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+The Project Gutenberg eBook, Die Tugend auf der Schaubühne, by Justus Möser
+
+
+This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
+re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
+with this eBook or online at www.gutenberg.org
+
+
+
+
+
+Title: Die Tugend auf der Schaubühne
+ oder: Harlekins Heirath; Ein Nachspiel in einem Aufzuge
+
+
+Author: Justus Möser
+
+Release Date: March 30, 2005 [eBook #15505]
+
+Language: German
+
+Character set encoding: ISO-8859-1
+
+
+***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE TUGEND AUF DER SCHAUBüHNE***
+
+
+E-text prepared by David Starner, Louise Hope, and the Project Gutenberg
+Online Distributed Proofreading Team
+
+
+
+Transkriptionsnotiz: Die folgenden Unregelmäßigkeiten wurden wie im
+ Original beibehalten:
+
+ "Harlekin's Heirath" tritt sowohl mit als auch ohne
+ Apostroph auf; ähnlich "Möser's Leben" in der
+ Fußnote _Funfzehnter_ hat keinen Umlaut;
+ "Siebenzehnter" ist so geschrieben
+
+ "jetzt" ist üblicherweise, aber nicht durchgehend,
+ "itzt" geschrieben.
+
+ Das gedruckte Buch ist in Fraktur ("Gothic") gesetzt.
+ Fremdsprachliche Wörter oder Phrasen sind in Antiqua
+ gesetzt und werden hier mittels *Asterisken*
+ wiedergegeben.
+
+Transcriber's Note: The following irregularities are present in the
+ original text:
+
+ "Harlekin's Heirath" appears both with and without
+ the apostrophe; similarly "Moeser's Leben" in the
+ footnote.
+
+ "Funfzehnter" has no umlaut; "Siebenzehnter" is
+ written that way.
+
+ "jetzt" is usually but not always written as "itzt".
+
+ The printed book is in Fraktur ("Gothic") type. Four
+ foreign words or phrases are in Roman type and are
+ denoted in this transcription by being placed
+ between *asterisks*.
+
+
+
+
+
+DIE TUGEND AUF DER SCHAUBÜHNE
+
+oder: Harlekins Heirath
+
+Ein Nachspiel in Einem Aufzuge
+
+von
+
+J. MÖSER
+
+Berlin und Stettin,
+bey Friedrich Nicolai
+
+1798
+
+
+
+
+
+
+
+Personen des Nachspiels:
+
+_Herr Barthold_, Principal der Bühne.
+_Kolombine_, seine Tochter.
+_Harlekin_, Schauspieler.
+_Scapin_, Schauspieler.
+_Isabelle_, Schauspielerin.
+_Valer_, Schauspieler.
+_Peter_, Lichtputzer.
+
+Der Schauplatz ist auf dem Schauplatze.
+
+
+
+
+
+Die Tugend auf der Schaubühne;
+
+oder:
+
+HARLEKIN'S HEIRATH
+
+
+Ein Nachspiel in einem Aufzuge*.
+
+[Fußnot: Man sehe über dies scherzhafte Stück die Nachricht,
+welche ich in _Möser's Leben S. 81 f._ davon gegeben habe. Da
+es in seiner Art merkwürdig ist, habe ich es auch besonders
+abdrucken lassen. R.]
+
+
+
+
+Erster Auftritt.
+
+Herr _Barthold_, _Harlekin_.
+
+
+ _Harlekin._ (macht drey tiefe Verbeugungen).
+
+ _Barthold._ Was will Er, mein guter Freund?
+
+ _Harl._ (Macht wieder einige Verbeugungen).
+
+ _Barth._ Bücke Er sich so lange bis Er müde wird, und
+dann kann Er mir sagen was Er zu sagen hat. Die jungen Leute
+gewöhnen sich das itzt so an, daß sie einem die Zeit mit
+tausend Komplimenten verderben. Wenn man in meiner Iugend
+zu einem Mann im Amte ging: so machte man ihm einen einzigen
+Bückling, und kam dann zur Sache. Das war eine gute Mode;
+dabey sollte man es lassen.
+
+ _Harl._ (in fremdem Ton) Hochedelgeborner und Gestrenger--
+
+ _Barth._ Damit geht schon wieder eine Minute hin.
+
+ _Harl._ Sie erlauben großgünstig--
+
+ _Barth._ Wieder eine Minute.
+
+ _Harl._ Daß ich mir die Freyheit nehme--
+
+ _Barth._ Noch _ein_ Wort von solchem Schlage, und ich
+prügle Dich zum Dinge hinaus.
+
+ _Harl._ (im gewöhnlichen Ton) Ich komme, Herr Barthold,
+wegen Ihrer jüngsten Tochter Kolombine; sie gefällt mir--
+
+ _Barth._ Gehorsamster Diener, gehorsamster Diener, mein
+werthester Herr Harlekin! Verzeihen Sie, daß ich Sie sogleich
+nicht gekannt habe. Meine Augen vergehen mir allmählich, und
+Sie redeten mir in einem solchen Candidatenstil, den ich an
+Ihnen nicht gewohnt bin.
+
+ _Harl._ Ich _kann_ heirathen, ich _muß_ heirathen, und ich
+_will_ heirathen.
+
+ _Barth._ Nun, das ist kurz. Das sind drey Hauptursachen,
+die nicht von allen Leuten so recht verstanden und empfunden
+werden. Was gedenken Sie denn aber Ihrer künftigen Witwe zum
+Leibgedinge auszusetzen?
+
+ _Harl._ Erstlich, gedenke ich nicht vor ihr zu sterben.
+
+ _Barth._ Das ist freilich ein guter Vorsatz; allein
+Ausführung kommt bisweilen gar sehr auf die Frau an: diese
+hat vielerley Mittel, einen ehrlichen Mann in die Grube zu
+bringen, ohne Gift und Messer. Der meinigen habe ich es, Gott
+sey Dank, abgesessen. Es war ein heller Gast; aber sie wurde
+so eingetrieben, daß sie sich aus dem sieben und zwanzigsten
+Kindbette nie wieder erholen konnte. Sie sehen, ich habe mich
+wohl gehalten.
+
+ _Harl._ Das merke ich. Zweytens, hat sie, so lange ich
+lebe, ein reichliches Auskommen. Meine Kunst als Harlekin hat
+einen goldenen Boden, und Kolombinchen hat gewiß auch eine
+Kunst worauf sie sich verlassen kann.
+
+ _Barth._ Ach, die Künste verlassen einen mit der Zeit,
+und wenn man alt wird, so ist nichts bequemers als von seinen
+Renten zu leben. Da ist ein Haufen Mühe und Sorge erspart.
+
+ _Harl._ Freylich, und ich denke eben deswegen ein Capital
+zurück zu legen, wovon zweytausend Thaler auf den Witwenstuhl
+kommen sollen, Nota Bene: wenn er keinen Haarbreit verrückt
+wird.
+
+ _Barth._ Das ist etwas hart; eine Witwe ist zu beklagen.
+Ich fühle, mein lieber Harlekin, wie sauer es mir in meinem
+sieben und siebenzigsten Iahre wird, mich nicht bisweilen auf
+einen hübschen weichen Witwenstuhl zu setzen.
+
+ _Harl._ Ich will es aber nun so; und darum gebe ich meiner
+Witwe einen Stuhl mit vier Beinen, damit er recht feste stehe.
+Zweytausend Thaler, wenn ich sie habe, sind, zum Henker, Geld.
+Was Kolombine erspart, soll sie zu ihrem Nadelgelde behalten,
+und wenn sie vor mir verstirbt, werde ich sie in ihrem besten
+Hemde begraben lassen.
+
+ _Barth._ Aber Sie vergessen die Morgengabe.
+
+ _Harl._ Das bin ich selbst: Morgen- und Abendgabe. Bringt
+mir aber Kolombine einen Sohn, wohl zu verstehen, wenn er mir
+ähnlich sieht; denn das fordere ich ausdrücklich: so soll er
+auch Barthold Harlekin heißen.
+
+ _Barth._ Ich dachte in der That, Sie wollten ihr sodann
+ein neues Kleid aufs Kindbette legen. Hören Sie, Herr
+Harlekin, ich habe der Mädchen viele, und schaffe sie mir
+gern vom Halse, weil sie auf ihren spitzen Absätzen leicht
+einmal unvorsichtiger Weise zu Falle kommen können. Ich will
+also nicht lange handeln. Kolombine ist die Ihrige; und zwar
+diesen Abend, wenn Sie wollen. Das bitte ich mir aber aus, daß
+Sie sie nicht heimlich entführen; ich würde sonst auf Ihrer
+Hochzeit nicht trinken können.
+
+ _Harl._ So weit sind wir noch lange nicht. Ich habe mich
+nur erst vorläufig erkundigen wollen, ob Sie mir Ihre Tochter
+wohl geben wollten, wenn ich *in forma* darum anhielte. Itzt
+ist noch ein kleiner oder großer Punkt übrig. Sie wissen,
+mein werthester Herr Barthold, daß man von den Comödiantinnen
+mancherley sagt. Kolombinchen hat ein Paar so allerliebste
+Tauben-Aeugelchen, sie hat so etwas, so etwas--ach, Herr
+Barthold, ich kann es nicht sagen, aber was sie hat, das sagt
+so viel--so viel--
+
+ _Barth._ Nun, wie viel denn?
+
+ _Harl._ Wenn eine Nuß leicht aus der Hülse fällt, ist sie
+denn auch wohl schon vom Wurme gestochen?
+
+ _Barth._ Ist das eine Frage für eine klugen Mann? Die
+Wurmstichigen sitzen allemal fest in der Hülse.
+
+ _Harl._ Ach, Herr Barthold, sollte sie es nicht schon wohl
+versuchet haben?
+
+ _Barth._ Sie mag versucht haben was sie will, so hat sie
+allzeit nur ihre Rolle gespielet. Ein Mädchen auf der Bühne muß
+oft verliebt thun, oft küssen, oft lachen, und was dergleichen
+mehr ist. Das bringt aber die Comödie so mit sich. Wenn
+Kolombine die verschmitzte Buhlerinn vorstellt, so würde
+es sich ja nicht schicken, daß sie die Mine einer Matrone
+behielte. Wie oft hat sie nicht auch geweint! Meynen Sie aber,
+daß sie um deswillen, sie zu Hause gekommen, immer betrübt
+gewesen?
+
+ _Harl._ Ich habe allzeit gehört, die Unschuld soll so etwas
+Süßes, so etwas Körnichtes, so etwas von der braunen Kruste
+seyn, daß ich nicht gern eine Frau nehmen mögte, welche diesen
+Leckerbissen bereits verschenket hätte.
+
+ _Barth._ O mein lieber Harlekin, sind Sie da verbrannt: so
+rathe ich Ihnen gar keine Frau--anders als meine Kolombine zu
+nehmen.
+
+ _Harl._ Aber sehen Sie einmal Selbst, Herr Barthold,
+alle diese schönen Herrn, welche hier vor unsrer Bühne sitzen.
+Ihre Augen scheinen meinem lieben Kolombinchen das Mark aus
+den Knochen zu ziehen; und wenn sie tanzt; ach, wenn sie tanzt:
+so--so--tanzen alle Herzen mit ihr.
+
+ _Barth._ Sollten sie das wohl thun?
+
+ _Harl._ Wenn sie es _nicht_ thäten, so mögte ich
+Kolombinchen nicht; und nun, _da_ sie es thun, so traue ich
+Kolombinchen nicht recht. Denen Mädchen, die so hoch springen
+wenn sie tanzen, kann leicht ein Blümchen entfallen; und wenn
+das auch nicht wäre: so rühmt sich doch ein jeder, vielleicht
+selten mit Recht, daß er eines aufgenommen habe. Herr Barthold,
+Herr Barthold! eine hübsche Comödiantinn ist wohl selten,
+selten, selten eine Kirsche woran nicht schon ein Vogel
+gebissen hat.
+
+ _Barth._ Possen! es ist _kein hübsches_ Mädchen in der
+Welt, wovon man nicht eben diese Vermuthung hat. Nicht, weil
+sie geschwinder Feuer fängt, als eine andere, sondern weil sie
+Tag und Nacht verfolgt und also leicht einmal im Schlummer
+überrumpelt wird. Wer sich aber daran stößt, der mag zu seiner
+Strafe eine Häßliche nehmen, und versichert seyn daß sie vor
+dem ersten Loche gefangen werde. Sie wird die Ehre, das Glück
+und das Vergnügen, in ihrem sterblichen Leben _auch_ einmal
+angebetet zu werden, so verliebt erkennen; sie wird so besorgt
+seyn den Vogel nicht zu verscheuchen; sie wird so bange seyn,
+die einzige Gelegenheit zu verlieren; sie wird so fertig seyn,
+ihre vergängliche Waare an den Mann zu bringen, daß ich nicht
+Eines auf sie, aber wohl hundert auf ein hübsches Mädchen
+verwetten wollte, das die Wahl unter tausend Käufern hat.
+Und dann, mein lieber Harlekin, ist es eine bestialische Sache,
+eine garstige Hexe und _doch_ keine braune Kruste zu bekommen.
+Für Kolombinen will ich allenfalls Bürge seyn.
+
+ _Harl._ Die Bürgschaft ist in der That etwas bedenklich.
+Ich hätte für meine Mutter nicht einstehen mögen.
+
+ _Barth._ Ich mag die Grillen nicht länger anhören. Kurz
+und gut, Sie nehmen sie, oder nehmen sie nicht; einige Gefahr
+werden Sie allemal laufen. --Doch, warten Sie, wir wollen heute
+einmal den Freyer vorstellen. Sie sollen der Bräutigam, und
+meine Tochter Kolombine Ihre Braut seyn. Sie können sie dabey
+auf die Probe stellen; und wenn es Ihnen dann nicht gefällt,
+so sind Sie am Ende wieder frey, und Sie haben nur eine
+verliebte Rolle gespielet.
+
+ _Harl._ Der Einfall ist wirklich gut. Ein jeder Freyer
+spielt doch nur eine Rolle; und wenn am Schlusse des Stücks
+die Heirath vollzogen wird, so hat die Rolle nur gar zu früh
+ein Ende.
+
+ _Barth._ Holla! Kolombine!
+
+
+
+Zweyter Auftritt
+
+_Die Vorigen_, und _Kolombine_.
+
+
+ _Barth._ Kolombine, Du sollst heute einmal die Braut seyn.
+
+ _Kolombine._ Ach, Papa, das bin ich gerne. Ich spiele nichts
+lieber als Braut und Bräutigam.
+
+ _Harl._ (Vor sich) O Du-- Sie wissen aber doch, meine
+schöne Kolombine, daß die Freyerey mit der Comödie ein Ende
+hat.
+
+ _Kolombine._ Nun, so können wir ja dasselbige Stück noch
+einmal spielen. Ich wollte, daß wir gar kein anderes auf unsrer
+Bühne hätten; und fast mögte ich das Heirathen verreden, um
+allzeit Braut zu bleiben. Ach, es ist so allerliebst Braut zu
+seyn.
+
+ _Barth._ Man kann heirathen, und doch noch immer die Braut
+spielen. Eine gute Partey kann man immer auf Abschlag nehmen;
+und die jungen Mädchen thun übel, wenn sie die Hand eines
+ehrlichen Mannes ausschlagen, um allzeit flattirt, adorirt,
+courtisirt, carressirt, und endlich meprisirt zu werden. Bist
+Du denn, meine Tochter, sonst noch nie die Braut als auf der
+Schaubühne gewesen?
+
+ _Kolombine._ Nein, Papa.
+
+ _Barth._ Hören Sie wohl, Herr Harlekin?
+
+ _Harl._ Ich höre und sehe, Herr Barthold.
+
+ _Barth._ Wo ist Scapin und Peter? Sie sollen auch
+herkommen, und den Freyer mitspielen. Isabelle, welche schon
+oft die Braut vorgestellt, und erfahrner ist als Du, Kolombine,
+soll Dir die rechte Manier zeigen.
+
+ _Kolombine._ O, Papa, ich will schon fertig werden,
+ich verstehe es schon.
+
+ _Barth._ Nun, so macht Ihr Beyde den Anfang. Ich will
+herumgehen, und den Uebrigen ihre Rollen ankündigen.
+
+
+
+Dritter Auftritt
+
+_Harlekin_ und _Kolombine_.
+
+
+ _Kolombine._ Nun, Sie fangen an.
+
+ _Harl._ Nein, fangen Sie an.
+
+ _Kolombine._ Ach, nein! so habe ich es nicht gelernt.
+Der Bräutigam fängt zuerst an, und sagt: Ach, meine theuerste
+Schöne, wie lange habe ich mir nicht schon das Glück gewünscht,
+Ihnen mein Herz zu eröffnen.
+
+ _Harl._ Und was sagt denn die Braut?
+
+ _Kolombine._ Sie antwortet: O! Sie schmeicheln mir zu viel;
+ich weiß, es ist nur Ihr höflicher Scherz.
+
+ _Harl._ Und was antwortet denn Er wieder?
+
+ _Kolombine._ Er nimmt dann ihre Hand, küßt solche, und
+sagt: Ach, mögten Sie in dieses Herz sehen; da würden Sie
+lesen, daß mein aufrichtiger Wunsch niemals ein anderer
+gewesen, als das Glück Ihnen zu gefallen, und diese schöne
+Hand zu küssen.
+
+ _Harl._ Und läßt sie das so geschehen?
+
+ _Kolombine._ O ja, sie läßt ihm die Hand, und er küßt sie
+noch hundertmal; und seufzet dann, bis endlich die Braut solche
+nicht mehr zurückziehen kann, und mit ihrer ganzen Person
+folget.
+
+ _Harl._ Die Rolle mag ich nicht spielen.
+
+ _Kolombine._ Auf welche Art wollen Sie dann?
+
+ _Harl._ Ich sage: Kolombine, mein englisches
+Magentröpfchen, wenn _Sie_ will, ich will wohl.
+
+ _Kolombine._ Und was muß sie denn sagen?
+
+ _Harl._ Sie spricht: Nun, ich will--
+
+ _Kolombine._ Nun ich will--
+
+ _Harl._ Fallen Sie mir doch nicht in die Rede. Sie muß
+sagen: Nun, ich will nicht.
+
+ _Kolombine._ Die Rolle mag ich nicht spielen.
+
+
+
+Vierter Auftritt
+
+Die _Vorigen_, und _Barthold_.
+
+
+ _Barth._ Nun, meine Kinder, habt Ihr angefangen?
+
+ _Kolombine._ Nein, Papa! In der Sache sind wir eins; wir
+können uns nur über die Rolle nicht vergleichen. Herr Harlekin
+will es besser wissen als ich, und mich dünkt, in diesem Stück
+könnte ich lange sein Meister seyn. Ich bin von Iugend auf bey
+dem Schauspiele erzogen; bin so mannichmal Braut gewesen, und
+muß es vermuthlich besser wissen als er.
+
+ _Barth._ Nun, Harlekin, so sollten Sie sich auch weisen
+lassen. Kolombine führet Sie gewiß keinen unbekannten Weg.
+
+ _Kolombine._ O nein! Ich dachte es eben so zu machen wie
+die selige Mama.
+
+ _Barth._ Wie ich meine selige Frau heirathete, folgte ich
+ihr blindlings, und unsere Ehe würde nicht so gesegnet gewesen
+seyn, wenn ich minder folgsam gewesen wäre. Sie war allzeit
+fertig mich zu unterweisen, und ihr Exempel that bisweilen die
+besten Dienste. Oft war mir ihr Unterricht sehr ungelegen; aber
+das war, der Himmel weiß, ihre Schuld nicht.
+
+ _Harl._ Das Schlimmste sind meine Scrupel; und ich
+begreife noch nicht, Herr Barthold, wie solche durch unsre
+Comödie werden gehoben werden. Stellt Kolombine die Braut gut
+vor, so werde ich denken: sie versteht ihre Rolle; und stellt
+sie solche nicht gut vor, so werde ich denken, sie versteht
+_noch_ eine Rolle. Und der Himmel weiß, ob sie nicht noch eine
+dritte versteht. Es ist doch schlimm, daß man das Ding nicht
+auf die Goldwage bringen kann.
+
+ _Barth._ Die beste Goldwage ist ein gutes Vertrauen; wer
+das nicht hat, der ist schon wirklich betrogen; und wer es hat,
+der ißt seinen Salat, schluckt eine Schnecke mit hinunter, und
+findet ihn noch schmackhafter.
+
+ _Harl._ Ich mögte darauf Ihr Gast nicht seyn. Wer heiraten
+will, muß nicht Blinde-Kuh spielen, sondern wohl zusehen was er
+greift.
+
+ _Kolombine._ Oho! Herr Harlekin! itzt verstehe ich das
+Ding mit der Goldwage. Auf ein Paar Aeßchen können Sie gewiß
+rechnen, die ich schon verloren habe. Denn der Schneider hat
+mir gar kein Eisen in meine neue Schnürbrust gemacht. Indeß,
+da die Comödie aus ist, habe ich die Ehre mich Ihren Scrupeln
+zu empfehlen.
+
+ _Barth._ Ich meyne es auch so. Beschlafen Sie die Sache!
+Ein guter Traum ist im Heirathen oft die beste Entscheidung.
+
+ (Sie gehn Beyde ab.)
+
+
+
+Fünfter Auftritt.
+
+_Harlekin_. _Scapin_ und _Peter_.
+
+
+ _Harl._ (vor sich) O weh! der erste Versuch ist nicht zum
+Besten abgelaufen. Itzt mögt' _ich_ wohl, nun will _sie_ nicht.
+
+ _Scapin._ Wird denn heute nicht gespielt? Herr Barthold hat
+mich herbestellt, um den Freyer mit vorzustellen. Ich sehe aber
+keine Anstalten.
+
+ _Peter._ Ich sollte auch einen vorstellen--
+
+ _Harl._ Ha, mein guter Peter, magst Du es denn gern thun?
+
+ _Peter._ O ja. Ich muß sonst immer nur die Lichter putzen;
+wenn aber der Freyer gespielet wird, so--so küsse ich, wollt'
+ich sagen, Cathrinchen.
+
+ _Harl._ Und Du, Scapin?
+
+ _Scapin._ Meine Rolle in diesem Stück ist immer nur ein
+Puckel voll Schläge, und ich könnte eben nicht sagen, daß ich
+solche jetzt nöthig hätte.
+
+ _Harl._ Hör' einmal, mein lieber Scapin! Ich weiß, Du bist
+schlauer als mancher Dieb, der gehangen wird; ich muß Dir eins
+im Vertrauen sagen.
+
+ _Peter._ Ich hoffe doch nichts von Cathrinchen?
+
+ _Harl._ Ich wäre wohl gesonnen, des Herrn Bartholds jüngste
+Tochter Kolombinchen in allen Ehren zu heirathen--
+
+ _Peter._ Giebt es denn auch Heirathen in Unehren?
+
+ _Harl._ Allein, ich besorge, sie mögte schon--
+
+ _Peter._ Was mögte sie schon?
+
+ _Scapin._ Schweig, Peter, ich verstehe schon was
+Harlekin meynt. Er besorgt, sie mögte schon einnal in
+Unehren geheirathet haben.
+
+ _Peter._ Nun verstehe ich es auch--
+
+ _Harl._ Was meynst Du nun? Wie fange ich es an, um hinter
+die Wahrheit zu kommen?
+
+ _Scapin._ Du mußt sie vorher probiren.
+
+ _Peter._ Bey meiner Treu, das ist vernünftig.
+
+ _Harl._ Allein, wie mache ich das?
+
+ _Peter._ O, das will ich wohl thun, wenn Sie es nicht
+verstehen.
+
+ _Scapin._ Ich weiß was zu thun ist. Wolltest Du wohl,
+Harlekin, ihr zu gefallen, eine Tracht Schläge vorlieb nehmen?
+
+ _Harl._ Die Schläge wohl, aber den Schimpf nicht.
+
+ _Scapin._ Nun da ist Rath zu. Höre, ich will Dir das Kleid
+meines Herrn verschaffen. Du weißt, er ist Hauptmann, und eine
+Uniform hat heut zu Tage viele Freyheiten; damit sollst Du
+diesen Abend zu ihr gehen. Läßt sie Dich nun zum Hause hinaus
+prügeln, so kannst Du glauben, daß sie die Krone von allen
+ehrlichen Mädchen ist. Nimmt sie Dich aber an, küßt und umarmt
+Dich, so nimmst Du das auf dem Marsche vorlieb, und weißt wie
+viel die Glocke geschlagen.
+
+ _Harl._ O mein lieber Scapin, das ist unvergleichlich.
+Ich danke Dir tausendmal für Deinen guten Rath. Mache mich
+nur geschwind zum Hauptmann. Ich brenne vor Verlangen, jene
+glückliche Tracht Schläge zu empfangen.
+
+ _Peter._ Ich wahrhaftig nicht. In meiner Heimath probirt
+man die Mädchen ganz anders.
+
+ _Scapin._ In meiner auch. Aber man bekömmt zuweilen etwas,
+was einem noch weit unangenehmer ist, als eine Tracht Schläge.
+Nicht wahr, Harlekin?
+
+ _Harl._ O Scapin, Du bist der klügste Schelm, den ich in
+meinem Leben gekannt habe. Mache nur geschwind, daß ich das
+Kleid von Deinem Herrn bekomme. Ich hoffe doch nicht, daß er
+es übel nehmen wird, wenn der Schimpf hiernächst darauf sitzen
+bleibt?
+
+ _Scapin._ O im geringsten nicht. Eben das Kleid, was ich
+Dir verschaffen will, hat schon mehrmal herhalten müssen. Ich
+will hingehen um es Dir zu bringen. Du mußt mir aber auch
+einmal wieder zu gefallen seyn, wenn Du nun ein Ehemann seyn
+wirst.
+
+ (Scapin geht ab)
+
+
+
+Sechster Auftritt
+
+_Harlekin_ und _Peter_.
+
+
+ _Harl._ Du sagtest ja erst, Peter, man hätte in Deiner
+Heimath eine andere Probe, um zu erfahren, ob die Braut noch
+ächt sey.
+
+ _Peter._ O ja, das haben wir auch.
+
+ _Harl._ Wie macht Ihr denn das?
+
+ _Peter._ Da kommen wir her und suchen uns eine aus, die
+uns gefällt.
+
+ _Harl._ Das kann ich wohl denken.
+
+ _Peter._ Dann nehme ich mein Spinnrad, und gehe des Abends
+zu ihr ins Haus, setze mich neben ihr hin und wir spinnen denn
+alle Beyde.
+
+ _Harl._ Nun, spinnt Ihr denn immer fort?
+
+ _Peter._ Von ungefähr geht dann einmal die Lampe aus.
+
+ _Harl._ Das kömmt der Sache näher--
+
+ _Peter._ Spinnt die Braut nun im Finstern fort, ohne den
+Faden zu verlieren, so ist das ein gutes Zeichen.
+
+ _Harl._ Das ist wirklich so dumm nicht--
+
+ _Peter._ Steht aber das Rad stille, bricht der Faden und
+die Schnur schlägt wohl gar ab: so hohle es der Henker!
+
+ _Harl._ Wahrhaftig, die Leute sind klug; und wer hat euch
+das so gelehret?
+
+ _Peter._ Ich glaube, es muß so von Vater auf Sohn
+gekommen seyn. Denn wie unser Pastor einmal das Zusammenspinnen
+abschaffen wollte, so sagten die Aeltesten im Dorfe: ihre Väter
+hätten es gethan, ihre Großväter hätten es gethan, und ihre
+Kinder sollten auch thun.
+
+ _Harl._ In dem Dorfe mögte ich wohnen!
+
+
+
+Siebenter Auftritt.
+
+_Scapin_ mit einem Kleide unterm Arme,
+und die _Vorigen_.
+
+
+ _Scapin._ Stille! stille! wir wollen einen rechten Aufzug
+haben. Isabelle und Valer kommen daher, um ihre Rolle zu
+spielen. Es geht ihnen wie mir. Sie meynen, der Freyer werde
+gespielet, und weil an ihnen die Reihe ist, aufzutreten, wenn
+ich zum andernmale abgehe: so will ich itzt ganz ernsthaft
+herausgehn. Ihr aber geht auf die Seite so lange. Hier ist
+das Kleid, Harlekin, welches du immittelst anziehen kannst.
+
+ _Harl._ Vortrefflich!
+
+ _Peter._ Das ist des Henkers Comödie.
+
+ (Gehn ab.)
+
+
+
+Achter Auftritt.
+
+_Isabelle_ und _Valer_.
+
+
+ _Isabelle._ Nein, mein werthester Graf, so schmeichelhaft
+es mir auch ist von Ihnen geliebt zu werden, und so sehr ich
+von Ihren rechtschaffenen Absichten überzeuget bin, so wenig
+finde ich mich vermögend Ihnen meine Hand zu geben. Mein
+Schicksal hat mich einmal auf die Schaubühne geführt; ich
+bin der Welt nichts mehr als eine Comödiantinn; und ich müßte
+Sie, mein werthester Graf, minder hochschätzen und minder
+lieben, wenn ich in Ihre Verbindung einwilligen und uns Beyde
+beschimpfen sollte: Sie, daß Sie Sich so weit herablassen und
+mich, daß ich einen Mann genommen, der so wenig Empfindung und
+so wenig Zärtlichkeit gegen seine eigne Ehre gehabt hatte.
+
+ _Valer._ Großmüthige Isabelle, je edler Sie Sich zeigen,
+je weniger ist es mir möglich Ihren Befehlen zu gehorchen.
+Ich kann ohne Sie nicht leben. Mein ganzes Glück beruhet auf
+unsre Verbindung. Das Recht ist auf der Seite der Tugend, der
+Schönheit und der Liebe. Vorurtheile dürfen uns nicht irre
+machen.
+
+ _Isabelle._ O! es giebt ehrwürdige, heilige Vorurtheile;
+und die Wahrheit muß sich oft erst in unsre eigne Meynung, in
+unser Vorurtheil verwandeln, ehe sie ihr Recht behaupten kann.
+
+ _Valer._ Aber Ihre Geburt ist der meinigen nicht ungleich.
+Sie sind von guter Familie, und daß das Schicksal Sie auf die
+Bühne geführt--
+
+ _Isabelle._ Nichts mehr hievon. Sie wissen, wie die
+Welt denkt. Sie wissen, mit welchen übeln Vermuthungen sie
+diejenigen verfolgt, welche sich der Bühne widmen, und es
+sollte mir ewig leid seyn, als Comödiantinn einen Mann zu
+beschimpfen, den ich als Prinzessinn glücklich zu machen
+wünschte.
+
+ _Valer._ Göttliche Isabelle!
+ (Er will ihre Hand nehmen.)
+
+ _Isabelle._ Auch diese Hand nicht, mein werthester Graf.
+Ich bin stolz, stolz auf Sie, stolz auf mich; und da ich Muth
+genug habe, meine Liebe Ihrer Ehre aufzuopfern, so müssen Sie
+auch so billig seyn, und der meinigen schonen.
+
+ _Valer._ Sie sind grausam. Sie handeln ungerecht mit
+Sich, ungerecht mit mir. Ich und mein Unglück bleibt zu Ihrer
+Verantwortung.
+
+ _Isabelle._ Ich kenne diese Sprache; aber ich weiß was ich
+mir von Ihrer Vernunft zu versprechen habe. Ueberlegen Sie nur
+einmal Selbst, wie empfindlich es Ihnen und mir seyn würde,
+wenn man in allen Gesellschaften vor uns fliehen, wenn jeder
+Blick Ihnen einen Vorwurf und mir eine Verachtung zeigen,
+wenn Ihre ganze Familie Sie hassen und mich verfolgen,
+wenn jedermann argwohnen würde--
+
+ _Valer._ Quälen Sie mich wenigstens nicht, wenn Sie mich
+nicht glücklich machen wollen. Ich habe das alles, und noch
+ein mehrers überlegt; ich habe mir alle diese Wahrheiten so
+deutlich vorgestellt, daß ich glauben konnte, unparteyisch zu
+urtheilen; und doch, schönste Isabelle, fiel der Schluß dahin
+aus, daß das Glück unsrer Vereinigung Alles das unendlich
+überwiegen würde.
+
+ _Isabelle._ Sie wissen, Herr Graf, daß ich gegen dieses
+Glück nicht unempfindlich bin. Sie wissen, daß mein ganzer
+Stolz durch diese Verbindung befriedigt werden würde. Verzeihen
+Sie mir aber, daß ich Sie auf eine zärtlichere Art liebe, und
+meinem Vorsatze getreu bleibe.
+
+ _Valer._ Sie begegnen einem Ieden sonst so gütig, Sie--
+
+ _Isabelle._ Keine Vorwürfe, Herr Graf. Da ich die Bühne
+betrete, so ist es meine Schuldigkeit, allen die dahin kommen,
+Höflichkeit und Dankbarkeit zu zeigen. Ich würde sonst unsrer
+Gesellschaft schaden, und eine Unanständigkeit begehen, die
+in den Umständen worin ich bin, für den Einen oder Andern
+beleidigend seyn könnte. Glauben Sie aber um deswillen ja
+nicht, mein lieber Herr Graf, daß wir mit unsrer Gütigkeit
+verschwendrischer sind als andre. Ieder Stand erfordert ein
+eignes Betragen; und wenn man das weiß, so macht man keine
+falsche Schlüsse.
+
+ _Valer._ Ich glaube nicht, daß Sie mir dergleichen
+Schuld geben können. Meine aufrichtige Liebe ist die beste
+Widerlegung, und die sicherste Probe, daß ich Ihre Gütigkeit
+in keinem Verdachte habe.
+
+
+
+Neunter Auftritt.
+
+Die _Vorigen_. _Harlekin_ und _Peter_.
+
+
+ _Harl._ Ha! ha! ha! Spielen Sie hier eine Comödie?
+
+ _Isabelle._ Nun, was fällt Dir ein, Harlekin? Die Reihe ist
+ja gar nicht an Dir.
+
+ _Harl._ Die Reihe mag an mir seyn oder nicht, so muß ich
+Ihnen sagen, daß Herr Barthold sich versehen, und daß heute
+gar nicht gespielt, sondern in allem Ernste an einer Heirath
+gearbeitet wird.
+
+ _Valer._ Aber, was bedeutet denn das?
+
+ _Harl._ Was das bedeutet, wenn man heirathet?
+
+ _Peter._ Wissen Sie das nicht?
+
+ _Valer._ Herr Barthold und Ihr alle seyd verrückt. Ein
+andermal soll man es mir zweymal sagen, ehe ich hierher kommen
+und meine Rolle spielen will.
+ (Geht ab.)
+
+ _Isabelle._ Kann ich denn wohl so glücklich seyn, zu
+erfahren, was es für eine Heirath sey, woran heute gearbeitet
+wird?
+
+ _Harl._ Sie soll zwischen einem Bräutigam der sich Scrupel
+macht, einer Seits, und zwischen einer Braut die sich keine
+macht, ander Seits, geschlossen und nicht geschlossen werden.
+
+ _Isabelle._ Aus diesem räthselhaften Geschwätze schließe
+ich, Harlekin, daß Du es bist, der sich Scrupel macht.
+
+ _Harl._ Der Henker traue den Mädchen! Ich glaube, sie lesen
+einem aus den Augen was man denkt. Aber, was hat man denn auch
+anders in den Augen, wenn man erst zu Verstande kömmt, als die
+Lust zu heirathen? Sehen Sie mir das nicht gleich an?
+
+ _Isabelle._ O! das habe ich Dir lange angesehen, und
+Kolombinen ebenfalls.
+
+ _Harl._ Ey, schau doch, wie listig sie das Geheimniß
+herauslocken will!
+
+ _Isabelle._ So war denn doch die Heirath zwischen Dir und
+Kolombinen das Geheimniß? Nun, so wünsche ich Dir viel Glück
+damit; es ist ein braves Mädchen.
+
+ _Harl._ Dürfte ich wohl unterthänigst fragen, was Sie
+durch ein braves Mädchen verstehen? Ich habe sonst gemeint,
+die Pferde würden nur brav genannt.
+
+ _Isabelle._ Ich will damit nur sagen, daß Kolombine ihre
+Rolle gut spielt, daß sie sehr geschickt, sehr schön, sehr
+lustig, sehr gutherzig--
+
+ _Harl._ Aber nicht auch sehr tugendhaft sey?
+
+ _Isabelle._ O! das versteht sich von selbst; und ich kann
+Dir zur guten Nachricht sagen, daß sie noch gar kürzlich ein
+paar brillantene Ohrringe ausgeschlagen hat.
+
+ _Harl._ Aber der Freyer, der sie ihr angeboten, sollte der
+nicht so gewisse Vermuthungen gehabt haben, daß sie solche wohl
+annehmen würde?
+
+ _Isabelle._ Ich glaubte, Harlekin, Du dächtest besser
+von unsrer Schaubühne. Wenn man alle diejenigen von uns
+verurtheilen wollte, welche etwa einen freundlichen Blick
+vergelten, oder sich eine Versuchung zuziehen, so würde man
+sehr ungerecht gegen uns seyn.
+
+ _Peter._ Nein, der Faden muß wenigstens abbrechen und die
+Schnur vom Rade fallen, sonst kann man seiner Probe nicht
+sicher seyn.
+
+ _Isabelle._ Das dünkt mich auch, Peter; und wo ich Dich
+recht kenne, so würdest Du mein Cathrinchen gern nehmen, ohne
+Scrupel; und Du, Harlekin, thätest auch wohl, von der Probe
+nach der Hochzeit zu reden.
+
+ _Harl._ Das ist verflucht gefährlich, und zu seiner Zeit
+eben nicht tröstlich.
+
+ _Isabelle._ Ich wünsche Euch mit einander ein Paar Weiber,
+die Euch die Köpfe zurechte setzen; und wenn Herr Barthold
+seine selige Frau noch hätte, so würde er mich nicht hieher auf
+April geschickt haben. Das sagt ihm nur, wenn Ihr ihn sehet.
+ (Geht ab.)
+
+
+
+Zehnter Auftritt.
+
+_Harlekin_ und _Peter_.
+
+
+ _Harl._ Nun, Peter, wo hast Du meine Companie gelassen?
+
+ _Peter._ Hier ist sie (indem er ihm das Kleid holet und
+übergiebt).
+
+ _Harl._ (Zieht das Kleid über das seinige, und macht dabey
+ein Theaterspiel).
+
+
+
+Elfter Auftritt.
+
+Die _Vorigen_ und _Scapin_.
+
+
+ _Scapin._ Ha! willkommen, mein werthester Herr Hauptmann!
+
+ _Harl._ Wie, Scapin, kennest Du mich denn nicht mehr?
+
+ _Scapin._ In der That, wenn Dich Deine Stimme nicht
+verrathen hätte, so würde ich Dich schwerlich erkannt haben.
+
+ _Peter._ Aber die Hosen?
+
+ _Scapin._ O! die kann man bey jedem Kleide tragen, und ein
+Witwer mag sie so gar in der Trauer anziehn.
+
+ _Peter._ Bey uns sagt man, es ist kein Herr so groß, oder
+der Narr blickt irgendwo hervor.
+
+ _Harl._ Ich bitte Dich, Peter, mache doch solche dumme
+Vergleichungen nicht. Ich habe diese Hosen mit Fleiß behalten;
+denn sollte die Probe unglücklich ablaufen, so hänge ich das
+Kleid sogleich an den Nagel, und bin wieder der ich war. Aber,
+was denkst Du, Scapin, sollte man mich wohl aus Achtung für die
+Uniform ungeschlagen zurückschicken?
+
+ _Scapin._ Mache Dir doch nur solche Skrupel nicht. Wenn
+Kolombine ein ehrliches Mädchen ist, und Du es recht bey ihr
+anfängst, so mußt Du Deine Schläge bekommen, oder ich verliere
+fünf Gulden.
+
+ _Harl._ Gut! es ist ein Wort.
+
+ _Peter._ Wahrhaftig, ich wette mit, Herr Harlekin.
+Kolombine ist ein ehrliches Mädchen. Sie bekommen die Schläge
+zuverlässig, und ich gewinne mein Geld, oder Sie haben es nicht
+recht darnach angefangen.
+
+ _Harl._ Peter, es gilt fünf Batzen; und mit Freuden will
+ich sie euch beyden auszahlen. Eins fällt mir aber itzt bey:
+ich habe gar kein Geld in der Tasche. Ich müßte doch wohl,
+wenn ich einen Versuch wagen will, so irgend einen Beutel mit
+Dukaten haben.
+
+ _Scapin._ Glaubst Du denn nicht, daß ich weiß, was Dir in
+solchen Fällen nöthig ist? Fühle nur einmal in die Taschen.
+In der einen steckt meines Herrn leerer Geldbeutel mit
+Zahlpfennigen, und in der andern das Futteral von seinen
+Schuhschnallen. Kolombine wird Dukaten und Iuwelen darin
+vermuthen, und wenn Du es ihr anbietest, Dir gewiß Beydes
+an den Kopf werfen, ohne zuzusehen was darin ist.
+
+ _Harl._ Weißt Du dies gewiß?
+
+ _Scapin._ So gewiß als Du den Glauben auf den Puckel
+bekommen wirst.
+
+ _Peter._ Viel Glücks dazu.
+
+ _Harl._ (zu Scapin) Wolltest Du mich wohl bey Kolombinen
+melden?
+
+ _Scapin._ Ey, warum nicht? Ich diene meines Herrn Uniform,
+und schäme mich nicht, solche bey Kolombinen anzumelden.
+
+ _Harl._ So gehe geschwind.
+
+
+
+Zwölfter Auftritt.
+
+_Harlekin_ und _Peter_.
+
+
+ _Harl._ Der Scapin ist doch ein durchtriebner Kopf, und
+weiß zu allem Rath.
+
+ _Peter._ Nach meinem dummen Verstande gehört eben nicht
+viel Witz dazu, Ihnen zu einer guten Tracht Schläge zu
+verhelfen. Das wollte ich auch wohl thun.
+
+ _Harl._ O mein guter Peter, das ist weit über Deinen
+Horizont. Du weißt es nicht, wie angenehm mir diese Schläge
+seyn werden.
+
+ _Peter._ Nun, meinethalben. Alles wie Sie wollen. Wenn ich
+nur meine fünf Batzen gewinne. Ich fange aber nunmehro an zu
+fürchten, Sie werden, wenn die Wette verloren geht, in den
+Beutel mit Zahlpfennigen greifen.
+
+ _Harl._ Du sollst Deine fünf Batzen gewiß haben, oder ich
+heiße nicht Hauptmann von Astaroth.
+
+ _Peter._ Ach, meynen Sie nicht, daß die Leute Sie erkennen
+werden? Ihre Stimme verräth Sie gleich.
+
+ _Harl._ Die weiß ich schon zu verstellen. Ich will die
+ordentliche Rolle eines Hauptmanns spielen, so wie ich sie
+gelernt habe.
+
+
+
+Dreyzehnter Auftritt
+
+Die _Vorigen_ und _Scapin_.
+
+
+ _Scapin._ Die Mademoiselle Kolombine Barthold läßt sich
+dem Herrn Hauptmann von Astaroth gar schön zurück empfehlen,
+und weil sie nicht glaubte, daß der Herr Hauptmann ihr etwas
+Heimliches zu sagen haben würden, so wollte sie die Ehre haben,
+denselben hier auf der Bühne zu empfangen.
+
+ _Harl._ War sie allein?
+
+ _Scapin._ Sie saß und nähete an einem Unterrocke, worin sie
+mit Dir, wie ich hoffe, getrauet werden wird; ein allerliebstes
+Röckchen von feuerfarbenem Atlas mit Spitzen eingefaßt, nicht
+kostbar, aber niedlich.
+
+ _Peter._ Sie kommt! Sie kommt!
+
+ _Scapin._ Komm Peter, wir wollen in die nächste Schenke
+gehn, und unsre künftige Wette vertrinken.
+
+ (Letztere gehn ab.)
+
+
+
+Vierzehnter Auftritt
+
+_Harlekin_. _Kolombine_.
+
+
+ _Harl._ Assah! Miß Pudding, wie stehts? Ist die Leber noch
+frisch, und seyd Ihr diesen Winter gut bequartirt?
+
+ _Kolombine._ Darf ich fragen: was zu des Herrn Hauptmanns
+Befehl sey?
+
+ _Harl._ Zu meinem Befehl? Drey Küsse auf eine Stelle, mein
+Schatz, drey Küsse--
+
+ _Kolombine._ Ich weiß nicht, ob ich es recht verstanden
+habe, der Herr Hauptmann von Astaroth sind bey mir gemeldet
+worden.
+
+ _Harl._ Das bin ich im Original, mein kleines
+Zuckermündchen. Darf ich aber auch wohl fragen, ob Sie
+nicht die Mademoiselle Kolombine Bartholdinn sind?
+
+ _Kolombine._ Ihnen aufzuwarten, Herr Hauptmann.
+
+ _Harl._ Nun, so sind wir ja bekannte Leute und Nachbars
+Kinder. Komm dann, mein Schatz, und küsse mich.
+
+ _Kolombine._ Ich glaube immer noch, ich irre mich. Man hat
+mir gesagt, daß Sie einige Bestellungen von einer sehr guten
+Freundinn, die ich auf dem Lande habe, an mich hätten.
+
+ _Harl._ Ia, recht, mein liebes Sauernüßchen. Hier habe ich
+ein Paar orientalische, peruvianische Ohrringe, und dort einen
+Beutel mit eintausend gerändelten Species-Dukaten. Was dünkt
+Dir dabey, mein Rosenknöspchen?
+
+ _Kolombine._ Ich begreife noch eigentlich nicht, wozu das
+alles?
+
+ _Harl._ Wozu, Mädchen? *Primo* sollst Du mich dafür neun
+und neunzig Mal küssen.
+
+ _Kolombine._ Ach, wer weiß bey welchem Mädchen Sie diese
+Ohrringe wohl erbeutet haben, und ob Sie ihr nicht gar dabey
+die Ohren ausgerissen!
+
+ _Harl._ Ich eroberte sie in dem Laufgraben vor
+Schweidnitz, und diese tausend Dukaten habe ich einem
+französischen Marschalle *en rase campagne* abgenommen.
+
+ _Kolombine._ Ich sehe wohl, Herr Hauptmann, Sie haben
+an mich nichts zu bestellen, und ich will mich Ihnen nur
+gehorsamst wieder empfehlen.
+
+ _Harl._ O Prinzessinn! so wird es nicht gehn. Flugs
+hierher!
+ (Er nimmt sie bey der Hand, und stellet sie so daß
+ sie ihm nicht entgehen kann.)
+und diese Ohrringe, diese Dukaten, diese Küsse angenommen.
+ (Er will sie küssen, und sie wehret sich.)
+
+ _Kolombine._ Ich bitte Sie recht sehr, Herr Hauptmann,
+mäßigen Sie Sich.
+
+ _Harl._ Was mäßigen? Drey Iahre belagere ich eure verdammte
+Schaubühne, als wenn ich eine Festung belagere; und beständig
+habe ich meine Kanonen auf Dich gerichtet. Daß ich endlich
+einmal Sturm laufe, mußt Du mir nicht verdenken. Sogleich
+diese Ohrringe eingesteckt!
+ (Er dringt ihr solche auf, sie fallen aber auf die Erde.)
+und hier diese tausend Dukaten, oder
+ (wie vorher.)
+und nun gehts auf die Bresche los.
+ (Er umarmt sie auf seine Art.)
+
+ _Kolombine._ Ach mein Gott! Gewalt, Gewalt, Gewalt!
+
+
+
+Funfzehnter Auftritt
+
+Die _Vorigen_, _Barthold_, _Scapin_
+und _Peter_ kommen von allen Seiten.
+
+
+ _Barth._ Was ists, was ists, was ists?
+
+ _Kolombine._ Sehen Sie nicht, der Herr Hauptmann will mich
+mit Gewalt küssen, und mich zwingen tausend Dukaten und ein
+Paar brillantene Ohrringe anzunehmen.
+
+ _Barth._ Und darum schreyest Du so, Mädchen? Ich wette,
+wenn ich den Herrn Hauptmann mit Gewalt zum Hause hinaus werfe,
+er macht nicht einen solchen Lerm.
+
+ (Kolombine hebt inzwischen das Kästchen auf und sieht
+ aus Vorwitz hinein.)
+
+ _Harl._ Ich bitte, sprechen Sie mit mehr Achtung von mir,
+sonst will ich Ihnen was anders zeigen.
+
+ _Barth._ Geschwind heraus damit, was wolltest Du mir anders
+zeigen?
+
+ _Harl._ Ich habe es nicht nicht bey mir; aber, wenn Sie
+erlauben wollen, so will ich hingehen und es holen.
+
+ _Barth._ Du bist sehr fein, wie ich merke; inzwischen,
+wenn Sie es erlauben wollen, so will ich Ihnen vors erste
+wohlmeynend eine Tracht Schläge mitgeben. Sie mögten es
+vielleicht vergessen sie abzuholen.
+ (Er prügelt ihn zur Schaubühne herunter. Scapin und
+ Peter halten ihm überall wo er hin läuft, die Hände
+ vor, um ihr Geld zu empfangen. Harlekin entflieht
+ endlich.)
+Wo ist der Beutel mit den tausend Dukaten, und wo sind die
+demantenen Ohrringe? Diese erkläre ich hiermit für verfallen.
+Ich muß dieses Urtheil nur geschwind selbst sprechen, damit
+der Richter das *Corpus delicti* nicht zu sich nehme.
+
+ _Kolombine._ Ach daß Gott erbarme! Lassen Sie doch diese
+Sporteln immerweg dem Richter; er wird sie den Parteyen
+treulich wieder ausliefern, und sich gern mit der Gebühr
+befriedigen. Sehen Sie hier.
+
+ (Er nimmt den Beutel und das Kästchen.)
+
+ _Scapin._ Erlauben Sie, Herr Barthold, daß wir Ihnen eine
+Vorstellung thun. Es war unser guter Harlekin, der hier, in des
+Herrn Hauptmanns Kleidung, die Erfrischung zu sich genommen.
+
+ _Barth._ Wie? Harlekin?
+
+ _Peter._ Ia, bey meiner Treue; er hat die Schläge nur auf
+des Herrn Hauptmanns Rechnung genommen, und ich bin froh, daß
+er sie empfangen hat. Ich habe mit ihm um fünf Batzen gewettet,
+und bereits die Hälfte davon vertrunken.
+
+ _Kolombine._ O, der arme Harlekin! wenn ich das gewußt
+hätte, ich würde ihm gewiß zu seiner mehrern Beruhigung noch
+eins mitgegeben haben.
+
+ _Scapin._Ich kann Sie versichern, er ist so froh von seinen
+Schlägen, daß er sie gerne noch einmal nehmen wird, wenn er die
+Ehre haben kann und Sie Sich die Mühe nehmen wollen.
+
+ _Kolombine._Kömmt Zeit, kömmt Rath.
+
+ _Barth._Aber es ärgert mich doch, daß die tausend Dukaten--
+Fast hätte ich Lust, ihm den Prozeß machen zu lassen. Falsche
+Münze! Nothzucht--wahrhaftig, eins von Beyden hat schon manchen
+ehrlichen Mann an den Galgen gebracht. Aber still; hört, geht
+Ihr hin, und trinkt Eure Zeche. Ich will alles gut machen. Sagt
+ihm aber nichts davon, daß ich einige Nachricht von seiner
+Verkleidung habe.
+
+ _Scapin._ Sie sind ein redlicher Mann, Herr Barthold.
+Kein Wort aus meinem Munde!
+ (Er hält den Finger auf den Mund, und geht ab.)
+
+ _Peter._ Auf Ihre und Mamsell Kolombinens Gesundheit!
+ (Er hält die ganze Hand auf den Mund, und geht ab.)
+
+
+
+Sechszehnter Auftritt.
+
+_Barthold_ und _Kolombine_.
+
+
+ _Barth._ Ich zweifle nicht daran; oder Harlekin wird itzt
+kommen, nachdem er seine närrische Probe gemacht, und um Dich
+anhalten. Euer sind viele, meine liebe Kolombine, und wenn
+Harlekin bisweilen ein bisschen einfältig ist, so mußt Du
+denken: daß diese seine Einfalt unsrer Bühne vielen Vortheil
+bringt, und daß wir ohne ihn nicht wohl fertig werden konnen.
+Was meynst Du also von ihm? Soll ich Ia, oder Nein sagen,
+wenn er um Dich anhält?
+
+ _Kolombine._ Nein, Papa!
+
+ _Barth._ Nein, Papa! und warum denn, Nein, Papa?
+
+ _Kolombine._ Aber ein Mann, der mir ein so schlechtes
+Vertrauen beweißt? Der erst mit Schlägen zur Vernunft gebracht
+werden muß?-- Der--
+
+ _Barth._ O! die Liebe macht auch kluge Leute Narren; man
+muß dieser Thorheit etwas zu gute halten, und Schläge auf der
+Bühne beschimpfen Harlekin nicht. Das ist so seine tägliche
+Rolle. Er wird zu allem geschlagen, und sogar zum Hahnrey.
+Und Du kannst mir als Deinem Vater wohl glauben, _die_ Leute,
+welche eine gewisse bekannte Art von Klugheit oder Narrheit
+haben, sind am besten zu regieren. Die mehrsten Menschen
+heirathen als Narren, und werden erst klug als Männer, wenn
+sie auch im Ehestande nichts weiter lernen, als die Kunst
+zu schweigen. Zu einer guten friedlichen Ehe gehört Iugend,
+Gesundheit und Geld. Das übrige läßt sich entbehren,
+insbesondere der Verstand, wenn man sein Brot mit der
+Dummheit verdienen muß.
+
+ _Kolombine._ Es sey darum wie es wolle; da wir keine
+Comödie spielten, so hätte er mehr Verstand gebrauchen sollen.
+Er ist so dumm nicht, wie Sie meynen, und ich habe von Natur
+einen verzweifelten Trieb die Listigen zu überlisten.
+
+ _Barth._ Du kannst ihn nicht besser überlisten, als wenn Du
+ihn zum Manne nimmst.
+
+ _Kolombine._ Erst soll er mir wenigstens hier vor allen
+Leuten öffentlich Abbitte thun, und dann will ich sehen was ich
+thue.
+
+ _Barth._ Warum soll er denn aber für den Hauptmann von
+Astaroth Abbitte thun, mein Kind? Wir brauchen es ja nicht zu
+wissen, daß Harlekin sich so übel aufgeführt hat.
+
+
+
+Siebenzehnter Auftritt.
+
+Die _Vorigen_ und _Harlekin_.
+
+
+ _Harl._ Nun, mein liebes Kolombinchen, wollen wir itzt
+Braut und Bräutigam spielen? _Ich_ will wohl, wenn _Sie_ will.
+
+ _Kolombine._ Ich will aber nicht.
+
+ _Harl._ Wie? Du willst nicht?
+
+ _Kolombine._ Haben Sie mich diese Antwort nicht selbst
+gelehret?
+
+ _Harl._ Ia, das habe ich gethan; aber das war nur eine
+Rolle in der Comödie.
+
+ _Kolombine._ Nun, ich spiele itzt die meinige. Ich will
+nicht.
+
+ _Barth._ Kinder, was Ihr thun wollt, das thut bald; es ist
+meine Zeit zu trinken, und die versäume ich nicht gern.
+
+ _Harl._ Noch einen Augenblick, Herr Barthold, ich muß Ihnen
+erst einen listigen Streich erzählen. Kennen Sie den Herrn
+Hauptmann von Astaroth?
+
+ _Barth._ O ja, ganz gut. Ich habe noch eben die Ehre
+gehabt, ihn aus meinem Hause zu prügeln.
+
+ _Kolombine._ Es ist ein sehr schlechter Mensch.
+
+ _Harl._ O wenn Sie es wüßten!
+ (Er geht auf der Bühne herum, und freuet sich.)
+
+ _Barth._ Ich denke doch nicht; daß er sich der empfangenen
+Ehre rühmen wird?
+
+ _Harl._ O, mein guter Herr Barthold, wenn Sie es wüßten!
+Gelt? Sie glauben den Herrn Hauptmann von Astaroth geschlagen
+zu haben? Ha! ha! ha!
+
+ _Barth._ Ia, das meyne ich.
+
+ _Harl._ Sehen Sie mich einmal recht an! und fühlen hier auf
+meinen Rücken! He! he! he!
+
+ _Barth._ Bey meiner Ehre, ich sollte fast glauben, daß ich
+hieher geschlagen hätte. Ich kenne ungefähr meinen Zug. Aber,
+wie geht das in aller Welt zu?
+
+ _Kolombine._ O, mein lieber Harlekin, thun Sie mir den
+Gefallen, und sagen mir, ob nicht ein wenig Hexerey mit
+unterläuft?
+
+ _Harl._ Nun, was soll ich haben, wenn ich Dir das Geheimniß
+entdecke?
+
+ _Kolombine._ Wir wollen auch oft Braut und Bräutigam mit
+einander spielen.
+
+ _Harl._ Unvergleichlich! aber erst, mein liebes
+Kolombinchen, mußt Du mir im Vertrauen sagen, warum Du so
+gern die Braut spielest?
+
+ _Kolombine._ Das kann ich Ihnen nicht sagen; aber ich bin
+denn so munter, so leicht, so aufgeräumt, so tanzend.
+
+ _Harl._ Hast Du wohl schon so recht im Ernste getanzt?
+
+ _Kolombine._ Nun, da Sie wieder so fragen, will ich das
+Geheimniß gar nicht mehr wissen. Gehen Sie damit, und eröffnen
+es meinem Cathrinchen.
+
+ _Harl._ Du sollst es nun aber wissen.
+
+ _Kolombine._ Nichts! Itzt durchaus nicht; und wenn Sie mir
+auch tausend gerändelte Dukaten geben wollten.
+
+ _Harl._ Ich merke schon--
+
+ _Barth._ Vertrauen Sie es mir allein, Harlekin; bey Mädchen
+sind die Geheimnisse ohnehin etwas lose verwahrt. Sie fallen
+leicht aus der Hülse.
+
+ _Harl._ Hören Sie, Herr Barthold; und St! St! Kolombine,--
+_ich_ war der Hauptmann von Astaroth. Ich hatte nur seinen Rock
+hier über den meinigen gezogen. Ha! ha! ha!
+
+ _Barth._ Nimmermehr.
+
+ _Harl._ In der That. Aber kannten Sie mich nicht hier an
+meinen bunten Hosen? Ha! ha! ha!
+
+ _Kolombine._ Ietzt besinne ich mich; ich sahe etwas davon
+schimmern.
+
+ _Harl._ Gelt! mein guter Herr Barthold, ich habe Sie einmal
+rechtschaffen angeführt? Ha! ha! ha!
+
+ _Barth._ Auf solche Art sollte der ehrlichste Mann betrogen
+werden. Aber, ich bitte Sie tausendmal um Vergebung, daß ich
+mich so nachdrücklich gegen Sie herausgelassen habe.
+
+ _Harl._ O! Sie haben gar nicht Ursache. Ich bin vielmehr
+froh, daß es so gekommen ist; denn nunmehr bin ich versichert,
+daß Kolombinchen die Krone von allen Iungfrauen ist. Meine
+Scrupel sind nun alle weg.
+
+ _Kolombine._ Die meinigen gehen aber nun erst an.
+
+ _Harl._ O, mein allerliebstes Lockvögelchen, Du kannst mich
+nur wieder ein Vierteljahr auf die Probe nehmen, ich bin es
+gerne zufrieden. Wenn _Sie_ will, _ich_ will wohl.
+
+ _Kolombine._ Die Probe mögte schlecht ausfallen; ich weiß
+schon, wie das geht.
+
+ _Harl._ Wie? Du weißt es wie das geht?
+
+ _Barth._ Haben Sie noch Scrupel?
+
+ _Harl._ Ach nein! aber Sie weiß wie das geht.
+
+ _Kolombine._ Ia, ich weiß wie das geht. Ein ehrliches
+Mädchen, das einen Mann auf die Probe nimmt, muß ihn hernach
+immer behalten; und das will ich nicht.
+
+ _Harl._ Höre, mein Schätzchen, wenn Du willst, so will ich
+es Dir schriftlich geben, daß die Probe nicht länger als einen
+Monat währen soll.
+
+ _Kolombine._ Bemühen Sie Sich nicht. Sie wissen, was Sie
+mir zuvor sagten: Wenn die Comödie aus ist, so hat die Freyerey
+ein Ende. Ich empfehle mich Ihnen ganz gehorsamst.
+ (Sie will abgehn.)
+
+ _Harl._ O Herr Barthold! Herr Barthold! das wäre zu viel,
+erst Schläge, und nun gar einen Korb! Das ist eine Comödie und
+auch keine Comödie.
+
+ _Barth._ Hier, Kolombine! Die Comödie ist noch nicht zu
+Ende. Du weißt, sie muß allezeit mit einer Heirath schließen.
+
+ _Kolombine._ Nein, Papa! Das ist nicht nöthig; wir haben
+viele Stücke auf unsrer Bühne, welche sich bloß mit Schlägen
+endigen: und wenn es recht zugegangen wäre, so hätte Harlekin,
+oder der Herr Hauptmann von Astaroth, auch damit zu Hause gehen
+müssen.
+
+ _Barth._ Ich rathe Ihnen, mein lieber Harlekin, hier meiner
+Tochter Ihre Scrupel öffentlich abzubitten.
+
+ _Harl._ O von Herzen gern! Siehe hier, mein Engels
+Kolombinchen, ich liege hier vor Dir auf den Knieen, und
+bitte öffentlich um Vergebung.
+
+ _Kolombine._ Sie müssen mir erst Ihr Schwert übergeben.
+Es schickt sich nicht, daß Sie solches in dieser Stellung an
+der Seite tragen.
+ (Er überreicht ihr seinen Säbel.)
+Sie hätten verdient, Herr Hauptmann von Astaroth, daß ich Ihnen
+jetzt mit Ihrem eigenen Säbel die Haut voll schlüge. --Weil Du
+es aber bist, mein allerliebstes Harlekinchen, so will ich--
+
+ _Harl._ O kein: will ich nicht! kein will ich nicht!
+
+ _Kolombine._ So will ich--
+
+ _Harl._ Nun, so will ich--
+
+ _Kolombine._ So will ich die Strafe fürs erste noch
+aufschieben--
+
+ _Harl._ Nur nicht bis in den Ehstand!
+
+ _Kolombine._ Aber mit der ausdrücklichen Bedingung: daß wir
+noch immerfort alle Tage Braut und Bräutigam spielen.
+
+ _Harl._ O ja! o ja!
+
+ _Barth._ Ach, meine lieben Kinder, ihr wißt noch nicht, was
+dazu gehört.
+
+ _Harl._ Wie? Herr Barthold, so bekomme ich ja alle Tage von
+der braunen Kruste.
+
+ _Barth._ Die ist für eine tägliche Kost etwas zu hart; und
+wenn man ein Stück zu oft wiederholt, so werden es sogar die
+Zuschauer müde.
+
+ _Kolombine._ Sorgen Sie nicht, Papa; ich weiß schon, wie
+Harlekin sie am liebsten ißt. Er kann es ja probiren, und
+wenn er sie dann nicht mehr mag, so will ich ihm was anders
+vorsetzen.
+
+ _Barth._ O du liebe Einfalt! aber kommt Kinder, weil der
+Braten noch warm ist.
+
+ _Kolombine._ Ich bin fertig.
+
+ _Barth._ Ie nun; so wollen wir den Zuschauern eine
+gesegnete Abendmahlzeit wünschen.
+
+ _Harl._ Und zur Probe, eine braune Kruste.
+
+
+
+***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE TUGEND AUF DER SCHAUBüHNE***
+
+
+******* This file should be named 15505-8.txt or 15505-8.zip *******
+
+
+This and all associated files of various formats will be found in:
+https://www.gutenberg.org/dirs/1/5/5/0/15505
+
+
+
+Updated editions will replace the previous one--the old editions
+will be renamed.
+
+Creating the works from public domain print editions means that no
+one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
+(and you!) can copy and distribute it in the United States without
+permission and without paying copyright royalties. Special rules,
+set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
+copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
+protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project
+Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
+charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you
+do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
+rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose
+such as creation of derivative works, reports, performances and
+research. They may be modified and printed and given away--you may do
+practically ANYTHING with public domain eBooks. Redistribution is
+subject to the trademark license, especially commercial
+redistribution.
+
+
+
+*** START: FULL LICENSE ***
+
+THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
+PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
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+(or any other work associated in any way with the phrase "Project
+Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
+Gutenberg-tm License (available with this file or online at
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+If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
+Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
+terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
+entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
+
+1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
+used on or associated in any way with an electronic work by people who
+agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
+things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
+even without complying with the full terms of this agreement. See
+paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
+Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
+and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
+works. See paragraph 1.E below.
+
+1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
+or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
+Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the
+collection are in the public domain in the United States. If an
+individual work is in the public domain in the United States and you are
+located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
+copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
+works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
+are removed. Of course, we hope that you will support the Project
+Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
+freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
+this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
+the work. You can easily comply with the terms of this agreement by
+keeping this work in the same format with its attached full Project
+Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
+
+1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
+what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in
+a constant state of change. If you are outside the United States, check
+the laws of your country in addition to the terms of this agreement
+before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
+creating derivative works based on this work or any other Project
+Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning
+the copyright status of any work in any country outside the United
+States.
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+phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
+Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
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+almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or
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+from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
+posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
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+or charges. If you are redistributing or providing access to a work
+with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
+work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
+through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
+Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
+1.E.9.
+
+1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
+with the permission of the copyright holder, your use and distribution
+must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
+terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked
+to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
+permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
+
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+License terms from this work, or any files containing a part of this
+work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
+
+1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
+electronic work, or any part of this electronic work, without
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+active links or immediate access to the full terms of the Project
+Gutenberg-tm License.
+
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+compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
+word processing or hypertext form. However, if you provide access to or
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+request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
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+
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+ Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments
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+ prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
+ returns. Royalty payments should be clearly marked as such and
+ sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
+ address specified in Section 4, "Information about donations to
+ the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
+
+- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
+ you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
+ does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
+ License. You must require such a user to return or
+ destroy all copies of the works possessed in a physical medium
+ and discontinue all use of and all access to other copies of
+ Project Gutenberg-tm works.
+
+- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
+ money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
+ electronic work is discovered and reported to you within 90 days
+ of receipt of the work.
+
+- You comply with all other terms of this agreement for free
+ distribution of Project Gutenberg-tm works.
+
+1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
+electronic work or group of works on different terms than are set
+forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
+both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
+Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the
+Foundation as set forth in Section 3 below.
+
+1.F.
+
+1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
+effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
+public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
+collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
+works, and the medium on which they may be stored, may contain
+"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
+corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
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+PROVIDED IN PARAGRAPH F3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
+TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
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+INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
+DAMAGE.
+
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+defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
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+received the work on a physical medium, you must return the medium with
+your written explanation. The person or entity that provided you with
+the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
+refund. If you received the work electronically, the person or entity
+providing it to you may choose to give you a second opportunity to
+receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy
+is also defective, you may demand a refund in writing without further
+opportunities to fix the problem.
+
+1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
+in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER
+WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
+WARRANTIES OF MERCHANTIBILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
+
+1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
+warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
+If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
+law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
+interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
+the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any
+provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
+
+1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
+trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
+providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
+with this agreement, and any volunteers associated with the production,
+promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
+harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
+that arise directly or indirectly from any of the following which you do
+or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
+work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
+Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
+
+
+Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
+
+Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
+electronic works in formats readable by the widest variety of computers
+including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists
+because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
+people in all walks of life.
+
+Volunteers and financial support to provide volunteers with the
+assistance they need, is critical to reaching Project Gutenberg-tm's
+goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
+remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
+Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
+and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
+To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
+and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
+and the Foundation web page at https://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf.
+
+
+Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive
+Foundation
+
+The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
+501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
+state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
+Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
+number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
+permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
+
+The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
+Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
+throughout numerous locations. Its business office is located at
+809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
+business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact
+information can be found at the Foundation's web site and official
+page at https://www.gutenberg.org/about/contact
+
+For additional contact information:
+ Dr. Gregory B. Newby
+ Chief Executive and Director
+ gbnewby@pglaf.org
+
+Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
+Literary Archive Foundation
+
+Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
+spread public support and donations to carry out its mission of
+increasing the number of public domain and licensed works that can be
+freely distributed in machine readable form accessible by the widest
+array of equipment including outdated equipment. Many small donations
+($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
+status with the IRS.
+
+The Foundation is committed to complying with the laws regulating
+charities and charitable donations in all 50 states of the United
+States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
+considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
+with these requirements. We do not solicit donations in locations
+where we have not received written confirmation of compliance. To
+SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
+particular state visit https://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+While we cannot and do not solicit contributions from states where we
+have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
+against accepting unsolicited donations from donors in such states who
+approach us with offers to donate.
+
+International donations are gratefully accepted, but we cannot make
+any statements concerning tax treatment of donations received from
+outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
+
+Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
+methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
+ways including including checks, online payments and credit card
+donations. To donate, please visit:
+https://www.gutenberg.org/fundraising/donate
+
+
+Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic
+works.
+
+Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
+concept of a library of electronic works that could be freely shared
+with anyone. For thirty years, he produced and distributed Project
+Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
+
+Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
+editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
+unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily
+keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
+
+Most people start at our Web site which has the main PG search facility:
+
+ https://www.gutenberg.org
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+This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
+including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
+Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
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