+erreicht man den Brunnen Meslíua, und gleich darauf ist man unter den
+Palmen der Oase selbst. Man passirt den Ort Siáda, und dann gerade östlich
+weitergehend, erreicht man, immer von Palmen beschattet, nach einer andern
+Stunde die Hauptörter l'Areg und Lebba. Beim ersten vorbeiziehend,
+schlugen wir unser Lager unter einigen schönen Tamarisken auf, zwischen
+den beiden Orten, welche nur einen halben Kilometer von einander getrennt
+sind. Unser Empfang war aber hier ein ganz anderer als in Audjila, Banden
+von Kindern zogen neben uns her: Christenhunde, ungläubige Schweine, Söhne
+des Teufels, das waren noch die gelindesten Schimpfworte dieser kleinen
+Bengel; unsere mohammedanischen Diener kamen nicht besser weg, für sie
+erfanden sie noch besondere Beinamen, als im Dienste der verhassten
+Nassara stehend. Als sie nun gar anfingen mit Steinen zu werfen, wurden
+meine Diener auch grob, und es hätte durch diese kleinen Taugenichtse zu
+unangenehmen Verwickelungen kommen können, wenn nicht endlich die Eltern
+gekommen wären, um sie wegzutreiben. Um aber ähnliche Scenen zu vermeiden,
+machte ich die Eltern aufmerksam darauf, wie viele Brüder, Väter oder
+Verwandte von ihnen in Aegypten oder Bengasi wären, und dass diese dort
+Alle für meine Sicherheit und selbst für Beleidigungen würden haften
+müssen. Dies hatte den guten Erfolg, dass wir nun ruhig campiren konnten.
+
+Der Mudir in Audjila hatte mir für die bedeutendsten Schichs der beiden
+Oerter Briefe mitgegeben, welche ich gleich bei unserer Ankunft durch den
+Führer hatte abgeben lassen. Gegen Abend kam denn auch Schich Yunes, um
+uns zu begrüssen. Es war derselbe, der zur Zeit Hamiltons in Djalo war,
+und obschon dieser sich eben nicht sehr zufrieden über ihn ausdrückt,
+gefiel mir der Mann recht gut. Ich bot ihm einen Feldstuhl zum Sitzen an,
+er meinte aber, er würde herunterfallen, zog seine gelben Pantoffeln aus
+und setzte sich auf den Teppich. Ohne Zweifel heute der reichste und
+angesehenste unter den Schichs, ging seine Macht aber doch nicht so weit,
+mir einen Führer nach Kufra zu verschaffen, oder fehlte der gute Wille?
+Nach seiner Meinung könne man nach Kufra nur hinkommen, wenn eine Karawane
+nach Uadai abginge, da der Weg nur einigen Wenigen bekannt sei, und diese
+gerade jetzt unterwegs wären. Möglich, dass dem wirklich so war,
+wahrscheinlich aber wollten die Modjabra sowohl, als auch die Uadjili
+keinen Christen dahin führen, um nicht die guten Beziehungen mit Uadai zu
+stören.--Abends schickte Schich Yunes eine grosse Diffa, aus allmächtigen
+Kuskussu-Schüsseln, Basina-Platten und gebackenen Hühnern bestehend; als
+Gegengeschenk schickte ich einige Pfund Pulver, einige Dutzend
+Taschentücher, Kautaback und Zucker. Die beiden Oerter aber, viel reicher
+als Audjila, fanden nicht für gut den Nsrani zu bewirthen; die Uadjili
+hatten uns einen Hammel geschenkt und ein entsprechendes Gegengeschenk
+erhalten.
+
+Die beiden Oerter sind ungefähr von gleicher Grösse, und obschon sie von
+aussen ärmlicher aussahen als Audjila, bedeutend behäbiger im Innern
+gebaut. Die Häuser sind grösser und mit mehr Comfort ausgestattet, die
+Modjábra trinken Thee und Kaffee und bringen sich oft von Kairo oder
+Alexandrien Luxusgegenstände mit, deren Gebrauch der arme Uadjili nicht
+einmal kennt. Jeder Ort hat eine Hauptmoschee, in l'Areg ist sodann noch
+eine grosse Sauya der Snussi, in deren Moschee Freitags auch Chotba
+gelesen wird. Ohne Aussicht, nach Kufra kommen zu können, blieb ich nur
+noch den folgenden Tag in Djalo, weil ich stündlich meinem Firman von
+Konstantinopel entgegensah, und Leute mir gesagt hatten, in Audjila sei
+ein Courier von Bengasi eingetroffen. Unter der Zeit verkaufte ich meinen
+alten Esel; es wäre unmöglich gewesen ihn durch die Rhartdünen und über
+die Gerdoba-Ebene zu bringen, ich hätte denn ein eigenes Kameel für ihn
+halten müssen zum Weitertransport. Und nachdem dann noch Datteln für die
+Kameele waren eingekauft worden, der Courier aber nicht eintraf, sagten
+wir den grünen Oasen der Nasomonen Adieu.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Die libysche Wüste zwischen Djalo und der Oase des Ammon.
+
+
+Heute kommen wir überein, den Theil der Sahara die libysche Wüste zu
+nennen, welcher südlich vom sogenannten libyschen Plateau und nördlich von
+Fur und Kordofan einerseits, andererseits westlich vom Nil und östlich von
+einer Linie gelegen ist, welche man sich von Audjila durch Kufra und
+Uadjanga nach Uadai gezogen denkt. Eigentlich liegt aber zu einer
+besonderen Benennung gar keine Berechtigung vor, da diese Strecke Landes
+sich durch Nichts von der übrigen Sahara zu unterscheiden scheint. Die
+Alten nannten das ganze nördliche Afrika Libyen zum Unterschiede von dem
+im Innern gelegenen Aethiopien, und die specielle Benennung dieses Theiles
+der Wüste als _libysch_, scheint durch die arabischen Geographen
+aufgekommen zu sein, da auch Leo diesen Theil östlich von Audjila als
+Leuata, Lebeta bezeichnet, ein Wort, was von Libyae herkommt.
+
+Und wir können, bis das Innere dieses grossen Raumes erforscht ist, eines
+Raumes von circa 15 Quadratgraden, in den nie ein Europäer gedrungen ist,
+mit Recht diesen Namen beibehalten, um nur überhaupt einen Namen für eine
+so grosse Gegend zu haben, die wir sonst höchstens die östliche Sahara
+nennen könnten. Gewiss ist aber auch in diesem Theile der Wüste die
+grösste Mannigfaltigkeit vorhanden, Berge wechseln mit Sserir, Sanddünen
+mit Hammada, und zwei grosse Oasen sind uns wenigstens dem Namen nach
+bekannt, Kufra und Uadjanga.
+
+Beide sind bewohnt, denn wenn Kufra auch durch tripolitanische Rasien, bis
+vor einigen Jahren der Bevölkerung war beraubt worden (man hatte die
+einheimischen Teda in die Gefangenschaft geschleppt), so hat jetzt Sidi el
+Mahdi, der Sohn Snussis, dort eine Filial-Sauya errichtet, und Neger aus
+Uadai bilden den Kern der Bevölkerung.
+
+Ob sich nun die lange Depression von Bir Ressam an durch Audjila hindurch
+bis nach Siuah, auch südlich hin erstreckt, das wäre gewiss höchst lohnend
+zu erforschen. Würde es der Fall sein, dass die Bodensenkung bis Uadjanga
+reicht; also ungefähr bis zum 22° nördl. B., so liesse sich durch eine
+Durchstechung des Ufers, etwa an der grossen Syrte, eine grosse Umwälzung
+für Afrika hervorrufen. Der ganze Theil südlich, vom sogenannten libyschen
+Plateau, würde dann Binnen-See werden, Audjila, Djalo und Siuah würden
+verschwinden, aber Central-Afrika würde uns dann auf eine Weise zugänglich
+werden, die Nichts zu wünschen übrig lässt. Und was hätte das Verschwinden
+jener kleinen Oasen zu bedeuten, und andere, von grösserer Ausdehnung,
+sind wohl schwerlich vorhanden. Oder sollten in der That, westlich von den
+Uah-Oasen, östlich von Kufra und Uadjanga, grössere Oasen existiren, oder
+gar bevölkerte Oasen dort vorhanden sein, ohne dass wir Kunde davon
+hätten? Wir glauben das nicht. Aber gerade diese Abwesenheit von Oasen,
+dieses Trostlose, diese endlose Einöde berechtigen uns denn auch um so
+mehr, diesen Theil der Sahara speciell zu benennen und zwar mit dem alten
+Worte der libyschen Wüste. Wir durchzogen die Sahara von Westen nach
+Osten, von Norden nach Süden, aber nie durchwandelten wir eine ödere,
+abschreckendere Gegend als die von Uadi nach Bir Tarfaya. Der Weg südlich
+von Fesan bis Kauar ist durch die Gerippe vor Durst verschmachteter
+Negersklaven bezeichnet; aber dies ist nicht hervorgebracht durch
+Brunnenmangel, sondern durch zu knappes Mitnehmen von Wasser, durch
+Entbehrungen und Strapazen aller Art, welche die Sklaven zu erdulden
+haben. Zwischen Tidikelt und Timbuctu wird als verderbend und ohne Wasser
+die Tanesruft erwähnt, und doch beträgt die brunnenlose Strecke nur 5
+Tagemärsche. Es giebt auch wohl in der ganzen übrigen Sahara keine
+Karawanenstrasse, welche eine grössere Brunnenentfernung hätte.
+
+Hier von Batofl nach Süden, hat man erst am siebenten Tage Wasser, und
+geht man von Djalo oder Uadi nach Osten, also nach Siuah, so ist man circa
+45 deutsche Meilen ohne Wasser. Und diese entsetzliche, wasserlose,
+vegetationslose Wüstenstrecke musste jetzt durchzogen werden.
+
+Es war 7 Uhr Morgens, am 17. April, als wir Djalo verliessen, wo das
+Wasser so schlecht und die Leute so unmanierlich und wenig liebenswürdig
+waren. Wir hatten noch mehrere Schläuche zu unseren schon vorhandenen
+gekauft, hatten unsere Mehl- und Dattelvorräthe erneuert, und glaubten so
+den Schrecken der Wüste trotzen zu können. Wir hielten immer N.-O.
+Richtung zu N. und legten im Ganzen an dem Tage sieben Stunden zurück, von
+denen zwei in der Oase Djalo selbst. So hübsch diese von aussen als Ganzes
+sich ausnimmt, so trostlos ist sie im Innern: fast nirgends Gartenbau,
+überall Dünenbildung, die Palmen nur gruppenweise, und fast so viele Lakbi
+träufelnde Palmen als fruchttragende, geben die vielen abgestorbenen
+Stümpfe dieses segenbringenden Baumes eine schlechte Vorstellung von dem
+Betriebseifer der Bewohner.
+
+Man erreicht dann eine Ebene, die aus Kies und grobem Sand besteht, und wo
+zahlreiche Baumstümpfe, jetzt versteinert, und verglaste Holztrümmer auf
+ehemalige Vegetation hindeuten. Diese Ebene ist etwas höher als Audjila
+aber auch noch _unter_ dem Niveau des Meeres. In dieser einförmigen Gegend
+zogen wir nun, immer in der alten Richtung haltend, sieben langweilige
+Stunden dahin, und erreichten dann das Uadi, wo wir Brunnenlöcher fanden.
+Diese haben weiter keinen Namen, sondern werden schlechtweg biur el uadi,
+d.h. Brunnen des Thales genannt.
+
+Das Uadi zieht sich von hier nach Nordost, und einen halben Tagemarsch
+weiter stösst man auf den Brunnen A'gela (Lagheirah), der selbst
+hinwiederum einen halben Tagemarsch östlich vom bewohnten Orte Leschkerreh
+sich befindet. Dieser Ort liegt indess nicht im Uadi. Nach Süden zu geht
+das Uadi bis nach Batofl, welches gewissermaassen seine Oasenbildung der
+unterirdischen Feuchtigkeit des Uadi verdankt. Dies ist reichlich mit
+Wüstengras, Belbel und männlichen Dattelbüschen bestanden. Letztere,
+welche gerade in Blüthe standen, wurden von den Bewohnern Djalos ihrer
+Blumen beraubt, die damit die weiblichen Dattelbäume ihrer Oase
+befruchten. Obgleich das Wasser überall auf 3 bis 5 Fuss Tiefe anzutreffen
+ist, scheint das Uadi nie bewohnt gewesen zu sein, wenigstens sind
+nirgends Spuren von Bauten oder Anpflanzungen übrig geblieben. Es ist dies
+umsomehr zu verwundern, als das Wasser das Beste der ganzen Oasengruppe
+und im Verhältniss so wenig salzhaltig ist, dass nach dem Gebrauche des
+brakischen Wassers von Djalo es fast als süss erscheint.
+
+Wir warfen uns frische Wasserlöcher aus, und schlugen so rasch wie wir
+konnten im Schutze hoher Palmbüsche unsere Zelte auf, denn schon seit
+einigen Stunden verkündete die blutigroth gefärbte Sonne, dass ein
+Samumwind nahe sei.
+
+Kaum war dies geschehen, als denn der heisse Staubwind mit einer solchen
+Heftigkeit zu wehen anfing, wie ich ihn in der Sahara noch nie erlebt
+hatte. In Einem Augenblicke war die Sonne unseren Blicken entzogen und wir
+Alle von einem feinen Staube, der heiss die Haut berührte, umflossen. Es
+war der 17. April Nachmittags, und dieser Gluth-Orkan hielt bis zum 20.
+incl. an, immer mit gleicher Heftigkeit. Allerdings war die Hitze nicht
+sehr gross, da überdies die heisse Jahreszeit noch fern war (höchster
+Wärmepunkt am 19. April Nachmittags 3 Uhr: 33°), auch zeigte das Barometer
+keinen bedeutend niedrigen Stand, aber dafür war der Feuchtigkeitsgehalt
+der Luft durch den alles austrocknenden Wind dermassen gering geworden,
+dass man behaupten konnte, in absolut trockner Luft zu sein. Das
+Hygrometer fiel am 19. und 20. April Nachmittags auf 2° (unter normalen
+Verhältnissen hatte es um diese Zeit in dieser Sahararegion circa 25°, am
+Rande des Meeres 60 bis 70°).
+
+Um uns in dieser Feueratmosphäre zu erhalten, hatten wir bei vollkommener
+Unthätigkeit das Bedürfniss, circa 12 Liter Wasser innerhalb 24 Stunden zu
+trinken, der Körper bedurfte also einer wässrigen Zufuhr, welche gleich
+ist dem gewöhnlichen Blutquantum des Menschen. Ich verstand es nun leicht,
+wie es möglich sein kann, dass _zu Fusse reisende_ Menschen in der Sahara,
+während eines solchen Samumwindes, innerhalb eines halben Tages bei
+Wassermangel verdursten können. Die Trockenheit ist nämlich so gross, dass
+die ganze Feuchtigkeit des Menschen verdunstet: sie _muss_ fortwährend,
+will der Mensch nicht an Austrocknung sterben, durch Wasserzufuhr ersetzt
+werden. Die Verdunstung erfolgt nur durch die Haut und unmerklich. Hieraus
+erklärt sich denn auch, weshalb die _trockne_ Wüstenhitze für den Menschen
+weit leichter zu ertragen ist, als feuchte Wärme. Durch das beständige
+Verdunsten auf der Oberfläche der Haut, unterstützt durch Bewegung der
+Luft wird Kälte erzeugt, Schweissbildung findet nicht statt. In feuchter
+Luft findet keine Hautausdünstung statt, man schwitzt unerträglich und man
+glaubt fortwährend in einem Dampfbade zu sein.
+
+Die Absonderung der Nieren ist bei einem Samum fast ganz aufgehoben, da
+eben die Thätigkeit der Haut diese gewissermaassen ersetzt. Zum Glück für
+uns befanden wir uns während dieses schrecklichen Gebli (Wüstenausdruck
+für Samum) in der Nähe der Wasserlöcher; aber einer der Neger war immer
+beschäftigt, mit den Händen den hineintreibenden Sand hinauszuwerfen, und
+Morgens waren die Löcher immer dem Erdboden gleich durch Sand zugetrieben.
+Die Dürre war am dritten Tage so gross, dass eine Menge Gegenstände von
+selbst barsten, ein Elfenbein-Doppelglas sprang auseinander, ein Spiegel
+durch das dahinter liegende Holz gezwungen, sprang entzwei, alle Uhren,
+sei es nun, dass Staub hineingedrungen war, oder dass die Räderchen sich
+lockerten, standen still. Die innersten Gemächer der Koffer waren von
+feinem Staube durchdrungen, und alle Essvorräthe wurden während dieser
+Zeit so mit Sand und Schmutz untermischt, als ob man sie absichtlich darin
+herumgezogen hätte.
+
+An Reinmachen, Waschen des Körpers oder an Kochen war natürlich während
+dieser Zeit nicht zu denken. Ich verzichtete ebenfalls darauf, mein Bett
+oder meine Decken ausstäuben zu lassen, denn kaum war dies geschehen, als
+unmittelbar nachher Sand und Staub von neuem eindrangen. Wir waren zu
+vollkommener Unthätigkeit verdammt.
+
+Am 20. April sprang der Wind nach N.-W. um, wehte aber den ganzen Tag über
+mit gleicher orkanartiger Heftigkeit, erst am Abend sahen wir, nachdem wir
+drei volle Tage in einer Sandwolke gelebt hatten, den Himmel wieder.
+
+Aber jetzt, wo wir wieder sehen konnten, wurden wir erst eines anderen
+Unfalls gewahr: mein Reitkameel war entlaufen. Wie es Sitte ist bei einem
+solchen Samum, hatten wir gleich beim Beginn des Sturmes die Kameele
+niederknieen gemacht und die Vorderfüsse, um das Aufstehen zu verhindern,
+durch Stricke zusammengeschnürt. Wahrscheinlich waren diese nicht mehr gut
+gewesen, das Kameel hatte sie zerrissen und natürlich das Weite gesucht.
+
+Obgleich wenig Hoffnung vorhanden war, das Kameel wieder einzufangen,
+welches natürlich in der Richtung des Windes gegangen sein musste, so
+brach am anderen Tage der Führer auf, um in Djalo, Audjila und Leschkerreh
+Erkundigungen einzuziehen. Da hiermit mehrere Tage hingingen, so wurde
+Ali, einer der Neger, zurückgeschickt, um noch mehr Datteln und Mehl zu
+kaufen, und um einen anderen Führer zu miethen, da es sich immer mehr
+herausstellte, dass der in Bengasi engagirte nicht wegtüchtig sei. Wir
+hatten von hier an eine der wasserlosesten Wüstenstrecke zu durchziehen,
+welche wegen der Rhartdünen, wo der Wind den Bergen bald diese Form, bald
+jene giebt, der tüchtigste Führer nothwendig war. Nachdem ein solcher, der
+von den Schichs der Oase war empfohlen worden, gefunden, dann alle
+Haverien ausgebessert waren, traten wir am 25. April unsere Weiterreise
+an[24].
+
+Wir marschirten am selben Tage nur 3½ Stunde weit in 50° Richtung. Gerade
+während unseres Aufbruchs traf eine Karawane von der Ammons-Oase ein,
+welche den fürchterlichen Sturm am Tarfaya-Brunnen überstanden hatte, aber
+wenig glücklicher als wir, da dieser ein sehr bitteres Wasser hat. Wir
+lagerten Abends an einer niedrigen Hügelkette Gor Msúan genannt.
+
+Der darauf folgende Tag zeichnete sich durch Nichts aus, die Richtung
+blieb dieselbe; aber ein vierstündiger Marsch brachte uns dann mittelst
+des Fum er Rhart in die eigentliche Dünen-Region. Dieses Sandmeer ist nach
+Süden zu vollkommen unbekannt, nach Norden erstreckt es sich circa einen
+Tagemarsch weit. Die Sandberge erreichen eine Höhe von 100-150' sind aber
+nicht ganz ohne alle Vegetation, so hat man namentlich viel Had und
+Mischab. Ueberall stösst man aber auch hier auf Gerippe von Menschen und
+Thieren, und namentlich zeigte uns unser neuer Führer, mit dem wir sehr
+gut zufrieden waren, einen Platz, auf dem 40 Menschengerippe, von vielen
+anderen Thierknochen untermischt, lagen; eine Karawane, die durch die
+Unkenntniss unseres eben entlassenen Dieners Hammed, während eines Samum
+verirrt und verschmachtet war. Er allein, Hammed, hatte die Kraft gehabt
+von hier Uadi zu erreichen. Auch am 27. April waren wir immer noch mit dem
+Durchwaten der Rhart-Dünen beschäftigt, die denselben Charakter behielten,
+manchmal aber eigenthümliche kraterartige Vertiefung zeigten[25]. Wir
+lagerten Abends in der Gerdobia und stiessen hier wieder auf eine von der
+Jupiter-Ammons-Oase kommenden Karawane. Diese gab uns nun zuerst die
+Nachricht, dass man dort von der Ankunft eines Christen unterrichtet sei,
+die ganze Oase sei in Aufregung gewesen, als von Kairo ein Bote mit einem
+viceköniglichen Briefe eingetroffen, woraus man ersehen, von Tripolis käme
+ein Christ, um der Oase einen Besuch abzustatten.
+
+Die Gerdobia ist übrigens durch Nichts von den Rhartdünen unterschieden,
+nur verlässt man dieselben hier, da der Sand in gleicher Richtung von West
+nach Ost weiter streicht, wir aber in nordöstlicher Linie ziehend, hier
+das Ende des Sandmeeres erreicht hatten. So kamen wir denn auch am
+folgenden Tage nach einem zweistündigen Marsche mittelst des Fum er Rhart
+schirgi auf die Sserir Gerdoba. Von hier an hatten wir nun immer im Süden
+von uns den Nordrand der Sanddünen, im Norden aber, sehr weit entfernt von
+uns, den Südrand des sogenannten libyschen Wüstenplateaus. Die Gerdoba ist
+eine Tiefebene, die ebenfalls unter dem Spiegel des Meeres, und mit
+kleinen verwitterten, gebräunten Kalksteinchen überschüttet ist. Sie ist
+ohne alle Vegetation und hat zahlreiche _Zeugen_. Diese Ebene zeichnet
+sich übrigens gleichfalls, wie die eben passirten Rhart-Dünen durch
+Brunnenlosigkeit aus, und so wie die Sandgegend, ist dieser feste Boden
+mit Gebeinen von Todten übersäet. So passirten wir am 29. April, wo wir
+ebenfalls immer östliche Richtung hielten, das Grab der 7. Modjabra und
+etwas weiter eine Oertlichkeit, die einen Namen von 70 dort
+verschmachteten Sklaven hatte.
+
+Nach einem sechstägigen Marsche erreichten wir denn endlich einen Brunnen
+bir Tarfaya. Aber welch ein Wasser! Der Geschmack desselben war ähnlich,
+als ob man Glaubersalz und Bittersalz darin aufgelöst hätte, und die
+Wirkung war eine nicht minder drastische. Aber was war zu thun, nach dem
+sechstägigen Marsche war unser Wasservorrath vom Uadi auf, und vor der
+Ammons-Oase war auf kein eigentliches Süsswasser zu rechnen. Wir schlugen
+also Lager und suchten es uns so bequem wie möglich zu machen. Die Gegend
+war aber äusserst trostlos, das Plateau zu fern, um irgendwie durch seine
+steilabfallenden Ufer etwas Abwechslung zu bieten, und selbst die nahen
+Sanddünen langweiliger anzusehen als sonst in ihrem ewigen Einerlei.
+
+Mein guter Humor war aber bald wieder hergestellt, die Leute hatten noch
+einen Schlauch entdeckt mit Wasser vom Uadi, und da sie freiwillig auf
+dasselbe verzichteten, konnten wenigstens ich und mein deutscher Diener
+noch für einige Zeit schwelgen. Der alte Staui und die übrigen Diener
+fanden das Tarfaya-Wasser auch sehr wirksam, nahmen jedoch die Folgen
+davon mit so fröhlicher Geduld auf, dass sie lachend erklärten, es wäre
+jetzt viel bequemer für sie sans culottes zu gehen, da sie dann der Mühe
+überhoben seien, fortwährend ihre Inexpressibles auszuziehen. Fortwährend
+ohne Uhr, da sämmtliche Kinder Nürnbergs beim letzten Sandsturm unwohl
+geworden waren, konnte ich die genaue Zeit nur nach einer Sonnenuhr
+bemessen. Eine solche hatte ich aufgestellt und in meinem Zelte auf dem
+Feldbette liegend, rief ich Bernhard (dem baierischen Gefährten): "Seien
+Sie so gut und sehen Sie die Zeit ab."--Er kam dann nach einer Weile mit
+der Uhr in der Hand: "Då schauns selber nåch, å Bieruhr kenn i schon, åber
+då kenn i mich nit aus." Er war dann ob meines Lachens zuerst so verdutzt,
+dass er gar nicht verstand, dass eine Sonnenuhr nur während des
+Sonnenscheines zeigt. So hatten wir auch trotz der vielen Mühen und
+Entbehrungen, welche die libysche Wüste mehr als jeder andere Theil der
+Sahara im Gefolge hatte, manche heitere Augenblicke. Eine grosse
+Annehmlichkeit war die Anwesenheit Bernhards, der, als ein gebildeter,
+bescheidener Mensch, rasch die Eigenthümlichkeiten und Sitten unserer halb
+rohen Diener erkannt hatte, und sich mit Leichtigkeit in alle Verhältnisse
+zu schicken wusste.
+
+Mit dem Brunnen Tarfaya hat die eigentliche Sahara nach Osten und Norden
+ihr Ende, denn bis zum Orte Siuah, hat man von hier eine ununterbrochene
+Hattieh und das im Norden sich hinziehende Plateau bietet wenigstens zur
+Winterzeit guten Weideboden. Unmittelbar im Süden erstrecken sich die
+Sanddünen, welche nur Fortsetzung der Rhart-Dünen sind. Rechnet man nun
+den Brunnen Tarfaya als äusserste Grenze der ehemaligen Oase des
+Jupiter-Ammon, so heben sich damit auch alle Widersprüche über Entfernung
+vom alten Ammonium bis Audjila oder Fesan, und selbst die mancher neueren
+Reisenden, welche die Grenzen Siuahs auf diese Art unbestimmt gelassen
+haben. Von Tarfaya an stösst man aber auf menschliche Bauwerke, die sich
+meistens als Gräber in die steile Felswand des Plateaus hineingearbeitet,
+kennzeichnen. Es ist also wohl anzunehmen, dass im Alterthume auch diese
+Partie schon bewohnt war.
+
+Um den Brunnen selbst findet sich nur die Alanda-Staude, die zwar von den
+Kameelen abgeweidet wird, aber deren sie doch bald überdrüssig werden, wie
+immer einer Pflanze, wenn sie nur _einzeln_ vorhanden ist. Der Boden
+selbst ist gypsig und kalkig. Ganz in der Nähe befindet sich ein
+ausgedehntes Salzlager, Gart el milha genannt, wo ein Sebcha von einer
+Salzkruste bedeckt ist, welche manchmal 3-4" Dicke hat. Es ist
+wahrscheinlich von dieser Oertlichkeit, von wo im Alterthume das
+hochberühmte ammonische Salz gewonnen wurde, welches die Priester des
+Ammon-Tempels als besonders weiss und gut hochstehenden Persönlichkeiten
+zum Geschenke machten, und womit sie nebenbei Handel trieben.
+
+Verfolgt man nun weiter die Oase nach Osten[26], so kommt man unmittelbar
+darauf in reichere Vegetation: Domrahn, Had, Alanda und später einzelne
+Palmbüsche. Ebenso wird die Gegend reicher an Fossilien, Seesterne,
+Pectineen, Ostreen bedecken manchmal den Boden so dicht, als ob man sie
+absichtlich hergeschüttet hätte. Der Boden ist sehr abwechselnd, Sand,
+Sebcha, Kalk, Kies wechselt mit einander, aber überall ist Vegetation. Man
+erreicht dann die Oase Faradga, d.h. einen circa 4 Stunden langen, ½
+Stunde breiten See, der südlich vom Plateau liegt. An und in diesem
+Plateau hat Sidi Snussi seine berühmte Sauya gegründet, die den Namen
+Sarabub erhalten hat. Heutzutage residirt als Chef dieser religiösen
+Brüderschaft sein ältester Sohn, Sidi el Mahdi in Sarabub. Ich habe früher
+an anderer Stelle Gelegenheit gehabt, über die Bedeutung dieses Ordens zu
+sprechen, und brannte natürlich vor Begier den Chef selbst und namentlich
+das Kloster, von dem wir, am Südende der Oase, an einer Oertlichkeit
+Namens Hoëssa lagernd, nur circa 2 Stunden entfernt waren, kennen zu
+lernen. Höchst wahrscheinlich hat Sidi Snussi zu seinem ersten Wohnsitze
+alte Katakomben gewählt, wo ihm die geheimen unterirdischen Gänge zu
+seinen Betrügereien gut zu Statten kamen. Wunder, wie man sie zur Zeit
+Jesu Christi erzählte, passiren hier denn auch noch alle Tage, und werden
+mit derselben Leichtgläubigkeit, und mit derselben Vergrösserung von den
+heutigen Bewohnern colportirt. So lassen Sidi el Mahdi und vordem sein
+Vater das Essen für die zahlreichen Verehrer und Pilger vom Himmel
+herabsteigen, und obschon sich in der Umgegend von Sarabub keine Aecker
+und Felder befinden, sind die Speicher und Vorrathskammern immerwährend
+gefüllt. So trinkt Sidi el Mahdi das schönste Süsswasser, obwohl der
+Faradga-See vor der Thür der Sauya gelegen, vollkommen untrinkbares Wasser
+hat. Blinde, Lahme werden täglich geheilt, ja nach den Aussagen der
+frommen Verehrer Snussis sollen auch zahlreiche ehemalige Christen, jetzt
+durchs allmächtige Gebet des Snussi zum Islam bekehrt, sich in der Sauya
+aufhalten.
+
+Ich war höchst traurig, dass mein Führer, der selbst zum Orden der Snussi
+gehörte, sich weigerte mich zu begleiten, und allein, ich gestehe es
+offen, wagte ich in dies Wespennest von semitischer Unduldsamkeit nicht
+einzudringen. So lagerten wir traurig beim Sebcha Hoëssa, freilich im
+Schatten von hohen Palmbüschen, aber die Wasserlöcher, die wir gruben,
+gaben zwar bei 1½' ein reichliches klares Wasser, aber so bitter, dass wir
+es kaum zum Kochen unseres Abendessens benutzen konnten. Wie anders,
+dachte ich dann, unter den Palmen liegend, war es einst hier, wo die
+Gesittung der Aegypter, der Griechen und Römer herrschte. Wo man
+Religionskriege nicht kannte, und anders Denkende höchstens mit dem Namen
+"Barbaren" belegte. Zu meiner Beschämung musste ich dann aber gestehen,
+dass von den drei semitischen Religionen, die durch ihre Unduldsamkeit,
+durch ihren Glaubenseifer soviel Unheil und soviel Blutvergiessen über die
+Menschheit gebracht haben, ich meine das Judenthum, Christenthum und der
+Mohamedanismus, gerade das Christenthum sich am meisten durch Fanatismus
+und Hass gegen anders Denkende ausgezeichnet hat. Wer vermöchte alle die
+Opfer zu zählen, welche die christliche Liebe zur Ehre Gottes bei
+Katholiken und Protestanten schon gefordert hat, und wenn heutzutage auch
+nicht mehr gefoltert, verbrannt und gesiedet wird, wer zählt die
+moralischen Opfer, welche unsere Religion der Liebe und Duldsamkeit noch
+täglich fordert.
+
+Ich stand also ab nach Sarabub zu pilgern, aber wie leid that es mir, als
+ich später von den Freunden Sidi el Mahdi's in Siuah erfuhr, er würde es
+hoch aufgenommen haben, falls ich zu ihm gekommen wäre, auf alle Fälle
+würde ich nichts zu fürchten gehabt haben. Es scheint also fast, dass der
+Fanatismus der Snussi abgenommen hat, wie denn auch die Chuan Snussis in
+der Ammons-Oase mich recht freundlich aufnahmen.
+
+Man hat nun weiterreisend[27], eine Reihe von Seen zur Seite, die sich
+alle durch ihr tiefblaues Wasser, welches äusserst salzig ist,
+auszeichnen. Der bedeutendste davon ist der el Araschieh mit einer Insel
+in der Mitte. Da nirgends Boote vorhanden sind, überdies der den See
+umgebende Boden Sebchabildung hat, so hat Niemand bis jetzt diese kleine
+Felsinsel erreichen können. Dafür ist sie natürlich für die Bewohner
+Siuahs der Aufenthaltsort von Djenun (Geistern), die hier eins der
+Schwerter Mohammeds bewachen. Bei Gaigab stösst man auf die ersten
+Palmenwälder, deren Früchte von den Bewohnern Siuahs geerntet werden. Die
+Gegend wird nun immer reicher und die überall in den Felswänden sich
+befindenden Gräber zeugen von der ehemaligen starken Bevölkerung.
+
+Von Gaigab geht der Weg nun ganz nach Süd-Süd-Ost um, man passirt
+zahlreiche Engpässe und erreicht dann den Schiata-See. Alle diese Seen
+sind ohne Fische, weil das Wasser zu salzig ist, aber entbehren doch nicht
+jeden Lebens. Eigenthümlich ist, dass die oft ins Wasser langenden hohen
+Sanddünen nicht vermocht haben, sie mit Sand zu überschütten, und gewiss
+ein guter Beweis, dass der Canal von Suez nichts von Versandung zu
+fürchten hat, denn wie gering ist die Sandanhäufung längs des Canals im
+Vergleich zu den hohen Dünen der libyschen Wüste. In dem
+Tamariskengebüsch, im Schilfe des Sees waren zahlreiche fast zahme
+Vögelchen, auch sahen wir hier die ersten Schwalben.
+
+Die Gegend behielt denselben Charakter bis Maragi, wo wir auf die ersten
+menschlichen Wohnungen und Gärten stiessen. Beim Maragi-See ist auch eine
+Filiale der Snussi und eine sehr gute Süsswasserquelle, von der wir aber
+als anders Gläubige am Abend, wo wir dort campirten, nicht profitiren
+durften.
+
+Am 6. Mai, dem letzten Tage unserer Reise zur Oase des Jupiter-Ammon,
+brachen wir früh um 6 Uhr auf, wir hatten im Ganzen nur noch 6 Stunden.
+Zahlreiche Leute, beladene Esel kamen uns entgegen, und als wir von weitem
+den grünen Palmwald erblickten, wurde Halt gemacht.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Die Jupiter Ammons-Oase.
+
+
+So waren wir denn in der eigentlichen Oase angekommen, und lagerten bei
+den hohen Trümmern der Burg Masra[28]; der vierstündige Marsch hatte
+Menschen und Thiere so ermattet, dass diese, welche überdies in den
+letzten Tagen guten Weideboden gehabt hatten, sich ruhig zwischen die
+Agolbüsche[29] legten, die Diener aber alle im Schatten des Thurmes
+schliefen. Doch war die Hitze so gross, dass Alle von Schweiss trieften,
+und die nackten Neger wie lackirt aussahen. Ich selbst hatte mein Zelt
+derart schlagen lassen, dass es nur Schatten warf, der Luftzug aber
+überall frei unten durchstreichen konnte. Obgleich wir vom Hauptorte Siuah
+nur noch einige Stunden entfernt waren, und es hoch aus den Palmen östlich
+von uns emporragen sahen, hatte ich es doch für nöthig gefunden, hier um
+10 Uhr zu lagern, da das Thermometer um jene Zeit schon 30 Grad angab: wir
+mussten gielen, wie die Araber sagen, d.h. die heisse Zeit vorüber gehen
+lassen.
+
+Aber immer noch unsicher, wie man mich im Hauptorte aufnehmen würde,
+schickte ich den alten Staui gleich weiter, und diensteifrig wie er
+jederzeit war, machte er sich auch gleich auf den Weg. Er hatte den
+Auftrag meine Ankunft anzuzeigen, Einkäufe zu machen und um Quartier zu
+bitten. Mit seiner Doppelflinte auf dem Rücken, sonst pflegte er sie nie
+zu tragen aus Bequemlichkeit, die Schuhe in der Hand, um sie nicht
+abzunutzen, ging er von dannen, und versprach dicht vor Siuah der Karawane
+entgegen zu kommen. Der Führer deutete ihm noch genau den Weg an, was sehr
+nothwendig war, da Staui bei Tag nur halb, bei Nacht aber fast gar nichts
+sah; er wollte dies zwar nie zugeben, aber es war so auffällig, dass er es
+manchmal eingestehen musste, er meinte dann zwar immer, es sei
+ausnahmsweise auffallend dunkel.
+
+Man hatte von diesem Punkte eine umfassende Aussicht, gerade östlich von
+uns waren die merkwürdigen Berge Amelal und Djari, mit steilen senkrecht
+aufsteigenden Wänden, weiterhin etwas zu Süden Siuah und in der Ferne
+Agermi, ganz im Süden Agolweiden, welche allmählich mit Sebcha[30] und
+Dünen verschwammen, und im Westen war endlose Wüste. Von dem Berge Amelal,
+der eine Stunde von unserem Lagerplatze entfernt zu sein schien, thürmten
+sich Dünen auf, sie schienen bis an seinen Fuss zu gehen. Da sie hoch
+waren, beschloss ich sie zu ersteigen, denn die Hitze war im Zelte trotz
+des Luftzuges so unerträglich geworden, dass es kaum in der Sonne
+schlimmer sein konnte.
+
+Gedacht, gethan! Ich rief meinem Landsmann, das Zelt zu hüten und zu
+wachen, und ging gerade auf die Dünen los, von denen eine etwa eine
+Viertelstunde breite Agolweide mich trennte. So rasch als es die Hitze
+erlaubte, zog ich von dannen, hatte bald den Sand erreicht, und war nach
+einigen Minuten oben. Aber welch überraschender Anblick bot sich mir: zu
+meinen Füssen fielen die Dünen, die nur einen schmalen Kamm bildeten, fast
+steil ab, und die lieblichsten Gärten, das saftigste Grün lag wie ein
+kleines Paradies vor mir. Nicht etwa Palmen, von diesen war hier keine
+einzige vorhanden, meist waren es Oelbäume, aber von solch wundervoll
+frischem Grün, dass ich sie Anfangs für Myrten hielt. Murmelnde Bäche
+zogen sich zwischen den Gärten hindurch, freilich nicht breit und
+schnellfliessend, aber überall hin Segen spendend, und kräftig genug, um
+auch im Hochsommer Alles frisch und ewig jung zu erhalten. Die Gärten der
+Glückseligen! dachte ich, und vollkommen konnte ich mir das Entzücken der
+Krieger Macedoniens mitdenken, als Alexander sie nach dem beschwerlichen
+Wüstenmarsch zu diesen reizenden Gefilden führte. In Nordwest verloren
+sich die Gärten in Agolweiden, im Osten waren Sebcha, dahinter Palmen,
+ebenso im Südwesten. Am Fusse des Amelal war eine mit Salz bedeckte
+Sebcha, wie eine Insel schien dieser merkwürdige Berg daraus
+hervorzuragen.
+
+Ich war unentschlossen, was ich thun sollte, nur von einem Diener
+begleitet, der meine Doppelflinte trug, hatte ich ausserdem nur einen
+Revolver bei mir, und konnte natürlich nicht wissen, wie mich die Besitzer
+der Gärten, welche meiner Meinung nach zu Siuah gehören mussten, empfangen
+würden. Aber altes Gemäuer, welches ich inmitten der Gärten aus dem
+Gebüsch hervorlugen sah, entschied; ich ging rasch hinab, und köstlich
+balsamische Lüfte, kühlender Schatten unter grossblättrigen Feigenbäumen,
+waren mein erster Lohn. Ueber Gräben hinwegsetzend, in denen reichlich
+klares Wasser rieselte, durch üppige Klee- und Kornfelder, alle natürlich
+im Schatten der dichtlaubigen Feigen, Apricosen, Granaten und Oliven,
+dahineilend, waren wir bald in der Nähe der Ruinen. Hier lag unter einem
+Gerüste, welches zum Trocknen von Früchten diente, und nur aus vier
+Pfählen und einem Strohdache bestand, im kühlen Schatten ein Mann,
+offenbar der Besitzer des Gartens und der Ruine. "Allah iaunik, Gott helfe
+Dir," rief ich ihm zu, absichtlich vermeidend ihm ein Ssalam zu geben, da
+fanatische Mohammedaner von Christen nicht gerne ein Ssalam entgegen
+nehmen. Diese Vorsicht wäre indess nicht nöthig gewesen. Mit einem "Allah
+slemtik, grüss Dich Gott," war er auf den Beinen, und nachdem die
+hergebrachten Begrüssungen nun endlich vorüber waren, und wir uns
+gegenseitig wenigstens zehnmal versichert hatten, dass wir Gottlob beide
+gesund wären, sagte er: "also Du bist der Christ oder dessen Diener, den
+wir erwarten." Letzteres sollte offenbar eine Anspielung auf meine Tracht
+sein, die allerdings sehr einfach war: leinene Hosen, Hemd, Hut und
+Stiefeln. Und nach seinen und aller Leute in Siuah Begriffen, musste der
+Christ, welcher ihnen durch Ismael Pascha so dringend war empfohlen
+worden, ein furchtbar mächtiger und reicher Christ sein, also schöne
+Kleider, schöne Zelte, schöne Pferde und viele Diener haben. Als ich ihm
+sagte, ich sei es allerdings, schien er etwas enttäuscht zu sein. Ich
+sagte ihm dann, dass mein Zelt, mein Diener und Kameele hinter den Dünen
+wären, und als auf seine fernere Frage, ob die Kameele mein Eigenthum
+wären, dies bejaht wurde, schien ich wieder in seiner Achtung zu steigen.
+
+"Nun sei willkommen," sagte er, "und trinke zuerst von unserem gesegneten
+Wasser." Er holte dann selbst aus einem antiken Stein eine Kumme mit
+Wasser, setzte sie an seinen Mund, und nachdem er getrunken, reichte er
+sie mir. Das war ein köstlicher Trunk, süss und kalt. "Omar," rief er
+dann, "bring Datteln von den gequetschten!" Gleich darauf kam ein kleiner
+kränklich aussehender Knabe, sein Sohn, mit einem Strohteller voll
+Datteln. Obgleich ich erst gefrühstückt hatte, musste ich doch, so wollte
+es die Sitte, einige Mundvoll Dattelteig essen; mein Neger Bu Bekr langte
+desto besser zu. Erst nachdem ich gegessen, fing er dann an zu fragen: wo
+ich herkomme, was ich wolle, warum ich hier in den Garten gekommen, warum
+der Vicekönig meinetwillen nach Siuah geschrieben habe etc. Nachdem ich
+seine übrigens ganz natürliche Neugier befriedigt hatte, dachte auch ich
+Recht zum Fragen zu haben, und erfuhr nun zuerst, dass ich hier im Ort
+Chamisa sei, dass sie Siuahner seien, aber ausser Abstammung und Sprache
+nichts mit ihnen zu thun haben, dass noch sieben andere Familien in
+Chamisa wohnten, und sie in allem mit Sklaven 43 Männer zählen, mit
+Frauen, Sklavinnen und Kindern aber etwa 100 Bewohner ausmachten.
+
+Ich erfuhr nun jetzt erst, dass der Ort, wo wir lagerten, Masra heisse
+(mein Führer, der des Weges kundig war, wusste in der Oase selbst gar
+nicht Bescheid, und hatte die Ruine zuerst Bled el Rum, dann Amudeïn
+genannt), und nun fragte ich nach dem unter dem Namen Bled el Rum[31]
+bekannten dorischen Tempel, dessen bei Browne, Hornemann, Caillaud,
+Hammilton u.a. gedacht wird. Sehr freundlich erbot er sich, mich selbst
+nach den Ruinen Bled el Rum hinzuführen. In nordwestlicher Richtung durch
+die Gärten fortgehend, und überall auch von den anderen Grundherren
+freundlich aufgenommen, rief er ihnen nur im Vorbeigehen zu: "Das ist er,
+er ist endlich gekommen," und schien ordentlich stolz zu sein mir als
+Führer zu dienen. "Wir erwarteten Dich alle Tage," fügte er hinzu, "aber
+ich konnte nicht denken, dass Du unseren Ort zuerst besuchen würdest." Auf
+meine Frage, ob die Siuahner mich gut empfangen würden, sagte er: "wenn
+sie wüssten, Du wärest hier, würden sie schon herausgekommen sein, um Dich
+zu holen, denn unser Herr (Sidina oder Effendina, diesen Titel gaben die
+Eingebornen dem Vicekönig von Aegypten) hat ihnen mit einer Extra-Abgabe
+gedroht, wenn Dir das Geringste in ihrem Gebiete zustosse." Nun glaubte
+ich in dieser Beziehung ganz ruhig sein zu können, denn der Mann hatte ja
+kein Interesse mich zu täuschen. Wir hatten bald das Ende der Gärten
+erreicht, deren Vegetation überall gleich üppig war, und nach einer
+kleinen Stunde zwischen Agolkraut und dann Sebcha, sahen wir am Fusse des
+Gebirges Bled el Rum vor uns. Dies waren die Reste wirklich, welche zuerst
+von Browne unter dem Namen eines dorischen Tempels bekannt wurden, und von
+allen anderen Reisenden ebenso beschrieben worden sind. Nur St. John macht
+hiervon eine Ausnahme, und sagt: die Ruine von Bled el Rum ist eine
+Nachahmung des Tempels von Umma beida; damit hält er es doch wohl offenbar
+für ein ägyptisches Bauwerk, was es auch in der That ist. Denn es ist wohl
+kaum anzunehmen, dass in der Jupiter Ammonsoase die Griechen zu einer so
+frühen Zeit gewesen sind, wo bei ihnen der Tempelbau gänzlich ohne Säulen
+geschah, jedenfalls würde man den Pronaos wohl mit zwei Säulen geschmückt
+haben. Hier aber ist das nicht der Fall. Nicht nur, dass überhaupt der
+ganze Tempel massenhafte Mauern fasst, ist er unverhältnissmässig lang,
+zeigt eine andere Abtheilung mit grossem Eingang und zwei seitlichen
+Fenstern (diesen Theil kann man als Pronaos bezeichnen), dann eine hintere
+lange Kammer durch eine Wand mit Thür von der vordern getrennt. Der ganze
+hintere Theil aber, die Cella ist zerstört bis auf den ersten an den
+Pronaos stossenden Theil. Das ganze Gebäude ist über 60' auf 15', wie man
+aus den Umrissen erkennen kann. Hammilton, der drei Abtheilungen erkannt
+haben will, und auch die äusseren Mauern als rein dorisch angiebt, hat
+andere Zahlenverhältnisse; worauf er dieselben basirt, konnte ich nicht
+herausfinden. Nur die Höhe von 18' und einigen Zollen, und die Breite der
+deckenden Steine am Eingange des inneren Zimmers, von einer Wand zur
+anderen, wie die in Umma beida, stimmen mit den meinigen. Von diesen
+colossalen Decksteinen, welche das glatte Dach des Tempels bildeten,
+liegen nur noch zwei. Es unterliegt nach dieser Beschreibung also wohl
+keinem Zweifel, dass der Tempel Bled el Rum ägyptischer Herkunft ist.
+Hieroglyphen oder sonstige Inschriften waren nirgends zu entdecken, sollen
+auch, wie mein Begleiter mir sagte, nie dort gefunden worden sein.
+
+Nachdem wir eine Zeit lang im Schatten der Deckquadern gerastet hatten,
+traten wir den Rückweg an, ohne von den zahlreichen Katakomben, welche in
+den Felswänden sich befinden, eine zu besichtigen. Dieselben sind ohne
+Verzierungen und ganz leer. Unser Weg ging wieder zu den Gärten, brachte
+uns diesmal zur Hauptquelle, welche inmitten der Gärten von Chamisa liegt,
+und sprudelnd aus der Erde wie alle die andern auch, hervor fliesst. Von
+einem runden aus Quadern aufgeführten Gemäuer umgeben, hat sie fünf gleich
+starke Abflüsse, um nach verschiedenen Richtungen hin die Gärten zu
+durchwässern. Dem Geschmacke nach war das Wasser vollkommen süss, und
+hatte wahrscheinlich, ich hatte leider kein Thermometer bei mir, dieselbe
+Temperatur wie die andern Quellen. Früher müssen die Gärten bedeutend
+umfangreicher gewesen sein, wahrscheinlich waren die umgebenden Agolfelder
+und die Sebcha bis Bled el Rum alle Gartenland. Aber ohne Frage ist dies
+der fruchtbarste Theil der ganzen Oase, nur hier gedeihen Orangen und
+Limonen, in langen Guirlanden rankt der Wein von Baum zu Baum wie in
+Norditalien, Oliven, Feigenbäume, Granatbüsche, Quitten und Aepfel (diese
+kleiner und verkrüppelter Art), Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen und
+Mandelbäume bilden ein ununterbrochenes Laubdickicht.
+
+Wir waren bald bei der Behausung meines Mannes wieder angekommen, und ich
+bat nun mir seine Wohnung zu zeigen, was er auch mit Bereitwilligkeit
+that; aber der grosse längliche Bau, dessen Mauern noch circa 6 Fuss hoch
+aus der Erde ragten, aus regelmässig behauenen Steinen aufgeführt, bot im
+Innern nichts als eine bequeme Benutzung der Räumlichkeit, welche durch
+andere Thonwände und Laubscheiden in Zimmer, Höfe und Stallung für Vieh
+eingerichtet waren. Der Eingang schien auf der langen Seite gewesen zu
+sein, welche gegen Süden gerichtet war, denn hier fand man sie in der
+Mitte durchbrochen, alle andern Seiten zeigten keine Spur eines Einganges,
+sondern das ursprüngliche Gemäuer. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass ein
+derartiges Gebäude eine Privatwohnung war, aber auch ein Tempel dürfte es
+schwerlich gewesen sein, vielmehr ein anderes öffentliches Gebäude oder
+ein Schutzwerk dieser vorgeschobenen Gärten.
+
+Da ich gar nichts bei mir hatte, was ich dem guten Manne, der mich so
+freundlich geführt hatte, hätte bieten können, so forderte ich ihn auf,
+uns zu unsern Zelten zu begleiten, was er auch bereitwilligst that. Mein
+Führer aber war bei unserer Rückkehr gar nicht zufrieden, dass ich ohne
+ihn nach Chamisa gegangen war, wie er auch früher schon nicht wollte, dass
+Staui vorausgeschickt wurde, sondern selbst gern Bote gewesen wäre. Er
+glaubte, mich als ein willenloses Werkzeug in seiner Hand zu haben, wollte
+den Beschützer herausbeissen, und das um so mehr, je mehr wir uns dem
+gefürchteten Orte näherten. Unterwegs hatte ich mich allen seinen
+Anordnungen gefügt, aber ihm jetzt gezeigt, dass er weiter nichts als
+Wegweiser sei, und ich seiner Rathschläge und seiner Vermittelung mit den
+Eingebornen nicht bedürfe. Reichlich beschenkt, half unser neuer Freund
+aus Chamisa unsere Kameele laden, und um 4 Uhr Nachmittags, als es schon
+anfing kühler zu werden, nahmen wir Abschied von ihm und setzten uns in
+Bewegung.
+
+Der Weg führte abwechselnd durch Grasbüschel, Agolkraut und Sebcha, und
+südöstliche Richtung haltend, hatten wir links einen glänzenden
+Salzspiegel. Nach einer Stunde ging dieser in ein offenes Wasserbecken
+über, von zahlreichen Enten und Gänsen belebt, und wir selbst befanden uns
+jetzt zwischen niedrigem Palmgebüsch, aus dem allmählich hohe und schlanke
+Palmen wurden, und bald sahen wir uns auf gleicher Höhe mit den Gärten.
+Wir hatten im Ganzen nur zwei Stunden bis Siuah, von denen die erste
+Stunde in S.-O., die letzte in O.-N. zu machen. Als wir uns aber der Stadt
+so weit genähert hatten, dass wir unter den Wällen die Leute mit blossem
+Auge erkennen konnten, liess ich halten. Es kam mir verdächtig vor, dass
+Staui, der einen vierstündigen Vorsprung hatte, nicht zurückgekehrt war,
+um uns einzuholen. Wir befanden uns in einer sandigen Ebene, wo hie und da
+hohe Palmen, hie und da Palmbüsche standen; da wo wir hielten, konnten wir
+den ganzen Ort sehen und gesehen werden. Als aber nach abermaligen 10
+Minuten Niemand aus dem Orte kam, gingen wir etwas seitwärts zu einer
+Gruppe hübscher Bäume, liessen die Kameele knieen, abladen und schlugen
+Zelte. Und nachdem dies geschehen war, hiess ich den Führer in die Stadt
+gehen, um die Ursache zu erfragen, warum Staui nicht zurückgekommen sei.
+
+Leute, welche von aussen kamen und zur Stadt gingen, andere die nach der
+Bearbeitung der Gärten herauskamen, gingen bei uns vorüber, ohne irgend
+etwas zu sagen. All dies kam mir so sonderbar vor, dass ich schon zu
+fürchten anfing, die fanatische Partei hätte vielleicht die Oberhand
+bekommen und es durchgesetzt, mir den Aufenthalt in Siuah zu verbieten,
+wie das wiederholt mit früheren Reisenden der Fall gewesen war. Es
+dunkelte schon als der Führer zurückkam; mit Angst und Zagen war er
+hingegangen, freudestrahlenden Antlitzes kam er zurück: der Gatroner und
+er seien sehr gut empfangen worden, sagte er, und ersterer sei schon
+längst aus der Stadt zurückgekehrt, müsse sich aber wohl seiner
+Halbblindheit wegen verlaufen haben, die Schichs, fügte er hinzu, würden
+es gerne sehen, wenn Du noch diesen Abend zur Stadt kämest. Das ging nun
+freilich nicht mehr, es war zu dunkel, um zu packen, überdies war es 8 Uhr
+Abends geworden.
+
+Ich lag schon auf meinem Feldbette und wollte gerade das Licht auslöschen,
+da es 10 Uhr Abends geworden war, als ich Pferdegetrappel hörte und lautes
+Rufen von Menschen. Aufspringen und mit dem Revolver aus dem Zelte
+stürzen, war eins, aber im selben Augenblicke kam auch schon der Führer
+auf mich zugelaufen und rief: "Alle Schichs kommen, um Dich zu begrüssen."
+Gleich darauf waren sie denn auch vor den Zelten und drängten sich am
+Eingange des meinigen zusammen. Dasselbe konnte höchstens drei Personen
+fassen, weil Bett und Kisten fast den ganzen Raum einnahmen. Ein junger
+Schich, kaum 18 Jahre alt, kam zuerst herein und nahm unaufgefordert Platz
+(ich merkte daraus gleich, dass er einer der vornehmsten Persönlichkeiten
+von Siuah sein musste), zwei andere ältere folgten und setzten sich ihm
+gegenüber, während die andern sich vors Zelt hockten, wohin Teppiche
+gelegt waren. Die drei im Zelte befindlichen Schichs waren reich gekleidet
+mit Kahiriner Stoffen, namentlich hatte der junge Schich Hammed die
+neuesten Seidenstoffe mit echter Goldverzierung an. Nachdem wie gewöhnlich
+die Ssalamat und Begrüssungen recht lange gedauert hatten, riefen alle ein
+Willkommen; dann zog Schich Hammed einen Brief aus den Falten seines
+Turbans und ihn mir reichend, sagte er: "Mein Bruder Omar (dies ist
+gegenwärtig der mächtigste der Schichs von Siuah, und auch der am besten
+in Kairo angeschriebene), erster Schich der Lifaya, hat, nachdem er lange
+auf Dich gewartet hat, abreisen müssen, nun hat er diesen Brief für Dich
+zurückgelassen und mir befohlen (bei den Mohammedanern gehorcht, sobald
+der Vater todt ist, der jüngere dem älteren Bruder) Dir Gastfreundschaft
+zu erzeigen. Ich habe nicht bis morgen warten wollen, und als die andern
+Schichs erfuhren, ich sei aufgebrochen, Dich zu begrüssen, wurden sie
+eifersüchtig und sind mitgekommen, wenn sie aber nichts gemerkt hätten,
+wären sie sicher nicht gekommen." Ein grosser Lärm entstand, die andern
+riefen "Lügner, wir wollten den Christen zuerst besuchen, und Du hast Dich
+uns angeschlossen." Im Augenblick sah ich, dass die alte Feindschaft
+zwischen Lifaya und Rharbyin noch immer existire. Ich beschwichtigte
+rasch, indem ich dankte und sagte, Alle wären mir gleich willkommen; "Gott
+allein sieht in Eure Herzen," fügte ich hinzu, "und nur Er weiss, wessen
+Herz weiss oder schwarz ist." Ich hatte glücklich so die Rivalität
+gedämpft, obgleich sich die Rharbyin gedemüthigt fühlten, als nun Schich
+Hammeds Diener ein fettes Schaf, einen grossen Korb voll Reis, einen Sack
+mit Datteln und Zwiebeln hereinbrachte, und hinzufügte, dies sei sein und
+seines Bruders Gastgabe. Ich dankte für die Aufmerksamkeit, und suchte
+dann eine allgemeine Unterhaltung in Gang zu bringen. Die Schichs fingen
+an sich zu entschuldigen wegen ihres Benehmens gegen Hamilton, und
+versuchten namentlich, und auch wohl nicht mit Unrecht, alle Schuld auf
+die Lifaya zu schieben. Hammed sagte dann vor Zorn erröthend: "Die Zeiten
+sind heut anders, wir haben den Vapor (Eisenbahn) und Eisendraht (Ssilk,
+so bezeichnet man den Telegraph) in Aegypten kennen gelernt. Wenn vor 10
+Jahren unsere Väter in Aegypten das gesehen hätten, was wir jetzt sehen,
+so wäre alles das nicht vorgefallen, aber ma scha Allah kan, was Gott will
+geschieht," schloss er mit des Propheten Worten.
+
+Endlich sagte ich der Versammlung (man hatte schon Kaffee genommen und
+sass wenigstens eine Stunde), ich sei müde und wünsche zu schlafen. Die
+Schichs erhoben sich nun auch sogleich, sagten aber, sie würden draussen
+bei meinem Zelte schlafen, denn sie seien für mich verantwortlich, deshalb
+hätten sie auch gleich ihre Teppiche mitgebracht. Ich sah jetzt erst, dass
+jeder einen Teppich bei sich hatte. Auf mein Erwiedern, dass ich dies
+nicht leiden würde, sondern vollkommen auf den guten Sinn der Siuahner
+vertraue, wollten sie nicht hören, erst auf meine Erklärung, dass, falls
+sie zu bleiben bestünden, ich aufpacken und meinen Lagerplatz weiter
+zurück verlegen würde, zogen sie von dannen, mit dem Versprechen, mich am
+folgenden Morgen feierlichst einzuholen.
+
+Und so kam es denn auch; am andern Morgen ganz früh waren Alle wieder da
+und noch viele Neugierige mit ihnen. Nach schnellem Packen ging es dann
+vorwärts nach Siuah, zwei Schichs voraus zu Pferde (in der ganzen Oase
+sind nur 4 oder 5 Pferde), dann ich und mein bayerischer Diener je zu
+Kameel, endlich die andern Kameele mit siuahnischen Eseln von ihren
+Eigenthümern geritten und Fussleute, und gewiss alle Kinder des Ortes.
+Auch der alte Staui hatte sich Morgens wieder eingefunden, in seiner
+Blindheit war er im Dunkeln vom Wege gekommen, und der arme Teufel hatte
+die ganze Nacht ohne Nahrung am Fusse einer Palme zubringen müssen, bis in
+der Früh ihm Siuahner den Weg zu unserm Lagerplatz zeigten. Natürlich
+wurde viel Pulver verbrannt, und meine Diener machten mit ihren
+Doppelflinten und Revolvern auch nicht wenig Lärm. So gings zwischen den
+beiden Anhöhen durch, von denen die eine terrassenförmig bis oben mit
+Häusern bebaut ist und den Lifaya gehört, indessen die andere, dicht
+westsüdwestlich von diesem gelegen und am Fusse bebaut, von den Rharbyin
+bewohnt ist. Dann nach Norden biegend, erreichten wir das Kasr oder
+Schloss, welches die Wohnung des Mudir, Rathhaus und Gefängniss für ganz
+Siuah ist. Hier wurden wir einquartiert, und da der Mudir gerade in
+Alexandrien war, uns die ganze obere Etage, welche gute und luftige Zimmer
+hatte, zur Verfügung gestellt. Während wir noch mit unserer Einrichtung
+beschäftigt waren, kam denn auch der Kahdi, aber ich merkte, dass sein
+Besuch ein vollkommen erzwungener war, jedenfalls nicht aus freiem
+Antriebe erfolgte, ich kürzte denselben denn auch so rasch wie möglich ab,
+froh endlich einige Augenblicke Ruhe zu haben.
+
+Also war ich da in dieser hochberühmten Oase, welche zu sehen ich mich
+schon lange gesehnt hatte, diesen geheimnissvollen Fleck, der die Ursache
+so vieler Opfer gewesen war, welcher so reiche geschichtliche Erinnerungen
+wach rief. Noch vor 6 Monaten in der Hauptstadt der Intelligenz unserer
+Zeit, befand ich mich jetzt an dem Orte, wo vor mehr als 2000 Jahren die
+damals bekannte Welt sich Raths erholte, an der Stelle, wo der grösste
+Krieger seiner Zeit sich "Sohn des Zeus" anreden hörte! Oft glaubte ich zu
+träumen, aber ein Blick aus meinem Fenster auf die unzähligen Katakomben
+sagte mir dann, Alles ist Wahrheit, Du bist wirklich an der heiligen
+Stätte des Jupiter Ammon. Da vor Dir sind die stummen Zeugen, welche die
+Reste derer beherbergten, auf deren Worte Könige und Völker lauschten,
+während jetzt ihre Knochen, von rohen Barbaren umhergeschleudert, in der
+Sonne bleichen, und langsam durch den ewigen Kreislauf aller Dinge sich
+auflösen, um in die ewige Natur zurückzukehren.
+
+Die Gründung des ammonischen Orakels geht bis in die vorgeschichtliche
+Zeit zurück, die ältesten Nachrichten darüber finden wir bei Herodot.
+Diodor und Curtius geben uns eine ausführliche Beschreibung der schon
+bestehenden Oertlichkeiten, und in der neuesten Zeit finden wir in O.
+Parthey's trefflicher Abhandlung über die Jupiter Ammons-Oase Alles
+erschöpfend niedergelegt, was Ursprung, Bedeutung, Geschichte des Orakels
+und des ehemals und jetzt dort lebenden Volkes anbetrifft. Demnach steht
+es nun unzweifelhaft fest, dass sowohl die Stadt Ammon[32], als auch die
+Ruinen des Orakels ägyptischen Ursprungs sind. Wie früh überhaupt der Ruf
+des Orakels verbreitet war, geht daraus hervor, dass Krösus von Lydien
+sich dort Raths erholte, Cambyses wollte das Königreich der Ammonier
+zerstören, aber sein ganzes Heer wurde durch Wassermangel und heisse
+Landstürme aufgerieben. Erst durch den berühmten Zug Alexanders wurde die
+Lage des Orakelortes und die örtliche Gestaltung desselben ans Tageslicht
+gezogen, denn selbst Herodot weiss über die Lage noch nichts Bestimmtes
+anzugeben.
+
+Wir wissen schon von den Alten, und durch die neuesten Reisenden ist dies
+bestätigt, dass es in der Oase zwei Tempel des Jupiters Ammon gab, von
+denen der eine grössere unmittelbar neben der Akropolis selbst stand, der
+andere kleine nicht fern von jenem neben dem Sonnenquell in einem
+Palmhaine gelegen sein soll. Obgleich nun schon Minutoli die äussere Mauer
+des grossen Tempels in Agermi bemerkt hatte, sie aber, weil er nicht ins
+Innere dringen konnte, für blosses Mauerwerk hielt, namentlich Hirt darauf
+aufmerksam machte, dass Umma beida nur der kleine Ammonstempel sein könne
+(dagegen fälschlich den grossen nach Siuah hin verlegt haben wollte), so
+hielten doch alle neuern Reisenden von Browne bis auf St. John den Umma
+beida-Tempel für den grossen. Erst Hamilton machte zuerst die wichtige
+Entdeckung des grossen Tempels in Agermi, der alten Akropolis, indem es
+ihm gelang, in das Innere selbst hineinzudringen. Hamilton hält nun zwar
+das Gebäude selbst für die Akropolis, allein schon aus seiner eigenen
+Beschreibung geht hervor, dass wir es mit einem Tempel zu thun haben. Nach
+ihm der erste Europäer, der Siuah wieder besuchte, kann ich, was derselbe
+über die Grossartigkeit dieser Baulichkeit sagte, nur bestätigen, und
+glücklicher wie er, konnte ich wenigstens die Copien von einigen
+Hieroglyphen mit heim bringen. Schmutz, Rauch, Dunkelheit des ganzen
+Raumes, und namentlich die Durchbauung des ganzen Tempels mit Häusern
+verdeckten zwar die Hauptsache, oft war auch sogar eine Colonne
+absichtlich zerstört, indem man die erhabenen Hieroglyphen abgehauen oder
+die Bilder verkalkt hatte, indess konnte unser berühmter Aegyptolog
+Brugsch aus den ihm vorgelegten Abzeichnungen erkennen, "dass die Texte in
+altägyptischer Schrift abgefasst sind, dass sie sich auf eine Reihe
+männlicher Gottheiten beziehen, die, nach den erhaltenen Kronen zu
+urtheilen, Ammon und den widderköpfigen Harschaf, den Arsaphes der
+Griechen, darstellten, dass endlich die Texte Reden jener Gottheiten
+enthalten, die sich an einen Gott wenden, welcher Ur-testu, das ist
+Grosser der Völker, genannt wird. Dies Epitheton beweist, dass der König
+ein nicht einheimischer war, sondern einer fremden Dynastie angehören
+musste." Der Name der Oertlichkeit scheint leider nicht genannt,
+wenigstens war Brugsch nicht im Stande etwas daraus zu erkennen, so dass
+die Frage über die altägyptische Benennung des Tempels immer noch eine
+offene bleibt. Hoffentlich gelingt es mit Unterstützung der ägyptischen
+Regierung einem späteren Forscher die Bewohner, welche sich ihre Häuser in
+den Tempel gebaut haben, zu vermögen, dieselben zu verkaufen und
+abzubrechen, bei dem jetzigen guten Geiste der Bevölkerung würde dies ohne
+Zweifel mit einigen Geldopfern zu bewerkstelligen sein.
+
+Was das Bildniss des Ammon anbetrifft, so liegen darüber abweichende
+Berichte vor; nach Curtius brachten die Macedonier die Nachricht zurück,
+es gleiche einem Nabel ringsum mit Smaragden und Edelsteinen besetzt. Es
+wurde in Procession von Priestern in einem vergoldeten Schiffchen
+herumgetragen. Silberne, an beiden Seiten herabhängende Schellen
+klingelten, und alte Weiber und Jungfrauen sangen herkömmliche Weisen
+dazu. Diodor, ohne des Nabels zu erwähnen, macht dieselbe Beschreibung wie
+Curtius, Arrian sieht das als Fabel an, er weiss, dass der Jupiter Ammon
+als widderköpfig abgebildet wird. Auffallend ist nun aber, dass nach den
+neuesten Forschungen der ägyptische Ammon nie widderköpfig abgebildet
+wird, sondern Knepf oder Chnubis. Jedenfalls ist wohl anzunehmen, dass das
+Bild anders im Allerheiligsten des Tempels, wohin nur die geweihten
+Priester dringen durften, dargestellt wurde, als wie man es ausserhalb dem
+grossen Publikum zeigte. Alexander trug nach seinem Besuche bei Ammon
+häufig als Helmschmuck Widderhörner, und auch derartige Münzen liegen vor.
+Möglich, dass Alexander, da er im Allerheiligsten war, das wirkliche
+Ammonsbild zu sehen bekam. Chnubis, Knepf und Ammon werden übrigens nach
+Brugsch häufig verwechselt. Im kleinen Tempel von Umma beida findet sich
+ein grosser Marmorblock, der auf allen vier Seiten einen grossen
+menschlichen Kopf mit Widderhörnern zeigt. Dies kann möglicherweise der
+Sockel gewesen sein, auf dem die Statue des Jupiter Ammon stand. Der Kopf
+selbst, eine scheussliche Fratze von Doppelmenschen-Grösse, soll wohl kein
+eigentliches Bild des Ammon sein, hat aber jedenfalls Bezug darauf. Das
+Widderhorn und der Widder mussten überhaupt bei den alten Ammoniern eine
+grosse Rolle spielen, Beweis davon der kleine in Bab el medina, eine
+Stunde südwestlich von Siuah, gefundene Marmorwidder, jetzt in Berlin auf
+dem Museum.
+
+Wenn wir zur Zeit Alexanders das Ammonsorakel den grössten Ruhm geniessen
+sahen, so dass es sich mit denen von Delphi und Dodona in jeder Beziehung
+messen konnte, so bemerken wir andererseits, dass es zur Zeit Christi nur
+noch wenig mehr cultivirt wurde. Die Römer scheinen überhaupt nie grosse
+Vorliebe für dieses Orakel gehabt zu haben. Wir finden, namentlich durch
+die griechischen Bewohner Cyrenaica's gestiftet, verschiedene dem Ammon
+gewidmete Tempel auf der Nordküste von Afrika, ebenso auch in Griechenland
+selbst, aber in Italien wird uns von einem solchen nichts überliefert.
+
+Mit der Christianisirung von ganz Nordafrika hörten die Ammonstempel in
+der Oase auch auf heidnische Gotteshäuser zu sein, wahrscheinlich wurden
+sie in Kirchen umgewandelt. Zur Zeit des Christenthums in Afrika, wurde
+Siuah[33], wie die anderen Oasen (Uah) als Verbannungsort benutzt, und als
+im 7. Jahrhundert die Araber über Nordafrika sich ergossen, fiel es dem
+mohammedanischen Cultus anheim.
+
+Die Nachrichten der arabischen Schriftsteller Edrisi, Abu'l Feda, Ebn el
+Wardi und Jakuti sind sehr vage, sie führen den Ort unter der Benennung
+Santariat auf, wenn aber Ritter meint, dass erst Wansleb im Jahre 1664
+zuerst den Namen Siwah als gehört aufgebracht habe, so finden wir diese
+Benennung neben Santariat auch schon bei Makrisi erwähnt. Heute ist jede
+Erinnerung an Jupiter Ammon bei dem Volke verschwunden, nicht so die von
+Alexander und Santariat. Der letzte Name Santariat, findet sich in alten
+in der Oase aufbewahrten Deftas[34], und als ich Umma beida besuchte,
+sagten mir unaufgefordert meine Begleiter, dass dieses Gebäude von
+Iskender (Alexander), demselben der Skendria[35] gegründet, erbaut wäre.
+Wenn wir nun auch wissen, dass Alexander beide Tempel schon erbaut
+vorfand, so geht doch daraus hervor, dass eine Erinnerung an ihn sich von
+Generation zu Generation fortgepflanzt hat.
+
+Politisch war seit den ältesten Zeiten die Oase wohl immer in einer Art
+von Abhängigkeit von Aegypten. Ob Herkules zum Ammon gekommen, sowie
+Semiramis, ist nicht festzustellen. Sicher ist aber, dass die Vertreibung
+der Juden aus dem Lande der Pharaonen mit auf Rath des Ammon geschah, und
+dann bieten geschichtliche Anhaltspunkte: der Zug des Kambyses und
+Alexanders, Lysanders und Hannibals Rathfrage, der Besuch Kato des
+Jüngeren u.a. Nach Herodot unter eigenen Königen, dann den Persern
+unterworfen, beugten die Ammonier sich freiwillig vor den Macedoniern.
+Unter den Ptolemäern und Römern scheinen sie ein mildes Joch gehabt zu
+haben, und die Könige der Ammonier, unter denen wir wohl die Oberpriester
+des Tempels verstehen müssen, genossen schon ihrer grossen Heiligkeit
+wegen einer gewissen Berücksichtigung. Plinius rechnet das Orakel zu
+Cyrenaica, und geographisch zählt Hierokles die Ammons-Oase zu den sechs
+Städten Libyens, während Lukan und Silius Italicus den Tempel als einen
+Tempel der Garamanten bezeichnen; andere noch rechneten die Oase zum
+Gebiete der südlich von Cyrenaica hausenden Asbysten.
+
+Die Ammonier scheinen freiwillige Abgaben gegeben zu haben, so wissen wir,
+dass zur Zeit der persischen Herrschaft die Perserkönige nur ammonisches
+Salz, das im Alterthum hochberühmt war, auf ihrer Tafel duldeten, und dass
+dies nebst dem Wasser des Nils einen Theil des Tributs ausmachte.
+
+Im Jahre 1150 für immer dem Koran anheim gefallen, blieb die Oase dennoch
+unabhängig, bis Mehemed Ali 1819 dieselbe unterwerfen liess, und seit der
+Zeit unter Beibehaltung seiner Schichs der Ort einen jährlichen Tribut an
+Aegypten zahlen musste. Nicht zufrieden damit, empörten sich die Bewohner
+zu wiederholten Malen, versetzten aber im Jahre 1853 ihrer
+Quasiunabhängigkeit den Todesstoss durch die schlechte Behandlung, welche
+sie dem englischen Reisenden Hamilton widerfahren liessen. Gleich darauf
+von Said-Pascha mit einer Soldatenmacht überzogen und durch eine
+ausserordentliche Abgabe gebrandschatzt, ist Siuah seit der Zeit
+integrirender Theil Aegyptens und bildet jetzt ein Mudirat, mit
+Beibehaltung der eigenen Schichs, die indess nur Familienangelegenheiten
+zu ordnen haben.
+
+Uns Europäern wurde die Oase zuerst durch Browne wieder entdeckt im Jahre
+1792, und sechs Jahre später war es ein Deutscher Namens Hornemann,
+welcher durch die Mittel der afrikanischen Gesellschaft von London, mit
+Unterstützung Napoleons, der zu der Zeit in Aegypten war, die berühmte
+Oase erreichte. Belzoni, der ungefähr zwanzig Jahre später reiste, und
+zwischen 1815 und 1819 die kleinen Oasen westlich vom Nil besuchte, ist
+nie in Siuah gewesen. Er glaubte in dem Brunnen der Oase El Kasr den
+Sonnenquell entdeckt zu haben, der im Alterthum seiner abwechselnden
+Temperatur wegen bekannt war, und den Belzoni bei der Quelle El Kasrs
+wahrzunehmen glaubte. Quellen, die ein solches Täuschungsgefühl
+hervorrufen, giebt es fast in allen Oasen der Wüste, am bekanntesten ist
+ausser der Sonnenquelle die grosse Quelle von Rhadames. Erst 1819
+erreichte Butin, ein französischer Officier, Siuah, entging mit genauer
+Noth dem Tode, um ihn bald nachher in Syrien zu finden, wo er ermordet
+wurde. Gegen Ende desselben Jahres kam Cailliaud nach der Oase, er durfte
+Umma beida besuchen und constatirte zuerst die tiefe Lage des Thales.
+
+Als dann im selben Jahre Mehemet Ali Siuah durch Schamaschirgi Bei
+unterwerfen liess, begleiteten diesen der französische Generalconsul
+Dovretti von Alexandria, ausserdem der Ingenieur Linaud de Bellefonds,
+Ricci und der Maler Frediani. Von einer Truppe von 1500 bis 2000 Mann
+unterstützt, kann man sich denken, dass sie Alles besichtigen konnten,
+dennoch kamen sie nicht in den grossen Tempel von Agermi; ungehindert aber
+konnten sie Umma beida, Amudeïn, Bled el Rum und den See Araschich
+besichtigen, Jomard hat ausführliche Beschreibungen davon gegeben.
+
+Minutoli besuchte im Auftrage des Königs von Preussen die Oase im
+folgenden Jahre, und erreichte, da er sich einer guten Aufnahme zu
+erfreuen hatte, die besten Resultate, seine Ansichten von Agermi und Siuah
+sind noch heute so ähnlich, als ob die beiden Oerter sich gar nicht
+verändert hätten. Minutolis Begleiter, Ehrenberg Hemprich u.a. fanden
+aber, da der General inzwischen zurückgekehrt war, so schlechte Aufnahme
+bei den Einwohnern, dass sie nichts ausrichten konnten. Erst 1847 wurde
+die Jupiter Ammons-Oase dem Publikum wieder ins Gedächtniss gerufen durch
+die Reise des Engländers Bayle St. John von Aegypten aus, der mit einigen
+Gefährten die Oase besuchte, aber auch mit grossen Widerwärtigkeiten zu
+kämpfen hatte, hervorgerufen durch den glühenden Hass und Fanatismus der
+Eingebornen gegen jeden Europäer. Hamilton endlich war es 1853 vorbehalten
+den grossen Tempel des Jupiter Ammon zu entdecken, obwohl er in demselben
+nur die Königsburg zu erkennen glaubte. Obgleich im Anfange mit Kugeln
+empfangen und lange Zeit gefangen, konnte er nachher unter dem Schutze
+ägyptischer Soldaten frei umhergehen, und alles Interessante untersuchen.
+Seit seiner Zeit ist den Europäern die Oase geöffnet; denn durch eine
+Extracontribution, durch Soldateneinquartierung, und durch die Bestellung
+eines Mudirs, wurde der Trotz der Eingebornen gebrochen. Und wenn Hamilton
+fühlte und sagte, dass seine Leiden und Entbehrungen zukünftigen Reisenden
+die Thore von Siuah öffnen würden, so hatte er vollkommen Recht, nicht nur
+ist er der Wiederentdecker des grossen Tempels des Jupiter Ammon, sondern
+auch der Schlüssel zur Oase für die späteren Reisenden gewesen.
+
+Die Lage des Ortes Siuah bestimmte Browne zu 29° 12' und einigen Sekunden
+nördl. Br., die Länge zu 24° 54' östl. v. Gr. Cailliaud giebt dieselbe zu
+29° 12' 20" nördl. Br. und 23° 46' östl. L. v. P. an. Auf der
+Petermann'schen zehnblättrigen Karte finden wir gleiche Maasse, ebenso auf
+der Karte, welche der Partheyschen Abhandlung über die Jupiter Ammons-Oase
+beigegeben ist. Ehrenberg auf seiner Karte verlegt es 29° 30' nördl. Br.
+und circa 26° 15' östl. L. v. G. Gruoc bestimmt die Breite des Umma
+beida-Tempels 29° 9' 52" nördl. Br., Pacho auf seiner seinem Werke
+Cyrenaique etc. beigegebenen Karte hat 29° 12' und einige Sekunden n. Br.
+und circa 23° 50' östl. L. v. P. Auf der Minutolis Atlas beigegebenen
+Karte finden wir gleiche Lage, wie bei Cailliaud angegeben, Kiepert
+endlich hat 29° und einige Minuten nördl. Br. und circa 43° 50' östl. L.
+F.[36] Da alle diese und noch viele andere nur auf die Bestimmungen von
+Browne und Cailliaud fussen, die Petermann-Hassensteinsche[37] Karte aber
+diese Lage durch Itinerare unterstützt, so müssen wir, bis anderweitige
+Messungen ein anderes Resultat ergeben sollten, uns an diese halten. Alle
+weichen ja auch nur wenig von einander ab. Was die Höhe des Ortes
+betrifft, so haben darüber die Alten schon Andeutungen gegeben.
+Aristoteles sagt mit klaren Worten, dass die Oase des Jupiter Ammon tiefer
+gelegen sei als Unterägypten, andere Schriftsteller, wie Eratosthenes von
+Cyrene und Strabo, erkennen, dass die ganze Gegend von Jupiter Ammon unter
+dem Meere gewesen sein müsse. Erst in der Neuzeit fand Angelot, ein
+französischer Geolog, aus dem von Cailliaud beobachteten hohen
+Barometerstand, dass die Oase circa 33 Meter tiefer als das
+mittelländische Meer liege. Meine eigenen, auf 23 zu verschiedenen
+Tageszeiten angestellten Barometerbeobachtungen fussenden Messungen
+ergeben für Siuah eine mittlere Tiefe von 52 Meter.
+
+Die Oase gehört also zu der grossen nordafrikanischen Einsenkung, welche
+sich ohne Unterbrechung von der grossen Syrte bis nach Aegypten hinzieht.
+Die Grösse der Oase variirt sehr, so dass man, wenn man nicht verschiedene
+Gesichtspunkte berücksichtigt, auf die grössten Widersprüche zu stossen
+glaubt. Schon im Alterthum herrschte darüber Verwirrung. Browne giebt die
+Länge der Oase auf sechs engl. Meilen (2½ St.), die Breite auf 4½ bis 5
+engl. Meilen (circa 2 St.) an. Minutoli rechnet die Länge des fruchtbaren
+Terrains auf über 2 deutsche Meilen, die Breite beträgt nach ihm nie über
+½ Meile. St. John giebt dem fruchtbaren Lande eine Länge von 5 engl.
+Meilen, eine Breite von 3-4 Meilen. Das ganze Oasenthal von Muley Yus bis
+Edras Amelal ist nach ihm 15 bis 17 engl. Meilen lang. Die Sache liegt
+einfach so, dass wir annähernd genau die Länge der Oase bestimmen, aber
+die Breite ohne wirkliche Messung nicht einmal schätzen können. Diese ist
+nämlich, was das fruchtbare Terrain anbetrifft, wie in allen
+langgestreckten Oasen so verschieden, oft nur einige Schritte breit, oft
+zwei Kilometer, dass, wollte man eine durchschnittliche Breite angeben,
+man sich ein ganz falsches Bild von der Oase machen würde. Dazu kommt
+noch, dass man zur Oase ebenso gut den ersten Anfang von Vegetation,
+welcher schon beim Brunnen Tarfaya beginnt, und weit im Osten von Siuah
+als Hattieh sich fortsetzt, rechnen kann, oder nur eine engere Oase
+annehmen, welche im Westen bei Maragi anfängt und im Osten bei Muley Yus
+endet. Letztere hat eine Längenausdehnung von circa 4 deutschen Meilen,
+derart, dass die Richtung von Maragi bis Siuah fast von N.-W. nach S.-O.,
+die von Siuah nach Muley Yus von S.-W. nach N.-O. streicht. Von
+zahlreichen Sebcha und Hattieh unterbrochen, finden sich hier die
+Palmengärten, von denen indess keiner in der Breitenrichtung mehr als 2
+Kilometer Ausdehnung hat.
+
+Am Südrande des steilabfallenden, aus Kalkstein bestehenden sogenannten
+libyschen Küstenplateau gelegen, ist die Oase im Süden von nicht hohen
+Sanddünen begrenzt. In der Oase selbst liegen mehrere steile Felsen, von
+denen der Amelal und Djari in W. z. N. R. von Siuah, und davon zwei
+Stunden entfernt, als zwei grosse senkrechte Zeugen bei einer Höhe von
+circa 100 Meter die bedeutendsten sind. Der Dj. Muta, 1 Kilometer nördlich
+von Siuah, dieser Ort selbst, Agermi, endlich Dj. Hammed ½ Stunde S. z. W.
+vom Hauptorte, und der fünfköpfige Dj. Brick eine Stunde südöstlich von
+Siuah, sind andere derartige Zeugen.
+
+Das Terrain, ursprünglich salzig und sebchaartig, ist durch die
+zahlreichen süssen Quellen, von denen es in der Oase über 30 giebt[38], in
+dem Bereiche dieser Quellen culturfähig geworden. Die berühmteste von
+allen, aber nicht mehr die ergiebigste (diese ist in Chamisa, auch die
+Mosesquelle ist stärker), ist Ain hammam, Taubenquelle, welche wir noch
+heute nach alten Ueberlieferungen die Sonnenquelle nennen. Sie hat
+ungefähr 110 Schritte im Umfange[39], am Grunde bemerkt man Mauerwerk. Sie
+besitzt nur einen Hauptabfluss, der sich hernach in verschiedene Arme und
+nach verschiedenen Richtungen zerspaltet. Nach Diodor hatte der
+Sonnenquell seinen Namen daher, weil die Temperatur des Wassers in
+umgekehrtem Verhältnisse zur Sonnenwärme stand; nach den Aussagen der
+wissenschaftlichen Begleiter Alexanders, war der Sonnenquell Mittags kalt,
+Mitternachts heiss, und Morgens und Abends lau. Wenn so die Alten, ihre
+Beobachtungen auf das blosse Gefühl beim Eintauchen in das Wasser
+stützend, allgemein die abwechselnde Temperatur als eine ausgemachte
+Thatsache annahmen, und die wunderlichsten Erklärungen darüber gaben, so
+ist es zu verwundern, dass sowohl Minutoli als auch Gruoc noch an eine
+allen physikalischen Gesetzen widersprechende variirende Temperatur
+glauben konnten. Bayle St. John und Hamilton, die übrigens nur einmal
+Gelegenheit fanden, bei Tageszeit ihr Thermometer in den Sonnenquell zu
+tauchen, fanden ersterer 84° F., letzterer 85° F. Meine zu allen
+Tageszeiten und Nachts gemachten Beobachtungen ergaben unveränderlich 29°
+C.[40], nur einmal um 2 Uhr Nachmittags bemerkte ich eine Erhöhung um
+0,5°, was sehr wohl auf die hohe Lufttemperatur um die Zeit geschoben
+werden kann. Meine Beobachtungen stimmen also mit denen der beiden
+Engländer sehr gut. Bei allen andern Quellen, namentlich bei Ain mussa und
+Ain ben Lif, welche einer öfteren Untersuchung unterzogen wurden, bemerkte
+ich gleichen Wärmegrad. Den Eingebornen selbst ist über eine wechselnde
+Temperatur der Quellen nichts bekannt, wohl aber schreiben sie einigen
+Quellen, namentlich der Ain Hendeli gewisse Heilkräfte zu. Obgleich,
+namentlich wenn man das Salzwasser in der Wüste gewohnt geworden ist, von
+angenehmem Geschmack, ist das Wasser der Quellen salziger als das unserer
+Flüsse. St. John, welcher Wasser aus dem Sonnenquell mitbrachte, und
+untersuchen liess durch Price, fand die Dichtigkeit des Wassers zu
+1,0015[41], die der Themse zu 1,0003. In 100 Theilen enthielt das
+Sonnenquellwasser 0,23950 (das Themsewasser enthält 0,032932) solide
+Theile, und davon waren gemeines Salz 0,1615. Es ist kein Grund vorhanden,
+dass die andern Quellen anders zusammengesetzt sein sollten, denn alle
+dringen wohl aus einer und derselben unterirdischen Süsswasserschicht,
+hervorgepresst durch den Druck vom libyschen Wüstenplateau. Alle zeigen
+auch dieselbe Erscheinung des Blasenaufsteigens, als ob das Wasser siede,
+und haben in dieser Beziehung die grösste Aehnlichkeit mit dem Quell in
+Rhadames.
+
+Die meisten grösseren Quellen haben eine künstliche, runde
+Quadereinfassung, bei vielen gut erhalten. Namentlich sind die Ain Mussa
+und Ain ben Lif noch heute mit so gut erhaltenen in Kreis gelegten Quadern
+und Kalk umgeben, dass man glauben sollte, dass diese Bauten, welche
+mindestens 2000 Jahre alt sind, gestern wären angefertigt worden. Von
+Siuah aus liegt der Sonnenquell eine kleine Stunde östlich, Ain Mussa eine
+halbe Stunde nordöstlich, Ain ben Lif, gleich südwestlich vom Orte selbst,
+und Ain Hendeli am nordwestlichen Fusse des Dj. Brick.
+
+Das Klima würde in der Oase des Jupiter Ammon gewiss ein sehr gesundes
+sein, wie überall in der Wüste Sahara, wenn nicht die vielen Sümpfe und
+Sebcha, die Vermischung von Süss- und Salzwasser, die darin faulenden
+organischen Stoffe, namentlich im Spätsommer, die schlimmsten Fieber
+hervorriefen. Freilich behaupten die Eingebornen dagegen unempfindlich zu
+sein, und glauben nur für Fremde sei jene Jahreszeit gefährlich, die
+grosse in Siuah herrschende Sterblichkeit aber, das ungesunde, fahle
+Aussehen der Kinder, beweisen zu Genüge das Gegentheil. Man wird nicht
+irren, wenn man die mittlere Temperatur in Siuah zu 25° C. und vielleicht
+noch einige Grade höher annimmt. Die tiefe Lage des Ortes, der Schutz, den
+das Plateau gegen Nordwinde gewährt, lassen eine höhere Temperatur als an
+andern Orten gleicher Breite leicht erklärlich finden. Der Himmel ist fast
+immer rein, nur Morgens kommen manchmal Nebel vom Mittelländischen Meere,
+Regen sind aber hier ebenso ausnahmsweise wie in allen andern Theilen der
+grossen Wüste.
+
+Mit reichster Vegetation da bedeckt, wo die Süsswasserquellen[42] sind,
+ist die Hauptpflanze die Dattelpalme, wie in allen Oasen der Sahara, und
+auch an verschiedenen Sorten fehlt es nicht. Vor allen als vorzüglich
+werden die Sorten Sultani und Rhaselli gepriesen, und bilden selbst einen
+grossen Ausfuhrartikel nach Aegypten. Die Zahl der Dattelpalmen beträgt
+über 300,000, obschon die officielle Zählung bedeutend weniger angiebt.
+Das geht schon daraus hervor, dass in guten Jahren nach Minutoli bis an
+9000 Kameelladungen, zu je 3 Ctr., gewonnen werden. An andern Bäumen ist
+vor allen der Oelbaum bemerkenswerth, der hier in ungesehener Pracht und
+Frische gedeiht. Doch werden die Palmen sowohl, als auch die andern
+Obstbäume von Zeit zu Zeit mit Agol gedüngt, welches, zu dicken Bündeln
+zusammengepresst, an die Wurzeln der Bäume gelegt wird. Nur in Chamisa
+gedeihen Orangen und Limonen, aber überall gleich üppig die Weinreben,
+Granaten, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen und Aepfel (die Aepfel sind
+jedoch verkrüppelter Art). Was von den Alten noch an Bäumen erwähnt wird,
+als Cyperus-Arten, der Baum Elate und andere, wohlriechendes Harz gebende
+Bäume, so kommen dieselben heute in der Oase und der Umgegend nicht vor,
+und werden auch wohl trotz der guten Autoren des Alterthums früher nicht
+vorhanden gewesen sein, weil die klimatischen Verhältnisse ihr Wachsthum
+nicht zuliessen. An Gemüsen wird ganz dasselbe gezogen, wie in Audjila,
+aber obgleich hier culturfähiges Land genug vorhanden ist, und die
+Bewässerung sich fast ganz von selbst macht, so reicht der Ertrag des
+Getreides lange nicht für den Consum der Bewohner hin, und wie in allen
+Oasen bildet auch hier die Dattel das Eintauschmittel. Die Bestellung der
+Gärten ist natürlich lange nicht mit so grossen Schwierigkeiten verknüpft,
+wie in den Oasen, wo durch das Heraufziehen des Wassers aus Brunnen das
+Land bewässert werden muss, ausserdem ist das Wasser der zahlreichen
+Quellen so reichlich, dass auch nicht auf eine karge Abmessung der Zeit,
+wie beim Quell von Rhadames oder bei den Fogorat in Tuat gesehen zu werden
+braucht. In der Jupiter Ammon-Oase ist das Wasser verhältnissmässig so
+reichlich, wie in Tafilet und Ued Draa, kleine Bäche ergiessen sich nach
+verschiedenen Richtungen aus den Quellen, und werden dann nach Bedürfniss
+in die Gärten geleitet.
+
+Das Thierreich ist ebenso spärlich, wie in den Audjila-Oasen, Schafe und
+Ziegen werden von den nördlich nomadisirenden Arabern eingeführt, Esel aus
+Aegypten, einige Kühe werden draussen in den nordöstlichen Hattien
+gehalten, da eine gefährliche Bremse, welche sich in der ganzen
+nordafrikanischen Niederung aufhält, den Thieren schädlich ist. Aus dem
+Grunde halten auch die Siuahner keine Kameele, obschon die Agolweiden in
+der Oase ausgezeichnetes Futter dafür abgeben. Diese Fliege, welche auch
+in ganz Centralafrika vorkommt, ist grau von Farbe, von der Grösse einer
+Honigbiene, und quält Menschen und Thiere gleichviel; der Stich erzeugt
+auf der Stelle Blutung, aber keine Anschwellung; sie ist jedoch nicht zu
+verwechseln mit der viel gefährlicheren Zetse-Fliege, welche so weit nach
+Norden zu nicht vorkömmt. Gross ist die Zahl der kleinen wilden
+Waldtauben, welche sich in den Oelbäumen und Palmen herumtummeln, und da
+diese besonders dicht beim Sonnenquell stehen, und so den Tauben
+willkommenen Schutz und Schatten bieten, haben die Eingebornen den Quell
+mit dem arabischen Namen "Ain el hammam" Taubenquell, belegt.
+
+Als sonstiges Naturproduct haben wir nur noch des Salzes zu erwähnen,
+welches aus den Sebcha gewonnen wird. Im Winter sickert aus diesen sehr
+salzhaltiges Wasser auf die Oberfläche, und nach erfolgter Verdunstung
+bleibt im Sommer eine Salzkruste zurück, die an manchen Stellen die Dicke
+von mehreren Zoll erreicht. Das Salz krystallisirt in oft mehrere
+fingerdicke und fingerlange Stücke von schönster weisser Farbe zusammen.
+Das von mir mitgebrachte von Baeyer in Berlin untersuchte Salz aus der
+Ammons-Oase enthält 59,26 Proc. Chlor (reines Kochsalz enthält 60,66
+Proc.) hat also ungefähr 97,5 Proc. Kochsalz. Ausserdem fanden sich Spuren
+von Magnesia und geringe im Wasser unlösliche Substanzen vor. Das im
+Alterthum auch schon in der Medicin bekannte sal ammoniacum ist nicht mit
+diesem zu verwechseln, dies wurde künstlich durch Destillation aus
+Kameelmist gewonnen, während jenes ein Naturproduct der Oase des Jupiter
+Ammon ist.
+
+Was das Volk anbetrifft, welches diese Wüsteninsel bewohnte und bewohnt,
+so finden wir nur bei Herodot die Nachricht, dass es ein Mischlingsvolk
+aus Aegyptern und Aethiopiern, und auch seine Sprache eine
+zusammengesetzte sei. Wenn dies nun zur Zeit Herodots der Fall war, so
+änderte sich das wahrscheinlich im Laufe der Zeiten. Der fanatische Islam
+hatte wahrscheinlich alle Einwohner dahin gerafft. Im 12. Jahrhundert,
+sagt Edrisi, existirten in den kleinen Oasen gar keine Einwohner, aber
+Siuah schildert er mit Mohammedanern bevölkert. Makrisi führt Santaria
+oder Siuah mit bloss 600 berberischen Einwohnern an. Und wenn wir heute
+die Einwohner classificiren sollen, so müssten wir sie ohne Zweifel dem
+grossen Berberstamm beizählen, welcher sich in der Wüste am reinsten in
+den Tuareg und in Nordafrika, am unvermischtesten am Nordabhange des
+grossen Atlas, im Rif und im Djurdjura-Gebirge erhalten hat. Die Sprache
+der Siuahner ist nichts als ein Dialect des Tamasirht, und ohne Mühe macht
+sich ein Targi, ein Rhadamser oder ein Atlasbewohner mit den heutigen
+Söhnen des Jupiter Ammon verständlich[43]. Freilich fehlt den Bewohnern
+Siuahs jene männliche, fast griechische Schönheit der Tuareg und
+Atlasbewohner, auch ist ihre Farbe viel dunkler, ohne indess negerartig zu
+sein. Dies hat aber lediglich seinen Grund in der starken Vermischung mit
+Negerblut, wovon sich Tuareg und Atlasbewohner enthalten. Aber alle andern
+Berber in der Wüste, welche in Häusern wohnen, theilen dies mit den
+Siuahnern in gleichem Maasse: die Uadjili, Soknaui, Rhadamsi, Tuati,
+Filali und Draui sind durch ihre starke Vermischung mit Negern hässlich
+geworden. Während meiner Anwesenheit in Siuah sah ich mit Ausnahme des
+jungen Schich Hammed, des Bruders Schich Omars, keinen einzigen Mann, von
+dem man auch nur hätte sagen können, dass er hübsch gewesen wäre, von
+schön nicht zu reden. Hervorstehende Backenknochen, wulstige Lippen,
+breite Nase, fast ebenso viele mit lockigen, wie mit schlichten Haaren,
+schwarze stechende Augen, gebräunte Hautfarbe bei fast magerem Körperbau,
+das ist das Bild eines heutigen Siuahner. Aber ihre Sprache ist
+unvermischt die Berbersprache, soweit nicht der Islam und einige andere
+Umstände sie gezwungen haben, arabische Wörter aufzunehmen, wie das ja
+auch alle andern Berbervölker, die den Koran angenommen, gethan haben.
+
+Wie in allen mohammedanischen Oertern ist es auch hier schwer, etwas
+Bestimmtes über die Zahl der Bevölkerung zu erfahren. Bei Minutoli werden
+8000 Bewohner auf 6 Stämme vertheilt angegeben, Hamilton, mein Vorgänger,
+rechnet nur die Hälfte, 4000 Einwohner. Dovretti hat für Siuah allein 2500
+Seelen. Die Siuahner selbst gaben mir die Zahl der waffenfähigen Männer
+auf 600 Mann und 800 männliche Sklaven für die ganze Bevölkerung an, was
+eine Totalbevölkerung von 5600 Seelen ergeben würde. Von Haus aus
+fanatisch und unwissend, scheint namentlich in den letzten 10 Jahren ein
+merkwürdiger Umschwung mit ihnen vorgegangen zu sein, und hauptsächlich
+ist dies wohl den innigeren Beziehungen mit Aegypten zuzuschreiben. Die
+beiden Hauptstämme Lifaya und Rharbyin haben derzeit als Schichs: die
+Lifaya einen gewissen Omar, die Rharbyin einen gewissen Hallok, in Agermi
+ist zudem Mohammed Djari Haupt der Eingebornen. Die Lifaya zerfallen in
+drei Unterstämme, ebenso die Rharbyin, von denen der eine in Agermi
+ansässig ist. Natürlich ist, seit ein von Aegypten bestellter Mudir die
+Regierung vertritt, die Macht der Schichs eine sehr beschränkte, und
+berührt nur die intimsten Angelegenheiten der Familie. Die Bewohner der
+Oase verschmähen ebenso wenig den Genuss des Lakbi und Araki, wie die
+übrigen Inselbewohner der libyschen Wüste, nur verbergen sie den Fremden
+ihre Trunksucht, und wenn man ihren Worten Glauben schenken wollte, so
+hätte ein Siuahner nie Lakbi gesehen. Mit der Ehe steht es daher auch
+nicht besser, und wenn Reisende behaupten, Wittwen und Unverheirathete
+dürften nicht in Siuah selbst wohnen, so ist das offenbar ein
+Missverständniss. Der eigentliche Ort Siuah ist so eng gebaut, und die
+Häuser aus schlechtem Material so hoch, dass gar kein Platz zum Weiterbau
+mehr vorhanden ist. Auf diese Art sind Sebucha, Menschia und der Ort im
+S.-W. von der eigentlichen Burg Siuah entstanden, genau genommen sind dies
+jedoch nur Quartiere eines Ganzen. Die reichen Bewohner kleiden sich sehr
+elegant, nach Art der wohlhabenden Kahiriner Kaufleute; der gewöhnliche
+Mann trägt sich wie in den andern Oasen. Bei den Frauen ist durchweg die
+blaue Tracht der Fellah-Frauen in Aegypten hergebracht, als eigenthümlich
+bemerkte ich, dass sie wie die Frauen in Centralafrika niederhocken und
+ihr Gesicht abwenden, sobald sie einem Mann begegnen.
+
+Als Mohammedaner huldigen sie dem malekitischen Ritus, und in der Sprache
+haben sie, unter sich Berberisch sprechend, im Arabischen fast ganz den
+ägyptischen Dialect, im Schreiben jedoch halten sie sich an der
+maghrebinischen Schreibweise. Religiöse Innungen sind drei vertreten:
+Snussi, Madani und Abd Salamin von Mesurata. Die Snussi, die
+jüngstentstandenen, sind am zahlreichsten.
+
+Ausser dem schon erwähnten Orte Chamisa hat die Oase als Hauptort Siuah,
+welcher in den kasernenartig bebauten Berg und dem im S.-W. daran
+liegenden Stadttheil der Rharbyin zerfällt, endlich im Nordost, dicht
+dabei Sebucha, auch von Rharbyin bewohnt, und noch einen halben Kilometer
+weiter nach N.-O. der von Lifaya bewohnte Ort Menschia. Der andere Ort im
+N.-O., eine kleine Stunde von Siuah entfernt, ist Agermi, von Rharbyin
+bewohnt. In früheren Zeiten herrschte in der Regel Krieg zwischen Agermi
+und der Burg Siuah, seit die ägyptische Regierung festen Fuss hat, sind
+die Fehden unblutiger Art.
+
+Was den Handel Siuahs anbetrifft, so ist derselbe gering, der Siuahner hat
+lange nicht den Unternehmungsgeist der Modjabra, seine weitesten Reisen
+sind Alexandria und Kairo; nach Audjila oder Bengasi, nach Fesan oder
+Sudan kommt er nie. Jedoch als Zwischenstation von jeher wichtig gewesen,
+besitzt Siuah verhältnissmässig viel Geld. Von einigen Producten führen
+sie nur Oel[44] und Datteln nach Aegypten aus, und tauschen meist ihre
+eigenen Bedürfnisse dagegen ein. An dem Sklavenhandel betheiligen sie sich
+nur indirect, indem die Modjabra hier gewöhnlich mit ihrem Trupp einen
+langen Aufenthalt nehmen, um die Sklaven wohlgenährt und fett auf den
+ägyptischen Markt zu bringen. Die Einwohner verstehen nichts zu
+fabriciren, wenn man nicht Körbe, Teller und Matten aus Palmzweigen und
+Bast dahin rechnen will, wie sie in jeder andern Oase auch und besser
+gemacht werden. Jedoch giebt es die hauptsächlichen Handwerker: Schlosser,
+Schmiede, Schuhmacher, Schneider, Schreiner sorgen für die
+unentbehrlichsten Bedürfnisse der Bewohner.
+
+Die Abgaben, welche das ägyptische Gouvernement bezieht, sind keineswegs
+übermässig gross, denn 10,000 M.-Th.-Thaler jährlich ist gewiss nicht zu
+viel für eine Bevölkerung von 5-6000 Seelen mit so reichen Palmwäldern und
+Gärten wie diese Oase sie hat. Freilich werden dabei auch noch wohl manche
+Nebenerpressungen dreingehen: der Mudir verlangt seine Bakschisch, der
+Kadhi spricht nur Recht, wenn man ihm so und so viel unter seinen Teppich
+legt, aber das ist Norm in allen mohammedanischen Staaten, und die
+Siuahner haben keineswegs Grund mit der ägyptischen Regierung unzufrieden
+zu sein.
+
+Wie ich schon angeführt habe, hatte man mich ins Kasr einquartiert,
+welches nach Norden gelegen, unterhalb der Burg von Siuah, eine der besten
+Wohnungen war; vor dem Hause befindet sich ein grosser ummauerter Platz,
+in dessen hinterem abermals ummauertem Theile die Dattelmagazine sich
+befinden, während in dem andern vordern Theile das zum Ausdreschen
+bestimmte Getreide aufgespeichert liegt. In der Mitte steht eine hohe
+Kuppel Sidi Slimans, eines in Siuah in grosser Verehrung stehenden
+Heiligen. Am ersten Tage verging natürlich fast die ganze Zeit mit
+Besuchempfangen. Selbst der fanatische Kadhi hatte für gut befunden dem
+Christen einen Besuch zu machen, aber mein Erstaunen wurde noch vermehrt,
+als auch der Mkaddem der Snussi zu mir kam, und sein Bedauern ausdrückte,
+dass ich nicht Sidi el Madhi in Sarabub (den Sohn und Nachfolger Sidi
+Mohammed Snussi's) besucht habe. Als ich ihm erwiederte, mein Führer habe
+mir gesagt, und auch früher habe ich dies überall in Barca gehört, dass
+Sidi el Madhi keine Christen in Sarabub sehen wollte, und ich mein Leben,
+falls ich hinginge, riskiren würde, schwur er, dies sei eine böswillige
+Verleumdung, Sidi el Madhi würde im Gegentheil sich gefreut haben mir
+Gastfreundschaft erweisen zu können. Bald darauf wurde dann das
+Gastgeschenk hereingebracht, ein fetter Hammel, Datteln, Reis, Zwiebeln,
+Knoblauch und Tomaten, auch einige Körbe mit Brod fehlten nicht. Die
+Uebrigen erklärten, die Bewohner wünschten, ich möchte wenigstens 14 Tage
+ihr Gast sein, während der Zeit solle es mir an nichts fehlen, und um vor
+Zudringlichkeit geschützt zu sein, oder bei etwaigen Käufen nicht
+übervortheilt zu werden, stellten sie mir zwei Kavassen zur Disposition;
+namentlich, liessen sie mir sagen, sollte mir Alles gezeigt werden, was
+ich zu sehen wünsche.
+
+Mein erster Gang war natürlich nach Umma beida, theils weil die aus den
+Palmen hervorragenden Ruinen von selbst schon einluden, theils weil gerade
+Nachmittags noch Zeit genug zu dieser Promenade vorhanden war. Der Weg
+dahin läuft immer zwischen den schönsten Gärten, und nach einer kleinen
+Stunde ist man an Ort und Stelle. Nur von einem Diener begleitet und einem
+Eingebornen, um den Weg zu zeigen, grüssten uns die uns Begegnenden
+überall aufs freundlichste, viele schlossen sich auch wohl eine Strecke
+Weges an, um etwas zu plaudern und Neuigkeiten zu erfahren. Umma beida
+oder der kleine Jupiter Ammons-Tempel ist heute schon lange nicht mehr,
+wie ihn Minutoli und später noch St. John gesehen haben. Der Thorweg, der
+von beiden beschrieben und von Minutoli auch gezeichnet wurde, existirt
+nicht mehr, nur vom hinteren Tempel stehen noch die Seitenwände etwa 25'
+hoch und inwendig einen 16' breiten Raum lassend. Die Länge der noch
+stehenden Mauern ist 14' resp. 10', und überdacht ist das Ganze von 3
+colossalen Monolithen[45], die auf der unteren Deckseite gut erhaltene,
+ausgebreitete Adler zeigen. St. John will noch 10 andere Decksteine in
+Bruchstücken auf der Erde liegen gesehen haben; ich bemerkte nur zwei und
+einige Bruchstücke, welche zu zwei anderen gehört haben mochten. Zu Browns
+Zeiten lagen sogar noch 5 Decksteine oben, Minutoli fand aber nur noch
+drei vor. Dieser Theil des Tempels, dessen hintere südliche Wand fehlt,
+dessen Pronaos noch zur Zeit Minutolis vorhanden war, jetzt aber auch
+verschwunden ist, hat an seinen inneren Wänden vollkommen gut erhaltene
+Hieroglyphencolonnen: an der östlichen Wand sind noch 53, von denen die
+mittleren 47 ganz erhalten sind, an der westlichen Wand 52, mit 49 ganz
+erhaltenen Colonnen. Unten aus kleinen Quadern gebaut, sind dieselben nach
+oben zu grösser, und derart inwendig verkittet, dass durch die Fugen der
+Schrift kein Abbruch geschieht. An der Aussenseite scheinen nie
+Hieroglyphen gewesen zu sein, und die Bilder sind gänzlich verwittert.
+Zwischen den allegorischen Bildern oberhalb und unterhalb der
+Schriftcolonnen bemerkt man noch an manchen Stellen die ursprüngliche
+Farbe, besonders grün und blau, was sehr dazu beiträgt, Bilder und
+Hieroglyphen hervortreten zu machen. Die am südlichen Ende des Tempels
+sitzende Figur des behornten Ammon, Huldigungen entgegennehmend, von den
+mit Schakal- und Sperber-Köpfen versehenen menschlichen Figuren, ist das
+am besten Erhaltene. Tölken, der Minutolis Aufzeichnungen bearbeitete,
+erkannte darin die Bezwingung feindlicher Gottheiten, denen Ammon sich
+nach der Besiegung gnädig erzeigt, sowie einen ganzen Zug Priester und
+heiliger Frauen, und in der untersten Reihe den Tod des Osiris und die
+Trauer um ihn. Dieser vollständige Cyclus heiliger Lehre bildete so im
+Gotteshause selbst ein Lehrbuch für den geistlichen Unterricht[46].
+
+Von der äusseren Umfassungsmauer ist nur noch die südöstliche Ecke, welche
+aus gewaltigen Quadern besteht, vorhanden, alles Uebrige ist verschleppt
+oder in den sehr morastigen Boden versunken. Nach Minutoli betrug die
+Umfangsmauer 77 Schritt in der Länge und 66 Schritt in der Breite, was mit
+meinen Messungen genau stimmt.
+
+Der Tempel selbst ruht auf einem beinahe viereckigen Kalkfelsen, dessen
+obere Partie, ob Kunst oder Natur, grosse Alabasterquadern zeigt, in denen
+sich eigenthümlich krystallisirte Rosetten befinden, welche oft einen Fuss
+Durchmesser haben. Von unterirdischen Gängen ist jetzt nichts mehr zu
+sehen, obschon die Leute von geheimen Gängen nach Agermi und Siuah fabeln.
+Die Richtung des Tempels ist bei 15° Abw. genau 348°.
+
+Der Sonnenquell liegt 1 Kilometer südlich von Umma beida inmitten von
+Palmgärten; da ich ihn schon oben beschrieben, sowie das Resultat der
+Messungen, die ich an jenem und den folgenden Tagen wiederholte, schon
+mitgetheilt habe, so brauche ich mich hier darüber nicht weiter
+einzulassen. Der Rückweg nach Siuah wurde über Agermi genommen, ohne
+jedoch den Ort selbst zu betreten, da für diese interessante Burg eine
+eigene Tagesfahrt bestimmt war. Früh am andern Morgen ging es dann bei der
+Tammagrat-Quelle vorbei, nach dem südöstlich etwa 1 Stunde entfernten
+fünfspitzigen Dj. Brick. Hier scheint man die Steine zu den Bauten des
+Tempels gebrochen zu haben, auch befinden sich da mehrere regelmässig
+bearbeitete Felsengräber, wie die in Cyrenaica, einige sogar mit Säulen im
+Innern. Verschiedene Grabkammern lassen aus ihrer Grösse und den vielen
+Nebengemächern schliessen, dass sie ganzen Familien als Begräbnissstätte
+dienten. Sonst war jedoch von Bildwerken oder Inschriften nichts zu
+entdecken. Gleich am Fusse des Berges nordwestlich, entspringt die bei den
+Eingebornen im grossen Rufe stehende Quelle Hendeli, welche einst so stark
+gewesen sein soll, dass sie einen Bach bildete, welcher die Gärten bis Bab
+el medina und weiter bewässerte, auch sollen in der Tiefe grosse Schätze
+verborgen sein; jetzt ist sie nur mittelmässig stark, hat dieselbe
+Temperatur, und war von Geschmack ganz gleich dem Sonnenquell.
+
+Während aller dieser Excursionen waren die Bewohner immer von der grössten
+Bereitwilligkeit; wenn ich ermüdete, war rasch ein Esel zum Reiten zur
+Hand, und namentlich liess Schich Hammed keinen Tag vorüber gehen, an
+welchem er nicht irgend ein kleines Geschenk brachte. Entweder schickte er
+Datteln oder Kuchen oder Eier, und schien absichtlich die Chikanen, welche
+sein Stamm Hamilton zugefügt hatte, an mir wieder gut machen zu wollen.
+Obschon er mich auf meinen Excursionen begleitete, musste er davon
+abstehen, Agermi zu besuchen, weil als Lifaya er dort keinen Zugang hatte.
+Vor circa 20 Jahren hatten nämlich die Lifaya sich Agermis durch
+Ueberrumpelung bemächtigt, und nur mit Hülfe der anderen Rharbyin gelang
+es den Bewohnern sich wieder in Besitz ihrer Burg zu setzen, seit der Zeit
+aber ist es keinem der Lifaya gestattet, Agermi zu betreten, etwaige
+Geschäfte werden vor dem Thore, in welchem immer eine Wache ist,
+abgemacht. Für mich waren keine Schwierigkeiten den Ort zu besuchen, und
+sobald ich am Thore war erkannt worden, bekam ich Einlass. Durch einen
+gewundenen engen Gang, der an mehreren Stellen abgeschlossen werden
+konnte, der manchmal überbaut war, und auf den auch die Djemma mündete,
+ging es aufwärts zu einem freien Platze, der fast die Mitte des oben
+glatten Felsens einnimmt, und um den herum die Häuser Agermis gebaut sind.
+Zuerst musste ich den Schich Mohammed Djari besuchen, welcher der reichste
+Mann der ganzen Oase sein soll; sein Haus war auch recht gut eingerichtet,
+drei Stock hoch und da wo wir hingeführt wurden, bildete das Zimmer eine
+Art Veranda. An beiden Seiten in demselben waren Divane von Thon mit
+Matten belegt, über welche syrische Teppiche gebreitet lagen. Nach dem
+Austausch der Höflichkeiten wurden Thee und Kaffee servirt und Neuigkeiten
+aufgetischt, dann kam hauptsächlich die Schatzgräberei aufs Tapet, denn
+die Eingebornen vermuthen, dass unter jedem alten Steine Gold und Silber
+verzaubert liegen muss. Mohammed Djari wachte übrigens genau darüber, dass
+seine Neger die Tassen vorschriftsmässig präsentirten und wieder in
+Empfang nahmen, und sicher nahm er es als ein grosses Compliment entgegen,
+als ich ihm sagte, bei ihm sei Alles "türkisch". Endlich konnte ich mich
+losmachen, und er gab mir dann einen Kavas mit, der mir Alles zeigen
+sollte. Einem anderen gewundenen und engen Gange folgend, bemerkte ich
+gleich an einem Gebäude nördlich Grundmauern aus Quadern, oben darauf war
+ein Stall, und nichts hinderte meinen Eintritt; aber so viel ich auch
+suchte, es war eben weiter nichts als die Grundmauer zu entdecken, welche
+2 Fuss hoch aus der Erde stand und von der nur die eine Wand übrig zu sein
+schien. Nun nach Westen gehend, kamen wir bald an das grosse Gebäude,
+dessen äussere Mauer man zum Theil von aussen des Ortes sieht, und dessen
+innere Wand theilweise auf dem grossen Platz in Agermi zu sehen ist. Durch
+die Wand führt ein gebrochener Weg gleich in einen Vorhof, dessen Dach
+aber gänzlich verschwunden ist, und welcher 15 Fuss lang und 10 Fuss breit
+ist. Nach Süden zu aber verbaut von einem Hause, kann man den südlichen
+Eingang nicht sehen, der jedoch in Form einer einzigen grossen Thür
+vorhanden ist. Hieroglyphen sind hier nirgends zu sehen. Durch zwei grosse
+ägyptische Thore kommt man nach Norden in das Allerheiligste, welches aber
+von Häusern ganz durchbaut ist. Die Thore, 18 Fuss hoch, kann man nur
+mittelst der Häuser passiren. Voll Rauch, Staub und Russ, entdeckte ich
+hier jene Hieroglyphen und Bilder, von denen einiges zu copiren nur mit
+Hülfe mehrerer Kerzen gelang, und wovon ich oben das Resultat nach Brugsch
+mitgetheilt habe. Die Leute zeigten auch hier den besten Willen mir Alles
+sehen zu lassen, aber um vollständig befriedigt zu werden, hätte man ihre
+Häuser, welche den grössten Theil der Wände bedeckten, wegbrechen müssen,
+und dazu wollte sich natürlich Niemand verstehen. Jene Cella war in ihren
+Dimensionen 24 Fuss lang auf 18 Fuss Höhe und 18 Fuss Breite. Interessant
+war noch ein geheimer Gang in der Dicke der östlichen, inneren Längsmauer.
+Wie ich später sah, steht derselbe jetzt noch in Verbindung mit dem
+grossen Brunnen in Agermi. Derselbe ist 2 Fuss breit, so dass gerade ein
+Mann darin gehen konnte, und war wahrscheinlich der Weg vom Tempel zum
+Brunnen, den die Priester ungesehen hinabgingen, um am Wasser die zum
+Opfer bestimmten Gegenstände zu reinigen. Der Brunnen selbst, auf der
+Südseite des Platzes gelegen, ist durch den Fels gearbeitet, sehr geräumig
+und tief, und von oben sieht man deutlich auf einer kleinen Plattform den
+Tempelgang dicht oberhalb des Niveaus des Wassers ausmünden.
+
+Geht man dann vom Vorhof aus durch das die südliche Wand schliessende
+Haus, so kommt man auf eine Strasse und stösst alsbald auf eine grosse
+Mauer aus colossalen Quadern, die eine Art von Brücke über die Strasse
+bildet. Der Häuser wegen lassen sich auch hier keine weiteren
+Nachforschungen anstellen, aber aller Wahrscheinlichkeit nach dürften dies
+Reste der alten Akropolis sein, während das vorhin beschriebene Gebäude
+mit zwei Abtheilungen dem grossen Tempel des Jupiter Ammon entspricht.
+Schon der Zusammenhang mit dem Brunnen mittelst des geheimen Ganges macht
+dies wahrscheinlich. Auch mit der Beschreibung der Alten, z.B. Diodor, von
+den Räumlichkeiten der Jupiter Ammons-Oase stimmt Alles. Nach ihnen war
+die heilige Quelle, und das ist der Brunnen, dicht bei dem Tempel gelegen.
+Anführen muss ich noch, dass von diesem Brunnen aus, der eine starke
+Quelle enthält, sieben Bäche aus dem Berge heraus nach aussen sich
+ergiessen. Die dritte äussere Umschliessungsmauer, von der bei den Alten
+die Rede ist, müssen wir jedenfalls wohl ausserhalb Agermi suchen, da der
+Raum nicht gross genug gewesen sein würde, um Platz für Soldaten und
+Diener, wofür er bestimmt sein sollte, aufzunehmen. Spuren von Mauerwerk
+fand ich später südwestlich von Agermi zwischen einigen Hütten,
+Tschücktschuck genannt, und diese könnten möglicherweise Reste der dritten
+Umfassung gewesen sein.
+
+Es versteht sich wohl von selbst, dass ich meinen Besuch in Agermi
+wiederholte, aber dennoch, so oft auch alle Häuser, welche zugänglich
+waren, durchsucht wurden, war nichts zu entdecken. Gerade südlich von
+Agermi, kaum einen Viertel Kilometer entfernt, finden sich die Reste eines
+griechischen Tempels, seine Richtung ist von Westen nach Osten, die
+Umrisse lassen sich nur aus den zum Theil aus dem Boden sehenden Quadern
+erkennen, zu Tage liegt sonst nichts als die Schafte zweier cannellirter
+Säulen. Die Schuttumrisse geben auf 18 Schritt Länge eine Breite von 14
+Schritt; ursprünglich mögen aber die Verhältnisse andere gewesen sein, da
+dieselben eben nur durch Schutt und Anhäufungen zu bemessen waren.
+
+In jenen Tagen erstand ich auch durch Kauf den interessanten Marmorwidder,
+sowie einige alte Münzen, welche in der Oase gefunden worden sind.
+Zugleich machte ich mich auf nach dem Orte, wo der Widder war entdeckt
+worden. Ungefähr 1½ Stunde S.-W. von Siuah gelegen, fand ich am Rande der
+Oase und der Dünen nichts als einen 12' Quadrat grossen Schutthaufen, in
+dem einzelne Kalkquadern lagen. Möglicherweise kann hier ein Triumphbogen
+gestanden haben, worauf der Name bab el medina[47] wenigstens hindeutet.
+Die übrige Zeit ging damit hin, die Oase nach allen Richtungen hin zu
+durchstreifen, Agermi, Umma beida und der Sonnenquell erhielten täglich
+einen Besuch, auch Ain Mussa, eine grosse schön ummauerte Quelle, auf
+selbem Wege zwischen Siuah und Agermi gelegen. Besonders auch unterwarf
+ich den Dj. Muta, Todtenberg, einer genauen Untersuchung, derselbe ist
+etwas nördlich von Siuah gelegen. Ungefähr 150' hoch und an der Basis
+einen Umfang von etwa 1500 Meter zeigend, ist dies gewiss die sonderbarste
+Grabstätte, die man auf Gottes Erdboden antreffen kann. Seit Jahrtausenden
+muss dies der gemeinsame Beerdigungsplatz der Bewohner der Oase gewesen
+sein. Hunderte von Gewölben, Löchern, Katakomben und Gräbern machen aus
+dem ganzen aus Kalkstein bestehenden Berg ein wahres Labyrinth, und es
+giebt darin Gewölbe, welche zur Aufnahme von hundert und mehr Todten
+hergerichtet waren. Spitz nach oben zulaufend, ist der Berg so
+durchlöchert, dass er einem Zellenbau gleicht. Hunderte, Tausende von
+zerrissenen Gerippen, ganze Haufen von Schädeln, oft noch gut
+eingewickelte Mumienglieder liegen am Fusse des Berges umher. Da ist auch
+kein Grab, welches nicht durchsucht, kein Gerippe, welches nicht
+auseinander gerissen worden wäre, um möglicherweise Ringe oder
+Schmucksachen an demselben zu entdecken. Ja, einige Gräber hatten offenbar
+in späteren Zeiten schon zu Wohnungen dienen müssen, russige Wände,
+Topfscherben und Feuerstellen zeigten es deutlich. An der südöstlichen
+Bergkante wohnen noch jetzt einige arme Familien in den Todtengemächern,
+meine Begleiter sagten mir, es seien vor einigen Jahren aus Djalo
+eingewanderte Modjabra. Bemerkenswerth von all den vielen Gräbern war ein
+in der Mitte des Berges auf der Ostseite gelegenes: der Eingang mit
+Halbsäulen geschmückt, liess schon auf ein sorgfältig ausgehauenes Innere
+schliessen, und in der That entsprach die innere Einrichtung ganz dem
+eleganten Aeusseren. Durch einen Vorhof gelangte man in eine geräumige
+Kammer mit zwei seitlichen Nebencabinetten, welche, wie die Hauptkammer
+sorgfältig ausgehauene Aufnahmestellen für die Todten hatten. In
+Manneshöhe zog sich auf blauem Grunde eine Epheu- oder Rebenblattguirlande
+in lebhaft grüner Farbe herum, und so frisch waren die Töne, als ob sie
+gestern wären gemalt worden. Im Hintergrunde der Kammer bemerkte man auch
+erhabene gemeisselte Figuren an der Wand, doch waren sie absichtlich so
+zerstört, dass sich nichts erkennen liess. Der unterirdische Gang, der von
+hier nach Agermi führen sollte, erwies sich, nachdem Licht gebracht wurde,
+als nichts anderes, denn unterirdische Grabhöhlen, welche sich von hier
+noch weiter ins Innere des Berges fortsetzten, dann aber mit einer
+Felswand ein Ende hatten.
+
+Ich hatte während meiner Anwesenheit in Siuah nie davon gesprochen, den
+Ort selbst besuchen zu wollen, ich wusste, wie empfindlich früheren
+Reisenden gegenüber die Bewohner in diesem Punkte gewesen waren. Und wenn
+man vom mohammedanischen Standpunkte aus das Haus als etwas Heiliges, für
+Fremde Unzugängliches betrachtet, wird man das auch ganz natürlich finden.
+Nun ist aber Siuah selbst so zu sagen ein einziges Haus. Der konische
+Berg, aus dem es besteht, ist seit 1000 Jahren so eng überbaut worden,
+dass die Häuser _ein_ Ganzes bilden und alle eine Höhe von drei
+Stockwerken erreicht haben; wo nur noch Platz war, hat man gebaut, so dass
+sogar die Strasse mit Ausnahme einiger nach oben gelassener Luftlöcher
+ganz überbaut ist.
+
+Als nun aber Hammed mich in den letzten Tagen fragte, ob ich noch etwas zu
+sehen wünschte, und ich erwiederte, ich glaubte Alles gesehen zu haben,
+während doch mein Blick, der auf Siuah ruhte, das Gegentheil verrieth,
+sagte er von selbst: "Ja, mit Ausnahme des Ortes, wenn Du aber hinein
+willst, will ich gleich ausrufen die Thüren zuzuhalten und die Weiber
+einzusperren." Man kann sich denken, mit welcher Freude ich den Vorschlag
+annahm, zumal nach den Erkundigungen St. Johns alte Baureste in Siuah sein
+sollten. Man hatte schnell die Frauen unter Schloss gelegt, und durch eine
+der vielen Thüren gelangten wir unter einem Hause durch bald in die
+grosse, aber auch überdachte Strasse, welche sich schneckenhausartig um
+den Berg bis fast nach oben hinaufzieht. Indess war es doch noch hell
+genug, um ohne Licht oder Fackel gehen zu können, manchmal aber die
+Strasse so niedrig, dass Achtung gerufen wurde, um nicht mit dem Kopf
+anzustossen. Von dieser grossen Strasse liefen radienförmig Gänge aus,
+nach aussen und innen. Mit Ausnahme der durch den Fels getriebenen
+Brunnen, es giebt deren vier in Siuah, welche davon zeugen, dass auch im
+hohen Alterthum dieser Punkt der Oase schon stark bewohnt war, ist indess
+nichts von altem Mauerwerk vorhanden. Oben am Ende der Spirale, denn das
+war die Strasse, angekommen, fand ich ein Haus; der Besitzer, ein alter
+Mann, war aber auch freundlich genug mich einzuladen, und bald befand ich
+mich auf dem Dache des höchsten Hauses von Siuah, hatte von hier aus den
+Blick auf alle Dächer, welche, wie Stufen nach unten abfielen. Ein
+herrlicher Rundblick eröffnete sich hier auf den Amelal-Felsen, auf das
+steile nördliche Ufer, auf die Palmgärten, auf Dj. Muta, Agermi und Umma
+beida, und nach Süden auf die endlose Fläche der Sahara. Dem alten Manne
+gab ich denn ein mehr als reichliches Bakschisch, das wird aber künftigen
+Reisenden auch wieder die Thür öffnen. Wenn ich somit in Siuah selbst auch
+nur ein negatives Resultat erlangt hatte, nämlich constatiren zu können,
+dass hier keine Ruinen irgendwelcher Art vorhanden sind, so bestätigt das
+andererseits um so mehr, in den auf Agermi vorhandenen Ruinen den grossen
+Tempel und die Akropolis mit vollem Rechte zu erkennen.
+
+Während der ganzen Zeit meines Aufenthaltes hatten sowohl die Schichs der
+Lifaya, als auch die der Rharbyin gewetteifert mir ihre Dienste
+anzubieten, und um sich selbst herauszustreichen, hielten sie es fürs
+Beste sich gegenseitig zu verleumden. Ich hielt mich mit allen gut, Hammed
+aber, der sich gegen mich am uneigennützigsten und aufrichtigsten gezeigt
+hatte, beschenkte ich mit einem schönen weissseidenen Ueberwurf, einer
+Djibba oder Djelaba, welche von einem Stück angefertigt worden war, das
+von den in Tripolis verfertigten Burnussen für den Sultan von Bornu übrig
+geblieben war; aber auch alle Uebrigen wurden reichlich bedacht, um sie in
+ihren guten Gesinnungen gegen uns Europäer zu erhalten.
+
+Und dann wurden am 11. Mai die Kameele vorgetrieben, beladen, und in
+Begleitung sämmtlicher Schichs und vieler Bekannten, während alles Volk
+auf der Strasse war, verliessen wir die Mestah oder den Dattelhof, und
+riefen den Siuahnern ein Allah ihennikum zu.
+
+ * * * * *
+
+
+
+
+Von der Ammons-Oase nach Egypten.
+
+
+Wir zogen selben Tages nur bis zum unfernen Agermi, von einer grossen
+Menge Leute aus Siuah begleitet. Zum letzten Male ging es nun vorbei an
+jenen sprudelnden Quellen, an jenen immer grünen Gärten. So mochten vor
+tausenden von Jahren auch die Pilgerschaaren heimgezogen sein, welche
+gekommen waren, um sich Rath und Frieden für das Gemüth zu holen. Seitdem
+die christliche Religion einzog, ging das Ansehn des Orakels der Ammonier
+unter, seit die Schwesterreligion des Islam sich festsetzte, wurde Alles,
+was daran erinnerte, vernichtet. Wenn ich daran denke, wie Mohammedaner
+und Christen es sich haben angelegen sein lassen, die Tempel und
+Gotteshäuser der Heiden einzureissen zur Ehre Gottes, und dann lese:
+(Ausland Nr. 18, 1870) "Zu solchen Stätten haben wir gewiss in erster
+Linie auch die altchristlichen Kirchen Roms zu zählen, jene ersten
+Gotteshäuser, welche die ewige Stadt mit ihren zahllosen Tempeln im weiten
+Umkreise umgebend, ihr _mildes Licht_ in die Nacht des versinkenden
+Heidenthums hineinleuchten liessen, so fragte ich unwillkürlich, ob es
+Ironie oder Wahrheit sei. Ich dachte mir, hat man mit den
+Verdammungsartikeln, welche man 1870 vom St. Peter zur Ehre und Liebe
+Gottes schleudert, noch nicht genug. Klingt es in der That nicht, wie eine
+Parodie, wenn man im Jahre 1870 noch von der Liebe und Milde einer
+christlichen oder semitischen Religion redet, die allerdings Liebe und
+Demuth predigt, deren Lehren aber nun seit Tausenden von Jahren nur
+Schwert, Inquisition, Hexenprocesse und Verdammungsurtheile zur Folge
+haben.--Alexander d. Gr. liess sich im Tempel des Ammon doch nur zum Sohne
+Gottes proclamiren, der heilige Vater im St. Peter aber lässt sich im
+Jahre 1870 zum Gotte selbst ausrufen.
+
+Wir waren bald am Fusse der alten Akropolis und schlugen unsere Zelte im
+Schatten der Dattelbäume nordwärts von Agermi. Alle Bewohner halfen aufs
+Freundlichste, so dass wir rasch damit fertig wurden. Ich besuchte sodann
+noch den Schich von Agermi, den grossen Tempel, machte dem kleinen Tempel
+einen Abschiedsbesuch und setzte mich an den Sonnenquell. Hier kam dann
+noch eine Deputation Lifaya, um sich speciell zu verabschieden, und kehrte
+sodann nach unserem Lager zurück. Der Schich von Agermi und andere
+Vornehme des Ortes erwarteten mich, damit ich mit ihnen käme, um Nachts
+auf der Burg zu schlafen. Auf meine Antwort, ich zöge es vor, in meinem
+Zelte zu schlafen (schon der Reinlichkeit halber, da die Siuahner, weil in
+der Wüste allerdings ohne Flöhe, aber keineswegs ohne sonstiges Ungeziefer
+sind), sagten sie, es sei gefährlich, die Lifaya würden kommen, um mich zu
+ermorden, und die Schuld würde dann auf sie zurückfallen. Aber auch dies
+konnte mich nicht bewegen, ich erwiederte einfach, ich könne nicht
+glauben, dass, da ich so lange Gast der Lifaya gewesen, diese schliesslich
+ihren Gast ermorden würden.
+
+Als die Agermi-Bewohner so sahen, dass nichts auszurichten war,
+beschlossen sie eine starke Wache bei meinem Zelte zu stellen. Vorher
+jedoch kam eine grosse Diffa (Gastmahl) von Schich Mohammed Djari, die um
+so mehr Hülle und Fülle hatte, als es galt, mit einem Schlage die
+Gastfreundschaft der Siuahner auszustechen und zwar in ihrer Gegenwart,
+denn eine Menge Leute vom ersten Orte wollten auch noch die letzte Nacht
+in unserer Nähe verbringen. So war denn auch an Schlafen nicht zu denken,
+die Wache, die vielen Freiwilligen hatten so viel zu plaudern, zu singen
+und zu scherzen, dass auch wir fast die ganze Nacht an der Seite eines
+kleinen glimmenden Feuers zubrachten, welches nicht dazu diente, die Kälte
+zu vermindern, denn es war eine der schönsten Sommernächte, sondern um den
+Taback für die Raucher anzuzünden, und um von Zeit zu Zeit eine Tasse
+Kaffee zu kochen, womit ich die Ammonier tractirte.
+
+Mit anbrechendem Morgen ging es dann fort, alle Bewohner riefen uns ihr
+Lebewohl nach und nur noch von Einzelnen begleitet, waren wir denn bald
+aus den eigentlichen Gärten dieser reizenden Oase heraus. Der Weg[48] bot
+am ganzen Tage nichts irgend Bemerkenswerthes; wir sahen die Rinderheerde
+der Oasenbewohner ohne Hirten in einem Sebcha, wo etwas Grün war, weiden,
+und fragten uns, wozu solche erbärmliche Thiere nützen dürften, und
+lagerten Abends nach einem ziemlich anstrengenden Marsche südlich vom
+Plateau.
+
+Dieser Lagerplatz im u. Mohemen gelegen, befand sich gewissermaassen am
+oberen Kopfende des Uadi, das nach der Oase Lebak führt, welche südlich
+von Siuah gelegen, jedoch unbewohnt ist. In der Entfernung sahen wir
+Palmen, die jedoch nach Aussage unseres Führers ohne Herrn sein sollen.
+Die Lebaker Palmen werden von den Siuahnern eingeheimst.
+
+Schon um 4½ Uhr brachen wir am anderen Tage in nordöstl. Richtung auf;
+brauchten, um aus dem Mohemen-Thale herauszukommen, noch eine Stunde, und
+erstiegen dann eine in die Depression hineinragende Halbinsel, deren
+Abhang nach N.-W. zu der Nokb el Modjabri genannt wird, der Rand ist 105
+Meter hoch. Je weiter man nach Osten kommt (die ersten 4 Stunden in N.-O.,
+die letzten 5 in östl. Richtung), desto mehr hebt sich der Boden der
+Halbinsel, so dass Abends an unserem Lagerplatze das Aneroid 137 Meter
+zeigt. Da, wo wir lagerten, mündet auch ein ziemlich betretener von Lebak
+nach Um sserir führender Weg ein. Am folgenden Tage erreichten wir im Nokb
+el abiod nach einem zweistündigen Marsche in nordöstl. Richtung den
+höchsten Punkt der Halbinsel, kamen dann immer in selber Richtung bleibend
+herab, entstiegen einem zweiten Absatz, nokb el hamar genannt, und ein
+dritter Absatz brachte uns in die Hattieh der Oase Um sserir.
+
+Dies kleine Eiland liegt unmittelbar südlich vom libyschen Plateau. Wir
+fanden auch hier eine überaus freundliche Aufnahme, schlugen aber
+ebenfalls aus, auf dem Orte selbst zu wohnen, sondern schlugen unser Zelt
+unter den Palmen auf. Um sserir oder auch Gara genannt, liegt wie Agermi
+auf einem Felsblocke. Im Ganzen werden höchstens 300 Einwohner hier sein,
+alle sahen sehr dürftig aus. Der Ort selbst hat heute durchaus keine
+Ueberbleibsel von alten Bauten, obschon nicht bezweifelt werden kann, dass
+auch die Alten hier eine Ansiedelung hatten. Einige alte römische Münzen
+aus der Zeit der Kaiser, die ich hier sammeln konnte, bestätigen dies. Die
+Oase selbst ist ebenso wasserreich im Verhältnisse, wie die des Ammon,
+aber nur eine Quelle Um sserir el gotara enthält trinkbares Wasser, alles
+andere ist brakisch. Die Bewohner scheinen sehr faul zu sein, und ihr
+Dasein mit Lakbitrinken zu verbringen. Von hier führt ein näherer Weg als
+von Siuah nach der südlich von Um sserir gelegenen, unbewohnten Oase
+Dorha. Nach den übereinstimmenden Aussagen der Bewohner von Um sserir
+bietet diese Oertlichkeit keine Ruinen oder Spuren ehemaliger Besiedlung,
+die phantasiereichen Aussagen der Bewohner Siuahs gegen Hamilton und mich
+beruhen daher wohl auf Unwahrheiten; alles Merkwürdige soll sich auf
+einige sonderbar geformte Felsblöcke beziehen.
+
+Wir setzten daher unseren Weg fort und machten am Aufbruchstage 11 Stunden
+in 80° Richtung. Es ist ein Irrthum, wenn auf den Karten verschiedene Wege
+verzeichnet sind, es ist hier nur Ein Weg, südlich vom Plateau, und dass
+der Reisende in der Sahara nicht reisen kann, wie er _will_, ist eine
+bekannte Thatsache, er muss immer dem Karawanenwege folgen. Die Depression
+wird nun gegen Osten hin merklich tiefer, und erreicht wahrscheinlich in
+den Natronseen den tiefsten Punkt; die Gegend ist sonst vollkommne Sserir.
+Man passirt den Bir bel Geradi mit stark purgirendem Wasser, und erreicht
+dann die Brunnen Mkemen und Morhara, die beide ausgezeichnetes Wasser
+haben. Hier stiessen wir wieder auf eine grosse von Kairo kommende
+Karawane.
+
+Hier trennt sich denn auch der Weg nach dem Meere und Alexandrien von dem
+nach Kairo; da unser Führer von Djalo behauptete den Weg nach Alexandrien
+nicht zu kennen, so übernahm ich selbst von Morhara die Führerschaft und
+nun ging es in nordöstl. Richtung dem Plateau entgegen. Nach 4 Stunden war
+dies denn auch erreicht und wir somit aus der libyschen Wüste heraus. Zwei
+andere Tage brachten uns über die krautreiche Hochebene, wo uns rechts und
+links der Anblick weidender Schafheerden erfreute, nach dem Bir Hamman und
+der darauf folgende Tag ans Mittelmeer selbst.
+
+An der Küste entlang ziehend, erreichten wir dann Alexandrien, vierzehn
+Tage nachdem wir von Agermi, der alten Akropolis des Ammonium aufgebrochen
+waren.
+
+
+
+
+[Transkriptions-Notiz:
+Die folgenden Tabellen wurden erheblich umgeformt, damit die Zeilenlänge
+im Rahmen bleibt. Im Original sind die Tageszeiten nicht dem Datum (also
+den Zeilen) untergeordnet, sondern den einzelnen Meßgrößen (also den
+Spalten), so daß sich eine entsprechende Vielzahl von Spalten ergibt.
+Außerdem wurden die Tabellen neu gruppiert, damit sich eine Tabelle je
+Kalendermonat ergibt, sowie die Einträge Spalte "Anmerkungen" an den
+Fuß der jeweiligen Tabelle mit einem Verweis auf den Tag verschoben.
+
+
+Spalte 1: Datum
+Spalte 2: Tageszeit
+Spalte 3: "Aufenthaltsörther"
+Spalte 4: "Barometer"
+Spalte 5: "Thermometer"
+Spalte 6: "Hygrometer"
+Spalte 7: "Windes-Herkunft"
+Spalte 8: "Windes-Stärke"
+Spalte 9: "Himmel"
+
+Abkürzungen: vSA = vor Sonnenaufgang; nSU = nach Sonnenuntergang
+
+Für eine der Vorlage erheblich ähnlichere Darstellung der Tabellen sei
+auf die HTML-Version dieses Etextes unter
+http://www.gutenberg.org/1/7/6/0/17600 verwiesen.]
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|Decbr. 1868 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Tripolis |769|12 |73|W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |770|12 |70|SW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |770|23 |65|SW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |769|18 |70|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Tripolis |770|11 |72|W |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |770|13 |72|W |1|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |771|23 |66|W |2|Rein |
+| |nSU|Tripolis |770|17 |70|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Tripolis |768|12 |73|W |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |768|12 |70|SW |2|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |770|20 |66|W |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |769|16 |68|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Tripolis |767|12 |70|W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |768|23 |70|NW |1|Rein |
+| |3 |Tripolis |770|18 |66|NW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |769|15 |69|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Tripolis |765| 8 |73|W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |767|11 |69|W |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |767|19 |57|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |767|17 |68|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Tripolis |764|10 |70|N |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |764|12 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |767|19 |59|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |764|15 |70|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Tripolis |765|10 |69|NW |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |765|13 |70|NW |1|Rein |
+| |3 |Tripolis |767|18 |57|NW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |766|12 |70|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Tripolis |767|12 |71|SW |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |769|15 |69|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |769|19 |66|NW |X|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |768|13 |70| |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Tripolis |767|10 |70|NW |1|Rein |
+| |9 |Tripolis | | | | |1| |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis |767|18 |54| | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|29|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis |769|13 |70| | | |
+| |3 |Tripolis |770|17-3/4|54| | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|30|vSA|Tripolis |770|10 |69|W |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |768|13 |68|W |X|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |768|19 |49|SW |1|Bedeckt |
+| |nSU|Tripolis | | | |W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|31|vSA|Tripolis | | | |W |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |765|14 |53|SW |1|Rein |
+| |3 |Tripolis |768|19 |40|SW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|Januar 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Tripolis |767| 7 |61|O |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |768|10 |61|O |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |768|18 |60|O |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |770|14 |60|O |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Tripolis | | |71|W |1|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis | | |70|W |1|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |772|18 |64|SW |1|Bedeckt |
+| |nSU|Tripolis |772|17 |65|X |X|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Tripolis |770|15 |64|W |1|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |770|15 |62|O |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |768|19 |41|O |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |769|14 |61|O |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Tripolis |766|13 |68|SW |1|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |768|14 |68|SW |1|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |770|19 |70|NW |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis |770|15 |70|NW |2|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|Tripolis |772|14 |71|N |2|Regen |
+| |9 |Tripolis |772|15 |66|N |2|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |773|17 |67|NNW|2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |773|15 |69|NNW|2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Tripolis |773|12 |72|NNW|2|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |774|13 |70|NNW|2|Regen |
+| |3 |Tripolis |774|17 |60|NNW|1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |775|15 |62|NW |1|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Tripolis |775|15 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |775|15 |60|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |774|18 |70|NW |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis |774|13 |60|N |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Tripolis |774|14 |70|N |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |773|15 |65|N |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |771|17 |70|N |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |770|14 |70|N |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Tripolis |767|12 |72|N |2|Regen |
+| |9 |Tripolis |766|12 |62|NO |2|Regen |
+| |3 |Tripolis |765|13 |62|NO |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |768|12 |70|NO |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Tripolis |765|10 |69|N |2|Regen |
+| |9 |Tripolis |765|12 |70|N |2|Regen |
+| |3 |Tripolis |766|11 |65|N |2|Regen |
+| |nSU|Tripolis |768|13 |70|N |3|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Tripolis |766|11 |68|N |3|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |768|12 |67|N |2|Regen |
+| |3 |Tripolis |766|12 |70|W |2|Regen |
+| |nSU|Tripolis |769|12 |70|W |1|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Tripolis |768| 8 |71|W |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |770|11 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |767|14 |62|W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |767|12 |70|W |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Tripolis |766| 8 |73|NW |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |768|10 |70|NW |1|Schleier |
+| |3 |Tripolis |764|13 |60|NW |1|Schleier |
+| |nSU|Tripolis |764|12 |71|NW |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Tripolis |766| 9 |74|X |X|Schleier |
+| |9 |Tripolis |767|12 |65|X |X|Schleier |
+| |3 |Tripolis |765|18 |60|S |X|Schleier |
+| |nSU|Tripolis |765|14 |70|S |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Tripolis |765|10 |70|S |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |764|12 |71|SW |X|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |764|16 |60|O |X|Bedeckt |
+| |nSU|Tripolis |764|13 |70|O |X|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Tripolis |764|12 |75|SO |X|Regen |
+| |9 |Tripolis |764|12 |73|SO |X|Regen |
+| |3 |Tripolis |760|12 |69|N |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis | |14 |70|N |1|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Tripolis |762|10 |75|N |1|Regen |
+| |9 |Tripolis |762|14 |70|N |1|Regen |
+| |3 |Tripolis |762|15 |69|N |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis |762|12 |70|N |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Tripolis |762|10 |74|NW |1|Regen |
+| |9 |Tripolis |761|12 |74|NW |1|Regen |
+| |3 |Tripolis |761|15 |75|W |1|Regen |
+| |nSU|Tripolis |765|12 |70|O |X|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Tripolis |765|12 |70|NW |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |765|13 |56|NW |X|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |765|12 |60|W |X|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |765|12 |70|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Tripolis |763|10 |73|W |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |764|14 |75|NW |1|Regen |
+| |3 |Tripolis |763|14 |70|NW |2|Regen |
+| |nSU|Tripolis |761|10 |70|NW |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Tripolis |760| 8 |72|W |2|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |760|10 |75|W |3|Bedeckt |
+| |3 |Tripolis |760|12 |70|W |3|Wolkenbruch |
+| |nSU|Tripolis |764|11 |71|W |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Tripolis |764| 8 |71|N |2|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |766|10 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |764|12 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |764|12 |70|NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Tripolis |760| 7 |70|NW |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |762|10 |70|W |2|Rein |
+| |3 |Tripolis |762|12 |72|W |2|Rein |
+| |nSU|Tripolis |761|10 |70|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Tripolis |751| 7 |70|NW |1|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |765| 9 |70|NW |1|Regen |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|29|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|30|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|31|vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 5.: Den ganzen Tag schauert es.
+ 8.: Die ganze Nacht starker Regen.
+ 11.: Abends 9 Uhr Ende der Regen und Gewitter.
+ 15.: Die ganze Nacht Regen.
+ 21.: Um Mitternacht Wolkenbruch mit Hagel.
+
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|Febr. 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Tripolis | | | | | | |
+| |9 |Tripolis | | | | | | |
+| |3 |Tripolis | | | | | | |
+| |nSU|Tripolis | | | | | | |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Tripolis |775|10 |70|W |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |776|12 |70|W |X|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |774|18 |70|W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |776|10 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|Tripolis |776| 8 |70|N |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |777|13 |55|N |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |777|18 |70|N |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |777|12 |70|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Tripolis |777|12 |71|NW |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |777|14 |60|NW |X|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |777|19 |52|N |X|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |776|10 |70|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Tripolis |776| 8 |70|N |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |777|15 |60|X |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |777|20 |49|N |X|Rein |
+| |nSU|Tripolis |776|12 |65|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Tripolis |775| 8 |70|N |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |775|14 |67|NNW|1|Rein |
+| |3 |Tripolis |774|18 |62|NW |2|Rein |
+| |nSU|Tripolis |774|12 |65|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Tripolis |773| 9 |70|N |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |774|14 |65|NW |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |774|18 |60|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |773|10 |65|X |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Tripolis |774| 9 |70|N |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |774|12 |65|W |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |775|18 |62|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |776|15 |70|X |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Tripolis |776|14 |70|NW |X|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |776|15 |70|N | |Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |776|20 |71|N |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |775|14 |70|N |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Tripolis |765| 8 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis |775|14 |70|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |774|18 |63|NW |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |772|12 |69|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Tripolis |770| 8 |70|W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis |769|14 |63|W |X|Rein |
+| |3 |Tripolis |768|20 |60|W |X|Rein |
+| |nSU|Tripolis |768|14 |68|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Tripolis |766| 8 |72|W |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |766|15 |62|W |X|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |766|20 |59|W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |765|14 |60|W |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Tripolis |763| 7 |72|W |2|Bedeckt |
+| |9 |Tripolis |762|14 |70|W |2|Regen |
+| |3 |Tripolis |760|19 |70|W |3|Regen |
+| |nSU|Tripolis |764| | |W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Tripolis | | | |W |X|Rein |
+| |9 |Tripolis | | | |W |1|Rein |
+| |3 |Tripolis | | | |W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis | | | |W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Tripolis | | | |NW |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Tripolis | | | |NW |X|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis | | | |NW |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis | | | |NW |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Tripolis | | | |NW |1|Rein |
+| |9 |Tripolis | | | |NW |1|Rein |
+| |3 |Tripolis | | | |NW |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis | | | |NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Tripolis |773|10 |70|W |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |774|14 |65|NW |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |773|18 |60|W |1|Rein |
+| |nSU|Tripolis |773|12 |70|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Tripolis |769|12 |72|W |1|Rein |
+| |9 |Tripolis |770|13 |64|W |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Tripolis |770|19 |58|W |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Tripolis |770|15 |70|W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Mittelmeer |768|10 |70|SW |1|Staub |
+| |9 |Mittelmeer |767|14 |65|S |2|Staub |
+| |3 |Mittelmeer |770|19 |61|S |2|Staub |
+| |nSU|Mittelmeer |770|14 |69|S |2|Staub |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Mittelmeer |765| 8 |73|SO |2|Staub |
+| |9 |Mittelmeer |769|14 |68|SO |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Mittelmeer |768|18 |60|SO |1|Rein |
+| |nSU|Mittelmeer |768|15 |70|SO |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Mittelmeer |768| 8 |74|SSO|X|Rein |
+| |9 |Mittelmeer |770|14 |68|SSO|X|Rein |
+| |3 |Mittelmeer |770|19 |62|SSO|X|Rein |
+| |nSU|Mittelmeer |770|14 |72|SSO|X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Mittelmeer |770| 8 |73|N |X|Rein |
+| |9 |Mittelmeer |771|12 |69|N |1|Rein |
+| |3 |Mittelmeer |770|18 |59|N |X|Rein |
+| |nSU|Mittelmeer |770|14 |70|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Mittelmeer |772|10 |72|NO |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Mittelmeer |773|14 |68|NO |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Mittelmeer |772|20 |58|NO |X|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Mittelmeer |775|16 |71|NO |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Mittelmeer |775|10 |74|ONO|1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Mittelmeer |772|13 |69|ONO|1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Mittelmeer |773|18 |58|ONO|1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Mittelmeer |771|15 |73|ONO|1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Bengasi |771|10 |74|N |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Bengasi |770|14 |65|N |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Bengasi |771|18 |56|N |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Bengasi |771|16 |69|N |2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA|Bengasi |770| 9 |70|NO |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Bengasi |770|14 |64|NO |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Bengasi |770|18 |60|NO |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Bengasi |768|14 |69|W |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 10.: Zwischen 5 bis 7 Uhr Nachmittags sehr wolkig um 2 W.-Wind.
+
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|März 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Bengasi |767| 8 |73|W |2|Bedeckt |
+| |9 |Bengasi |764|10 |70|W |2|Regen |
+| |3 |Bengasi |763|14 |70|W |2|Regen |
+| |nSU|Bengasi |760| 9 |74|W |3|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Bengasi |759| 9 |74|W |2|Wolkig |
+| |9 |Bengasi |759|12 |74|W |3|Regen u. Bedeckt |
+| |3 |Bengasi |757|15 |70|W |1|Bedeckt u. Regen |
+| |nSU|Bengasi |757|10 |73| |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Bengasi |757| 8 |74|W |1|Rein |
+| |9 |Bengasi |756|14 |64|NW |2|Rein |
+| |3 |Bengasi |753|18 |60|NW |3|Rein |
+| |nSU|Bengasi |754|16 |66|S |1|Staubig |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Bengasi |754|10 |70|SO |1|Rein |
+| |9 |Bengasi |754|12 | |W |1|Regen |
+| |3 |Weg |753|18 | |W |3|Haufen-Wolken |
+| |nSU|(Kafes) Thuil |753|14 | |W |3|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|Weg | | | |W |3|Bedeckt u. Regen |
+| |9 |Weg | | | |SW |3|Bedeckt u. Regen |
+| |3 |Weg | | | |SW |3|Bedeckt u. Regen |
+| |nSU|Tokra |763|14 |73|W |3|Bedeckt u. Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Tokra |763| 8 |73|W |1|Bedeckt u. Regen |
+| |9 |Tokra |765|14 | |W |1|Regen |
+| |3 |Tokra |765|20 | |W |1|Abwechs. Regen |
+| |nSU|Tokra |765|14 | |W |1|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Tokra |762| 7 | |W |1|Rein |
+| |9 |Weg |761|14 | |SW |2|Rein |
+| |3 |Sisi |761|19 | |SW |3|Rein |
+| |nSU|Chaluf |761|12 | |SW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Sidi Chaluf |762| 7 | |W |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Weg |763|14 | |W |X|Rein |
+| |3 |Ptolemais |763|20 | |W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Ptolemais |764|10 | |NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Ptolemais |764| 5 | |SO |1|Rein |
+| |9 |Ptolemais |765|14 | |SW |X|Rein |
+| |3 |Ptolemais |765|20 | |SW |X|Rein |
+| |nSU|Ptolemais |765| 8 | |SW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Tolmetta |762| 7 | |SO |3|Staubig |
+| |9 |Tolmetta |760|12 | |SO |4|Staubig |
+| |3 |Tolmetta |759|19 | |SO |4|Staubig |
+| |nSU|Tolmetta |758|12 | |SO |4|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Tolmetta |757|12 | |SO |2|Bedeckt u. etw. Regen |
+| |9 |Weg | |15 | |SO |1|Bedeckt |
+| |3 |Weg | |20 | |SO |X|Bedeckt u. etw. Regen |
+| |nSU|Mrsihd |727|14 | |SO |X|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Mrsihd |727|14 | |S |X|Schleier |
+| |9 |Weg | |20 | |S |X|Schleier |
+| |3 |Weg | |32 | |S |X|Schleier |
+| |nSU|Megade |727|14 | |S |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Megade |722|12 | |S |2|Bedeckt u. Schleier |
+| |9 |Weg | |15 | |S |1|Wolkig u. Schleier |
+| |3 |Beni |714|20 | |S |2|Gewitter u. Regen |
+| |nSU|Gedani |715| 6 | |S |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Beni Gedani |715| 5 | |S |X|Bedeckt |
+| |9 | | |14 | |SW |2|Haufen-Wolken |
+| |3 | | |19 | |W |1|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Djenin |705| 3 | |NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Djenin |705| 1 | |S |1|Rein |
+| |9 |Weg | | | |X |X|Rein |
+| |3 |Cyrene |707|14 |52|S |X|Rein |
+| |nSU|Cyrene |706| 9 |60|SW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Cyrene |701| 2 |62|SO |3|SM |
+| |9 |Battusstrasse |701|14 |58|SO |4|SM |
+| |3 |Battusstrasse |704|15 |50|W |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU| |705| 5 |68|W |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Battusstrasse |704| 5 |70|W |1|Rein |
+| |9 |Cyrene |707|10 |70|W |4|Regen |
+| |3 |Cyrene |709|12 |69|W |4|Regen |
+| |nSU| |709| 6 |71|W |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Cyrene, östl. Necr.|709| 5 |70|W |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Cyrene, östl. Necr.|709|10 | |W |3|Regen |
+| |3 |Cyrene, östl. Necr.|710|14 | |W |3|Regen |
+| |nSU| |710| 7 | |W |1|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Necropolis Cyrene |708| 6 | |W |1|Bedeckt |
+| |9 |Necropolis Cyrene |708|12 | |W |3|Regen u. Gewitter |
+| |3 |Necropolis Cyrene |707|14 | |W |2|Regen u. Gewitter |
+| |nSU| |707| 8 | |W |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Necropol. Cyrene |707| 5 | |W |2|Regen |
+| |9 | |705| 9 | |W |4|Regen |
+| |3 |Gasr- |695|12 | |W |3|Regen |
+| |nSU|Gaigab |698| 7 | |W |2|Regen |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Kasr |697| 2 | |O |X|Rein |
+| |9 |Kasr |697|10 | |N |3|Rein |
+| |3 |Gaigab |695|12 | |N |3|Rein |
+| |nSU|Gaigab |698| 7 | |W |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Kasr |698| 4 | |W |1|Rein |
+| |9 |Kasr |698|10 | |W |1|Rein |
+| |3 |Gaigab |698|14 | |W |X|Rein |
+| |nSU|Gaigab |697| 8 | |W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Gaigab |698| 6 | |W |2|Rein |
+| |9 |Weg | |15 | |SSO|3|Schmutzig |
+| |3 |Weg | |20 | |SSO|4|Schmutzig |
+| |nSU|Slantia |688|20 | |SSO|X|Schmutzig |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Slantia |687| 4 | |SSW|2|Schmutzig |
+| |9 |Weg | |10 | |SW |3|Haufen-Wolken |
+| |3 |Maraua |714|12 | |W |3|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Maraua |716|14 | |W |3|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Maraua |715| 7 | |W |2|Haufen-Wolken |
+| |9 |Weg | | 9 | |W |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Weg | |17 | |NW |3|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Djerdes |704| 9 | |NW |2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Djerdes |705| 2 | |S |2|Rein |
+| |9 |des | |17 | |S |2|Rein |
+| |3 |Weg | |23 | |S |2|Rein |
+| |nSU|Biar |732|14 | |S |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Biar |732|10 | |NW |2|Regen |
+| |9 |Weg | |15 | |NW |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Weg | |22 | |NW |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Bengasi |761|15 | |NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA|Bengasi |760|14 | |S |2|Staubig |
+| |9 |Bengasi |762|20 | |S |3|Staubig |
+| |3 |Bengasi |760|26 | |S |3|Staubig |
+| |nSU|Bengasi |762|20 | |S |X|Staubig |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|29|vSA|Bengasi |759|20 |60|S |X|Staubig |
+| |9 |Bengasi |758|20 |57|S |X|Schleier |
+| |3 |Bengasi |755|23 |53|W |1|Bedeckt |
+| |nSU|Bengasi |755|18 |68|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|30|vSA|Bengasi |757|15 |72|N |X|Rein |
+| |9 |Bengasi |759|19 |64|NO |1|Rein |
+| |3 |Bengasi |759|23 |49|O |1|Rein |
+| |nSU|Bengasi |760|17 |60|X |X|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|31|vSA|Bengasi |760|14 |68|N |X|Rein |
+| |9 |Bengasi |762|20 |60|N |1|Rein |
+| |3 |Bengasi |762|24 |50|N |1|Rein |
+| |nSU|Bengasi |764|16 |60|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 9.: Der Sturm fing nachts um 12 Uhr an.
+ 12.: Nachts 12 Uhr starkes Gewitter und Regen.
+ 15.: In der Sonne 21.
+ 16.: Battustrasse etwas höher als die Apolloquelle.
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|April 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Bengasi |762|14 |59|N |1|Schleier |
+| |9 |Bengasi |762|20 |58|N |X|Schleier |
+| |3 |Bengasi |760|20 |42|NO |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Bengasi |761|16 |62|NO |1|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Bengasi |755|15 |50|SO |3|Schmutzig |
+| |9 |Bengasi |754|18 |43|S |4|Staubig |
+| |3 |Bengasi |755|30 |24|S |3|Staubig |
+| |nSU|Bengasi |753|18 |48|S |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Bengasi |756|14 |62|W |X|Bedeckt |
+| |9 |Bengasi |755|19 | |W |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Ksebéah |754|22 | |W |2|Hf.-Wolken u. Regen |
+| |nSU|Ksebéah |754|14 | |W |2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Ksebéah |757|12 | |W |X|Rein |
+| |9 |Weg |758|14 | |W |3|Hf.-Wolken u. Regen |
+| |3 |Weg |759|18 | |W |3|Hf.-Wolken u. Regen |
+| |nSU|el Hussein |759|12 | |W |2|Haufen-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|el Hussein |761| 8 | |S |X|Rein |
+| |9 |Weg |763|19 | |S |1|Haufen-Wolken |
+| |3 |Weg |764|26 | |S |1|Rein |
+| |nSU|Djelid |763|14 | |S |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Djelid |762| 8 | |O |1|Rein |
+| |9 |Weg |760|24 | |S |2|Rein |
+| |3 |Weg |760|32 | |S |2|Staubig |
+| |nSU|Ferssi |762|18 | |W |3|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Ferssi |760|10 | |W |2|Bedeckt u. Regen |
+| |9 |Weg |762|16 | |W |3|Bedeckt u. Regen |
+| |3 |Schadábia |765|20 | |W |4|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Schadábia |764|15 | |NW |4|Regen u. Sturm |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Schadábia |763| 8 | |NW |4|Regen u. Sturm |
+| |9 |Schadábia |761|12 | |NW |4|Regen u. Sturm |
+| |3 |Weg |758|22 | |NW |3|Haufen-Wolken |
+| |nSU|Chor Ssofan |759|12 | |NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Chor Ssofan |761|12 | |NNW|1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Weg |762|15 | |NNW|3|Regen |
+| |3 |Weg |765|25 | |NNW|3|Rein |
+| |nSU|Thuil |762|14 | |NNW|1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Thuil |762| 8 | |N |X|Rein |
+| |9 |Weg |768|18 | |NNW|1|Rein |
+| |3 |BirRessam |772|26 | |NW |1|Rein |
+| |nSU|Gor-n-Nus |772|14 | |NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Gor-n-Nus |773| 8 | |SO |X|Rein |
+| |9 |Weg |772|19 | |SO |X|Rein |
+| |3 |Weg |770|26 | |O |X|Rein |
+| |nSU|Meschtèret |769|20 | |NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Muschtèret |769| 9 | |SO |X|Rein |
+| |9 |Weg |772|18 | |O |1|Rein |
+| |3 |Weg |770|28 | |O |X|Rein |
+| |nSU|Audjila |770|22 |52|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Audjila |767|12 |50|SO |X|Rein |
+| |9 |Audjila |770|23 |42|SO |X|Rein |
+| |3 |Audjila |767|25 |20|NW |1|Rein |
+| |nSU|Audjila |768|23 |21|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Audjila |767|12 |29|X |X|Rein |
+| |9 |Audjila |767|20 |29|SO |X|Rein |
+| |3 |Audjila |765|26 |23|N |1|Rein |
+| |nSU|Audjila |767|20 |29|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Audjila |765|10 |39|N |X|Rein |
+| |9 | | |20 | |NW |1|Rein |
+| |3 |Weg | |26 | |NW |1|Rein |
+| |nSU|Djalo |765| |40|NW |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Djalo |763|12 |56|N |1|Rein |
+| |9 |Djalo |767|23 |40|N |X|Rein |
+| |3 |Djalo |764|26 |25|S |X|Rein |
+| |nSU|Djalo |763|22 |26|N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Djalo |763|20 |40|SSW|1|Rein |
+| |9 |Weg | |24 | |S |2|Schmutzig |
+| |3 |uadi |763|30 | 9|S |3|Schmutzig |
+| |nSU| |761|23 |10|SSO|1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|uadi |757|16 |14|SSO|2|Schmutzig |
+| |9 |uadi |761|25 |10|SSW|3|Alles Staub |
+| |3 |uadi |760|30 | 2|SW | |Alles Staub |
+| |nSU|uadi |759|24 | 2|S |1|Schmutz |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|uadi |756|20 | 5|S |2|Schmutzig |
+| |9 |uadi |760|28 | 4|SSO|4|Alles ein Staubmeer |
+| |3 |uadi |756|33 | 2|SSO| |Alles ein Staubmeer |
+| |nSU|uadi |756|24 | 2|SSO|3|Alles ein Staubmeer |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|uadi |756|14 |15|NW |3|Schmutzig |
+| |9 |uadi |759|22 |17|NW |5|Wolkig oben, Staub unten|
+| |3 |uadi |760|20 |25|NW |4|Wolkig oben, Staub unten|
+| |nSU|uadi |763|18 |26|NW | |Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|uadi |763|12 |38|NW | |Rein |
+| |9 |uadi |765|20 |36|NNW|X|Rein |
+| |3 |uadi |766|25 |25|W |2|Haufen-Wolken |
+| |nSU|uadi |764|14 |28|NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|uadi |763|14 |33|W |X|Rein |
+| |9 |uadi |766|18 |29|W |1|Rein |
+| |3 |uadi |766|25 |25|W |2|Einige Hf-Wolk. |
+| |nSU|uadi |765|14 |23|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|uadi |765|14 |34|W |1|Rein |
+| |9 |uadi |767|20 |30|W |1|Rein |
+| |3 |uadi |765|34 |29|W |1|Rein |
+| |nSU|uadi |764|13 |29|NW |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|uadi |763|14 |33|S |X|Rein |
+| |9 |uadi |763|20 |17|S |1|Rein |
+| |3 |uadi |764|24 | 6|W |3|Feder-Wolken |
+| |nSU|uadi |761|20 |15|NW |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|uadi |760|14 |22|NNW|1|Rein |
+| |9 |uadi |765|20 | |N |1|Rein |
+| |3 |Weg | |22 | |N |1|Rein |
+| |nSU|Msuan |761|18 |30|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|26|vSA|Msuan |758|13 |50|N |X|Rein |
+| |9 | | |18 | |N |X|Rein |
+| |3 | | |22 | |N |X|Rein |
+| |nSU|Ismael |763|16 |25|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|27|vSA|Ismael |758| 8 |35|O |1|Rein |
+| |9 | | |20 | |O |X|Rein |
+| |3 | | |24 | |W |X|Rein |
+| |nSU|Gerdobia |763|18 |26|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|28|vSA| |760|12 |30|NO |1|Rein |
+| |9 | |765|20 | |SO |1|Flocken-Wolken |
+| |3 | |763|26 | |SO |X|Flocken-Wolken |
+| |nSU| |762|20 |26|O |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|29|vSA| |759|14 |36|O |1|Bedeckt |
+| |9 | | |22 | |O |2|Rein |
+| |3 | | |28 | |O |1|Schleier |
+| |nSU| |760|22 |25|O |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|30|vSA| |758|15 |33|O |1|Schmutzig |
+| |9 | | |22 | |O |2|Staub |
+| |3 | |760|28 |22|O |3|Staub |
+| |nSU| |760|25 |25|O |2|Bedeckt |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 18.: Um 12 Uhr Orkan S aus SSW, Alles Staubmeer.
+ 19.: Um 12 Uhr Orkan S aus SSO, Alles Staubmeer.
+ 20.: Mit untergehenden Monde ging der Wind Nachts 12 Uhr nach NW um.
+ 21.: Um 5 Uhr Abends war heiterer Himmel, das Aneroid stieg von Mittag
+ an, denn die Fluth um 9 Uhr ist nicht zu zählen.
+ 22.: Um 1 Uhr Morgens fiel der Wind gänzlich.
+ 23.: Um 11 Uhr Vormittags was das Aneroid 768.
+ 26.: Mittags hat es gethauet.
+
+
++-----------------------------------------------------------------------+
+|Mai 1869 |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|1 |vSA|Tarfaya |760|19 |27|O |1|Bedeckt |
+| |9 | | |25 | |O |2|Schleier |
+| |3 |Bu Allua |763|32 | 8|SO |1|Schleier |
+| |nSU|Bu Allua |763|30 |10|S |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|2 |vSA|Bu Allua |763|21 |20|S |X|Schleier |
+| |9 |Bu Allua | |30 | |SO |3|Staub Bedeckt |
+| |3 |Hoësa |766|36 |11|SO |4|Staub Bedeckt |
+| |nSU|Hoësa |765|30 |20|N |5|Staub |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|3 |vSA|Hoësa |762|25 |27|S |4|Staub |
+| |9 | | |30 | |S |5|Alles Staubwolke |
+| |3 | |763|38 | |S |3|Alles Staubwolke |
+| |nSU|Gaigab |763|27 |20|N |1|Staub |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|4 |vSA|Gaigab |763|22 |20|N |1|Bedeckt |
+| |9 | | |25 | |N |3|Bedeckt |
+| |3 |Schiata |765|30 |25|N |2|Rein |
+| |nSU|Schiata |765|20 |27|N |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|5 |vSA|Schiata |765|16 |29|N |1|Haufen-Wolken |
+| |9 |Schiata |767|20 |27|N |X|Schleier-Wolken |
+| |3 | | | | |N |X|Schleier |
+| |nSU|Maragi |765|20 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|6 |vSA|Maragi |764|15 | |O |X|Rein |
+| |9 |Chamisa |767|25 | |O |1|Rein |
+| |3 |Siua |768|30 | |S |1|Rein |
+| |nSU|Siua |768|25 | |W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|7 |vSA|Siua |768|20 |25|O |X|Rein |
+| |9 |Siua |768|26 |25|O |1|Rein |
+| |3 |Siua |765|29 |23|O |X|Rein |
+| |nSU|Siua |767|25 |23|W |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|8 |vSA|Siua |767|17 |28|W |X|Rein |
+| |9 |Siua |768|24 |27|W |1|Rein |
+| |3 |Siua |766|30 |20|O |1|Rein |
+| |nSU|Siua |766|25 |22|O |X|Schleier |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|9 |vSA|Siua |766|18 |23|O |1|Rein |
+| |9 |Siua |767|25 |23|O |2|Rein |
+| |3 |Siua |764|32 |17|O |2|Rein |
+| |nSU|Siua |764|27 |17|O |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|10|vSA|Siua |762|17 |25|O |1|Rein |
+| |9 |Siua |763|26 |20|SO |1|Rein |
+| |3 |Siua |762|31 |15|W |X|Rein |
+| |nSU|Siua |761|30 |18|NO |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|11|vSA|Siua |764|17 |27|O |X|Rein |
+| |9 |Siua |765|24 |25|N |2|Rein |
+| |3 |Agermi |764|26 | |N |2|Rein |
+| |nSU|Agermi |763|26 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|12|vSA|Agermi |765|19 | |N |2|Bedeckt |
+| |9 |Weg |767|24 | |N |2|Rein |
+| |3 |Weg |764|26 | |N |1|Rein |
+| |nSU|Huemen |764|25 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|13|vSA|Huemen |764|20 | |N |1|Rein |
+| |9 |Weg | |25 | |W |2|Rein |
+| |3 |Weg | |26 | |W |3|Rein |
+| |nSU|Weg |749|25 | |W |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|14|vSA|Weg |748|14 | |N |1|Rein |
+| |9 |Weg |Weg|25 | |N |1|Rein |
+| |3 |Um es sserir |768|28 | |NW |1|Rein |
+| |nSU|Um es sserir |765|24 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|15|vSA|Um es sserir |765|15 | |N |1|Rein |
+| |9 |Um es sserir |768|22 | |N |1|Rein |
+| |3 |Um es sserir |765|26 | |N |3|Rein |
+| |nSU|Um es sserir |766|22 | |N |3|Schleier-Wolken |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|16|vSA|Um es sserir |763|18 | |N |X|Rein |
+| |9 |Weg |770|20 | |O |1|Rein |
+| |3 |Weg |770|28 | |O |1|Rein |
+| |nSU|Weg |770|24 | |O |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|17|vSA|Weg |768|18 | |NO |X|Rein |
+| |9 |Weg |772|26 | |OSO|1|Rein |
+| |3 |Weg |770|36 | |S |2|Rein |
+| |nSU|Weg |770|27 | |S |1|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|18|vSA|Weg |767|21 | |S |X|Rein |
+| |9 |Weg |773|28 | |NW |1|Rein |
+| |3 |Weg |771|36 | |NW |5|Staub |
+| |nSU|Weg |770|20 | |N |3|Staub |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|19|vSA|Weg |778|20 | |N |X|Theils Bedeckt |
+| |9 |Weg |770|24 | |N |2|Bedeckt |
+| |3 |Weg |770|25 | |N |2|Bedeckt |
+| |nSU|Bel Gerady |778|22 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|20|vSA|Bel Gerady |766|16 | |N |X|Rein |
+| |9 |Weg |765|24 | |NO |2|Rein |
+| |3 |Weg |763|24 | |NO |2|Rein |
+| |nSU|Weg |760|20 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|21|vSA|Weg |760|16 | |NO |1|Rein |
+| |9 |Weg |760|24 | |N | |Rein |
+| |3 |Morhara |769|25 | |NNW|2|Rein |
+| |nSU|Morhara |767|24 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|22|vSA|Morhara |767|18 | |N |X|Rein |
+| |9 |Weg |755|22 | |N |2|Rein |
+| |3 |Weg |755|24 | |N |3|Rein |
+| |nSU|Weg |759|29 | |N |2|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|23|vSA|Weg |757|20 | |N |X|Bedeckt |
+| |9 |Weg |756|22 | |N |2|Haufen-Wolken |
+| |3 |Weg |760|24 | |N |2|Rein |
+| |nSU|Bir Hamman |762|18 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|24|vSA|Bir Hamman |760|18 | |N |X|Haufen-Wolken |
+| |9 |Weg |763|20 | |N |2|Rein |
+| |3 |Weg |762|25 | |N |2|Rein |
+| |nSU|Brunnen |763|19 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+|25|vSA|Bir Hamman |762|18 | |N |X|Bedeckt |
+| |9 |Weg |764|24 | |N |1|Rein |
+| |3 |Alexandria |762|26 | |N |1|Rein |
+| |nSU|Alexandria |761|20 | |N |X|Rein |
++--+---+-------------------+---+------+--+---+-+------------------------+
+
+ 2.: Bei Mondesaufgang heftige Windstösse aus S, vor und nach absol.
+ Windstille.
+ 13.: Um 11 Uhr war das Barom. 752.
+ 14.: Um 9 hatten wir den höchsten Punkt erreicht, das Aneroid 745.
+ 15.: Morgens hatte es etwas gethauet.
+ 21.: Morgens Thau.
+ 22.: Morgens stark Thau.
+ 23.: Morgens Thau.
+
+
+
+
+[Illustration: GERHARD ROHLFS' ROUTEN IN CYRENAICA im Sommer 1869. Nach
+dem Originalentwurfe des Reisenden Maßstab c'a 1:150,000 und der
+Küstenaufnahme der britischen Admiralität zusammengestellt von Rich.
+Kiepert. Maßstab in 1:500,000.]
+
+
+[Illustration: DIE AMMONS-OASE ODER SIUAH aufgenommen 1863 von Gerhard
+Rohlfs.]
+
+
+[Illustration: Versteinertes Holz aus der Ammons Oase.]
+
+
+[Illustration: Asterit aus der Oase des Jupiter-Ammon.]
+
+
+[Illustration: I. Ostracit, II. Salz, III. Chalcedonröhre u. IV.
+versteinerte Muschelarten der Ammons Oase.]
+
+
+
+
+In unserm Verlage sind ferner erschienen:
+
+GERHARD ROHLFS, Reise durch Marokko, Übersteigung des grossen Atlas,
+ Exploration der Oasen von Tafilet, Tuat und Tidikelt und Reise durch
+ die grosse Wüste über Rhadames nach Tripoli. Mit einer Karte von
+ Nord-Afrika von Dr. A. _Petermann_. Zweite Auflage. Preis: 1 Thlr. 20
+ Sgr.
+
+Im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen mit dem Englischen
+ Expeditionscorps in Abessinien. Mit dem Portrait des General NAPIER und
+ einer Karte von Abessinien von Dr. A. _Petermann_. Preis: 1 Thlr. 25
+ Sgr.
+
+LAND UND LEUTE IN AFRIKA. Berichte aus den Jahren 1865-1870. Preis: 1-1/3
+ Thlr.
+
+Ferner erschien in unserm Verlage:
+
+LUDWIG BRUNIER, Louise. Eine deutsche Königin. Mit dem Portrait der
+ Königin Louise von Preussen. Preis: 1-1/3 Thlr., eleg. gebunden mit
+ Goldschnitt 1-5/6 Thlr.
+
+ _Prachtausgabe._ Preis: 2 Thlr., elegant gebunden in Kalblederband
+ mit Goldschnitt 3-1/3 Thlr.
+
+Bremen. J. KÜHTMANN'S BUCHHANDLUNG.
+
+
+
+
+Fußnoten:
+
+
+[1] Octbr 1869 lagen aus den Salzseen gewonnen noch 6,000,000 Oka Salz zum
+Verladen in Bengasi bereit, ausserdem von Carcora gewonnenen; und jährlich
+gehen nach der Levante durchschnittlich von dieser Stadt gegen 5,000,000
+Oka. Mittheilungen von Chapman esq., brit. Consul in Bengasi.
+
+[2] Die mitgebrachten Pflanzen werden durch eine besondere Broschüre von
+Dr. Ascherson beschrieben werden.
+
+[3] Die Schriften le Maire's, der Cyrenaica noch vor della Cella besuchte,
+sind mir nicht zur Hand.
+
+[4] Zeitschrift der Gesellschaft der Aerzte von Wien. 1. Theil. 1862.
+
+[5] En Bidrag til Tydning af den i Oldtiden under Navn af Silfion meget
+anvendte og høit skattede, men senere forsvundene Kryderplante, af Prof.
+Dr. A. S. Ørsted, Kjøbenhavn, 1869.
+
+[6] Fettschwanz.
+
+[7] In Cyrenaica setzen die Araber nicht "beni" oder "uled" vor ihre
+Sippen, sondern "ailet", was gleichbedeutend ist, nur noch mehr den
+Begriff "Familie" ausdrückt.
+
+[8] Englischer Consulatsbericht von Bengasi, 29. October 1869.
+
+[9] S. die Nrn. des Ausland, Adjedabia noch unedirt, ebenso Gaigab.
+
+[10] Schultert, präsentirt.
+
+[11] Um 12 Uhr 40 M. passirten wir uadi Ibeb nach dem Mittelmeere, dann
+uadi manasseh um 1 Uhr 15 M., uadi bird um 1 Uhr 20 M., beide zur Sahara
+gehend. Um 2 Uhr war der Marabut Sidi Homri mit Quelle links vom Wege, und
+um 3 Uhr das Kasr Abayan ½ St. östlich vom Wege, um 3 Uhr 40 M. der Berg
+Djilmana, ½ St. westlich vom Wege.
+
+[12] Aufbruch 6-¾ Uhr in 200° R., um 7½ uadi Shihr, nach der Wüste gehend,
+um 8 Uhr u. Smelah, gleichfalls nach der Wüste, um 8-¼ das alte römische
+Castell Sirah und von diesem aus auf 1½ St. Entfernung das alte Castell
+Meschedeschi in S.-O.-Richtung gepeilt. Von Sirah jetzt in S.-W.-Richtung
+weiter, und um 9 Uhr das uadi Dorr, das in die Wüste geht und auf 2 St.
+Entfernung im N.-W. das römische Castell Sehadeh. Um 9½ die Ruinen vom
+römischen Fort Siral el qedim, um 9-¾ das uadi Djaf und das uadi Ibgehl,
+vereinigt der Sahara zufliessend; 11 Uhr 20 M. das uadi megad, welches
+auch in die Sahara geht. Von hier an in W.-Richtung weiter bei den Sheniet
+Chalil vorbei und mit dem uadi Schirb fortgehend, der in das uadi Farat
+übergeht, von der Hochebene herab nach 3 St. in Maraua. Am folgenden Tage
+Aufbr. 5-¾ Uhr in S.-W.-Richtung, um 7 Uhr 240° R. Um 9 Uhr den von Nord
+nach Süd fliessenden uadi Gedede und die Richtung nun 250°. Von 9 Uhr 20
+M. S.-W. Richtung, 9 Uhr 40 M. der nach Teknis führende Weg geschnitten
+und nun im uadi messamer, das in die Wüste geht. Um 10 Uhr das alte
+Castell Bu Rhassil eine St. südl. vom Wege. Um 11 Uhr auf einen Höhenzug,
+der von N.-W. nach S.-O. streicht und Schad ben Medja Wald heisst, auf
+diesem die Ruine Gasr Tolun, ½ St. nördl. vom Wege. Um 11½ Uhr das nach S.
+fliessende uadi mdud. Nach ¾ St. Aufenthalt um 12½ im uadi Rinfaid in
+W.-Richtung weiter, und um 1-¾ Uhr den nach S. fliessenden uadi Stiksfara
+passirt. Um 2½ W.-Richtung und um 3 Uhr 10 M. den in die Sahara
+fliessenden uadi Schabl n Bet passirt, um 4 Uhr die Spitze des uadi Erköb
+und um 4-¼ in Djerdes campirt.
+
+[13] Um 6-¾ Aufbr. von Djerdes in S.-W.-Richtung; gleich darauf passirten
+wir das nach S.-O. streichende Medjrah-Thal und mit dem von einem
+Knotenpunkte kommenden Benia-Thal S.-W. weitergehend, erreichten wir 8-¾
+die Wasserlöcher von Benia. Dicht am Wege, im N.-W. von uns, ist hier die
+römische Ruine Gasr Djebela. Nun heisst das Benia-Thal hier Gardab, wir
+durchzogen es westlich haltend, während uadi Gardab nach N.-W. umbiegt; um
+10½ übersteigen wir eine von Süden kommende Gebirgszunge und kamen dann
+ins uadi Tolhan, welches ebenfalls nach N.-W. gehend, sich mit uadi Gardab
+zum uadi Djedj vereinigt und dann in den Birsia bei Tokra ins Meer fällt.
+Durchs uadi Bu Simmeh S.-W. vom Gab kommend, hatten wir 11½ die
+Ebelerhar-Ebene vor uns, durchschnitten in dieser den nach N.-W. ziehenden
+uadi Selitmitnan um 12-¾ und lagerten, den Gasr Ebelerhar um 2 Uhr S.-O.
+vom Wege dicht liegen lassend, um 5 Uhr bei den Biar-Wasserlöchern.
+
+[14] Alexandria und Cairo.
+
+[15] An dem Tage Aufbruch um 6-¾ Uhr in 150° Richtung. Um 7 Uhr 10 M.
+Ruinen von Mabruka, 8 Uhr Ruinen und Brunnen Bu-Drissa, 9-¼ rechts vom Wege
+Massafa Brunnen und Ruinen; 11 Brunnen Ktiuë, hier ½ St. Aufenthalt und
+jetzt gerade S. R. 12½ Uhr Brunnen Ktet, 12-¾ Ruinen von Batat, 1½ Brunnen
+Ktet el tani und gleich darauf Grab des Marabut Kellani, 3 Uhr 1 St.
+östlich vom Wege der Snussi Sauya Tilimon, um 5 Uhr Lager.
+
+[16] Am 5. April Aufbruch 6½ Uhr in 160° R. 8-¼ kobóret oder Gräber links
+am Wege, 9½ Gasr el Hussein, 1 St. rechts vom Wege, 10 Uhr Gasr magrún 1
+St. rechts vom Wege, 11½-12½ Ruhe, 1 Uhr bir Simmach, 1-¼ rechts vom Wege ¼
+St. Komon-Hügel, 2½ links vom Wege gasr Scheban und Schebibi und rechts
+nach S.-W. 3 St. entfernt Gasr. Adams, 5½ Lager bei Oertlichkeit Djelil.
+
+[17] Am 6. April Aufbruch 6½ Uhr in 160° R. 7½ die Kubba Sid Hammed ben
+Thaib rechts dicht am Wege, um 8 Uhr rechts am Meere ca. 2 St. entfernt
+der Brunnen Ledjra, um 9 Uhr Gasr Dababia am Meere, um 10 Uhr Sidi Sultan
+Brunnen am Meere, um 11 Uhr links am Wege Gasr el Debah, um 11½ der
+Brunnen Milha, Pause hier bis 12-¾, um 1 Uhr Brunnen Morsiffa, um 4 Uhr
+Sidi Faradji, um 5 Uhr Lager bei Oertlichkeit Ferssi.
+
+[18] Am 7. April Aufbruch in 160° R. und nach 3 St. bei Gasr Schadábia.
+Die drei Districte südlich von Hussein heissen Fadéla, Ferssi und Shiuf.
+
+[19] [griechisch: Automalax phrounion] war die südöstlichste Grenzfeste der
+Bewohner Cyrenaica's.
+
+[20] Es ist dies wohl della Cella's Aduchni.
+
+[21] Brunnen im Fareg von Westen nach Osten: 1) Ain kibrit, 2) Djafar, 3)
+Ssebat Bu Hamra, 4) Ssalemo, 5) Bel klebat, 6) Buttofal, 7) Tagsilt, 8)
+Busseria, 9) Ain Naga, 11) Bel Aissar, 12) Delemia, 13) Schagria, 14)
+Adjelan, 15) Bei Dafun, 16) _Besseria_, 17) Okadia, 18) Chasm el kübsch,
+19) Shauono.
+
+[22] Nordöstlich von Djalo liegt noch ganz isolirt der kleine Ort
+Leschkerreh, der auch zur Gruppe gehört.
+
+[23] Kloster und Schule.
+
+[24] Das verlaufene Kameel, welches natürlich nordwärts gezogen war, wurde
+später von einer Arabertribe eingefangen, und durch die Verwendung des
+englischen Consuls, Mr. Chapman von Bengasi, nach der Stadt gebracht und
+dort verkauft. Es war aber so abgemagert, dass nicht mehr als 25
+M.-Theresienth. dafür zu bekommen waren.
+
+[25] Am 27. April, Aufbruch um 6 Uhr, Richtung N.-O.; um 8 Uhr schwarzer
+Hügel Lumahi; um 9 Uhr Gobr Bu Fatma; um 2 Uhr kraterartiger Kessel
+Batron; um 5 Uhr ein anderer Brmt el Targi; um 6 Uhr Abends Lager in der
+Gerdobia.--Am 28. April, Aufbruch 6 Uhr in N.-O. Richt.; um 8 Uhr, Fum er
+Rhart schirgi, und nun in östlicher Richtung, 10 Stunden Lager bei Kobr
+Benin u Banan.--Am 29. April, Aufbruch 5½ Uhr in östlicher Richt., um 8
+Uhr, Bottom Fattoma, ein Wegweiser; um 11-¼ Uhr, der Pass Schibiha; um 1-¼
+Uhr, der Hügel Gar-Chot mit 7 Gräbern Modjabra, um 2¾ Mueddin, Grab der 70
+Sklaven, um 4-¼ Uhr, der grossartige Aufgang, Rkbt el meheri, um 6 Uhr
+Lager.
+
+[26] Am 1. Mai, ½ Stunde in östl. Richtung, 2 Stunden in 80°, 1 Stunde in
+110° und Lager bei Bir Bu Allua; am 2. Mai 8 St. gelagert bei dem Sebcha
+Hoëssa; am 3. Mai 3 Stunden in östlicher Richt. und 6 Stunden in 80°
+Richt. beim 2 St. langen Lueschka-See, beim Necta-Sauya-See und beim über
+3 Stunden langen el Araschich-See vorbei, Lager in Gaigab.
+
+[27] Am 4. Mai, 6 Stunden in 160° Richt. und dann 3 Stunden in
+S.-O.-Richt., Lager am Schiata-See; am 5. Mai, 8 St. in S.-O.-R. bis
+Siuah.
+
+[28] Masra sind die Ueberreste von zwei aus Steinen erbauten Thürmen,
+welche, durch eine Mauer verbunden, wohl aus der römischen Zeit herrühren,
+von einigen Reisenden für Amudeïn gehalten, liegen diese Ruinen weiter
+nach Nordwesten, dicht bei Bled el Rum.
+
+[29] Alhagi Maurorum.
+
+[30] Sebcha ist See, Lagune.
+
+[31] Ich schreibe absichtlich bled el Rum und nicht bled er rum, im
+Arabischen geschrieben wechselt das el nie, wird aber häufig vor einem mit
+r, s, oder n anfangenden Worte er, es, en ausgesprochen. Indess vor r als
+einem l sehr verwandten Tone, bleibt es häufig in der Aussprache, so Harun
+al Raschid, nicht Harun ar Raschid. Oft aber wird er gesprochen Wohllauts
+halber, wo man el erwarten sollte, so sagt man nicht stafr el Lah, sondern
+stafr er Lah.
+
+[32] Die meisten römischen Schriftsteller schreiben Hammon.
+
+[33] Man sollte eigentlich Si-Uah schreiben.
+
+[34] Chroniken.
+
+[35] Alexandria in Aegypten.
+
+[36] Mir steht nur eine alte Ausgabe von Kieperts grossem Atlas zu Gebote.
+
+[37] Nach Hassenstein dürfte übrigens wegen der von Beurmann bestimmten
+westlicheren Lage von Audjila auch Siuah weiter nach Westen zu liegen
+kommen.
+
+[38] Makrisi giebt sogar an es seien über 40.
+
+[39] Minutoli: Längsdurchmesser 60, Breitendurchmesser 20 Schritte, was
+wohl auf einem Irrthum beruht, da der Born fast vollkommen rund ist.
+
+[40] Die Quelle zu Rhadames hat ungefähr dieselbe Temperatur.
+
+[41] Vatonne fand das Rhadamser Quellenwasser bei 15° Temperatur zu
+1,00231.
+
+[42] Natürlich alles Culturpflanzen, ausser der andern Wüstenvegetation
+fand ich in Siuah am Quell el Lif nur eine blühende Pflanze, nach
+Ascherson in Berlin eine Erythraea latifolia.
+
+[43] Uebrigens ist Jacksons Behauptung, die Ammonier seien vom Sus her
+eingewanderte Leute, weil sie Schellah sprechen, ebenso unrichtig, als
+wenn einer sagen wollte, die Bewohner vom Sus sind Ammonier, weil sie
+Schellah reden. S. Jackson account of Timbuctoo. Lond.
+
+[44] Das Oel ist ganz ausgezeichnet in der Ammons-Oase, und kann trotz der
+rohen Zubereitungsweise an Klarheit und Süssigkeit einen Vergleich mit den
+besten Sorten von Parma und der Provence aushalten.
+
+[45] Minutoli: die Seitenwände 15½' Länge, 4' 8" dick, Höhe von den
+Mäandern gerechnet 15', die Decksteine 5' breit, 3' dick.
+
+[46] Siehe Minutolis Reise zum Tempel des Jupiter Ammon etc.,
+herausgegeben von Dr. E. H. Tölken, Berlin 1824.
+
+[47] bab el medina heisst Stadtthor.
+
+[48] Am 12. Mai, Aufbruch 5 Uhr, 1 Stunde in nordöstl. Richt. dann auf den
+Berg Temsdega-Erköb in 60° R. und nach 2 Stunden von hier auf Muley Yus in
+östl. Richt. Im Süden von Temsdega-Erköb und Muley Yus der Berg Tlaklibt.
+Südlich von Tlaklibt liegt 2 Stunden entfernt Dj. und Ain-Haderdid. Von
+hier in 60° Richt. weiter nach 1½ Stunden den vom Plateau kommenden u.
+Elketof, dann nach 1 Stunde den vom Plateau kommenden u. Ethel, die beide
+nach Südosten gehen, passirt. Sodann überschreitet man ein 1½ St. breites
+Blatt des Plateaus, das in die Niederung reicht, und nach einer halben
+Stunde Lager im u. Mohemen.
+
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Von Tripolis nach Alexandrien - 2. Band, by
+Gerhard Rohlfs
+
+*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VON TRIPOLIS NACH ***
+
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+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
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+such as creation of derivative works, reports, performances and
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+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
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+used on or associated in any way with an electronic work by people who
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+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
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+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
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+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
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+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
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+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
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+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
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+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
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+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
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+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Its 501(c)(3) letter is posted at
+http://pglaf.org/fundraising. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at http://pglaf.org
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+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
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+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit http://pglaf.org
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including checks, online payments and credit card
+donations. To donate, please visit: http://pglaf.org/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ http://www.gutenberg.org
+
+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
+subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
+
+*** END: FULL LICENSE ***
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+</head>
+<body>
+
+
+<pre>
+
+The Project Gutenberg EBook of Von Tripolis nach Alexandrien - 2. Band, by
+Gerhard Rohlfs
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+Title: Von Tripolis nach Alexandrien - 2. Band
+
+Author: Gerhard Rohlfs
+
+Release Date: January 24, 2006 [EBook #17600]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK VON TRIPOLIS NACH ***
+
+
+
+
+Produced by Magnus Pfeffer, Hagen von Eitzen, Clare Boothby
+and the Online Distributed Proofreading Team at
+http://www.pgdp.net (This file was produced from images
+generously made available by the Bibliothèque nationale
+de France (BnF/Gallica) at http://gallica.bnf.fr)
+
+
+
+
+
+
+</pre>
+
+<h1>Von<br/>
+<big>Tripolis</big> nach <big>Alexandrien</big>.</h1>
+
+<p class="front"><big>Beschreibung</big><br/>
+der im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen<br/>
+in den Jahren 1868 und 1869 ausgeführten Reise</p>
+
+<p class="front">von</p>
+
+<p class="front"><b>Gerhard Rohlfs.</b></p>
+
+<p class="front">Mit einer Photographie, zwei Karten, vier Lithografien<br/>
+und vier Tabellen.</p>
+
+<p class="front"><b>Zweiter Band</b></p>
+
+<p class="front">1871</p>
+
+<hr class="front"/>
+
+<div class="figure">
+<a href="images/coins.jpg"><img height="500px" width="226px" src="images/coins_tn.jpg" alt="[Illustration: In Jupiter-Ammons-Oase gefundene Münzen.]"/></a>
+<p>In der Jupiter-Ammons-Oase gefundene Münzen.</p>
+</div>
+
+<hr class="front"/>
+
+<h2>Inhalts-Verzeichniss.</h2>
+
+<ul class="TOC">
+<li><a href="#page-1">Barca</a></li>
+<li><a href="#page-19">Von Cyrene über Bengasi nach Audjila</a></li>
+<li><a href="#page-44">Audjila und Djalo</a></li>
+<li><a href="#page-66">Die libysche Wüste zwischen Djalo und der Oase des Ammon</a></li>
+<li><a href="#page-85">Die Jupiter Ammons-Oase</a></li>
+<li><a href="#page-142">Von der Ammons-Oase nach Egypten</a></li>
+</ul>
+
+<hr class="front"/>
+
+
+<h2><a id="page-1"></a><span class="pgnum">1</span>Barca.</h2>
+
+
+<p>Wie die Alten schon über die Grenzen der Cyrenaica
+uneins waren, da weder im West noch Süden bestimmte
+Marken gezogen waren, im Ost aber bald nach
+Ptolemaeus der Chers. mag., nach Plinius und Strabo der
+Catabathmos als Grenze angenommen wurde; so auch
+noch heute. Die Araber, diese guten Geographen, rechnen
+zu Barca, denn so nennen sie, was die Alten und
+wir mit Cyrenaica bezeichnen, das Land, was von dem
+Meere im Norden und Westen einerseits, im Süden vom
+Fareg und der Wüste, im Osten von Akabat el kebir
+andererseits, umringt wird. Fast ähnliche Grenzen nehmen
+die Türken an, nur dass sie die weit nach Süden
+zu gelegenen Oasen Audjila und Djalo ebenfalls mit zu
+Barca zählen.</p>
+
+<p>Wir beschäftigen uns hier nur mit dem eigentlichen
+Plateau von Barca, welches eine längliche von Westen
+nach Osten gezogene Gestalt hat. Ungefähr von gleicher
+Grösse wie die Insel Sardinien fällt dasselbe nach Nordwest
+und Norden zu schroff ins Meer, ebenso der schmale
+<a id="page-2"></a><span class="pgnum">2</span>Ostrand nach dem Golfe von Bomba zu, im Süden und
+im Südwesten sind sanfte Uebergänge zur See, und mittelst
+der Steppe zur Wüste. Das eigentliche Hochland
+besteht durchaus aus Kalkstein, der dick mit röthlichem
+Humus belegt ist. An den Schluchten, wo dieser Kalkstein
+aus feinen oft mikroscopischen Muscheln gebildet
+zu Tage liegt, bemerkt man häufige natürliche Höhlen
+und Stalactitengrotten, ebenso findet man auf dem Plateau
+selbst noch Petrefacten, Cardien, Pectiniten und
+Ostreen. Der Boden selbst ist äusserst fruchtbar, Theophrast
+lobt schon die leichte, durch trockne und reine
+Luft, belebte Erde. Und in der Neuzeit sagt unser
+grösster deutscher Geograph, Carl Ritter: &#8222;In der That
+ist es auffallend, dass dieses Land von Europäern unbesetzt,
+unbesucht blieb, ja selbst erst von neuem entdeckt
+werden musste, nachdem Phönizier, Carthager,
+Griechen, Aegypter, Römer dort schon einheimisch gewesen
+waren.</p>
+
+<p>&#8222;Eine europäische Colonie, die sich auf dieser Berginsel
+ansiedelte, würde durch die gefährliche Syrte im
+Westen, durch die Steilküste im Norden und die Wüste
+Sahara im Süden gegen jeden Feind gesichert sein etc. etc.&#8220;</p>
+
+<p>Ein anderer ausgezeichneter Geograph, Conrad Mannert,
+sagt von Cyrenaica: &#8222;Warum hat sich die gesegnete
+Gegend so ganz aus dem Blicke des Europäers
+verloren? Warum ist noch nie der Versuch zu einer
+neuen für eine Seemacht nicht schweren Ansiedlung gemacht
+<a id="page-3"></a><span class="pgnum">3</span>worden, welche zugleich den Weg nach den inneren
+Gegenden von Afrika bahnen würde?&#8220;</p>
+
+<p>Es ist allerdings bemerkenswerth, dass dies Kleinod
+des mittelländischen Meeres sich der Aufmerksamkeit
+der Europäer so lange entzogen hat. Wären wir nicht
+von vornherein gegen staatliche Colonisation, so würden
+wir Oesterreich oder Italien zurufen, erwerbt dies Land
+und lenkt dort neue Auswanderung hin. In der schmalen
+Ebene von Bengasi und Tokra bleibt die Bodenbeschaffenheit
+die nämliche, im Süden aber geht allmälig
+der röthliche Humus in weisslichen Sandboden
+über, daher auch die Eingebornen nach dieser äusserlichen
+Farbe Barka el hamra von Barca el beida unterscheiden.
+Es scheint nicht, dass Cyrenaica je Schätze
+des Mineralreiches besessen hätte, denn wenn die Alten
+Gold, Silber und edle Steine anführen, als Handelsgegenstände,
+so kamen die sicher aus dem Süden. Ammonisches
+Salz wird auch oft als ein Product der Cyrenaica
+angeführt; nicht dies ist es aber heute mehr, wohl
+aber Salz, welches das Land selbst producirt<a id="FNA-1" href="#FN-1"><sup>1</sup></a>, und das
+heute aus den Salzseen bei Bengasi gewonnen wird. Im
+Alterthum hebt Sinesius noch eine weisse Kreide hervor,
+die bei Paraetonium gewonnen zu Cement benutzt wurde.</p>
+
+<p><a id="page-4"></a><span class="pgnum">4</span>Glücklich der Art gelegen, dass Cyrenaica zur
+grösseren Hälfte vom Meere bespült wird, während der
+Uebergang zur Wüste nur allmälig mittelst Steppe erfolgt,
+ist es reichlich mit Pflanzenwuchs gesegnet. Aber
+trotzdem hat es nur geringe und periodische Wasserläufe,
+es ist dies eben dadurch bedingt, dass die Hauptabdachungen
+nach Norden die kürzere, nach Süden die
+längere, eben beide zu schmal sind, um die Bildung
+grosser Thäler und Flüsse zu erlauben. Da der höchste
+Kamm nicht in der Mitte, sondern mehr nach Norden
+zu, von Osten nach Westen das Land durchzieht, so sind
+die von ihm entspringenden Thäler, Schluchten und Rinnsäle,
+kürzer, aber auch, weil sie häufiger und grössere
+Quantitäten Wasser schwemmen, tiefer und zerrissener.
+Es liegt dies in der Natur der Sache, da eben die Nordseite
+des Plateaus bedeutend mehr Feuchtigkeit bekommt,
+als die längere Südseite.</p>
+
+<p>Buchten an der eigentlichen Insel Cyrenaica sind
+nur vorhanden nach dem Osten zu. Die Busen von
+Bomba und Tokra sind aber auch ganz ausgezeichnet.
+In Bomba konnte 1808 der französische Admiral Gantheames
+sich vor dem verfolgenden britischen Admiral
+Lord Collingwood zurückziehen, und entging hiedurch
+der Gefangennahme. Die übrigen Häfen, welche die
+Alten benutzten, als Apollonia, Ptolemais, Dernis, Berenice,
+sind heutzutage ganz unbrauchbar, doch liesse sich
+<a id="page-5"></a><span class="pgnum">5</span>das alte Berenice mit leichter Mühe wieder zu einem
+guten Hafen herrichten.</p>
+
+<p>Was Bomba und Tokra anbetrifft, so unternahm Ali
+Riza Pascha von Tripolis Anfang 1869 einen neuen
+Colonisationsversuch, es scheint aber, dass seine Bemühungen
+gescheitert sind, obgleich die in türkischen Zeitungen
+veröffentlichten Berichte Anfangs sehr günstig
+lauteten. Wassermangel und ungenügende Sicherheit des
+Eigenthums werden wohl Hauptgrund beim Scheitern
+dieser neuen Besiedlung gewesen sein.</p>
+
+<p>Aeusserst üppig ist die Pflanzenwelt vertreten, von
+der wir hier nur einen allgemeinen<a id="FNA-2" href="#FN-2"><sup>2</sup></a> Ueberblick geben.
+Wie die Alten schon verschiedene Pflanzenregionen in
+Cyrenaica unterschieden, uns sogar erzählen, dass man
+mehrere Ernten abhalten könne, zuerst in der Ebene,
+dann auf den Abhängen, endlich auf der Hochebene
+selbst, so auch noch heute. Und wenn Homer die
+lachende und reiche Fruchtbarkeit des Landes, wenn
+Pindar die Cyrenaica die Fruchttragende, den Garten
+des Jupiter und der Venus nennt, wenn Diodor die Cyrenaica
+den fruchtbarsten Boden schlechtweg heisst, wenn
+Arrian das Land als krautreich und gut bewässert schildert,
+wenn Scylax uns die verschiedenen Obstsorten aufführt,
+so ist eben nichts Uebertriebenes darin, wie wir
+<a id="page-6"></a><span class="pgnum">6</span>es bei den Alten erwähnt finden, eben so reich, so üppig,
+so ergiebig ist heute noch die Pflanzenwelt.</p>
+
+<p>In der That glaubt man, sobald man sich aus der
+Stadt Bengasi entfernt und im Anfange der Küste folgend,
+ins Innere begiebt, fortwährend in einem lachenden
+Garten zu sein. Die üppigsten Blumenwiesen werden
+durchschnitten und der Fernblick ist überall gehemmt
+durch Lentisken und Myrtengebüsch. Und steigt man
+die Berge hinauf, sind Rosmarin und Wachholder, grosse
+Büsche der einfachen weissen Rose da, um heimathliche
+Erinnerungen wach zu rufen, während an den feuchten
+Schluchten der rothblühende Oleander und Lorbeerbüsche,
+die südeuropäischen Länder vertreten. Und diese ist
+denn auch die eigentliche Vegetation: Dr. Ascherson
+fand aus den mitgebrachten Pflanzen die grösste Uebereinstimmung
+mit denen, welche er durch eigne Anschauung
+auf den Inseln des Mittelmeeres kennen gelernt hatte.</p>
+
+<p>An grossen Bäumen, welche besonders auf dem Plateau
+und in den nach Norden zu gehenden Thälern vorkommen,
+nennen wir die kleinblättrige immergrüne Eiche,
+die oft 150' hohe Cypresse, die Thuya und den Wachholderbaum.
+Verwildert kommt hier ebenfalls vor der
+Oelbaum, Feigenbaum, Johannisbrodbaum, Birnbaum;
+Weinreben aber sind uns nirgends mehr aufgestossen,
+obschon im Alterthume Wein nebst Oel Hauptausfuhr-Artikel
+war nach Sicilien und Griechenland. Und wie
+im Alterthume Cyrce ihre Grotte mit dem wohlriechenden
+<a id="page-7"></a><span class="pgnum">7</span>Thyon räucherte, so ist auch heute noch ein leiser
+Rauch eines Wachholderfeuers nicht unangenehm, im
+Gegentheil, oft erschienen unsere Gräber, die wir mit
+trocknem Wachholderholz erleuchteten und wärmten, wie
+parfümirt. Aus diesem Holze wurden wahrscheinlich auch
+jene bei den Alten so berühmten wohlduftenden Möbeln
+verfertigt, von denen die Thyaden oder Trinktische besonders
+beliebt waren. Auch die aus Cyrenaica kommenden
+Rosenwasser und andere starkriechende Pflanzenproducte
+waren zur Blüthezeit viel gesucht, und um
+Essenzen herzustellen, brauchte man auch heute nur
+die Hand auszustrecken, wohlriechende, starkduftende
+Blumen sind überall, Geranien, Violen, Artemisien etc.
+schwängern zur Blüthezeit die Luft mit ihren Düften.</p>
+
+<p>Wild findet man an geniessbaren Pflanzen überall
+und zwar in ausgezeichneter Güte die Artischocke
+und Trüffel, letztere wird von Plinius schon unter dem
+Namen Misy erwähnt. Das von den Alten als ein von
+den Bäumen hängendes wohlriechendes Obst, spagnus,
+weiss ich nicht zu erklären.</p>
+
+<p>Was aber vor Allem den Reichthum der Colonie
+ausmachte, war das Sylphium, eine Pflanze, von der wir
+auf den alten cyrenaïschen Münzen recht gute Bilder
+haben. Auch finden wir derselben bei einer Menge der
+alten Schriftsteller erwähnt, zum Theil beschrieben. Alle
+<a id="page-8"></a><span class="pgnum">8</span>Reisenden nun von della Cella<a id="FNA-3" href="#FN-3"><sup>3</sup></a> an, Beechey, Pacho,
+Barth etc. etc., haben diese Pflanze in der heute von
+den Eingebornen genannten Drias (bot: thapsia garganica
+genannt) wiedererkennen wollen. Zu della Cellas Zeit
+nannten ihm die Landesbewohner, dieselbe Pflanze, Coinon.
+Und es lässt sich nicht leugnen, dass die Pflanze mit
+den Abbildungen Aehnlichkeit zeigt, wenn es auch kein
+Gleichniss ist; aber nicht nur Aehnlichkeit mit den Münzbildern
+zeigt dieselbe, sondern, wie wir gleich sehen
+werden, mit vielen Eigenschaften, welche wir von derselben
+bei den Alten erwähnt finden.</p>
+
+<p>In neuerer Zeit nun ist Dr. Schroff in Wien<a id="FNA-4" href="#FN-4"><sup>4</sup></a> dagegen
+aufgetreten, dieser, indem er die Eigenschaften
+der Thapsia garganica nicht mit den von den Alten erwähnten,
+vereinbar hält; dann Ørsted<a id="FNA-5" href="#FN-5"><sup>5</sup></a>, welcher hauptsächlich
+Drias nicht für das alte Sylphium erkennen will,
+weil ihm die Münzbilder nicht für diese Pflanze zutreffend
+sind. Professor Ørsted vindicirt Narthex asa foetida,
+als das alte Silphium, glaubend, dass die Eigenschaften
+dieser Ambilifore am meisten mit dem Silphium
+und den Bildern der Münzen übereinstimmen.</p>
+
+<p><a id="page-9"></a><span class="pgnum">9</span>Nach Theophrast entstand, natürlich konnte solche
+Wunderpflanze nur durch ein Wunder entstehen, 430 v.
+R. das Silphium nach einem Pechregen, derselbe beschreibt
+die Wurzel als dick, fleischig, den Stengel dem
+des Fenchel ähnlich, die Samenkörner als breit und geflügelt,
+ähnlich, wie die von Phyllis; dies alles fanden
+wir bei der heutigen Drias-Pflanze auch, und auch der
+Standort, den er für die Pflanze angiebt, stimmt: &#8222;Die
+Umgegend der Hesperiden-Gärten.&#8220; Nach<i> Plinius</i> war
+die Rinde der Wurzel schwarz, länger als eine Elle;
+wo sie aus dem Boden kam, war eine Tuberosität, welche
+eingeschnitten einen milchigen Saft gab, die Samenkörner
+sind glatt, und fallen leicht mit den gelb vertrockneten
+Blättern, sobald die erste Jahreszeit vorüber ist, ab; auf
+der Pflanze selbst bemerkt man auch Tuberositäten.
+Plinius verlegt den Standort des Silphium ebenfalls in
+die Umgegend der hesperidischen Gärten. Nach ihm
+wurde der Stengel gegessen, nachdem man ihn gekocht
+hatte, er constatirt ferner<i> die schädliche Wirkung
+aufs Vieh</i>, die Ziegen und Schafe waren sehr begierig
+danach, die Ziegen fingen an zu niesen, die Schafe zu
+schlafen. Zu seiner Zeit war die Pflanze schon fast
+ganz verschwunden, so dass Nero eine einzige Pflanze
+als ein grosses Geschenk angeboten wurde. Wir sehen,
+dass auch die Beschreibung von Plinius vollkommen passt.</p>
+
+<p>Von anderen Autoren verlegen<i> Herodot</i> und<i> Scylax</i> den Standort der Pflanze in die ganze Küstengegend
+<a id="page-10"></a><span class="pgnum">10</span>von Pentapolitanien, von der Insel Plataea bis
+zum Anfange der grossen Syrte,<i> Catull</i> bei Cyrene,<i> Strabo</i> und<i> Ptolemaeus</i> mitten in die Wüste, südlich
+von Cyrene, Arrian endlich sagt, sie sei über den
+ganzen fruchtbaren Boden Cyrenaicas bis zum Saume der
+Wüste verbreitet. Nach diesem Schriftsteller wurden
+Ziegen und Schafe eingepfercht, um sie vor dem Silphium
+zu bewahren.</p>
+
+<p>Sobald die Provinz römisch wurde, fing die Pflanze
+an zu verschwinden, jedoch 100 Jahre nach der Regierung
+Roms berichtet<i> Plautus</i> noch von reichlichen
+Ernten,<i> Strabo</i> fand sie ebenfalls noch vor,<i> Plinius</i>
+fand das Silphium schon spärlich und<i> Synesius</i> berichtet
+als etwas Ausserordentliches von einer im Garten
+seines Bruders gezogenen Pflanze. Die Ursache des
+Verschwindens der Pflanze wird von den Alten verschieden
+angegeben, nach<i> Solin</i> war es, um sich von den
+hohen Taxen zu befreien, denen das Silphium unterworfen
+war,<i> Strabo</i> führt die Ausrottung auf die eindringenden
+Barbaren zurück. Höchst wahrscheinlich
+wirkten beide Ursachen, um die Pflanze so schnell
+schwinden zu machen, denn die mit Kameelen eindringenden
+Libyer hatten natürlich ein Interesse daran,
+diese den Kameelen den Tod bringende Pflanze auszurotten.</p>
+
+<p>Bei den Römern stand das Silphium oder Laserpitium
+im gleichen Werthe mit Silber; hauptsächlich
+<a id="page-11"></a><span class="pgnum">11</span>wurde der aus dem Stempel der Pflanze Thysias gewonnene
+Saft, oder der aus der Wurzel mittelst Einschnitte
+hervorquellende succus, Caulias genannt, als
+Arznei benutzt. Man verarbeitete beide mit Kleie; und
+dies dann bis zu dicker Consistenz eingekocht, wurde
+so über die ganze civilisirte Welt verschickt. Beide
+Posten werden auch unter dem Namen &#8222;Thränen der
+Cyrenaica&#8220; ohne Unterschied genannt. Die Römer verwahrten
+das Silphium in ihrem öffentlichen Schatze.
+Julius Caesar fand 1500 römische Pfunde vor.</p>
+
+<p>Die heutige Drias-Pflanze, Thap. garg., zeigt sowohl
+mit den Münzabbildungen, als mit den eben erwähnten
+die grösste Aehnlichkeit, nur möchte ich die
+Frage aufwerfen, warum gerade die Thapsia garganica
+von<i> Cyrenaica</i> sich von den anderen unterscheidet.
+Und doch<i> muss</i> ein Unterschied da sein. In Algerien,
+in Marokko fällt es keinem Eingebornen ein, sein Kameel
+mit Maulkörben zu versehen, sobald er es in die
+mit Thapsia garganica bestandenen Gegenden treibt,
+während in Cyrenaica die Pflanze, sobald sie trocken
+ist, sehr gefürchtet wird. Auch schreibt man dort der
+Pflanze keine besonderen medicinischen Eigenschaften
+zu, während die Bewohner von Barca noch heute die
+Drias-Pflanze, wie die Alten das Silphium als ein Universalmittel
+betrachten. Da muss denn doch wohl ein
+Unterschied zwischen der Thapsia garganica von Cyrenaica
+und den übrigen bestehen, der den Botanikern
+<a id="page-12"></a><span class="pgnum">12</span>bis jetzt entgangen ist. Auch mir gelang es nur, Stengel
+und Blätter der Drias-Pflanze mitzubringen, die
+Blüthezeit war noch nicht angegangen, als ich in Cyrenaica
+war.<i> Heinzmann</i>, der die Thapsia garganica
+medicinisch untersuchte, fand, dass die Wurzel ein
+werthvolles Heilmittel sei, äusserlich bei unreinen Geschwüren
+sowohl der Menschen als Thiere gebraucht.
+Die Tinctur der Rinde der Wurzel auf gesunde Hauttheile
+gebracht, erregt meist anhaltendes Jucken, zuletzt
+Pusteln ohne grosse Entzündung. Auf eine offene Wunde
+gebracht, wird kein Brennen und Jucken gefühlt. Innerlich
+6&#8211;8 Gran genommen, wird Schwindel, Ohrensausen,
+Ideenconfusion, grosses Gefühl von Schwäche mit lange
+andauernden schweren Schweissen beobachtet. Wiederholte,
+von ihm in Europa angestellte Versuche, stellten
+die Thapsia garganica als ein drastisches Reinigungsmittel
+hin. Theophrastus, Dioscoridas und Plinius
+sprechen von ganz gleichen und ähnlichen Wirkungen.
+Was uns anbetrifft, so bleiben wir also dabei und sagen,
+dass die in<i> Cyrenaica</i> wachsende Thapsia garganica
+oder Drias das alte Silphium ist.</p>
+
+<p>Diese, wie wir so eben gesehen haben, so sehr
+pflanzenreiche Insel ist äusserst thieram. Fast wäre
+man versucht anzunehmen, dass das nekropolenartige
+des ganzen Landes, denn wie Cyrenaica sich heute dem
+Besucher zeigt, kann man es als Eine grosse Todtenstadt
+bezeichnen, auch Einfluss auf die Leben suchenden
+<a id="page-13"></a><span class="pgnum">13</span>Thiere gehabt habe. In den Küstenstrichen finden sich
+zwar ziemlich viel wilde Thiere, als Hasen, Kaninchen,
+Gazellen und die Vierfüssler, welche im Allgemeinen
+am Nordrande von Afrika gefunden werden, aber in geringerem
+Maasse als in Tunis, Algerien und dem so
+wildreichen Marokko. Ausser der Hyäne und dem Schakal
+sind reissende Thiere gar nicht vorhanden. Wildschweine
+finden sich in den Schluchten der Hochebene,
+aber auch in geringer Zahl. Ueberall stösst man aber
+auf den Maulwurf, dessen Spuren man sogar weit nach
+Süden in der Ebene verfolgen kann. Die Vogelwelt ist
+ebenfalls sparsam und durch keine besonderen Arten
+vertreten. Schlangen und Scorpionen, Eidechsen und
+anderes Gewürm sind dieselben, wie die auf dem Nordabhange
+des Atlas, in den südlichen Ebenen ist die
+Hornviper häufig. An den steilen Felsparthien des Hochlandes
+haben zahlreiche Bienenschwärme in den Höhlungen
+ihre Nester angelegt, und wie im Alterthum bildet
+denn auch noch heute der Honig ein Hauptproduct des
+Landes. Ein von Süden kommendes Thier, die Heuschrecke,
+bildet auch in der Jetztzeit noch oft die
+grosse Landplage der Bewohner. Die meist so berühmten
+Pferde der Cyrenaica sind sehr heruntergekommen,
+was Form und Schönheit anbetrifft, Dauerhaftigkeit,
+Gelehrigkeit und Kraft ist ihnen aber auch jetzt noch
+eigen. Hauptreichthum der Bewohner machen die Rinder,
+<a id="page-14"></a><span class="pgnum">14</span>Schafe<a id="FNA-6" href="#FN-6"><sup>6</sup></a> und Ziegenheerden aus, von denen nach
+Malta hin exportirt werden, Esel und Maulthiere hat
+man nur zum eigenen Bedarf und sie sind nicht besser,
+als die in den berberischen Staaten. Die südlichen
+Ebenen haben vorzügliche Kameelzüchtereien, von denen
+auch nach Egypten hin exportirt werden.</p>
+
+<p>Die Bewohner des Landes sind nomadisirende Araber.
+Jedenfalls sind Spuren der griechischen, ptolemäischen
+und römischen Herrschaft nirgends zu erkennen, wie
+denn auch nach Vernichtung dieser Herrschaften ihre
+eigentlichen Unterthanen, Griechen und Römer mit vernichtet
+wurden oder auswanderten. Die dann eindringenden
+libyschen Völker sind von den Arabern absorbirt
+worden, wenigstens ist heute nichts mehr vom
+Libyerthum zu bemerken, die alles nivellisirende mohammedanische
+Religion hat zwischen Berbern und
+Arabern, die ohnedies äusserlich sich so nahe stehen,
+jeden Unterschied aufgehoben. Der heutige Bewohner
+Cyrenaicas, der<i> nur</i> arabisch spricht (Mischmasch von
+maghrebinisch und ägyptisch), ist mittlerer Grösse, mager,
+hat ein längliches Gesicht, in der Jugend mit vollen
+Backen, fallen sie im Alter sehr ein und die Backenknochen
+treten stark hervor, stechende schwarze Augen
+von buschigen Brauen überwölbt, eine starkgebogene,
+lange Nase, verhältnissmässig grosser Mund und spitzes
+Kinn sind die allgemeinsten Gesichtszüge. Der Bart
+<a id="page-15"></a><span class="pgnum">15</span>ist spärlich, Haupthaar lang und schwarz. Die Frauen,
+welche wie überall da, wo sie eine untergeordnete Stellung
+zum Manne einnehmen, auch körperlich unverhältnissmässig
+klein sind, haben in der Jugend volle und
+hübsche Formen, und eben das Volle rundet denn auch
+die scharfen Gesichtszüge ab, die im Alter aber ebenso
+markirt wie beim Manne hervortreten, ohne dass die
+tausend Falten der Haut im Stande sind, die scharf
+vorspringenden Knochenparthien zu verdecken. Die
+Nase ist bei den Frauen mehr gerade als gebogen.</p>
+
+<p>Männer und Frauen lieben es, sich mit Antimon zu
+zeichnen; machen allerlei bunte Figuren aufs Gesicht, Brust,
+Arme und Hände. Die Frauen färben auch die Unterlippe
+schwarz, umrändern die Augen mit Kohöl und färben
+die Nägel roth. Ihre Kleidung ist die der übrigen nomadisirenden
+Völker Nordafrikas und keine Frau, mit
+Ausnahme der Städterinnen, geht verschleiert. In der
+übrigen Lebensweise ist auch kein Unterschied, Basina,
+diese Gerstenpolenta, mit stark gepfefferter Sauce bildet
+ebenfalls das Nationalgericht. Auch hier haben die
+Nomaden gar keinen Fortschritt gemacht, wie zur Zeit
+der Rebecca geht noch heute das Weib mit dem Kruge
+zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, wie zur Zeit
+Abrahams pflügt der Mann noch mit demselben Pfluge,
+ohne dass er sich Mühe gegeben hätte, einen besseren
+kennen zu lernen. Auf dem Boden hockend essen heute
+noch alle mit den Fingern aus Einer Schüssel, wie
+<a id="page-16"></a><span class="pgnum">16</span>Jesus Christus mit seinen Jüngern. Etwas haben die
+Snussi indess für gute Sitte durch strengere Beobachtungen
+der mohammedanischen Vorschriften gesorgt.
+Früher z.B. war es bei einigen Stämmen Sitte, dass
+ein verheiratheter Mann einem Fremden seine Frau anbot,
+heute würde man vergeblich in ganz Cyrenaica
+eine Tribus suchen, wo eine solche Unsitte herrschte.
+Aber Lesen und Schreiben ist nirgends bekannt, wie
+denn überhaupt auf dem Lande nirgends eine Medressa
+oder Schule besteht, und auch die Sauya, welche die
+Snussi angelegt haben, keine Schulen unterhalten.</p>
+
+<p>Nach ziemlich sicheren Abschätzungen, vom französischen
+Consulate in Bengasi mitgetheilt, stellen die
+Gesammtstämme von der grossen Syrte an gerechnet
+(Mündung des Fareg) bis zur ägyptischen Grenze 72,000
+bewaffnete Fussgänger und 3500 Cavaliere, danach könnte
+man die Gesammtbevölkerung von Cyrenaica auf circa
+302,000 Einwohner anschlagen. Hiervon bilden die Auergehr
+den bedeutendsten Stamm, ihre verschiedenen
+Sippen stellen mehr als 10,000 Fussgänger und fast
+1000 Reiter, die Brassa zählen mit 3500 Fussgänger
+und 500 Cavalieren, die Abidat mit 5890 Fussgänger
+und 350 Reiter, die ailet<a id="FNA-7" href="#FN-7"><sup>7</sup></a> Ali 4600 Fussgänger und
+225 Reiter, die Sauya 2100 Fussgänger, 75 Reiter etc.</p>
+
+<p><a id="page-17"></a><span class="pgnum">17</span>Nach den neuesten Nachrichten<a id="FNA-8" href="#FN-8"><sup>8</sup></a> ist von der türkischen
+Regierung die Landschaft Barca als von Tripolis
+unabhängig in eine Mutasarefia von Bengasi umgewandelt
+worden, und hat folgende Kaimmakamliks als
+Unterprovinzen: 1) Djalo und Audjila, 2) Mytarba oder
+Adjedabia, 3) Kaimmakamlik der Auergehr, 4) Merdj,
+5) Gaigab, 6) Derna und 7) Bengasi selbst. Höchst
+wahrscheinlich ist dies aber ein Irrthum, und sind die
+aufgeführten Städte- und Ortsnamen nicht Kaimmakamliks,
+sondern Mudirats, da diese sonst keineswegs, was
+Grösse und Bevölkerung anbetrifft, einem anderen türkischen
+Kaimmakamlik entsprechen. Wenn deshalb Cyrenaica
+jetzt direct von Constantinopel regiert wird,
+nicht wie bis Herbst 1869 von Tripolis, so dürfte doch,
+wenn auch die Unterabtheilung die richtige ist, die
+Bezeichnung als Kaimmakamlik für dieselbe zu bezweifeln
+sein.</p>
+
+<p>Ueber Bengasi, welches wir beschrieben haben, über
+das Gebiet der Auergehr, deren Schich keinen festen Sitz
+hat, sondern der häufig bei Tokra, häufig auf den Hochebenen
+sein Zelt aufschlägt, über Audjila, Gaigab und
+Adjedabia<a id="FNA-9" href="#FN-9"><sup>9</sup></a>, welche ebenfalls beschrieben wurden, haben
+wir hier weiter nichts hinzuzufügen.</p>
+
+<p>Was Merdj anbetrifft, in südwestlicher Richtung
+circa 6 Stunden von Tolmetta (Ptolemais) auf dem Hochplateau
+<a id="page-18"></a><span class="pgnum">18</span>gelegen, so ist darüber gar kein Zweifel heute,
+dass dieser Ort das alte Barca ist. Gegründet wurde
+diese Stadt von den Libyern; als die Griechen nach
+Cyrene kamen, fanden sie Barce schon fertig. Die
+Barcaei standen bei den Griechen besonders im Rufe
+von ausgezeichneten Pferdebändigern und Wagenlenkern.
+Als in Cyrene selbst Zwistigkeiten unter den Griechen
+ausbrachen, zog ein Theil nach Barce, und von dieser
+Zeit an tritt diese Stadt als selbstständig und unabhängig
+in die Reihe der Städte der Pentopolitania. Das alte
+Ptolemais selbst wird ursprünglich nur als &#8222;Hafen&#8220; von
+Barce genannt, bis unter der Herrschaft der Ptolemäer
+dieser Hafenort die eigentliche Bevölkerung von Barce
+aufnimmt, und diese Stadt aus der Geschichte verschwindet.
+Der Name Barca, den die Araber heute auf
+das ganze Land ausdehnen, kommt aber zweifelsohne
+von Barce, dem heutigen Merdj her, obgleich die Eingeborenen
+behaupten, diesen Ausdruck deshalb dem Lande
+zu geben, weil das ganze Gebiet ein &#8222;Barca&#8220; d.h.
+&#8222;Segen&#8220; sei.</p>
+
+<p>Derna endlich, am nordöstlichsten in Barca gelegen,
+ist das alte Darnis. Ausser Bengasi ist dies die einzige
+Stadt. Ungefähr mit 1500 Einwohnern wird von hier
+ein ziemlich lebhafter Handel mit Malta und Creta getrieben,
+die Engländer unterhalten hier sogar ein Viceconsulat.
+Im französischen Kriege gegen Aegypten versuchte
+General Gantheaume hier eine Landung, jedoch
+<a id="page-19"></a><span class="pgnum">19</span>ohne Erfolg. Auch Nordamerika war später eine Zeitlang
+in Besitz von Derna, gab aber den Ort seines
+schlechten Hafens wegen, oder vielmehr weil ein solcher
+gar nicht vorhanden ist, wieder auf. Derna ist von
+den ausgezeichnetsten Gärten umgeben: alle Producte
+und Früchte, die am Mittelmeere überhaupt vorkommen,
+liefert die Umgegend in Hülle und Fülle.</p>
+
+<hr/>
+
+
+
+
+<h2>Von Cyrene über Bengasi nach Audjila.</h2>
+
+
+<p>Es war ein entsetzliches Wetter, als wir in der
+Todtenstadt unser Grab, die Knissieh, verliessen und
+dann durch die Battus-Strasse die Stadt hinaufzogen und
+dieser Lebewohl sagten. Wind und kalter Regen stritten
+darum wer siegen sollte, da aber der Kampf aufs
+höchste erbittert, immer unentschieden blieb, so hatten
+wir am meisten davon zu leiden. Sobald wir aus der
+Umfassungsmauer heraus waren, verfolgten wir einen alten
+Weg, der in südwestlicher Richtung lief, auch hie und
+da tief eingeschnittene Spuren der alten Fahrzeuge zeigte,
+und wie alle auf die Hauptstadt zugehenden Wege rechts
+und links mit Gräben eingefasst war. Die Gegend
+war einförmig und einsam, obschon keineswegs der Vegetation
+entbehrend, und überall zeigte sich fetter rother
+<a id="page-20"></a><span class="pgnum">20</span>Thonboden. Ueber 2000' hoch war die Kälte sehr
+empfindlich, und das monotone Plateau wurde nur ein
+Mal, eine Stunde von Cyrene entfernt, von einem Uadi
+dem Isnait-Thale, welches von S.-O. nach N.-W. streicht,
+unterbrochen. Nach drei Stunden erreichten wir Safsaf,
+wo eine der grossartigsten Cysternen die Aufmerksamkeit
+des Reisenden in Anspruch nimmt. Höchst wahrscheinlich
+sammelten diese Cysternen, welche das Wasser einer
+ganzen Niederung aufnehmen, den Regen für Cyrene
+selbst, da die um die Cysterne liegenden Ruinen nur
+unbedeutend sind, also so grossartiger Reservoirs nicht
+bedurften. Wahrscheinlich existirte in alten Zeiten eine
+Wasserleitung, um das Wasser nach der Stadt zu führen.</p>
+
+<p>Die überdeckten Bogen der Cysterne gewährten nur
+auf einige Augenblicke Schutz gegen den Regen, zudem
+drohten die höchsten Punkte in dem Wasserbehälter
+auch überschwemmt zu werden. Wir beschlossen daher
+so rasch wie möglich nach dem circa eine Stunde südwestlich
+davon gelegenen Gasr Gaigab zu gehen, wo wir
+auf Schutz gegen das immer mehr rasende Wetter hoffen
+durften. Dem Aduli war dies doppelt lieb, da er dort
+ganz in der Nähe seine Zelte hatte, er also auf diese
+Art nach Hause kam.</p>
+
+<p>Ehe wir das Castell Gaigab, worin eine türkische
+Compagnie lag, erreichten, schickte ich einen Diener
+voraus, um mich anzumelden und um ein Zimmer bitten
+zu lassen. Und alsbald kam trotz des Regens der Commandant
+<a id="page-21"></a><span class="pgnum">21</span>des Forts uns entgegen, und zwar barfüssig, da
+er sagte, er habe keine Schuhe oder Stiefeln und seine
+Pantoffeln seien dem Schmutze nicht gewachsen. Wie
+sich später herausstellte, hatte er sein Schuhzeug versetzt,
+um Schnaps kaufen zu können. Aber warum hatte
+der türkische Kriegsminister ihn und die übrigen Truppen
+auch monatelang ohne Gage gelassen. Unter vielen
+Complimenten führte der Hauptmann-Commandant, ein
+kleiner dicker Mann, uns ins Fort, die Thorwache trat
+ins Gewehr und &#8222;Has dur, ssalam dur&#8220;<a id="FNA-10" href="#FN-10"><sup>10</sup></a> rief der Wachcommandant,
+und freute sich wie ein kleines Kind, mal
+Gelegenheit zu haben, seine Künste produciren zu können.
+Von den Soldaten waren auch einige ohne Schuhe,
+einige sogar um ihre Beine, sans culottes, nicht zu zeigen,
+hatten den langen Mantel an.</p>
+
+<p>Alsbald wurden wir dann in ein grosses Zimmer
+gebracht und ein tüchtiges Kohlenfeuer rief bald
+unsere halb erstarrten Glieder ins Leben, auch eine
+Tasse guten Kaffees war schon bereit, kurz der Hauptmann
+war ausser sich vor Freude, in seiner Einsamkeit
+so unerwartet Gäste bekommen zu haben.</p>
+
+<p>Das Gasr Gaigab selbst, in gerader Linie nur drei
+Stunden S.-S.-O. von Cyrene gelegen, ist ein regelmässiges
+Viereck mit vier Eckthürmen, welche das Fort
+flankiren. Jede Seite der äusseren Mauer ist circa 1000'
+<a id="page-22"></a><span class="pgnum">22</span>lang und dieselben sind 25' hoch. Im Innern sind an
+den 3&#8211;4' dicken Mauern zugleich die Baulichkeiten,
+Casernement, Officierzimmer, Küche, Arsenal und Magazine;
+das Fort hat für eine Besatzung von 200 Mann
+immer Proviant auf 1 Jahr, auch ist hinlänglich Pulver
+und Kugeln vorhanden. Gegen die bloss mit schlechten
+Steinschloss bewaffneten Beduinen bietet es also hinlänglich
+Schutz. Auf den vier Eckthürmen stehen zudem
+je eine mächtige Kanone, wahrscheinlich von einem
+an der Küste früher ein Mal gestrandeten Schiffe genommen,
+denn das englische Wappen ist darauf, die Jahreszahl
+ist aber schon abgerostet und ob dieselben überhaupt
+noch sehr tüchtig sind, möchte ich sehr bezweifeln.</p>
+
+<p>Wir waren bald heimisch eingerichtet und Abends
+hatte ich die Ehre mit dem Hauptmann zu speisen, gegen
+die Sitte der vornehmen Türken waren keine Messer
+und Gabel vorhanden, jedoch Teller; um nicht unangenehm
+zu berühren, legte auch ich mein Besteck, das
+mein Diener mir hingelegt hatte, wieder weg, um nach
+Adams Manier zu essen. Als er mir aber, um den Mund
+abzuwischen, sein eigenes schmutziges Taschentuch reichen
+wollte, dankte ich höflichst und liess mir rasch
+meine Serviette reichen. Die übrigen Officiere thaten
+Leporello-Dienste, durften aber nicht mit uns bei Tische
+essen. Auch erlaubte nie der Capitän, dass einer der
+Officiere die Gläser füllte (selbverständlich schlechter
+Araki) und als ich ihm im Scherze mal zurief, den Officieren
+<a id="page-23"></a><span class="pgnum">23</span>doch auch ein Glas zu geben, machte er ein Gesicht,
+als ob er eine Ohrfeige bekommen hätte, und ängstlich
+die Flasche, als um sie zu schützen, in die Hand
+nehmend, erwiederte er, sie tränken nie. Die armen
+Effendi, wie gern hätten sie auch wohl ein Glas genommen,
+aber wenn es dem Commandant möglich war, trotz
+der Soldlosigkeit, sich Geld oder Credit für Araki zu
+erschwingen, so vermochten das die übrigen Officiere
+doch nicht, indess rächten sie sich nachher, denn der
+Hauptmann zechte so lange, bis er aus meinem Zimmer
+herausgetragen werden musste, und nun liessen die beiden
+anderen Effendi schnell den Rest der Flasche in
+ihre durstigen Kehlen verschwinden und stellten dann
+die leere Flasche an die Lagerseite des sorglos, aber
+laut schlafenden Commandanten.</p>
+
+<p>Wie gross war aber der Schrecken des Hauptmanns,
+als er am andern Morgen erfuhr, ich besitze gar keinen
+Schnaps, er hatte nämlich bloss so stark seinem Araki
+zugesprochen, dann auch mir einige Gläschen grossmüthigst
+abgegeben, weil er hoffte, dass ich am andern
+Tage alles doppelt und dreifach ersetzen würde, und nun
+hatte er es mit einem Frangi zu thun, der nicht mal
+Araki mit sich führte. Doch ich tröstete ihn, indem ich
+versprach ihm von Bengasi aus Alcohol schicken zu wollen,
+den ich dort als zum Photographiren nöthig gekauft,
+später aber übrig behalten und dann zurückgelassen
+hatte. Und sein guter Humor wurde bald ganz wieder
+<a id="page-24"></a><span class="pgnum">24</span>hergestellt, als ich ihm sagte, den Tag noch bleiben zu
+wollen, weil Königs Geburtstag sei, und dass ich bei
+dieser Gelegenheit den Soldaten eine kleine Festlichkeit
+bereiten wolle. Zugleich bat ich, unsre norddeutsche
+Flagge aufs Castell hissen zu dürfen und der Hauptmann
+stimmte mit Freuden ein, ja, er beorderte sogleich für
+Mittag Parade über die ganze Truppe und Inspection
+der Baulichkeiten, und die Soldaten hatten wohl ihr Lebtag
+nie so geputzt, um die Waffen glänzend zu machen
+und um die neuen Uniformen, welche aus dem Magazine
+(wahrscheinlich hatten sie dieselben noch nie angehabt)
+ausgegeben wurden, in den Stand zu setzen. Zudem
+waren Abtheilungen beschäftigt, die Zimmer, Küche und
+alle Räumlichkeiten zu reinigen, kurz bald nahm alles
+einen festlichen Anstrich an.</p>
+
+<p>Mittags wurde denn auch die Truppe, welche im
+Hofe des Castells aufgestellt worden war, feierlich inspicirt,
+der Hauptmann diesmal in Pantoffeln, aber mit Säbel
+und Dienstzeichen versehen. Die Soldaten sahen besser
+aus wie ich geglaubt hatte, alle ihre Uniformen waren
+neu und die Gewehre französische Minié-Büchsen. Nachdem
+sodann noch die Schlafzimmer waren besehen worden,
+die auch recht reinlich ausgefegt waren, aber weiter
+nichts enthielten als was jedes türkische Soldatenzimmer
+bietet: für jeden Mann eine Matte und einen kleinen
+Teppich statt eines Bettes; als endlich Küche, Vorrathskammern
+<a id="page-25"></a><span class="pgnum">25</span>u.s.w. waren besichtigt worden, hatte die Mannschaft
+ihr Mittagsmahl einzunehmen.</p>
+
+<p>Ich hatte am Morgen mehrere Ziegen kaufen und
+durch die Soldaten schlachten lassen, mit Reis hatten
+sie sich daraus ungeheure Pillau-Schüsseln gemacht, und
+nachdem sie mit grosser Hast, wie lange hatten sie wohl
+kein Fleisch gehabt, die Schüsseln geleert hatten, wurde
+ihnen noch ein Kaffee en gros gegeben.</p>
+
+<p>Aber die Hauptfestlichkeit ging jetzt erst an: ich
+hatte ein Paar Dutzend rother Fes, Taschentücher, dann
+kleine Geldsummen in Papier als Preise ausgestellt, und
+hienach mussten die Soldaten Wettrennen, Sacklaufen
+und Blindekuh spielen. Der Hauptmann-Commandant
+theilte die Preise aus, nachdem er jedoch für seine Mühe,
+und weil er selbst als Höchstcommandirender nicht mitlaufen
+konnte, von jedem Preise vorweg einen für sich
+genommen hatte. Im Anfange wollte es nicht recht, wo
+hatte je ein türkischer Soldat Sacklaufen gelernt, oder sonstige
+dergleichen Spiele mitgemacht, als aber nur mal erst
+einer sich einen neuen rothen Fes erobert hatte, wurden
+alle so eifrig und anstellig, dass bald jeder sein Theil weg
+hatte. Aber gewiss war es spasshaft anzusehen, wie die
+oft fünfzig Jahre alten Soldaten (in der Türkei dient in der
+Regel, wer ein Mal Militair ist, so lange wie er die Flinte
+tragen kann) sich kindlich freuten, und ebenso so grosse
+Freude hatten, wenn sie einen Preis bekamen, wie bei
+uns die muntere Schuljugend. Gewiss werden sie nie
+<a id="page-26"></a><span class="pgnum">26</span>den Tag, den Milud des Sultans von Prussia vergessen,
+ihr eigener Sultan Abdul Asis kümmert sich nicht an
+seinem Geburtstage um seine Truppen. Bis spät in die
+Nacht hinein tanzten und sangen die Soldaten, und der
+Hauptmann war so gerührt worden, dass er seine beiden
+Officiere, welche auch jeder einen Baschlik (circa 8 Groschen)
+gewonnen hatten, gegen Baarbezahlung auf ein
+Glas Araki einlud, kurz Alle waren befriedigt, und froh
+und müde legten Türken und Deutsche, welche am Tage
+Königs Geburtstag zusammen gefeiert hatten, da wo vielleicht
+einst die Siegeswagen der Battiden getummelt
+waren, sich sorglos zum Schlaf nieder.</p>
+
+<p>Nachdem ich dann noch am andern Morgen die verschiedenen
+Quellen von Gaigab, von denen eine unmittelbar
+unter der Mauer des Forts selbst entspringt, besichtigt
+und gefunden hatte, dass alle Spuren antiker
+Bearbeitung zeigen, sagten wir unseren türkischen Freunden
+Lebewohl. Der Aduli blieb zurück, statt seiner kam
+jedoch sein ältester Sohn, um als Führer zu dienen.</p>
+
+<p>Um 7½ Uhr aufbrechend, hatten wir im Allgemeinen
+S.-W.-R., erreichten um 8 Uhr 20 Minuten die Quelle
+Lali und gleich darauf den Marabut Sidi Sbah, wo ebenfalls
+eine Quelle ist. Um 9½ Uhr waren wir bei der
+Quelle Djebarah, und liessen um 10 Uhr die Sauya-Faidia
+etwas nördlich von uns liegen. Wir befanden uns
+immer auf einem grossgewellten, jedoch niedrigen Hügellande,
+und gerade auf der Wasserscheide des Mittelmeeres
+<a id="page-27"></a><span class="pgnum">27</span>und der Sahara. So passirten wir um 12 Uhr
+20 Minuten das uadi Feria, das ins Mittelmeer und gleich
+darauf das uadi Tebiabo, das in die Sahara abfliesst.
+Zwischen beiden erreichten wir die grösste Höhe 909 M.,
+obschon andere Berge und Hügel seitwärts vom Wege
+noch 100&#8211;150 M. höher sind<a id="FNA-11" href="#FN-11"><sup>11</sup></a>. Die Gegend ist nicht
+bewaldet, aber trotzdem nicht ganz von Bäumen entblösst,
+und der fette rothe Boden Veranlassung zur
+üppigsten Vegetation der Blumen, namentlich gedeiht
+hier die Drias-Pflanze häufig und kräftig. Aber Bewohner
+sieht man nirgends, nur da, wo Fels zu Tage liegt,
+wie überall weicher Kalkstein, mahnen die tiefeingeschnittenen
+Räderspuren der Wagen der Alten, wie stark
+auch dieser höchste Kamm von Cyrenaica einst frequentirt
+war. Die Gegend selbst wird als Weidegrund der
+Brassa, eines der bedeutendsten Nomadenvölker vom heutigen
+Barca, genannt. Um 4 Uhr 15 Minuten schlugen
+wir Lager bei einer Oertlichkeit, Namens Slantia, wo
+zahlreiche Höhlen, theils natürliche, theils künstliche,
+einen Sitz der alten libyschen Ureinwohner zeigen.</p>
+
+<p><a id="page-28"></a><span class="pgnum">28</span>Am folgenden Tag hielten wir zuerst südlich, dann
+südwestlich und zuletzt ganz westlich<a id="FNA-12" href="#FN-12"><sup>12</sup></a>. Die Gegend
+ist sehr waldig, namentlich stark mit Wachholder bestanden,
+die Abdachung geht nur der Wüste zu, und
+überall sieht man die Ruinen alter römischer Burgen.
+Dies Land ist gleichfalls den Brassa eigen, obschon es
+ganz wie ausgestorben ist. Bei dem Castell Sira el gedim
+stiessen wir wieder auf zahlreiche Höhlen libyscher
+<a id="page-29"></a><span class="pgnum">29</span>Troglodyten, und Nachmittags um 2 Uhr erreichten wir
+den scharf prononcirten Abfall des Hochplateaus, und
+gelangten mittelst des uadi Farat in die grosse Ebene
+el Chi&#275;. Die Drias hört nun auf, wie überhaupt hier
+eine ganz andere Vegetation auftritt, namentlich ist es
+die Schih (artemisia), die uns hier zum ersten Male
+entgegentritt, und an die nahe Wüste erinnert. Wir
+campirten Nachmittags in einem Kessel, Namens Maraua,
+wo auch Felshöhlen der alten Libyer zahlreich vorhanden
+sind. Sehr eigenthümlich sind manchmal Reste
+von Mauern, welche ein Thal quer durchschneiden, dann
+wieder grosse viereckige Mauerreste, welche aber keine
+Wohnungen gewesen zu sein scheinen, vielmehr wohl
+dazu dienten, um Nachts das Vieh aufzunehmen als
+Schutz gegen die wilden Thiere. Wasser findet sich
+auf der ganzen Strecke von Sirah nach Maraua nicht.</p>
+
+<p>Bei Maraua hat die el Chi&#275;-Ebene eine Tiefe von
+508 M., sie ist einförmig, aber äusserst fruchtbar und
+die zahlreichen Ruinen der alten Castells deuten auf
+ehemalige starke Bevölkerung. In der Mitte, wo die
+Chi&#275;-Ebene von einem nach Süden strömenden uadi
+Gedede unterbrochen wird, hat sie 450 Meter, nach
+Westen kommt man dann auf den Höhenzug, der
+Schad ben Medja genannt wird und gut mit Wachholder
+bestanden ist. Von hier an gehört das Land den uled
+Abid, und das nun vor einem aufsteigende Gebirge führt
+auch den Namen djebel Abid. Es ist mit Wachholder
+<a id="page-30"></a><span class="pgnum">30</span>und Thuya so reichlich bewachsen, wie die schönsten
+Districte der Cyrenaica und wetteifert an Fruchtbarkeit
+mit der duftenden el Chi&#275;-Ebene. Aber auch hier sieht
+man keine Einwohner, nur selten mal eine Heerde, und
+selbst Wild scheint zu fehlen. Erst bei den Brunnenlöchern
+von Djerdes, die wieder 640 Meter hoch liegen,
+stösst man auf Abid-Triben und gut angebaute Felder.
+Auch finden sich hier Höhlen alter libyscher Stämme.</p>
+
+<p>Obschon die Abid zu den berüchtigsten Räubern
+der Cyrenaica gehören, so kamen wir doch gut mit
+ihnen aus, zudem waren wir sehr auf unserer Hut. Als
+wir bei Djerdes lagerten, sank morgens das Thermometer
+vor Sonnenaufgang auf -2°.</p>
+
+<p>Die Gegend blieb am folgenden Tage<a id="FNA-13" href="#FN-13"><sup>13</sup></a> im Anfange
+im Gebirge gleich gut bewaldet und später in der Ebelerhar-Ebene,
+fanden wir diese bedeutend krautreicher
+<a id="page-31"></a><span class="pgnum">31</span>als die Chi&#275;-Ebene. Abends lagerten wir bei den Wasserlöchern
+von Biar (Pl. von Bir-Brunnen) und fanden dort
+herum zahlreiche Freg der Auergehr, überhaupt war den
+ganzen Tag hindurch die Gegend nicht nur reicher an
+Vegetation, sondern auch besser bevölkert. Die Auergehr
+bekümmerten sich so wenig um uns, wie wir um
+sie, in der Nähe eines kleinen Marabuts schlugen wir
+Zelte. Die Brunnenlöcher von Biar liegen 320 Meter hoch.</p>
+
+<p>Nachts wurde einem meiner Neger sein Geld, welches
+derselbe in sein Schnupftuch gebunden hatte, gestohlen.
+Da es nur einer der anderen Diener genommen
+haben konnte, so liess ich alle auskleiden, ohne dass wir
+etwas entdecken konnten, auch schwuren alle die grässlichsten
+Eide, in Gegenwart des Grabes des Marabut
+und beim Haupte Mohammeds und Sidi Snussi's. Und
+vor allen Dingen zeichnete sich ein ehemaliger österreichischer
+Kavass von Tripolis, Herr Hammed Bimbaschi,
+aus, laut rufend, sein Vater und er solle ewig
+brennen, wenn er das Geld habe. Aber schon zwei
+Tage später fand sich das Geld bei ihm vor, er hatte
+sich in Bengasi durch Einkäufe verrathen, und musste
+dann in Folge davon Bekanntschaft mit dem türkischen
+Gefängniss machen. Als ich später Bengasi verliess, bekam
+er seine Freiheit wieder, Meineid und Diebstahl,
+namentlich gegen einen eben erst freigewordenen Sklaven
+begangen, werden in diesen Ländern nicht sonderlich
+beachtet.</p>
+
+<p><a id="page-32"></a><span class="pgnum">32</span>Den letzten Tag blieben wir von Biar noch 3 Stunden
+in S.-W.-R. in dieser krautreichen Ebene, und kamen
+dann an das eine Stunde breite Gebirge, welches
+nur 100 Meter hoch den Rand der Ebene, der ersten
+Terrasse bildet. Mittelst des Fuhm el Fedj, eines Engpasses,
+stiegen wir dann in die Meeresebene hinab, vorbei
+bei dem vulcanartig aussehenden Berg Basina (Name
+einer Mehlspeise, die puddingförmig aufgetischt wird)
+und erreichten von hier an nach 4 Stunden in reiner
+westlicher Richtung Bengasi. Die Ebene hier ist nicht
+sehr fruchtbar, der Fels liegt fast überall zu Tage. Dass
+aber die röthliche Erde einst dicker gelegen hat, beweisen
+die überaus zahlreichen Ruinen von Dörfern, Häusern
+und Gehöften, und trotz der heutigen Unfruchtbarkeit
+dieser Ebene ist es höchst wahrscheinlich, dass
+diese Fläche einst die berühmten Gärten der Hesperiden
+bildete.</p>
+
+<p>Wir hatten in Bengasi einen fünftägigen Aufenthalt,
+welcher indess auch sehr nöthig war, um uns neu zu
+organisiren und auszurüsten. Bis auf meinen deutschen
+Diener Wetzel aus Bamberg und dem freigelassenen Neger
+Bu-Bekr trat eine vollkommene Veränderung im
+Personal ein. Den Photograph aus Berlin sah ich mich
+genöthigt nun wirklich fortzuschicken, ich hatte ihn in
+Tripolis schon einmal entlassen, mich aber dennoch
+bewegen lassen ihn wieder zu nehmen, aber in den letzten
+Tagen in Cyrene benahm er sich so unumgänglich,
+<a id="page-33"></a><span class="pgnum">33</span>dass ich diese Gelegenheit seiner los zu werden,
+nicht versäumte. Der österreichische Cavas Hammed
+wurde eingesperrt, noch andere verliessen den Dienst.
+Dafür machte ich dann aber die werthvolle Acquisition
+des alten ehemaligen Dieners Mohammed Staui, der sich
+dicht bei Bengasi als Landmiether niedergelassen hatte.
+Den alten geizigen Staui hätte ich nur in Cyrenaica
+selbst haben sollen, sein Geiz wäre mir dort gut zu
+Statten gekommen gegen die unverschämten Prellereien
+des Aduli, gegen die Diebereien des Cavassen und der
+anderen Diener, welche es so weit trieben, dass sie unter
+der Hand eines Tages einen ganzen Schlauch Butter verkauft
+hatten. Dann bekam ich noch einen anderen weggelaufenen
+Neger, ich glaube Ali rief man ihn, einen
+wahren Goldjungen. Aus Sella her seinem Herrn entsprungen,
+hatte er mit diesem Räuberhandwerk getrieben,
+und die weitesten Streifzüge, südlich bis Tragen und Wau,
+östlich bis zum Ammonium nach dem Norden zu bis
+zur Küste an der Syrte gemacht. In dieser ganzen weiten
+Strecke kannte er Schritt und Tritt. Bei einer Beutevertheilung
+hatte er sich mit seinem alten Herrn entzweit,
+war nach Bengasi aufs englische Consulat geflüchtet,
+wo ich ihn vorfand und in meine Dienste nahm. Er war
+jetzt von glühender Begier für Freiheit erfasst, wollte
+Skendria und Masser<a id="FNA-14" href="#FN-14"><sup>14</sup></a> kennen lernen, und wie konnte er
+es besser durchführen, als wenn er mich begleitete. Wir
+<a id="page-34"></a><span class="pgnum">34</span>wurden denn auch bald handelseinig, und er war jedenfalls
+der nützlichste aller Diener, in Packen und Behandlung
+der Kameele war er unübertrefflich, sogar
+besser als der Gatroner, da er ein junger Bursche von
+25 Jahren war. Dabei hatte er das heiterste Gemüth
+von der Welt, fortwährend singend, unterliess er diese
+Beschäftigung nur um zu plaudern und zu necken, oder
+allenfalls um mit dem in Amerika zum halben Zweifler
+gewordenen Staui einen religiösen Discurs anzufangen,
+der gemeiniglich mit Staui's Niederlage endete, worauf
+dieser sich dann verächtlich zu uns wandte: &#8222;nigger great
+donkey.&#8220; Ali hatte aber eine verhältnissmässig gute
+religiöse Erziehung gehabt, er war sogar eine Zeitlang
+in der berühmten Sauya Sarabub, dem Hauptorte der
+Snussi, gewesen.</p>
+
+<p>Wir waren natürlich wieder in Bengasi auf dem
+englischen Consulate, und mit den Einkäufen verging
+rasch die Zeit. Namentlich musste eine grosse Zahl von
+Schläuchen gekauft werden, wir brauchten derer nicht
+weniger als 12, endlich andere Provision, Mehl, Zwieback,
+Oel, Butter, Datteln, Zucker, Kaffee und Thee,
+auch in Fett eingekochtes Fleisch, Stockfische u. dgl.
+wurde eingekauft.</p>
+
+<p>Am 3. April Morgens 10 Uhr verliessen wir dann
+die Stadt in Begleitung des englischen und französischen
+Consuls. Das Wetter war trübe, so dass wir die
+Berge nicht sehen konnten, unsere Richtung war 160°.
+<a id="page-35"></a><span class="pgnum">35</span>Bald stiess dann noch ein Reiter zu Kameel zu uns, ein
+Diener des Mudirs von Audjila, der die Gelegenheit benutzen
+wollte, in Karawane zurückzukehren. Er erwies
+sich später äusserst nützlich, da er des Weges sehr
+kundig war, was ich von dem eigens gemietheten halbblinden
+Führer Hammed Uadjili nicht sagen konnte.</p>
+
+<p>Schon nach 2½ Stunden durch fruchtbares Land
+dahin reitend, machten wir beim Brunnen Choëbea Halt,
+verzehrten gemeinschaftlich ein Frühstück, tranken eine
+letzte Flasche Wein, eine letzte Flasche Ale, und unsere
+freundlichen Begleiter kehrten nach Bengasi zurück,
+während wir südwärts den Weg weiter zogen. Derselbe
+bleibt einförmig, obschon der Boden fruchtbar ist, zum
+Theil cultivirt wird, zum Theil krautreiche, zu dieser
+Jahreszeit von Blumen bunte Wiesengründe hat, Freg
+sind nur spärlich vorhanden. Wir setzten nur noch
+2 Stunden den Weg so fort und lagerten inmitten eines
+weiten Ruinenfeldes unter dem Schutze eines kleinen
+Castells. Es scheinen hier mehr ländliche, weit zerstreut
+liegende Wohnungen gewesen zu sein, als bestimmte
+Orte, wenigstens finden wir in so unmittelbarer Nähe
+von Berenice keinen erwähnt. Das Castell, recht gut
+erhalten, aber klein, diente zum Schutze der Landbewohner
+und speciell hier noch wohl zum Schutze der
+Küste.</p>
+
+<p>Am folgenden Tage brachen wir früh auf und hielten
+150° R. Auch an dem Tage war die Gegend überaus
+<a id="page-36"></a><span class="pgnum">36</span>ruinenreich, und auch hier traten alle Augenblicke
+grosse Einhegungen von Steinen entgegen, von denen
+manchmal aber nur noch die unterste Steinreihe erhalten
+ist. Der Boden bleibt ein gleich fruchtbarer röthlicher
+Humus, ist überall bis zu den Bergen gleich culturfähig,
+sehr krautreich aber wenig mit Buschwerk bestanden.
+Die Berge sind sichtbar, aber je weiter man
+nach Süden kommt, je mehr zieht sich das Ufer des
+Hochplateaus nach Südosten zurück. Die Gegend ist
+hier besser bevölkert, denn irgendwo in Cyrenaica, meist
+sind es Freg der Mschitat und Auergehr, welche rechts
+und links vom Wege aufgeschlagen sind. Eigenthümlich
+wie die Alten genau die Oertlichkeit erkannt haben müssen,
+wo sie Wasser zu finden glaubten. Denn ein blosser
+Zufall liess sie wohl nicht jene Kalkplatten durchbohren
+um dann nach 25&#8211;30' und oft noch tiefer auf Wasser,
+zu stossen. Und dass sie von den Alten angelegt worden
+sind, geht aus der ganzen Construction derselben
+hervor, warum aber gruben sie nicht an anderen Stellen
+nach Wasser? wahrscheinlich weil sie aus Erfahrung
+wussten, dass unter Kalkfelsen am ersten Wasser
+zu finden sei. Wir lagerten Abends in der Nähe von
+zahlreichen Freg, ohne indess mit den Insassen in Berührung
+zu treten<a id="FNA-15" href="#FN-15"><sup>15</sup></a>. Auch am folgenden Tage<a id="FNA-16" href="#FN-16"><sup>16</sup></a> hat
+<a id="page-37"></a><span class="pgnum">37</span>die Gegend noch denselben fruchtbaren aber wenig bebauten
+Charakter, die Freg werden südlich von den ailet
+Feres bewohnt und gegen Abend, wo wir der Syrte so
+nahe sind, dass wir die Brandung derselben hörten, lagerten
+wir zwischen Schih- und Halfa-Vegetation, waren
+also bis zum Uebergange der Wüste gekommen.</p>
+
+<p>Je weiter man nach Süden kommt<a id="FNA-17" href="#FN-17"><sup>17</sup></a>, je spärlicher
+wird die Vegetation und Bevölkerung, fast nur Halfa und
+Schih zeigen sich noch, alle Brunnen haben noch denselben
+Bautypus, d.h. sind nicht in das Erdreich getrieben,
+sondern da, wo Kalkfelsen zu Tage liegt, hindurch
+gebohrt. Beim bir Schimmach nun rechnen die
+Araber die Grenze von Barca el hamra, dem rothen
+Cyrenaica und was von hier an südlich liegt, heissen
+<a id="page-38"></a><span class="pgnum">38</span>sie Barca el beida, das weisse Cyrenaica. Hauptsächliches
+Unterscheidungszeichen bildet der Boden selbst,
+denn nördlich vom Brunnen ist röthlicher Humus, südlich
+davon weisslicher Sandboden.</p>
+
+<p>Auch jetzt hatten wir immer mit schlechtem Wetter<a id="FNA-18" href="#FN-18"><sup>18</sup></a>
+zu kämpfen, heisse Stunden wechselten mit kalten
+und stürmischen und namentlich waren die Nächte rauh.
+In Schadábia verweilten wir einen Tag. Es ist hier die
+grösste Ruine zwischen Bengasi und Audjila, und das
+Fort noch recht gut erhalten. Wie alle von viereckiger
+Form, und mit flankirenden Thürmen versehen, besteht
+der Bau aus grossen Quadern, durch Fels getriebene
+Brunnen mit ausgezeichnetem Wasser (es ist dies das
+letzte süsse bis zur Ammonsoase) sind ganz in der Nähe.
+Ich glaube man kann in Schadábia das alte Automalax<a id="FNA-19" href="#FN-19"><sup>19</sup></a>
+erblicken, wenigstens stimmen Oertlichkeit und Entfernung
+von Berenice. Es ist dies nach Süden zu der letzte bewohnte
+Ort, und heute eine berühmte Sauya der Mádani,
+deren Chef Mohammed el Mádani in Mesurata begraben
+liegt. Wie diese Brüderschaft eine der tolerantesten ist,
+so zeigte sich auch der Vorsteher von Schadábia äusserst
+liebenswürdig und ohne fanatischen Dünkel. Er warnte
+<a id="page-39"></a><span class="pgnum">39</span>wiederholt (auf Beurmann hinweisend, der indess gar
+nichts mit den Snussi zu thun gehabt hat) vor den Snussi,
+vor den Bewohnern von Audjila und Siuah, meinte aber,
+hier solle ich nur ruhig campiren, da wo eine Sauya der
+Mádani sei, habe Niemand etwas zu fürchten. Aber
+trotzdem und trotz seiner guten Rathschläge, unterliess
+ich es doch nicht Nachts Wachen auszustellen und den
+Thieren überdies wie immer ihre Eisen anlegen zu lassen.
+Mein armer Esel war nun fast reitunfähig geworden, die
+heissen Winde hatten ihn vom Esel auf den Hund gebracht.</p>
+
+<p>Von Schadábia aus, legten wir am 8. April die ersten
+zwei Stunden südlich zu West zurück bis zur merkwürdigen
+Burg Henéa<a id="FNA-20" href="#FN-20"><sup>20</sup></a>. Offenbar ist dies weder ein griechisches
+noch römisches Bauwerk, sondern libyschen
+Ursprungs. Zu ebener Erde gelegen, ist diese Burg der
+Art angelegt (ähnlich wie die monolithischen Kirchen
+von Lalibala in Abessinien), dass man zum Graben derselben
+den Fels ausgehoben hat, und den als einzigen
+Block inwendig stehen gebliebenen Felsen zur Burg verarbeitet
+hatte. Die contreescarpirten Wände des tiefen
+20' breiten Grabens haben Gänge und Kasematten,
+sämmtlich wie neu und ausgezeichnet erhalten. Unterirdisch
+stehen diese mit der Block-Burg zusammen.
+Diese enthält vollkommen gute erhaltene Abtheilungen.
+Alles aus einem Steine gehauen, durchwandelt man lange
+<a id="page-40"></a><span class="pgnum">40</span>breite Gänge, mit Krippen ebenfalls aus Stein, Beweis,
+dass in dieser eigenthümlichen Burg sogar Pferde waren,
+andere kleine Zimmer und grosse Säle münden auf die
+Gänge. Nur ein einziger sanft ablaufender Zugang führt,
+die Contreescarpe durchschneidend, in den Graben, die
+Hauptöffnung des Blocks befindet sich aber auf der entgegengesetzten
+Seite der Burg. Die ganze Contreescarpe,
+die unterirdisch, wie gesagt, mit dem Block communicirt,
+konnte den Graben durch Felslöcher vertheidigen.
+Gewiss eins der bemerkenswerthesten Baudenkmäler
+alter Fortification.</p>
+
+<p>Von hier an gingen wir selben Tages noch fünf
+Stunden S.-S.-O. weiter, passirten nach zwei Stunden den
+Tafra-Brunnen, der wie alle folgenden Bitterwasser hat,
+liessen nach etwa einer Stunde den vereinzelten Hügel
+Karassa, der als Allem oder Wegweiser dient, liegen
+und lagerten Abends am Chor-Shofan. Die sehr schwache
+Bevölkerung wird von den uled Schich und den Schibli
+gebildet. Die Vegetation hört fast ganz auf, in der That
+hatten wir mit Chor-Shofan die Grenze des Mittelmeer-Niederschlags
+erreicht, der Floh hört auf der beständige
+Begleiter des Menschen zu sein. Wie mit Zauber
+ist er verschwunden, heute wird man noch von ihm gequält,
+morgen hat er uns verlassen. Die Araber sagten
+zwar, anderes Ungeziefer würde auch das Weite suchen,
+aber ich wusste aus langer Erfahrung, dass die noch
+lästigeren Collegen des Floh die Wüste, den Samum,
+<a id="page-41"></a><span class="pgnum">41</span>die trockne Hitze nicht scheuen. Im Gegentheil! Vom
+Chor-Shofan fängt dann nun auch die Sahara an.</p>
+
+<p>Auch am folgenden Tage hielten wir S.-S.-O.-R.,
+und um 6 Uhr Morgens aufbrechend, brachte uns der
+Allem (Wegweiser) el Dürr auf den vom Brunnen Alaya
+kommenden Weg. Und eine Stunde Frühstücksrast abgerechnet,
+durchschritten wir um 2 Uhr den ned Fareg.
+Es ist dies eigentlich kein Thal oder Flussbett, sondern
+eine von Westen nach Osten streichende Einsenkung ohne
+Abdachung. Nach Westen geht die Fareg-Einsenkung
+drei Tagemärsche weit bis zum Ras el ain el kebrit,
+und zwei Tagemärsche vom Punkt, wo wir Fareg passirten
+nach Osten; da wo wir die Einsenkung passirten,
+liegt der Brunnen Besseria<a id="FNA-21" href="#FN-21"><sup>21</sup></a>. Das südliche Ufer vom
+Fareg heisst Diffa el uadi (Gastmahl des Thales) und
+eine Menge Steinhaufen, Bu-Sfar genannt, sind zum Andenken
+für die errichtet, welche sich dem Gebrauche
+hier ein Extraessen zu geben, entzogen. Solche Steinhaufen,
+welche Gräber vorstellen sollen, findet man an
+gewissen Stellen in der ganzen Sahara. An solchen Stellen
+muss nämlich ein des Weges zum<i> ersten</i> Male
+durchziehender, seinen Cameraden, welche die Reise
+schon gemacht haben, einen Extraschmaus geben, thut
+<a id="page-42"></a><span class="pgnum">42</span>er es nicht, so errichtet man ihm einen Steinhaufen, ein
+Grab, zum Zeichen seines Geizes. Da nun aber solche
+Stellen sehr häufig vorkommen, so hatte ich ein für allemal
+die Gewohnheit mich begraben zu lassen und legte
+zuerst gewöhnlich den Stein; ausser unserem Führer, dem
+Diener des Mudir von Audjila und meinem Neger Bu-Bekr,
+hatte Niemand von uns den Weg zurückgelegt,
+wir liessen uns also alle begraben, wie auch später noch
+öfter. Gleich hinter Fareg fängt eine Sserir an, Namens
+Thuil (die lange), dort lagerten wir fünf Uhr Abends.</p>
+
+<p>Am 10. April erreichten wir in südsüdöstlicher Richtung
+nach einem sechsstündigen Marsche über die Sserir
+Thuil die grosse von Westen kommende Einsenkung des
+Bir Ressam. Wo diese im Westen ihren Anfang nimmt,
+war von meinen Leuten nicht zu ermitteln, vielleicht geht
+sie bis dicht an die Syrte, vielleicht nach Ain kibrit,
+und ist somit im Zusammenhange mit Fareg. Der Brunnen
+selbst hat abscheuliches Wasser, die Kameele trinken
+es jedoch, einige Palmbüsche sind in der Nähe, und die
+Ruinen des Gasr Shahabi deuten auf eine einstige Besiedelung.
+Die Einsenkung zeichnet sich durch zahlreiche
+Versteinerungen, Muscheln etc. aus, oft sieht man
+ganze Baumstämme auf dem Boden liegen, meist in Flintstein
+verwandelt. Palmen und Lentisken sind es besonders,
+die ehemals die Vegetation bildeten, von der jetzt
+nur die steinernen Formen übrig geblieben sind. Lebende
+Vegetation ist in dieser Einsenkung durch Belbel, Domrahn
+<a id="page-43"></a><span class="pgnum">43</span>und Rherrhek vertreten, letzteres ein Busch; der
+in der Süd-Sahara unter dem Namen Suak bekannt ist.
+Die Ressam-Einsenkung ist 100 Meter tiefer als das
+Mittelmeer (am Brunnen das Barometer auf 772 M.M.
+= -104 Meter). Den tiefsten Punkt erreichten
+wir Abends bei Gor-n-nus (am Lagerplatz ergab das
+Barometer Abends 772, Morgens 773, um 9 Uhr Morgens
+772, erreichte also circa 107 M. Tiefe). An dem Tage
+hatten wir 12 Stunden zurückgelegt.</p>
+
+<p>Auch am folgenden Tage behielten wir diese Richtung
+von früher und marschirten in der Depression weiter,
+um 6 Uhr aufbrechend, sendete die Einsenkung um 7 Uhr
+einen ebenso breiten Arm nach dem circa 6 Stunden
+entfernten Gor Mschirk ab. Um 9 Uhr passirten wir
+den ebenfalls Bitterwasser haltenden Brunnen Marak und
+stiessen auf zwei grosse von Audjila kommende Sklavenkarawanen,
+die nach Bengasi zogen. Das Land ausserhalb
+der Einsenkung ist grossgewellt, und grobkörniger
+Sandboden, manchmal mit bunten Kieselchen bestreut,
+und nicht ganz ohne alle Vegetation. Nachmittags 2 Uhr
+bemerkten wir östlich von uns den Dj. Beddafar circa
+4 Stunden entfernt. Die nach S.-O. ziehende Depression
+hatten wir Mittags schon verlassen, und lagerten Abends
+5 Uhr bei Gor meschtefar schirgia.</p>
+
+<p>Der darauf folgende Tag, ein zwölfstündiger Marsch,
+über eine durch nichts unterbrochene grossgewellte, grobkörnige
+Sandebene, war der langweiligste und einförmigste
+<a id="page-44"></a><span class="pgnum">44</span>von allen, nur zweimal wird diese wüste Ebene
+durch zwei Allem (Wegweiser) unterbrochen. Unsere
+Richtung war immer die gleiche, wie an den vorherigen
+Tagen. Ebenso unerquicklich war der letzte Tag, der
+Führer war zudem auf dem Kameele eingeschlafen und
+wir hatten eine ganze Zeitlang die Richtung verloren,
+bis wir endlich durch den Stand der Sonne aufmerksam
+darauf gemacht wurden.</p>
+
+<hr/>
+
+
+
+
+<h2>Audjila und Djalo.</h2>
+
+
+<p>Es war gegen Abend des elften Tages, als wir die
+Oase erreichten. Schon einige Stunden vorher hatten
+wir wie eine schwarze Linie am Horizont die hohen Palmen
+derselben erblickt, und die Kameele, welche seit
+Bir-Ressam nicht getrunken hatten, beschleunigten den
+Marsch, sobald sie die Palmen hatten auftauchen gesehen.
+Je näher wir kamen, desto schöner wurde der
+Anblick; links vor uns, wo bedeutende Sebcha sich ausdehnten,
+spiegelten sich die Palmen als wie auf einer
+Silberfläche, davor schlug die Luft grosse Wellen, so dass
+man oft ein bewegtes Meer zu sehen glaubte. Dann
+kamen wir an den röthlich-braunen Sebcha, der, von
+der untergehenden Sonne beleuchtet, einen eigenthümlichen
+Contrast mit der weissen Sandfläche davor, mit
+<a id="page-45"></a><span class="pgnum">45</span>den grünen Palmen dahinter bildete. So hat auch die
+Wüste ihre Schönheit, und in solchem Augenblick konnte
+ich es begreifen, wenn St. John, als er von der Wüste
+Abschied nahm, sein Buch mit den Worten schloss:</p>
+
+<div class="poem">
+<p>&#8222;Oh! that the desert were my dwelling-place</p>
+<p>with one fair spirit for my minister!&#8220;</p>
+</div>
+
+<p>Den ganzen Tag abwechselnd zu Kameel und Esel,
+war ich abgesprungen, sobald wir den Sebcha erreicht
+hatten, durch den nur ein schmaler Pfad sich hinschlängelt,
+während rechts und links Salzmoräste liegen, mit
+einer dünnen Kruste bedeckt. Es war also die grösste
+Vorsicht nöthig, um die Kameele hindurchzuführen, denn
+ein beladenes Kameel wäre bei einem Seitentritt gleich
+versunken. Alle kamen gut durch, nur der alte Esel,
+der von weitem einige Ya seiner Brüder vernommen
+hatte, Musik, welche für seine langen Ohren verlockend
+sein musste, wollte in seiner Ungeduld vom Wege ab,
+aber schon beim ersten Schritt sass er fest. Nur mit
+Mühe konnten ihn die Leute wieder flott kriegen, aber
+herausgezogen, ging er dann geduldig und nachdenkend
+hinter der langen Colonne von Kameelen einher.</p>
+
+<p>Es war schon ganz dunkel, als wir den eigentlichen
+Palmwald erreichten, nachdem wir schon eine Zeitlang
+zwischen Had (Cornulaca monacantha Delile), Belbel
+(Anabasis articulata) und Domran (Traganum nudatum),
+den ersten Vorboten der Vegetation, hinmarschirt waren.
+Das Aufziehen des Wassers aus den Brunnen verrieth
+<a id="page-46"></a><span class="pgnum">46</span>uns, dass wir jetzt zwischen Gärten waren, denn es war
+nun so dunkel geworden unter den Palmen, dass wir
+nur noch den Weg unterscheiden konnten. Aber bald
+hatten wir den Lagerplatz erreicht und fanden schon
+eine andere Karawane vor, die von Djalo gekommen
+nach Bengasi wollte. Zwischen Tamarisken, in der Nähe
+der Quelle Sibilleh, der einzigen der ganzen Oase, schlugen
+wir unsere Zelte auf, umringt von vielen Neugierigen,
+die sich nach vielen Ssalamat nach den Neuigkeiten
+und Preisen in Bengasi erkundigten.</p>
+
+<p>Ich schickte gleich einen Theil der Leute mit den
+Kameelen zur Quelle, um diese abtränken zu lassen und
+um uns einen Schlauch frischen süssen Wassers zu füllen,
+die anderen schlugen rasch die Zelte auf, einer beschäftigte
+sich mit der Küche, und noch ein anderer war
+mit den Bewohnern in Unterhandlung getreten, um Hühner,
+Eier und Zwiebeln zu kaufen. Obgleich spät angekommen,
+hatte sich die ganze Einwohnerschaft um unsere
+Zelte versammelt, jedoch ging alles recht anständig zu,
+und war von Zudringlichkeit oder Schimpfen keine Rede.
+Als ich später noch heraustrat, die etwas zerstreut stehenden
+Kisten und anderen Gegenstände zusammenstellen
+liess, und meinen Leuten empfahl wegen etwaiger
+Diebe sich Nachts dicht daneben zu legen, trat einer
+der Einwohner heran und meinte, alles könne stehen
+und liegen bleiben wie es wäre, hier sei nicht Barca,
+Diebe gäbe es in Audjila nicht, und die Leute sollten
+<a id="page-47"></a><span class="pgnum">47</span>nur ruhig schlafen, ohne Wache zu halten. Unser alter
+Führer bestätigte diess auch und sagte er wolle mit
+seinem Kopfe haften, wenn irgend etwas abhanden käme.
+So konnten wir uns denn einmal wieder einem sorglosen
+Schlaf hingeben, zumal der alte Staui immer nur halb
+schlief; auch die Kameele und Esel bekamen keine Fusseisen,
+was sonst immer geschehen war.</p>
+
+<p>Die Oasengruppe besteht aus drei durch Sserir getrennten
+Inseln, im Westen Audjila, in der Mitte Djalo<a id="FNA-22" href="#FN-22"><sup>22</sup></a>,
+im Osten Uadi, dessen Verlängerung im Süden Batofl
+ist. Djalo liegt nach Moriz v. Beurmann auf 21° 23' 4"
+ö. L. v. Gr. und 29° 0' 40" n. Br. Die später aus den
+Berichten Beurmanns an Prof. Bruhns in Leipzig von
+diesem gemachten Berechnungen bedürfen einer Revision.
+Der ganze Oasencomplex fällt nach der zehnblättrigen
+Karte der Petermann'schen Mittheilungen zwischen 29°
+und 29° 30' n. Br. und circa 21° 50' und 22° 30' ö. L. v. Gr.</p>
+
+<p>Die Lage der einzelnen Oasen zu sich selbst ist derart,
+dass Audjila im Westen gelegen, halbmondartig von
+N.-N.-O. nach S.-S.-W. gestreckt ist, und seine convexe
+Seite, nach Osten gerichtet, durch eine vier bis fünf
+Stunden breite Sserir von Djalo getrennt wird, welches
+länglich gestreckt ist und seine Längsachse von N.-W.
+nach S.-O. gerichtet hat. Die Nordwestspitze von Djalo
+ist demnach auch nur drei Stunden von Audjila entfernt.
+<a id="page-48"></a><span class="pgnum">48</span>Uadi, höchst wahrscheinlich eine Fortsetzung von Uadi
+el Ressam und Mareg, zieht sich ebenfalls in einem
+grossen Bogen, dessen convexe Seite nach Osten gerichtet
+ist, hin, und verbreitert sich südlich zur Oase Batofl, so
+dass der Ort Batofl fast südlich, etwas zu Ost, unter
+Djalo zu liegen kommt. Tiefer als das Meer gelegen,
+etwa 51 Meter, ist Audjila von Sserir und röthlichen
+Sanddünen umgeben, denen jede Spur von Vegetation
+abgeht. In der Oase selbst ist der Boden gypsartig, sobald
+man eine Schicht von einigen Fuss Sand durchdrungen
+hat. Die Länge von Audjila beträgt circa drei
+deutsche Meilen, der nördlichste Theil ist indess nicht
+bewohnt; die Breite ist verhältnissmässig gering, eine
+Stunde nördlich von Audjila, wo die Oase am breitesten
+ist, circa ¼ deutsche Meile.</p>
+
+<p>Djalo, ebenfalls von Sserir umgeben, und etwa
+30 Meter tiefer als das mittelländische Meer, hat eine
+S-förmig gewundene Gestalt, die Länge beträgt ebenfalls
+circa drei deutsche Meilen, die Breite jedoch in der Mitte
+erreicht 1½ deutsche Meilen, und fast bis zum Südende
+bleibt sie dieselbe. Das Terrain in Djalo ist bedeutend
+salzhaltiger, die Oase im Innern an vielen Stellen von
+Dünen durchsetzt, das Wasser ist so brackisch, dass die
+reichen Leute zum Trinken ihren Bedarf in Uadi holen
+lassen. In Leschkerreh sind die Bodenverhältnisse dieselben,
+das Wasser ist dort süss, ebenso in Batofl, welches
+<a id="page-49"></a><span class="pgnum">49</span>guten Gartenboden und ausgezeichnetes Trinkwasser
+hat.</p>
+
+<p>Diese Oasengruppe, den Alten unter dem Namen
+Augila (<span class="greek">&#964;&#8048; &#913;&#8020;&#947;&#953;&#955;&#945;</span>) bekannt, scheint in den ältesten Zeiten
+keine festen Bewohner gehabt zu haben. Herodot überliefert
+uns, dass die an der Syrte herumnomadisirenden
+Nasomonen alljährlich nach Audjila zögen, um im Herbst
+die Datteln einzuheimsen. Derselbe erwähnt ferner nur
+eine Quelle, und in der That ist auch nur eine vorhanden,
+Sibilléh. Auch die Beschreibung des salzhaltigen
+Bodens trifft zu, wenn auch die Erwähnung eines einzigen
+Hügels nicht passt, da in Audjila sowohl wie in
+Djalo viele Hügel sind, welche aber als Neulinge oder
+Dünen auch nach Herodots Zeit entstanden sein können.
+Die Entfernung von der Ammon-Oase giebt Herodot auf
+zehn Tagemärsche an, und eben so weit bis zu den
+Ländern der Garamanten. Wir brauchen deshalb die
+Angabe des Plinius nicht für falsch zu halten, der die
+letzte Entfernung auf zwölf Tagemärsche angiebt.</p>
+
+<p>Später scheinen sich libysche Stämme in Audjila
+festgesetzt zu haben, obgleich der Cultus der Sterne
+dort nicht eingebürgert gewesen zu sein scheint. Ueberdies
+wissen wir auch von den Nasomonen, dass diese
+mit ihren Todten und auf den Gräbern derselben feierliche
+Handlungen vornahmen. Um so leichter wurden
+sie dann später geneigt, als sie sich in Audjila fixirten,
+den Cultus der Ammonier anzunehmen. Pomponius Mela
+<a id="page-50"></a><span class="pgnum">50</span>erzählt uns von ihrem Manendienst, welche Manen sie
+wie Orakel zu consultiren pflegten, sie schliefen, sagt er,
+oft auf den Gräbern ihrer Anverwandten, und legten die
+Träume als eine Antwort aus. Dass übrigens der Ammondienst
+später dort herrschte, geht aus Procopius
+hervor, der das eigentliche Ammonium unter dem Namen
+eines doppelten, zwiefachen Augila begreift, und sagt,
+bei beiden seien Heidentempel und Priester gewesen,
+welche von Justinian in Kirchen und Christen umgewandelt
+worden wären.</p>
+
+<p>Unter den Römern scheint ein Castell zum Schutze
+der Karawanen in Audjila gewesen zu sein; Leo im
+15. Jahrhundert will dort noch Schlösser gesehen haben,
+und Pacho spricht auch noch von Backsteinüberresten,
+welche er aber auf libyschen Ursprung zurückführen zu
+müssen glaubt. Hamilton erwähnt nur vieler Topfscherben,
+ich selbst konnte auch nichts weiter finden, und
+diese können ebenso gut neuesten wie ältesten Datums
+sein. Dapper kennt die Oase im Anfange des 17. Jahrhunderts
+unter dem Namen Augele.</p>
+
+<p>Wenn von Pacho noch ein unterirdisches Gebäude
+erwähnt wird, welches er in Djalo gesehen haben will,
+und er auch in seinem Atlas Abbildungen einer dort
+vorgefundenen Säule und eines Steines giebt, so konnte
+schon Hamilton nichts davon entdecken, Beurmann erwähnt
+die Sache gar nicht, und ich selbst konnte auch
+nichts darüber in Erfahrung bringen, denn auf eigene
+<a id="page-51"></a><span class="pgnum">51</span>Faust angestellte Nachforschungen führten zu keinem
+besseren Ergebnisse. Indess ist wohl kaum ein Zweifel
+zu erheben, dass dasselbe existirte.</p>
+
+<p>Die heutigen Bewohner zerfallen in drei Hauptstämme,
+die Uadjili, sesshaft in der Oase Audjila und
+einem Theile der Oase von Djalo, besonders im Hauptorte
+Lebba, die Modjabra, besonders in Djalo mit ihrem
+Hauptorte l'Areg und die Suaya in Leschkerreh. In
+Batofl sind die Bewohner gemischt von allen drei Stämmen.
+Von diesen sind die Uadjili libyscher Herkunft,
+reden auch heute noch einen Dialekt des Tamasirht und
+ist ihre Sprache eng verwandt mit der von Rhadames,
+Sokna, Siuah und dem Targi. Ob die Modjabra auch
+berberischen Ursprungs sind, ist zweifelhaft, sie reden
+arabisch, wollen aber keine Araber sein, die Suaya sind
+ächte Araber.</p>
+
+<p>Die Zahl der Bewohner ist schwer zu ermitteln;
+Pacho in den zwanziger Jahren giebt sie auf 9&#8211;10,000
+Einwohner an, und basirt seinen Calcul auf 3000 waffenfähige
+Männer. Hamilton giebt für l'Areg allein 4000
+Einwohner an, von andern Reisenden, welche die Oasen
+berührt haben, fehlen statistische Nachrichten. Nach
+eigenem Ueberschlage, und auf die Aussage der Eingebornen
+hin, würde ich für Audjila 4000, für Djalo 6000,
+für Leschkerreh 500 und für Batofl 1000 Einwohner
+annehmen, im Ganzen also circa 11&#8211;12,000 Einwohner.
+Im Aeusseren ist zwischen den Berbern und Arabern gar
+<a id="page-52"></a><span class="pgnum">52</span>kein Unterschied wahrzunehmen, denn die letzten sind
+hässlich, meist mit dicken Lippen und von bräunlichem
+Teint, was wohl der starken Vermischung mit Negerblut
+zuzuschreiben ist. Ursprünglich von unabhängigem und
+kriegerischem Naturell, haben sie seit 20 Jahren lernen
+müssen sich dem Gesetze zu fügen, und sind jetzt mit
+allen Umwohnern, welche, wie sie, dem osmanischen Reiche
+unterworfen sind, in Frieden. Die Moralität in den
+Oasen ist keineswegs weit her, wie überall da, wo zu
+den ohnediess laxen Gesetzen des Islam, sich die Leute
+offen dem Trunke ergeben. Sowohl Uadjili wie Modjabra
+fröhnen dem täglichen, reichlichen Genusse des Lakbi
+(Palmwein), welcher Jahr aus Jahr ein meistens den
+kleinen männlichen Palmen entzapft wird. Daher kommt
+es denn auch wohl, dass die Heirathen als festes Bindemittel
+zwischen Mann und Frau hier noch leichter gelöst
+werden als es sonst in den meisten mohammedanischen
+Ländern der Fall ist. Hamilton notirte, dass es Männer
+gäbe, welche 20&#8211;30mal hintereinander geheirathet hätten,
+und man sich eine Frau für den billigen Preis von 8 bis
+10 Thalern verschaffen könne. Im Uebrigen sind weder
+die Modjabra noch Uadjili als Diebe, Mörder oder Lügner
+verschrieen, und die Bewohner der anderen beiden kleinen
+Oasen haben auch einen guten Ruf. Die Modjabra,
+als vorzügliche Handelsleute in der ganzen Wüste bekannt,
+haben überall Credit, sowohl in Aegypten, Bengasi
+und Tripolis als auch in Uadai, Bornu und Haussa.
+<a id="page-53"></a><span class="pgnum">53</span>Nebst den Rhadamsern sind sie die kühnsten und weitreisendsten
+Kaufleute, und meist bringen sie, bis Schwäche
+sie hindert, ihr Leben auf ihren langen, gefahrvollen
+Wegen zu. Die directe Verbindung mit Uadai über Kufra
+und Uadjanga ist ihr Werk, nach Burkhart geschah dies
+zuerst im Jahre 1811 und 1813. Der Verkehr wurde
+bald sehr bedeutend. 1855 stockte indess der Handel
+mit Uadai gänzlich, da, wie v. Beurmann uns erzählt,
+in jenem Jahre eine von Uadai kommende Karawane,
+die noch dazu dem Sultan dieses Landes gehörte, bei
+Audjila von maltesischen Kaufleuten überfallen und ausgeplündert
+wurde. Seit zwei Jahren sind die directen
+Verbindungen wieder hergestellt, bei unserer Anwesenheit
+war gerade eine Karawane aus Uadai in Bengasi
+und eine aus Modjabra-Kaufleuten bestehende wurde
+erwartet.</p>
+
+<p>Die Uadjili beschäftigen sich viel mit Gartenzucht
+und dem Vermiethen von Kameelen, für welche sie in
+den benachbarten Uadis reichlich Futter finden. Ohne
+sich direct am Handel zu betheiligen, vermitteln sie
+hauptsächlich den Verkehr mit Bengasi und den zunächst
+liegenden Oasen, jeder Erwachsene ist Führer; bis Fesan,
+Bengasi, zur Syrte und Aegypten kennen die Uadjili
+Schritt und Tritt. Die Suaya von Leschkerreh, noch
+mehr dem Trunke ergeben wie die eben genannten, leben
+von ihren Palmen und Kameelen, ausserdem heimsen sie
+die Datteln einiger Oasen von Kufra ein, da aber jetzt
+<a id="page-54"></a><span class="pgnum">54</span>Kufra, ein Oasencomplex, welcher etwa 6 Tagemärsche
+südlich von Batofl liegt, eine feste Besiedlung bekommen
+hat, so werden diese Herbstzüge der Suaya wohl bald
+aufhören. Seit einiger Zeit hat dort Sidi el Mahdi, der
+Sohn und Nachfolger des unter den Mohammedanern in
+Nordostafrika berühmten Snussi eine Sauya<a id="FNA-23" href="#FN-23"><sup>23</sup></a> gegründet
+und auch eine Stadt angelegt.</p>
+
+<p>Die Kleidung der Bewohner ist sehr einfach, ein
+langes Hemd, darüber ein Barakan oder Haik, eine fast
+enge, baumwollene Hose, die aber nur bis auf die Waden
+herabfällt, ein rother oder weisswollener Fes und gelbe
+Pantoffeln ist die gewöhnliche Tracht; Arme gehen meist
+barhaupt und barfuss. Die reichen Modjabra-Kaufleute
+machen natürlich Luxus und lieben es Tripoliner oder
+Kahiriner Tracht anzulegen. Die Rhadamser Sitte, feine
+Sudan-Toben oder Nube-Hosen zu tragen, herrscht hier
+nicht. Die Frauen, welche unverschleiert gehen, legen
+meist dunkelblaue Tracht an, haben je nach Vermögen
+schwere silberne oder kupferne Ringe um Knöchel und
+Arme, auch die Finger bestecken sie reichlich mit Ringen,
+und um den Hals tragen sie Bernsteinketten, oft
+auch goldene. Die meisten tragen ein blaues Kattuntuch
+um den Kopf, und desshalb war auch nicht zu erkennen,
+welcher Mode sie in Beziehung ihrer Haare huldigen.</p>
+
+<p>Vom Liva Bengasi abhängig, werden alle Oasen von
+einem Mudir regiert, der seinen Sitz in Djalo hat, aber
+<a id="page-55"></a><span class="pgnum">55</span>meist seine Zeit in Bengasi zubringt. Während seiner
+Abwesenheit regiert jeder Stamm sich selbst, deren haben
+wir in Audjila drei, in l'Areg vierzehn und in Lebba
+drei, Leschkerreh und Batofl haben je einen, ebenso die
+kleinen Palmdörfer der Oasen. Pacho fand bei seiner
+Anwesenheit in Djalo einen Franzosen als Bei und Herrscher
+der ganzen Oase. Mit der französischen Expedition
+als Tambour nach Aegypten gekommen, war er in
+türkische Gefangenschaft gerathen, hatte sich durch einnehmendes
+Wesen und Tapferkeit bis zum Officier hinaufgeschwungen
+und war schliesslich von Tripolis aus
+zum Bei der Oasen ernannt worden. Die Bewohner von
+Djalo erinnerten sich in der That noch des Mamelucken,
+welcher Pacho so viele Aufmerksamkeit erwiesen hatte.</p>
+
+<p>Für die Gerechtigkeit ist ausserdem ein Kadi vorhanden,
+der seine Stelle und Ernennung vom Gouverneur
+von Bengasi erkaufen muss; der Dienst in den Djemmen
+wird von Tholba und Faki versehen, welche sich selbst
+durch Frömmigkeit und Gelehrsamkeit die Thür zu diesen
+Plätzen öffnen. Der Orden der Snussi hat gleichfalls
+in Djalo ein Kloster gestiftet, und den Bemühungen
+der Brüder soll es gelungen sein den Leuten etwas mehr
+Moral und Erziehung beizubringen, obgleich das allgemeine
+und starke Trinken noch immer anhält, wie man
+aus den zahlreich angezapften Palmen ersehen kann.</p>
+
+<p>Es versteht sich von selbst, dass die Bewohner eine
+Steuer zahlen, und zwar wird die Palme mit 2½ Piaster
+<a id="page-56"></a><span class="pgnum">56</span>besteuert. Es mögen sicher über 200,000 Palmen insgesammt
+in den Oasen sein, mehr aber als 100,000 werden
+officiell nicht besteuert. Dies macht also für das
+türkische Gouvernement eine jährliche Einnahme von
+250,000 Piaster oder 12,500 Mahbub, oder etwa 14,000
+preussische Thaler. Djalo muss hievon bei weitem das
+Meiste zahlen, obschon die Angabe Hamilton's, Audjila
+mit etwa 16,000 Dattelbäumen, überdoppelt zu niedrig
+ist, und Djalo allein auch mehr als 100,000 Palmen hat.
+Man denke aber nicht etwa, dass die nicht censirten
+Palmen nichts zu bezahlen haben, gezählt sind sie alle,
+aber das Geld der nicht eingetragenen wandert in die
+Tasche des Mudirs, der natürlich für seine Stelle durch
+grosse Bakschisch danken muss. Andere Abgaben kommen
+nicht vor, namentlich sind aus den Negerländern
+kommende Gegenstände, als Federn und Elfenbein, hier
+keinem Zoll unterworfen, sondern erst in Bengasi oder
+Aegypten. Die in der Oase circulirenden Münzsorten
+sind die von der Türkei, doch ist natürlich auch hier
+der Maria Theresienthaler das häufigste grosse Silbergeld.</p>
+
+<p>Im übrigen leben die Bewohner sehr einfach. Gegen
+ihre ganz ausgezeichneten Datteln, schon im Alterthum
+berühmt, tauschen sie sich das ihnen noch nöthige Korn
+und Vieh ein, und in ihren Gärten ziehen sie ausser
+Weizen, Gerste von ausgezeichneter Güte, Negerhirse,
+einige Gemüse, als rothen Pfeffer, Zwiebeln, Knoblauch,
+Rüben, Bohnen, Carotten, Malochin (Hibiscus esculentus),
+<a id="page-57"></a><span class="pgnum">57</span>Auberginen (Solanum melongena), Tomaten, Kürbisse,
+Melonen und Wassermelonen. An Früchten finden sich
+ausser den vielen Dattelsorten, schlechte Pflaumen und
+verkrüppelte Aepfel, Aprikosen und Pfirsiche. Von wildwachsenden
+Bäumen ist nur der Ethel (Tamarix articulata)
+vorhanden.</p>
+
+<p>Das Thierreich ist wie in allen Oasen schwach vertreten,
+drei oder vier Pferde, kleine Esel, gar kein Rindvieh,
+eine Anzahl von Ziegen und Schafe (Fettschwanz),
+einige wenige Hunde, ist alles, was an Säugethieren vorhanden
+ist; an Federvieh sind Hühner zahlreich, Tauben
+wenige vorhanden. Wild kommt gar nicht vor, wenn
+man Springratten, Ratten und Mäuse nicht dahin zählen
+will. Von den Vögeln sind nur Raben, Schwalben, kleine
+Waldtauben und Sperlinge vorhanden, Fische giebt es
+keine in der Quelle, Frösche, Eidechsen, Skorpione,
+Mistkäfer sind in mässiger Zahl, aber Milliardenweise
+die Fliegen vorhanden. Im Mineralreich verdient nur
+das Salz eine Erwähnung, das, aus den Sebchas gewonnen,
+mehr als hinreichend für den Bedarf der Bewohner
+ist.</p>
+
+<p>Die Gartenzucht wird in Audjila sehr sorgfältig betrieben,
+und gewiss mit grosser Mühe. In kleine Beete
+eingetheilt, welche von Dämmen eingeschlossen sind, geschieht
+die Bewässerung durch Brunnen, bei denen
+Sklaven oder Esel thätig sind, das Wasser Tag und Nacht
+herauszuziehen. Diese kleinen Beete zu einem Garten
+<a id="page-58"></a><span class="pgnum">58</span>vereinigt, sind dann von Palmhecken eingefriedigt, welche
+zuweilen auch dazu dienen, die Sanddünen abzuhalten.
+Es ist hier ein fortwährendes Ringen mit der Natur,
+jeder Fleck wird benutzt, oft werden sogar die Dünen
+angegriffen, denn mit Wasser und etwas Dünger gedeiht
+im Lande Alles, was die Bewohner ziehen wollen. Und
+das geht das ganze Jahr durch: ist im März die Gerste
+und der Weizen geschnitten, so wird gleich wieder gedüngt
+für Sommergemüse, und wenn diese gegessen sind,
+kommen Bohnen, Rüben und Carotten an die Reihe. In
+Djalo ist aber lange nicht solch sorgfältiger Gartenbau,
+theils liegt es wohl daran, weil der Boden bedeutend
+ungünstiger ist, dann auch, weil die Modjábra alle Kaufleute
+sind, Vermögen haben, mithin ihren Bedarf für
+Geld leicht von Audjila beziehen können. In Leschkerreh
+ist gar kein Gartenbau, hingegen sollen die Bewohner
+Batofls eben so rührig sein wie die Uadjili.</p>
+
+<p>Die Oase Audjila, nach dem Hauptorte so benannt,
+welcher fast im Süden und hart am Ostrande liegt, hat
+ausserdem noch die bewohnten Oerter, von Norden nach
+Süden gerechnet folgenden Namens: Masús, Beldjú,
+Soáni Schoáschna, Nekfósch, Nuâra, Duenéhm, Tin-Kersi,
+Abd-el Metal, Bu-Ssellim, Fellri, alle diese Oerter liegen
+nördlich vom Orte Audjla, westlich davon sind Ssellúfa,
+Tin-Gedért, Bir-Daim, südwestlich Duertállem und südlich
+Bu-Attáf, Márabit und el-Chúschschan. Alle diese ebengenannten
+Oerter bestehen aus Palmhütten, manchmal
+<a id="page-59"></a><span class="pgnum">59</span>jedoch auch sind die Wände der Häuser aus Stein und
+Thon. Kein einziges dieser Dörfer dürfte über 20 Familien
+haben.</p>
+
+<p>Wenn die Oase Audjila den Namen vom Hauptorte
+empfangen hat, so ist dies bei Djalo nicht der Fall, es
+ist dies ein Name, der blos die ganze Oase bezeichnet,
+ohne eine bestimmte Oertlichkeit darin. Die Hauptörter
+sind hier l'Areg und Lebba, beide ungefähr von gleicher
+Grösse, in Lebba wird die Uadjili-Sprache, in l'Areg
+arabisch gesprochen. Beide liegen dicht bei einander in
+der Richtung von N.-W. nach S.-O. Von ihnen ausgerechnet
+liegen im N.-W. Héri, Schürf, Um-es-Msihd, im
+N. Halláuin, Drb-el-Bil, Lakoschía, Lafan, Hágeba, Hargús,
+Djémma, Schükoría, Lkúddea, Ssossomíat, im W.
+Síada,<i> Mhérik</i>,<i> Rschada</i>, Lcharabísch, Lrharbi,
+Lsoéïat, im S.-W. Rhoschiría, im S. Rmla, Lkeböl, im
+O.<i> Lebús</i>, Beráni, Ssafan und Hattía. Nur die mit
+gesperrten Lettern gedruckten haben über zwanzig Familien.
+In den andern beiden Oasen sind nur je ein
+Ort des gleichen Namens.</p>
+
+<p>Die Sonne schien, als ich am andern Morgen erwachte,
+schon ins Zelt; mein Diener hatte es leise aufgeschnallt,
+und auf einer Kiste, welche zugleich als Tisch
+diente, fand ich bereits Kaffee und Milch, frisches Brod,
+Butter und Gemüse, die wir seit Bengasi nicht mehr
+gehabt hatten. Meine Leute sassen wartend in der
+Sonne, reparirten die Sättel, die Säcke, indess der alte
+<a id="page-60"></a><span class="pgnum">60</span>Mohammed Staui, dessen sich vielleicht Einige erinnern
+werden, welche meinen Aufenthalt in Rhadames verfolgt
+haben, die Mehl- und Fettvorräthe revidirte, und halb
+englisch, halb arabisch, halb italienisch meinem deutschen
+Diener (einem Bayern), der zugleich alle anderen
+unter sich hatte, auseinander zu setzen suchte, wir würden
+nächstens Bankerott machen, wenn fortgefahren würde
+den Negern und Kameeltreibern alle Tage so reichliche
+Portionen zu verabreichen. Der alte Staui war noch
+geiziger geworden als er früher schon war, er hätte uns
+am liebsten mit unseren Vorräthen Alle verhungern lassen,
+mich selbst nicht ausgenommen.</p>
+
+<p>Langsam wurde geladen, langsam wurde aufgebrochen,
+und langsam zogen wir dahin durch die schmucken
+Palmgärten, es war ein Spazierritt, denn wir hatten nur
+etwa drei Stunden bis zum Orte Audjila selbst. Natürlich
+erregten auch hier die sonderbaren Kisten, und
+dann hauptsächlich wir beiden Deutschen in christlicher
+Tracht grosses Aufsehen; aber nur freundliche Ssalamat
+wurden uns zu Theil, welche mein bayerischer Diener
+immer ernst mit der Hand auf der Brust erwiederte. Es
+war fast 11 Uhr geworden, als wir dicht bei Audjila
+waren, und ich dem Staui sagte vorauszugehen, um dem
+Mudir, welcher von Djalo hierher gekommen war, meine
+Ankunft anzuzeigen. Und als wir dann durch die engen
+Strassen, die gerade breit genug waren für ein beladenes
+Kameel, dahinzogen, kam uns der Mudir schon entgegen,
+<a id="page-61"></a><span class="pgnum">61</span>begleitet von all seinen Beamten, Dienern und
+einem grossen Tross Neugieriger. Ich war froh, dass
+er, als die nicht enden wollenden Ssalamat vorüber
+waren, anfing in arabischer Sprache zu sprechen, da
+sonst in der Regel die meisten türkischen Beamten nur
+ihre eigene Sprache reden. Er führte uns dann nach
+dem Schlosse, welches wohl aus dem Grunde nicht bewohnt
+wurde, weil es ganz baufällig, fast eine vollkommene
+Ruine ist. Zudem hatte der Mudir seinen Wohnsitz
+nicht darin aufgeschlagen, weil keine Harem-Vorrichtung
+darin ist. Dies Gebäude, welches den pomphaften
+Namen Schloss führte, war früher, als Audjila noch unabhängig
+war, von dem Bei der Oase bewohnt worden.
+Jetzt konnten wir mit Noth aus all den vielen Zimmern
+eins herausfinden, welches überdacht war und wo man
+ein Unterkommen sich schaffen konnte, natürlich mussten
+gleich die Fensterlöcher und die Thür verstopft und behangen
+werden, zur Abwehr gegen die unzähligen Fliegen,
+die aber nur durch vollkommene Dunkelheit zu
+verscheuchen sind. Meine Leute campirten im Hofe
+selbst, da die übrigen Zimmer Einsturz drohten, die
+meisten sogar ganz zusammengefallen waren. Gegenüber
+vom Schloss befindet sich die Djemma, ein insofern
+interessantes Bauwerk, als das ganze Dach aus kleinen
+Kuppeln besteht von 4&#8211;5 Fuss Durchmesser auf 8&#8211;10
+Fuss Höhe. Es ist dies die einzige Kirche im Orte, denn die
+andern sind blos kleine Capellen, in denen Freitags kein
+<a id="page-62"></a><span class="pgnum">62</span>Chotba gelesen wird. Sonst hat Audjila nichts merkwürdiges,
+der Ort ist ohne Mauern, aber die Häuser
+selbst bilden nach aussen eine Art Mauer, alle Strassen
+sind gleich eng, Kaufläden giebt es keine, aber Nachmittags
+findet immer eine Art von Dellöl oder Auction
+statt, wo man kaufen und verkaufen kann. Die Bewohner
+im Orte betrugen sich sehr anständig, nur belästigte
+uns sehr eine weibliche Marábta (Heilige), welche, in
+tausenderlei Fetzen gehüllt, mit Federn geschmückt und
+mit Ringen und Glasperlen behangen, das Haar lang
+herabhängend mit bunten Bändern darin, sich für einen
+Abkömmling der Rumi (Christen) ausgab und bettelte.
+Da ich anfangs ihr Kauderwälsch nicht verstand und im
+Glauben sie spotte auf uns Christen, sie schon hinausschmeissen
+lassen wollte, baten die Bewohner des Ortes,
+welche immer zahlreich versammelt waren und sich an
+ihrem obscönen Tanzen und Schreien ergötzten, sie doch
+gewähren zu lassen, sie sei zwar ein Christenkind, habe
+aber von einem heiligen Manne ein Kind bekommen und
+sei dann besessen worden, ob von guten oder bösen
+Geistern, das wüssten sie nicht, sie sei aber Marábta.
+Ueberdies sei sie ja eine weitläufige Verwandte von mir.
+Die Marábta fing nun an auf die Mohammedaner zu
+schimpfen, um sich bei uns in Gunst zu setzen, die
+Uádjili mussten das ruhig mit anhören, es war eben eine
+Heilige für sie. Mit einigen kleinen Geschenken für sie
+<a id="page-63"></a><span class="pgnum">63</span>und ihr Kind brachten wir sie bald zum Hause hinaus,
+um dieser widerlichen Scene ein Ende zu machen.</p>
+
+<p>Ich blieb nur noch den folgenden Tag in Audjila,
+um neue Vorräthe zu kaufen, da wir uns hier bis zur
+Jupiter Ammons-Oase verproviantiren mussten. Meine
+Unterhandlungen, um nach Kufra zu kommen, hatten vollkommen
+fehlgeschlagen, zwar wurden mir Kameele zu
+vermiethen angeboten, aber die Hauptsache, ein Führer,
+war nirgends zu beschaffen. Mir blieb nun blos noch
+die schwache Hoffnung, einen solchen in Djalo zu finden,
+aber auch das erwies sich später als trüglich. Am
+15. April Morgens brachen wir dahin auf.</p>
+
+<p>Sobald man Audjila verlassen, kommt man gleich
+auf eine grobkiesige Sserir, etwa 20 Meter höher gelegen
+als die Oase. Wir hielten den grossen Karawanenweg,
+welcher die Oasen verbindet, und dieser läuft in
+160° Richtung. Ausser einem Wegweiser, Allem es
+Schrab oder Luftspiegelungswegweiser genannt, ist diese
+öde Fläche eben durch nichts als herrliche Fata morgana
+unterbrochen, welche hier täglich und zu jeder
+Jahreszeit beobachtet werden.</p>
+
+<p>Schon nach zwei Stunden erblickt man das Nordwestende
+des Palmenwaldes von Djalo, Ued el Ftor (Frühstücksthal)
+genannt, und nach zwei anderen Stunden
+erreicht man den Brunnen Meslíua, und gleich darauf
+ist man unter den Palmen der Oase selbst. Man passirt
+den Ort Siáda, und dann gerade östlich weitergehend,
+<a id="page-64"></a><span class="pgnum">64</span>erreicht man, immer von Palmen beschattet, nach einer
+andern Stunde die Hauptörter l'Areg und Lebba. Beim
+ersten vorbeiziehend, schlugen wir unser Lager unter
+einigen schönen Tamarisken auf, zwischen den beiden
+Orten, welche nur einen halben Kilometer von einander
+getrennt sind. Unser Empfang war aber hier ein ganz
+anderer als in Audjila, Banden von Kindern zogen neben
+uns her: Christenhunde, ungläubige Schweine, Söhne
+des Teufels, das waren noch die gelindesten Schimpfworte
+dieser kleinen Bengel; unsere mohammedanischen
+Diener kamen nicht besser weg, für sie erfanden sie
+noch besondere Beinamen, als im Dienste der verhassten
+Nassara stehend. Als sie nun gar anfingen mit Steinen
+zu werfen, wurden meine Diener auch grob, und es hätte
+durch diese kleinen Taugenichtse zu unangenehmen Verwickelungen
+kommen können, wenn nicht endlich die
+Eltern gekommen wären, um sie wegzutreiben. Um aber ähnliche
+Scenen zu vermeiden, machte ich die Eltern
+aufmerksam darauf, wie viele Brüder, Väter oder Verwandte
+von ihnen in Aegypten oder Bengasi wären, und
+dass diese dort Alle für meine Sicherheit und selbst für
+Beleidigungen würden haften müssen. Dies hatte den
+guten Erfolg, dass wir nun ruhig campiren konnten.</p>
+
+<p>Der Mudir in Audjila hatte mir für die bedeutendsten
+Schichs der beiden Oerter Briefe mitgegeben, welche ich
+gleich bei unserer Ankunft durch den Führer hatte abgeben
+lassen. Gegen Abend kam denn auch Schich
+<a id="page-65"></a><span class="pgnum">65</span>Yunes, um uns zu begrüssen. Es war derselbe, der zur
+Zeit Hamiltons in Djalo war, und obschon dieser sich
+eben nicht sehr zufrieden über ihn ausdrückt, gefiel mir
+der Mann recht gut. Ich bot ihm einen Feldstuhl zum
+Sitzen an, er meinte aber, er würde herunterfallen, zog
+seine gelben Pantoffeln aus und setzte sich auf den Teppich.
+Ohne Zweifel heute der reichste und angesehenste
+unter den Schichs, ging seine Macht aber doch nicht so
+weit, mir einen Führer nach Kufra zu verschaffen, oder
+fehlte der gute Wille? Nach seiner Meinung könne man
+nach Kufra nur hinkommen, wenn eine Karawane nach
+Uadai abginge, da der Weg nur einigen Wenigen bekannt
+sei, und diese gerade jetzt unterwegs wären. Möglich,
+dass dem wirklich so war, wahrscheinlich aber wollten
+die Modjabra sowohl, als auch die Uadjili keinen Christen
+dahin führen, um nicht die guten Beziehungen mit
+Uadai zu stören.&#8212;Abends schickte Schich Yunes eine
+grosse Diffa, aus allmächtigen Kuskussu-Schüsseln, Basina-Platten
+und gebackenen Hühnern bestehend; als Gegengeschenk
+schickte ich einige Pfund Pulver, einige Dutzend
+Taschentücher, Kautaback und Zucker. Die beiden
+Oerter aber, viel reicher als Audjila, fanden nicht für
+gut den Nsrani zu bewirthen; die Uadjili hatten uns
+einen Hammel geschenkt und ein entsprechendes Gegengeschenk
+erhalten.</p>
+
+<p>Die beiden Oerter sind ungefähr von gleicher Grösse,
+und obschon sie von aussen ärmlicher aussahen als Audjila,
+<a id="page-66"></a><span class="pgnum">66</span>bedeutend behäbiger im Innern gebaut. Die Häuser sind
+grösser und mit mehr Comfort ausgestattet, die Modjábra
+trinken Thee und Kaffee und bringen sich oft von
+Kairo oder Alexandrien Luxusgegenstände mit, deren
+Gebrauch der arme Uadjili nicht einmal kennt. Jeder
+Ort hat eine Hauptmoschee, in l'Areg ist sodann noch
+eine grosse Sauya der Snussi, in deren Moschee Freitags
+auch Chotba gelesen wird. Ohne Aussicht, nach Kufra
+kommen zu können, blieb ich nur noch den folgenden
+Tag in Djalo, weil ich stündlich meinem Firman von
+Konstantinopel entgegensah, und Leute mir gesagt hatten,
+in Audjila sei ein Courier von Bengasi eingetroffen.
+Unter der Zeit verkaufte ich meinen alten Esel; es wäre
+unmöglich gewesen ihn durch die Rhartdünen und über
+die Gerdoba-Ebene zu bringen, ich hätte denn ein eigenes
+Kameel für ihn halten müssen zum Weitertransport.
+Und nachdem dann noch Datteln für die Kameele waren
+eingekauft worden, der Courier aber nicht eintraf, sagten
+wir den grünen Oasen der Nasomonen Adieu.</p>
+
+<hr/>
+
+
+
+
+<h2>Die libysche Wüste zwischen Djalo und der Oase des Ammon.</h2>
+
+
+<p>Heute kommen wir überein, den Theil der Sahara
+die libysche Wüste zu nennen, welcher südlich vom
+sogenannten libyschen Plateau und nördlich von Fur
+<a id="page-67"></a><span class="pgnum">67</span>und Kordofan einerseits, andererseits westlich vom Nil
+und östlich von einer Linie gelegen ist, welche man
+sich von Audjila durch Kufra und Uadjanga nach Uadai
+gezogen denkt. Eigentlich liegt aber zu einer besonderen
+Benennung gar keine Berechtigung vor, da diese
+Strecke Landes sich durch Nichts von der übrigen Sahara
+zu unterscheiden scheint. Die Alten nannten das
+ganze nördliche Afrika Libyen zum Unterschiede von
+dem im Innern gelegenen Aethiopien, und die specielle
+Benennung dieses Theiles der Wüste als<i> libysch</i>,
+scheint durch die arabischen Geographen aufgekommen
+zu sein, da auch Leo diesen Theil östlich von Audjila
+als Leuata, Lebeta bezeichnet, ein Wort, was von Libyae
+herkommt.</p>
+
+<p>Und wir können, bis das Innere dieses grossen
+Raumes erforscht ist, eines Raumes von circa 15 Quadratgraden,
+in den nie ein Europäer gedrungen ist, mit Recht
+diesen Namen beibehalten, um nur überhaupt einen
+Namen für eine so grosse Gegend zu haben, die wir
+sonst höchstens die östliche Sahara nennen könnten.
+Gewiss ist aber auch in diesem Theile der Wüste die
+grösste Mannigfaltigkeit vorhanden, Berge wechseln mit
+Sserir, Sanddünen mit Hammada, und zwei grosse Oasen
+sind uns wenigstens dem Namen nach bekannt, Kufra
+und Uadjanga.</p>
+
+<p>Beide sind bewohnt, denn wenn Kufra auch durch
+tripolitanische Rasien, bis vor einigen Jahren der Bevölkerung
+<a id="page-68"></a><span class="pgnum">68</span>war beraubt worden (man hatte die einheimischen
+Teda in die Gefangenschaft geschleppt), so hat
+jetzt Sidi el Mahdi, der Sohn Snussis, dort eine Filial-Sauya
+errichtet, und Neger aus Uadai bilden den Kern
+der Bevölkerung.</p>
+
+<p>Ob sich nun die lange Depression von Bir Ressam
+an durch Audjila hindurch bis nach Siuah, auch südlich
+hin erstreckt, das wäre gewiss höchst lohnend zu erforschen.
+Würde es der Fall sein, dass die Bodensenkung
+bis Uadjanga reicht; also ungefähr bis zum 22° nördl. B.,
+so liesse sich durch eine Durchstechung des Ufers, etwa
+an der grossen Syrte, eine grosse Umwälzung für Afrika
+hervorrufen. Der ganze Theil südlich, vom sogenannten
+libyschen Plateau, würde dann Binnen-See werden, Audjila,
+Djalo und Siuah würden verschwinden, aber Central-Afrika
+würde uns dann auf eine Weise zugänglich werden,
+die Nichts zu wünschen übrig lässt. Und was hätte
+das Verschwinden jener kleinen Oasen zu bedeuten, und
+andere, von grösserer Ausdehnung, sind wohl schwerlich
+vorhanden. Oder sollten in der That, westlich von den
+Uah-Oasen, östlich von Kufra und Uadjanga, grössere
+Oasen existiren, oder gar bevölkerte Oasen dort vorhanden
+sein, ohne dass wir Kunde davon hätten? Wir
+glauben das nicht. Aber gerade diese Abwesenheit von
+Oasen, dieses Trostlose, diese endlose Einöde berechtigen
+uns denn auch um so mehr, diesen Theil der Sahara
+speciell zu benennen und zwar mit dem alten Worte der
+<a id="page-69"></a><span class="pgnum">69</span>libyschen Wüste. Wir durchzogen die Sahara von Westen
+nach Osten, von Norden nach Süden, aber nie durchwandelten
+wir eine ödere, abschreckendere Gegend als
+die von Uadi nach Bir Tarfaya. Der Weg südlich von
+Fesan bis Kauar ist durch die Gerippe vor Durst verschmachteter
+Negersklaven bezeichnet; aber dies ist
+nicht hervorgebracht durch Brunnenmangel, sondern durch
+zu knappes Mitnehmen von Wasser, durch Entbehrungen
+und Strapazen aller Art, welche die Sklaven zu erdulden
+haben. Zwischen Tidikelt und Timbuctu wird als verderbend
+und ohne Wasser die Tanesruft erwähnt, und
+doch beträgt die brunnenlose Strecke nur 5 Tagemärsche.
+Es giebt auch wohl in der ganzen übrigen Sahara
+keine Karawanenstrasse, welche eine grössere Brunnenentfernung
+hätte.</p>
+
+<p>Hier von Batofl nach Süden, hat man erst am siebenten
+Tage Wasser, und geht man von Djalo oder Uadi
+nach Osten, also nach Siuah, so ist man circa 45 deutsche
+Meilen ohne Wasser. Und diese entsetzliche, wasserlose,
+vegetationslose Wüstenstrecke musste jetzt durchzogen
+werden.</p>
+
+<p>Es war 7 Uhr Morgens, am 17. April, als wir Djalo
+verliessen, wo das Wasser so schlecht und die Leute so
+unmanierlich und wenig liebenswürdig waren. Wir hatten
+noch mehrere Schläuche zu unseren schon vorhandenen
+gekauft, hatten unsere Mehl- und Dattelvorräthe
+erneuert, und glaubten so den Schrecken der Wüste
+<a id="page-70"></a><span class="pgnum">70</span>trotzen zu können. Wir hielten immer N.-O. Richtung
+zu N. und legten im Ganzen an dem Tage sieben Stunden
+zurück, von denen zwei in der Oase Djalo selbst.
+So hübsch diese von aussen als Ganzes sich ausnimmt,
+so trostlos ist sie im Innern: fast nirgends Gartenbau,
+überall Dünenbildung, die Palmen nur gruppenweise,
+und fast so viele Lakbi träufelnde Palmen als fruchttragende,
+geben die vielen abgestorbenen Stümpfe dieses
+segenbringenden Baumes eine schlechte Vorstellung von
+dem Betriebseifer der Bewohner.</p>
+
+<p>Man erreicht dann eine Ebene, die aus Kies und
+grobem Sand besteht, und wo zahlreiche Baumstümpfe,
+jetzt versteinert, und verglaste Holztrümmer auf ehemalige
+Vegetation hindeuten. Diese Ebene ist etwas
+höher als Audjila aber auch noch<i> unter</i> dem Niveau
+des Meeres. In dieser einförmigen Gegend zogen wir
+nun, immer in der alten Richtung haltend, sieben langweilige
+Stunden dahin, und erreichten dann das Uadi,
+wo wir Brunnenlöcher fanden. Diese haben weiter keinen
+Namen, sondern werden schlechtweg biur el uadi, d.h.
+Brunnen des Thales genannt.</p>
+
+<p>Das Uadi zieht sich von hier nach Nordost, und
+einen halben Tagemarsch weiter stösst man auf den
+Brunnen A'gela (Lagheirah), der selbst hinwiederum
+einen halben Tagemarsch östlich vom bewohnten Orte
+Leschkerreh sich befindet. Dieser Ort liegt indess nicht
+im Uadi. Nach Süden zu geht das Uadi bis nach Batofl,
+<a id="page-71"></a><span class="pgnum">71</span>welches gewissermaassen seine Oasenbildung der unterirdischen
+Feuchtigkeit des Uadi verdankt. Dies ist
+reichlich mit Wüstengras, Belbel und männlichen Dattelbüschen
+bestanden. Letztere, welche gerade in Blüthe
+standen, wurden von den Bewohnern Djalos ihrer Blumen
+beraubt, die damit die weiblichen Dattelbäume ihrer
+Oase befruchten. Obgleich das Wasser überall auf
+3 bis 5 Fuss Tiefe anzutreffen ist, scheint das Uadi nie
+bewohnt gewesen zu sein, wenigstens sind nirgends Spuren
+von Bauten oder Anpflanzungen übrig geblieben.
+Es ist dies umsomehr zu verwundern, als das Wasser
+das Beste der ganzen Oasengruppe und im Verhältniss
+so wenig salzhaltig ist, dass nach dem Gebrauche
+des brakischen Wassers von Djalo es fast als süss erscheint.</p>
+
+<p>Wir warfen uns frische Wasserlöcher aus, und schlugen
+so rasch wie wir konnten im Schutze hoher Palmbüsche
+unsere Zelte auf, denn schon seit einigen Stunden
+verkündete die blutigroth gefärbte Sonne, dass ein
+Samumwind nahe sei.</p>
+
+<p>Kaum war dies geschehen, als denn der heisse Staubwind
+mit einer solchen Heftigkeit zu wehen anfing, wie
+ich ihn in der Sahara noch nie erlebt hatte. In Einem
+Augenblicke war die Sonne unseren Blicken entzogen
+und wir Alle von einem feinen Staube, der heiss die
+Haut berührte, umflossen. Es war der 17. April Nachmittags,
+und dieser Gluth-Orkan hielt bis zum 20. incl.
+<a id="page-72"></a><span class="pgnum">72</span>an, immer mit gleicher Heftigkeit. Allerdings war die
+Hitze nicht sehr gross, da überdies die heisse Jahreszeit
+noch fern war (höchster Wärmepunkt am 19. April
+Nachmittags 3 Uhr: 33°), auch zeigte das Barometer
+keinen bedeutend niedrigen Stand, aber dafür war der
+Feuchtigkeitsgehalt der Luft durch den alles austrocknenden
+Wind dermassen gering geworden, dass man behaupten
+konnte, in absolut trockner Luft zu sein. Das
+Hygrometer fiel am 19. und 20. April Nachmittags auf 2°
+(unter normalen Verhältnissen hatte es um diese Zeit in
+dieser Sahararegion circa 25°, am Rande des Meeres
+60 bis 70°).</p>
+
+<p>Um uns in dieser Feueratmosphäre zu erhalten, hatten
+wir bei vollkommener Unthätigkeit das Bedürfniss,
+circa 12 Liter Wasser innerhalb 24 Stunden zu trinken,
+der Körper bedurfte also einer wässrigen Zufuhr, welche
+gleich ist dem gewöhnlichen Blutquantum des Menschen.
+Ich verstand es nun leicht, wie es möglich sein kann,
+dass<i> zu Fusse reisende</i> Menschen in der Sahara,
+während eines solchen Samumwindes, innerhalb eines
+halben Tages bei Wassermangel verdursten können. Die
+Trockenheit ist nämlich so gross, dass die ganze Feuchtigkeit
+des Menschen verdunstet: sie<i> muss</i> fortwährend,
+will der Mensch nicht an Austrocknung sterben, durch
+Wasserzufuhr ersetzt werden. Die Verdunstung erfolgt
+nur durch die Haut und unmerklich. Hieraus erklärt
+sich denn auch, weshalb die<i> trockne</i> Wüstenhitze für
+<a id="page-73"></a><span class="pgnum">73</span>den Menschen weit leichter zu ertragen ist, als feuchte
+Wärme. Durch das beständige Verdunsten auf der Oberfläche
+der Haut, unterstützt durch Bewegung der Luft
+wird Kälte erzeugt, Schweissbildung findet nicht statt.
+In feuchter Luft findet keine Hautausdünstung statt,
+man schwitzt unerträglich und man glaubt fortwährend
+in einem Dampfbade zu sein.</p>
+
+<p>Die Absonderung der Nieren ist bei einem Samum
+fast ganz aufgehoben, da eben die Thätigkeit der Haut
+diese gewissermaassen ersetzt. Zum Glück für uns befanden
+wir uns während dieses schrecklichen Gebli (Wüstenausdruck
+für Samum) in der Nähe der Wasserlöcher;
+aber einer der Neger war immer beschäftigt, mit den
+Händen den hineintreibenden Sand hinauszuwerfen, und
+Morgens waren die Löcher immer dem Erdboden gleich
+durch Sand zugetrieben. Die Dürre war am dritten
+Tage so gross, dass eine Menge Gegenstände von selbst
+barsten, ein Elfenbein-Doppelglas sprang auseinander,
+ein Spiegel durch das dahinter liegende Holz gezwungen,
+sprang entzwei, alle Uhren, sei es nun, dass Staub
+hineingedrungen war, oder dass die Räderchen sich lockerten,
+standen still. Die innersten Gemächer der Koffer
+waren von feinem Staube durchdrungen, und alle Essvorräthe
+wurden während dieser Zeit so mit Sand und
+Schmutz untermischt, als ob man sie absichtlich darin
+herumgezogen hätte.</p>
+
+<p><a id="page-74"></a><span class="pgnum">74</span>An Reinmachen, Waschen des Körpers oder an
+Kochen war natürlich während dieser Zeit nicht zu denken.
+Ich verzichtete ebenfalls darauf, mein Bett oder
+meine Decken ausstäuben zu lassen, denn kaum war
+dies geschehen, als unmittelbar nachher Sand und Staub
+von neuem eindrangen. Wir waren zu vollkommener Unthätigkeit
+verdammt.</p>
+
+<p>Am 20. April sprang der Wind nach N.-W. um,
+wehte aber den ganzen Tag über mit gleicher orkanartiger
+Heftigkeit, erst am Abend sahen wir, nachdem wir
+drei volle Tage in einer Sandwolke gelebt hatten, den
+Himmel wieder.</p>
+
+<p>Aber jetzt, wo wir wieder sehen konnten, wurden
+wir erst eines anderen Unfalls gewahr: mein Reitkameel
+war entlaufen. Wie es Sitte ist bei einem solchen Samum,
+hatten wir gleich beim Beginn des Sturmes die Kameele
+niederknieen gemacht und die Vorderfüsse, um das Aufstehen
+zu verhindern, durch Stricke zusammengeschnürt.
+Wahrscheinlich waren diese nicht mehr gut gewesen, das
+Kameel hatte sie zerrissen und natürlich das Weite gesucht.</p>
+
+<p>Obgleich wenig Hoffnung vorhanden war, das Kameel
+wieder einzufangen, welches natürlich in der Richtung
+des Windes gegangen sein musste, so brach am anderen
+Tage der Führer auf, um in Djalo, Audjila und Leschkerreh
+Erkundigungen einzuziehen. Da hiermit mehrere
+Tage hingingen, so wurde Ali, einer der Neger, zurückgeschickt,
+<a id="page-75"></a><span class="pgnum">75</span>um noch mehr Datteln und Mehl zu kaufen,
+und um einen anderen Führer zu miethen, da es sich
+immer mehr herausstellte, dass der in Bengasi engagirte
+nicht wegtüchtig sei. Wir hatten von hier an eine der
+wasserlosesten Wüstenstrecke zu durchziehen, welche
+wegen der Rhartdünen, wo der Wind den Bergen bald
+diese Form, bald jene giebt, der tüchtigste Führer nothwendig
+war. Nachdem ein solcher, der von den Schichs
+der Oase war empfohlen worden, gefunden, dann alle
+Haverien ausgebessert waren, traten wir am 25. April
+unsere Weiterreise an<a id="FNA-24" href="#FN-24"><sup>24</sup></a>.</p>
+
+<p>Wir marschirten am selben Tage nur 3½ Stunde
+weit in 50° Richtung. Gerade während unseres Aufbruchs
+traf eine Karawane von der Ammons-Oase ein,
+welche den fürchterlichen Sturm am Tarfaya-Brunnen
+überstanden hatte, aber wenig glücklicher als wir, da
+dieser ein sehr bitteres Wasser hat. Wir lagerten Abends
+an einer niedrigen Hügelkette Gor Msúan genannt.</p>
+
+<p>Der darauf folgende Tag zeichnete sich durch Nichts
+aus, die Richtung blieb dieselbe; aber ein vierstündiger
+Marsch brachte uns dann mittelst des Fum er Rhart in
+die eigentliche Dünen-Region. Dieses Sandmeer ist nach
+<a id="page-76"></a><span class="pgnum">76</span>Süden zu vollkommen unbekannt, nach Norden erstreckt
+es sich circa einen Tagemarsch weit. Die Sandberge
+erreichen eine Höhe von 100&#8211;150' sind aber nicht
+ganz ohne alle Vegetation, so hat man namentlich viel
+Had und Mischab. Ueberall stösst man aber auch hier
+auf Gerippe von Menschen und Thieren, und namentlich
+zeigte uns unser neuer Führer, mit dem wir sehr gut
+zufrieden waren, einen Platz, auf dem 40 Menschengerippe,
+von vielen anderen Thierknochen untermischt,
+lagen; eine Karawane, die durch die Unkenntniss unseres
+eben entlassenen Dieners Hammed, während eines
+Samum verirrt und verschmachtet war. Er allein, Hammed,
+hatte die Kraft gehabt von hier Uadi zu erreichen.
+Auch am 27. April waren wir immer noch mit dem
+Durchwaten der Rhart-Dünen beschäftigt, die denselben
+Charakter behielten, manchmal aber eigenthümliche kraterartige
+Vertiefung zeigten<a id="FNA-25" href="#FN-25"><sup>25</sup></a>. Wir lagerten Abends in
+der Gerdobia und stiessen hier wieder auf eine von der
+<a id="page-77"></a><span class="pgnum">77</span>Jupiter-Ammons-Oase kommenden Karawane. Diese gab
+uns nun zuerst die Nachricht, dass man dort von der
+Ankunft eines Christen unterrichtet sei, die ganze Oase
+sei in Aufregung gewesen, als von Kairo ein Bote mit
+einem viceköniglichen Briefe eingetroffen, woraus man
+ersehen, von Tripolis käme ein Christ, um der Oase
+einen Besuch abzustatten.</p>
+
+<p>Die Gerdobia ist übrigens durch Nichts von den
+Rhartdünen unterschieden, nur verlässt man dieselben
+hier, da der Sand in gleicher Richtung von West nach
+Ost weiter streicht, wir aber in nordöstlicher Linie ziehend,
+hier das Ende des Sandmeeres erreicht hatten.
+So kamen wir denn auch am folgenden Tage nach einem
+zweistündigen Marsche mittelst des Fum er Rhart schirgi
+auf die Sserir Gerdoba. Von hier an hatten wir nun
+immer im Süden von uns den Nordrand der Sanddünen,
+im Norden aber, sehr weit entfernt von uns, den Südrand
+des sogenannten libyschen Wüstenplateaus. Die Gerdoba
+ist eine Tiefebene, die ebenfalls unter dem Spiegel des
+Meeres, und mit kleinen verwitterten, gebräunten Kalksteinchen
+überschüttet ist. Sie ist ohne alle Vegetation
+und hat zahlreiche<i> Zeugen</i>. Diese Ebene zeichnet sich
+übrigens gleichfalls, wie die eben passirten Rhart-Dünen
+durch Brunnenlosigkeit aus, und so wie die Sandgegend,
+ist dieser feste Boden mit Gebeinen von Todten
+übersäet. So passirten wir am 29. April, wo wir ebenfalls
+immer östliche Richtung hielten, das Grab der
+<a id="page-78"></a><span class="pgnum">78</span>7. Modjabra und etwas weiter eine Oertlichkeit, die einen
+Namen von 70 dort verschmachteten Sklaven hatte.</p>
+
+<p>Nach einem sechstägigen Marsche erreichten wir
+denn endlich einen Brunnen bir Tarfaya. Aber welch
+ein Wasser! Der Geschmack desselben war ähnlich, als
+ob man Glaubersalz und Bittersalz darin aufgelöst hätte,
+und die Wirkung war eine nicht minder drastische. Aber
+was war zu thun, nach dem sechstägigen Marsche war
+unser Wasservorrath vom Uadi auf, und vor der Ammons-Oase
+war auf kein eigentliches Süsswasser zu rechnen.
+Wir schlugen also Lager und suchten es uns so bequem
+wie möglich zu machen. Die Gegend war aber äusserst
+trostlos, das Plateau zu fern, um irgendwie durch seine
+steilabfallenden Ufer etwas Abwechslung zu bieten, und
+selbst die nahen Sanddünen langweiliger anzusehen als
+sonst in ihrem ewigen Einerlei.</p>
+
+<p>Mein guter Humor war aber bald wieder hergestellt,
+die Leute hatten noch einen Schlauch entdeckt mit Wasser
+vom Uadi, und da sie freiwillig auf dasselbe verzichteten,
+konnten wenigstens ich und mein deutscher
+Diener noch für einige Zeit schwelgen. Der alte Staui
+und die übrigen Diener fanden das Tarfaya-Wasser auch
+sehr wirksam, nahmen jedoch die Folgen davon mit so
+fröhlicher Geduld auf, dass sie lachend erklärten, es
+wäre jetzt viel bequemer für sie sans culottes zu gehen,
+da sie dann der Mühe überhoben seien, fortwährend ihre
+Inexpressibles auszuziehen. Fortwährend ohne Uhr, da
+<a id="page-79"></a><span class="pgnum">79</span>sämmtliche Kinder Nürnbergs beim letzten Sandsturm
+unwohl geworden waren, konnte ich die genaue Zeit nur
+nach einer Sonnenuhr bemessen. Eine solche hatte ich
+aufgestellt und in meinem Zelte auf dem Feldbette liegend,
+rief ich Bernhard (dem baierischen Gefährten):
+&#8222;Seien Sie so gut und sehen Sie die Zeit ab.&#8220;&#8212;Er
+kam dann nach einer Weile mit der Uhr in der Hand:
+&#8222;Då schauns selber nåch, å Bieruhr kenn i schon, åber
+då kenn i mich nit aus.&#8220; Er war dann ob meines Lachens
+zuerst so verdutzt, dass er gar nicht verstand,
+dass eine Sonnenuhr nur während des Sonnenscheines
+zeigt. So hatten wir auch trotz der vielen Mühen und
+Entbehrungen, welche die libysche Wüste mehr als jeder
+andere Theil der Sahara im Gefolge hatte, manche heitere
+Augenblicke. Eine grosse Annehmlichkeit war die
+Anwesenheit Bernhards, der, als ein gebildeter, bescheidener
+Mensch, rasch die Eigenthümlichkeiten und Sitten
+unserer halb rohen Diener erkannt hatte, und sich mit
+Leichtigkeit in alle Verhältnisse zu schicken wusste.</p>
+
+<p>Mit dem Brunnen Tarfaya hat die eigentliche Sahara
+nach Osten und Norden ihr Ende, denn bis zum Orte
+Siuah, hat man von hier eine ununterbrochene Hattieh
+und das im Norden sich hinziehende Plateau bietet
+wenigstens zur Winterzeit guten Weideboden. Unmittelbar
+im Süden erstrecken sich die Sanddünen, welche nur
+Fortsetzung der Rhart-Dünen sind. Rechnet man nun
+den Brunnen Tarfaya als äusserste Grenze der ehemaligen
+<a id="page-80"></a><span class="pgnum">80</span>Oase des Jupiter-Ammon, so heben sich damit auch
+alle Widersprüche über Entfernung vom alten Ammonium
+bis Audjila oder Fesan, und selbst die mancher neueren
+Reisenden, welche die Grenzen Siuahs auf diese Art
+unbestimmt gelassen haben. Von Tarfaya an stösst man
+aber auf menschliche Bauwerke, die sich meistens als
+Gräber in die steile Felswand des Plateaus hineingearbeitet,
+kennzeichnen. Es ist also wohl anzunehmen,
+dass im Alterthume auch diese Partie schon bewohnt
+war.</p>
+
+<p>Um den Brunnen selbst findet sich nur die Alanda-Staude,
+die zwar von den Kameelen abgeweidet wird,
+aber deren sie doch bald überdrüssig werden, wie immer
+einer Pflanze, wenn sie nur<i> einzeln</i> vorhanden ist.
+Der Boden selbst ist gypsig und kalkig. Ganz in der
+Nähe befindet sich ein ausgedehntes Salzlager, Gart el
+milha genannt, wo ein Sebcha von einer Salzkruste bedeckt
+ist, welche manchmal 3&#8211;4" Dicke hat. Es ist
+wahrscheinlich von dieser Oertlichkeit, von wo im Alterthume
+das hochberühmte ammonische Salz gewonnen
+wurde, welches die Priester des Ammon-Tempels als besonders
+weiss und gut hochstehenden Persönlichkeiten
+zum Geschenke machten, und womit sie nebenbei Handel
+trieben.</p>
+
+<p>Verfolgt man nun weiter die Oase nach Osten<a id="FNA-26" href="#FN-26"><sup>26</sup></a>, so
+<a id="page-81"></a><span class="pgnum">81</span>kommt man unmittelbar darauf in reichere Vegetation:
+Domrahn, Had, Alanda und später einzelne Palmbüsche.
+Ebenso wird die Gegend reicher an Fossilien, Seesterne,
+Pectineen, Ostreen bedecken manchmal den Boden so
+dicht, als ob man sie absichtlich hergeschüttet hätte.
+Der Boden ist sehr abwechselnd, Sand, Sebcha, Kalk,
+Kies wechselt mit einander, aber überall ist Vegetation.
+Man erreicht dann die Oase Faradga, d.h. einen circa
+4 Stunden langen, ½ Stunde breiten See, der südlich
+vom Plateau liegt. An und in diesem Plateau hat Sidi
+Snussi seine berühmte Sauya gegründet, die den Namen
+Sarabub erhalten hat. Heutzutage residirt als Chef dieser
+religiösen Brüderschaft sein ältester Sohn, Sidi el
+Mahdi in Sarabub. Ich habe früher an anderer Stelle
+Gelegenheit gehabt, über die Bedeutung dieses Ordens
+zu sprechen, und brannte natürlich vor Begier den Chef
+selbst und namentlich das Kloster, von dem wir, am
+Südende der Oase, an einer Oertlichkeit Namens Hoëssa
+lagernd, nur circa 2 Stunden entfernt waren, kennen zu
+lernen. Höchst wahrscheinlich hat Sidi Snussi zu seinem
+ersten Wohnsitze alte Katakomben gewählt, wo ihm die
+geheimen unterirdischen Gänge zu seinen Betrügereien
+gut zu Statten kamen. Wunder, wie man sie zur Zeit
+<a id="page-82"></a><span class="pgnum">82</span>Jesu Christi erzählte, passiren hier denn auch noch alle
+Tage, und werden mit derselben Leichtgläubigkeit, und
+mit derselben Vergrösserung von den heutigen Bewohnern
+colportirt. So lassen Sidi el Mahdi und vordem
+sein Vater das Essen für die zahlreichen Verehrer und
+Pilger vom Himmel herabsteigen, und obschon sich in
+der Umgegend von Sarabub keine Aecker und Felder
+befinden, sind die Speicher und Vorrathskammern immerwährend
+gefüllt. So trinkt Sidi el Mahdi das schönste
+Süsswasser, obwohl der Faradga-See vor der Thür der
+Sauya gelegen, vollkommen untrinkbares Wasser hat.
+Blinde, Lahme werden täglich geheilt, ja nach den Aussagen
+der frommen Verehrer Snussis sollen auch zahlreiche
+ehemalige Christen, jetzt durchs allmächtige Gebet
+des Snussi zum Islam bekehrt, sich in der Sauya aufhalten.</p>
+
+<p>Ich war höchst traurig, dass mein Führer, der selbst
+zum Orden der Snussi gehörte, sich weigerte mich zu
+begleiten, und allein, ich gestehe es offen, wagte ich in
+dies Wespennest von semitischer Unduldsamkeit nicht
+einzudringen. So lagerten wir traurig beim Sebcha Hoëssa,
+freilich im Schatten von hohen Palmbüschen, aber die
+Wasserlöcher, die wir gruben, gaben zwar bei 1½' ein
+reichliches klares Wasser, aber so bitter, dass wir es
+kaum zum Kochen unseres Abendessens benutzen konnten.
+Wie anders, dachte ich dann, unter den Palmen
+liegend, war es einst hier, wo die Gesittung der Aegypter,
+<a id="page-83"></a><span class="pgnum">83</span>der Griechen und Römer herrschte. Wo man Religionskriege
+nicht kannte, und anders Denkende höchstens mit
+dem Namen &#8222;Barbaren&#8220; belegte. Zu meiner Beschämung
+musste ich dann aber gestehen, dass von den drei semitischen
+Religionen, die durch ihre Unduldsamkeit, durch
+ihren Glaubenseifer soviel Unheil und soviel Blutvergiessen
+über die Menschheit gebracht haben, ich meine
+das Judenthum, Christenthum und der Mohamedanismus,
+gerade das Christenthum sich am meisten durch Fanatismus
+und Hass gegen anders Denkende ausgezeichnet hat. Wer
+vermöchte alle die Opfer zu zählen, welche die christliche
+Liebe zur Ehre Gottes bei Katholiken und Protestanten
+schon gefordert hat, und wenn heutzutage auch
+nicht mehr gefoltert, verbrannt und gesiedet wird, wer
+zählt die moralischen Opfer, welche unsere Religion der
+Liebe und Duldsamkeit noch täglich fordert.</p>
+
+<p>Ich stand also ab nach Sarabub zu pilgern, aber
+wie leid that es mir, als ich später von den Freunden
+Sidi el Mahdi's in Siuah erfuhr, er würde es hoch aufgenommen
+haben, falls ich zu ihm gekommen wäre, auf
+alle Fälle würde ich nichts zu fürchten gehabt haben.
+Es scheint also fast, dass der Fanatismus der Snussi
+abgenommen hat, wie denn auch die Chuan Snussis in
+der Ammons-Oase mich recht freundlich aufnahmen.</p>
+
+<p>Man hat nun weiterreisend<a id="FNA-27" href="#FN-27"><sup>27</sup></a>, eine Reihe von Seen
+<a id="page-84"></a><span class="pgnum">84</span>zur Seite, die sich alle durch ihr tiefblaues Wasser,
+welches äusserst salzig ist, auszeichnen. Der bedeutendste
+davon ist der el Araschieh mit einer Insel in der
+Mitte. Da nirgends Boote vorhanden sind, überdies der
+den See umgebende Boden Sebchabildung hat, so hat
+Niemand bis jetzt diese kleine Felsinsel erreichen können.
+Dafür ist sie natürlich für die Bewohner Siuahs
+der Aufenthaltsort von Djenun (Geistern), die hier eins
+der Schwerter Mohammeds bewachen. Bei Gaigab stösst
+man auf die ersten Palmenwälder, deren Früchte von
+den Bewohnern Siuahs geerntet werden. Die Gegend
+wird nun immer reicher und die überall in den Felswänden
+sich befindenden Gräber zeugen von der ehemaligen
+starken Bevölkerung.</p>
+
+<p>Von Gaigab geht der Weg nun ganz nach Süd-Süd-Ost
+um, man passirt zahlreiche Engpässe und
+erreicht dann den Schiata-See. Alle diese Seen sind
+ohne Fische, weil das Wasser zu salzig ist, aber entbehren
+doch nicht jeden Lebens. Eigenthümlich ist,
+dass die oft ins Wasser langenden hohen Sanddünen
+nicht vermocht haben, sie mit Sand zu überschütten, und
+gewiss ein guter Beweis, dass der Canal von Suez nichts
+von Versandung zu fürchten hat, denn wie gering ist
+die Sandanhäufung längs des Canals im Vergleich zu
+den hohen Dünen der libyschen Wüste. In dem Tamariskengebüsch,
+im Schilfe des Sees waren zahlreiche fast
+<a id="page-85"></a><span class="pgnum">85</span>zahme Vögelchen, auch sahen wir hier die ersten
+Schwalben.</p>
+
+<p>Die Gegend behielt denselben Charakter bis Maragi,
+wo wir auf die ersten menschlichen Wohnungen und
+Gärten stiessen. Beim Maragi-See ist auch eine Filiale
+der Snussi und eine sehr gute Süsswasserquelle, von der
+wir aber als anders Gläubige am Abend, wo wir dort
+campirten, nicht profitiren durften.</p>
+
+<p>Am 6. Mai, dem letzten Tage unserer Reise zur Oase
+des Jupiter-Ammon, brachen wir früh um 6 Uhr auf,
+wir hatten im Ganzen nur noch 6 Stunden. Zahlreiche
+Leute, beladene Esel kamen uns entgegen, und als wir
+von weitem den grünen Palmwald erblickten, wurde
+Halt gemacht.</p>
+
+<hr/>
+
+
+
+
+<h2>Die Jupiter Ammons-Oase.</h2>
+
+<p>So waren wir denn in der eigentlichen Oase angekommen,
+und lagerten bei den hohen Trümmern der
+Burg Masra<a id="FNA-28" href="#FN-28"><sup>28</sup></a>; der vierstündige Marsch hatte Menschen
+und Thiere so ermattet, dass diese, welche überdies in
+den letzten Tagen guten Weideboden gehabt hatten, sich
+<a id="page-86"></a><span class="pgnum">86</span>ruhig zwischen die Agolbüsche<a id="FNA-29" href="#FN-29"><sup>29</sup></a> legten, die Diener aber
+alle im Schatten des Thurmes schliefen. Doch war die
+Hitze so gross, dass Alle von Schweiss trieften, und die
+nackten Neger wie lackirt aussahen. Ich selbst hatte
+mein Zelt derart schlagen lassen, dass es nur Schatten
+warf, der Luftzug aber überall frei unten durchstreichen
+konnte. Obgleich wir vom Hauptorte Siuah nur noch
+einige Stunden entfernt waren, und es hoch aus den
+Palmen östlich von uns emporragen sahen, hatte ich es
+doch für nöthig gefunden, hier um 10 Uhr zu lagern, da
+das Thermometer um jene Zeit schon 30 Grad angab:
+wir mussten gielen, wie die Araber sagen, d.h. die
+heisse Zeit vorüber gehen lassen.</p>
+
+<p>Aber immer noch unsicher, wie man mich im Hauptorte
+aufnehmen würde, schickte ich den alten Staui
+gleich weiter, und diensteifrig wie er jederzeit war,
+machte er sich auch gleich auf den Weg. Er hatte den
+Auftrag meine Ankunft anzuzeigen, Einkäufe zu machen
+und um Quartier zu bitten. Mit seiner Doppelflinte auf
+dem Rücken, sonst pflegte er sie nie zu tragen aus Bequemlichkeit,
+die Schuhe in der Hand, um sie nicht abzunutzen,
+ging er von dannen, und versprach dicht vor
+Siuah der Karawane entgegen zu kommen. Der Führer
+deutete ihm noch genau den Weg an, was sehr nothwendig
+war, da Staui bei Tag nur halb, bei Nacht aber
+fast gar nichts sah; er wollte dies zwar nie zugeben,
+<a id="page-87"></a><span class="pgnum">87</span>aber es war so auffällig, dass er es manchmal eingestehen
+musste, er meinte dann zwar immer, es sei ausnahmsweise
+auffallend dunkel.</p>
+
+<p>Man hatte von diesem Punkte eine umfassende Aussicht,
+gerade östlich von uns waren die merkwürdigen
+Berge Amelal und Djari, mit steilen senkrecht aufsteigenden
+Wänden, weiterhin etwas zu Süden Siuah und in
+der Ferne Agermi, ganz im Süden Agolweiden, welche
+allmählich mit Sebcha<a id="FNA-30" href="#FN-30"><sup>30</sup></a> und Dünen verschwammen, und
+im Westen war endlose Wüste. Von dem Berge Amelal,
+der eine Stunde von unserem Lagerplatze entfernt zu
+sein schien, thürmten sich Dünen auf, sie schienen bis
+an seinen Fuss zu gehen. Da sie hoch waren, beschloss
+ich sie zu ersteigen, denn die Hitze war im Zelte trotz
+des Luftzuges so unerträglich geworden, dass es kaum
+in der Sonne schlimmer sein konnte.</p>
+
+<p>Gedacht, gethan! Ich rief meinem Landsmann, das
+Zelt zu hüten und zu wachen, und ging gerade auf die
+Dünen los, von denen eine etwa eine Viertelstunde breite
+Agolweide mich trennte. So rasch als es die Hitze erlaubte,
+zog ich von dannen, hatte bald den Sand erreicht,
+und war nach einigen Minuten oben. Aber welch
+überraschender Anblick bot sich mir: zu meinen Füssen
+fielen die Dünen, die nur einen schmalen Kamm bildeten,
+fast steil ab, und die lieblichsten Gärten, das saftigste
+Grün lag wie ein kleines Paradies vor mir. Nicht etwa
+<a id="page-88"></a><span class="pgnum">88</span>Palmen, von diesen war hier keine einzige vorhanden,
+meist waren es Oelbäume, aber von solch wundervoll
+frischem Grün, dass ich sie Anfangs für Myrten hielt.
+Murmelnde Bäche zogen sich zwischen den Gärten hindurch,
+freilich nicht breit und schnellfliessend, aber überall
+hin Segen spendend, und kräftig genug, um auch im
+Hochsommer Alles frisch und ewig jung zu erhalten.
+Die Gärten der Glückseligen! dachte ich, und vollkommen
+konnte ich mir das Entzücken der Krieger Macedoniens
+mitdenken, als Alexander sie nach dem beschwerlichen
+Wüstenmarsch zu diesen reizenden Gefilden führte. In
+Nordwest verloren sich die Gärten in Agolweiden, im
+Osten waren Sebcha, dahinter Palmen, ebenso im Südwesten.
+Am Fusse des Amelal war eine mit Salz bedeckte
+Sebcha, wie eine Insel schien dieser merkwürdige
+Berg daraus hervorzuragen.</p>
+
+<p>Ich war unentschlossen, was ich thun sollte, nur von
+einem Diener begleitet, der meine Doppelflinte trug,
+hatte ich ausserdem nur einen Revolver bei mir, und
+konnte natürlich nicht wissen, wie mich die Besitzer der
+Gärten, welche meiner Meinung nach zu Siuah gehören
+mussten, empfangen würden. Aber altes Gemäuer, welches
+ich inmitten der Gärten aus dem Gebüsch hervorlugen
+sah, entschied; ich ging rasch hinab, und köstlich
+balsamische Lüfte, kühlender Schatten unter grossblättrigen
+Feigenbäumen, waren mein erster Lohn. Ueber
+Gräben hinwegsetzend, in denen reichlich klares Wasser
+<a id="page-89"></a><span class="pgnum">89</span>rieselte, durch üppige Klee- und Kornfelder, alle natürlich
+im Schatten der dichtlaubigen Feigen, Apricosen,
+Granaten und Oliven, dahineilend, waren wir bald in der
+Nähe der Ruinen. Hier lag unter einem Gerüste, welches
+zum Trocknen von Früchten diente, und nur aus vier
+Pfählen und einem Strohdache bestand, im kühlen Schatten
+ein Mann, offenbar der Besitzer des Gartens und der
+Ruine. &#8222;Allah iaunik, Gott helfe Dir,&#8220; rief ich ihm zu,
+absichtlich vermeidend ihm ein Ssalam zu geben, da
+fanatische Mohammedaner von Christen nicht gerne ein
+Ssalam entgegen nehmen. Diese Vorsicht wäre indess
+nicht nöthig gewesen. Mit einem &#8222;Allah slemtik, grüss
+Dich Gott,&#8220; war er auf den Beinen, und nachdem die
+hergebrachten Begrüssungen nun endlich vorüber waren,
+und wir uns gegenseitig wenigstens zehnmal versichert
+hatten, dass wir Gottlob beide gesund wären, sagte er:
+&#8222;also Du bist der Christ oder dessen Diener, den wir
+erwarten.&#8220; Letzteres sollte offenbar eine Anspielung auf
+meine Tracht sein, die allerdings sehr einfach war: leinene
+Hosen, Hemd, Hut und Stiefeln. Und nach seinen
+und aller Leute in Siuah Begriffen, musste der Christ,
+welcher ihnen durch Ismael Pascha so dringend war
+empfohlen worden, ein furchtbar mächtiger und reicher
+Christ sein, also schöne Kleider, schöne Zelte, schöne
+Pferde und viele Diener haben. Als ich ihm sagte, ich
+sei es allerdings, schien er etwas enttäuscht zu sein.
+Ich sagte ihm dann, dass mein Zelt, mein Diener und
+<a id="page-90"></a><span class="pgnum">90</span>Kameele hinter den Dünen wären, und als auf seine fernere
+Frage, ob die Kameele mein Eigenthum wären,
+dies bejaht wurde, schien ich wieder in seiner Achtung
+zu steigen.</p>
+
+<p>&#8222;Nun sei willkommen,&#8220; sagte er, &#8222;und trinke zuerst
+von unserem gesegneten Wasser.&#8220; Er holte dann selbst
+aus einem antiken Stein eine Kumme mit Wasser, setzte
+sie an seinen Mund, und nachdem er getrunken, reichte
+er sie mir. Das war ein köstlicher Trunk, süss und
+kalt. &#8222;Omar,&#8220; rief er dann, &#8222;bring Datteln von den
+gequetschten!&#8220; Gleich darauf kam ein kleiner kränklich
+aussehender Knabe, sein Sohn, mit einem Strohteller
+voll Datteln. Obgleich ich erst gefrühstückt hatte, musste
+ich doch, so wollte es die Sitte, einige Mundvoll Dattelteig
+essen; mein Neger Bu Bekr langte desto besser zu.
+Erst nachdem ich gegessen, fing er dann an zu fragen:
+wo ich herkomme, was ich wolle, warum ich hier in den
+Garten gekommen, warum der Vicekönig meinetwillen
+nach Siuah geschrieben habe etc. Nachdem ich seine
+übrigens ganz natürliche Neugier befriedigt hatte, dachte
+auch ich Recht zum Fragen zu haben, und erfuhr nun
+zuerst, dass ich hier im Ort Chamisa sei, dass sie Siuahner
+seien, aber ausser Abstammung und Sprache nichts
+mit ihnen zu thun haben, dass noch sieben andere Familien
+in Chamisa wohnten, und sie in allem mit Sklaven
+43 Männer zählen, mit Frauen, Sklavinnen und Kindern
+aber etwa 100 Bewohner ausmachten.</p>
+
+<p><a id="page-91"></a><span class="pgnum">91</span>Ich erfuhr nun jetzt erst, dass der Ort, wo wir lagerten,
+Masra heisse (mein Führer, der des Weges kundig
+war, wusste in der Oase selbst gar nicht Bescheid,
+und hatte die Ruine zuerst Bled el Rum, dann Amudeïn
+genannt), und nun fragte ich nach dem unter dem Namen
+Bled el Rum<a id="FNA-31" href="#FN-31"><sup>31</sup></a> bekannten dorischen Tempel, dessen
+bei Browne, Hornemann, Caillaud, Hammilton u.a. gedacht
+wird. Sehr freundlich erbot er sich, mich selbst
+nach den Ruinen Bled el Rum hinzuführen. In nordwestlicher
+Richtung durch die Gärten fortgehend, und
+überall auch von den anderen Grundherren freundlich
+aufgenommen, rief er ihnen nur im Vorbeigehen zu:
+&#8222;Das ist er, er ist endlich gekommen,&#8220; und schien
+ordentlich stolz zu sein mir als Führer zu dienen. &#8222;Wir
+erwarteten Dich alle Tage,&#8220; fügte er hinzu, &#8222;aber ich
+konnte nicht denken, dass Du unseren Ort zuerst besuchen
+würdest.&#8220; Auf meine Frage, ob die Siuahner mich
+gut empfangen würden, sagte er: &#8222;wenn sie wüssten,
+Du wärest hier, würden sie schon herausgekommen sein,
+um Dich zu holen, denn unser Herr (Sidina oder Effendina,
+diesen Titel gaben die Eingebornen dem Vicekönig
+<a id="page-92"></a><span class="pgnum">92</span>von Aegypten) hat ihnen mit einer Extra-Abgabe gedroht,
+wenn Dir das Geringste in ihrem Gebiete zustosse.&#8220; Nun
+glaubte ich in dieser Beziehung ganz ruhig sein zu können,
+denn der Mann hatte ja kein Interesse mich zu
+täuschen. Wir hatten bald das Ende der Gärten erreicht,
+deren Vegetation überall gleich üppig war, und
+nach einer kleinen Stunde zwischen Agolkraut und dann
+Sebcha, sahen wir am Fusse des Gebirges Bled el Rum
+vor uns. Dies waren die Reste wirklich, welche zuerst
+von Browne unter dem Namen eines dorischen Tempels
+bekannt wurden, und von allen anderen Reisenden ebenso
+beschrieben worden sind. Nur St. John macht hiervon
+eine Ausnahme, und sagt: die Ruine von Bled el Rum
+ist eine Nachahmung des Tempels von Umma beida;
+damit hält er es doch wohl offenbar für ein ägyptisches
+Bauwerk, was es auch in der That ist. Denn es ist
+wohl kaum anzunehmen, dass in der Jupiter Ammonsoase
+die Griechen zu einer so frühen Zeit gewesen sind, wo
+bei ihnen der Tempelbau gänzlich ohne Säulen geschah,
+jedenfalls würde man den Pronaos wohl mit zwei Säulen
+geschmückt haben. Hier aber ist das nicht der Fall.
+Nicht nur, dass überhaupt der ganze Tempel massenhafte
+Mauern fasst, ist er unverhältnissmässig lang,
+zeigt eine andere Abtheilung mit grossem Eingang und
+zwei seitlichen Fenstern (diesen Theil kann man als
+Pronaos bezeichnen), dann eine hintere lange Kammer
+durch eine Wand mit Thür von der vordern getrennt.
+<a id="page-93"></a><span class="pgnum">93</span>Der ganze hintere Theil aber, die Cella ist zerstört bis
+auf den ersten an den Pronaos stossenden Theil. Das
+ganze Gebäude ist über 60' auf 15', wie man aus den
+Umrissen erkennen kann. Hammilton, der drei Abtheilungen
+erkannt haben will, und auch die äusseren Mauern
+als rein dorisch angiebt, hat andere Zahlenverhältnisse;
+worauf er dieselben basirt, konnte ich nicht herausfinden.
+Nur die Höhe von 18' und einigen Zollen,
+und die Breite der deckenden Steine am Eingange des
+inneren Zimmers, von einer Wand zur anderen, wie die
+in Umma beida, stimmen mit den meinigen. Von diesen
+colossalen Decksteinen, welche das glatte Dach des Tempels
+bildeten, liegen nur noch zwei. Es unterliegt nach
+dieser Beschreibung also wohl keinem Zweifel, dass der
+Tempel Bled el Rum ägyptischer Herkunft ist. Hieroglyphen
+oder sonstige Inschriften waren nirgends zu
+entdecken, sollen auch, wie mein Begleiter mir sagte,
+nie dort gefunden worden sein.</p>
+
+<p>Nachdem wir eine Zeit lang im Schatten der Deckquadern
+gerastet hatten, traten wir den Rückweg an,
+ohne von den zahlreichen Katakomben, welche in den
+Felswänden sich befinden, eine zu besichtigen. Dieselben
+sind ohne Verzierungen und ganz leer. Unser Weg
+ging wieder zu den Gärten, brachte uns diesmal zur
+Hauptquelle, welche inmitten der Gärten von Chamisa
+liegt, und sprudelnd aus der Erde wie alle die andern
+auch, hervor fliesst. Von einem runden aus Quadern
+<a id="page-94"></a><span class="pgnum">94</span>aufgeführten Gemäuer umgeben, hat sie fünf gleich starke
+Abflüsse, um nach verschiedenen Richtungen hin die
+Gärten zu durchwässern. Dem Geschmacke nach war
+das Wasser vollkommen süss, und hatte wahrscheinlich,
+ich hatte leider kein Thermometer bei mir, dieselbe
+Temperatur wie die andern Quellen. Früher müssen die
+Gärten bedeutend umfangreicher gewesen sein, wahrscheinlich
+waren die umgebenden Agolfelder und die
+Sebcha bis Bled el Rum alle Gartenland. Aber ohne
+Frage ist dies der fruchtbarste Theil der ganzen Oase,
+nur hier gedeihen Orangen und Limonen, in langen Guirlanden
+rankt der Wein von Baum zu Baum wie in Norditalien,
+Oliven, Feigenbäume, Granatbüsche, Quitten und
+Aepfel (diese kleiner und verkrüppelter Art), Pfirsiche,
+Aprikosen, Pflaumen und Mandelbäume bilden ein ununterbrochenes
+Laubdickicht.</p>
+
+<p>Wir waren bald bei der Behausung meines Mannes
+wieder angekommen, und ich bat nun mir seine Wohnung
+zu zeigen, was er auch mit Bereitwilligkeit that;
+aber der grosse längliche Bau, dessen Mauern noch circa
+6 Fuss hoch aus der Erde ragten, aus regelmässig behauenen
+Steinen aufgeführt, bot im Innern nichts als
+eine bequeme Benutzung der Räumlichkeit, welche durch
+andere Thonwände und Laubscheiden in Zimmer, Höfe
+und Stallung für Vieh eingerichtet waren. Der Eingang
+schien auf der langen Seite gewesen zu sein, welche
+gegen Süden gerichtet war, denn hier fand man sie in
+<a id="page-95"></a><span class="pgnum">95</span>der Mitte durchbrochen, alle andern Seiten zeigten keine
+Spur eines Einganges, sondern das ursprüngliche Gemäuer.
+Es ist wohl kaum anzunehmen, dass ein derartiges Gebäude
+eine Privatwohnung war, aber auch ein Tempel
+dürfte es schwerlich gewesen sein, vielmehr ein anderes
+öffentliches Gebäude oder ein Schutzwerk dieser vorgeschobenen
+Gärten.</p>
+
+<p>Da ich gar nichts bei mir hatte, was ich dem guten
+Manne, der mich so freundlich geführt hatte, hätte bieten
+können, so forderte ich ihn auf, uns zu unsern Zelten
+zu begleiten, was er auch bereitwilligst that. Mein Führer
+aber war bei unserer Rückkehr gar nicht zufrieden,
+dass ich ohne ihn nach Chamisa gegangen war, wie er
+auch früher schon nicht wollte, dass Staui vorausgeschickt
+wurde, sondern selbst gern Bote gewesen wäre.
+Er glaubte, mich als ein willenloses Werkzeug in seiner
+Hand zu haben, wollte den Beschützer herausbeissen,
+und das um so mehr, je mehr wir uns dem gefürchteten
+Orte näherten. Unterwegs hatte ich mich allen seinen
+Anordnungen gefügt, aber ihm jetzt gezeigt, dass er
+weiter nichts als Wegweiser sei, und ich seiner Rathschläge
+und seiner Vermittelung mit den Eingebornen
+nicht bedürfe. Reichlich beschenkt, half unser neuer
+Freund aus Chamisa unsere Kameele laden, und um
+4 Uhr Nachmittags, als es schon anfing kühler zu werden,
+nahmen wir Abschied von ihm und setzten uns in
+Bewegung.</p>
+
+<p><a id="page-96"></a><span class="pgnum">96</span>Der Weg führte abwechselnd durch Grasbüschel,
+Agolkraut und Sebcha, und südöstliche Richtung haltend,
+hatten wir links einen glänzenden Salzspiegel. Nach
+einer Stunde ging dieser in ein offenes Wasserbecken
+über, von zahlreichen Enten und Gänsen belebt, und wir
+selbst befanden uns jetzt zwischen niedrigem Palmgebüsch,
+aus dem allmählich hohe und schlanke Palmen
+wurden, und bald sahen wir uns auf gleicher Höhe mit
+den Gärten. Wir hatten im Ganzen nur zwei Stunden
+bis Siuah, von denen die erste Stunde in S.-O., die letzte
+in O.-N. zu machen. Als wir uns aber der Stadt so
+weit genähert hatten, dass wir unter den Wällen die
+Leute mit blossem Auge erkennen konnten, liess ich
+halten. Es kam mir verdächtig vor, dass Staui, der
+einen vierstündigen Vorsprung hatte, nicht zurückgekehrt
+war, um uns einzuholen. Wir befanden uns in einer
+sandigen Ebene, wo hie und da hohe Palmen, hie und
+da Palmbüsche standen; da wo wir hielten, konnten wir
+den ganzen Ort sehen und gesehen werden. Als aber
+nach abermaligen 10 Minuten Niemand aus dem Orte
+kam, gingen wir etwas seitwärts zu einer Gruppe hübscher
+Bäume, liessen die Kameele knieen, abladen und
+schlugen Zelte. Und nachdem dies geschehen war, hiess
+ich den Führer in die Stadt gehen, um die Ursache zu
+erfragen, warum Staui nicht zurückgekommen sei.</p>
+
+<p>Leute, welche von aussen kamen und zur Stadt
+gingen, andere die nach der Bearbeitung der Gärten
+<a id="page-97"></a><span class="pgnum">97</span>herauskamen, gingen bei uns vorüber, ohne irgend etwas
+zu sagen. All dies kam mir so sonderbar vor, dass ich
+schon zu fürchten anfing, die fanatische Partei hätte
+vielleicht die Oberhand bekommen und es durchgesetzt,
+mir den Aufenthalt in Siuah zu verbieten, wie das wiederholt
+mit früheren Reisenden der Fall gewesen war.
+Es dunkelte schon als der Führer zurückkam; mit Angst
+und Zagen war er hingegangen, freudestrahlenden Antlitzes
+kam er zurück: der Gatroner und er seien sehr
+gut empfangen worden, sagte er, und ersterer sei schon
+längst aus der Stadt zurückgekehrt, müsse sich aber
+wohl seiner Halbblindheit wegen verlaufen haben, die
+Schichs, fügte er hinzu, würden es gerne sehen, wenn
+Du noch diesen Abend zur Stadt kämest. Das ging nun
+freilich nicht mehr, es war zu dunkel, um zu packen,
+überdies war es 8 Uhr Abends geworden.</p>
+
+<p>Ich lag schon auf meinem Feldbette und wollte gerade
+das Licht auslöschen, da es 10 Uhr Abends geworden
+war, als ich Pferdegetrappel hörte und lautes
+Rufen von Menschen. Aufspringen und mit dem Revolver
+aus dem Zelte stürzen, war eins, aber im selben
+Augenblicke kam auch schon der Führer auf mich zugelaufen
+und rief: &#8222;Alle Schichs kommen, um Dich zu
+begrüssen.&#8220; Gleich darauf waren sie denn auch vor
+den Zelten und drängten sich am Eingange des meinigen
+zusammen. Dasselbe konnte höchstens drei Personen
+fassen, weil Bett und Kisten fast den ganzen Raum
+<a id="page-98"></a><span class="pgnum">98</span>einnahmen. Ein junger Schich, kaum 18 Jahre alt, kam
+zuerst herein und nahm unaufgefordert Platz (ich merkte
+daraus gleich, dass er einer der vornehmsten Persönlichkeiten
+von Siuah sein musste), zwei andere ältere
+folgten und setzten sich ihm gegenüber, während die
+andern sich vors Zelt hockten, wohin Teppiche gelegt
+waren. Die drei im Zelte befindlichen Schichs waren
+reich gekleidet mit Kahiriner Stoffen, namentlich hatte
+der junge Schich Hammed die neuesten Seidenstoffe mit
+echter Goldverzierung an. Nachdem wie gewöhnlich die
+Ssalamat und Begrüssungen recht lange gedauert hatten,
+riefen alle ein Willkommen; dann zog Schich Hammed
+einen Brief aus den Falten seines Turbans und ihn mir
+reichend, sagte er: &#8222;Mein Bruder Omar (dies ist gegenwärtig
+der mächtigste der Schichs von Siuah, und auch
+der am besten in Kairo angeschriebene), erster Schich
+der Lifaya, hat, nachdem er lange auf Dich gewartet
+hat, abreisen müssen, nun hat er diesen Brief für Dich
+zurückgelassen und mir befohlen (bei den Mohammedanern
+gehorcht, sobald der Vater todt ist, der jüngere
+dem älteren Bruder) Dir Gastfreundschaft zu erzeigen.
+Ich habe nicht bis morgen warten wollen, und als die
+andern Schichs erfuhren, ich sei aufgebrochen, Dich zu
+begrüssen, wurden sie eifersüchtig und sind mitgekommen,
+wenn sie aber nichts gemerkt hätten, wären sie sicher
+nicht gekommen.&#8220; Ein grosser Lärm entstand,
+die andern riefen &#8222;Lügner, wir wollten den Christen zuerst
+<a id="page-99"></a><span class="pgnum">99</span>besuchen, und Du hast Dich uns angeschlossen.&#8220;
+Im Augenblick sah ich, dass die alte Feindschaft zwischen
+Lifaya und Rharbyin noch immer existire. Ich
+beschwichtigte rasch, indem ich dankte und sagte, Alle
+wären mir gleich willkommen; &#8222;Gott allein sieht in
+Eure Herzen,&#8220; fügte ich hinzu, &#8222;und nur Er weiss, wessen
+Herz weiss oder schwarz ist.&#8220; Ich hatte glücklich
+so die Rivalität gedämpft, obgleich sich die Rharbyin
+gedemüthigt fühlten, als nun Schich Hammeds Diener
+ein fettes Schaf, einen grossen Korb voll Reis, einen
+Sack mit Datteln und Zwiebeln hereinbrachte, und hinzufügte,
+dies sei sein und seines Bruders Gastgabe. Ich
+dankte für die Aufmerksamkeit, und suchte dann eine
+allgemeine Unterhaltung in Gang zu bringen. Die Schichs
+fingen an sich zu entschuldigen wegen ihres Benehmens
+gegen Hamilton, und versuchten namentlich, und auch
+wohl nicht mit Unrecht, alle Schuld auf die Lifaya zu
+schieben. Hammed sagte dann vor Zorn erröthend:
+&#8222;Die Zeiten sind heut anders, wir haben den Vapor
+(Eisenbahn) und Eisendraht (Ssilk, so bezeichnet man den
+Telegraph) in Aegypten kennen gelernt. Wenn vor
+10 Jahren unsere Väter in Aegypten das gesehen hätten,
+was wir jetzt sehen, so wäre alles das nicht vorgefallen,
+aber ma scha Allah kan, was Gott will geschieht,&#8220; schloss
+er mit des Propheten Worten.</p>
+
+<p>Endlich sagte ich der Versammlung (man hatte schon
+Kaffee genommen und sass wenigstens eine Stunde), ich
+<a id="page-100"></a><span class="pgnum">100</span>sei müde und wünsche zu schlafen. Die Schichs erhoben
+sich nun auch sogleich, sagten aber, sie würden draussen
+bei meinem Zelte schlafen, denn sie seien für mich verantwortlich,
+deshalb hätten sie auch gleich ihre Teppiche
+mitgebracht. Ich sah jetzt erst, dass jeder einen Teppich
+bei sich hatte. Auf mein Erwiedern, dass ich dies
+nicht leiden würde, sondern vollkommen auf den guten
+Sinn der Siuahner vertraue, wollten sie nicht hören, erst
+auf meine Erklärung, dass, falls sie zu bleiben bestünden,
+ich aufpacken und meinen Lagerplatz weiter zurück verlegen
+würde, zogen sie von dannen, mit dem Versprechen,
+mich am folgenden Morgen feierlichst einzuholen.</p>
+
+<p>Und so kam es denn auch; am andern Morgen ganz
+früh waren Alle wieder da und noch viele Neugierige
+mit ihnen. Nach schnellem Packen ging es dann vorwärts
+nach Siuah, zwei Schichs voraus zu Pferde (in der
+ganzen Oase sind nur 4 oder 5 Pferde), dann ich und
+mein bayerischer Diener je zu Kameel, endlich die andern
+Kameele mit siuahnischen Eseln von ihren Eigenthümern
+geritten und Fussleute, und gewiss alle Kinder
+des Ortes. Auch der alte Staui hatte sich Morgens
+wieder eingefunden, in seiner Blindheit war er im Dunkeln
+vom Wege gekommen, und der arme Teufel hatte
+die ganze Nacht ohne Nahrung am Fusse einer Palme
+zubringen müssen, bis in der Früh ihm Siuahner den
+Weg zu unserm Lagerplatz zeigten. Natürlich wurde
+viel Pulver verbrannt, und meine Diener machten mit
+<a id="page-101"></a><span class="pgnum">101</span>ihren Doppelflinten und Revolvern auch nicht wenig
+Lärm. So gings zwischen den beiden Anhöhen durch,
+von denen die eine terrassenförmig bis oben mit Häusern
+bebaut ist und den Lifaya gehört, indessen die
+andere, dicht westsüdwestlich von diesem gelegen und
+am Fusse bebaut, von den Rharbyin bewohnt ist. Dann
+nach Norden biegend, erreichten wir das Kasr oder
+Schloss, welches die Wohnung des Mudir, Rathhaus und
+Gefängniss für ganz Siuah ist. Hier wurden wir einquartiert,
+und da der Mudir gerade in Alexandrien war,
+uns die ganze obere Etage, welche gute und luftige Zimmer
+hatte, zur Verfügung gestellt. Während wir noch
+mit unserer Einrichtung beschäftigt waren, kam denn
+auch der Kahdi, aber ich merkte, dass sein Besuch ein
+vollkommen erzwungener war, jedenfalls nicht aus freiem
+Antriebe erfolgte, ich kürzte denselben denn auch so
+rasch wie möglich ab, froh endlich einige Augenblicke
+Ruhe zu haben.</p>
+
+<p>Also war ich da in dieser hochberühmten Oase, welche
+zu sehen ich mich schon lange gesehnt hatte, diesen geheimnissvollen
+Fleck, der die Ursache so vieler Opfer
+gewesen war, welcher so reiche geschichtliche Erinnerungen
+wach rief. Noch vor 6 Monaten in der Hauptstadt
+der Intelligenz unserer Zeit, befand ich mich jetzt
+an dem Orte, wo vor mehr als 2000 Jahren die damals
+bekannte Welt sich Raths erholte, an der Stelle, wo
+der grösste Krieger seiner Zeit sich &#8222;Sohn des Zeus&#8220;
+<a id="page-102"></a><span class="pgnum">102</span>anreden hörte! Oft glaubte ich zu träumen, aber ein
+Blick aus meinem Fenster auf die unzähligen Katakomben
+sagte mir dann, Alles ist Wahrheit, Du bist wirklich
+an der heiligen Stätte des Jupiter Ammon. Da vor
+Dir sind die stummen Zeugen, welche die Reste derer
+beherbergten, auf deren Worte Könige und Völker lauschten,
+während jetzt ihre Knochen, von rohen Barbaren
+umhergeschleudert, in der Sonne bleichen, und langsam
+durch den ewigen Kreislauf aller Dinge sich auflösen,
+um in die ewige Natur zurückzukehren.</p>
+
+<p>Die Gründung des ammonischen Orakels geht bis in
+die vorgeschichtliche Zeit zurück, die ältesten Nachrichten
+darüber finden wir bei Herodot. Diodor und
+Curtius geben uns eine ausführliche Beschreibung der
+schon bestehenden Oertlichkeiten, und in der neuesten
+Zeit finden wir in O. Parthey's trefflicher Abhandlung
+über die Jupiter Ammons-Oase Alles erschöpfend niedergelegt,
+was Ursprung, Bedeutung, Geschichte des Orakels
+und des ehemals und jetzt dort lebenden Volkes anbetrifft.
+Demnach steht es nun unzweifelhaft fest, dass
+sowohl die Stadt Ammon<a id="FNA-32" href="#FN-32"><sup>32</sup></a>, als auch die Ruinen des
+Orakels ägyptischen Ursprungs sind. Wie früh überhaupt
+der Ruf des Orakels verbreitet war, geht daraus
+hervor, dass Krösus von Lydien sich dort Raths erholte,
+Cambyses wollte das Königreich der Ammonier zerstören,
+aber sein ganzes Heer wurde durch Wassermangel
+<a id="page-103"></a><span class="pgnum">103</span>und heisse Landstürme aufgerieben. Erst durch den
+berühmten Zug Alexanders wurde die Lage des Orakelortes
+und die örtliche Gestaltung desselben ans Tageslicht
+gezogen, denn selbst Herodot weiss über die Lage
+noch nichts Bestimmtes anzugeben.</p>
+
+<p>Wir wissen schon von den Alten, und durch die
+neuesten Reisenden ist dies bestätigt, dass es in der
+Oase zwei Tempel des Jupiters Ammon gab, von denen
+der eine grössere unmittelbar neben der Akropolis selbst
+stand, der andere kleine nicht fern von jenem neben
+dem Sonnenquell in einem Palmhaine gelegen sein soll.
+Obgleich nun schon Minutoli die äussere Mauer des
+grossen Tempels in Agermi bemerkt hatte, sie aber, weil
+er nicht ins Innere dringen konnte, für blosses Mauerwerk
+hielt, namentlich Hirt darauf aufmerksam machte,
+dass Umma beida nur der kleine Ammonstempel sein
+könne (dagegen fälschlich den grossen nach Siuah hin
+verlegt haben wollte), so hielten doch alle neuern Reisenden
+von Browne bis auf St. John den Umma beida-Tempel
+für den grossen. Erst Hamilton machte zuerst
+die wichtige Entdeckung des grossen Tempels in Agermi,
+der alten Akropolis, indem es ihm gelang, in das Innere
+selbst hineinzudringen. Hamilton hält nun zwar das
+Gebäude selbst für die Akropolis, allein schon aus seiner
+eigenen Beschreibung geht hervor, dass wir es mit einem
+Tempel zu thun haben. Nach ihm der erste Europäer,
+der Siuah wieder besuchte, kann ich, was derselbe über
+<a id="page-104"></a><span class="pgnum">104</span>die Grossartigkeit dieser Baulichkeit sagte, nur bestätigen,
+und glücklicher wie er, konnte ich wenigstens die
+Copien von einigen Hieroglyphen mit heim bringen.
+Schmutz, Rauch, Dunkelheit des ganzen Raumes, und
+namentlich die Durchbauung des ganzen Tempels mit
+Häusern verdeckten zwar die Hauptsache, oft war auch
+sogar eine Colonne absichtlich zerstört, indem man die
+erhabenen Hieroglyphen abgehauen oder die Bilder verkalkt
+hatte, indess konnte unser berühmter Aegyptolog
+Brugsch aus den ihm vorgelegten Abzeichnungen erkennen,
+&#8222;dass die Texte in altägyptischer Schrift abgefasst
+sind, dass sie sich auf eine Reihe männlicher Gottheiten
+beziehen, die, nach den erhaltenen Kronen zu urtheilen,
+Ammon und den widderköpfigen Harschaf, den Arsaphes
+der Griechen, darstellten, dass endlich die Texte Reden
+jener Gottheiten enthalten, die sich an einen Gott wenden,
+welcher Ur-testu, das ist Grosser der Völker, genannt
+wird. Dies Epitheton beweist, dass der König
+ein nicht einheimischer war, sondern einer fremden Dynastie
+angehören musste.&#8220; Der Name der Oertlichkeit
+scheint leider nicht genannt, wenigstens war Brugsch
+nicht im Stande etwas daraus zu erkennen, so dass die
+Frage über die altägyptische Benennung des Tempels
+immer noch eine offene bleibt. Hoffentlich gelingt es
+mit Unterstützung der ägyptischen Regierung einem späteren
+Forscher die Bewohner, welche sich ihre Häuser
+in den Tempel gebaut haben, zu vermögen, dieselben zu
+<a id="page-105"></a><span class="pgnum">105</span>verkaufen und abzubrechen, bei dem jetzigen guten
+Geiste der Bevölkerung würde dies ohne Zweifel mit
+einigen Geldopfern zu bewerkstelligen sein.</p>
+
+<p>Was das Bildniss des Ammon anbetrifft, so liegen
+darüber abweichende Berichte vor; nach Curtius brachten
+die Macedonier die Nachricht zurück, es gleiche
+einem Nabel ringsum mit Smaragden und Edelsteinen
+besetzt. Es wurde in Procession von Priestern in einem
+vergoldeten Schiffchen herumgetragen. Silberne, an beiden
+Seiten herabhängende Schellen klingelten, und alte
+Weiber und Jungfrauen sangen herkömmliche Weisen
+dazu. Diodor, ohne des Nabels zu erwähnen, macht dieselbe
+Beschreibung wie Curtius, Arrian sieht das als
+Fabel an, er weiss, dass der Jupiter Ammon als widderköpfig
+abgebildet wird. Auffallend ist nun aber, dass
+nach den neuesten Forschungen der ägyptische Ammon
+nie widderköpfig abgebildet wird, sondern Knepf oder
+Chnubis. Jedenfalls ist wohl anzunehmen, dass das
+Bild anders im Allerheiligsten des Tempels, wohin nur
+die geweihten Priester dringen durften, dargestellt wurde,
+als wie man es ausserhalb dem grossen Publikum zeigte.
+Alexander trug nach seinem Besuche bei Ammon häufig
+als Helmschmuck Widderhörner, und auch derartige
+Münzen liegen vor. Möglich, dass Alexander, da er im
+Allerheiligsten war, das wirkliche Ammonsbild zu sehen
+bekam. Chnubis, Knepf und Ammon werden übrigens
+nach Brugsch häufig verwechselt. Im kleinen Tempel
+<a id="page-106"></a><span class="pgnum">106</span>von Umma beida findet sich ein grosser Marmorblock,
+der auf allen vier Seiten einen grossen menschlichen
+Kopf mit Widderhörnern zeigt. Dies kann möglicherweise
+der Sockel gewesen sein, auf dem die Statue des
+Jupiter Ammon stand. Der Kopf selbst, eine scheussliche
+Fratze von Doppelmenschen-Grösse, soll wohl kein
+eigentliches Bild des Ammon sein, hat aber jedenfalls
+Bezug darauf. Das Widderhorn und der Widder mussten
+überhaupt bei den alten Ammoniern eine grosse Rolle
+spielen, Beweis davon der kleine in Bab el medina, eine
+Stunde südwestlich von Siuah, gefundene Marmorwidder,
+jetzt in Berlin auf dem Museum.</p>
+
+<p>Wenn wir zur Zeit Alexanders das Ammonsorakel
+den grössten Ruhm geniessen sahen, so dass es sich mit
+denen von Delphi und Dodona in jeder Beziehung messen
+konnte, so bemerken wir andererseits, dass es zur
+Zeit Christi nur noch wenig mehr cultivirt wurde. Die
+Römer scheinen überhaupt nie grosse Vorliebe für dieses
+Orakel gehabt zu haben. Wir finden, namentlich durch
+die griechischen Bewohner Cyrenaica's gestiftet, verschiedene
+dem Ammon gewidmete Tempel auf der Nordküste
+von Afrika, ebenso auch in Griechenland selbst,
+aber in Italien wird uns von einem solchen nichts überliefert.</p>
+
+<p>Mit der Christianisirung von ganz Nordafrika hörten
+die Ammonstempel in der Oase auch auf heidnische Gotteshäuser
+zu sein, wahrscheinlich wurden sie in Kirchen umgewandelt.
+<a id="page-107"></a><span class="pgnum">107</span>Zur Zeit des Christenthums in Afrika, wurde
+Siuah<a id="FNA-33" href="#FN-33"><sup>33</sup></a>, wie die anderen Oasen (Uah) als Verbannungsort
+benutzt, und als im 7. Jahrhundert die Araber über
+Nordafrika sich ergossen, fiel es dem mohammedanischen
+Cultus anheim.</p>
+
+<p>Die Nachrichten der arabischen Schriftsteller Edrisi,
+Abu'l Feda, Ebn el Wardi und Jakuti sind sehr vage,
+sie führen den Ort unter der Benennung Santariat auf,
+wenn aber Ritter meint, dass erst Wansleb im Jahre 1664
+zuerst den Namen Siwah als gehört aufgebracht habe,
+so finden wir diese Benennung neben Santariat auch
+schon bei Makrisi erwähnt. Heute ist jede Erinnerung
+an Jupiter Ammon bei dem Volke verschwunden, nicht
+so die von Alexander und Santariat. Der letzte Name
+Santariat, findet sich in alten in der Oase aufbewahrten
+Deftas<a id="FNA-34" href="#FN-34"><sup>34</sup></a>, und als ich Umma beida besuchte, sagten mir
+unaufgefordert meine Begleiter, dass dieses Gebäude von
+Iskender (Alexander), demselben der Skendria<a id="FNA-35" href="#FN-35"><sup>35</sup></a> gegründet,
+erbaut wäre. Wenn wir nun auch wissen, dass
+Alexander beide Tempel schon erbaut vorfand, so geht
+doch daraus hervor, dass eine Erinnerung an ihn sich
+von Generation zu Generation fortgepflanzt hat.</p>
+
+<p>Politisch war seit den ältesten Zeiten die Oase wohl
+immer in einer Art von Abhängigkeit von Aegypten. Ob
+<a id="page-108"></a><span class="pgnum">108</span>Herkules zum Ammon gekommen, sowie Semiramis, ist
+nicht festzustellen. Sicher ist aber, dass die Vertreibung
+der Juden aus dem Lande der Pharaonen mit auf
+Rath des Ammon geschah, und dann bieten geschichtliche
+Anhaltspunkte: der Zug des Kambyses und Alexanders,
+Lysanders und Hannibals Rathfrage, der Besuch
+Kato des Jüngeren u.a. Nach Herodot unter eigenen
+Königen, dann den Persern unterworfen, beugten die
+Ammonier sich freiwillig vor den Macedoniern. Unter
+den Ptolemäern und Römern scheinen sie ein mildes
+Joch gehabt zu haben, und die Könige der Ammonier,
+unter denen wir wohl die Oberpriester des Tempels verstehen
+müssen, genossen schon ihrer grossen Heiligkeit
+wegen einer gewissen Berücksichtigung. Plinius rechnet
+das Orakel zu Cyrenaica, und geographisch zählt Hierokles
+die Ammons-Oase zu den sechs Städten Libyens,
+während Lukan und Silius Italicus den Tempel als einen
+Tempel der Garamanten bezeichnen; andere noch rechneten
+die Oase zum Gebiete der südlich von Cyrenaica
+hausenden Asbysten.</p>
+
+<p>Die Ammonier scheinen freiwillige Abgaben gegeben
+zu haben, so wissen wir, dass zur Zeit der persischen
+Herrschaft die Perserkönige nur ammonisches Salz, das
+im Alterthum hochberühmt war, auf ihrer Tafel duldeten,
+und dass dies nebst dem Wasser des Nils einen Theil
+des Tributs ausmachte.</p>
+
+<p><a id="page-109"></a><span class="pgnum">109</span>Im Jahre 1150 für immer dem Koran anheim gefallen,
+blieb die Oase dennoch unabhängig, bis Mehemed
+Ali 1819 dieselbe unterwerfen liess, und seit der Zeit
+unter Beibehaltung seiner Schichs der Ort einen jährlichen
+Tribut an Aegypten zahlen musste. Nicht zufrieden
+damit, empörten sich die Bewohner zu wiederholten
+Malen, versetzten aber im Jahre 1853 ihrer Quasiunabhängigkeit
+den Todesstoss durch die schlechte Behandlung,
+welche sie dem englischen Reisenden Hamilton
+widerfahren liessen. Gleich darauf von Said-Pascha mit
+einer Soldatenmacht überzogen und durch eine ausserordentliche
+Abgabe gebrandschatzt, ist Siuah seit der Zeit
+integrirender Theil Aegyptens und bildet jetzt ein Mudirat,
+mit Beibehaltung der eigenen Schichs, die indess
+nur Familienangelegenheiten zu ordnen haben.</p>
+
+<p>Uns Europäern wurde die Oase zuerst durch Browne
+wieder entdeckt im Jahre 1792, und sechs Jahre später
+war es ein Deutscher Namens Hornemann, welcher durch
+die Mittel der afrikanischen Gesellschaft von London,
+mit Unterstützung Napoleons, der zu der Zeit in Aegypten
+war, die berühmte Oase erreichte. Belzoni, der ungefähr
+zwanzig Jahre später reiste, und zwischen 1815 und
+1819 die kleinen Oasen westlich vom Nil besuchte, ist
+nie in Siuah gewesen. Er glaubte in dem Brunnen der
+Oase El Kasr den Sonnenquell entdeckt zu haben, der
+im Alterthum seiner abwechselnden Temperatur wegen
+bekannt war, und den Belzoni bei der Quelle El Kasrs
+<a id="page-110"></a><span class="pgnum">110</span>wahrzunehmen glaubte. Quellen, die ein solches Täuschungsgefühl
+hervorrufen, giebt es fast in allen Oasen
+der Wüste, am bekanntesten ist ausser der Sonnenquelle
+die grosse Quelle von Rhadames. Erst 1819 erreichte
+Butin, ein französischer Officier, Siuah, entging mit genauer
+Noth dem Tode, um ihn bald nachher in Syrien
+zu finden, wo er ermordet wurde. Gegen Ende desselben
+Jahres kam Cailliaud nach der Oase, er durfte Umma
+beida besuchen und constatirte zuerst die tiefe Lage des
+Thales.</p>
+
+<p>Als dann im selben Jahre Mehemet Ali Siuah durch
+Schamaschirgi Bei unterwerfen liess, begleiteten diesen
+der französische Generalconsul Dovretti von Alexandria,
+ausserdem der Ingenieur Linaud de Bellefonds, Ricci
+und der Maler Frediani. Von einer Truppe von 1500
+bis 2000 Mann unterstützt, kann man sich denken, dass
+sie Alles besichtigen konnten, dennoch kamen sie nicht
+in den grossen Tempel von Agermi; ungehindert aber
+konnten sie Umma beida, Amudeïn, Bled el Rum und
+den See Araschich besichtigen, Jomard hat ausführliche
+Beschreibungen davon gegeben.</p>
+
+<p>Minutoli besuchte im Auftrage des Königs von
+Preussen die Oase im folgenden Jahre, und erreichte,
+da er sich einer guten Aufnahme zu erfreuen hatte, die
+besten Resultate, seine Ansichten von Agermi und Siuah
+sind noch heute so ähnlich, als ob die beiden Oerter
+sich gar nicht verändert hätten. Minutolis Begleiter,
+<a id="page-111"></a><span class="pgnum">111</span>Ehrenberg Hemprich u.a. fanden aber, da der General
+inzwischen zurückgekehrt war, so schlechte Aufnahme
+bei den Einwohnern, dass sie nichts ausrichten konnten.
+Erst 1847 wurde die Jupiter Ammons-Oase dem Publikum
+wieder ins Gedächtniss gerufen durch die Reise des
+Engländers Bayle St. John von Aegypten aus, der mit
+einigen Gefährten die Oase besuchte, aber auch mit
+grossen Widerwärtigkeiten zu kämpfen hatte, hervorgerufen
+durch den glühenden Hass und Fanatismus der
+Eingebornen gegen jeden Europäer. Hamilton endlich
+war es 1853 vorbehalten den grossen Tempel des Jupiter
+Ammon zu entdecken, obwohl er in demselben nur
+die Königsburg zu erkennen glaubte. Obgleich im Anfange
+mit Kugeln empfangen und lange Zeit gefangen,
+konnte er nachher unter dem Schutze ägyptischer Soldaten
+frei umhergehen, und alles Interessante untersuchen.
+Seit seiner Zeit ist den Europäern die Oase
+geöffnet; denn durch eine Extracontribution, durch Soldateneinquartierung,
+und durch die Bestellung eines Mudirs,
+wurde der Trotz der Eingebornen gebrochen. Und
+wenn Hamilton fühlte und sagte, dass seine Leiden und
+Entbehrungen zukünftigen Reisenden die Thore von Siuah
+öffnen würden, so hatte er vollkommen Recht, nicht nur
+ist er der Wiederentdecker des grossen Tempels des
+Jupiter Ammon, sondern auch der Schlüssel zur Oase
+für die späteren Reisenden gewesen.</p>
+
+<p><a id="page-112"></a><span class="pgnum">112</span>Die Lage des Ortes Siuah bestimmte Browne zu
+29° 12' und einigen Sekunden nördl. Br., die Länge zu
+24° 54' östl. v. Gr. Cailliaud giebt dieselbe zu 29° 12'
+20" nördl. Br. und 23° 46' östl. L. v. P. an. Auf der
+Petermann'schen zehnblättrigen Karte finden wir gleiche
+Maasse, ebenso auf der Karte, welche der Partheyschen
+Abhandlung über die Jupiter Ammons-Oase beigegeben
+ist. Ehrenberg auf seiner Karte verlegt es 29° 30' nördl.
+Br. und circa 26° 15' östl. L. v. G. Gruoc bestimmt die
+Breite des Umma beida-Tempels 29° 9' 52" nördl. Br.,
+Pacho auf seiner seinem Werke Cyrenaique etc. beigegebenen
+Karte hat 29° 12' und einige Sekunden n. Br.
+und circa 23° 50' östl. L. v. P. Auf der Minutolis Atlas
+beigegebenen Karte finden wir gleiche Lage, wie bei
+Cailliaud angegeben, Kiepert endlich hat 29° und einige
+Minuten nördl. Br. und circa 43° 50' östl. L. F.<a id="FNA-36" href="#FN-36"><sup>36</sup></a> Da
+alle diese und noch viele andere nur auf die Bestimmungen
+von Browne und Cailliaud fussen, die Petermann-Hassensteinsche<a id="FNA-37" href="#FN-37"><sup>37</sup></a>
+Karte aber diese Lage durch
+Itinerare unterstützt, so müssen wir, bis anderweitige
+Messungen ein anderes Resultat ergeben sollten, uns an
+diese halten. Alle weichen ja auch nur wenig von einander
+ab. Was die Höhe des Ortes betrifft, so haben
+<a id="page-113"></a><span class="pgnum">113</span>darüber die Alten schon Andeutungen gegeben. Aristoteles
+sagt mit klaren Worten, dass die Oase des Jupiter
+Ammon tiefer gelegen sei als Unterägypten, andere Schriftsteller,
+wie Eratosthenes von Cyrene und Strabo, erkennen,
+dass die ganze Gegend von Jupiter Ammon unter
+dem Meere gewesen sein müsse. Erst in der Neuzeit
+fand Angelot, ein französischer Geolog, aus dem von
+Cailliaud beobachteten hohen Barometerstand, dass die
+Oase circa 33 Meter tiefer als das mittelländische Meer
+liege. Meine eigenen, auf 23 zu verschiedenen Tageszeiten
+angestellten Barometerbeobachtungen fussenden
+Messungen ergeben für Siuah eine mittlere Tiefe von
+52 Meter.</p>
+
+<p>Die Oase gehört also zu der grossen nordafrikanischen
+Einsenkung, welche sich ohne Unterbrechung von
+der grossen Syrte bis nach Aegypten hinzieht. Die Grösse
+der Oase variirt sehr, so dass man, wenn man nicht
+verschiedene Gesichtspunkte berücksichtigt, auf die grössten
+Widersprüche zu stossen glaubt. Schon im Alterthum
+herrschte darüber Verwirrung. Browne giebt die
+Länge der Oase auf sechs engl. Meilen (2½ St.), die
+Breite auf 4½ bis 5 engl. Meilen (circa 2 St.) an. Minutoli
+rechnet die Länge des fruchtbaren Terrains auf
+über 2 deutsche Meilen, die Breite beträgt nach ihm
+nie über ½ Meile. St. John giebt dem fruchtbaren Lande
+eine Länge von 5 engl. Meilen, eine Breite von 3&#8211;4 Meilen.
+Das ganze Oasenthal von Muley Yus bis Edras
+<a id="page-114"></a><span class="pgnum">114</span>Amelal ist nach ihm 15 bis 17 engl. Meilen lang. Die
+Sache liegt einfach so, dass wir annähernd genau die
+Länge der Oase bestimmen, aber die Breite ohne wirkliche
+Messung nicht einmal schätzen können. Diese ist
+nämlich, was das fruchtbare Terrain anbetrifft, wie in
+allen langgestreckten Oasen so verschieden, oft nur einige
+Schritte breit, oft zwei Kilometer, dass, wollte man eine
+durchschnittliche Breite angeben, man sich ein ganz falsches
+Bild von der Oase machen würde. Dazu kommt
+noch, dass man zur Oase ebenso gut den ersten Anfang
+von Vegetation, welcher schon beim Brunnen Tarfaya
+beginnt, und weit im Osten von Siuah als Hattieh sich
+fortsetzt, rechnen kann, oder nur eine engere Oase annehmen,
+welche im Westen bei Maragi anfängt und im
+Osten bei Muley Yus endet. Letztere hat eine Längenausdehnung
+von circa 4 deutschen Meilen, derart, dass
+die Richtung von Maragi bis Siuah fast von N.-W. nach
+S.-O., die von Siuah nach Muley Yus von S.-W. nach
+N.-O. streicht. Von zahlreichen Sebcha und Hattieh
+unterbrochen, finden sich hier die Palmengärten, von
+denen indess keiner in der Breitenrichtung mehr als
+2 Kilometer Ausdehnung hat.</p>
+
+<p>Am Südrande des steilabfallenden, aus Kalkstein bestehenden
+sogenannten libyschen Küstenplateau gelegen,
+ist die Oase im Süden von nicht hohen Sanddünen begrenzt.
+In der Oase selbst liegen mehrere steile Felsen,
+von denen der Amelal und Djari in W. z. N. R. von
+<a id="page-115"></a><span class="pgnum">115</span>Siuah, und davon zwei Stunden entfernt, als zwei grosse
+senkrechte Zeugen bei einer Höhe von circa 100 Meter
+die bedeutendsten sind. Der Dj. Muta, 1 Kilometer nördlich
+von Siuah, dieser Ort selbst, Agermi, endlich Dj.
+Hammed ½ Stunde S. z. W. vom Hauptorte, und der
+fünfköpfige Dj. Brick eine Stunde südöstlich von Siuah,
+sind andere derartige Zeugen.</p>
+
+<p>Das Terrain, ursprünglich salzig und sebchaartig,
+ist durch die zahlreichen süssen Quellen, von denen es
+in der Oase über 30 giebt<a id="FNA-38" href="#FN-38"><sup>38</sup></a>, in dem Bereiche dieser
+Quellen culturfähig geworden. Die berühmteste von allen,
+aber nicht mehr die ergiebigste (diese ist in Chamisa,
+auch die Mosesquelle ist stärker), ist Ain hammam, Taubenquelle,
+welche wir noch heute nach alten Ueberlieferungen
+die Sonnenquelle nennen. Sie hat ungefähr 110
+Schritte im Umfange<a id="FNA-39" href="#FN-39"><sup>39</sup></a>, am Grunde bemerkt man Mauerwerk.
+Sie besitzt nur einen Hauptabfluss, der sich hernach
+in verschiedene Arme und nach verschiedenen Richtungen
+zerspaltet. Nach Diodor hatte der Sonnenquell
+seinen Namen daher, weil die Temperatur des Wassers
+in umgekehrtem Verhältnisse zur Sonnenwärme stand;
+nach den Aussagen der wissenschaftlichen Begleiter Alexanders,
+war der Sonnenquell Mittags kalt, Mitternachts
+<a id="page-116"></a><span class="pgnum">116</span>heiss, und Morgens und Abends lau. Wenn so die Alten,
+ihre Beobachtungen auf das blosse Gefühl beim Eintauchen
+in das Wasser stützend, allgemein die abwechselnde
+Temperatur als eine ausgemachte Thatsache annahmen,
+und die wunderlichsten Erklärungen darüber gaben, so
+ist es zu verwundern, dass sowohl Minutoli als auch Gruoc
+noch an eine allen physikalischen Gesetzen widersprechende
+variirende Temperatur glauben konnten. Bayle
+St. John und Hamilton, die übrigens nur einmal Gelegenheit
+fanden, bei Tageszeit ihr Thermometer in den Sonnenquell
+zu tauchen, fanden ersterer 84° F., letzterer
+85° F. Meine zu allen Tageszeiten und Nachts gemachten
+Beobachtungen ergaben unveränderlich 29° C.<a id="FNA-40" href="#FN-40"><sup>40</sup></a>, nur
+einmal um 2 Uhr Nachmittags bemerkte ich eine Erhöhung
+um 0,5°, was sehr wohl auf die hohe Lufttemperatur
+um die Zeit geschoben werden kann. Meine Beobachtungen
+stimmen also mit denen der beiden Engländer
+sehr gut. Bei allen andern Quellen, namentlich bei Ain
+mussa und Ain ben Lif, welche einer öfteren Untersuchung
+unterzogen wurden, bemerkte ich gleichen
+Wärmegrad. Den Eingebornen selbst ist über eine
+wechselnde Temperatur der Quellen nichts bekannt, wohl
+aber schreiben sie einigen Quellen, namentlich der Ain
+Hendeli gewisse Heilkräfte zu. Obgleich, namentlich wenn
+man das Salzwasser in der Wüste gewohnt geworden ist,
+<a id="page-117"></a><span class="pgnum">117</span>von angenehmem Geschmack, ist das Wasser der Quellen
+salziger als das unserer Flüsse. St. John, welcher Wasser
+aus dem Sonnenquell mitbrachte, und untersuchen
+liess durch Price, fand die Dichtigkeit des Wassers zu
+1,0015<a id="FNA-41" href="#FN-41"><sup>41</sup></a>, die der Themse zu 1,0003. In 100 Theilen
+enthielt das Sonnenquellwasser 0,23950 (das Themsewasser
+enthält 0,032932) solide Theile, und davon waren
+gemeines Salz 0,1615. Es ist kein Grund vorhanden,
+dass die andern Quellen anders zusammengesetzt sein
+sollten, denn alle dringen wohl aus einer und derselben
+unterirdischen Süsswasserschicht, hervorgepresst durch
+den Druck vom libyschen Wüstenplateau. Alle zeigen
+auch dieselbe Erscheinung des Blasenaufsteigens, als ob
+das Wasser siede, und haben in dieser Beziehung die
+grösste Aehnlichkeit mit dem Quell in Rhadames.</p>
+
+<p>Die meisten grösseren Quellen haben eine künstliche,
+runde Quadereinfassung, bei vielen gut erhalten. Namentlich
+sind die Ain Mussa und Ain ben Lif noch heute mit
+so gut erhaltenen in Kreis gelegten Quadern und Kalk
+umgeben, dass man glauben sollte, dass diese Bauten,
+welche mindestens 2000 Jahre alt sind, gestern wären
+angefertigt worden. Von Siuah aus liegt der Sonnenquell
+eine kleine Stunde östlich, Ain Mussa eine halbe
+Stunde nordöstlich, Ain ben Lif, gleich südwestlich vom
+<a id="page-118"></a><span class="pgnum">118</span>Orte selbst, und Ain Hendeli am nordwestlichen Fusse
+des Dj. Brick.</p>
+
+<p>Das Klima würde in der Oase des Jupiter Ammon
+gewiss ein sehr gesundes sein, wie überall in der Wüste
+Sahara, wenn nicht die vielen Sümpfe und Sebcha, die
+Vermischung von Süss- und Salzwasser, die darin faulenden
+organischen Stoffe, namentlich im Spätsommer, die
+schlimmsten Fieber hervorriefen. Freilich behaupten die
+Eingebornen dagegen unempfindlich zu sein, und glauben
+nur für Fremde sei jene Jahreszeit gefährlich, die grosse
+in Siuah herrschende Sterblichkeit aber, das ungesunde,
+fahle Aussehen der Kinder, beweisen zu Genüge das Gegentheil.
+Man wird nicht irren, wenn man die mittlere
+Temperatur in Siuah zu 25° C. und vielleicht noch einige
+Grade höher annimmt. Die tiefe Lage des Ortes, der
+Schutz, den das Plateau gegen Nordwinde gewährt, lassen
+eine höhere Temperatur als an andern Orten gleicher
+Breite leicht erklärlich finden. Der Himmel ist fast immer
+rein, nur Morgens kommen manchmal Nebel vom Mittelländischen
+Meere, Regen sind aber hier ebenso ausnahmsweise
+wie in allen andern Theilen der grossen
+Wüste.</p>
+
+<p>Mit reichster Vegetation da bedeckt, wo die Süsswasserquellen<a id="FNA-42" href="#FN-42"><sup>42</sup></a>
+sind, ist die Hauptpflanze die Dattelpalme,
+<a id="page-119"></a><span class="pgnum">119</span>wie in allen Oasen der Sahara, und auch an verschiedenen
+Sorten fehlt es nicht. Vor allen als vorzüglich
+werden die Sorten Sultani und Rhaselli gepriesen, und
+bilden selbst einen grossen Ausfuhrartikel nach Aegypten.
+Die Zahl der Dattelpalmen beträgt über 300,000, obschon
+die officielle Zählung bedeutend weniger angiebt.
+Das geht schon daraus hervor, dass in guten Jahren
+nach Minutoli bis an 9000 Kameelladungen, zu je 3 Ctr.,
+gewonnen werden. An andern Bäumen ist vor allen
+der Oelbaum bemerkenswerth, der hier in ungesehener
+Pracht und Frische gedeiht. Doch werden die Palmen
+sowohl, als auch die andern Obstbäume von Zeit zu Zeit
+mit Agol gedüngt, welches, zu dicken Bündeln zusammengepresst,
+an die Wurzeln der Bäume gelegt wird. Nur
+in Chamisa gedeihen Orangen und Limonen, aber überall
+gleich üppig die Weinreben, Granaten, Aprikosen, Pfirsiche,
+Pflaumen und Aepfel (die Aepfel sind jedoch verkrüppelter
+Art). Was von den Alten noch an Bäumen
+erwähnt wird, als Cyperus-Arten, der Baum Elate und
+andere, wohlriechendes Harz gebende Bäume, so kommen
+dieselben heute in der Oase und der Umgegend nicht
+vor, und werden auch wohl trotz der guten Autoren des
+Alterthums früher nicht vorhanden gewesen sein, weil
+die klimatischen Verhältnisse ihr Wachsthum nicht zuliessen.
+An Gemüsen wird ganz dasselbe gezogen, wie
+in Audjila, aber obgleich hier culturfähiges Land genug
+vorhanden ist, und die Bewässerung sich fast ganz von
+<a id="page-120"></a><span class="pgnum">120</span>selbst macht, so reicht der Ertrag des Getreides lange
+nicht für den Consum der Bewohner hin, und wie in
+allen Oasen bildet auch hier die Dattel das Eintauschmittel.
+Die Bestellung der Gärten ist natürlich lange
+nicht mit so grossen Schwierigkeiten verknüpft, wie in
+den Oasen, wo durch das Heraufziehen des Wassers aus
+Brunnen das Land bewässert werden muss, ausserdem
+ist das Wasser der zahlreichen Quellen so reichlich, dass
+auch nicht auf eine karge Abmessung der Zeit, wie beim
+Quell von Rhadames oder bei den Fogorat in Tuat gesehen
+zu werden braucht. In der Jupiter Ammon-Oase
+ist das Wasser verhältnissmässig so reichlich, wie in Tafilet
+und Ued Draa, kleine Bäche ergiessen sich nach
+verschiedenen Richtungen aus den Quellen, und werden
+dann nach Bedürfniss in die Gärten geleitet.</p>
+
+<p>Das Thierreich ist ebenso spärlich, wie in den Audjila-Oasen,
+Schafe und Ziegen werden von den nördlich
+nomadisirenden Arabern eingeführt, Esel aus Aegypten,
+einige Kühe werden draussen in den nordöstlichen Hattien
+gehalten, da eine gefährliche Bremse, welche sich
+in der ganzen nordafrikanischen Niederung aufhält, den
+Thieren schädlich ist. Aus dem Grunde halten auch die
+Siuahner keine Kameele, obschon die Agolweiden in der
+Oase ausgezeichnetes Futter dafür abgeben. Diese Fliege,
+welche auch in ganz Centralafrika vorkommt, ist grau
+von Farbe, von der Grösse einer Honigbiene, und quält
+Menschen und Thiere gleichviel; der Stich erzeugt auf
+<a id="page-121"></a><span class="pgnum">121</span>der Stelle Blutung, aber keine Anschwellung; sie ist
+jedoch nicht zu verwechseln mit der viel gefährlicheren
+Zetse-Fliege, welche so weit nach Norden zu nicht vorkömmt.
+Gross ist die Zahl der kleinen wilden Waldtauben,
+welche sich in den Oelbäumen und Palmen herumtummeln,
+und da diese besonders dicht beim Sonnenquell
+stehen, und so den Tauben willkommenen Schutz
+und Schatten bieten, haben die Eingebornen den Quell
+mit dem arabischen Namen &#8222;Ain el hammam&#8220; Taubenquell,
+belegt.</p>
+
+<p>Als sonstiges Naturproduct haben wir nur noch des
+Salzes zu erwähnen, welches aus den Sebcha gewonnen
+wird. Im Winter sickert aus diesen sehr salzhaltiges
+Wasser auf die Oberfläche, und nach erfolgter Verdunstung
+bleibt im Sommer eine Salzkruste zurück, die an
+manchen Stellen die Dicke von mehreren Zoll erreicht.
+Das Salz krystallisirt in oft mehrere fingerdicke und
+fingerlange Stücke von schönster weisser Farbe zusammen.
+Das von mir mitgebrachte von Baeyer in Berlin
+untersuchte Salz aus der Ammons-Oase enthält 59,26 Proc.
+Chlor (reines Kochsalz enthält 60,66 Proc.) hat also ungefähr
+97,5 Proc. Kochsalz. Ausserdem fanden sich
+Spuren von Magnesia und geringe im Wasser unlösliche
+Substanzen vor. Das im Alterthum auch schon in der
+Medicin bekannte sal ammoniacum ist nicht mit diesem
+zu verwechseln, dies wurde künstlich durch Destillation
+<a id="page-122"></a><span class="pgnum">122</span>aus Kameelmist gewonnen, während jenes ein Naturproduct
+der Oase des Jupiter Ammon ist.</p>
+
+<p>Was das Volk anbetrifft, welches diese Wüsteninsel
+bewohnte und bewohnt, so finden wir nur bei Herodot
+die Nachricht, dass es ein Mischlingsvolk aus Aegyptern
+und Aethiopiern, und auch seine Sprache eine zusammengesetzte
+sei. Wenn dies nun zur Zeit Herodots der Fall
+war, so änderte sich das wahrscheinlich im Laufe der
+Zeiten. Der fanatische Islam hatte wahrscheinlich alle
+Einwohner dahin gerafft. Im 12. Jahrhundert, sagt Edrisi,
+existirten in den kleinen Oasen gar keine Einwohner,
+aber Siuah schildert er mit Mohammedanern bevölkert.
+Makrisi führt Santaria oder Siuah mit bloss 600 berberischen
+Einwohnern an. Und wenn wir heute die Einwohner
+classificiren sollen, so müssten wir sie ohne
+Zweifel dem grossen Berberstamm beizählen, welcher sich
+in der Wüste am reinsten in den Tuareg und in Nordafrika,
+am unvermischtesten am Nordabhange des grossen
+Atlas, im Rif und im Djurdjura-Gebirge erhalten hat.
+Die Sprache der Siuahner ist nichts als ein Dialect des
+Tamasirht, und ohne Mühe macht sich ein Targi, ein
+Rhadamser oder ein Atlasbewohner mit den heutigen
+Söhnen des Jupiter Ammon verständlich<a id="FNA-43" href="#FN-43"><sup>43</sup></a>. Freilich fehlt
+<a id="page-123"></a><span class="pgnum">123</span>den Bewohnern Siuahs jene männliche, fast griechische
+Schönheit der Tuareg und Atlasbewohner, auch ist ihre
+Farbe viel dunkler, ohne indess negerartig zu sein. Dies
+hat aber lediglich seinen Grund in der starken Vermischung
+mit Negerblut, wovon sich Tuareg und Atlasbewohner
+enthalten. Aber alle andern Berber in der
+Wüste, welche in Häusern wohnen, theilen dies mit den
+Siuahnern in gleichem Maasse: die Uadjili, Soknaui,
+Rhadamsi, Tuati, Filali und Draui sind durch ihre starke
+Vermischung mit Negern hässlich geworden. Während
+meiner Anwesenheit in Siuah sah ich mit Ausnahme des
+jungen Schich Hammed, des Bruders Schich Omars, keinen
+einzigen Mann, von dem man auch nur hätte sagen
+können, dass er hübsch gewesen wäre, von schön nicht
+zu reden. Hervorstehende Backenknochen, wulstige Lippen,
+breite Nase, fast ebenso viele mit lockigen, wie mit
+schlichten Haaren, schwarze stechende Augen, gebräunte
+Hautfarbe bei fast magerem Körperbau, das ist das Bild
+eines heutigen Siuahner. Aber ihre Sprache ist unvermischt
+die Berbersprache, soweit nicht der Islam und
+einige andere Umstände sie gezwungen haben, arabische
+Wörter aufzunehmen, wie das ja auch alle andern Berbervölker,
+die den Koran angenommen, gethan haben.</p>
+
+<p>Wie in allen mohammedanischen Oertern ist es auch
+hier schwer, etwas Bestimmtes über die Zahl der Bevölkerung
+zu erfahren. Bei Minutoli werden 8000 Bewohner
+auf 6 Stämme vertheilt angegeben, Hamilton, mein
+<a id="page-124"></a><span class="pgnum">124</span>Vorgänger, rechnet nur die Hälfte, 4000 Einwohner.
+Dovretti hat für Siuah allein 2500 Seelen. Die Siuahner
+selbst gaben mir die Zahl der waffenfähigen Männer auf
+600 Mann und 800 männliche Sklaven für die ganze
+Bevölkerung an, was eine Totalbevölkerung von 5600
+Seelen ergeben würde. Von Haus aus fanatisch und unwissend,
+scheint namentlich in den letzten 10 Jahren ein
+merkwürdiger Umschwung mit ihnen vorgegangen zu sein,
+und hauptsächlich ist dies wohl den innigeren Beziehungen
+mit Aegypten zuzuschreiben. Die beiden Hauptstämme
+Lifaya und Rharbyin haben derzeit als Schichs: die Lifaya
+einen gewissen Omar, die Rharbyin einen gewissen
+Hallok, in Agermi ist zudem Mohammed Djari Haupt der
+Eingebornen. Die Lifaya zerfallen in drei Unterstämme,
+ebenso die Rharbyin, von denen der eine in Agermi ansässig
+ist. Natürlich ist, seit ein von Aegypten bestellter
+Mudir die Regierung vertritt, die Macht der Schichs
+eine sehr beschränkte, und berührt nur die intimsten
+Angelegenheiten der Familie. Die Bewohner der Oase
+verschmähen ebenso wenig den Genuss des Lakbi und
+Araki, wie die übrigen Inselbewohner der libyschen
+Wüste, nur verbergen sie den Fremden ihre Trunksucht,
+und wenn man ihren Worten Glauben schenken wollte,
+so hätte ein Siuahner nie Lakbi gesehen. Mit der Ehe
+steht es daher auch nicht besser, und wenn Reisende
+behaupten, Wittwen und Unverheirathete dürften nicht
+in Siuah selbst wohnen, so ist das offenbar ein Missverständniss.
+<a id="page-125"></a><span class="pgnum">125</span>Der eigentliche Ort Siuah ist so eng gebaut,
+und die Häuser aus schlechtem Material so hoch,
+dass gar kein Platz zum Weiterbau mehr vorhanden ist.
+Auf diese Art sind Sebucha, Menschia und der Ort
+im S.-W. von der eigentlichen Burg Siuah entstanden,
+genau genommen sind dies jedoch nur Quartiere eines
+Ganzen. Die reichen Bewohner kleiden sich sehr elegant,
+nach Art der wohlhabenden Kahiriner Kaufleute;
+der gewöhnliche Mann trägt sich wie in den andern
+Oasen. Bei den Frauen ist durchweg die blaue Tracht
+der Fellah-Frauen in Aegypten hergebracht, als eigenthümlich
+bemerkte ich, dass sie wie die Frauen in Centralafrika
+niederhocken und ihr Gesicht abwenden, sobald
+sie einem Mann begegnen.</p>
+
+<p>Als Mohammedaner huldigen sie dem malekitischen
+Ritus, und in der Sprache haben sie, unter sich Berberisch
+sprechend, im Arabischen fast ganz den ägyptischen
+Dialect, im Schreiben jedoch halten sie sich an der
+maghrebinischen Schreibweise. Religiöse Innungen sind
+drei vertreten: Snussi, Madani und Abd Salamin von
+Mesurata. Die Snussi, die jüngstentstandenen, sind am
+zahlreichsten.</p>
+
+<p>Ausser dem schon erwähnten Orte Chamisa hat die
+Oase als Hauptort Siuah, welcher in den kasernenartig
+bebauten Berg und dem im S.-W. daran liegenden Stadttheil
+der Rharbyin zerfällt, endlich im Nordost, dicht
+dabei Sebucha, auch von Rharbyin bewohnt, und noch
+<a id="page-126"></a><span class="pgnum">126</span>einen halben Kilometer weiter nach N.-O. der von Lifaya
+bewohnte Ort Menschia. Der andere Ort im N.-O., eine
+kleine Stunde von Siuah entfernt, ist Agermi, von Rharbyin
+bewohnt. In früheren Zeiten herrschte in der Regel
+Krieg zwischen Agermi und der Burg Siuah, seit die
+ägyptische Regierung festen Fuss hat, sind die Fehden
+unblutiger Art.</p>
+
+<p>Was den Handel Siuahs anbetrifft, so ist derselbe
+gering, der Siuahner hat lange nicht den Unternehmungsgeist
+der Modjabra, seine weitesten Reisen sind Alexandria
+und Kairo; nach Audjila oder Bengasi, nach Fesan
+oder Sudan kommt er nie. Jedoch als Zwischenstation
+von jeher wichtig gewesen, besitzt Siuah verhältnissmässig
+viel Geld. Von einigen Producten führen sie nur Oel<a id="FNA-44" href="#FN-44"><sup>44</sup></a>
+und Datteln nach Aegypten aus, und tauschen meist ihre
+eigenen Bedürfnisse dagegen ein. An dem Sklavenhandel
+betheiligen sie sich nur indirect, indem die Modjabra
+hier gewöhnlich mit ihrem Trupp einen langen Aufenthalt
+nehmen, um die Sklaven wohlgenährt und fett auf
+den ägyptischen Markt zu bringen. Die Einwohner verstehen
+nichts zu fabriciren, wenn man nicht Körbe, Teller
+und Matten aus Palmzweigen und Bast dahin rechnen
+will, wie sie in jeder andern Oase auch und besser gemacht
+<a id="page-127"></a><span class="pgnum">127</span>werden. Jedoch giebt es die hauptsächlichen Handwerker:
+Schlosser, Schmiede, Schuhmacher, Schneider,
+Schreiner sorgen für die unentbehrlichsten Bedürfnisse
+der Bewohner.</p>
+
+<p>Die Abgaben, welche das ägyptische Gouvernement
+bezieht, sind keineswegs übermässig gross, denn 10,000
+M.-Th.-Thaler jährlich ist gewiss nicht zu viel für eine
+Bevölkerung von 5&#8211;6000 Seelen mit so reichen Palmwäldern
+und Gärten wie diese Oase sie hat. Freilich
+werden dabei auch noch wohl manche Nebenerpressungen
+dreingehen: der Mudir verlangt seine Bakschisch,
+der Kadhi spricht nur Recht, wenn man ihm so und so
+viel unter seinen Teppich legt, aber das ist Norm in
+allen mohammedanischen Staaten, und die Siuahner haben
+keineswegs Grund mit der ägyptischen Regierung unzufrieden
+zu sein.</p>
+
+<p>Wie ich schon angeführt habe, hatte man mich ins
+Kasr einquartiert, welches nach Norden gelegen, unterhalb
+der Burg von Siuah, eine der besten Wohnungen
+war; vor dem Hause befindet sich ein grosser ummauerter
+Platz, in dessen hinterem abermals ummauertem Theile
+die Dattelmagazine sich befinden, während in dem andern
+vordern Theile das zum Ausdreschen bestimmte
+Getreide aufgespeichert liegt. In der Mitte steht eine
+hohe Kuppel Sidi Slimans, eines in Siuah in grosser Verehrung
+stehenden Heiligen. Am ersten Tage verging
+natürlich fast die ganze Zeit mit Besuchempfangen. Selbst
+<a id="page-128"></a><span class="pgnum">128</span>der fanatische Kadhi hatte für gut befunden dem Christen
+einen Besuch zu machen, aber mein Erstaunen wurde
+noch vermehrt, als auch der Mkaddem der Snussi zu
+mir kam, und sein Bedauern ausdrückte, dass ich nicht
+Sidi el Madhi in Sarabub (den Sohn und Nachfolger Sidi
+Mohammed Snussi's) besucht habe. Als ich ihm erwiederte,
+mein Führer habe mir gesagt, und auch früher
+habe ich dies überall in Barca gehört, dass Sidi el Madhi
+keine Christen in Sarabub sehen wollte, und ich mein
+Leben, falls ich hinginge, riskiren würde, schwur er,
+dies sei eine böswillige Verleumdung, Sidi el Madhi würde
+im Gegentheil sich gefreut haben mir Gastfreundschaft
+erweisen zu können. Bald darauf wurde dann das Gastgeschenk
+hereingebracht, ein fetter Hammel, Datteln,
+Reis, Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten, auch einige
+Körbe mit Brod fehlten nicht. Die Uebrigen erklärten,
+die Bewohner wünschten, ich möchte wenigstens 14 Tage
+ihr Gast sein, während der Zeit solle es mir an nichts
+fehlen, und um vor Zudringlichkeit geschützt zu sein,
+oder bei etwaigen Käufen nicht übervortheilt zu werden,
+stellten sie mir zwei Kavassen zur Disposition; namentlich,
+liessen sie mir sagen, sollte mir Alles gezeigt werden,
+was ich zu sehen wünsche.</p>
+
+<p>Mein erster Gang war natürlich nach Umma beida,
+theils weil die aus den Palmen hervorragenden Ruinen
+von selbst schon einluden, theils weil gerade Nachmittags
+noch Zeit genug zu dieser Promenade vorhanden war.
+<a id="page-129"></a><span class="pgnum">129</span>Der Weg dahin läuft immer zwischen den schönsten
+Gärten, und nach einer kleinen Stunde ist man an Ort
+und Stelle. Nur von einem Diener begleitet und einem
+Eingebornen, um den Weg zu zeigen, grüssten uns die
+uns Begegnenden überall aufs freundlichste, viele schlossen
+sich auch wohl eine Strecke Weges an, um etwas
+zu plaudern und Neuigkeiten zu erfahren. Umma beida
+oder der kleine Jupiter Ammons-Tempel ist heute schon
+lange nicht mehr, wie ihn Minutoli und später noch St.
+John gesehen haben. Der Thorweg, der von beiden beschrieben
+und von Minutoli auch gezeichnet wurde, existirt
+nicht mehr, nur vom hinteren Tempel stehen noch
+die Seitenwände etwa 25' hoch und inwendig einen 16'
+breiten Raum lassend. Die Länge der noch stehenden
+Mauern ist 14' resp. 10', und überdacht ist das Ganze
+von 3 colossalen Monolithen<a id="FNA-45" href="#FN-45"><sup>45</sup></a>, die auf der unteren Deckseite
+gut erhaltene, ausgebreitete Adler zeigen. St. John
+will noch 10 andere Decksteine in Bruchstücken auf der
+Erde liegen gesehen haben; ich bemerkte nur zwei und
+einige Bruchstücke, welche zu zwei anderen gehört haben
+mochten. Zu Browns Zeiten lagen sogar noch 5 Decksteine
+oben, Minutoli fand aber nur noch drei vor. Dieser
+Theil des Tempels, dessen hintere südliche Wand
+fehlt, dessen Pronaos noch zur Zeit Minutolis vorhanden
+war, jetzt aber auch verschwunden ist, hat an seinen
+<a id="page-130"></a><span class="pgnum">130</span>inneren Wänden vollkommen gut erhaltene Hieroglyphencolonnen:
+an der östlichen Wand sind noch 53, von
+denen die mittleren 47 ganz erhalten sind, an der westlichen
+Wand 52, mit 49 ganz erhaltenen Colonnen. Unten
+aus kleinen Quadern gebaut, sind dieselben nach oben
+zu grösser, und derart inwendig verkittet, dass durch
+die Fugen der Schrift kein Abbruch geschieht. An der
+Aussenseite scheinen nie Hieroglyphen gewesen zu sein,
+und die Bilder sind gänzlich verwittert. Zwischen den
+allegorischen Bildern oberhalb und unterhalb der Schriftcolonnen
+bemerkt man noch an manchen Stellen die
+ursprüngliche Farbe, besonders grün und blau, was sehr
+dazu beiträgt, Bilder und Hieroglyphen hervortreten zu
+machen. Die am südlichen Ende des Tempels sitzende
+Figur des behornten Ammon, Huldigungen entgegennehmend,
+von den mit Schakal- und Sperber-Köpfen versehenen
+menschlichen Figuren, ist das am besten Erhaltene.
+Tölken, der Minutolis Aufzeichnungen bearbeitete,
+erkannte darin die Bezwingung feindlicher Gottheiten,
+denen Ammon sich nach der Besiegung gnädig erzeigt,
+sowie einen ganzen Zug Priester und heiliger Frauen,
+und in der untersten Reihe den Tod des Osiris und die
+Trauer um ihn. Dieser vollständige Cyclus heiliger Lehre
+bildete so im Gotteshause selbst ein Lehrbuch für den
+geistlichen Unterricht<a id="FNA-46" href="#FN-46"><sup>46</sup></a>.</p>
+
+<p><a id="page-131"></a><span class="pgnum">131</span>Von der äusseren Umfassungsmauer ist nur noch die
+südöstliche Ecke, welche aus gewaltigen Quadern besteht,
+vorhanden, alles Uebrige ist verschleppt oder in
+den sehr morastigen Boden versunken. Nach Minutoli
+betrug die Umfangsmauer 77 Schritt in der Länge und
+66 Schritt in der Breite, was mit meinen Messungen
+genau stimmt.</p>
+
+<p>Der Tempel selbst ruht auf einem beinahe viereckigen
+Kalkfelsen, dessen obere Partie, ob Kunst oder
+Natur, grosse Alabasterquadern zeigt, in denen sich eigenthümlich
+krystallisirte Rosetten befinden, welche oft einen
+Fuss Durchmesser haben. Von unterirdischen Gängen
+ist jetzt nichts mehr zu sehen, obschon die Leute von
+geheimen Gängen nach Agermi und Siuah fabeln. Die
+Richtung des Tempels ist bei 15° Abw. genau 348°.</p>
+
+<p>Der Sonnenquell liegt 1 Kilometer südlich von Umma
+beida inmitten von Palmgärten; da ich ihn schon oben
+beschrieben, sowie das Resultat der Messungen, die ich
+an jenem und den folgenden Tagen wiederholte, schon
+mitgetheilt habe, so brauche ich mich hier darüber nicht
+weiter einzulassen. Der Rückweg nach Siuah wurde über
+Agermi genommen, ohne jedoch den Ort selbst zu betreten,
+da für diese interessante Burg eine eigene Tagesfahrt
+bestimmt war. Früh am andern Morgen ging es
+dann bei der Tammagrat-Quelle vorbei, nach dem südöstlich
+etwa 1 Stunde entfernten fünfspitzigen Dj. Brick.
+Hier scheint man die Steine zu den Bauten des Tempels
+<a id="page-132"></a><span class="pgnum">132</span>gebrochen zu haben, auch befinden sich da mehrere
+regelmässig bearbeitete Felsengräber, wie die in Cyrenaica,
+einige sogar mit Säulen im Innern. Verschiedene
+Grabkammern lassen aus ihrer Grösse und den vielen
+Nebengemächern schliessen, dass sie ganzen Familien als
+Begräbnissstätte dienten. Sonst war jedoch von Bildwerken
+oder Inschriften nichts zu entdecken. Gleich am
+Fusse des Berges nordwestlich, entspringt die bei den
+Eingebornen im grossen Rufe stehende Quelle Hendeli,
+welche einst so stark gewesen sein soll, dass sie einen
+Bach bildete, welcher die Gärten bis Bab el medina und
+weiter bewässerte, auch sollen in der Tiefe grosse Schätze
+verborgen sein; jetzt ist sie nur mittelmässig stark, hat
+dieselbe Temperatur, und war von Geschmack ganz gleich
+dem Sonnenquell.</p>
+
+<p>Während aller dieser Excursionen waren die Bewohner
+immer von der grössten Bereitwilligkeit; wenn
+ich ermüdete, war rasch ein Esel zum Reiten zur Hand,
+und namentlich liess Schich Hammed keinen Tag vorüber
+gehen, an welchem er nicht irgend ein kleines Geschenk
+brachte. Entweder schickte er Datteln oder Kuchen
+oder Eier, und schien absichtlich die Chikanen,
+welche sein Stamm Hamilton zugefügt hatte, an mir wieder
+gut machen zu wollen. Obschon er mich auf meinen
+Excursionen begleitete, musste er davon abstehen, Agermi
+zu besuchen, weil als Lifaya er dort keinen Zugang
+hatte. Vor circa 20 Jahren hatten nämlich die Lifaya
+<a id="page-133"></a><span class="pgnum">133</span>sich Agermis durch Ueberrumpelung bemächtigt, und nur
+mit Hülfe der anderen Rharbyin gelang es den Bewohnern
+sich wieder in Besitz ihrer Burg zu setzen, seit der
+Zeit aber ist es keinem der Lifaya gestattet, Agermi zu
+betreten, etwaige Geschäfte werden vor dem Thore, in
+welchem immer eine Wache ist, abgemacht. Für mich
+waren keine Schwierigkeiten den Ort zu besuchen, und
+sobald ich am Thore war erkannt worden, bekam ich
+Einlass. Durch einen gewundenen engen Gang, der an
+mehreren Stellen abgeschlossen werden konnte, der
+manchmal überbaut war, und auf den auch die Djemma
+mündete, ging es aufwärts zu einem freien Platze, der
+fast die Mitte des oben glatten Felsens einnimmt, und
+um den herum die Häuser Agermis gebaut sind. Zuerst
+musste ich den Schich Mohammed Djari besuchen, welcher
+der reichste Mann der ganzen Oase sein soll; sein
+Haus war auch recht gut eingerichtet, drei Stock hoch
+und da wo wir hingeführt wurden, bildete das Zimmer
+eine Art Veranda. An beiden Seiten in demselben waren
+Divane von Thon mit Matten belegt, über welche
+syrische Teppiche gebreitet lagen. Nach dem Austausch
+der Höflichkeiten wurden Thee und Kaffee servirt und
+Neuigkeiten aufgetischt, dann kam hauptsächlich die
+Schatzgräberei aufs Tapet, denn die Eingebornen vermuthen,
+dass unter jedem alten Steine Gold und Silber
+verzaubert liegen muss. Mohammed Djari wachte übrigens
+genau darüber, dass seine Neger die Tassen vorschriftsmässig
+<a id="page-134"></a><span class="pgnum">134</span>präsentirten und wieder in Empfang nahmen,
+und sicher nahm er es als ein grosses Compliment
+entgegen, als ich ihm sagte, bei ihm sei Alles &#8222;türkisch&#8220;.
+Endlich konnte ich mich losmachen, und er gab mir
+dann einen Kavas mit, der mir Alles zeigen sollte. Einem
+anderen gewundenen und engen Gange folgend, bemerkte
+ich gleich an einem Gebäude nördlich Grundmauern aus
+Quadern, oben darauf war ein Stall, und nichts hinderte
+meinen Eintritt; aber so viel ich auch suchte, es war
+eben weiter nichts als die Grundmauer zu entdecken,
+welche 2 Fuss hoch aus der Erde stand und von der
+nur die eine Wand übrig zu sein schien. Nun nach
+Westen gehend, kamen wir bald an das grosse Gebäude,
+dessen äussere Mauer man zum Theil von aussen des
+Ortes sieht, und dessen innere Wand theilweise auf dem
+grossen Platz in Agermi zu sehen ist. Durch die Wand
+führt ein gebrochener Weg gleich in einen Vorhof, dessen
+Dach aber gänzlich verschwunden ist, und welcher
+15 Fuss lang und 10 Fuss breit ist. Nach Süden zu
+aber verbaut von einem Hause, kann man den südlichen
+Eingang nicht sehen, der jedoch in Form einer einzigen
+grossen Thür vorhanden ist. Hieroglyphen sind hier
+nirgends zu sehen. Durch zwei grosse ägyptische Thore
+kommt man nach Norden in das Allerheiligste, welches
+aber von Häusern ganz durchbaut ist. Die Thore,
+18 Fuss hoch, kann man nur mittelst der Häuser passiren.
+Voll Rauch, Staub und Russ, entdeckte ich hier
+<a id="page-135"></a><span class="pgnum">135</span>jene Hieroglyphen und Bilder, von denen einiges zu copiren
+nur mit Hülfe mehrerer Kerzen gelang, und wovon
+ich oben das Resultat nach Brugsch mitgetheilt habe.
+Die Leute zeigten auch hier den besten Willen mir Alles
+sehen zu lassen, aber um vollständig befriedigt zu werden,
+hätte man ihre Häuser, welche den grössten Theil
+der Wände bedeckten, wegbrechen müssen, und dazu
+wollte sich natürlich Niemand verstehen. Jene Cella war
+in ihren Dimensionen 24 Fuss lang auf 18 Fuss Höhe
+und 18 Fuss Breite. Interessant war noch ein geheimer
+Gang in der Dicke der östlichen, inneren Längsmauer.
+Wie ich später sah, steht derselbe jetzt noch in Verbindung
+mit dem grossen Brunnen in Agermi. Derselbe
+ist 2 Fuss breit, so dass gerade ein Mann darin gehen
+konnte, und war wahrscheinlich der Weg vom Tempel
+zum Brunnen, den die Priester ungesehen hinabgingen,
+um am Wasser die zum Opfer bestimmten Gegenstände
+zu reinigen. Der Brunnen selbst, auf der Südseite des
+Platzes gelegen, ist durch den Fels gearbeitet, sehr geräumig
+und tief, und von oben sieht man deutlich auf
+einer kleinen Plattform den Tempelgang dicht oberhalb
+des Niveaus des Wassers ausmünden.</p>
+
+<p>Geht man dann vom Vorhof aus durch das die
+südliche Wand schliessende Haus, so kommt man auf
+eine Strasse und stösst alsbald auf eine grosse Mauer
+aus colossalen Quadern, die eine Art von Brücke über
+die Strasse bildet. Der Häuser wegen lassen sich auch
+<a id="page-136"></a><span class="pgnum">136</span>hier keine weiteren Nachforschungen anstellen, aber aller
+Wahrscheinlichkeit nach dürften dies Reste der alten
+Akropolis sein, während das vorhin beschriebene Gebäude
+mit zwei Abtheilungen dem grossen Tempel des Jupiter
+Ammon entspricht. Schon der Zusammenhang mit dem
+Brunnen mittelst des geheimen Ganges macht dies wahrscheinlich.
+Auch mit der Beschreibung der Alten, z.B.
+Diodor, von den Räumlichkeiten der Jupiter Ammons-Oase
+stimmt Alles. Nach ihnen war die heilige Quelle,
+und das ist der Brunnen, dicht bei dem Tempel gelegen.
+Anführen muss ich noch, dass von diesem Brunnen aus,
+der eine starke Quelle enthält, sieben Bäche aus dem
+Berge heraus nach aussen sich ergiessen. Die dritte
+äussere Umschliessungsmauer, von der bei den Alten die
+Rede ist, müssen wir jedenfalls wohl ausserhalb Agermi
+suchen, da der Raum nicht gross genug gewesen sein
+würde, um Platz für Soldaten und Diener, wofür er bestimmt
+sein sollte, aufzunehmen. Spuren von Mauerwerk
+fand ich später südwestlich von Agermi zwischen einigen
+Hütten, Tschücktschuck genannt, und diese könnten möglicherweise
+Reste der dritten Umfassung gewesen sein.</p>
+
+<p>Es versteht sich wohl von selbst, dass ich meinen
+Besuch in Agermi wiederholte, aber dennoch, so oft auch
+alle Häuser, welche zugänglich waren, durchsucht wurden,
+war nichts zu entdecken. Gerade südlich von Agermi,
+kaum einen Viertel Kilometer entfernt, finden sich die
+Reste eines griechischen Tempels, seine Richtung ist von
+<a id="page-137"></a><span class="pgnum">137</span>Westen nach Osten, die Umrisse lassen sich nur aus
+den zum Theil aus dem Boden sehenden Quadern erkennen,
+zu Tage liegt sonst nichts als die Schafte zweier
+cannellirter Säulen. Die Schuttumrisse geben auf 18 Schritt
+Länge eine Breite von 14 Schritt; ursprünglich mögen
+aber die Verhältnisse andere gewesen sein, da dieselben
+eben nur durch Schutt und Anhäufungen zu bemessen
+waren.</p>
+
+<p>In jenen Tagen erstand ich auch durch Kauf den
+interessanten Marmorwidder, sowie einige alte Münzen,
+welche in der Oase gefunden worden sind. Zugleich
+machte ich mich auf nach dem Orte, wo der Widder
+war entdeckt worden. Ungefähr 1½ Stunde S.-W. von
+Siuah gelegen, fand ich am Rande der Oase und der
+Dünen nichts als einen 12' Quadrat grossen Schutthaufen,
+in dem einzelne Kalkquadern lagen. Möglicherweise
+kann hier ein Triumphbogen gestanden haben, worauf
+der Name bab el medina<a id="FNA-47" href="#FN-47"><sup>47</sup></a> wenigstens hindeutet. Die
+übrige Zeit ging damit hin, die Oase nach allen Richtungen
+hin zu durchstreifen, Agermi, Umma beida und
+der Sonnenquell erhielten täglich einen Besuch, auch Ain
+Mussa, eine grosse schön ummauerte Quelle, auf selbem
+Wege zwischen Siuah und Agermi gelegen. Besonders
+auch unterwarf ich den Dj. Muta, Todtenberg, einer genauen
+Untersuchung, derselbe ist etwas nördlich von
+Siuah gelegen. Ungefähr 150' hoch und an der Basis
+<a id="page-138"></a><span class="pgnum">138</span>einen Umfang von etwa 1500 Meter zeigend, ist dies
+gewiss die sonderbarste Grabstätte, die man auf Gottes
+Erdboden antreffen kann. Seit Jahrtausenden muss dies
+der gemeinsame Beerdigungsplatz der Bewohner der Oase
+gewesen sein. Hunderte von Gewölben, Löchern, Katakomben
+und Gräbern machen aus dem ganzen aus Kalkstein
+bestehenden Berg ein wahres Labyrinth, und es
+giebt darin Gewölbe, welche zur Aufnahme von hundert
+und mehr Todten hergerichtet waren. Spitz nach oben
+zulaufend, ist der Berg so durchlöchert, dass er einem
+Zellenbau gleicht. Hunderte, Tausende von zerrissenen
+Gerippen, ganze Haufen von Schädeln, oft noch gut eingewickelte
+Mumienglieder liegen am Fusse des Berges
+umher. Da ist auch kein Grab, welches nicht durchsucht,
+kein Gerippe, welches nicht auseinander gerissen
+worden wäre, um möglicherweise Ringe oder Schmucksachen
+an demselben zu entdecken. Ja, einige Gräber
+hatten offenbar in späteren Zeiten schon zu Wohnungen
+dienen müssen, russige Wände, Topfscherben und Feuerstellen
+zeigten es deutlich. An der südöstlichen Bergkante
+wohnen noch jetzt einige arme Familien in den
+Todtengemächern, meine Begleiter sagten mir, es seien
+vor einigen Jahren aus Djalo eingewanderte Modjabra.
+Bemerkenswerth von all den vielen Gräbern war ein in
+der Mitte des Berges auf der Ostseite gelegenes: der
+Eingang mit Halbsäulen geschmückt, liess schon auf ein
+sorgfältig ausgehauenes Innere schliessen, und in der
+<a id="page-139"></a><span class="pgnum">139</span>That entsprach die innere Einrichtung ganz dem eleganten
+Aeusseren. Durch einen Vorhof gelangte man
+in eine geräumige Kammer mit zwei seitlichen Nebencabinetten,
+welche, wie die Hauptkammer sorgfältig ausgehauene
+Aufnahmestellen für die Todten hatten. In
+Manneshöhe zog sich auf blauem Grunde eine Epheu- oder
+Rebenblattguirlande in lebhaft grüner Farbe herum,
+und so frisch waren die Töne, als ob sie gestern wären
+gemalt worden. Im Hintergrunde der Kammer bemerkte
+man auch erhabene gemeisselte Figuren an der Wand,
+doch waren sie absichtlich so zerstört, dass sich nichts
+erkennen liess. Der unterirdische Gang, der von hier
+nach Agermi führen sollte, erwies sich, nachdem Licht
+gebracht wurde, als nichts anderes, denn unterirdische
+Grabhöhlen, welche sich von hier noch weiter ins Innere
+des Berges fortsetzten, dann aber mit einer Felswand
+ein Ende hatten.</p>
+
+<p>Ich hatte während meiner Anwesenheit in Siuah nie
+davon gesprochen, den Ort selbst besuchen zu wollen, ich
+wusste, wie empfindlich früheren Reisenden gegenüber
+die Bewohner in diesem Punkte gewesen waren. Und
+wenn man vom mohammedanischen Standpunkte aus das
+Haus als etwas Heiliges, für Fremde Unzugängliches betrachtet,
+wird man das auch ganz natürlich finden. Nun
+ist aber Siuah selbst so zu sagen ein einziges Haus.
+Der konische Berg, aus dem es besteht, ist seit 1000
+Jahren so eng überbaut worden, dass die Häuser<i> ein</i>
+<a id="page-140"></a><span class="pgnum">140</span>Ganzes bilden und alle eine Höhe von drei Stockwerken
+erreicht haben; wo nur noch Platz war, hat man gebaut,
+so dass sogar die Strasse mit Ausnahme einiger nach
+oben gelassener Luftlöcher ganz überbaut ist.</p>
+
+<p>Als nun aber Hammed mich in den letzten Tagen
+fragte, ob ich noch etwas zu sehen wünschte, und ich
+erwiederte, ich glaubte Alles gesehen zu haben, während
+doch mein Blick, der auf Siuah ruhte, das Gegentheil
+verrieth, sagte er von selbst: &#8222;Ja, mit Ausnahme des
+Ortes, wenn Du aber hinein willst, will ich gleich ausrufen
+die Thüren zuzuhalten und die Weiber einzusperren.&#8220;
+Man kann sich denken, mit welcher Freude ich
+den Vorschlag annahm, zumal nach den Erkundigungen
+St. Johns alte Baureste in Siuah sein sollten. Man
+hatte schnell die Frauen unter Schloss gelegt, und durch
+eine der vielen Thüren gelangten wir unter einem Hause
+durch bald in die grosse, aber auch überdachte Strasse,
+welche sich schneckenhausartig um den Berg bis fast
+nach oben hinaufzieht. Indess war es doch noch hell
+genug, um ohne Licht oder Fackel gehen zu können,
+manchmal aber die Strasse so niedrig, dass Achtung
+gerufen wurde, um nicht mit dem Kopf anzustossen.
+Von dieser grossen Strasse liefen radienförmig Gänge
+aus, nach aussen und innen. Mit Ausnahme der durch
+den Fels getriebenen Brunnen, es giebt deren vier in
+Siuah, welche davon zeugen, dass auch im hohen Alterthum
+dieser Punkt der Oase schon stark bewohnt war,
+<a id="page-141"></a><span class="pgnum">141</span>ist indess nichts von altem Mauerwerk vorhanden. Oben
+am Ende der Spirale, denn das war die Strasse, angekommen,
+fand ich ein Haus; der Besitzer, ein alter Mann,
+war aber auch freundlich genug mich einzuladen, und
+bald befand ich mich auf dem Dache des höchsten Hauses
+von Siuah, hatte von hier aus den Blick auf alle
+Dächer, welche, wie Stufen nach unten abfielen. Ein
+herrlicher Rundblick eröffnete sich hier auf den Amelal-Felsen,
+auf das steile nördliche Ufer, auf die Palmgärten,
+auf Dj. Muta, Agermi und Umma beida, und nach Süden
+auf die endlose Fläche der Sahara. Dem alten Manne
+gab ich denn ein mehr als reichliches Bakschisch, das
+wird aber künftigen Reisenden auch wieder die Thür
+öffnen. Wenn ich somit in Siuah selbst auch nur ein
+negatives Resultat erlangt hatte, nämlich constatiren zu
+können, dass hier keine Ruinen irgendwelcher Art vorhanden
+sind, so bestätigt das andererseits um so mehr,
+in den auf Agermi vorhandenen Ruinen den grossen
+Tempel und die Akropolis mit vollem Rechte zu erkennen.</p>
+
+<p>Während der ganzen Zeit meines Aufenthaltes hatten
+sowohl die Schichs der Lifaya, als auch die der
+Rharbyin gewetteifert mir ihre Dienste anzubieten, und
+um sich selbst herauszustreichen, hielten sie es fürs Beste
+sich gegenseitig zu verleumden. Ich hielt mich mit allen
+gut, Hammed aber, der sich gegen mich am uneigennützigsten
+und aufrichtigsten gezeigt hatte, beschenkte
+<a id="page-142"></a><span class="pgnum">142</span>ich mit einem schönen weissseidenen Ueberwurf, einer
+Djibba oder Djelaba, welche von einem Stück angefertigt
+worden war, das von den in Tripolis verfertigten
+Burnussen für den Sultan von Bornu übrig geblieben
+war; aber auch alle Uebrigen wurden reichlich bedacht,
+um sie in ihren guten Gesinnungen gegen uns Europäer
+zu erhalten.</p>
+
+<p>Und dann wurden am 11. Mai die Kameele vorgetrieben,
+beladen, und in Begleitung sämmtlicher Schichs
+und vieler Bekannten, während alles Volk auf der Strasse
+war, verliessen wir die Mestah oder den Dattelhof, und
+riefen den Siuahnern ein Allah ihennikum zu.</p>
+
+<hr/>
+
+
+
+
+
+<h2>Von der Ammons-Oase nach Egypten.</h2>
+
+
+<p>Wir zogen selben Tages nur bis zum unfernen Agermi,
+von einer grossen Menge Leute aus Siuah begleitet.
+Zum letzten Male ging es nun vorbei an jenen sprudelnden
+Quellen, an jenen immer grünen Gärten. So
+mochten vor tausenden von Jahren auch die Pilgerschaaren
+heimgezogen sein, welche gekommen waren, um sich
+Rath und Frieden für das Gemüth zu holen. Seitdem
+die christliche Religion einzog, ging das Ansehn des
+Orakels der Ammonier unter, seit die Schwesterreligion
+des Islam sich festsetzte, wurde Alles, was daran erinnerte,
+vernichtet. Wenn ich daran denke, wie Mohammedaner
+<a id="page-143"></a><span class="pgnum">143</span>und Christen es sich haben angelegen sein lassen,
+die Tempel und Gotteshäuser der Heiden einzureissen
+zur Ehre Gottes, und dann lese: (Ausland Nr. 18,
+1870) &#8222;Zu solchen Stätten haben wir gewiss in erster
+Linie auch die altchristlichen Kirchen Roms zu zählen,
+jene ersten Gotteshäuser, welche die ewige Stadt mit
+ihren zahllosen Tempeln im weiten Umkreise umgebend,
+ihr<i> mildes Licht</i> in die Nacht des versinkenden Heidenthums
+hineinleuchten liessen, so fragte ich unwillkürlich,
+ob es Ironie oder Wahrheit sei. Ich dachte mir,
+hat man mit den Verdammungsartikeln, welche man 1870
+vom St. Peter zur Ehre und Liebe Gottes schleudert, noch
+nicht genug. Klingt es in der That nicht, wie eine
+Parodie, wenn man im Jahre 1870 noch von der Liebe
+und Milde einer christlichen oder semitischen Religion
+redet, die allerdings Liebe und Demuth predigt, deren
+Lehren aber nun seit Tausenden von Jahren nur Schwert,
+Inquisition, Hexenprocesse und Verdammungsurtheile zur
+Folge haben.&#8212;Alexander d. Gr. liess sich im Tempel
+des Ammon doch nur zum Sohne Gottes proclamiren,
+der heilige Vater im St. Peter aber lässt sich im Jahre
+1870 zum Gotte selbst ausrufen.</p>
+
+<p>Wir waren bald am Fusse der alten Akropolis und
+schlugen unsere Zelte im Schatten der Dattelbäume
+nordwärts von Agermi. Alle Bewohner halfen aufs Freundlichste,
+so dass wir rasch damit fertig wurden. Ich besuchte
+sodann noch den Schich von Agermi, den grossen
+<a id="page-144"></a><span class="pgnum">144</span>Tempel, machte dem kleinen Tempel einen Abschiedsbesuch
+und setzte mich an den Sonnenquell. Hier kam
+dann noch eine Deputation Lifaya, um sich speciell zu
+verabschieden, und kehrte sodann nach unserem Lager
+zurück. Der Schich von Agermi und andere Vornehme
+des Ortes erwarteten mich, damit ich mit ihnen käme,
+um Nachts auf der Burg zu schlafen. Auf meine Antwort,
+ich zöge es vor, in meinem Zelte zu schlafen (schon
+der Reinlichkeit halber, da die Siuahner, weil in der
+Wüste allerdings ohne Flöhe, aber keineswegs ohne sonstiges
+Ungeziefer sind), sagten sie, es sei gefährlich, die
+Lifaya würden kommen, um mich zu ermorden, und die
+Schuld würde dann auf sie zurückfallen. Aber auch
+dies konnte mich nicht bewegen, ich erwiederte einfach,
+ich könne nicht glauben, dass, da ich so lange Gast der
+Lifaya gewesen, diese schliesslich ihren Gast ermorden
+würden.</p>
+
+<p>Als die Agermi-Bewohner so sahen, dass nichts auszurichten
+war, beschlossen sie eine starke Wache bei
+meinem Zelte zu stellen. Vorher jedoch kam eine grosse
+Diffa (Gastmahl) von Schich Mohammed Djari, die um
+so mehr Hülle und Fülle hatte, als es galt, mit einem
+Schlage die Gastfreundschaft der Siuahner auszustechen
+und zwar in ihrer Gegenwart, denn eine Menge Leute
+vom ersten Orte wollten auch noch die letzte Nacht in
+unserer Nähe verbringen. So war denn auch an Schlafen
+nicht zu denken, die Wache, die vielen Freiwilligen hatten
+<a id="page-145"></a><span class="pgnum">145</span>so viel zu plaudern, zu singen und zu scherzen, dass
+auch wir fast die ganze Nacht an der Seite eines kleinen
+glimmenden Feuers zubrachten, welches nicht dazu
+diente, die Kälte zu vermindern, denn es war eine der
+schönsten Sommernächte, sondern um den Taback für
+die Raucher anzuzünden, und um von Zeit zu Zeit eine
+Tasse Kaffee zu kochen, womit ich die Ammonier
+tractirte.</p>
+
+<p>Mit anbrechendem Morgen ging es dann fort, alle
+Bewohner riefen uns ihr Lebewohl nach und nur noch
+von Einzelnen begleitet, waren wir denn bald aus den
+eigentlichen Gärten dieser reizenden Oase heraus. Der
+Weg<a id="FNA-48" href="#FN-48"><sup>48</sup></a> bot am ganzen Tage nichts irgend Bemerkenswerthes;
+wir sahen die Rinderheerde der Oasenbewohner
+ohne Hirten in einem Sebcha, wo etwas Grün war, weiden,
+und fragten uns, wozu solche erbärmliche Thiere
+nützen dürften, und lagerten Abends nach einem ziemlich
+anstrengenden Marsche südlich vom Plateau.</p>
+
+<p><a id="page-146"></a><span class="pgnum">146</span>Dieser Lagerplatz im u. Mohemen gelegen, befand
+sich gewissermaassen am oberen Kopfende des Uadi,
+das nach der Oase Lebak führt, welche südlich von Siuah
+gelegen, jedoch unbewohnt ist. In der Entfernung sahen
+wir Palmen, die jedoch nach Aussage unseres Führers
+ohne Herrn sein sollen. Die Lebaker Palmen werden
+von den Siuahnern eingeheimst.</p>
+
+<p>Schon um 4½ Uhr brachen wir am anderen Tage
+in nordöstl. Richtung auf; brauchten, um aus dem Mohemen-Thale
+herauszukommen, noch eine Stunde, und erstiegen
+dann eine in die Depression hineinragende Halbinsel,
+deren Abhang nach N.-W. zu der Nokb el Modjabri
+genannt wird, der Rand ist 105 Meter hoch. Je weiter
+man nach Osten kommt (die ersten 4 Stunden in N.-O.,
+die letzten 5 in östl. Richtung), desto mehr hebt sich
+der Boden der Halbinsel, so dass Abends an unserem
+Lagerplatze das Aneroid 137 Meter zeigt. Da, wo wir
+lagerten, mündet auch ein ziemlich betretener von Lebak
+nach Um sserir führender Weg ein. Am folgenden Tage
+erreichten wir im Nokb el abiod nach einem zweistündigen
+Marsche in nordöstl. Richtung den höchsten Punkt der
+Halbinsel, kamen dann immer in selber Richtung bleibend
+herab, entstiegen einem zweiten Absatz, nokb el
+hamar genannt, und ein dritter Absatz brachte uns in
+die Hattieh der Oase Um sserir.</p>
+
+<p>Dies kleine Eiland liegt unmittelbar südlich vom
+libyschen Plateau. Wir fanden auch hier eine überaus
+<a id="page-147"></a><span class="pgnum">147</span>freundliche Aufnahme, schlugen aber ebenfalls aus, auf
+dem Orte selbst zu wohnen, sondern schlugen unser Zelt
+unter den Palmen auf. Um sserir oder auch Gara genannt,
+liegt wie Agermi auf einem Felsblocke. Im Ganzen
+werden höchstens 300 Einwohner hier sein, alle
+sahen sehr dürftig aus. Der Ort selbst hat heute durchaus
+keine Ueberbleibsel von alten Bauten, obschon nicht
+bezweifelt werden kann, dass auch die Alten hier eine
+Ansiedelung hatten. Einige alte römische Münzen aus
+der Zeit der Kaiser, die ich hier sammeln konnte, bestätigen
+dies. Die Oase selbst ist ebenso wasserreich im
+Verhältnisse, wie die des Ammon, aber nur eine Quelle
+Um sserir el gotara enthält trinkbares Wasser, alles
+andere ist brakisch. Die Bewohner scheinen sehr faul
+zu sein, und ihr Dasein mit Lakbitrinken zu verbringen.
+Von hier führt ein näherer Weg als von Siuah nach der
+südlich von Um sserir gelegenen, unbewohnten Oase
+Dorha. Nach den übereinstimmenden Aussagen der Bewohner
+von Um sserir bietet diese Oertlichkeit keine
+Ruinen oder Spuren ehemaliger Besiedlung, die phantasiereichen
+Aussagen der Bewohner Siuahs gegen Hamilton
+und mich beruhen daher wohl auf Unwahrheiten;
+alles Merkwürdige soll sich auf einige sonderbar geformte
+Felsblöcke beziehen.</p>
+
+<p>Wir setzten daher unseren Weg fort und machten
+am Aufbruchstage 11 Stunden in 80° Richtung. Es ist
+ein Irrthum, wenn auf den Karten verschiedene Wege
+<a id="page-148"></a><span class="pgnum">148</span>verzeichnet sind, es ist hier nur Ein Weg, südlich vom
+Plateau, und dass der Reisende in der Sahara nicht
+reisen kann, wie er<i> will</i>, ist eine bekannte Thatsache,
+er muss immer dem Karawanenwege folgen. Die Depression
+wird nun gegen Osten hin merklich tiefer, und
+erreicht wahrscheinlich in den Natronseen den tiefsten
+Punkt; die Gegend ist sonst vollkommne Sserir. Man
+passirt den Bir bel Geradi mit stark purgirendem Wasser,
+und erreicht dann die Brunnen Mkemen und Morhara,
+die beide ausgezeichnetes Wasser haben. Hier
+stiessen wir wieder auf eine grosse von Kairo kommende
+Karawane.</p>
+
+<p>Hier trennt sich denn auch der Weg nach dem
+Meere und Alexandrien von dem nach Kairo; da unser
+Führer von Djalo behauptete den Weg nach Alexandrien
+nicht zu kennen, so übernahm ich selbst von Morhara
+die Führerschaft und nun ging es in nordöstl. Richtung
+dem Plateau entgegen. Nach 4 Stunden war dies denn
+auch erreicht und wir somit aus der libyschen Wüste
+heraus. Zwei andere Tage brachten uns über die krautreiche
+Hochebene, wo uns rechts und links der Anblick
+weidender Schafheerden erfreute, nach dem Bir Hamman
+und der darauf folgende Tag ans Mittelmeer selbst.</p>
+
+<p>An der Küste entlang ziehend, erreichten wir dann
+Alexandrien, vierzehn Tage nachdem wir von Agermi,
+der alten Akropolis des Ammonium aufgebrochen waren.</p>
+
+<hr class="front"/>
+
+
+<table>
+<colgroup span="1" />
+<colgroup span="4" />
+<colgroup span="4" />
+<colgroup span="4" />
+<colgroup span="4" />
+<colgroup span="8" />
+<colgroup span="4" />
+<colgroup span="1" />
+ <thead>
+ <tr>
+ <th rowspan="2">1868</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Aufenthaltsörter</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Barometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Thermometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Hygrometer</th>
+ <th colspan="8">Windes-</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Himmel</th>
+ <th rowspan="3">Anmerkungen</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th colspan="4">Herkunft</th>
+ <th colspan="4">Stärke</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th>Decbr.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ </tr>
+ </thead>
+ <tbody>
+<tr>
+ <td>15</td>
+ <td colspan="4">Tripolis</td>
+ <td>769</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>769</td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>23</td>
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+ <td>70</td>
+ <td>65</td>
+ <td>70</td>
+ <td>W</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>16</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>771</td>
+ <td>770</td>
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+ <td>23</td>
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+ <td>72</td>
+ <td>72</td>
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+ <td>70</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>17</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>768</td>
+ <td>768</td>
+ <td>770</td>
+ <td>769</td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>20</td>
+ <td>16</td>
+ <td>73</td>
+ <td>70</td>
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+ <td>68</td>
+ <td>W</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>18</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>767</td>
+ <td>768</td>
+ <td>770</td>
+ <td>769</td>
+ <td>12</td>
+ <td>23</td>
+ <td>18</td>
+ <td>15</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>66</td>
+ <td>69</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>19</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>765</td>
+ <td>767</td>
+ <td>767</td>
+ <td>767</td>
+ <td>8</td>
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+ <td>17</td>
+ <td>73</td>
+ <td>69</td>
+ <td>57</td>
+ <td>68</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>20</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>764</td>
+ <td>764</td>
+ <td>767</td>
+ <td>764</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>19</td>
+ <td>15</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>59</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>21</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>767</td>
+ <td>766</td>
+ <td>10</td>
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+ <td>18</td>
+ <td>12</td>
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+ <td>57</td>
+ <td>70</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>22</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>767</td>
+ <td>769</td>
+ <td>769</td>
+ <td>768</td>
+ <td>12</td>
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+ <td>19</td>
+ <td>13</td>
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+ <td>69</td>
+ <td>66</td>
+ <td>70</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td></td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>23</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>767</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>10</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>70</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NW</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>24</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>25</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>26</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>27</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>28</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>767</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>18</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>54</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>29</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td>769</td>
+ <td>770</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>13</td>
+ <td>173/4</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>70</td>
+ <td>54</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>30</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>770</td>
+ <td>768</td>
+ <td>768</td>
+ <td></td>
+ <td>10</td>
+ <td>13</td>
+ <td>19</td>
+ <td></td>
+ <td>69</td>
+ <td>68</td>
+ <td>49</td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>31</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td>765</td>
+ <td>768</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>53</td>
+ <td>40</td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td></td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td></td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>1869</td>
+ <td colspan="4"></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>Januar</td>
+ <td colspan="4"></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>1</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>767</td>
+ <td>768</td>
+ <td>768</td>
+ <td>770</td>
+ <td>7</td>
+ <td>10</td>
+ <td>18</td>
+ <td>14</td>
+ <td>61</td>
+ <td>61</td>
+ <td>60</td>
+ <td>60</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>2</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>772</td>
+ <td>772</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>18</td>
+ <td>17</td>
+ <td>71</td>
+ <td>70</td>
+ <td>64</td>
+ <td>65</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>3</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>768</td>
+ <td>769</td>
+ <td>15</td>
+ <td>15</td>
+ <td>19</td>
+ <td>14</td>
+ <td>64</td>
+ <td>62</td>
+ <td>41</td>
+ <td>61</td>
+ <td>W</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>4</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>766</td>
+ <td>768</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>13</td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td>15</td>
+ <td>68</td>
+ <td>68</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>5</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>772</td>
+ <td>772</td>
+ <td>773</td>
+ <td>773</td>
+ <td>14</td>
+ <td>15</td>
+ <td>17</td>
+ <td>15</td>
+ <td>71</td>
+ <td>66</td>
+ <td>67</td>
+ <td>69</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td class="rem">Den ganzen Tag schauert es.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>6</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>773</td>
+ <td>774</td>
+ <td>774</td>
+ <td>775</td>
+ <td>12</td>
+ <td>13</td>
+ <td>17</td>
+ <td>15</td>
+ <td>72</td>
+ <td>70</td>
+ <td>60</td>
+ <td>62</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ </tbody>
+ </table>
+
+ <table>
+ <colgroup span="1" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="8" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="1" />
+ <thead>
+ <tr>
+ <th rowspan="2">1869</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Aufenthaltsörher</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Barometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Thermometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Hygrometer</th>
+ <th colspan="8">Windes-</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Himmel</th>
+ <th rowspan="3">Anmerkungen</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th colspan="4">Herkunft</th>
+ <th colspan="4">Stärke</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th>Januar</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ </tr>
+ </thead>
+ <tbody>
+ <tr>
+ <td>7</td>
+ <td colspan="4">Tripolis</td>
+ <td>775</td>
+ <td>775</td>
+ <td>774</td>
+ <td>774</td>
+ <td>15</td>
+ <td>15</td>
+ <td>18</td>
+ <td>13</td>
+ <td>70</td>
+ <td>60</td>
+ <td>70</td>
+ <td>60</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>8</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>774</td>
+ <td>773</td>
+ <td>771</td>
+ <td>770</td>
+ <td>14</td>
+ <td>15</td>
+ <td>17</td>
+ <td>14</td>
+ <td>70</td>
+ <td>65</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td class="rem">Die ganze Nacht starker Regen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>9</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>767</td>
+ <td>766</td>
+ <td>765</td>
+ <td>768</td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>13</td>
+ <td>12</td>
+ <td>72</td>
+ <td>62</td>
+ <td>62</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>10</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>766</td>
+ <td>768</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>11</td>
+ <td>13</td>
+ <td>69</td>
+ <td>70</td>
+ <td>65</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>11</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>766</td>
+ <td>768</td>
+ <td>766</td>
+ <td>769</td>
+ <td>11</td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>68</td>
+ <td>67</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td class="rem">Abends 9 Uhr Ende der Regen und<br/>Gewitter.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>12</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>768</td>
+ <td>770</td>
+ <td>767</td>
+ <td>767</td>
+ <td>8</td>
+ <td>11</td>
+ <td>14</td>
+ <td>12</td>
+ <td>71</td>
+ <td>70</td>
+ <td>62</td>
+ <td>70</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>13</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>766</td>
+ <td>768</td>
+ <td>764</td>
+ <td>764</td>
+ <td>8</td>
+ <td>10</td>
+ <td>13</td>
+ <td>12</td>
+ <td>73</td>
+ <td>70</td>
+ <td>60</td>
+ <td>71</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>14</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>766</td>
+ <td>767</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>9</td>
+ <td>12</td>
+ <td>18</td>
+ <td>14</td>
+ <td>74</td>
+ <td>65</td>
+ <td>60</td>
+ <td>70</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>15</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>765</td>
+ <td>764</td>
+ <td>764</td>
+ <td>764</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>16</td>
+ <td>13</td>
+ <td>70</td>
+ <td>71</td>
+ <td>60</td>
+ <td>70</td>
+ <td>S</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td class="rem">Die ganze Nacht Regen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>16</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>764</td>
+ <td>764</td>
+ <td>760</td>
+ <td></td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>14</td>
+ <td>75</td>
+ <td>73</td>
+ <td>69</td>
+ <td>70</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>17</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>762</td>
+ <td>762</td>
+ <td>762</td>
+ <td>762</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>15</td>
+ <td>12</td>
+ <td>75</td>
+ <td>70</td>
+ <td>69</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>18</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>762</td>
+ <td>761</td>
+ <td>761</td>
+ <td>765</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>15</td>
+ <td>12</td>
+ <td>74</td>
+ <td>74</td>
+ <td>75</td>
+ <td>70</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>O</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>19</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>12</td>
+ <td>13</td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>70</td>
+ <td>56</td>
+ <td>60</td>
+ <td>70</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>20</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>763</td>
+ <td>764</td>
+ <td>763</td>
+ <td>761</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>14</td>
+ <td>10</td>
+ <td>73</td>
+ <td>75</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>21</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>760</td>
+ <td>760</td>
+ <td>760</td>
+ <td>764</td>
+ <td>8</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>11</td>
+ <td>72</td>
+ <td>75</td>
+ <td>70</td>
+ <td>71</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Wolkenbruch</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td class="rem">Um Mitternacht Wolkenbruch mit<br/>Hagel.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>22</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>764</td>
+ <td>766</td>
+ <td>764</td>
+ <td>764</td>
+ <td>8</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>12</td>
+ <td>71</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>23</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>760</td>
+ <td>762</td>
+ <td>762</td>
+ <td>761</td>
+ <td>7</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>10</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>72</td>
+ <td>70</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>24</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>751</td>
+ <td>765</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>7</td>
+ <td>9</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>25</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>26</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
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+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>27</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
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+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>28</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
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+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>29</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>30</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ </tbody>
+ </table>
+
+ <table>
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+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="8" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="1" />
+ <thead>
+ <tr>
+ <th rowspan="2">1869</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Aufenthaltsörther</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Barometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Thermometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Hygrometer</th>
+ <th colspan="8">Windes-</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Himmel</th>
+ <th rowspan="3">Anmerkungen</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th colspan="4">Herkunft</th>
+ <th colspan="4">Stärke</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th>Januar</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ </tr>
+ </thead>
+ <tbody>
+ <tr>
+ <td>31</td>
+ <td colspan="4">Tripolis</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td colspan="2"></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>Febr.</td>
+ <td colspan="4"></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>1</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>2</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>3</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
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+ <td></td>
+ <td></td>
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+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>4</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>775</td>
+ <td>776</td>
+ <td>774</td>
+ <td>776</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>18</td>
+ <td>10</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>5</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>776</td>
+ <td>777</td>
+ <td>777</td>
+ <td>777</td>
+ <td>8</td>
+ <td>13</td>
+ <td>18</td>
+ <td>12</td>
+ <td>70</td>
+ <td>55</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>6</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>777</td>
+ <td>777</td>
+ <td>777</td>
+ <td>776</td>
+ <td>12</td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td>10</td>
+ <td>71</td>
+ <td>60</td>
+ <td>52</td>
+ <td>70</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>7</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>776</td>
+ <td>777</td>
+ <td>777</td>
+ <td>776</td>
+ <td>8</td>
+ <td>15</td>
+ <td>20</td>
+ <td>12</td>
+ <td>70</td>
+ <td>60</td>
+ <td>49</td>
+ <td>65</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>8</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>775</td>
+ <td>775</td>
+ <td>774</td>
+ <td>774</td>
+ <td>8</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>12</td>
+ <td>70</td>
+ <td>67</td>
+ <td>62</td>
+ <td>65</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>9</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>773</td>
+ <td>774</td>
+ <td>774</td>
+ <td>773</td>
+ <td>9</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>10</td>
+ <td>70</td>
+ <td>65</td>
+ <td>60</td>
+ <td>65</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>10</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>774</td>
+ <td>774</td>
+ <td>775</td>
+ <td>776</td>
+ <td>9</td>
+ <td>12</td>
+ <td>18</td>
+ <td>15</td>
+ <td>70</td>
+ <td>65</td>
+ <td>62</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem">Zwischen 5 bis 7 Uhr Nachmittags<br/>sehr wolkig um 2 W.-Wind.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>11</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>776</td>
+ <td>776</td>
+ <td>776</td>
+ <td>775</td>
+ <td>14</td>
+ <td>15</td>
+ <td>20</td>
+ <td>14</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>71</td>
+ <td>70</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Hauf.-&#8203;Wolk.</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>12</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>765</td>
+ <td>775</td>
+ <td>774</td>
+ <td>772</td>
+ <td>8</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>12</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>63</td>
+ <td>69</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>13</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>770</td>
+ <td>769</td>
+ <td>768</td>
+ <td>768</td>
+ <td>8</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>14</td>
+ <td>70</td>
+ <td>63</td>
+ <td>60</td>
+ <td>68</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>14</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>766</td>
+ <td>766</td>
+ <td>766</td>
+ <td>765</td>
+ <td>8</td>
+ <td>15</td>
+ <td>20</td>
+ <td>14</td>
+ <td>72</td>
+ <td>62</td>
+ <td>59</td>
+ <td>60</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>15</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>763</td>
+ <td>762</td>
+ <td>760</td>
+ <td>764</td>
+ <td>7</td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td></td>
+ <td>72</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>16</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>17</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>18</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>19</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>773</td>
+ <td>774</td>
+ <td>773</td>
+ <td>773</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>12</td>
+ <td>70</td>
+ <td>65</td>
+ <td>60</td>
+ <td>70</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>20</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>769</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>12</td>
+ <td>13</td>
+ <td>19</td>
+ <td>15</td>
+ <td>72</td>
+ <td>64</td>
+ <td>58</td>
+ <td>70</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>21</td>
+ <td colspan="4">Mittelmeer</td>
+ <td>768</td>
+ <td>767</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td>14</td>
+ <td>70</td>
+ <td>65</td>
+ <td>61</td>
+ <td>69</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>22</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>765</td>
+ <td>769</td>
+ <td>768</td>
+ <td>768</td>
+ <td>8</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>15</td>
+ <td>73</td>
+ <td>68</td>
+ <td>60</td>
+ <td>70</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ </tbody>
+ </table>
+
+ <table>
+ <colgroup span="1" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="8" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="1" />
+ <thead>
+ <tr>
+ <th rowspan="2">1869</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Aufenthaltsörther</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Barometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Thermometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Hygrometer</th>
+ <th colspan="8">Windes-</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Himmel</th>
+ <th rowspan="3">Anmerkungen</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th colspan="4">Herkunft</th>
+ <th colspan="4">Stärke</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th>Febr.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ </tr>
+ </thead>
+ <tbody>
+ <tr>
+ <td>23</td>
+ <td colspan="4">Mittelmeer</td>
+ <td>768</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>8</td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td>14</td>
+ <td>74</td>
+ <td>68</td>
+ <td>62</td>
+ <td>72</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>24</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>770</td>
+ <td>771</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>8</td>
+ <td>12</td>
+ <td>18</td>
+ <td>14</td>
+ <td>73</td>
+ <td>69</td>
+ <td>59</td>
+ <td>70</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>25</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>772</td>
+ <td>773</td>
+ <td>772</td>
+ <td>775</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>16</td>
+ <td>72</td>
+ <td>68</td>
+ <td>58</td>
+ <td>71</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>26</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>775</td>
+ <td>772</td>
+ <td>773</td>
+ <td>771</td>
+ <td>10</td>
+ <td>13</td>
+ <td>18</td>
+ <td>15</td>
+ <td>74</td>
+ <td>69</td>
+ <td>58</td>
+ <td>73</td>
+ <td>ONO</td>
+ <td>ONO</td>
+ <td>ONO</td>
+ <td>ONO</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>27</td>
+ <td colspan="4">Bengasi</td>
+ <td>771</td>
+ <td>770</td>
+ <td>771</td>
+ <td>771</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>16</td>
+ <td>74</td>
+ <td>65</td>
+ <td>56</td>
+ <td>69</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>28</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>768</td>
+ <td>9</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>14</td>
+ <td>70</td>
+ <td>64</td>
+ <td>60</td>
+ <td>69</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>März</td>
+ <td colspan="4"></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>1</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>767</td>
+ <td>764</td>
+ <td>763</td>
+ <td>760</td>
+ <td>8</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>9</td>
+ <td>73</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>74</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>2</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>759</td>
+ <td>759</td>
+ <td>757</td>
+ <td>757</td>
+ <td>9</td>
+ <td>12</td>
+ <td>15</td>
+ <td>10</td>
+ <td>74</td>
+ <td>74</td>
+ <td>70</td>
+ <td>73</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td></td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Wolkig</td>
+ <td>Regen u. Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt u. Regen</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>3</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>757</td>
+ <td>756</td>
+ <td>753</td>
+ <td>754</td>
+ <td>8</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>16</td>
+ <td>74</td>
+ <td>64</td>
+ <td>60</td>
+ <td>66</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>S</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>4</td>
+ <td>do.</td>
+ <td>do.</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>(Kafes) Thuil</td>
+ <td>754</td>
+ <td>754</td>
+ <td>753</td>
+ <td>753</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>18</td>
+ <td>14</td>
+ <td>70</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>SO</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>5</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Tokra</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>763</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>14</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>73</td>
+ <td>W</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>Bedeckt u. Regen</td>
+ <td>Bedeckt u. Regen</td>
+ <td>Bedeckt u. Regen</td>
+ <td>Bedeckt u. Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>6</td>
+ <td colspan="4">Tokra</td>
+ <td>763</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>8</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>14</td>
+ <td>73</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Bedeckt u. Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Abwechs. Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>7</td>
+ <td>Tokra</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Sisi</td>
+ <td>Chaluf</td>
+ <td>762</td>
+ <td>761</td>
+ <td>761</td>
+ <td>761</td>
+ <td>7</td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td>12</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>8</td>
+ <td>Sidi Chaluf</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Ptolemais</td>
+ <td>Ptolemais</td>
+ <td>762</td>
+ <td>763</td>
+ <td>763</td>
+ <td>764</td>
+ <td>7</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>10</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>9</td>
+ <td colspan="4">Ptolemais</td>
+ <td>764</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>5</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>8</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem">Der Sturm fing nachts um 12 Uhr an.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>10</td>
+ <td colspan="4">Tolmetta</td>
+ <td>762</td>
+ <td>760</td>
+ <td>759</td>
+ <td>758</td>
+ <td>7</td>
+ <td>12</td>
+ <td>19</td>
+ <td>12</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>3</td>
+ <td>4</td>
+ <td>4</td>
+ <td>4</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>11</td>
+ <td>Tolmetta</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Mrsihd</td>
+ <td>757</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>727</td>
+ <td>12</td>
+ <td>15</td>
+ <td>20</td>
+ <td>14</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt u. etw. Regen</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt u. etw. Regen</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>12</td>
+ <td>Mrsihd</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Megade</td>
+ <td>727</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>727</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>32</td>
+ <td>14</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td class="rem">Nachts 12 Uhr starkes Gewitter und<br/>Regen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>13</td>
+ <td>Megade</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Beni</td>
+ <td>Gedani</td>
+ <td>722</td>
+ <td></td>
+ <td>714</td>
+ <td>715</td>
+ <td>12</td>
+ <td>15</td>
+ <td>20</td>
+ <td>6</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Bedeckt u. Schleier</td>
+ <td>Wolkig u. Schleier</td>
+ <td>Gewitter u. Regen</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>14</td>
+ <td>Beni Gedani</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>Djenin</td>
+ <td>715</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>705</td>
+ <td>5</td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td>3</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>S</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>15</td>
+ <td>Djenin</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Cyrene</td>
+ <td>Cyrene</td>
+ <td>705</td>
+ <td></td>
+ <td>707</td>
+ <td>706</td>
+ <td>1</td>
+ <td></td>
+ <td>14</td>
+ <td>9</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>52</td>
+ <td>60</td>
+ <td>S</td>
+ <td>X</td>
+ <td>S</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem">In der Sonne 21.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>16</td>
+ <td>Cyrene</td>
+ <td>Battusstrasse</td>
+ <td>Battusstrasse</td>
+ <td></td>
+ <td>701</td>
+ <td>701</td>
+ <td>704</td>
+ <td>705</td>
+ <td>2</td>
+ <td>14</td>
+ <td>15</td>
+ <td>5</td>
+ <td>62</td>
+ <td>58</td>
+ <td>50</td>
+ <td>68</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>3</td>
+ <td>4</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>SM</td>
+ <td>SM</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td class="rem">Battustrasse etwas höher als die<br/>Apolloquelle.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>17</td>
+ <td>Battusstrasse</td>
+ <td>Cyrene</td>
+ <td>Cyrene</td>
+ <td></td>
+ <td>704</td>
+ <td>707</td>
+ <td>709</td>
+ <td>709</td>
+ <td>5</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>6</td>
+ <td>70</td>
+ <td>70</td>
+ <td>69</td>
+ <td>71</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>4</td>
+ <td>4</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ </tbody>
+ </table>
+
+ <table>
+ <colgroup span="1" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="8" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="1" />
+ <thead>
+ <tr>
+ <th rowspan="2">1869</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Aufenthaltsörther</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Barometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Thermometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Hygrometer</th>
+ <th colspan="8">Windes-</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Himmel</th>
+ <th rowspan="3">Anmerkungen</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th colspan="4">Herkunft</th>
+ <th colspan="4">Stärke</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th>März</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ </tr>
+ </thead>
+ <tbody>
+ <tr>
+ <td>18</td>
+ <td colspan="3">Cyrene, östl. Necropolis</td>
+ <td></td>
+ <td>709</td>
+ <td>709</td>
+ <td>710</td>
+ <td>710</td>
+ <td>5</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>7</td>
+ <td>70</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>19</td>
+ <td colspan="3">Necropolis Cyrene</td>
+ <td></td>
+ <td>708</td>
+ <td>708</td>
+ <td>707</td>
+ <td>707</td>
+ <td>6</td>
+ <td>12</td>
+ <td>14</td>
+ <td>8</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Regen u. Gewitter</td>
+ <td>Regen u. Gewitter</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>20</td>
+ <td>Necropol. Cyrene</td>
+ <td></td>
+ <td>Gasr-</td>
+ <td>Gaigab</td>
+ <td>707</td>
+ <td>705</td>
+ <td>695</td>
+ <td>698</td>
+ <td>5</td>
+ <td>9</td>
+ <td>12</td>
+ <td>7</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>2</td>
+ <td>4</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>21</td>
+ <td colspan="2">Kasr</td>
+ <td colspan="2">Gaigab</td>
+ <td>697</td>
+ <td>697</td>
+ <td>695</td>
+ <td>698</td>
+ <td>2</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>7</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>O</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>22</td>
+ <td colspan="2">Kasr</td>
+ <td colspan="2">Gaigab</td>
+ <td>698</td>
+ <td>698</td>
+ <td>698</td>
+ <td>697</td>
+ <td>4</td>
+ <td>10</td>
+ <td>14</td>
+ <td>8</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>23</td>
+ <td>Gaigab</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Slantia</td>
+ <td>698</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>688</td>
+ <td>6</td>
+ <td>15</td>
+ <td>20</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>4</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>24</td>
+ <td>Slantia</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td colspan="2">Maraua</td>
+ <td>687</td>
+ <td></td>
+ <td>714</td>
+ <td>716</td>
+ <td>4</td>
+ <td>10</td>
+ <td>12</td>
+ <td>14</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>SSW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>25</td>
+ <td>Maraua</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Djerdes</td>
+ <td>715</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>704</td>
+ <td>7</td>
+ <td>9</td>
+ <td>17</td>
+ <td>9</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>26</td>
+ <td>Djerdes</td>
+ <td>des</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Biar</td>
+ <td>705</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>732</td>
+ <td>2</td>
+ <td>17</td>
+ <td>23</td>
+ <td>14</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>27</td>
+ <td>Biar</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Bengasi</td>
+ <td>732</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>761</td>
+ <td>10</td>
+ <td>15</td>
+ <td>22</td>
+ <td>15</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>28</td>
+ <td colspan="4">Bengasi</td>
+ <td>760</td>
+ <td>762</td>
+ <td>760</td>
+ <td>762</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>26</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>29</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>759</td>
+ <td>758</td>
+ <td>755</td>
+ <td>755</td>
+ <td>20</td>
+ <td>20</td>
+ <td>23</td>
+ <td>18</td>
+ <td>60</td>
+ <td>57</td>
+ <td>53</td>
+ <td>68</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>30</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>757</td>
+ <td>759</td>
+ <td>759</td>
+ <td>760</td>
+ <td>15</td>
+ <td>19</td>
+ <td>23</td>
+ <td>17</td>
+ <td>72</td>
+ <td>64</td>
+ <td>49</td>
+ <td>60</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>O</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>31</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>760</td>
+ <td>762</td>
+ <td>762</td>
+ <td>764</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>24</td>
+ <td>16</td>
+ <td>68</td>
+ <td>60</td>
+ <td>50</td>
+ <td>60</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>April</td>
+ <td colspan="4"></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>1</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>762</td>
+ <td>762</td>
+ <td>760</td>
+ <td>761</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>20</td>
+ <td>16</td>
+ <td>59</td>
+ <td>58</td>
+ <td>42</td>
+ <td>62</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>2</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>755</td>
+ <td>754</td>
+ <td>755</td>
+ <td>753</td>
+ <td>15</td>
+ <td>18</td>
+ <td>30</td>
+ <td>18</td>
+ <td>50</td>
+ <td>43</td>
+ <td>24</td>
+ <td>48</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>3</td>
+ <td>4</td>
+ <td>3</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>3</td>
+ <td colspan="2">Bengasi</td>
+ <td colspan="2">Ksebéah</td>
+ <td>756</td>
+ <td>755</td>
+ <td>754</td>
+ <td>754</td>
+ <td>14</td>
+ <td>19</td>
+ <td>22</td>
+ <td>14</td>
+ <td>62</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Hf.-Wolken u. Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>4</td>
+ <td>Ksebéah</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>el Hussein</td>
+ <td>757</td>
+ <td>758</td>
+ <td>759</td>
+ <td>759</td>
+ <td>12</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>12</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Hf.-Wolken u. Regen</td>
+ <td>Hf.-Wolken u. Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>5</td>
+ <td>el Hussein</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Djelid</td>
+ <td>761</td>
+ <td>763</td>
+ <td>764</td>
+ <td>763</td>
+ <td>8</td>
+ <td>19</td>
+ <td>26</td>
+ <td>14</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>6</td>
+ <td>Djelid</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Ferssi</td>
+ <td>762</td>
+ <td>760</td>
+ <td>760</td>
+ <td>762</td>
+ <td>8</td>
+ <td>24</td>
+ <td>32</td>
+ <td>18</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>O</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Staubig</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>7</td>
+ <td>Ferssi</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Schadábia</td>
+ <td>Schadábia</td>
+ <td>760</td>
+ <td>762</td>
+ <td>765</td>
+ <td>764</td>
+ <td>10</td>
+ <td>16</td>
+ <td>20</td>
+ <td>15</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>4</td>
+ <td>4</td>
+ <td>Bedeckt u. Regen</td>
+ <td>Bedeckt u. Regen</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Regen u. Sturm</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>8</td>
+ <td>Schadábia</td>
+ <td>Schadábia</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Chor Ssofan</td>
+ <td>763</td>
+ <td>761</td>
+ <td>758</td>
+ <td>759</td>
+ <td>8</td>
+ <td>12</td>
+ <td>22</td>
+ <td>12</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>4</td>
+ <td>4</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Regen u. Sturm</td>
+ <td>Regen u. Sturm</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>9</td>
+ <td>Chor Ssofan</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Thuil</td>
+ <td>761</td>
+ <td>762</td>
+ <td>765</td>
+ <td>762</td>
+ <td>12</td>
+ <td>15</td>
+ <td>25</td>
+ <td>14</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Regen</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ </tbody>
+ </table>
+
+
+ <table>
+ <colgroup span="1" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="8" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="1" />
+ <thead>
+ <tr>
+ <th rowspan="2">1869</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Aufenthaltsörther</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Barometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Thermometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Hygrometer</th>
+ <th colspan="8">Windes-</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Himmel</th>
+ <th rowspan="3">Anmerkungen</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th colspan="4">Herkunft</th>
+ <th colspan="4">Stärke</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th>April</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ </tr>
+ </thead>
+ <tbody>
+ <tr>
+ <td>10</td>
+ <td>Thuil</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>BirRessam</td>
+ <td>Gor-n-Nus</td>
+ <td>762</td>
+ <td>768</td>
+ <td>772</td>
+ <td>772</td>
+ <td>8</td>
+ <td>18</td>
+ <td>26</td>
+ <td>14</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>11</td>
+ <td>Gor-n-Nus</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Meschtèret</td>
+ <td>773</td>
+ <td>772</td>
+ <td>770</td>
+ <td>769</td>
+ <td>8</td>
+ <td>19</td>
+ <td>26</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>O</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>12</td>
+ <td>Muschtèret</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Audjila</td>
+ <td>769</td>
+ <td>772</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>9</td>
+ <td>18</td>
+ <td>28</td>
+ <td>22</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>52</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>13</td>
+ <td colspan="4">Audjila</td>
+ <td>767</td>
+ <td>770</td>
+ <td>767</td>
+ <td>768</td>
+ <td>12</td>
+ <td>23</td>
+ <td>25</td>
+ <td>23</td>
+ <td>50</td>
+ <td>42</td>
+ <td>20</td>
+ <td>21</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>14</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>767</td>
+ <td>767</td>
+ <td>765</td>
+ <td>767</td>
+ <td>12</td>
+ <td>20</td>
+ <td>26</td>
+ <td>20</td>
+ <td>29</td>
+ <td>29</td>
+ <td>23</td>
+ <td>29</td>
+ <td>X</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>15</td>
+ <td>Audjila</td>
+ <td></td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Djalo</td>
+ <td>765</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>765</td>
+ <td>10</td>
+ <td>20</td>
+ <td>26</td>
+ <td></td>
+ <td>39</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>40</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>16</td>
+ <td colspan="4">Djalo</td>
+ <td>763</td>
+ <td>767</td>
+ <td>764</td>
+ <td>763</td>
+ <td>12</td>
+ <td>23</td>
+ <td>26</td>
+ <td>22</td>
+ <td>56</td>
+ <td>40</td>
+ <td>25</td>
+ <td>26</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>S</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>17</td>
+ <td>Djalo</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>uadi</td>
+ <td></td>
+ <td>763</td>
+ <td></td>
+ <td>763</td>
+ <td>761</td>
+ <td>20</td>
+ <td>24</td>
+ <td>30</td>
+ <td>23</td>
+ <td>40</td>
+ <td></td>
+ <td>9</td>
+ <td>10</td>
+ <td>SSW</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>18</td>
+ <td colspan="4">uadi</td>
+ <td>757</td>
+ <td>761</td>
+ <td>760</td>
+ <td>759</td>
+ <td>16</td>
+ <td>25</td>
+ <td>30</td>
+ <td>24</td>
+ <td>14</td>
+ <td>10</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>SSW</td>
+ <td>SW</td>
+ <td>S</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td><sup>1</sup></td>
+ <td>1</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td colspan="2">Alles Staub</td>
+ <td>Schmutz</td>
+ <td class="rem"><sup>1</sup>Um 12 Uhr Orkan S aus SSW, Alles<br/>Staubmeer.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>19</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>756</td>
+ <td>760</td>
+ <td>756</td>
+ <td>756</td>
+ <td>20</td>
+ <td>28</td>
+ <td>33</td>
+ <td>24</td>
+ <td>5</td>
+ <td>4</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>S</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>SSO</td>
+ <td>2</td>
+ <td>4</td>
+ <td><sup>2</sup></td>
+ <td>3</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td colspan="3">Alles ein Staubmeer</td>
+ <td class="rem"><sup>2</sup>Um 12 Uhr Orkan S aus SSO, Alles<br/>Staubmeer.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>20</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>756</td>
+ <td>759</td>
+ <td>760</td>
+ <td>763</td>
+ <td>14</td>
+ <td>22</td>
+ <td>20</td>
+ <td>18</td>
+ <td>15</td>
+ <td>17</td>
+ <td>25</td>
+ <td>26</td>
+ <td><sup>3</sup>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>3</td>
+ <td>5</td>
+ <td>4</td>
+ <td><sup>4</sup></td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td colspan="2">Wolkig oben und Staub unten</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>3</sup>Mit untergehenden Monde ging der<br/>Wind Nachts 12 Uhr
+ nach NW um.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>21</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>763</td>
+ <td>765</td>
+ <td>766</td>
+ <td>764</td>
+ <td>12</td>
+ <td>20</td>
+ <td>25</td>
+ <td>14</td>
+ <td>38</td>
+ <td>36</td>
+ <td>25</td>
+ <td>28</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td><sup>5</sup></td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>4</sup>Um 5 Uhr Abends war heiterer Himmel,<br/>das Aneroid
+ stieg von Mittag an,<br/>denn die Fluth um 9 Uhr ist<br/>nicht zu zählen.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>22</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>763</td>
+ <td>766</td>
+ <td><sup>6</sup>766</td>
+ <td>765</td>
+ <td>14</td>
+ <td>18</td>
+ <td>25</td>
+ <td>14</td>
+ <td>33</td>
+ <td>29</td>
+ <td>25</td>
+ <td>23</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Einige Hf-Wolk.</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>5</sup>Um 1 Uhr Morgens fiel der Wind<br/>gänzlich.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>23</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>765</td>
+ <td>767</td>
+ <td>765</td>
+ <td>764</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>34</td>
+ <td>13</td>
+ <td>34</td>
+ <td>30</td>
+ <td>29</td>
+ <td>29</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>6</sup>Um 11 Uhr Vormittags was das<br/>Aneroid 768.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>24</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>763</td>
+ <td>763</td>
+ <td>764</td>
+ <td>761</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>24</td>
+ <td>20</td>
+ <td>33</td>
+ <td>17</td>
+ <td>6</td>
+ <td>15</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Feder-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>25</td>
+ <td colspan="2">uadi</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Msuan</td>
+ <td>760</td>
+ <td>765</td>
+ <td></td>
+ <td>761</td>
+ <td>14</td>
+ <td>20</td>
+ <td>22</td>
+ <td>18</td>
+ <td>22</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>30</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>26</td>
+ <td>Msuan</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>Ismael</td>
+ <td>758</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>763</td>
+ <td>13</td>
+ <td>18</td>
+ <td>22</td>
+ <td>16</td>
+ <td><sup>7</sup>50</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>25</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>7</sup>Mittags hat es gethauet.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>27</td>
+ <td>Ismael</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>Gerdobia</td>
+ <td>758</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>763</td>
+ <td>8</td>
+ <td>20</td>
+ <td>24</td>
+ <td>18</td>
+ <td>35</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>26</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>W</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>28</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>760</td>
+ <td>765</td>
+ <td>763</td>
+ <td>762</td>
+ <td>12</td>
+ <td>20</td>
+ <td>26</td>
+ <td>20</td>
+ <td>30</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>26</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>O</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Flocken-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Flocken-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>29</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>759</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>760</td>
+ <td>14</td>
+ <td>22</td>
+ <td>28</td>
+ <td>22</td>
+ <td>36</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>25</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>30</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>758</td>
+ <td></td>
+ <td>760</td>
+ <td>760</td>
+ <td>15</td>
+ <td>22</td>
+ <td>28</td>
+ <td>25</td>
+ <td>33</td>
+ <td></td>
+ <td>22</td>
+ <td>25</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Schmutzig</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>Mai</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>1</td>
+ <td>Tarfaya</td>
+ <td></td>
+ <td colspan="2">Bu Allua</td>
+ <td>760</td>
+ <td></td>
+ <td>763</td>
+ <td>763</td>
+ <td>19</td>
+ <td>25</td>
+ <td>32</td>
+ <td>30</td>
+ <td>27</td>
+ <td></td>
+ <td>8</td>
+ <td>10</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>S</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>2</td>
+ <td colspan="2">Bu Allua</td>
+ <td colspan="2">Hoësa</td>
+ <td>763</td>
+ <td></td>
+ <td>766</td>
+ <td>765</td>
+ <td>21</td>
+ <td>30</td>
+ <td>36</td>
+ <td>30</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td>11</td>
+ <td>20</td>
+ <td>S</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>3</td>
+ <td>4</td>
+ <td>5</td>
+ <td><sup>8</sup>Schleier</td>
+ <td>Staub Bedeckt</td>
+ <td>Staub Bedeckt</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td class="rem"><sup>8</sup>Bei Mondesaufgang heftige<br/>Windstösse aus S, vor und
+ nach<br/>absol. Windstille.</td>
+ </tr>
+ </tbody>
+ </table>
+
+
+ <table>
+ <colgroup span="1" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="8" />
+ <colgroup span="4" />
+ <colgroup span="1" />
+ <thead>
+ <tr>
+ <th rowspan="2">1869</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Aufenthaltsörther</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Barometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Thermometer</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Hygrometer</th>
+ <th colspan="8">Windes-</th>
+ <th colspan="4" rowspan="2">Himmel</th>
+ <th rowspan="3">Anmerkungen</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th colspan="4">Herkunft</th>
+ <th colspan="4">Stärke</th>
+ </tr>
+ <tr>
+ <th>Mai</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ <th>v.S.A.</th>
+ <th>&nbsp;9&nbsp;</th>
+ <th>&nbsp;3&nbsp;</th>
+ <th>n.S.U.</th>
+ </tr>
+ </thead>
+ <tbody>
+ <tr>
+ <td>3</td>
+ <td>Hoësa</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>Gaigab</td>
+ <td>762</td>
+ <td></td>
+ <td>763</td>
+ <td>763</td>
+ <td>25</td>
+ <td>30</td>
+ <td>38</td>
+ <td>27</td>
+ <td>27</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>20</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>N</td>
+ <td>4</td>
+ <td>5</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td colspan="2">Alles Staubwolke</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>4</td>
+ <td>Gaigab</td>
+ <td></td>
+ <td colspan="2">Schiata</td>
+ <td>763</td>
+ <td></td>
+ <td>765</td>
+ <td>765</td>
+ <td>22</td>
+ <td>25</td>
+ <td>30</td>
+ <td>20</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td>25</td>
+ <td>27</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>5</td>
+ <td colspan="2">Schiata</td>
+ <td></td>
+ <td>Maragi</td>
+ <td>765</td>
+ <td>767</td>
+ <td></td>
+ <td>765</td>
+ <td>16</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td>20</td>
+ <td>29</td>
+ <td>27</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Schleier-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>6</td>
+ <td>Maragi</td>
+ <td>Chamisa</td>
+ <td colspan="2">Siua</td>
+ <td>764</td>
+ <td>767</td>
+ <td>768</td>
+ <td>768</td>
+ <td>15</td>
+ <td>25</td>
+ <td>30</td>
+ <td>25</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>S</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>7</td>
+ <td colspan="4">Siua</td>
+ <td>768</td>
+ <td>768</td>
+ <td>765</td>
+ <td>767</td>
+ <td>20</td>
+ <td>26</td>
+ <td>29</td>
+ <td>25</td>
+ <td>25</td>
+ <td>25</td>
+ <td>23</td>
+ <td>23</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>W</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>8</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>767</td>
+ <td>768</td>
+ <td>766</td>
+ <td>766</td>
+ <td>17</td>
+ <td>24</td>
+ <td>30</td>
+ <td>25</td>
+ <td>28</td>
+ <td>27</td>
+ <td>20</td>
+ <td>22</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Schleier</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>9</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>766</td>
+ <td>767</td>
+ <td>764</td>
+ <td>764</td>
+ <td>18</td>
+ <td>25</td>
+ <td>32</td>
+ <td>27</td>
+ <td>23</td>
+ <td>23</td>
+ <td>17</td>
+ <td>17</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>10</td>
+ <td colspan="4">do.</td>
+ <td>762</td>
+ <td>763</td>
+ <td>762</td>
+ <td>761</td>
+ <td>17</td>
+ <td>26</td>
+ <td>31</td>
+ <td>30</td>
+ <td>25</td>
+ <td>20</td>
+ <td>15</td>
+ <td>18</td>
+ <td>O</td>
+ <td>SO</td>
+ <td>W</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>11</td>
+ <td colspan="2">Siua</td>
+ <td colspan="2">Agermi</td>
+ <td>764</td>
+ <td>765</td>
+ <td>764</td>
+ <td>763</td>
+ <td>17</td>
+ <td>24</td>
+ <td>26</td>
+ <td>26</td>
+ <td>27</td>
+ <td>25</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>O</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>12</td>
+ <td>Agermi</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Huemen</td>
+ <td>765</td>
+ <td>767</td>
+ <td>764</td>
+ <td>764</td>
+ <td>19</td>
+ <td>24</td>
+ <td>26</td>
+ <td>25</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>13</td>
+ <td>Huemen</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>764</td>
+ <td><sup>1</sup></td>
+ <td></td>
+ <td>749</td>
+ <td>20</td>
+ <td>25</td>
+ <td>26</td>
+ <td>25</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>W</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>1</sup>Um 11 Uhr war das Barom. 752.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>14</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td colspan="2">Um es sserir</td>
+ <td>748</td>
+ <td><sup>2</sup>Weg</td>
+ <td>768</td>
+ <td>765</td>
+ <td>14</td>
+ <td>25</td>
+ <td>28</td>
+ <td>24</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>2</sup>Um 9 hatten wir den höchsten<br/>Punkt erreicht, das
+ Aneroid 745.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>15</td>
+ <td colspan="4">Um es sserir</td>
+ <td>765</td>
+ <td>768</td>
+ <td>765</td>
+ <td>766</td>
+ <td>15</td>
+ <td>22</td>
+ <td>26</td>
+ <td>22</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>3</td>
+ <td>3</td>
+ <td><sup>3</sup>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Schleier-&#8203;Wolken</td>
+ <td class="rem"><sup>3</sup>Morgens hatte es etwas gethauet.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>16</td>
+ <td>Um es sserir</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>763</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>18</td>
+ <td>20</td>
+ <td>28</td>
+ <td>24</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>O</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>17</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>768</td>
+ <td>772</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>18</td>
+ <td>26</td>
+ <td>36</td>
+ <td>27</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NO</td>
+ <td>OSO</td>
+ <td>S</td>
+ <td>S</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>2</td>
+ <td>1</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>18</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>767</td>
+ <td>773</td>
+ <td>771</td>
+ <td>770</td>
+ <td>21</td>
+ <td>28</td>
+ <td>36</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>S</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>NW</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>5</td>
+ <td>3</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td>Staub</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>19</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Bel Gerady</td>
+ <td>778</td>
+ <td>770</td>
+ <td>770</td>
+ <td>778</td>
+ <td>20</td>
+ <td>24</td>
+ <td>25</td>
+ <td>22</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Theils Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>20</td>
+ <td>Bel Gerady</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>766</td>
+ <td>765</td>
+ <td>763</td>
+ <td>760</td>
+ <td>16</td>
+ <td>24</td>
+ <td>24</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>NO</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>21</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Morhara</td>
+ <td>Morhara</td>
+ <td>760</td>
+ <td>760</td>
+ <td>769</td>
+ <td>767</td>
+ <td>16</td>
+ <td>24</td>
+ <td>25</td>
+ <td>24</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>NO</td>
+ <td>N</td>
+ <td>NNW</td>
+ <td>N</td>
+ <td>1</td>
+ <td><sup>4</sup></td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>4</sup>Morgens Thau.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>22</td>
+ <td>Morhara</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td><sup>5</sup>767</td>
+ <td>755</td>
+ <td>755</td>
+ <td>759</td>
+ <td>18</td>
+ <td>22</td>
+ <td>24</td>
+ <td>29</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>3</td>
+ <td>2</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>5</sup>Morgens stark Thau.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>23</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Bir Hamman</td>
+ <td><sup>6</sup>757</td>
+ <td>756</td>
+ <td>760</td>
+ <td>762</td>
+ <td>20</td>
+ <td>22</td>
+ <td>24</td>
+ <td>18</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td class="rem"><sup>6</sup>Morgens Thau.</td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>24</td>
+ <td>Bir Hamman</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td>Brunnen</td>
+ <td>760</td>
+ <td>763</td>
+ <td>762</td>
+ <td>763</td>
+ <td>18</td>
+ <td>20</td>
+ <td>25</td>
+ <td>19</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>2</td>
+ <td>2</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Haufen-&#8203;Wolken</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ <tr>
+ <td>25</td>
+ <td>Bir Hamman</td>
+ <td>Weg</td>
+ <td colspan="2">Alexandria</td>
+ <td>762</td>
+ <td>764</td>
+ <td>762</td>
+ <td>761</td>
+ <td>18</td>
+ <td>24</td>
+ <td>26</td>
+ <td>20</td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td></td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>N</td>
+ <td>X</td>
+ <td>1</td>
+ <td>1</td>
+ <td>X</td>
+ <td>Bedeckt</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td>Rein</td>
+ <td></td>
+ </tr>
+ </tbody>
+</table>
+
+<hr class="front"/>
+<div class="figure">
+<a href="images/route.png"><img height="419px" width="800px" src="images/route_tn.png" alt="[Illustration: GERHARD ROHLFS' ROUTEN IN CYRENAICA im Sommer 1869. Nach dem Originalentwurfe des Reisenden Maßstab c'a 1:150,000 und der Küstenaufnahme der britischen Admiralität zusammengestellt von Rich. Kiepert. Maßstab in 1:500,000.]"/></a>
+</div>
+
+
+<div class="figure">
+<p>DIE AMMONS-OASE ODER SIUAH aufgenommen 1863 von Gerhard Rohlfs.</p>
+<a href="images/oase.png"><img height="338px" width="601px" src="images/oase_tn.png" alt="[Illustration: DIE AMMONS-OASE ODER SIUAH aufgenommen 1863 von Gerhard Rohlfs.]"/></a>
+</div>
+
+<div class="figure">
+<a href="images/holz.jpg"><img height="425px" width="268px" src="images/holz_tn.jpg" alt="[Illustration: Versteinertes Holz aus der Ammons Oase.]"/></a>
+<p>Versteinertes Holz aus der Ammons Oase.</p>
+</div>
+
+<div class="figure">
+<a href="images/aster.jpg"><img height="400px" width="343px" src="images/aster_tn.jpg" alt="[Illustration: Asterit aus der Oase des Jupiter-Ammon.]"/></a>
+<p>Asterit aus der Oase des Jupiter-Ammon.</p>
+</div>
+
+<div class="figure">
+<a href="images/stones.jpg"><img height="600px" width="384px" src="images/stones_tn.jpg" alt="[Illustration: I. Ostracit, II. Salz, III. Chalcedonröhre u. IV. versteinerte Muschelarten der Ammons Oase.]"/></a>
+<p>I. Ostracit,
+II. Salz,
+III. Chalcedonröhre u.
+IV. versteinerte Muschelarten der Ammons Oase.</p>
+</div>
+
+<hr class="front"/>
+
+<p>In unserm Verlage sind ferner erschienen:</p>
+
+<p class="indent"><b>Gerhard Rohlfs</b>, Reise durch Marokko, Übersteigung des grossen
+Atlas, Exploration der Oasen von Tafilet, Tuat und Tidikelt
+und Reise durch die grosse Wüste über Rhadames nach Tripoli.
+Mit einer Karte von Nord-Afrika von Dr. A.<i> Petermann</i>.
+Zweite Auflage. Preis: 1 Thlr. 20 Sgr.</p>
+
+<p class="indent">Im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen mit dem Englischen
+Expeditionscorps in Abessinien. Mit dem Portrait des General
+<b>Napier</b> und einer Karte von Abessinien von Dr. A.<i> Petermann</i>.
+Preis: 1 Thlr. 25 Sgr.</p>
+
+<p class="indent"><b>Land und Leute in Afrika</b>. Berichte aus den Jahren 1865&#8211;1870.
+Preis: 1-1/3 Thlr.</p>
+
+<p>Ferner erschien in unserm Verlage:</p>
+
+<p class="indent"><b>Ludwig Brunier</b>, Louise. Eine deutsche Königin. Mit dem
+Portrait der Königin Louise von Preussen. Preis: 1-1/3 Thlr., eleg.
+gebunden mit Goldschnitt 1-5/6 Thlr.</p>
+
+<p class="indent2"><i>Prachtausgabe.</i> Preis: 2 Thlr., elegant gebunden in
+Kalblederband mit Goldschnitt 3-1/3 Thlr.</p>
+
+<p>Bremen. <b>J. Kühtmann's Buchhandlung.</b></p>
+
+
+<hr class="front"/>
+
+<h2>Fußnoten:</h2>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-1" href="#FNA-1"><sup>1</sup></a> Octbr 1869 lagen aus den Salzseen gewonnen noch 6,000,000
+Oka Salz zum Verladen in Bengasi bereit, ausserdem von Carcora
+gewonnenen; und jährlich gehen nach der Levante durchschnittlich
+von dieser Stadt gegen 5,000,000 Oka. Mittheilungen von Chapman
+esq., brit. Consul in Bengasi.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-2" href="#FNA-2"><sup>2</sup></a> Die mitgebrachten Pflanzen werden durch eine besondere
+Broschüre von Dr. Ascherson beschrieben werden.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-3" href="#FNA-3"><sup>3</sup></a> Die Schriften le Maire's, der Cyrenaica noch vor della Cella
+besuchte, sind mir nicht zur Hand.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-4" href="#FNA-4"><sup>4</sup></a> Zeitschrift der Gesellschaft der Aerzte von Wien. 1. Theil.
+1862.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-5" href="#FNA-5"><sup>5</sup></a> En Bidrag til Tydning af den i Oldtiden under Navn af
+Silfion meget anvendte og høit skattede, men senere forsvundene
+Kryderplante, af Prof. Dr. A. S. Ørsted, Kjøbenhavn, 1869.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-6" href="#FNA-6"><sup>6</sup></a> Fettschwanz.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-7" href="#FNA-7"><sup>7</sup></a> In Cyrenaica setzen die Araber nicht &#8222;beni&#8220; oder &#8222;uled&#8220; vor
+ihre Sippen, sondern &#8222;ailet&#8220;, was gleichbedeutend ist, nur noch mehr
+den Begriff &#8222;Familie&#8220; ausdrückt.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-8" href="#FNA-8"><sup>8</sup></a> Englischer Consulatsbericht von Bengasi, 29. October 1869.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-9" href="#FNA-9"><sup>9</sup></a> S. die Nrn. des Ausland, Adjedabia noch unedirt, ebenso Gaigab.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-10" href="#FNA-10"><sup>10</sup></a> Schultert, präsentirt.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-11" href="#FNA-11"><sup>11</sup></a> Um 12 Uhr 40 M. passirten wir uadi Ibeb nach dem Mittelmeere,
+dann uadi manasseh um 1 Uhr 15 M., uadi bird um 1 Uhr
+20 M., beide zur Sahara gehend. Um 2 Uhr war der Marabut Sidi
+Homri mit Quelle links vom Wege, und um 3 Uhr das Kasr Abayan
+½ St. östlich vom Wege, um 3 Uhr 40 M. der Berg Djilmana, ½ St.
+westlich vom Wege.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-12" href="#FNA-12"><sup>12</sup></a> Aufbruch 6¾ Uhr in 200° R., um 7½ uadi Shihr, nach
+der Wüste gehend, um 8 Uhr u. Smelah, gleichfalls nach der Wüste,
+um 8¼ das alte römische Castell Sirah und von diesem aus auf
+1½ St. Entfernung das alte Castell Meschedeschi in S.-O.-Richtung
+gepeilt. Von Sirah jetzt in S.-W.-Richtung weiter, und um 9 Uhr
+das uadi Dorr, das in die Wüste geht und auf 2 St. Entfernung im
+N.-W. das römische Castell Sehadeh. Um 9½ die Ruinen vom
+römischen Fort Siral el qedim, um 9¾ das uadi Djaf und das uadi
+Ibgehl, vereinigt der Sahara zufliessend; 11 Uhr 20 M. das uadi
+megad, welches auch in die Sahara geht. Von hier an in W.-Richtung
+weiter bei den Sheniet Chalil vorbei und mit dem uadi Schirb
+fortgehend, der in das uadi Farat übergeht, von der Hochebene
+herab nach 3 St. in Maraua. Am folgenden Tage Aufbr. 5¾ Uhr
+in S.-W.-Richtung, um 7 Uhr 240° R. Um 9 Uhr den von Nord
+nach Süd fliessenden uadi Gedede und die Richtung nun 250°. Von
+9 Uhr 20 M. S.-W. Richtung, 9 Uhr 40 M. der nach Teknis führende
+Weg geschnitten und nun im uadi messamer, das in die Wüste geht.
+Um 10 Uhr das alte Castell Bu Rhassil eine St. südl. vom Wege.
+Um 11 Uhr auf einen Höhenzug, der von N.-W. nach S.-O. streicht
+und Schad ben Medja Wald heisst, auf diesem die Ruine Gasr Tolun,
+½ St. nördl. vom Wege. Um 11½ Uhr das nach S. fliessende uadi
+mdud. Nach ¾ St. Aufenthalt um 12½ im uadi Rinfaid in W.-Richtung
+weiter, und um 1¾ Uhr den nach S. fliessenden uadi Stiksfara
+passirt. Um 2½ W.-Richtung und um 3 Uhr 10 M. den in die
+Sahara fliessenden uadi Schabl n Bet passirt, um 4 Uhr die Spitze
+des uadi Erköb und um 4¼ in Djerdes campirt.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-13" href="#FNA-13"><sup>13</sup></a> Um 6¾ Aufbr. von Djerdes in S.-W.-Richtung; gleich darauf
+passirten wir das nach S.-O. streichende Medjrah-Thal und mit dem
+von einem Knotenpunkte kommenden Benia-Thal S.-W. weitergehend,
+erreichten wir 8¾ die Wasserlöcher von Benia. Dicht am Wege,
+im N.-W. von uns, ist hier die römische Ruine Gasr Djebela. Nun
+heisst das Benia-Thal hier Gardab, wir durchzogen es westlich haltend,
+während uadi Gardab nach N.-W. umbiegt; um 10½ übersteigen
+wir eine von Süden kommende Gebirgszunge und kamen dann ins uadi
+Tolhan, welches ebenfalls nach N.-W. gehend, sich mit uadi Gardab
+zum uadi Djedj vereinigt und dann in den Birsia bei Tokra ins Meer
+fällt. Durchs uadi Bu Simmeh S.-W. vom Gab kommend, hatten wir
+11½ die Ebelerhar-Ebene vor uns, durchschnitten in dieser den
+nach N.-W. ziehenden uadi Selitmitnan um 12¾ und lagerten, den Gasr
+Ebelerhar um 2 Uhr S.-O. vom Wege dicht liegen lassend, um 5 Uhr
+bei den Biar-Wasserlöchern.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-14" href="#FNA-14"><sup>14</sup></a> Alexandria und Cairo.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-15" href="#FNA-15"><sup>15</sup></a> An dem Tage Aufbruch um 6¾ Uhr in 150° Richtung. Um
+7 Uhr 10 M. Ruinen von Mabruka, 8 Uhr Ruinen und Brunnen
+Bu-Drissa, 9¼ rechts vom Wege Massafa Brunnen und Ruinen;
+11 Brunnen Ktiuë, hier ½ St. Aufenthalt und jetzt gerade S. R.
+12½ Uhr Brunnen Ktet, 12¾ Ruinen von Batat, 1½ Brunnen
+Ktet el tani und gleich darauf Grab des Marabut Kellani, 3 Uhr
+1 St. östlich vom Wege der Snussi Sauya Tilimon, um 5 Uhr Lager.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-16" href="#FNA-16"><sup>16</sup></a> Am 5. April Aufbruch 6½ Uhr in 160° R. 8¼ kobóret
+oder Gräber links am Wege, 9½ Gasr el Hussein, 1 St. rechts vom
+Wege, 10 Uhr Gasr magrún 1 St. rechts vom Wege, 11½&#8211;12½
+Ruhe, 1 Uhr bir Simmach, 1¼ rechts vom Wege ¼ St. Komon-Hügel,
+2½ links vom Wege gasr Scheban und Schebibi und rechts
+nach S.-W. 3 St. entfernt Gasr. Adams, 5½ Lager bei Oertlichkeit Djelil.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-17" href="#FNA-17"><sup>17</sup></a> Am 6. April Aufbruch 6½ Uhr in 160° R. 7½ die Kubba
+Sid Hammed ben Thaib rechts dicht am Wege, um 8 Uhr rechts
+am Meere ca. 2 St. entfernt der Brunnen Ledjra, um 9 Uhr Gasr
+Dababia am Meere, um 10 Uhr Sidi Sultan Brunnen am Meere, um
+11 Uhr links am Wege Gasr el Debah, um 11½ der Brunnen Milha,
+Pause hier bis 12¾, um 1 Uhr Brunnen Morsiffa, um 4 Uhr Sidi
+Faradji, um 5 Uhr Lager bei Oertlichkeit Ferssi.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-18" href="#FNA-18"><sup>18</sup></a> Am 7. April Aufbruch in 160° R. und nach 3 St. bei Gasr
+Schadábia. Die drei Districte südlich von Hussein heissen Fadéla,
+Ferssi und Shiuf.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-19" href="#FNA-19"><sup>19</sup></a> <span class="greek">&#913;&#8016;&#964;&#959;&#956;&#8049;&#955;&#945;&#958; &#966;&#961;&#959;&#8059;&#957;&#953;&#959;&#957;</span> war die südöstlichste Grenzfeste der
+Bewohner Cyrenaica's.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-20" href="#FNA-20"><sup>20</sup></a> Es ist dies wohl della Cella's Aduchni.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-21" href="#FNA-21"><sup>21</sup></a> Brunnen im Fareg von Westen nach Osten: 1) Ain kibrit,
+2) Djafar, 3) Ssebat Bu Hamra, 4) Ssalemo, 5) Bel klebat, 6) Buttofal,
+7) Tagsilt, 8) Busseria, 9) Ain Naga, 11) Bel Aissar, 12) Delemia,
+13) Schagria, 14) Adjelan, 15) Bei Dafun, 16)<i> Besseria</i>,
+17) Okadia, 18) Chasm el kübsch, 19) Shauono.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-22" href="#FNA-22"><sup>22</sup></a> Nordöstlich von Djalo liegt noch ganz isolirt der kleine Ort
+Leschkerreh, der auch zur Gruppe gehört.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-23" href="#FNA-23"><sup>23</sup></a> Kloster und Schule.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-24" href="#FNA-24"><sup>24</sup></a> Das verlaufene Kameel, welches natürlich nordwärts gezogen
+war, wurde später von einer Arabertribe eingefangen, und durch die
+Verwendung des englischen Consuls, Mr. Chapman von Bengasi, nach
+der Stadt gebracht und dort verkauft. Es war aber so abgemagert,
+dass nicht mehr als 25 M.-Theresienth. dafür zu bekommen waren.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-25" href="#FNA-25"><sup>25</sup></a> Am 27. April, Aufbruch um 6 Uhr, Richtung N.-O.; um
+8 Uhr schwarzer Hügel Lumahi; um 9 Uhr Gobr Bu Fatma; um
+2 Uhr kraterartiger Kessel Batron; um 5 Uhr ein anderer Brmt el
+Targi; um 6 Uhr Abends Lager in der Gerdobia.&#8212;Am 28. April,
+Aufbruch 6 Uhr in N.-O. Richt.; um 8 Uhr, Fum er Rhart schirgi,
+und nun in östlicher Richtung, 10 Stunden Lager bei Kobr Benin u
+Banan.&#8212;Am 29. April, Aufbruch 5½ Uhr in östlicher Richt., um
+8 Uhr, Bottom Fattoma, ein Wegweiser; um 11¼ Uhr, der Pass
+Schibiha; um 1¼ Uhr, der Hügel Gar-Chot mit 7 Gräbern Modjabra,
+um 2¾ Mueddin, Grab der 70 Sklaven, um 4¼ Uhr, der
+grossartige Aufgang, Rkbt el meheri, um 6 Uhr Lager.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-26" href="#FNA-26"><sup>26</sup></a> Am 1. Mai, ½ Stunde in östl. Richtung, 2 Stunden in 80°,
+1 Stunde in 110° und Lager bei Bir Bu Allua; am 2. Mai 8 St.
+gelagert bei dem Sebcha Hoëssa; am 3. Mai 3 Stunden in östlicher
+Richt. und 6 Stunden in 80° Richt. beim 2 St. langen Lueschka-See,
+beim Necta-Sauya-See und beim über 3 Stunden langen el Araschich-See
+vorbei, Lager in Gaigab.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-27" href="#FNA-27"><sup>27</sup></a> Am 4. Mai, 6 Stunden in 160° Richt. und dann 3 Stunden
+in S.-O.-Richt., Lager am Schiata-See; am 5. Mai, 8 St. in S.-O.-R.
+bis Siuah.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-28" href="#FNA-28"><sup>28</sup></a> Masra sind die Ueberreste von zwei aus Steinen erbauten
+Thürmen, welche, durch eine Mauer verbunden, wohl aus der römischen
+Zeit herrühren, von einigen Reisenden für Amudeïn gehalten,
+liegen diese Ruinen weiter nach Nordwesten, dicht bei Bled el Rum.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-29" href="#FNA-29"><sup>29</sup></a> Alhagi Maurorum.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-30" href="#FNA-30"><sup>30</sup></a> Sebcha ist See, Lagune.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-31" href="#FNA-31"><sup>31</sup></a> Ich schreibe absichtlich bled el Rum und nicht bled er rum,
+im Arabischen geschrieben wechselt das el nie, wird aber häufig vor
+einem mit r, s, oder n anfangenden Worte er, es, en ausgesprochen.
+Indess vor r als einem l sehr verwandten Tone, bleibt es häufig in
+der Aussprache, so Harun al Raschid, nicht Harun ar Raschid. Oft
+aber wird er gesprochen Wohllauts halber, wo man el erwarten
+sollte, so sagt man nicht stafr el Lah, sondern stafr er Lah.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-32" href="#FNA-32"><sup>32</sup></a> Die meisten römischen Schriftsteller schreiben Hammon.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-33" href="#FNA-33"><sup>33</sup></a> Man sollte eigentlich Si-Uah schreiben.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-34" href="#FNA-34"><sup>34</sup></a> Chroniken.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-35" href="#FNA-35"><sup>35</sup></a> Alexandria in Aegypten.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-36" href="#FNA-36"><sup>36</sup></a> Mir steht nur eine alte Ausgabe von Kieperts grossem Atlas
+zu Gebote.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-37" href="#FNA-37"><sup>37</sup></a> Nach Hassenstein dürfte übrigens wegen der von Beurmann
+bestimmten westlicheren Lage von Audjila auch Siuah weiter nach
+Westen zu liegen kommen.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-38" href="#FNA-38"><sup>38</sup></a> Makrisi giebt sogar an es seien über 40.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-39" href="#FNA-39"><sup>39</sup></a> Minutoli: Längsdurchmesser 60, Breitendurchmesser 20
+Schritte, was wohl auf einem Irrthum beruht, da der Born fast vollkommen
+rund ist.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-40" href="#FNA-40"><sup>40</sup></a> Die Quelle zu Rhadames hat ungefähr dieselbe Temperatur.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-41" href="#FNA-41"><sup>41</sup></a> Vatonne fand das Rhadamser Quellenwasser bei 15°
+Temperatur zu 1,00231.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-42" href="#FNA-42"><sup>42</sup></a> Natürlich alles Culturpflanzen, ausser der andern
+Wüstenvegetation fand ich in Siuah am Quell el Lif nur eine blühende
+Pflanze, nach Ascherson in Berlin eine Erythraea latifolia.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-43" href="#FNA-43"><sup>43</sup></a> Uebrigens ist Jacksons Behauptung, die Ammonier seien vom
+Sus her eingewanderte Leute, weil sie Schellah sprechen, ebenso
+unrichtig, als wenn einer sagen wollte, die Bewohner vom Sus sind
+Ammonier, weil sie Schellah reden. S. Jackson account of Timbuctoo.
+Lond.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-44" href="#FNA-44"><sup>44</sup></a> Das Oel ist ganz ausgezeichnet in der Ammons-Oase, und
+kann trotz der rohen Zubereitungsweise an Klarheit und Süssigkeit
+einen Vergleich mit den besten Sorten von Parma und der Provence
+aushalten.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-45" href="#FNA-45"><sup>45</sup></a> Minutoli: die Seitenwände 15½' Länge, 4' 8" dick, Höhe
+von den Mäandern gerechnet 15', die Decksteine 5' breit, 3' dick.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-46" href="#FNA-46"><sup>46</sup></a> Siehe Minutolis Reise zum Tempel des Jupiter Ammon etc., herausgegeben von Dr. E. H. Tölken, Berlin 1824.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-47" href="#FNA-47"><sup>47</sup></a> bab el medina heisst Stadtthor.</p></div>
+
+<div class="FN"><p><a id="FN-48" href="#FNA-48"><sup>48</sup></a> Am 12. Mai, Aufbruch 5 Uhr, 1 Stunde in nordöstl. Richt.
+dann auf den Berg Temsdega-Erköb in 60° R. und nach 2 Stunden
+von hier auf Muley Yus in östl. Richt. Im Süden von Temsdega-Erköb
+und Muley Yus der Berg Tlaklibt. Südlich von Tlaklibt liegt
+2 Stunden entfernt Dj. und Ain-Haderdid. Von hier in 60° Richt.
+weiter nach 1½ Stunden den vom Plateau kommenden u. Elketof,
+dann nach 1 Stunde den vom Plateau kommenden u. Ethel, die beide
+nach Südosten gehen, passirt. Sodann überschreitet man ein 1½ St.
+breites Blatt des Plateaus, das in die Niederung reicht, und nach
+einer halben Stunde Lager im u. Mohemen.</p></div>
+
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+
+
+
+
+<pre>
+
+
+
+
+
+End of the Project Gutenberg EBook of Von Tripolis nach Alexandrien - 2. Band, by
+Gerhard Rohlfs
+
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+works. See paragraph 1.E below.
+
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+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
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+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.
+
+
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+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
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+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
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+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
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+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
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+
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+works.
+
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+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
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